Abendausgabe Str. 19741. Jahrgang Ausgabe B Nr.99 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in Der Morgenausgabe angegeben Rebaffion: S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel. Udreffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Dolksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Sonnabend 26. April 1924 Berlag und anzeigenabteilungs Gefchäftszett 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmb Berlin S. 68, Lindenstraße 3 Ferufprecher: Dönbeff 2506-2802 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Ehrenhaft für Räuber und Plünderer. Strafantrag im kleinen Hitlerprozeß. 35. München, 26. April. Im Prozeß gegen den Stoßtrupp Hitler beantragte Staatsanwalt Wintersberger am Schlusse seines Plädoyers, sämtliche Angeklagten der Beihilfe zum Hochserrat schuldig zu sprechen und den Angeklagten Feifimener wegen Diebstahls zu verurteilen. 3m einzelnen wurden folgende Strajen beantragt: Gegen die Hauptbelafteten Maurice, Schneider, Fröschel and v. Sinobloch, der sich nicht geweigert habe, den schamlofen Befehl weiterzugeben, die Geiseln zu erschlagen oder zu erschießen, je 3 mei Jahre Feftungshaft. gegen die am wenigsten belasteten Angeklagten Schmidt, Stollwerd, Steinbinder und Gerum die Mindeftstrafe von einem Jahr drei Monaten Festung, gegen alle übrigen Angeklagten je ein Jahr jegs Monate Jeftung. gegen fämtliche Angeklagte außerdem noch eine Geldstrafe, deren Höhe dem Ermessen des Gerichts überbleibt. schweigend gebilligt, die jest in München zur Verhandlung standen. Er hat die Mißhandlung der Stadträte, ihre widerrechtliche Verhaftung nicht verhindert, trok dem er es fonnte. Er hat sich umgedreht mit den Worten Ach fo!" Das war alles! Er hat also die volle Berant wartung für das Treiben der Burschen, die auf sein Rom: mando eingeschworen waren. 3 wischen Ludendorf und hölz besteht also tein Unterschied, es sei denn der, daß Holz persönlich für seine Ansichten eintrat, Ludendorff aber die anderen für sich arbeiten ließ! Wer von beiden der sympathischere ist, darüber wird nicht die Tatsache entscheiden, daß der eine freigesprochen, der andere aber zu lebenslänglichem Zuchthaus ver bonnett wurde. Die Ludendorff- Banden, die in München hausten, wie die Hölz- Leute in Mitteldeutschland, sind auf eine Stufe mit diefen zu stellen. Aber in München prämiert Monate Gefängnis wegen schweren Diebstahls, unter 3uZuchthaus. Dafür ist München aber die Ordnungszelle, Gegen Feist mener beantragte der Staatsanwalt fünf man jene mit Ehrenhaft, in Breußen verurteilte man diese zu billigung milderader Umstände. Breußen ein untultiviertes Land. Warum, das hat gestern abend Dr. Stresemann in einer Wählerversammlung in Steglik erzählt, als er ausführte: Die den Angeklagten Feiftmeyer und Strauß früher bewilligte Bewährungsfrist fei zu widerrufen. Die erlittene Untersuchungs haft foll allen Angeklagten mit Ausnahme des Maurice angerechnet werden. Diese Strafanträge fommen einer Bramiterung von Mordbrennern gleich und find ein Schlag ins Geficht für jeden, der in Deutschland noch an Recht geglaubt hat. Wenn ihm von der Sozialdemokratie der Borwurf gemacht werde, daß er nicht auch gegen Bayern eingeschritten fei und daß er mit zweierlei. Maß gemeffen hätte, fo gebe er bas zu. Er sagte: Ich gebe zu, mit zwelerlei Maß gemeifen zu haben, weil ich der Meinung bin, daß man gegen politisch verführte National- Idealisten nicht diefelben Methoden anwenden kann wie gegen rote Horden, die von ausländischem Sowjetgeld bezahlt werden. Soeben beschwert sich das Organ dieser Mordbrenner, das " Deutsche Tageblatt", darüber, daß der demokratische Abgeordnete Dernburg in einer Lichterfelder Wählerversammlung Stresemann bringt also den Sah des alten königlich auf die Gefahren hingewiesen hat, die bon Ludendorff preußischen Justizminifters Schönstedt wieder zu Ehren, und hölz gleicherweise drohen. Das Tageblatt" tut ent- daß es nicht dasselbe sei, wenn zwei dasselbe tun. Er stellte rüftet, daß man den Führer des deutschen Feld sich als Kanzler des Reiches ich ühend vor die Luden dorff Banditen! Rein Wunder, wenn auch der Staats. heeres" in einem Atemzuge mit Hölz nennt! Diefer Führer des deutschen Feldheeres" ist der Reich sanwalt des verfassungswidrigen„ Bolksgerichts" in München fpizenkandidat der völkischen Mörder! Er hat dasselbe fut, wie der frühere Kanzler und jetzige Reichsaußert. die Schandtaten mit angesehen und menigstens still minister, der Führer und befte Mann der Boltspartei". Eine linksradikale Mörderzentrale. Ermordung eines angeblichen Spigels. Attentatsplan gegen Seedt Am 7. Sanuar. 3. wurde in Berlin ein Friseur Johann Rauf im Loreingang des Haujes, in bem ct wohnte, nieder geschossen. Raufa lag zwei Monate lang im Krantenhaus und erlag am 17. März feinen Berlegungen. Inzwischen waren bereits einige Berhaftungen vorgenommen worden, denen weitere in Glutigart folgten. " auch mit so vielen Einzeltatsachen belegt, daß es schwer ist, an ihrer Richtigkeit zu ameifeln. Die Kommunistische Partei hatte bisher amar den bewaffneten Aufstand gepredigt, aber offiziell den per fönlichen Terror, den Meuchelmord aus dem Hinterhalt, abgelehnt Jezt scheint sie, wenn die behördlichen Angaben zutreffent, fatsächlich dem Beispiel der pöllischen Geheimbünde gefolgt zu fein und eine richtige Mörderzentrale gebildet zu haben. Damit hätte sie tatsächlich den Buntt erreicht, wo das schein revolutionäre Treiben in den regelrechten Banditismus, in das gemeine Berbrechertum mündet. Die internationale Anleihe. Bankiersberatungen in Paris. Paris, 25. April.( WEB.) Wie bereits berichtet, hatten die Delegierten der verschiedenen Länder in der Reparationstommiffion gestern abend eine Besprechung mit Pierpont Morgan, melde heute fortgefeht werden soll. Laut Echo de Paris" finden heute Verhandlungen mit dem englischen Finanzmann Montagu Normann ffatt. Nach einer Meldung des Matin" tönnte man annehmen, daß Verhandlungen mit Finanzleuten anderer Staaten folgen werden, um über die Möglichkeit der Unterbringung der durch den Sachverständigenbericht vorgesehenen Anleihe von 800 Millionen Goldmart klarheit zu schaffen. Das dieser Tage abgeschlossene Ermittlungsverfahren soll mun trad, amtlichen Quellen folgendes Ergebnis gezeitigt haben Johann Rausch galt bei den Kommunisten als Spiel und wurde deshalb ron ihnen ermordet. Mörder jolt tein anderer fein als Feilg Neumann, Schrifffeher, geb. 1889 ju Berlin, der einer fommunistischen icheta angehören joll und der bis zur Uebernahme diefer Tätigkeit als politischer Sefretär bei der Reichszentrale der SPD. in Berlin angestellt war. Sein Gehilfe bei der Tat war ein gewisser Boege, Mitbegründer der Ortsgruppe Leipzig der KPD., ferner ein ge wiffer Margies, der megen wiederholten Diebstahls mit 12 Jahren Zuchthaus vorbestraft ist, und ein gewiffer Saon. Alle vier befinden sich in Haft Ferner find verhaftet Otto Roenig aus Daimstadt, Gottwald Deus aus Haan und der Kraftfahrer Adolf Roesner aus Berlin. Sie alle follen Mitglieder einer Tichela der Kommunistischen Partei gewesen sein, die die Aufgabe hatte, Berräter innerhalb der Partei und besonders gefährliche Gegner Paris, 25. April.( Eca.). Dem Populaire" zufolge wird der der Partei durch Mord zu erledigen. Die Zuständigkeit der Gruppe Aufenthalt Morgans in Paris fehr furz sein. Morgan werde wahr erstreďte sich auf das ganze Reich. Gie unterstand einem Führerscheinlich Anfang der tommenden Woche. Paris verlassen, jedoch miit dem Dednamen Hellmut, der inzwischen in der Berfon eines vorher eine Zusammenkunft mit Poincaré haben. Muffen, der angeblich Goref heißt, festgestellt und in Berlin verhaftet wurde. Die Mitglieder der Tfcheta erhielten zunächst 180 m. Am Monat, ipäter 60 m. für die Woche mit 50 Broz. Zuschlag für Berheiratete. Sie wurden angeblich durch Handschlag mit folgenden Borten verpflichtet:" Ich verpflichte mich, bei meiner prole „ Ich tarischen Ehre(!) als Mitglied der Gruppe zur Ueberwachung der Bartei. Berrat, Feigheit und Flucht werden mit dem Tode bestraft." Bei den Verhafteten wurden Parabellumpistolen, erheb. liche Mengen von Sprengstoffen, sowie auch Kulturen von Ruhr, Typhus und Cholera- Bazillen beschlagnahmi. Die italienische Antwort eingetroffen. Baris, 26. April.( Eca.) Die Antwort der italienischen Regierung an die Reparationsfommission ist der Reparationsfomuniffion nunmehr, wie wir aus amtlicher Stelle erfahren, zugegangen. Die Reparationskommission wird daraufhin gegen 12% Uhr die Texte Der Zuſchriften aan die Reparationskommission der Deffentlichkeit übergeben. Der englische Handel für Verständigung. Der Wahlfieg in Finnland. Bon Karl H. iit, Mitglied des finnischen Reichsinges. Die Neuwahlen zum finnischen Reichstage, ihre Ursachen und Ergebnisse beleuchten grell die jeßige Eniwidlung in Finnland. Sie weiſen Symptome auf, bie nicht nur für Finn. land charakteristisch sind. Kommunistenverhaftungen vom August 1923. Der Kommu Die Wahlen standen unter den Nachwirkungen der großen nismus ist keine besonders fräftige Pflanze in Finnland, we die Arbeiterschaft seit 25 Jahren in den fozialdemokratischen Organisationen geschult worden ist. Aber er dient, in Finnland wie in anderen Ländern, den Reaktionären als Berwand für Maßnahmen, unter denen die gesamte Arbeiterschaft zu leiden hat. Die nach 1918 in Finnland zur Machi gelangten fleins bäuerlichen Elemente waren von den Linksparteien zu abhängig, galt für sie, die neugewonnene Demokratie in einer für die um gegen die Arbeitertiaffe fchroff auftreten zu fönnen. Es Bauernschaft vorteilhaften Weise auszubauen und zu befestigen; es galt ferner, durch eine umfassende Siedlungsbewegung der Bauerntlasse mehr Mitglieder zuzuführen und somit die soziale blikanische Berfassung angenommen, und durch eine Reihe Grundlage der Bauernherrschaft zu befestigen. Das eine wie das andere gelang; im Sommer 1919 wurde eine repu das andere gelang; im Sommer 1919 wurde eine repi Schlußstein war die sogen, Ler Kallio, die die Großgrundvon Gesezen wurde eine Bodenreform angebahnt. befizer verpflichtete, einen Teil ihres Bodens dem Staate für Nachdem dieses Geses an Siedlungszwede abzutreten. genommen worden war die tommunistischen Stimmen hatten dabei den Ausschlag gegeben hatte der Mehr feine Schuldigkeit getan. Der Anfang August 1923 wurden plötzlich die führenden Kom munisten, insgesamt etwa 200 Personen, verhaftet und die tommunistischen Drudereien versiegelt, so daß die 3Zeitungen nicht mehr erscheinen fonnten. Bor dem Hofgericht in bo wurde ein Riesenprozeß inszeniert, von dem das Bürgertum voll Ungeduld die zerschmetternden Beweise gegen die Roms munisten erwartete, die die Regierung Kallio versprochen hatte. Da der Reichstag durch die Berhaftung der fommunistifchen Abgeordniefen eine Maßnahme von zweifelhafter Gefeßlichkeit unvollständig geworden war, forderte die Gozialdemokratie die Auflösung des Reichstages und die Ansehung von Neuwahlen. Die Regierung lehnte diefe Forderung ab. Die Sozialdemokraten drohten, von den Nun griff der Sizungen des Reichstage's fernzubleiben. Reichspräsident ein, indem er im Januar 1924 das Rumpf parlament auflöfte. Die Regierung Kallio, bie bis zum Ende Widerstand geleistet hatte, mußte demiffionieren. Die Wahlen fanden am 1. und 2. April statt. Jegt offenbarte es fich, welche Dummheit die Regierung Rallio begangen hatte, als sie die Reuwahlen nicht schon früher vornehmen ließ. Im Herbst 1923 waren die Roms munisten infolge des Schlages, der sie getroffen hatte, desorganisiert. In den Reihen der Sozialdemokratie herrschte Mißmut. Dagegen genoß die Regierung wegen ihres festen Auftretens" gegen die Kommunisten unter den Bürgerlichen eine große Autorität und die von ihr begangenen Gesegwidrig feiten verzieh man ihr nur allzu gerne. Nun hat sich der große Kommunistenprozeß als eix Standal erwiesen. Nichts neues ist dabei dargelegt nur alte, schon längst veröffentlichte Parteis worden; programme und Refolutionen find vorgelegt und in hoch Die meisten ber verräterischem Sinne ausgelegt worden. Berhafteten find inzwischen auf freien Fuß gesetzt worden. Die reattionären Elemente machten die größten Axstrengungen, um die reaktionäre Stimmung im Bürgertum zu schüren und reaktionäre Pläne vorzubereiten. Sie vlantex unter anderem durch eine Mahlrechtsreform" die Kommu nisten auch für die Zukunft aus dem Reichstag auszuschalten hätte ihren Kampf um Erhöhung der Getreidezölle, Abschaffung und so die Zahl der Arbeitervertreter zu vermindern. Dies des Achtstundentages usw. außerordentlich erleichtert. hätte ihren Kampf um Erhöhung der Getreidezölle, Abschaffung " Die Arbeiter fahen die Gefahr, die ihnen durch dieje Anschläge drohte. Es entstand eine starte Bewegung sur Selbstverteidigung. Bon Tag zu Tag änderte sich die Lage. An die Stelle des früheren Mißmutes trat Rampfesluit. Sogar die Kommunisten, die so gut wie ohne Zeitungen und Propagandisten dastanden, entfachten eine, freilich unbedeutende, Bahlpropaganda. Als das Wahlresultat bekannt wurde, erweckte es großes Aufsehen. Nicht weil die Zahl der kommunistischen Mandate ron 27 auf 18 gesunken mar ein anderes Resultat war unter den obwaltenden Berhältnissen faum zu erwarten. Aber daß die Sozialdemokratie beinahe alle von den Rommunisten verlorenen Mandate gewann und daß die Zahl der Arbeitervertreter fast unverändert blieb, das mar die große Sensation des Bahiausgangs. Weitere Mord pläne der Neumann und Genossen follen fich gegen den General v. Seedt und den württembergischen Condon, 26. April.( EB.) Der Bund der englischen Handels. Minister Bolz gerichtet haben. Es wird behauptet, daß Reumann, Poege, Margies und Szon dem General zweimal aufge. lammern hat an den Staatssekretär Snowden ein Schreiben geSchon seit einiger Zeit macht sich unter den Arbeitern, lauert hätten, in der Absicht, ihn niederzufchießen. Da Seedt nicht richtet mit der Erklärung, der Bollzugsausschuß des genannten Sam, ging Neumann ins Behrministerium und gab sich dort dem Offi- Bundes sei der Ansicht, daß der Sachverständigenplan die unter fommunistischer Führung standen, ein Uma aier vom Dienst gegenüber dis Berichterstatter einer Berner Zeitung angenommen werden solle, da dieser eine gerechte und verfch mung bemerkbar. Organisationen, die früher aus der eus, der sich nach der Lage in Deutschland erfundigen wollte. Neu- nünftige Löfung der Reparationsfrage darstelle. Der Bund der fozialdemokratischen Partei ausgetreten find, schließen fla mann erfuhr, daß Seedt in Beimar sei und voraussichtlich am englischen Handelskammern ersucht die englische Regierung, die ihr wieder an. Bei einer genauen Brüfung der Wahlziffern nächsten Sonntag sormittag 9 Uhr zurüdtommen werde. Zur anotwendigkeit anguerfernen, bas Möglichste zu tun, um diefen stellt sich jetzt heraus, daß die Zunahme der sozialdemokre Plan jo rasch wie möglich der Berwirklichung entgegenzuführen. gegebenen Zeit ftanden Neumann und Szon mit Fahrrädern am tifchen Stimmen genau der Abnahme der fommunistischen Anhalter Bahnhof bereit. Sie wollten Seedt niederschießen und Stimmen entspricht. Diese Erscheinung zeigt sich in sämtlichen dann auf den Fahrrädern flüchten. Seedt tam jedoch nicht. 16 Wahlkreisen Finnlands. Es ist offenbar, daß ein beträcht licher Teil der früheren tommunistischen Wähler( etwa ein Drittel) jetzt für die Sozialdemokratie geftimmt hat. Soweit die Angaben, hie fich, wie gesagt, auf amtfiche Quellen gen. Sie sind abenteuerlich und phantastisch gemg, leider aber Die Londoner Grenzverhandlungen zwischen dem Freiftaat Jrland und dem Sonderstaat Ulfier find gescheitert und abgebrochen. Bel ben Wahlen von 1822 erbleffen bie Soglabemofraten! Whöneren Wahlschrei der lehten Stunde vorstellen als diesen? Don Insgesamt 100 Danbaten 33, bie Rommunifben 27 Jegt Und wenn man diesen Wahlschrei haben kann, was fommt es Rnd 60( atbemetzee amb 18 tommuriftliche dann auf ein paar Arbeiterleben an? Arbeiterleben sind billig! bgeotnete gemühit norber De Mandate der Arbeiter. Wir warnen vor diesem verbrecherischen taffe fund es so 80 and 13 getunten. Uber bieler fleine Spiel! Rein Arbeiter, der auch nur für einen Pfennig VerBerluft miro ber und ber mettgemahi burch die größere and im Kopf hat, wird seine Knochen riskieren, um für den Feftigteit, e Ichelierontreing infolge ihrer neuen Barnichtenden Bruderkampf zwischen Arbeitern und Arbeitern, lammenlegung gewonnen dat. für ein verlogenes fommunistisches Wahlmanöver neues Material zu liefern. Haltet die Augen offen! Hütet euch vor Lockspiheln! Wables a Finnimas faben eine fchon früber wahr nehmbare Tatsache beutlich zum Boribeln gebracht. Jene Teile der Arbeiteri gaft, welche unter tommunistischer füh rung standen, find allmählich ber leeren Birioresun Deutschvölkische gegen Nationalsozialisten. gen und Prophezeiungen der Rommaaiften müde geworden. Sie fehren zur bewährten Taftif der Sozialdemokratie zurüd. Die Arbeiterklasse als Ganzes ge= winnt eine größere Einmütigkeit und Feftigkeit. Es ist daran Bedarf im Kampfe gegen die erstartende Reattion. Kommunisten und 1. Mai. Wir leben bekanntlich noch immer unter dem kleinen Belagerungszustand. Inhaber der vollziehenden Gewalt ist der Reichsinnenminister Dr. Jarres. Aufzüge und Versamm lungen unter freiem Himmel sind nicht gestattet. Die Beamten, gleichviel melcher politischen Richtung fie angehören, sind von Amis megen verpflichtet, die gelten den Bestimmungen, mögen sie ihnen persönlich gefallen oder nicht, zur Durchführung zu bringen. Die Freiheit der Straße ist das schönste Symbol einer freien Demokratie. Sie aufrechtzuerhalten ist die Sache des Boltes felbst, und aufrechterhalten werden kann sie nur durch Maffendisziplin und gegenseitige Duldung. Wo Demonstrationen zu Gewalttätigkeiten mißbraucht werden, bei denen Menschenleben und Sachgüter in Gefahr geraten, wo fie zu Brügeleien zwischen politischen Gegnern ausarten, da hört die Freiheit der Straße durch die Schuld der Gewalttäter auf. Die Kommunisten brüllen jeßt, es fei die Schuld der Sozialdemokratie moran trägt die Sozialdemokra tie nicht Schuld?, daß die Freiheit der Straße für den 1. Mai perlorengegangen sei. Sie schweigen davon, was sie getan haben, um die Freiheit der Straße zu vernichten. Um von alten Sünden zu fayweigen, hat die KPD. eben erft einen Parteitagsbeschluß gefaßt und veröffentlicht, der die Organisierung des Kampfes mit der Waffe in der Hand, besonders durch die Organisierung bewaffneter Teiltämpfe" für die wichtigste Aufgabe der Partei erflärt. Kommunistische Knüppelgarden versuchen an den Der schiedensten Orten, sozialdemokratische Wahlversammlungen durch Radau und Gewalt zu sprengen. Was sollen wir Gozialdemokraten unter folchen Umständen denen antworten, die uns fagen:„ Es besteht die Ge fahr, daß gefchloffen auftretende kommunistische Züge Gewalt tätigkeiten begehen, die sich gegen die Beamten und gegen die andersdenkenden, gleichfalls am 1. Mai demonstrierenden Arbeiter richten. Darum fann das Verbot von Versammlungen und Aufzügen unter freiem Himmel nicht aufgehoben werden!"? Die Kommunisten haben durch thr blödes Treiben der Mehrheit des arbeitenden Volfes, den sozialdemokratischen Arbeitern, die Freiheit der Straße genommen. Wenn sie jest gegen das bestehende Berbot protestieren und der Sozialdemofratie die Schuld an ihm geben, so ist das mur eine schamInfo Heuchelei. Dor Allem Anschein nach streben die Kommunisten dahin, am 1. Mai Zusammenstöße zu propozieren, an denen bann natürlich gleichfalls mur die Sozialdemokraten allem Gevering und Richter die Schuld" haben werden. " Sozialdemokraten laffen Arbeiter nieberhauen! Sozial bemokraten laffen auf Arbeiter schießen!" Kann man sich einen " Die Venus von Lespugue. Die Blastik gilt seit langem für die älteste Form der Kunst, und bie vorgeschichtlichen Forschungen der neuesten Zeit haben tatsächlich bewiesen, daß in den Anfängen alles fünstlerischen Schaffens die Skulptur zusammen mit der Umrißzeichnung auftritt. Die Epoche Der älteren Steinzeit, das sogenannte Mouftérien, ist noch ohne Spuren des Kunstschaffens. Erst im Aurienacien, der mittieren Steinzeit, tritt der Künstler in die Weltgeschichte ein. Während der Mensch der älteren Steinzeit, der Neandertaler, noch ohne jeden Schmuck und Zierde des Daseins den notwendigsten Lebenskampf führte, erscheint in der mittleren Steinzeit ein anderer höherer Mensch, der sich schon mit Ketten und Mufchein schmückt und das Bedürfnis Des Formens und Gestaltens in sich trägt. Nun taucht auch das Werkzeug des Künstlers auf: neben dem großen Faustteil findet sich der feine Grabstichel, finden sich Nadeln und Meißel. Die ältesten Skulpturen, die mir besigen, behandelt der Geschichtsschreiber der pr: mitiven Runft Herbert Kühn in citem Auffah der Kunstzeitschrift Der Cicerone", in dem er auf einen erst nor furzem gemachten hernorragenden neuen Fund hinweist. Die Skulptur, besonders die der menschlichen Gestalt, tritt am häufigsten im Anfang aller Kunft auf. In den späteren Epochen finden sich sehr viel weniger Blastiken, und in dem Magdalénien, dem die vollendetsten farbigen Band malereien angehören, hat man nur vier menschliche Stulpturen gefunden. Der Hauptgegenstand dieser frühesten Blaftit ist das Weib, und eine Frauendarstellung ist auch die neue Skulptur, die in der Höhle Rideaux bei dem Ort Respugue in der Dorgogne aufgefunden tourde; es ist die schönste aller bisher gefundenen i guren. Die Freipfaftit ift aus einem Stüd eines Mammutstoß Zen Spatenstich, bei dem man auf die Figur stieß, zerbrochen wurde. zahns gearbeitet; das Material war so zerbrechlich, daß es durch Das Bildwert, das mehrere Tausende von Jahren unberührt in der Erde gelegen, mißt 14,7 3entimeter Höhe, 6 Zentimeter Breite und an größter Dide etwa 3,6 3entimeter. Der Kopf ist eiähnlich. Kein Zug des Gesichts ist dargestellt. Der Leib zeigt ein deutliches Gefühl für Rhythmus; doch sind besonders start die Brüfte und das Gefäß betont. Sehr interessent ist die Andeutung der Haare burch parallele Striche, die fast den ganzen Kopf bedecken und im Rüden fast bis ans Schulterblatt reichen. Auch ein Gemand ist in eigenartiger Weise angedeutet, wobei es sich wohl um einen aus geflochtenen Streifen bestehenden Schurz handelt. D Unter den ältester Bildwerfen gibt es eine ganze Reihe ähnlicher weiblicher Gestalten, die alle sehr fleischig und start sind, während die Figuren des Magdalénien fchlant und zart erscheinen. Diese meiblichen Darstellungen verschwinden in der späteren Steinzeit, und die Fragen nach der Ursache dieses Verschwindens und nach dem Ginn bifer Figuren rühren an die wichtigsten Fragen der Aesthetit, die sich mit der Entstehung der Kunst überhaupt beschäftigen. Nach Sühne inschauung hal diese Kunst der mittleren Steingeit Beinen mystischen oder magischen Ursprung. So wie ihre Formensprade ganz diesseits gewandt, ganz erdgebunden ist, schreibt er, so ist es auch der Geist, aus dem fie erwuchs. Der Mensch, der diese Kunst Kampf bis aufs Messer. Uns geht ein ausgedehnter Schriftwechsel zu, der von neuem bestätigt, daß zwischen der Deutsch völlischen Freiheitspartei und der Nationalsozialistischen Arbeiter. partei ein Rampf bis aufs Meffer ausgefochten wird, bei dem sich die beiden Barteien mit allen Mitteln gegenseitig an die Siffers in Magdeburg mit dem Auftrag, in stage and ble Band zu drüden versuchen. Ende März erschien ein Sendling Hitlers in Magdeburg mit dem Auftrag, in Magdeburg und Umgegend die Nationalsozialistische Arbeiterpartei aufzuziehen und die Deutschvölkische Freiheitspartei zu erledigen. Der neue Mann hieß Neubauer und sorgte zunächst einmal dafür, daß die beiden Führer der Deutschvölkischen Freiheitspartei in Magdeburg, Brunt und Heinab, faltgestellt wurden. Gegen Bulle und einen deutschvölkischen Kandidaten Namens Beberstedt erhob er derart schwere Anschuldigungen, daß die ganze deutschvölkische Sippschaft in Magdeburg durcheinander geriet und eine Deputation zu Graefe fandte. Meit wie großem Erfolge Neu bauer arbeitete, geht aus einem Schreiben seines deutschvölkischen Ronkurrenten Heinak vom 29. März hervor, in dem es heißt: Für die Art, wie die Deutschvöltische Freiheitspartei in Magdeburg gegen die Nationalsozialisten arb itet, führt Neubauer einige Beispiele an. Der Vorsitzende der Freiheitspartel verbot den völkischen Zeitungsverfäufern, Listen für die Nationalsozialistische Arbeiterpartei auszulegen, die dort unter dem Namen Großdeutsche Volksgemeinschaft auftritt. In einem Flugblatt verbreitete er die Nachricht, wer Mitglied der Nationalsozialistischen Partei werden wolle, müsse sich in die Liste der Deutschpöltischen Freiheitspartei eintragen. Unter diesen Umständen ist es tein Wunder, wenn Neubauer zu der Ueberzeugung tommt: Wir sind auch der Auffassung, daß es furz über lang zu einem Bruch mit der Freiheitspartei tommen wird und muß, da die ehrliche nationalsozialistische Bewegung durch die Intereffenwirtschaft der Freiheitspartei aufs schwerste geschädigt wird. Der völlische Gedanke hätte viel weitere Boltstreise zu fammengefaßt, wenn nicht durch einzelne Führer der Freiheitspartei Spaltungen in die Bewegung getragen würden. Wer mit den einzelnen Führern gemeint ist, geht aus dem heftigen Rampf hervor, den die Nationalsozialisten gegen Wulle führen, der augenscheinlich unter allen Umständen taltgestellt werden soll. Die Rolle, die Graefe in diefer Affäre spielt, bleibt vorläufig ungeklärt. Ueberraschung, als sie den lebertritt Rnüppel- Runzes Im übrigen bringen die Berichte Neubauers insofern eine mit feiner Deutschsozialen Bartei aur Hitler- Garde anfündigen. So wirbelt im deutschvölkischen Lager alles durcheinander, und es geht dort noch schlimmer zu als in Rapps Judenschule. Der Klerus gegen die Deutschnationalen. Breslau, 26. April.( Eigener Drahtbericht.) Das Breslauer fürst bischöfliche Ordinariat erläßt heute in der Schle „ Ich weiß nicht, ob es Ihnen befannt ist, daß Herr N. vor fischen Bolkszeitung" des Zentrums eine aufsehenerregende Er. 14 Lagen in München war, sich dort einen Gewerbeschein flärung, die fich gegen die Kandidatur eines tatholischen Pfarrers hat ausstellen lassen, baß er für Magdeburg und Umgebung die als deutschnationaler Spikenfandidat in Oberschlesien wendet. Die Großdeutschen organisieren foll Umgebung ist ein sehr behn Erlaubnis zu dieser Kandidatur hat der deutschnationale Geistliche barer Begriff und reicht für N. ficher mindestens bis einweber eingeholt noch erhalten. Der Fürftbischof bedaure die Zer schließlich Anhalt Er wird sich den Nationalsozialisten genau jo als Landesporfigender aufbrängen, wie er uns fich aufgedrängt hat. In dieser seiner angeblichen Eigen schaft als Vorfizender des Landesverbandes nimmt er morgen auch erst an der gemeinsamen Führerjigung in Berlin. Landbundhaus, Deffauer Straße, teil. Hierauf und auf den Gewerbeschein möchte ich Sie besonders hinweisen. Neubauer feinerseits gibt sich den Anschein, als fei nicht er, fondern die Beitung der Deutschvölkischen Freiheitspartei der Sündenbod. Er beflagt sich in einem Schreiben an feine Bartelleitung vom 11. April darüber, daß die deutschvölkischen Führer Magde burgs, Brunt und Heinah, die von ihm angestrebte Einheits front für die Wahlen durchbrochen und ihr Versprechen nicht gehalten hätten. Sie dächten lediglich an die Sonderinteressen der Freiheitspartei und seien schuld daran, wenn die Bölkischen in Magdeburg in zwei Gruppen gespalten seien: ie Freiheitspartei, hie Bölkische Freiheitsfront". Weiter beflagt er sich darüber, daß feine Einsprüche in Berlin auf unfruchtbaren Boden gefallen feien: In Berlin wurden unsere Einwendungen gegen Brunt gar nicht gehört. Es hieß, er sei der Vertreter der Partei und damit erledigt. Ein Kopf Ludendorff, Graefe, Hitler sei nur Propaganda. In Berlin fei Reichsleitung die FB., in München die NSBAP. Der völkisch- soziale Blod ginge fie nichts an. Ein schriftlicher Verkehr mit dem Borsigenden wurde abgelehnt. Es würde nur mit Herrn Brunt verfehrt. In Sachen Weberstedt hieß es, die Vorgänge feien geflärt und damit erledigt. Wenn die Stadt Magdeburg fich sperren würde, würde Herr Wulle herüberkommen und den Laden zuschlagen. Das Aufziehen der Orts gruppen von Brunt fei im Auffrage von Berlin erfolgt. Unjer Einwand, daß die Nationalsozialisten das auch dann hätten fun müffen, wurde abgefertigt: Was wollen Sie denn, Sie sind doch verboten?" Am Sonntag, den 31. Märt, bei der Bertreterverfanimfung in Berlin wurde bei der nationalsozialistischen Vorversammlung aller. feits festgestellt, daß die Fretheitspartei fich mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln auf Stoffen der Nationalsozialisten in den Bordergrund gedrängt habe. Auch in Medlenburg und Thüringen jelen die Nationalsozialisten aufs schwerste benachteiligt worden." fplitterung, die durch die Deutschnationalen in den oberschi chen Alerus hineingetragen worden sei. Dem deutschnationalen eistlichen wird aufgegeben, dafür Gorge zu tragen, daß seine Partei sich nirgends auf bischöfliche Autorität berufe, da ihm sonst die Annahme der Wahl verboten werden müßte. Das Auftreten von Geistlichen gegen andere Geistliche im selben Orte. fei eine schwere Schädigung der kirchlichen Autorität und müffe unterbleiben. Stuttgart, 25. April.( TU) Bischof Dr. von Refiler in Rottenburg hat dem bisherigen deutschnationalen Abgeordneten Dr. Fürst, der katholischer Priester und in seinem Amisberuf katholischer Lehrer am Gymnasium in Ravensburg ist, die Wieder aufnahme feiner Kandidatur für die am 4. Mai statifindende Landtagswahl in Württemberg untersagt Deutschnationale Partei in Württemberg erklärt dazu, daß fie fich trotzdem nicht veranlaßt sehe, die Randidatur Fürst zurückzuziehen. Ein Tabakmonopol? Die Die von der Expreß- Korrespondenz gebrachte Nachricht, Verhandlungen zwischen Regierung und Tabatgewerbe über die Einführung eines Tabat monopols ftänden vor dem Abschluß. iſt, wie dem Deutschen Handelsdienst von zuständiger Seite mitge teilt wird, falfch. Das Tabatgewerbe steht in feinerlei Verhande lungen mit der Regierung über ein Tabatmonopol. Es lehnt, unb zwar in allen Gruppen des Gewerbes, ohne Ausnahme ein Tabal monopol in irgendwelcher Form ab. Der Vorschlag der ersten Sachverständigentommission ist nichts anderes als die. Empfehlung eines verschleierten Monopols. Infolgedessen steht bas Tabafgewerbe auch diesem Borschlag einmütig ablehnend gegentiber. Spielhöllen in Muffolinien. Gin neuer Erlaß des italienischer Ministeriums gestattet bie Wiedereröffnung von Spiel. banten und Spieltlubs, besonders in denjenigen Orten, die mindestens zehn Jahre Kurorte sind und die fich nicht in der Nähe von Städten mit mehr als 200 000 Einwohnern befinden. Die Spielunternehmungen find jedoch ber Staatsfontrolle unterstell+ schuf, war ein Jäger, ein Sammler von Pflanzen und fierischer| hat wieder seinen hohen Sinn für die Freude an der Illusion, für Nahrung. Er fannte nicht ben Aderbau, nicht die Viehzucht, nicht das Wesen des Theatralischen bewiesen. die Töpferei, nicht die Seßhaftigkeit. Seine Kunft erstrebt den Augenblid, das Momentane, das Blogliche. Eine foiche Kunft ist nie hergeflossen aus einer weltabgewandten, mystischen Zeit eine folche Kunst ist verwoben und verbunden mit laufend Fäden de bunten Leben ist das Leben felbst. Aus der Art der Tote ist das Leben felbst. Aus der Art der Tote bestattung ergibt fia), daß der Mensch dieser Zeit anscheinend noch nicht den Gedanken des Fortlebens der Seele nach dem Tode fennte, der Tote lebte ihm wirklich fort als Lebenber, als lebendiger Toter." Diese weiblichen Statuetten tönnen demnach feine Göttergestalten fein, sondern es find Darstellungen des Weibes als der Schöpferin des Lebens, verbunden vielleicht mit Scheu vor der Mutter. Nicht eine Frau, nicht irgendein Wesen wird hier abgebildet, fondern es ist die Frau, das Weib vielleicht die Mutter. Jefners Wedekind. Jeff, am Ende der Saison, bringt Leopold Jeßner fo ganz nebenher König Nicolo" von Frant Bebetind in einer Form heraus, die uns diese Königstragödie zu einem Erlebnis werden läßt. Die gestrige Aufführung im Schiller- Theater ist eins von den wenigen fünfilerischen Ereignissen diefes Theaterwinters. In der Meisterung des spröden dramatischen Stoffes erwedt fie frohes Gedenken an die grandiose szenische Gestaltung von Essigs lleberieufel". König Nicolo" gehört nicht zum eisernen Bestand des deutschen Theaters, weil die Tragödie, rund heraus gejagt, an das Auffassungsvermögen des Regisseurs und des Publikums höhere Anforderungen ftellt, als„ Erdgeift“ und„ Frühlingserwachen". Durch das Braufen der Revolution vom Thron gefegt, irrt Rönig Nicolo hungernd mit verdingen und spielt sich, den König, in einer erschütternden Szene. feiner Tochter durch das Land, will sich als tragischer Schauspieler Der Theaterbefizer und das fahrende Bolt ringsum lachen sich halbtot. Nicolo vermag nicht, von der wahrhaften Tragit feines Geschicks zu überzeugen. Sie halten die Darstellung seiner See'enqual für bes zwingende Romit. So ist das Leben. Und schließlich endet Nicolo als Hofnarr an den Stufen des Thrones, auf dem er selbst einft gesessen. Kein Mensch fann seinem Schidjal entgehen. So ist das Beben. Jenseits von dramaturgischen Regeln zieht die Tragödie in neun schillerbunten Bildern vorüber. Wedefinds Lust am Gaufelspiel, der göttliche Glanz der Groteste gligert auch in diesem Wert. Ein genaues Szenarium hat Wedekind seinem Manufpript beigegeben. " Die Ausstattung muß sich durchaus auf das absolut Notwendige beschränken, schreibt er. Leopold Jeßner hot fich mit der Berwegenheit des Künstlers nicht an die Anweisung gefehrt. Er fügt die neun Bilder in einen Rahmen von lautem, lustigem Jahrmarktsrummet. Benn der Borhang hochgeht, ertönt das Gefärm von Bauten und das Didelbum des Leiertaftens, die ganze Bühne dreht sich als ein Riesenkarussell mit Reitpferdchen, Orgel und bunten Lampions. Gegenwartsentrückt genießen wir die Tragödie, die zu grotest für ein Trauerspiel und zu gedanfentief für eine Boffe ist, als tragische Harletinade. Eine Augenweide mit ernstem Hintergrund. Jeßner Den König Nicolo gab mit der gewohnten Einfegung der ganzen Person, der Seele, Alerander Granadh. Das Sprunghafte feiner Bewegungen, die Kraft seiner Mimit reißt mit Künstlerischer Troßz spielt aus der fleinsten Szene. Daß er aber nicht wie Jeßner den Wedekindschen Stil in seiner letzten Bollendung getroffen hat, beweist feine Probevorstellung vor dem Theaterbefizer. Der fragisch ge meinte Ernst mirkt echt und mdacht die Bachluft seiner Zuhörer, die ein Boffe zu sehen meinen, nicht glaubhaft. Die Tochter spielte Lucie Mannheim mit der ganzen Frische ihrer Jugend und der Schönheit ihres graziöfen Rörpers. Aber auch hier fehlt die letzte spielerische Anmut. Die Rolle möchte ich einmal von Elisabeth Berg ner verförpert sehen. Wie im Staatstheater üblich. war auch die tleinste Rolle mit. sicherem Latt befeht. Aus der Fülle der pracht vollen Leistungen fei nur Mag Shred hervorgehoben, der als gelangweilter, gefchäftsmäßiger Gerichtsvorfigender eine einbrudfame Type schuf. Ernst Degner. Das Ende des Fes. Die türfifche Regierung läßt es Tich an gelegen fein, mit allem aufzuräumen, was an die alte Zeit und abgefchafft, die in Orient übliche Kopfbededung aus Wolle, die feit das alte Regime er'nnern fönnte. Jezt hat man auch den Fes Sultan Mahmud statt des Turbans als Ropfbedeckung für die Staatsbeamten vorgeschrieben und selbst beim Heer eingeführt war. Eine amtliche Verfügung hat den Fes zunächst im Irat beseitigt und ihn durch den Sibara erfekt, eine Art Mlitärmüße, die un gleich bequemer und auch obendrein billiger als der Fes ist. Der Sidara ift auch für die Armee von Irat zur Einführung gelangt. Sidara ist auch für die Armee von Irak zur Einführung gelangt. Der Kalpat, die aus Ungarn stammende Belzmüße, wird dagegen weitergetragen. von den türkischen Nationalisten als auszeichnende Kopfbedeckung Erftaufführungen der Woche. Dienst. Theater am Kurfürstendamm: Der Störenirieb. Donn. Romöbler baus: ias". Stammer piele: Romödie der Borte". Freit. Deutsches Theater:" Paracelfus.. Sonnab. Rose Theater: Das Stebesverbot. Sonnab Urania- Vorträge. Theater. Son nt. 2: Golffretertang". 4 ,: Box Hamburg nach New Yort". 62: Alt- Berlin". 9: Leben, Unter den Nach barn des Rorbpols. Mont. 5 u. 7: Bon Hamburg nach New York". Dienst. 5: 9: Sabio im Dienite des Arates und Naturforschers. Stap- Bolonio- Film". 7: Dr. Delge: Geschlechtstrantbeiten". 9: Radio". freit: Dr. Geifes, Bege bes 3m u. Exports". 8: Mt- Berlin". Mittw. u. Donnerst. 5, 7, 9:„ Stab- Bolonio- film". 6: Alt- Berlin, 9:„ Radio". Hörjaal. Sonnt u Mont: rüblingstage an der Riviera". Dienst. 6: Beschlechtsfrankheiten". mitt m. 8: Die Schlöffer Botsbams". Donn. 8: Rügen.- Freit 8: Riefengebirge. Gonnab. 8: Vierwaldstätter See. Das Chor- und Ballettpersonal der Berliner Staatsoper, das sich no im Streit befindet, veranstaltet am Sonntag, b. 27. b. Wis., einen Kunit abend in der Neuen Welt, Hafenbeide. Zur Aufführung gelangen Dpern höre, fomie alte und neue Tänze. Musikalische Leitung: Kapelmeister Clemens Schmalstich Ballettleitung on Rollow Sutrittslarten gu 1,50 und 1 Mr. Sranöenftem am Schanöftekn. Von völkische« Speeren durchbohrt. Und ob er sich windet und ob er sich dreht—. der Herr Vrandenstcin. Exzellenz, zu Mccklcnburg�chwerm wird von seinen völkischen Bundes- und Kampfgenossen in einer Weis« ge- Mickt und gezwackt, daß ihm angst und bange wird. Zum ersten Diele ist da ein leibhaftiger deutschnationaler Ministerpräsident eines Freistaates— an sich schon für ihn ein schrecklicher Gedanke! — und er kann es nur fein, weil die Völkischen ihn wählten und solange sie ihn hallen! Seine erste Regierungshmidlunz war der Hinauswurf re- publikanischer Becnmer. Seine zweite die Zustimmung zum Sach- verständigenActachteit. Di« erste fand völkisch« Billigung, die zweit« aber wird möglich erweis« mit dem Hinauswurf Brandensteins enden. Denn er ist der Erfüllunzssünd« bloß, und das wird ihm nicht verziehen. Tatsächlich muß«r sich deshalb von den Dölki- schon seine Sünden vorreiten lassen. Naivem sie ihn brieflich um eine klare Antwort auf ihre klaren Fragen ersucht haben, braucht er wieder eine Ausflucht. Er schreibt ihnen: Schwerin, den 23. April 1924. Herrn Gutsbesitzer Hauptmann a. D. Mvertens Neuhos. Ich bestätige dankend den Empfang Ihr« Briefes vom 18. d. M. Nachdem ich Gelegenheit hotte, Sie kürzlich in einer mündlichen Besprechunq über mein« Srellungnah-ine in der Kon- ferenz der Mmisterpräsidenten am 14. d. zu unterrichten und Sie mir bei dieser Gelegenheit Einwendungen gegen diese Stellung- nahm« nicht gemacht haben, ich vielmehr den Eindruck(!) Ihrer Zusriwmun>z(!?) hatte, bedauere ich es, die Ihnen in dieser vir- traulichen Besprechung gegebenen Erklärungen schriftlich nicht wiederholen zu können, da ich damit rechnen wüst, daß meine Ihnen nur vertraulich zu machende« Mitteilungen ebenso wie Ihr an mich gcrichicier Brief in der Presse oerössenilichl werden.(!!) Mit vorzüglicher Hochachtung Hab« ich die Ehre zu fem Euer Hochwcchlgeboren sehr«rgebener Frhr. v. Branden st« in. Die Berufung auf die Geheimdiplmnatie genügt ab« den «ölkischen Kampfgenossen nicht. Sie stellen entrüstet fest: Der verantwortliche Staatsminister von Mecklenburg- Schwerin, der deutschnalional« Zührer und Leiter des Landbandes Tlccklenburg-Schwerin, hat sich als nicht kräftig genug erwiesen, die.Sachoerstgndigen-.Erpressung abzulehnen. Exz. Brandenstsin führt anscheinend seine Politik aus den Wegen der„vertraulichen"' Geheimkabinettsdittate, die das angeblich doch„souveräne" Volk vergewaltigen. Der Ministerpräsident»erweigert seinen Wählern und d« gesamien mecklenburgische« DevSUernng die klare osfeu« Dar- siellung der Wirklichkeit. l Nun ist zwar die völkisch« Stellungnahme zum Sachverständigen- gutechien absoluter Unsinn. Aber den gleichen Unsinn begehen die Deutschnationalen, die gegen andere Erfülle? mit derselben Demagogie arbeiten, wie die Völkischen gegen sie selbst. Wen« daher Brandenstein am völkischen Schandenstein steht, so hat er das seinen deutschnaticnalen Gesmnungsgmwfjen zu danken, die ihn in solche Verlegenheit brachten._ Gegen die Solöatenfpkelerei. Paris. 2S. April. sEca.) wie der Korrespondent der Expreß. Korrespondenz zuverlässig erfährt, wurde heul« in Verlln«in« gemeinsame Note der Dotschafier der Alliierten überreicht, die auf Grund der Verhandlung?« der Botschaflerkonferenz bei der deutschen Regierung gegen die Tällgkeik der Geheimverbände in dem besehten Gebiet protestiert und die Ergreifung d« notwendigen Maßnahmen verlangt. sMe wir an zu- ständiger Stelle erfahren, ist bis zur Swnde ein solcher Schritt d« Enleulcvertreler In Berlin nicht erfolgt. Red. d. ,B.") Ter Streit um die Militärkoutrolle. London. 2(5. April.(2318.) Reuter«fährt aus zuverlässiger Quelle zu der Frag« der Wiederaufnahme der Militär- kontroll« in Deutschland, es werde erwartet, daß der britische Vertreter in der Doischafterkonsevenz einen Dorschlog unterbreiten werde, der dahin gehe, daß nur«in« vorläufige Antwort auf die letzt« deutsche Mitteilung über diese Frage erteitt werden soll«. Nach Abschluß der deutschen Wahlen«erde dies« Antwort durch eine umfassendere Ncte ergänzt werden. Paris, 23. April.(MTB.) Ministerpräsident Poincarä hatte gestern abend eine Unterredung mit dem englischen Botschafter. „Petit Parisien" glaubt zu wissen, daß über die interalliierte Militär- kontrolle gesprochen worden sei..Echo de Poris" nimmt an. daß auch die Sachverständigenberichte der Gegenstand der Besprechungen waren. Unzufri'eöene Liberale. London, 2S. April.(TU.) Bei der letzten Fraktionsfitzung der Liberalen im Unterhaus war der Kapitän Tuest als Sprecher der mit dem gegenwärtigen liberal-sozialistischen Bündnis unzufriedenen Gruppe aufgetreten. Er hat nunmehr einen Brief an den Führ« der Liberalen, Asquith, gerichtet, worin« sagt, daß die Liberalen sich verpflichtet halten, angesichts der gegenwärtigen Umstände mit der Konservativen Partei zusammenzugehen, um die sozialistische» Pläne zu vereiteln und sie daran zu verhindern, einen günstigen Wahltermin zu bestimmen. Vor einem Vorstoß der Konservative». Laut.Daily Expreß" hätten auch die konservativen Führer beschlossen, ein« Umstellung der konservativen Politik vorzunehmen. Der Sozialismus solle angegriffen werden. Im Unterhaus« solle eine energische Führung an den Tag g«. legt werden und in den Wahlkreisen solle ein neu« konservativer Appell erfolgen.__ $taute am effektenmarkt. Der Effektenmarkt von Büro zu Büro am heutigen Börsenruhetage war äußerst geringfügig und die genmnten Kurse liegen teilweise unter den gestrigen Schlußkursen. D.es tnfft nament. lich für den Montanmartt zu. Hier hatte sich'w Laufe des gestrigen Nachmittags einige Belebung gezeigt, die ab« tn den gestrigen Abendstunden einer neuen»erflauung platzmacht«. Dieser erneute Nückgong wird allgemein größeren Abgaben von Großbanken zu- geschrieben. Diese Verkäufe fetzten sich auch m de» heutigen Bor- Mittagsstunden weiter./ort und namentlich m den Phorux-Bergbau- Aktien war ein äußerst starkes Angebot zu verzeichnen. Im übrigen hält man in Bankkreifen weiter zurück, da die UnncherheM und das Mißtrauen gegen einzelne in Berdacht von Zahlung s« schwier i gleiten stehend« Firmen noch nnmer auf dem Markt lastet. Auch der Geldmarkt bleibt immer noch knapp. Der Satz für täglich-s Geld stellte sich heute täglich auf 2 Promille. Der Devisen- markt weist auch heute eine kleinere Entlastung auf. Im Usance- Handel wird in Ueberecnstimmung mit der Kursgestallung aus den internationalen Märkten der Frank etwas niedriger, und zwar mit 68)b, im Tausch gegen London gehandelt. Sofort auf üie Straße. Das Mieigerich: Neukölln verhandelte kürzlich unter dem Bor- sitz des Amtsgerichtsrates Dr. Hecht in einer Aufhebungsklage, deren Entwicklung und Ausgang für alle Mietervertretungsn von großem Interesse ist. Wohl zum ersten Male hat ein Hauswirt, der Oberposssekretär Mohs in Baumschulenweg, gegen «inen Mieterobmann die Räumungsklage angestrengt. In der Klage wird zugestanden, daß der noch im Amte befind- sich« Hauswirt ein schwer nervöser, und Herzleiden- der Mann ist und bis zu der Klage sogar mit seiner Familie in starkem Unfrieden lebte. Die Ehefrau klagt« allenthalben über häufig« Mißhandlungen und äußerte zu Zeugen:„Auch bei den Mietern Ist nur mein Mann der Unruhestifter." Bis zum Herbst 1923 ging alle» ganz gut, weil M.. der das Haus erst vor zwei Jahren kauft«, gar nicht bei seiner Familie polizeilich gemeldet war und sich hier nur tageweise aufhielt. Der Obmann, Kaufmann Walter Winckler, half der Ehefrau des Hauswirtes«in Jahr lang bei der Hausverwaltung und lieh ihr aus Eigenem wiederholt größere Summen. Der Streit mit M. entstand dann hauptsächlich wegen der Flur- und Treppenbeleuchtung. Nebenher lief«ine U n- meng« von Hausstank, wie er leider in den meisten Groß- stodthäusern üblich ist. In der Velen chtungssrage hatte der Obmann sich anfangs von einem Rechtsirrtum leiten lassen, was zu dem Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung, sich in die Recht« des Hauswirtes nicht einzumischen, führte. Der Obmann gab den Fehler zu und versprach Zurückhaltung. Nach Ausscheidung des geradezu fürchterlichen Stanks blieb für die Beweisaufnahme im wesentliche» nur übrig eine Anfrage des Obmanns beim Finanzamt, ob der Hauswirt für gewisse geschäftliche Transaktionen die Umsatzsteuer ge« zahlt habe, zwei anonyme Denunziationen bei der Oberpost. direttto» und beim Postamt SO. 36 sowie ein dem Hauswirt in die Hände gespielter, an die Mutter gerichteter Brief des Obmanns, der allerdings sehr unvorsichtige und beleidigende Wendungen ent- hält. Während der Klage hat die gesamt« Mietervertretung ihr Amt niedergelegt, weil sie es für unmöglich hält, mit einem so nervösen Hauswirt zusammen zu arbeiten. In der Verhandlung am 24. April war der Obmann sofort bereit, den ihm zugeschobenen Eid zu leisten, daß er an den anonymen Denunziationen völlig unbeteiligt fei. Da» Finanzamt Oberspree hatte grund« säfclfch abgelehnt, die eingeforderten Steuer» akten dem Gericht zu überweisen. Rechtsanwalt Dr. Haendel führt« eindringlich aus. daß es da» gute Recht feden Staatsbürgers sei, Anfragen an die Steuerbehörden zu richten und sogar Anzeigen zu eritatren. Man dürfe die verschiedenen Fehler des Obmannes nicht«inseitig berrteifen, müsse auf die Ensstehungs- Ursache, auf den schweren Krankheits zustand des Hauswirtes und auf seine vielen Provokationen zurückgehen. Auch da: belastende Rundschreiben an die Mieter fei nur aus dem nicht durch die Schuld des Obmannes angesammelten Zündstoff herausgewachsen. Da, Mietgericht verurteilte den Obmann zur Räumung der Wohnung, und zwar merkwürdigerweise rück- wirkend zum 81. März 1924. Der Antrag auf Zuweisung einer Ersatzwohnuno wurde abgelehnt. Selbstverständ- lich ist sofort Berufung beim Landgericht eingelegt worden. In solchem Urteil liegt nickst der Geist der Vermittlung und Versöhn- fichleit, der unbillige Härten vermeiden soll. Wohin sollen denn die vielen Räumungsbeschlüfle de» Neuköllner Miebgerichtes, die in der Bevölkerung groß« Beunruhigung hervor. rufen, noch führen? Schnelles Eingreifen des Iisstizministers ist dringend erforderlich._ der Nunüfunk im Vahlkompf. Wie zwischen den Parteien vereinbart, wird über den Rund- funksender der Reichstelegrophenverwaltung im Box-Haus an den Tagen vor der Wahl jeder der nachsiehenden Reichstagsparteien ein. mal zu Worte kommen, und zwar werden am Dienstag, den 29. April, um 7.30 Uhr für das Zentrum der Reichskanzler Dr. Marx: Mittwoch, den 30. April, um 7L0 Uhr für die Deutsch. national« Loltspartei Gras v. Westarp: Donnerstag, den 1. Mai, um 7.30 Uhr für ins Sozialdemokratisch« Partei Dr. B r« i t> scheid; Freitag,"den? Mai, um 7L0 Uhr für die Deussch« Volkspartei der Reichsminister des Auswärtigen Dr. Strese- mann; Sonnabend, den 3. Mai, um 7L0 Uhr für die Demokra- tische Partei Reichsminister a. D. Dr. Koch sprechen. Festnahme jagendlicher Brandstifter. In Niederschönhausen und Pankow haben in der letzten Zeit mehrere Brände die Feuerwehr beschäftigt, die auf Brandstiftung zurückgeführt wurden, u. a. brannte es m der Blankenburger Straße 2. Blankenburg« Straße 7, Schulzanstr. 124 imd in der letzten Nacht in der dortigen Schlohgävtnerei. Der Kriminalpolizei gelang es nicht die Brandstifter zu ermitteln, ob- wohl di« Bevölkerung sich schon s e i t W o che n beunruhögte. Gestern abend geang es nun der Feuerwehr, einon der Brandstifter,«inen ISjährigen Jungen aus dem Ort. auf frischer Tat zu ergreifen, während zwei ander? Burschen entwischten. Die Bengels hatten abermals«ine Scheune der Schloßgärtneret angesteckt und wärm abermalz entkommen, wenn der ISjährig« D enget namens P. Becker sich nicht verraten hätte durch fein« Freude beim Anrücken der Feuerwehr, der es gelang, die Flammen bald zu löschen, so daß kein größerer Schaden«nsstanden sein soll. Der Bursche gestand ein. diese und andere Brandstiftungen mi» seinen Freunden verübt zu haben. Vielleicht hat die Bande noch mehr aus dem Kerbholz.___ Kongreß der Aerzte des Arbeiter- Samariter-Bundes. In Essenach fand der 1. Kongreß der im Arbeiter-Sama- riter-Bund tötigen Aerzte statt. Am Vorabend waren di« Aerzte(etwa 130) Gäste der Arbeiter-Samariter-Kolonn« Eisenach. Am Kongreßtag« begrüßte der»undesvorsitzende Genosse Kretzschmer-Chemnitz die aus allen Teilen Deutschlands dele- gierten Aerzte mit herzlichen Worten unter dem Hinweis, daß jetzt in Deusschland mehr als 36 0000 Arbeiter-Samariter in etwa 600 Kolonnen zusammengefaßt seien. Die Notwendigkeit dieser Tagung sei schon durch das zahlreiche Erscheinen der Aerzte bewiesen. Daraus sprachen Dr. A ren s b« r g- Berlin über.Di« Beziehungen zwischen Arzt, Samariter und Volk", Dr. Messing- Charlottenburg über„Die rechtlich« Stellung de» Ar- belter-Eamariter-Bunde» und seiner Aerzte zur Allgemeinheit, zu den Behörden und ärztlichen Standesvereinen", Dr. N o a ck- Gotha über»Die sozial- hygienischen Aufgaben der Samariter-Kolonnen und Dr. Münz-Chemnitz über den»Zusammenschluß der im Arbeiter-Eamariter-Bund tätigen Aerzte. Die anschließende Diskussion zeigt« die fast vollständige Einmütigkeit über den weiteren Ausbau des Bundes und der Kolonnen zum Besten der arbeitenden Bevölkerung. Es wurde folgend- EM- schließung einstimmig angenommen..Di« am 20. April 1924 in Elsenach versammelten Aerzte des Arbeiter-Samariter-Bunde» schließen eine Arbeitsgemeinschaft, die außer einheitlicher Samartter- auÄiildung bezweckt, in allen wichtigen Fragen der Hygiene und der sozialen Gesetzgebung Freund und Wegweiser für die werktätig« Bevölkerung zu sein. Die Bersammlten erblicken dos Wohl des Volkes nicht in einem Abbau, sondern in einem Aufbau der sozialen Gesetzg-bunz." Danach nahm man eine weiter« Eni- schließung«instimmig an. die Bezug hat auf verschiedene Aerzte- vereine. Es kommt verschiedentlich vor, daß Aettteverem« gegen Aerzte. die Arbeiter-Samariter ausbilden, durch Beschlüsse vorgehen, ja. sogar den betreffenden Arzt gesellschaftlilch boykottieren. Gegen diese ganz und gar ungesetzliche Maß- nahm« wurde aufs schärgte protestiert. Unsere Wählerversammlungeu. I« mehr der Wahlkampf sich dem Ende nähert, um so stärker sind die scz.oldemokratischen Versammlungen besucht, um so siezes- gemisser ist die Stimmung. Das trat geslern abend so recht in die Erscheinung in der Versammlung Schmargendorf. In dem nur kleinen Vorort Schmargendorf waren die Besucher der Ber. sammlung in Massen erschienen. In der Versammlung sah man viele Bürgerliche, die mit gespanntester Aufmerksamkeit dem Genossen Auf häuf er zuhörten, der si« darüber aufklärte, daß nur die Sozialdemokraten die wahren Freunde der arbeitenden Bevölkerung und die Beschützer der Republik sind. Die zwei Kommunisten, die in der Diskussion sprachen, tonnten irgendwelchen Eindruck nicht erzielen.— In Friedenau hatte Genosse Lüdemann das Referat Der Struktur der Friedenauer Bevölkerung«�sprechend war die Versammlung in der Haupts ach: von Bürgerlichen aller Parteirichtungen besucht. In feinen trefflichen Ausführunzen ver- stand es Genosse Lüdemann, die Zuhörer bald m seinen Bann zu ziehen. Ettizelae deutschnationale Zwischenrufe ferÄzt« er so vor- trefflich ab, daß auch sie bald verstummten.— In Zehlendorf sprachen die Genossen Minna Todeshagen und Franz Künstler. Genosse Künstler geißelte die volkzorfleischende Methode der Völkischen. Nicht wenig Derblüsfung erweckte er bei den Nationalen, als tt einwandfrei nachwies,' daß Ludendorff jüdisches Blut in den Adern hat. daß Graf Reventlow mit einer Stockfranzösin verheiratet sst und daß Völkische Deuschnationole mit dem Tode bedrohen. Aus AuMhrungen des Generals Deimling bewies Genosse Künstler, da HFrankreich heute bereits 4000 Flug- zeuge mobil machen könne und daß es von der Flugzeugbasis Metz aus Berlin mit Bomben belegen könne. Genossin Todenhagen wandds sich an die Frauen. Die Frau, vor die Ensscheidung ob Tod oder Lebm gestellt, werde nur das Leben wählen, weil sie die Trägerin und Erhalterin des Lebens ist. Es widerspreche also ihrem eigensten Wesen, für ein« Partei zu stimmen, die neuen Krieg. neuen Bürgerkrieg und damit unausgesetzte blutige Grauel wünsche.— Auch die anderen sozialdemokratischen Wählerversammlungen fanden in Vororten statt und waren sehr gut besucht. In Spandau, Schöneberg, Johannisthal. Steglitz und Nieder- schön Hausen, wo die Genossen Pfarrer Franck«. Anna Geyer, Dr, Löwen st«in, Dr. Moses und Z u b e i l sprachen, war der Beifall, den unsere Redner ernteten, groß. « In«wer überfüllten össenKchen Wählerinnenver. sammlung im Prenzlauer Berg erinnerte Genossin Bohm-Schuch an die begeisterten Kämpie der Sozialdemokratie für die Gleichbcrcchtigunq der Geschlechter. Di« Reserentin schildert« dann die Tätigkeit der Partei aus dem Gebiet der Wohlfahrt. In der Diskussion las ein« kommunistische Rednerin unter stürmischer Heiterkeit der Dersammlung ihre Rede vor. Als eine von unseren Genossinnen sprach, setzt, eine Unruhe ein. die schließlich in ein« Schlagerei ausartet«. Unser out organisierter Saalschutz mußte ringreisen und einig« jugendliche Kommunisten und eine mit Händen und Füßen um sich schickende Frau an die frische Lust befördern. Schlägerei auf einem Unlergrnndbahnhof. In der vergangenen Nacht gegen 1% Uhr gerieten auf dem Seneseldcr Platz der Kaufmann Kurt Runde und der Student Friedrich Lenz mit mehreren Passanten aus noch nicht aufgeklärter Veranlassung in eine Schlä- gerei, in deren Verlauf Rund« in der Bedrängnis ein« Pistole zog und einen SHuß abfeuert«, der jedoch niemanden verletzt«. Darauf stürmten die Gegner, durch die Schießerei auf» äußerst« eroitlert. auf Runde und Lenz em, so daß diese auf dem Uittergrundbahnhos Senefelder Platz Zuflucht suchten. Hier wurde die Schlägerei fortgesetzt, bis das von dem Bahnhofs. Vorsteher alarmierte Ueberfalltommando Nord auf der Bildfläche erschien. Drei der Haupttäter— als solch« bezeichnet si« der amtliche Bericht—, der Arbeiter Ernst Rütter, der Arbeiter Willi Rossow und der Schlosser Hennann Wege— wurden von der Polizei fest» genommen und nach ihrer Vernehmung auf dem 72. Polizeirevier wieder«nttassen. Rund« hatte mehrere Verletzungen am Kopf davon. getragen, die er sich auf der nächsten Rettungsstelle verbinden ließ. Die erst« öffeuilch« Zungmählerversammlung fand am gestrigen Abend im Rcichcnberger Hof statt. In einleitenden Worten wies der Redner, Genosse Max Westphai darauf hin. daß bei dieser Wahl nicht weniger alz 28 Parteien«ine Stimmliste aufgestellt haben— ein traurige, Zeichen für die politische Reife de, deutschen Volkes. Wir als Jugend haben ein Interesse daran,«in arbeitsfähiges Parlament zu schaffen, können das aber nur tun, wenn wir die Parieisplitter imbcackn« lassen. Heut« sind wieder die Leute am Werke, die 1918 nicht tief genug in« Mauseloch kriechen konnten. und haben den Mut, sich als Daterlandsretter hinzustellen. Unsere Ausgabe muß es sein, die Jugend aufzuKären und ihr zu zeigen. daß di« Sozialdemokratie die Partei ist. die am besten die Rechte der Jugend zu vertreten weiß. 43. Abteilung. Treffpunkt zur FlugMattoeiteilung heute Sonnabend abend 6 Uhr Cuvristraß« 45 und Sonntag früh 9 Uhr ebenda. Die Ueberlebenöen von SeUinzona. Trauersei« für Helfscrich. Bon den deutschen Derwundeten in BeMnzona gibt noch der Zustand dos Kaufmann» Otto Lang« aus Bremen und de, Kaufmann» Otto Bruell aus Dien zu Befürchtungen Anlaß. Bon der Familie Hoffmann sind zwei Personen schwer vciletzt, die übrigen Mitglieder dieser Familie sind heute in ihre Heimat ab« gereist. Zwei weitere Opfer sind inzwischen identifiziert worden. ein Mailänder' Kaufmann San ei und ow Herr Staeleeton (der Name ist wahrscheinlich verstümmelt). Berkin. Roederstr. 40(?). Dl« bisher noch nicht identifizierten Leichen werden nach Zürich überführt, wo ihre Identifizierung auf Grund von vorliegenden und noch eingehenden Anfragen stattfind«: soll. Die Schweizer Presse bringt ousfübrüche Schilderungen von Augenzeugen de» Unglücks. aus denen hervorgeht, daß außer dem badischen Wagen, dessen To»- b« hälter explodierte, und einem ihm folgenden italrenischm Wagen, der ebenfall» vollständig verbrannt ist. die übrigen Personenwagen fast völlig intakt geblieben sind. DK beiden ersten Wagm haben den Stoß in der Hauptsache aufgefangen. Bei dar gestrigen Trauerfeierlichkeit zu Ehren der Opfer der Eiftnbahnkatastrophö hielten u. a. Ansprachen der Bürgermeister von Bellinzona und der deutsch« Generalkonsul in Lugano, Flanken. Ter Bürgermeister gedachte besonder« Helfferichs als em«, große» Batcrlands freund», und der deutsche Konsul oeriieh der tfefen Bewegung und dem allgemeinen Mitgefühl, das feine Landrsgrenz« kennt. Ausruck. Die Särge Helfferichs und seiner Mutter wurden beute nachmittag nach Zürich geführt und sollen von dort nach Mannheim gebracht werden, wo voraussichtlich Mitte nächster Woche die Einäscherung stattfindet. Bundesrat Haab und der General- direktor dar jckMrizcri'chen Bundesbahnen machten der Familie Heliferich ebenfalls Beileidsbesuche. Die Haltung der Tessmer Be- vöikerung war während der ganzen eindrucksvollen Tranersei« und der Ueberführunq der Leichen vom Kbankenhau» zur Kathedrale und dann zum Bahnhof ein« äußerst würdige. Ganz Bellinzona nahm an d« Trauer der Hinterbliebenen teil, denen zahl: eiche rührend« Beweis« de, Mitgefühls dargebracht wurden. von Stuf« zu Stuft. Wie die Braunschweigifch« Landeszeitmia meldet, ist der Anführer des Überfalles auf die Grub, Treu« bei Aloesdorf, wobei 130000 Mark Lohngelder gestohlen wurden, der au» der Stvastmstalt in Wolfenbütte! beurlaubt« Kommunist und Posträuber Ludwig Rusch an» Bramsschweig. Wetter für morgen. Wetter für Lerllu vud llme-geab. Willi eä, mck-flänbige» Setter, mV südlichen Winden. Uederall«ild und uur w» Rvrdvjten»och kühl. Gewerkschaftsbewegung Volksentscheid und Achtstundentag. Die Rommunisten find Eetanntlich Feinde ber Dem D Pratte und somit des Barlaments. Es ist, um in der Sprache der Rommunisten zu reden, nichts weiter als ein Arbeiter betrug", wenn die RBD. trogdem fomnunistische Kandidaten aufstellt. Irgend welche praktische Arbeit im Barlament dürfen die Kommunisten gar nicht machen. In ihrem Bahlaufruf erflären fie ausbrüdlich, daß fie nur in den Retastag gehen, um dort Ramaut zu machen. 21s Gegner der Demokratie find sie selbstverständlich auch gegen jede Boltsabstimmung, die der reinste Ausdrud der Defoliatie ift. Deshalb erffären fie ben Blan, den Achtstundentag, mie bas in der Schweiz gefchehen ist, durch eine Bollsabftimmung sicher zustellen, als Arbeiterbetrug, Bahibluff, Berrat am Achi Buntentag ufw. Es ist deshalb auch burdens eflärlich, daß die Rote Sahne ann alltäglich gegen den Beschluß zu Felde zieht, den der Bundes ausschuß des DGB. in feiner Tagung vom 18. und 19. März gefakt bat, eine Rommission mit den Rorbereitungsarbeiten zur Her teiführung eines Boltsentscheibs über den Achtstundenteg zu beauf tragen. Daß dieser Beschluß, wie schon gesagt, vom Bundesausschuß bes DGB. gefaßt worden ist. weiß sie sie Fahne" offenbar nicht. Sie seridhweigt quch was wir bereits festgestellt haben daß iergendein tonfreier Beschluß noch gar nicht vorliegt und sie unterschlägt meiter ben wirklichen Legt des Abkommens sen Bashington. Die Rote Fahne ist aber dimmer, als es felbft Sinomjes erlauben würde, wenn sie erzählt, daß das Abkommen von Bashing ton teine Strafbestimmungen für lebet iretungen enthält. Soll etwa in Genf ein Gericht eingefeht werden, vor dem alle Unternehmer der fünf Erdteile vorgeladen und abgeurtent werden, die sich irgend we gegen das Abtonimen von Washington vergangen haben? Für die Durchführung eines internationalen Abkommens fönnen felbft verständlich nur die Staaten als folche die Berpflichtung übernehmen. Es ist Sache ber einzelnen Bänder, burch entsprechende Ausführungs. bestimmungen die Uchertretung eines internationalen Abtommens unter Strafe zu stellen. Oder mutet die Rote Fahne der Kuiturwelt ebna zu, ais internationales Strafrecht die ruffische Giraf redtspflege zu übernehmen? Dafür würden wir uns insbejondere in Deutschland bestens bedanken!. fpringe bes ormeger geftört murbe, andererseits burch Mitarbeit in ber Amsterdamer Internationale. Genossenschaftlich bat fich die dänische Gemertschaftszentrale an der Gründung der Arbeiter- Rohlenversorgung und der Arbeiter- Landesbant" füb rexb beteiligt. 3eriplitterungstendenzen zeigten fich vor dem Kriege von syndikalistischer, nach dem Kriege von fommu Beide sind voll und ganz abgewehrt nistischer Seite. worden mit glänzenden Finanzen und ftraffer Disziplin steht der dänische Samvirkende Fagforbund" fampfbereiter und stärker als je zuvor da. Zum Streit in der Staatsoper. Bie uns Dom Chorfänger und Ballettverband mitgeteilt wird, fanden gestern im Kultusministerium Verhandlungen statt, die jedoch refultatios verliefen. Eine zu gestern abend einberufene Bersamm lung der Streifenden beschloß nach Entgegennahme des Berichts, ben Streit fortzulegen. Trog vieler Engagementsangebote, teilweise jogar vom Ausland, wollen die Streitenden zunächst das Auseinandergehen des Ensembles vermeiden und haben deshalb bisher alle Angebote abgelehnt. In der Generalverwaltung der Staatstheater liegt es nun, ihrerseits endlich ein genügendes Entgegenkommen zu zeigen, um den Streit, nicht zulegt im Interesse des Ansehens der Staatsoper felbst, zu einem befriedigenden Ende zu führen. Generalversammlung des Gemeindearbeiterverbandes. füife gezahlt: Arbeitnehmer son 18 Bis 21 Jahre 5,40 2, 21 bis 24 Jahre 7,20 m., über 24 Jahre 9 m. Jugendliche: 14 bis 16 Jahre 1,60 m., 17 Jahre 5,40 M. Mindererwerbsfähige: 3,60, 5,40, 7,20 M. Diese Borschüsse werden an alle Arbeitnehmer ohne Unterschied des Geschlechts gezahlt, die in der Zeit vom 30. März bis 24. April b. 3. ununterbrochen vollbeschäftigt im städtischen Dienst gestanden haben. Für die in den städtischen Müll.( Regie) betrieben beschäftig ten Arbeitnehmer betragen die Löhne ab 20. februar für unge lernie Arbeiter 29,65 D., steigend bis 35,05 m. für qualifizierte Handwerker. Wirtschaft www Juflafien( Waluta, Breis, Lohn 1914-1924). inter diesem Titel hat Genosse Dr. Emil Kraus eine wertvolle Studie zur gegenwärtigen Wirtschaftstrise im Berlag Bensheimer( Mannheim) erscheinen laffen. In streng fachlicher, wissenschaftlicher Betrach tungsweise schildert Kraus zunächst die durch Krieg und Inflation herbeigeführte Umschichtung der gesamten Wirtschaft; dann geht er auf die Zusammenhänge zwischen Inflation und Finanzpolifit ein; bei diesem Anlaß schildert er die gewaltigen Borteile, die der Befig bei der Besteuerung und aus der Kreditpolitik der Reichs. bant zog. Die verheerende Mirfung der Notenpresse und Baluta zerrüttung auf die Kauffraft des Arbeitslohnes wird eingehend In der Generalverjenaniung der Ortsverwaltung Berlin des und mit reidjem statistischen Material dargestellt. In dem Kapitel: Die wirtschaftliche Sanierung. Ihre grundlegenden Boraus Gemeinde- und Staatsarbeiterverbandes, die gestern abend im Ge- Die wirtschaftliche Sanierung wertschaftshaus tagte, gab Bevollmächtigter 2a godzinfti den fegungen" fordert Kraus die Rückkehr zu gesunder Saltulation Er Geschäftsbericht für das erste Quartof. Einen breiten Raum nahm protestiert gegen die Abwälzung der Folgen der Stabilisierungstrife fein Bericht über das Tarifwesen ein. Bei allen Berhandlungen auf die Arbeiterschaft und weist die irreführende Bolemit der Unterund Tarifabschlüssen zeigte fich der rücschrittliche Einfluß des Bernehmer gegen den Achtstundening in ihre Grenzen zurüd. Er ver bandes fommunaler Arbeitgeber, dem der Magistrat Berlin ange. langt fategorisch ben Uebergang zu einer feften, in Gold geführten hört. Der Hauptvorstand des Gemeindearbeiterverbandes mußte Währung, den Abbau aller überhöhten Preise und scharfer Kon bei Berhandlungen wegen Abschluß eines neuen Reichsmanieitarifs trolle der Kartell- und Monopolpreispolitik und eine hebung der in der Abwehr beabsichtigter Arbeitszeitverlängerung fogar dazu Reallöhne als Borauslegungen der Wirtschaftsgefun. schreiten, in einigen Orten Deutschlands den Mitgliedern die Arbung. Das Büchlein, das 1,50 M. toftet, tann der Arbeiterschaft beitseinstellung freizustellen. Diese Teilaltionen hatten den Er empfohlen merden. Zusammenschluß im landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen. folg, daß etwa verlängerte Arbeitszeit auch bezahlt werden muß. Bei den Berhandlungen über die Erhöhung der Löhne für Ge- Der Banerife Genoslenimaftsverband in Ansbach, meindearbeiter zeigten sich Schmierigteiten insofern, als die Ber dem eine Zentralfaffe und 278 Einzelgenossenschaften angehören, handlungen bei den Reichsbehörden zwischen Arbeitern und Behat fidh dem Reichsverband der Deutschen landwirt. amten getrennt, geführt wurden und infolgedessen die Neufefte haftlichen Genossenschaften Berlin angeschlossen. In jegumg der Löhne für die Reichsbeamten nerzögert wurde. Der Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften find jehung der Löhne für die Reichsbeamten verzögert wurde. Gemeinde und Staatsarbeiterverband trat deshalb, ohne die staat. Damit im Deutschen Reich in 28 Landes und Brovinzialverbänden fiche Regelung abzuwarten, an den Magistrat heran und erreichte 25 166 Genoffenschaften mit rund 2,8 Millionen Mitgliedern ver auch den Abschluß eines annehmbaren Lohnabkommens Leider einigt. Er stellt damit die größte deutsche landwirtschaftliche Organi. haben sich bei allen Tarifverhandlungen Differenzen mit den an ben Larisen beteiligten Brudergewertschaften ergeben, die der Sache durchaus nicht förderlich waren. Es muß erwartet werden, daß Auf den Unsinn der Rotan Faine", ber demagogisch fem will und nur langweilig ist, irgendwie weiter einzugehen, erübrigi fich. Wir wollen in Deutickand teine Dittatur, ob sie nur von ben jungen Leuten Sinowiems oder beren Freunden von rechts proflamiert wird, sondern die Boltsherriaftie menig Die Rommunisten selbst an fich und ihre Bopularitat glauben, be weift die„ Rote Fahne om bejben felbst, wenn fie schreibt, bag in tommenden Reichstag feinerlei Mehrheit für den Achtstundentag schaften diefer leidige Konflitt endlich einmal beigelegt wird. urit Hilfe und Bermittlung der gewerfichaftlichen Spikentörper vorhanden sein wird. Damit gefteht das Blatt Sinojews ein, daß Lagodzinski gab ain Schluß seiner Ausführungen der Hoffnung es ganz genau Bescheid weiß über die geringen Aussichten, die die Ausbrud, das es gelingen werde, die alte Schlagfraft der Organi Rommunisten ber den Reichstagsmahlen haben. Gerade deshalb aber find wir andere: Meinung. Die Kommunisten ois prafttichefation, die durch die Inflation start gelodert wurde, wieder herzu Feinde des Actstundentages( fiehe Seunsmerte und Sillerfeld) haben zwar feine großen Chancen bei der Reichstagsfeststellen, daß die finanziellen Verhältnisse der Filiale fich nach Der Refierer Siete mann fonnte in feinem Staffenbericht wahlen, um so beffer aber steht die Frage bes Achtstundenteges. bem Eintritt fefter ährungsverhältnisse zur Zufriedenheit gebeffert haben. Er machte auf die am 28. 5. Mt. eintretende Bei imagserhöhung aufmerijam. In der Ausspredje protestierte esy( RED.) gegen den Befluß der Gewertschaftstommiſsion, die oppofitionellen Mitglieder Der Blenarversammlung zur Einstellung ihrer Tätigkeit in den ge mertschaftlichen Smeigstellen der Rommunistischer Bartei zu ver anlaffen. Er erflärte, fich els vollberechtigtes Mitglied der Gegeberin, hie erweiterte Ortsverwaltung, ihm bisher das mandat nicht entzogen habe. Eine von ihm eingebrachte Entschließung fand jedoch nicht die Mehrheit der Berseminung, nachdem Lagodzinski fich in seinem Schlußwort dagegen gewandt hatte. Dem Raffierer wurde Entlastung erteilt. 25 Jahre dänische Gewerkschaftszentrale. Die dänische Gewerkschaftszentrale De samvirkende Fagfor. Sund bringt anläßlich des 25. Jahrestages der Gründung im Jahre 1898 eine Zusammenstellung der Tätigkeit dieses Organs der Ar beiterbemegung, die lehrreich und zugleich lobend für die Arbeit der deutschen Gewerkschaften in ihren vielen Hinweisen auf das Handwerkschaftskommission zu fühlen, um so mehr, als seine mtandai in- Sandarbeiten der deutschen und dänischen Gewertschaften ist. Bon 61 000 Mitglieder der angeschlossenen Verbände im Jahre 1898 ft bie Mitgliederzahl auf 237 500 Ende 1923 gestiegen, wobei die Gesamteinwohnerzahl Denemarts mit 3,2 Millionen zum Bergleich hierher gefeßt sei. Unter den titgliedern 1923 befinden fich runs 40 000 Frauen. Dazu kommt eine Zahl von rund 74 000 Angehörigen von Gemerfidajten, die, obmom auf freigemerfichajte lichem Boden stehend, der Zentrale nicht direkt unterstehen, so daß es Ende 1923 rund 320 000 gewerffchaftlich Organisierte in Dänemart gibt 45 4 des neuen Reichsmanteltarifs außer Rraft gefekt werden und dafür die 2omadyungen des Reichstarifes treben. 3ur Frage der Meifeier haben sich bisher alle Funttionärtonferenzen für Arbeitsruhe ausgesprochen. Es steht zu ermarien, daß den Feiernden Dom Magiftrat feine Schwierigteiten bereitet merben. Am Schluße der Bersammlung teille Gürne mit, baß in Zukunft des Mittwochs feine Kassenstunden mehr stattfinden. Der Bezug des Berbandsorgans wird in Rürze neu geregelt werden. Nene Löhne für die städtischen Kämmereiarbeiter. fation dar. Gewerbesteuer und Gartenbau. Nach der Gewerbesteuernesorb nung vom 23. November v. 3. unterlegen der Obst und einbau fomie der Gartenbau ber Gewerbesteuer nicht. Diese Bestim zufolge, in einem gemeinsamen Erlaß des Finanzministers, des inung enthält, so wird, dem Amtlichen Breußischen Bressedienst minifters des Innern und des Handelsministers ausgeführt, im Ber hältnis zu dem Gewerbesteuergesetz von 1891 eine Nenderung injofern, als bisher nur der Gartenbau mit Ausnahme der Runst und Redt der gesamte Gartenbau, also auch die Kunst- und Handelsgärtnerei gewerbesteuerfrei war, während nach dem neuen Handelsgärmerei, gewerbesteuerfrei ift. Dagegen unterliegt die Rumit und Handelsgärtnerei ebenso wie die übrigen steuerfreien Betriebe der Steuerpflicht, insomeit ein gewerbsmäßiger zutauf fremder Erzeugnisse des Gartenbaues zum Zwede Des weiteren Berte es im rahen oder verarbeiteten Zustande statt. findet. Ausbreitung des Karstadt- Konzerns in England. Der Texti und Warenhausfonzern Rudolf Karstadt 2.- 8. bat in dieser Zeit größter Devisentnappheit in England für 27 000 Bfund Sterling ( 540 000 Goldmart) eine Spinnerei erworben. Das in Man chefter gelegene Bert foll dem Ronzern ermöglichen, alle im eigenen Betrieb benötigten Garns selbst zu spinnen. nge Theater der Woche. Runmehr réferierte Bagobzinfti über den neuen Mantel tarif für die städtischen Arbeiter Berfins. Danach beträgt die Bem 27. April bis 5. Mai 1924. Arbeitszeit in den Betrieben der Stadt 8 Stunden täglich, Bollsbühne: 27. bis 5. Balantafena.- Opernhaus: 21. Batfire, 28. 6am doch hat der Magistrat bas Reát, bei einer Berlängerung der Arbonicfonzert. 2. Die tote Stadt. 30. Giegfried. 1. Eosed 2 Sigaros Such: Kroll- Oper: beitszeit für die Beamten, diese dann auch auf die Arbeiter geit. 3. Webermaus. 4. Soffmanns Erzählungen. 5. Bioletta. 27. unb 30. Fiebermaus. 28. und 3. Tiefland. 28. Boheme. L. Barbier von Das Birten der Gewertschaften in der Frage der Arbeits anzumenben. Der Tarif gilt bis Ende März 1925, hat aber Bee Sevilla Rigoletto. 4. Madame Butterfly. 5. Safannes Geheim. Giovanni geit fennzeiden folgende Sahlen: Durcydywittsarbeitsgeftimmungen, nach denen michtige Paragraphen beim Infrafttreten Schicchi. Schauspielhans: 27. Gunvazivagabundus. 28. und 5. Boffenabend. Dänemart 1872 11,4 Stunden täglich, 1910 9.7, 1918 29. Biel Lärmt um nichts. 30, Candida. 1. Ribelungen( 1. Abenb). 2. und 9,5, 4. Beer Gynt. 3. Stibelungen( 2. bend). Schiller Theater: 27, 50., 2. und& 1920 8,3. Der Achtstundenarbeitstag ift feit 1920 allgemein, bie Rinig Ricolo. 28. Räuber. 20. Maria Stuart. 1. Stora. Fauft, L. Teil. lleberschreitung von 0,3 Brag. rührt von der Anpassung an 5. Stafhan ber Beife. Deutsches Theater: 28., 30. und 1. Die Sübin von Saisonarbeit( Landwirtschaft, Fischerei) her. Der eal Telebo. 29. Samlet, 2., 3, unb 4. Baracelfus. Et ift en allen schulb. 5. Det lebende Leichnam. Rammerspiele: 28. bis 30. und 2. Wetterleuchten. L. 3. Iohn des dänischen Arbeiters ift durch das Birten der Gemertund 4. Romöbie der Borte. Beffing- Theater: Rolportage. Theater in oce schaften von jährlid) 1296 Kronen im Jahre 1914 auf 1579 in Röniggräger Straße: So ift es! 3 es fo? Deuffdes Opernhaust Jahre 1920, der Durchschnittsstundenlohx son 19,9 Dere 27. Lohengrin. 28. Carmen. 29. Der Dantel. Cavalleria rufticano. 30. gavethe. 1. Der Troubadour. 2. Ein Mastenball. 3. Soffmanns Erzählungen, im Jahre 1872 auf 35,5 im Jahre 1899, auf 142.1 Dere im Jahre 4. Aiba. 5. Die Meistersinger von Nürnberg. Großes Schauspielhaus: 1922 das eine Kronenverschlechtering von girta ein Drittel hatte, Gajparone.- Renaiffance Theater: 27., 28, 2. bis 5. Sie tote Stabt. Bon 29. bis 1. Axarchie in Gillian. Die Eribüne: Dez Netherbusch. Deutsches geftiegen. Rünffer Theater: Eine florentinische Tragödie. Barietá Eine musikalische Rur. Romöbienhaus: Bis 30. Zwei um Cine. Ab 1. Gastspiel: Sics". Berliner Theater: Das Beib in Burpur. Neues Theater am Ses: teine Trisnon- Theater: Rapfenstreid). Refidenz- Theater: Sials Tochter Otto. mank.- Rentral Theater: Ontel Raftopfchil. Theater in ber Rommandanten firake: Das Radiomädel. Friebrich Wilhelmstädtisches Theater: Sunggefellen bämmerung. Lustspielhaus: Asmische Oper: Die tanzende Prinzeffin. Männlige Arbeitsträfte. Ungelernte Arbeiter: Der farie Löwe. Metropol Theater: Rarneval der Liebe. Renes Operetten. Theater: Die verlagte Stacht. Thalia- Theater: Frasquita. Theater a 18 bis 21 Jahre 36 Bf, 21 bis 24 Jahre 39 Bf., über 24 Jahre Rollendorfplag: Die Berlen ber Sleopatra. Theater am Kurfürstendammi 40. Bi pro Stunde. Die Erhöhung beträgt gegenüber den bisheri27 Lady Frederit. 28. Gefchloffen. Der Störenfried. Meines gen Löhnen durchweg 5 Bf. Angelernte Arbeiter: 39, Theater: Eine galante Stadt, Wallner- Theater: Bis einschl. 2. gefchloffen. 26 3. Goethes Teste Liebe. Balballa- Theater: Bariete- Borstellung. Roje. 44, 45 Bf. Erhöhung ebenfalls 5 Bf. Handwerter: 47, 52. Theater: 27. bis 29., 2. uns 3. Mörder Mann. 30. Jugend. 1. Robert und 54 Pf., Erhöhung 6 Bf. Qualifizierte Handwerter: Berizam. 4. Das Liebesverbot. Rafino- Theater: Bummels Martha. Setelabenteuet. Der Set mit bes 50, 57, 59 Bf., Erhöhung 6 Bf. Minderermerbsfähige: Sntimes Theater: Crepe Georgette. Schloßpart Theater Steglig: 27. und 30, 32, 33 Pf., Erhöhung 5. Pf. Jugendliche: 14 bis 17 Jahre 28. Raiferplag 3. 29. tmb 30. Rofe Bernb. 1 Jm weißen Rögl. 2. und 3. Die 12, 16, 22, 26 Pf., Erhöhung 5 Bf. Beriuntene Glode.. Folies Caprice: Liebes- Reigen. Theater im Abmisals scleft: Drunter und brilber. Apolls- Theater: Die Abenteuerin, Rachmittagsstellungen. Bollsolone: 27. Die Fahrt na Deplib. 4. Barer unb Gohn.- Schiller- Theaters 27. Flachsmann dis Craicher Deutsches Theater: 27, unb 4. Alt- Seidelberg. Rammerspiele: 27, unb 4. -Leifing- Theater: Bas for wollt.- Deutsches Künstler. Der zerbrochene Arua. Theater: Der Bibezpels Berliner Theater: Der Stoubadour. Neves Theater am Ron: 26. Die Räuber. 27. Die tote Sobe. 30. and 8. Der Graf Don Gleichen. Wallner- Theater: Die Bfarrhaustomobie. Rose- Theater: 27. Die Fahrt ins Bunderlanb. Theater in Admiralsvalaft: 27. und 4. Cin Walzertraum. Ben der Großaussperrung im Jahre 1899 an hat her Sam virkende Fagforbund in unzähligen Streits und Aussperrungen feine Rampftraff ermiesen. Es fei bemerfi, baß bie 25- Jahr- Schrift bankbar ber deutschen und englischen Unterstigungen sowohi 1899 mie später gedenti. Bon 1899 on aber richtete die dänische Gemertschaftszentrale ihr Mugenmert darauf, durch Gefeß und Bergleich sinftitutionen bie verlustreichen. Aussperrungen und Streits zu vermeiden. Durés dirette Berhandlung mit der Re gierung und durch die dänische sozialdemokratische Reichstagsfrattion gelang es ihr, fchon 1900 eine gejegliche Handhabe gegen wilde us Sperrungen zu schaffen, die im Jahre 1910 perbejjert murbe,-im Sahre 1908 die erste amtliche Bergleichsinstitution für Arbeits tonflitte zu erreichen, die Genoffe Staumtig ois Arbeitsminister 1918 erheblich verbefferte. Durch Bereinbarung zwischen dem Gemeinde und Staatsarbeiterverband und dem Magistrat sind die Löhne für bie 21r beiter und Arbeiterinnen der Berliner Rämmereibetriebe( nicht werbende Betriebe) ab 1. April wie folgt festgelegt: Beibliche Arbeitsträfte. ingelernten rbeite Eine andere Art Regierungsanertennung erlangten die banifchen Gewertschaften 1907 Durch ein Gejek Dos ihnen Staatsrinnen: 18 bis 21 Jahre 26. f., 21 bis 24 Jahre 29 Pi, über suibus für thre Arbeitslosentasien zur Verfügung stellte, 1914 murde dieses Gefeß verbeffert, 1921 unter der national liberalen Regierung allerdings verbäfert, was die nunmehrige Regierung Stauning wohl bad meder gutmachen wird. Besonders eng ist das Berhältnis zwischen Barici und Ge. mertimhaften in Dänemart. 3m gefchäftsführenden Ausschuß des S.. figen auch zwei Mitglieder des Barteiporftandes. In te r national igloffen die dänischen Gemertschaften zwei Streife, einer feits ein besonderes 3ufammenarbeiten der Landinavischen Gemertschaften, has in fegter Beit nur durch die Mostauer Seiten Ber erliner ElektrikerGenossenschaft angescht, dem Vera, sozialer Banbetriebe. Berlin N24, Elsässer Str. 86-88 Fernsprecher: Norden 1198 Herstellung elektr. 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