Abendausgabe Nr. 211 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 107 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreife find in der Morgenausgabe angegeben Rebaffion: SW. 68, Lindenstraße& Ferufprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- breffe: Sozialbemotrat Berlin Vorwärts Berliner Dolksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Dienstag 6. Mai 1924 Berlag und Anzeigenabteilung. Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmbg. Berlin S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands 100 Sozialdemokraten! Als heute morgen das vorläufige amtliche Ergebnis" der Reichstagswahlen veröffentlicht wurde, fetzten sich alle Bleistifte in Bewegung. Man rechnete. Aber es fam dabei nichts Vernünftiges heraus. Inzwischen find die Berichtigungen eingetroffen, nach denen die Sozialdemokraten doch wieder mit einer dreistelligen Zahl und als stärkste Partei aufmarschieren und die Deutschnationalen um ein paar Mandate hinter sich zurücklaffen. Aber auch das ist noch nichts Endgültiges. Trotzdem steht das Bild des neuen Reichstags im großen ganzen jezt schon endgültig feft, fleine Verschiebungen der Mandatsziffern fönnen daran nichts ändern. Für die Annahme des Sachverständigengutachtens waren im Wahifampf vier Parteien eingetreten: Sozialdemo fraten, Demokraten, Zentrum und Volkspartei. Diese Partelen erhielten nach der neuesten Berechnung zusammen 231 Mandate, das heißt zwei weniger als die Hälfte. Man fann aber deswegen nicht behaupten, daß sich das Wolf gegen die Annahme ausgesprochen hat. Denn ganz abgesehen davon, daß für viele Wähler diese wichtige außenpolitische Frage nur eine untergeordnete Rolle spielte, sind die 235 Abgeordneten, die rechts und lints von den vier genannten Barteien stehen, feineswegs allesamt als unbedingte Gegner der Annahme anzusehen. Aber ginge man felbst von der falschen und ganz unmöglichen Borauslegung aus, die 235 und die hinter ihnen stehenden Wähler wären alle entschiedene Gegner ber Annahme, dann wäre das Bolt in dieser Frage in zwei fast genau gleiche Teile zerfallen, und die Ablehnungsmehrheit im Reichstag hätte genou eine Stimme über die abfolute Mehrheit! Diefe Ablehnungsmehrheit mürde sich aus Deutschnationalen, Sommunisten, Bölfischen und den fleinen Gruppen zu= ſammenſegen, tommt also für die Regierungsbitung gar nicht in Frage Wie steht es mit dem Bürgerblod einschließlich der Deutschnationalen? Diefer Bürgerblod fann nur dann zu standekommen und funktionieren, wenn er für seine auswärtige Politit eine einheitliche Linie findet. Welche Linie kann das sein? Etwa die einer Ablehnung bes Sachverständigengutachtens? Diese Ablehnung würde Deutschland in die kritischeste außenpolitische age bringen, die es feit Ausbruch des Weltkrieges erlebt hat. Ganz gleichgültig, ob sie Rettung oder sichere Katastrophe bedeutet, fann sie nicht mit einem Reichstag gemacht werden, der feine kompakte, entschlossene Mehrheit für fie hat. Der Bürgerblod würde wir reden in diesem Zufam menhang nicht von Fragen der inneren Bolitif aus Gegnern und Freunden der Annahme zusammengefeßt, aljo für eine aftive Außenpolitit", mie sie vielen Deutschnationalen vorschwebt, unbrauchbar sein. Kann aber diese attive Außenpolitit", die Bolitit des nationalen Widerftandes" nicht gemacht werden, dann bleibt nur zweierlei übrig: Entmeder Die Deutfch nationalen müssen auf den Boden der Sachverständigen treten, aber das Bolt muß noch einmal be. fragt merden. " Der Schlüssel der Situation liegt also bei den Deutsch nationalen. Daß bei Neuwahlen unter der einzigen Parole: Annahme oder Ablehnung der Sachverständigenvorschläge", eine kompakte Mehrheit für die Ablehnung zustande käme, muß nach den Erfahrungen des 4. Mai als ganz ausgeschloffen be trachtet werden. Bieder würden sich die Ablehner auf die äußerste Rechte und die äußerste Linte perteilen. Die Auflösung des Reichstags hätte aljo mur den Sinn, das Bolt noch einmal zu befragen, ob es eine flare Mehrheit für die Annahme schaffen oder ob es in totaler Rat losigkeit stecken bleiben will. Wie sich die Deutschnationalen entscheiden werden, ist noch ganz ungewiß. Beschlüsse, die die Haltung der Parteien festTegen, tönnen überhaupt erst aus den Beratungen der neuen Reichstagsfraktionen hervorgehen, die noch gar nicht zurfammengetreten sind und noch gar nicht zusammentreten fönnen, da ja noch nicht genau feststeht, mer gewählt ist und wer nicht. Auf alle Fälle wird sich die neue deutsch nationale Reichstagsfraktion vor die Frage gestellt sehen, ob fie die Annahme der Sachverständigenvorschläge und ihre Ausführung durch die deutsche Gesetzgebung ermöglichen will oder ob fie fich für jene sogenannte attive" Außenpolitik entscheidet, die zu treiben ihr, die Straft fehlt. Im zweiten Fall stehen wir vor außenpolitischen und innerpolitischen Berwicklungen, deren Tragweite einstweilen noch ganz unübersehbar ist, die aber auf alle Fälle der Sozialdemokratie Gelegenheit bieten werden, die innerlich ge= festigte Kraft zu erproben, mit der sie trotz ihrer BerLufte an Meitläufern aus dem Wahlkampf hervorgegangen ist. 96 Deutschnationale! Nach den neuesten amtlichen Feststellungen, die uns um 1/2 Uhr mittags mitgeteilt werden, find tatsächlich gewählt: 100 Sozialdemokraten, 96 Deutschnationale, 65 Zentrum, 62 kommunisten, 44 Bolfsparteiler, 32 Deutschvölkische, 28 Demokraten, 16 Bayerische Volksparteiler, 10 Bayer. Bauernbund mit Wirtschaftspartei, 9 Nationalliberale Vereinigung( Landliffe), 5 Hannoveraner, 4 Deutschsoziale. Der Reichswahlleiter erhält andauernd Berichtigungen von den Wahlkreisen. Manche Wahlkreise haben vier bis fünf mal das Ergebnis gemeldet und jedes mal anders. Telegraphische Meldungen werden brieflich forrigiert, so daß man nicht weiß, ob das Telegramm oder der Brief später abgeschidt sind. Es ist also auch im Augenblic noch nicht möglich, ein absolut einwandfreies vorläufiges amfliches Ergebnis anzugeben. Eine Nachprüfung am heutigen Vormittag hat die Notwendigkeit ergeben, das um 12 Uhr nachts gegebene Resultat nach den oben angeführten Zahlen zu berichtigen. Die Verteilung der Mandate. 33or dem Eingang dieser Meldung war über bie 2er teilung ber mandate( nach der gestrigen Zäh limg!) auf die einzelnen Parteien und nach Wahlfreifen, Berbandstreifen und Reichslifte folgende Aufstellung befannt gemorden: Die Mandate der Sozialdemokraten verteilen fich auf 79 Mandate nach den Wahlkreisergebnisfen, 12 zusätzliche Mandate durch die Wahlfreisverbände und 8 Mandate auf Grund der Reichsliste. Die entsprechenden Ziffern für die übrigen Parteien find folgende: 3entrum 49, 4, 9; Deutsche Bolkspartei 30, 8, 7; Deulichnationale Volkspartei 82, 5, 12; Demofraten 7, 10, 7; Bayerische Volkspartei 14, 0, 1; & ommunisten 41, 10, 10; Mittelstand und Bayerischer Bauernbund 3, 2, 5; Deutsch- Hannoveraner 4, 0, 1; Bölfische Freiheitspartei 12, 10, 10; Landbund 7, 1, 1; Deutschsoziale 0, 2, 2. Die Presse zum Regierungsproblem. Die Rechtspreffe setzt die Gespräche über die Regierungsbildung fort. Sie wirbt nach rechts und nach links, je nachdem sie mehr die außenpolitifchen oder die innerpolitischen Fragen in den Vordergrund schiebt. Die Deutsche Tageszeitung" sieht im Sachverständigengutachten das schwerste Hindernis der Bildung einer bürgerlichen Regierung: ,, Beharren die Mittelparteien in dieser Frage bei der Stellung, melche gegenwärtig die von ihnen gebildete Geschäftsregierung einnimmt, dann ist allem Ermessen nach die Bildung eines nationalen Bürgerblods unmöglich." Sie arbeitet auf einen pölkisch deutsch nationalen Blod hin, der eine grundfäßliche Bendung zur Rechtspolitik erzwingen foll: Wenn die beiden pöllischen Parteien im Reichstage feft zu sammenstehen würden, dann würden wir, mie mir bereits vor der Wahl ausführten, noch durchaus für möglich halten, daß die Wucht eines solchen nationalen Blods auch eine entscheidende Wirkung auf die Haltung der Mittelparteien ausübt, und daß er der Kern einer entschlossen nationalen Mehrheit wird. Nicht minder notwendig aber ist ein Zusammengehen der völkischen Barteien für den Fall, daß fie zunächst in der Minderheit und in der Oppo fition verbleiben müssen; denn auch dann fönnte die Opposition von heute immer noch Ausgangspunft für eine natio= nale Mehrheit von morgen oder übermorgen werden." Sie rechnet mit der inneren Schwäche und dem Anlehnungsbedürfnis der bürgerlichen Mittelparteien, die sie glaubt nach rech's reinen und von der bisherigen außenpolitischen Linie abziehen zu fönnen. Der Tag" dagegen will ein Nachgeben der Deutschnationalen in der außenpolitischen Frage, um ihnen desto ficherer die Führung des innerpolitischen Rechtsfurfes geben zu können: Wir sind der Meinung, daß die Reichstagswahlen nicht unter außenpolitischen, sondern unter innerpoli tischen Gesichtspuntten durchgeführt worden sind. Unter außenpolitischen Gesichtspuntten gesehen, werden sich vielleicht mancherlei Berührungspunte ergeben. Aber der Kernpunkt der Wahlen und ihre Bedeutung war darin zu suchen, wie der innerpolitische Kurs gesteuert werden solle. Mit oder gegen den Margismus das war die Frage; Blod der bürgerlichen Parteien oder Block mit der Sozialdemofrafie, darum ging es in innerpolitischer Auswertung. Jede andere Fragestellung bedeutet u. E. eine Berschiebung der Grundlage." fage." Auf jeden Fall bedeuten beide Wege, die diese Rechtsorgane vorschlagen, schärfften Kampf mit der Sozialdemokratie. Die Germania", das Organ des Zentrums, sieht die Lage als verworren und fast ausweglos an: ,, Mehrere wichtige Entscheidungen, die mit dem Reparationsgutachten zufammenhängen, bedürfen einer 3 weidrittelmehrheit des Reichstages, und dazu reicht die große Koalition nicht aus. Die Haltung der Deutsch nationalen BoltsEs partei ist dabei ein ausschlaggebender Faktor. bünft uns aber noch sehr zweifelhaft, ob eine Deutschnationale Bolkspartei, die nicht ihrer Stärke im Reichstag entsprechend im Kabinett pertreten ist, die notwendig wohlwollende Neutralität üben wird. Die gleichen Schwierigkeiten würden sich ergeben, wenn der Versuch gemacht würde, eine rein bürgerliche Regierung mit Ausschluß der Sozialdemokraten zu bilden, in der die Deutschnationalen die führende Rolle spielen tönnten. Dann lägen vielleicht sogar die Hemmnisse nicht nur bei den Sozialdemokraten, sondern auch bei den Deutschdemokraten, ja selbst bei einem starken Teile der Zentrumspartei, wobei überhaupt noch vorausgesett sein müßte, daß fich die Deutschnationale Boltspartei in aller Form entschlösse, auf den Boden des Sachverständigen gutachtens zu treten. Die außenpolitische Arbeitsfähigkeit des neuen Reichstags ist also fehr zweifelhaft." Hier erscheint ausgesprochen im Hintergrunde die AufLösung und die Neuwahl. 3pffische Zeitung" und Berliner Tageblatt" fehen der Möglichkeit einer Rechtsregierung ins Geficht. Die Boffische Zeitung" schreibt: noch etwas weiter rechts hat das Wahlergebnis die fünften Hoffnungen gewedt. Nicht nur die Deutsche Zeitung", sondern auch die Deutsche Tageszeitung" glaubt, eine Rechtsregie. rung unter Ausschluß der Demokraten bilden zu fönnen. Da möchten wir nicht abreben. Will der Herr Graf ein Tänzchen wagen, mag er's nur sagen, mag er's nur sagen ich fpiel' ihm auf!" Das Berliner Tageblatt" beschäftigt sich mit den Bebingungen, unter denen eine Rechtsregierung möglich wäre, und stellt die außenpolitische Umkehr der Deutschnationalen an erfte Stelle: ,, Dann mögen die Deutschnationalen, die die Wähler mit ihren Phrasen berauscht haben, zeigen, wie sie aus dem Dickicht der Demagogie das deutsche Bolt auf den Boden einer praftischen Politik ins Freie führen wollen. Wir glauben, daß fie schon bei diesem ersten Versuch wesentlich fleinlauter werden dürften und daß ein Versprechen nach dem andern, das sie den Wählern in Tausenden von Zeitungsartikeln, in Flugblättern und Bersammlungen gemacht haben, rasch im Dunkel der Bergeffenheit verschminden wird. Die äußerste Rechte und die äußerste Linke haben gesiegt. Aber dieser Sieg war nur ein Pyrrhus- Sieg. Und nun stehen sie hilflos da. Werden sie den Weg nach Canossa zu den ,, Erfüllungsparteien" antreten?" Die Bresse der Extremen beider Seiten macht sich über die Auswirkung der Wahl keine Gedanken. Ihnen genügt es, Stimmen und Mandate gewonnen zu haben. Wahlergebnisse aus dem Reich. Wahlkreis Franken. Nürnberg, 6. Mai.( WTB.) Vorläufiges amtliches Wahl ergebnis aus dem Wahlkreis 26( Franken): Gültige Stimmen 1106 371, Sozialdemokraten 257 155, Rommunisten 67 966. USB 6066. Deutschnationale 165 753, Wirtschaftsbund 1484, Zen trum 16 432, Häußerbund 395, Deutsche Bolfspartei 5744, Banerische Bolfspartei 291 045, Bayerischer Mittelstandsbund 33 741, Republi faner 1391, Böltische 229 410, Deutscher Block( Demokraten) 39 789. Wahlkreis 9( Oppeln). Oppeln, 6. Mai.( WTB.) Borläufiges Ergebnis. Es wurden abgegeben gültige Stimmen: 567144; es erhielten: BSPD. 26 009, PD. 129 731, Dem. 11 248, Boln. Bg. 49 220, Difchvött. Freiheitspt. 18 935, Dischio3. Pt. 11 291, D. Bp. 17 985, 3. 198 980, Dnail. 103 835. Wahlkreis 11( Merseburg). gültige Stimmen: 716 118; es erhielten: BSPD. 111 295, KPD. Merseburg, 6. Mai.( WTB.) Endergebnis. Es wurden abgegeben 184 075, 11Ep. 12 097, Dem. 37 166, Dnail. 196 768, Freiwirtschafts bund 2931, Dtfdysez. Pt. 5452, Nat. Freiheitsp. 1465, Bölt.- foz. Blod 62 002, Wirtschaftspt. d. deutsch. Mittelstandes 11 883, Dtsch. Arbeit nehmerp. 3949, D. Bp. 76 014, Boin. Vg. 620, 3. 8773, Häußerb. 628. Wahlkreis Heffen- Naffau. Saffel, 6. Mai.( WTB.) Vorläufiges amtliches Wahlergebnis. Es wurden abgegeben für VSPD. 297 090, KPD. 110 021, USP. 11 434, Nat. Freiheitsp. 4619, Häußerbd. 671, Dem. 85 121, Disch. Wirtschaftspt. 23 279, 3. 201 651, D. Bp. 145 776, Bölt.- foz. Block 66 464, Dnntl. 240 417. Es stehen noch 22 Stimmbezirte der Stadt Frantfurt ans. Wels, der Millionenschlucker. Aufklärung eines Kommunistenschwindels vor Gericht. Die Rote Fahne" hat sich am Tag vor der Wahl aus Chemiz telegraphieren lassen, daß die Sozialdemokra tische Partei durch Genosse Wels aus Reichsmitteln dreiviertel Millionen Rentenmark zu Wahlzweden erhalten habe. Diese Behauptung, die für jeden fritisch veranlagten Beurteiler ohne weiteres als ein frafier Wahlschwindel der legten Stunde erkennbar war, wird von der fommumiffischen Preffe auch weiter unter den üblichen grotesten Schimpfereien über die„ bestochene BSPD." wiederholt. DE. eine führende Rolle gespielt hat, sich auch wegen der Ermor dung Minister Erzbergers, und zwar ebenfalls wegen Beihilfe, zu verantworten haben wird. Gemeindewahlen. Dortmund, 6. Mai.( Mtb.) Gesamtzahl 68( 78), 3enirum 14 ( 25), Deutschnationale 4( 3), Deutsche Volkspartei 12( 12), Demokraten 2( 5), BspD. 10( 32), 11SBD. 1, KPD. 19, Chriftlichsoziale 1, Kriegs: beschädigte 4, Bolen 1 Sig. Mülheim- Ruhr, 6. Mai.( Mtb.) 3entrum 10( 18), Deutschnatl. 8( 8), Deutsche Boifspt. 6( 12), Demokraten 2( 5), BSPD. 7( 19), KPD. 12( 9), Wirtschaftsbund 5( 1), Völkische 1. Bochum, 6. Mai.( Mtb.) In Bochum ist durch die GemeindeDie Sozialdemokratische Partei verdankt die Mittel zur mahl in der Stadtverordnetenversammlung eine bürgerliche Führung des Wahltampfes niemand sonst als der Opfer mehrheit erzielt morden. Die Bereinigten Sozialdemo milligfeit ihrer Genoffen. Die erforderlichen Sumeraten haben. 7( 17), Deutsche Volkspartei 6, Kommunisten 13, men find zumeist aus fleinen und kleinsten Beträgen auf Demokraten 2, Chriftlichsoziale Boltsgemeinschaft 2, Deutschnatio nalen 6, Wirtschaftspartei 2, Bentrum 15 Size errungen. gebracht. Remscheid, 6. Mai.( Mtb.) Gefamigaht 42( 54). 3. 4. D. p. 3, Dijonti. 3, Dem. 12( bisher Berein, Bürgerp. 22), BSPD 9 ( 12), USB. 7, Komm. 2( bisher 18). Spartatus 2. els hot peon! Genoffe Bels bat gegen die Rote Fahne" Klage erhoben, bamit sie vor Gericht mit ihren Beweisen" für ihren frechen Schwindel herausrüden famm. Zur Verhaftung Günther Brands. Auch am Erzbergermord und am Scheidemann- Attentat beteiligt? Ein Attentat gegen den Reichspräsidenten geplant. Die Korrespondenz BS. meldet aus Leipzig: Wie bereits gemeldet, ist jetzt in München ter furz nach der Ermordung des Reichsministers Walter Rathenau geflüchtete Stubent Günther Brand festgenommen worden. Brand wird jezt in Das Leipziger Untersuchungsgefängnis übergeführt werden und sich in Kürze vor den zuständigen Gerichten, voraussicht lich vor den Staatsgerichtshof zu verantworten haben. Nach den angeftellten Ermittlungen ist Brand, der jeßt 26 Jahre alt ist und dus Riel stammt, offenbar nicht nur in die Mordsache Rathenau verwickelt, sondern er dürfte auch, wie aus den feinerzeit bei ihm Beschlagnahinten Baperen hervorgeht, mit den Mördern des Reichsministers Erzberger, Shulz und Tillessen, in näherer Berbindung gestanden haben; Brand, der während des Krieges Marineoffizier war, wohnte bis zur Esmordung Minister Rathenaus in dena. Er war ebenip wie die verstorbenen Kathenau- Mörder Fischer und Kern Angehöri ger der Sturmfompagnie der Brigade Ehrhardt und Führer bes Deutsch nationalen, Jugendbundes, Landesverband Sachfen. Bor, der Ermordung Rathenaus war ihm der Auftrag übermittelt worden, ein schnelles Bersonenautomotil zu bejchaffen, und Brand fezbe fidy mit dem inzwischen nach Desterreich geftichteten Fabritanten Rüchenmeister in Berbindung, Den er zur Hergabe feines Kraftwagens veranlaßte. Ob der Verhaftete sich bei der Ausführung des Mordes im Kraftwagen befunden hat, bedarf noch der näheren Ermittlung. In der Jenaer Woh mang des Festgenommenen find von der Polizei Papiere gefunden warben, unter denen sich auch die Mitgliedstarte des Deutsch söllischen Turnvereins Dresden", des Neudeutschen. Bundes Münthen des Berbandes nationalgefinnter Soldaten", des Deutschen Drbens und der Nationalsozialistischen Arbeiter. partei" befinden, " Aus den Dokumenten geht ferner mit Sicherheit hervor, daß Brand init den Arnsberger Mördern Schulz und Tilleffen in engem Berkehr gestanden hat, und daß er ferner auch über das gegen Oberbürgermeister Scheidemann- Kaffel vorbereitete Attentat informiert war. Ferner find bei ihm Briefe gefunden worden, die darauf hintreffen, daß in rediscaditalen reisen anläßlich eines Befuches des war. Ferner find bei ihm Briefe gefunden worden, die darauf hinReichspräsidenten in Münden offenbar ein Aufchlag geplant war. Gegen Brand mar feinerzeit die Boruntersuchung wegen Bei-hilfe zur Ermordung Minister Rathenaus eröffnet worden, doch hielt fidy Brand- längere Zeit, mit falschen Papieren versehen, im Torslande auf, und ist dann später nach Bayern zurüdgefehrt, wo ergleichfalls unter falschent Namen leble. Auf eine Anzeige hint gelang es erst in den letzten Tagen festzustellen, daß der Verdächtige, der inzwischen in München weiterstudiert hatte, mit dem gesuchten Brand identisch ist. Es ist nicht unmöglich, daß Brand, der in der Jm Vestibül. Bon Else Rabe. Ein junges Mädchen, Arbeiterin in einer Druckerei, erscheint in der Halle des eleganten Hotels, um für den Herrn in den Simmern 10 bis 12 eine Rorrettur zur Durchficht vorzulegen. Sie ist beauftragt, zu warten. Man läßt sie im Bestibül Play nehmen. Eie felt fich in einen der weichen Seifel und wartet länger als eine Stunde. Bielleicht brachte sie einem großen Dichter die Bogen seines cuen Gebidhikonbes, und er ist in letter Stunde init dem Rhythmus feiner Berje nicht zufrieden? Ein Nachfahre Heines, der feine Strephen in den Korrekturfahnen umdichtet und Zeit und Belt darüber vergiẞl? Es ist am fritjen Nachmittag. Außer dem jutiger Mädchen haffen sich nur noch zwei Personen längere Zeit in der Halle auf. le anderen find mehr oder weniger eilige Paffanten, die schwei gend über nach hais autem Wortwechsel mit dem Portier weitergehen. Die beiden gleichfalls Wartenben aber find eine distinguierte Damé im Schatten der Palmenede, die das blaffe, leicht erschlaffte Geftcy in einen hochgestellten Weißfuchs sentt, und ein gepuderter Jingling mit blanten Augen und ästhetisch gerichteter Linie, der im Bicht des buntgeschliffenen Fensters feine Ladspihen betrachtet. Die Dame verfolgt mit wadyfamen Auge jeden Passanten, der das Hotel verläßt, als fürdyle fie, es könne ihr jemand entweichen; der Jüngling aber hat für seine Umgebung fein Interesse; er beteddytet. lediglich seine Stiefelspigen oder das Muster des Teppichs. Ein paar Boys stehen an den Pfeilern und warten auf Befehle. Plößlich wird ein eigenartiges Geräusch vernehmbar. Die Knaben stoßen einander an. Sie machen den Bertier auf das junge Mädchen sufmerksam, bas eingeschlafen ist und laut schnarcht. Ein tecker fleiner Bursche stolziert mit verhaltenem Lachreiz an der Schlafenben vorbei und räuspert sich so vornehmlich, daß sie aufwacht und den zur Seite gefallenen Kopf erschrect hochreißt. Sie bemerkt, daß es in den Mundwinkeln des Boys verräterisch zuckt und errötet bis unter die Haarwurzein. Die ferneistehenden Knaben fichern. Das junge Mädchen fämpft fidytbar mit den Tränen. ' Der äfthteische junge Herr hat die Schnarchende anfangs entfekt angestarrt und sich dann angewidert zum Fenster gewandt, das er nervös mit den lang mamitürten Fingernägelii betrommelt. + Die Danie mit dein Weißfuchs aber hat mit wachfendem Intereffe die jene zwischen dem verlegenen Mäddyen und dem Bon per folgt, die gedankenlos ihresgleichen verlachen und nur die Komit in der Situation der Arbeiterin bemerken, die fett 7 Uhr morgens Wait für all in die surrende Maschine tegle und in der ungewohn Kube des Wartens den weichen Polstern des Luxushotels erlag. te vam je nicht verfchentlich in das Bestibül für die Gäste geSolingen, 6. Mai.( Mtb.) Bürgerl. Parteien 20, BSBD. 7, Romm. 13, Rep. 1. Siegen, 6. Mai.( Mtb.) Gesamtzahl 33( 36). 3. 7( 9), Difchnl. 10( 8), D. Vp. 7( 8), Dem. 2( 3), BspD. 3( 5), USP. ( 1), Komm, 3(-), Völl. Blod 1. Keiner Partei angehörig 2. Effen, 6. Mai.( Mib.) Bei den Stadtverordnetenwahlen erhielt die KPD. gegen bisher 3 Size 19 Size. Die BSPD. erhielt 10( 20) Sige. Das Zentrum 25( 45) Size, christliche Boltsgemein schaft hat 2 Size. Die vereinigten nationalen Parteien, die bisher 15 Sige hatten, zerfallen jetzt in die D. Vp. mit 9 und die Dntl. gleichfalls mit 9 Gigen. Die Bolen haben ihre bisherigen 3 Man: baie eingebüßt, Dem, santen von 6 auf 1, dagegen erhielt die Partei ordneben stehen 49 bürgerliche gegenüber. Die Stadtverordneten versammlung ist in ihrer Gesamtheit von 102 auf 78 Eike reduziert worden. Elberfeld, 6. Mai.( Mtb.) Gesamtzahl 54( 66), 3. 8( 12), Dntl. 11( 13), D. Bp. 5( 4), Dem. 2( 6), SPD. 10( 29), KPD. 9-(-), Wirtschaftsb. 5(-), Dtschvölf. 4, Kriegsbeschädigte 0( 2). Barmen, 6. Mai.( Mtb.) Gesamtzahl 56( 78), Zentrum 5( 8), Deutschnatt. 16( 18), Deutsch Bolfspt. 5( 2), Demofraten 2( 9), USPD. 8( 34), KPD. 13( 2), Witishaftbund 1, Deutschvölfische 2, Westfalenbund 3. Duisburg, 6. Mai.( Mtb.) Zentrum 12( 25), Deutschnatt. 6.( 10), Deutsch Beifspt. 8( 7), Demofraten 2( 6), BSPD. 9( 21), PD. 14 (-) Böfifche 4(-). Erefeld, 6. Mai.( tb.) 3entrum 24( 30), Büroert. Arbeitsgemeinschaft 13( 12), SPD. 5( 12) USPD. 1( 12), KPD. 7(-) Machen, 6. Mai.( Wtb.) BSPD. 3( 14), Bentrum 23( 37), Dnatl. 2( 1), Deutsche Bnlfspt. 5( 3), Dem. 2( 5), Komm. 8( 9), Mieter 7, Bürgerblock 2. Dntl. 5, Dem. 1( bisher D. Bp., Dntl. und Dem. zusammen 11), Bonn, 6. Mai.( Mtb.) Gesamtzahl 48( 60), 3. 20( 33), D. 2p. 6. SPD. 5( 13), KPD. 5(-), Mieter- und Bodenp. 4(-), Mieterverein-( 1). Koblenz, 6. Mai.( mtb.) 3. 20, freie Bürgervereinig. 12, Dntl. 3, BSPD. 4, KPD. 2, Beamte 2. Börse und Ruffen- Zwischenfall. Ziemlich ernst betrachtet man an der Börse die Folgen des deutsch- russischen Zwischenfalles in der Berliner russischen Handels: vertretung, insbesondere befürchtet man unnfangreiche Schädigungen einzelner Industrien durch die Schließung der Handelsvertretung und durch die Unterbindung des deutsch russischen Geschäftes. Dieß formen, wie man in Börjentreifen meint, leicht eine dauernde fein, fändische und englische Marki von den Russen besonders beachtet wird. da gerade im gegenwärtigen Augenblick der soeben erschlossene bol Immerhin hofft man im beiderseitigen Interesse auf eine balbige Beilegung der Angelegenheit. Infolge dieser Erwägungen eröffnete die Börje anfangs in fhwächerer haitung. Recht günstig beeinflußt wurde jedoch die Tendenz der Börse durch den ersten Ausweis der deutschen Golddiskontbank, der eine durchaus gute Entwicklung der Kreditgestaltung erkennen fäßt. Die Lage des Gelde marftes erscheint mit einem Sag für tägliches Geld von 1 bis 1½ pro mille etwas angespannt. Immerhin konnte das Kaufninecu auf den meisten Märkten sich im Verlaufe der ersten Börsenstunde erheblich aufbessern. wiesen, sondern im Botenzimmer warten lassen, so wäre ihr Schlaf respektiert worden, Die stille Beobachterin hat aufgehört, auf die Personen zu achten. Eie lugi feilnahmsvoll zu dem Mädchen hinüber. Vielleicht gehört auch sie zu denen, die man warien läßt, so daß sie empfängich wurde für das Leid der anderen. Diskret veranlaßt sie einen Boy ,, der jungen Arbeiterin einen Motta mit Kuchen zu servieren. Sie bezahlt und läßt den Kopf traurig in den Weißfuchs sinten. Scheinbar nimmt sie fremdes Leid zu eigenem an oder läßt ihre größere Tragit in der fleinen eines anderen Menschen sich verfieren: Die Arbeiterin fährt erschreckt zusammen, da ihr der Boy den Kaffee bringt. Sie nippt verwirrt an der winzigen Tasse und fann cus Angst vor den indiskreten Blicken der Knaben Kuchenbested und Kuchen nicht berühren. Aber if plötzlicher Entschlußtrofe steht sie auf, läßt den weichen Seffet, Metta und Kuchen auf filbernen Tablett im Stich und wendet sich an den Portier. Ob man fie vergessen habe? Sie bittet, den Herrn auf Zimmer 10 bis 12 zu erinnern, daß sie die Korrektur feiner Artien ermarte. Da erscheint auch endita) ein großer Sider Herr mit einemi Bündel Papiere, die er auf den Tisaj des Bortiers wirft. Er be trachtet mißbilligend die Arbeiterin und schimpft über die miserable Roereftur. Die Fehler habe er bereits telephonisch angegeben, binnen zwei Stunden verlange er neue Abzüge. Die Kleine rafft hastig die Papiere zusammen und will sich fluchtartig entfernen. Der dide Herr aber ruft sie zurück und gibt ihr unter gubartigem Brummen ein Trinkged. Danach wendet er sich selbstzufrieden um und entdeckt die Dame mit dem Weißfuchs, die sich ihm in den Weg gestellt hat. Er lagt breit auf und begrüßt sie mit einem Schulterschlag: Ach richtig! Na, dann kommt nur rauf! Wie du siehst, war ich beschäftigt." Der Jüngling blickt den beiden nach und bemerkt, daß die im Balmendunkel so distinguierte Dame nicht nur ein schlecht sitzendes Kostüm, sondern auch einen etwas angeschmußten Weißfuchs trägt. Er zieht die Mundwinkel herah und dokumentiert damit seine Menfchenverachtung. Dann betrachtet er wieder seine Ladipizen und wartet, bis die Gäfte zum Fünfuhrtee erscheinen. | Die internationale Regelung. Die erste Etappe zurückgelegt. Baris, 6. mai.( WEB.) Der Brüsseler Berichterstatter des „ Echo de Paris" berichtet, nach Auffassung der belgischen Minister fei jedenfalls eine erste Etappe zurückgelegt. Die Annahme des Sach. verständigenberichts bedeute ihnen zufolge, daß die Allierten jidh darüber einig felen, es handele ich nur noch darura, über die Art und Weise der Ausführung und die Vorsichtsmaßregeln, die dabel geboten feien, eins zu werden. Brüffel, 6. Mai.( EP.) Nachdem Theunis und Hymans gestern vormittag dem König über ihre Londoner Reise Bericht era fio ebenfalls mit den Unterrebungen der beiden Minister in Chequers stattet hatten, fand gestern nachmittag ein Ministerrat ftoft, der beschäftigt. Ueber diese Unterret ungen mitd nach wie vor strengfies Stillschweigen bewahrt. Man erilärt lediglich, der Zweck der Reise fei vor allem der gewesen, zwischen den Aliierten eine Atmosphäre des Vertrauens herzustellen, um die spätere Einberufung einer interaffiierten Konferenz zu erleichtern. Die Wirkung nach außen. 11 Die deutschen Wahlhelfer Poincarés. Paris, 6. Mai.( EP) Die Kommentare über die Reichstags mahlen haben sich seit gestern wenig verändert. Die nationalistischen Zeitungen fordern die franzöfifchen Wähler auf, sich am nächsten Sonntag von Beispiel der deutschen Wähler leiten ju lajica. Allgemein meist man darauf hin, daß es fomieriger als früher jein werbe, Der„ Petit in Deutschland eine Regierungsfoalition zu bilden. Barisien" und das Journal" glauben, daß eine Roalition aller bürgerlichen Parteien das wahrscheinliche sein werde. Der„ Matin" schreibt, daß den Alliierten die Einigung sowohl in der Reparations. als auch in der Sicherheitsfrage fich aufprängen werde, wenn sie sich in einigen Wochen einer deutschen Befreiungs" regierung gegenüber befänden, denn auch die Mäche, die Deutschland Bertrauen entgegenbringen wollten, würden ohne Müte begreifen, daß man auf das Wort einer solchen Regierung nicht vertrauen dürfe. Wenn sie auch den vorteilhaften Teil des Sachverständigenplanes, nämlich die Anleihe, annehme, so werde sie doch nachher offen ihre Absicht befunden, Deutschland von den übrigen Berpflichtungen zu befreien. Im„ Echo de Paris" erklärt Pertinar, daß man nicht ohne weiteres fagcn tönne, welches die neue Regierungsmehrheit sein werde. Es foi wahrscheinlich, daß die Sozialisten endgültig van der Regierung aus geschlossen würden. Die Reichstagswahlen zeigten der Welt, daß Deutschland sich feit der Niederlage nicht geändert habe. Der Verfailler Bertrag werde nur in dem Maße Wert befizen, als er pon ber überlegenen Gewalt geschützt werde. Der Figaro" fordert auf, die Politif des neuen Reichstags mit Aufinerffanifeit zu verfolgen, denn Deutschiand scheine jetzt für eine, monarchistische Diftatur reif. heitsfront der iierten geradezu auf. Gegenüber diesen beunruhigenden Symptomen dränge sich die EinDie französischen Wahlen. Paris, 6. Mai.( TU) Der Ausgang der Kammerwahlen am tommenden Sonntag wird in hohem Grabe von dem neuen Wahlsystem beeinflußt, das die Bertreter fümtlicher Parteien. übereinstimmend als widerfinnig bezeichnen. Dieses neue Wahlgesetz ist von der alten Kammer kurz vor ihrem Auseinandergehen beschloffen worden. Es ist ein kompromiß zwischen der bisheriger Methode der Entscheidung durch Stimmienmehrheit bzw. durch Stichwahlen und dem System der Berhäl niswahl in Deutschland. Gewählt werden diesmal im ganzen 584 bgeordnete gegen 624 in der liften nach Departements ftatt. Entscheidend ist zunächst die abſo vorigen Kammer. Die Wahlen finden auf Grund von KandidatenIute Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Eine Bewerberlifte, die dieje erreicht, ist unter Ausschluß fämtlicher Gegenlisten gewählt. Bird die absolute Mehrheit für teine der abgegebenen Listen erzielt, fo kommt die Berhältnis mahi in Anwendung. Dem Wähler ist gestattet, die Kandidatenlisten insofern zu ändern, als er die Namen verschiedener Lijien jeines Wahltreises felbständig zu einer neuen Liste zusammenstellen, tann. Dies läßt eine 3ersplitterung ohne Ende und eine Berwicklung als möglich erscheinen, aus der jobald fein Endergebnis herauszufinden ist. stellte. Die beiden Bilder, die die heiligen Christoph und Stephan Darstellen gingen für den Refordpreis von 100000 Dollar an einen Sammier in Cincinnati über. Wir weisen barauf hin, daß diese beiden Bilder nach der Ber ordnung der Reichsregierung vom 11. Dezember 1919 in das er zeichnis national wertvoller Kunst merke" ausdrücklich aufgenommen waren, ihre Ausfuhr ins Ausland also nur mit besonderer behördlicher Genehmigung stattfinden durfte. Ist diese Genehmigung nachgesucht und erteilt worden? Die Brücke über das„ Goldene Tor". Die dem Reford auf jedem Gebiet nachjagenden Amerifoner begeistern sich jetzt für ben gigantischen Vlan, San Franzisko über den Meeresarm des Goldenen Tores hinweg mit der ihm im Norden gegenüberliegenden Halbinsel durch eine Riefenbrüde zu verbinden, die an Länge und Höhe alle anderen Brüden der Welt weit hinter sich lassen würde. Die von J. B. Strauß entworfene Brüde über das Goldene Tor hat eine Gesamtlänge von über 2500 Metern. Der Mittelteil, als Hängefonstruktion geplant, foll eine Länge von nicht weniger als 1200 Metern erhalten und sich 60 Meter über dem Wasserspiegel befinden. Als Träger für die beiden mächtigen etwa 5200 Tonnen wiegenden Spaimseile der Mittelpartie find an jeder Seite zwei je 233 Meter hohe Türme vorgefeheit. Diese vier Türme, in der Höhe xur wenig hinter dem Woolworth Building, New Yorks höchstem Wolfenfrazer, zurückbleibend, sollen gut einem Wahrzeiden San Franzistes werden und die antommenden Schiffe schon von weitem grüßen. Es ist geplant, auf der Spitze der Türme Galerien für bas Bublifum einzurichten, dem fich von der Höhe aus ein wunder voller Blick auf das über zahlreiche Hügel brandende Häusermeer San Franziskos, über den weiten Ozean und die von Bergen umrahmte Bai von San Franzisko bieten wird. Die Kosten der Brüde find auf 17 Millionen Dollar veranschlagt. Wie gewaltig die Maße der Goldenen- Tor- Brüde find, wird einem erst recht flar, menn man sich vergegenwärtigt, daß die weitestgespannie, im Gebraudy be findliche Brücke der Welt die 1917 erbaute St. Lorenzbrüde bei Quebec ist, die 549 Meter migt. Bolksbähne. In der für Sonntag, den 11. angefekten ersten Film. matinee der Bolfsbubne im Theater am Bilsplay wird der Film„ Ammmbfens Nordvolerpedition die gescheiterte Nordpolfabei mit dem Schiff Maud zur ersten Ausführung fomnies. Der Vertriebs dieses Films für Deutschland und das gesamte tuslaud liegt in den Händen der Reyfilm-.-., die das Wert der Boltsbühne in freundlicher Weise zur Verfügung gestellt hat. Die Früh ahrsausstellung der Akademie der Künfte, die ene Barijes Blak Werte der Malerei und Vigitif zeigt, wird am Sonnabend, den 10, eröffnet. Die Gröffnungsrede hält Brof. Mar Lieberman. Die Graße Boltsoper wird auch über den Sominer bin Cher spielen und in glaishem Maße wie bisher Neueinstubleringen herausbringen. Deutsche Fürsten vertaufen national wertvolle Kunstwerte ins ustand. In Amsterdam wird die große Bersteigerung der Galerie des früheren Großherzogs von Oldenburg angekündigt. Aber auch Wiener Sunflausftetung. Sonnabend wurde in Bien die 45. Jahres. in London und New Dort erschienen jekt bedeutende Werte aus darunter war das Auftauchen von zwei fleinen Altorfiügeln des deutschem jürstlichen Befiz im Kunsthandel. Der auffälligste Fallien 3 und die damit verbundene 9. repräsentative ungarische Ausstellung ausstellung der Genossenschaft der bildenden ünfte eröffnet. Um das Interesse für bie alte berühmte Biener Bebaillenfumit großen Brügger Meisters Hans Memling aus, dem Befih des aujs neue ju treden, hat die Medailleurvereinigung im Rahmen der Früb früheren Großherzogs von Sachsen Weimar, die ein jahrsausstellung eine Sonderausstehung veranstaltet, welche die herbore teutih- ameritanijcher Kunsthändlertongera in Amerita zu Vertaufregenden Werke biefer Rimt von Jahre 1908 bis in die Gegenwart enthält Wahl vor den Toren. Es war einst ein rechtes Bauerndorf gewesen, aber in den legten zwanzig Jahren hatte es fich geändert. Handwerker, Bahnund andere Beamte, Gärtner, Renters und Künstler hatten sich anfäffig gemacht, die ruhige Lage im dis Nähe der letzter: Bororistation waren fogar für Geschäftsleute, die in der Großstadt ihre Bureaus hatten, zur Niederlassung bestimmend gewesen. Aber der idyllische Charakter war geblicken; noch wie vor weideten die Gänse inmitten des Dorjes, noch immer war die Durchfahri eines Autos ein Ereignis, das die Jugend vor die Tür und die Aften an die Fenster lodie. In den Bauerngärten standen diefelben Pflanzen, Die schon die Bäter und Großväter gepflanzt hatten, nur auf den Wirtschaftshöfn waren die früheren Fachwerkbauten und die Schuppen durch Massivbauten erscht. Mit einem Bort: ein Idyll Und nun geschah etwas, das Leben in das Dorf bringen sollte. Gemeinderatsuahi war angeseht, und zwar auf denselben Tag wie die Reichstagswahl. Und es gab nicht nur eine Liste, sondern deren zwei:-, Landwirt;-, Landwirt;-, Landwirt und so fort stand auf der einen, während die anders unter dem Dutzend Namen audi einige Landwirte, aber daneben Handwerfer, Beamte, Gärtner usm. aufwies. Mit einem, Bort: hier Bauer dort Nichtbauer. Es ist zwar nicht schön, aber begreiflich, daß diese Wahlkampagne die für die Reichstagswahl in den Schatten stellte, Versammlung folgie ouf Bersammlung, Kompromißer suchten die berühmte Einheitstifte in Borschlag zu bringen, man sprach sogar von einer dritten Liste, aber die beiden Blodparteien blieben fest. Die Kraftprobe wurde gemacht. Sam Wahllofal wurden jedem Wähler zwei Bahlfuneris in die hand gegeben hoffentlich hat feiner den großen Reichstags. wahizettei in bas falfche Ruvert geftadt! Das Resultat? Die Nichi- Landwirte erhielten 7, die Nur- Landwirte 5 Stimmet.; Trok einer Agitation der letzteren, die für das Dorf ein noch nie dagewesenes Schauspiel bot. Burden doch die fäumigen Wähler, namentlich alte Frauen, in den Equipagen der Landwirte abgeholt, trobem der Weg zu Fuß höchstens zwei Minuten beanspruchte. Aber folde Reverenz vor Se. Majestät dem. Wähler imponierte manchent, und namentlich den alten Damen, denen auch noch rasch ein Privatiffimum über den Gebrauch des Stimmzettels gelesen wurde. Und trotzdem 5 gegen 7 das gibt zu denken. Die Sommerwohnung in der Laubenkolonie. In den Kreisen der Baubenkolonisten ist es vielfach üblich, nom Frühjahr bis in den Herbst hinein fast ausschließlich in der Laube zu mohnen. Ein großer Teil der Einrichtungsgegenstände wird nach der Baube geschafft. Die Hauptwohnung steht halb leer, wird nur felten aufgesucht, um nach dem Rechten zu sehen. Oft wird diese Bohnung ganz oder teilweise an einen Bohnungslosen in Unterniete gegeben, mit oder ohne Genehmigung des Wohnungsamtes, bas in der Regel von dem Vorhandensein der Laubenwohnung nichts meiß. Dieses Verfahren mahnt zur Vorsicht. Es fönnen schon Schwierigkeiten entstehen, wenn ein undantbarer Untermieter im Herbst den Auszug verweigert. Schlimmer ist es, wenn das Bohnungsamt auf Grund irgendeiner Demumziation die Hauptmohnung beschlagnahmt mit der Behauptung, sie sei von dm Inhaber länger els drei Monate nicht benut worden. In einem solchen Falle wurde dieser Tage einem Lauben fofonisten, wozu das Bohnungsmangelgejes die formale Handhabe bst, endgültig die Hauptwohnung entzogen, obwohl sonst ailes gegen das Verhalten des Untermieters sprach. Man tue also nchis, was einem wohnungslüfternen Untermieter die Konstruktion erlaubt, die Hauptwohnung sei geräumt und aufgegeben worden. Lielmehr soll der Laubentolonift fich immer einen erheblichen Teil der Hauptwohnung nur für eigene 3wede vorbehalten, er soll auch hier in nicht zu langen Zwischenräumen öfter nächtigen und fih für alle Fälle durch Zeugen den späteren Beweis hierfür sichern. Bird diese Borsicht nicht geübt, so entsteht die Gefahr, daß der Loubenfofonist auch im inter in einer Holzlaube hausen muß, die zum interaufenthalt für Menschen in teiner Weise geeignet ist. Auch ein Studienrat. Vus Fürstenwalde( Spree) wird ms berichtet: Sin unglaub ti her Borgang hat sich hier am Wahltage abgespielt. Der deutsch völfische. frühere Studienrat en uing von Mellenthin, dor sich auf seinen Adel und fein Ariernam viel zugute tut, überfiel in der Nähe eines Wahllotais feinen früheren Chef, den Studienbirefior Steiner vom städtischen Gymnasium, und be: arbeitete ihn mit den Füßen in so roher Weise, daß Schreiner einen Arm- und Beinbruch und einen Bruch des Nasenbeins davonirug, fo baß er fofort dem Krankenhause zugeführt werden mußte. Der Bolizeiserwalter ließ Mellenthin sofort einsperren. Offen far hat von Mellenthin die feige Tat begangen in der Annahme, ech Schweiner an seiner 3 wangspensionierung schuld sei. Der Befizei erklärte Metlenthin feelenruhig, daß er die Tat nicht bereue, denn es hätte se tomмen müssen. Menn wir' redit unterrichtet find, ist Mellenthin seinerzeit zwangs weise megen verschiedener Borfälle, die ein eigenartiges Licht auf feinen Geistesaust and warfen, vom Dienst suspendiert werden. Seire augenblickliche Zugehörigkeit zur Partei der Deutschvölkischen scheint einige Berinulungen zu bestätigen. Aussehung eines schwachfinnigen Mädchens. Das Berschwinden eines neunjährigen Mädchens beschäftigt seit einem Jahre bie Kriminalpolizei. Ein Landarbeiter Karl Meißner in Balz bei Landsberg, a. d. B. hatte aus seiner Ehe mit der ieht von ihm geschiedenen Fran eine am 15. Januar 1915 geborene Lochter Hedwig, die geistig sehr zurüdgeblieben war. Seit Anfang Mai vorigen Jahres ift diefes Mädchen frurios ner munden. Meißner gibt zu, es damals in Berlin feinem Schidiol überlassen zu haben, wohl weil er die Absicht hatte, fich wieder zu verheiratene er fagt, war das Kind zu feiner häus lichen Arbeit zu verpenben. Er durfte es auch nicht allein zu Hause faffen, meil er fürchtete, Faß es durch geueraniegen oder dergleichen Unheil stiften fönne. So fan er auf den Gedanken sich seiner 3 entledigen. Anfangs Mai 1923 fuhr er mit ihn nach Berlin. Auf Sem Schlesischen Bahnhof angekommen, ging er hinter dem Mädchen die Treppe hinumter, wandte sich im Gedränge plöglich um, ließ das Mädchen allein meitergehen, löfte eine Fahriarte und fuhr wieder ab. Alle Nachforschungen nach dem Mädchen sind bisher erfolglos ceblieben. Man vermutete, daß es sich irgendwo in einer Anstalt befinden fönnte, aber auch die Ermittlungen nach dieser Richtung blieben negativ. Das vermiste Mäbchen hat hellblondes auf die Schultern herebfallendes Haar, lächelt immer blöde und hält den Kopi ciwas schief Mitteilungen über seinen Verbleib an die Bermißtenzentreie, Kriminalfemmjjar Gahanig im Belizeipräsidium. Aufhebung einer Geldscheinfälscherbande. Bar einiger Zeit wurden zwei aus Rußland eingewanderte Raufleute namens Joseph Friedmann und Joseph Jelino. itsd megen Fehlereien und anderen Graftaten mit Zuchthaus reftraft und nach Terbukung ber safe ausgewiefen. Sie fanden jedoch in Berlin Unterschlupf. Durch Mittelsmanner betamen fie einen geschitten Technifer Ernst Ipater an die Hand. Diesen überbeten sie, mit ihnen gemeinsam in der Herstellung von Halid geld zu arbeiten. Außer einem bestimmten Geschäftsanteil, den er helten fols, bestritten fie feinen Lebensunterhalt. Bei einem unann in der Wilhelmstroße, der 8 Zimmer bewohnte, mieteten Friedmann und Jelinewsich zwei Zimmer und richteten hier cia mit allen neuzeitlichen Hilfsmitteln ausgeftatictes& aboratorium für Aivater ein. Diesen besuchte Friedmann fast. täglich, um mit ihm Geschäftliches. zu besprechen und sich nach den Fortschatten der Arbeiten zu erfundigen. Weil er aber tie Polizei doppelt zu fürch ten hatte, bestellte er Altvater in irgendein Restaurant oder Rassee, so oft er eine Besprechung für notwendig hielt. So tamen die drei in einem Lokal am Spittelmarkt wieder zusamunen und murden dabei von der Kriminalpolizei verhaftet. Bei einer Durchsuchung des Laboratoriums in der Wilhelmstraße wurde das ganze Material, darunter drei fertige Druckplatten zur Herstellung von Ginhundert. rentenmartscheinen, beschlagnahmt Die Bande stand gerade im Begriff, mit der Herstellung der Scheine zu beginnen. Die Verhafteten wurden dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Nicht umgelegte Betriebskosten. Die Befanntmachung zum Reichsmietengefeh. 3iffer II, legier As die am 1. März 1924 in Kraft trat, fagt ut, a. folgendes: Kommen in einem Zahlungsabschnitte umlagefähige Betriebskosten nicht zur Umlage, so sind die hierdurch gesparten Beträge bei der nächsten Mielzahlung in Anrechnung zu bringen." Leider scheins in der Mietershaft diese Bestimmung nicht ge nügend befærni zu fein. Sehen wir uns einmal die pratische Ausmirfung an. Ein Haus in Tempelhof mit 27 Mietern. Das erste ortal hatte früher Warmwasserversorgung, die jedoch seit langem eingestellt ist. Die frühere Gesamtfriebensmlete betrug 1640,66 2. Für Monat März zahlte die Mieterschaft bei 28 Pro3. Miebe für Betriebskosten allein 15 Broz., das sind 246,10 m. Ant 31, März fonnte der Hauswirt an Betriebsfoften els nerbraucht nur 153,29 m. nachweisen, jo daß der Mieterschaft für die Mietzahlung für April 92,81 m. gutgebracht werden konnten. April meist folgendes Bild auf: 15 Broz. für Betreibstosten 246,10 M.; umgelegt tonnien nur 144 M werden, Gutschrift für die Mieter bemnad 102,10 M.! mit Rücksicht darauf, daß Zweifel an der Richtigkeit dieser Aufstellung bestehen fönnten, sollen hier die für April umgelegten Be= triebskosten angegeben werden: 1. Grund- und Gebäudesteuer einichl. der preußischen Grundvermögenssteuer m. Gemeindezusälag( 100%) 2. Entwässerungsgebühren, 112 cbm à 13 fg. 3. Straßenreinigungsgebühren 4. Wassergeld, 85 cbm à 21. fg.( 18. 3.- 8. 4. 24) 5. Müllabfuhr 6. Stromkosten für Beleuchtung und Türklingel einicht. Kosten für Klingeltransformator und Zäblermiete 89,40 2. 14,56 4.20 9 17,85 12,20 SP 5,79 Summa 144 00 Mr. Unser Haus mirtschaftet als Ausnahme feineswegs billig, wofür die Zahlen für Bajernerbrauch usw. ben besten Beweis abgeben dürften. Darum Mieterräte bzw. Mieler! Jufpassen und eventuell die Unterlassungsfünden nachhalen! Der nichtverbrauste Betriebskostenbetrag gehört der Mieterfchofe und nicht dem ausbefizer! Bankkonto fünf Mark. Eine Gründung, die mit martischreierischen Anpreisungen ar beitete, beschäftigt die Kriminalpolizei. Ein Speditionsunternehm, das Geschäftsleute mit den schönsten Prospekten überschwemmte, erbot sich zu auffallend billigen Beförderungen, Es nannte fich Andersen u. Co.", Wallnertheaterstr. 28, und wollte Filialen in Samburg, Stettin und Stockholm haben. Auf eine Anzeige hin, be schäftigte sich die Kriminalpolizei mit dein Unternehmen, des auch mit einem Konto bei einer Berliner Großbank prahlte. Sie fand bei ihrer ersten Nachforschung in dem Hause Ballnertheaterstr. 28 nichts von der großen Firma. Bei dem zweiten Besuche entdeckten fie in einem möblierten 3immer einen Mann, der sich als Berliner Ber: treter des großen Speditionsgeschäftes bezeichnete. Er gab an, daß er einen Ausländer vertrete, der von Stockholm aus das Unternehmen finanziert habe. Ob es diesen Andersen überhaupt gibt, ist sehr frag. lich. Das Berliner Zweiggefchäft" befigt weder Lagerräume noch Fuhrwert. Das Bankkonto betrug ganze fünf Mert. Die billigen Preise erklärt der Bertreter" damit, daß er zu seinen Besorgungen Fuhrwert von Grünframhändlern benutzen wollte, wenn diese nicht beschäftigt wären. Das„ Geschäft wurde geschlossen. Warenkunde im Schaufenster. Die Hausfrauenvereine Berlins und der Verband Berliner Spezialgeschäfte veranstalten vom 7. bis 10: Mai eine Aussielung„ arentumbe im Schaufenster". Zum erstenmal in der Geschichte der Ausstellungen wird eine ganze große Berkehrsstraße in ein Ausstellungsgebäude umgewandelt, und zwar ist dazu die Leipziger Straße auserlehen worden. Bom Bots damer Blayz bis zum Spittelmarkt wird der Hausfrau in fast jedem Schaufenster eine Ausstellung geboten, die ausschließlich der Beleh ung dienen joll. Jeder Berliner Einwohner wird Gelegenheit haben, ich bequem und kostenlos über die Eigenschaften und Unterschiebs merfmale sämtlicher Gegenstände des täglichen Bedarfs zu orientieren. Die fleckengebliebene Straßenbahn. In der vergangenen Radhi wurden in der Charlotten, Ede Französische Straße neue Kreuzungs- und Begenschienen gelegt. Mis heute morgen die ersten Wagen der Linie 99 diese Stelle pajfieren wollten, gings nicht meiter, imd die Wagen blieben steden. Die Millen der Kurven waren so eng, daß die Wagen nahezu eine Stunde zu tun hatten, um die Strecke zu paffieren Roch in den späten Bormittagsfunden gab es an der Stelle arge Beripätungen. Ragenfilhrer, Schaffner und Fahrgäste fluchten um die Bette. Ein Kontrafleur machte dem ein Ende und ordnete an, daß die Wagen die Kreuzungsschienen Franzöfifche, Ecke Charlottenstraße meiden und die Berallelstraßen ( Berufalemer, Lindenstraße) durchfahren. Falsche Rentenmarkscheine. In der letzten Zeit ift in Berlin eine neue Sorte falscher Rentenartscheine zu 10 art aufgetaucht. Die Fälschung ist ziemlich plump, die Beschriftung der Borderseite ist unflar. Das rotgedrudte Muster der Rüc feite wirft bei den Falschstücken recht aufdringlich, so daß eine ganz ondere Birkung als bei den echten Scheinen entsteht. Leicht erkenne bar sind die Scheine namentlich daran, daß fie fein Waffer zeichen haben. Unfall des englischen Gesandten in Bien. Das Automobil des englischen Gesandten 2ters douglas stieß auf der Fahrt nach de: Senumering infolge eines Eteuerdefeftes gegen einen Bount Der Gesandte und seine Gemahlin erlitten hierbei Schnitt wunden am Kopf Bei der Weiterfahrt mit dem Automobil ereignete fich furz darauf ein gleicher Unfall, wobei das Automobil diesmal start beschädigt wurde. Die Verlegungen des Gesandten und seiner Gemahlin, die im Automobil eines Bekannten nach Wien zurüdtehren konnten, find ungefährlich. Eröffnung des Warschauer Flugverkehrs. Um 4. Mai wurde der Flugdienst zwischen Barichau- Bien- Belgrad, Barschau- Prag und Warschau- Bufarest eröffnet. Die Flüge um die Welt. Der französische Flieger D'Oisy ist auß seinem Fluge um die Welt in Kalkutku, angekommen. Wetter für morgen. Gewerkschaftsbewegung Der Bankerott der Zwangsschiedssprüche. Der Rampf auf den Werften geht nun schon in die zehnte Wedje mit unverminderter Erbitterung fort. Jetzt droht auch im Bergbau ein Kampf von gleicher Schärfe auszubrechen. Beide Kämpfe haben das gemeinsame Merkmal, daß sie als Folge verbindlich erflörter Schiedssprüche fich entwideln. Ji Werftarbeiterkampf wurden sogar breimal hintereinander Derbindlich erklärte Schiedssprüche gefällt, deren erfter die Löhne allein betraf, von den Werften jedoch troh Gerichtsbeschluß nicht anerkannt wurde. Die beiden felgenden Schiedssprüche hatten als Houpiobjekt die Arbeitszeit. Der Zwed diefer Echiedssprüche wor die Beseitigung des Aizb hundentages bzw. der Siebenstundenschicht. Da meder die Arbeitszeit. verordnung eine derartige Maßnahme ohne Zustimmung der Organis fationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zuläßt, noch eine Be feitigung des Achtstundentages af parlamentarischem Wege versucht wurde, griff man zu dem Hilfsmittel der Berbindlichkeits. er flärung der Schiebssprüche. Bir haben uns som ersten Augenblid an gegen dieses Verfahren gewandt, das wir als ungejeklich bezeichneten. Die Beseitigung des Achtstundentages gegen den Billen der einen Ber tragspartei auf dem Wege des angeblichen Schlichtungsper fahrens ist nicht allein unvereinbar mit der Arbeitszeitverordnung, fie widerspricht auch allen Gebräuchen und verfehrt die Aufgabe des Schlichtungsverfahrens in ihr Gegenteil. Zu diesem Mißbrauch des Schlichtungsverfahrens hat der Bundesausschus des ADGB. in feiner Tagung von 18. und 19. März eine Entschließung angenom men, die folgenden Workout hat: + Der Bundesausfchuß des DGB. erfennt in doin gefeßlichen Einigungszwang bei Gefamuftreitigtetten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern eine schwere Gefahr für die Bebensintereffen der Arbeiterschaft und der Gemertschafts bewegung. Unbeschadet ihrer Auffassung, daß vor einer Arbeits niederlegung die vorhandenen Schlichtungsmöglichkeiten benutzt werden müssen, fönnen die Geperffchaften auf das Recht, erforder. lichenfalls als legtes Mittel des Rampfes für berechtigte Arbeiter forderungen den Streit anzuwenden, nicht verzichten. Der Bundesausfchuß ertlärt beshalb die den Einigungs. zwang betreffenden Bestimmungen in der Berordnung über das Schlichtungswefen als unvereinbar mit den Interessen der Geertschaften. Er miderspricht nicht einer gejeklichen Regelung des Schlichtungswesens einschließlich der Möglichkeit, unter gewiffen Borauslegungen auch Schiedssprüche für serbind fich zu erfaren. Der Ausschuß beauftragt den Bundesvorstand, geeignete Schritte zu unternehmen, um eine entsprechende Aende. rung der Schlichtungsordnung herbeizuführen und zu verhindern, daß der Einigungszwang in feiner gegenwärtigen gefeßlichen Form in der endgültigen Schlichtungsordnung verantert wird. Im übrigen fordert der Bundesousschuß bie Gemertschaften auf, die Fortentwidlung ber follettipen Regelung der Arbeitsverhältnisse in erster Linie auf dem Wege freier vertraglicher Bereinbarungen und mit vereinbarten, der Selbstper waltung ber Bertragsparteien unterstehenden Schlich hmgsinstanzen zu fördern. In ihrer letzten Nummer nimmt die Holzarbeiter- Zeitung" Stellung zu den unter dem Reichsarbeitsminister Dr. Brouns üblich gewordenen Berfahren, durch Zwangsschiedssprüche Birt schaftskämpfe hervorzurufen Sie schreibt u. a.:„ Die Schlichtungs behörde muß unter gewissen Voraussetzungen die Möglichkeit haben, ihrem Schiedsspruch Gelng zu verschaffen, ihm die Birtſamkeit eines Torifvertrages zu geben. Das darf aber nicht in der Welse geschehen, wie es heute der Fall ist. Der Tarifvertrags hat für das Wirtschaftsleben eine so große Bebeuting, daß es nicht angehta boğ er den Parteien durch die Entscheidung eines Mannes aufge zwungen wird. Gegenwärtig ist das fo; der Schlichter hat es heute in der Hand, durch die Berbindlichteitserflärung des Schiedsspruches der Parteien einen Tarifvertrag auf zu zwingen. Wenn fich Die Unternehmer dagegen wehren, haben sie vollkommen recht. Gie finden dabei die Gewerkschaften auf ihrer Seite. Es ist unbegreif lich, wie die Reichsregierung eine solche Bestimmung in die Berord aug aufnehmen konnte, sa fie doch wußte, daß dieſe ſowohl von den Gewerkschaften als auch von den Unternehmerverbänden abge lehnt wird. Es bleibt ihr Geheimnis, warum sie sich in dieser Frage nicht an den Entwurf einer Schlichtungsordnung vom Herbst 1922 gehalten hat. Der§ 115 diefes Entwurfs beftimumi:„ Für die Ber bindlichkeitsertiärung ist eine Zweibrittelmehrheit der Stimmen erforberlich. Braktisch bedeutet das, daß die Berbindlichkeitserklärung eines Schiedsspruches nicht gegen den Willen einer Partei, erfolgen fam, sondern daß von jeber Partei ein oder einige Vertreter( je nach der Zusammensetzung der Schlichtungstammer) dafür fimmen müffen." Bir fönnen uns mit diesen Ausführungen durchaus einver it an den ertiären. Bir möchten fie aber noch erweitern. Wir halten es für ungefesli und in jedem Falle unzulässig, daß die gesetzlich festgelegte Arbeitszeit durch Schieds. sprüche und nicht durch freie Vereinbarung irgendwie geändert werden darf. Gegen diefes Berfahren, gegen das wir von Anfang on hier unsere Slimme erhoben haben, hätten bie Gewerkschaften von der ersten Stunde an mit ber nötigen Entschiedenheit profeftieren müssen. Die Entwicklung der letzten Monate an den Berg. arbeiterrepteren, deren Ergebnis mir jeßt deutlich genug ver Augen haben, wäre sicher eine andere gewesen, wenn man fich nicht durch, ungefeßliche Schiedssprüche häile festlegen fajfen. 7 Gewißigt durch das Berfahren in anderen Berufen, haben in der legten Zeit die Geperffchafien immer mehr bei Berhandlungen vor Schlichtungsinstanzen die Bedingung gemacht, nur dann an solen Berhandlungen teilzunehmen, wenn ein eventuell zu fällender Schiebsspruch nicht für serbindlich erklärt merde. Es ist einfach ein himmelschreiender Stanbal, menn Schiedssprüche gefällt werden, die eine zehnftündige und zwölfftündige Arbeitszeit verschreiben, und das in Induftrien, wo schon vor dem Kriege eine fürzere Arbeitszeit bestand. Die Arbeiterschaft mehri fich nicht gegen freiwillig zu leiftende und mit einem entsprechenben Zuschlage zu bezahlende Ueberstamben, menn wirflich eine wirtschaftliche Notwendigkeit bafür besteht. Sie lehnt es aber mit Recht ab, fich auf irgendwelchen Umwegen den Achtstundening wieder nehmen zu lassen. Der Kampf in den Werf ten und die fortgesetzten Kämpfe ing Bergbau, die jest nach dem Schiedsspruch des Reichsarbeitsministers Dr. Brauns zu einem allgemeinen Kampf im Bergbau zu führen drohen, zeigen mit aller Deutlichkeit, daß die Politit des Reichsarbeitsministers, durch Zwangsschiedssprüche den Achtstundentag zu beseitigen, nicht allein ungeseklich ist, sondern auch tatsächlich banfrott gemacht hat. Sie ist jedenfalls unhaltbar, und es ist höchste Zeit, daß ihr tin Ende gemacht wird. Die Zechen sperren aus. Auf den Zehen des Ruhrgebiets ist, soweit befannt, allen Berg. Berlin und Umgegend: Bechselnde Sewaltung mit gelegenilise arbeitern, die gestern 7 Stunden nerfahren haben, henie die Einleichten Regenjälen, am Tage etinas wärmer. Deutschland: In Ditdeutschland metit troden, in Riffel, Befo indfahrt verweigert werden. Teilweise haben die Jechen bie Süddeutschland noch vielfach leichte Regenfälle, überall etwas höhere Sages. Tore geschlossen. temperaturen. Groß- Berliner Parteinachrichten. 104. Sibt, Niederschöneweide, Mittwoch, 7. Sat, 7 Uhr, Total Thiele, Berliner Str. 88: Gigung fämtlicher Funktionäre. Beamten und Betriebsnertrationsleute Jungfozialisten, Gruppe Süden. Seute abend 8 Uhr, Suristische Sprechstunde, Lindenstr. 3: Vortrag des Gen. Jafehlen über Materfalitische Geschichts. aufjaffung Aussperrung auch in Sachsen. Die Lage im facfischen Steinkohlenrevier in außerordentli eft. Auf den meisten Schächten ist gestern die Frühschicht ans. gesperrt werden, da pie Belegschaften fich drei Tage hinteren ander geweigert haben, hie#chiftundenfchicht zu fahren. Die Rach mittagsschicht ist daraufhin nicht angefahren. Es ift die Gesamtausiperrung zu erwarten.. Tarifabschluß in der Herrenkonfektion. 3wischen dem Arbeitgeberverband für Herren. und Rnabentieiderfabritanten Deutschlands E. B. und bem Deutschen Bekleidungsarbeiterverband, Filiale Berlin, ist folgendes Lohnabkommen getroffen worden: Wochenohne für Zuschneider a) in den ersten 6 Monaten der Lätige teit 37 M., b) nach jedhsmonatiger Tätigkeit bis zu einem Jahre 39 m., c) bis zu zweijähriger Tätigkeit 43 M., d) nach zweijähriger Tätigkeit 47 M. Bigler erhalten 33,77 m., Serfstattarbei fer 32.16 M. Die Frauenlöhne wurden wie folgt festgefeßt: Einrichterinnen 28,95 M., Büglerinnen 27,34 M., Maichinen näherinnen 25,15 m. bzw. 24,15 M. Alle übrigen Handnäherinnen für leichtere Arbeit erhalten einen Lohn Don 20,90 m. Diese Wochenlöhne gelten für die 48 stündige Arbeitswoche und treten am Montag, den 5. Mai, in Kraft. In der Mitgliederversammlung der Herrentonfettion am Montagabend berichtete u zebach von der Zentralfeitung über das Lohnabkommen. Einleitend wies er darauf hin, in welcher Beise die technische Fertigftellung des Tcrifvertrags durch den Arbeitgeberverband hinausgezögert wurde. Erst am 15. Mai tritt der Reichsmanteltarif in Straft. Die Lohnerhöhung auf Grund des Schiedsspruchs des Reichsarbeitsministeriums wollten die Unternehmer überhaupt nicht bewilligen, obwohl eine ausreichende Begründung von Arbeitnehmerseite für eine Lohnherauffezung gegeben murde In der Aussprache wurde mit allem Nachdruck gefordert, daß Berwaltung und Zentralleitung bemüht sein sollen, in furzer Zeit einen Lohnausgleich in der Stundenlohnhöhe mit Rücksicht auf BLOCH VON 27 DAHER die feit dem Schiebsfpruch erfolgte Teuerung herbeizuführen. Nur die grundfägliche Einführung des Reichstarifvertrags veranlaßte die Mitglieder, feine sofortige Lohnforderungen zu stellen. Zum Tarifkonflikt im Gastwirtsgewerbe. finer Gastwirtsangestellten zu dem bisherigen Berlauf der Tarif In der Freitagnacht nahmen fünf Bersammlungen der Berverhandlungen Stellung. Nach ausgiebiger Diskussion stellten sich die gutbesuchten Bersammlungen auf den Boden der folgenden Reſolution: „ Die Versammelten fordern vom Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Café- Angestellten, daß alle Schritte eingeleitet wer: den, um eine angemessene Erhöhung der Löhne herbeizuführen. Die Versammelten betrachten den Standpuntt der Arbeitgeber, Lohnerhöhungen mur bei eintretender Teuerung als berechtigt anzuerfennen, als absurd. Das Gastwirtsgewerbe ist in der Lage, eine höhere Belastung zu tragen, da ein erheblicher Teil der Angestellten -nämlich das Bedienungsperfonalaus prozentualen Zuschlägen auf die Waren bezahlt wird. Die feftbefoldeten Angestellten erheben deswegen mit um so größerem Recht Anspruch auf eine tatsächliche Erhöhung der Löhne, insbesondere, weil auch für die Röche bereits erheblich höhere Löhne, als der Tarifvertrag vorsieht, bezahlt werden. Sollte durch Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband ein Ergebnis nicht erzielt werden, so verzichten die Arbeitnehmer auf ein Lohnabkommen ab 1. Mai und beauftragen die Organisationsleitung, die einzelnen Unternehmer zum Abschlußz besonderer Lohnverein barungen zu zwingen." Gefcheiterter Kommunistenputsch. Brüssel, 6. Mai.( EP.) Der allgemeine Ausstand, der gegen den Willen der Sozialisten von den Kommunisten im Rohlengebiet von Charleroi profiomiert worden war, hat sich als ein Fiasto Die fommunistische Gewerkschaftszentrale( die nur über Popier herausgestellt. Der Ausstand war nur in einer Gemeinde allgemein geworden, überall jonit hat er aber fehlgeschlagen. soldaten verfügt) hat deshalb den Befehl gegeben, den Ausstand abzubrechen. Baugewerbe ist es megen der Arbeitszeitfrage zu Teilstreits gekom Ausjperrungen im Königsberger Baugewerbe. Im Königsberger men, worauf jetzt von den Arbeitgeberverbänden eine Aussperrung angefüindigt wird, Der Streif im Buchdrudgewerbe in Budapest wurde vorgeftern beigelegt. Die Arbeiter nehmen Montag früh die Arbeit wieder auf. Auch die Tagesblätter werden, nachdem der Minister des Innern das Berbot des Erscheinens der periodischen Presseerzeugnisse nunmehr zurüdgenommen hat, wieder erscheinen. Deutscher Portierverband, Geschäfts- und Industriehausbranche. Mittwoch abenb 7 Uhr, in den Sophienjälen, Sophienſtr. 17/18, Branchenversammlung aller in Geschäfts- und Industriehäusern beschäftigten Hausangestellten. Vortrag von Dr. Mierendorf. Ausgabe der neuen Manteltarifverträge. Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gemertschaftsbewegung: Friedr. Estorn; Feuilleton: Dr. John Schikowski, Lokales Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. 5., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderei und Sonstiges: Frig Karstadt; Anzeigen: Th. 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