Kr.17Z�41.?ahrgang Ausgabe A Nr.$6 Bezugspreis: BZchintltch iO©olbpfenr.ig oorflu« fnljlbac. Untcc Kreuzband für Deutschland. Danzig, Laar- u. Menielgediet. Oefierrcich, Litauen, Luxemburg 4,80 Goldmart, für das übrige Ausland äSO©oldinarl pro Monat. Der..Tsrwäris' mit der Sonntags- beilage ,.VoIi und Zeit" mit„Sied- lung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage„Heimwelt" und der Frauendeilagc„Frauenwelt" erscheint wochentSglich zweimal. Eonntags und Montag, einmal. Telegramm-Adresse: .Sozialdemoiret Berlin" Morgenausgabe w- Derlinev VolksblAkt f 10 Goldpfenni� � 100 Mllliarilen J Anzctgeuvretse: Die einspaltig« Nonpareille- »eile 0,70 Doldmark. Rcllamezcil« t— Goldmark,„«leine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0,20 Goldmart tzuliissig zwei settgedruckt« Worte), iedes weitere Wort 0.10 Goldmark. Stellengesuche das erste Wort 0.10 Goldmark, jede» weitere Wort 0.08 Goldmark. Worte über 18 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familicnanzeigen sllr Abonnenten Zeile 0,l!0 Goldmark. chiae Goldmark ein Dollar geteilt durch 4,21). Anzeigen für die niichsle Nummer müssen bis 116 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW KL. Linden- slrasseZ. abgegeben werden. Gcässnet von 0 Uhr früh bis 8 Uhr nach«. ZcntraXorgM der Vereinigten Sozialdemokrat! rchen Partei Deutfcblands Redaffion und Verlag: EW 68, Lindenstraße 3 Nedaktioa r Töubofs LSL— LSS �ernipreaier. � e r l a g- Döuboff Sä«k-»S07 Freitag, de« 11» April 19�4 vorwärts-verlag G.m.b.H., Ell) 68, Lindenstr. 3 Postscherktouto: Berlin 375 36— Bankkonto: Direktion der DiSkonto-Gpsellschaf», Depositenkasse Lindenstrafte 3 Die Sozialdemokratie im Wahlkampf. Was wir find und was wir wolle«. Ist das nicht seltsam? Diele Deutsche wissen nicht, wie ste bei sich zu Hause, in Deutschland wählen sollen. Aber dursten sie in England oder in Frankreich wählen, so würden sie das'sofort sehr genau wissen. Welcher Deutsche würde, wenn er in E n g l a n d wählen dürfte, anders wählen als„Liüdour"? Lest die ganze deutsche Presse von rechts bis links, sie spricht von der englischen Arbeiterpartei mit der größten Hochachtung und Sym- pothie. Eine Ausnahme macht höchstens die Kommunisten- presse. Doch da besteht wiederum ein Unterschied zwischen Deutschland und England, denn drüben haben die paar Kom- munisten, die es dort gibt, fast restlos für die Arbeiterpartei gestimmt.' Und welcher Deutsche würde, wenn er in Frankreich wählen dürfte, anders wählen als sozialistisch? Welcher Deutsche könnte vergessen, daß Leon Blum und seine Ge- nossen in der Kammer mutig gegen das Unrecht des Ruhr- einbruchs protestiert haben? In England also oder in Frankreich würden alle Deut- schen, oder doch die erdrückende Mehrheit von ihnen, s o z i a- l i st i s ch wählen. Wären sie Engländer oder Franzosen— o. dann wüßten sie schon, was sie zu tun hätten, nur als Deutsche wissen sie es nicht? Ja, sagt man. die englischen Arbeiterparteiler und die französischen Sozialisten sind eben in ihrem Lande Patrioten, während die deutschen Sozialdemokraten vaterlandslos sind. Aber die französischen Sozialisten werden von den französischen Nationalisten täglich„Knechte der Boches" und„Lan- dcsverräter" geschimpft. In der englischen Arbeiterpartei sitzen zahlreiche Männer, die so entschiedene Gegner jedes Krieges find, daß sie sich während des Weltkriegs lieber ins Gefängnis sperren ließen, als daß sie die Waffen ergriffen. Sie sitzen in einer Parte! zusammen mit archmn, die während des Krieges, ebenso wie die deutschen Mehrheitssozialisten, mit aller Ensschiedenheit für die Landesverteidigung eintraten. Die Sozialdemokraten sind nirgends vaterlandslos! Sie haben nur überall, auch in Deutschland, andere Vorstellungen davon, was dem eigenen Bolk frommt, als die Nationalisten sie haben. Darum in Deutschland und Frankreich die natio- nalistrsche Hetze gegen die„Vaterlandslosen", die man in Eng- land, wo die politische Erziehung besser ist und man mehr Achtung vor fremden Meinungen hat, nicht kennt. Die Gegner von rechts sagen der deutschen Sozialdemo- kratie Unterwürfigkeit� gegenüber dem Ausland nach. Die sozialdemokratische Außenpolitik kennt aber kein anderes Ziel, als dem deutschen Volk die Gleichberechtigung zurück- Zugewinnen, die es durch die unglaubliche Verblendung seiner Führer im Weltkrieg verloren hat. Was erreicht worden ist, um die außenpolitische Lage zu ändern und die französische Gewaltpolitik in der Welt zu isolieren, wäre nicht denkbar ohne die Arbeit der deutschen Sozialdemokratie. Jetzt liegen'die Berichteder Sachverständigen vor. Wenn man ehrlich sein will, so muß man sagen, daß sie einen großen Fortschritt bedeuten. Die Sachverstän. digen verlangen von Deutschland immer noch sehr hohe Zah- lungen, wenn auch die Summen erbeblich niedriger sind als alle, die uns bisher von der Gegenseite genannt wurden, sie verlangen aber auch von Frankreich, daß es die Wieder- sierstellung der deutschen Wirtschaftseinheit.zuläßt und auf alle Politik der Sanktionen verzichtet. Werden die Vorschläge der Sachverständigen angenom- men, dann sind mindestens ein paar Jahre der Ruhe gesichert und die Bevölkerung der besetzten Gebiete ist von den furcht- baren Quälereien, die sie zu erleiden hat, befreit. In ein paar Jahren kann sich Deutschland aber auch durch eine gute Politik eine solche politische Stellung in der Welt ichasten, daß ein Rückfall in die alte Zeit ausgeschlossen ist, und daß sich das Ausland mit den'Zahlungen begnügt, die Deutschland tatsäch- lich leisten kann, ohne daß seine Wirtschaft und mit ihr die ganze Volkswirtschaft vor die Hunde geht. Die deutsche Sozialdemokratie fordert eine solche gute Politik. Sie will, daß aus dem neuen Reichstag eine neue Regierung hervorgeht, die diese gute Politik treibt. Und faht sie den Hauptfeind rechts, in dem toll- wütigen Nationalismus, der nur Phrasen und Verleumdungen stir seine Gegner hat. aber keinen Willen zu klarem Handeln und keinen überlegten Plan. . Sozialdemokratie ruht unzer st örbar auf der breiten Grundlage der deutschen Arbeitnehmer- Schaft, der organisierten Arbeiter. Angestellten und Be- Bunten. Manche Bewegungen sind wie Rinnsale, die sich nach dem Gewitter zu Sturzbächen verwandeln und mit ihrer Schlammflut die Trümmer der Zerstörung mitreißen, die sie angerichtet haben. Aendern sich die Zeiten, so kehren sie rasch zur alten Armseligkeit zurück. Die Sozialdemokratie gleicht dagegen dem Strom, der von weither kommt und weithin fließt, seine Flut mag mit den Zeiten schwanken, aber je näher er der Mündung kommt, desto mächtiger wird er. Toren, die glauben, mit platten landläufigen Schlag- worten den„Marxismus", von dessen geistigen Inhalt sie keine Ahnung haben, erledigen zu können! Arbeiter, Angestellte und Beamte bilden den Grundstock der sozialdemokratischen Bewegung. Noch stehen sie nicht alle zu ihr, aber zu Millionen und Aber- Millionen halten sie fest zusammen. Und dieser feste Zu- sommenhalt' bedeutet viel in einer Zeit, in der sich sonst alles zersetzt und alles zersplittert. Was ist das schlimmste Laster der Unterdrückten? Daß sie sich von den Lastern ihrer Unterdrücker anstecken lassen! So droht sich die Tendenz zur Zersplitterung, die alle bürger- lichen Parteien erfaßt, hat, auch auf die Bewegung der Arbeit- nehmer zu übertragen. Und doch, was könnte die Masse der Arbeiter, der Angestellten und der Beamten— gerade angesichts der Zersplitterung auf der anderen Seite— bedeuten, wenn sie bis auf den letzten Mann und bis auf die letzte Frau zusammenstünde! Diese Vereinigung ist es, was die Sozialdemokratie er- strebt. Sie erstrebt sie, um alle Sinne für innere und äußere Freiheit zu wecken, um die staatsbürgerliche Gleichberechtigung aller in der demokratischen Republik zu sichern und den schwer leidenden arbeitenden Massen des Volkes ein besseres soziales Dasein zu erkämpfen. Das ist nur möglich im Kampf gegen den Kapi- t a l i s m u s, der unsere Gesellschaft noch beherrscht. Eben in dieser Stunde eilt die Nachricht über den Erdball, daß ein Monarch der neuen Zeit, Hugo S t i n n e s, sein Leben beendet hat. Die Sozialdemokratie hat ihn bekämpft nicht als Person, sondern als die Verkörperung eines Systems moder- ner persönlicher Machtentfaltung, das sich nur durch Aus- beutung der wirtschaftlich Schwachen und durch ihre geistige Unterwerfung unter fremden Willen behaupten kann. Sic will, daß die starken wirtschaftlichen Begabungen, deren eine Stinnes sicher gewesen ist, sich nicht zum Schaden aller an- deren entwickeln, sondern dem Wohle der Gesamtheit dienstbar gemacht werden sollen. Der Kampf steht zwischen der demokratischen Staats- macht und der Kapitalsmacht. Die Kapitalsmacht hat rasch begrissen, daß sie sich in diesem Kampf nur behaup- ten kann, indem sie sich die Geister Untertan macht. Diese Kopitalsmacht bezahlt heute die Zeihingen, in denen die Sozialdemokratie verleumdet wird, sie bezahlt die Wahlredner. die gegen den Marxismus toben, sie bezahlt die bunten Pla- kate, in denen demnächst an allen Straßenecken zum Sturm gegen die Sozialdemokratie aufgefordert werden wird. Diese Kapitalsmacht und die von ihr ausgehaltene nationalistische Reaktion verschulden alles Elend, in dem sich die Massen des arbeitenden Volkes befinden. Aber diese Massen des arbeitenden Volkes sind— der Staat! Sie können die Regierung bilden, können Gesetze aufprägen, ste können die Regierung bilden, können Gesetze geben, können den Widerstand einer reaktionären Justiz und Verwaltung brechen und alle Dinge in ihrem Geiste ordnen, wenn sie nur klarblickend und einig genug sind, dies auch wirklich zu tun. hier ist ein g r o ß e s Z i e l, und dos alle in hundert Kämpfen erprobte Banner der Sozialdemokratie flattert über ihm. Die anderen, die nur an die Gewalt bewaffneter Fäuste glauben oder die Macht des Geldes anbeten, laufen Trug- bildern nach. In Frankreich, in England, in Deutschland, überall ist die Zukunft mit den Sozialisten, den Arbeiterparteilern, den Sozialdemokraten. Begreift, daß man nicht nur in England und in Frank- reich, sondern auch in Deutschland sozialdemo- kratisch wählen muß! Hugo Stinnes gestorben. Der Großindustrielle Hugo Stinnes ist vonnerslag, abends S'A Uhr. im kreise seiner Familie gestorben. Er halte vor kurzem eine Gallenoperalion überstanden und mar schon auf dem Wege der Genesung, als plötzlich eine Verschlimmerung des Befindens mit hohem Fieber einkrat. Es geseilte sich eine Vanchfellenlzündung und eine Lungenentzündung hinzu. Ihnen war der schon geschwächte Körper nicht mehr gewachsen. Kurz nach Vollendung des 54. Lebensjahres— er war am fZ. Februar 1870 geboren— ist Stinnes jetzt gestorben. Hugo S t i n n es war der Typ des selbstbewußten Wirt- schaftsfichres der Jnflationsperiode. Er war für die Ar- beiterschaftzum Symbol geworden. Die Anhäufung von Reichtum und Macht in wenigen Händen in der Infla- tionszeit um den Preis der Verelendung der Massen, die rück- sichtsloseste Vertretung antisozialer Gedankengänge, den Wider- stand der großen Industrie gegen die Erfordernisse des Staates sah die Arbeiterschaft erschöpfend in seiner Person. Die Stei- gerung der Unternehmermacht, ihre unheilvolle Einwirkung auf die deutsche Politik faßten die Arbeiter zusammen in dem einen Schrei: Stinnes! Die Geschichte seiner Macht st eigerung nach dem Kriege ist die Geschichte der Zerrüttung des deut- schen Geldwesens, der tragischen Zurückdränguna wirk- licher Erfiillungspölitik in Deutschland, zugleich aber auch die Geschichte des gewaltigen industriellen Konzentrationsprozesscs, der sich nach dem Kriege in unerhört rasendem Tempo voll- zogen hat. Sie begreift in sich die große soziale Revo- lution der Verelendung des Mittelstandes, des Triumphes der großen Konzerne über das Bankkapital, der Hemmung des Aufstiegs der Arbeiterschaft, des Vormarsches Manchester- licher Ideen: Stinnes war der Exponent dieser Re- volution! An seinem Teile treibende Kraft, wurde er selbst vorwärtsgetrieben durch die allgemeinen Wirtschaft- lichen und politischen Ursachen, die auf Deutschland in der Nach- kriegszell wirkten. Stinnes war vor dem Kriege mehr Händler als Produzent, mehr Spekulant als Techniker. Er baute die Händler- interesien seines Familiengeschäftes im größten Stile aus. die Verbindung mit der Produktion mehr des Handels als der Produktion willen herstellend. Seine Anlage zum Händler be- fähigte ihn in der Zell des Kampfes der gemischten Werke gegen die reinen Zechen und die reinen Stahlwerke die großen Kombinationsmöglichkeiten zu sehen, sein Verhandlungs- geschick gab ihm die Möglichkeit, sie zu realisieren. Deutsch- Luxemburg, einer der Eckpfeiler des großen Elektromontan- trusts, war fein Werk der Nachkriegszeit. Händler- und Spekulantengeist waren es, der in seiner Ausnützung der Kriegskonjunktur hervortritt. Er hat die Mo- nopolstellung der deutschen Schwerindustrie im Kriege bis zum äußersten ausgenützt, und damit den Grund gelegt nicht nur für feine Machtexpansion in der Nachkriegszeit,.sondern auch für die Zerrüttung der deutschen Staarsfinanzen und des deutschen Geldwesens. Auf der Grundlage des Preis- diktats für Eisen und Stahl durch die deutsche Schwerindustrie und der Finanzierung des hindenburgpro- gramms durch Reichsschatzanweisungen begann die Schraube ohne Ende von Inflation und Preissteigerung in Deutschland. Nach dem Kriege zwang-ihn der Verlust der luxcmbur- gischen Werke der Deutsch-Luxemburgjschen Bergwerksaesell- schaft, nach neuen Kombinationen zu suchen. Das Ergebnis war die Verschmelzung von Deutich-Luxemburg mit der Gel- senkirchener Bergwerks A.-G. zu einem großen Montan- konzern, der R h e i n e l b e- U n i o n. Kriegsgewinne und Entschädigungen für die verlorenen Werk« fetzten den Konzern instand, seine Macht innerhalb Deutschlands auszudehnen. Im Jahre 1920 kam es zur Verschmelzung der Rheinelbe-Union mit dem Siemens-Schuckert-Konzern zu dem größten der deutschen Konzerne, dem Elektromontan- trust. Die objektiven Triebkräfte, die diesen Verschmelzungs- prozeß gefördert haben, unterliegen der Untersuchung der Wissenschaft, die zu einem allgemein anerkannten Urteil noch nicht gelangt ist. Sicher ist jedoch, daß die deutsche Geldver- fassung und die deutsche Steuerpolitik von starkem Einfluß auf die Konzentrationsbewegung in Deutschland gewesen sind. Hugo Stinnes aber war die Persönlichkeit» die mit glänzender Kombinationsgabe ausgestattet, die Realisations| feine wirtschaftliche Betätigung hat politische Rüdwirtungen möglichkeiten für den Ausbau seines Konzernes sah. gehabt. Immer wieder hat das Ausland, und haben selbst Aber fein spefulativer Geist, sein Blick für wirtschaftliche deutschfreundliche Kreise gefragt: Woher hat Stinnes Kombinationen trieb ihn bald in den typischen Machtrausch das Geld zu feinen Auftaufen in einer Zeit, wo des Spetulanten hinein. Der große Elektromontantrust Deutschland bei der Reparationstommiffion betteln gehen zeigt große Entwicklungslinien, er ist die Berwirklichung großer muß? Während der Londoner Konferenz fauite er um eine produktonswirtschaftlicher Ideen. Der große Konzern jedoch, Riefensumme die Aktienmehrheit der Alpinen Motangefel der neben dem Elettromontantruft die Stinnesschen Privatschaft- ein Vorgang, der die Stimmung der Alliierten gegen intereffen zusammenfaßt, ist wahl und ziellos zufammen- Deutschland damals gewaltig verschlechtert hat. Sein Wirken gefchloffen. Die Struktur dieses Konzerns ist das eigentlich hat den Behauptungen immer wieder neue Nahrung verTypische für die wirtschaftliche Rolle von Stinnes. Die pro- liehen, daß Deutschland seinen Verpflichtungen böswillig nicht buftionswirtschaftlichen Erwägungen standen für Stinnes nachfomme. immer im Hintergrunde. Er war in erster Linie Händler. Es lag ihm näher, den Import englischer Kohle nach Deutschland zu organisieren und zu finanzieren, als an die Ab teufung neuer Schächte in Deutschland zu gehen. Im Auftauf von Unternehmungen und Beteiligungen Jah er feine Auf gabe. Dazu trieb ihn die Notwendigkeit, die Mittel, die ihm Kriegsgewinne und Entschädigungen gaben, vor Entwertung zu schüßen, aber auch das Streben, feine Inflationsgewinne, zu denen ihm die unverantwortliche Kreditpolitik der Reichs bant verhalf, zu realisieren. Die Geldentwertung war die große Bumpe, die aus den Arbeitermassen und dem Mittelstand Kapitalfräfte herauspumpte, um sie in das Reservoir der großen Konzerne zu führen. Bei Huge Stinnes wurde der Berlust des deut ichen Volkes durch die Geldentwertung zu Unterneh mungen und Beteiligungen, zu Montanwerfen und Holzwerken, zu Schiffahrtslinien, Papierfabriken, Beitungen, Hotels, Erbölbeteiligungen, Rittergütern, Erzfeldern. Dieser große Auftauf, diese Riesenspekulation ohne Risiko, beren Kosten das deutsche Volk trug, war in gewiffem Sinne der private Revanchefeldzug von Stinnes. Er sprach im Reichswirtschaftsrat offen davon, daß ihn starte, ungebrochene Welt. luft treibe, daß er in die Welt gehe und dort seine wirtschaftliche Revanche fuche, nachdem ihn der Kriegsausgang in Lugem. burg empfindlich getroffen hatte. Psychologisch gesehen ist der Stimmessche Brivatfonzern ein Machttraum eines von feinem Zahlenwahn getriebenen Spetulanten. Das erklärt das Ungeordnete, bas Zufällige seiner inneren Struktur. Es erflärt aber auch das Grnzenlose darin: den psychologischen 3mang für seinen Schöpfer, die Grundlage zu behaupten, auf der sein Machttraum verwirklicht werden konnte. Das aber war das Fortschreiten der Geldentwertung in Deutsch land! aber erweiterte er sich nach Ueberfee, in Süd- und Sentral. amerika, in Merito und zuletzt in den Vereinigten Staaten. Das letztere war ihm natürlich ungleich schwieriger als die Machterweiterung im eigenen Lande, die ihm durch die Inflation ungeheuer erleichtert worden war. Im Auslande hingegen, nament lich in Nordamerika, fonnte man den Kampf mit ihm viel leichter auf. nehmen und regte sich mit Recht darüber auf, daß in einer Zeit der allgemeinen Verarmung des deutschen Bottes und der Zahlungsunmöglichkeit des Reiches ein Deutscher es unternehmen fonnte, den Konkurrenzlampf mit ben stärksten amerikanischen Trusts, fogar zum Tell erfolgreich aufzunehmen. Er hat allein damit die Politik der Regierungen von 1920 bis zur Besetzung des Ruhrgebiets unendlich erschwert. Er hat den Prozeß der Ausnugung der Boltsenteignung für die Konzentration von Reichtum und Macht in wenigen Hän den in ein System gebracht. Er hat den Aufstieg berwerfer und die Berelendung des deutschen Brole. maffen, die sicherste Grundlage für Demokratie und Fret heit 3 erstört. Er hat die geistigen Kräfte aus dem deutschen mittelstand verelendet. Neben dem glän. zenden Bild seiner Konstruktionen, feines großen industriellen Warenhauses, seiner Machtausbreitung in der ganzen Welt steht das düstere Gemälde des physischen und kulturellen Niedergangs des deutschen Volfes. Stinnes' Drang zur Macht. Mer je dem Mülheimer Industrieführer begegnet ist, der mußte schon auf den ersten Blick den Eindruck gewinnen, daß es sich nicht um einen Menschen handeln tonnte, der etwa von Gelbgier ge trieben war. Allein fein Aeußeres ließ eher auf das Gegenteil schließen: feine Kleidung war nicht nur äußerst einfach, fondern geradezu bescheiden und alles cher denn gepflegt. Die ungebügelten Hofenfalten, die fertige schwarze Kravatte, die ungleich heraus hängenden Manschetten waren sehr bald nach dem ersten Erscheinen Hugo Stinnes' im Reichstag sprichwörtlich geworden. Keinerlei Schmud mar an ihm zu bemerken mit Ausnahme einer schwarzen eisernen Uhrfette. Menn aber die persönliche Bereicherung bei ihm nicht die treibende Kraft war, so geht man nicht fehl, wenn man annimmt, daß bei ihm ebenso wie bei den meisten amerikanischen Milliardären das Gelb nur das Mittel zur Bergrößerung der wirt fchaftlichen Macht bildete. Das war bei Hugo Stinnes der eigentliche, wenn nicht gar der ausschließliche Zweck des Daseins. Früher tannte die Menschheit nur eine Art von Machtgier, die politische. Das Zeitalter des Großfapitalismus hat eine neue Sorte von Machthunger erzeugt, nämlich den Ehrgeiz führender Wirt schaftler, immer größere ötonomische macht an ich au reißen. Wie einst Feldherren, Eroberer, Könige nach unaus gefeßter Erweiterung ihres politischen und territorialen Machtbereiches strebten, so zielen die Wirtschaftskapitäne der Neuzeit auf die Ber größerung des Gebietes hin, über das sie wirtschaftlich, durch die Macht des Rapitals, tommandierci fönnen. Ein sonderbarer, schwer zu begreifender Ehrgeiz, der aber legten Endes nicht mehr under nünftig ist, als der Annegionstrieb eines Napoleon, eines Poincaré oder eines Ludendorff. Mit beispiellofer politischer Naivität hat Hugo Stinnes bis in die Tage der Katastrophe von der Notwendigkeit weiterer Inflation und vom Segen der Inflation für Deutschland gesprochen. bar jedes Gefühls dafür, was die Inflation für Deutschland sozial bedeutete, bar jedes Gefühls dafür, welche Waffen er damit dem Ausland in die Hand gab. Er war zum Werkzeug feines Machttraums geworden das Geschöpf lentte und bestimmte den Schöpfer. Er war gezwungen, der Geldentwertung neue Anstöße zu geben und damit die Reichsfinanzen zu zerrütten. Er war gezwungen, deutsche Steuerkraft ins Ausland zu flüchten, deutfches Rapital im Ausland anzulegen, während Deutschland unter Kapitalmangel und Arbeitslosigkeit litt. Sein Macht traum machte ihn zum Träger einer Entwidlung, die Deutschönigen" war, dürfte es jedenfalls ein großer Anreiz gewesen fein, land in die Katastrophe hineintrieb. Ein abschließendes Urteil über fein Wirten ist darum Ichmer, meil er so viele Gebiete in seinen Tätigkeitsbereich hineingezogen hat. Wer auf den großen Elettromontantrust, der im wesentlichen sein Wert ist, nur unter probuftions wirtschaftlichen Gefichtspunften fleht, fann leicht der Berfuchung unterliegen, nur technischen und organisatorischen Fortschritt zu sehen. Aber bei den gewaltigen Dimensionen ber Stinnesschen Unternehmungen erfordert ein wohlgewogeres Urteil die Brüfung ihres Berhältniffes zum Staat und feiner Wirtschaft, zur fozialen Gliebe rung und zur sozialen Lage des Volkes, die Prüfung ihrer Rüdwirtung auf die politische Lage Deutschlands, Hugo Stinnes als Bolttifer ist ein Kapitel für sich. Aber schon Jubiläen und Trophäen. Konzertumfhau von Kurt Ginger. Den 60jährigen Eugen d'Albert grüßen wir, als sei er 20 Jahre alt. Der Klassische Beethoven- Spieler wird länger leben afs ber in italienisch- penistischem Geist komponierende Glettiler. Wenn nicht alle Zeichen trügen, so wächst d'Albert, der Bielgemanderte, Bielgewandte, wieder feinen, unseren Jugendidealen zu. Ein leberragender im Reich der reproduttiven Mufit, ein heiliger Herold für das Wert Beethovens, Brahms, Biszts, Chopins und Schu manns zu werden. Hier war er groß. Hier liegt seine Miffion. Ein Großer fel gegrüßt. Ein Größerer, balb 60jähriger, ftellt sich in der Philharmonie vor unser Auge: Richard Strauß. Man grüßt ihn mit einer ftrahlenben Wärme, mit Begeisterung, die bedeutet: da oben steht der größte Musikant unserer Zeit, die Berkörperung nach Brahms. fcher deutscher Mufit. Eine der feltenen Berbindungen pon Bobium und Parkett fiellt sich ein, in der jeder mitzuarbeiten, mitzuleben scheint. Nichts Aufregendes hat die Figur des alternden und doch jugenblich- rosigen Mannes. Die Ruhe setber, die leberlegenheit, die weltmännische Größe führt den Stab. Raum eine Atzente vertellenbe Bewegung des finden Armes; bas Bunder einer raftlos treibenden, restlos folgenden Musterschar geht vom Blid bes Meisters, vom Eifer feines im Wert peranterien. Wollens, von feiner Gesamtpersönlichkeit aus. Raum ein hineinjagen in die Etstase ist am Aeußeren bemerkbar. Reine Bole, tein Liebäugeln mit der Schönheit der Bewegung. Dennoch flingt alles wie erst malig. Die Coda, sonettaartig aufgebaut in der Domestica, hatte noch nie einen so hinreißenden, die Technit der Bläser animierenden Schwung. Endlich ein Komponist, der seiner Werte bester Inter pret ist. Sicher in der häuslichen", persönlichen Sinfonie, die fonft aus biefen fleinen weltlichen Bügen heraus einen gefährlichen Stidh ins Bürgerliche erhält. In blefem Haufe wird gerauft und gestritten, geneckt und gefchäfert, man ißt Kommißbrot, und trinkt Bier. Aber wiepiel füßliche Limonade, wieviel billige Schokolade neht auch den Gaumen! Zarathustra das ist fern von engherziger programmatischer Gestaltung, Edelfunft, rein und reif und geistreich. Diefer fingende, tanzende Zarathustra Strauß tehre oft wieder nach Berlin zurüd! Erich Kleiber dirigierte an der gleichen Stelle Beethovensche Mufit. Es gelingt ihm, eine nicht gerade faszinierende Dupertüre 8ur Weihe bes Hauses"( Josefstädter Theater) feft bis zum letzten ( verunglückten) Baubenschlag intereffant und feilich zu geftailen. Es 8og etwas wie große Weihe durch das Haus, und eine groß angelegte Stimmung wurde übergipfelt von einer start inspirierten Orcheſter fuge, vor der sonst Beethoven scheu zurüdwich. Das schien aber dem Bubfitum nur Auftakt für Edwin Fischer zu fein. Eine Serfation ift tamer unbaufbar gegen die andere, Fischer versenkte sich mit Für den mittleren Industriellen, der Stinnes noch vor zwanzig Jahren im Bergleich zu den schon damals existierenden amerikanischen seinen wirtschaftlichen Machtbereich dermaßen zu erweitern, daß er schließlich vielleicht selbst nicht mehr recht mußte, woran er beteiligt war und in welchem Maße. Tatsächlich hat Hugo Stinnes den Kreis feiner Unternehmungen und Beteiligungen jowohl im Inland wie im Ausland dermaßen erweitert, daß er immer mehr das Gefühl haben fonnte, es gebe feinen Zweig des nationalen und internatio nalen Wirtschaftslebens, in den er nicht; zum Tell entscheidend, einzugreifen vermochte. Für Deutschland war biefes fein Siel, namentlich in der Industrie, in neuester Zeit auch im Großhandel, in der Landwirtschaft und in der Hochfinanz erreicht. Im Aus.. lande befand er sich erst in den Anfangsstadien seiner Ansiedlungs. pläne und möglichkeiten. In 8entraleuropa, namentlich in Deutschösterreich und in der Schweiz, auch in Osteuropa- Rußland und Rumänien hatte er fchon absolut festen Fuß gefaßt. Gleichzeitig großer Liebe und poetischer Einfühlung in die Gebeimnisse des Mittelfages vom G- Dur- Konzert Beethoven's, wobei allerdings fein Beitgefühl mit dem des Begleiters Kleiber nicht immer forrespon. bierte. Die Hauptfäße hatten virtuosen Schwung, der bis in die breiten Melodielagen hineinglitt, ohne zu verstimmen. Eugen Szentar, beffen Dirigierlaufbahn einen so plöglichen Rud zum Stehen bekommen hat, macht auch auf dem Podium gute Figur. Ruhe, Sachlichkeit, Sicherheit zeugen bei diesem jungen Mann von hervorragender tapellmeisterlicher Routine. Der einzige ganz per fönliche Zug allerdings in der III. Leonoren- Ouvertüre, nämlich eine gebehnte Ueberleitung vom langsamen zum Allegro- Teil war eine Entgleisung. Dem Cellovirtuosen Oswald Föidesy, dem Solisten bes Abends, fehlt nichts zum Führer einer Mufitfpezialität als die tiefere Befcelung des Instruments: einen befieren Technifer wird man faum unter den Lebenden finden. Und das H- Moll- Stonzert Dvoráts faßt er mit fast landsmännischer Liebe, wenigstens mit füdlidh sinnigem Bogen an. Quelle allen Wohlflangs, Sieg einer Paarung von Technit und Stilbewußtheit: das ist Rosés Meisterquartett. 3hr findet teinen Wunsch nach Klarheit der Diftion, nach herber, männlicher Straft des Ausdrucks, nach Einheit in der Mannigfaltigkeit der Klangnuancen unerfüllt. Ob sie nun den jungen, ob sie den aften Beethoven spielen: tafisches Format jeden Notenkopfes. Wer Mufit um ihrer selbst willen genießen will, gehe hin und lerne, erlebe, feiere mufit bei Rofé, Mag Baraz. büntt uns, ist noch nicht fertig mit dem Vernen am Flügel. Er freut sich noch zu sehr des massigen, polternden Anfchlags, bes Lärmens, und vergißt, einer mufifaliichen Idee ins Herz zu sehen. Bachs Chaconne legt er technisch mit großem Können, zumeilen bravourös aufbegehrend, hin. Dech fehlen die Zeichen der inneren Erregung, ber Gefang geht verloren, hie Größe perflüchtigt sich. Eine felten schöne Stimme hat Jenny Sonnenberg. Be fingt es ihr, Tegte Firferungen des Loits abzulegen, fo wird fie felbft dem hymnischften. Schubert gerecht werben. Auch Margavete Barthel hat. fchones Gingmaterial und fünstlerischen Gefchmad Der leyte Ausgleich zwischen, höhen und tiefen Lönen muß noch. erfstrebt, erlernt, gefunden werden. Verlorenes Lachen. Bon- Helene Trautmann. Des Abends vor dem Einschlafen taught in feltfames Bild vor meinem Geiste auf. Es läßt sich durch 3 mehr verfcheuchen, mache ich auch noch so oft die Augen meit auf, um diese Bilion los zu werden. Die Augen werden von Lichtringen umtreift, werden enger. Blöglich ist eine große runde Lichtscheibe da, Goldblendend, doch starr, hängt sie am Firmament, eher das falte Licht des Mondes als das der Sonne, denn Wärme wird meinem Körper nicht fühlbar. Das Leben fajeint diefem Blaneten zu fehlen. Und weiter sehe ich Bälle von Bergen darunter gelagert, erit flady, bann höher und höher ansteigend und ebenso tot wie das Lichtgebilde ohne Glanzi 4 Dennoch war Stinnes sich anscheinend diefer Schädigung seines Landes nicht bewußt, ebensowenig wie er Strupel darüber empfand, baß feine Stonzentrations- und Kartellbestrebungen und daß seine Angriffe quf die Marfstügung die Erdrosselung des deuthen mittelstandes, die Vernichtung der kleinen Handtariats zur unmittelbaren Folge hatten. Denn im Laufe der legten Jahre war er von einer offenkundigen figen Idee befallen: Er dachte, daß sich aus feiner wirtschaftlichen Machtkonzentration letzten Endes bie politische Befreiung des deutschen Wolfes ergeben würde. Eine Clique von Ratgebern, die er sich zum Zeil aus altpreußischen militärischen Kreisen geholt hatte, eine Schar ven liebedienerischen Presselafaien bestärkten ihn in diesem Irrwahn. Er fühlte sich in der Rolle eines wirtschaftlichen Meffias des deutschen Boltes, an seiner ökonomischen Macht sollte Deutschland auch weltpolitisch genesen! Diese Gedanken hat er vor einigen Wochen gelegentlich eines Aufenthalts in Wien der Bertreterin eines wiener Blattes, Frau Alice Schalet, mit einer Naivität entwickelt, die erst wirkliche Einblide in feine tranthaft gewordene Selbst. überschäßung gewährte. Im deutschen Wirtschaftsleben hatten ihn nur wenige durchschaut, vor allem Walther Rathenau, den er deshalb mit a b grund tiefem Haß bis in den Tod hinein verfolgte: Die meisten anderen Männer, vor allem die Schwerindustriellen des Ruhrgebiets, ftanden alle in seinem Bann und glaubten um fo eher an seine Miffion", als fie unter feiner Führung ihren scharfmacherischen Bielen immer näher famen. Ob Stinnes selbst ein fleinlicher, gehäffiger Gegner der Arbeiterschaft war, mag dahingestellt bleiben; er selbst gab sich stets als ein Freund der Arbeiterschaft, als einen Rameraden" der Bergarbeiter aus. Vielleicht bildete er sich wirklich ein, baß er das fei; seine Umgebung sorgte jedenfalls dafür, daß er immer fühlbarer zum gefährlichsten Klassenfeind des Proletariats wurde, nicht zuletzt seiner eigenen Arbeiter und Angestellten. Im Reichstag, wo Stinnes nur seiten und bann immer nur in den Ausschüssen auftrat, hatte man längst erfannt, baß er in Wirk lichteit nur ein politisches Rind war, bas alle Brobleme durch die verzerren Brille feiner überragenden wirtschaftlichen Macht ftellung betrachtete. Sein überstiegenes Selbstgefühl tam besonders zum Borschein, als er nach der Bekanntgabe seines Reparations. abtommens mit dem Franzosen& uberfac die baldige, ihm allein zu verdankende Befreiung des Rheinlandes non militärischer Be feßung in Aussicht stellte, Statt dessen trat wenige Monate fpäter, nicht zuletzt als Folge feiner eigenen Quertreibereien, die Besetzung bes Ruhrgebietes ein.... Hugo Stinnes wurde am 12. februar 1870 geboren. Er bee fuchte zunädyt bas Realgymnafium in Mülheim, madyte Dftern 1888 bas Abiturienteneramen und trat dann in Koblenz in die fauf männische Lehre. Später besuchte er die Bergakademie in Berlin und trat 1890 in die Firma feines Großpater Mathias Stinnes ein, an der feine Mutter mit einem Fünftel beteiligt war. Schon im Jahre 1882 trat er jedoch dort wieder aus und begründete 1808 feine eigene Firma Hugo Sinnes G. m. b. 5." mit einem Stamme tapital von 50 000 m. Aus dieser Firma entwidelte er in der Folge zeit das riesenhafte Unternehmen, das am Ende seines Lebens mit zu den größten der Welt gehört. Die Deutsche Zeitung wurde wegen zuversichtlicher Aufforde rung an ble Reihswehr, gegebenenfalls mitzuputfchen, auf 10 Tage verboten. mit ftumpfer, schwarzer Farbe scheinen diese Erdhäufungen überzogen zu fein. Cine Lotenstille wie eine graufige Wüstenei: Der Anblid diefer schwarzen Waffen muß auf dem Blaneten alles Leben getötet haben. Erstorben sind ihm Glanz, Wärme und Leben, Wieviel Kinder gibt es, die ein fröhlich- forglofes Lachen haben. Cs wirft erfrischend. Mir fällt ein Rinb, nein hunderttaufenbe, ein, bie nur ein armes dürftiges Lachen mit auf die Welt brachten oder die es im Laufe des furchtbaren Krieges verloren. Ein Gespräch zweier fleinen Mädchen:„ Lotte, bu fannst ja nur nicht richtig lachen, und schlagen dich andere Kinder, weinst du gar nicht." Lotte fonnte ihrer fleinen Freundin feine Antwort geben, weil ihr der Grund unbewußt. Bem Lotte bei ihren dürftigen Spielfachen figt und mit ihnen spielt, find es traurige Dinge, die fle ihren Puppen erzählt: vom Sterben, Arantfein, Arbeiten und Doch nichts- zu- essen haben, von der Mutter, die viel geweint, und vom Vater, der im Kriege gefallen. Wo blieb des Kindes Lachen? Wer nahm diesen Kindern das, glückliche Rindfein? Wenn Mutter traurigen Blides ihre Bflichten erfüllt und nur menige Zeit für die vielen Fragen des Kindes hat, entflieht ein fleines, verzerries Lächeln dem Munde des Kindes. Die fleinen blaffen Lippen verzerren fich, ein ersterbend armseliges Lächeln, Es fühlt die Gamere bes Lebens instinktin, möchte die Muiter gern erfreuen. Der Mutter schafft dieses Lächeln Erinnerungen, und eine tiefe Traurigkeit erfaßt sie, daß ihr Kind nicht auch zu den Fröhlichen zählen darf. Es blutet das Mutterherz, das so gern Mond und Sterne vom Himmel holen wollte, um ihrem Kinde ein glüdhaft Lachen zu geben. Sie finnt, denft betrübt: mein Kind und ich werden diefes Lachens nicht mehr teilhaftig werden. Zu schmerzhaft ist uns die Not in die Seele gepflanzt. Aber die Kinder meines Kindes Schicksal gib esfollen mit frohem Lachen geboren fein, follen mutig und aufrecht der Trübsal entgegentreten Die Sonne wird wieder ihre Wärme verteilen. Auf den schwarzen Mossen wird frische Saat aufgehen. Hört ihr da unten? Es ftampft, Start von neuem Leben befeelt, fdyreitet ein neues Geschlecht von treu- einigen Männern über euch! Aufklärung„ offulter" Leuchterscheinungen.. Ueber ein eigen artiges mediumistisches". Phänomen und feine. Aufklärung durch die Wissenschaft berichteten fürzlich zwei Bariser ergte in der Akadémie bes Sciences. Bei ihnen hatte sich ein. Medium vorgestellt, das behauptete, elektrische Lampen, deren Fäden zerbrochen waren, zum Aufglühen bringen zu fönnen, und zwar würde die Lampe nicht nur aufglühen, wenn das Medium sie in die Hand nehmen, fandern. cuch, wenn es fid) in einem anderen Zimmer oder fegar in einem anderen Stockwert aufhalte. Die beiden Forscher, ble den Angaben des betreffenden Herrn sehr steptisch gegenüberstanden, mußten fich bald für übermunden erflären. In der Ent leuchtete die Brmue, eine gewöhnliche elettrische Lampe mit zerbrochenen Glüh fäden, hell auf, furze Zeit, nachdem sie das Medium in die Hand genommen hatte. Das Leuchten trat quid) quf. wenn das Medium in einem anderen Bimmer war; babei ftellte sich jedoch rasch her aus, daß Beginn und Aufhören der geheimnisvollen Erscheinungen SP Unser„ Landesverrat". Und das Organ des beschuldigten Stresemann. Man sollte meinen, daß in der Abwehr der neuerdings beliebten Justizmethoden gegen die verantwortliche Bresse, die das Reich gegen bewaffneten Umfturz zu sichern sucht, sich alle Breffeorgane zufammenfinden würden, daß es gegen diese Eingriffe in die Lebensnotwendigkeiten der Bresse, eine gewisse Solidarität gäbe. In Deutschland fcheint fo etwas nicht möglich zu fein. Das deutsche Bürgertum tennt im politischen Kampf nicht die einfachsten Borbedingungen des Anstandes, der in Ländern mit anderer politischer Kultur als selbstverständlich gilt. Von der Roten Fahne" fann man schließlich nicht verlangen, daß fie in einem solchen Falle sich mit uns Arbeiterperrätern" solidarisch erklärt. Das wäre von diesen traurigen Helden zuviel verlangt. Bon der ernst zu nehmenden bürgerlichen Presse hätte man aber doch vielleicht erwarten fönnen, daß sie einen solchen Fall nicht vom engstirnigen Parteistandpunti aus anfähe. Aber bei den Bollsparteilern hört es schon auf. Der Ruhm des Stinnes- Blattes läßt die vollsparteilidhe 3 eit nicht schlafen. Sie muß die großartige Entdeckung machen, daß der Borwärts" offenen Landesverrat" begangen hat. Ganz besonders entrüftet sich die Zeit" darüber, daß wir, weil wir für unser Recht und nicht nur für unser Recht- tämpfen, noch einmal die wichtigen Stellen bes Briefes abgebrudt haben. Nach der Zeit" sind darin Dinge enthalten, deren Geheimhaltung im Interesse Deutschlands und der Reichsregierung sowohl wie der bayerischen Regierung dringend geboten erschien". Wir möchten noch etwas weiter gehen. Im Interesse Deutschlands wäre es bringend geboten, die ganze banerische Schmeinerei geheim zu halten, wäre es dringend geboten, alle Nachrichten über den Hitler Putsch, über Ludendorffs bombastische Reden, über Lossows und Kahes Aussagen im Prozeß, über den ganzen kläglichen Zusammenbruch der banerischen Regierungspolitik geheim zu halten. Leider fann das nicht einmal der„ Borwärts". Leider weiß jedes Kind im Ausland, daß mit Wiffen und unter Dulbung der bayerischen Regierung offene Hochverräter zu Laufenden be. waffnet worden sind, daß der Umsturz in Bayern solange hat arbeiten können, bis die schöne Ordnungsgelle" in der ganzen Welt sprichwörtlich geworden ist. 21 In der Tat: daß man gegen den„ Borwärts" ein LandesDerratsverfahren einleitet, ist schon ein besonderes Rapitel deutscher Justizfchande. Biel trauriger aber ist es noch, daß das Sentralorgan einer großen deutschen bürgerlichen Partei den Mut hat, diefen Skandal zu decken, Die Beit“ irrt sich sehr, wenn sie meint, Herr Emminger werde bem Borwärts" die Richtschnur vorschreiben tönnen. Der Kampf aegen bewaffnete Umfturzversuche ist eine Pflicht jeder anftändigen Zeitung, die von Berantwortlichkeits. gefühl geleitet wird. Wie albern und geistlos die engftirnig partei mäßige Einstellung der Beit ist, zeigt eine gleich darauf folgende Bemerkung zu der Mitteilung, daß man gegen Reichstagsabgeordnete ein Strafverfahren wegen Behinderung des Herrn Helfferich ein geleitet hat. Die Seit bemerkt dazu: Das Ergebnis ber ein geleiteten Untersuchung bleibt abzuwart.en" Fehlt nur noch der Hinweis auf den Kriminalkommissar X. D. der Meldungen in dieser Sache unter Telephonnummer foundfo entgegennimmt". Es geht wirklich nichts über die Beschränktheit, mit der das voltsparteihe Zentralorgan deutsche Innenpolitif glaubt betreiben zu können. Der einzige Tipp, der in der Rebattion der Beit von oben gegeben zu fein scheint, und mit dem fie arbeiten tann, ist offenber ber, baß zurzeit überall die Erkenntnis macht, daß mit ber Sozial Demokratie ir ihrer je tigen Sulammenlegung, bei bem Ueber wiegen radifales Elemente innerhalb der Partei, ein gedeihliches Bujammenmirten in ihrem Sinne in der großen Koalition nicht möglich ist". Mit dieser geistreichen Bemerkung, die besonders tief finnig ist, wenn man bedenkt, daß fie in einer Besprechung würt zembergischer Berhältnisse an den Mann gebracht wird, glaubt man anscheinend das Bappeln var den Rechtsparteien, die Konzeffio. nen an die Schwerindustriellen und Deutschnationalen, an die Bhrafenhelden aus dem nationalistischen Lager entschuldigen zu fön. gar nicht von dem Willen des Mediums abhingen. Es handelte sich nämlich einfach um eine elettrische Aufladung der Glühbirne. Das Medium hatte eine sehr trockene Haut und erzeugte durch das Reiben feiner Hände elektrische Stromstöße, wie man sie jederzeit durch das Reiben von zwei Nichtleitern hervorbringen tann, und mit benen es die Lampe quflub, die hier als Kondensator diente. Die Erschei. nungen find die gleichen, die man jederzeit durch eine Influenz. maschine bei luftleer gemachten Glasröhren hervorrufen tann. Im Berfolg der Bersuche fonnten die beiden Forscher ganz genau jeden einzelnen burch das Reiben der Hände entstandenen Stromitoß nach. weisen, der in einem an die Lampe angeschlossenen Galvanometer jedesmal einen Ausschlag hervorrief. Die Bariser Forscher glauben, baß es fich bei den meisten„ okfuiten" Leuchterscheinungen um gang ähnliche Borgänge handelt. Das neue Grabmal für Kant. Bei der Kantfeier am 21. April Das neue Grabmal für Kant. Bei der Kantfeier am 21. April wird in Rönigsberg bas neue Grabmal Rants eingeweiht werden mit einem großen Gestalte in Gegenwart des Reichspräsidenten, des preußischen Ministerpräsidenten, des Kultusministers und vieler hervorragender Bersönlichkeiten des In- und Auslandes. Man weiß, daß Rants indische Ueberreste mehrfach, gulegt vor etwa 50 Jahren, umgebettet werden mußten. Ihre bisherige Ruhestätte im Königsberger Dom werben fie auch weiter behalten, aber die baufällig ge mordene sogenannte Stoa Kantiana ist völlig neu gebaut worden. Bei einem zweiten Wettbewerb, der auf oftpreußische Architekten und Bildhauer beschränkt war, ist furz vor Toresschluß eine Lösung gefunden worden, die in jeder Weise befriedigt. Der preisgekrönte Entwurf des Architekten Lahrs von der Königsberger Kunstakademie zeigt in schlichten, ruhigen Formen eine offene neun Meter hohe Halle über der eigentlichen Grabstätte, die Rants Gebeine enthält. Die Formen haben fünstlerisch selbständigen Charakter. Jeder auf fällige Schmud ist vermieden, auch an dem schmiedeeifernen Gitter, Das die Pfeiler perbindet. Eine Inschrifttafel an der Band, die sich an den Dom anlehnt, wird auf die Weihe und Bedeutung des Drtes hinweifen. Die ganze Halle ist einige Stufen über den Boden erhöht. Die Gebeine Rants bleiben an ihrem bisherigen Blaz, und die Deri lichkeit ist durch einen Gartophag aus Diorit bezeichnet worden. nen. Auch die voltsparteiliche Redaktion sollte wirklich fortel Berstand und Einsicht haben, zu begreifen, daß diese Drehscheibentaktik das allerverkehrteste Mittel ist, um der Boltspartei bei den Wahlen auf die Beine zu helfen. Die Herrschaften tämen wirklich weiter, wenn sie in ihrer Bolitit etwas Charakter zeigten und den Mut hätten, das, was ihnen ihre Einsicht fagt, auch nach außen hin zu vertreten. Nationale" Derräter. ,, nationalen" Berrats. Neue Micum- Verhandlungen. Durch WIB. wird mitgeteilt: Die Sechser- Kommission beriet vorgestern und gestern mit der Reihsregierung über die durch Ablauf der Micum- Berträge geschaffene Lage. Auf Grund der stattgehabten Beratungen wird die Sechser- Kommission heute in Düsseldorf die Verhandlungen mit der Micum wieder aufnehmen. Frankreich und das Gutachten. Die Bossische Zeitung berichtet aus Münster, daß bort eine in der Bewegung ber nationalen Berbände stehende führende Paris, 10. April.( Eigener Drahtbericht.) Troß der Zurüd Beriönfidh feit unter dem Berdacht festgenommen wurde, den haltung der zuständigen Stellen fann bie Aufnahme, bie die Bor Franzosen od pigeldienste gegen Bezahlung geleistet zu fchläge der Sachverständigen in Baris gefunden haben, im großen haben. Auf diese Tätigkeit sollen die umfangreichen Berfolgungs, und ganzen als recht günstig bezeichnet werden. Die den Wei maßnahmen der Besagungsbehörden zurückzuführen( ein. Es han- Rommentaren von ungewöhnlicher Vorsicht, dagegen scheint man in jungen des Quai d'Orsay zugänglichen Blätter fino zwar in ihren delt sich angeblich um einen ehemaligen deutschen Offi- ben politischen und vor allem auch in den Wirtschaftskreisen die Bier, dem es ohne weiteres gelungen ist, sich bei den nationalen von den Sadperständigen empfohlene Lösung für annehmbar Berbänden Eingang zu verschaffen, sogar auf die Leitung einzelner und mit dem französischen Interesse vereinbar zu halten. Der befte Organisationen in Münster einen erheblichen Einfluß zu gewinnen. Beweis dafür ist, daß am Mittwoch der Fcant sofort nach Bekannt, Bekannt ist, daß während des passiven Widerstandes ebenfalls werden der ersten authentischen Mitteilung erneut eine storte Aufeine ganze Reihe von Mitgliedern angeblicher nationaler Berbände märisbewegung angenommen hat, die sich am Donnerstag im Ruhrgebiet verhaftet, por Gericht gestellt und später zur Straf. fortjente. Rüdhaltlos ist die Zustimmung in den Organen der verbüßung nach Frankreich gebracht wurden, weil sie von Mit- infen, die in den Vorschlägen der Sachverständigen den Beginn gliedern dieser Organisationen an die Besatzungsmethoden der Gewalt die Zukunft auf der Solidarität der einer neuen Politik sehen, die unter Verzicht auf die bisherigen truppen verraten worden sind. Der erst fürzlich verstorbene Intereffen aller Länder aufzubauen versucht. Die Kritik deutsche Staatsangehörige Dreyer war u. a. auch ein Opfer dieses der nationalistischen Organe richtet sich nicht so sehr gegen die Höhe Der von den Erperten Deutschland auferlegten Bahlungen, rowohl auch diese als zu niedrig(!) bezeichnet werden, als vielmehr gegen die mit außerordentlichem Nachbrud in den Bordergrund ge chobene Forderung der Wiederherstellung der wirtschaftlichen Einheit Deutschlands, die von Frankreich den Berzicht auf die Ausschuß des alten Landtages befaßte sich am Donnerstag mit der in der Rammer eine Modifikation der Ruhrpolitit in Aussicht ge München, 10. April.( Eigener Drahtbericht) Der Ständige Bolitif vom 11 Januar 1923 verlangt. Ein gewiffer Abbau dieser Bolitif wird zwar, nachdem Boincaré felbft in feiner Programmrede Frage, ob die endgültige Zusammensehung des neuen Landtags stellt hat, feineswegs rundweg abgelehnt, hinsichtlich hinausgeschoben werden foll bis zur Feststellung des Wahlbes Ausmaßes und der Modai'äten aber scheint zwischen dem, was ergebnisses in der Pfalz Nach furzer Debatie, in ber fich die Deutsch die Sachverständigen für unerläßlich halten und dem, was man in nationalen und die Kommunisten für die sofortige Einberufung Frankreich zuzugestehen bereit wäre, noch eine weite Kluft zu be des neuen Landtages ohne Berücksichtigung der Pfalz aussprachen, stehen. Am schärfften werden die französischen Einwände vom„ Echo wurde auf Borschlag der Regierung befchloffen, die Wahl vom de Paris" formuliert, das in der von den Sachverständigen empfohle 4. Mai abzumarten und dann erst die Berteilung der 15 Lan nen Kontrolle der Emissionsbant, der Eisenbahnen und des Budgets besmandate vorzunehmen. Infolgebeffen wird der neue Bandtag ein ausreichendes Aequivalent für erst im letzten Drittel des Mai zufammentreten. Die Regierung Snilling bleibt bis dahin im Amte. Durch diesen Beschluß wird die. endgültige Zusammenstellung des neuen Landtages durch das Landeswahlamt ausgefeßt. Bayerischer Landtag im Mai. Nach den Pfälzer Wahlen. den nou Frankreich geforderten Verzicht auf die produktiven Pfänder sieht, um so meniger, als alle Ueberwachungsorgane so zusammen. gefeßt jeien, daß sie den Deutschen ausschlaebenden Einfluß ftcher gewählt bei den Sozialbemofraten: Auer, Segig, Staatsprojektierte Auslandsanleihe nicht auft anbe fom me oder daß Bon den bekannteren politischen Persönlichkeiten gelten als sicherten. Der von den Experten aufgestellte Zahlungsp an sei ficher mur auf hypothesen aufgebaut, und es würde genügen, daß bie anwalt Dr. Hoegner, Dill und Frau Ammon, die als eins der Berkauf der Eisenbahnattien auf Schwierigkeiten stoße, um die zige Frau dem neuen Landtag angehören wird, die Wahl Saen für die ersten Jahre in Aussicht genommenen Kombinationen über gers ist noch zweifelhaft. Bei der Bayerischen Boltspartei find den Haufen zu werfen. Die für die Mobilisierung der deutschen fämtliche maßgebenden Persönlichkeiten wiedergewählt oder gelangen Schulb bzw. für die Unterbringung der Obligationen und Titel auf noch auf dem Wege des Landesmandats ins Barlament.. Insgesamt dem Geldmarkte erforderliche Mitwirkung Deutschlands öffne ber konnten vier bisherige Frattionsvorsitzende die notwendige Stim- Er preffung( damit meint das Bariser Blatt nicht die Sanktiomenzahl nicht erreichen unter ihnen auch der Demokrat Dr. Dirr, nen. Red.) Tür und Tor, und es werde wahrscheinlich nicht acht dem auch sonst teine Möglichkeit mehr gegeben ist, in den Landtag Streifen zu hören bekomme, daß die Borbedingung jeg Tage dauern, bis Frankreich aus englischen und amerikanischen zu tommen. Das gleiche Schicksal teilt mit ihm der bekannte Demo- lier Anleihe die Zurückziehung ber franzöfifchen frat Müller Meiningen. Truppen aus dem Ruhrgebiet fei Andere Blätter machen dem Dom Romitee Dawes aufgestellten Zahlungsplan den Borwurf, daß er nicht nur die im Londoner Zahlungsplan festgesekten Zahlungen reduziert, fondern felbft hinter bem von Bonar 2am im Jahre 1923 gemachten Angebote zurückbleibe, das außerdem noch die Annullierung eines großen Teils der franzöfifchen Schuld an Eng. Amnestie in Bayern? München, 10. April.( Eigener Drahtbericht Anläglich der Ber. haftung des flüchtigen Hochperräters Effer in Landsberg verlautete gerüchtweise, baß im Zusammenhang mit dem Besuch der pier Na flonalfozialisten bei Hüller beffen Befreiung geplant war. Auffällig ist auf alle Fälle, daß man sich amtlich über den Fall Effet bisher nicht geäußert hat Im übrigen soll die bayerische Regierung eine allgemeine Amnestie porbereiten, unter die auch die feit 5 Jahren in der Festung Niederschönenfeld festgelegten Gefangenen vom Jahre 1919 fallen würden. Dinters Loeb- Hehe. land enthalten habe. Das Einverständnis Englands. 1. Mak und 9. November sollen nicht mehr Thüringer Natürlich dürfen sie nicht als Revolver Deutschland auf die Brust Feiertage sein. Leurteil die Sachverständigenberichte durchweg freundlig. London, 10. April.( Eigener Drahtbericht.) Die englische Bresse Daily Herald" sagt, wären diese Borschläge vor der Ruhr. belegung gemacht worden, dann hätte man dagegen protestieren müssen. Heute bebeuten fie im wesentlichen die Rüdgabe des Ruhrgebiets und follten von allen Seiten forgfältig erwogen merden. gelegt werden, sondern Deutschland müsse höflichst eingela. ben merden, darüber zu verhandeln. Ber aber, sei es in Frant reich oder Deutschland, nationalistische Hege betreibt, um die volle freie Distusfion der Vorschläge zu verhindern, ist ein Feind der Allgemeinheit. Auch die liberalen Blätter betonen, daß die Borfchläge trok mancher Mängel einen Schritt vorwärts bedeuten, der eine neue Hoffnungsmöglichkeit für eine günstigere Ent. widlung eröffnet. Macdonald gegen die Obstruktion. Weimar, 10. April.( Eigener Drahlbericht.) In ber Donners fagligung des Thüringer Bandtages fam es anfäßlich der Besprechung über die Abschaffung des 1. Maials Feiertag zu großen Lärmizenen, weil ein Redner der Deutschen Bellspartei, Bauer Sondershausen, auch die Abschaffung des 9. November als Feier tag forberte und in herausfordernder Weile behauptete, ber 6. No pember habe alles Unglück über Deutschland gebracht! Da der Prä fident die Rube nicht wiederherstellen fonnte, unterbrad er bie Sigung. Der Borstoß der Rechten ließ erkennen, daß sie sich einmal gegenüber ben Margisten" starf zeigen wollte, um die Bölkischen London, 10. April.( Eigener Drahtbericht.) Die am Freitag erin eine persöhnende Haltung zur Ordnungsbundregierung zu bringen. fcheinende Nummer des sozialistischen New Leader veröffent ben. Noch ist der Ordnungsbund auf der Suche nach einem Finanz Niederlage der Regierung im Parlament bespricht und fagt, daß, Die Regierungskrise dürfte aber trobem vorerst nicht erleb'at wer- licht ein Interview mit Macdonald, in dem dieser die jüngste Tell das Finanzministerium übernehmen wird. Um feine Person An it and herrsche, meniger die Regierung als das Parlament minister. Es wird vermutet, daß der frühere altenburgische Minister solange in der parlamentarischen Taltit der Bürgerlichen tein wird hart gefämpft, da die Böllischen mit ihm nicht einverstanden leiben werde. Eine derartige Obstrüftion mache die Gefeggebung find. Nachdem Dinter in der Angelegenheit 2reb erflärte, daß die praktisch unmöglich. Macdonald beipricht dann das Bauprogramm Dölfische Fraktion ber Regierung das Bertrauen entziehen und, falls praktisch unmöglich. Macdonald bespricht dann das Bauprogramm notwendig, bem 2 anbia a thre weitere parlamentori che mit ber Regierung, Das er bas größte Stud tonstruttiver arbeit verjagen werbe( o Schmerz, laß nach!) wenn Staatsbant. irtihaftsorganisation nennt, das wohl jemals unterpräsident Loeb nicht unverzüglich ent'affen und bie frühere Regie nommen wurde. rung für den Abschluß des Anstellungsvertrages verantwortlich gemacht merbe, ist die Regierung fet por bie Alternative gestellt, entweder dem Verlangen der Deutschvöllischen nachzugeben oder die Ronfequenzen zu ziehen. Die Steuerverteilung an die Gemeinden. Steuerüberweisungen des Reichs zur Berteilung: Wie der amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, fommen aus Steuerüberweisungen des Reichs zur Verteilung: a) Cintommensteuer( 12 M. Abfchlag für April) auf jeben Rechnungsanteil der Bropingen 26( fechsundzwanzig), ber Bandtreife 50( fünfzig), ber Gemeinden 290( 3meihundertneunzig) Millionen, b) für Dotationen stehen 1336 000( eine Million brei hundertsechsunddreißigtausent) Mart zur Verfügung. Unter Zugrundelegung der ihr bekannten Schlaffelzahlen ver. mag jede Gemeinde ben ihr zustehenden Betrag sich zu errechnen. Der Pressereferent des Reichspostministeriums, Geheimrat Schulze, ist zum Ministerialrat befördert worden, bleibt jedoch in feiner Funktion, als Leiter der Nachrichtenstelle. Die gesamte Bresse begrüßt das Berbleiben Schulzes auf seinem Boften um so mehr, als sie ihn für das verständnisvolle Zusammenarbeiten mit der Presse zu besonderem Dant verpflichtet iff. Die Monteffori- Bewegung, die feit einiger Zeit auch in Deutsch land festen Fuß zu fassen beginnt, hat sich eine eigene internationale pinchologisch- pädagogische Zeitschrift geschaffen, um den in der ganzen Welt zerstreuten Freunden dieser Erziehungsmethode einen inners lichen Zusammenhalt zu geben und pädagogische Fragen wiffenfchaft. lich zu flären. Die Zeitschrift erscheint unter dem Titel" The Call of Education" im Verlag H. J. Baris. Amsterdam, und wird von Dr. Maria Montessori zusammen mit Prof. G. Reveß und Dr. Gode fron herausgegeben. Die Artikel erscheinen englisch und französisch und, fobalb eine genügende Anzahl von deutschen Lefern vorhanden ift, auch in deutscher Sprache. Die Bufendung von Probenummern der Zeitschrift erfolgt durch die Geschäftsstelle C. Grunwald, Berlin fein. Daber erklärte der Kriegsminister Siforiti, daß ble jüdi Ludendorffs liebe Jidden in Paulen will ihr Vaterland gern los N. 23, Curhanener Straße 18( gegen Einsendung von 1,70 2.). sein. Daher erklärte der Kriegsminister Giforiti, daß die jüdi. fchen Auswanderer, welche ble Staatsbürgerschaft von Balästina an Museumsführungen. Sontag, ben 18., 10 Uhr borm, finden wissenschaft nehmen wollen, aus dem polnischen Staatsverband phne Rüd liche Führungen burd Direttorialbeamte im Neuen Museum Aegypten ficht auf die militärische Dienstpflicht entlassen werden. im 2. Jahrtausend v. Chr.( Dr. Bell und im ailer Friebri Museum Rembrandt und seine Schule"( l. Dr. Simon) statt. Eintritte Beamtenurlaub, Das preußische Etcatsminifterium hat befcheine limb bor Begum ber Führungen am Eingang der genannten Mufchloffen, ben Urlaub der preußischen Beamten im Jahre 1924 genau fcen erhältlich jo zu regeln wie im Vorjahre. Die Arbeiterpartei und ihre Regierung. London, 10. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Konferenz ber Barlamentsgruppe der Arbeiterpartei hat einstimmig beschlossen, bie Fühlung zwischen den Ministern und der Partei möglichst eng aus zubauen. Es wurde auch die antimilitaristische Reso lution, die 15 Arbeiterabgeordnete dem Barlament vorgelegt batten, erörtert. Die Bertreter dieser Gruppe gaben die Zusicherung ab, daß sie auf ihrer antimilitaristischen Haltung beharren, jedoch nicht beabsichtigen, der Partei unnötige Schmierigkeiten burch ein intransigentes Auftreten im Barlament zu machen. Mindestlöhne für Landarbeiter. wirtschaftsminister Burton den Gelegentwurf über die Festlegung London, 10- April.( Eca.) In der nächsten Woche wird der LandDon Minimallöhnen für landwirtschaftliche Arbeiter dem Unterhaus vorlegen. Frankreich wählt auch im Mai. Keine Mandatsverlängerung. Paris, 10. April.( BTB.) Die Rammer hat heute nachmittag über den Vorschlag des Abg. Fribourd verhandelt, die Legislaturperiode der Kammer auf 6 Jahre auszudehnen und das Haus zu je einem Drittel alle zwei Jahre zu erneuern. Die Regierung hat im letzten Ministerrat beschlossen, für diese Borlage einzutreten. Der Berichterstatter Abg, Barety stellte zunächst fest, daß es sich in feiner Weise darum handle, das Mandat der gegenwärtig nech tagenden Kammer zu verlängern, sondern lediglich darum, dem tommenden Barlament das Mittel in die Hand zu geben, sein Mandat zu verlängern. Die Einzelheiten werde erst die nächste Rammer zu bestimmen haben. Die Rammer hat den Vorschlag des Abg. Friburg, die Dauer Der Legislaturperiode auf 6 Jahre festzusehen, angenommen. Gewerkschaftsbewegung Klassenbewußte Unorganisierte". Es ist für die Begriffsverwirrungen, die die Kommunisten unter thren Mitläufern anrichten, nicht minder bezeichnend als für die Felgen der kommunistischen Gewerkschaftsrettung", daß ein solches Schlagwort aufgebracht werden konnte, ohne daß seine Urheber der Lächerlichkeit verfallen oder einer Kaltwasserfur unterworfen wurden. Birgt doch diese Wortstellung einen so Llaffenden Widerspruch in sich, daß der Unsinn, dem sie ihre Prägung verdankt, jedem denkenden Arbeitnehmer ohne weiteres offenfundig wird. Aber, ist es auch Wahnsinn, so ist es doch kommunistische Methode. Die gleiche Methode, nach der die Kommunisten verfuhren, als sie die unorganifierten Erwerbslosen" aus allen Winkeln zusammenholten, sie in das Berliner Gewerkschaftshaus führten, um sie ihr Haus" erobern zu laffen. Die Maffen, die nach der Novemberrevolution von Organi. fationsfurcht und Organisationsverboten frei geworden, in die Gewerkschaften strömten, waren weit mehr von egoistischen Instintten als von Klasseninstinkt beseelt. Von Klassenbewußtsein fonnte bei den meisten, zumal den vor dem ,, Gelben", jedenfalls feine Rede sein. Das Klassen bewußt fein fliegt feinem Arbeitnehmer mit dem Mitgliedsbuch der Gewerkschafts- und Parteiorganisation an. Es muß von jedem ein zelnen Genossen erworben werden durch geistiges Eindringen in das Gebiet der gesellschaftswissenschaftlichen Erkenntnis. Der flaffenbewußte Arbeiter muß die Zusammenhänge der wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse erkennen lernen, sich zur fozialistischen Weltanschauung aufschwingen. Dazu gehört vor allem Der gute Wille, sich aus der sozialistischen Literatur und aus Borträgen die nötigen Kenntnisse anzueignen, um als flassenbewußter Arbeitnehmer zu denken, zu urteilen und zu handeln. Das Klaffenbewußtsein fann sich nur aktiv äußern in organisatorischsolidarischer Verbindung mit Gleichgesinnten und Gleichintereffierten, in der gewerkschaftlichen und politi. fchen Organisation. Die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Nachkriegszeit ließen die Gewerkschaften leider nicht dazu kommen, den plötzlichen gewaltigen 3uftrom an Mitgliedern geistig zu erfassen, ihn zu schulen und zu disziplinieren. Was diese Masse jahrzehntelang versäumt hatte, wozu ihrem jüngsten Teil die Gelegenheit vordem versagt war, fonnte nicht mit einem Schlage nachgeholt werden. Die permanente Lohnbewegung, in die die Gewerkschaften gedrängt wurden, ließen ihnen feine Muße und schließlich nicht einmal die bescheidensten Mittel, ihren Bildungsaufgaben nachzugehen. Den Kommunisten bauert es viel zu lange, die Massen aufzuklären und zu schulen. Sie suchen fie durch radikalen Phrasenschwall für ihre Parteiparolen zu gewinnen. Sie schmeicheln den„ klassen bewußten Unorganisierten", weil es ihnen weniger darauf ankommt, ob ihre Anhänger flassenbewußte, denkende Proletarier find, als viel mehr darauf, daß sie ihnen instinktiv folgen. Die Theorie, daß eine fleine Kerntruppe genüge, um im gegebenen Falle die Maffen mit fich fortzureißen, ist Puts theorie. Berichte sprechen von einer hoffnungsfrohen Kampfftimmung, weil die Arbeiter die Beweise haben, daß das Gewerbe bei der jezigen Konjunktur und den hohen Druckpreisen höhere Löhne zahlen fann, und viele Unternehmer gewillt sind, mehr zu zahlen, wenn ihre Organisitionsleitung andere Lohnvereinbarungen trifft. So wurde in Die Scharfmacherei geht troh dieser für die Arbeiter günsti gen Situation im Unternehmerlager luftig weiter. Leipzig die allgemeine Aussperrung angedroht, wenn man die geforderte Mehrarbeit und Ueberstunden zu leisten weiter ablehnt. nehmerversammlung„ Gegenmaßnahmen" gegen die fampf. In Berlin hat eine in Unruhe auseinandergegangene Unterbereite Arbeiterschaft beschlossen. So wurden die Mitglieder des Prinzipalsvereins verpflichtet, teine Lohnaufbefferung, auch feine Leistungszulagen zu bewilligen. Jedwede Vermehfeine Leistungszulagen zu bewilligen. Jedwede Bermeh rung des Personalbestandes fall hintangehalten werden. Wo Massenkündigungen erfolgt sind, ist dem Vereinsvorstand eine Liste mit fämtlichen Namen zwecks Aufstellung schwarzer Listen mitzuteilen. So trampelt man angesichts dieser ernsten Situation wie der Ochse im Borzellanfaden umher und verschärft den Konflift, anstatt zu seiner Beendigung beizutragen. Es dürfte höchste Zeit sein, daß das Reichsarbeitsmini. sterium in diesem Konflikt selbst das Wort ergreift. Es wird einen Weg suchen müssen, um in legter Stunde einen im ganzen Reiche auszubrechenden Kampf abzuleiten. Heute laufen in vielen Orten mit zahlreichen Druckereien die Kündigungen ab Kommt es im Buchdruckgewerbe zum allgemeinen Streif, dann wird sich der Kampf nicht auf das graphische Gewerbe beschränken, sondern wird bei der in der Arbeiterschaft allgemein herrschenden Empörung Dimensionen annehmen, die sich heute noch nicht übersehen lassen. Die Vertrauensleute der Stereotypeure und Galvanoplastiker treffen sich heute abend um 9 Uhr im Berkehrslokal Kube, Dresdener Straße. lung zeigte, felbft in it 10 Broz. 3ufhlag zu ben bestehenden Löhnen rechneten. Das Instrument zur Wahrung des wirtschaftlichen Friedens" soll sich über die Antwort nicht wundern, die ihm die Fleischergesellen vielleicht geben werden, wenn der Arbeitgeber. verband nicht selbst Vernunft annimmt. Aus der Berliner Metallindustrie. Wie uns mitgeteilt wird, stehen seit Dienstag die Werfzeugdreher, Rundschleifer und Revolverdreher der AEG. Turbine, Abt. Neubert und Ziegler, in der Abwehr bewegung gegen daß die Dreher Berlins ihnen nicht in den Rücken fallen. Lohnverschlechterungen. Die in Frage kommenden Kollegen erwarten, Die Deufiche Raumschuh- Affiengesellschaft ersucht uns um fol. gende Berichtigung der Notiz im geftrigen Morgenblatt des„ Borwärts" unter Metallarbeiter": 19 Unfere Angestellten wurden nach dem legt gültigen Metallarbeitertarif entföhnt und wurden darüber hinaus für Helfer 25 Pro.. für Monteure 20 Broz. übertariflich bezahlt. Die feit furzer Zeit erst tätigen Angestellten erhielten dagegen reine Tariflöhne. Richtig ist es, daß die vereinbarte Begverrechnung, die auch weit über die tarifmäßige Festlegung hinausging, gefündigt wurde, da in dieser Hinsicht Unregelmäßigkeiten vorgekommen find, so daß die tarifmäßige Wegverrechnung Play greifen sollte. Gefordert wurde von den Monteuren ein Stundenlehn von 0,90 m. urd für die Helfer von 0,80 M. Kein einziger unserer Angestellten erhieit einen Stundenlohn von 0,38 M." Der Betriebsrat der Firma teilt uns mit, daß diese die Streifenden en lassen hat und vier Arbeitswillige weiter beschäftigt. Ginigen Streifenden wollte man ihre Papiere auf der Straße aushändigen durch Leute, die recht provokatorisch euftraten. Alle Eleftromonteure und Bauarbeiter werden um solidarische Unterstützung in diesem Lohnkampfe gebeten. ,, Nur Arbeit kann uns reften!" So hat man bei jeder passenden Gelegenheit den Arbeitern zu gerufen. Die Arbeiter sind diesem Rufe gefolgt, mußten aber bald Der Streik der Schriftgießer geht weiter. einsehen, daß schlechte Entlohnung und übermäßig lange Arbeitszeit das Entgelt dafür waren. Die Arbeiterschaft der Deutschen Die Berliner Schriftgießer, etwa 450 an Bahl, stehen seit achterfe in Spandau und Haselherst hatte der Direktion bescheidene Tagen im Streit, weil die Unternehmer auf ihre Forderung einer Lohnforderungen unterbreitet. Die Antwort ergibt sich aus folgender 25 prozentigen Lohnerhöhung nicht eingehen. Die Schrift. Bekanntmachung: Nachdem außer einigen Gruppen heute mittag gießereibefizer waren am Mittwoch in Berlin verjammelt auch die Belegschaft der Kesselhäuser und der Rohrlegerei die Arbeit und ließen den Streifenden erklären, daß sie in der Arbeitseinstellung niedergelegt haben und die elektrische Werkstatt ultimative Fordeeinen Tarifbruch erblicken und erst dann in tarifliche Berrungen gestellt hat, die zu erfüllen wir nicht in der Lage sind, ist uns Betrieben wieder aufgenommen worden sei. Wenn den Wir sehen uns gezwungen, ab Donnerstag, den 10. April, früh, den handlungen eintreten würden, wenn die Arbeit in den eine ordnungsmäßige Aufrechterhaltung des Betriebes unmöglich. Streifenden irgendeine Gewähr dafür geboten worden wäre, daß Gesamtbetrieb geflossen zu halten. Die Belegsie nach Wiederaufnahme der Arbeit auf Zugeständnisse bei den Verschaft hat sich ais entlassen zu betrachten. Die Direktion. handlungen zu rechnen hätten, dann würden sie auch die Arbeit einstweilen wieder aufgenommen haben. Da jedoch die Arbeit im Rasino der Deutschen Werke statt. Die Versammlung der Ausgesperrten findet heute mittag 12 Uhr geber in der beantragten Erhöhung des Spizenlohnes um 25 Broz. Forderung weit über das Maß dessen hinaustaufe, was sie„ aus Peine Grundlage zur Berständigung erblicken, da diese allgemeinen wirtschaftlichen Gründen" glauben verantworten zu können, hat die gestrige Versammlung der Streifenden zum Ausdruck gebracht, daß die Streifenden nicht gewillt find, ohne eine bestimmte Angabe, auf welcher Basis verhandelt werden soll, die Arbeit wieder auf zunehmen. Die Versammlung beschloß, den Streit mit aller Entschiedenheit durchzuführen, bis die Arbeitgeber das nötige Entgegenkommen in der Lohnfrage zeigen. In Hamburg sind die Schriftgießer ausgesperrt, weil sie die Ueberarbeit verweigerten, in Leipzig foll heute die Aussperrung erfolgen, während die Schriftgießer in Stuttgart ebenfalls streiken. Arbeitsaufuhme der Eisenbahner. Zur Lohnbewegung der Wachangestellten. feilschaft hat sich die Situation infofern verändert, als sich die Für die Wachmannschaften der Wach- und Schließgefeilschaft hat sich die Situation insofern verändert, als sich die bisher getrennt marschierenden Arbeitgebergruppen wieder zusammengeschlossen haben. Es ist gestern ein Schiedsspruch gefällt worden, der wesentlich von dem am 3. April gefällten Schiedsspruch abweicht, so daß die Streitgefahr im Augenblick nicht besteht. Die Wachangestellten werden zu der Angelegenheit am Sonnabend Stellung nehmen. Es ist aber anzunehmen, daß der Wirtschaftsfriede nicht gestört wird. Angestellte der Geldschrankfabriken und Bauschlossereien. Die gestrigen Verhandlungen mit den Arbeitgebern sind ergebnislos verlaufen. Die Arbeitgeber wollten feine höhere Atoniozahlung als 45 Proz. vom Netto- Märzgehalt am 15. April, froß unseres Hinweises auf die inzwischen erhöhten Lebenshaltungsteften und das bevorstehende Ofterfest, gewähren; zweitens, daß über die Aprilgehälter, die sich in derselben Höhe wie in den Monaten wird; drittens, daß der neue Rahmentarifvertrag auch mit dem Gedag abgefchloffen werden soll, trotzdem dieser nach unseren Feststellungen eine wesentliche Anzahl von Mitgliedern, die eine Gleichberechtigung rechtfertigte, nicht besigt. Wenn es uns die kommunistischen Aktionen nicht deutlich genug bewiesen hätten, daß damit auf die Dauer nichts auszurichten ist, dann hat uns schon der Kapp- Putih gezeigt, daß es mit allen mechanischen Machtmitteln nicht möglich ist, romantische Mitternachtsverfchwörungen durchzusehen, wenn die große Masse des Volkes nichts damit zu tun haben will. Zur fommunistischen Dittatur über das Proletariat genügt schließlich ein gutgeschultes Dreimännerfollegium; es genügte wenigstens in Rußland zunächst. Ob es in dem fleineren Deutschland genügte, kann um so mehr dahingestellt bleiben, als hier eine solche Diktatur einstweilen ausgeschlossen ist. Was die Kommunisten bisher erreichten, ist, daß sie das Bertrauen eines großen Teiles der neuen Gewerkschaftsmitglieder durch fyftematische Maulwurfsarbeit untergraben haben, einen anderen Teil aber durch ihre strupellosen Quertreibereien, durch fortgesetzten 3ant und Radau den Gewerkschaften entfremdet haben, so daß und der Regierung nicht ausreichend find, machen sie den Bersuch, fonders zu beachten, in der die Versammlung noch genauer bekannt. Heute mittag um 2 Uhr follen die in den Streit getretenen Ar beiter ihren Dienst wieder aufgenommen haben. In den Ber- Februar und März bewegen follen, am 25. April erneut verhandelt ein barungen, die von den Gewerkschaften mit der Reichsregierung getroffen wurden, heißt es ausdrücklich, daß alle Streis fenden wiedereingestellt werden. Treten sie ihren Dienst nicht rechtzeitig an, dann laufen sie Gefahr, ihre Stellung zu verlieren. Tatsächlich sind die Kommunisten wiederum bestrebt, in einzelnen Bezirken für viele Arbeiter diesen Fall eintreten zu lassen. Unter in den Betrieben wieder eine Masse von Unorganisierten bilden die Arbeiterschaft aufzuheben. Niemand verfennt, daß die Not konnte. Weil diese Unorganisierten einmal kurze Zeit das Mit- innerhalb der Eisenbahnarbeiterschaft durch die jetzt eintretende Ergliedsbuch ihrer Gewerkschaft in der Tasche hatten, und weil die höhung nicht beendet ist. Sicher aber ist, daß sie wenigstens gemil. Kommunisten diese Unorganisierten für ihre dert uwrde. Sie weiter zu mildern, bleibt den Organisationen vor 3wede einfangen wollen, deshalb werden sie von den Kape- behalten. Es ist deshalb jetzt zunächst die Pflicht aller Eisenbahndiften zu„ klassenbewußten Unorganisierten" bearbeiter, die Gewerkschaften für neue Kämpfe zu stärken. Das fördert. aber fann nicht geschehen, wenn den von Moskau befoldeten und immer im Geld steckenden Agitatoren Gehör geschenkt und allen Bereinbarungen zuwider die Arbeit heute mittag nicht aufgenommen Mit der illusionär- romantischen Generalstreit- und Weltrevolutionspolitik hat das Klassenbewußtsein nichts zu tun. Im Gegen teit, diese Politik verhindert das Aufkommen und die Bertiefung des Klaffenbewußtseins, weil es die Masse in dem Glauben erhält, fie ' brauche nicht zu denken, nur zu fordern und den kommunistischen Parolen nachzulaufen, dann werde es im Handumdrehen besser werden. Weil diese Auffassung ebenso unsinnig ist wie das Wort von den klaffenbewußten Unorganisierten, muß es erst recht unsere Aufgabe sein, die Unorganisierten auf urütteln, fie in ihre Gewerkschaften zurückzuführen und sie zum Klassenbewußtsein zu ermeden. 101 Der Kampf im Buchdruckgewerbe. Gestern nachmittag sollte im Reichsarbeitsministerium über die Berbindlichertlärung des befannten Schiedsspruchs Be: schluß gefaßt werden. Eine mit den beiden Bertragsparteien angefegte Aussprache murde jedoch plöglich wieder abgesagt und soll erst heute vor dem Reichsarbeitsminister stattfinden. Inzwischen laufen aus allen Teilen des Reiches weitere Mel dungen ein, nach denen sich der Konflikt verschärft hat oder cber Bewilligungen in Höhe der von der Arbeitervertretung aufgestellten Forderung erfolgt find. Im Unternehmerlager ist ein völliges Durcheinander eingetreten. Mit aller lei Bersprechungen ersucht men die Arbeiter, die eingereich. ten Kündigungen rüdgängig zu machen oder die niedetgelegte Arbeit wieder aufzunehmen. Selbst in der großen Stinnes- Druckerei in Frankfurt a. M. hat man den Arbeitern Zulagen versprochen, wenn sie die Kündigungen zurüdnehmen. wird. Lohnbewegung in der Fleischwarenindustrie. Darüber wird uns berichtet: Seit fast drei Wochen steht der Zentralverband der Fleischer mit dem Arbeitgeberbund der Viehagenturen, Großschlächtereien, lungen um eine Lohnerhöhung von 25 Pro3. Troydem Wurstfabriken, Darm- und Häuteverwertungen in Unterhand. in dieser Industrie zurzeit hochtonjunttur besteht und die Burstfabriken und Engrosschlächter im Vergleich zu den Gestehungsfosten geradezu Phantasiepreise für ihre Waren nehmen, sollen die Arbeiter aus politischen Gründen, weil es die Syndizis nun einmal so wollen, weiter auf den Hungeretat cestellt bleiben. Daß das Verdienen diefer Gruppen nicht gerade klein geschrieben wird, geht daraus hervor, daß die selbständigen Engrosfchlächter auf dem Schlachthof gegenüber der Borkriegszeit um 330 Prozent zugenommen haben, troydem Der Fleischnerbrauch der Bevölkerung bekanntlich enorm zurückgegangen ist. Das gleiche trifft auf die Burstfabriken zu. In jedem Winkel wird eine Wurstfabri f" errichtet. Das Typische aber ist, daß jeder, der fein Geld hat und sonst nirgends mehr unterkommt, sich auf dem Schlachthof als Engrossglächter" etabliert. Die Kosten für diese zweifelhaften Eriftenzen tragen die Konsu menten. Es finden sich immer noch Geldleute, die das Krämchen dieser Eristenzen stüßen, und da behauptet man, es wird zu wenig verdient, um anständige Löhne zahlen zu können. So sieht es in cllen Branchen der Fleischwarenindustrie aus. " Bezeichnend ist der Spruch, den gestern der Schlich. In fast allen Großstädten droht in den nächsten tungsausschuß fällte, der eine Lohnerhöhung von Stunden der Streit auszubrechen. Alle eingehenden 6 Pro 3. vorfieht, trotzdem die Arbeitgeber, wie die Verhand Am 25. April wird eine allgemeine Branchenversammlung stattfinden. Wir bitten, in den nächsten Tagen die Arbeiterpresse begemacht wird. Zentralverband der Angestellten, Butab, Deutscher Werkmeisterverband. Zum Streit in der Gummiinduftrie wird uns mitgeteilt, daß unser Bericht über die Ichte Branchenversammlung eine unrichtigkeit insofern enthält, als der Hauptvorstand die Streifunterſtügung zahlt. Zur Lage selbst wird uns weiter gemeldet, daß der Streit nach wie vor anhält und daß alle Angaben ber Unternehmer über Beendigung des Streits falsch sind. Der Streit beſteh: nad) wie vor. Arbeiter, übt Solidarität! Achtung, Zimmerer! Seute abend 7 Uhr pünktlich im Gewerkschaftshaus. Gaal 3, Funktionärtonferenz. Erscheinen müssen alle Bezirksführer und Raffierer. Schlichtungskommiffion und Vorstand treffen sich eine Stunde vor her im Bureau. Die Bertrauensleute und Betriebsräte des Soch, Beton- und Tiefbau gewerbes werden ersucht, für die Bezirksversammlungen am Sonnabend und Sonntag in allen Bezirken regste Propaganda zu entfalten. Die ernste Situation macht es notwendig, daß alle Rameraden in diesen Berfammlungen erheinen. Der Borstand. Seute, Freitag, 10 Uhr, Alexandrinenſtr. 44, Bertrauensmännerversammlung. Berbend der Sattler, Tapezierer und Bortefeuiller. Leberwarenbranche. Jeder Betrieb muß vertreten fein! Deutscher Holzarbeiter- Berband. Bertrauensmännerversammlung morgen, Gonnabend, nachmittag 4½ Uhr bei Goldleisten und Bilderrahmenbranche. Kraag, Abalbertstr. 21. Jeber Betrieb mus vertreten fein. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Caternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lotales Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. 9 Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Sonstiges: Fris Rarfiäbt; Anzeigen: Th. Slode; sämtlich in Berlin. und Berlagsanitalt Vaul Singer u. Co.. Berlin S. 68.. Lindenstraße 3. Siezzu 4 Beilagen und Unterhaltungsblatt Heimwelt". M. SCHULMEISTER MSchulmeister Pervend Knapen KICK Hochbahnstation Kottbuser Tor Frühjahrs- Ulster M. 39, 43, 54, 65, 75, 90 Imprägnierte Gabardine- Mäntel M. 84, 107, 130, 150 Sophien- Säle Sophienstraße 18 Säle frei Nrd. 9296 SUNLIGHT SEIFE Sunlicht- Seife RUD FELD Sr. 173 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Autounfälle und Verkehrsnot. r Erst in den lehien Tagen wieder haben schwere Automobil anfälle das Berliner Publikum unliebsam an die Tatsache erinnert, daß die hauptstädtischen Verkehrsverhältnisse noch immer sehr im argen liegen und den modernen Anforderungen von Simerheit und urgen liegen und den modernen Anforderungen von Sicherheit und nfellverhütung feineswegs genügen. Und die amiliche Jahresgusammenstellung der 1923 durch Kraftfahrzeuge und Pferdefuhrerte innerhalb Berlins herbeigeführten Unfälle gibt die erfgredend hohe Zahl von 1940 Unfällen. Das macht auf den Tag fünf. An jedem 16. Tage wurde eine Person getötet, an jedem Tage des Jahres eine Berson schwer und drei Personen leicht ver: Letzt. Auf die Kraftfahrzeuge entfielen 1278 Unfälle, davon 512 auf Personenkraftwagen, die nicht im öffentlichen Verkehr Verwenbung finden. Fahrräder verursachten 376 Unfälle und Pferdefuhr Das Problem der Verkehrsregelung. Freitag, 11. April 1924 der Polizeibeamten zu vermeiden, sollen Feststellungen, ob ein Theater überfüllt ist, nicht im verdunkelten Raum vorgenommen werden. Junges Gemüse. Es läßt sich nicht länger verheimlichen: es lenzt. In den Schrebergärten graben Männer in Hemdärmeln Berliner Grde chen Himmel und Hölle, junge Müiser fahren ihre Kleinen in die um, in den Seitenstraßen spielen die Jungen Fußball und die Mäd. Sonne, in den Parts blüht erste und ältere Liebe. Man weiß nicht, was noch werben mag. Kerle nennen Ais ganzes Problem aber läßt sich der Straßenverfehr nur im Stellen zusammen. Potsdamer Platz, Kranzler- Ede, Spittelmarkt, großen lösen. In Berlin drängt sich der Hauptverkehr auf wenige Leipziger Straße und Börje find solche Hauptverkehrspuntte. Man wird nicht behaupten wollen, daß die dort stationierten Beamten immer in der genialsten Weise den Verkehr leiten. Das liegt zum Teil auch an den Verhältnissen. Warum baut man nicht B. am Potsdamer Platz einen der eisernen Verkehrstürme, Don wie sie Amerika und andere Länder seit langem besigen? Unbeirrt vom Lärm und verwirrendem Gedränge übersieht von dort der Beamte den gesamten Berkehr und lentt ihn mit einigen wenigen Signalen großer Zeichenarme, die nachts beleuchtet werden. Das wirkt besser und sicherer als etwa das Posaunenblasen am Bots, damer Platz. Ein Anderes ist die mangelhafte Beleuchtung, wie sie besonders in den Vororten sich breit macht. Wenn 3. B. in Steglig erst eine Stunde nach Einbruch der Dunkelheit Licht gemacht wird ist es nicht zu ver= Man sieht also, die Autos haben die meisten Unglücksfälle auf wundern, wenn dauernde unglüdsfälle registriert werden, die auf den halbdunklen Straßen geschehen. Vor allem aber auch sollten die zahlreichen Handwagen jeder Art Licht mit sich führen. Die häufigen Unfälle gerade auf diesem Gebiete beweisen, wie notwendig diese Maßnahme ist. werte 286. Ein Schuldkonto der„ Herrenfahrer". bem Schuldtonto, und das Publikum wird nun auch gleich mit dem Irteil bei der Hand sein, daß die Autoraferei an allem allein schuld sei, ohne einmal objektiv nachzuprüfen, ob nicht auch gndere Momente hier hineinspielen. Eins wird vor allem nicht berücksichtigt. Der Verkehr hatte in den Kriegsjahren merklich nach gelassen und dadurch das Publikum zu einem Nachlassen seiner Auferffamteit veranlaßt. Das rüchte sich, als nach Friedensschluß ein neuer verstärkter Verkehr, vor allem von Autos, wieder einjeßte. Die Zahl der Mietautos in Berlin beträgt zurzeit zirfa 3500, doch find davon ständig zirka 25 Proz. in Reparatur; viel größer aber ist die Zahl der Privatautos, die besonders in der Inflation stieg, wo jeder Raffle seine Sachwerte auf Gummireifen spazierenfuhr. Die Ausbildung dieser Herrenfahrer" war naturgemäß eine meist recht minderwertige. Während jeder Berufsfahrer mindestens einen Monat die Fahrschule besuchen muß, außerdem unter ständige: Kontrolle feiner Organisationen und der Polizei steht, die ihm bei Trunkenheit oder selbstverschuldeten Unglücksfällen sofort den Führerschein entziehen ist die Mehrzahl der Herren fahrer diesen strengen Bedingungen nicht unter worfen und fährt mit einer edlen Rücksichtslosigkeit darauf los, bie nachgerade zu gemeingefährlich wird. 35 Rilometer Höchstgeschwindigkeit sind für das Weichbild Groß- Berlin erlaubt man braucht aber nur einmal etwa die Charlotten burger Chaussee zu beobachten, die überhaupt den Reford in Unfällen jeder Art stellt, um sich an der 55- Rilometer- Geschwin bigkeit der Herrenfahrer zu erfreuen, vorausgesetzt, daß man nicht heim Ueberschreiten der Straße vor ihnen um sein Leben rennen muß. Nach den gemachten Feststellungen fahren die Berufsjahrer faff immer in dem vorgeschriebenen Tempo, fie merden ja auch im eigenen Interesse den Fahrgast nicht mit überstürzter Haft ans Ziel befördern wollen. Zudem sind die meisten Berufschauffeure Be. teranen in ihrem Fache. Viele waren früher Droschfenfuscher und wechselten dann mit dem Aufkommen des Autoverkehrs über. Gemiz famen in der Nachkriegszeit auó dunkle Elemente fns Gewerbe, aber diefe milden Fahrer find sämtlich wieder hinaus befördert, und ist auch so eine gründliche Bereinigung vollzogen worden. Eine ebenso große, wenn nicht größere Gefahr für das Straßenpublikum bilden aber die Motorräder jeder Art, die erfahrungsgemäß immer mit der größten Geschwindigkeit drauflosrajen, wenn möglich, mit einem Hintermann oder Beiwagen mit Familie darin. Hinzu kommt, daß das betäubende Rattern feines Motors den Kraftradfahrer taub für jedes Warnungszeichen imacht und so bei scharfen Eden usw. nur zu oft zusammenstoße erleidet. Das Gleiche gilf von den Radfahrern, die auch nur zu off im„ 6- Tage- Tempo die Straßen durchfliken, möglichst noch mit aufgetürmtem Gepäd oder einem Begleiter hinten aufgestellt. Hier fann nur eine schärfere Ueberwachung der Berkehrspolizei, mie sie etwa Amerifa in seinen fliegenden Patrouillen hat, Wandel schaffen. Sofortiges Anhalten bei jedem llebersdyreiten der zugelassenen Fahrigeschwindigkeit und ebenjolde sofortige Erlegung einer Geldbuße jind gute Mittel zur Erzielung einer notwendigen Fahrund Straßendisziplin. Die Entziehung des Führerscheins wird besonders rabiate Herren, die etwa die Leipziger Straße mit ber Rennbahn verwechseln, auch schnell zu der hier besonders nötigen Bernunft bringen. -w 74] ( Nachbruc dur Malit- Berlag, Berlin.) Der Bürger. Bon Leonhard Frant. Das Herz blieb stehen. Klopfte noch immer nicht wieder. Begann in rasendem Tempo zu hämmern. Die Schläfen, graufalt geworden, stiegen über den Kopf empor. Tobesangst padte und erfüllte ihn bei der Vorstellung, ihm, den er verraten und verkauft hatte, in die Augen zu bliden. Der am ganzen Körper Zitternde wußte, daß er auf der Stelle tot zusammenbrechen werde, angesichts des anderen; dennoch trug letzte Bereitschaft, die Glieder lösend selig ihn durchströmte, Jürgen auf das gelbe Haus zu, bis vor das Porzellanschild. Er fant, fant, fant. Stand endlich, Beine und Füße aus Blei, auf dem Asphalt und las wieder und wieder den nur ähnlich flingenden Namen. Alles Leben, das ganze Gewicht seines Körpers schien in den Beinen zu sein, so schwer waren sie geworden, als er sich meiterfchleppte, toten Blides. Was soll das Publikum tun? ausgerechnet gerade in der Leipziger Straße die ZeiVor allem eins: Selber ein bißchen aufpassen. Warum denn tung lesen oder einen Platz der ganzen Länge nach überschreiten, wenn man ihn an der Kurzfeite genau so gut paffieren fann! Oder Autos herankommen sieht, dann läuft mit tödlicher Sicherheit der wenn man auf dem Damm gleichzeitig von vorn und von hinten Großteil der Passanten davon und in eins der Autos hinein, anflett ruhig stehen zu bleiben und die Wagen vorbei zu lassen. Warum hat man nicht auch die Sitte eingeführt, bei größeren Auffahrten für Augenblick halten zu lassen und den Chauffeur zu bezahlen, anstatt Theater, Versammlungen usw. das Auto furz vor dem Ziel einen gerade vor dem Eingang mit einer langen, ungeduldigen Reihe von schläge sind billig und noch beliebig zu vermehren, aber wenn sie Hintermännern die Abrechnung durchzuführen? Die guten Ratfehrsunfälle" aus den Zeitungen verschwinden können. Der Ausdas Publikum nur befolgen würde, so würde bald die Rubrik Berbildung des sechsten Sinnes, des Verkehrsfinnes, fann ruhig immer noch mehr Beachtung geschenkt werden als bisher. Und wenn in verfehrs in Zukunft etwas mehr eingeführt werden, anstatt goldene den Schulen die Kinder in die Geheimnisse des richtigen Straßenso wird das entschieden ein Borteil sein. Borte verflossener Herrschergestalten auswendig lernen zu müssen, Für die Großen aber, denen, wie uns allen henie, nur zu leicht die Geduld reißt, sei das gute alte Berliner Bort als er tehrsregel gefagi: Immer mit die Ruhe! Dann wird's schon gehen. Gegen überfüllte Lichtspieltheater. Wer Augen hat, sieht noch andere Dinge, die so recht zum Früh ling zwischen den Mauern gehören. Es wimmelt in den Straßen jungen Hunden. Ueberall sieht men die unerfahrener kleinen ja mas denn nun? ,, laufen" fann man doch so was nicht also überall sieht man das junge Genrüse hoppein. Bald bleiben sie stehen und gucken ein bisserl die Welt und die Laternenpfähle an, bald reiben sie mit niedlichen Pfötchen herum wegen des Maulkorbs und weil es überhaupt egalweg wo frabbelt, bald friechen sie ihrem und anderen Herren zivischen den Beinen herum. Und der Mensch vergibt siebenmal siebenundsiebzigmal. Schließlich macht es eben doch Spaß, und es ist doch immerhin etwas, Don matan man sich zwischen dem Druck der Stadt ein wenig freuen fann. * Bekannte hatten mich eingeladen, einmal in die„ Kalonie" zu Bommen die Ziegen hätten gelammt. Ich traf Baiern im Garten. Das Bohnenbeet mar fig und fertig. Man muß sich dazuhalten," Ich verstand und traf Muttern im Ziegenstall. Du lieber Gott, sagt er, wenn man noch ein bißchen junges Gemüse haben will." es ist alles so überraschend gekommen." Sie empfing mich lachend und zeigte mir das Entzückendste vom Entzückenden. Die Lämmchen Beben. Aber das war noch nicht alles. Berner erzählt strahlend, lagen an der Mutterbrust( der Ziegenmutter) und saugten erstes daß das große, weiße Karnidel tragend ist. Aufregung, Freude, Ermartung das ganze Glück von Menschen, die ein Stückchen Scholle ihr eigen nennen. und Am Abend saßen mir beisammen. Bir sprachen über die soll. Heiter und zuversichtlich flang Rede und Gegenrede Wahlen und über das Gemeinschaftshaus, das die Kolonie bekommen es bestätigte sich wieder einmal: diese Leute werden nicht muffig und Pleinbürgerlich, nur ruhiger und flarer. Am späten Abend mußte" Mutter nochmal in den Stall gehen.„ Es ist eine Heiz mit macht so niel Freude." bem jungen Gemüse," sagte fie, als sie wieder hereintrat, aber es zwei Landesverratsprozesse vor dem Kammergericht. Der erste Straffenat des Kammergerichts hielt gestern eine Sigung im fieinen Schwurgerichtsjaal Moabit ab und beschäftigte sich mit zinet Anklagefällen wegen Landesverrals. Der erste Fall beiraf den Kaufmann Friedrich Burps aus Westfalen, der beschuldigt wurde, mit einer fremden Macht, der er als Spion diente, in Berbindung gestanden zu haben. Bei einem Versuch, mis ngehörigen der Reichswehr Beziehungen anzufnüpfen, zu welchem Zwede er nach Berlin gekommen war, wurde Burps verhafiet. Der Die häufige Ueberfüllung von Lichtspieltheatern bei Urauffüb eifte Straffenat unter Vorsiz des Senatspräsidenten Schnißter versor rungen oder bei besonders zugkräftigen Filmen hat dem Berliner urteilte Burps wegen Landesverrats zu 12 Jahren Zuchthaus, Bolizeipräsidenten Anlaß zu besonderen Anweisungen an die Polizei- 3 Jahren Chroerlust und 3000 m. Geldstrafe. In dem zweiten organe gegeben. Die Beamten find beauftragt worden, darauf zu Antiagefalle wurde eine Frau Hohemann aus Aschersleben des achten, daß nach dieser Richtung eine strengere Kontrolle versuchten Landesverrats und der Spionage beschuldigt. Auch sie der Lightspieltheater vorgenommen wird. Es dürfen soll versucht haben, an eine feindliche Macht militärische Ge feinesfalls mehr Karten ausgegeben werden, als nach dem aus heimnisse zu verraten. Die Angeklagte genießt einen weit verhängenden Plan Plätze vorhanden find. Im Uebertretungsfall wird breiteten Ruf als Kartenlegerin und wurde von der früheren die Raise geschlossen und Anzeige gegen den Kinobenzer Hofgesellschaft vielfach in Anspruch genommen. So ist sie unter dem erstattet werden. Auch dürfen feine losen Stühle aufgestellt werden früheren Prinzregenten yon Braunschweig mehrfach nach Blankenund feine Zuschauer in den Gängen stehen. In solchen Fällen mird burg im Harz berufen worden. Staatsanwaltschaftsrat Loehrbeck die sofortige Entfernung der Stühle und die Räumung der Gänge beantragte unter Zubilligung mildernder Umstände zwei Jahre Ge veranlaßt. In Lichtspieltheatern mit gemeinsamem Ein- und Ausfängnis, während Rechtsanwalt Weise um eine milbere Strafe bat. gang ist von den Beamten nach der Verfügung des Polizei- Der Straffenat verurteilte Frau Hohemann zu einem Jahre präsidenten darauf zu achten, daß die Räumung des Zuschauer Gefängnis, lehnte aber die Anrechnung der Untersuchungshaft raumes und der Einlaß der neuen Besucher reibungslos vor sich ab und gleichzeiatig die Zubilligung einer Bewährungsfrist, da der geht. Auch auf unbedingte Innehaltung des Rauchver Gesetzgeber für die Fälle des Landesverrats zweifelos eine Bewähbotes wird hingewirkt werden. Um ungerechtfertigte Eingriffe rungsfrist nicht ins Auge gefaßt habe. ,, Wie also sieht dieser Herr Jürgen Kolbenreiher denn nun eigentlich aus, im großen ganzen?... Sie wohnen doch im Hotel, nicht wahr?" Ich habe im Hotei einen falschen Namen angegeben. Den Namen desjenigen, den ich suche. Sie verstehen?" ,, Berstehe schon!" Jah bin nämlich... Ach nein, ich bin nicht. Das heißt, ich wollte sagen: ich bin infognito hier, ganz und gar into gnito... Wie Jürgen Kolbenreiher jest aussieht, das weiß fein Mensch auf der Welt. Denn es ist ganz unmöglich, zu wissen, wie ich aussehen würde, wenn ich so geworden wäre, wie ich bin. Das ist ja das Hoffnungslose." Nichts ist hoffnungslos. Ich habe schon schwerere Fälle mit gutem Erfolge zu Ende geführt. Beruhigen Sie sich. Nur Ruhe! Ich selbst werde den Fall bearbeiten. Und was die Extraprämie anlangt, fo ift fie fällig, nachdem Sie selbst zugegeben haben werden, daß dieser von Ihnen gesuchte Jürgen Kolbenreiher gefunden ist. Belche Summe also...?" Jede Summe! Meine Billa, drei Miettafernen, ein Riefenvermögen in Wertpapieren. Nehmen Sie alles, was ich habe, und geben Sie mir dafür Ihn!" Hinausbegleitet, verließ Jürgen das Bureau, nicht meniger Hoffnung im Herzen als der Detettin, der, tief in Die Detektei erreichte Jürgen noch tnapp vor Bureau- Grübelei verfunten, einen Bratenfaucetropfen von seinem schluß. Mit dem ersten Blid schätzte der Inhaber den gut ge- feidenen Rodaufschlag abtragte, an die Billa, die Mietfaserfleideten Kunden auf die Bermögensverhältnisse hin ein, benen, an das Riefenvermögen dachte und feine Lust mehr hatte, merkte schon nach zehn Sekunden, daß der vor ihm stand, den des Dienstmädchens Alimentationsfall zu bearbeiten. er suchen sollte, ließ sich eine Anzahlung geben. Am Morgen hatte Jürgen zu seiner Verwunderung gegen einen Sched, unterschrieben mit dem Namen Jürgen Kolbenreiher, anftandslos eine große Summe ausbezahlt bekommen. Haben Sie Hoffnung?" ,, Aber gewiß doch! Von der Hoffnung lebt man heutzu tage... Wie wär's mit einer Extraprämie, Herr... Pardon, wie ist Ihr Name?" Und da Jürgen den Kopf schüttelte:„ Ich habe keinen." Den wollen Sie nicht sagen, verstehe schon. Das fommt bei uns öfter vor. Mit einer besonderen Prämie, die Sie demjenigen meiner Leute auszubezahlen hätten, der den Aufenthaltsort dieses Schuftes nachweist." ,, Er ist tein Schuft. Im Gegenteil: wir find Schufte!" ,, Erlauben Sie! Gewöhnlich sind meine Auftraggeber fehr achtbare Leute, die irgendeinen Schuft suchen laffen." Glauben Sie mir, es ist genau umgekehrt, Jürgen stand schon ror einer Blafatfäule, an der ein roter Zettel flebte, mit der Aufschrift:„ Es gefchieht alles, was du willit, nur fehre zurüd." Im Auto fuhr er in das Plakatinstitut. ます 。 Mit jedem Tausend mehr, das Sie druden lassen, steigt die Wahrscheinlichkeit, daß Sie diesen Herrn Kolbenreiher finden." Der Unternehmer ließ die Augenbrauen fallen. Das ist doch klar, nich?" bung!" Fünftausend?... 3wanzigtausend?" ,, Sind besser als zehntausend! Jetzt die genaue Beschrei Die gibt's nicht." Er zog die Jugendphotographie aus der Tasche. Hier ist das Bild dieses Menschen. Mein Jugendbild! Aber jetzt fann Jürgen Kolbenreiher unmöglich so ausfehen. Und auch nicht so." Er deutete auf sein Geficht ,, Sagten Sie vorhin nicht, Sie selbst seinen Jürgen KolbenLeiher?" ,, War ich! Bin ich wieder, wenn ich ihn gefunden habe." ,, Hören Sie mal, einem Schwachsinnigen nehme ich kein Geld ab. Nee, ich bin doch teen Schnapphahn. Hab ich nich nötig.... Greifen Sie sich an den Kopf und sagen Sie sich): Da hab ich mich." Wenn das so einfach wäre! Wenn ich einen Kopf hätte!" ,, Na, denn rin in die Gummizelle!" Die Konkurrenz machte das Geschäft. Und schon ant folgenden Tage mar an allen Plaketfäulen zu lesen, welche Summe demjenigen ausbezahlt werde, der den Aufenthaltsort Jürgen Kolbenreihers angeben fönne. Auf den knallroten Zetteln flebte Jürgens Photographie, die eigens zu diesem Zwecke aufgenommen worden war. Ein gewisser Anhaltspunkt sei die Photographie ja doch, hatte der Plakatmann gesagt. Den ganzen Tag durchquerte Jürgen suchend die Stadt. Niemand erkannte ihn. Der Detektin machte den Versuch, das Geld zu verdienen. Einen Jrrenarzt brachte er gleich mit ins Hotel. Jürgen zeigte den beiden seine Jugendphotographic. ,, Nehmen Sie an, dieser Mensch wäre auf dem Wege, den zu gehen er als feine Pflicht erkannt hatte, weitergeschritten, vierzehn Jahre älter geworden: mie würde er dann jetzt aussehen? Sicher nicht so wie ich... Schaffen Sie mir den rich) tigen Mann bei, dann bezahle ich." Ich habe den richtigen Mann für Sie mitgebracht. Der mird Ihnen fir flarmachen, daß Sie selbst der Besuchte find," fagte refolut der Deteftin. Nicht mahr, Herr Doktor?" Der grinste. So einfach wird das nicht sein." Der Detektin wurde energisch: Sie müssen sich unter: fuchen lassen." Und der Doktor zog die Uhr. Also, erst mal Ihren Buls, bitte. Puls? Wenn ich einen Buls hätte!" Was Puls! Meinen Puls? Sind Sie nicht bei Sinnen! Nur los!" rief der Detektiv, ging zu auf Jürgen, der zurückwich, die Bronzefigur rom Schreibtisch nahm. Als der Psychiater eine halbe Stunde später mit zwei Wärtern und einem Schutzmann zurückkam, war Jürgen schon in ein anderes Hotel übergesiedelt. Auf das Protokoll des Arztes hin wurde eine Anzahl Schuhleute ausgefchickt auf einen Streifzug durch die Hotels, Pensionen, Absteigequartiere, den Jrren zu suchen, während dieser hoffnungsfroh die Stadt durchquerte, sich selbst zu inden. Fortsetzung foigt.) れすぎ Eine überraschende Aufklärung. Das Verbrechen in der Alvenslebenstraße ein Selbstmord. Eine überraschende Wendung nahm gestern die Nachforschung zur Aufklärung des vermeintlichen Raubmordes an der jugendlichen Händlerin Rosa Schatys in der Alvenslebener Straße 23. Die Mordkommission und ihre Beamten suchten immer noch vergeblich nach dem jungen Manne mit der Hornbrille, auf den ein starter Berdacht zu fallen schien, um so mehr, als er sich nicht selbst meldete. Gestern vernahmen die Beamten num eingehend noch einmal alle Personen in dem Hause Alvenslebenstraße 23, in dessen Türmiesche die Händlerin tot aufgefunden wurde. Das Er gebnis war ganz überraschend und zeigt, mit welcher Intereffelofig feit gewisse Leute den Bemühungen, ein vermeintliches Verbrechen aufzuklären, gegenüberstehen. Zu den Vernommenen gehört auch ein Schneidermeister Geist, der jetzt endlich damit herauskam, daß er die Händlerin an der Türflinte erhängt aufgefunden hat. Geist fehrte in der Nacht zum Freitag um 2½ Uhr heim. Als er die Tür aufschließen wollte, stieß er auf ein Hinder mis. An der Klinte hing ein junges Mädchen. Er hängte nach seiner Angabe die Tote einfach ab, legte sie in die Ecke der Haustürnische, ging in feine Wohnung und legte sich schlafen. Auch Dann, als er von dem mutmaßlichen Morde in der Zeitung las, fümmerte er sich um nichts, weil er, wie er fagt, annahm, daß die Kriminalpolizei allein schon alles finden und aufklären werde". Erst gestern bequemte sich der Mann, mitzuteilen, was er mußte. Nach diesen Feststellungen liegt sicher kein Mord, sondern ein Gelbit morð vor, zumal man jegt auch das Werkzeug gefunden hat. Es ist das eine Paspelschnur, die das Mädchen von ihrem Samthut abgetrennt hatte. Hiermit hat die Schatys sich selbst an der Türklinke erhängt. Der Beweggrund zur Tat foll folgender sein: Die Zigaretten, die die Schafys verkaufte, gehörten ihrem Stiefvater. Den Erlös hatte sie diefem abzuliefern. fonnte sie nicht, weil sie zur Feier ihres Geburtstages vieles getauft und das andere für Getränke ausgegeben hatte. In der Trunfenheit dürfte sie sich dann zu der Tat entschlossen haben, arbeitsamtes, werftäglich von 9-8 Uhr, 2. Berlin Augnt straße 14, Fachabteilung für das Krankenpflegeperfonal, merttäg lich von 9-3 Uhr, Berlin, August str. 14, Fachabteilung für die Wohlfahrtspflege und weibliche Angehörige geistiger Berufe, Mitt woch und Freitag von 2-6 Uhr, an den anderen Tagen außer Sonnabend von 10-2 Uhr, 3. Charlottenburg, Spree. straße 31, geöffnet Dienstag und Freitag von 9-1 Uhr, 4. Schöne berg, Feurig str. 7/8, für männliche Personen Montag, Mitt woch und Freitag von 1-3 Uhr, Schöneberg, Barade Winterfeldtplay, Zimmer 6, für weibliche Personen, Dienstag und Donnerstag von 4-6 Uhr, 5. Treptow, Rathaus, Neue Krug Allee 3/4, Zimmer 17, Mittwoch von 9-3 Uhr, 6. Pantow, Breite Str. 1, Montag und Donnerstag von 1-3 Uhr, 7. Für besondere Fälle und für Personen, die außerhalb des kaufmännischen Berufes und Bureaufaches oder der Kranken- und Wohl fahrtspflege usw. eventuell in ihren erlernten oder angelernten Beruf wieder zurückkehren wollen, erfolgt die Beratung im Landesarbeitsamt Berlin, Abteilung Stellenausgleich, Spandauer Straße 32 II, werftäglich von 9-1 Uhr. Angestellten wird empfohlen, die Beratungsstellen in ihrem eigenen Intereffe in Anspruch zu nehmen. Nur kein Kind! -Den Beamten und Die Tat einer unehelichen Muffer. Der Tod eines drei Tage alten Rindes bildete den Gegenstand einer Anklage gegen die Mutter dieses Kindes, die 27jährige Bauftian aus Königswusterhausen, die des versuchten Mordes an ihrem Kinde beschuldigt wird. Ein weiteres Verfahren wegen vollendeten Mordes schwebt noch gegen mehrere Personen bei der Staatsanwalt Deffentliche Wählerversammlungen um einer Auseinandersetzung mit ihrem Stiefvater wegen des fel heute, Freitag, den 11. April, abends 7 Uhr: lenben Geldes zu entgehen. Die anspruchsvolle Bank. Die Frage, ob eine Bant berechtigt ist, wegen etwaiger Forderungen gegen Rontoinhaber Scheds, die ihr zur Gutschrift auf das Konto übergeben worden sind, für sich zu beanspruchen, hat das Landgericht I soeben in einem für die Banken ungünftigen Sinne entschieden. Ein Kontoinhaber hatte Ende November 1923 einen auf eine andere Bank gezogenen Scheckt bei seiner Bank zur Gutschrift eingezahlt. Inzwischen erfuhr er, daß von ihm ausgestellte Sched's von feiner Bank nicht honoriert wurden. Eine Rüdfrage ergab, daß die Bant plötzlich mit hohen Binsansprüchen aufgetreten war. Daraufhin sperrte er sofort den Sched, bevor seine Bank ihm der anderen Bank zur Zahlung vorgelegt hatte. Die Bant beanspruchte nunmehr diesen gesperrten Schect wegen ihrer angeblichen Forderungen für sich und verklagte den Kontoinhaber im Scheckprozeß. Der Berteidiger machte gegen die Klage geltend, daß die Berwendung eines solchen Schecks durch die Bank wegen angeblich eigener Forderungen dem Bertrage zwischen den Parteien widerspreche. Der Banklunde wollte mit der Einzahlung sein Guthaben erhöhen. Die Feststellung der gegenseitigen Ansprüche müffe durch das übliche Saldo erfolgen, dem Kunden könne das Recht, einen Sched zu sperren, nicht beeinträchtigt werden. Die Kammer für Handels. sachen beim Landgericht I schloß sich dieser Auffassung an und wies die Klage mit folgender Begründung ab: Die Bant haben den Sched nicht etwa deshalb erhalten, weil sie von dem Runden Deckung für Ansprüche verlangt hätte, fondern aur Gutschrift auf ein Ronto. Einen Anspruch auf Erhöhung des Gut habens habe die Bant nicht gehabt. Der Kunde sei daher Die berechtigt gewesen, den Sched noch zu sperren. Die eigenmächtige Berwendung für andere Zwede widerspreche den aus der Uebernahme des Schecks entspringenden Berpflichtungen. Durch die Sperrung des Schecks habe der Kunde auch berechtigterweise den Finziehungsauftrag widerrufen, also damit zu erklären gegeben, daß er eine Gutschrift auf sein Konto in Höhe dieses Schecks nicht mehr verlangt. Damit wäre jedes Recht an dem Sched seitens der Bant rechtzeitig untergegangen und die Verwendung des Schecks im eigenen Namen unzulässig. Zauberlehrlings Schicksal. Auch in dem Streit zwischen den Krantentalfen und den Rassenärzten haben wieder Rommunisten die Rolle des Störers und Zerstörers zu spielen verfucht. Sie haben sich nicht auf die Seite der Kassen gestellt, deren Intereffe doch das Interesse der Versicherten war. Den Raffen haben fie alle nur möglichen Schwierigkeiten bereitet, um womöglich die Bertrümmerung zu erreichen. Die Versammlungen des Bundes der Versicherten" boten solchen Leuten eine willkommene Gelegenheit, sich ihrer Zerstörerarbeit zu widmen und dabei ein dankbares Publikum zu finden. Beschämend ist, daß auch viele der streifenden Aerzte und manche ihrer Führer mit diesem Treiben einverstanden waren. Ihnen war selbst die Bundesgenossenschaft der Kommunisten recht, wenn es nur gegen die verhaßten Raffen ging. Jetzt aber erleben sie es, daß wie das Sprichwort sagt das dicke Ende nachtommi. Nachdem es nicht gelungen ist, die Kassen zu zerschlagen, Opposition im Aerztebund, die sich des Wohlwollens der Rommunisten erfreut, läuft Sturm gegen den Borstand. Zufrieden war sie mit ihm schon lange nicht, aber die neueste Wendung im Streit mit den Kaffen, der Waffen stillstand, hat ihre Unzufriedenheit noch gesteigert. Kommunisten sind bemüht, das Feuerchen zu schüren, wie sie es vorher gegen die Rassen getan haben. Mancher Führer des Aerztestreifs wird sich jekt porfommen, wie der Zauberlehrling, und mit ihm jammern: „ Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los!" Die Der Personalabbau bei der Stadtverwaltung. In der gestrigen Sigung des Gemischten Ausschusses für den Personalabbau wurde eine lebersicht über den bisherigen Stand des Abbaues gegeben. Danach sind in der Zentralverwaltung und in den Bezirken insgesamt 4869 nicht ständige Angestellte und 1004 Beamte und Festangestellte abgebaut. Ferner wurden die städtischen Richtlinien verab. schiedet, die zur Ergänzung der preußischen vorläufigen Ausführungs bestimmungen zur PAB. dienen sollen. Durch die Abbauverordnung ist eine große Anzahl von Beamten und Behörden angestellten gezwungen, ihre bisherige Tätigkeit auf zugeben. Das Landesarbeitsamt Berlin hat für diese folgende Beratungsstellen eingerichtet: 1. Berlin, Spandauer Straße 32, Abteilung für Angestellte, Stellennachweis des Landes billigung mildernder Umstände zu einem Jahr Gefängnis unter Anrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft. In dem Urteil sprach das Gericht den Verdacht aus, daß die ganze Uma gebung fich zusammengetan habe, um das Kind aus der Welt zu schaffen. Es sei nur nicht möglich gewesen, den Zusammenhang der Fäden festzustellen, um ein gewolltes und bewußtes Zusammen wirken, also Mord, anzunehmen und nachzuweisen, daß die Mutter daran beteiligt war. Referendar Dr. Kempner beantragte, den Haftbefehl der Angeflagten mit Rücksicht auf ihre vorgeschrittene neue Schwangerschaft aufzuheben. Das Gericht gab diesem Antrage statt und die Angeklagte wurde aus der Haft entlassen. Sie hatte sich schon vorher mit dem Urteil zufrieden erklärt und auf weitere Rechtsmittel verzichtet. den 14. April, auf folgenden Linien eingeführt: Linie 40, Steg Betriebsverstärkungen der Straßenbahn werden ab Montag/ liz, Lichterfelder Chauffee- Swinemünder Straße Ede Ramlerstraße über Steglitz, Schloßstraße- Friedenau, Rheinstraße- Schöneberg, Hauptstraße Botsdamer Straße- Potsdamer Plaz- Leipziger Spandauer Straße- Neuer Martt- Hadescher Markt- Rofenthaler Straße Spittelmarkt. Moltenmarkt Kölnischer Fischmartt Straße- Weinbergsweg- 3ionsrchplatz- Swinemünder Straße bis zur Ramlerstraße.-Linie 96, Behrenstraße Ede Friedrichstraße -Lichterfelde- Dft, Kranoldplak über Charlottenstraße- RochstraßeMartgrafenstraße- Lindenstraße- Belle- Alliance- Play- Hallesches Karl- Straße- Bahnhof Mariendorf- Stegliger Straße- Bahnhof Tor- Belle- Alliance- Straße- Tempelhof, Berliner Straße- FriedrichSüdende- Bantwis, Hauptstraße, Schulstraße, Kaiser- Wilhelm- Straße Lichterfelde, Lankwiger Straße bis Kranoldplay. Linie 7, Westring, Verkürzung des Fahrabstandes auf 8% Minuten vor mittags und 7 Minuten nachmittags( jetzt 15 und 8½ Minuten). Infolge Baues der Nord- Süd- Bahn wird ab 15. April der Ber tehr durch die Hasenheide stillgelegt. Die dort verfehrenden Linien mit Ausnahme des Ring 3 werden über die Urbanstraße und Ring 3 über Camphaufenstraße geführt. Ein Lieder- und Tanzabend, veranstaltet von der Arbeitsgemeinschaft Es 18. April 1924, abends 7 116r, im Reform- Realgymnasium tenberg, 7% fialistilcher Kulturorganisationen des 77. Kreties, findet am Sonntag, den Barfaue( 5 Minuten vom Bahnhof Frankfurter Allee) ftatt. Zanze und Lieder der verschiedenen Zeiten geboten. Genosse Simon Rabenstein spricht über das Thema: Sozialisten im Stulturfampf". Samts liche Mitwirkende find Mitglieder der angeschlossenen Organisationen. Eintrift 25 Pf. Wedding: Batzenhofer- Ausschant, Chauffeeftr. 64. Sozial demokratische Wählerversammlung mit Lichtbildervortrag: " Wen wählen wir?" Eingeladene Gäste haben Zutritt. Spandau: Lokal Seih, Schüßenstraße. Referent Genoffe Nietisch. Cantrik: Baradiesgarten, Mühlenstr. 21. Referent: Legationsrat Dr. Walter Zechlin. Steglitz: Oberrealschule, Elisenstraße. Referent Pfarrer Bleier. Adlershof: Wöllstein, Bismarckstr. 75. Referent: Eduard Grünau: Jägerhaus, Bahnhof- Ede Friedrichstraße. Referent: Bürgermeister Paul Mielih. Bernstein. Tagesordnung:„ Die Bedeutung des 4. Mai". Deffentliche Wählerinnenversammlung Berlin- Mitte: Großer Saal des Gewerkschaftshauses, Engel ufer 25. Tagesordnung:„ Was fordern die Frauen vom neuen Reichstag?" Referent: Dr. Julius Moses, M. d. R. Lempert. Sonnabend, den 12. April, abends 8 Uhr: Cladow: Lokal Bäumann. Referent: Bezirksverordneter Oberschöneweide( Bezirk Westen): bei Knappe Westendstr. 17. Karow: bei Klir, Pantgrafenstraße. Referentin: Landtags abgeordnete Luise Kähler. Tagesordnung:„ Der Kampf um den neuen Reichstag". schaft des Landgerichts II. Die Angeklagte wird beschuldigt, ihr Kind drei Tage von der Geburt ab ohne Nahrung gelassen zu haben, mit der Absicht, es umtommen zu lassen. In der Nacht des dritten Tages ist das Rind in einen Wassereimer gestedt und ertränet worden. Die Angeklagte ist eine frisch aussehende blonde Frau, die fich wiederum im 6. Monat der Schwangerschaft, und zwar von dem felben Mann, der auch Bater des ersten Kindes war, befindet. Sie ist mit einem Landwirtssohn aus Königswusterhausen verlobt. Das Berhältnis hatte Folgen, um diese zu beseitigen, begab fie fich zu einer Arbeiterfrau Quatag, wo eine Frau W. aus Röpenid einen Abtreibungsversuch gleichzeitig an ihr, wie an Frau Q. vornahm. Die Folgen dieses gewaltsamen Eingriffs waren aber, daß das Kind frühzeitig, anscheinend im 7. Monat, zur Welt fam. Die Angeklagte bestreitet, die Absicht gehabt zu haben, ihr Kind zu töten, gibt aber schehen, weil sie nicht imstande gewesen wäre, das Kind zu nähren, zu, daß sie es drei Tage ohne Nahrung gelassen habe. Das sei geund weil das Kind außerdem nicht lebensfähig war, jo daß man ihr gesagt hatte, sie solle es ruhig liegen lassen. Als das Rind am dritten Tage immer noch wimmerte, störte das die ebenfalls zu Bett liegende Frau Q. und diese sagte zu ihr, sie solle auf stehen, einen Gimer mit Wasser holen und das Kind hineinsteden. Sie habe aber nicht aufstehen können und da habe der Ehemann Quakah den Eimer geholt. Wer das Kind nun hineingesteckt und darauf die Angeklagte in einem Nebenzimmer und erklärt darauf, ertränkt habe, wisse sie nicht. Med.- Rat Dr. Störmer untersucht daß bei einer normalen Schwangerschaft die Ange flagte die beste Milch haben müßte, die man fich denten könnte. suchten Tötung schuldig gemacht habe und verurteilte sie unter Zu Das Gericht war der Ansicht, daß sich die Angeklagte der ver Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 11. April. Tageseinteilung Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. " 4.30-6 Uhr: Unterhaltungsmusik. 7-7.30 Uhr:„ Mein Junge wird 5 Jahre alt. 7.30 Uhr: Afrikanischer Steppenzauber. Ein Jagdtag staltung.( Kammersängerin Elisabeth van Endert, Kammersänger auf Großwild in Afrika( Dr. Berger). 8.30 Uhr: Fünfte Sonderveran Walter Kirchhoff.) 1. Adagio aus der E- dur- Sonate, von Bach ( Violine, Deman). 2. Siegmundes Liebeslied aus Walküre", von Wagner( Walter Kirchhoff). 3. Frühlingsglaube, Ave Maria, von Schubert( Elisabeth van Endert). 4. Zigeunerweisen, von Sarasate ( Violine. Deman). 5. Die Lotosblume, Geisternähe, Der Hidalgo ( Kirchhoff). 6. Morgen, Ständchen, von Strauß( Elisabeth van Endert). 7. Duett aus„ Lohengrin", von Wagner( van Endert und Kirchhoff). Am Flügel: Otto Urak. n Der Verein Sozialistische Arbeiterjugend, Abteilung Treptow, veran ftaltet beute, Freitag, abends 8 Uhr, in der Sternwarte in Heptow einen Film abend. Der bisher angezeigte Film Ranuf der Eskimo Dafür gelangt der Film. Shatletons Zobesfahrt nach dem fann leider infolge technischer Schwierigkeiten nicht aufgeführt werden. Südpol zur Vorführung. Untoftenbeitrag 50 f. in der Aula des Realgymnasiums, Berner Strage, ein Boltsfunstabend Bolfsbildungsamt Reinidendorf. Heute, Freitag, abends 8 1hr, findet statt, bestehend in Dstermusik und Rezitationen, unter Mitwirkung des Mengeweinschen Oratorienvereins. Einlagfarten an der Abendkasse zu haben. Englisch und Spanisch. In den nächsten Tagen beginnen die neuen Anfängerkurse( Abendunterricht) für Teilnehmer ohne Vorkenntnisse. Leiter der englischen Kurse ist Genoffe ut ch 3; der spanische Unterricht wird von Frl. Caftrillon erteilt. Zur Dedung der Unkosten wird jür den Vierteljahrsfurfus( 26 Stunden) ein Beitrag von 5 M. erhoben. Ane meldungen am Freitag, 11. April, und Sonnabend, 12. April, von 6 bis 8 Uhr abends, in der 92. Gemeindeschule, Winterfeldtstr. 16( nahe Bülowftraße und Nollendorfplatz). Sprachschule für Proletarier. Grubenunglück in Westfalen. In Heesen bei Hamm hat sich auf der 3 e che Sachsen ein ihmeres Gruben unglüd ereignet. An einem Bremsberg in der Grube löften fich einige Wagen von dem Bugteil, fauften die Strede zurüd und faßten hier drei Arbeiter, bie nicht ausweichen fonnten. Einer war fofort tot, ein zweiter starb auf dem Transport, der britte wurde schwerverlegt ins Krantenhaus eingeliefert. Furchtbare Wirkungen der Weichselüberschwemmung. Wiewohl das Hochwasser in den letzten Tagen endlich zurüc gegangen ist, tommen doch täglich neue Schreckensnachrichten. Bei Blod wurden 80 Häufer niedergerissen. Infolge eines Dammbruchs bei Lomianti entstand nördlich von Warschau ein weiter See. Am Weichieltnie bei Rajszew, 100 die Pfähle einer 1919 erbauten Holzbrüde bis heute nicht beseitigt wurden, hatte sich eine 6 kilometer lange, 4 Meter bobe Gisbant gebildet, die durch Pioniere gesprengt werden mußte. Die von General Haller als Präsidenten des polnischen Roten Kreuzes zuerst in Aussicht genommene Attion, die Eisbank durch die bereits mobilisierte Artillerie und das Ab werfen von Bomben aus Flugzeugen zu lodern, mußte als auss fichtslos aufgegeben werden. Die Weissel war an der Mündung auf mehrere Kilometer Breite angewachsen. Der Sachschaden wird auf mehrere Millionen Goldfranken geschäßt. Störungen durch Schneestürme. führenden Telegraphen- und Telephonleitungen find Eine große Anzahl der von Berlin nach dem est en infolge starter Schneestürme an der Nordküfte unteraufrechterhalten. Auch in Hamburg find infolge heftigen Schnces brochen. Der Berkehr wird soweit angängig durch Umleitungen Sturmes in den Fernsprechperbindungsleitungen zahlreiche Störun gen aufgetreten. Die Berbindungen nach Sachsen und Mittelbeutschland, dem Ruhrgebiet und nach Berlin sind be fonders in Mitleidenschaft gezogen. burg infolge von Schneestürmen in Mecklenburg und an der Küfte Gestern waren fämtliche Leitungen zwischen Stettin und Ham gestört. Eine Verbindung ist nur vereinzelt über Berlin und Hema burg möglich. Maffenerkrankungen durch Wurffvergiftung. In dem Wiener Missionshause St, Gabriel bei Mödling find 140 Bersonen unter schweren Bergiftungserscheinungen ertrantt. 3 wei davon sind gestorben, zehn schweben in Lebensgefahr. Es scheint, daß es sich um eine Wurstvergiftung handelt. Die Insassen des Missionshauses werden für den Missionsdienst in Ostasien, Indien, Japan und Südamerika ausgebildet. Madenwürmer Springwürmer, Spulwürmer werden beseitigt d. Wurm mittel., Leolade", wohlschmed. Aretaschokolade. Mit genauer Anweisung. Schachtel 80 Pt. Nur echt vonz Laboratorium Leo, Dresden- R. In allen Apotheken und Drogerien. Gemüts- u. Sexualieiden NERVOSE Dr. med. ROECKERATH Berlin C 19, Grünstraße 20. Sprechzeit 3-4 MAGGI'Suppen erleichtern der Hausfrau die Kocharbeit Nur mit Wasser angerührt und kurze Zeit gekocht, geben sie delikate Suppen. Viele Sorten wie: Eiernudeln, Eiersternchen, Erbs, Erbs mit Speck, Ochsenschwanz, Reis, Pilz usw. tragen jedem Geschmack Rechnung. Man achte auf den Namen MAGGI und die gelbrote Packung. MAGGI SUPPEN ERBS Großfeuer in Goslar. Lichtenberg. 114. t. 6 hormets- Berbreitung bei Schwarzer, GabrielMarr- Str. 17. 116. Abt. b 6 Uhr Ausgabe des Borwärts" für die Agitation in der Spedition Rosenkranz, Bothagener Str. 62. 117. bt. Bur, Borwärts"-Berbreitung treffen fid) bie Genoffen abends 6 Uhr beim Genoffen Krüger, Türrschmidtstr. 36, und Genoffen Neumann, Leopold ftraße 17. 131. Abt.Niederschönhausen. Achtung, Bezirksführer! Die Freinummern des ,, Borwärts" find sofort beim Genossen Krei, Brangelstr. 5, abzuholen und Bu verteilen. Ein Munitionslager in die Cuft geflogen. Gestern nachmittag brach in der Domfoferne in Goslar Feuer aus. Der dem Kaiserhaus gegenüberliegende Flügel der Rajerne steht in Brand. Das Feuer griff auf die im obersten Stodmert befindlichen Munitionslager über, wodurch eine hef= tige Detonation entstand. Im 5% Uhr nachmittags flog 141. t. Rosenthal. Ab 6 Uhr Treffpunkt zur„ Borwärts"-Agitation im Lokal der Dach stuhi in die Luft und überschüttete die Gegend weithin mit Sprengstüden und brennenden Dachsparren. Der Brand hat sich auf das ganze Gebäude ausgedehnt, da die Feuerwehr der andauernden Detonationen wegen nicht an das Gebäude herantommen fonnte und sich auf Absperrungen der Zugangsstraßen beschränken mußte. Das Feuer dauert noch an. Eine weitere Meldung besagt: Den Angehörigen des 3. Bataillons, Infanterieregiment Nr. 17, das in der Kaserne seine Unterfunft hat, gelang es, fich zu retten. Ein Teil von ihnen ist verlegt. In der Umgebung der Kaserne sind die Fenster der Häuser durch die Explosion, die sich bis 4 Uhr nachmittags noch mehrmals wiederholte, zertrümmert. Das Feuer dauert noch an. Die Entstehungsursache ist unbekannt. Groß- Berliner Parteinachrichten. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde! Heute, Freitag, abends 7% Uhr, Filmabend Ich fahre in die Welt" in der Aula der Rathenau- Schule, Reutöln, Boddinste. 34/35. Gaaleinlaß 7 Uhr. Untoftenbeitrag für Kinder 20 Pf. 6. Kreis Kreuzberg. Die Abteilungsleiterinnen, welche die Verbreitung des Flugblattes( Die Wählerin) geleitet haben, finden sich heute, Freitag, zwischen 6-7 Uhr bei Wolf. Gracfeftraße, ein. 14. Rreis Neukölln. Besprechung des engeren Vorstandes Gonnabend, den 12. April, abends 7 Uhr, im Barteibureau. 17. Kreis Lichtenberg. Gonnabend, den 12. April, 7% Uhr, in der Bibliothet, Weichselftr. 28, Gigung aller Genossen, die sich an der Bandagitation beteiligen wollen. 20. Kreis Reinidendorf. Kreisfunktionäre! Freitag, den 11. April, 7% Uhr, in den Schönholzer Festfälen, Reinickendorf- Oft, Provinafte. 81, am Bahnhof Schönholz, wichtige Besprechung. Heute, Freitag, den 11. April: 21. st. 6 Uhr Treffen fämtlicher Mitglieder zur Borwärts"-Agitation in den bekannten Zahlabendlokalen. Dort um 9 Uhr Gruppenbesprechung Die Gruppenführer bzw. die Stellvertreter treten um 6 Uhr bei Rösner, Immanuelfirchstr. 25, zu einer kurzen Besprechung zusammen. 25. Abt. 7 Uhr bei Gott, Kniprodeftraße, Treffen der Genossen zur Vorwärts". agitation. 31. bt. 5% Uhr Borwärts", Agitation bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36. 44. Abt. Bezirksführer! Borwärts".Ausgabe ab 5 Uhr bei Eifert, Oranienftraße 196. 88. Stadtbezirk: Treffpunkt 6% Uhr bei Wagner, Rottbuser Straße 19. 46. Abt. 6 Uhr Treffpunkt zur Borwärts"-Agitation Cuornstr. 45. 47. Abt. Ab 4% Uhr Vorwärts"-Verbreitung von Giedentopf, Mustauer Str. 35, aus.- Gonnabend, den 12. April, abends 8 Uhr, ebenda Parteiarbeit. Charlottenburg. 55. Abt. 6 Uhr Borwärts"-Berbreitung: 8. und 9. Gruppe bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21; 10. Gruppe bei Bohne, Schloßftr. 45. 57. Abt., 2. Gruppe, 6 Uhr bei Thunad, Wielandstr. 4, Treffpunkt zur Borwärts"-Agitation. 78. Abt. Schöneberg. 6 Uhr Treffpunkt der Bezirksführer, Funktionäre und Wahlhelfer beim Genoffen König, Brinz- Georg-, Ede Feurig- Str., zur ,, Vorwärts"-Agitation. 80. Abt. Die Genoffinnen und Genoffen treffen fich um 5% Uhr beim Genossen Jürlid) zur Vorwärts"-Berbreitung. 81. Abt. Friebenau. Ab 12 Uhr beim Genoffen Rubbed, Odenwaldstr. 26, holen die Bezirksführer und Funktionäre Material zur ,, Borwärts"-Agitation ab. Frische, Niederstraße. Morgen, Sonnabend, den 12. April: 136. st. Reinidendorf- Oft. Die Bezirksführer werden ersucht, am Sonnabend, abends 7 Uhr, die Plakatstreifen von Genoffen Kreutlein, Justusstt. 48, abzuholen. * Jungfozialisten Schöneberg. Freitag, den 11. April, 18 Uhr, im Jugendheim Rubensstraße, Zeitschriften Abend: Besprechung der Gesellschaft". Die Anmeldungen für die Osterfahrt find bis Sonntag einzureichen. Conne tag, den 8. April, Besuch der Sintemann"-Borstellung. Treffpunkt wird am Freitag bekanntgegeben. 74. Abt. Zehlendorf. Unsere nächste große Veranstaltung ist am Donnerstag, den 17. b. M., abends. Jeder Genosse und jede Genoffin muß sich diesen Abend freihalten. Näheres an dieser Stelle. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Seute, Freitag, müssen unbedingt die MaiProgramme abgegeben werden. Achtung, Abteilungstaffierez! Die Beitragsmarlen müssen heute unbedingt von allen Abteilungen abgeholt und die März- Marken abgerechnet werden. Ferner find unfer Jugend voran", Internationale" und Arbeiter- Jugend" abzuholen. " Werbewoche der Sozialistischen Arbeiterjugend Gr,-Berlin Heute, Freitag, den 11. April, abends 71 Uhr: Charlottenburg: Jugendheim, Rofinenste. 4, Bortrag: Unsere Sommerarbeit." Cöpenid: Städtisches Jugendheim, Grünauer Gtr. 5, Bortrag: Was will die GAJ.?" Friedrichsfelbe: Jugendheim, Berliner Str. 45, Bos trag: Geschichte der Jugendbewegung." Buisenstadt: Badeanstalt Baerwald. ftraße 64, Diskussion: Das Wandern." Moabit I: Schule Walbenserstr. 21, Bortrag: Die deutsche Jugendbewegung. Moabit II: Rath. Schule, am Stephansplat, Bortrag: ,, Warum bin ich in der SAJ.?" Niederschönhausen: Schule Blankenburger Str. 69, Werbe- Abend. Rorbolt II: Schule Danziger. Str. 23, Reuter- Abend. Often- Str.- B. Schule Naglerfte. 3. Bottrag: ber glaube und Rauberformeln" Reinickendorf- Weft: Kinderhort Augusta- BittoridAllee, Vortrag: Was trennt uns von der KS.?" Schöneberg II: Schule Frankenstr. 10, Bortrag: Geschichte der Arbeiterbewegung." Weißensee: Realgymnafium, Woeldpromenade, Mitgliederversammlung. Werbebezirk Neukölln. Seute abend 7% Uhr in der Aula der Rathenau- Schule, Boddinster. 34, Filmabend Ich fahre in die Welt". Gaaleinlag 7 Uhr. Unkostenbeitrag 40 Pf. abend Abteilung Treptow. Heute abend 18 Uhr in der Sternwarte, FilmShakletons Todesfahrt nach bent Güdpol." Der vorher angezeigte Film Nanut, der Estimo", tann leider wegen technischer Schwierigkeiten nicht gespielt werden. Unkostenbeitrag 50 Pf. Vorträge. Vereine und Verfammlungen. ,, Bollsthor Südosten", Dber, Rieberschöneweibe und Johannisthal, am Sonnabend, 12. April, im Ryffhäuser in Niederschöneweide, Berline: Str. 91, Runstabend. Leitung: Rapellmeister Emil Thilo. Columbus" für Männerchor, Orchester und Dellamation von Julius Becker. Deklamation Gen. Georg Rerften: Burnus das organische Wäsche Einweichmittel, verbilligt das Waschen bedeutend, weil man damit erheblich an Seife und Feuerungsmaterial spart, und es schont die foflbare Wäsche mehr als jedes andere Berfahren. Darum Beine Wäsche ohne Burmus! Su haben in den einschlägigen Geschäften. Fallinger- Werte A.-G., Berlin RB7 Willst Du Deinem Mann was kaufen, mußt zu Hosen- Anders laufen. Berufskleidung Strickwesten Trikotagen Socken Faschentücher A. 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Deutschland hat nur eine Atempause. Das Ende dieser Atempause naht heran. Schicksalschwere Entscheidungen müssen gefällt werden. Ein Ausweichen ist nicht möglich. Von diesen Entscheidungen wird das Ge schid von Generationen abhängen. Diese Ent. scheidung fällt nach dem Willen der Mehrheit des Volkes. Keine Macht nimmt dem Volte die Verantwortung ab. Am 4. Mai bestimmt das deutsche Volk sein Geschick! Dieser Wahltag ist ein großer und entscheidender Tag! Selten stand ein Bolt vor so flarer, so schicksalsschwerer Ent. scheidung. Nicht um politische Kombinationen, abseits vom Leben des Bolles geht es, sondern um die Gestaltung und die Zukunft unseres Lebens selbst. Die Größe der Entschei dung muß jeden Deutschen aufrütteln, muß ihn erfüllen mit ungeheurer Spannung, mit festem Willen und tiefem Ernst. Sie darf nicht fallen aus fleinlicher Leidenschaft und aus Rechthaberei, aus unflaren Gefühlen, aus Haß. But und Empörung. In dem Sturm der Leidenschaften, der unklaren Gefühle, der sich jagenden Illusionen steht die Deutsche Sozial. bemokratie als fester Blod. Sie setzt der politi schen Phantastik realpolitisches Denken entgegen. Sie ver spricht nichts Unerreichbares. Sie täuscht den Massen der Bevölkerung nicht vor, daß sie mit einem Schlage die welt. politischen Tatsachen ins Gegenteil verkehren könnte. Aber ihre Politik bahnt die Wege zu besseren Zeiten, schafft die Grundlagen für das Dasein und die Zukunft des Volkes unter den veränderten geschichtlichen Bedingungen! Außerhalb ihrer Grenzen ist die geistige Verwirrung und das politische Chaos. Die Einheit und die Stärke der Sozialdemokratie ist die Boraussetzung der Einheit und Stärke Deutschlands und seiner Zukunft! Deutschland kann nur leben, wenn das Bolt selbst bewußt Anteil nimmt an seinem Geschick, wenn es selbst sein Geschick bestimmt. De motratie ist die erste Boraussetzung der deutschen Zukunft! Soll Deutschland fich behaupten als einheitlicher, geschloffe. ner Staat unter dem harten Drud der Lasten des verlorenen Krieges, so dürfen nicht die breiten Massen der Bevölkerung durch sozialreaktionäre Bedrückung von der Bejahung des Staates zurüdgedrängt werden in dumpfe Gleichgültigkeit dem Geschick der deutschen Republif gegenüber. Soziale Gerechtigkeit erst schafft die Grundlage für Deutschlands Behauptung! Freitag, 11. April 1924 Deutschnationales Wahlgebet. Sieh, Herr, wir stehen vor der Reichstagswahl, Um Deutschlands Wohl und Mehe wird geftritten, Da tommen wir in unf'res Herzens Qual, Um Deine Unterstügung zu erbitten. Es gilt wahrhaftig nicht dem Stimmenfang, Daß wir die Stufen Deines Throns erflimmen; Denn um Mandate sind wir jetzt nicht bang, ece Weil doch die Dummen sämtlich für uns stimmen. Im Gegenteil, wir flehen in der Not: Behüte uns vor allzuviel Mandaten! Wir könnten durch ein Ueberangebot In schreckliche Verlegenheit geraten. Bebent, wir könnten ja gezwungen sein Die Zügel der Regierung zu ergreifen! Da würde den geborgten Heilgenschein Das Bolt uns bald vom harten Schädet streifen. Denn ftets als Retter priesen wir uns an Und schleuderten Bersprechungen in Hülle, Und die naive Menschheit klebt daran, Daß man ihr das Bersprochene erfülle. Doch peinliche Erfüllungspolitik Baßt nicht in unfern nationalen Rahmen; So gönne uns, Herr, der Minderheit Geschic mlund sted uns nicht in die Regierung! Amen. M. Jungmann Inflation une bürgerli HeParteien Das deutsche Bolt muß am 4. Mai zeigen, daß es politisch reif ist. Klares politisches Denten, Einsicht in die unumstöß fin senoffe Hugo Heimann, unser erster Stadtverlichen Tatsachen, mit denen wir zu rechnen haben, muß die Nur im Frieden können die inneren Vorausseßun ordnetenvorsteher in Groß- Berlin, und Vorsitzender des Entscheidung bestimmen. Die bayerischen Wahlen haben gegen der Gefundung der deutschen wirtschaftlichen Verhältniffe, Haushaltsausschusses des Reichstages von 1920 bis 1924, zeigt, daß ein großer Teil des deutschen Boltes einen unheil des Aufstiegs der arbeitenden Massen, Deutschlands geschaffendstellt uns den folgenden Artikel zur Verfügung. Genosse vollen Weg betreten hat. Aus dem Reiche der Wirt werden. Berständigung, nicht neuer Krieged an zweiter Stelle zum Reichstag. Heimann fandidiert auf der Berliner Liste der VSPD. lichteit flüchten sie in das Reich der Phan muß das politische Ziel jedes Denkenden sein. tasie. Sie verschließen die Augen vor den Tatsachen und jagen politischen Illusionen nach. Furchtbar wird das Er wachen aus diesen Illufionen fein, wenn am Wahltag für ganz Deutschland das politische Chaos gefchaffen wird, das nun in Bayern die Folge der völkischen und der kommunistischen Phantasie ist! Soll Deutschland das Land eines politisch reifen und denkenden Volfes sein, oder ein verlorenes Land, deffen Bevölkerung fich selbst aufgibt, unfähig, ihre Lage zu erkennen, unfähig, das eigene Geschid zum Besseren zu wenden? Coll der Bürgerblock regieren? Was haben die bürgerlichen Regierungen gebracht? Die pollfische Reaffion in Deutschland will die Bereinigte So. zialdemokratische Partei, die politische Bertretung der werttäfigen Bevölkerung, von jedem Einfluß auf Regierung und Verwaltung des Staates ausschließen. Sie will Deutschland regieren durch einen Bürgerblod gegen die Sozialdemokratie. Was bedeutet der Bürgerblod? Das Beispiel der bürgerlichen Regierungen in den lehten vier Jahren, an denen die Sozialdemokratie nicht beteiligt war, gibt die Antwort darauf: Unter der Regierung Marg wird die Hauptlaft der Sadorf, Mühlheim und Ruhrort befeht worden und diefe Besehung währt bis auf den heutigen Tag. Unter diefer Regierung wurde der Anfang mit dem freien Handel gemacht, der in wil. defter Preistreiberei endete. Unter der Regierung Cuno- Beder wurde das Ruhr. gebiet befeht, das deutsche Bolt in eine Katastrophe des Elends geworfen. Unter dieser Regierung wurde der Großbesih in Deutsch. land zum Befehungsgewinnler, während die Maffen der Bevölkerung bei vollen Scheuern hungerten". Unter der Regierung Marg wurde die Hauplaft der Sanierung Deutschlands auf die Schultern der Arbeiter, der Ungestellten, der Beamten gewälzt, wird dem Scharf. machertum freie Bahn gegeben zum Kampfe gegen den Acht. Stundentag und die sozialpolitischen Errungen. 1chaften der Arbeiter. Reglerung des Bürgerblods bedeutet die Fortsetzung dieser Po. lifit im verschärften Maße, bedeutet: Neue Bedrückung Deutschlands von außen. Neue Bedrückung der arbeitenden Massen durch das Scharfmacherfum. Beseitigung der demokratischen Verfaffung. Der Kampf um diese Voraussetzungen ist der Inhalt der Bolitit der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Im Interesse des ganzen Wolfes, im Intereffe der Zukunft Deutschlands vertritt sie ihre Forderungen: Für soziale Gerechtigkeit- gegen soziale Reaktion! Für Demokratie und Republik- gegen jede Diktatur und Monarchie! dienst an ihrer vorläufigen Stabilisierung spielen im WahlDie Schuld am Zusammenbruch der Währung, das Ber tampf eine besondere Rolle, und jede Partei nimmt für fich in Anspruch, die Währung stabilisiert und damit Deutschland vor dem Chaos gerettet zu haben. Der Wähler, der objektiv prüfen will, wie bie Dinge liegen, wird in Erfahrung bringen müffen, welche Währungs- und Finanzpolitik die einzelnen Parteien im Laufe der letzten Jahre getrieben haben. Da Taten und Unterlassungen gerade auf diesem Gebiete sich für die Bevölkerung und jeden einzelnen sofort fühlbar gemacht Für Verständigung gegen den internationalen haben, ist hier ein objektives Urteil leichter und sicherer zu geMilitarismus! Diese Hoffnungen des Bürgerblods gehen in Erfüllung, wenn am 4. Mal die Arbeiterschaft fich jerfplittert und politischen Phantaften nachläuft. Am Wahltag heißt die Parole: Gegen den Bürgerblod, für die Bereinigte Sosialdemokratie! An alle Republikaner! Am 4. Mai entscheidet ihr über das Schicksal Deutschlands Mit beispiellofer Berhegung fämpfen bie, die den Bu sammenbruch Deutschlands verschuldet haben, gegen die, die Deutschland in langer Arbeit wieder aufbauen wollen. Die Grundlagen des Rechtes und der Ge rechtigkeit sind aufs schwerste erschüttert. Während ehrliche Idealisten in den Zuchthäusern schmachten, werden die vorfäßlichen Staatsverderber und Hochverräter freigesprochen und begnadigt. Wollt ihr nicht eure Stimme erheben gegen diese strupel. lofe Reaktion und Verantwortungslosigkeit? Wollt ihr noch einmal warten, bis eure Führer von Mordbuben getroffen tot zusammenbrechen? Nein und abermals nein! Die republikanischen Verbände rufen euch auf zum Protest! Keine Stimme für eine Partei, die nicht die Verfaffung schüßt. Kampf allen Verfassungs- und Reichsfeinden! Rampf den Hochverrätern und Verbrechern, die Meineibige ungestraft der Hand des Richters entziehen. Republikaner fämpft: für Reichseinheit und Republik! für Recht und Gerechtigkeit! für Deutschlands Freiheit nach innen und außen! Die vereinigten republikanischen Verbände. winnen als in vielen anderen Fällen. Leitmotiv der Sozialdemokratischen Partei für alle ihre Handlungen und Anträge auf finanziellem Ge biete war das Verlangen, für alle neuen Ausgaben neue Einnahmen zu schaffen und die Lasten derselben auf die leistungsfähigen Schultern zu legen. Dieses Berlangen hatte wenig oder nichts mit Sozialismus und Demokratie zu tun, sondern entsprach den elementarsten Anforderungen des Ernstes der Zeit, wie denn& B. in England solche Finanzpolitik vom ersten Tage des Krieges an durch die bürgerlichen Regierungen und Parteien getrieben worden ist. Diefem Berlangen der Sozialdemokratischen Partei widerfetten fich die befizenden Klassen Deutschlands von Anfang an mit nicht zu überbietender Schroffheit und Hartnäckigkeit. Geistiges Oberhaupt und Führer dieser Kreise war Dr. Helfferich, der schon während des Krieges an leitender Stelle stand und für die Finanzierung des Weltkrieges die Hauptverantwortung trägt. Statt wie in England wenigstens einen erheblichen Teil der ungeheuren Kriegskosten durch Befigsteuern hereinzubringen, fezte er allem Drängen unserer Partei nach Schaffung solcher Einnahmequellen die bekannte stereotype Antwort entgegen: um die Finanzierung des Weltfür die kommenden Jahrzehnte das Bleigewicht der Milliarden frieges brauche man sich nicht zu sorgen; die Gegner würden mit sich zu schleppen haben. In jedem anderen Land der Welt hätte ein Mann von folcher Prophetengabe und solcher Leichtfertigkeit sich für das öffentliche Leben unmöglich gemacht. In dem politisch ungeSchulten und zerrissenen Deutschland konnten Helfferich und fein engster Kollege und Barteifreund Hergt, für den die Amerikaner bekanntlich nicht schwimmen und nicht fliegen und daher nicht herüberkommen fonnten, noch bis zum heutigen Tage als parlamentarische Wortführer der einflußreichsten Wirtschaftstreife ihre verhängnisvolle Rolle weiterspielen und alle Bersuche fabotieren, rechtzeitig das Abwärtsgleiten der Währung zu verhindern. Dr. Helfferich betam es fertig, die Kriegsausgaben auf einen besonderen Etat zu schieben und zur Abdeckung der felben jene Kriegsanleihen auszugeben, die im Publikum mit maded eve fe Der Stresegummimann. Ho sid soo sign 1chin sind died d ༨ ཀ) Seht die Wählerlisten ein! einer bis dahin in Deutschland nicht gefannten Reflame ver| trieben und allen öffentlichen Körperschaften unter schärfftem staatlichen Druck bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit aufgenötigt wurden. Beffere und sicherere Anlagen für das gute Geld der Sparer follte es ja nirgends geben, und das Reich würde, so wurde versichert, niemals, fomme was wolle, die im Stich laffen, die ihm in schwerster Stunde beigestanden hätten. Noch 48 Goldmilliarden Kriegsanleihe und zirka 56 Goldmilliarden Anleihen des Reichs, der Länder und der Gemeinden befinden sich heute in Zirkulation und wohl aus nahmslos in den Händen der fleinen Sparer bzw. der Spartassen, da die leistungsfähigeren Kreise und ihre Kreditinstitute rechtzeitig solchen unvorteilhaften Besitz werden abgestoßen haber. Die dritte Steuernotverordnung des bürgerlichen Ministeriums Marg vom 14. Februar 1924 enteignet diese kleinen Sparer restlos durch die Bestimmung: Die Berzinsung und Einlösung von Anleihen des Reichs, der Länder und Gemeinden, die vor Infrafttreben dieser Berordnang aufgenommen sind und auf Reichsmart lauten, fann bis zur Er ledigung sämtlicher Reparationsverpflichtungen nicht gefordert werden." Da die Reparationsleistungen des Versailler Vertrages auf mehrere Generationen bemessen sind, wird auch die kommende Generation solche Erledigung" nicht erleben. materiellen Interesse ins Elend gestoßen haben, Dank und An-| meidung neuer Inflation. Die Reichsregierung hat im Gegensatz erkennung für ihr erfolgreiches Sanierungswert. Wähler und Wählerinnen! Denkt an die Inflationszeit mit all ihren Leiden und Qualen und zahlt am 4. Mai Eure Schuld mit 3ins und Zinseszinsen! Schuld t Deutschnationale Bekenntnisse. Worte, die nicht vergeffen werden dürfen. Steuerscheu find die Deutschnationalen von jeher gewesen. Bewilligungsfreudig nur, wenn es sich um indirekte Steuern han belte, die das arme Bolk belasteten. Ablehnend aber standen sie allen Forderungen nach direkten Reichssteuern gegenüber, die den Besitz treffen sollen. Abg. v. Heyde brand und der Lasa, noch heute eine anerkannte Führerpersönlichkeit in der Deutschnationalen Bartei, hat im Deutschen Reichstag offen zugegeben, worauf die Abneigung gegen Befigsteuern zurückzuführen ist. Er sagte: " Die allgemeine Befihsteuer darf nicht in die Hände einer auf dem gleichen Wahlrecht beruhenden Körperschaft gelegt werden, weil es fein Mittel gibt, mit dem auf die Dauer und wirksam verhindert werden kann, daß die Säße und einzelne Bestimmungen fo verschärft werden, daß schließlich am letzten Ende die Expropria. tion des Befihes herbeigeführt wird." Und der Abg. v. Oldenburg- Januschau, gleichfalls hervorragendes Mitglied der Deutschnationalen, fügte tlaffisch hinzu: Diese Enteignung der Besizer von öffentlichen Anleihen ist nur ein fleiner Ausschnitt aus dem Unheil, das die Inflation über die weitesten Kreise des Boltes gebracht hat. Es fönnte verwunderlich erscheinen, daß solchem nationalen Un Wer die direkten Steuern im Reich eingeführt, der überliefert glüd gegenüber nicht alle Parteien und Regierungen in ge- den Sozialdemokraten das Portemonnaie der Befihenden." meinsamer Anstrengung alles nur Erdenkbare zur Abwehr unternommen haben. Die Erklärung liegt darin, daß lange finanzverwaltung eingeführt hatte und das„ Portemonnaie der Be Deshalb mußte Erzberger ermordet werden, weil er die Reichs. Beit hindurch die Verluste der Massen von den Sachwert sitzenden" ernsthaft zur Abgabe für das aus tausend Wunden blutende befizern, d. h. in erster Reihe von Industrie und Landwirt Reich veranlassen wollte. Deshalb mußte. Helfferich Erzberger und schaft, zu Riefengewinnen umgemünzt werden fonnten, und Rathenau mit seinem Haß verfolgen, bis beide gefillt" waren. daß diese Kreise daher systematisch alle Versuche unserer Parte hintertrieben, rechtzeitig den Etat zu balancieren und die Wäh- patriotischen Phrasen der Deutschnationalen. Man soll die ehr. Die Steuerscheu der Besitzenden ist so sprichwörtlich wie die rung zu stüßen. Diese Bersuche liegen in zahlreichen Anträgen und Dent- Gie gaben den Schlüssel zu dem Berhalten ihrer deutschnationalen Diese Bersuche liegen in zahlreichen Anträgen und Dent- lichen Bekenntnisse der Heydebrand und Oldenburg nicht vergessen. schriften in den Aften des Reichstages vor und können von Parteifreunde im Reichstag. feinem Gegner, und sei es auch der böswilligste, bestritten werden. Daß fie richtig und zur Herbeiführung der ge wünschten Ziele geeignet waren, geht daraus hervor, daß die Gegner Jahre später, um das vollständige wirtschaftliche Chaos zu verhüten, die gleichen oder ganz ähnliche Wege beschreiten mußten. Um die Mitte des Jahres 1921, als der Dollar 69,72 m. foftete, legte Robert Schmidt eine Dentschrift über die Erfassung der Goldwerte vor. Es sollten die in der deutschen Wirtschaft liegenden Goldwerte durch hypothekarische Belastung bis zu 20 Broz. als Kreditquelle für das Reich mußbar gemacht werden. In donnernden Reden und Auffäßen fämpften Helfferich, Havenstein, Westarp u. a. gegen diefe Borschläge an, die„ nichts anderes feien als die radikale Durch führung des fozialistischen, ja des tommunistischen Programms" Deutschland leidet unter vielen llebein. Eines der schlimm sten, vom Standpunkt der befiglofen Klaffen aus, ist die Tat sache, daß die befizenden Klaffen trotz der Verschiedenheit ihrer Stlaffenlage und Ideologie ihre Klassenintereffen stets weit Sloffenlage und Ideologie ihre Klassenintereffen stets weit beffer erkannt und wahrzunehmen gewußt haben, als die bebeffer erkannt und wahrzunehmen gewußt haben, als die befitzlofen. Da nun die Wähler bei den Reichstagswahlen von 1920 den bürgerlichen Parteien ein lebergewicht gegeben hatten, da diese Parteien besonders in allen Steuer- und Finanzfragen fast ausnahmslos in geschlossener Front gegen uns gestanden haben, da wir der vereinigten bürgerlichen Rechten keine geschlossene und vereinigte Linte entgegensegen fonnten, weil die Kommunisten aus Haß gegen uns nur zu häufig mit den schlimmsten Feinden der Arbeiterklasse, den Deutschnationalen, gegen uns stimmten, so ist es ertlärlich, daß wir gerade in diesen wichtigen Finanzfragen nicht viel und das wenige nur unter dem äußersten Drud ungewöhnlicher oder außenpolitischer Ereignisse durchsehen konnten. Der Anschauungsunterricht aber, den die Wähler seit dem Juni 1920 erhalten haben, sollte für die Wahl am 4. Mai doch eine heilsame Lehre sein! Die Erfassung der Goldwerte wurde 1921 also abgelehnt. Man ließ die Dinge weitertreiben. Ein Jahr später fostete der Dollar 4000 m. Das Reichswirtschaftsministerium unter Robert Schmidt verlangte in einer zweiten Dentschrift die Ausgabe von Goldschapscheinen bis zum Betrage von 200 Millionen Goldmart, rief damit aber fofort die alten Gegner und Dazu das Reichsbankdirektorium auf den Plan, das in einer Gegenschrift den Vorschlag als„ einen vom Standpunkt unferer Währung wie auch vom Standpunkt der Reichsfinanzen außer ordentlich gefährlichen und voraussichtlich gänzlich verfehlten Berjuch" bezeichnete und von seiner Berwirklichung die erheblichste Steigerung der Inflation und schließlich den völligen finanziellen Zusammenbruch des Reiches prophezeite. Selbstverständlich unterblieb die Ausführung. Wieder ein Jahr später war der Wert der Mart zu astronomischen Ziffern herabgefunken, und da endlich entfchloß man fich unter dem Drängen der sozialdemokratischen Mitglieder des Kabinetts Stresemann zur Ausgabe von Gold schayonweisungen, die sich als wertbeständig erwiesen haben und als erste Maßnahme zur Sanierung der Währung und als Borläufer der Rentenmart anzusehen sind. Und diese vielgepriesene Rentenmart jelber! Was ist sie im Grunde anderes als die Nußbarmachung der in unserer Wirtschaft liegenden Bolbwerte als Kreditquelle für das Reich. Aber diese Kredite wurden nicht gewährt, sondern auf das schroffste verweigert, folange der Dollar noch 69 ober 4000 oder 20 000 m. usw. toftete. Erst als wir bei den Billionen angelangt waren, erst als der Wert ber Mart buchstäblich von Stunde zu Stunde fant, erst als man, um das schlimmste zu verhüten, Löhne, Gehälter, Renten wertbeständig machen und Damit eine der Hauptnußquellen der Inflation verstopfen mußte, denn die Wirtschaft faltulierte und berechnete in Gold, zahlte aber Löhne und Gehälter in Papier, erst als die bisherigen Nuznießer der Inflation nicht mehr an der Inflation ausschließlich verdienen" fonnten, sondern anfingen, auch die Laften mittragen zu müssen, da mit einem Male waren die so lange verweigerten Kredite da! Wie man alle die Jahre hinburch, solange der Währungszerfall noch Gewinne brachte, den größten Teil des Bolles in den Abgrund hatte sinken lassen, so gebot man Halt in dem Augenblick, aber auch nicht eine Sekunde früher, als mit der Marf zugleich die Wirtschaft ins Chaos zu stürzen drohte. Und jetzt treten diese Kreise vor die Mähler und verlangen von denen, die sie aus brutalſtem Wenn die Sozialdemokratie wirklich über das Portemonnaie ber Besitzenden verfügen fönnte, würte es allerdings beffer im Lande aussehen als jetzt. Bisher haben die Wähler ihr die Gelegenheit nicht gegeben. Am 4. Mai fann das nachgeholt werden, damit man auch die Deutschnationalen und die anderen Steuerscheuen zu Opfern für ihr Vaterland endlich verpflichten fann! no Mietsteuer und Sozialdemokratie. Wohnungsbau oder neue Inflation? Bährend die dritte Steuernotverordnung die Geldentwertungs. gewinne faft ſteuerfrei läßt, werden die Mieten außerordentlich hoch werben, auf deren Erhebung durch Belastung des Besizes das Reich verzichtet. Nicht um Wohnungen zu bauen, müssen die Mieter jetzt höhere Mieten zahlen, fondern um das wieder gutzu machen, was durch die jahrelange Steuer hinterziehung und Steuerfabotage des Besizes zerstört worden ist. Bon Anfang April ab wird jeder Arbeiter eine halbe oche arbeiten müssen, um die monatliche Miet. ins steuer aufzubringen. Böllig ungeschützt bleiben die Emp. fänger von Renten. Mit ihren Bettelpfennigen follen fie fünftig Goldmieten bezahlen. Wie das möglich sein wird, fagt nie mand. Den Beamten will man gnädigst eine fümmerliche Zulage zu den Hungergehältern geben, die Arbeiter und Ange. stellten werden sich die Lohnerhöhung mühsam erkämpfen müssen. So wird durch die Mietsteuer die Lebenshaltung großer Schichten des deutschen Volkes weiter verfchlechtert und die Wirtschaftstrife perfchärft. Die Mietsteuer aber ist zugleich der Anfang vom Ende des Mieterschutzes und der Beginn der Obdachlosigkeit. In der Reichstagssigung vom 29. Februar hat der Reichsfinanzminister Dr. Luther als Absicht der Reichsregierung erklärt: " Die Mietenfeftfegung muß wieder in den Gesamtstrom unferer wirtschaftlichen Gestaltung einbezogen werden. Am Ende dieser Entwicklung steht die freie Wirtschaft." Das ist bürgerliche Sanierung neue Belastung der Massen, Obdachlosigkeit statt Wohnungsbau. Neue Inflationsgefahr! zu dem Beschluß des Fünfzehnerausschusses des Reichstages an der Mietsteuer feftgehalten und die Bermögenssteuer abgelehnt. Die Mietsteuer ist aber nicht nur die unsozialste Steuer, die außer der Inflationssteuer dentbar ist, sondern fie wird auch eine Verschärfung der Wirtschaftsfrise bringen und da durch zur Erschütterung der Währung führen fönnen. Eine neue Teuerungswelle droht über Deutschland herein. zubrechen, wenn die von der Regierung beabsichtigte sprunghafte Annäherung an die Goldmieten eintritt. Dadurch aber wird das mühsam hergestellte Gleichgewicht in den Reichsfinanzen schwer erschüttert. Es entsteht die Gefahr, daß gerade die Mietsteuer neue Inflation hervorruft Was wollte die Sozialdemokratie? Für den Ersatz der Mietsteuer durch Zuschläge auf die Vera mögenssteuer waren zuerst auch die Demokraten eingetreten. Mit ihnen gemeinsam war dieser Antrag im Ermächtigungsausschuß angenommen worden. Setzten sich die Demokraten für diesen Borschlag ernsthaft ein, so hatte er auch eine Mehrheit im Reichstag. war die Regierung ebenso einfichtig wie die demokratische Re gierungspartei es in einem lichten Augenblid gewesen war, dann war das praktische Ziel, die Befreiung der Mieterschaft von einer ungeheuren Last, auch wirklich erreicht, und zwar ohne Schädigung der Finanzen und der Währung. Denn der sozialdemokratische Bprfchlag wollte, daß neben der Vermögenssteuer eine Ab. gabe bis zu 10 Proz. der Friedensmiete für die Förderung des Wohnungsbau es erhoben wird. Dadurch würden sowohl die Fehlbeträge von Ländern und Ge meinden beseitigt als auch die Wirtschaft belebt. Wird durch die Wohnungsbauabgabe einer halben Million Menschen Beschäftigung verfchafft, dann werden mindestens 300 Millionen Mark Erwerbslofenunterfügung pro Jahr erspart und allein an Lohnsteuer etwa 50 millionen Goldmart mehr vereinnahmt. Die Hälfte des Fehlbetrages von Ländern und Gemeinden kann mögenssteuer tönnte also außerdem gering sein und ganz fort. also auf diesem Wege aufgebracht werden. Der Zuschlag zur Verfallen, sobald die Wirtschaft sich weiter erholt hat. Zugleich aber würde durch die vorgeschlagene Wohnungsbauabgabe der Bau von etwa 200 000 kleinwohnungen gesichert fein und endlich die Wohnungsnof mirtham befämpft werden können.. Aber die Regierung und die bürgerlichen Parteien wollten das nicht! Sie tragen die Berantwortung dafür, daß die Mietsteuer die Massen weiter belastet, daß teine neuent Wohnungen gebaut werden, daß der Mieterschuh be. seitigt wird, daß eine neue Teuerungsmelle herbeigeführt und die Währung erneut gefährdet wirdl ser Reichswahlliste der Deutschen Volkspartei. fonen auf den Reichswahlvorschlag der Partei gefeßt: 1. Außen. Der Bartelausschuß der Deutschen Boltspartei hat folgende Ber miniſter Dr. Stresemann, 2. Brau Mara Printffer& D. Dr. Dü a. D. Dr. Scholz, 4. Profeffor Dr. Rahl, 5. Minifter a. D. Dr. Dü 8. Bürgermeister ringer, 6. Geheimrat Dr. Rießer, 7. Oberpoſtsekretär Morath, 8. Dr. ing. Sorge, 9. Otto Thiel, Vorsitzender des Gesamtverbandes deutscher Angestelltengewerkschaften, 10. Frau Dr. Mag- Stettin, 11. Landwirt Karl Hepp- Hessen- Nassau, 12. Malermeister Heinrich Havemann- Hildesheim, 13. Generalleutnant a. D. Karl v. Schoch München, 14. Benzte- Düsseldorf, 15. Dito Everling- Berlin, 16. Chefrebatteur Dr. Metger. Bon 3iffer 10 an ſteht die angegebene Reihenfolge noch nicht endgültig feft.. Der Unfug der Zersplitterung. Der Hypothekengläubiger und Sparerschutzverband hat eine Partei" unter dem Namen„ Boltsbund der Entrechteten" gegründet und einen Oberlandesgerichtspräsidenten a. D. an die Spize feiner Randidatenliste gestellt. Wenn dieser Unfug weitergeht, werden wir am 4. Mai mehr Parteien als Wahlberechtigte haben. Herr Richard Müller Berlin der frühere Borsitzende des Berliner Arbetterrats ersucht uns unter Hinweis auf das Preßgesetz um die Feststellung, daß er niemals in einer Osnabrüder Wählerversammlung gesprochen, im diesjährigen Wahlkampf weder als Referent noch in der Diskussion gesprochen habe und auch nicht sprechen werde. Wir entnahmen die Notiz über die Verbrüderung des fommu nistischen Redners in Dsnabrüd mit den Bölkischen unserem dortigen Steuernotverordnung die Streichung der Mietsteuern. der kommunistischen Helden, bei denen die Angst größer iſt als bie Die Sozialdemokratie forderte in ihren Anträgen zur dritten Parteiblatt. Entweder ist der Osnabrüder Redner ein. Namens vetter von Richard Müller- Berlin ader, was naheliegender ist, einer Als Erfaz dafür verlangte sie 3uschläge zur Vermögens.Ehrlichkeit. hat sich aus illegalen Gründen des Namens bedient. teuer fowie eine Wohnungsbauabgabe zur Förderung Die Identität des Redners ändert im übrigen nichts an der Fest. der Neubautätigkeit. Diese Anträge dienten vor allem der Ver- stellung der Verbrüderung und ihrer Wertung. Die nächste Aufgabe! Wer im Wahlkampf feine volle Pflicht erfüllen will, wer für Demokratie und Sozialismus mit den Millionen Gleichgesinnter fämpfen will, der darf sich nicht nur darauf verlassen, daß er am 4. mai feine Stimme für die Sozial demokratie abgibt: Er muß sofort sich entschließen, als Mitglied der Partei beizutreten und ihr täglich zweimal erscheinendes Organ, den Vorwärts", 3u abonnieren. Das ist die nächste Aufgabe. Die folgende aber ist, weitere Mitglieder und weitere Leser zu werben. Jeder, der dieses Willens ist, fülle sofort die folgenden Zettel aus und sende sie ein an die folgenden Adressen: A. Pagels, Berlin SW 68, Lindenstr. 3. Beitrittserklärung. Siermit erkläre ich meinen Eintritt in die Bereinigte Sozialdemokratische Partei( Bezirk Berlin, Abtlg. An Beiträgen entrichte ich: Eintrittsgeld 1 Wochenbeitrag Wochenbeiträge männl. 20, weibl. 10 Bj., Sa. den Bor- und Zuname: geb. am Staatsangehörigkeit: zu Stand: Wohnung: Hauptgeschäftsstelle des Vormärts", Berlin SW- 68, Lindenstr. 3 Ich abonniere den„ Borwärts" mit der illustrierten Sonntagsbeilage Bolt und Zeit", der Unterhaltungs. beilage Heimwelt" und der Beilage Frauenstimme in Groß Berlin täglich zweimal frei ins Haus. 2 Mr. 1924. Name Wohnung: ( Bei der Aufnahme ist sehr erwünscht, daß außer dem Eintrittsgeld mindestens die Beiträge für einen Monat[ 4 Wochen] gezahlt werden) " Straße Nr. Dorn Sof Quergeb. Geit.nfl. -O Tr. lints- rechts bei Ferdinand Lassalle Auswahl von Reden und Schriften mit kurzer Biographie und geschichtlicher Einleitung von Dr. Karl Renner. Auf holzfreiem Papier gedruckt, in schwarz Rohleinen gebunden 8.— M. Einfache Ausgabe 6.— M. SORTIMENTSBUCHHANDLUNG Zur Wahl ist erschienen: Drei Verderber Deutschlands HELFFERICH HÄVENSTEIN SXINNES Em Beitrag zur Geschichte Deutschlands und der Reparationsfrage von 1920— 24 von CURI GEYER 232 Seiten Auf holzfreiem Papier gedruckt, in Rohleinen gebunden..... 4.— kartoniert..... 2.50 NUMMER T- I. JAHRGANG- APRIL 1924 1 INTERNATIONALE REVUE SOZIAUSMUS UND POLITIK Von (Hi�rcUng Aus dem ersten Heft: Brailsford-London.. Die Arbeiterregierung am Werk Vandervelde-Brüssel Die Ruhrbesetzung und Belgien Branting-Stockholm........ Politik in Schweden Prof. Mendelssohn- Barthold/ Messieurs les assassins Otto Braun.......... Landhunger und Siedlung Prof. Radbruch.... Goldbilanz der Reichsverfassung Müller-Franken..... Demokratische Außenpolitik Kautsky... Phasen und Zeitschriften des Marxismus Hilferding.............. Probleme der Zeit Monatlich ein Heft 1 20 M. Eine sozialpada- gogische Betrachtung: Das Kind und der Sozialismus von MAX WINTER Inhalt: Das Kind und die Familie/ Schwangerschaft, Geburt und Säuglingsalter Der Kriechimg/ Das Schulkind/ Das Kind und die Arbeit/ Drill- und Erziehungsanstalten/ Selbsthilfe des Proletariats Auf holzfreiem Papier gedruckt, in Halbleinen gebunden..... 2.80 kartoniert..... 1.75 irt vr ]. H. W. DIETZ NACHF., LINDENSTRASSE 2 Franz Klühs, August Bebel Der Mann und sein Werk. Auf holzfreiem Papier gedruckt, in schwarz Rohleinen gebunden 6,- M. Einfache Ausgabe 4.50 M.. August Bebel HERMANN Tietz BILLIGE Lebensmittel Allerfeinste Weizenmehland 16PL 1r Pid. Merken Butter 93 Kokosfett-Praad- Paket 65Pt. Rinderfett...... Pand 55P Camembert Schachtel 16pt Dän Goudakäse P. 60P. Tilsiter Käse..Ptand 65p. Edamer Käse. Pfand 72P. Limburger Allgäuer Allgaand 120 Ptund Auszugmehl 18P Backpulver's Pakete.. 20. Rosinen Korinthen Pland 80PL Prand 80PL Sultaninen..... Pfand 85PL. Mandeln bitter.... Prand Mandeln bitter.... Pfand 150 Mandeln sasse..... Pfand ..... Pfund 160 Räucher- Heringe Schlel- Bücklinge grosse Stück 15 pt. Stück 45PL Kieler Sprotten Oelsardinen Pfund 45PL 1922 Oberhaaldier Dose ca. 2 Pfund 225 00 1921 Trabener Maikammerat 110 F. 10° 1/1 Flasche Roter Johannisbet rw in silas Flasche 110 Ft. 10 ящи 11.1000 Preise ohne Flasche OM Henkel's Ata Scheuerpulver Ata putzt, reinigt alles! Überall zu haben Marken- Zigaretten Naturgew 85 Freitag und Sonnabend Verkauf soweit Vorrat Frisches Fleisch Prima Rindertalg 55PL Kalbskamm Kalbsrücken zum Backen ..... Pfund Hammelvorderfleisch Pfand Hammelrücken 65PL. ...... .......... ...... Pfund Pfund 70PL 70PL. 75PL. Schweinebauch ohne Beilagen Pfand 85P Schweineschulterblatt Pd. 90Pt. Gehacktes Pfund Schweineköpfe gepökelt..... Pfund 35Pt. Ochsensuppenf.eisch gefroren, Pfd. 50Pf. 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J., Lindenstraße, ein Vereins- Kinder- Schauturnen statt. Das Programm wird alle Teile des Kinderturnens umfaffen. Freiübungen, Geräteturnen. Santelübungen, Schwebebäume, Singspiele, Springen, Stafetten usw. Bur abend, den 12. April, abends 7 Uhr, in der Aula der Dorotheenschule, BiertelDeckung der Unkosten wird ein Eintrittsgeld von 0.20 m. erhoben. Gonn fahresversammlung. Kartell für Bolfsbildung, Sport und Körperpflege, 16. Bezirk. Montag, den 14. April, abends 7 Uhr, im Jugendheim, Cöpenid, Grünauer Str. 5, wichtige Gigung. 8ur Kenntnis aller Rartellvereine des 16. Bezirks. Am 10. März haben die Vertreter der Vereine befindet im Weltrestaurant Hirschgarten statt. Die Vereine stehen an diesent Tage nur dem Kartell zur Verfügung. Wäsche usw. für die Kranken- und Pflegeanstalten wurden zwei Millionen bewilligt. Die große Mehrheit fah in Uebereinstimmung mit den überzeugenden Darlegungen des Gen. Dr. Weyl diesen Betrag zum Ersatz für die zum Teil Jahrzehnte alten und auf äußerste heruntergewirtschafteten Bestände an Leibund Bettwäsche als ein Minimum an und lehnte den Antrag der Deutschnationalen, nur eine million herzugeben, gegen die Stimmen der Antragsteller ab. Dem Beschluß der Verfammlung vom 13. März, die Entschädigung für die Beifizer des Gewerbe und Kaufmannsgerichts von 2( Vorlage vom 14. Januar) auf 4 Goldmark zu erhöhen, glaubt der Magistrat nicht schlossen, die Feier am 1. Mai dem Sport- Kartell zu übertragen. Die Feier zustimmen zu können, und er macht in einer neuen Vorlage den Vorschlag, die Entschädigung auf 3 Goldmart festzusehen. Der Ber fammlungsbeschluß vom 13. März, für den sich wiederum Genosse Bubli eifrig verwendete, wurde trotz der Einwände Don Dr. Caspari( DBP.) und Gronewald( Wirtsch.- P.) lediglich bestätigt. Die Sagungen für das Schulwesen und für das Berufs- und Fachschulwesen wies die Bersammlung an den Ausschuß zurüd. Sodann nahm fie die Nachträge zur Bier- und Branntweinsteuerordnung und zur Wein- und Wer gestern im Rathaus auf die Steigerung des Kommunistenradaus auf neues Eingreifen der Schupo, Hinauswerfen renitenter Stadtverordneter gehofft hatte, kant nicht auf seine Rechnung. Stadtrat Wege, umnachahmlich in dem Glanz seiner Würde, fand keine Gelegenheit, begleitet von drei tapferen Schupomännern, die im Grunde ihres Herzens, ach so biederen Kommunisten aus dem Saale hinauszukomplimentieren. Der hohe Kriegsrat hatte offenbar die Einstellung der revolutionären Offensive" beschlossen. Die Kommu niften zogen es vor, die goldene Brücke zu betreten, die ihnen der Stadtverordnetenvorsteher und die sozialdemokratische Fraktion im Aeltestenausschuß gebaut hatten. Sie versuchten nicht mehr den Wiedereintritt der Hinausgeworfenen. zu erzwingen, sie verzichteten auf Geschäftsordnungsdebatten und Schimpfreden, sie begnügten sich damit, daß ein von der Sozialdemokratie eingereichter Dringlichkeitsantrag, den Rücktritt des Stadtrats Letz zur Kenntnis zu nehmen, am nächsten Dienstag als erster Punkt der Tagesordnung verhandelt werden soll. Erfreulicherweise war dieser nirag auch vom Zentrum unterzeichnet, der demokratische Frattionsführer, Herr Merten, hatte( wie hätte es auch anders sein Schaumweinsteuerverordnung an. fönnen), das nicht für nötig befunden. Immerhin das Kampfbeil wurde so auf legalem Wege vergraben. Am Dienstag wird der Rüdtritt von Leß perfett sein, die Kommunisten werden zum Aerger von Herrn Tropfte und anderen bürgerlichen Schulmeistern ihren Dr. Ausländer in den Magistrat senden können und in den schönen Hallen des Roten Hauses wird eitel Friede und Wonne herr: schen. Der Klassenkampfradau ist verraucht, als kümmerlicher Rest blieb eine Erklärung, die. auf schön bedrucktem Briefbogen der KPD.Fraktion mit feierlich- ernster Miene und mit legalem Anstand von Herrn Goß verlesen und dem Vorsteher überreicht wurde. Das ,, revolutionäre Gesicht der Partei" ist gewahrf, die Rote Fahne" wird sicher heute feststellen, daß die Sozialdemokratie endgültig und unividerruflich entlarot ist und jeder vernünftige Mensch wird sich freuen, daß dank des vernünftigen Verhaltens der Kommunisten, die wie echte Arbeiterverräter" hinter viel Radau nur ihre opportunistische Haltung versteckten, politische Arbeit geleistet werden tonnte. " Sigung ledigung der Magistratsvorlagen nicht hätten stören wollen, daß sie Nunmehr erklärte Goß, daß die Kommunisten zwar die Eraber nicht gesonnen feien, eine Verhandlung über Anträge der einzelnen Barteien zuzulassen, ehe ihnen für die unerhörten Rechtsbrüche und Vergewaltigungen Genugtuung geworden sei. Er beantrage demund Vergewaltigungen Genugtuung geworden sei. Er beantrage dem den Dringlichkeitsantrag betreffend Leh an erster Stelle zu beraten. gemäß, die Sigung zu vertagen und am nächsten Dienstag Dieser Antrag, gegen den sich das Zentrum ablehnend verhielt, fiel mit 82 gegen 75 Stimmen. Der Borsteher fuhr in der Tagesordnung fort und erteilte dem Begründer der Anfrage der Dnat. betr. die " Freie Bolfsbühne" " den 12. April, abends 7 Uhr, Bersammlung bei Ambos, Lausitzer Blag 7. Turn- und Sportverein Fichte" Berlin. 2. Männerabteilung Sonnabend. 13. Ruabenabteilung Fichte" Osterpartie am 20./22. April nach FürstenwaldeScharmügelfee. Fahrgeld mit Essen 4 M. Legter Meldetermin 14. April bei Bergmann, Liegniger Str. 18. Näheres in der Turnhalle. Arbeiter- Rabfahrer- Bund Solidarität", Ortsgruppe Berlin. Touren für Sonntag, den 13. April. 1. Abt.: Stafettenfahrt Giltergog, Start 7 Uhr. 2. A b f.: Stafettenfahrt Gütergoß, Start 7 Uhr, 1 Uhr Zehlendorf Start Friesenstraße 13. 3. Abt.: Streifzüge durch den Grunewald, Endziel Freund. Start 1 Uhr Baufiger Plaz. 4. Abt.: Ahrensfelde, Schneider, Start 1 Uhr Weber. wiese. 5. Abt.: Pichelswerder, Freund, Start 1 Uhr Landsberger Plaz. Start Brunnenplch. 8. Abt.: Streifzüge durch die Briefe, Falkenhagener See. 6. b.t.: Stafettenfahrt Kehlheibe, Start 7 Uhr, 1 Uhr Schönwalde, Start Ropenhagener Str. 26. 7. Abt.: Groß- Schönebed 8 Uhr, 1 Uhr Schönwalde, Start 7 Uhr, Arminiusplak, nachmittags Fallenhagener Gee. Start 1 Uhr Waldstr. 8. 9. Abt.: Schnigeljagd. Jungfernheide, Endziel Blößensee, Ebert. Start 1 Uhr Stolonieſtr. 147. 1. Abt.: Crossinsee, Start 7 Uhr Ungarn-, Ede Abt. Neutölln: Rundfahrt Wusterhausen, Wernsdorf, Schmödwig. Start Edinburger Str. Jugend Abt.: Bernau, Start 1 Uhr Bahnhof Weißensee. 12 Uhr Herzbergplatz. Abt. Bantom: Lanke, Prenden, Start 7 Uhr, Mühlenstr. 12. Abt. Reinickendorf: Pichelsberge, Start 9 und 1 Uhr. Turnplak Mariendorf( Nennbahn) des Turnvereins Fichte", 7% Uhr, KartellArbeiter Sportkartell, 13. Bezirk. Sonnabend, den 12. April, auf dem vertreterversammlung des 13. Verwaltungsbezirks.. Sport. 11 Rennen zu Karlshorst am Donnerstag, den 10. April. 1. Rennen. 1. Gnadenfrist( Mate), 2. Mobil( Thalede). 3. Ehrentraut( Kränzlein). Toto: 26: 10. Plat: 12, 18: 10. Ferner lief: Geigerin( angehalten). 3. Staylet( Stufulies). Toto: 24: 10. 3 liefen. 2. Rennen. 1. Fliegender Holländer( Dertel), 2. Philister( Mate), 3. Nennen. 1. Halma( K. Schuller), 2. Mirakel( Toepel), gefallen und nachgeritten. Zoto: 10:10. 2 liefert. 4. ennen. 1. Trompeter( r. v. Dörnberg), 2. Maral( v. Borde). Toto: 15:10. 2 liefen. 5. Rennen. 1. Laon( D. Schmidt), 2. Calderon( Basch), 3. Balant, doita, Cita. Tamara, Pomona, Eisentrone( stehen geblieben), Eck, Columbus, ( München). Toto: 33: 10. Play: 16, 31, 78: 10. Ferner liefen: LaroArienta, Teufelsnärrin, Staffelei. 6. Rennen. 1. Blautopaz( Dertel), 2. Paria( Einfinger), 3. Bivia ( Dorf). Toto: 15: 10. Plat: 11, 15: 10. Ferrter lief: Helmtraute. 7. Rennen. 1. Ifelberg( b. Falkenhausen), 2. Tor di Quito( v. Zell das Wort. Ein Versuch, durch Anzweiflung der Beschlußfähigkeit die Weiterverhandlung abzuschneiden, fam zu spät, und so fam für die Dnat. Dethlofffen für diese Anfrage zum Wort. Nach dem Worilaut der Anfrage soll die, Freie Boltsbühne" in sehr bedentlicher Art politische und antinationale Propaganda treiben. Zum Beweise werden Zeitungsartikel herangezogen, wonach es der Volfsbühne gelungen sei, die Direktion des Großen Schauspielhauses" zu zwingen, den 3igeunerbaron" vom Spielplan abzusehen, weil im Um eine gute Stunde verzögerte sich gestern der Beginn der letzten Aft von einer auf die Bühne kommende Militärkapelle der Sizung. Solange dauerte die Verhandlung des Aeltestenrats über Radetzky- Marsch gespielt wird, der stets bei der Zuhörerschaft eine die gegenüber den Kommunisten und der von ihnen zu er nationale Bewegung auslöse. Weiter soll das Organ der Freien. wartenden weiteren Obstruktion einzunehmende Haltung. Nach Bolfsbühne geschrieben haben, man müsse viel mehr französischen der geltenden Geschäftsordnung war den am 3. April ausgeschlossenen Autoren das Recht geben, in Deutschland ihre Stücke aufzuführen. 7 Kommunisten auch für die nächste also die gestrige Mit dem ganzen Nachdruck patriotischer. Entrüstung zog der Bertreter der Zutritt zum Saale nicht gestattet. Es verlautete, daß die Beder Dnat. gegen die sozusagen des Landesperrats schuldige Boltstreffenden dessenungeachtet den Eintritt erzwingen und auf die bühne zu Felde und versagte sich auch nicht, auf die seinerzeit von Eventualität einer Verurteilung wegen Hausfriedensbruch nicht die der Stadt für dieses Institut übernommene selbstschuldnerische Borde), 3. Herzog( b. Belzer). Toto: 20: 10. Plat: 15, 25: 10. Ferner geringste Rücksicht nehmen würden. Es fam aber wieder einmal Bürgschaft in Höhe von 5 bis 6 Millionen Mark hinzuweisen. liesen: Burgritter, Erbschleicher, Feuerbach. anders. Nachdem der Vorsteher Genosse Haß gegen 6 Uhr die hiernach beantragte Goß, die Sigung auf zehn Minuten zu Sigung eröffnet hatte, verlas im Auftrag der kommunistischen Bertagung wurde abgelehnt; ein Antrag auf namentliche Abstimunterbrechen; gleichzeitig lief ein Antrag auf Bertagung ein. Die Freftion Goß eine Erklärung, welche bejagt, daß die Frattion mung fam wiederum zu spät. Obwoh der Vorsteher feststellte, daß mit allen Mitteln gegen die ihr durch den Fall Leß und den mung tam wiederum zu ein, Magistratsvertreter our Beantwortung bet durch Polizeigemalt bewirkten Ausschluß von fommunistischen Stadtverordneten zugefügte unerhörte Bergewaltigung auch weiterhin Anfrage nichtzugegen fei, beschloß man, die Anfrage zu bevorgehen und dabei die Städteordnung, das Gesetz Groß- Berlin sprechen. So erhielt Genosse Horlig die erwünschte Gelegenheit, und die Geschäftsordnung der Versammlung ebensowenig beachten nachzuweisen, daß von der anderen Seite bei dem Angriff auf die werde, wie das der Magistrat und die Versammlungsmehrheit getan Freie Volksbühne mit Entstellungen und unrichtigen Behauptungen hobe. Weiter brachte Goß im Auftrage der Fraktion eine von operiert worden sei. Die Wolfsbühne habe nicht die Absetzung des mehr als 30 fommunistischen Versammlungen" beschlossene Protest- Bigeunerbaron" gefordert, sondern sich lediglich an die Direktion refolution zur Kenntnis, worin u. a. den Parteien von den Böl- gewandt, um ihre Mitglieder var Anpöbelungen und fischen bis zu den Sozialdemokraten" für ihr Verhalten gegenüber förperlichen Bedrohungen zu schügen. Es hätten sich den Kommunisten am 3. April die Berachtung ausgesprochen die unangenehmsten Prügelszenen im Großen Schauspielhaus erwird. Die Berlesung der Erklärung wurde von der Rechten mehr- eignet, es hätten fogar Theaterdiener und Polizei eingreifen müssen. fach mit Gelächter begleitet, während die Kommunisten am Schlujje mit vollem Recht habe sich die Bolksbühne dagegen gewandt, daß die mit Händeklatschen demonstrierten. Hierauf brachte der Vorsteher Theaterleitung sich erlaubte, ein Kunstwerk ganz willkürlich zu vereinen von den Sozialisten, den Kommunisten und dem Zen- schandeln und zu verballhernen.( Buruf von Koch.) Ach, Sie, Herr trum gemeinsam eingebrachten Dringlichkeitsantrag zur Roch, würden ja dem Herrgott am liebsten ein HatenBerlesung, wonach die Versammlung erklärt, mit dem Aus- kreuz um den hal hängen und einen Stahlhelm scheiden des Stadtrats Lek aus dem Magistratsfollegium auffeßen.( Große Heiterkeit.) Diese Verballhornung sei nicht einverstanden zu sein. Der Antrag rief den Widerspruch der Rechten einmal neu, fie stamme aus Wien. Was die Pflege der französischen hervor und kann daher erst in der nächsten Sizung verhandelt dramatischen Literatur cnbetreffe, so erwerbe sich die Freie Boltsbühne mit ihrer Forderung geradezu ein Verdienst angesichts des Unifawungs der Auffassungen auch in Frankreich. Von unfittlichen, obszönen" Stücken habe nicht die Zeitung der Freien Boltsbühne, wohl aber der Tag", natürlich in denunziatorischem Sinne, geschrieben, und Herr Dethleffsen beihe einer widerlichen nationalistischen Hege das Ohr, wenn er sich zum Echo solcher Anwürfe mache. werden. Unmittelbar nach Eröffnung der Sigung war ein Dringlich teitsantrag sämtlicher Fraktionen einstimmig angenommen worden, den Magistrat zu ersuchen, darauf hinzuwirken, daß Wahlplafate auch an den Anschlagssäulen erscheinen dürfen, was die„ Berliner Reklamegesellschaft" unter Berufung auf die Gesekgebung von 1851 abgelehnt hat. In rascher Folge erledigte dann die Versammlung eine Reihe von Magistratsvorlagen. Die Wertzuwachs steuer gelangie " Hierauf beantragte Rintorf( Romm.) abermals Bertagung und bezweifelte zugleich die Beschlußfähigkeit. Da sich die Reihen tatsächlich sehr gelichtet hatten und die Beschlußfähigkeit auch für das furz vor 48 Uhr die Sizung für geschlossen. 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In der Metallindustrie hat offenbar eine neue era der Zusammenschlüsse begonnen. Eine ganze Reihe von Kapitaltransattionen, deren Anfänge zum Teil schon längere Zeit zurückliegen, wird jetzt zu Ende geführt, andere neu in Angriff genommen. Von älteren Projekten find u. a. zu nennen der Zusammenschluß der Berlin- Anhaltischen Maschinenbau- A.- C. mit der Maschinenfabrit Meguin A.-G. in Buzbach. Die Pro duktionsbasis der beiden Werte wird dadurch wesentlich erweitert, die Verkaufsorganisation beider Unternehmungen einander nußbar gemacht. Der Zusammenschluß ist von um so größerer Wirkung, als durch Aktientausch die völlige Fusion der beiden Unternehmungen beabsichtigt ist. Die neue Gesellschaft soll den Namen Ba mag Megurin A.-G. führen. Die ebenfalls feit längerem geplante Vereinigung der Hannoverschen Maschinenbau 2.-G.( Hanomag) mit der Berg bau A.-G. Lothringen zu einer Interessengemeinschaft ist eben falls in diesen Tagen zustandegekommen. Die im Lokomotiv- und Maschinenbau führende Firma hat sich durch ihren Anschluß an den Montantonzern eine große Rohstoffquelle gesichert, durch die ihr Kohle, Kofs und Eisen zufließen, während andererseits der Lothringen- Konzern in ähnlicher Weise wie feine größeren Vorgänger Stinnes, Otto Wolff usw. ihr Interessenbereich auf die Verarbeitungsindustrie ausgedehnt haben. Eine weitere Interessengemeinschaft der Otto Wolff. ( Phönix- Rheinstahl) Gruppe mit dem Hommel- Konzern, der Die Werkzeugfabrik Köln- Ehrenfeld erwarb und in den Dienst des Montan- Konzerns fiellt, ist bereits gemeldet worden. Weitere Umschichtungen sind in der Automobilindustrie zu erwarten, nachdem das Berlin- Burger Eisenwert einen Vertrag mit dem Autotönig Ford abgeschlossen hat zur Uebernahme und zum Vertrieb der billigen Ford- Autos und Traktoren. 500 Traktoren, für die die Einfuhrgenehmigung bereits erteilt ist, sollen demnächst als Probelieferung in einzelnen Teilen eingeführt und in Deutschland montiert werden. Die drohende Konkurrenz der in Serienfabrikation hergestellten und für den Massenbrauch billig gehaltenen Wagen hat die deutsche Automobilindustrie aufgerüttelt, Die bisher auf den unter dem Schuß von Einfuhrverboten erworbenen Lorbeeren ausgeruht und sich in unverhältnismäßigem Umfang auf die Luruswagenfabrikation eingestellt hat. Es schweben nun zwischen zwei der größten Automobilfabriken, den Benz- Motorwerfen und den Daimler- Motorenwerfen Verhandlungen über den Ab. schluß einer Interessengemeinschaft. An diesen Vertruftungsplänen ist auch die Schebera 2.-G. beteiligt, die von der Benz A.-G. Die Attienmehrheit, von anderen Automobilfabriken, wie N.A.G. und Hansa Lloyd, Aktienpakete befizt. Der neue Konzern soll dann zur Serienfabrikation von Automobilen übergehen. Die Konzentrationsbewegung in der Metallindustrie mird, wie Die Konzentrationsbewegung in der Metallindustrie mird, wie besonders aus dem Beispiel der Automobilindustrie hervorgeht, wesentlich mitbestimmt durch den jetzt heraufziehenden Konkurrenz tampf der Auslandsindustrie und durch die Notwendigkeit einer zu fammenfassung der Produktionstraft zweds wirtschaftlichster Berwen dung des jetzt sehr trappen und teueren Betriebsfapitals. Die Bewegung gipfelt aber nun letzten Endes genau so wie die Kapitalzusammenballung während der Inflationszeit in einer gewaltigen Steigerung der wirtsaftlichen und politischen Macht des Privattapitals, bas, zu einzelnen Trusts 3 sammengeschlossen, eine viel größere Kraft entfalten fann, als wenn es in viele Einzelunternehmungen gespalten ist. Die Arbeiterschaft mird gut tun, diesem Machtzumachs der Unternehmer mit einer Kräftigung der eigenen Organisationen zu begegnen. Bankenkrise und Devisenschleichhandel. Dicht hintereinander sind zwei bekanntere Bantfirmen infolge von Verlusten bei der Frankspekulation zahlungsunfähig gewor den. In Berlin mußte die altrenommierte Banffirma Sachs, Barschauer u. Co. tie Geschäftsaufsicht zur Vermeidung des Konturies beantragen. Etwa gleichzeitig ist eine jüngere Hamburger Bankfirma, das im Jahre 1920 gegründete Bankhaus Selim Hesse, infolge von verfehlten Frantspekulationen zufammengebrochen. Das sind nur zwei der bemerkenswerteren Sonturse, einige fleinere Unternehmungen sind bereits früher ohue großes Geräusch aus dem Leben gefchieden, und eine Firma hat es fogar fertiggebracht, ihren Gläubigern einen Rassenbestand von ganzen 5 Rentenpfennigen zu hinterlassen. Die Arise im Bankgewerbe dürfte mit den bisherigen Konkursen noch nicht überwunden sein, vielmehr halten sich, die Gerüchte über Schwierigkeiten hartnädig aufrecht. Es ist bezeichnend für die ganze Verfassung des Geibmarftes, daß große Beträge für die jetzt fehlgeschlagenen Spekulationen im französischen Frant verfügbar gemacht werden konnten, während es der Produktion an Betriebskapital und Krediten fehlt. Eine gründliche Reinigung des Bankgewerbes von den Elementen, die in so unwirtschaftlicher Weise über die ihr anvertrauten Gelber verfügen, erscheint dringend erforderlich. Obwohl seit der Stabili. sierung der Mart schon die Mißstände zurüdgegangen sind, haben wir noch immer viel zu viel Geldvermittlungsinstitute, und es ist daher kein Wunder, wenn sogar angesehene Firmen zu höchst zweifelhaften Geschäften greifen, um sich über Wasser zu halien. Neuerdings hat die Hamburger Kriminalpolizei in fold) ein Wespennest gegriffen. Die Banffirma Friedrich Bachrach hat, entgegen den Devisenverordnungen, fremde Werte nicht zum amtlichen Kurs, sondern mit einem Aufgeld bis zu 15 Broz. verkauft. Eine Prüfung der Bücher ergab, daß an derartigen Geschäften nicht weniger als 138 Firmen beteiligt waren! Der Handel von Devisen gegen Aufgeld bedeutet für die Rentenmart eine fchwere Gefährdung, da durch diesen wilden Handel eine fünftliche Haussestimmung für fremde Zahlungsmittel erzeugt wird. Wir er warlen, daß Devisentommissar und Reichsbant gegen derartige gewissenlose Ausschreitungen ohne Ansehen der Person auf das schärffte vorgehen. So wenig wir uns von polizeilichen Maßnahmen allein einen dauernden Erfolg versprechen fönnen, so notwendig ist dennoch die Bekämpfung von Ausschreitun. gen am Devisenmarkt, die letzten Endes einen Angriff auf die Rentenmart darstellen. Es ist zu hoffen, daß die Reichsbank im übrigen auf dem Wege der Kreditpolitif, nämlich durch Einschränkung der Kredite für Finanz3wede, einer Bergeudung des chnehin tnappen Kapitals zu spekulativen Zwecken entgegentritt. Damit würde auch am wirksamsten der Aufrechterhaltung ungesunder Bankinstitute ein Riegel vorgeschoben Die Banffirma Lipinski u. Co. hat ihre Zahlungen eingestellt. leber den Umfang der Verbindlichkeiten ist noch nichts Näheres bekannt. Die Kreditpolitik der Reichsbank. Reichsbankpräsident Dr. Sch a cht erklärte in feiner Rede auf der Hauptversammlung des Verbandes sächsischer Industrieller weiter, bedenklich sei, daß der Einfuhr überschuß in den beiden letzten bedenklich sei, daß der Einfuhr überschuß in den beiden letzten Monaten rund 400 Millionen Goldmark betrage. Dieses Manko fei zunächst damit beglichen worden, daß man einmal schon vor handene Devisen verkaufte, sodann ausländische Kredite neu in Anfpruch genommen habe. Infolgedessen habe eine verstärkte Nachfrage nach Devisen eingesetzt, denen feine ausreichenden Devijeneingänge gegenüberstanden. Die Reichsbant habe schon vor Wochen Kredite für Luruseinfuhr überall gesperrt. Nach dem Ultimomärzausweis fei die Reichsbank nun dazu übergegangen, jede weitere Kredit umlauf zu begrenzen. Für die Reichsbank sei es tein erwünschter erhöhung vorerst einzustellen, um den RentenmartZustand, daß sie eine unterschiedliche Kreditpolitik habe treiben müffen, aber fie habe fich für verpflichtet gehalten, vor allem der Landwirtschaft zu Hilfe zu fommen, die von den derzeit ausstehenden 1200 Millionen Rentenmarkkrediten mehr als zwei Drittel erhalten habe, d. h. alfo wesentlich mehr, als das ihr nad) den Absichten des Rentenbankgesetzes zustehende Kontingent. Die Kreditreftrifiion sei notwendig, weil die Rentenmart unter allen Umständen stabil ge. halten werden müsse und auch stabil bleiben merde. Zwischen Ezylla und Charybdis, d. h. zwischen neuer Inflation oder Krediteinschränkung werde die Reichsbant unter allen Umständen den zweiten Weg, wählen. Eine gewisse Erleichterung werde die Golddistonibant bringen, die joeben auch formell errichtet sei, nachdem alle Beteiligten ihre zugesagten Leistungen auf sich ge= nommen hätten. Es müsse insbesondere den Banten für ihre opfer= auch eine stärkere Zentralisierung des Geldmarftes bereite Mitarbeit der Dank ausgesprochen werden. Erforderlich sei bei der Reichsbant, es sei für die Reichsbant unmöglich, ihre Kredite mit 10 Broz. zu geben, wenn daneben zahlreiche öffentliche und halb öffentliche Kassen Geld zum doppelten Eaß an die Wirtschaft ausleihten. Warum find Textilien so teuer? Der vielgepriesene Preisabbau, der bekanntlich durch einen rücksichtslos durchgeführten Lohnabbau gefördert werden follte, ist schnell zum Stillstand gekommen. Auf vielen Gebieten zeigen die Breife bereits wieder steigende Tendenz, so insbesondere in der ... Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Zentner frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose.. 16,00 17.25 Malzkaffee, gepackt 23,00-25,00 Gerstengrütze, lose... 16,00- 17,00 Röstgetreide, lose.... 16.50-18,00 Haferflocken, lose.... 15,75- 16,00 Kakao, fettarm.... 100,00-125,00 Kakao, leicht entölt 130,00-153,00 12,7514,00 Tee, Souchon, gepackt. 350,00-420,00 18,00-19,00 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 22,00-25,50 Inlandszucker basis mel. 40, 42,50 14,50-16,- Inlandszucker Raffinade 42,50-44.50 17.00 21,00 Zucker Würfel...... 46,00-48,00 19,00 22,75 Kunsthonig 36,00-49,00 Hafergrütze, lose..... 16,00-16,50 Roggenmehl 0/1.. Weizen- Auszugment Weizengries Hartgrieß 70% Weizenmehl Speiscerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine. Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, groce Makkaroni. Schnittnudein, lose. Rangoon Reis Bohnen, weiße, Ferl Linsen, mittel Kartoffelmehl Makkaronimehl Bruchreis. Tafeireis, glasiert, Patna Tafeireis, Java Ringäpfel, amerik. Getr Pflaumen 90/100 Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Sultaninen Caraburnu. Korinthen, choice Rosinen in Kisten, Candia Mandeln, süße Bari • 14,00-17,00 Zuckersirup hell in Eim. 49,00 22,25-24,50 Speisesirup dunk. in Eim. 33,00- 35,00 30,00-32,50 Marmelade Einfr. Erdb. 108,00-120,00 3,20- 3,90 4,00-4.60 26,00 35,00 Marmelade Vierfrucht. 40,00- 48,00 36,50-42,00 Pflaumenmus in Eimern 45.00- 48,00 43,00-49.50 Steinsalz, lose.. 16,00-17,75 Siedesalz, lose 40,00 46,00 Bratenschmalz in Tierces 67,00 36.00-37,50 Bratenschmalz in Kübeln 20,00-24,50 Purelard in Tierces 15,25-17.30 Purelard in Kisten 17.00-19.75 Speisetalg in Packung 27,00-31,00 Speisetalg in Kübeln . 68,00 68,50 66,50 67,50-68,00 46,00-50,00 46.00 48,00 31,00-36,00 Margarine, Handelsm. 1 56,00 100,00-105,00 desgl. il 48,00-52,00 43,00-48,00 Margarine, Spezialm. 1.. 76,00 55,00-60,00 desgl. II 60,00-65,00 80,00-85,00 Molkereibutter 1. Fässern 178,00 75,00-95,00 Molkereibutter in Pack. 183.0) 80,00-100,00 Landbutter......... 155,00-160,00 80,00-85,00 Auslandbutter in Fässern 180,00-185,00 149,00-160,00 Auslandbutter in Packg 185,00-195,00 Mandeln, bittere Bari..135,00-150.00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 35,00-36.00 110,00-120,00 Speck, gesalzen, fett... 62,00- 67,00 Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer. 155,00-165,00 Quadratkäse 30,00-40,00 Schwarzer Pfeffer singap. 103,00-111,00 Quarkkäse 35,00-50,00 138,00-148,00 Tilsiter Käse, vollfett 120,00-125,00 Weißer Pfeffer Rohkaffee Brasil... 180,00-215,00 Aus!, ungezuck.CondensRohkaffee Zentralamerika240,00-300,00 milch 48/16 Röstkaffee Brasil.. 22,50-25,00 240,00-280,00 Inländische desgl. 48/12 18,00-19.00 320,00-400,00 I inl. gez. Condensm. 48/14 28,00- 29,00 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Röstkaffee Zentralam. Freitag, 11. April 1924 Textilindustrie. Die Preissteigerung ist im wesentlichen eine Folge der künstlichen Entfachung der Kaufkraft gewiffer Handelsund Induftriefreise durch die umfangreiche Kreditgewährung der Reichsbant. Wie wenig die Arbeitslöhne an der unberetigten Hochhaltung der Tertilpreise und ihrer neuerlichen Preis. steigerung Schulb tragen, das geht aus nachfolgender graphischen Darstellung hervor: 346 Textilpreise und Arbeitslöhne in Deutschland 262 Anfang 1924 1913-100 71 100 24 2.5 Baum. Texti- Arbeiter. Lähne u Gehälter bei wolle lien Reallohn Baumwoll- Baumwoll garn gewebe der weit über das Dreifache des Borkriegsstandes gestiegenen Roh Die Textilverteuerung ist demnach in der Hauptsache eine Folge stoffpreise( Boumwolie). Der Anteil der Löhne und Gehälter war am Jahresanfang auf ein Biertel und weniger gedrückt. Trotz des niedrigen Lohnanteils, der durch eine Senkung des es der Kartell politit, die Tertüpreise auf dem 2,62fachen Reallohns auf 71 Proz. des Vorfriegsstandes erreicht wurde, gelang Kartellpolitik, Borfriegsstand zu halten. Daß in der Industrie manches faul ist, hat der bürgerliche Reichswirtschaftsminister anerkannt. Nur hat er, anstatt planmäßige rasche Preisfenfung durchzuführen, sich auf die Anstellung einer Untersuchung über die Berhäitnisse, in der Textilindustrie beschränkt, deren Ergebnisse viel zu spät und viel. leicht erst dann zum Vorschein kommen werden, wenn die Bekleidung für die breiten Massen wieder ganz und gar unerschwinglich geworden und der Absatz der Tertilprodukte vernichtet ist auch ein Rapitel bürgerlicher Wirtschaftspoliti?! Schon wieder eine Eisenpreiserhöhung. Der Roheisenverband hat mit sofortiger Wirkung die Roheisenpreise um 3 bis 6. pro Tonne je nach Sorte erhöht. In den nord- und süddeutschen Ab. saggebieten ist die Erhöhung mit Rücksicht auf den englischen Wettbewerb geringer. Wo bisher Ausnahmepreise bestanden, beträgt die Erhöhung für Gießerei- und Hämatitroheisen 7 bis 9 M. pro Tonne. Auch die neuen Roheisenpreise decken nach Ansicht des Roheisenver bandes bei den meisten Berken noch nicht die Selbsttoften, zumal die ausländischen Erze sich in den letzten Monaten nicht umwefentlich verteuert haben. Infolgedessen fönnen sich die Hochöfenwerte trog der starken Nachfrage nur schwer entschließen, weitere Hochöfen in Betrieb zu nehmen. Jetzt billige Tage für Bären- Stiefel 15% Sonderrabatt auf Sport- und Straßenstiefel, obwohl meine Stiefel an und für sich schon sehr preiswert sind. HF Preise in allen drei Geschäften gleich billig!!! Hans Bähr Spittelmarkt 7( vord. Brücke), Kommandantensir. 87, Kurfürstendamm 206 Für die Wahlen! Wähle: Moerter Mur Ja Tababe Emil Paffke 896 spolis&.A ( 1. Vorsitzender des Vereins Berliner Ketten- Raucher) spricht: ABEIER Ja, warum gerade TELEPATHOG werden Sie fragen. Vielleicht, weil sie 2 Pf. kostet? Nee, meine Herren, da kennen Sie Emil Paffke schlecht. Ich rauche sie aus drei Gründen: Erstens, weil sie weder ausgezeichnet, noch unübertrefflich oder sonstwie ganz großartig, sondern gut ist, meine Herren, gut, Sie wissen schon, was ich unter gut bei einer Zigarette verstehe. Zweitens #t ( Fortsetzung folgt) Bist du Raucher? Rauch Asory! Außergewöhnlich billige Oster- Angebote Herren- Sakko- Anzug moderne Formen, hübsche gemusterte Stoffe 68,-, 55,-, 48,-, 42,-, 35, 29,50 Herren- Sport- Anzug mit Breeches 48,- 35, 29,50 Herren- Ulster mit Gurt und Falte halbschwer 39,50 29,00 Herren- Stiefel schwer Rindbox Burschen- Stiefel 7,80 8,80 Kleider- Vertrieb G.m.b.H. 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Sein ehrenfester Charakter, seine nie erlahmende Pflichttreue und seine Hingabe für den Verein sichern ihm ein bleibendes, ehrendes Gedenken bei allen, die ihm nahestanden. „ Typographia" Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. Die Trauerfeier findet am Sonnabend, den 12. April, um 5 Uhr nachmittags in der Halle des Krematoriums Gerichtstraße statt. 131/16 Händler. Kantinen und Wiederverkäufer Noch zu sehr günstigen Preisen! Haus Heuerburg, Haus Bergmann, Muratti, Garbaty, Manoli, Reemisma, Fabian, Salem, Halpaus, Moslem, Josetti, Avramikos, Wenesti. Kressin, Massary, Enver Bey, Teehel, Sulima und viele andere Zigarren, la Qualität, von 64 Mark inkl. Steuer Kautabak G. A. Hanewacker Rauchtabake S. Schönberg, Berlin C 25, Prenzlauer Str. 46, v. 1 Tr., 1 Min. v. Alexanderpl. Gardinen! Billige Osterangebole! duftergardinen 4,25 an, Madrasgardinen 9,50 an, Bettbeden 6,50 an Balbftoces 3,95 an, Stüdware Mtr. 65 Bf. an. Tischbeden, Divanbeden, Madrasstoffe, Clamine usw. 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Einer dahingegangen aus unserem Junggesellenkreise und in den Hafen der Ehe eingelaufen Wenn ich mich hier in der Runde umblicke and die vergnügten Gesichter der Damen und Herren sche, welche schon lange verheiratet sind, so zerbreche ich mir den Kopf: Warum? Weshalb? Wieso? Das mus doch seinen Grund haben? Wenn ich aun erst das glückliche, Junge Paar betrachte, so steht es bei mir fest, das ste ein subes Geheimnis haben, hup, Verzeihung. nicht, was Ihr denkt, sondern sie hat es mir ins Ohr geflüsterf, und das ist die Garantie, das dies eine angenehme, also sagen wit onethårt glückliche Ehe werden wird; sie hat ihm nämlich versprochen, in ihrem Haushall nur den Großen Stern, Original Haselhorster Margarine en verwenden. Sie ist in allen einschlägigen Geschäften zu haben. Mit Frischmilch aus eigener Meierei verbuttert. in Buttergeschmack und Nährwert unübertrefflich. Besonders preiswertes Angebot! Gabardine, 150 cm breit. 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