Nr. 175 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 87 Bezugsvreis: öchentlich 70 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- u. Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmart pro Monat. Der., Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit Sied. lung und Kleingarten" fowie bez Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage..Frauenmeit erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareille. geile 0.70 Goldmart, Reklamezeile 4. Goldmark. ,, Kleine Anzeigen" bas fettgedrudte Wort 0,20 Gold mart( zulässig zwei fettgedruckte Worte). jedes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart. jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmart. Eine Goldmark ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Rummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin GB 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr frülh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 erlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 12. April 1924 Vorwärts- Verlag 6.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gefellirhaft. Depoütenfase Lindenstraße 3 Entscheidung der Reparationskommission. Zustimmung zu den Sachverständigenberichten falls Deutschland ihnen auch zustimmt.- Anhörung der deutschen Vertreter am 17. April. WTB. meldet aus Paris: Die Reparationstommission hat, nachdem sie eine offiziöse Sigung abgehalten hat, sich gestern nachmittag zu einer offiziellen Sigung zusammengefunden. Sie hat einstimmig folgende Entschließung angenommen: " Die Reparationsfommiffion hat nach Kenntnisnahme der Berichte der Sachverständigen sich auf den Standpunkt gestellt, daß fie eine prattische Grundlage für die rasche Lösung des Reparationsproblems bilden. Sie ist deshalb geneigt schon jetzt im Rahmen der ihr zustehenden Befugnisse die Schlußfolgerungen zu billigen und die vorgeschlagenen Methoden anzunehmen. Um die Durchführung der Vorschläge der Sachverständigen zu erleichtern und zu beschleunigen, beabsichtigt die Reparationskommission, den interessierten Regierungen die Entschießungen der Berichte, die der Kompeten; der Regierungen unterstehen, 3 ur Annahme zu empfehlen, jedoch sieht sich die Reparationstommiffion in die Notwendigkeit versetzt, ihre Zustimmung und ihre Jaiiative jurüd justellen, bis die deutsche Regierung bereit ist, ihre Mitarbeit an den Plänen der Sachverständigen ficherzustellen. Zu diesem Zwede wird die Reparationsfommiffion die Delegierten der deutschen Regierung am Donnerstag, den 17. April anhören, es sei denn, daß die deutsche Regierung es vorzieht, eine schriftliche Antwort zu erteilen." Die Mitteilung dieses Entschlusses ist bereits der deutschen Kriegslastenkommission zugegangen. Das Reichskabinett berät weiter... WTB. meldet: Das Reichstabinett trat gestern in die Beratung über die Sachverständiger.gutachten ein. Es nahm Vorträge über die ein elnen Teile der Berichte en gegen und beschloß, die Borarbeiten zur Prüfung aller Einzelheiten der Gulachten mit größter Beschleunigung fortzusetzen. Am Montag fei cine gemeinjame Sihung des Reichskabinetts mit den Staats- bzm. Ministerpräsidenten der Länder. Mit Genugtuung darf festgestellt werden, daß die Reparationskommission außerordentlich schnelle Arbeit geleistet hat. Ihr zustimmender Beschluß zu den Vorschlägen der Sachver tändigen war zwar vorauszusehen, aber die Promp heit und vor allem die Einstimmigkeit dieser Entscheidung fonn nur lebhaft begrüßt werden. Diese Einstimmigkeit be datet nämlich letzten Endes den Sieg Macdonalds über Poincaré. Noch vor einem halben Jahre hätten fich der französische Vertreter Barthou und der englische Bertreter Bradbury faum auf der Grundlage von Vorschlägen einigen können, die sachlich eine Verurteilung der gesamten französischen französischen Santtions. und Offupationspolitik bedeuten. feit auch im neutralen Ausland anerkannt wird; und es wäre auch eine wirtschaftliche Katastrophe, weil an diesem Tage die Rentenmart überhaupt nicht mehr zu halten sein würde, denn jede Aussicht auf eine Gefundung der deutschen Verhältnisse wäre dann auf lange Beiten hinaus verloren. Mit aller Klarheit hat der Vorsitzende des Reichsverbandes der Deutschen Industrie und Generaldirektor der Kruppichen Werke, Dr. Sorge, in einer Unterredung mit den Berliner Bertretern der Agentur Reuter den gleichen Standpunkt zum Ausdrud gebracht, der hier von der ersten Stunde an nach der Bekanntgabe der Sachverständigenvorschläge pertreten wurde. Auch er fagt: Wir müssen annehmen. Und er begründet diesen Standpunkt nicht allein mit den Argumenten der höheren Gewalt und der Zwangslage, sondern auch unter Hervorhebung der Tatsache, daß die Vorschläge der Sachverständigen bei aller ihrer Schwere viele Vorteile im Vergleich zu der Vergangenheit bieten und das Beste dar stellen, was wir nach Lage der Dinge überhaupt erwarten fonnten. Das ist ganz unsere Meinung auch bezüglich der fchweren Lasten, die das Programm der Dawes- Kommission Deutschland auferlegt und ebenso begrüßen wir es, daß Dr. Sorge versichert hat, die deutsche Industrie würde sich aufrichtig bemühen, dieses Programm ihrerseits zu erfüllen. Wenn selbst ein so anerkannter Führer der deutschen Industrie diesen unzweideutigen Standpunkt einnimmt, so ist nicht recht einzusehen, wie in der Reichsregierung überhaupt nur ein mit Verantwortungsgefühlen erfüllter Mensch es wagen fönnte, der Ablehnung das Wort zu reden. Herr Jarres und Herr Emminger müssen sich nunmehr dazu entfchließen, entweder im Kabinett mit Ja zu stimmenn und dann alle Konsequenzen dieses Bekenntnisses zur Erfüllungspolitit auch nach außen hin zu vertretend. h. den schärfsten Mi- politik Gegensatz zu den deutschnationalen, deutschvölkischen und sonstigen„ vaterländischen" Phrasendreschern und Charlatanen mit in Rauf zu nehmen und auszufechten oder endgültig in das Lager dieser Phrafendreicher und Charlatane hinüber schwenken und aus der Reichsregierung schleunigft verSchwinden. Jedenfalls geht es nicht an, daß man aus Angst vor der Berantwortung die Angelegenheit dilatorisch behondelt und sich vor einer Entscheidung bis nach den Wahlen herumdrückt. Dieser Gedanke mag zunächst in einzelnen Köpfen herumgefpruft haben, die sich fünftige Möglichkeiten einer Rechtstoalition nicht verbauen wollten. Aber die Reparationsfommission hat einen Strich durch diese überschlaue Rechnung gemacht, indem sie eine Antwort Deutschlands binnen acht Tagen verlangt und zu diesem Zwecke am 17. d. M. Deutschlands Vertreter anhören wird. Dieses Vorgehen hat für das deutsche Volf den Vorteil, daß es eine flare Situation für die Wahlen schafft: die Regierung Marr- Stresemann- Jarres- Emminger wird fich offen für die Erfüllungspolitit aussprechen müssen, sie wird fich, ohne daß ihr die Sozialdemokratie angehört, also ohne international- marristischen" Einfluß, für diejenige Politit entscheiden müssen, die allein von der Sozialdemokratie seit vier Jahren tonsequent gefordert wurde; und sie wird diese Politik im schärfften Kampf gegen die Deutschnationalen und die Völkischen zu vertreten haben. Und ist einmal das Ja" gesagt, während die Herren um Helfferich, Hergt und Baul Baeder das„ Nein" fordern, dann wird es nicht angehen, daß man nach dem 4. Mai, im Falle eines Ruces nach rechts, den Anschluß an die Mein"-Sager von gestern fuche, es sei denn, daß sich letztere dann plöglich ebenfalls zur Erfüllungspolitik bekennen. Die Reparationskommission hat sich zwar der Form halber eine Rückzugstür offen gelaffen für den Fall, daß Deutschland seine Zustimmung zu dem Sachverständigenbericht per neigern würde. Men mag zwar einwenden, dak in diefem Vorbehalt ein gewisser logischer Widerspruch liegt, denn, find die Sachverständigenvorschläge gut, dann sind sie es auch in dem Fall, daß die Rerierung des Deutschen Reichs ihre Annahme verweigern würde. Andererseits ist es aber begreif lich, daß die Reparationskommission sich Handlungsfreiheit für die Eventualität hat fi hern wollen, daß die Sachverständigen berichte in olge einer deutschen Weigerung gegenstandslos werden würden. Diese Eventualität ist aber nicht nur sehr unwahrschein lich, sondern schlechthin undenkbar. Das Reichsfabinett it zwar bisher zu feiner Entscheidung gelangt, und es soll ihm fein Vorwurf daraus gemacht wer n, daß es zunächst das umfangreiche Gutachten nebst allen Anlagen forgfältig prüfen will, ehe es feine Zustimmung bekanntgibt. Es ist ferner begreiflich und fonor porteilhaft, menn es die endgültige Entscheidung gemeinsam mit den Staats und Minister präsidenten der einzelnen Länder trifft. Aber wie dem auch sei, es fann gar feinem Zweifel unterliegen, daß die Antwort der Reichsregierung zu ft im mend sein wird. Jeder andere Beschluß würde nicht nur eine moralische, fondern auch eine wirtschaftliche Katastrophe für Deutschland bedeuten. Eine moralische Katastrophe, weil Deutschland sich damit vor der ganzen Welt dem diesmal berechtigten Vorwurf ausfehen würde, daß es nicht zahlen wolfe und daß es die forgfältigen Vorschläge von Männern zurückweise, deren Gewissenhaftigkeit und Sachlich= " P Die deutschnationale Presse hat zwar bisher kein einheit liches Bild in dieser Frage geboten, aber es scheint, daß der Standpunkt des Chefredakteurs der„ Deutschen Tageszeitung" der den Sachverständigenbericht mit dem einen Wort Bahnwit" abzutun versuchte, schließlich aus agitatorischen Gründen überwiegen wird. Auch die deutschnationale München- Augsburger Abend zeitung" erklärt, daß die Vorbedingung der Annahme eines jeden Vorschlages die Zusicherung der militärischen Räumung des Ruhrgebietes fein müsse. Selbstverständlich gibt es feinen Deutschen, der nicht inbrünstig wünschte, daß mit der Annahme des Sachverständigenprogramms auch die Räumung des Ruhrgebietes formell und feierlich zugesichert würde. Leider aber konnten die Sachverständigen infolge der ihnen auferlegten Schranken zu dieser politischen Frage nicht direkt Stellung nehmen, und so wird die deutsche Zustimmung ohne eine formelle Bindung dieser Art von der Gegenseite erfolgen müssen.. Aber die Sachverständigen haben trotzdem indirekt so deutlich Stellung genommen, daß ein großer moralischer. Sieg damit für den deutschen Standpunkt erzielt wurde. Die betreffende Stelle ihres Berichtes verdient wörtlich wiedergegeben zu werden: Bevor wir diesen Teil unseres Berichtes schließen, wünschen wir völlig flarzustellen, daß die oben im Ueberblid über die aufeinanderfolgenden Jahre angegebenen Summen Deutschlands gefamte Verpflichtungen gegenüber den alliierten und assoziierten Mächten hinsichtlich der durch den Krieg verursachten Roften umfaffen, einschließlich Reparationen, Rüderstattungen aller Kosten aller Bejagungsiruppen, des Ausgleichsverfahrens bis zur Höhe der Beträge, mit denen die deutsche Regierung durch Rechtsspruch der Reparationsfommiffion endgültig belastet wird, ferner der Kosten der Kontroll- und Ueberwachungstommiffionen usw. Ueberall, wo in diesem Bericht oder in feinen Anlagen von Zahlungen aus dem Bertrag, Reparationen, an die Alliierten zu zahlenden Beträgen und so weiter gesprochen wird, begreifen wir diese Ausdrüde alle von Deutschland an die allierten und affoziierten Mächte für die Kriegskosten zu zahlenden Lasten ein. .. Wir gestatten uns, die Tatsache zu betonen, daß von dem Standpunkt aus, von dem wir berufen sind, die Frage zu betrachten, die Verpflichtungen Deutschlands ein Ganzes bilden und daß eine Cattung von Lasten nur auf Kosten einer anderen vergrößert werden kann. Das bedeutet nichts meniger als folgenden Wint an Frankreich: Da die wirtschaftliche Hoheit Deutschlands im gesamten besetzten Gebiet wieder hergestellt werden muß. sind die Truppen, die du dort unterhältst, absolut zwedlos. Wenn du dort welche unterhalten willst, so magst du es tun: aber dann hast du die Kosten dafür zu tragen, bzw. wirst du um so weniger von den deutschen Zahlungen für die eigentlichen Reparationen verwenden fönnen. Deine Truppen sind also lediglich ein kostspieliger Lurus und ihre Belaffung bedeutet eine unmittelbare Schädigung deiner eigenen Interessen. Das gilt aber nicht nur für die Ruhrbesaßung, sondern logischerweise auch für die Besatzung des gesamten linten Rheinufers. Und es bezieht sich darüber hinaus sogar auf die Militärkontrollkommissionen. Die Sachverständigen haben also in faum mißzuverstehender Weise den Weg gewiesen, der am schnellsten zur völligen Befreiung Deutschlands von fremden Uniformen führt: schneller, weit sicherer und auch weit billiger als die wahnwißigen Gewaltpläne Ludendorffs und Ruth Fischers. Krupp- Direktor Sorge für Annahme. weit London, 10. April.( WTB.) Dr. Sorge, Borsitzender des Präsidiums des Reichsverbandes der Deutschen Industrie und Mitglied des Direktoriums der Krupp- Berte, erklärte dem Berliner Bertreter der Agentur Reuter: Nach, Durchsicht des Auszuges des Berichtes der Sachverständigen bin ich der Ansicht, daß die Borschläge der Sachverständigen angenommen werden müssen. Die Laften, welche den deutschen Industriellen aufgebürdet werden sollen, find riesig schwer, aber die Vorschläge der Saachverständigen bedeuten einen beträchtlichen Schritt vorwärts gegenüber allen Borschlägen, die bisher gemacht wurden, vor allem insofern sie losgelöst find von den militärischen und polifi'chen Erwägungen und nur auf wirtschaftliche Basis sich stellen, und da wir faum bessere Bedingungen erhalten können, müssen wir sie annehmen. Dr. Sorge betonte, daß die volle Wiederherstellung der deutschen wirtschaftlichen Hoheit in den besetzten Gebieten, nämlich der Abschaffung der franco- belgischen Regie und der Zollschranken zwischen dem besezten und unbefeßten Gebiet eine abso lute Boibedingung für die Erfüllung der von den Sachver ständigen festgelegten Bedingungen ist. Er erklärte ferner, daß es für die Industrie eine Erleichterung sei, wenigstens auf einige Jahre im Voraus endgültige Zahlungen festgesetzt zu sehen, obgleich es vorzuziehen gewesen wäre, eine Gesamtsumme der Reparationen festgelegt zu sehen, da dadurch die deutsche Industrie instand gefetzt wurde, ihre Pläne dementsprechend aufzusteller. Dr. Sorge erklärte mit Nachdruck, daß die Ausführung der Vorschläge der Sachverständigen nur möglich fei, wenn eine internationale Anleihe aufgebracht werden könne, drückte sich aber über diese Angelegenheit etwas steptisch aus. Er fügte hinzu, sicher zu sein, daß, sobald die Vorschläge der Sachverständigen von der deutschen Regie Eine Kanzlerrede. W rung angenommen sind, die deutschen Industriellen thr| ben die Erfüllungspolitit früher vielfach gefunden| feien, und zwar unter der Bedingung, baß Borfehrungen getroffen Aeußerstes tun werden, um der Regierung bei ihrer Ausführung hat, verft ummt allmählich und hat einer rubigeren würden, daß die Besetzung des Ruhrgebietes in vollem Umfange Beurteilung Plaz gemacht. Parteien, die früher die Bo- wiederhergestellt werden könne, wenn die Deutschen den zu helfen, obwohl er sich feiner Illusion hingebe, angesichts der un. geheuren Lasten, die die deutsche Industrie auf viele Jahre hinaus zu litit des Zentrums befämpften, haben sich jetzt von der Richtigkeit Widerstand aufnähmen oder ihre Verpflichtungen nicht eindieser Politik einstimmig überzeugt, und die Politik des Zentrums, hielten. tragen haben würde. bei Ausführung des Friedensvertrages unterſtüßt. In gewissen Havas erinnert daran, daß Poincaré in seiner Rede vom Barteien, namentlich bei der Deutschnationalen und Deutschvölkischen, 2. April crflärte: Wenn die Sachverständigen vorschlagen, daß den wird allerdings nach wie vor schärfster Widerspruch gegen diefe Alliierten Pfänder zur Verfügung gestellt werden, die sich auf den Gesamtumfang des deutschen Gebietes erftreden, und daß diese all Politit erhoben. Wir brauchen uns durch einen Stimmenzuwachs, den die Bölgemeinen Pfänder ganz rder teilweise an die Stelle der örtlichen Pfänder treten follen, fo werden wir diese Borschläge ohne Borein fifchen in Bayern aufzuweisen haben, genommenheit prüfen unter der Bedingung, daß es dabei bleibt und urter der Borauslegung, baß wir bis zur völligen Bezahlung an Ort und Stelle im Ruhrgebiet bleiben, um die Innehaltung der Berfalltermine zu sichern. Sachverständigengutachten als Verhandlungsgrundlage. Frankfurt a. M., 11. April.( Eoa.) Anfäßlich einer Rundgebung ber Zentrumspartei in Frankfurt a. M. hielt Reichskanzler marg eine Rede, in der er unter anderem ausführte: 津 nicht ängstlichmachen zu laffen. Die Entscheidungen, vor die wir in der nächsten Belt geftellt find, erfordern unseren tiefften Ernst und Baterlandsliebe. Das Sachverständigengutachten ist der Reparationsfommission überreicht und ihr selbst bekanntgegeben worden. Infolgedessen dürfte man bie Stellung der Reparationstommission bald er. fahren. Auch der Ablauf der Micum Berträge steht be vor. Noch läßt sich nicht übersehen, was an ihre Stelle treten foll und wie eine Verlängerung des Vertrages zu ermöglichen wäre. Wird kein Ausweg gefunden, so stehen wir nach den Androhungen der französischen Regierung erneut vor rücksichtslosen Eingriffen der französischen Verwaltung in die Wirtschaft der westlichen Industrie. Noch immer scheint in Frankreich der Gedanke nicht durchdringen zu fönnen, daß wir nur durch eine ruhige Entwicklung der beutfchen Industrie, auch in dem befetten Gebiet, ein leistungs. fähiges Deutschland herbeiführen können und es Deutschland dadurch ermöglicht wird, die Baften aus dem Friedensvertrage aufzubringen. Dies ist aber unmöglich, wenn die Wirtschaft immer wieder gestört wird, wie es in den letzten Jahren durch die Eingriffe& rant. reichs geschehen ist. Der Eisenbahnverkehr im Industriegebiet ift durch die Unfähigkeit der Regie unzulänglich, so daß eine Befrie digung der industriellen Bedürfnisse nicht möglich ist. Glaubt Frank reich wirklich auf dem Wege der fortgesezten Beeinträchtigung und Behinderung der neuen wirtschaftlichen Entwicklung eines Bolles, das zu den blühendften und wirtschaftlich bedeutungsvollsten der ganzen Welt gehört, finanzielle Borteile für sich erringen zu fönnen? Und doch beginnen schon bis her chauvinistisch ge finnte Rreise Frankreichs einzusehen, daß nur eine verständige Politik und vertrauensvolles Zusammenarbeiter beider Länder er. trägliche Verhältnisse und beiderseitiges Wohlergehen herbeiführen fann. Selbst der„ Temps" meint heute, es sei doch auch im Inters effe Frankreichs, eine Berständigung zwischen den beiden Nach. barstaaten herbeizuführen. Mit aller Offenheit und Entschiedenheit müffe immer wieder festgestellt werden, daß es bisher an verstän. bigen Versuchen zwischen Deutschland und Frankreich nicht gefehlt habe und daß Deutschland immer wieder zurückgewiefen worden fei, trotzdem das deutsche Bolte bereit sei, unter Anspannung aller Kräfte bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit den Berpflichtungen des Friedensvertrages nachzukommen. Wie oft fei eine offene und freie Aussprache über Deutschlands Leistungsfähigkeit verlangt worden, ohne daß Deutschland jemals gehört worden sei. Statt deffen würden immer neue Härten und unerfüllbare Diftate ausgesprochen. Wir haben es darum als einen Fortschritt begrüßt, daß hervorragende Wirtschaftsjachverständige in die Prüfung der deutschen Leistungsfähigteit eingetreten find. Die deutsche Regierung hat ihnen ihre Aften und Bücher in vollster Offenheit vorgelegt, was auch von den Sachverständigen anerkannt worden ift. Ob die Möglichkeit vorhanden ist, daß das Gutachten den Ansprüchen der Reparationsfommiffion voll entspricht, muß abgewartet werden. Jedenfalls ift das Gutachten geeignet, als eine Grundlage für weitere Berhandlungen zu dienen. Die deutsche Regierung wird mit aller Gewissenhaftigkeit und Borficht prüfen müffen, was Deutschland brauchen tann. Sie wird von der deutschen Wirtschaft und den deutschen Steuerändern. Entgegen Angaben der Breffe fehe der Blan der Sach zahlern verlangen, müssen, daß die Lasten bis an die Gen3 bes möglichen übernommen werden. Aber darüber hinaus tann eine Belastung von niemand verlangt werden. fegung für die Ausführung der Sachverständigengutachten ist jedoch bie Wiederherstellung der freien Berwaltung und Wirtschaft für Deutschland im besetzten Gebiet. Ohne eine solche wird eine Leistung Deutschland im besetzten Gebiet. Ohne eine solche wird eine Leiſtung von Deutschland einfach unmöglich. Das deutsche Bolt, das für diese harte Tatsache Verständnis hat, weiß auch, daß die Berrüttung unferer inneren Berhältnisse seine Hauptleistungen In Bayern sind die nationalen Bogen in der letzten Zeit hochge gangen, aber im übrigen Deutschland fieht man bie Dinge doch etwas ruhiger an. Der Stimmenzuwachs geht indessen wohl auch hauptsächlich auf die Kosten der Deutschna. indeffen wohl auch hauptsächlich auf die Rosten der Deutschna. tionalen. Die Deutschnationale Bolfspartei dürfte bei Weiter verfolgung ihrer Bolitik das Schicksal aller derjenigen Barte en teilen, bie mit Schlagworten und Phrafen auf die Instinkte einzuwirken versuchen. Die Wahlergebnisse in Bayern müssen aber noch zuwirken versuchen. Die Wahlergebnisse in Bayern müssen aber noch nach einer anderen Richtung hin als Warnung dienen. Wir fehen darin bie 3erfplitterung in viele Barteigruppen. Der neue Reichstag wird vor die wichtigsten Entfcheidungen ge ftellt werden. Wir vom Zentrom müssen uns bewußt sein, daß die tremen Barteien ihren legten Anhänger an die Wahlurne bringen werden. Wenn die radikalen Bartelen felbft zwel hundert Mandate erobern, so müssen fich die Mittelparteien mindestens 300 Sige sichern. Das liegt in der Hand der Wähler. Frankreich macht Schwierigkeiten. Condon, 11. April.( WTB.) Reuter berichtet aus Paris: Die Schwierigkeit, Einstimmigkeit zwischen den Regierungen über die Anwendung des Sachverständigenplans herzustellen, werde immer deutlicher. Trotz des offiziellen Schweigens der fran3öfifchen Regierung füfte die infpirierte franzöfifche Preffe weiter den Schleier von den Abfichten der Regierung. Es scheine danach, daß das Ruhrgebiet die Trumpffatte Frankreichs bei den Interallierten Berhandlungen bilden jolle. Der Sachverständigen plan sehe die wirtschaftliche Räumung des Ruhrgebiets voraus und Frankreich werde dem unter folgenden Bedingungen Nachzuffiminen: 3uftimmen: 1. Das Bersprechen der Alliierten Frankreichs, fich Frankreich bei der Auferlegung von Sanffionen anzuschließen, falls Deutschland verfehlt, den Plan auszuführen. 2. Teilweise, wenn nicht vollkommene Streichung der interaltiletten Schulden, befonders der Schuld Frankreichs an Großbritannien. von der äußeren Polifit abhängig Boraus machen. Leiber Gottes hat das deutsche Bolt in den früheren Jahren allzuwenig die Dinge der Außenpolitik verfolgt und dadurch sich viel fach zu einer falschen Einstellung verleiten lassen. Der harte Tadel, Politik, Vergnügen und Frömmelei. Ein Blid in das englische Versammlungswesen. Bon Armin T. Begner. Für die Zähigkeit, mit welcher der englische Gelft an vielen Einrichtungen in Staat, Gesellschaft und Wirtschaft festhält, bietet uns das englische Versammlungswesen ein aufschlußreiches Beifpiel. Für den Deutschen ist es überhaupt in vieler Hinsicht neu und lehrreich. Es hat sehr viel angenehme, humorvolle, aber auch einige uns fremde, wenn nicht unangenehme Seiten. Macdonald einverstanden. Zusammenkunft mit Poincaré? Condon, 11. April.( Eigener Drahtbericht.) Alle Berlautbarun gen aus den der Regierung nahestehenden Kreisen lassen erkennen, daß Macdonald mit den Sachverständigenberichten sehr zu friedengestellt ist. Wie wir zuverlässig erfahren, soll er den Inhalt als idealen Weg zur Lösung der Reparationsfrage be trachten und der Auffassung sein, daß Deutschland die Borschläge annehmen wird. Es verlautet übrigens, daß schon in aller Kürze eine Zusammenkunft zwischen Poincaré und Macdonald in London stattfindet. Reichstagswahlen in Dänemark. Fortschritt der Sozialdemokratie. Kopenhagen, 12. April, 12.30 Uhr nachts.( Eigener Drahtbericht.) Am Freitag fanden die allgemeinen Neuwahlen zum dänischen Reichstag statt. Die Wahlbeteiligung war im ganzen Cande ungeheuer start. Sie betrug im allgemeinen 90 Proz in einzelnen Stadtbezirken Kopenhagens jogar über 94 Proz. 3nfolgedeffen dauert die Zählung länger als gewöhnlich und es llegen bis zur Stunde noch feine sicheren Ergebnisse vor. Teilzählungen ergeben jedoch bisher durchweg deutliche Fortschrite der So zialdemokratischen Partei. So weift eins von den wentgen bereits vorliegenden Resultate, nämlich aus der 3njel Bornholm, einen Zuwachs der Sozialdemokratie von 500 Stimmen ( 6500 gegenüber 6000) auf. Die Sicherheit in Griechenland. Kriegsrecht nach der Volksabstimmung. Athen, 11. April.( Agence d'Athenes.) Obgleich ein Eisenbahne auf der Strede Athen- Saloniti von Räubern überfallen wurde, hat der Ministerrat beschloffen, den Belagerungszustand nicht zu ver hängen, um der Oppofition nicht die Möglichkeit zu geben, behaupten zu können, daß die Regierung die Boltsabstimmung beeinflussen wolle. Das Kriegsrecht wird am Tage nach der Bolts. abstimmung proflamiert werden. Inzwischen find alle Maß nahmen getroffen worden, um die Ordnung zu sichern. Die Reisenden des ausgeraubten 3uges find von der Staatstaffe in Larissa voll entschädigt worden. Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß die Räuber die Abficht hatten, den Zug anzugreifen, in bein Ministerpräsident Ba panaftafiu fich nach Uthen zurüdbegab. Ein offiziöser französischer Kommentar. Baris, 11, April,( WTB.) In einer ersten offiziöfen Auszug lassung zum Sachverständigentericht fiellt av as eine Reihe von Irrtümern fest, die in den ersten Besprechungen der Berichte in der Breffe enthalten gewefen jeten. Es fei erklärt worden, fo fazt die Agentur, daß die Sachverständigenberichte eine erhebliche Ser abjegung des Londoner Zahlungsplanes und eine Beschränkung Der französischen Forderungen vorfähen. Diese Behauptung sei un. tichtig. Was den Bondoner Zahlungsplan anlänge, so habe Ministerpräsident Poincaré nicht, wie behauptet worden sei, erflärt, daß die Sachverständigen an ihm nicht rütteln dürften. Der Lon. doner Zahlungsplan tonne ja von der Reparationstommif flon nach den in Artitel 234 und in§ 13 des Anhanges II zu Abschnitt 8 des Friedensvertrages gegebenen Bestimmungen redigiert werden, d. h. die Reparationsfommiffion befize alle Vollmachten, um die Zahlungsperiode aufzuheben und bie Zahlungsmodalitäten zu verständigen für Frankreich auch weit höhere Zahlungen vor, als der Blan Bonar Lamps.. Polens Außenminister zurückgetreten. der Sejmflubs der Dinten erschien beim Ministerpräsidenten Warfchan, 11. April.( Eigener Drahtbericht.) Eine Abordnung Grabiti und ertiärte, daß nach Ansicht dieser Klubs tie für Bolen Die Sachverständigen, fährt Havas fort, batten erklärt, daß ihnen ungünstige Lösung der Memelfrage durch den Rüdtritt bes ber Wortlaut ihres Auftrages nicht die Befugnis verleihe, bie mili- Außenminifters. Grafen 3amoniti fowie bes Delegierten beim Böl tärische Belegungsfrage zu prüfen. Sie würden fich daher auf die ferbunde beantwortet werden müsse. Graf Samonfti hat bereits Angaben beschränken die die Durchführung des Blanes nötig mache, ameimal feine Demission angeboten nämlich diejenigen Maßnahmen aufzuheben oder zu ändern, welche bie wirtschaftliche Tätigkeit Deutschlands befchränken fönnten, wenn Deutschland in die Ausführung des Bertrages eintrete und infolge deffen das von den Sachverständigen vorgeschlagene Kontrollsystem annehme." Die französische Regierung habe ich stets als geDie französische Regierung habe sich ftets als geneigt erwiefen, die Ausbeutung ihrer Bfänder gegen andere Pfän. der einzutauschen, wenn diefe mindestens ebenso probuftio Politische Gerechtigkeit in Bulgarien. Aus Eofia wirb ge meldet: Die Minister des Kabinetts Stambulititi, die wegen Verschwörung und Bildung ungefeßlicher Kampfverbände angeflagt waren, find freigesprochen worden. Die Maifeier in Spanien bat ber Dittator Brimo de Ribera unter Betonung feiner liberalen Dentweife" gestattet. Belling, nicht im Klaren, ob Renz ernst mache oder ihn nur ver höhnen wolle, drehte sich vor den treibenben Händen des Direktors ein paarmal um sich selbst wie ein Kreisel, tam dabei in den Ge fichtstreis des Bublifums, mußte vorwärts und fiel nun stolpernd in die Manege hinein Das Publikum nahm diese unbeabsichtigte Szene für einen gewollten komischen Effett und brach in schallendes Gelächter aus. Belling wurde dadurch noch verbußter und blidte mit einer ebenso bummen wie lächerlichen Miene zum Bublifum auf. Das Lachen verdoppelte sich, und vom hohen Olymp herab rief irgendein Wigbold: Aujust!" Das Bublifum lachte von neuem. Belling marf einen wütenden Blid nach dem Rufer hin; man hielt das für Romit, und nun ertönte es von allen Seiken: Aujuft! Aujuft!" Da machte Belling fehrt und stürzte hinaus, von deng Jubenden Gelächter des Publitums verfolgt. war. Der alte Renz fah frfort, was mit dieser neuen Type demonnen Er verlängerte Bellings Rontratt, und dieser bilbete nun allmählich den allbekannten Charatter des bummen August" aus, indem er seine natürliche Romit zu bem bewußten Humor bes Dümmlings steigerte. Der Name Aujuft" aber, der bet feinem ersten Auftreten gefchaffen worden war, blieb der neuen Figur er halten. Das Merkwürdigste ist nun, daß diefes Lieberfingen auch in| hatte, rief er aus: Famos! Unübertrefflich! Hinaus in die Manege!" den politischen Bersammlungen der modernen Arbeiterparteien in England flattfindet. Auch hierin scheint sich ber tonservative Bug des englischen Wesens zu erkennen zu geben. Der englische Arbeiter ist zwar im greßen und ganzen freibenfend und im herkömmlichen Sinne unreligiös. Man hat deshalb vielfach die alten Kirchenlieder durch freiheitliche oder politische Lieder ersetzt. Aber es scheint, als wenn die Mehrzahl ber Arbeiter doch auf die alten Formen dieses gemeinsamen andächtigen Singens nicht ganz verzichten möchte. Biel. fach hat man den alten Melodien nur neue Tegte untergelegt. Aber Zunächst ist der Engländer und auch ber einfache Mann aus auch fo hört man bei den Arbeitern genug religiöse Lieber, wie bem Bolte ein großer Lebensgenießer, der auch bei seinen poll. etwa: Wann wirst du das Bolt erretten, Gott?" ober: Gib uns tischen Versammlungen( in England fur meetings" genannt) Frieben in unferer Zeit, o Herr", die ich beide auf der großen darauf bedacht ist, fich etwas zu amlifieren, der sehr gern und leich Siegesfeler der Babour Party in der Albert Hall hörte. Besonders lacht, und das ist ein sehr sympathischer Zug an ihm. Freilich geht merkwürdig wirft es auf uns Deutsche, wenn eines dieser Lieder, er in der Wahl seiner Mittel dabei oft zu weit. Daß ein politischer wie" The golden city"( Die goldene Stabt, gemeint ist natürlich Bortrag durch irgenbein von einem Dilettanten gesungenes Lied, bas himmlische Berufalem) in der Melodie Deutschland, Deutsch eine Ballade oder ein Klavierstud eingeleitet ober abgeschloffen land über alles" gesungen wird dann blidt man fich in der Tat wirb, iff bei feineren Betanstaltungen eigentlich die Segel. Der in ängstlicher Verwunderung im Eaale um. Eeltfam mutet uns Engländer hat eine geradezu bewundernswürdige Gebulb, mit der auch das Lied The red flag"( Die rote Jahne) an, weil man es er fich bei solchen Gelegenheiten oft die schändlichsten Machwerte in der Melodie„ O Tannenbaum, o Tannenbaum" arstimmt und weil oder die dilettantischsten Wiedergaben anhört. Einmal in einer fich ber deutsche Hörer niemals ganz von der bamit verbundenen englischen Industriestadt erlebte id es, daß die Versammlung allen Borstellung befreien fann. Dieses englische Lied ift uns jedoch aus Ernstes in Form eines Parlamentes abgetalten wurde. einem anderen Gründe wertvoll, weil es von den tapferen eng Auf dem Bodium stand ein großer grüner Tisch, dahinter der Chairischen Dienstverweigerern während des Krieges im Gefängnis ge man oder Versammlungsleiter im fchwarze Talar, eine große fungen wurde. graue Berücke auf dem Kopf und vor sich auf dem Tisch ein großes hölzernes Zepter. So wurde die Versammlung genau in den For. men bes Unterhauses in aller Feierlichkeit eröffnet, eine Szene, die nicht einer gewiffen Satire auf das Parlamentswesen entbehrte, und erst am Schluß nahm der Versammlungsleiter die schwere Berüde vom Ropf, weil es ihm darunter zu heiß wurde. In einem anderen Meeting in East Ham ging man fogar fo weit, vor ber politischen Rebe eine richtige fleine humoristische Theaterszene zur Aufführung zu bringen, die von einem mastierten Manne und einer Frau dargestellt wurde. Ganz allgemein ist allen englischen politischen Bersammlungen aber eine gewiffe rituelle Form. Fast alle Bersammlungen werden mit dem Absingen von Kirchenliebern, sogenannten" Hymnen" er. öffnet und geschloffen. Oft geht ihnen sogar, wie bei den Quäfern öffnet und geschloffen. Oft geht ihnen fogar, wie bei den Quätern und dem englischen Versöhnungsbunde, ein gemeinsames Gebet vor Sieht man aber von biefem äußeren, teils dilettantisch- humor. pollen, teils unleiblich- pfäffischen Gepräge ab, und betrachtet nur den rein politischen Inhalt eines solchen Meetings, fo muß fich unser Gefühl sofort in das hoher Achtung umwandeln. Inhalt und Form der politischen Ansprachen stehen in England in der Regel auf einer hohen Stufe und zeichnen sich durch ernste Sachlichkeit, Tatt und politischen Weitblid aus. Wie der„ dumme Aujust" entstand. In der Stuttgarter Zeitschrift„ Die Literatur" erinnert Artur Rutscher an das Buch Der Zirtus und die Birtuswelt" von Signor 3. B. in Hiballa" und" So Domino, das von Wedekind vielfach ist das Leben" benutzt werden ist. Besonders in'eressant ist das Kapitel des Buches, das bie Entstehung der bekannten Zirtustype des„ Dummen August" schildert. her. Man muß sich der besonderen firchlichen Entwidlung Eng- Der Clown Tom Belling hatte wegen Bersagens in der fands und feiner religiösen Formen erinnern, um dies zu ver- Manege Dom a'ten Renz„ Garderobearreft" bekommen und vertrieb sbehen. Aber selbst dann haben diese frömmelnden Gefänge, die fich die Zeit mit allerhand Dummheiten. So feßte er sich eines man zuweilen sehr zahlreich über sich ergehen lassen muß, für den Tages eine alte, ausrangierte Perüde verkehrt auf den Kopt, ftrich Deutschen, und nicht nur für den freibenkenden, etwas nahezu Un- fie mit der angefeuchteten Hand auf der einen Geite herauf, auf der erträgliches. Man fühlt sehr deutlich, daß diefe frommen Gefänge anderen herunter, fnöpfte fich einen Stallmeisterrod schief zu und für viele nur eine tote Formi, wenn nicht gar Heuchelei sind, die bot so ein höchst fomisches Bild. Er wettete mit einem Kollegen, fie oft mit völlig gleichgültiger Apathie und meist ohne innere An- daß er in diesem Aufzug heruntergehen werde, aber fein Bech wollte, daß er dem alten Renz gerade in die Arme lief. Donnerwetter, teilnahme vollführen, und hat, wenn man dies öfter erdulden muß, was ist denn das?" sagte der Direttor erstaunt, und als er einen nichts als das unbedingte Bedürfnis, aus dem Saale davonzulaufen! Blick auf die tomische Figur mit dem bestürzten Geficht geworfen Hinkemann"-Premiere. Die erste Borstellung der Toller. fchen Tragödie intemann im Residenz- Theater verlief trog aller Ankündigungen und gegnerischer Bersuche ohne jede Störung. Da die Kritik zu dieser Aufführung nicht ge. laten war, tönnen wir erst in einigen Tagen auf die Borstellung näher eingehen. Jedenfalls hat der von den Arbeitern durchgeführte Selbstschuß sich in diesem Fall als wirtscm erwiefen. Wertstudenten in Amerita. In den Vereinigten Staaten ist das Weitstubententum eine weit ältere Erscheinung als in Deutsch fand, wo von ihm eigentlich erst in der Felge des Krieges bie Rebe fein fann. An der Universität New Dort Studierende haben während bes legten Jahres 601 063 Dollar als Einnahme aus werkstudenti cher Arbeit gebucht. In den ersten vier Monaten des Wintersemesters ( September bis Dezember) hat der Beschäftigungsnachweis 776 Stel len permitbelt, 28 Proz. mehr als in der gleichen Zeit des Vor jahres; gleichzeitig waren von Arbeitgebern 1838 Stellen angeboten worden, 50 Broz. mehr als im Borjahr. Die früheren Stellungen für die Studierenden, wie Reffelheizer, Fensterpuger, find aus der Mode gelommen, und die jeßigen Angebote beziehen fich zumeist auf Etellungen im Geschäftsleben( Buchhalter, Annoncenaquifiteure usw.). Bon den durch die Stellungsvermittlung der Universität untergebrach ten Studenten verdienten 74 unter 1000 Dollar im Jahr, 77 erreichten tiefen Betrag. 146 vertienten 1200 Dollar, 70 1500 Dollar, 16 1800 Dollar, 28 2000 Dollar, 5 2500 Dollar, je 3 3000 und 4000 Dollar und einer 6000 Dollar. Die Meistersinger von Nürnberg, Tristan und folde", ben Ring unb Felig Weingartner wird im Mai am Deutschen Opernhaus noch einige andere Overn dirigieren. Ausstellung alter Holzffulpturen. Die Galerie Dr. GoldschmidtDr. Wallerstein, Schöneberger Ufer 36a, veranstaltet vom 12. April bis 10. Mai eine Ausstellung von aus Berliner Brivatbesis erworbenen Bolaffulpturen bes 13. bis 18. Jahrhunderts. Eine Rant- Ausstellung veranstaltet vom 13. bis 26. ble utopia Buchhandlung, Kaiferallee 209. Ez werben gezeigt feltene Geft ausgaben von Rants Berten, moderne Rant- Ausgaben Kommunistische Patentlösung. Solange in Deutschland die Inflation herrschte, stiegen die Aktien der Kommunistischen Partei mit dem Steigen bes Dollars. Die Zermürbung der breiten Volksschichten gab ihnen Gelegenheit, um ihre Butschparolen die unzufriedenen und erregten Massen zu sammeln. Seitdem auf ihr großes Geschrei im vergangenen Herbst ein fläglicher Rüd zug folgte, seitdem die Inflation beseitigt und eine gewisse Stabilisierung der Wirtschaftsverhältnisse eingetreten ist, geht ihr Einfluß überall zurück. Die Stärkung der Arbeiterklasse, die neu erwachende Widerstandskraft ihrer Organisationen bedeutet automatische Schwäch ung der Kommunist en und Zurüddrängung ihres Parolenwahnsinns. Den Todes stoß würden sie erhalten, wenn es gelänge, diese Stabilisierung davernd zu sichern, wenn eine außenpolitische Berständigung uber die Reparationsfrage, wie sie die Sozialdemokratie feit Jahren erstrebt, erreicht wirde. Das Scheitern der Verhand lungen über die Vorschläge der Sachverständigen ist ihr legter Hoffnungsanfer. Sie wollen feinen Frieden, fie wollen feine Verständigung, denn nur im Kampf aller gegen alle fönnen sie hoffen, ihre weltbeglückenden Bläne durchzusehen. Kein Wunder, daß fie sich in natürlicher Bundesgenos fenschaft mit Deutschvöltischen und Nationalisten gegen jede außenpolitische Verständigung zusammenfinden. " • Nette Bundesbrüder. Herr v. Graefe auf Golbebee in Medienburg, einer ber großen völkischen Kämpen in Norddeutschland, ist für die Reichstagswahl im Wahlkreis Düsseldorf als Spitzenkandidat aufgestellt worden. Wie kommt der Mecklenburger Junter an den Niederrhein, wo er eine merkwürdige Unterstützung durch die rheinischen Separatisten findet? Im gleichen Düsseldorf spielt nämlich als Führer der Separatisten Herr. Matthes eine große Rolle, der auch im vergangenen Spätjahr, während des Separatistenputfches, an der Spize dieser Bewegung stand. Trotz der Niederlage, die er mit seinem Separatismus erlitten hat, betätigt er fich doch im Reichstagswahlkampf. Seinen Anhängern hatte er zunächst Wahlenthaltung empfohlen, oder höchstens die Wahl der rabifalft- republitant. schen Partei", womit er die Kommunisten meinte. Plötzlich vollzog Martow Gedenkfeier Morgen, Sonntag, 13. April, 10 Uhr vormittags in der Stadthalle, Klosterstraße 47/59 Mitwirkung des Gemischten Chors Groß- Berlin Redner: Rub. Bilferbing/ A. Crifpien/ R. Abramowitsch Karten am Eingang und in ben bekannt gegebenen Verkaufsstellen Katholische Abwehr. Genau wie Ludendorff und seine Leute haben auch die Kommunisten ihre Patentlösung", die sie jetzt wahrscheinlich demnächst in allen Versammlungen ableiern werden. Sie nennen das auch proletarische Lösung", und meinen damit Die„ revolutionäre Erhebung in Deutschland" und das dann folgende Bündnis mit Sowjetrußland". Ehe es aber zur aber Herr Matthes eine fühne Schwenkung und erklärte für die revolutionären Erhebung tommt, die auch nach der Ansicht Separatisten als taktisch richtig, dem deutschvölkischen der augenblicklich maßgebenden fommunistischen Führer nicht Randi baten ihre Stimme zu geben, also Herrn D. GraefeGoldebe aus Mecklenburg. Die Erflärung für diese merkwürdige ganz aktuell ist, soll nach dem Wunsch der Kommunisten zu nächst einmal jede Verständigung mit Frankreich ab Haltung ist inzwischen gefunden. Herr Matthes wurde nämlich gelehnt werden. Was das bedeutet, haben wir im vorigen über seine für einen heinischen Separatisten reichlich auffällige Jahre gesehen und die Kommunisten scheinen eine Wiederkehr Empfehlung eines Deutschpöltischen in einer Bersammlung zur Rede der Zustände von 1923 nicht ungern zu sehen. Vielleicht gestellt und mußte zugeben, daß er ein leibbaftiger effe würde diesmal die Regie für den Oktober 1924 etwas beffer des deutschvölkischen Kandidaten Graefe Golbe bee ist. Daher ziehen plötzlich am Wahlkampf in Düsseldorf der flappen und der große Kladderadatsch mit Sinowiews Unter ftügung fönnte glüden. Dann soll Deutschland ähnlich wie rheinische Separatist und völkische Junter einträchtig am gleichen Gowjetrußland, gestützt auf feine„ rote Armee"( die mit pro- Strang. Diese Blutsverwandtschaft mit bem beutsch. letarischer Begeisterung gegen die franzöfifchen Kanonen schiepoltischen Agrarier aus Mecklenburg mag bie Vorliebe des Separa ßen wird) mit den Ententemächten verhandeln und die tiftenhäuptlings für faschistische Gewaltmethoden erklären. Herrn deutsche Bourgeoisie bezahlen lassen". Diesen Unsinn nennt Graefe und den Deutschöllischen gratulieren wir zu biefem Borfpann. man proletarische Lösung der Reparationsfrage", und man wundert sich bei den Kommunisten, daß andere Leute von Dornherein das Kräfteverhältnis und die Möglichkeit für die Arbeiterschaft etwas anders einschätzen. Bet den München, 11. April.( Eigener Drahtbericht.) Wie feit längerer Rommunisten ist es freilich üblich, nach vollbrachter Helden Beit angekündigt, veranstalteten die Münchener Katholiten am Don. tat festzustellen, daß man sich über das Kräfteverhältnis geirrtnerstagabend eine große Kundgebung gegen Luden. und infolgedessen die Arbeiter in lehrreiche Niederlagen hin- borffs antiultramontane Propagandareden im Hitler- Prozeß. Es eingeführt hat. In Wirklichkeit verbirgt sich hinter den ge- waren u. a. auch der Kardinal Faulhaber und die Minister schwollenen Phrasen nichts als volltommene Unfähig Schwener und Matt erschienen. In feiner Protestrebe fagte teit, unter den gegebenen deutschen Verhältnissen Deutsch der Reichstagsabgeordnete Rauch:„ Ludendorff hat den Bapst anland und die Arbeiterbewegung wieder aufwärts zu führen. gegriffen, dem er es doch zu verdanten hat, daß er nicht als Kriegs. verbrecher an die Entente ausgeliefert worden ist. Aber Dankbar. teit ist eine bescheidene Blume, die nicht auf dem Feldherrnhügel gedeiht." Rauch behandelte dann die christentumsfeindlichen Ziele der völkischen Bewegung, lobte den italienischen Faschismus und ben Hitler der ersten Zeit, der noch in einer einfachen Mansarde gefeffen habe, während der Hitler von heute nur mehr der Tromme ler sei; die Führung hätten andere in ber hand. Nach der An Bitterfeit erfüllte Schlußworte„ Wir Ratholiten fordern heute, daß mir nicht nur die Gnade von Menschen bekommen, für unser Bater land als Ebenbürtige zu leben. Wenn, was Gott fernhalten möge, die Stunde tommt, wo man wieder hunderttausende braucht zum Totschießen, dann wird man wieder mit den Katholiken Frieben machen." Krach im Stinnesblatt? Die„ Boffische Zeitung" bringt folgende interessante Meldung: Noch ist Hugo Stinnes nicht beigesetzt, und schon hat sich in der" Redaktion feiner„ Beutschen Allgemeinen Zeitung eine ich were neue Reife enidelt. Wie im Jahre 1922 beim Ausscheiden des Chefredakteurs R. Cuno, geht sie auch diesmal Dom Auftauchen eines neuen tellvertreten ben Chefrebatteurs aus. Aber während dies bamals bernahme einer Entschließung sprach ber Rardinal noch einige von heutige Chefredakteur Prof. Baul Lensch war, übernimmt biefen Posten diesmal ber bisherige Geschäftsführer D. Gottberg. Dieser foll prattisch die Leitung des Blattes libernehmen, während Brof. Lensch zwar format Chefredakteur bleiben, aber in Zukunft im wesentlichen auf mit arbeit von feiner Wohnung aus beschränkt werden foll Wie beim Ausscheiden Cunos wiederholt sich diesmal die Tatsache, daß ein Teil der Redakteure für den Zeitpunkt des Intrafttretens der angekündigten täne ihren stritt angezeigt hat." Für die Richtigkeit diefer mittellungen müffen wir felbstver ständlich der Boff. 8tg." bie Berantwortung überlassen. Sie haben indeffen einen hohen Grad innerer Wahrscheinlichkeit für sich und es läge nur im Zuge logischer Entwicklung, wenn Odysseus". Lensch alsbald wieber neue Geftabe fuchen müßte. Bielleicht hat Bulle fchon eine Aufnahme- Stellung für ihn vortereitet, Das„ Volksgericht" in Ungnade. Nachdem die bayerischen Landtagswahlen den Deutschnationalen in Bayern sämtlichen Weizen verhagelt haben, läßt sich die„ Kreuzzeitung mit Gott für Rönig und Baterland" ein trübes Stimmungsbild aus der Ordnungszelle senden, bas nach mehr als einer Seite hin Interesse verdient. Zunächst stellt das deutschnationaltonserva. tive Blatt fest, daß der Führer der sogenannten„ Baterländischen Verbände", ber beutfchnationale Spigentandidat Prof. Bauer, bei feinen Leuten abgewirtschaftet habe, so daß ein großer Teil der Baterländischen" ins völtische Lager hinübergewechselt sei. Dann aber bekommt das Boltsgericht sein Teil: Die größte Unterſtüßung aber brachte der Völkischen Partei die Art der Führung des Hitler- Prozesses, indem man im Bestreben, ja unpartetisch und gerecht zu sein, den Angeklagten wochenlang jebe Freiheit zu propagandistischem wirken ließ, fo daß vom ersten Tage an die Rolle der Angeklagten und die der Zeugen völlig vertauscht erschien. Auch das Urteil brachte durch den Freispruch General Ludendorffs im Gegenfaß zur Berurtei lung der übrigen Angeklagten den Bölti chen neuen Zulauf gerate aus den Reihen der unteren Boltsschichten, die nun in Hitler erst recht einen Märtyrer sehen mußten. Das ist der sehr schwere Vorwurf gegen die Prozeßleitung, daß fie den Deutschnationalen und ihren Berbündeten das Bahlgeschäft verdorben habe! Daran ändert auch nichts die wehleidige Versiche. rung, daß die völlischen Radaubrüber ble gut nationalen Wähler aus den Versammlungen und von der Wahlurne fortgetrieben hätten. Um die eigenen Leser zu trösten, rechnet die Kreuzzeitung" fchließlich noch heraus, daß die Deutschnationalen ihre Stimmenzahl von 1920 ziemlich genau behauptet hätten. Dies rechnerische Runststüd sieht so aus: 1920 hatten die Deutschnationalen rund 285 000 Stimmen, jegt nur 197 500. Aber wenn man die Gewerbe. und Beamtengruppen und die Nationalliberale Landes. partei", die boch von der„ Deutschen Boltspartei" abgesplittert ist, hinzurechnet, so ergeben sich rund 262 000. Und nimmt man dann noch die 23 000 Stimmen der Chriftlich- Sozialen hinzu, so tommen bie 285 000 wieder zustande. Das Rechenerempel mutet an, wie das vom Untes Bräfig. Es ift in der Firigkeit ganz gut, aber in der Richtigkeit stimmts nicht! Denn weder die Beamten- und Gewerbegruppen, noch die Christ lich- Sozialen wollen von den Deutschnationalen etwas wiffen. Die letteren find ausgesprochene Zentrumsanhänger. Aber schließlich fann man ben Lefern auf pommerschen Gutshöfen immer bin einiges erzählen! Bayern und Frankreich. München, 11. April.( Eigener Drahtbericht.) Ueber die schon früher behauptete Berbindung der Bayerischen Bolts partei( Dr. Heim) mit den Frangofen zweds einer Gepara Hon Bayerns veröffentlicht der„ Böltische Kurier" neues Material. Nach dieser Darstellung erhielt der Führer des Bayerischen Bauern. bundes, Reichstagsabgeordneter Eisenberger, im April 1920 eine Einladung der Führer der Bayerischen Bolkspartei zu einer Besprechung in einem Münchener Hotel. Eisenberger lehnte ab, weil, man wegen eines Bufammengehens mit ben Franzosen reben wollte. Im Mai 1920 fam dann ein Dr. Martine zusammen mit dem Neffen Millerands im Auto nach Hußenau bei Rupolding, dem Hof Eisenbergers, um ihn zu beeinfluffen, zu einer Separation Bayerns mit Unterstüßung Frankreichs mitzumachen. Eisenberger lehnte wiederum ab und warf die beiden hinaus. Um Zeugen der Unterredung zu haben, hatte er vorher feinen Sohn Georg und seinen Nachbar Steller herbeigeholt. Dabei fagte der Neffe Mille. rands:„ Herr Eisenberger, tun Sie doch mit, die Herren von der Bayerischen Bolkspartel haben schon zugefagt. Wir brauchen nur noch den Bauernbund." Eisenberger und die Zeugen find bereit, diese Aussagen mit ihrem Eid zu bekräftigen. Deutsche Gelehrte. Wollen nicht ins Ausland. München, 11. April.( Eigener Drahtbericht.) Auf Einladung der Universität Neapel an die bayerische Akademie ber iffen schaften, sich an dem 700jährigen Jubiläum der dortigen Universität durch eine Abordnung zu beteiligen, fandte die Münchener Akademie ein Dantschreiben, in dem es am Schluffe heißt: An der Feier felbft durch eine Abordnung teilzunehmen ist uns leider nicht möglich. Die barerisye Akademie der Wiffenschaften ist zwar jeberzeit bereit, fidh an internationalen Arbeiten zu beteiligen, fie fann aber internationale este der Humanität nicht mitfeiern, solange sich das deutsche Bolt, infolge des Friedensdiktats von Bersailles unter fortdauernder franzöfifcher Bergewaltigung in der Lage eines rechtlofen Parias befindet." Rein Zweifel: Die deutschvölkischen Heldenjünglinge werden über diese„ Tat" der bayerischen Akademie der Wissenschaften jubeln. Das Bebauerliche ist nur, daß auch die Profefforen nicht mehr Berständ nis für die Wiederherstellung guter Beziehungen mit dem Ausland haben wie die Hakenkreuzjünglinge. Man bietet ihnen die Hand aber sie lehnen dankend ab, folange sich das deutsche Bol in der rechtlosen Lage eines Parias befindet Ihr Blid reicht nicht fo weit, zu erkennen, daß die Universität Neapel an dieser Lage Deutsch lands nicht schuld ist und die Art der Ablehnung ihrer Einladung unter diesen Umständen geradezu eine Provokation bedeutet. Das nennt man bann nationales Empfinden", dessen Wirkung in der Bragis schließlich darauf hinausläuft, Deutschland im Aus. lande noch mehr Feinde zu machen, als es dant der deutschnatio. nalen Kriegspolitik heute leider immer noch hat. Wenn unsere Hakenkreuzler und Deutschnationalen aber schon der oben gekenn geichneten Auffaffung find, warum lehnen sie dann nicht auch die erträglichen Geschäfte mit den ehemaligen Kriegsgegnern ab, folange fich das deutsche Volk in der rechtlosen Lage eines Parias befindet"?- Also auch hier ergibt sich wieder der Beweis, daß nationales Empfinden" von den Deutschnationalen und Hakentreuziern nach außen nur gezeigt wird, wenn es nichts tostet und Gewinne nicht verlorengehen. Im allgemeinen gilt für sie nach wie vor der Grundsatz: erst das Geschäft und dann- bas Baterland. Die Münchener Akademie der Wissenschaften hat dafür neuer. dings einen glänzenden Beweis geliefert. Vertagte Micum- Verhandlungen. Düsseldorf, 11. April.( TU.) Die Sechsertommiffion hat in der heufigen Berhandlung mit der Micum erneut ihre Bereitwilligkeit, die Sachleistungen über den 15. April hinaus fortzuführen, bekanntgegeben, falls ein Weg für deren Finan. 3ierung gefunden wird. Für eine folche Regelung hat sie der Micum fchriftliche Borschläge unterbreitet. Die Verhandlungen find nicht zum Abschluß gelangt. Sie werden Sonntag vormittag 10 Uhr fortgefeht. Die Gewerkschaften bei der Micum. Bochum, 11. April( Eigener Drahtbericht.) Die Gewerkschaftsvertreter des rheinisch- westfälischen Industriegebiets waren am Donnerstag rachmittag erneut zur Entgegennahme von Informa tionen nach Düsseldorf zur Micum geladen. Ueber die Werhandlungen der Micum mit den deutschen Industriellen wurde u. a. mitgeteilt, daß die Industriellen eine Berlängerung der Micum Verträge wünschten. Indessen seien dabei von den Industriellen zwei Sicherungen als notwendig bezeichnet wor ben: 1. eine regelmäßige a gen gestellung und 2. die Möglich. Micum erklärte daraufhin, daß die Unregelmäßigkeit der Wagen feit zur Finanzierung der Betriebe. Der Leiter der geftellung auf die unregelmäßige Rückkehr der in das unbefeßte Ge biet gehenden Wagen zurückzuführen sei. Die Finanzfrage fei eine rebitfrage, und die Micum ertenne an, daß Kredite not. menbig feien, um die Betriebe in Gang zu halten. Die Kreditfrage fei aber gleichzeitig eine Vertrauensfrage, denn Kredit ſei Ber trauen. Das Bertrauen würde jedoch erschüttert, wenn von deutscher Seite andauernd erklärt würde, die Micum- Lasten seien nicht Micum fei überzeugt, daß die Berträge erträglich seien. Daher tragbar und müßten bie Betriebe zum Stillstand bringen. Die mürben ab 1. April bei Nichterfüllung der Berfräge alle nad Unficht der Micum notwendigen Maßnahmen gegen bie Industrie ergriffen werden. Die Bertreter der Gewerkschaften verwiesen auf die große Be lastung der Arbeiterschaft durch die Micum- Berträge, die zu einer unmöglich noch länger erträglichen Notlage geführt haben. Die Lebenshaltung der Arbeiter sei derart geworden, daß in nicht ferner Zeit die Produktion erheblich leiden müsse. Diese Tatsache finde ihren Ausdrud u. a. auch in dem Lohnanteil am Kohlenpreis. Während in der Borkriegszeit der Lohnantéit 55 Proz. des Kohlen. preifes ausmachte, beträgt er heute nur noch 29 Proz. Selbst wenn laffe, müßte, um den Borfriegslohn zu erlangen, den Bergarbeitern man dabei die inzwischen eingetretene Teuerung unberücksichtigt noch eine Lohnerhöhung von mindestens 25 Broz. zugebilligt werden. Gefchehe das nicht, so seien die Folgen unabsehbar. Das Rennzeichnend ist die Erklärung der Micum- Bertreter, bie barauf erfolgte: Rach ihrer Meinung ist, im Gegenfaz zu der Auffaffung der Gewerkschaften, das Lohnniveau der Arbeiter nicht Niveau der Lebenshaltung sei a usreichend und liege nicht unter derart, daß irgendwelche Befürchtungen begründet seien. Bertreter der Gemertidaiten ließen zum Schluß darüber feinen jenem Stand, der zur Erhaltung der Arbeitstraft notwendig fet. Die 8weifel, baß blefe Anficht der Micum unhaltbar ist. Freispruch im Albi- Prozeß. Paris, 10. April.( Eigener Drahtbericht.) Das wegen Brand ftiftung angeklagte Direktionsfomitee der Genossenschafts- Glashütte worden. Das Komitee hat daraufhin am Donnerstagmorgen per in Albi ist am Mittwoch vom Schwurgericht freigesprochen fucht, sich erneut in den Besitz des Wertes zu feizen; es wurde jedoch baran von der Gendarmerie gehindert. In einer fofort einberufenen Bersammlung erklärte die Belegschaft, daß sie sich hinsichtlich der Zu tunft des Bertes der Entscheidung einer ordentlichen Generalver herbeigeführt werden soll. Bis dahin soll das Wert in die Hände fammlung der Aktionäre fügen merde, die fo fchnell wie möglich bes rechtmäßigen Aufsichtsrates zurückgegeben werden. Man hofft, bis dahin weitere Zwischenfälle verhindern zu fönnen. Die Borgeschichte dieses Prozesses ist folgende: Im Jahre 1922 hatte die Generalversammlung der Aktionäre die Gründung einer Bensionstasse befchloffen, die zu gleichen Teilen durch Abzüge von dem Arbeitsverdienst der Ange. den follte. Als Grundstod steuerte das Wert eine aus den Kriegs. ftellten und Arbeiter und durch Beiträge des Werkes alimentiert wer gewinnen gesammelte Reserve von 1,7 Millionen bei. Ein Teil der Belegschaft protestierte, gegen den Beschluß Beschluß der Generalversammlung. Zwei Gewerkschaften( Syndikate), die, obwohl ihnen die Mehrheit der Belegschaft als Mitglieder an gehören, in der Generalversammlung überstimmt worden waren, verfuchten den Beschluß an zu fechten. Ohne den Ausgang des Gerichtsverfahrens abzuwarten, beschlossen die beiden Snnbitate, fich mit Gewalt in den Besitz des Wertes zu setzen. Das gelang ihren ohne Widerstand, nachdem der Aufsichtsrat vorher alle Gelder und die Bücher in Sicherheit gebracht hatte. Die beiden Gewerkschaften fetten ein Direktionskomitee ein, das den Betrieb fortzuführen ver. fuchte, bereits aber nach drei Wochen aus Mangel an Betriebsmitteln die Defen ausgehen und die Arbeit einstellen lassen mußte. In einem öffentlich angeschlagenen Manifest erklärte das Direktionsfomitee, daß es sich lieber unter den Trümmern des Wertes begraben laffen wolle, als aus ihm herausgehen. Drohung wurde zwar nicht buchstäblich ausgeführt, die sechs Mitglieder bes Direttionsfomitees begnügten sich vielmehr damit, die abseits gelegenen Baschräume des Wertes in Brand zu stecken, aber nicht ohne gleichzeitig Borkehrungen gegen eine Ausdehnung des Feuers getroffen zu haben. Nach ihren eigenen Aussagen hatten fie lediglich eine Demonstration bezweckt, um die Aufmerksamkeit ber Arbeiterschaft auf die Konflitte in dem Genossenschaftswert zu lenten. 2500 000 Kleinhäuser in 15 Jahren. Diefe Das Riefenprojekt der Arbeiterregierung. gierung zur Ausarbeitung eines Programms über den Bau von Condon, 11. April.( Eigener Drahtbericht.) Das von der Re Romitee hat seine Arbeit beendet und ein umfassendes Programm Arbeiterhäusern zur Bekämpfung der Wohnungsnot eingesetzte vorgelegt. Das Romitee repräsentiert alle Gruppen des Bau gewerbes, auch die Unternehmer. Es schlägt vor, das Parlament ein Bauprogramm beschließen zu lassen, das sich über 15 Jahre er stredt und den Bau von insgesamt 2 500 000 21rbeiterhäusern vorsieht. Die Gewerkschaften haben durch ihre Vertreter ausdrücklich versichert, daß sie der Durchführung des Programms jebe Unter stügung leiben würden. Die von dem Komitee festgesetzten Breise des Baumaterials verhindern eine Ueberfeuerung. Für jedes der Häuser ist nach dem Programm ein Baugrund von etwa grundsäglich denen der allgemein gültigen Tarife entsprechen. 100 Quadratmeter vorgesehen. Die Löhne der Bauarbeiter follen Ueber den voraussichtlichen Baupreis der Häuser ist noch nichts gefagt. Der Kampf der Buchdrucker. Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs. Zwischen der Forderung der Buchdrucker auf 35 Mart Bochenlohn in der Spitze und dem Schiedsspruch auf 30 Mart Bochenlohn, blieb eine so große Differenz, daß die Buchdrucker den Schiedsspruch ablehnten. Die Arbeitgeber vertreter haben sich großmütig gezeigt und werden ab 3 Mai 1,50 m. pro Woche zulegen, drei Pfennig für die Stunde. Damit wäre tie Differenz wohl etwas verringert, aber doch bei weitem nicht derart ausgeglichen, daß die Buchdrucker die Berbindlichkeitserklärung etwa begrüßen könnten. Der lohnpolitische Unternehmerfiandpunkt zu den Löhnen der Ungelernten geht dahin, diese Löhne müßten niedriggehalten und die Löhne der Gelernten gehoben werden. Haben sie es aber mit Forderungen gelernter Arbeiter zu tun, dann find fie besorgt, diese nicht hochkommen zu lassen, um den Ungelernten nicht etwa einen Anreiz zu höheren Lohnforderungen zu geben. Dieser Sandpunkt ist sehr praktisch, anpaffungsfähig, und vor allen Dingen in jedem Falle profitlich. Darauf tommt es natürlich an. Wie die Buchdruckergehilfen sich zur Verbindlichkeitserklärung ftellen werden, bleibt abzuwarten. Bei der Firma H. S. Hermann kam es gestern wegen der Lohnfrage zum Konflikt, der zur Entlassung des gesamten Buchdrucpersonals führte. Das Ergebnis der gestrigen Verhandlungen faßte. das Reichs. arbeitsministerium in folgender Erklärung zusammen: In dem Lohnstreit im deutschen Buchdruckgewerbe haben über einen Schiedsspruch vom 2. April wie üblich, noch Ber. handlungen im Reichsarbeitsministerium stattgefunden. Der Schiedsspruch sieht für die höchste Ortsklasse eine Erhöhung des Wochenlohnes bei 48stündiger Arbeitszeit von 27 auf 30 m. vor. Aufruf: beitszeit und eine wesentliche Verkürzung der bisherigen Ferien. Bisher hatte ein Arbeiter nach einer halbjährigen Be schäftigungsdauer Anspruch auf drei Tage Urlaub, bis zu acht Tagen nach dreijähriger Beschäftigungsdauer. Die Lohnfrage machten die Arbeitgeber abhängig von dem Zugesiändnis in der Arbeitszeit. Tarifliche Vereinbarungen bestehen zurzeit nicht. Die Mit der vorstehenden Verbindlichkeitserklärung des Schieds- Versammlung lehnte einstimmig die von den Arbeitgebern einspruches ist nun in unferem Lohnftreit die letzte Entscheidung ge- gereichte Vorlage ab und gab der Berhandlungskommission auf den Weg, bie Grundlage des alten Tarifvertrages fallen. Zu einem Zeitpunkt, wo das Gewerbe sich in befter kon- festzuhalten. In der Arbeitszeitfrage stellte sich die Versaminjunktur befindet, und wo infolge einer überspannten Preispolitik lung auf den Standpunkt, daß auch die Arbeitszeit feines. des Deutschen Buchdruckervereins glänzende Gewinne ge- falls über 8 Stunden ausgedehnt werden darf. Die macht werden, hat der Reichsarbeitsminister einen unzuläng- Konjunktur in der Branche hat sich bedeutend gehoben, und auf lichen Schiedsspruch zum Lohngefeß erhoben. Wir find ba gegen machtlos, denn die Organisation ist durch die Verbindlichkeit an den Schiedspruch gebunden und ist nun gezwungen, an die Gehilfenschaft die Aufforderung zu richten, fich auch ihrerseits dem Schiedsspruch zu unterstellen. Die Verantwortung für die dauernde Beunruhigung des Buchdruc gewerbes liegt infolge der von den Unternehmern verfolgten turzsichtigen Lohnpolitik nicht auf uns. Wenn gegenüber allen Bemühungen des Verbandsvorstandes das Ergebnis für die Gesamtheit unbefriedigend geblieben ist und die aus den Mitgliedschaften impulsiv hervorgegangene Bewegung nun abgebrochen werden muß. so ist doch daraus mit zwingender Notwendigkeit die Schlußfolgerung zu ziehen, daß die Organisation mit allen Kräften und Mitteln gestärft werden muß, um allen Erfordernissen der Zukunft und den sicherlich noch weiter in verstärktem Maße auftretenden Schwierigkeiten gewachsen zu sein. Grund dieser Tatsache forderte die Versammlung einmütig, daß ein Tarif durchgesetzt werden muß, der wie in den übrigen Branchen trägliche Existenz des Arbeitnehmers ermöglicht. im Holzgewerbe auf einer gerechten Grundlage steht und eine erGewerkschaftsfunktionäre werden abgebaut. Personalabbau acht Bahnunterhaltungsarbeiter entlassen, darunter Die Bahnmeisterei Oranienburg hat beim legten drei Funktionäre des Deutschen Eisenbahner. verbandes. Diese auffallende Tatsache muße bei den Betreffenden natürlich die Ueberzeugung wachrufen, daß ihre gewerkschaftliche Funktion Grund für die Entlassung gewesen sei. Sie flagten deshalb beim Arbeitsgericht auf Wiedereinstellung oder Entschädigung. Es ging den Klägern so, wie es in solchen Fällen fast immer zu gehen pflegt: Die Entlassenen tönnen manches für anführen, daß sie sich durch die Vertretung der Interessen ihrer Kollegen bei den Borgesetzten unbeliebt gemacht haben, aber sie können das nicht so einwandfrei nachweisen, daß das Gericht ein juristisch begrünbetes Urtcil darauf ftügen tönnte. Die für die Entlassung maß gebenden Beamten versichern natürlich, die gewerkschaftliche Tät gfeit der Arbeiter habe ger feinen Einfluß auf die Entlassung, es fämen nur wirtschaftliche Gründe in Frage, die En: lassenen seien nicht produktiv, das heißt, fie leisteten in der Arbeit nicht so viel, wie von ihnen erwartet wurde. In einem Falle konnte dieser Entlassungsgrund dem Gericht auch glaubhaft gemacht werden, denn der Betreffende konnte inHamburg, 11. April.( Eigener Drahtbericht.) Eine am Donners tag abend abgehaltene Versammlung der Buchdruder GroßHamburgs ergab nach kurzer Dauer die Zustimmung zu dem Antrag der Verhandlungskommission, über die Frage des Geits zur Durchsetzung der Forderung von 35 M. Wochenlohn eine Ur abstimmung durchzuführen. Es steht außer allem Zweifel, daß erflärt, für die Zeit vom 3. bis 31. Mai einen Spizen. fich für diese Forderung eine Mehrheit ergeben wird, so daß für Dienste der Eisenbahn zugezogen hatte, nur zu lichteren Arbeiten mit Streif im Buchdruck wochenlohn von 31,50. zu zahlen, und zwar in den Fällen, in denen 48 Stunden wöchentlich gearbeitet wird. Unter Berüd fichtigung auch dieses Zugeständnisses der Arbeitgeber ist der Schiedsspruch vem Reichsarbeitsminister als angemessen angesehen und daher für verbindlich erklärt worden." Der Schiedsspruch sich für die höchfie Ortsklasse eine Er höhung des Wochenlohns bei achtundvierzigstündiger Arbeitszeit von 27 M. auf 30 M. vor. Für die übrigen Ortsklassen entspricht die Erhöhung der bisherigen Abstufung. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen im Buchdrudgewerbe ist diese Lohnerhöhun cercátfertint, fie ftellt fich ofer auch als, das auf dem Boden eines zentralen, für ganz Deutschland geltenden Tarifver trages Erreichtate dar. Die im Echiedsspruch vorgeschlagene Lohren erfcheint auch für die Arbeitnehmer tragbar, und zwar um so mehr, als die Arbeitgeber fich in den Verhandlungen beim Re chsarbeitsministerium zu oben erwähntem Zugeftändnis bereit erklärt haben Da eine friebliche Beilegung des Streites in öffentlichem Interesse dringend erforderlich ist, mußte die Berbindlicherklärung ausgesprochen werden. gez. Dr. Brauns. ༣ Zu diesem Schedsspruch erläßt der Vorstand des Ber bandes der Deutschen Buch bruder folgenden. Angestellte der Metallindustrie! Die Nachrichten aus den Betrieben lassen erkennen, daß trog aller gegenseitigen Bersicherungen die Mitgliedsfirmen des BBMI. nicht gewillt find, den vom RAM. verbindlich erklärten SchiebsSpruch vom 3. März 1924 durchzuführen. Da wir bereits für die nächsten Tage Berhandlungen über die Festsetzung der April- Gehälter beantragt haben, werden wir auch bei diefer Gelegenheit nochmals die Durchführung des Schiedsspruchs gemäß Beschluß der AfA- Funktionärversammlung vom 7. April for bern. Bis dahin ersuchen wir unsere Vertrauensleute unterteinen Umständen die Mitgliedsbücher den Personalbureaus ujw vorzulegen, da dieses Berlangen der Firmenleitungen nicht nur im Widerspruch zu der von ihnen selbst geforderten Faffung des§ 2 des Tarifvertrages steht, sondern darüber hinaus einen so unerhörten Eingriff in die Koalitionsfreiheit darstellt, der den geschlossenen Widerstand der Gesamtangestellten schaft bedingt. Gleichzeitig weifen wir noch darauf hin, daß die Allgemeinverbindlichteitsertlärung des Schiedsspruches bei der Reichsarbeitsverwaltung bereits beantragt worden ist. Wir werden am Berhandlunastage erneut eine Af- Funktionär versammlung einberufen und bitten, in den nächsten Tagen die Arbeiterpresse zu beachten in der das Bersammlungslofal bekannt. gegeben wird. Af- Metall- Kartell. Günther. Lange. Rothe. Schiedsspruch für die Berliner Gas- und Wasserwerke. Die Arbeiter der städtischen Gas- und Wasserwerk- haben eine Erhöhung des Lohnes um 50 Proz. verlangt. Das Angebot der Direktion lautete auf 3 Bf. Lohnerhöhung pro Stunde. Der Schlichtungsausschuß billigte den Arbeitern 5 bzw. 6, den .... me pp 2. 1 he oder Ablehnung diefes Schiedsspruchs erfolgt am Sonnabend und Montag eine Urabstimmung. Streif in Warenhäusern. Die Angestellten der Warenhäuser KD W. und Jando si haben beschlossen, heute früh in den Streit zu treten. Es dreht sich um die Entziehung des freien Nachmittags im Monat, die Kürzung gewerbe Groß- Hamburgs zu rechnen ist. Dresden, 11. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Buchdruder und Buchdruckereihilfsarbeiter haben in fast allen größeren Orten Sachsens den Schiedsspruch für das Buchdrudgewerbe, der einen Bochninigenlohn von 30 M. vorsicht, abgelehnt. Sie fordern einen Wochenlohn von 35 M. in der Spize und Wiederher stellung der alten Arbeitsbedingungen, die verschlechtert wurden, als die Buchdrucker jede Ueberzeitarbeit ablehnten. Da gegenwärtig eine gute Konjunktur für das Buchdrucgewerbe vor handen ist, glauben die Buchdrucker den Kampf mit Erfolg beginnen zu können. In Dresden ist der Streit am Freitag morgen ausgebrochen. Die Betriebe der bürgerlichen Zeitungsdrudereien stehen still. Die Leipziger Buchdruckereibefizer wollen die Forderung der Gehilfen mit der allgemeinen Aussperrung, beantworten. Die Zeitungsdrudereien in Baußen und Zittau haben die Forderunger bewilligt, nachdem die Gehilfen Maffen fündigungen eingereicht hatten. In Breslau ist ein allgemeiner Segerstreit ausgebrochen. Das Erscheinen der bürcerlichen Zeitungen ist. damit für heute unmöglich gemacht. Ob die Bolkswacht" erscheint, steht noch nicht fes bes Urlaubs und die Berlängerung der Arbeitszeit um eine Stufide an 120 Tagen im Jahre. An der Bewegung sind etwa 3000 Ange ftellte beteiligt, die größten els der freien Angestelltengewerkschaft angehören. Der 35 A. ist an derfelben nicht beteiligt. Kommunistische Enttäuschung. Die Kommunister des graphischen Gewerbes hielten vorgeftern abend in den Arminhallen" eine öffentliche Ber ammlung ab, um die Arbeiter und Arbeiterinnen der graphischen Berufe zum fofortigen Rampf aufzurufen. Die Versammlung, die zum großen Teil von Arbeiterinnen besucht war, teilte bei weitem nicht die Auffassung der Versammlungsleitung. Und wenn man vernahm, was die sogenannte Oppofition hier unter der Tagesordnung Die Situation im gra phischen Gewerbe und die Einstellung unserer Führer" Weltberpegendes zu fagen hatte, dann waren es lediglich die alten abgetrolche, nen tommunistischen Phrasen. Wolf. Czerny, Udro u. a. zogen in alter Manier über die Gewert'chaftsbureaufraten" her, die zu nichts weiter fähig seien als zum Verrat" an der Arbeiters fchaft. Czerny hielt es für angebracht, in seinem Referat den Buchbindereiarbeitern gleich Kindern, denen mai: Buder verspricht, höhere Löhne in Aussicht zu stellen, wenn sie sich nur alle dem fommunistischen Buchbinderverband an chließen. " Den wahren Geift im graphischen Gewerbe erfannte man aber, als in der Diskussion fegar ein fommunistischer Redner von Realpolitit" preden fonnte und dabei von der Verfanimfung ruhig angehört wurde. Eine Resolution, die durch sofortigen allgemeinen Streit die Zurüderoberung aller verlorenen Bofitionen fordert, wurde zwar angenommen. aber ein großer Teil der Anmelen. den enthielt sich der Stimme. Die Versammlung war in ihrem ganzen Verlauf für die Kommunisten ein tlägliches Fiasto. Die Kammacher. Seit In der Branchenversammlung ber Rammacher referierte Böse vom Holzarbeiterverband über den jeßigen Tariflohnj.and. längerer Zeit steht die Branchen eitung mit den Arbeitgebern der Ramm und Haarschmudindustrie in Verhandlungen zmeds Abschluß eines neuen Mantelvertrages. ⚫Schwierigfeiten entstehen in der Arbeitszeitfrage. Die Arbeitgeber perlangen unter gewiffen Voraussetzungen die 54 stündige Ar gefchehen ist. Jetzt aber war das ein Entlassungsgrund, den auch das Gericht. als beredytigt anerkannte und deshalb die Klage abwies. Im zweiten Falle tam es gar nicht erst zur Verhandlung, weil der Kläger die Frist zur Einreichung der Klage überschritten hatte. Tas Im dritten Falle fonnte der Kläger glaubhaft machen, daß er nicht unproduktiv, sondern voll leistungsfähig ist. leuchtete auch dem Vertreter der Eisenbahndirektion ein, der sich schließlich erbot, er werde sich für die Wiedereinstellung des Klägers verwenden, wenn diefer ein dahingehendes Gesuch an die Direktion Wir wollen hoffen, richte. Dies Angebot wurde angenommen. daß die Verwerdung des Direktionsvertreters Erfolg hat. Das Chor- und Ballettpersonal der Staatsoper befindet sich nach wie t Die Mannheimer Metallindustriellen haben fämtlichen Arbeitern zum 17. April gekündigt, falls bis dahin nicht alle Arbeiter von Heinrich Lanz die Arbeit wieder aufgenommen haben. Auch in der bayerischen Metallindustrie sind wie aus München berichtet wird Differenzen ausgebroden. Der Buchdruckerstreit in Budap- st hat die Zeitungsverleger zu dem Entschluffe veranlaßt, für ihre Abonnenten ein gemeinsam s Blatt( Ungarische Breffe") ih ungarischer und deutscher Sprache herauszugeben, was von den Druckereibefizern felber ges: zt und ges brudt wird es ist fein Fehler, wenn die Arbeitgeber die Arbeit in ihrem Fache wieder tennen und würdigen fernen. Achtung, Buchdruder! Montag, ben 14. April, nachm. 5% Uhr, Generalverfammlung im Gewerkschaftshaus. Butritt haben nur die Delegierten der Bezirke und der Betriebe(§ 4 des Vereinsstatuts). Der Gauvo: sland. Baugewerksbund, Fachgruppe Glaser, Montag, den 14. April, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus Mitgliederversammlung. Das Erscheinen aller Rollegen ist Pflicht. Berantwortlich für Politik: Ernst Reutez; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schitowski; Lokales und Sonstiges: Frik Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW. 68.. Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. Bergmanns Zahnpafta Rosodont" Nur Borgmanns Lapp Resodont Berg Waldheimsa 2003 echt aus Waldheim Sa. Metalldeckes Nr.& in Milchglas dosemit Markenverbonds Artikel chce Hochids im Gebrauch die billigste G ST Sophien- Sale Sophienstraße 18 Såle frei Nrd 9296 DUNLOP Vollgummi- Reifen für Last- Kraftwagen E sind ebenbürtig in Konstruktion und Haltbarkeit den DUNLOP CORD Reifen- Fahrrader Automobile Die Weltmarke bürgt für Qualität! für Motorräder fr. 175 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Frühlingswanderungen. Bir begrüßen in diesem Jahre nach einem langen und harten Winter mit besonderer Freude die bescheidenen Anzeichen eines schon vorhandenen Frühlings. Und wenn es mit den Knospen und der jungen grünen Herrlichkeit diesmal noch sehr im argen liegt, so find wird doch in aller Bescheidenheit froh überzeugt zu wissen, daß wenigstens der Winter dahin ist. Um dieses restlos zu erfahren, müſſen wir aus dem Bereich der Steinhäuser und Asphaltstraßen hinaus. Finkenkrug- Hennigsdorf. -FO Bom Lehrter Hauptbahnhof bringt uns der Nauener Borortzug über Spandau nach Fintenkrug. Sobald wir den Bahnhof brieffen haben, treffen wir auf die ersten Spuren des Frühlings. Wir gehen rechts hinaus, jedoch nicht in der Richtung zum' ten & nfenfruc", fondern sogleich links ab, in der Nähe der Bohn weiter. Der Waldrand ist von zahlreichen Haselbüschen befäumt, die fekt in voller Blüte stehen. Vergebens würden wir uns jedoch nach Bhmen und Blütenpracht umschauen. Die Blüten der Hasel find unfdinbar, wie die der Erlen. wir auf der meiteren Wanderung auch noch antreffen werden. Sie leuchten nicht in prangenden Far ben, auch verraten sie sich nicht durch ausströmenden Duft. Die InJeften, auf die folche Re zmittel wirken sollen, find noch nicht erSchienen. Die Hafel gehört zu den Windblütfern. Als grünlichpethe Räkchen hängen die männlichen Blüten lose beweglich an den Aeften. Die weiblichen Blüten drängen sich wohlverstedt in ihren Knofpenhüllen zusammen und ftreden nur zwei dünne rote Narben herous. Wenn wir den Haselstrauch aufmert'am betrachten, dann werden wir bald die zierl chen roten Fadenbüschel finden, die darauf morten, daß ihnen der Wind die männlichen Staubförnchen zuweht. Menn die Befruchtuna aeschehen ist, dann entsteht während des Semmers in der aus Decb'ättern gebildeten Hülle die Frucht die uns als Haselnuß mohlbefannt ist. Auch bei der Hafel ist es so wie bei den anderen Windblütern: die Blütenteile, die den männlichen Blütenstaub erzeugen, hängen außerordentlich leicht beweglich mit dem übrigen Pflanzenförper zusammen, und dann blüht die Halel gomz zeitig im Frühjahr in günftigen Jahren schon Ende FeBrar menn stetige Winde vorherrschen, und wenn noch feine Belambung der Verbreitung des B'ütenstaubes hinderlich ist. Am nächsten Wärterhäuschen überschreiten wir die Bahn. Der Weg führt durch schönen Mischwald. Hell leuchten die weißgekleideten Birken, deren Wipfel bald von einem zartorünen Schleier umwoben jein merden. Häufig treffen mir hier die Weiß oder Hainbuche an, deren Stämme ausgeprägte Länaswulften zeigen. Wir kommen zum Forsthaus Bredow. Gegenüber bem Forsthaus wenden mir uns rechts ab. Am Rande einer Wiese wandern wie zur Bahn, überschreiten diese und haben bald einen fleinen Gee erreicht. Befonders schön heben sich die schimmernden B'rfen von dem fahlarinen Boden des Lucys ab, ein farbenfrohes Frühlinasbild. Bir Bandern rechts um den fleinen See herum. Der Fußpfab ceht zu einem Graben, den mir mit Leichtigkeit überspringen, und bringt uns an das als Chauffee ausgebaute Gestell K. Wir haben den Briefelana erreicht, jenes Waldgebiet, das sich inmitten des Sovelluchs erstrect. Stellenweis zeigt uns der Briefelang das Bild eines fumpfiren Erlenbruchwaldes, während an trodeneren Stellen Kiefern mit Eichen und Birken abwechseln. Die Sumpfgebiete sind gecionete Brutstätten von Müden und anderen Insekten, die an marmen Taven den Wanderer arg planen fönnen. Wir folgen der Chaussee nach rechts bis zum Queraeftell o; auf diesem wandern wir links zum Forsthaus Brieselang, om Rande des Weldes. Wir überschreiten hier den Nieder- Neuendorfer Kanal. Jenseits besinnt die Bütenheide. Wir wenden uns halbrechts durch den Weld nach Pausin. Durch die Dorfave, in deren Mitte die Kirche fteht. wandern wir bis nahe zum Dorfende. Alsdann bienen wir lints ab zur Chauffee. Hier gehen wir ha'brechts. om Walde entIona, nach Wansdorf. Nun folaen wir der Chauſſee, die sich am Fher Berne birzieht, nach Böhow. Die drei Dörfer lienen om Südhang des Glen, der Hochfläche, die des Havefluch im Norden borenzt. Der Name entitommt dem Wendischen und deutet auf Lehm hin. Daß er dieser Landschaft zu Recht beigelent ist, beweisen d'e Lehm und Tongruben von Belten, die am Oftabhang der Hoch fläche ancelent wurden. Der Grien trennt das Henelluch im Süden von dem Rhinluch im Norden; jenes gehört dem Berliner Urstrom ta an, diefes dem Eberswalder. Wir wandern am Bahnhof Bogom 75] ( Nachdruck burch Malit- Berlag, Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frank. Rennen Sie einen Herrn Jürgen Kolbenreiher? Möglicherweise trägt erich, selbstverständlich, weiß das nicht einen Schnurrbart." Der Angeredete fragte zurüd:„ Berzeihung, find Sie Schußmann? In meinem Hotel waren nämlich heute Schutzleute, die einen entsprungenen Jrren namens Kolbenreiher fuchten. Biele Schußleute durchsuchen ganz Berlin nach diesem Berrüdten." Biele?... Bunderbar! Sie werden mich sicher finden." auf das kleine Hotel zu, in dem er die letzte Nacht geschlafen Getragen von Zuversicht, schritt er federnd und pfeifend hatte. Die Borüberhezenden, die Schußleute, Chauffeure, alle blickenden Menschenaugen, alle Menschen auf der Erbe fuchten ihn. Da jah er wieder diese von einer unsichtbaren Last er brüdie Frau, der er schon am Morgen und noch einmal gegen Abend desselben Tages beinahe an derselben Stelle begegnet war, und die anzusprechen und nach sich zu fragen er nicht gemagt hatte, wegen der erstarrten Hoffnungslosigkeit in ihrem Antlig. Die Frau, deren Lebensgefährte vor zwei Tagen ge. storben war, trug, in Blid und Cang schon wie törperlos ge worden, seit zwei Tagen die Laft der hoffnungslosen Bereinfamung ziellos im Kreise immer um denselben Häuserblod herum. Das bange Gefühl, diese Frau sei in ihrem armen Herzen fo ertötet, daß sie nicht mehr geben und nicht mehr empfangen fönne, verhinder'e ihn auch jetzt wieder daran, einmal bei der Hoffnungslosigkeit anzufragen, nachdem alle von Hoff. ngen und Bielen noch Erfüllten ihm nicht hatten helfen fönnen. Nur den Bruchteil einer Sekunde sah sie Jürgens bangen Blid auf fich gerichtet. Ein stöhnendes Schluchzen brach aus. Drei Töne. Dann trug sie, wieder starren Gesichtes, weiter langsam durch die Straße ihre hoffnungslose Vereinſamung. Vor dem Hotel sprach der Borfier mit einem Schußmann. Zurüdweichend blieb Jürgen stehen, bewegte den Beigefinger vorüber auf der Chauffee weiter, die durch ausgedehnte Wiesen führt. Am Ende der Wiesen geht halblinks der Jungferndamm ab. Bald haben wir den Wald erreicht: auf der Blockbrücke überschreiten wir den von Belten kommenden Muhraraben. Nun führt der Weg durch den Wold weiter, om Rande fanneftredter Dünen, die fich das Dorf Senninsdorf mit feinen orcken Fobrifanlagen. Nach furzer Bonderung find mir am Bahnhof Henninsdorf, von we aus mir die Rückfahrt noch Berlin( Stettiner Bahnhof) antreten. Weg. länge etwa 25 Rilometer. rechter Hand ausdehnen. Am Ende des Waldes fehen wir vor uns Zepernick- Birkenwerder. Mit dem Bernouer Rug fobren wir vom Stettiner Borortbahn hof bis 3epernid. Bom Bahnhof wenden wir uns rechts, überschreiten Mie hier vorüberfliekerde Bante, und fommen durch die Kolonie Schönbrüd zum Dorf Schönow. An dem feinen Kirchlein vorüber wondern wir zum Nordoussona des Dories. Hier menden wir uns hoblints. Durch ein an Dünen reiches Waldgebiet foten mir dem Wandliker ene bis zum erften Querwen: eine Gondorube ist hier angelegt worden Auf dem Quermeg gehen wir nach lints: Das Dünengebiet spüren wir sehr deutlich an her fans dinen Beschaffenheit des Menes. Bold baben wir jedoch die Chauffee erreicht, der mir bis zum Gorinfee folaen. Wir wandern rechts m diefen fleinen märkischen Waldlee, an deffen Geftade sich im Sommer ein renes Freibeheleben abinielt. herum. bis wir auf den nördlich vom See vorüberführenhen Besteffmea G fnmmen. Diesem Mefteweq folgen mir in westlicher Richtung, überschreiten die Brenzlauer Chauffee und both darauf die Liebenwa der Meinbahn und hohen bald das Gut Dammsmühle erreicht. Der Bold befteht aus Riefern; das Gelände ift nahezu eben, nur hin und mieder unterbrechen ffine flochwelline Erhebungen die Gleichmäkin feit der Bandschaft. Mir neben nach finfs um das Gut herum, bis mir auf die vom Mühlenbed kommende Chauffee gelangen. Diefer folmen wir nach Norden, an dem Gutspark mit seinen Teichen'nnen vorüber, his zu einer Wenteilung. Hier wenden wir uns mech tints. In der Nähe des Mühlenberer Sees wandern wir auf dem Summter Ben meiter durch schönen Wa'd. Wir fommen zum Summter See, in deffen farer t sich die meninen Häufer von Summt spiegeln. Durch Summt führt die Liebenmather Chauffee. die wir beim Chauffeehaus erreichen. An ber bald darauf folgenden Biegung der Chauffes mandern mir meradeaus meiter ein Wirtshaus steht an hiefer Stelle. Infer Weg geht had in finuraercher meftlicher Richtung als Gestell F( Summt- Geften durch den orft Oranien. hura. Auch hier hoben mir ein an Dünen reiches Gelände, deffen Erhebimoen mir rechts und links des Menes bentlich aufsteigen fehen. Schließlich führt der Weg aus dem Wald hinaus, furz vor dem Bahnhof Birkenwerder. Wenn wir noch Reit genug übrig baben, tönnen wir ben etwas nördlich gelegenen Bobbenfee und die dicht dabei vorüber fießende Briefe aufluchen. Auch hier hoben wir Gelegenheit, an ben mit ihren beiche benen Blüten geschmüdten Erfen die Smiren des wiedererstandenen Lenzes morzunehmen. Des Winters Macht ift aebrochen, der frühling hat seinen Einzug gehalten!( wegfänge etwa 22 Kilometer.) Sonnabend, 12. April 1924 Er wollte seine Ruhe haben... Die 24jährige Rosa Schatys wurde mit einem Relfenstrauß in der Hand und Würgemalen am Hals in einem Hausflur der Alvenslebenstraße aufgefunden. Sie hatte mit Altohol, Blumen und Zärtlichkeiten ihren Geburtstag gefeiert und war in Fest. ftimmung aus dem Leben gegangen. Freiwillig oder nicht? Der Wurstmag, die Mädchen, Zuhälter, Caféhauskellner, Hausbewohner in der Alvenslebenstraße werden erfolglos befragt. Keine Spur, fein Fingerzeig. Endlich leuchtet ein Anhaltspunkt wie ein einsamer Leitstern durch den undurchsichtigen Nebel des Rätselhaften. Ein junger Student mit Hornbrille ist mit der Toten, damals der Feuchtfröhlichen, gesehen worden und ist nun spurlos verschwunden. O, er wird sich wohl hüten, sich der Polizei zu stellen! Denn hat er das Berbrechen begangen- er weiß wohl, was ihm winkt. Die Zeugen behaupten ja, das Geburtstagskind habe noch 100 Mart in der Tasche gehabt. Die fehlen: also Raubmord vor den neuen Schwurgerichten gleich Todesstrafe oder 15 Jahre Zuchthaus. Und hat er es nicht getan, wie soll er sein Alibi beweisen, da doch kein Mensch gesehen haben kann, wie er leise, um niemand zu meden, nachts in fein Zimmer geschlichen ist. Alfo Mord? 500 Mart Belohnung! wer die nicht gern ver. dienen wollte eine Auslandsreisegebühr. Aber wo den Anhaltspunkt finden? Die Kriminalpolizei zerbricht sich den Kopf. Die Tat ist doch im Hause selbst geschehen. Aber der Bürger, wo steckt der? Die Emwohner des Hauses in der Wrenslebenstraße wer den noch einmal der Reihe nach einzeln vernommen. Niemand weiß etwas. Endlich, da, einer. Das erfahrene Auge des Kriminalfommiffars glaubt etwas bemerkt zu haben. So etwas Unwäg. bares, aber so etwas... das genügt schon. Der weiß mehr als er fagt. Er muß mehr wissen. Raus damit Na also.„ Sie haben nachts die Tür nicht öffnen fönnen? Das Mädchen hing auf der Türflinte?! Und Sie haben geschwiegen, haben uns die große Mühe nicht erspart?"" Ja, aber wenn ich in den Mordverdacht gekommen wäre? Ich bin ja nur ein Bürger, der seine Ruhe haben will. Die Frau mit dem Neffenstrauß hing an der Klinte bas war Unordnung. Ich hängte sie ab, legte sie beiseite da war wieder Ordnung. Und dann legte ich mich schlafen. Alles andere, was geht mich das an. Die Polizei versteht ja ihre Sache und ist auch dazu da, alles aufzuklären." -O So der Bürger. Tugendhaft und ängstlich, lafterhaft und ordmit einem nungsliebend, brutal und weh'eidig mit sich selbst Wort eine Süße der Gesellschaft. Was würde aus der Gesellschaft, aus dem Staat, wenn sie sich auf lauter solche Ordnungspfeiler stützte, wie bas tapfere Schneiderlein aus der Alvensiebenstraße? Gefeßzt den Fall: die Schalys hätte noch geatmet, fie wäre am Leben geblieben, wenn ihr Hilfe geworden wäre; fie wäre gestorben, weil der biedere Schneidermeister sie wie ein Süd Bieh am Boden hat liegen laffen. Hätte er sich nicht gar strafbar gemacht, weil e: einen Menschen in hilflosem Zustande dem Tode preisgegeben? Der Spießer schreit bei jeder Gelegenheit nach Polizei. Er ist unter Umständen bereit, den Uebeltäter selbst zu Innchen. Es ist ja nicht allzu lange her, als die Menge einen jungen Dieb einfach vor den einfahrenden Zug stieß. Die Kriminalpolizei ist aber nicht imstande, die Indizien und die Anhaltspunkte bei Berbrechenentdeckung aus den Fingern zu faugen, fie ist auf die Hilfe des Publi fums angewiesen. Daher die Presseberichte des Polizeipräfibiums, die Säu'enanschläge über begangene Verbrechen. Bas fchert dies aber den Spießer! höchstens, daß er der Sensation wie Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bebes täg'ichen Brotes bedarf und daß die Belohnung ihn zur Hilfe kanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. anspornt. 12 55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 12. April. Tageseinteilung " Stahlhelm", der Tröfter. 29 4.30-6 Uhr: Unterhaltungsmusik. 7-7.30 Uhr: Wer darf einen Bubikopf tragen?"( Ruth Götz). 830 Uhr: 1. Erinnerung an Sorrent, Jn Nr. 41 der Deutschen Deftillateur Beitung finden wir von Curtis. Wolga, von Stolz( Rudolf Zank). 2. La Charmeuse, von folgendes Inferat: Stablbelm, Wort und Bild als waren Corbin( Trompete, Richard Stegmann, 3. Pagen- Arie aus Masken- eiden feit 16 gefügt, foll für Wein und Spirituofen ball", von Verdi( Mizzi Fink), 4. Heitere Vorträge( Karl Schnog), bezirksweise verwertet werden. Verwertungsgesuche und Angabe 5. Herrgott, beschütz den Rhein, von Brückner, Dirndl- Lied von Nelson( Rudolf Zank), 6. Saeterjentens- Sondag, von Ole Bull, der Bezirksgröße erbeten Auguft Pinnide, Hildesheim." Romanze von Koslak( Trompete. Richard Stegmann), 7. ParlaWalzer, von Arditi( Mizzi Fink). Am Flügel: Kapellmeister Otto Urack. vor der Brust verneinend hin und her, pfiff, die Brauen hoch. gezogen, einen Ton und fehrte um. " Die suchen ja mich, den Falschen. den Scheinfürgen, den Schedfälscher, den, der im Hotel den Namen Kolbenreiher auf ben Meldezettel schrieb. Sie suchen das Nichts, das sich an. maßte, zu sein." Die Angst, festgenommen und eingesperrt zu werden und fich dann nicht mehr suchen zu fönnen, jagte ihn fort. In ein anderes Hotel zu gehen wagte er nicht. Er wagte nicht mehr, sich sehen zu laffen. Ganz plöglich sah er feine Möglichkeit mehr, fich zu finden. „ Eingefreift!... Im Freien schlafen! Eingetreift!" Ein letter Rest von Hoffnung, Hilfe zu finden bei der Hoffnungslosen, trieb ihn ihr nach, die Straße hinunter, die in den Tiergarten mündete. Sein Gesicht war in Abwehr verzerrt. Die Zähne bleckten. tand. Die Bereinsamte neben ihm hatte sich nicht gerührt. Sein Körper fiel auf die erste Bant, die am Spreekanal Sie ängstigte fich nicht. Sie blidte blidlosstarr auf das Leben, das weiter gina, hinweg über ihr Leben: Zwei Stadtbabnzüge, feuchtende Lineale, schoben fich aneinander vorbei, durch die Nacht. Sah das Sterhezimmer, wo der, mit dem zusammen fie in Kampf und Leid des Lebens ein Leben gelebt hatte, noch auf dem Bette lag, weiß zugedeckt, bis zum Rinn. Am Tone schon des ersten Wortes, das sie sprach, fühlte Jürgen, hak neben ihm das Schicksal faß. Bu Füßen der beiden regte sich leise das Leben: streifte das Masser die Meuer. Sie hob die fraftlose Hand. Sie fagte, verzudenben, tränenrauben, warnenhen Tones, als warne fie jeden einzelnen dieser Erde: Kein hartes Wort fann mehr zurüd genommen werden." Erschlossen plöklich und schmerzlich berührt von der er habenen Grise diefes fchicfalhaften Leids der Hoffnungs lofig eit, berührte er die Schulter der Vereinsamten. Sofort brad) fie in stöhnendes Weinen aus. So früh gestorben, weil er für diese Zeit zu gütig war. Bu gütig war. Stand schwer auf. Bu viel, zu viel ist mir ge fchehen." Und ging. Das Dunkel nahm fie. " Bor dem reglos Sigenden, der schmerzlich bewegt den verflingenden Schritten lauschte, anferte neben der fleinen Eisenbrüde im Kanal ein Frachtschiff, auf dessen äußerster Wird nun dieser Schnaps auch an Juden abgegeben? Der Gott, der Eisen wabien ließ, schuf auch August Binnide und seinen böltifchen Stahlhelmichnaps. Spize unter dem roten Signallicht ein junger Hund stand, der aufmerksam blickte. Und wie damals, da er, fommend aus Ratharinas Zimmer, zusammen mit den neuen Bezirksführern stadtwärts marschiert war, wehte auch jetzt fühler Teergeruch, und durch die Baumkronen schimmerten die Lichter der Stadt. Entbunden durch seine tiefempfundene Hilfsbereitschaft, die ihm verstattet hatte, das eigene Leid zurückzustellen, und verstärkt noch durch das erinnerungsträchtige Landschaftsbild, war in Jürgen plöglich Sehnsucht nach Katharina und zu gleich mit dieser brennenden Sehnsucht das Gefühl, förperlich vorhanden zu sein, mit solch blizhafter Schnelligkeit entstanden, als ob es ihm nie entschwunden gewesen wäre. So gewaltig war die Freude, daß ihm nicht Kraft blieb, den Freudefchrei auszustoßen. Weichheit tat sich milde in ihm auf. Tränen drongen durch die Lider. Machtvoll zog die Hoffnung in ihn ein. lief, Schnaual", flüsterte er zärtlich und lockte mit Daumen und Reigefinger. Der Hund erhob sich, webelte mit dem Schwanzftumpf, zutraulich wimmernd, auf dem Bordrand hin und her, stand, blickte, bellte verlangend einen Ton. Stille ringsum. „ Ein Hund und am Himmel die Sterne. Das ist zu viel und zu wenig für den Menschen. Zu wenig und zu viel. Der Mensch leidet... Er erkenne im Leide und fämpfe!" fagte Jürgen. Das war wie ein Gelübde. Ohne Eile, ohne Weile schritt er stadtwärts, zum Bahnhofe. Und fuhr mit dem nächsten Zuge zurück in die Heimatstadt. Seine Haare waren ergraut, Gesicht und Körper ganz vom Fleische gefallen. Einige Tage nach seiner Rückkehr Herr Wagner und drei Aerzte waren bei Jürgen gewesen stand in der Zei tung, Herr Kolbenreiher, Teilhaber der bekannten Banffirma ( deren Stammhaus übrigens schon in den nächsten Tagen in neuer, verschönerter und bedeutend vergrößerter Gestalt dem Parteienverfehre übergeben werden würde), habe sich durch seine unermüdliche und hingebungsvolle Arbeit eine Nervenentzündung zugezogen, die zwar sehr schmerzhaft, aber bei der kräftigen Ronstitution des Patienten nach Ansicht der Aerzte allein schon durch Ruhe und den Aufenthalt in frischer Luft rasch zu beheben sei, so daß Herr Kolbenreiher seine bewährte Arbeitskraft bald wieder in den Dienit der Firma werde stellen können. ( Fortsetzung folgt.) Der blinde Passagier im Kohlenzug. Das neueste Abenteuer des Einbrechers Erich Strauß. Einen überraschenden Fang machten lleberwachungsbeamte auf dem Berschiebebahnhof Rummelsburg. Sie sahen dort einen förper lich völlig heruntergekommenen Mann in Zuchthauskleidung, der sich scheu umblickte und versuchte, von dem Gelände des Verschiebebahnhoses zu entkommen. Die Beamten nahmen ihn fest und übergaben ihn der Polizei. Der Festgenommene gab ohne weiteres zu, daß er der berüch ilgte alle Einbrecher Erich Straus fei, der mit feinen älteren Bruder Emil zusammen in Berlin eine Reihe der Dewegenften Einbrüche verübte. Die beiden Brüder hatten sich u. a unter falschem Namen in der Chausseestraße 39 eingemietet. Am 19. De zember wurde der Geburtstag der Wirtin gefeiert. Es erschienen zember wurde der Geburtstag der Wirtin gefeiert. Es erschienen dazu auch einige Gäfte, und mitten in der Festesfreude erschien die Kriminalpolizei. Die Brüder Strauß( prangen hinter einen Borhang und empfingen die Beamten mit einem Schnellfeuer aus ihren Biftolen. Ein Kriminalbeamter wurde so schwer getroffen, daß er nach wenigen Tagen starb. Zroci andere wurden erheblich verlegt. Die Verbrecher, die zunächst entfamen, wurden bald festgenommen unb nadh längerer Untersuchungshaft zu schweren Strafen verurteilt. Emil Strauß, der geistige Urheber aller Verbrechen, verbüßt nach anderen Sirafen feine Zuchthausstrafe in Münster und hat wegen feiner dichterischen und philosophischen Anwandlungen schon wiedere holt von fich reden gemacht. Erich Strauß erhielt 14 Jahre Zucht haus, die er nach Berbüßung von anderen Strafen jetzt noch in Groß- Strelitz in Oberschlesien abzusitzen hatte. Wie er jegt vor der Striminalpolizei fagte, gefiel ihm dort die Behandlung und auch das Effen so wenig, daß er schon wiederholt versuchte, in ein anderes Zuchthaus zu tommen. So verschludte er vor einiger Zeit einen Löffel, so daß er operiert werden mußte. Zulegt täuschte er einen Tobiuchtsanfall vor und fam deshalb in eine im Steller gelegene Jolierzelle, weil man den Anfall für echt hielt. Bon irgendeiner Seite erhielt er mun eine Säge zugestedi. Borgeftern Durchschnitt er mit ihr die Traillen, entfloh aus dem Keller, lief in der Zuch' haustleidung nach dem Bahnhof Groß- Strelig. Sprang heimlich auf einen zur Abfahrt bereitstehenden Koblenzug, grub ein Boch, wie er jagt fein Grab, in die Ladung, legte sich hinein und deckte sich mit Kohlen zu. So fuhr er als blinder Paifa. gier in der bitteren Kälte und ohne etwas zu sich nehmen zu fönnen, 20 Stunden lang nach Berlin. Zuerst bachte er in Frankfurt a. d. D. oder Rottbus abzusteigen und zu Fuß hierhergehen. Dazu war ihm damt der Weg aber doch zu weit. Seine Hoffnung, Daß der Zug in Köpenick halten werde, und daß er von dort aus entfommen fönne, erfüllte sich auch nicht. Er mußte bis Berlin mit fahren und wurde hier ergriffen. Der früher sehr fräftige Menfd) ist durch die Operation und jezt noch durch die beschwerliche Fahet außerordentlich heruntergefommen. Die beiden Berbrecher find ungewöhnlich intelligent. Sie stammen aber aus einer Irinter. familie und wurden von den Beuten, bei denen fie in der Jugend untergebracht waren, fdjon früh zum Stehlen angehalten. Hertelen Der Bürgerblock im Rathaus. der Demokraten, genau so gut wie Herr v. Ennern, der Sprecher der Bolkspartei, find typisch bourgeoise Bertreter, denen b'e Gleich berechtigung der Arbeiterklasse nach wie vor ein Dorn im Auge ist und die am liebsten auch heute noch mit Bürgerblodmethoden im Rathaus Politik machen würden, wenn es nur ginge. Milchpreife ab 12. April Für den Bezirk der Stadt Berlin betragen die Preise für Bollmilch bei Abgabe der Milch vom Kleinhändler an den Verbraucher 28 Goldpfennige, bei Abgabe der Milch aus Stubftällen an den Berbraucher 32 Goldpfennige; bie Preise für Magermilch 8 Goldpfennige. Diese Nicht weniger albern ist die manier ber Kommunisten, feftgefeßten Breise gelten vom 12. April ab; mit dem gleichent so zu tun, als ob die Sozialdemokratie ihnen jezt erst Recht gegeben Tage treten die bisherigen Preisfeftfegungen außer Straft. Die hätte. Es lohnt sich wirklich faum, mit Leuten zu streiten, die ja A- Milchlarten werben mit 4, die B- Milchfarten sowie die Karten boch nur lügen fönnen. Die Sozialdemokratie ist von Anfang an für werdende Mütter( C- Karten) mit 1 Liter Vollmilch beliefert. Großfeuer fam am Freitag nachmittag in der fünften Stunde dafür eingetreten, daß Leg zurücktreten fann. Sie wird aber auch in Zukunft die Kommunisten tönnen damit ganz ruhig rechnenimmer dafür sorgen, daß die selbst gegebene Berfaffung des Stadtstraße 15a zum Ausbruch. Auf mehrmaligen Alarm rückten sechs in Wannsee in einem großen Getreidespeicher in der Chauffeeparlaments von jedermann, auch von den Herren Kommunisten, Löschzüge aus Lichterfelde, Steglitz um dorthin aus. Als diese an respektiert wird. Wir haben es begrüßt, daß tie Kommun'ften am ber Branbftelle antamen, ftellte es fich heraus, daß Menschenleben Donnerstag fo vernünftig waren, ihren Radau einzustellen. Sie nicht in Gefahr fchwebten. Es gelang, das feuer durch träftiges werden fich wohl selber gesagt haben, daß fie mit ihrer Entlaroungs, Waffergeben auf den Speicher zu beschränken. Die Entstehung wird ftrategie" auf niemand mehr Einbrud mahen, und wir hoffen, daß auf Fahrlässigkeit zurückgeführt. fie uns in Sufunft mit ihrem Treiben verfchonen. Deffentliche Wählerversammlungen heute, Sonnabend, den 12. April, abends 8 Uhr: Clador: Lokal Bäumann. Referent: Bezirksverordneter Cempert. Oberschöneweide( Bezirk Besten): bei Knappe Westendstr. 17. Karow: bei Klir, Bantgrafenstraße. Referentin: Landtags abgeordnete Cuise Kähler. Tagesordnung:„ Der Kampf um den neuen Reichstag". Montag, den 14. Avril, abends 7% Uhr: Bohnsdorf: Lokal Bierbach, Bahnhofstraße. Tagesordnung: Die Bedeutung der Reichstagswahlen für die deutsche Arbeiterschaft". Und das schreit über„ Derlotterung"! Dem Krieg haben das Reich, die Länder und die Gemeinden den brüdenben mangel zu banten, ben wir jetzt überall bei den öffentlichen Einrichtungen bemerken. Bon Ber to'terung" fprechen hier gerade diejenigen Streife, die durch ihre Striegshehe das deutsche Bolt ins Unglück getrieben haben und bu: ihr Verlangen nach einem Rachefrieq es mit neuem unafüd bedrohen. Die Folgen des wirtschaftlichen Zusammenbruchs, den sie selber ver: schuldet haben, follen in strupellofer Agitation ihnen jezt auch noch als Mittel dienen, ihre Barteizmede zu fördern. Unter dem Mangel leiben befonders die Gemeinden, aber bisher haben sie in schwerem Ringen fich noch davor bewahrt, in wirkliche Berlotterung Immer wieder muß darauf hingewiesen werden, daß an den hinabzufinken. Mit großen Opfern verfuchen fie die Löcher 3u stopfen, die schon der Krien geriffen hatte und die in den Schwierigkeiten im Berliner Rathaus nicht nur die Deutsch Jahren noch dem Krieg unter der Geldnot nur noch ärger werden nationalen und kommunisten schuld haben, die den Rabau mußten. Wer aber ist es, der den Gemeinden die Lösung dieser Aufnur allzu gern als politisches Rampfmittel verwenden. Mindestens gaben erschwert? In Berlin hat der Magiftrat für die Kran die gleiche Schuld trägt die Führung bermitteltenhäuser der Stadt zur Erneuerung ihrer Wäsche, bie Namentlich Demokraten und Boltspartei nach völliger Abnutzung sich heute in einem geradezu unglaublichen fönnen sich nicht dazu entschließen, fich von dem Hirngespinst einer Zustand befindet. zwei Millionen mar! beantragt. In ber Bürgerblodpolitik zu befreien und eine fachliche, im Intereffe der letzten Stadtverordneteniigung, wo darüber zu befchließen mar, beGemeinde gelegene Arbeit unter allen Umständen zu förben und zu antraaten die Deutschnationalen, ben Betrag auf eine dem Zwed sich ganz offen von dem deutschtationalen Druck frei million herabzusehen. Wohlgemerkt, die Deutic. zumachen und wie die Sozialdemokratie nur die Intereffen der Be nationalen, beren Agitation und deren Breffeorgane über die meinde in ben Vordergrund zu stellen. Die Art, wie bie bürgerliche Berlotterung der städtischen Anfialten fchreien! Wie die Breffe über die Stadtverordnetenversammlung vom Donnerstag be Wäsche der Krankenhäuser aussieht und welche berwindung es foſtet, richtet, ist defür topifch. Die 8eft" beftätigt wieder einmal, baß fte noch zu benuken, das wiffen alle, die fegt in einem Krankenhaus ihre Redaktion offenbar Anoeifung belommen hat, unterliegen müffen. Welchen Smed fönnen die Deutschnationalen bamit ellen Umständen gegen die Sozialbemotratie zu verfolgt haben, daß fie dem Magiftrat die Mittel zur Erneuerung der schreiben und die Dinge fo darzustellen, als ob mit den Soz's nichts Wäsche um die Hälfte fürzen wollten? Glücklicherweise brachten fie zu machen fet, weil sie hoffnungslos von den Kommunisten einge feine Wehrheit zusammen, und deren die Stimmen der Deutschnatio fangen jeten. Die Zeit" hat die Stirn, die Bergänge im Rathaus nalen wurden bann die zwei Millionen Mark bewilliat. Die auf folgendermaßen zu schildern: die Benutzung öffentlicher Krankenhäuser angewiesene Bevölterima weiß, was sie von diesen Volksfreunden zu halten hat. Wie jähe es in der Berliner Gemeindeverwaltung aus, wenn fie in ihr zu tommandieren hätten? Der„ Mietraumfuchende". Der Kampf der Kommunisten gegen die Arbeitsfähigkeit des Stadtparlaments ging gestern weiter. Aber mer ba geglaubt hatte, daß diefes feine Entschloffenheit gegen Rabaugelüfte auch weiterhin befunden würbe, hatte nicht mit ben Sozialdemokraten geredet, bie angesichts der von den Kommunisten in der leßten Woche träftig gerührten Werbetrommel und abgehaltenen dreißig Bahlversammlungen Angst vor ihrem eigenen Mute befommen Das städtische Zentralamt für Wohnungswesen teilt mit: Rach haben.(!) Es waren Broteste gegen biehaustnechte der Bour- einem unter dem 81. Januar 1924 ergangenen Rechtsentscheid des geoisie" befchloffen worden, und die Sozialdemotraten wollten Rammergerichts fonnten die Wohnungsämter nach dem Infraftdiesen Borwurf, und die damit verbundene Berachtung nicht auftreten des Wohnungsmangelgesetzes beim Einigungsamt den Abfich figen laffen und faßten den helbenhaften Entschluß. zu Kreuze schluß eines 8 wangsmietvertrages zugunsten eines Woh zu kriechen. Denn es ist ihnen um ihre Wahien Angst geworden. nungsuchenden erst dann beantragen, wenn fie dem Verfügungs So erhob sich vor Beginn der Sitzung ein eifriges Battleren mit berechtigten wenigstens zwei Wohnungsuchende zugewiesen hatten, den Stommunisten. Schließlich fam ein Kompromiß zustande, der die beide bereit waren, einen Mietvertrag über ble ihnen zuge geftalt, daß die gesamte margistife Linte( Armes miesenen Räume abzuschließen. Für die Bragis ber Wohnungs Bentrum! Reb.) einen Dringlichkeitsantrag einbrachte, burch den ämter ergaben sich hieraus die allergrößten Schwierigkeiten. Der das Ausscheiden des Stadtrats Le z aus dem Magistrat uns damit Magistrat hat daher beim preußischen Wohlfahrtsminister beantragt, implicite der Eintritt eines kommunistischen Nachfolgers genehmigt ihn auf Grund des§ 6 des Wohnungsmangelgesetzes vom 26. Juli werden foll." 1923 zu ermächtigen, eine Bekanntmachung bahingehend zu erfassen, Es ist wirklich beschämend, daß so etwas gedruckt werden kann. daß es für Berlin bei dem unter der alten Wohnungsmangelverorb Die Richtgenehmigung des Rücktritts Leg war ein oftenfun nung geltenden Rechtszustande, wonach die Zuweifung nur Diges Unrecht, gegen das die Gozialdemokratie von Anfang an eines Wohnungsucheben genügte, perbleibt mit Bartelen, auch in der Wolkspartei, hat uns stedt gegeben, als wir worden. Weiter hat der Wohlfahrtsminister mit Erlas vom 10. April hat. Jeder anständige men in ben bürgerlichen Erlag vom 7. April ist her Magiftrat bementiorechenb ermächtigt Sozialdemokraten bei den Rabauigenen vor einer Woche die Berben Magiftrat auf feinen Antrag ermächtigt, in den§ 12 bes Ber treler bürgerlicher Parteien darauf aufmerksam machten, daß dieje finer Wohnungsnotrechtes vom 12. Mai 1921 an Stelle des Wortes Szenen, die gewiß bebauerliche und nicht zu rechtfertigenbe Wohnungsuchender das Wort„ Mletraumfuchenber" zu Folge der offentundigen Bergewaltigung der kommunistischen Frat jegen. Der Magiftrat hat auf Grund der beiden Ermächtigungen tion gewesen jei. Der Antrag, Leg feines mtes qu entheben, ift ben§ 12 der angezogenen Bekanntmachung dementsprechend ge tein margiftischer" intrag, sondern einfach ein Gebot des An ändert. Die Wohnungsämter sind auf Grund der neuen Bekannt standes. Es gibt noch anständige Männer in ben bürgerlichen madjung, die am 14. b. M. in Straft tritt, daher nunmehr nur zur Fraktionen, bie genügend Gerechtigkeitsgefühl besigen, daß dieser Bezeichnung eines Mietraumfuchenben verpflichtet und fönnen beim Antrag in der nächsten Sizung, auch mit den Stimmen zahlreicher Einigungsamt den Abschluß eines Zwangsmietvertrages auch für Bürgerlicher, nicht nur des Zentrums, angenommen werden wird. gewerbliche Mieter beantragen. Im übrigen liegt ber Entwurf Die Haltung der Belt" zeugt von weiter nichts, als von einem bel eines neuen Berliner Wohnungsnotrechtes in der auf Grund der unseren deutschen politischen Verhältnissen ja feiber nicht mehr unge. neuen Gefeße über Mieterschuß und Wohnungsmangel notwendig wöhnlichen stumpflinnigen rattionsgeist. Im Berliner 3m Rathaus zeigt sich diefer Mangel an politischer Kultur bei jeder mög gewordenen Fassung noch den Aufsichtsbehörden zur Genehmigung lichen und unmöglichen Gelegenheit. Das Hin and her bei der Bor steherwahl war keineswegs Bufall. Herr Merten, der Führer M. SCHULMEISTER MSchulmeister Herven Norquen Hochbahnstation Kottbuser Tor DOT. Schwere Betriebsunfälle. In dem Hüttenwert von Maher G. m. b.. in Tempelhof wurden gestern abend die in einem fleineren Raum beschäftigten Arbeiter Friedrich Niedmann aus Reutöln und Hermann Stö wer aus Briz, burd Gas ber giftet, besinnungslos aufgefunden. Beide fonnten ins geben zurudgerufen werden, mußten aber nach dem Brizer Kranten. haufe transportiert werden. Das Gas war einer schabhaften RohrDer 15jährige Arbeitsburiche Georg Doft leitung entströmt.aus Richtenberg geriet gestern bormittag in dem Betriebe der Beberindustrie Genofienfchaft in Spindlersfelde in Non M. 27,50 29,50 36.50 45 50 56 eine Maichine, wurde bon dem Treibriemen erfaßt und Straßen- Anzüge 31,36, 40, 45, 54, 65, 75, 80, 90 u.93 Regenmäntel Besonders preiswertes Angebot! Herrenware Gabardine, 150 cm breit. reine Wolle Homespun 150 cm breit T Meter 11 50 Meter 550 Tuchlager FEUER& LEVY Gertraudtenstraße 18/19, Ecke Grünstraße wieberbolt herumgefchleudert. Mit mehreren Brüchen der Arme und Beine schaffte man den Verunglückten nach dem Kövenider Krankenhaufe, wo er wenige Stunden später feinen Verlegungen erlag. Quittungs- Marken Self 40 Jahren Spesialità) Conrad Müller, Schkeuditz- Leipzig. 9. Kreis Wilmersdorf. Heute, atends 7 Uhr, bei Pieper, Hol fteinische Str. 60, wichtige Sigung der Beamten. Wahlvorbereitung. Das Erscheinen sämtlicher Beamten ist Pflicht. Ueberschwemmung im Odergebiet. Im mittleren Odergebiet ist alles überschwemmt. Auf den Oberwiesen ragen nur nody Schwedt bildet bas Obertal eine einzige gewaltige Wafferfläche. Bei Greifenhagen ist das ganze mehrere Kilometer breite bere bruch eine einzige große Wasserfläche, die alle Dämme und Wege überflutet. in Son München im Schnee. Geit gestern vormittag herrscht in München ununterbroener Schneefall, wie mitten im tiefften inter. Der Straßenbahn, Auto- und Fuhrwerts perfehr fonnte sich in den Nachmittagsstunden nur noch mit großen Beschränkungen und unter erheblichen Schwierigkeiten vollziehen. Auch Störungen im Telephonverfehr find zu verzeichnen. Ungeheure Hitze und Dürre in Bengalen. Meldungen aus Ben galen zufolge herricht dort seit fechs Wochen eine ungeheure hike und Dürre. Seit Februar gab es überhaupt feinen Regen. Man fürchtet, daß die Baumwollernte vollständig ver nichtet wird. Es ist auch in vielen Orten Mangel an Trinte waffer eingetreten. Wieder ein schweres Grubenunglüd. Auf der gede Wien bablebant in Prufel bei Dortmund erfolgte eine Schlag wetteregplofion, wodurch vier Bergleute getötet wurden. Bei den Rettungsarbeiten fanden noch zwei Steiger der Rettungsmannichaft den Tod. Eine Untersuchung zur Feststellung des Grundes der Ervlofton tft eingeleitet. Ein Toter der Dirmuiden". Die Beiche bes Junttele. graphisten von dem vor wenigen Wochen verloren gegangenen französischen Luftschiffe„ Dirmuiden" ist nach einem Bericht des fran.. öfifchen Ronfuis von Balermo bei Mazzara an der fizilianischen Rüfte ans Land geschwemmt worden. Aus der Partei. Die Gefchäftskommiffion der Sozialistischen Arbeiter- Internationale beschloß, wie uns aus Bondon gemeldet wird, am Freitag, ber Zusammentritt der nächsten Exekutivfizung, die nach dem Lugem burger Beschluß in der Pfingstwoche in Wien stattfindet, auf Donnerstag, den 5. Juni, festzusetzen. Vorträge, Dereine und Versammlunnen. Wretreligiöse Gemeinbe. Sonntag vorm, 11 Uhr Bappelallee 15 Bortrag bes Serrn Dr. M. Brie: Schleiermacher. Sein Leben unb Wirten." Gäfte, willommen. Bereinigung für Schule unb Erziehungsfragen Berlin Treptow. Bortrags ort: Reidenfaat ber 6. Ereptower Gemeinbefchule, Wildenbrumite, 58 III. Be ginn 8 Uhr abends. Montag, ben 14, April 1924: Entstehung bet Güteretaeugung."( Fräulein Dr. Wunderlich.) Arbeitersport. fahresversammlung bet Lehmann, Marstraße. Training legt jeben Mittwoch, Freie Turnerschaft Schöneberg. Heute, Sonnabenb, ben 2. pril. Biertel. Freitag und Sonnabend auf dem Dominicusplak. Am Sonntag, ben 18., nachm. 3 Uhr. Fußballwettspiel auf dem Dominicusplas: Schöneberg I- Sennigsdorf. 12. April, Lichtbilbervortrag. Borf. Bafin fpricht über gebirge bet Ctbe", Schulaula Lange Str. S. Beginn 7 Uhr. Eintritt 0.30 M. Erwerbslose haben freien Eintritt. Touristen Berein Die Raturfreunde", Abt. Stralau. Gonnabend, besz Arbeiter Turn unb Epsribunb, Streis T, Bea. VI., Am Montag, den 14. April, 8 Uhr abends, im Lofal von Linfener, Mühlenstraße, Ede Brommystraße: Gigung aller Wafferballspielführer und Schiebsrichter. Jede Mannschaft muß burch mindestens einen Genossen vertreten join. Resultate der Gerienspiele mitbringen. Sport. Rennen zu Mariendorf am Freitag, den 11. April. 1. Rennen: 1. Mina( Rogowski), 2. Federnelle( F. Samidh), 8. Höhensonne( B. Lemzer). Toto: 92: 10. Blaz: 32, 16, 33: 10Ferner liefen: Jimiene. Hauptmann, Elle I, Mirabellis I Ringius), 3 Imperialist( 8. B. Allen). 2. Rennen. 1. Peter Harbeiter( S. Grube), 2. Lindenhofer(. Zoto: 84: 10. Blak: 15, 17, 15:10. Ferner liefen: Bubroig R, Linsko, Corona Me. Kinney, Leucht turm, Beinstod, Dompfaff L, Aligold. 3 Rennen. 1. Ottomar( 3. Wins), 2. Fafner J( Hs. Schleusner), 3. Rebel( Behns). Toto: 15: 10. Blas: 11, 18, 19: 10. Ferner fiefent: Simples, Agworthy Longobarde( als 3. disqualifiziert, 80 Broz. ber Blatwetten zurüd), Qandfeit, Manfred, Kalter. 5. Rennen. 1. Silverius( B. Schulz), Ferner 4. Rennent. 1. elbeprine I( E. Paul), 2. Barometer( Herfurth), 2. Edinbard( Netti). Zoto: 102: 10. Blat: 27, 23, 18: 10. selaiterwah, Bajon fr.( angeh.), Flora Bingen. 2. Senerwehr( 3. B. Allen), liefen: Waifontain I, Bring Abdell( disqu.), Heiderofe B, Qeralles, Baron 3. Groniann 3. Gromann( B. Bedert). To: o: 78: 10. Blag: 16, 17, 15: 10. Ferner Hefen: Clematis Blau, Teufelsbart, Schlips, Jung Bergirieb( angeb). 3. Fels( L. Weig). Toto: 43: 10. Blay: 15, 47, 73: 10. Ferner liefen; 1. Graffus(. Schröder), 2 Olley( B. Hedert), Gablac Agworthy, Michel Angelo, Copal, Cleo Baits, Brinces Bia. 6. Nennen. 7. Rennen. 1. Ebeltochter(. Weiß), 2. Baul B( 3. Mills), 3. Dui bibe( M. Ringius). Loto: 11: 10. Blah: 10, 16: 10. Ferner liefs Gaffenmädchen. 3. Aupenier( 3. Mins). Solo: 17:10. Blak: 12, 15, 17: 10. Ferner 8. Rennen. 1. Aberglaube( 3. Lichtenfeld), 2. Zudmill I( Rogows!), lief: Lady Betauriit, Erſter Wolfers., Jeffries fr.,-Fred Wilkes jr., Clar chen M, Ballontönigin, Pontresina. Geschäftliche Mitteilungen. Rauf Shn, ben guten Conrab Zad Schuh, che es zu spät ist. Die altberühmte" Schuhfabrit macht ihren Runden im heutigen Anzeigenteil eine Oftergabe. Gie hat für einen großen Teil ihrer eigenen Fabrikation die Preise porilbergehend bis Ostern start ermäßigt. Bei Rüdgabe der Anzeige wirb fogar eine Dose Conrab Tad Creme gratis Detabfolgt. M. Riethmüller seit 1902 ,, DAS HAUS DER TUCHE" Berlin C2, Molkenmarkt 15( Ecke Post- Strasse) seit 20 Jahren leistungsfähig! 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Die Deutsche Goldbistontbant ist am 7. April er rich'et worden. Borfizender des Aufsichtsrats ist nach der Sagung der Bräfident des Reichsbant- Direttoriums Dr. Hjalmar Schacht, stellvertretender Vorsitzender der Bizepräsident des Reichsbant- Diret tcriums Dr. v. Glasenapp. Den Borstand bilden Geheimer Oberfinanzrat Rauffmann, Geheimer Finanzrat Dr. Bernhard, Geheimer Finanzrat Dr. Friedrich und Reichsbankdirektor Fuchs, sämtlich in Berlin. Die Geschäftsräume befinden sich im Gebäude der Reichshauptbank in Berlin, Eingang Kleine Jäger firaße 1. Der Gefchäftsbetrieb wird am Mittwoch, den 16. April, eröffnet werden. In der von den Gründern festgestellten Sagung heißt es u, a.: Die Deutsche Golddiskontbant hat den Zweck, auf Grund in und ausländifcher Kapitalbeteiligung und Kreditgewährung sowie unter Rugbarmadjung verfügbarer beutscher Goldreserven mit Hilfe des von ihr verliehenen Rotenausgaberechtes berechtigte Kreditbedürfnisse der heimischen Wirtschaft zu befriedigen. Sie ist als reine Privatbant einer in oder aus ländischen Kontrolle nicht unterworfen. Sie barf in feiner Form dem Reiche, den Ländern oder Kommunen Kredite gewähren oder Garantien für sie ühernehmen, Gegenstand des Unternehmens ist Der Betrieb von Banfiergeschäften und die Ausgabe von Banknoten. Letztere dürfen nur auf Beträge von 5 Bfd. Ster ling oder einem vielfachen davon lauten. Die Ausgabe von Noten in höherem Betrage bedarf der Zustimmung des Aufsichtsrates. Mattbestände der Bank können, auch soweit fie Rotenbeckung sind, bei ausländischen Treuhändern gehalten werden. Als Treuhänder jollen in der Regel ausländische zentrale Notenbanken dienen. Werte, die zur Rotenbedung gehören, dürfen weder belastet noch verpfändet werden. Für die Beröffentlichung der Ausweise gelten die Beftim mungen des§ 8 des Bankgesetzes. Das Grundfapital beträgt 10 Millionen Pfd. Sterling in Aftien über je 10 Pfund Sterling und zerfällt in zwei Gruppen A unb B. Die Attien der Gruppe A in Höhe von 5 Millionen Pfd. Sterling werden von der Reichsbant übernommen und von ihr vrll eingezahlt. Sie lauten auf Namen und sind auf den Namen des Eigent imers im Attienbuche einzutragen. Die Aftien der Gruppe B von insgesamt 5 Millionen Bfd. Sterling lauten auf den Inhater, werden von den Gründern übernommen und in Höhe Parath SBackpulver- zuverlässige höchste Triebkraft Vanillinzucker- zum Backen und Kochen Formamint Tabletten vernichten die Bakterien in Mund und Rachen and gewähren Schutz vor Ansteckung In allen Apotheken und Drogerien erhältlich. von 25 Broz. jede Attien sofort eingezahlt. Auf die nicht voll ein gezahlten Attien fordert der Vorstand nach gutachtlicher Anhörung des Aufsichtsrats in bestimmten Fristen weitere Einzahlungen un beschade: des Rechtes des einzelnen Aktionärs auf jederzeitige Vollzahlung ein. Die Einzahlung ist in vom Borstande zugelassenen Devisen oder Gold zu leisten. Das Geschäftsjahr der Bant ist das Kalenderjahr; das erste Geschäftsjahr endet am 31. Dezember 1924. Bon dem Reine gewinn wird zunächst eine Dividende von 8 Proz. an die Aktionäre ausgeworfen. Von dem dann verbleibenden Gewinnbetrage find 50 Broz, an das Reich abzuführen, über die restlichen 50 Proz. befchließt die Generalversammlung, welche auch die Vergütung des Aufsichtsrats feftjetzt Beitere Bestimmungen der Sagungen regeln die Verfassung, Geschäftsführung, Bilanz und Refervefonds und die Auflösung. Zunahme der Spartätigkeit. Die durch die Vernichtung der Papiermart gestörte Spartätig. feit beginnt feit der Stabilisierung wieder aufzuleben. Der Ein Tagenbestand ber Groß- Berliner Spartassen be wegte fich in der letzten Monaten in scharf ſteigender Richtung. Nach den foeben bekanntgegebenen Zahlen betrug bei ihnen der Einlagenbestand in Goldmark: im Sparberfehr Ende Dezember 1923 Januar 1924 Februar 0 9 9 im Giroverkehr 5 952 280 12 861 060 14 989 177 24 093 265 193 728 1 484 033 2 092 217 Mara 2 856 902 Aus den Einlagen im Giroverfehr, bie fich rund vervierfacht haben, geht hervor, daß die Geschäftswelt, die sich der Schedtonten bedient, nicht mehr so sehr wie früher jeden Pfennig in Sachwerten anlegt, fondern durch die Stabilität der Währung veranlaßt wird, auch wieder Geld auf Konto stehen zu lassen. Die Gefahr der Gelbentwertung ist eben nicht mehr so groß. schäftigung der Industrie hat, ist dringend zu wünschen, daß die Spartätigkeit nach Kräften angeregt und gefördert wird; den gemeinnügigen öffentlichen Spartaffen fällt bei diefer Aufgabe ein umfassendes Arbeitsgebiet zu. Siemens- Abschlüffe. Der Aufsichtsrat der Siemens u. Halste A.-G. genehmigte den Geschäftsabschluß über das am 30. September 1923 beendigte Geschäftsjahr, der unter Hinzurechnung des Vortrags aus dem Borjahr einen Geschäftsgewinn von 100 151 Milliarden Marf aus: weist. Es ergibt sich ein Reingewinn von 95 025 Milliarden Berlustkontos, also vor Ermittlung des Reingewinns, ein Betrag Bapiermart, wobei in den Handlungsunkosten des Gewinn- und von 100 000 Goldmark für die Entschädigung des Aufsichts rats vorgesehen ist. Es wird beantragt, den Reingewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Die Generalversammlung ist auf den 30. April einberufen. meift einen Geschäftsgewinn einschließlich des Vortrags aus dem Der Abschluß der Siemens Schudert Berte G. m. b. 5. Borjahre von 86 137 Milliarden Mark aus. Nach Abzug der Handlunasunkesten bei der Zentralverwaltung, der Anleihezinsen und der Abschreibungen ergibt sich ein Reingewinn von 80 892 mil. liarden Marf( i. B. 109 393 712 M.), der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. Die Bertruffung der Kupferproduktion. Der größte Kupfertrust der Welt, der amerikanische Ana conda Trust, der voriges Jahr die großen und billig produ zierenden Kupfergruben von Chile und eine Anzahl anderer Kupfergruben in den Bereinigten Staaten erwarb, hat sich unlängst wieder, eine Anzahl großer Kupferbergwerte angegliedert. Die Jahresproduktion dieses Riesentrusts, der im Staat Montana aud) umfangreiche Ländereien, Eisenbahnen usw. fein Eigen nennt und einen wahren Staat im Staat bildet, beträgt 200 millionen Pfund im Jahr, ungefähr ein Fünftel der gesamten amerikanischen Produktion, die wiederum mehr als brei Viertel der Weltproduktion darstellt. Drei andere amerikanische Kupfertrufte haben ihren Machtbereich ebenfalls wesentlich erweitert. Geradezu gewaltig ist, rein äußerlich gefehen, die Zunahme der Sparkonten, die allerdings vorher auf einen bisher nie gefonnten Tiefstand zusammengeschrumpft waren. Sie haben sich faft verfünfzehnfacht. Trotzdem ist der Sparkaffenbestand in Groß- Berlin Durch die Vertruſtung wollen sich die Kupfermagnaten vor auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet geradezu lächerlich gering. dem Breisfall des Kupfers schüßen. Das Kupfer ist das einAuf den Kopf der Bevölkerung entfiel im März noch nicht einmalige nicht eifenhaltige Metall, dessen Preis immer noch unter 1 M. Sparguthaben. Das Bild dürfte fich auch nicht wesentlich ver- besonders der Vereinigten Staaten, infolge der erhöhten Bautätig dem Vortriegsstand steht, obwohl der Kupferverbrauch ber Belt, ändern, wenn man etwa die genoffenschaftlichen Sparfaffen mit be feit und des Aufschwunges der Monforindustrie fowie der Telephon rüdsichtigen würde. Diefer fatastrophale Tiefstand ber Spartätigkeit, fabelerzeugung zugenommen hat. Die wesentliche Erhöhung der der trotz der Steigerung der Einlagen zu verzeichnen ist, ist nicht afritanijden Kupferproduktion und der amerikanischen Proetwa ein Zeichen besonderer Berschwendungssucht. Die breiten Massen buftton felbst seiso fagt man für die niedrige Preislage ververfügen vielmehr nicht über genügend Kauffraft, um wesentliche antwortlich. Die Bertruftung soll die Produktion verbilli. Rüdlagen für bie Zeit der Not aufsparen zu können. Der größte gen, aber auch durch Einrichtung einheitlicher Berkaufsorganisationen der Preispolitik bienen. Teil bes geminderten Reallohnes geht eben für die Bestreitung des Lebensunterhalts und für die Befriedigung des lange zurüdge haltenen Bedarfs an Kleidung, Wäsche, Mobiliar usw. drauf. Bei der großen Bedeutung aber, die die Spartätigkeit für die Versorgung des allgemeinen Kapitalmarftes und damit für die Be Wenn aud) Amerita 64 Broz. der Kupfererzeugung selber verbraucht( vor dem Kriege nur 41 Broz.), so ist das Kupfer immer noch ein sehr wichtiger Exportartikel. Um den Preis der auszuführenden Kupfermengen zu erhöhen, hat die 1918 gegründete CopperExportgesellschaft mit Hilfe zweier Großbanten 400 millionen Pfund raffiniertes Rupfer aufgeta u ft und eingelagert, damit das zum Export bereitstehende Kupfer um diese Mengen verringert würde. Hier liegt eine Preisstüßungsattion größten Maßfta Bes vor, die ganz besondere Beachtung verDurchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je bient. Diefe Mengen wurden inzwischen auch bereits ausgeführt. Unter den europäischen Ländern war Deutschland bis zum Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Zentner frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose.. 16,00-17,25| Malzkaffee, gepackt!.. 23,00-25,00 Gerstengrütze, lose... 16,00- 17,00 Röstgetreide, lose Haterflocken, lose.... 15,75-16,00 Kakao. fettarm Hafergrütze, lose.... Haterflocken, lose Rogenmehl 0/1. Weizengrieß Hartgrieß 7%, Weizenmeh! Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine.. Bohnen, weiße, Ierl Langbohnen, handverles. Linsen, mittel Linsen, kleine Linsen. große Kartoffe mehl Makkaroni Makkaronimeh! Schnittnude.n, lose. Bruchreis Rangoon Reis 16.50-18,00 100,00-125,00 130,00-153,00 16,00-16,50 Kakao, leicht entölt 12,75-14,0 Tee, Souchon, gepackt. 350,00-420,00 18,00-19,00 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 22,00-25,50 Inlandszucker basis mel. 40,- 42,50 14,50-16,- Inlandszucker Raffinade 42,50- 44 50 17,00-1,00 Zucker Würfel 19,0022,75 Kunsthonig 14,00-17,00 Zuckersirup hell in Eim 22,25-24,50 Speisesirup dunk. in Eim. 3.00- 32,5 Marmelade Eintr. Erdb. 46,00-48.00 36,00 40,00 49,00 33,00-35,00 108,00-120,00 40,00-48,00 45,00- 48,00 3,20-3,80 4,00-4,60 67,00 68,00- 68,50 66,50 67,50-68,00 46,00-50,00 46,00-48,00 56,0 48,00-52,00 76,00 60,00-65,00 155,00-160,00 26,00-35,00 Marmelade Vierfrucht 36,50-42,0. Pflaumenmus in Eimern 43 0-49 50 Steinsalz, lose.. 16,0 17,75 Siedesalz. lose 40,00-46,00 Bratenschmalz in Tierces 36,00 37,5 Bratenschmaiz in Kübeln 20,00-24,50 Purelard in Tierces 15,25-17,5J Purelard in Kisten 17,00 14,75 Speisetalg in Packung 27,00-31,00 Speisetale in Kübeln 31,00-36,00 Margarine, Handelsm. I .. 100,00-105,00 desgl. II. 43,00 48,00 Margarine, Spezialm. I 55,00 60,00 desgl. 11. 80,00-85,00 Molkereibutter i. Fässern 180,00 75,00-95,00 Molkereibutter in Pack. 185.0 80,00-100,00 Landbutter • Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, java Ringapfel, amerik. Getr Plaumen 90/100 Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu. Korinthen, choice 80,00-85,00 Auslandbutter in Fässern 183,00 Mandeln, süße Bari 1: 0,00-165,00 Auslandbutter in Packg 193,00 Mandeln. bittere Bari 140,00-155.00 Corned beef 12/6 lbs p. 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Der Anteil Frankreichs an der amerikanischen Kupferausfuhr ist infolge der Entwicklung der französischen Industrie und für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete gewaltig gestiegen. Im Jahre 1923 ftand Frankreich an erster Stelle als Markt für ameritanisches Kupfer; dann folgten Großbritannien, Deutschland, Italien, Belgien und China. Zusammenfaffung konsumgenossenschaftlicher Kräfte. Wenn die Ausbreitungs- und damit Wirtschaftsgebiete mehrerer Ronfumvercine ineinanderlaufen, wird immer die Frage entstehen, wie hier durch zusammenfassung der fonfumgenossenschaft. lichen Kräfte den genossenschaftlich organisierten Verbrauchern des Bezirks am besten gedient und wie dort die genossenschaftliche Gemeinwirtschaft am besten gefördert werden kann. Die Lösung dieser Fragen hat zu Berschmelzungen und Zusammen. schlüssen geführt, aus denen große Bezirkskonsumgenossenschaften entstanden sind, die unter rechter Leitung erfolgreiche Genossen schaftsarbeit zu leisten vermögen Kleinliche Bedenken und falsche K Meinungen von den Erfordernissen des Eigenlebens feiner und| Richtlinien, welche 75 Drudseiten umfaffen, erthalten eine fyftema leistungsschwacher Konsumvereine dürfen dort nicht walten, wo traft- tische Darstellung der Vorschriften der Goldbilanz- Verordnung vom volle Organisationen Größeres zu leisten vermögen. 28. Dezember 1923 und ihrer Durchführungsverordnung vom Ein bemerkenswertes Beispiel solchen einfichtsvollen Handelns 28. März 1924 mit zahlreichen Beispielen und dem amtlichen Tert fommt foeben aus Südwestdeutsch and, wo im Rheingau fcit längerer beider Berordnungen und der Verordnung über wertbeständige Zeit die Bereinheitlichung der konsumgenossenschaftlichen Bewegung Buchführung Die Richuinien, die im Verlag für Po'it und Wirt im Bezirk Biebrich Wiesbaden angestrebt wurde. Die dort schaft Blin, erschienen sind sind im Bureau der Handelskammer befindlichen Konsumgenossenschaften, der über 4000 Mitglieder zäh- zu Berlir Dorothecrstr. 8, Zimmer 7, zu beziehe.. lende Konsumverein Biebrich und der 1903 errichtete, weit über 20 000 Mitglieder zählende Konjumverein für Wiesbaden und Umgegend, arbeiten im gleichen Wirtschaftsgebiete, so daß die Voraussetzungen für die Verschmelzung gegeben waren. Diese ist nun von den Vertreterversammlungen beider Vereine einstimmig beschlossen worden, so daß ab 1. April d. I. der Verein Biebrich in den Verein Wiesbaden aufgegangen ist. Damit ist nun ein neuer Bezirkstonfumverein entstanden, der zu den größten Deutschlands zählt. Zur Aufstellung der Goldbilanzen. Im Auftrage der Handelsfammer zu Berlin sind ſceben Richtlinien für die Aufstellung der Goldbilanz von Dr. W. Feilchenfeld, volkswirtschofticher Sekre tär der Handelskammer zu Berlin, erschienen. Die ausführlichen umut Die Preise klettern wieder, und zwar in einem Tempo, das den bürgerlichen Markstabilisierungs- und Preisabbaupolitikern alle Ehre macht. Von einer soliden" Wirtschaft so nannte der Reichsfinanzminister den Erfolg seiner Finanzmaßnahme fann also faum noch die Rede sein. Eine Reihe von Preiserhöhungen aus der Rohstoffproduktion haben wir bereits verzeichnet. Die Textilund Lederpreise zeigen gleichfalls nach oben. Jegt wurden von den Beleuchtungsförper Fabrikanten die Preise ihrer in Eisen und Messing ausgeführten Waren um 10 Proz. heraufgesetzt. Natür. fich ist die„ Steigerung der Metallpreise und Löhne" daran schuld. Das ist die alte Formel, mit der man in der Inflationszeit jede Preissteigerung begründete. Man sieht: es geht nichts über die bewährten Grundsäge der Wirtschaftspolitik", zu denen man jetzt wieder zurückkehrt. Wo bleibt hier das Einschreiten der Regierung? o? OPP& JOSEPH Was Amt des Volt und deängelt so räuter- Franzbranntwein Ueberall erhältlich Zu den Bevorstehenden Reichstagswahlen haben wir zwei neue Serien farbiger effektvoller WAHLPLAKATE fer iggestellt. Da die gegnerischen Parteien mii diesen modernen Pros pagandamiffeln arbeiten, sind auch wir gezwungen, dasselbe zu tun. Wir haben drei Größen auf Lager: Serie 1, 34X43 cm, 6 6t, a 15 Pf. Serie 2, 46X59 cm, 5 St. a 18 Df. Serie 3, 64X96 cm, 3 St. a 22 Pf. Sämtliche Multet gegen Einsendung von DE, 2.50. Sviede. Meyer& Co. Lübecker Dolksbote Lübeck. nur wegen DOTA- Radio DOTA Radio Radic DOTA ORIENT CIGARETTE COMPANY Sziganenttu. • Olitzki Maertens 0 Gter- Angebote DamenKonfektion Sportjacken BUS gutem Strichcovertcost.. 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August 1919 die Reichs verfassung unterschrieb, die in dem Artikel 155 jedem Deutschen eine gesunde Wohnung und allen deutschen Familien eine ihren Bedürfnissen entsprechende Wohn- und Birt fchaftsheimstätte" zusichert, da war dieser Paragraph der Reichsverfassung wie viele andere noch nicht eitel Bapier; da gab es noch hoffnungen und Garantien; da konnte man noch von einer Reichswohnungspolitik zugunsten der breiten Boltsmaffen sprechen. Inzwischen hat sich die politische Lage start verschoben. Die wahren Bolfs freunde wurden aus der Reichsregierung herausgedrängt. Die Vertreter der oberen Rehntausend hielten ihren Einzug und hinfort bekam der Artikel 155 eine Nuganwendung nicht für das Bolt, sondern für die reichen Deutschen, non denen jeder seine neue Billa haben follte. So ungefähr wenigstens war der Gang der Entwicklung, als der Sozialdemokratie der entscheidende Einfluß auf die Reichs- und Landesparlamente genommen wurde. So wird sich die Entwicklung fort. fegen, wenn die Wähler am 4. Mat ihre falschen Freunde nicht ertennen und beseitigen. Die Lage für das Bolt ist ernit, bitter ernft. Und alle Hoffnungen der Wohnungslosen, der Mieter und Siedler müffen in fich aufammenbrechen, wenn das Boff fich nicht eine Bertretung wählt, die dem§ 155 der Reichsverfaffung Blut und Leben gibt. Wie liegen die Berhältnifie? Die Bohnungsnot hat sich nicht gemilbert, fondern verschärft. Die Nachfrage nach Bohnungen fteigerte fich in Berlin B. von 147 000 Gefuchen am 1. Januar 1922 auf 223 000 Befuche am 1. Januar 1924. Diesen Wohnungsgefuchen standen im Jahre 1922 noch 47 000, im Jahre 1923 aber nur noch 34 000 vermietbare Wohnungen gegenüber. Aber felbst von diefen 34 000 vermietbaren Wohnungen wurde nur ein fleiner Teil den dringlich Wohnungslosen zugewiefen. 4200 ohmungen wurden von den Hausbefikern und den neuen Haustäufern in Anspruch genommen. Mehr als 10 000 Wohnungen mußten den vertriebenen Reichs- und Auslandsdeutschen zugewiesen werden, und der große Reft des Angebotes wurbe ben bring. fich Bohmungslosen vor der Nate weggetauft, meg. getauscht ober burd bie verfchiedensten For men der Untervermietung an bie tapital. fräftigen Boltsfchichten entzogen. Die 233 000 Familien in Berlin und die 11 Millionen Familien im Deutschen Reiche werden noch jahrzehntelang Schlange stehen müffen, wenn die Wohnungspolitik nicht grundfäßlich geändert wird und die Versorgung der Wohnungsfofen nicht bei den Reichen, sondern bei ben wahrhaft minderBemittelten ihren Anfang nimmt. zu einer Jahresmiete von 1600 m., affo aur sierfachen Friedensmiete abgegeben werden. In der privattapitalisti fchen Wirtschaft ist es selbstverständlich, daß auch die Mieten der alten Wohnungen auf die vierfache Friedensmiete steigen müffen, wenn die neuen Wohnungen nur zu diesem Sah erbaut werben tönnen. Run stehen alle Länder, nachdem die Reichsregierung ihnen mit der III. Steuernotverordnung die Grundlagen hier zu geschaffen hat, im Begriff, eine Miets steuer zu er heben, von der Teile auch für den Wohnungsbau ver wandt werden follen. Die sozialdemokratische Partei hat diese Form der Mietssteuer abgelehnt und damit die Auflösung des Reichstages mit herbeigeführt. Nichtsdestoweniger wird die Mietssteuer Gefeß. Was verlangen wir? Bir verlangen, daß die öffentlichen Mitteln nur den Baugenoffenfchaften zugeführt und in einer Höhe und zu einem 3ins fuß zur Verfügung gestellt werden, die den Bau von Boltswohnungen erft möglich machen. Wir verlangen, daß die Wohnungspolitik der Länder nicht bel denjenigen Boltsschichten einfeßt, die das„ Schlange stehen" bei den Wohnungsämtern niemals fennengelernt haben, sondern bei denen, deren Arbeitskraft und Gefundheit durch eine menfchemumwürdige Wohnung unterhöhlt worden ist. Wir verlangen, daß die öffentlichen Mittel nicht den jenigen Bauluftigen gewährt werden, die meder Luft noch Reigung haben, einen Garten oder Ader zu bestellen und an der Beseitigung der Nahrungsmittelnot des deutschen Boltes nicht mitarbeiten wollen, fondern nur denjenigen, die bem deutschen Bolte durch ihre eigene Arbeit auch einen volts. wirtschaftlichen Dienst ermeisen, indem sie ihre freie Arbeits fraft dem Boden zur Erweiterung des Nahrungsmittelspielraumes zuführen. R 0 Sonnabend, 12. April 1924 Das Kapital: Neue Inflation? JUPO Wir verlangen, daß die öffentlichen Mittel nicht in die Spalten und Kluften des Eigennubes und des Buchers fließen, fondern von gemeinnügigen Baugenossenschaften in Wohnungen und Heimstätten umgewandelt werden. Wir verlangen schließlich, daß die magnetische Rraft ber öffentlichen Mittel nicht barauf ein gestellt wird, das Bautapital der begüterten Boltsklassen, bie fich auch ohne öffentliche Unterftügung helfen tönnen, was ich bin und was ich habe, dant ich Die, mein Vaterland! zu vermehren, sondern ausschließlich dazu verwandt wird, die Spartraft ber minderbemittelten Bolts. schichten zu verstärten, ihre Entbehrungsarbeit ab. aufürzen und einen sozialen Baumillen zu entfeffeln, der auch dem Umfange nach mehr Wohnungen und billigere Wohnungen erbauen wird als bie privatfapita. fiftische Richtung, die fidy nur auf den Bau von großen und teuren Wohnungen einstellt, an denen bei der kommenden Mietssteigerung eher ein leberfluß als ein Mange! vorhanden sein wird, weil die Mittel für diese Wohnungen auch von den Mittelschichten nicht aufgebracht werden tönnen. Kurz, wir verlangen eine Umfehrung der feit 1918 und 1919 umgekehrten Wohnungspolitit zurüd zur breiten Bafis und nicht zur Spise des Boltsförpers. Die Parteien und die Wohnungspolitik. Ber ändert diese Bolitit? Die Parteien der Schwer. industrie und des Grundbefizes? Die Barteien der Baufpetulanten und der Bodenwucherer? Die Barteien der äußersten Rechten und der äußersten Linken, die das Elend des deutschen Boltes nicht ansprechen, um es zu befeitigen, sondern verherrlichen, um es zu verewigen? Nein, eine Beseitigung der Wohnungsnot und des Wohnungselends ift mur von der Partei zu erwarten, bie feit Unterzeichnung der Reichsverfassung an der prattischen Löfung der Woh nungsfrage una blaßlich tätig gewefen ift, aber von allen anderen Parteien im Stich gelaffen wurde, wenn es fich darum handelte, den Mieterichut zu feftigen, die Reubautätigkeit zu fördern, Siedlungsland und Arbeitsgelegenheit bereitzustellen und die pri vat tapitaliſtiſche in eine gemeinwirtschaftliche Wohnungspolitit umzuwandeln. Eine wirklich tatkräftige Wohnungspolitik ist nur von der Partei zu erwarten, die fich ftüßen fann auf die Organisationen der werftätigen Arbeit, auf die Gemertschaften, und im engsten freundfchaftlichen Einvernehmen arbeitet mit ben Organisationen der Mieter, der Siedler und Baugenossenschaften. Die Wohnungslosen und heute schwerer denn je belasteten Mieter mögen fich nicht einbilden, og eine andere Partei als die Bereinigte Sozialbemotratifche Partei Deutfchlands gewillt und in der Lage ist, eine ehrliche Wählt sozialdemokratisch! " Mohnungslose foffung jedem Deutschen eine gefunde Wohnung" und allen Mieter Siedler! Wenn die Ber. deutschen Familien eine ihren Bedürfnissen entsprechende Wohn- und Wirtschaftsheimstätte zusichert, dann ist es nicht Schulb der sozialdemokratischen Partei, wenn der Artikel 155 ber beutschen Reichsverfassung noch nicht eingelöst worden ist. Eure Stimmen waren es, die der sozialdemokratischen Bariei fehlten, als fie gegen das Vorrecht der Befizenden tämpfte und die Wohnungstolen, die Mieter und Siedler von der bürgerlichen Bolitik ber Wohltätigkeit und der Almofen befreien wollte. Jahre auf eine Wohnung warten müßt. Eure Schulb ist es, menn Ihr hinfort noch zwanzig Preissteigerungen als Symptom. Die Preise für Textilwaren, für Leber, für andere Industriewaren zeigen ft eigende Tendenz- Die hete Preissteigerung ist ein bedenkliches Symptom neuer Inflation. Die Regierung hat diese Preissteigerung durch ihre flechte Finanzpolitit mitverschuldet. Wenn sich die Miet fteuer erst auswirkt, wird die Preissteigerung noch schärfer werden. Die Regierung fieht der neuen Preissteigerung fatentos 3. Sie veranstaltet Untersuchungen und läßt Rundfragen halten. Abhilfe fann fle nicht schaffen. Abhilfe fann nur geschaffen werden durch eine gefunde Finanz- und Wirtschaftspolitik. Darüber haben die Wähler am 4. Mai zu entscheiden. Wer die Dinge treiben laffen will, bis wir in eine neue verderbliche Jaflationsperiode geraten, ber braucht feine Stimme nur einer der Regierungsparteien oder einer der Rechtspartelen zu geben. Wer aber die Leiden einer neuen Juflationsperiode vermeiden will, der stimmt für die Bereinigte Sozialdemokratische Partet. Vorkämpferin des Mittelstandes? brei oder vierfache Friedensmiete zu zahlen habt. Eure Schuld ift es, wenn Ihr im Jahre 1925 die amei-, Die Deutsche Boltspartei hat im Wahlkreis Halle. Eure Schuld ist es, wenn auf deutschem Boden Brach Merseburg einen Führer der gewerblichen Mittelstandsbewegung auff land, aber fein Siedlungsland bereitsteht. geradlinige und auf die Intereffen der minderbemittelten tungen in Erfüllung gehen, dann schließt Euch dem Kreuz des Mittelstandes". Dabei faßt die Deutsche Bollspartel mehr als Wollt Ihr, daß Eure Hoffnungen, Wünsche und Ermar- thre Bahiliften gefeht. Diese Tatsache genügt, um ber Zeit" Aniafs zu geben zu dem Rufe:„ Die Deutsche Bollspartei als Borfämpferin Boltsflaffen eingestellte Bohrungspolitik zu betreiben. Rechts ron der Sozialdemokratie stehen bie ausgesprochenen Freunde 3ug an, den die sozialbemokratische Bartel gegen Wobjebe andere bürgerliche Partei die Kräfte zusammen, die den deuts der freien Wirtschaft, die Freunde der Miets erhöhung, der Bau- und Bodenipetulanten, die Unterzeichner wucher aufgenommen hat. Der 4. Mat ist Cuer Schid en Rittelfand in der Inflationsperiode ereignet und gerieben des Grundfages: wer da hat, dem wird gegeben, wer aber nicht hat, dem wird genommen. Und links von der Sozialdemokratie stehen die blutigen Theoretiker, bie wirt schaftspolitischen Kinder, die die werftätige Arbett der eigenen Bolfsgenossen wie einen Sanbhaufen behandeln, aus dem man beliebig oft Burgen aufbauen und zerstören tönne. falstag! Bodens Dr.- Ing. Martin Bagner. Seht die Wählerlisten ein! Klagen über ungenügende Bekanntmachung. Die mangelhafte Bekanntgabe der Auslegungsorte der Stimm. liften hat zu schweren Unzuträglichkeiten geführt. An den Dienst gebäuden der Bezirksämter, in den Vororten in den Rathäusern werben die Auslegungsorte durch Anschlag befannigegeben. Es find oft zwei Gänge nötig, um die Stimmlifte einzusehen. Die Stimm haben. Bei den Wahlen im Jahre 1920 veröffentlichte Die Demjaje Boltspartel ein Wahlplafat, auf dem eine rote Fauft einen Bra feffor im Laboratoriumsfittel erwürgt. Dec geistige Mittel. stand ist seit 1920 in der Lat etrolirgt worden. Die Beldentwer tung hat the furchtbare Bunden geschlagen, hat ihn enteignet, hat ihm die Eriftensgrundlage für große geistige Leistung geraubt. Grund baffir: bie Steuerfabotage des Großbefizes, die Zerstörung der Wäh rung durch die Schwerindustrie. Die Boltspartel hat im Barlament blese Sabotage aftis betrieben. Sie war die Bartei der Schwer. industrie. Unb ber gemerktide ittelstand? Der gewaltige Konzentrationsprozeß der großen Industrie zerreißt ihn. Wer hat Die Wohnungslosen, die Siedler und Baugenossenschaften haben heute und in Bufunft realere Intereffen zu vertreten. Nicht nur Wohnungselend, nicht nur Mietssteigerung, nicht nur Arbeitslosigkeit bedrängen bie breiten Maffen des deutschen Volkes. Wie bei dem Problem des Achtstundentages ftehen wir auch in der Wohnungspolitif vor einem grundlifben felbft weisen viele Fehler auf. fäßlimen Benbepuntt der wirtschaftlichen Entwid Es muß gefordert werden, daß bie Auslegungsfrist verbiesen Konzentrationsprozeß gefördert durch die steuerliche BeginLung. Ein Lebergewicht von wenigen Stimmen nach rechtsfängert wird, unb baß die Auslegungsorte noch einmal burch fligung der Rongerne? Die Deutsche Bolkspartel. und links: und das Said fal der Wohnungslofen, allgemeinen Säulenanschlag bekanntgegeben werden. Diese Bartel geht allerdings bem Mittelstande voran#f der Miefer und Siebler ist auf Jahrzehnte Jeber Bähler aber fümmere fich darum, ob er in die Stimmlifte bem Wege zum Grabe. befiegelt! Der§ 155 ber Reichsverfassung wird bann eingetragen ist. Davon hängt das Wahlrecht ah! hinfort mir eine Erinnerung fein an eine Beit, bie bas deutsche Boll auf der Höhe seiner sozialen Einsicht und feiner foxialen Tat fah. Die Gefahr, die den Mietern droht, steht heute schon flar Dor uns: die halben Friedensmieten find bereits erreicht. Sie werden sich und müssen sich auf 100 und 200 und 300 Prozent steigern, wenn die Barteien der freien Wirtschaft" die unbeschränkte Macht in die Hand nehmen. Sehen bie Mieter bas nicht? Eine Kleinwohnung, die im Frie den 400 Goldmart Jahresmiete foftete, tann, in freler Wirt fchaft erbaut, bei dem teuren Binsfuß für Hypothetenfapital, mit dem wir noch auf Jahre hinaus zu redmen haben, mur Für den neuen Reichstag. Generale und Admirale. Großadmiral v. Tirpit hat die ihm angebotene Reichstags. Großadmiral v. Tirpit hat die ihm angebotene Reichstags fanbibatur der Deutschnationalen Boltspartei für ben Bahlkreis Oberbayern- Schwaben angenommen. Tirpib foll die Deutsch nationalen retten, wenn Bubendorff ihnen in Bayern bie Stim men abtreibt! Der neue Reichstag droht ein merkwürbiges Baría ment zu werden: Ludendorff lichen faiserlichen Regimes tauchen in ihm auf. Bringen fie die poli Tirpig! Die Männer bes verberb. Hifchen Methoden aus d'eser Zeit mit, dann dürfte der nene Reichstag baie mehr ein Narrenhaus als sin Bartament fein. 421 Wo ist positive Leistung? Die Deutsch nationalen haben durch ihre reine gi tationspolitit in ben vergangenen vier Jahren den völkischen Heren fabbath heraufbeschworen. Nun brohen ihnen die Bölkischen über den Kopf zu wachsen. Die Bahl in Bayern hat sie eridyredt. Ste ziehen nun gegen die Bälfifchen vom Leber. Die hamburger Nachrichten, die beutfcnationale Zeitung im Norden, schreibt gegen die Bölkischen: Benn jetzt eine Bartei oder Bewegung wieder die Wähler. maffen an fich zieht und hernach dem Bolt wieder Steine statt Brot bietet, Dam handelt fie uns erantwortlig frivol. homes i fe mit beller als bie argiften, gegen bie fich ist bes Seht die Wählerlisten ein! Bahlkempf allein und mit aller Wucht richten muß und auch richtet. Am Ende dieses Wahlkampfes muß energische, pofitive nationale Arbeit stehen. Darum ergeht herstellen, haffen wollt!" Die ernfte Frage an die Deutschvolfische Freiheitspartei: as wollt ihr, was habt ihr Pofitives zu bieten? Richt, was ihr verunglimpfend und zersprengend niederschlagen wollt, interessiert das deutsche Boil, sondern was ihr bessern, Wer jo fragt, nus eigene positive Leistungen und eigene positive Biele aufzuweifen haben. Die Deutschnationalen aber haben in den pergangenen vier Jahren nichts Bofitives geleistet, fie haten nur sabotiert. Sie haben die Reichsfinanzen fabotiert, fie haben die Arbeit an der Befreiung Deutschlands und eine verünftige Außenpolitik fabotiert, fie haben jebe Arbeit an der Festi gung der Grundlagen des neuen beutschen Staates fabotiert. Thre Etellung im Parlament war bie Stellung einer bedenkenlosen Oppofition, die ihr Agitationsbedürfnis über jede nationale Notwendigkeit stellte. Was wollen sie in Zukunft Bofitives? Wo ist ihr pofitives außenpolitisches Programm? Die Sünden, die die Deutschnationalen den Bölkischen vorhalten, find die Frucht ihrer eigenen. Ele find um nichts beffer als die Bölkischen. Kommunistische Gefahren. Berner Scholem ift fegt das große Licht, das die deutsche Kommunistische Bartel erleuchtet. In dem Blättchen„ Der Funte", das die Berliner Bezirksleitung der NBD. für die Erleuchtung ihrer Bartelfunktionäre herausgibt, beschäftigt er sich mit den Gefahren, die der neuen Barteileitung der Kommunisten drohen. Nach jahre fangem Gefcheei über den Berrat der Führer( wohlgemerkt der Führer der KPD. D. Reb.) haben sich Leute vom geistigen Riefenformat eines Berner Scholem zur Leitung der Kommunistischen Bartei aufgefchwungen. Brandler bezeichnete fie mit Dürren Worten als das, was sie find, als noch etwas grüne Novemberfozialisten". Jetzt gilt es für Werner und feinesgleichen zu zeigen, daß man nicht mur Führergarnituren abfägen" fann, sondern daß man auch versteht, etwas zu leisten. Er ist flug genug, beswegen vorsichtig von Anfang an auf die Schwierigkeiten aufmerksam zu machen, die selbst den größten heroen ber neuen linken Führung in der PD. bevorstehen: „ Eine politische Gefahr. Regt in gewiffen Illufionen solcher Genossen, die von einer linken Parteiführung erwarten, daß fie in wenigen Wochen die Welt aus den Angeln heben wird." Das tann Wernerchen natürlich nicht. Und weil er es nicht fenn, deswegen stellt er beschwörend feft: Faft der gesamte Parteiapparet ist heute in den Händen Do Genoffen, die nicht auf dem Boden der Linken stehen. Es müssen neue Kräfte aus der Masse heraus entwickelt merben.... Der alte Apparat muß umgestellt werden ( also Massenrauswurf aller noch halbwegs Intelligenten. D. Red.)." Ein Blick in die Rote Fahne" genügt, um zu sehen, daß der Maffenrauswurf schon ziemlich große Dimensionen angenommen haben muß. Denn noch nie ist dies revolutionäre Blatt so geistlos redigert worden wie jetzt, feitdem die„ Linten" das Heit in der Hand haben. Um schönsten aber charakterisiert Scholem den Geist, den die femmunistische Berhebung in den eigenen Reiben erzeugt hat, wenn er fortfährt: " Die größte Gefahr ist die, als Führung die Fühlung mit den Massen der Mitgliedschaft zu verlieren, oben einfam auf dem Bonzenthron zu hoden, während unten die Mitgliedschaft mit Mißtrauen, Haß und schließlich voll Erbitterung der Politik und auch den Personen der Führung gegenübersteht.. Auch in Berlin ist jetzt manches faul. Im Reiche sieht es auf Siefem Gebiete noch viel trüber aus. Die unglückselige Brandler- Politi? im Berein mit der vollendeten Unfähigkeit mancher Bezirksleitungen in der Behandlung ihrer Mitgliedschaften hat es dahin gebracht, daß draußen im Reich die Antibongen. stimmung einen geradezu gefährlichen Grad erreicht hat. Eine oft Doll tommen unfähige Partei bureautratie hat gegen sich einen solchen, Haß erzeugt, daß jede neue Führung es furchttar schwer haben wird bei diesen verbitterten Arbeitern Bertrauen zu gewinnen." Auch Werner Scholem wird es noch erleben, daß er, wenn auch nicht als hilfloser Greis, so doch als hilfloser Jüngling, einsam auf dem Bonzenthrone fizen und von der Empörung der revolutionären Massen weggefegt werden wird. Die Saat, die er und feinesgleiche jahrelang gefät, wird auch gegen ihn aufgehen. Warum müssen die Frauen wählen? Zehn Antworten auf eine Frage. Bon August Bebel. 1. Weil, wie Mann und Frau erst den ganzen Menschen bilden, die menschliche Gesellschaft und ihr politischer Oberbau, der Staat, ohne die Frauen unmöglich ist. 2. Weil es eine schreiende ungerechtigkeit, ja ein Unding ist, die Frauen von den politischen Rechten und Freiheiten, die die Männer. welt befigt, mur aus dem Grunde auszuschließen, daß der Zufall der Geburt sie Frauen werden ließ. 3. Weil die Frauen für die Fortpflanzung des Geschlechts und feine Erziehung ebenso notwendig sind wie die Männer, und weil die Dienste, die die Frau als Arbeiterin, Erwerberin, Erhalterin, Hausfrau oder Mutter der Gesellschaft und dem Staate leistet, an Wert und Wichtigkeit nicht hinter den Diensten zurückstehen, die die Männer gegen die Gesellschaft und den Staat zu erfüllen haben. 4. Weil die Frauen als Arbeiterinnen und Erwerberinnen und derer, die das sind, werden täglich mehr ebenso gegen den Staat und das Gemeinwesen finanzielle Pflichten zu erfüllen haben, wie der Mann in gleicher Stellung. 5. Weil die Frauen als Arbeiterin, Erwerberin, Erhalterin, Hausfrau oder Mutter an der Bernünftigkeit. Zweckmäßigkeit und Gerechtigkeit der öffentlichen Einrichtungen Erziehungswesen, Steuermejen, Rechtspflege, öffentliche Berwaltung, Waisen- und Armenpflege, Sozialgefeßgebung, militärische Einrichtungen, friedliche oder friegerische Bolitit usw., mit einem Borte am Kulturfortschritt auf allen Gebieten genau fo intereffiert, ist wie der Mann. Berlegerin bestehender Geseze ohne Rücksicht auf ihr Geschlecht gleich 6. Meil die Bestimmung, daß die Frau als lebertreterin und dem Manne zur Berantwortung gezogen wird, es gerechterweise bedingt, daß die Frau auch an den gesetzlichen Einrichtungen der Ge sellschaft gleich dem Manne mitwirfen muß. 7. Weil meder in der Natur und dem Geschlechtsleben der Frau, noch in ihren physischen und geistigen Eigenschaften, noch in den Triebe nach Vervollkommnung thres Befens irgendein Grund zu finden ist, der der Männerwelt erlaubt, fie als einen Menschen weiter Maffe zu behandeln, und dem Manne, der doch auch nur dem Zufall der Geburt verdankt, Mann geworden zu sein, ein Recht Derleiht, sich zu ihrem Herrn oder Bormund aufzuwerfen. 8. Weil der Fortschritt und die gesamte Entwicklung der Mensch heit zu immer höherer Bervollkommnung aller ihrer öffentlichen und sozialen Einrichtungen erfordert, daß das große Maß von Kräften und Fähigkeiten aller Art, das in bem weiblichen Geschlecht vorhanden ist, nicht minder zum allgemeinen Besten angewendet unb ausgenutzt wird, wie die gleichen Eigenschaften bei den Männern. 9. Weil ohne vollständige Gleichberechtigung der Geschlechter eine harmonische Entwicklung der Menschheit und ein harmonisches Ge fellschaftsleben unmöglich ist. 10. Weil die Frau das allgemeine Stimmrecht erwerben muß, um fich nicht bloß als wirtschaftlich Unterdrückte und Ausgebeutete zu befreien, sondern weil sie auch als Geschlechtswesen die volle Gleichheit erringen muß. Für sie hat also der Rampf um die po litische Gleichheit ein doppeltes Ziel, an dem alle Frauen, ohne Unterschied ihrer Stellung, interessiert sind. Kandidaturen. Der jetzt vorliegende Bahlvorschlag der Deutschen Bolfspartei für den 30. Wahlkreis( Chemniz, 3widau, Blauen) enthält als Spitzenkandidaten: Willi Brüninghaus Ronteradmiral a. D., Berlin. Die Deutsche Boltspartei des Wahltreises Köln- Machen stellte an die Spize ihrer Bewerberlifte für die Reichstagswahlen: 1. Uni versitätsprofessor Dr. Moldenhauer Röin, 2. Geschäftsführer Dr. Regh Köln, 3. Schulrat Rolte. Aachen. Emil Paffke ( 1. Vorsitzender des Vereins Berliner Ketten- Raucher) spricht: ABEIER Ja, warum gerade TELEPATH werden Sie fragen. Vielleicht, weil sie 2 Pf. kostet? Nee, meine Herren, da kennen Sie Emil Paffke schlecht. Ich rauche sie aus drei Gründen: Erstens, weil sie weder ausgezeichnet, noch unübertrefflich oder sonstwie ganz großartig, sondern gut ist, meine Herren, gut, Sie wissen schon, was ich unter gut bei einer Zigarette verstehe. Zweitens........ ( Fortsetzung folg Bist du Raucher? Rauch Asory! Oster- Reklame- Verkauf Wäsche Trikotagen Herrenhosen be aus bester Pflanzen. 275 Untertaillen Achelbandera. Schoß Renforce, Stickere 135 ser Achselbänder u. Schoß Damenhemden Benforcé, m.brefter 195 Stickerei Renforcé, PassenStick- Garnitur Renforcé, Bamenemden for 345 Morgenjacken sparter Ausführung 465 Bam.- Nachthemden Benforcé und elg.Hohleaum Korsette 495 Gürtel mit& Strumpfhalters, beste 175 Hüfthalter Ia Drell, weiß, roas, hall- 295 beige, Drell, m. Languette 360 Holthalter and Halter Gummiansats makoartig, weiß Herrenhemden balibares Gewebe 2 Einsatzbenden Trikot, mit 325 elegant. 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Die Bezirksführer werden ersucht, bic ,, Borwärts"-Exemplare vom Genossen Samburg, Schloßstr. 103, abzuholen. Desgleichen die Bla fate aur öffentlichen Versammlung. 112. Abt. Rahnsdorf- Wilhelmshagen- Heffenwinkel. 8 Uhr Berfammlung bei Lebigti. Morgen, Sonntag, den 13. April: 86. Abt. Mariendorf. Borm. 8% Uhr Flugblattverbreitung: 1. Bezirk bei Neumeier, Kaiferstr. 140, 2. Begirt bei Lindisch, Rönigstraße, 3., 4., 5. und 6. Bezirk bei Niendorf, Chauffeestraße, 7. Bezirk bei Röpfe, Bergstraße, 8., 3., 10. Beşir bet Finbelfen, Friebenstraße. Die leren tegen im Polizeidienstgebäude, Rimme 11, aus und müffen eingesehen merden. 128. bis 130. Abt. Pankow. Die Genossen( und Junggenoffen), die fich am Sonntag an der Landagitation beteiligen, treffen sich früh 7 Uhr zur Ab. fahrt nach Rosenthal am Rathaus Bankow. Abfahrt des Suges von Rofenthal 8 Uhr. Jungfozialisten Gruppe Baukow. Beteiligung an der Bandagitation. Die Genoffen wenden sich zweds näherer Aufklärung am Sonnabend an den Ge noffen Karl Völkel, Berlin- Pankow, Marimilianftr. 44a. Jugendveranstaltungen. Morgen, Sonntag, den 13. April: Friedenau: Besuch des Märkischen Museums. Treffpunkt 9 Uhr Bahnho Friedenau- Bilmersdorf. Karlshorst: Besuch der Urcnia. Treffpunkt 8 Uhr nachm. Bahnhof Karlshorst. Lichterfelbe, Steglig I unb II: Werbeabend abends 7 Uhr im Jugendheim, Lichterfelbe, Albredtftr. 14a, großer Goal. Abteilung Marienborf: Abends 7 Uhr in der Schulaula, Alte Schule, Dorf. ftraße, Schulentlaffungsfeier mit besonderem Programm. Abteilung Prenzlauer Borstadt und Senefelber- Biertel: Abends 17 Uhr in der Aula des Enzeums, Greifswalder Str. 24/25, Eltern- und Werbeabenb. Programm: Chor Mufit- Ansprache Rezitationen Lieder zur Laute. Untoftenbeitrag 40 Bj. Abteilung Rosenthaler Borstadt: Abends 7 Uhr in der Schulaula, Wein Werbebezirk Kreuzberg: Abends 17 Uhr im großen Gaal bes Gewerkschaftshauses, Engelufer 25, Frühlingsfeier. Brogramm: Gefang Regitationen Ansprache Prolog Streichquartett Lieder zur Laute Feltspiel. Ein lag 6 Uhr. Untoftenbeitrag 30 Pf. Das Jugendheim Lindenstraße bleibt am Sonntag geschloffen! Werbewoche der Sozialistischen Arbeiterjugend Gr.- Berlin meifterfte. 15, Frühlingsfeier. Heute, Sonnabend, den 12. April: Abteilung Rordoft 1: Abends 7 Uhr in der Schulaula, Georgenkirchstr. 2, Begrüßungsfeier für Schulentlassene. Programm: Mufit Gefang Rezitationen Ansprache Lieder zur Laute Sprechchor: Tag des Proletariats" von Ernst Toller. Werbebezirk Webbing und Reinidenbort. Abends 7 Uhr in der Schulaula, R., Grünthaler Str. 5, Filmabend: Ich fahr' in die Belt" Bolfstänze Gefang Jugendspiel. Edulentlaffene frei! Untoftenbeitrag 40 Pf. Montag, den 14. April, abends 7 Uhr: Achtung, Mädchen! Im Jugendheim, Lindenstr. 3, puflich 7 Uhr, Mädchen- Konferenz mit Borttag: Die Frau und die Literatur." Alle Mädchen müssen erscheinen! 4 Pfa חון ERICH LDKE Taubenstr. 48.49 besten Erzeugnissen Zigaretten Ligarette der rt mit zu de deutschen Eine Konsum 2. gleichbleib im Theater] Theater, Lichtspiele usw. URANIA Große Volksoper des Westens 7: Volksbübne Staats- Theater König Hunger Uhr zum 1. Male: Lessing- Th. Opernhaus Tote Stadt Opernhaus am Königsplatz 71/2 Allabendl 8: Uhr Barbier Kolportage von Sevilla Schauspielhaus Deut. Künstler- Th. 7 Uhr: Candida Allabend! 8; Schiller Theater Eine flor. Tragödie 7: Stiftungsfest Varieté Eine musikal. Kur Deutsch. Theater 7 Uhr: Zum 1. Male Die Jadin Stabilas Cafe von Toledo elka Kammerspiele 8 Uhr. Friedrichstr. 60 Ecke Leipziger Str. Vom andern Ufer Varieté/ Kabarett 4 u. 78% Uhr Gr. Schauspielhaus Das neue gr. Progr. 7.Uhr: Boccaccio Theater 1. d. KöniggrätzerStr. 8 Uhr Wenn der neue Wein blüht Komödienhaus 8U. Zwei um eine Berliner Theater 7.30 U. Das Weib im Purpur Theater am Nollendorfplatz 7.30: Die der Ereignisse SCALA raguch 8 Uhr SchattenWander und AuslandSensationen Internation. Varieté Sonntag 3.30 zu halb Preisen das Perlen d. Cleopatra volle Programm Im Theater: Am 11, 12. Apríl( 5, 771, Uhr: Die Fledermaus und 9 Uhr). am 13. April, 9 Unr. Mit der Hapag nach New York Vortrag: Dr. W. Ehlers, Hamburg Neuest. Film d. Hamb.- Amerika- Linie Urania Kasse 10-1 Uhr, ab 4 Uhr Vorverkauf: A. K. Urania- Kasse 10-1 Uhr, ab 4 Uhr Rennen zu Strausbery 2 Täglich Tag Kammer- 6per Lützow 8 Uhr: Regie: Dr. Georg DroescherCircus TARASELLI str. 112 Hermannplatz Eingang Mas. Leit.: Dr. Ludwig Mis. Täglich wechselnder Spielplan! Urbanstraße Th. im Admiralspalast Friedr.- Wilhelmst. Th. Sonnt. 4 Uhr nach Tägl. 8 Uhr abends Allabendlich 7, U Untergr. Stettin.Bhf mittags u 8 U. abds. Drunter u drüber Heute 8 Uhr Kinder nachm. Jägerstr.63 Die Weltsensation: Der große halbe Preise! D. Wund. d. Schatten Lustspiel Erfolg Stg 3, U. b. kl. Pr. Junggesellen- Reichshallen- Theater Bin Walzertraum dämmerung Täglich& Uhr, 4 Deutsch.Opernhaus Schw v. Impekoven 7% Zigeunerbaron Botel, Heyer, Wald, Sonnabend, 12. April, nachmittags 3 Uhr Mard- Luder Sold Casino- Theater Zoo Fahrplan der Sonderzüge: Charlottbg.. ab 12 10 144 Friedrichstr. Alexanderpl. 99 1248 113 10 104 201 9 110 100 207 116 99 213 Schles. Bhi.. Strausberg an 201 221 258 Amtliche Wettannahme des Union- Klubs Berlin NW. 7, Schadowstraße 8. Annahme von Wetten für alle Beriner Rennen in der Zentrale, Schadowstr. 8, in ai en Filialen und bei den größeren Renn- Vereinen im Reiche. Auszahlung der vollen Totallsatorquoten ohne jeden Abzug. Schriftliche Aufträge und Aufträge auf Konto- Elnrichtung sind nur an cle Zentrale zu richten KOMISCHE OPER Direktion: James Klein Dienstag, den 15. April 1924: 7 Uhr !! 7 Uhr Uraufführung!! Die tanzende Prinzessin Operette in 3 Akten v. R chard Keẞler Gesan stexte v. Willi Kollo Musik von Walter Kollo Inszenierung: Herm. Feiner/ Tänze: Armin Seffers Musik. Leitung: Artur Guttmann Hauptdarsteller: Grete Freund/ Paul Heldem nn Dora Hrach/ Sieg ried Arno Ernst Behmer/ Wilh. Chandon Erich Poremski Der Vorverkau an den bekannten Stellen hat begonnen. Die Theaterkasse st ununterbrochen geöffnet. Alte Jakob straße 30-32 Donb. 2047 Central- Theater Sonnabend. 12. April 7 Uhr Direktion Carl Heinz Wolff. Premiere Mahe Spittalmarkt Donk. 2048 Sonnabend, 12. April 7 Uhr Onkel Nastopschil Musikalisches Volksstück in 3 Akten von C. H. Wolff und Theo Haiton Musik von Rudolf Jonas mit Anton Herrnfeld als Gast Geser, Kandi, Nitsch Intimes Theater Lothringer Str. 37. Tagi. 8 Uhr Sonnt. nachm. 3 Uhr Stettiner Sänger Trotz d. gr. Erfolges Komponisten im Olymp 8: Crêpe Georgette nur noch b. 17. April Dönhoff- Brettl usw. Lustspielhaus Die Mall vom Steinhof Oster- Sonnabend zum 1.Male: Tägl. 7 Uhr: Pummels Martha Der scharfe Lowe Berl. Volksstück in 4 Aufzügen Burlesker Schwank in 3 Akten von Heinz Ullstein Theater a. Kottbus. Tor mit Wilhel mBendow Hedda Neuhoff Leo Peukert Metropol- Theater 734 Uhr: Karneval der Liebe von Walt. Bromme Neues Theat. a. Zoo 71 Uhr: LILLY FLOHR in Dr Kottbuser Str.6 Heute 8 Uhr u Sonntags nachmittags 3 U.: EliteSänger In neuer Besetzung Dazu: Gastspiel Anfang 8 Uhr Jeden 1. u. 16. neues Programm! WINTO BRIEN Varieté- Spielplan auchen gestattet! Asthma wirkiame Hilfe durch Jleichels echte Asthmatropfen. Berühmt durch thre Birtung. M. 2.50. n Drog.u. Apoth. erolil. Meine Tochter Otto Alex Stamer nur mit Firma Theater.d.Rommandantenstr U. Das Radiomadel Kurt Vespermann Edith Karin Wallner- Theater SU.: Mad. Pharao Ermäßigte Preise! KleinesTheater Tägl. Uhr: Die Gegenkandidaten Komödiev L. Fulda Trianon- Theater Tägi, 8 Uhr Die nackte Tänzerin Lustsp v. K. Lothar Residenz- Th. Sommerspielzeit Künstl.Leitg.: Erwin Beiger u Emil Lind Tägl. 8 hr Hinkemann Tragödie in 3 Akten von Ernst Toller. Rose- Theater 5% U.: Der gestel. Kater 73 Unt. 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Lebensjahre Er war eine offene, gerade, zuweilen auch rauhe Natur, senos aber erade dieser Eigenschaften wegen bei allen seinen Mitarbeitern die größte Hochachtung. Ein ehrendes Andenken werden ihm bewahren 3714b Die Kollegen der Norddeutschen Buchdruckerel. Die Einäscherung findet heute. Sonnabend, nachm. 5 Uhr, im renatorium Gerichtstrate stat Allen Freunden und Bekannten& r Nachricht, daß mein lieber Mann und herzensguter Bater, mein Sohn, der Arbeiter Gerhard Keienburg plöglich und unerwartet gestorben ist Die trauernde Gattin und Sohn. Die Beerdigung finder heute nach mittag 3 Uhr von der Halle des EmmausKirchhofes, Hermannftrake. aus Itatt. Berein der Berliner Buchdruder und Schriftgießer Montag, 14. April, nachm. 5½ Uhr: Generalversammlung im Gewerkschaftshaus( Saal 4). Tagesordnung: Stellungnahme zu dem Ergebnis der Cohnverhandlungen. 8u dieser Bersammlung haben mur Zutritt die Delegierten der Bezirte und Der Betriebe(§ 4 des Bereinsstatuts). Ohne Ausweis tein Einlaß. Der Gauvorstand. 2Mark m wöchentl. Teilzahlung liefere Eleg. Herren- Garderobe fertig und nach Maß Garantie for tadellosen Sitza. Verarbeitung Maßschneideral J. Kurzberg Oranienstraße 160, 1. rfolg aben Inserate Vorwärts C Spittelmarkt Ecke Wallstraße Alexanderplatz nane Aschinger Königstr. 55 gegenüber Rathaus W Friedrich- Str. 193 a Ecke Leipziger Str. Leipziger Str. 113 Ecke Mauer- Str Linkstr.1 Ecke Potsd. St. N Schönhauser Allee 81 am Bnt. Nordring Friedrich- Str. 106 Ecke Ziegel- Str. Invaliden- Str. 164 Ecke Brunnen- Str Invaliden- Str. 117 am Stettiner Bahnhot Chaussee- Str. 72 nahe Müllerstr. O Frankfurter Alles 14 Vorteilhafte Augengläser sind nicht solche, die nur wenig foften, sondern solche, bie obenbiein viel leiften! 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