Abendausgabe Nr. 174 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 87 Bezugsbedingungen und Anzeigenprette find in bez Morgenausgabe angegeben Bedattion: S. 68, Lindenstraße 3 Ferufprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Noteffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Freitag 11. April 1924 Berlag und Angetgenabteilung Geschäftszett 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmbh. Berlin S 68. Cindenftraße a Jerniprecher: Dönhof 2506-2501 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Die Vorschläge der Sachverständigen. " Beratungen der Reichsregierung und der Reparationskommissson. Heute nachmittag 4 Uhr triff das Reichstabinett ju einer| in den Krcis der Nationen werde zum größten Teil von der AnSigung zufammen, um sich mit den Sachverständigenberichten au nahme oder der Ablehnung des Planes abhängen. Die Washing die Reparationsfommiffion zu befaffen. ton Bost" schreibt, daß der Sachverständigenplan der vollständigste und praftischste sei, der jeg für die Ordnung der europäischen Brobleme aufgestellt worden sei. Eein Erfolg werde jezt ganz von der Haltung Deutschlands abhängen. Philadelphia Public Leader" er färt, Amerika sei im Begriff, wieder nach Europa zurückzukehren. aber unverme Mich geworden. Man versuche zwar diese Tatsache zu verdeden. Diese Wendung sei Paris, 11. April.( WTB.) Ministerpräsident Poincaré wird heute vormittag den französischen Delegierten der Reparations. tommiffion, Couis Barthou, empfangen. Um 3 Uhr nachmittags findet eine offiziöje Sigung der Delegierten der Reparationsfommission statt, in der die erste Ausfprache über den Sachverständigenbericht erfolgen und nicht nur Barthou, fondern auch Bradbury über den Standpunkt ihrer Regierungen Bericht erstatten werden. Bradbury trifft erst heute im Laufe des Tages aus London in Paris ein. Auch der zweite Delegierte Belgiens, Gutt, hat inzwischen mit dem belgischen Min fterpräsidenten Theunis touferiert. Es ist a so nach dem Petit Parifien nicht ausgeschloffen, daß die ofislöse Situng in eine offizielle umgewandelt wird, und taß über die zu verfolgende Prozedur eine Entscheidung getroffen werden tann, wogegen jedoch der italienijde Delegierte protestieren dürfte mit der Forderung. daß teine Entscheidung getroffen werde, ehe er mit Mussolini verhandelt habe. Stresemann über die Sachverständigenberichte. Reichsaußenminifter Dr Stresemann hielt gestern in einer Wahlversammlung der Deutschen Boltspariei in Zehlendorf eine Rede über die Bolitik der Partei in den letzten Jahren. In der Hauptsache beschäftigte er sich mit seiner eigenen Außenpolitit in den letzten Monaten. Das Gutachten der Sachverständigen bezeichnete er als eine geeignete Grundlage für die Anbahrung einer Disfuffion über die Reparationsszaje. Er wandte sich gegen diejenigen, Sie schon jest wieder auch dieses Gutachten als un annehmbar und wahnsinnig bezeichnen. Das Gutachten schweige fich allerdings über die von Deutschland zu zahlende Endsumme von Dollständig aus. Es fer aber fraglich, ob gegenwärtig der geeignete Moment gegeben fei, um die Frage über das, was Deutschland er de gültig an Reparationen zu zahlen habe, aufzuwerfen. Stresemann bezeichnete es as ein Berhängnis, daß es nicht schon feit Jahren gelungen sei, Surch Anleihen das Aus land an der mirtschaftlichen Brofperität Deutsch lands zu intereffieren. Hanau, 11. April.( Mtb.) In einer Wahlversammlung der Deutschdemokratischen Berei sprach Profeffer Dr. Süding über die Sachver, ändigenberichte. Er führte u. a. aus: Die Gutachten merten die Grundlage für die ganzen Probleme der Außenpolitik in den nächsten Monaten sein, wenn die Ententeftacten auf der einen Se.te sich bereitfinden, diese Gutachten wirklich als Plattform einer Berständigung mit Deutschland anzuerkennen und wenn Deutschland auch seinerseits die Gutachten annehmen kann. Im ein. zelnen scheinen die Bedingungen, die uns gestellt werden, durch aus Sistutabel zu fem. Wir haben freilich einen Echaden, nämlich die Tatsache, daß es Boincaré zu verhindern gewußt hat, cine befinitive Regelung der Reperationszahlungen verzufchla gen. Aber fo nachteilig das für uns ist, jo nötigt uns die gegen martige Situation, auch eine solche provisorische Regelung, wenn sie nur einigerma en erträglich ist, anzunehmen, um schmere Schäden Dom beutschen Baberíande abzuwenden, Amerika und das Gutachten. Condon, 11. April.( WTB.) Einer Reutermeldung aus New Bort zuio ge sind die amerikanischen Blätter der Ansicht, daß das Gutachten der Reparationsjachverständigen den Weg zu ber Ichließlichen Regelung weise und Deutschland zugleich eine Möglichkeit biete, finanziell und wirtschaftlich auf die Beine zu lommen. New Yort World" schreibt, der Bericht tönne zum Ausgangspunkt eines allgemeinen Uebereinkommens genommen wer. den. Der Erfolg dieses Pianes hänge von einer Anleihe ab, deren größter Teil in Amerita und Großbritannien gezeichnet werden müße. New York, 11. April.( Eẞ.) Der Präsident der Handelstam. mern der Bereinigten Steaten hat über den Sachverständigenplan folgende Erklärung abgegeben: Der Bericht ist das Ergebnis eingehender und gründlicher Studien und so aufgebaut, daß man hoffen darf, daß er als eine Grundlage für Sie endgültige Regelung der Reparationen dienen kann. Die Aterten werden durch diesen Plan bedeutende Zahlungen erhalten, ohne daß beshalb die deutsche Industrie zerstört würde. Die Er baltung der deutschen Industrie sei die erste Bedingung für die Wiederherstellung eines dauerhaften Friedens. Wenn der Plan allgemein von den interessierten Mächten in Europa angenommen werde, so würden die amerikanische Industrie und bie amerikanischen Banten gewiß ihren Teil dazu beitragen, um die Durchführung des Blanes zu ermöglichen. Die„ New York Herald and Tribune" schreiben, daß der Bericht ber Sadperständigen ein Triumph des gefunden men. Ichenverstandes sei. Er sei ein bedeutender Schritt nach der Richtung der Wiederherstellung eines endgültigen Friedens und ber wirtschaftlichen Restaur.erung Eurcpas. Benn Deutschland ben Eachverständigenbericht ablehne, werde es dadurch den Un. willen der ganzen Welt auf sich ziehen und seinen Ruin herbeiführen. Steine der allierten Regierungen werde die Berant wortung auf fich nehmen tönnen, einen so fonstruktiven und flaren Blan abzulehnen. New York Times" hofft, daß Deutschland den Blan annehmen werde. Wenn dies geschehe, bann werde seine moralische Bofition in der Welt gestärkt werden. Seine Aufnahme Frankreich optimistisch. Paris, 11. April.( EP.) Der„ Petit Parisien" erflärt, daß man am Quai d'Orsey dem Eachverständigenbericht eine günstige Aufnahme bereitet habe. Man bewundere die Unparteilidhteit und die gute Begründung der Argumente, fomie die erfinderijen firanziellen Tor dläge. Die Forderung, daß die deutige wirtschaftliche Einheit micberhergestellt werden solle, widerspreche nicht der Auffassung der französischen Regierung. Diese sei immer bereit gewesen, die direkte Ausbeutung der Pfänder gegen andere Pfänder auszutauschen unter der Bedingung, daß diese ebenso produttiv feien und daß Carantien ergriffen würden, damit die gegenwärtigen französisch- belgilden Eantiionen an der Ruhr wiederhergestellt werden fönnten, wenn Deutschland die übernommenen Verpflichtung n nicht erfüllen follte. Es fci beshalb nicht zuviel gesagt, wenn man erkläre, daß man in franzöfifchen politischen Krei en optimistisch sei und im allgemeinen ben lan günstig beurteile. Man betrachte ihn in seiner Geamtheit als annehmbar. Die Wahlen im Rheinland. Wahlvorbereitungen im besetzten Gebiet. Aus dem Rheinland wird uns geschrieben: Nach einer Mitteilung der Interalliierten Kommission foll die Wahlfreiheit im besetzten Gebiet in weitgehendftem Maße garantiert sein. Für Bresse und Bersammlungen will man eine größere Beweglichkeit gestatten, Bersammlungsanmel bungen und andere Erschmernisse sollen wesentlich erleichtert werden. Die Einreise von Kandidaten und Rednern, die aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen sind, will man an geringere Formalitäten binden. Wer danach glaubt, daß nun absolute Armfreiheit herrsche, ber irrt sehr. Bir dürfen zwar gegen Ludendorff und die deutsche Reaktion anfämpfen, niemand zensiert die schärfsten Redewendungen, Blafate und Zeitungsanzeigen dürfen un gehindert passieren. Die Politif Poincarés aberist der Seite weniger Hemmungen auferlegt, als uns im besetzten unantastbar. Unseren französischen Genossen sind nach Gebiet. Das behindert natürlich die Agitation. Wie eine all. gemeine Auftlärung über die in nerpolitischen Zusam menhänge gebracht werden soll, ohne daß die außenpoli tifhen Momente eingehend gewürdigt werden, ist bis jetzt ein ungelöstes Rätsel. Jedenfalls müssen alle Redner sich Referve auferlegen, wenn nicht die Durchführung des Wahltampfes überhaupt gefährdet werden soll. Mit der theoretischen Erklärung der ungehinderten Be tätigung im Wahlkampf ist außerdem nicht sehr viel anzuorgane der Bejagungsmächte, den Fall der Gefährdung fangen. Es liegt im Belieben der Verwaltungsder Sicherheit der Truppen" zu fonstruieren. Bis jetzt find allerdings derartige Fälle nicht bekannt geworden. Die Zurückhaltung, die die Barteien bis jetzt allgemein geübt haben, hat zwei Gründe. Es ist selbstverständlich, daß keine der Parteien ihr Bulver zu früh verschießen will", bei einigen 3en. trum und Kommunisten- tommen außerdem noch andere Momente hinzu. Paris, 11. April.( WTB.) Die weitere Behandlung der Sach verständigenbcrid te wird heute in her der Regierung naheftehenden Presse ausführlich behandelt. Jm Malin" heißt es, in franzöfifchen offiziellen Kreisen sei man einstimmig der Ansicht daß man die Arbeit der Sachverständigen loben müffe. Man falle fie als eine in feinen eigenen Reihen zu überwinden. Wir wissen von gut Das Zentrum hat außerordentlich starke Widerstände ausgezeichnete Löfung auf, die in cinem Ceifte des En unterrichteter Seite, daß die wirtschaftlichen Gegenfäße in gegentammens getroffen worden sei, und wolle gern darauf verbiefer Bartei noch nie so aggreffio sich gegenüberstanden wie zichten, die Einzelheiten zu friifen angesichts des Wertes des in diesem Augenblid. Der großindustrielle und agrarische Gesamtwertes. Aber man dürfe nicht vergessen, daß die Sachper. Flügel strebt starf nach rechts. Selbst auf die Gefahr hin, das ständigenarbeit nur ein Ermittlungsverfahren sei. Die Repara. durch die in den christlichen Gewerkschaften organisierten Artionstommission als Tribunal werde sagen, daß die alliierten Regierungen erst dann über diese Arbeit der Sachver. beitermassen noch mehr von der offiziellen Partei zu lösen, als es jezt schon der Fall ist. Die Arbeiterschaft tann natürlich ständigen sich auszu prechen hätten, wenn das Gericht felbft das ohne Aufgabe ihrer elementarsten Cristenznotwendigkeiten den Ureil gefällt habe, das bald erfolgen müsse, da vor der Entscheidung Rechtsturs nicht mitmachen. Trog der merkwürdigen Politit der Alliier'en keine Verhandlungen möglich feien. In zweiter der christlichen Gewerkschaftsführer während der sozialen Linie fei zu bedenken, daß, wenn auch die Sachverständigen das Kämpfe zu Anfang dieses Jahres, die auf eine Ueberfleisterung technische Problem gelöft hätten, doch immerhin noch ein poli ber Klaffengegensäge hinauslief, flaffen die Interessen jetzt tishes zu regeln bleite, das nicht ihrer Kompetenz unterstellt fei. mehr als je auseinander. Das kann innerhalb der politischen Der Sachverständigenbericht würde erst, wenn er durch die Repara- Partei nicht ohne Auswirtung bleiben. Die Emanzipation der tionstommiffion in eine Entscheidung umgewandelt worden fei, eine Unzufriedenen in der christlichen Arbeitsgemeinschaft ist, wenn Realität, d. h. ausführbar fein. Man dürfte sich im übrigen nicht auch ein großer Teil der neuen Parteigänger aus persönlichen darüber wundern, wenn Frankreich einem Deutschland gegenüber. Gründen dorthin lief, ein sehr beachtenswerter Vorgang. Die deffer guter Wille zweifelhaft fei, einige Vorsichtsmaßnahmen motorische Kraft zu dieser Bewegung ist doch soziologischen ergreife. Charafters. 3wischen diesen beiden Gruppen steht nun der mittelstand, in deffen Reihen ebenfalls sehr starte Strö mungen zur Berselbständigung drängen. Wir gehen nicht fehl, wenn wir auch die Tatsache, daß die Zentrumspartei bis zur Stunde die Kandidaten zur Reichstagswahl noch nicht endgültig nominiert hat, auf diese inneren 3wiftigkeiten zurüc führen. Die gerissenen Parteidemagogen haben gegenwärtig alle Hände voll zu tun, um den Kram einigermaßen in Ord mung zu halten. Sehr einflußreiche Persönlichkeiten der fatho lischen Kirche bemühen fich um die Rangierung. Bis jetzt ist aber trotz all dieser Anstrengungen ein brauchbares Resultat nicht zu erzielen gewesen. In der Trierer Ede, wo diese Gegenfäße weniger deutlich in Erscheinung treten, fonnte man die Kandidatenliste zur Reichstagswahl- allerdings auch noch nicht vollständig veröffentlichen. In dem starf industriell durchsetzten Wahlkreis Köln Aachen flicken die Parteioberhäupter noch eifrig und mühsam daran herum. Deutschland könne die Ergebnisse der Sachverständigenarbeit wohl annehmen, weil dieje während der ersten Jahre von unzweifelheftem Borteil für es feien: es tönnte feine Währung stabilisieren, feine Finanzen fanier: n, eine Anleihe einstecken und dann mit seinem Widersand in dem Augenblid, in dem man die Hand auf die Tasche des deutschen Steuerzahlers lege, beginnen. Frankreich weigere fich Beineswegs, die Pfänder, die es in der Hand habe, fo umzugestalten, daß sie in das allgemeine von den Sachverständigen aufgestellte System eingegliebert werben fönnten; bevor aber bie Empfehlungen derselben, die für diejenigen, die mit ganz außer ordentlichen Schwierigkeiten das Ruhrgebiet organisiert hätten, fehr heitel seien, burchgeführt würden, müßte man dessen sicher fein, daß Frankreichs Verbündete an dem Tage, an dem das Deutsche Reich wirklich Sahlungen auszuführen habe, an Frankreichys Seite su finden fein würden. Daß man die jeßigen Schlußfolgerungen der Eachverständigen annehme, fei nur die erste Etappe, ihr tönne die zweite Etappe, nämlich die Ausführung nur folgen, wenn bie Allierten Frankreichs, ihm, Frankreich, ihre Solidarität für die Bufunft garantierten. New York. Hera'd" schreibt, nach Ansicht der Persönlichkeiten, bie in enger Fühlung mit den Arbeiten des Sachverständigen. temitees gestanden hätten, dürfte der Bericht unter feinen Umständen der Wahlagitation in Deutschland und Frankreich dienen. Da die deutschen Wahlen am 4. Mai stattfinden, ständen der Reparationstommiffion und ben alltierten Regierungen nur wenige Wochen zur Verfügung. Es beständen Zweifel, ob diefe Zeit aus. reichen werde, es hätten sich aber in Paris Anzeichen bemertbar gemacht, daß der Bersuch gemacht werde, alle Berzögerungen zu ver meiden. Man halte es jetzt für wahrscheinlich, daß die Reparations fommission die deutsche Regierung auffordern werbe, unverzüglich Stellung zu nehmen. Gleichzeitig werde der Bericht der Sachver ständigen offiziell an die beteiligten Regierungen übergeben werden. Im übrigen fet der Kern der zu entscheidenden Frage immer noch: was wird als equivalent für die Garantien geboten, die mir zur. zeit in der hand haben?" Der Bericht der Sachverständigen berube cuf dem Gebanten des Berzichts auf die Ausbeutung des Ruhrgebiets und der Wiederherstellung ber wirtschaftlichen Integrität Deutschlands. Aber es dürften piele Monate erforderlich sein, um ihren Plan in vollem Umfange wirksam zu machen, bis dahin jedoch tönne Frankreich sich nicht mit einem bloßen Versprechen Deutschlands abfinden. der Rommunistischen Partei festzustellen. Eigene Nicht geringeres Durcheinander, eher noch mehr, ist bei Bersammlungen hat sie bis zur Stunde faum arrangiert. Dort, wo sie es dennoch tat, war immer ein glänzender Hereinfall damit verbunden. So beschränkt man sich darauf, die gegnerischen lies sozialdemokratischen Veranstaltun gen zu besuchen. Es werden Sprengtrupps organisiert, die getreu der erhaltenen Weisungen stets den Verfuch widerholen, die Bersammlungen auffliegen zu laffen. Hier und da fam es auch schon zu argen Bedrohungen unerer Redner. Genosse Sollmann, den man in jenem Lager besonders liebt, wird in der häßlichsten und gemeinsten Weise verfolgt. Aber unsere Genossen sind durch die Erfahrungen der letzten Jahre gegenüber den fommunistischen Rüpeln glücklicherweise weniger duldfam geworden. Fast überall gelang es, einen Schuß unserer Bersammlungen zu organisieren; dadurch konnte tro ber fommunistischen Anstrengungen alles fo ziemlich programmäßig abgemidelt werden. Auch bei den Kommunisten ist aber eine gewisse Erlahmung festzustellen. Die Attipitāt war schon größer als gegenwärtig. Auch hier find wahrschein lich innerparteiliche Gegenfäße die Ursache. Das wird ja auch zugegeben in einem der legten kommunistischen Rundschreiben, in dem es ausdrücklich heißt, daß die für April geplante Attion auf Grund der in den lekten Wochen besonders scharf hervorgetretenen inneren Gegenfäge auf Juni vertagt werden örtert. Bürgerblock gegen die Sozialdemokratie. nofen Dr. Kurt Rosenfeld. Berlin lag, nicht einmal die Protest gegen die Wahl Landsbergs zum Landeshauptmann. Das Gericht hatte der Verteidigung, die in den Händen des GeMöglichkeit gegeben, rechtzeitig die Aften ein Jehen und die Berteidigung vorbereiten zu fönnen. Infolgedessen verlangte der Verteidiger schon vor dem Termin schriftlich und noch mals im Termin mündlich die Bertagung. Das Gericht lehnte diesen Antrag ab, worauf der Berteidiger die Richter wegen Beforçais der Befangenheit ablehnte. Diese Ablehnung wiesen aber die abgelehnten Richter selbst, ohne Erfahrichter hinzuzuziehen, zurüd, indem sie einfach erklärten, der Berteidiger habe die Ablehnung nur ausgesprochen, um die Sache zu verschleppen und um sie der nur noch bis zum 31. März 1924 für solche Prozeffe zuständigen Straftammer zu entziehen! muß. Diese Differenzen find maßgebend dafür, daß auch die| daß er zur Hitler Garde übergelaufen sei. Der| Rädelsführer betätigt oder Gewalttätigteiten verübt haben Kommunistische Partei bis zur Stunde ihre Kandidaten Erfolg ist aus der Notiz des Deutschen Tageblattes" zu er- follten. In dreitägiger Verhandlung, Dom 27. bis 29. März 1924, noch nicht genannt hat. Auf dem zum Zwede der Kan- sehen. Dinters Hunger nach einem Doppelmandat wird ge- wurden die Borgänge vor der Straffammer in Frankenhausen.erdidatenaufstellung einberufenen Parteitag-Ende Februar- stillt, und Dinter bedauert fonnte feine Entscheidung gefällt werden. In der mit den Borarbeiten betrauten Kommission kam es zu ganz außerordent fich scharfen Zusammenstößen, bei denen Tätlichkeiten nur mit Mühe vermieden werden konnten. Ursprüngliche Absicht mar, awei Atabemifer Dr. Stein, ein fluger, aber charakterlofer Mann, und Barion zu Spizenkandidaten zu füren. Dem hat die Zentrale ihre Zustimmung versagt. Die beiden Leutchen sind nicht zuverlässig repo. lutionär genug. Die Personen, die jetzt unterderhand" als. Kandidatenerfaz gennant werden, find geistige Jämmerlinge, die nie eine Rolle zu spielen vermögen. Der Arbeiter, der diesen Menschen seine Stimme gibt, ohrfeigt sich Arbeiter, der diesen Menschen seine Stimme gibt, ohrfeigt sich selbst. Die übrigen Parteien treten öffentlich kaum in Erscheinung. Die Boltspartei und die Demokraten denten jedenfofls nicht daran, ihre Werbung über den ihnen nach ihrer Ansicht sicheren Kreis hinauszutragen. Deutsch natio- gesichert. Deutschnatio: nale und Bölkische sind bis jetzt nicht in erheblichem Maße in Erscheinung getreten. Wenn der Versammlungsbefuch und die Stimmung in den Veranstaltungen einen Rückschluß auf das Wahlergebnis zulassen würden, dann hat die Sozialdemokratie das Recht zu größtem Optimismus. Wenn wir aber unsere Erwartungen auch nicht überspannen, sondern fühl und nüchtern alle Fattoren, günstige und ungünstige, in Rechnung stellen, so bleibt doch soviel, daß die Partei im befeßten Gebiet mit der berechtigten Hoffnung in den Kampf geht, die alten Stellungen zu behaupten. Dinter bedauert. Er wollte nur in den Reichstag. Im Fall Dinter ift eine plögliche Bendung eingetreten. Das Organ der Deutschvölkischen Freiheitspartei", das " Deutsche Tageblatt", teilt mit: Wir berichteten vor einigen Tagen, daß vom Provinziallandtag der Provinz Sachfen der bisherige Gesandte in Brüssel, Genoffe Otto Landsberg in der Stichwahl zum Landeshauptmann mit einer Stimme Mehrheit gewählt worden sei. Der Landtag zählt 110 Mitglieder. Im ersten Wahlgang waren für Landsberg 54 Stim men abgegeben, 24 entfielen auf den deutfcnationalen frü heren Regierungspräsidenten v. Gersdorff, 32 auf den bisherigen ftellvertretenden Landeshauptmann Hübener, der für die Demo traten fandidierie. In der Stichwahl erhielt Landsberg 54, übener 53, während 3 Zettel unbeschrieben waren. Durch diese Stimmenthaltung von drei Abgeordneten war die Wahl Landsbergs wurde bei Beginn der gestrigen Sitzung des Landtages dem Bor Wie jetzt der„ Voffischen Zeitung" aus Merseburg gemeldet wird, fizenden ein von sämtlichen bürgerlichen Abgeordneten unter schriebener Protest gegen die Wahl Landsbergs über reicht, in dem verlangt wird, daß die Wahl annulliert und für ungülig erflärt werden solle. Zur Begründung wird ausgeführt, daß Ber. ftöße gegen die Wahlordnung vorgefommen feien, und daß famt liche Unterzeichner des Antrages des Proteftes im 3 meiten Wahlgang für den Demofraten gestimmt hätten. Stimmzettels die Wahl des Sozialdemokraten ermöglicht hatten, Augenscheinlich haben die Herren, die durch Abgabe eines meißen nachträglich Betlemmungen empfunden und wollen das nun wieder gut machen, indem sie behaupten, sie hätten auch für Hübener gestimmt. Ueber die Zulässigkeit des Antrages auf Annullierung und über die weitere Behandlung der Angelegenheit wird einstweilen im Borftande des Provinziallandtages unterhandelt. Diesem Berhalten entsprechend fiel auch das Urteil der Stroftammer aus. Sie sprach 7 Angeklagte frei, verurteilte aber einen Angeklagten zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis( unter fofortiger Berhaftung), einen anderen( den Bater des ersteren!) zu einem 4 zu 5, 2 zu 6, einen zu 8 und 2 zu 9 Monaten Gefängnis. Alfo Jahr, außerdem einen Angeklagten zu 3 Monaten, 7 zu 4 Monaten, insgesamt 9 Jahre 9 Monate Gefängnis! Die vom Verteidiger be antragte Bewährungsfrist wurde ausdrücklich nur den Angeflagten zugebilligt, die nicht mehr als 6 Monate Gefängnis erhalten hatten, und auch diefen nur( anders als im hitler- Prozeß!) bei einer Gelbbuse Don 50 Goldmart für je einen Monat Gefängnis. Hohenzollernfimmel. Stresemanns Schühling läßt sich huldigen. Breslau, 11. April.( Eigener Drahtbericht.) Der frühere Kronprinz wurde gestern in Breslau zum erstenmal Gegenstand einer öffentlichen monarchistischen Demonstration. Er war zu einem Maffenkonzert der Reichswehr im Zirkus Busch erschienen, in Begleitung seiner Frau Beite Sireife waren vorher auf seine Anwesenheit vorbereitet worden. As dis Rapelle das Deutschlandlied und Fridericus Rex fpielte, brachte die Sufchauermenge, die durch ein ziemlich hohes Eintrittsgeld ent predend gefiebt war, stehend dem Hohenzollern eine Rundgebung bar, beren Tendenz nicht zu verkennen war. fegten ihre Kundgebungen doch fort, bis er im Auto wieder nach Der Erfronpring felber hielt sich zurück, die Monarchisten aber Dels zurückfuhr. Falls sich solche Kundgebungen wiederholen sollten. dürften Gegenfundgebungen der republikanischen 10 Arbeiterschaft nicht ausbleiben. Die Monarchisten werden es sich dann selbst zuzuschreiben haben, wenn die Anwesenheit bes Hohenzollern in Schlesien zu einer Verschärfung der innerpolitischen Spannung führt. Die„ Magdeburgische Zeitung", die abwechselnd demokratisch und rechtsvolfsparteilich ist, erklärt, die Wahl Landsbergs fei ,, untragDurch eine Reihe von Mißverständnissen hatte sich Herr Dr. bar". Für die bürgerliche Gesellschaft, die sich je nach Bedarf liberal, Dinter in einen Gegenfah zu der Organisation des völlisch national oder demokratisch nennt, ist nur tragbar", wenn fonjer. fozialen Blocks in Thüringen gestellt. Dieser Block hat infolgedeffen native oder schwertapitalistische Politiket in Bertrauensämtern fügen. von einer Kandidatur Dinters in Thüringen Abst and Ein Sozialdemokrat, und mag er auch so hervorragend genommen. Im Laufe der Berhandlungen stellte sich heraus, qualifiziert fein wie der Genoffe Landsberg, ist für den Bürgerblod daß hier tatsächlich Mißverständnisse vorlagen, und Herr Dr. Dinter auf jeden Fall ungeeignet, weil von ihm vermutet wergab der Leitung der Freiheitspartei gegenüber die den darf, daß er nicht in erster Linie die Intereffen der Kapitalisten, Erklärung ab, daß er die angezogene Notiz in den Blättern leb- fondern auch die des arbeitenden Boltes vertreten würde. haft bedauere und daß er durch eine neue Erklärung die Angelegenheit richtigstellen würde. Da eine Kandidatur Dinters für Thüringen jegt faum noch möglich sein wird, so wird er wahrscheinlich an zweiter Stelle in einem anderen Wahlkrets kandidieren. Jedenfalls hat die Besprechung am 7. April ergeben, daß Herr Dr. Dinter nach wie vor auf dem Boden der Deutschvolfischen Freiheitspartei steht, daß ihm nichts ferner liegt, als die jetzige Leitung zu befämpfen, daß er vielmehr im Gegenteil erklärt hat, in alter Treue mit der Leitung weiter zu arbeiten. " Die Sache sieht demnach jest jo aus: Als Artur Dinter in den Thüringischen Landtag gewählt worden war, tam ihm der Appetit beim Essen und er verlangte für fich auch noch ein Reichstagsmandet. Das fcheint feinen völlischen Freunden in Thüringen etwas happig vorgekommen zu sein, und man geriet sich über den Mandatsschacher in die Haare. Inwieweit sich die Berliner Leitung" der Herren Bulle, Henning usw., die offenbar für ihren Einfluß im Reichstag zittern, hinter den Kulissen am Spielchen beteiligte, entzieht sich der öffentlichen Kenntnis. Jedenfalls lancierte Artur Dinter, nachdem ihn seine thüringischen Freunde nicht auf die Reichstagswahlliste gelegt hatten, eine sehr biffige Notiz in die gegnerische Presse, in der er die Berliner Leitung für unbe onnen erklären und ihr den schärfften Kampf anfagen ließ. Zugleich drohte er mit seinem Austritt aus der Partei. In einer zweiten Erklärung meldete er, Das Samenkorn. Bon Frant Crane( New York). Die sieben Weltwunder waren feineswegs die wundervollsten Dinge in der Welt. Die Wunder des Lebens sind am dichtesten imter den uns verirautetsien und alltäglichsten Dingen zu finden. Bielleicht ist das erstaunlichste, verblüffendste, geheimnisvollste Ding im ganzen Weltall ein Samenforn. Sieh den Apfelbaum! Die ganze Form des Stammes, das Gesetz seiner Aeste und Zweige, feine Blätter und ihre Abern, seine zarten Blüten und seine Frucht fie alle waren in einem fleinen, braunen, harten Samenforn beschlossen. Deffne das Korn, und du -OG fiehst nichts als eine weißliche Fülle. Und doch hat diese Substanz Kräfte, die so feltfam sind wie die des Geistes. Ja, in ihr ruht ein Blan, der Holz, Blüten und Aepfel in sich begreift. Bon meinem Fenster aus höre ich am Morgen den eigentüm lichen, heiteren Ruf der Hähne. Sie frähen bekanntlich alle die gleiche Melodie. Einmal war diese Melodie im Ei oder doch irgendwie mit ihm verbunden. Also: Dotter und Weiß des Eies vermögen das zu erzeugen, was einen bestimmten Schrei ausstoßen kann. Und zweifellos trähen die Hähne heute, wie sie im Garten des Paradieses gefräht haben. Nimm zwei Keime. Der Mikroskopift kann kaum einen Unterschied zwischen beiden wahrnehmen. Und dennoch entwickelt sich aus dem einen der Löwe mit dem ganzen vielfachen Organismus von Haaren, Nägeln, Blutgefäßen, Eingeweiden, Rervenfäden, geistigen Anlagen und besonderen Kennzeichen, und aus dem anderen der Mensch mit seinem Körper, der ebenso umfassend ist wie der des Löwen, und mit einem Gehirn, das Gedanken empfangen und denken, das Phantasien erzeugen fann. Es erscheint unheimlich, wenn wir eine Eprechmaschine betrachten und beobachten, wie der Ton einer Stimme, cines Klaviers, einer Bioline oder die volle Crchestermusit durch eine Nadelspige hervor nebracht werden. Es erscheint unmöglich, ein Wunder. Und dennoch ist dies nicht so erstaunlich wie die Tatsache, daß ein lebendes Wasen, eine Ente, ein Hund, ein Eichbaum, ein Rosenstrauch, den ganzen munterreichen Organismus in einem Ei oder einem Samenforn vereinigt, aus dem dann ein ganz ähnlicher Organismus hervorgeht. Nicht eine von den Ansichten der Erde ist dem Samentorn vergleich bar. Die Niagarafälle, die Petersfirche in Rom, die Pyramiden in Aegypten, die Gipfel des Himalayas nichts davon überwältigt ben gedankenvollen Geist fo Jehr wie ein leines Samentorn. Das Wunder aller Wunder ist das Leben. Und das Samenfora ist die wundersamste Offenbarung des Lebens. Die Wunter der Elektrizität, der Radioaktivität, des Hypnotismus, bes Hellsehens und der Träume, die Wunder des gestirnten Himnicis mit seinen ungeheuren Massen und Entfernungen, die chemische Verwandtschaft und Emminger- Justiz. Schtverste Strafen gegen Arbeiter. Aus Thüringen wird uns geschrieben: Zu Pfingsten 1923 fand in Frantenhausen am Kyffhäuser ein Stommers des Allgemeinen Deutschen Burschenbundes statt. In demselben Saale war am Tage vorher ein Fest des Arbeiterradfahrerbundes gefeiert worden. Während des Kommerfes fam es zu einem Zusammenstoß zwischen Studenten und Arbeitern, bei dem ein Arbeiter blutiggefchlagen wurde. Bei seiner Bitte, ihm den Aufenthalt in. Deutschland zu geftatten, hat übrigens der jüngere Wilhelm Berpflichtungen übernommen, an die er rechtzeitig von der Regierung erinnert werden sollte, bevor er selbst ins Gedränge kommt, Der Erfola. Völkische Agitatoren in franzöfifchen Gefängnisfen. Diese Tatsache, die übertrieben von Mund zu Mund ging, verDüsseldorf 10. April,( Eca.) In das hiesige franzöfifche anlaßte das Zusammenlaufen einer großen Anzahl von Arbeitern, Gefängnis wurde eine Reihe deutsch- pöllischer Agi die verlangten, daß der Täter festgestellt würde. Das lehntatoren eingeliefert, die in Celfenfirden, Wanne und Umge ten die Studenten ab, und es fam darauf zu einem Sturm auf bung angeblich eine die Sicherheit der Befaßungstruppen gefähr den Saal, in welchem die Studenten ihren Kommers feierten. dende deutsch- völkische Propaganda betrieben haben follten. Die Gegen die Saaltür wurde mit Batten und Stöden geschlagen, eine gerichtlichen Berhandlungen gegen die Berhafteten Anzahl Stühle und Biergläser, auch andere Gegenstände wurden zer- follen bereits in der nächsten Woche stattfinden. brochen, einem Lehrer wurde die Studentenmüße vom Kopf ge= schlagen, ein Student wurde gestoßen. Ernst ere Mihhandlungen rat am Donnerstag genehmigte, ändert die Beftimmungen über die Bergnügungssteuern in Gold. Eine Verordnung, die der Reichs oder Gewalttätigteiten sind aber nicht vorgekommen. Das einzige Blut, das vergossen wurde, war das des zuerst gemeinden zu erhebenden Bergnügungssteuern nunmehr auf Gold Bergnügungssteuer dahin ab, daß die Mindestsäße der von den Ge schlagenen Arbeiters. Dieser selbst wurde natürlich natürlich angeklagt. umgestellt werden. Gleichzeitig findet eine Ermäßigung einzelner Die Staatsanwaltschaft faßte die Sache sehr schwer auf Säge statt, weil die bisherigen Säze das Risiko der Geldentwertung und stellte nicht weniger als 26 Arbeiter unter die Anflage des in sich schlossen. Die neuen Bestimmungen sollen am 1. Mai in and friedensbruchs, unter ihnen 15, weil fie fich als Kraft treten. die sonderbaren Gelüfte der Moleküle, die Wunder der Kunst und der Erfindung ich kann sie mit dem Wunder des Samenforns nicht vergleichen, das in einer einzigen, leinen, nicht sehr hoch Bergangenheit und Zukunft von Tausenden von Geschöpfen be organisierten Substanz alle physische, moraische und intellektuelle schließt. Wenn ich ein Heide werden und in der Naiur einen Gegenstand fuchen sollte, um ihn als Gott zu verehren, etwas, das tas unendliche Mysterium des Lebens verförpert ich würde ein Samenforn anbeten. ( Uebertragung von Mar Hanef.) | Spur zu fommen. Mehrere Jahre später fand der Wiener Maler Aleg. v. Moed, der das Gebirge auf der Suche nach malerischen Motiven und besonders pittoresken Formationen durchstreifte, ebenfalls in hand garbeitet hat mit der neuesten Forschung auf dem Wege, der biefe Höhle und setzte sich für deren Erforschung energisch ein. Es hat etwas besonders Reizvolles, daß die Romantik des Künstlers Hand Natur ihre Wunder abzulaufchen. Heute sind bereits 3.0 Sito meter Hallen und Gänge der Höhle mit den bizarrsten Eisbildungen erforscht. Studienrat Sa tow, der den Film mit einem erläuternden Bor trag und einer Fülle außerordentlich gut gelungener fester Bilder" vorführte, wies darauf hin, wieviel Schwierigkeiten zu überwinden waren, bevor es gelang, in der ewig finsteren Höhle 1200 Meter über dem Lal, einen Film zu furbeln, weil man über keine ge Wien, ein vollständig unabhängiges Beleuchtungsmittel für die eigneten Lichtquellen verfügte. Schließlich gelang es Dr. Kral in Kinematographie, ein Magnesium Dauerlicht zu erfinden. Benn der Film auch nicht in allen Teilen ganz rein und scharf iſt, muß man doch die Lebendigkeit und Anschaulichkeit des Ganzen bes wundern. Der Besuch des Vertrags, der heute und morgen wieder holt wird und eine Fülle an Belehrungen aus der Natur und Erdgefchichte bringt, kann dringend empfohlen werden. Eine Burleste im. Lustspielhaus. Ein fondererbarer Borfall ereignete fid gestern im Lustspielhaus. Mensajen, die angeblich Schauspieler waren, agierte auf der Bühne. Eine größere Anzahl Ein Stüd war auch da, es hieß:„ Der scharfe Löwe". Die ganze Zurichtung machte den Eindrud einer richtigen Theatervor ftellung. Nach den ersten Sägen merfie man aber, daß es sich um ein dilettantenhaft zusammengestelltes Potpourri aus den dümmsten Boffen handelte, die vor einigen Jahrzehnten aufgeführt worden waren. Ich kann mir die Sache nur so erklären, daß der Verfasser Heinz 11ftein, der ja dant feiner Beziehungen zur Zeitung die beste Gelegenheit hat, sich darüber zu orientieren, wie ein Theaterstüc aussieht, mit einigen seiner Freunde eine Wette abgeschlossen hot, Er wollte mit der Aufführung seines burlesken Schwantes beweisen, daß man in Berlin die albernste Cache auf die Bühne bringen fann, ohne daß das Publikum merkt, wie es an der Nafe herumgeführt wird. Tatsächlich hatte auch Heinz Ullstein feine Wete gewonnen. Die ödesten Wiße wie z. B. Stiefelwichfe? mir wird schwarz vor Augen" wurden von dem Bublifum mit be getfterter Zustimmung quiltiert. Leider hat der Regisseur die ein heitliche Linie, die nötig war, nicht gewahrt, indem ein Schauspieler, Wilhelm Bendom, fehr übermütig und luftig spielte, so daß die Heiterkeit, die manchmal erweckt wurde, auch berechtigt war. Es ist nach dem Vorhergesagten unnötig, über den Inhalt des Mach. werfs ein Wort zu verlieren. Herr Leo Peutert trat ebenfalls auf. Das bemerkenswerteste an diesem Ereignis war sein Sportschaft weiterhin bestehen läßt. Auch in der neuen Bonner Studenten. anzug, deffen Herkunft im Programm angegeben war. e. d. fufe in Charlottenburg gab es gestern abend die Uraufführung Ein Film aus der Unterwelt. In der Technischen Hocheines Films, der überaus feffeln und reizvoll ist. Man wußte nich, Technik oder die auch dem Stumpfesten ans Herz. greifende gran ob man mehr den Bagemut der Manjajen, die Bollendung der diofe Schönheit der Natur bewundern sollte. Die Eis mielen höhle im Tennengebirge, die größte Eishöhle der Erde, die hier im Film zum ersten Male in Deutsch and gezeigt wurde, ist ein gewaltiges Stück Unterwelt mit allen Schönheiten und Schauen, mit benen Phantasie und Aberglauben der Menschen die unterirdischen Reiche geheimnisvoller Gester und Götter ausgeschmückt haben. Bereits 1879 wurde der Eingang zu der Höhle im Tennengebirge, unweit Salzburg von dem Jäger von Poffelt entdeckt. Obwohl er von seiner Entdeckung in Fachblättern berichtete, rührte sich feine Hand, um weiter zu forschen und diesem Wunder der Natur auf die Das Ergebnis der Bonner Studentenschaftswahlen. Seit Moraten hatten sich an der Universität Bonn alle rechtsstehenden Studentengruppen, der Hochschulring und selbst die katholischen Korpo tationen zu einem großen Ginheitsblod zufammengeschlossen, um die bisherige staatstreue Mehrheit der Kammer unter dem sozialistisch- demokratischen Studentenschaftsvorsitzenden zu stürzen rnd an ihre Stelle eine solche der Korpationen treten zu lassen. Der ahlkampf wurde mit einer unendlichen Fülle von Blakaten und Flugblättern in außerordentlicher Schärfe durch eführt, zumal d'e Bölkischen bedienten sich einer gehäffigen, nach Form und Inhalt jeden anständigen Menschen abstoßenden Wahlpropaganda. Um so höher ist das Ergebnis der Wahlen zu bewerten, das die bis. berige von Volksstudenten und Fachschaftlern gebildete Mehrheit mit 14 Stimmen gegenüber 12 der Korporationen und Völkischen Finkenfammer werden die republitanischen, staatsbejahen. den Gruppen die Mehrheit bilden! Eine Julius Hart- Feier wird zum 65. Geburtstage des Dichters vom hiesigen Westfalen- Heimatbund am Sonnabend, 8 Ubr, im Meifteriaal ver anstaltet. sprechen aus seinen Werfen. Dr. Franz Müller spricht die Einleitung: Julius Hart, cir Dichterleben". Dr. Leo Blag und Maja Hart, die Tochter des Dichters, .Das Märchenbuch betitelt fich eine Ausitellung, die die Buch und Gröffnung findet Montag statt. Sunithandlung Reuß& Pollad in ihren Räumen veranstaltel. Die Neue Radio- Wunder. Bei einer Funkvorführung in London hörten die Ruhörer plöglich den leifen, aber deutlichen Zon eines regelmäßigen Tid.Tad. Urforung des Geräuschs, bis endlich die Zuhörer durch den Lautsprecher Geräuschs. Man erging sich in allen möglichen Muimagungen über den darüber belebit munden, daß das ieltsame Geräusch aus Pittsburg in den Vereinigten Staaten fam, wo man die Schläge eines Menschenherzes auf genommen und durch die Auft entsandt hatte Die Arbeitsfrage im Saargebiet. Die Beziehungen zum Internationalen Arbeitsamt. Die Frühlingsgöttin. So ein Untergrundbahnwagen ist wahrlich keine Angelegenheit, Am 8. April sich der Verwaltungsrat des Internatio- die einen normalen Menschen sonderlich aufregen könnte: zwei nalen Arbeitsamtes wieder einmal mit den zu schaffenden Längsbänke, Fensterscheiben, Messingstangen, fertig. Die Menschen Beziehungen zwischen dem Saargebiet und der Internatio- wechseln immerfort, rein und raus und wieder rein. Man übersicht nalen Arbeitsorganisation befassen. Diese Angelegenheit die Reihen und nichts bleibt von diesen Menschen in einem haften. war auf der letzten Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz Aber hin und wieder erlebt man doch mal etwas. Das war in diesen im Oktober des vergangenen Jahres durch eine faarländische Ge- Tagen, als die Sonne sich durchgesetzt hatte und allen Menschen gleich werkschaftsabordnung und deren Klagen über fozialpolitisch milde und freundlich zuschien. Am Hausvogteiplay schwärmte eine rüdständige Verhältnisse im Saargebiet in Fluß ganze Schar Mädels in den gleichgültigen Untergrundbahnwagen. gebracht worden. Die legte Tagung des Verwaltungsrats des Inter. Die Längsfize waren befeßt. Aber an der Stirnfeite hat jeder Wagen nationalen Arbeitsamts im Januar dieses Jahres beschloß auf An- einen Kasten, der ein Feuerlöschgerät birgt, und der Kaften wird mit trag des Direktors Genossen Albert Thomas und in Ueberein- einem Dedel verschlossen. Wenn nun gar feine Sitzgelegenheit mehr stimmung mit dem besonderen Wunsche der deutschen Re= ift, fann man sich auch ganz gut mal auf diesen Deckel setzen. Man gierung die Bertagung der mittlerweise bereits heftig umstrittenen figt da ein wenig erhöht, überschaut den ganzen Wagen und kann Frage bis zu der diesjährigen Apriffigung des Verwaltungsrats. fo ein ganz flein wenig auf alle Insassen herabschauen, weil man Inzwischen waren nämlich über die Art und Form dieser zu- eben ein wenig höher siht als alle anderen. Unter den Mädels entfünftigen Bez: chungen ernste Meinungsverschiedenheiten aufge- stand ein fleiner Streit, wer figen sollte. Gerda soll sizen," hieß es stand ein kleiner Streit, wer sizen sollte.„ Gerda soll sizen," hieß es taucht. Der französische Präsident der Saarregierung hatte den Berbald von verschiedenen Seiten und dann:„ Gerda bekommt den waltungsrat des Arbeitsamts zu einer Prüfung der Frage einer Ehrenplatz." Das war schon wie eine fleine freiwillige Anerkennung Vertretung des Saargebiets in der Internatio für die Gerda. Und dann faz Gerda auch plöglich auf ihrem erhöhten nalen Arbeitsorganisation aufgefordert. Deutschland Siz und lachte und lachte. Und alle Mädels lachten mit. Gerda trug fah darin einen Borstoß gegen die staatsrechtliche Stellung des natürlich eine moderne Gloce, schwarzes Stroh mit einer schmalen Saargebiets mit dem Versuch, das zu Deutschland gehörige Saar. Blumenrante. Biel schöner aber als Gerbas Hut war darunter Gerdas Geficht. Kindlich und mädchenhaft. Wenn sie lachte gebiet als autonomen Staat in die Internationale Arbeitsorganisation einzureihen. Die legte Berwaltungsratssigung wollte fie lachte fortwährend, schimmerten die Zähne wie zur Reklame deshalb Zeit laffen zu einer direkten Fühlungnahme zwischen den für ein Zahnpuzmittel. Aber das ganze Mädel, so wie es gebaden, Beteiligten, die der in menigen Tagen beginnenden Sigung des war nichts Geringeres als die schönste und wirksamste Reklame der Verwaltungsrates fonfrete Borschläge im Geifte des Antrages der Firma" Frühling und Sonnnenschein", die foeben wieder ihren be. legten Internationalen Arbeitskonferenz und der Wünsche der Ar rühmten Laden aufgetan hat. Und unter das hübsche Bild hat der beitnehmer unterbreiten sollte. Die Vorschläge liegen nunmehr vor, Reflamechef der Firma geschrieben: Die Frühlingsgöttin. So was und das Erfreuliche ist die Tatsache, daß ein Vorschlag den ver muß doch ziehen, nicht wahr? Und was ein schönes Bild mit so schiedenen Projekten der verschiedenen Beteiligten gemein einer Unterschrift für eine Wirkung hat, das fonnte man deutlich an sam ist. den Bielen sehen, denen plötzlich ihre Zeitung langweilig geworden war und die nur noch Augen hatten für den Saisontrid der Herren Frühling und Sonnenschein: die Frühlingsgöttin. Das Schönste aber ist, daß die genannte Firma von solchen Frühlingsgöttinnen eine große Anzahl auf Lager hat. Morgens schon ganz früh und abends nach Fabriken und Geschäftsschluß, fann man fte überall aufflattern sehen. Der weitgehendste Antrag, der von Frankreich gefördert und als seinen Abtrennungsabsichten dienlich erkannt worden ist, ist die Erwerbung der Eigenschaft eines Bölferbunds mitgliedes durch das Saargebiet, wodurch es ohne weiteres auch Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation würde. Eine solche Lösung würde aber der Rechtsstellung wider sprechen, die der Versailler Vertrag dem Saargebiet zugewiesen hat. Ebenso verhält es sich mit einem zweiten von Frankreich propa gierten Vorschlag, der eine Beteiligung des Saargebiets an den Ar beiten der Konferenz in der Eigenschaft als Mitglied der Internationalen Arbeitsorganisation vorsieht. Als eine weitere Lösung ist vorgeschlagen worden, einer Abordnung des Saargebietes die Teilnahme an den Arbeiten der Konferenz ohne Stimmrecht zu ermöglichen. Diese Abordnung würde Vertreter der Arbeitnehmer und Arbeitgeber umfaffen, die entsprechend dem Artikel 389 des Versailler Bertrages bestimmt werden müßten. Gegen diesen Vorschlag gelten im wesentlichen die gleichen Gründe wie gegen die beiden weitergehenden. Mietepfändungen. Der Magistrat verhängt die Wassersperre. - und Die Mietepfändungen durch den Magistrat Berlin wegen nichtgezahlter Grunderwerbssteuer, worüber wir mehrfach berichteten, haben zu unhaltbaren Zuständen geführt. So wird aus dem von 84 Mietsparteien bewohnten Hause Graeßstraße 57 in Treptow gemeldet: Der Hausbesizer, der sich um das Haus faft gar nicht bekümmert und die rund 800 Goldmark betragende Grunderwerbssteuer nicht zahlte, ist ein Tscheche. Die Mietervertretung erhob friftgerecht Einspruch gegen die Pfändung. Ein Teil der Mieter zahlte die Aprilmiete an die städtische Steuerfaffe, der größere Teil tat das nicht. Anfangs der Woche wurde, weil der Magistrat Der Vorschlag, dessen Grundgedanten alle Beteiligten in ihre fich mit seiner Pfändung nicht voll befriedigt sah, das Wasser für Vorschläge aufgenommen haben, hat durch die freien Gewerf. das ganze gus abgesperrt, was die wirtschaftlichen, geschaften des Saargebietes folgende Fassung erhalten: fundheitlichen und feuerpolizeilichen Verhältnisse des Hauses schwer .3mm Saargebiet ist ein Organ nad) Art der deutschen Arbeitsschädigen fann. Somit find auch jene Mieter, welche der Forderung fammern oder des franzöfifchen Arbeitsrats zu schaffen, welches der Steuerfaffe entsprochen haben, ohne Wasser. Die Leitung der Vertreter der Arbeiter und Arbeitgeberorganisationen und der Re- Ortsgruppe Treptow des deutschen Mieterbundes( Siz Berlin) hat gierung umfaßt und dessen vornehmste Aufgabe es ist, die von der nunmehr den Borstand der sozialdemokratischen Fraftion der Stadt internationalen Arbeitskonferens angenommenen Beschlüsse auf ihre verorbitetenversammlung ersucht, die Angelegenheit in der nächsten Anwendbarkeit im Saargebiet zu prüfen und zu begut Blenarsigung zur Sprache zu bringen, damit derartige Pfändungen, achten, und welches daneben bei der Durchführung der im Friedens die praktisch ein Schlag ins Waffer find, endgültig aufhören. gertrag vorgesehenen Bestimmungen über die Regelung der ArbeitsDerhältnisse im Saargebiet mitwirken foll.". Ein faft gleichlaufender Borschlag Jouhaug besagt: Für die Uebergangszeit ist bei der Regierungskommission des Saargebietes eine Kommission zu schaffen, die sich aus Bertretern der maßgebendsten Ornani'ationen zusammenfeßt. Diefe Kommiffion erhält amtlich Mitteilung von den Wortlaut der von der internationalen Arbeiectonferenzen angenommeren Grundsäge, Uebereinkommen und Vorschläge zu dem zwecke, fie gemäß dem Artikel 23 Abs. 4 des Rap. II ber Aniage zu Teil 111 des Friedensvertrages von Verjailles zur Anwendung zu bringen." Ein ähnlicher Borschlag des Direktors des Internationalen Arbeitsamtes, des Genossen Albert Thomas, lautet: " Errichtung amtlicher regelmäßiger Beziehungen zwischen dem Saargebiet und der internationalen Arbeiterorganisation, um die Durchführung der Bestimmungen des Versailler Vertrages zu sichern, welche in der Resolution der Konferenz erwähnt sind und die Festfegung der Arbeitszeit betreffen. Diele Bezichungen fönnten vor allem darin bestehen, daß den Behörden des Saargebiets die von der Arbeitskonferenz angenommenen Terte überfandt werden und darin, daß das Bureau alle auf ihre Ratifizierung und Durch führung bezüglichen Informationen an die betreffende Stelle weitergibt." Auch die deutsche Regierung tritt auf diesen Boden. Sie hält einerseits eine Iotale Organisation entsprechend den obigen Ausführungen für notwendig, und andererseits die dauernde Unterrichtung der Regierungskommission des Gaargebietes durch das Internationale Arbeitsamt auf dem Wege über den Generalsekretär umgekehrt. Sie möchte also auch, daß der Bölkerbundrat und das Internationale Arbeitsamt durch die periodischen Berwaltungsberichte der Regierungskommission ebenfalls über die Durchführung der Beschlüsse der Internationalen Arbeitsorgani'ation Mitteilung macht. tes Völkerbundes und Die Regierungskommission des Saargebietes hat sich auf den Boden dieses gemeinsamen Vorschlages gestellt und will einen entsprechenden Antrag an die Internationale Arbeitsorganisation stellen. Damit dürfte der Weg. endgültig geebnet sein, den praktischen Notmendigkeiten in der sozialpolitischen Ausgestaltung des Scargebietes Rechrung zu tragen, ohne politischen Komplikationen und Intrigen Tür und Tor zu öffnen. Hadz Von der Börse. Am Effettenmartt trat nach furzem Schwanten allgemein gine feftere Tendenz ein. Der franzöfifche Frant büßte im Tauschhandel etwas ein und wurde gegen England mit 73% ge handelt. Die Säße am Geldmarkt find nahezu unverändert. Die Anforderungen an den Devisen marft halten sich in den Gren zen der Bortage und auch die Repartierungen zeigen feine bemerkenswerten Abänderungen. . Die Einäfcherung von Hugo Sfinnes wird am Montagmittag im Wilmersdorfer Krematorium in aller Stille erfolgen. Nach der Einäscherung soll die Ueberführung der Asche des Verstorbenen nach Mülheim erfolgen. Der Reichspräsident und der Reichskanzler haben der Witwe Beileidstelegramme gefandi. Austritt aus der KPD. In Solingen, das felt langem als tom munistische Hochburg gilt, ist der fommunistische Arbeiterfekretär Wieden aus der Partei ausgetreten. Er hat gleichzeitig den Bosten im Aufsichtsrat der Konsumgenossenschaft Hoffnung", wo er Bertreter der KPD. war, niedergelegt. Wieder einmal die Tanzbodenbekanntschaft. Trübe Erfahrungen machte wieder eine Hausangestellte aus Wilmersdorf mit einigen jungen Kavalieren", die sie auf dem Tanzboden fennen gelernt hatte. Da die Herrschaft verreist ist, holten diese„ Karaliere" das Mädden eines Abends zu einem Bummel ab, der sich bis in die Nacht hinein ausdehnte. Sie ließen es an nichts fehlen und gaben befonders starte Getränke zum besten. Das Ende war, daß sie ihre Zechgenossin in ein Hotel in der Krautsstraße brachten. Hier schlief fie gestern den Tag über ihren Rausch aus. Als sie abends erwachte, wußte sie zunächst nicht, wo sie war und ebenso wenig, wie sie in das Hotelzimmer hineingefommen war. Zu ihrem Leidwesen mußte sie aber bald feststellen, daß die Kavaliere, zwei junge Männer, die mit ihr abge stiegen waren, ihre ganze habe bis auf das allernotwendigste mit genommen hatten. Auch ihr Geld im Betrage von 125 M. Auch bie Schlüffel der Villa in Wilmersdorf fehlten. Ganz erschrocken offenbarte fich das Mädchen der Hotelwirtin, und diese benachrichtigte das Ueberfallkommando des 154 Reviers in der Vermutung, daß die Kavaliere die Schlüffel mitgenommen hätten, um einzubrechen und vielleicht noch bei der Arbeit" feien. Das Kommando stellte jedoch fest, daß nicht eingebrochen worden war. Vielleicht sind die Savaliere von dem Blone abgekommen, weil sie das Grundstück durch einen Pförtner bewacht fahen. Auch Abbau der Eisenbahnhygiene? | gutem ergänzendem Zusammenwirten mit der städtischen Wohlfahrtspflege auf der Grundlage gegenseitigen Bertrauens. Die zahl. reich erschienenen Bertreter alfer Gruppen der freien Bohlfahrtspflege( der konfessionellen Beicine, der Arbeiterwohlfahrt, der humanitären und der Selbsthilfeorganisationen) schen aus, deren Erfüllung sich die Zentralarbeitsgemeinschaft anäußerten sich in gleichem Sinne und sprachen eine Reihe von Bünnehmen wird. Frisch gestrichen! Anstrichfarbe ist wieder zu bezahlen. Es hat lange gedauert, bis es wieder möglich wurde, den am meisten in die Augen fallenden Dingen, die vom Zahn der Zeit zerfressen sind, ein neues Frühlingstleid anzuziehen. Wenigstens an zahlreichen Stellen sieht man das Neue in frischen Farben prangen, und es wicki erfreulich suggestiv. Greifenhaften Verfall zeigten Tische und Stühle in Sommeriofalen, Wagen und Firmenschilder, Holzzäune und Eisengitter, Blumenfästen und Balkonverkleidungen. Vor dem Kriege war es eine Pracht auf den Berliner Balfons. Auch mit einfachen Mittein wurde wunderschönes geleistet. Den Wettbewerb anzuregen, setzte alljährlich ein Verein Prämien aus für den geschmackvollsten Balkonschmud. Später, im Kriege, starrten Baltons und Loggien bald wie leere Augenhöhlen. Selbst die föftlichste Freude an Blumenzucht im Hause war dem gewöhnlichen Sterblichen unterbunden, und neben den Blumen war auch die Farbe ein unerschwinglicher Artikel geworden. Der Wurm fraß am verwitterten Holz, der Rost am ungeftridenen Eisen. Nun zieht endlich wieder satte Farbenschönheit ein, langsam noch und doch vielfach sichtbar! Fleißig arbeitet der Malerpinsel an Ruderbooten und Dampfern, an Landhäusern und Lauben.. Und o Wunder!! hier und da wird auch schon eine ganze Mietstaferne von oben bis unten frisch gestrichen. Wird es so bleiben? Einen Frühling, der mehr bringt als seine zehn iraurigen Borgänger, fönnen wir brauchen. Unsere Wählerversammlungen. ?? In Blankenburg referierte vor einer zahlreichen Hörersch ir der Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Gen. Karl Leid. Der Redner hob hervor, daß die deutsche Politik vom Auslande abhängig Rebner hob hervor, daß die deutsche Politik vom Auslande abhängig ist. Die Zustände resultieren aus dem Versailler Friedensvertrag, der das Reich und feine Länder unter gewiffe Boraus ehungen stellt. Genoffe Leid zerpflückte dann die fattfam bekannte Dolchstoßlegende und beonte, daß man aber nur noch bei politischen Säuglingen mit dieser Ausrede, agitieren fönne. Einige anmesende Kommunisten behaupteten darauf, daß der llebergang einiger Kommunisten zu den Deutschvölkischen gerechtfertigt sei. Der Redner behandelte dann den Ruhrkonflikt, der dem deutschen Bolk großen Schaden, aber feinen wirtschaftlichen Aufstieg gebracht hat. Ergebnis war die Inflation. Und hier sei es das Berdienst eines Sozialdemokraten, des ehemaligen Finanzministers Hilferding, der uns wieder einigermaßen stabile Verhältnisse verschafft hat. Gen. Kuttner sprach gestern abend in einer überfüllten Wählerversammlung in Bankow über die Bedeutung. des 4. Mai. Mit beißendem Sarkasmus gab der Redner eine Gegenüberstellung des Ludendorff vom September 1918, der einen fofertigen Waffenstilstand um jeden Breis forderte und desselben Ludendorff vom März 1924, der nach Walhou will und dem Großteil feiner Mitbürger als Verräter" den Fehdehandschuh hinwirft. Die völkische Demagogie ist nur durch die Sorglosigkeit und politische Unreife weiterer Bolfsfreise groß geworden, sie wird aber an ihrer eigenen Unehrlichkeit und Unfähigkeit, auch nur eines der brennenden Probleme des Tages zu föfer, ebenso schnell wieder zuorunde gehen. In ihrer Berantwortungslosigfeit begegnen sie sich mit den Kommunisten, deren bedeutende Verdienste ura die Schmachung der Arbeiterorganisationen durch finnlose Butsche und 3ellenbi dung" im Sinne Mostaus durdiaus anerkannt werden muß. Die Sozialdef fratie wird demgegenüber sich mit wirklicher pratticher Tätigkeit für die Arbeiterschaft behaupten, felbft auf die Gefahr hin, auch weiterhin als Sozialverräter und Stinnestnechie" von den Zurfeftaneri apostrophiert zu werden. Besonders stürmische Bustimmung fand des Redners Kennzeichnung der heutigen Jurisprudenz als„ bie Runft einen vorher gefaßten Entioluß, unrecht zu tun, nachträglich als Recht zu begi finden". Ron einer Disfuffion wurde auf einstimmigen Beschluß abgesehen. Mit einem dreifachen Hoch auf die Partei fand die glänzend verlaufene Berfammlung ihren eindrucksvollen Abschluß. fuchten Bäberversammlung im Bezirk Prenzlauer Berg referierte Genosse Schiff. Er schilderte die Derlehrte Außenpolitif des alten Staates und kam dann auf den zusammenbruch der Zentralmächte zu sprechen. Die Bolitik des nationalen Blods gegenüber Deut chland war eine Politik der Einschüchterung und Gewaltanwendung; Gewaltanwendung; und somit die Tragödie für die junge deutsche Repubfit. Ronsequent hat die Sozialdemokratie die Politit des fleinen lebeis gemacht, ge= tragen von dem Gedanken, wenn nicht Erfüllungspo'ilik getrieben wird, was dann? Scharf wandte sich Schiff dann gegen den Phrasenschwall der Nationalisten, die meinen, die Erfüllungspolitik sei ein Berrat an der deutschen Nation. Wir brauchen eine gesunde Außenpolitif, eine Völkerverständigung und dafür bürgt die Sozialdemo Auch die übrigen Wählerversammlungen, in denen die Genoffen Künstler, Dr. Zechlin und Lempert referierten waren stark besucht und ihren Ausführungen gelang es, wesentliche Erfolge für die Sozialdemokratie zu erringen. fratie. In einer sehr gut be,, Bolk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bet. Die Eisenbahnverwaltung scheint zurzeit um das Wohlbefinden Konsumenten bzw. Fahrgäste, nicht sonderlich besorgt zu sein. In fündigte, gut besuchte republikanische Maffenfundderer, von denen sie doch wirtschaftlich abhängig ist, nämlich um ihre Gegen das Ludendorff- Urteil. Im Stadthaus fand die anges dem Bestreben, ihre Einnahmen um ein paar Mart zu erhöhen, gebung zum Thema:„ Gegen das Ludendorff- Urteil- Für Freis geht sie in ihrem Fiskalismus so weit, die gesundheitlichen lassung der politischen Gefangenen" statt. Landtagsabgeordneter Intereffen des Bublifums zu vernachlässigen. Ruschte schilderte in starten Worten die mnen- und außenpolitische Auf dem außerordentlich zu gigen und falten Wannsee: Wirkung des Urteils im Hitler- Ludendorff- Prozeß und glossierte die bahnhof ist jest bald 3 Wochen der einzige Warteraum Beschränktheit des deutschen Bürgertums, das heute noch in Ludenfür das Publikum auch dann verschlossen, wenn der dorff den Helden zu fehen glaubt. Remmergerichtsrat Dr. FreiBhotograph, an den die Bahn den Barteraum, merkwürdig genug, muth sprach ausführlich über die rechtliche Seite des Urteils, das perpachtet hat, gar nicht mehr darin arbeitet. In Zehlendorf- Mitte Ludendorff als ahnungslosen Hochverräter hinftellt, Hitler und KonHälfte in ein Restaurant umgewandelt, während die andere Hälfte, Bewährungsfrist gewährt und Hitler im Widerspruch zum§9 hat man gleichfalls vor längerer Zeit den einzigen Warteraum zur forten zu den gesetzlich zulässigen Mindeststrafen verurteilt, ihnen nur etwa 10 Quadratmeter groß, dem Publikum als Aufenthalt Abs. 2 des Republikichuggefeges als Ausländer zu behandeln sich scheut. dient. In den vier balten Monaten dieses Winters mußten des- Das Urteil ftügt nur den Nationalen Blod in halb die meisten Fahrgäste draußen bleiben, während sich in dem Frankreich in einen Zwangsmaßnahmen gegen das RuhrEeinen Raum die Leute gegenseitig auf die Füße traten. Sigt etwa gebiet, es befestigt die Politik der Zerstörung des Rechts und der in den mollig geheizten Zimmern der Zentralverwaltung Irgendwo Reichseinheit. Der Redner schloß mit einem begeistert aufgenommenen ein Herr Dezernent, der den Berlinern den Unterschlupf gegen die Appell an die Republikaner, sich im Kampfe gegen die RechtsUnbilden unseres Klimas nicht göunt? Kein verständiger Mensch putschisten zusammenzufinden. Als Dritter sprach der Arzt Dr Müh. wird etwas dagegen einwenden fännen, wenn sich die Eisenbahnveram( ein Bruder des in Bayern einaeferferten). Er geißelte die waltung neue Einnahmequellen erschließt, aber es darf nicht auf grausame Behandlung der in Niederschönenfeld Schmachtenden und Kosten bestehender, dem Wohl des Publikums dienender Einrich- tellte ihr gegenüber die äußerst humane Behandlung des Mörders tungen geschehen. Arco feft. Wohltätigkeitsabend zur Speifung armer Kinder im Berliner Offen. Am Sonnabend, den 12. April, abends 7 Uhr, veranstaltet der Theater und Geielligkeitsverein Volkskunst 1923 Im Berliner Rathaus fand eine gemein'ame Beratung der vor im Restaurant Ditbahnhof, furzem begründeten Zentralarbeitsgemeinschaft der Berliner öffent- Stüftriner Plat 11, einen Wohltätigkeitsabend mit Aufführung des Schauspiels von Leo Larsen„ Der Fluch des Leichtsinns". Eintritt 1.9Mart lichen und freien Wohlfahrtspflege" mit den Deputationen und Be Reinertrag kommt den hungernden Kindern im Bezirk Friedrichshain zugute. zirksdezernenten für allgemeine und Jugendwohlfahrt und mit der Berliner Wohlfahrtsvereinigung statt. Die Lorfipende, Stadträfin Wen!, mies zugleich in Beriretung des beurlaubten Stadtrats Efters- auf die bisherige gute Zusammenarbeit der städtischen und freien Wohlfahrtsarbeit hin und hob hervor, daß diejes Zusammen. wirten nunmehr eine gefeßliche Grundlage erhe.ten habe, auf der es weiter auszubauen fei. Die Vorsitzender der Berliner Wohlfahrtsvereinigung. Frau S. Wronity und Lic. D. Ulrich, erstatteten eingehende Referate, in denen fie Entwid'ung und Wesen der freien Wohlfahrtspflege und die Notwendigkeit der Crgänzung der öffentlichen und der freien Wohlfahrtspflege darlegten. Beide Redner betonten die Bereitwilligkeit auch der freien Wohlfahrtsarbeit zu Zusammenarbeit in der Wohlfahrtspflege. Groß- Berliner Parteinachrichten. Der 6. Areis Areuzberg. Abteilungsleiter, fofort Plakatstreifen abholen im Bureau, Lindenstr. 3, Zimmer 7. 7. Kreis Charlottenburg. Die Abteilungsvorsitzenden werden ersucht, die Blalatstreifen für die Dienstagpersammlungen beim Genossen Wilt. Schillerstr. 40, abzuholen. Berantwortlich für Politik Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternas; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilletone Dr. John Schitowsli: Lofales und Sonstiges: Frip Karstadt: Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin S,& Lindenstraße 3. 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Und das, trozdem auch den Leutchen in der„ Roten Fahne" und den Führern des Rommunistischen Eisenbahnerverbandes bekannt sein mußte, daß die Leute tatsächlich Streitbruch begangen haben. Wir haben in unserer Morgen. ausgabe vom 9. April schon auf Opladen, Schmerte( Ruhr) und Rarlsruhe hingewiesen. Das, was wir dort geschrieben haben, sind Tatsachen, wofür jederzeit der Beweis er bracht werden kann. Wir wollen nun aber etwas deutlicher werden. Die Rote Fahne" bestreitet, daß der Vorsitzende des Kommunistischen Eisen bahnerverbandes in Rarlsruhe aufgefordert habe, die Arbeit aufzunehmen und behauptet frisch darauf los, daß der Bezirksleiter des DEB., Schneider mit Namen, gebremst hätte. In einer Berfammlung, die am 1. April in Karlsruhe stattfand, hat Bührle, Borsitzender des Kommunistischen Eisenbahnerverbandes erflärt, daß Schneider vom DEB. am 31. März feineswegs gebremst hätte, sondern im Gegenteil an das Solidaritätsgefühl für die Streifenden appelliert habe. So sieht es also in Wirt lichkeit aus. Bührie hat dann nachher die 65 Rangierer und Hemmschuhleger aufgefordert, in den Betrieb zu rüdzugehen. Die Anweisung der KPD.- Zentrale bestand aber doch darin, „ bie Kampffront zu verbreitern". KPD. Fast Oder galt es nur für diejenigen, die der RBD. nicht nahestehen? at scheint es so, denn auch in Berlin, wo der Kommunistische Eisen. bahnerverband angibt, die Mehrheit der Eisenbahner organisiert zu haben, wäre es doch Aufgabe des Kommunistischen Eisenbahner. verbandes gewesen, seine Leute herauszuziehen und den anderen mit gutem Beispiel voranzugehen. Aber so find die Helden! Andere möchten sie ins Feuer schicken und sie selbst wollen hübsch ruhig bleiben, damit sie feinerlei Risito zu tragen haben. Fahne" in Schuh genommen zu werden. Während des Eisenbahnerstreits hat sich deutlich gezeigt, daß die KPD. Leute nicht die besonderen Rämpfer find, für die sie sich ausgeben. Biele, die von der Arbeiterbewegung feinen blauen Dunst haben, die erst noch zu tiassenbewußten Arbeitern erzogen werden müssen, meil sie nichts weiter find, als mildgewordene Svieß bürger, reißen das Maul auf, machen Streitbrecherdienste, inten schon in die knie, wenn sie nur die Müke eines Borgesezten sehen, ohne daß ein Kerl darunter ist. Sie werden dennoch verteidigt von der „ Roten Fahne" als Streifbrecherschuhengel. Wir wollen nicht hoffen, daß die Mitteilung dieser Tatsachen dazu führt, daß schon wieder eine Garnitur im Kommunistischen Eisenbahnerverband abgefäat wird. Dadurch würde es auch nicht beffer werden. Im Gegenteil, gerade die jebigen führenden Leute zeigen den Eisenbahnern sehr deutlich, daß mit radikalen Rebensarten nichts getan ist, sondern daß es darauf ankommt, die Lebenslage der großen Masse zu heben. Es ist allerdings viel einfacher, große Worte zu machen, Kampfesleitungen" zu bilben, die nicht in Tätig feit treten( hoffentlich verlangen diese Ramnfesleitungen nicht noch Arbeitslosenunterstügung), als durch geschichte Verhandlungen etwas herauszuholen. Wir streiten uns mit der Roten Fahne" nicht gern herum und noch weniger mit denen, die ihr die Unterlagen für ihre Notizen bringen. Diese Nachrichtenbringer und mir tennen fie fehr genau find so dumm, daß, wenn sie ebenso groß wären, fie in tniender Stellung aus Dachrinnen trinten fönnten. Freitag, 11. April 1924 vollzogenen Wahl der engeren Ortsverwaltung befanntgegeben. Ge wählt furb: Thons( 1. Borfizender), Krause( 2. Borsigender), Wartenberg( 1. Rasierer), Berger( 2. Kassierer), Jantsch ( Schriftführer), Baganz und Bachmüller( Revisoren). We Gewählten find Mitglieder BSPD. Achtstundentagkampf in Brik( Kreis Angermünde). Das„ Brizer Eisenwert" hat die Former und Rernmacher ausgesperrt, weil sie sich weigerten, neun Stun den zu arbeiten. Die Einwendungen der Arbeiter, daß fie bei der bürftigen Lebensweise und unter dem Erfluß der fäblichen Eins. wirkungen im Arbeitsprozeß, wie sie der Gießereibetrieb mit spielen heute für bie Unternehmer teine Rolle. Wer sich nicht fügt, fich bringt, mit achtstündiger Arbeitszeit schon genug geplagt sind, der fliegt", ist der Standpunkt des Herrn im Hause. arbeitete, ber bringend fertiggestellt werden sollte, trat in den Sym. Eine Schloffertolonne, welche an einem Neubau pathieftreit. Ob man sich nicht überlegt, daß die ausfallenden Stunben den Effeft der geforderten neunten Stunde auf eine geraume Zeit hinaus absorbiert? 25 Jahre im Gewerkschaftsdienst. Dabei sei allgemein der Wunsch bei dieser Gelegenheit zum Ausdrud gebracht, daß unfere Alten von ihrer Bonzenh- rrlichkeit mehr erzählten, damit die Jungen etwas davon zu wiffen bekämen. Krise im Einzelhandel. Das heißt, Heinrich Ed e, der zweite Borfizerde bes 3entralperbandes der Zimmerer in Hamburg ist 25 Jahre in der Hauptverwaltung des Verbandes als Angestellter tätig. Bor 25 Jahren zumal fonnte natürlich noch weit meniger als heute ein Genoffe in einem Verbande angestellt werden, wenn er sich nicht zuvor jahrelang ehrenamtlich betätigt und in dieser Tätigkeit als zuverlässig bewährt hatte.. So hat auch Ede, bevor er mi Die Lohnbewegung im Berliner Baugewerbe. 39 Jahren angestellt wurde, schon viele Jahre vardem eine In der am Donerstagabend abgehaltenen Delegierten- General überaus rührige Tätigkeit für den Zimmererverband entfaltet, ins versammlung der Baugewerkschaft Berlin berichtete der Boifigende besondere in Rieberfchlefien. Auf dem Gebiete des Bau Thöns über die Berhandlungen, die nach der Kündigung des Lohnarbeiterschukes, der Verbandsagitation, als Verbands'chriftführer und abfommens mit den Unternehmervertretern am 8. April steitgefunden zuleht als Bearbeiter der Lohn- und Tarifbewegungen im 3 n'ral, haben. Thöns führte unter anderem aus: Zu der Forderung, vorstand hat einrio de feinen Menn geftanden. Der Vierdie jetzigen Löhne um 20 Broz. zu erhöhen und fie dadura undsechzigjährige ist aber noch nicht müde geworden und will noch wieder auf den Friedensstand zu bringen, perhielten sich die Unter manches Jahr meiterarbeiten. Wir wünschen, daß es ihm vergönnt nehmer entschieben ablehnend. Sie schlugen eine vorläufige Ber fein möge. längerung des gegenwärtigen Tarifs por, bis später vielleicht durch bas Eingreifen einer britten Stelle eine Lohnregelung zustandekommt. Es bestehen aber außer in ber Lohnfrage noch in anderen Buntten erhebliche Gegensätze zwischen den Unternehmern und den Arbeitern. Die Unternehmer wollen den Neunstundentag einführen in der Form, daß die 48- Stundenwoche Den für die handelshilfsarbeiter im Einzel. zwar grundfäßlich anerkannt, eine Verlängerung der Arbeitszeit handel gefällten Schiedsspruch, der eine Erhöhung der Löhne ab unter gewissen Boraussetzungen aber zugestanden wird. Ferner ver- 4. April von 1 m. vorfieht, bri einer Verlännerum ber beits eit langen die Unternehmer, daß nur die tatsächlich geleistete Arbeitszeit auf neun Stunden, haben die Funktionäre in der geftrigen Bersammbezahlt wird, das bedeutet, daß die Bezahlung der Fahrlung abgelehnt. Der Berkehrsbund als Organisation der und Laufzeit for tfällt. Für die Arbeiter sind diese beiden Forderungen der Untergeberverband in Verbindung zu sehen. um über eine weitere Lohn. Handelshilfsarbeiter wurde beauftragt, fich fofort mit dem Arbeits rehmer burchaus un annehmbar. Sie find bereit, ein neues Lohnabkommen abzuschließen auf der Grundlage des Bezirkstarifs, erhöhung zu verhanden. Falls eine solche abgelehnt wird, foll auf so daß die Arbeitszeit die alte bleibt und auch die Fahr- und Laufzeit einstimmigen Beschluß morgen Sonnabend, eventuell Moniog, der Streit einsetzen. bezahlt wird. Unter allen Umständen muß der Achtstundentag aufrechterhalten werden. Eine Berlängerung der Arbeitszeit, auch in der Form des verstellbaren Achtstundentages, lehnen die Bauarbeiter ganz entschieden ab. Sie sehen aber auch ein, daß sich eine fürzere Arbeitszeit als 48 Stunden in der Woche auf die Dauer nicht halten jeden Tag ohne Ausnahme 8 Sen läßt, wenn läßt und daß sich nichts dagegen Zwangsmaßregeln lassen sich die Bauarbetter nicht gefallen. Benn gearbeitet wird. wird. feine Bereinbarung zustandekommt, fönnen fie auch ohne Tarif 20 arbeiten. Sie find bereit, wenn es notwendig ist, den Arbeitslosen im Berliner Baugewerbe hat in den letzten Wochen & ampf für ihre Forberungen aufzunehmen. Die 3ahl ber bedeutend abgenommen. Boraussichtlich with es nach Ostern feinen arbeitslosen Maurer in Berlin geben. Die Unternehmer werden wahrscheinlich bie gefeßliche Schlichtungs. ftelle anrufen. Das Ergebnis der Schlichtungsverhandlungen ist abzuwarten. Sollte es zu feiner Einigung fommen und dann ein Schiedsspruch gefällt werden, der den verstellbaren Achtstundentag bringt, bann gibt es feine Ruhe im Berliner Baugewerbe. Der Stampf wird natürlich streng nach gewerkschaftlichen Grundsähen geführt werden. Dem Referat folgte eine längere Disfufjion. Alle ner waren tarin einig, daß jeder Angriff auf den Achtstundentag bis zum äußersten abgewehrt werden müsse. Die folgende, vom Referenben eingebrachte Resolution wurde einstimmig angenommen: „ Die Delegierten- Generalversammlung des Deutschen Baugemertsbundes, Baugewerkschaft Berlin, erblidt in der ablehnenden Haftung ber Unternehmervertreter gegeüber der Lohnerhöhung eine Brovotation, wie sie nicht schlimmer gedacht werden kann. Weiter behauptet die„ Rote Fahne", in Opladen habe der Freie Eisenbahnerverband gar feine Mitglieder und in Schwerte wäre man zu einem Rampf bereit gewesen. Diese Armen im Geifte. Wir wollen der Roten Fahne" das Gedächtnis etwas auffrischen und fragen an: 3ft es wahr, daß am Sonnabend, den 5. April 1924, abends um 6 Uhr, in a gen im Lokal von Schnett. Ter, Auguftastraße 77, eine Sigung stattgefunden hat, an der der Barteisekretär der KPD., Hoffmann, teilnahm? An dieser Sigung haben sechs Personen teilgenommen. Darunter ein Mann aus Vohwinkel und ein Mann aus Hagen, dessen Namen wir noch nicht nennen wollen. In dieser Sigung ist mitgeteilt worden daß eine gleiche Sigung in Barmen stattfindet und daß haben will. ein Durcheinander in der PD. bestände, denn sonst dürfe es nicht vorkommen, daß in einer Sache an mehreren Drien zu aleicher Zeit eine Aussprache stattfindet, ohne daß die führenden Leute sich vorher verständigt haben. festgestellt worden, daß in Schwerte die RBDiften Engels Durch den Parteifekretär Hoffmann ist in dieser Sigung und Dertelshoven Streitbrecherdienste leisteten. Soff mann wollte bei der Zentrale in Berlin den Antrag ftellen, diese beiben auszuschließen. Man vergleiche diese Tatsache mit den Ausführungen der Roten Fahne", die Streifbruch nicht wahr In Hamburg fiegt es auch nicht viel anders. Da dort die KBDiſten feinerlei Einfluß im Eisenbahnbetrieb haben, klappte die Sache vorzüglich. In einer tieinen Dienststelle aber, wo Diften unb Anhänger des Komm. Eisenbahnerverbandes figen, mußten die KPD Leute erst unter einen gewissen Drud gesezt werden, damit sie sich solidarisch ertiärten. So sieht die Sache in Wirklichkeit aus. Nach außen große und starte Worte und wenn es darauf ankommt, ist nichts da hinter. Dann läßt man die geschmähten anderen" vorangehen. In der ganzen Zeit des Kampfes hat man beispielsweise im Bezirk Elberfeld, wo die KPD. sonst soviel starte Borie gebraucht, überhaupt nichts gefehen und gehört. Im Gegen teil, die KP Disten maren hübsch still und ließen die an deren die Kastanien auch für sie aus dem Feuer holen. Hier kommt nicht nur die Betriebswerkstätte Schwerte in Frage, auch in der Betriebswerkstätte Langerfeld war es nicht anders. In Elber feld stellten die Leute der KPD. die Forderung auf, eine organisierte Beschlagnahme der Lebensmittel herbeizuführen. Man wollte hier die Kontrollausschüsse fefigen Angebenfens wieder in Tätigkeit sehen. Das waren die Forderun gen der KPD- Leute! Es scheint heute vollauf zu genügen, daß man erklärt, man ge höre der KBD. an oder sympathifiere mit ihr. Wer das erklärt hat, fann die geschriebenen und ungeschriebenen Gebote, die in der Ar RAURINGE Frühjahrs in jed. Größe u Qualität, stets vorrät, nur bill Preisberechn M. Dinse, Juwelier Lichtenberg, Franki. Allee 202 Nahe Bahnh. Lichtenb.- Friedrichsf Teleph. Lichtenberg 3322| Mö öbe üller Neuheiten in Damenmänteln und Kostümen neue eleg Formen in allen Größen Arbeitsstube Fr. E. Karthäuser, kölln, Berlin C., Alexanderstr. 31 Tel. Kyst. 1737 Neu Jägerstr.60 Speisezimmer, Herrenzimmer Teilzahl. gestattet Wohn- und Schlafzimmer, sowle Einzelmöbel ab Fabrik zu billigst, Preis. Fahrgold wird vergütet Der Stellungnahme der Berhandlungstommission in ihren grund fählichen Anschauungen zur Erhaltung des Achtstundentages tritt bie Ber'ammlung bei und verpflichtet den Vorstand, in diesem Sinne weiter zu arbeiten. Nachdem auf dem Wege freier Bereinbarung eine Berständigung nicht möglich war, werden die Berliner Bauarbeiter zur Verbesserung der Lohn und Arbeitsbedingungen auch ohne Tarifrertrag ihre Pofitionen der Situation entsprechend zu behaupten wiffen. Dis Bersammlung nahm einen von Sched erstatteten Bericht über den Streit in der Stud. und Gipsbranche entgegen. Bur Maifeier wurde auf Borschlag von höns einstimmig beschlossen, den 1. Mai burch Arbeitsruhe zu feiern. Schließlich wurde noch das Resultat der am legten Sonntag ein Laden Künstler- Garnituren Steilig.. Billigstes Oster- Angebot in Halbstores 6.00 best Tull- Ge5.00 Solide Tall- Gewebe, 100 em 12.00 breite Schals beste Ver. in Elamine arbeitung 10.50 mit Volant, 3teilig.. von bis zur elegantesten Handarbeits: Ausführung Damen- Strümpfe gute Qualität. schwarz.braun.grau, webe mit imitieriem Elamine Filet Antik- 4.00 Fries. Handarbeits- Stores 13.00 selt. schöne Erzeugn. von Aus England. Aussperrungen während eines anhängigen obligatorischen Schiedsgerichtsverfahrens verbietet. Das Unterhaus verweigerte am Mitt woch mit 226 gegen 131 Stimmen die Verhandlung eines fonfer. pativen Antrages, der Sympathieftreits als ungefeglich erklären mollte. Das Oberhaus stimmie dem Gesezentwurf zu, der Streifs und Die fechs großen Maschinenbauarbeitergewertschaften haben sich niedrigen Löhne im Laufe des vorigen Jahres über 20 000 gelernte auf eine Lohnforderung von 1 Bfund Sterling pro Woche geeinigt. Metallarbeiter ausgewandert sind. Bertretern der Piloten und dem Direktor der Reichsluftfahrt- Ge Im Lohntonflikt der Flieger sind direkte Berhandlungen zwischen fellfdaft eingeleitet worden. Man hofft, daß es noch in diefer Woche zu einer befriedigenden Lösung for men werde. Heute findet die entscheidende Besprechung im Lohntonflikt im Baugewerbe fait. Die Arbeiter verlangen eine Erhöhung des Stundensobnes um 2 Benny, während die Arb- itoeber einen helben Benny anbieten. Kommt es nicht zu einer Annäherung, fo sell am 1. Mai ein cllgemeiner Streit der Bauarbeiter proflamiert werden. Geschäftliche Mitteilungen. Für ben Ofte: bedarf bringt das Kaufhaus Wilhelm Joseph in feinem heuti gen Inferat in allen Abteilungen besonders billige Angebote Die Firma Teat ganz besonderen Wert darauf, die billigen Breife mit guten Qualitäten in Cin flang zu bringen, wofür das Raufhaus Wilhelm Jofeph schon längst weit und breit bekannt ist. Ein Besuch im Kaufhaus Joseph wird jeden Räufer von der Billigkeit des Gebotenen überzeugen. on Lacen M. Riethmüller seit 1902 DAS HAUS DER TUCHE" Berlin C 2, Molkenmarkt 15( Ecke Post- Strasse) seit 20 Jahren leistungsfähig! Herrenstoffe for Straße, Sport und Reise von M. 3.50 Damenstoffe, Gabardine, Ripse, Marocains. 8.50 9.50 Extra- Angebot in Madras- Garnituren reich gestickt, 3 teilig 90 cm breit Schals 10.50 17.50 . mit Wolken- Lambrequins 40.00 Dunze grundige Garnituren, elegant und bis zum Elegantesten. Großes Sortiment. Gross. 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