Nr. 181 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 90 Bezugspreis: wöchentlich 70 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- u. Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Lugemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmart pro Monat. Der., Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit ,, Gied lung und Kleingarten". fowie ber Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage..Frauenwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: -Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reflamezeile 4.- Goldmart. ,, Kleine Anzeigen" das fettgebrudte Wort 0,20 Gold. mart( zulässig awei fettgedruckte Worte), tebes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, jedes meitere Wort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmark. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Ferniprecher: Redaktion:: Dönhoff 292–295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Mittwoch, den 16. April 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depoütenkane Lindenstraße 3 Poincarés Ja- aber! Erst Zahlungen, dann Aenderung des Regimes. Paris, 15. April.( Eca.) Boincaré hielt heute abend um| & Uhr auf dem Bankett der republikanisch demokratischen und fozialiftischen Partei eine große politische Rede. Er ging dabei auf die außenpolitischen Probleme ein. Er erinnerte an die Kriegszeit, um nach einigen Redewendungen über die Forderungen der jungen Generation zu dem Leitspruch zu gelangen, daß das universelle Gleichgewicht und insbesondere das europäische Gleichgewicht nur dann stabil sein tönnten, wenn fie auf Gerechtigkeit fend auf der Ehrfurcht vor den Verträgen aufgebaut jeien. Poincaré geht dann auf die kommenden französi ichen Wahlen ein und bemerkt, selten werde eine Rammer eine schönere und eblere Mission zu erfüllen haben als die, tom mende. Notwendig sei es, mehr Harmonie zwischen den Behörden und den neuen parlamentarischen Gewohnheiten herbeizuführen. „ Republikanische Einheit und nationale Eintracht, das find unsere Mittel", fo führte Poincaré aus. Hartnäckiges Suchen nach dem Besseren für die Bürger und die Allgemeinheit, die öffentliche Wohlfahrt, Friede der Welt und dauernde Fortschritte der Sivilisation, das sind unsere Ziele, das ist das Ziel Frant. reichs. Ein Deutscher Nietzsche gab Frankreich die drei großen Uberlegenheiten zu erkennen, nämlich die Fähigkeit der schönen fünstlerischen Leidenschaften, eine alte und reiche Kultur und die fost vollkommene Synthese des Nordens mit dem Süden, die sich in der französischen Geele gebildet hat. Seit einigen Jahren haben wir den schaffenden Frieden so oft por uns hin und her schweben sehen, ohne ihn ergreifen zu können, daß wir das Recht haben, wenn nicht mißtrauisch, so doch wenigstens fehr vorsichtig zu sein. Auch heute, nad dem die Arbeiten der Sachverständigen und die vorbereitenden Beratungen der Reparation beendet sind und wo unsere Hoffnungen greifbare Gestalt zu gewinnen scheinen, dürfen wir glauben, daß alles geregelt ist und daß die Stunde der Ruhe geschlagen hat. Ich habe in deutschen und überraschenderweise auch in franzöfifchen Blättern gelesen, daß die Sachverständigenberichte die Berurteilung der auswärtigen Bolitik Frankreichs, besonders der Ruhrbejeßung, enthielten. Sie sind im Gegenteil, fo erflärt Poincaré, die befte Rechtfertigung der Abstim. mung, die der Senat und die große Mehrheit der Kommer vollzogen haben. Die Sachverständigenberichte beweisen, daß froh aller Dementi Deutschland seine Zahlungsunfähigkeit betrügerischerweise herbeigeführt hat, und daß es tatsächlich fähig ist, zu bezahlen. Deutschland hat zu gelassen, daß 16 750 Millionen ins Ausland geflüchtet sind, es hat bei sich zu Hause ausländische Devisen im Werte von einer Milliarde und 200 Millionen, und es bezahlt nicht annähernd soviel Steuern wie die alliierten Nationen: Seit 1919 hat Deutschland seine industrielle Ausrüstung ständig verbessert und sein Eisenbahnsystem vervollständigt. Seine Telephon- und Telegraphenverbindungen, feine Häfen und Kanäle ausgebaut, und seine Industrie ist auf eine höhere Produktion, als vor dem Kriege, eingestellt. Das Land besigt reiche natürliche Hilfsquellen und die Mittel, sie in weitem Maße auszunuzen. Sein Berkehrsnej dient der Entwicklung feiner Band. wirtschaft. Das find die Feststellungen der Sachverständigen, und sie fügen hinzu, daß Deutschland in der Lage sei, eine hervorragende Stellung in der arbeitenden Welt einzunehmen. Genau das hatten auch wir gefagt, Deutschland aber hat es bestritten, und viele andere, darunter Englands Zustimmung. London, 15. April.( WTB.) Unterhaus. In Erwiderung auf eine Anfrage Baldwins, ob die Regierung irgendeine Erklärung über die Berichte der Sachverständigen abgeben könnte, fagte Macdonald, die Regierung habe von der ein mütigen Unterzeichnung der Berichte durch alle Sachverständigen mit der größten Befriedi gung Kenntnis genommen. Die Berichte stellten nach Ansicht der Regierung Alliierte von uns, wollten es auch nicht glauben. Die Untersuchung der Sachverständigen ist in den von uns vorgezeichneten Bahnen durchgeführt worden. Sie fommt nicht zu dem Ergebniffe, die deutsche Schuld herabzusehen, fie läßt uns also die Möglichkeit, einen Teil unserer eigenen Schuldforderung, wie wir es schon getan haben, durch Regelung interalliierter Schulden auszugleichen. Die Sachverständigen stellen die Zahlungsfähigkeit Deutschlands für die Zukunft nicht auf einen bestimmten Betrag fest, sondern zeigen, daß Deutschlands Zahlungsfähigkeit ständig zu nehmen wird. Also auch in diesen wesentlichen Bunften hat die französische Anschauung gefiegt. Schließlich sind die Zahlungen und Leistungen, die für die nächsten Jahre vorgeschlagen werden, viel höher nicht nur als diejenigen, die Deutschland für möglich erklärt hat, fondern auch als die von Bonar Law vor dem Einrüden Frankreichs ins Ruhrgebiet ins Auge gefaßten. Diese unsere Besetzung, die im übrigen produktiv geworden ist, ist also, wie wir erwarteten, zugleich eine Alfiierten Demonstration gegenüber unseren und eine 3 wangsmaßregel gegen Deutschland. Es heißt nun, die Reparationstommiffion habe nur die Befugnis, von Deutschland zu verlangen, daß es so schnell wie möglich die Gefeße beschließt, welche die von den Sachverständigen vorgeschlagenen Kontrollen vorschreiben. Die Gesamtheit dieſes Bianes fezt zweifellos die Wiederherstellung der wirtschaftlichen und fistalischen Einheit des Reiches voraus, aber nicht als prinzipielle Erklärung, sondern, wie die Sachverständigen ausdrücklich sagen, erst nach einer wirtlichen Leistung Deutschlands. Erst dann fann man von uns verlangen, unsere Pfänder gegen einträglichere einzutauschen, aber nicht uns aus dem Ruhrgebiet zurückzuziehen vor Zahlung des uns zustehenden Anteils. Wir fönnen auch unseren Ring um das Gebiet nicht lodern ohne die Möglichkeit, im Bedarfsfalle ihn schnell und sicher wieder herzustellen. Der Bericht fieht fogar voraus, daß politische Sant. tionen zur Sicherung des vorgeschriebenen Blanes wünschens. wert werden könnten. Die Sachverständigen erflären mit Recht, daß es nicht ihre, sondern Sache der alliierten Regierungen ist, Art und Wirksamkeit solcher Sanktionen zu sichern. Wir werden uns darüber also mit unseren Alliierten verständigen, um so leichter, als die von uns gefchaffenen Organisationen fest in unserer Hand find. Da eine davon die Eisenbahnregie, eine bedeutsame Bürgfchaft unserer Sicherheit darstellt und den Berteidigungsver trag, der uns 1919 versprochen war, bis zu einem gewissen Grade erfeßt, werden wir über die Hauptfrage, deren Vernachlässigung uns durch das Wiedererwachen des deutschen 3m. perialismus unmöglich gemacht wird, mit unseren Freunden besprechen. Die in Deutschland sichtbar werdenden Symptome, die Ovationen für die Helden des Krieges und die Ableugnung der Kriegsschuld machen uns ffete Wachsamkeit zur Pflicht. Unsere Friedensliebe verbietet uns, eine Störung des Friedens zu zulassen. Zum Schluß erklärte Poincaré, daß dieses auch der Wille der Allierten sei und daß er darauf vertraue, daß sie diesen Willen nicht in platonischen Wünschen, sondern in konkreten Handlungen aus. brüden würden. perworfen würden. Bericht ein unteilbares Ganzes sei und daß die Unterzeichner jede Berantwortlichkeit ablehnen würden, wenn einige ihrer Empfehlungen angenommen, andere aber Die Regierung meffe den vereinbarten Empfehlungen, die sofort ausgeführt werden könnten, so hohe Bedeutung bei, daß sie bereit fei, den Plan in seiner Gesamtheit ihrerseits zu unterstützen, vorausgesetzt, daß alle anderen Parteien bereit seien, dasselbe Verfahren einzuschlagen. Am 10. April habe sie diese Ansicht den beteiligten Regierungen, die Bereinigten Staaten eingefchloffen, mitgeteilt. Baldwin fragte dann, ob der Premierminister wiffe, daß er in der von ihm eingenommenen Haltung die ein unparteiisches forgfältig erwogenes Bemühen dar, den beteiligten Regierungen bei der Aufgabe zu helfen, eine Regelung dieses vitalen, lange schwebenden Problems zustandezu einmütige Unterſtühung des britischen Volkes bringen. Der praktische Wert und die Anwendbarkeit der haben würde.( Beifall.) Macdonald erwiderte: Ich dachte mir, daß Schlußfolgerungen der Sachverständigen und der von ihnen empfohle: es so sein würde, aber ich bin Baldwin außerordentlich ver nen Methoden hätten überdies dadurch eine schnelle bedin- pflichtet dafür, daß er dies jetzt ausgesprochen hat. gungslose Anerkennung gefunden, daß die Reparations- Johnston( Arbeiterabgeordneter der JLP. aus Glasgow) fragte tommiffion am 11. April den Bericht einstimmig angenommen hätte unter der Bedingung, daß die deutsche Regierung sich bereit erfläre, bei ihrer Ausführung mitzurirfen. Die Regierung sei der Meinung, daß von solcher Autorität gestützte Berichte die allgemeine Zustimmung gebieterisch heischten und daß der allgemeine Wunsch bestehen würde, die Gelegenheit, die derartige autoritative Dokumente böten, zu benutzen, um dem bestehen. den Zustand einer noch nicht erreichten Regelung ein Ende zu machen. Wiacdonald erklärte weiter, die Regierung sei der Meinung, daß ein Punkt, der besondere Betonung verdiene und in dem Bericht des ersten Komitees unzweideutig ausgesprochen sei, der sei, daß der den Premierminister, ob er die Versicherung abgeben könne, daß teine weitere Einfuhr von Gütern auf Reparationsfonto stattfinden würde, ohne eine entsprechende Ausfuhr, und zwar mit Rücksicht auf die schredliche Lage, die sich infolge der letzten Reparationszahlungen im Clyde- Distrikt und in anderen Distrikten ergeben habe. Macdonald erwiderte, wenn der Interpellant die Berichte, auf die er sich eben bezogen habe, prüfen würde, so würde er finden, daß eine außerordentlich wirksame und ökonomische Maschinerie eingerichtet worden sei, um das zu verhindern, was man unökonomische Ausfuhr von Gütern zu Reparationszweden neren tönnte. Die Schuldigen. Ein Beitrag zur Geschichte der Inflation und ihrer Ursachen. Die befreiende Wirkung der Stabilisierung der Mark hat trotz aller üblen sozialen Begleiterscheinungen, die als Nachwirkungen der Inflation aufgetreten sind, nur allzu schnell die Erinnerung an das Bergangene verblaffen lassen. Viel zu viele glauben, daß der Kampf um die Währung und die Wirtschaft jetzt zu einem gemissen Abschluß gediehen ist, und diese Auffassung wird bestärkt durch den Streit der Parteien, deren jede das Verdienst der Währungssanierung für sich in Anspruch nimmt. Und doch steht die Entscheidung über die künftige Gestaltung der deutschen Volkswirtschaft erst noch bevor. Keine drei Wochen trennen uns mehr von dem Wahltag, der zugleich der Tag der Abrechnung mit jenen Markzerstörern sein muß, wenn nicht die gleiche Politik der poli tischen Degradierung und der ökonomischen Aushöhlung der Arbeitskraft in neuer Auflage und mit neuen Mitteln wieder einsetzen soll. Gerade zur rechten Stunde erscheint deshalb ein Buch des Genossen Curt Geyer*), das sich die Aufgabe gestellt hat, den schweren Kampf darzustellen, der sich äußerlich um die Frage der Steuerpolitik und der Reparationspolitif gruppiert, seinem wahren Wesen nach aber die erbitterifte Auseinandersehung zwischen dem vaterlandslosen Besiz und der staatsbewußten Arbeiterschaft um die Erhaltung des Deutschen Reiches ist. Der Rückblick auf die Geschichte der Inflation und die Schilderung der einzelnen Machtfaktoren, die sich in den drei Namen Stinnes, Helfferich und Havenstein verförpern, entrollen die verworrenen Zusammenhänge, die in der Politik des Tages oft genug von Augenblicksstimmungen und Meinungsstreitigkeiten verhüllt wurden. Der ungheure Anteil der Schwerindustrie an der Entwicklung der legten vier Jahre und an dem Zusammenbruch der deutschen Währung wird erst erkennbar, wenn man die innen- und die außenpolischen Auswirkungen zugleich mit den ökonomischen Umschichtungen verfolgt, die in dieser Zeit zutage getreten sind. Bis in die Kriegszeit zurüd reicht die Schuld Helfferichs am Niedergang der Mark. Es lohnt, dieses Verdienst mit den Worten Geners zu beleuchten: " Helfferich, der sich jetzt zum Etatsfritifer der republikanischen Regierung berufen glaubt, brachte während des Krieges den Etat auf die einfachste Weise von der Welt in Ordnung. Sie bestand darin, daß er für den ordentlichen Etat fittive Bahlen für die Einnahmen annahm nach den Säßen des letzten Friedensetats. Das bedeutete eine Verschleierung des Etats, da diese Einnahmen in Wirklichkeit gar nicht mehr vorhanden waren.... Das Fehlende wurde einfach aus den Einnahmen der Kriegsanleihen ersetzt. Anstatt durch Besitzsteuern die laufenden Ausgaben zu decken, hat man selbst zur Deckung des ordentlichen Etats die Kriegsanleihe herangezogen, um diese Schiebungen immer weiter zu bemänteln und nach außen vorzutäuschen, als stände Deutschland finanziell glänzender da, als irgendein Land der Welt. Beträchtliche Teile der Posten für die laufende Berwaltung wurden auf Kriegsfonds abgeschoben, und sämtliche Ausgaben für Heer und Marine wurden ebenfalls durch Anleihen bestritten. So befam Herr Helfferich das Kunststück fertig, im Jahre 1914/15, in dem schon acht Kriegsmonate mit in Rechnung zu stellen waren, einen lleberschuß von 220 Millionen Mark zu buchen, der in Wirklichkeit gar nicht vorhanden war. Bon 1916 ab( mit dem HindenburgProgramm) brachten die Kriegsanleihen im Grunde genommen dem Reiche keine Mittel mehr. Sie dienten vornehmlich nur zur Konsoli1916. Damals begann die Preissteigerung ein erschreckendes Tempo dierung der schwebenden Schuld. Die Folgen zeigten sich schon Ende das deutlichste Anzeichen des be. anzunehmen ginnenden Währungsverfalles." → Helfferich hat sich niemals mit dem gleichen Eifer zur Baterschaft des Marksturzes befannt, mit dem er jetzt in irreführender Weise das Urheberrecht an der Rentenmark für sich in Anspruch nimmt. Um fo notwendiger ist es, dieses sein Verdienst um die Enteignung des Mittelstandes jetzt zu be= tonen, in dem Augenblick, wo die Deutschnationalen republitanische Politiker für den Währungsverfall' verantwortlich zu machen versuchen. Einen breiten Raum nimmt in dem Buche das Stinnes Broblem ein, und mit Recht, da Stimmes nicht mur in der Politik den verderblichsten Einfluß auf die Gestaltung der Verhandlungen mit der Entente ausgeübt hat, sondern auch mit dem Wachsen seiner ökonomischen Macht immer weitere Kreise der deutschen Wirtschaft in seinen Bann zu ziehen verstanden hat. Stinnes, der größte Nußnießer der Inflation, der lange vorher in fo frivoler Weise mit der Besetzung des Ruhrgebietes gespielt hat, ist tot. Aber sein Geist lebt in den vielen von seinem Konzern abhängigen Dienern seiner Idee, fein Geist lebt im Herzen derer, die ihm die Methoden des ökonomischen und politischen *) Curt Gener, Drei Berderber Deutschlands". Ein Beitrag zur Geschichte Deutschlands und der Reparationsfrage von 1920 bis 1924. Berlag 3. H. W. Die Nachf., Berlin. Preis brosch. 2,50 M., geb. 4 M. Rampfes abgesehen haben. Und es ist nicht ohne Reiz, seine unheilvolle Tätigkeit nicht nur während der Verhandlungen mit der Reparationsfommission und in der Stärkung der Macht der Privatwirtschaft bis zu deren Rebellion gegen die Staatsintereffen zu verfolgen, sondern sich jetzt auch jener Annegionspolitik deutscher Imperialisten zu erinnern, die sich während des Krieges auf Stinnes berufen fonnten und deren Haltung sicherlich dazu beigetragen hat, daß Frankreich als Sieger fein annegionistisches Programm im Bersailler Dittat so weit durchfeßen konnte. Gerade jetzt, wo die Freunde des Industriemagnaten aus feiner Person einen Nationalheros zu machen suchen, kann nicht eindringlich genug die Feststellung wiederholt werden, daß Stinnes in all diesen Fragen nur als Rapitalist gehandelt hat. Er scheute sich nicht, längst vor der Besetzung des Ruhrgebietes durch die Entente die Absicht zu erwägen, daß man dann unter dem Schuhe Fochs die Lohnherabjegung, und Schichtverlängerung der Arbeiterschaft durchsehen könnte, die später in der Tat mit brutalfter Rücksichtslosigkeit durchgeführt wurde. In der felben Inflationszeit, die über zahllose Deutsche Elend und Hunger gebracht hat und den Bestand des Reiches gegenüber den Machtansprüchen der Entente bedrohte, hat Stinnes seinen ungeheuren Konzern auf und ausgebaut. Er hat feine Intereffen ins Ausland hinaus verpflanzt und bedeutende Devisenbeträge dafür ausgeworfen, während nach den Feststellungen des Untersuchungsausschusses über den Martsturz der Stinnessche Privatkonzern dem Reiche über haupt teine Devisen aus seinen Ueberschüssen ablieferte und somit dazu beitrug, die Markstüzung beim Beginn der Ruhraktion zu Fall zu bringen. Diese Tatsachen, dazu die Sabotage der Erfüllungspolitik durch Stinnes, und die ganzen Zusammenhänge des Inflations- und der Reparationspolitik dieses Mannes schildert Genosse Gener mit leidenschaftlicher, aufrüttelnder Kritik, und er belegt seine Meinung mit einer Fülle sorgfältig gesammelten Materials, dessen Stichhaltigkeit selbst die politischen Gegner nicht werden leugnen fönnen. Der dritte der„ drei Berberber Deutschlands" ist der Inflationspolitiker Havenstein, der geistig so sehr im Bann der Helfferich und Stinnes stand, daß er jeden aktiven Eingriff zur Wiederaufrichtung der Währung verpaßte und in stumpfer Hoffnungslosigkeit die wenigen Attionen durchführte, die ihm von außen aufgedrängt wurden. Noch heute wird man mur mit Bitterkeit daran denken können, wie wenig, sich hier geändert hat. Die Reichsbank hat einen neuen Ropf, ein neues Programm. Aber neben dem Namen Schachts werden die neuen Pfundnoten der Golddiskontbant dieselben Ramensunterschriften aufweisen, die unter den Billionennoten stehen, den Dokumenten des Betruges an allen, die der deutschen Währung vertrauten. Bor dem deutschen Bolle liegen zwei Wege: der Weg Der Demokratie, der sozialen Gerechtigkeit, des Friedens, und der Weg der Not, der Unfreiheit, der Unterdrückung, der Weg, der zu neuen Kriegen führen muß. Es gilt, aus der Bergangenheit zu lernen und den Verderbern des deutschen Boltes, den Stinnes und den Helfferich eine entscheidende Abfage zu erteilen. Diesen Männern darf das deutsche Bolt nicht folgen." Es wird ihnen nicht folgen, weil es nicht mit feiner Bukunft spielen wird und sich dessen bewußt ist, daß es in den kommenden Wahlen um seine innere und um seine äußere Freiheit tämpft! Deutschnationales Pech. Der Deutsche Bauernbund" stellt fest: Frhr. v. Richthofen ist deutschnationaler Spitzenkandidat in Schlesien. Seine Großmutter ist Jüdin. Sein Schwager Dr. Fromberg ist Jude Er wurde durch Richthofens Vermittlung Hauptgeschäftsführer der Schlesischen Landbank. Was sagt der Böltische Ausschuß der Deutschnationalen Partei dazu? Ich bin schon felt einer Reihe von Jahren Sozialist und werde mit jedem Tage mehr Sozialist. Ich bin Sozialist, weil der Sozialismus die Gerechtigteit ist. Ich bin Sozialist, weil der Sozialismus die Wahrheit ist. Der Sozialismus wird aus dem Lohnfystem fo unvermeidlich hervorgehen, wie das Cohnsystem der Leibeigenschaft folgte. Anatole France. Anatole France. Zum heutigen 80. Geburtstage des Dichters. Bon M ag Hochdorf. Anatole France war schon ein Siebziger, as die Jungen ihn noch immer ehrten. Sie wußten, daß er nicht in einer Aesthetit vertnöchert war, die alle Bergangenheit lobte, um den werden en Sturm und das fruchtbare Wachstum der Kommenden zu schmälern. Anatole France, der sich als Familienname den Namen feines ganzen Baterlandes beigelegt hatte, fühlte sich eben mit allen Werdenden und Gewordenen des französischen Geistes vollkommen verwandt. Als er zu schreiben begann, gewöhnte man sich langsam an fehr geraue Methoden zum Aufbau der Kunst, die sich nach der Wirklichkeit einrichtete. Man nahm fich das Beispiel eines Mediziners zu Herzen, der Menschen, und Tiere zerschnitt, um an die Wahrheit des Lebens zu gelangen. Und man war sehr ernsthaft und schulmeister ich bei solcher Arbeit, was Anatole France einiger maßen belächelte. Denn feine Weltanschauung legte fich nicht einfeitig auf die Starrheit des experimentierenden Romanes feft. Er war feinen Neigungen nach ein weltlicher Benediktiner, der in phan tastischen Scharteten gern blätterte und die Pergamente der Kircher frömmigkeit und Mystik so durchstöberte, als wenn er in der luftigsten Chronit der Erde läse. Das heißt alles: Anatole France war als ein ironisch- romantischer Schriftsteller auf die Welt gefommen. Das hinderte ihn nicht, einen Roman zu schreiben, der eine sehr ordentliche Studie der Schauspielerverrücktheit, vermischt mit Familienblatt foportage geworden ist. Sein eigentliches Talert zielte aber auf anderes. Er dichtet nach seiner eigenen Freude die Freude des Bücherwurms. Der Sohn des Buchhändlers war allezeit ein Schnüffler in vergilbten Papieren, ein Mann, der gern das Batriarchentäpplein auffetzte, um vom Morgen bis Abend zuzuschauen, mie die Menschen närrisch find. Philosophie uro Mora und Theologie schöpft er häufiger aus Folianten als aus dem Alltag. Er geht wohl durch die Straßen von Baris. Aber seine Augen sind für das volkstümliche Gewimmel ziemlich geschlossen. Seine Augen fuchen mit größerer Leidenschaft in jenen Räften, die seltene, aufschlußreiche Bücher verbergen. Bon Natur ist er spöttisch. Darum macht er vor feiner Ueberlieferung ein ernsthaftes, demütiges Geficht. In einem hübschen Sinngedicht weist er die Vergänglichkeit aller religiösen Heiligtümer nach. Bom Galiläer ist die Rede, Pontius Pilatus erinnert sich an den Galiläer. Pontius Pilatus, der faiserliche Richter, der einstmals das Kreuzigungsurteil gesprochen und trotzdem seine Hände in Unschuld gewaschen hat, erinnert sich und denkt unge. Emmingers Ende. Nach Zerstörung der Rechtseinheit. 27 Der bayerische Staatsanwalt Emminger, der seit dem 1. Dezember 1923 als Reichsjustizminister amtierte, hat seinen Abschied genommen. Niemand weint ihm eine Träne nach. Er trat zwar in die Reichsregierung ein, aber mit der ausdrücklichen Versicherung, daß er nicht Vertreter feiner Baye rischen Volkspartei fei, sondern als Persönlichkeit" oder als politischer Kopf" mitwirte. In dieser Eigenschaft hat er darauf los regiert. Das Ermächtigungsgesetz gab ihm die formelle Möglichkeit zu einer der einschneidendsten Maßnahmen, die jemals auf dem Gebiete der Rechtspflege getroffen worden find. Er faffierte mit ein paar Berordnungen erhebliche Teile der Justiz, brachte die übrigbleibenden Teile durcheinander, beseitigte die Zuständigkeiten des Reichsgerichts und der Schwurgerichte, schaffte schließlich die Schwurgerichte ganz ab und ersetzte sie auf dem Verordnungswege durch ganz neue Gebilde, die zwar ihren Namen tragen, aber doch nach Inhalt und Form ganz etwas anderes darstellen. Bei den Gerichtsbehörden herrscht heilloses Durcheinander infolge dieser voll fommenen Umgestaltung der Rechtsprechung, eine Umgestal tung, die völlig ohne Vorbereitung und ohne Uebergangszeit vor fich gehen mußte. Wir haben gegen die reaktionäre Tendenz, die feit dem Amtsantritt Emmingers in der Rechtsprechung immer mehr zum Vorschein fam, von Anfang an aufs schärfste angefämpft. Unter die Verantwortung Emmingers fallen die Tausende von Landesverratsprozeffen, die in Deutschland zu einer wahren Hirnseuche geworden sind. Unter feine Verantwortung fällt die Ausschaltung des gefeß mäßigen Staatsgerichtshofes zum Schutze der Republif im Ludendorff- Hitler- Prozeß. Unter seine Verantwortung fällt die Außerkraftsehung deutscher Reichsgeseze in seiner Heimat Kahr- Bayern. NO gerfchen Stil bayerisch in Deutschland gewirtschaftet wer den foll, oder ob endlich wieder die Republit zu ihrem Rechte in doppelter Bedeutung fommen foll! Mangel an Verantwortungswillen. Emminger und seine Volkspartei. Die Germania" erinnerte, als der Rücktritt Emmin gers noch nicht feststand, daran, daß der Kollege Emmingers, Wirtschaftsminister Hamm im Wahlkreise Emmingers als Reichstagskandidat auftrete, wie über haupt die Koalitionsparteien im Wahlkampf bei der Kandidatenaufstellung feine Rüdsicht aufeinander nehmen, und daß deshalb der Entschluß des Zentrums, in Bayern eigene Listen aufzustellen, fein hinlänglicher Grund für die Bayerische Volkspartei sei, Emminger aus der Reichsregierung zurückzuziehen. Im Anschluß daran bemerkt bie„ Germania" zum endgültigen Rücktritt Emmingers: lich der Rücktritt Emmingers motiviert sein würde, wenn er ihn Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, wie wenigfachwirklich auf das wahltaktische Verhalten des Zentrums zurüdführen würde. Der Fall würde in der Geschichte des Parlamentarismus wohl einzig dastehen. Trotzdem ist das Unglaubliche wahr geworden, und darum lönnte man fast auf den Gedan ken kommen, daß an der Amtsmüdigkeit Emmingers andere, sachsichere Ursachen nicht unbeteiligt find. Ob es die vielen Anfeindungen sind, die seine Justizverordnungen hervorgerufen haben? Oder ob die Bayerische Volkspartei die Berantwor tung fürchtet, die darin liegen könnte, daß ein ihr angehöriger Minister dem Sachverständigen Gutachten seine Zustim mung nicht glaubte verweigern zu fönnen. Unter Dr. Heim hat der Berantwortungswille ber Bayerischen Volkspartei in großen politi schen Fragen nie allzu trasse Formen angenommen. Wie dem audy sei, das Vorgehen der Bentrumspartei in Bayern fann durch den Rücktritt Emmingers nicht/ im geringsten aufgehalten werden. Sie wird dort weiterhandeln, wie sie es sich selbst und dem Reiche schuldig ist. = Auch Bossische Zeitung" und„ Berliner Berliner Tageblatt" halten das Borgehen der Bayerischen Boltspartei für durch aus ungerechtfertigt. Die Bossische Zeitung" nennt den Schritt der Partet eine politische Groteske und fagt weiter: Wie stark die dilettantenhaften Eingriffe des banerischen Staatsanwalts in die Rechtspflege die Rechtssicherheit gefährden, geht schon aus der Tatsache hervor, daß die höch= st en Richter des Reiches, die Mitglieder des Reichs gerichts, ihre warnende Stimme erheben mußten. In der Deutschen Juristenzeitung" veröffentlicht der Präsident des Reichsgerichts, Dr. Simons, einen Artikel, in dem er warnend darauf hinweist, daß das Reichsgericht in Wie alle übrigen Mitglieder der Reichsregierung, wie alle Gefahr sei, da der Abbau auch vor dem höchsten Gerichts- Ministerpräsidenten der Freistaaten, eingeschlossen die hofe nicht halt mache, und der es um eine große 3ahl seiner Deutschnationalen, wie alle Führer der großen Parteien, tüchtigsten und arbeitsfreudigsten Mitglieder gebracht habe. ausgenommen die Deutschnationalen, ist auch Herr Dr. Emmin Gleichzeitig wendet sich der Reichsgerichtsrat Rosenger mit der Antwort, die heute an die Reparationskommission abberg gegen die Beseitigung der deutschen gehen soll, einverstanden. In der wichtigsten Frage, die es in der Rechtseinheit durch die Aufhebung der Zuständigkeit deutschen Politif gibt, geht er mit den übrigen Mitgliedern in der des Reichsgerichts für zahlreiche Gebiete. Das lebel Reichsregierung einig. Es bestehen zwischen dem Reichs. werde noch größer dadurch, daß es zum Teil in die justizminister und dem Kabinett überhaupt feine Meihand des Staatsanwalts gelegt ist, ob Oberlandes nungsverschiedenheiten, die sich aus der Führung der gericht oder Reichsgericht Revisionsinstanz sein soll. Das politischen Geschäfte ergeben tönnten. Trotzdem überreicht Herr fönne auch zu politisch bedenklichen Ronfequen. Dr. Emminger fein Rücktrittsgesuch. Nicht aus freien Stüden übri zen führen und werde auf jeden Fall eine große Berschieden- gens, wie man hört, sondern in Befolgung eines ihm von der heit höchstrichterlicher Entscheidungen über dieselben Gegen Bayerischen Boltspartei, der er angehört, erteilten Aufstände und damit vollständige Rechtsunsicherheit zur Folge trags. Und die Bayerische Boltspartei hat ihm diesen Befehl zum haben. Rosenberg fordert, daß mit dem System der Haratiri erteilt. Nicht etwa, weil sie im Gegensatz zu Dr. Emmin Berordnung, wie Emminger es angewandt hatte, voll ger die Politit des Reichskabinetts nicht billigte, sondern, weil das ständig gebrochen werde, wenn man es nicht zu einer Bentrum den Beschluß gefaßt hat, in Bayern und in der Pfalz für Verödung des Reichsgerichts treiben wolle. die fommenden Wahlen eigene Randidaten aufzustellen. Alfa Rache für das Scheitern der Verhandlungen in Frankfurt a. M.!" Es ist wohl zum ersten Male in der Geschichte der deut. schen Justiz, daß sich Mitglieder des Obersten Gerichts so oftentatio gegen eine„ Gesetzgebung" wenden. Der legte Streich Emmingers war die Einbringung eines Entwurfes, der auf die Abschaffung des Staatsgerichts hofes zum Schuße der Republit hinzielt. Dieser Entwurf ist noch nicht erledigt; über ihn wird der zufünftige Reichstag zu entscheiden haben. Damit ist auch das Urteil über die Emmingerei in die Hand der Wähler gelegt, die am 4. Mai darüber zu entscheiden haben, ob weiterhin im Emmin. fähr:„ Ach so, ein Galiäer ja natürlich, ein armer, rechthabe. rischer Schwärmer, ein Fanatifer, dem die Hihegrade der Bredigt und Aufrührerwut etwas zu hoch gesprungen waren. Ein wenig aufzuhalten. Und Bontius Pilatus geht zu anderen Dingen über, zu fühn, dieser Galiläer, darum zwang er mich, das Todesurteil nicht obwohl aus dem so vergeffenen Galiläer der unvergessene Heiland wurde. Anatole France belächelt also jeden positiven Glauben. Ein guter Leugner ist er, aber fein lärmender. Wer den folianten Burchgelesen hat, den der dichtende Gelehrte über die Jungfrau von Orleans schrieb, der wird für alle Jahre seines geistigen Daseins ein Schmunzeln der Genugtuung nicht mehr los. Alle haben aus dem lothringischen Landmädchen eine gewaltige Heilige gemacht. Alle bespucken Voltaire, weil er der Bannerträgerin des geschwolle nen Patriotismus einige Schweinereien zutraut. Anatole France, der weltliche Benediktiner, lächelt. Er findet Stück auf Stück der ficheren Handschriften zum Beweise deffen, daß die Große Jungfrau eine sehr schmächtige Jungfrau gewesen ist. Sie tam zu ihrer himmlischen Unsterblichkeit durch jene launische Fügung, die fehr gläubige Menschen eine fostbare Borfehung nennen, die vorsichtigere Kritifer als Verwirrung leidender Köpfe und Herzen ansehen. Auch das heiligste ist nur Offenbarung menschlicher Schwäche und Narretei. Auch das Heftigste hat teinen anderen Ursprung. Sieh doch einmal den Teufel an, den sich Anatole France ausmalt! Es ist tein böser Teufel, es ist nur ein unglücklicher Gott, der feine Verliebtheit in das Göttliche zu weit getrieben hat. Der Teufel ist eigentlich nur ein genärrter Gott. Er ist nur ein Teufel aus Not, nicht aus Neigung. Alles Unglüd wäre alfo in die Welt gekommen, nicht minder alle Schlechtigkeit und Torheit, weil die Menschen und die llebermenschen mit mangelhafter Klugheit geboren worden sind. Nicht die Moral der Menschen ist schlecht, sondern schlecht und mangelhaft ist der Kopf der Menschen. Alter Gnoftiter spruch flingt derartig: Wiffen ist Tugend. Tugend ließe sich ganz gut erziehen, wenn man die Menschen in gute Schulen steckte. * Beil Anatole France sehr flug ist, ist er auch früh ein So. zialist. Er ist fein geräuschvoller Sozialist. Er hat trotzdem vor den Maffen gesprochen. Nicht wie der Riefe Jean Jaurès, fondern mit der wohl vorbereiteten, auf dem Bapier fest aufgezeich neten Rede. Er war in nichts ein Improvisator. Er war der forgfältigfte Gliederer der Gedanken und sprach zu den Tausenden des Boltes, als wenn er zu einer hohen Afademie spräche: Er rang und wetterte niemals, damit man ihm glaube. Er bewies nur stille und gemessen, daß der Sozialismus, den er weit über die Gewiffensfreiheit hinausdehnte, zu den gefunden Erdeneinrichtungen gehören müsse. Er war Sozialist aus Behutsamkeit, aus Stoizis. mus würde der Fachmann sagen. Weil die Torheit doch das treibende Element der Menschen ist, soll man die Torheit irgendwie durch Vernunftmaßregeln einschränken, die das kulturelle und wirtschaftliche Wohlfein des Volkes ordnen! Jebesmal, menn der fran zösische Gozialismus einen Mann brauchte, deffen Weisheit über bas Bolitische ging, wandte man fich an Anatole France. Bas Francis de Pressensé für die Erfämpfung der gröberen und grundfäglichen Gedankenfreiheit bedeutete, das bedeutete Anatole France für die Feiertagserholungen des französischen Sozialismus. Ihm Ebenso ist das„ Berliner Tageblatt" empört darüber, daß die Bayerische Volkspartei parteipolitische Differenzen mit Regierungsfragen verquidt und widmet Emminger im übrigen folgenden Nachruf: In der deutschen Reichsgeschichte wird fein Name troß der turzen Amtsbauer unvergessen bleiben. Er ist eng verknüpft mit der verhängnisvollen, in der Entwicklung moderner Rechts staaten beispiellofen Berrüttung der Rechtspflege die durch die übereilten Notverordnungen über Strafprozeß und | tam Ansehen zu, als wenn er ein weltlicher Erzbischof wäre. Man wußte wohl, warum man ihn in feierliche Sigungen holte, in denen es galt, die Menschen religiös umzustimmen. Kurz, er war es, der verloren hatten. mächtige Leugner, der Briefter für alle, die ihren Dogmengott Bola schlug sich mit seiner Bärenwucht und feinem Kolbenstil für Dreyfus, d. h. gegen eine sehr verrottete Rückständigkeit. Clemenceau schlug sich mit der aufpeitschenden, etwas banalen Witzigfeit des aufgeklärten. Liberalen. Frau Séverine, die gütige Frau, jagte der Lügenpartei durch ihre anmutige Unerschrockenheit das Entfeßen in die Glieder. Anatole France hat der Dreyfussache, die eine Sache der Kultur gegen die Verrohung war, als der ge laffenfte Streiter genügt. Das Blut, das in ihm pulfte, schien gewiß manchmal etwas dünn, aber es war doch von der ungeheuren 3ähigkeit jenes Belotenblutes, das Anatole France durch die Adern des Befehrers der Tänzerin Thais jagt, Auf eine Säule friecht der Heilige hinauf. Er will erstarren in Andacht, er will Frost und Sonnenglut mißachten, um nur der höchsten himmlischen Gesichte teilhaftig zu werden. Und er spürt dennoch, daß die leidenschaftliche Abtötung ihn nicht beruhigt. Er ist ein Beseffener, er hängt an der Erde unendlich, feine einzige Gläubigkeit ist nur das lebendig und lockend Vorhandene. Anatole France, der fähig war, die Sinne bis zur scheinbaren Astese zu zügeln, und der in den besten seiner Werte einem hehren Mandarinen ähnelte, verfügte doch über sehr verborgene, sehr tiefe Organe des Genießens und des Schwelgens. Gein Sfeptizismus war Güte, fein Spott war Güte, seine Gelehr famfeit diente nur zur Beförderung der Güte. Er wurde ein europäischer Schriftsteller, weil er alle jene Leser befriedigte, die in feiner lateinischen Klarheit das Gefunde und Heitere liebten. Während des Weltfrieges schrieb er nicht. Als wenige Köpfe den Weltbund der Clarté begründeten, der sich gegen den Unfinn des Weltkrieges wendete, nahm er die Feder wiederum zur Hand. Einer der ersten Anhänger der jungen noch gar nicht befestigten Religion der Verbrüderung war der greife Anatole France. Anatole France als Politiker. Der greife Dichter hat auch im politischen Leben Frankreichys eine hervorragende Rolle gespielt, indem er sich gleich Bola als einer der ersten mit Begeisterung in die große Schlacht warf, die um den Fall Dreifus in den letzten Jahren des vergangenen Jahrhunderts in ganz Frankreich tobte. Er wurde damit immer mehr zum politifchen Romanſchriftsteller und widmete einen ganzen Roma't- Syflus der Schilderung dieses Abschnittes der modernen französischen Ge schichte. Auch trat er wiederholt als Redner in Protestverfammlungen der damals gegründeten Liga für Menschenrechte" auf. Seine Reben sind zurzeit unter der Sammelüberschrift: Befferen Beiten entgegen" veröffentlicht worden und weisen unzweideutig die Behebung des Dichters zum sozialistischen und internationalistischen Ideal auf. Ueberhaupt haben die meisten seiner legten Werte eine unverkennbare politische Tendenz. Im Kriege erhob er feine Stimme gegen die an Barbaret grenzende Rücksichtslosigkeit der deutschen Heeresleitung bei der BeSchießung der Kathedrale von Reims, war aber zugleich einer der ersten, um dem Wahnsinn des Krieges„ bis ans Ende" entgegenzu Gerichtsverfahren, teilweise auch über den Sivilprozeß herbeigeführt worden ist." Das harte Urteil, das in der Koalitionspresse über die Bayerische Boltspartei und ihren famosen Reichsjuftizminister gefällt wird, ist nur zu berechtigt. Aber der Borgang selbst ist zu gleicher Reit eine BI a mage für die Koalitionsparteien. Die Qualitäten des Herrn Emminger und feiner Bartei waren bereits vor Eintritt Emmingers in die Reichsregierung bekannt, und es war vorauszusehen, wohin der Kurs gehen werde. Aber damals troch man vor der Baneri schen Volkspartei, die sich brüstete, nicht nur ganz Bayern, sondern das gesamte nationale" Deutschland hinter sich zu haben, in das Maufeloch. Die Folge ist ein beispiellofes Durch einander nicht nur in Bayern, sondern auch im Reich, und von der berühmten Homogenität, um derentwillen man den„ antimarristischen" Kurs aufnahm, ist ebenso wenig zu spüren wie von der altbewährten Ordnung", die mit Herrn Emminger und seinen Freunden ihren Ginzug halten sollte. Neue Emmingerei! Landesverratsverfahren gegen Lipinski nnd die ,, Leipziger Volkszeitung". Leipzig, 15. April.( WIB.) Wie die„ Leipziger Bolfszeifung mitteilt, hat der Oberreichsanwalt ein Strafver fahren wegen Landesverrats gegen den früheren Minister Cipinsti und gegen den verantwortlichen Redakteur der„ Boliszeitung" Freytag eingeleitet. Das Verbrechen des Landesverrats wird erblidt in einem Artikel Lipinskis über das Vorgehen des Reichs gegen Sachen und Thüringen in der Boltszeitung" vom 22. Dezember 1923. Es handelt sich augenscheinlich um denselben Artikel, dessen Zitierung im Borwärts" auch unserem verantwort lichen Redakteur, Genossen Reuter, bereits eine Bernehmung wegen des gleichen Verbrechens" eingetragen hat. Nur ein Kommunist. 1 Jahr Festung für ein Plakat. Leipzig, 15. April.( WIB.) Der Staatsgerichtshof zum Schuße der Republik verurteilte heute den Arbeiter Emil Hagelberg aus Altona zy 1 Jahr 3 Monaten Festungshaft und 50 Goldmart Geldstrafe und seinen jüngeren Bruder Walter Hagelberg zu 8 Monaten Festungshaft und 20 Mart Geldstrafe. Beide Angeklagten find dabei betroffen morden, wie sie im Auftrage der Kommunistischen Partei Deutschlands Blafate anschlugen, durch die zur Errichtung der proletarischen Dittatur und zum Sturz der verfassungsmäßigen Regierung aufgefordert wird. Der Gerichtshof erblickte in ihren Handlungen eine Berlegung des§ 85 des Strafgesetzbuches. Leipzig, 15. April.( WTB.) Zu den gegen die Organi fation Conful schwebenden Berfahren ist mitzuteilen, daß die Boruntersuchung zu dem abgetrennten Hauptteil jetzt a b. gefchloffen ist. Die umfangreiche Antlageschrift dürfte in den nächsten Tagen dem Staatsgerichtshof zugehen, der nach näherer Prüfung über die Eröffnung des Hauptverfahrens beschließen wird. Landsbergs Wahl. Der bürgerliche Einspruch hinfällig. Halle, 15. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Wahl bes Landeshauptmanns, die ber Provinziallandtag der Broving Sadien unlängst vorgenommen hat, scheint nunmehr endgültig entschieden zu sein. Der gegen die Wahl des Genossen 2ands. berg von bürgerlicher Seite erhobene Einipru fonnte, als er auf die Tagesordnung der Beratungen bes Brovingiallandtages er auf die Tagesordnung der Beratungen des Provinziallandtages lam, nicht aufrechterhalten werden. Man will zwar nun mehr bei den Aufsichtsbehörden gegen die Wahl Brotest einlegen, dürfte aber auch damit feinen Erfolg erzielen. Die Parteiführer beim Reichskanzler. Geschlossene Front für Zustimmung mit Ausnahme der Deutschnationalen. Amtlich wird durch WTB. gemeldet: Der Reichstanzler hat die Führer der Reichs tagsfrattionen zu einer Besprechung über die durch die Sachverständigengutachten geschaffene politische Lage empfangen. Die Sozialdemokraten sowohl wie die Führer der bürgerlichen Parteien billigten durchaus den Standpunkt der Reichsregierung. Nur die Vertreter der Deutsch nationalen erklärten, daß die Regierung Deutschnationalen eine bindenden Berpflichtungen eingehen dürfe. Der Reichskanzler vertrat demgegenüber die Auffassung, daß es Pflicht der Reichsregierung sei, die aus der außenpolitischen Situation fich ergebenden un aufschieb= baren Entscheidungen zu treffen. * polizeilichen Mitteln, geregelt habe. In Deutschland wolle die Treffe eine moralische Anstalt sein. Allerdings hingen der redaktionelle und der Anzeigenteil wie fiamesische Zwillinge zusammen, da der Anzeigenteil die materielle Grundlage für die Erhaltung der Zeitung biete. Aber der redaktionelle Teil müsse der Wahrung der öffentlichen Interessen und der öffentlichen Wohlfahrt vorbehalten sein. was der Verein Deutscher Zeitungsverleger getan habe, um den redaktionellen Teil von dem Einfluß des Anzeigenteils freizuhalten, verdiene auch von den Redakteuren Anerkennung, aber er follte noch weitergehen Der redaktionelle Teil müsse wahr und klar und durchsichtig fein wie Kristall. In der deutschen Bresse fel die Sauberfeit die Regel. Es müsse verboten werden, Strohmänner als verantwortliche Berleger oder Rebaffeure zu benennen. Der Redakteur habe eine ethische Aufgabe mie faum ein anderer Beruf. Darum habe eine ethische Aufgabe mie faum ein anderer Beruf. Darum bedürfe der Redakteur des Schutzes, nicht um seiner selbst willen, fondern für das gemeine Beste, bamit bas deutsche Bolt eine gute Bresse habe. Für die Sozialdemokratische Partei waren die Genoffen Hermann Müller, Otto Wels und Dr. Rudolf Hilferding in der Reichskanzlei erschienen. Nebenbezahlung des Redakteurs durch Interessenten für deren Er Die Micum- Verlängerung unterzeichnet. Eine schwerindustriell offiziöse Begründung, WIB. teilt mit: Chefredakteur Georg Bernhard als Korreferent erkannte die Wichtigkeit der tapitalistischen Grundlage eines jeden Zeitungsunternehmens an, insbesondere, daß das offene Anerkenntnis des Anzeigenteils als Quelle des Gewinnes gerade der Integrität des rebattionellen Teils förderlich sei, wie es die englischen und die deutschen Zeitungen bewiesen, während in romanischen Ländern die wähnung in der Zeitung nicht als anstößig empfunden werde. Ar beitsteilung zwischen Berlag und Redaktion sei das Erforderliche, besonders wenn man nicht mehr einem persönlichen Verleger, sondern einer Attiengesellschaft gegenüberstehe. Wenn mancher Verleger Kamerad des Redakteurs, ja fogar mit feiner fangjährigen Er Die Micum Berträge sind heute von den Beteiligten fahrung Führer des Rebatteurs sein tönne, so bestehe dieses Verhält unterschrieben worden: von deutscher Seite haben gezeichnet nis nicht mehr bei Attiengesellschaften. Der Verleger die Herren Frih Thyssen und Generaldirektor Fahrenhorst. fönne die Grundlinien feiner Zeitung bestimmen, aber innerhalb Nach langen schwierigen Verhandlungen find die Micum- Verträge biefer Grundlinien leiste der Redakteur selbständige Arbeit und könne auf zwei Monate verlängert worden, nachdem durch die in letter darum, wenn auch rechtlich ein Angestellter, doch mora. Tisch und sittlich eine Sonderstellung beanspruchen. Zeit eingetretene politische Entspannung eine neue Situa- Dieser Stellung gerecht zu werden, sei ein Journalistengefeh berufen. fion gefchaffen war, die der Industrie die Möglichkeit der kredit Der Rebatteur wolle einen Schutz für sein öffentliches wirken. Um befchaffung bot. Der Beschluß der Reparationstommiffion, frei feine Meinung äußern zu tönnen, bedürfe der Redakteur einer durch den die Sachverständigengutachten inhaltlich angenommen find Sicherung gegen Gefährdung seiner Stellung, besonders dann, wenn und zugefagt wird, daß die Reparationstommiffion die Durchfüh die Zeitung vertauft werde und eine andere Richtung rung der in den Gutachten gemachten Vorschläge beschleunigen und erhalte. Was für die Redakteure der Tageszeitungen gelte, müffe in erleichtern werde, sobald die deutsche Regierung die Bereitwillig- gleichem Maße auch für die Rebatteure der Telegraphen- und Korre feit zur Mitarbeit erklärt habe, hat die Industrie den Entschluß fpondenzbureaus gelten, da von deren Wirken die gesamte Bresse sehr wesentlich abhänge. Jeder deutsche Redakteur folle ein freier faffen laffen, nochmals für beschränkte Zeit die durch die Micum- geiftiger Arbeiter im Interesse des deutschen Bolles fein Berträge ihr verursachten Casten im Interesse Gesamtdeutschlands Referenten ernteten für ihre Ausführungen lebhaften Beifall, auf fich zu nehmen, in der bestimmten Erwartung, daß nach der erfolgten Berei willigkeitserklärung der deutschen Regierung, an der Lösung des Reparationsproblems auf der Grundlage der Sachverständigengutachten mitzuwirken, nunmehr sehr schnell eine Gefamfregelung der Reparationsfragen getroffen werden wird. % Ueber den Inhalt der neuen Micum Verträge erfährt der Soz. Parlamentsdienst" folgendes: Der Bertrag hat eine Gültigkeitsdauer von zwei Monaten. An fangs drängte die Micum auf eine Bertragsdauer bis zur end. gültigen Regelung des Reparationsproblems. Das Gesamtlieferföll ist in dem neuen Bertrage auf 1,8 Millionen Lon. nen monatlich festgesetzt. Davon dürften auf das Ruhrgebiet ungefähr 1,7 Millionen Tonnen entfallen, während der Rest von Den Bergbaugebieten bei Aachen und Röln aufzubringen ist. Eine Bezahlung der Kohlen erfolgt nicht, obwohl die Zechen vertreter alle Anstrengungen hierzu gemacht haben. Als Vertrags inhalt wurde außerdem festgelegt, daß, falls die Sachverständigengutachten zu einer allgemeinen Regelung des Reparationsproblems führen und Deutschland die zur Finanzierung der Sachlieferungen in Borschlag gebrachte Anleihe erhält, die Kohlenlieferungen ab 15. April nachträglich aus biefer Anleihe gebedt werden sollen. Die Zechenvertreter hoffen, daß diese einmütige Emp. fehlung die Kreditfähigkeit der Werfe hebt und infolgedeffen ber neue Vertrag überstanden werden kann. Die laufende Rohlensteuer, bie bisher 8 Frant pro Tonne betrug, ift auf 1,50 Goldmart festgefegt worden. Dieser Modus wurde gewählt, um die Höhe der laufenden Kohlensteuer den Kurs schwankungen des Frant zu entziehen. Der Ausfuhrzoll, der bisher auf 4 Proz. gesteigert werden konnte, ist in dem neuen Ber trag auf 2 Pro3. festgesetzt worden. Die Rohle bleibt wie bisher von diesem Ausfuhrzoll befreit. Wesentlich ist die Ermäßigung für die Eisen- und Hüttenindustrie. Im übrigen befagt der Bertrag, baß Beschlagnahmungen von privaten Transport mitteln, wie Lokomotiven, Kähnen usw., die bisher immer noch erfolgten, unterbleiben sollen und die jetzt beschlagnahmten Transportmittel zurückgegeben werden. Die Freigabe der Regiezechen hat die Micum abgelehnt. Sie soll erst bann erfolgen, wenn eine allgemeine Regelung durch Vereinbarungen von Regierung zu Regierung erfolgt ist. Stellt man den neuen Micum- Bertrag zu den Leistungen, die in den vergangenen Monaten auf Grund der alten Berträge gemacht werden mußten, in Vergleich, dann ergibt sich, daß die alten Lasten restlos bestehen bleiben und die Kohlenfieferungen mengenmäßig noch gesteigert werden. In den vergange nen Monaten mußten 27 Proz. der Abfahförderung an die Be. fagungsmächte abgeliefert werden. Auf Grund der letzten Monats jest 1,8 Millionen Tonnen monatlich abzuliefern sind. Bergarbeiterverbände gegen Havas. treten, Die blödsinnige Stacheldrahtpolitit Clemenceaus gegen Sowjetrußland veranlagte ihn rein gefühlsmäßig, sich mit ben Kommunisten folidarisch zu erklären. Diese verstanden es glänzend, diese Erklärungen von Anatole France für ihre 3mede propagan. diftisch auszunüßen, mit der boljchemistischen Dottrin und den Methoden der Sowjetregierung hat er sich jedoch niemals identifiziert; vielmehr hat er gegen die Tobesurteile im Prozeß gegen die Sozial revolutionäre ebenfalls feine Stimme erhoben. Alles in allem ist France auch politisch eine der reinsten Erscheinungen der Gegenwart, Selten war eine Ehrung so verdient, wie die, welche ihm vor zwei Jahren durch Berleihung des Nobel- Friedenspreises zuteil wurde. Persönliches von Anatole France. Biel Unbekanntes aus dem Leben des größten zeitgenössischen Dichters Frankreichs und manche neuen persönlichen Züge von ihm werden in einem foeben er schienenen englischen Buche von James Levis May mitgeteilt. Beförderung waren das ungefähr 1,5 Millionen Tonnen, während fonders ausführlich wird seine Jugend gefchildert. Den größten Teil feiner Kindheit verlebte er am Quai Boltaire, wo sein Vater einen fleinen Buchladen hatte. Von dem Vater erfahren wir, daß er ein leidenschaftlicher Katholit und Royalist war, sehr im Gegensatz zu der ironischen Zweifelsucht des Sohnes. Der Knabe entfaltete in dieser Atmosphäre von Büchern und einem angeregten geistigen Leben, in dem Erleben der alten Seine- Stadt bereits jene Eigenschaften der Klarheit, der Weisheit und Feinheit, die seinen Stil zu einem so flaren Spiegelbild feines Wesens machen. France war in erster Che zu Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts mit der Großnichte des Miniaturmalers Jean Guérin verheiratet und hatte eine Tochter, die den im Kriege gefallenen Enkel Renans, M. Bichari, heiratete. Der Tod ihres Mannes zog auch fie felbst bald ins Grab nach. Ihr Sohn Lucien Bichari lebt jekt mit France und seiner zweiten Frau in der Villa Said" bei La Béchellerie in der Touraine. Hier hat der Verfasser France in den letzten Jahren öfters besucht und teilt aus seinen Unterhaltungen manch Interessantes mit. Bei einem Vergleich zwischen Racine und Shakespeare fagte der Dichter: ,, Racines Mörder sind unmenschliche Ungeheuer, die Ent fezen erregen, aber Shakespeares Macbeth, Othello und die übrigen rufen unser Mitleid und unsere Teilnahme wach, und wir weinen mit ihnen." Kriege erflärte er für verbrecherisch und nuglos; sie läen nur die Gaat endioser Zwietracht." Zur Feier des achtzigjährigen Geburtstages hatten seine Freunde eine großzügige Rundgebung geplant. Danach sollten vor dem Hause des berühmten Schriftstellers Vereine, Schulen, Syndifate im feierlichen Zuge vorbeiziehen. Man bachte an einen Zug von etwa 300 000 Personen, in der Art des Buges, der sich beim Begräbnis Viktor Hugos gebildet hatte. Als man den Plan dem Geburtstagsfind vorlegte, rief diefes entsetzt: Ja, wollt ihr mich denn um jeben Breis zum Gefpött der Welt machen?" " Zum 80. Geburtstage von Anatole France ftellt die Buchhandlung Bartelt, Nürnberger Straße 29/30, bis Ende April die Werte des Dichters in den franzöfifchen Driginalausgaben und in den deutschen Hebertragungen aus. Im Refidenz- Theater fommt täglich intemann von Ernst Tofler zur Aufführung. Am Mittwoch, Freitag und Sonnabend spielt die Titel rolle Heinrich George, an ben anberen Tagen Alfred Beierle. Die Borstellung am Freitag ist nicht öffentlich. Die fünftlerische Zeitung der Sommerspielzeit des Residenz- Theaters liegt in Händen des Regiffeurs Emil Lind, die verwaltungstechnische Zeitung hat Erivin Berger inne. Dortmund, 15. April.( Eigener Drahtbericht.) In einer Havas Note wird der Bericht der Bergarbeiter- Organisationen über die Besprechungen mit der Micum dementiert. Havas erflärt die Angabe der Bergarbeitervertreter, die Micumpertreter hätten die Bergarbeiterföhne als durchaus zureichend erflärt, als Tendenzlüge mit deutlich zu durchschauendem Zwed. Dem. gegenüber bezeichnen die Bertreter der Bergarbeiter bas Savas Dementi als beispiellofe Unverfrorenheit und halten ihren Bericht aufrecht. dapib Für ein Journalistengeset. Aussprache in Berlin. Der Bezirksverband Berfin im Reichsverband der deutschen Bresse, die berufliche Vertretung der Berliner Redakteure und Journalisten aller Richtungen, hatte für Montag abend Einladungen ergehen lassen, um die Frage eines Journalisten gefeßes ( Gefeß zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Redakteure) zu be iprechen. Der Vorsitzende des Bezirksverbandes Dr. Dovifat fonnte in feinen einleitenden Worben, in benen er auf die Bedeutung des Themas hinwies, außer mehr als 200 Rollegen auch die zuständigen Referenten der in Frage tommenden Ministe rien begrüßen. Das Referat des Abends hatte der jetzt im Ruhestand lebende frühere Chefredakteur der Kölnischen Zeitung", Herr Ernst Boffe, übernommen, der seit Jahren in Wort und Schrift für die ideelle Grundauffassung unserer Berufsarbeit und deren gefeßliche Boraussetzungen geworben hat. Boffe ging aus von dem hohen Gesichtspunkt einer allgemeinen Würdigung des Wesens der Bresse und insbesondere der deutschen Presse, um von da aus zu der Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung der Rechtsverhältnisse der Journalisten zu fommen. Dem Belen der Bresse ist nach feinen Ausführungen nicht nur nicht die öffentliche Meinung, sondern nicht einmal der Staat gerecht geworden, der im Breslegesen die Stellung der Bresse nur äußerlich und oberflächlich, zum Teil mit Krach in Thüringen. Beide Bölkischer Terror.- Die Demokraten in Oppofition.Ein extremes Kabinett. Weimar, 15. April.( Eigener Drahtbericht.) In der Dienstag figung des Thüringer Landtages erklärte der Präsident bet Eröff nung, daß der Staatsrat in Meiningen, Dr. Frize, um Enthebung von seinem Amte gebeten habe. Der Rüdiritt Dr. Friges erfolgte nur auf Druck der Völlischen und stellt ein Kompromiß zwischen ihnen und dem Ordnungsblod bar. Bar der Ergänzungswahl zur Regierung führte Abg. Frölich über den Standpunkt der Sozialdemokratischen Partei aus: „ Wir müssen die Regierung warnen, einen Kurs, wie ihn die Bölkischen haben wollen, mitzumachen. Die thüringische Regierung hat durch die Umgebung des Landtages bei der Schaffung von Notgefeßen die Verfassung mißachtet, denn diese Geseze hätten von dem am folgenden Tage zusammengetretenen Landtag beraten und beschlossen werden können. In Thüringen zeigen sich schon heute die verhängnisvollen Folgen der völkischen Einflüsse. In Wahrheit sind es die Böttischen, die heute Thüringen. beherrschen und die auf Grund von Abmachungen mit dem Ordnungsblod Zu geständnisse erhalten haben. Die Sozialdemokratie muß daher von der Regierung verlangen, daß fie, von den Böltischen abrüdt und die verfaffungswidrigen Bereinbarungen( o. fortlöst. Die Tatsache, daß auch heute wieder ein Staatsrat gehen mußte, der bei den Bölfischen nicht gut angeschrieben war, fenn. zeichnet die Situation. Auch muß die Sozialdemokratie von der Regierung verlangen, daß sie Schädigungen der Staats. bant verhindert und einer Forderung auf Entlassung des Staatsbantpräsidenten Loeb nicht zustimmt. Der Landtag, den die Regierung nach Hause schicken will, muß weiter tagen. Wir fönnen es nicht zulassen, daß die Regierung durch die Schaffung von Rotgefeßen den Landtag ausschaltet." Im Verlauf der weiteren Debatte machte Minister 2eut. häuser der Linken den Borwurf, daß im Landtag zu viel geredet würde und feine praktische Arbeit zustande fäme, worauf sich ein großer Lärm und Streit der Parteien im Hause erhob. Im Anschluß daran erklärte die Fraktion der Demokratischen Partei:„ Die deutschdemokratische Fraftion hatte die bisherige Regierung mitgewählt in der festen Erwartung, daß diese fich vom völlischen Einfluß freihalten würde. Der Rüdtritt des in der Finanzverwaltung erfahrenen Finanzministers hat aber gezeigt, daß der Einfluß des Böllisch- sozialen Blods in einer für Thüringen unheilvollen Weise zu wirken beginnt und zu einem verhängnisvollen Drud zu werden droht. Da nach diesen Erfahrungen und anderen Anzeichen zu befürchten ist, daß die von uns erstrebte Politit des Ausgleichs nicht mehr eingehalten werden tann, sind wir nicht mehr in der Lage, die vorgeschlagenen Regierungsmitglieder mit zu wählen. Wir werden uns der Stimme enthalten." Die dann folgende Wahl der Regierung hatte folgendes Ergebnis: Der Vorschlag des Landbundes wurde mit den Böllischen und allen Rechtsparteien gegen die Linksparteien angenommen. Die Demokraten enthielten sich der Stimme. Bon 61 abgegebenen Stimmen fielen 34 auf den Vorschlag, 23 Abgeordnete stimmten da. gegen, 4 3ettet waren unbeschrieben. Somit ist der Staatsrat von Klüchtzner zum Finanzminister und Justizrat Hartrich zum Staatsrat für Meiningen und Dr. Richter- Rahla zum Staatsrat für Altenburg gewählt worden. Die Neulinge des Ministeriums find Anhänger der extremen deutschnationalen Richtung. Der Landtag stimmte noch der Aufhebung der Immunität des kommunistischen Abgeordneten Neubauer gegen die kommunistischen und sozialdemokratischen Stimmen zu. Damit hat der Reichsanwalt die Befugnis der Strafverfolgung und Berhaftung des kommunistischen Abgeordneten Neubauer, der damals mit einem Blan zum Ueberfall der Landespolizeikaferne in Weimar Aufsehen erregt hatte. Die VSPD- Frattion brachte in derselben Sizung fol genden Antrag ein: Durch die Regierung sind zahlreiche Be amte ihres Amtes enthoben, in den Wartestand persetzt oder beurlaubt worden. Diese Beamtenentlassungen find teilweise aus rein parteipolitischen Gründen und im Wider spruch mit den Bestimmungen der Reichsverfassung, des thüringischen Staatsbeamtengesetzes und des Notgesetzes über die Herabsezung der Personalausgaben erfolgt. Die BSPD.- Fraktion bezweifelt deshalb die Gefeßlichkeit und Lauterkeit dieser Verwaltungsmaßnahmen der Regierung und beantragt die Einseßung eines Untersuchungsausschusses von 12 Mitgliedern auf Grund des§ 23 der thüringischen Berfassung. Gewerkschaftsbewegung Eine Arbeitswoche von 131 Stunden! Vom Landeshauptmann von Pommern verordnet. Aus Pommern wird uns geschrieben: Am 13. Februar erließ befanntlich der Reichsarbeitsminister eine besondere Arbeitszeitverordnung für Krantenpflegeanstal ten. Nach dieser Berordnung darf das Pflegepersonal wöchentlich bis zu 60 Stunden einschließlich etwaiger Dienstbereitschaft beschäftigt werden. Diese gesetzliche Regelung bedeutet für einen beträchtlichen Teil. befonders des freigewerkschaftlich organisierten Pflegepersonals eine unerträgliche Verlängerung der Arbeitszeit. Die Berordnung schließt jedoch den Teil des Pflegeperfonals aus, der bei Anwendung des Gesezes in seiner überwiegenden Mehrheit eine Berkürzung der Arbeitszeit erfahren würde und das ist das beamtete und das choritative Pflegepersonal. Wie sehr gerade hier eine gefeßliche Regelung am Plage wäre, beweift folgen. der Vorgang. In den Heil- und Pflegeanstalten der Provinz Pommern steht das Bersonal zum Teil im Arbeiter zum andern Teil im jebem wetteren Berufsjahr um 11 M. für männliche Angestellte bis zu 181,50 m im 7. Berufsjahr und um je 5,50 m. für weibliche Angestellte bis zum 4. Berufsjahr und dann ebenfalls um je 11 M. bis zu 154 M. im 7. Berufsjahr. Bum Angeftelltentarif der Metallinduftrie. Im Anschluß an die Preffenotizen vom 9. und 12. b. M. folgt im Einverständnis mit dem GdA. nachstehend ein Auszug aus einer Zuschrift des BBMI.: Wie jedoch der Unterzeichnete Herrn Günther vom Butab gegenüber bereits telephonisch zum Ausdruck gebracht hat, sehen wir zurzeit feine Möglichkeit, mit Ihnen eine andere Gehalts- verknüpft sind, beträgt bis zum vollendeten 21. Lebensjahre 137,50 M. vereinbarung für den Monat April zu treffen, als sie bereits von uns mit dem Gesamtrerband Deutscher Angestelltengewerkschaften getroffen ist und der bekanntlich das Arbeitszeitabfommen vom 23. Januar 1924 zugrunde liegt." Danach sind auch die direkten Verhandlungen zur Regelung der Aprilgehälter als gefcheitert zu betrachten. Da das Verlangen des BBMI. nicht nur einen Gehaltsabbau bis zu 18 M. gegenüber März, sondern vor allen Dingen die Preisgabe der befferen Arbeits. mit Dispositionsbefugnissen verbundene Arbeiten verrichten, die mit Das Gehalt in Gruppe III, für Angestellte, welche selbständige, Aufsicht über andere Angestellte oder mit besonderer Berantwortung für männliche und 121 M. für weibliche Angestellte und steigt bis u 242 m. für männliche und 214 50 M. für weibliche Ungestellte im 7. Berufsjahr; es steigt für männliche Angestellte um je 11 M. im 1. und 2 und dann um je 16,50 m. in den folgenden Berufsjahren bis zum 7.( nach dem 21. Lebensjahre) und für weibliche Angestellte um je 5,50 M. im 1. und 2., und um je 11 M. bis zum 4. Berufsjahr, um 16,50 m. im 5., um 22 M. im 6. und 7. Berufsjahr Durch Arbeitsruhe am 1. Mai 25. Lebensjahr 209 M. Steigend bis zu 319 M. im 4. Berufsjahr für müßt Ihr eintreten für Beomtenverhältnis. Die Arbeitszeit in dieſen Anstalten betrug bisher: Achtstundentag und Völkerfrieden 113 1. Woche: 75 Stunden und 38 Stunden Bereitschaftsdienst Stunden pro Woche! 2. Woche: 56 Stunden und 19 Stunden Bereitschaftsdienst 75 Stunden pro Woche. Auf Antrag der Gauleitung des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter an den Landeshauptmann von Pommern, für das nichtbeamtete Bersonal, das unter die Arbeitszeitverordnung fällt, Die Arbeitszeit den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend zu regeln, reagierte der Landeshauptmann durch Festsetzung folgender Regelung: 1. Woche: 83% Stunden und 47% Stunden Bereitschaftsdienst 131 Stunden pro Woche! 2. Woche: 64% Stunden und 28% Stunden Bereitschaftsdienst 93 Stunden pro Woche. Ein Tag, von Mitternacht bis Mitternacht, hat 24, sechs Tage haben 144 Stunden. Nach diesem Arbeitsplan" werden Familienväter von diesen 144 Stunden 131 Stunden an die Arbeitsstelle gefeffelf. Sie werden verurteilt 131 Stunden lang zum ständigen Beisammensein mit Geiftestranten. Ist das nicht allein schon Wahnsinn? Der Landeshauptmann von Pommern hat seine eigene Ansicht über die Koalitionsfreiheit des beamteten Pflegepersonals. Er hat auch seine eigene Ansicht über die gefeßliche Regelung der Arbeitszeit. Wir aber fragen, hat diese Berordnung nur da Geitung, wo es gilt, den Achtstundentag aufzuheben und findet sie keine Anwendung dort, wo eine, rückständige Bureaufratie durch Festsetzung unmenschlich langer Arbeitszeiten versucht, Zustände herbe zuführen, die schlimmer ais Sklaverei find? Die Deffentlichkeit hat ein Interesse daran, zu verlangen, daß in den pommerschen Anstalten eine Arbeitszeiiregelung so schnell wie möglich verschwindet, die nicht nur Gesundheit und Leben des Personals, sondern gleichzeitig die Pflege der Kranken den schwersten Gefahren ausseßt. Hier muß der Reichsarbeitsminister sofort eingreifen. zeitbestimmungen des verbindlich erklärten Schiedsspruches vom 3. März 1924( die sich besonders in den Sommermonaten während des Urlaubs auswirken wird) bedeutet, haben wir erneut den Schlichter von Groß- Berfin zweds Regelung der Aprilgehälter an gerufen und werden am Verhandlungstage, wie üblich, in einer AfA- Funktionärversammlung berichten. Auf Anweisung des BBMI. haben fast sämtliche Mitglieds firmen die von unseren Funktionären beschlossene Erklärung nicht anerkannt. Wir haben daher beim Arbeitsgericht beschleunigte Leistungsflage bereits eingereicht, um auch gerichtlicherseits das Borgehen des Arbeitgeberverbandes als unzulässig und mit der Koa fitionsfreiheit nicht im Einklang zu bringen feststellen zu lassen. Ferner weisen wir darauf hin, daß die von uns beantragte Allgemeinverbindlichkeitserklärung mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gefördert wird. Wir erwarten daher, daß alle Angestellten, die nicht nur die Vergünstigungen des verbindlich erklärten Schiedsspruches, fondern auch eine angemessene Erhöhung der Aprilgehälter beanspruchen, weiterhin die Anweisungen der vorgenannten Berbände befolgen, die Mitglieds bücher den einzelnen Firmen nicht vorlegen und den Unternehmer angriff auf Koalitionsfretheit erfolgreich abwehren. Schiedsspruch für die Damenmaßbranche. In einer Branchenversammlung für die in den Damenmaßfchneidereien beschäftigten Arbeitnehmer berichtete Fauftmann vom Bekleidungsarbeiterverband über die letzten Lohnverhandlungen. Die Arbeitgeber hatten sich anfangs März bereiterklärt, auf die Löhne, die in der Spize 70 Bf. betrugen, eine erhöhung von 20 Proz. zu geben, doch sollten die Konfettionsände. rinnen davon ausgenommen fein. In der folgenden Zeit belantragte die Arbeitnehmerorganisation diese unverbindliche Zu Die Gehälter der Gruppe IV( Angestellte in felbftändiger, leitender und verantwortlicher Stellung) betragen bis zum vollendeten männliche Angestellte und 187 bis 264 M. für weibliche Angestellte. Die Angestellten erhalten nach dem Schiedsspruch zwischen dem 15. und 17. April einen Vorschuß von 15 Proz. des Aprilcehalts ( in den Gruppen III und IV nur von 10 Pro3.), der bei der Gehaltszahlung am 30. April und am 31. Mai in Abzug zu bringen ist. Wenn die Arbeitgeber im Einzelhandel einmal die Breife ihrer Waren, insbesondere Wäsche und Kleidungsstüde, deren die Angestellten bedürfen, mit den Gehältern in den Gruppen I und II. veraleichen, werden sie schon zugeben müssen, daß diese Gehälter sehr. gering find. Nach dem Böttcherstreik. Der Kampf im Berliner Holzgewerbe ist mit Erfola bes endet. Die Vereinbarung der Groß- Perliner Arbeitgeber im Böttchergewerbe, wie auch die Berliner Böttcherinnung geben befannt, daß für Böttcher nicht mehr als 70 Bf. vro Stunde zu zahlen sind. Demanegenüber teilt der Böttcherverband mit, daß er mit den beiden Unternehmeraruppen feine Vereinbarung des troffen hat, daß vielmehr in sämtlichen Böttchereibetrieben GroßBerline und Potsdams tariflos gearbeitet wird. Im übrigen ist der Stundenlohn von 70 Bf. bei dem gegenwärtigen auten Geschäftegang bereits überholt und es wird von einem Teil der Arbeitgeber bereits wesentlich mehr bezahlt. Der Kampf im Buchdruckgewerbe. In der Aussperrung der Magdeburger Buchdrucker ist infofern eine Wendung eingetreten, als die ausgesperrten Buchdruder ein Angebot der Arbeitgeber, 1,50 M. über den Berliner Schiedsspruch zu zahlen und damit die Aussperrung für beendet zu erMären, nunmehr ihrerseits abgelehnt haben und am Dienstag in den allgemeinen Streit eingetreten find. Aussperrungen im westdeutschen Holzgewerbe. Im westdeutschen Holzgewerbe ist ein Lohrkampf ausgebrochen. In Essen und anderen Städten sind die Schreiner ausgesperrt worden. Vor einigen Tagen wurde auch in Unna die allgemeine Gebietes beschlossen. Die Arbeitgeber wollen offenbar eine Aussperrung für das weftfälische Ho'zgewerbe des unbefehten Das Borgehen des Landeshauptmanns beweist dem Krankenpflegepersonal, was es von dem gerühmten" Wohlwollen der Anftaftsleitungen zu erwarten hat. Es muß unbedingt durch Ausbau fage tariflich fest zulegen unter Einschluß der Wenderinnen. Tängere Arbeitszeit durchführen. der gewerkschaftlichen Organisation darauf hinarbeiten, derartige reaktionäre Anordnungen in Zukunft von vornherein zu verhindern, Tagungen zum Internationalen Gewerkschaftskongres. Dem Internationalen Gewerkschaftskongreß, der vom 2. bis 7. Juni in Wien stattfindet, gehen folgende Tagungen voraus: Mitt woch, 28 Mai: Sigung des Bureaus des JGB. Donnerstag, 29., und Freitas. 30. Mai: Sigung des Vorstandes des JGB. Sonnabend, 31. Mai: Internationale gewerffchaftliche Arbeiterinnen Konferenz. Sonnabend, 31. Mai, und Sonntag, 1. Juni: Konferenz Des Bureaus des JGB. mit den Internationalen Berufsfetre tariaten. Gewerkschaftskommission, Ebendorfer Str. 7, statt. Der Kongreß selbst Alle diese Sigungen finden in den Räumen der österreichischen tagt im Konzerthaus, Lothringer Str. 20. Die Vorstandsfikung des 3GB. hat als erste Aufgabe die bis. herige Tätigkeit des Bureaus des IGB. zu prüfen und einen Afticns. und Finanzplan für die kommende Zeit aufzustellen, der dem Inter nationalen Gewerkschaftskongreß zu unterbreiten ist. Ferner hat fie vorbereitende Arbeiten für den Kongreß zu leisten und über das Verhältnis des JGB. zu anderen Internationalen zu beraten. Die gewerkschaftliche Arbeiterinnen- Konferenz hat sich mit der Frage zu beschäftigen, auf welche Weise die Arbeiterinnen am besten den Gewerkschaften zugeführt werden können, ferner mit der Stellung der gewerkschaftlichen Landeszentralen zum Internationalen Arbeiterinnenbund. Es wird erwartet, daß vor allem die weiblichen Kongreßdelegierten zu dieser Konferenz entfandt werden. Für die Konferenz des Bureaus des JGB. mit den Internationalen Berufsjefretariaten ist folgende Tagesordnung aufgestellt worden: Ratifikation der Beschlüsse der Konferenz vom 9. und 10. Rovember 1923. Befugnisse der Internationalen Berufsfefreta. riate in Hinsicht auf Lohnbewegungen, Tarifverträge, Streifs, Aus Sperrungen und Bontott. Regelung der Unterstüßungsaftion in Fällen von Arbeitskonflikten. Beratung der Frage der gegen feitigen Unterstügung von Berufssekretariaten, die sich in schwierigen Berhältnissen befinden. Wahl von drei Mitgliedern und drei Stellvertretern in die ständige Kommiffion für die Bertretung der Internationalen Berufsjekretariate im Borstand des JGB. Aufgaben der Berufssekretariate in Sachen des Achtstundentages, der Gewerbeinfpeftion und anderer fozialer Maßnahmen. MARKE SALE LAMA ausschuß angerufen. In einem Spruch wurde für die Maßbranche sowohl wie für die Aenderinnen eine Erhöhung der Löhne um 20 Broz. tariflich festgelegt, doch wurde der Anfangstermin für den Lohntarif nicht antraggemäß auf den 1. März, sondern auf den 1 April festgelegt. Die Versammlung stimmte dem Schiedsspruch zu. Im weiteren Berlauf wurden Faustmann als Branchenleiter und auch die bisherigen Romniiffionsmitglieder wiedergewählt. Die Aufstellung der Delegierten zur Generalversammlung bildele den Schluß der Ber fammlung. Gehälter im Berliner Einzelhandel. Der Streit in den Warenhäusern von A. Jandorf u. Co. und K. Angestellten in den Warenhäusern und den sonstigen zur im&. d. 3. fäßt es angezeigt erscheinen, über die Gehälter der Einzelhandelsgemeinschaft Groß- Berlin zählenden Verkaufsstellen einen Ueberblick zu gewinnen. Die Gehaltsregelung beruht auf einem Schiebsfpruch, wonach für März die gleichen Tarifgehälter wie für Februar gelten, während für April ein Zuschlag von 10 Broz. auf die Märzgehälter erfolgt. Die Mindestfäße für April betragen monatlich: für Lehrlinge im ersten Lehriahr 16,50 Mart, im zweiten 22 M. und im dritten Lehrjahr 33 M.; für jugendliche Angestellte im 15. Lebensjahre 22 m., im 16. Lebensjahre 33 m. und im 17. Lebensjahre 44 M.; für fauf männische Angestellte in Gruppe I a) im 18. Zebensjahr 19. b) ( 0 weibl. 49.50 M. 55, 60,50 20. männ!. 55,- M. 60,50 66." " d) 1. Berufsjabre nach b. 20. Lebensj. weiteren 2. Berufsjahre 71,50 " 77, 66, 71,50 " 3. 88, " 4. 99, 5. 110, " 88.-6. 121, 99, " " 7. 8. 132, " 143, 110, 121, " " h) i) k) 1) 77, 82,50 " Das Gehalt in Gruppe II beginnt mit 110 M. für männliche Achtung, VSPD.- Betriebsvertrauensleute und Fraktionsvorstände! Neues Flugblattmaterial fann fofort vom Sefretariat, Lindenstr. 3, in Empfang genommen werden. Die chemische und die Bauindustrie ist besonders dazu eingeladen. Achtung, Metallarbeiter! Obleute, Arbeiter und Betriebsratsvorfihende, die in den Betrieben des Verbandes Berliner Metallindustrieller beschäftigt sind, heute abend 7 Uhr Versammlung.im Verbandshaus der Metallarbeiter, Linienſtr. 83-85. Mitgliedsbuch und Funktionärausweis dient als Legitimation. Die Cohnstreitigkeiten in der Wiener Metallindustrie, die zu wochenlangen Teilstreiks und Aussperrungen geführt hatten, sind im wesentlichen beigelegt. Infolgedeffen wurde am Montag in fajt allen Betrieben die Arbeit wieder aufgenommen. Achtung, Zimmerer! Heute abend finden in allen Bezirken Bezirksver fammlungen- ftatt. Auf der Tagesordnung steht: Stellungnahme aum gefällten Schiedsspruch vom 14. April 1924 vom Schlichter Groß- Berlin. Da eine andere Einladung nicht mehr möglich ist, werden die Funktionäre und Bertrauensleute ersucht, für regste Propaganda au forgen. Erscheinen aller Der Vorstand. Kameraben ist unbedingte Pflicht. Deutscher Holzarbeiterverband. Bergolder aus den Betrieben der Bergolder 8mangsinnung: Heute nachmittag 4½ Uhr im Verwaltungsfaal, Rungestr. 30, Bersammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zur Lohnfrage. Achtung, Streifende vom Stahl- und Walzwerk Sennigsdorf! Donners tag nachmittag 4 Uhr Betriebsversammlung im Lokal von Brose, Bennigs dorf. Tagesordnung: Bericht über den gefällten Schiedsspruch. Deutscher Baugewerksbund. Donnerstag abend 7 Uhr gemeinsame Ber fammlung der Fliesenleger und Helfer, Lange Str. 30. Tagesordnung: Bericht von den Tarifverhandlungen. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerfimaflsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilewski; Lotales und Sonstiges: Friz Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts.Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co.. Berlin GB. 68.. Lindenstraße 8. Hierzu zwei Beilagen und„ Die Wählerin". und 99 m. für weibliche Angestellte bis zum vollendeten 21 Lebens- Sophien- Sale Sophienstraße 18 jahr. Es steigt im weiteren 1. Berufsjahre um 5,50 M. und in Es ist nicht so einfach Säle frei* Nrd. 9296 einen guten Stiefel herzustellen. Für die Fabrikanten die nicht ständige fühlung mit dem Verbraucher haben ist es fast unmöglich. Den Salamander- Fabriken steht die Erfahrung unserer zahlreichen Verkaufshäuser- im täglichen Umgang mit der Kundschaft- zu Gebote. Darum sind alle unsere Jodelle menschlichen Fuß angepasst- und sitzen wie angegossen. genau dem SALAMANDER SCHUHGESELLSCHAFT M- B.H Nr. ist ♦ 4t. Iahrgaug 1. Seilage ües vorwärts Mittwoch, Ib. Bprll 7424 Der Streit um Stadtrat Letz. Die Rechte der Stadtverordnetenversammlung will Fortdauer des Krakeels. X»r in der Berliner Stadtverordnetenversamm- lüng von den Sozialdemokraten unternommen«, von den Kom« munisten und dem Zentrum unterstützte Versuch, den Fall Letz in befriedigender Weis« zu erledigen, hat nicht den Beifall der rechtsstehenden Parteien gefunden. Dem unbefol» deten Stadtrat Letz von der«kommunistischen Partei die Nieder- legung seines Amtes zu ermöglichen, damit die Kommunisten den Posten mit einem Nachfolger besetzen können, erfordert die Gercch- tigkeit, und die sozialdemokratisch« Fraktion ist von Anfang an hier- für eingetreten. So würde auch den Kommunisten«in Anlaß ge- nommen, die ihnen widerfahrene Rechtlosmochung damit zu vergelten, daß sie die Stadtverordnetenversammlung durch O b st r u k- t i o n an der Arbeit hindern. Aber von solchen Erwägungen ließen die Deutsche Volkspartoi und die Deutschnationalen sich nicht leiten, vielmehr hielten sie es für richtig, in provokatorischer Weise zu be- künden, daß ihnen ein« baldige Neubesetzung dieses Magistratsposten, nicht nötig scheint. Unsere Genosien Reimann und Dr. Weyl wiesen darauf hm, daß Letz durch Suspendierung an der Amt«. ousübung gehindert und daß infolg« Verschleppung de, gegen ihn eingeleiteten Disziplinarverfahren» die Entscheidung über die Rück- kehr in sein Amt oder über die Neubesetzung seines Posten» verzögert wird, so daß der den Kommunisten gehörend« Stadtrat-posten nun schon seit Monaten unbesetzt bleiben mußte. Die sozialdemotrati- schen Redner bekämpften das als ein schweres Unrecht, aber die Rechte lehnte es ab. mit dazu beizutragen, daß diese» von ihr verschuldet« Unrecht wieder gutgemacht wird. Leider gab«ine namentlich« Abstimmung über den sozialdemokratischen Antrag ihr Gelegenheit, die Beschlußunfähigkeit der Versammlung berbeizu- fuhren. Die Annahme de» Antrages ist hiermit nur oerzögert, nicht vereitelt worden. « Di« gestrig« außerordentlich« Sitzung führte alsbald, nachdem das Andenken de« im 87. Lebensjahr verstorbenen früheren lang- fahrigen Stadt». K l a a r geehrt worden war. zu eine? sehr leb- haften Auseinandersetzung zwischen den beiden ParteienderRechtenunddenübrigenFrattionen. Dm Anlaß bot da» verlangen, die Verhandlung der Antrage zum Fall Letz an das Ende der Tagesordnung zu stellen. Herr v. Eynern fD. Vp.), der dieses verlangen begründete, bot«in ungewöhnliches Maß von Rabulistik auf, um den Dorsteher, der dem gemeinsamen Antrage der Sozialdemokraten, der Kommunisten, und des Zentrums auf ein- fache Kenntnisnahme, von dem Lusscheiden von Letz au» dem Magistratskollegium ein„vmzugsrechr' eingeräumt habe, ins lln» recht zu setzen. Dies«, Vorzugsrecht sei zudem durch kommunistischen Terror erpreßt, dem sich der Vorsteher gefügt habe, wie er auch sein Recht gegenüber den kommunistischen Störenfrieden aus dem gleichen Grunde nicht bis zu Ende ausgeübt habe. Di« Deutsche Dolkspartei halte jedenfalls die eilig« Entsendung eines Nachfolgers ffa Herrn Letz in den Magistrat nicht für so dringlich. In der Aussprach« fand der neue Verschleppung santrag der Deutschen Dolkspartei nur noch bei den Deuts cknaüonaien Austim. mirng; all« übrigen bürgerlichen Fraktionen lehnten ihn ab. G«a. Reimann stellt» unter dem Lärm und Gelächter der Rechten fest, daß den Ar-mmunisten im Falle Letz nach Auffassung der Sozial- demokraten tatsächlich UnreH geschehen ist. Da, gegen Letz schwebende Disziplinarverfahren werde offensichtlich von einer gewissen Stell« verschleppt. Es könne nicht Aufgab« der Versammlung sein, eine Partei rechtlos zu machen, vi« Ehre und Würde der Sozial- demckratie zu wahren soll« die Deutsche Dolkspartei ruhig den Sozialdemokraten selbst überlassen. Hätte der Vorsteher nach der Ausweisung von 7 Kommunisten auch noch die übrigen 14 hinaus» befördert, so wäre damit die ganze Sitzung draufgegangen und zu «mer fachlichen Verhandlung wäre es auch nicht gekommen. Da- Verfahren de, Vorsteher» könne also nur gebilligt werden. Die Vorwürfe der Rechten gegen die Soziawemokraten be- weisen nur, daß auch ihnen di« Freudeam Skandal über alles gehe. Nacheinander sprachen sich dann di« Wirtsch. Partei, die Demokraten und das Zentrum gegen Herrn v. Eynerns Vorschlag aus, der seinerseits natürlich dabei verblieb, daß die Mehrheit sich dem kommunistischen Terror füge. Gegen Deutschnat. und D Vp. wurde die Verschiebung abgelehnt. Darauf empfahl Gen. Dr. weyl die Annahme des Antrags, zum Ausscheiden von Letz aus dem Magistrot das Einverständnis auszusprechen, indem er nochmals scharf hervorhob, daß die Fraktion von allem Anfang an diesen Standpunkt vertreten, daß sie nicht umgelernt habe: si« mache di« von der anderen Seite beabsichtigte Stabilisierung des Unrechts gegen die Kommunisten nicht mit. Der versuch vörrs. kurzerhand die Debatte zu schließen, da über den Fall Letz schon übergenug g«> sprechen sei, wurde von den Bürgerlichen mit 84 gegen 7S Stimmen vereitelt, so daß die sachliche Beratung, zu der noch Kirchner und Easpari gemeidet waren, ihren Foriqang nahm. Ober- bürgermeifter Löß erklärte, die ihm von Dörr imputierte Rolle de» Sündenbocks nicht übernehmen zu können: die Amtsfusvension sei vom Oberpräsidenten ausgesprochen worden: ein Antrag auf Zurücknahm« würde völlig zwecklos sein. Die Vorlage betreffend das Ausscheiden des Stadtrats Letz sei im Magistrat ohne jede Debatte beschlossen worden: es komme also hier kein« Spur von politischen Gesichtspunkten in Betracht. Nachdem dann Kirchner (Deutschnat.) und Dr. Easpari(D. vp.) in beredtester Ausführlichkeit nochmals ihren Standpunkt dargelegt batten. wonach unter allen Umständen das Disziplinarverfahren erledigt sein müsse, bevor über das Ausscheiden von Letz Beichluß gefaßt werden könne, zoaen die Kommunisten ihren Antrag den Mogistrat zu ersuchen, die Suspen- dierung von Letz durch den Oberbürgermeister zurücknehmen zu lassen, zurück, und es kam nunmehr zur namentlichen Ab- stimmung über den Antrag Heiivann-Dörr-Schmidt. Während der Ermittelung des Resultats ging di« Versammlung zur Fortsetzung der Besprechung der Anfrage der Deutschnat, onalev betr. die»Volksbühne� üb». Der deutschnational« Tischlermeister Simbel, dem der anläßlich seines Feldzuas gegen die Nackttänze erworbene billige Ruhm an» scheinend zu Kopfe gestiegen ist, erging sich in heftigen Au»- fällen gegen di« Leitung der Volksbühne, die sich ohne jedes Recht«in.Zensoramt angemaßt" und die dem Import zweifelhafter französischer dramatischer Literatur tn geradezu würde- loser Weif« das Wort geredet habe. In Beantwortung der Anfrage teilte Oberbürgermeister VSß mit, daß nach der von der»Volks- bühne" gegebenen Auskunft die Anfrage von unrichtigen Auf- s a s s u n g e n ausgebe. Sie habe keinen versuch unternommen, die Absetzung des„Zigeunerbaron" vorn Spielplan des„Großen Schauspielhauses" zu erzwingen, sie Hab« sich lediglich im Inter- esse derjenigen ihrer Mitglieder, die anläßlich der durch den Radetzkymarsch entstandenen Zwischenfälle mißhandelt worden seien, an die Direktion des.Großen Schauspielhauses" ge- wandt, um zu verhüten, daß solche Zwischenfäll« sich wiederholen. Die Leitung des„Großen Schauspielhauses" hat aus eigenem Antriebe erklärt, das Stück in nächster Zeit absetzen zu wollen. Ebenso Liege betreff» der französischen dramatischen Literatur ein Irrtum in der Anfrage vor: in dem.Nachrichtenblatt" der.Volks- bühne" sei nur davon vi« Rede gewesen, die junge französische Dichtung in Morgenfeiern den Mitgliedern zugänglich zu machen. Der Stadt Berlin stehe, so fügte der Oberbürgermeister hinzu, aus ihren Verträgen mit dem Institut(Hypothek 2 Millionen, Bürgschaft 7 Millionen) keinerlei Recht einer Einflußnahme auf den Svielplan und dergleichen, zu. Als Schumacher(Kom.) zur Sache das Wort erhielt, verließen die Deustchn. und auch ein großer Teil der Mitglieder der übriden bürgerlichen Parteien den Saal. Wenn es der Zweck dieses Exodus war, Beschlußunsähigkett herbeizuführen, so bedurfte es dieses Mittels gar nicht erst: an der Abstimmung über den Antrag zum Fall Letz, deren Ergebnis jetzt bekannt gegeben wurde, hatten mir 101 Mitglieder teilgenom- men. Damit war die Versammlung schon beschlußunsähig gewesen. Don den 101 hatten 89 für den Antrag Heimann-Dörr-Schmidt gestimmt, die übrigen 12 sich der Abstimmung enchalten. Um �48 Uhr mußte ouch die gestrige Sitzung, ohnedaßpraktische Arbert geleistet war, für geschlossen erklärt werden. Die Reichsbank baut. In Schmargendorf werden seit Monaten und Monaten neue Häuser gebaut, an vi«? Straßenfronten recken sich die Neu» bauten in die Höhe, und immer noch schleppen schwere Wagen Lau- Materialien in aller Art auf die Felder, auf denen im verflossenen Sommer noch Kartoffeln, Kohl und andere nutzbringende landwirt- schastliche Produkte kultiviert wurden. Während man in den Jahren vor dem Krieg« der Errichtung neuer Häuser kaum besondere Beachtung schenkte, es vielmehr für merkwürdig genug ansah, daß es in der Nähe noch freie und unbebaute Plätze gab, erregt jetzt eine so rührige Bautätigkeit allgemeines Interesse. Man fragte sich, wer der bemittelt« Bauherr sei, der ein großes Mietshaus»ach dem anderen erstehen ließ, aber niemand wußte recht eme befriedigende Antwort auf die Frage zu geben. Seit ein paar Togen ist das Ge» heimnis gelüftet. An dem Baublock von beträchtlicher Ausdehnung steht ein« Tafel mit der Aufschrist: Neubauten der Steichsbonk. Die Reichsbank errichtet hier für ihre Beamten und Angestellte» eine groß« Anzahl von Wohnungen. Die Häuser haben alle den üblen Charakter der Beamten wohn Häuser und das Peinliche der Lasernenneubauten mit der monotonen und ununterbrochenen Front. Indessen, in der heutigen Zeit darf man ja leider auf Schönheit nicht sehen, sondern muß lediglich das Praktische maßgebend sein.(Wöbet man freilich nicht vergessen darf, daß auch früher schon derartige Massenquartter« immer nur noch Kaserne, Dienst und Drill aussahen!) Jedenfalls wird auf diese Weise für eme groß« Anzahl von Familien Wohngelegenheit geschaffen. In der Stadt werden die Wohnungen aller derjenigen Bankangestellten frei, denen die Reichs dank eine Wohnung in Schmargendorf anweist. Damit nun aber auch derjenige, der ein bißchen auf Schönheit der Form und Gefälligkeit der Architektur sieht, auf die Kosten kommh hat man neben und zwischen die Mietskasernen zierliche Häuser im Villen- und Landhausstil gesetzt. Sie sind für Direktoren und andere höhere Beamte der Reichsbank bestimmt, und so ist alle« hübsch in Reth' und Richtigkeit und hat di« Ordnung und goll- gewollte Abhängigkeit, die Preußen stets ausgezeichnet hat. Der ,bestohlene' Eisenbahnfiskus. Ein vernünftiger Areifpruch. _ Di« Kohlenbelieferung für die Betriebsräume der Eisenbahn» station Nowawes war in diesem Winter so knapp, daß die Station?» beamten, unter denen sich zum Teil Leute mit amputierten Gliedern befanden, sehr zu leiden hatten. Als die nassen Elemente m den Stellwerken einzufrieren drohten, griffen die Beamten, wie wir seinerzeit berichteten, zur Selbsthilf« imd flehten die vorübersahren- den Lokomotivführer und Heizer um Kohlen an. Sofort wurde den frierenden Kollegen beigesprungen und beim Passieren von Nowawes warfen die Lokomotivführer Kohlen auf den Bahnsteig, die dann sofort in den Dien st räumen verfeuert wurden. Di« Folge vaoon war«ine Anklage wegen„Diebstahls" bzw.„Unterschlagung". Mehrere alt« Beamte standen schon einmal deswegen vor dem Potsdamer Schöffengericht. Der Termin wurde seinerzeit zwecks Ladung der vorgesetzten Eisenbahubehärde vertagt. Zum neuen Termin hatte der Eisenbahnfiskus einen Der- treter entsandt. Als dieser sich dahin äußerte, daß die Kohlen einer Lokomotive auf keinen Fall für die Betriebsröume oerwandt wer- den dürften und die Bannten ja nur um Kohlen einzukommen brauchten, kam er bei den Angeklagten schön an. Mit lauter Stimme schrie«in bereits über 18 Jahre im Eisenbahndienst stehender Be- amter. der auch angeklagt war:„Wir krauchen nicht zu frieren, Herr Vorsitzender. Die Verwaltung hat Sorge zu tragen, daß ihren Be- amten auf so verantwortungsreichem Posten nicht die Finger ab- stieren. Alle unser« Beschwerden sind abgewiesen worden, Herr Vertreter. Ja, wir waren nah« daran, eines Morgen« bei 18 Grad Kälte die Station Nowawes nicht mehr zu er- öffnen." Der Vertreter der Eisen bahnbe Hörde mußte schließlich zu- geben, daß die Beamten auf ihre Beschwerde hin immer mit da Anrollung von Kohlen vertröstet worden seien. All« Angeklagte» wurden daraufhin auf Staatskosten freigesprochen. (neihtad tnat MaM-Lerla«. Salin.) 78] Der Dürger. von eeouharö Jronf. „Sie Haustür, sie ist nur angelehnt. O, einzutreten, heim- zufinden, zurück zu mir!" Ein Knall riß ihn empor. Zwer Soldaten warfen die Köpfe nach lints und grüßten, Hand an der Mütze, die starr glotzenden Augen herausgedrückt, den Offizier. „Geh mit!" Er ging mit. Folgte dem Offizier in den Stadtpark, wo die Militärkapelle spielte und die geputzte Menschenmenge promenierte in dem sonndurchwirkten Laub- gang alter Väume. Jürgen wurde oft und achtungsvoll gegrüßt und dankte nie. Longe beobachtete er einen Jüngling, der. im Blick noch die große Frage an das Leben die eleganten Kaufleute Studenten. Offiziere und Beamten betrachtete, schüchtern und ganz erfüllt von der Sehnsucht, ebenso elesant. fertig und sicher, Blum- im Knopfloch hier spazieren zu konneu. „Spucken Sie auf dieses Zw*." j0#«« lächelnd und deutete auf die Promeniere�)«»..Vlellelcht werden Sie dann nicht in der Leere ersterben sondern in Oualen leben. Vorbei promenierte eine Gruppe Studenten, welche. Arm- muskeln gespannt. Ellbogen weggestreckt, chre roten Mutzen knapp an der Brust langsam herunter bis zum Knie und eben- so krampfhaft-feierlich wieder kopfwarts führten, wahrend die Gegrüßten dasselbe mit ihren grünen Mutzen taten, die zer- hauenen Biergesichter starr ins Profil zu den Rotmutzen gestellt. „Kampf und Vernichtung dieser Ordming, die solche Söhne hervorbringt! Wehe, sie sind die Sohne ihrer Vater! Wehe, si« werden zu Staatsanwälten und zu Richtern n)«rde». Arem Kopf und Herz sind Kultur und Fortschritt der Mensch- heit anheimgegeben? Nie! Nie! Niemals! Sie alle werden Jürgens werden. Bestenfalls!" Er lachte in Hohn und Ekel vor sich selbst. Da schritten, in dem Tempo von Menschen, die woher kommen und einem Ziele zustreben, Katharina, der Agitator, der Metallarbester mst der verstümmelten Hand und der Holz- arbeit«, defie« verhutzelte. Geficht nicht mehr viel größer war als eine Faust, wie ein Fremdkörper durch di« gespreizt pro- menierende Menge. Ein riesengroßes, famffchwarzes Tuch verhing den ganzen Himmel. Und als es wieder dämmerhell wurde und Laubgang, Blumenrondells, Musikkapelle und Spaziergänger sich drehend ineinander türmten, wußte Jürgen nicht mehr, wen er gesehen hatte. Knapp vor ihm begegneten sich wieder di« Studenten, die erst kurz vorher einander gegrüßt hatten, und führten, da viel» leicht ein iwch nicht gegrüßter Student zu der einen oder der anderen Gruppe gekommen sein konnte, wieder die Mützen hart an der Brust herunter, die Gesichter ins Profil gestellt. Mst einem jähen Satz sprang Jürgen dazwischen, faßte mst großer Handbewegung die ganze Menge zusammen in Eine Person und begann zu brüllen, m maßloser Wut. Erst viel später— er stand schon, ohne zu wissen, wie er dorthin gelangt war. vor der Kirch«, brausende Orgeltöne drückten die Kirchgänger aus dem Portal heraus und um ihn herum— erinnerte er sich der Einzelheiten des Tumultes, den er verursacht hatte durch seine Ansprache. Seine Zähne bleckten in Haß und Abwehr beim Erblicken der Kirchgänger.„Ein- und dasselbe Gesicht, dort wie hier, weltenweit entfernt von dem Bewußtsein, das zum Schwanz verkümmert ist." Die Mitglieder sämtlicher Gesangvereine Europas standen und sangen in seinem Gehirn; die Verwandlung aller Knaben- klassen in geschützdurchdonnerte Jnfanterieregimenter vollzog sich schmerAaft hinter seiner Stirn: Studenten soffen und fochten und zogen die Mußen in seinem Hinterkopf; Millionen Bürger zuckten, begleitet von Militärmusik und Orgelspiel, ab- lehnend die Schultern, breiteten bedauernd die Arme aus, daß Jürgens Schläfen zu platzen drohten. Cr wühlte sich durch die Menge, sprang durch ein Durch« haus und stand, zuckend in allen Nerven, in einer menschen- leeren, immer sonnelosen, vor Feuchtigkeit grünen Gasse. „Nieder!" zischte er, beide Fäuste an die Schläfen gepreßt. „Nieder! Nieder mit dem Ganzen!" In der feuchten Gasse war es still wie in einem Abgrund. „Aber wie? Durch welche Macht? Durch welches Mittel?" Plötzlich glaubte er, starrend auf den Streifen irisierenden Schaumes, der aus der feuchten Mauer quoll, das einzige Mittel werde ihm in der nächsten Sekunde einfallen. Beide Arme ausgebrestet, Hände gegen die Mauer gepreßt, stand er wie ein Gekreuzigter, lauschend und wartend. Der menschen- gefüllte Stadtpark tat sich aus. Sofort war da» ganze Bild wieder mit dem samtschwarzen Tuch verhangen. Erinne- rungsqual oersank in Schwindelgefühl, aus dem, so unentritm- bar wie damals, als er bei der Straßenkreuzung Abschied ge- nommen hatte von Katharina, der Zwang emporwuchs, genau gezähste zehnmal durch die feuchte Gasse zu gehen. Hin, her, hin. „Achtmal." zählte er, blickte hinaus, wo die Sonne schien, ballte die Fäuste, in dem Bemühen, die Gasse vorher ver« lassen zu können. Da riß es ihn herum. Geduckt marschierte er weiter. In der Kellerwohnung schlug ein Mann feine Frau. Wildes Geschrei. Das fahle Gesicht des weinenden Söhnchens erschien am eisenvergitterten Fensterquadrat knapp über dem Pflaster. „Und in zwanzig Jahren schlägt das Söhnchen feine Frau, und deren Söhnchen weint," flüsterte Jürgen und durch- wanderte zum zehntenmal die schimmelgrüne Gasse.„Welche Macht könnte das verhindern?" „Wissen Sie es?... Alles hat seine Ursache. Glauben Sie nicht auch, daß alles seine Ursache hat?" fragte er auf dem sonnigen Kirchplatz einen schnurrbärtigen Rentier, in dessen Mund eine sorgfällig angerauchte, dicke Meerschaumspitze steckte. „Man muh die Ursachen kennen, dann findet man auch das Mittel. Glauben Sie nicht auch? Und als der Rentier den Kopf schüttelte: „Sie sind ein Raucher, nicht wahr? Nichts als«in Raucher! Sie kann man mst der Bezeichnung„Raucher" be- nennen. Sie sind harmlos. Tun niemandem elwus." Der Rentier aing weiter. Ein Dampfwölkchen stieg am- por, zerflatterte. Noch ein Dampfwölkchen stieg empor. „Oder sind er und die Millionen seinesgleichen vielleicht doch Raubtierchen? Selbstgerechte, zufinedene, ihres Raubes sichere Raubtierchen?" Ein uraltes Männchen, das auf dem speckigen Rockauf- schlag am speckigen Bändchen einen Kriegsordcn trug, über- querte trippelnd die Straße. Dos vertrockiete Gebilde machte jedes Schrittchen des Alten mit. „Wie konnten Sie es ertragen, achtzig Jahre nicht eine Sekunde ohne Sie zu sein, nicht einen Atemzug lmig Ahr eigenes Leben zu leben?... Nur in der Kindheit, in der Kindhest! Erinnern Sie sich noch?"... Das Männchen erhob mühsam den schweren Kopf:„Oj, oj, ein schlimmes Leben!" und trippelte weiter. (Fortsetzung folgt.)' j Die Doppelehe eines Heiratsschwindlers. Als er nach Amerifa" fuhr... Einen guten Fang machte die Kriminalpolizei bei einer Ron wolle auf dem Stettiner Bahnhof. Einer Patrouille fiel dort ein Mamm auf, der sich bei seiner Feststellung als ein 32 Jahre alter Lange gesuchter Heiratsschwindler Eugen Schaubeder entpuppie. Seinen letzten großen Streich hatte er einer Witwe in Lichtenberg gespielt, die er im November vorigen Jahres fennengelernt hatte. Im Dezentber verlobte er sich mit ihr und im Januar heiratete er fie, nachdem er ihr vorgespiegelt hatte, daß er Aktio när einer großen Gesellschaft in Amerita" fei. Eines Tages erhielt er einen Brief, der ihn aufforderte, bei der Gesellschaft einen„ Direttorposten" anzutreten. Seine Frau, die nicht wußte, daß ihr Mann selbst der Schreiber des Briefes war, beruhigte sich nach anfänglichem Mißtrauen, als ein zweiter Brief eintraf, in dem der Mitdirektor feinen Besuch in Hamburg an fündigte und ihren Mann bat, sich zur Ausreise fertig zu machen, die an einem bestimmten Tage gemeinsam angetreten werden sollte. Schaubecker möge seinen Haushalt auflösen und alles andere vorbereiten, um die Zeit nicht zu verpassen. Jetzt entschloß sich die Frau mit ihm und ihrer Tochter aus erster Ehe nach Amerika überzusiedeln. Die ganze gute Einrichtung, auch überschüssige Wäsche, auch was man sonst nicht mitnehmen wollte wurde verkauft, zuletzt auch noch die Wohnung. Schaubeder stedte das Geld ein, und man fuhr ab, nachdem die Mitteilung eingegangen war, der Mitdirektor sei in Hamburg eingetroffen und im Hotel Adlon abge. ftiegen. Hier fehrte dann auch die Familie ein. Aber der Mitbirektor war nicht da, sondern, wie Schaubecker seiner Frau erzählte, einstweilen nach Leipzig zur Messe gefahren, um für die Gesellschaft Einfäufe zu besorgen. Dorthin fuhr auch Schaubeder felbst, weil er auf dem Schiffahrtsbureau erfahren haben wollte, daß der in Aussicht genommene Dampfer bereits überfüllt sei, man also bis zur nächsten Ausfahrt warten müsse. Frau Schaubecker und ihre Tochter warteten vergeblich auf die Rückkehr, fuhren endlich, da ihnen der Aufenthalt in Hamburg zu fostspielig wurde, wieder nach Berlin und machten hier eine Bermißtenanzeige, weil sie fürchteten, daß ihrem Manne und Stiefvater ein unglüd" zu gestoßen fei. Die Nachforschungen der Vermißtenzentrale blieben erfolglos. Schaubecker aber brachte das erbeutete Geld durch und Behrte endlich mittelles nach Berlin zurüd. Hier wurde er fest. genommen. Erst jest erfuhr seine Frau, daß er bereits vers heiratet und ein gewerbsmäßiger heiratsich mind. Ler ist. Seine erste Frau unterstützte ihn früher bei seinen Schwin beleien, indem sie fich für seine Schwester ausgab und den Bräuten alles als wahr bestätigte, was er ihnen vorschmindelte. Der„ Vergnügungskommissar". Ein Gewohnheitsbetrüger, der seit Jahren das Vertrauen seiner Mitmenschen in raffiniertester Weise zu mißbrauchen verstanden hat, hatte sich in der Person des Kaufmanns Herrmann Schröbler vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte zu verantworten. Der Angeflagte hat em ziemlich bewegtes romantisches Leben hinter sich. das fich in der Hauptsache in verbrecherischen Bahnen hielt. Nachdem er fich mit geringem Erfolg als Weinreisender und Verfasser von Kriminalnovellen betätigt hatte, versuchte er sich auf Schwindeleien, bei denen er es in der Hauptsache auf Mastenverleihinstitute abge fehen hatte. Bei diesen erschien er als Borfigerber des Bergnüs gungstomitees des Kriegsbeschädigtenbundes", der den Auftrag habe, Borbereitungen für große Vergnügungen und Bälle zur Unter ftügung des Bundes zu treffen. Auf diese Weise verstand er es, die hergabe von zahlreichen Kostümen, femie von Ausstattungsgegen ftänden zu bemitten. Diese Sachen machte er dann sofort zu Geld. Zuletzt war er in Hamburg wegen 11 derartiger Schwindeleien bcstraft worden, die er in Hamburg, Köthen, Bossen und Kottbus verübt hatte. In sehr vielen Fällen war es ihm bisher gelungen, der und vielfach auch überhaupt einer Un " Heimfuchten. Sie erbeuteten eine große Menge selbene und funft| feidene Damenstrümpfe. Der Wert der Beute fonnte noch nicht genau festgestellt werden. Auf die Wiederbeschaffung ist eine bohe elohnung ausgefeßt Mitteilungen, die vertraulic behandelt werden, an Kriminaltommissar Dr. Roch im Simmer 78 des Polizeipräsidiums. Auch ein Kriegserbe. Hochbetrieb auf der Potsdamer Scheidungsfammer. Der Terminzettel der Potsdamer Ehescheidungstammer, der an der Tür zum großen Straffammersaal hängt, in dem sich das Ringen um die Freiheit" abspielt, hat einen Umfang wie nie zuvor ange. nommen. 65 bis 87 Parteien an einem Lage weist er auf. Die Anwälte haften und jagen herum, haben oft 7 bis 8 Barteien zu vertreten und in den Korridoren macht sich ein Gemisch aus allen Klassen breit. Der Anlaß zu diesem Scheidungsfieber ist BotsDeffentliche Wählerversammlungen heute, Mittwoch, den 16. April, abends 7% Uhr: Kreuzberg( 42. Abt.): Schulanla Bergmannstr. 66. Referent: Ernst Nietisch. Lichterfelde: Aula Oberrealschule, Ringstr. 2/3. Referent: Landtagsabgeordneter Hermann Lüdemann. Baumschulenweg: Im Kino, Baumschulenstraße. Franz Künstler. Referent: Kreuzberg( 47. Abt.): Deffentliche Beamtenversammlung, Lokal Behrendt, Manteuffelstr. 95. Legationsrat Dr. Walter Bechlin spricht über:" Beamte, Republik und Reichstagswahl." Donnerstag, den 17. April, abends 7% Uhr: Zehlendorf: Lokal Geride( Gesellschaftshaus), Karlstraße. Referent: Redakteur Ernst Reuter. fegten Gebiet( ungefähr), Ort der Ein- und Ausreise sowie die vorgesehe Strecke, Name und Adresse der Personen, bei denen der Antragsteller zu wohnen beabsichtigt oder die über ihn Auskunft erteilen können. Beizufügen find ein polizeilicher Personalausweis, zwei Lichtbilder und Briefmarken für das Antwortschreiben, bei den französisch und belgischen Dienststellen eine Gebühr von 5 Goldmart( zahlbar in Devisen), beim städtischen Verkehrsamt in Köln eine Gebühr von 3 M. Die Erledigung der Gesuche dauert zwei bis vier Lage.. Wer durch das besetzte Gebiet nach dem Auslande weiterreifen will, braucht nur beim Eintritt in das besetzte einen 24 Stunden geltenden Datumstempel geben zu laffen. Gebiet feinen Baß dem Kontrollposten vorzuzeigen und fich dort Landaufenthalt für Jugendliche. tiche, aber nicht trante oder gebrechliche schulDas Jugendamt der Stadt Berlin ist in der Lage, ich wäch entlaffene Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren, die für die Ergreifung eines Berufes zu schwach find, drei bis sechs Monate und länger in guten Pflegestellen auf dem Lande unterzubringen. Die Jugendlichen sollen sich dort fräftigen und dann erst mit leistungsfähigem Körper in ihren eigentlichen Beruf eintreten. Die Unterbringung auf dem Lande erfolgt Körperzustande und können entsprechende Vrbeiten nüßlich machen. unentgeltlich; die Kinder müssen sich dafür durch leichte, ihrem ausgenugt oder als Dienstpersonal angesehen und beschäftigt Bom Jugendamt wird darüber gewacht, daß die Jugendlichen nicht werden. Zu diesem Zwecke sind in den Orten, in denen Jugendliche untergebracht werden, Bertrauensi eu te bestellt, die den Rindern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Außerdem werden die Pflegestellen durch das Jugendamt der Stadt Berlin auf lichen geprüft. Für die zu leistenden Arbeiten erhalten die Jugend ihre Eignung zur Unterbringung von erbríungsbedürftigen Jugendlichen außer freier Unterkunft und Verpflegung eine angemessene Entschädigung, deren Höhe der freien Vereinbarung zwischen den Eltern der Kinder und den Pflegevon dem Angebote des Jugendamtes ausgiebigen Gebrauch zu eltern überlassen bleibt. Es kann nur warm empfohlen werden, machen, da sich die Einrichtung bisher sehr gut bewährt hat. Eltern ton schwächlichen, schulentlassenen Jugendlichen, die ihre Kinder verDer Bezirke, in denen die Eltern oder gefeßlichen Vertreter der Meldungen find einzureichen bei den Jugendämtern Kinder wohnen. Lichtenrade: Gasthof Stieler, am Dorfteich. Referent: Bürger- chiden wollen, werden gebeten, fich umgehend zu melden. Die meister Paul Mieliz. Karlshorst: Fürstenhaus, Treskow- Allee 93( Rennbahn). Referent: Redakteur Bittor Schiff. Tagesordnung in allen Versammlungen: Die Bedeutung der Reichstagswahlen für die deutsche Arbeiterschaft"... Sozialdemokratifah oder välfiji?" dam. Potsdam, die Militärstadt mit ihren vielen Kriegstrauungen. ,, Raum ist in der kleinsten Hütte", dachten damals die jungen Kriegsgetrauten und nahmen mit einer Stube vorlieb. Und aus diesen Stuben, die eng, muffig und nach Windeln riechen, wollen sie alle wieder hinaus. Die Anwälte bitten um Beschleunigung der Beweistermine, denn die Parteien mißhandeln sich gegenseitig in den engen Wohnungen. Der Richter verspricht schnellste Erledigung, damit dann der Wohnungsausschuß nach der Scheidung schnell eingreifen tann. Ein junger Chemann, auch friegsgetraut, droht mit Selbstmord vor Gericht, als er hört, daß die Gründe zu einer Scheidung mord vor Gericht, als er hört, daß die Gründe zu einer Scheidung nicht ausreichen. Er, Frau und Kind leiden an einer gräßlichen Krankheit, einer schiebt es auf den anderen. Neuer Beweistermin. Krankheit, einer schiebt es auf den anderen. Neuer Beweistermin. Cine Defterreicherin wurde friegsgetraut mit einem jungen Künstler und sie zogen auch in die enge Illusionshütte. Jetzt ist er auf und davon, fie fist mit einem Haufen Kinder bettelarm in Potsdam. Und immer wieder neuer Beweistermin und immer wieder Kriegs Hütte verloren. Nächste Sigung in adht Tagen. 73 Parteien, darunter allerdings einige Berfündungstermine. Berbüßung der Haftstzege zu gehen, daß er den Geiftestranten getraute. Die alle haben gründlich die Illusion von der kleinsten tloge dadurch aus dem fpielte und vorgab, im Opiumrausch gehandelt zu haben. Bon dieser Lottit wich er diesmal ab. Er schien darin ein haar gefunden au haben, denn es drohte ihm die dauernde Internierung als gemeingefährlicher Geiftestranter. Daher wollte er vor dem Berliner Straf richter nichts mehr davon wiffen, daß er im Banne des Opiums" geftanden habe. Er hatte aber auf andere Weise Glüd. Sein Ber teidiger wies nämlich nach, daß von den 11 Fällen, die ihm jezt erneut zur Last gelegt wurden, 10 in die Zeit fielen, in der die in Hamburg abgeurteilten Straftaten verübt worden waren. Der Berteidiger verirat den Standpunkt, daß die immer gleichbleibende Ausführung der Schwindeleien dafür spreche, daß der Angeklagte von einem emheitlichen Entschluß, fich durch berartige Betrügereien Geld zu verschaffen, ausgegangen fei, und daß er deshalb für diese Taten nicht mehr von neuem bestraft werden könne, auch wenn es sich dabei um neue Fälle hartele. Die Staatsanwaltschaft und das Gericht fchloffen sich dieser Ansicht an und stellten in 10 Fällen das Berfahren ein. Der Angeklagte wurde daher nur wegen eines Falles Der Unterschlagung zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt, eine Strafe, die in Carobier sichtliche Befriedigung auslöfte und ihn auf die Einlegung von Berufung verzichten ließ.. Die teuren Aerzterechnungen. Krankheit und Not in der Familie führte der Steuerfekretär E. zur Rechtfertigung für die von ihm begangenen fortgesezten Unterschlagungen im Amt und Urkundenfälschungen an, die ihn vor das Schöffengericht mitte führten. Er hatte im Jahre 1919 als Sicherheit für das Reichsnotopfer von verschiedenen Steuerpflichtigen Kriegsanleiheftücke im Gesamtwert von 50 000 m. übergeben er. halten. Anstatt diese nun in Bermahrung zu nehmen, hat er fie allmählich verkauft und den Erlös für sich verwendet. Die Zinsen hat er an den Fälligkeitsterminen, um die Unterschlagungen au ver deden, mit Bostanweisung an die Hinterleger eingeschickt. Als Abfender gab er das Finanzamt an. Darin wurde die Urkunden fälschung, in dem anderen Falle die fortgesetzte Unterschlagung im Umte gefunden. Als Entschuldigung führte der Angeflagte an, daß er durch andauernde Krankheiten in seiner Familie in große Not geraten fei. Die Aerzte und Arzneirechnungen feien größer gemefen, als fein ganzes Monatsgehalt. Er habe sich mit der Abficht getragen, die Anleiheftüde wieder zu beschaffen, dieses Borhaben habe er aber deshalb nicht ausführen tönnen, weil er die betreffenden Nummern nicht bekommen fonnte. Nach der Aufdeckung seiner Unterschlagung ist der Angeflagte freiwillig aus dem Reichsdienst unter Verzicht auf alle Pensions ansprüche ausgeschieden. Das Urteil lautete auf die Minde ft ftrafe von 3 Monaten Gefängnis. Auf Antrag von Rechtsanwalt Dr. Welt wurde dem Angeklagten aber eine Bewährungsfrist gegen Zahlung einer Buße von 30 Goldmart bewilligt. Durdy die Bodendece gingen Einbrecher, die nächtlicherweile ein Geschäft im vierten Stod eines Haufes in der Taubenstraße Die Einreife in das besetzte Gebiet. Der Minifter für Boltswohlfahrt gibt einen Bermert über die Einreise in das besetzte Gebiet heraus, dem folgendes entnommen ist: Berfonen über 16 Jahre, die im unbesetzten Gebiet ihren Wohnfig haben, fönnen nur dann in das befeßte Gebiet einreifen, wenn fie im Besitz eines von der deutschen Polizei ausgestellten der deutschen Polizei ausgestellten Berfonalausweises sind und von den Besatzungsbehörden einen besonderen Einreiseschein erhalten haben. Die Einreisegesuche find zu richten: für das Ruhrgebiet an den französischen den belgischen Divisionsfommandeur in Duisburg( die dortigen Divisionsfommandeur in Essen, Dortmund oder Düsseldorf oder an Handelskammern geben ihnen überreichte Gesuche weiter); für die belgische Zone des altbesetzten Gebietes an den belgischen Be zirksdelegierten in Aachen( für den Regierungsbezir! Aachen) oder in Krefeld( für den linksrheinischen Teil des Regierungsbezirks Düsseldorf); für die britische Zone an das städtische Berkehrsamt in Köln, Domhof 28, und für die französische Zone an die französischen Bezirksdelegierten in Bonn, Koblenz, Trier, Wiesbaden, Mainz oder Speyer. Es empfiehlt sich, die Anträge durch baden, Mainz oder Speyer. Es empfiehlt sich, die Anträge durch Geschäftsfreund) erledigen zu lassen. eine im besetzten Gebiet wohnende Mittelsperson( Berwandten oder Der Antrag muß enthalten: Reisezwed, Anfangs- und Enddatum des Aufenthalts im beDas Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 16. April. Tageseinteilung Vormittags 10 Uhr: Nachrichten dienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichten dienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 4 Ubr: Vortrag des Herrn Egon Jacobsohn: Wie entsteht eure Zeitung?"( Jugendvortrag). 4.30-6 Uhr: Berliner Funk- Kapelle ( Unterhaltungsmusik). 7.30 Uhr: Vortrag des Preuß. Finanzministers Herrn Dr. v. Richter. 8.30 Uhr: 1. Sonate für Violine und Klavier, von W. A. Mozart( Rudolf Deman. Konzertmeister an der Staatsoper, Berlin, und Dr. Felix Günther). 2. Arie aus Die Schöpfung, von Haydn( Josl von Jena). 3. a) Sonntags am Rhein, ( Leopold Lehmann). 4. Parla- Walzer, von Arditi( Josl von Jena) von Schumann; b) Wohlauf noch getrunken, von Schumann 5. a) Bonn, von Bungert; b) Heimliche Aufforderung. von Strauß ( Leopold Lehmann). 6. Satz aus dem E- moll- Konzert, von Mendelsohn- Bartholdy( Rudolf Deman, Konzertmeister an der Staatsoper, Berlin). Am Flügel: Dr. Felix Günther. Der Botanische Garten in Dablem bleibt am Karfreitag und am ersten bis 7 Uhr, die Gewächshäuser von 2 bis 6 Uhr dem allgemeinen Besuch Ofterfeiertag geschlossen. Am zweiten Osterfeiertag ist der Garten von 10 geöffnet. Vorstandsfihung des Deutschen Städtetages. Es In Berlin fand eine Borstandssigung des Deutschen Städtetages statt. Es wurde in Aussicht genommen, im Herbst d. I. eine Mitgliederversammlung in Hannover abzuhalten. follen auf der Tagesordnung behandelt werden: die Lage der und die Geld und Kreditverhältnisse der Städte. Selbstverwaltung im Reiche und in den Ländern Der Bericht des auf der letzten Haupttagung eingesetzten Ausschusses über die Vereinheitlichung des Deutschen Städteeines einheitlichen Städterechts sollen fortgesetzt werden. Die Bes rechts wurde entgegengenommen. Die Arbeiten zur Herbeiführung vertagt. Ueber die Handhabung des Besoldungs- Sperr schlußfaffung zu den einzelnen Vorschlägen des Entwurfs wurde gefehes sowohl durch die Landesregierungen als auch vor allem Durch die Reichsregierung wurden lebhafte Klagen vorgebracht. Der Borstand hält es für unerläßlich, daß, folange das Sperrgesetz be steht, wenigstens die Handhabung so vor sich geht, daß der feßige unfruchtbare Zeit- und Schreibaufwand für jede Kleinigkeit beseitigt wird. Im Anschluß an die Sigung fand eine Besichtigung der neuen Sportplaganlagen der Stadt Berlin am Faulen See bei Weißensee und des Städtischen Säuglings. Krantenhauses in Weißenfee statt, wobei der Beiter der Anstalt, Prof. Dr. Henher, einen interessanten Bortrag über die Anwendung der Bitamine hielt. Ein schweres Unglüd ereignete sich gestern abend im Sirkus Zarafelli am Hermannplay, Neukölln. Bei den Vorführungen von Reiterfunftstücken stürzten ein Herr und eine Dame so schwer, daß sie bewußtlos in der Manege liegen blieben. Ein zufällig anwesender Arzt bemühte sich um sie und sorgte für ihre Ueberführung in ein Krantenhaus. Flugzeugunfall in Rudow. Gestern nachmittag gegen 1% Uhr mußte das Flugzeug Leipzig D. 149 ber Deutschen Flugzeugwerfe in Staafen in der Nähe Bernd- Keller- Brüde in Rudom wegen eines Motorbebefettes notlanden. Beim Aufsehen der Räder auf den Boden bohrten sich diese in das lodere Erdreich hinein, so daß sich das Flugzeug überschlug und die beiden Insassen, den Führer Günther Schuster und seinen Begleiter, den Photographen Wilhelm Storch, unter sich begrub. Wie durch ein Bunder find beide underlegt geblieben. Doch mußte das Flugzeug auf einem Lofttraftwagen abtransportiert werden. Wegen eines Großfeuers wurde die Berliner Feuerwehr am Dienstag in der 7. Abendstunde nach den Dürkoppwerten in Reinickendorf- Ost in der verlängerten Rolonieftraße gerufen. Die Lackiererei der Karosseriefabrif ausfam. An Delen, Lacken Arbeiter hatten die Fabrik bereits verlassen, als das Feuer in der und Spiritus fanden die Flammen reiche Nahrung und breiteten fich derartig schnell aus, daß die Reinickendorfer Wehr, die zunächst abermiert war, sofort unter der Meldung Mittelfeuer" die Ber liner Wehr um Hilfe ersuchte, die sofort 3 Löschzüge zur Brandſtelle entfandte. Da das Gebäude freistand, fonnte man von allen Seiten dem Brandherd energisch zu Leibe rüden. Dachkonstruktion und Nebenräume der Ladiererei, auch einige Wertstätten haben stark gelitten; die Lackiererei ist vollständig ausgebrannt. Die Entstehungsursache war nicht zu ermitteln. Gegen 11 Uhr tonnte ein Teil der Wehren wieder abrücken. Die neue Strede der Nord- Südbahn Hallesches TorGneisenaustraße wird, wie die Direktion der Hochbahngeiellfchaft mitteilt, am Sonnabend, den 19. April, mit Be triebsbeg nn dem Berkehr übergeben werden. Für den Zoologijchen Garten in Berlin hat Carl Hagenbed, Stellingen, einen größeren Transport Tiere aus Nordrhodesien, die Der Großtierfänger Schulz für die Firma gefangen hat, nach Hamdenen Carl Mampe einen dem Berliner Zoologischen Garten als burg gebracht Dabei befanden sich drei afrikanische Elefanten, von Gefchent überwies. Außerdem kommen nach Berlin ein paar Ihr Mund wird entstellt durch häßlich verfärbte Zähne. übler Mundgeruch wirkt abfiozend. Beide übel werden sofort in vollkommen unfchädlicher Weise beseitigt durch die bewährie Zahnpaste Chlorodont, wirtjam unterstügt d.Chlorodont- Mundwasser. Überall zu haben. Nur 4 Pfennig kostet MAGGI Fleischbrüh-Würfel Achtung auf den Namen MAGGI und die rotgelbe Packung. Einfach mit kochendem Wasser übergossen, erhält man kräftige Fleischbrühe zum Trinken und Kochen, zum Verbessern oder Verlängern von Suppen und Soßen aller Art. MAGGI Pleischbru Wurfel Rappenantilopen, ein paar Elenantilopen, ein Barzenfchwein, ichwarze Panther, Affen und feltenes Federwild. Sämtliche Tiere treffen in Berlin noch vor Ostern ein. Die Schulzahnklinit des Verwaltungsbezirtes Wedding, Hochfiraße 46, ist, wie in allen Ferien, auch in den kommenden Diter ferien an jedem Wochentage geöffnet.( Sprechstunde 12-2 Uhr.) Damit der Unterricht während der Schulzeit nicht beriäumt zu werden braucht, empfiehlt es sich, zahntrante Schulkinder des Be. airfs auch während der Ferien in die Schulzabntlinit zu fchiden. Die Bebandlung erfolgt unentgeltlich. Bom Urbeiter- Radioklub. Die erfte Mitgliederversammlung flimmie ben von der Vorbereitungskommission ausae arbeiteten Statuten im Brinzip zu und wählte die bisherige Vorbereitungsfommission als Vorstand. An fchriften sind zu richten an Raffierer Wilhelm Ganzert, Reutölln, Thüringer Str. 29, ober an Erich einte, Echöneberg. Feuria. frape 37. Am Donnerstag, den 17. Abril, abends 7 Uhr, im Gewerk schaftshaus, Engeluter, die nächste Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bericht über die ersten Verbandlungen mit der Telegraphenverwaltung. Der billigste Detektorapparat( mit Diskussion). Erdbeben in der Schweiz. In einigen Teilen der Schweiz besonders in der Westschweiz, im Kanton Wallis, wurde gestern mittag ein startes Erdbeben verspürt. Besonders start wahr nehmbar mar das Beben in Zermatt und in dem Ori Bisp, der schon verschiedentlich von Erdbeben heimgesucht worden ist. Der an gerichtete Schaden ist bedeutend. Wolfsnefahr in Rukland. In einem einzigen Gouvernement und zwar in jatta, in Nordostrußland, find, dem Oftexpreß zufolge, im Jahre 1923 von Wölfen zerrissen worden: 222 Pferde, 372 Füllen, 299 Rühe, 818 Rälber, 193 Schafe, 183 Schweine, 7511 Stüd Hausaeflügel. Die Wö'fe und andere Raubtiere haben in Rußland seit dem Weltkriege in einem folchen Grade zugenommen, daß besorgte Kagen besonders der bäuerlichen Bevölkerung laut werden, was in der Bresse oft besprochen wird. Sogar Soldaten. patrouillen sind beim Schneeschuhlauf von Wölfen verfolgt worden. Groß- Berliner Parteinachrichten. 4. Kreis Bernzlauer Berg. Donnerstag, ben 17. April, abends 8 Uhr, Gizung des erweiterten Rreisvorstandes bei Rlug, Danziger Str. 71. 6. Rreis Kreuzberg. Bildungsausschuß: Donnerstag, den 17. April, 8 Uhr, Sigung bei Reim, Urbanftraße. 9. Kreis Wilmersdorf. Donnerstag, ben 17. April, 7 Uhr, Kreismitglieber verfammlung in der Bittoria- Luife- Schule, Uhlandstr. 91. Besprechung ber Bahlagitation und Wahlangelegenheiten. 19. Kreis Bankow. Die gefteen fertümlich für Mittwoch angefagte Berfamm lung der Beamtenarbeitsgemeinschaft findet erst Donnerstag, den 17. April, 8 Uhr, im Restaurant Bater, Mühlenstraße, statt. Referent Regierungs. oberinspektor Biermann: ,, Beamtenfragen". Eingeführte Gäste mill. Lommen. Erscheinen aller organisierten Beamten und Behördenangestellten Bflicht. Heute, Mittwoch, den 16. April: 78. Abt. Schöneberg. Alle Funktionäre und Wahrhelfer erscheinen heute, Mittwoch, 7 Uhr, zu einer kurzen Besprechung beim Genossen Rönig, Prinz Georg- Straße. 102. Abt. Baumschulenweg. Die Bezirksführer Taben zu Mittwoch zur Bffent. Lichen Bersammlung im Rino Baumschulenstraße fämtliche Mitglieder ein. Der Gaalschus trifft fich in der Spedition pünktlich 6½ Uhr. 116. Abt. Lichtenberg. 7 Uhr Funktionärtonferens bei Schulze, Gimploufte. 6. Morgen, Donnerstag, den 17. April: 22. 26t. 72 Uhr kurze wichtige Besprechung mit den Bezirksführern bei Hönisch. Utrechter Straße. 25. Abt. 7 Uhr bei Cramer, Cotheniusstr. 3, Sigung aller VSPD.- Laubenfolonisten mit Gästen. 38. Abt. Pünktlich 8 Uhr bei Bartusch, Friedenftr. 88, wichtige Zusammenfunft des Abteilungsvorstandes und der Bezirksführer. Ausgabe von Wahlmaterial. 121. Abt. Karlshorst. Rur Bffentlichen Versammlung am Donnerstag trifft sich ber Saalschutz bereits um 6% Uhr im Lokal. 128. bis 130. Abt. Pantow. T½ Uhr Gigung der Agitationstommiffion bei Bater, Mühlenstraße. Die Namen der Wahlhelfer( jede Gruppe 20 Mann) find bestimmt mitzubringen. 136. Abt. Reinickendorf- Dit. 5. und 6. Bezirk: 7% Uhr bei Runze, See-, Ede Aegirstraße, Bezirksabend. Die Genoffinnen und Genoffen beider Be. sirle müffen anwesend fein. 40. Ast.( Boranzeige, nur für Frauen.) Dienstag, ben 22. April. 7½ Uhr, im großen Gigungsfaal des Bezirksamtes, Dordstr. 11, Lichtbildervortrag über, Die Bedeutung der Geschlechtsleiden und-krankheiten für die Frau". Referent Genoffe Dr. Löwenstein. Alle Genoffinnen der Nachbarabteilungen find hierzu eingeladen. Gäste willkommen. Jugendveranstaltungen. Achtung, Jugendgenoffen und-genoffinnen! Unser ,, Warenvertrieb ist am Gründonnerstag bis abends 7 Uhr geöffnet und bleibt am Ostersonnabend gefchloffen. Achtung, Abteilungskaffierer! Die Beitragsmarken müssen heute von allen Abteilungen restlos abgerechnet und die Marken für April abgeholt werden. Ferner find Jugend voran", Jnternationale" und Arbeiter- Jugend" abzuholen. Heute, Mittwoch, den 16. April, abends 71 Uhr: Raulsbort: Schule Abolfftt. 25, Vortrag: Gemeinschaftserziehung". Mber Bandern". Lichtenberg- Mitte: Jugendheim Doffeftr. 22, Bortrag: ,, Wir und unsere Gegner". Reu- Lichtenberg: Schule Marktstr. 12, Einführungsabend für Schulentlassene. Luisenstadt: Schule Stallschreiber. ftraße 54, Vortrag: ,, Gemeinschaftserziehung". Mahlsdorf: Schule WalderseeStraße, Vortrag: Kommunismus Gozialismus". Neukölln: Arbeits. gemeinschaft. Fortsegung der Diskussion National international" im Seim Canner Straße. Often( Petersburger Biertel): Schule Tilsiter Str. 4, Bortrag: 8wed rnb 8iele". Reinickendorf- West: Kinderhort AugufteVittoria- Allee, Diskussion über Die Reichstagswahl". Südoft( Reichenberger Biert 1): Schule Glogauer Str. 15, Einführungsabend für Schulentlassene. Wedding: Katholische Schule, Ruheplag, Ede Antonftraße, Vortrag: Artbeiterdichtung, * Werbebezirk Teltowlanal: Die Teilnehmer am Jugendtag in Granfee treffen fich am Donnerstag um 5% Uhr, am Freitag um 2 Uhr, am Sonnabend um Uhr und am Sonntag um 54 Uhr am Saupteingang des Stettiner Bahnhofs. Wir bitten pünktlich zu erscheinen. Arbeitersport. Turn- und Sportverein Fichte". Freitag, ben 18. April, vormittags 9 Uhr, sendet fede Abteilung zum Arbeitsdienst 3 Genossen nach dem Turn play in Treptow. Mittwoch, den 16. April abends 7 Uhr, Sigung der Verwaltungskommission in der Geschäftsstelle Fichte. Freie Schwimmer Charlottenburg 04, E. 2. Mittwoch, ben 16. April, abends 7% Uhr, bei Bohne. Schloßitr. 45, Vortrag über ,, Rettung Ertrinkender". Aufstellung der Rettungsmannschaften für den Sommer 1924. Da die Schule wegen der Ferien geschloffen ist, findet diese Sigung im Vereinslokal statt. Geschäftliche Mitteilungen. 8um Ofterfeste bringt die Firma Raufhaus Gebr. Preuß, Benffel., Ede Suttenstraße, verl. Turmstraße, außergewöhnlich billige Angebote in allen Abteilungen. Creme Rajana Dic Creme dcr vornehmen Well! Zu haben in allen einschlägigen Geschäften Karow: Reſtaurant Rum Bankgrafen“, Bantgrafenstraße, Bortrag: Ent RAJANOL G. m. b. H., Berlin- Oberschönewelde ftehung des religiösen Gedankens". Lantwig: Schule Schulstraße, Diskussion Fernsprecher: Oberschöne weide 555 u 744 MITTWOCH- DONNERSTAG- SONNABEND AUSSERGEWÖHNLICH Verkauf soweit Vorrat Schwarze billige Schuhwaren Schwarze Braune Mengenabgabe vorbehalten Damen- Halbschuhe 975 Damen- Schnürstiefel 1050 Damen- Halbschuhe Boxcalf, moderne Form, Goodyear- WeltAusführung R.- Chevreau..... alle Grössen Herrenstiefel 1225 grau Stoffeinsatz, moderne Formen, Goodyear- Welt.. Schwarze Kinder- Stiefel vorzügl. Strapazier stiefel, Grösse 36-39 90 0-35 31-35 Rindbox, 90 Gr. 27-30 590 Fabrikat. 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Die Einnahmen bezifferten sich auf 134,1, die Auszahlungen auf 150,7 Millionen Goldmart. Die Einnahmen enthalten die am 4. Apri: fällig gewordenen Steuern noch nicht. Unter den Ausgaben befindet sich wieder ein Boften von. 27,6 Millionen Goldmart, der zum Rüdtauf von Goldschak. anweisungen in der Absicht der Kursstürzung ausgegeben worden ift. Dagegen gelang es dem Reiche seit Monaten zum ersten Male wieder, Rentenmartschazwechsel am freien Markt unterzubringen. Aus diesen Wechseln flossen in der ersten Aprildekade 17,66 Millionen Goldmark zu. Der Reichsetat war also nur mit etwa 10 Millionen Goldmark für die Tilgung von schweben den Schulden belaftet. Dagegen mußten 17,8 Millionen Goldmarf zur Berzinsung der Reichstrebite bei der Rentenbant ausgeworfen werden. Die verhältnismäßig geringe Höhe der Ausgaben, die gegen die letzte Dekade um 38.6 Millionen Goldmart zurückgegangen sind, erklärt sich daraus, daß Besoldungszahlungen für die Beamten in dieser Defade nicht erfolgten. Keine Stillegung staatlicher Kaliwerke. = Mittwoch, 16. April 1924 und Der Geschäftsgang im im Spinnstoffgewerbe Legtilindustrie war immer noch sehr günstig. Es fehlt an Webern und Weberinnen. Das Bekleidungsgewerbe ist auch in der Berichtswoche gut beschäftigt. Jm Vervielfältigungsgewerbe herrscht ein sehr guter Geschäftsgang. Die Binnenschiffahrt ist in vollem Umfange aufgenommen worden. Für kaufmännische Bureauangestellte aller Art boten fich nur geringe Beschäftigungsmöglichkeiten Eine größere Anzahl von ungelernten Arbeitern wurden bei Meliorationsarbeiten, die mit Mitteln der produktiven Erwerbslosenfürforge gefördert werden, beschäftigt. Die Hugo Grinnes G. m. b. 5. bildet das Sammelbeden Unterbringungsmöglichkeiten sehr gering. Die Vermittlungstätigkeit für eine große Anzahl industrieller, Handels, Verkehrs- und Bant. im Gastwirtschafts- und Musitgewerbe beschränkte sich unternehmungen, die eigentlich betriebstechnisch wenig mitein in der Hauptfache nur auf Aushilfsstellen. ander zu tun haben. Dieser Besiz ist nicht immer nach wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten, sondern mehr zufällig aneinander gereiht worden. Gerade dieser eigentliche Stinnes- Konzern wird wie alle ähnlichen Gebilde in absehbarer Zeit enger zufammen geschweißt und von denjenigen Anhängseln befreit werden müssen, die für ihn unnüßer Ballast find. Hierbei ist in erster Linie zu denken an die Hotels, Zeitungsbetriebe, manche Reedereien und viel leicht auch Bankbeteiligungen, deren Leitung von einer Zentrale aus auf die Dauer wohl schwerlich durchzuführen sein wird. Auf diesem Gebiete wird sicher eine Konsolidierung schon deshalb not wendig werden, weil gerade in der jetzigen Zeit die Beschaffung von Betriebskapitalien für einen derartigen Mammutkonzern viel schwieriger ist, als für ein Gebilde, bas eine produktionstechnische Einheit darstellt. Die Umgestaltung wird natürlich kaum von heute auf morgen erfolgen, denn das würde nur mit Verlusten verbunden sein. Man kann sich aber fehr wohl vorstellen, daß die Männer, diejetzt die Verantwortung für Stinnes' Erbe tragen, gelegentlich das Bedürfnis empfinden, solche Werte zu realisieren, die dem Kern der Unternehmungen ferner stehen und deren Erlös für eigentlich produktive Werke ein wertvolles Betriebskapita bilden fönnte. So wird vermutlich das hinscheiden von Hugo Stinnes den ersten An stoß zur Einleituna einer neuen Entwicklungsphase, nämlich der Periode der Konsolidierung, bei den großen Konzernen werden. Dom Arbeitsmarkt. Brandenburgisches Landesarbeitsamt. Für weibliches Personal fann in der Berichtswoche ebenfalls von einer Besserung des Arbeitsmarktes gesprochen werden. Wo spart der Genossenschafter? Ronfumgenossenschaftl. Rorrespondenz" schreibt: Die Die öffentlichen Sparkassen berichten wieder über zunehmende Spartätigkeit. Es liegt im Wesen der Konsumgenossen fchaften, wirtschaftliche Selbsthilfe zu ermöglichen. So ergab es sich, daß die Konfumvereine neben ihren ursprünglichen Aufgaben noch und nach auch ihren Mitgliedrn Sparta fien einrichteten und damit den genossenschaftlichen Zusammenhalt um ein weiteres förderten. Die Bezeichnung vieler Genossenschaften als Konsum und Sparverein besagt das schon. Der viel gerühmte Sparsinn des deutschen Volkes erlitt zur Zeit der furchtbaren Geldentwertung einen gewaltigen Stoß Rettung aus der Flut des Mißtrauens Die günstige Entwidlung des Arbeitsmarktes hat auch in der Eine bürgerliche Rorrespondenz verbreitet die Nachricht, daß Berichtswoche angehalten. In der Landwirtschaft ist sehr fonnte nur die Beständigkeit neuen deutschen Geldes bringen. Die Rentenmar? brachte neue Sicherheiten in. oie unglückliche, zereine Anzahl von Raliwerten den Betrieb stillgelegt haben, und reger Bedarf an jüngeren männlichen und weiblichen Arbeitskräften, wühlte deutsche Wirtschaft und Beruhiguna für das bis dahin mie zwar infolge der zu hohen Braunkohlenpreise. Zu diesen Werten sowie an Schnittern und Schnitterinnen, die auch mit Hilfe des mit Peitschen getriebene deutsche Bolt. Daß eine bestimmte Sicher soll, wie die Korrespondenz weiter mitteilt, auch die staatliche zwischenörtlichen Ausgleichs nicht immer gebedt werden konnten heit, ein neues Vertrauen bereits wieder Einkehr gehalten hat, be= Bergwerksinspektion Binnenburg gehören, befanntlich eins der Im Niederlaufiger Bergbau zeigt sich eine günstige weisen die Feststellungen über zunehmende Spartätigkeit. Für den besten und rentabelsten Bergwerke des preußischen Staates. Wie Entwicklung. Bom Bezirk Sorau wird gemeldet, daß in der Glasfonfumgenossenschaftlichen Sparer heißt es auf die Frage: Wohin uns von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, hat die Bergwerksinspel- industrie eine wesentliche Befferung eingetreten ist. Auch in der trage ich meine Spargroschen in Renten- oder Goldmart? In die fien Binnenburg bis jetzt die Genehmigung zur Stiflegung nicht Biegelei. und 3ementindustrie ist eine steigende Nach- Sparkasse der Konsumgenossenschaft, wo eine folche eingeholt, so das die Meldung, soweit sie sich auf Binnenburg befrage nach Arbeitskräften zu verzeichnen. Eine recht lebhafte Vers besteht. Denn erstens: In den Sparkassen der Konsumbereine sind eingeholt, so daß die Meldung, soweit sie sich auf Binnenburg be- mittlungstätigkeit hat für das Baugewerbe eingelegt. In die Rentenmart- oder Goldmarteinlagen durch eigene genossenschaft einigen Bezirken tritt gegenwärtig fchon ein Mangel an Bauhandliche Grundfäße und durch Genossenschaftsbesig erst einmal minde wertern ein. Der Geschäftsgang in der Metallindustrie tft ftens ebenso gesichert wie in den öffentlichen Sparfaffen; zwei. als günstig zu bezeichnen. Im Holz- und Schnittstoffgetens: das Bertrauen der Genoffenschaften zu ihren eigenen Spar werbe hält die günstige Entwidlung an. einrichtungen soll und wird nach größtmöglichem Können auch bei Im Nahrungs- und Genußmittelgewerbe find die der Aufwertung von alten Sparguthaben gerechtfertigt werden. Drittens und hauptsächlich: die genossenschaftlichen Sportassen werden nie Sparkassengeld nach privatwirtschaftlichen Gefichtspunkten zur Berwendung geben, sondern sie sollen und werden die ihnen anvertrauten Sparkassengelder nur zur Förderung genoffen= i daftlicher 3 mede dienstbar halten, sofern sie nicht jederzeit dem Einleger zur Verfügung stehen müssen. Wenn also als Folge neuer fester Geldverhältnisse das Sparen auch im kleinen wieder möglich ist, so tut der genossenschaftliche Sparer flug, feine Spargroschen, seinen persönlichen Notfonds, die wirtschaftliche Referve seiner Familie der Sparkasse des genossenschaftlichen Unternehmens, und nur der anzuvertrauen. zieht, nicht zutrifft. rungen zu: Was wird aus Stinnes' Erbe? Uns gehen zu dieser interessanten Frage folgende AusfühNicht nur an der Börse und in den Kreisen der Industriellen ft in den letzten Tagen die Frage erörtert worden, ob nach dem Tode Hugo Stinnes' der riesenhafte Besiz, dessen Leitung, Kontrolle in feinen Händen zusammenliegt, auch beieinander bleibt. Diefe Frage interessiert nicht zuletzt die Arbeitnehmer, auch diejenigen, die micht gerade in Stinnes- Unternehmungen tätig sind, denn das Schicksal des Stinnes- Konzerns wird typisch sein für alle ähnlichen Trusts, die in Deutschland in der Nachkriegszeit fo großen Umfang erreicht haben. Als vor nunmehr zwei Jahren Stinnes in einem engen Streife von Vertrauten und Freunden in längeren Ausführungen den wirtschaftspolitischen Sinn der Konzernbildung und besonders die Berhältnisse feines Trusts dargelegt hatte, wurde an ihn die Frage gestellt, was aus diesem ungeheuren industriellen und kaufmännischen Organismus denn einmal werden sollte, wenn er, Hugo Stinnes felbst, die Augen schließen würde. Diese Frage traf Stinnes so unerwartet, daß er zunächst zögerte, eine Antwort zu geben. Schließlich gab er mit einigen Worten der Hoffnung Ausdrud, daß es ihm gelingen werde, den Organismus feines Konzerns fo aufzubauen, daß seine Mitarbeiter auch nach seinem Tode in der Lage wären, das Werf in Gang zu halten. Jene Frage hat nun über Nacht praktische Bedeutung erlangt, und noch dazu unter Verhältnissen, wie sie wohl schwieriger und undurchsichtiger für die Das, was die gesamte Wirtschaft taum gedacht werden können. Deffentlichkeit als Stinnes- Konzern schlechthin bezeichnet, find eigentlich zwei Gebilde, von denen das eine, die Siemens Rhein Elbe Schudert union eine gewisse produktionstechnische Einheit darstellt, während das andere, der eigentliche Stinnes. Privat Konzern, mehr als eine große BefiBanhäufung anzusehen ist. Die erstgenannte Union vereinigt Rohlenbergwerte, Eisenhütten Walzwerke, Maschinenfabriken und den ganzen Gie. mens- Schudert- Konzern, in dem wieder alle Zweige der elektrotech nischen Industrie von der Herstellung der Glühlampe bis zur Untergrundbahnanlage zusammengefaßt sind. Werte wie Deutsch- Lugem burg, Gelsenkirchen; Bochumer Verein und Siemens- Schudert find Teile jenes Ganzen. Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je 23,00 25,00 16.50-18,00 Gerstengraupen, lose.. Gerstengrütze, lose... Hafergrütze, lose Roggenmehl 0/1 Weizengrieß Hartgrieß Haferflocken, lose 7%, Weizenmehl Weizen- Auszugmeh! Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine. Bohnen, weiße, Ferl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni Schnittnudein, lose. Makkaronimeh! Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik Getr Pflaumen 90/100 Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) Zentner frei Haus Berl n. 16,00-17,25| Malzkaffee, gepackt 16,00-17,00 Röstgetreide, lose 15,75-16,00 Kakao. fettarm : 100,00-125,00 16,00-16,50 Kakao, leicht entölt 133,00-153,00 12,50-14,00 Tee, Souchon, gepackt 350,00-420,00 18,00-19,00 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 22,00-25,50 Inlandszucker basis mel. 40, 42,50 14,50-16,- Inlandszucker Raffinade 42,50-44 50 17,00-21,00 Zucker Würfel 19,00-22,75 Kunsthonig 14,00 17,00 Zuckersirup hell in Eim 22,25-24,50 Speisesirup dunk. in Eim 3,00 32,50 Marmelade Einfr. Erdb, 46,00-48.00 34,0-40,00 43,00- 49,00 30,00-35,00 108,00-120,00 40,00-48,00 45,00- 48,00 3,20-3,80 Erhöhung der Bantzinfen. Die Berliner Stempelvereinigung hat die Zinsen für Einlagen, die bei den ihr angeschlossenen Banken für mehr als 14 Tage wertbeständig deponiert werden, auf 15 Broz. im Jahre festgesezt. Dieser Beschluß soll den Wünschen nach einer 4,00 4.60 Belebung der Spartätigkeit entgegenkommen. Dazu geht der Bee 68,00 69,00- 69,50 schluß jedoch längst nicht weit genug, da am offenen Geld67,50 marti noch immer 30 bis 35 Broz, jährliche Kredite gefordert weren 68,50-69,00 den. So lange eine derartige, für die Banken natürlich sehr ge winnbringende Spanne zwischen den Guthaben und Schuldenzinsen besteht, wird ein Anreiz, Gelder auf längere Zeit der Bank anzuvertrauen, nicht gegeben sein, da insbesondere Geschäftsfirmen vor der Aufnahme von so tofispieligen Krediten zurückschrecken und ftatt dessen lieber ihr Geld furzfristig verfügbar halten. 26,00-35,00 Marmelade Vierfrucht 36,50 42,03 Pflaumenmus in Eimern 43.00-49.50 Steinsalz, lose. 16,0 19,00 Siedesalz. lose 40,00 46,00 Bratenschmalz in Tierces 36,00-37,50 Bratenschmaiz in Kübeln 20,00 24,00 Purelard in Tierces 15,25- 17,50 Purelard in Kisten 17,00-19,50 Speisetalg in Packung 25,00- 31,00 Speisetalg in Kübeln 31,00-36,00 Margarine, Handelsm. 100,00-105,00 desgl. II. 43,00-48,00 Margarine, Spezialm. I.. 55,00 60,00 desgl. II. 80,00 85,00 Molkereibutter i. Fässern 202,00-205,00 75,00-95,00 Molkereibutter in Pack. 208,00-210,00 80,00-100,00 Landbutter 46,00-50,00 46,00-48,00 56,00 48,00 52,00 76,00 60,00-65,00 165,00-170,00 80,00 85,00 Auslandbutter in Fässern 2 2,00-205,00 130,00-165,00 Auslandbutter in Packg 208,00-210,00 140,00-155.00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 35,00-36,00 110,00-120,00 Speck, gesalzen, fett. 62,00 67,00 145,00-155,00 Quadratkäse 25,00-40,00 103,00-111,00 Quarkkäse 138,00-148,00 Tilsiter Käse, vollfett 180,00-220.00 Ausl, ungezuck. Condensmilch 48/16. 240.00-280,00 Inländische desgl. 48/12 320,00-400,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Kümmel, holländischer Schwarzer Pfeffer singap. Weißer Pfeffer Rohkaffee Brasil Rohkaffee Zentralamerika240,00-300,00 Röstkaffee Zentralam. Röstkaffee Brasil. 35,00-50,00 120,00-127,50 22.50 25,00 18,00-19,00 28,00-29,00 Die Reichsbank teilt im Anschluß an ihren Ausweis vom 7. April mit, daß sie ihre Maßnahmen zur Einschränkung des anhaltenden Kreditbegehrens verfchärfen mußte, da fich die Kreditinanspruchnahme auch nach Quartalsultimo fortietze. Trogdem vermehrte sich die gefamte Kapitalsanlage um 88,8 auf 1999,9 Goldmillionen, davon entfallen auf Rentenmarfwechsel( 1156,7 Millionen) allein 60,4 Millionen. Da der Zufluß an fremden Geldern die Papier martguthaben stiegen um 19,3 auf 375,6 Trillionen und die Rentenmarteinlagen um 914 auf 440 Millionen reichlich einsetzte, konnte die Bank den Bedarf befriedigen, ohne ihr Darlehn bei der Renten. Tries LUX SEIFENFLOCKEN sind selbst so fein wie die feinsten Gewebe und erhalten Ihre kostbarsten Stoffe figen Waschungen und Spitzen, auch bei häufrisch und neu. SEIFEN FLOCKEN Gesellsch& G LUX 眼 VEIFARLOCKEN DER SUNLICHT GESELLSCHAFTA- G- MANNHEIM RHEINAU Rein Besonders Sandwagen, Leiterwagen. Raften. wagen preiswert. Auswahl. Baaner, Röpeniderstraße nur 71, Sof. 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Die preußische Staatsregierung hat, dem amtlichen preußischen Pressedienst zufolge, den Binsfuß für Goldpfandbriefe und Goldtommunalobligationen der Hypotheken- Aktien: banten und gleichartigen privaten öffentlich- rechtlichen Anstalten auf beren Antrag bis auf 8 v. 5. heraufgefeßt. | Börsenfammmer zur Prüfung der Brant- Engagements ein Romitee eingesetzt. Dieses hat festgestellt, daß die gesamten laufenden Engagements sich auf 162 Banten und Firmen verteilen und nicht unwesentliche Beträge des normalen Deckungsgeschäfts für den auswärtigen Handel in sich schließen. Schon jest läßt sich mit Bestimmtheit annnehmen, daß die in der Deffentlichkeit verbreiteten Schätzungen der Differenzen die Wirklichkeit weitaus übersteigen, ba die Gesamtdifferenz 50 millionen franzöfifche frant faum überschreiten dürfte, wobei der Umrechnungsfag 16 franzöfifche Front gleich einem Dollar zur Grundlage gelegt wurde. Un den Kursfenkungen an der Wiener Börje entgegenzuwirken, hat eine Reihe von Wiener Banten sich zu einem Interventions syndikat zufammengeschlossen. Verbandsbildung in der Maisstärkeindustrie. Die Verbands. Verbandsbildung in der Maisstärkeindustrie. Die Verbands: bildung der Industrieunternehmer, die feit der Markftabilisierung ins Stoden gekommen war, lebt jetzt wieder auf. Die führenden Firmen der Maisstärkeindustrie, darunter die Mondamin G. m. b. H. in Heilbronn und die C. H. Knorr A.-G. in Heilbronn, Ein öfferreichisches Eisenfartell. Die auf einen 3ufammen hie Knorr- Nährmittel G. m. b. H. in Berlin, die Firma Jacob Zwid u, Söhne in Neustadt a. d. Hardt, Hamburg und Berlin- Rummels- chluß der österreichischen Eisenwerte abzielenden Ber. burg, die Deutsche Maizena Gesellschaft 2.-G. in Hamburg sowie der handlungen haben zur Gründung eines Verbandes geführt. Dem Berband Deutscher Speisepulver- und Backpulver- Fabrikanten E. B.", Kartell gehören außer der Alpinen Montangesellschaft acht Werke an, der etwa 90 Firmen zu seinen Mitgliedern zählt, haben sich zum Der Abfaz wird quotenmäßig aufgeteilt und ein Evidenzbureau Berband der Deutschen Maisstärke verarbeitenben Industrien" mit dem Sig in Berlin zur Vertretung ihrer gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen zusammengeschlossen. Nur" 50 Millionen Frant in Wien verspekuliert. Anläßlich des Börsenfrachs in Wien, der mie wir berichteten mit verfehlten Frantspekulationen zufammenhing, wurde von der Wiener Jogal Gicht, Rheuma, Ischias, - Tabletten hervorragend bewährt bei Hexenschuß, Nerven- und Kopfschmerzen, Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Barnsäure aus. Klinisch erprobt. In allen Apotheken erhältlich. Best. 64,3% Acid acet, salic, 0406%% Chinin, 12.6% Lit., ad 100 Amyl. 3 um Backen und Rochen, für warme und falte Speisen gleich gut geeignet ist Süßstoff. Die fluge Hausfrau hat seinen Wert längst er fannt und streckt den teuren 3uder damit. 1 H- Padung hat die Süßtraft von reichlich 1 Pfund Zuder. Erhältlich in Rolonialwaren-, Drogenhandlungen u. Apothefen. errichtet. Wünsche der franzöfifchen Schwerindustrie. Der Bortführer der franzöfifchen Schwerindustrie, Rober Pinot, rechnet, indem er einen Rotsbedarf von 13 Millionen Tonnen für Frankreich angibt, mit einer zufünftigen Roheisenerzeugung von 11 mil. lionen Tonnen im Jahr. Vor dem Kriege betrug die Roheisen produktion Frankreichs 5,3 Millionen Tonnen, die Elsaß- Lothringens 3,8 Millionen. Der Rofsbedarf für die beiden Länder bezifferte fich auf 7 Millionen Tonnen. Im Jahre 1923 betrug zwar die Roheifenproduktion trog des Anschlusses von Elsaß- Lothringen nur 5,3 Millionen Tonnen, es soll aber die Absicht bestehen, diese Er. zeugung auf die erwähnte Menge von 11 Millionen Tonnen zu bringen, Infolge der sehr gesteigerten Leistungsfähigkeit der französischen Schwerindustrie liegt eine folche Steigerung durchaus im Bereich der Möglichkeiten, und das Problem ist nur, ob auch Ab. fabgebiete zur Aufnahme dieser Brodukte gefunden werden fönnen. Hierin sind die Aussichten angesichts der lebertapita. lisierung der Schwerindustrie in den Bereinigten Staaten und England wie der schlechten Wirtschaftslage Deutschlands und daher auf bie Sicherung ber Roblen und Rofszufuhr aus dem Ruhrgebiet drängt, deutet auf das Bestehen dieser Pläne hin. Die Konjunktur in den Bereinigten Staaten, die in der zweiten Hälfte des Jahres 1923 abzuffauen schien, ist im ersten Quarta! 1924 wieder aufgelebt. Die Stahl- und Eisenindustrie ist noch besser beschäftigt als 1923, fie stand im Januar um 8 Broz. höher als ein Jahr zuvor und erzeugte um ein Biertel mehr als 1919. Die Eisenund Stahlerzeugung betrug im Jahre 1923 83 Millionen Tonnen gegenüber 66 Millionen Tonnen 1913. Der Riesenverbrauch ist der anhaltenden Konjunktur der Automobilindustrie und der Bautätigkeit zu verbanken. Der Rohlenbergbau, die Holzindustrie und die Baumwollindustrie legtere verbrauchte noch mehr Baumwolle als im Vorjahre blieben in den letzten Monaten ebenfalls auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit. Nur die Lebens. mittel und Tabatindustrie zeigt eine Abschwächung. Die Breila find sehr beständig; der durchschnittliche Preisstand war Anfang Fe bruar 3 Proz. niedriger als ein Jahr zuvor. Im einzelnen sind in den letzten Monaten die Lebensmittel und Bekleidungsartikel im Preise gesunken, dagegen find Heiz- und Baumaterial gestiegen; dia Preisbewegung hielt sich jedoch bei beiden Gruppen in engen Gren gen. Troßdem wird für das laufende Jahr mit einem Rüdgang ber Probuftion gerechnet. Im Januar betrug nämlich die Einfuhr der Rohstoffe nur 55 Prog. der Gelamteinfuhr gegenüber 62 Proz im Vorjahre. Der Anteil der Lebensmitteleinfuhr stieg dagegen von 18 auf 24 Proz Wirklich wertbeständig angelegt sind die Ausgaben für vernunftgemässe Körperpflege geringen Aufnahmefähigkeit des beutfchen Marties nicht günſtig. CALCIFORM das hervorragende Mittel Die geplante Erweiterung der französischen Roheisenproduktion würde aber die Folge haben, baß die französischen Eisen. erze in Franfreich felbstverarbeitet würden. Die Eisenringens ebensoviel. Das fothringische Erz wurde zum größten Teil nach dem Ruhrgebiet ausgeführt. Diese Ausfuhr follte also aufhören. Daß die französische Schwerindustrie derzeit nicht mehr auf eine Beteiligung an der Schwerindustrie des Ruhigebiets, sondern nur erzeugung Frankreichs betrug 1913: 21 Mill. Tonnen, die Elfaß- Both CAVALIN HALPAUS RARITÄT zur Verhütung von Grippe wirksamstes Streapulver bel Schweiss- Entwicklung Die Qualitäts Cigareffen QUALITATSMARKE RABE pezial, Behandl. BOY für Großes, außergewöhnlich billiges Sonder- Angebot für die Osterfeiertage in Weinbrand.( Kognak), Weinbrand- Verschnitt, Jamaika- Rum, sämtl. Sorten Liköre, Weiß, Rot-, Bordeaux-, Süß- u. Fruchtweine usw. erster Firmen Nur bei D. Zellermayer En gros Nur Gr. Frankfurter Str.107 Alex 3150 En detall Ischias Haften, Gell Metallbetten in Bein i. 15 T. beseit. Invalidenstr. 106. Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv 9-11, 1-4 Kat. 30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür Sonntags von 10 bis 12 Uhr. Jacoby. 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