Nr.177 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 88 Bezugspreis: 238chentlich 70 Golbpfennig voters sahlbar. Unter Kreuzband für Deutsch land. Danzig, Saar- u. Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar! pro Monat. Der., Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Boll und Beit" mit..Gieb. lung und Kleingarten fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage..Frauenwelt erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: .Gozialdemokrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Goldpfennig 150 Milliarden Anzeigenpreise: Die einipaltige Ronpareille. Beile 0,70 Goldmart. Retlamezeile 4- Goldmart. ,, Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Bort 0.20 Gold. mart( zuläffig zwei fettgebruckte Borte), jedes 0.10 Goldmart. erfte Wort 0,10 weitere Wort meitere Bort Stellengeiuche das Goldmark jebes 0,05 Colomati. Worte über 15 Buchstaben zählen filr zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmark. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden. ftraße 3. abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früb bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donboff 292-295 Verlag: Dönhoff 2306--2507 Sonntag, den 13. April 1924 Dorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Voitscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofttentafe Lindenstraße 3 Frankreich macht Vorbehalte. Paris, 12. April.( WTB.) In einer offiziösen Auslegung der Agentur Havas zum geftrigen Beschluß der Reparationsfommiffion heißt es nach Unterstreichung der Einstimmigkeit des Beschlusses, die grundfäßliche Zustimmung der Reparationsfommission zu dem plau der Sachverständigen fue ihrem Recht, dieses Syftem abzuändern, feinen Abbruch. In dieser Beziehung habe der franzöfifche Delegierte nicht verfehlt, einen Vorbehalt zu machen, der fich gleichzeitig auf die von den Sachverständigen vorgeschlagenen mittel der Kontrolle der Durchführung dieses Planes und auf die Garantien bezogen habe, die zu bestimmen die Sachverständigen teinen Auftrag gehabt hätten, die aber den allierten Regietungen vielleicht als unerläßlich erscheinen würden, um Deutschland dahin zu bringen, daß es feinen neuen Berpflichtungen nachkommt. Englische Beurteilung. London, 12. April.( WIB.) Die Annahme des Sachverständi genberichts durch die Reparationsfommission wird in der Presse viel beachtet.„ Daily Chronicle" unterstreicht, daß die Reparationsfommission weiter gegangen sei, als nur das Gutachten als Grundlage zu billigen, denn sie habe den Beschlüssen der Sachver ständigen zugestimmt und sich bereit erklärt, ihre Methode sofort anzunehmen und mit den Deutschen zu verhandeln. Die Mitglieder der Reparationskommission unternähmen feine wichtige Aftion, ohne ihre Regierungen zu Rate zu ziehen. Die französischen und die britischen Delegierten hätten auch persönliche Unterredungen mit ihren Premierministern gehabt. Es scheine demnach, daß sich Boincare and Macdonald so weit in Uebereinstimmung befinden, und insbesondere, daß Boincaré teine Einwendungen gegen ben Zahlungsplan der Sachverständigen erheben werde. Dos ftelle einen Fortschritt dar. In einem Leitartikel der Times" heißt es, die Reparations. fommission, das offizielle durch den Vertrag von Versailles ge fchafferte Organ, habe die Berichte in den Wirkungskreis des Vertrages hineingebracht. Der gesamte Plan müsse sehr bald das Ziel verantwortlicher Aktionen aller in Betracht kommenden Regie. rungen werden. Es bestehe eine Bräliminarbedingung, die deutsche Regierung solle ihre Bereitschaft mitzuwirken zum Ausdrud bringen und solle eine Gelegenheit erhalten, ihre Ansichten fundzutun. Man dürfe hoffen, daß diese Bedingung nicht nur eine bloße Formalität sei, denn nach der Natur der Dinge tönne teine Rede davon sein, daß die Bedingungen Deutschland einfach auferlegt werden. Wie flar ersichtlich sei, tönnten die verwidelten finanziellen BestimmunNeue Krise in Belgien? Katholiken gegen Frauenwahlrecht. Paris, 12. April.( WTB.) Der Brüffeler Berichterstatter bes Journal des debats" stellt beute die Frage, ob in Belgien eine neue Ministerkrise drobe. Die Kammerausschüsse haben nämlich mit 78 gegen 74 Stimmen einem Gesezentwurf zugestimmt, ber den Frauen bei den Provinzialwahlen das Stimmrecht zuerkennt. Der Brüsseler„ Soir" fchreibt, in liberalen Streifen erkläre man, wenn das grauenstimmrecht von den Katholiken und den Sozialisten angenommen werde, würden die Liberalen ipso facto der gefchloffenen Allianz ein Ende bereiten. Ruhrdebatte in Brüffel. Siegender Marxismus. Und völkische Blechtrompeten. " gen des Uebereinkommens, insbesondere was die Möglichkeit einer Die Nachrichten über den Wahlausgang in Däneinternationalen Anleihe anbelange, nicht durchgeführt werden, wenn mart und Finnland sind ein Zeugnis von der starken nicht Deutschland freiwillig und im Gefühl für die gemein. und geachteten Stellung, die die Marristen" in diesen beiden tamen europäischen Interessen an einer wirklichen Regelung mit nordischen Ländern einnehmen. Es gibt sicher auch dort oben arbeite. Glüdlicherweise seien bisher in bezug auf die deutsche reaktionäre Elemente aller Grade, die gegen den Sozialismus Haltung gegenüber dem Sachverständigenplan die Anzeichen im allllebelite zusammenphantasieren. Denn auch die Dummund seine politische Organisation, die Sozialdemokratie, das gemeinen günstig, und die Veröffentlichung der Berichte scheine lebelfte zusammenphantasieren. Denn auch die Dumm in Deutschland eine gemäßigtere und vernünftigere Auffassung ge- beit ist international Aber die politische Rückstänbeit ist international Aber die politische Rückstänfördert zu haben. Es sei sehr zu hoffen, daß nächste Woche die digkeit wird doch kaum irgendwo so offen zur Schau getragen Reparationsfommission endgültige Bersicherungen erhalten werde, so als bei uns, wo die politische Unbildung noch vor wenigen daß sie instandgesetzt werde, endgültig und nachdrücklich die Schlüsse Jahren zum vorschriftsmäßigen guten Ton" gehörte, heute des Berichts allen in Betracht kommenden Regierungen anzuempaber zum Gewerbe geworden ist. fehlen. Dann werde die Gelegenheit für die Regierungen kommen, nicht weniger als sieben Mandate abgenommen, das bedeutet Unsere finnischen Genossen haben den Kommunisten eine gemeinsame Anstrengung zu machen, um endlich das Reparacinen um so größeren Erfolg, als die finnischen Kommunisten tionsproblem auf der neuen Grundlage zu lösen. Deutscher Schritt in Paris. Wegen Fortführung der Ruhrwirtschaft. freundwillige Hilfe und reichliche Unterstützung von den benachbarten russischen Bolschewisten fanden. Ganz besonders erfreulich erscheint, vom Standpunkt der deutschen Sozialdemokratie gesehen, der Wahlfieg unserer dänischen Paris, 12, April.( WTB.) Der deutsche Botschafter von Freunde. Engstirnige deutsche Nationalisten haben der deutSoeich hat heute nachmittag einen neuen Schritt bei der franzöfifchen Sozialdemokratie bitteren Vorwurf gemacht, weil sie mit fchen Regierung unternommen, um die Einschaltung eines zwischen zustandes zwischen dem Ablauf der Micumserträge ab 15. April und der endgültigen Regelung der Sachlieferungsfrage auf der Grundlage der Sachverständigen berichte zu ermögchen. Ministerpräsident Poincaré war durch den Besuch des rumänifchen Königspaares in Anspruch genommen und der deutsche Botafter wurde deshalb von Ministerialdirektor Pereiti della Rocca empfangen. Abkehr Amerikas vom Beiseitestehen? der dänischen Bruderpartei ein Abkommen getroffen hat, das den nationalistischen Ausschreitungen der Agitation diesseits und jenseits der Grenze Kampf anfagt. In diesem Abfommen haben sich unsere dänischen Genossen verpflichtet, den Chauvinismus, der feine Bestrebungen über die gegenwärtige Grenze hinaus nach dem deutschen Schleswig aus. dehnt, als Feind zu behandeln. Dafür sind sie in ihrem Lande genau so gescholten worden, wie wir deutschen Sozialdemokraten von den Erbpächtern des Patriotismus angefeinbet worden sind. London, 12. April.( WTB.) Morning Poit" berichtet aus Die dänischen Wähler aber, besonders diejenigen in dem Washington: Einer nicht amtlichen borläufigen Meldung zufolge ehemals preußischen Teile von Jütland, haben der dänischen haben die Wahlen in Illinois, die die Ernennung eines Sozialdemokratie ein glänzendes Vertrauensvotum ausgestellt. Kandidaten für den Poften eines republikanischen Senators betreffen. Wenn nicht unvorhergesehene Zwischenfälle eintreten, wird zur Niederlage des gegenwärtigen Senators McCormid die bisherige Bauernregierung abgelöst werden durch eine geführt. Der Wahlausfall fei von internationaler Befozialdemokratische, der unser alter Freund Stau deutung, da McCormid einer der erbittersten Gegner des ning den Namen geben wird. Dann wird die neue dänische Böllerbundes und der Ratifizierung des Veriailler Vertrages fei Regierung auch mit der deutschen zu verhandeln haben über und feine Gelegenheit habe vorübergehen laffen, zu betonen, daß die Dinge, die in der Grenzzone den Gegenstand nationa es die Pflicht der Vereinigten Staaten fei, sich von der europäi- liftischer Aufpeitschung bilden. Wir sind überzeugt, daß mit fchen Politif fernzubalten. ihr noch leichter eine von gutem Willen getragene Verstän digung erzielt werden tann als mit irgendeiner anderen Regierung in Dänemark, wenn schon auch die bisherigen dänischen Regierungen in feiner Weife etwa verglichen werden Pömmen mit denen, die im alten Preußen die Grenzpolitik dirigierten. stellen soll. Da der Kollektivvertrag am 17. april abläuft, wird die Arbeit bis zur endgültigen Regelung und Erneuerung des Tarif vertrages auf Grund furzfristiger Vereinbarungen fortgesetzt werden. Australische Arbeiterregierungen. Condon, 12 April.( Eigener Drahtbericht.) Das Ergebnis der Wablen in Süd- als Weſtauſtralien hat einen Regierungswechsel zur Folge gehabt. In beiden Staaten hat die Arbeiter partei die Regierungsbildung übernommen. In Weſtauſtralien wurde Collier, ein früherer Bergarbeiter, und in Südauftralien Gunn, ehemals Rraftwagenlenfer, Ministerpräsident. Da Tas manien und Dueensland bereits Arbeiterregierungen haben, find nunmehr vier bon ben ses australischen Gliedstaaten von einem Kabinett der Labour Barth regiert. Brüffel, 12. April.( Eca.) Der ehemalige fozialdemokratische Minister Wauters lenkt die Aufmerksamkeit des Ministerpräsi denten auf die Lage der Arbeiter im Ruhrgebiet und hebt dabei hervor, daß die Arbeiter viel länger als vor dem Kriege ar. beiten müffen und einen geringeren Lohn erhalten. Die Arbeitgeber hätten ihnen geantwortet, daß fie fich an die von der Interalliierten Rommiffion festgefeßten Arbeitsbedin gungen zu halten hätten. Die Regierung habe behauptet, daß Belgien an die Ruhr gegangen sei, um die Großindustriellen zu verpflichten, Deutschlands Schulden zu bezahlen. Nun aber fei feftgestellt worden, daß diese Schuld nur durch die Arbeitertiaffe getilgt werde. Die belgischen Delegierten follten in die Inter- Auf Nordichleswig entfallen demnach zwei Sige für die Venstre, alliierte Kommission zugunsten der Arbeiter eintreten Der Minister antwortete, es wäre für Belgien fehr schwierig, sich in Konflikte zwischen deutschen Arbeitgebern md Arbeitnehmer zu mijchen Die Löhne im Ruhrgeblet seien genau fo wie die im übrigen Deutschland. Der Osterkongreß der J. L. p. Condon, 12. April.( Eigener Drahtbericht.) Dem über die Diterfeiertage in gort stattfindenden Barteitag der Unabhängigen Arbeiterpartei wird mit großem Intereffe entgegengeseben, da er der Partei die erste Gelegenheit bietet, öffentlich zur Regierung der Arbeiterpartei und ihrem Brogramm Etellung zu nehmen. Die Tagesordnung umfaßt auch zahlreiche Anträge zur Außenpolitit und zur Rüstungsfrage. Ein Antrag will die Regierung auffordern, die Möglichkeiten der praktischen Berwirklichung fozialistischer Maßnahmen von Amts wegen fachlich prüfen zu lassen. Die Regierung hat eine Kommission ernannt, die eine Gr hebung über die Lohnberhältniffe im Bergbau an Zur dänischen Folkethingwahl. Das Ergebnis in Dänisch Nordschleswig. Apenrade, 12. April.( Tul.) Der Zuwachs tür die Deutschen bei den follethingwahlen beträgt einige hundert Stimmen. Bastor Schmidt- Tondern wurde wiedergewählt. Das vorläufige Ergebnis für Nordichleswig geftaltet fich folgendermaßen: Dänische Rechte 225. Stoniervative 10608, Landmansparte: 1846, Sozialdemokraten 13289. Schleswigiche Bartei 7724, Venstre( Linke) 17128 Stimmen. awei für die Sozialdemokraten( bisher nur der Kindervater" Gen. J. B. Nielsen), je einer für die Konservativen, Deutschen und Radikalen. bevorstehend. Rücktritt Neergaards Betranung Stannings Kopenhagen, 12. April.( WTB.) Infolge des Berlustes, die das Ministerium Neergaard bei den geitrigen Follethingwahlen erlitten hat, wird es wahrscheinlich in den nächsten Tagen bemiifionieren. Der König dürfte den Sosialistenführer Stauning mit der Bildung des neuen Rabinette beauftragen. Der franzöfifche Senat hat das Gefeß über die sechsjährige Legis. laturperiode an einen Sonderausschuß überwiesen und damit zum Ausdrud gebracht, daß er dieses Gesetz vor den Reumahlen zur Rammer nicht beraten will. Die Bolfsabftimmung in Griechenland für und gegen die Republik findet hente Sonntag statt. Der Zustand Cloyd Georges, der an Bronchitis leidet, gilt als ziemlig ernft In vieler Beziehung können wir Deutschen ohne Unterschied der Parteistellung von dem kleinen skandinavischen Nachbaren lernen. Auch dort sind die Klassenunter fchiede vorhanden, die die ganze kapitalistische Welt zerreißen. Aber das dänische Bolt ist von Grund aus demokratisch. Politische Herren" allüren, wie sie bei uns durch Jahrhunderte großgezüchtet find, gehören dort in die Altertumsmuseen. Politische Gegenfäße, wie sie sich aus den wirtschaftlichen Intereffen der Volksschichten ergeben, werden mit aller sachlichen Schärfe ausgetragen, ohne daß doch die per sönliche Herabsehung des Gegners auch nur im entferntesten an das heranreicht, was in Deutschland üblich ist. Diese Gesamthaltung der dänischen Bolitik wird am besten dadurch gekennzeichnet, daß dort weder Bölkische noch Kommunisten eine Rolle spielen. Die dänische Sozialdemokratie und die Gewerkschaften bilden ein Muster an innerer Beschlossenheit. Radikale Phraseure tommen bei ihnen nicht auf, ebenfowenig wie etwa die Hitlergardisten oder Dinterfische dort im Bürgertum eine Rolle spielen fönnen. Bei uns hingegen wird der Wahlkampf beherrscht von dem Phrasenschwall aus beiden Lagern. Sogar die Kreuz- Zeitung" mußte dieser Tage in einer Wahlbetrachtung aus München fonstatieren, daß die von den Deutschnationalen großgezüchteten Bölkischen in ihren Versammlungen sich durch rübesten Ton und demagogischeste Bersprechungen an eine gläubige Wählermaffe auszeichnen. Wie viel politischer Analphabetismus innerhalb der völkischen Bewegung eine Rolle spielt, davon legte vor furzem erft einer der Hauptmatadore dieser Bewegung, der frühere Oberst Ahlemann, in einer mecklenburgischen Bersammlung Zeugnis ab. Das dortige Organ der Bölfischen versicherte, dak„ reine vaterländische Be geisterung, ein eisernes Pflichtgefühl, ein Berge ver fe tender Glaube an die Zukunft unseres Boltes" diefen Mann zbingen, für den völkischen Gedanken zu zeugen. Wie sieht dieser Mann und seine Bewegung die deutsche Welt an? Etwa fo: " Wir waren gar tein Bolt mehr. Wir waren durch ben Margismus auseinandergelegt. Auf der einen Seite das große Arbeiterheer, auf der anderen Seite das Bürgertum. Standesbündel, Ra stengeist, Didschnäuzig f« 1 1 waren an der ragesorbnuny. Tiefe Not hat hüben wi« drüben die Augen geöffnet, mit Alassenhoß und Standesdünkel geht es nicht weiter. Soll dieses Voll feine Ketten zerreißen, fo Ist die erste Be» dingiing die Einigkeit. Das Volk muß wieder zusammenstehen. die große Kluft zwischen recht» und link», zwischen Proletariat und Bürgertum muß nicht überbrückt, nein, sie muß zugeschüttet werden* Was sind das für Dekxmptungen und für Versprechungen! Seit wann hat der Marxismus ein Volk„auseinander- gelegt"? Wer auch nur im geringsten den Versuch ge» macht hat. die Lehren des Marxismus zu verstehen, weiß, daß Marx nicht etwa die Klasienscheidung erfunden, sondern die schon vorhandene in ihrer historischen Be- dingtheit nachgewiesen hat. Er hat vor allem die B e- d e u t u n g der Arbeiterklasse in wirtschaftlicher und politi- scher Hinsicht erforscht und die Organisation dieser Arbeiter- klasse zur selbständigen politischen Partei als eine Lebens- Notwendigkeit dargestellt. Millionen und aber Millionen von Arbeitern in allen Ländern des Erdballs haben die Richtigkeit und Reinheit dieser Lehren begriffen und danach ihre Organisationen geschaffen. » Während freksich in anderen Ländern dieses Ringen der Arbeiter und Selbstbehauptung und um eigene Anteilnahme an der Leitung ihrer Geschicke zwar nicht reibungslos, aber doch ohne wesentliche Eingriffe der Staatsgewalt vor sich gehen tonnte, hat das deutsche Kaisertum seine be- sondere Stärke dorm gesucht,.das Volk auseinanderzulegen." um im Stile Ahlemanns zu sprechen. Bismarck hat unter treuester Hilfe aller junkerlichen und industriellen Herrennaturen die Gesetzgebung gegen die Arbeiter- klasse spielen lasien. Und Wilhelm IL, dem der Oberst Ahlemann den Treueid geleistet, hat in den langen Jahren seiner Regierungstätigkeit immer wieder sein« redne- rischen Granaten gegen die Arbeiterbevölkerung geworfen. Gegen s i e war das Wort gemünzt, daß die Soldaten.auf Vater und Mutter schießen" müssen, wenn es der Kaiser be- fehle. Gegen sie galt das Schmachwort von den„vater- landslosen Gesellen" oder von der.Rotte von Menschen, die nicht wert den Namen Deutsche zu tragen". Gegen f i e kündigte Wilhelm das Zucht- h a u s g e s e tz an, das jeden Arbeiter mit schwerer Strafe bedrohte, der es wagte, feine Kollegen zum einmütigen Wider- stand gegen den.Standesdünkel, Kastengeist und die Dick- schnäuzigkeit" der deutschen Schwerindustriellen zu ermahnen. In jenen Zeiten des Kaisertums, da die Ahlemann, die Ludendorff und wie die Offiziere aller Grad« auch geheißen baden mögen, ihrem.allerhöchsten Kriegsherrn" zu allen seinen Ausfällen gegen die Arbeiterschaft zujubelten, war die Arbeiterklasse in Deutschland zum Paria derGe» s e l l s ch a f t degradiert. Nur der Marxismus, nur die So» z i a l d e m o k r a t i e hat in den Arbeitern das Selbst- b e w u ß t s e i n und das Selb st vertrauen geweckt, ge- stärkt und aufrechterhalten, das sie befähigt«, auch den stärk- sten Stürmen lachenden Trog entgegenzustellen. » Jetzt sind die Phraseure von rechts und links am Werke, den Arbestern dieses Selbstvertrauen zu rauben, die einen mit ihrem papageienhaften Verrätergeschrei. die anderen mit ihren verlogenen Deklamationen über die notwendig«.Einig- keit der Volkstlasien". Nur Toren können solchen Lockrufen folgen. Wer um sich schaut im deutschen Lande, sieht mit offenen Augen, wie die KlasiengegensStze immer wieder auf- einanderprallen. Seit Beginn der sogenannten Stabilisierung der Währung sieht sich das arbeitende Volk, das schon durch die Inflation verarmt und zermürbt war, gezwungen, um einige Groschen Lohnerhöhung erbitterte Kämpfe zu führen. Die Gewerkschaften, die.marxisti- fchen" Gründungen der Arbeiterklasie zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen, haben ein vollgerüttelt Maß von Gespräch über öen öeutsihen Professor. von Joseph u». .vi« Unwersitöt Neapel", sagte Alfred,»feiert da» Jubiläum ihre» Ivojährigen Bestandes. Zu dieser Feier hat sie die bayerisch« Akademie eingeladen. Nun, und was hat die bayerische Akademie geantwortet?" Eduard:.Sie wirb doch die Einladung nicht etwa zurück« gewiesen haben?!" A l s r e d:.Ihre Mitglieder sind deutsch« Professoren, und diese selten« Menschengattung weist jede ausländisch« Einladung zurück. Der deutsche Professor steht auf dem Standpunkt, daß die Universität von Neapel an dem Friedensvertrag von Versailles schuldig ist, obwohl nicht die italienischen Professoren, sondern die italienischen General« und Diplomaten an diesem Friedensvertrag mitgewirkt haben." Eduard:»Wie kann man nur Diplomaten, General» und Professoren miteinander verwechseln?" Alfred:.Der deutsche Professor kann alle», verwechselt er sich doch selbst mit einem General. Bei der vorletzten Rektors» inauguration der Berliner Universität sangen die Studenten da» kriegerische Lied:.Wohlaus, Kameraden, auf'» Pferd, auf'» Pferd.." Der Rektor Roeth« hatte sie dazu aufgefordert; obwohl e» gerade einem deutschen Professor eher ziemen würde, etwa den Text so zu singen:„Wohlauf, Kameraden, auf» SteckenpferdI" Aber«» war nicht dieses gemeint, sondern«in wirkliche» Schlachtroß, obwohl die Kavallerie in den modernen Kriegen nur ein« untergeordnete Rolle spielen kann. Das wußte der Germanist Roethe nicht. Sein« Kollegen von der chemischen Fakultät sind besser unterrichtet. Sie wissen, daß nicht ein munterer Ritt in» Feld der Ehre entscheidend ist, sondern die Wirkung de, Giftgases. Die Chemiker sind prak> tische Naturen, die Germanisten romantisch«. Aber deutsche Pro- fessoren sind sie alle, dos heißt: Menschen, denen der geistige Stahl- Helm über Augen und Ohren gerutscht ist. so daß sie Stimmen und Erscheinungen der Außenwelt nicht mehr wahrnehmen können." Eduard:„Und die Wissenschaft leidet nicht darunter?" Alfred:.Es gibt feit einigen Jahrzehnten eine Inzucht der deutschen Wissenschast und«ine peinlich gewahrt« Rossenreinheit de, deutschen Geiste». Die Entwicklung der wissenschaftlichen Ideen voll- zieht sich in Deutschland unter dem hermetisch schließenden Stahlhelm, wi« die Entwicklung exotischer Pflanzen in einem glasüder- deckten Treibhou». Nur, baß der Stahlhelm die Sonne nicht durch- läßt. Die Liebe de» deutschen Professors»um Schlachtroß ist zwar mehr ein« platonisch«. Denn reiten hat er ni« gekonnt: Wohl aber hat er bereit, den Knüppel schwingen gelernt, den er von Kunz» bezieht. In der Linken da» Buch uich den Knüppel in der Rechten steht er heut« auf dem Katheder, bereit, die Wissenschaft zu ver» »retten und gleichzeitig Neapolitaner. Luden, Franzose». Marxisten Arbeit, um das begreifliche Verlangen ihrer Mitgsieder nach Verbesserung der Lebenslage auch nur um einiges zu erfüllen. Angesichts solcher aus der Wirtschaftslage des Proleta- riats erwachsender Kämpfe um das tägliche Brot muten die Einigkeitsmahnungen der völkischen Heerführer an, wie die berühmt« Predigt des Fuchses an die Gänse. Aber wenn auch die a-ntisemitischen Trommler Ludendorffs vorübergehen- den Zulauf haben mögen, so ist ihr Erfolg nicht von Bestand. Die wirtschaftlichen Tatsachen wiegen schwerer als völkische Schaumschlägereien. Und in dem großen Durcheinander dieser Wahlzeiten wird sich die marxistisch« Sozialdemokratie er- weisen als ein Felsen von Erz. der zwar von den Wogen um- rauscht und beschädigt, aber nicht zertrümmert werden kann. Da» werden die W a h l e n am 4. M o i jedem dar- tun, der Augen hat zu sehen und Ohren zu hörenl Phrase oöer Politik. Deutschnationale VefreiungSmysti?. Auf dem Deutschnationalen Parteitage in Hamburg prophezeiten sich die Parteiführer 200 Sitze im kommenden Reichstag und den„entscheidenden Einfluß" in der neuen Regierung. Inzwischen hat sich manches ereignet, was Wasser in den Wein der Deutschnationalen Hoffnungen ge- gössen hat. Die deutschvölkischen Siege in Bayern gingen auf Kosten der Deutschnationalen. Ohne viel Prophetengabe kann man voraussagen, daß es im Reiche den Deutschnationalen nicht anders gehen wird. Der Demagoge wird stets vom Konkurrenten übertrumpft. Das bedrückt auch den Grafen Westarp. In seiner Wochenübersicht in der„Kreuz-Zeitung" schreibt er: �vie bayerfchen Wahlen haben, wenn man von ihrem Au»- gang auf denjenigen der Reichstagswahl schließen muß, die Au»- sichten dafür nicht verbessert, daß in den Reichstag eine starke. zahlenmäßig groß« und in sich geschlossene Mehrheit einziehen werde, die den Willen und die Kraft zu fester und würdiger Befreiung,- polttik aufbringt. DI« Derlust« der Deutschnationalen in Bayern zeigen, daß «in nicht unbeträchllicher Teil des Erfolges auch hier auf Kosten der stärksten und größten völkischen- Partei gegangen ist. Mit den 400000 Stimmenn hat der völkische Block etwa 20 Proz. der abgegebenen Stimmen erreicht. Vergleicht man freilich diesen Erfolg mit den Zielen, die er sich gesteckt hat, so hat er noch einen weiten Weg vor sich." Nach den bayerischen Wahlen kam das S a ch v e r st ä n» d i g e n fl u t a ch t e n. Jetzt Hessen keine Redensarten mehr. Die deutsche Politik wird vor eine klare Eni- s ch e i d u n g gestellt. Der Reichskanzler Dr. Marx hat mit Recht erklärt, daß m»r eine Fortsetzung der Erfüllung?- Politik einen Neuaufstieg Deutschlands herbeiführen kann und daß durch das Gutachten der Sachverständigen eine neue Möglichkeit der Verständigung geschassen ist. Namhafte Industrteführer haben sich ähnlich aus- gesprochen. Sie haben den von ihnen früher organisierten Widerstand gegen die Erfüllunospositik. der Erzb�ger und Rathenau das Leben kostete, der die Regierung Wirth zur Strecke brachte, in den Micumvertrqgen teuer bezahlen müssen. Sie baben endlich begrissen.' daß dl« Sozial- demokratie Recht hatte, wenn sie von Arssang an dafür eintrat, daß Deutschland durch Erfüllung den Weg zur Freiheit finden müsse. Auch Herr Stresemann, der in den letzten Wochen bedenklich zu jongsieren begann, wird jetzt zweifellos den Weg zu seinen einsichtigeren Formulierungen zurückfinden, daß Erfüllungspotlttk die einzig möglich« Befreiungspolitit sei. Daß die Deutschvölkischen sich zu dieser Einsicht nicht auf- schwingen können, ist kein Wunder. Bei den Deutschnatio- nalen scheint ein beträchtliches Durcheinander zu herrschen. Graf Westarp wendet sich in der„Kreuz-Zeituna" scharf gegen die Annahme des Gutachtens. Er erklärt, daß „die jetzige Regierung unter keinen Umständen eine entfchei- niederzuschlagen. Eo nimmt er allein den Kampf gegen dl« Welt aus— und sie, die e» nicht zu wissen scheint, schickt ihm Einladungen. Eduard:.Wie ist e, möglich, daß sie es nicht weiß?" Alfred:„Daran sind wir selbst schuld. Wir kümmern uns gar nicht um die Universitäten— und sie sind auch nicht mehr ein integrierender Bestandteil unsere» össentlichen Leben». Sie sind höchsten» das Agitotionsmaterial im Wahlkampf der nationalistischen Parteien. Also sind wir, die wir keinen Kontakt mtt den Aka» demien haben(und ihn auch nicht brauchen), immer noch geneigt, dem Professor mehr Achtung zu zollen, als er verdient. Dieser un- begründet« Respekt vor der Autorität ist höchst verderblich. Ein qualifizierter Arbeiter, der denken kann, ist klüger, ol» zehn For» scher, welche ein Leben damit zubringen, die Umlaut« de» Gudrun. liebe» zu zählen. Deshalb sst der denkende Arbeiter auch Sozlallst, da« heißt: Zukunftsmensch: deshalb sind neun von zehn Professoren auch Nationalisten, das heißt: Vergangenheitsmenschen. Eduard:.Willst du leugnen, daß die Wissenschaft den Menschen befreit?" Alfred:.Da» eben ist die folgenschwer« Verwechselung. Ich leugne nicht dt« befreienden Impulse, die von der Wissenschaft ausgehen. Ich leugne die Möglichkeit einer Befreiung durch den Professor. Weil wir so dumm sind, den Professor für die Wissenschaft'zu halten, respektieren wir die Bannmeile, die von der Tradition um die Hochschule gelegt ist. Wir stören den Prosessor nicht, weil wir immer noch glauben, er arbeit« an seinen Büchern. Er aber arbeitet indes nur mit der Linken, während er mit der Rechten exerziert. E» hat sich ein Durcheinander zwischen General- tum und Prosessorentum herau»gebikdet. während wir un« um die Bannmeile drückten. Ludendorff, der ein General ist. hält Vorträge über die Walhalla und die Forscher der Eddalieder fordern ihr« Schüler auf, da» Pferd zu besteigen. Der Feldwebel forscht nach dem Ursprung der Rassen in seiner Kompagnie und die Hörer de» Seminar» für Rassenforschung üben sich im Schießen auf prole- tarisch« Zielscheiben. Diese Tatsachen erörtern wir nicht genügend laut. Deshalb weiß es die neapolitanische Universität nicht und st« lädt infolgedessen noch die deutschen Professoren ein. Eduard:„Werden die neapolitanischen Gelehrten nicht sehr beleidigt sein?" Alfred:„Wenn sie Philosophen sind: neinl Denn sie haben ihr« Abweisung nicht von jenen erhalten, die sie eingeladen hatten! Sie luden deutsche Gelehrte ein. und nur durch ein« falsche Adresste- rung kam die Einladung cm bayerische Professoren. Sie luden die Freiheit«in und ihnen antwortet» die Barbarei. Ts ist, wie wenn «in Dichter an die Stern« appelliert und ihm fallen Hakenkreuze in» Angesicht.". Eduard:.Was werden die Neapolitaner jetzt denken?" Alfred:„Sie werden denken, am deutschen Himmel leuchten keine Sterne mehr, sondern Hakenkreuze." Eduard:»Und ich glaub«, sie«erde« richtig denk«,, dende und festlegende Haltung zu dem Gutachten einnehm«« tonn, da sie weder berechtigt noch in der Lage ist, die kam- wende Regierung irgendwie zu binden". Für ihn wird Deutschlands Antwort bis zum 4. Mai offen bleiben und dann hofft er, Westarp, mit den Deutschvöltifchen zusammen in Deutschland herrschen zu können. Westarp will die Vorschläge der Sachverständigen rundweg ablehnen. Er erklärt: »Di« Vorschläge der Sachverständigen bringen, darauf kommt es in erster Linie an. Deutschland der Fveihett nicht einen Schritt näher, weder hinsichtlich der Reparationslast, noch am Rhein und an der Ruhr. Nicht», aber auch gar nicht» ändert da» Gut- achten der Sachverständigen. E» stellt tn unver« bindlich« Aussicht, daß einmal, sobald dt« Um« stände«» gestatte»,«ine endgültig« Lösung de» Reparationsproblem» erfolgen könne. Do, wirkt nach den Ersahrpngen. die wir gemacht haben. wi« Hohn. Roch weniger werden solche Verträge etwa« daran ändern, daß ffrankretch an Ruhr und Rhein sein Ziel, das den Gegenstand des Kampfes der Jahrhunderte bildet, preisgibt. Nicht», aber auch gar nichts ändert dt« Annahm« der Sochverstän- digenvorfchkä g« an der militärischen und polt« tischen Gewaltherrschaft Frankreich», vielleicht, aber auch mir vielleicht schafft sie aus einige Zeit ein« wirsschoftUche Erleichterung. Sicher bringt st« un» der mtlitäriichen und politischen Besretung von Rhein und Ruhr nicht näher." Also: Ablehnen muß danach die deusschnationale Parole bleiben. Der Versailler Vertrag ist sowieso„durch den Ueberfall ans Rbein und Ruhr und durch sonstige Ver- tragsbrüche von Frankreich und Belgien verletzt und dadurch in seiner Rechtsgültigkeit aufgehoben." Also, so folgert Westarp, keine Erstillungspolitik, sondern„Befreiungs- Politik". Vergeblich sucht man nach einer Zeile, was denn nun die Defreiungspolitik fein soll und was sie bringen soll. KeinWort darüber. Es ist religiöser Mystizismus im besten Fall«, verbrecherische Demagogie im schlimmsten Fall. sicher aber keine Politik, wenn Westarp den lapidaren Satz prägt, e» bandle sich bei dem Gegensatz zwischen Er- füllunaspolillk»nd dem. was er Besreinnospolittt nennt, unl einen Unterschied des Willens und der Tat: „Der Unterschied des Befreiungspoltttker» vom Erfüllungspoli- titer wird ein Unterschied des Entschlusses und der Nerven sein, und so muß sich der von der nationalen Well« ergriffen« Wähler darüber klar sein, wo er dt« Männer findet, denen«r die Nerven und die Kraft zutraut, die nötig sind, um Befreiung,, und nicht Erfüllungsvolitik zu treiben, und er wird Sorg« tragen müssen, diesen Märmern im Reichstag dl« nötige Macht zu schaffen." Das ist alles, was ein führendes deutsckmationales Blatt über Deutschlands künftige Außenpolitik zu sagen weiß. Da« ist gedanklich genau derselbe Blödsinn wie der, den die„Rote Fahne" von der anderen Seite uns vorsetzt. wenn sie von„proletarischer Lösung" spricht. Wenn Gedanken sthlen, stellt immer noch ein Wort sich ein. Mit solchen Redensarten ist dem deutschen Volke nicht gedient. Di« Erfahrungen de» vergangenen Jahres haben gezeigt, daß es um einigermaßen ernste Dinge geht, und daß man wisse« muß, was uns« Volk heitte an Abwehr leisten kann und auch nicht, lessten kann,«he man mit deutschnationalem Faialismu, die Dinge wieder neu schleifen läßt. Nu? der entschlossene Wille, den wirtschaftsschen Wiederaufstieg Deutschland» unter allen Umständen zu ermöglichen, und zu dem Zweck auch die Opfer der Reparationszahlungen zu tragen, kann den Weg in» Freie bahnen. tla iranzölisch-rvmänlscher Bündnisvertrag lolk der Erfolg de« ietzigen rumänischen KönigSbeluch» in Pari» werden. Tie sozialistiich» Parlier Prelle wendet stch entschieden gegen solche Pläne, die zu- nächst Rußland deunruhigen müßten. Gegen dl« beabsichtigte amerikanische Etawaaderaogssperr« für Zopaner bat die japanische Regierung«ine energisch« Protestnote nach Wasbington geschickt. »die tote Staüt" Erstausführung in der Skaaksop«. Erich Wolfgang Korngold hatte Blick und bewies Geschmack für «In« waschechte Theateroper. Er geriet an einen Stoff, der üppig und heiß war, in den alles eingewebt ist. was zu einem ausregenden. sinnlich alarmierenden, wild schreienden Skeffch gehört, in dem nur kein Funk« Wk von wo au» die dramatische Glut groß angefacht werden tonnte, kein Urgrund, auf dem Charakter« wachsen oder sich entwickeln, vielleicht war da, mich nicht gewollt. Ei entstand ein« Novell«, kein Drama, ein Bilderbuch mit Kinobeleuchtung,«in« fir« Idee, fesselnd in den Nebel einer Biston getaucht. Hochspannung ist besonder» im letzten, grell und«ssekivoll ausblitzenden Bild, mit Rausch und Kamps und Feuer. Auf diese Szene rast« Korngold zu. Hier gibt«r. was er kann, subtil« Technik, erhitzten Gesang, groß« artig« Orchestertrick». ausbalancierte, derb zupackende, schar« zeich, nende Rhythmik. Lichter in den Stimmen, die aus einmo» lebendig. atmenlz breit strömend werden. Bevor aber dieser g'änzned begabte Strauß, und Puccini-Jünger solch bengalischen Abschluß im Effekt fand, komponierte er jn Verlegenheit der Inspiration, in unbewußter Verlogenheit de» Gefühl«, mit kalter, totkalter Hand. Da, fängt nicht an, da, hört nicht aus, das dauert nur. Farbe an Farbe,>m- vermittelt. Orgelklong neben Operettenjargon, unoerbunden. Ei« Stil-Po'pourri, kein« Oper. Ein alt» Lied zur Laute, der Tanz Marietta», dl« langsam« Harlekin-Wei'e und die gesamt« GauNermusik: all da» wär« Ein- geständnis glitzernder Unfruchtbarkeit, wenn ein üppig«,, sauberes, oft delikates, immer interessierendes Orchester nicht selbst da» Banal« verdeckt«. Wie anders war da» im rauschenden Leben der„Bio- lanta"-Partitur. wie ander» im keck-fröhlichen„Ring de» Poly- kratesl" Die groß«, wenn auch kaum originale Begabung Korngold« ist überzüchtet durch zu viel Können, durch zu dicken Weihrauch. der seinen Blick umnebelt Sein Stilgefühl, sein Gemüt haben sich in demselben Maß« zurückennoickelt. wie sich sein« Beherrschung de» Orchester»(nicht der Stimmen) bis ins Aeußerst« verseinerte. Möglichkeiten de» Ausstiegs liegen auch in diesem Werk. Korngold lasse vom ersten Bild einen kleinen Ausschnitt, vom zweiten gar nicht» stehen, ziehe Nr. I und III zu einem einzigen Akt zusammen: ein Publikumserfolg und ein Kunst-Sieg wird da fein. Bleibt es bei der musikalisch nicht ausfüllenden, ausreichenden Verschleppung. so begräbt ihn die„tote Stadt". Diese papsbäck.g vorgetragen«, für Lichteffekte gut gezimmert« Kreisleriana formte sich inhaltlich also: Jn Brugg«, der toten Stadt. lebt Paul, einsam der Erinnerung an ein« tote Frau Mgri« hin- gegeben. Nichts am wirklichen Leben reizt ihn. treibt Ihn aus der muffigen Atmofvhäre der Anbetung heraus Do begegnet ihm Marietta. nach Wuchs. Aussehen. Stimm« ganz der Toten gleich: doch nicht an Wesenheit. Sie ist«in ob-rstächliche« Dirnchen und Tänzerin beim Theater. Di« Tot« liebi Paul noch einmal in Ma« rietta. Aber er urarmt ein lebende», glühendes Weib mit den Sinnen. Weiß er muh. daß sie«, mit vielen hält, so fesselt der Rausch de» Lebens ihn dennoch: das Tier im Mann erliegt dem Tier im Weib. Aber die Prüfung naht in tieferer Art. Im Haus der Toten. In Gegenwart des Bildes der Frau, da, da zu leben scheint. will Marietta den Kampf der Frau gegen die Frau auskSmpsen. 6U«ntwecht da« Heiligtum, nimmt die golden« Flechte der lotete TenöenMse Serickterstattung. Rcichswirtichaftsrat und Arbeitnehmer. Der wirtschaftspolitische Ausschuß des vorläufigen Reichs- «irtschasterates hat am 9� Oktober und 11. April sich mit den Problemen der deutschen Handelspolitik befaßt und zur Durch- führung einer vom Reichswirtschaftsministerium beantragten Enquete über die Verhältnisse im T« xt i l ge w e r b e und zur Prüfung der ffrogen der Erwerbslosigkeit und der l>m�tellung der Arl�itZkraft in Verbindung mit der Wirt- fchaftskrife Arbeitsausschüsse eingesetzt. Der amtliche Bericht, der uns über diese Sitzung vorliegt, enchält eine durch nichts hervorragende Red« des Reichswirtschaftsministers Hamm über die Wirtschaftslage, sowie ein Referat des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht über die deutsche Währung, die Gokddiskontbank und die Kreditbeschaffung für die Industrie. Seine Ausführungen deckten sich zu einem wesentlichen Teil mit den von uns bereits mitgeteilten Darlegungen Schachts vor den sächsischen In- dustriellen. Bemerkenswert ist, daß der Reichsbantpräsident Dr. Schacht, ebenso wie bei uns ausgeführt wurde,«inen wesentlichen Vorteil des Berichtes der internationalen Sach- verständigen in der Tatsache sieht, daß Geldübertragungen an die Entente künftig aus Deutschland nur in dem Maß« er- folgen dürfen, dos eine Gefährdung der deutschen Währung ausschließt. Auf die näheren Einzelheiten de» Berichtes einzugehen. müssen wir uns versagen. Protest müssen wir aber erheben gegen die einseitige Berichterstattung des Reichswirtschafts- rates. Der uns vorliegende Bericht enthält nämlich in aller Ausführlichkeit eine auf Wahlpropaganda zugespitzte, im übrigen gänzlich belanglose Rede des Vertreters der Land- Wirtschaft, Oekonomierat Roßdeutscher, während die mit großer Aufmerksamkeit entgegengenommen« Rede des Genosien Dr. Hilferding und die Darlegungen des Ge- werkschaftsvertreters. Genossen Tornow, der Oeffentlich- kcit vorenthalten werden. Da die Verhandlungen in den Ausschslsien des Reichswirtkchastsrates vertraulich sind, läuft eine derartige Praxis der Berichterstattung- darauf hin- aus, für die Interessen einzelner Berussstände Propaganda zu verschaffen, die Arbeit n e b m e r vertrete? aber mund- tot zu machen. Wenn der Reichswirtschoftsrat die Absicht hat. mit derartig parteiischer Berichterstattung das geringe Prestige noch einzubüßen, das er noch besitzt, so kann er nicht besser verfahren. Wenn er aber wenigstens diefenige Beachtuna sich sichern will, auf die schließlich ein m't Steuermitteln bezahltes Gutachtergremium Anspruch hat und sich vor unparteiischer öffentlicher Kontroll« seiner Tätigkeit nicht scheut, so ist es hohe �eit, daß er für«ine o b s« k t i v e Darstellung der Verhandlung besonder» bei so wichttgen Gegenständen Sorge trägt._ §ix;akeit und Mcktiykeit. Der lokalanzeigerllch«.lag' hat gestern, Sonnabend abend, «in Slanzstiick geliefert. Rot unterstrichen stand an der Spitze de» Blatte» die große Ueberschrift:»Die Etlnnt»-A.-»«r A«»jj g Vmnboldt-Hochschul«.«eorgensir-b«. v- der partektag der Kommunisten. Sieg der Linken.— Klara Zetkin ausgeschifft. Ende der Woche tagte in Berlin illegal der Parteitag der Rom- munistischen Partei. Cr war am Freitag abend beendet: Aus diesem Parteitag wurden die Diskussionen, die seit Januar in der Kommo- nistischen Partei über die Oktober-Riederlage der Kommunisten ge» führt wurden, abgeschlossen. Die Partei-Link«, unter der Führung von Ruth Fischer, trug«inen vollständigen Sieg über die Recht« und das Porteizintrum davon. All« rechten Führer wur- den aus der Zentral« ausgeschieden Bei der Wahl zur Zentrale unterlag Klara Zetkin mit wenigen Stimmen. Sie wird künftig der kommunistischen Zentrale nicht mehr angehören. Als Konzession der Linken an das Parteizentrum wurden in die Zentrale Eberlein, Hörnle und Remmele hineingenommen. K o« n e n und S t ö ck« r sind ausgeschieden worden. Der Kur» der Kommunistischen Partei wird also künftig von der Partei-Linten bestimmt. Wohin dieser Kurs gehen wird, geht an» einem Artikel von R u t h F i f ch e r.Der Kampf um die Kommunistisch« Partei' zum Parteitag hervor. Dort heißt es: .Aus dem, was heute die KPD. darstellt, einen kommu- nistischen Kern zu kristallisieren, der zu führen und zu arbeiten und zu kämpfen versteht. Ist nach dem, was hinter uns liegt,«In« Aufgab«, die mit den größten Schwierigkeiten belastet Ist. Von ihrer Lösung hängt das Schicksal der deutschen Arbeiter. Kaste ab. Die i niernationale Entwicklung und die Entwicklung in Deutschkanb kann viel schneller, al, da, heut« auszusehen scheint, die Frag« de» akuten Kampf«« um die Macht aus die Tagesordnung stellen.' Der Kur» heißt also: Zurück zur Sekte. Vordereltlmg von neuen Putschen. Welcher denkend« Arbeiter kann ongeficht« der Reaktion In Deutschland dieser Partei nachfolgen? Dauerkrise im Grduunqsland. Unter der Peitsche der Völkische«. Weimar. 12. April.(Eigener Drahtbericht.) Die Regierung»- kris« in Thüringen konnte bisher trotz eifriger«emühnngen der Regierungsparteien nicht beigelegt»erden. Der vor« schlag der Ordnuyg«parleien, an Stelle de« zurückgetretenen Finanzministers Dr. Stölze den Staatsrat von Altenbuig v. Kluechtcher zu wählen, findet bei den völki'chen keine Unter- stützung. Sie bestehen vorlänfig noch darauf, baß zunächst der SlaatSbankprästdent L o« b sofort vom seinem Posten entiernt wird. In der Sonnabendssttzung de» Landtag« erklärte Dr. Dinier im Namen der völkischen Fraktion: Anläßlich der ve'prechuna de« Regierungsprogramm« haben wir keinen Zweifel darüber gelösten, unter welchen Bedingungen wir für die Regierung«intreten werden. Wir haben al« erste« von der Regierung verlangt, baß sie alle Juden bedingungslos au» den Aemlern enkfernen wüste. Der Landtag vertagte sich dann' auf Dienstag, um den Porreien Gelegenheit zu geben, zu der Frage der RegterungSergänzungSwahl Stellung zu nehmen._ Hakenkreuz gegen Kreuz. Völkische ReligionSbekehnmg. In Bayern hat bei den Londtagvwahlen da» Hakenkreuz öder da» Kreuz gesiegt, die völkischen über die Bayerisch« Dolkspartei. Hakenkreuz gegen Kreuz— das ist nicht nur politische Symbolik, sondern das ist ein Stück Religionstrieg. Religionskrisg im 20. Jahr- hundert? Aber bei den Völkischen Ist olles möglich. Die plump«, auf die niedrigsten Instinkt« und die finsterste« Traditionen der dunklen mittelalterlichen veegangenheit berechnet« antisemitisch« Hetz« de? Völkischen hat bei«wer Reihe von ihnen, die dazu besonder» di»- poniert waren«in« Art religiösen Wahnsinns hervorgerufen. Ein« Anzahl völkischer Schriftsteller und Oberlehrer fühlt die Berufung w sich, Etftter eine? neuen Religion zu werden, und mit einem Eifer, der eines Mohammed würdig wäre, ziehen sie gegen die Hunde von Ungläubigen zu Feld«.. Unversehens ist der Antisemitis- mus bei ihnen zum Antichristentum geworden. Das Schlachtgeschret: „Die Juden sind an allem schuld' wird abgelöst von dem Schlacht» geschrei:„Das Christentum ist an allem schuld'. Ueber diesen neuen Glaubensseldzug des Hakenkreuze» gegen da» Kreuz unterrichtet eine Schrift von A. Steiger,.Facholizlsmu» und Judentum', die im Verlag der„Germania' erschienen ist Die» Buch weist aus einig« interessant« Aeußerungen diese» Glaubenskriege» der Hatenkreuzler hin. In ihrer Zelftchrift„Reue» Leben' heißt es, da» deutsch« Volk zeige ein« erbärmliche Haltung. .La» hat da» Christentum au» un» gemacht:' In derselben Zeitschrift versucht« Dr. Pudor 1S20 den Rochwei«, daß da» Reue Testament«in Juden buch sei. Der Sott de» Neue« Testaments ist ebenso wie der de» Men Testaments ein Iudengott und entspricht der jüdischen Austastung.' Di« Bibel„ist ein Juden- buch, ein Buch von Juden für die Richtjuden'.„Germanien soll wieder auferstehen. Fort mit dem Iudenbuch, der Li» belli' Ein anderer Prediger de».Deutschen Heiland»' gibt fol» gende Begriffsbestimmung:.Religion ist ahnende» Empfinden de» ewigen Geheimnisses, durch da» Priiina der Raste gesehen.' Jesu« könne nie der deutsche Heiland sein,„well er«de» kein Deutscher Ist' Es gibt keine Rettung al» di« Erweckung einer neuen Religion. Sloubensfätze der allen germanischen Heiden werden ausgestellt: bei solchem Stauben seien ste«In hochgemute» Volk geworden und geblieben,.bt» da« Christentum st« zermürbtet Diese interessante Wendung de« Antisemllismu, gegen da» Christentum könnte die absonderlichsten Vermutungen hervorrufen. vi« Völkischen haben mit der Reinheit ihrer besten Männer bisher wenig Glück gehabt. Unversehens wurde bald dem, bald jenem, der verhängnisvolle Tropfen jüdj'chen Blute» in seiner Ahnengalert» nachgewiesen. Sollte diese Wendung etwa damit in Zusammen- hang stehen, sollte dies« ganze Wendung schließlich«ine verteufelte jüdisch« Erfindung zur Diskreditierung de» Hakenkreuzes sei«? vi« Völkischen sind zu bedauern. Sie find überall von Blut»oerrat um» lauert. Sie haben e, nicht leicht! Am wenigsten leicht haben e» natürlich die völkischen Pastoren. Wa» sollen ste nun tun im Glaubenskrieg de» arischen Hakenkreuze» gegen da» jüdische Kreuz? Dies« Verlegenheit kommt zum Ausdruck in den„Monatsheften für evangelischen Religion»« Unterricht'. Dort steht zu lesen, daß der völki'che Aellglon»l«hrer seine völkischen Gefühle nicht vor der Tür de» Klasten, immer« lasten könne, ln dem er Religionsunterricht erteilt. Li« Schwierigkeit fei eben, wie er sich mit I« s u» obfinden wolle: „Venn mögen wir unseren Religionsunterricht fo völkisch ge- stalten wie wir wollen, das Gefübl haben wir alle: An Jesus kommen wir nicht vorbei. Es front sich nur, wie wir es In unserem deut'chcn Resigionsimterricht rechtfertigen, daß wir diesen au» demlsraelitischenVolthervorgegangenenMann ln seinen Mittelpunkt stellen.' Es ist allerdings ein große» Kunststück, zugleich christlicher Pfarrer und Hatenkreuzler zu selnl Bei diesen Krämpfen kranker Gehirn««rinnern wir uns an da» Geschrei, da, sich erhob, als Soziallsten tn Preußen und Sachsen au der Lösung der Verbindung von Schul« und Religio» zu«best«» begann««, vi« Leute, bi« damal» am lautesten dagegen schrien im Namen de» Christentum», stehen heute im Lager der Hakenkreuzler. Kämen sie an die Regierung, würden ste wahrscheinlich di« Haken» treuzverehrung zur Staat»religion erheben. vor der Kammeranflösung. Pari». 12. April.(WTB.) Kammer, yn der heutigen Nu Mittagsitzung, di« nur eine Viertelstunde dauerte, versuchte der Abs Frankltn-Bouillvn über die Verzögerung der Ratifizierung des Lausanner Vertrage» zu interpellieren. Mir-isteip iisiden, Poincarö sprach lein Bedauern darüber au», daß heut« weder eine Debatte über die Interpellation noch über den Gesetzentwurf betr. die Ratifizierung stattfinden könne, da die Kammer unmittelbar vor ihrer Auflösung stehe. Die Abstimmung zu Veginn der nächsten Legislaturperiode sei sicher, und die Regierung werde alle» tun. was in ihrer Macht stehe, um normal« Beziehungen wiederherzustellen. Auf Ausfühnmoen Franklin-Buoillon» und des Abg. Borbet, der besonders die französischen Interessen in Syrien für gefährdet erklärte, erwiderte Poincare, er könne nicht finden, daß dl« Int«. essen Frankreich, in Syrien bedroht seien. Sie würden es sicher auch in Zukunft nicht fein. Wenn sie es wären, so könne« dte Der. Ncherung abgeban� daß die Regierung sie zu schützen wissen werde. In der Nachmittagssitzung, die nach mehrmaliger!L Vorbehalten Nr. 177+ 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Die neuen Bahnhöfe auf der Nord- Süd. Die fortschreitende Entwicklung der Berliner Untergrundbahnlinien. | Bei der Erledigung des letzten Londoner Berkehrsstreits nahm Binsfäßen, die heute jede Kapitalshergabe verlengt, ist an e ine Ren-| Das Unterhaus einen Antrag an, der die Regierung ermächtigt, in tabilität nicht zubenten. Die Finanzierung wird deshalb nur das weit verzweigte und fomplizierte Londoner Verkehrssystem zum von der Gemeinde vorgenommen werden können und die laufenden EinZwecke der Vereinheitlichung, der Ausschaltung schädlicher Kontur. nahmen des Unternehmens- heute bereits monatlich 150 000 Goldmart Ueberschuß- werden restlos in den Weiterbau hineingesteckt. Die Stadt. renz zwischen den verschiedenen Berkehrsgesellschaften tontrol. verwaltung verfolgt die ganz richtige Taftif, zunächst abschnittweise lierenb einzugreifen. In dem gleichen Augenblid, in dem zu bauen, damit sie das Unternehmen nach Möglichkeit aus eigener man in der englischen Hauptstadt, in einem Bande, in dem Privat Kraft fortführt und nicht Gefahr läuft, es aus Mangel an Betriebsgesellschaften viel stärker den öffentlichen Berkehr bedienen als mitteln aus der Hand geben zu müssen. Die Fortführung der Nordin Deutschland, fich zu solchen Maßnahmen entschließt, findet sich im Südbahn wirft am Hermannplay das Problem auf, wie der BahnBerliner Rathaus wenn auch wohl nur aus Zufall und noch nicht hof Hermannplah gestaltet werden soll, an dem die Bahn fich mit endgültig eine Mehrheit, die für den Abbau des städtischen Bau der früher projektierten AEG.- Bahn freuzt, von der ein kleines Stüd rats für das Berkehrswesen eintritt. Eine solche Maßnahme würde Berkehrsamt und die meiſten Stadtverordneten und städtischen Ver Hermannplaz- Münchener Straße- bereits fertiggestellt ist. Das den schwersten Schlag für die Entwicklung des Groß- Berliner Berwaltungsbeamten treten dafür ein, von vornherein einen Gemeintehrswesens bedeuten. fchaftsbahnhof anzulegen, um für den Weiterbau der AEG. Bahn nach Norden hin, der unter allen Umständen tommen muß, gleich gerüftet zu sein. Auch an der Belle- Alliance- Straße soll die Berlängerung bis an den Rand des Tempelhofer Feldes sobald wie möglich, wenn es irgend geht noch in diesem Jahre, in Angriff genommen werden. Die wenigen Monate, die feit der Stillegung der Niedergang und Aufstieg der Verkehrsmittel. Mi Das Berliner Publikum ist in den letzten Jahren auf feine Berfehrsunternehmungen nicht gut zu sprechen. Die Klagen über die Städtische Straßenbahn, über die Untergrundbahn, über die 3u stände auf der Stadt- und Ringbahn nehmen fein Ende. Das Publikum hat von seinem Standpunkt aus nicht unrecht. Es hat freilich auch oft bei seinen Klagen vergessen, daß unter der Inflation Bertehrsunternehmungen am allermeisten gelitten haben. Fast alle deutsche Mittelstädte und manche Großstädte mußten den Betrieb ihrer Straßenbahnen einstellen, weil eine Rentabilität einfach nicht zu erzielen war. Ob die Unternehmungen fommunal fiert oder Privat eigentum waren, spielte dabei nicht die geringste Rolle. Jetzt erst bessert sich die Lage aller Unternehmungen und die im Berliner Verkehrswesen Tätigen können sich neuen Plänen für den Ausbau unserer Berliner Unternehmungen widmen. Denn darüber ist kein Zweifel: mit den heutigen Mitteln fann der Berkehr in Berlin nicht bewältigt werden. Die Stadt- und Ringbahn ist am Ende ihrer Leistungsfähigkeit, die Straßenbahn, die sehr energisch ihr Verkehrsnek wieder erweitert( jezt befördert fie fchon bis zu 1% Millionen Fahrgäste täglich), wird felbst bei weiteren großen Anstrengungen den Berkehrsbedürfnissen nicht gerecht werden fönnen. Es muß mit allen Mitteln ein weiterer Ausbau gefunden werden. Dafür tommen zunächst die Untergrundbahnen in Betracht. Die städtische Nord- Südbahn, die eine glänzende Entwid luna genommen hat( heute rechnet man bereits mit einer Jahresbeförderung von 50 Millionen Berfonen!). wird mit Macht weiter gefördert. In diesen Tagen merden zwei weitere Bahnhöfe bis dicht an die Kaiser. Friedrich- Kirche, am Eingang der Hafenheide, führen. Der nächste Bauabschnitt, der um die Kirche herum in die Hasenheide hineinführt, ist in Angriff genommen. 3m nächsten Sommer foll die Bahn bis zum Hermannplah fertiggestellt sein. Damit erhält fie ihren Anschluß an die in Neukölln bereits fertiggestellte Strecke und ihre Züae werden im Sommer oder Herbst 1925 von der Seestraße im Norden bis zum Südring Bahnhof Neukölln durchgehen. Um den immer mehr zunehmenden Personenverkehr zu be. wältigen, sind neue Wagen bequemer und leistungsfähiger als die alten Wagen der Untergrundbahn fertiggestellt und im Laufe des jetzt kommenden Bau. jahres werden weitere Wagenzüge in Angriff ge. nommen, so daß der Berkehr auf der ganzen Strede 3meieinhalb- Minuten- Abstand in in = der Zeit höchster Berkehrsdichte bewältigt werden kann. Fortführung der Untergrundbahnen. Der Weiterbau der Untergrundbahn ist in erster Linie eine Finanzfrage. Bei den ungeheuerlichen 76) ( Radbrud burch Malil- Berlag, Berlin.) Der Bürger. Von Leonhard Frank. Auch Jürgen las diese Notiz. Ihn intereffierte nur das Bort Ronstitution". Er fragte Bhinchen, ob sie glaube, daß er ein fonftitutioneller Schuft oder ein Schuft aus freier Entfcheidung, also ein für seinen Berrat verantwortlicher Schuft fei, der die Kraft gehabt hätte, feiner zu werden. Er stand unter dem Türrahmen der Küche und blickte gespannt in das foffungslos zurückfragende Geficht. Was meinst bu, Phinchen?" Unabgewendeten Blides ließ Phinchen den Spüllappen fallen, trodnete, wie immer, wenn Jürgen die Küche betrat, gewohnheitsmäßig die violetten Hände an der Schürze ab. Der Jammer um ihren abgezehrten Herrn gab ihr die Borte, Jürgen sei immer der beste Mensch von der Welt gewesen; sicher habe er niemals absichtlich Böses getan. Da geriet er in Erregung. Dann wäre ja alles hoff. mmgslos. Denn wie fönnte ich aus diesem Buste menschlicher Niedertracht herausfinden, wenn ich ohne Schuld, ganz ohne eigenes Butun hineingeraten wäre.. Aber du fannst das ja nicht wien. Sechzehn und jetzt bist du vierzig. Haft dein Leben in dieser Küche verbracht." Wochenlang verlies Jürgen das Haus nicht. Er kleidete fich gar nicht mehr an, ak und schlief außer jeder Regel. Manchmal wandte er fich mit einer Frage an Phinchen, deren Herz die Antwort gab. Sehnsucht und Grübelei freisten immer um denselben Bunft. Auf der Weli war nichts als er und der Banzerplattenturm, vor dem er grübelnd faß und stand und lag und fniete, diefes Panzerplattengewölbe in ihm selbst, zu dem er Einlak fuchte und nicht fand. Bah, gequält und unverdrossen machte er sich jeden Tag und jede Nacht von neuem an die Aufgabe. Jeden Gedanken dachte, ieden Schritt machte der Wahnsinn mit. Und auf dem Tisch fag der Revolver. Schon hatte er die Fähigkeit erworben, sich im Bach traum und auch im tiefften Schlaftraum zu beobachten. In der Finsternis unterirdischer Gewölbe, durch die er traumficher Schritt, traf er den andern, den er fuchte, führte mit ihm Der Bahnhof Belle- Alliance- Straße traurig geflüsterte Wechselreden. Im Blick des andern stand Sehnsuchtslose Bereitschaft.„ Geh und miß!" " Ja, messen! Ich werde messen. Dies ist das Mittel." Da faß er aufrecht im Bett: blickte die Schranktür an. Messen?" So ausschließlich lebte er seiner Aufgabe, daß es ihm troß Unterbrechung des Traumes auch diesmal gelang, die Fort fegung des Traumes zu träumen, in das Gewölbe, das tief unter dem Leben lag, zurüdzugelangen, vor die Augen des andern, die sehnsuchtslos und unerbittlich ihn anblickten. Jürgen wußte, daß er nicht fragen dürfe, was er messen folle. Und als er flüsternd dennoch fragte, verschwand das Gesicht. Logifferne Gebilde zudten auf, verzudten in Finsternis. Lichtbündel verzischten in Finsternis, aus der fefündlich wieder Licht aufsprigte. Da schoß eine dice, schmerzhaft weiße Lichtfontäne auf, in deren Mitte unirdisch weiß das Wesentliche lebte, das, im Tlefften ihn durchschauernd, plößlich sein eigen wurde. Inbrünstig bemühte er sich, das Wissen vom Wesentlichen aus dem Halbschlafe heraus in das Wachsein herüberzuretten, öffnete mit großer Vorsicht wiederholt die Lider, nur einen Millimeter: Immer war das Wesentliche weg und nur die Schranktür da. Und als er ganz erwacht aufrecht im Bette saß, mußte er nicht mehr, wann und wie und durch wen ihm der Rat zuteil geworden war, noch einmal, wie in der Jugend, eine Banderung durch die Menschheit zu machen, unverstellten Blickes " Dann werde ich wieder dorthin gelangen, wo ich schon war. D. Bewußtsein!" Sein sehnsuchtsvoller Freudeschrei riß ihn aus dem Bett. Bereit, jedes Leid und selbst den Tod zu erleiden, verließ er das Haus, in der Tasche den entsicherten Revolver. Der Sonntagmorgen tat sich vor ihm auf. Glocken läuteten. Ein roter Sonnenschirm überquerte die Straße. An Jürgen vorbei marschierte eine Knabenflaffe, in Biererreihen streng geordnet und geführt vom Lehrer, der fommandierte: Links! Rechts! Links! Rechts!" ,, Wenn die Schwerter blizen und die Kugeln fliegen..." Links! Rechts!" An dem Lehrer sah Jürgen das erste mal dieses Gebilde, das im Rücken hing, verfümmert, eingeschrumpft, vertrocknet. " Das ist, mitgeboren, aber ganz veröbet, das Eigene, das in gar feiner Wechselwirkung mehr zu feinem Träger steht," flüsterte er und ließ sich auf den Lehrer zugehen. Auch Sie Sonntag, 13. April 1924 Notenpresse vergangen find, haben jedenfalls bie Aussichten auf Weiterführung dieser wichtigen Bauten bedeutend gefördert. Ohne die Veränderung der wirtschaftlichen Entwidung wäre die Fort führung freilich nicht möglich. So wichtig die Förderung dieser Untergrundbahnbaupläne audy fein mag, deren endgültige Erledigung mit der AEG.- Bahn, der Moabit- Treptower Bahn usw. ein Menschen alter in Anspruch nehmen wird, so darf doch der Ausbau der Straßenbahn und der anderen Verkehrsunternehmungen nicht dahinter zurücktreten. Selbst bei voll ausgebautem Untergrundbahnnez werden ober. irdische Bertehrsmittel immer noch nötig sein. Das beweist die Erfahrung in London, New York usw. Wenn bei den wird, wird es von allergrößter Wichtigkeit fein, daß die dem Ber Verhandlungen mit der Entente die Frage der Reichsbahn gelöst liner Lofalverkehr dienenden Teile der Reichseisenbahn in irgendeiner Form wirtschaftlich und verwaltungstechnisch in eine Be ziehung zu den übrigen Berliner Verkehrsunternehmungen gebracht werden. Nicht nur Tarifeinheit, sondern auch planmäßig gemeinfame Arbeit aller Unternehmungen muß das Ziel einer weitfichtigen Berliner fommunalen Verkehrspolitit fein. Berlins Birt schaftsleben, sein Gedeihen und seine Entwicklung fann in der wertvollsten Weise dadurch gefördert werden. Hoffentlich zeigt das Plenum der Stadtverordnetenversammlung für diese Zusammenhänge mehr Berständnis als die Vertreter der bürgerlichen Parteien, die aus rein politischen Erwägungen die Stelle eines Stadtbaurates für das Berkehrswesen abbauen wollen. Die Sparsamkeit, die hier angewandt würde, käme Berlin teuer, sehr teuer zu stehen. Hallesches Tor- Gneisenaustraße. Die neue Strede der Nord- Süd, die über das Hallesche Tor hinausführt, ist nun bis zum Bahnhof Gneisenaustraße fertiggestellt worden. Während über der Bahn auf den Straßen, noch an der Fertigstel lung der Gewölbedecken gearbeitet wird, Eisenträger, Steine, Sand und Holz in scheinbarem Durcheinander herumliegen und große Bretterzäune den Straßen. verfehr behindern, werden vom 15. d. M. ab die Untergrundbahnzüge in schneller Fahrt über den Bahnhof Belle- Alliance- Straße, den wir im Bilde zeigen, bis in die Nähe der Hafenheide laufen. Der Bahnhof Belle- Alliance- Straße ist sicherlich das bemerkenswerteste Bauwert dieser Strede. Die Rund bögen, die zwei Bahnsteige überdecken, geben dem Ganzen etwas Feierliches, wie man es sonst bei ähn lichen Bauwerten taum wieder findet. Der Bahn hof ist für den Umsteigeverkehr nach Tempelhof ausgebaut, nur die Tempelhofer Strede felbft harrt noch der Ausführung. Probefahrten wurden schon mehr. fach unternommen und zeigten, daß das neue Bauwert technisch in durchaus einwandfreier Berfassung ift. Nachdem vor einiger Zeit eine erste Befichtigungsfahrt stattgefunden hatte, an der Ber treter des Magistrats, der Hoch- und Tiefbaudepu tation, des Verkehrsamtes, sowie des Aufsichtsrates der Nord- Süd teilgenommen hatten, fand gestern eine weitere Besichtigung statt, zu der auch die Presse geladen war. Bei dieser Gelegenheit wurden auch die neuen Wagen im Betriebe gezeigt, die den Anforde rungen des großstädtischen Verkehrs besser entsprechen als die bisher im Gebrauch befindlichen. Sie haben an jeder Seite drei Türen, find wesentlich breiter gebaut und für 30 Sihplähe eingerichtet. Sie machen einen gefälligen Eindruck. Nur die Verschlüsse der Doppeltüren erscheinen technisch unvollkommen. Bei dem großen Gedränge, gerade auf der Nord- Süd, fann sehr leicht jemand an den Türgriffen einen Halt fuchen wollen und dabei unbewußt die Türe öffnen und so zu schweren Verkehrsunfällen Anlaß geben. | machen sich mitschuldig an einem furchtbaren Verbrechen, und ich fann Ihnen sagen, weshalb." Erst als er den Lehrer schüttelte und in das empörte Geficht sagte:„ An einem entfeßlichen Verbrechen! Denn Sie laffen fich als Seelenmörder gebrauchen," ftuzte der Lehrer, riß sich los, eilte der Klasse nach und richtete die in Unordnung geratenen Biererreihen wieder aus mit dem Kommando: Links! Rechts!" . Bon einem visionären Blizz erleuchtet, sah Jürgen fämtliche Knabentlassen Europas, die, kommandiert von den Lehrern, auf einer Riesenebene in linearer Ordnung freuz und quer umhermarschierten und unter Geschüßesbrüllen unÜnunterbrochen versehens Infanterieregimenter wurden. stiegen die erstickten Seelen aus den ftrenggeschlossenen Schülerquadraten in die Höhe und verschwanden mit flagendem Gefange. ⚫ Wohin?" fragte Jürgen.„ Wohin find sie verschwunden?" Er stand, noch durchzogen von der Vision, reglos und entrüdt, bis drei alte Herren ihm in das Blickfeld hineinspazierten. Der eine erzählte etwas, verteidigte fein ablehnendes Verhalten. Da kam es darauf an, ein Charakter zu sein." „ Sie aber haben feinen Charafter. Denn was würde geschehen, wenn Sie Ihr Bermögen, Ihre Stellung, Thre Privilegien und die Achtung der geachteten Männer verlören? Wo bliebe dann Ihr Charakter? Sie, meine Herren, find Charaftermasten." Und er deutete auf die eingetrockneten Ge bilde, die sich mit den Dreien fortbewegten. Als habe eine Hand ihn durch die vielen Straßen hin geführt, stand plöklich, die düsteren Fensterlöcher quadratiert mit dicen Eisenstäben, vor ihm das Gefängnis, ein steingewordener Schrei. Dunklen Drud in der Brust, blickte Jürgen die zufrie denen Sonntagsspaziergänger an. Sie gehen vorüber, unberührten Gemütes." In seiner Brust stand das ganze muchtende Gebäude. Und er schritt, stehend vor der Mauer, wieder durch die Gänge, Gänge, die in seinem Herzen waren, durch den Saal. in dem die engmaschigen Drahtgitterfäfige standen, jeder ein menschliches Wesen trennend von den menschlichen Wesen. " Schnauzl!" lockt mit Zeigefinger und Daumen die ver wüstete Siebzehnjährige. Katharinas Schnauz wedelt kläglich mit dem Schwanzftumpf. Qualvolle Machtlosigkeit, wie damals, preßte Jürgens ( Fortsetzung folgt.) Herz zufammen. Falls feine neuen wirtschaftlichen Schwierigfelten entstehen, ist mit ber Fertigstellung ber Strede nach Neukölln für ben Herbst des Jahres 1925 zu rechnen. Möckernbrücke O Kochstraße Hallesches Ter O Prinzenstraße O Gnelsenaustraße Bellealliancestr.. 6301 In einer Begrüßungsansprache, die Oberbaurat 8angen meister auf dem Bahnhof Belle Alliance Straße hielt, wurde auf die ungeheuren Schwierigkeiten hingewiesen, die der Bau der 1% Rilometer langen Berlängerungsstede, der in der Hauptsache in die schlimmste Inflationszeit fiel, verursacht hat. Sum Gelingen ecs Welterbaues hat insbesondere auch der unerwartet starte Berkehr auf der Nordfüdbahn beigetragen. Im ersten Jahre ihres Bestehens find 42 Millionen, in der letzten Zeit annähernd 200000 Fahrgäste täglich befördert worden. Die fich dabei infolge Wagen mangels ergebenden Unzuträglichkeiten dürften durch die Einstellung von 8 Dreimagenzügen neuen Systems behoben werden. Weitere 40 neue Wagenmodelle sind bereits im Hinblick auf die tommende Berlängerung der Nordjüdbahn bis nach Neukölln in Auftrag gegeben. Im ganzen sind über 100 neue Bagen bestellt, so daß eine Besserung des Berkehrs auf der Berliner Hoch- und Untergrundbahn sich bereits in furzer Zeit bemerkbar machen dürfte. Jm Grunewald. Der Sonntag war fonnenklar und warm, und die Ausflügler fwärmten auf allen Wegen. In Paulsborn drängten sich die Gäfte im Garten, und in Hundefehle war es inüppeldide voll, und alle waren laut und luftig. An einem Baum gelehnt, neben dem Restaurant Baulsborn steht ein Händler mit Apfelfinen. Er steht blaß und verhärmt aus und er verhofft sich eine Eimahme von her guten Laune ber Ausflügler. Neben ihm steht eine große Rifte mit Apfelfinen, die schwer ift. Er hat sie vom Bahnhof Grunewald um den See herum nach Baulsborn geschleppt, vielleicht auch den meiten Weg von Schmorgendorf, oder von Zehlendorf, und er ist von dem langen Weg und der Last noch ganz erschöpft. Jetzt steht er neben der Rifte und ruft: Buckersüße Apfelsinen! Blutapfel. finen! Zehn Pfennige das Stüd!" Da tommt eine Schar von Aus. flüglern vorüber. Raum hören sie den Breis, fangen fie auch schon an zu höhnen: 8ehn Pfennig bas Stüd! Der Kerl ist moll ver rildi! In der Stadt friege ich 20 Stüd für eine Mart!" Der Händler ist erst ganz still, dann entgegnet er: Ich muß aber erst die Rifte hierher schleppen, und die ist schwer. Da tann ich boch nicht für dasselbe Geld verkaufen wie in der Stabt!" Ein junges Mädchen, elegant angepuppt und mit dem neuen modernen Frühjahrshut, meint schnippisch: Na, warum schleppt er die Rifte her! Dann soll er eben zu Hause bleiben, wenn sie ihm zu schwer ift!" Immer mehr Menschen haben sich um den Händler gefchart, die nicht kaufen, sondern über die unverschämten Breise schimpfen. Da tritt aus der Menge eine Frau, geht auf ben Händler zu und sagt still imb bestimmt: Geben Sie mir zwel Apfelfinen!" Man fteht es ihr an, baß fie bie zwanzig Pfennige eigentlich notwen biger zu anderen Dingen braucht unb nugbringender anwenden Zönnte. Einen biden Herm, der mit gwei eleganten Damen ebenfalls ander der Menge steht, hat der Eintauf der Frau schier den Aber verfchlagen. Er steht erst ganz starr, dann meint er:„ So' ne un nerfchämte Bande! Da hilft einer dem andern! Aber wartet mal, nach den Wahlen, dann find wir wieder Herrn im Hause!" Mit diesen wuchtigen Worten wendet er sich zum Gehen und meint zu feinen Begleiterinnen: Rommt Rinder! Ich hab' einen Morbs hunger. Boll'n mun gehn nach Paulsborn und was Wertbeständi ges effen!" Die Todesurteile gegen Jande und Goldbach. Berwerfung der Revision. Das Reichsgericht hat die Revision der Todesurteile gegen den Arbeiter Hans Jan de und den Bureauboten Kurt Goldbach verworfen. Die beiden 20jährigen Angeklagten waren, wie er innerlich, am 15. Dezember o. 3. von den Geschworenen des Landgerichts 1 des Mordes an dem Bolizeiwachtmeister Steiner, den fie im Februar vorigen Jahres in der Oranienstraße niedergeschossen hatten, zum Iobe verurteilt worden, außerdem waren sie megen unbefugten Baffenbefizes unter erschwerten Umständen zu drei Jahren Zuchthaus und zu bauerndem Ehrverluft verurteilt worden. Beide waren nachträglich noch von der Straffammer wegen eines Revolverüberfalls auf Bolizeibeamte und Wächter anläßlich ihrer Berfolgung bei einem eine Woche nach dem Morde verübten Einbruche zu weiteren fechs bzw. vier Jahren Zuchthaus verurteilt worben. Dieses Urteil war bereits rechtsfräftig geworden, und Jonde und Goldbach find inzwischen in das Suchthaus nach Sonnen burg übergeführt worden. Nunmehr haben Justizrat Bittor Frant! und Rechtsanwalt Müller- Stromener einen An trag auf Wiederaufnahme des Berfahrens in dem Mondprozeß gestellt, indem sie sich hierbei auf medizinische Gutochten berufen, daß begründete Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit Gold bechs, der den verhängnisvollen Todesschuß abgegeben hat, befänden. Das Lobesurteil dürfte übrigens in Anbetracht ber Jugend der beiden Mörber, bie bei der Begehung der Tat erst 19 Jahre alt waren, taum vollstrect, fondern in tebenslang Ilche Suchthausstrafe umgewandelt werden. Zwei Autounfälle. 3mai fchwere Autounfälle, die fich in Berlin ereignet und zwet Menfchenopfer gefordert hatten, famen jetzt zur gerichtlichen Ber. handlung. Bor der Berufungsstraflammer des Landgerichts III hatte sich der Privatkraftwagenführer Frig Neumann zu verantworten. Er war im Herbst vorigen Jahres mit einem neuen Adler wagen in schnellster Fahrt den Kurfürstendamm in der Richtung nach Halensee entlanggefahren. An der Kreuzung der Fafanen ftraße tam ein Radfahrer und wurde, ehe er ausweichen konnte, von dem vorbeifahrenden Auto ergriffen und mit großer Ge walt zu Boden gefchleubert. Der Rabfahrer erfitt einen schweren Dujardin der wundervolle Weinbrand UERDINGEN A RH 2 Schäbelbruch, ber batb barauf feinen Tod zur Folge hatte. In der Beweisaufnahme waren die Zeugenaussagen, wie immer in solchen Fällen, sehr widerspruchsvoll. Der Staatsanwalt hielt aber das Berschulden des Angeklagten für vorliegend, weil er in zu schnellem Tempo und nicht weit genug rechts auf dem Fahrdamm gefahren sei. Nach längerer Beratung fam das Gericht zu einer Berurteilung des Angetlagten. In der Begründung führte Landgerichtsrat Siegmann aus, daß angefichts der vielen Autounfälle von den Kraftwagenführern eine ganz tefondere Aufmerksamkeit verlangt werden müsse. Vor allen Din gen liege die Schuld auf Seiten des Angeklagten, da er in zu gefahren jei. Trogdem habe bas Gericht den Fall milde anSchnellem Tempo durch die belebte Bertehrsstraße gesehen und froh der ichweren Folgen des rasenden Fahrens nur auf eine geringe Gefängnisstrafe erkannt. Dem Antrage des Berteidigers entsprechend gab das Gericht auch zu verstehen, daß dem bisher unbescholtenen noch jugendlichen Angeklagten Strafaussetzung gewährt werden könne. vor der Berufungsstraftammer des Landgerichts I zur Berhandlung. Ein zweiter, durch ein Auto verursachter Todesfall gelangte Hier hatte sich ber Autoführer Mar Hempel, megen Körperver. letzung mit Tobesausgang angeklagt, zu verantworten. Am 11. Auguft hatte ber Angeflagte in der Danziger Straße, in der Nähe der Hoch balm, eine alte Frau überfahren und tödlich verletzt. Wie zwei als Zeugen vernommene Polizeibeamte befundeten, war an jenem Tage, dem Berfassungstage, in der dortigen Gegend ein sehr starter Straßenverkehr. Die beiden Beamten standen unter dem Hochbahn bogen auf Bosten und fahen das Auto des Angeflagten in schnell nicht einmal die Nummer des Wagens festellen fonnten. Einer ter Fahrt vorbetsausen. Es fuhr so schnell, daß die Beamten von ihnen äußerte zu seinem Kollegen: Wenn da mur nichts pasfictt". Sie wollten gerade unter das Bublifum gehen und fragen, ob jemand die Nummer gesehen habe, als sich das Unglüd ereignete. Bier Häufer weiter hatte das Auto eine alte Frau erfaßt, die tot auf dem Etraßenpflaster liegen blieb. Das Gericht verurteilte den Angeklagten au fechs Monaten Gefängnis. Es. möge bei diefer Gelegenheit erneut darauf hingewiesen werden, daß gerade die gewerkschaftliche Organisation der Berufs. mäßige Fahren in belebten Straßen. Gerade die Angehörigen biefer traftfahrer besonders scharf Stellung nimmt gegen das unvorschrifts. Organisation, die den meitaus größten Teil der Kraftwagenführer umfaßt, haben das größte Intereffe daran, daß die öffentliche Mei nung fo'che Borkommnisse, wie sie in den beiden Gerichtsverhand lungen festgestellt wurden, als beklagenswerte Ausnahmen betrachtet. Sexualreform und Strafvollzug. follte es für den Antauf eines Rittergutes bienen. Je diefem Falle meldete sich bei Schulz ein Oberpräsident Dor Bülow, der sich zur Bürgschaft bereitertlärie. Schulz mertte aber den Schwindel und ließ sich von dem„ Oberpräsidenten" beffen Telephonnummer geben, die fich nachher als die des Hotels herausstellte, in dem Lorenz wohnte. Runmehr konnte Lorenz ver haftet werden. Rechtsanwalt Bahn beantragte, den Angeklagten auf seinen Geifteszustand untersuchen zu lassen, da er schon beim Militär auf Grund des§ 51 wegen Betruges und Urkundenfälschung freigesprochen wäre. Das Gericht lehnte diesen Antrag ab, sah aber alsdann entsprechend den Darlegungen des Verteidigers niert angelegten Betrugsmanöver nur auf ein Jahr Gefäng die Sache verhältnismäßig milde an und erkannte trotz der raffinis, auf welche Strafe sechs Monate Untersuchungshaft in Anrechnung tamen, Weil's Weyl ist! In Erinnerung an den Aerzteftreit. " 0 Bolkspartei samt den Deutschnationalen und auf der anderen Seite Als in der Berliner Stadtverordnetenversammlung die Deutsche die Kommunisten, ihre Bundesgenossen im Haß gegen die Sozialdemokratie, sich der gegen die Krankenkassen streifenden Aerzte annahmen, tat besonders der zur Deutschen Boltspartei gehörende Sanitätsrat Dr. Faltenberg fich durch wütendes Geschimpf hervor. Mit seinen damaligen Ausfällen gegen die Aerzte, die sich in den Dienst der Kaffen stellten, weil sie den Kampf nicht auf dem Rücken der Versicherten ausfechten lassen wollten, hat Dr Falkeneine Beift, erfüllt von Grimm über den Mißerfolg der streikenden berg der Aerzteschaft sicherlich feinen gu'en Dienst erwiesen. Dieser Aerzte, schimpft jetzt weiter in der Berliner Aerzte forrefponden3", dem Organ bes Groß Berliner Herzbebundes, der die Führung im Aerzteftreit gehabt hat. Er berichtet über die Existenz des dem Krankenhaus Moabit angegliederten Werner Siemens Institutes für Röntgenforschung( auch der„ Borwärts" hat in Nr. 141 einen Bericht darüber gebracht) und rüffelt dann den Krankenhausdirektor Prefeffor Dr. Klemperer, der in feiner Feftrede, indem er den ärztlichen Mitgliedern der instituts erwiesene Förderung bantte, gefagt habe( wir zitieren in städtischen Gesundheitsdeputation für ihre dem Plan des Röntgender von Dr. Falkenberg wiedergegebenen Gaffung): insbesondere Herrn Dr. Benl, meinem Studiengenossen, der immer da zu finden ist, wo es gilt, das Intereffe der Kranfen zu fördern. Ueber diese Anerkennung regi Dr. Faltenberg sich auf, und er nennt es Pflicht" der Berliner Aerzte, ganz energisch dagegen Einspruch zu erheben, daß Herr Profeffor Klemperer gerade diefen Zeitpunti als ben geeignetsten erachtet hat, für Herrn Dr. Wenl einzutreten". Zur Erläuterung fügt er hinzu:„ Die Berliner Aerzte" Ueber Kriminalistische Seruatreform" sprach im Haedel- Goal auf Einladung des wissenschaftlich- humanitären Romitees ber mifchaft befindet sich in schweren wirtschaftlichen Rämpfen um thre nifterialdirektor Dr. Erich Wulffen. Die Flucht ins Wasser. Der Bolizeiwachtmeister Finger traf auf einem nächtlicher Streifaange durch die Straße hinter dem Giethause vor dem Gebäude der Breußischen Genossenschaftskaffe einen Mann, der fich näberte, feuerte der Unbekannte fofort einen Schuß auf den bort in verbächtiger, Weife au schaffen machte. Als er fich ihm Beamten ab, der in der Notwehr ebenfalls von seinem Dienst revolver Gebrauch machte und einen Schuß auf den Angreifer abcab. Darauf flüchtete der Mann nach der Eifernen Brücke, sprang Existenz, und wie die Stellungnahme aller medizinischen Fakultäten In einer bis in die Einzelheiten gehende Barallele zwischen dem zeigt, handelt es sich hier auch um die Intereffen der Wissenschaft, geltenden Strafgefeßbuch und dem von ber Regierung herausge- ba müffen wir verlangen, daß Bertreter, unserer Wissenschaft nicht hobenen Borentwurf vom Jahre 1919, fchilberte Wulffen die Aus- diejenigen mit Lobfprüchen bedenken, welche die Interessen durch ihr fichten der zu erwartenden Seruatftrafrechtsreform. Der Verhalten aufs Schwerste geschädigt haben. Weil Genosse Dr. Borentwurf bedeutet in doppelter Hinsicht einen Fortschritt. Er feßt Wen im Aerztestreit auf die Seite der Krantendie Mindeftstrafe start herab, fäßt in sehr vielen Fällen die Gelb- faffen trat und ihnen beiftand in ihren Bemühungen, die Strafe zu und sieht neben der Gefängnisstrafe die Unterbringung in ärztliche Bersorgung der ertrantten Raffenmitglieder sicherzustellen, fir manche Gerualdelikte die Höchststraße ganz unmotiviert hinauf Dr. Klemperer, der anderer Meinung ist und beshalb von 2 mit eine Heilanstalt vor. Im übrigen aber schraubt der Borentwurf loll er die Interessen der Wissenschaft geschädigt" haben? Profeffor und schweigt nach wie vor in der Buchthausstrafe, die sich längst berg angeschnauzt wird, wird ja wohl wissen, warum er sich mit überlebt bot. Gr folgt der bestehenden Anschauung des Berichts, den oben wiedergegebenen Worten über unseren Genoffen Dr. Went beurteilt, macht sich aber nicht frei von dem Borurteil der Straf. Schimpfepistel niebrigerzuhängen indem er die Bornahme unzüchtiger Handlungen an Rindern milde geäußert hat. Wir benfen, daß es genügt, die Faltenbergsche barleit ber Blutfchambe, bie der größte Teil des Auslandes tänaft was zu biefer Rampfestelle die Aerztefchaft fagt. fallengelassen hat und die in der Hauptsache die Folge der unseligen Wohnungsverhältnisse ift, bestraft den Chebruch und leistet der De nunziation aus niedrigsten Motiven Borschub, glaubt dem Bolts. empfinden Rechnung tragen zu müffen, indem er nicht nur die gleichgeschlechtliche Betätigung von Männern, sondern auch die der etwas völlig Unfaßbares, und wird vielleicht letzten Endes durch die Frauen unter harte Strafe ftellt. Dieses Boltsempfinden ist aber bestehenden Gefeße beeinflußt. Die Homosexualität muß unbestraft bleiben; es ist ein Schußalter festzulegen, über deffen Höhe noch zu diskutieren wäre. Eine Ungeheuerlichkeit bedeutet es, die Gefell fchaft nach wie vor von Sexualdelikten durch Einsperrung des Delin quenten schüßen zu wollen. Das Gegenteil wird erreicht. Die Gin famkeit der Belle, die Abgeschlossenheit von der Welt, stillt nicht den Trieb, sondern steigert ihn bis ins unendliche. Die Freiheits beraubung wird zur Quelle neuer Bergeben. Mehr noch: die Freiheitsberaubung mit feinem fittlich- peinlichen Zwang treibt den Bestraften in eine Stampfstellung gegen die Umwelt und macht ihn gegenüber fittlichen Einwirkungen unzugänglich. Ift bas die Tragit des Strafvollzuges überhaupt, jo ist es eine persön liche Tragit, daß der Referent als oberster Leiter des gesamten fächsischen Gefängniswesens durch die Ungunft der wirtschaftlichen Berhältnisse gehindert ist, den Strafvollzug so auszubauen, wie es das neue Strafvollzugsreglement erfordert und wie es ihm feit jeher vorfchwebt. Gerade auf diesem Gebiete wird noch mehr gewilden Trittbrett und Bahnsteig und wurde etma naufert als auf irgendeinem anderen. Gefängnisse werden trog 50 Meter weit mitgefchleift. Mit schweren Bera steigender Kriminalität gefchloffen, Beamte abgebaut. Die Bevil legungen an Kopf und Beinen schaffte man den Verunferung aber, und speziell die Innungen, haben aber so wenig Ber- glückten nach dem Kreistrantenhause in Reinickendorf. ständnis, daß sie sich gegen die produttive Arbeit der Gefangenen zur Wehr zu sehen. Sie allein ist jedoch imftande, feelische Gesundung zu bringen. So wie die Dinge liegen, fann das Gefängnis höchstens noch zur Abschreckung dienen, menn legteres überhaupt möglich ist, von einer Befferung Bann aber teine Rede sein. Das fernelle Problem bei der Freiheitsberaubung des Individuums ist aber eines ber schwierigsten. Es ist felbstverständlich, daß Sittlichkeitsverbrecher nicht der Freiheitsstrafe, sondern höchstens der Heilanstalt als Sicherung gegen Berbrechen unterliegen. Diese Sicherungen simb es, die an die Stelle der Strafe treten follen. Der Begriff Strafe muß verfchwin den, das ist eine soziale Forderung. Darin, daß auch der Bor entwurf in fehr vielen Fällen die Geldstrafe an Stelle der Frei heitsstrafe porsieht, ist eine Borwärtsentwicklung zu erbliden. Bor läufig aber muß bie Gnadeninstanz als Bionier der zukünftigen Ge febgebung, als Bentil gegen ungerecht harte Urteile, eine Stätte zur Erprobung vernünftiger Rechtsprechung werden. Der Mann mit der guten" Bürgschaft. gierungssupernumerar Alwin Lorenz wegen Be Großangelegte Schwindelmanöver führten den früheren Retruges vor das große Schöffengericht Berlin- Mitte. vorigen Jahres hatte er versucht, das Bankhaus Gabriel u. Co. Im Februar um 20 Millionen Mart zu betrügen, indem er erklärte, er hätte ein Rittergut in Medienburg gekauft und brauche die e Summe noch als Resttaufgeld. Lorenz erbct sich, eine Bürgschaftserklärung des Landwirtschaftsministeriums, das hinter ihm stände, beizubringen. Bald nachdem Lorenz weggegangen, rief ein Herr an, der sich als Dr. v. Alberty vom Landwirtschaftsministerium bezeich nete und erklärte, das Ministerium hätte großes Interesse für Lorenz und würde die Bürgschaft für das aufzunehmende Darlehen übernehmen. Kurze Zeit später erschien Lorenz wieder bei dem Banthaus und legte eine mit dem Dienststempel per. fehene Bürgschaftserflärung bes Landwirt. Ihaftsministeriums vor. Als diese Erklärung dem Banfier nicht genügte und dieser eine andere Faffung entwarf, ging Lorenz von neuem meg und brachte dann die neue Erklärung wieder unterStempelt und mit den Unterschriften eines Ministerialrats bon Alberty und eines Ministerialdirektors o Glaute versehen zurüd. Das Banthaus ließ sich aber durch diese Unterschriften, nicht ohne weiteres zur Zahlung des Betrages veranlassen, sondern fragte zunächst beim Landwirtschaftsministerium an. Dort tannte niemand einen Lorenz. Dieser ließ sich danach auch bei dem Bankhaus nicht mehr fehen, fuchte nun aber durch eine ähnliche Schwindelei einem Ingenieur Schulz ein großes Darlehen abzuschwindeln. Auch hier ber das Geländer ins Waffer und schwamm in der Richtung nach der Schloßbrüde davon. Obgleich der Beamte ihm fofort am Ufer folgte, hat er nichts mehr von dem Flüchtling ent bedt, Er ist wahrscheinlich durch die Kugel getroffen worden und bannertrunten. Ein Abfuchen des Waffers nach der Leiche batte bisher noch feinen Erfolg. Der Beamte bat lediglich einen Streiffuß erhalten, der feinen Mantel beschädigt hat. Bestern nachmittag gegen 4% Uhr sprang der Friseur Bruno Aus einem fahrenden Juge gefprungen und verunglückt. Dat schewsky aus Reinickendorf auf dem Bahnhof WittenauNorb aus einem fahrenden Zuge. Dabei glitt er aus, geriet Kinder ohne Aufsicht. In Abwesenheit der Eltern spielte ber Sohn Albert des Schuhmachers Gaul, B'anufer 40, mit Streichhölzern. Dabei geriet eine Kommode in Brand und der tieine Junge brach, durch den sich entwickelnden Rauch betäubt, besinnungslos zusammen. Die durch Haus bewohner alarmierte Feuerwehr fonnte den Brand schnell löschen und brachte den schwerertranften Knaben nach dem Urban- Krankenhause. Ueberfall- und Plünderungskommandos. tommandos, die bisher nur am Tage in Anspruch genommen wer Die Ueberfallden fonnten, und die Blünderungsfommandos, die in der Nacht einzugreifen hatten, find jeßt in Ueberfalltommandos vereinigt worden, die jederzeit dem der Hilfe Bedürftigen zur Verfügung stehen. In dem legten Bierteljahr sind diefe Kommandos, die doch mur für Gonderfälle eingerichtet worden sinb, nicht weniger als 885 mal in Anspruch genommen worden, und zwar die Plünderungsfommandos in 101 und die lleberfallkommandos in 284 Fällen. Begründet war der Anruf in 367, unbegründet in 18 Fällen.. Der Berliner Sängerchor( Chorm. Ph. Held) veranstaltet am Sonntag, Mitwirkende find Staatsopernsängerin Frau Gertrud Bindernagel den 13. April, nachm. 4 Uhr, in der Bhilharmonie ein Rongert. Als und Drgelvirtuose Walter Drm eniti intereffiert worden. Es gelangen u. a. Chöre von segar, Lendivai, R. Straus zur Aufführung. Jogal Gicht, Rheuma, Jschias, - Tabletten hervorragend bewährt bei Hexenschuß, Nerven- und Kopfschmerzen, Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Barnsäure aus. Klinisch erprobt. In allen Apotheken erhältlich. Best. 64,3% Acid acet, salic., 0406% Chinin, 12.6% Lit., ad 100 Amyl. Schule und Religion. Die Neuordnung des preußischen höheren Schulwesens. Das preußische Staatsministerium hat der Denkschrift der preußischen Unterrichtsverwaltung über die Neuordnung des höheren Schulmefens auge stimmt, so daß nunmehr die Ar. beit an den Lehrplänen beginnen tann. Hierbei ist die Mitarbeit weitefter Kreise erwünscht. Die Richtlinien für die Mitarbeit an den Lehrplänen werden demnächst bekanntgegeben werden. Wenn hier und da die Befürchtung ausgesprochen wurde, daß über die Grundsätze der Neuordnung entschieden worden sei, ohne daß die breitere Deffentlichkeit genügend Gelegenheit zur Stellungnahme gehabt habe, so sei darauf hingewiesen, daß für diese Entscheidung eine sehr breite Grundlage vorhanden war. Es war der Ertrag der Reichsschulkonferenz, der pädagogischen Arbeit des letzten Jahrzehrts und zahllo'er Gutachten von Behörden, Organisationen und Einzelpersönlichkeiten zu verarbeiten. Ferner hat die Unterrichtsverwaltung bereits im August v I. die leitenden Gesichtspunkte der Reform bekanntgegeben. Darauf sind ihr erneut so viele gutacht. liche Aeußerungen zugegangen, daß von einer neuen Schulfonferenz neue Gesichtspunkte nicht mehr zu erwarten waren. Schließlich ist den beteiligten Behörden und Kirchen eben erst Gelegenheit gegeben worden, zu einzelnen noch nicht restlos geflärten Fragen Stellung zu nehmen. 9 Die religiöse Erziehung der Kinder. bleibt, zeigt neben den eigentlichen Baschfeifen und Tolletteariifeln Oftereter und Ostergeschenke aus Seife, Konfett in tadellofer Ber. padung, nicht als Seife erkennbar und föfilich nach Schokolade duftend, vervollständigt die Auswahl der Dinge, die man fonft ganz profaisch als„ Waschmittel" zu bezeichnen pflegt. Richtpreise, die keiner beachtet! Der Handel, vor allem der Lebensmittelhandel, hat felt zwei Wochen das Bestreben, seine Berkaufspreise in vollkommen unbe rechtigter Weise in die Höhe zu setzen und diese Tatsache dürfte bei der Ermittlung der Reichsrichtzahl in der kommenden Woche bereits augenfällig in Erscheinung treten. Auf dem Lebensmittelmarkt iſt es vor allem wieder ber Butterhandel, der, ohne daß die Behörden hier eingreifen, Breise festsetzt, die von maßgebenden Sachverständigen als völlig witt fürlich bezeichnet werden. In der vergangenen Woche hatte das Milchami, da viel mehr Milch nach Berlin geliefert wurde als untergebracht werden konnte, den Milchpreis auf 15,5 Pf. ermäßigt. Die amtliche Butternotierungstommiffion feizte daraufhin den Preis für beste Butter auf 1,50 m. feft. Der Großhandel kehrte sich an diefe Notierungen nicht im Mindesten, sondern verlangte für geringere Ware 1,75 M., für beffere Sorten 1,83 M. Es ist bisher leider nicht bekannt geworden, daß die Bucherpolizei gegen diese willkürlichen Preisherauffehungen ernsthaft vorgegangen ist. Durch die Tatsache, daß das Berliner Milchamt jetzt den Preis für Frischmilch auf 16,7 Bf. erhöhen mußte, steht selbstverständlich eine neue Erhöhung der Butterpreise bevor und so wird sich auch jest wieder das seit Jahr und Tag bekämpfte System fortseßen, daß umschichtig der Milchpreis den Butterpreis und dann wieder der erhöhte Butternreis den zu niedrigen Milchpreis in die Höhe treibt. Bor allen Dingen aber wäre es Aufgabe der Bucherpolizei, dafür Sorge zu tragen, daß der Großhandel sich an die Preise hält, den seine prominentesten Bertreter in der No. tierungstommiffion als ausreichend feststellen und veröffentlichen. Die Anmeldung der Juntanlagen. Die Frift, innerhalb der nicht genehmigte Funtanlagen zur nachträglichen Genehmigung an. gemeldet werden müssen, läuft am 16. April ab. Die Verord. nung des Reichspräsidenten zum Schuße des Funfverfehrs vom 8. März 1924 bebroht die Berwendung von Funkgeräten aller Art ohne Genehmigung der Reichstelegraphenverwaltung mit Gefäng nis. Straffrei bleibt nur, wer die nachträgliche Genehmigung bis spätestens 16. April beantragt. Die Anmeldung hat schriftlich bei dem zuständigen Bostamt zu geschehen und muß folgende Ans gaben über die benutzten Empfangsgeräte enthalten: a) ob mit oder Kristallbeleftorenempfänger mit oder ohne Verstärker, d) ab Röhrenohne Stempel RTV., b) ob selbstgebaut oder fertig gekauft, c) ob empfänger. Die Genehmigungsgebühr ist für alle Arten von Anlagen die gleiche, und zwar 2 mart monat.idh; sie wird später durch das Bostamt eingezogen werden. Bei der Anmeldung sind also noch keine Gebühren zu entrichten. " Werbeveranstaltungen des Vereins„ Sozialistische Arbeiteriugend" Groß- Berlin. Die Abteilung Südoft( Görliger, Köpenider und Reichen berger Viertel des Vereins Sozialistische Arbeiterjugend". veranstaltet heute Sonntag, abends 6% Uhr, im großen Festsaal des Gewert fchaftshauses, Engelufer 25, eine Frühlingsfeter. Das gut zusammengestellte Programm sieht u. a. vor: Gesang, Prolog, Ansprache, Streichquartett, Rezitationen, Lieber zur Laute und ein Festspiel. Saaleinlaß 6 Uhr. Eintritt 30 Bf. Weiter veranstalten Abt. Prenzlauer Vorstadt und Senefelber- Biertel her 6% Uhr im 29zeum Greifswalder Str. 24/25 einen Elternund Werbeabend, bestehend aus Chorgesang, Musik, Ansprache, 40 Bf. Die Barteigenoffen und Freunde der Jugend werben um rege Rezitationen und Lieber zur Laute. Einlaß 6% Uhr. Unkostenbeitrag Beteiligung gebeten. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute, pünktlich 3 Uhr nachmittags im Neuen Theater am 300„ Die tote Robe", Schauspiel in vier Aften von Eugène Brieur( erfiffaffige Besetzung). Karten zum Preise von 80 Goldpfennigen find noch an der Kaffe zu haben. Am Sonntag, ben 27. April, vormittags 11 Uhr, findet im Großen Schau spielhaus die nächste Feierstunde statt. Starten zum Preise von 80 Golbpfennigen find zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausfuffes, Lindenstr. 3, Jugendsekretariat Lindenstr. 3, Vorwärtsbuchhandlung sinbenstr. 2, im Bigarrengeschäft von Horsch, Engelufer 24/25( GeSchülfe. Streife, die noch feine Starten haben, werden ersucht, diese umwertschaftshaus), sowie bei sämtlichen Obleuten der Kreisbildungsaus gehend vom Bureau abzuholen. Auf Grund technischer Schwierigkeiten wirb ble Beer Gynt Aufführung vom 20. April auf Sonntag, den 11. Mai, verlegt. Dafür am 20. April, Laffo" bon Goethe. Die für ben 20. April ausgegebenen Karten behalten ihre Gültigkeit, für die Aufführung am 11. Mai werben neue Karten berausgegeben." Wie ein foeben ergangener Erlaß des preußischen Unterrichtsministers vom 29. März, betr. die religiöse Erziehung der Kinder, feststellt, kommt es bei der Entscheidung darüber nach dem Reichsgesetz vom 15. Juli 1921 jetzt nur noch darauf an, daß die freie Eini gung der Eltern, z. B. bei der Einschulung von Kindern aus Misch eh n in tonfeffionelle Schulen, zweifellos feststeht. Die früheren strengeren Formvorschriften sind aufgehoben. Jeder Nach weis der Einigkeit der Eltern genügt, da diese nach Wortlaut und Die Cheberatungsstelle der eugenischen Abteilung unter Leitung Sinn des Gefeßes in feiner Weise durch Formvorschriften belastet pher aar in ihrer Freiheit beeinflukt werden sollen. Nach den Bevon Dr. Graaz im Institut für Segualwissenschaft, stimmungen der Reichsverfassung( Art. 149) und des genannten Ge Berlin W. 40, In den Zeiten 9a, hat jetzt möchentlich an zwei Abenden, Dienstags und Freitags von 6-7 Uhr, öffentliche fekes it fernerhin ein vom Staate aussprochene Befieiung Dom Religionsunterricht nicht mehr erforderlich. An deren Steffe iftheberatungen eingerichtet, um auch Unbemittelten die Beschaffe eine von dem Erziehungsberechtigten abgegebene Erklärung über nuhung der Abteilung zu ermöglichen. Es werden beraten: Die Die Ehefandidaten 1. in bezug auf ihre eigene gesundheitliche Eignung, ,, Nichtteilnahme" am Religionsunterricht getreten. Richtteilnahme erfordert mit Rücksicht auf§ 2 Abs. 2 des 2. in bezug auf ihre feruelle Eignung als Ehepartner, 3. in bezug Reichsgefeges über religiöse Kindererziehung arundsäglich eine Er auf ihre eugenische Eignung als Eltern. Ferner wird beraten in flärung beiber Eltern. Nach dem Sinn des Artikels 149 allen Schwierigkeiten in der Ehe geschlechtlicher oder allgemein Abs. 2 der Reichsverfaffung genügt aber auch für diese Erklärung Pfychischer Natur Endlich wird Rat erteilt in allen Fragen der Aufdie einfachste Form. Jeder Schein einer abfichtlichen Beein zucht des Nachwuchses, fowohl in allgemein törperlicher als geistiger fluffung ist zu vermeiden. Es braucht nur festzustehen, daß die Be- Hinsicht. Da eine derartige allgemein zugängliche Eheberatungsstelle rechtigten, die nach dem Reichsgeseh vom 15. Juli 1921 über die in Berlin bis jetzt nicht besteht, glaubt das Institut einem öffent. religiöse Erziehung des Kindes bestimmen, ihren Willen deutlich fichen Interesse zu dienen. erklärt haben. Eine eigene Erklärung 12jähriger und älterer Kinder ist nur notwendig, wenn es sich um einen Betenntniswesel handelt, 02 Ofterfonderzug nach dem Riefengebirge. Auf Anregung des Norddeutschen Stiverbandes legt die Reichs. bahnverwaltung am Donnerstag, den 17. April, einen Sportfonderzug nach dem Riefengebirge ein, ber von Berlin bis Krummhüber im Plane eines D- 3uges durchgeführt wird. Er fährt Donnerstag, abends 10 Uhr 31 Minuten, von Char lottenburg ab, 10,39 vom Zoologischen Garten, 10,53 Friedrichtrage, 11,01 Alexanderplatz, 11,13 Schlesischer Bahnhof. Der Zug trifft in Krummhübel am Rarfreitag 7 Uhr früh ein. Nach Schreiber hau besteht in Hirschberg Anschluß. Rückfahrkarten mit achtwöchiger Bültigkeit werden ab Montag, den 14, April, täglich von 10 bis 6 Uhr am Fernbahnschalter des Bahnhofs Friedrichstraße zu einem um ein Biertel ermäßigten Breise nur für die 3. Klaffe( also etwa zum Preise 4 Kaffe) für hin und Rückfahrt nach Krummhübel und nach Hirschberg ausgegeben. Zur Rückfahrt tann jeder planmäßige Zug, auch D- 3üge bei Bahlung des Schnellzugzuschlages, benußt werden. Borgesehen ist ferner ein durchgehender Zug am Oftermontag, abends 10% Uhr, ab Krummhübel, an Berlin, Schlesischer Bahnhof, Dienstag früh 5 Uhr 59 Minuten. Sport gerät tann mit in den Zug genommen werden. Die Stadtverordnetenversammlung hat am Dienstag um 5 Uhr eine außerordentliche Sigung. Auf der Tages. ordnung steht an erster Stelle der von den Sozialdemokraten eingebrachte, von den Rommunisten und auch vom Zentrum mitunterzeichnete Dringlichkeitsantrag, der dem zu den Kommunisten ge hörenden unbesoldeten Stadtcat Let die Amtsnieberlegung er mönlichen will. Die Rommunisten felber hatten, nachdem gegen Leg die Suspendierung verfügt, aber das Disziplinarverfahren verschleppt worden war, die Amtsniederlegung gewünscht, damit sein Bosten im Magiftrat baldigst mit einem Nachfolger aus der fommunistischen Liste besetzt werden tönnte. Auch der Magistrat war damit einverstanden, aber die bürgerliche Mehrheit der Stadtverordneten verjagte ihre Zuftimmung, fo daß die Kommunisten allen Grund hatten, sich über Rechtlosmachung zu beklagen. Der jetzige Antrag unferer Genossen steht in voller Uebereinstimmung mit der Stellung, die fie zur Angelegenheit Leg von vornherein, eingenommen haben. Sie haben damals mit den Kommunisten für die Amts. niederlegung gestimmt, doch blieb die Linke in der Minderheit. Diesmal ist die Annahme wohl sicher, da eine Reihe anständiger bürgerlicher Stadtverordnete doch sich entschließen werden, min. destens nicht gegen unsere Anträge zu stimmen. Eine Seifenfachausstellung. Eine Schau der Arbett innerhalb der Seifenindustrie wurde gestern nachmittag in der neuen Belt der Deffentlichkeit übergeben. Hervorgehoben sel die Nachahmung des Bölkerschlachtdenkmals bei Leipzig, das ganz in Geife ausgeführt wurde und zu dessen Herstellung nicht weniger als 35 Bentner Seife gebraucht wurden. Die Messe, die bis Montag abend 11 Uhr geöffnet Mißfarbene Zähne entstell. b. schönste Antlig. Übl. Mundgeruch wirlt abstoßend. Beide übel werd. L volltommen unschädl. Weise beseitigt d. b. bew. Zahnpaste Chlorodont. arl öhme Bon Nachf. Wilmersdorf, Berliner Str. 130 Moabit, Turmstraße 31 3m Lehrgang für Jugendwohlfahrt, veranstaltet im Berwaltungsbezirt Brenzlauer Berg, vom Kreisausfuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschub, zufammen mit dem Bezirksjugendamt, spricht, Danziger Straße 64, am Montag, 14. April, 64 Uhr, der Stadtrat Genoffe Friedländer über Jugendwohlfahrt burd, frele ereine und bas Sugendamte Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt, der Kinderfreunde Wohl. fahrtskommiffionen sind eingelaben. Einführungsabend der Angeftelllenjugend. Am Sonntag, den 18. April, veranstalten die Jugendgruppen Friedrichshain, Often und Südoften des Zentralverbandes der angestellten für die Schulentlafienen einen Einführungsabend in der Aula des Leibniz- Gymnafiums, Mariannenplay 28. Beginn vünktlich 6, 11br abends. Darbietungen: Regitationen, Mufil. Gefang, Ansprache, Boltstänge, Seitere Gefangsipiele. Die intereffierten Jugend mitglieder und beren Eltern sowie die Sulentlaffenen, die fich dem laufmännischen Berufe auwenden, finb au ber Ber anstaltung beralichst eingeladen. Wohltätigkeitsfeft für die Polizei- Nothilfe. Im Marmor- und Bantetisaal des Zoologischen Gartens findet am Sonntag, ben 13. April, ein großes Wohltätigkeitsfest zugunsten der Unter ftügungskaffe der Polizei- Nothilfe beim Polizeipräsidium Berlin statt. Das Protektorat haben der Minifter des Innern und der Bo'izeipräsident übernommen. Das 75 Maim starfe Sinfonte. orchester der Berliner Schußpolizei unter feinem Dirigenten Clemens Schmalftich wird klaffische Mufit zum Vortrag bringen. Profeffor Karl Clewing und Boris Toder werden nebst anderen Kunstgrößen die Zuhörer durch den Vortrag von Liedern erfreuen. Grett Sigrid tanzt altgriechische Tänze; Radiofonzert, ein Täuschungsfünftler, eine Schuhplattlergruppe des Vereins der Bayern in Berlin und humo ristische Vorträge werden für weitere Abwechslung sorgen. Karten find noch an der Abendkasse zu haben. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 13. April. 4 Uhr: Jugendvortrag: Gedichtohen und Geschichtchen", vor4.30-6 Uhr: Berliner Funkkapelle getragen von Hede Geber. 6 Uhr: Orchesterkonzert. Dirigent: Kapell( Unterhaltungsmusik). meister Otto Urack, früher an der Staatsoper Berlin. 1. Musik zu Christian VIII von Sibelius. 2. Valsetriste, von Sibelius. 4. An den Frühling, von Grieg. 5. Zwei 8. Erotik, von Grieg. slawische Tänze, von A. Dvorák. 6. Ballett Egyptien, von A. Luigini. Montag, den 14. April. Tageseintellung Vormittags 10 Uhr: Nachrichten dienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht 4.30-6 Uhr: Berliner Funkkapelle( Unterhaltungsmusik). 7 Uhr: Sprachunterricht( Englisch). 7.30 Uhr: Vortrag des Herrn Geheimrats Prof. Dr. D. Seeberg, Präsident der Zentrale für Innere Mission der deutschen evangelischen Kirche: Der heilige Krieg um die Seele unseres Volkes. 8.30 Uhr: 1. a) Erinnerung, von Brahms; b) Wie bist du meine Königin, von Brahms; c) Auf dem See, von Brahms( Margarete Sohlenzka- Oramm). 2. a) Rondo, von Rameau; b) Der Kanarienvogel, von Mozart( Friedrich Thomas, Soloflötist am Deutschen Opernhaus, Charlottenburg). 3. Arie aus der Oper Der Liebestrank", von Donizetti( Artur Philips). 4. Zwei Volkslieder, gesetzt von Brahms; a) Da unten im Tale; b) Es steht eine Linde( Margarete Schlenzka- Cramm). 5. a) Allegretto grazioso, von Reger; b) Im Walde, von Schmalstich( Friedrich Thomas, Soloflötist am Deutschen Opernhaus, Charlottenburg). 6. a) Die Träne, von Rubinstein; b) Frühling, von Rechmaninoff( Artur Philips). Am Flügel: Kapellmeister Otto Urack. " Uebersegelt! Eine Tragödie auf der Offfee. Nach einer Meldung aus Memel, wurde das Boot bes Fischers Ermoneit aus Mellneraggen auf der Höhe von Sawatzort von dem holländischen Motorfegler„ Balbur" überfegelt und zum Rentern gebracht. Die aus zebn Mann bestehende Besagung des Bootes stürzte ins Waffer. Leider konnten nur vier Berfonen gerettet werden. Balbur ift mit ben Geretteten an Bord in Memel eingetroffen. Der Bab Jimenan im Thüringerwald. Die Kurvert altung dieses wegen feiner hervorragenden landschaftlichen Schönheiten welt bekannten Höhenluftkurortes hat angesichts der bevorstehenden Bäderreisen einen neuen geschmackvoll bergestellten Wohnung- und Gefäftsanzeiger herausgegeben, den sie den Lesern dieser Zeitung auf Anfordern gegen Einsendung von 50 Pf. Porto zufenbet. Arbeitersport. Arbeiter- Sport und Kultur- Kartell Reuföln. Morgen, Montag, den 14. April, abends 7 Uhr, Rartellfigung in der Klause, Mareschstraße. Borher treffen fich die Borsigenden ber Neuköllner Fußballvereine( MSV.). Arbeiter- Athlett- Sport- Bereinigung Steuföln. Montag, ben 14. April, abends 7 Uhr, in der Turnhalle in der Weiseftraße Elternabend. Jubiläums- Sportfeft. Am heutigen Sonntag begeht der Bezirk Often Frischauf der Freien Turnerfdaft Gro- Berlin die feier feines 801ährigen Bestehens durch umfangreiche turnsvortliche Wettkämpfe in der Turnhalle Bringenstr. 70. Als Teilnehmer haben sich auch alle anderen Bundesschule werden die Leichtathleten ihr Bestes zeigen. Eröffnung 23 Uhr. Anfang 3 Uhr. Turn. und Sportfreunde find freundlichst eingeladen. Bezirke verpflichtet. Neben Musfitturnen und der eifrigen Jugendklasse der Sport. Rennen zu Strausberg am Sonnabend, den 12. April. 1. Rennen. 1. Wetterscheibe( Hr. v. Herder), 2. Blauschwarz( Sr. Staudinger). Toto: 10:10. 2 liefen. 2. Rennen. 1. Zwirn( Stys), 2. Fateiber( Edler), 8. Landrichter ( Ulbrich). Toto: 82: 10. Plat: 16, 15: 10. Ferner liefen: Iduna, Dro. 3. Rennen. 1. Fescher Teufel( Jentsch), 2. Trene Wacht( F. Behr), 3. Glasbäger( D. Müller). Toto: 24: 10. Blat: 15, 45, 18:10. Ferner liefen: Distel N, Astra, Primavera, Heliade, Sheitan, Fangspiel 4. Rennen. 1. Briefe( Edler), 2. Zursball( Meja), 8. Baltüre Duade). Toto: 21:10. Blat: 19, 26: 10. Ferner liefen: Roprina, Rubin( gefallen). 5. Rennen. 1. Wind( Dr. Schluttus), 2. Doufchla( Hr. F. Walter), 8. Düteger( Hr. Handtle). Toto: 40: 10. Platz: 20, 18: 10. Ferner lief: Tor di Duito. 6. Rennett. 1. Donnerwetter( F. Lüber), 2. Sultan( W. Heuer), 8. Heldin( Bismar!). Loto: 19: 10. Blag: 11, 11: 10. Ferner lief: Kleve( ausgebrochen). 7. Rennen. 1. Puppenfee( P. Lewidi), 2. Solo( Huguenin), 3. Csardas Baron( Ebert). Toto: 22:10. Blat: 20, 85: 10. Ferner Hefen: Mar tint, Marabou( ausgebrochen). Herren- u. Damen- Stoffe Größte Auswahl! Billigste Preise! Gabardine, Tuche, Ripse für Mäntel, Kostüme u. Kleider, Sammete, Seidenund Futterstoffe, Herren Anzugstoffe, Gabardine, Kammgarne, best. Qualitäten 1. 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Und wenn man nahe genug herantam, bann strömten sie einen Duft aus, warm und füß, wie jene Wälder dufien müssen, die immer in der Sonne liegen und feine Winter ftürme fennen. Und viele Leute blieben stehen an diesen feltsam Sonnenhaften Wagen, hielten einen Korb hin oder eine Aftenmappe oder auch eine alte zerriffene Wachstuchtasche, und nahmen sich ein bißchen Sonne mit nach Hause Apfelsinen, Mandarinen tleine gelbe Sonnenlugeln. Und die Stinber spielten damit in den engen Stuben und Küchen. Und wenn fie genug gespielt hatten, dann aßen sie sie auf. Lachten und flopften sich die fleinen Bäuche. Und dann spielten sie mit ben goldenen Schalen. Und machten Blumen daraus. Es war ein lieber Gruß der Mutter Sonne an die große graue Stadt Berlin, daß überall die Apfelfinenwagen flanden. -P fauter Und doch er fam nicht bis zu allen Menschen in der großen Stadt. Ach, lange nicht zu allen. Da war zum Beispiel der Meine Kalle. Der ließ sich jeden Mittag von feinem großen Bruder an die Straßenede fahren und fah dem Apfelfinenwagen zu. Wie die Leute tommen und gingen, ausfuchten und einpadten. Und wie der Apfelsinenhändler in all ben goldenen Kugeln wühlte, fie auf die schwankende Bage schmiß. und immer wieder die schönsten und bidsten herunterschob. Schalen befommt er mandymal. Der große Bruder liest sie ihm auf von Der Erde. Dann läuft er weg mit den anderen Kindern. Ralles Bagen ift eigentlich fein richtiger Wagen. Es ist eine Holztifte auf einem Rinderwagengestell. Aber man fist ganz gut barin. Und Kalle figt immer barin. Denn er ist sehr klein und dünn, und seine Beinchen find so weich in den Knochen, daß fie fich unter ihm biegen wie Rohre. Und wenn man fagt: Ralle, lauf doch", und stellt ihn an einen Stuhl, dann fegt er fich glatt auf die Erde und meint. Jetzt wünschte sich Kalle ein Mandarinchen. Immer nur Schafen, das war zu wenig. Sobald ein Mensch ein Bfund der füßen gelben Dinger von dannen trug, fah er ihm brennend nach. Biel leicht route eine aus der Tüte heraus, vielleicht rollte eine bis bicht heran an feinen Wagen. Es geschah nie, niemals. Aber Ralle wartete immer darauf., Und eines Tages fam es boch, das Mandarinchen. Der große Bruder brachte es mit, des abends von der Straße. Wo er es her hatte, gefunden, gestohlen, geschenkt bekommen, bas fagte er nicht. Er war ein wilder Gaffenjunge. Er warf es nur im großen Bogen mitten auf Kalles Bett, so daß der mit erschrockenem Schrei zusammenfuhr. Aber da war der Bruder schon zur Tür hinaus und polterte nebenan in der Küche und Kalle war allein mit feinem Mandarinchen. Ganz ftill faß es auf der Bettdecke und fah den Kalle an. Ein goldengelbes Kleid hatte es an, das war von weicher Seide. Und bauschte fich wie ein richtiges Tanzrödchen. lnb lange goldene Strümpfe famen daraus hervor, und wir.zig feine, fchwarze Schuhe. Auf dem Kopf aber, auf den goldenen Loden, faß ein graugrünes Sammethütchen. Und unter dem Hut und unter den Loden waren ein paar Augen, fo hell wie Sterne, und rote Backen, und ein kleiner Mund, fo rot und rund wie eine Himbeere. Ach, so ein füßer feiner Junge," sagte der Mund, und ein paar weiße weiche Händchen streichelten über Kalles Gesicht, so daß er rot ward wie ein Weihnachtsapfel, und streichelten auch seine dünnen, feuchten Haare, widelten sie um die fleinen Finger und spielten damit und siehe da, sie wurden zu diden goldenen Ringef. -P foden. Und auch das Hembchen Kalles, das graue, vielgeflicte, murde weich und weit wie ein Tanzrödchen und raschette wie Seide. Und auch so tein war Ralle gar nicht mehr, er mar genau fo groß und bid wie Mandarindhen. Nein, fogar ein wenig größer und stärker,-so mie das sein muß zwischen Mann und Frau. Und Mandarinchen hielt ihn bei der Hanb und sagte: Du lleber, teiner, füßer Junge, tomm mit mir in das Mandarinenland!" Aber da murde Kalle plöglich traurig, benn es fiel ihm et, n daß er nicht laufen konnte. Mandarinchen aber fachte nur und meinte: Das ist auch gar nicht nötig, mir fönnen ja rollen- Und da ging es auch schon los, rollerofleroll, die Bettbede hinunter und Durch die Stube, und durch die Küche, die Treppe hinunter. Und niemand jah fte. Denn es war schon Racht. Vor dem Haus aber, auf der Straße, brannte eine riesenhafte Laterne. Das war ber Deffentliche Wählerversammlungen Montag, den 14. April, abends 7% Uhr: Bohnsdorf: Lokal Bierbach, Bahnhofstraße. Referentin: Band. tagsabgeordnete Luise Kähler. Charlottenburg: Für Frauen, Türkisches Zelt, Berliner Str. 53. Referentin: Stadtverordnete Minna Todenhagen. Dienstag, den 15. April, abends 7% Uhr: Berlin- Miffe: Lehrervereinshaus Alexanderplatz( gr. Saal). Tiergarten( Moabit): Arminiushallen, Bremer Str. 73. Tiergarten( Westen): Schulaula Ballasstr. 16. Wedding: Aula Grünthaler Str. 5. Wedding: Bharusfäle, Müllerstr. 142. Sonntag, 13. April 1924 ans Band famen, be war ba tein Schnee mehr, sondern weiches Gras unb ba und dort ein Gänseblümchen. Unb je weiter fie fuhren, desto wärmer wurde es und besto grüner und blühender und duftender. Bis sie endlich in ein Taf einfuhren, das war wie ein Garten. Die Wege aus meißem und rotem Sand, überhangen von Rofenranten und blauen Binzinien. Und auf den dunkelgrünen Rafenflächen ftanden hohe, breite Bäume, die bingen poll golbgelber Grilchie. Und auch im Rasen lagen solche Früchte. EURO Und dann hielt das Auto vor einem kleinen Haus, bas mar gang überwachsen von einem riefengroßen Mandarinenbaum, fo daß um alle Fenster Zweige hingen. Ja, bis hinein in fleine weiße Zimmer ragten sie, und legten goldene Früchte auf die Tische. Und Mandarinchen ftleg aus und hielt dem Kalle die Hand hin. Romm, Ralle, hier wollen wir wohnen." Aber der war sehr erSchroden unb verlegen, meil ihm einfiel, daß er nicht laufen fonnte. Mandarindhn aber ladhte bloß und fagte: Das brauchst Du ja aud wir wollen tanzen." lind ehe er sich's verfah, war er braußen auf bem grünen Rafen und tangte mit dem Mandarindhen um das Haus herum. night, Als sie genug getanzt hatten, da gingen sie hinein in das Häusthen und aßen eine große Schüffel Mandarinen- Budding. tranfen Wein, der war füßer als Honig. Und als dann Kalle müde mar, legte er fich in ein weißfeldenes Bettchen. Und Mandarinchen dedte ihn mit einer gelben Samtbede zu. Und es saß bei ihm und ftreichelte feine Hand, bis er einschlief. Dann sette es sich auf feine Bettdece, rollte sich zusammen mie eine fleine goldene Stugel. Als fpät in ber Nacht Ralles Mutter au Bett geben wollte, in bas große Bett, das sie mit ihrem tranten fleinen Jungen teilte, ba lag er ba, fo mäuschenstill, daß sie erschrat. Sie holte bie Betroleumlampe aus der Rüche. Und fah, daß er tot mar. Inb baß er in bez fleinen, talten Hand ein Mandarinchen hielt. Da meinte die Mutter. Aber Ralle lächelte. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Prenzlauer Berg: Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11. Und schlief auch.freuzberg: Deutscher Hof, Ludauer Str. 15, Friedrichshain: Andreas Festfäle, Andreasstr. 21. Charlottenburg: Sophie- Charlotte- Schule, Scharrenstr. 20. Charlottenburg: Leibniz- Oberrealschule, Schillerstr. 125. Wilmersdorf: Hindenburg- Oberrealschule am Seepart. Wannsee: Reichsabler, Königstr. 26. Steglig: Aula des Gymnasiums, Heefeftraße Mariendorf: Aula des Gymnasiums, Kaiserstraße. Neukölln: Zum Schultheiß, Hafenheide 22( Wintergarten). Treptow: Lotal Nitschte, Am Treptower Part 26. Cöpenid: Aula der Körner- Schule, Lindenstr. 11. Lichtenberg: Aula der Mittelschule, Marktstraße. Mahlsdorf: Lokal Anders, Bahnhofstraße. Biesdorf: Lotal Bartsch, Dorfstr. 63. Weißenfee: Albrechtshof, Bartstr. 16. Faltenberg bei Weißenfee: Lotal Meyer, Dorfstr. 10. Reinidendorf- Ost: Kastanienwäldchen, Schönholzer Str. 14. Tegel: im Strandschloß. Tagesordnung in allen Versammlungen: Die Bedeutung der Reichstagswahlen für die deutsche Arbeiterschaft Sozialdemokratisch oder Bölfifch?" Referenten find: S. Aufhäuser, Dr. Breiffcheid, Clara Bohm- Schuch, Eduard Bernstein, Arthur Crifpien, Dr. Freund, Rich. Fischer, Hugo Heimann, Marie Juchacz, Franz Künfiler, Georg Klaußner, Karl Leid, Hermann Lempert, Dr. Löwen flein, Offo Meier, Ernst Mietisch, Wilh. Reimann, Elfriede Ryned, Friedr. Stampfer, Heinrich Schulz, Dr. Weyl, Rudolf Wiffell, Dr. Zechlin, Frih Zubeil Mond felber. Und der fachte. Und fragte:„ Wo wollt denn ihr noch hin, so spät, und bei der Rälte-?" Mandarinchen aber war ein bißchen( dynippisch und antwortete:„ Wir warten nur auf unser Auto." Und da tam es auch schon an. Blau und rofa mie Himmelswollen, und ausgepolstert mit gelbem Samt, wie mit Apfelfinenschalen. Und überhaupt fam es dem Ralle ein bißchen befannt vor. Es war so groß und so hoch wie fein alter Riften. wagen. Und quietschte auch ein bißchen mit den Räbern. Aber es fuhr ganz von selbst, und fuhr wie der Bind. Und Berge tamen, wo gar fein Baum mehr war und auch fein Zier, nur Burgen und Schlösser aus Eistriftall, und Täler mit fleinen, schwarzen Bächen im Schnee, und schlafende Dörfer, und Flüsse dann und wann ein Licht darin oder ein Hundebellen. Und Stufe tamen, die polterten mit Eisschollen und rauschten mit schwarzen Fluten. Und Mandarinchen sprang mit ihrem Wagen mitten auf eine große, weiße Scholle, ba fuhren fie ein großes Stüd ben Slub entlang wie auf einer Fähre. Und als sie auf der anderen Seite Reisbunb ber Kriegsbefehäbigten, Delagruppe Rorben XIV., Montag, den 14. April, abends 7 Uhr, außerordentliche Generalversammlung in Büttnetw Feftfälen, Schwebter Str. 22/23. Seferat: Die Stellung der Striegsbeschädigten und Hinterbliebenen zu den Strantenfaffen." Referenten: Denger und Lebede Don ber NORR. Berlin. Rahlreiches Erscheinen erwinfcht, 19. Kreis Ponton. Reidsbanner Schwarz- Rot- Gold. Moning, ben 14., abenbs 7 Uhr, Bersaminlung bei Meler, Türkisches Belt, Bantow, Breits Straße 14. Rentölln. Bezein bez greibenter fe Henerbestattung. B. Montag, ben 14. April, abends 18 Uhr. Bffentliche Bersammlung bei Kliem, Safenbeibe großer Goal. Referent: Gen. Woolf Soffmann. Thema: Dibelstunde." Um rege Beteiligung erfucht Die Bezirksleitung 14. Briefkasten der Redaktion. 8. 6. 17. 1. Stein. 2. Se. Whaßgebend find aber die gefeßlichen Aufwertungsvorfdriften. 8. Ein Aniak aur Klage liegt nicht sot. 8. 100, 50, aber nur in Höhe von 5 Broa: 5 Bros. hat ber Hauswirt felbft au tragen. Wekig. Borläufig lännen Sie nichts unternehmen; es muß bie weitere Enl insiteuer i noch nicht an sahlen. Die Berordnung bes Bohlfahrtsministers widlung abgemartet werden. 2. 6. 47. nääft nur 81 Bros. Die Hautshebt noch aus. 9. 6. Die lebensmiete it ble miete, bie mit ben och 20 Bros. In baug, 2. Rein.-B. 6. 00. 1. Gie müſſen fich mit beg Bohnungsamt in Verbindung fehen. 2. Sein. 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Beilage des Vorwärts Das Geheimnis der Oktoberkämpfe. Seit Monaten geht in der Kommunistischen Partei die Diskussion über die Ursachen der sogenannten„ Oftobernieder lage". Thesen reihen sich an Thefen, Fraktionen fämpfen mit Fraktionen, Mitgliederversammlungen, Funktionärversamm lungen, Bezirkstage und jetzt ein illegal tagender Parteitag der KPD. versucht die Probleme zu„ flären". Die Talmudistit des gelehrtesten Rabbiners reicht nicht aus, um sich in den Windungen fommunistischer Gehirne zurechtzufinden. Vor uns liegen zwei Sonderhefte der Zeitschrift" Die Internationale". Ein Heft enthält& B. auf fage und schreibe 152 eng bedruckten Seiten nichts weiter als Bandwurmartitel über die Taktik der Partei. Ferner liegt vor uns ein Protokoll über die Januar verhandlungen der Moskauer Exekutive über die Lehren der deutschen Ereignisse". Das Protokoll trägt den bezeichnenden Bermert:„ Nur für die Mitglieder der Kommunistischen Internationale." Aus Geheimprotokollen der Kommunisten. | um in diesem engmaschigen profetarischen Bezirk Mitteldeutschlands einen Ball zu bilden zwischen der Südkonterrevolution in Bayern und dem Nordfaschismus. Gleichzeitig wird die Partei im ganzen Reiche eingreifen und die Waffen mobilifieren." Wie man weiß, ist dieser schöne Blan mißlungen, aber man versteht wenigstens jegt, warum die Kommunisten im vergangenen Herbst den Mund so voll genommen haben. Jede Nummer der Roten Fahne" war eine ausgesprochene Repolutionsnummer. Schade nur, daß das Geschrei so kläglich abftach gegen das beinahe spurlose Verschwinden ber Kom munisten von der Bildfläche, als ihre Partei verboten wurde. Radek und Brandler schildern, warum und weshalb aus den großen Worten nichts geworden ist. Als unsere Genossen in die Regierung einiraten, waren fie nicht in der Lage, die Bewaffnung des Proletariats durchzuführen. Die Partel hatte in Sachsen, wie wir informiert wurden, 800 Gewehre. • Alle Diskussionen der Kommunisten drehen sich um die Sozialdemokratie. Alle ihre Gedanken freisen um den einen Bunft: Wie kann man mit dieser Festung fertig werden In Chemnitz auf der Konferenz zeigte fich der zweite Teil des welches ist die beste Tattit, sie zu vernichten"? Linfe", Blanes zerschlagen, nämlich der gemeinsame Aufmarsch der fozial. Rechte" und" Zentrum" find sich darin einig, daß die Sozialdemokratischen und tommunistischen Arbeitermaffen. Der Antrag auf bemokratie verschwinden muß, wenn der Weizen der Kom Proflamierung des Generalftreits und des bewaffneten Aufstandes munisten blühen, wenn Deutschland im Bürgerkriege aufgehen in Chemnitz wurde angesichts des Widerstandes der linken SBD. soll. Aber mit der Sozialdemokratie fertig werden, heißt mit gar nicht geftellt. Die Bentrale entschied sich, jedem Kampfe der deutschen Arbeiterbewegung fertig werden und ohne Ar- auszuweichen, da in dieser Situation... ber Aufstand unmöglich fei." beiterbewegung, ohne Einfluß auf die breiten Massen der fozialistisch gesinnten Arbeiter werden die Kommunisten niemals zu einer Massenbewegung werden, tönnen sie niemals barauf rechnen, ihre Ziele zu erreichen. Die flügeren, rechts gestimmten Führer der Kommunisten haben das flar erkannt. In dem Geheimprotokoll erklärt der Vertreter der Erefutive in Deutschland, Karl Radet: " Die größte Quelle der Krife, die wir hatten und die wir noch haben werden, jahrelang, wenn die Revolution nicht fommen wird, besteht darin: Wir sind die Partei der Diktatur, aber wenn feine repolutionären Wellen schlagen, so tann man für die Diktatur nur Propaganda, Agitation treiben. Und die Masse lebt nicht nur von der Propaganda und Agitation.... Wenn wir das nicht sehen und auf Grund diefer Diskrepanz unsere Leitungen zu reformistischen Stempeln, dann werben mir zerfallen. Mit einer rein agitatorischen Linie des Kommunismus werden mir herrliche, fleine fommunistische Parteien haben. Es wird wieder vor uns die Frage stehen: Sette oder Masse." Die Kommunistische Partet ist zurzeit entschlossen, nicht Den Weg Radets zu gehen. Sie will mit vollem Bewußt fein zur revolutionären, in Aktionen"( lies: Butsche) egrezierenden rein fommunistischen Partei werden. Was das bedeutet, was überhaupt die Taktik der Kommunisten im verfloffenen Jahre bedeutet hat, sagt man am besten mit ihren eigenen Worten. Bir begnügen uns deswegen heute damit, aus ihren Protokollen, Thesen und Streitartikeln einige wenige, aber fennzeichnende Stellen zu zitieren. Die Turkestaner an der Arbeit, Der Bertreter der Moskauer Erefutive, der den Auftrag hatte, im Oktober vergangenen Jahres die Machtergrei fung durch die KPD. zu bewerkstelligen, schilbert, auf Grund welcher Informationen er die Arbeit der deutschen Kommunistischen Partei leitete. „ Die größte Schwierigkeit der Arbeit der Vertreter der Ere. Lutive bestand darin, daß fie feinen biretten Rontatt mit der Arbeitermasse felbst hatten, daß sie aus dem Zeitungsmaterial und aus den Gesprächen mit irgendwelchen zehn Genoffen sich die Broden der Wirklichkeit zu sammeln hatten, die praktische Linie herausgeben mußten ich werde Ihnen eine folche fomische Tatsache mitteilendas für mich mit ausschlag, gebend in der Beurteilung deffen, was zu machen war, das Bild der Stadt war, bas tch auf Streifzügen durch die Stadt betam: nämlich bie Sammlung der Arbeitslofen vor den Läden, ein paar Gespräche über das, was sie bachten, bie man aufschnappte. Das wird das Bild jeder Tätigkeit delegierter Genossen sein, die nicht imftande find, in den Maffen zu wirken. Es fehlen uns immer die von unten tommenden Impulse, wir friegen sie erst durch das Sieb der Stimmungen und Auffaffungen der einzelnen Genoffen." Diese Männer leiteten die RBD. im vergangenen Jahre und hatten den Auftrag, den bewaffneten Umsturz unter allen Umständen zu bewerkstelligen. Remmele berichtet darüber: Ich lann mich noch erinnern, daß wir im September eine zentrale Sigung hatten, in der zur Behandlung stand, was wir in diefer Situation zu unternehmen hätten. Ein Genoffe der Zentrale vertrat den Standpunkt, daß, wenn in Sachsen die Berhältnisse zeif find, man los fchlagen müffe. Die 3entrale hat das damals abgelehnt mit der Begründung, daß sie gegen diese putschistische Auffassung fet. Am nächsten Tag tam der Beschluß, der hier( in Moskau. D. Red.) von der Eretutive gefaßt worden ist. Und so wurde die gefamte Polifit der Partei auf das eingestellt, was am Tage zuvor abgelehnt worden war. 3 Nuntia's vo foster Karl Radek Delegierter der III. Jnternationale im Oftober 1923 in Deutschland Bezeichnet und mit Unterschrift verfeben in einer Sizung der Erelutive der IIL Juterna ionole zu Moskau von N.Bucharin. Sonntag, 13. April 1924 Wie sie Aktionen" machen. Die Kommunisten charakterisieren in ihren Referaten fi. und ihre revolutionären Methoden beffer, als es irgendein Gegner fönnte. Ueber die Borbereitung der Dt. to bertämpfe jagt Radet: „ Der Fehler bestand nicht in der Terminsehung. fondern erstens darin, daß die Terminsehung in Moskau erfolgte. 3ch habe damals schon erklärt: Nur im Fluß der Ereigniffe tann die Inflanz, die den Kampf führt, fich den Termin fetzen( das ist aber ein verdammter Menscherismus, lieber Radet. Sie find wirt. lich ausschlußreif! D. Red.) Denn wenn diese Instanz in die Partei erfährt es, o stau den Termin feftfeht. denn wenn sie es nicht erfährt, ift es ein Unding, ihn festzusehen to beginnt die Panit, das Geschrei vom Verrat, wenn man genötigt ift, den Kampf zu verschieben." Noch viel schöner schildert der Sozialdemokrat" Brand ler das Suchen der Kommunisten nach Barolen. Er erzählt, wie auf dem Leipziger Parteitag im Januar 1923 leider fein Mensch vorausgesehen habe, daß im Oktober ein günstiger Moment für die deutsche Revolution tommen werde. So hat denn auch die Brandler- Zentrale im Anjang des Jahres 1923 nicht recht gewußt, was e eigentlich machen sollte, denn ohne Aftionen macht das Leben feinen Spaß. Aber wie zu Attionen fommen? „ Es war uns nicht möglich, die Massen gegen die Ruhr. befegung auf bte Beine zu bringen. Sie wurden nicht von einem großen, breiten, nationalen Taumel er. faßt( wie fdade! D. Red.), fondern nur des Kleinbürgertum war etwas rationalistisch erregt und bewegt. Wir mußten, um überhaupt zu versuchen, Bewegungen zufande zu bringen, fasten, was denn eigentlich die Massen aufgreifen, um dafür zu fämpfen. Wir haben damals die zehn Sammela lofungen herausgegeben, die ein ziemliches Durchein ander waren.( Die Regierung des Mordes" fchlte damals leider noch. D. Red.) Wozu? Um uns selbst zu orientieren, für welche Dinge wir das Proletariat in den Kampf führen tönnen, um über die Propaganda hinauszukommen." Schließlich fand nicht Heinrich Brandler, sondern Brischa Sino wjem den richtigen Dreh. Moskau be Schloß Ende September, daß der große Moment gekommen sei und die KPD. mußte aufmarschieren. Und der Erfolg? Die Kommunisten, von denen jeder sich eingebildet hatte, in Deutschland set der Rätestant eine Frage von wenigen Lagen, verschwanden im Handumdrehen von der Bildfläche. Die Reaktion hatte eine günstige Gelegenheit, Dorzustoßen und das schmachvolle Bacht. paradefpiel von Dresden aufzuführen. Immer noch weren Aktionen" der Kommunisten schwere Mißerfolge für die Arbeiterschaft und billige Triumphe für alle rückwärtss strebenden Kräfte in Deutschland. Diese einzig mögliche Lehre m der deutschen Ereignisie" werden die Kommunisten freilich nicht ziehen. Um so notwendiger ist es, daß die Arbeitermaffen, von denen ein Teil ehrlich geglaubt hat, mit den Kommunisten gemeinsam auf einer vernünftigen Basis kämpfen zu können, fehen, mit wem fie es zu tun haben. Die Kommunisten were den schon missen, warum sie ihre Brotokolle mit dem Bermert versehen: Nur für die Mitglieder der Kommunistischen Internationale!" Die Arbeiter, die mit den Kommunisten sympathifieren, sind für sie nur Material, Kanonenfutter. Würden fie den Wust von Protokollen und taktischer Talmudisterei durchlesen, ein großer und gerechter Born würde sie erfassen. Werlannbeider Bahleiner solchen Bartet Auch Brandler schildert sehr anschaulich das Mißlingen feine Stimme geben? der hochfliegenden Pläne: Ich tam am 8. Oktober nach Deutschland, am 12. wurde die fächsische Regierung gebildet. Ich lam in die fast erledigten Berhandlungen über die Regierungsbildung hinein. Die Ereignisse folgten in riesiger Schnelligkeit aufeinander. Ich hatte keine Zeit mehr, mir die Situation wie ich es mir vorgenommen hatte richtig eingehend zu betrachten. Der Eintritt in die sächsische Regierung erfolgte auf Grund des Be. schlusses der Egefutive. Die Erefutive hat telegraphisdy von den Genossen gefordert, ohne genügende Borbereitung in die Regierung einzutreten. Ich war... bagegen, weil ich mir sagte, wenn der Eintritt ber Waffenbeschaffung dienen foll, so tann er nur auf Grund einer intensiven Bor. bereitung in Sachsen und im übrigen Reich geschehen. Der Beschluß... ist überſtürzt zustandegetommen. Der 3wed des Eine tritts war nicht ein parlamentarisches Manöver, der Zwed war die Beschaffung von Waffen. Weil aber ber Eintritt in die Regierung fast gar nicht vorbereitet war, tonnten die Maßnahmen, die notwendig gewesen wären, nicht getroffen werden. Um Waffen beschaffen zu fönnen, muß man den bureaukratischen Apparat und die Waffenlager fennen... Die ganze Regierungsherrlichkeit der Kommunisten hat 9 Tage ge dauert. In diefen neun Tagen ist nichts anderes geschehen, als daß Versuche unterrommen worden sind, Waffen herauszuholen. An den mangelnden Borbereitungen scheiterte der Versuch." Der legte Termin! " Haft Du fdjou die Wählerliste eingesehen, ob Dein name darin ftett? Wenn Du nicht in der Wählerlifte stehst, fannst Du das wah'recht nicht ausüben! Heute von 10 bis 5 Uhr ist der legte Termin! Geht sofort und seht die Wählerlisten ein! Es geht um Euer Wahlrecht! Die vierte Woche des Wahlkampfes. Der Weg zur Klarheit. Diese Woche war reich an wichtigen politischen Ereignissen. Durch diese Ereignisse wird der Sinn und die Bedeutung des Wahlkampfes scharf herausgearbeitet. Wir stellen voran die. Veröffentlichung des Berichts der Sachverständigen und feine Annahme durch die Reparationstommiffion. Ein Schritt nach vorwärts zur Lösung des Reparationsproblems ist geschehen. Nun handelt es sich darum, ob die deutschen Wähler den Willen der deutschen Nation erkennen lassen werden, diese Tendenz zum Bessern zu unterstüßen und zu stärken. Mochte bisher in der Zeit der UnMlarheit über die Entscheidung der Sachverständigen manchem die Frage nach dem außenpolitischen Kurs mehr unter dem Gesichts winkel theoretischen Bekenntnisses erscheinen, so muß nun jedem Wähler flar fein, daß es in der Wahl eine praktische außenpolitische Entscheidung gilt. Die Frage steht nun tiar: ja oder nein, Befreiung durch Erfüllung oder Katastrophe. Nationale Phrasen sind darauf keine Antwort. Indem troßdem die Deutschnationa en ihre Politik der Phrase fortfegen und ihr„ unannehmbar" schreien, zeigen fie das Geficht einer verlogenen Phrasenpartei, die ihr Agitationsbedürfnis über alle nationalen Interessen stellt. Es wurde der Aufmarschplan angenommen, daß das mitteldeutsche Gebiet zum Konzentrationspunkt gemacht werden follte. Dann wurde die Partei und der ganze Barteiapparat auf den bewaff Wir möchten nach Möglichkeit nur die Zitate selbst wirten neten Aufstand eingestellt und moblilsiert. Die lassen. Trotzdem ist es notwendig, unmittelbar nach solchen bestimmte Terminfegung des Lossdagens fonnte nicht eigenen Bekenntniffen der Kommunisten folgendes festzustellen: eingehalten werden, nachdem man zur Regierungsbildung gezwungen Ihr Plan, aus Sachfen ein Aufmarschgebiet zu machen, murde Zuerst haben sich unsere Genossen gefträubt, den Bescheiterte nach ihren eigenen Angaben vor dem Einschreiten fchluß( in die fäcyfische Regierung einzutreten. D. Red.) durchzuführen. Der Reichswehr an dem, widerstand der Sozial Es wurden dann noch eine Reihe von Verhandlungen mit ihnen ge- demokratie, der rechten wie der linken. Ihr Eintritt in führt und fie mußten in die Regierung eintreten und sind dann auch die fächsische Regierung war nur möglich, weil sie der fächsischen eingetreten." Sozialdemokratie gegenüber von vornherein ein ver logenes und unehrliches Spiel trieben. Wäh- Bia aber for.nte eine deutsche Außenpolitik geführt werden, die rend fie offiziell vorgaben, eine parlamentarische Re- die Tendenzen zum Besferen von Deutschland aus verstärkt, wenn gierung bilden zu sollen, die Verfassung anzuer- die deutsche Sozialbemotratie nicht als fester Blod fennen, war in Wirklichkeit ihr einziges Ziel die Borbe cus dem Wahlkampf hervorgeht, wie fönnte sie ohne sie geführt reitung eines Aufstandes. Darin waren sich alle werden? Die vergangene Woche hat darüber Klarheit geschaffen. Richtungen der KPD. einig, rechte wie linke. Diese Schlüffe An ihrem Beginn stehen die bayerischen Wahlen. Sie sind sind nach den eigenen Angaben der Kommunisten so under ein Menetefel für be bürgerlichen Barteien. Berfeßung auf der meidlich, daß sie jeder, den es angeht, ziehen wird. Das Ver- ganzen Linie, Regierungsbildung unmöglich, ftatt eines ernsten, halten zu den Kommunisten wird danach taum noch ein von politischem Wollen getragenen Barlamentes eine zersplitterte Gegenstand von Meinungsverschiedenheiten sein tönnen. Vertretung ohne Mehrheit und ohne Willen. Wie nun, wenn die Der Kriegsplan in Sachsen. Auch Radet schildert den Kriegsplan" der kommunistifchen Erekutive, der in Moskau in den September- und Oftoberberatungen festgelegt wurde, eingehend: „ Der Aufmarschplan der Partei ging von folgendem Grundgedanken aus: Das Proleteriat marschiert auf in Eachfen, aus der Berteidigung der Arbeiterregierung heraus, in die wir eintreten, und es wird in Sachjen versuchen, die Staatsgewalt auszunuhen, um fich zu bewaffnen, Seht die Wählerlisten ein! Reichswahlen ums statt eines neuen Reichstags ein Narrenhaus geben? Wenn die Extremen von rechts und links und die Deutschnationalen jede vernünftige Politit vereiteln fönnen? Aus den Wahlen muß eine starke, führende, große Partei als ruhen. der Bol hervorgehen, eine Partei, die die Gewähr einer vernünftigen, auf eine Wendung zum Besseren zielende Außenpolitit gewährleistet: bie Bereinigte Sozialdemokratie. Es tuß fich nicht nur im Bewußtsein der Arbeiterschaft, fondern bes ganzen Boltes die feste Ueberzeugung verantern, daß die Sozialdemokratie die große, führende, nicht zu zerstörende Partei Der deutschen Republik ift. Welche Partei fönnte außer der Sozialbemofralle noch darauf Anspruch erheben Das 3entrum fämpft in Bayern mit der Boltspartei, in Württemberg neigt es nach rechts hin, innerlich wird es durch starte Klaffengegenfäße zerriffen. Die Deutsche Bolts. partei hat in dieser Woche ihre Spaltung erlebt, eine Spal. hung, die nicht Klärung und Reinigung, sondern Vorspiel zu weiteren Spaltungen und zu weiterer Rechtsschwenkung ist. Ueber die Wirkung dieser Spaltung fagt die Frankfurter Zeitung": Jedenfalls gilt wohl allgemein als wahrscheinlich, daß die Bollspartel hinsichtlich ihres Wahlergebnisses nun auch den glei dhen Beg gehen wird, den 1920 die Demokraten gegangen find, zum gleichen oder vielleicht noch stärteren Absturz Können diefe Barbeien die ftarten Träger einer verantwortungs. vollen Bolitit fein? Haben sie die innere Klarheit und die Feftig teit thres Rurses, die dazu nötig ist? Die Ereignisse der vergan genen Woche verneinen bie Frage. Diefe Stabilität fönnen mur bie breiten Maffen des Boltes geben, bie Arbeitenden aller Stände. In ihnen ist die Sozialdemofratie verandert. Sie geschlossen zu gewinnen, ist ihr Ziel. Unser Bersammlungstampf wird um dies Ziel geführt. In allen Gegenden und Orten Deutschlands haben unsere Redner in dieser Woche zu ihnen gefprochen. Die Erfahrungen dieser Bersammlungen zeigen, daß viele, die schwenkten, viele, die auf dem Wege zur Illusion und Phantastit nach rechts und links waren, von der Sachlichkeit und Aufklärung in unferer Bropaganda auf dem Wege Maren politischen Dentens zurüdgehalten wurden. In unseren Ber. fammlungen werden teine utopischen Versprechungen gemacht, um Wähler zu gewinnen. Wir legen die Lage Deutschlands so dar, wie fie ist, und ziehen die notwendigen Schlußfolgerungen. Unsere fie ist, und ziehen die notwendigen Schlußfolgerungen. Unfere Politit ift Realpolitik- aber Realpolitit, getragen von großen Ideen und mit dem großen Ziele des Sozialismus. Diese Art der Bropaganda unterscheidet uns von den Rom. niften. Das Lebenselement der Rommunisten ist nicht die Sach fichteit, sondern ber Radau. Das haben sie mit den Böllischen gemeinsam. Jeder waschechte tommunistische und völlische Agitator bat etwas von Rabau- Rabarettisten an fich, etwas vom Mister Mefchugge. So wollen fie ernste politische Entscheidungen vor. bereiten. Unsere Barteirebner fagen uns alle: wenn gegenüber den tommunistischen Liraben die Arbeiter in den Bersammlungen, die aus Berzweiflung der Illusionspolitik der Kommunisten folgen, unfere ernsten, und fachlichen Argumente hören, so verstummt der fommu munisten von den pote ein wie falsches Bild ihnen die Som piele erkennen, wie fie von ihnen über die Haltung der Sozialdemo fratie angelogen werden. Diese irrenden Massen, die die Stürme ber Inflationsperobe ins extreme Lager führte, muß unsere fachliche Auftiärung wiedergewinnen. Je der Genosse muß dazu bei. tragen, nicht nur unfere Bersammlungsrebner. Die Parole heißt: Aufklärung! Wufflärung! Aufklärung! Die klare Frage. Jn der Kreuzzelfung" veröffentlicht Graf Westarp einen langen Artikel gegen die Annahme des Sachverständigen- Gutachtens. Weber folle fich das Volk durch den Beitritt Ameritas, noch durch Kreditversprechungen zur Annahme verloden lassen. Er stellt die Frage der Annahme als die Hauptfrage des Wahlkampfes: Soll die bisherige Erfüllungspolitit auch gegenüber Sagverständigen- Gutachten fortgelegt werden oder nicht?" Das ist in der Tat die flare Frage, Darauf gilt es, bel der Wahl zu antworten mit Ja oder Nein, mit dem sozial. demokratischen Stimmzettel oder mit dem Stimmzettel für eine Rechtspartel. Die andere Frage aber ift dle: was folgt auf das„ Mein"? Darauf antwortet tein Weft arp; denn die Antwort lautet: enfjehliches Elend für Immer! jammern, daß die Sozialdemokraten mehr verstehen als fie, schreiben sie über ihre Auffassung vom Parlament wörtlich: „ Die Kommunisten aber wollen und werben im Barla. menten teine positive Arbeit leisten, weil sie wissen und sagen, daß solche nicht geleistet werden kann. Die Kommunisten wollen und werden dagegen das Parlament von innen fäubern, indem sie im hohen Haue" fommunistische Hegreben" halten, b. h. revolutionäre Agitation treiben und auf alle Schliche und Pfiffe der vom Staat be ahlten zahmen Haustiere, welche Abgeord nete genannt werden, und welche hinter den Kulissen in den mit Recht so genannten Ausschüssen nach der Pfeife der Regierungs. männer tanzen, unbarmherzig ans Tageslicht zerren, ohne Rüd ficht darauf, ob sie geheim find oder nicht und dem Proletariat ben gegen das Broletriat gerichteten Klassencharater denunzieren." Solche Leute, die offen erflären, daß sie nur Radau be. treiben wollen, daß ihnen an ernster, fachlicher Arbeit nichts liegt, follten lieber felbft so vernünftig sein, dem Parlament fernzubleiben. Rein Arbeiter sollte ihnen die Stimme geben. Jede Stimme, die den Kommuniffen zufällt, dient nicht der Arbeiterschaft, sondern nur der Reaktion. Deshalb ist die Parole am Wahltag: Wählt nicht Kommunisten, dle nichts leisten wollen und fönnen, jondern wählt sozialdemokratisch! Ein völkischer Jdealstaat. natürlichen Bestimmung des Mannes gelegen, die Autorität in der Familie, wie in jeder aus der Famiie herausgewachsenen gesellfchaftlichen Organisation. an erster Stelle zu vertreten und dem gemäß als geborener Führer aufzutreten. Erst seit durch das Vereinsgesetz( 1908) die Möglichkeit erwudys, daß die Frauen fich selbständig politisch organisieren könnten, erlärte dasselbe Zentrums- Leriton plöglich in der dritten Auflage: „ Durchdrungen von der Berantwortichkeit der mütterlichen Aufgabe, empfindet es das Weib als eine Arântung, den Lehrlingen und Un mündigen gleichgestellt zu sein... Auf dem Ratholitentag 1908 erklärte einer der Redner, Prof. Spahe- Straßburg: Es sei ein Standal, daß man die Frauen in das öffentliche Leben hinaus. brängen wolle. Ihre Aufgabe sei, im fleinen Kreis zu arbeiten und ihren Einfluß auf die Männer auszuüben, daß fie den richtigen Ge brauch vom Stimmzettel machen Man folle nicht glauben, weil nun ein freiheitliches Bereinsgefeß geschaffen sei, müsse man auch den Frauen die Wege ebnen, um die Wahlurne zu stürmen! Der Bentrumsabgeordnete Wallstein äußerte fich dort in demselben Sinne. Der langjährige Zentrumsführer und spätere Reichskanzler Graf Hertling rühmte fich im Reichstag fogar, daß er als Universitätsprofessor sich die Anwesenheit von studierenden Frauen in feinen Borlesungen verbeten habe. Noch im Jahre 1917 erklärte der Bentrumsabgeordnete Beder Arnsberg( im legten Reichstag zweiter Fraktionsvorsitzender des Zentrums): Meine politischen Freunde werden nicht von ihren alten Anschauungen abweichen, daß es nicht zwedmäßig ist, die Frau in das politische Leben hinein. zuziehen. Die driftlich- nationale Arbeiterschaft... hat sich erst fürzlich gegen das Wahlrecht der Frauen ausgesprochen. Ganz in Siesem Sinne lehnte auch die Zentrumsfraktion im preußischen Landtag noch 1918 das Frauenwahlrecht ab! Aehnlich verhielt sich die sogenannte fortfrittlige Boltspartei", aus deren Resten die Deutsch- Demokratische Bartel" hervorgegangen ist. Selbst der Führer der Deutschvölkischen, Abg. v. GraefeGoldebee, lehnte in der Petitionstommiffion des Reichstags 1914 das Frauenstimmrecht ab. Muffolini und fein Finanzminister fündigen die Sanierung der Staatsfinanzen bereits für das nächste Jahr an. Nicht nur soll der Staatsbudget balb ins Gleichgewicht kommen, sondern es wird möglich fein, auch die bestehenden Steuern herabzu. feßen. Mit Neid und Anerkennung sieht die ganze Welt auf den Helben des Finanzwesens und fpendet ihm reichliches Lob. Man fragt nicht danach, welche Steuern herabgefeßt werden? Man faschistische Regierung hat aber auch bisher gewiffe Steuern herabgelegt bzm, gänzlich abgeschafft, und zwar die Erbschafts. und Lurussteuer und die Steuern auf Vermögen. Für die Sanierung der Finanzen mußten die Befiklofen und die abgebauten Beamten herhalten. Am Tage der großen Budgetrede haben die italienischen Großbanten ihre Bilanzen Erst die Sozialdem otratie, bie mit ihrem Erfurter veröffentlicht. Dank der Steuerpolitik Mussolinis tonnten diese zum erstenmal feit bem Kriege bobe Dipibenben Brogramm von 1891 in aller Deffentlichkeit das Frauenwahlrecht und die politische Gleichterechtigung der Frau verlangte, hat burch verteilen, einige sogar die höchst en seit ihrem Bestehen. Nach dem neuen Versprechen der Steuerberablegung fönnen wir mit Sicher bie Regierung der Boltsbeauftragten den Frauen das gleiche Recht heit erwarten, daß diese Bilanzen im nächsten Jahre noch glän. gegeben. Jeßt betteln nun alle Parteien um die Stimmen ber zender, die Steirerlaften des Kapitals noch geringer sein werden. Frauen, die fie früher als den Lehrlingen und Unmündigen Das faschistische J'alien wird zum Elberabo bes Rapitals. gleichgestellt erachteten. Aber nur unfundige Frauen tönnen fol So wollen es die Böfifchen in Deutschland haben, und beschen Sirenentlängen folgen. Aufgetlärte Frauen stimmen wegen finden sich auch Arbeiter und abgebaute Beamte, und werben nur für die Sozialdemokratie! die ihnen nachlaufen! Gummiknüppel und Stuhlbeine brauchen Bölkische und Kommunisten als Wahlargumente. Auf diese Methoden des brutalen Versammlungsterrors und der Gewalt ist nur eine Antwort eine Antwort, die nicht mit gleichen Mitteln gegeben wird. die nicht gebrüllt wird, die aber nachhaltig wirkt, durch vier Gesetzgebungsjahre hindurch: Den Stimmzettel für die Sozialdemokratie! Frauen, denkt daran! Die gleichen bürgerlichen Barteien, die jetzt um ble Stimmen der Frauen werben, waren noch vor kurzem ausgesprochene Gegner der politischen Gleichberechtigung der Frau. Man erinnere sich ihrer Taten aus der Zeit vor der Revolution, als das Frauenstimmrecht durch die sozialdemokratischen Boltsbeauftragten noch nicht eingeführt worden war. Da sind zunächst die Deutsch nationalen, die fich früher ehrlicher die Deutschkonservativen nannten. In ihrem Wahlhandtuch stand 1911 zu lesen: Den Frauen das allgemeine, gleiche und geheime Bahlrecht zu versprechen ist nichts als ein liftiger und dummer Betrug. Die Frauen haben für das Wahlrecht Berwendung nur einem eingen gegenüber.... Der deutschnationale Abg. Echmidt erklärte im fächsischen Landtag:" Die Frau hat im Rat der Männer zu schwei gen. Dieser Ansicht sind wir auch heute noch!" Die deutschnationale Rreuszeitung" nannte in einem Leitartikel Das Frauenstimmrecht- eine nationale Gefahrt" In derselben Kreuzzeitung" forderte der Deutschynationale Dr. D. Behr Binnow:„ Man mache vor allen Dingen einen biden Strich durch alle und jede Wahlrechtsforderung.... was follten etwa bie Krieger für eine Belohnung erhalten, wenn die Heimkriegerinnen mit dem Wahlrecht belohnt werden? Fort mit dem Unfmn!" Der Deutfcmationale Abg. Landrat v. Rries erflärte 1917, die Geg nerschaft seiner, damals noch fonfervativen" Bartet gegen bas figste, was wir befißen, die Frauen, in die allgemeine Dredlinie gezogen werden." Und die gleichfalls deutschnationale Deutsche Die Sozialdemokratie macht in ihrem Zentralorgan eine glan- Tageszeitung" forderte noch im Sommer 1918 die tonferzende Wahlagitation," fo jammert ein tommunistischer Artikel- vativen Frauen auf, überall gegen die Forderung des Frauenstimm fchreiber im unten. Den guten Rommunisten ist es unan genehm, baß die Sozialdemokratie im fachlichen Rampf für die Ar beiterintereffen die Erfahrung hat, die die Kommunisten trog ber Größe ihres Mundwerks nicht haben. Es ist deshalb fein Bunder, wenn die Kommunisten gestehen müssen: Die Kommunisten und die Reichstagswahl. Frauenwahlrecht sei ja bekannt! Wir wollen nicht, baß bas hei Was sie in Wahrheit wollen. Die Rommunistische Bartel versteht es abfolut nicht, gute Bahlagitation zu betreiben. Es gibt eine ganze Reihe von guten Genoffen, welche dieser Frage vollkommen hilflos gegen. fiberstehen. Bie, fagen fie, wie follen wir eine anständige Bahlagitation machen, wo wir doch gegen das Parla. ment find?" So fommt es, daß die kommunistischen Agitationsredner, wenn fie außer müftem Geschimpfe über die Sozialdemokratie fonft noch etwas verzapfen wollen, zum Entfehen von Ruth Fischer so sehr verjagen: Manche Genoffen befinnen fich plößlich wie ein altes Ravalleriepferb beim Trompetenfignal auf die Attade- auf ihre fozialdemokratische Bergangenheit und leiern in Bersammlungen gute fozialdemokratische Wald und Biefenreben zur Bahlagitation herunter, baß jeber Mensch sich fragen muß: eshalb foll man eigentlich nicht birett einen Sozialbe motraten wählen?" Diefe Frage wird fich hoffentlich je ber vernünftige Arbeiter bei der Reichstagswahl vorlegen. Bogu soll man Leute ins Parlament fchiden, die gar nicht baran benten und gar nicht baran glauben, irgend etwas für die Arbeiter im Barlament gu leiften? In demselben Artikel, in dem die Kommunisten darüber rechts aufzutreten". Da sind ferner die Nationalfiberalen, die sich heute den Namen Deutsche Boltspartei zugelegt haben. Ihr badischer Füh rer Reb mann, ber in feiner Barbei als ein Muster des politischen Fortschritts galt, erklärte noch 1911: Für das gleiche politische Recht fönne der Biteralismus nicht fein. Die Frauen sind noch nicht reif für die Bolitit, für den Gebrauch bes Bahlrechts. Dementsprechend stimmten auch die nationalliberal Dolfsparteilichen Abgeordneten im badischen Bandtag noch 1918 gegen das politische Stimmrecht der Frau und brachten selbst ihren eigenen Antrag auf tommunales Frauenwahlrecht zu Fall! 3m Reichstag fprach fich die nationalliberale, jett voltsparteiliche Frattion immer wieder gegen das Frauenstimmrecht aus. Das heutige Zentrum hatte einige der flugften Frauen im legten Reichstag. Aber bis zur Revolution war es entschiedenster Gegner der politischen Frauenbetätigung. Es ftimmte früher fogar gegen bas Bahlrecht der Frau zu Gewerbegerichten und Raufmannsgerichten( noch) 1914!). In dem offiziell vom Zentrum anertannten Ratholischen Staatstegit on hieß es( in ber ersten und zweiten Auflage): Bom fatholischen Standpuntt aus müsse das Streben ber Frau nach voller politischer Gleichberechtigung neben dem Mann als unheilbringend für die Gesellschaft zurüidgewiefen werden. Der legte und ausschlaggebende Grund für die Ausschließung der Frau von der diretten Teilnahme am politischen Leben ist in ber Deutsche Volkspartei und Völkische. Bolksparteilicher Antisemitismus. Trog bes Ausscheidens der Nationalliberalen Bereinigung aus der Deutschen Boltspartel entwickelt sich die Stresemann- Bartel immer weiter nach rechts. Sie ist für die Monarchie, gegen die Re publit, fie ift gegen die Demokratie, gegen eine ernste Sozialpolitik. Sie fpetuliert aber auch auf bie antisemitische Belle! Das voltsparteiliche Organ in Frankfurt a. b. D., bie„ Ober geltung", veröffentlicht einen Artikel des bisherigen Reichstagsabge orbneten v. Remnit, ben der dortige Wahlkreis wieder an die groen wir, daß be Deutſche Boltspartei in ber Bflege ausgesprochen bes Raffegebantens und in der Betämpfung bes jüdischen Einfluffes mit den Deutschvöllischen ein ganzes Stud Beges zusammengehen" tonne. Im weiteren Berlaufe feines Artikels tommt der Abg. v. Remniß zu dem Ergebnis: „ Daß wir glüdlicher wären, wenn unfere jüdischen Mitbürger nicht unter uns wohnten, wer wollte es leugnen?" Eine Bartel, bie ber välfifchen Geistestranthelt fo nachläuft, fann wirklich nicht ernst genommen werden. Was ist die Bolks partei des Herrn Stresemann denn nun noch? Sie hat nur ein zufammenhaltendes Band: die widerstrebenden Tendenzen, die sie umfaßt, wollen alle die Sozialdemokratie vernichten. Bir vermutent allerdings, daß am Abend des 4. Mai nicht wir, fondern die Bartek des Herrn Stresemann vernichtet jein wird. Gegen den Radau- Wahlkampf. Die in Röln versammelten Barteiführer aus ber Rheinproving haben für ben jetzigen Wahlkampf folgende Berein barung getroffen: 1. Jebe planmäßige und abfichtliche Störung aber fogar Spren gung öffentlicher Versammlungen des Wahlgegners hat unter aller Umständen zu unterbleiben. Besuch dieser Bersammlungen und Be teiligung an der Aussprache sowie fachliche Kritik bleibt jedem un benommen. 2. Wir find bereit, in unseren Drganisationen mit allen Kräften bahin zu wirken, daß die Abgeordneten, Bewerber, Redner und beschimpft werden. Führer des politischen Gegners nicht persönlich herabgefeßt oder gar 3. Zeitungsartikel, Flugblätter und Blafate find frei von Be. leidigungen und Berleumdungen zu halten. Angeflebie gegnerische Blafate dürfen weder abgerissen noch vorzeitig überklebt werden. 4. Die Karwoche bis Ostersonntag einschließlich möglichst fret Don politifchen öffentlichen Bersammlungen. 5. Im Wahllofal follen bie Barteien friedlich nebeneinander arbeiten. Parteikonzentration in Bayern. Die Banerife Mittelpartet( Deutschnationale Boffs partei( unb bie nationalliberale Sanbespartei Bagerns ftehen ebenfalls vor der Berschmelzung. Der Wahlausgang in Bayern zwingt alle Parteien zur Konzentration. Kandidaturen. tombibatenlifte für ben Bahlkreis Oberbayern Swaben Die Banerife Boltspartei bat mm ihre Reichstags erscheinen lassen. An der Spiße stehen der Präsident der chriftlichen Bauernvereine Lang, ber bisherige Reichstagsabgeordnete Stabt rat Rauth und der Buchdruckereibefizer Loib1 in Neuburg. Auch ber derzeitige Reichsjuftigminister Dr. Emminger befindet sich unter ben Kandidaten, Der hessische Bandesausschuß der Sentrumspartel ftellte für die Reichstagswahl die folgenden Ranbibaten auf: 1. Rechtsanwalt Dr. Bodios, Mains; 2. Bandtagsabgeordneter Regierungsrat Knoll, Darmstadt; 3. Bürgermeister Mocbs, Landwirt in Nieder- Moerlen; Landtagsabgeordneter Profeffor attemer, Darmstadt. Hauptgeschäft: Alexanderstrasse 12 Engrosabteilung: Alexanderstrasse 12a Herren Konfektion Burschen- Konfektion Knaben Konfektion DAS FÜR Bolfsfleidung Ostern Frühjahrsmäntel mod. Form 98, 16, 64, 58, 48, 39.Covertcoat- Sport- Paletots...... 95, 14, 59.Herren- Sakko- Anzüge.... 90, 68, 43, 38, 28.Jünglings- Anzüge.. 49, 37, 27, 25, 22.gefüttert, mit Breeches Herren- Sportanzüge 64, 47, 39, 33, 29.Manch.- Sportanzüge gefüttert..... 64, 55, 48.Schofför- Anzüge Manch.od. Cord 110, 94, 14, 68, 49.Lederbekleidung in braun und schwarz Motorfahrerjacken gummiert. 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Jahrgang Wirtschaft Golddiskontbank und Warenausfuhr. 4. Beilage des Vorwärts felbft zu erneuern. Die Kreditgewährung erfolgt auf dem Wege des Wechseldistonts. Die Reichsbant eröffnet auf Antrag dem Kreditnehmer ein auf englische Pfung lautendes Konto und dieser ist dann berechtigt, den Goldmert zu erheben oder an andere zu überweisen. Die Reichsbant behält den Wechsel des Kreditnehmers als Dedung für den von ihr ausgegebenen Kredit. Eine Ueberschreitung der Kredite ist nicht zulässig. longieren. Sonntag, 13. April 1924 gegnen, Qualität und Präzision zu dosieren, entsprechend praktischen Verwendungszwecken." Was bedeutet dieser Schreckensruf anders als das Eingeständnis: Ford ist uns industriell und kommerziell überlegen? Solange die Balutablockade den fremden Wettbewerb vom Binnenmartt im wesentlichen ausschloß, war dies weniger deutlich merkbar, wie jetzt, wo die Notwendigkeit statt billiger Spekulation technisch- rationell im Betrieb zu wirtschaften in den Bordergrund gerückt ist. Die Magimen seines industriellen Erfolges hat Ford in seinem schnell berühmt gewordenen Selbstbekenntnis niedergelegt. Daß diese nicht das Reservat von Ford darstellen, zeigen bie statistischen Daten der amerikanischen Fabritprobut. tion des Bureau of Census. Die amerikanische Industrie verdankt ihre Erfolge der ökonomischen und modernen Einrichtung ihrer Berke, die in Berbindung mit einer zwedmäßigen Organisation hoher Löhne billig hergestellten Erzeugnisse siegreich mit der niedrige eine massenhafte Großproduktion ermöglicht, deren trog Löhne zahlenden Kleinerzeugung tonfurrieren. Die Industrie ist ausschließlich auf dem heimischen Martt aufgebaut und erfchen Marktes eine Großproduktion mit niedrigen Produktionsfoften portiert nur in jenen Zweigen, in denen die Nachfrage des heimizur Folge hatte. Darin liegt der große Borsprung Amerikas vor Ländern mit einer so nachdrücklich für den Export berechneten Induftrie. Die Sorge um die Wiederaufrichtung der Galb. währung ist infolge der kritischen Vorgänge am Devisenmarkt in Der letzten Zeit wieder gewachsen. Abgesehen von dem letzten Sonnabend, der einen geringen Rückgang der Nachfrage nach fremden Zahlungsmitteln brachte, ist seit Wochen der Andrang wieder so groß, daß nur ganz geringe Beträge, bei den meisten Devisen über haupt nur 1 Proz. der angeforderten Summe zugeteilt wird. Mit um so größerer Spannung mußte man daher den Bericht der Sachverständigen über die Reparationsfrage erwarten. Davon, ob das Gutachten n einem für Deutschland günstigen Sinne ausfiel, hing es ab, ob man über kurz oder lang an einen Aufbau der Goldwährung denten könnte. Der Bericht ist erschienen. Die Industrie hat ihn durch den Vorsitzenden ihres Reichsverbandes Dr. Gorge nicht nur für annehmbar erklärt, ein Teil der Unternehmer hat vielmehr sogar schon seine Stellung in den Micum Berhandlungen Darauf aufgebaut, daß der Bericht angenommen wird. Verlangten doch die Bertreter des Bergbaues bei den Verhandlungen mit den Bertretern der Besatzungsbehörden, daß die auf Grund weiterer Reparationslieferungen in den nächsten Wochen erfolgenden SachTieferungen aus der Auslandsanleihe gezahlt würden, die der Sachverständigenbericht im ersten Jahre vorsieht, und die natürlich nur zustande kommen kann, wenn das Gutachten von der deutschen Regierung angenommen wird. In der Tat kann es feinen Zweifel darüber geben, daß trotz der erheblichen, vom ganzen Volk zu tragenden Belastung, die eine Annahme dieser Borschläge mit sich bringen wird, an ihre Ablehnung faum zu denken ist, schon aus dem Grunde, weil die deutsche Wirtschaft ohne die Goldwährung nicht mehr auskommt. Die Rentenmart, die feit jeher nur als Inlandszahlungsmittel gebrauch von Rentenmark mit schärfster Beschränkung der Kredite und ringernden zweckmäßigen inneren Organisation. S dacht war, genügt eben einem auf das engste mit der Wirtschaft verbundenen Bolte nicht mehr. Auch die Golddiskontbant, die am kommenden Mittwoch ins Leben tritt, ist nur eine Uebergangslösung. Die jetzt von ihr veröffentlichten Geschäftsbedingungen laffen das mit aller Deutlichkeit erkennen. Ist doch die Golddiskontbant in ihren Funktionen auf einen ganz bestimmten Wirkungsfreis beschränkt, den sie nicht überschreiten tann, solange die ihr zur Verfügung stehenden Kredite fo gering find, wie sie in den Satzungen vorgesehen waren. Sie wird, ihr eigenes Betriebskapital eingerechnet, zunächst über höchstens 500 Millionen Goldmark verfügen fönnen, einen Betrag, ber noch nicht ein Zehntel des Goldgeldumlaufs vor dem Kriege aus macht. Und wenn auch zu erwarten ist, daß der Reichsbant noch weitere Auslandskredite zufließen werden man berät jest in Amerika über die Gewährung eines Rediskontkredits von 5 Mil lionen Dollar oder 21 Millionen Goldmart an das neue Institut so besteht doch kein Zweifel daran, daß zur Errichtung einer deutschen Goldnotenbank wesentlich größere Kredite zur Verfügung stehen müssen. Der Sachverständigenvorschlag sieht dazu allein ein Eigenfapital von 400 Millionen Goldmark vor, doppelt soviel, als ber Golddiskontbant zur Verfügung stehen, wozu dann noch die herein. strömenden Kredite des Auslandes fommen würden. Die Gold. bistontbant ist feine Währungsbant, wenn auch die Ausgabe von Noten, die auf englische Pfund lanten, vorgesehen ist. Diese Gold noten, deren Ausgabe auf einen Betrag von 100 Millionen Gold mart beschränkt ist, sind lediglich Behelfszahlungsmittel zur Ausführung von Zahlungen an das Ausland. Inlandszahlungsmittel bleiben Renten- und Papiermart. Die Hauptaufgabe der Golddiskontbant besteht jedoch in der Heranschaffung von Krediten für die deutsche Industrie. Die Kredite sollen besonders in denjenigen Fällen erteilt werden, wo sie exportfördernd wirken. So werden sie notwendig fein zur Beschaffung ausländischer Rohstoffe für die Herstellung von Waren, die selbst zur Ausfuhr bestimmt find, fo daß bei der Abdeckung des Kredites die Schuld mit den vereinnahmten Exportdevisen getilgt werden kann, in jedem Falle jedoch ohne Inanspruchnahme des Devisenmarktes. In feinem Falle sollen Kredite zur Einfuhr solcher Waren gewährt werden, die im Inland verbraucht werden. Zu diesem Zwede wird die Golddiskontbant jeden einzelnen Antrag auf Kreditgewährung sorgfältig zu prüfen haben. Andernfalls besteht die Gefahr, daß die Kredite allmählich aufgezehrt werden, anstatt sich durch neu eingehende Devisen von Die Russen in Berlin Mokka Extra 5 Pf. die Luxuszigarette Moskau m. M. 3 Pf. dicke Konsumzigarette MAIKAPAR, russische Qualitätszigarette Nach Ausführungen, die von amtlichen Stellen gemacht werden, wird das größte Gewicht darauf gelegt, die Vergebung von Goldtrebiten auf solche Kreise zu beschränken, die sich Goldeinnahmen unmittelbar vom Ausland verschaffen, also nicht nur Exporteure und Exportindustrien, sondern auch Transport und Versicherungsgesell Schaften oder, in gewissen Fällen auch das Hotelgewerbe, tommen in Frage. Man hofft, dann eine ganze Reihe von Rentenmart trebiten zurüdziehen zu können und die dadurch frei Langfristige Kredite werden von der Rentenbank grundsätzlich nicht werdenden Beträge der übrigen Wirtschaft zur Verfügung zu stellen. erteilt, doch beabsichtigt man, zur Förderung des Exports, in Fällen, wo ein länger befristeter Kredit benötigt wird, auch Wechsel zu proDie Golddiskontbant verfolgt also den Zwed, den Devifenmarkt u entlasten, indem sie die für Rohstoffeinkäufe der Exportindustrie benötigten Kredite zu einem angemessenen Binsfag- man nimmt 8 Proz. an- beschafft und sie in diejenigen Hände leitet, die ihrer zur Aufrechterhaltung der Produktion am meisten bedürfen. Insofern ist die Golddiskontbant berufen, eine wichtige Aufgabe der Volkswirtschaft zu erfüllen, und sie wird das in um so größerem Maße tun können, je mehr fie fich Vertrauen im Auslande erwirbt und je mehr es ihr gelingt, weitere Kredite aus dem Auslande heranauziehen. Eine Lösung der Währungsfrage jedoch bringt sie nicht. Die Reichsbant wird, bis die Wiederherstellung der Gold. nicht. Die Reichsbant wird, bis die Wiederherstellung der Gold. währung mit internationaler Hilfe und nach Regelung der Reparationsfrage gelungen ist, weiterhin verpflichtet sein, jeden Mißder Notenausgabe zu befämpfen und ihre ganze Kraft als Regulator des Geldwesens dafür einzusehen, daß endlich einmal die so dringend erforderliche Bereinigung der Wirtschaft von allen unwirtschaftlichen Produktionselementen herbeigeführt wird. Ford ante portas! Die Freigabe der Einfuhr von 500 Ford Trattoren, die auf Antrag des Ernährungsministeriums zweds Berbilligung des die auf Antrag des Ernährungsministeriums zwecks Verbilligung des Maschinenbezuges für die Landwirtschaft erfolgt ist, sowie die Einfuhr der billigen Ford Typenautos hat die beteiligte Induftrie in einen nicht geringen Schreden verseßt. Ist unsere Technit wirklich so weltfremd geworden, daß wir technische Bedürfnisse in Deutschland durch Ford befriedigen laffen müssen?" so schreibt die Industrie- und Handelszeitung" unter der gleichen Ueberschrift. Ist es deutscher Technik nicht möglich, den Mittelweg zu finden zwischen amerikanischer Massenware und deut. scher Präzision angepaßt praktischen Bedürfniffen?" Das industrielle Blatt empfiehlt, um der Forbschen Konkurrenz zu bePreisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je .... Gerstengraupen, lose Gerstengrütze, lose Haferflocken, lose Hafergrütze, lose Roggenmehi 0/1 Weizengrieß Hartgrieß Maisgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmeh! Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine. Langbohnen, handverles. Bohnen, weiße, erl Linsen, kleine. Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaronimehi Schnittnudein, lose. Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Makkaroni. Bruchreis Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. Getr Pilaumen 90/100 Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu.. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Barl Zimt( Cassia) • • Zentner frei Haus Berlin. 16,00-17,25 Malzkaffee, gepackt 16,00-17,00 Röstgetreide, lose 15,75-16,00 Kakao. fettarm 16,00-16,50 Kakao, leicht entölt 23,00-25,00 16.50-15,00 100,00-125,00 130,00-153,00 12,7514,0 Tee, Souchon, gepackt. 350,00-420,00 18,00-19,00 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 22,00-25,50 Inlandszucker basis mel. 40,.. 42,50 Inlandszucker Raffinade 42,50-44.50 14,50-16,-Zucker Würfel. 17,00-21,00 Kunsthonig 36,00 40,00 19,00 22,73 Zuckersirup hell in Eim 49,00 14.00-17.00 Speisesirup dunk. in Eim. 33,00- 35,00 22,25-24,50 Marmelade Einir. Erdb. 108,00-120,00 46,00-48,00 30,00-32,50 Marmelade Vierfrucht 40,00-48,00 26,00-35,00 Pflaumenmus in Eimern 45,00 48,00 36,50-42,00 Steinsalz, lose.. 43,00-49.50 Siedesalz. lose 4,00 4,60 3,20 3,80 16,0 17,75 Bratenschmalz in Tierces 67,00 40,00-46,00 Bratenschmalz in Kübeln 68,00- 68,50 36,00 37,50 Purelard in Tierces... 66,50 20,00-24,50 Purelard in Kisten.. 67,50- 68,00 15,25-17,50 Speisetalg in Packung 46,00-50,00 17,00 19,75 Speisetale in Kübeln 46,00-48,00 27,00-31,00 Margarine, Handelsm. I 56,0 • 31,00-36,00 desgl. II 48,00-52,00 100,00-105,00 Margarine, Spezialm. I.. 76,00 43,00-48,00 desgl. If. 60,00-65,00 55,00 60,00 Molkereibutter i. Fässern 192,00 80,00 85,00 Molkereibutter in Pack. 197.09 75,00-95,00 Landbutter in Fässern 165,00 80,00-100,00| Landbutter in Packungen 170,00 80,00-85,00 Auslandbutter in Fässern 18%, 00 1: 0,00-165,00 Auslandbutter in Packg 197,00 140,00-155,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 35,00 36,00 110,00-120,00 Speck, gesalzen, fett, 62,00-67,00 Kümmel, holländischer. 155,00-165,00 Quadratkäse. Schwarzer Pfeffer singap. 103,00-111,00 Quarkkäse Weißer Pfeffer • 138,00-148,00 Tilsiter Käse, vollfett Rohkaffee Brasil.. 180,00-215,00 Ausl. ungezuck. CondensRohkaffee Zentralamerika240,00-300,00 milch 48/16 Röstkaffee Brasil..... 240,00-280,00 Inländische desgl. 48/12 30,00-40,00 35,00-50,00 120,00-125,00 22,50 25,00 18,00- 19,00 Röstkaffee Zentralam... 320,00-400,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 28,00-29,00 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Prüfen Sie selbst Kinder- Turnschuhe prima gran Segeltuch mit extra starker Chromledersohle. 88/35 2,75, 30182 250, 27/29 225, 25/26...... 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Einmal wird dies zu erreichen versucht durch Konzentrierung von Kapital, Arbeitskräften und Produktionsmitteln, also durch maschinelle Einrichtung, die den Leistungseffekt pro Ar. Schaffung riesiger Objette, dann aber auch durch die moderne beiter und Gesamtlohn erhöht, neben einer die Generaluntosten ver1914 gab es in den Bereinigten Staaten 275 791 Fabriken mit rund 7 Millionen Arbeitern, 1921 zählte man 250 321 mit der gleichen Arbeiterzahl. Kommt darin schon die Schaffung größerer Wertseinheiten zum Ausdrud, so wird diese Tendenz noch deutlicher, wenn man die Größenklassen der Fabriken in Betracht zieht. Mittelbetriebe mit 100 bis 250 Arbeitern nahmen von 1914 bis 1919 um 17 Broz zu, Großbetriebe mit über 1000 Arbeitern um 58 Proz., die Zahl der Arbeiter in Mittelbetrieben um 20 Broz., in Großbetrieben um 90 Proz. Ueber die Wirkungen der verbesserten inneren Organisa tion unterrichten folgende Zahlen: 1899 1914 1921 Maschinelle Ausrüstung 12,0 Min. Sp. 22,4 min. p. 29,5 Mia. HP.*) Lohn in Milliard. Doll. je Arbeiter. Bahl der Arbeiter i.Will. 2,55 2,008 100 Broz. 4,7 100 Proz. 100 8,2 4,078 204 Proz. 7,0 149 Proz. 104 8,24 " 8.2 410 Proz 70 149 Proz. 83 100 142 255 212 881 Leistung pro Lohneinh. Leistung pro Arbeiter. Gesamtprod. i. Milld. D. 100 *) 1919 Aus diefer Tabelle ergibt sich, daß der fintende Ertrag pro Lohneinheit wegen der steigenden Tendenz der Lähne aufgewogen wird durch eine Leistungssteigerungje Ar beiter, was zurückzuführen ist auf neue Arbeitsmethoden und moderne Einrichtung. So ist es auch gelungen, die General. untosten je Produkteinheit 1919 gegen 1899 auf 95 Proz. zu drücken, was auch bei fleinen Prozentsäzen ganz bedeutende Beträge ausmacht. Seit Beginn des Jahrhunderts ist der Inlandsverbrauch in den Vereinigten Staaten auf das Bierfache gestiegen, während die Bevölkerung nur um 40 Broz. gewachsen ist. Die Ausfuhr ist gegenüber 1899 auf das Sechsfache gestiegen, während Produktion, Löhne, Material und Kapital durchschnittlich auf das Vierfache gestiegen sind. Darin kommt am deutlichsten die hohe Wirtschaftlichkeit der amerikanischen Großproduktion sowohl für den heimischen Berbrauch, als auch für die Ausfuhr zum Ausdruck. Und die Nußlehre für die deutsche Industrie: Reine Kassandrarufe! Es gilt in unserer großen Rapitalarmut, die auch Rajanol Zahnpasta Feinste Pfefferminz Zahnpasta Hervorragendes Zahnreinigungsmittel, erfrischt und desinfiziert die Mundhöhle. RAJANOL G. m. b. H., Berlin Oberschönewelde Zu ha en in anen einschlägigen Geschäften Fernsprecher: Obersnöneweide 555 u. 744 la. 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Davon entfallen auf das befekte Gebiet 7253 714( 6 371 451) Lonnen. Die Kofserzeugung stellte fich im März insgesamt auf 1639 729( Februar 1298 586) Tonnen, im be ſetzten Gebiet auf 1476 455( 1 147 592). Arbeitstäglich wur den im März im gesamten Ruhrgebiet 308 924 Tonnen Rohlen gefördert( gegen 282 980 im Februar 1924 und 369 743 im Durchschnitt des Jahres 1913). Im besetzten Gebiet ſtellte sich die arbeitstägliche Kohlenförderung auf 278 989 Tonnen( 254 858 bzw 348 586 Tonnen). Im besetzten Gebiet werden also bereits fünf Sechstel der Vor friegsproduktion gefördert. Die Banktrise hält an. Das Banthaus Louis David in Bonn geriet in Zahlungsschwierigkeiten, deren Ursache hoffentlich den Devisenkommissar intereffieren wird, weil es sich um ein Devisen schleich handelsgeschäft großen Stiles handelt. Das Bant. haus hatte laut Boss. 3tg." der Spirituojenfirma L. Loeb A.-G., Trier, ein Darlehen von 2½ Millionen Mart gewährt, für die es nicht Mart, sondern in der Hauptsache 12 Millionen französischer Frant erhalten sollte, fie aber nicht befam. Dadurch entstanden Die Zahlungsschwierigkeiten. " Steigende Butterpreise. Nach dem Marktbericht von Gebr. Gause machen die immer knapperen Devisenzuteilungen den Im port von Butter fast zur Unmöglichkeit. Da zugleich die Zufuhren vom Inlande infolge der bevorstehenden Festwoche fast ganz ver fagen, machte sich eine empfindliche Knappheit und ein scharfes An. ziehen der Preise bemerkbar. Die Nachfrage ist stürmisch und nimmt jeden Posten auch zu erhöhten Preisen willig auf. Die Notierung wurde am 12. d. M. um 10,- m. per Zentner erhöht. Die amtliche Preisfestseßung im Verkehr zwischen Erzeuger und Großhandel war am 10. April 1924 für la Qualität 150 m., IIa. Qualität 145 m., abfallende 135 M. Am 12. April 1924 für Ia Qualität 160 m. per Zentner, IIa Qualität 155 M., abfallende 145 M. Für Margarine herrscht etwas regere Nachfrage. Aufwertung alter Sparguthaben. Der Kreistag des Kreises Oschersleben, Provinz Sachsen, hat einstimmig beschlossen, den 3infendienst für die alten Goldschulden bei der Spartaffe mit 2 Broz. sofort aufzunehmen und darüber hinaus einen Betrag von 60 000 Goldmark zur Verfügung zu stellen. Minour, der frühere Generaldirektor im Stinnes- Rongern, der feit einiger Zeit selbst als Konzerngründer und Organisator tätig ist, wurde zum Vorfizenden des Aufsichtsrats der A. Batschari. Bigarettenfabrik A.-G. in Rastatt in Baben gewählt. Belgien Dänemark- Polen- Rußland. Auslande haben Dänemark, Danzig und Bolen einen Handelsvertrag abgeschlossen, an dem sowohl von Kopenhagener wie polnischer Seite große Hoffnungen gefnüpft werden. Der Vertrag mit den üb. mit den üb. lichen Formeln der Meiftbegünstigung, Erleichterung in der Hafenabfertigung usw. zielt darauf hin, Kopenhagen zum Um. lade plaz für den polnischen Er und Import nach Ueberfee und Westen, Danzig zum Berschiffungs- und Ausschiffungs. plaz für von und nach Bolen zu machen, Der polnische Gesandte in Kopenhagen, M Papée, meist in einem Interview mit Ropenhagener Breffevertretern darauf hin, daß hinter Danzig Bolen mit feinen 386 000 Quadratkilometern und 30 Millionen Bevölkerung liege, für Das der Kopenhagener Freihafen die gegebene Etappe auf dem Wege Warschau- Danzig- leberjee fet. Er verspricht weiter, Bolen werde durch Ausbau seines Kanalnetes dafür sorgen, daß auch das Dnjepr. und utranische Gebiet auf diesen Weg gewiesen werde. Bebeutfam wird diefer Bertrag durch eine intensive Fühlungnahme er Ropenhagener Industrie und Schiffahrt mit dem Westen, die sich in einer starten Beschichung der Brüsseler Ausstellung durch Dänemark und Entfendung einer Handels- und Industriedelegation nach Brüssel äußerte. Die Delegation wurde vom belgischen König tb vom Außenminister Hymans empfangen. Betzterer erklärte im Namen der belgi chen Regierung, daß diefe alles tun werde, um das Zusammenarbeiten der Wirtschaft beider Länder, deren ver schiedene Struktur fich glücklich ergänze, enger und fruchtbringend zu gestalten. Auch zwischen Dänemark und Rußland finden Ber. handlungen um die Anerkennung der Sowjetregierung und Abschluß eines Handelsvertrages statt, die in der Kopenhagener Breffe start beachtet werden und von dänischer Seite nicht ganz ohne Mitspielen gewiffer amerikanischer Finanzkreise und Handelsinteressierter be stimmt sind, die mit den Kopenhagener Intereffen, Kopenhagen zu einem Groß- Tranfitplan für den Verkehr nach Often zu machen, übereinstimmen. Die Anerkennung Rußlands und Abschluß eines Handelsvertrages Dänemark- Rußland ist, wie auch die dänischen Wahlen ausfallen mögen, nur noch eine Frage der Zeit und der Formulierung von Einzelheiten. Dänemark gedenkt vor allem Landbau- und Werkzeugmaschinen sowie Traktoren und Automobile eigener Arbeit wie montierte amerikanische Fabrikate nach Rußland und Bolen zu senden und eine polnisch- russische Holzausfuhr nach Belgien zu leiten u. a. m. KIOS Hoebvollendet Die deutsche Cigarette! E. ROBERT BÖHME DRESDEN " im Geschmack unübertroffen Ueberall erhältlich. Sophienstraße 18 Säle frei* Nrd. 9296 Sophien- Säle Gewerkschaftsbewegung ( Siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Die Gewerkschaften und die KPD. In einer Berliner Mitgliederversammlung des Verbandes der Lithographen, und Steindruder wurde seinerzeit eine Delegation nach Weimar gewählt. In der Generalversammlung im Februar wurde dem Ortsvorstand ein Antrag überwiesen, eine Versammlung einzuberufen mit der Tagesordnung: Bericht von Weimar". Statt dessen wurde eine Bersammlung einberufen, in welcher der Berbandsvorsitzende Johannes Haß über Aufgaben und Laffit der Bewertschaften" referierte. In der darauffolgenden Diskussion sollte dem Delegierten Getegenheit gegeben werden, die in Weimar festgelegte tommunistische Taftil vorzutragen. Diese Bersammlung fand nun am 9. April statt. Der große Eaal des Gewerkschaftshauses war überfüllt. Kollege Haß führte zufammengefaßt folgendes aus: Nachdem sich am 9. November die deutschen Gewerkschaften die Anerkennung im öffentlichen und staatlichen Leben erzwungen hatten, ergaben sich neben der Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen größere Aufgaben, Sie man zusammenfaffen fann in die Formel: Erhaltung der Republik und Erhaltung der Boltsrechte. Daß die Gewerkschaf ten bereit waren, dafür mit ihrer ganzen Kraft einzutreten, hat der Kapp- Butsch bewiesen. Wenn nicht immer alles erreicht und gehalten wurde, so liegt dies weniger noch an den Hemmungen im Innern, sondern mehr in der außenpolitischen Bage. Außerdem hat die Arbeiterschaft Die Errungenschaften der Revolution zu wenig gewürdigt, sie hat die Erfahrung zu wenig berücksichtigt, daß jede Revolution ihre rüde läufige Bewegung burchzumachen hat. Eelbst der Achtstundentag galt damals nichts und die KPD. verlangte den Sechsstundentag. Die Inflation hat die volle Kampftraft der Gewerkschaften zerstört und erst die Stabilität brachte wieder eine Konsolidierung der Ber hältnisse, Ueber die Tattit wird schon seit jeher gestritten. In der Frage, ob die Gewerkschaften ausführende Organe einer politischen Partei oder ob sie freie wirtschaftliche Organisationen fein sollen, ist die Entscheidung im Sinne einer absoluten Selbständigkeit der Bewertschaften längst getroffen, eine robuftlonsftatifti? über die Leistungen in der Self bor bem Kriege und in den vergangenen Monaten. Die Unternehmer lehnten dies ab. Die Arbeitnehmer brachten schlagende Beweise dafür, daß eine Produktionssteigerung unter Ausnußung der noch brachliegender technischen Hilfsmittel in einem Umfange möglich ist, der eine etwaige Produktionssteigerung auf Grund einer Arbeitszeitverlängerung weit in den Schatten stellt. Eine statistische Umfrage in den 19 Geraer Webereien zeigt, daß von den vorhandenen 5440 Webstüblen 2833 befett, 3107 aber unbefeht find. Es werden also 48 Proz. der Webstühle für die Produktion benutzt, während 52 Broz der Webstühle leerstehen. Dieser Leerlauf kommt geradezu einer Berschwendung gleich. Laufende von Arbeitskräften find am Orte noch arbeitslos. Die Webereien in Gera haben seit 1914 jehr wenig Arbeitsträfte angelernt. Es ist ein Verbrechen an unserer gefamten Wirtschaft, wie die Unternehmer die Dinge aufziehen, wobei sie leider noch obendrein die Unterstützung des Reichsarbeitsministeriums finden. Die Arbeiterschaft steht auf dem Standpunkt, daß eine Arbeitszeitverfängerung notwendig ist, folange nicht mindestens 85 bis 90 Proz. der Webstühle mit Arbeit belegt find. Schon toben in unserem Gebiet in den verschiedenen Orten schwere Kämpfe, die auf Grund des von dem Reichsarbeitsministerium schematisch und auf Grund einer durchaus unzulänglichen Beurteilung der Brandyenverhältnisse gefällten und verbindlich erklärten Schiedsspruches zurüdzuführen sind. Es wird dieser Bezirt mit seinen 35 000 Tertilarbeitern nicht zur Ruhe fommen; denn der Beweis ist erbracht. daß die Arbeitszeitverlängerung feine wirtschaftliche Notwendigkeit ist, sondern lediglich eine Provokation der Unternehmer und der zuständigen Schlichtungsinstanzen. Mit einem Wort gesagt, es ist das fapitalistische Anarchie. Methoden der Lohn- und Arbeitszeitstatistik. Ein Bericht über die Methoden der Lohn. und Arbeitszeit statistik, der für die im November 1923 abgehaltene internationale Konferenz der Arbeits" atiftiter ausgearbeitet worden ist, wurde nun vom Internationalen Arbeitsamt veröffentlicht. Als Hauptaufgaben Dieses Zweigs der Statistik werden bezeichnet: die Beschaffung von Unterlagen über die Arbeitsfoften als Teil der Produktionskosten, die Feststellung der Kosten der Lebenshaltung der Arbeiter sowie der Berteilung des Ertrags der nationalen Arbeit. Zweierlei Arten von Bohnangaben find wichtig: Einmal Lohnfäße, die für eine gewisse Zeiteinheit oder eine bestimmte Arbeitsmenge gezahlt werden; bann Arbeitsverdienste, welche die tatsächlich an die Ar gaben der erstgenannten Art find reichlich vorhanden, folche über tatsächliche Arbeitsverdienste sind jedoch spärlich und gewöhnlich nur aus den Lohnliften der Betriebe zu gewinnen. Ueberdies ist zwischen Nominal. und Reallöhnen zu unterscheiden. Nomi nallöhne sind in der Währung ausgedrüdt, in der sie gezahlt wur den, doch sind sie ohne weitere Bedeutung, wenn man nicht ihre auftraft tennt. Rauftraft tennt. Die Reallöhne dagegen zeigen, wie hoch fich die Rauftraft der tatsächlichen Lohnbeträge stellt. Der Bericht imterrichtet fiber die in den verschiedenen Ländern üblichen Ber fahren der Statistik der Löhne und der Arbeitszeit, und er zeigt auch, daß zum Zweck der Anstellung internationaler Vergleiche die Bereinheitlichung der statistischen Methoden erforderlich ist. Deutscher Bekleidungsarbeiterverband. Damenmaßbranche und Konfettionsänbezinnen: Mitgliederversammlung Herrentonfettion: Mitgliederversammlung am Dienstag, bent 15. April. abends 7 Uhr, Musikerfäle, Raifer- Wilhelm- Str. 81. Uniformficferungsbranche: Mitgliederversammlung am Donnerstag, ben 17. April, abends 0% Uhr, Gebastianfir. 37/38. Tagesordnung für alle. Berfammlungen: 1 Jahresbericht,& Renwahl des Brandenleiters, 3. Neuwahl der Branchenkommission, 4. Aufstellung der Kandidaten zur Delegiertenverfanmilung. Außerdem für die Damenmasbranche und Ronfeffionsänberinnen: Stellungnahme zum Schiedspruch; für die Uniformitetetungsbranche: Bericht von den Lohnverhandlungen. Mitgliedsausweis legitimiert. Die Branchenleitungen. Die KPD. verlangt dagegen die unterstellung der Be wertschaften unter ihre politische Partei und will außerdem, gegen alle Erfahrung, jene primitive Taftit zur Anwendung bringen, die vor 50 Jahren bereits als überwunden galt Richig ist nur jene Tattit, die den Gegner einzuschäßen der fteht, alle Kräfte mobilisiert und nur dann in den Kampf tritt, menn, um mit München zu reden, 51 Brz. Möglichkeit des Sieges gebeiter in einem Zettabschnitt ausgezahlten Beträge darstellen. Angeben find. Der Generalftreit fann nur angewandt werden, wenn es um grundsägliche Existenzfragen der Arbeiterschaft geht. In der Frage der Taftit fagte felbst Brandler auf dem Barteitag 1923: Wir leben nicht im luftleeran Raum, die harten wirtschaftlichen Tatsachen erzwingen sich Anerkennung." Die RP D. arbeitet bewußt auf eine Spaltung der Gewertschaften hin; der von ihr geplante Gewerkschaftstongreß soll die neuen fom munistischen Gewerkschaften aus der Laufe heben. tisch ausführen muß, was sie theoretisch will Die Beimarer Tattit wird Schiffbruch erleiden, fobald fie prat Wir wünschen Leben und Bewegung im Verbandsleben, aber wir wenden uns mit aller Energie gegen die Zerstörer der Organifation. In allen entscheidenden Fragen stehen neun Zehntel der Kollegen hinter uns, und geftüße auf diefe, werden wir, wenn not wendig, alle Konsequenzen ziehen. Aus ben fommenden Ausein andersetzungen darf nicht der Schußverband deutscher Steindruckerei morgen, Montag, abends 6 Uhr, Schulaula Stochstr. 18. befizer als Sieger hervorgehen, sondern die Organisation. feinereit nach Weimar belegieren ließ, sprach im Namen der tom. Der ehrenamtliche Borsigende der Mitgliedschaft Berlin, der sich munistischen Kollegen und verbreitebe sich über die angeblichen Sünden von Partet und Gewerkschaften während des Krieges und im Berlaufe der Revolution. Der Standpunft, feinen Mann und Am 9. November habe die Arbeiterschaft die Macht in Händen gefeinen Grofchen fel verlassen worden und darin liege das Trennende. Haß habe die absolut veränderten politischen und wirtschaftlichen habt und eine Sozialisierung der Wirtschaft wäre möglich gewesen. Berhältnisse nicht genügend berücksichtigt. Sehr vieles von dem, was Haß ausgeführt hat, könne auch er unterschreiben, wie er überhaupt Achtung AEG. Aderstraße. Am Dienstag, den 15. April, nachm. 3½ Uhr, anerkennen müsse, daß vieles und gutes im Interesse der Kollegen in der Schulaula Wattfie. 16, wichtige Bersammlung aller VSPD.- Genoffen. Sympathisierende können eingefilbrt werden. 1. Bortag des Gen. Rarl Bitte. fchaft von der Berbandsleitung geschehen ist, es hätte nur noch mehr 2. Stellungnahme aur Betriebsratswahl. Erscheinen aller unbedingt notwendig. Der Fraktionsvorstand. getan werden müssen. Ein Wechsel der Funktionäre fei absolut nicht notwendig, es brauchten nur die im Amt befindlichen Kollegen Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter, Buchbinber- Branche. Unseren in Attorb arbeitenden Mitgliedern machen ule nochmals bekannt, daß in ihren Kurs zu ändern( b. h. den kommunistischen Kurs zu steuern). Die Gewerkschaften hätten die Linie des Entgegenkommens vom 3m Lokal Baum, Stallschreiberite. 47, am 15. April, Hefterinnen und Ma Striege her in der Revolution beibehalten und alle konflikte endeten Jmi Botal Rathmann mit leeren Bersprechungen. Dies habe fich beim Rapp- Butich geWilhelmftr. 118: am 15. April Fertigmacher, am 16. April Borrichter und zeigt, beim Rathenau- Mord, beim Gifenbahnerfireit 1922 ufi. LinBroschürer. Sm Dresdener Garten", Dresbener Str. 45, am 16. April: alle in Afford arbeitenden Buchbinderelarbeiterinnen. Beginn aller Berfammifere Stellung zum Staate müffe schärfer als unter der Monarchie lungen 6 Uhr. Die Branchenleitung. sein, weil die Republik rücksichtsloser gegen die Arbeiterschaft aufModektifler ber Kleinbetriebe! Mittwoch, den 16. April, 7 Uhr abends, trete. Weimar habe mit der alten Taktif im Interesse der Arbeiter ersammlung im Arbeitslofenfaat, Rungeftr. 30. Bericht von den Lohnverhandlungen. terisiere sich durch eine neue geistige Einstellung der Arbeiterschaft werffchaftshaus. Engelufer 24, große öffentlige Bollverfammeinen Strich gezogen und eine neue Linie bezogen.. Diese charat Achtung, Film- Industrie! Mittwoch, ben 16. April, abends 6 Uhr, im Ge überhaupt, den Bruch mit der Arbeitsgemeinschaft und die Schaffung aller in der Filmindustrie Beschäftigten. Unser neuer Tarifvertrag? fung der neuen Organisationsform unter dem Brinzip, alle Ar. beiter eines Betriebes in eine Organisation. Die Kommunisten lehn. ten jebe Sonberorganisation ab und verlangten nur die Rückkehr der Gewerkschaften zum Klaffenkampf.( Wie fie ihn auffaffen. D. R.) Bei der vorgerüdten Zeit wurde die weitere Diskussion verlagt. Reichsarbeitsministerium und Arbeitszeitverlängerung. Aus Gera wird uns geschrieben: Am 8. März wurde für das Gebiet des Berbandes facfiich thüringischer Webe. sächsisch reien ein Schiedsspruch gefällt, der eine jo oberflächliche Be urteilung der Dinge bedeutet, wie man es fich nicht schlimmer vor. ftellen tann. Die Arbeitnehmer verlangten von den Arbeitgebern Branchenversammlung der Zuschneider bei Hentschel, Köpenider Str. 127. Zentralverband der Schuhmacher. Morgen, Montag, abends 5½ Uhr. Die Bersammlung der Ballschuhmacher findet erst am 28. April statt. fommender Woche folgende partenverfammlungen stattfinden: feinenfelserinnen; am 57. pri Fertigmaer, Koch& Leeland bringen die größte Auswahl: Gabardine Imprägniert" ... für Regenmäntel ,,, reine Wolle" Mir. Damenstoffe neue Farben" Velours de laine, Tuche, 130 brelt, Mtr. 10.8.Sertraudtenstr. 20/21 Segr. 1893 Zum Osterfest Bolle- Margarine empfehlen wir: in- Pfund- Packungen, bester Brotaufstrich. Bolle- Margarine im Ausstich, sehr ergiebig, besonders empfehlenswert zum Braten, Backen und Kochen. Bolle- Schlagcreme im Geschmack hervorragend, sehr ergiebig. Bolle- Cocos- Kaffeesahne kann verwendet werden wie Natur- Kaffeesahne. Erhältlich an unseren Verkaufswagen und in uuseren Verkaufsläden. Außerdem sind in unseren Verkaufsläden alle Bolle- Kolonialwaren in bekannter Güte zu haben. Meierei C. Bolle Akt.- Ges., NW, Alt- Moabit 98-103 Groß- Berliner Parteinachrichten. Kreis Prenzlauer Berg. Heute abend veranstaltet die Sozialistische Arbeiter- Jugend in der Aula des Gymnasiums, Greifswalder Str. 23, einen Eltern- und Werbeabend, bestehend aus Chor, Musik, Ansprache, Rezitationen, Lieder zur Laute u. a. m. Eintritt 40 Pf. Barteigenoffen, besucht die Veranstaltung der Jugend und macht eure schulentlassenen Rinder darauf aufmerksam. Anfang 7 Uhr. 1. Kreis Mitte. Montag, den 14. April, nachm. 2 Uhr, Bersammlung der er. werbslosen Genossen Elsaffer Str. 86/88, Fahrstuhlaufgang 2 Treppen. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Dienstag, den 15. April, nachm. 3% Uhr, im Restaurant Klug, Danziger Str. 71, Fraktionssigung aller im Bezirksamt Prenzlauer Berg tätigen VSPD.- Arbeiter, Angestellten und Beamten. Tagesordnung: 1. Unsere Intereffen an der Reichstagswahl." Ref.: Stadtrat Herrmann. 2. Erfahwahlen. 3. Berschiedenes. 5. Reels Friedrichshain. Achtung, Abteilungsleiter und Abteilungstaffierer! Die Abteilungsleiter treffen sich heute, Sonntag, den 13. April, um 10 Uhr vorm. bei Lojat, Benmestr. 8. Wichtige Mitteilung. Die Abteilungs taffierer holen die Maikarten heute beim Genossen Günther, Fruchtstr. 33, ton 10 Uhr vorm. ab. Bildungskommiffion. Dienstag, den 15. d. M., abends 6 Uhr, Andreas- Festfäle, Obleute einlaben. 6. Kreis Kreuzberg. Montag, den 14. April, abends 7 Uhr, Sigung fämt licher Ordner bei Reim, Urbanstr. 29. Erscheinen Pflicht. 7. Kreis Charlottenbrg. Montag, den 14. April, 7 Uhr, erweiterte Gigung im Zimmer 234a. Morgen, Montag, abend, pünktlich 7 Uhr, im Rate haus, Gigungszimmer 1, wichtige Fraktionssigung mit den Bürgerbepu tierten. Die Genossen ber 51., 52., 55, und 56. Abteilung besuchen am Dienstag die Beifammlung in der Scharrenstraße, und die Genossen der 53., 54., 57, und 58. Abteilung die Versammlung in der Schillerstraße. Die Ordner tragen rote Armbinden und müssen rechtzeitig aur Stelle fein. 9. Kreis Wilmersdorf. Montag, den 14. April, abends 7½ Uhr, Gigung des Wahltomitees bei Rollath Seidelberger Plaz. Alle Abteilungen müssen vertreten fein. Die Streifen für die Berfammlung am Dienstag find bei Schubert abzuholen. Der Goalschutz muß am Dienstag pünktlich aur Stelle fein. 17. Kreis Licht nberg( Abt. 114-119). Montag, ben 14. April, abends 8 Uhr pünktlich, wichtige Rusammenkunft der Leiter obengenannter Abteilungen in der Bibliothet, Weichselstr. 28. 18. Kreis Beihenfee. Montag, den 14. April, 7½ Uhr, Rathaus, Simmer 21. Fraktionsfigung 20. Kreis Reinidendorf- Oft, Rofenthal, Wittenan, Hermsdorf und Waidmanns Luft. Dienstag, den 15. April, abends 7 Uhr, öffentliche Versammlung bei Ramlow, Kastanienwäldchen, Schönholz 14. Stef.: Genoffin Juchacz. Reinidendorf- West, Borsigwalde, Segel, Tegelort. Dienstag, den 15, b. M., 7% Uhr, öffentliche Bersammlung im Strandschloß Tegel. Ref.: Genosse Rubeil. 14. Kreis Neukölln. Montag, den 14. April, abends 7 Uhr, im Rathaus Neutölln, Fraktionsfigung. 19. Streis Panlow. Donnerstag, den 17. April, abends 8 Uhr, bei Bater, Mühlenstr. 12, Beamtenversammlung. Alle parteigenöffifchen Beamten müssen erscheinen. 11. Kreis Schöneberg- Friedenau.. Montag, den 14. April, 7% Uhr, Arbeiter. wohlfahrtskonferenz bei Rosenthal, Ebersftt. 66. Erscheinen aller in ber Wohlfahrtspflege tätigen Genossen Pflicht. Heute, Sonntag, den 13. April: 1. Abt. Borm. 10 Uhr Furae Besprechung aller Funktionäre bei Spiegel, Aderftr. 1. 44, 45., 46, und 47. Abt. Die Genoffinnen und Genoffen find zu der heube abend 7 Uhr im großen Gaal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25, ftattfindenden Frühlingsfeier der Arbeiterjugend des Werbebezirts Kreuz berg eingelaben. 5. Abt. Borm. 10 Uhr Sigung des Abteilungsvorstandes und der Kommu nalen Rommiffion bei Bertsch, Wiener Str. 38. 107, Abt. Alt- Glienice. Die Wählerlisten find einzufehen bei Stowronst, Grünauer Straße, und in Faltenberg bei Reumann, Gartenstadtstr. 19. Morgen, Montag, den 14. April: a. st. Die Maifestzeitungen find umgehend bet Hübner, Wilsnader Ste. 84. abzuholen. 12. Abt. Treffpunkt der Wahlfolonne bet Schmidt, Wiclefite. 17. 21. Abt. 7% Uhr Sigung der Rommunalen Rommission bei Böhm, Marstr. 18. 22. Abt. Die Bezirksführer und Saustaffierer milffen um 7 Uhr bas Markenmaterial bestimmt vom Genossen Schmidt, Tegeler Str. 31, Hof 3 abholen. r., 20. Abt. Treffpunkt der Genoffen um 9 Ubr bet Burg, Brenzlauer Allee 189, aur Empfangnahme von Blafaten, 48. st. Montag, den 14, April, 7 Uhr, bei Bräffe, Bringenftr. 28, Gizung der Funktionäre und Ordner. 82. Abt. Steglig. Treffprunft der Genoffen Montag, 14, April, abends 7 Uhr, bei Samburg, Schloßftraße. 121, bt. Karlshorst. Unterbaffterer und Wahrhelfer! 7 Uhr bet Buchhols, Eresdowallee 86, Abholen der Bersammlungseinladungen. Sungsozialisten! Gesamtveranstaltung. Montag 8 Uhr im roten Saal bes Zentralverbandes der Angestellten, Belle- Alliance- Str. 7/10, Bortrag bes Genoffen Baut Bange über: Nation und Internationale." Um 6% Uhr ebenda Borständekonferenz. Frauenveranstaltungen am Montag, den 14. April: 2. Rreis Tiergarten. 7% Uhr bei Krüger, Butligftr. 10, 8usammenkunft der Genoffinnen. Gäste sind eingeladen. 4. Kreis Prenzlauer Berg. 7% Uhr bet Burg, Prenzlauer Allee 189, Furzge wichtige Sigung aller Abteilungsleiterinnen. Arbeiterwohlfahrt und Kinderschug. 7 Uhr bei Burg, Prenzlauer Allee 189. Sämtliche Abrech nungen müssen mitgebracht werden. 9. Kreis Wilmersdorf. 7 Uhr Funktionärinnenfigung bei Pieper, Sol. steinische Str. 60. Wohlfahrtspflegerinnen, Notdienst und Bertreterinnen ber Jugend müssen anwesend sein. " 15. Abt. 7% Uhr bei Pinkus, Stralsunder Str.39, Abteilungsangelegenheiten. 21., 22., 23. st. 7½ Uhr bei Rabzan, Brüsseler Str. 43. Bortrag des Ge noffen Riegmann über: Die Kulturarbeit der Sozialdemokratie." Gäste willtommen. 29. Abt. 7 Uhr bei Burg. Prenzlauer Allee 189, Bortrag der Genoffin Geper. Gäste willkommen. Uebermorgen, Dienstag, den 15. April: 101. Abt. Treptow. Die Genoffen treffen sich um 6½ Uhr an einer wichtigen Borbesprechung bei Nitschte, am Treptower Part. 128, bis 130. 6t. Pantow. Die Genossen treffen sich am Dienstag, 7 Uhr, in der Brauerei Rönigstadt zur Bersammlung. Frauenveranstaltung am Dienstag, den 15. April: national." e teven Jugendgenoffen werden gebelen, fich an biefer Beranstaltung zu beteiligen. Der Bezirksvorstand. Werbebezirk Teltowkanal. Das Fahrgeld muß bis spätestens Montag, ben 14. April, beim Genossen Felgentreu, Lantwig, Charlottenstr. 34, bezahlt wer ben. Montag, abends 8 Uhr, im Lankwiger Jugendheim, Schulstraße, Konferenz der Ordner. Alle Abteilungsvorsßenden mitffen erscheinen. Filmschau. Die Filme der Woche. Der amerikanische Film beherrscht immer noch aber immer mehr das Repertoire. Keine Woche ohne Amerikapremieren, die aber anfangen, fich start zu wiederholen. In der Alhambra am Kurfürstendamm parabiert Tom Miz in einer neuen Wildweftrolle. Höher als die Wolken" heißt der Film( er tönnte auch mit ebensoviel oder mehr Recht anders heißen). Er spielt an der merikanischen Grenze, eine Schmuggleraffäre und eine sehr füßliche Liebesgeschichte, die die uifige amerikanische Auffassung vom Ritterdienst des Mannes um die Frau widerspiegelt, bilden den Borwand für die tollen Kletterpartien, die wilden Ritte, die Autound Flugzeugkunststücke in den wilden Schluchten eines Canons. Wie ein Selb Karl Mays besiegt Tom natürlich alle Gegner und alle Schwierigkeiten und bringt dem Bublifum eine starke Dose Gruseln bei. Gruselig genug war auch der deutsche Film: ,, Stenerlos", der im u. 2. Steuerboot in einer englischen Röhlerberggegend, auf dem fich der Kampf zweier Männer, eines brutalen Pferdehändlers und eines eblen Sprößlings einer reichen Familie( mit viel Stomantik) um das Barmädchen, eine Art Juita auf dem Lande, abspielt. Nach vielfachen Berwicklungen endigt die sentimentale und vielfach fitschige Handlung in einer bra vourös durchgeführten und zahlreiche gute photographische Leistungen aufweisenden firmischen Regennacht mit wittenden Borfämpfen, Pferde Steuerlos galoppaben mit Fackelbeleuchtung und sonstigen Moritaten. treibt das Boot burch die rabenschwarze Nachtsteuerlos war der Hegiffeur Righelli, ber die Qualitäten feiner Darsteller nicht ins rechte Licht azu segen wußte. Die Julia der Bar, Maria Jacobini, war mert würdig start, Heinrich George fomnie wenigstens seine auftrumpfenbe Brutalität entfalten, während bie Balettt faft leer ausging. d. 20. st. 7 Uhr Lefeabend bei Linde, Rolonieftr. 34. Thema: Die Frau und Nollendorfplatz sputte. Steuerlos find die Menschen darin wie bas der Sozialismus." Jugendveranstaltungen. Brenzlaner Borstadt Senefelber Biertel. Heute abend findet in ber Aula des Gymnasiums, Greifswalder Str. 23, ein Eltern und Berbeabend statt. Chor, Mujit, Rezitationen, Ansprache, Bieber zur Laute. Eintritt 40 Pf. Anfang 7 Uhr. Achtung, Mitglieder! Sur Proletarischen Feierstunde am Sonntag, den 27. b. M., find im Jugendsekretariat Eintrittstarten erhältlich. Werbewoche der Sozialistischen Arbeiterjugend Gr.- Berlin Heute, Sonntag, den 13. April: Friebenan: Besuch des Märkischen Museums. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Friedenau- Wilmersdorf. Karlshorst: Besuch der Urania. Treffpunkt 3 Uhr nachm. Bahnhof Karlshorft. Lichterfelbe, Steglis I und II: Werbeabenb abends 7 Uhr im Jugendheim, Lichterfelde, Albrechtstr. 4a, großer Gaal. Abteilung Marienborf. Abends 7 Uhr in der Schulaula, Alte Gdjule, Dorfstraße, Schulentlassungsfeier mit besonderem Programm. Abteilung Prenzlauer Borstadt und Senefelder Biertel. Abends 17 Uhr in der Aula des Enzeums, Greifswalder Str. 24/25, Eltern- und Werbeabend. Programm: Chor, Mufit, Ansprache, Rezitationen, Lieder zur Laute. Untoftenbeitrag 40 Bf. Abteilung Rosenthaler Borstabt. bends 7 Uhr in der Schulaula, Weinmeisterftr. 15, Frühlingsfeier. Werbebezirk Kreuzberg. Abends 17 Uhr im großen Gaal des Gewerbshafts. hauses, Engelufer 25, Frühlingsfeier. Brogramm: Gesang, Regitationen, An fprache, Brolog, Streichquartett, Lieder zur Laute, Festspiel. Einlaß 6 Uhr. Untoftenbeitrag 30 Pf.. Das Jugendheim Sinbenfte. 3 bleibt heute geschloffen. Die Jugendgenoffinnen und genossen befuchen die Frühlingsfeier im Gewerkschaftshaus. Berbebezirk Oftbahn. Abends 7 Uhr in der Aula des Reform- Gymnaftums, Lichtenberg, Barbaue, Lieber- und Tanzabend. Chor, Prolog, Feftrede, Gefang, Tänze. Unkostenbeitrag 25 Pf. Werbebezirk Bankow. Abends 7 Uhr im Jugendheim, Panków, Breite Str. 32, Bortrag: Ferdinand Laffalle und feine Reit." Reinidendorf- West: Jugendheim Rinderhort, Augufte- Bittoria- Allee, Besprechung aur Ofterfahrt, abends 7% Uhr. Morgen, Montag, den 14. April: Achtung, Mädchen! Bünktlich abends 7 Uhr im Jugendbeim, Lindenstr. 3, Mäbchenkonferenz mit Bortrag: Die Stellung ber gran und die Literatur." Der Bortrag ist mit mufitalifchen und beflamato rijchen Erläuterungen. Alle Mädchen müffen an diefem Abend es fcheinen. Bortrag: Often Stralamer Blertel: Schule Staglerftr. 8, Burschenabend. Seguelle Fragen bes Mannes." Treptow: Jugendbetm, Riefbolsfts, 18b: Besprechung ber Ofterfahrt. p Gemeinsame Beranstaltung bee Sunglozialistischen Bereinigung Berlin. Morgen, Montag, den 14. April, abends 8 Uhr, im roten Saal bes Berbandes ber Augestellten, Belle- Alliance- Str. 7/10. Bortrag: Rational und inter Das Stimb der Berge", dessen Erstaufführung der Mozarifaal übermittelte, bringt für ha be Putit eine Bombenrolle. Das Manuskript ist auf die Rührung braver Spleßbürger abgestimmt. Von einem nationalistische Händel suchenden Adeligen, der gar zu gern mit dem Revolver fchießt und durch seine eigene unvorsichtigkeit den Tod findet, heißt es 3. B.: Er war der beste Mensch und befte Bruder." Das ist natürlich ettle Theaterspielerei. So birgt das Manuskript viele Gefahrenpunkte, und man befürchtet oft das Umschlagen in den vollendeten kitsch. Doch eine geschmackvolle Regie und eine hochstehende Photographie ergaben eine filmisch fiets ansprechende Form. Der Re giffeur Robert Dinefen verpaßt eben nie die gewünschte Withing und ber Photograph Sophus Wango e ist ein Metster seines Sachs, wofür er namentlich durch die Bandschaftsaufnahmen aus Bosnien einen neuen Beweis erbringt. In noch weitere Ferne führt der Film ,, Gefährliche Jagden im Somalilande". Den Bildern muß man zugute halten, daz fie unter unbarmherziger Tropenfonne gemacht finb, dennoch bringen sie gute Beleuchtungseffette, sowie Landschaftsausschnitte von bezaubernber Schönheit. Von den Somali, diesem hamittschen Bolt semitischen( arabischen) Einschlags, erführe man gern etwas mehr. Sonft aber sieht man allerband, so Kamele, die über 20 Zentner tragen, und einen jungen Elefanten, der auf dem Rücken eines Stamels die Reife in die wette Welt antritt. Fast jedes Tier aber sieht man sich in seinem Blute wälzen. Denn das große Raubtier Mensch, mit seinet Elefantenbüchse und seinen Hunger auf Fleisch, machte eine bedeutsame Expedition. Es gait große Maffen mit Fleisch zu versorgen, daher wurden weber schwache Bullen, noch Kilhe, noch Jungtiere geschont. Die Jäger gaben ben Fangschus oft aus einer Entfernung von einem halben Meter ab. Das war wohl eine Coutinheit, bie mus der Sucht entsprang, vor den Kinobefuchern glänzen zu wollen. Das jungfräuliche Parables"( uraufgeführt in der Alhambra), ein For- Film, führt direkt in unbewohnte Gegenden. Daß die Amerikaner fitfcige Manuskripte haben, weiß man, darüber regt man fich nicht mehr auf. Doch bringen ble Filme immer etwas Neues. Diesmal bewundert man Bearl 28 bite, die für Ameritas schönste Filmschauspielerin gilt. Man tann thre Schönheit recht eingehend genießen, benn in ben ersten Aften befindet fte fich in dem fogenannten parablefifchen Suftande. Der Film ist vollkommen auf Effeft gearbeitet. Fabelhaft bersteht man es Unmöglichtetten so hineinzukopieren, daß der Einbrud ber Echtheit er wedt wird. Der Film ist eine Sensation, er hat farle Bichung unt fange Lebensmöglichkeiten. WENESTI ORANGE 2615 w 4514 S unübertrefflich! 10 d REEMTSMA SENOUSSI EINE CIGARETTE NACH ÄGYPTISCHER ART Diese Cigarette war ursprünglich nur für das Ausland be stimmt. Überraschenderweise fand sie auch in Deutschland auf Grund weniger bekannt gewordener Exemplare ein so weitgehendes Verständnis, daß wir nunmehr trotz überaus großer Fabrikationsschwierigkeiten versuchen wollen, auch für die deutschen Liebhaber nennenswerte Mengen freizubekommen. DeutscherMetallarbeiter Verband Dienstag, 15. April, abends 62 Uhr, im REEMTSMA AKTIENGESELLSCHAFT Berbandshaufe( Sigungsfaal), Bintenstraße 88/85: Konferenz der weiblichen Bertrauensleute. Tagesordnung: Berbandsange legenheiten und Berschiedenes. Da es sich um wichtige Fragen handelt, ist es dringende Pflicht eines jeden Funktionärs zu erscheinen. gliedsbuch ist zweds Rontrolle vorzulegen Mit Dienstag, 15. April, abends 7 Uhr, im Gewertschaftshause( Saal 4), Engelufer 24/25: Versammlung der Metallformer und Berufsgenoffen. Tagesordnung: Bericht über bie Bohnverhandlungen mit der Vereinigung Berliner Metallgießereten. Achtung! Unto- Reparaturbetriebe Dienstag, 15. April, abends 7 Uhr, im Lotal von Boweleit, Joftyftraße 7: Wichtige Funktionärtonferenz. Alle Betriebsvertreter müssen erscheinen. Achtung! Werkzeugmacher Achtung! Donnerstag, den 17. April, abends 7 Uhr, im Berbandshause, Linienftraße 83/85: Branchenversammlung der Werkzeugmacher, Schleifer u. Härter. Tagesordnung: 1 Die Situation in der Branche. 2. Branchenangelegen heiten. 3. Verschiedenes. Baurohrieger und Bautlempner Am Ostersonnabend, den 19. April 1924 bleiben unsere Geschäfte und Wechselstuben in Berlin und Vororten mit sämtlichen Kassen geschlossen. Nur für die Hinterlegung von Aktien zur Teilnahme an Generalversammlungen, sofern es sich um den letzten Tag der Hinterlegungsfrist handelt, und für Wechselzahlungen wird im Hauptgeschäft ein Schalter von 10 bis 12 Uhr geöffnet sein. Berlin, den 9. April 1924. Berliner Handels- Gesellschaft S. Bleichröder Commerz- und Privat- Bank A.-G. Darmstädter und Nationalbank K. a. A. Delbrück Schickler& Co. Deutsche Bank Direction der Disconto- Gesellschaft Dresdner Bank J. Dreyfus& Co. Hardy& Co., G. m. b. H. Mendelssohn& Co. Es ist ein neuer Tarifvertrag Kapitän- Kautabak Mitteldeutsche Creditbank abgefchloffen und kann berfelbe im Ber- unerreicht im Wohlgeschmack. Nur echt Metallbetten bandshause( Bimmer 20), Linienftr. 83/85, mit Firmenzettel! 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