Nr.19041.Jahrgang Ausgabe A r. 96 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutsch land, Danzig, Gaar- u. Memelgebiet, Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmari pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und geit" mit..Gied. lung und Kleingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Scimwelt" und der Frauenbeilage..Frauenwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0.70 Goldmart. Reklamezeile &- plomati. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Bort 0.20 Gold. mart( zulässig zwei fettaedruckte Worte), tebes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengefuche das erfte Wort 0,10 Goldmark jedes weitere Wort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt durch 4,20. Anzeigen für die nächste Summer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin GW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Mittwoch, den 23. April 1924 Coolidge über Europas Schicksalsfragen Gegen Amerikas Eintritt in den Völkerbund Für Anleihezeichnung Genugtuung über den Dawes- Bericht Nene Abrüftungskonferenz nach Regelung der Reparationsfrage. Washington, 22. April.( EE.) Auf einem Essen, das die Associated Preß zu feinen Ehren veranstaltete, hielt Präsident Coolidge heate eine große Rede, in der er sich mit der inneren wie mit der äußeren Politif eingehend befaßte. Nachdem der Präsident feine Absicht betónt hatte, alle jene Beamten unnuchsichtlich ftrafrechtlich zu ver folgen, die sich verfehlungen zuschulden kommen ließen, daß ferner alles aufgeboten worden sei, um die Ausgaben des amerikanischen Staatshaushaltes zu verringern, ferner, daß das nötige zur Herabsetzung der Steuern gefachen sollte, wandte er fich der aus= wärtigen Politik zu. Er sprach über den Wölferbund, über Den internationalen Schiedsgeritshof, über die intere alliierten Schulden, das das Sachverständigengut. achten und die Abrüstungsfrage. Einen Einfriff in den Bölferbund müßten die Bereinigten Staaten entschieden ablehnen, und dieser Entschluß müsse als endgültig angesehen werden, Die amerikanische Politik in der Frage der interalliierten Schulden habe keinerlei Alenderung erfahren; diefe Frage tönne auch auf wirtschaftlichen Konferenzen nicht besprochen werden. Zu dem Gutachten der Sachverständigen bemerkte Coolidge, daß der Bericht des Romitees Dawes von der Reparationsfommission günftig aufgenommen worden sei und, daß auch Deutschland bereits feine Zustimmung gegeben habe. Man müffe glüdlich fein darüber, daß der Plan Dames die volle Sympathie der Alliierten gefunden hat und daß auch Deutschand sich bereit erlärte, an der Berwirtichung der von den Sachverständigen gemachten Borschläge mitzuwirken. Man habe allen Grund zu der Annahme, daß das Gutachten der Sachverständigen allen daran interessierten Staaten als prattische Grund age für die Lösung der Reparationsfrage erscheinen müsse. Er hege das Bertrauen, daß auf dieser Basis dant gegenseitiger Zugeständnisse das verwickelte und dornenvolle Problem der Reparationen endgültig gelöst werden könne, wobei einerseits die Wiederherstellung Deutschands sichergestellt jei und andererfeits die Gläubigeritaaten Deutschlands ein Höchstmaß an Zahlungen erhalten follen. Der Plan Dawes sehe für Deutschland eine große An lethe vor, die fofort bewilligt werden müsse, damit Deutschland seinen dringendsten Bedürfnissen Genüge tun fönne, vor allem aber, damit die Emissionsbank. die geplant jei, errid, tet werden könne. Der kleine Hitler- Prozeß. Hitlers Garde vor Gericht. München, 22. April.( BS.) In dem am heutigen Mittwoch vor tem Boltsgericht München I beginnenden Prozeß wegen ber 3erstörung der Münchener Bost", der Festnahme des Münchener Oberbürgermeisters und mehrerer sozialistischer Stadträte als Geifein", sowie wegen Hausfuchung bei dem Bizepräsidenten des Landtags, des sozialdemokratischen Frattionsführers Abg. A uer bei dem Hitler- Butsch stehen insgesamt 40 Mitglieder des Stoßtrupps Hitler unter der Anklage der Beihilfe zum Hochperrat. Zu ben bereits gemeldeten 38 Angeklagten find in legter Minute zwei Nachzügler getreten, gegen die das Berfahren erst jetzt zum Abschluß gekommen ist. Mehrere der Beschuldigten, darunter der Führer des Stoßtrupps Hitler, Hauptmann Berchtold. und sein Adjutant, der schon aus früheren befannte Maurriche, find allerdings flüchtig, so daß vor Gericht höchstens 36 Angeklagte erscheinen werden. Den Angeklagten stehen sechs Verteidiger zur Seite, unter ihnen die Rechtsanwälte Kohl und Roder, die schon im Hitlerozeß tätig waren. Es werden ungefähr 18 Zeugen gebört werden. Das Urteil fell am Montag verfündet werden. Bon befannten Unterführern der nationalsozialistischen Bewegung befinden fich unter den Angeflagten der Leutnant Laforce, die Abteilungsführer des Stoßtrupps Hitler, Knobloch, Pallenbach und Schön, ferner der frühere Kriminalaffistent Gerum. Nach der Anklage ist der Stoßtrupp Hitler am 8. November abends alarmiert worden. Berchtold verwies darauf, daß jetzt die Stunde gekommen fei, tie alle herbeigefehnt hätten. Er machte die Stoßtruppmitglieder auf Das Unternehmen Hitlers aufmerksam, wobei er erklärte, daß it fer und Rahr sich geeinigt hätten. Alle Mitglieder wurden auf Ehrenwort und Handschlag zu unbedingtem Gehorsam gegen über ihren Führern verpflichtet. Unter Führung Berchtolds marfchierte der Stoßtrupp Sann zum Bürgerbräu, wo er das Unternehmen Hitlers durch Entfaltung der Machtmittel unterstüßte und ermöglichte. Der Stoßirupp war es belannilich, der den Bürgerbräufaal besetzte, Wachen ausstellte und ein schweres Maschinengewehr mit Schußrichtung auf die Versammlungsteilnehmer in Stellung brachte. Gerum zusammen mit anderen Bewaffneten bahnte Hitler den Weg zum Podium und bewachte dann den Eingang des Nebenzimmers, in las sich Kehr, Lossom und Geißer begeten mußten. Abends marschierte der Stoßtrupp auf Befehl des Hauptmanns Göhring Der Präsident ist der feffen Hoffnung, daß sich das amerikanische Kapital an der Anleihe für Deutschland beteiligen werde. Allein vom geschäftlichen Standpunkt aus hätte Amerita guten Grund, zu der finanziellen Unterstüburg des friedlichen Wiederaufe baues Europas an feinem Teile beizutragen. Dagegen müffe, wie dies schon wiederholt geschehen sei, immmer aufs neue der Ansicht entgegengetreten werden, als ob Amerika bereit sei, Gold vorzuftreden, das zu irgendwelchen militärischen Zweden verwendet werden könnte. Denn Amerita habe Pflichten gegenüber der Mensch. heit und müffe jedesmal seine Hilfe anbieten, wenn diese dazu dienen folle, gerechten Forderungen zum Siege zu verhelfen, und nenn diese Hilfe dazu beitragen fönne, friedliche 3 we de zu erfüllen. Zur Abrüstungsfrage sagte der Präsident: Wir hoffen, daß die Wiederherstellung der wirtschaftlichen Beständigkeit in wirtschaftlichen Beständigkeit in Europ den Anfang eines neuen und dauerhaften Friedens bedeute. Die Wiederherstellung des wirtschaftlichen Cleichgewichtes würde die Ursache von Meinungsverschiedenheiten verschwinden lassen, und sofern in Europa eine feste Politik verfolgt wird, fönnten reue Anstrengungen zur Förderung der Abrüftung gemecht werden, wie dies auf der Washingtoner Konferenz geschehen. Diese Konferenz fonnte leider nur die Tonnageziffern für der großen Schiffseinheiten feststellen, während sie die Frage der Ab. rüstung zu Lande und zur Luft ungelöst lassen mußte. Der Hauptgrund, warum auch diese Frage nicht einer Lösung zugeführt werden fonrte, lag darin, daß in Europa zu jener Beit, eine wenig beständige, ja, nahezu bedrohliche Lage herrschte. Eine endgültige Regelung der Reparationsfrage tönnte den Beginn einer neuen Friedensära bedeuten. Es wäre baher wenig praktisch, unter den jezigen Verhältnissen schon bestimmte Vorschläge zu machen oder eine Aktion zu unternehmen. Sobald aber eine endgültige Regelung der Reparationsfrage erfolgt fei, werde er die Einberufung einer Konferenz mit Bergnügen gutheißen, die die Einschränkung der Rüstungen zum Gegenstande hat und Pläne für die Ausarbeitung eines internationalen Gefeßes festlegen würde, das die erwähnten Fragen regelt. Eine folde Ronferenz würde auch bei den anderen Regierungen eine günstige Aufnahme finden. Schließlich sprach sich der Präsident noch für Eintritt der Vereinigten Staaten in den Internationalen Schiedsgerichtshof aus und verlangte die Schaffung eines internationalen Gefeßzes, das die Rechte der Neutralen in Kriegszeiten fefilegt. mit mehreren Billionen Mark wurde ihres Inhaltes beraubt, vier Schreibmaschinen, fowie Vervielfältigungsapparate, Autoreifen und eine große Menge Schreibmaterial wurden entwendet und auf. 2n ordnung Berchtolds in das Bürgerbräa geschafft. Gerum durchsuchte im Arbeitszimmer des Hauptschriftleiters Auer die fertigen Schrift. stücke und lieferte sie an Hitler persönlich ab. Als das Zerstörungswerf im höchsten Gange war, gelang es einem Kriminaleberinspektor, Berchtold zu bewegen, feinen Trupp zum. Abzug zu bringen. Etwa 15 bis 20 Mann unter Führung von Berchtold begaben sich dann mit Kraftwagen zur Wohnung Auers, um diefen feltzunehmen. Der Schwiegerfohn Auers wurde mit vorgehaltener Pistole aufgefordert, den Aufenthalt feines Schwiegervaters anzugeben und als Geisel festgehalten. Frau Auer wurde von den Bewaffneten mehrmals vor die Brust gestoßen und in ein Zimmer eingesperrt. Beitere Mitglieder des Etoßirupps nahmen dann am 9. Rovember im Münchener Rathaus aus einer Magiftratsiigung heraus den fozialdemokratischen Oberbürgermeister Schmid und die sozialistischen Stadträte feft und brachten sie zum Bürgerbräu, wo sie schließlich in den Zug der Bewaffneten, der in die Stadt marschieren follte, eingereiht wurden, wobei der ausdrückliche Befehl gegeben wurde, daß, im Falle Reichswehr und Landespolizei auf den Zug feuern sollten, die Geifeln fofort zu erfdhießen oder wie ein späterer Befehl besagte niederzuschlagen feien. Vor dem Abmarsch des Befehl besagte 3uges wurden die Magistratsmitglieder dann aber mittels Kraft wagen aus München heraus nach einem Dorf gebracht, wo sie schließ lich wieder freigelassen wurden. Weiter wird den Angeklagten ihre Teilnahme an der Entweffnung einer Abteilung der Landespolizei zur Last gelegt. Das Kriegsgericht im Rheinland. Gefängnisstrafen für Mitglieder des Bundes, Oberland". Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Boitscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft. Depositenfase Lindenstraße 3 Mehr Sozialpolitik! Von Hugo Heimann. Die Marristen" sind bekanntlich an allem schuld. C P nicht die Militärs haben den Krieg verloren. Sie, nicht di Hindenburg- Ludendorff mit ihrem Verlangen nach sofortigem Abschluß eines Waffenstillstandes haben die Front von hinten erdolcht. Sie, nicht die Kreise um Helfferich und Stinnes usw. find letzten Endes für die Inflation verantwortlich, die erst von Helfferic) und Genoffen gegen ihr Sträuben mit Hilfe der Rentenmark zum Stillstand gebracht werden konnte. So fann es nicht Wunder nehmen, daß die sozialdemokratischen Arbeiter und ihre Vertreter auch die Absahstockung auf dem Gewissen haben, die mit der Stabilisierung der Währung eintrat. Darum fort mit menschenwürdigen Löhnen, mit Achist und entag, Tarifverträgen und der ganzen produktionshemmenden Sozialpolitik überhaupt. Erst dann wird das Volk wieder besser und mit billigen waren verforgt werden können! Wie schlecht muß es um das geistige Rüstzeug der Deutsch nationalen und der übrigen bürgerlichen Barteien bestellt sein, daß solche albernen Behauptungen wieder und wieder aufgestellt werden. Ihre außenpolitische und währungspolitische Geschichtsdarstellung ist hundertfach durch die Dokumente des Generalstabs und des Reichstags widerlegt worden. Die Behauptungen auf dem Gebiete der Wirt Schafts- und Sozialpolitik tönnen, wenn auch naturgemäß nicht dokumentarisch, ebenso ficher als unrichtig nachgewiesen werden. Zunächst ist die Krisis nicht überraschend gekommen, son dern sie wurde von allen unterrichteten Leuten vorhergesagt und immer mit der gleichen Begründung: Es gehe den Internehmern zu gut; der industrielle Apparat fei infolgedessen nicht auf der Höhe und müsse schleunigst reorga nifiert werden, wenn ein Unglück verhütet werden soll. Die fo argumentierten waren nicht nur Sozialdemokraten, sondern auch bürgerliche Nationalökonomen. Aber allen, die inmitten des Inflationsjammers nach der Stabilisierung inmitten des Inflationsjammers nach der Stabilisierung riefen, wurde immer geantwortet, dann ist die deutsche Industrie nicht mehr fonfurrenzfähig. Daß eine folche Behaup tung eine Schmach und ein Standal für die deutschen Industriellen ist, die sich nicht schämen, sich hinter die privatwirtschaftlichen Vorteile der Inflation zu verfriechen, wurde nicht weiter beachtet. Eine stabile Währung ist in der ganzen Welt bisher nicht als ein besonderer und ungewöhnlicher Schicksals. schlag für eine Industrie angesehen worden. Im Gegenteil, sie ist der Normalzustand. Wenn die verschiedenen Bolkswirtschaften in unverändertem Balutaverhältnis zueinanderstehen. so daß niemand gegenüber dem anderen durch sinkende Baluta bevorzugt ist, so fonfurrieren fie sozusagen auf rechtmäßiger Grundlage mittels der Güte ihrer Leistung. Nur wer das Gleiche oder Befferes leistet als der andere, findet Absazz; und was von dem einzelnen, das gilt auch von den gesamten Industrien der einzelnen Länder im Mitbewerb untereinander. Bir Sozialdemokraten sind grundsätzliche Gegner des Konturrenzinstems, das auf der nackten Gewinnsucht als seinem Motor ruht. Soll ein solcher Motor voltswirtschaftlich nützlich wirken, so müffen Umstände vorliegen, die die Gewinnsucht zwingen, sich anzustrengen. Nur dann wird sie etwas leisten. Erreicht fie dagegen ihr Riel eines reichen und sicheren Gewinns fraft befonderer Umstände auch ohne Anstrengung, so wird sie gern auf die Anstrengung verzichten. Es tommt ihr ja nicht auf die Leistung an, sondern auf den Gewinn. So fange wir daber das Konkurrenzsystem haben, müssen wir tatsächliche Konkurrenz wünschen. Solche besonderen Umstände, die den„ Stachel der Konfurrenz" erschlaffen ließen, die eine Vorzugsstellung für die Industrie schufen, und sie von der Notwendigkeit durchschnittlicher fonkurrenzfähiger Leistung befreiten, haben mir feit Beginn des Krieges ununterbrochen gehabt. Neun Jahre hindurch. Allzuviel wurde allzu mühelos ver. bient, folange die Inflation herrschte, solange also die Löhne hinter den Warenpreisen zurückblieben und überdies jeder Schuldner seinen Gläubiger enteignete. Unter solchen Umständen kam es nicht darauf an, möglichst sorgfältig und rationell zu produzieren wie vor dem Kriege, wo man schon fehr glücklich war, wenn es gelang, durch Verbesserung der Technik oder der Organisation ein oder einige Prozente der Kosten zu ersparen. Mit solchen Kleinigkeiten brauchte man fich jetzt nicht abzugeben; jetzt fam es darauf an, möglichst piel möglichst schnell auf den Weltmarkt zu werfen, hinter dessen Kosten man dank dem Balutasturz auf alle Fälle zurückblieb. Ja, noch mehr, wenn man recht schnell produzierte, fo fonnte man für diesen Produktionszweck entsprechend viel Kredite aufnehmen und das war noch weit wichtiger, denn nach drei Monaten deckte man die jeweils aufgenommenen Kredite in entwertetem Gelde ab. Effen, 22. April.( TU.) Bon dem französischen Kriegsgericht wurden fünf junge Oberhausener Bürger zu sechs Mo= naten bis zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Vier von ihnen befanden sich schon seit dem 6. September in Unterjuchungshaft. An diesem Tage hatten sie sich auf telephonischen Anruf hin nach Mülheim begeben, um während des fommunistischen Streits Abwehrdiensle zu leisten. Bei ihrem Eintreffen am Mülzur Münchener Post", um diese zu zerstören. Die Straßenzugänge wurden abgesperrt, in den beiden Stockwerfen beimer Bahnhof fand thre Verhaftung durch französische Kriminal Des Gebäudes haufte die dritte Gruppe des Stoßtrupps unter Füh- beante statt. Es wurde ihnen die Zugehörigkeit zum Bunde rung des Angeflanten Hutter nach der Anfloge wie Vandalen. Oberland vorgeworfen. 380 einzelne Fensterscheiben, zahlreiche Türfüilungen und Schranktüren wurden zerirümmert, Schränte umgeworfen, Schubladen auf- Der deutsch- türkische Vertrag ist von der Nationalversammlung hausluft mußte sie unabwendbar nerweichlichen und fann nun gerisjen, Aften auf die Straße geworfen und verbrannt, eine Kaffe in Angora einstimmig ratifiziert worden. Also nicht gut und nicht mit sparsamen Methoden, sondern irgendwie und möglichst rasch zu produzieren war neun Jahre hindurch das Intereffe der Industrie. In diefer Treibdie scharfe Luft eines legitimen Wettbewerbs nicht ertragen. Sie hat verlernt, rationell zu produzie«! ren. weil es ihr zu gut ging, ohne daß sie. rationell produzierte. Unter den psychologischen Bedingungen des Kapitalismus kann man der Industrie aus diesem Verhalten kaum einen Vorwurf machen. Denn ein solches Verhalten ist eben für ein Wirtschaftssystem, das nicht die Leistung, sondern nur den Gewinn im Auge hat. eine Selbswerständlichkeit. Um so schmerer aber wiegt der Vorwurf, daß nun plötzlich diese Selbstverständlichkeit beiseite geschoben wird und ausgerechnet die Sozialpolitik herhalten muß. um den Verlust der Konkurrenzfähigkeit zu erklären. Die bisherige Gewinnrate in gleich leichter müheloser Weise wie in den Kriegs, und Jnflationsfahren zu erzielen, den Herrn-im-Hause-Standpunkt zurückzugewinnen— das find die wahren Motive des Angriffs der Schwer» industrie gegen die sozialen Rechte der Ar» beit nehmer. Die Sozialpolitik mit ihren angeblich kon» kurrenzschädigenden Wirkungen ist nur der dünne Schleier, mit dem nach außen diese Motive umhüllt werden. Solchen nicht neuen Bemäntelungsversuchen ist der Amerikaner jzenry Ford, einer der Großen im Reich der Industrie, in seinem Buch„Mein Leben und mein Werk" scharf und treffend mit den Worten entgegengetreten:„Das Herabdrücken der Löhne ist die leichteste und liederlichste Art, um einer schwierigen Situation Herr zu werden. Von der Inhumanität ganz zu ichweigen. In Wahrheit heißt das, die Unfähigkeit der Ge» schäftsführung auf die Arbeiter abzuwälzen." Wollen die deutschen Arbeiter zu allen anderen Lasten auch solche Abwälzung geduldig auf sich nehmen? Der 4. Mai wird die Antwort darauf geben. Die deutschen Arbeitnehmer niögen an diesem Wahltage des Wortes von Karl Marx ein- gedenk sein:„Der Stimmzettel in der Hand eines reisen Volks wird aus einem Mittel der Prellerei zu einem Mittel der Befreiung." Die ganze deutsch« Sozialgesetzgebung ist in erster Reihe das Werk der Sozial- demokratischen Partei. Ihre Festigung und Erweiterung wird eine der wichtigsten Auf. gaben der Partei im neuen Reichstag sein, auch mit Bezug auf den Wiederaufbau der deutschen Wirt- schaft. UnsereLosungheißt: Nicht weniger— mehr Sozialpolitik s öefahung unö wahlfreiheit. Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Von Paris aus war bekannt geworden, daß die Besatzungs- iehörde der Wahlagitation keine Schwierigkeiten mache und den ltandidaten und Parteisekretären die Propaganda unter ihren Wählern nicht beschneiden wolle. Leider führen die unteren Or- i.ane in Rhcin-Hessen und den benachbarten französisch be- letzten Gebieten diese Anweisungen nicht aus. Dem sozialdeniokro- Aschen Kandidaten Ulrich und dem hessischen Minister Raab ist die Genehmigung zur Einreise überhaupt untersagt worden. Die Kandidaten Genossen Dr. David und Dr. Qu esse l, der Partei- iekretär Leuschner, sowie die Genossen Kaul und Strecker roarten seit Wochen auf di« Erledigung ihres Einreisegcfuches. Bei "d?r Schwierigkeit, in dieser Zone Versammlungslokale zu bekommen, dedeutet-die Verzögerung nahezu die Dechmderung der mündlichen 'Propaganda. Bei den bürgerlichen Parteien scheint es nicht anders zu sein. "1W-konnten auch sie zum Beispiel in Mainz bisher den Wahl» fainpf nicht eröffnen. Für die Sozialdemokraten geschah dies am Donnerstag abend durch ein« überfüllte Dersammlung, in der Ge» ni'sie Löbe sprach und die von Angehörigen aller Beoölkelungs. 'chichten besucht war. Löbe fand stürmische Zustimmung mit der Forderung, daß die deutsche Regierung das Sachverständi» ge n gutachte n als Grundlage einer Verständigung betrachten muffe. Besonders im befetzten Gebiet wird dieser Wunsch sehr leb- hast genährt. III 93' Von FranzKlüh, Am Kopf des Briefes, den Max Holz aus dem Gefängnis an den Reichs-Amnestieausschuß schrieb, steht zu lesen:„A III 93". Das Zeichen lieht so fremd aus und mutet doch jeden so vertraut an, der einmal in einer preußischen Strafanstalt hinter vergitterten Fenstern Bürgerrecht erworben. Zumal„A III 93" aus der An st alt Kletfchkau bei Brcs- >au. Ich schlage in alten Heften nach und finde dort verzeichnet: ,.A IV 136". Das war mein Stammquartier vor Iahren, als ich o>gen Beleidigung eines Jnduftriegewaltigen, begangen durch die Presse, dort Einzug gehalten. Da tauchen Erinnerungen auf. Dos R'.esengebäude in Kreuzform: seine vier Flügel, nach den ersten Buchstaben des Alphabets benannt; in jedem Flügel vier Etagen übereinander: die Einzelkorridore sind im Innern nicht durch Deckenwände gelrennt. Nur Umgänge in Galeriefvrm laufen an ken Zellentüren entlang und die die Stockwerke verbindenden Treppen sind in der Mitte des Flügels angebracht. „A III 93." Das bedeutet Flügel A, Etage III, Zelle 93! Eine X;eppe höher, vielleicht gar unmittelbar darüber, habe ich seinerzeit aelxuist. Als ich zum ersten Male an der Pforte der Anstalt schellte und Aufnahme heischte, sah der alte Ausseher mich jungen Dachs, .der mit einer Tasche voll Büchern einrückt«, von oben bis unten au und fragte dann verwundert:„Sie wollen wohl auf Wander- ichast?" Nein, ich muß brummen— antwortete ich im Galgen- buifior und wies die freundliche staatsanwaltliche Einlahung zum Strafontritt vor. Dam, schloß sich hinter mir dos Eingangstor.... -/ Bon diesem Augenblick an ist man Gefangener, muß gehen, wohin der Aufseher kommandiert, darf sich nicht mehr frei bewegen, rrei umherschauen, steht plötzlich unter der„Hausordnung". Sie war wirklich ein«„Hausordnung". Sie lag gedruckt und wohlge- bunden in jeder Zell« und hatte ein schönes Vorwort, das ich mir abgeschrieben. Es lautet so: „Du bist mm ein Gefangener. Die eisernen Stöbe Deines ifensters. die verschlossene Tür, die Farbe Deiner Kleider sagt Dir, daß Du die Freiheit verloren �hast. Gott hat es nicht eiden wollen, daß Du die Freiheit ferner zur Sünde md zum Unrecht mißbrauchst, deshalb Hai er sie Dir genommen, deshalb rief er Dir zu: Bis hierher und nicht weilerl Du.bist hier .ur Strafe, alle Strafe aber wird als ein Ucbel empfunden. Ver. 'iß nie, daß niemand daran schuld ist als du ollein. Aus der Strafe soll für Dich«in Gutes hervorgehen. Du sollst lernen. Deine Leidenschaften zu beherrschen, sch'echte Gewöhn- Helten abzulegen, göttliches und menschliches Gesetz zu achte». pünktlich zu gehorchen, damit Du in ernster Reue über Dein ver- gangenes Leben Kraft gewinnst zu neuem Gott und Menschen > uohlgesälligen Lebenswandel. So beug« Dich unter Softes gewaltig« Hand, beuge Dich unter das Gesetz 'es Staates, beug« Dich auch unter die Ordnung dieses Hauses. DreiunÜzwauzig! Die Parteizersplitterung bei den Reichstagswahken. Der Reichswahlausschuß war gestern zusammen- getreten, um die Vorschläge der einzelnen Parteien für ihre Reichswahllisten zu prüfen. Es ergab sich, daß nicht weniger als 27 Vorschläge eingereicht waren, von denen vier, von kleinen Grüppchen stammend, als nicht den gesetzlichen Vor- schlagen entsprechend zurückgewiesen wurden. Immerhin blieben 23 Vorschläge, und zwar folgende: Vereinigte Sozialdemokratisch« Partei Deutschlands, Deutsche Zentrumspartei, Deutschnationale Volkspartei. Deutsche Volkspartei, Deutsche Demokratische Partei, Bayerische Volkspartei, Kommunistische Partei Deutschlands(unter der Bezeichnung der Liste der Kommunisten), Bayerischer Bauernbund, Deutschvölkische Freiheilspartei und Nationalsozialistisch« Arbeiterpartei(unter der Bezeichnung Vereinigte Liste der Deutschvölkischen Freiheitspartei und der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei), Deutsch-Hannoversche Partei, Unabhängige Sozialdemokratisch? Partei, Bund der Geusen �Hypotheken- und Spartaffengläubiger), Christlichsoziale Volksgemeinschaft, Deutsche Arboitnehmerpartei, Deutschsoziale Partei, Frciwirtschaftsbund FFF., Haeußer-Bund, Nationalliberal« Vereinigung(unter der Bezeichnung Land- liste), Mieterschutz und Bodenrecht(unter der Bezeichnung Partei der Mieter), National« Freiheitspartet, Nationale Minderheiten Deutschlands, Republikanische Partei Deutschlands. Sozialistischer Bund. Der Unsinn des Parteigründerfiebers kann nicht krasser in Erscheinung treten als durch diese Liste. Von den 23 bleiben bei genauer. Betrachtung nur sieben Parteien, die Aussicht haben, im Reichstag Fraktionsstärke zu gewinnen; würde das Unglück es wollen, daß jedes von den übrig bleibenden Grüppchen einige Abgeordnete in den Reichstag schicken könnte, so wäre der Kuddelmuddel vollständig. Die Zersplitterung im bürgerlichen Lager könnte für die Arbeiter einen Vorteil bedeuten, wenn nicht leider auch hier Spaltungs- und Zersplitterungstendenzen in Erscheinung träten. Die Kommunisten können nur die Sozialdemokratie schwächen, ohne selbst irgend etwas praktisch erreichen zu können— was sie ja nach ihren eigenen Erklärungen gar nicht wollen. Daß auch noch eine Ledcbour- und Theodor-Liebknecht-Gruppe gegen die andern und gegeneinander zum Ringkampf antreten, gehört schon mehr in das Reich des Komischen als des Tragischen. Bemerkenswert ist, daß die Reichsliste der KPD. mit dem Namen Ernst T h ä l m a n n beginnt. Die unwürdige Ko- mödie, die mit Max H ö l z aufgeführt wurde, ist damit erledigt. Die Deutschnationalen präsentieren aus ihrer Liste als ersten H e r g t. als zweiten Otto Fürst von Bismarck, den Enkel. Auch die„Rationalliberale Vereinigung" rückt mit einer Liste Maretzki-Lersner an. inzwischen haben K l ö n n e und Q u a a tz bereits ihren Anschluß bei den Deutsch- nationalen gefunden, die sie an aussichtsreicher Stelle ihrer Reichsliste aufgestellt haben. Sie kämpfen mit Helfferich gegen „das zweite Versailles", für dessen schleunige Annahme sich der Vorsitzende des Reichsverbandes der Deutschen Industrie Dr. Sorge öffentlich erklärt hat. Zersplitterung. Verwirrung im ganzen bürgerlichen Lagerl Mögen die Massen des schaffenden Volkes. Was sie gebietet, muß unweigerlich geschehen. Besser also, Du tust es gutwillig, als daß Dein böser Wille gebrochen wird. Du wirst Dich dabei Wohlbefinden." Aus viele Sünder vor dem Herrn wirkt« die salbungsvolle Li- ianei sicher völlig niederschlagend. Denn ein solches Gemisch von Bigotterie und Gewaltandrohung mag belustigend sein für denjenigen, der von draußen die Ding« ansieht. Den mehr oder weniger armen Teufel jedoch, hinter dem sich die eissnbeschlagenen Türen geschloffen, stechen die schönen Worte doppelt tief. Die Zellen für Einzelhast sind fast immer die gleichen. Zement- estrich bedeckt den Fußboden, der täglich von dem Insassen mit Wachs frisch gebohnert werden muß. Eine blecherne Waschschüssel verrichtet doppelte Dienste: Einmal kann man sich darin waschen. Dann muß sie mit Putzpuloer blank poliert werden. Und so kann man sie schließ. lich als— Spiegel weiter verwenden. Einen anderen gibt's nicht. Beim Putzen sind di« Hände Zwar wieder schmutzig geworden. Aber schließlich gibt's einen Wasserkrug und einen mit Deckel versehenen Kübel, der zu gewissen Dingen dient.... Man muh sich nur zu helfen wissen. „A IV 136* war sonst komfortabel eingerichtet. Ein Holztisch- che» mit Schemel aus gleichem Rohstoff: ein zusammenklappbares Feldbett, das bei Tage auch noch als Tisch dienen konnte: ferner ein Wandschränkchen, das enthielt: einen Eßnaps mit Löffel, ein« Holz- gabel und einen hölzernen Tellerersatz, ein Stück trockenen Brotes und schließlich die Bibel nebst Gesgngbuch.... Aehnlich so wird's Max Holz eine Station tiefer wahrscheinlich auch angetroffen haben. Nur daß die Behandlung der Gefangenen im Allgemeinen seitdem eine andere geworden ist. Heut« stehen Gesangenenbeiräl« aus der Bevölkerung der Verwaltung zur Seite, um das Leben der Gefangenen erträglich zu machen. Auch Max Holz, der zu Z u ch t ha u s verurteilte, gemeßt in dem gleichen Straf- gefängnis. dessen psychiatrischer Abteilung er überwiesen ist, in vielen Dingen humanere Behandlung, als sie damals uns Preffesündern zuteil wurde. Holz darf gelegentliche Besuche empfangen, er darf eine Zeitung lesen, er darf auch mit Leuten Briefe wechseln, di« nicht seine nächsten Angehörigen sind. Das alles war uns damals ver- boten. Wir durften kein Blatt hatten, wir bekamen nur Gefängnis- kost ohne Fettzusatz. Ja, als ich eines Tages an meine Verlobte schreiben wollte, geriet die Anstalt aus dem 5iäusch«n. Ilnd der Di- rektor, ein pensionierter Major, sagte mir trocken ins Gesicht:„Klühs, das geht nicht. l)ier hat jeder Zuhälter eine Braut. Damit können wir nicht ansangen...." Seitdem sind freilich viele Jahre ins Land gegangen. Und die Reoolution hat auch im Strafvollzug einiges geändert. Paul Löbe, der Präsident des letzten Reichstags und hoffentlich auch des nächstm, hat gelegentlich auch Max Holz in Klctschkau gesprochen, wo er selbst einmal seine parteijournalistischen Ehrenrechte ersitzen mußte. Holz hat auch ihm sein Leid geltogl und die gleiche Versicherung abgegeben, daß er mit der kommunistischen Führergesellschast von heute weder Arbeiter, Angestellte und Beamte doch be- greifen, was sie für sich und das ganze Volk erreichenkönnen, wenn sie am 4M aigcschlossen aufmarschieren für ihre Partei, die Ver- einigte Sozialdemokratische Partei Deutsch- l a nd s! Jn öer Zange. Tie Völkischen lassen nicht locker! Den deutschnattonalen Ministerpräsidenten, die in ihren Land- tagen von der Gnade der völkischen Sonne abhängig sind und trotz- dem sich unterstanden haben, in der Besprechung der Minister- Präsidenten mit dem Reichskabinett der Annahme des Lach- verständigengutachtens zuzustimmen, sind jetzt in einer wenig beneidenswerten Lage. Nicht nur, daß dt« deutsch- nationale Preffe unter Führung von Helsfetich und Westarp alle diefmigen als Verräter geißelt, die das Sachvetständigengut- echten zur Grundlage fernerer„Erfüllungspolitik" machen wollen, es sind besonders die v öl k- schon Hilfstruppen, die sie mit dem Revolver auf der Brust an ihrem Leben bedrohen! Der Landbündler B r a n d e n st e in, der von Graefes Gnaden Ministerpräsident in Mecklenburg-Schwerin ist, hat zwar durch sein schroffes Vorgehen gegen sozialistische und sonstige republikanische Beamte versucht, sich den guten Willen der Graefe-Leute zu erhalten. Aber das nützt ihm nichts. Denn die Tatsache, daß auch er in jener Besprechung mit dem Reichskabinett unter dem Druck der Wirklichkeit der Annahme des Sachverstöndigengutachtens zustimmte, wird ihm in seinem Land« böse angekreidet. In feiner Verzweiflung läßt er surch seine Pressestelle eine Erklärung nach der anderen los. Zu- nächst hatte er versiehern lassen, daß er n i ch t s mitteilen könne, da ja die Besprechung in Berlin vertraulich gewesen sei. Aber die ungestümen weiteren Fragen, die tie„Mecklenburger Warte" an„Seine Exzellenz" richtete, hat ihn doch veranlaßt, einig?.'? wettere verlauten zu lassen. So steht in einigen Mecklenburger Blättern diese orakelhafte Mitteilung: „Exzellenz von Bran�enstein hat sich nur bereit erklärt, daß in eine B e s p r c ch u n g der Sachverständigengutachten eingetreten würde, irgendwelchen weiteren endgültigen Entschlic- ß un gen hat er nicht zugestimmt, vielmehr hat er weit- gehende Bedenken hervorgehoben, deren Beseitigung un- bedingt erforderlich sei, bevor über die Sache selbst verhandell werden könnte." Aber auch Brandenstein spricht vergeblich viel, um zu versagen, der Graefe hört von allem nur dos NeinI Das völkische Blatt stellt auf Grund dieser Mitteilungen fest, daß„der mecktenburgische Ministerpräsident das Ja der Reichsregierung nicht ab- gelehnt hat". Die„Bedenken" des Herrn v. Brandensiein änderten daran gar nichts. Es wiederholt:„Nur die Tatsachen entscheiden. Und wenn Exzellenz Vrandenstein „nur" sein« Bereitwilligkeit zu weiteren Verhandlungen aussprach. so zeugt dos immerhin von mangelnder politischer Er- t e n n t n i s". Schließlich weist das völkische Blatt boshaft darauf hin, daß Helfferich das Sachverständigengutachten als ein„zweites D e r s a i l l e s" bezeichnet, während doch„Mecklenburg, Thürin- gen, Bayern, die von den Parteifreunden helsftriäzs regiert werden. dies„zweite Versailles" zum mindesten nicht abgelehnt" haben! Je lauter demnach die Deutschnattonalen im Lande den General- marsch gegen die Erfiillungspolittt schlagen, desto bissiger werden ihre völkischen Bundesgenoffen, indem sie dazwischen feuern- Ihr selbst seid genau so schuldig wie jene, die offen erfüllen wollen,' denn Ihr habt dort nicht die Erfüllung verhindert, wo Ihr es konntet und deshalb ist Euer Lärmen nichts anderes als W a h l. heucheleil Wir heben dem nichts hinzuzufügen! Der Harden-Prozeß vertagt. Di« Verhandlung gegen den Oberleutnant a. D. A n k e r m a n n wegen Mordversuchs auf Maximilian Horden, die am Montag, den 28. April vor dem Schwurgericht des Landgerichts III stattfinden sollte, ist auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Der Angeklagt« Ankermann. der in Wien verhaftet worden war, befindet sich seit September v. I. im Moabiter Untersuchungsgefängnis. politisch noch sonstwie irgend etwas zu tun haben möchte. Ein solcher Besuch und solche Unterhaltung ist zweifellos von außerordentlichem Eindruck. Aber vielleicht dachte Löbe dabei auch cm frühere Zeiten. Bielleicht auch daran, daß einstmals, als er selbst sein Wahlrechtsjahr in Döhlau verbüßte, unser alter Eduard Bernstein, der Abgeordnete� für Breslau-West. um di« Erlaubnis bat, ihn besuchen zu dürfen Dos wurde glatt abgeschlagen, well nur nächste Familienangehörige in vorgeschriebenem Zeitobstande als Besucher vorgelassen würden." Das war damals im alten Preußen. Heut« ist selbst Max Hol; nicht ganz von der Welt abgeschnitten. Das mag ein kleiner Fortschritt sein, aber es ist doch ein Fortschritt. Und die viel gelästerte Revolution ist doch nicht an allem spurlos vorübergegangen. 700 Jahre �Rettung Schiffbrüchiger". Der Binnenländer gewinnt nur schwer eine Vorstellung von den täglich drohenden Gefahren, denen das Volk der Seefahrer bis zum Küstensischer herab ständig ausgesetzt ist. Einzelne Unglücksfälle schwerster Art. wie der Untergang der Titanic oder die Tor- pedierung der Lusitania wirken wohl als Sensation, aber die tag- lich fallenden Opfer, wer fragt nach denen? Und doch würde man- ch-r erstaunen, der die Iahreslrste dieser Unglücksfälle auch nur in einem einzigen � Küstenbegirk vor klugen bekommt. Um wieviel größer aber wäre d« traurig« Liste, wenn nicht wenigstens in einem besonderen Falle von Seenot, bei Schiffbruch an der Küste, eilt großzügig organisierter Rettungsdienst erfolgreich bestrebt wäre, dem Meere die fast sicheren Opfer wieder zu entreißen. Gerade 196 Jahre sind nun vergangen, seitdem dies« segen?- reiche Organisation geschaffen wurde, deren Mitglieder, wie seit Anfang, so noch heute, ausschließlich FreiwilTge sind. Wenn auch für jede gelungene Rettung eine wohlverdiente Belohnung gewähr- wird, so erfolgt doch kein- fest« Belohnung, und alle Mitglieder der Rettungsmannschaften müssen sich den Lebensunterhalt durch eigene Tätigkeit erwerben. Wie so viele gemeinnützige Anstalten, wurÖe auch die Gesell- schaft zur Rettung Schissbrüchiger zuerst in England begründet. Ihr eigentlicher Urheber war William Hillary, Offizier. Schriftsteller. Philantrop, der sich vielseitig im Leben unttot. Auf der Insel Man hat er selbst häufig an Rettungen von Schtfiern aus Seenot Anteil genommen, und dreimal erhielt er später die goldene Medaille der Gesellschaft für persönlichen Mut. Aber er wollte allen helfen, die in Not kamen. Im Februar 1823 wandte er sich zuerst in einer Flugschrift an das«ngl sche Volk, mit einem vollständigen Plan der Organisation, die im nächsten Jahr«, 1824 aufgebaut wurde. Allein diese englische Gesellschaft hat in den 109 Iahren ihres Bestehens über 58 999 Menschen das Leben gerettet. Heute unterhält sie 239 besonders eingerichtete Boote für den Rettungsdienst, zum Teil Motorfahrzeuge neuester Konstruktion. In allen zivilisierten Län- dern aber fand dieses Beispiel Englands Nachahmung, uns die Gesellschaften zur Rettung Schiffbrüchiger sind allerorts an der Arbeit. Eleonore vule» Leiche tvird am 1. Mai aus dem Dampfer Dullio von New Jork nach Italien gebracht. 29 Mitglieder ihrer Truppe reisen mit. Poincarés Sabotageversuche Macdonalds Widerstand. Paris, 22. April.( Eigener Drahtbericht.) Boincaré hatte am Dienstagmorgen eine längere Unterredung mit dem Präsidenten der Reparationsfommission, Barthou, deren Gegenstand das von der französischen Regierung an die Reparationsfommission gerichtete Schreiben gewesen ist. Ueber den Berlauf und das Ergebnis dieser Unterredung wird von den zuständigen Stellen jedoch positive Mit teilung verweigert. Immerhin scheint es Barthou gelungen zu sein, den französischen Ministerpräsidenten von der Unzulänglichkeit der von ihm gegen die Reparationstommiffion erhobenen Borwürfe zu überzeugen, da Poincaré, wie die Dienstag abendblätter berichten, auf die für Dienstagnachmittag angekündigte Beröffentlichung seines Schreibens nach der Unterredung verzichtet hat. Ueber den Inhalt des Briefes an Barthou gehen die Infor mationen in den Pariser Blättern noch immer sehr beträchtlich auseinander. Im Widerspruch zu den irreführenden Dementis eines dem Auswärtigen Amt nahestehenden Blattes scheint es sich zu bestätigen, daß das Schreiben Poincarés die von ihm in feiner jüngsten Rede formulierten präzisiert. beigetreten, und von den italienischen Delegierten dürfte Barthou faum irgendwelche Unterstützung zu erwarten haben. Um den Ausbruch eines offenen Konfliktes zu vermeiden, dürfte die Reparationskommiffion faum eine andere Möglichkeit als die neuen dilatorischen Entscheidungen bleiben. Sie wird sich unter diesen Umständen voraussichtlich am Mittwoch auf die Ernennung der von ihm zu bestimmenden Mit glieder der verschiedenen Organisationstommissionen beschränken. Das Komitee für die Eisenbahnen soll aus fünf Delegierten zu jammengesezt sein, von denen die Reparationskommiffion zwei zu ernennen hat. Die Wahl der vom Komitee Dawes vorgeschlagenen Sachverständigen Acworth und Leverve gilt als gesichert. Das Komitee für die Organisation der deutschen Goldemiffionsbant foll aus zwei Mitgliedern zusammengefeßt werden, von denen der eine der Reichsbankpräsiden Dr. Schacht sein dürfte und der andere jedenfalls von der Reparationsfommission aus den Reihen der Mit glieder der beiden Expertenfomitees ernannt wird. In Aussicht genommen ist dafür der belgische Delegierte Franqui veröffentlichte Reuter- Meldung besagt, daß die englische Regierung London, 22. April.( Eigener Drahtbericht.) Eine am Dienstag am Donnerstag der Reparationstommission offiziell ant. worten wild. In den maßgebenden englischen Kreisen ist man der Ansicht, daß schnellstens mit der Durchführung des Sachverständigenprogramms begonnen werden müsse. Später fönnten sich die Alliierten mit den anderen Fragen, der Feststellung der Totalsumme der Reparationen und der Sicherheiten, schäftigen. Eine Konferenz der interaliiierten Regierungen oder eine Begegnung der Ministerpräsidenten wird vor den französischen Wahlen für mehr als unwahrscheinlich gehalten. Der Brief Poincarés an Barthou. be= Borbehalte und Bedingungen ausdrücklich wiederholt und Die Zustimmung zu der von den Sachverständigen vor geschlagenen Lösung ist rein platonischer Natur. Sie wird aufgehoben durch die Erklärung, daß die französische Regierung jede Aenderung des gegenwärtigen Regimes in den besetzten Gebieten davon abhängig mache, daß Deutschland seinerseits die Erfüllung der ihm auferlegten Verpflichtungen begonnen habe. Erst wenn das neue Emissionsinstitut zu funktionieren begonnen haben werde, wenn die Reorganisationen der Eisenbahnen gemäß Paris, 22. April.( Savas.) Der Brief Poincarés an Barthou den Borschriften der Experten durchgeführt, die von der deutschen besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil dankt Poincaré Barthou Industrie zu verzinsenden und zu tilgenden Obligationen der Repa- für die Uebersendung des Berichts der Sachverständigen, der eine bemerkenswerte und gewissenhafte Arbeit barstelle. Im zweiten rationstaffe übergeben und alle zur Durchführung des Sachvers ständigenprogramms erforderlichen Gesetze von Reichstag verab- Teil erklärt Poincaré, daß es Sache der Reparationsfom= Schiebet feien, so soll es in dem Schreiben Poincarés mission sei, im Rahmen ihrer Befugnisse die Entscheidungen zu wörtlich heißen, erst dann könne man von Frankreich und treffen, die der Sachverständigenbe: icht erfordert, nachdem sie die Belgien den Austausch der Pfänder an Rhein und Ruhr fönnten. Drittens endlich seht der Ministerpräsident auseinander, Entschließungen mitgeteilt habe, die allein die Regierungen fassen gegen andere nicht minder ergiebige und von der daß er sofort, nachdem die Reparationskommission ihre Beschlüsse Gesamtheit der Alliierten garantierten Sicherungen verlangen. gefaßt habe, sich mit den interessierten Regierungen, über die Bunfte, Weiterhin macht die französische Regierung die Annahme der Sachverständigen werde, die sie angehen, und zwar im verföhn verständigenvorschläge abhängig von einer Vereinbarung mit lichsten Geist und in der berechtigten Hoffnung, daß das Werk den Alliierten, nach dem der Sachverständigen in die Tat umgesetzt werde. neue wirtschaftliche und militärische Sanktionen im Falle deutscher Berfehlungen automatisch in Kraft treten sollen. Die Frage der interalliierten Schulden, die außerhalb der Kompetenzen der Reparationskommission liegt, scheint im Boin caréschen Schreiben nicht erwähnt zu sein. Nach einer halbamtlichen französischen Berlautbarung hat die Besprechung Poincarés mit Barthou vollkommene leber einstimmung in den Auffassungen der beiden Persönlichkeiten ergeben. Paris, 22. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Reparations fommission tritt am Mittwoch zu einer neuen Sigung zusammen, um zunächst die Antworten der interalliierten Regierungen auf das von der Kommission dem Gutachten der Sachverständigen beigefügte Empfehlungsschreiben zur Kenntnis zu nehmen. Der Versuch Barthous, den Standpunkt der französischen Regierung zur Geltung zu bringen, dürfte auf erhebliche Schwierigteiten stoßen. Der Bertreter Englands, Sir John Bradbury, hat bereits in der legten Sigung feimen Zweifel gelassen, daß er die Auffassung Mac. donalds, wonach die Borschläge der Sachverständigen ein un teilbares Ganzes bilden, d. h. daß die Durchführung der Deutschland obliegenden Maßnahmen die gleichzeitige Aufgabe der französisch- belgischen Ruhrpolitik zur Vorausseßung habe, rückhaltles teilt. Auch der Bertreter Belgiens, Delacroig, ist dieser These in vollem Umfange Schelling, der Sohn. Söhne berühmter Väter haben es nicht leicht: die Welt sieht auf fie; fie verlieren sozusagen das Recht auf Anonymität. Schelling, der Vater, war ein Mann von Namen, er steht in der nachkantischen Philosophie unter den Vertretern des deutschen Idealismus in vorderster Reihe, wenn er auch weder die Bedeutung Fichtes, deffen Schüler er zunächst war, noch die Hegels hatte, dessen Nachfolger er in Berlin wurde. Aber was ist Schelling, der Sohn Hermann von Schelling? Die Juristen vom Fach befinnen fich jetzt eben, da sein hundertster Geburtstag hätte be gangen werden fönnen, daß er in Preußen Karriere machte und 1889 preußischer Justizminister wurde, das Bürgerliche Gesetzbuch vorbereiten half. Aber wen interessiert das sonst? Schellings Be ziehungen zu der jungen Arbeiterbewegung sind uns heute wichtiger. Er war 1861-64 Erster Staatsanwalt beim Stadtgericht zu Berlin. und hat in dieser Stellung eine Auszeichnung durch Lassalle be fommen, die länger in der Geschichte haften dürfte als andere von ihm. Er verfaßte die Anflage gegen Laffalle wegen Aufreizung der besiglosen Klasse zu Haß und Verachtung" und wurde dafür von ihm in den klassischen Berteidigungsreden, die nachher als Broschüren erschienen, als bornierte Staatsstüße unsterblich gemacht. Lassalle fonnte sich dabei den besonderen Wiz leisten, daß er Schelling, den Sohn, durch den Schelling, den Bater, widerlegte und bloßftellte. So hat ihm die Schnschaft doch noch genügt; als Sohn eines be. rühmten Baters war er doppelt blamiert. Musikunterricht und Wertunterricht. Die Richtlinien für einen Lehrplan der Deutschen Oberschule und der Aufbauschule sind nach einem Beschluß des preußischen Staatsministeriums nun in Kraft getreten. Ein ergänzender Erlaß des Kultusministeriums trifft Bestimmungen für den Musik- und Werkunterricht. Instrumentalunterricht, wie ihn die Lehrpläne vorfehen, kommt zunächst nur da in Frage, wo das instrumentale Inventar in den Schulen schon vor handen ist oder ohne Aufwendung von Staatsmitteln beschafft werden kann. Etwaige Mehrkosten für diesen Unterricht sollen die Eltern tragen, soweit nicht durch die Opferwilligkeit privater Kreise oder durch Schülerveranstaltungen Mittel gewonnen werden können. Bei der Pflege der Instrumentalmusit wird wie bei der Förderung anderer Bildungsausfgaben auf die Selbsthilfe der Anstalten und auf die Unterstützung weiterer Kreise gerechnet. Das gilt auch vom Wert. unterricht, für den nur sehr geringe staatliche Mittel zur Verfügung gestellt werden können. Hier kommt auch wirtschaftliche Ausgestaltung dieses Unterrichts für die Zwecke der Schulen selbst in Frage. Das aufreizende Gedicht. Der Oberstaatsanwalt beim Landgericht I hat gegen den Schriftsteller Dstar Ranehl das Hauptverfahren wegen Aufreizung zum Stlassenbaß eröffnet. Anlaß dazu gab ein von ihm veröffent. lichtes Gedicht Straße frei"! Der dritte ftaatliche Fortbildungsturfus für Chordirigenten findet vom 22. bis 28. April d. 3. in der Akademischen Hochschule für Mufit statt. Sturfusteilnehmer find je 20 Herren vom Deutschen Sängerbund und vom Deutinen Arbeiter- Sängerbund. Gedentieler zu Klopstods 200. Geburtstag. Am 2. Juli b. J. find 200 Jahre seit der Geburt Klopstods verflossen. An diesem Tage oder bei früherem Schulschluß vorher soll nach Anordnung des Kultusministers in allen Schulen in geeigneter Weise dieses deutschen Dichters gedacht werden. Sven Hedin- Ehrung. Der durch seine Forschungsreisen in 8entralasien belannte schwedische Forscher Sven Hedin ist zum Präsidenten der schwe dischen Akademie der Wissenschaften gewählt worden. * Die Feststellung der Reuter- Agentur, daß die englische Regierung auf eine schnelle Durchführung des Sachvers ständigenprogramms besteht und Detailfragen erst später behandelt wissen will, ist zweifellos als Antwort auf die muerdings von Poincaré eingenommene Haltung zurückzu Standpunkt, die Wiederherstellung der deutschen Wirtschaftsführen. Die englische Regierung schließt sich dem französischen freiheit bis nach dem Beginn der Ausführung der Vorschläge zurückzustellen, nicht an, sondern verlangt im Gegenteil steht Macdonald, wie uns ein eigener Drahtbericht aus London schnellste Durchführung der Vorschläge. Darüber hinaus be meldet, neben der sofortigen Wiederherstellung der wirtschaft lichen Freiheit Deutschlands als Voraussetzung zur Erfüllung der dem Reich auferlegten Lasten auf die Ausführung der Vorschläge in ihrer Gesamtheit. Die von Poincaré in einem Brief an Barthou als Vorsitzenden der Reparationstommission gestellte Frage, ob die französisch- belgischen Or ganisationen im Ruhrgebiet sofort aufgegeben werden sollen oder erst umzuwandeln seien, wenn Deutschland den Plan der Sachyperständigen zur Ausführung gebracht habe, dürfte infolgedessen mit Rücksicht auf die Haltung Englands und der anderen in der Reparationsfommission vertretenen Mächte mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit im Sinne der Sachver ständigen entschieden werden. Lloyd George gegen Macdonald. In einer Rede vor liberalen Wählern wandte sich Lloyd George am Dienstag sehr scharf gegen die spöttischen Aeuße rungen Macdonalds über die Liberalen auf dem Parteitag der Unabhängigen Arbeiterpartei in Yort. Er ermahnte den Ministerpräsidenten nicht zu vergessen, daß seine Regierung auf die Untertiven nur darauf lauerten, sie zu stürzen. Die Arbeiterpartei möge ftügung der Liberalen angewiefen fei, und daß die Konfervaüber den Liberalen, wie sie Macdonald angeschlagen habe, es dem es sich daher überlegen, ob sie weiter durch eine solche Tonart gegen letzteren nicht einfachy unmöglich mache, sie weiter im Amte zu halten. Andererseits müßte es durchaus möglich sein, daß Arbeiter parteiler und Liberale vielen Programmpunkten durchaus mitgemeinsamen Plattform trennten, auf der beide unter einander gegen die Konservativen übereinstimmten, sich auf einer würdigen Umständen zusammenwirken könnten. Der englische Parteitag. Unabhängigen Arbeiterpartei Englands schloß am Dienstag nach Bort, 22. April.( Eigener Drahtbericht.) Der Parteitag der dreitägiger Dauer seine Beratungen. Verhandlungen des letzten Tages war die Beratung des Agrar Der Hauptgegenstand der programms der Partei. Der Parteitag verlief außerordentlich ruhig und zeugte von einer vorzüglichen Stimmung innerhalb der Partei. Die von den bürgerlichen Barteien erParteivorstand wurde Clifford Allen wiedergewählt, Roden wartete scharfe Kritit an der Regierung blieb aus. Bugton zum Rasierer. wurden ferner gewählt die Minister heatley und Jowett Zu Mitgliedern des Parteivorstandes und die Abgeordneten Magton, Wallhead und Ayles. Zunt London, 22. April.( EP.) Der Rongreß der Unabhängigen A1beiterpartei in York hat eine Entschließung angenommen, worin die Ausdehnung des schulpflichtigen Alters von 14 auf 18 Jahre, ferner eine einheitliche Organisierung des Primar- und Mittelschulunterrichts und die unentgeltlich feit des linterrichts auf allen Schulstufen, ferner die Erleichterung des Univer fitätsbesuches für die Angehörigen der armen Klassen gefordert wird. Mit 236 gegen 162 Stimmen wurde ein Antrag abgelehnt, soll. Der Gegenantrag erklärte, daß eine solche Bestimmung dem wonach der Religionsunterricht aus der Schule entfernt werden Geist der Arbeiterpartei zuwiderlaufen würde. reicher Personen mit umstrittener Staatsangehörigkeit durch polEin deutscher Protest beim Bölferbund gilt der Schädigung zahlnische Maßnahmen trotz der deutsch- polnischen Bereinbarung, während der Verhandlungen derartige Maßnahmen zu unterlassen. Die Kant- Feier in Königsberg. Am Dienstag vormittag begann im Königsberger Stadttheater| Dr. Beder das Wort zu einer Rede über„ Kant und die Bildungsder Festakt der Albert- Universität zum Gedächtnis Immanuel Rants. Der Reftor der Universität, Prof. I delen, hielt die Begrüßungsansprache, in der er ausführte: handeln der Menschheit bestimmt und leiten foll: das ist's, um was Kant als der tiefbringende Ergründer dessen, was das Kultur. es sich heute handelt. Doch noch tiefer möchten wir den Sinn unferes Kant- Festes fassen. Es soll ein Fest aller derer sein, die mit uns darin einig sind, daß deutsches Denken und deutsche Gründlich teit, deutsche Gewissenhaftigkeit und deutscher Scharf sinn, wie er in Rant fulminiert, nicht zu übersehende, nicht beifeite zu legende Güter und Werte sind, die eine zum Fortschritt fich bekennende Menschheit unbeachtet lassen dürfte. Indem wir Immanuel Kant feiern, wollen wir uns zu seiner Denfart des deutschen Idealismus, zu seiner Arbeitsart der deutschen Gründlichkeit, zu feiner Selbstlosigkeit der deutschen Schlichtheit, zu seiner Rücksichtslosigkeit des deutschen Wahrheitsfinnes bekennen. frise der Gegenwart". In dieser sagte er: Was Kant etwa für Schiller bedeutet, das knüpft sich für den literarisch Gebildeten des 20. Jahrhunderts an Namen wie Niebiche, Bergson und vielleicht noch Dilthen. Aus diesen Quellen wird der breite Strom gespeist, der als Philosophie des Lebens die ganze deutsche Bildungsschicht durchflutet. Wie ein neues Evangelium wird in der Lebensphilofophie die Einheit von Seinswelt und Wertwelt verkündet und die Philosophie nicht mehr mit Kant als begrifüches Denken über das Leben, sondern als unmittelbares, intuitives Erfaffen des Lebens selber gedeutet. Die Bildungskrise der Gegenwart stammt nicht aus dem Gegenfab eines ideellen Irrationalismus gegen einen ebenso ideellen Rationalismus; sie ist das Resultat eines irrationalen Dranges, der durch die praktische Rationalisierung unseres dieses Zustandes Hand in hand ging. Der Fortschritt des 20. Jahrdieses Zustandes Hand in hand ging. Der Fortschritt des 20. Jahr. hunderts war rational bedingt, das ganze Leben wurde zur wohldurchdachten, rational arbeitenden Maschine bis zum Taylor. wicklung fand natürlich auch in philosophischen Konstruktionen ihren Ausdrud. Wurde der Positivismus die freudig ergriffene phile. fophifche Grundlage der jungen Naturwissenschaften und der Gefellschaftslehre, so wurde der zwar indirekt über Hegel auch auf Kant zurückgehende, aber im Grunde rein aus der Aufklärung des Westens geborene praktische Nach dem Rektor nahm der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, Dr. Boeliz, das Wort zu einer An- ystem und zur Kunstdüngerwirtschaft. Und diese Ents Sprache, in der er ausführte: Einst hat die preußische Unterrichtsverwaltung, das damalige Geistliche Departement", Stant vorgeworfen, er habe unverantwort lich gegen seine Pflicht als Lehrer der Jugend gehandelt. Heute darf ich im Namen des preußischen Staates bezeugen, daß die großen preußischen Erzieher, die uns unsere preußische Art gedeutet, die uns den Stempel ihres Geistes aufgedrückt haben, Friedrich der Große und Kant gewesen sind, daß gerade Kant, der ein Lehrer der Menschheit war, doch im besonderen Sinne der Lehrer Preußens ift. Was er für Breußen bedeutet hat, ist mit ehernem Griffel in die Tafeln der preußischen Geschichte gegraben. Denn als das Ge stirn des großen Königs unterging, hat das gesunkene Preußen im Geiste Kants und durch den Geist Kants sich erneuert. Jünger Rants wurden die Führer der Freiheit Wenn Preußen in diesem Erinnerungsjahr eine Neuord nung seines Schulwesens unternommen hat, dann mußte und fonnte sie nur erfolgen aus dem Geiste des deutschen Idealismus, aus jener Selbstbesinnung auf die letzte Kraft unseres deutschen Wesens, in die Freiheit und Gesez, Bersönlichkeit und Gemeinschaft, die Menschheit in mir und dem anderen, in der Volkstum und Menschheit sich zur Synthese verbinden. Das alles aber ist fantischen Geistes. Rantischen Geiftes aber ist auch die Loslösung vom dogmatischen Denken. Auch Rant ift fein Dogma, er ist Verkünder der Autonomie, aus der allein die kommende Zeit zur Freiheit gelangen wird. Wir glauben an die Kraft der Idee und an die Kraft des Geistes: Wie nor hundert Jahren Königsberg der Brennpunkt des geistigen Lebens des zusammengebrochenen Preußens wurde, wie von hier aus, pon tantischem Geist befcelt, die Männer das Werf angriffen, vaterländischen Gefühls nicht zuletzt auf die Wirksamkeit der Männer das schließlich fiegreich durchgeführt wurde, wie die Erneuerung des vaterländischen Gefühls nicht zuletzt auf die Wirksamkeit der Männer zurückzuführen war, die hier unter den stärksten Nachwirkungen des Titanen lehrten und wirkten, so wird auch jetzt die älteste der be. stehenden preußischen Universitäten ihre Kraft behaupten und ihrer feits mitwirken, daß hier, in der Ost mart, deutsches Wesen, deutsches Leben nicht gefährdet merden und daß auf dem alten preu Bifchen Urboden die Kräfte sich heranbilden, die mitmirten müssen, Daß unser schwer getroffenes Vaterland wieder erstehe in alter Kraft und Blüte. Schul- Marxismus das Evangelium der Massen. Der große soziologisch- ökonomisch- politische Lebenskompleg hatte also den Rationalismus zu einer Weltmacht werden lassen. Da ist es denn nun unser Schicksal gewesen, daß auch die von Kant herfemmende Fachphilofophie gerade die formale, die logische, die lek hin rationale Seite des großen Meisters einseitig entwickelte und so jene gewaltige Reaktion mit herbeiführen half, die ihren ersten Ausbruch in der Romantik und dann, auf ihr fußend, in Nießsche, Dil they und Bergson erlebte. Kritik und Ehrfurcht sind die beiden Pole der fantischen Philosophie. Seine Vernunftkritik hat der Form der wissenschaftlichen Erkenntnis für alle Zeiten die unerschütterliche Fundierung gegeben. Neben der Kritik stand aber bei ihm die Ehrfurcht. Im Gegenfaz zu den starken Wirkungen, die feine Ehrfurchtslehre in feiner Beit gehabt hat, sind diese ergiebigen Gedanken einer neuen, auf der Ehrfurcht vor uns selbst basierten Ethik in späterer Zeit wohl start popularifiert, aber vielleicht gerade deswegen menig weiterentwickelt worden. Aus feiner Fragestellung heraus ließen ich leicht neue, höchst zeitgemäße Beziehungen zur Lebensphilosophie entwickeln. Doch gilt auch hier das Wort unferes großens Dichters: " Das neue Heil kommt nur aus neuer Liebe." Am Abend vereinigten sich die Teilnehmer an der Kant- Gedentfeier auf Einladung der Gesellschaft der Freunde Kants zu dem historischen Bohnenmahl, das seit dem 22. April 1805 regemäßig veranstaltet wird. Der bisherige Bohnenfönig, Professor Unger und der neue Bohnenfönig, Profeffor Bidel, hielten AnSprachen. Nach Beendigung des Mahles begaben sich die Teilnehmer zur Feftaufführung von Beethovens„ Fidelio" in das Stadttheater. Die Stadt Rönigsberg hat aus ihrem Grundbesitz ein Grundstüd von 15 000 Quadratmeter der Universität zur Errichtung wissenschaftlicher Institute geschenkt. Die Kant- Spende des Deutschen Buchhandels hat bis zur Stunde die Möglichkeit einer Bücherschaffung im Werte von rund 70 000 Mart zur Bervollständigung der Bücherbestände Es folgte die Festrede des Universitätsprofessors Goedede. meyer. Darauf trat eine furze Pause ein. Nachdem die Festverfamm lung wieder Platz genommen hatte, ergriff Staatssekretär| der Universität ergeben. Gewerkschaftsbewegung Zur Erwerbslofenfürsorge. Entschließung. " Die gemeinsame Plenarversammlung der Gewertschaftstommission und des AfA- Ortskartells Berlin nimmt Kenntnis von den Bestrebungen der Reichs- und Staatsbehörden, die Erwerbslojen fürsorge als Aufgabengebiet den öffent lichen Arbeitsnachweisen und Landesarbeitsämtern abzunehmen und den politischen Behörden zu übertragen. Arbeitsvermittlung und Erwerbslosenfürsorge sind untrennbar miteinander verbunden. Die Trennung dieser beiden eng miteinander verknüpften Aufgabengebiete und lebertragung auf die poli: tischen Behörden bedeutet die Aufhebung der Selbstverwaltung und Ausschaltung des Einflusses der wirtschaftlichen Organisationen. Die Plenarversammlung protestiert deshalb mit aller Entschiedenheit gegen die geplante Absicht und bedauert, daß auch der Deutsche Städtetag in einer Denkschrift durch seine Stellungnahme diesen Bestrebungen Vorschub leistet. Sie fordert von der Reichsregierung, dafür Sorge zu tragen, daß die Selbstverwaltung auf dem Gebiete des Arbeitsnachweis: wefons und der Erwerbslosenfürsorge weitgehendst gesichert wird. Weiter fordert die Plenarversammlung, daß die durch die Verordnung über Erwerbslosenfürsorge vom 16. Februar 1924 eingeführte. Beitragspflicht ergänzt wird durch ein UnterWeltrevolution, sondern nur burch energischen Rampf um die Er haltung des achtstündigen Arbeitstages, durch Be feitigung der Ueberstundenwirtschaft. Vor Hungerkatastrophen im Mansfelder Gebiet. Halle, 22. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Streiflage auf der Mansfelder kupferschieferbauenden Geperkschaft hat sich im Laufe des Dienstags weiter verschärft. Es streiken bisher 4500 Erwachsene und 451 Jungarbeiter, sogenannte Tredjungen. Auf dem Wolfschacht ist die gesamte Belegschaft seit Donnerstag mit der Be gründung ausgesperrt, daß die Aufrechterhaltung des Betriebes aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr in Frage käme. Die Erregung unter der Arbeiterschaft ist groß. Auch die Geschäftswelt Eislebens flagt über die Rückwirkung der seit langem völlig ungenügenden Löhne. Eine stark besuchte Konferenz der Gewerkschaftsfunktionäre des Begarbeiterverbandes für Mitteldeutschland beschloß am Oftermontag folgendes dringliche Telegramm an den Reichskanzler und die Reichsregierung: Eine start besuchte Konferenz der Gewerkdie Reichsregierung:„ Eine stark besuchte Konferenz der Gewerk schaftsfunktionäre der Mansfelder A.-G. in Helbra fordert in fchwerster Hungersnotlage infolge völlig ungeni gender Löhne sofortiges Eingreifen der Reichsregie rung, da Hungerkatastrophen sonst unvermeidlich sind. Gewählte Vertreter find bereit, das Material mündlich vorzutragen und erbitten Mitteilung, wann sie vorsprechen dürfen. Im Auftrage der Tariforganisationen: Der Verband der Bergarbeiter Deutschlands." | Die alten Handschuhe waren nämlich fo abgenußt, daß fie ihren 3wed nicht mehr erfüllten und die Lieferung neuer Handschuhe war Gewir wissen nicht aus welchen Gründen seither unterblieben. Als Ersatz für die Gummihandschuhe bekamen die Arbeiterinnen Tuch oder Leinenlappen geliefert, mit denen sie ihre Hände umwickeln sollten. Die Lappenbandage muß aber wohl nur einen unvollkommenen Schutz geboten haben, denn die Arbeiterinnen klagten öfter über Verletzungen. Eines Tages fam eine Arbeiterin trauensmann ihrer Abteilung. Der ging mit ihr zum Meister mit blutenden Händen zu dem gewerkschaftlichen Ber und verlangte von diesem, daß nun endlich statt der Lappen wieder Gummihandschuhe geliefert würden. Der Meister fand, daß der Ton, in dem der Vertrauensmann sein berechtigtes Verlangen portrug, ungehörig sei und wies ihn aus dem Bureau. Im übrigen blieb alles beim alten. Zehn Tage nach diesem Vorfall wurde der Vertrauensmann entlaffen. Als er nach dem Grunde der Entlassung fragte, befam er zur Antwort, er habe sich dem Meister gegenüber ungebührlich benommen. meint war die Angelegenheit wegen der Gummihandschuhe. feine Entlassung eine ungebührliche Härte darstelle. Der Vertrauensmann flagte be im Gewerbegericht, weil Der Vertreter der Firma machte in erster Linie die angebliche Ungebühr gegen den Meister geltend und für den Fall, daß dieser Grund nicht ausreichen follte, hatte er noch zwei andere Gründe zur Hand, die sich allerdings erst nach der ausgesprochenen Entlassung ereignet haben, aber auch ausreichen sollen, um die Entlassung zu rechtfertigen. Der Ver fannt gab, gefagt, wenn er entlaffen werde, dann würde die ganze trauensmann hat nämlich, als ihm der Meister die Entlassung be verlassen. In einer weiteren Auseinandersetzung hat der Berirauens Abteilung, wenigstens aber die Werkzeugmacher mit ihm den Betrieb mann noch gefagt, wenn man ihn entlasse, dann würde er über den Meister Mitteilungen machen, die ihm Kopfschmerzen verursachen. Das Gericht verurteilte die Firma, den Kläger ent151 Goldmark zu zahlen. In der Urteilsbegründung führte Magistratsrats Dr. Seil aus, selbst wenn man unterstelle, der Ton des Klägers gegenüber dem Meister sei ungehörig gewesen, so fönne das die Entlassung nicht rechtfertigen. Mindestens hätte als Enilaffungsgründe angeführten Aeußerungen ſt i hungsrecht und Ausdehnung dieses Unterſtüßungsrechtes auf Beamtinnen u. weibliche Angestellte bei Behörden weder weiter du beschäftigen oder ihm eine Entschädigung von die Jugendlichen. Endlich wird gefordert, daß die Bestimmung über die Pflichtarbeit aufgehoben wird, nachdem die Beitragspflicht besteht und acht Neuntel der Unterstützung aus diesen Beiträgen aufgebracht ( besonders auch abgebaute) Donnerstag, den 24. April, abends 8 Uhr im Musensaal Deutscher Hof, Luckauer Str. 15 werden müffen. Danach besteht kein Recht mehr, bei einer Beitrags: Oeffentliche Versammlung der Kläger er ft ver warnt werden müſſenn feien in der Erreleistung für empfangene Unterstützung eine Arbeitsleistung zu verlangen." Tarif für Außenmonteure. Referentin: Genossin Hedwig Wachenheim Regierungsrätin im Reichsministerium des Innern Erscheint vollzählig! Erscheint vollzählig! August Brust gestorben. Lohnerhöhung, In einer Zusammenkunft der Außenmonteure am Ostermontag, soweit sie im Deutschen Metallarbeiterverband organisiert und in den Betrieben des BBMI. beschäftigt find, erstattete Knaack Bericht über die Verhandlungen wegen des Abschluffes eines Tarifvertrages. Wie in allen anderen Branchen war auch hier nicht das geringste Bergarbeiterbewegung, ist am Sonntag in Essen einem August Brust, der Gründer und Führer der christlichen Entgegenkommen bei den Arbeitgebern zu finden, wenigstens fann Schlaganfall erlegen. In den Jahren von 1878 bis 1898 war man ihr Angebot, die sich nach der Umrechnung von Papier- in Gold Brust als Bergarbeiter tätig. Die Thee der Gründung christlicher mark ergebenden Auslösungsfäße auf volle 10 Pfennige nach oben Gewerkschaften ist nicht den Köpfen der Arbeiter entsprungen. Was abzurunden, nich as Entgegenkommen bezeichnen. Sie erwarteten dafür sogar die Zustimmung der Monteurfommission zu einer die freien Gewerkschaften an Berfürzung der Arbeitszeit die achtschlechterung der Fahrgeldentschädigung, indem die Monteure in Zu- stündige Arbeitszeit einschließlich Ein- und Ausfahrt wurde im Bergbau schon vor 30 Jahren als Forderung erhoben funft nur noch die 4. Wagentlasse der Reichsbahn benußen dürften. Schuhmaßnahmen und arderen Berbesserungen der ArbeitsbedinNach langen, oft wiederholten Berhandlungen fam dann eine Bereinbarung zustande, die die Auslösungsfäße ab 3. März wie folgt beiter gebrauchen. Allein die Gewerkschaften waren sozialdemogungen forderten, das alles konnten auch die christlichen Arfestlegt: Großmaschinenmonteure: 1. In Industriebezirken, kratisch, und vor der Sozialdemokratie wurde den Arbeitern Groß- und Hafenstädten und nachweisbar teuren Städten 3,50 M. und ihren Frauen von den Kaplänen und der Zentrumspresse bange für den Tag. 2. In anderen Städten und Blähen, foweit sie nicht bie Arbeiter am Sparen hindern und dergleichen, ganz abgesehen gemacht; sie schaffe die Religion ab und die Ehe, sie wolle teilen, zu 1. gehören, 3 M. 3. In ländlichen Betrieben 2,25 m. 4. Bei freier Verpflegung und Unterkunft 0,75 M. Elettromonteure: von all den Mordgeschichten, die nicht nur im Zentrum über sie ver3 m., 2,50 M., 1,75 M. und 0,60 m. Kabelmonteure: 3,20 breitet wurden. Kamen die chriftlichen Arbeiter zur freigemerf Mart, 2,70 M., 2 M. und 0,70 m. Kran- und Aufzugmonteure, schaftlichen Organisation, dann waren sie als wähler Apparate- und Behältermonteure und Stellwertsmonteure, wie für die Zentrum spartei verloren. Dem galt es von jener Stabelmonieure. Eisenkonstruktionsmonteure: Für MonSeite aus vorzubeugen, und da die katholischem Fachtagen unter vier Wochen 2,50 M., über vier Wochen 2,25 m. Motor: abteilungen dem Organisationsdrang der christlichen Arbeiter pflugmonteure werden nach den Sätzen der Großmaschinenmonteure nicht im entferntesten genügten, gab man mohl oder übel seinen bezahlt. Monteure für Fernsprechämterbau und Monteure für land- Segen zur Gründung chriftlicher Gewerkschaffen. Auf wirtschaftliche Maschinen erhalten die Auslösungen der Kabel- der Gründungsversammlung des chriftlichen Bergarbeiterverbandes monteure. Für die ersten drei Wochen jeder Montage erhalten im August 1894 in Essen, auf der die Bergbehörde und sonstige alle Gruppen für den Tag 80 Pf. 3 uschlag, die Eleftomonteure Ehrengäfte, katholische und evangelische Geistliche außer den Deledagegen nur 75 Pf. gierten der fatholischen und evangelischen Arbeiter- und Bergknappenvereine vertreten waren, führte Bruft den Vorsiz. Er erklärte:" Tausende von Bergarbeitern stehen vor einem Abgrund; es tedarf nur eines Anstoßes, daß sie der Sozialdemokratie anheimfalien. Dieser Gefahr will der zu gründende Verband vorbeugen, denn ein Anschluß an die Sozialdemokratie bedeutet gleichzeitig einen Afell von der chriftlichen Religion. Sozialdemokraten müßten deshalb von dem neu zu gründenden Verbande ausge fchloffen bleiben. Zu bemerken ist bei diefer Neuregelung, daß die Einteilung der Städte nach Einwohnerzahlen in Fortfall gekommen ist und für den früher vorhandenen Begriff ländlicher Bezirk" ländlicher Betrieb" gesetzt worden ist. In der Aussprache über den Bericht wurden die Auslösungssäge als viel zu niedrig bezeichnet. Der Verhandlungskommission wurde aufgegeben, den Tarif zum 1. Juli zu fündigen und in neuen Verhandlungen höhere Säge zu verlangen. In der Monteurversammlung zu Pfingsten wird darüber erneut Bericht erstattet werden. Die Kommission erwartet von den Monteuren die Zu fendung geeigneter Unterlagen für die Verhandlungen bis zum 20. Mai. Ueberstundenwirtschaft. Hierzu wird uns geschrieben:„ Bei der Firma Gebr. Dopp 2.-G., Waagenfabrik in Berlin N. 4, Eichendorffstr. 20. mußten die Arbeiter längere Zeit verkürzt arbeiten. Seit einigen Wochen scheint der Geschäftsgang beffer geworden zu sein, weshalb die Firma Ueberstunden verlangte, und zwar zunächst von einigen Schlossern. Sie spekulierte offenbar darauf, daß, wenn erst ein Teil der Arbeiter vom Achtstundentage abgedrängt ist, mit der Gefamtbelegschaft leichteres Spiel jei. Jedenfalls, die Schloffer haben die Ueberstunden ausgeführt und heute leifbet fast die gesamte Belegschaft freiwillig lleberstunden, darunter auch die kommunistischen Betriebsräte Pahl und Sauter. Dieselben. Leute, die andere beschuldigen, insbesondere die Gemertschaftsvertreter, den Unternehmern die Steigbügel zu halten und den Achtstundentag zu fabotieren. Dabei sind auch bei Dopp noch genügend Blaze für Handwerker frei, so daß Ueberstunden überhaupt nicht not wendig wären, wenn arbeitslose Facharbeiter eingestellt würben. Ein früheres Betriebsratsmitglied, das sich zur Wiederaufnahme der Arbeit bei der Firma meldete, wurde abgewiesen, angeblich deshalb, weil es noch an Arbeit fehle. Anfang April wurde der Firma vom Deutschen Metallarbeiter. verband die Forderung unterbreitet auf 3ahlung eines Spigenlohnes von 70 Pf. Diese Forderung wurde von der Firma abgelehnt, die lieberstunden aber wurden trotzdem hübsch weiter geleistet. Auch der Urlaub gefällt der Firma nicht mehr recht, weshalb fie vor einigen Tagen dem Betriebsrat den Vorschlag gemacht haben foll, den Irlaub durch Bezahlung abzulösen. Der zu ständigen Organisation wurde von dieser Absicht keine Mitteilung gemacht. Am Karfreitag hat die Firma etwa 20 Personen arbeiten laffen. Es wäre notwendig, von der zuständigen amtlichen Stelle zu erfahren, mit welcher Begründung der Firma die Erlaubnis dazu erteilt wurde. In den nahezu drei Jahrzehnten, die seitdem verflossen find, hat fich die freigemerffchafiliche Organisation auch in den rheinisch- westfälischen Hochburgen des Zentrums durchgesetzt. Auf beiden Seiten wurde nicht immer mit Glacéhandschuhen zugepackt. Schließlich kam es zu einer verträglichen Zusammenarbeit beider Gewertschaftsrichtungen, nachdem man auf christlicher Seite eingesehen, daß die Sozialdemokraten nicht die Räuber und Mörder waren, als die fie verschrien worden waren, auf unserer Seite aber, daß die christlichen Gewerkschaften sich nicht derart von dem Klerus bevormunden ließen, wie wir befürchtet hatten, sondern sich immerhin eine gewisse Selbständigfeit bewahrten und gar cft mit uns an einem Strang ziehen mußten. Und doch drängt sich uns die Frage auf, was aus der deutschen Gewertschaftsbewegung werden konnte, wenn sie nicht christlich" gespalten wäre, wenn sie gleich den Unternehmerverbänden auf religiöse Unterscheidungen verzichtete, die von den freien Gewerkschaften niemals gemacht wurden. Nach zehnjähriger Führerschaft schied Brust aus der Gewerkfchaftsbewegung aus, wurde Redafteur eines Zentrumsblattes in Buer und schließlich Geschäftsführer des Niedersächsischen Kohlen. synditats. Als preußischer Landtagsabgeordneter trat Brust stets mit für die Intereffen der Bergarbeiter ein, und erst noch in irgster 3eit trat er entschieden gegen die allzu große Bereitwilligkeit der Regierung und des Reichsarbeitsministeriums auf, die Lobnpolitik der Arbeitgeberverbände zu fördern. Während sein Kollege Stegerwald nach diplomatischen Palmen strebt, ist August Brust Arbeitervertreter geblieben. * Zwei Tage vor dem Tode von Brust, am Karfreitag, feierten unsere Bergarbeiter in Effen das Andenken ihres Führers Otto hue. An seinem Grate auf dem Ehrenfriedhof Effen- Fulerum fand unter zahlreicher Beteiligung eine Gedächtnisfeier statt, wobei die Verdienste Hues um die Bergarbeiterschaft erneut gewürdigt wurden. Uns war Hue mehr, als Bruft den chriftlichen Bergarbeitern ſein konnte. Entlaffen nach Forderung einer Schuhvorrichtung. Der Einsender bezweckt mit seiner Kritik, daß die Arbeiter der Im Wernerwert der Firma Siemens u. Halste mußten Firma Gebr. Dopp auch an ihre arbeitslosen Kollegen die Arbeiterinnen am Sandstrahlgebläse monatelang ohne denken, aber auch daran, daß sie ihre Lebenslage nicht durch Gummihandschuhe arbeiten, die zum Schutz der Hände gegen Ueberstunden verbessern können, so wenig wie durch permanente Berletzungen durch den ausgeblasenen scharfen Sand notwendig find. HALPAUS RARITÄT gung gefallen, fie seien nicht so schwerwiegend, daß sie die Entlassung rechtfertigen fönnten. Es liege demnach eine unbillige Härte vor. Wir meinen, die Firma hätte, anstatt es wegen dieser Angelegenheit zum Prozeß fommen zu lassen, denjenigen ihrer Beamten, der für das Fehlen der Gummihandschuhe verantwortlich ist, zur Rechenschaft ziehen sollen. Achtung, Zimmerer! Die gimmerer der Zahlfielle Groß- Berlin zuzug nach Berlin ist fernzuhalten. Alle Arbeiterstehen zur Abwehr der Verlängerung der Arbeitszeit im Streit. blätter im Reich werden um Abdruck ersucht. Arbeitswillige. Die Arbeiterschaft befindet sich im Streif. Die Firma Jürff u. Co., Adlershof, fucht durch Juferate 3uzug ist fernzuhalten. Näherinnen von Herrenwäsche in den Streit getreten. Die StreitIn der Bielefelder Wäscheindustrie sind die Zuschneider und punkte betreffen die Arbeitszeitdauer, die Lohnhöhe und die Frage des Lehrlingshaltens. beschloffen, dem Borschlage ihrer Vertrauensleute folgend, die ArDie streifenden Werftarbeiter haben gestern in Hamburg beitsaufnahme abzulehnen und den Streit fortzulegen. Der gleiche Beschluß ist auch in Kiel und wahrscheinlich an allen übrigen Streiforten der Werftarbeiter gefaßt worden. Graphische Arbeiter und Arbeiterinnen! Donnerstag, den 24. April, abends 6 Uhr, im Dresdener Kasino, Dresdener Str. 95: Deffentliche Wählerversammlung der graphischen Indufirie. Tagesordnung: 1. Reffung oder Katastrophe? Referent: Gencije Redakteur Alexander Stein. 2. Freie Aussprache. Verbandsausweis der graphischen Berufe gilt als Legitimation. Werbeausschuß der graphischen Industrie. Achtung, Gemeinde. und Staatsarbeiter! Heute abend 6½ Uhr im großen Saal des ,, Rosenthaler Hof", Rosenthaler Str. 11/12, Bersamm lung aller BSBD.- Genossen der Gemeinde- und Staatsbetriebe. Jehr wichtige Tagesordnung. Redakteur J. Steiner spricht! Erscheinen Pflicht. Parteiausweis legitimiert. Sympathifierende tönnen einge führt werden. Der Fraktionsvorstand. Achtung, Siemens- Konzern! An Freitag, den 25. April, nachm. 44 Uhr, bei Marfandt, Restaurant zum Seibetrug, Giemensstadt, Nonnendamm- Allee, Bersammlung aller VEPD.- Arbeiter und Angestellten des Siemens- Ronzerns. Sympathiserende find mitzubringen. Tagesordnung: 1. Die Sozialdemokratie im Wahlkampf. Ref.: Genoffe Dr. Deiters. 2. Freie Aussprache. Der Frattionsvorstand. Bekleidungsarbeiter- Berband. abend 6% Uhr, Gebastianftr. 87/88. Stellungnahme zum Antrag des Arbeit Wäschegeschäfte im Einzelhandel: Mitgliederversammlung heute, Mittwoch, geberverbandes bezgl. der Rechtsverbindlichkeit des Schiedsspruchs des Rahmenvertrages und Beschlußfaffung über den Schiedsspruch betr. unfere Lohn forderung. abend 7 Uhr, Germania- Säle, Chauffeeftr. 10. Die Ablehnung unserer FordeHerrenwäsche Fabrikation: Mitgliederversammlung morgen, Donnerstag, rung durch den Arbeitgeberverband. 6% Uhr, Gebaſtianstr. 37/38. Krawatten- Branche: Mitgliederversammlung morgen, Donnerstag, abend Damentonfektion( Mäntel und Kostüme): Mitgliederversammlung am Frei tag, 25. April, abends 6 Uhr, Rommandantenstr. 58/59. Jahresbericht, Neuwahl des Branchenleiters und der Branchenkommission und Außerdem Tagesordnun'g in allen Bersammlungen: Aufstellung der Kandidaten aur Delegiertenversammlung. Die Branchenfommiffionen. Berantwortlich für Politil: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner: Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Friz Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; jämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts.Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Budbruderet und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin SW. 68., Lindenstvaße 3. Sierzu 2 Beilagen. Jogal Gicht, Rheuma, Ischias, = Tabletten hervorragend bewährt bei Hexenschuß, Nerven- und Kopfschmerzen, Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Sarnsäure aus. Klinisch erprobt. In allen Apotheken erhältlich. Best. 64,3% Acid acet. salic., 0406% Chinin, 12,6% Lit., ad 100 Amyl. Die QualitätsCigareffen Nr. 190 ❖ 41. Jahrgang 1« Seilage öes vorwärts Mittwoch, 23. �lpril 1924 Ttos dem Reiche der Wohnungsämter. Die Statistik über die Lage des Berliner Wohnungsmarktes im Kalenderjahr 1323 hat interessante Zahlen geliefert, die das unklare Bild über die Lage des Berliner Wohnungsmarktes ein wenig erhellen.— Die Nachfrage bslief sich am 1. Januar 1322 auf rund 147 301, am 1. Januar 1323 auf rund 23S 333 und am 1. Ja- nuar 1324 auf rund 223 333 Wohnungen. Die Wohnungsuchenden nahmen also 1323 nur um 8 Proz. gegenüber 43 Proz. im Vorjahre zu. Der Zu ström ist schwächer geworden. Als vermiet- bar wurden 34 333 Wohnungen(1922; 47 333) angemeldet. der wohnungsbeöarf. Der Wohnungsbedarf von solchen Familien, die mit Anspruch auf eine leere Wohnung nach Berlin zuwanderten, war sehr bc- trächtlich. Nicht weniger als 7865 Reichsdeutsche, 2 431 Auslandsdeutsche einschließlich der Kriegsgefangenen und 117 Angehöriger fremder diplomatischer Missionen, zusammen 10ZSZ Familien waren unterzubringen. Außerdem forderte der Ministerial- erlaß vom 23. Juli 1323 noch, daß die infolg« Todesfall oder Ver- l setzung in den Ruhestand freigewordenen Beamtcnwohnungen für die betreffenden Behörden offenzuhalten seien.— Der Wohnung?- zustand hat sich bei kleineren und mittleren Wohnungen weiler ver- schlechlert: einerseits nach normaler Abnutzung, andererseits aber durch zu dichtes Bewohnen, ungenügende Beheizung und mangelhafte Instandhaltung. Im allgemeinen konnten nur die größten Mängel, wie Dach-, Leitungs- und OefenschSden beseitigt werden.— Die Organisation der Wohnungsämter wurde durch Vereinigung benach. barter Wohnungsämter zu Bezirtswohnungsämtern ver- einfacht und oerbilligt, weil dadurch Personal und Material stch ersparen ließen. Das Groß-Berliner Wohnungs-Notrecht blieb 1823 noch unverändert, jedoch liegt bereits eine Neufassung sowie ein neuer Entwurf für die Satzungen vor. Bis zu ihrer endgültigen Ab- schließung werden die„Bekanntmachungen des Magistrats zum Schutze der Mieter und über Maßnahmen gegen den Wohnungs- mangel" für die neue Stadtaemeinde Berlin vom 21. Mai 1921 und die vom Ausschuß für das Wohnungswesen ausgestellten Satzungen vom 26. Ottober 1921 noch wirksam bleiben. Ebenso besteht die Polizeiverordnung über Wohnungsordnung für den Landespolizei- bezirk Potsdam vom 19. März 1919 noch zu Recht. Der Entwurf einer Wohnungsordnung für das Gesamtgebiet einer neuen Stadt- gemeinde Berlin liegt zu neuer Beschlußfassung vor.— Von den 1923 als oermietbar angeboteneu etwas 34 333 Wohnungen wurden etwa 4233 wegen begründeter Ansprüche der Verfügungsberechtigten oder aus sonstigen Ursachen ohne Mitwirkung des Wohnungsamtes vergeben, und die übrigen etwa nahezu 28 333 Wohnungen wurden durch den amtlichen Wohnungsnachweis oermietet. Vohnungsaufftcht unö pflege. Di« Wohnungsaufstcht und die Wohnungspfleg« sind ein beson- ders schwieriges Problem. Mieter und Vermieter find häufig zu verarmt, um die Forderungen der Wohnungsaufstcht zu erfüllen. Regelmäßige ftraßenmäßige Besichtigungen sind aus Gründen des Beamtenabbaues nicht mehr möglich. Die verfügbaren Kräfte können kaum noch den Fällen nachgehen, die bei der Tätigkeit des Wohnungsnachweises oder durch Anzeigen sich herausstÄlen. Dies« Anzeigen gehen aus von den Betroffenen selbst oder aber auch von Organisationen und Behörden, wie Lungen-, Trinker- und Säu�- lingsfürsorgestellen, vom Wohlfahrtsamt für den Landesbezirk Berlin vom 22 April 1913 sowie die Wohnungsverordnung. Wohlfahrts- amt und von Stadtärzten Rat, Belehrung und Mahnung versuchen hier Abhilfe zu schassen. Soweit dieses durch Zwangsmaßnahmen oder bei Notstand nicht zu erreichen ist, versuchen die Wohnungs- ämter selbst die Mängel zu beseitigen, wozu die sogenannten„Ab- lösungsgelder". verfallene Kautionen und dergleichen gewisse Mittel liefern. Die Wiederaufnahme der Kontrolle über das Schlafstelleu- wesen war leider aus denselben Gründen wie bei der Wohnungs- aufstcht nicht möglich. Höchstens ganz grob« Verstöße in sitt- licher oder gesundheitlicher Hinsicht konnten beseitigt werden, soweit sie bekannt wurden. Kinderreiche und Kranke. Das schwierigste Problem ist die Unterbringung kinderreicher Familien. Die Wohnungsämter müssen gerade nach dieser Hinsicht hin besonders ernstlich einsetzen. Ebenso ist eine unabweisbare Auf- gäbe der Wohnungsämter die Bekämpfung ansteckender Krankheiten und die Säuglingssterblichkeit. Die Zu- fammenarbeit mit den Fürsorge- und Wohlsahrtsstellen hat in vielen Fällen schon Erfolg erzielt. Die Zuweisung einer geeigneten Woh- nung an Kranke führte in zahlreichen Fällen zur Besserung ihres Zustandes. Auch konnte mit Betten aus Mitteln der Alt-Berliner König-Friedrich-Stiftung sowie durch Umzugs- und Mietbeihilfen große Not gelindert werden. Die Bautätigkeit der Wohnungsämter zeitigte 1923 eine Leistung von 1212 Wohnungen mit 3136 Räumen. Leider gingen durch versall und Brandschaden 402 Wohnungen verloren, meist solch« Wohnungen, die wegen ihres schlechten Zustandes kein Wohnungsuchcnder mehr haben will oder die überhaupt als un- benutzbar baupolizeilich gesperrt sind.— U eberall hat man behclfs- mäßig Nolwohnungen geschaffen durch Herstellung verwahrloster Wohnungen, durch Wohnlauben, durch Instandsetzung von Baracken, im ganzen 1212 Wohnungen.— Die Bauwirlschaft ist 1923 weiler zurückgcgsngen. Sowohl der private Wohnungsbau wie der Sied- lungsbau wurden durch die Inflation stark beeinflußt. Der private Wohnungsbau hat davon Nutzen gezogen. Der Sicdlungsbau litt darunter. Bis auf vereinzelte Fälle schuf der private Woh- nungsbau fast nur Einfamilienhäuser und in den ärmeren Gebiets- teilen fast nur sogenannte Dauerwohnlauben. Lebhaft war die industrielle Bautätigkeit in Neu- kölln, Tempelhof, Spandau und Reinickendorf. Die Innenbezirk« erhielten einen Zuwachs durch Errichtung oder Umbau einiger Ge- schäftshäuser. Aus Landesdarlehen, Reichskrediten konnten zufanzmen 396 Wohnungen, und zwar 533 Hochhäuser und der Rest in Msttei- und Flachhäusern in Angriff genommen werden. Die neu geschaffenen Wohnungen verteilten sich auf 19 geschlossene Siedlungen, außerhalb dieser Siedlungen wurde nur«in Einzelhaus mit öffentlichen Zu- schössen errichtet. Di« Bauzufuhr war durch die Geldentwer- tung und verspätete Bereitstellung der Mittel zeitweise in Frage gestellt. Leider wurden die vom Reich im Herbst in Wochenraten zur Verfügung gestellten Papiermarkkredite durch die fortschreitende Geldentwertung vermindert, so daß eine Anzahl Siedlungen im Dezember stillgelegt werden mußten. Notdürftigste Fertigstellung war erst wieder in Aussicht zu nehmen, als das Reich der Stadt als Treuhänderin um Weihnachten herum 853 333 Goldmark zuwies Von den 396 Wohnungen konnten bis zum Ende des Jahres rund 433 bezugsfertig hergestellt werden. q Das Aeichen. Von Daniel Eorkery. 3. Ich würde jetzt sicher ruhig eingeschlafen sein, wenn dieses andere nicht gewesen wäre. Ich blieb aus dem Bett sitzen und raucht« eine Zigarette roch der anderen, und ich weih nicht, immer wieder fiel mir ein, daß der Wachtmeister Naylor sich doch noch«rinnern könnte. mein Gesicht schon irgendwo gesehen zu haben. In zwei Minuten war ich wieder in den Kleidern. Ich huschte lautlos die Treppen- stufen hinunter..Mir fiel der muffige Geruch in der Gaststube auf, wie ein Haus so muffig riechen konnte, das in einer offenen Gegend so frei dastand. Ich schob die Riegel zurück, drehte den Schlüssel herum und zog ganz leise mein Rad hinter der Tür hervor, um in die Stille der nebligen Dämmerung zu tauchen. Während ich mich leise vorwärts tastete, ging das Giebelfenster auf. „Junger Mann, wohin wollen Sie um diese Stunde?' „Still," hauchte ich ihm zu.„es ist besser für mich, daß ich mich fortmach«, sie werden ganz sicher wiederkommen.' Ich sah seine weißen Haare um seinen Kopf fallen und in seinen Augen einen Blick so unschuldig wie im Gesicht eines Weibes; die Welt mit ihrer verhärtenden Erkenntnis war aus irgendeinem Grunde an ihm vorübergegangen. „Aber wollen Sie nicht etwas zu sich Rehmen,«he Sie fortgehen?" „Nein, nein, bester nicht, ich werde schon noch zu einem Früh- stück kommen, ganz sicher" � „Ja, das schon, das werden Sie schon."— Ich hatte das Ge° fühl, als wollt« er etwas anders sagen. „Sie sind hier zu jeder Zeit willkommen, bei Tage oder bei Nacht.— Sie haben sich ein schweres Päckchen aufgehalst und müssen viel ausstehen, müssen lagsen wie ein armer Hase, hinter dem die Hunde her sind," murmelte er noch zu mir. Die fröstelnde Dämmerung lag um mich und die nächtlich« Stille. „Andere müssen noch mehr aushalten, die jungen Männer in den englischen Gesongnisten," gab ich zurück und setzte mich auf das Rad. Da kamen mir zwei Zeilen von Sean Clarachs Lied in den Sinn, ich reckte mich und sang dem alten weißhaarigen Manne ins Fenster: So viele meiner Söhne hat England mir geraubt, Wie soll ich, Gott im Himmel, weiterleben ohne sie! „Es ist immer dasselbe alte Lied." setzte ich mit plötzlicher Bitterkeit auf Gälisch hinzu. ..Ich kann dich nicht verstehen,' sagte er traurig,„aber es ist so schön, diese Sprache zu hören.— Ja, die vor uns gelebt haben, da» waren groß« Männer." Ich winkte mit der Hand und ließ ihn allein. Er sah mir in die schweigend« Morgendämmerung nach. 4. Zehn Meilen weiter war ich an einer Stelle, wo ich als Jung« so oft meine Schulferien zugebracht. Ich fuhr und fuhr immer weiter, und Sean Clarachs düsteres Lied schwand ollmählich aus meinem Kopf«. Ein schöner Herbstmorgen begann mich mit stiller Wohligkeit einzuhüllen. Und wie ich durch diese Gegend fuhr, wurden mir wieder die alten Tage lebendig, in denen ich hier mit dem Sohne des Bauern den ganzen Tag fischte oder auf dem einzigen Pferd nach dem Städtchen ritt, um etwas zu bestellen. Und der Gedanke an den Sohn dieses Bauen? fügt« sich ein in meine Stimmung, machte mich wieder ruhig und erfüllt« mich ganz. Jen« alten Tag« waren so freundlich und anheimelnd, all die spätere Zeit war so voller Angst, Hastigkeit und Unruhe. Der Weg machte jetzt bei ein paar Bäumen eine Biegung, dann stieg ich ab; vor mir war das 5)aus meines jugendlichen Freundes Gregory Ahern. Ich mußte mir mit Gewalt einreden, daß er doch jetzt schon ein Mann sein muß'«, aber ich sah immer nur den Knaben vor mir. Hier waren die Feldstücke seines Vaters, ich erkannte jedes einzelne wieder. Sie waren viel bester bestellt, der Hof viel bester im Stand«, Schuppen und Scheune waren um das Wohnhaus neu hinzugekommen, und«in lebendiger Windschutz aus Lärchbäumen war auf der Wetterseite gepflanzt. Alles sah nach Behäbigkeit aus. so daß ich sch-n fünbtete, der Hof sei inzwischen in andere Hönde gekommen. Endlich braute ich mich doch in den Hos. Di« Haustür war offen. Ein ftbräqes helles Liibt fiel auf den Hausflur und reichte bis zu den Füßen eines alten Mannes, der mich grüßt«:„Kommen Sie nur herein in mein Haus, Sie hätten noch ziemlich weit bis zum nächsten Hause!" „Seid Ihr Humphrey AHern," fragte ich. „Ja, der bin ich," brachte er vorsichtig heraus. „Ihr erkennt mich wohl nich» mehr?" Er erhob feine Augen und sah mich fest an. „Sie müsten mir schon verzeihen." sagte er mit einer unge- zwungenen Höflichkeit, die mich sogleich an den jungen Gregory in desten Iugendtagen erinnerte; es war gerade jetzt etwas in ihm, was ich nickst recht beim Namen nennen konnte und was mich verwunderie. „Sie müssen schon verzeihen," und dabei blinzelte er mich mit den Augen an,„das Reißen hat mich ganz unnütz gemacht, ich kann nicht mehr aufstehen, und die Sonn« blender mich sehr." Und dabei machte er immer Anstrengungen aufzustehen. „Es sind jetzt fünfzehn Jahre her, seit ich zuletzt in Eurem Haule war." sagte ich, und ging ganz nahe zu ihm.„aber Euer Sohn kannte mich einmal ganz gut." „Wenn er Sie dazumal gekannt hat, so wird er Sie auch heute noch kennen." Ich spürte, daß in diesen seinen Worten ein besonderer Sinn war— oder hatte ich, ohne es zu wollen, meinem Kopfe auch jetzt jenen leisen Ruck gegeben? „Gregory und die andern sind im Stalle bei den Kühen, sie werden jeden Augenblick hereinkommen, setzen Sie sich einstweilen," sagte der Alte 5. Das Weibervolk kam zuerst, sie erkannten mich gleich wieder und ftagten nach meinen Leuten. Dann kam Gregory, mein Jugend- freund. Er war jetzt sechs Fuß groß, starkknochig, von frischem Aus- sehen ein wenig hastig in seinen Bewegungen, seine Stimm« war etwas unbestimmt, sein ganzes Gehaben hatte jene merkliche Höflich- keit, die man allenthalben in Munster trifft. Vor Schüchternheit vermochte er kaum zu sprechen. Nach einer Weile sagt« er endlich: „Ich habe Ihr Buch gelesen. Ich habe es da drin," und dabei wies er mit einem Kopfnicken nach dem Nebenraum. Ich war überrascht. Mein kleines Gedichtbuch— und ich hatte gute Gründe zu dieser Meinung— war wohl nicht weit über meine Dubliner Freunde hinausgekommen. „Und Sie waren auch bei dem Aufstand dabei und auch in Frongoch. Ich wollte Ihnen noch schreiben— aber ich bin nicht dazu gekommen—" Cr sah scheu auf mich, und dann senkten sich sein« Augen. Ich war ein wenig rot geworden, denn ich muß gestehen, daß ich seit Iahren nicht mehr an ihn gedacht ha'te. Sein« Leute sahen nicht von mir weg. Sie waren offenbar noch nie einem begegnet, der jene furchtbare Dubliner Osterwoche mitgemacht oder schon im Ge- fängnis gesesten hatte. Und der junge Bursche hatte sicherlich das alles für sich behalten, die Erinnerung an mich war etwas Heiliges für ihn gewesen, ich konnte es ihm ansehen. Ich wurde verlegen und hielt inn« Ich fürchtet«, daß der Dubliner Schriftsteller oder der Gefängnisheld etwas verlieren könnte, wenn er zuviel sagte. Ich mußte meinen Kopf still halten wie bei einem Pho'orraphcn. Der Alt« sah mich mit unverwandten Augen an und schien sich seine Sc- danken zu machen. Beim Abendessen sagte Gregory, immer noch mit großer Zurück- Haltung:„Ich habe Ihren Artikel im Fenier gelesen: Wenn die Götter kommen, müsten die Halbgötter abtreten.— Ich wollte Ihnen schon schreiben, aber ich hätte vielleicht nicht recht getan—* „Du hättest mir schreiben scllen," sagte ich zu ihm. „Gregory ist nicht so einer der das täte," sagte jetzt ein« von den Frauen mit einem Lächeln kn ihren ruhigen Augen. Mit einem leichten Ruck stand er auf und horchte nach der offenen Tür hinaus. (Schluß folgt.) Weifere 400 werden bis zum Frühjahr und Frühsommer fertig fein. I dem Spiznamen der Schlorrendorfer" fenne. Er habe das Signal| Außerdem wurden noch 300 Wohnungsbauten aus 1922 übernommen. gegeben, die Pfadfinder und die Stahlhelmleute zu verprügeln. Dieser Die Gesamtzahl der aus öffentlichen und privaten Mitteln errichteten Anführer wird von der politischen Polizei noch gesucht. Der UeberWohnungen wird sich auf rund 5000 einschließlich der oben angege- fall fand in der Schlucht„ Schwarze Kehle" statt. Nach dem Ein greifen der Förster gingen die Kommunisten auseinander. Während benen 1212 Wohnungen belaufen. die Förster die drei Festgenommenen nach dem Rathause brachten, sammelten sie sich wieder. Die drei wurden von dem Amtsvorsteher festgestellt und dann wieder entlassen, gerade als die vereinigten Gruppen durch Budow zogen. Von einer Drohung, das Rathaus zu stürmen, soll nach der Behauptung der Verhafteten keine Rede Um den Oberstadtschulrat. In dem zur Borberatung des Abbaues des Berliner Magistrats eingesetzten Ausschusse haben die bürgerlichen Stadtverordneten für den Abbau des Oberstadtschulrats Paulsen gestimmt, obwohl der Oberbürgermeister in seinem Dezernats- Berteilungsplan die Beibehaltung der Stelle vorgesehen hat. Dem Kenner der Verhältnisse war der Beschiuß nicht überraschend. Die vielen Angriffe, die in der letzten Zeit gegen Paulsen erfolgten, hatten den 3wed, durch herabsehung seiner Berson und seiner Tätigkeit in der Oeffentlichkeit für seinen Abbau Stimmung zu machen. Aus diesem Grunde fchlachtete man das Nadtturnen aus, indem man sich in der Stadtverordnetenversammlung bemühte, zwifchen dem Schulprogramm Paulsens und den gymnastischen lebungen einen Zusammenhang herzustellen. Das ist schon deswegen falsch, weil die ebungen nicht an einer von Paulsen errichteen Gemeinschaftsschule, sondern an einer der durch den Willen der Eltern mis Leben gerufenen Sammelschulen für die nicht am Religionsunterricht teilnehmenden Rinder stattgefunden haben. Von den verschiedenen Angriffen der reaktionären Bresse gegen Paulsen fei der der Zeit" erwähnt( Nr. vom 10. und 17. Februar). Obwohl aus den Ge meinschaftsschulen noch nicht Kinder entlassen worden sind, behauptet sie, die zur Entlassung femmenden Rinder befäßen in vielen Disziplinen des praktischen Lebens nur geringe, für die Ver: wendung in einem Beruf nicht ausreichende positive Renniniffe." Eine Gemeinschaftsschule hat sich in zwei Gruppen gegliedert, weil die Leiden Hälften des Lehrerfollegiums über pädagogische Fragen verschiedener Ansicht waren. Auch das ernfte Ringen um Berwirklichung pädagogischer Ideen schlachtet„ Die Zeit" zu einem völlig ungerechtfertigten Borwurf aus:" Die Disziplin in den Schulen gibt vielfach zu lebhaften Klagen Anias. Ist es doch neulch vorgekommen, daß sich die Hälfte der Lehrer einer meltlichen Gememfchaftsschule an eine andere Schule verfegen ließ. um endich einmal Ruhe und Ordnung während des Unterrichts herbeiführen zu können." Das tollste Stück leistet sich indes das Blatt mit ter Behauptung, Baulsen hätte im Gegensah zu seinen Vorgängern dem Berliner Schulleben nicht feinen Stempel aufgedrückt. Auf die Dauer ließe sich eine derartige Negativität nicht ertragen." Einen solchen Vorwurf wagt das führende Organ der Partei, deren Mitglieder unter Führung des voltsparteilichen Stadt rerordneten Tropffe bei der kleinsten Reform Paulsens einen Lärm machen, als ob dieser die Berliner Schulen zugrunde richten wollte. Was würde ein Arzt fagen, wenn seine Patienten sich der Durch führung feiner Borschriften und Ratschläge widersehen und ihm nach her Vorwürfe machen würden, daß die Krankheit sich während seiner Behandlung nicht gebeffert hat? So hat der Berliner Magistrat noch nicht den viermol von der zuständigen Deputation für die äußeren Angelegenheiten der höheren Schulen mit Zustimmung aller Sozialisten und Demokraten gefaßten Beschluß ausgeführt, nach dem die Serten und Quinten der Alt- Berliner Realfchulen abgebaut werden sollen. Warum? Man fürchtet, der voltsparteiliche Kultusminister würde nicht feine Zustimmung geben, In dem Ausschuß wurden alle möglichen Gründe vorgebracht, um den Abbau zu rechtfertigen( Morgennummer vom 17. April). Zwei Stadtverordnete erklärten etwa folgendes: Bei der gegenwärtigen Finanznot müssen wir eten fparen; wenn die Stelle auf die Dauer nicht entbehrt werden fann, fönnen wir sie wieder befeßen." Man wagt es also jetzt noch nicht, den Sozialisten Baulfen durch einen bürgerlichen Stadtschulrat zu ersetzen. Die politi. fchen Gründe wären so offensichtlich, daß gegen den Abbau mit Erfolg Einspruch erhoben werden könnte. Deshalb will man mit Der Wahl feines Nachfolgers noch einige Zeit warten. Geradezu lächerlich ist es, zur Rechtfertigung des Abbaues Ersparnisgründe anzuführen. Denn der Unterschied zwischen dem Gehalt Paulsens und dem ihm gefeßlich zustehenden Wartegel ist geringer als das Gehalt eines einzigen Lehrers; ihre Zahl beläuft sich in Berlin auf mehr 10 000. Auch oft z. B. Potsdam; für die Biermillionen pit einen Stabticutral, Stübte unter 100000 Einwohnern haten stadt foll aber plötzlich ein felcher nicht nötig feit. Der Stadt. verordnete Michaelis sagt mit Recht im„ Berliner Tageblatt"( or genausgabe vom 17. April):„ Es ist so gut wie unerträglich, auf einen Stadtfchuirat und einen Medizinalrat im Magistrat zu ver zichten." Erfreulicherweise hat sich der Berliner Lehrerverein gegen den Abbau Paulsens ausgesprochen. Er läßt deffen Tüchtig. feit volle Gerechtigkeit widerfahren. Sein Organ„ Die Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung"( Nr. vom 14. März 1924) schreibt zu dem Beschluß des Magistrats, das Schulwesen auf der glei. chen Höhe und in dem bestehenden Umfange zu er. halten" und eine Erhöhung der Klaffenfrequenz nicht eintreten zu lassen:„ Anerkennung und Dant gebührt vor allem der Berliner Schulverwaltung und ganz besonders Herrn Stadtschulrat Paulsen und Herrn Magistratsoberschurat Nydahl, die sich tatkräftig und mit vieler Wärme für die Schule eingefegt haben. Der Erfolg frönt ihre Arbeit." Stadtv. Dr. Erich Witte. Faschisten und kommunisten. Zu dem Zusammenstoß auf den Bollersdorfer Höhen. Der Zusammenstoß bei Buckow ist durch die Ermittlungen der politischen Polizei jeßt weiter aufgeklärt, wenn auch noch nicht feft. steht, wer die Angreifer waren und ob sich die Kommunisten nicht tatsächlich durch das Erscheinen der faschistischen Stahlhelmleute be. droht fühlten. Fest steht nur und sollte weder von den polizeilichen noch gerichtlichen Behörden übersehen werden, daß, seitdem sich am Beerdigungstag Dreyers und am Tage der Ankunft der Leiche die faschistischen, monarchistischen und völkischen Vertretungen mit ihren aufreizenden Fahnen und Abzeichen ungehindert und unbestraft in den Straßen Berlins entfalten konnten, die Beunruhigung auf der radifalen Gegenfeite wieder zugenommen hat. Getötet wurde bei dem Zusammenstoß ein Schüler er bert Brahh aus der Hebbelstraße 16 zu Charlottenburg. Er erhielt nicht einen Halsstich, sondern einen Stich in den Rücken, der die Lunge durchbohrte. Schwer verwundet wurde ein Schüler W. aus Charlottenburg. Er mußte zunächst nach dem Budower Krankenhause gebracht werden und wurde von dort nach der elterlichen Wohnung übergeführt. Die beiden mochten als Pfadfinder mit zwei Kameraden und einigen älteren Leuten vom Stahl helm in Charlottenburg einen Ausflug. Kommunistische Jugend war schon am Sonnabend in der Buckower Gegend. Wieder holt hatten die Förster mit ihnen zu tun, weil sie im Walde Feuer machte. Etwa 50-60 junge Kommunisten hatten am 1. Feiertag auf den Bollersdorfer Höhen abgekocht. Zu diesen gehörten Kaminsti und Gluth und der dritte, der jetzt von der politischen Polizei ebenfalls ermittelt wurde. Diese drei behaupten, daß fie an der Messerstecherei nicht beteiligt gewesen seien. In ihrer Gruppe sei das Gerücht verbreitet gewesen, daß die Bismard bündler kommen und sie angreifen wollten. Nun fei eine etwa ebenso starte kommunistische Gruppe den Weg der Pfadfinder und der Stahlhelmleute gekommen, so daß diefe zwischen die beiden kommunistischen Gruppen geraten feien. Der Zusammenstoß sei zwischen den Pfadfindern und Stahlhelmleuten und der zweiten kommunistischen Gruppe erfolgt. Hier sei es auch zu den Messerstichen gekommen, nicht bei der ersten kommunistischen Gruppe. Hauptanführer dabei sei ein Bursche gewesen, den man nur unter gewesen sein. Deffentliche Wählerversammlungen heute, Mittwoch, den 23. April, abends 7% Uhr: Berlin- Mitte: Sophiensäle, Sophienstraße 17/18. Wedding( 21. Abt.): Schulaula Plantagenstraße 15/17. Wedding( 22. Abt.): Schulaula Lütticher Straße 47/48. Friedrichshain( 38. Abt.): Lokal Schmidt, Fruchtstraße 36a ( oberer Saal). Kreuzberg( 40. und 41. Abt.): Bockbrauerei, Fidicinstraße 2/3 ( kleiner Saal). Kreuzberg( 47. Abt.): Lokal Behrendt, Manteuffelstraße 95. Charlottenburg( 56. Abt.): Schulaula Pestalozzistraße 40/41. Neukölln( 95. Abt.): Kindl- Brauerei, Hermannstraße. Neu- Lichtenberg- Friedrichsfelde: Lokal Tempel, PrinzenAllee 30. Kaulsdorf: Turnhalle Schule Adolfstraße 25. Tagesordnung in allen Bersammlungen: der 4. Mai" Der Tag der Entscheidung Referenten sind: Bartels, Robert Breuer, Dr. Freund, Joachim, Karl Leid, Hermann Lüdemann, Dr. Mierendorf, Wilh. Reimann, Dr. Zechlin. * Deffentliche Wählerinnenversammlungen Spandau: Kontordiasäle, Klosterstraße 13/15. Ober- und Niederschöneweide, Johannisthal: Aula Mädchenschule in Niederschöneweide, Berliner Straße. Tagesordnung: " Wie wählen die Frauen am 4. Mai?" Referentinnen: Gertrud Hanna, Hedwig Wachenheim. Donnerstag, den 24. April, abends 7%, Uhr: Prenzlauer Berg( Schönhauser Vorstadt): Schulaula GleimStraße 49. Friedrichshain( 32. Abt.): Schmidts Festsäle, Fruchtstr. 36a ( oherer Saal). Friedrichshain( 33. Abt.): Schulaula Hohenlohestraße 10. Friedrichshain( 35. Abt.): Ehem. Germania- Brauerei, FrankCharlottenburg: Hohenzollern- Festsäle, Berliner Straße 105. Charlottenburg( Oft): Aula des Mommsen- Gymnasiums, Wormser Straße 11. furter Allee 313. Siemensstadt: Siemensstadt- Festfäle, Schulstraße. Gafom: Lotal Hans Krause( Zur Linde). Friedrichshagen: Brauerei Seestraße. Mahlsdorf: Lofal Rieselat, Höhnower Straße( Kolonie). Mahlsdorf( Süd): Lokal Heidekrug, Köpenicker Allee. Pankow: Lokal Linder, Breitestraße. Tagesordnung in allen Bersammlungen: Der Tag der Entscheidung der 4. Mai." Referenten sind: Bartels, Breuer, Brückner, Dittmer, Heimann, Kiezmann, Leid, Lempert, Nietisch, Stampfer, Staab, Dr. Zechlin. Deffentliche Frauenverfammlungen Wilmersdorf: Hindenburg- Oberrealschule am Seepart. Copenid: Lokal Georg Schulze Müggelheimer Straße 12. Referenten: Marie Runert, Dr. med. Löwenstein. Der Villenbesitzer und sein Chauffeur. wie eine fünfköpfige Familie auf die Straße gesetzt werden soll. Wenn jemand mit irdischen Glücksgütern so reichlich gesegnet ist wie der Lederfabrikant und händler Feldmann, der in Behlendorf West in der Lindenallee 20 eine geradezu schloß. ähnlich anmutende, auf das üppigste ausgestattete Billa befißt und bewohnt, dann follte man meinen, daß so ein Mann anderen Mitmenschen auch ein flein wenig Sonne und Lebensfreude vergönnt. Das scheint aber, erstaunlich genug, bei Herrn Feldmann nicht der Fall zu sein. Herr Feldmann besitzt selbstverständlich auch ein Automobil. Der Chauffeur nun wohnt mit seiner Familie, Frau und drei erwachsenen Kindern, in einer bescheidenen Wohnung im sich allgemein feit vielen Jahren des beften Rufes und Ansehens. Erdgeschoß der Feldmannschen Billa. Die Chauffeurfamilie erfreut Dennoch schienen es Herr und Frau Feldmann nicht fertig zu be kommen, fich mit der Familie zu vertragen, und im September v. J. fündigte er feinem Chauffeur Stelle und Wohnung und nahm sich fofort einen neuen Chauffeur. Dieser nun verzichtete freiwillig auf die„ Amtswohnung" in der Feldmannschen Villa, weil er felber über eine sehr hübsche Wohnung verfügt, die er nicht aufgeben will. Es lag alfo tein Grund vor, die frühere Chauffeurfamilie auch noch aus der jeßigen Wohnung zu verdrängen, zumal das Behlendorfer Wohnungsamt erflärt hat und noch immer erklärt, eine andere Wohnung für die Familie nicht zu haben. Herr Feldmann jedoch betrieb die Entfernung der Chauffeurfamilie aus seiner Das Rundfunkprogramm. Mittwoch, den 23. April. Tageseinteilung Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 4 Uhr: Vortrag des Herrn Egon Jacobsohn:" Wir feiern Geburtstag( Jugendvortrag). 4.30-6 Uhr: Berliner Funkkapelle( Unterhaltungsmusik). 7 Uhr: Vortrag des Herrn Oberingenieurs Tombring: Die Anwendung des Gases in der Heiztechnik". 8.30 Uhr; 1. Aus der Peer- Gynt- Suite von Grieg, a) Morgenstimmung, b) Solveigs Lied( Fritz Wenneis auf dem Schiedmayer- Meisterharmonium). 2. a) Im Abendrot, von Schubert, b) Im Haine ,, von Schubert( Margarete Adler). 3. Zwei Sätze aus dem III. Konzert von Friedrich dem Großen, a) Grave. b) Allegro( Prof. Emil Prill, Flöte). 4. a) Fußreise. von Hugo Wolf, b) Verborgenheit, von Hugo Wolf( Kammersänger Gunnar Graarud, von der Großen, Volksoper). 5. a) Oestlicher Anklang, von Siegfried, b) Erotik, von Karg- Ebert( Fritz Wenneis auf dem Schiedmayer- Meisterharmonium) · Wohnung mit einem Eifer, der einer befferen Sache würdig gewesen wäre, und erreichte auch tatsächlich, daß die ganze Familie nunmehr am 1. Mai buchstäblich auf die Straße geseht werden soll. Das Gericht ist in seinem Entschluß, dem Hausbesizer Feldmann die Räumung der Wohnung der Chauffeurfamilie zuzugestehen, offenbar beeinflußt worden durch die von dem Kläger Feldmann gegebene Erklärung, daß er in der Lage sei, dem entlassenen Chauffeur zwei Wohnungen zur Auswahl zur Verfügung zu stellen. Das aber ist bisher nicht erfolgt. Was also foll mit der Familie geschehen? Merkwürdig genug, daß das Zehlendorfer Wohnungsamt, in dem doch tüchtige und fluge Leute figen, zwar ehrlichen Willens aber in Wirklichkeit rat und hilflos ist. Bielleicht können wir dem Wohnungsamt raten und helfen. In der Billa des Herrn Feldmann soll angeblich auch ein Regierungsrat Schuhmann wohnen und eine Wohnung von 3 Zimmern und Küche innehaben. Das Namensschild an der Pforte scheint das zu beweisen. Mert würdig ist nur, daß besagter Regierungsrat mit feiner Familie weder in seiner angeblichen Wohnung zu treffen, noch in der Ge gend bekannt ist. Wie wäre es, wenn das Zelenndorfer Wohnungsamt diese Angelenenheit einmal restlos darstellte, um, wenn die Wohnung des Herrn Schuhmann doch nicht benutzt wird, die Chauffeurfamilie aus ihrer Erdgeschoßwohnung zwei Treppen höher in diese Wohnung zu verweisen? Dann hätte Herr Feldmann, wie er es so gern möchte, feine Erdgeschoßwohnung leer und den Chauffeurleutenn wäre auch geholfen. Für heute mag das genügen. Denn daß diese ehrbare Familie tatsächlich auf die Straße gefekt werden darf, das fann doch wohl nicht die Absicht des Gerichts gemelen jein, das fein Urteil im Namen des Boltes gefällt hat, noch fann es das Zehlendorfer Wohnungsamt glauben. Martha Demmnings Bestattung. Das Andenken der Stadtverordneten und Stadträtin Martha tabthaus burch eine Trauerfeier geehrt. Den Lichthof Demmning, unserer verstorbenen Genoffin, wurde gestern im des Stadthauses füllte eine große Trauergemeinde, hauptsächlich Genoffen und Genoffinnen, Mitglieder unserer Partei, aber auch Bürgerli he, deren. Achtung Martha Demmning durch ihr Wirken in der Gemeindeverwaltung erworben hatte. An der Feier beteiligten sich Mitglieder des Bezirksamts und der Bezirksversammlung Friedrichshain, der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats, Beamte, Angestellte und Arbeiter des Verwaltungsbezirks, besonders aus der Jugendpflege, Bertreter des Berliner Ausschusses für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuh, Bertreter der Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, auch eine Gruppe von Kindern des Bezirks. Den aufgebahrten Sarg bedeckten leuchtende Blumen, ein Hintergrund von dunklem Grün umrahmte ihn. Kränze wurden nieder elegt unter anderen von der Parteiorganisation im fünften Kreis Berlin, Dom Bezirksamt Friedrichshain, von Beamten, Angestellten und Arbeitern des Berwaltungsbezirts und des Bezirksjugendamts, vom Berliner Ausschuß für Arbeiaterwohlfahrt und Kinderschuß usw. Trauermufit des Maibaumschen Bläserchors und Gesänge des Sozialdemokratischen Männerchors Friedrichshain leiteten die Feier ein. Die Gedächtnisrede des Genossen Crifpien zeichnete das Lebensbild Martha Demmnings, die aus einer Broletarierfamilie hervor gegangen war, die Not der arbeitenden Proletarier fennengelernt und dem Proletariat in heißer Liebe und unerschütterlicher Treue gedient hat. Das Wirken dieser Genoffin, die auch den Kampf der Partei um die Gleichberechtigung der Frau mitgefämpft hat, ist ein glänzendes Beispiel dafür, daß Frau und Mann einander ebenderte Bezirksbürgermeister Genosse Mielig. Die Sorge für die Jugend war ihr Arbeitsgebiet, dem fie fich mit liebevoller Hingabe widmete. Als Vertreterin des Jugendamtes der Stadt gedachte Stadträtin Genoffin Beni dankbar der treuen Mitarbeit Martha Demmnings. Ihre Tätigkeit in der Stadtverordnetenversammlung würdigte Stadtverordneter Genosse Kayfer. Genoffin Toden. bagen, die Vertreterin des Ausschusses für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuh, wies auf das Vermächtnis hin, das Martha Demm ning mit ihrem Wirken hinterlassen hat. In treuer Arbeit für das Wohl der Bedrückten werden wir ihr Andenken am besten ehren. Die Genossen Dr. Moses und Mathilde Wurm sprachen gleichfalls. Musik des Bläserchors schloß die an die Herzen greifende Feier. Dann wurde der Sarg hinausgetragen und nach dem Kreseitet. maiorium in der Bericifraße fotel, Dort nahm die Trauer. gemeinde in einer furzen Feier via Wehmut letzten Abschied von Martha Demmning. Unfere greise Genoffin Fahrenwald mahnte, im Geist der Verstorbenen zu wirteen. Stadtverordnete Genoffin Lung mit gedachte der Verdienste Martha Demmnings um den Kinderschuh. Auch diese Feier wurde von Musik eröffnet und geschloffen. Unter ihren Klängen fant der Sarg in die Tiefe. bürtig find. Was sie dem Bezirksamt Friedrichshain bedeutete, ſchl Kantfeier in der Universität. Auf Beranlassung der Schleiermacher- Hochschule, der Theolo gischen Gesellschaft und des Pfarrervereins fand gestern abend im neuen Aulagebäude eine Kant- Gedächtnisfeier statt. Die Feier wurde eingeleitet durch das Quartett D- Moll Op. pofth. von F. Schubert, vorgetragen von Mitgliedern der Staatsoper. Dann sprach Dr. Drach die Schillerschen ,, Worte des Glaubens" und das Körnersche Was uns bleibt". Alsdann ergriff Professor D. Dr. Kaftan das Wort zur Festrede. Er kam zu dem Schlusse, deß Kant den Grund gelegt habe zu einer geistigen Kultur des Brotestantismus. Im Anschluß sprach Dr. Drach Bruchstücke aus der 14. Rede Fichtes an die deutsche Nation, Das Ende der Feier bildete der Vortrag des Quartetts B- Dur Op. 76 Kr. 4 von 3. Haydn. Geldfälscher vor Gericht. Empfindliche Strafen verhängte das Große Schöffengericht gegen mehrere Geldfälscher. Ein gewiffer Otto Wiebe aus der Dranienstraße 62 hatte auf dem Boden des Hauses Jahnstr. 7 eine Druckerei für falsche 500- Mart- Scheine eingerichtet, als diese noch Wert hatten. Trog Tatsachen leugnete Wiebe vor Gericht, wurde aber auf Antrag Ehroerluft und Stellung unter Bolizeiaufsicht verurteilt. Bier des Staatsanwaltschaftsrats Belzer zu 6 Jahren Zuchthaus, 5 Jahren Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverluft und Polizeiaufsicht erhielt ein CONT Für jeden Schuh nur Continental- Absätze und Sohlen. Sie sind geschmeidiger und sparsamer als Leder, machen den Gang leicht und schonen die Nerven. Verlangen Sie von Ihrem Schuhmacher Ontinental Absätze und Sohlen So gut wie Continental- Reifen! Mar Schneider aus Lodz, der Preußische Dollarscheine anfertigte und damit in der Hauptsache Kleinhändler, besonders Leute betrog, die vom Wagen Gummiabsätze u. dergl. verkaufen. Auch er leugnete. Es wurde ihm aber nachgewiesen, daß er zu einer ganzen Bande von Galiziern gehörte, die Falschmünzerei in Berlin betrieb. Familientragödie. Gastod einer Mutter mit ihren zwei Söhnen. Eine schreckliche Familientragödie hat sich gestern im Hause Ebertystraße 50 ereignet. Gegen Uhr nachmittags erschien auf dem zuständigen Polizeirevier der Eigentümer des genannten Hauses und teilte mit, daß er die bei ihm wohnende Familie Lindner tot in ihrer gaserfüllten Wohnung aufgefunden habe. Polizeibeamte begaben sich an den Tatort und fanden die 40 Jahre alte Frau Liesbeth Lindner sowie deren beide Söhne, den 15jährigen Georg und den 11jährigen Oskar tot auf. Frau Lindner hatte sich und ihre beiden Söhne mit Gas vergiftet. Nach Aussagen von Hausbewohnern, die zurzeit noch vernommen werden, soll Frau Lindner hochgradig hysterisch gewesen sein und mit ihren beiden Kindern viel Aerger gehabt haben, so daß fie bereits wiederholt Selbstmordgebanten geäußert hatte. Die drei Leichen wurden polizeilich beschlagnahmt. Der Ehemann Oskar Lindner, der Kriegsinvalide ist, befindet sich in einer Berliner Klinik. Freistellen in der klein- Glienider Waifenversorgungsanstalt. Auf Grund einer Bekanntmachung des Justizministers ist in der KleinGlienicker Waisenversorgungsanstalt für die Provinz Brandenburg eine Anzahl von staatlichen Freistellen zu belegen. Aufnahme finden vater oder elternlose Knaben, Söhne von Beamten, im Alter von sechs bis zwölf Jahren; Bollmaisen werden bevorzugt. Die 3öglinge erhalten Volksschulbildung. Meldungen sind an das Waisenamt Potsdam, Auguste- Vittoria- Str. 1, unter Beifügung von Rückporto, zu richten. „ Die Fahrt ins Wunderland", eine Neueinstudierung des Rose Theaters, verschafft auch Erwachsenen genußreiche Stunden. Alfred Möllers Märchen mit seinem moralischen Grundflang, jede gute Tat findet ihre Belohnung, trifft so recht den Allgemein geschmad. Im Märchen gilt es, die Phantasie zu realisieren, und da man im Rose- Theater reich an Erfahrungen der Bühnenaus nuzung ist, geschah diese wieder auf die geschickteste Art und Weise. Hans Edert stellte als Regiffeur mit feinem Geschmack die Bühnenbilder. Man bemerkte Ult und Eigenart in den Einfällen, und den Augen wurde eine Fülle des Sehenswerten geboten: so gewahrte man den Drachen Schwabberbauch, den guten Mond, den Froschfönig, die Irrlichter, des Nachtwächters Hund und dergleichen ergöhliche Dinge mehr. Otto Reddings Dekorationen sind Arbeiten von Wert. Am guten Gelingen hatte Emma Bailieu í einen Löwenanteil, denn fie frug die Verantwortung für die Kostüme und bas Ballett. Sie befundete in ihren Einstudierungen den Sinn für Zierlichkeit und Farbenfreude bei steter Bühnenwirksamkeit. Alle Mitwirkenden gaben sich anerkennenswerte Mühe, so daß dieses Märchen eine gute Spielplanbereicherung wurde, die nicht nur Rindern, sondern auch deren Begleitern Fröhlichkeit verschafft. Hellmut v. Gerlach spricht am Donnerstag, den 24. April, abends 74, Uhr, im Saale des Alexandriners, Alexandrinenstr. 37a, über die nahen Reichstagswahlen und die politische Lage in einer öffentlichen Versammlung der Gesellschaft für republikanisch- demokratische Politik. Borsig: Pastor Hans Frande. Freie Aussprache. Schwere Erdstöße auf den Philippinen. Wie von den Philip pinen gemeldet wird, ist die Ostküste der Insel Mindanao von schweren Erdstößen heimgesucht worden. Wie der Gouverneur der Philippinen, General Woods, an die amerikanische Regierung drahtet, werden die Eingeborenenniederlassungen von vulkanischen Ausbrüchen des Babuyan auf das schwerste bedroht. Drohender Bulfanausbruch in Sibirien. Bei dem Dorf Mondy an der mongolischen Grenze, etwa 200 Kilometer von Irkutst, hat, dem Oft- Expreß zufolge, ein Berg im Sajangebirge eine Deffnung gebildet, durch welche Rauchwolten aufsteigen. Da die Gegend vulkanischen Charakter hat, so wird mit der Möglichkeit eines Ausbruches gerechnet. Ein solcher ist indessen in dieser Gegend seit langer Zeit nicht mehr vorgekommen. Tel Kakao von äußerst hohem Nähr. wert, ftellt die beste Kinder. und Kranten Rahrung dar HARTWIG& VOGELA- G GL Arbeiter- Sport A 1904-1914-1924. Für den Arbeitersport sind diese drei Jahreszahlen wichtige Zeitabschnitte der Entwicklung. Anfang des Jahrhunderts war die Arbeitersportbewegung in blühenden Aufstieg. Von 1894 bis 1904 war der Arbeiter- Turnerbund von 125 Vereinen mit 9096 Mit gliedern auf 830 Bereine mit 80 000 Mitgliedern gestiegen. Jugend und Kinderabteilungen entstanden an allen Orten. Die Arbeiter. schaft erkannte immer mehr, daß sie ebenso wie die geistige auch die Körperkultur vom bürgerlichen Nationalismus befreien und in die eigene Hand übernehmen müsse. In Berlin und Umgegend turnten bereits mehrere tausend Jugendliche und Kinder in Arbeiterturn vereinen, als im Jahre 1904 die Reaktion zum entscheidenden Schlage aushofte und unter Umgehung des Magistrats Berlin den Jugend- und Kinderabteilungen der Arbeiterturnvereine verbot. Schulrektoren die Ueberlaffung der Turnhallen an Dieses Berbot wie alle sonstigen Schifanen gegen den Arbeitersport gingen Hand in Hand mit der Förderung des berüchtigten Jung. deutschlandbundes, dem alle bürgerlichen Sportverbände beitraten. Die deutsche Jugend sollte den fozialistischen Kul turzielen ferngehalten und den nationalistischen und mili tärisch organisierten Jugendkompagnien des Jungbeutschlandbundes zugeführt werden. Das Jahr 1914 zeigte uns die Folgen der dern in dem großen Weltkriege, der die ganze Menschheit dem UnterMilitärpropaganda und nationalistischen Verhegung in allen Längang nahebrachte. die„ Retter ihrer Vaterländer" aufzuspielen. Ueberall regt sich aufs Wiederum sind die Urheber all dieses Unglüds dabei, sich als neue die Reaktion, die noch nie ein Freund der Arbeiter mar. Am 4. Mai hofft man, daß die Arbeiterschaft alle Unterdrückung der Verkriegszeit vergessen hat und aufs neue der bürgerlichen Reaktion ins Gorn gehen wird. Aber die Zeiten haben sich inzwischen ge= ändert. das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht für Männer und Die alte Forderung der Sozialdemokratie, Frauen ist zur Wirklichkeit geworden. fann mehr die Meinung des Boltes fälschen. Eine auf dem Boden Kein Dreillaffenwahlrecht des internationalen Sozialismus geeinigte Arbeiterschaft hat die Macht, dieses Wahlrecht und die Verfassung der fungen deutschen Republik gegen alle Widersacher zu schüßen. Das Blühen und Gedeihen des Arbeitersports ist abhängig von der Einigkeit und Geschlossenheit der Gesamtarbeiterschaft. Jede 3ersplitterung der Stimmen oder Gleichgültigkeit gereicht den Kräften zum Vorteil, die nicht nur wirtschaftlich und politisch, sondern auch fulturell die wilhelminische Mera aufs neue erstehen lassen wollen. Die Reminiszenz an die Jahre 1904 und 1914 zeigt die Notwendig feit, der sozialistischen völferverföhnenden Idee am 4. Mai zum Siege zu verhelfen, damit 1924 nicht einen Rückschritt, sondern einen Rulturfortschritt bedeutet. In dem Kampf der Gesamtarbeiterschaft darf der sportliche Betrieb fein Hindernis fein. Wer eine freie Entwidlung des Arbeitersports auch in der Zukunft sichern will, der stehe nicht mißmutig beiseite, sondern werbe für die Kandidaten der vereinigten deutschen Sozialdemokratie! Reifen im Kanu. Deutschland", von W. F. E. Delbüttel( Berlag C. Hanf, Hamburg 8) herausgegeben, zur Verfügung. Bielfach ist noch die Ansicht verbreitet, daß ein Ranu zum steten Umfippen neige, wie die früher ohne Form und Linie von Dilettanten vielfach erbauten Grönländer, die auch noch den bezeichnenden Namen„ Seelenverkäufer" führten. Ein Wanderboot, das nun, etwa wie ein Schiff, ewig aufs genaueste ausbalanciert werden müßte, würde faum irgend jemand eine Freude machen. So ist denn das Kanu in allen seinen drei Arten ein Boot, das Stabilität besitzt. Die deutsche Boctsbauindustrie hat Boote geschaffen, die, schnittig in der Form, allen Ansprüchen auf Seefüchtigkeit genügen. Ungeschick und Mutwille fönnen sie allerdings wie jedes andere Boot, aber schwerer als ein Ruderboot, zum Kentern bringen. Bei vernunftmäßiger Verwendung ist es aber ein durchaus sicheres Fahrzeug. Wäre es dieses nicht, so könnten nicht, wie so benutzt werden. häufig beobachtet werden kann, die Kanus von Frauen und Kindern Es haben seit einigen Jahren an vielen Orten des Reichs, we der Kanusport ausgeübt wird, Wettkämpfe in fleinerem oder größerem Ausmaß stattgefunden. Aber alle Anhänger des Kanusports, ob Wettkämpfe oder nur Wanderfahrer, alle sind Freunde der Ratur: Wassermanderer. Wir wünschen es allen müden Großstadtmenschen, die fast vergeffen haben, daß draußen der Puls der Natur nach wie vor Tauwanderer werden und nach sonnendurchfluteten Tagen geruhfame fende von Jahren schlägt, daß sie hinausziehen im Kanu, FlußStunden vor dem Lagerzelt verbringen. meisterstraße.- Freitag,% 8 Uhr, Zusammenturnen aller Männer und JugendFreie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch, 7 Uhr, Turnratssigung, WeinHchen: Spandauer Wetturnübungen. Freitag, 48 Uhr, Frauenausschußkung, Weinmeisterstraße. Teilnehmerinnen unbeschränkt. nachm. 2 Uhr, im Lichtenberger Stadion Anturnen der MännerFreie Turnerschaft Lichtenberg- Friedrichsfelde. Gonntag, ben 27. April. Frauen und Jugendabteilungen. Um 2 Uhr gemeinsamer marfd) mit Tambourriege vom Frenaplak. Eintritt 20 Pf. Ruber Berein ,, Collegia" Charlottenburg( Bootshaus an der Havel.) Sigung ieben Freitag, 8% Uhr, Lokal Thunad, Charlottenburg, Wielandstr. 4. Aufwahme neuer Mitglieder. Touristen Berein Die Naturfreunde", Drisgruppe Berlin E. B. Mittwod), ben 23. April, Gipsstr. 23, Aula, Probe des Sprechchors. Es ist Pflicht eines jeben, sich zu beteiligen. Sport. Rennen zu Strausberg am Dienstag, den 22. April: Edler). Toto: 11:10. 3 liefen. 1. Rennen. 1. Rubel( Streit), 2. Hella( Mesa), 3. Ananas( S. 2. Renne it. 1. Räuberhauptmann( b. Below), 2, Hüteger( Hr. Santle), 3. Douschka( Hr. Walter). Ferner lief: Manrico. Toto: 59: 10. Play: 19, 15: 10. 8. Rennen. 1. Dro( Hartmannsbenn). 2. Brise( Se. Edler), 3. Blauschwarz( Gröschel). Toto: 142: 10. Plat: 35, 15, 22:10. Ferner liefen: flagge von Amts wegen disqualifiziert. Rotbart, Eisenbraut, Zwirn, Mobil wurde wegen Auslassens einer Wende4. Rennen. 1. Sonnenschein( Bismark), 2. Geheimbund( K. Edler), 3. Tygania( Dertel). Toto: 18:10. 3 liefen. 5. Rennen. 1. Helmtraute( Saager), 2. Dida( Heidner), 3. Bartei ( 0. Schmidt). Toto: 100: 10. Blag: 18, 17, 13: 10. Ferner liefen: Roroby, Atalanta, Walküre, Fangspiel, Iduna. 6. Renne it. 1. Palestrina( v. Herder), Salzgraf( gef.), Elfchen wilt( Staudinger). Toto: 25: 10. ( gef.); Soto: 23: 10. 3 liefen. 7. Rennen. 1. Narr( Schwart), 2. Lilienstein( Gröschel), 3. KadeBlag: 14, 14: 10. Ferner liesen: Clabra, Henry, Adilinda. uns noch eine Neuheit, die von vielen, auch unter den vorurteils Der Kanusport, in anderen Ländern längst verbreitet, ist bei lofen Sportleuten, noch immer mit Mißtrauen betrachtet wird. Daß breitung in den letzten Jahren als Reise- und Sportboot bewiesen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. er diese ablehnende Stellungnahme nicht verdient, hat seine Auserworben, die sich zu Vereinen zusammengefchloffen haben, die im Er hat sich an vielen Orten, in allen Gegenden Deutschlands Freunde " Freien Ruder und Kanubund" find umd planmäßig mit vielem Erfolg für die Verbreitung des Kanusports arbeiten. Das Kanu ist im eigentlichen Sinne, sowohl der Kajak, das Faltboot wie das kanadische Boot, Kanadier genannt, ein Wanderfahrzeug. Zu furzen und weiten Reifen auf Seen und Flüssen läßt es sich vorzüglich verwenden, da es trop feiner fleinen Abmessungen ( 5,20 m Höchstlänge und 70-80 cm Breite) gestattet, alles das an Bord zu verstauen, was zu einer Reise notwendig ist. Und das ist nicht wenig, denn der richtige Ranufahrer verzichtet auf das Uebernachten im Gasthause und entbehrt trozdem wenig von den ihm liebgewordenen Bequemlichkeiten. Er schläft entweder in seinem, auf den Strand gezogenen freuen Boot oder er erbaut sich ein kleines Zelt. Wer kennt nicht den Reiz.des Zeltlebens unter freiem Himmel fernab von allen Störungen menschlicher Massensiedlungen. Das Saitenholz erflingt und die Boesie der Natur umfängt den Flußwanderer. Poesie hin, Poesie her, wird der materialistische Tages= mensch sagen; wo bleiben wir, wenn das göttliche Naß vom Himmel. stunden- und tagelang herabströmt? Hier haben die Kanuverbände Borsorge für ihre Mitglieder getroffen. Kanuftationen sind in er. probten Gaststätten eingerichtet, die nur auf Grund von Erfah rungen vergeben werden und laden den Wasserwanderer zur geruhfamen Rast ein. Verzichtet er jedoch auf diese Art der Unterkunft, und das tun nicht wenige, dann ist es mit der Schlafstätte allein nicht getan. denn bevor die Reise weitergeht, will der Kanufahrer auch frühstücken, später will er ein Mittagbrot usw. Eine kleine Hause haltung wird daher vom Wanderfahrer mit an Bord genommen. Ja noch mehr, er verstaut alles, was ihn unabhängig von der Zivilisation macht und ihm das größte Maß von Freizügigkeit gibt. Dann fährt er hinaus, ungebunden, sicher in seinem Boot, von dem fleinsten, von feinem anderen Fahrzeug zu befahrenden Flüßchen bis Die Menschenliga Berlin gibt bekannt, daß ihre Mitglieder bei Rirchenaustritten mit Rat und Tat gern zur Verfügung stehen. Ebenso find ge. druckte Formulare Befreiungsanträge vom Religionsunterricht usw. fostenlos zu haben. Auch Papiergeschäfte wollen fich wenden an Bundes präsidenten Bevington Dangers Schliemannstr. 6. Reichsbund jüdischer Frontsolbaten, Bezirk 800. Donnerstag, 24. April, abends 8 Uhr, Mitgliederversammlung, Vortragssaal, Fasanenstraße. Geschäftliche Mitteilungen. Die Kutirol- Fabrik in Gr. Salze bei Magdeburg, die durch die Güte ihrer Fabrikate und ihre humoristische Propaganda fchon lange bekannt ist, tritt heute mit einer neuen Anzeigen- Serie an die Deffentlichkeit. Siehe heutiges Inserat. Wirklich wertbeständig angelegt sind die Ausgaben für vernunftgemässe Körperpflege CALCIFORM das hervorragende Mittel zu den größten Strömen und See bes Baterlandes und fogar die Die CAVALIN fee ist oft befahren worden. An Orientierungsmaterial stehen neben den Kartenblättern der Landesaufnahmen der von F. E. Keller bearbeitete Hipp- Hipp- Hurra"-Führer für Wasserwanderer( Berlag G n.- Vertr.: Besser& Müller, Berlin S 61, Bärwaldstr. 69. Fernruf: Moritzpl. 9551 Straube, Berlin W. 57) und das„ Kanuwanderbuch für NordwestRauchringel ( Berichterstatter der Prüfungskommission) spricht: zur Verhütung von Grippe wirksamstes Streupulver bei Schweiss- Entwicklung QUALITATSMARKS RABE Bist du Raucher? Rauch Asory! D ABEIER die TELEPATH mit Rücksicht auf ihre absolute Güte, Geschmack. beständigkeit und Bekömmlichkeit als die Zigarette des Rauchers zu erklären, und dies um so mehr, als die Prüfungs- Kommission festgestellt hat, daß man nunmehr diese hervorragende M Volkszigarette überall bekommt. Fortsetzung lolon JA Aus der Partei. Genoffe Otto Krejfin gestorben. Der Genosse Otto Kreffin, Redakteur an der„ Leipziger Volkszeitung", ist nach längerem Leiden in Leipzig gestorben. Er tam als Schriftseher in den achtziger Jahren nach Leipzig und nahm bald eine führende Stellung in der Leipziger Buchdruckerbewegung ein. Nachdem er mehrere Jahre ein Organ des linten Flügels der Buchdruckerbewegung redigiert hatte, trat er als Be richterstatter in die„ Leipziger Volkszeitung" ein. Nach der ParteiSpaltung im Jahre 1917 übernahm er in der Freien Presse", dem fozialdemokratischen Organ in Leipzig, die Lokalredaktion. Nach der Einigung im Jahre 1922 trat er wieder in die Redaktion der Leipziger Bolfszeitung" ein. Er war Mitglied des Stadtverordnetenfollegiums feit 1909 und später Ratsmitglied. Mit ihm iſt einer der alten, treuen, unermüdlichen Genossen dahingegangen. Ein Mitteilungsblatt der SAJ. Auf der Konferenz der Erefutive der SAJ. in Luremburg im vorigen Monat war die Herausgabe eines Mitteilungsblattes der SAI. beschlossen worden. Die erste Nummer erschien kurz danach und brachte u. a. einen ausführlichen Bericht über die Luxemburger Tagung und die dort gefaßten Resolutionen. Soeben ist nun die Nummer 2 des Bulletins der Sozialistischen Arbeiter- Internationale erschienen, die u. a. den genauen Bericht über die Sozialistische Balbantonfrenz in Bukarest enthält. Aus dem Inhalt erwähnen wir ferner: Parteitage. Die Zusammenarbeit mit dem JGB. Auf dem Wege zur Gründung einer Labour Party in Amerika. Adressen der angeschlossenen Parteien. Der Preis dieser Nummer beträgt 20 Goldpfennige. Bestellungen nehmen die Parteibuchhandlungen entgegen. Groß- Berliner Parteinachrichten. Die Kaffierer der 14., 21., 62., 83., 106., 108. und 125. Abteilung werden hierdurch nochmals öffentlich aufgefordert, nun endlich die Abrechnungen zu leisten, die nach dem Statut bereits bis zum 31. März zu erfolgen hatten. Nachdem bisher alle Mahnungen unberücksichtigt gelaffen wurden, werden die zuständigen Revisoren hierdurch erfucht, in diesen fieben Abteilungen für die ordentliche Erledigung der Geschäfte zu forgen. 3. A.: Alex Pagels. * 20. Areis Reinickendorf. Mittwoch, den 23. April, 6% Uhr, im kleinen Gigungsfaal des Rathauses Wittenau Sigung des erweiterten Kreisvor standes. Die Abteilungsleiter müffen bestimmt erscheinen. 1. Kreis. Wichtige erweiterte Kreisvorstandssigung bei Spiegel, Aderstraße, Donnerstag abend 8 Uhr. 2. Areis Tiergarten. Donnerstag, den 24. April, 8 Uhr, bei Trimper, Flensburger Str. 3, Sigung des Geschäftsführenden Ausschuffes mit den 1. und 2. Abteilungsleitern. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Der Ordnerdienst ber 27., 29., 30. und 31. Abt. Donnerstag pünktlich 6½ Uhr erscheinen in der Schulaula Gleimstr. 49. 14. Kreis. Genoffen, die gewillt sind, auf Landagitation mitzumachen, wer den erfucht, am Donnerstag abend 7% Uhr im Lokal von Bobbielski, Weichfelstr. 2. zu erscheinen. ,, Wen wählen wir?", Freitag, 17. Kreis Lichtenberg. Lichtbildervortrag: 25. April, 7% Uhr, im Gymnafum an der Bartaue. Eintritt nur gegen Karten, die bei den Funktionären zu haben find. Heute, Mittwoch, den 23. April: 9. Abt. 7 Uhr zahl- und Distuffionsabend bei Faber, Stephanstr. 11. 18. Abt. 7 Uhr Extrazahlabend in den bekannten Lokalen. Gäste sind mitaubringen. 26. Abt. 8 Uhr im Musikalischen Fuchs", Jostnstr. 7, Sigung fämtlicher Wahlhelfer, Ordner, Bezirksführer und Funktionäre. Das Erscheinen aller Abteilungsmitglieder sehr wichtig! 38. Abt. Bildungstommiffion, 6½ Uhr, bei Schmidt, Fruchtstr. 36a, Gigung. Donnerstag, 24. April, 8 Uhr, Funktionärkonferenz bei Bartusch, Friedenstr. 88. 44. Abt. 7 Uhr Zahlabend. 81. bis 86. Stadtbezirk bei Pinte, Ede Naunynstraße, 90. Bezirk bei Großkopf, Reichenberger Str. 152. 46. Abt. Die Genoffen treffen sich Mittwoch abend 7 Uhr Cuvryftr. 45 zur Einteilung der Wahl- und Klebearbeit. 52. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr bei Büttner, Raiferin- Augusta- Allee 83, Bortrag des Genoffen Reimann. 70. Abt. 7% Uhr Wilmersdorf. 69. Abt. 7½ Uhr bei Andreas, Pfalzburger Str. 55, erweiterte Borstandssigung. Alle Bahlhelfer müssen erscheinen. Mitgliederversammlung bei Pieper, Holsteinische Str. 60. Tagesordnung: Wahlarbeit. 72. Abt. 7% Uhr beim Genoffen Ungerer, Hanauer Str. 43, Sigung des erweiterten Abteilungsvorstandes, der Straßenführer und Wahlhelfer. 73. Abt. Schmargendorf. 8 Uhr Treffpunkt fämtlicher Genoffen bei Bahr zur Flugblätterverteilung für die Bersammlung am Freitag, in der Genoffe Aufhäufer spricht. 84. Abt. Lantwig. 7½ Uhr Mitgliederversammlung im Paradiesgarten, Mühlenstraße. Wichtige Tagesordnung. Neukölln. 90. Abt. 13., 17. und 24. Bezirk: 7½ Uhr Gemeindeschule, Mitlifstraße, außerordentlicher Bahlabend. Donnerstag, 24. April, 7% Uhr, bei Schittler, Donauftr. 118. Funktionärversammlung. 93. Abt. Bon 6-7 Uhr Sufammenkunft bei Barfanff, Herzbergfft. 29, Materialausgabe und Arbeitslosenfürsorge. Die Obmänner und Alebekolonnen find extra einzuladen. 101. Abt. Treptow. Pünktlich 7½ Uhr Borwärtsspedition Riefholaftr. 180, Bor. standssigung mit den gewählten Wahl- resp. Liftenführern. 139. Abt. Tegel. 7% Uhr, Jugendheim Bahnhofstr. 15, Funktionärstzung. Morgen, Donnerstag, den 24. April: 21. Abt. 7 Uhr Funktionärversammlung bei Böhm, Magstr. 18. 85. Abt. Tempelhof. 7% Uhr Funktionärßigung in der Linde, Werder, Ede Friedrich- Karl- Str. 94. Abt. Neukölln. 7½ Uhr Funktionärsihung bei Günther, Schillerpromes nade 11. 128. bis 130. Abt. Bankow. Vor der öffentlichen Bersammlung Sigung der Funktionäre um 6 Uhr im selben Gaal. 136. Abt. Reinidendorf- Oft. 7½ Uhr Jugendheim Geebad, Neftdenaftr. 49, Funktionärsigung. 137. Abt. Reinidendorf- West. 7½ Uhr Volkshaus, Scharnweberstr. 114, Mitgliederversammlung. Vortrag des Genossen Landa: ,, Die politischen Bar teien im neuen Reichstag." 141. Abt. Rofenthal. 7 Uhr bei Frische, Niederstraße, wichtige Funktionär Konferenz. Frauenveranstaltung am Donnerstag, den 24. April: 136. Abt. Reinidendorf- Oft. 7½ Uhr Jugendheim Geebad, Residenzstr. 49, Bor tvag des Gen. Dr. Deiters itber: Was erwarten die Frauen vom kommen den Reichstag?" " Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 104. Abt. Niederschöneweide. Der Genosse Franz Jung ist am Sonnabend, den 19. April, verstorben. Die Beerdigung hat schon stattgefunden. 71. Abt. Wilmersdorf. Unsere Genoffin Wilhelmine Engelhardt ist verstorben. Beerdigung am Donnerstag, den 24. April, nachm. 4 Uhr, von der Halle des Zwölf- Apoftel- Friedhofes, Schöneberg, Tempelhofer Weg. Jugendveranstaltungen. Heute, Mittwoch, den 23. April, abds. 71 Uhr: Friedrichsfelde: Jugendheim, Berliner Str. 45, Ede Schloßstraße, Bortrag: ,, Erste Hilfe bei Unglüdsfällen." Karow: Restaurant Bum Pantgrafen" Bantgrafenstraße Bortrag: Entstehung der Groß- Berliner Organisation." Faltenberg/ Alt- Glienice: Jugendheim, Am Faltenberg 117, Distussion: Ofter fahrt." Lankwig: Schulstraße, Bortvag: Wilhelm Liebknecht." Bightene berg- Mitte: Jugendheim, Doffeftr. 22, Diskussion: Wie stellen wir uns zur Partei?" Lichterfelbe: Jugendheim, Albrechtstr. 14a( 8immer 16), Bortrag: Quisenstadt: Schule Stallschreiberstr. 54, Vortrag: Jugend und feruelle Frage." Mahlsdorf: Schule Walderfeestr., GlaßbrennerAbend. Reinidendorf- West: Rinderhort, Augusta- Bittoria- Allee, Vortrag: Fahrtenerlebnisse." Tempelhof: Lnzeum, Germaniaftr. 4/6, Literaturvortrag. Gemeinschaftsfinn." JACOBY BOY Problem Cigaretten garantieren erfte Qualität im Theater Große Volksoper des Westens Theater, Lichtspiele USW. Uhr: Samson u. Dalia usw. 71%, Yolksbühne Täglich Staats- Theater STERNS Uhr: Rammer- 6per Opernhaus 8 Uhr: Blektra 7% Uhr: 8 Lützow str. 112 teppbeden Berliner Handels- Gesellschaft Berband der Gemeinde- u. Staatsarbeite preiswert, direkt Fabrik Bernhard Strohmandel, 72Wallst.72FIL Spittelmarkt. E.Gendelft u.Nikolsburg.Pl.2 AlteSteppbed.werd aufgearb. Freitag 25. 4., 7 U. z. 1.Male: Regie: Dr. Gearg Droescher- Mas. Leit.: Dr. Ludwig Mis. 8 U. Kleines Th. Vasantasena Täglich wechselnder Spielplan! Carola Toelle Opernhaus( Gertrud Ranitz, Achaz, Henkels am Königsplatz 7: Stackel, Schweizer, Sachs 73 D. Fledermaus Lessing- Th. Schauspielhaus 7% U.: Viel Lärm um nichts Schiller Theater 72: Wilhelm Teli Deutsch. Theater 7 Uhr: Leichnam Allabendl. 8: Kolportage Dent. Künstler- Th. Allabendl. 8: Der lebende Eine flor. Tragödie Kammerspiele 8 Uhr: Wetterleuchten Varieté Eine musikal. Kur Tb. im Admiralspalast Allabendlich Central- Theater Alte Jakobsir, 30/32 Dönhoff 2047 8 Uhr: Direktion: Carl- Heinz Wolff Nähe Spittelmarkt Donhoff 2048 care Theater Bilanz vom 31. Dezember 1923 Soll im Million. M. 875 591 25 OFA Bankgebäude. Wertpapiere, Konsortialbestände, Dauernde Folies Caprice Beteiligungen, Grundstücke. Erich Kaiser- Titz in Eine galante Macht 8 U. Liebes 8 U. Reigen Vorzeiger dieses zahlen: Orch- Faut. Kasse • Schwebende Effektenabrechnungen. Tribüne 1, Wechsel, Devisen und Sorten. Sonnabend, 26. April, 8 Uhr: 1 Parkett.... 0,75 Schuldner .. Onkel Nastopsehil D. Reiherbusch Casino- Theater Ungedeckte Schuldner Musik. Volksstück in 3 Akten von C. H. Wolff u. Theo Halton Musik von Rudolf Jonass- mit Anton Herrnfeld als Gast Gr. Schauspielhaus Grunter und drüber Rennen zu Grunewald 72 Uhr: Gasparone Theater i. d. Weltsensation: . Billion M. 1134 957 83 186 133 98 1589 323 60 Premiere 2. Parkett.... 0.50 Nostroguthaben Billionen M. 18440334 98 Gedeckte Schuldner 3995679,93 433 933,49 22 869 948 40 Avalschuldner Billionen M. 615 331,25 mit Lucie Höflich Lothringer Str. 37. Tägl. 8 Uhr Rose- Theater Wieder ein neuer Schiager 73 Uhr: Pummels Martha Volksstück in drei Aufzügen " 9 " " Haben Mörder Mann Kritz. Posse Aks Kommandit- Kapital Kyritz. Possei. 1Akt Ordentlicher Reservefonds und der neue bunte Teil Die wegende Mittwoch, den 23. April WREN Theater a. Kotth.To D. Wund. d. Schatten Deutsch.Opernhaus KöniggrätzerStr. 7Uhr: Tosca Täglich 8 Uhr: Sawyer, Baklanoft So ist es Ist es so? Komödienhaus Täglich 8 Uhr: Zwei um Eine Pattiera Intimes Theater 8: Crêpe Georgette usw. Berliner Theater Metropol- Theater Täglich 7,30: Das Weib 74 Uhr: Karneval der Liebe im Purpur von Walt, Bromme Lori Leux, Hella Kürty, Otto Storm, Theater am Nollendorfplatz Fr. Glawatsch, Fritz Täglich 7.30: Die Perlen der Cleopatra Schulz, Schönfelder Neues Theat. a. Zoo 7 Uhr: LILLY FLOHR in Residenz- Th. Meine Tochter Otto Sommerspielzeit Theateri.d.Hommandantenstr Künstlerisch. Leitg. Das Radiomadel Emil Lind U. Tägl. 8 Uhr: Kurt Vespermann Edith Karin Hinkemann Tragödie in 3 Akten Trianon- Theater von Ernst Toller. 8 U.: Zapfenstreich G. Alexander, J. Falkenstein Rob. Müller, D. v. Oppen SCALA Reichshallen Theater Tägi. 8 Uhr: Täglich 8 Uhr, Sonnt. nachm. 3 Uhr OO Stettiner Schaften Sänger Wunder and AuslandSensationen Komponisten im Olymp Dönhoff- Brettl Anfang 8 Uhr Jeden 1. u. 16. neues Programm! nachm. 3 Uhr Varieté- Spielplan auchen gestattet Metropol- Varietél 8 Uhr Behrenstr. 54 Kurzes Gastspiel 8 Uhr Lilly Flohr Wolfgang Zilzer in:, Der erste Kuß' ,, Wurstmaxe', Jackie Coogan' Außerdem das hervorragende Oster- Programm: Jansen Jackobs& Lo Castini Teubers Marionetten, Herm. Funke jr. Dolf Dolfini, 5 Gordonettis, Geschw. Stehle, Walter Pintus Kleines Entree! Kleine Preise! WIEN BERLIN W Jägerstr.639 AMFANG 8 Uhr ttbuser Straße Gläubiger Tgl.8 Uhr u.Sonntag Avalverpflichtungen. Bilionen M. 615 331,25 Gewinn- und Verlustrechnung Reingewinn. nachm. 3 Uhr: Soll 25 780 303 81 Million. M. 110 490 600 Bill. o.. M. 24561 503 81 1218850 25 780 363-1 Elite- Gewinn- u. Verlust- Rechnung vom 31. Dezember 1923 Sänger Billion. M. Verwaltungskosten einschl. Tantiemen und Pensionsleistungen in neuer Besetzung Steuern Dazu Gastspiel: Reingewinn AlexStamerd.orkom.Sachse Hecht Tabakware großhandlung Zigarren, Zigaretten, Tabak billig Verteilung des Reingewinns: 10 Rentenmark auf jede Aktie von M. 10.0.- und 5 Rentenmark auf jede Aktie von M. 500.- des KommanditKapitals v. M. 110 000 000.- Bill. M. 1 100 000Gewinnanteil des VerwalLindenstr.81 tungsrats... Reste- Haus C. Pelz Rottbuser Str. 5 Anzugstoffe Rostumstoffe Mantelstoffe Kleiderstoffe Seidenstoffe Das größte Programm! 32 10 Schlager Sonnabendu Mäntel, Kostüme Röcke 2% Babatt! 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BAD- NAUHEIM HESSISCHES STAATSBAD Am Taunus bei Frankfurt a. Main GANZJÄHRIGE KURZEIT Berlin NW. Berftstr.21 am Kriminalgericht Filiale Berlin. Freitag, den 25. April, abends 6 Uhr, Gewertschaftshauje, Engelufer 24, Saal 4: Generalversammlung Tagesordnung: 1a) Geschäftsbericht vom ersten Quartal, b) Raffenbericht c) Bericht der Revisoren. 2. Der Stand der Tarifbewegung. 3. Maifeter 1924. 4. Berbandsangelegenheiten Mitgliedsbuch und Delegiertenkarte legitimieren. 37/14 Arbeiter! Die Ortsverwaltung. Angestellte! Oeffentliche Protestversammlung gegen die grausamen Verfolgungen der revolutionären Arbeiter in Russland Donnerstag, den 24. April, abends 7 Uhr, im Lehrervereinshaus, platz, Alexander str. 41 großer Saal, Alexander Freie Arbeiter- Union Deutschlands ( Anarcho- Syndikalisten) 3740b Arbeiterbörse Groß- Berlin Union anarchist. 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Ein hervorstechendes Merkmal der heutigen Wirtschaft bildet der Kampf um die Konkurrenzfähigkeit, welcher in der genauesten Kalkulation und in der Herstellung von Qualitätsarbeit seinen Ausdruck findet. Auf dem Arbeitsmarkt tritt diefes durch gesteigerte Anforderung von Spezialfacharbei tern und leitenden Persönlichkeiten mit organisatorischer Befähigung insbesondere in Erscheinung. Bei der jetzigen Lage des Arbeitsmarktes macht sich auch bereits ein Mangel an diesen Kräften bemerkbar. Gleichfalls eng mit dem Konkurrenzkampf verknüpft ist bei der Einstellung die Bevorzugung von Facharbeitern mit all gemein beruflicher Ausbildung in den mittleren Jahren. Entscheidend hierfür dürfte sein, daß diese Kräfte ihre berufliche Aus bildung insbesondere vor Beginn der Kriegswirtschaft vollendet haben. Namentlich trifft diefes bei denjenigen Berufen zu, die in dieser Zeit auf die Verwendung von Erfahmitteln( Nahrungsmittelgewerbe usw.) angewiesen oder hauptsächlich auf die Erfordernisse der Kriegswirtschaft eingestellt waren. Bemerkenswert ist auch noch, daß sich wenn auch nur vereinzeltein Mangel an beruf: lich durchgebildetem Nach wus bemerkbar macht. Dieses ist hauptsächlich bei den Musikern der Fall, und dürfte mit auf die bis noch vor kurzem mehr oder minder durch behördliche Maßnahmen eingeschränkten Berdienstmöglichkeiten zurückzuführen sein. Demz: folge wurden die Zukunftsaussichten des Berufs als äußerst ungünstig angesehen. Die neue Währungsreform besteht nun in folgendem: Neben dem Tscherwone ist eine neue Geldeinheit, der Schahschein", gefchaffen worden, der in einzelnen Partien herausgegeben wird, und zwar fo, daß zur Zeit der Realisierung der diesjährigen Ernte für 450 Millionen Goldrubel wertbeständiges Geld in Umlauf sein sollen. Die gesamte Menge des im Verkehr befindlichen Sowjet rubels, deren Nominalwert zwar ungeheuer ist, deren eigentlicher Wert aber nur 7 Broz. aller im Umlauf befindlichen Geldmittel ausmacht, wird zu dem festen Kurs von 50 Milliarden gleich 1 Rubel eingezogen. Außerdem wird aus psychologischen Gründen" für 9 Millionen Rubel fleines Gilbergeld in den Verkehr gebracht. Alle Geldoperationen, Handel, Lohnzahlungen usw. werden auf Grund der neuen wertbeständigen Währung vorgenommen. Reform wird mit außerordentlicher Schnelligkeit und Energie durchDie geführt. Der gesamte staatiche Apparat, Bresse, Organisation usw. find in ihren Dienst gestellt. Alles wartet mit Spannung, was dieser gefährliche Sprung ins Dunfle" mit fich bringen wird. Mittwoch, 23. April 1924 Geldeinheit, den Tscherwone rettete, jetzt eingezogen wird, droht der neuen Geldeinheit, dem Schaßschein", das Schicksal des alten haften Kreis. Die sinlende Bährung ist lediglich ein Symptom Sowjetrubels. So vollzieht Reh die Entwicklung in einem fehlerder allgemeinen Krankheit der desorganisierten Volkswirtschaft. Der wunde Punkt der neuen Geldreform liegt nicht in ihr selbst, sondern in der Tatsache, daß sie nicht ba Berbindung mit einer gleichzeitigen Reform der gesamten Bottswirtschaft und der Rechtsordnung verwirklicht wird. Auch die flügsten Defreie fönnen nicht mit einem Ecage die bisher notwendig gewesenen Geldemission verhindern. Denn in der Wirtschaft ist für Wunder fein Raum. 2. Jugom. Börjenkonjunktur und Cugusindustrie. Die österreichische gemertfchaftliche Zeitschrift Arbeit if no Wirtschaft" bringt in ihrer neuesten Nummer zur Konjunkturentwidlung folgende Ausführungen: Die industrielle Krise breiter sich weiter und weiter aus. Außer der Glasindustrie, die sich in einer katastrophalen Lage lefindet, hat sie noch einige bere Industrien mit neuer Wucht ergriffen. Besonders hart getres ift die Mühlenindustrie, in er starte Betriebseinschräntumgen vorgenommen worden find. Aber auch in der Automobil und Textilindustrie hat sich die Lage empfindlich verschlechtert. Verschärft wird die Krise noch durch die Baisse der Effekten und durch die Hausse des Franken erlitten hat. Die Zusammenhänge zwischen der Börsentonjunt. Herricht an der Börse qute Konjunktur, so wächst der Luxusaufwand, tur und den Lurusgewerben in Wien sind sehr eng. und die Arbeiter der Lurusindustrien, die Keller in den Lurusgaji häusern und Bars haben bessee Wejchäftigung, ihre Kauffrait wächst der Konjunktur wie die Wellen im Wasser ausbreiten, in das man und ihr Konsum nimmt zu, fo baß sich von hier aus die Beletung einen Stein hineinmirst. Die Frage ist: Wird die Währungsreform Erfolge zeitigen, wird sie die Volkswirtschaft fanieren können? Die Borbedingungen einer Reorganisation der Währung find zweifellos gegeben. Der sich entfaltende Warenumjaz, der mit einer städtischen und land wirtschaftlichen Produktion von insgesamt beinahe 3 milliarden Rubel operiert und ohne jegliche Erschütterungen 300 Millionen Tscherwone aufgesogen hat, wird sicherlich weitere 150 Millionen Rubel Schaßscheine" aufnehmen fönnen, ohne daß dadurch eine Inflation entsteht. Dies um so mehr, als die Geldzirkulation, wie das die Erfahrungen mit dem Tscherwonez und der deutschen Renten- Verluste, die die Spekulation in Wien und in Paris durch die mar? gezeigt haben, infolge der Wertbeständigkeit des Geldes eine viel langsamere sein wird als zu Zeiten eines fatastrophalen Währungssturzes. Auch das psychologische Bedürfnis nach stabilen Zahlungsmitteln, das Beraußtsein der Notwendigkeit, eine gesunde Basis für Handel und Verkehr zu schaffen, ist vorhanden. In diesem Stadium der Reform ist die lettere nur insofern auf Hindernisse gestoßen, als es äußerst schwerig war, die neuen Zahlungsmittel im ganzen Lande in nötigen Mengen in den Berfehr zu geben. Schon über einen Monat leidet das Land unter einem außerordentErwerbslosenunterstügungslichen Mangel an Zahlungsmitteln. Der Handelsumfaß ist empfänger ist in den letzten zwei Wochen um rund 16 000 ge gegenüber dem Februar um 30 Proz. gesunken. Die Bank: Sie betrug 38 219( 48 919) männliche und 6374( 8589) operationen find stark zurückgegangen. Die Kredite an die weibliche, insgesamt 44 593( 57 508) Personen. Bei dieser Senkung staatlichen Betriebe werden gestoppt. Die Arbeitsiöhne werden in trägt neben der günstigen Gestaltung der Arbeitsmarktlage auch die vielen Orten nicht rechtzeitig ausgezahlt. Die Fristen für die EinAuswirkung der Neuregelung der gefeßlichen Bestimmung der Erlösung des Sowjetrubels mußten wieder hinausgeschoben und zwei werbslosenfürsorge bei, welche am 1. April in Kraft ge- neue Emissionen des Schatzscheins" vorgenommen werden. Die Zahl der fallen. trefen ist. Die Zahl der zu gemeinnükigen Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 3973 gegen 3098 der Vorwoche. In der Landwirtschaft bestand rege, zum Teil ungedeckte Nachfrage nach Burschen bis zu 16 Jahren und Melkemädchen. Die Industrie der Steine und Erden verzeichnet einen Aufschwung der Vermittlungstätigkeit für Marmorschleifer, Dreher und Fräser, besonders für Spezialarbeit auf Nippes und Baschtoiletten sowie für Schrifthauer für Grabdenkmäler. 1 Der vermehrte Kräftebedarf der Metallindustrie blieb bestehen, besonders groß waren die Anforderungen von weiblichen, namentlich jugendlichen Personen. Eine größere Anzahl von offenen Stellen fonnte nicht befeht werden. In der Hauptsache fehlen Autoflempner, Rifeleure, Anker- und Spulenwidlerinnen und weibliche jugendliche Arbeitskräfte. Anhaltend guten Geschäftsgang weist die Zellstoff- und Papierherstellung und verarbei fung und die Lederindustrie und Industrie leder artiger Stoffe, in ersterer besonders für weibliche Personen auf. Im Holz- und Schnigftoffgewerbe hält die Beffe rung des Arbeitsmarktes an. Der gute Beschäftigungsgrad im Nahrungs- und Genußmittelgewerbe hat für die Süßwarenindustrie infolge der Beendigung der Oftersaison nach gelaffen. Dagegen bietet die Tabakbranche gute Beschäftigungs: möglichkeiten. Widelmadyerinnen, Rollerinnen und Ripperinnen auf Bigarren blieben gesucht. Gut beschäftigt blieben fernerhin alle Zweige des Betleidungsgewerbes. Diese technischen Schwierigkeiten werden natürlich überwunden system bedrohen. Der Uebergang zu einer stabilen Währung ist werden. Weit ernster jedoch sind die Gefahren, die das Geld= felbft für Länder mit normal funktionierendem Wirtschaftsleben und Staatsapparat nicht leicht. Er fest eine aufsteigende Linie der gesamten Volkswirtschaft, eine aufblühende Industrie, eine steigende Handelsbilanz und einen geregelten Staatshaushalt voraus. wertbeständige Währung ist in einem Lande mit zerrüttetem StaatsEine Sowjetrußland ein Defizit von 500 Millionen Goldrubel, das vorhaushalt ein Ding der Unmöglichkeit. Im vergangenen Jahre hatte nehmlich( bis zu 380 Millionen) durch die Sowjetrubelemission ge mit 1750 Millionen. Die Einnahmen werden dect wurde. Der Budgetvoranschlag von 1924 balanziert in Gold reichlich optimistisch das Defizit mehr als 400 Millionen betragen. Indessen haben die mit 1276 Millionen eingestellt. Troß allem Optimismus würde vergangenen Monate des laufenden Budgetjahres deutlich gezeigt, daß das Defizit noch bedeutend höher sein wird. Kann es denn auch anders sein? Die monopolisierte Staatsindustrie lauf von durchschnittlich 70 Broz, fo daß die Preise der Produkte arbeitet wegen Mangels an Betriebsfapitalien mit einem Leer für den Verbraucher unerschwinglich sind. Betriebe, das im vorigen Jahre 200 Millionen Golarubel betrug. Das Defizit der muß vom Staate gedeckt werden. Das Land bewegt sich in einem Kreis voneinander ablösenden Krisen, aus dem es nicht herauskommen kann. Auch die Verkehrsmittel und der verstaatlichte Handel arbeiten mit Defizit. Selbst die Getreideausfuhr, von der man so viel erhoffte, erwies fich wegen der ungeheuren VerwaltungsBerwaltungs- und Polizeiapparat ift ungemein foftfpielig. Nicht unfoften des staatlichen Außenhandelsapparats als unrentabel. Der ftischen Partei im In- und Auslande. Diefer Faktor der Konjunkturbelebung ist bei uns jet fortgefallen. Außerdem ist zu berücksichtigen, daß zu den Leidtragen. ziers, sondern auch eine Reihe von Mittelstandsexistenzen den beim Umschlag der Börsenfonjunktur nicht nur größere Finan gehört, die in den abgelaufenen Jahren ein teilweise nicht unbeträchtTroßzdem wäre es verfehrt, in der Baisse der Wiener Börje nur ein liches Nebeneinkommen aus der Börsenipekulation gezogen haben. nachteiliges Moment für die haftliche Entwicklung zu sehen. Es Einkommensquelle für die Volkswirtschaft darstelle. Jezt mußte einmal der Zeitpunkt kommen, wo sich die Berkehrtheit der Annahme ermies, daß die Börsentonjunttur eine reale wird das Sparkapital, das sich bisher zum Zweck der Anlage in Taggeldern und anderen Spekulationen bei Winkelbankiers an sammelle, wieder in die normalen Kanäle zurüdströmen und den Kapitalmangel beleben helfen. Aber auch Großbenken müssen jetzt Zwecken zuzuführen und wie in normalen Zeiten die Gelder Inmit der Zeit davon Abstand nehmen, ihr Kapital ipctulatipen stellen. Solange die Hausse dauerte und die Spekulation undustrie, Hondel und Gewerbe za produktiven Zweden zur Verfügung verhältnismäßig große Teile des volkswirtschaftlichen Kapitals in Anspruch nahm, war der Zinsfuß für produktive 3 wede Angebot infolge des bei der allgemeinen Verarmung der österreichihoch, da die Nachfrage nach Industrie krediten groß war und das fchen Wirtschaft doppelt fühlbaren lieberhandnehmens der Spekulation wesentlich verringert war. Nunmehr wird die Spekulation wenige: Gelder in Anspruch nehmen, die natürlich nicht brachliegen ist zu hoffen, daß die Börsenbaisse im Laufe der Zeit wenigstens bleiben werden, sondern produktive Anlage suchen müssen. Es Es wäre allerdings dringend notwendig, daß die Regierung und die das eine Gute haben wird, daß sie den 3ins fuß herabdrüdt. Nationalbant die Gelegenheit wahrnehmen und diese Umstellung beschleunigen helfen. Weg wird für die Arbeiterschaft feineswegs ohne Schmerzen Bis dahin ist allerdings noch ein weiter Weg und dieser und Leiden zu durchmessen sein, wie es ja überhaupt das Wesen tulationsstörungen die Arbeiterschaft am härtesten treffen. Die Ilmder fapitalistischen Produktion ist, daß alle Produktions- und Zir 11 mstellung in der Produktion zur Folge haben, indem die Konjunktur der Lurusgewerbe fich verschlechtern wird. Die Währungsstabilisierung in Sowjetrußland. Schon im Jahre 1922, in den ersten Monaten der Reuen Dekonomischen Politit", unternahm die Sowjetregierung den Bergeringe Mittel verschlingen auch die Organisationen der Kommunistellung von Spekulations- auf produktive Kredite wird auch eine fuch, das Geldsystem durch Herausgabe einer wertbeständigen Bährung, des schermone( gleidy 10 Goldrubel oder 1 englisches Pfund) einer Gesundung entgegenzuführen. Da diese Emiffion lediglich in einer Höhe von 300 Millionen Goldrubel vorgenommen wurde und durch Gold und ausländische Baluten gedeckt war, por allem aber da das wachsende Defizit im Etat durch Emiffion der zweiten Geldeinheit, des Sowjetrubels, gedeckt wurde, gelang es, den Tscherwone wertbeständig zu erhalten. Die gleichzeitige Existenz der beiden Geldeinheiten, des Tscherwonez und des Sowjet, rubels bildete bis zu den letzten Monaten die finanzielle Grundlage der„ Neuen Wirtschaftspolitik". Der Tschermonet war vorwiegend die Währung der städtischen Bevölkerung, d. h. ihrer wohlhaben den Schichten. Die staatliche Industrie und der Handel, und durch sie auch der private Handel, besaßen im Isherwoney ein wertbeständiges Zirkulations- und Affumulationsmittel. Unter folchen Umständen ist ein Defizit im Etat unver= meidlich. Sein Umfang nimmt denn auch immer mehr zu. Die Hoffnungen, es mit Hilfe ausländischer Anleihen zu decken, find bei Aufrechterhaltung des jetzt herrschenden Sowjetsystems fehr eine Maßnahme getroffen, die den Verbrauch von Zuder in Deutsch-. Zur Finanzierung der Zuckerrübenernte hat die Reichsregierung gering. Der Verlauf der englisch- russischen Unterhandlungen be- land start einengen dürfte, wenn nicht eine ganz erhebliche Steigestätigt diese Annahme. Man wird also wiederum zu neuen Geld- rung des Rübenanbaues erfolgt. Sie hat vorläufig 4 Millionen emiffionen greifen müssen und dadurch die Stabilisierung der neuen Beniner Verbrauchszuder für das Jahr 1923/24 zur Ausfuhr Währung untergraben. Da der Sowjetrubel, der bisher die zweite freigegeben. Im letzten Jahre wurden nur 2,6 Millionen Zentner Bucker exportiert. Auf das flache Land jedoch kam dieses Zahlungsmittel faft gar nicht. Der gesamte Ankauf von Getreide, Rohstoffen und Vieh vollzog fich mit Hilfe des Sowjetrubels. Zwischen der Stadt und dem flachen Lande bildete sich ein Abstand wie zwischen einem hochvalutarischen Lande und einem Lande mit finkender Währung. Mie die hochvalutarischen Amerikaner und Engländer im Jahre 1923 die deutschen Erzeugnisse für einen Pappenstiel anfauften, er warben die staatlichen Industrien und Außenhandelsorganisationen in Sowjetrußland für ein geringes Geld die Er. zeugnisse des Dorfes. Lange Zeit war die unorganisierte and fulturell niedrigstehende ruffische Bauernschaft nicht imftande, das Uebel zu erkennen und dagegen anzufämpfen. Erst im Dezember 1923, als die Emission des Sowjetrubels die Höhe von 80 Qua drillionen im Monat erreichte und der Wert des Sowjetrubels täglich um 50 Proz. sant, stellte der Bauer, der um diese Beit bereits feine Naturalsteuern abgeliefert hatte, überall den Ber. fauf seiner Erzeugnisse ein. Die Lage wurde bedrohlich. Die Leiter der Sowjetrepublik weren gezwungen, unverzüglich an die Verwirklichung der Währungsreform heranzugehen. Mit dem Sowjetrubel fönnen wir uns teine zwei Wochen mehr halten." so erklärte der Boltstommiffar Ramenew in feiner Rede vom 2. März. Weiße Zähne erzielen Sie schon durch 1-2 maliges Puzen mit der herrl. erfrischend schmeckenden Bahnpaste Chlorodont. Gegen üblen Mundgeruch wird auch mit Erfolg Chlorodont- Mundwaller verwendel Zentner frei Haus Berlin. 100,00-125,00 Ein Zusammenbruch in der Automobilindustrie. Wie die ,, Köl Preisnotierungen für Nahrungsmittel. nische Volkszeitung" berichtet, ist über das Vermögen der Fox= Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Automobil- A.- G. in Köln- Delbrück, ein fleineres, aus der früheren Brivatfirma Rollmann hervorgegangenes Unternehmen, das in der Gerstengraupen, lose..16,00-17,25| Malzkaffee, gepackt 23,00 25,00 Gründungszeit in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde, das Gerstengrütze, lose 16,00-17,00 Röstgetreide, lose 16.50-18,00 Ronfursverfahren beini Amtsgericht Köln- Mülheim eröffnet 15,75-16,00 Kakao. fettarm 16.00-16,50 Kakao, leicht entölt 130,00-153,00 worden, nachdem alle Versuche, dem Unternehmen neue Mittel zu12,75-14,60 Tee, Souchon, gepackt 350,00-420.00 zuführen, vergeblich geblieben ab. Das Aftientapital von 100 Mil18,00 19,00 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 22,00 25,50 Inlandszucker basis mel. 40,0 42,50 lionen Mark, das nach dem enten Blatte verloren sein dürfte, 14,50-15,00 Inlandszucker Raffinade 42,50-44.50 befindet sich größtenteils in änden des Vorbesikers. Der Zu17,00 21,00 Zucker Würfel. 46,00 48,00 fammenbruch ist durch die Oderigkeiten am Geldmartte hervor 19,00-22,75 Kunsthonig 34,00 40,00 gerufen worden. 14,00- 17,00 Zuckersirup hell in Eim 43,00-49,00 22,25- 24,50 Speisesirup dunk. in Eim. 30,00-35,00 Haferflocken, lose Hafergrütze, lose Roggenmehl 0/1 Weizengrieß Hartgrieß Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria 70% Weizenmehl Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, art Linsen, kleine Kartoffelmehl Langbohnen handve: 26.00- 35,00 Marmelade Vierfruchdb. 108,00-120,00 36,50-42,00 Pflaumenmus in Eimern. 45,00Linsen, mittel 48,00 43,00 49.50 Steinsalz, lose.. 3,203,80 Linsen, große 16,01-19,00 Siedesalz, lose 4,00- 4,60 40,00-46,00 Bratenschmalz in Tierces 68,00 Makkaroni 36,00-37,50 Bratenschmalz in Kübeln 69,00 69,50 20,00-24,00 Purelard in Tierces 67,50 15,25-17,50 Purelard in Kisten 17,00-19,50 Speisetalg in Packung 25,00-31,00 Speisetale in Kübeln 31,00-36,00 Margarine, Handelsm. I 58,00 95,00-100,00 desgi II. Makkaronimeht Schnittnudein, lose... Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. 68,50- 69,00 Weitere Zunahme der Nach der Reichsstatistik stieg die Bahl der Konkurse im Monat wurz auf 58. Im Januar waren 29, im Februar 46 Ronkurse eröffnet worden. Ein Vergleich mit der Vorfriegszeit, in der monatlich rund 700 Konkurse eröffnet wurden, zeigt, daß auch jezt noch die der Sufammenbrüche sehr gering ist, obwohl die Wirtschaft in ber mftatlonszelt mit unwirtschaftlichen Unternehmungen fich vollgefogen hat. Im April dürfte die Konkurs46,00 50,00 3iffer weiter steigen. 46,09-48,00 52,00-55,00 61,00- 65,00 Getr Pilaumen 90/100 Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu. Korinthen, choice 77,00-83,00 Auslandbutter in Fässern 2 2,00-205,00 Mandeln, süße Bari 15,00-1: 5,00 Auslandbutter in Packg 293,00-210,00 Mandeln, bittere Bari 133,00-150,00 Corned beef 12'6 lbs p. K. 35,00-36.00 Zimt( Cassia) 110,00-120,00 Speck, gesalzen, fett.. Kümmel, holländischer. 140,00-150,00 Quadratkäse Schwarzer Pfeffer singap. 103,00-111,00 Quarkkäse Weißer Pfeffer. Rohkaffee Brasil 43,00-48,00 Margarine, Spezialm. 1.. 76,00 55,00-60,00 desgl. II. 75,00-80,00 Molkereinutter i. Fässern 202,00-205,00 70,00-90,00 Molkereibutter in Pack. 2.8,00-210,00 75,00-100,00 Landbutter 165,00-170, 0 138,00-148,00 Tilsiter Käse, vollfett .. 180,00-220,00 Ausi. ungezuck.CondensRohkaffee Zentralamerika230,00-290,00 milch 48/16 Röstkaffee Brasil 240,00-290,00 Inländische desgl. 48/12 Heutige Umrechnungszahl 1000 Millarden. 62,00- 67,00 25,00-40,00 35,00 50,00 120,00-127,50 22,50-25,00 18,00- 19,00 Creme Rajona Die Creme der vornehmer Welt! Zu haben In allen einschlägigen Geschätten es Röstkaffee Zentralam. 300,00-390,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 28,00 20,00 RAJANOL Gm. b. 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