Nr.198 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 100 Bezugspreis: chentlich 70 Goldpfennig, mona 3,-Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmart pro Monat Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage, Bolt und geit" mit ,, Gied. Jung und Kleingarten", fowie ber Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und der Frauenbeilage ,, Frauenwelt" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal, Telegramm- Abreffe: Sozialbemotrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Goldpfennig 150 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareide geile 0,70 Goldmart, Reklamezeile 4. Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0,20 Goldmart( zulässig zwei fettgedruckte Worte), febes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen fitr zwei Worte. 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Der neue Reichstag wird über Gedeih und Verderb unseres Reiches die Entscheidung fällen müssen. Als Reichsregierung ist es unsere Pflicht, allen Bolksgenossen die Bedeutung gerade dieser Reichstagswahl eindringlichst vor Augen zu führen. Wir vergessen zu schnell! Denkt zurück an die Zeit der wahnwitzigen Geldentwertung! Grinnert euch an die Tage des vergangenen Jahres, wo aus den Tausendern die Millionen, aus den Millionen die Milliarden und aus den Milliarden die Billionen wurden. Da war das Ende nahe! Da standen wir wirklich vor dem Berderben. Wehe, wenn damals der drohende Umsturz von rechts und links die Oberhand gewonnen hätte! Wir find nicht in den Abgrund gestürzt. Wir sind nicht der Berzweiflung zum Opfer gefallen. Die Staatsgewalt hat sich be. hauptet, dos Reich ist nicht zerbrochen. Aber alles haben wir daran setzen müssen, haben bittere, grausame Maßnahmen ergreifen müssen, um im letzten Augenblick mit äußerster, fast schon verjagender Kraft den Zusammenbruch aufzuhalten. Große Opfer hat die Rettung vor dem Untergang gefordert, und wir werden noch weiter schmere Laften auf uns nehmen müssen, che wir wieder ganz gesicherten Boden unter den Füßen haben. Aber wir haben body wieder die fefte Marf. Die entfeßliche Arbeitslosigkeit ist im Schwinden. In Staat und Wirtschaft, in Gemeinde- und Einzelhaushalt tönnen wir wieder mit Soll und Haben, mit festen Einnahmen und Ausgaben rechnen. Ernst und eindringlich aber sei es gefagt: Jedes Abirren von bem von uns beschrittenen Wege der Ordnung und Vernunft wird das Ende des Reiches, bas Berderben des Boites sein. Nur durch Arbeit und Opfer werden wir den Weg aus dem Elend in die Freiheit finden. Durch die von ausländischen Sachverständigen im Auftrage ihrer Regierungen erstatteten Gutachten wollen wir zu einer Lösung der Reparationsfrage, zur Befreiung unserer Brüder an Rhein und Ruhr gelangen. Auch die Vorfchläge der Sachverständigen fordern von uns die allergrößten Opfer. Aber sie wollen die uns bedrüdende militärische Gewalt erfehen durch Grundfäße und Forderungen wirtschaftlicher Bernunft. Das bedeutet für uns als wehrlojes Bolt einen Fortschritt. unferer Bedrängnis? Nein, fie beschränken sich darauf, die Arbeit Zeigen die Gegner dieser Politik einen anderen Ausweg aus der Reichsregierung herabzusehen und gegen die Gutachten der Sachverständigen die Volksleidenschaften aufzupeitichen. Was wäre die Folge, wenn ihnen die Möglichkeit geboten würde, ihre Worte wahr zu machen und nach ihren Methoden das Deutsche Bolt zu regieren? Die Folge fönnte nur fein: bedin gungslose unterwerfung mit Hinnahme neuer schwerer Demütigungen oder der Krieg gegen die ganze Welt. Wer unfer deutsches Bolt wirklich liebt, der wird alles daran fehen, um es vor diesem Schicksal zu bewahren. Nur das ist wahrhaft nationale Bolifi!! Darum, deutsche Männer und Frauen, gebt nicht den Leuten eure Stimme, die unter den 23 verschiedenen Parteien euch die tam der Reichskanzler Wirth nach, als er nach der Ermordung Rathenaus dem Bolte die wahre Lage aufzeigte und den Feind, der die Zukunft und Eristenz des Staates bedrohte. Der Feind steht rechts! Der fühne Alarmruf hat damals noch einmal die Mächte der Reaktion gebannt. Nun tritt die Reichsregierung vor die Wähler, um solche Führerpflicht zu erfüllen. Wer aber führen will, der muß den ernsten, festen Willen zeigen. unbeirrt auf dem richtigen Bege voranzuschreiten. Der muß in seiner Person die Gewähr dafür bieten, daß er sich durch feine Gegenfräfte von dem als richtig erkannten Wege abdrängen lassen werde. Wieder erhebt eine Reichsregierung den Ruf: Der Feind steht rechts! Wir unterschreiben jedes Wort, das der Wahlaufruf der Reichsregierung über die große, außenpolitische Schidfalsfrage fagt, die vor dem deutschen Volfe steht: Befreiung durch Erfüllungspolitik oder neue außenpolitische Katastrophe; Bernunft oder besinnungslose Leidenschaft; ernste Arbeit an der Befreiung Deutschlands oder bedingungslese Unterwerfung nach einer neuen Katastrophe mit Hin nahme neuer schwerer Demütigungen oder Krieg gegen die ganze Welt. Das ist in der Tat die große Antithese, an der sich Rechts und Links bei dieser Wahl scheidet. Soeben werden die Ant worien der vier alliierten Regierungen Englands, Frankreichs, Italiens und Belgiens an die Reparationsfommiffion bekannt. Diese Antworten geben ein ganz flares Bild. Drei von diesen Regierungen, die Englands, Italiens und Belgiens, haben auf die Frage der Annahme des Sachverständigengutachtens mit einem flaren Ja geantwortet. Die Regierung Frankreichs hat eine hinhaltende Antwort gegeben mit der Absicht, eine Verständigung in der Reparationsfrage zu durchkreuzen. Auf welche Seite soll Deutsch land treten? Die Politif, die die Rechte und die Kommuniften empfehlen, ist die Politik, die die gegenwärtige französische Regierung will. Das deutsche Volk steht vor der Wahl, ob es mit den Regierungen Englands, Italiens und Belgiens eine Verständigung in der Reparationsfrage herbeiführen oder ob es mit der französischen Regierung an der Provokation neuer schwerer Konflikte arbeiten will. Rechts steht der Feind, der eine Verständigung fehen in dieser Reichsregierung nicht die festen politischen in der Reparationsfrage unmöglich machen will. Aber wir Bersönlichkeiten, die zum Führertum im Kampfe gegen die Rechte berufen sind. Die Tradition der Schule der Bureau fratie hemmt manchen Mann aus ihrer Mitte. Schwanken und Nachgeben gegenüber den starken Rechtsströmungen in Deutschland fennzeichnen Männer wie Jarres. Wir sehen in den Parteien, die diese Regierung tragen, nicht die feste Gewähr, daß sie ohne Schwanken die notwendige Politik der Befreiung durch Erfüllung durchsetzen werden, wenn sie den gesammelten Ansturm der Rechten er fahren werden. Wir vermiffen vor allem im Wirken dieser Reichsregie fratisch gerichteten Männern, Parteien und ihrer Politik die Schuld am Berfall Deutschlands zuzuschieben. Sie haben durch eine ihnen zu Diensten stehende Presse vermocht, Eindruck zu machen und eine positive Kraft vorzutäuschen, die sie gar nicht befizen. Sie haben in den Jahren der Geldentwertung durch Aneignung eines Teiles des Nationalver mögens eine übergroße Macht an sich gerissen, die gegen den Staat und gegen den besiglosen Teil des Gesamtp olfes einzusehen sie heute im Begriff stehen. Seltsamerweise sind die negativen Kräfte, durch einzelne Teile unseres Bürgertums bäuerlicher Schichten, Mittelstandsleute, Intellektueller und Verbraucher, die selbst unter dieser ungebührlichen Konzentration des Nationalvermögens leiden, unterstützt worden. So ist es möglich geworden, daß sich heute vor unseren Augen ein Prozeß wirtschaftlicher und sozialer 3er sehung vollzieht, wie er faum schlimmer gedacht werden kann. Ich sehe, daß man weiter unter Verwendung von verschiedenen Schlagworten auf eine politische Entrechtung breitester Schichten hinausgeht, ein Vorgang, der den Staat selbst in eine unwürdige Abhängigkeit von starken Wirtschaftsgruppen bringen und aus sichsreiche Quellen interpolitischen Aufstiegs und außenpolitischer Erlösung verschütten müßte." Wir fragen: Was hat die Reichsregierung getan, um der fozialen Gerechtigkeit Geltung zu verschaffen gegenüber der brutalen Unterdrückung des besiglosen Teiles des Boltes? Was hat sie getan, um zu verhindern, daß die mirtschaftliche Unterdrüdung zur politischen Rechtlojigteit führt? ich weren Lasten und Opfer, mit denen die Befreiung Die Reichsregierung hat versagt, als es galt, die Deutschlands erkauft werden muß und denen sich kein Deutscher entziehen fann und darf, gerecht zu verteilen. Sie hat nichts Hinreichendes getan, um die Volkskreise zur Leistung dieser Opfer heranzuziehen, denen das Unglück des Boltes gewaltige Bermögen zugeführt hat. Was hat die Reichsregierung getan, um den Achtstundentag und die Rechte der Arbeiter zu schügen gegen den Ansturm des machtlüfternen Unternehmertums? Was hat sie getan, um dem Geiste wahrer Gerechtigkeit Geltung zu verschaffen angesichts der offenbaren und standalösen Verwahrlosung der Justiz in Deutschland? Der Feind steht rechtsaber nicht nur in den Fragen. Triumphiert der Geist der Rechten am 4. Mai, dann Fragen der äußeren Bolitik. Der Feind steht rechts in allen innerpolitischen Fragen und in den sozialen Fragen. Triumphiert der Geist der Rechten am 4. Mai, dann bricht die Grundlage einer klugen, uns aus dem Elend führenden Außenpolitik zusammen. Dann sind die Grundlagen des Staates selbst bedroht. Für Repulik und Demokratie! Für soziale Gerechtigkeit! Für gerechte Steuerpolitit! Sozialpolitit, für den Achtstundentag, für Für die Fortführung und den Ausbau der wahrhaft gerechte Rechtsprechung, für den Mehrheit der Nation und die wahren Träger Aufstieg der Arbeiterschaft, die die große größten Versprechungen machen und euch in der Stunde der Gefahr rung den festen Willen, durch die Führung einer vom Geiste des Staates bildet! im Stiche lassen! Brüft sorgsam, ob ihr eure Stimme einem Bewerber gebt, der, von Berantwortungsgefühl durchdrungen, die Gewähr für die Erhaltung des Friedens bietet. Nur dann wird die Währung vor neuem Verfall und die Wirtschaft vor endgültigem Zusammenbruch gesichert sein. Nur dann werdet ihr getragenen Innenpolitit die sichere inner politische Grundlage zu schaffen für die Durchführung der von ihr proflamierten Außenpolitik. demokratie! Entscheidet die Wahl am 4. Mai gegen dieje Das sind die innerpolitischen Forderungen der Sozialinnerpolitischen Forderungen, so ist die Grundlage für die deutsche Befreiung zerstört. Das deutsche Volk steht am 4. Mai sondern auch vor Auch hier gilt es: der Feind steht rechts! einen Reichstag bekommen, der den Frieden bewahrt und Arbeit tion und ihre Schrecken. Sie warnt dapor, durch eine auf einer großen innerpolitischen Antithese. schafft, der Freiheit erringt und das Reich erhält. Ein harter Kampf wird am 4. Mai ausgefochten werden. Zu diesem Kampfe ruft das Baterland auch den letzten Mann auf. Deutsche Männer und Frauen! Erfüllt alle eure Ehrenpflicht Es gilt Deutschland, es gilt den Frieden, es gilt die Freiheit, es gilt das Glück unserer Kinder! Die Reichsregierung. So das Reichskabinett. Es ist Recht und Pflicht jeder demokratischen Regierung, in ernster Stunde, in der das Wohl der Gesamtheit auf dem Spiele steht, nicht nur Vollstreckerin des Bolkswillens, fondern auch Führerin des Boltes zu sein. Es ist ihr Recht und ihre Pflicht, in entscheidender Stunde klar zu sagen: Hier ſtehen wir, hier sind die Wege, die vor uns offen liegen. Hier ist der Weg, der uns zum Wohle und zur Freiheit führt. Klarheit und Offenheit dem Bolke gegenüber ist Führerpflicht. Sie gibt der Demokratie Leben. Sie setzt an die Stelle eines starren politischen Systems die lebendige TeilDie Reichsregierung mahnt an die Zeit der Infla die Katastrophe hinzielende Außenpolitik neue Inflation und verfehlte Außenpolitik uns in eine neue Währungskatastrophe neue Schrecken hervorzurufen. Wohl ist es richtig, daß eine werfen müßte. Aber wir fügen hinzu: Wenn durch eine falsche und unsoziale Bolitit im Innern aufs neue die Staatsfinanzen erschüttert werden und eine neue Geldentwertungskatastrophe hervorgerufen wird, dann find die Aussichten für die Herbeiführung einer Verständigung in der Reparationsfrage mit Sicherheit auf lange Zeit dahin. Wir haben die Zeit der Inflation wahrhaftig nicht vergessen! Wir leiden heute noch unter ihren politischen und fozialen Nachwirkungen. Wir sehen die innerpolitischen Kräfte am Werke, die die Zeit der Geldentwertung wirtschaftlich und politisch ausgenugt haben. Wir können diese Kräfte nicht besser charakterisieren als mit den Worten des offenen Briefes, den im Januar Josef Birth an seinen Fraktionskollegen 300s richtete: " Noch immer bemühen sich indes rein negative Kräfte dem de mokratischen Gedanken und dem Parlamentarismus, ben demomokratischen Gedanken und dem Parlamentarismus, den demoder äußeren Politik ist der feste Wille der Sozialdemokratie! Ihn zu schlagen auf dem Gebiete der inneren Politik wie Sie allein kann sein die starke, nicht schwankende Grundlage, der feste Rückhalt einer starken deutschen Regierung int Kampfe gegen rechts! Im Zeichen der Weltreaktion. Verbote der Maifeier. London, 26. April.( Eigener Drahtbericht.) Folgende europäische Staaten haben bis jetzt die Abhaltung der Maifeier verboten: päische Staaten haben bis jetzt die Abhaltung der Maifeier verboten: Stolien, Spanien und Ungarn. In der Tschechoslowakei Schulfeiertag! Prag. 26. April.( TU.) Der 1. Mai ift laut Verfügung des Ministeriums für Unterricht und Boltstultur an sämtlichen Schulen der Repubfit der Tschechoslowakei als Feiertag zu betrachten. Heheimbünöe im besetzten Gebiet. Noten der Besatzungsmächte überreicht. WTB. meldet: Der in der Presse bereits erwähnte gemeinsame Schritt der an der Besehung der Rheinlande beteiligten Regierungen bei der Reichregierung wegen der Tätigkeit von Gehcimorganisalio- nen im besetzten Gebiet ist erfolgt, und zwar durch Ilebcrgabe identischer Roten des englischen und französischen Botschaflers und de» belgischen Gesandten. Diese Roten unterliegen der Prüfung und werden voraussichtlich in den nächsten Togen beantwortet werden. vie Stärke öer Polizei Sdöens. Karlsruhe, 26. April.(WTB.) Gegenüber Behauptungen über angebliche militärische Rüstungen in Deutschland in einem Artikel des „Temps", der auch einige Angaben über die Polizeiorgan« in Buden enthielt, wird von zuständiger Seite festgestellt, daß keine Per- stärkung der Polizei in Baden erfolgt ist, und daß auch die Zahl der Polizeiführcr sich ganz im Rahmen des Etats hält, ja daß dieser Etat nicht einmal völlig' erreicht wird. Da die Polizei auch einen Teil ihres Dienstes beritten erfüllen müsse, erfolge ein« Ausbildung im Reiten, aber nur in sehr beschränktem Umfang«. Bon einer Abkam- mandierung von Reichswehroffizieren nach Baden sei nichts bekannt, ebensowenig seien irgendwelche Abkommcmdierungen aus den Reihen der badischen Polizei nach Plätzen der Umgebung erfolgt. Die Behauptung endlich, daß bei der Polizei auch Ausbildungen im Fliegen vorgenommen würden und Artilleriekurse statt- fänden.>sei wie die übrigen völlig aus der Luft gegriffen. �ranzöfifche Ireiheit. Frankfurt a. HL, 26, April.(Eigener Drahtbericht.) Di« .Mainzer Volkszeitung" wurde von der Besatzungsbehörde wegen des Abdrucks einer Radioansprache des Genossen S o l l ma n n über die Zukunft der besetzten Gebiete auf drei Tage verboten. Die Red« war in anderen Orten, so in Koblenz, unbeanstandet erschienen. Fer- ner wurde angedroht, daß die Wählerversammlung in Mainz aufgelöst werde, wenn Sollmann die Kritik am Friedensverträge und an der Politik der Alliierten fortsetze, die er in Worms geübt habe. Die Versammlung fand aber, überwacht von mehreren Be- amten der Besatzung, ungehindert statt. Der Wahlkampf in Mittelöeutsthlaaö. halle, 27. April.(Eigener Drahtbericht.) Der Wahlkampf unserer Partei im mitteldeutschen Bezirk verläuft unter einer Be- teiligung'an den Versammlungen, wie sie seit der Revolution nicht zu verzeichnen war. Bemerkenswert ist, daß die Kommunisten keine Störungsversuche mehr unternehmen, nachdem sie bei anfäng- lichen Vorstößen in dieser Richtung energisch zurückgewiesen worden find. All« sonstigen Anzeichen sprechen dafür, daß die einstige kam» munistische Hochburg Mitteldeutschland» unter dem Eindruck der Währungsreform und des damit verbundenen Rückgangs der Der- elendung langsam verfällt. Erheblich dürfte der Zuwachs für die Kommunistische Partei, abgesehen von den ihr zugefallenen ehemals unabhängigen Stimmen, kaum werden. Der Krack im Nechtslager. Gleiche Brüder, gleiche Kappen! Der Führer der Vaterländischen Verbände, Abgeordnet« Geister, versendet folgende Erklärung: „Die Deutschvölkische Freiheitspartei oerbreitet im Wahlkampf Flugblätter, in denen u. a. behauptet wird, ich hätte ein«.Kampf- broschüre gegen Ludendorff" geschrieben. Diese— wie alle übrigen— in den Flugblättern der Freiheitspartei und in ihrer Zeitung gegen mich gerichieten Behauptungen find gänzlich u n- wahr. Im Lorjahr« wurde ich von den Herren Ahlemann und Stelter wie auch von Herrn Fahrenhorst als Vertreter der Freiheits- partei gebeten, ihr beizutreten. Dies Hab« ich aus verschiedenen vaterländischen Gründen abgelehnt, und nicht zuletzt deshalb, weil mein Eintritt in die Freiheitspartei mit Drohungen er» zwungen werden sollte, z. B. der Androhung der Zersplitterung der vaterländischen Arbeitnehmerbewegung. Seitdem verfolgt die Freihkitspartei sowohl mich wie zahlreiche andere vaterländ'ische Führer mit ständiger Verleumdung. Trotzdem lehne ich auch weiter- hin wie bisher ein näheres Eingehen darauf ab und beschränke mich auf die vorgenannten Feststellungen. Ich habe weder für den häßlichen Partei st reit noch für unsachliche und per- s ö n l i ch gehaltene Formen von Auseinandersetzungen, sondern nur für die Aufgabe der überparteilichen Zusammenfassung aller vater- ländisch-völtisch gerichteteen Deutschen, wie sie die Vereinigten Vaterländischen Verbände Deutschlands anstreben. Verständnis, Zeit und Neigung." Wenn der Geisler sich über so brüdeiliche Behandlung durch seine völkischen Freunde beschwert, so reizt das allerdings zur heiter- kelt Er selbst weiß es augenscheinlich nicht, trotzdem auch der DHB. ihm das deutlich genug zu verstehen gab, daß er zu jenen lieben Mitbürgern gehört, vor denen nian weilenweit flüchten muß, wenn man nicht in Verdacht kommen will. Nur bei den Deulschnationalen hat man ihn bisher noch nicht satt. Dort wird er noch als Ehrenmann gefeiert. Und das hat er reichlich wxiient. völkische Sittel,. Schimpfbriefe a« baperische Minister. München, 26. April.(Eigener Drahtbericht.) Der Mnister des Innern, Schweyer, hat dieser Tage folgenden anonymen Brief erhalten:.Geehrter Herr Schweinehund! Nachdem Ei« Schwein e» nicht für nötig halten, von ihrer Stell« zu verschwinden, Sie katho- lifches Schwein, so werden wir nun die Mittel und Weg« finden, Sie zu beseitigen. Wir haben schon andere Leute beseitigt, wie Sie volks- parteiliches Schwein. Dein Getreuer." Gleichzeitig Hot auch Kultusminister Matt«inen ähnlichen Brief erhalten mit folgendem Wortlaut:.Geehrter Herr Sauhund und Saubayerl Nachdem Du Schwein, Du katholischer Lolksparteller, so gemein Dich benimmst, wirst Du die Konsequenzen tragen müssen. Euch wollen wir schon«inHeizen, Ähr oolksparteilichen Sauhunde. Eurem Faulhaber(der Kardinal. Di« Red.) werden wir auch noch heimleuchten. Deine Freunde." Der Geist und die Ausdruckswcise dieser Briefe lasten unschwer erkennen, daß ihr Schreiber nur im völkischen Lager zu Hause sein kann, in jenem Loger, aus dem die Meuchelmörder eines Gavei», Erzberger und Rathenau gekommen sind. Ob die beiden Adressaten auch zu der Erkenntnis gekommen sind, daß sie mit diesen sie treffen. den Meuchelmorddrohungen nur dieFrüchteernteu.für deren hemmungslose Aussaat in der bayerischen Ordnungszelle sie als Minister seit Iahren die Verantwortung tragen, erscheint allerdings mehr als zweifelhaft. iluöenüorff als Agitator. Er war es nicht gewesen. München, 26. April.(Eigener Drahtbericht.) Ludendorst treibt zurzeit eine sehr eifrige Wahlagitation in den nordbayerischen Städten. Samstag und Sonntag hält er»Deutschen Tag" in dem bekannten Bad Wörrishofen. In seinen Reden in Ansbach und Bamberg hielt er es für angebracht, den kleinen Leuten das Pro- gramm des völkischen Zukunstsstaotcs in folgender Weise anzu- preisen:„Erhaltung des Bauern auf eigener, unverschuldeter Scholle, Sicherstellung des Arbeiters in seiner täglichen Lebenssühruna und für das Alter m sozialer Gcrecbnffkeit und Erhaltung des Mittel- tandes. zu dom wir uns schließlich alle zu zählen haben. Den größten eil seiner Ausführungen verwendet« der General auf den Versuch, seine klägliche Haltung im herbst 1918, die die Katastrophe des über- eilten Waffenstillstandes verschuldete, zu rechtfertigen. Er will das Odium seiner Forderung vom 1. Oktober 1918 nach sofortigem Waffenstillstand und Friedensangebot mit der Behauptung ab- wälzen, daß der Obersten Heeresleitung diese Form notwendig er- schien, um zu verhindern, daß die Regierungsneubildung in Berlin unter dem Prinzen Max wegen der anspruchsvollen und macht- lüsternen Forderungen der Parteien über die vom Staatssekretär hintze dazu als notwendig bezeichnete Zeit hinaus sich verzögert«. Denn für die Reichstagsmehrheit sei die geplante äußerste Anstren- gung des Bolkes nur ein Schlagwort gewesen, um damit im Innern die Macht zu ergreifen. Dos deutsche Volk wäre unbesiegbar ge* ' wesen. Aber die Sozialdemokratie, die Demokratie und das Z e n t r u m und zulegt eine schwache Regierung, die immer mehr in Abhängigkeit von diesen Parteien gekommen war, seien in weltfremden und staatsfeindlichen Ideen befangen gewesen und oer- mochten und wollten sich nicht zu der Erkenntnis aufschwingen, daß e? nicht um Erlangung des Friedens, sondern um die Behauptung unserer Freiheit ging. Parlamentarischer Kuhhandel sei ihnen viel wichtiger gewelen als das Leben der Nation." Zu ihrer Entlastung werfen jene Parteien die Schuld für das Unglück unseres Landes auf mich. Sie sagen, ich hätte im Weltkrieg durch wilde Annexions- lu't den Frieden verhindert, der so und so oft möglich gewesen sei. Lüg« nichts als Lüge, heute ist man auch mit diesen Behauptungen vorsichtiger geworden. Der parlamentarische Ausschuß, der am 18. November 1929, als er hindenburg und mich in seine Schranken gefordert hatte, das letzt« Mal öffentlich tagte, hat sich seitdem in geheimen Sitzungen vergeblich abgemüht, mir Friedenssabotage vor- zuwerfen. Welche Genugtuung hätte es den Mehrheitsparteien des Ausschusses bereitet, mir so etwas nachzuweisen. Ich vermute, daß der Ausschuß zu seiner Enttäuschung zu einer entgegengesetzten Aus- fastung gekommen ist. Der neue Reichstag wird me Aufgabe habe», klar zu zeigen, wie gewissenhaft die Oberste Heeresleitung jede sich scheinbar bietende Gelegenheit zum Verhandeln unterstützt hat." Die völkiscken bei üen Christen. Stahlhelm und Christliche gegen AfA-Bund. Die christtichen Gewerkschaften haben nach der Revolution unter Auswendung großer Mittel versucht, in der Angestelltenbewegun« Fuß zu fassen. In Ermangelung besserer Bundesgenossen haben die Stegerwaid und Genosten schließlich den Deutschnationalen Hand- lungsgehilfenverband mit der Aufgabe betraut, die christlich-nationa!« Angestelltenbewegung zu schaffen. Er hat sich alsbald zw«! An- hängfel zugelegt, einen sogenannten.Derband Deutscher Techniker" und einen sogenannten„Deutschen Werkmeister b u n d", die trotz kostspieligen Apparates kein« Mitglieder gewinnen konnten. In seinen Nöten ist nun der DHB. dazu übergegangen, die völkischen Kampfverbände zum Krieg gegen den bösen AfA-Bund auf- zurufen. In einem„Handblatt" für die kaufmännischen und technischen Angestellten, das.Iungdo" und.Stahlhelm" verbreiten, werden die AfA-Organifationen wegen ihrer.sozialisttsch-Nastenkämpferischen Poiltik" heruntergerissen. Dann heißt es wörtlich: .Wir Mitglieder des.Stahlhelm", die Mitglieder des„Jung- deutschen Ordens", usw. können unsere Beiträge nicht einem Vcr- bände zahlen, der heute noch dem AfA-Bunde angehört. Wir können es nicht mit unserem Gewissen vereinbaren, auf der Brust das Abzeichen des.Stahlhelm' und des.Iungdo" zu tragen. wenn in unserer Brusttasche das Mitgliedsbuch eines Verbandes steckt, der zum roten AfA-Bund gehört.... Wir Mitglieder des .Stahlhelm" und die Mitglieder des.Jungdeutschen Ordens" aber verlangen von unseren Brüdern und Kameraden, daß sie die Kon- sequenzen ziehen. Entweder sie gehören aus Gesinnung zu uns. oder sie sind sozialistisch und zahlen ihre Beiträge für jjolitsich- foziallstiscye Erziehungsarbeit. Beides zusammen ist für einen Mann von Ehre nicht möglich.".... Frontheil! Im.Mitteilungsblatt der Vaterländischen Verbände" heißt es in einem Artikel gegen den AfA-Bund: .Wir müssen dafür Sorg« tragen, daß die Saboteure de? Volksgenieinschost, und zwar 1. die unsozialen Arbeitgeber(gemeint sind südische Arbeitgeber) 2. die Mitglieder der roten Arbeiter- und Angestclltenoer bände aus den Kriegervereinen, dem Jung- deutschen Orden, dem.Stahlhelm" Usw. verschwinden oder den christlich- nati analen Gewerkschaften: DHB.. Äer- band Deutscher Techniker. Deutscher Werkmeisterbund bei- treten." Stahlhelm: Wehrwolf: Iungdo: Arno Zubier. Hans Winter. chans Müller. Es gereicht dem AfA-Bund zur Ehre, daß er von den völkischen Banden boykottiert wird. Für die christtichen Gewerkschaften aber ist«s bezeichnend, daß sie sich heute solch bedenklicher Zutreiber be» dienen, um.Gewerkschastspropaganda" zu machen. Dos Spiel ,st gefährlich, und es kann bald der Zeitpunkt kommen, wo dir christ- lichen Gewerkschaften die völkischen Geister nicht mehr loswerden, die sie riefen. Sureau. Von Käte Marcus. Die koukrolluhr. Am Tor de» Bureauhauses wachen ein Diener und eine Kontrolluhr. Sie stehen Auge in Auge. Der Diener bewacht die Uhr, und die Uhr bewacht den Diener. Beide sind Diener des Bureaus. Die Kontrolluhr besteht nur aus einem dornspitzen, langen Minutenzeiger. Der springt mit bösen, plötzlichen Rucken von einer Ziffer zu? nächsten. Dabei schneidet er heranhetzende Menschen den Atem ab, messerscharf, schnittglatt:.Zu spät!" Nachts im Schlaf zielt der dornspitze Zeiger auf unsere Brust Früh beim Erwachen schießt er, ein Pfeil, durch die Spalten der Jalousie. Jeder Sonnen- strahl aus den Häusern des Weges— ein Drohdlitz de» Zeigers. Alles gewonnen, wenn er— halbsekundenlang nur— verweilt. Alles verloren jedoch� wenn er springt. Springt in«in flehendes Auge. Die Skenotyplstia. Neun Stunden taglich zwischen Kurzschrift und Maschinrntaflen. Ein endloses Band, auf dem getrieben sie treibt. Ihr Herr ist die Unterschriftenmappe: Löschpapierseiten wenden sich fordernd vor ihr, vom unsichtbaren Motor des Bureaus bewegt. Ihre Hände sind totes Gerät, klappernd wie Arme von Gliederpuppen. Ihr« Augen sind Marionetten, die an unsichtbaren Fäden vom Stenogramm zur Schreibmaschine und wieder zurückgezogen werden. In ihrem Kopf weckt alles ein grelles Echo, Schallecho nur, ohne Begriffsresonnanz. Neun Stunden täglich. Und.Uebcrstunden". Manchmal bückt sie sich wie zu einem neben ihr fließenden Wasser. Da erblickt sie ihr eigenes Bild, vom„Später" magisch bestrahlt. Oder es blinkt an der Wand«in Filmstreifen auf: Romangesichter, Kinofiguren, Kinder—. Das Ziel: der Abend. Eafehauswlnkel, Likör, Tanz. Der Angestellle. Das gute Jackett mit der geflickten Joppe vertauscht. Ein Stuhl ist sein täglicher Platz, immer derselbe am kahlen Tisch, über den Zahlen marschieren wie Bleisoldaten. Das Lampenlicht läßt weiße Blätter zu Schneestarr« gefrieren. Tinte zieht erdschwarze Furchen hinein. Nur hier nicht bleiben, ein Leben langl Sparen, entbehren. um Geld zu sammeln. Und dann: ein kleiner Glasladen mit sauberen, funkelnden Dingen. Wo» braucht nur ein freundliches Gesicht zu machen:„Kaufen Sie das. meinv Dame, billig und hübsch." Am Abend ist die Kasse gefüllt mit Geldscheinen, mehr als ein Monats- gehalt. Oder:«in Versandtgeschäft! Man läßt stch groß«, prunkend« »riefbogen drucken, schreibt, telephoniert. gibt Inserat«"auf:.Im Auge wohnt die Macht der Frau. Kauft„Hmiberblick"!" Rur hier nicht bleibe» ein Lebe« lang. Der Lehrling. Um 10 Uhr wird er zum Böcker geschickt, um II Uhr zur Post, um 12 Uhr zum Rechtsanwalt. Zwischendurch sitzt er in der Re- gistratur und sortiert Brieftopien. Der Buchstabe? ist ihm anver- traut. Den betreut er mit dem fanatischen Eifer de» Kinde», das «in« Pflicht erfüllt. Er möchte immer da sitzen, im Staubgeruch der Akten und R sortieren. Auf den Gängen rennt er wie«in Schnell- läuser. um wieder zu seinem R zu kommen. Er glaubt an den Sinn des Bureaus, glaubt an Belohnung und Aufstieg. Sein« Augen sind wach um die Stuf« zu finden, die ihn eines Tage« hinaufträgt auf den Gipfel des Lebens: Ais.Chef" in einem hellen. hohen Zimmer am Schreibtisch zu thronen und Abteilungsleitern zu kommandier«». Abbau. Bisher schien alles wie zementgefügt. Auf einmal bohren an- sichtbare Meißel, irgendwo, von außen und innen zugleich. Wo wird es durchbrechen, wo? Wir haben nichts außer diesem täglichen Muß, da» uns jetzt wie ein Dürfen erscheint. Wenn wir dos nicht mehr haben, zieht uns modrig« Flut unhemmbar erstickend hinab, uns, unsere Frauen. Mütter und Kinder. An diesen zerbrechlichen Federhalter klammern wir uns wie Verfolgte. Hinter den Blättern des Konto-Korrrnt-Buches verkriechen wir im», zusommengeschreckt. Wen wird es treffen? Wir sind doch gar nicht auszuschalten. Jeder ist ein wichtige« Rad. Und dennoch— ein Ende? Manchmal zuckt auf: Ob nicht das Ende in Wahrheit ein An- fang ist? Weht da nicht Morgen herein in angstvoll« Dunkelheit, bricht nicht das eiserne Band, das den Schritt so schmerzhaft ge- fesselt? Freiheit«m Frühling! Wir schreiten hinan. Die Zrau als Minister. Eine Unterredung mit der Genosflu Mna Dang. Nina Bang, die alz Unterrichtsminister im Kabinett Stauning der erste weibliche Minister Dänemarks und wohl über- Haupt der Welt ist, entstammt einer Beamten« und GelehrtenfamUI« und steht heute im S8. Lebensjahre. 1894 legte sie ihr Magister- examen ist Geschichte ab und heiratete kurz daraus ben 1916 ver. storbenen dänischen Historiker des Sozialismus. Dr. Gustav Bang, mit dem sie sich in dem gemeinsamen Streben für dm Sazialtemus zusommengefunden hatte. Ei« gehörte bald dem Mttarl-eiterstab von „Sozial-Demokraten", dem Haupworstand der sozialdemokratischen Partei, seit 1913 der Kopenhogener Stadtverordnetenversammlung und seit 1918 der ersten dänischen Kammer und deren Finanzausschuß an Besonders hervorzuheben ist ihr großes unvollendetes wirt- schaftsgefchichtliches Werk über die Sundschiffahrt. Der liberalen Kopenhagener Zeitung.Politiken" entnehmen wir otis einem längeren Inlerview mit dem Untern chtsminlster Frau Nina Bang folgendes: .Haben Sic diesen Tag erwartet?" fragen wir.»Haben Sie sich gedacht, daß er einmal kommen würde— und w i e haben Sie sich da» aedocht?" Frau Nina Bang lächelt still. „Das möchten Sie gern wissen? Ja, was hat man sich nicht aedocht? Aber unsere Partei stand ja sc viele Jahre rn einem Kampf. der vorläufig kein« sonderliche Aussicht hatte, uns den Sieg zu bringen. Erst in den letzten paar Iahren konnten wir erwarten. Dänemarks größte Partei zu werden. Aber es kam mir natürlich nicht überraschend, als ich jetzt die Aufforderung erhielt, in das Mi- nistcrillm einzutreten. .Als Dänemarks erster weibticher Minister." Frau Nina Bong lächelt stärker: „Sa, das ist wohl aufsehenerreqend! Und viellercht erhält das ein« gewisse Bedeutung. Sie müssen wissen, daß in Kopenhagen über hunderttausend Frauen über 26 Jahre leben, die allein leben.... Witwen. Geschiedene, Unverheiratete, die für das tägliche Brot arbeiten müssen. Es kann vielleicht für sie einen gewissen Wert Hoden, daß eine Frau im Ministerium sitzt...." .Und einen gewissen Wert für die Frouenfrage." Frau Nina Längs Lächeln wird stark, offen und ansteckend: .Ich bin niemals.Frouensiagen-Dame" gewesen.... Wen« ein« Frau einsam, unbefriedigt ist. wenn ihr der Lebensinhalt fehlt, greift sie oft dies« oder jene Frage auf. Ich war so... glück- l ich. vor 26 Ialzren vom Sozialismus ergriffen zu werden, der gar kein« Frage, durchaus keine Fronen frage, sondern die Frag« a» und für sich für Männer wie für Frauen war. Dem Sozialismus müßten alle die hunderttausend einsam lebenden Frauen ange» Heren.. .Aber das Ministerium, das Sie nun leiten werden?" .Darauf freue ich mich! Das Unterrichtsministerium umfaßt so viele Aufgaben, bei denen«ine Frau Bedeutung haben kann. Dazu gehören die Schulen, die ganz« Erziehung de, neuen Ge. schlechtz, dazu gehört die Kunst--" Frau Nina Bcmg lächelt:.Ja, und die Wisienschafil Die Kopen- Hagener Universität wurde ja von einer F'.au gegründet. Es kann vielleicht ein« Art Genugtuung für die Frau lein, daß eine Mit- schwester sich nun ihrer wieder annimmt. Aber das Schulwesen... hier ist so viel zu tun. tW Lehrerausbildung muß geändert werden, um nur etwas zu iiennen. Ich bin selbst ein« alt« Lekirenn. Aber wenn ich jetzt mit meiner Tochter Merete spreche und ihre Kritik dez Schulwesens höre, muß ich zugeben, daß auch ich viele Fehler be- gangen habe. Die Jugend ist tittischer, sie ist lebendiger, inter- essierter...' „Auch politischer?" : Unterrlchtsminister Der Unterrlchtsminister wird ernst, gedankenvoll und fleht uns starr an: .Nein, sonderlich polittsch interessiert ist die Jugend unserer Zell nicht Wir schweigen, und die Füll« sr.scher Blumen w der Elube scheint stärker zu duften. Sie stehen in Gläsern und Krügen auf dem Fensterbrett, auf dem schwarzen Flügel, auf dcm Tisch in Uc Nische steht ein prachtvoller Korb mit flammend heißen Blumen- färben. .Heul ist ein Festtag!" �a, aber danach kommt dl« Arbeit. Ich bekomme alle Hände anupsandeftomas Die Antworten der Entente. Paris, 26. April.( WIB.) Nachdem nunmehr auch das italie. nische Antwortschreiben der Reparationsfommiffion zugegangen ist, veröffentlicht diese die Antworten der vier beteiligten Regierungen auf ihren Beschluß vom 17. April. Die franzöfifche Antwort Frankreich- Belgien- England- Italien. zu prüfen haben, unter welchen Bedingungen die gegenwärtig in der Hand Frankreichs und Belgiens befindlichen Pfänder zum Gegenstand einer Berschmelzung oder eines Austausches mit denen gemacht werden sollen, die ungeteilt jämtlichen Alliierten übergeben würden. Auch die belgische Antwort beginnt mit der Bersicherung, daß der Sachverständigenbericht mit größtem Intereffe geprüft worden fei. Die unbestreitbare Sachtunde der Experten und die Mitwirkung Ameritas haben ihren einftim migen Beschlüffen hohe Bedeutung verschafft. Die volle Wiederherstellung zu erreichen. 7. Hinsichtlich des zweiten Buntles bleibt, nachdem die deutsche Regierung bereits ihre Zustima mung gegeben hat, nur übrig, der Zustimmung formelle Wirkung zu verleihen. Die englische Regierung ist bereit, in dieser Beziehung alles zu tun, was als das Angemessenste und Wirkungss rollfte zu diesem Zwed erscheint. 8. Hinsichtlich des dritten Bunftes nimmt die englische Regierung die Empfehlung der Sach. Sie ist bereit, ihrerseits die Reparationsfommifverständigen an. fion um Vorschlag eines Planes für die Durchführung dieses Punktes 9. Sollten irgendwelche weiteren Punkte des Sachperständigengutachtens nach Ansicht der Reparationstonumiffion die Suftimmung oder ein selbständiges Borgehen der alliierten Regie. rungen erfordern, so ist die englische Regierung ihrerseits bereit, alle erforderlichen Schritte zu tun Die italienische Regierung erklärt, nach der Einleitung ihrer Antwort, die mit derjenigen der übrigen übereinstimmt, da der Inhalt der beiden Sachverständigenberichte von der italienischen Regierung als ein unteilbares Ganzes betrachtet werde, habe diese mit Genugtuung festgestellt, daß die Re. parationstommiffion fie in ihrer Gesamtheit angenommen habe, und fie sei sicher, daß die Kommission jetzt rasch ihr Wert weiter betreiben tönne. Die italienische Regierung sei für ihr Teil schon jetzt geneigt, die Entschließung der Sachverständigen sowie die Grundsäße, bie für diese maßgebend gewesen feien, in vollem Umfang Aber diese Operationen fönnten erft stattfinden, wenn Deutschland belagt nach der üblichen Einleitung und Bezugnahme auf den Be. den Plan effettiv zur Ausführung gebracht habe, und es sei schluß der Reparationskommission, die französische Regierung habe Sache der alliierten Regierungen, im gegenseitigen Einvernehmen mit dem größten Interesse von den Berichten der Sachverständigen die Garantien zu bestimmen, die diese Operationen erforderlich Kenntnis genommen. machen könnten. Selbstverständlich werde übrigens die französische zu bitten. Sie entsprächen genau dem Ziele, das die Reparationstommiffion ihnen gesetzt hätte, einerseits die Möglich. Regierung, die die Arbeiten der Sachverständigen ebenso wie die feit eines Ausgleiches des deutschen Budgets und die Maßnahmen übrigen Alliierten zu schätzen wiffen, im Laufe der einzuleitenden zur Stabilisierung der Währung zu prüfen, andererseits die Mittel Berhandlungen im gegebenen Augenblic fich alles angelegen fein zur Abschäzung und Rückführung der geflüchteten deutschen Rapi- loffen, was mit den vitalen Interessen Frankreichs vereinbar fet, talien nach Deutschland zu untersuchen. Die Berichte sollten die Reum für ihren Teil eine prompte Durchführung des endgültigen porationsfommission instand sehen, entsprechend Artikel 234 des Beschluffes zu ermöglichen, den die Reparationskommission ihr mitBersailler Bertrages die Einnahmequellen und die Leistungsfähigkeit teilen werde. Deutschlands zu prüfen. Die Berichte der Sachverständigen bildeten ein höchst interessantes und vollständiges Ganzes, und die französische Regierung fönne sich nur dazu beglückwünschen, daß sie die Initia tive ergriffen und und den Delegierten Frankreichs in der Reparationskommission aufgefordert habe, die Berufung der Sachverständigen vorzuschlagen. Sie begrüße die Gelegenheit, der großen Sachfenntnis, die die Experten bewiesen hätten, ihrer Unparteilichkeit und ihrem Wirklichkeitsfinn Anerkennung zu zollen. Im Besize von Informationen so detaillierter und wertvoller Art sei die Reparations fommission jetzt in der Lage, ihr Urteil zu sprechen, das die Regie rungen von ihr erwarteten: eine endgültige Entscheidung, in der die Entschließung der Sachverständigenberichte aufgenommen, motiviert, in vollst red bare Form gebracht denn fie feien, wie das übrigens bei Berichten beratender Bersönlichkeiten in der Ordnung sei, zumeist in die Form einfacher Angaben gefleidet - und in gewissen Punkten, deren Behandlung die Sachverständigen der Reparationskommission selbst überlassen, oder über die sie sich überhaupt nicht ausgesprochen hätten, vervollständigt würden. Er st wenn die Reparationskommission diese Arbeiten durchgeführt und so sämtliche nach dem Friedensvertrage in ihren Zuständigkeitsbereich fallenden sowie die nicht ihrer Kompetenz unterliegenden Puntte genau festgelegt habe, werde sie in der Lage sein, diefe leẞteren den beteiligten Regierungen mitzuteilen. Die Regierungen fönnten ja erft zweckmäßig eingreifen, wenn sie mit Bestimmtheit wüßten, welche praktischen Folgen die Reparationsfommission ben Bor fchlägen der Sachverständigen gebe. Desgleichen müßten fe die Möglichkeit zu der Feststellung gehabt haben, daß die deutsche Regierung ihrerseits die erforderlichen Borkehrungen getroffen habe, um den Beschluß der Kommission auszuführen. Es liege auf der Hand, daß diese Entscheidung erst gefällt werden könne, wenn die Reparafionsfommiffion die Gefehes- und Berordnungsentwürfe genehmigt habe, um deren Unterbreitung fie die deutsche Regierung gebeten habe, um die Ausführung des Planes zu sichern. Ebenfo liege aber auch auf der Hand, daß erst nach dieser Entscheidung die alliterten Re. gierungen in der Lage sein würden, die Konklusionen, die ihrer Rompetenz unterständen, abzuschließen, damit der vorgeschlagene Plan sobald wie möglich seine volle Birksamkeit erlangt. Die deutsche Regierung fönne jedoch in diesem Falle nicht auf gleichem Fuße wie die alliierten Regierungen behandelt werden. Die Reparationstommiffion tonne bei ihrem Borgehen auf Grund der durch den Friedensvertrag ihr übertragenen Bollmachten den Einwendungen Rechnung tragen, die ihr von der deutschen Regierung gemacht würden Diese genieße die billige Möglichkeit, gehört zu werden und müsse dann mit der ganzen durch den Friedensvertrag ihr verliehenen Autorität ihre Entscheidung fällen. Die Sachverständigen hätten übrigens erklärt, daß nach ihrer Ansicht die deutsche Wirtschafts- und Finanzeinheit wiederhergestellt werden müsse, sobald der vorgeschlagene Plan zur Ausführung gebracht wäre. Da die Reparationstommiffion befchloffen habe, die Schlußfolgerungen der Sachverständigen in ihrer Gesamtheit anzunehmen, glaube die französische Regierung anehmen zu dürfen, daß sie in diesem kapitalen Bunft die Konflufionen nicht abzuändern beabsichtigt habe. Die Regierungen würden untereinander die Frage voll zu tun. Es wird groß, es wird schwer. Alles, was zum Unter richtsministerium gehört, foftet Geld, und zwar viel Geld. Da ist bas Königliche Theater, das Nationalmuseum, das Boitsmuseum alles Aufgaben, die warten. Und zunächst muß die Baluta wieder aufgerichtet werden und die Finanzen in Ordnung tommen!" „ Sind Sie als Frau... nicht etwas ängstlich? Das Ministerium mimmeit ja von Männern und wohl auch von Bureautralis muts „ Glauben Sie? Warum follte das Unterrichtsministerium befenders bureaukratisch sein? Und dort arbeiten je bereits vierzehn Damen, ich bin die fünfzehnte! Vor dieser Schwierigkeit habe ich feine Angst... „ Der Reiherbusch. Wieso: Reiherbusch? Warum: Reiherbusch? Im ganzen Stüid von Dario Nicodemi, dem fommerlichen Bariser- Ersatz der deutschen Bühnen, tommt nicht einmal dieses Substantivum vor. Wohl aber hängt ein Reiherbusch als Wappen bestandteil der Grafen von Saint- Servant über der Tür des graflichen Zimmers im ersten und im dritten Att. Und um den Bestand dieses Reiherbusches und ihres jungen Sohnes zu sichern, leiht die Frau Gräfin Gelb von einer schönen Bürgerin und gestattet ihr dafür, des jungen Grafen Geliebte zu sein. Bis diefe, um ihres Geliebten Eristenz auf flandesgemäßer Höhe zu erhalten, sich selbst Geld leihen muß. Die Wechsel präsentiert man ihrem Gatten. Der nennt die Gräfin und den jungen Grafen ein Schwindlerpaar. So was nimmt sich ein junger Graf zu feinem aristokratischen Herzen. Und schon ist er bereit, sich in diefes Herz eine Rugel zu jagen, weil er den Schimpf nicht überleben kann, der darin besteht, daß seine Mutter den Reiherbusch mit diesem Schmuzigen" Gelde aufgeputzt hat. Da tommt jene Bürgerin. Mit ihr wird er ein neues Leben beginnen. Sie fagt, er hätte die Pflicht, es zu tun, weil- fie nun geschieden sei. Denn Dario Nicodemi ist schlauer als etwa Ludwig Fulda und andere Sommerautoren. Er macht aus Unfinn einen Aphorismus, aus einer Belangiofigkeit ein" Problem". Und so fonnte das Bublifum der„ Tribüne", das den Sommerdirektor auf die Bühne rief, befriedigt sein: es freute sich, daß ein Aristokrat her moralisch Getrübte blieb, das Bürgertum ein reines" Opfer. Man sieht, wo Dario Nicodemi noch hält: beim Liberalismus Don 48. Der Direktor Friedrich Lobe führte die Regie. Er zerdehnte Die letzten leeren zwei Afte wie Strudelteig. Er schob Schweigfamteiten und gewitterfchmangere Baufen zwischen den Dialog. Man hätte schreckliche Blige erwarten mögen. Dann aber erfolgte leises Weiterleuchten. Eduard von Winterstein unterstützte diese Dehnungen. Im zweiten Att hielt er Abrechnung mit seiner Frau, unterbrochen durch peinigendes Gichräuspern, Schnaufen, ein un diszipliniertes Hin- und Herwandern. Lucie Höflich als Geliebte und Ketterin des, jungen Grafen war leider verurteilt, die feuille tonistischen Aphorismen Nicodemis mit pathetischer Geste vorzutragen. Begen solche Sonntagsplaudereitone fonnte nur Charme des jungen Hans Brause wetter anfämpfen. Er wehrte fich mitt dem ganzen anmutigen Uebermut feiner Jugend, die, ohne unverständlich zu werden, unsinnigen Tert verschlucken darf. So ist denn Semmerzeit angebrochen. Die Nicodemis blühn. In ihrem Imben Schatten lustsitzt das Bürgertum -th. ber belgische Regierung sei bereit, die Entschließung der Sachwerfländigen als Ganzes anzunehmen, zum 3wede einer praktischen und gerechten Lösung der Reparations frage. Sie hoffe, daß die Reparationstommission die Gefeßent- gen und Grundfäße eine gerechte Grundlage für die Regelung würfe der deutschen Regierung, welche für die vollkommene Ausführung des Sachverständigenplanes notwendig feien, forgfältig prüfen werde. Die belgische Regierung hoffe ferner, daß die Reparationsfommiffion teine Beit verlieren und befchieunigt die Maßnahmen durchführen werde, deren Festlegung das Gutachten ihr überlassen habe, damit, wenn die Arbeit fertiggestellt fei, der empfohlene Plan im gegenseitigen Einvernehmen der alliierten Re gierungen schnell zur Durchführung gebracht werden könne. Die belgische Regierung trete schon jetzt mit ihren Alliierten in Fühlung. Die englische Note ist in neun Buntte gegliedert: 1. Die englische Regierung nimmt mit Genugtuung davon Kenntnis, daß die Reparationstommiffion die Entschließung der Sachverständigen gebilligt hat fomie davon, daß sie die notwendigen Schritte ergreift, um die Kontlufionen, foweit sie unter die Zuständigkeit der Reparationstommiffion fallen, zur Ausführung zu bringen. 2. Die englische Regierung nimmt die Empfehlung der Reparationsfommission, die unter die Zuständigkeit der alliierten Regierungen fallenden Entschließungen zu billigen, an und wird alles in ihrer Machi Stehende tun, um ihr praftifchen Erfolg zu verschaffen. 3. Die Empfehlungen der Sachverständigen stellen nach Ansicht der englischen Regierung feine Herabsehung der gesamten Reparationsschuld Deutschlands dar, und die notwendigen Modifikationen des Londoner Zahlungs. planes liegen nach ihrer Ansicht innerhalb der Kompetenz einer einstimmigen Entscheidung der Reparationsfommission, anzunehmen Denn fie fei überzeugt, daß diese Entschließunber Reparationsfrage und der damit im Zusammenhang stehenden Brobleme entsprechend der von der italienischen Regierung stets innegehaltenen Linie darstellen könnten. Die italienische Regierung sei außerdem der Ansicht, daß die von den Sachverständigen einstimmig erzielten und von der Reparationstommiffion gebilligten Entschlte. Bungen die Lösung des umfassenden Problems der Regelung der unter die Kompetenz der alliierten Regierungen fallenden Fragen erleichtern würde, die die Sachverständigen zu regeln feinen Auftrag gehabt hätten. Paris, 26. April.( WTB.) In dem gleichzeitig veröffentlichten Schreiben der Reparationstommiffion, mit dem diese ihren Beschluß vom 1. April den Regierungen zur Kenntnis brachte, erklärt die Rommission nach Anführung dieses Beschluffes: Die Reparationsfommission wird es begrüßen, sobald wie möglich zu erfahren, ob die französische, englische, belgische, italienische Regierung geneigt ist, der obenstehenden Empfehlung Wirksamkeit zu verleihen und bejahendenfalls Mitteilung von den Maßnahmen zu erhalten, die die französische, englische, belgische, italienische Regierung zu treffen beabsichtigt. Gez.: Barthou. Bradburn." Die Antworten der vier beteiligten Regierungen an die Repa rationskommission werden, wie Havas mitteilt, auf der Tagesord nung der offiziellen Sigung der Reparationstommiffion am Dienstag, den 29. April, stehen. Die Lockerung der belgisch- franzöfifchen Beziehungen. erfordern jedoch teine besondere Vollmacht der in der Kommission Paris, 26. April.( WLB.) Das„ Journal des Debats" sagt: Ob. vertretenen afliierten Regierungen. 4. Wenn jedoch in diesem wohl die Antworten im Tenor voneinander abweichen, und Ideen Bunfte irgendwelche Zweifel bestehen, ist die englische Regierung enthalten, die einander nicht in alien Punkten deden, so gestatten bereit, folche besondere Bollmacht zu erteilen. 5. Die ein zigen Empfehlungen der Sachverständigen, die unter die Buständig. fie doch, die Erörterungen über die pratiifche Durchführung feit der alliierten Regierungen fallen, find nach Anficht der des Sachverständigenberichts unverzüglich einzuleiten. Es englischen Regierung folgende: a) die Wiederherstellung der mirt fei Sache der Reparationstommiffion, den zwar Regie schaftlichen und fistalischen Hoheit der deutschen Regierungen ein Gesamtprogramm greifbarer Bor. rung über das gesamte deutsche Gebiet, b) bie notwendigen Schritte, schläge auf Grund der Entschließungen der Sachverständigen um neue Garantien und Kontrollmaßnahmen, soweit sie nicht durch die bestehenden Bestimmungen des Bersailler Bertrages eingefekt find, wirksam zu machen, c) die Zusammenfassung aller finanziellen Lasten Deutschlands aus dem Friedensvertrage in einer Annuität. -6. Hinsichtlich des ersten Bunftes ist die englische Regierung bereit, den Sachverständigenempfehlungen volle Unterstüßung zu geben und in Beratung mit den anderen intereffierten alliierten Regierungen alle nötigen Schritte zu ergreifen, um in fürzester Frist Aus einem Totenhaus, Sibirien gestern und heute", hieß das Bortragsthema, über das Dr. Hans halm, Profeffor der Universität Irtutst, in der Urania sprach. Er schilderte Sibirien, dieses Land, das fünfundzwanzigmal so groß ist als das Borkriegsdeutschland es war. Da die Worte des Rebners ben Sträf. fingen, den Berbannten galten, fonnte er natürlich nur von den bunfefften Seiten des Lebens erzählen. Man unterschied brei Gruppen Don Berurteilten. Die erste Gruppe fezte sich aus Sträflingen zu sammen, die in Retten geschmiedet wurden, die zweite aus Berbannten, die für den Aufbau, die Kolonisierung bestimmt waren, und die britte Gruppe feste fich aus allen den Unglücklichen zu fammen, die man auf administrativem Wege verschickt hatte. Man Ponnte aber jedweden verschiden, zu diesem Zwede gebrauchte man mur einen Spizel, der erbötig war, irgendeine Aeußerung zu beSchwören. Eine solche Verschicung überschritt nicht die Beit von fünf Jahren. Gegen Bolitische war man härter als gegen Räuber und Mörder. Der Zarismus mütete hauptsächlich gegen die russische Intelligenz. So fah man auf einem Bild einer fleinen Transport gruppe einen Ingenieur, einen Arzt, den Herausgeber einer Zeitung und einen fatholischen Priester. Und so ging und so geht es nach dem Diten. Die Retten find gefallen, aber die Verbannung dauert fort, und zwar in den wildesten Formen. Die Sowjetregierung verbannt bis nahe an den Nordpol. Dabei werben bden Bolitischen verbriefte Schwerverbrecher als Begleiter gegeben. In früheren Jahren ist es vorgekommen, daß auf dem Transport jeber fechste Mann starb. Und bei dem begleitenden Rofaten gilt der Schleppjäbel nicht so sehr als Symbol der Macht wie die Beitfde. Eine große Furcht hatte der Barismus vor den Politifchen, und eine Rommission beriet fogar erft darüber, ob man die Beichen ausschmieden solle oder nicht. In Irkutsk nahm man Ausgrabungen vor, und in 50-60 Jahre alten Särgen fand man Retten. So aussichtslos fie auch immer ist, die Flucht wird stets wieder gewagt. Ein nach Sibirien Berbannter, der fechzehnmal vergeblich Fluchtverfuche unternahm, hätte für bie zurückgelegten Kilometer zweimal am Aequator die Erde umschreiten fönnen. Die Worte des Redners, der selbst die Berbannung fennengelernt hat, und die illuftrierenden Lichtbilber machten einen tiefen Eindrud auf die zahlreiche Zuhörerschaft. e. b. Im Museum für Meeresfunde, Georgenstr. 34, finden folgende Führungen ftatt: 29. April, 12 Uhr. Prof. Stahlberg: Das Meer und ſein Waffer". 6. Mai, 12 Uhr, Prof. Brühl: Die Wirbeltiere des Meeres und ihre Verwertung". Neber Neueste Forschungen des Liebes- und Seelenlebens" spricht Dr. Magnus Hirschfeld im Rahmen der Gesellschaft für Geschlechtshinde am 29., abends 8 Uhr, im Hörsaal Georgenstr. 34/36. Eintritt für Mit glieder 40 Pf., für Gäste 60 Pf. Gerhart Hauptmann lagt unter dem Titel Ausblide eine reich. baltige Sammlung feiner Aphorismen aus allen Lebensgebieten, feiner Gedichte und zahlreicher epischer und dramatischer Szenen bei S. Fischer, Verlag, Berlin, erscheinen. Kriminalität der Kinder in Petersburg. Vor dem Betersburger Jugend gerichtshof baben sich im Sabre 1923 bem Dit Geprek aufolge 2659 Seinber im Alter stoifajen 9 und 16 Jahren zu verantworten gehabt. Bon diesen toaren 2312 Staben und 827 Mädchen. Faft alle Fälle betrafen Diebstahl. Die Zahl der obdachlosen Kinder in Petersburg hat sich, wie die Brawda" behauptet, nicht vermindert. zu u präsentieren. Aber während sie an diesen Vorschlägen arbeitet, müßten gleichzeitig die am stärksten intereffierten Regierungen, namentlich die belgische und die französische, die gemeinjam das Ruhrgebiet besetzt hielten, miteinander die dunklen Punkte aufklären, die etwa zu Unstimmigkeiten Anlaß geben tönn. ten. Die Arbeitsfront müsse wieder zustande kommen, die durch eine Reihe unglüdseliger Borfälle gefodert fei. Der Bericht Daves blete die Gelegenheit hierzu. Weitere Pariser Kommentare. Paris, 26. April.( TU.) Die Abendpresse bespricht eingehend die Antwortnoten. Der" Lemps" faßt den Gesamteindruck als günftig zusammen. Aus der französischen Antwortnote hebt das Blatt die Erklärung Poincarés hervor, wonach von einer Aufgabe der Pfänder erst nach der Ausführung des Sachverständigengutachtens durch Deutschland die Rede sein könne. Die belgische Antwort fei furz und bündig. Die britische wäre trog ihrer Kürze die beste von allen. Sie stelle fest, daß die Sachverständigen. empfehlungen teine Herabjegung der deutschen Gesamtschuldziffer mit sich brächten. Damit wäre einer zwecklofen Debatte oorgebeugt. Wertvoll sei die englische Antwort weiter, weil sie anführe, daß vor Abänderung des Londoner Zahlungsabkommens vom Mai 1921 ein einstimmiger Beschluß der Reparationsfommiffion notwendig fei. In der italienischen Antwort verdiene die verschleierte Anspielung auf das Problem der interalliierten Schulden alle Beachtung. Das englische Budget. Wiederzusammentritt des Unterhauses. London, 26. April.( Eigener Drahtbericht.) Dienstag tritt das Unterhaus nach den Osterferien wieder zusammen. In dieser Sigung wird Schaktangler Snowden das Budget für dieses Berwaltungsjahr vorlegen; es bringt voraussichtlich eine Herabseßung der Zuckerund Teeabgabe und der Luftbarkeitssteuer. Ungewiß ist, ob die von den Konfervativen unterstützten, von den Liberalen bekämpften sogenannten Mac- Kenna 3ölle zum Schuße gewiffer Industrien noch dieses Jahr aufrechterhalten bleiben. In Labourfreifen wird dazu bemerkt, daß das fommende Budget nicht das eigene und dazu bemerkt, daß das kommende Budget nicht das eigene und eigentliche Budget der Arbeiterregierung sei, sondern vielmehr größtenteils von ihren Vorgängern übernommen ist; erst das n ä ch stjährige Budget tönnte ein wirkliches Labour budget feil. Macdonalds Yorker Rede wird erläutert. Paris, 26. April.( BTB.) Der Temps" teilt mit, das Foreign Office habe gestern durch Vermittlung des englischen Botschafters dem Ministerpräsidenten Poincaré eine authentische Interpretation der Macdonaldschen Rede in York übersandt. Morgan bei Poincaré. Paris, 26. April.( WTB.) Nach dem New York Herald" wird Pierpont Morgan auch von Poincaré empfangen werden. Paris, 26. April.( WIB.) Pierpont Morgan hat in Be gleitung feines Geschäftsteilhabers aries heute vormittag am Size der Reparationsfommission eine Unterredung mit Barthou und Sir John Bradbury über die Unterbringungsmöglich. feit der von den Sachverständigen vorgesehenen ersten Anleihe von 800 Millionen Goldmark gehabt. Brunga bem Gebefpruh barum, Ben Biebsten am Gewerkschaftsbewegung fabotieren. Bell num bie Zimmerer und die kommunistischen Bau Die Bauarbeiter- Aussperrung in Groß- Berlin. Die von den Bauunternehmern zu gestern angekündigte Aus. fperrung der Bauarbeiter in Berlin ist bei einigen Firmen schon am Freitag vorgenommen worden und am Sonnabend von den Unternehmern fortgefeßt worden. Nach den Feststellungen der Baugewerkschaft hat es jedoch den Anschein, als ob durchaus nicht alle Firmen den Scharfmachereien des Unternehmerverbandes Folge zu leisten gewillt sind. Ein Ueberblick über die Aussperrung mird erst möglich sein, wenn die Berichte der Meldestellen des Baugewerksbundes vorliegen. Der Baugemertsbund meist im übrigen nochmals darauf hin, daß nur die von ihm gezeich neten und ausgehenden Bekanntmachungen und Anordmungen von den Bauarbeitern zu beachten sind. Das Wolff Bureau, das nur über solche Arbeiterver. fammlungen berichtet, die in einem Gegensatz zu den freien Gemertschaften stehen, brachte gestern folgende Meldung: " Bormittags fand eine etwa dreistündige Verfamantung der KPD. Bauarbeiter Groß- Berlins im Schweizer, garten statt, an der etwa 5000 Personen teilnahmen. Es wurde Beschluß gefaßt, weiter im Ausstand zu verharren und die Aufforderung an die Holzarbeiter gerichtet, in den Sympathiestreit einzutreten. Die Versammlung verlief ohne Störungen. Dazu ist festzustellen, daß in dem Saal höchstens 1000 Personen Plaz haben und etwa 60.0 anwesend waren, womit die Be deutung der Veranstaltung auf ihr richtiges Maß zurückgeführt ist. Daß das Wolff- Bureau jedoch, zweifellos auf Beranlassung der Scharfmacher im Unternehmerlager, für die Generalstreiftaktit der KPD. derartig Propaganda macht, ist höchst interessant. Den Unter nehmern ist offenbar bei ihrer Aussperrungstaftit nicht recht wohl, und deshalb möchten sie, mit Hilfe der Kaiserlichen" die Ge schichte auf ein anderes Gleise schieben. Der Verband der Baugeschäfte von Groß- Berlin E. B. hat unterm 24. April ein Rundschreiben an seine Mitglieder gerichtet, um seine Aussperrungstaftit zu rechtfertigen und die AusSperrungsparolen auszugeben. Das Rundschreiben ist unterzeichnet von dem Vorsitzenden Otto Heuer und dem Syndifus Dr. Mielenz. Die Herren behaupten, die Zimmerer, Maurer und die sonstigen Bauarbeiter feien an dem Streit schuld. Demgegenüber stellt der Zentralverband der Zimmerer, Zahlstelle Berlin, u. a. fest, daß die Zimmerer in der Sitzung am 8. April die ersten maren, welche die Berlängerung des bestehenden Tarifvertrages bis Ende April forderten. Die völkische Führung der Arbeitgeber stellte dem gegenüber folgende Forde rungen auf: 1. Arbeitszeit 9 Stunden. 2. Erweiterung der Spanne zwischen Gelernten und Ungelernten. 3. Nicht einen halben Pfennig Lohnzulage. 4. Fortfall aller bisher gezahlten 3uschläge und dergleichen mehr. Alle diese reaktionären Forderungen zur wesentlichen Berschlechterung der Arbeitsbedingungen auf Initiative der Scharfmacher werden in diesem Rundschreiben den Arbeitgebern total verschwiegen. Durchaus fadenscheinig ist die Begründung des Verhaltens der Leitung des Unternehmernerbandes zu dem Schiedsspruch, den die Bauarbeiter angenommen hatten, während die Unternehmer sich die Erflärungsfrist verlängern ließen, um dann unter Hinweis auf den infolge ihres Verhaltens heraufbeschworenen Streit der Zimmerer zu erklären, daß es fich für sie erübrige, zu dem Schieds( pruch Stellung zu nehmen, da der Schiedsspruch über den Haufen gerannt fei. Die Bauarbeiter haben sich an den Schiedsspruch gehalten! Bon der Aussperrung find außer den Polieren, die in Wochen lohn stehenden Bostengesellen ausgenommen, nicht die im Stundenlohn stehenden, die Lehrlinge, Schwerfriegsbeschädigten, somie die Spezialarbeiter, für die besondere Tarifverträge bestehen, Steinholzleger, Feuerungsmaurer, Fliesenleger und Kunststeinverfetzer. Auch die christlich organisierten Arbeiter wurden ausgesperrt, obwohl auch sie den Schiedsspruch angenommen hatten. Mitgliedsfirmen, die nicht aussperren, werden mit dem Ausschluß aus dem Unternehmerverband bedroht. Unter feinen Umständen dürfen irgendwelche Mehrforderungen oder gar die Lohnfäße des Schiedsspruches bewilligt bzw. gezahlt werden". Die Leitung des Unternehmerverbandes erklärt, ihr Verband hätte sich jeder Autorität und seines guten Namens begeben, wenn er nicht mit jeder nur möglichen Kraft den bestreitten Betrieben die denkbar stärkste Hilfe zuteil werden ließe." Die Herrschaften machen zuerst den Abschluß eines neuen Tarifvertrages oder auch nur die Verlängerung des geltenden Tarifes durch rigorose Scharfmacherei unmöglich, drüden sich um eine Ersrael arbeiter ftreifen, deshalb Aussperrung fämtlicher Bau. arbeiter, wofür sie den Arbeitern die Berantwortung zuschieben möchten, trotzdem ihr ganzes Verhalten von vornherein darauf eingestellt war, den Kampf vom Zaune zu brechen. Die Krankenkaffen am 1. Mai! Die Bureaus der Ortstranfenfassen werden in diesem Jahre am 1. Mai nur einen Notdienst für besonders dringende Abfertigungen usw. aufrechterhalten. Krantengeldauszahlungen erfolgen schon am 30 April. Wir bitten die Berliner Arbeite: und Angestellten, dies genau zu beachten und dafür zu sorgen, daß am 1. Mai jebe nicht dringend notwendige Arbeit in den Krantenfaffen vermieden wird. Gewerfichaftstommiffion Berlins und Umgegend. Allgemeiner freier Angestelltenbund, Ortsfartell Berlin. Ruhen die Verkehrsmittel am 1. Mai? Die bürgerlichen Zeitungen verbreiten eine Notia. wonach die Berkehrsbediensteten der Hochbahn, Straßenbahn und der Omnibusgefelifchaft den Betrieb am 1. Mai aufrechterhalten werden. Demgegenüber sei festgestellt, daß die Bediensteten und Arbeiter dieser Betriebe zu der Frage des 1. Mai no nicht end Jung- Wähler und-Wählerinnen! Mittwoch, den 30. April, abends 18 Uhr, in der Schulaula Cafficher Straße 47/48: Deffentliche Jungwählerversammlung Thema:„ Jugend und Reichstagswahl." Referent: Frau Clara Bohm- Schuh. Erscheint in Massen! Bereinigte Sozialdemokratische Partel Deutschlands Bezirksverband Berlin. SW 68, Lindenstraße 3. gültig Stellung genommen haben. Der Wunsch der Verkehrs. Bediensteten geht dahin, die Beschlüsse des ADGB. und der Gewerkschaftskommission aufrechtzuerhalten. Afa- Angestellte der chemischen Industrie. Was wird das Reichsarbeitsministerium fun? Die Einigungsverhandlungen vor dem Reichsarbeitsministerium am 22. April, betr. Berbindlichkeitserklärung der Sprüche des Schlichters von Groß- Berlin vom 7. April, führten lediglich zu einer Einigung hinsichtlich des Manteltarifs. Bezüglich der März gehälter hat jeht das Reichsarbeitsministerium zu entscheiden, ob es dem Antrage der Angestelltenorganisationen gemäß den, betreffenden Spruch vom 7. April 1924 für verbindlich erklären wird. Man darf nummehr darauf gespannt sein, wie das Reichsarbeitsministerium sich in diesem Falle verhalten wird, wenn man sich an die Ausführungen erinnert, mit denen es am 30. Januar die Ablehnung des Spruches vom 12. Januar 1924 begründete. Da heißt es u. a, daß unter Berücksichtigung der verschiedenen Leistungsfähigkeit der Industrie die im Schiedsspruch getroffene Regelung nicht als umbillig angesehen werden fann", d. h. vom Reichsarbeitsministerium wurde die Webernahme der Dezembergehälter auf den Monat Januar 1924 als wirtschaftlich tragbar und nicht unbillig angesehen. Nun ist in den letzten Monaten der Inder für die Lebenshaltungsfoften allein schon um 8,7 Proz. gestiegen, mogegen der Schiedsspruch vom 7. April abgesehen von einigen Ausnahmefällen insonderheit für die Techniker, deren Gehälter für Januar um 30 Broz. gefürzt wurden, das Gehaltsniveau nur um wenige Prozent erhöht, woraus flar und deutlich hervorgeht, daß der Schiedsspruch vom 7. April weit hinter den berechtigten Forderungen der An geftellten zurückbleibt. Außerdem hieß es in der damaligen Begründung des Reichs arbeitsministeriums:„ Dabei( nämlich bei der Ablehnung der Berbind lichkeitserklärung) ist von der Annahme ausgegangen worden, daß fich die Arbeitgeberseite einer tariflichen Regelung der Angestellten gehälter nötigenfalls auf dem Wege der Schlichtung auch in Zukunft nicht grundsäglich widersetzt, weil sonst wichtige allgemeine Belange der Arbeitnehmerschaft derart gefährdet würden, daß eine andere Stellungnahme nötig wäre". Run ist eine solche Wandlung in dem Berhalten der Arbeit geberseite in feiner Weise eingetreten. Die Arbeitgeber haben sich vielmehr in dem bisherigen Schlichtungsverfahren genau fo ab en verfallen, wole Somats bm Jammer, fo Ba es be Berwumbe rung der Arbeitnehmerseite erregen mußte, daß das die Grenzen des Anstandes hart berührende Verhalten der Arbeitgeber vor dent Schlichter nicht mit Ordnungsstrafen belegt murde.. Um so mehr muß man gespannt sein, wie sich jetzt das Reichs arbeitsministerium entscheiden wird, das schon damals in der Ab lehnung der Arbeitgeber hinsichtlich des Schlichtungsverfahrens„ eine Gefährdung wichtiger allgemeiner Belange der Arbeiterschaft" sah. Und so stellen wir nochmals zum Schluß die Frage: Was wird das Reichsarbeitsministerium tun?" Streikerfolg der Filmarbeiter in Staafen. Am Mittwoch trat die Belegschaft der Filmmerte Staaten( früher Zeppelinhalle) wegen Lohndifferenzen in den Streit, nachdem die gewünschte Regelung 12 Tage lang hinausgezogen war. Bereits am Donnerstag nahm die Betriebsleitung die Verhandlungen auf, die am Sonnabend beendet wurden und zwar mit 3ugeständ nissen, die der Forderung der Belegschaft vollauf entsprechen. Maßregelungen unterbleiben. Je drei Tischler vom Holzarbeiter= verband und der Union verübten Streifbruch. Die Belegschaft nimmt Montag früh 8 Uhr die Arbeit wieder auf. Wie die Streitleitung weiter mitteilt, nahmen die Streifenden auch zu dem Schiedsspruch über den Manteltarif Stel amg und befchloffen, falls der bereits dreimal abgelehnte Schiedsspruch in der erneuten Verhandlung am Freitag eine. Faffung erhalten hat, die wenn auch verklausuliert den Achtstundentag aufhebt, den gesamten Manteltarif abzulehnen. Den Filmindustriearbeitern wird für die Urabstimmung am Dienstag die gleiche Stel lungnahme empfohlen. Vergleich in den Efha- Werken. Am 25. April fand vor dem Schlichtungsausschuß ein Vergleichstermin zwischen den Efha- Werfen, Briß, und den streikenden Fleischern statt. Der Vergleichsvorschlag geht dahin, daß die Belegschaf: zu den Bedingungen des Vorschlags vom 23. April die Arbeit wieder aufnimmt, mit der Maßgabe, daß zuschlagfreie Ueberstunden über die tarifiichen Bestim mungen verlangt werden können bis zum 15. Juni und day vom 5. April ab die Löhne den Löhnen der Wurstfabrikanten angegliedert werden sollen. Die zuschlagfreien Ueberstunden sind gedacht zur Einholung wenigstens eines Teils der durch den Sheif ausgefallenen Zeit. Die Belegschaft nahm mit Mehrheit den Vergleichsvorschlag an. Kein Delegierter des 3d darf die von den Delegierten der Liste ti( lies: Kommunistische Partei) einberufene Delegiertenverfammlung am Montag besuchen. Wir stellen hiermit ausdrücklich fest, daß diese Versammlung nichts mit dem Zentralvers band der Angestellten zu tun hat und daß alle diejenigen, die sich leitend oder sonst irgendwie hervorragend an dieser Beranftaltung beteiligen, eine verbandsschädigende Handlung ausüben. Zentralverband der Angestellten. Ortsverwaltung Groß- Berlin. Der Zentralverband der Schuhmacher, Zahlstelle Berlin, ruft die gesamte Kollegenschaft der Schuhindustrie und im Handwerk zur Arbeitsruhe am 1. Mai auf und zur Demonstrationsversammlung in den Residenzfestfälen, Landsberger Straße 31, vormittags 94 hr. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 4. Beilage.) Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schilowski; Lokales und Sonstiges: Fris Raritäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlig in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlagsanstalt Paul Ginger, u. Co.. Berlin GW. 68., Lindenstraße 3. Hierzu 4 Beilagen. Verlangt die gufen CALMON- HANSA Gummisohlen Der neu erschienene Sommer- Katalog wird auf Wunsch kostenfrel zugesandt Damenkleidung Jumper- Bluse aus bunt bedrucktem Musselin mit 5.50 Schleife u. farb. 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Sport- Anzüge 2teilig, Joppe und Breeches. 39.00 63.00 Sport- Anzüge 4teilig, m. lang. und kurzem Beinkleid,.89.00 115.00 Windjacken aus imprägniertem Baumwollstoff 12.00 18.00 Regen- Hut für Damen, Formen und Farben. 2.25 Gummistoff, in vielen Weiße Spitzendecke oder rund, 60 cm mit Lochstickerei, eckig 4.80 Läufer dazu pass., 35x120cm5.90 Mitteldecke weiß Batist, mit breitem creme Spachtelansatz ( Tutanchamon), rund 15.00 oder eckig, 60 cm Herren- Halbschuh schwarz Rindbox, spitze Form, vorzügl. Fabrikat 11.90 Kanten oder farbig gemustert, 130x225 cm., mit 12 Servietten.. 16.50 Balkondecke doppelseitig Größe 120 × 150 cm... 7,00 8.50 Größe 130x160 em... Handtuchstoff grauweiß Leinen m. bunten Kanten Breite 47 cm...... Mtr. 0.95 Damen- Schirm Halbseide, mit seidenem Futteral und geradem Griff 8.90 GEGR. 1815* BERLIN C.* KÖNIGSTRASSE* Decken Steppdecke aus vorzüglichem Satin auf beiden Seiten, 150x200 cm 27.00 Daunendecke f. Kinderbetten, aus prima Satin auf beiden Seiten, mit vorzüglicher Gänsedaunenfüllung, 100x150 cm...... Gleiche Ausführung, 150x200 cm. 60.00 125.00 Daunendecke türkisch bedruckter Perkal in Deckbettgröße 78.00 130x200 cm Kissengarnitur für Korbmöbel Sitz- und Lehnkissen aus bunt bedrucktem Kreton 4.75 Einkaufs- Beutel aus schwarz. Leder, besonders große, 8.75 praktische Form SPANDAUER STRASSE t Mengenabgabe Vorbehalten fir. 198 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Der Weg durch die Luft. Beginn der neuen Flugzeit. Die Anlagen auf dem Tempelhofer Feld. Flugzeuge wiegen sich über den vom warmen Frühlings-| die Räder den Boden, der Propeller zieht sie über die Erde und hauch durchsonnten Feldern, Wäldern und Siedlungen, die an den dann plötzlich schweigt der Lärm des Motors: der Traum ist aus. Flughafen Staaten bei Spandau grenzen: die Flugzeit des neuen Jahres hat begonnen. Auf dem Flugplatz reges Leben. Motoren brausen, Propeller furren. Fertig, los! Bon Bollgas getrieben fchwingen die Kolben der Motoren auf und nieder in rasendem Spiel. Der große Vogel eilt über die Grasfläche, die sich vor den - 2863 2801 weiten Flugzeughallen dehnt. Beise schwanken die Flügel, eine furze Wendung, die Startstelle ist erreicht. Dann brüllt der Motor auf, der Schwanz des Bogels löst sich leicht vom Boden, die Räder drehen sich in rastloser Gile, sie rollen noch, als der Vogel mit seiner Menschenlast schon längst die Erdenschwere überwand und losgelöst von irdischen Fesseln sich siegreich über Bäume und Häuser höher und höher schraubt. Hundert, dreihundert, siebenhundert Meter und noch höher. Sicherer als ein Auto bewegt sich das moderne Verkehrsflugzug im Aethermeer. Winzig flein sind die Menschen, wie Ameisen. Die Bäume des Grunewalds scheinen nur noch Heidefraut, und die großen Mietkasernen sind nur noch niedliche Spiel. zeughäuschen, zu denen die winzigen Eisenbahnzüge ganz herrlich passen. Dann aber geht der Flugtraum zu Ende. Die Erde wird wieder größer, fie schwillt, das Heidekraut wird wieder Baumbestand, die Ameisen wieder Menschen, die Spielzeughäuser wieder Mietfasernen. Die Maschine neigt leicht nach vorn, leise berühren 的 Die Flüchtlinge. Roman von Johannes Linnantosti. Bas fie fagen!" rief er aus. Du hast dir ja auch den Bart abgenommen und siehst jetzt wenigstens zehn Jahre jünger aus als ich, obgleich ich in bezug auf das Alter wohl eben soviel jünger sein dürfte als du. Muß ich denn etwa auch zum Messer greifen?" Laß du nur sein," fchmunzelte Uutela.„ Da ich ja doch der Schwiegersohn werde und du der Schwiegervater wirst damit wenigstens ein Unterschied zwischen uns ist." „ Nun, dann geht es nicht." Sie fingen alle zu lachen an. Ja, Karoliina," sprach Keskitalo, zu der Schwester gewandt. Wir beiden, Uutela und ich, gedenken auf unsere alten Tage noch etwas anzustellen. Ich bin von jeher ein wenig fräntlich gewesen, und meine Jungen verstehen noch nichts von der Gutswirtschaft, aber wo ich so einen SchwiegerJohn zur Hilfe bekomme!" Er plierte mit den Augen, als wollte er die Fäden seiner innersten Gedanken vor den anderen verstecken. Was meint denn Karoliina dazu?" Freilich, freilich... ich mein es ja nur im Scherz Goll denn Juha dann dort einheiraten?" . So haben wir gedacht," zwinkerte Restitalo. Uutela lächelte fein stilles Lächeln: 11 " Ich werde boch die Gutstochter nicht in so eine Hütte fehen. Und ich möchte auch wieder etwas schaffen." Recht so!" bewunderte Keskitalo. Was meinst du, Nachbar follen wir es jetzt nicht endgültig abmachen!" Was sagt denn aber Manta selbst zu einem so alten Mann?" fiel die Schwester halb im Scherz, halb im Ernst ein. Manta felbst!" lächelte Restitalo. Sie soll Gott dan fen, daß fie einen solchen Mann bekommt! Und im übrigen" er zwinterte Uutela zu schweige das Weib in der Gemeinde. Sie tennen ja wohl den Spruch, Karoliina?" Karoliina hätte gern etwas gesagt, da sie auch ein Weibsmensch war, aber sie lächelte nur, weil die anderen lächelten. " Damn ist's also abgemacht," schmunzelte Uutela. Ich Lemme nächsten Sonnabend mit den Brautgaben. Und dann ist alles flar!" fagte Restitalo, wieder mit den Augen plierend. Und so sigen wir noch vor Pfingsten Die Luftschiffwerft. in den Werkstätten der Luftschiffwerft die Werkzeuge der Schloffer Während die Riefenvögel sich so in den Aether schwingen, flingen und Tischler, arbeiten all die anderen Menschen, die mit dem Luftverkehr in irgendeiner Beziehung stehen. Motoren werden instand T 23 دے gefeßt, Tragflächen find im Bau, Flugzeuge, die Mind und Better erwachten und von Menschenhand geschaffenen großen Bögel wieber in Jugendfrische und sind bereit, von neuem Wind und Wetter zu besiegen. Baboratorien find hier zu finden, in denen mit Chemifalien gearbeitet wird, wie sie die Photographen brauchen: Luftbildaufnahmen werden hier für die mannigfachsten Zwede hergerichtet. während der Geometer nur in jahrelanger und mühevoller Arbeit das Land vermessen und die Landkarten aufzeichnen kann, bringt die Luftbildaufnahme in fürzester Frist eine genaue Landkarte zu stande. Besondere Verfahren gestatten die durch Höhenschwankungen oder schiefe Lage des Flugzeuges bedingten Verzerrungen der Aufnahmen auszugleichen und maßstäbliche Karten herzustellen, die den höchsten Anforderungen genügen. Internationaler Flugverkehr. Flugverkehr ist international. Er führt über Grenzen, verbindet Böller und Länder mit früher ungeahnter Schnelligkeit. Gerade diese Tatsache läßt die Begriffsbestimmung der Entente, die den alle im Schatten unseres Weinstockes und unseres Feigenbaums." Restitalos Bibelsprüche trafen immer den rechten Fleck, das war allbekannt. in Sie lachten. Keskitalo war gegangen. Uutela aber schritt in der Stube auf und ab, beide Hände den Jackentaschen und die Augen still strahlend. Dann verzog sich der Mund zu einem Lachen es tam ein kleines Schmunzeln über seine Lippen. fagte er, zu seiner Schwester gewandt. " Wer von uns beiden hat denn nun eigentlich gefreit?" Die Schwester sah ihn verwundert an:" Du doch mer denn sonst?" Wir haben es beide gleich viel getan," lachte Uutela mit feinem stillen Lachen.„ Sieh mal, Karoliina Restitalo ist allerdings ein schönes Gehöft, und die Leute sind geachtet, wie Weihnachten ins Haus tommt sonst fönnte dort bald aber es ist alles verschuldet, so daß ein solcher Schwiegerfohn der Hammer frachen. Denn die Bibelsprüche taugen nicht zum Schulden bezahlen!" schob er gleichsam stichelnd ein. " Nun ja, ein guter Kerl und ein fluger Kerl- wir werden uns schon verstehen." -Die Schwester konnte nicht umhin, ihren Bruder zu bemundern er war wieder der alte gesezte Juha, bei dem an der Oberfläche nur das Lächeln und das stille Strahlen der flugen Augen zu sehen war. Der Altersunterschied wollte ihr zwar noch einmal Bedenken erregen, doch hielt sie diese schon felbst für kindisch. Uutela aber lächelte immer noch, während er in seinen Gedanken fortfuhr: Sieh mal, Karoliina! Ich bin niemals hinter dem Glück hergelaufen, ich habe ihm immer nur fest ins Auge gesehen, und es ist hinter mir hergelaufen. Und so scheint es auch jezt zu fein." 2. Dies war sein Tag, dieser Tag des zweiten Aufgebots. Uutela tam es vor, als habe sein ganzes bisheriges Leben, alles Arbeiten und Mühen seit den Zeiten von Lumikangas nur diesen Tag zum Zwed gehabt. Er wachte schon gegen vier Uhr auf. Die Maisonne Die Maisonne strahlte, die Tauperlen blinkten an den Bäumen und Gräsern. Er hatte nie zuvor eine solche Menge von Lauperlen bemertt, Sonntag, 27. April 1924 Luftverkehr in Deutschland in fleinlichster Weise fnebelt, geradezu getroßzt hatten, unansehnlich und schadhaft geworden waren, werden wieder aufgearbeitet, und wenn schließlich die Maler und Lackierer thres Amtes gewaltet haben, dann strahlen die von Menschengeiſt spießerhaft erscheinen. Es geht nicht an, im Auslande bis zur deutschen Grenze im Schnellzug zu fahren, um dann für die Reise durch Deutschland eine Sekundärbahn benutzen zu müssen. Genau so ist das Verhältnis, das im Luftverkehr durch die Begriffsbestimmung der Entente geschaffen wurde. Dabei arbeitet die Deutsche Luftverkehrsgesellschaft, der Aero- Lloyd, mit sämtlichen Luftverkehrsgesellschaften des Auslandes wahrhaft freundschaftlich zusammen, und es fann mit besonderer Genugtuung festgestellt werden, daß in Frankreich und England ihren Siz haben, über die Unzwedfich fämtliche Luftverkehrsunternehmungen, auch diejenigen also, die mäßigkeit und unhaltbarkeit der Begriffsbestimmungen einig sind. Es ist zu hoffen, daß der Druck der wirtschaftlichen Vertreter dieser Länder alsbald eine den internationalen Erfordernissen entsprechende Regelung des Flugverkehrs und Flugwesens für Deutschland erzwingen wird. Regelmäßige Verkehrslinien des Deutschen AeroClond führen jetzt von Berlin über Hannover, Amsterdam nach London, über Malmö- Kopenhagen Hamburg Bremen Amsterdam nach Rotterdam, von Berlin über Danzig nach Rönigsberg und von dort nach Mostau, von Bremen oder Hamburg nach Hannover. In Vorbereitung ist eine Linie, die von Berlin über Prag nach Wien führen soll. Ein Teil dieser Linien wird in Gemeinschaft mit englischen, holländischen, ruffischen und Danziger Luftverkehrsgesellschaften betrieben. Auf einem Fluge, der beispielsweise von London nach Moskau führt, benutzt der Fluggast Einrichtungen der föniglich englischen Luftverkehrsgesellschaft und auf der anderen Seite diejenigen der DeutschRussischen Luftverkehrsgesellschaft, an der die Sowjetregierung in hervorragender Weise beteiligt ist. Im vergangenen Jahre hat die Deutsche Luftverkehrsgesellschaft insgesamt 3322 Luftflüge ausgeführt, bei denen 473 162 Kilometer zurückgelegt, 2292 Personen, 3350 Rilogramm Post, 31 793 Kilogramm Fracht, insgesamt also 209 002 Rilogramm Nutzlast befördert wurden. Die durchschnittliche Zuverlässigkeit aller Flügel ist 91,5 Proz., mobei zu bemerfen ist, daß, abgesehen von dem Unglück auf dem Tempelhofer Feld, tein Unglücksfall zu verzeichnen war. Die Sicherheit des Fliegens erscheint nach diesen Zahlen also wesentlich größer als die der Eisenbahn. Funkdienst im Luftverkehr. Der Funkdienst foll min auch in Deutschland er erhöhtem Maße in den Dienst des Luftverkehrs gestellt werden. Auf dem Tempelhofer Feld ist am Rande der Hasenheide jetzt der Bau einer Funkenstation in Angriff genommen worden, die zwei Türme von je 45 Meter Höhe erhalten wird. Die Station wird einen drahtlosen Telephonverkehr für eine Reichweite von 800 kilometern und einen Telegraphendienst auf 1500 Kilometer Reichweite unterhalten fönnen. Aufgabe der Station wird auch die Aufrechterhaltung eines drahtlosen Welter- und Nachrichtendienstes zwischen Berlin und den Flugplägen des In- und Auslandes, sowie der Vertehr mit den auf den Streden befindlichen Flugzeugen sein.. Auf diese Weise wird es z. B. möglich sein, rechtzeitige Warnungen vor Gewitterbildungen, fomie Mitteilungen über die Windstärken und fonftigen Wetterverhältnisse zu übermitteln. Funkenstationen für gleiche Zwede werden zurzeit auch in Hamburg, Königsberg und München auf den dortigen Flugplägen errichtet. Mit ber Funkenstation auf dem Tempelhofer Feld wird ferner ein besonberes Observatorium verbunden werden, das nur dem Luftverkehr dienen und somit das erste dieser Art in Deutschland sein wird. Bisher wurden die einschlägigen Beobachtungen der Witterung für den Luftverkehr in der Hauptsache vom Observatorium Lindenberg im Streife Beeskow, der größten deutschen Wetterwarte, die unter Leitung des Professors Hergesell steht, ausgeführt. Mit der Errichtung der neuen Station auf dem Tempelhofer Feld geht dann die Wetterbeobachtung für den Luftverkehr auf die neue Warte über. Am letzten Sonnabend haben in Lindenberg Besprechungen zwischen Profeffer Hergesell und Vertretern der Behörden stattgefunden, die sich mit der Frage der Einrichtung des Observatoriums Tempelhofer Feld, das mit den neuesten Apparaten ausgerüstet werden soll, beschäftigten. Die Verbindung zwischen Flugplatz und Wetterwarte gibt vor allem auch die Möglichkeit, durch regelmäßige Aufstiege Windmeffungen und Wetterbeobachtungen in größeren Höhen anzustellen. Damit wird ein alter Blan verwirklicht, der bereits 1913 alle maßgebenden Kreise lebhaft beschäftigte. Schon damals erkannte man die Notwendigkeit, einen ständigen leberwachungs- und Warnungsdienst für Flugzeuge und Lentluftschiffe einzurichten. Von Lindenberg aus wurden auch tatsächlich eine Zeitlang alle deutschen Flughäfen täglich über die Wetterlage in Deutschland und den Randstaaten benachrichtigt, so daß die dortige Wetterworte, wenn nicht Auch alles andere schien ihm so anders. Die Luft mar erfüllt von Bogelsang, von laufen und leifen Stimmen, von Gezwitscher und Gepiep. Am merkwürdigsten war ihm, daß auch die Hähne an diesem Morgen untereinander zu wetteifern schienen. Zuerst frähte der in Hankamäti, dann der in Alastalo und ganz gleichzeitig schon der in Tuomala, dann war das ganze Dorf von ihrem Schmettern erfüllt. Und dann wieder einer! Der frähte hinter dem Hügel, von Restitalo her. ,, Ob wohl auch die Manta schon aufgemacht ist?" schmunzelte Uutela." Man sollte meinen, dazu brauchte es minderer Freude!" * Gegen acht Uhr machte sich Uutela nach dem Brauthaus auf- stattlich anzusehen in seinen schwarzen Tuchkleidern und feiner schwarzen Deckelmütze. Er mußte auf dem Wege hinschreitend lächeln, als er gemeint hatte, der Bräutigam folle sich auch einen Hut kaufen, daran dachte, wie Hanna, die jüngere Schwester seiner Braut, wie ihn ihr Vater und die anderen trugen. Kindereien, Kindereien," hatte er gelächelt. Ich bin mein lebelang in der Müße einhergegangen." Das Frühstück aß er mit den Leuten von Keskitalo. Nur die Braut war nicht dabei, sie hatte noch mit dem Ordnen der Feiertagsfachen in ihrer Kammer zu tun. Dann brachen sie nach dem Kirchdorf auf. mit dem Bierd eines anderen machen mußte, wenn dieser Es ging Uutela ein wenig zu Herzen, daß er diese Fahrt andere auch sein Schwiegervater war. Doch hatte er seinerfeits das neue Gefährt und das blizende Geschirr gekauft das glich die Sache gewissermaßen aus. Die Braut ein festgebautes, rosig gesundes Mädchentrat mit ihrem seidenen Kopftuch, ihrer spizenbesetzten Bluse, ihrer langen goldenen Kette und ihrem Ring aus dem Hause. Uutelas Augen strahlten mit ihrem hellsten Leuchten. Er wollte ein entzückendes Wort sagen, bedachte aber zugleich, daß das ja wie ein Lob auf sein Eigentum gewesen wäre, da all diese Bracht seine Brautgeschenke waren. Restitalo rettete ihn aus dieser Verlegenheit. „ Na, nun ist aber die Manta hübsch wie die Königin von Saba in ihrer Herrlichkeit!" warf er leicht scherzend einen biblischen Vergleich hin. ( Fortsetzung folgt.) Sie sah errötend zu Boden. der Krieg dazwischen gekommen wäre, fich schon längst zu einer Funtdienstzentrale großen Stils entwickelt hätte. Der neue Plan dürfte auch vom Ausland lebhaft begrüßt werden, da der Meldeund Warnungsdienst selbstverständlich auch den holländischen und englischen Postfiugzeugen zugute fomint. * Mit dem Bau der Anlagen auf dem Tempelhofer Feld sowie mit der völligen Einebnung des Flugplatzes hofft man in etwa acht Wochen fertig zu sein, so daß dann auch der Luftverkehr LondonAmsterdam nach dem Tempelhofer Feld geleitet werden fann, Waren auf der Straße? Die Berliner Straßen sind bald nicht breit und weit genug, um alle die Straßenhändler mit ihren Karren und Wägelchen, auf denen sie die mannigfaltigsten Waren zum Kauf anbieten, aufzunehmen. In der Bernburger Straße zum Beispiel stehen allein zwanzig fliegende" Händler und warten der Käufer, die da fommen follen. Und ähnlich ist es in allen Teilen der Stadt bestellt, überall die Fülle der Händler, denen leider meistens die Käufer fehlen. Gersiß, Straßenhändler hat es immer in Berlin gegeben, und immer woren Leute bereit, hier ihre Einkäufe zu machen, weil diese Händler ein paar Pfennige billiger verkauften als die Ladeninhaber. Heute aber hat sich das Bild vollständig geändert. Auf der einen Seite ist die Kaufkraft des großen Publikums infolge der niedrigen Löhne und Schälter eine geringere als vor dem Kriege. Die Straßenhändler aber fönnen heute in den meisten Fällen nicht zu billigerem Breis verkaufen als der Ladenbefizer, trotzdem sie keine Ladenniete bezahlen. Der Großhandel hält das Preisniveau und wacht eifersüchtig darüber, daß die Preise sich auf einer anständigen" Höhe halten. Dazu kommt, daß bei weitem die meisten Fliegenden" gar nicht in der Lage sind, beim Großhandel einzukaufen. Sie befizzen ja tein Betriebskapital, fie müssen aus zweiter" und dritter" Hand kaufen, und wenn sie sich auch mit noch so kleinen Berdienstspannen begnügen, wenn sie auch auf die Gesundheit des Körpers, der allen Witterungsunbilden preisgegeben ist, nicht achten, eine fleine Zubuße zum Lebensunterhalt muß ihnen der Straßenhandel doch abwerfen, denn in sehr vielen Fällen hat Beschäftigungslosigkeit und Stellenlosigkeit die Menschen das harte Los der Straßenhändler wählen lassen. Vor dem Betteln hielt sie die Scham zurück, und die Anständigkeit und Ehrlichkeit bewahrt sie, andere, schlimmere Wege zu wandeln. " Das leberhandnehmen des Straßenhandels ist auch ein Zeichen der immer noch ganz ungesunden Lage Deutschlands auf wirtschaftlichem Gebiete. Der verlorene Krieg und seine bedauernswerten sozialen und ökonomischen Folgen haben das übrige dazu getan. Nach dem Krieg von 1870/71 ließ das„ dankbare Vaterland" feine Veteranen und Krüppel mit der Drehorgel von Haus zu Haus und vor Hof zu Hof ziehen. Die Verstümmelten des legten Krieges und die durch diesen Krieg in die größte Not Geratenen werden auf die Straße getrieben. Es ist ein und dasselbe. Auch sie kommen nicht selten des Abends, müde und abgehetzt, mit nur ein paar Pfennigen heim. Und angesichts dieser brutalen Tatsachen wagen es die Rechtsradikalen wieder, mit dem Gedanken an einen neuen Krieg zu spielen und nach neuem Krieg zu schielen. Das Reichswirtschaftsministerium aber sollte endlich energische Maßnahmen zur Gefundung unserer Wirtschaft ergreifen und nicht die Politik länger verfolgen, die bie wirtschaftliche Lage immer fäftiger und unerträglicher macht. Bezeichnend genug für die Taftit dieser Behörde ist es, daß, wie das hier bereits vor einiger Zeit betont wurde, in den Großhandel jeder ohne Kontrolle hineingelaffen werden soll. Der Kleine aber, der Arme und Aermfte, der Straßen händler, muß Legitimation und Wandergewerbeschein aufweisen und hat genug Schererei und Blackerei mit der Polizei. Verbrecherehre. Borstrafen als Verteidigungsmittel. Während sonst die Borstrafen einem Angeflagten besonders verhängnisvoll zu werden pflegen, waren diese den Angefiagten Diesmal das beste Verteidigungsmittel. Im Januar vorigen Jahres wurde eines Nachts die große Schaufensterscheibe Das Stadion an der Schönhauser Allee. Gegen den im ,, Borwärts" bereits besprochenen Plan, im Verwaltungsbezirk Prenzlauer Berg auf dem ehemaligen Exerzierplaz an der einsamen Pappel" einen Sportkampfplak zu schaffen, ist im Magistrat, wie wir hören, Widerstand rege geworden. Im Bezirk hat der Gedanke rasch Freunde gefunden, und man wundert sich dort über die Bedenken der Gegner um so mehr, weil das Unternehmen, abgesehen von dem sportlichen und hygienischen Nuzen, auch einen ansehnlichen Gewinn in bar zu bringen verspricht, der in den Stadtfädel fließen würde. Eine das Projekt behandelnde Denkschrift, die vom Bezirksamt Prenzlauer Berg herausgegeben ist, enthält auch eine genaue Rentabilitätsberechnung. Einnahmen werden erwartet aus jährlich acht RadDeffentliche Wählerversammlungen Der„ typische Vertreter des Revolverjournalismus". Artur Keils„ Darlehen". Der Schriftsteller" Artur Keil hatte sich von neuem wegen eines Erpressungsversuches vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte zu verantworten. Seit zwei Jahren befindet sich Keil, der bereits schwere Buchthausstrafen verbüßt hat, in Untersuchungshaft und ist seitdem breits mehrfach abgeurteilt worden, so daß er eine mehrjährige Ges famtzuchthausstrafe zu verbüßen haben wird. Es schweben gegen ihn jedoch noch mehrere Straffälle. Einer von diesen gelangte jetzt zur Aburteilung. heute, Sonntag, den 27. April, nachmittags 4 Uhr: und sagte, er habe Material gegen ihn, das er veröffentMarzahn: Gasthof Sziglat am Bahnhof. Marzahn: Gasthof Sziglat am Bahnhof. Blankenfelde: Lokal Staab. Redner: Kurt Riehmann, Hermann Bempert. Montag, den 28. April, abends 7% Uhr: Berlin- Mitte: Haverlands Festfäle, Neue Friedrichstraße 35. Charlottenburg( 51. Abt.): Schillers Waldhaus, Heerstraße, Ecke Badenallee. Wilmersdorf- Halensee: Florafale in Halensee, Johann- Georg straße. Adlershof: Wöllsteins Luftgarten, Bismarckstraße 75. Oberschöneweide: Mörners Blumengarten, Wilhelminenhofstr. Biesdorf: Wilke,( Schillerfäle) Königstraße 120. Tagesordnung in allen Bersammlungen: „ Die Sozialdemokratie und der neue Reichstag". Referenten: Crifpien, Heßschold, Kuttner, Lempert, Dr. Mofes, Heinrich Schulz * Deffentliche Frauenversammlungen Montag, den 28. April, abends 7%, Uhr: Kreuzberg: bei Rabe, Fichtestraße 29. Tiergarten( 8. Abt.): Schulaula Winterfeldtstraße 16. Schöneberg: Aula Hohenzollernschule, Belziger Straße 48/52. Lichtenberg: Aula Marktstraße. Referenten: Clara Bohm- Schuch, Franz Klüths, Liesbeth Riedger, Elfriede Ryned. Oeffentliche Versammlungen Dienstag, den 29. April, abends 7%, Uhr: Wedding( 16. Abt.): Lokal Krüger, Huffitenstraße 34. Prenzlauer Berg: Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee 10/11. Friedrichshain( 34. Abt.): Comeniusfäle, Memeler Straße 67. Kreuzberg( 42. Abt.): Schulaula Bergmannstraße 65. Charlottenburg: Gemeindeschule Wiebestraße, Ede Neues Ufer. Lichterfelde: Hennigs Festfäle, Bahnhof Lichterfelde- Ost. Lichtenrade: Lotal Stieler, am Dorfteich Baumschulenweg: Kino Baumschulenstraße. Kaulsdorf- Süd: Sanssouci, Moltkestraße 1. Hohenschönhausen: Aula Gemeindeschule Rödernstraße Rosenthal: Lokal Schneider, Hauptstraße 3. Leid, Dr. Löwenstein, Minna Todenhagen, Hedwig Wachenheim, Friz Zubeil. Deffenti. Wählerinnenversammlungen Tagesordnung in allen Versammlungen: eines Stonfektionsgeschäfts in der Bornholmer Straße eingeschlagen. Der 4. Mai der Schidialstag für Deutschlands Arbeiterschaft" Durch den Lärm, der dabei verursacht worden war, wurden der Ladeninhaber und seine Frau geweckt. Die auf ihre Hilferufe eine Referenten: Bartels, Heinig, Hirsch, Horlik, Künstler, Lempert, fegende Berfolgung führte zur Festnahme von drei Personen, und zwar der Arbeiter Paul Gorfinsti, Karl Brodmann und des Schlächters Willi Ahlert. Alle drei entpuppten sich als vielfach vorbestrafte Einbrecher, die schon schwere Gefängnis- und zum Teil auch schon Zuchthausstrafen hinter fich haben. Eie wurden wegen verfuchten Einbruchsdiebstahls angeklagt und hatten sich vor dem Schöffengericht Wedding zu verantworten. Die Angeklagten beftritten, einen Einbruch geplant zu haben, und behaupteten, daß fie fich in angeheiterter Stimmung befunden hätten und daß einer von ihnen aus Scherz gegen die Schaufensterscheibe gestoßen worden sei. Als Spezialisten auf diesem Gebiet der Schaufenstersicherung war ihnen die Schaufenstersicherung nicht entgangen, und sie würden fich gehüttet haben, bier einen Einbruch zu verüben, da ihnen bekannt war, daß bei der leisesten Berührung der Scheibe das Alarmsignal in Bewegung gesetzt wurde. Sie wiefen es mit Entrüstung zurück, daß sie so ungeschickt vorgehen fönnten, in einem so gesicherten Geschäft einen Einbruch zu verüben. Der Staatsanwalt hatte gegen jeden der drei Angeklagten drei Jahre Zuchthaus beantragt. Der Verteidiger berief fich auf das Zeugnis des Ladeninhabers und seiner Ehefrau, daß die Sicherung fo augenfällig angebracht war, daß jeder, der nicht ganz blind war, sie sehen mußte. Er berief sich ebenfalls darauf, daß jo gewiegte Einbrecher wie die Angeklagten unter diesen Umständen einen etwa geplanten Einbruch auf alle Fälle unterlassen haben sollten. Das Gericht schloß sich diesen Darlegungen an und fam zu einer Freisprechung mangels Beweises. Ein Schlafftellenmarder. Ein höchst gemeingefährlicher Schlafstellenmarder, durch den zahlreiche Zimmervermieterinnen geschädigt worden sind, hatte sich jezt vor Gericht zu verantworten. Der Konditor Moritz Schreiber hatte sich seit Jahren darauf gelegt, arme Zimmervermiete rinnen auszuplündern. Er pflegte sich einzumieten, und wenn er nach einigen Tagen seine Wirtin sicher gemacht hatte, so daß fie den anscheinend zuverläffigen Mieter forglos allein in der Wohnung ließ, erbrach er Schränke und Kommoden und nahm alles, was er an Wertsachen, Wäsche und Kleidung vorfand, an sich und verschwand auf Nimmer wiedersehen. Nicht weniger als 63 Fälle wurden dem rückfälligen Diebe nachgewiesen. Das Gericht verurteilte ihn zu 5% Jahren Gefängnis. Rajanol Feinste Pfefferminz Zahnpasta Hervorragendes Zahnreinigungsmittel, eririscht und desinfiziert die Mundhöhle. Zu haben in allen einschlägigen Geschäften RAJANOL G. m. b. H., Berlin- Oberschöneweide Fernsprecher: Oberschöneweide 555 n. 744 Dienstag, den 29. April, abends 7% Uhr: Treptow: Zeichensaal Schule Wildenbruchstraße. Bohnsdorf: Lokal Bierbach, Bahnhofstraße 12. Referenten: Kurt Kiezmann, Regierungsrätin Marg. Trapp. MitHeute, Sonntag, in Groß- Berlin Flugblaffverbreitung. An dieser wichtigen Parteiarbeit beteiligen sich alle mit glieder. rennen, zwei Motorrad- und Autorennen, drei Borkämpfen und drei Fußballwettkämpfen, außerdem fleinere Beträge aus pachtungen, Rettamen usw. Für die Stadt würde sich aus Pacht, Kartensteuer und Dividende( von dem durch eine Aktiengesellschaft zu beschaffenden Kapital werden der Stadt 20 Broz. mit entsprechenDer Gewinnbeteiligung überlaffen) ein jährlicher Einnahmeteil in Höhe von mindestens 389 000 m. ergeben. Die Bedenken der Schulverwaltung, daß den Schultfindern eine Spielplatzfläche entzogen wird, erscheint unbegründet. Das Stadion würde den Schulen ebenso wie den Sportvereinen zu weitgehendster Benutzung eingeräumt werden, und übrigens soll im Bezirt, zum Teil in un mittelbarer Nachbarschaft des Stadions, durch Schaffung neuer Spielpläge sogar eine Mehrung der Spielplatzfläche erreicht werden. Die ausgetauschte Glühlampe. Der Eisenbahnfiskus scheint es darauf abgesehen zu haben, Klagen gegen feine Angestellten zu erheben, die selbst dem erfahren sten Richter bei der Beurteilung wie eine Eramenarbeit anmuten. Man höre: Ein 43jähriger Gifentahnbetriebsaffistent, der eine 3 wolfjährige einwandfreie Dienstzeit hinter sich hat, wurde von seiner vorgesetzten Behörde des Diebstahls beschuldigt, weil er, um bei schriftlichen Dienstarbeiten, die er zu Hause erledigen mußte, feine 40ter zige Wattglüh lampe gegen eine 25ferzige Osramlampe, die im Dienstraum nicht gebraucht wurde, zur Stromersparnis ausge tauscht hatte. Der Beamte mußte fich in der letzten Sigung des Botsdamer Amtsgerichtes wegen Diebstahls einer Glühlampe verantworten. Der Angeklagte hatte den Austausch ganz offen vor allen Rollegen getan. Einer der Beamten erstattete Bericht an die vor gefeßte Behörde und diese lief zum Potsdamer Kadi. Staatsanwalt und Richter überlegten hin und her: was hatte der Angeflagte getan? Seine gute Lampe gegen eine minderwertige Dienstlampe eingetauscht, meinte der Borsigende und belastete die Staatstaffe, indem er den Im Dezember 1921, furz vor feiner Berhaftung, hatte Reil in seinem Sensationsblättchen einen Artikel veröffentlicht, in dem er Borgänge in einer Privatvilla besprach, in der nächtliche Orgien mit einigen Tänzerinnen des Lola- Bach- Balletts vor gekommen sein sollten. Die Namen der teteiligten Herren waren nicht genannt, nur war von dem Villenbefizer als einem Herrn Schulz gesprochen, ohne daß es aber der richtige Name war. Echon am nächsten Tage rief Keil bei einem anderen Mitbeteiligten an lichen wolle, er möchte sich aber vorher informieren, ob es richtig sei. Dieser zarte Fühler tat auch die beabsichtigte Wirkung. Die drei in Frage kommenden Herren setzten sich nun schleunigst mit Keil in Verbindung, um weitere Beröffentlichungen, womöglich mit Namensnennung, zu verhüten. Keil verlangte und erhielt als Ersatz für den Ausfall" 6000 Mart und verpflichtete sich, jede weitere mit, daß er den Bertrag nicht einhalten könne und fandte den Scheck Beröffentlichung zu unterlassen. Am nächsten Tage teilte er aber zurüd. Inzwischen war er bei einer der Nadttänzerinnen erschienen und hatte ihr eine von ihr bei dem Tanz hergestellte Photographie vorgelegt und ihr gedroht, er würde dieses Bild im " Evafojtüm" in feinem Blatt veröffentlichen, wenn sie ihm nicht eine eidesstattliche Versicherung abgebe, daß in der Billa fa dist is che wünschte Erklärung ab, wie sie vor Gericht erklärte, lediglich auf Orgien gefeiert worden feien. Das junge Mädchen gab die ge Grund der Drohung mit der Veröffentlichung. Darauf feste fich Keil wieder mit den drei Herren in Verbindung und erzielte schließlich, daß ihm nunmehr 13000 Mart, die er angeblich für einen Papierfauf dringend trauchte, als Darlehen" gegeben wurden, Die Zeuginnen gaben zu, daß die Angaben in dem Artikel allerdings richtig gewefen feien. Es habe sich aber, meinte ein Zeuge, unt harmlose französische Liebesspiele" gehandelt. Als der Vorsitzende fragte: Wohl à la Marquise de Sade," meinte ein Zeuge: Aber in ganz abgeschwächter Form." Der Staatsanwalt bezeichnete Reil als den typischen Bertreter des Recolperjournalismus und wandte sich sehr scharf gegen das Treiben einer gewissen Revolverpresse. Der mit Zuchthaus vorbestrafte Keil sei ein höchst gemeingefährlicher Mensch und eine der unerfreulichsten Erscheinungen aus dem Großstadtleben. Er beantragte gegen ihn wegen Erpressung und Nötigung 3% Jahre Ge fängnis und fünf Jahre Ehrverluft. Das Gericht erkannte diesem Antrag gemäß. Warnung an junge Mädchen. Trotz allen Abratens laffen sich deutsche junge Mädchen immer noch verleiten, Stellungen als Tänzerinnen oder Sängerinnen int Ausland, insbesondere in Griechenland anzunehmen. Wie das Deutsche Nationalfomitee zur Befämpfung des Mädchenhandels mita teilt, gehen nach den auch in jüngster Zeit gemachten Erfahrungen solche Mädchen ihrem sicheren sittlichen und förperlichen Untergang entgegen. Tanztruppen und Singspiele dienen dort nur der För derung des Alkohols und der Unfittlichkeit. Die griechische Polizei stellt Tänzerinnen Sängerinnen und unter Sittentontrolle. Die Kapellmeister oder Direktoren beuten die Mädchen für ihre Zwecke aus und halten fie in fflanischer At hängigkeit. Geschlechtstrant, gebrochen an Leib und Seele, era werbslos, werden die Mädchen dem größten Elend preisgegeben. Nur in den wenigsten Fällen gelingt es dem Zusammenwirten der hiesigen Wohltätigkeitsvereine, die Mädchen dem Elend zu entreißen und ihre Heimfehr zu ermöglichen. Immer wieder muß por der Annahme solch verlockend flingender Angebote dringend gewarn werben. Scharlacherkrankungen deutscher Kinder in Oesterreich Kurz vor Ostern find etwa 160 deutsche Kinder auf Veranlas fung des Ministeriums für soziale Berwaltung nach Deutschösterreich gekommen und nach Traiskirchen in Niederösterreich gebracht worden. Das Ministerium, das der Christlich- soziale Schmi leitet, fümmert sich gar nicht um die Kinder, und es sind jetzt zwölf von ihnen an Scharlach ertranft und 14 sind als scharlachverdächtig im Krankenhaus zur Beobachtung, während eine weitere Anzahl der Kinder isoliert ist. Bei den zahlreichen früheren Kindertransporten aus Deutschland nach Desterreich sind niemals derartige bedauerliche Erscheinungen aufgetreten. Das Ministerium hat die Gemeinde Wien bei dieser Sache ignoriert. Jetzt endlich hat sich das Ministerium an den Leiter des städtischen Gesundheitswesens, Stadtrat Genossen Dr. Tandler, um Hilfe gewendet. Ge nosse Tandler hat sofort moderne Desinfektionsappa rate und geschultes Pflegepersonal zur Verfügung ge stellt und ist bereit, etwa 40 Kinder in den Infektionsabteilungen der Wiener Krankenhäuser unterzubringen. Der Verlauf der Schar lachepidemie ist gutartig. Die Kinder sind wieder fieberfrei und auf dem Wege der Besserung, müssen allerdings noch unter Beobachtung bleiben. Auf Anordnung der Gemeinde Wien find Borkehrungen zur fachgemäßen Unterbringung und Beobachtung der übrigen Kinder getroffen worden. Aus einem Wohlfahrtsbezirk des Notdienstes der Berliner Frauen". Nach dem Prinzip Hilfskreise für Notstandstreife" haben fich bereits vor einiger Zeit folgende Patenschaften im Bezirk Zehlendorf getildet: Dahlem für Kreuzberg, Bannsee für Friedrichshain, Nikolassee für Neukölln, Grunewald für Wedding. Die dortigen Mitarbeiterinnen des Notdienstes haben für 1924 folgenden Arbeitsplan festgelegt: 1. Bierteljahr: Sorge für Ernährung, Kleidung, Wärmstuben; 2. Bierteljahr: Erholungsbedürftige Kinder aufs Land; 3. Vierteljahr: Ergänzung von Haushaltsgeräten und Bettwäsche, Bersorgung mit Holz und Kohlen; 4. Bierteljahr: Neue Kleider und Stiefel zum Weihnachtsfest. Die Mittel hierzu werden teils durch wöchentliche oder monatlich sich wiederholende Beitragsspenden gesichert. Für die Verschickung von 16 Kindern steht bereits Geld zur Verfügung.( Ein vierwöchentlicher Aufenthalt für ein Kind kostet mit Reise 75 M.) Ein Billionenmartscheinfälscher. Die Kriminalpolizei entdeckte in Hannover eine Falschmünzerwerkstatt. Es handelt sich um die AnBillionen markscheinen der Ausgabe vom 1. November fertigung einer äußerst geschickt gelungenen Fälschung von 1923. Der Täter, ein Steindrucker, fah sich durch das Beweisab. Er hat aber bestritten, die gefälschten Scheine in Umlauf ge material überführt und legte ein umfassendes Geständnis bracht zu haben. Die Ermittelungen sind noch nicht abgeschlossen. Koch& Leeland bringen die größte Auswahl! Gabardine imprägniert" für Regenmäntel ,,, reine Wolle".. Mtr, Damenstoffe.neue Farben" Velours de laine, Tuche, 130 breit, Mtr. 10.8.Sertraudtenstr 20/21 Sege: 1893 Ein Zeichen der Zeit. Rückgang der Bevölkerungszahl von Berlin. Nach dem Kriege hatte Berlin zunächst eine Zunahme der Bevölkerung. Das Mehr bestand zum Teil aus einem Ueberschuß der Zuwanderung über die Abwanderung, zum kleineren Teil aus einem Ueberschuß der Geburten über die Sterbefälle. Geburtenüberschuß und Wanderungsüberschuß erklärte sich damals aus den besonderen Verhältnissen, dem Abbruch des Krieges und dem plöglichen Zurückfluten des Heeres, den Ereignissen der Revolutionszeit und der gesteigerten Anziehungskraft des Mittelpunktes Berlin. Von vornherein war nicht daran zu zweifeln, daß jene Ueberschüsse nicht von Dauer sein konnten und daß die Wirkungen des durch den Krieg herbeigeführten wirtschaftlichen 3u= sammenbruch es sich in den folgenden Jahren um so fühlbarer machen würden. Beim Geburtenüberschuß trat der Umschwung von 1921 ab deutlich hervor( bemerkbar wurde er schon in der zweiten Hälfte von 1920), beim Wanderungsüberschuß hat er 1923 eingesetzt. Eine vom Statistischen Amt der Stadt Berlin für die Jahre 1920 bis 1923 zusammengestellte Uebersicht über die Bevölkerungsbewegung in Berlin schließt mit einem sehr ungünstigen Ergebnis ab. Bei der Volkszählung vom 8. Oftober 1919 wurde im Gebiet des jetzigen Berlin eine Bevölkerung von 3 804 048 Personen gezählt. Die Fortschreibung der Bevölkerungszahl( auf Grund der Meldungen von Zu- und Abwanderung und von Geburten und Sterbefällen) ergab für Anfang 1920: 3 862 800, Anfang 1921: 3 907 254, Anfang 1922: 3 959 164, Anfang 1923: 4 018 733. Die Bevölkerungszunahme betrug in 1920: 44 454, in 1921: 51 910, in 1922: 59 569. Sie jetzte sich zusammen in 1920 aus 7879 Geburtenüberschuß und 36 575 Wantragsmeisters rich Franz Krolop. Musikalische Leitung: Clemens| Insel Defel geftrandet und led geworden. Ein Bergungs Schmalstich. Nach der Vorstellung: Tanz. Karten im Vorver. dampfer ist bereits an der Unfallstelle eingetroffen. fauf in der Neuen Welt" bis 6 Uhr 1 M. und 1,50 M. Abendkasse 1,50 und 2 M. 17 Abmeldung vom Religionsunterricht. Nächste Woche beginnt ein neues Schuljahr. Dieser Zeitpunkt ist die beste Gelegenheit, die Kinder vom fonfessionellen Religionsunterricht abzumelden. Es gemügt eine furze, schriftliche Erklärung, unterschrieben von beiden Eltern, zu richten an den Klassenlehrer oder Schulrektor. Eine doppelfe Feier begeht morgen, Montag, unser Parteigenoffe, der Schuhmachermeister Gustav Drabsch, Passauer Straße 37. Munition im Kampfe für die Erhaltung der Republik bedarf der Bezirksverband Berlin der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei hente notwendiger als zu jeder anderen Zeit. Für die politischen Meuchelmörder besteht diese Sorge nicht. Ihre Raffen werden aus groß. tapitalistischen und argrarischen Quellen reichlich gespeist Und die phantastischen Kommunisten erhalten nicht nur ihre Aufträge, sondern auch genügend Geldmittel durch die Moskauer Zentrale. Fabrikbrand in Hamburg. In Hamburg geriet die in der Hofestraße am Marktfanal liegende Karstadtsche Möbelfabrik in Brand. Das Feuer muß, bevor es von außen bemerkt wurde, schon längere Zeit gewütet haben, da beim Eintreffen der Feuerwehr das Gebäude in hellen Flammen stand. Ein großes Lager von Möbeln aller Art gab dem Feuer reichliche Nahrung. Die nach der Wasserseite gelegenen Wände brachen zusammen. In einer in dem gleichen Gebäude untergebrachten Rortfabrit brannten in hellen Flammen die bis an die Decke gelagerten Korfballen. Der Schaden ist sehr groß; die Entstehungsursache ist noch nicht befannt. Wie ein eigener Drahtbericht aus Hamburg meldet, ist bei dem Brand der Möbelfabrik von Karstadt auch das Lagerhaus der Großeintaufsge fellschaft Deutscher Konfumvereine in Mitleidenschaft gezogen worden. Eine Bellinzona- Katastrophe in England? Aus London wird gemeldet, daß der aus Wafford tommende elettrische 3 ug am Ausgang des Tunnels von Euston mit einem Ausflüglerzuge zusammen stieß. Ueber den Umfang der Katastrophe fann noch nichts Näheres mitgeteilt werden. Auch die Schweiz schützt sich vor Tollwut. Um die Einschleppung der Tollwut, die sich von Deutschland und Desterreich immer mehr auszudehnen scheint, zu verhindern, hat das Eidgenössische Veterinäramt die Einfuhr von Hunden längs der Grenze Basel bis Martinsbruck verboten. Ausnahmen find berungsüberschuß, in 1921 aus nur noch 6889 Geburtenüberschuß, An den Wahlfonds der VSPD. borgesehen. aber 45 021 Wanderungsüberschuß. In 1922 stieg der Wanderungsüberschuß sogar auf 66 867, aber die bedeutende Minderung der Geburten und eine gleichzeitige beträchtliche Mehrung der Sterbefälle brachten statt eines Geburtenüberschusses einen Sterbeüberschuß. Er belief sich für 1922 auf 7298. Um diese Zahl war der Gewinn aus dem auf 66 867 ermittelten Wanderungsüberschuß zu kürzen, so daß der Bevölkerungszuwachs mur 59 569 betrug. Noch viel ungünstiger ist das Ergebnis des Jahres 1923. In ihm verminderten sich zwar die Sterbefälle gegenüber dem Vorjahr, aber noch stärker war der Ausfall an Geburten, da der Rückgang fortdauerte. Für 1920, 1921, 1922, 1923 wurden 63 614, 53 901, 45 686, 38 551 Lebendgeborene gemeldet, denen für dieselben Jahre 55 735, 47 012, 52 984, 49 774 Meldungen von Sterbefällen gegenüberstanden. Hiernach belief sich, wie oben angegeben, der Geburten überschuß für 1922 auf 7298, das Jahr 1923 aber hatte einen Sterbeüberschuß von 11 223. Da in 1923 auch die Zuzüge fich start verminderten( 1922: noch 294 363 3ugezogene, 1923: nur nod) 232 986) und andererseits die Wegzüge sich mehrten( 1922: 227 496 Weggezogene, 1923: 236 512), so blieb der bisherige Wanderungsgewinn aus und statt seiner war ein Wanderungs. perluft von 3526 zu verzeichnen. Somit fonnte sich für 1923 auch kein Bevölkerungszuwachs mehr ergeben, sondern es tam zu einer Bevölkerungsabnahme, die bei 11 223 Sterbeüber. schuß und 3526 Wanderungsverluft sich auf zusammen 14 749 belief. Die Bevölkerungszahl war für Anfang 1923 auf 4 018 733 berechnet worden, für Anfang 1924 ist das Ergebnis nur noch 4 003 984. Ernsteste Beachtung fordert der außerordentliche Geburten rüdgang, der zu diesem Ergebnis geführt hat. Das Jahr 1923 brachte für die Biermillionenstadt nur noch 38 551 Lebendgeborene, während zehn Jahre vorher, im Jahre 1913, in der damaligen Zwei millionenstadt Berlin noch 40 846 Lebendgeborene verzeichnet wurden. ( Bor jezt fünfzig Jahren, im Jahre 1874, fonnte Berlin bei noch nicht einer Million Einwohner 38 779 Lebendgeborene als Jahres ertrag buchen.) Die Geburtenminderung der Jahre 1921, 1922, 1923 gehört zu der Hinterlassenschaft des Krieges. Niedergang des Wirtschaftslebens und die wachsende Schwierigkeit der Beschaffung des Lebensunterhalts und die ungeheure Wohnungsnot erklären es, daß der Nachwuchs ausbleibt. Geflügelangler. Berhaftung von Hühnerdieben. Der Die Geflügeldiebstähle häuften sich in den Ortschaften an der Oberspree in der letzten Zeit so, daß sich die Tierhalter feinen Rat mehr wußten. Jetzt wurden in Oberschöneweide drei Burschen fest genommen, die einen Sad trugen, aus dem Blut heraustropfte. In dem Ead waren frisch abgeschlachtete Hühner. Die Verhaftete namens Karl Rothe, Mag Singer und Frih Pesch te ent puppten sich als gewerbsmäßige Spezial sten. Als sie sich in Oberschöneweide Leobachtet jahen, entledigten sie sich ihres Handwerkszeuges, um mit der Beute schleunigst nach Berlin zu entwischen. Im Chauffeegraben fand nun die Polizei dieses Werkzeug. Eine Hauptschnur trägt neun Nebenschnüre, an denen je ein starter Angelhaken befestigt ist. An jeden Hafen steckten die Diebe einen Köder, einen Broden Brot oder dergleichen und legten dann die Angelschmur in der Nähe von Gehöften im Walde aus. Aus einer Dedung heraus beobachteten fie das Gelände. Schnappte ein Huhn den Köder, so zogen sie mit einem träftigen Rud die Hauptschnur an, so daß das Tier an der Angel faß und mit dem Brocken im Halse nicht schreien konnte. Blitschmell schnitten fie ihm den Kopf ab und legten die Angel wieder heraus. Die Verhafteten wurden der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Bestohlene werden ersucht, sich bei Kriminalkommissar Albrecht, Dienststelle B114 im Polizeipräsidium zu melden. Tödlicher Unfall auf der Avus. Gestern nachmittag gegen 5 Uhr fuhr der Kaufmann Lindner aus der Stalizer Str. 46 an der Südkurve der Avusstraße im Grunewald mit einer Geschwindigkeit von 70 Kilometer gegen einen Betonpfeiler. Er stürzte mit seinem Mitfahrer, dem Kaufmann Schulz aus der Floraftr. 50 in Bankow, mit solcher Bucht zu Boden, daß er selbst auf der Stelle getötet und Schulz schwer verlegt wurde. Man brachte letzteren nach dem Krankenhause Westend. Streifvorstellung der Mitglieder des Chors und des Balletts der Berliner Staatsoper. Am heutigen Sonntag, abends 7% Uhr, findet in der„ Neuen Welt", Hasenheide, ein Kunstabend statt, veranstaltet von den Streifenden. Es gelangen Chöre von Weber, Wagner u. a. zur Aufführung, ferner Solotänze, Chortänze und Ensembleszenen. Außerdem satirisch- humoristische Vorträge des BorMißfarbene Zähne entſtell. d. schönste Antlig. Übl. Mundgeruch wirkt abstoßend. Beide übel werd. i. volitommen unschädl. Weise beseitigt d. b. bew. Zahnpaste Chlorodont. zahle deshalb jeder, der es irgend kann, schnell und reichlich auf Postschecktonto 48743. Alex Pagels, Berlin Sw. 68, Lindenstraße 3. Gleichzeitig mit feinem 70jährigen Geburtstag, dem er in voller Rüftigkeit entgegenfieht, feiert er die 50jährige Zugehörigkeit zur Partei. Deffentliche Turner- und Sportlerversammlung. Am Montag abend 7 Uhr findet in der Schulaula Gipsstraße eine öffentliche Turner- und Sportlerversammlung statt. Thema: Die Forderungen der Turner und Sportler und die Reichstagswahlen. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute, pünktlich 11 Uhr vormittags, im Großen Schauspielhaus„ Proletarische Feierstunde. Starten zum Preise von 0,80 Goldmark sind noch an der Kaffe zu haben. Heute, pünktlich 3½ Uhr( nicht 3 Uhr) im Neuen Theater am 300 Die rote Robe", Schauspiel von Eugène Brieux, in erstflasfiger Besetzung. Karten zum Preise von 0,80 Goldmart find noch im Vorraum des Theaters zu haben. Der Arbeiter.Rabis- Rinb ladet alle Freunde unter ben Technikern und Lehrern, die ernstlich gewillt sind, mitzuarbeiten, um die Radiotechnik in den Dienst der fulturellen Bestrebungen der Arbeiterschaft zu ftellen, zu einer Besprechung am Mittwoch, den 30. April, abends 7 Uhr, in Haberlands Festfälen ein. Alle Zuschriften für den Arbeiter- RadioSlub find an E. Heinte, Berlin- Schöneberg. Feurigftr. 37, zu richten. ,, Spiel und Tanz als Lebenswerte für die Jugend" lautet das Thema bes nächsten Vortrags im Rahmen des Jugendpflegefurfus Friedrichs hain, der am Montag, den 28. April, abends 8 Uhr, im Jugendheim, ifiter Str. 4/5 b. I, stattfindet. Referent ist Rektor Gensch, Geschäftsführer des Berliner Ausschusses zur Bekämpfung der Schmut und Schindliteratur und des Kinounwesens. Eintritt 10 Pf. Ballettabend im Sportpalaft. Der 4. Mufitabend im Sportpalaft, der am 29. April, 8 Uhr abends, stattfindet, bringt ein außerordentlich abwechselungsreiches Programm, aus dem die meisterhaft eingeübten änze Sinnsoldaten"," Bolte und Wind und das große Starnevalballett unter Mitwirkung von Gudrun Hildebrandt, fowie Spigentang", ,, Czardas" und" Wiener Waschermadel" unter Mitwirkung von Mary Zimmermann, besonders hervorzuheben find. Die Preise sind vollstüm lich gehalten. Bereine und Verbände erhalten bel gefchloffener Anmel bung Borzugsfarten. " Bab Kubowa, Schlefiens älteftes Bershellbab, 400 Meter fiber bem Meeresspiegel gelegen, ist weit bekannt burch seine vorzüglichen Hellmittel, bie nicht allein in ben ausgezeichneten, start fohlensäure und arfenhaltigen Quellen, Moorbädern usw. bestehen, sondern auch in seiner in prächtiger Gebirgsgegend befindlichen Lage und seinem milden Klima. Der Ort besitzt alle modernen hygienischen Einrichtungen, ist von leicht erreichbaren, bewaldeten Höhenzügen umgeben und befigt einen präch tigen mit altem Baumbestand versehenen Kurpart. Die Schiffsunfälle in der Ostsee haben sich in letzten Tagen start gehäuft. Gestern find wiederum zwei Schiffe gestrandet und zwar in der Nähe von Kopenhagen, der auf dem Wege nach England befindliche Dampfer Ran" aus helsingborg und in der Nähe von Stagen der Dreimastschoner" Cenron". Bon beiden Schiffen wurden die Besatzungen gerettet, dagegen find die Schiffe felbst verloren. Der von Reval nach Rotterdam be ftimmte Hamburger Dampfer Aldebaran" ist bei der Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 27. April. 4 Uhr: Sling: Kasper im Zoo( Jugendvortrag). 4.30-6 Uhr: Berliner Funk- Kapelle( Unterhaltungsmusik). Schubert- Abend. 6 Uhr: 1. Rondo und Finale aus dem Streichquartett A- moll. Nikolas Lambinon( erste Violine), Alfred Weger( 2. Violine), Frieda Moosheim( Viola), Gottfried Zeelander( Cello). 2. a) die Forelle, b) Heidenröslein. c) Ave Maria( Charlotte Lindemann, von der Staatsoper, Berlin). 3. Transkriptionen über Schubert- Lieder, a) Wohin, b) Ständchen ( Alfred Richter, Soloklarinettist vom Deutschen Opernhaus, Charlottenburg). 4. Der Hirt auf dem Felsen( Charlotte Lindemann, Gesang; Alfred Richter, Klarinette). 5. Scherzo und Allegro con variationi aus dem Forellenquintett( Nikolas Lambinon, 1. Violine; Frieda Moosheim, Viola; Gottfried Zeelander, Cello; Claus Lüthje, Kontrabaß; Dr. Felix Günther, Klavier). Am SteinwayFlügel: Dr. Felix Günther. Montag, den 28. April. Montag, den 28. April. Tageseinteilung Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm, 1.05 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 4.30-6 Uhr: Berliner Funkkapelle( Unterhaltungsmusik). 7 Uhr: Sprachunterricht( Englisch). 7,30 Uhr: Vortrag des Herrn Dr. der Maschine". 8,30 Uhr: Viktor Engelbrecht: Die Arbeit an 1. Aus der Harzreise, von Heine( Dora May). 2. a) Inmitten des Balles, von Tschaikowski, b) Nur wer die Sehnsucht kennt vo Tschaikowski( Hermine Behn), 3. Romanze für Cello, von Zaremba( Hermann Hopf), 4. Arie aus Samson", von Händel ( Manfred Lewandowski). 5. Aus den Schilfliedern", von Lenau ( Dora May). 6. Dem Unendlichen, von Schubert( Manfred Lewan dowski), 7. a) Adagio, von Schubert, b) Tarantella, von Popper ( Hermann Kopf). 8. Aus den Mädchenliedern: a) Auf die Nacht in der Spinnstuben.. von Brahms, b) Schwalbe sag' mir an, von Brahms( Hermine Behn). Am Steinway- Flügel: Kapellmeister Otto Urack. Der englische Weltflug. Nach einer Meldung des Reuterbureaus ist der Führer des englischen Flugzeuggeschwaders Mac Laren wohlbehalten in Bundar Abbes eingetroffen. Auf der Fahrt von Bagdad nach Bushira war Mac Laren gezwungen, eine Zwischenlandung im Persischen Golf, 40 Meilen von Bushira vorzunehmen und konnte erst bei Tagesanbruch wieder aufsteigen. Betrügerische Minister in Neufundland. Nach Telegrammen aus St. Johns, Neufundland, wurden der ehemalige Premierminifter Sir Richard Squires, der ehemalige Landwirtschaftsminister Campbell, der ehemalige Kontrolleur alkoholischer Getränke Meaney und der ehemalige Leiter des Kronlandbureaus MacNeilly wegen grober Betrügereien verhaftet. Alex Roonen, ein hoher Beamter der Postbehörde, entzog sich seiner Berhaftung durch die Flucht nach Kanada. Ein vierfacher beffialischer Raubmord. ist in dem SiedlungsortEifelau( Kreis Culm) auf dem isoliert geelgenen Gehöft des Anfiedlers Tober verübt worden. Tober war mit seiner Frau nach dem Nachbardorfe zur Kindtaufe gefahren. Drei seiner vier Kinder und ein Flüchtlingsfind aus Rußland legten sich um 8 Uhr in dem gemeinsamen Schlafzimmer zu Bett. Der älteste Sohn von 15 Jahren ging in den Stall und legte fich dort angezogen nieder. Plöglich hörte er laute Angst schreie, seiner Geschwister und lief zum nächsten Nachbarn im Dorf, um Hilfe zu holen. Diesen bot sich beim Eintritt in das Schlafzimmer ein grauenvoller Anblid. Den pier Kindern, Knaben und Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren, mar mit einer Agt der Schädel gespalten. Die Mörder haben nach ihrem Verbrechen mehrere wertvolle Sachen geraubt, einiges aber fertig gepackt liegen gelaffen. Als Täter können. mur mit den örtlichen Berhältnissen bekannte Personen in Frage tommen. Jugendveranstaltungen. Achtung, Mitgliedert Alle Mitglieber müssen es fich zur Pflicht machen, heute in ihren zuständigen Barteiabteilungen die Barteigenoffen bei der Flugblattverbreitung au unter. Stügen, Heute, Sonntag, den 27. April: bt. Neuföln II: Befuch bes Brähistorischen Mufeams. Exeffpunt 10 Uhr vorm. Nathaus Neukölln. Abt. Gesundbrunnen I und II: Abends pünktlich 7, Uhr im Lebigenbeim, Schönstedtstr. 1, Lichtbildervortrag: ,, Durch die Lüneburger Heide." Bur Deckung der Untoften Tellerfammlung. Abt. Wilmersdorf. Abends 7 Uhr im Jugendheim, Hildegarbftr. 4, Film vortrag: Politische Satire." Werbebezirk Neutöllu. Abends 7 Uhr im Jugendheim, Böhmische Str., Borbereitung zur Maifeier. Werbebezirt Kreuzberg. Das Seim bleibt heute und am Donnerstag geschlossen. Am Donnerstag Beteiligung an der Beranstaltung der Partei in der Bodbrauerei, Fidicinstraße. Morgen, Montag, den 28. April, abends 7% Uhr: Karlsborft: 30. Gemeindeschule, Augusta- Bittoria- Str. 35, Bortrag: ,, Ent widlung der Mufit." Bantwik: Schule, Schulftraße, Literatur- Abend. Often Ste.-B. Schule, Naglerstr. 3, Einführungsabend. Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonnabend, den 26. April. 1. Rennen. 1. Turfball( Mesa), 2. Larma( b. Edertsberg), 3. Georg ( Dorf). oto: 43: 10. Blab: 12, 12: 10. Ferner lief: Hella. 2. Rennett. 1. Hellebarde( v. Borke), 2. Bergangenheit( b. Dörnberg). Toto: 13:10. 2 liefen. 3. Rennen. 1. Gigerl( Stys), 2. Gnadenfrist( Mate), 8. Lavinia ( Saager). Zoto: 34: 10. Plaz: 18, 15: 10. Ferner liefen: Thche, Spiritist, Sultan. 1. Erzelfior( Dertel), 2. Henry( B. Streit). Toto: 1. Samudi II( v. Fallenbahn), 2. Maral( v. Borte), Toto: 20: 10. Play: 11, 12: 10. Ferner Itef: 4. Rennett. 5. Rennent. 10: 10. 2 liefen. 3. Halili( Hr. Schent). Ravenna. 15: 10. 2 liefert. 6. Rennen. 1. Sham Dich( Duabe), 2. Eidmete( St. Edler). Toto: 3. Landrichter( Ebert). Toto: 14: 10. Plat: 12, 16: 10. Ferner liefen: 7. Rennen. 1. Lapis Electrir( B. Tarras), 2. Jselberg( M. Jentsch), Denar, Heldin, Fata Morgana. Dujardin der wundervolle Weinbrand UERDINGEN A RH Backpulver Penner fürKuchenkenner Qualitätsmarke überall gesucht und erhältlich Nährmittelfabrik Julius Penner AGBerlin- Schöneberg. 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Daß eine solche Regierung zustande kommt und daß sie unzweideutig gemäß der Verfassung der deutschen Re- publik deren Fahne bochhSlt. ist von größter Wichtigkeit für das arbeitende Deutschland. Ob Deutschland eine Regierung hat. die sich auf eine starte und feste Mehrheit stützt, bestimmt seinen Wirtschaft- l i ch s n Kredit in der Welt, und wie viel von diesem für die wirtschaftliche Gesundung Deutschlands, das heißt die Ge- fundung der deutschen Volkswirtschaft, abhängt, diese Vor» bedingung jeder nachhaltigen Besserung der Arbeiterlage, haben uns die Erfahrungen der letzten Jahre hinlänglich zur Erkenntnis gebracht. Wie es um das Festhalten der Regierung und der zu ihr stehenden Reichstagsmehrhest an der Republik beschaffen ist, das wiederum bestimmt den politischen Kredit Deutsch- lands in der Welt. Es weht draußen ein starker demokrati- scher Wind. In einem Lande nach dem anderen kommen, wenn nicht die Sozialdemokratie schlechthin, so doch die demo» kratischen Volkselemente entweder direkt an die Regierung oder doch zu solchem Einfluß auf sie, daß diese auch in der Linie ihrer auswärtigen Politik auf sie Rücksicht nehmen muß. Wieviel für Deutschlands weltpolitische Lage von dem Vertrauen abhängt, das die Demokratien der West m seine Re» gierung setzen, haben wir ebenfalls zu erkennen Gelegenheit gehabt. In der Lebenszeit des 1920 gewählten Reichstags brachten jene Perioden den stärksten Druck auf Deutschland, die die Sozialdemokratie in Opposition zur Regierung— Kabinett Cuno— oder mindestens außerhalb ihrer— Kabinett Fehrenbach-Simons— sahen. So untersteht es denn keinem Zweifel, daß die Wahl eines Reichstags, der die Bildung einer mindestens zuoer- lässig republikanischen Regierungsmehrheit verbürgt, von größtem Interesie für has deutsch« Volk ist. Sie ist unerläß» liche Vorbedingung für«ine wirtliche Verbesserung der Lage des deutschen Volles. Damit haben wir den Maßstob für die erschöpfend« Be» antwortung der Frage, wo in Deutschland der Feind des ar». bettenden Volkes steht. Es ist«in verhängnisvoller Irrtum, e mit der Antwort„Der Feind steht rechts* schon für er- öpfend beantwortet zu halten. Gewiß, das Hauptquartier dieses Feindes ist die Partei der Rechten, die sich einst ehr» licherweise deutschkonservativ nannte, nach dem� in hohem Grade von ihr mitverschuldeten Zusammenbruch des Kaiserreichs aber sich den nach allen Seiten schillernden Namen .Deutschnationale Dollspartei* beigelegt hat. Es gehört schon eine gute Kenntnis des deutschen Parteiwesens dazu, in diesem so harmlos klingenden Namen die Einhüllung für die Partei des großen Grundbesitzes, der kirchlichen Reaktion, des mlli- taristischen Geistes, der Bölkerverhetzung und des Rasten- dünkele zu erkennen. Indes geben die Deutschnationalen wenigsten» dadurch ihre politisch« Natur kund, daß sie im Parlament ihren Platz auf der Rechten haben. Sie können st« auch in ihren Reden nicht verleugnen. Anders dagegen die verschiedenen neu erstandenen Par- teien und Parteichen, die ihre Eristen, Berechtigung durch die Uebertreibung des nat'wnalen Gedankens und die Verzerrung des Begriffs der Raste und der Bedeutung der Rastenunterschiede zu begründen suchen, als politische Wesenheiten aber einen rohen Antisemitismus mit tödlicher Feindschaft gegen die Grundgedanken der demokratischen Republik verbinden. Wie sie sich Namen beilegen, die darauf, berechnet sind, die Wähler aus den breiten Volksklasten über den reaktionären Charakter ihrer Bestrebungen hinwegzutäuschen, hier das Wort Freihest und dort den guten Namen Sozialismus für politische Zwecke mißbrauchen, die diesen Begriffen ins Gesicht schlagen, so muß man von ihnen gewärtigen, daß sie ihre Plätze im Reichstag möglichst abseits der Deutschnationalen wählen und sich mit diesen so oft als möglich katzbalgen. Aber fo oft sie das auch tun mögen, und wenn sie selbst so weit von jenen abrücken, daß sie mit den Kommunisten zusammentreffen. so schaffen sie damit die Tatsache nicht au« der Welt, daß sie vrakiiich auf da» gleich« politisch« Ziel lossteuern, das die Deutschnationalen im Auge haben: die Zerstörung der Republik! Das fft die Frage des Augenblicks, um die der wirtliche Kampf geht. Alle anderen Fragen, wie radikal sie auch scheinen mögen, treten ihr gegenüber in die zweite Reche. So darf man sich nicht durch die tönenden Deklamationen der Völki- schon und Nationalsozialisten gegen das Kapital über ihren politischen Wert beirren tasten. Sie sind im gegenwärtigen Kampf, wenn nicht überhaupt. Theaterdonner� der ohne ernst- haste politische Wirkung bleibt. Auf unmittelbare Wirkung zielt dagegen aber ihr angekündigter Kampf gegen die Re- publik L. Sie wollen, wenn der neue Reichstag eine Mehr- hell für die Republik zählt, chn kmrch Larm und andere Ob- struktionsmanöver a roe i t s u n f ä h i g machen.—- Ihre Abückten begegnen sich da Mit denen der Kommu- nisten die gleiche Kampstnechoden angekündigt haben. Beide Ken' am 4 Mai de? Sozialdemokratie und den bürgerlichen Mittelparteien soviel Stimmen°bM"ehmen. daß eine le.stungs. fähige republikanische Mehrheit überhaupt �stände kommt. Wenn aber das nicht gelingt, sollen parlamentarische Gewallmittel den Reichstag lahmlegen. Es Es wäre tag lahmlegen, heißt die Fortführung des twer.s oer Zeitung des deutschen Wirtschaftslebens Hintertreiben, heißt, die Sicherung einer wertbeständigen Währung, die unser Voll so unbedingt braucht, unmöglich machen. Mit schweren Leiden und furchtbaren Entbehrungen hat unser Volk die Lehre erkauft, daß sein Wohl von der Ueberwindung jeder Inflationswirt- ichaft abhängt. Es hat erst wieder atmen gelernt, seit es ge- lungen ist, die fieberhaft arbeitende Rotenpresse stillzulegen. Aber dieses Heilungswerk, das energisch und mit umsichtiger Systematik eingeleitet zu haben, das Verdienst unseres Ge- nassen Hilferding ist, ist erst zum Teil durchgeführt, wir sind. wie Fmanzminister Dr. Luther in seiner in Einzelheiten an- techtbaren. aber im ganzen sehr lesenswerten Denkschrift„Feste Mark— foffi*«irtf�Sft* darlegt, noch vi cht über den Berg, voreilige Unterbrechung kann neuen Zusammenbruch zur Folge haben, der unser Volk in unabsehbares Elend stürzt, und da kommen Banden von polittschen Abenteurern daher und wollen an der Spitze von irregeleiteten Mengen in frevel- haftem Uebermut die Dämme aufbrechen, welche die ver- heercnden Fluten von unserem Boll femhallen. Wo steht der Femd? Rechts? Ganz gewiß, rechts ist sein Hauptquartier. Aber nur rechts? Leider nicht. Denn an verschiedenen Stellen im Lande hat er sein« Helfer— verstreut« Truppen, wie man es in der Mllitärsprach« nennt. die unter den verschiedensten Namen und aus den verschieden- sten Beweggründen, aber überall xu dem gleichen Zweck chm in die Hände arbeiten. In zwei Gruppen kann man sie ein- teilen. Die einen sind die Völkischen verschiedener Tönung, die einen in ein Zerrbild aufgebauschten Nationalis» mus pflegen, Rassenhaß und Rassenverfolgung predigen und von einem Rachekrreg träumen, der, wenn er Wahrheit würde, unsägliches Elend über das deutsche Voll bringen würde. Da sie ihn zum Glück nicht haben können, sinnen sie über Zer- störung daheim. Und da zeigen sie, daß sie nichts können als der Reaktion dienen. Sie sind ihr eben, wie neulich die deutschnationale„Krouzzeitung* bei Besprechung eines in Sozialismus machenden völkischen Programms schrieb, wesensverwandt*. Das kann man von der anderen Gruppe, den K o m m n- nisten, nicht sagen. Um so schlimmer aber, daß sie die gleiche Polittk der Zerstörung betreiben. Die Völkischen haben ein positives poWsches Ziel: die Wiederherstellung der Monarchie. Sie nennen es ein Ideal. Aber daß sie nicht davor zurückschrecken, im Interesse der Erreichung dieses Ideals ihr Boll dem größten Elend aus- zusetzen, zeigt, daß ihr Ideal mit einem Kampf für das Wohl ihres Volkes nicbts zu tun hat. Nicht soziales Empfinden, Haß ist die Triebfeder ihres Handelns. Den Kommunisten schwebt im Kampf nm den Reichstag nicht einmal ein positives polittsches Ziel vor. Sie können sich nicht einbilden und bilden sich auch nicht ein, daß die Zerstörung der Republik die Verwirklichung dess Kommunis- mus zur Folge haben könnte. Hätten sie einen solchen Wahn gehegt, so würden die Ergebniste der Wahlen in Bayern, Mecklenburg und Thüringen sie eines anderen belehrt Haben. Und doch halten sie an ihrer Politik fest, die Bedingungen des Fortschritts zu zerstören. Und doch zeigen sie bei jeder Gelegenheit, daß ihnen an nichts mehr liegt, als an der Schwächung der Position der Sozialdemokratie, gleichviel welcher Macht diese zugute kommen würde. Sie treiben eine Polittk der ziellosen Destruktton und verraten die größte Gleich- gültigkeit gegenüber den großen Aufgaben der Gegenwart. Kann angesichts alles dessen ein Sozialist, der die Natur und Bedeutung der großen Ausgaben erkannt hat, vor die der kommende Reichstag gestellt ist, einer der genannten Parteien seine Stimme geben? Ich glaube die Antwort nicht aus- sprechen zu brauchen, die Tatsachen sprechen eine zu laute Sprach«. Jede Stimme, die, statt einem Sozialdemokraten, einem Vertreter jener Parteien gegeben wird, ist eine an die Todfeinde der Republik weggeworfene Stimme. Es steht bei diesem Wahlkampf mehr auf dem Spiel als bei irgendeiner der vorhergegangenen Wahlen seit 1918. Ein Sammelsurium verschiedenartigster Elemente sucht der Republik Stimmen zu entziehen, die einen, um chr den Gar- aus zu machen, die andern um für irgendwelche gute oder schlechte Sache zu demonstrieren, aber mit der Aussicht, ledig- sich den Gegnern der Republik zu nützen. Der Komps um die Bolksvertretung des Landes ist die schlechteste Gelegenheit zu theoretischen Demonstrationen. Bei ihm Handell es sich um die Feststellung der großen Richtlinien der Polikik des Landes und nichts anderes. Nach diesem Grundsatz wird er in allen Ländern ausgekämpft, wo die Selbstregierung der Nation leitendes Prinzip geworden ist, und muß er auch bei uns gekämpft werden. Daher: der Feind steht überall da, wo der Republik Stimmen entzogen werden! Kann ein Arbeiter völkisch wählen? Wer sind die Völkischen? Die völkischen sind dl« s6)limmsiea Feind« der Arbiter und der Demokratie. Sie haben Rat Henau und Erzberger ermordet, sie haben das Attentat auf Scheidemavn verübt. Sie haben den trapp. Putsch und den Hitler. Putsch unternommen, sie unterwühlen den Staat dvrch Geheim- büade. Sie schädigen durch Hetze und Gewalttat das deutsche Ansehen int Auslände, sie verhindern immer wieder durch Gereall- alle di« wirtschaftlich« Gesundung. Sie ontergraben damit Arbeitsmögllchkeit für die Ar- Heiler. Sie bekämpfen den Marxismus, am die Arbeiter zu entrechten. Sie wolle» lm Zuteresie tmb Auftrag der Auternehm« dem gewerkschaftlichen Kampf in den Rücken fallen. Sie erholten die Riesengelder für ihre Agitation und ihr« Verschwörungen von Grotzlndnstrie und Großagrariern. Sie sind die bezahlten Handlanger der schlimmsten Reaktion! Keine)irbeiterstimme üen völkischen! Reaktion überall! Das Ziel der Rechten ist ein« reaktionär« Rechtsregierung im Reiche, dl» Hinausörängung der Sozialdemokratie aus allen Regie- rungen in den Einzelstaaten. Nachdem der Ordnungsblock dabei ist, Thüringen in Grund und Boden zu regieren, agitiert di« Rechie eifrig für dien Ordnungsblock In Preußen und Sachsen. Die„Deutsche Zeitung* richtet zu diesem Zwecke heftig« Angriffe gegen— die Deutsche Nolkspartoi in Sachsen. Sie macht es dem Spitzenkandidaten der Volkspartei in Leipzig, Dr. W u n- d« r l i ch zum Vorwurf, daß er sich als M i t g l i« d d e s S t a a t s« gerichtshofs zum Schutze der Republik hat bestellen lassen. Sie behauptet: Wunderlich habe damit einem Ver» fassungsbruch zugestimmt, während Ehrhardt, der Hochverräter und Anstifter zum Meineid, der wahr« Schützer der Verfassung ge- wejen sei. Diese sieche Verhöhnung des Staatsgerichtshofs zum Schutze der Republik zeigt, wie die Reaktion in Deulschlond Morgen. luft wittert. Sie zeigt aber auch, wie sehr die Sozialdemokratie an allen ihre» Positionen in den einzclstoallichen Regierungen festhalten muß. Di« Wahl am 4. Mai muß di« Hoffnung der Reaktion, diese Positionen zu erschüttern, zunichte machen. Die vorletzte Woche ües Wahlkampfes. Die vergangene Woche zeigt deutlich, daß der Wahlkompf der verschiedenen Parteien sich seinem entscheidenden Höhepunkt zu- wendet. Zwar vollzieht sich äußerlich die Wahlbewegung nach wie vor außerordentlich ruhig. Im allgemeinen ist von einem eigent- Nchen W a h l f i« b« r wenig zu spüren, wenngleich das Interesse der Bevölkerung zweifellos sich den Wahlen zuwendet. Viel wichtiger ist, daß der politische Aufmarsch der Parteien und Richtungen sich immer mehr und immer deutlicher vollzieht. 4: Das GutachtenderSachver ständigen hat die Außen» polttik sofort in den Mittelpunkt des Interesses gestellt. Di« Ent- schliehung des R e i ch s v er b a n d e s der Industrie hat unter dem Eindruck dieses Gutachtens die bisherige Front im innerdeutschen Kampf vollständig geändert. Die starken Bestrebungen, die seit dem Herbst vergangenen Jahres auf die Bildung eines großen Rechts- blocks mindestens bis zum Zentrum, eventuell auch bis zu den Demo- traten hinzielten, haben durch die erfüllungspolitische Haltung der Industrie einen entscheidenden Stoß erhalten, von dem sie sich nicht mehr erholen werden. Die Träume von einer Rechtsregierung waren selbstverständlich nur möglich, wenn am Wahlkampf und auch nach den Wahlen eine gemeinsame Plattform nicht nur für die Innen- polittk, sondern auch für die Außenpollttk gefunden wurde. Diese H»ssjn»»G rK«r1«dt»4, Sefbst die größte Wandlrmgsjähig- feit wire the Deutschobitischen unb ble Deutfcnationalen nicht beleben mr banen, bab Arbetter ens teugterbe thre Berfammdungen| Boffthewiften ofs Berräter on her Arbetterblaffe bronbarthe, s fähigen, nach den Wahlen auf den Boden. der Sachverständigen zu besuchen. Wenn unsere Genossen ihre Bersammlungen meiden, tritt ihre ganze Lächerlichkeit an den Log treten. Die Auswertung der neuen außenpolitischen Situation auf die Mittelparteien fann nicht ausbleiben. Der Wirrwarrin der Deutschen Boltspartei wird immer größer. In der einen Bersammlung spricht ein Redner, als wäre er deutschnational, in der nächsten Versammlung spricht ein anderer wie ein finter De mofrat. Die verzweifelten Versuche, die die Zeit" macht, um das Hin und Her in der volksparteilichen Politit zu rechtfertigen, die falomonische Weisheit, daß die Bolkspartei eine Rechtspartei auf amittlerer Linie fei, tönnen niemand darüber hinwegtäuschen, daß hier fich ein Prozeß anbahnt, von dem sich noch nicht flar übersehen läßt, ob er afs Bersegungs- oder als Umwandlungsprozeß zu be. urteilen ist. Die Auseinandersetzungen in der Volkspartei werden sich nach den Wahlen verschärfen, weil dann die Volkspartei vor dem Problem der Regierungsbildung steht und sie die große Zahl ihrer Anhänger enttäuschen muß, die immer noch glauben. bürgerliche Regierungen fönnten in Deutschland allein regieren. Heute schon muß die Zeit" darauf aufmerksam machen, daß leider mit den Deutschnationalen wahrscheinlich nicht wird regiert werden fönnen". Wie wähle ich? als Handlanger des Stapitalismus antlagte, ihnen, die sich von jedem Kommunismus in Rußland bereits losgefagt haben, die Benennung Rommunisten verwehrte, den Sozialismus gegen sie, die den Gozio fismus schänden, in Schuh nahm. Es waren harte Wahrheiten, aber Wahrheiten. Sie gingen schließlich doch über die Kräfte der anwesen den Kommunisten. Nur mit Mühe fonnte fich noch der Anarchist Auf dem amtlichen Stimmzettel für Berlin fleht die Roder Ruhe verschaffen. Er erklärte sich bereit, eine Diskussican auzulaffen, wenn ein Bertreter der Sowjetregierung im Saale BSPD. an erster Stelle, für Teltow- Beestow erscheinen wolle, um die Erschießungen und Berhaftungen an Ort ( Potsdam II) an zweifer, für Niederbarnim und Stelle zu widerlegen. Die Antwort barauf war neues Gebrüff ( Potsdam 1) an drifter Stelle. Was jeder Wähler wiffen muß. Blafate unferer Partei mit Abbildungen des Sfimmzeffels werden erkenntlich machen, wie gewählt werden muß, damit fein Irrtum entsteht. Unsere Listen beginnen für Berlin: Crifpien, Heimann, für Teltow- Beestow: Zubeil, Bernstein, für Niederbarnim: Wissell, Breitscheid. Wo wird gewählt? Die Wahllotale werden heute durch amtlichen Säulenanschlag befannt gemacht, am 3. und 4. Mai wird der Säulenanschlag wiederholt. Jeder Wähler und jede Wählerin merke fich: 1. Gehe am 4. mai früh zur Wahl. 2. Nimm einen Bleistift mit. Auffallend it bas 3urdtreten der Rommunisten Em Bahlkampf. Noch vor wenigen Wochen pflegten die Rommu nisten so zu tun, als ob sie feine gegnerische Wahlversammlung und vor allem beine sozialdemokratische Versammlung dulden würden. Ihr Auftreten ist sehr viel bescheidener und ihr Einfluß, der im Herbst vergangenen Jahres, dem Höhepunkt der Inflationskrise, zweifellos bedeutend geworden war, nimmt sichtbar von Tag zu Tag ab. Wie sie mit der Inflation groß geworden find, so sterben 4. fie jetzt an der Stabilisierung. Ihre Entwicklung nach fints, ihr Rampf gegen die Gewerkschaften erschwert ihnen die propagandistische Arbeit außerordentlich. Ihre Bäume werden am 4. Mai micht in den Himmel wachsen. Die Berichte fiber die sozialdemokratischen WahlBerjammlungen und über die Aufnahme der sozialdemokratischen Propaganda zeigen übereinstimmend, daß die Sozialbemotratische Partei im Wahlkampf ihre Kräfte wachsen sieht und daß jeber Tag ihre Werbefraft auf die Arbeitermassen neu zur Entfaltung tommen läßt. Gegenüber den bürgerlichen Parteien fann Sie sich mit Recht auf ihre tonfequente außenpolitische Haltung berufen, und die Ratastrophenpropaganda der Desperadopolitiker von rechts und links verliert die Wirkung auf die Bevölkerung zusehends. Noch eine Woche unermüdlicher Arbeit im Bolte und die Sozialdemokratie wird wieder als die stärkste Partei, als die unterschütterliche Partei der arbeitenden Massen in den Reichstag einziehen. Eine Knüppel- Kunze- Versammlung. Ein lehrreiches Beispiel. Die Snippel- Runge- Bartel hatte für Freitag, 25. April, eine Berfammiung in Ludenwalde einberufen. Das Referat sollte efn gewisser Schlüter alias Günther halten, der sich von der PD. ins Lager Kunzes voltigiert hat Es hatten sich etwa 400 Personen eingefunden, aber die Versammlung follte einen anderen Berlauf nehmen, als es Knippel- Kunze sich gedacht hatte. Denn gleich nach Eröffnung der Versammlung trat ein SPD.- Mann auf und erklärte unter tofendem Beifall, daß man nicht erschienen fet, um die lügenhaften Berhetzungen der Kunze- Bartei anzuhören. Man dürfe es den gereiften Arbeitern nicht zumuten, folche Bhrafen entgegenzunehmen. Die Zeiten feien zu ernst für schädliche Harleti naden. Der Redner forderte die Versammlung auf, den Saal zu perlaffen, damit einmal festgestellt werden fönne, wie groß oder wie Mein die Schar der Anhänger Knüppel- Runges eigentlich fel. Die Erschienenen kamen diefer Aufforderung nach und verließen den Saci Zurüd blieben ganze 7( ieben!) Mann, benen bann ber Referent seinen Unfinn verzapfte. Die fibrigen begaben fich in ein benachbartes Lotal, wo unter ber Leitung des Genossen Schwerdt. Ludenwalde eine eigene Bersammlung abgehalten wurde. Auch die Kommunisten nahmen an diefer Bersammlung teil. Als erster Redner sprach der Genoffe Schriftsteller Adolf Abter, Berlin, der die Partei der Knüppel Runze und der Völkischen treffend charatteristette. Genosse Schwerdt ging dann auf das gefährliche Treiben der Antisemiten ein und fonnte an Hand von statistischem und wissenschaftlichem Material die bewußten Lügen der Rechtsparteien gebührens beleuchten. Wir Arbeiter von Ludenwalde," fo rief Genoffe Schwerbt, haben es fatt, uns pon poli tischen Berbrechern und Sehern der Rechten in Bersammlungen loden zu lassen." Brausende Zustim mung folgte diesen Worten. Mit einem Hoch auf die Republik schloß diese eindrucksvolle improvifierte Bersammlung. 17 Die Splitterparteien vom Schlage der Knippel- Runze- Bartet Lebende Wahlreklame. Bon Rari Fischer. 3. Laß Dir beim Eintritt ins Wahllokal den amffichen Stimmzettel und den amtlichen Umschlag geben. 4. Mache in dem dazu vorgesehenen Wahlraum ein Kreuz in das Feld der BSPD. 5. Stede den Stimmzettel in den Umschlag und gib thn dann dem Wahlvorsteher. Keine Stimme darf durch Säumigkeit unserer Partei am mai verloren gehen! Wählt VSPD.1 Die Mietsteuer." Sozialdemokratischer Erfolg in Preußen. A wie denn auch widerlegen, was gleich einem Rainsmal auf der Stim brennt. Die Krönung der Bersammlung bildete aber ein sowjetistischer oppositioneller Kommunist, dessen Gesinnungsgenoffe, der befannte Kommunist Mijasnitow, bereits im tschetistischen Gefängnis fizt. Er rechtfertigte die Erschießung von Sozialdemo fraten, Sozialrevolutionären und Anarchisten, betlagte sich aber bitter über die Verfolgungen feiner Gesinnungsgenossen Eine originelle Logif. Die Versammlung schloß unter nicht endenwollendem Radan. Die Anarchistin Goldmann hatte recht: das Betragen der Kommunisten auf gegnerischen Bersammlungen gibt einen Borgeschmad davon, wie es in Deutschland aussehen würde, wenn sie ans Ruder fämen. Daß meder Die Links noch die Rechtsraditalen ihre Bernichtungspläne a Deutschland verwirklichen, daß die deutschen und russischen Gefängnis tore für die Arbeiter und Revolutionäre sich öffnen, dafür werden die Proletarier am 4. Mai forgen. Wohl auch so manchem Rommu nisten wird auf der Versammlung ein Licht über das wahre Wesen des Bolschewismus aufgegangen sein. Möge er daraus die Ronfe quenz ziehen. Viel Feind, viel Ehr! Welche Partei dürfte das schöne deutsche Boltsmort Biel Feinb, viel Ehr mit mehr Recht auf sich felbft anwenden als die Sozial demotratie in diesem Wahlkampf! Nicht nur die äußersten Krachflügel rechts und links, soweit ihnen das Kratzen der inneren Streitigteiten in ihrem Gefieder Zeit dazu läßt, bewegen sich in der gleichen Schimpf, Hez- und Fluchbahn gegen die Sozialdemokratie, auch die nicht ganz radikalen Bürgerparteien fehen in ihr den Hauptfeind. Das Reich hat den Ländern und Gemeinden ab 1. April b. Die Landjunter wie die Schlotbarone haben sich umgruppiert, die Besoldungszuschüsse genommen und verschiedene andere Basten um die verlorene politische Borherrschaft wiederzugewinnen. Sie auf die Einzelländer abgewälzt. Die Länder sollen diese Mehr wissen, was manch anderen vielleicht rasch entschwunden ist: daß belastung deden durch die Mietzinssteuer, deren Höhe ihnen die Sozialdemokratie ihnen die Borherrschaft überlassen bleibt. Die preußische Regierung hatte dementsprechend für genommen hat. Das gleiche politische Recht aller Staatsbürger, erst die deutsche Republit hat es den Ausgleich des Staatshaushalts eine Mietsteuer gefordert, die für Mann und Frau etwa 24 Proz. der Friedens miete ausmachte, wozu dann dem deutschen Bolt gebracht und errichtet wurde sie durch die So noch die bereits beschlossene regelmäßige Steigerung der Miete tam, zialdemokratie. Das alte Reichstagswahlrecht, nach dem zuletzt 1912 die Ende Oktober dieses Jahres den Friedensfag erreichen mürde. Abgesehen selbst von der Entrechtung der Frauen- welch grandiose gewählt wurde, war weit entfernt davon, gleiches Recht darzustellen. Unsere Landtagsfraktion war sich darüber einig, daß diefes Bertangen Berfälschung des Volkswillens, zugunsten der Landjunter vor allem, obzulehnen fei. Im Ständigen Ausschuß des Landtages, der brachte die tolle Wahlkreiseinteilung zumege, gab fie doch z. B. dem über die Höhe der Mietsteuer beschließen follte, tft durch Eingreifen Wähler im posenschen Westarpmahlkreis vieltausendmal soviel der Soziamemotraten erreicht worden, daß nicht 24 Broz, sondern Stimmgewicht als der dichtgedrängten Induftriebevölkerung! Die 16 Bros von der Friedens miete als Mietfteuer erhoben Hauptstüze ber Borherrschaft der Grund- und Fabritherren aber winden und von diefen 16 Broz die Hälfte für Bohnungs. maren die Privilegienparlamente der Einzelstaaten, mit dem une neubau, die zweite Hälfte faft ausschließlich für Fürsorge- reformierbaren preußischen Dreiflaffenhaus an der Spize. 3me de verwendet werden blirfe. Borbedingung für die fozialvember 1918, als der längst entschiedene, von Helfferi unh demokratischen Bertreter war jedoch, daß die Höhe der Miete vom 1. April à 3.( S1 bis 35 Broz der Friedens. miete) nicht überschritten werden darf, folange diese In ihrem Kampf um die Wiedereroberung des Berlorenen haben Steuer zur Erhebung tommt. Diesem Verlangen wurde durch eine sich die politischen Bortruppen der agrarischen und industriellen dementsprechende Erklärung des Wohlfahrtsministers Rechnung geucherer und Wolfsausbeuter zunächst umgruppiert. Die verhaßten Fahnen fonfervatio und nationalliberal" verschwanden, wie die tragen. In der Praxis hat die sozialdemokratische Bandtagsfraktion merilos gewordene Hohenzollerndevise von der Stirn der„ Kreuz erreicht, daß die Belastung des Mieters von jetzt an 47 bis 50 Broz Seitung die jahrzehntelang mit äußerster Erbitterung, mit teufti der Friedensmiete betragen wird, während sonst auch ohne schem Haß und frechem Hohn jede Erweiterung der Bolfsrechte be Mtetsteuer bie Friedensmiete bis Ottober fämpft und verhindert hatten, die nannten sich auf einmal Bolts 100 Broz betragen hätte. Daß die Mietsteuer als eine parteien; deutschnational die eine, einfach deutsch die andere, diese unfoziale und ungerechte Steuer zu betrachten fel, faft noch herausfordernder, als ob die anderen, älteren, bewährteren haben die sozialdemokratischen Vertreter mit Entschiedenheit zum Bolfsparteien nicht deutsch wären. Die Umfirmierung und Umgrup pierung allein schaffte es noch nicht. Darum gliederte man fich- in Ausdrud gebrachyt. getreuer Nachahmung scheinbar bewährter Mostauer Methodenallerhand zweifelhafte Abenteurer und unzweifelhafte Narren an umb Moralische Ohrfeige für die Kommunisten. Der Borwärts hat immer wieder die bolschemistischen Gefozialverräterische Lügen, geiferten fängnisgreuel gebrandmarkt die Kommunisten. Die Sozialdemokratische Partei erhob wiederholt in Versammlungen Probest gegen Erschießungen von Revolutionären, die im Kampf um Rußlands Freiheit ergraut waren ihre Rebner wurden niedergebrüllt. Die deutschen Kommumften vertragen wohl Mostaus Fuchtel, nicht aber die Wahrheit. Nun haben vor einigen Tagen im Lehrervereinshaus diesmal nicht Sozialdemokraten, sondern Anarchisten eine Abrechnung mit dem Bolschewismus gehalten. Ihre Redner wurden diesmal nicht ganz niedergebrüllt Redner wurden diesmal nicht ganz niedergebrüllt das proletarische Gewissen scheint bei manchen Kommunisten sich doch schon zu regen, die Moskauer Hypnose scheint zu verfiegen. Die Rommunisten hörten zu und schwiegenschwiegen, als die Anarchistin Goldmann die Weggeblasen wurden diese Borrechte des Geldjads am 9. Now Ludendorff längst eingestanden, doch dem Bolt lügnerisch vers heimlichte Zusammenbruch jenen Revolutionssturm hervorstieß! betadierte sie zur parteimäßigen und später auch militärischen For. mierung zur Gewalttätigkeit neigender Leute und triegsverwüsteter Geifter, die man rief, aber nicht wieder loswerden konnte, als fie den Rampf der Mutterpartei gegen Republik und Sozialdemokratie auf ihre Weise in Sd, wung brachten. Man mußte also schmerzbewegten Herzens die völkische Frucht vom deutschnationalen Heldenstamm trennen, da Maschinenpistolen, Handgranaten und Blausäuresprizen nicht als tommentmäßig erachtet wurden. Biel Feind, viel Ehrl Die Partei, gegen die alle Feinde der Festigung und des sozialen Ausbaus des deutschen Boltsstaats um die Wette hetzen, erweisen Three bamit felbft als die stärkste Stüge der Republit, als die befte Borkämpferin aller arbeitenden, auf Sohn und Behalt angewiefenen Menschen. Run bämmerte es auch bem Dümmsten, und einer im Bagen meinte zu seinem Nachbarn: Du, weeßte, det is, jloob' id, een verflossener Bursche von Sn einem Nordringaug gab es unlängst zwischen den Stattonen bem Ludendorff. Und die blaue Brille hat er ihm gefchentt, als er Bebbing und Bestend so etwas wie eine Genfation. Kurz bevor die Maschine anrudte und der Zug aus der Halle antierte, letterbe ein alter Mann, der eine blaue Brille rug, in etnen Bagen. Er tastete mit einem Stod vorsichtig vor sich her und seine ganze Haltung und der ungewisse und ein wenig schwankende Gang mußten den Eindrud erweden, daß er blind sei In dem Wagen faßen fast nur Arbeiter, die sofort aufſprangen, ais fie den Alten sahen, und ihm in ein Abteil halfen. Unter dem Arm trug er in einem Sad, der so verschliffen, verchossen und schäbig war, wie sein Anzug, eine Geige. Raum hatte sich der Zug in Bewegung gefeßt, als der Alte bie Geige aus dem Sad zog und zu spielen begann. Erst den RadeßkyMarsch, dann den Pariser Einzugsmarsch und dann den Torgauer and den Hohenfriedberger Marsch. Lauter Parademärsche! von Schweben zurüdtam!" Alles an dem Alten war falsch! Nicht nur die Töne auf feiner Geige, auch sein Pathos und die Bettelei. Und die Blindhett war vorgetäuscht! Echt ist nur das Geld, das er für diese Wahlreklame be tommt. Armer, after Mann! Drei kleine Geschichten vom preußischen Junker. Der Herr Baron X. auf Izenplih war wegen seiner Strammheit berühmt. Als einmal feine Gutsarbeiter zu ihm tamen und um eine Aufbesserung ihrer Kost baten, da sie bei den ewigen„ Lüften" und Sauermich die schwere Arbeit nicht mehr leisten könnten, gab er die klassische Antwort:„ Meine Mastedefschweine triegen auch Das Konzert wurde, weiß Gott, nicht genußreicher dadurch, daß nichts anderes und werden dick und fett dabei!" ber Geiger häufig genug daneben haute und viele falsche Töne griff. Die Arbeiter murrten zwar über diesen Kunstgenuß und murmelten so allerlei gegen die Parademärsche, aber mildtätig, wie Arbeiter nun mal sind, ließen sie sich nicht lange bitten, sondern gaben dem armen Alten ein paar Groschen. Als aber der Geiger gar nichts weiter wußte, als seine Geige Parademärsche wimmern und quietschen zu lassen, sagte einer der Arbeiter: Mensch, nu plärr' doch nich immer de ollen Parademärsche! Spiel doch mal was Luftiges!" Auf diese Anrede antwortete der Alte und warf sich ordentlich dabei in die Brust: Wer vernünftig ist, wählt Deutfchoöltische Freiheitspartett * Ein anderes Mal fam fein Pastor zu ihm mit dem Borschlage, für die Kinder der Hüttenarbeiter eine Gonntagsschule einzurichten. Herr Baron aber lehnte das glatt ab:„ Nichts zu machen, lieber Pastor, wenn die Kerls hiter dem Pfluge erst mal anfangen, mehr zu denken, wie ihre Ochsen vor dem Pfluge, dann ist es mit unserer Herrlichkeit bald vorbei.“ Der Herr Baron war aber auch ein sehr wißiger Herr, der seinen Leuten gegenüber immer gerne einen patriarchalischen Ton anschlug. Als ihn einmal eine Häuslersfrau bat, doch endlich das Strohdach ihrer Hütte ausbessern zu lassen, da es andauernd durchregne, sagte er freundlich:" Nee, meine Liebe, dafür habe ich kein Geld, aber laß dir von der Mamsell meinen alten Echirm geben, der tut es ebenso gut!" Genoffinnen und Genoffen Wahlfampfwoche! nüget bie legte Ode an Ludendorff. Stach bekannter Melodie. Heil dir in Mannenpflicht, Herrscher vom Bolksgericht, das du bezwangft! Strahlend im Kriegsbehang, mehre den Deutschbelang! Sei immer mittenmang! Hab teene Angst! Richt Wels, nicht Levinsohn Sichern den Ferschtenthron. Bitte nimm Play! Mach die Schwazbude zu! Deutschland entjude du! Halt ihm die Schmute zu! Kaiser- Ersay! Du, der es nie vergißt, mas deutschabträglich ist, zücke den Stahl! Hoffentlich schon im Mai tommt auch Held Hitler frei, gehn wir ins Bürgerbräu gleich noch einmal! Dann kommt der große Wurf, Exzellenz Ludendurff, das Deutschgericht! Führ uns zum Bolfstrafeel, Gib uns den Marschbefehl gegen das Marg- Ramel, nimm uns in Pflicht! Erich Weinert Bir entnehmen das vorstehende Gedicht dem republikanischen Bigblat Sachen lints", bas jeden Freitag erscheint. Preis der Nummer 25 Bfennige Frauen! Wählt Persil Henkel 191601A- 216l600 su9n sill D Da Per FERSI zur Wäsche nur whole 130062 PERSIL M Das ist der rechte Helfer! 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April um 5 und 7 Uhr: Mit der Hapag nach New York" Vortrag W. Ehlers. ( Fm der Hamburg- Amerika- Linie) In Theater am 27. April um 9 Uhr: Zum letzt Male! Polarforscher Leden Unter den Nachbarn des Nordpols Im Theater am 28. April 9 Uhr, 29. April 9 Uhr, 3, Mai 9 Uhr: Dr. Jakobsohn: Radio i.Dienste d.Arztes u.Naturforsch. Im Theater am 29. April um 5 Uhr, am 30. April 5, 7,9 Uhr, am 1 Mai 5,7,9 Uhr: Kapitän Herbert: Mit der Cap Polonie nach Südamerika. Im Theater am 29. April um 7 Uhr, our für Herren, Dr. med Oelze über: Geschlechtskrankh.u. ihre soz Bedent. Dr. med. Meta Oelze dasselbe Thema nur für Damen im Hörsaal um 6 Uhr. Vorverkaur: A. Wertheim und K. d. W. 8 Tage im voraus. Uraniakasse 10-1 und 4 Uhr ab 2 Tage im voraus. 8 U.: Tribune Reichshallen-Theater Der Reiherbusch Täglich 8 Uhr, mit Lacie Höflich Sonnt. nachm. 3 Uhr Telephon. Rose- Theater Stettiner Sänger Wilhelm 5365. 31/2: Dia Fabrt ins Wonderland Achtung! 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Die Barmittel find seit der letzten Geldentwertung zusammengeschmolzen, die Preise für Dünger, Maschinen und sonstige landwirtschaftliche Produktionsmittel steigen aber fortgesetzt. Ist auch die Landwirtschaft durch die Geldentwertung entschuldet, fo fann sie jeßt daraus wenig Rugen ziehen, weil neue Hypothefarkredite so gut wie überhaupt nicht, Bersonalkredite nur in beschränktem Umfang zu erreichen sind. Die am freien Geldmarkt geforderten Zinsfäße von 30-40 Broz. find für die Landwirtschaft in feinem Falle erträglich. Die Land wirtschaft, hauptsächlich die Großlandwirtschaft, ist durch die Geldentwertung schuldenfrei, also reich geworden. Aber sie hat jetzt fein Geld. Die Kaufkraft der breiten Massen ist zu gering, als daß am deutschen Markt sich auch nur die Weltmarktpreise durch fetzen könnten. So drängt sich alles zu einer afuten Krisis zusammen, die im Interesse des Volksganzen nicht erwünscht ist. Die Pflege der heimischen Landwirtschaft ist aber auch für ein Inbuftrievolk notwendig, wenn dieses sich nicht in feiner Nahrungsmittelversorgung ganz und gar von den Schwankungen des Weltmarttes und von der Zollpolitik des Auslandes abhängig machen mill. Ein praktisches Beispiel: Wenn Amerika auf einzelne Waren, die Deutschland dorthin schickt, Zölle von 30 Proz. des Wertes legt, so bedeutet das in seiner Wirkung, daß die deutsche Volkswirtschaft für amerikanischen Weizen, der gegen diese Ware getauscht wird, rund ein Drittel mehr zahlen muß als andere Länder. Ein industrielles Land wird also immer darauf bedacht sein müssen, sich eine starte Ernährungsbasis im eigenen Lande zu sichern, um gegen derartige Willfür geschüßt zu sein. Auf den verschiedensten Wegen hat die Sozialdemokratie dieses Ziel angestrebt. Erinnert sei nur an die Vorschläge des Genossen Otto Braun, der durch Berbilligung von Düngemitteln und gegebenenfalls auch Maschinen die Produktionstosten der Landwirtschaft senten und so einen starken Anreiz zur Produktionssteigerung geben wollte, auch wenn die Agrarpreise infolge des Verfagens des inneren Marftes mit der Berteuerung der landwirtschaftlichen Bro. duktionsbedingungen infolge der fapitalistischen Industriewirtschaft nicht Schritt halten können. Die Vorschläge des Genossen Otto Braun find damals von der Landwirtschaft befämpft und durch eine bürgerliche Parlaments. mehrheit zu Fall gebracht worden. Heute haben die Agrarier die noch vor einem Jahre so hoch gepriesene freie Wirtschaft. Und der Erfolg? Die Agrartrise ist da! Angesichts dieser schwierigen Lage hätte man van den Leuten, die sich als berufene Vertreter der Agrarier ausspielen, und mit jeder Klage über die Krise den Zusammenbruch der von ihnen Derfochtenen Politit eingestehen, positive Bor schläge zur Lösung erwarten follen. Geflagt wurde in Bremen genug. Auch an Wünschen hat es nicht gefehlt. Auf allen Gebieten, in der Kredits, Steuer-, Bolltarif- und Diskontpolitit, soll der sonst so geschmähte Staat helfen. Er soll jetzt die Preise für Kohle und fünftliche Düngemittel senten, nachdem die Agrarier im Reichsfohlen. und Reichstalirat niemals etwas dagegen unternommen haben, daß dort die Preispolitik überspannt wurde. Man erkennt an, daß die Schwächung der deutschen Produktiv- und Rauf traft durch das Versailler Dittat die wesentliche Ursache der landwirtschaftlichen Krise 1st. Aber man verzichtet darauf, Mittel zu zeigen, die die geschwächte Kauf traft der breiten Massen steigern tönnten. Biel fchöner macht es sich, wenn man einen patriotischen" Protest erhebt. Daß aber derartige Proteste nichts nüßen, sondern daß es auf die Gemeinschaftsarbeit aller Boltstreise zur Ueberwindung der Kriegsfolgen antommt, das übersieht man. Alles in allem: Man betreibt unfruchtbare, nadte Intereffenpolitit. Man gibt sich nicht einmal Mühe, diese auch STOFFE? Homespun 150 breit.. Gabardine 130 breit · 2.95 3.25 4.50 5.90 6.50 7.90 Gabardine und Kammgarne 150 breit 11.50 13.50 16.50 Seidenstoffe, Futterstoffe, Sammet sehr billig Rester- Haus Moabit, Turmstraße 58 nur im zwischen Wald- und Beusselstraße nur einigermaßen stichhaltig zu begründen. Denn wenn man für die gesamte Landwirtschaft weitgehende Steuererleichterungen verlangt, so bleibt doch noch die Frage offen, ob man darüber das Reich zerfallen lassen will, daß man ihm die Mittel verweigert. Und wenn ein Vertreter der Landwirtschaft es für notwendig fand, zu betonen, daß die Erträge des deutschen Bodens weit hinter dem Vorfriegsstand zurückbleiben, so wirft er damit zugleich die Frage auf, woher es denn eigentlich kommt, daß in den letzten Jahren, trotz des Verlustes großer Agrarprovinzen, die allgemeine Ernährung wenigstens mit Rornfrüchten sich wesentlich gebessert hat. Man sollte doch endlich aufhören, sich auf eine Erntestatistit zu berufen, die offenkundig falsch ist und deren Fehlerquellen dem deutschen Landwirtschaftsrat sehr gut bekannt sein müssen. Den einzigen wertvollen Vorschlag zur Behebung der Agrarkrise hat der Ernährungsminister Graf Kanig gemacht, als er die Schaffung einer Garantiebant zur Heranziehung von Alus landskrediten für die Landwirtschaft empfahl. Das Rezept der übri gen Redner war in der Hauptsache Staatshilfe durch Steuerverzicht, also Aushungerung des Staates und Schutzölle, also Brotverteuerung für die breiten Massen. Mit diesem agrarischen Rezept kommen wir nicht weiter. Nach wie vor wird die Sozialdemokratie bei allen Versuchen, die Pro= duktionskosten der Landwirtschaft zu senten und ihr Erleichterungen bei der Reorganisation des Kredites zu verschaffen, Hilfe leisten. Schutzölle, deren Ertrag ebenso wie die geforder ten Steuererleichterungen vornehmlich den Großagrariern zugute kommen, müssen aber mindestens für die Gegenwart abgelehnt werden. Bei aller Würdigung der Lage der Landwirtschaft muß man doch immer im Auge behalten, daß die gegenwärtige Krise in der Hauptsache eine Nachwirkung der Inflationswirtschaft ist und einmal, hoffentlich in nicht allzu ferner Zeit, überwunden fein wird. Alle Maßnahmen aber, die zu ihrer Milderung getroffen werden, müssen darauf gerichtet sein, als Gegenleistung die von ihnen erhoffte Produktionssteigerung sicherzustellen. Das vermögen Schußzölle und ähnliche protektionistische Maßnahmen allein in feinem Fall. Zur Frage der Automobileinfuhr. Die Frage, ob die Einfuhr ausländischer Automobile freigegeben werden soll, war in letzter Zeit lebhaft umstritten. Die Automobil. fabrikanten forderten noch für einige Zeit eine Schonfrift zur Umstellung der Fabrikation auf die Erzeugung billiger Wagen, die dem Ausland gegenüber konkurrenzfähig sind; der Verbrauch und zu einem Teil auch der Handel vertraten die Meinung, daß die Einfuhr notwendig sei, weil sonst die dringend erforderliche Verbilli. gung der Produktion verzögert werden würde. Ueber den gegenwärtigen Stand der den Außenhandel der Automobilindustrie berührenden Fragen wird von zuständiger Stelle folgendes mitgeteilt: Ausfuhranträge für Automobile merden von der Außenhandelsstelle für Fahrzeuge bearbeitet. Die Außenhandelsftellen find, wie man weiß, Selbstverwaltungstörper; sie werden durch Bevollmächtigte des Reiches geleitet. Diese Bevollmächtigten waren in der ersten Zeit im wesentlichen aus den beteiligten Industrien entnommen worden. Leiter der Außenhandelsstelle für Fahrzeuge Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels le Gerstengrütze, Tose Gerstengraupen, lose. Haferflocken, lose Roggenmehl 0/1 Hafergrütze, lose Weizengrieẞ.. Hartgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine. Bohnen, weiße, Ferl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmeh! Makkaroni. Makkaronimeh! Schnittnudein, lose. Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. Getr Pflaumen 90/100 Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Zentner frei Haus Berlin: we n 15.50-16,751 Malzkaffee, gepackt. 23,00 25,00 15,50-16,50. Röstgetreide, lose.16.50-18,00 15,75-16,001 Kakao, fettarm 100,00-125,00 16,00-16,50 Kakao, leicht entölt..130,00-153,00 12,75-14,00 Tee, Souchon, gepackt. 350,00-420,00 18,00-19,00 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 22,00-25,50 Inlandszucker basis mel. 39,5 42,00 14,50 16,00 Inlandszucker Raffinade 42,00-44,00 17,00 21,00 Zucker Würfel... 45,00-47,50 19,00-22,75 Kunsthonig 34,00-40,00 14,00 17,00 Zuckersirup hel! in Eim. 43,00-49,00 22,25-24,50 Speisesirup dunk. in Eim. 30,00- 35,00 30,00 32,50 Marmelade Einfr. Erdb. 26,00-35,00 Marmelade Vierfrucht 36,50 42,00 Pflaumenmus in Eimern 43,00-49,50 Steinsalz, lose 17,00-19,00 Siedesalz: lose 40,00-46,00 Bratenschmalz in Tierces 36,00-37,50 Bratenschmalz in Kübeln 20,00-24,00 Purelard in Tierces 15,25-17,50 Purelard in Kisten 25,00-31.00 Speisetalg in Kübeln 17,00-19,50 Speisetalg in Packung 31,00-36,00 Margarine, Handelsm. 95,00-100,00 desgl. II. 43,00-48,00 Margarine, Spezialm. I.. 55,00 60,00 desgl. 11. 108,00-120,00 40,00-48,00 45,00- 48,00 3,10 3,70 4,004,70 68,00 69,00 69,50 67,50 68,50-69,00 46,00-50,00 46,00-48,00 58,00 52,00-55,00 76,00 61,00-65,00 75,00 80,00 Molkereibutter i. Fässern 202,00-205,00 70,00-90,00 Molkereibutter in Pack. 208,00-217,60 75,00-100,00| Landbutter. 165,00-170,0 77,00-83,00 Auslandbutter in Fässern 2 2,00-205,00 ..145,00-1: 5,00 Auslandbutter in Packg 208,00-217,00 135,00-150,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 34,00 36,00 110,00-120,00 Speck, gesalzen, fett... 62,00-70,00 Sultaninen Caraburnu.. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari Kümmel, holländischer 140,00-150,00 Quadratkäse Zimt( Cassia) Schwarzer Pfeffer Singap. 103,00-111,00 Quarkkäse Weißer Pfeffer ...... 138,00-148,00 Tilsiter Käse, vollfett Rohkaffee Brasil..... 185,00-220,00 Ausl. ungezuck. CondensRohkaffee Zentralamerika225,00-290,00 milch 48/16 Röstkaffee Brasil. ..... 240,00-290,00 Inländische desgl. 48/12 Röstkaffee Zentralam... 300,00-390,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. 22,00-35,00 35,00 50,00 120,00-125,00 22,00-24,00 18,00-19,00 28,00 29,00 Sonntag, 27. April 1924 ift feit 1920 Dr. Sperling, der zugleich geschäftsführendes Borstands mitglied des Reichsverbandes der Automobilindustrie ist. Die Befugnisse der Außenhandelsstellen bewegen sich im engen Rahmen, die Berbindung zwischen dem Reichskommissar für Ein- und Ausfuhr Arbeit der Außenhandelsstellen in der Hauptsache kennt. Die meisten und den Außenhandelsstellen ist so eng, daß der Reichstommissar die Außenhandelsstellen find schon seit Oktober v. I. aufgelöst, die für Fahrzeuge ist aber wegen der schwierigen Lage in dieser Branche bestehen geblieben. Die Einfuhr von Automobilen ist vom Reichswirts fchaftsministerium im Rahmen der allgemeinen Wirtschaftspolitit sehr beschränkt worden, insbesondere mit Rücksicht auf die Not an Devisen; es ist nur ein ganz bestimmtes Einfuhrkontingent für gewisse Länder zugelassen. Diese geringe Einfuhr bedeutet feine Gebeschäftigt ist und bereits zum Serienbau z. B. auch für kleine fahr für die deutsche Automobilindustrie, die selbst gut Typen übergeht. In 8 bis 10 Wochen werden einzelne Fabriken fchon 50 bis 100, ja fogar bis 200 Wagen, je nach der Größe täglich herstellen tönnen. Eine Kreditorganisation ist in Gründung begriffen, so daß man kleine Wagen gegen Anzahlung von 100 Rentenmark wird foufen fönnen. Infolge der Devisenverhält nisse fann aber die Einfuhr allgemein nicht zugelassen werden, übermäßig schnelle Umstellung verwehren. zumal der Kreditmangel und andere Ursachen unserer Industrie eine Heute können die Autofabriken nur mit drei bis viermonatiger Lieferfrist liefern. Trozdem wird man nicht eine große Zahl aus ländischer Wagen hereinlassen, schon deshalb, weil es sich dabei vielfach um Spetulationstäufe handelt, die sich auf Kreditversprechen gründen, die aber zusammenfallen würden, wenn bar bezahlt Tag, in etwa 14 Tagen wird die Lieferfähigkeit fich bedeutend er werden müßte. Die Leistungsfähigkeit der Werte steigt von Tag zu Tag, in etwa 14 Tagen wird die Lieferfähigkeit fich bedeutend er. da die Zahlungsbedingungen nicht innegehalten werden können. Es höhen, weil eine große Anzahl Händleraufträge annulliert werden, wird nicht mehr wie früher gegen Afzepte, sondern nur gegen Bar zahlung geliefert. Infolge der steigenden Produktion wird fchon in nächster Zeit der deutsche Bedarf ungefähr befriedigt werden fönnen. viel Autos, besonders auch fleine Ford wagen gekommen. Diese In das befehte Gebiet find zu Ende v. 3. außerordentlich Einfuhr kann die Reichsregierung nicht verhindern. Die anfängliche piel Autos, besonders auch fleine Ford wagen gekommen. Diese Begeisterung für diese billigen Wagen hat sich aber schon sehr gelegt, da man mit ihnen schlechte Erfahrungen auf deutschen Straßen und bei den Steigungen in Westdeutschland gemacht hat. Auch wird nicht mehr so weitherzig wie früher von diesen ausländischen Firmen Kredit gewährt. Das Herüberkommen dieser Wagen in das unbesetzte land alle wagen, die nicht die vorgeschriebenen polizeilichen Gebiet wird dadurch mit Erfolg gehindert, daß im unbefehten DeutschZulassungszeichen tragen, beschlagnahmt werden. Zur Lage des deutschen Arbeitsmarktes. marktlage auch im Monat April angehalten. Ob wir für die Soweit sich übersehen läßt, hat die Besserung der Arbeits nächsten Monate mit einer Fortdauer dieser Entwicklung rechnen fönnen, erscheint allerdings im Hinblick auf die inzwischen einge. tretene Kreditfrise und die Stockungen im Warengeschäft zweifel. haft. Die amtliche Erwerbslosenstatistit umfaßt zwar nur diejenigen Arbeitslosen und Kurzarbeiter, die im unbesetzten Gebiet Unterstüßung auf Grund der bekannten gesetzlichen Voraus fegungen empfingen, fie zeigt also bei weitem nicht den vollen Umfang der Arbeitslosigkeit. Immerhin geben ihre Ziffern aber brauchbare Anhaltspunkte für die Bewegung am Arbeitsmarkte. So zeigt die Statistik für das erste Quartal 1924 eine Verminderung der ber Bollerwerbslosen um mehr als die Hälfte. Es wurden im unbeKurzarbeiter bis auf ungefähr den zehnten Teil und eine Abnahme fekten Gebiet in diesem Jahre unterstützt: Bollerwerbslose Kurzarbeiter 848 735 626 643 1. Januar 15. Januar 1 532 065 1 587 494 1. Februar 1 440 206 362 565 15. Februar 1307 035 251 550 1. März 1 172 646 151 407 988 752 90 133 712 488 15. März 1. April P Jm Monat April 1924 wurde die Besserung der Arbeitsmarktlage in vielen Gegenden durch Arbeitskämpfe gehemmt. Immerhin ergibt sich im allgemeinen eine weitere Verminderung der Arbeitslosigkeit. Im rheinisch- westfälischen Bergbau trat nach der Berlängerung der Micum- Verträge eine Zunahme der Beschäftigung ein. In der Landwirtschaft besteht fast in allen LandesHerren- u. Damen- Stoffe Größte Auswahl! Billigste Preise! Gabardine, Tuche, Ripse für Mäntel, Kostüme u. Kleider, Sammete, Seidenund Futterstoffe, Herren- Anzugstoffe, Gabardine, Kammgarne, best. Qualitäten 1. 2. Geschäft: Frankfurter Allee 49 Paul Karle 1: Geschäft: Warschauer Str. 79 KON LINON EINE ZIGARETTE 5 VON S RANG MASSARY ROAL tilen eine sehr beträchtliche Nachfrage nach Arbeitsträften, die nicht| überall befriedigt werden konnte. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei den Gärtnereien. In der Baustoffindustrie, insbesondere bei den Zie gelcion, Zementfabrifen und Steinbrüchen wurde im Laufe des Morats die Arbeit fast allgemein in vollem Umfange aufgenommen. In der Metallindustrie stand trok vieler Lohntämpfe der Arbeitsmarkt im Zeichen einer wesentlichen Befferung. Auch die Uhrenindustrie ist gut beschäftigt. Die chemische Industrie forderte zahlreiche neue Arbeitskräfte an. Im Tertilgewerbe ist die Konjunktur anhaltend gut. Die verschiedenen Zweige der Holzindustrie, vor allem Sägemerke und Möbelfabriken, sind ebenfalls gut beschäftigt. Im Nahrungs und Genußmittelgewerbe ist die Lage nicht einheitlich. Die Süßwarenindustrie nahm nach Ostern verschiedentlich Entlassungen nor. Auch im Tabafgewerbe scheint sich die Lage hier und da etwas A verschlechtern. Ueber den Baumartt laffen sich sichere Angaben faum machen. Berschiedene Landesteile berichten über Mangel an Maurern, Zimmerern, Malern und Glasern. Die Lage des Arbeits. marftes für faufmännische Angestellte beffert fich allmählich. Neue Kredite für die Golddiskontbant. Die Deutsche Golddiskontbant hat mit einer größeren Gruppe amerikanischer Banten unter Führung der International Acceptance Bank Inc. in New Yort einen Redis, tontoertrag zu günstigen Bedingungen abgeschlosser. Die Krediteinschränkungen der Reichsbant, die wiederholt ange. fündigt worden find, treten mit ihren Wirkungen im Reichsbankausmais vom 15. April in Erscheinung. In der zweiten Aprilwoche hat nämlich die Ausgabe neuer Kredite einen wesentlich geringeren Umfang als in den vorangegangenen Wochen. Hauptsächlich zur Befriedigung des landwirtschaftlichen Kreditbedarjes sind für Ennio verliebt, die Egle ber Gittin Jfs opfern will, ble Flucht unb Et rettung der beiden reinen Menschen einen lichten Ausblid aus der rō. mischen Lafterwelt eröffnet. Diese Liebeskonflikte find zu naiv, und halbwegs fomisch wirft es auch, wenn in den auf die Spige getriebenen Momenten immer der starle Stabe und aufopferungsvolle Freund eingreift und die Liebenden aus den gefährdetsten Situationen nach amerifauischem Mufter rettet. Der Film ist reich an schönen Bildwirkungen, obwohl die Photographie zum Teil wichtige Vorgänge im Dunkel fäßt und baneben wieder zu grell ist. Die Darstellerin der Messalina de Liguoro ist prachtvoll in der Erscheinung und hat die große Gesie. Eine liebliche Schönheit ist 2. Zanussi als Egle. Unier den männlichen Darstellern find ein paar fer charakteristische und ausdrucksvolle Figuren. Der schöne Ennio ist reichlich füß. Als bloßes Schauftüd, als Beranschau hung römischer Zustände und( un-) fitten, besonders des Zirkus, fiebt der Film vorne an, in seinem dramatischen Aufbau lann er nicht voll befriedigen. d. Nina Die Memoiren eines Mönches" wurden in der Alhambra un aufgeführt. Der Filmtitel fordert die Ablehnung nahezu heraus, boch ist bas Manuskript besser, als man mutmaßt. Es ist nämlich frei nach Grillparzer. Und man verspürt noch den Hauch eines Großen. Man bemerkt die begründete Handlung, die seelische Erfassung der Tat, und Charaktere, wie sie das menschliche Leben ergibt. So ist die Fran verständlich, die rend ihrer Ehe ihrer Leidenschaft erliegt, die ihrem ersten Berlobten gilt, ihren Beschüßer and Wertschäßung heraus beiratet und dennoch wäh einem politischen Verschwörer. Die Hauptrollen waren M. Mar Neufeld und Magda Sonja anvertraut. Bestere ist raffig, nie langweilig und fiets von einer geivissen Eigenart, während auch ihr Partner seine Rolle gut erfaßte. Interessant war zudem der Film der Verwandlungsfünft Terin Fregolia. Nachdem man sie auf der Bühne bestaunt hatte, zeigte vspD. Groß- Berlin! 31,6 Millionen Goldmark gegen 88,8 Millionen in der Vorwoche Unsere Entscheidung am 4. Mai" Die Kreditkonten angewachsen. Der Papiermart. Banknoten umlauf fonnte um 5,4 Millionen auf 678,3 Millionen Goldmark gesenkt werden, während der Umiauf an Rentenmertscheinen um 3,2 auf 1726 Millionen Rentenmark stieg. Der Umlauf an Notgeld ist gleichzeitig sehr start, nämlich um 85 Millionen Goldmart zurüdgegangen. Der Goldbestand ermäßigte fich um 5,1 Millionen Goldmart, die die Reichsbank zur Erwerbung Do Aftien der Deutschen Golddiskontbank verwandt hat. Der Gefamitmetallbestand um lautet die Tagesordnung ber öffentl. Versammlungen für alle erhöht, und zwar find das die erſten Eingänge der neu geprägten gaſtwirtschaftlichen Angestellten Berlins Reichsfilbermünzen, die demnach bald in den Verkehr commen dürften. Eine ruffisch- deutsche Eisenbahnkonferenz wird auf Borschlag der deutschen Regierung am 11. Mai d. 3. in Moskau stattfinden. Die Sonferenz wird über die Schaffung einer direkten Eisenbahnverbin tung für den Bersonen- und den Gütervertehr zwischen Rußland Ltd Deutschland beraten. Filmschau. l Die Filme der Woche. Meffalina, ein italienischer Großfilm, von demselben Regiffeur wie Quo vadis Enrico Guazzoni läßt das Rom der Kaiserzeit utit seinen folossalen Bauten, dem Gepränge der Aufzüge, dem bewegten Leben der Boltsversammlungen, den üppigen Festen der Großen, den Mysterien frember Kulte und vor allem: dem Leben und Treiben im Birkus vor uns erstehen. Aber die Uraufführung im u. 2. Kur fürstendamm fonnte wohl taum über den Eindrud hinwegtäuschen, Daß bei aller gerechten Bewunderung für die glanzvolle Wiederbelebung der antilen Welt besonders im Architettonischen und trotz ber lebenbig bewegten Massenszenen das Unfittenbild fühl ließ, obwohl Messalina, Raiferin und Hetäre in einem, zu guterletzt sich ideal in ben Staven Ennio verliebt und ihn vom Tode errettet. Und obwohl neben bem Kraffen und Noben, das im Mord und der brutalen Behandlung der Stlaben und ben Gladiatorenspielen fulminiert, eine gar sentimentale Liebe zwischen der griechischen Sllavin Egle und Ennio, der natürlich ein persischer Bring ist, erblüht, und nach der Ermordnung der Messalina und der Beseitigung einer egyptischen Prinzessin, die gleichfalls rasend in Der große Umschwung in der Reifenfabrikation war die Einführung des Cordgewebes; Cordreifen sind geschmeidiger, schneller und haltbarer als solche aus veraltetem Vollgewebe. Der erprobte deutsche Cordreifen heißt Continental ( Fahrt nach der neuen Continental- Straßenkarte") am Dienstag, den 29. April 1924, Tages- Versammlung nachm. 5 Uhr in den Sophiensälen, Sophienstr. 17-18 au der besonders die weiblichen Angestellten eingeladen sind. Referentin: Frau Klara Bohm- Schuch, M. b. N. Nacht- Verfammlung nachts 1 Uhr Arbeitersport. 13. Arbetter- Rabfahrer- Bunb Solidarität, Drtsgruppe Berlin. Touren Me Sonntag, den 27. April. 1. Abt.: Stafettenfahrt Giltergos 7 Uhr, 1 Uhr Rehlendorf, Karlstr. 12. Start Bülowstt. 55. 2. Abt.: 3 X 10- Kilometer. ftraße 12. Stafette, Schenkendorf, Rudom, Giltergos, 6 Uhr. 1 Uhr Zehlendorf, Rati Seeschloß. Start Lausitzer Blak. 4. Abt.: 6 Uhr am Start Beberwiese. 5. Abt.: Start Friesenstr. 13. 3. Abt.: 6 Uhr Baruth. 1 Uhr Dabendorf, Uhr am Start Landsberger Blah. 6. Abt.: 7 und 12 Uhr Hohenschöpping. Start Kopenhagener Str. 26. 7. Abt.: 6 Uhr am Start Brunnenplag. 8. bt.: 6 Uhr am Start Arminiusplag, 1 Uhr Waldstr. 8. 9. Abt.: 7 Uhr am Start Schulstr. 114. 10. Abt.: 7 Uhr am Start Comeniusplag. 11. Abt.: Störigfee. Start 7 Uhr Ungarn., Ede Edinburger Str. 12. Abt, Motorjahrer: Austunft Saatwinkel zur schönen Aussicht. Start 1 Uhr Oranienburger Tor. Abt. NeuOtto Grabein, Berlin N., Buttmannftr. 9. 13. Abt. Freitag, den 2. Mai, nach fölln: Caputh. Start 7 Uhr Serzbergplan. Abt. Lichtenberg: Boisbam. 7 Uhr Start Jungite. 10. Abt. Sharlottenburg: Lehnig- Oranienburg. Abloch tour. Start Uhr Galvaniftr. 13. Abt. Pantow: 7 Uhr am Start Mühlen. ftraße 12. Abt. Tegel: Finkenkrug. Start Uhr. Achtung, Bundesgenoffen! Das Bahlarbeitslotal ist am 4. Mai von früh 8 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer. Seder Genosse, gleichviel welcher Partei, hat fich dort zur Bez. fügung au ftellen. Daselbst Ausstellung der Legitimation. Zurn- und Sportverein Fichte" Berlin. Sonntag, den 27. April, namui. 2 Uhr, Anturnen der Rinderabteilungen auf allen Turnplägen. Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirke Gülden und Südost. Anturnex auf dem Urbanplag am Sonntag, den 27. April. Bormittags 9 Uhr: Rinder, nachmittags 2 Uhr: Männer, Frauen, Jugend. Handballspiel gegen Sport Bereinigung Sparta 1911. Fußballspiele am Sonntag. B. F. C. ,, Teutonia 09 E. B. Am Sonntag. berg auf dem Teutonia- Blah in der Christianiaftraße. Anfang 4 Uhr. Bother den 27. April, großes Fußballwettspiel amischen Teutonia 09- Sparta- 2ichten. Spielen die unteren Mannschaften. B. F. C. Abler 1912 spielt am Sonntag mit ihrer ersten Elf gegen B. S. B. Köpenid auf dem Adler- Sportplak, Christianiastraße. Desgleichen spielt die zweite Mannschaft B. F. C. Adler 12 gegen Freie Turnerschaft alten fee. Anfang der 2. Mannschaft 2 Uhr, 1. Mannschaft nachher. Großes Arbeiter- Fußball- Derby, Neukölln. Freie Turnerschaft Neukölln- Bris, 1. Mannschaft, und Rüstig- Borwärts NeuTölln, 1. Mannschaft, treten fich am Sonntag, 27. April, auf dem Blaz des Ersten Fußball- Rlub Reukölln( 95), ehemaliger Fortuna- Sportplag, in Neutöllu, Raiser- Friedrich- Straße am Herzbergplah. zum Freundschaftspiel gegen. über. Anfang: die erste Elf 4.30 Uhr, vorher 2.50 Uhr die zweite Elf, 1.15 Uhr die dritte Elf.. Guter Sport ist zu erwarten. Berbindungen: Straßenbahn: 95, 98, 11, 47, 5; Stadtbahn: Kaiser- Friedrich- Straße. Ein lokales Schwimmfest veranstaltet die Spandauer SchwimmUnion, Abt. d... u. Sp. Vereinigung Spandau 03, ant Sonntag, den 27. April, im Städt. Hallenbad Radelandstraße als Abschluß der Wintersaison. Einzel-, Stafetten- und Reigenschwimmen, fomie Springen und Rettungsvorführungen werden den Ruschauern die Vielseitigkeit des Arbeiterschwimmsports vor Augen führen. Nicht weniger als 300 Meldungen in den Derschiedenen Ronkurrenzen find eingelaufen. Namhafte Groß- Berliner Vereine, mie Borwärts, Union, Charlottenburg usw., sowie die Genoffen aus Berleberg haben Meldungen abgegeben. Die Eintrittspreise find fo gering feftge. fekt, daß es jedem möglich ist, unser Fest zu besuchen. Eintrittskarten im Borverkauf au 0,50 M., an der Kaffe zu 0,75 Mr. find bei allen Mitgliedern au haben. Der Arbeiter- Eurn- und Sportbund( Kreis I, Bezirk 6, Berlin- Branden burg) wird am 28. April in Groß- Lichterfelde in einer Gründungs verfammlung einen Schwimmverein ins Leben rufen. Die Bersammlung findet abends pünktlich 7% Uhr im Lofal von R. Fleischer, Groß- Lichterfelbe, Bäteftr. 7, statt. Alle, die die Absicht haben, biesem BerDie ein beizutreten, werden ersucht, au dieser Bersammlung zu erscheinen. An Schaffung billiger und guter Badegelegenheiten zählt zur Selbstverständlichkeit. Nichtschwimmer wird unentgeltlich Schwimmunterricht erteilt. Neben der weiteren Ausbildung im Schwimmen wird dem Rettungsschwimmen befondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Anfragen jeglicher Art find an A. Soffmann, Ringstr. 49, au richten. Männer, Frauen-, Jugend- uffd Rinderabteilungen werden eingerichtet. Es ergeht hierdurch der Ruf an alle unfere Bollsgenossen: Tretet einem Arbeiterschwimmverein bei! in den Germania- Festfälen, Chauffeestraße 110-111 Vorträge, Vereine und Versammlungen. Referent: Reichstagsabg. Aufhäuser. Bon dem Ausfall der Reichstagswahlen hängt unfer Schidial für die nächsten Jahre ab, darum ist es dringende Pflicht aller Arbeiter und Angestellten, sich zu informieren und für guten Besuch der Bersammlungen zu agitieren. Die Einberufer. der Film, wie es gemacht wird. Und es war sehr lehrreich, die vielen Hände in ihren durchdacht abgemessenen, maschinell genauen Bewegungen zu beobachten, die nötig sind, um das schielle Unitieiben zu ermöglichen und das Wort ,, Geschwindigkeit ist teine Hererei zur Wahrheit werden zu lassen. Der Mozart- Saal bringt, Der Gefangene auf Kastell d'If." Es ist Dumas' verfilmter Roman Der Graf von Monte Christo", ein ursprünglicher Filmbandwurm, den man sehr energisch verfleinert hat. In der Mürze liegt die Würze", dieses Wahrwort barf man auch wohl hier anwenden. Freilich ist es nötig, daß man Dumas' Wert wenigstens in groben Umrissen kennt, damit einem der einzelne Stame etwas be deutet. Das Gute, daß der Graf von Monte Christo tut, tilgt man ganz aus und läßt nur bie Rache und ein versöhnendes Schlußbild übrig. Mit Ausnahme der zu langen Fechtszenen hat man sonst den Stoff gemeistert unb ihn zu einem wirkungsvollen Film zusammengestrichen. Auch be Balzacs Werte sind eine wahre Fundgrube für gute Filmmanuskripte. So brachte das 1. 2. Rollenbarfplay ,, Der König der Wucherer" ( Jean Esther van Gobsed) heraus. Otto Gebühr hat die Titel tolle tief erfaßt, er erweist sich als Darsteller großen Formats. Er lebt die Rolle. Dieser Bucherer ist Geizhals und Philosoph zugleich, ihm ift das Mitleid nicht fremb, er hat eine tiefe Liebe zum Zier, er ist ein Menschenkenner und selbst ein blutvarmer Mensch. Alle Mitvirfenben bestanden neben Gebühr, denn es wurde qut gespielt. So waren Ernst Hofmann( Horft) elegant wie immer, Evi Eva( Gerda) frisch, so ganz ein Heines, liebes Mädel und Eugen Burg( Graf Hohnthal) und Lizzy Lind ( Hermine) begreiflich in ihrer Rollenauffassung. Preben Rift ist ein Re giffeur von Gefchmad. Er verschmäht überflüssige Tertbelastungen und boch geht ihm der Inhalt nicht verloren, denn er versteht es, durch Kleine Handlungen Gedanken zu illustrieren. Die Winterbilder tragen ihre Werte in sich und loben ben Photographen Außleb. e. b. A ,, The Christian", ein englisches Erzeugnis, für Engländer gemacht und aus einem nicht erflärlichen Grunde in den deutschen Filmvertrieb gelangt, fand feine Uraufführung im Primus- Balaft. Wir wissen in ber Eat nichts mit diesem einzigen Chriften anzufangen, der von einem förmlichen Veredelungs- und Läuterungsfimmel befallen, in Jungfrauenvereinen und ähnlichen Institutionen sich betend und predigend be wegt. Bei dieser freudlosen Tätigkeit erregt er, nicht ganz unberechtigt, den Haß einiger Beute, die mit dem lieben Gott nicht gerade auf Du und Du stehen. Man fireut die Nachricht aus, er habe den Untergang Lon bons auf eine bestimmte Stunde vorausgesagt. Als aber London tros allebem ruhig stehen bleibt, stirbt unser Christ einen bösen Tob unter den Fäusten des genasführten Londoner Boltes. Einige Londoner Straßen und Massenbilder söhnen nicht mit dem füßlichen Pietismus aus, ber das Machwerk von Anfang bis zum Schluß durchzieht. k. Berein selbst. Sandwerker jüdischen Glaubens, e. B., Berlin. Der jüdische Mittelstand und die Reichstagswahlen" ist das Thema, womit sich eine öffent liche Wahlverfammlung am Dienstag, ben 29. April, abends 8 Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophienstr. 17/18, beschäftigen wird. Wetter: Barm und überwiegend bewölft mit Regenfällen bei auffrischenden südwestlichen Winden, später zeitweise aufflarend. Unübertrefflich! JasmatziDubec DUBECAGARETTEN GEORG A.JASMATZI AKTIENGESELLSCHAFT - DRESDENN96 beste Res Zigarette Die einzig Echte in der ges.gefch. Packung mit dem Tabakblatt!! Aus reinen, echten Orientabaken von ausgesuchter Qualitat Lillige Kinderstiefel für den Schulbeginn Kinder Hausschuhe aus prima Stoff mit Cordelsohle, extra leicht für das Haus $ 1-35 1,60, 27-30 1,50, 21-28 10 Kinder- Spangenschuhe Ia Chromchevreaux, breite, beAngebot, 18-21. billiges 190 BO Kinder Turnschuhe La gran Segeltuch, mit extra starker Chromledersohle 33-35 2,75 80-32 2,50, 27-29 2,25, 25-28 10 Kinder Halbschuhe Is grau Segeltuch mit pr. 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Mai, vorm. 10 Uhr Zu den kommenden Wahlen wendet sich der Gewerkschaftsring deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenverbände( HirschDunder) mit einem Aufruf an feine Mitglieder, in dem es heißt: Die deutschen Arbeiter, Angestellten und Beamten werden am 4. Mai 1924 vor eine folgenschwere Entscheidung gestellt. Von der Zusammensetzung des nächsten Reichstages hängt es ab, ob wir den sozial en Boltsstaat behalten oder von den plutokratischen Kräften der Wirtschaft unter jocht werden. Großtapital und Großindustrie machen riesenhafte Anstrengungen, um sich dem Staate dienstbar zu machen. Diesem Anschlage stehen die Gewerkschaften entgegen. Daher wird der Kampf gegen fie mit aller Rücksichtslosigkeit und Demagogie ge führt. Es ist in Wahrheit ein Kampf gegen die Freiheit des arbeitenden Voltes. Sind die Gewerkschaften zerschlagen, dann sind die Arbeitnehmer schuhlos wirtschaftlicher Bill für preisgegeben. Arbeiter, Angestellte, Beamte, Augen auf! Reine Stimme den Gewerkschaftsfeinden! Mögen fie links oder rechts stehen! Keine Stimme den extremen Flügelparteien, die an den freiheitlichen Grundsähen der Reichsver= fassung rütteln. Die Freiheit des Staatsbürgers ist die Boraus segung für die Freiheit des Wirtschaftsbürgers. Die politische und wirtschaftliche Entrechtung der Arbeitnehmer würde bedeuten: Abbau der deutschen Sozialpolitik und Zurüddrängung des wirtschaftlichen Mitbestimmungsrechtes. Wendet Euch gegen das üble Schlagwort der Diktatur! Wer fordert sie denn? Es sind dieselben Kreise, die jetzt schon den Arbeitern und Angestellten ihr Diktat aufzwingen wollen. Diktatur bedeutet: Ausschaltung des Volkswillens; also der großen Masse der Arbeiter, Angestellten und Beamten! Nicht der Parlamentarismus hat versagt, sondern die groß tapitalistischen Unternehmer haben versagt, die sich jeder vernünftigen Regelung der Reparations-, Währungs- und Wirtschaftsfragen widersetzten. Es sind diefelben Kreise, die der fozialen Gestaltung des Staates entgegen arbeiten. Dieser Aufruf wird auch im Gd2., dem Organ des Gewerfschaftsbundes der Angestellten, veröffentlicht. Gleichzeitig veröffentlicht dasselbe Blatt eine Mitteilung über die Kandidaturen von„ GdA.- Persönlichkeiten". Neben Leuten, die bei den Demofraten fandibieren, findet man einen gewissen Adolf Rabbe, Kandidat der Deutschen Volkspartei in Mecklenburg. Das Blatt fügt hinzu:„ Darüber hinaus kandidieren noch eine Anzahl weiterer Kollegen bei den vorgenannten Parteien und es schweben insbesondere auch noch Möglichkeiten der llebernahme von Kandidaturen bei der Zentrumspartei und bei der Deutschnationalen Boltspartei" Das also ist eine Vertretung, die den sozialen Boltsstaat" ver. teidigen soll. Durch Kandidaturen bei der schwerindustriellen Boltspartei und den monarchistisch- reaktionären Deutschnationalen! Raus aus die Kartoffeln... Die Belegschaft der Firma„ Heimschutz", Andreasstraße 40, leistete auf Wunsch der Betriebsleitung feit etwa 4 Monaten Ueber arbeit bis zu 4 Stunden täglich. Jugendliche und Frauen wurden dazu herangezogen. Machte ein Arbeitnehmer einmal Einwendungen, wurde ihm mit Entlassung gedroht. Schließlich ging der Belegschaft die Geschichte doch über die Hutschnur und sie ver weigerte gemeinsam die Ueberstunden. Die Firma entließ darauf. hin die gesamte Arbeiterschaft fristlos. Durch Vermittlung des Metallorbeiterverbandes und unter Mitwirkung des Gewerberates gelang die Wiedereinstellung der Arbeiter, aber die Firma beantragte auch sofort bi dr zuständigen Gewerbeinspektion die Genehmigung für Ueberstunden. Bei den sich ergebenden Berhandlungen zog die Betriebsleitung ihren Antrag zurüd, verfügte aber am selben Tage die Berkürzung der Arbeitszeit auf 24 Stunden. Eine Ausnahme sollten einige wenige Arbeiter bei Der Herstellung besonders eiliger Arbeit machen. Während dieser fortlaufenden Konflifte hatten die Arbeiter eine Erhöhung ihrer Löhne um 50 Proz. gefordert, ein Verlangen, das angefidy's eines Spigenlohnes von 46 Bf. nicht als unbescheiden bezeichnet werden tann. Die Firma bot den Arbeitern eine Erhöhung von 4 Pf. und den Frauen von 2 Pf. an. Das betrachtete aber selbst diese geduldige Belegschaft als eine zu große Provokation und so trat sie gefchloffen in den Abwehrkampf. Wie uns von den Streifenden mitgeteilt wird, find fie feft entschlossen, nicht eher die Arbeit wieder aufzunehmen, bis die Firma fich überlegt hat, ob fie 8 Stunden, 12 Stunden oder nur an drei Tagen in der Woche arbeiten lassen will. Die Belegschaft ist von ihrem Wahn, der Firma durch Entgegenkommen jeder Art zu helfen, geheilt und mir die Arbeit nur zu annehmbarer Arbeitszeit und Lohnbedingungen wieder aufnehmen. Die Metallarbeiterschaft wird um Solidarität gebeten. Feindseligkeiten in der Küche von Adlon. Zu dem von uns veröffentlichten Verhandlungsbericht wird uns noch ergänzend mitgeteilt: Der am Streit beteiligte Kläger, welcher von Syndikalisten, Bombenwerfen und vier Jahre Rote Fahne gelesen" gesprochen hat, hat mit diesen Bemerkungen die Streitbrecher nicht bedroht, sondern deren eigene Aeußerungen wiedergegeben. Nicht die streifenden Köche, sondern die Streitbrecher, vom Küchenmeister Kern an, waren in den Jahren 1919 und 1921 in das fom munistische maulradikale Fahrwasser geraten und haben mit der artigen und noch ganz anderen Aeußerungen reichlich um sich geworfen. Die Streitbrecher Cameng und Reppler haben fich, nachdem fie 4 Jahre Abonnenten der Roten Fahne" gewesen sind, ohne sich auch nur eine Minute zu befinnen, zum Streifbruch bereit erklärt. Wie wenig das Interesse des Geschäftes bei den ganzen Vorkomm niffen gewahrt worden ist, beweist die Tatsache, daß man erstklassige Telephon: Norden 9296 Sophien- Säle Säle frei! KIOS Sophienstr. 18 Die deutsche Cigarette! 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Gemeinde- und Staatsbetriebe: Königsbant, Gr. Frankfurter Str. Lebens- und Genußmittelindustrie: Sophiensäle, Sophienstr. 18. Verkehrsgewerbe: Sämtliche Räume des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24/25. Metallindustrie: Walhalla- Theater, Weinbergsweg Holzindustrie: Neue Welt, Hafenheide. lottenburg( Speisesaal). Chemische Industrie: Dresdener Kasino, Dresdener Straße 96. 2. Veranstaltungen einzelner Verbände: Borzellanarbeiterverband: Staatliche Porzellanmanufaktur, Char. Steinarbeiterverband: Musikerfäle, Raiser- Wilhelm- Straße 31. Zimmererverband: Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 11/13. Sattlerverband: Boekers Festsäle, Weberstr. 17. Böttcherverband: Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/13. Dachdeckerverband: Sophienfäle, Sophienstraße. Allgemeiner freier Angestellten- Bund, Ortskartell Berlin. Franenwelt- Ceferinnen und ihre Freunde! Mittwoch, den 30. April, nachmittags 3 Uhr, im Cehrervereinshaus, Alexanderstr. 41, am Alleganderplatz: Oeffentliche Versammlung Thema: Völkerfrühling." Bon alara Bohm- Schuch. Kinderreigen Gefang: Humoristische Vorträge Arbeiter laufen läßt oder sie hinauswirft, um aus der Adlonküche mit den Streifbrechern eine ausgesprochene Aschinger- Küche zu machen. Der Küchenumfaz der letzten Tage dürfte vielleicht der Direktion endlich zu denken geben. Kampf auch im bayerischen Baugewerbe. München, 26. April.( Eigener Drahtbericht.) Nach Ablauf des Landestarifs für das bayerische Baugewerbe forderte der Unternehmer. verband die Einführung der 60stündigen Arbeits. moche. Die Arbeitnehmerorganisationen lehnten diese Verhöhnung des Achtstundentages ab, worauf sich der Syndikus der Unternehmer an das Sozialministerium wandte. Daraufhin erließ der Landesschlichter einen Schiedsspruch, der für die Städte München, Augsburg, Nürnberg und Fürth eine wöchentliche Ar= beitszeit von 55 Stunden und für die übrigen bayeri fchen Gebiete bis zu 57 Stunden festsezte. Dieser Schiedsspruch wurde von den Bauarbeitern in ganz Bayern einmütig ab gelehnt, worauf die Unternehmer die Verbindlichkeit beantragten, die das Sozialministerium auch ausgesprochen hat. Bereits nach Ostern versuchten einige Münchener Großfirmen, die 55ftündige Arbeitswoche einzuführen und sperrten die Arbeiter aus, die sich weigerten, diese Arbeitszeit anzuerkennen. Gleichzeitig entBieberum unterbreitete der Schlichter einen Borschlag, den aber die standen auch Differenzen über die Neufestsetzung der Löhne. Münchener Bauarbeiter mit überwiegender Mehrheit ablehnten. Nach der bisherigen Stellungnahme der Unternehmer dürfte ein Rampf im Baugewerbe für ganz Bayern unausbleiblich sein; es wurden bereits auch alle Vorkehrungen für die drohenden Aussperrungen getroffen. Der Stundenlohn der Maler beträgt vom 25. April bis 1. Mai 75 Pfennig. Ab 2. Mai ist der Stundentohn auf 80 Pfennig festgesetzt. Von den im Baugewerbe testehenden Differenzen ist unser Gewerbe nicht berührt. Sämtliche wilden G rüchte, die von der KPD. verbreitet werden, berühren unsere Organi fation nicht. Es wird ersucht, den Anweisungen der Ortsver waltung Rechnung zu tragen. Berband der Maler. Die Ortsverwaltung. Delegierte des 3d. der Richtung Amsterdam! Die Drisver maltung bemüht sich gegenwärtig mit allen Kräften, die Hemmungen zu beseitigen, die die aus dem Verbande Entfernten und ihre unaufgeflätten Mitläufer der Entwicklung einer gesunden Verbands. arbeit bereitet haben Eine auch von uns gewünschte Delegiertenveriammlung wird ordnungsgemäß tagen, wenn die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für ihre Einberufung nach den Schungen geschaffen sind. Kein zur Richtung Amsterdam gehörender Berliner Delegierter des Zentralverbandes der Angestellten besuche die wilde Beranstaltung der fommunistischen Einberufer am nächsten Montag. Rein ehrlich dentender Kollege, feine ehrlich denkende Kollegin beteilige fid; an dieser neuen verbandsschädigenden Handlung! Der Arbeitsausschuß der Liste I( Amsterdam). Der Ortsausschuß des ADGB. in Halle ist aufgeflogen. Die Kommunisten hatten die Mehrheit. Sie beschlossen mit 25 gegen 15 Stimmen, daß der vom Baugewertsbund ausge. schlossene Kommunist Grabow nach wie vor als Dele. gierter an den Sizungen des Ortsausschusses teilnehmen fönne. Da ein solcher Beschluß mit der Verfassung des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes unvereinbar ist, erklärte der Bezirks. sekretär Genosse Wernicke, daß die Delegierten der maßgebenden Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung nicht weiter in diesem Ortsausschuß arbeiten fönnten. Es muß nun ein Ortsausschuß nach den Sagungen und Richtlinien des ADGB. gebildet werden. Die Buchdruder in Budapest beschlossen gestern mit mehr als 5000 gegen 203 Stimmen, den Streit fortzusehen. Da das fozialdemokratische Parteiorgan Nepszawa" bisher regelmäßig erschien, weil es die Forderungen der Gehilfen bewilligt hatte, hat die Regierung das Erscheinen sämtlicher" Budapester Blätter verboten. Sie will selber ein Morgenblatt in ungarischer und in deutscher Sprache herausgeben. Eine einfache Lösung! Rentralverband der Schuhmacher. Branchenversammlung der Ballschuhmacher am Montag abend 5 Uhr, Röpenider Str. 127a, großer Gaal. Für die Haus fub- Stepperei und Vorrichterei abends 6% Uhr, Röpenider Str. 127a, fleiner Gaal. Zigaretten- Industrie! Montag abend 5 Uhr im Verbandsbureau des Tabakarbeiter- Berbandes, Münzstr. 24, Sigung fämtlicher Bertrauenspersonen und Betriebsräte der Sigaretten- Industrie. Der Kartellvorstand. Berwaltungsbezirk Wilmersdorf: Vittoriagarten, Wilhelmsaue. Die Gewerkschaftsmitglieder, die in diesen Bezirken wohnen, nehmen an den Bezirks- Maifeiern teil. Verbandsbuch legitimiert. Die Angestellten besuchen die Versammlung der Fachgruppe „ Sozialversicherung" in Haberlands Festjälen oder die ihrer Wohnbzw. Betriebsstätte am nächsten gelegenen anderen Versammlungen. Tagesordnung in allen Versammlungen: Der 1. Mai und die Gewerkschaften. Horlih, Kaspar, Klose, Paul Lange, Maschte, Oito Meier, Müntner, Referenten sind: Aushäuser, Crispien, Eichhorn, Haß, Hehschold, Ortmann, Pleffl, Tarnow, Zista, Hans Gottfurcht. Arbeiter, Angestellte, forgt für Maisenbesuch dieser Bersammlungen! Macht fie zu wuchtigen Kundgebungen gegen die Reaktion! Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Werkmeister, Bezirksverein Charlottenburg 1. Seute, Sonntag, 4 Uhr, Berliner Str. 105, Tanzkränzchen; am 2. Mai, abends 8 Uhr, MonatsverJammlung. Achtung! Transportarbeiter der Berliner Metallindustrie! Dienstag, den 29. April, abends 6% Uhr, allgemeine Funktionärtonferens ber Gettion V. Bericht über die Verhandlungen mit dem BBMS. Das Er. scheinen eines jeden Funktionärs ist unbedingte Pflicht. Betriebe ohne Bev trauensleute müssen einen Kollegen entfenden. Deutscher Berkehrsbund, Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Achtung, Knorrbremse Lichtenberg! Am Dienstag, den 29. April, nachmittags 4 Uhr, wichtige Versammlung aller VSPD.- Genossen in ber Anabenmittelschule, Matttftr. 11. Wichtige Tagesordnung. Sympathifierende sind mit eingeladen. Barteiausweis mitbringen. Der Frattionsvorstand. Deutscher Bangewerksbund. Mittwoch abend 7 Uhr gemeinsame Berfamm lung ber Fliesenleger und Selfer Lange Ste. 30. Erscheinen aller Fliesenleger und Helfer unbedingt notwendig. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Abteilung nichtständig Angeftellte. Mittwoch abend 7 Uhr im Verwaltungsgebäude des Berbandes ber Gemeinde- und Staatsarbeiter, Johannisstr. 14/15, Querg. 1 Treppe lints, gu.. fammenkunft gweds Entgegennahme des Berichts über den Abschluß bes Rahmentarifvertrages für die nichtständigen Angestellten der Stadt Berlin. Die Gettionsleitung. Groß- Berliner Parteinachrichten. Folgende Berliner Abteilungen haben die Maizeitung noch nicht bestellt: 1, 2, 6, 28, 29, 33, 37, 45, 46, 49, 50, 58, 64, 65, 66, 70, 71, 73, 76, 77, 81, 82, 87, 96, 100, 101, 102, 103, 106, 108, 110, 111, 113, 122, 123, 125, 126, 127, 134, 135, 138, 142, 144 und alle folgenden. damit sie zum Abholen bereitgelegt werden kann. Wir bitten, die Maizeitung schnellstens telephonisch anzufordern, Berlagsbuchhandlung 3. H. W. Die Nachf. Lindenstraße 3. Donhoff 5190-5194. Achtung, Genoffinnen! Wählerin Nr. 5 ist am Mittwoch an den Abholestellen muß bis Sonnabend, den 3. Mai, restlos perteilt fein! 3. Kreis Wedding. Sonntag, den 27. April( heute), abends 6 Uhr, Frauenfeierstunde in der Schulaula Gotenburger Str. 2. Referentin: Genoffin Todenhagen. 18. Kreis Weißensee. Für die heute, Sonntag, nachm. 3 Uhr, im Neuen Theater am 800 ftattfindende Aufführung Die rote Robe" sind noch Rarten a 80 Bf. beim Gen. Heinl, Gäblerstr. 7, zu haben. 5. Areis Friedrichshain. Achtung. Abteilungsleiter! Die Plakate müssen vom Sekretariat von Dienstag, den 29. April, nachmittags ab abgeholt werden. Die abgeschriebenen Wählerlisten heute um 10 Uhr abholen bei Lojad, Beymestr. 8. Die für Mittwoch, den 30. April, vereinbarte Gigung bei Wittschuß. Petersburger Str. 5, findet fchon um 6% Uhr statt. Bildungskommission! Dienstag, den 29. April, 7½ Uhr, in Schmibts Gesellschaftshaus Zusammenkunft. Obleute einladen. 9. Kreis Wilmersdorf. Der Saalschuß muß 1 Stunde vor Beginn der Ber sammlung am Montag zur Stelle fein. Dienstag, den 29. April, 8 Uhr pünktlich bei Wolter, Uhlandstr. 108/109, Gigung des Bildungsausschuffes und der Helfer zur Maifeier. Die Beamtenobleute erscheinen um 9 Uhr im Wahlfomitee bei Bieper. Dienstag, 7% Uhr, Sigung des Wahl tomitees bei Pieper, Holsteinische Str. 60. Alle Abteilungen müssen ver treten fein. 20. Streis Reinidendorf. Sämtliche Abteilungen besuchen am Dienstag, 7½ Uhr, in Rosenthal, Lotal Schneider, Hauptstr. 3, die öffentliche Ber fammlung. 7. Kreis Charlottenburg. Montag, den 28. April, 7 Uhr, Simmer 1, wichtige Borstandssigung mit den Abteilungsleitern. Jede Abteilung muß vertreten fein. AIIe Obleute der Abteilungen des Beamten. werbeausschusses werden ersucht, für die am 30. April ftatt. findende Beamtenversammlung die Sandzettel vom Montag bis Diens tag abend beim Genossen Liersch, Kantstr. 62, abzuholen. 13. Kreis. Dienstag, den 29. April, abends 8 Uhr, große öffentliche Be. amtenverfammlung in Mariendorf, Schulaula Rönigstraße. Thema: Reichstagswahl und Beamtenschaft." Referent: Landgerichtsrat Genoffe Ruben. Marienborf, Marienfelbe, Lichtenrabe. Die Maifeier findet nachmittags 3½ Uhr im Lokal Stechert, Sportshaus Karlshöhe, am Bahn hof Mariendorf, statt. Rarten erhältlich für alle Funktionäre in den Ronfumverkaufsstellen und beim Genossen Trapenthin, Mariendorf, Rathausstraße 99. 14. Areis Neukölln. Besprechung des erweiterten Kreisvorstandes am Mon teg, den 28. April, pünktlich 6½ Uhr, im Parteibureau. 8ugleich Aus gabe von Material. 19. Streis Banlow. Montag, den 28. April, 7½ Uhr, bei Meier, Türkisches Relt, Bantom, Breite Str. 14, Rreisdelegiertenversammlung. Die Funktio näte der Abteilungen 128-180 milffen erfcheinen. Jogal Gicht, Rheuma, Ischias, = Tabletten hervorragend bewährt bei Hexenschuß, Nerven- und Kopfschmerzen, Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Sarnsäure aus. Klinisch erprobt. In allen Apotheken erhältlich. Best. 64,3% Acid acet. salic, 0406% Chinin, 12,6% Lit., ad 100 Amyl. Heute, Sonntag, den 27. Apelt: 25. Abt. Treffpunkt zur Flugblattverbreitung frith 9 Uhr bei Gott, Aniprode ftr. 6. Montag abend ebenda Plakate abholen. 82. bt. Steglig. Frith 9 Uhr bei Samburg Flugblätter abholen. 91. Abt. Nentölln. Borm. 9 Uhr Flugblattverbreitung von Röster aus. 070terial holen die Bezirksführer bei Gärtner ab. Morgen, Montag, den 28. April: 9. Abt. 7 Uhr außerordentliche Funktionärßigung bei Hübner, Wilsnader Straße 34. 20. Abt. 7% Uhr bei Fritsch, Drontheimer Str. 4, Funktionärsigung. 32. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferenz. Alle Wahrhelfer müssen erscheinen. 33. Abt. 7 Uhr außerordentliche Funktionärtonferenz bei Lojad, Beymestr. 8. Bezirksführer einladen. 36, Abt. Montag abend 7% Uhr Funktionärsigung bei Biebermann, 8orndorfer Straße, Ede Löwenstraße. Alle am Wahltag tätigen Genossen find ebenfalls eingeladen. 45. Abt. 7 Uhr Beamtenversammlung im Lokal Liebisch, Wiener Str. 57a. Feuerwehr, Post, Schupo- und Magistratsangestellte müssen erscheinen. 51. Abt. Charlottenburg. Oeffentliche Versammlung. Näheres fiche Spiegel. 67. Abt. Grunewald. 8 Uhr bei Wurzbacher, Bahnhof Grunewald, Vorstands fihung mit den Bezirks- und Straßenführern. 82. Abt. Steglth. 8 Uhr bei Hamburg, Schloßstr. 106, Funktionärigung. Reukölln. 89. Abt. 8 Uhr Vorstands- und Funktionärsizung bei Stahl, Sander ftr. 11. 93. Abt. Die Bezirkstaffierer werden ersucht, sich das Mai.. material am Montag ab 4 Uhr abauholen beim Gen. Raffierer Frante, Kaiser- Friedrich- Str. 170. 95, Abt. 7% Uhr bei Guftmann, Steinmet Straße 78, Funktionärsizung. Lichtenberg. 117. Abt. 7 Uhr bei Krüger, Türrschmidtstr. 33, Funktionär Zonferenz. 118. Abt. 7% Uhr Funktionärversammlung bei Tempel, Sünden der Väter und Bäter und eigene stehen auf wider jeden und vernichten ihn, wenn er sich nicht zu wehren weiß! Das Gespenst des völligen geistigen und förperlichen Ruins steht hinter jedem Nervenleidenden! Nerbenleiden haben ihren Ursprung im Gehirn und Rüdenmark, find eigentlich Gehirn Leiden und ihre legten Konsequenzen find langsames Siechtum und Tod. In leichteren Fällen find Nervenleiden gekennzeichnet durch leichte Erregbarkeit, Bittern der Hände, Gedächtnisschwäche, Verstimmung, Gliedergittern, Unruhe, Mattigteit, Herzbeschwerden, Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, Angstgefühle, Inficherheit beim Sprechen, Berbauungsstörungen, Schlaflosigkeit, Laubwerben einzelner Glieder oder Hautstellen, Ueberempfindlichkeit gegen Geräusche und Gerüche, Melancholie, Neigung zu starten Getränken, Gehstörungen und viele andere Symptome, die einzeln oder zu mehreren vereint auftreten fönnten. Wo ist Hilfe? Nervenleiden find Erschöpfungszustände, beranlaßt durch Ueberanstrengung der Nerven z. B. durch eberarbeitung, Ausschweifungen, Aufregungen, Kummer usw. und können nur durch eine wirkiame Kräftigungstur beseitigt werden. Jede Arbeit berbraucht Nährstoffe, die Arbeit der Nerven vor allem. Diese müssen ihnen in ausreichender Menge zugeführt werden. Es ist nun der medizinischen und der chemischen Wissenschaft gelungen, diese Stoffe in höchster Konzentration zu isolieren und sie zu einem äußerst wirksamen Präparate zu verarbeiten, dem bekannten Rerben- Rähr mittel Nervisan bon Dr. med. Robert Hahn. Dieses aus. gezeichnete Mittel hat vielen geholfen, felbft in gang berzweifelten Fällen, und es wird noch Tausenden helfen. Täglich gehen Dank und Anerkennungsschreiben ein. W So schreibt z. B. Herr Joseph Ibinger, Bankangestellter in Rotenburg: Ich bin Ihnen zu großem Dant verpflichtet. Die Stepfis, mit der ich bisher jedem Nervenheilmittel gegenüberstand, war reichlich groß. Eine so programmäßig verlaufene Befferung und Heilung, wie sie tatsächlich eintrat, hat mich ordentlich frappiert. Derartige Briefe liegen viele vor! Weil aber bie eigene neberzeugung der beste Beweis ist und das Mittel eine Brüfung nicht zu scheuen hat, so erhält jeder Nervenleidende eine Probedofe gratis, ebenso ein intereffantes und sehr lehrreides Buch über Nervenleiben und ihre Heilung. Man sende fein Geld ein, sondern nur die genaue Adresse per Postkarte oder Drudiache an Dr. med. Robert Hahn& Co., Magdeburg D. 63. Schreiben Sie aber sofort, ehe die Proben vielleicht vergriffen find! Verpflichtungen entstehen Ihnen dadurch nicht! Am 22. April verstarb nach langem schweren Leiden unser 1.Bevollmächtigter Max Möckel im 61. Lebensjahre. Sein Leben war dem Verband gewidmet. Ein rastloser, nimmermüder Kämpfer, der durch selbstlose Arbeit für den Menschheitsgedanken gewirkt hat. Sein Tod ist ein schwerer Verlust für uns. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren! Reste- Haus C. Pelz Kottbuser Str. 5 Anzugstoffe Kostumstoffe Mantelstoffe Kleiderstoffe Seidenstoffe 131/18 Mäntel, Kostüme Röcke Deutscher Hutarbeiterverband. Zahlstelle Berlin. Am 22.April, abends 114 Uhr. entschlief sanft nach langem, schwen Krankenlager infolge Magenleiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegerund Großvater 3759b der Gewerkschaftssekretär Max Möckel im 61. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Ww. Therese Möckel geb. Quast nebst Kindera Berlin, den 24. April 1924 Strelitzer Straße 68. Die Einäscherung findet am 30. April, nachm 5 Uhr, im Krematorium Gerichtstr. statt. Danksagung Für die anlässlich des Hinscheidens meiner innigst geliebten Frau, unserer lieben Schwester und Schwägerin Frau Martha Demmning erwiesene Teilnahme sagen wir allen Freunden und Bekannten, den Vertretern der Partei und Behörden auf diesem Wege unsern tiefgefühlten Dank. Max Demmning und Angehörige. Polier-, Werk- und Schachtmeister- Bund. Bezirks- Verein Groß- Berlin. Mittwoch, den 30. April, abends 7% Uhr. in den Sophien- Sälen, Berlin, Sophienstrasse 17-18, Versammlung aller Poliere und Schachtmeister Tagesordnung: Der Streik und die Aussperrung im Baugewerbe. Unsere Bezirkstarifverhandlungen vor der Zentral- Schlichtungskommission. Jedes Mitglied muss unbedingt erscheinen. Der Vorstand. 2% Rabatt! Strickwesten Bleyles Kinderkleidung Ständig großes Fabriklager in Strickund Wirkwaren aller Art zum Einzelverkauf Fabrik- Niederlage Gubente. Conntag felt the Flugblattverbreitung. Curplang ebenfalls bei Tempel. 125. Abt. Beißensee. 7½ Uhr im großen Gigungsfoal des Rathauses er. meiterte Borftandsfizung. 136. Abt. Reinidendorf- Oft( 14. bis 16. Bezirk.) 7 Uhr Bürgergarten, Hauptstraße 51, Extra- Bezittsabend. Jungsozialisten, Gruppe Norden. 7½ Uhr Zusammenkunft beim Gen. Pahl, Pantstr. 26. Gruppe Süden. Montag, 7 Uhr, Arbeitsgemeinschaft Dr. Engelhardt findet in den Räumen des 3dA., Belle- Alliance- Str. 7/10, Zimmer 30, Sof links, statt. Der Mädchenfursus für rhythmische Gymnastik findet Montag nicht statt. Sämtliche Gruppen holen unverzüg Tich die Sandzettel und Flugblätter vom Bezirksverband, Lindenstr. 3, Bimmer 11, ab. Frauenveranstaltungen am Montag, den 28. April: 35. 6. 7% he bei Drellfe, Schreinerstr. 18. Referent: Gen. Schachtleben ilber: ,, Die Sozialversicherung und deren Abbau." 36. Abt. 7 Uhr bei Wittschuß. Petersburger Str. 5, Frauenabend. 38. t. 716 Uhr bei Bartusch, Friedenstr. 88, Vortrag des Gen. Roth über: Freidenfertum und Sozialismus." Frauen, als Gäste eingeführt, will tommen. 39. und 48. Abt. 7% Uhr Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3, Vortrag der Genoffin Trapp: Was erwarten die Frauen vom kommenden Reichstag?" 41, und 42. Abt. 7 Uhr bei Höhlke, Bergmannstr. 69, Bortrag des Genoffen Riekmann ilber: Was erwarten die Frauen vom kommenden Reichstag?" 58. Abt. Charlottenburg. Die Frauenversammlung fällt in diesem Monat aus. 84. Abt. Lantwig. 8 Uhr bei gander, Charlottenstr. 34, Vortrag des Genossen Marquardt. 19. Kreis. 128. bis 130. bt. Pankow. Frauenversammlung 7% Uhr Ber Tiner Straße, Ede Lindenpromenade, bei Mees. Die Selferinnen in der Arbeiterwohlfahrt aus dem 19. Kreis miffen bestimmt erscheinen. HALPAUS RARITÄT Die unübertroffenen Qualitäts- Cigareffen SCHWARZ FREHD Elektro NAME GES. GESCHUTZT DER QUALITÄTSTYPENDRUCKER HIT ELEKTR- ANTRIEB IN- U. AUSLANDSPATENTE KOMM- GES. HOFFMANNE CO BERLIN W 35 Ausschneiden! POTSDAMER STR.43a „, Bettwäschehof“ Aufbewahren! Spezialverkauf von Bettwäsche.. Münzstraße 2, 1. Hof, parterre rechts. Gin graner Kopf macht 10 Jahre Bruno Richter& Co. hüring Wollwaren Nur prima Ware, enorm billige Preise Kein Laden älter! Graite Saare Bln.- Pankow, jetzt Mühlenstr.1 ( Ecke Breite Straße) Bel Anzahlung wird Gewähltes reserviert Spezialität für stärkste Figuren Extra Preise!!! 100 Nur für Montag u. Dienstag gültig Soweit Vorrat! Covercoatmantel.. 18.75 • Soweit Vorrat! 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In Drog., sonst bei Otto Reichel, Berlin 43 GO, Eisenbahnstraße 4 Nebermorgen, Dienstag, den 29. April: 3. Abt. 7 Uhr Sigung der Bezirksführer, Betriebsvertrauensleute fo wie der Funktionäre und Funktionärinnen im Lokal Krüger, Engelufer 23. 6. Abt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Dobrohlam. 43. Abt. 7% Uhr Sahlabend des 123., 124. und 130. Begirls bei Reim, Urbanstr. 29. 44. Abt. Bezirkszahlabend des 79. und 87. Bezirks 7 Uhr bei Bogel, Briger Straße 46. 56. Abt. Charlottenburg. 7% Uhr bei Liersch, Rantstr. 62, Funktionärverfammlung. 86. Abt. Mariendorf. 7% Uhr Bersammlung aller Genoffen, bie fich an der Wahlarbeit beteiligen wollen, bei Niendorf. Ausgabe der Einladungen zur Wählerversammlung. 89. Abt. Neukölln. Die Funktionäre können beim Raffierer die Maizeitungen und Maimarken abholen. 106. Abt. Johannisthal. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Schreiner, Friedrichstr. 6. 121. Abt. Karlshorst. Am 30. April müssen Bersammlungseinladungen ver. teilt werden. Unterlassierer und Helfer müssen dieselben am Dienstag, 6½ Uhr, bei Buchholz abholen. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 29. April: 94. Abt. Neukölln. 7% Uhr bei Günther, Schillerpromenade 1, Frauenabend. Vortrag. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 7. Abt. Genosse Mag Nöckel, Streliger Str. 68, ift verstorben. Einäsche. rung Mittwoch, den 30. April, nachm. 5 Uhr, Gerichtstraße. 48. Abt. Genosse Paul Bärbaum, Gitschiner Str. 17, ist verstorben. Einäfcherung Dienstag, den 29. April, nadm. 6½ Uhr, Krematorium Gerichtstraße. GummiMantel mit Raglan- Ärmeln 130 cm lang 29 in allen Grössen vorrätig Gmk. V.MANHEIMER Oberwallstr. 6-7 Unfgrdbh. Ihre Hosen taufen Sie am besten und reelliten, wenn Sie zum Fach mann gehen, da er Wert auf guten Siz und Berarbeitung legt. Ich führe Hosen von den einfachsten bis zu den beften zu niedrigen Preisen, da teine Extrafpefen. Stoffe im Einzelverkauf und zur Anfertig. nach Maß stets am Lager. J.Bukofzer, Schneidermeister, Kl. 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Die Mitgliedsbücher find sweds Rontrolle mitzubringen. Das Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. Kontrollmeldestellen der ausgesperrten Bauarbeiter des Deutschen Baugewerksbundes, Baugewerkschaft Berlin. Meldezelt ab Dienstag, den 29. April 1924, von vormittags 9 Uhr bis 1 Uhr nachmittags, in den verzeichneten Rontrollmeldestellen: Adlershof, Sedanftr. 3. Alt- Glienice, Klingenberg, Grünauer Str. 29. Baumschulenweg, Gerhardt, Baumschulenstr. 6. Birkenwerder, Charlottenburg, Ahrens, Rantftr. 51. Copenid, Stadtpart, Bahnhofftr. 1. Fredersdorf, Bybell. am Bahnhof. Friedenau, Schönfeld, Kirchstr. 23. Friedrichsfelde, Mir, Friedrich Ede Margaretenftr. Friedrichshagen, Schröder, Seeftr. 115. Gesundbrunnen, Eihlert, Badstr. 45. Johannisthal, Gobin, Roonftr. 2. Cantwig, Schulz, Kurfürstenstr. 37. Lichtenberg, Biefenhagen, Scharnweberstr. 60. Lichterfelde, Gerichtslaube, Ringstr. 8b. Lichtenrade, Krüger. Mahlsdorf, Anders, Bahnhofftr. 34. Mariendorf, Kranisch, Chauffeeftr. 27. Marienfelde, Schufter, Kirchstr. 68. Moabit, Lausch, Bredow- Ede Wicleffer. Neukölln I, Höhnow, Kirchhofftr. 24. Reukölln 11, Wittig, Steinmegstr. 84. Neukölln III, Sauer, Pannier Ede Beferr. Norden I, Hoffmann, Lychener Str. 8. Norden II, Kalies, Graunftr. 41. Nord- Often, Spaeth, Georgenfirchftr. 45. Oberschöneweide, Jmberg, Wilhelminenhofftr. 84. Oranienburg, Bor., Dahms, Schlegelftr. 9. Reinidendorf- Oft, Brückner, Provinzftr. 74. Reinidendorf- Weft, Boltshaus, Scharnweberftr. 114. Often I, König, Langeſtr. 53. Often II, Kempin, Tilsiter Str. 85. Pantow, Wanste, Brehmeftr. 25. Schmargendorf, Brückmann, Brettestr. 4. Schöneberg, Roschenz, Apostel- Baufus Str. 27. Spandau, Büro, Rurftr. 17. Stahnsdorf, Lindenstr. Steglitz, Schellhafe, Ahornftr. 15. Stralan, Hoffmann, Stralau- Allee. Süd- Ost, Pflug, Mustauer Str. 1. Süd- West, Schult, Mariendorfer Str.& Süden, Müller, Schönleinftr. 6. Tegel, Thornow, Schlieperftr. 64. Teltow, Rochow, Berliner Str. 16. Tempelhof, Brügmacher, Berliner Str. 61. Treptow, Bustenhagen, Graegftr. 49. Wannsee, Roch, Chauffeestr. 2 a. Wedding, Seefeld, Schulftr. 114. Weißenfee, Drohdehl, Wilhelm- Ede Streuß. Weften, Seiler, Steinmezftr. 29. Wilmersdorf, Bieper, Gasteiner Str.& Zehlendorf, Midley, Potsdamer Str. 25. Des weiteren machen wir darauf aufmerifam, daß am Montag, den 28. April, Dormittags, 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus Saal V, eine Sigung ber Kontrollmeldestellen- Leiter stattfindet, in der auch bas benötigte Material ausgegeben wird. Unserem Genossen Jakob Ege nebft Fran bie besten Gli dwünsche zu feinen 40jährigen Chetrieg senden G. 1.E. W. Achtung, Eltern! Mit Gruß! Der Bereinsvorstand. J. A.: Karl Schabe. Bis auf weiteres gebe ich meiner werten Rund Fader Morgenstunde mit langen Damen- Untertaillen Aermeln, gestrickt, vorzügliche Qualität. 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