Abendausgabe Nr. 187 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 93 Bugsbedingungen unb ngeig prette fnb i ber tergenausgabe angegeben Rebsttion: S. 68, Cinbenffrake& Jereipreser: Dinhof 282-293 Tel- breffe: Sozialbemofest Berlin Vorwärts Berliner Dolksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Sonnabend 19. April 1924 Series and xgetgenabtet! aeg: Gefäftszett 9-5 Uhr Beclager: Barmaris- Bering Omb. Berlin S. 68, Cindenstraße 8 Jerniprecher: Duho 2500-250% Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands An die Arbeiter der Welt! Maiaufruf des internationalen Gewerkschaftsbundes. Der Internationale, Gemertjchaftsbund richtet anfäßlich des be: 1 vorstehenden 1. Mai einen dringenden Appell an alle Landesgen tralen, das Marimum ihrer Kräfte einzufezen, um dem Weltfeiertag der Arbeit einen großartigen und außerordentlichen Charakter su geben, wie ihn die heutige Lage erfordert. Deutschnationale Erfüllung. Die Völkischen geben keinen Pardon! Troß Helfferich und Quach bleibt die Tatsache unbestreit bar, daß die Ministerpräsidenten der Länder, auch Böltischen abhängig find, in der Beratung mit dem Reichskabinett der Annahme des Sachverständigengutachtens zugestimmt haben. Die Arbeiterkaffe muß ferner alle ihr zufommende foziale Ge jene, die deutschnational gesinnt und von den rechtigteit verlangen, indem fie auf einem immer weiteren Ausbau der Rechte der Arbeit besteht. Die internationale Arbeitsgefeggebung darf nicht toter Allen ihren Forderungen voran muß die international organi Buchstabe bleiben: die Abkommen müssen durch gefehliche Festlegung fierte Arbeiterfiaffe den Rampf für den Frieden stellen. lebendige Wirklichkeit werben. Gegen Krieg und Militarismus muß sie die volle Bucht ihres Kampfes richten. Der Friedens gebante der Arbeiter ist aus ihrem Rieffenbewußtsein, entstanden und eng verbunden mit ihren Fortschritts. imd Freiheitsideen, die, gegründet auf die Solidarität aller Bölßer, fie zu unerbittlichen Gegnern des Krieges macht und fire swingt, die dee der Freiheit und Gerechtigkeit unlöslich mit der Friedensidee zu verknüpfen. Die ganze internationale Arbeiterbewegung hat den Friedens. willen des Broletariats zu ihrem Ausgangspunkt. Für den Frieden arbeiten, heißt für die proletarische Befreiung arbeiten! Diese Wahrheit hatte zu allen Zeiten ihre Geltung; fie hot fie heute mehr als je. Die Welt- und namentlich Europa- fann fich aus dem Elend und den Rummen des Rrieges. nur erheben durch den Frieden - durch einen Frieden, der die Susammenarbeit der B51 fer ermöglicht, bie mehr als je ihre Rräfte vereinigen müssen, um ber wirtschaftlichen Desorganisation und bem finanziellen Zufam menbruch, die den burth Krieg verursachten Ratastrophen neue hin zufügen, ein Ende zu machen. Gegenüber dem auf der schlimmsten sozialen Rückständigkeit ge gründeten völkerverhehenden politischen Nationalismus, gegenüber dem wirtschaftlichen Nationalismus, von dem nur der Besitz profi tiert, muß die Arbeiterflaffe eine internationale Organisation der Birtschaft fordern, die sich auf der friedlichen Zusammenarbeit aller Bolter und auf dem Brinzip der internationalen Berteilung ber Rohstoffe aufbaut. Laut und allen vernehmlich muß die ArbeiterKaffe ihre Stimme für ihre Forderungen und Grundfäße erheben. Sie muß bie tatsächliche Drganisierung des Friebens fordern burch eine allgemeine Abrüftung, um zugleich bie Bölfer von unerträglichen Lasten zu befreien fowie durch Errichtung eines obligatorischen Schiebsgerichts zur Schlichhmg internationaler Streitigkeiten. Nationalistische Spiegelfechterei. Das Einschüchterungsmanöver miszglückt. Paris, 19, April.( Eca.) Zu der Antwort der deutschen Regie rung, den Sachverständigenbericht als Berhandlungsgrundlage an zunehmen. fdyreibt der Berliner Rorrespondent des Echo be Baris" be Billemus feinem Blatte, daß biefe Tatsache als wichtiges Ereignis hervorgehoben zu werben verbient. Die Nationa liften hätten. Die Schaffenden, die Schöpfer des Reichtums, durch beren Ar. beit die Gesellschaft lebt, fordern ihren Anteil an der Rontrolle und Berwaltung in der Organisation des Produktionsprozesses und der Berteilung der Güter. An den sozialen Errungenschaften des Achtstundentages und der Sozialversicherung, diesen wichtigsten eroberten Boften, muß felt gehalten, auf ihre Berallgemeinerung unablässig hingearbeitet werden. Die Eroberung des Mitbestimmungsrecites der Arbeiter sowie die Reorganisation der Wirtschaft find fich für eine wirksame Betämpfung und Niederhaltung der fapita fiftifchen Einflüffe und zur Vorbereitung einer fozialen Ordnung, in der bie Früchte der Arbeit nicht mehr den Befigenden und Bevor. rechteten, sondern der Gesamtheit zufallen. Mit dem Triumph dieser Forderung wird die Arbeiterfiaffe ben Beweis erbringen, daß fie reif ist für die Berwirklichung ihrer hi storischen Mission: die Befreiung der Arbeit durch Frieben und so ziale Gerechtigkeit. " Diese Feststellung ist den Deutschnationalen außerordent lich unangenehm, denn fie fchweigen darüber in allen Zungen. Um fo gesprächiger sind ihre völkischen Konkurrenten. Die Mecklenburger Barte" fäßt den von den Bölkischen mitgewählten Rittergutsbesitzer v. Brandenstein, der jetzt in Schwerin als Ministerpräsident fungiert, nicht aus der Zange. Sie wendet sich mit voller Schärfe gegen die Deutschnationale Bartei, der sie vorwirft, daß fie vor den Wahlen große eriprechungen mache, die nach den Wahlen nicht eingelöst würden. Mit„ Genuginung" verzeichnet fie, baß fie jest schon vor der Reichstagswahl ben Bewe is dafür vorwegnehmen fönne: Die beutschnationale Preffe hatte im großen und ganzen ben Borschlag der sogenannten Sachverständigen zur Lösung" des Re unerläßparationsproblems als das bezeidmet, was er ist, nämlich, ein Ber fuch, ben letzten Rest der deutschen Souveränität und der deutschen Wirtschaftsfräfte an das internationale Finanzfapital zu verschachern. Immerhin fonnte man von vornherein iniez bien beutschnationalen Blätterstimmen auch solche hören, die mindestens einer wohl. wollenben Prüfung der Angelegenheit nicht abgeneigt waren. nunmehr aber zeigt sich die Stellungnahme der mirtlich führen den Kreise der Deutschnationalen Ballspartei zu biefer Fraps, bei der es sich um Gedeih oder Berderb des deutschen Bolles banbelt, volltommen.flar und unverhüllt. Wie die Linkspreffe triumphierenb feststellt, und zwar auf Grunb amtlicher Mitteilungen, haben sämtliche Ministerpräfibenten jämt ( tcher deutschen 2änder bafür entschieden, daß der Erguß der Sachverständigen sehr wohl als eine brauchbare Berhandlungs grundlage" angesehen werden könne. Der deutschnationale Miniffer Herr von Brandenstein ist dabei nicht ausgenommen; er hatte sich ebenfalls zustimmenb zur Berhandlungsbereitschaft befonnt, ebenje mie fein Barkeitollege, ber thüringische Minister Aufhäuser( foll natürlich heißen: Leutheußer! Red. b. B."). Diese Forderungen sollen dem Weltfeiertag von 1924 Sinn und Gepräge, geben! Ueberall, in allen Ländern, muß der Aufruf des Internatio nalen Gewerkschaftsbundes bei der Arbeiterschaft Gehör finden! Die Maffenfundgebung des Proletariats sei ein überwältigendes Jeugnis feiner Kraft, feines erwachten Gewissens, jeines Willens zum Gieg! Für ein bejleres Dasein! Für die foziale Gerechtigkeit! Für die Freiheit! Für den Weltfrieden! Für den Infernationalen Gewerkschaftsbund: 2. Jouhaur( Frontreich. Th.& eipart( Deutschland), Corn. Mertens( Belgien), Bizepräsidenten. 3. Dudegeeft, Joh. Saffenbach, J. W. Brown, Sefretäre. mirtschaftliche Bliie feinesmegs beeinträchtigen. Entgegen anderen Buffaffungen, führt der Korrespondent aus, habe er den Einbrud daß der Erfolg der äußerffen Nationaliffen nur ein vorübergehender fein tönne. Ihre Uebertreibungen haben den Vorteil, auch ihre gemäßigteren nationalistischen Rameraden zu kompromittieren und bie deutsche öffentliche Meinung werde sich zweifellos über ihre Wert fofigteit bald im flaren fein. Die Gutachten an die alliierten Regierungen ein Einschüderungsmanöver Paris, 19. April.( 2.): Die Reparationsfommission wird am versucht. Die deutsche Regierung weigerte fich jeboh, ben Gefichte Sonnabend an die verbündeten Regierungen offiziell die beiben punft der nationalistischen Führer anzuerkennen, wenn auch das Sachverständigenberichte nebst je einem Begleitschreiben gelangen Rabinett in feiner Antwort mitgeteilt habe, daß der Reichstag über faffen. Diese Begleitschreiben haben alle denselben Wortiaut. Gleich. gewisse Sonderpunkte, wie z. B. für die Berpfändung der Reichszeitig wird die Kommission die alliterten Mächte um Mitteilung über eisenbahnen, gefragt werden soll. Diese Erklärung der deutschen die Maßnahmen bitten, mit denen diese an der Ausführung Regierung müiffe als Sachverständigengutachten mitzumirten gebenken. gutes Borzeichen aufgefaßt merben. Es würde jetzt zu nichts führen, bie Behauptung zu wiederholen:„ Die Deutschen werden versuchen, uns noch einmal hineinzulegen; fie mollen nicht bezahlen, mit ihnen ist nichts zu machen." In diesem Augenblid sei es wichtiger, einen Schritt Dorwärts zu tun. Der Sachperftänbigenbericht fei bas Rah, bas man in Bewegung fehen müffe, in der Hoffnung, eine Maschine baraus zu machen, die alle ihr in Zukunft begegnenden Schwierig feiten überwinden fönne, ir tennen die nationalistise Drohung in Deutschland, aber man darf sich den kommenden Reichstag nicht als von den egiremen Pertelen beherrscht vorstellen. Die deutschen Reaffionäre merden der im Abfommen geplanien Lösung der Reparationsfrage Biberfiand entgegenbringen und bie Schwierigkeiten merden groß sein, aber man darf nicht vergeffen, daß auch die deutsche Industrie ein Bort mitzureden habe. Die maßgebenden Stellen Berlins hätten z. B. feinerzeit erflärt, bay die Micumverträge nidt verlängert werden fönnten und treg. dem hätten die Industriellen neue Roniratie unterzeichnet. s werbe in der Sutunft ebenfo fein wie in der Ber. gangenheit 3m Reichstag werde es Erörterungen und Sturm geben, und zum Schluß werde die prattische Durchführung. bes Sagverständigenberigtes über ben Biberstand triumphieren. Der Reichstag werbe, um ben wirtschaftlichen und finanziellen Wiederaufbau des Reiches nicht unmöglich zu machen, bem ihm vorgelegten Entwurf zuftinmen. Die Wahlen und die pofitifden Tendenzen, die sich möglicherweise nach dem 4. Mal in Deutschland zeigen werben, ergeben feinen Gennd zum Abwarten. Man miffe in jebem Falle normärtsgeben und Deutsch fanb zeigen. baß es sorteilhaft für es fet, fich auf frieblichem Bege feiten laffen und die Finanzverpflichtungen zu erfüllen, bie feine Die Sache hat ein Gutes; bie, Anhänger der Deutfcnationalen find nun in der Lage, nicht nur zu wählen, sondern auch zu wägen. 3 erwägen nämlich, ob sie ihre Grimmen einer Partei geben wollen, bie, wie das Ministerium Branbenstein in Medler. burg, fich nicht genug tun fonnte, die Dötfilde" holung zu betanen und die heute schon, wo es fich zum ersten Male barum handelt, wirklich välfifdje Boliti? zu treiben, glaft umfälli Das erfie Mal, wo die Deutschnationalen wirklich pofifie" an außenpolitische Fragen herangehen, machen fie in Erfüllung polifit. Dem deutschnationalen Minifier Brandenstein ist diese 2nzapfung natürlich äußerst unangenehm. Er läßt deshalb durch die Breffeabteilung seines Minifteriums folgende Er. flärung abgeben: Da die in Frage fommenden Berhandlungen streng qertra. lich find, fann nähere Auskunft über die Stellungnahme der hiefiegen Regierung nicht erteilt werden. Die von der Warte" ge brachten Angaben treffen jedenfalls nicht zu." Mit dieser Ausflucht ist jedoch das völtische Blatt durch aus nicht zufrieden. Es erinnert daran, daß das amtliche Communiqué der Reichsregierung über jene Berhandlungen weitestgehende Einmütigkeit" und leber. bereinstimmung aller Staats- und Ministerpräsenten der Länder feststellte. Und es fnüpft daran die weiteren Fragen: Halbamtlich verlautet in Baris, daß eine Zusammenkunft vor läufig als verfrüht anzusehen fei. Aus Brüssel mird gemeldet, daß man in Brüffeler diplomatischen Areifen gleichfalls eine Be gegnung der beiben allilerien Ministerpräfibenten im gegenwärtigen Augenblid für ung med mäßig baite. Man hebt hervor, daß die Reparationsfomunission zunächst alle Mobalitäten bes Sachver ständigengutachtens, fomeit fie dafür zuständig ist, regein müsse. Theunis und Symans beim König. Briffet, 19. April.( TUL) Der König hat gestern Theunis und Hymans empfangen. Den Blättern zufolge wurden in ber Unters rebung hauptsächlich bie Reparationsfrage, die Sachverständigen. berichte imb bie beutsche Antwort an die Reparationstommiffion be berichte und die beutsche Antwort an die Reparationstommiffion be fprochen. Amerikanische Hilfe. Drei Millionen Dollar für die deutsche Kinderhilfe. New Yort, 19. April.( II.) Das Komitee für beutsche Kinderhilfe gibt befannt, daß es bisher brei Millionen Dollar erhalten hat, wovon nur 100 000 nicht aus allgemeinen Zahlungen herrühren. Das amerikanische Einwanderungsgeseh. Washington, 19. April.( WIB.) Der Senat hat endgültig als Brunblage des neuen Einwanderungsbeschränkungsgefeßes eine meiprozentige Quote auf Grund des Ergebnisses der Bolkszählung Don 1890 angenommen. der Genat mit 46 gegen 30 Stimmen em Amendement ange Washington, 19. April.( TU.) 3um Ginmanderungsgesetz bat der Senat mit 46 gegen 30 Stimmen ein 2 mendement ange. nommen, welches Einwanderungen bis zu 25 Broz. zugunsten der jenigen Austinber Dorfieht, die mit der Landwirtschaft ver. traut find. Das Amendement besagt jedoch ausbrüdlich, daß die Einwanderer. fich nur in dem Staat, in dem ein Bedarf an Land arbeitern besteht, niederlassen dürfen. Hat Erz. Brandenfiein gegen bie Annahme geftiimint? Wenn ja, wie entstanden dann die Meldungen der Reichsproffes stelle über bie weitestgehende Einmütigteit aller Beteiligten? Hat Exz. Brandenstein für die Annahme gestimmt? Wenn ja, mie ist es bann möglich, daß die Edyweriner Breße fielle eine falfche Richtigstelling" herausgibt? Nun wird die Mecklenburgische Breffeftelle mahrscheinlich nach einer anderen Lesart fuchen müssen. Denn Tatsachen find immerhin fo unangenehme Dinge, daß fie nicht gut hinwegbiskutiert werden können. Zudem hat das vältische Blait ausnahmsweise recht, wenn es darauf hinweist, daß es nicht so sehr auf die Bersicherungen der Helfferich und sonstiger deutschnationaler Barteivertreter anfomme, als auf die haltung ber verantwortlichen Staatsleiter und day in diesem Falle der verantwortliche deutschnationale und land händlerische Führer in Mecklenburg eben derzeitiger Ministerpräsident v. Brandenstein sei! Die Bölfifden fürchten aber von den Deutschnationalen noch weitere böse Streiche. Sie vermuten fogar, daß die Deutschnationalen die große Roalition bis zu den Demofraten abschließen fönnten. Denn, so wirft Reinhold Bulle ihnen vor, sie haben im alten Reichstag das parlamentarijdje System erst ermöglicht oder es doch am Leben erhalten, menn es in Gefahr war. Sie haben pofitine Mitarbeit in dem Sinne geleistet, daß fie den Regierungen zur An nahme von Gesetzen verbalfen, die von den Sozialbenwiraten abgelehnt wurden. Sogar das Ministerium irth hätte nicht so lange regieren fönnen, wenn es ihm die Deutschnationalen nicht ermöglicht hätten. Daraus schließt Bulle: er son hen Böffischen am 4. mai feine Stimme ben Dentinationalex giht Befattigt den jäbishen Parlamentarismus, verhindert also die Durchführung des völkischen Ziele«.' Aus dieser Feststellung schlußfolgert Wulle weiter, daß die Deutschnationalen auch an der bisherigen Erfül- lungspolitik in vollem Maße verantwortlich beteiligt seien. Sie hätten nichts unternommen, um durch parla» memarische Mittel die nachnovemberlichen Regierungen su ft ü r z e n und deren Ersüllungspolitik dadurch zu verhindern. Schon durch Ablehnung des Haushalts und durch Ausnutzung jeder günstigen parlamentarischen Lage hätte dieser Sturz herbeigeführt werden können: „Der Sturz des parlamentarischen Systems war gleichbedeutend mit der Vernichtung der Ersüllungspolitik. Statt dessen hat die Deutfchnationale Lolkspartei„positiv« Mitarbeit' ge> leistet und damit die Ersüllungspolitik laijächlich unterstützt. Dazu kommt, daß auch die Deutschnationale Volkspart«i durch Herrn Dr. H e l f f« r i ch im Jahre 1322 im Reichstage erklären ließ, auch fle würde die Sonsegueuze» au» dem Zusammenbruch vom S. November ziehen, also die Reparationen zahlen.' Zusammenfassend stellt daher Wulle fest: .Die Dentschoaliottale Volkspartei hat im letzten Reichstag nicht nur nicht? getan, um die oben gekennzeichneten völkischen Ziele zn vorwirklichen, sie hat ganz im Gegenteil durch ihre sogenannte .positive Mitarbeit' da, heutige System mit der Erfüllungspolllik am Leben erhalten.' Was die feindlichen Brüder sich da an Liebenswürdig keiten sagen, ist für die nicht deutschnationale und nicht vö! kisrbe Mitwelt immerbin von einigem Interesie. Wenn die Helfserich und Hergt jetzt mit den Mitteln übelster Partei- demagogie Wählerstimmen für ihre Partei einzufangen suchen, so weist ihnen chr ehemaliger Fraktionsgenosse Wulle nach. daß das nichts weiter als eine unangenehme Heuche- l e i darstellt. Sie reden vor den Wahlen so, als ob sie ein unfehlbares Rezept zur Heilung aller Weltschäden in der Tasche hätten. Sobald sie aber auch nur in den Ländern wieder.an der Futterkrippe sitzen', so sehen sie sich den harten außenpolitischen Tatsachen gegenüber zu der gleichen Vernunftpolitik gezwungen, die die von ihnen so außerordentlich verlästerten Marxisten in der Regierung haben betreiben müsien. Es ist daher ganz berechtigt, wenn die Völkischen vor der Wahl der Deutschnationalen warnen. Wer aber daraus den seltsamen Schluß ziehen sollte, daß er nun den Wulle oder den Dinier wählen müßt«, käme vom Regen in die Traufe. Denn diese wären nicht einmal in der Lage, solche Vernunstpolitik zu treiben. An u n v e r- n ü n f t i g e n Dingen aber haben wir in Deutschland gerade genug, besonders da wir ja auch das Vergnügen liaben, Herrn Erich Ludendorff zu unseren Mitbürgern zu zählen. �ohenzollern in Paris. König Ferdinand von Rumänien befindet sich äugen- blicklich in Paris, um mit Frankreich ein Bündnis abzuschließen. König Ferdinand ist bekanntlich nicht nur ein rossereiner Germane, sondern auch ein Sproß aus dem Haus« H o ljje n z o l l e r n. Im.Hechinger Tagblatt'— Anzeigen- blatt für Hohenzollern— findet sich folgende Schilderung der Pariser Reise des Hohenzollernsprößlings: Ferdinand von Sigmar in gen wählte, um nach Pari» zu kommen, nicht die gewöhnliche Strecke über Bafel und Dijon. Er legi« Wert darauf, zuerst die Hauptstadt des Landes zu besuchen, das feinsm eigenen Vaterland entrissen, der lateinischen Kultur neugewonnen worden ist: Straßburg. Hier wurde«r am Bahnhof empfangen von dem Militärgouverneur der Stadt Straßburg, dem Gsneral B e r t h e l o t, dem Reorganisaior des rumänischen Heeres. Ein Auto brachte das Königspaar zu dem Friedhof der fünfhundert in deutfch-r Kriegsgefangenschaft ge- storbenen Rumänen bei Sulzmatt. Ve> der Rückkehr nach Straß- bürg fand«in« Feier in der Universität statt. Der Rektor Ehar- l e t y übergab der Königin Maria die Insigmen eines Doktors bvnoris causa der Universität Straßburg für ihr Buch„Mein Land', das in englischer Sprache geschrieben, soeben in einer franzö- sischen Uebersetzung von Jevcu Laoohary erschienen ist. Nicht aus dem Ostbahnhof, den man auch Straßburger Bahnhof nennt, fand am Donnerstag der Empfang des rumänischen Königs- paares statt, sondern auf dem Bahnhof des Bois de Boulogne. Der Eohn Leopolds von Hohenzollern zog auf derselben Straß« in Paris ein. auf der vor S2 Jahren die Deutschen ein- gezogen waren. All um 11 Uhr der Zug einläuft,«rfchallt der erst« der121Kanonenschüsse, diedieAnkunftdevPreußen- fürsten begrüßen. König Ferdinand erscheint zuerst in Amt eingesetzt. Der indische Nationalistenführer Shandi hat m einem offenen Brief« die Sworaji-Partei aufgesotdsrt. nunmehr von der Obstruk- tion abzulassen und mit der indischen Regierung zusammenzuarbeiten. Ghandi befindet sich seft feiner Entlastung aus dem Gcsängms.zur Erholung an der See. Salome uns öie Tanzwut. Von Wilhelm Lichtenberg. Man muß sich auch einmal„Salome' ansehen. Das schleier. hafte Mädchen aus dem Wien Testament. Und ich muß sage«?— man erlebt schon seine Wunder, besonders— wenn man so eine bißchen vom Bau ist! Ich habe Tänzerinnen gesehen, di« sür eine Million österreichische Kronen tanzten, ich habe welche gesehen, die es für zwanzig Rentenmark machten, andere, die sich wieder mit einem warmen Nachtmahl begnügten. Je nachdem und je nach Veranlagimg. Aber, bei Gott, ich Hab« es noch nicht erlebt, daß «ine junge Dame für einen abgehauenen Kopf tanzt. Dieses Ho- norar ist neuartig und— das wollte ich eigentlich sagen— erschreckend!... Erschreckend nämlich deshalb, weil man ja, wenn so etwas schon einmal in der Weltgeschichte möglich war. niemals wisien kann, ob einem so ein Tanz mit einer modernen Shimmylady nicht weiß Gott wie teuer zu stehen kommen kann. Alles soll schon I��vesen sein, und wer weiß, ob unsereiner nicht auch einmal au�M eine Salome reinfällil Es muß ja nicht gerade ein Kopf mit Vollbart sein! Gut, solche Sachen sind heut« nicht mehr modern— man verlangt sie nicht . mehr.(Obwohl es der alte Sünder, der Herodez, eigentlich sehr billig gehabt hat! So«in Kopf kostet« nichts und war in beliebigen Mengen zu haben.) Also, den Kopf wollen wir nicht gerade de- Haupte». Unser« jungen Dainen von heut« wollen was anderes auf«iner Schüssel haben. Wie kommen schließlich auch dritte, ganz fernstehend« Personen dazu?... Der Herodes verliert den Kopf und der Jochonaan muß ihn verlieren. Aber«s gibt doch auä> ander« ausgefallen« Sachen, die von un» geforhert werden könnten! Denn, Hand auf» Herz, haben sich Bs« Salomes in den knapp zweitausend Jahren geändert? Nein. Eben- sowenig wie die Herodesi«! Für so ein Frauenzimmer mit sieben vor Herrschaften abzulegenden Schleiern tut man auch heut« noch allerhand. Herodes schrie:„Tanze Sglom«!' Heut» sagt man:„Darf ich um den nächsten Shimmy bitten?" Kommt auf eines heraus. Sa- lom« sagte:„Ich will den Kopf de» Jochanaar.!' Hier also wäre dem Zeitgeschmack Rechnung zu tragen. Herodes:„Darf ich um den nächsten Blues kitten? Salome-„Ich will ein neue, Straußfedern- Neid, wie es der...(die teuerste Modefirma einzusetzen) soeben au» Pari', bezogen hat!!.. Es muß also nicht durchaus«in Haupt sein. Da» Entsetzen aber ist nicht g-rmger. Fürchterlich bttibt di« urewig; Salome-Forderung, die immer wieder aus der Tiefe«ine» zraufamen Frauengemütes auftauchen kann. Es tan» sich, darüber find wir uns nun klar««worden, um kostspieligere Dinge handeln als um den Kopf eines Propheten, der partout aus der Zisterne austaucht. Sieh« Straußfsdernkleid. Es gibt aber noch ungeahnt« Möglichkeiten! Was könnte«nem kapri- ziösen Frauenköpfchen nicht alle» einsallen! Einige Beispiel« mögen sprechen: „Salome, tanz« für mich!" „Mensch, laß dir den Schädel kohl rasieren!" „Laß dir einen Vollbon wachsen!' „Trage zum Frack eine weiß« Hos«!' „Entblöße deine Hühneraugen!' O. es gibt tausend Perversitäten. Wie gesagt, es muß nicht ein jüdischer Prophetentopf sein. Ein Theoterbesuch stimmt immer nachdenklich. Und die„Sa- lome' hat mich ganz aus dem seelischen Gleichgewicht gebracht. Ich werde nie mehr ein« Dame um«inen Tanz bitten können, ohne zu befürchten, daß sich hier«in« Salome entpuppt. Eines stekst fest: Die lanzliebenden Herren vor Christi Geburt haben es besser gehabt. Man forderte von ihnen etwa», was sie erfüllen konnten. Ob ich mein« Hühneraugen mit derselben Seelenruhe entblößen könnte, mit der Herodes dem Jochanaan den Kopf abschlagen ließ? Ich be- zweifle es. Der Einfluß Ser Souueuflrahlung auf üas Wetter. Seiidem es gelungen ist. die Strahlunyxrrenie der Sonn« durb Instrument« zu messen, hat man ungeahnt« Kenntnisi« über die Slrahmnoserscheinunaen der Sonn« gewonnen. Wie wichtig diese Erkenntnisse für die Wetterkunde sind, führt Dr. W. Kepp'er in einem Aufsatz der Wockfen�chrsst„Die Umschau" aus. Dt? Größe der Solar- konstante, d. h der gesamten an der Grenze der Atmosphäre.?uae- und Größe der Sonnensiecken hat man bereits früher angenommen, Diese„Solor korstaiiie' ist aber durchaus kein« unveränderliche Größe, sondern fortgesetzten Schwankungen unterworfen, die zum arößten Teil eine Folg« von Veränderungen aus der Sonn: selbst sind. Der amerikanische Meteorologe Eiayton fand, daß ein deutlicher Parallelismus zwischen den Schwankungen der Sonnensttahlung und den Störungen d?s allgemeinen Kreislaufes des Lufimeeres besteht. Wächst die Strabiung, so nimmt in der Trop:nzone die Temperatur zu und umgekehrt, während in den mitt'eren Breiten die Temperatur Mit zunehmender Strahlung sinkt. Jedenfalls verstärkt sich bei zunehmender Sonnenenergie de: ganze Kreislauf des Luftmeeres insol« der Zufuhr von Wärme, und die ganze Wärmemaschine, die die Erdatmo-phäre darstellt, arbeitet stärker. Die aenamn Unter- lochungen haben gezeigt, daß die durch stärker« Sonnenstrahlung hervorgerufvr«.: Lenderungen des Luftdrucks und der Temperatur an der Erdoberfläche zuerst über destimmten Gegend"» der Erde auf. treten und sich von dort wellenartiq ausbreiten. Ein solche»„Aktions. Zentrum' ist zum Beispiel das südlich« Argentinien. Diese Einflüsse gestatten, wertvolle Schlüsse auf die zukünftige Witterung zu ziehen. Außer den kürzeren mehrtägigen Schwankungen unterliegt die Strahlung der Sonne auch Aenderungcn von wöchentlicher und monatlicher Dauer, bei denen die zunehmend« Strahlung ebenfalls den Kreislauf des Luftmeeres verstärkt. Der jahreszeilliche Einfluß. den die Aendslungen der Sonnentätigkeit auf die Witterung hervorrufen, zeigt sich darin, daß sich bei stärkerer Sonnenstrahlung im Winter der Luftdruck über den gemäßigten Breiten erhöht; im Sommer dagegen fübrl die zcitweste stärke:« Sonnentätigleit zu einer Druckerniederung. Natürlich bestehen auch zwischen den Sonnen- flecken und der Wärmeenergie der Sonne Beziehungen. Die Sonnrnu fleckenperiode von 11 Jahren beeinflußt die Witterung aus der Erbe. So zeigt z. B. der Schneefall zu Blue Hill in Nordamerika ein deut- liches Maximum in der Näh« des Fleckenmaximmns und ein Minimum beim Fleckenmimmftm. Em ähnlicher Zusammenhang läßt sich für die Sierra in Kalifornien,«ür dos Hc-chrvasser des Rlls. für di« Eisberg« und Stürm« nachweisen. Elaywn kommt infolg« dieser Eorlchungen zu der Urberzeugung. daß die Lenderung der«onnrn. rahlung die Hauptursach: aller Witterungsoeränderungm auf der Erve ist Die Sanl-Feier In Königsberg. In diesen Ostertagen, in denen sich der Tag der Geburt Immanuel Kants zum 290. Male jährt, hoben die Stadt Königsberg und die Albertusuniversität, die Heimat und die Lehrstätte chr«» größten Sohnes und Denkers, gemeinsam ti einer weitausschauenden Gedenkfeier aufgerufen, die in der ganzen ulturwell den lebhasteftm Widerhall aesunden hat. Es werden an dlesen Togen an den von Kantschem Geiste umwehten Statten mit den leitenden Persönlichkeiten der Reichs- und Staatsamter die berufensten Forscher und Derkünder seiner Lehre me Vertreter fast sämtlich«: deutschen Universitäten und wissenschaftlichen Akademien und des weiteren namhafte Philosophen, Gelehrte, Schnf ist eller und Künstler, die zu Königsberg und seiner Hochschule m besonders engen Beziehungen stehen, sich versammeln. große Kanl-Gasellschaft wird am Ostersonniag unter zadlreicher Teilnahm« ihrer Mitgb.eder au» dem ganze» Reich ihr« Festsitzung abhalten, auf d« hochang«. sehen« Kant-Forscher und Aant-P�lologen Vortrag« halten werden: und wie dos Inland, so wird auch das Ausland s«ns Teilnahme an dieser Feier durch die Entsendung berufener Gelehrter bekunden. Di« Abgesandten der Universitäten Schwedens, Norwegens und Dänemarks. Oesterreichs, der Ostslaoten Estland. Finnland. Lettland und Litauen werden ebenso wie die Vertreter englischer, amerikani- scher und japanischer Hochschulen vereinigt sein, um dem Genius des großen deutsch.-» Philosophen ihr« Huldigung darzubringen. Lrslavlfährunire« der Doch«. Moni. Rolr-Tfjeaier:„Mirder Mann' — Are».-xchMrr-Tbealer: ,St Ö n i g 32 i c o l«*. Volktbiltne:„V a( a n. taieno*.— Somiab. Trinüne:.Der Rei d e r d u s ch*. Balln»-. Thmter:.«oetbe» letzt» Lieb»'.' Uravia-rartröge. Xbeafer. Sonnt.. Mont. ll>/„ 5. 7 n. g Ubr- mt der Hovaz von Hamburg noch Rem Aoik".— D i e n« t. 5 7» o mD .Ronut'.- Mittw. S n. 9 Ubr:.Nannk». 7 Ubr:.Nu»' einen, Toten' iütioS'9' Cn �~ S-nnab.'S Uhr-.Da» Sghptj'ch« abgewarm. Der Jude ist schuld! Sagt die hohe Justiz. Das Amtsgericht Bernigerode verurteilte einen Agitator der deutschvölkischen Mitteldeutschen Arbeiter partei" zu 30 m. Geldstrafe, weil er in einer nicht angemeldeten politischen Versammlung gesprochen hatte. In der Urteilsbegründung wird dem Wernigeroder Tage blat" zufolge zunächst dargelegt, daß die Versammlung eine politische gewesen und daß deshalb zu Recht auf eine Strafe erkannt worden sei. Eine Gefährdung der staatlichen Ordnung habe dagegen nicht vorgelegen. Nach diesen Ausführungen heißt es dann weiter: Das deutsche Bolt erkennt mehr und mehr, daß das Juben tum schwerste Schuld an unserem unglud trage und das erfassen immer weitere Rreife. An einen Aufstieg unferes Boltes ist nicht zu denken, wenn wir nicht die Macht des Juden. tums brechen. Nicht nur die Deu'schoölfischen meinen das, fondern auch die Deut chnationalen, wie man in den Zeitungen der letzten Tage lesen fonnte. Die Gedanken, welche die Angeklagten vortrugen, stellen seine Gefährdung unserer öffentlichen Ruhe bar, nein, sogar die Besten unseres Boltes teilen diese Anschauung. Vom Osterverkehr. gesetzt worden. Hinterher hatte er nur 11 000 m. abgeführt und behauptete, daß er nicht mehr als 12 900 m. aus der Bersteigerung erlöft hatte. Mis die Auftraggeberin damit nicht zufrieden war, vermies er fie auf einen Bermert der von ihr unterschriebenen Auftragser eilung, nach welchem der Versteigerer nach zweimaligem Brets zu versteigern Das Schöffengericht hatte den Angeklagten, fruchtlofen Bersteigerungsverfudh berechtigt fei, auch unter dem gegen den die Kurdin Sarafanzeige erstattet hatte, der unter. schlagung schuldig befunden und zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Die Berufungsstraffammer änderte das Urteil dahin at, daß der Angeklagte nicht der Unterschlagung, sondern der Untreue schuldig fi und verurteile ihn zu 600 milliarden Mart. Auf die vom Staatsanwalt eingelege Revision hob das Rammergericht das Urteil der zwe.ten Instanz auf, weil weder Unterschla. gung noch Untreue vorliege, sondern aus anderen rechlichen In der erneuten Verhandlung vor der Kleinen Straffammer, als Gründen nur ein Betrugsversuch in Frage kommen fönne. Berufungsinstanz, beantragte Ser Staatsanwalt erneut Berurteilung wegen Untreue. Der Verteidiger vertrat die Ansicht, daß für das neue Urted nur die rechtliche Würdigung des Rammergerichts zugrunde gelegt werden fönne. Ein Betrug licge jedoch nicht vor, so baß reifpregung erfolgen müffe. Die Straffammer war Neumann harte aber Soppeltes Glüd an diesem Lage, denn hinterher wurde gegen ihn von der Stra tammer in einer zweiten Straffache in der Berufung verhandelt. Er war vom Schöffengericht wegen Betrug, Untreue und Unterschlagung in bier Fällen zu einem Jahr Gefängnis verurieüt mor ben. Es handelte fich wiederum um Borgänge bei Bersteigerungen. Tie Strafiammer hob ebenfalls das erste Urteil auf, so daß der Ungetlagte auch in diesem Falle freigesprochen wurde. Der geftrige Freitag, den man den stillen Freitag nennt, weil an diesem Tage, ohne Theater und Konzerte, erholungsbedürftige Menschen die Kneipen stürmen, um sie in später Stunde lärmend und johlend, des füßen Weines voll", zu verlassen, hat nur sehr wenige Großstädter ins Freie und Frische geführt. Der falte Wind, die herbe Luft und eifige Regenschauer dazwischen dämpften das Berlangen nach Wald und Heide und ließen einen Blah am marmen Ofen wünschenswerter erscheinen. Sadtbahn, Straßenbahn und Hochbahn hatten wirklich einen stillen Tag, und in den Restaurants rund um Berlin standen die Kellner beschäftigungslos umher. Auch der Verkehr auf der Fernbahn war matt und hielt sich in mäßigen Grenzen. Nur die 3üge nach Frankfurt a. M. und Dres: ben wie en starte Belegung auf Aber auch der heutige Sonnabend steht unter dem Zeichen luftloker Tendenz. Auf den Bahnsteigen der Fernbahnhöfe und an den Schaltern fehlt das leb. bafte, quirlende Treiben, die Hajt uid Hege mit Stoffern und Schachten, und auf den Straßen sieht man nur wenige Menschen, die den Bahnhöfen zustreben, um einen turzen Osterausflug nach Thüringen zu machen, in den Harz, an die Ostsee oder sonst nach einem schönen Fedchen Erbe, das sich rentenmarkträfige Mitbürger leiften fönnen. Man traut dem himmel nicht und fürchtet fich vor den Launen des unzuverlässigen Wettergottes. Die Stadtbahnzüge, die Zubringer zu den Fernbahnhöfen, ruhiges Dfterfest. Die Straßenbahn hat aber für die Feiertage thr Berfonal mobilgemacht und einen verstärkten Ber. tehr nach den Bororten und den bekannten Ausflugslotalen Dorgesehen. Fehlt nur noch die Senne und warmes, zweifelfreics Wetter, das hoffentlich morgen und übermorgen nicht fehlen wird. Bange genug haben wir in diesem Jahr die Sonne entbehren müssen, spart wird bis zum Aeußersten, bis zur Lähmung des ganzen BerSparfamfeit ist jetzt die Parole in allen Berwaltungen. Ge und der armen, gefchundenen Kreatur, die fich feinen Ausflug ins Gewaltungsapparates. Wenn aber eine Behörde von irgendwem ein birge oder an die See leisten kann, ist es gewiß zu gönnen, daß paar Bfennige zu fordern hat, dann benti anscheinend fein Mensch fie fich in den Ostertagen in warmer, wohltuender Luft im Freien mehr an das Gebot, zu sparen. Dann wird den Pfennigen tummeln fann. Der Garten- und Laubenlandbefizer aber wartet nachgejagt, um sie einzutreiben- tofte es, was es fehnsüchtig auf Sonne, bamit er endlich feine Erde bestellen fann. Doch niemals wohl haben zu Ostern an einem so späten Termin wie in diesem Jahr Felder, Bäume und Sträucher so fahl aus. gefehen. Sollte dieser Paffus wirklich in der Urteilsbegründung zu finden sein, dann wird sie ein Dokumentoon histo rischem Wert für den beispiellofen Niederwaren heute nicht voller als sonst, und alles beutet auf ein sehr gang unserer heutigen Justiz bleiben. Ein Staat, der einen derartigen Geist in seiner öffentlichen Rechtsprechung duldet, streicht sich selbst aus den Reihen der Rulturstaaten. Reinliche Scheidung. Angelika Balabanoff aus der Kommunistischen Partei ausgeschloffen. In der Moskauer Bramba" vom 8. April wird folgender Befchluß der Zentralen Kontrollfommiffion der Kommunistischen Bariei Rußlands veröffentlicht: In Anbetracht des Ueberganges Angelita Balabanoffs auf ihre alte Stellung des Mensche wismus und der aktiven Unterstützung der fonterrevolutionären italienischen Sozialdemo fratie(!), die einen heimtüdischen Kampf gegen die Kommunistische Internationale führt, und Taufende italienische Proletarier wegen ihrer Sympathien für die Kommunistische Internationale aus ihren Reihen ausschließt, beschließt die Zentrale Rontrollfommiffion, Angelita Balabanoff aus den Reihen der Mitglieder der Rom. unistischen Partei Rußlands auszuschließen." E. In einem Artikel derselben Nummer der Bramba" sucht der Sekretär der Rommunistischen Kontrollfommission E Jare. flawski unter Anhäufung von Beschimpfungen und Berbächt gungen gegen Angelika Balabanoff ihren Ausschluß aus der Partes zu rechtfertigen. Wir denken schreibt er mit Scham daran, daß Angelika Balabanoff im Berlauf einiger Jahre Mitglied der Kommunistischen Partei Rußlands war." Diese Scham" des allgewaltigen Sekretärs der Kommunistischen Kontrollkommission, der befugt ist, jede ihm nicht genehme Person aus der Partei heraus. zuwerfen, ist die größte Schamlosigkeit, die man sich vor stellen kann. Der Aufwand an Beschimpfungen und Kraftworten ift aber notwendig, um den starten Eindrud abzuschwächen, ben der Ausschluß Angelita Balabanoffs nach dem Bekenntnis Jars flawffis felbst in den Kreisen der Kommunistischen Partei ausüben dürfte, zumal die sonst üblichen Mittel der Bekämpfung Anders. denkender, wie Gefängnis, Berbannung usw., in Anbetracht der Abwesenheit der Delinquentin nicht anwendbar find. Moderne Alchimisten. Wie Papier zu Gold wird. Am 3. Dober vorigen Jahres gründeten sechs Beteiligte notariell eine tiengesellschaft zur Finanzierung der Anton Kreiselschen Schlächtereiunternehmungen" mit einem Stammfapital von 12 mil liarden Mart, die später von den Gründern eingeteilt werden sollten. Stammtapital war nur noch 3 Dollar wert, Die Gründer 14 Tage später stand der Dollar bereits auf 4 Milliarden, und das mußten die Kosten für die Gründung aus ihrer Tasche bezahlen. Am 4. Dezember wurde das Unternehmen hanbeisgerichtlich eingetragen. Inzwischen versuchten die Gründer durch Verkauf von Zwischen scheinen, die über 10 000 m. lauteten, Geld in die Kaffe zu befommen. In einer Sigung im November beschlossen sie, Arrien felbft unter das Publikum zu bringen und von dem Erlös 75 Pro3. In bie eigene Tasche zu steden und nur 25 Broz. an die Geschäfts getauft, meil bie Käufer annahmen, daß zu ihren Werten auch die Streifelsche Schlächteret gehöre. Man verschwieg dem Bublifum, daß dies Kreifels Brivatbesig ist. Die Atiengesellschaft hatte überhaupt feine Sachwerte, nicht einmal ein Bureau und Bureaumöbet Die treibende Kraft war ein gewisser Behtold, der den größten Teil der Attien hinter sich hatte. Diefer verbreitete, um Geld zu schaffen, daß fich auch ein anderes großes Schlächtereiunternehmen für die Gesellschaft intereffiere. Auch ein Broturist Fleischmann von war die Stabilisierung ber Mart getommen. Fleifdymann stellte einer Bant am Kurfürstendamm wurde hinzugezogen. Inzwischen nun ein Edhreiben aus, daß seine Bant berett fei, die Aftien mit 30 Goldpfennig pro tausend Papiermart aufzu nehmen. Dieser Brief mar ein Bluff", der aber feinen 3wed er fehenen Retlamegesellschaft, der auch feinerseits ein Schreiben ohne Ggenzeichnung ausfertigte. Mit diesen beiden Briefen wandte man Attiengesellschaft intereffierte und bereit war, die Attien aufzulaufen. sich nun an ein Privatgeschäft mit dem Erfolge, daß es fich für die um ein Gegengewicht gegen die anderen Aftienbefizer zu schaffen, follten eine entsprechende Anzahl Aften erworben werden. Das Bankgeschäft zahlte 120000 Goldmart, um den erforderlichen Boften aufzubringen. Das wurde aber durch allerlei Madenschaften, bei benen noch ein Agent Erdmann, eine Gräfin Baffen. beim und ein Braf Tarnowiti beteiligt waren, planmäßig unwieder benutzt, um andere Leute einzufangen. Ein zweiter Banfier möglich gemacht. Die Namen der Gräfin und des Grafen wurden füßte 20000 m. und ein Brivatmann roch 5000 Goldmart bei biefen verwickelten Geschäften ein. Bas fie an Gelb betamen, verteilten bie Unternehmer unter fish. Der erste Bankier machte endlich Anzeige und so wurden die Machenschaften von der Kriminalpolizei aufgededt und die fünf Genannten verhaftet. Fleischmann befchloß alles, was er heraustekommen hatte, in Sach. werten anzulegen. Er schickte seine Geliebte nach Hanau, um dort burch fie Silber, Gold, Platin ufm auftaufen zu laffen. Als fie jegt von ihrer Reise zurüdfehrte, murde fie auf dem Anhalter Bahn. hof von Krinnnalbeamten in Empfang genommen. Eine ganze An. zahl Aften befinden sich wahrscheinlich noch in den Händen des Bublifums. Rein anderer als Lenin hat vor zwei Jahren Angelifa Balabanoff als eine Genoffin von idealer Reinheit und Uneigen mügigkeit charakterisiert, die in unübertrefflicher Weise alle ihr auf erlegten Aufgaben erfüllt hat. Es genügt, diefes Seugnis Benins anzuführen, um den Wert der jest gegen Angelika Balabanoff erreichte. Behtold intereſſierte weiter den Beteiligten einer angelaffenen Bannbuile zu ermessen. Zur Einschätzung Angelitas Bala banoffs, die bei der Gründung ber tommunistischen Inter. nationale zur Gefretärin der Eretutive gewählt wurde, bedarf es aber auch des Zeugniffes Lenins nicht. Mer bie Tätigkeit dieser Genoffin in Rußland wie im Auslande fennt, wird den Schlag zu würdigen verstehen, den die Kommunistische Bartel fich selbst burch ihren Ausschuß zugefügt hat. Die gegen fie erhobene Antlage ist aber nur ein Borwand. In Wirklichkeit ist An. gelifa Balabanoff ausgefchloffen worden, weil ihre reine idealistische Gesinnung sich mit der Braris der kommunistischen Gewaltmenschen nicht verträgt. Neben Ginomiem und Radek ist in der Rommunistischen Internationale tein Blag für Angelita Balabanoff. Menschen von reiner Gesinnung, die das selber nicht einsehen und daraus ihre Konsequenzen ziehen, werden von den Moskauer Diftatoren unter Beschimpfungen und Berdächtigungen aus der Partei herausgeworfen. Das ist die wich tigste Lehre, die in allen Ländern aus dem Ausschluß Angelita Balabanoffs gezogen werden muß. Enteignung der baltischen Barone. Riga, 19. April.( Eigener Drahtberidyl) Im lettländischen Bartament wurde der Iniativantrag der beiden sozialistischen Barteien und der lettsch- baltischen Bauerngruppe, ber bie Enteig. nung des baltischen Großgrundbefizes, der im Laufe der Jahrhunderte der eingefeffenen Bevölkerung entriffen worden ist, ohne Entschädigung verlangt, mit 50 gegen 39 Stimmen in britter Lesung angenommen. Lettland ist damit der erfte Staat Europas, der ohne Entschädigung Großgrundbeh zur Aufteilung enteignet. Die Deutsche Fraktion", die hauptsächlich die baltischen Barone vertritt, verließ vor der Abstimmung ben Saal. Der fran. aöfifche Gesandte, Graf Gertel, fuchte den Ministerpräsidenten auf und verhandelte mit ihm über die Frage der Entschädigung des enteigneten Großarundbesitzes der Ausländer. Wie wir hören, hat das Kabinett sich entschloffen, ein Gefeß auf Entschädigung für den ausländischen Großgrundbesitz einzubringen. Trennung von Staat und Kirche. Riga, 19. April.( Eigener Drahtbericht) Nachdem die Budget. fommission bei der zweiten Lesung des Budgetentwurfs die Finanzmittel für die Kirchen abgelehnt hatte, brachte der Innenminister Birsneel bei der britten Lesung des Haushaltsplanes abermals den Antrag ein, die Budgets der lutherischen, fatholischen, griechisch- orthodoxen und altaläubigen Kirche zu erneuern und auch einen Bosten für die ifraelitische Konfeffion aufzunehmen. Die Go. zialdemokraten nehmen scharf gegen den Antrag Stellung. Bei der Abstimmung wurden die Budgets der einzelnen Kirchen der Reihe nach abgelehnt. Gó Die Republik Griechenland ist von der franzöfifchen Regierung offiziell anerkannt worden. Ein Inder Bürgermeister von Staffufta. Der Leiter ber Svarai( Selbständigkeitspartei Das ist mit 50 gegen 12 Stimmen bie für den europäischen Kandidaten abgegeben wurden, zum Bürgermeister von Raffutia gewählt worden. Sein Programm: unentgeltlicher Boltsschulbesuch, unentgeltliche ärztliche Hilfe und Berbefferung der Wohnungsverhältnisse. molle! „ Kleinarbeit" bei Behörden. 20 Milliarden Papiermart, d. h. zwei Pfennig in Bold, hat das Bezirksamt Charlottenburg einem Mann abgefordert, der die Kosten der Fürsorgeerziehung seines Sohnes deden muß. Um diesen Betrag einzutreiben, murde ein gebrudtes Formular herausgesucht, vor fchriftsmäßig ausgefüllt und unterzeichnet, sorgfältig getnifft und zufammengefaltet, burch eine aufgeflebte Siegelmarte verschlossen. mit der Adresse beschrieben und dann der Post übergeben. Das Schreiben enthielt die Aufforderung, die 20 Milliarden Bapiermart innerhalb breier Tage an bie Bezirksamtstaffe im Charlottenburger Rathaus, vormittags zwischen 9 und 1 Uhr, unter Borlegung der Benachrichtigung einzuzah'en oder den Betrag unter Angabe der Geeinen mit der Maschine geschriebenen Bettel von sechs Zeilen, der fauber schäftsnummer einzusenden. Das Formular war vervollständiat durch aufgeklebt war. Er drohte dem Zahlungspflichtigen, bei unentschuldigter Nichtzahlung oder unpünktlicher Zahlung„ bie Angelegenheit an den zuständigen Armenverband zweds zwangsweiser Beitreibung der Resten zurückzugeben". Um Gottes willen, nein, dazu durfte es der Mann nicht auch noch fommen lassen! Er beellte sich, auf dem Rat haus die zwei Pfennig abzuliefern. Die Quittung wurde von zwei Beamten unterzeichnet, wie es laut Borschrift bei so wichtigen Dingen noch mit der Gewissenhaftigkeit, die eine geordnete Verwaltung zu gefchehen hat. Ohne Zweifel find die zwei Pfennig dann auch fordert, gebucht worden. Tinte usw. vor der Eintreibungsaftion nötig gewesen ist, um die Wieviel Aufwand an Arbeit, Papier, Sache fertig zu machen, fann man sich denken. Der Laie schüttelt zu solcher Kleinarbeit" der Behörden ver wundert den Kopf, aber er versteht eben nichts davon. Ein be fanntes Wort sagt: Gerechtigkeit muß sein, mag darüber die Welt zugrunde gehen. Die den Pfennigen nachjagenden Behörden scheinen Ausgaben ben hundert oder tausendfachen Beirag foften. zu denken: Ordnung muß fein, mag das Bergnügen uns an Ein nächtlicher Juwelendiebstahl. Charlottenburg bet bem Kaufmann 2. Jacob ein[ werer Ein bruch verlibt, bei dem den Dieben Werte von über 100 000 Die im ersten Stod gelegene Wohnung eingebrungen. Sie hatten die Mart in die Hände gefallen find. Allem Anschein nach sind die Diebe in der Zeit von 2 bis 3 Uhr nachts mit Hilfe einer Leiter in Fensterscheibe eingebrüdt und bann von innen die Fenster aufge Ehepaar nicht gewedt murbe. U. a. fiel ihnen eine Berlentette, riegelt. Sie besorgten ihre Arbeit" lautlos, so daß das schlafende die aus 84 Berlen befbeht, in die Hände, ferner zahlreiche andere Juwelen und Smudgegenstände. Die Kriminalpolizei Färung bes Ginbruchs führen tönnen. nimmt Kriminalfommissar Entdeckung ihrer Tat zu verhindern. titellungen, die zur Aufimm an, deß die Diebe die Bestohlenen betäubt haben, um die Genneth. Simmer 105, Bolizeipräsidium, entgegen. In der Nacht zum Rarfreitag murde in der Bleibtreustr. 25 in Aufruf des Papiermark- Notgeldes. Der Reichsfinanzminister hat das auf Papiermart lautende Rot geld, beffen Aussteller in Württemberg, im unbejezten Gebiet des Landes Heffen fowie im Gebiet der freien Stadt Danzig und ber freien Stadt Hamburg ihren Siz haben, mit Wirkung vom 1. Mai 1924 aufgerufen. Die Einlösungsfrist läuft bis ein [ hließlich 31. mai 1924. Ausgenommen von diesem Aufruf bleiben das Notgelb der deutschen Reichsbahn und die Staatstafienfcheine Württembergs. ausgegebenen Die Taufendmartscheine. Die Reichsbant zahlt für die von ihr Emission sie angehören und ob sie einen roien ober grünen 1000- Mart- Noten, gleichgültig melcher Stempel tragen. nicht mehr als 1000 Reichsmart. Die Spartaffe in München- Gladbach ist durch eigenmächtige Kreditgebung feitens ihres Direttors Ichwer geschädigt worben. Wie mitgeteilt wird, hat der Direktor der Kaffe der jest in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Firma Loeb u. Co. in Trier über 3 mei Millionen Goldmark Kredit gewährt und bies fowie ohliche Geschäfte abgeschlossen. ohne die Genehmigung des Berwaltungsrates einzuholen. Ferner hat er sich Berungierte Genoffe Baul Mielig in einem groß angelegten Referat treuungen dadurch, schuldig gemacht, daß er während der In ftationsgeit mit den ihm anvertrauten Geldern petuliert hat. Er ist beshalb fcfort feines Amies enthoben worden, und es ist ein Straf. und Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet worden. Sein eigenmächtiges Borgehen wurde dadurch erleichtert, daß es zu einer Zeit erfolgte, als der Oberbürgermeister und mehrere Beigeordnete, darunter der Sparkassenbezernent, ausgewiesen waren. Preimal verurteilt, dann freigesprochen. Das mechfelvolle Schidfal einer Anflage zeigte sich bei dem Aus. gang einer Verhandlung vor der Straffammer bes Landgerichts I. Der Auftionator Ernst Neumann hatte von einer Frau eine Möbeleinrichtung zur Bersteigerung im Jahre 1920 übertragen er. halten. Er ſelbſt hatte den Wert auf 30 000 m. eingeschäßt und es war auch für Sie Bersteigerung diefer Betrag als Mindestpreis feft. Das Rundfunkprogramm. Heute, Sonnabend, den 19. April. Hanse. 8,30 Uhr: VI. Sonderveranstaltung der Funkstunde A.-G. Mattia 7 Uhr: Vortrag des Herrn Prof. Adolf Weißmann: Musik im Battistini. 1 Zueignung aus Faust". von Goethe( Karl Zander vom Deutschen Theater, Berlin, Rezitation), 3. Adagio aus dem H- moll- Konzert, von Dvorak( Otto Urack, Violincello Mattis Battistini. 4. a) Tod in Uelzen, von Liliencron. b) Die Wallfahrt Berlin, Rezitation). 5. a) Volkslied aus dem 16. Jahrhundert, von nach Kevelar, von Heine Karl Zander vom Deutschen Theater Burmeester, b) Serenade, von Pierné( Otto Urack, Violoncello), am Flügel: Dr. Felix Günther. In einer öffentlichen Wählerversammlung in Lichtenrade ffialle Fragen, die mit dem Ausgang der Bahlen am 4. Mai ver. bunden find. Nur eine starte sozialdemokratische Barlamentsfraktion fann Front machen gegen die taftung ber bretten Waffen, gegen die Klaffenjufta und gegen die wirtlichen Hechperräter. Der Redner behandelte dann den Münchener Brozeß und betonte, daß nur ge blenbebe und verzweifelte Menschen einer derartigen Bartei" ihre Stimme geben fönnten. Aber tie 26 verschiedenen Parteien, die zur Wahl antreten, zeigen das Unglüd des deutschen Boltes. Mort für Wort widerlegte ber Referent den nationalistischen Schachtruf, beffen legte Weisheit dahin geht, mit fliegenden Fahnen über den Rhein zu Deutschlands Befreiung" zu marschieren. In der Dis. fuffion fprachen zwei Rommunisten über Berliner Berhältnisse in ziemlich fachlicher Art. 5% " Der Bahnhof Gneisenaustraße der Nord- Süd ist heute frilh um Uhr dem Berkehr übergeben worden. Scheunenbrand in Riederichönhausen. Ein großes Schadenfeuer beschäftigte am Rarfreltagabend die Feuermehren Berlins, Bankows und Niederschönhausens. In der achten Abendstunde brach in der mit Futterporraten gefüllten Scheune des Molkerei. haufen Feuer aus, das sich mit riesiger Schnelligkeit über das ganze befizers Müller in ber Kaiser Wilhelm- Straße in Niederschön. Gebäude ausbreitete. Als bie ersten Böschzuge an der Brandstelle eintrafen, ftand die Scheune bereits in hellen Flammen, jo daß die Löschmannschaften sich auf den Schuh ber umliegenden Stalfungen und Gehörte beschränken mußten. Die Scheune brannte bis auf die Umfaffingsmauern nieder. Nach ben bisherigen Feststellungen fiegt Brandiftung vor, und zwar handelt es sich um den britten Fall dieser Art in Niederschönhausen innerhalb der legten Zeit. Gewerkschaftsbewegung Konflikt im Speditionsgewerbe. Für das Speditionsgewerbe wurde ein Schiedsspruch gefällt, den e Arbeitgeber abgelehnt haben, worauf er auch von Den Arbeitern abgelehnt wurde. Durch das Berhalten der Arbeit geber ist nun der Karren verfahren. Die Arbeitnehmer find entschlossen, unmittelbar nach den Fefttagen in den Streit zu treten, um aus der unhaltbaren Situation herauszukommen. Gie sehen feinen anderen Ausweg mehr. Sollte nicht von dritter Seite sofort in den Konflikt eingegriffen werden, ist der Streit unvermeidlich. Der Zimmererstreif. Wie fie arbeiten!- Wie sie spalten! Bir finer Metallinbufrieller mit, ber bie tabung on feine Mitglieder weitergab. Infolgedessen wurden einige former, die bei einer anderen Firma hätten anfangen fönnen, zuriidgemiesen, weil sie aus einem befreiften. Betriebs fämen. Diese Former forderten nun von den Deutschen Berten Schadenerfaß, weil die Mitteilung, fie wären Streifende, un mahr fei. Die Kläger behaupten, es feien feine Streifpoften ausgestellt und auch sonst nichts gefcheben, was bei einen Streif fonft geion werde. Sie würden doch nicht während eines Streifs füfts es war am dritten Toge nach dem Ausbruch des Konondere Arbeit gesucht haben. Alles das fpreche gegen die Annahme, daß es sich um einen Streit gehandelt habe. Das Gericht erfannte auf Abweisung der Klage mit ber Begründung: Die Auskunft der Firma. daß die Maschinenformer streifen, fei objettis night rigtig, weil die äußeren Wertmale eines Streits Streifpoften ufw. fehlten, aber die Firma habe nach Lage der Sache des guten Glaubens fein tönnen, daß ein Streif vorliege, fie habe also nicht fahr. täffig eine falfche Auskunft erteilt und tonne nicht fadenerfaßpflitig gemast merden. Graphisches Gewerbe! Flugblätter für die Wählerversammlung des Werbeaus. shuffes der VSPD. im graphischen Gewerbe am Donnerstag, den 24. April, milfen heute Sonnabend oder am Dienstag in der Zeit von 4 bis 7 Uhr bei Rrüger, Holzarbeiter Börse, Engelufer 23, abgeholt werden. Jeder Betrieb der vier graphischen Berbände muß an einem dieser beiden Tage die Flugblätter dort abholen und im Betrieb zur Berteilung bringen. enf bam verireien find die revolutionären Bewertschaftler, die Be triebsräte und Delegierten ber revolutionären unorganisierten Ar. betterschaft aus ten Großbetrieben fowie Berinaier der wichtigsten Euwerbslosenräte". In der zuerst veröffentlichten Entschließung war bie Rede von Deieglerten der revolutionären organisierten Arbeiterschaft. Die Rote Fahne für die Brovinz Brandenburg" bemerkte hierzu, bas bies ein sinnstörender Drudfehler war. Richtig müsse es heißen, bie Delegierten ber revolutionären " Rorganisierten Arbeiter aus den Großbetrieben. Derfeibe fommunistische Parteitag, der von seinen Baricimit gliedern fordert, ihre Mitgliedschaft in den Gewertschaften aufrecht erhalten, um tarin in femministischer Weise weiter zu stänfern, bieselbe Bartei, die Sontererganisationen für die kommunistischen Gemertichoftemitglieder unterbolt, nicht nur für die Ausgeschloffe wan", sondern auch die Unien ber Hand- und Kopfarbeiter, hält auch 11norganisierte zu ihren Smeden für gut genug, menn fie Bom Vorstand der Bahlstelle Berlin des Zentralverbandes der lutionen zu ftimmen. Da die Unorganisterien fich badurch aus. mir revolutionär", d. h. bereit finb, für die fommunistischen Refo Bimmerer erhalten mir heute einen Bericht, dem mir entnehmen: In der Zahlilellenversammlung em 15. April wurde über die zeichnen, daß fie teine Berbindung haben imb bemgemäß auch feine Schneerhandlungen berichtet. Saß in der Berhandlung mit den Unitet, um Delegierte zu einem Stongreß zu fiden, wird die BD. fernehmern am 8. April 84 Bf. gefordert wurden und Berlängerung Zentrale die Rongreftoften bezahlen für die ihr repräsentierten des Bezirkstervertrages bis 29. April. Die Unternehmer eriärten, Delegierten der revolutionären unorganisierten Arbeiter. Die Undaß für fie ter Tarifrerireg vom 1. April nicht mehr bestehe, und organifterien erst einmal au organisieren, das dauert ben fommuUn ihren inneren lehnten eine Lehnerhöhung ab. Der Schlichter für Groß- Berlin jepte niftilen Rongichtheatermachern zu lange. dann von Amts wegen eine Berhandlung zum 14. April on. Die Biberfprüfen werden die Allermeltsftrategen feitern. Unternehmer beftanden auch hier auf der Entführung ber neun wünschen ihnen dabei raschen Erfolg. tündigen Arbeitszeit, auf Grund ihrer Gnsiarer Beffiffe. Die Zimmerer fieliten auf Grund der veränderten Lage neue Ane träge, 46% ftündige Arbeitswoche, 1 m. Stunderlohn usw. Die Arbeite geber lehnten jedes Entgegentemmen ab, indem fie auf die nerlän grie Arbeitszeit und die niedrigen Zähne in der Industrie hin niejen. Da feine Einigung erzielt wurde, fälfte der Schlichter een Schiebsspruch, wonach Leberstunden bis zu neun Stunten ohne Zue jhlag gemacht werden können, falls zwingende öffentliche Interessen de schnelle Fertigstellung einer Bauarteit erfordern. Die Löhne follen betragen für Facharbeiter 78, Bauarbeiter 68 und Tiefbauarbeiter 57 Bf., und zibar zunächst ab 18. April bis zum 20. Miei. Die Zahlstellenversammlung hat zu diesem Schiedsspruch Stel Jung genommen und derselben einstimmig abgelehnt und sofert zu den sich aus der Ablehnung ergebenden Maßnahmen Siel lung genommmen. Noch längerer eingehender Beratung murbe mit 157 gegen 3 timmen der allgemeine Sireif befohloffen. Daß es den„ Mostowitern, die sich schamhafterweise als„ GeSomit ruht cuf allen Arbeitsstellen des Hoch, Beton. und Tiefbaumertschaftsopposition bezeichnen, nicht darum zu tun gewerbes ab heute Sonnabend die Arbeit. Beiter murhe einstimmig war, den Ausbau der Organisation zu bewirken, geht Beschlossen, ben 1. Mai durch Arbeitsruhe zu begehen. aus den Vorgängen hervor, die sich in Hagen, in Belbert, Am Dienstag müssen alle Bezirke bos Streifmaterial in Bureau in Gleimi und in einer Reihe anderer Orte abgespielt haben. abholen. Dori haben die Anhänger der RD. die Bersammlungen teilweise und fogar nofifiändig unmöglich gemacht. Man fonnie fich nerfucht fühlen, diefe Berkommniffe auf das Ronio der unerfahrenheit und geringen gemertfdafilichen Schulung zu sehen, Am Dftersonntag werben auf ber Diympiaban nit menn night ein folches Borgehen fyftematisch gefördert würde. Bor uns liegt nämlich die Abschrift eines Edreibens der Beweniger als en Dauerfahrer, u. a. Sawall, Saldow, irtsleitung der PD. Schlesiens, Abteilung Gewert Lewanow, Stebrin! und Storm( Holland) hinter Motoren thre Sträfte meffen. Fünf Dauerrennen find vorgesehen. Beginn 8%, Uhr. angefordert wird. Es handelt sich jedoch um eine Werbeversamme lung, die als öffentliche gedacht war. Wir lassen als Beweis dafür, beuten wollten, dieses Schreiben hier folgen. daß die Kommunisten diese Versammlung für ihre Barieizwecke ause Breslau, den 17. März 1924. Streitbeschluß der Dachdecker. Der Deutsche Metellarbeiterverband hat auf Grund des Beschlusses seines Berbandstages in Saffet für die Boche Dam 23. bis 31. März eine Werbewoche" veranstaltet. In Dußenben von Bersammlungen ijt ben Metallarbeitern die Rob menbigkeit einer ftarten Organisation fiar gemacht worden. Leider ift ein Teil diefer Bersammlungen durch die Angehörigen der ostauer Richtung zu einem wüsten Tummelplage der politischen Leidenschaften gemacht worden, anfiatt dem Organi jationsgedanten auch gegenüber benjenigen zum Durchbruch zu ver helfen, die in der legten Seit aus den verschiedensten Ursachen miß vergnügt beiseite standen, oder vielleicht gar der Organisation fich intereffelos gegenüber verhicilen. In der geftrigen öffentlichen Versammlung der Dachbeder und Berufsgenossen wurde auf Empfehlung des Borstandes ein ftimmig der allgemeine Streit für Groß- Berlin bejchloffen. Die Gefellenschaft forbert einer Stundenlohn von 95 Br. für Facharbeiter für die Hilfsarbeiter 5 Broz. weniger, und unfchaft, in welchem ein Sorreferent für eine Mitgliederversammlung bebingtes Festhalten am Achtskunden tag. An den anderen Tarifbestimmungen foll ebenfalls festgehalten werden. Die Bersammlung beschloß einmütig, dem Vorftande die Streilleihung 811 übertragen. Die Streifleitung befindet sich im Lotal Klement, Sophienftr. 6. Alle Bertrauensleute werden ersucht, dem Streit burcau sämtliches Material über die Borgänge in den einzelnen Be airfen fofort zu überweisen. Schärifte Streiffonirolle ist überall notwendig. Lohndifferenzen auch bei den Löpfern. Die Töpfer hatien neue Lohnforderungen gestellt. Sie verlongten die chiung des Friedenstones( 1 M. pro Stumde). In Der Berhandlung am 16. April erflärten die Unternehmer, vom 22. April ab ftatt 75 Bf. 85 Bi. pro Stunde zahlen zu wollen. Die Berhandlungskommission der Töpfer fonnte bent nicht zustimmen. Am 3, Feiertag werden die Töpfer in einer Bersammlung in ben Residenz Festsälen, Landsbergerstraße, zum Angebot der Inter nehmer Stellung nehmen. Die Berhandlungen über den neuen Affordiarif find verhältnis. mäßig neil vontattin gegangen und bürsten balb beendigt fein. llerdings find noch verschiedene Riippen vorhanden, an denen zulegt doch noch die Berhandlungen scheitern fönnen. Die Fragen ber Beriretung der Arbeiter, der handwerkzeugenijchädigung, ber Ferien, ber Entschädigung ber Lehrlinge horren noch der Lösung. leber bie Attordpreise, die auf einen Stundenlohn von 1. aufgebaut find, ist die Verhandlungstommission im allgemeinen einig geworden. An die Zentrale, steifung Gemerffchaft. Unsere Ortsgruppe teilt uns soeben mit, daß fie bei Euch einen Rorreferenten für eine Mitgliederversammlung des Deut fchen Metallarbeiterverbandes, Zahlstelle Rosenau, angefordert hat. In dieser Versammlung wird der Bezirksleiter des Deutschen Metallarbeiterverbandes das Referat halten. Es muß ein Dele: gierter erscheinen, der ein ausgezeichneter Redner ist, da Timm ein großer Gauner ift und unfer Genosse nicht allein magt, die Sache zu übernehmen. Sie ersuchen ums darum, Euch mitzuteilen, daß Ihr unter allen Umständen den Genossen Schumann oder einen ebenbürtigen ihnen zur Verfügung stellt. Die Versammlung findet am Montag, den 24. März, statt. Wir ersuchen Euch dringend, das Erfuchen der Ortsgruppe Rogenau unter allen Unftärben zu erfüllen. Mit fomm. Gruß Bezirksleitung der D. Schlesiens, Abteilung Gewertsoft. gea: Unterschrift( unleserlich). Die Unsferrung in der rheinisch- weitfälischen Holzindufirie ist durch Schichsprudy beendet, wonach die 48stündige Arbeitszeit bis zu vier Stunden verlängert werden fann mit einem Lohnaufschlag für Ueberstunden von 10 Proz. Der Spitzenlohn beträgt ab 22. April 65 Pf. Die Budbruder in Stuttgart find heute in den bürgerlidjen Beitungsbetrieben in den Streit geweten. Der Streit in Mainz ist beendet. Auch in Erfurt ist der Streif beigelegt. Den qualifizierten Arbeitern wurden fleine Aufbefferungen bewilligt. Denisher Bangemerisbund, Fosgruppe der 38sfez. Generalversammlung in den Hebensfentialen, Landsberger Str. 31, am Dienstag, den 22. April, nachmitings 5 Uhr. Bericht vom 1. Quartal. Bericht der Lohntommiffion und Geungnehme zum Angebot der Unternehmer. Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliebsbuches. Sport. Die Radrennen zu Offern. Die feine Treptower abrennbahn, an ber Heerfraße der Ausflügler gelegen, war fon feit längerer Zett reparaturbedürftig. Die Inflationsperiode hat sich auch bier teilweise recht unangenehm ausge wirft und Spuren am Ban bes Rubeltopps hinterlassen, die einer Sport ftätte, wie es die Treptower Babn sein will, unwürdig find. Und so find jest täglich Zimmerleute, Maurer und Tischler an der Arbeit, um die Babn wieder zu dem zu machen, was fie toat. Die Sanbteraffen des Sattel blages, bie nur mühjam von Holzverkleidungen gehalten wurden, find ver wunden und an ihrer Stelle find 8ementterajien getreten, bie ein befferes Steben gepährleisten. Am nächsten Renntag( 1. Mai) with fel no auf die Seule ber Dauerfabter hingewiesen. Sefähigte bie Bain in einem neuen Gewande ihre Besucher embfangen. Im übrigen Talente dis Rab ports( bisherige Fiteger) werben auf der Treptower Bahn unter Leitung des Dauerfahrers Sawall für die Rennen hinter Motoren ausgebildet Troß des erft furgen Bestehens dieser Eule find jest schon fchöne Erfolge zu berzeldinen. Theater der Woche. Born 20. bis 28. April 1921. Bolfsbühne: 20. Don Carlos. 21. Oftern. 22. Die Fahrt ras Deplib. 23. unb 24. Oftern. 25. Bis 28. Bafantajena. Beutsches Theater: 21., 22., 23., 26. und 28. Die Jübin von Eolebo. 23. und 27. Der lebende Leichnam. 24. Bom andern Ufer. Remmerspiele: 21., 23.,. 25. und 27. Betterleuchten. 22., 26. und 28. Bom andern fer. 24. Frühlings Etwaden.£ ffing Theater: Rol Dozioge. Theater in her Räniggräger Straße: So ift es! 3ft es fo? entices Opernhaus: 20. Die Zauberflöte. 21. Aiba. 22. Tannhäufer. 23. Tosca. 24. Tristan und 3folde. 25. Rigoletto. 26. Der Droubabour. 27. Sohen. grin. 28. Carmen. Die Tribune: Großes Schauspielhaus: Gasparone. Bis 25. Cine glüdliche Che. Ab 26, Der Reiherbafch. Deutsches Künstler. Romabienhaus: Rei um Gine. theater: Eine florentinische Tragödie. Baziete. Cine musikalische Aur. Berliner Theater: Das Weib in Purpur. Intias Theater: Crepe Georgette. Sotelabenteuer. Der Sere mit der grünen Tianan- Theater: Rapfexftreich. Resibenz Aramatte. Bonions Abfchied. Rommandantenstraße: Das Radiomabel. Theater in ber Theatez: Sinkemann. Rentral- Theater: Ontel Nastopigil. Friebrin- Wilhelmbtisches Theater: Zunggesellen Dämmerung. Remische Opez: Die tanzende Bringeffin. Luft frielbaus: Der scharfe 23me. Metropol- Theater: Raznepal ber Liebe. Kenes Operettentheater: Die Dezfagte Nacht. Thelle Theater: Frasquita. Theater am Rollenberfplag: Die Berlen der Kleopatra. Opernhaus: 20. ole Stadt. 21. ficazes Sochzeit. 22 Boheme. 28. Cletra. 24. Tosca. 25 long Sila. 22. und 25. Sanjel unb Gretel, kože Blume. 23, 24, 26. unb 27. Wetermaus. 28. Steflanb. Rheingolb. 36. Sote Stabt. 27. 65 Schauspi- thaus: Wenn es der RPD. mit ihren Redensarien, daß auch fie für den Ausbau und für die Einheit der Organisation wirten wolle, ernst wäre, dann dürften fie weder die Verfammlungen für ihre parteipolitischen 3wede ausbeuren, noch durften sie zulaffen, daß eine Auseinanderlegung über tattische Fragen stattfand und somit den Unorganisierten die Zerrissenheit der Arbeiterschaft Zum Streit der Esha- Werke in Brig. norgeführt wurde. In den Verjaminlungen, wo folche Ausein anberfegungen nicht stattfanden, fann man eine erneute Feftigung Seit einer Woche steht die Belegschaft der Esha- Berte im Streif. der Drganisation feststellen. Sie mußten allenthalben ihren mit lieber die Löhne wurde eine Einigung erzielt, bach verlangte gliedern fagen, daß es jetzt darauf anfäme, zunächst einmal die der die Direktion eine schriftliche Festlegung des Seunstundentages auf drei Monate. Ferner sollten 63 Arbeiterinnen und Mr. Organisation fernstehenden Wassen dem Verband zuzuführen. Eine Auseinanderfeßung darüber, welche Inttit unb Welton beiter, darunter fast jämtliche gewerkschaftliche Funktionäre des chauung die richtige fei, mußte verlagt und an denjenigen Stellen Zentralverbandes der fleischer, gemeregelt werdm. Im Berlaufe der Berhandlungen wurde die Maßregelungslifte um zwei zum Ausdrud gebracht werden, die für solche Auseinanderlegungen Drittel reduziert. Die Berhandlungsleitung war bereit, zum Ausgeeignet find. Wer dagegen in Werbeverfammlungen die gewerk. fchaftliche Organisation befämpft und herunterreißt, verdient, als 20., 21., 22., 24., 26. ttb 28. Boffenabend. 2. Biel Lärm un nights. 25, Bect gleich der ausgefallenen Arbeitstage taglio eine zuschlag Echädling der Arbeiterbemegung beirachiet zu mer. Cant. 27. Sumpasi Begabundus. Geilerfheater: 20., 22, 26. Fauft. 21. freie Ueberstunde bis einschließlich 81. ai zuzue Stiftungsfeft. 28. Bilheim Tel. 24. Stora. 25. und 27. Rönig Sticolo. 28. Die ben. Deswegen ist die Rottenfängermelobis ber RPD. von der jo Räuber. Theater am Kurfürstendamm: Lady Frederit. Aleixes Theatre: geftehen. Die Firma ging mit ihrer Forderung befer Stunde bis genannten„ Einheitsfront" nights anderes ais wie elende eine galante Stadt, Wallner- Theater: Mabama Tharan. b 26. Goethes zum 30. Juni zurüd. Daß es sich bei der Firma um die dauembe Balhade- Sheeter: Bariete- Borftellung. Rose- Theter: 20. und Heuchelei. Die Arbeiterschaft wird gut tun, das vorbezeichnete Teste Liebe. Festlegung des Neunstundentages handelle, zeigte die Auslaffung Borgehen zur Kenntnis zu nehmen und die erforderlichen Schluß- Robert und Renes Theater am Spa: Meine Incht Tochter Otto. eines Verwaltungsmitgliedes während der Berhandengen. Die folgerungen daraus zu ziehen. Bummels Martha. park- Theater Steglig: Raiferplag 3. Folies Caprice: Biebes- Reigen. Firma glaubt auá, bei dieser Gelegenheit vor der Deffeniliteit mit folgerungen baraus zu ziehen. in buticalspelaft: Drunter unb Driber. Wyss- Theater: Die Abenteuerin. ihren fozialen Einrichtungen" prunten zu müffen. Unter fozialen Die Gandel, Exzente. Theater, täglich 8 Uhr. Einrichtungen" versieht man aber in der Regel etwas anderes, als Rachmittagstellungen. Bellsbühne: 20. Offern. 21. Eine Schiller- Theatce: bas, mas man in den Esha Werken so nennt. Die EfheWerke Gebrechnung. Dec Scivetsantrag. 27. Die Fahrt nach Orviid. 20. Torquato affo.. Minna von Barnheim, Deutsches Theater: 27 t Seidelberg. Rommerspiele: 27. Dez zerbrochene Rrug. Leffing- Theater: 20. haten teine Ursache fich mit ihren fozioten Einrichtungen in den Berbergrund zu stellen. Der Streif geht weiter. unb 21. as the wollt. Dentfches Rinklerfheater: 20. und 21. Der Blbezpel. Berlince Theater: 20. und 21. Der Troubadour. Balluer- Theater: 20., 21. und 27. Die Pfarrhauslomable. Safe Theate: 20., 21. und 27. Die Fahrt ins Bunderland. Ediskpard Theater Steglis: 20. unb 21. Das tapfere Soneiber ein. Avelle- Theater: 20. Eine gildliche Ehe. Schaubühne in Reuen Theater am 20: 20,( 8) Der Weibsteufel 21.( 3) Der Raub der Cabinerinnen. 28. z 24.( 3) Der Graf vox Olclühen. Die revolutionären Unorganisierten. Der fommunistische Parteitag hat beschlossen, das Theater eines tommunistischen Arbeiterfongreffes vorzubereiten. Er will alle auseinanderstrebenden Kräfte der Arbeiterflaffe wieder zusammen reißen", uni wieder eine Grundlage( sine fommunistische natürlich. D. Rd.) für ein gemeinsames( fommunistisches. D. Red.) Handeln zu errichten. Darum muß ein Arbeiterkongres organisiert werden, Berliner ElektrikerGenossenschaft angeschl, dem Verb. sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str.86-88 Fernspreder: Norden 1198 Herstellung elektr. Licht-, KraftGestreift sder in den Sack gehauen"? Um biele Frage brehte sich ein Prozeß, der sich vor dem werbegerit abspielte. Die Maschinenformer der Deutschen Werte in Spandau forberien eine 2ohnerhöhung, die von dem Di neffionsvertreter abgelehnt wurde. Dieser foll wie die Former behaupten gefagt haben, wem die Löhne zu niedrig feien, ter fönne aufhören und sich da Arbeit suchen, wo er mehr befäme. Das hätten sie, die Former, benn auch getan. Sie hätten nicht geftreift, fondern- 72 an der Bahl, in ben Sad ge. hauen", bas heißt aufgehört, um fich andere Arbeit zu suchen. Rafine- heater: Galof Theater Berantwortlich für Bolitif: Graft Renter; Mirthaft: Wetur Caternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilsasti: Sptales und Conftiges: Fris Kartabt; Anzeigen: Th. Glede; familich in Berlin. Berlag: Borwärts- Barleg 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei ter Former als einen Streit, teilte das dem Berband Berlund Berlagsanstalt Baul Singer. Co.. Berlin 23. 68. Lindenstraße 8. Die Leitung der Deutschen Werte betrachtete aber das Borgehen ähne 1.2 Tellzahlung auf gestattet b. kl. Anzahl u. wöchentl. Abzahlung von 10.-M. an. Echte Goldkronen v 8 G.-M. an, Ersatzkronen v. 3 G.-M. an. Zähne ohne Gaumenplatte v. 3 G.-M. an. Zahnz. mit Betäub 1 G.-M., b. Bestellg von Gebissen gratis. Rat und Munduntersuchung gratis 3 Jahre weltgehende Garantie. Ueber 20000 Gebisse zu vollsten Zufriedenheit gellefert. und Signalanlagen Verkauf aller Hatvani, Danziger Strasse 1, elektrischer Bedarfsartikel Ausführung sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit Reste- Haus C. Pelz Estibaser Str. 5 Anzugstaffe Ecke SchönNestumstoffe hauser Allee. Mantsistoffe Vorzeiger 10% Rabatt. Kleidersteffe Seldenstaffe Wäschepracht Strickwesten Die gute reine Kernselfe Bleyles Kinderkleidung aandie großes Fabriklager in Strickund Wirkwaren aller Art zum Einzelverkauf Fabrik Niederlage Brano Richter& Co. thuring Wollwaren Bin.- Pankow, jetzt Mühlenstr.1 ( Ecke Breite Straße) 66% Fettgehalt. 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