Abendausgabe Ar. 209 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 106 5 Goldpfennig 50 Milliarden = Vorwärts= fimb in der Morgenausgabe angegeben Bezugsbedingungen und Anzeigenpeele Rebaffion: SW. 68, Cindenftcake& Fernfprecher: Döuhof 292-295 Tel.- Moreffe: Sozialdemokrat Berlin Berliner Volksblatt 5. Mai 1924 Setlag und angetgenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmb. Berlin SW. 68, Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Lindenstraße 3 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Wir bleiben stärkste Partei! Das Bild beginnt, fich flarer zu gestalten. Die Sozialbemokratie bleibt stärtste Partei. Es folgen der Reihe nach Deutschnationale, Zentrum, Kommunisten, dann in ziem lich weitem Abstand von diesen vier stärksten Parteien die tieineren und fleinsten. 448 Abgeordnete gewählt. Die Deutschnationalen haben also diesmal ihre Stimmen nahezu verdoppelt, außerdem aber haben Bölkische und Deutschsoziale zusammen noch etwa 80 000 Stimmen aufgebracht. traten haben etwas gewonnen. Die Volkspartei hat start verloren, Zentrum und DemoSozialdemokraten haben 40 000 bis 50 000 Stimmen mehr Auf der Arbeiter seite ergibt sich folgendes Bild. Die als die Mehrheitssozialisten i. J. 1920 bekommen hatten, aber etma 220 000 meniger als die Unabhängigen damals erhielten. Beide sozialdemokratische Parteien halten vor vier Jahren 644 000 Stimmen, wovon etwa 400 000 verloren gegangen sind, etwa die Hälfte an die Kommunisten, die Hälfte an die Indifferenz oder nach rechts! noch 61,5 Broz., diesmal beträgt er nur noch etwa 46 Braz Vor vier Jahren betrug der Anteil der Arbeiterstimmen Darunter 99 Sozialdemokraten. Gegen 1 Uhr nachmittags lag das vorläufige GesamtGeminner find Deutschnationale, Kommunisten, Bölkische. treifen dürften nach den bisherigen Berechnungen insgesamt ergebnis der Reichstagswahlen vor. In den 35 Wahl. Berlierer die anderen. Wie zu erwarten war. Im ganzen hat jedoch die Rechte schlechter abge 448 2bgeordnete gewählt fein. Davon erhielten die Sozialschnitten, als sie es selber erhofft hatte. Der verstorbene Helf- demofrafen 99 Site, die Kommunisten 59, die Demoferich war in Hamburg einmal so unvorsichtig gewesen, von traten mit dem deutschen Block 25, das Zentrum 61, die Baye200 deutschnationalen Mandaten zu reden. Man wird sich rische Volkspartei 15, die Deutsche Volkspartei 44, die Deutschmit weniger als der Hälfte bescheiden müffen, obwohl die nationale Volkspartei mit dem vaterländisch- völlfischen Rechtsvölkische Konkurrenz erstaunlich weit hinter den Erwartungen bloc 93, die Deutschvölkischen 28, die Wirtschaftspartei 6, die zurüdgeblieben ist. Ludendorff und Hittler: Viel Geschrei Hannoveraner 5, der Bayerische Bauernbund 4, die LandDeutschsozialen 1, der Landbund in Thüringen 2, die Deutschund wenig Bulle. Das Getöse der Rechtspreise über den ungeheuren Siegbünde in Württemberg, Baden und Heffen 6 Size. Da die ber Ihrigen erscheint daher als etwas fünftlich. Nichts recht- Reſtſtimmen noch nicht feftſtehen, dürften sich noch geringe Ver- gebnis der Reichstagswahl vom 4. Mai dem Ergebnis der fertigt den angekündigten Anspruch der Deutsch natio änderungen ergeben. nalen, als Diftatoren des neuen Reichstags auftreten zu dürfen, sie werden sich mit dem bescheidenen Ruhm begnügen, die stärkste bürgerliche Partei" zu sein. " Der„ antimarristische" Bürgerblod, den die Deutschnationalen unter ihrer eigenen Führung anstreben, ist den Umständen nach ein Blod nicht nur gegen Karl Marx, sondern auch gegen Wilhelm Marg, zurzeit deutscher Reichskanzler, und nicht nur gegen Scheidemann, sondern auch gegen Stresemann Mit andern Worten, Volkspartei und Zentrum merben für die Deutſchnationalen erst foalitions: fähig, wenn fie ihre bisherigen Führer abfägen. Eine KoaDition zwischen einer von Stresemann geführten Bolkspartei, einem von Marg geführten Zentrum und den Deutschnationalen läßt sich nur dann benten, menn die legferen mehr 22 als einen flod zurüdsteden und so ziemlich alles vergessen, mas fie im Wahlkampf gepredigt haben.. Insbesondere merden die Deutschnationalen in der Frage Der Sachnerftändigengutachten Farbe befennen müssen. Sie werden fagen müffen, ob sie an der Ausführung Des zweiten Versailles" mitarbeiten wollen oder nicht. Wenn nicht, werden fie fagen müssen, welche Bolitif fie eigentlich vorschlagen, dann wird man sehen, wer bereit ist, ihnen auf ihren Wegen zu folgen. Der Fortschritt der Rommunisten ist kein Schritt auf dem Weg zur Weltrevolution. Es ist ganz schön, viertſtärkste Bartei im Reichstag zu sein, man fann als solche fogar etmas leisten, menn man bereit ist, praktische Arbeit zu tun. Die Kommunisten hatten sich jedoch vorgenommen, bei den Wahlen nur zu zählen, wieviel Wähler für ihre revofutionäre Gymnaſtit find. Das ist mum ziemlich genau heraus, Don je 100 deutschen Wählern dürften es zehn bis zwölf sein, die fich für die Kommunisten erklärt haben. Ob diese zehn bis zwölf gegen die andern achtundachtzig oder neunzig alle mitmarschieren werden, wenn die Trommel zum Kampf rust, werden die Führer der KBD. selbst am besten missen. Für die praktische Arbeiterpolitit scheidet aber die fommunistische Fraktion vollkommen aus, wenn sie ihrem Wahl. gelöbnis, nicht zu arbeiten, sondern mur unnüke Reden zu halten, tren bleiben will. Bei den entscheidenden Abftim mungen der nächsten Zeit schlagen die kommunistischen Stimmen glatt der Rechten zu Buch. Bom Standpunkt der oftuellen Lage gefehen, hätten an Stelle soundso vieler Kommunisten gleich ebensoviel Böltische gemählt werden fönnen, das hätte an dem Ergebnis nichts geändert! Die Kommunisten find Gegner der Sachverständigenvorschläge, fie sind daher in der Hand der Rechten ein Revolver, der sich drohend gegen die Mitte richtet. Der Erfolg der Kommunisten zeigt, daß es leider noch fahr viele Arbeiter gibt, die von politischen Dingen noch gar nichts begriffen haben. Diese Arbeiter sind mit Recht über tausend Dinge, die sie am eigenen Leibe erlebt haben, empört und erbittert, fie haben daher der Partei ihre Stimme gegeben, die ihren eigenen Gefühlen in einer ihnen zusagenden Weise Ausdrud gibt, aber sie haben feinen Augenblick darüber nachgedacht, ob ihnen durch die Abstimmung für die Kommunisten irgendwie geholfen werden tann oder ob dadurch nicht etwa noch mehr Schaden angerichtet wird. Diese Ar beiter werden fich zum großen Teil hüten, den verrückten Barolen der kommunistischen Führerschaft zu folgen- aber fie haben durch ihre Abstimmung ein Befenntnis zur Troftlofigkeit, zur Hoffnungslofiafeit abgelegt. Sie erwarten sich nichts von der demokratischen Republit, und fie werden dadurch, ohne es zu wissen und zu wollen, Schrittmacher der Reaktion. Hier rächen sich die Sünden des Bürgertums. Hätten die bürgerlichen Mittelparteien den Kurs behalten, der unter Birth gesteuert wurde, so hätten die Kommunisten nie so start werden fönnen. Aber nicht die deutsche Reaktion und das deutsche Bürgertum allein tragen das zweifelhafte Berdienst an dem Erſtarten Des Kommunismus, der erste Breis gebührt Herrn Poincaré! Das sieht man genau, wenn man die Ziffern aus dem befetzten Gebiet mit denen des unbesegten vergleicht. Fast überall jonit zeigt die fommunistische Welle schon wieder einen Rüdgang, im besetzten Gebiet ist sie noch mächtig im Anschwellen. Wenn es Herrn Poincarés Ziel ist, an der Grenze Frankreichs eine unabhängige Somjetrepublit zu muß fortfahren mie bisher. Dabei übersehen mir feines erreichen- so hat er dazu schon tüchtige Vorarbeit geleistet und erreichen- so hat er dazu schon tüchtige Borarbeit geleistet und wegs, daß das brutale erhalten der Bergherren zu den Ergebnissen der Wahlen im Ruhrgebiet und im rhei nischen Braunkohlengebiet das feinige beigetragen hat. Aber wenn die Bergherren über ihre Sklaven die Beitsche schwin gen, so fitzt eben auch ihnen wieder die Peitsche der Micum verträge und der Zollabschnürung im Naden. Ruhrbe fegung und Regie haben den Besten boliche misiert In den nächsten Tagen fehrt der Reichspräsident der Reichspräsident wird ihn bitten, weiter zu amtieren, bis nach Berlin zurüd. Herr Marr mird seine Demiffion geben, die Regierungsbildung zustande gekommen ist. Dann wird das Geduldspiel wieder anfangen: Rechtsregierung oder Regierung der Mitte? Beratung der Parteiführer mit dem Reichspräsidenten, Besprechungen der Parteiführer unter einander. Gerüchte, Rombinationen, Versuche zur Kabinettsbildung, neue Schwierigkeiten, Scheitern, neue Versuche und die Wähler werden merken, daß sie es mit ihrer Ab. ftimmung am 4. Mai wenigstens nicht besser gemacht haben. Das Kennzeichen des Wahlausfalls ist die Pleite der Sieger. Die Deutschnationalen haben mehr Mandate gefriegt, die Bölkischen haben mehr Mandate gefriegt. Die Kommunisten haben mehr Mandate gefriegt. Nun stehen fie da, und wissen nicht, was sie damit anfangen sollen. 3ur Dittatur" reichts bet weitem nicht, weder links noch rechts. Aber dazu langt's vielleicht, um mit vereinter Kraft das Funktionieren des demokratischen Parlamentarismus zu verhindern. Zeigt sich, daß der neue Reichstag leistungsunfähig ist, fo wird nichts anderes übrig bleiben, als von den fchlecht unterrichteten Wählern an die besser zu unterrichtenden zu appellieren, d. h. den Reichstag aufzulösen. Auf alle Fälle: der Kampf ist noch nicht zu Ende, er fängt erst recht an, und bei seinem weiteren Fortgang fann die Sozialdemokratie nicht mehr verlieren, sondern nur noch gewinnen. Die Wahl in Berlin. Bis mittags 1 hr war für den Wahlfreis Stadt Berlin folgendes vorläufige amtliche Ergebnis festgestellt: BSBD. KPD.. Unabhängige Soz. Bund Zentrum Deutschnationale Deutsche Bollspartei Demokraten 228 555 212 538 30 961 7963 42 825 229 692 72 539 91 360 Deutschvöll. Freiheitspf.( Nationalsoz.) Deutsche Arbeitnehmerpartei 38 795 3 320 Deutschsoziale 35 007 Häußerbund 1 040 Nationallib. Vereinigung( Landliste) Nationale Freiheitspartei 5 434 2 243 Republikanische Partei Wirtschaftspartei 7 413 4 Polen. 40 312 4 677 Die in der heutigen Morgenausgabe veröffentlichten Zahlen beruhten auf private Zählungen. Sie werden durch die neuefien Meldungen um einiges abgeändert. Am 6. Juni 1920 wurden in Berlin 1068 704 Stiminen abgegeben. Dapon erhielten damals die Deutschnationalen 122 492, die Bolkspartei 150 584, das Zentrum 36 539, Demotraten 75 329, Mehrheitsfozialdemokratie 187 473, unabhängige 456 667, Kommunisten 13 942, Ein anderes Bild jedoch ergibt sich, wenn man das ErLandtagswahl vom 20. Februar 1921 gegenüberstellt. Damals war die Spaltung der USP. bereits erfolgt Sozialdemokraten und Unabhängige erhielten und ein großer Teil der USP. zu den Kommunisten gestoßen. in 1921 418 045 Stimmen, 1924 erzielten die Bereinigte Sozialdemokratie, Unabhängige und Sozialistischer Bund zusammen rund 150000 Stimmen verloren. Die kommu367 479 Stimmen. Diese Gruppierung hat also gegen 1921 nisten steigerten ihre Stimmenzahl von 112 259 Stimmen im Jahre 1921 auf 212 538 Stimmen im Jahre 1924. Insgesamt wurden 1921 rund 530000 Arbeiterstimmen abgegeben, im Jahre 1924 jedoch nur 480000 Arbeiterftimmen. Abgesehen von der Verschiebung zwischen ber Sozialdemokratie und den kommunisten sind also 1924 immer noch rund 50000 Arbeiterstimmen gegenüber dem Jahre 1921 verloren gegangen. Man darf mit einigem Recht vermuten, daß ein schr Indifferentmerben biefer Arbeiter zu erklären ist, sondern daß großer Teil diefer nerloren gegangenen Stimmen nicht burd er den Barteien zugefloffen ist, die die Reaktion zu Zersplitterung und Verwirrung der Arbeiterschaft ins Leben gerufen hat. Deutschvolfische Freiheitspartei( Nationalsozialisten) und Deutschsoziale( Knippelkunze) haben zusammen im Jahre 1924 rund 75000 Stimmen erhalten. Es muß offen gejagt werden, daß diese Stimmen zu einem sehr großen Teil wahrscheinlich leider Arbeiter stimmen sind. Mit Hilfe diefer Stimmen ist es den bürgerlichen Parteien gelungen, ihre Stimmzahl von 439 843 im Jahre 1921 zu fteigern auf 570 530 Stimmen im Jahre 1924. Die Arbeiter= schaft hat rund 50 000 Stimmen verloren, das Bürgertum rund 130000 gewonnen. Innerhalb der bürgerlichen Parteien zeigt sich eine starke Berschiebung mur zwischen Deutschnationalen und Deutscher Volkspartei. Die Deutschnationalen haben ihre Stimmen von 168 135 im Jahre 1921 auf 229 692 im Jahre 1924 gesteigert, also rund 60000 Stimmengewonnen. Die Deutsche Boltspartei ist von 120 338 Stimmen auf 72 539 Stimmen zurückgegangen, hat also rund 50000 Stimmen verloren. Diese Stimmen find nach rechts den Deutschnationalen zugute gekommen. Demokraten und Zentrum haben gegen 1921 rund 30 000 Stimmen gewonnen. Völlig versagt hat in Berlin der Rest der USB., der sich in zwei Grüppchen, Liebknecht gegen Ledebour, gegenseitig noch betämpfte. Daß der alte Ledebour in ganz Berlin faum 8000 Stimmen aufbringen fonnte, wirkt tragisch. Einst der gefeierte Redner in Arbeiterversammlungen heute ein verlassener Mann! Sachlich aber war es doch richtig, daß die Arbeiter ohne Sentimentalität über die kleinen Splitterparteien hinweggingen. Der Kampf steht zwischen Sozialdemokraten und Komimunisten, von dem, was sich dazwischen stellen wollte, ist nichts übriggeblieben. Die Berliner Arbeiterbewegung hat durch die Spaltung fchwer gelitten. Sie fann nur gefunden durch die hingebende raftlose Arbeit unserer Genossen. Die Vorbedingungen für sie find günstig. Denn noch immer ist die Sozialdemokratie die stärkste Arbeiterpartei Berlins. Rasche Einberufung des Reichstags. Wie mir hören, beabsichtigt die Reichsregierung den Reichstag so rasch wie möglich einzuberufen. Die erste Sigung foll nach ihrer Absicht spätestens am 20. Mai stattfinden. Zuvor wird das Gesamtkabinett dem Reichspräsidenten die Demission einreichen. Wahlkreis 3: Potsdam II. Reichstagswahl 1920: GPD. 146 846, UGD. 351 748, D. 10 872, Daat. 120 984, DBB. 183 068, Sentrum 28 862, Demofraten 88 801. Sozialdemokratische Spizenkandidaten: Friedrich Zubeil, Eduard Bernstein, Franz Künstler, Frau Elfriede Ryned. Borläufiges Ergebnis: VSPD. 150 889, APD. 113 383, usp. 15 492, Dem. 87 265, Diichfo3. P. 40 142, D. Bp. 91 972, Dnat. 222 186, Dichoött. Frhp. 55 979, 3. 28 920, Soz. Bd. 3940, Wirt fchaftspartei 34 240, Häußerbd. 374, Republ. p. 5132, Boln. Bp. 1590, Arbeitnehmerp. 2638, Nationallib. Bag. 6737, Nat. Frhp. 2304. Wahlkreis 1: Offpreußen. Sandtagswahl 20. Februar 1921:" D. 234 044, USBD. 56 260, ASD. 70 848, Deutfonat. v. 303 597, Deuffche Bp. 145 652. Centrum 92 555, Demo aten 56208, Wirtschaftspartei 10 087, Sonstige Bartelen 12 594. Sozialdemokratische Spizenkandidaten: Otto Braun, Josef Lübbring. Hermann Schulz, Karl Jäder, Königsberg Borläufiges amtliches Wahlergebnis: BSDD. 155 780, D. 118 168, 11GBD. 6125, matí. 395 413, D. Vp. 82 112, Rat, Freiheitspt. 7685, Böltischjoz. Blod 87 149, Diog. 27 397, 3. 85 075, Dem. 35 937, Mafurische Bereinigung 977, Polen 13 177. Wahlkreis 5: Frankfurt a. D. Heidstagswahl 1920: GPD. 188 962, BD. 110 090. RD. 7871, Duat. 211519, DB. 119 417, Senirum 41 562, Eentofraten.72 360. Sozialdemokratische Spitzenkandidaten: Otto Wels, Oswald Schumann, Karl Giebel, Franz koszte Roffbus- Stadt: BSPD. 9034, PD. 1682, USBD. 220, 3, 517, Dnatl. 6251, D. p. 4178, Dem. 2258, Dischväit. 340, Arbeitnehmerpartei 99, D103 2694, Ntl. Vgg. 586, Nat. Freiheitspt. 38, Republit. 164, Nat. Minderheiten 44, 2ßirtschaftsp. 285. Rottbus- Cand. SPD. 5174, BD. 1144, USBD. 223, 3. 64, Dail. 12 639, D. Bp. 1369, Dem. 1136, Dischvolt. 319, Arbeitnehmer: partei 103, Dios. 871, Rit. Bag. 74, Nat. Freiheitspt. 76, Republit. 58, Nat. Minderheiten 286, Wirtschaftsp. 209. Schneidemühl.( Ein Bezirk fehlt) BspD. 1714, KPD. 1420, USPD. 84, Discvolt. 4737, Dnatt. 3222, D. Bp. 1151, 3. 3399, Dem. 652, Republit. 53, Dfoa. 187, Polen 194. Wahlkreis 6: Pommern. Reichstagswood 1920 SPD. 174 543, USBD. 140 815 82. 10.042, Deat. 209 161, 93. 166 287, Benicum 6294. Demokraten 37 648., Sozialdemokratische Spizenkandidaten: Guftas Schumann, Otto Daffehl, Auguft Horn, Georg Schmidt. Steffin. Borläufiges Wahlergebnis: BSPD. 197 724, KPD. 76 924, Duff. 438 600, D. p. 41 596, Djo3. 17 971, wirtschaftsp. 18 356, 3. 7587, Dem. 23 132, Polen 2926, Nat. Freiheitsp. 8249, Freiwirtschaftsb. 3014, Häußerb, 1357, Republit. 1014, Bolts. d. Entredt. 12 884, Difcheölt. Wahlverb. 65 133. Wahlfreis 7: Breslau. Reichstagswahl 1990 632..317.685, USB. 88 091, RD. 262.059, 28. 98 102, Sentrum 176 018, Deinotrafent. 56 382. -Dnat. Vorläufiges Gejamfergebnis BSPD. 110 963, PD. 183 721, 5p. 11 985, Dem. 36 195, Duat. 195 659, Dichioz. P. 4957, at Fthp. 3319, Bölt.- jo3. BL 61 756, Wirtschaftspf. 11 842, D. Bp. 75 482, 3. 8776. Wahlfreis 12: Thüringen. Reichstagswahl 1920: SBD. 162 567, UGBD. 324,527, D. 20 289, Duat. 287 688, 2: 147 410, Bentrum 48 472, Demofraten 88 026. Sozialdemokratische Spitzenkandidaten: Wilhelm Bod, Dr. Kurt Rosenfeld, August Frölich, Mathilde Wurm. Borläufiges amtliches Ergebnis. Abgegebene Stimmen 1 101 980. BSPD. 244 978, RD. 171 744, Arbeimhmerpt. 11 458, Dem, 52 675, D. Vp. 135 619, Freiwirtschaftsbund 3888, usp. 10 828, Bolen 15 841, Batert. Dölt, Ber. 132 343, Mirijdpt. 39 441, 3. 38 405, Bölkischsoz. Blod 109 228, Mieterpt. 8898, Rep. 1354, Landb. 138 042. ( Es fehen noch etwa 20 000 Stimmberechtigte.) Erfurt- Stadt. SPD. 7838, RBD. 14 274, 3. 3532, Discntl. 10 961, D. 23p. 10311, Den, 2847, Dischvölt, 9387, Arbeitnehmerparter 2388. Apolda( Gefamtergebnis). BSPD. 2723, KPD. 1762, EP. 165, 3. 126, Difchatt. 1996, D. Bp. 3798, Dem. 862, Arbeitnehmerpt. 62, Freiwirtschaftsbund 14, häußerb. 16, Rep. 14, Bält.- Soz. Blod 1139, Mieter 202, Landbund 137. Weimar- Stadt( Gesamtergebnis). VSPD. 4350, PRD. 2518, Dischnitt, 4279, D. Bp. 4864, Dem. 1775, Dischvölt, 3237. Weimar- Cand( Gesamtergebnis). USPD. 5561, KPD. 5861, Difchnt. 3926, D Bp. 4108, Difchbölt. 4937, Bandbund 19 850. Zella- Mahlis i. Th.( Gesamtergebnis). BspD. 776, RBD. 2494, Difchnil, 571, D. Bp. 362, Dem, 257, Difchoöft. 858. Meiningen( Gefamtergebnis). BSPD. 1412, PD. 1043, Difchnil, 1229, D. Vp. 1830; Dem. 491, Dishvölt, 1399. Gera- Stadt. SPD. 10 147, RBD. 6590, Difchnl. 1627, D. Bp. 13.945, Dem. 1130, Djajvölf. 5891. Gotha- Stadt. SPD. 1744, APD. 6913, Disinil. 2533, D. p. 5663, Dem. 1112, Difchvölt. 4516. Getha- Cand. BSPD. 3532, D. 11 837, Dishnil. 3561, D. Vp. 5454, D. Freiheitsp. 6255, Landbund 11 392. Altenburg- Stadt. BSPD. 11 195, BD. 1490, Difcntl. 3216, D. Bp. 5184, Dem. 1260, Dtschvölt, 1605. Jena. VSPD. 6967, APD. 6272, Dischntf. 1897, D. Bp. 7105, Dem. 3236, Dischvöll. 1990. Greiz- Stabi. BSPD. 6104, KPD. 3839, Didntt. 3338, D. Bp. Greiz- Land. BSPD. 7401, KPD, 4472, Dichni. 1664, D. Bp. 2727, Dem, 746, Dichvölt. 3462, Landbund 5866. Sozialdemokratische Spihentandibaten: Bain Lobe, Frans Feld. 569, Dem. 3102., Dischwölf. 3663 mann, Karl Wendemuth. Mar Seppel. Wahlfreis 8: Ciegnih. Reichstagswahl 1920: EPD. 185 031, USD. 60.098, D. 5544, Dnat. 118 395: 90 030, 3eutrum 51-712, Demetzaten 72 281. Sozialdemokratische Spizentandidaten: Paul Taubabel, Otto Buchwih, Frau Anna Kemih, Emil Girbig. Vorläufiges amtliches Wahlergebnis: BSBD. 166 394, APD. 36 396, Dischvölt. Freiheitsp. 8848, Dnafl. 189 640, D. Bp. 48 407, 3. 52 993, Dem. 45 790, Repablit. 1483, Dfidh.- S03. 23 224, Mat. Freiheitsp. 5456, Wirtschaftsp. 33.297, Wend. Bp. 2077. Reusalz( Niederscht). Gesamtergebnis: SpD. 2786, APD. 461, 3.$ 65, Dul, 1704, D. Bp. 614, Dem. 553, Dffchoolt. 135, Difd). Soziale 57, Wirtschaftsp. 611, Republit. 16. Wahlkreis 9: Oberschlesien. Landtagswahl 19. November 1922: BSBD, 75 229, D. 38$ 53, DHHhnat. 38. 70 184, Difd. Bp. 36 115, Sath. Bb.( Bentrum) 204 416, Demokraten 12096, Poln, Kath. Partei Oberfdl. 51 026. 2tfch. Cos. Part. 22.955, Deril. lath. p. 134. Sozialdemokratische Spitzenkandidaten: Karl Otonsti, Frau Frieda Haute, Baul Klawisa, Georg Ziaja. Oppeln. Endergebnis: BSPD. 24 795, PD. 125 408 ,, Dntí. 101 333, D. Bp. 17 768 ,, Dtschoölf. 17 552, Df03. 10 703, 3. 182 170, Dem. 11 046, Bolen 48 264. Wahlkreis 10: Magdeburg. Reinstoaswahl 1020: SBD 277 558, UGD. 168 385, 2, 9782, nat. 136 641 DBB. 118 302, Bentrum 12 863, Demetralen 113 291. Sozialdemokratische, Spikenfandidaten: Guftar Bauer, Hermann Silberschmidt, Wilheim Diffutann, Ferbinand Bender. 7 Magdeburg.( Magdeburg- Anhalt.) Borläufiges amtliches Ge femiergebnis: BSPD. 299 880, RPD. 88 000, Dnail. 207 000, D. 23p. 125 577, Dem. und Deutsch. Bauernb. 60 800, 3. 15 829, Wölt. Block 43 281, Wirtschaftsp. 29 811. Wahlkreis 11: Merseburg. Reichstagswahl 1920: GTD. 60 864, USD. 310 953, D. 10 681, Dnat. 132 002, D. 98 213, Sentrum 6534, Demokraten 68 600. Sozialdemokratische Spißenfandidaten: Frig Kunert, Richard Arüger, Frau Marie Wadwig, Franz Peters. Geheimakten der Schule. Bei irgendeiner Gelegenheit, die hier feine Rolle spielt, erfährt man die interessante Tatsache, daß unfere fittlichen und intellektuellen Berfonalia für alle Zeiten in den Aftenschränken der Konferenzzimmer aufbewahrt werden. Das Gymnasium entläßt uns, das Leben bilber uns um und um, aber die Geheimatten der Schule, der Steckbrief des Gymnafiums, halten unser geistiges Bild unverbrüchlich fest. Und mitunter tommen fle nach Jahren gelpenstisch an das Licht des Lebens, beanspruchen Bemeistraft, und das ist eine gar puzige Angelegenheit. Die Borzugsschüler werden sich ja menig daraus machen, denn in ihren vertraulichen Schulatien finden fi alle Jünglings fugenden verzeichnet, wie Gehorsam, hinde Untermerfung, eiiernes Sifleisch, anschmieglamer Charakter und was dergleichen bequeme Rusterseilervorzüge mehr sind, die von manchen Jugendbildnern hoch geschützt werden. Es gibt aber auch einen Typus von jungen Menschen, die ftets schlechte Schüler sind und fich erst bessern, wenn fich die Schulpforte endgültig hinter ihnen gefchloffen hat. Die find mit ben schulischm" Geheimatten über dran, zumal wenn diese eines Tages als Beweismaterial aus ihrem ftaubigen Dunkel hervorgezogen werden. Wahlkreis 13: Schleswig- Holstein. Landtagswahl 20. Sehrnaz 1921: EPD. 231 033, USD. 22 009, 2. 41 037, Deutsnot. 8. 142 222; Deutsche Bb. 123 529, Sentrum 5619, Demo fraten 60 201, Difc. Santub. u. Sales, Holst, Landesvortei 38 038, Sonstige Parteien 4066. 40 833, Häußerb. 410, Polen 1000, Deufch- Hannoversche Varie 144 023, 3. 4340, Chriff. Soj. Boltsgem. 3215, Dntl. 72 052, Arbeit. Es fehlen noch die Kreise Blumenthal und Berden, nehmerpt. 2567. außerdem vier Gemeiden und zwei Bezirke Wahlkreis 16: Südhaanover- Braunschweig. Steistagswahl 1920: GBD. 275 180, 3D, 189 070, APD. 4396, Dnat 78 971, DB. 202 380, Bentrum 40 505, Deunofraten 31 972, annob. 130 135. Sozialdemokratische Spizenkandidaten: Auguft Bren, Paul Junte, Frau Elise Bartels, August Karsten. Süd- Hannover- Braunschweig. Borläufiges Gesamtergebnis: SPD. 292 873, RBD. 76 539, ISP. 9153, Dntl. 142 902, D. Vp. 133 691, Dtschoolf 69 387, Dfoz. 12 536. 3. 47 205, Dem. 42 159 ,, Dtsch.- Hann. Pp. 137 179, Arbeitnehmerpt. 3791, Chrifti.Soz 4993, Poln. Bp. 979, äußerb, 709. Wahlfreis 17: Westfalen- Nord. Reichstagswahl 1920: D. 219 631, USTD. 80 645. AB2. 14 876, Enat. 100 152, DVB. 126 018, 3entrum 398 129, Demoftaten 47 029. Sozialdemokratische Spizenkandidaten: Carl Severing, Carl Schred, Alfred Jansched, Wilhelm Schlüter. Bielefeld( Stadt und Land, Lippe- Detmold und Herford Stadt). BSPD. 50 000, KPD. 12 587, Ep. 867, 3. 4748, Drott. 30 117, D. Bp. 29 107, Dem. 12 609, Dichvolf, 8800, Christ. Bolksgem. 1269, Dioz. 646, Häußerbund 95, Nat. Freiheitsp. 234, Polen 149. Münster, BSPD. 4255, KPD. 1884, USP. 338, 3. 24 024, Dntl. 7351, D. Bp. 5446, Dem. 1126, Dtschnöft. 2627, Christl. Bg. 490, D103, 262, äußerb. 17, Nat. Freiheitsp. 56, Bolen 17. Wahlkreis 18: Weftjalen- Süd. Reichstagswahl 1920; G82, 243 920. 2. 231 263, 02. 17290, Duat 70 008, 393. 191 202, Sentrum 327 964. Demokraten 59 267. Sozialdemokratische Spikentandidaien: Mar König, Robert Shmidt, Fritz Husemann, Frau Berta Schulz. Endergebnis: BSDD. 135 000, PD. 160 000, S. 18 600, Intl. 129 000, D. Bp. 90 000, Dios. 3500, 3. 225 000, Dem. 43 000, Polen 7000, Chriffl. Soz. 38 500, at. Freiheitspt. 52 100, Bölkischer Blod 5000, Böllisch- Soz. Blod. 9000. Hörde( Land). BSPD. 19 085, RD. 12 774, 1GB. 891, 3. 7704, Dnii. 8445, Dem. 2848, Chrifti. Bg. 1104, Dioz. 444, Häußern. 36, Nat. Freiheitsp. 113, Bölt, Blod 245, Bolen 484, Bött. Eoz. Bl. 479. Härde( Stadt). BSBD. 5462, RBD. 4649, USB. 295, 8. 3429, Dnil, 1363, D. Bp. 1540, Dem. 773, Chrift Bg 242, Dioz. 125, Häußerb. 14. Nat. Freiheitsp. 27, Boil. Blod 41, Bolen 134, Bölf. Soz Bl. 141. Hamm( Land). BSBD. 17 384, RBD. 8449, Ep. 558, 3. 9930, Dnil. 8632, D. Bp. 6770, Dem. 1974. Dischnött. 1028, Chrift. Bg. Sozialdemokratische Spizentandidaten: Louise Schroeder, Otto 480, Dio 350, Sjäußerb. 21. Nat. Freiheitsp. 97, Bolen 414, Böll. Goz. Bt. 413. Eggerstedt, Mar Richter, Louis Bieffer. BSPD. 186 733, PD. 76 408, usp. 7926, Dem. 60 976, Dnil. 230 424, Schleswigscher Verein 7659, Freiwirtschaftsbund 3630, D. Bp. 90 583, Schleswig- Holsteinische Landespt. 5594, Mieterich. 12 176, 3. 7457, Polen 705, Repubiit, 760, Bölfijchio; ialer Blod 55 130 ( 5 fleine Bezirke fehlen noch). Flensburg.( Endgültig.) BSPD. 7527, KPD. 1549, USB. 315, 3. 469, Dni. 5618, D. Bp. 5913, Dem. 2463, Freiwirtschaftsb. 243, Häußerb. 26, Mieterfch. u. Bodenr. 465, Republif. 26. Schwerin( Stodi). BSPD, 5203, APD. 1230, Dnil. 6888, D. Vp. 7261, Dem. 1687, Difchvölf. 4211. Rostod i. Medibg. VSPD. 9786, PD. 4727, Dr. 8484, D. Bp. 4490, Dem. 1617, Dtschvöít. 7541. Wahlkreis 14: Weser- Ems. Neidstagswahl 1920: ED. 112 620, USD. 103 843, RD. 12 879. Dnet 34 310, DB. 145 167, 3entrum 133 652; Demoftoten 80 430, Saob. 21 955. Sozialdemokratische Spizenkandidaten: Alfred Hente, Ostar Hünlich, Wilhelm Helling, Hermoun Tempel. Borläufiges Gesamtergebnis: VSPD. 83 600, D. 26 813, USB. 1901, Dem. 36 596, Bölt.- jo3. Bl. 33 203, ChriftL- foz. Bolts gemeinió. 17 516, Freiwiridhaftsbd. 3632. 3. 120 762, Bola, Bp. 888, Dtichfoj. Dt. 3625, Dtich- Hannov. pt. 16 698, Republ. pt. 982, D. Bp. 55 258, Duatl. 77 879. Wahlkreis 15: Osthannover. Reichstagswahl 1920: ED. 132 233, UPD. 52 045, BD. 2305. Dnat. 33 479, D3B. 63.466, Benitum 5299, Demokraten 29 632, Ganitob. 166 540. Sozialdemokratische Spizenkandidaten: Friedrich Peine, Friedrich Nowad, Frieda Lührs, Fritz Thienst. Borläufiges Gesamtergebnis: BSPD. 98 456, APD. 35 233, Dem. 17 980, D. Bp. 42 275, Deutschfoziale 5719, Böfifchsozialer B. dige Wißbegierde ein verdächtiges Symptom der Berderbtheit und gerichtliches Belastungsmaterial! Die Zitierung dieser Atten nach Jahren beweist, daß wir in den Augen gewiffer Lehrer nie aufhören, Gymmafiaften zu fein. Aber Schulatten und Zeugnisse vermodern, und das Leben widerlegt beide. Eine neue Lehrergeneration wächst heran, die nicht einmal die Eine neue Lehrergeneration wächst heran, die nicht einmal die Schüler, menn fie es noch find, als Schüler behandelt. Die aften Schulmänner mögen in ihren muffigen Attenpulten aufräumen und die geheimen Schulaften verbrennen; schon aus dem Grunde, um sich bie Blamage zu ersparen, daß einer, der ein füchtiger Mensch geworden ist, in ihren Aften als minderwertiges Subjeft geführt wird. H. N. Dom alten und neuen Glauben. Es gilt in der Arbeiterbewegung als eine Binfenwahrheit, daß der Sozialismus feine Gette, teine neue Kirche schafft, sondern der der Sozialismus feine Gette, feine neue Kirche schafft, sondern der aus der ökonomischen Entwidlung fich ergebenden gesellschaftlichen Bewegung das Bewußtsein ihres Zieles und Inhalts gibt. Der Sozialismus schafft feinen neuen Glauben, er vermittelt feinen Anhängern lediglich jene Erkenntnis der gesellschaftlichen zu lammenhänge, die notwendig ist, un fich im Labyrinth der Umwelt zurechtzufinden. Und trotzdem fann. die fozialistische Bewegung des Glaubens nicht entbehren; denn fie permaq ihre Biele nur zu verwirklichen mit den Menschen und durch die Menschen. Diese aber gehen nur dann mit der Bewegung mit, fehen sich ganz für ihre Ziele ein, wenn Erfenntnis und Bille bei ihnen zusammengeschweißt werden durch einen in tiefer Ueberzeugung wurzenden Glauben an ben Sozialismus und die Bastei, die ihn verwirklicht. Schulaften und Gerichtsaften vermischten sich jüngst feltfam anlaß lich des bekannten Leipziger Prozeffes gegen das Friedenauer Gymnasium, dem ein ehemaliger Schüler schwere Berfehlungen gegen den Geist der Republik zur Laft gelegt hatte. Der Abiturient von 1918 ist heute ein junger Publizist, der es immerhin zu etmas gebracht hat Aber für den Rektor und den Borsitzenden der damaligen Prüfungstommiffion ift er nichts weiter als der Schüler G., ein ganz undanfbarer, nichtsnuhiger, verderbter Schüler, der die Gnade, mit Ach und Krach durchs Abitur gerutscht zu fein, gar nicht verdient hat. Heute, fagte der Schulrat vor Gericht, würde er den Schiller G. nicht wieder durchkommen laffen. Die Richter duden sich: auch fie waren Gymnafiasten. Im Gerichtssaal wurde es mäuschenlichen Drang nach Beseitigung der sozialen Leiden und Uebel; er ftill wie in einem Schulzimmer vor einer drohenden Prüfung. Der Stiefenschatten des Paufers fiel über die Welt Und dann tam's: Triumphierend verlas der Schulrat die ge heimen Sajulaften. Und da erfuhr man schöne Dinge über den Schüler G. Nicht nur, daß der Schüler G., fo hieß es, eine be fondere Borliebe: für Doftojemati an den Tag legte und überhaupt für die russische Geisteswelt verbüchtige Sympathien zeigte, unters fing er fich auch noch, verfängliche Fragen über foglale und politische Brobleme zu ffellen. Welch' Gipfel jugendlicher Berworfenheit! Sebem echten ningen Edulmenn müßte das Herz im Leibe lachen vor Freude über eine Jugend, die selbständig denkt, Fragen ftellt und baburch überhaupt erft Edelmaterial der Erziehung wird. Aber der Pabagogengeneration ber überlebten Bergangenheit ist solche leben| Dieser Glaube hat nichts zu tun mit dem alten Kirchenglauben, der sich aus Ehrfurcht vor überirdischen Gemalten, aus Anaft vor dem Schicksal, qus Erkenntnis der eigenen Schwäche, aus Feigheit vor den Forderungen des Lebens zusammenfente. Der neue Glaube, der Glaube des Jozialistischen Kämpfers, lehnt jedes überfinnliche Element ab; er ftükt sich auf die wissenschaftliche Erfenntnis der Natur und der Gesellschaft, er quillt aus dem tiefinners strebt nach Vereinigung der Theorie und Praris, noch einer rabifalen Umgestaltung der Dinge und Menschen, nach Herstellung einer völligen Harmonie zwifchen Bewußtsein und Sein. Dringt diefer Glaube, biefe Ueberzeugung in die Massen, fo ift dies der beste Kitt für den Rufammenhalt der großen fozialen Bewegung, die, mit elementarer Wucht sich ausbreitend, die Funda mente der gegenwärtinen Gesellschaftsordnung unterhöhlt. Nicht minder wichtig jedoch ist, daß diese geistigen und seelischen Borausfegungen auch bei der Führerschicht oeaeben sind, die, von der Massenbewegung emporgetragen, ihre Schidiale leitet. Hier, auf erponierten Posten, ist die Unversehrtheit und Integrität des Glau bens" mandjen Jährnissen ausgefeßt, die der Mann in der Maffe nicht fennt. Hier, wo nicht Gefühle, sondern nüchterne Erwägungen entscheiden, wird der innere Zusammenhang zwischen Gefühl und Erfenntnis, der die Borausfehung des neuen fozialen Glaubens bil 27 Hamm. BSPD. 3414, RBD. 2805, 16. 157, 3. 8253, Dnti, 2820, D. Bp. 3151, Dent. 1309, Dischnölt. 228, Chrift. Bo. 856, Soz. Bl. 470. 23. 138, Häußerb. 23, Nat. Freiheitsp. 51, Bolen 406, BölfDortmund. VSPD. 21 660, RPD. 42 628, USP. 3237, 3. 27,702, Dnil. 8140, D. Vp. 23 429, Dem. 4561, Chriftl. Vg. 4033, Dioz. 570, äußerb. 84, Nat. Freiheitsp. 146, Polen 1409, Bolt.- Soz. Bl. 1428, Volf. Blod 919. Wahlkreis 19: Heffen- Nassan. Reichstagswahl 1920: 3D. 310 783. D. 130 337. AD. 16 500, nat 177 280, D3. 183 514, Bentrum 192 791, Demokraten 116-101. Sozialdemokratische Spitzenkandidaten: Philipp Scheidemann, Robert Dißmann, Gustav Hoch, Michael Schnabrich. Staffel- Stadt und Land.( Endgültig.) BSPD. 40 200, BD. 8905, 11SBD. 480, Dnatl. 15 732, D. Bp. 17 690, Dem. 12 335, Dichvöll. 8910, 3. 4280, Freiheitsp. 155, Wirtschaftsp. 399, Häußerb. 67. Wahltreis 21: Koblenz- Trier. Reichstagswahl. 1320: BD. 68 867, 13D, 20 662, 25 948, D2 66 814, 3emirum 206 106, Demofrafen 15 030. Snat. Sozialdemokratische Spitzenkandidaten: Emil Kirschniann, Franz Gruber, Maihias Noun, Maria Dehel, Trier. BSPD. 1919, RPD. 2043, 3. 12 644, Dnil. 1596, D. p. 2534, Dem. 1060, Dilchpält. 258, Christ. g. 114, Dfoz. 164, Häußerb. 24, Republik. 51, Rh. Wirth.- B. 678. Koblenz- Trier. Borläufiges amtliches Wahlergebnis: VSPD. 47 943, RBD. 33 662, Dratt, 40 185, D. Bp. 54 282, Dtschoolt. 7331, Dioz. 4108, Wirtschaftsp. 10 989, 3. 322 659, Dem. 16 900, Chrifti.. Soziale Boltsgemeinschaft 4843, Republit. 854. det, oft gesprengt. det, oft gesprengt. An die Stelle des einheitlichen Gefühls triit nagende Stepfis, trodene, rationalistische Analyse, Unterschäzung des Willensfaftors, müder Fatalismus. Willensfatiors, müder Fatalismus. Wie jede allzu meit gehende Spezialisierung, erzeugt auch die spezielle Funktion des Führers eine Cinseitigkeit des Betrachtens und Handelns, die off eine Spannung zwischen Führern und Geführten hervorbringt Das fogenannte Führerproblem ist zum größten Teil ein psychologisches Problem. Gewig wirten hier auch andere Fattoren mit, wie z. B. individuelle Auslese, Bureaukratisierung des Staats- und Parteiwefens, größerer oder fleinerer Reifegrad der Massen usw. Aber zu einem wesentlichen Teil ist das Führer problem auch ein Seelen und Willensproblem. Nur wenn bein Führer die richtige Mischung von Gefühl und Ertennmis, von Glaus ben und Wiffen, von Ueberlegung und Entschlußtraft porhanden ist, wird das feelische Band zwischen ihm und der Masse erhalten bleiben. Die neue Zeit braucht neue, gesunde, starte Menschen. Gie braucht aber auch einen neuen starten Glauben, frei von Ueberschwang und aufion, aber gleichfalls frei von unfruchtbarer Regation, die jeden Willensaufschwung im Reim erstickt. Ausgerüstet mit diefer Ueberzeugung fann die Arbeiterftaffe den Kampf auf2. Stein. nehmen gegen eine Welt von Feinden und die große Aufgabe er. füllen, die die Geschichte ihr gejezt hat. Die Schwarzmeerküste durch Erdrutsch in schwerer Gefahr. Großes Auffehen erregen, wie der Oft- Expreß berichtet, die Mitteilungen, welche Profeffor Mushtetom, der Reftor des Bergbauinftituts, einem Interviewer von den 3smest ja", über die Erdrut'ch gefahr in Südrußland gemacht hat. Nach Meinung des Gelehrten ist nicht nur die krim( von deren Gefährdung schon öfter die Rede war), sondern auch das ganze fautafife Ufer des Schwarzen Meeres der Gefahr großer Erdrutsche und Küsten. abbrödelungen ausgefeßt, die er einerseits durch die Gewalt des ver dringenden Meeres, andererseits durch das Vorhandensein imter. irdischer wasserführender Schichten erflärt. Die Hochwasser dieses Frühlings haben dann noch ein übriges zur Aufloderung des Bodens getan. Nach Muschfetows Meinung sind alle berühmten Kurorte am Edyaarzen Meer in großer Gefahr. iuvka z. B. zeige schon eine fo ftarte Sentung. daß man mit einem Absturz der ganzen Ortschaft ins Meer rechnen müsse. Ebenso jei der geplante. Bay einer Eisenbahn an der faufcfischen Schwarzmeerfüste undenfbar, wenn nicht vorher für die Befestigung des Küstensaumes gesorgt wird. Bisher fei aber weder hier noch überhaupt in einem der be. drohten Bezirke irgendetwas zur Sicherung unternommen worden. Aehnliche drohende Erscheinungen werden bei Rie w und am Unters lauf der Bolga beobachtet. Eine Filmmafinee plant bie Bollsbiure in ihrem 6eafer am Bülowblag am Sonntag, den 11. mai. Die Voltsbühne, die Samit zum erstenmal ben Rilm in ihre Darbietungen einbezieht, wird die Beranstaltung durch die Vorführung einer Anzahl reffeltorischer Farben spiele von Rudwig Hirschfeld- Miad einleiten. Dann follen mehrere haraf teriftide Spielfilmakte der Ufa und Decla gezeigt werden, und endlich die Urauführung eines neuen Amundsen Filmes, ben die Rezfilmgefechajt joeben erwarb. Wahlkreis 22: Düffeldorf- Oft. Reichstagstoabt 1920: SPD. 97 177, UD. 319 911, ABD. 12 229, Dnai. 121 323, D3B. 128 448, Bentrum 238 372, Demofraten 49 974. Sozialdemokratische Spizenkandidaten: Heinrich Limberh, Frau Zore Agnes. Heinrich Jäfer, Alfred Bid. Borläufioes amtliches Gesamtergebnis: VSPD. 109 865, KPD. 239 846, USB. 16 149, D. p. 115 311. Dnil. 154 467, Dem. 41 451, Bolen 2885, Boifischloz. Blod 38 054, Christlichsoz. Bolksgem, 16 361, 3. 216 716, Nat. Freiheitspartei 2029, Freiwirtschaftsbund 5117, Republi?. 999, Rhein. Wirtschaftsbund 22 808. Remscheid. BSPD. 2189, D. 13 223, 1GB. 272, 3. 3041, Dnail. 4751, D. Bp 11 241, Dem. 3830, Dischoölf. Freiheitspartei 335, Freiwirtschaftsbund 62, Häußerbind 52, Nat. Freiheitspartei 23, Republ. B. 36, Nat. Minderheiten 61, Rh. Wirtsch.- B. 670, Christ!. Boltsoem, 100. Elberfeld( Stadt). BSBD. 14 417, RPD. 13 261, U. 603, 3. 11 791, Dnalt. 18 484, D. 2p. 8119, Dem. 3975, Christi. Boltsgem. 341, Freiwirtschaftsb. 713, Häußerb. 137. Nat. Freiheitsp. 149, Re: publif. 204, Nat. Minderh 74, Bött. 6826, Rh. Wirtsch.- B. 5287. Düffeldorf( Stadt). DSPD. 17 330, KPD. 45 791, 11SB. 3544, 3. 54 117, Dnail. 30 989, D. p. 20 739, Dem. 8690, Chrifti. Bolts gem. 646, Freiwirtschaftsb. 495, Häußerb. 45, Nat. Freiheitsp. 447, Republif. 183, Rh. Wirtsch.- B. 5172. Solingen( Cand). BSPD. 10 738, KPD. 30 771, USB. 622, 3. 16 770, Dnail. 5696, D. p. 15 228, Dem. 4692, Dichvölt. Frei. heitsp. 1561, Christ. Boltsgem. 1524, Freiwirtschaftsb. 203, Häußer bund 60, Nat. Freiheitsp. 121, Republib. 185, Nat. Minderh. 102, Rh. Wirtsch.- B. 4595. Effen( Stadt). Endgültig. BspD. 24 603, RBD. 54 080, USB. 1405, 3. 64 214. Dratt. 20 953 D. Bp. 19 893. Dem. 5933, Dischool. Freiheitsp. 12 861, Chriftl. Koitsgem. 6756, Freiwirtschaftsb. 580, Häußerb. 33, Not. Freiheitsp. 162, Republit. 138, Nat. Minderh. 1060, Rh. Wirtsch.- B. 675. Effen( Land). BSBD. 8167, KPD. 18 665, 11Ep. 463, 3. 21 735, Dntl. 5487, D. Bp. 6002, Dem. 1348, Difchuôlf. 2933, Christl Bg. 2503, Fr. Wirtsch. 423, Häußerb. 27, Rat. Freiheitsp. 65, Republif. 35, Nation. Minderh. 763, h.-M. B. 461. Solingen( Stadt). SPD. 3945, D. 8851, USP. 1201, 3. 3000, Drail, 2583, D. p. 6878, Dem. 1864. Dischnitt. Freiheitsp. 223, Christi. Boltagem. 106, Freimirtichaftsb. 31, äußerb. 45, Nat. 225 280, D. p. 125 247, Jafionallib. Bergg. 1892, 3. 11 792, Dem.] 92 337, Chr.- Soz. 5667, Polen 786, Difch.- Saz. 23 448, Häußerb. 665, Wenden 6346, Evgl. p. 6351, Dölt.- Soz. 43 472, Repubfit. 1514. Wahlkreis 29: Leipzig. Steifogol 1920: G60. 57 749, 1832. 267 520, RBD. 12 850, Duct. 107 298, p. 132 620, 3entrum 2516. Demofraten 53 390. Cipinsfi. Anton Saupe, Bilheim Orphall. Sozialdemokratische Spizenkandidaten: Johann Seger, Richard Borläufiges amtliches Gesamtergebnis: BSPD. 324 899, PD. 167 637, USD, 6760, Soz. B. 1024, Dufl. 174 188, Dem. 77 491, Dio3. 3519, Citrifil- So. 1442, D. Bp. 188 994, 3. 2429, fl. Bgg. 1150, Beir.- Sez. B1. 91 595, Republit. 2208. Wahlkreis 30: Chemnitz- Zwidau. Reichetagswahl 1920: 33. 283 052, 11ep. 153 638, APD. 82 044, Dnet. 155 685, 28. 113 600, 8entrum 2465, Zemotraten 68 965, Sozialdemokratische Splzenkandidaten: Heinrich Ströbel, Mar Seybewih, Bernhard Kuhnf, Dr. Paul Levi. Chemnih- Zwidau. Endergebnis: BspD. 255 938, PD. 182 457, Soz. B. 4958. Dnatl. 159 846, D. Vp. 109 316, R. Bgg. 1495, Difpölt. 69 228, Dioz. 3867, Wirtschaftsp. 72 717, 3: 3580, Dem. 58 381. Republit. 2744. Plauen( Stadt). Gejamtergebnis: VSPD. 11 835, PD. 8785, So3. B. 190, 3, 445, Dutt. 10 872, D. Bp. 4252, Dem. 3402, Dischwölf. 10 762, Dfoj. 260, Häußerb. 49, L. Bag. 153, Republif. 585. Wahlkreis 31: Württemberg. Neidslagswahl 1920: D. 170 323, uers. 145 230. D. 36.255, Deat 296 338. D. 42 928, Sentrum 260 367. Deutofraten 161 727. Hildenbrand, Erich Roßmann, Alexander Schulde. Sozialdemokratische Spizenkandidaten: Wilhelm Keil, Sori Borläufiges amtliches Wahlergebnis: BSBD. 191 968, PD. 138 909, Dem. 115 222, Bauern u. Weingärtnerb. 238 267, D. Br. 53 333, 3. 265 484, Dufl. 121 317, Bolt. 50 800, Bund der Geufen Wahlkreis 32: Baden. 29 000. Reichstagswahl 1920: CBD. 190 298, HEBD. 102 965. RED. 16 471, Ditat. 113 554, D. 64 653, Sentrum 344 027, Demokraten 116 308. Sozialdemokratische Spitzenfandidaten: Oskar Ged, Georg Schöpflin, Stefan Meier, Adolf Schwarz. Karlsruhe. Borläufiges Endergebnis: Abgegeben wurden 843 472 Stimmen, davon entfallen: BSPD. 142 783, KD. 95 327, SP. 12 218, Dnail. 75594, D. Bp. 74725, Difcubit 46 903. D 29. 2eipzig: Johann Seeger, Richard Cipinsti, Anton Saupe, Wilhelm Orphall, 30. Chemnitz- 3midau: Heinrich Ströbel, Mar Seydemih, Bernhard Kuhnt, Dr. Paul Cevi, Daniel Stüdlen. 31. Württemberg: Wilhelm kell, Karl Hildenbrand, Eric Roßmann. 32. Baben: Dstar Ged, Georg Schöpflin. 33. effen Darmstadt: Karl Ulrich, Dr. Eduaro David, Dr. Ludvig Queffel 34. Hamburg: Beter Graßmann, Johanna Reige, Franz Cauffötter. D 35. Medlenburg- Sübed: Wilhelm Krüger, Dr. Julius Leber. Die Wahlkreise Breslau und Westfalen 2and liegen noch nicht vor. Krestinski reist nach Moskau. Der Botschafter der Union der Sowjetrepubliken, Krestinski, reift, wie die hiesige Bertretung der ruffifchen Telegraphenagenfur meldet, heute abend um 5 Uhr nach Mostau ab. Vorarbeiten der Reparationskommiffion. Bildung der Organisationsausschüffe. Paris, 4. Mai.( EP.) Poincaré empfing heute vormittag den Präsidenten der Reparationsfommission, Borthou, mit dem er sich über die im Blane Dawes vorgesehenen Organisationsfomitees unterhielt. Das Organisationskomitee der Emissionsbank ist volle zählig, während in die Romitees für die Industriehypothef und für die Reichseisenbahnen noch je ein neutrales Mitglied ernannt werden muß. Dies hat durch die bereits ernannten Mitglieder zu geschehen, oder falls diese nicht einig werden sollten, durch die Reparationstommiffion. Deutsche in Amerita amneffiert. Wie aus Washington gemeldet wird, hat Bräfident Coaltbge die Strafe des Deutschen Friz Bishoff, der 1918 wegen eines Verfuchs, eine Munitionsfabrik in Ausweisung nach Deutschland ungemandelt. Auch Bischoffs in Newjerfens zu zerstören, zu 25 Jahren Gefängnis perurteilt war, Freiheitsp. 25, Republit. 302, Mag minder, 28, 6. Birth.692. Barmen. SPD. 12 475, BD. 19 391, USB. 691, 3 8753, Dnati, 28 473, D. Ep. 9990, Dem. 3203, Dischvält. Freiheitsp. 3746, Christl. Voltsgem. 649, Freimirtschaftsb. 1763, Hauñerb. 62, Nat. Depublit. 1431, Wirtschaftsp. 21 444, 3. 325 886, Geufen 6981, Dem. Schmager, Wilhelm Heinemener, der aus denselben Gründen zu Freiheitsp. 163, Republit. 102, Nat. Minderh. 72, Rh. Mirtich.- B. 548. Wahlfreis 23: Düsseldorf- Weft. Breistagsment 1920: 680. 26 706, 118BD. 98 816, D. 35 848. Enat. 48 702, 23 86 992, Benin 301 227, Temptrafen ss 600. Sozialdemokratische Spinenkandidaten: Otin Braun, Johannes Tabor, Ernst Müller, Frau Abelheid Rüland. Düsseldorf. Borläufiges Endergebnis: Abgegebene Stimmen: 131200 Gs erbieten: BSPD. 72 318, AD. 137 374, SBD. 6177, Dril. 78 919, D, Bp. 68 252, Dischoolf. 20 755, Df03. 3004, 3. 293 675, Dem. 21 524, Bolen 4484, Häußerb. 637, Rhein. Wirtschaftsh. 15 090, Repubfit. 977, Chriftlichfog. 7007. Bayern. Gesamtergebnisse der vier Wahlkreise. BSPD. 508 351, PD. 231 589, USPD. 14 632, 3. 70 838, Duaff. 309 811, D. Bp. 19 706, Dem. 87 065, Bayer. Bolfsp. 941 022, Bayer. Bod. 168 198, Freiwirtschaftsb. 2978, Häußerhund 1676, Republif. 3668, vlt. Blod 458 896, Mittelstandsb. 5675, Gafthofsgew. 2584. Gesamtzahl 2826 689. Wahlkreis 24: Oberbayern- Schwaben. 73 965, Banbbund 71 416. Heidelberg- Land( Gefamtergebnis). BSPD. 647, RBD. 2809, 3. 5582, Dnail. 2054, D. Bp. 1802, Dem. 2546, Böll. oz. Bl. 1414, Säußerbund 14, Republ. Pt. 27, Bimb à Geufen 60. Wahlfreis 33: Hessen- Darmstadt. Reichstagswahl 1990: 32. 179 500, 1e3D. 72 426, D. 3014, Dnat. 83 224, D. 94 755, Sentrum 95 338, Semaftaten 63 873. Sozialdemokratische Spikenkandidaten: Kori Ulrich, Dr. Eduard David, Dr. Ludwig Queffel, Georg Beckmann. Borläufiges amtliches Wahlergebnis: BSDD. 171 132, ЯpD. 54 926, S. 3653, Dnail. 36 281, D. Up. 67 986, 3. 93 707, Dem. 44 424, Difchvolt. Frhpt u. Nationalfoz. Arbpt. 17 989, Bund der Geufen 8816, Wirtschaftspt. 7057.( Es fehlen noch 50 Gemeinden.) Wahlfreis 34: Hamburg. Reichstagswahl 1920: D. 215 293, USD. 84 518, 3, 2928, Dnat. 60 800, DVP. 84 472, 3entrum 5802, Demokraten 97 859. Johanne Reihe, Franz Lausfötter, Friedrich Paeplow. Sozialdemokratische Spigentandidaten: Beter Großmann, Frau Amtliches Ergebnis: BSD. 173 887, DD. 115 340, S. 3218, 3. 9609, Duatl 121 420, D. Bp. 76 255, Dem. 81 977, Dtichoölf. Freiheitspt. 37 513, Deutschhaunov. 1524, Freiwirtschaftsbd. 3206, Häußerbd. 1539, Republit. t. 930. Damit erhält in Hamburg die Sozialdemokratie zmei Sige und Reichstagswahl 1920: p. 174 515, 1tevD. 131 572, SD. 85 668, durch die Reftftimmen aus dem Bahlkreis Schleswig- Holstein einen Stat. 283. 73 425, Benitum Demotraten 61 899, 23. 487 404, weiteren, die Demofraben ein Mandat, die Deutsche Boltspartel und 8. 142 720. Sozialdemokratische Spizenfandidaten: Erhard Auer, Georg Die Sommunisten ebenfalls je ein Mondot und die Deutschmationalen Simon, Antonie Prülf, Hans Unterleitner. zwei. Mandate. Gefamfifimmenzahl 960 535. BSPD. 127 309, D. 83 038, Sp. 5526, D. Blod 19 535, FrWB. 1377, D. Bp. 9107, Häußerb. 732, Bayer. By. 363 279, 3. 10 087, Dnfl. 72 162, Bayer. Bauernu. mitteift.- B. 97 543, Republif. 748, Baner. Mittelft.- B.- Südgau 4125, Bölt. BL. 163 397, Bayer. Gasthofgew. 2570. 10 Gemeinden und ein Bezirk von Augsburg fehlen. Gesamtergebnis aus der Stadt München. Zahl der abgegebenen Stimmen, 287 491. Davon erhielten: BSPD. 47 265, BD. 43 232, GPD. 1373, Dat. 35 079, D. Bp 3055, Böltischer Blod 81 380, Zentrum 3729, Bayer. Bp. 58 730, Deutscher Bod 7737, Fraier Birtschaftsb. 282, Häußerb. 328, Barer. Bauernb. 636, Gaftvirisgewerbe 534, Republ. Partai 423, Bayer. Mittelstandsb. Südgau 1541. Wahlkreis 25: Niederbayern- Oberpfalz. teistogamah! 1920: G03. 50 079, USBD. 45 906, D. 10 530, Ditat. 3B. 12 403, Benitum Semofraten 17 751, BBB. 280-268, 265. 75 788. Sozialdemokratische Spitzenkandidaten: Michael Burgau, Hein. rich Stöger, Franz Xaver Remmeler, Frau Marie Höhne. Borläufiges amifiches Wahlergebnis: DSDD. 44 524, D. 32 327, Sp. 1976, Bayer. Bp. 227 452, Dijd. BL 7472, D. Bp. 4816, 3. 6331, Baner. Bbb. 70 555, Bält. Blod 48 580, Dnatl 13 011. ( Fünf Gemeinden fehlen noch.) Kaijerslautern. Borläufiges Gesamtergebnis aus dem Wahlfreis 27( Pfalz) BSPD. 82 208, PD. 48 543, US. 1225, Difd. Blod( Dem.) 19 958, 3. 38 172, Bereinigt. Nat. Rechte 79047, Bayer. Bp. 62 768, Republif. 843, vött. BL 20 546, Häußerb. 169, 333. 1242. Es fehlen noch 48 Bezizie. Wahlfreis 26: Franfen. heidsfag345 1920:. 183 892, 3D. 175 055, AD. 10 457, nat. 211 727. 38. 30 723, Sentrum Demottaten 131 997, 2. 310 781, Df03. 2350. Sozialdemokratische Epigenfandidaten: Hermann Müller, Johann Bogel, Josef Simon, Hans Seidel. Abgegebene Stimmen 1104 334, davon erhielten: SPD. 256 605, PD. 67 803, S. 5977, Duat. 165 419, D. p. 5793, Bött. Blod 228 147, 3. 16 330, Bayer. Bp. 291 050, Dem. 40 045, Freiwirtschaftsbd. 1475, Bayer. Mittelstandsbd. 23 923, Republ. 1369. Coburg( Stadt und Land): BSBD. 14 500, D. 1000, Dichvölt. 11 100, Dnatt. 5450, Dem. 1510. Die BSPD. erhielt 1000 Stimman mehr gegenüber der Landtagswahl. Nürnberg. Gesamter bnis. BSBD. 69 211( 60 148), RBD. Gefamtergebnis. 26 919( 35 725), 11GB. 1100( 917), 3. 1700( 8), Dnti. 14 900( 17 344), D. Bp. 913(-), Dem 7343( 9273), Dtschoolt. Freiheitsp. 51 938 ( 56 962), Bayer. 2pt. 12 929( 14 226), Bayer. Bauernb. 13 030 ( 11 744). Wahlkreis 27: Pfalz. Meidstagemabl 1920: 32. 87 854. USD, 88 822, BD. 2792.. nat. 23. 105 089, Beutrum Demokraten 31 979, 23. 04.155. Sozialdemokratische Spizenkandidaten: Johannes Hoffmann, Serhard Jafobshagen, Frau Luife Ruderer, Friedrich Wilhelm Wagner. Augsburg. VSPD. 17 173, D. 6079, UG. 405, 3. 728, Dnatl. 5536, Dem. 2127, Dischnöle Freiheitsp. 13 760, Freiwirtfafb. 144, Häußerb. 69, Nationallib. 622, Republif. 47, Bayr. Bp. 19 778, Mitteft- Bauernb. 143, Gasthofbes. 169. Wahlkreis 28: Dresden- Bautzen. Meichstagswahl 1920: 3D. 240 977, uspe. 188 406, 3. hó 807, that, 149 843, DBP. 172 033, 3entrum 14 581, Demokraten 96 022. Sozialdemokratische Spizenkandidaten: Hermann Fleißner, Tony Sender, Richard Schmidt, Herinann Krähig. Die Zahl der abgegebenen Stimmen befrägi 968 443. Davon echieften: SPD. 334 652, 3D. 80 902, Sp. 7240, Duatl Wahlfreis 4: Potsdam I. Raldsfagswahl 1930: 6BD. 175 724, 13, 258 029, 32. 10 628, Dnal. 167 481, D. 146 020, Bentzum 15 647, Demofraten 64 000. Breitscheid, Marie Juchacz, Wilhelm Staab. Sozialdemokratijche Spizenkandidaten: Rudolf Wiffell, Dr. Rudolf Borläufiges Endergebnis: 3 SP D. 178 878, D. 130 691, USP. 17 321, Sozialist. Bund 4136, Dnatl. 283 267, Dem. 43 736, Deutschfo3. Bi. 23 848, D. Bp. 68 267, Difchoött. Freihpt. 50 696, Wirt. fchaftspt. 38 546, Häußerbd. 797, 3. 18 484, Bolen 1114. Republikaner 2534. Dfch. Arbeitnehmerpt. 3162, nationall. Bag. 8290, Tationale Freiheitspf. 2384. Wahlkreis 5. Frankfurt a. d. Oder. Borläufiges Endergebnis: SPD. 161 549, DD. 54 776, Usp. 6351, Dnati. 326 708, D. Bp. 64 615, National. Bag 4612, Dichvölt. Freibpt. 39 987, Diichioz. pt. 24 634, Wirtschaftspl. 18 863, 3. 50 210, Dem, 34 998, Republikaner 1668, menden 2232, Bolen 6639, Difch. Arbeitnehmerpt. 3386. Unsere Abgeordneten. Nach den bisher vorliegenden Ergebnissen find als bereits endgültig gewählt zu betrachten: Wahlkreis 1. Dstpreußen: Dtto Braun, Josef Lübbring. 2. Berlin: Arthur Crifpien, Hugo Heimann, Clara Bohm- Schuch, Siegfried Aufhäuser. t 09 3. Botsdam II: Rudolf Wissell, Dr. Rudolf Breit scheid, Marie Juchacz. 4. Potsdam I: Friz Jubeil, Eduard Bernffein. 5. Frankfurt a D.: Otto Wels, Dewald Schumann, 6. Pommern: Gustav Schumann, Otto Paffehl 8. Biegnigt Baul Taubadel, Otto Buchwig Ama Nemiz. 10. 92 ag beburg: Guftab Bauer, Hermann Silber Schmidt, Wilhelm Diffmann, Ferdinand Bender, Baul Bader. 11. Merseburg: Frig Kunert, Krüger. 12. hüringen: Wilhelm Bod, Dr. Kurt Rosenfeld. August Frölich, Mathilde Wurm. 18. Saleswig- Holstein: Buise Schröder, Otto Eggerstadt, Mag Richter- Neumünster. Sefer Ems: Alfred Henke. 14. D 15. Dft hannover: Friedrich Beine. 16. Sbhannover Braunschweig: August Brey, Baul Junke, Else Bartels, August& aulen, Josef Hartleib. 18. Westfalen- Süd: Mar König, Robert Schmidt, Frizz Husemann, evtl. noch Berta Schulz. 19. Heffen- Meffau: Philipp Scheidemann, Robert Digmann, Guftan Hoch, Michael Schnabrich. 21. 0 = 20. In Aachen: Wilhelm Soumann. Roblenz Irier: Emil Kirschmann. 22. Diiseldorf Dft: Heinrich Limberh. Düsseldorf- Weft: Otto Braun bzw. J. Thabor) 24. Oberbayern- Schwaben: Ehrhard Auer, Georg Simon. 26. Franken: Hermann Müller, Johann Bogel, Jofet Simon, Hans Seidel. 27 Pfalz: Johannes Hoffmann. 28. Dresden Baußen: Hermann Fleißner, Tony Sender, Rich. Schmidt- Meißen, Hermann Krähig. 15 Jahren verurteilt worden war, foll freigelaffen werden. Es wird berichtet, daß die deutsche Regierung megen beiber Gefangenen Bor ftellung erhoben hatte. „ Siegesfeiern!" Die alten Teutschen iranten befanntlich immer noch eins, und die Mannen mit dem Hakenkreuz. die ja bekanntlich in direkter Linie von den alten Teutschen abstammen, wobei es felbstverständlich gar nicht darauf ankommt, daß mal eine jütsche Großmutter da zwischen war also diese Edelsten der Nation waren gestern Nacht nach der Richtung wenigstens ganz und echt teutsch, daß sie sich bei ihren Sieges feiern nolltranfen bis zur Bewußtlosigkeit. Die Bahlpropaganda am Sonntag in der fühlen Luft hatte das Ver. langen nach stärkenden Getränken ganz gewaltig hochformen laffen. erwärmt, und die Angeheizten verübten, wie wir das bereits in Bereits in den späten Rachmittagsstunden hatte man innerlich sich unserer heutigen Extraausgabe mitgeteilt haben, auf den Straßen allerhand Injug. Da wurden Barabemärihe inszeniert und heldische Steder gefungen und sonstiger Karnevalsulf getrieben. Die Polizei bemies gegenüber diesen Radouhelden eine Geduld und Langmut, die man nur schlecht verstehen tonn. Aber dann tam die Haupt- und Staatsaftion, bann ging es vor der Straße in die Kneipe, die zum Teil um Mitternacht gesammelt Boll mat. Warum die Baltischen feierten unb was fie feierten, das mußten fie ja felbft nicht. Aber das war ihnen auch ganz gleichgültig. Die Parole lautete muu einmal: eins, zwei, drei g'fuffal Und sie wurde prompt ausgeführt! Da saßen fie dann, preifend mit viel schönen Reden den Krieg und die Heldentaten, die sie im Kriege verübt hatten, und je jünger der Bengel war, desto größer war das Maul, defto phantastischer waren die Erzäh lungen von den tapfern Taten im letzten Krieg. Zum Schluß waren alle Franzosen einfach totgeschlager oder erschossen. Gefangene wurden natürlich nicht gemacht, Bardon nicht gegeben, na imb so, nach aller und übler Melodie. In mandjen Restaurants war der Radau, den diefe lieben Mitmenschen volfführten, fo groß, daß die anständigen Gäfte panifartig das Lofal verließen, oder energisch den Birt erfuchten, für Ruhe zu sorgen. In verschiedenen Kneipen fanden fich bei diefen Siegesfeiern Böllische und Deutschnationale brüderlich zufammen, und da war das Hallo und Hurra besonders groß und laut. Eigentlich hatten diese edlen Herrschaften ja feine Veranlaffung, Arm in Arm gemissermaßen die Aikoholporräte der Gastwirte vertilgen zu helfen, denn sie hatten sich ja bei der Wahl gegenseitig in die Suppe gefpudt. Aber bei dieser Clique tommt es eben nicht so genau darauf an. Hier hat fenes schöne Sprichwort Geltung, das mit fchlagen anfängt und mit vertragen endet. Aber mal nimmt auch jede Siegesfeier ein Ende, und wenn die Kneipen geschlossen werden müffen, mird der Rausch auf der Straße ausgeishi. So haben sie denn auch gestern einen, na chilichen Sput vollführt, der wahrhaft blamabel ist für ein Bolt, das vor der Schicksalsstunde, der Entscheidung um Sein oder Nichtsein steht, die Häuser, in denen fremde Gesandtschaften und diplomatische Bera tretungen fich befinden, wurden attadiert, harmloje Baffanten an gerempelt, und eine Menge anderer Großtaten vollbracht. Deutschland freue dich! Luftpoftverbindungen. Am 1. Mai eröffnete der Deutsche Mero- Lloyd mit der englischen Imperial Air Transport Comp. einen werftäglichen Flugdienst mit HannoverLuftpoftbeförderung auf der Linie Berlin Amsterdam- London. Abflug Berfin( Staaten) 10 Uhr, ab Hannover 12,30, an Amsterdam 3,15, an London( Croydon) 6,30 abends, zurüd ab London 9 Uhr, ab Amfterdam 12,15, ab Hannover 3,30, an Berlin, 5,30 nachmittags. Die Luftpoft befördert nach Holland und England gewöhnliche und eingeschriebene Brieffendungen aller Art, nach Holland auch Zeitungen ( Verlegerfendungen mit mindestens je 10 Stüd einer Zeitungsnummer), zwischen Berlin und Hannover Brieffendungen, Zeitungen und gewöhnliche Batete, auch dringende. Gleichzeitig beginnt wieder der Luftpofidienst Berlin- Danzig- Königsberg( Br.) ( Aero Llond und Junkers gemeinfam), ab Berlin( Staaten) werftägfich 1 1hr mittags, an Danzig 4,45, an Königsberg( Br.) 6,30 Uhr abends, zurüd ab Königsberg( Br.) 8 Uhr morgens, an Danzig 9,30, an Berlin 2 Uhr nachmittags. Beförderung von Brieffendungen, Seitungen und Paketen. Im Süden verkehren die Luftposten Franta furt( Main)-Fürth- München 3ürich Genf und Muraen- Bien- Budapest. Nach der Schweiz, Defter reich und Durchgangsländern werben gewöhnliche und eingeschriebene Brieffendungen und Bafete befördert. Die 3ufchaggebühren für Luftpoftfendungen find niedrig. Ein einfacher Luftpoft brief im 3nlandsvertehr, einschl. Danzig, tostet 10 Pfennig gewöhnliche Gebühr und 10 Bf. Flugzuschlag, aufammen 20 Pfennig, im Auslandsverfehr tostet der einfache Brief 30 B. gewöhnliche Gebühr und 20 Bf. Flugzuschlag, zulommen 50 Pfennig. Lufisoftfendungen werden am besten burch 2uftpoft marfer freigemacht, die bei allen größeren Poft. anstalten ständig zu haben sind. Die jest vorhandenen Luftpostmarken find in ihren Beständen beschränkt, weil sie in einiger Zeit durch eine andere Ausgabe mit neuem Markenbild ersetzt werden sollen. Es empfiehlt sich, die Luftpoftfendungen als Eilsendungen, im Berkehr mit Berlin und München als Rohrposisendungen, aufzuliefern, wenn die Luftposten planmäßig erst rachmittags an den Zielorten eintreffen. Nähere Auskunft bei den Bostanstalten. Wie heißt der Mann? Man schreibt uns: " Auf einer großen Ostseeinsel sind seit Jahrhunderten die Güter in der Hand des eingesessenen 2bels, der sehr abgeschlossen und ahnenstolz lebt. Bei einer Sturmflut ereignete es sich, daß dort einem Fischer das Boot weggetrieben wurde. Die Flut warf es so unglüdlich auf das Ufer, daß es im Bereich des Herrn von Asberg Radern landete. Es war wirklich ein Unglüd! Jeder andere hätte dem Fischer, deffen ganzes Vermögen im Boot steckte, und der sonst schon genug durch die Flut verloren hatte, sein Besitz tum ohne weiteres wiedergegeben. Herr ngn Asberg- Radern war anderer Ansicht: er verlangte dafür, daß seine Gutsleute das von der Brandung hin- und hergeworfene Boot ans Land gezogen hatten, ein ziemlich hohes Bergegeld. Da der Fischer das natürlich nicht be zahlen konnte, ließ der Gutsherr das Boot beschlagnahmen. Trokdem die Leute auf jener Insel sich im allgemeinen viel gefallen laffen, ging ihnen dies doch über die Hutschmur. Sie machten die Preffe mobil mit dem Enderfolge, daß dem Herrn von Asberg- Radern non allen möglichen Seiten aus Geldbeträge von fünf Pfennig bis zu zehn Mark als Beitrag zum Bergegeld zugeschickt wurden. Er gab daraufhin das Boot auch wirklich frei. Eins aber hatte ihn geärgert. Die Bostanweisungen waren bald gerichtet gewesen an den Herrn von Asberg- Radern, bald an den Herrn von Asberg, an den Herrn von Radern, von Radern- Asberg, Asberg von Radern und so in vielerlei Berdrehungen; mancher Gender hatte sogar das „ Don vengeffen. Deshalb veröffentlichte er im Kreisblatt in großen Buchstaben folgende Anzeige:„ Ich heiße nicht von Asberg, ich heiße nicht von Radern, ich heiße o on Asberg Radern!" Zwei Tage darauf stand im Kreisblatt an derfelben Stelle in derselben Aufmachung folgende Anzeige:„ Ich heiße nicht Hans, ich heiße nicht Wurst, ich heiße Hanswurst!" Gewerkschaftsbewegung Arbeiterpolitik der Gemeinden. der Gesetze und Erlaffe über Arbeiterschuh sowie des Roalitions. rechtes, das sie ihren eigenen Arbeitern zugestehen, zu gewähren. Auf derselben Tagung wurde auch in dem llebereinkommensentmurse über die Arbeitslosigkeit eine Bestimmung eingefügt, imter bestimmten Borausfegungen auch dem fremden Arbeiter Erwerbs. lofenunterstützung zu zahlen. Die Entscheidung, die die Ronferenz nunmehr in dieser Beziehung auf dem Gebiete der Arbeitsunfälle treffen foll, ift ein weiterer Schritt zur Bervollfommnung der Bestimmungen, die bereits auf dem Gebiete ber gleichmäßigen Behandlung fremder und einheimischer Arbeiter geschaffen wurden. Hungerlöhne und Zehnstundentag. Bom Gemeinde- und Staatsarbeiterverband wird uns geschrieben: Nach§ 5 des Tarifvertrags zwischen dem Arbeitgeberperband der Gemeinden und Gemeindeverbände im Regierungsbezirt Bots damn, dem Berband der Landkreise des Regierungsbezirks Frank. furt a. D., dem Provinzialverband von Brandenburg und dem BerDer 3. Bunft: die 24stündige Wochenruhe in den Glasbläsereien tand der Gemeinde- und Staatsarbeiter, Gau Brandenburg, pom mit Bannenöfen wurde auf Verlangen der französischen Regierung 10. April 1923 follen die Chausseearbeiter fünf Sechstes des Lohnes auf die Tagesordnung gefeht. Das Problem ist folgendes: eines Reichsbetriebsarbeiters der Lohngruppe 7, Oristiasse E, erhal Die Glasbläsereien find Betriebe mit durchgehender Ar ten. Infolge der Einteilung des Reichs in drei Lohngebiete und der beit, es besteht jedoch keine technische Schwierigkeit, die Erzeugung Einführung der Goldlohnzahlung ab 25. November 1923 ist einge während einer bestimmten Zeit ruhen zu lassen, sofern die Heizung treten, daß einige Kreise der Provinz Brandenburg ganz oder teil der Mannenöfen fortgesetzt wird. Es handelt sich also darum, daß weise in Lohngebiet II failen. Die übrigen Kreise fallen in Lohn- mährend einer 24stündigen Arbeitsruhe ein Brennstoffpergebiet I. In einer Verhandlung mit dem Berhandlungsführer für braud notwendig ist, der die Gestehungskosten erhöht. Bei dem der Chauffeearbeiter, Herrn Baurat Kozinamsti, in der von der Antrag, diese Frage auf die Tagesordnung zu feßen, war die fran Organisation gefordert wurde, daß auf Grund der bereits sehr niedri- zösische Regierung der Auffassung, daß diese Frage nur auf dem internationalen lebereinkommens gen Entlohnung für die Chausseearbeiter und der Einheitlichkeit halber Wege eines die Zahlung des Lohnes nach Lohngebiet II erfolgen folle, fonnte zwischen den erzeugenden Ländern geregelt werden kann und es feine Einigung erzielt werden. Diese Streitfache follte dann von feine Einigung erzielt werden. Diese Streitfache sollte dann von infolgedessen die Aufgabe der Internationalen Arbeitsorganisation iſt, dem Schlichter der Broving Brandenburg geregelt werden. Durch die offen zutage tretende Stellung des Schlichters Mini- fich damit zu befassen. Wenn die Konferenz in dieser Frage ein großen Fortschritt bedeuten. Sie fämen durch die wöchentliche ſterialrat Wulf zugunsten der Arbeitgeberverbände und weiter burch Uebereinkommen erzielt, wird dies für die beteiligten Arbeiter einen flärten die Beisiger der Arbeitnehmer, daß sie es ablehnen müßten, tagsruhe, sondern es wird auch möglich sein, die Anwendung der eine Aeußerung des Herrn Rechtsanwalts Bits veranlaßt, er Unterbrechung in 24 Stunden nicht nur in den Genuß der Sonnan bem etwa zu fallenden Schiedsspruch mitzuwirken. Dadurch war 48 stündigen Arbeitswoche durch das Dreischichten. es dem Schlichter nicht möglich, einen Schiedsspruch zu fällen. Die System zu erleichtern. Arbeitgeberverbände sehen in diesem Berhalten der Arbeitnehmer. Die letzte Frage der Tagesordnung der Konferenz ist die der beisiger einen Bruch des Tarifvertrags auf Grund des§ 18 Machtarbeit in den Bädereien. Sie wurde der Interdes Vertrags über Schlichtungswesen und ließen in einem Schreiben nationalen Arbeitsorganisation zum ersten Male als Entschließung wissen, daß sie sich nicht mehr an den Tarifvertrag gebunden fühlen. von zwölf Regierungs- und Arbeitsvertretern auf der 3. Internatio. Der Berband der Gemeinde und Staatsarbeiter bestreitet ganz nalen Arbeitsfonferenz vorgelegt. Diese Entschließung beauftragt den entschieden, sich eines Bertragsbruches schuldig gemacht zu haben. Bertoaltungsrat des Internationalen Arbeitsamts, die Frage des nicht die Organisation, sondern die von ihr vorgeschlagenen Beisther Berbois der Nachtarbeit in den Bäckereien zu prüfen un im Schlichtungsverfahren haben die Fällung eines Schiedsspruchs fie auf die Tagesordnung einer der folgenden Konferenzen zu setzen. verhindert. Es stand dem Schlichter frei, den Termin zu verlagen Der Berwaltungsrat glaubt in seinem Vorschlage nicht so weit gehen haft zu machen. Außerdem ist nachträglich festgestellt worden, daß zu können. Er hat infolgedeffen die Frage in der Form„ Die Nachtzuständig Fassungen im voraus festzulegen. der tarifliche Schlichtungsausschuß gar nicht zu ft än big gewesen arbeit in den Bädereien" porgelegt, ohne feinerseits die möglichen wäre, in dieser Streitfache einen Schiedsspruch zu fällen. Wir be. Gaffungen im voraus festzulegen. haupten im Gegenteil, daß die Arbeitgeberverbände den Bertrag da burch gebrochen haben, daß sie sich den Verpflichtungen des§ 5 des Vertrags entzogen haben, wonach in denjenigen Kreisen, die sich im Lohngebiet II befinden, auch der Lohn nach Lohngebiet II zu zahlen iſt. Die Aufgaben der Jugendgerichte. In einer allgemeinen Verfügung des Juftizministers wird, dem Amtlichen Preußischen Bressedienst zufolge, angeordnet, daß die deu Bräsidenten der Oberlandesgerichte in der Algemeinen Berfügung vom 20. Juni 1923 übertragene Ermächtigung auf solche Jugend sachen beschränkt mind, die zur Zuständigkeit des Großen Jugend gerichts gehören. Im übrigen bleiben die für das laufende Geschäfts jahr getroffenen weitergehenden Anordnungen bestehen. Abschnitt I Nr. 1 Abs. 2 der genannten Allgemeinen Berfügung wird aufgehoben. Ihrer Ankündigung gemäß versuchen jetzt die Arbeitgeberver In Zukunft sind besondere Jugendschöffen bei allen bände und der Landesdirektor der Provinz Brandenburg, den in Jugendgerichten zu wählen. Dabei wird an folchen Orten, an denen Betracht kommenden Chausseearbeitern andere Lohn- und Arbeitsbe das Jugendgericht voraussichtlich weniger als zehn Sigungen im bingungen aufzuzwingen, als die für sie zuständige Organisation ver. Jahre abhalten wird, die Wahl nach Möglichkeit auf solche Personen einbart hat. Für den Fall, daß die Arbeiter sich nicht gutwillig fügen, zu richten sein, die am Gerichtssik felbft oder in deffen näherer Um- fondern auf ihr Recht bestehen, sollen fie fofort gefündigt werden. gebung wohnen. Nachdem inzwischen durch das Gesetz zur Berein. Den Abgeordneten dieser Körperschaften wird dann alles mögliche fachung der Urliste vom 11. Juli 1923 die Borlegung einer bevorgeschwindelt, um die Zustimmung zu erlangen für das Vorgehen schräntien Urliste zugeloffen morden ist, läßt sich, wie der Justiz der mit der Durchführung der Berträge beauftragten höheren Beminister betont, der Standpunkt vertreten, daß in den Gemeinden, amten. Zur Rechtlosmachung der Chauffeearbeiter bedient sich der die eine beschränkte Urliste norlegen, zu Jugendfchöffen vorgeschlagene Bandesdirektor eines Schriftstids, in dem es heißt: Personen nicht deshalb von der Wahl auszuschließen sind, weil fie in dieser Liste nicht aufgeführt sind. Die Jugendamter flager darüber, daß von den Gerichten pielfach eine über. mäßig große Zahl von Borfchlägen für die Ausmahl der Jugendschöffen perlangt merde Für das praktische Bedürfnis wird es in der Regel genügen, menn der Bor fchlag des Jugendamtes die dreifache Zahl der zu wählenden Jugend Schöffen umfaßt. Fabrikbrand in Zehlendorf. In der letzten Nacht fam gegen 3 Uhr in Zehlendorf Feuer aus. Dort brannten hie Schieferties unb Marmormerte non Gohlte u Rirsten am Machnomer Weg in folcher Aus: behnung, daß die Zehlendorfer Feuerwehr mit mehreren Schlauch leitungen, darunter einer B- Leitung von Motorsprige, längere Seit hichtig löschen mußte. Der Schaden foll angeblich bedeutend fein. Die Entstehung des Feuers ist noch nicht aufgeflärt. Eine Betriebs. einstellung soll nicht erfolgen. 2s die Gefahr bemerkt wurde, mar der Brand schon über seinen Herd hinaus, muß also längere Zeit unbemerkt gemütet haben. Boswilligerweise wurde die Behr nach der Papierstraße 1 in Reinidendorf alarmiert. Der Täter ist leider entfommen. Gasvergiftungen beschäftigten die Feuerwehr in der Resebedstraße 89 in Charlottenburg, Fennstraße 52, Manteuffelstraße 97. Herzbergstraße 125 in Lichtenberg, Ronradinstraße 2, Friedenstraße 35, Bring Eugenstraße Nr. 33 und anderen Stellen. Kleinere Brände wurden mehrere gemeldet. Eine Radio- Ausstellung in Berlin. Auf einer Mitgliederversamm fung des Verbandes der Radio Industrie e. V. wurde einstimmig beschlossen, zusammen mit der Automobil- Ausstellung zu Berlin am Kaiserdamm im Herbst dieses Jahres in einer eigens zu diesem Zwed erbauten Halle eine großzügig organisierte Radio ausstellung zu veranstalten, verbunden mit Borführungen und Bor. trägen, die einen umfaffenden Ueberblid über das in Deutschland auf diesem Gebiet Geleistete geben und dem kulturell so wichtigen Rund funtwefen neue Freunde werben soll. Ein folgenfchwerer Fußbodeneinsturz. In Tarbes( Frankreich) stürzte der Fußboden unter einer Wahlversammlung Don 250 Berfonen ein, acht Personen murden mehr oder weniger fdymer perlegt. Bombenattentat in Sonstantinopel. Erange Telegraph mirb cus Ronstantinopel gemeldet, daß eine in einem Auto untergebrachte Höllenmaschine gestern im Stadtpark Stambul explodierte. Der Chauffeur und ein Begleiter wurden in Stüde erriffen, zwei andere Bersonen trugen, schwere Verlegungen davon. Man vermutet, daß hie Bombe gegen Sozialisten, die sich an der Maifeler beteiligen mollien, geschleudert werden follte. Wetter für morgen. Den Arbeitern ist daher gemäß§ 14 das Arbeitsverhältnis mit 14tägiger Frift zu fündigen und Weiterbeschäftigung nur von der schriftlichen Anerfemmung der neuen Arbeitsbedingungen ab. hängig zu machen. Bezüglich der Arbeitszeit wird angeord net, daß in den Monaten März Oftober 10 und in den übrigen Monaten 7 Stunden Arbeitszeit einzuhalten ist. Mit Wirkung vom 30. März 1924 find bie Bezüge der Chauffeearbeiter wie folgt festgefekt: Zagelser # „ Beharrliche Arbeitsverweigerung". Berweigerung tarifwidriger Ueberstunden. Die Firma Erich und Gräh hatte am 22. Januar Ueberstunden in der Schleiferei angeordnet, obgleich das leberstundenat tommen für die Metallindustrie erst am 4. Februar in Kraft trat, während vorher der tarifmäßige Achtstundentag galt. Bunächst hatten die Schleifer an einigen Tagen die angeordneten Ueberstunden gemacht. Dann aber hatten sie nach Schluß der achtstündigen Arbeitszeit den Betrieb verlaffen und sind deshalb entlassen worden. In einer Klage vor der Kammer 8 des Gewerbegerichts machte die Firma geltend, fie fei auf Grund der Arbeitszeitverordnung zur Anordnung von Ueberstunden berechtigt gemefen. Die forigefeßte Bermeigerung der Ueberstunden sei gleichbedeutend mit einer beharrlichen Arbeitspermeigerung im Sinne der Gewerbeordnung, es liege also ein wichtiger Grund zur Entlaffung por. Die Arbeiter bezeichneten ihre Entlassung als unbillige Härte. Sie beriefen fich darauf, daß die Firma damals fein tarifliches Recht auf Anordnung von Ueberstunden hatte. Sie einige Tage mit den hätten es trotzdem fagten die Arbeiter Ueberstunden versucht, dann hätten fie aber die Wahrnehmung gemacht, daß ihre Kräfte nicht ausreichten, länger als acht Stunden zu arbeiten, weil fie ungenügend ernährt waren, denn sie 0,18 m. hätten infolge Feierns wegen Inpentur einen Bohnausfall gehabt und ein ihnen ban ber firma perfprochener Borschuß fet infolge einer Anordnung des BBMS. nicht ausgezahlt wor den. Diese Anordmung ft, mie ber Bertreter der Firma zugab, Dom BBMS. an alle feine Mitglieder engangen. in Drts affe I II m: IV 0,21 0.20 0,19 2,10 2, 1,90 1,80 1,40 1,83 1,26 desgl. Bei 7 ftündiger Arbeitszeit 1.47 Kinder und Frauenzulage je 2,5 Galbpfennige für die Stund ader 25 Goldpfennig täglich bei 10ftimbiger Arbeitszeit und 17,5 Goldpfennig bet 7stündiger Arbeitszeit. gez. Rozinomsti In derfelben Meise haben auch die Streife ihren Arbeitern davon Stenntnis gegeben, daß sie den vereinbarten Tarifvertrag nicht mehr einhalten wollen. Cine Spur von Scham scheint diese Gesellschaft nicht mehr zu besitzen. Die 6. Jnternationale Arbeitskonferenz. Das Internationale Arbeitsamt gibt befannt: Im Berlaufe der 6. Tagung, die am 16. Juni in Genf eröffnet wird, befaßt sich die Internationale Arbeitskonferenz mit folgenden Fragen: 1. Wie verwenden die Arbeiter die Freizeit? 2. Die Gleichmäßigkeit in der Behandlung fremder und ein. heimischer Arbeiter bei Arbeitsunfällen. 3. Die 24stündige Wochenruhe in Glasbläsereien mit Bannenöfen. 4. Die Nachtarbeit in Bädereien. Die Frage der Mußezeit ist ein Gegenstüd zu dem Problem der Arbeitszeitverfürzung In allen Ländern, die den Grundsatz des Achtstundentoges eingeführt haben, war einer der be stimmenden Gründe der Wunsch, den Arbeitern eine ausreichende Mußezeit zu verfchaffen. Eine mügliche Anwendung dieser Freizeit entspricht den allgemeinen Intereffen der Gesamtheit sowohl als ben perfönlichen Intereffen ber Arbeiter felbft. llnd jeder Verfuch in biefem Sinne trägt zu einer allgemeinen Sebung der Kulturhöhe bei. Der erste Bunft der Tagesordnung, der sich mit dieser Frage befaßt, foll indeffen nicht der Gegenstand eines internationalen llebereinkommens werden, nach deffen Ratifizierung genau vorgeschriebene Regeln eingehalten werden müßten. Auch der Verwaltungsrat schlägt der Konferenz nor, nur allgemeine Richtlinien fest zulegen, die es geftatten, darauf eine nationale Gefehgebung aufzubauen oder eine bestehende Gesetzgebung zu vervollkommnen, Das Urteil des Gerichts ging dahin: Es liege ein wichtiger Grund vor, der die Firme berechtigte, die Mrbeiter zu entlassen. Diefe hätten, nachdem fie an mehreren Tagen Ueberftunden gemacht hatten, den Betrieb an den folgenden Tagen vor Ablauf der festgelegten Arbeitszeit verlaffen, also die Arbeit beharrlich verweigert Daß jemand, der Tag für Tag acht Stunden arbeitet, aber, meil feine Krafte erschöpft sind, die neunte Stunde nicht mehr leisten fann, die Arbeit beharrlich verweigert haben soll, ist eine in fonderbare Auffassung, daß wir hoffen, die Kammer 8 des Gemerbegerichts steht mit ihrer Auffassung des Begriffs„ beharrliche Arbeits. verweigerung" allein da. Der Arbeitszeitkampf im oberschlesischen Bergbau. Beuthen, 5. Mai.( WTB.) Zur Lage im oberschlesischen Bergtau wird gemeldet, daß fämtliche Gruben mit einer einzigen Ausnahme stiflgelegt find. Die Notstandsarbeiten werden verrichtet. Die Hüttenbetriebe find vom Streif nicht betroffen. Generalstreik in Argentinien. Buenos Aires, 4. Mai.( Ep.) In ganz Argentinien ift der Generalftreit proflamiert worden. Bis jetzt befinden sich 100 000 Arbeiter im Streit. Im Hafen von Buenos Aires find 80 Schiffe fillgelegt. Der Generalfireit ist aus Anlaß des neuen Pensionsgefehes entstanden, das die Leistung der Beiträge ausschließ. ich den Arbeitern überlägt. Auf einen Schnellzug aus dem Süden ist gestern eine Bombe geworfen worden. Bier Reifende wurden verlegt. Die Börse ist gefchloffen. In Buenos Aires haben die meisten Handelshäuser ebenfalls gefchloffen. Ausgesperrte der AEG.- Turbinenfabrit. Am Dienstag, 6. Mai, wird die Arbeit zu den üblichen Zeiten wieder aufgenommen. Der Betriebsrat. Die Frage der Gleichheit in der Behandlung fremder und einheimischer Arbeiter ist von der Internationalen Arbeitskonferenz von verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet worden. Auf ihrer Verantwortlich für Bolifit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Berlin und Umgegend: Ziemlich fühl und noch immer sehr veränderlich. ersten Tagung in Washington hat sie den Mitgliedstaaten norge- Gewerkschaftsbewegung: Friebe. Chlorn; Genieto. Glode; Jämtid) in Berlin. Westliche Winde. Rarstadt; Anzeigen: Th. sämtlich Deutschland: In Norddeutschland unbeständig und strichtweise etwas schlagen: den fremden Arbeitern, die auf ihrem Gebiete mohnen, und Berlag: Bormärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Regen. In Süddeutschland meist troden. Ueberall ziemlich fühl. deren Familien auf der Grundlage der Gegenseitigkeit den Genuß und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin GB. 68.. Lindenstraße 3. Bis auf weiteres gebe ich meiner_merten Am Sonntag, den 27. April, verschied unser Borsigender Hermann Nitsch 13795b 795 Cinäfcherung morgen, Dienstag nachm. 6 Uhr im Kremat. Baumschulenweg. Die 83. Abt. der BSBD. Lichtenrade. Amtliche Wettannahme des Union- Klubs Berlin HW. 7, Sehadowstraße 8. Annahme von Wetten für alle Berfner Rennen in der Zentrale, Schadowstr. 8, in alien Filialen den größeren Renn- Vereinen im Reiche. Auszahlung der vollen Totalisatorquoten ohne jeden Abzug. Schriftliche Aufträge und Aufträge auf Konto- Elnrichtung sind nur an cie Zentrale zu richten. Berliner Elektriker- und bel Genossenschaft angeschl, dem Verb. sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str.86-88 Fernspredter: Norden 1198 Herstellung elektr. Lidht-, Kraftund Signalanlagen Verkauf aller Kapitän- Kantabak ..elektrischer Bedarfsartikel.. Ausführung sämtl. Reparaturen unerreicht im Wohlgeschmack. Nur echt Preiswerte, gediegene Arbeit mit Firmanzettel! in den meisten Ge22 schäften käuflich. Für Wiederverkäufer durch C.Rocker, Balin, Lichtenborgarstr. 22( Est.3861) Z ähne 1.2M. Teilzahlung Frühjahrs Neuheiten gestattet b. kl. Anzahl u. wöchentl. Abzahlung von 1 G.-M. an. Echte Goldkronen v 8 G.-M. an. 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