Abendausgabe Nr. 176 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 88 Bezugsbedingungen und Anzeigenprete find in ber Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Döuhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Sonnabend 12. April 1924 Berlag und Angetgenabteilung Geschäftszett 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin S. 68, Cindenfiraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Wahlfieg in Dänemark. Auch in Finnland Fortschritte der sozialdemokratischen Partei. openhagen, 12. April( Eigener Drahtbericht.) Die nun und den arbeiterparteilichen Abgeordneten hat sich nur um zwei vorliegenden Ergebnisse der Reichstagswahlen bestätigen, daß die Mantate ugunsten der ersteren verschoben. 122( bisher 120) bürgerSozialdemokratie einen glänzenden Sieg errungen hat. Sie hat lichen Reichstagsabgeordneten stehen 78( 80) Mitglieder der beiden insgesamt flatt der bisherigen 48 55 Maudate erhalten und damit Arbeiterparteien gegenüber. Dagegen hat sich das Verhältnis zwischen einen Gewinn von 7 mandaten davongetragen. Auch die Sozialdemetzat: n und Kommuniffen in bemerkenswerter Weije verRadikalen haben ihren Befihstand von 13 auf 20 Mandate g fleigert, fchoten. Die Zahl der tommunistischen Abgeordneten ist von so daß die beiden Cintsparteien zusammen eine absolute 27 auf 18 jurädgegangen, ajo um nicht meniger als%. Mehrheit im neuen Reichstag erlangt haben. Berloren hat Die sozialdemokratischen Mandate stiegen von 53 auf die linkstonservative Bauernpartei, deren Mandaiszahl von 52 auf 60. Bon ten bürge: lichen Paricien hat die Schwedische Volkspartei 44 zurüdgegangen ist, während die mit the foalierte fonfernalee 24( bisher 25), die tonservativ- finrische Sammlungspartel 37( bisher Partel flatt 27 Mandate 28 erlangt hat. Durch diesen Wahlaus- 35), die radical- finnische Fortschrittspartei 17( bisher 15) und die gang ist die bisherige Regierungsmehrheit 3u- ftart nationalist dhe tabitale Aleinbauerapartei 44( bisher 45) Manjammengebrochen und eine feste Lintsmehrheit im Reichstag date erhalten. Die fefle Mehrhelt für eine parlamentacijoje Regierung enfflanden. Es wird erwartet, daß nun die Sozialdemotra. fehlt auch weiterhin. Es iff anzunehmen, daß die gegenwärtige Beten mit unerfügung der bürgerlichen Raditalen unter dem Bor- amtenregierung noch mindestens den Sommer über im Amte bleiben fig des Genoffen Stauning das neue kabinett bilden. Bon Interesse ist, daß in dem früheren deutsch- Schleswigschen Cebiet die Sozialdemokratie große Erfolge gehabt und statt eines Mandats zwei erobert hat. Wir begrüßen den Wahlsieg unserer dänischen Genossen mit größter Genugtuung. In hartem Ringen ist es ihnen gelungen, die bisherige Rechtstoalition zu zerbrechen. Da die Sozialdemokraten felbst über die absolute Mehr beit noch nicht verfügen, werden sie bei der Uebernahme der Regierung auf die Unterstützung der bürgerlichen Radikalen angem'efen fein. Wie weit fie bierbei Bewegungsfreiheit beben werden, muß abgewartet werden. Jedenfalls muß biefe En'wicklung, die außerordentliche Aehnlichkeit mit der eng lichen aufweift, von der gesamten Internationale begrüßt werden, da sie als ein Snmptom des wiederbeginnenden Aufschwungs der Arbeiterbewegung und der Zuraddrängung der Reaktion gewertet werden kann. An der deutschen Arbeitertlaffe liegt es nun, bei den bevorstehen ben Reichstagswahlen dem Beispiele des bri'ischen und däni Then Broletariats zu folgen und die immer freher werdende Beattion in bie Ghranten zu weisen. ** Stocholm, 12. April.( T.) Die finalschen Reichs.ags wahlen haben teine große Aenderung in der Zusammensehung des Tamen es gebracht. Das Verhältnis zwischen den bürgerlichen Die Stellung der Rerierung. Entscheidung erst am Montag. Der Beschluß der Reparationstommission, der die Reichsreg'erung auffordert, zum 17. April Bertreter nach Baris zu fenten oder fich frilih harüber zu äubern, ob fie 3r mit Mitarbeit an der Ausführung der Sachverständigenvorschläge bes reit fei, ist gestern abend erst nach Schluk der Kabinettsfigung in Perlin eingetroffen. Die Entscheidung darüber, ob deutsche Bertreter nach Baris gehen oder schriftlich geantwortet wird, fällt voraussichtlich am Montag Wie wir erfahren, wird der Reichskanzler anfang nächster Bothe auch mit den Führern der Reichstagsfrat tionen über die Sachverständigengutachten Besprechungen führen. M'cum und Ruhrindustrie. Die Berhandlungen der Ruhrindustriellen mit der Micum in Düsseldorf am geftrigen Tage maren ergebnislos. Die Besprechungen fonzentrierten sich wesentlich auf die Frage, ob nicht irgend eine finanzierungmaßnahme gefunden werden tönne. Die Industriellen wollten von den Franzosen und Belgiern tie Zusicherung haben, daß die im Sachverständigengutachten für spätere Zeit vorgesehene Regelung rüdwirkend sein soll. b's zum 15. April Sur unter biefer Borauslegung ist nach Ansicht der Inbustriellen eine Kreditbeschaffung möglich. Die Vertreter der Micum wollten sich darauf richt einlassen, sondern verlangten die Berlän gerung der Berträge bis zur Neuregelung und ohne Befristung. Das erf.ärten tie Industriellen für unerträglid. Die nächste Besprechung der Industriellen mit der Micum ist für merzen Sonntag früh anberaumt. Es scheint. daß die Micum inzu schen Vorschläge der Industriellen in Paris zur Erwägung stellen will. Keynes über das Gutachten. London, 12. April.( WTB.) Die Erörterung des Gutachtens der Sachverständigen wird von der Presse cifrig fortgesetzt. In der Wochenschrift„ Nation" schreibt Profeffor Reynes. Wenn wie es wahrscheinlich sei, die Franzosen auf einer Fortdauer und Anerken nung der militärischen Besetzung des Ruhrgebietes in irgendeiner Gftalt bestehen, so würden badurch aufgeworfen: swei Fragen wird. Auch die finnischen Reichstagswahlen haben, ebenso wie die dänischen, einen weiteren starten Fortschritt der Sozialdemokratie gebracht. Zwar ist die Gesamtzahl der Arbeiterabgeordneten von 80 auf 78 zurückgegangen, aber diefer bedauerliche Rüdgana, der einzig und allein der ver trecherischen Zerlegungs- und Spaltungsarbeit der Rommu nisten zuzuschreiben ist, wird dadurch wettgemacht, daß ein Drittel der fommunistischen Mandate wieder demofratische Frattion um sieben Mitglieder verstärkt in den an die Sozialdemokratie zurüdgefallen ist, und daß die sozialdemokratische Fraktion um sieben Mitglieder verstärkt in den neuen Reichstag einzieht. Dieses Resultat ist um so höher zu veranschlagen, als die finnischen Kommunisten, durch reichliche Geldmittel aus dem benachbarten Rußland unter tükt, fortgefeßt den heftigsten Kampf gegen die Sozialdemokratie geführt und diefe, ebenso wie es die deutschen Kommunisten tun, als ihren Hauptfend" betrachtet haben. Der gefunde Sinn der finnischen Arbeiterlaffe hat über dieses müste Treiben der fommunifti. fchen Spaltungspolitifer den Sieg davongetragen. Der jetzige Wahlerfolg der finnischen Sozialdemokratie bedeutet deshalb einen Schritt vorwärts auf dem Wege zur Gefundung und Konsolidierung nicht nur der finnischen, sondern auch der internationalen Arbeiterbewegung. 2. Schließe die Aufrechterhaltung der Ruhrbesetzung eine Re. vifion des Bersailler Bertrages ein? Die Anerkennung einer Fort bauer der franzöfifchen Besetzung des Ruhrgebietes durch die übrigen Alliierten fönne erst erfolgen, wenn sich Deutschland im Austausch gegen Vorteile, die nach seiner Ansicht die Last der Besetzung auf. wiegen, fowie unter genauen vertraglich ni.bergelegten Bedingungen der Befehung, die von den Zweideutigkeiten des Versailler Ber trages frei sind, freiwillig cinverstanden erklärt. In ihrer Haltung gegenüber diefen entscheidenden diplomatischen Broblemen werde es für die britische Regierung nicht statthaft sein, angesichts der einstimmigen Erklärung der Sachverständigen und auch angesichts der bekannten Politif der Barteien im Unterhaus, die geringste Schwäche zu zeigen. Rennes fragt dann, ob die Sachverständigenvorschläge Deutsch. land tatsächlich eine Atempaufe fichern tönnen. Das wirkliche Moratorium folle nur ein Jahr dauern. Wenn es sich als undurchführbar erweisen sollte, eine Golbanleihe von 40 Millionen Pfund aufzubringen, soll die deutsche Verpflichtung bemgemäß vermindert werden; wenn die Anleihe aber aufgebracht werde, so werde Deutschland vielleicht während di ses ersten Jahres in der Lage sein, seine Stellung zu stärken. Die Beschränkung des wirklichen Moratoriums auf einen fo furzen Zeitraum berge in fich ben grundlegenden Fehler, daß Deutschland dadurch verhindert werde, während der Anfangsperiode seine beginnende Erholung mit 3in eszins zu vermehren. Es sei unmöglich. daß Deutschland später große Zahlungen leifte, wenn seine gesamte Ueberschußprobuftion ihm fast von Anfang an abgenommen werde. Die Härte des Moratoriums wie der späteren Periode werde jedoch durch bestimmte Nachlaffungsvorschläge gemilbert. Ob ein Blan dieser Art in der Bragis in so großem Umfang während eines langen Zeit. raumes durchgeführt werden könne, jei zweifelhaft, aber das Projett habe wenigstens das Verdienst, daß es versucht, die Möglichkeiten fehr großer Bahlungen zu versöhnen mit angemessenen Bürgschaften für den Fall, daß sich die optimistischen Boraussetzungen als falsch erweisen follten. Wenn der Plan aufrichtig durchgeführt werde, scheine er Dcuffchland vor der Gefahr der Unterdrüdung und des Ruins zu schühen. Bezüglich der von den Sachverständigen in Aussicht genomme. nen allerben Rontrollorgane erflärte Reynes, die vorge fchlagenen Befugnisse dieser Bersönlichtciten schienen nicht übermäßig zu sein. Deutschland fönne viel dadurch gewinnen, daß die Alliierten über die wirklichen Tatsachen Informationen aus erster Hand und 1. Rönne eine berartige Belegung in ber Bragis vereinbar fein cus Quellen erhalten, benen sie trauen. Der Bericht fei alles in mit der finanziellen und wirtschaftlichen Einheit des Deutschen allem ber beste Beitrag, der bisher zur Lösung diefes unmög Reiches, wenn ble französischen Militärbehörden die Befugnisse täglichen Problems gemacht wurde. Er aime einen neuen Geist und licher Einmischung, wie sie sie jetzt in der Pfalz und in den Rhein. fpiegele bie reine Atmosphäre der Unparteilichkeit wiber; obgleich landen ausüben, beibehalten sollten? Auf jeden Fall müffe die Be- feine Sprache zuweilen die Sprache eines vernünftigen Mannes zu fehung beschränkt bleiben auf die Anwesenheit der franzöfifchen sein scheine, der sich in einem Irrenhause befinde und sich den InTruppen mit feinerlei Verwaltungsvollmacht und feiner Autorität, faffen anpassen müffe", verliere fie doch niemals ihre Bernunft, fie einzugreifen, außer in ernstem Notfall, und auch dann nur auf An- fuche mit dem Unmöglichen einen Bergleich einzugehen meifung der Gesamtheit ber Alliterten hin. und nehme fogar das Unmögliche in Aussicht. Bedeutung der Gemeindewahlen Am 4. Mai wird nicht nur durch die Reichstags= wahlen für lange Zeit über die Entwicklung der deutschen Politik entschieden, es finden auch im größ'en deutschen Land, in Preußen die Gemeindewahlen statt, deren Bedeutung von feinem Sozialdemokraten unterschäßt werden sollte. Seit Jahrzehnten arbeitet die Sozialdemokratie durch ihre Bertre'er an dem Aufbau und an der Entwicklung der Gemeinben. Seit Jahrzehnten ist sie die Partei, die mit vollem Recht von sich sagen kann, daß ihr mehr als jeder anderen das Blühen der Gemeinden am Herzen liegt. Wenn man Don per önlichen Zufälligkeiten, die bei Gemeind- wahlen in fleineren Orten hier und da eine Rolle spielen, cbsieht, so wird man niemals finden, daß gegen die sozialdemokratische Gemeindepolitit ernsthafte Einwendungen gemacht werden tönnen. Daß Interessentengruppen, denen die wirtschaftliche Betätigung der Gemeinden ein Dorn im Auge ist, sich gegen Gemeindebetriebe wenden, versteht sich von selber. Aber die Argumente biefer Interessenten haben für die weitere Deffentlichkeit politifa) nichts Ueberzeugendes. Sie erscheinen auch dem Ferneritehenden von vornherein als Argumente in einem wirtschaftlichen Machttampf, in dem das Recht und das Intereffe der Gesamtheit der sozialdemokratischen Politik ohne weiteres den Borzug gibt. Wenn bei Gemeindewahlkämpfen die Sozialdemokratie angegriffen wird, dann wird sie in der Regel nicht wegen ihrer speziellen Gemeindepolitik angegriffen, sondern deswegen, weil man in ihr die Vertretung der Arbeiterschaft und der gewerkschaftlichen Organisationen treffen will. tie mit der Gemeindepolitif ist feine zufällige. Die ArbeiterDie enge jahrzehntelange Verbindung der Sozialdemokrafchaft ist infolge ihrer ge'ellschaftlichen und wirtschaftlichen Stellung diejenige Klaffe, die in erster Linie an einer Ausdehnung, an einem Aufbau und an dem Blühen her Tätigkeit der Gemeinden intereffiert ist. Die Arbeit der Gemeinden ist mit der fulturellen und sozialen Aufwärtsentwicklung der Boltsmaffen aufs allereng te verbunden. Die Selbstverwaltung der Bevölkerung, die Möglichkeit, aus eigener Initiative Bertvolles an fchaffen, tritt hier am finnfälltaften in die ErScheinung. Die Arbeiterschaft ift deswegen fchon unter dem alten Dreiflaffenwahlreht, bos fie entre htete. immer der dormärtstreibende Tel in der Gemeindepolitik gewefen. Sie fand dabei manche Berührungspunkte mit der sich entwidelnden Gemeindebureaufratie, die in den letzten Jahrzehnten vor dem Kriege zweifellos in zahllosen deutschen Stähten bedeutendes leitete, und in der Arbeiter'chaft einen Bundesgenoffen gegen piekbürgerliche le nlichkeit und Be fangenheit, gegen Steerunluft des Bürgertums und gegen die findische Angst vor dem„ Gemeindesozialis mus" fand. Die Arbeiterschaft hat unter der Führung der Sozialdemokratie in zahlreichen Gemeinden und Städten nach dem Kriege die Führung der Gehäfte übernehmen fönnen. Ge hat, einerici, ob sie in ter Mehrheit pher in der Minderheit war, in dieser fdmerften Seit der Selbstverwaltung der Gemeinden. in der so vieles, was früher gefchaffen mar, unter den Schlägen der Inflation augrunde zu geben drohte, und an neuen Aufbau nicht zu denten war. überall ihre Aufgabe darin gesehen, die Gemeinden zu stüken, ihre Wirt. fchaft aufrecht zu erhalten und ihrer finanzieren Mot durch verantwortungsnoe Mitarbeit zu helfen. Diefe Arbeit war in den lekten Jahren weber leiht noch bantbar Die Inflation war für die Gemeinden ein übermächtiger eind. Es aab von der Gemein enolitt aus teine durchgreifenden Mittel zur Sanierung. Es fornte fich nur darum honden, den gänzlichen Rusammenbruch obzuwenden und damit unabsehbaren Schaden für die Pepilferung zu nerhüten. Anstatt neves aufzubauen, mar men fait here" germungen. unter Aufbietung äußerfter Kräfte das hister Geschaffene au helten und dafür auch Laften auf fich zu rehmen. Die extremen Barteien, die den Zusammenbruch zur Erreichung ihrer nitiihen Biele gebrau hen, hatten und haben es leicht, hiele Bolitit mit demacogischen Re ensarten zu hefämpfen. Kommunisten rud Deuthnationale haben faft nirgends das erbienit, die Gemeindefinanzen aufrecht erhalten zu haben. Sie haben in her Regel alles getan, um durch Stevernermeineruna, durch findische Tarifpolitik gegenüber den städ'ifchen Bertunternehmungen, die Gemeinde und damit in erster Linie die Arbeiterschaft zu schädigen. Heute ist die Wende zum Besferen hei den Gemeinden inverkennbar. Die Be'eitigung der Inflation hot ihre Steuerkraft erhöht, führt ihre Mirthaft und ihre Finanzen eirem neuen Aufstiegs entgegen. Damit beginnt auch die Reit, wo endlich der Gedante der Sehtoermaltung für die Bevölkerung durch Leistungen fruchther gemacht werden fann. Aufbau, nicht Abbau der Gemeindearbeit muß das Riel der nächsten Jahre fein. Um fo michtiger ift es, daß die Sorialhamotratie bei den Gemeindemah'en Erfolge erring. Somie fie es gewelen ist. bie als befte und zunerfälligte Stüke für die Gemeinden in fchmarter Reit fi bewährt hat, so wird sie auch dielenice Martel fein, bie alle raft onftrengen mird. um mun auch die Vorteile bes neven Aufblühens zum Ausbau bar foziolen, fulturellen und wirtfchaftlichen Betätigung der Gemeinden auszunuzen. Die bürgerlichen Parteien sind einer solchen Aufgabe schon deswegen nicht gewachsen, weil sie nirgends- wie die Erfahrungen überall beweifen imftande sind, aus eigenem heraus eine tragfähige Mehrheit für die Gemeindepolitit zu B bilden. Sie werden gerade bei der Gemeindearbeit noch mehr, als bei den Kämpfen um die großen Parlamente durch ihre Zersplitterung in zahllose Gruppen und Grüppchen gehemmt. Die Intereffenpolitit, die von den sogenannten Wirt schaftsgruppen in ihren Reihen gefördert wird, macht ihnen jebe objektive und vorurteilslose Hingabe an das Gemeinde intereffe unmöglich. Die Steuerbemilligung muß in der Regel im heftigsten Kampfe gegen sie erfolgen. Sie neigen ausnahmslos dazu, das Tätigkeitsgebiet der Gemeinde auf das notdürftigfte einzuschränken. Sie wollen fast ohne Aus. nahme feine Steuern bewilligen, die dem sozialen Aufstieg ter breiten Massen direkt oder indirekt dienlich fein fönnten. Die wirtschaftliche Betätigung der Gemeinden, die Einrichtung ron Regiebetrieben, ist ihnen verhaßt. Nicht umsonst wandte fich der volksparteiliche Parteitag in Hannover, genau fo wie der Parteitag der sogenannten Wirtschaftspartei, die'er eng ftirnigsten aller bürgerlichen Gruppen, gegen jeden gemeindlichen Wirtschaftsbetrieb, der über die unvermeidlichen Monopolbetriebe für Gas, Wasser und Elektrizität und Ber fehrsbetriebe hinausgehe. Die„ Enttommunalisierung" war ihr Schlagwort in den letzten Jahren. Dabei fönnen die Gemeinden nicht leben, wenn nicht ein gesunder, wirtschaftlich richtig fundierter und vorsichtig arbeitender Gemeindesozialis. mus zum Leitmotiv der Gemeindepolitif gemacht wird, wenn fie nicht daran gehen, im Interesse des wirtschaftlichen Aufbaues sich selbst auch an wirtschaftliche Aufgaben heranzuwagen. Ihre eigene Wirtschaft erfordert Regiebetriebe aus rein finanziellen Gründen. Es ist ihre Aufgabe, der wirte schaftlichen Entwicklung zu dienen und das fönnen sie nur, wenn sie selber sich wirtschaftlich betätigen oder sich an Wirtfchaftsunternehmungen gemeinsam mit dem Privatfapital be. teiligen. Die bürgerlichen Parteien sind dieser Aufgabe nicht gewachsen, weil sie immer wieder von Interessentenerwägungen gehemmt, Gruppenintereffen über das Intereffe des Gemeinwohles stellen müssen. Es braucht in diesem Zusammenhang nur an die unge. heure Bedeutung der wirtschaftlichen Betätigung auf dem Gebiete des. Wohnungsneubau es erinnert zu werden. Die bürgerlichen Gruppen werden diese Arbeit, die die Ge meinden leisten müssen, immer nur hemmen fönnen. Nachdem die Sozialdemokratie in den vergangenen Jahren das äußerste getan hat, um die Gemeinden aufrecht zu erhalten, und ihrer Arbeit und ihrer Mühe, ihrer Opfer. willigkeit und Verantwortungsfreudigkeit es zu einem großen Teil zu verantworten ist, wenn die Gemeinden jetzt verhältnis. mäßig glimpflich sich in beffere Zeiten hinübergehalten haben, tommt alles darauf an, daß bei den Neuwahlen die Kräfte gestärkt werden, ohne die die Früchte der Arbeit der legten Jahre nicht geerntet werden fönnen. Jegt, wo es möglich fein wird, neues zu leisten, gehört jebe Arbeiter. stimme der Partei, die mit der Gemeindepolitit am engsten verbunden ist, der Sozialdemokratie! Bayrische Regierungssorgen. Die Völkischen sollen regieren- sagt die Wolkspartei". Nach ihrer Schlappe bei den bayerischen Landtagswahlen will die bisher regierende„ Banerische Boltspartei" fich in den Schmolle minfel zurückziehen und den Bölkischen den Bortritt überlassen. Ihre " Rorrespondenz" schreibt u. a.: IS Die Völtischen haben den Wählern das Blaue vom Himmel herunter versprochen. Sie follen zunächst einmal jeben, wie sie jetzt Ihre Berfprechungen, ihre Wahlverbrüderung mit den Kominunisten, ihre Rampffosigkeit gegenüber den Marristen in einen volfischen Rahmen bringen, zumal fie ja auch in ihren Blättern fo fun, als wäre ihnen das ganze Bolt am 6. April nachgelaufen. Der Mund ist lange genug gespiẞt werben, jest heißt es für die Bölkischen endlich auch einmal pfeifen!" Das heißt also, die Völkischen sollen sich um die Regierungs. bildung bemühen. Da ihnen das bei der angedrohten Abstinenz der Bayerischen Bolkspartei aber schon rein zahlenmäßig nicht möglich ift, so wird sich die Rahrpartei erst recht schön bitten faffen, mit den Sulturtämpfern um Ludendorff gemeinsame Sache zu machen. operette. Nach dem Theater. Bon Thersites. Im brausenden Finale verrauscht die große AusstattungsLicht bricht jäh und nüchtern in den weiten Raum. Aber un ermüdlich flatschen noch die Tausende von Händen ber einzig großen Tänzerin entgegen, die ihnen allen einen furzen, heißen Rausch von Glüd und Heiterfeit gefchenft hat imo nun immer wieder immer noch lachend, vor den Boriyong muß. Beide Arme voll Chrysanthemen, mit einer Dantesperbeugung, die allen gilt. Jezt stehen an der Hinterfront des Theaters noch viele Bee wunderer und warten auf einen legten Gruß. Aber feiner ist so erfüllt von Dankbarkeit wie die fleine Berkäuferin, die sonst jeden Tag im Barenhause Steingut verkaufen muiß. Den ganzen Abend hat fie moie verzaubert gefeffer, gang ben Blid eingetaucht in Gold und Pracht eines fernen unmirflichen Leben, das auf der Bühne geschah, und dabei Shokolade gegessen! Wie die Mufit fie irug, man fonnte lachen und meinen dabei, das war noch viel schöner als Rino und Liebesromane. Und wie wunderschön war die Tänzerin. Und ihre Kleider erft, lauter Seide und Perlen das es so was auf der Welt geben fonite! Ganz verwirrt und heiß ist sie noch, und hält einen fleinen Strauß mit Schneeglöckchen, den will sie ihr zuwerfen, vielleicht lacht sie oder spricht sie an imd vielleicht wird sie bann plöglich ent. bedt und kommt auch zur Bühne, wie fie bas neulich mal gelefen het. Da fommt die Tänzerin in ihrem Pelzmantel. Alle Leute drängen sich, rufen, ladyen. Die Kleine, ganz verwirrt, wirft haftig ihren Strauß. Schon klappt die Türe bes großen Autos, das die Längerin von dannen führt. Einen Augenblick nur sieht das fleine Mädchen ihr Ideal auf feidenen Bolstern im hellerleuchteten Coupé, wie sie noch einmal banfend lächelt. Sie hat mich gesehen!" denkt sie. Und beseeligt steht sie und sieht dem enteilenden Auto nach; der fleine Strauß liegt überfahren auf dem Pflaster. Endlich erwacht fie. Run fommt der weite Beg nach Hause. Und morgen früh um 6 lbr raffelt ber eder. Aber vorher will fie nod träumen. fchmeichelt der " Fabelhaft warst du heute abend wieder" Länzerin ihr Begleiter. Na ich danke, wenn man jeden Abend die felben Blödheiten vortragen muß fibrigens, wo soupieren wir beute?" Wenn die Berbrüderung nicht gelingt, wird sie wahrscheinlich auch feinen Ausweg wiffen. Es sei denn, daß fie an die Marristen" denkt. Und die werden sicher wenig Reigung haben, ihr aus dem Sumpf zu helfen. Deutsch nationale Taufe. Patentlösung der Judenfrage. Dem völfischen Deutschen Tageblatt" ist ein Schreiben bes Borstandes der Deutsch nationalen Partei in die Hände geraten, in dem der Borwurf, daß im Kreisverein Breslau der Jude Schottländer Vorstandsmitglied ist, dahin beant mortet wird, daß Schottlander schon bei den konservativen war und deshalb nicht im eigentlichen Sinne als Jude zu bezeichnen und zu behandelu ift. Damit haben die Deutschnationalen die Patentlösung der Judenfrage entdeckt. Es wäre interessant, zu erfahren, ob diese geniale Lösung dem Böltischen Reichsausschus der Deutschrationalen Partei" zu verdanken ist, der bekanntlich be. schloffen hat, daß die Deutschnationalen grundsägliche Antisemiten sind. 差 Der teure Sparkommissar. Er spare an sich selbst! Man schreibt uns: Der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1924 enthält beim Haushalt des Reichsfinanzministeriums die Ausgaben für die Stellen, die mit der Durchführung der sogenannten Ersparnis maßnahmen betraut sind, das heißt 1 für die Berwaltungsabbau- Kommission, 2. für den Spartommiffar, Staatsminister a. D. Gaemisch Berlin nebst feinen Zweigbureaus bei den Präsidenten der Landesfinanzamter. in Die persönlichen und fächlichen Ausgaben der Berwaltungsabbau- Kommission find mit 69 100 m. veranlagt, die der Stellen. unr 2 mit 648 900 M., insgesamt also mit 718 000 m. Von den 648 900 m. entfallen auf persönliche Ausgaben für das Bureau des Sparfommiffars in Berlin rund 106 300 m., für 29 beamtete Hilfskräfte aus den Gruppen B bis A und auf perfönliche Ausgaben für beamtete Hilfskräfte bei den Zweigbureaus Der Landesfinanzämter 307 700 m. 150 000 m. find für Reichstosten vorgesehen. Dabei sind für das Bureau des Sparfommiffars in Berlin lediglich die 29 beamteten Hilfskräfte veranschlagt. Es treten also die Ausgaben für die von den einzelnen Verwaltungen 3! den Bureaus des Sparfommiffars abgeordneten Beamten gar nicht in Erscheinung. Die Besoldung dieser Beamten werden von den Haushalten der einzelnen Verwaltungen getragen. Man wird fie unbedenklich mit zirka 80 000 m. veranschlagen tönnen, so daß fich die Gesamtsumme der Ausgaben für die Sparstellen" auf insgesamt etwa 800 000 m. erhöht. Der Haushalt des Rechnungshofs des Deutschen Reichs für 1924 schließt mit rund 1443 000 m. für persönliche und sächliche Ausgaben ab. Stellt man demgegenüber die Gesamtfumme der Ausgaben für die" Sparstellen" mit rund 800 000 m., so zeigt sich, daß neben dem Rechnungshof Stellen entstanden sind, die sicher bie Hälfte der Ausgaben verursachen, die für den Rechnungshof felbst veranschlagt sind. Bedenkt man, daß die Mitglieder des Rechnungshofs nach Art. 3 der Personalabbau. verordnung vom Abbau ausdrüdlig ausgenom men find, so daß die rb. 200 Ministerialamimänner des Rechnungs. hofs neben den übrigen Beamten tätig sein fönnen, bedentt man weiter, daß die Befugnisse des Rechnungshofs durch die Reichs haushaltsordnung erweitert worden sind, fo fann man nicht verstehen, daß neben diesen personell nicht eingeschränkten Rechnungshat noch die oben genannten Sparstellen in dem Umfang erforder. lich sein sollen, daß fie die Hälfte der Gesamtausgaben des Reh nungshofs verursachen und damit dem Aufwand nahekommen, den das gesamte Reichsjustizministerium hat, ben Aufwand des Reichspräsidenten mit feinem Bureau, fowie des Reichsministeriums ein fchließlich Reichskanzlei und Vertretung der Reichsregierung in München dagegen weit über schreitet. Man wird insbesondere nicht verstehen, daß neben den 200 000 m. Reisekosten, die im Haushalt des Rechnungs. hofs vorgesehen sind, noch 150 000 m. Reisekosten für den Spartommiffar und fein Personal notwendig fein sollen. Verständlich wird diese Ausgabe nur dann, wenn der Spare tommiffar felbft Auslards- und Dienstreifen unternimmt, wie im. Sommer 1922 nach Warschau und Helsingfors, um Ersparnis möglichkeiten bei den auswärtigen Vertretungen zu ermitteln. Wenn das sehr reichlich vorhandene Personal des Rechnungs hofs richtig arbeitet, dann braucht der Sparkommissar nicht, wie er selber annimmt, noch 5 bis 6 Jahre weiter zu amtieren, er fann eielmehr sich selber schleunigft abbauen im Interesse der Sparsam fe it! Bekenntnis zur Republik. Eine Rede Fehrenbachs. Frankfurt a. M., 11. Apri.( WTB.) Nach dem Reichskanzler Marg beleuchtete der frühere Reichskanzler Fechenbach die innerpolitischen Verhältnisse Deutschlands und erörterte zunächst, welche Regierungsform für Deutschland die bessere sei. Mit der Flucht des Kaisers nach Holland, sei diese Frage für die Zentrumspartei erledigt gewefen. Ueber das Zus fammengehen mit den Sozialdemokraten fagte der Rebner, das Zentrum habe dabei niemals seine eigenen Grundfäge aufgegeben. Was bas Zentrum von den Sozialdemokraten trenne, sei die Frage des Klassenkampfes und ihr Berhalten in religiösen Fragen. Zum Schluß fam Fehrenbach auf die Verfassung von Weimar zu sprechen, die er zwar für verbesserungs bedürftig, aber als durchaus gefeßmäßig zustandegekommen er. flärte. Mißachtung des Staatsgerichtshofes. Kaffel, 12. April.( Eigener Drahtbericht.) Wie das Kaffeler Boltsblatte" mitteilt, ist gegen seinen verantwortlichen Schriftleiter Tejessy vor dem Kasseler Amtsgericht ein Verfahren wegen Beschimpfung der Reichswehr eingeleitet worden, obwohl auf eine Beschwerde des Blattes über ein breitägiges Verbot der Staatsgerichtshof bereits entschieden hat, daß die beant standete Ueberschrift„ Eine Ohrfeige für Loßberg" teine Bechimpfung der Reichswehr, sondern bloß eine Beleidigung des Generals Loßberg darstellt. Es ergibt sich also die meriwürdige Tatsache, daß ein Amtsgericht, gebildet durch einen deutschnationalen Amtsgerichtsrat, darüber entscheiden soll, ob der Staatsgerichtshof, bestehend aus zwei Reichsgerichtsräten und einem Landgerichtsdire! for, wirklich Recht gesprochen hat. Es ist selbstverständlich, daß dieses Verfahren gegen den Genossen Tejessy als eine Demonftration ber reaftionären Justiz gegen den bei ihr unbeliebten Staatsgerichtshof empfunden wird. Völkisch- kommunistische Prügelei. Erfurt, 12. April.( WTB.) Gestern abend fam es in einer von deutschvölkischer Seite einberufenen Wahlversamm ung im Laufe der Diskussion, die von den Kommunisten fortgefegt durch lärmende Zwischenrufe gestört wurde, zu erregten Zusammenstößen zwischen Angehörigen beider Parteien und zu einer Schlägerei. Der Streit wurde nicht nur mit Stöcken und Etühlen, sondern auch mit Messern ausgefochten. Der Wertm ister Hermann Kant, ber auf der Dölkischen Kandidatenliste st.ht, wurde burch vier Mefferstiche so schwer verlegt, daß er ärzte Meffertigte. Es wurde auf das Bersamm liche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Es wurde auf das Berfamm. lungslotal ein Schuß abgefeuert. Nachdem die Kommunisten mit dem Gefang der Internationale den Saal verlassen hatten, konnte die Versammlung ruhig zu Ende geführt werden. Auf der bevorstehenden russisch- englischen Konferenz in London werden sich die Russen bemühen, neben dem Problem Beffarabien auch die Memelfrage erneut zur Sprache zu bringen. Die Konferenz wird am Montag von Macdonald eröffnet. Offiziell wird erflärt, daß die von Poincaré geforderte Teilnahme eines französischen Bertreters abgelehnt werde. Die britischen Delegierten würden aber instruiert werden, etwa berührte französische Interessen zu fügen. und betont nochmals die Ueberzeugung, daß ein Versuch, über dessen wertvolle Ergebnisse bei aller Kritif im einzelnen fein Zweifel be stehen fann, nicht nach so furzer Dauer aufgehoben werden soll. fehr der Vögel vollzieht sich in jedem Jahre von neuem und erregt Die heimliche Rüdtehr der Zugvögel. Das Wunder der Heimimmer wieder das Erstaunen der Bogelkundigen Dabei handelt es fich nicht nur um das vielbesprochene Rätsel des Zuges der Vögel, fondern auch ihr Eintreffen selbst erfolgt in ganz geheimnisvoller Weise.„ Eins der Mysterien des Vogelzuges," fagt der Ornitho oge Bincher, der der engli chen Vogelschußstätte von Scolt Head Island vorsteht, ist die Heimtehr der meisten Singvögel. Ich habe niemals beobachten tönnen, wann sie eintrafen. In der fraglichen Zeit gehe nisten, aber ich erblide nicht einen einzigen der befiederten Bewohner. Und eines Tages, wenn ich nach dem Mittagessen wiederkomme, kann ift plöglich der große Augenblid ta: die Büsche sind dicht bedeckt mit den Anfömmlingen aus dem Süden. Sie sind gekommen chn einen Baut, ohne ein fichtbares Zeichen, ganz heimlich und still. In den mehr als 20 Jahren, in denen ich ber Bogelwarte vorstehe, habe ich die Rückfahr der Singvögel niemals beobachten fönnen. Erstaunlich ist auch die Bünktlichkeit, mit der manche Bögel eintreffen. Die Sea fchwalben 3. B. formen fo pünktlich wie ein Baffagierdampfer. Drei Jahre lang fonnte ich feststellen, daß genau an Semfelben Tage am 26. April, ihrer 400 in einem großen Schwarm anlangten und fofort einen gewaltigen Lärm mochten. Sehr intereſſant iſt es auch zu beobachten, wie sich die Neuigkeit von dem Borhandensein eines Bogelschußplates unter den Vögeln verbreitet. Früher nistete hier teine Seeschwalbe Die Berliner Secession eröffnete heute mittags ihre Frühjahrsausstellung. Eine fleine, sehr fcrgfältig gefiebte Schau. Keine überragenden Gipfelnennen: Ja'e deis Liebespaar"( 37), in feinem diagonal auffeiftungen, aber auch wenig Minderwertiges. An der Spizze zu schwingenden Linienbau ein Meisterwerf rhythmischer Kunst und tiefster Beseelung; eins der Werfe, die selbst großen Künstlern nur in feltenen Stunden gelingen und deren unsere Zeit nicht viele gee schaffen hat. An zwriter Stelle: Kraustopfs Drei Witwen" ( 47), eine ergreifende Vision in flagenden Farben, müde trauernden Linien und wehem Lichte; daneben zwei virtuose Landschaften ( 48 und 49), die aber nach meinem Gefühl schon etwas zu fehr mit ber Tedynit prunten. Ferner:" Der Kavalier"( 39) von Baulich jeben Morgen hinaus und fuche die Büsche ab, auf denen fie Kleinschmidt, start empfunden und mit wuchtigem Binsel schmissig hingelegt, in der Auffassung ein wenig Dig, aber doch felb. ständig und ehrlich gegeben. Dann zwei wertvolle Borträts: ein Gelbstbildnis( 15) von Davringhausen, namentlich sehr schön in der auch äußerlich teforativen Farbenwirkung, und ein Frauen bilbnis( 68) von Waste in ftrengen, ausbrudsstarten Formen und flarem, mild leuchtendem Kolorit. Die drei abftratten Kompofirionen ( 7 bis 9) von Hans Braß, die ebenfalls zu den besten Stüiden der Ausstellung gehören, find merkwürdig' chlecht gehängt. In ihrer Nachbarschaft fieht man zwei Arbeiten( 31 und 32) von Baul Grunwald, der Braß in Aeußerlichkeiten fopiert, ohne feines Geiftes einen Hauch zu befizen. In starfer Betonung des Konturs und fräftigem, törnig- trodenem Farbenvortrag stellt der Breslauer 2. B. Kowalsti ein Bildnis( 45) und eine Landschaft( 46) hin; nichts Ueberragendes, aber doch beachtenswert in feiner schichten Eigenart. Rohlhoff( 43 und 44) gibt einen fünften Aufguß nach Rotoschtaschen Extrakten, Stod( 67) bemüht sich, neue expreffio nistische Formen und alten literarischen Genrebildgeift zu vereinigen und erzeugt damit peinliche 3mittergebilde. Der Münchener Georg Schrimpf( 59 bis 61), einer der ganz zahm gewordenen Kunstrevolutionäre, hat sich wenigstens in ber Farbe etwas vornehme Kultur bewahrt. Ueber die Blaftit ist wenig zu sagen: ein paar leere Damenföpfchen( 83 und 84) von Julius Uli; Thorals Mädchen" ( 79), eine Ricblichkeit ohne Kraft und Schwung; die Kniende"( 74) von Garbe, in ber fünstlerisch das gewollt und angestrebt wird, was Archipenfo längst fonnte und erreicht hat. Werkbund und Bauhaus. Aus Aniaß der Gefährdung des Wertbund und Bauhaus. Aus Aniaß der Gefährdung des Staatlichen Bauhauses in Weimar hat der Deutsche Wertbund foeben eine Erklärung an das thüringische E'aatsministerium ge. richtet. Der Bund weist darin, wie schon auf seiner fekten Jahresverjammlung in Weimar felbft, darauf hin daß er mit Interesse die unter Leitung von Walter Gropius bort eingeleiteten Arbeiten fennen gelernt hat und in ihnen einen wichtigen Ber uch fieht zur Raung und Förderung der Formprobleme in handwert und Industrie. Der Werkbund spricht die Erwartung aus, daß die öffentlichen Körperfchaften und die staatlichen Stellen des Steates Thüringen der Weiterführung dieser Arbeit ihre Unterstützung gewähren werden Mann". Trianon Theater: 8apfenftreich 9 " Better. Dann tam ver einigen Jahren ein Brar: das nächste Jahr waren es schon 9 Paare, und in dem darauf folgenden batte sich eine ganze Kolenie von mehr als 300 Stück eingefunden." Theater: Sonnt Mörder Erftaufführungen der Woche Die tanzende Prin Dienst. Romische Oper: effin. Miffw. Theater in der Königgräber Str.:. Soiftes! it es fo? Großes Echauspielhaus: abaricle: Donnerst 1 Sonnab. Renaissance Theater: Die tote Stabte. leuchten". Urania- Vorträge. Theater. Son nt. 11 Uhr: Ranul, der Eskimo Mit der Hapag bon 5 u. 7 1hr: Baliläer"( Bassionsfilm). 9 Uhr: Hamburg nach New Port". Mont. 5, 7 n. 9 Ubr: Baliläer". Dienst. 5 11. 9 Übr: Ranut". 7 Uor: Galiläer". Mittw. 5 Uhr: Ranut 7 Uhr: Salilder". 9 Uhr: Jugendpfleger Gibe.ch fabre in die Beit( Lichtbilder u. Besang). Donn. 3 u. 9 Uhr: Nanut". 7 Uhr: Baliläer". Freit. 11, 5, 7 u. 9 Uhr;„ Galilder Sonna b. 11. 5 1.9 116r: Mit der Havaa von Hamburg nach New York". 7 Uhr: Gonnt. 11. 5 9 11hr: Mit der kapag von Hamburg nach New Yr. 7 Ubr:„ Galilaer. Horiaal Sonnt. 7, br: Für und wider den fultismus". Mont. 8 Uhr:„ Das Aoniasgrab" des Tutanch- Amon". Dienst. 8 1br: Danblinien als Trugbild und Bab beit mitt w. 8 Uhr: Tut- anch- Amon. Donn. 8 Ubr: Von der Zualpiße zum Sonnab. 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera". Baymann Sonnt. 8 Uhr: Frühling an der Riviera". Galiläer". Ueber Oberammergau und fein Paffions piel forint am 14., abbs. 8 Ubr, Dr. Leberer in der Aula des Kaiferin- Augufta- Gymnasiums, Charlottenburg, Gauerstr. 36/37. Lichtbilder und Orgelspiel werden den Vortrag ergänzen. Politischer Beleidigungsprozeß in England. Arthur Henderson als Zenge. Bor einigen Tagen fand in London ein Beleidigungsprozeß stolt, den der Arbeiterkandidat T. W. Gillinger gegen seinen fiegreichen fonfervativen Gegner Sir Walter de Frece angeftreng: hatte, weil letterer im Wahlkampf der Arbeiterpartei vorgeworfen hatte, sie habe das Programm der blutigen Revolution von Lenin und Trotti" angenommen und sie erstrebe ähnliche Dinge wie in Rußland, insbesondere die" Berstaatlichung der Frauen". Der Prozeß gewann aber dadurch besonders an Interesse, daß Arthur Henderson, der jetzige Innenminister und langjährige Generalsekretär der Arbeiterpartei, als 3euge vernommen wurde. Bei seiner Bernehmung zeigte sich Henderson ebenso schlagfertig wi wizig; seine Antworten waren oft typisch für den englischen poli. tischen Humor. Nachdem er erklärt hatte, daß die Politik der Labour Barty Rußland gegenüber darin bestanden habe, freundschaftliche und friedliche Beziehungen zwischen Rußland und England wieder herzustellen, fügte er hinzu, zwar würde man nicht eine offizielle Rundgebung der Arbeiterpartei nachweisen können, die eine Billigung der bollchemistischen Methoden an sich enthalte. Der Rechtsbeiftand des Angeschuldigten, das frühere fonservative Rabinettsmitglied Sir Douglas Hogg, richtete nun an den Zeugen die Frage, ob denn nicht die erste Regierungshandlung der Arbeiterregierung die recht liche Anerkennung Sowjetrußlands gewesen sei. Worauf Hender. son:„ Freilich, wir haben die Anerkennung vollzogen, die die ande: ren Leute für notwendig hielten, aber nicht wagten durchzuführen." Sir D. Hogg: Tritt die Arbeiterpartei nicht dafür ein, eventuell ihre Ansichten der Allgemeinheit aufzuzwingen durch die Waffe des Generalftreifs?" Henderson: Ja, aber nicht in der Frage der Verstaat lichung der Frauen. Uebrigens ift der Streit in England feine ver faffungswidrige Handlung." Sir D. Hogg: Was verfassungsmäßig oder verfassungswidrig ist, ist Ansichtssache." Henderson:„ Aber das Gefeß steht auf meiner Seite." Sir D. Hogg: Wann glauben Sie, daß eine Frage wichtig genug ist, um die gewerkschaftliche Macht anzuwenden, um Ihre Ansichten durch Klassentampf aufzuwingen?" Henderson:„ Wenn wir meinen, daß das Land in solcher Gefahr schwebt, daß wir gebielerischen Anlaß haben, zu handeln." Sir D. Hogg: Bei der legten Wahl hat es nicht weniger als neun Mitglieder der Kommunistischen Partei gegeben, die als offizielle Kandidaten der Arbeiterpartei aufgestellt wurden?" Henderson:„ Das mag schon stimmen." Sir D. Hogg: Zum Glüd sind sie alle geschlagen worden, nicht wahr?" Henderson: Nun, auch ich bin geschlagen worden." Sir D. Hogg:„ Ich meine Sie doch gar nicht, Mr. Henderson!" Henderson:„ Ich dagegen meine, ich fann mich sehr wohl in eine Linie mit meinen Genoffen stellen." Sir D. Hogg:„ D, wenn Sie's wünschen... Henderson: Natürlich wünsche ich das, sobald es sich um Männer handelt, die die Statuten der Arbeiterpartei anerkennen." Der Prozeß endete mit einem glatten Sieg des Arbeiter kandidaten, da der fonservative Abgeordnete de Frece eine Erklärung abgeben mußte, in der er alle verleumderischen Behaup tungen mit dem Ausdruck des Bedauerns vorbehaltlos zurüdnahm. Der amerikanische Gelskandal. Washington, 12. April.( WTB) Präsident Coolidge er flärt in einer Botschaft an den Sanat, daß die Untersuchung in der Angelegenheit des Petroleumstandals im Einklang mit der Ber. faffung und den Landesgefeßen durchgeführt werden müßten. Der Präsident protestiert gegen sämtliche von der Genaistom mif fion eing leiteten Untersuchungen. Unter den Rädern des Nachtzuges.. liegend auf. Er war am Kopfe erheblich verlegt. Das Geld war bis auf einige Scheine, die neben Schoßneck auf der Erde lagen, verschwunden. Allem Anschein nach ist Schoßned durch einen noch unbefannten Mann, der ihm gefolgt sein muß, nieder geilagen und beraubt worden. Der Schwerverlette bewußilos und infolgedessen nicht vernehmungsfähig darniederliegt. wurde nach dem Krankenhaus am Urban geschafft, wo er noch imme Kino und Wahlpropaganda. Bier Eisenbahnarbeiter auf den Gleisen zermalmt. Ein schweres Unglüd, dem vier Menschenleben zum Opfer fielen, ereignete sich in der vergangenen Nacht gegen 1 Uhr auf der Strede 3wischen dem Lehrter Bahnhof und dem Bahnhof Bellevue. Hier wurden auf dem Jerngeleise I, zwischen den Kilometersteinen 5,8 und 5,9, in der Gegend des Partes der LandesAusstellung, die Arbeiter Franz Frohn, Thomas Schwbelewski und Franz& nized, die in Rauen in der Arbeiterka, erne Genoffe Horlig, welche vorzüglichen Dienfte das Lichtbild Im Pahenhofer Aussajant in der Chauffecftraße zeigte geftera wohnten, und ein Arbeiter Franz Wescholled aus Berlin- der politischen Propaganda leistet. Vor einem überLichtenberg von dem Personenzug 208 P überfahren und zerflüdelt. vollen Eaat wurde diefer Lichtbilbervortrag gehalten. Es Auf dieser Strede werden jetzt Geleife erneuert und umgelegt. war gleichsam die Probe auf das Erempel, die da gestern gemacht In der vergangenen Nacht arbeitete die Kolonne auf der Fernstrede wurde, und man fonnte nur fonflatieren, daß die Rechnung flimmte. in der Nähe der Ueberführung der Straße Alt- Moabit. Als sie auf Der Lichtbildervortrag leistet vorzügliches in der Werbe- und Aufber Samme stelle des Lehrter Bahnhofes zur bestimmten Zeit an flärungsarbeit, und er wird sicher feine Wirkung auf dem lonnenführer und Borarbeiter begaben sich mit den anwesenden Ar. foll, nicht verfehlen. Die einzelnen Bilder find scharf und sprechen trat, fehlten die vier genannten Arbeiter. Ro platten Lande, wo er in der Hauptsache vorgeführt werden beitern unter den üblichen Borsichtsmaßregeln nach beitern unter den üblichen Vorsichtsmaßregeln nach eine beredte Sprache von all dem Elend und Unheil, das durch der Arbeitsstelle. Ein Eisenbahner ging mit der Laterne, so daß die Proktiken der Rechtsparteien und der Kapitalisten über die die Kolonne nach beiden Richtungen gedeckt und geschützt war. Als arbeitende Bevölkerung gekommen ist. Der die Bilder umrahmende nun die vier mit Verspätung nach der Sammelstelle famen, wollten Vortrag ist flar und jedem, der bisher auch nur wenig von der fie allein und ohne den erforderlichen Schuß die Ar- Sozialdemokratie und ihren Zielen weiß. leicht verständlich. Sa beitsstelle aufsuchen. Infolge ihrer Verspätung wußten fie aber werden Bilder gezeigt vom Reichstog, von Marg, Lassalle, Bebel, eingetreten waren. So gingen sie auf dem Geleife, auf dem, ohne tung des Strieges, bem Massene end, der entklich n Wohnungenot. nicht, daß inzwischen durch den Fortschritt der Arbeiten Aenderungen von proletarischen Demonstrationszügen, von der zerstörenden Birdaß ihnen das bekannt war. Der Zug 208 P von Bentschen der Unterernährung der Bevölkerung, ber vollständigen Berelendung nach dem Grunewald fuhr. Diese Aenderung war dem Border Proletarierfinder, der Justizschande und vieles ardere mehr. arbeiter und seiner Rolonne bekannt, nicht aber den Verspäteten. Die zahlreiche Bersammlung hielt mit ihrem Beifall und ihrer AnWährend diese nun ahnungslos in der Dunkelheit des Weres gingen, ertennung nicht zurüd. Aber noch an sechs anderen Stellen in tam vom Lehrter Bahnhof ein Stadtbahnzug, der nach Charlotten Groß- Berlin wurden gestern abend sehr gut besuchte, öffentliche burg fuhr. Unter dem Geräusch, das dieser verursachte, hörten fozialdemokratische Wählerver ammlungen abnehalten.- In einer sie nicht, das der Fernzug hinter ihnen her fam. Massenversammlung in Spandau sprach Gen. Nietisch. Den Der Führer diefes Zuges und seine Begleiter tonnten in der Dunkel vielen ungelösten Aufgaben auf allen Gebieten wird nur eine heit nicht sehen, daß jemand vor ihnen her ging. So fuhr der republitanische Mehrheit gerecht werden fönnen. Weber die von 3ug in die Leute hinein, über sie hinweg und weiter nach Industriellen ausgehaltenen Böttischen noch die der Moskauer feinem Ziel, ohne daß Führer und Begleiter von dem entfeßlichen Barole nachlaufenden Kommunisten fönnen ernsthaft etwas für die Unglüd etwas wahrnahmen. Erst später fand man auf dem Bahn- Intereffen der Arbeitnehmer leisten. Das hinterhältige fommu hof Charlottenburg auf dem Trittbrett tes fünften Wagens nistische Verfahren, mit unsinnigen Forderungen Bewegungen eindes Personenzuges den Kopf eines der Ueberfahrenen. zuleiten, die von vornherein zum Scheitern verurteilt sind, um Unterdessen ging noch ein Vorarbeiter mit einem anderen Arbeiter, nachher dann über angeblichen Verrat der Gewerkschaften zu zetern, die an anderer Stelle zu tun gehabt hatten, unter der üblichen Siche fand eine gebührende Klarstellung. Da die zahlreich vertretenen rung nach der Arbeitsstelle in Moabit. Diese Leute ftolperten Kommunisten den fachlichen Ausführungen des Redners nichts über die Leichen der Berunglüdten und jetzt erst fah Gleichwertiges enigegenfeßen fonnten, begnügten sie sich mit plan. richtigt wurde, fandte Rettungsmannschaften, aber es war nichts zurüdgewiesen wurden. man, was geschehen war. Der Lehrter Bahnhof, der nun benach mäßigen Störungsversuchen, die aber von der Versammlung energish In 2antwig forach Genosse Dr. mehr zu reiten. Die Berunglückten waren buchstäblich in Walter 3emlin, in Steglik Genoffe Pfarrer Bleier, in Stüde gefahren. Zweien war der Kopf abgeschnitten. Die Ablershof Genosse Eduard Bernstein und in Grünau Leichenteile wurden gesammelt und in Tragförben zunächst nach Genoffe Bürgermeister Baul Mielig. Alle Redner fanden aufdem Amtszimmer des Lehrter Bahnhofes, und von dort nach dem merksame Zuhörer, und die Stimmung in allen Versammlungen Schauhaufe gebracht. Die persönlichen und Familienverhältniffe der war fiegesgewiß und zuversichtlich. Im großen Eaale des Ge Berungfüdten find noch nicht näher bekannt. Die Schuld scheint die werfsdaftshauses referierte Genosse Dr. Julius Moses über das Thema: Was fordern die Frauen vom neuen Leute felber zu treffen. Reichstag?" Mit eindridsvollen Worten schilderte der Redner das Großstadtelend der Proletarierfinder. Den Armen läßt man fchuldig werden, überläßt ihn der Bein und fügt noch Spott und Hohn hinzu. Vaterländische Frauenvereine umwerben die Frauen des Proletariats, denn als Stimmvieh sind sie gut. Die Bourgeoiste fümmert sich in Wahrheit nicht um das Proletarierelend. Der Redner kam dann auf den Kampf der Sozialdemokratie gegen die frauen leben in Stumpfheit und Gleichgültigkeit und begnügen sich Abtreibungsparagraphen zu sprechen. Millionen von Proletarier. mit der Rebensart:„ Es hilft ja doch nichts!" Wer Sozalist ist, muß Optimist sein. Die Frauen geben bei der Wahl den Ausschlag. Sie müssen am 4. Mai laut ihre Stimme erheben, es geht unt Probleme sozialer Natur... 9 Der lose sitzende Revolver. Wenn ein Schutzpolizist fich betrinkt. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts I mußte sich der frühere Schutzpolizei- Unterwachtmeister Wilhelm Bülow wegen einer Revolveraffäre verantworten, bei der ein Mensch das Leben eingebüßt hat. Er war angefagt, einen Zimmermann 3ehm fe vorfäßlich mißhandelt und dadurch seinen Tod verursacht zu haben. Die Tat wurde nicht im Dienst, aber unter Gebrauch des Dienstrevolvers verübt, mit dem Bülow den Pehmke erschos. In der Silvesternacht hatte Bülow Bereitschaftsdienst in Der Schuhpolizeifaferne in ber Friesenstraße. Nachdem er dort Sil vester gefeiert und reichlich alloholische Getratite zu fich genommen hatte, bertie et die Kaserne unbefugterweile während feiner Dienst ſtunden und frant noch in der Gastwirtschaft von Polzin am Chamiffoplak. Er belästigte die Gäste, äußerte den Wunfd, mat feinen Revolver abzuschießen und wurde schließlich von bem Gastwirtssohn, der früher felber Polizeibeamter gewefen ist, hinaustomplimentiert und auf den Heimweg zur Kaserne gebracht, Damit er fein Unheil anrichten fönnte. Als der Angetrunkene allein Die Einmischung des Präsidenten Coolidge in die Unter weiter ging, spielte er fich plöglich als im Dienst befindlich auf. suchung des Delstandals ist geeignet, das größte Aufsehen zu schnauzte auf einfamer Straße ein paar ihm im Morgengrauen be erregen, denn sie bedeutet nichts anderes als einen Versuch, aegnende Baffanten an und griff gegen Zehmke zur Schuhwaffe. die Arbeit der Senatskommission, die die ungeheuerliche Kor- 3 ehmke wurde von Bülow durch einen BauB niedergeftredt und starb noch am Neujahrstage. Bülow ruption an den höchsten Regierungsstellen aufgedeckt hat, illu- behauptete, non Zehmfe angegriffen worten zu sein oder mindestens forisch zu machen. Es erscheint recht merkwürdig, daß Coo- geglaubt zu haben, daß er angegriffen würde. Nech tem Eroebnis lidge, der gleichfalls durch den Delffandal bloßgestellt wurde, der Untersuchung wollte die Staatsanwaltschaft ihn außer Berfol. erst zwei Monate nach Beginn der Untersuchung, nachdem gung setzen, aber die Straffammer schloß sich dem nicht an, und es bereits eine Anzahl hervorragender Regierungsmitglieder mußte dann gegen Bülow, der übrigens von der Polizei sofort entdemissionieren mußten, die Entdeckung macht, daß die Unter- laffen worden war, Anklage erhoben werden. fuchung des Delstandals im Einklang mit der Verfaffung und den Landesgefehen" durchgeführt werden müßte. Man geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß dieser verspätete Appell an. Die Gefeßlichkeit" auf die Treibereien des Delfapitals zurückzuführen ist, das durch die Untersuchung der Senatskommission auf das ärgste bloßgestellt worden ist. " Neuwahlen in Südflawien. Belgrad, 11. April.( TU.) Ministerpräsident Bafitsch wurde vom König zur Bornahme von Neuwahlen zum Ende des Sommers ermächtigt. Der Ministerpräsident hatte es dem König als unmöglich bezeichnet, mit dem jezigen Barlament zu regieren. Die Stuntichina foll vorläufig richt aufgelöst werden, bis die Re. gierung den geeigneten Moment hierfür gefommen erachtet. Die Regierung wird vielmehr auf Grund der Berfaffung die Seffior fchließen. Am 20. Oftober soll dann die Biebereröffnung der Stupschytina vorgenommen werden. Börse und Fed verständigen- Euteckten. In Börsentreisen machte sich heute eine etwas freundlichere Beurteilung der Lage bemerkbar. Man glaubt, daß das Reichs. fabirett in seiner Eizuna am fommenden Montag der Auffor. derung der Reparationsfommission in Besprechungen über die BorSchläge der Sachverständigen einzutreten, Rechnung tragen miri Es fehlt allertires nicht an Stimmen. die vor affzu aro em Optimismus warnen. Man verweist vor allem darauf, daß in den bisher in Deutschland bekanntgewordenen Auszügen aus dem Sach verständigenbericht sehr schwerwiegende Bestimmungen nicht enthalten sind, die nach Angabe französischer Blätter im Bericht stehen. Offenbar gibt das niedrige Kursniveau und die Stobilität des französischen Francs der internationalen Spekulation Veranlaffung, den beutschen Effekten wieder größere Aufmerksam zu schenken. Auch Riessanteiben logen fehr feft. Die Geldmartverhältnisse einen feine wesentliche Veränderung Im Devisenverkehr hielten fich furze Rurfe und Reportieringen im bisherigen Rahmen. Im Tauschverkehr wurde das englische Pfund mit 72% franzöfifchen Francs gehandelt. Journalliienelend. Unter dieser Ueberschrift schrieben wir am 13. Juli 1928 über die Behandlung, die der" Bote aus bem Rie'en gebirge feinem langjährigen Chefredakteur zuteil werden ließ Wie wir von Herrn Rof. Rappoldi- Dresden, einem Berwandten des betr. Rebatteurs erfahren, hat sich jetzt endlich der„ Bote aus Dam Riefergebirge" entschloffen, feirem früheren Chefredakteur eine Monatsrente von 125 M. auszusehen. Bor Gericht hielt der Angeklagte feine Darstellung aufrecht, daß licher Baffanten gehabt habe, die ihm im Dunkel entgegener einen Zusammenstoß mit einer Gruppe nächt getreten jei. Behmfe habe ihn grünen Jungen" geſchimpit, ihn mehrfach angerempelt, ihm Sand oder etwas Aehnliches in die Augen geworfen und ihn bedroht; darum habe Bülow zur Waste Baffe greifen müssen, doch habe er ihn nur in das Bein schießen wollen. oder Belastet wurde er durch eine Zeitungsfrau Erfurth, tie eine ganz andere Darstellung gab. Bülow habe an der Ede Arndund Schenkendorfstraße, wo er etwa um% 47 Uhr morgens vorbei. fam, einen jungen Mann angeschnauzt, er folle sich vom Trottoirieren. Sogleich danach have er fie selber, die auf dem Damm stand und verabredungsgemäß auf eine andere Beitungsfrau wartete, um Zeitungen mit ihr auszutauschen, am Arm gepact und fommandiert, fie folle fich vom Damm fcheren. Als der zufällig vorüberkommende Zehmte ihn mahnte: Loffen Sie doch die Frau hier stehen!" habe Bülow gedroht: Machen Sie auch, daß Sie vom Damm runtertommen ich fchieße!" und er babe dann auf Zehmke, von dem er weber beschimpft noch angegriffen worden fei, fofort geschoffen Ein Oberfeuerwehrmann Gleicher, der zum Dienst gehend die Schießerei aus 15 Schritt Entfernung mit anjah, hatte den Einbrud, bak mehr als brei Bersonen da waren und schäfte in der Dunkelheit die Rahr auf acht bis zehn. Darin fah der Staats anwalt eine Bestätigung der Darstellung Bülows, und er fam zu dem Schluß, daß Bülow, weil er offenbar in vermeint licher Rotmehr gehandelt habe, freizusprechen fei. Der Verteidiger ging noch weiter und nahm sogar tatsächliche Not wehr an In einer großen öffentlichen Mieferversammlung, die der Mieterbund zum Freitag abend nach dem Bittoriagarten in Wilmers dorf einberufen hatto, pramen die Bertreter fämischer politischen Barteien über ihre Stellung zu der Wohnungsfrage. Der Vertreter der deutsch nationalen Partei wollte die Wohnungsfrage dadurch lösen, daß er den jüdischen Ausländern" die Räume weg. nimmt, ben verarmten Hausbefizern durch Staatszuschüsse hilft und das Geld durch Aufgabe der Erfüllungspolitik beschafft. Der Vertreter der Deutschen Boltspartei erklärte, daß seine Bartei den Besitz zu schüßen bereit sei und gegen Bermögens, und Erbschaftssteuer auftrete; fie lehne es ab, für irgendeinen Stand, und feien es auch die Mieter, besonders einzutreten. Der Bertreter der Demofraten, Oberbürgermeister Dullo, flihrte aus, daß die Demokratische Partei auch die Wohnungsfrage nur in der Weise zu föfen für möglich hielte, daß alle Beteiligten auf ihre Stoften tämen. Der Vorsitzende bedauerte in seinem Schlußwort, daß auch der Bers treter der Demokratischen Partei eine flare Antwort auf die Fragen der Mieter nicht gegeben hätte. Als Vertreter der Sozialdemofratie sprach Genoffe Ruben. Er wies darauf hin, daß die Sozialdemokratische Partei bereits in Artifel 252 der Reichsverfaffung die grundlegende Bestimmung über den Mieterschutz festgelegt habe und, getreu ihrer Einstellung für die arbeitende und befizlose Klasse, gefeß eingetreten sei. Er betonte, daß die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ganz entschieden gegen die unfoziale Det steuer aufgetreten fel und die bürgerlichen Barteien, ge für das Reichsmietengesez und das Micterschutz. rade weil die dritte Steuerverordnung dadurch gefährdet war, an das Bolt appelliert hätten. Es handle fich also bei den Wahlen darum, daß das Bolt diesen bürgerlichen Barteien auch in bezug auf die Mietsteuer die richtige Antwort gebe. A Stabtverordnetenversammlung wurde be chloffen, die S'ellung des Ein neuer Oberbürgermeister für Potsdam. In der gestrigen Oberbürgermeisters für Botsdam nicht auszufreiben, fon bern den Oberbürgermeister in der nächsten Stadtverordnetenfizung am 9. Mai zu wählen. Die Wahl dürfte auf den jezigen Bürger meister Rauscher fallen. Das Gehalt für den Oberbürgermeister. wird nach Gruppe B II bemeffen. Ferner wurde bei der Etataufstellung der Stadt Potsdam festgestell, daß die Finanglage der Stadt fo günftig fei, daß am Schluß diefes Rechnungsjahres feinerlei fchwebende Schulben mehr vorhanden seien. Der Haushaltungsplan für das Rechnungsjahr 1924 wird in Einnahme und in Ausgabe auf 7771 600 Mart festgesetzt. var. Feuer in der Französischen Botschaft." Dicfer Ruf alarmierte heute vormittag um 8 Uhr die Berliner Feuerwehr nach dem Bariser Blaß 5. Dort war in der Küche Feuer ausgefommen, und zwar in einem Luf'abzugstanal, wobei Fett in Brand geraten Das Gericht trat dieser Auffassung nicht bei, sondern sprach den Die Gefahr fonnte schnell beseitigt werden. Die Angeflaaten schuldig und verurtei te ihn zu einem Jahr Ge- Wilmersdorfer Feuerwache wurde nachts um 1½ Uhr fängnis, wooon die Hälfte zu verbüßen ist und die andere nach der Kaiser. Allee 192 gerufen. Hier war ein Waffer: Hälfte rach einer dreijährigen Bewährungsfrist erlaffen werden foll.hr unter dem Bürgersteig geplakt, und infolgedessen der Bürger. In der Begründung fagte der Borsigende, daß nach Meinung des steig und die Straße überschwemmt. Die Wasserleitung mußte ab. Bülow fei geriegelt werden. Ein Teil der Straße und Ümgegend mar heute Gerichts die Zeugin Erfurth vollen Glauben verdiene. nicht angegriffen worden und habe sich auch nicht angegriffen gee ohne Waffer. glaubt, die von G'eicher bemerkte Gruppe habe sich vermutlich erst infolge des Boriwechfels angefammelt. Pflicht eines Polizei beamten sei, das Publikum zu schützen, Bülow aber habe pflicht pergeffen feinen Dienst verlassen und in der Trunkenheit das Publi tum gefährdet und ein Menschenleben vernichtet. 25 Raubmordverfuch an einem jugendlichen Arbeiter. Der Tischlermeister Noste, deffen Fabrit sich auf dem Grund stüd Boedhstr. 25 befindet, fchidte gestern nachmittag den bei ihm befindlichen 20 Jahre alten Arbeiter Erich Schoßned aus Neukölln, Mainzer Str. 7 wohnhaft. mit größeren Geldscheinen im Betrage von 400 Goldmark zum Wechseln. Gegen 5 Uhr nachmittags fand man Schoßned auf dem Treppenpobeft des 2. Stodwertes in den I genannten Fabrifgebände besinnungslos am Fußboden Die Buteaus und kaffen der Reichshauptbank werden af Sonnabend, den 19. April b. 3., den ganzen Tag ge= schloffen sein. Berliner Mieterbund, 14. Berwaltungsbezirt, Neukölln. Sonn. tag, den 13. April, vormittags 9% Uhr, öffentliche Miederversammlung in Rims Festfälen, Hasenheide. Die Grüne Rammer( Röthener Str. 38 im Haufe des Meistersaals) gibt am Sonntag. ben 13. April, abends 8 Uhr, ihren letzten Abend in Bagner, Rolf Burkhart und am Flügel Suft Henoch. dieser Saison. Mitwirkende find Hans und Agnes Fuhrmann, Bore Groß- Berliner Parteinachrichten. 1. Kreis Mitte. Der Ordnerdienft muß Gonntag früh 8% Uhr vollzählig in bez Stadthalle, Klosterstraße, erscheinen Gewerkschaftsbewegung organisation bis dahin gewesen? Er wartete in aller Gemütsruhe Die Kampffront der Verkehrsbediensteten. Wo war der Hauptvorstand der Kommunistischen Eisenbahnerbie Entwicklung der Dinge ab, in der Hoffnung, daß der DEB. fic eine Niederlage holen würde und daß die Kommunisten daraus Rapital schlagen fönnten. Erft, als es feststand, daß der DEV. die Die in den Berliner Verkehrsunternehmungen beschäftigten große Maffe der Eisenbahner hinter sich hatte, Straßenbahner, Hochbahner, und Omnibusbediensteten nahmen gestern trok der KPD. und ihrer abgespaltenen Organisation, erst da erim überfüllten Saal des Lehrervereinshauses Stellung zu ihren wachte diefe. Das Bestreben der KPD., die Bewegung ber Eisenbahner Lohnverhandlungen. Bevöllmächtigter Ortmann vom Deutschen Berkehrsbund hielt das ein'eitende Referat. Seine Ausführungen taput zu machen", wie einer der ihren gesagt hatte, ist durchaus Hangen in die Mahnung aus, es nicht nur beim Bersammlungsbefuch erflärlich, Ueberall. wo die Kommunisten ihre verbrecherischen Ab zu belaffen, sondern dund Stärfung der Organisation den gewünschfichten, die Organisationen der Arbeiterschaft zu zerschlagen, verAus Kon wirfidhen fonnten, haben sie dieselbe Tattit perfolgt. ten Ausgang der bevorstehenden Berhandlungen herbeiführen au furrenaneib einerfeits, zu andererseits aus politifchen helfen. Branchenleiter Hiller gab bann die Bohnforderungen für die intergebanten heraus, verfuchen die Kommunisten die B wegungen zu faboteren, bie nicht von ihnen ausgehen. Das fann einzelnen Betrieben befannt. Für die Handwerder, Angelernten und man befonders in Frankreich beobachten, wo die Kommunisten bes Ungelernten der Hodbahn, war eine Erhöhung der Löhne, bie in ber Spize 51, 47 und 44 Bf. betragen, um 12 Bf. beantragt. Das fannich schon seit mehr als zwei Jahren ihren eigenen Daten auf: gemacht haben. Und beshalb war, has steht bofumentarisch fest, bei Fahrpersonal fordert 25 M. Erhöhung für den Monat. Nachdem die Direttion jebe Aufbesserung abgelehnt hatte, brachte ein Schects. der letzten Eisenbahnerbewegung Streifbruch die Parole fpruch 5, 4 und 3 Pf. Erhöhung, her aber von den Arbeitnehmern abgelehnt wurde. Im Omnibusbetriebe forderten die Handwerker eine Bulcge von 15 Pf. zum Spißenlohn von 52 Der Tag lohn der Fahrer und Schaffner von 4,70 M. in der Spize follte um 10 Pf. für tie Stunde erhöht werden. Hier geftand die Betriebsleitung 2 und 4 Bf. Lohnzulage zu. Bei der Straßen bahn war für alle Gruppen 10 Bf. Aufbefferung gefordert. Die Spigenlöbne betragen hier für Handwerfer 47 Bf., Angelernte 42 Pf., Ungelernte 37 Pf. Hiller betonte, daß von ben bisherigen Löhnen wie auch von ten geforderten Erhöhungen nicht behauptet werden kann, daß sie das zur Lebenshaltung Notwendige überschreiten. f. Nach eingehender Aussprache, in der die Genugtung bar. über zum Ausdruck fam, daß es gelungen ist, eine Einheitsfront aller Berkehrsbediensteten herbeizuführen, wurde folgende Entschlie Bung einstimmig angenommen: „ Die Vollversammlung aller in den Berliner Berkehrsbetrieben ( Straßenbahn, Hochbahn und Omnibusse) beschäftigten Angestellten und Arbeiter erklären sich inhaltäch mit den Ausführungen der Referenten rolltemmen einverstanden. Die Bersammelten bringen nachbrüdlichst zum Ausdrud, daß Sie von der vom Deutschen Berkehrsbund eingeleiteten Bohnbewegung in allen Berlehrsbetrieben eine wesentliche Verbesserung ihrer wirt. schaftlichen Lage erwarten. Eine nennenswerte Herauffeßung ber Lohn- und Gehaltsbezüge ist bringend geboten, ba fich die Arbeiter und Angestellten ter Berkehrsbetriebe infolge der Juflationsperiode ber Rachkriegszeit in emer außerordentlichen Notage befinden. Die bisher gezahlten Löhne sind nicht ausreichend, um bie nachten Nahrungsbedürfnisse zu befriedign, so daß an Neuanschaffun gen oder Ergänzungen in den Haushalten gar nicht gedacht werden tann. Hinzu kommt, daß durch Verteuerung der Miete und durch Steigen der Preise wichtiger Lebensmittel und Bedarfsartikel der schon völlig unausfömmliche Lohn noch weitere Schmä'erung erfährt. Die Lage der Arbeiter und Angestellten in den Verkehrsbetrieben geftaltet fich mit jedem Tage immer unhaltbarer. Abhilfe hierin zu Schaffen, ift dringend geboten. In Rüdsicht auf die verhandene wirtschaftliche Stotlage beauf. tragen die Berfommelen die Organisationsleit ng, mit den Direk. tionen der Verkehrsbetriebe in erneute Berhantlungen zu treten und alles daran zu setzen, dah Lohnvereinbarungen schnellstons erfolgen, wertung ihres ichweren Berufes weitgehendste Beachtung tragen. Um den Bemühungen der Organisations'eitung größten Erfolg zu verleiten, versprechen die Versammelten, fich reftios auf die Seite bes Perbandes zu stellen und mit allen Kräften dafür zu fergen, dah jeter Mitarbeiter und Angestellter der Berliner Berkehrsbetriebe feine gemertidaftliche Pflicht erfüllt. die ben wirtschaftlichen Bedürfniffen der Beschäftigten unter Be Falls durch Verhandlungen ein zufriedenstellendes Ergebnis nicht erreicht werden sollte, ist in einer neuen Bersammlung Bericht zu erstatten. Alle weiteren Maßnahmen und Beschlüsse behalten fidh die genannten Arbeitnehmer por." Streikbruch, die Parole der KPD. Angesichts der genauen Feststellungen über das Berhaften der fommunistischen Eisenbahnerorganisation versucht die Rote Fahne" mit ihren üblichen Schimpfereien sich herauszureden, Aber ob die örtlichen Borgänge sich genau so abgespielt haben, wie es die fommu nistische Organisation darzustellen beliebt, oder so, wie wir es auf Grund der Mitteilungen des DEB. veröffentlicht haben, darauf fommt es in Wirklichkeit gar nicht an. Der Kern der Sache ist ein ganz anderer. Am Dienstag, den 8. April, als der Kampf unmittel. bar zum Ausbruch tommen mußte, wenn die Regierung nicht im letzten Augenblick nach ab, was sie befanntlich getan hat, an diesem Tage erst veröffentlichte die Rote Fahne" einen Aufruf ihrer fommunistischen Organisation des fogenannien Freien Eisenbahnerverbandes, in dem die Eisenbahner aufgefordert werden, schnellste und gründlichste Borbereitung des Kampfes zu treffen. In ihrem Rommentar zu diesem Aufruf schrieb die Rote Fahne" wörtlich: Gie( die Eisenbahnergewerkschaften) wollen trok aller Brovo fationen ber Mary- Jarres- Luther weiter schachern. Die Regierung verfolgt ebenfalls die Berzögerungstaftif, meil fie hofft, mit Hilfe der Technischen Nothilfe und des Abgebautenbeeres bie Einzel fämpfe nieberzuschlagen. In ihrem eigenen Intereffe dürfen die Eisenbahner auf dieses Spiel nicht eingehen. Sie müssen felb. Handeln gegen den Willen ber ständig handeln. reformistischen Berbanbsleitung. Seit mehr als zwei Wochen befanden sich die Eisenbahner an verschiedenen Drten bereits im Streit. Seit etwa fedhs Wochen rang die Leitung des DEB. mit der Regierung, um eine Erhöhung der Söhne durchzufeßen. Erft am 6. April fand der Hauptvor. ftand der Kommunistischen Eisenbahner- Organisation die Zeit, sich mit der Bewegung zu befassen. Und welchen Rat gab er und welchen Rat gab die Rote Fahne" den Eisenbahnern an dem Tage, an dem man mit ziemlicher Bestimmtheit auf die Proflamierung des Generalftreits durch den DEB. rechnen fonnte? www Die Eisenbahner sollen gegen ben Willen der Verbands. leitung des DEV. handeln und gründliche Borbereitungen" zum Ramofe treffen. Berli erliner ElektrikerGenossenschaft angeschl, dem Verb. sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str.86-88 Fernsprecher: Norden 1198 Herstellung elektr. Licht-, Kraftund Signalanlagen Verkauf aller • Z Der RBD. an Generalversammlung der Solzarbeiter. Reinfall der„ Oppofifion". Wie bekannt, mählten die Berfiner Mitalieder des Holzarbeiter verbandes am 4. März bei einer Bahlb teilioung von 50 Proz. die Telegierten zur Generalversammlung. Die Rote Fahne" per fündete bamals in fetter Schrift den Sieg der Oppofition welche eine Mehrh: it von ganzen 200 Stimmen( bei zirfa 12 000 Bählen. den) erhalten hätte. Bestern tagte nun die Generalversammlung der Holzarbeiter. Bevollmächtigter Freigang gab den Ge= fchäftsbericht und fam auf die Tragödie des Jahres 1923 zu sprechen. Im Berichtsjahre machten sich mehrere Lohnfämpfe nötig, die an Umfang alle bisherigen Bewegungen überitieaen. Trokdem rourde erreicht dak die Holzarbeiter am Fahresschluk mit einem Bohn von 692 Milliarden an der Svite der Berliner Löhne ftanden. Auch der damolig abgefchloffene Goldlohn mar bei einer Arbeitslofenziffer von über 15 000 Holzarbeiter( als Bollarbeiter waren nur noch 10 bis 15 Broz. Kollegen beschästigt) qünftig. Infolae der hanernben Lohnbewegunnen war es nicht möglich, in dem Maße Aufflärung unter die Mitglieder zu bringen als notwendig mor. In der Zeit der Inflation war ein leichter Mitgliederrüd. gang zu verzeichnen, der inzwischen längst mieber mettgemacht wurbe. Der Rebner fchilderte ale Schwieriofeiten, die überwunden merben mußten. Er ichloß mit einem vpell an die Delegierten und an bie Holzarbeiter Berlins, einig zusammenzustehen gegen die Front bes Unternehmertums. In der Diskussion sprochen die Rebner der„ Oppofition" wenig zur Sache. Von einigen Rednern und dem Genossen Fled wurde das Berhalten der fommunistischen Redner gebührend gefennzeichnet; ferner fprachen sie ihre Bewunderung aus, das es der Ver waltung möglich war, die unwirtschaftlichen Verhältnisse im Jahre 1923 mit fühlem Kopf zu meistern. Im Schlußwort zerpflüdte Genoffe Freigana die Einwände der Oppositionsredner und wies darauf hin, daß es nicht die BSPD. fei, die die Gewerkschaften zu einem Parteiinstrument moche. Er marnte bringend davor, den Weg weiter zu schreiten, den man von Mostau vorgeschrieben bekam. änderungen und beantragt bie Zustimmung der Generalver: Boese erwähnte die Notwendigkeit der letzten Beitrags. fammlung. Einstimmig wurden die Maßnahmen der Berwaltung qutaeheiben. Zur Wahl der neuen Berwaltung wurde ein Antrag mit großer Mehrheit angenommen, der eine 2ift enwahl forderte. Ein Antrag der Opposition, den Mitgliedern der Ortspcrmaltung das Stimmrecht zu entziehen und namentlich abzuftimmen, wurde ab. gelehnt. Die Opposition mar fich offenbar ihrer Leute nicht sicher. Obwohl bie RBD. 176 Mitglieder unter den Stimmberechtigten hotte, erhielt ihre Liste mur 169 Stimmen, während die Liste 1( Amster. bam) 198 Stimmen erhielt, obwoh nur 193 Mibolieber der VSPD. anwefend waren. Das Ergebnis löfte lebhaften Beifall aus. Damit ift bie bisherige Bermaltung miebergewählt Die Opposition verlor ben Kopf und nur gegen einige Stimmen sprach man allen Berbandsanaeftellten das Bertrauen aus. Nachdem Genoffe Boese auf die Maifcier der Holzarbeiter in der Neuen Welt hirgewiesen hatte, wurde die Generalversamm lung um 12 Uhr geschlossen. 99 Stockarbeiter. In der Branchenversammlung der Stodarbeiter referierte Faltenstein über Rechte und Pflichten in den Krantentassen. Der 8med feiner Ausführungen war, die Krankenkassenmitglieder auf die Kassenleistungen aufmerksam zu machen. Die Gewerkschaften müßten forgen, daß die Sozialversiche rung durch die Tätigkeit der Erfaßtranfenfassen nicht gehemmt mird. Einstimmig wurde beschlossen, die Arbeit am 1. Mai ruhen zu laffen. Rüdert gab bekannt, daß die Belegschaft der Firma Daus, Röpenider Straße, feit 1. April streift. Die Firma verlangt einen wesentlichen Lohnabbau; alle bisherigen Berhand lungen waren refultatios. Der Betrieb ist daher für die Kollegen gesperrt Zwei Anträge der KPD- Fraktion wurden mit großer Mehrheit abgelehnt. Gewerkschaftliche Aufbauarbeit. gelaufene Resolution ab. Für jeden ehrlichen Gewert fchaft er war es eine Freude, festz: stellen, daß die Mitgliedschaft sich nicht von einigen Schreiern terrorifieren läßt. Die Diskussion, tie sich, abgesehen von den fommunistischen Rebeern, auf hohem Niveau bewegte, stimmte den Ausführungen des Referenten in allen Teilen zu. In die Bezirksleitung wurden nur Kollegen der Amsterdamer Richtung gewählt. Die Kommunisten blieben trotz des Aufrufs der Roten Fahne" in hoffnungsloser Minderheit. 3m Schlußortrag rechnete Kallege Udo gründlich mit den Ge werffchaftszerstörern ab. Der kommunistische Sput wird auch in Berlin, bald verschwunden sein. Arbeitszeit in Gefahrenbetrieben. BIB. berichtet: Die Berordnung über die Arbeitszeit schränkt im§ 7 bie Möglichkeit ber lleberschreitung der achtstündigen Arbeitszeit für folche Gewerbszweige oder gruppen von Arbeitern wesentlich ein, die unter besonderen Gefahren für Leben oder Gefundheit arbeiten. Im Reichsarbeitsministerium find unter. fugungen im Gange, um diese Gewerbszweige und Arbeitergruppen zu bestimmen. Bis zu ihrem Abschluß hat die Vora fchrift des§ 120e ber Gewerbeordnung erhöhte Bes beutung, wonach die zuständigen Polizeibehörden oder die Gewerbes aufsichtsbeamten für einze ne Betriebe, in denen durch übermäßige Dauer der täglichen Arbeitszeit die Gesundheit der Arbeiter ges fährdet wird, im Wege der Berfügung die Dauer der zulässigen täg lichen Arbeitszeit festsetzen tönnen. Mit Hilfe dieser Bestimmung tönnen in der Zwischenzeit etwa zutage tretende offenbare Mißftände wirksam bekämpft werden." Der Hamburger Werftarbeiterftreit geht weiter. Die Werftgewaltigen geben nicht nach! Die Verhandlungen, die vom Hamburger Schlichter Dr. Sten. et zur Beilegung des nun fchon acht Wochen andauernden Werftarbeiterstreits eingeleitet worden waren, find völlig er. gebnislos verlaufen. Die erftpertreter verharrien auf ihrem bisherigen Standpunkt der Durchführung der neunftünbi gen Arbeitszeit und Ablehnung der Teilnahme der Arbeiter. betriebsräte bei de: Regelung der Ueberstundenarbeit. Bon ten Bertretern tes Metallarbeiterverbandes murde demgegenüber erflärt, baß unter dielen Umständen eine Einigung nicht mög'idh fei. Der Kampf geht deshalb mit unverminderter Schärfe meiter. Hamburg. 11. April.( Eigener Drahtbericht) Die neuen Be fprechungen mit den am Tarif ber Scefciffsmerften be Die Werftbefizer beharren auf ihrem Standpunkt fomohl in der teiligten Parteien führten ebenfalls zu feinem prafischen Ergebnis, Lohnfrage ais auch in der Forderung der neunstündigen Arbeitszeit. Die Besprechungen mußten daher abgebrochen werden. Das Ergebnis der Abstimmung im englischen Bergbau. Gesternt wurde das endgültige Ergebnis der Urabstimmung im englischen Bergbau über das letzte Lohnangebot der Bergbaueigentümer befannt. 338 000 Bergleute ftimmten für die Zurüdweifung und 322 000 für die Annahme dieses Angebots. Die Streiffrage war in dieser Urabstimmung nicht miteinbezogen. Daraufhin hat sich die Erefutive des Berarbeiterbundes an den Minister für Bergbau, Chinwell, mit dem Antrage gewandt, einen unparteiiden au ernennen. Der Minister gab diesem Antrage sofort statt. Untersuchungsaus chuß über den Lohnstreit im englischen Bergbau Theater der Woche. Bom 13. bis 21. April 1921. Bollsbühne: 13., 16,( 18. gefchl. Borft.) bis 20. Oftern. 21. Rönig Sunger. 22. Die Fahrt nach Orplib. Deutsches Theater: 14. und 19. Der Graf von Charolais. 15., 17., 20. und 21. Die Sübin von Zolebo. 16. Der Lebende Leichnam. Rarfreitag: Ronzert Rudolf Baubenthal Rammerspiele: 14. bis 16. und 20. Bom andern Ufer. 17., 19. und 21. Betierlcumien, 18. Ges floffen geffing Theater: Rolportage. Theater in ber Röniggräger Strages Sit es fo? 18. his 15. enn ber neue Wein blüht. ab 16. So ift es! Deutsches Opernhaus: 18. und. Aiba. 14. und 22. Sannhäufer 15. Care men. 16. Eugen Onegin. 17. Die toten Augen. 18. Gefchloffen. 19. Rigoletto. 20. Die Bauberflöte, Großes Schauspielhaus: Boccaccio. b 16. Cafparona. Die Renaissance Theater: 18. bis 16. Gommer. 5 19. Die tote Stabt. Tribüne: Eine glüdliche Che. Deutsches Künstler.Theater: Cine florentinishe 8met um Tragödie. Bartete. Cine musikalische aur.- Romibienhaus: 9 Eine. B: zliner Theater: Das Weib im Purpur. Opernhaus: 13, Madame Butterfin. 14. Mona Lisa. 15. Elettra, 6. und 20. Die tote Stadt. 17. unb 21. Figaros Sochzeit. 18. Rongert, 19. Tristan und folde Rrolloper: 13. Tiefland. 14. und 15. Barbier von Sevilla. 16. Madame Butterfin 17. und 20. Boheme. 18. Ronzert. 19. Sänfel und Gretel Tänze 21. Mona Lisa. Cahauspielhaus: 13., 15., 17, und 20. Nibelungen. 14. unb 19. Beer Gnnt. 16. Biel Lärm um nichts. 21. Alt- Berliner Boffenabend. Schiller Theater: 13. Rabale und Liebe. 4. Boltsfeind. 15., 17, und 20. Fauft. 16. und 21. Stiftungsfest. 18. Gefchloffen. 19. Maria Magdalena. Trianon heater: 13. bis 16. Die nadie Tänzerin. Ab 17. 8apfenfireich. Resibenz Zeutral Theater: Der dumme August. Theater in Theater: Sint- mann. ber Rommandantenstraße: Das Rabiomädel. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Junggesellen Dämmerung. Ramische Oper: Ab 15. Die tanzende ingeffin. Bustspielhaus: Der scharfe Löme. Rarfreitag geschlossen. Neues Operetten- heater: Die vete Metropol Theater: Rarneval ber Liebe, tagte Nacht Starfreitag gefchloffen. Thalia- Th ater: Frasquita. Theater am Rollenda plag: Die Berlen der Rleopatra. Theater am Kurfürstenbamm: Baby Frederiz. Aleines Theater: Die Gegenkandidaten. Ballner Th atezs Balhalla Theater: Bariete- Borstellung. Madame Bharas. 18. Gefchloffen. Role- Theater: 18., 17. und 21. Mörber Mann. 14. bis 16. Robert und Bes tram. 18. und 19. Gefchloffen. Rafino Theater: 18. bis 17. Die Mali vont Steinhof. Ab 19. Bummels Martha, Neues Theater am 80s: Meine Saloßpart Theater Steglig: 13. bis 17., 19. bis 21. Raifer Tochter Otto. play 8. Am 18. Rarfreitagskonzert. Folies Caprice: Onkel Cohn. Theater im Admiralspalast: Drunter und brüber. 18. INRI. Apollo Theater: Die Abenteuerin. Intimes Theater: Crêpe Georgette. Hotelabenteuer. Der Serr mit der günen Rrawatte. Wotans Abschied. Schaubühne im Rucn Theater am 800: 12. und 21. Raub der Gabinerinnen. 16., 19. und 20. Weibs teufel. Rachmittagstellungen. Bolfsbühne: 18. Bater und Sohn. 20. Don Carlos. 21. Eine Abrechnung. Der Heiratsantrag. Deutsches Thater: 18., 20. und 21. At- Seibelberg. Rammerspiele: 20. unb 21, Der zerbrochene Rrug.- Seffing Theater: 18., 20. und 21. Was ihr wollt Berliner Theaters Figaros Sochzeit. Arolloper: 18., 20. und 21. 2½ Uhr: Dr. Rlaus. 18. 11% Uhr: Domlonsert. Edhiller- Theater: 13. 2% Uhr: Flachsmann als Erzieher. 20. 2½ Uhr: Torquato Taffo. 1. 2½ Uhr: Minna v. Barnhelm. Residenz- Theater: Sintemann. Thalia- Theater: 13., 20. und 21. Der teufche Lebemann. Wallner- Theat 2: 13., 20. unb 21. Die Pfarrhaustomödie. Schloßparl- Theater Rose- Theater: 20. und 21. Die Fahrt ins Bunderland. Steglig: 20. und 21. Das tapfere Schneiderlein. Theater im Admiralspalast: 18., 20. unb 21. Ein Walzertraum. Apollo- Theater: 13. Johannisfeuer. Berantwortlich für Politik: Ernst Renter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Echitowski; Cotales und Sonstiges: Fris Rarftabt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts.Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret Berlaasanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin. 68. Linbenftrake 3. Mehr denn je ist es notwendig, gewerkschaftliche Aufbauarbeit zu leiften. Bor allen Dingen muß die gewertschaftliche Schulung ber Mitglieder in erhöhtem Maße betrieben werden. Den Auftakt zu dem Aufbauprogramm des Zentralverbandes der Angestellten Großes Rünstler.Theater: 13., 20. unb 21. Der Biberpels. dem Aufbauprogramm des Zentralverbandes der Angestellten Groß Berlin bildete die Bezirksversammlung Neukölln, in ber udn über Bewertschaftsarbeit einst und jeht" referierte. Die zahlreich erfchienenen Kollegen nahmen bas Referat mit startem Beifall auf. Ent prechend der Weisungen der Parteiinstanzen waren auch zu ber Bezirksversammlung eine Anzahl Kommunisten erschienen, die versuchten, ihre zerstörende Arbeit auch in diesen Kreis zu tragen. Ohne den üblichen Redeschwall und die fällige Resolution gegen die Amsterdamer Gewerf'chaftszerstörer" ging es natürlich nicht ab. Die Bersammlung war nicht gewillt, den kommunistischen Wort führern zu folgen und lehnte jebe Debatte über bie ein. " ähne 1.2 Teilzahlung G- M. auf gestattet b. l. Anza 1 u. wöchentl. Abzah ung von 1 G.-M. an. Echte Goldkronen v 8 G.-M. an. rsatzkronen v. 3 G.-M. an. Zähne ohne Gaumenplatte v 3 G.-M. an. Zahnz. mit Betäub 1 G.-M., b Bestellg von Gebissen gratis Rat und Munduntersuchung gratis 3 Jahre weitgehende Garantie. Ueber 20000 Gebisse zur vollsten Zufriedenheit geliefert. Ecke Schönelektrischer Bedarfsartikel Hatvani, Danziger Strasse 1, Hauser Allee. Ausführung sämtl. 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