Nr.192 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 97 Bezngspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig. Gaar- u. Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Zuremburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmart pro Monat. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage Boll und 8eit" mit„ Gied. lung und Kleingarten sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einipaltige Ronpareille. geile 0.70 Goldmart, Reflamezeile 4. Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Bort 0,20 Gold mart( zuläffig zwei fettgedruckte Borte), fedes wettere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche bas erfie Wort 0,10 Goldmart, jedes meitere Wort 0.05 Goldmark. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0,30 Goldmart. Eine Goldmark ein Dollar geteilt Durch 4,20. Anzeigen für bie nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin G 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Berlag: Donbon 2506-2507 Donnerstag, den 24. April 1924 Volkspartei und Sachverständige. Heinze gegen Stresemann. Der Borstand der Deutschen Volkspartei hat dem Reichs-| mann- Partei den abtrünnigen Deutschnationalen mit Kußhand auf tangler folgenden Beschluß übermittelt: und stellte ihn schleunigft auf ihre Reichsliste. Der Zufall fügt es, daß die Reichsliste in der Zeit" noch vor der Mitteilung über den Uebertritt Warmuths veröffentlicht ist. Die volksparteilichen Leser werden ihre große Freude über den einen Erfaz für die Quaaz, Klönne, Marezky, Lersner und so fort haben, troßdem die Kreuz zeitung" bissig versichert, der Uebertritt Warmuths fei erfolgt, weil er bei den Deutschnationalen nicht mehr aufgestellt wurde. Der Parteivorstand der Deutschen Volkspartei ist geneigt, die Regierung bei ihren Bemühungen, zu einer Berständigung zu fommen, zu unterstützen. Er muß jedoch für die Deutsche Boltspartei entscheidenden Wert darauf legen, daß keine endgültige Regelung getroffen wird, ohne daß die Rüdfehr der Ausgewiesenen und die Befreiung der Gefangenen in einer die deutschen Intereffen restlos befriedigenden Weise sichergestellt werden. Dieser Beschluß spricht nur einen Wunsch aus, den jedermann teilt. Sachlich bedeutet er die Zustimmung zu der Annahme der Sachverständigenvorschläge der Regierung mit einer wahlagitatorischen Rückendedung gegen nationalistische Angriffe. Ganz andere Töne ließ jedoch der Reichsjustizminister a. D. Heinze in Hamburg vernehmen. Nach einem Bericht des Berl. Lokal- Anzeiger" führt er dort aus: Die Lersner und Marezky find, trotzdem sie bisher noltspartei fiche Grundsäge" vertraten, mit moderner Beweglichkeit, auf eine Reichs andbundlifte" geraten. In ihrer Aufstellung soll, wie der Reichslandbund" mitteilt, teine 3ersplitterung liegen, da es dem Empfänger eines Mandats überlassen bleibt, welcher Frattion er fich anschließt". Das ist sehr nett vom Reichslandbund. Er ist zwar stramm deutschnational- völkisch. Aber er unterstügt doch diese sogenannten Rationalliberalen, damit sie später, falls fie gewählt werden, sich eine Fraktion aussuchen fönnen. 17 Das Gutachten fei sehr kompliziert. Klar sei jedoch, daß es uns ungeheure Lasten auferlege, die deutsche Souveränität beeinträchtige Run nehmen diese grundsahfesten Leute gern die Gelegenheit und zweifelhaft lasse, was aus den Sanktionen werden solle. Gro. wahr. Lersner soll, so wird erzählt, die Absicht haben, da ihm die laffe. Bes Mißtrauen sei daher geboten. Unter feinen Auswahl freisteht, sich der tommunistischen Fraktion an= Umständen dürfe man unerfüllbaren Forderun schließen, während bei Marekty die Neigung vorherrschen soll, genzustimmen. Es sei ein großer Fehler der Sozialdema mit dem Propheten" äußer eine Fraktion der Sonderlinge zu genzustimmen. Es sei ein großer Fehler der Sozialdemobilben. Sie rechnen damit, daß sich auch Erich Lindström ihr tratie, das Sachverständigen- Gutachten zur Wahlparole zu. machen und dessen bedingungslefe Annahme zu fordern. Die Regie. anschließen werde. rung dürfe auf keinen Fall weiter gehen. als daß sie erklärte, das Gutachten zur Grundlage von Berhandlungen machen zu wollen, denn sie könnte nicht Bedirgungen zustimmen, deren Entscheidung erst von dem fommenden Reichstag abhängt.... Wir müssen einen Reichstag wählen, der eine große bürgerliche Koalition ermö lidhe. " Die politische Karufjellfahrt ist damit allerdings noch nicht beendet. Man fann damit rechnen, daß bis zum 4. Mai noch einige Grundjazzfeste in Bewegung geraten werden! Liberale und Arbeiterregierung. Herr Heinze sieht nicht über seine Nasenspitze hinaus, Der„ Borwärts" hat gestern Mittwoch früh die heftigen Anwenn er nicht merkt, daß die Entscheidung über die Sach- griffe Lloyd Georges auf die Arbeiterregierung wiedergegeben. Dieie Angriffe haben in England als ein ernstes Zeichen möglicher Krisen ver tändigenvorschläge die Entscheidung der Reichstagswahlen ist. Von diesen Vorschlägen als von einer Berhand- Herald schreibt, die Liberalen könnten, wenn es ihnen gefalle, und drohung große Beachtung gefunden. Der sozialistische„ Daily hingsgrundlage" sprechen, heißt sie ablehnen, da sie nur wenn sie es wagten", sich mit den Konservativen zusammenzutun, als unteilbares Ganzes" anzunehmen oder zu verwerfen find. Eine große bürgerliche Roalition", deren einer Teil die Regierung stürzen. Sie würden sich dann gegenüber der für die Annahme, der andere gegen sie ist, deren einer Teil Bählerschaft deswegen verantworten müssen. Diese Tatsache für die notwendigen Ausführungsgesetze stimmt, der andere fei es, die den Liberalen Unbehagen verursache. fie erbittert bekämpft, ist ein Unding. Die Rede des Herrn Heinze beweist, daß mit der Bildung der Nationalliberalen Bereinigung" das tattische Hin- und Hergezerre und die Quertreiberei in der Deutschen Volkspartei noch feineswegs erledigt sind. Verantwortungslose Demagogie auf der einen Seite, Un fähigkeit, flare Entschlüsse zu fassen, auf der anderen Seite, das heißt in Deutschland bürgerliche Politik! Politische Karussellfahrt. Grundsatzfest, aber doch recht beweglich! Ernste Menschen verlangen von politischer Barteien und ihren Kandidaten ein gewiffes Mindestmaß von Grundfaßtreue. Man stellt fich vor, daß die Parteien wie ihre Wahlbewerber" ein einigermaßen flares Bild gewonnen hätten von den Dingen, die sich im Leben des Landes abspielen, und von der Art, wie sie zu bessern oder doch zu beeinflussen seien. " Wer die Wahlvorgänge bei den führenden bürgerlichen Barteien beobachtet, wird jedoch bald in eine andere Stimmung verfeit Die bombastischen Reden und Wahlaufrufe, die über das Bolt niederpraffeln, sind freilich alle von dem gleichen Bathos getragen. Ein naiver Leser oder Hörer muß annehmen, daß gerade die Partei, die eben durch Wort oder Schrift zu ihm spricht, der Ausbund aller fittlichen Tugenden sei, besonders wenn sie das„ Nationale" betont. Indessen die„ Grundfäße", denen die bürgerlichen Parteien huldigen, müssen unendlich flüssig sein. Erlebt man es doch, daß bisherige volksparteiliche Abgeordnete plöglich bei den Deutschnationelen landen und dort ebenso plötzlich an aussichtsreicher Stelle auf der Reichsliste den Wählern präsentiert werden. Sie folgen damit dem Beispiel der Wiemer und Mugdan, die früher Demokraten waren und dann zur Volkspartei Stresemanns gingen, trotzdem diese sich offen als monarchistisch bekennt. Die Quaaß und Klönne aber, die den Weg nach meiter rechts suchen, finden einen Ersatz in dem bisherigen deutschnationalen Abgeordneten Landgerichtsdirektor Warmuth, der der volksparteilichen Zeit" folgenden Schreibebrief schrieb: Schon durch geraume Zeit hatte ich das Gefühl, daß ich, als alter Freifonservativer, mehr und mehr den Kontakt mit den in der Deutschnationalen Bartei allmählich immer stärker und extremer hervortretenden Auffassungen verlor. Die lleberzeugung verstärkte sich in legter Zeit und gewann reichlich Nahrung aus der Art und Weise, wie man mich offensichtlich distanzierte. Ich sehe ein, daß mein Plaz nicht mehr in der Deuschnationalen Volkspartei, sondern in den Reihen der Deutschen Bolkspartei gegeben ist" Im Himmel ist bekanntlich mehr Freude über einen Sünder, der Buße tut, als über tausend Gerechte. Deshalb nahm die Strese Die liberale Westminster Gazette" drückt die Ansicht aus, es sei in der Hauptfache die Aufgabe Macdonalds, bie Strisis in den Beziehungen zwischen der liberalen und der Arbeiterpartet zu lösen, und er könne die Aufforderung Lloyd Georges,' die Haltung der Arbeiterpartei gegenüber der liberalen Partei sowohl im Unterhause als auch in den Wahlkreisen genauer zu umschreiben, nicht unbeachtet lassen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenfic. 3 Boitschecktonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkane Lindenstraße 3 Vom französischen Wahlkampf. Wirrwarr auch drüben. Der französische Wahlkampf ist nunmehr in vollem Gange, doch stehen noch nicht überall die Kandidatenliften der einzelnen Barteien fest. Vielmehr herrscht in allen Parteien der größte Wirrwarr, der weniger politisch- grundsätzliche als persönlich- finanzielle Ursachen hat. Das Geld spielt bei der Kandidatenaufstellung unter den Linksparteien eine mindestens ebenso große Rolle wie im Nationalen Block. Denn bei dem legteren ist die Geldfrage infofern gelöst, als die Finanzierung seiner Wahlagitation in großzügiger Weise dank einem großfapitalistischen Konzern besorgt wird, die Bereinigung der wirtschaftlichen Interessen", der sich im Jahre 1919 in dieser Hinsicht vortrefflich bewährt hat. Dort herrscht allgewaltig der Senator Billet, der Vertrauensmann der Großindustrie und der Hochfinanz, und ver teilt Hunderttausende und Millionen von Franken unter die „ gutgläubigen", d. h. regierungsfrommen Kandidaten. Da den Linksparteien solche unerschöpflichen Geldquellen nicht zur Verfügung stehen, werden persönlich wohlhabende Herren, die an den Kosten der Wahlpropaganda erheblich beizutragen in der Lage sind, bei der Kandidatenaufstellung bevorzugt, in manchen Fällen auch gegenüber älteren, verdienten, politisch) und moralisch einwandfreien Kämpfern. Dieser Umstand trägt freilich nicht dazu bei, das politische Leben zu reinigen, aber angesichts der finanziellen Uebermacht des Nationalen Blocks, dieser Hauptursache aller Korruptionserscheinungen des öffentlichen Lebens Frankreichs, darf man bei der Auswahl der Mittel zur Niederwerfung dieles Blocks nicht allzu zimperlich sein: hier heiligt eben der 3wed die Mittel. Die Bildung des Linkstartells" ist nicht einheitlich zu standegekommen. Der sozialistische Parteitag zu Marseille hotte bekanntlich grundsäßlich der Bildung von lokalen Wahlbündnissen zwischen Sozialisten und linksbürgerlichen Gruppen zugestimmt: den Bezirksverbänden war ihre Wahltaktik anheimgestellt worden, nur bedurfte jedes örtliche Bündnis der nachträglichen Sanktionierung des Parteivorstandes. Nun ist aber nicht überall die Einigung erfolgt, teils weil dieser Gründen den Sozialisten, weil nämlich durch seine jüngste Beroder jener Borgeschlagene der Bürgerlichen aus politischen gangenheit zu sehr belastet, nicht paßte, teils aber auch meil man sich über den Prozentsaz der sozialistischen bzw. bürgerlichen Kandidaten auf den gemeinsamen Liſten nicht hatte einigen fönnen. In mehreren Fällen wurde ein gemischtes Schiedsgericht angerufen, dem u. a. Herriot und Blum angehörten, aber seine Vermittlung war nicht überall erfolgreich. Im Departement Seine Paris und engerer Vorstädtegürtel- gibt es vier Wahlkreise, in drei von ihnen ist die Bildung des Linkskartells zustandegekommen, im vierten nicht: das ist der Kreis auf dem linken Seine- llfer, in dessen soziaDie gleichfalls liberale„ Daily News" gibt der Hoffnung Aus- listischer Organisation die unversöhnliche Anschauung des Gedruck, daß die deutliche Warnung Lloyd Georges an die Arbeiter- nossen Brace sich weiter durchgesetzt hat, die im Jahre 1919 regierung Be herzigung finden werde, da sonst fast ficher die eine der Hauptursachen der großen Wahlfatastrophe für die demütigenden Bedingungen", unter denen von den Liberalen Linke gewesen ist. Hingegen ist im Bannmeilen- Wahlkreis erwartet werde, daß fie die Regierung an der Macht hielten, zum der Linksblod unter führender Mitwirtung von Longuet Sturz der Regierung führen würden. Es könnte fatastrophal gebildet worden: er umfaßt nicht weniger als sechs Parteien sein, wenn die gegenwärtige Regierung gerade in dem Augenblick und Gruppen, von den bürgerlichen Radikalsozialisten bis zu falle, wo ein neuer und kritischer Versuch unternommen werde, das der Sozialistisch- Kommunistischen Union" Frossards. Nicht Gesicht Europas zu verändern. Auf jeden Fall würde Macdo- gebildet wurde ferner der Linksblock im proletarischen Norden nalds Autorität, bei den kommenden Berhandlungen fToulouse, von Dijon und einigen weiteren Bezirken, wo die Lille, Lens, Valenciennes ferner in der Gegend von befannt würde, daß die Stellung der Regierung im Unterhaus von Tag zu Tag schwieriger werde. Deutsch- dänische Minderheitsfragen. Stauning für ein Abkommen. Kopenhagen, 23. April.( WTB.) Ministerpräsident Stauning fagte Bressevertretern über die Frage einer Minderheitsfonvention mit Deutschland betr. Nord- und Südschleswig, das Ministerium hätte zu dieser Frage noch keine Stellung genommen, aber in Deutschland sei eine starte Stimmung für den Abschluß eines solchen Bertrages vorhanden. Ich bin“, erklärte Stauning, „ der Ansicht, daß es zweddienlich sein tann, an Berhandlungen über ein solches Abkommen teilzunehmen und sie zu unterstützen, soweit es sich um einen Vertrag handelt, durch den die dänische Souveränität hinsichtlich der Gesetzgebung in feiner Weise angetastet wird. Sofern die Initiative zu einer solchen Konvention von deut scher Seite fommt, muß die Frage mit Wohlwollen behandelt und zu lösen versucht werden, das muß geschehen, sowohl mit Rücksicht auf unfere, wie auf die deutschen Minderheiten." Deutschabträglich muß fich der Gründer der deutschösterreichischen Hafenfreuslerpoeten. Dr. Walter Riehl, benommen haben, denn ffe haben ihn ausgefchloffen. Riehl erfreute sich einft der Zuneigung Bernerstorfers, er war sozialistischer Student in Wien, zeigte bald nationalistisce Allüren, wurde als Gerichtsbeamter und Rechtsanwalt offen völkisch und war stets, mandatslüstern. Die amerikanischen Sachverständigen Dawes, Young und Robinson baben sich in Cherbourg nach New Dort eingefchifft. 11 Partei, teils aus politischen, teils aus persönlichen Gründen allein in den Kampf zieht. In den meisten anderen Großstädten Lyon, Marseille, Bordeaux, St. Etienne, Rouen, Le Havre, Toulon usw. merden die vereinigten Kräfte der Linken den Nationalen Bloc auf das ärgste bedrängen und sie fönnten unter Umständen sogar diesmal die Vorteile des finnlos- ungerechten Wahlsystems restlos genießen, die im Jahre 1919 der Reaffion zugute gefommen waren: unter Umständen genügt nämlich eine geringer Stimmenvorsprung, um eine ganze Liste durchzubringen, während die Minderheit dann leer ausgeht. Wie das möglich ist, würde sich nur an der Hand des außerordentlich komplizierten Wahloefezes erflären laffen, das höchstens 5 Broz der franzöfifchen Wähler. verstehen. Jedenfalls fezt die Reaktion ihre größten Hoffnungen auf die Kommunisten, die natürlich ihre eigenen Listen überall aufstellen und im allgemeinen nur den einen„ positiven" Erfolg einer Stimmenzersplitte= rung auf Koften des Linksblocks erzielen dürften, die zwar nicht ausreichen würde, um eigene Mandate zu erringen, wohl aber dazu, dem Nationalen Block ein völliges Debakel zu er= sparen. Das nennt sich dann: Revolutionärer Klaffenkampf... Im regierungsfrommen Lager ist die politische Verwir rung noch schlimmer als 1919, denn alle Schattierungen des Nationalen Blocks versuchen gleichfalls eine Einheitsfront zu bilden, was nicht überall gelingt. Im allgemeinen sind die ausgesprochenen republikfeindlichen Kräfte der„ Action Française" vom Nationalen Block ausgeschaltet geblieben, aber die Einigung zwischen Meritalen Nationalisten, und antiflerifalen Nationalisten ist nicht überall gelungen. Hingegen Hai man ewtge seltsame Verkuppelungen registriert, vor allem im Departement Scine-et-Oise— im weiteren Umkreis rings- um Paris— wo Tardieu sich mit den aus dem ersten Kabinett PoincariZ ausgeschifften Ministern C o l r a t und Reibe! wieder zu Wahlzwecken versöhnt hat, die er jähre- lang in der hämischsten Weise beschimpft hatte. Dem Ver- söhnungsfestessen in Versailles soll sogar P o i n c a r 6 bei- wohnen, der sich in fast jeder Kammcrsitzung mit Tardieu herumgezankt hat! Diese Charakterlosigkeit aller Beteilig« ten an diesem Wahlkuhhandel, der im Namen der Einmütig- keit in der Ruhrfrage abgeschlossen wurde, ist weiten Schichten der französischen Wählerschaft, die an allerhand auf diesem Gebiete von altersher gewöhnt ist, zu widerwärtig erscheinen und dürfte der Regierung im ganzen Land« weit mehr schaden als in diesem einen Wahlkreis nützen. Die andere Sensation des bisherigen Wahlkampfes ist der Verzicht des Kammerpräsidenten Raoul P 6 r e t aus eine Wiederaufftellung in seinem alten Wahlkreis Poitiers. Er war als Gegner der Bildung des Linksblocks mit Sozialisten bekannt, seine Organisation war jedoch dafür und gab zu verstehen, daß sie eben die Konsequenzen daraus ziehen wurde: dem ist er nun in einem wehmütigen Briefe an seine Landsleute zuvorgekommen, indem er selbst die Konsequenzen zog. Allerdings haben sowohl Millerand wie Poincarö sofort erkannt, welch schwerer Schlag dies für die Regierungspartei bedeutet, und sie bemühen sich nun, ihm einen anderen sicheren Wahlkreis zu verschiffen. Was ihnen auch mit fjilfe des allmächtigen Senators Billet ohne weiteres gelingen dürfte..._ Luüenüorff gegen den Vatikan. Er provoziert d«n Kulturkampf. Ludendorff hat dem norwegischen Korrespondenten der»Chicago Daily News" ein Interview gegeben, in dem er u. a. ausführte: »Meiner Ansicht nach ist dir deutsche Rasse die wertvollst« der ganzen Welt. Ich möchte sie gegen ausländische Einflüsse beschützen. Das feste Ziel unserer(völkischen. D. Red.) Außenpolitik ist Revision des Lersaillsr Vertrages auf Grund 1. des lügenhaften Paragraphen 231. 2. des belgisch-französischen Vertragsbruches, 3. der erzwungeneu Unterschrist. Ich kenn« keine protestantischen und katholischen Sol- daten. sondern nur deutsche. Aber während Deutschland» Kampf um Freiheit und Existenz est der Vatikan nicht neutbral geblieben. Wenn man die staenge Disziplin dar katholischen Kirche in Betracht zieht, ist es schmerzlich zu sehen, wie der Heilige Vater vorigen Sommer die Sabotage im Rheinland und im Ruhrgebiet mißbilligt« und dadurch Deutschland eine tat- kräftige Waffe gegen Frankreich aus de? Hand nahm. Nicht weniger schmerzlich war für uns die Tätigkeit de» Kardinals Faulhober, als er im vorigen Jahre in Amerika war. Der Kardmal äußerte sich über deutsche Interessen in einer Weise, die die Mehrzahl des deutschen Volkes nicht als wahrhastig betrachten würde. Es ist er» staunlich, zu bemerken, wir er die Juden gerade vor dem 8. No- vember verteidigte. Rom arbeitet langsam, aber hat weitsichtige Ziele. Für den Vatikon spielen SO oder 100 Jahre keine Roll«. Das Ziel des Vatikans ist, das ganze Christentum kathoäfch zu gestaltm und anderen Konftsfloncn Gleichberechtigung abzu- sprechen. Ich hoste die allgemein« Wehrpflicht in Deutsck). land wieder oingnsührm. Die Notionen, die ohn« Verteidigung sind, sind verurteilt. Aber dieses hat mit Militarismus nichts zu tun. Militarismus Ist«in Wort, das von unseren Feinden erfunden worden ist. Ist, bin nach innerster Ueberzeugung ein Monarchist und im tiefsten Herzen an das HausHohenzollern gebunden. Aber ich halte den jetzigen Augenblick nicht für den gegebenen, um dieses Problem zu lösen. Ich bin jetzt, wie immer, der Ansicht, daß die Frage der Dynastie dem Volk zur Entscheidung überlassen wevden muß." Es ist erinnerlich, daß Ludendorff zu Beginn des Hitler-Prozesses in seiner ersten Verteidigungsrede ähnliche Angriffe gegen den Vatikan und den Kardinal Faul- Haber richtete. Seine Worte wurden in der gesamten Welt als eine grobe Geschmacklosigkeit empfunden. Unter den Ka- tholiken Deutschlands erregten sie einen Sturm der E n t< r ü st u n g. Im katholischen Rheinland scch man in ihnen geradezu einen Dolchstoß. Die preußische und die Reichsregicrung betrachteten es als ihre Ehren« Pflicht, dem Vatikan zu oersichern, daß sie mit diesem Ludendorff nichts gemein haben und seine Flegeleien auf das peinlichste empfänden. Ludendorff selbst trat im Verlauf des Prozesses einen Rückzug an. Er ließ durch andere versichern und versicherte selbst, daß seine Worte mißverstanden worden seien. Wenn er nun seinen Angriff gegen den Vatikan und gegen die katho- lische Kirche in aller Schärfe wieder aufnimmt, so beweist das, daß er als Politiker eine ganz unmögliche Figur ist._ Der Prozeß der tzitler-Danditen. S. S. München, 23. April. Vor Eintritt in die öffentliche Verhandlung am Nachmittag war der Pflichtverteidiger des am Vormittag freiwillig erschienenen An- geklagten Maurice bei der Staatsanwaltschaft vorstellig geworden und bat, den am Schluß der Vormittagsverhandlung gegen seinen Mandanten erlassenen Haftbefehl aufzuheben. Der Staatsanwalt lehnte den Antrag jedoch ab. Der Vorsitzende trat hierauf in das Verhör des Angeklagten P a l l e n b a ch ein. der als Unterführer ftn Stoßtrupp Hitler bei der Besetzung des Bürgerbräukellcrs, der Zerstörung der„M ün ch e- ner Post", der Haussuchung bei dem Abgeordneten Auer und dem Demonstrationszug in die Stadt beteiligt war. ver AngeNagte bestästgt, daß die fostallssischen Geiseln erschossen werden sollten, wenn der Zug angegrissen werde. Die»Münchener Post" sollte erst zerstört werden. Dann habe man stch überlegt, daß es zweckmäßiger wäre, die Einrichtung der„Münchener» Post" für völkische Zwecke zu beschlagnahmen. Im Lause des Verhörs protestierte die Verteidimmg dagegen, daß Pollen- bach und anderen Angeklagten von der Polizei in der Borunter- suchung belastende Aussagen gegen ihre Kameraden in den Mund gelegt worden seien. Der Angeklagte Schön war ebenfalls Untersührer im Stoßtrupp Hitler und gleichfalls an sämtlichen Unternehmungen des Trupps beteiligt. Auch er hat die Aeußerung achört, daß die Geiseln erschossen oder erschlagen werden sollten. Um einen Befehl habe es ücb hierbei aber nicht gehandelt. Der Angeklagte Hntter war Führer der Jnfcmteriegruvpe des Stoßtrupps, die in der.München er Post" vnndalisch hauste. Er gab zu. bei den Zerstörungen, bekonder? am 0. November, auch bei der Entwaffnung der Landesvolizei an der Lubwigsbrücke mttgemirkt zu haben. Der Angeklagte Strauß kann sich nicht an die im Vorverfahren gs- machten Aussogen, daß der Mitbeschuldigt« Knobloch den Befehl gegeben habe, den Stadträten im Falle eine» Angriffs den Schädel einzuschlagen, heule nicht mehr erinnern. Der so- dann vernommene Student Wenelin, der Ordonanrnffizier des Stoßtrupps, erhielt von dem flüchtigen Hauptmann Göhrinn den Auftrag, am Al>end des 8. November den Stoßtrupp von der.Mün. chener Post" zurückzuholen. Am 9. November nahm er zwei Pokhei- beamte fest, die Plakate der 5gitler-Regierunn pflichtgemäß abrissen, und brachte sie zum Bürgerbränkeller. Später nabm er an einer Aktion zur Befreiuna Pöhners in der Polizeid'rekkion teil und fuhr dann durch die Stadt, um die Stimmung der Bevölkerung auszukundschaften. Sein« Angabe in der Doruntersuchuna. der flüchtige Hauptmann G ö h r i n g sei die treibende Kraft bei Hitlers Unternebmungen aewesen, will er nur gemocht haben, um Hitler zu entlasten, Heiterkeit erregte eine Ae'inerung des Angetkagien, bei der Ausführung der Befehle habe er sich vollkommen als Soldai gefühlt und deshalb überhaupt nicht» gedacht. Das Verhör wurde dann auf Antrag der Staatsanwaltschaft durch die Dernehmung des Zeugen Kriminassekretör Becher unter- brachen, um die von der Verteidigung wegen der Führung der Bor- Untersuchung gegen die Polizei erhobenen Vorwürfe zu klären. Der Zeuge bezeichnete es als absolutausgeschlossen, daß irgendeine Aussage protokolliert worden sei, die nicht von den Angeklagten selbst stammte. Die Mehrzahl der Angeklagten hob« die Protokolle sogar selbst diktiert. Mehrere der Angeklagten behaupten dem Zeugen gegenüber, er habe ihnen mit Schutzhaft gedroht, wenn sie nicht aussagen würden. Der Zeug« erltärt demgeaenüber, daß er allerdings in einem Falle von der Verbängunq der Schutzhaft sprach, weil der Betreffende—«» handelte sich um den Studenten Wege- lin— sich bei feiner Dernehmung in ungebührlicher Wesse übe» Herrn v. Kahr ausgesprochen habe. Der hierauf vernommene Angeklagte Polizeiwachtmeister Hamm erklärte u. a., die Führer des Stoßtrupps hätten von einem Sturz der Reichs- und Landesregierung überhaupt nie gesprochen. Er habe gehört, daß der flüchtige Göhring den Befehl zur Zer» störung der.Münchener Post" gegeben habe, bei der auch er beieiligt war. Er hat. wie der Vorsitzende seststellte, seine Mitangeklagten Kameraden im Vorverfahren erheblich belastet. Die Angeklagten Fischer und Heiden waren nur an einzelnen Phasen der Unternehmungen des Stoßtrupps beteiligt. Alle Angeklagten haben sich nach ihren Bekundungen über die politische Seite des Hiller-Unternehmens keine Gedanken gemacht. Der Mitangeklagte Schauspieler Fischer beantwortet« die dahin« gehende Frage des Vorsitzenden mit der Bemerkung, er sei kein großer Politiker, habe aber Vertrauen zu Hitler, Ludendorff. Kahr und Lossow gehabt und angenommen, daß diese schon wüßten, wie sie den Regierungswechsel zu machen hätten. Gegen 7 Uhr abends wurde dos Verhör der Augeklagten abgebrochen und auf Donnerstag früh vertagt. Werner Scholem erklärt... Gegen die Moskauer Exekutive! Der Rüffel, den sich die neue Größe der KPD., Werne? Scholem, vom Vertreter der Moskauer Exekutiv« vor versammel- tem Kriegsvolk zugezogen hat, veranlaßt ihn, in der»Roten Fahne" folgendes zu erklären: »Es ist mir selbstverständlich bekannt, daß die Geschichte de? Kommunistischen Jnternattonale die Geschichte des Kampfes gegen den Reformismus ist. Es ist aber ebenso bekannt, daß in den deutschen Parteifragen vom dritten Weltkongreß bis zur Januar- konferenz in Moskau die Erekukive politisch keineswegs die Oppo- silion. sondern die Grnppe Brandler gestützt hat. Die„Einheit- fron ttaktik" habe ich in meiner genau so behandelt, wie diese Taktik von allen Vertretern der bis» herigen Opposition behandelt worden ist. Es ist bekannt, dag ois bisherige Opposition in der falschen Anwendung dieser Taktik und in der Theorie, welche der Anwendung dieser Taktik von der bisherigen Uarieisüörung unterlegt wurde, die Ursach« vieler opportunistischer Gefahren sah. Die Auffassungen, welche ich in meiner damaligen Rede dar- gelegt Hobe, waren die Ausfassungen der gesamten Opposition und sind nunmehr die Auffassungen der ungeheuren Mehrheit der KPD. Der versuch. In diese Alehrheil einen keil hineinzulreibeu. dient aber nicht den Interessen der kommunistischen Inlernationole." Es geht also zwei Tage nach dem Parteitag schon lustig los. Erst erklärte in Chemnitz der»Sumpf", daß die Beschlüsse des Partei. toges eine»organisatorische Vergewaltigung der Minderheit" seien. Die Linke wagte es nicht, auf dem Parteitag die Chemnitz«? Reichstagslifte aufzustellen. Sie fehlte bezeichnenderweise in de? Zufammrnstellung aller Reichstvgslisten, die die»Rote Fahne" ver? öffentlichte. Die Chemnitzer stellten ihre Liste vollkommen selb? ständig auf, was nach kommunistischen Begriffen schon ein« Halbs Spaltung bedeutet. Dann folgten die Angriffe auf die Exekutive in der letzten Berliner Funktionärversammlung und jetzt die Er» klärunyen Werner S ch o l« m s. Natürlich sind das alles nur Vor» geplänkel, die wirkliche Auseinandersetzung wird erst noch den Wahlen und bei neuen.Aktionen" beginnen. Schon dadurch, daß die Linke— gehemmt durch die Exekutive— die Rechte nicht hinauswerfen kann, behält die KPD. den Keim der Zer» sctzung und Fraktionszersplitterung in sich. Es werden noch manche Erklärungen und Gegenerklärungen folgen! Sinowjew rüffelt weiter... Moskau. 22. April.(OE.) In de?.Prawda" beleuchtet Si« nowjew die Lage der Kommunistischen Partei Deutschlands nach den, Sieg« des linken Flügels, der als gutes Lorzeichen zu begrüße», sei. Einer scharfen Kritik werden di«»schweren Fehler" Brandlers, die»sächsischen Mißgriffe" und einige in Parteioersammlungen ge. halten« Reden von Scholem, Ruth Fischer u.«l unterzogen, wobei den Letztgenannten Unklarheit, ein z u enger G«? sichtskreis und Verständnislosigkeit für die große Be« deutung der proletarischen Einheitsfront vorgeworfen wird. Al» Ausgabe der KPD. wird vor allem die Becoesfnung der Arbeiter Gster-Spaziergang. Musik-Umschau von Kurt Singer. Di« Karwoche ist für die musikalisch« Arbeit ein Programm, ein edles, wenn auch einseitiges. Seit Jahrzehnten hört man die gleichen Werke. Daß man sie immer wieder mit dem Gefühl der Befreiung und Erhabenheit, ja, der österlichen Auferstehung aus den pro- blematischften Gefilden der Musik, der Andacht, der Unterhaltung genießen, bewundern kann, gerade dieses Unsterbliche an Wirkung spricht für die reine Größe der Bachschen Passionen, des Mozartschen Requiems. Das„Et resurrexit" ist hier einmal gefühlsmäßig der stärkst betont- Inhalt, das wesentlich« Stück geworden. Es wäre natürlich auch möglich, einmal ein« ander« Possion aufzuführen (Schütz, Mattheson), oder statt Mozarts Requiem etwa das von Ehcrubini oder von Bach Kantaten. Aber man holt lieber die zug- kräftigsten(und auch musikalisch stärksten) Werke zehnmal hervor, ehe man andachtbereit« Menschen mit neuer Kost sätttgt die metzr Kopf» zerbrechen macht. Bruno Walter also dirigierte das Mozartsche Requiem(das Kittel einstudiert Hot). Warum macht Kittel, der Chorleiter, Walter, dem Orchesterleiter, so leichten Herzens Platz? Nun, auch eine genialische Sensation hat zur Osterzeit ihr Recht. Von Georg Schumann Ist zu sagen, daß die Iohannes-Passion noch selten so kbendig, so würdig, so aufrüttelnd schön gesungen wurde. Illustre Gäste(wer nennt die Namen?) veredelten noch an allen Stellen das hymnische Klangbild und den Eindruck des Er- ha denen. In diesen Tagen war es gut und reizte es, über das Problem des Erhabenen in der Musik besonders nachzudenken. Di« Frage als erst».-? gestellt, wenn auch nicht beantwortet zu haben, dieses Der- dienst fällt Immanuel Kant zu. Auch wir Musiker haben Ursach«, seinen 200. Geburtstag zu feiern. Viel praktische Musik wird Kant nicht gekonnt, gehört, erlebt haben. In seiner»Kritik der Urteilskraft" rührt er dennoch an die tiesst verborgenen Rätsel der Musik. Man kann sagen, daß die gesamte moderne Aefthetik der Musik bei Kant beginnt, bei ihm über die fundamental« Fragestellung sich Rats holt. Daß das Wesentliche der Kunst in der Form lieg«, daß durch Musik ästhetische Ideen übermittelt werden, daß ihr« Wirkung eine körperliche, ihr« Sprache ein« solche der Afsekl« sei. daß sie einen »gesellschaftlichen" Genuß bedeute, daß zwischen Wohlgefallen und Schönheit ein Unterschied bestehe— all dies« und ähnliche Urteil«. über Geistiges und Sinnliches� der Musik, über Tonempfindungen, Darstellung, Grenzen und Gefühl des Musikalischen, sind Ausgangs- punkte für eine musikästhetische Bewegung geworden, die mit Herder beginnt und mit G. v. Hartmann endet. Es schadet der Bedeutung Kants auch in dieser Hinsicht nichts, daß seine Musiklehre voller Irrtümer ist und daß sich au» vielen idealistischen, formalsstssch-n, naturalistischen Stvebungen kein« einheitliche Lehr« entwickelte. Wo ein Kant irrte, da bedurfte es ISO Jahr« und einiger hundert Denker, um den Irrtum des Irrtums nachzuweisen und um schließlich dem Schwanken einer großartig empfundenen Lehr« ein« vollendete. konkret-idealisttsche Kunstmischauunq entgegenzusetzen. E. v. Hart- mann wäre auch als Aesthctiker der Musik nicht denkbar ohn« Kant. Wir habe» Ursache, de- 200. Geburtstages seierlich zu gedenk», Trotzdem nennt kein Mcistk-Heldenbuch den Namen Karrt. Di« Musiker kümmern sich nicht gern und oft um Philosophie. Das ist schade. Wieviel Erkenntnisse könnt« uns gerade ein philosophisch geschulter Tondichter über das Rätsel des schöpferischen Schaffens gebenl Etwa die Riesin Bach oder Händel. Gerade in unseren Tagen setzte eine Händel-Bewegung ein, die in der Bach-Dewegung des vorigen Jahrhunderts ihr Ebenbild hatte. Man kann schon von einer Renaissance des Hänoelschen Werkes sprechen, und es ist nicht ausgeschlossen, daß sich eine neue Oper wieder an dem Stil-Borbild Händelscher Opern orientiert. Ueber dies» Stil schrieb Hugo Leichten tritt ein umfangreiches, von Kenntnis, Geschmack und Ehrfurcht gloichmäßig erfülltes Werk(Deutsche Derlagsanstaü). Sein Händel- Buch ergänzt nicht nur den Riesin-Torso Chrysanderscher Vorarbeit, sondern vollendet es von innen. Herr Leichtentritt geht als Historiker und als Aefthettker seinen eigenen Weg, der beim Studium der zahllosen Partituren beginnt und bei der praktisch besten, würdigst«!!, stilvollsten Art ihrer Darstellung endet. Jedes einzelne Werk wird nach diesen Gesichtspunkten grundlich durchge- sprachen, das Leben unter außerordentlicher Beherrschung der philo- logischen Literatur populär dargestellt, und in prägnrnnen, perfön. tichen Zusammenfassungen manch« strittigen Problem«(der Stil, das Plagtat, die Bearbeitungsfrage, das Orchester) einer Lösung nähergebracht. Die Lektüre des Buchs ist angenehm und kurzweilig, trotz des ungeheuren, systematisch zerlegten Materials. Es ist be- rufen, die Händel-Bewegung in Deutschland zu fördern, praktisch vorwärts zu treiben Die Dirigenten der Chöre haben das Wort. Nachösterlich beherrschen die vielen Solisten mit dem ewig gleichen Programm wieder das Feld. Doch nein:«in Battistini, ungewöhnlich als Belcanto-Sünger von mehr als 70 Iahren, bleibt auch in heimatlichem Programm auserlesen. Und wenn er gar ein Schumcmnsches Lied frei als Zugabe spendet, dann sind olle Ouellen des Wohlklangs und der edlen Gest« erschlossen. In solcher Nachbar» schaft gedeiht kein« ander« Stimme ganz. Frau Ebel.Wil.de. vom Oratorium her best bekannt, singt Schubert, Schumann mit zartem, in de? Substanz sehr schönem Sopran, der nur mehr Modulation» mehr Füll« haben müßte, um Seeüsches groß zu erschließen.»Weh. mut" und»Du bist die Ruh" klingm noch zu sihr noch Noten, de- wegter« Melodien, schwebende, haften(trotz etwas steifer Begleitung Arnold Ebels) erquickend in unserem Herzen. Alexander v. H a in m ist derart fahrig und hemmungslos im Dirigieren, daß man ihm kaum den Respekt vor Beethvoenscher Musik zutraut, geschweige denn ein inneres Verhältnis,«in Erleuchtetsiin, ein« Glut von Himmels (also Beethovens) Gnaden. Er lern« um. Er steige von schlechter Technik zu gutem, gesunden Empfinden. C«ne Rhythmik, sein« Cäsuren sind willkürlich. Darunter litt auch das(aufmerksam be- gleitete) Beethovensche Violinkonzert, dem sonst doch Lambinon em treuer, beherzter Interpret war. Das vorbiblssche Zernsalem. Ausgrabungen, di« in der Um- gegend von Jerusalem vorgenommen wurden, haben Spuren einer Stadt freigelegt, di« ein halbes Jahrtausend älter ist als die aus der Bibel bekannt«. Man glaubt, die älteste Zitadelle Jerusalems ent- deckt zu haben,«in Bauwerk, das aus der mittleren Bronzezeit, etwa au» dem dritten vorchristlichen Jahrtausend, stammen dürfte. ver dichterbunö. Don Hans Bauer. Manchesmal haben Dichter keine Einfälle. Das ist weiter nicht schlimm und geht vorüber. Manchesmal wieder haben«inen Einfall Leute, die sich nur fü? Dichter halten. Dies endet in schwereren Fällen mtt einem Dichter- bund. Der der Herren völkischen Dichter heißt„Der Hain" med besteht in erster Linie aus Satztmaen. Außer auf die Befähigung zum Dichten natürlich legen diese Satzungen auf vieles andere in der Welt Wert: Auf die Vorfahren, auf die Blauäugigkeit, auf den Mitglieds» bcittag. Vor allem ober darauf, daß das Mitglied mit seinem Leib für die Dichtung einsieht, wenn die Stund« schlagt. Es scheint demnach, daß man in völkischen Kreisen dahinter ge- kommen ist, daß das Verhältnis zwischen Dichtung und Wahrheit in vergangenen Zeiten häufig getrübt war. Gewisse Krieg-gesänqe bei- spielsweise, erinnert sei nur an sines wuchtiq-lapidore Poem Serbien muß sterbien, sollen von sehr wenig kriegerischen Männern konzipiert worden sein. Dem soll nun ein Riegel vorgeschoben werden. Dichxrisch« Vision und Bereitschaft, sie zu verwirtlichen, soll Hand in Hand gehen. Es soll fürder keiner mehr sagen dürfen: Die Juden!, dem es dann so passen könnte, sich vom Pagrom zu drücken und keiner soll seinem Abscheu über den Marxismus gereimten Ausdruck verleihen dürjen» der beim nächsten Putsch zu erkranken gedenkt.... �. Der Vorsitzende de,..Hains" heißt Zschocher. Da»»st ein Zufall. Er könnte ebenso Lehmann, Müller oder Meier heißen. Man hat nocd nie von ibm gehört. E» kennt ihn keiner. Man kennt ja über. Haupt keine völkischen Dichter. Wie sollte man auch? Entweder ist einer Dichter, dann ist er zu geistig, um Dölkischer zu sein, ofcer es ist einer Völkischer, dann ist er zum Dichten zu dämlich. Der Dichterbund gedenkt, eine eigene Zeitschrift herauszugeben. In der werden die Herren Satzungsunterzeichner sich dann gedruckt sehen können. Für bisher erfolglose Dichter hat dsis immerhin einen eigenen Reiz, und es ist schon" einleucbdend, daß viele, vor die Wahl gestellt. immer noch lieber geloben, sich an der Spitze teutonisch behaarter Brüste vom Heldentod ereilen zu lassen, als daß sie sich der Schmach aussetzen möchten, zeitlebens ungedruckt zu bleiben Saat and die Engländer..Times' schreibt in einem Leitartikel: Mtt berechtigtem Stolz auf den Reichtum seines philosophischen Erbes feiert Deutschland den zweihunderfften Geburtstag Kants Die Revolution, die er in der Philosophie hervorrief, hat dem eng-' lischen Denken riefe Spuren aufgedrückt.„Times" erklärt:„Er ist unser geworden in dem verständigen und berechtigten Sinne, in dem die Deutschen so oft beanspruchen, daß Shakespeare der ihre ge. worden ist. Das Genie Kants gehört der Menschheit". Die VerSfsenlNchang von«anl» letztem Werk. Im Zusammen- hang mit der Kanffeier dieses Jahres werden zwei bisher noch unoer- öffentlichte Werke des großen Philosophen zum erster. Male ans Licht treten: die Kant-Gesellschaft bereitet hie Herausgab« en'vr unbekannten Lorlefun« durch Prof. Meitzer vor, vnd. ungleich be- deuttmgsvoller, die Kont-Lusgad« der Berliner Afctfinnle der Wessen« bezeidynet; die Frage eines bewaffneten Aufstandes müffe immer attuell bleiben. So weit man die Lage übersehen tönne, merde die infolge der kommunistischen Mißerfolge im Oftober 1923 dem deutschen Bürgertum zuteil, gewordene Atempause" nicht länger als etwa zwei Jahre dauern. Jedenfalls müsse die KPD. für engen Kontaft mit den Massen Sorge tragen und die Gefahr vermeiden, zu einer isolierten Sefte zu werden. Exzellenz in der Klemme. Schwere Sorgen eines Ministerpräsidenten. Nachdem das völkische Organ Mecklenburgs den deutschnationalen Ministerpräsidenten Brandenstein Brandenstein wegen feiner Zustimmung zur Annahme des Sachverständigen- Butachtens genügend gefigelt hat, ohne doch eine flare Antwort zu bekommen, hat sich jetzt die volfische Landtags frattion dazu aufgeschwungen," Se. Erzellenz" brief I ich zu interpellieren. Auf Brandensteins Gut wurde während des Kapp- Butsches bekanntlich ein sozialdemokra tischer Landarbeiter von fogenannten Offizieren er mordet, ohne daß die Erzellenz deshalb besondere Aufregung verspürte. Jegt, da ſeine teutonischen Glaubensgenossen ihm selbst näher auf den Belz rüden, wirds ihm wahrscheinlich ungemütlicher werden. Denn die Bölkischen inquirieren ihn folgender Art: Da die augenblickliche Bertagung des Landtags bis zum 6. Mai eine Anfrage im Parlament nicht ermöglicht, so richte ich im Namen der Fraktion der DB. Freiheitspartei an Ew. Exzellenz folgende Anfrage: | „ Die deutschnationalen Erflärungen gingen bezüglich der Ber. faffung dahin, daß selbstverständlich keine Rede davon fein fönnte, daß die Deutschnationalen diese Berfaffung anders als mit verfassungsmäßigen Mitteln ändern wollten. Auch bezüglich des Friedensvertrages erklärten sie, daß felbstverständlich gar feine Rede davon sein könnte, daß er zerriffen werden sollte. Bezüglich der illegalen Verbände erklärten fie ebenso als felbstverständ. lich", daß solche Verbände, ob sie rechts oder links ständen, mit den Mitteln des Staates befämpft werden müßten. Und schließlich ertlärten sie hinsichtlich der allgemeinen Außenpolitit, daß auch da keine Aenderung eintreten, sondern die Linie der StresemannRegierung fortgesetzt werden solle. Und sie stellten sich damit ganz auf den Boden der Erfüllungspolitit." Was damals die Hergt und Helfferich versprachen, fonnte doch von Brandenstein ruhig halten. Auch er ist, obgleich Monarchist, Ministerpräsident des Freistaats" und stedt da für das Gehalt ein, sintemal Gelb nicht übelriecht. Auch er tann den Vertrag von Versailles felbstverständlich" nicht zer reißen. Auch er muß schließlich Erfüllungspolitik treiben helfen, weil es feinen andern Ausweg gibt. Das Gegenteil fagen nur die deutschnationalen Bahl redner und Wahlschriften. redner und Wahlschriften. Aber nach der Wahl femmts ja doch wieder mal anders. Und dann wird man sich schon verständigen, wenn die Wähler ihnen erst die Macht in die Hand gespielt haben.. arbeit unmöglich wird. Das sei eine Möglichkeit, der man ins Auge fehen müsse, allerdings läge noch keine Gewißheit vor, da die franzöfifchen Wahlen einen Stimmungsumschwung bringen fönnten. England müsse deshalb bis dahin Geduld haben. Poincaré will verschleppen. Darf ihm Deutschland dabei helfen? Baris, 23 April.( WTB.) Havas verbreitet einen offiziösen Rommentar über den Beschluß der Reparationsfommission vom 17 April. Ministerpräsident Poincaré und der französische Dele gestellt, daß sie zwar vollkommen einig seien, denn die Reparations gierte in der Reparationsfommission Barthou hätten gestern festtommiffion habe einesteils entschieden, die Schlußfolgerungen der Sachverständigen, soweit sie ihrer Beurteilung unterliegen, zu billi gen und die Methoden anzunehmen, die darin vorgeschlagen waren, woraus man feineswegs schließen dürfe, daß die Reparationskom mission darauf verzichte, die Schlußfolgerungen auszuarbeiten, bei denen eine korrettur notwendig erscheine, da die Entscheidung der Reparationsfommission im letzten Artikel ja ausdrücklich feststelle, daß die Sachverständigen selbst diese Arbeit der Anpassung vorunverzüglich widmen, namentlich was die Schaffung der vorgesehenen gefehen hätten. Dieser Arbeit würde sich die Reparationsfommission deucrganisationen anbetreffe: die Emiffionsbant, Reichsbahngesellschaft, industrielle Hypothek usw. Es sei klar, daß nach dieser Aus arbeitung( mise au point) die Reparationsfommission unabhängig Don ihrem vorläufigen Beschluß vom 17. April, der nur diesen leitenden Grundfaz festgelegt habe, schließlich einen Beschluß in binbender Form vorlegen werde, der die Verpflichtungen Deutschlands ohne Zweideutigkeiten feftfehen und mitteilen werde. Um Zeit zu gewinnen, und da das erste Zahlungsjahr von dem Tage an berechnet München, 23. April.( Eigener Drahtbericht.) Der aus Italien werde, an dem der Plan angenommen und in Kraft gesetzt worden zurüdgefehrte Regierungspräsident von Oberbayern, Herr v. Rahr, fei, habe die Reparationskommission von dem Deutschen Reich, die hat seine amtliche Tätigkeit noch nicht wieder aufgenommen. Es ist Vorbereitung der Gesetze und Erlasse verlangt. Die deutsche Regie Wenn die Frage in tommenden Verhandlungen streng ver überhaupt wenig wahrscheinlich, daß Kahr noch einmal fein Amt rung fei in der Lage, diese Ausarbeitung unverzüglich vorzunehmen. antritt. Boraussichtlich wird fein gegenwärtiger Stellvertreter, Die Pläne müßten von der Reparationsfommiffion gebilligt werden. traulich gewesen find, so ist u. E. Ew. Exzellenz dennoch verpflichtet, dem mecklenburgischen Volke über die persönliche Stellung- oriz, die Geschäfte übernehmen, bis man in einigen Bochen Diele behalte also immer das letzte Wort. Durch dieses Verfahren werde man Schitanen vermeiden, welche die deutschen Junahme zu dieser Ungelegenheit eine eingehende Erklärung abzugeben. Klarheit über die Regierungsbildung gewinnt. Es wird damit gerist en hinsichtlich des Tertes sicherlich hervorgerufen hätten, wenn die Alliierten ihn ausgearbeitet hätten. Für den Fall, daß diese persönliche Stellungnahme zu der amt- rechnet, daß dann der jegige Innenminister Schweyer auf den isten lich abgegebenen Erklärung im Widerspruch stehen sollte, so bitten Boften des Regierungspräsidenten von Oberbayern gesetzt wird. Dieses beabsichtigte Revirement scheint ein gewiffer wir auch dazu um eine eingehende Begründung. Fingerzeig für die kommenden Dinge in Bayern zu sein. Denn Schweŋer ist bekannt als scharfer Gegner der Bölkischen, deren Hauptforderung ja auch in der Beseitigung dieses Mitbegründers der Bayerischen Boltspartei besteht. Wenn Schwener also als Minister gehen muß, trotzdem seine Bolitik gerechtfertigt erscheint, während andererseits der den Bölkischen sehr sympathische Knilling von neuem die Regierung bildet, so ist jedermann flar, wohin der Weg in Bayern führen soll. Welche Stellung haben Ew. Exzellenz als Bertreter der mecklenburgischen Landesregierung bei der Reichsentscheidung zum Gutachten der Sachverständigentommission eingenommen? U. E. verträgt es sich auch nicht mit der in der Berfaffung fest gelegten Bolfsjouveränität, wenn in so entscheidenden Fragen, von denen die Zukunfts Deutschlands abhängt, die Reichsregierung ohne vorher die Bertreter dieses angeblich souveränen Bolles zu befragen, entscheidet. Wenn auch der Reichstag 3. 3t. aufgelöft ist, so mußte jedenfalls diese Entscheidung bis zum Zusammentritt des neuen Reichstages aufgeschoben werden. Wir bitten daher Ew. Exzellenz auch dar über um Antwort, in welcher Weise gegen diefe unverantwort liche Handlungsweise der Reichsregierung von feiten Em. Exzellenz Berwahrung eingelegt ist. Wir bitten schließlich noch die Beantwortung obiger Fragen fo abzufassen, daß wir weiteren Gebrauch davon machen tönnen. Der neugierige Brief ist bisher nicht beantwortet worden. Bielleicht aber tommts noch. Denn Brandenstein, der das Los des Landarbeiters auf seinem Gute fennengelernt hat, wird auch die Namen Erzberger und Rathenau fchon einmal gehört haben. Sie wurden gefillt", weil sie Erfüllungspolitit trieben. Jegt wird gegen Bran denstein ebenso gehegt wie gegen jene, weil auch er unter die „ Erfüllungspolitiker" gegangen ist. Bei der geistigen Ber: faffung der Hitler- Ludendorff- Graefe- Leute kann das also Sr. Exzellenz" recht unbequem werden. Indessen fann er sich trösten. Seine Freunde im alten Indessen kann er sich trösten. Seine Freunde im alten Reichstag haben schon einmal, als ihnen die Futtertrippe winkte, von der sie sonst so verächtlich zu reden pflegen, für Beibehaltung des Bersailler des Bersailler Bertrages und für Erfüllungspolitit fich ausgesprochen. Als im November v. J. mit ihnen wegen Eintritts in die Strèfe mann- Regierung und über die Vorbedingungen dazu ver handelt wurde, waren sie gar nicht unzugänglich. Sowohl die Zentrumspresse wie die volksparteiliche Beit" fonnten damals feststellen: schaften wird auch das unvollendet hinterlassene Bert, das fogen. Opus postumum, aufnehmen. Es hat sich herausgestellt, daß diese legte Arbeit Kants, die bis jetzt noch nicht vollständig gedrudt morben ift, nicht einfach, wie man bisher zu tun pflegte, als greifenhaft außer Betracht gelassen werden fann. Es ist nicht bloß für die naturphilosophischen, fondern auch für die erkenntnistheoretisch methaphysischen Anschauungen Kants, wie sie sich in leiner legten Lebensperiode geftaltet haben, überaus bedeutsam. Im Herbst 1925 foll das Werk ais 22. und 23. Band der Berliner akademischen Rant Ausgabe erscheinen. Berschandelung des Dürer- Hauses in Nürnberg. Die Stadt Nürn berg ist im Begriff, einen unglaublichen Schilbbürgerstreich zu begeben. Gie will nämlich das altehrwürdige Wohnhaus Abrecht Dürers„ auffrischen" laffen. Das Albrecht Dürer- Haus ist eines der bebeutendster Fachwerkbauten aus der zweiten Hälfte des 15. Jahr hunderts. In feiner natürlichen schlichten Batina bildet es ein unantastbares heiligtum, das jährlich von taufenden von Kunstfreun ben aus aller Welt besucht wird. Da jedoch die gesamte Nürnberger Breffe energisch Protest erhebt gegen die Zerstörung dieses Kultur Dentmals, ift anzunehmen, daß die hohen Gerüfte, die vor dem Haus bereits errichtet murden, wieder entfernt werben, noch bevor das Unheil der Reparatur" ausgeführt werden kann. Ludendorff schreibt ein Buch. Nach einer Mitteilung des„ Göt finger Tageblatts" wird Ludendorff gemeinschaftlich mit feinem Rechtsmwalt Dr. Luetgebrune ein Buch schreiben, in deffen Mittelpunkt der Hitler- Butsch und Hitlers Persönlichkeit stehen. Nach der Meinung von Luetgebrune werden in diesem Buch Hitlers Fähigkeiten als Staatsmann dargestellt. Rechtskurs in Bayern? Die offiziöse Auslassung sagt dann, daß in letzter Linie die alliierten Regierungen an der Durchführung des Sachverständigenplanes teilnehmen müßten. Ihre Mitarbeit werde verschiedene Male, wenn auch in sehr allgemeiner Form, betont, fel es, was die Wiederherstellung der wirtschaftlichen Souveränität Deutschlands anlange, foi es hinsichtlich eventueller Garantien und Santtionen, welche dazu bestimmt seien, die Ausführung des Planes sicherzustellen. Schließlich könnten auch noch andere Probleme, welche die Sachverständigen absichtlich übergangen hätten, aufgeworfen werden, so die Regelung der interalliierten Schulden. Man müsse also die Interpretation abwarten, welche die alliierten Regierungen dem lehten Beschluß geben. Wenn sie im Befit dieser Antworten fei, werde die Reparationsfom. miffion gut daran tun, ihre eigenen Kompetenzen zu bestimmen und den alliierten Regierungen die Fragen zu bezeichnen, die sie ihnen zur Regelung überlassen zu müssen glaube. Nach dieser Richtung sei es zweifellos opportun, a b 31 marten, bis die Reparationsfome miffion die gesamte diplomatische Arbeit vollendet habe, welche zu einer endgültigen Entscheidung führen müsse, bevor die Regierungen felbft aufgefordert würden, sie zu ergänzen. Wenn man auf diese Weise vorgehe, würden die Allierten in der Lage sein, sich in direkter Kenntnis der Lage auszusprechen. Der Kampf um die Gemeindewahlen. Der Landtag tritt am Donnerstag zu einer Sigung zu fammen, nachdem die vorige Sigung am 3. April durch Beschlußunfähigkeit ohne Ergebnis verlaufen war. Auf der Tagesordnung steht wiederum die Frage der Berschiebung der Gemeinde wahlen, jedoch erst als sechster Bunft. Borangehen sollen auf der Tagesordnung die ersten Beratungen des Notetats für 1924, des Gesegentwurfs fiber die Elbschiffahrtsgerichte und des Gefeßentwurfs über die Versorgung der Staatsminister, sowie alle drei Lefungen ber Gesezentwürfe über die Bestrafung der Schulversäumnisse und über die Erweiterung des Stadtfreifes Kiel. Es ist anzunehmen, Der langen Rede furzer und überall verständlicher Sinn daß die Abstimmung über die Verschiebung der Gemeindewahlen ist: Poincaré will die Vorschläge der Sachverständigen verebenso ergebnistos verlaufen wird wie am 3. April. Da auch nachzetteln und verfälschen. Um so mehr muß das deutsche der Abstimmung in der zweiten Besung dieses Gefeßzentwurfs eine Bolt für einen Reichstag forgen, der durch Ausführung geschäftsordnungsmäßige Frift bis zur dritten Lesung eintreten muß, des Expertenprogramms die Berantwortung für ſeine Berto it taum damit zu rechnen, daß noch ein Beschluß über eitelung vor aller Welt Frankreich tragen läßt! oft die Berschiebung der Gemeindewahlen zustande kommt. Verhandlungspause! Der französische Widerstand erzwingt Verschiebung. Die Maifeier in Paris. Paris, 23 April( Eigener Drahtbericht.) Die Gewerkschaften erfaffen einen Aufruf an die Arbeiterschaft, ben 1. Mai in gewohnter Weise durch Arbeitsruhe zu feiern und für die Aufrechterhaltung des Achtstundertegs und die Durchfehung der übrigen Arbeiterforderungen zu demonstrieren. Im Pariser Stadtrat ist Don bürgerlicher Seite der Antrag eingebracht woden, am 1. Mai son der üblichen Aufstellung der Polizei auf den Straßen und offenen Plägen der Stadt, die in den Arbeiterfreifen als Provokation empfunden wird, abzusehen und stattdessen die zur Aufrechterhaltung Ser Ordnung notwendigen Kräfte in den Kafernen alormbereit zu halten. Bei der reaktionären nationalistischen Mehrheit des Pariser Stadtparlaments ist jedoch kaum anzunehmen, daß dieser Antrag angenommen werden wird. Quidde und Macdonald. Paris, 23. April.( Eigener Drahtbericht.) Die Bertagung der für Mittwoch nachmittag anberaumten Gizung der Reparationsfür Mittwoch nachmittag anberaumten Sigung der Reparations tommission wird in einem halboffiziöfen Rommuniqué damit begründet, daß bisher noch feine ber alltierten Regie. rungen auf das Begleitschreiben der Reparationstommiffion dom 17. Aprit geantwortet habe. In dieser bisher nicht veröffentlichten Note hatte die Reparationsfommiffion der alliierten Regierungen bas Gutachten der Sachverständigen zur Annahme empfohten, damit die vorgeschlagenen Pläne jo meit als möglich in vollem Umfange wirtsam würden und um baldige Antwort gebeten, ob die alliierten Regierungen bereit seien, dieser Empfehlung Folge zu leiften. Weiterhin wird mitgeteilt, daß die Reparationsfommiffion die für Mittwoch in Aussicht genommene Ernennung der von ihr In der bürgerlichen Presse wird feit Tagen das Gerücht ver zu bestimmenden Mitglieder der verschiedenen Organisationen zu verschieben beabsichtige, da die deutsche Regierung bie breitet, Professor Quidde sei auf Veranlassung der englischer Namen der von ihr zu wählenden Mitglieder noch nidyt befannt Regierung aus der Haft entlassen worden. Nachdem auch der gegeben habe. Eine neue Sigung der Reparationstommiffion würde aus dem Hitler- Prozeß befannte Justizrat Kohl im Verfahren gegen unter diesen Umständen kaum vor nächster Woche stattfinden können. bie Syitler- Gardisten auf das Gerücht Bezug genommen hatte, wird Soweit bie offiziöse Begründung. Die Wahrheit dürfte die Nachricht nunmehr amtlich widerrufen. Richtig ist, daß der fein, daß man innerhalb der Reparationskommiffion angesichts der englische Premierminister Macdonald sich am 28. März nach intranfigenten haltung der franzöfifen Rebem Geschid des Brofeffors Quidde bei der deutschen Regierung er fundigt hat. Zu dieser Zeit war aber Professor Quidde nicht gierung eine Fortfehung der Diskussion im Augenblid für aus. fightslos häft, und um die vorhandenen Gegenfäße nicht mehr in Haft, ba der Haftbefehl schon am 21. März mangels Flucht. offenem Ausbruch gelangen zu laffen. vorzieht, die Dinge dilatorisch verdachts aufgehoben worden war. zu behandeln in der Hoffnung, daß es den von verschiedenen alliierten Rabinetten eingeleiteten Bemühungen gefingen werde, die franzöfifche Regierung zu einer Modifitation thres Stand- o punktes zu bestimmen. Insbesondere die belgifche Regierung foll sehr lebhaft um das Zustandekommen einer Einigung zwischen London und Paris bemüht sein. SH Wenn fich Ludendorffs Buch wirklich auf dieses Stoffgebiet be schränken sollte, wird es nicht sehr umfangreich werden. lemow Der Brief an Barthou wird verleugnet. lams Theater am Bülowplatz. Bu Beginn ber diesjährigen Sommerspielzelt gelangen Anzengrubers, reuzelfreiber zur Aufführung. in der Qula Georgenſtr. 30 Dr. Abel die eftrebe: Stants Bebeutung Kant- Feier der Humboldt- Hochschule. Am 26. d. M., abends 8 Uhr, hält im Stampi um ble Beltanschauung. Einleitende Ansprache: Profeffor Dr. Dito Gramzow. Gefänge: Der Humboldt- Thor. Polifische Schriften von Oswald Spengler. Von dem Berfaffer des be fonnten Bertes Der Untergang des Abendlandes erfcheinen binnen turzem bei C. H. Bed in München vier politische Schriften, betitelt: Reu bau des Deutschen Reiches", Politische Pflichten der deutschen Jugend, Der Staat, Die Wirtschaft". Paris, 23. April.( Eigener Drahtbericht.) Die französische Re gierung läßt am Mittwoch durch die ihr nahestehenden Blätter die die offizielle Antwort der französischen Regierung auf die Mitteilung verbreiten, daß der Brief Poincarés feineswegs Note gewesen sei, mit der die Reparationstommiffion das Gutachten der Sachverständigen überreicht hat. Das Schreiben sei an Barthou nicht in seiner Eigenschaft als Präsident der Reparationsfommiffion, fondern als Delegierter Frankreichs gerichtet gewesen und habe ledig. lich den Zwed gehabt, diesen über die Auffaffung und die Absichten der französischen Regierung zu informieren. Sein Inhalt fei gewesen. Coolidges Friedensrede. Washington, 23. April.( Eigener Drahtbericht.) In feiner in furzem Auszug bekanntgewordenen Rede beim Festessen der Asso ciated Preß erklärte Präsident Coolidge u a., man habe allen Grund dafür anzunehmen, daß Amerita nunmehr aktiven Anteil an dem Friedenswerk in Europa nehmen werde, um alle möglichen Borteile für den eigenen Handel daraus zu ziehen und der Wiedereinrichtung normaler weltwirtschaftlicher Beziehungen und Reparationsproblem werde eine neue Zeit des Friedens und des Zustände zu dienen. Eine endgültige Entscheidung über das guten Einvernehmens zwischen den Völkern herbeiführen, die bisher zu Recht oder zu Unrecht ihre Ansprüche stets mit den Waffen entschieben hätten. Die ganze Welt wisse, daß die amerikanische Regierung jede Beherrschung durch Waffengewalf verabscheue und der Anschauung sei, daß man überall nur durch Charakter, Moral mitteilt, bat feiner Beit Stinnes sich bereit erklärt, sämtliche Kosten für die feineswegs zur Mitteilung an die Reparationskommission bestimmt und die Gewalt des Friedensgedankens herrschen könne. Die BerStinnes als Stiffer des Kant- Grabmals. le bie Dftpreußische 8tg. Errichtung des Kant Grabmals in Königsberg als Stifter zu übernehmen. Der Stadt Königsberg wäre es infolge ihrer schwierigen Finanzlage nicht möglich gewesen, den Bau zu finanzieren. Hans von Weber, der bekannte Münchener Berleger und Herausgeber bes Zwiebelfisch", ist im Alter von 50 Jahren gestorben. N Propagandafilme in Rußland. Auf eine Anregung des Bildungstommiffars Lunaticharsti ift, wie der Dit- Expreß meldet, befchloffen worden, das Kino in großem Maßstabe als Bropagandamittel für die Ideologie des Sowjetftaates auszunuzen. Die Filme der ausländischen Produktion, it ibren Bildern aus dem bürgerlichen Leben, sollen mehr und mehr burch das Sowjettino verdrängt werden, das besonders im ruifischen Dorf eine Aufgabe zu erfüllen babe. Die nächsten Filmbramen des staatlichen Sowjetlinos follen in diesem Rahmen der Agitation bienen. Diese Berleugnungstat tit bestätigt, daß es Barthou in der Tat gelungen ist, den französischen Ministerpräsidenten von dem widerfinn feines Briefes zu überzeugen. England fieht Plar. London, 23. April.( Eigener Drahtbericht.) Die englische Bresse stellt ziemlich einmütig jest, daß Poincarés Haltung zum Sachver ständigenbericht der Gegensatz zwischen London und Paris er heblich verschärft hat. Daily Herald"( foz.) fagt, diese Gegen fäße tönnten fchließlich einen Bunft erreichen, wo die Zusammen. einigten Staaten feien infolge ihrer pazifistischen Politik je dem Kriege feind, denn ein Krieg sei nur geeignet zu zerstören, und sie arbeiten für den Frieden, der aufbaue. Er hoffe, daß die Beziehungen zwischen den Bölkern durch Berträge und internationale Rechtsabmachungen fo geregelt werden könnten, daß ein dauerhafter Friede in Aussicht stehe Senatskommission und das Repräsentantenhaus beschäftigen. Man Das amerikanische Einwanderungsgesetz wird am Freitag bie glaubt night, daß Bräsident Coolidge von seinem Betorecht Ge Brauch machen wird. Gewerkschaftsbewegung Drohende Aussperrung im Baugewerbe. In einer Baudelegiertenversammlung des Baugewerksbundes am Mittwoch abend teilte der Referent Gehrke mit: Nachdem die Zimmerer in den Streit getreten waren und die Unternehmer mit Rücksicht hierauf die Berlängerung der Ertlärungs. frist zum Schiedsspruch beantragt hatten, hat der Schlichter versucht, eine erneute Berhandlung der Parteien in die Wege zu leiten. Die Arbeitgeber haben aber jegt erflärt, fie hätten unter den gegenwärtigen Umständen tein Intereffe mehr an dem Schiedsspruch, ebensowenig fönnten fie fich an neuen Verhandlungen beteiligen, da fie bereits beschlossen hätten, am Sonnabend die allgemeine Aussperrung vorzunehmen. Der Referent bemerkte hierzu: die Bauarbeiter würden ab. marten, wie weit die Unternehmer ihre beschlossenen Kampfmaßnahmen ausführen. Die Arbeiter würden nichts tun, was die Kampffront der Unternehmer stärken tönnte. Ihre Gegenmaßnahmen würden sie der jeweiligen Situation anpassen. Diese Meinung fam auch in der Diskussion überwiegend zum Ausdruck. Vereinbarung in der Berliner Metallindustrie. getroffen: Am 23. April fanden zwischen den beiderseitigen Organisationen erneut Verhandlungen über den Abschluß eines Tarifvertrages ftatt. Nach längerer Beratung wurde folgende Vereinbarung Die Geltungsbauer des Rahmenvertrages für die gewerb lichen Arbeiter und Arbeiterinnen in der Berliner Metallindustrie bom 28. August 1922 sowie die der Vereinbarung über die Arbeitsgeit vom 5. Januar 1924 wird bis zum 1. Juni 1924 einschließlich verlängert. gez. Oppenheimer. Urich." Auszahlung der Beamtengehälter. Das Reichsfinanzministerium wird den Reichsbeamten am 30. April die Bezüge wieder für einen ganzen Monat auszahlen. Es empfiehlt den Beamten, sich wieder wie früher Banktonten zur Ueberweisung der Monatsgehälter einzurichten. Gleichzeitig spricht es die Erwartung aus, daß die Länder und Gemeinden sich dem Borgehen des Reiches anschließen mögen. Zum Streit bei Glaser und Pflaum. Die Arbeiter der Firma F. C. Glaser u. R. Pflaum in Berlin, Ritterstr. 11, stehen feit vierzehn Tagen im Streif. Die Firma hat den Alleinvertrieb der Kruppschen Feld, Forst- und Industriebahnen. Eine bürgerliche Korrespondenz melbet nun, mehrere Arbeitswillige", die gestern nachmittag aus dem Betrieb famen, feten von den Streifenden überfallen und mißhandelt worden. Ein Schlosser Walter Gelle aus der Frankfurter Straße habe dabei mehrere Berlegungen davongetragen. Einer der Täter sei festgestellt worden. Ueber die schmähliche Rolle, die die„ Arbeitswilligen" in ben legalen Lohnfämpfen der Arbeiter spielen, ist kein Wort zu verlieren. Für die Streitenden ist natürlich die Frage von größter Bedeutung, wie sich dieser felbstfüchtigen unsolidarischen Ele. mente erwehren fönnen, die feinen vernünftigen Auseinander fegungen zugänglich sind die wohl die Früchte eines erfolgreichen Streit's auch für sich recht gern in Anspruch nehmen, bas Streife risiko aber den andern, den„ Dummen" überlassen und es durch ihre Rausreißerdienste erheblich vergrößern. So begreiflich die Er regung der Streifenden über diese Arbeitswilligen" im gegebenen Falle auch ist, so darf sie doch nicht soweit gehen, sich an ihnen zu vergreifen. Unsere Gegnerschaft gegen die Brügelftrale darf nicht nur Theorie bleiben, fie muß sich prattis auswirken. Die Streifposten dürfen in feiner Situation den Kopf verlieren, fich auch nicht provozieren lasten. Bleibt die Berachtung der Streitbrecher wirtungslos, dann haben auch ein paar Dhrfeigen ihre Wirkung verfehlt. Die Streifenden aber müssen fich sagen, daß sie durch tätliches Borgehen gegen Streifbrecher ihre Position nicht verbessern, sondern unter Umständen total erschweren und obendrein dem Unternehmertum Material liefern für ihre Anstrengungen, bie Bolizeibehörden völlig in den Dienst des Arbeitswilligen". Schuhes zu stellen. Diele Bemerkungen find allgemeiner Art und haben an sich mit dem offenbar aufgebauschten Bericht über den Zwischenfall bei dem Streit in dem Betriebe von Glaser u. Pflaum nichts zu tun. Ueber den Streit selbst ist der„ Roten Fahne" berichtet worden, daß die Firma die Streifenben entlassen hat und damit den Streif für beendet hält. Damit fuche sie die Fernhaltung der Streit. posten durch die Bolizei zu begründen und lasse die Streifposten verhaften. Der Rechtsanwalt der Firma hat dem früheren Betriebs. rat ein Schreiben an die Streifenden zugestellt, worin es heißt: Sollten sich heute oder später derartine Blafatträner vor dem Hause Ritterstr. 11 zeigen, fo mird meine Mandantin sich veranlaßt sehen, unmittelbar polizeiliche Hilfe gegen Sie persönlich in Anspruch zu nehmen." Arbeitszeitkampf der Werftarbeiter. Hamburg, 23. April.( Eigener Drohtbericht.) Am Ostersonn abend hatten die Berfbefizer durch Bekanntmachung in den Tages zeitungen zur Arbeitsaufnahme auf den Werften am mittwoch unter den von ihnen diftierten Bedingungen, die u. a. den Neunstunden tag festlegten, aufgefordert. Die feit 8 Bochen ausgesperrte Werftarbeiterschaft nahm am Dienstag in brei überfüllten Bersammungen zu diesem Diftat der Unternehmer Stellung und lehnte einstimmig ab, unter diesen Umständen in die Betriebe zu gehen. Am Mittwochmorgen, an dem Postabonnenten welche die Erneuerung des Abonnements für Mai noch nicht vorgenommen haben, müssen noch heute das Versäumte nachholen, wenn keine Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung erfolgen soll Vorwärts- Verlag G. m. b. H. die Unternehmer die Betriebe geöffnet hatten, fammelten fich ausgesperrte Arbeiter an den Werfteingängen. Beim Signat Bon etwa 15 000 Arbeitern haben nur 50 bie Arbeit zur Arbeitsaufnahme machten fie aber demonstrativ tehrt aufgenommen. Nach diesem Fehlschlag des Unternehmerbittats bleibt abzumarten, ob der Verband der Eisenindustriellen feine Drohung auf Ausfperrung der Gesamtarbeiterschaft der Metallindustrie der Wasserfante wahrmachen wird. Sollte es zu diesem großen Kampf fommen, so ist zu erwarten, daß auch die Hafenarbeiterschaft und andere bedeutende Berufsgruppen in Mitleidenschaft gezogen werben. Ajo ganze 13 Bf. Stundenlohn Richert der Tarifvertrag einem Landarbeiter zu, für den man anfänglich einen Stundenlohn bewahrt hat, wird zugeben müßen, daß schändlicher mit Landarbeiter von 32 Pf. forderte. Jeder Mensch, der sich noch etwas Ehrgefühl intereffen nicht gespielt werden konnte, wie hier vom Zentralverband der Landarbeiter gespielt wurde. Und eine solche Organisation nennt fich noch Landarbeitergewertschaft"! Pfui Teufel!" Arbeitszeitkampf in Stolzenhagen- Krattwied. Steffin, 23. April. Seit dem ( Eigener Drahtbericht.) 24. März find 1300 Arbeiter Des Eisenwerkes Hütte Kraft" in Stolzenhagen Krattwied bel Stettin ausgesperrt, weil Re nicht gewillt find, in einer zehnstündigen Arbeitsfchicht mit zwei ftündiger Bereitschaft zu arbeiten. Am Dienstag haben die Arbeiter erneut ein stimmig befchloffen, im Kampf auszuharren. In der Entschlossenheit der Arbeiterschaft, die hinter ihren Organi fationen steht, find bisher alle Lockungen der Direktion des Werfes gescheitert. Die Direktion versucht nun, Arbeitsträfte aus dem Ruhrgebiet und anderen Zeilen Deutschlands heranzu holen. Man( piegelt den Arbeitern vor, daß in StolzenhagenKrattwied eine neue Fabrit aufgemacht worden sei, in der Fach leute bei freier Roft und 75 Pf. Stundenlchn Beschäftigung finden fönnten. Es find bereits eine Anzahl folcher Arbeiter angeworben worden und auch eingetroffen. Sobald diese Arbeiter aber bemerkten, daß sie ihren ausgesperrten Kollegen in den Rücken fallen sollen, vera weigerten sie die Arbeit. Besser ist es aber auch für fie, wenn sie nicht erst zu dieser Kraft- Hütte" hinfommen. Schiedsspruch im Ruhrbergbau. Bochum, 23. April.( Eigener Drahtbericht.) Das zur Bek legung des Lohnstreits im Ruhrbergbau am Mittwoch in Essen unter Schiedsgericht fällte einen Sch edsspruch, der ab 15. April eine Borsiz des Schlichters für Rheinland- Westfalen zusammengetretene Erhöhung des 3'mmerhauerschichtlohnes, der jetzt 4,70 m. beträgt, um 70 Pf., also auf 5,40 m. vorsieht. Alle übrigen Schichtlöhne und der Hauerdurchschnittslohn werden entsprechend erhöht. Der Hauerdurchschnittslohn beträgt demnach ab 15. April 4,21 m. Teilschiedsspruch für die Rheinschiffahrt. Duisburg, 23. April.( Eigener Drahtbericht.) Das Reichs. arbeitsministerium hat in dem Streit über die Löhne und die Arbeitszeit in der Rheinschiffahrt einen Zeilschiedsspruch gefällt, der die zwölfftündige Nachtruhe während der Fahrt und den achtstündigen Arbeitstag im Hafen beim Laden und Der Schieds. Löschen grundsäglich aufrechterhält. In der fpruch fieht auch eine geringe ohnerhöhung vor. westdeutschen Kanal- und Weferschiffahrt sowie bei den staatlichen Schleppämtern bleibt die Streitgefahr nach wie vor bestehen. 3m Mansfelder Revler streifen jest 6000 Bergarbeiter. Der Wolf- und Hohental- Schacht liegen gänzlich still. Der Regierungspräsident in Merseburg, Genosse Bergmann, hat sich zu Berhandlungen nach Eisleben begeben. Die Metallarbeiter im Bezirk Magdeburg- Anhalt- Halle haben den Schiedsspruch mit 48 Bf. Spigenlohn abgelehnt Auch in Stuttgart ist die Buch druderbemegung nunmehr beendet. Die Gehilfen erhalten eine Zulage, wie sie das Schlichtungsablommen in München vorsicht. Heute werden die bürgerlichen Blätter mieder erscheinen. Der deutschnationale Landarbeiterverband. Bom Verbandsvorstand des Deutschen Landarbeiterverbandes wird uns geschrieben: " Der Deutschnationale Zentralverband der Landarbeiter entwidelt sich mehr und mehr zu einer Organisation gegen die Band. arbeiter. In Schlesien und Ostpreußen hat er Tarife unter zeichnet, die die Bandarbeiter in die bedrängtesten Berhältnisse bringen und ihre Existenz in Frage stellen. Auch in Medlen. burg bemüht er fich, Landarbeiterpolitik auf diese Weise zu be treiben. Der 3 wed folcher Einstellung ist flar. Man will den Deutschen Landarbeiterverband vom Tarifvertrag ausschalten, um allein Tariffontrahent zu bleiben und den Landarbeitern zu er flären:„ Seht, der Deutsche Bandarbeiterverband ist nicht mehr im stande, Euch einen Tarifvertrag zu verschaffen." Die neuesten Heldentaten dieses Zentralverbandes in allen Einzelbeiten zu beleuchten, würde zu weit führen. Es sei hier ledig lich der Tarifabschluß in Ostpreußen verzeichnet. Vor einigen Wochen vereinbarte der Deutsche Bandarbeiterverband mit dem Bentralverband, der Arbeitgebervereinigung die Forderung zu unterbreiten, den Gesamtstundenlohn eines oftpreußischen Deputatarbeiters auf 32 f. festzulegen. Eine Uebertreibung fonnte in dieser Forderung nida erblidt werben, wenn bekannt wird, daß diefer Lohnfah fchon seit langer Zeit in vielen Orten Ostpreußens gezahlt wird. Die Arbeitgeber lehnten die Forderung rund weg mit dem Bemerten ab, nur einen Lohn zubilligen zu wollen, der den 2orttiegsfägen angepaßt ift. Hierauf fonnte der Deutsche Landarbeiterverband nicht eingehen, weil der Borfriegslohn der ostpreußischen Landarbeiter einmal fehr unterschiedlich war und zum anderen nicht als austömmlich bezeichnet werden konnte. Der Zen. ordneter 2 empert. Freie Ansiprate. Elfenbahner, forgt für Maſſenbeſuch! tralverband aber framte mit den Arbeitgebern hinter den Kulissen und ließ sich von ihnen einen Tarifvertrag aufzwingen, der als glaise Breisgabe der Banbarbeiterintereffen angefehen werden muß. Soweit bisher Einzelheiten des sorgfältig geheim ge. baltenen Bertrages bekannt wurden, hat man eingewilligt, den Deputanten das Betreibebeputat von bisher 37 auf 43 Zentner pro Jahr auf 29 bis 31 3entner zu fürzen. Obendrein läßt man den Landarbeitern da und dort einen Teil vom Gartenland wegnehmen. Die Pflicht übertunben, bie bisher bezahlt wur ben, follen unentgeltlich geleistet werden. Für alle diese Nachteile bekommi ber Bandarbeiter eine Bariohn. erhöhung von 60 bis 90 Mart pro Jahr. Die ganze Verwerflichkeit der Handlungsweise des Zentralverbandes wird erst recht flar, wenn man erfährt, daß der neue Gesamtstundenlohn 22 Bf. beträgt, wenn die Milch und Holzlieferung so bewertet wird, wie sie rechtmäßig bewertet werden müßte. Aber auch von diesem Betrage ist noch ein Abzug zu machen, denn die Frau des Deputanten, die an mindestens 299 Tagen in Arbeit gehen muß, erhält bei durchschnittlich achtstündiger Arbeitszeit einen Stundenlohn Don 8% f., während nach dem von uns im Fabruar abgeschloffenen Kreistarif Goldap die Freinbeiterin Den Streifenden wird außerdem mit Schadenerfaktlagen ge- 25 f. pro Stunde erhält. Die Depurantenfrau erhält also droht für den Fall des Streifpoftenstehens. Daß das nicht die rechte rund 16 Pf. au wenig. Diese 16 Bf. pro Stunde für 1600 Ar. Art ist, Differenzen über die Lohn- und Arbeitsbedingungen beizu beitsstunden der Frau find vom Gesamilohn des Deputanten abzu legen. müßte der Firma von vornherein bekannt sein. Sind fetzt ziehen, fo daß bei angemessener Bezahlung der Arbeit der Frau sich Ausschreitungen vorgekommen, so hat sie durch ihr rigoroses Border Stundenlchn des Deputanten um weitere 8,9 Pf. verringert und gehen nicht wenig mit dazu beigetragen. mithin nur 13,1 Pf. pro Stunde beträgt. D Emil Paffke ( 1. Vorsitzender des Vereins Berliner Ketten- Raucher) hat das Schlußwort: Bist du Raucher? Rauch Asory! ABEIER Die Aussperrung der englischen Werftarbeiter wurde zurückge nommen, da die Arbeiter der Schiffswerften in Southampton die Arbeit wieder aufgenommen haben. Die Eisenbahner in Neuseeland find wegen Lohndifferenzen im ganzen Dominum in den Steit getreten. Achtung, Eisenbahner! Am Freitag, den 25. April 1924, abends 7 Uhr, im Türkischen Relt, Char Isttenburg, Berliner Str. 53, große öffentliche Eisenbahnerversammlung. Die Bebeutung bes neuen Reichstags für die Eis nbahner. Ref.: Bezirksver Der Werbeausschuß der BSPD.- Eis nbahner. Achtung, BSPD.- Bäder unb Konditoren! Am Sonnabend, 26, April, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal 3, Engelufer 24/25, wichtige Fraktionsfigung. Stellungnahme zum Betbanbstag. Die Reichs. tagswahL Aussprache. Es ist Pflicht aller Genoffen, diefe Betfammlung zu befuchen! Der Fraktionsvorstand tritt um 6 Uhr zufammen. Barteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Berband der Gärtner und Gärtnereiarbeiter, Gruppe Stadt. gärtnerei Seute. Donnerstao. a ends 7 tihe, Branchenverjammlung im Gaal 3 bes Gewerkschaftshaufes, Berlin, Engelufer 24/25. Bergolder und Rehmenmacher Reflection miune heute, Donnerstag. 24. April, nachmittags 5% Uhr, in den Residenssälen, Landsberger Str. 32. Mufitinstrumentenarbeiter. Funktionärversammlung am Freitag, 25. April nachmittags 5 Uhr, im Reichenberger Hof". Butab. Morgen, Freitag, allgemeine Butab- Mitgliedervefammlung im ,, Apollo- Gaal" des Deutschen Sofes", Lucauer Str. 15. 1. Bortrag von Erich Angestellten und die Reichstagswahlen. cenbeler:" Die 2. Bahl der Bertreter zum Gautag Brandenburg. Erscheinen aller Mitglieber bringendft notwendig! Einlak nur gegen Borzeigung des Mitgliedsbuches. Beiträge ennen in der Bersammlung entrichtet werden. Berantwortlich für Bolitit: Craft Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner: Feuilleton: Dr. John Schilowski: Lotales, und Gonftiges: Frik Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret Lindenstraße 3. und Berlagsanflalt Baul Ginger u. Co. Berlin SB. 68. Hierzu zwei Beilagen und Unterhaltungsbeilage Heimwelt". Sophien- Säle Säle frei! Ich freue mich festzustellen, daß nach dem Bericht des Kollegen Rauchringel die Wortmeldungen zurückgezogen wurden. Da weiter nichts vorliegt, können wir die heutige Sitzung schließen. Gestatten Sie mir aber vorher noch einige Worte: Ich freue mich, daß die Arbeit unserer Prüfungskommission nicht umsonst gewesen ist und daß die endlich gefundene TELEPATH uns in aller Zukunft der Mühe, eine uns wirklich zusagende Zigarette zu finden, enthebt. Darum schlage ich vor, daß von jetzt an unsere Devise ist: Telephon: Norden 9296 Sophienstr. 18 Bist du Raucher- rauch Asory! Str. 19241. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Häuser fürs Volk. Was eine gemeinnützige Baugenossenschaft leisten kann. In unseren Tagen fließen die Gelder in der fapitalistischen| bergwert, 6 Sandgruben, 10 Stein- und Sandsteinbrüche, 2 3ementBauwirtschaft aus Kriegs- und Balutagewinnen zweifelhaftester Art. warenfabriken, 2 Kunftsteinfabriken, 1 Gipsschladendielenfabrit, Spekulanten betätigen sich auf dem Baumarkt. Gerade in der Nach- 1 Baggerei, 1 Holzbearbeitungsfabrit, außerdem die Baustofffriegszeit sind erhebliche Summen in überflüssigen Luxusbauten industriegesellschaft in Cyd- Rothof mit Sägewert, Jurkoplattenwert, verschleudert worden. Dabei fommt es gerade in Deutschland, dessen Tischlerei usw. Die Bauhütten wollen in erster Linie Wohnungen für die minderbemittelte Bevölkerung bauen. Sie hatten 1923 in noch Bevölkerung besonders hart unter der Not zu leiden hat, darauf an, nicht ganz dreijähriger Arbeit bereits 14 000 Kleinwohnungen erstellt. nur solche Arbeit zu leisten, die zur Vermehrung der volkswirtschaft Wenn man diese Leistung als Maßstab für die Tätigkeit im Baulichen Güter beiträgt. Dieser Berschwendung von volkswirtschaftlicher gewerbe nimmt, so hätten die privaten Unternehmer in der gleichen Kraft wollen die sozialen Baubetriebe entgegenwirten. Sie wollen Beit 700 000 Kleinwohnungen erbauen müssen. Die Zahl der von dem technischen Fortschritt im Baugewerbe Eingang verschaffen und ihnen fertiggestellten beläuft sich jedoch nur auf 200 000. Die gewahrhaft gemeinnützig bauen. Nach kurzem Bestehen haben sie für meinwirtschaftlichen Baubetriebe rechnen es sich als ein besonderes die Verwirklichung dieses Wollens schon so manchen unwiderleglichen Verdienst an, Kleinwohnungshäuser erbaut zu haben, die sowohl in Beweis erbracht. ästhetischer wie in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht die von der Privatwirtschaft vor dem Kriege errichteten Bauten bei weitem übertreffen. Neben den Kleinwohnungen führen sie aber auch 3ndustriebauten aller Art, Betonarbeiten, Bahnoberbauten und KanalModerne Arbeitsmethoden und wissenschaftliche Betriebsführung gehen hier Hand in Hand. Der Normung wird die größte Beachtung geschenkt. Die Bervollkommnung der Montage auf den Baustellen türzt die Arbeit dort wesentlich ab und geftattet, einen großen Teil der Bauteile in zweckmäßig eingerichteten Wertftätten zu bearbeiten. Durch diese Maßnahme verliert das Baugewerbe zum großen Teil seinen Wandercharakter. Dadurch wird aber auch erst die Verwendung von arbeitsparenden Maschinen möglich und rentabel. Betriebsdemokratie. Neue Bauwirtschaft. Die Ursache für den Tiefstand im Baugewerbe liegt in erster Linie darin, daß das Kapital automatisch dahinfließt, wo es den höchsten Zinssatz zu erwarten hat. Dem Baumarkt wurde stets um so mehr Kapital entzogen, je größer die Gewinne in der Industrie wur den. Kein privatkapitalistischer Unternehmer hätte bei der dadurch bedingten schwankenden Lage auf dem Baumarkt gewagt, die Baubetriebe großzügig zu gestalten. So ist auch von wahrhaft fachmännischer Intelligenz im modernen privaten Baubetriebe wenig zu spüren. Diese Mißstände wollen die Gemeinwirtschafter beseitigen, die sich in den Sozialen Baubetrieben zusammengefunden und damit die erste Großbetriebsorganisation auf diesem Gebiete geschaffen haben, die fast trustartig aufgebaut ist und auch versucht, durch vernünftige Arbeitsteilung das Baugewerbe von den Nachleilen der Saifonarbeit zu befreien. Bei den Sozialen Baubetrieben ist das private kapital völlig ausgeschaltet, sie sind ein Beispiel dafür, daß nur die organisierte Selbsthilfe der Hand- und Kopfarbeiter imftande ist, schrittweise die Forderung der Sozialisierung zu verwirklichen. Nicht durch Gesetz wird sozialisiert, die Gemeinwirtschaft muß vielmehr erst entstehen, dann wird sie sich auch gefeßliche Anerkennung erzwingen. Aus den Genossenschaften, die hier und da schon vor dem Kriege entstanden waren und die gleichsam nur als Lückenbüßer den Kleinwohnungsbau übernommen hatten, der für die kapitalistischen Baubetriebe nicht rentabel genug war, sind die gemeinwirtschaftlichen Baubetriebe herausgewachsen, die heute in dem Verband der Sozialen Baubetriebe, Berlin W. 50, Augsburger Straße 61, ihre Spitzenorganisation haben. Keiner privattapitalistischen Organisation ist es bisher gelungen, innerhalb von drei Jahren in einer Zeit schwersten wirtschaftlichen Niederganges auf diesem Gebiet ein solches Werk zu schaffen. Ueber 250 Betriebe mit mehr als 20 000 Arbeitern find hier vereinigt und schaffen mitten im fapitalistischen Wirtschaftsgetriebe auf wirklich sozialer Grundlage. Und alles das ist das Werk von Arbeitern, Hand- und Kopfarbeitern, in Gemeinschaft mit ihren Gewerkschaften, die damit die Unternehmer auf ihrem ureigensten Gebiet angreifen. Die Unternehmer führen einen harten Kampf gegen diesen ernsthaften Wettbewerber. So forderte der Deutsche Wirtschaftsbund für das Baugewerbe" feine Mitglieder auf zur Be fämpfung der Sozialen Baubetriebe, die Unkosten und die Unternehmergewinne auf ein Minimum zu beschränken. Trotz alledem haben die Sozialen Baubetriebe schon im Jahre 1921 bei einem Auftragsbestand von 470 Millionen Mart noch um 9 Proz. billiger als der billigste Privatunternehmer geliefert, wobei noch zu berüdfichtigen ist, daß fie gerade in dieser Zeit ihre erst neu befchafften Produktionseinrichtungen bezahlen mußten, die die privaten Unternehmer längst abgeschrieben hatten. Der Privatunternehmer wird eben immer teurer tauen, da er den öffentlichen Kapitalmarkt in Anspruch nehmen muß. bauten aus. Der Zusammenschluß der Hand- und Kopfarbeiter in den Bauhütten erhält ein besonders festes Gefüge durch das Gemeinschaftsgefühl, von dem alle Beteiligten durchdrungen sind. Sie wissen, daß fie für ihren Betrieb arbeiten, sie behandeln die Materialien und Werkzeuge pfleglich, denn es ist ihr Eigentum, fie nußen ihre Arbeitszeit und Kraft, denn sie wissen, daß ihr Schaffen mit ihrem eigenen Interesse und dem der Allgemeinheit verknüpft ist. Sie besigen ein Mitbestimmungsrecht im Betriebe, wie es fonft nirgends zu finden ist. Der Betriebsvorstand besteht aus dem Geschäftsführer, einem von den Angestellten gewählten Vertreter, drei Vertretern der Arbeiterschaft und zwei beamteten Vertretern oder Vorstandsmitgliedern der beteiligten Gewerkschaften, die von allen im Betriebe beschäftigten Arbeitern gewählt werden. In diesem Betriebsvorstand ist der Gebante der beruflichen Selbstverwaltung auf das glücklichſte verförpert. Er entscheidet über Einstellung und Entiaffung der Angestellten und Arbeiter mit Ausnahme der Geschäftsführer und Proturisten, über die Festsetzung der Gehälter und Löhne, er stellt die Betriebsordnungen auf, genehmigt Geschäfts- und Kreditabschlüsse, soweit sie einen gewissen Mindestag überschreiten, und hat die sonstigen ihm von der Gesellschaftsversammlung und vom Aufsichtsrat übertragenen Befugnisse. Mit dieser Regelung haben die Baubütten die besten Erfahrungen gemacht. Endlich möge noch darauf hingewiesen werden, daß die Bauhütten sich an Wettbewerben nur auf Grund wirklich einwandfreier Kalkulation beteiligen. Bei ihnen gibt es fein Preisräffelraten, das bei manchen Bettbewerben unter privatfapitalistischen Unternehmern schon die seltsamsten Blüten gezeitigt hat. Das bisher Erreichte ist, trotzdem es den Gemeinwirtschafter mit Stolz erfüllen fann, dennoch nur ein Anfang. Das große Ziel, das ihnen vorschwebt, tann nur schrittweise erreicht werden. Die" leinen Betriebe von heute können nicht im Handumdrehen durch Groß betriebe ersetzt werden. Aber es ist der Anfang zu zwedentsprechender Gestaltung des Auftragmarktes durch wissenschaftliche Betriebsführung und durch eine ständig gesicherte Kapitalzufuhr auf wahrhaft gemeinwirtschaftlicher Grundlage gemacht worden. Endlich möge noch auf einen Uebelstand hingewiesen werden, der gerade im Intereffe der Sache, die hier behandelt wurde, zu bedauern ist. Die SoziaRecht erwarten, daß wenigstens überall dort, wo die Anhänger des gemeinwirtschaftlichen Gedankens in Staat und Gemeinde genügen. den Einfluß besitzen, sie zu den Wettbewerben herangezogen werden. Sie find sicher, im ehrlichen Wettstreit den Sieg zu erringen. In Ein Werk der Hand- und Kopfarbeiter. Die Sozialen Baubetriebe führen alle Arbeiten aus, die mit dem Baugewerbe in Berbindung stehen. Sie beschäftigen Maurer und Maler, Töpfer und Glaser, Isolierer und Elettriter, furz, alle Belen Baubetriebe beanspruchen teine Extrawurst, aber sie können mit rufe des Baugewerbes. Darüber hinaus sind sie bestrebt, auch die Baustoffe felbst zu gewinnen und fo vom Urstoff bis zum vollendeten Wert alles aus eigener Kraft zu liefern und sich so nach jeder Richtung vom Privatunternehmer frei zu machen. Sie befiken jetzt bereits 8 Sägewerte, 7 Jurtoplattenwerte, 4 Ziegeleien, 1 Schiefer81 Das Zeichen. Bon Daniel Cortery. ( Schluß.) Ich konnte ihn nicht dazu bringen, daß er Vertrauen zu mir bekam. Ich war diesem Typus eines Munsterländers schon früher begegnet und hatte unvermutete Tiefen bei diesen Menschen gefunden, eine Entschlossenheit, die nicht geschwäßig ist. Das hat uns bei der Einübung der Freiwilligen oft abgehalten, ihnen etwas anzuvertrauen, aber sie haben den ganzen Landstrich fest in der Hand gehalten, besser als wir erwarteten. Sie gehen nach Amerita, nach England, nach Schottland und halten die Arbeiterbewegung dort in roter Glut. Man könnte Angst haben vor ihnen. Und Gregory war, das sah ich ihm an, noch ein gar.3 besonderer von dieser Art. Sogar feine Familie hatte das bemerkt. Ich fühlte mich nicht ganz ungezwungen. Ich mußte an die Kopfbewegung denken, die dem Gastwirt an mir aufgefallen war. Ich wußte, daß ich auf meiner stetigen Flucht von einem Orte zum andern, immer zu neuen Menschen, etwas von dem Soldaten angenommen hatte, der sich auf sein Glüd verläßt, wie mir wohl alle uns nur zu cft auf unser Glüd verlassen, manchmal als Maste, manchmal aber auch meil es uns Spaß macht. Ich würde errötet fein vor Scham, wenn in diesem Augenblicke etwas wie Heldenpoie an ihm sichtbar ceworden wäre. Ein Mann wie Gregory schricht zurüd vor solcher Offenfundigkeit, wird verlegen und verachtet fie. Und vielleicht war es deswegen, um einer solchen Enthüllung aus zuweichen, daß ich jetzt anfing davon zu sprechen, wie ich dem Distriktinspektor entwischte, wobei sich mein Verhalten nicht sehr rühmlich ausgenommen hatte. Plötzlich hielt ich inne, weil die Augen diefer Menschen mich mit solch unerwartetem Ernst ansahen: D, es war feine Lebensgefahr dabei, sie würden mir nichts gemacht, sie würden mich nicht erschossen haben," sagte ich, schlimm. stenfalls hätte ich die drei Jahre doch abfizen müssen." Aber wenn Sie sich gewehrt hätten?" „ Er war es, Gregorys rechter Ohm," sagte der Alte mit einer Ropfbewegung zu seinem Sahne herüber. ,, Ein Bruder von Euch?" fragte ich. „ Ja, das wird er wohl sein," antwortete diefer ganz ruhig. „ Das muß wohl im Blute liegen," murmelte ich leise. Dann aber tat es mir leid, daß ich ihnen das alles erzählt hatte. Denn jetzt war ich nicht mehr ein Hausgaft, der bewirtet wird, sondern einer, den sie vor den Klauen seiner Berfolger hüten müssen. Jch fab, wie sie alle zugleich zum Fenster hinaussahen. Ein junger Bursche, der bis jetzt zugehört hatte, ging wie zufällig hinaus vor das Hoftor, sah erst einen Augenblick nach der Morgenseite, dann nach dem Abend zu, wie wenn er in der Luft einen Geruch spürte, dann kam er wieder herein und setzte sich auf seinen Platz auf der Bank. „ Das ist ganz sicher auch einer von der Familie," dachte ich. Gregory war in ein Schweigen gesunken, das er nicht unterbrach. Ein oder zweimal fing ich einen Blid auf, der auf mich gerichtet war, und ich fragte mich, ob ich etwa ein großsprecherisches Wort oder eine billige Redensart gebraucht oder mit dem Kopfe jene Bewegung gemacht hatte. Wieviel einfacher ist es doch, die wütigen fleinen Augen der Beisitzer eines Kriegsgerichtes anzusehen als diese fragenden Augen, in denen Bewunderung mit Liebe ringt. In dieser Nacht teilte ich das Bett mit Gregory. Selbst als wir zu zweit allein waren und rauchten, fonnte ich ihn nicht aus seiner Zurückhaltung reißen. Ich legte mich zuerst schlafen. Da fuhr er plötzlich auf, und seine Stimme war ein wenig verändert. paar Stunden kommen tenne ihn!" und er wird es gerne tu ich Donnerstag, 24. April 1924 dieser Hinsicht haben viele unserer Genossen leider versagt. Es mag sein, daß sie dem jungen Unternehmen, weil sie es noch nicht kennen, nicht allzu viel zutrauen. Wie unrecht sie in diesem Falle aber haben, möge ihnen das Urteil eines politisch rechtsstehenden Parla-. mentariers beweisen. Der Abg. Münchmeyer von der Deutschen Bolkspartei fällte in der Sitzung des Preußischen Landtages vom 26. Mai 1922 folgendes Urteil:„ Die Sozialen Baubetriebe haben die leistungsfähigeren Leute und bringen eine Arbeitsfreudigkeit hervor, die in Erstaunen jetzt. Ich werde Ihnen ein Beispiel sagen. Ich habe felbst mit der Bergebung von Bauten zu tun gehabt. Wir mußten, weil die Ausschreibung öffentlich war, der Sozialen Bauhiise den Bau übertragen, und das ist uns niemals leid gewesen. besondere Arbeitsfreudigkeit, dieses anerkennenswerte Solidaritätsgefühl ist doch gegenüber dem Handwerk ein erheblicher Vorteil." Unsere Genossen sollten, wenn im Wahlkampf die Durchführbarkeit sozialistischer Ideen bestritten wird, mit berechtigtem Stolz auf diese in schwerster Zeit ganz aus eigener Kraft geschaffenen Betriebe hinweisen. Die Opfer von Bellinzona. Bisher 30 Tote. Eine offizielle Darstellung. Diese Luzern, 23. April.( Eigener Drahtbericht.) Bis Mittwoch nachmittag sind über 30 Tote und 50 Schwerverlette festgestellt worden. Unter den Opfern befinden sich auch die Lokomotivführer der vier Maschinen und die Heizer der Heizwagen. Auch mehrere Deutsche sind Opfer der katastrophe. Als verwundet gemeldet sind bisher: der frühere Generaldirektor des Deutschen Kalifynditats Forthmann in Berlin nebst Sohn und Tochter, ferner eine viertöpfige Berliner Familie Wolfmann, außerdem ein Reijender Olfo Karl aus Bremen. Unter den Toten befinden sich ein Bafeler Kaufmann und eine Schweizer Familie von fünf Personen. Ein großer Teil der Opfer konnte no ch nicht festgestellt werden, da die Leichen völlig vertohlt find. Der materielle Schaden ist außerordentlich groß, allein die vier elektrischen Lokomotiven haben etwa 4 Millionen Frant gekostet. tion der Schweizerischen Bundesbahnen teilt folgenEin offizielles Rommuniqué der Generaldirefdes mit: land- Genua stieß gestern früh um 2,30 Uhr nördlich von Bellinzona Der Nachtschnellzug Frankfurt- Basel- Maiim Rangierbahnhof von St. Poalo mit dem Nachtschnellzug aus Italien zusammen. Beide Züge waren je mit zwei eleftrischen Lokomotiven bespannt, stieken in voller Fahrt aufgeriet der erste nach dem Heizwagen zu führende badische Bier= einander und wurden zertrümmert. Von dem Mailänder Zug ach fer- Wagen I. und II. Klasse Mailand- Basel- Berlin, der Gasbeleuchtung führt, in Brand. Eine noch nicht festgestellte Anzahl Reisende dieses Wagens verbrannte. Ferner verbrannte der nachfolgende italienische nachfolgende italienische Bierachfer Wagen I. und fich retten. Tot find von dem Lokomotivpersonal 2 Führer, drei II. Klasse Mailand- Basel. Die Reisenden dieses Wagens konnten Toten läßt sich genau noch nicht feststellen, solange der in Brand Heizer; verlegt find zwei Führer und vier Heizer. Die Zahl der zuführen, daß der von Luzern kommende Nachtschnellzug das gegeratene Wagen nicht geräumt ist. Das Unglück ist darauf zurückfchloffene Einfahrtsignal der Station Bellinzona überfuhr und dann in den von Chiasso tommenden Zug hineingefahren ist. Das Eisenbahnunglück wäre jedenfalls ohne die große Zahl von Todesopfern unter den Passagieren abgelaufen, wenn nicht der badische Wagen durch die Gasexplosion in Brand geraten wäre. Die neuen Schnellzugwagen, die auf der Gotthard- Linie Verwendung finden, find nämlich derart stark gebaut, daß sie einen Zusammenprall auszuhalten vermögen, ohne in Trümmer zu gehen. Die ganze Schwere badischen Wagens und den dadurch entstandenen Brand zurückzudes Unglücks ist auf die Explosion des Gasbehälters des führen.- Die Ursache der Baserplosion war folgende. Bei dem Busammenstoß wurde ein Heizwagen der schweizerischen Bundesbahn auf den mit Gasbehälter versehenen badischen Bierachser heraufgeschoben. Dabei explodierte die Gasleitung, das Gas fand Berührung mit den brennenden Kohlen des Heizwagens und so entstand die Explosion. Die Reisenden in dem deutschen Wagen konnten dem Feuertode nicht mehr entrinnen, denn im Nu stand der ganze Wagen lichterloh in Flammen. Der Nachtschnellzug aus Italien führte viele internationale Transitreisende mit. Nach der italienischen Pakfontrolle war er von 15 Schweizern, 45 Deutschen, 52 Italienern sowie einigen Amerikanern, Norwegern, Franzosen und Engländern ,, Und ich sage dir in allem Ernst, daß ich jetzt halten werde." bei dir Wache Ich hatte wirklich gedacht, ich hörte etwas" Wenn du noch einmal aufstehst, so gehe ich hinaus und schlafe im Stalle, dort werde ich mehr Ruhe haben!" " „ Aber denke doch, wenn sie dich hier in unserm Haufe erwiſchten!" „ Großer Gott, die Familie Ahern würde diese Schande niemals überleben." Er lachte:„ Wir sind nicht daran gewöhnt." Woran?" fragte ich. 37 ,, Solche Leute bei uns zu haben wie du bist. Aufständische, die angeklagt und verurteilt worden sind. Ich glaube, ich würde ein sehr schlechter Soldat geworden sein?" Ein schlechter Soldat? Er war wie ein junges Füllen, das ängstlich auf dem Plaze tänzelt, das man aber erst einmal ins Laufen tommen lassen muß. Als ich wieder aufwachte, stand mir der Schweiß auf der Stirn. Ich hatte geträumt: ich war gehängt und konnte trotzdem weiterreden. Hunderte standen vor mir mit bleichen und leidenschaftlich verzerrten Gefichtern fie drängten sich nahe an mich heran und verschwanden wieder. Alles war in Bewegung und der Grund war, meil meine Worte fie aufpeitschten. Ich hatte zu ihnen gesprochen, wie ich es nie zuvor getan, ich hatte ihnen Vorwürfe und Hohnworte zugeschleudert, daß sie sich vor Scham wanden und fortschlichen. Unb während all diefer Zeit suchte man mir den Mund zu stopfen. 17 Als ich ganz wach war, sah ich, daß ich mit meinem Naden in Bist du ganz ficher, daß keine Gefahr ist? sollen wir nicht Gegorys langem, träftigem und fnochigen Arm lag so wie ein Bache hatten, der Jakob und ich Als ich Badge halten, der Jakob und ich auf jeden würden nur ein fchlafendes Kind sein hölzernes Pferdchen umfaßt hält. mich herauswand und das mit aller Behutsamkeit tat, wurde er unruhig, Was?. Was?" gurgelte er, und dann rollte ein Haufen unzusammenhängender Worte heraus, aber bald war er wieder im festen Schlafe. Ich atmete leichter, er sollte nicht wissen, daß er mich so fest gedrückt hatte. Ich konnte nicht von seinem Geficht ablesen, was er träumte, aber sicherlich schleuderte er nicht heroische Fluchworte gegen die Landesfeinde. Ich lachte:„ Du mußt nicht alle Dinge so schwer nehmen." „ Das sagen fie alle," stieß er rudweise hervor, halb mitleidig, halb belustigt. Ich weiß nicht, wie viele Stunden schon ich tief geschlafen hatte, als ich von felber erwachte. Wie man das in einem fremden Wir machen uns Gedanken wegen des Gastwirts," sagte nach Raume immer tut, sah ich nach dem Fenster. Dort stand Gregory " Ich würde mich nicht gewehrt haben-" einer Weile Gregorys Bater. Barum?" fragte ich. „ Er fönnte Sie noch verraten hinterher." Und nun erzählte ich, wie er mir gehoffen mit der Sicherheit eines Instinfts, und wie ich ihm beim Abschiede gedankt. Und plötz lich standen sie alle auf und juhen einer den anderen an. nach außen gelehnt. 7. Zeit ist seitdem vergangen. Gregory ist jetzt der Anführer der jungen Mannschaft jener ganzen Gegend. Er hatte sie fest im Griff. Eines Nachts wird man ihn aus seinem Hause schleppen und er „ Gregory, um Himmelswillen, was machst du ba?" Nichts. nichts, ich fonnte nicht schlafen, immerfort hörte ich schießen. Oder er wird in einem Gefängnis freiwillig verhungern. Leute herumstralchen." Aber nimm doch Bernunft an, guter Junge!" Alles ist ruhig draußen," sagte er und fam vom Fenster zurüd. Aber er wird nicht enttäuschen und feine Torheiten machen, wenn die große Zeit tommt. ( Aus dem Englischen von Joseph Grabisch) besetzt. Unter den Italienern befand sich auch der italienische Gesandte in Kopenhagen mit seinem Sefretär, somie ver schiedene italienische Studenten, die zu deutschen Universitäten reiften. Deffentliche Wählerversammlungen Aus dem badischen Wagen soll nur ein Reifender gerettet worben heute, Donnerstag, den 24. April, abends 7%, Uhr: jein. Die Gasbeleuchtung der deutschen Wagen. Die Baseler Nationalzeitung" erflärt zu dem Unglüd von Bellinzona, durch den Zusammenstoß allein hätte die Ka tastrophe einen derartigen Umfang nicht angenommen, vielmehr seien erst durch die Explosion der Gasleitung in dem deutschen Wagen die Borausfegung für die verschiedenen Todesfälle geschaffen worden. Das Blatt fährt fort: Durch Gasexplosionen sind schon eine lange Reihe schwerer Eisenbahn fatastrophen verursacht worden. Nach der Katastrophe von Offen bach vor 20 Jahren, 30g man in den meisten europäischen Ländern die Konsequenzen und schaffte die Gasbeleuchtung in den Eisenbahnwagen ab. In raschem Tempo wurde sie in allen Ländern, mit Ausnahme Deutschlands, durch die elektrische Beleuchtung ersetzt, und mit Ausnahme Deutschlands besitzt fein europäischer Staat mehr Wagen mit Gasbeleuchtung. Die Eisenbahntatastrophe in Bellinzona zeigt, wie dringend notwendig es ist, daß nunmehr auch die Schweiz mit aller Rigorosität auftritt und prinzipiell feinen ausländischen Gaswagen mehr in die Züge einstellt." Ein fauberer Filmdirektor. Die Rache des abgewiesenen Dienstherrn! und feierte mit ihnen nächtliche Feste. Die Hausangestellte Frida W. war bei einem Filmdirektor F. schon seit längerer Zeit in Stellung und hatte sich die Zufriedenheit ihrer Arbeitgeber erworben, so daß sie während einer Reise der Ehe frau nach Paris den Haushalt selbständig führte. Die Strohwitwer zeit suchte sich Herr F., ein eifriger Schürzenjäger, zunuze zu machen. Nachdem er vergeblich seine hübsche jugendliche Hausangestellte mit Nachstellungen verfolgt hatte, lub er sich mehrere Freundinnen vom Filmfach in seine Wohnung Die Ehefrau schien ihren Mann schon zu kennen, denn nach ihrer Rückkehr nahm sie das Mädchen in ein Streuzperhör und stellte ihm eine Falle, auf die es ahnungslos hineinfiel. Die Dienstherrin erflärte nämlich, daß sie schon wisse, daß die und die Damen ihren Mann besucht hätten, sie möchte nur wissen, wie oft die Be. fudy e erfolgt wären. Die Hausangestellte berichtete ihr auch getreu lich alles, was sie beobachtet hatte. Natürlich gab es daraufhin eine heftige bäusliche Szene. Der Herr Filmbirettor wollte die unbequeme Aufpasserin, der er ohnehin wegen der erfittenen Abfuhr nicht grün war, aus dem Hause haben, was seine Frau aber nicht zulie. Um zu seinem Ziel zu gelangen, erstattete er gegen das junge Mädchen Anzeige wegen Diebstahls. Es sollten einige alte Gardinen ein Baar Autohandschuhe, Jagdstiefelt und ein Batronengürtel von ihr entwendet worden sein. Auf Grund des Zeugniffes des Dienst herrn, daß das Mädchen sich aus den Autohandschuhen eine Brieftasche selbst angefertigt habe und daß er das Leder an einem Fled miebererfenne, hatte das Schöffengericht Frida W. wegen Diebstahls zu brei Monaten Ge. fängnis perurteilt. Gegen dieses Urteil hatte die Verurteilte burch Rechtsanwalt Dr. Henn Berufung eingelegt, und die neue Ber. handlung vor der 7. Straffammer des Landgerichts III ergab die völlige Unschuld der Bezichtigten. Die Tasche war ihr von einer Freundin gemacht worden, deren Bruber das Leder besorgt hatte. Die Gardinen waren zum Ausbessern gegeben worden, und. die Jagdstiefel" erwiesen sich als alte Militärstiefel, die längst zum aften Gerümpel geworfen waren, so daß sich das Dienstmädchen be rechtigt halten fonnte, fie an einen Ruhrflüchtigen zu verschenken. Die Straftammer kam daher unter Aufhebung des ersten Urteils aur fostenlosen Freisprechung der Angeklagten. Der Filmbirettor und seine Ehefrau, die es vorgezogen hatten, zu dem neuen Termin nicht zu erscheinen, wurden megen ihres unentschuldigten Ausbleibens in Geldstrafen von je 300 muß aber auch wissen, was sonst Prenzlauer Berg( Schönhauser Vorstadt): Schulaula Gleimstraße 49. Friedrichshain( 32. Abt.): Schmidts Festfäle, Fruchtstr. 36a ( oberer Saal). Friedrichshain( 33. Abt.): Schulaula Hohenlohestraße 10. Friedrichshain( 35. Abt.): Ehem. Germania- Brauerei, Frantfurter Allee 313. Charlottenburg: Hohenzollern- Festfäle, Berliner Straße 105. Charlottenburg( Oft): Aula des Mommfen- Gymnasiums, Wormser Straße 11( unmittelbar am Wittenbergplak). Siemensstadt: Siemensstadt- Festfäle, Schulstraße. Gator: Lotal Hans Krause( Zur Linde). Friedrichshagen: Brauerei Seestraße. Mahlsdorf: Lokal Kiefelat, Höhnower Straße( Kolonie). Mahlsdorf( Süd): Lokal Heidekrug, Köpenider Allee. Bankow: Lofal Linder, Breite Straße. Referenten sind: Bartels, Breuer, Brückner, Dittmer, Hei mann, Kiezmann, Leid, Lempert, Nietisch, Ruben, Stampfer, Dr. Zechlin. Deffentliche Frauenversammlungen Wilmersdorf: Hindenburg- Oberrealschule am Seepart. Köpenid: Lokal Georg Schulze, Müggelheimer Straße 12. Referenten: Marie Kunert, Dr. med. Löwenstein. Spandau: Germaniafäle am Strefowplay. Freitag, den 25. April, abends 7%, Uhr: Zehlendorf: Lindenpart, Berliner Straße 8. Schöneberg: Aula Uhlandschule, Kolonnenstraße 23/24. Friedenau: Bürgerfaal im Rathaus am Lauterplay. Schmargendorf: Forsthaus, Warnemünder Straße. Steglitz: Realschule, Florastraße. Johannisthal: Zum Einsiedler. Riederschönhausen: Lokal Schönherr, Lindenstraße 11. Tagesordnung in allen Versammlungen: Der Tag der Entscheidung der 4. Mai" Referenten sind: Aufhäuser, Pfarrer Frande, Anna Gener, Franz Künstler, Dr. Löwenstein, Lüdemann, Dr. Moses, Minna Todenhagen, Zubeil. Deffentliche Frauenversammlungen Prenzlauer Berg: Ledigenheim, Pappel- Allee 14. Neukölln: Aula der Walter- Rathenau- Schule, Bobdinstraße ( Lichtbildervortrag). Referenten: Clara Bohm- Schuch, Dr. med. Löwenstein. Jungwähler- Versammlung Freitag, den 25. April, abends 7 Uhr im Reichenberger Hof, Reichenberger Str. 147 Gen. Mag Westphal spricht über das Thema: Großfeuer in einem Industriehaus. Am Mittwochnachmittag in der vierten Stunde fam in Moabit im Haufe Gottowstystraße 20 plöglich ein Feuer zum Ausbruch, das reißend schnell um sich griff. Es brannte das In 15. Löschzuge sofort mittelfeuer" an alle Feuerwachen gemeldet dustriegebäude„ Spree" in solcher Ausdehnung, daß vont wurde. In kurzer Zeit waren die Löschzüge 13 und 21 sowie zwei Charlottenburger zur Stelle. Mit vier Schlauchleitungen von Motorsprigen wurde der Angriff eröffnet und weitere vorgenommen. Oberbranddirektor Gempp übernahm die Leitung und ließ sofort Großfeuer" an sämtliche Kompagnien melden, worauf noch vier Berliner Löschzüge ausrückten und mehrere Arbeitsmagen mit Sand fowie einige Rettungswagen und Schlauchwagen zur Ergänzung der gebrauchten Schläuche usw. Mit großen Rohren wurde von allen Seiten unausgesetzt Waffer gegeben und außerdem Sand zur Löschung von Magnesium, das auf der Brandstelle Feuer gefangen hatte, in größeren Mengen benutzt. Außer Magnesium brannten auch Teerdestillate und Dachpappen in größeren Mengen unter enormer Qualmentwicklung. Der Rauch wälzte sich in dicken Schwaden, als ob Moabit in Flammen stände, über das Hanjaviertel und Moabit hinweg. Der Schaden läßt sich gar nicht übersehen. Die Entstehung wird auf llebertochen mutet wurde, in den Räumen der Firma Ruhrmeyer, Franke u. Co. von Teer zurüdgeführt. Das Feuer ist nicht, wie anfänglich verausgebrochen, sondern im 4. Geschoß des linken Seitenflügels in den Räumen der Böhm Werte A. G., und zwar in einem angeblich verschlossenen Logerraum, der nur von dem Maschinenmeister betreten werden durfte. Dort lagerten für das Ausland vera sandfertig gemachte Risten und Kartons, in denen Magnesiumbänder auf fleinen Blechrädern aufgerollt vergepackt waren. Die Feuer wehr mußte fich schließlich darauf beschränfen, den Brand zu isolieren. und zu beobachten. Der Brandherd hatte abends eine ziemliche Ausbehnung erlangt und bedeckte etwa 200 Quadratmeter Fläche. Ein Raum im Dachgeschoß, in dem die Firma Adama", Alt- Moabit, Adresstermaschinen gelagert hatte, ist mit zahl reichen Maschinen ufm. total ausgebrannt. S . " Das sozialistische Gemeindeparlament in Erkner. Die kommenden Wahlen zur Gemeindevertretung werden in Ertner unter besonderen Umständen vonstatten gehen. Seit Jahresfrist haben nur die sozialistischen Vertreter die Geschäfte der Gemeinde Erfner Der antwortlich verwaltet. Aus der Gemeindevertretung waren anläßlich einer Demonstration des Kriegervereins Erfner und einer solchen der Arbeiterschaft am 4. März v. Is. die bürgerlichen Gemeindevertreter, die in der gleichen Stärte wie die sozialistischen Bertreter waren, ausgeschieden. Sie hatten gehofft, dadurch eine Neuwahl herbeizuführen, die für fie günstiger ausfallen sollte. Die Rechnung der Bürgerlichen war jedoch falsch. Die entscheidenden Behörden mußten feir.erzeit einsehen, daß ein fachlicher Grund, die Gemeindevertretung aufzulösen, nicht vorlag Im übrigen haben sich die Vorgänge am 4. März 1923, die ein gerichtliches Nachspiel nach sich zogen, als harmlos vor Gericht herausgeftellt, indem alle Angeklagten" freigesprochen wurden. Es war eben den bürgerlichen Herrschaften ein Dorn im Auge, daß die werftägige Bevölkerung in Erfner eine gleich starte Anzahl ihrer Bertreter ins Gemeindeparlament entsandt hatte. Weit davon entfernt, sich durch die politischen Kindereien der Bürgerlichen von ihrem flar vorge zeichneten Wege abbringen zu lassen, verdoppelte das nun ver bleibende Rumpfparlament feine Kräfte, um praktischere Arbeit zu leiften. Auf allen Gebieten der tommunalen Tätigkeit hat die Sozial demokratie ihren Blah ehrenvoll behauptet. Eine jüngst eröffnche und der Deffentlichkeit übergebene Boltstüche mit allen modernen Einrichtungen legt erst wieder Zeugnis ab von ihrer jegensreichen Tätigkeit, die vor allem stets darauf gerichtet war, den Arbeitslosen, den Invaliden, den Alten, den Rentnern, wie überhaupt allen, die Not litten, in aller. erster Linie zu helfen. Nunmehr versuchen dieselben bürgerlidjen Gemeindeverordneten, die Jahresfrist haben die noch mit diejem fauberen Herm gefchieht, bet in de tempertight Die Jugend und die Reichstagswahl" beantwortung inferen Genojen allein überlegen, der Beife ein junges Mädchen nahezu ruiniert und dem Staat eine Unmenge Geld gekostet hat. Die Berliner Paßfälschungszentrale vor Gericht. In der großen Baßfälschungsangelegenheit, über die wir bereits früher berichtet haben, hat die Staatsanwaltschaft des Landgerichts I nummehr Unklage erhoben. Das Ermittlungsverfahren hat einen ungeheuren umfang genommen, und es sind nicht weniger als 150 Paßfälschungen festgestellt worben. Die beiden Haupttäter Feldmann und Tennenbaum, beide Ausländer, haben sich noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht und sollen sich jetzt in Paris aufhalten. Die Anflage richtet sich gegen fünf Polizeibetriebsassistenten, einen Hauptwachtmeister fowie mehrere Privatleute. Die Anklage geht dahin, daß auf dem Polizeimelde. amt II und der Baßstelle Tiergarten Bazoorbescheinigungen aus gestellt und daraufhin Pässe unter falschem Namen ausgestellt worden find, die an Auständer zum Zwecke der Aus- und Einreise verkauft wurden. Die Anklage lautet auf Urkundenfälschung, Urfunden unterdrückung und Bestechung. Die Angeklagten werden durch Justizrat Wronter und die Rechtsanwälte Dr, Schwindt und Dr. Georg Weinberg verteidigt. Die Verhandlung wird Anfang nächsten Monats vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte stattfinden. Wer veranstaltet Propagandakonzerte? Das Bezirksamt Friedrichshain erließ vor furzem eine Anfündigung, die sich auf ein am 20. April auf dem Peters burger Blaz stattfindendes öffentliches Konzert( ausgeführt von der Kapelle der Schutzmannschaft(?) in Zivil) bezog. Auch der Borwärts" veröffentlichte auf Ersuchen diese Mitteilung, da unter den Konzertbesuchern für die Nothilfe" gesammelt werden sollte und dieser gute 3wed nicht erfennen ließ, daß eine Propaganda im anderen Sinne geplant war. In Wirklichkeit scheint es sich um eine Beranstaltung der Deutschnationalen Bolts. partei( Kr. V Friedrichshain) gehandelt zu haben, denn von einem her Konzertbesucher wird uns ein Brogrammzettel zugestellt, der am Kopf die Bezeichnung Deutschnationale Boltspartei" trägt. Das Programm felbst ist ganz in dem üblichen nationalen" Konzertstil mit Märschen und eglichen Kriegs-, Lob- und Kampfliedern angefüllt, so daß über den Charakter des Ganzen faum ein Zweifel bestehen kann. Es bleibt nur die Frage: Ist das Bezirksamt Friedrichshain zur Propaganda für dieses Parteifonzert von der Deutschnationalen Boltspartei mißbraucht worden? Bureauverlegungen im Bezirksamt Pantow. Unter der Be zeichnung„ Bezirkswohlfahrtsamt" werden das Wohlfahrts amt( mit Kleinrentner- und Sozialrentnerfürsorge), das Unterstübungsamt und das Kriegsfürforgeamt zu einer Dienststelle zufammengelegt und im Verwaltungsgebäude, Neue Schönholzer Str. 35, untergebracht: im 1. Stockwerk das bisherige Mohlfahrtsamt und das Kriegsfürsorgeamt, im 2. Stockwerk die Sozialrentnerfürsorge und das Unterstützungsamt. Dem Jugendamt wird das obere Stockwert zugewiefen. Während des Umzuges, am 23. und 24. April, bleiben die genannten Bureaus für den Verkehr mit dem Publikum geschlossen. KLeciferrin Das Erscheinen aller Jungwähler ist notwendig! Berliner Wirtschaftsberichte. Erfreulicherweise geht es auch in der Gemeindewirtschaft der Stade Berlin wieder vorwärts. Einzelne Gebiete, die in der In flationszeit vollständig zum Erliegen gelommen waren werden wieder in Angriff genommen. So tritt erfreulicherweise das Eta tistische 2 mt der Stadt Berlin mit einer Neuerscheinung an die Deffentlichkeit, die von allen Freunden der Stadt Berlin begrüßt werden wird. Die bisher im einfachen Maschinenschriftvervielfälti gungsverfahren erscheinenden wöchentlichen Mittellungen des Amtes werden jeht als„ Berliner Wirtschaftsberichte in gro Bem Zeitschriftenformat im Umfang von acht Seiten wöchentlich herausgegeben. Sie erscheinen in dem offiziösen Berlag der Reichsregierung, Verlag für Politik und Wirtschaft. Das erste uns vor liegende Heft enthält eine Abhandlung über die Statistik des Aus landsfremdenverkehrs in Berlin, über Rentenmart und Sparverfehr, Mitteilungen über die Kurse der Berliner Roggenwertanleihe, fowie die gegen früher sehr erweiterte Wochenübersicht der Preis und Teuerungsbewegung. Die neuen Hefte erwecken in ihrer äußeren Ausgestaltung fofort einen angenehmen Eindruck. Das Statistische Amt beweist damit, daß es den redlichen Willen zeigt, seine für die Deffentlichkeit jo außerordentlich wichtige Aufgabe wieder in früherem Umfange zu erfüllen. Diese städtische Neuerscheinung hebt sich sehr porteilhaft vom Berliner Gemeindeblatt ab, das nach wie vor scheinbar Wert darauf legt, den Ruf Berlins als Weltstadt weiter zu blamieren. Das Statistische Amt beweist jedenfalls, daß auch heute schon wieder etwas geleistet werben tann. Hoffentlich bringt der Magistrat auch gewisse andere Aemter etwas in Schwung, die mit ihren Leistungen noch reichlich im Berzuge find. Für 8000 Goldmark erbeuteten die Feiertagseinbrecher bei einem Professor in der Pfalzburgerstraße. Das ganze Silberzeug mit den Zeichen C. D. und G. R., einen Blatinring, eine Sals fette mit Goldplatte, eine Brillantichleife und andere Schmud fachen. Eine Familie in der Fürther Straße büßte für 5000 Goldmark Berferbrüden und Silberfachen, Eßund andere Löffel ein. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 24. April. Tageseinteilung Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. Nachm. 1.05 Uhr: 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 4.30-6 Uhr: Berliner Funkkapelle( Unterhaltungsmusik). 7 Uhr: Vortrag des Herrn Architekten Friedrich Paulsen: Wie gewinne ich Wohnräume". 7,30 Uhr: Vortragszyklus: Das besetzte Gebiet, 6. Vortrag Frau Doenhoff, M. d. L.:„ Die Not der Frau in den be8,30 Uhr: Deutscher Wanderjugend- Abend schar des Bundes Märkischer Wandervereine. 2. Vortrag des Herrn 1. Deutsche Volks- und Wanderlieder, gesungen von der SingStadtrat Gen. Schneider- Neukölln: Wandern und Jugend. 3.Deutsche Volks- und Wanderlieder, gesungen von der Singschar des Bundes Märkischer Wandervereine. 9,50-11,30 Uhr: Tanzmusik. setzten Gebieten". Nervenstärkend blutbildend wiederum an die Wähler zu appellieren, und zwar geschieht das unter dem Decmantel eines sogenannten Allgemeinen un politischen Wahlvereins Ertner". Diefe sich unpolitisch nennende Bereinigung versucht mit allen erdenklichen hinterhält lichen Mitteln die Arbeit der sozialistischen Fraktion des letzten Jahres herunterzureißen. Diese Absicht wird den bürgerlichen Drahtziehern nicht gelingen. Unsere Genoffen gehen mit der besten Hoffnung in den Wahlkampf und rechnen auf einen günstigen Ausfall der Wahl für die Sozialdemokratie. In einer öffentlichen Mieterversammlung, die der Mieterbund am 11. April im Bittoriagarten zu Wilmersdorf einberufen hatte, hat nach unferem Bericht in Nr. 176 der Vertreter der Deutschen Boltspartei erklärt, daß seine Partei den Besitz zu schüßen bereit sei und gegen Vermögens- und Erbschaftssteuer auftrete; sie lehne es ab, für irgendeinen Stand, und feien es auch die Mieter, besonders einzutreten. Hierzu schickt uns ein Herr Wilhelm Diersch, Fasanenstr. 35, folgende Berichtigung:„ Es ist unrichtig, daß der Vertreter der Deutschen Volkspartei erklärt hat, die Partet jei gegen Bermögens- und Erwerbssteuer. Richtig ist vielmehr, daß der Bertreter der Deutschen Volkspartei ausgeführt hat, daß die Deutsche Volkspartei als Nachfolgerin der alten Nationalliberalen Partei Anhängerin der freien Wirtschaft sei und daß sie demgemäß eintrete für die Erhaltung des Privatbesizes, des Eigentums und des Erbrechts. Bon den Steuerfragen ist in der ganzen Bersammlung teine Rede gewefen." Die Genoffen der 40. Abteilung werden gebeten, fich heute Donnerstagabend pünktlich 7 Uhr bei Steufner, Hagelsberger Straße, einzufinden. Näheres dortselbst. Die Juriffifche Sprechstunde findet von heute ab bis einschließlich 2. Mai täglich von 5 bis 7 Uhr, am Sonnabend, den 26. d. M., jedoch nur von 3 bis 5 Uhr statt. Der Verein der ungarischen Sozialdemokraten hat zur Verteilung an bedürftige Genossen dieses Bereins einen Bosten Buder erhalten. Bewerber mögen fich am Sonnabend nahm. 4 Uhr beim Borfizenden Alexander Nig. Geogenlirchftr. 27, 2 Tr., zum Empfang einfinden. Sprech- Chor für proletarische Feierstunden. Heute Donnerstag 7%, Uhr: Nebungsstunde im 6.jangsfaal der Sophienschule, Beinmeisterftr. 16/17. Jeder muß bestimmt erscheinen, da lezte Woche vor der Feierstunde. Ein armenischer Abend, unter Mitwirkung hervorragender Stünstler, wird zugunsten der armenischen Flüchtlinge am Freitag, den 25. April, abends 8 Uhr, in den Räumen der Provinzial Großloge, Wilmersdorf, Emjer Str. 12/13( Untergrundbahnstation Fehrbelliner Bat), veranstaltet. Ein Bollsfunftabend des Bildungsomfes Pantom findet am Freitag, den 25. April 1924, abeuds 8 Uhr, in der Aula des Lyzeums, Görschftraße 42/44, statt. Gegenstand der Darbietungen ist„ Der Rhein in Wort, Lied und Bild". Eintrittspreis 75 Pf. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Sonntag, den 27. April, bora mittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhaus: Proletarische Feier. it un be. Starten zum Preise von 0,80 Goldm. im Bureau des Bezirks bildungsausschusses, Lindenstr. 3, Jugendsekretariat Lindenstr. 3. Vorwärts buchhandlung Lindenstr. 2, im Bigarrengeschäft von Horsch, Engelufer 24/25 Sonniag, den 27. April, püntil. 3 Uhr nachmittags, im Neuen Theater ( Gewerkschaftsbaus), sowie bei allen Obleuten der Kreisbildungsausschüsse.. am Zoo: Die rote Robe". Schauspiel von Eugène Brieur in eritflasfiger Besetzung. Karten zum Preise von 0,80 m. find no b cr vore ftebend genannten Stellen zu haben, finden sich jetzt allgemein, da die Ernährung viel zu wünschen übrig läßt. Es ist Klugheit und Pflicht eines jeden, dem Körper neues frisches Blut zuzuführen, wodurch die Nerven gekräftigt werden u.die nervösen Zustände dann verschwinden, hierfür wird Leciferrin ärztlich gerne verordnet. Galonus Chemische Industrie G. m. b. H., Frankfurt a. M. Nervöse Zustände Wirtschaft Kommunale Anleihepolitik. Die Schuldverpflichtungen der deutschen Gemeinden, die vor dem Kriege einen sehr erheblichen Betrag erreicht hatten, find durch die Geldentwertung zum größten Teil befeitigt worden. Zahlreiche Städte haben bereits in den letzten Jahren ihre älteren Schulden abgedeckt. Soweit dies nicht der Fall gewesen ist, sind durch die Bestimmungen der 3. Steuernotverordnung Berzinsung und Tilgung vorläufig unterbrochen. Wenn nicht freiwillig zu einer Aufwertung geschritten wird, sind diese Schuldverhältnisse für den kommunalen Haushalt damit bedeutungslos geworden. Eine Ausnahmestellung nehmen nur die Städte ein, die Valuta schulden( besonders aus der Kriegszeit in Schweizer Franken) haben oder im Laufe des Jahres 1923 auf Sachwerte abge stellte Berbindlichkeiten übernahmen, deren Berzinsung und Abtragung immerhin einen nicht unerheblichen finanziellen Auf wand bedingt, besonders in Anbetracht der Tatsache, daß die meisten Städte bei der Emission dieser Obligationen( um die es sich gewöhn lich handelte) infolge der rapiden Geldwertverschlechterung einen dem Schuldbetrag nicht annähernd entsprechenden Goldwert erhielten und teilweise noch nicht einmal in der Lage waren, die hereingeholten Gelder wieder wirklich wertbeständig anzulegen. deutschen Desifenmarft zu forgen, umb ob es angebracht ist, fir 3mede inländischen Verzehrs der dirett oder indirett bei den meisten fommunalen Investitionen in Frage kommt Valuta schulden zu machen. Neben dem volkswirtschaftlichen Interesse, das den Städten eine große Zurückhaltung bei dem Appell an den Kapitalmarkt auf erlegen sollte, ist es aber auch das rein gemeindemirtschaftliche 3nteresse, sehr forgfältig zu prüfen, ob bei den gegenwärtigen Verhältnissen des Kapitalmarktes die Gelegenheit für Anleiheoperationen, die sich auf längere Termine erstreden, günstig ist. Wenn die Regelung der Reparationsfrage in nächster Zukunft in einer leiblich verständigen Form erfolgt, die deutsche Wirtschaft durch den anscheinend jetzt nicht mehr aufzuhaltenden Selbstreinigungsprozeß durch Zusammenbruch schwachen Unternehmungen hindurchgegangen sein wird, dürfte da mit zu rechnen sein, daß durch die Verringerung der inländischen Nachfrage bei gleichzeitiger stärkerer Interessennahme des Auslandes eine wesentliche Gentung der Rapitalleihsäge am deutschen Kapitalmartt eintreten wird. Es muß daher davor gewarnt werden, gegenwärtig Verpflichtungen einzugehen, die an sich bei der Lage des Kapitalmarktes äußerst unerwünscht, aber vorausfichtlich auch für die Kommunen schon in verhältnismäßig naher ZuB. Afch. tunft mehr als brüdend sein würden. der Ihre Vermögen an Immobilien, wirtſchaftlichen Unternehmungen Bezirksbildungsausschuß der BSPD. Die Städte sind praktisch in erheblichstem Maße entschuldet. geblieben, sind großen ganzen voll viele weitschauende Kommunalverwaltungen haben sie sogar nicht unbeachtlich vermehrt. Die Betriebe fönnen jetzt bei ftabilen Wäh rungsverhältnissen und dem Wegfall des Zinsendienstes, soweit sie wirtschaftlich auf der Höhe gehalten worden sind und nach faufmännischen Gesichtspunkten geleitet werden, Ueberschüsse ab. Groß- Berlin Sonntag, den 27. April 1924, vormittags 11 thr im Großen Schauspielhaus in der Karlstraße werfen, durch die in Verbindung mit den Steuereingängen fast Proletarische Feierstunden Ansprache des Genossen Artur Crispien Mitwirkende: Berliner Gängerchor( M d..), Leitung Chor meister Heid 4>> Heinrich Witte( Einzelsprecher) Professor Bittenberg( Bioline) 3.G.Rohrbach( Orgel)+ Der Sprech chor für Proletarische Feierstunden( Leitung Albert Florath) Hunger von petolb * überall das Gleichgewicht eines sparsam gestalteten Etats hergestellt werden kann. Das Geschrei von der tommunalen Finanzmißwirtschaft, das in Wirklichkeit fast nirgends berechtigt war, sondern nur durch die von den Gemeinden nicht verschuldeten Folgen der Geldentwertung, die sich natürlich auch im Gemeindehaushalt fühlbar machen mußten, scheinbar gestügt und zu politischen Zweden demagogisch ausgenugt wurde, ist inzwischen verstummt. Sachliche Beurteiler der Verhältnisse haben wieder einsehen gelernt, daß das Fundament des Gemeindehaushaltes unerschüttert ge. Bieben in, und daß bereits überall mit großer Entichiebenheit Mahle, Mühle mahle+ Der 1. Mai von Rich. Dehmel und instreitigem Erfolg an der Wiederherstellung geordneter Ge- An die Erde Beihefpiel für Sprechhöre von Bruno Sönlant meindefinanzen gearbeitet wird. Es fann daher nicht zweifelhaft sein, daß die Kredit= mürdigkeit der meisten deutschen Städte heute mindestens nicht geringer ist als vor dem Kriege, und daß, sobald erst wieder ausreichende Kapitalien verfügbar sein werden, die Kredit beschaffung für die Kommunen taum größeren Schwierigkeiten be gegnen dürfte. Die entscheidende Frage aber ist, wie sich die Städte felbst unter den gegenwärtigen Berhältnissen gegenüber der Aufnahme von langfristigen Anleihen verhalten sollen. Diese Frage hat eine zweifache Bedeutung. Sie ist in erfter Linie eine volkswirtschaftliche, in zweiter eine fommunalwirtschafts fiche Frage. Die volkswirtschaftliche Seite aber muß bei aller Be rechtigung der Wahrung der Interessen der einzelnen Städte im Bordergrund stehen. Gemeinsamer Schlußgefang Die 3nternationale" Preis 80 Goldpfennig Konzentration im Bankgewerbe. Die deutsche Wirtschaft, deren Bermögen als natürliche Folge der Geldentwertungsperiode( Marfflucht) in einem erschreckenden Umfange immobilisiert worden ist, leidet unter zunehmender RaFrankfurt a. M. unter Aufrechterhaltung der Firmennamen sich pitalnot. Das erforderliche Betriebskapital ist fast nirgends vor handen, die Ansprüche an den Kapitalmarkt find erschreckend groß. Die Befriedigung der Rapitalnachfrage durch die Reichs. bant eine Grenze hinaus, deren Grenzzeichen„ Erhaltung der Währungsstabilität" heißen, ist unmöglich, wenn mir nicht auf dem Mege über die Kreditinflation erneut in das Elend der Markzerrüttung hineingeraten sollen. Der Kampf um das verfügbare Kapital wird daher immer erbitterter. Die hohen Zinsfäße zeigen deutlich genug, wie die Dinge stehen, sie enthalten zugleich einen steigenden Rifitofattor, benn bie In größtem Maßstabe vorhandene Gefahr fich ausbreitender Insol venzen läßt die Geldgeber selbst bei guten Sicherheiten um ihr her gegebenes Geld bangen. Angesichts diefer Sachlage dürfen meines Erachtens die Städte aus allgemeinwirtschaftlichen Erwägungen heraus den Kapitalmarkt gegenwärtig für ihre 3mede nicht in Anspruch nehmen, soweit es fich nicht um die dringliche Beschaffung etwa benötigten Betriebs. tapitals handelt. Für tommunale Aufgaben, die eine Rapitalmobilisierung erfordern, dürfen wir zurzeit nicht an den Kapitalmartt heran. treten, es sei denn, daß in vereinzelten, sicher sehr seltenen Fällen ungewöhnlich beträchtliche wirtschaftliche Borteile mit dieser stupitolanlage verbunden sind. Eine besondere Bemerkung in diesem Zusammenhang erfordert der Wohnungsbau. Notwendigkeit und Dringlichkeit sind unbestritten, er darf aber aus denfelben Gründen nur aus der laufenden Steuerleistung( Hauszinssteuer) finanziert werden, durch welche dem Kapitalmarkt kaum erhebliche Beiräge entzogen werden, sondern die in der Hauptsache eine Umfentung der fonst nach anderer Richtung sich bewegenden Rauftraft ist. Es werden gegenwärtig jedoch den Städten in beachtenswertem Umfange ausländische Kredite zur Uebernahme angeboten, Es handelt sich gewöhnlich um Kredite in fremder Währung, die auf einige Jahre gegeben werden sollen. Berzinsung und Abtragung hat in ausländischer Valuta zu erfolgen. Ist es wünschenswert, daß diese Angebote in größerem Umfange angenommen werden? Die deutsche Devisenmartilage ist sehr ernst, sie dürfte sich auch in der nächsten Zukunft faum sehr günstig gestalten, da wir durch die Notwendigkeit erheblicher Einfuhr in einer Zeit, da die unfichtbaren Einnahmen, die uns vor dem Kriege zur Aufrechterhaltung einer geordneten Zahlungsbilanz aus Auslandskapitalanlagen, Transporten, Banffommiffionen ufm. zufloffen, fehlen und die Ber größerung der Ausfuhr sehr langsam erfolgt, an sich einer schweren valutarischen Belastung unterworfen sein dürften. Auslandskredite, soweit sie nicht sehr langfristig find, sollten nach Möglichkeit nur von den Gewerben in Anspruch genommen werden, die Erportgüter erzeugen oder handeln, also mittelbar oder unmittelbar in der Lage sind, die in fremder Währung laufenden Berpflichtungen aus ihren Einnahmen in Baluta wieder abzudecken. Die Kommunalverwaltungen aber werden im allgemeinen die Be dingungen einer derartigen Berpflichtung fehr sorgfältig unter dem Gefichtspunkt zu prüfen haben, ob sie die Verantwortung übernehmen fönnen, für rechtzeitige Zahlung der Annuitäten bei dem engen Die außerordentlich schwierige Lage, in die die Unzahl Kleinerer und mittlerer Banfunternehmungen durch die Kreditknappheit, den Rüdgang der Depositeneinlagen und des Börsengeschäftes geraten find, hat befanntlich zu einer ganzen Reihe von Insolvenzen geführt. Gleichzeitig scheint eine Tendenz zur gegenseitigen Stüzung durch starteren Zusammenschluß sich durchsetzen zu wollen. So wind jetzt gemeldet, daß die Banthäuser C. H. Rrezschmar, Berlin- Köln, Baß u Herz und 2. u. E. Bertheimber zu einem einheitlichen Unternehmen zusammengeschlossen haben. Dieser Zusammenschluß greift infofern noch weiter, als das Bankhaus C. H. Kretschmar Besitzerin der Aftenmehrheit der C. Schlesinger, Trier u. Co. ist, während andererseits die Firma 2. u. E. Wertheimber in freundschaftlichen Beziehungen zur Dresdner Bant steht und in deren Aufsichtsrat vertreten ist. Durch diesen Zusammenschluß wird nicht nur ein enges 3u sammenarbeiten zwischen den Berliner und den beiden Frankfurter Bankhäusern herbeigeführt, auch die finanzielle Kontrolle einer ganzen Reihe von industriellen Unternehmungen wird jetzt in dem vergrößerten Konzern zusammengeführt. Das Bankhaus Kretschmar& B. tontrolliert u. a. den Barzellantonzern Schom burg- Rahla, die Polyphonwerfe A.-G., die Chemische Fabrik Dr. Laboschin A.-G. und die Württembergische Privatbant A.-G. Das Bankhaus Baß u. Herz fontrolliert eine Reihe von Gesellschaften der füddeutschen Zementindustrie und Unternehmungen der Montan, Maschinen, und verarbeitenden Industrie, sowie einige Brauereien. Groß- Berliner Parteinachrichten. Die tünstlerisch ausgeführten Maimarten für 1924 find allen Die politischen Abteilungsfaffierern bereits zugestellt worden. Bertrauensleute der Betriebe werden gebeten, die notwendige Anzahl sofort bei ihren Abteilungskassierern abzuholen. Die Sammelliste zur Reichstagswahl Nr. 2466 ist in der 118. Abteilung verloren worden. Bei einem eventuellen Versuch, darauf noch weiter zu sammeln, ist diese Liste anzuhalten und an J. A.: Aler Pagels. das Bureau einzusenden. 17. Kreis Lichtenberg. Donnerstag, den 24. April, 7% Uhr, bei Geipfe, Aronprinzen, Ede Scharnweberstraße, Gigung aller Genossen der Landagitation. 20. Areis Reinidendorf. Donnerstag, den 24. April, 8 Uhr, in Wittenau bei Friedrich Schulze, Oranienburger Str. 86/87, wichtige Funktionärkonferenz. 3. Kreis Wedding. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde! Helfersizung Freitag, ben 25. April, 7% Uhr, im Ledigenheim, Schönstedtstr. 1. 9. Kreis Wilmersdorf. Freitag, den 25. April, 8 Uhr, bei Molter, Uhland. ftraße 108/109( gegenüber der Post), Zusammenkunft aller parteigenössischen Beamten. Thema: Bürgerliche und sozialistische Beamtenpolitit." 19. Kreis Pankow. Freitag, ben 25. April, 8 Uhr, im Jugendheim Aussprache fämtlicher Genoffen, die sich an der Bandagitation beteiligen. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Beamten und Lehrer! Nächste Sigung Freitag, den 25. April, 8 Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenftraße 3. Jeder Kreis muß unbedingt vertreten fein. Die Beamten referenten nehmen an der Sigung gleichfalls teil. Sonstige Genoffen, die Wahlhilfe leisten wollen, willkommen. Heute, Donnerstag, den 24. April: 8. Abt. Die Gammellisten müssen sofort a conto abgerechnet werben. 23. bt. 7% Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Millerstr. 48, Bortrag des Genoffen Frig Roch. Gäste, von Genossen eingeführt, will tommen. 43. Abt. Achtung, Bezirksführer! Donnerstag, abends 6 Uhr, im Lokal von Bolf, Gräfe, Ede Milenhoffftraße, Flugblätter und Einladungen aurr Frauenversammlung abholen. Jungsozialisten, Gruppe Friedrichshain. Die Beranstaltung fällt heute aus. Am 8. Mai findet die ordentliche Mitgliederversammlung statt. Morgen, Freitag, den 25. April: 1. 6t. 7% Uhr Funktionärverfammlung bei Spiegel, Aderfte. L 6. Abt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 1. 7. Abt. 7 Uhr außerordentliche Mitgliederversammlung in Röhlers Fest. fälen, Tiedste. 24. Gehr wichtige Tagesordnung. Die Bezirksführer Laden ein. 11. Abt. 7% Uhr Funktionärversammlung bei Berger, Levegowstr. 21. 79. Abt. Schöneberg. Zu der am 25. April stattfindenden öffentlichen Berfammlung in der Uhlandfchule, Rolonnenstr., treffen sich die Funktionäre und Gaalordner pünktlich 6 Uhr bei Rosenau, Hohenfriedberg, Ede SoIonnenstraße. Die Funktionäre müssen zur öffentlichen Bersammlung im 7 Uhr zur Stelle fein. 88. bt. Marienborf. 7% Uhr Funktionärftgung bei Niendorf. 127. Abt. Sohenschönhausen. 7 Uhr Schule Freienwalder Str. 6, außerorbent. Tiche Mitgliederversammlung und Materialausgabe. 140. bt. Wittenau. 8 Uhr Erivazahlabend bei Schuls can Bahnhof. Cintellung Jungfozialisten Schöneberg. Der Gruppenabend fällt aus. Bir betelligen uns 7 ber Wahlarbeit. an der öffentlichen Wahlversammlung der Partei. Achtung, Jungsozialisten! Am Freitag, den 25. April, abends 7% Uhr, findet im Reichenberger Sof, Reichenberger Str. 147, eine Jungmähler- Berfammlung mit bem Thema: Die Jugend und bie Reichstagswahl" ftatt. Frauenveranstaltung am Freitag, den 25. April: 8. Areis Kreuzberg. Bidhtige Funktionärinnenkonferenz bei Wolff, Gräfeftraße. Arbeitersport. Sartell- Berband Bebbing, 3. Beziet. Am Montag, ben 23. April, obends br, findet im Sebigenheim, Schönstedtftraße, 8immer 19, eine Startellfigung ftatt. Schwimmer! 6. Bezirt, 1. Kreis, Arbeiter- Turn- und Sportbund. Freitag, 25. April, abends 7 Uhr, engere Bezirksvorstandssigung bei C. Müller, Buckler Sonntag, den 11. Mai, vorm. pünktlich 9 Uhr, Idealflaufe, Neukölln, Mirefch Straße 39. Nächste Bollfigung des Bezirksvorstandes nicht am 4. Mai, findern ftr. 14. Gricheinen aller Borstandsmitglieder und Gruppenvertreter ift Bflichtdes" Geschäftsführenden Ausschuffes bei Frant, Ganghoferstraße. Freie Schwimmer" Reukölln. Seute, Donnerstag, abends 7½ Uhr, Sigung abend, den 26. April, abends 7 Uhr, Mitgliederversammlung in der JbealHaufe, marefchfte. 14. 3n Anbetracht der äußerst wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen sämtlicher Mitglieder Pflicht. Am Sonn ordgruppe im Turnerheim, Lantwis, Kaifer- Wilhelm- Straße. Beginn Arbeiter Turner- Bund. 4. Bezirt. Sonnabend, ben 26, April, Gigung der 8 Uhr. Sonntag, den 27. April, in Jüterbog, vormittags 9 Uhr, im Seminar, Schillerstraße 3ehrstunde der Sübgruppe für Turnerinnen- und Rinderturnwarte. Rein Berein darf fehlen. Freie Zurnerschaft Schöneberg. Training auf dem Dominicusplat feden 2. Mai. Mittwoch, Freitag und Sonntag vormittag. Nächte Turnstunde Freitag, den 5. Bezir!, 1. Gruppe. Fahrverbindung zum Antrenen am 27. April in musterhausen. Gemeinsame Turnfahrt nach Gallun. 14 Stunde Marfch. Auss Gallun. Abfahrt 46 Uhr von Schöneweide. Treffpunkt 7 Uhr in Königsforeibung Arbeitersport" Nr. 6. 2. Gruppe. Am Sonntag, den 27. April, stunde fiatt. Erscheinen aller Bereine ift notwendig. Nächste Fahrverbindung 9 Uhr frith, findet auf dem Eichefportplag in Röpenid die Gruppensportlehrbis Bahnhof Sirfägarten und von dort Fußweg bis neben der Fabrik von Bogel und übersehen. Sport. Rennen zu Grunewald am Mittwoch, den 23. April: Toto: 18:10. 2 liefen. 1. Rennen. 1. Sans Atout( H. Schmidt), 2. Eigilbert( M. Jentsch). 2. Nennen. 1. Manlius( D. Schmidt), 2. Caffiopeja( Grabsch), Toto: 33: 10. Blaz: 17, 19, 26: 10. Ferner 3. Tuan Fung( Torke). liefen: Billiger, Bellejus, Schlosser, Kasbet, Samadan, Herbititurm. 3. Rennen. 1. Moloch( D. Schmidt), 2. Doktor( Bleuler), 3. Csardas Baron( Ebert). Toto: 14:10. Blat: 10, 10, 11: 10. Ferner liefen: Graciosa, Chriftinos, Mundschent, Neptun Fraglos ist die neue Rombination im Bankgewerbe ebenso sehr aus den augenblicklichen Schwierigteiten bes Geldmart tes heraus entstanden wie aus dem Wunsche nach Erweiterung der Intereffen. Dafür spricht vor allen Dingen die Tatsache, daß die Großbanten ihren ausgedehnten Filialbetrieb allenthalben einschränken und zu einfacherer, übersichtlicher Geschäftsorgani fation übergehen, nachdem die Verlängerung des Geschäftes seit dem Aufhören der Inflation die Aufrechterhaltung des fostspieligen und meitverzweigten Apparates nicht mehr ermöglicht. Die tleineren und mittleren Privatbanken befanden sich gegenüber den Großbanten bei einer ganzen Reihe von Transaktionen insofern in einer günstigen Lage, als sie ihren beschränkten Kundenfreis beffer überjaben und sich infolgedessen den Bedürfnissen des einzelnen kontrollierten Betriebes besser anpassen fonnten. Wenn sich jetzt die Brivatbanten zu großbanfartigen, jedenfalls umfassenderen Unter- 6. Rennen. 1. Faltenburg( M. Jentsch), 2. Japs( Dlejnin), 8. BecherRetrozsa, Marabou, Emeritus, Luror, Morgenstunde. nehmungen zusammenschließen, so tun fie gerade das Umgenang( D. Schmidt). Toto: 58: 10. Blak: 12, 11, 12: 10. Ferner liefen: 7. Rennen. 1. Chartreuse II( Franzte), 2. Galopp( Breege), 8. Co ehrte, was die überíafteten Großbanten in ihrer Organisation Zoto: 44: 10. Blaz: 19, 40, 30: 10. Ferner ieht durchführen. Offenbar geschieht dies aus dem Bedürfnis heraus, lumbus( M. Schmidt). die bei ihnen sich ansammelnden Kapitalien rascher und wirksamer tiefen: Eifterne, Sapienta, Starawanta, La Mara. verwerten zu tönnen, nachdem die schwierige Geldmartilage allent. halben zu einer Zusammenfassung der ökonomischen Kraft zwingt. Großhandelsindeg. Die auf den Stichtag des 22. April berechnete Großhandelsinderziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber dem Stand vom 15. April( 124,1) mit 124,3 nahezu unverändert. Die Inderziffern der Hauptgruppen lauten: Lebensmittel 109,7( Borwoche 109,4), davon die Gruppe Getreide und Kartoffeln 91,0( 91,1), Industriestoffe 151,7( 151,4), davon die Gruppe Rohle und Eisen 141,9( 141,8), Inlandswaren 112,2( 112,0), Einfuhrwaren 185,1( 184,4). 4. Rennem 1. Hampelmann( D. Schmidt), 2. Rotborn( B. Ludwig), 3. Damenweg( H. Schmidt). Toto: 22:10. 3 liefen. 5. Rennen. 1. Mandarin( H. Schmidt), 2. Eichlake( Franzte), 8. Stappenberg( Bleuler). Foto: 12:10. Blak: 10, 11: 10. Ferner lief: Mumpis. Koch& Leeland an der Spitze der Leistungsfähigkeit! Sportanzugstoffe Homespun, reine Wolle"..... Mtr. 6.50 Damen- Kostümstoffe Donegal, 450. ,, reine Wolle" 1.40 breit...... Mtr. Sertraudtenstr. 20/21 Segn 1893 KON LINDS R MASSARY ROAL EINE ZIGARETTE VON RANG 58 Jugendveranstaltungen. Achtung, Mitglieder! Rue Proletarischen Feierstunde" am Sonntag, den 27. April, im Großen Schauspielhaus find Karten zum ermäßigten Breise im Jugendsekretariat zu haben. Heute, Donnerstag, den 24. April, abds. 712 Uhr: Gesundbrunnen: Schule Gotenburger Str. 2, Bortrag: ,, Das deutsche Eisenbahnwesen der Gegenwart." Renkään IV: Lokal zum Bärwinkel", Steinbod. ftraße, Bortrag: Jugend und Kultur." Reukölln V: Jugendheim, Schierke. ftr. 44, Bortrag: Die deutsche Jugendbewegung." Norben: Schule Putbuser Str. 3, Diskussion: Burschen und Mädchen in der SAJ." Südwest: Jugendbeim, Lindenstr. 3. Diskussion über Die Ofterfahrt". Drtsausschuß für Jugendpflege Neukölln. Radio- Borführung heute abend 8 Uhr im Kinderhort, Böhmische Str. Stadtrat Schneider spricht im Boghaus brandern und Jugend" unter Mitwirkung einer Wanderschar. Ein. tritt fre.. Servus Terpentin- Schuhputz macht wasserdicht Chem, Warks Lubszynski& Co. A.- 6. Berlin- Lichtenberg Theater, Lichtspiele usw. Volksbühne g Staats- Theater, Uhr: OSTERN Opernhaus 7 Uhr TOSCA Lessing- Th. Opernhaus am Königsplatz 7: D. Fledermaus Schauspielhaus 7: D. Fest d. HandAllabend! 8: Th. im Admiralspalast Allabendlich 78 U.: Drunter u drüber Die Weltsensation D. Wund. d Schatten Deutsch.Opernhaus 6 J: Tristan u. Isolde U.: Papsdorf, Fortner, Bader, Scheidt, Heyer, Cahier, Werner, Spering Intimes Theater 3: Crêpe Georgette usw. Metropol- Theater 13/4 Uhr: Karneval der Liebe von Walt Bromme Neues Theat. a. Zoo 72 Uhr: LILLY FLOHR in Meine Tochter Otto Theater.d.Kommandantensti U. Das Radiomädel Kurt Vespermann Helma Varnay Tribune Sonnabend, 26. April, 8 Uhr: Premiere Der Reiherbusch mit Lucle Höflich Casino- Theater Lothringer Str. 37. Tagl. 8 Uhr Wieder ein neuer Schlager Pummels Martha Volksstück in drei Aufzügen Vorher: D. Herr aus Kolportage Kyritz. Posse 1 1Akt und der neue bunte Teil werker/ Guten Mor- Deut. Künstler- Th. Reichshallen- Theater gen, Herr Fischer! Allabend! 8: Täglich 8 Uhr, Schiller Theater Eine flor. Tragödie Sonnt nachm 3 Uhr 7% Uhr: Nora Deutsch. Theater Varieté Eine musikal. Kur Stettiner Vom andern Ufer Rose- Theater Sänger Kammerspiele 72 Uhr. 73 Uhr Komponisten im Olymp Frühlings Mörder Mann Dönhoff- Bretti Brwachen Gr. Schauspielhaus WRTEN 72 Uhr: Gasparone Theater i. d. Varieté- Spielplan Pauchen gestattet Anfang 8 Uhr Jeden 1. u. 16. neues Programm! Säde abgarn tauft Lothringer Str.48 Norden 4661 im Theater des Westens KöniggrätzerStr. Große Volksopera Täglich Uhr: So 431. es Is as so? 71, Uhr: Ein Maskenball Komödienhaus Täglich 8 Uhr: Lützow str. 112 Täglich& Uhr ragh Kammer- 6per w Zwei um Eine Regie: Dr. Georg Droescher- Mus. Leit.: Dr. Ludwig Mis. Berliner Theater Täglich wechselnder Spielplan! Täglich 7.30: Das Weib im Direktion: Im Purpur Central- Theater Carl- Heinz Wolf Theater am Nollendorfplatz Fritzi Massary 7.30 U. Die Perlen der Cleopatra 8U. Kleines Th. Carola Toelle, Erich Kaiser- Titz in Alte Jakobstr, 30/32 Dönhoff 2047 & Uhr: Nähe Spittelmarkt Donhoff 2048 Onkel Nastopsehil Musik. Volksstück in 3 Akten von C. H. Wolff u. Theo Halton Musik von Rudolf Jonass- mit Anton Herrnfeld als Gast Eine galante Nacht Komische Oper Residenz- Th. Sommerspielzeit Künstlerisch. Leitg. Emil Lind Tägl. 8 Uhr: Hinkemann Tragödie in 3 Akten von Ernst Toller. Direktion: James K.ei... 7% Heute, sowie täglich 71/2 Die tanzende rinzessin Operette i. 3 Akt. v. Walter Kollo Der einmütig anerkannte wirklich große Erfolg Trianon- Theater Verk. b. Wertheim. Invalidendank, Hotel 8 U.: Zapfenstreich Port und bek. Stellen Die Theaterk. ist G. Alexander, J. Falkenstein Rob. Müller, D. v. Oppen Theater Folies Caprice 8 U. Liebes 8 U. Reigen Vorzeiger dieses zahlen: Orch- Faut. 1 Parkett. 2. Parkett. 0,75 ... 50 SCALA Tagi.& Uhr Schaffen Achtung, Jungwähler und-wählerinnen! Am Freitag, den 25. April, abends 7 Uhr, findet im ,, Reichenberger Sof", Reichenberger Str. 147, eine Jungwähler- Bersammlung mit dem Th- ma: Die Jugend und die Reichstagswahl" statt. Referent: Genosse Mag Westphal. Werbt für diese Veranstaltung! Achtung, Teilnehmer zum Wanderleiter- Kursus! Treffpunkt am Sonnabend, ben 26. April, Bahnhof Dranienburg, 28 Uhr. Proviant ist mitzubringen. Wer noch an dem Kursus teilnehmen will, lann fich am Freitag im Jugendsekretariat dazu anmelden. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Im Kampf." Ueber dieses Thema fprechen in der Bezirksgruppe Westen des Republikanischen Führerbundes S ch warz Rot- Gold" am Donners Auch farbige Wolle und sonstige Stoffe können Sie unbeschadel mit LUX Seifenflocken reinigen, es sei denn, daß die Farben unecht sind. LUX SEIFENFLOCKEN unlichtbeella Re VEIFEN FLOCKEN DER SUNLICHT- GESELLSCHAFT A: G- MANNHEIM- RHEINAU Für stärkste Figuren Passendes Für stärkste Figuren Passendes Beginn des großen Modell- Verkaufs Donnerstag 10 Uhr Schluß Sonnabend 612 Uhr Preisreduzierung bis 50% Wir bitten, unsere Schaufenster zu beachten. Modell- Mäntel u. 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Die Stimmzettelverteiler der Parteien fallen diesmal weg. Auf dem amtlichen Stimmzettel ftehen sämtliche Wahlvorschläge, im Wahlkreis Berlin also 18. Neben jedem Wahlvorschlag ist ein leerer Kreis. Ju diefen Kreis neben dem Wahlvorschlag, dem er seine Stimme geben will, hat der Wähler ein Kreuz zu machen. 3m Wahlfreis Berlin steht der Wahlvorschlag der BSPD. an erster Stelle, in Teltow- Beestow( Botsdam II) an zweiter Stelle. Jn Berlin beginnt der amtliche Stimmzettel so, wie das folgende Muster zeigt. An die Stelle, auf die der Pfeil zeigt, ist das Kreuz für die VSPD. zu machen. Die Stimme für die VSPD.! 1. BSPD. Crifpien + Heimann 3. APD. Bohm- Schuch 2. DVP. O 4. wp. О ufw. im ganzen 18 Felder. Jeder Wähler und jede Wählerin merke fich: 1. Gehe am 4. mai früh zur Wahl 2. Nimm einen Bleistift mit. 3. Laß dir beim Eintritt ins Wahllokal den amflichen Stimmzettel und den amflichen Umschlag geben. 4. Mache in dem dazu vorgesehenen Raum ein& renz in das Feld der BSPD. 5. Stede den Stimmzettel in den Umschlag und gib ihn dann dem Wahlvorstehet. Wahlschein. Jeder tann nur in dem Wahlbezirk wählen, in deffen Stimmlifte er eingetragen ist. Wer am 4. mai verreifen muß oder fich auswärts aufhält, muß fich rechtzeitig einen Wahlschein besorgen. Ebenfo tann sich jeder einen Wahlschein besorgen, der vor dem 4. Mai noch in einen anderen Stadtbezirk verzieht. Der Antrag auf Ausstellung eines WahlScheins ist bei der zuständigen Gemeindebehörde( Bezirtsamt) zu stellen. Die Ausstellung von Wahlscheinen erfolgt bis zum 2. Mai. Wer einen Wahlschein beantragt. muß fich bei der Gemeindebehörde mit Papieren( Wohnungs meldefchein) ausweifen und den Grund für die Ausstellung eines Wahlscheins glaubhaft machen. Wer kann wählen? Jeder Mann und jede Frau, die am 4. Mai 1924 zwanzig Jahre alt ift und fich im Befihe der bürgerlichen Ehrenrechte befindet. Wer am 4. Mai 1924 feinen zwanzigften Geburtstag hat, fann wählen. Auf zur Wahl am 4. Mai! Wählt VSPD.! Die Parteienfolge in Potsdam II. In der Sigung des Wahlausschusses für den Wahlkreis Bois. bam II( Teltow- Beestom) wurde ohne Einspruch folgende Reihen. folge festgestellt: 1. Deutsche Demokratische Partei, 2. Bereinigte Sozialdemokratie, 3. Deutschsoziale Bartei( Sunze), 4. KBD., 5. Deutsche Boltspartei, 6. Deutschnationale Bolkspartei, 7. Deutsch Döllische Freiheitspartei( Mulle), 8. Zentrum, 9. Sozialistischer Bund, 10. Wirtschaftspartei des deutschen Mittelstandes, 11. Häußer- Bund, 12. Republitanische Partei( RPD.), 13. Bolnische Volkspartei, 14. Deutsche Arbeitnehmerpartei, 15. Nationalliberale Vereinigung. 16. Nationale Freiheitspartei, 17. USPD.( Liebknecht). Die BSPD. steht auf dem amtlichen Stimmzettel an 3 weiter Etelle. Bei der Wahl ist diese Stelle mit einem Kreuz zu bezeichnen. * Ans * Ифан S Wieder mit dam Kapital Ich werde euch führen, M 0 6-84 Mar to Stunden Arbeitszeit Die Wachtparade der Reaktion. do ihr müßt nur marschieren, olm und menn's wieder schief geht, mir fann nir paffieren. Heil! Ich schlage die Trommel, das macht mir viel Spaß, und bin ich mal heiser, dann frint i a Mas Dudeliöh! Zeitnehmer: Was heißt es denn, daß die Darpa un. belastet ift? tandibaten bisher, bis zur Gründung der Partei, überhaupt nicht Darpist: Das heißt, daß unsere Darpaführer und Reichstags: politisch tätig und zum großen Teil auch nicht politisch, vor allem nicht sozialdemokratif organisiert waren. Teilnehmer: Beiche weiteren Borteile bringt die Mitglied fchaft in der Darpa? Darpist: Unsere Bartet übertrifft in der Gewährung von Mitgliederrechten alle bestehenden Barteien Deutschlands. Wir find die einzigste Bartei, in der jedes Mitglied mit dem Tage feines Eintritts in die Bartet auch fofort eine eigene Reichstagstandidatur befommt. Teilnehmer: Dann haben Sie aber sicherlich schon alle Randidaturen befekt Unsere Reichstagskandidaten. Wahlkreis Berlin. 1. Artur Crifplen, 2. Hugo Heimann, 3. Clara Bohm- Schadh, 4. Siegfried Aufhäuser, S. Richard Fischer, 6. Dr. Julius Mofes, 7. Hermann Wäger, 8. Dr. Walter Zechlin. Wahlkreis Potsdam I( Niederbarnim). 1. Rudolf Wiffell, 2. Dr. Rudolf Breitscheid, 3. Marie Juchacz, 4. Staab- Botsdam, 5. Hermann Müller- Lichtenberg. 6. 2dolf Bujhid, 7. Dr. Salomon- Eudenwalde, 8. Dr. Herz- Spandau, 9. Biftor Schiff, 10. Frih Thurm. Wahlkreis Potsdam II( Telfor- Beeskow). 1. Fritz Zubeil, 2. Eduard Bernstein, 3. Franz Künstler, 4. Elfriede Ryned, 5. Dr. Kurt Löwenstein, 6. Kurt Heinig, 7. Richard Krille, 8. Hans Holh, 9. Ella Seger, 10. Wilhelm Reimann. Gegen den Zersplitterungswahnsinn. Gegenüber irreführenden Meldungen erflärt Dr. Damaste, der Borsigende des Bundes Deutscher Bodenreformer, daß alle Mitteilungen über eigene Bahllisten der Bodenreformer für die Reichstagswahlen un richtig find. Wenn eine neue Partei ihrem Namen die Bezeichnung Bodenreform zugefügt hat, so ist das geschehen ohne jede Fühlungnahme mit der organisier ten deutschen Bodenreformbewegung. Der Borstand des Hypothetengläubiger, und Sparer Schugperbandes für das Deutsche Reich erklärt, it, bie mur von einigen Gruppen gebilligt wurde. Die Nachricht, daß er an der Gründung des Geufenbundes" nicht beteiligt daß der 1. Borsitzende des Verbandes für den Geusenbund zum Reichstag fandidiere, ist unzutreffend. Der Borstand des Hypothekengläubiger und Sparer Schußverbandes für das Deutsche Berlin, 23. April,( Tul.) Der Verbandswahlausschuß für den Reich lehnt vielmehr eine Stimmengersplitterung Reichstagswahlkreisverband 11, umfassend die Wahlkreise 2( Berlin) ausdrüdlich ab und empfiehlt im Vertrauen auf die Erklärung und 3( Botsbam II), nahn heute bie Brüfung der eingereichten derjenigen politischen Bartelen, melche die herbeiführung einer Revision der dritten Steuernotoerordnung Liftenverbindungen innerhalb des Wahlkreifes vor. Bon den einzugesagt haben, feinen Mitgliedern, für den Kandidaten ihres gereichten 17 Wahlvorschlägen sind 15 mit den gleichartigen Bertrauens zu stimmen, Wahlvorschlägen in Botsbam II berbunden worden. iDe Teutidmationale Boltspartei hatte keine Listenverbindung vor genommen. Aus der Arbeitnehmerpartei. In einer von 74 Personen besuchten Berliner Massen ven fammlung der Deutschen Arbeitnehmerpartei" ertönt das Glodenzeichen des Bersammlungsleiters. Die Teilnehmer beginnen zu erwachen; das Referat des Reichstagskandidaten" G. ift, wie vom Borsigenden versichert wird, beendet. Einige Darpa. männer" durcheilen den Saal, um Mitglieder zu werben. An einem Tisch auf der„ äußersten rechten Seite" des Saales entwidelt sich zwischen dem Werbemann und einem Bersammlungsteilnehmer fol. gendes Gespräch: ausfüllen? Darpist: Haben Sie aus dem Referat das Brogram inferer Darpist: Haben Sie aus dem Referat das Brogram unserer neuen Einheitspartei entnommen? Zeilnehmer: Ja, ich habe gehört, daß die BSPD. an allem Elend der Arbeitnehmer Schuld ist Darpist: Ganz richtig, wollen Sie bitte diese Aufnahmefarte Teilnehmer: Nein, ich vermag nicht einzusehen, daß man bie VSPD. für die Sünden der bürgerlich fapita. listischen Reichstags mehrheit verantwortlich macht und je mehr Arbeitnehmerstimmen von der Sozial. bemptratie abgesplittert werden, um so leichter wird die Reattion im tommenden Reichstag ihr arbeitnehmerfeindliches Wert vollenden. Darpist: Sie vergessen, daß unsere neue Bartei den Bortell bietet, politisch völlig na belastet in den Reichstag einzuziehen, Ein deutschvölkischer Schwindel. Wulle und der Vertrag von Versailles. Die Agenten der Deutschvölkischen Freiheitspartei ziehen bei der Wahl im Lande herum und behaupten, daß die deutsche Regierung den Vertrag von Versailles im Jahre 1919 schon deshalb nicht hätte unterzeichnen brauchen, meil England gegen die Unterzeichnung des Vertrages gewesen sei. Wer fich an das folidarische Borgehen der Ententepolitifer vom Jahre 1919 erinnert und insbesondere weiß, wie Lloyd George fich für den Frieden von Bersailles eingesetzt hat, fällt auf diesen Schwindel nicht herein. Die Agenten der Deutſch völfischen Freiheitspartei tönnen sich immerhin auf Aeuße rungen stüßen, die der Reichstagsabgeordnete mulle in der Reichstagsfizung vom 29. Februar 1924 getan hat. Wulle orakelte damals über die Unterzeichnung unter anderem das Folgende: „ Es wird Ihnen bekannt sein, wie es mir bekannt ist, daß unsere Regierung resp. der Regierung nahestehende Persönlichkeiten bamals Don neutraler Seite unterrichtet worden sind, daß England gegen die Unterzeichnung des Bertrages sei und daß man von Deutschland nicht die Unterzeichnung des Bertrages erwarte. Troßdem hat die deutsche Regierung, haben die Herren Belt und Müller den Bertrag unterzeichnet und damit die letzte Starte, die wir noch im Spiel hatten, nicht ausgefpielt." I bin a Hochoerräter, jell macht mir nig aus, i fag nur das eine: Juden raus. Tralala! Ich bin ein Teutone ww 90 Rusch 190 und an Sachwert hab ich auch. 3wölf Stunden müßt ihr schaffen dann wächst mir der Bauch. Hurra. Dem Genossen Hermann Müller mar allerdings ebenfomenig wie Herrn Bell etwas davon bekannt, daß die damals davon unterrichtet wurden, daß die englische RegieRegierung oder der Regierung nahestehende Bersönlichkeiten rung die Unterzeichnung des Vertrages nicht erwarte. Unter welchem Zwange Deutschland damals handeln mußte, hat Herr von Bayer im Schlußtapitel seines Buches Bon Bethmann Hollweg bis Ebert" geschildert. Genosse Hermann Müller hat nun im Auswärtigen Amt angefragt, ob in den Aften etwa ihm unbekannt gebliebene Hinweise vorhanden wären, die dem Abgeordneten Mulle die Unterlagen für feine Behauptung abgeben tönnten. Genoffe Hermann Müller hat pom Auswärtigen Amt auf seine Anfrage die Mitteilung er halten, daß man sich dort nicht erklären fönne, worauf sich die Aeußerung des Herrn Wille stüßt. Wenn von neutraler Seite wirklich eine greifbare Mitteilung in der Richtung der Bulleichen Behauptung gemacht worden wäre, würde diese bei den Debatten in Weimar über die Frage der Unterzeichnung oder Richtunterzeichnung eine außerordentlich große Rolle gespielt haben. Von einer folden Mitteilung fei aber im Amte nichts befannt. Das Auswärtige Amt hat fich fernerhin an den derzeitigen Präsidenten des Reichs gerichts, Herrn Dr. Simons, gewandt, der über die Einzelheiten der damaligen Gefchehriffe am besten unterrichtet ist. Herr Reichsgerichtspräsident Simons, der bekanntlich ebenso wie der damalige Außenminister Graf BrockdorfiRangau Gegner der Unterzeichnung war, hat dem Genossen Hermann Müller über die Behauptung Wulles von einer Unterrichtung der deutschen Regierung durch Neutrale unter anderem das Folgende mitgeteilt: .Davon, daß die deutsche Regierung oder ihr nahestehende Berfänlichkeiten während der sogenannten Berhandlungen von Bersailles ader im Laufe der Schlußberatungen in Weimar eder zu irgendeiner anderen Zeit von neutraler Seite unterrichtet worden find, daß England gegen die Unterzeichnung des Bertrages sei und daß man von Deutschland diese Unterzeichnung nicht erwarte, ist mir nicht das geringste bekannt. Ich kann deshalb nicht glauben, daß eine folche neutrale Aktion stattgefunden hat. Wäre es der Fall, so müßte Graf Brockdorff- Ranjau davon Kenntnis erhalten haben; hätte er davon Kenntnis erhalten, so würde ich davon erfahren haben, da ich damals fein nächster politischer Berater mar." Unterlagen er für seine Behauptung hatte. Herr Wulle aber wird nun mitteilen müssen, welche für 8 Was wollen die Deutsch- Dölkischen? Sie suchen Arbeiter zu geroinenn bardh die Behauptung, fie feien den Achtstundentag. Man schreibt nas dazu: Der Inhaber der Schuhfabrik Ludwig in Dieselbach bei Erjurt ist deutschooltisch. 3m Betrieb werden nur Leute beschäftigt, die Mitglieder der deutschoölkischen Freiheitspartes find, oder die es werden müffen. Arbeitszeit von 5 2hr morgens bis abends 10 Uhr. Als in einer Wabloerjammlung die Böltijchen darob zur Rede gestellt wurden, redefe jich the Sprecher damit heraus, daß ohne 3wang und durch freien Enticing der Arbeiter diese Arbeitszeit festgesetzt sei." So wollen es die Völkischen! 16 Stunden Arbeitszeit ftaft Stunden. Sie sind nicht für den Achtstundentag, fondern für den zweimal- Achtstunden- Tag! Die ganze Kraft für den Wahlkampf! Der Borstand des Deutschen Arbeiter Abftinenien- Bimbes pittet uns um die Veröffentlichung der folgenden Zeilen: Der Bahlkampf, den einzelnen wie an die Organisation die höchsten Anforderungen. Es gilt, die ganze raft, bie geistige wie die phy fische, einzufezen, um den größtmöglichen Erfolg zu erzielen. Beil wir wissen, daß der Altobol schon in mäßigen Mengen die für den politischen Kampf wertvollsten Energien schwächt, weil wir missen, daß heute die Trintfitten noch mächtig und der Trink gelegenheiten viele sind, drängt es uns, gerade jezt wieder vor dem Alkoholgenuß zu warnen. Die Kampfestüchtigkeit der Arbeiterklasse kann ich nicht voll entfalten, Ausdauer und Begeisterung fann nicht erreicht werden, das Höchstmaß Don Klugheit und Besonnenheit, von wenn das erschlaffende und abstumpfende Genußmittet nicht gemieden wird. Darum Selbstbeherrschung im Intereffe des großen Sielas!___ Die Maschinisten und Heizer zur Reichstagswahl. Aus dem Zentralbureau des Berbandes der Maschinisten| rung der Elektrizitätswerte am 31. Dezember 1919 erlassen und Heizer wird uns geschrieben: Es ist unnötig, an dieser Stelle anzuführen, wie notwendig die diesjährige Reichstagswahl für die Arbeiterschaft im allgemeinen ist. Von den Unternehmern wurde der Klassenkampf von oben fo rücksichtslos geführt, daß die gemerf fchaftliche Arbeiterschaft mit allen Mitteln danach streben muß, diesen vermehrten Machtzumachs der Unternehmer durch gesteigerte Aktivität auszugleichen. Die Unternehmer haben es nicht nur vermocht, die Arbeiterschaft auf gewerkschaftlichem Gebiet zurückzudrängen, sondern mit Hilfe der Inflation ist es ihnen auch gelungen, die gewerkschaftlichen Organisationen empfindlich zu schwächen. Da wird es nun die Aufgabe aller Gewerkschaftsmitglieder sein, bei der Reichstagswahl für eine starte und arbeiterfreundliche Regierung zu sorgen, da eine folche es vermag, die stark angewachsene Macht des Kapitals im Staate zurückzudrängen. Wir wollen uns mit diesen menigen Worten allgemeiner Natur begnügen und speziell darauf eingehen, wie notwendig die Reichstagswahl für den Beruf der Maschinisten und Heizer im besonderen ist. Der Beruf der Maschinisten und Heizer hat nach verschiedenen Richtungen Eigentümlichkeiten, die bei der übrigen Arbeiterschaft nicht zu finden sind. Aus diesem Grunde glaubt der Verband der Maschinisten und Heizer, daß eine starke Berufsorganisation für diese Arbeiterfategorie nach wie vor notmendig ist. Hiervon ausgehend, verweisen wir darauf, wie auf gefeglichem Gebiete die Berufskollegen am Kessel und an den Maschinen anders bewertet werden. Dies zeigte sich vor allem bei der Neuregelung der gesetzlichen Arbeitszeit, wo im allgemeinen der Achtstundentag nach wie vor als die allein maßgebende Arbeitszeit die 48stündige Arbeitswoche gilt. Für den Maschinisten und Heizer wurde von vornherein im§ 4 diefer Verordnung bestimmt, daß die tägliche Arbeitszeit um zwei Stunden täglich verlängert wird. Die diesbezüglichen Bestimmungen in§ 4 der Verordnung über die Arbeitszeit lauten: „ Die für den Gesamtbetrieb zuläffige Dauer der Arbeitszeit fann für männliche Arbeitnehmer über 16 Jahre um zwei Stunden täglich in folgenden Fällen überschritten werden: 1. Bei Arbeiten zur Bewachung von Betriebsanlagen, zur Reinigung und Instandsetzung, durch die der regelmäßige Fortgang des eigenen oder eines fremden Betriebes bedingt ist. Für die Maschinisten und Heizer ist also von vornherein in der gefeßlichen Verordnung bestimmt, daß fie täglich zwei Stunden länger als die übrige Arbeiterschaft zu arbeiten hat. Die Sozialisierung der Krafferzeugung wurde Leider ist es bei diesem Entw: rf einer Sozialisierung geblieben. Je mehr sich in der Regierung der Einfluß der tapi talistischen Parteien bemerkbar machte, je mehr wurde diese Frage in den Hintergrund gedrängt. Heute spricht man von einer Sozialisierung der Krafterzeugung überhaupt nicht mehr. hier auf diesem Gebiete hätte etwas Großes geschaffen werden fönnen und bei fleinen Bersuchen ist es geblieben. Auf dem Gebiete der Dampfteffelüberwachung tobt gegenwärtig ein Streit, der besonders in Preußen leb hafte Formen angenommen hat. Die Dampfkesselüberwachungsvereine, die das Monopol der Dampffeffelüberwachung inne haben, wehren fich mit Händen und Füßen gegen eine Mitwirtung der Arbeiterschaft. Trotz der Entwicklung der modernen Technik kommen Kesselerplosionen und sonstige Schäden noch Wollt ihr neues Inflationselend herbeiführen durch einen Reichstag, der die Ausführung der Sachverständigenvorschläge ablehnt, wollt ihr dauernde Zerreißung der wirtschaftlichen Einheit neue Sanffionen im befehten Gebiet dauernde Herrschaft franzo, scher Generale? Dann wählt völkisch oder deutschnational! die an der Befferung unseres Loses arbeitet, wollt ihr Wollt ihr aber eine arbeitsfähige Reichstagsmehrheit, Wiederherstellung der deutschen Einheit Befreiung der besetzten Gebiete gerechte Laffenverteilung, dann gibt es nur einen Weg und eine Wahl am 4. Mai: Wählt sozialdemokratisch! ziemlich oft vor. Es war deshalb natürlich, daß, wenn die Ar2. Bei Arbeiten, von denen die Wiederaufnahme oder Aufrecht- beiterschaft zur Mitwirkung im Produktionsprozeß berufen erhaltung des pollen Betriebes arbeitstechmisch abhängig ist." sein soll, dies gerade bei der Dampfteffelüberwachung am ehesten der Fall sein müsse. Der Heizer, welcher jahrelang an dem Dampftessei steht und sich infolgedessen eine ziemliche Fachkenntnis erworben hat, ist mindestens genau so in der Lage, bei der Dampfteffelüberwachung ein Bort mitsprechen zu können, als ein Beauftragter der Dampfteffelüberwachungsvereine. In einigen Einzelländern( Braunschweig, Thüringen, Sachsen), wo die Arbeiterschaft über genügend politischen Einfluß verfügt, gelang es, gejehliche Bestimmungen zu schaffen, die die Mitwirkung der Arbeiterschaft vorsehen. In Breußen suchte der Handelsminister Genosse Giering durch einen Eriaß eine Gemeinschaftsarbeit der bei der Dampftesselüberwachung vorhandenen Faktoren einzuführen, mogegen fich die reattionären Dampffefselüberwachungsvereine mit Händen und Füßen stemmten. Sie versuchen, den Erlaß des preußischen Handelsminifteriums unwirksam zu machen und lehnen es nach wie vor ab, der Arbeiterschaft einen genügenden Einfluß ein war ein Ziel, dessen sich der Verband der Maschinisten und Heizer mit besonderer Energie angenommen hat. Als die Sezialisierung zur Debatte stand, fonnte mit vollem Recht darauf verwiefen werden, daß keine Industrie zur lleber führung in die Hände der Allgemeinheit so geeignet ist als die Krafterzeugung. Es war ein Unding, daß gerade dieser wichtige Zweig der Volkswirtschaft in tausenderlei Atome zersplit tert war. Eine rationelle Durchdringung der Volkswirtschaft, die Ersparnis von hochwertigen Brennstoffen usw. erforderten, daß die Krafterzeugung auf große lleberlandzentralen fonzen triert werden mußte. Den Bemühungen der Organisation der Maschinister gelang es, daß eine Verordnung zur Sozialisiezuräumen. So ist es notwendig, daß hier die gefeßlichen Bor ausfegungen geschaffen werden, damit die Arbeiterschaft das Recht der Kontrolle bei der Dampfteffelüberwachung erhält. Eng hiermit verbunden ist die Berufsbildung der Maschinisten und Heizer. Der intensiven Tätigkeit unserer Organisation auf diesem Gebiete gelang es, 55 öffentlich anerkannte Heizerschulen zu errichten. Tausende von tüchtigen Qualitätsarbeitern, zur Wartung der Keffel und Maschinen geeignet, fonnten hier ausgebildet werden. Aber in einigen Gegenden Deutschlands versuchte man, auch diese Tätigkeit zu hindern. Um wieviel anders wäre es, wenn die Berufsbildung der Maschinisten und Heizer gefeßlich mehr gefördert werden könnte. Auf die Neugestaltung der Seemannsordnung wollen wir nur kurz verweisen. Auch hier ist noch eine große Menge rüditändiger Schutt aus früheren Reiten vorhanden Die Seemannsordnung und damit der Schutz für Leben und Gesundheit der auf den Schiffen beschäftigten Arbeiter muß grundsäglich neu gestaltet werden. Dies kann aber nur im Interesse der Arbeiterschaft geschehen, wenn das Parlament und die Regierung von der Durchführung solcher Forderungen überzeugt sind. Auf dem Rhein, der Elbe und der Oder fahren heute viel Schiffe, die infolge des Friedensvertragens an Frankreich, die Tschechoslowakei und Polen abgetreten werden mußten. Die Regelung der sozialen Berhältnisse der auf ab= getretenen Schiffenfahrenden Kollegen wurde burch vorläufige Staatsverträge zwischen Deutschland, der Tschechoslowakei und Frankreich sichergestellt. Die endgültige Regelung soll erst in der Zukunft erfolgen, und auch hier kann fie nur entsprechend gestaltet werden, wenn eine Regierung vorhanden ist, die sich mit aller Wärme für die Wahrung der fozialen Errungenschaften des Schiffspersonals einsetzt. So gibt es eine Reihe Probleme, die vom Standpunkt des Berufes der Maschinisten und Heizer eine außerordentlich wichtige politische Bedeutung haben. Es ist deshalb notwendig, daß gerade die Angehörigen dieses Berufes mit allen Mitteln bestrebt sein müssen, das Parlament und die Regierung entsprechend zusammenzusetzen. Welche Partei fommt nun für uns in Frage? Die Kommunisten scheiden unseres Erachtens deshalb aus, weil sie öffentlich erklärt haben, daß ihnen an einer intensiven Tätigkeit innerhalb der Barlamente nichts gelegen sei. Sie betrachten die Tribüne des Parlaments als einen Ort, die fommunistische Propaganda vorwärts zu treiben. Mit einer solchen Einstellung ist den Maschinisten und Heizern nicht gedient. Wir brauchen Männer, die gewillt sind, die Wünsche der Arbeiter im allgemeinen und unserer Berufskollegen im besonderen zu vertreten. Nach Lage der Sache kann dies nur die Sozialdemokratische Partei sein. Deshalb werden die Maschinisten und Heizer aufgefordert, mit allen Mitteln bei den Parlamentswahlen für die Kandidaten der Bereinigten Sozialdemokratischen Bars tei Deutschlands zu werben. Nurineiner starten jozialdemotratischen Arbeiterpartel liegt das Heil unserer Berufskollegen. DOT Bekanntmachung!!! An unsere werten DOTA RADIO Raucher!! WINNUNIN HARING Wollen Sie sich vor minderwertigene Qualitäten Nachahmungen schützen So verlangen Sie nur die mit unserer Schutzmarke versehenen I DOTA Radio Radio ZIGARETTEN Unsere Schuhmarke bürgt für die Beste Qualität und erstklassige. Verarbeitung Darum Raucher verlangt nur DOTA RADIO! Zigaretten mit der Schutzmarke POTA WIND MU 4 LEP