Nr. 214 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 110 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8- Goldmark varaus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Luremburg 4.25 Goldmark, für das übrige Ausland 5,25 Goldmart pro Monat. Der., Borwäris mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit..Gied. lung und Kleingarten sowie der Unterhaltungsbeilage Seimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erfcheint wochentäglich zweimal Sonntags und Montags einmal Telegramm- Abreffe: Sozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einipa Itige Ronpareils geile 0,70 Goldmart. Reflamezeile L- Goldmart. Aleine Anzeigen bas fettgebrudte Bort 0,20 Gold mart( zuläffig awei fettgedruckte Borte), iedes weitere Bort 0.10 Goldmart. Stellengefuche das erfte Bort 0,10. Goldmart, jebes weitere Bort 0.05 Goldmart. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. 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April, an dem die Micunt- Berträge abliefen und ihre Erneuerung in Frage ftand, drohten die Zechenbefizer des besetzten Gebietes die offizielle deutsche Außenpo'iif, die auf die Herbeiführung einer Berständigung über die Reparationsfrage abzielte, zu durch freuzen durch die Stillegung ihrer Betriebe, d. h. durch die Biederaufnahme des Ruhrkampfes in anderer Form, wenn om 15. April nicht die Aufhebung der Micum- Berträge auf Grund einer Neuregelung der Reparationsfrage erfolgt fei. Jetzt haben die Unternehmer im bejezten Gebiet in der Stunde, wo alle politischen Verhältnisse in Deutschland noch im Schwanken find, einen Ma chttampf gegen die Ar. beiterschaft provoziert, der die Stillegung der Kohlenzechen im besetzten Gebiet, ja vielleicht der gesamten Industrie nach sich zieht. Diefer Machtkampf geht in seiner Bedeutung weit über den Rahmen eines reinen Wirtschaftskampfes hinaus. Unabsehbare politische Folgerungen können sich aus diesem Kampfe ergeben. besteht und dreht für den Fall der Nichterfüllung mit der Be schlagnahme weiterer Bechen. Statt einer Befreiung von den Micum- Lasten eine neue Verschärfung der Situation im besetzten Gebiet. Die Verhandlung über die Ausführung des Gutachtens der Sachverständigen werden dadurch aufs neue erschwert. Diese Aussperrung bedroht die gesamte deutsche Produftion. Schon nach wenigen Tagen wird sich der Kohlen mangel fühlbar machen. Die wirtschaftliche Folge davon wird entweder sein: Produktionstrife und Massen arbeitslosigkeit oder aber verstärtte Einfuhr englischer Rohle. In diesem Falle wird der Devisenbedarf sich gewaltig steigern und die Stabilität der deutschen Währung in schwerste Gefahr bringen. Der von den Unternehmern provozierte Kampf ist deshalb eine Erschwerung der Verständigung über die Reparationsfrage, ein neuer Anschlag auf die deutsche Wirtschaft und auf die deutsche Währung. Entgegen den Bersuchen der Presse des Zechentapitals, voran Das Unternehmertum im besetzten Gebiet hat die Offender Rheinisch- Westfälischen Zeitung“, diesen Kampf als einen five gegen die Arbeiterschaft ergriffen, noch ehe die politischparlamentarische Entscheidung im neuen Reichstag über den inneren und äußeren politischen Kurs gefallen ist unterbrückung der Arbeiterschaft, schärffte soziale Reaktion, 2 b Ab mälzung aller Lasten auf die Arbeiter, bas ist der Kurs, den das Unternehmertum mit außerparlamenta rifchen Beweismitteln erzwingen will. Machtgier und Unterbrückungswille des Unternehmertums im besetzten Gebiet haben einen Höhepunkt erreicht. Es hat nach dem Ende des passiven Widerstandes unter dem Drud der Micum- Berträge und unter Ausnutzung der durch die Inflation hervorgerufe nen Notlage der Arbeiterschaft und ihrer Organisationen eine Berlängerung der Arbeitszeit im Bergbau erpreßt Es hat gleichzeitig das Antreibe- und Ausbeutungsfystem in der schärfsten und brutalsten Form durchgeführt. Bei verlängerter Arbeitszeit und niedrigen Löhnen mirb feit dem Ende des passiven Widerstandes im besetzten Gebiet Raubbau an der menschlichen Arbeitskraft getrieben. Ein nur zu verständlicher elementarer Ausbruch der Empörung der unterdrückten und mißhandelten Bergarbeiter hat sich gegen die Absicht gewandt, durch die Berlängerung der Arbeitszeit bei niedrigen Löhnen die Arbeiter schaft physisch und moralisch zu Boden zu drücken. Das Unternehmertum hat darauf geantwortet mit der Generalaus tische Folgen müssen sich aus diesem von den Unternehmern perrung. Tiefgreifende wirtschaftliche, soziale und poliprovozierten Kampfe ergeben. Streft der Arbeiterschaft hinzustellen, muß mit allem Nach drud festgestellt werden, daß es sich um eine Aus perrung, um eine Brovokation der Arbeiterschaft durch das Unternehmertum handelt. Die Unternehmer haben ben Kampf begonnen, noch ehe die Or gane der Arbeiterfchaft zur Entschließung u fammentraten. Sie haben bewußt und gewollt durd die Eröffnung des Kampfes die Lage verschärft. Sie haben fich gewissenlos darüber hinweggefeßt, daß ihr Vorgehen schmerste Gefahr für die deutsche Wirtschaft, die deutsche Wahrung, für die außenpolitische Stellung Deutschlands bedeutet. Diefer Rampf ist ein Symptom für unsere innerpolitische Entwicklung in der nächsten Zeit. Das machtbewußte Unter nehmertum des befepten Gebietes fucht die Entscheidung auf außerparlamentarischem Gebiete. Es will die Arbeiterschaft aufs Knie zwingen, es will fich den Lasten der Erfüllungspolitit entziehen und sie auf die Schultern der Arbeiter wälzen. Es will einen ungeheuren fozialen Machttampf, der in der heutigen Lage Deutschlands faft auf Selbstmord hinausläuft. ließen zumeift durch die Betriebsführer erklären, daß vorläufig der Beschluß des Bergbauvereins maßgebend jei. 3m Bochumer Revier wurde in der Frühschicht gearbeitet, so auf den Zechen des Harpener Bergbaues. Die Einfahrt erfolgte jedoch mit der Absicht, nach Beendigung der Siebenstundenschicht am Mittag wieder auszufahren In den meisten Betrieben des Ruhrgebietes ruhte die Arbeit vollständig. Am Mittwochnachmittag frat die Arbeitsgemeinschaft im Ruhrbergbau in Effen zu einer Sigung zusammen, um die Sachlage im Ruhrbergbau zu befprechen und entsprechende Beschlüffe zu faffen... Reichsarbeitsminister und Zechenverband. Der Reichsarbeitsminister hat an den Zechenver band aus Anlaß der jegigen Lage im Ruhrgebiet folgendes Tele gramm gerichtet: Habe Bergarbeiterverbände gebeten, Mitglieder möglichst schnell über Rechtslage und Verbindlichkeitserklärung des Arbeitszeitschiedsspruchs zu unterrichten, und bitte dringend, barauf hinzuweisen, daß Rampfmaßnahmen unterbleiben, falls einzelne Gewerkschaften aus falscher Beurteilung der Lage noch Widerstand gegen Arbeitszeitschiedsspruch leisten sollten. Bergarbeiterverbände legen Wert auf vertrauliche Behandlung ihrer Zustimmung zum Berhandlungs ergebnis vom 3. Mai vor Stellungnahme der Renfertonferenzen. Reichsarbeitsminister." Die Antwort des Zechenverbandes hat folgenden Wortlaut: -Fast alle Belegschaften find nach eingehender Unterrichtung über die neue Rechtslage durch Zechenverband Montag vorzeitig aus gefahren und damit heute fristlos entlassen. Arbeiter verbände haben bezüglich Unterrichtung der Arbeitnehmer nicht, nur völlig versagt, sondern nach unseren Feststellungen sogar Betriebs räte angewiesen, vorläufig Berbindlichkeitserklärung des Schiedsfpruches nicht anzuerkennen und Durchführung der verfürzten Schicht einstweilen durchzusetzen. Rechtslage unserer Auffaffung nach durch Berbindlichkeitserklärung völlig Klargestellt, unabhängig von etwaiger Stellungnahme der Parteien. Demnach Verschärfung der Lage ledig lich Schuld der bewußten Verschleppuung durch Arbeiterverbände. Die Folgen für die deutschen inneren Berhältnisse müssen Die Provokation durch die Unternehmer. verhängnisvoll sein. Der Ausgang der Reichstagswahl im Eine Richtigstellung der chriftlichen Bergarbeiter. besetzten Gebiet war bereits ein Symptom der Berzweiflung und der aus Verzweiflung geborenen politischen Verwirrung arbeiter Deutschlands gibt zur Aussperrung im Ruhrgebiet folgende Essen, Z. Mai.( Eca.) Der Gewerkverein Christlicher Bergder Arbeiterschaft. Unter der Herrschaft der franzöfifchen Ba- arbeiter Deutschlands gibt zur Aussperrung im Ruhrgebiet folgende gerufen worden sind, ist die Arbeiterschaft des besetzten Geliche Mitteilung über die Aussperrung im Ruhrgebiet gemacht. jonette und der Zustände, die durch die Ruhrbesetzung hervor. Erklärung ab. Von Arbeitgeberjeife wird der Preffe eine irrfümDas Unternehmertum des besetzten Gebietes hat durch Es wird so dargestellt, als wenn diese Aussperrung durch die Bergfeine bisherige brutal- diktatorische Haltung den Arbeitern bauunternehmer erst am Dienstag, den 6. Mai, beschlossen und durchgegenüber diesen Brozeß gefördert Es wird durch die Fortgeführt worden sei. Dagegen müffen wir im Interesse der Wahrheit fegung seines Machtkampfes gegen die Arbeiterschaft vollenden, was die französischen Bajonette begonnen haben. Dann wird auf Jahrzehnte hinaus eine Konfolidierung der deutschen Berhältnisse überhaupt unmöglich fein bietes bolfchemisiert worden. Das Unternehmertum begründet seine auf die Berlänge rung der Arbeitszeit abzielende Politik mit der Notwendig feit, Mehrleistungen im Rohlenbergbau zur Erfüllung der Micum Berträge zu erzielen. Dieser Notwendig profeffieren Tatsache ist, daß bereits am Montag, teit, soweit sie offen zutage liegt und gerechtfertigt ist, hat sich den 5. Mai, auf den meisten Zechen der Bezirke Hamborn, Effen. die Arbeiterschaft des belegten Gebietes nie verschlossen. Bei Gelsenkirchen, Bochum und Bottrop die Aussperrung ecdiesem Kampf des Unternehmertums aber handelt es sich um folgte, bevor die Konferenzen der Verbände Stellung zu dem ein anderes. Die Förderung im Kohlenbergbau des besezten Die Micum- Verträge haben dem Unternehmerhum die Hammer Schiedsspruch genommen hatten. Die Konferenzbeschläffe Gebietes hat im legten Vierteljahr gewaltig zugenommen. Möglichkeit und den Borwand zu dieser Offensive gegen die der Gewerkschaften waren also noch nicht bekannt, als die BergDiese Zunahme ist zurückzuführen weniger auf die von den Arbeiterschaft gegeben. Es ist die höchste Zeit, daß eine Berbauunternehmer mit den Kampfmaßnahmen beArbeitern erpreßte Arbeitszeitverlängerung, als darauf, daß ständigung über die Reparationsfrage herbeigeführt wird, saunen, obwohl das Reichsarbeitsministerium dringend die Unter in der Zeit der Besetzung auf Kosten der Allgemeinheit der bie das besetzte Gebiet von der Last der Micum- Berträge be- nehmer ersucht hatte, vor den Konferenzen von irgendwelchen Kampftechnische Betrieb perbeffert worden ist. In- freit. Das Borgehen des Unternehmertums im befehten Ge- maßnahmen Abstand zu nehmen. Die Schuld an dem Konflikt zwischen hat sich ein Rüdgang des Brauntohlen- biet muß die Erreichung dieses Zieles gefährden. Es geht im Ruhrbergbau trifft alfo im wesentlichen die Unternehmer. abjages bemerkbar gemacht. Die Klagen über die Höhe nicht an, daß die Machtgier und der brutale Herrenstandpunkt Die Aussperrung am Montag hat auf die Bergarbeiter aufreizend des Kohlenpreises werden immer häufiger und dringender. der Zechenbefizer die deutsche Außenpolitik durchkreuzt und gewirkt und die schwierige Lage nur noch weiter verschärft. Das Unternehmertum rechnet mit Absatzschwierigkeiten im damit den Entscheidungen der Boltsvertretung vorgreift! Sommer, die zu Breisherabsegungen zwingen fönnten, selbst Darum handelt es sich. Darum ist diese große soziale Auseinwenn dabei die Gestehungskosten unterschritten werden müß andersetzung ein Ereignis von der größten politischen ten. Der Druck auf die Arbeitszeit, den das Unternehmertum Tragweite. Hier wird praktisch der fünftige Kurs der deutschen jekt ausübt, ist nichts anderes als der Versuch, durch erpreßte Politik bestimmt. Mehrarbeit sich einer Gewinnreduktion zu entziehen. Unternehmertum hat durch die Aussperrung bei solchen Ronjuntturaussichten nichts zu verlieren. Werden die Zechen stillgelegt, so find feine Löhne zu zahlen, die Preisherabsetzung wird vertagt. Das Das ist neben den machtpolitischen Motiven des Unternehmertums ihr treibendes mirtschaftliches Motiv. Als Begründung für die Offensive gegen die Arbeiter schaft aber benutzt das Unternehmertum das Bestehen der Micum Berträge Die Aussperrung der Bergarbeiter wird die Erfüllung der Micum- Lasten unmöglich machen. Acht Tage Aussperrung bedeuten einen Förderausfall, der der Micum, Last eines Monats gleichtommt. Daraus tönnen sich schwere politische Bermidfungen ergeben. Die Micum ertlärt heute chon, daß fie auf der Erfüllung der Lieferungsverpflichtungen Die Aussperrung. Bochum, 7. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Als Antwort auf die Beschlüffe der Revierkonferenzen der Bergarbeiterverbände ist am Mittwoch der Gesamtaussperrungsbeschluß des Bergbauvereins erfolgt. Demzufolge waren am Mittwoch früh die Tore der meisten Zechen des Ruhrgebietes gefchloffen. Nach Meldungen aus Oberhausen sind die gesamten Belegichaften des Oberhausener Reviers ausgesperrt. Am Mittwoch früh sprachen im Bochumer Revier die Betriebsräte auf den verschiedenen Zechen vor. In den Berhandlungen mit den Wertleitungen wurde erklärt, daß die Belegschaffen zur Arbeit bereit wären, jedoch unter Einhaltung der Beschlüsse der Reviertonferenzen der vier Bergarbeiterverbände. Die Wertleitungen 9 Die Haltung der Angestellten. Effen, 7. Mai. Die Technischen Berbände der Angestellen des Ruhrbergabanes( Af, Gewerkschaftsbund der Angestellten, Gesamtverband Deutscher Angestelltengemerffchafien und Reichsverband Deutscher Bergbauangestellter) geben folgende Erflä rung bekannt: Das arbeitsrechtliche Berhältnis der technischen Ungestellten wird durch die gegenwärtig getroffenen Maßnahmen in Ruhrbergbau nicht berührt, und hieraus ergibt sich für die Mitglieder der obengenannten Berbände, daß fie etwaigen Aufforderungen zur Berrichtung von Notstandsarbeiten nachfommen. Frreführende Meldung der Arbeitgeber. Effen, 7. Mai.( BTB.) Von Arbeitgeberfeite mirb mitgeteilt Die gestern verbreitete Melbung, daß die Bechen befiger bes Stuhrbergbaues fett gestern abend 6 Uhr die gefamie Belegschaft ausgesperrt hätten, ist in dieser Form nit ganz zutreffend. Die Zechenvermaltungen haben lediglich be jenigen Bergarbeiter, die fich meigerten, länger als fieben Guben zu arbeiten, nicht zur Arbeit zugelaffen. Sobald es technisch irgend. wie möglich ist, werden Arbeitsmillige beschäftigt. Die Aussperrung in den sächsischen Revieren. Die Lage in den fächsischen Kohlenrevieren ist ernst. Die Be. Die Lage in den fächsischen Kohlenrevieren ist ernst. Die Be strebungen auf Festhaltung der Giebenstundenschicht für Untertagearbeiter haben auch auf die staatlichen Bergwerte übergegriffen. Heute ist die Aussperrung im ganzen sächsischen Steinkohlenbergbau allgemein durchgeführt worden. Der ganze Ruhrbergbau ruht. Düffeldorf, 7. Mai.( WTB.) Der ganze Ruhrbergbau mit Ausnahme von wenigen Zechen ruht nunmehr. Bon der Belegschaft sind heute mindestens 90 Prozent nicht eingefahren. Kleine arbeitswillige Gruppen haben sich nicht halten fönnen. Die gestern in Bochum von der tonunumistischen Union für Hand- und Kopfarbeiter abgehaltene Betriebsratssitzung hat bereits eine Kampfleitung von 15 Bergarbeitern eingesetzt, die sich zwar aus den verschiedenen Unionen zusammensetzen foll, in Wirklichkeit aber pon Kommunisten, Unionisten und Syndikalisten maßgebend beeinDie Folgen des Streits haben sich bereits auf anderen Gebieten des Wirtschaftslebens bemerkbar gemacht. Infolge des Streits auf der Zeche Rabbod ist die Gaszufuhr für die Stadt Münster unterbunden worden. ob ift die Ga flußt wird. * Das halbamtliche Wolff- Bureau spricht von Streits", trodem es sich um eine Aussperrung handelt. Der wahre Charafter dieses Rampfes läßt sich jedoch nicht verbergen. Internationale Solidarität. Amsterdam, 7. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Aus Kreifen des Internationalen Gewerkschaftsbureaus verlautet, daß die Lohn- und Arbeitszeitbewegung der deutschen Bergarbeiter als außerordentlich wich figer Vorgang für die internationale Bewegung um den Achtstunden fag von der internationalen Arbeiterschaft mit größter Spannung verfolgt werde. Da die Lage im Ruhrgebiet augenblicklich noch außerordentlich unklar ist und keine offiziellen Berichte des Deutschen Bergarbeiterverbandes bei der BergarbeiterInternationale in London vorliegen, hat die GewerkschaftsInternationale noch keine Beschlüsse über den Kampf um den Achtstundentag in Deutschland faffen tönnen. Von maßgebender Seite des Internationalen Gewerkschaftsburaus wird aber versichert, daß, falls die Cohn- und Arbeitszeitbewegung der deutschen Arbeiterschaft sich in einen allgemeinen Kampf für den Achtstundentag ausgestalten wird, die deutschen Arbeiter auf die weitmöglichste Unterstühung ber Gewertschaftsinternationale regnen tönnen. 3m Fall der Ausdehnung der deutschen Bergarbeiterbewegung wird voraussichtlich der Ausführende AusSchuß der Bergarbeiter- Internationale in nächster Zelf in Amfterdam zusammentreten. Hungerpeitsche und Arbeitszeitverlängerung Die Lage der Bergarbeiter. Ueber die Lage der Bergarbeiter seit dem Ende des passiven Widerstandes schreibt die Bergarbeiter Beitung" vom 26. April: werden foll, die sich nach Düsseldorf begeben wird, um dort die Stellungnahme der Micum zu dem Cohn- und Arbeitszeitkampf der Bergarbeiter tennenzulernen. Bisher verhält sich die Befahung volltommen passiv. von einem Ausländer weggenommen worden seien. Er habe dann die Ausschnitte durch die deutsche Gesandtschaft in Helfingfors reklamiert und wiedererhalten. Der andere Angeschuldigte, Ministerialamtmann S., gab zu, daß er allerdings Autogramme des Kaisers durch Vermittlung der Lettorin G. vertauft habe. Diese Drohende Stillegung der Metallindustrie. stammten aber aus einem Geschäft in der Schönhauser Straße und seien von einer ihm befreundeten Dame zusammen mit Bildern von Ludendorff und Tirpik gefauft worden. Effen, 7. Mai.( Eca) Die großen Werke der Metallindustrie werden schon in den nächsten Tagen durch die Auswirkung der trifischen Lage im Ruhrbergbau infofern in Mitleidenschaft gezogen, als die vorhandenen Kohlenmengen zur Aufrechterhalfung der Betriebe nur noch für einige Tage ausreichen. Die Micum droht mit Beschlagnahme. Effen, 7. mai.( TU) Wie die Telegraphen- Union erfährt, will die Besatzungsbehörde dem Bernehmen nach sich feines wegs in den Streit zwischen Unternehmern und Bergarbeitern einmischen. Sie werde jedoch auf alle Fälle die Ruhe und Sicherheit aufrechterhalten und Ausschreitungen oder mutwillige Zerstörungen nicht dulden. Die Micum besteht auf die Durchfühwill gegebenenfalls Beschlagnahmungen vornehmen oder rung der Reparationslieferungen an& ohle und aber jogar auch weitere Zechen der Regie einverleiben. Ludendorffs lügenhafte Entstellung". Er konnte nicht die Front and kann nicht den Mund halten. Landtagsabgeordneter Genosse Erich Kuttner schreibt uns: Nach dem„ Deutschen Tageblatt" vom 7. Mai hat der Reichstagsabgeordnete Ludendorff in einer Rede, die er vor einer deutschen Frauengruppe" zum Dolchstoß- Thema hielt, auch die folgenden- im Bericht im Fettbrud hervorgehobenen- Worte gesprochen: der Borwärts"-Redakteur Erich Kuttner verbreitet: Jeh hätte am Eine solche lügenhafte Entstellung ist auch die, die 9. Oftober 1918 im Kriegskabinett oder dem Staatssekretär Solf erklärt, wir fönnten nicht mehr drei Monate die Front halten. Ich habe im Gegenteil flar und bestimmt ausgesprochen, daß wir zwar nicht die augenblidliche Stellung in Frank reich brei Monate halten könnten, daß wir aber recht gut in der Bage feien, unsere Grenzen auf unbestimmte Zeit zu verteidigen. Seite 12: Die einzige tonkrete Beziehung, die es für die Ludendorffsche Beschuldigung gibt, ist meine Schrift:" Der Sieg war zum Greifen nahe". Dort heißt es in der 8. Auflage auf Staatsfefretär Solf erflärte in der Besprechung beim Reichsfangler vom 10. Oftober 1918 nach dem amtlichen Sigungsprotokoll: Ich habe Ludendorff gefragt: Können Sie nod drei Monate die Front halten? Ludendorff hat gefagt: Nein." " Unter Mißachtung aller vernünftigen wirtschaftspolitischen Unter Mißachtung aller vernünftigen wirtschaftspolitischen Grundfäge hat das Unternehmertum im Bergbau, unterstützt von bertober Grundsäge hat das Unternehmertum im Bergbau, unterstützt von ber Reichsregierung bzw. dem Reichsarbeitsministerium, bie ohne gebrüdt und die Arbeitszeit verlängert. Die Hungerpeitsche, die Angst vor der Arbeitslosigkeit erzmang eine auf die Dauer unhaltbare Steigerung der Förderung im Bergbau. Die Arbeitszeitverlängerung hat in den verschie densten Bezirken zu trostlosen 3uständen geführt. 3ehn und zwölf Stunden Arbeit ist bei der Tatsache, daß überall Tausende von Arbeitern weite Bege oder Fahrten zur Arbeit haben, auf die Dauer unhaltbar. Im Helmstedter Revier find bie Kameraden mit langer Arbeitszeit von 3½ Uhr morgens bis 7% Uhr abends unterwegs! Glaubt ein Mensch, daß mit solchen Arbeitsstlaven eine gesunde Wirtschaft erreicht werben fann? Die Krankheitsfälle haben sich in den letzten Monaten überall ungeheuer gesteigert. Die Krantenunterstützung ist so gering, daß die Leute arbeiten, bis sie zusammenbrechen. Die Hellung dauert dann natürlich viel länger, als wenn der Arbeiter frühzeitig genug frankfeierte. Hinzu kommt, daß vielfach trantfeiernde Leute rüdfichtslos entlassen werden. Wenn Reichstagsabgeordneter Ludendorff diese Worte als lügenhafte Entstellung" bezeichnet, so muß ich dem offenbar ungenügend orientierten Herrn mitteilen, daß sie wörtlich dem amtlichen deutschen Weißbuch über die Borgeschichte des Waffenstillstands( Amtliche Urkunden, herausgegeben im Auftrage des Reichsministeriums von der Reichsfanzlei) entnommen sind. Sie stehen in Nr. 39 diefer Urtober 1918, das Herr Ludendorff in der Reimar Hobbingschen fundensammlung, dem Protokoll der Besprechung vom 18. Of Ausgabe des Weißbuchs auf Seite 71/72 finden tann. Meine lügenhafte Entstellung" beschränkt sich also auf den genauen Abbrud einer amtlichen Urtunde, deren Wortlaut feit mehr als 5 Jahren der Deffentlichkeit bekannt ist, ohne bis heutigen Tages von Herrn Ludendorff bestritten zu sein. Sein jeziger Vorwurf reizt allerdings, diese Stelle in noch größerer Ausführlichkeit abzudruden. Es handelte sich in der Besprechung vom 10. Ottober 1918 um die Her stellung einer deutschen Antwortnote auf die Wiloni che note vom 8. Ottober 1918. In diefer Note hatte Wilson ein Eingehen auf die deutsche Waffenstillstandsbitte von der sofortigen Räumung der befekten Gebiete abhängig gemacht. Zu diesem Punkte führte Staatssekretär Solf aus: 2. Punkt. Es ist gestern nicht zum Abschluß gekommen. Ich habe Ludendorff gefragt, tönnen Sie noch drei Monate die Front halten? Ludendorff hat gesagt: Nein. Darum wollen wir prinzipiell eingehen auf Räumung. Staatssekretär Solf hat also Ludendorffs Urteil nicht beliebig zitiert, fondern um einen schwerwiegenden Entschluß, um die Räumung der besetzten Gebiete, damit zu begründen. Will General Ludendorff den Staatssekretär Solf beschuldigen, in einer derart folgenschweren Sache den Staatsrat über Ludendorffs Ansicht bel ogen zu haben? Die Antreiberei, die Schi tanierungen auf den Ber. ten find in allen Bezirken unglaublich. Seit 30 Jahren, berich ten die Kameraden, war es nicht so schlimm wie heute. Der Rau bbau mit Menschen wird in unverantwortlicher Weise be trieben. Bergpolizeiliche Borschriften werden nicht beachtet, Streden. ausbau usw. wird vielfach unglaublich vernachläffigt. Als im De zember und Jansar die längere Arbeitszeit einfegte, fonnte man auf manchen Berten eine erhebliche Rüdficht beobachten, wenn die Wagen nicht genügend beladen oder die Ladung unrein war, machte das nichts. Das Förderergebnis wurde fo erheblich in die Höhe getrieben, im Februar und März zogen dann die Berte die Ron- wohl getrieben, im Februar und März zogen dann die Werte die Kon sequenz, indem sie auf Grund der vormonatlichen hohen Leistung bie Bebinge feftfetten." Falls ja, so bin ich gern bereit, die Beweise zu erbringen, daß Solf die Ansicht Ludendorffs vollkommen richtig wieder gegeben hat. Aber ich glaube, Herr Ludendorff wird gar nicht antworten. Er wird sich in das bekannte undurchdringliche Schweigen hüllen, das ihm schon vor Jahr und Tag so wohl anstand, als ich hier auf Grund der Ergebnisse des Jagow- Prozesses einen Artikel veröffentlichte, der mit ben Borten begann und schloß:" Der General Ludendorff ist ein Hochverräter!" Wilhelms, fette Enten"! Verschobene Nandgloffen. Versammlungen der Ausgesperrten. Keine Verweigerung der Notftandsarbeiten. Gelsenkirchen, 7. mai.( Eigener Drahtbericht.) Am Mittwoch fanden überfüllte Versammlungen von Belegschaften der Zechen Die Reichsdisziplinartammer in Potsdam beschäf im Zentrum des Ruhrgebietes statt, in denen die Vorstandsmitglieder tigte gestern ein ganz eigenartiger Fall. Vor dem Kriege wurden der verschiedenen Bergarbeiterorganisationen über die Lage refe- regelmäßig von der Presseabteilung des Auswärtigen rierten. Die Frage der Rotstandsarbeiten wurde ausführlich behan- 2mts für den Gebrauch bes früheren Raisers Zeitungsausschnitte delt. Bon den Gewerkschaftsfunktionären wurde erklärt, daß sie sich gemacht. Diese Zeitungsausschnitte wurden dann mit S. M. un insofern von selbst erledige, als die Wertleitungen Notstandsarbeiten tergänglichen Randbemerkungen zurückgeschickt. Am Rand befanden auf den Zechen nicht zulassen, weil diese Arbeiten von Steigern, Be- fich sehr häufig Aeußerungen, wie Blödsinn", Quatsch", amten und Angestellten notdürftig ausgeführt würden. Jeden- ette Ente". Zu der letteren Bemerkung hatte ER dann Ein Teil diefer falls tonne teine Rede davon sein, daß die Not- immer auch noch eine Ente gezeichnet! standsarbeiten von den Bergarbeitern verwei- Randbemerkungen ist feinerzeit in den Veröffentlichungen von gert worden felen. Die Generalfireitparole der Rauisty verwertet worden. Diese Ausschnitte wurden in dem Kommunisten und Unioniffen hat keinen Boden gefunden. Archiv der Presseabteilung gesammelt. In allen Berjammlungen wurde vielmehr die Bereitwilligteit zur Arbeit auf tarifrechtlicher Grundlage betont und be fonders verlangt, die Bereitwilligtelt zur Arbeit, die jedoch durch das provokatorische Auftreten der Unternehmer sabotiert wurde, mit Nachmann S., bezichtigt, etwa zwanzig dieser Ausschnitte an zwei druck in der Oeffenlichkeit zu vertreten. Eine von den Separatifien in Gelsenkirchen einberufene Bergarbeiterversammlung nahm einen sehr erregten Verlauf. Der Hauptredner Kamneter, ein bekannter separatistischer Agitator, erklärte, dah die Micum in diefem Kampf auf feiten der Arbeiter stünde, eine Behauptung, die von den anwesenden fommunifischen und freigenerfschaftlichen Bertretern entschieden bestritten wurde. Um Donnerstagnachmittag foll in Gelsenkirchen eine große Bergarbeiterversammlung aus Vertretern jämtlicher Gewertschaften stattfinden, wobei eine Bergarbeiterfommiffion ernannt Durch eine Angestellte des Auswärtigen Amts, Lektorin für nordische Sprachen, Fräulein G., wurden zwei Beamte des Auswärtigen Amis, ein Regierungsrat F. und ein Ministeriaiamt finnische Staatsangehörige namens Abler im Jahre 1920 für 50000 Mart verfauft zu haben. In dem darauf einge leiteten Disziplinarverfahren stellte sich heraus, daß ein Teil der Autogramme bereits durch die beutsche Gesandtschaft in Helsingfors an das Auswärtige Amt zurückgegeben worden war. In der geftrigen Berhandlung vor der Reichsdisziplinartammer behauptete Regierungsrat F., daß er einige Ausschnitte mit Rand. bemertungen der Bektorin G. zur Einsicht gegeben habe, und daß er fie trog vielfacher Bemühungen nicht hätte wiederbetommen tön nen, Schließlich habe Fräulein G. ihnt erklärt, daß ihr die Notizen R.-A. Bahn beantragte die Freisprechung beider Angeklagten,' da die Belastungszeugin nicht glaubhaft wäre. Außerden stehe es fest, daß vielfach derartige Autogramme des Raisers nicht eingetragen, sondern in den Papierforb geworfen worben feien, so daß es leicht möglich sei, daß sie in den Berkehr gekommen wären. Die Reichsdisziplinarkammer erkannte gegen Regierungsrat auf Freisprechung, gegen Ministerialamtmann S. auf Dienstentlaffung unter Belaffung der halben Penfion auf zwei Jahre. In dem Urteil wurde als starfschärfend hervorgehoben, daß die Randbemerkungen des Kaisers auf seinen Zeitungsausschnitten in der nordischen Preffe sehr mißliebige kommentare und heftige Angriffe gegen Deutschland hervorgerufen hätten. Es ist selbstverständlich, daß Beamte, die amtlich ihnen andertrautes Material zum Handelsobjekt machen, disziplinarisch zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Aber die Begründung des Urteils scheint uns abmegig zu sein. Warum es ftrafverschärfend mirten muß, wenn der frühere allmächtige Hohenzoller einmal in Selbstphotographie gezeigt wird, vermögen wir nicht zu begreifen. Uns interessiert vielmehr die Frage, was wohl die Beamten des Auswärtigen Amts über die gloffierende Majestät gedacht und geredet haben mögen, wenn sie solche Randgloffen zu Gesicht bekomen. wilhelminischer Narrheit nicht schon zu seiner Amtszeit der DeffentSie haben sicher Uebermenschliches geleistet, daß fie folche Urkunden lichkeit übergaben. Sicher hätten damals auch die deutschen„ Untertanen" daran ihre Freude gehabt. Der neue bayerische Landtag. Die Sozialdemokraten stehen an zweiter Stelle. München, 7. mai.( Eigener Drahtbericht.) Wenn auch die amtliche Feststellung des Wahlergebnisses im bayerischen Landtag erst in der nächsten Woche erfolgt, fo läßt sich jetzt schon mit Sicherheit die Zusammenfehung des neuen bayerischen Parlamentes angeben. Es erhalten: die Sozialdemokraten mit 514 954 Stimmen 23 Mandate, die Kommunisten mit 245 685 Stimmen 9 Mandate, die Bölkischen mit 507 545 Stimmen 23 Mandate, die Vereinigte Nationale Rechte mit 278 098 Stimmen 11 Mandate, die Nationalliberale Landespartei mit 29 416 Stimmen 1 Mandat, die Bayerische Bollspartei mit 980 691 Sammen 46 Mandate, das Zentrum mif 54 619 Stimmen 2 Mandate, die Beamtengruppe Kratofiel mit 23 016 Stimmen 1 Mandat, der Bayerische Bauernbund mit 207 402 Stimmen 10 Mandate, die Demofraten mit 94 786 Stimmen 3 Mandate. Neun weitere Wahlvorschläge, darunter auch der der Deutschen Volkspartei mit zufammen 38 903 Stimmen find bei der Mandatsverteilung leer ausgegangen. Bemerkenswert an dem Ergebnis iſt, daß die Sozialdemokratie bei gleicher Fraffionsstärke mit den Völlischen ein Mehr von über 7000 Stimmen hat und damit Anspruch auf den ersten Vizepräsidenten des Landtags machen kann. Ferner ist von Intereffe, daß der Bauernbund ein Wähler mehr zählen können. Der eine Abgeordnete der NationalMandat mehr erhält als die kommunisten, trohdem dieje 38 000 überalen Landespartel wird sich der Vereinigten Nationalen Rechten anschließen, so daß die deutschnationale Fraktion 12 Mitglieder umfaßt. Auch die Gruppe des 3entrums wird durch Anschluß des 2bgeordneten kratofiel ihre 3ahl auf 3 steigern. Die alte koalition aus Bayerischer Volkspartel, Deutschynafionalen und Bauerabund verfügt also im neuen Landtag nur mehr über eine majorität von 3 Stimmen, während fie im alten Land tag von 158 Sigen 94 inne hatte. Schweyer verbietet Schwarz- Weiß- Rot. Polizeikampf gegen Völkische und Kinder. Innern, Dr. Schwen er, hat in ben legten Tagen verschiedene München, 7. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der Minister des Anordnungen getroffen, die ihn bei den Bölkischen noch verhaßter machten als er bisher war. Nach dem Berbot der schwarzweißroten Rofarbe hat er über ben vom Staatsanwalt fret gegebenen Döltischen Abgeordneten ßner die Schuzhaft ver hängt und ihn nach Landsberg transportieren lassen. Ferner hat er den Böltischen Kurier" auf 8 Tage verboten, weil er bayerische Regierungsmitglieder im Zusammenhang mit Ümtrieben zur Errichtung einer Donaumonarchie brachte. Am Mittwoch hat Dr. Schwener Strafantrag gegen den verantwortlichen Redat teur des Böltischen Kurier", den ehemaligen Hauptmann Weiß, gestellt, weil dieser den Minister megen seiner Rede in Kempten des Hoch- und Landesverrats bezichtigt hat. München, 7. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die banerische Polizeiwillfür hat eine neue erstaunliche Blüte getrieben. Ihr sprich wörtlicher Haß gegen die Sozialdemokraten richtet sich nunmehr auc gegen den Arbeiterverein Kinderfreunde". Diefer Berein, der vor einigen Jahren zum Schutz und zur Hilfe der proletarischen Kinder gegründet wurde und heute etwa 1000 Kinder umfaßt, wollte am 18. Mai ein Kinderfeft im Bolfspart abhalten und die Kinder in geschlossenem Zug durch die Stadt dorthin führen. Diefer gemeinfame Spaziergang der brei bis zehnjährigen Kinder hat der Polizeipräsident verboten mit ber Begründung, daß er den Berein ,, Kinderfreunde" als politischen Berein(!) ansehen müsse, auf den die Verordnung des Generalstaatstommiffars Dom\ 27. September 1923 zutreffe. Die Abhaltung des Kinderfestes felbst sei erlaubt, doch dürften dabei feine politischen Reden gehalten wer den, auch müßte das Programm des Festes der Polizeidirektion zur Genehmigung vorgelegt werden. München, 7. Mai.( BTB.) Das Boltsgericht beschäftigte sich heute mit der Ende Februar erfolgten Auffindung eines fommunistischen Waffenlagers im Aubingermoos bei München, wo in dem Anwesen des Schneibers Steiniger außer Waffen auch ein halber Zentner Sprengstoff von den Kommunisten verborgen worden war. Den Sprengstoff hatten die fommunistischen Kuriere Wittmann und Bäuml aus Stuttgart bei der bortigen Stampfleitung geholt; er sollte dazu dienen, bas damalige Borgehen gegen Sachsen zu verhindern. Das Boltsgericht verurteilte Steininger, der taub stumm ist und offenbar zu kommunistischen Zweden mißbraudyt wurbe, zu zwei Monaten, Bäumt zu sechs Monaten und Wittmann zu acht Monaten Gefängnis. * München, 7. Mat.( WTB.) Wegen Aufforderung zum ibers ft and gegen die Staatsgewalt verurteilte bas Boltsgericht den Rebatteur der völkischen Deutschen Preffe", Scheidler, gu 600 mart Geldstrafe. Scheibler hatte damals in einem Beitartifel erklärt, daß die Berurteilung Hitlers nicht hingenommen werden könne, Die Reichstagswahlen in Saöen. Aus Karlsruhs wird uns yeschneben: Dis Wahlm verliefen in Baden ruhig. Di« Sozialdemo. krati« erhielt zwei Mandate; die Genossen Geck- Mannheim und Schöpf! in-Karlsruhe find demnach wieder gewählt. Das Zentrum erhielt fünf Mandat«, darunter den früheren Reichs» kanzler Dr. W i r t h; die Demokraten wieder zwei Mandate, den früheren Minister Dietrich und(durch württemdergifchs Rest- stimmen) den bisherigen Reichstagsabgeordneten Dr. chaos; Kommu- . nisten, Landbund, Volkspartei, Deutschnational« je ein Mandat; die Völkischen brachten nur 46 066 Stimmen auf. Die bodischen Ergebnisse muß man mit den im Herbst 19 21 ftoitgefirnöenen Landtag swahlen vergleichen, bei denen schon dis in den letzten Jahren einsetzende Rechtsschwenkung sichtbar wurde. Damals hatte die Sozialdemokratie rund 264 666 Stimmen erhalten, dagegen waren die Unabhängigen von 162 666 auf 27 666 gesunken gegenüber den Reichstagswahlen von 1926. Di« Kommunisten hatten 1926- 14666, 1921: SS 666 Stimmen gezählt: jetzt errangen st« 95 666 Stimmen. Man hatte in Baden in den Reihen der Partei gehofft, vielleicht doch noch drei Mandate zu erhalten. Das starke Abflauen der sozial- demokratischen Wählerstimmen in Baden ist— neben den allgemeinen Gründen— auch zu einem Teil darauf zurückzuführen, daß ein großer Teil der verärgerten Beamten zu der Volkspartei stieß, die in Baden nicht in der Regierung sitzt, und ein wesentlicher Teil der Arbeiterschaft durch die Hege gegen den badischen sozialdemokra- tischen Innenminister Remmele, wie sie von feiten der Kommunisten betrieben wurde, in dos Lager des Redikalismus abschwenkt«. S t ä r k st d Partei ist in Baden nach wie vor das Zentrum mit 32S 666 Stimmen; ihm folgt dann die Sozialdemokratie mit 142 783 Stimmen, als dritte Regierungspartei kämen die Demokra- ten mit 73666 Stimmen. Natürlich ist durch die Wahl auch die Frage der Koalition in Baden neu gestellt: die Deutsche Voltspartei sehnt sich schon länger« Zeit nach der.Futterkrippe". Ein zwingender Grund zu einer Aenderung ist ober durch den Wahl- ausfall nicht gegeben: die Entscheidung liegt ober in den Händen des Zentrums. Im übrigen darf auf Grund übereinstimmender Beobachtungen im Wahltampf gesagt werden, daß bei energischer Weiterarbeit bis zu der im nächsten Jahr stattfindenden Landtags- wähl die badische Sozialdemokratie die Position von 1921 wieder erobern wird., Saüetts Haushalt schulöenfrei. Der badische Staatspräsident Köhler erklärte, daß der Ab- schlug der Swatsfinanzen vom 31. März nicht nur keinen Fehl- betrag, sondern sogar einen kleinen Ueberschuß aufweise. Der Kredit des Landes fei durchaus ungeschwächt. Auf kulturellem Ge- biet habe Baden trotz der großen Schwierigkeiten sein« beiden Universitäten vollkommen lntakt erhalten. In Baden gebe es weder Separatismus' noch Pa r t i k u lar i s m u s. wohl aber Gegner der Berliner Ueberzentralifotion. Das große wunöer. Hergts wunderbare Bekehrung zur Crfülluugspolitik. Ministerwahl in Mecklenburg. Zwei Stimme« Mehrheit für Braudeastei«. Schwerin, 7. Mai.(MTB.) Di«.Mecklenburgische Zeitung" meidet: Bei der heutigen Wahl des Ministerpräsidenten im Mecklenburgischen Landtag wurden 33 Stimmen abgegeben. Da- van entfielen aus Freiherrn v. Branden st ein 24, auf Gtel- l i n g IS, auf Höllein 8, auf Wendthausen 1 Stimme. IS Zettel waren unbeschrieben. Da sich hiernach kein« absolute Mehrheit für Freiherrn o. Brandenstsin ergibt und die Zahl der übrigen Stimmen ebenfalls 24 beträgt, wurde eine Stichwahl notwendig. Bei der Stichwahl erhielten Freiherr v. Brandenstein 24, Stelling 22 Stimmen, 16 Zettel waren nicht beschrieben. Ungültig war«in« Stimme. Freiherr v. Brandenftein ist somit wieder g«� wählt. Da er sich nicht im Haus« befand und infolgedessen sein« Zustimmung nicht erteilen tonnte, mußte auch die Wahl der Mi- nister verschoben werden._ Unsere Reichstagsfraktion. Außer den von uns bereits aufgeführten, bei ier Reichstagswahl gewägten sozialdemokratischen Abgeordneten, ist im Wahlkreis Lieg. nitz durch Listenverbindung die Genossin Anna Nemitz gewählt. Außer ihr gehören dem Reichstag folgende sozialdemokratische Frauenabgeordnet« an: Klara Bohm-Schuch. Man« Nuchae), Toni Sender. Johanna Reitze. Luis: Schroeder. Lore Agnes, Mathilde Wurm, Elise Bartels, Frau Dr. Margarete Slegmaun, Aerztin. Van den Mitgliedern der Fraktion sind folgende Abgeordnet« neu in den Reichstag gewählt: Gustav Schumann, Stettin; Passehl, Stettin; Karl weudemuih. Breslau; Otto Vuchwih. Görlitz: A. Arö- lich, Weimar: Dr. Julius Leber, Lübeck; ZN. Richter. Neumünster; F. Nowak, Harburg a. d. C.; Paul Hunte. Braunfchwsig: Fr. Hufe- mann. Bochum: C. Kirschmann. Köln a. Rh.; H. Llmbertz, Essen (Ruhr); E. Auer, München: h. Siröbel. Bertin: Frau Dr. Margaret« Siegmana, Aerztin, Dresden: M. Seydewitz. Zwickau; Ar. Roßmann. Stuttgart:' P. Graßmann, Berlin: R. Hilferding. Berlin: A. Saengec. München: M. Schnabrlch, Hersfeld. Wann ttitt öer Reichstag zusammen! Der für die Einberufung des Reichstags genannt« Termin des 22. Mai. steht noch nicht bestimmt fest. Der noch amtie- rende Reichstagspräsident Lobe besprach gestern vormittag mit dem Reichskanzler die Frag« der Einberufung. Der Termin hängt davon ab, wann der Reichswahlleiter die amtliche List« der gewällten Ab» geordneten endgültig abschließen kann. Präsident LSb« nimmt setzt an, daß'die Einberufung des neuen Reichstags etwa zwischen dem 23. und 2g. Mai erfolgen kann. Der Reichskanzler hatte mit dem Reichspräsidenten eine Unterrodung. Der erste Schutzzoll. Der Zoll für Reisstärke wird erhöht. Die Rekhsregierung hat ihr« Absicht, dem deutschen Volte Schutz- Zölle zu gewähr«: und auf diese Weis« heimische P�ut� künstlich zu verteuern, auf einen an sich unbedeutenden Teilgeb'-ete dir deutschen Wirtschaft, der Reisstärkeindustri«. bereits durchgeführt. Anlaß dazu bot ihr die Erhöhung von Zöllen auf gewiss« Luxus- w�nrn. gegen die vom Standpunkt der Sozialdemokratie nichts ein- zuwenden ist. Der Reichetagsausschuß für die Wahrung der Recht« der Voltsvertretung(Ueberwachungeaueschuß) b«. schäftizt« sich gestern mit einem Berordnungsentwurf über Aende. rung und Wiedereinführung von Zöllen. Der Ais- schuß beschloß entsprechend der Regierungsvorlage, den Zoll für die- jenigen Waren der Tcrisnuinmer 44 des Zolltarifs(getrocknete Blumen, Blätter. Gräser usw.) aufzuheben, di« von G-werbetreiben. den zur Be. oder Verarbeitung im eigenen Betrieb«ingeführt und nach der Veredelung in überwiegender Menge noch dem Ausland wieder ausgefühvt werde«. Außerdem beschloß der Ausschuh«nt- 1 „Ein Wunder, ein Wunder,«in Wunder ist gekommen", singt der Chor in Lohengrin beim Erscheinen des Schwanen- ritters. Aehnlich begrüßt der Chor der Presse die neuesten Erklärungen des deutschnationalen Parteiführers. Herr H e r g t hat bekanntlich als Erfolg seiner Reichskanzlerschaft „ein großes Wunder" angekündigt. Nun findet man allgemein, daß sich dieses Wunder schon vollzogen habe— durch die Wandlung des Herrn Hergt.„Vom Saulus zum Paulus!" schreibt die volksparteiliche„Zeit". Das„Berliner Tageblatt" glaubt feststellen zu können. daß Herr Hergt glatt auf dem Boden der bisherigen Rsgierungspolitik gelandet sei. Llehnlich urteilt die „Zeit", sie meint. Stresemann sei als Außenpolitiker nicht nur nicht geschlagen, wie Hergt behauptete, sondern er habe viel- mehr„einen ganz großen Erfolg" erzielt, da sich der Führer der Opposition nach den Wahlen sofort zu seiner, Stresemanns, Politik bekannt habe. Allerdings bezweifelt die„Zeit", daß Hergt mit seiner Auffassung in seiner Fraktion durchdringen werde. Die„Bossischc Zeitung" indes weist zutreffend auf den großen Haken hin, auf die Vorbehalte und Bedingun- gen. an die sich Hergt noch zu klammern versuche. Der Bericht sei ein unteilbares Ganzes, werden Vorbehalts gemacht, so werde das auf beiden Seiten geschehen, und dann sei 1000 gegen 1 zu wetten, daß P o i n c a r 6 mit seinen Vor- behalten durchdringen werde und nicht Hergt. Auch die„Germania", das Zentrumsblatt, stellt die große Wandlung des deutschnationalen Parteiführers fest. Sie be- zeichnet es als die Grundforderung des Zentrums, daß der bisherige Kurs der Außenpolitik weiter- gesteuert werde, und meint: Wenn sich die Deutschnationalcn jetzt zu der von ihnen bisher bekämpften Politik bekennen sollten, bestünden für das Zentrum keine in diesem Augenblick dringende Bedenken grundsätzlicher Art, dem Stimmenzuwachs der Deutschnationalen Rechnung zu tragen. Solche„dringende Bedenken" werden aber für die„Germania" durch eine andere Stelle in der Erklärung Hergts k>ervorgerufen, auf die sie besonders aufmerksam macht und die folgendermaßen lautet: Wir brauchen«ine Regierung, die Bestand verspricht und von Bestand kann nur«ine Regierung sein, die sich auf di« starken Kräfte der Deutschnationalen Volkspartei stützt. Wie sich das f o r- m a l entwickeln wird, das ist mir und das ist unserer Partei recht nebensächlich. Wir sind nun einmal die stärkst« Partei im neuen Reichstag und in ruhiger Celbstsicherheit sehen wir den ent- sprechenden Schritten der zuständigen Stelle entgegen. Die„dringenden Bedenken" der„Germania" sind aller- dings durchaus gerechtfertigt, und es ist gut, daß gerade ein mittelparteiliches Blatt auf diese heikle Frage hinweist. Ehe ein Deutschnationaler an die Regierung herangelassen wird. muß er auf Herz und Nieren geprüft werden, ob er die ihm anvertraute Ma6)t nicht in �verfassungswidriger Weise miß- brauchen wird. Untilgbare Schuld würden die Mittelparteien auf sich laden, wenn sie etwa einer Putschregierung in den Satte! helfen wollten. Auf der anderen Seite ist Mar Maurenbrecher, der „Völkisch-Deutschnotionale", in seiner„Deutschen Zeitung" ziemlich aus dem Häuschen. Die Partei, sagt er, würde sich ihr eigenes Grab graben, wenn sie dem Parteivorsitzenden folgte. Hergt rühme die Deutschnationalen gegenüber den Völkischen, mit denen er jedes Zusammenarbeiten ablehne, vor dem Ausland(!) als die„Besonnenen", das müsse „eigentümliche Nebengefühle" wecken. Hergt wolle nach mittelpartetlicher Art mit aussichtslosen Verhandlungen be- ginnen und„verwässere den kurov toutovious", anstatt„die nationale Leidenschaft gegen das zweite Versailles zu ent» flammen". Helfferichs Schatten wird heraufbeschworen, um mit der drohenden Warnung zu enden, Herr Hergt könne auf dies« Weis«„höchstens seine eigene Partei in zwei Hälften auseinanderbrechen sehen." Dem unparteiischen Beobachter drängt sich die Frage auf, ob eine innerlich so wenig gefestigte Partei wirklich berufen ist, die Führung zu übernehmen. Aber die Geschichte wird noch wunderbarer! Auch die „Kreuz-Zeitung" rückt von Hergt ab— sachte, aber merklich. Sie tut es, indem sie seine Erklärung in ihr gerades Gegenteil verkehrt und versichert: es gehe aus ihr hervor, daß die Stellung der D-äutschnationalen vollkommen unverändert geblieben sei. Siö wirft dann d'e Erklärung Hergts vollkommen über den Haufen, indem sie ihr«„Vorbehalte" folgendermaßen formuliert: Es fei nur an die Räumung des Ruhrgebiets und an di« Freilassung der Gefangenen erinnert. Es wird natürlich not- wendig sein, dies« Vorbehal'e scharf zu skizzieren, falls es zu V«r- Handlungen mit anderen Partsien über eins Kabinettsbildung kommt. Eleichzettig werden die Punkte festgelegt werden müsse::. die einer Aenderung im Sachverständigengutachten bedürfen, wob«: in erster Linie an die Kontrollmahahmen und an die untragbar« Jnternationalisierung der Eisenbahnen erinnert sein möge, ohne auf Einzelheiten einzu- gehen. Eine derartige Formulierung des Borbehalts sieht einer Ablehnung des Berichts ähnlich wie ein Ei dem andern. Es sei zum Ueberdruß wiederholt, daß Aenderungsanträge zu den Dorschlägen selbst, die ein„unteilbares Ganzes" darstellen, keine Aussicht auf Annahme haben, daß bei Verhandlungen über sie nichts Gutes herauskommen kann und daß auf diese Weise nichts erreicht wird als ein bequemer Vorwand für Poincarch im Ruhrgebiet zu bleiben und alles beim alten zu lassen. Das wäre also„das große Wunder", das Herr ftergt mit seiner selbstgesälligen Geschwätzigkeit erreicht hätte! Er hat in alle Fettnäpfchen getreten, alle Stühle umgeworfen und alles erreichbare Porzellan zerschlagen. Die anderen Parteiführer üben Zurückhaltung. Hergt kann es nicht hallen. Er m u ß schwätzen— wie sein einstiger Chef Wilhelm II. Das ist Hergt. Reichskanzler in sps? Oder Partei- führer a. D.? poincarö wünscht Kanzler tzergt. Paris, 7. Mm.(Eigener Drahtbericht.) Die französisch« Presse 'beschäftigt sich sehr eingehend mit der Frage der Regierungsbildung "n Dcutschlond. Die nationalistischen Orpa e betrachten es als fellist» verständlich, daß"ur ein« Koalition der bürgetlichtn Parteien mit den Dcutschnattonalen an der Spitze zustand« komm«: könne. In diesem Zusammenhang wird angenommen, daß die Deutschnationale» auf diese Weise sehr schnell abgewirtschaftet haben dürften und dann bei einer Auflösung des Reichstags die gemähigten Parteien das verloren« Terrain zurückgewinnen würden. So gibt eins Berliner Depesche des„Echo de Paris" der Aussassung Ausdruck, daß kr neue Reichstag nicht lebensfähig sei. Wenn die Reaktion ans.Ruder kommen werde, so würde sie in zwei Monaten nicht nur ihren Kredit im Innern ruiniert, sondern auch die ganze Welt erneut zu einer Einheitsfront gegen Deutschland zusammengeschweißt haben. Nach diesem Experiment aber werde das deutsche Volk wahr- schcinlich soviel gelernt haben, daß die Neuwahlen ganz anders aus- fallen würden. Im Gegensatz dazu glaubt der sozialistische„P o- p u l a i r e", daß die einzig mögliche Patteienverbindung, die im neuen Reichstag in Frage komme. die große Koalition zwischen Sozialdemokraten, Demokraten. Zentrum und Volkspartei fei, die di« Durchführung des Sachverständigenplanes zu ihrem Programm machen könne Hergt werde deutlicher! Paris. 7.Mai.(Cig. Drahtber.) Der„Temps", der in Herrn Hergt den künftigen deutschen Kanzler sieht, kommentiert dessen im„Lokal- Anzeiger" veröffentlichte Ausführungen über die Einstellung der Deutschnationalen zum Programm Tawes, in denen von gewissen Vorbehalten die Red« war. Das Blatt meint, es genüge nicht, diese Vorbehalte anzukündigen, Herr Hergt müsse auch sagen, welcher Art sie seien. Wenn man die„Deutsche Tagesztg." darüber zu Rate ziehe, so müsse man zu der Ueberzeugung gelangen, daß diese Vorbehalte der Nationalisten aus die Sabotierung dos Sachverstä>:digenplawes hinauslaufen. Wolle Herr Hergt damit nicht idemifiziert fein, so müsse er sich recht klar über die von ihm gemachten Reserven aussprechen. Denn sowohl die Gläubiger Deutschlands wie auch diejenigen Länder, dis mit Deutschland Handel treiben, müßten sichbaldKlarheit darüber schaffen, ob die von den Sachverständigen empfohlene Lösung Aussicht habe, von Deutsch- land angenommen zu worden oder nicht, und vor allem, ob die 866-Million«n. Anleihe Aussicht habe, Zeichner zu finden. Auch das deutsche Volk selbst habe an solcher Aufklärung«in Jnter- est«, denn der Wert d«r Renten mark weck:« davon bestimmt. sprechend der Regierungsvorlage einig« Erhöhungen der Zollsätze. So wurden getrocknete Datteln der Tarif. mnnmsr 53, die in Behältnissen zu S Kilogramm oder darunter ein- geführt werden, einem Zollzuschlage von 36 Proz. für einen Doppol- zendnsr unterworfen: der Eingangszoll beträgt hiernach 78 Goid- mark für einen Doppelzentner. Bei Gänsebrüsten und Gänse» teilen, durch Salzen. Pökeln, Trocknen. Räuchern. Kochen oder Lratm einfach zubereitet, wurde der Zollsatz auf 66 Goldmark für «inen Doppelzentner heraufgesetzt.(Tarisnummer 116.) Soweit war gegen die Zolländerungen nichts einzuwenden. Weiter oerlangte ober dis Regierungsvorloge ausdrücklich zmn Schutze der heimischen Stärkeindustrie für di« Einfuhr von Stärke aller Art. grün oder trocken, auch gemahlen, einen gllprozentigen Zollzuschlag(Tarifnummer 173), so daß der Zoll jetzt 21 Goldmart für«ine,: Doppelzentner betragen soll. Bei dieser Tariftwmmer handelt es sich aussch'.ießlich um Reis-, nicht um Kar- toffelftärke. Da der markanteste Vertreter dieser Industrie die be- kannte Firma H o f m a n n in Salzuflen ist und diese Firma fast ausschließlich in den Genuß des neuen Schutzzolls kommt, mußte der Eindruck entstehen, daß diese eme Firma besonders begünstigt wer- den soll!«. Die volkswirtschaftlichen Bedenken gegen eine solche Zollpolitik, die in einem Antrag der Sozialdemokraten auf Streichung des Schlchzolles ihren Ausdruck fanden, wurden aber von der bürgerlichen Mehrheit nicht beachtet. Der Antrag wurde gegen di« Stimmen unser«? Genossen und ein« De- mokraten abgelehnt, der Zoll bewilligt. Das ist«in kleiner Auf- ta k't zu den Zolldebatten, die sich wahrscheinlich schon in den nächsten Monaren im Anschluß an> die Schutzzollforderungen der Großagrarier entwickeln werden._ die hannoversche Sewegung. Los von Preußen=- 50 Proz. Steuererhöhung. Am 18. Mai findet in der Provinz Hannover eine Vor- abstimmung über den Antrag der' Doutsch-Hannoverschen Partei statt, ob die preußischen Regierungsdezi, ke Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Stade und Osnabrück ein selbständiges Land bild« sollen. Ganz abgesehen, daß di« parttkularisttschen Bestrebung gen in Hannover dem Rcichsinteress« zuwiderlaufen, errechnet das Oberpräsidium Hannover nunmehr, daß eine Loolösung des Landes von Preußen für die Bevölkerung der fünf in Betracht kommenden Bezirk« eine kaum tragbar« Mehrbelastung darstellen würde. Bereits vor dem Kriege war Hamwv-zr«ine preutzlsche Zuschußprovinz. Der Zuschuß betrug im Jahre 1913 2 227 666 Gold mark. Das Verhältnis hat sich auch nach dem Kriege nicht ver- ändert. Das Oberpräsidium berechnet für ein selbständiges Land Hannooer mit einem vierköpfigen Ministerium an der Spitze ein Defizit, das eine Erhöhung der Lan d e s st« u c r i: von 23 Prozent erfordern würde. Aber in dies« Rechnung sind die Kosten für«inen Betriebsfonds, für Leistungen zur Förderung von Bodenverbesserungen und d«s Wohnungebaues, zum Ausbau kr Versorgung mit elektrischem Strom, zur Uebernahme von staatlichen Moor«n, sowie die Staatszuschüsse zu den Besoldungen der beiden evangelischen Landeskirchen noch nicht eingerechnet. Sie würkn ein« weitete ungefähr 27prozentig« Steuererhöhung bedingen, so daß di« Loslösung Hannovers vpn Preußen di« Bewohner der Provinz «ine etwa L0prozentig« Steuerhöhung kosten würde. Di« Berechnung des Oberprästdiums sagt nichts Neues. Klein- staaterei ist immer ein teueres Vergnügen gewesen und es ist ein Treppenwitz der Weltgeschichte, wenn ein« Gruppe von Schildbürgern in einer Epoche den ffiersuch unternimmt, Preußen zu zerschlagen, in der sich die wirtschaftlichen Mächt« zusaimnonschließ«n. um die Autorität des Staat«« zu zertrümmern. Indem die Deutschhanno. veraner für di« Bildung«in«« neuen Staates kämpfen, helfen sie die Autorität de« Staates untergraben. * Di« Deutschhannoversche Partei hat an di« Reichs- regierung«in« B eschwerde gerichtet, in der gesagt wird, die Wstimmung werde durch Beeinflussungen der preußischen und deut- schen Regierung gefährdet. Die Reichsregierung weist die Beschwerde als haltlos zurück. Cs fei das gute Recht der Reichs- regierung und der preußischen Regierung, zu der verworrenen Frage Stellung zu nehmen. Im übrigen sei Sorge dafür gstragon, daß die Vorak-stimmung unbehindert vor sich gehen könne. Gewerkschaftsbewegung „ Gewerkschaftsarchiv." " fillschweigenden Borousfehung getan, daß die Bartei und die Gea mertschaften die Kraft aufbringen, die große Errungenschaft der Revolution, den Achtstundentag unter allen Umständen zu halten und zu wahren. Heute steht der Junge um 5 Uhr früh auf und ist abends erst gegen 6 1hr zu Hause. Die gute, fräftige Ernährung, Das erste Heft der von Karl 3 wing in Jena als Gemert- die ein solcher junger Mensch in den Entwicklungsjahren bei der fchaftsarchin herausgegebenen Monatshefte für Theorie und Praris schweren ungewohnten Arbeit braucht, fann ich ihm leider nicht geben, der gesamten Gewertschaftsbewegung" liegt nunmehr im Umfange und so muß ich sagen, daß der jezige Zeitaufwand für Arbeit, Vorvon 64 Seiten vor. Der Zeitaufjag des Herausgebers, Gewerbereitung und Fahrt vollkommen genügt. Wenn die Arbeitszeit fchaftliche Bettenwende" betitelt, enthält eine programma- nunmehr nach dem Willen der Unternehmer um nur eine Stunde tische Darlegung der Aufgaben und Ziele, die fich das neue Unter- verlängert wird, so tommt mir der Junge mit einer eventuell noch nehmen gestellt hat. Zusammenfassend wird darin gesagt: eingelegten Bause statt um 6 Uhr erst um 7 Uhr nach Hause. Die deutsche Gemertschaftsbewegung hat sich mit erstaunlicher Was hat er dann noch von dem Rest des Abends? Körperlich abSchnelligkeit aus der Krise erhoben und erholt, und schickt sich heute gearbeitet ist er müde, latscht noch ein bißchen herum und muß an, mit neuen Kräften eine neue era gemertschaftlich- wirtschaft fpätestens um 9 Uhr ins Bett, um sich mit mindestens 8 Stunden lichen Geschehens einzuleiten. Die geistige Beherrschung dieser Be- auszufchlafen. Er hätte also mit Essenszeit zu Hause dann gerade noch 1½ Stunden. Das wäre ein voufommen unwürdiger Zuriode und die gemerfschaftlichen Erfolge dieser Hera werden von entscheidender Bedeutung für die zukünftige Stellung stand, für den Lehrling wie für den Bollarbeiter, und als steuerDer Arbeit und der Arbeiter in der Gesamtgesellschaft sein. zahlender Bürger und Bater habe ich das allergrößte Interesse baran, daß sich die Behörden endlich einmal ins Mittel legen und ben Bauunternehmern den Standpunkt flarmadjen. Die Aus sperrung tönnte und müßte längst beendigt sein, aber nicht im Sinne Der Unternehmer, sondern im Sinne der Arbeiter und damit auch im Sinne wahrer Stultur. Das Gewertschaftsarchin" wird versuchen, die angebrochene gemertschaftliche Seitenwende mit ihren großen gesellschaftlichen Entscheidungen mit Leben zu erfüllen, und weiter versuchen, die geistigen Waffen für Theorie und Praris zu perbessern, um so mit dazu bei zutragen, daß die Gewerkschaften ihre großen Zeit- und Zukunftsprobleme nicht nur erkennen, sondern auch im Sinne der sozia fiftischen Gedantenwelt einer Lösung entgegenführen können." Wiederholt spricht 3ming non der Ebenbürtigtett Amischen Rapital und Arbeit. Er sieht den Anfang der Beschichtsepoche, in der sich nunmehr diese Ebenbürtigkeit vollziehen foll, und meint, nach geistiger Borbereitung wird ganz von selbst ein System non Kämpfen einfegen, die die nächste Zeitepoche aus füllen und mit der Herstellung der Ebenbürtigkeit zwischen Kapital und Arbeit und der Aufhebung des Privatfapitals enden wird. Beicht beieinander wohren die Gedanken Antrieb und Ziel des Mitbestimmungsreis" zeigt Clemens Nörpel, der die kommunistischen und sonstigen Phantasien über die Macht der Betriebsräte zerpflückt und die Aufgaben der Betriebsräte in den allgemeinen gewerkschaftlichen Rahmen stellt. Darin liegt weder eine Unterschähung dieser Aufgaben, noch eine solche des Mitbestimmungsrechts, sondern im Gegen feil. ein Ansporn, das Erreichbare zu erringen. 3 Zur geschichtlichen Entwidlung der Beamten gewerffchaften liefert A. Faltenberg einen beachtens merient Beitrag, dem meitere Darlegungen aus seiner Feder folgen follen. Robert Fette Stuttgart wirft die Frage auf: Ver sicherung oder Versorgung?, die er im Sinne der Selbsthilfe beantwortet. In einer Betrachtung 3ur Aufhebung des Achtstundentages in Deutschland" setzt sich der Berfaffer Albert Kranold Jena insbesondere mit der Auffassung Brentanos auseinander, die gegen die gefegliche Festlegung des Acht fundentages gerichtet ist, und zwar als einem. Normalarbeitstag anstatt dem Marimalarbeitstag. Ein zweiler Artikel Kranolds wird fich weiter mit dem Achtstundantag befaffen, zumal auch eine Reihe von Gewerkschaftlern auf diesem ebenso verhängnisvollen mie unhaltbaren Standpunkt stehen", daß der Achtstundentag in erster Linie ein wirtschaftliches Problem fei. Arbeiter: bewegung und Bildungsproblem behandelt Georg Engelbert Graf. Sciner Forderung: Die Bildungsarbeit muß ständig im Fluß bleiben, ist ohne weiteres zuzufümmen, ohne daß es uns notwendig erscheint, zum Beweise dafür über die Führer herzufallen, die doch in jedweder Beziehung Produkte der Berhält nisse sind.„ Das Berhältnis der Frauenlöhne zu den Löhnen der Männer" hat Anna Gener Berlin in ihrer Schrift über„ Die Frauenerwerbsarbeit in Deutschland" untersucht, woraus dieser Abschnitt wiedergegeben ist. Dem Auszug aus bem Bericht der österreichischen Gewerkschaftstommission über Die Gemertschaften in Desterreich im Jahre 1923" folgen Ueber iichten über Arbeitergewerffchaften, Angestellten gewertschaften, Internationale Gewerffdaftsbewegung, Betriebsrätewesen, Volkswirtschaft, Sozialpolitik, Sozialversicherung und Arbeiterinnenbewegung und zum Schluß Mitteilungen. Bleibt die Aehnlichkeit der drucktechnischen Form des Gemertfchaftsarchivs" mit der einer anderen Monatsschrift, die sich ebenfalls mit gewerkschaftlichen Fragen befaßt, auf diese Form be: Ichränkt, dann wird sich das Gemertschaftsarchiv" in der Gewerf fchaftsbewegung bald einbürgern und ihr gute Dienste ermeifen. " f. e. Zum Arbeitszeitfampf der Berliner Bauarbeiter. . Soll Lehrlingszeit zur Leidenszeit werden? Der Bater eines Maurerlehrlings schreibt uns: Die Maurer find durch das von grenzenlosem Herrschaftsbüntel zeugende Macht gebot der Unternehmer gerade in der Zeit ausgesperrt, in der mit allen verfügbaren Kräften gearbeitet werden sollte. Damaschte fchreibt in seiner„ Bodenreform":" In Berlin waren in den Bohnungsämtern eingetragen am 1. Januar 1922: 147 000 ohnung fudrende, am 1. Januar 1923: 206 000 23ohnungsuchende, und am 1. Januar 1924 jogar fhon 223 000 Wohnungsuchende. Dem standen als vermietbar anzusprechende Wohnungen 34 000 gegenüber. Die Gesamtzahl der aus öffentlichen und privaten Mitteln errichteten Wohnungen wird insgesamt faum 5000 betragen. Es find das, fo fügt die Bodenreform" hinzu, Berhältnisse, bie einmal zur Ratastrophe führen müssen. " Und in dieser Zeit wagen es die Bauherren, eine Machtprobe zu veranstalten, und feine öffentliche Macht ist da, die ihnen in den Arm fällt und sie zwingt, ihre Arbeiter in menschenwürdigen Ar beitsverhältnissen zu lassen. Meinen Jungen mun habe ich absichtlich in die praktische Behrarbeit gestellt, meil ich mich, wiewohl Geistes arbeiber, für verpflichtet halte, an meinem Teil dazu beizutragen, daß der Unterbau der Schule und der Lehre für das ganze Volf der gleiche ist. Aber ich habe, mie ich auch betonen will, es nur in der Pflichtarbeit am 1. Mai? Bon Arbeitslosen geben uns Beschwerden zu, daß man fie am 1. Mai zur Leistung von Pflichtarbeit zu zwingen beriut bat und ihnen bei Weigerung die Entziehung der Arbeitsto fenunterstügung in Aussicht geftelt hat. fandte eine bringende Entfchließung an den Reichsarbeitsminister. Sie betont in dieser Resolution, daß die Mansfelder M.-G. bereits Schritte beim Regierungspräsidenten unternommen habe, um ihre Betriebe nacheinander ftillegen zu dürfen und weist ferner darauf hin, daß die Folge dieser furchts baren Maßnahme Tumulte und Unruhen wären. Sie bittet für den Fall, daß die Mansfelder A.-G., die trog ber von ihr gezahlten niedrigen Arbeitslöhne, die zu den niedrigsten Mitteldeutschlands gehören, ihre Betriebe nicht mehr aufrechterhalten fann, Reich und Land aus eigenem wie sozialem Interesse Hilfe schaffen, damit zwei preußischen Kreisen die einzige Arbeitsmöglichkeit erhalten bleibt. Außerdem ist bekanntgeworden, daß die Mansfelder A.-G. den Angestellten, die auf neuen Abschluß des Angestelltentarifs drängten, mitgeteilt hat, eine Erneuerung fei überflüssig, da sie in nächster Zeit ihre sämtlichen Angestellten entlassen würde. Maffenkündigungen der Lauchhammer Werke. Halle, 7. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Bei den großen auchbammer werfen, die im östlichen Teil des Regierungsbezirts Merseburg verteilt liegen, find neuerdings in Toreau und Bauchhammer Maffenfündigungen erfolgt. Als Grund wird Mangel an Aufträgen und Schwierigkeit der Geldbeschaffung angegeben. Metallarbeiteraussperrung in Anhalt. Der Verband mitteldeutscher Metallindustrieller hat wegen der Niederlegung der Arbeit in einigen anbaltischen Fabriken beschlossen, die Betriebe in Anbalt, in denen jetzt noch gearbeitet wird, zu fließen. Davon werden Taufende bon Metallarbeitern betroffen. Die Schließung der Fabriken soll am 14. Mai erfolgen. Bir tönnen nur annehmen, daß es sich dabei um ueber- Der Kampf im oberschlesischen Industriebezirk. griffe einzelner Beamten handelt. Die Reichsregierung Aus Gleiwit berichtet die T. 1.: Der Streit im deutschhat durch Erlaz an alle Behörden ausdrücklich darauf hingewiefen, oberschlesischen Industriegebiet hat eine mefentliche Verschärfung daß den Arbeitern, Angestellten und Beamten, die den 1. Mai erfahren. Die Betriebsräte der Metallarbeiter haben durch Arbeitsrube begeben wollen, feine Schwierigkeiten gemacht gestern beschlossen, sich dem Streit der Bergarbeiter werden follen, soweit die Aufrechterhaltung des Dienstes dies zu anzuschließen. Entsprechend diesem Beschluß trat daraufhin die läßt. Unter diesen Umständen von Arbeitslosen ausgerechnet am Gleiriger Hütte vollständig in den Streit. In den 1. Mai die Leistung von Pflichtarbeit zu verlangen, ist ein leber- Deichselwerken in Hindenburg streifen 70 Broz. Bei der Donnersgriff, der fofort rüdgängig gemacht werden muß. Wir erwarten mard- Hütte ist die Belenschaft noch nicht einig geworden, ob sie in von der zuständigen Magistratestelle, daß ohne Verzug eine ben Streit treten foll. Auf den Steinfohlengruben wird fast vollgenerelle Anweisung in diesem Sinne ergeht. Pflichtarbeit am ständig weiter gestreift Die Kommunisten entfalten eine rege 1. Mat zu verweigern ist das gute Recht der Arbeitslosen. Tätigkeit, um den Streit auch auf die anderen Hütten auszudehnen. Wie die TU. erfährt, beabsichtigen eventuell auch die Eisenbahner sich dem Streit anzufchließen Es dürfte morgen in Gleiwih ober Hindenburg eine Konferenz der Eisenbahner stattfinden, in der über den Streit Stellung genommen wird. Verhandlungen in der Metallindustrie abermals vertagt Gestern fanden auf Einladung von Gemerberat Körner Besprechungen zwischen dem Metallfartell und dem Verband Beriner Metallindustrieller stat, um den jetzt bestehenden tariflosen Rustand in der Metallindustrie durch den Abschluß eines neuen ohnabkommens abzulösen. Es hat den Anschein, als bereite Die tariflose Seit und die fich daraus ergebenden Einzelstreitig feiten in den verschiedenen Betrieben nicht nur dem Schlichtungsausschuß Sorgen, da bei der Behörde gegenwärtig etwa 80 Klagen weten, sondern auch den Arbeitgebern, denen Sie fortwährenden Erschütterungen der Betriebe durchaus unangenehm find. Jebenfalls muß festgestellt werden, daß das Metallfartell für das Zustandekommen der Berhandlungen ausschließlich durch die Einladung Gewerberat Rörners interessiert worden ist. Bei den gestrigen Berhandlungen zeigte es sich nun, daß die unterhändler des BBM. durchaus auf den Standpunkt standen, ein neues Lohnabtemmen nicht prinzipiell abzulehnen, während die Arbeitnehmervertreter nur dann einen Lohntarif abzuschließen geneigt waren, menn die Arbeitgeber ausreichende Lohnerhöhungen zu gestehen würden. Nach längeren Berhandlungen trat schließlich ein Schiedsgericht unter drei unparteiischen Vorsitzenden zusammen, deffen Beratungen bis in die späten Nachmittagsstunden dauerten, und bas fich dann bis zur endgültigen Klarstellung der wichtigsten, fidh aus der gonzen Materie ergebenden Fragen, vertagte. Nene Titel statt Brot. 3u der von der Reichsregierung beabsichtigten Neuregelung der Amtsbezeichnungen hat der Bundesvorstand des Allgemeinen Deut fchen Beamtenbindes in feiner Gigung am 7. Mai Stellung ge nommen. In dem Beschluß heißt es:" Große Teile der Beamten schaft stehen infolge einer unzureichenden und unsozialen Besoldung im schwersten Kampf um die Erhaltung ihrer Existenz; fie erwarten daher von der Regierung die beschleunigte Befeiligung der bestehenden Härten durch eine angemessene Erhöhung des Einkommens und durch umgehende Inangriffnahme der seit Jahren zugesagten Befobungsreform. Der Bundesvorstand erblidt in der beat fichtigten Aenderung der Amtsbezeichnungen für große Teile der Beamtenschaft eine ungünstige Beeinflussung und Berzögerung der unbedingt notwendigen Besoldungsreform und fordert daher, daß die Fragen der Amtsbezeichnungen im engsten Zusammenhang mit der Besoldungs. reform geregelt mirb Gegen bie meiteren Absichten der Reichsregierung, durch Berleihung von sogenannten Altersauszeichnungen zur Wiedereinführung des Titelunwesens zu gelangen, erhebt der Bundesvorstand ent fchiedensten Einspruch und fordert, daß von der Reichsregierung der Artikel 109 der deutschen Reichsverfassung eingehalten wird." Drohende Stillegung der Mansfelder Bergwerke. Halle, 7. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die feit längerer Zeit nerbreiteten Gerüchte über eine Stillegung der Mansfelder Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft 2.-G. haben sich zur Tatsache per dichtet. Die Mansfelder A.- 8. mit ihren weit über 30000 Angefteilten und Arbeitern sollen im Laufe der nächsten Monate ihre Betriebe nacheinander stillegen. Die Stadtverordnetenversammlung von 5) ett stedt befaßte fich mit dieser Tatsache und Der Streit der Berliner Anschläger ist laut Beschluß der Verfammlung vom 6. Mai ein allgemeiner. Alle bis jetzt herausgegebenen Arbeitsberechtigungsfarten merden hiermit für ungül fig ertlärt. Jeder jetzt noch arbeitende Kollege begeht Streifbruch. Die Streifleitung. Die Bauarbeiter Leipzigs find geftern vormittag infolge Lohnftreitigkeiten in den Ausstand getreten. Sie fordern 80 Pf. Stundenlohn. Die Deufschen Werte in München haben den Streit der 230 Holzarbeiter mit der Kündigung der Gesamtbelegschaft beantwortet, mozu fie angeblich aus betriebstechnischen Gründen genötigt feien. Die Wertleitungen in Maunheim erklären, daß fie Ende dieser Woche ihre Betriebe nach neunwöchigem Streif und Aussperrung wieder eröffnen, da sich genug Arbeitswillige gefunden hätten, die bereit feien, unter Anerkennung der Tarifverträge und der SchiedsSprüche die Arbeit wieder aufzunehmen. Der Generalffreit in Argentinien erstreckt sich über das ganze Land. Die Berforgung der Landeshauptstadt Buenos Aires mit lähmt. Der Präsident der Republit hat persönlich eingegriffen, Brot und Fleisch ist schwer gefährdet, der ganze Geschäftsperfehr geum den Streit zu beendet. Die 12 000 Tarameter chauffeure von New York sind in den Ausstand getreten. Bugbruder! Die auf Freitag, den 9. Mai, angefekte Fraktionsvorstands fikung wird infolge Berlegung der Bezirksverfammlungen auf einen[ päteren Termin vertagt. Einladung hierzu erfolgt fchriftlich. 3. A. Otto Fiedler Baugewerksbund, Fachgruppe Glaser. Sonnabend, den 10. mai, nachu. 1hr, im Gewerkschaftshaus, außerordentliche Mitgliederversammlung. Stellungnahme zum Tarifvertrag. Das Erscheinen jebes einzelnen Rollegen it fit! Mitgliedsbücher find vorzulegen. Die Fachgruppenleitung. Berband der Buchbinder und Papierverarbeiter. Die vierteljährliche Generalversammlung findet am Mittwoch, den 21. Mai, ftatt. Nähere Bekanntgabe erfolgt noch. Anträge zur Generalversammlung müffen bis fpätestens ben 13. Dai bei der Ortsverwaltung eingereicht werden. Berantwortlich für Bolitik: Cruft Reuter; Wirtschaft: Artur Sateenus; und Sonstiges: Fris Rarftabt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin, Gemertidaftsbewegung: Friebz. Eglorn: Feuilleton: Dr. John Cahilowski, Lotales Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Berwärts- Buchbruderet unb Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin GB. 68. Lindenstraße 8. Hierzu zwei Beilagen und Unterhaltungsbeilage Seimmelt. Koch& Leeland an der Spitze der Leistungsfähigkeit! Sportanzugstoffe Homespun, reine Wolle" Mtr. 6.50 Damen- Kostümstoffe Donegal. 4. ..reine Wolle" 1.40 breit. 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Das eine Gute hat das fühle Aprilwetter mit sich gebracht, man brauchte sich mit der Landbestellung nicht zu sehr zu beeilen. Während sonst nach langen Wintern meist ein heißer Frühling sich einstellte, in dessen Anfang die Arbeit sich naturgemäß drängte, hat man dies= mal Muße gehabt, gründlich ven Ader herzurichten. Wie aus dem Ei gepellt" fehen diesmal die schon abgeteilten Flächen unserer branen Baubenfolonisten aus und auch dort, wo die bäuerliche Wirtschaft sich an das Stadtgelände heranzieht, hat man den Eindrud, als sei die Bestellung mit großer Sorgfalt durchgeführt. Zu diesem Eindruck trägt die frische Farbe des grünen Saalfeldes viel bei; der Roggen ist gut durch den Winter gekommen, man sieht hier die wohltätige Wirkung der starken Schneemaffe. Im Garten erfreuen uns ja nun schon die grünen Triebe der früh gelegten Erbsen und die mutig sich hervormagenden Spizen der frühen Stauden, wie Iris, Bäonien, Delphinium usw. Aber sonst sieht es doch noch recht unGewiß: man hat Mohrrüben gesät und die gemütlich aus. Frühtartoffeln gelegt, auch die ersten Rohlrabi und Kohl pflänzchen dem Boden anvertraut, aber das sonst so liebliche Maienbild mit blühenden Obstbäumen, schwellenden, dicht vor dem Aufbrechen stehenden Fliederknospen und üppig fich begrünenden Rosenheden zeigt sich diesmal nur in spärlichem Maße. Ja, an ungeschüßten Stellen sehen die Rantrofen recht nach Erfrorenfein aus; man muß fie bis auf den Grund herunterschneiden, damit sie von neuem austreiben. Dem Flieder ist aber anscheinend die Schneelaft gut bekommen; er hat schöne Triebe angesetzt. Das fehlende Frühgemüse. Mit dem Frühjahrsgemüse ist es naturgemäß recht trübjelig bestellt. Die Spargelspitzen wollen gar nicht zum Vorschein tommen, an Salat ist selbst bei Auspflanzen im talten Kasten noch nicht zu denken dabei trägt eine mit Recht geschäzte Sorte den stolzen Namen„ Maitönig“, und selbst der Rhabarber schiebt seine Stiele nur ganz allmählich in die Höhe. Für den Erwerbs- Gemüsegärtner ist die lange Kälteperiode auch nicht sehr angenehm; er hat feine Einnahmen und erhöhte Kosten durch die Arbeit erfordernde Betreus ung feiner Sämlinge; zudem ist der Stalldung wieder recht teuer geworden augenscheinlich ist die immer stärkere Verdrängung des Pferdes durch das Auto in den Großstädten und auch auf dem Lande Schuld an den hohen Dungpreisen. Was ist zu tun? Bunächst trage man dafür Sorge, daß das, was jetzt schon aus dem Boden heraus ist, gefch übt werden fann, falls noch wirklich fchlimme Tage und Nächte tommen sollten. Dann aber pflanze man ruhig weiter, wenn man fräftige und wirklich gut abgehärtete Sämlinge hat. Diese können schon einen kleinen Buff vertragen. Für Besorgung guter Tomatenpflanzen sei man auch rechtzeitig bemüht; am besten find natürlich solche, die in Töpfen herangezogen sind, so Saß sie einen fräftigen gedrungenen Buchs und einen guten Wurzel ellen haben. Die in warmen oder auch halbwarmen Rästen heranrewachsenen Pflanzen machen vielleicht durch ihre größere Länge einen für das nichtkennerauge bestechenderen Anblid; aber sie sind och weniger widerstandsfähig. Gerade in solchen unwirschen Wetter serioden, wie dem diesmaligen Frühling, tommt es auf träftiges 3flanzenmaterial an. Bohnen können auch gelegt werden, wenn man nicht nur den Billen, sondern auch die sichere Erfüllung dieses man nicht nur den Willen, sondern auch die sichere Erfüllung dieses Willens, nämlich die Reimlinge bei Frostgefahr durch Anhäufeln zu schützen, bei sich voraussehen kann. Gurten find natürlich noch eine Gorge für spätere Zeit. Die für den Blumenschmuck so wertvollen 12] Die Flüchtlinge. Roman von Johannes Linnantosti. " Dummes Mädchen!" hätten die anderen rufen mögen, aber feiner brachte es übers Herz. Da ertönte vom Wagen ein flägliches Miauen. " Dir ist auch leid Mitto, Mikko!" tröstete Hjelta. Restitalo versuchte noch einmal zu scherzen. Was miaust du denn? Wart, du kriegst dort bald andere Liebste, wenn du auch die tavaſtländischen Mädchen verlassen mußt!" wizelte er absichtlich etwas grobkörnig. Aber auch das reizte nicht mehr zum Lachen. Alle hatte die Niedergeschlagenheit ergriffen. Jeder empfand, daß er fekt für immer viel Liebes und Heiliges hinter sich ließ, was fich ihm tief ins Herz gegraben hatte fo fühlten sie. Der Himmel hatte sich umdüstert. Das tränenschwere Wetter des Tages löfte sich in einen Staubregen auf, der nach und nach alles in seinen grauen Mantel hüllte. Deutlicher hob fich nur noch der schmußbedeckte Weg ab. Aber auch dieser verschwamm weiter vorn in dem Nebeligen, Unbekannten und Berhängnisvollen, dem sie mit schweren Schritten entgegenwanderten. 6. Auf der kleinen Bahnstation tief im Innern des Landes hatte sich zur Ankunft des Tageszuges eine Menge Bauern colf versammelt... Dies war so an Sonntagen Sitte. Man tam, um den Zug anzusehen und die Post abzuholen, man fam, um sich nach der Wochenarbeit in den einsamen Winkeln der spärlich besiedelten Gegend ein wenig zu unterhalten. Diesmal follte laut Gerücht noch etwas anderes als blog die Post oder ein Ortsansässiger kommen. " Jekt fummen die naien Besitzer vom Hof, die Härrfchaften aus Tavastland," lachte, mit einem Auge blinkend, ein Tagelöhner des Gutshofs, der sich mit Pferd und Wagen an der Station eingefunden hatte, um sie abzuholen. Sie haben's geschrieben." Rummen denn viele Laite?" forschte einer. Wär weiß zwei alte Sterle zum wänigsten!" Die Zuhörer lachten auf. Die Gefahr der Nachtfröste. | Dahlien( Georginen-) Knollen lasse man lieber noch im Keller; fie vertragen fehr wenig Kälte. Sollten fie fchon start treiben, fo ist es empfehlenswert, fie einzutopfen und die Löpfe an einem frostfrei( aber nicht warm!) zu haltenden hellen Ort aufzustellen. Da man große Knollen teilen tann( jeder Tei' muß aber wenigstens eit Auge" haben), fo tommt man mit nicht zu großen Töpfen aus. Natürlich müssen die Löpfe ab und zu gegossen werden. Man wird aber diesmal bemerken, daß weder Dahlienknollen noch Spätkartoffeln im Keller sich wie sonst zu stark durch Keimen bemerkbar machen, G Wie es sonst im Mai war! Pflanzt mich es ift Zeit." Das talte natürlich trodenen.. Keller feinen zurüd als wollten sie sagen: Wetter übt selbst im haltenden Einfluß aus. 17 An Arbeit und Sorge fehlt es ja im ländlichen Getriebe nie; einen Bunft wollen wir noch hervorheben, der für die Kleinvieh baltung gerade jetzt sehr von Bedeutung ist. Im April bis Mai findet der Uebergang von der Heufütterung zur | Grünfütterung ftatt. Das hat namentlich für Kaninchen, die ja jetzt auch schon jungen Nachwuchs haben, seine besonderen Gefahren. Wer mit der Sichel Haufen Gras schneidet und es den Tieren in Maffen zuteilt, darf sich nicht wundern, daß sie sich überfreffen und an der ungewohnten Kost zugrunde gehen( zumal, wenn sie durch Inzucht schon von Hause aus einen geschwächten Körper haben). Es muß sehr sorgsam verfahren werden, das Grünfutter zwischen die anderen Mahlzeiten( Kartoffeln, Hafer, Kohl oder Runfelrüben, Pferderüben) eingeschoben werden, so daß eine allmähliche Gewöh " Ni gar! Was du fagst!" Die Heiterfeit nahm immer mehr zu. Das is wohl briben in Tavastland immer fo?" schob einer dazwischen. ,, Das mag's wohl sein!" Die Wartenden lächelten einander mit einem Funkeln gegenseitigen Verständnisses in den Augen zu. Sie waren offenbar neugierig, denn sie hatten nie zuvor einen echten Tavasten gesehen. Aber sie hatten schon im voraus ein ziemlich bestimmtes Bild. Es lag etwas von Hörensagen Bekanntes und etwas Rasseninstinkt darunter, zwei alte Rerle" verdeutlichte hübsch die äußeren Züge, und die Tatsache, daß beim Kauf des Gutes die favolarische Findigkeit die tavaftländische Einfalt um mehrere Laufende geprellt hatte, vervollständigte es im Innern. Das Bild war faft fertig. Der Zug fuhr donnernd ein. Dort tamen die Tavasten, sie stiegen langsam gemeffen aus einem Wagen Uutela, Keskitalo, die beiden Frauen und Helfa, die letzteren kleine Bündel in der Hand tragend. Boran schritt Uutela. Er war noch im Zuge niedergedrückt gewesen, doch gleich, als man nach Savolar herübergelangt war, hatte sein Tavastenblut angefangen, fich zu regen. Und da Restitalo gleichsam ihn in den Vordergrund schieben zu wollen schien, indem er ihm sogar die Frachtbriefe der Güterwagen anbot, stellte er sich sozusagen an die Spize. Er lächelte mit seinem stillen Lächeln und den leise strahlenden Augen, während er, den Savolarern zum Gruß, feine niedrige flache Müze um einen Zoll lüftete. Die Begrüßten wechselten einen vielfagenden Blid- da hatte man nun den echten Tavasten! Restitalo hob seinen Hut ein wenig geziert, die Frauen sagten leicht verwirrt Gutentag. Die Blicke der Savolarer freuzten sich. Ueber alles maren fie im Klaren und sicher, außer über die junge Frau, deren großartiges Kleid, viele Ringe, Goldfette und feidenes Kopftuch einer fleinen besonderen Musterung unterzogen wurden. Der darüber gewechselte Blid war unbestimmt. Uutela hatte mittlerweile den Tagelöhner des Gutshofs herausgefunden. " Da ist ja der Mann viele Grüße aus Tavastland!" Un der ältre full der Schwiegersohn un der jüngre der fprach er so still vertraulich, daß die Seitwärtsstehenden faum etwas davon hörten. Die Frauensleute tommen jetzt gleich Schwiegervatter fein," lachte der Erzähler wieder, Donnerstag, 8. Mai 1924 nung sich geltend machen fann. Erfahrene Züchter geben auch das ganz trocken erscheinende Gras( desgleichen später Kohlblätter) nicht sofort, sondern lassen es, je nach dem Wetter, einen halben oder ganzen Tag an einem trodenen Ort„ abwelken". Erst seit wenigen Tagen hat das Gras sich so geredt, daß man es mit der Sichel schneiden tann; wer fann, soll sich aber nicht die Mühe verdrießen laffen, die Butterblumen" auszustechen. Daß die Kaninchen, nach. dem sie erst diese Beckerbissen" gekostet haben, das heu verschmäher, ist begreiflich. " Die Selbstmörderstraße. Sie liegt oben im Norden, nicht weit von der Schönhauser Allee, und war bis vor kurzem ziemlich unbekannt. Und nennt sich Lychener Straße". Seit einiger Zeit aber hat sie ihren Ruf, ift fie Sensation. Woche für Woche brachten die Zeitungen ihren Namen; er wanderte in die Provinz und, seitdem die Straße es zu einem Reford gebracht hat, sogar in die Auslandspresse. Und es ist nicht verwunderlich, daß der Name nun auch in einer amerikanischen Wochenzeitung unter der sensationellen Ueberschrift„ Die Selbstmörderstraße" auftaucht. " 3 Der Sachverhalt ist nämlich der: dieser Straße hat die Berliner Lokalchronit bis meit in den April hinein Selbstmord auf Selbstmord zu verdanten gehabt. Und Mitte April hat die Straße den Reford geschlagen: in zimei Monaten hatten sich acht ihrer Anwohner die Sache anders überlegt und die Beste der Welten" mit jener, die uns bis jetzt immer noch etwas sehr schleierhaft ist, freiwillig vertauscht. Wie gesagt acht in zwei Monaten! Man rechnete also( was übrigens nicht allzu schwer war) aus: pro Woche eine Person! Und damit war der Reford aufgestellt und hatte sich die Straße würdig gezeigt, internationale Berühmtheit zu erlangen! Interessierte Kreise warten nun mit Spannung, wie das sich fortsezt oder mer den Reford schlägt andere sind weniger sportlich eingestellt, sondern wissenschaftlich. Sie grübeln über dem Problem, ob hier eine Suggestion vorliegt, ob ein Selbstmord quafi ein Ba zillus fein fann, der epidemisch en miniature als Selbstmordepidemie mirfen kann. Denn das Merkwürdigste ist: man hat sich sportlich refordlich, registrierend- journalistisch und psychomanisch- wissenschaft-, lich damit befaßt, nur nicht sozial! Niemand kam auf die Idee, daß man die Lust am Leben verliert, wenn das Leben das Gegenteil ift graue Qual, der Alltag schwarze Dede, der Leib Kettenschlepper, der Magen bohrende Leere, die Seele ein Feßen, das Jenseits Paradies! Und so betrachtet, ist die Lychener Straße mit ihrem Reford nichts mehr und nichts weniger als ein Spiegel, aus dem zusammengeballtes Großstadtelend mit toten Augen in die öde, graue Leere ſtiert. こ Wie, fie" wählen ging. Eine ganz im Sinne der Lofan- Anzeiger"-Leser geschriebene Betrachtbng unter diesem Titel, die so ziemlich den Gipfel von allem Unfinn darstellt, den das genannte Blatt in den Wahltagen seinen Lefern vorzusetzen wagte, regt eine Leserin des Vorwärts" zu den folgenden Zeilen an: Soeben fommt mir aus dem Lotal- Anzeiger eine Notiz zu Gesicht, betitelt: Wie fie" wählen ging Sonderbare deutsche Frau muß fie" sein, wenn fie" am Vormittag des WahlBebanten beschäftigten mich beim Lesen dieser Zeilen. Was für eine tages noch nicht einmal weiß, wen sie wählen foll!( Ich bin mir nämlich jetzt schon für die nächste Wahl flar darüber, daß ich nur fozialdemokratisch wählen fann.) Und dann hatte die Bedauernswerte auch noch Toilettenforgen! Wie glücklich sind wir Proletarierfrauen dogegen, mir brauchen uns nicht den Kopf zu zerbrechen, ob wir die„ braunen" oder die roten" Schuhchen anziehen, sondern find glüdlich, wenn wir überhaupt noch ein Paar Schuhe unser eigen nennen. Diese Dame spricht soviel von neuen Sachen, ein Zeichen, ihr nun einmal sagen, wie ich zur Wahl ging. Zunächst daß fie die Not der Zeit noch nicht fennengelernt hat. Ich möchte ganz einig mit mir, wen ich wählen mußte. Um das zu wissen, braucht man wirklich nicht beim Militär oder bei der Marine oder in den Kolonien gewesen zu sein. Ich war bekleidet mit einem schlichten mit dem Wagen, wir Männer warten aufs Bich, denn der Güterzug soll auch bald tommen." Also das wären nu die naien Frauen oder Damen von'n Gut oder wie man se titulieren full!" prach die lebhaft blickende Frau des Tagelöhners flint.„ Na, die haben zu tun gehabt, bei so' ner weiten Reife!" Die alte Frau wurde heiterer und begann sofort in ihrer familiär herzlichen tavastländischen Art auseinanderzusetzen, dort im Güterzug feien noch Vihtori und Kalle und Hanna, dort seien auch die Kühe Kutta, Mansikki und Heipparinna und der Kater Miffo. Die seien schon zwei Tage früher abgefahren, weil die lebrigen noch von den Verwandten Abfchied genommen hätten, so daß sie alle zu gleicher Zeit ans Biel fämen. Und Jhana habe im Wagen den Milcheimer entzweigetreten, als Hanna fie melken wollte. „ Heilige Einfalt!" blizten die Augen der ringsum zusammenstehenden Savolarer. ,, Gud, fo'n Luder!" rief die Tagelöhnersfrau teilnehmend aus. Zugleich zwinferten aber auch ihre Augen am Kopf der Frau vorbei: einfältige Leute, das sieht man ja! Uutela bemerkte das Zwinkern der Augen, doch er lächelte nur. Geht nun langsam los!" fagte er furz zu den Frauen, als er fah, daß die alte Frau noch einmal ihr Herz ausschütten wollte. Er selbst begab sich mit Restitalo nach dem Stationsgebäude, um die Frachtbriefe zu erledigen. Auch die Savolarer famen, um ihre Post zu holen. In der Hauptsache waren sie sich schon über die Anfömmlinge im flaren, doch blieben sie noch, um sie zu beschauen, da sie Zeit genug hatten. Uutela und Kestitalo erschienen auf der Treppe des Stationsgebäudes und blieben daselbst stehen, die Ankunft des Güterzugs erwartend. Rimpiläinen, ein zungenfertiger Hofbefizer, konnte der Bersuchung nicht widerstehen, die tavaſtländischen Männer ein wenig auszufragen. Seien Sie willkommen, und Glückauf!" sagte er, höflich den Hut lüftend." Da wir Nachbarn sind, mechte man gärn miffen, wär von Ihnen beiden denn ber naie Gutshärr is." Er legte einen besonderen Nachdrud auf Härr". Die Nahestehenden wandten sich mit einem verhaltenen Lächeln im Augenwinkel herzu. ( Fortsetzung folgt.) waschbaren Hauskleids aus der Zeit vor dem Kriege, und die „Schuhchen" waren auch aus der„Vorkriegszeit". Und gleich früh erfüllte ich meine Wahlpflicht und ließ mich nicht wie jene Dame durch meinen Mann ermahnen, denn er war' reichlich durch die Wahl beschäftigt, und auch ich mußte später mit einspringen, was ich sehr gern tat._ tin Abenteuer mit§rau öerolina. Falsche Aktien und falsche Drillaulen. Eine teure Teebekanntschaft macht« eine Dame aus Hamburg, die nach dem Tode ihres Mannes nach Berlin gezogen war. Sie besucht« hier oft einen S-Uhr-T«e und lernte dabei eine Dam« kennen, die durch ihr liebenswürdiges und weltgewandtes Auftreten bald ihr« Zuneigung gewann. Die beiden Damen trafen sich nun oft und standen schließlich auf einem vertrauten Fuße miteinander. Die Berliner Dame verstand es, ihre Hamburger Freundin so zu gewinnen, daß sie der Berlinerin alles glaubte und in allem vertraute. Natürlich spielten die großen Güter, die die Berliner Dame in Rußland haben wollte,«ine besonder« Rolle. Ebenso wollte sie ihre Kapitalien vor der Inflation nach England in Sicherheit ge- bracht haben. Eines Tages gelang es ihr, ihre Hamburger Freundin davon zu überzeugen, daß deren echter BrillaMenschmuck in der Fassung vollkommen veraltet sei und umgeändert werden müßte. Die Hamburgerin ging darauf«in. Jedesmal nach kurzer Zeit erhielt sie Stück für Stück wieder, bis der ganze Schmuck geändert war. Di« Gefälligkeit der Freundin aber war damit noch nicht erschöpft. Die Berlinerin erzählte ihr, daß ihr L> e l a k t i e n zu einem so billigen Kurse angeboten worden seien, wie sie niemals wieder zu hoben sein würden Aus Freundschaft wolle sie zurückstehen und ihr diese Pa- pier« überlassen. Die.Hamburger Dame ergriff gern diese Gelegen- heit und überwie san die vereinbarte Bank 7000 Lire, 150 Schweizer Franken und 650 englische Pfund. Einige Tage später erhielt sie zufällig den Besuch eines ihr bekannten Herrn und der erkannt« als- bald, daß statt der früheren echten jetzt alles unechte Perlen und Brillanten«ingesetzt waren. Die Dmn« eilte zu dem Juwelier, der die Aenderungen besorgt haben sollte. Der konnte ihr aber nur die Unechtheit der Perlen und Steine bestätigen, mit den: Umarbeiten hatte er nichts zu tun gehabt. Böses ahnend, ging die Dame jetzt zu der Bank, an die sie das Geld überwiesen hatte. Alles war bereits abgehoben, aber keine Aktie war dafür hinter. legt worden. Jetzt wandte sich die Betrogen« an die Kriminal- polizei. und dies« erkannte nach der Beschreibung die betrügerisch« Freundin sofort in einer 2g Jahr« alten aus Aachen gebürtigen Mit- müller, einer schon vorbestraften Schwindlerin, die wegen ihrer überragenden Größe und ihres auffallend starken Busens in ihren Kreisen den Spitznamen die„Berolina" führt. Di« gefährliche Gaunerin ist noch nicht ergriffen. Di« Perlen und Brillanten, die sie erbeutete, sind 40 000 Goldmark wert. Eine Tragödie aus der Grenadierstraste. Als Opfer eines Betrügers stellte sich der Schuhmacher Sloym« Dormann hin, der sich vor dem Schwurgericht des Landgerichts I wegen Körperverletzung mit Todeserfolg zu verantworten hatte. Der aus Polen stammende Angeklagte hatic am 27. August o. I. seinen Landsmann Max Seiden auf der Straße niedergestochen und so schwer verletzt, daß Seiden infolge der Verletzungen und des Blutverlustes im 5)edwigs-Krankenhaus verstarb. Der Angeklagt« behauptete, daß er von Seiden um seine Ersparnisse betrogen worden sei. Er lMbe in Frankreich als HontAanger gearbeitet, als er krank wurde, sei er mit 720 Fr. nach Verlin ge- kommen. In der Grenadierstraß- habe er einen Mann kennen- gelernt, der ihm das Geld gegen Dollar umwechseln wollte. Hinter- her habe er erfahren müssen, daß er falsche Dollarnoten erhalten habe. Ewig« Tag- später habe er den Betrüger in der Schönhauser Straße mit zwei anderen Männern, die auch bei der Uebergabe der falschen Dollarnoten zugegen gewesen waren, angstrosf«n. Als er derCManne Vorhaltungen machte, hätte man ihn verprügelt, und alle drei feien weggelaufen. Die Beweisaufnahme ergab, daß der Angeklagt« mit dem Getöteten zwei Tage später eine erregte Ausern- andersetzung in dar Alten Schönhauser Straße hatte und daß er plötzlich Seiden packte und ihm mit einem Schlächtermesser, das er aus dem Aermel hervorzog,«inen Stich in den Unterleib versetzt«. Dormann wurde dann verfolgt und konnte erst noch heftiger Gegen- mehr durch hinzugekommene Polizeibeamte mittels Schlägen mit dem Seitengewehr festgenommen werden. Des Urteil lautete auf drei Jahre Gefängnis unter Anrechnung von 8 Monaten Unter- fuchungshast. Seim Swoboöa. Fünfkreuzerlan z. Von Egon Pick(Men). Vor dem Kriege hatte man unter diesem Titel noch eine Ab- Handlung über österreichische Volkstrachten schreiben können. Denn all« Nationen trafen sich dort in Swobodas Pratersälen und tanzten sich um fünf Kreuzer ihre Lebenslust aus. Alle möglichen Stämme und Landschaften der pleite gegangenen Monarchie waren da ver- treten, vom buntgestrickten Kittel der schwarzen Berge bis zum zier- lich-steifen Staat aus dem Bregenzer Wäldl«, vom Egerland bis zur Adria, Bänder, Spitzen, Hauben, Stiefel, ein buntes Gewirre von Kostümen, wie man sie heute kaum aus den p. t- Redouten mehr trifft. Nun ist all dies verschwunden. Der Zusammepbruch riß die Farben, die sich in unserem Wiener Proter so lustig drehten, aus- einander, jede in ihre heimische Zone und beim Swobova schwingen kein« wippenden Steisröcke mehr im Tanz, keine prallen Waden steht man den Czardas stampfen oder die böhmische Beseda. Langsamer ist das Tempo beim Swoboda geworden, nervöser zwar manchmal im jähen Aufflackern von Rausch und Hitze, aber nicht mehr oon gleicher Impulsivität des Blutes. Hysterischer, möchte ich sagen. Wohl sitzen auch jetzt noch cm abgelegenen Tischen einzelne Pärchen umschlungen, drängen in Gängen und Stiegenhaus Leib an Leib im Kuh, aber der allgemeine Rhythmus gesmü>en, strotzenden Lebens ist abhanden gekommen mit den Menschen, die sein« Träger waren. Das Robust« ist nicht mehr. Hier wird erst wieder Volkssport und Arbeitersiedlung mit Garten und Acker Genesen bringen, Pneue Kraft. Das Robuste sst nichts mehr. Drum spielt auch die„Musik" wenig Polka, keine Beseda, keinen Czardas oder Ländler. Walzer und mondän« Tänze beherrschen das Repertoire. Das Publikum ist eben ein„besseres" geworden, entbäuerlicht. Die Tanzstube heißt auch nicht mehr so wie früher. Aus dem guten, schlichten„Swo- bada" ist ein„Phönix-Palast" geworden, recht großstädtisch und Talmi-pompös. Stadtrat Breitner, Wiens tüchtiger Quästor, hat auch das sein« zum Rückgang des Etablissements beigetragen. Denn feine Steuern sind schwer. Bei Swoboda selig klang lange in die Nacht Geschrei und Fiedelbogen, im Phönix-Palast wird punkt zehn geschlossen. Es wäre für den Unternehmer zu kostspielig, länger offenzuhalten. Und mancher wackere Reitersmann hat so den Trunk sich abgetan. Ich gehe durch dt« drei Säle, in denen man tanzt. Die Paare schieben einen Shimmy. Hier ein Lehrmädchen mit einem Mechanik:?, dort die Köchin mit einem aufgeschossenen, blassen Apothekerlehrling. Kein« Farben sind zu sehen, kein buntes Tuch an Frauen. Alles Kon» fektion, Massenerzeugnis, Rasse- und Perfünlichkeitslos. Auch die Krawatten mancher Jünglinge. Rur zwei schöne Hamburger Zimmer- manns burschen in breiten Hosen erinnern an die Kraft und Erd- wüchsigkeit, die einmal hier zu Hause war. Durch öie Inflation verfuhrt. versuch von Falschmünzerei durch junge Bankbeamte. Wegen Falschmünzerei hatten sich die Lehrlinge Karl S., Leo W. und Kuvt St. vor dem Schöffengericht Berlin-Mtte zu verantworten. Di« drei im Alter von 18 bis 21 Jahren stehenden jungen Leute hatten im November vorigen Jahres einen abenteuerlichen Plan ge- faßt, durch eine großzügig angelegte Falschgeldfabrikatton sich die Mittel zu wnfangreichen Börsenspekulationen zu verschaffen. Ihr Traum war e>ne eigene Villa und ein Auto. Zunächst erwarben sie 500 Bogen Wasserzeichen- papier und übergaben diese einer Buchdruckerei zur Herstellung de? grünen Untergrundes, der notwendig war zur Slnfertigung von Schatzanweisungen. B« einem Tylcgraphen bestellten sie dann ein Holzklischee von einer Schatzanweisung über 21 M. Gold- anleihe. Sie gaben an, daß die Anfertigung im Auftrage des Kultus- ministerlums geschehe und zu Unterrichtszwecken dienen solle. Während feiner Arbeit bekam der Tylozraph jedoch Setienten und benachrichtigte die Falschgeldstelle des Polizeipräsidiums. Als die An- geklagten das fertige Klischee abholen wollten, wurden sie fest- genommen. Die Angeklagten waren gestandig, daß sie die falschen Schatzanwelsungen in den Verkehr bringen wollten. Rechtsanwalt Dr. Großmann war der Meinung, daß die Angeklagten durch die damalige demoralisierende Wirkung der großen Papierflxit verführt worden seien; sie seien sich der Tragwette ihrer gemeingefährlichen Handlungsweise nicht voll bewußt gewesen. Der Verteidiger bat das Gericht unter das von Staatsanwaltschaftsrat Peltzer beantragte Strafmaß von 2 Jahren Gefängnis für den ersten und 1-4 Jahr für die beiden anderen Angeklagten wesentlich herunterzugehen. Das Urteil des Amtsgerichtsrats Ahlsdorf lautete gegen S., als den Anstifter des ganzen Planes, auf l'A Jahr, gegen W. und K. auf je 1 Jahr Gefängnis. Eine Bewährungsfrist lehnte das Gericht leider ab. Während der Staat auf der einen Seite gar nichts getan hat, um der Inflation beizeiten Herr zu werden, läßt er es auf der anderen Seite zu, daß fein« Justiz die verführten Opfer dieser Inflation mit unerbittlicher Härte trifft- Di« Tatsache, daß es nicht zur Ausführung des Planes gekommen, und daß also noch niemand geschädigt worden ist, hätte die Genehmigung dir Be- Währungsfrist doch recht nahe gelegt. Bierzeh« Töunchen Caviar beschlagnahmt. Auf Grund einer vertraulichen Anzeige wurden am 2. Mai auf dem Lehrter Güterbahnhof 14 Tönnchen Caviar im Werte von über 100 000 Goldmark beschlagnahmt. Eigentümer des CaviarS waren Ausländer, die nickt die erforderliche Groß. bandelserlaubnis besitzen. Als Helfershelfer der Ausländer ist ein stellungsloser Kellner ermittelt worden, der früher in Ausländer- lokalen tätig war. Die Ware sollte an hiesige Großfirmen und Hotels abgesetzt werden. Gegen die zwei Hauvtbeschuldiglen wurden nun besondere Verfahren eingeleitet und die beiden Vorgänge dem Marktgericht deS Landgerichts I übergeben. In einem Falle ist der Beschuldigte zu 500 Goldmari Strafe verurteilt, die Ware aber freigegeben worden. Im zweiten Falle erfolgte die Ver- Weisung der Sache an das Amtsgericht Berlin-Mitte, wo das Ver- fahren augenblicklich noch schwebt. Die Beschlagnahme von sieben Tönnchen Caviar wurde gerichtlich bestätigt. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 8. Mal.» Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 4.30— ö Uhr: Berliner Funkkapelle(Unterhaltungsmusik). 7 Uhr: Sprachunterricht(Englisch). 7.30 Uhr: Vortrag des Herrn Major a. D. Dr. Wegeaer:„Regen und Sonnenschein in Deutschland''. 8.30 Uhr: 1. Arte d. Lucia, a)„Lucia dt Lammermoor"(mit obligater Flöte), von Doaizetti(Pia Eavenna und Prot Emil PriU, Flöte). 2. a) Arioso. b) Allegro vivace, 2. a) Arioso, von J. Quantz aus dem Konzert G-dur(Prot Emil Prill, Flöte). 3. Tom der Reimer, von Loewe(Hans H. Nissen, von der Großen Volksoper). 4. Arie aus„Barbier von Sevilla", Rossini(Pia Ravenna). 5,„Jüdin"- Fantasie. von J. Demersseman(Prot Emil Prill, Flöte). 6. Die Allmacht, von Schubert(Bans H. Nissen, von der Großen Volksoper.) Am Steinway-Flügel: Kapellmeister Otto Uragk. 9,50 bis 1 1,30 Uhr; Tanzmusik. Das Geschäft geht trotzdem nicht schlecht. Ein Konsortium oon Aristokraten, das es vor zwei Jahren unter ihrer Würde fand, dieses Etablissement zu übernehmen, war nicht klug. Denn es ist bumooll und muß ganz schönes Geld abwerfen. Der ehemalige Direk- tor eines Schieberhotels hatte weniger Skrupel. Und er tat gut daran. Das„Volk" wird immer tanzen; und für ihn ist es ja gleich, ob das Vollblut ihm fein Geld hingibt, oder die bleiche Hohlwangig- keit der Maschinensäl«. Jetzt wird ein Walzer gespielt. Ein Paar kommt vorüber, sie zart und blaß, einen leisen Schatten von Krankhett unter den Augen, er fteischhackerisch, mit einem brutalen Mongolengesicht. Cr hat sie umgefaßt, seine Finger drücken sich lüstern in ihr« schmale Hüft«. Das kleine, dürftige Ding tut mir leid. Ja, wäre sie voll, heiß und begehrend wie er, es wäre schön, zwei Menschen so enge sich halten zu sehen. Aber sie sst so ärmlich, hilflos und preisgegeben wie Finger von Kindern. Und ihr Auge senkt sich, voll Scham vor meinem Blick. Darf das sein; Frauentraft durch Arbeit so entblutet, daß Ge- sundes wie Roheit wirkt, wenn es sie berührt? Schlußmarsch! Knapp vor zehn. Di« Menschen eilen zu den Garderoben. Manche Gäste, die in Hemdsärmeln getanzt haben, ziehen die Röcke an. In Paletot, den Hut auf dem Kopf, tanzen sie noch rasch ein paar One-step-Schritte, bis nach einem schmetternden Finale der letzte Takt verstummt ist.— Die Musiker klappen die Roten zusammen, nehmen ihr« Instrumente unter den Arm und gehen. In wenigen Minuten ist der Saal geleert. Zigarettenrauch und Wärme von Menschen bleiben allein zurück im zerstobenen Fest. Dann erlöschen die Lichter. Nur zwei, drei brennen weiter halb- dunkel und traurig, und die gut«, dicke, große Trommel steht einsam mit dummen Kopf auf ihrem Platz wie ein vergessener Mond und sieht den Aufwoschfrauen zu, die nun ihr nächtliches Geschäft beginnen: Arbeit! Staötbaurat und Gberbürgermeifler. Lieber Architekt! Nach langen Hungerjahren ist endlich ein Austraggeber zu dir gekommen, ein Großkaufmann, der dir eine lohnende und künstlerische Aufgabe zu stellen beabsichtigt. So sehr du dich auch darüber freuen möchtest, es gelingt dir nicht recht, denn die große Sorg«, daß dein Bau in Berlin, der Stadt des allgewattigen Ludwig Hoffmann, errichtet werden soll, dämpft deine Hoffnungen. Schnell einen Blick auf die Liste der durch das Verschon dslungsgefetz „geschützten" Straßen— nein, dein Bauplatz befindet sich nicht in diesen Gegenden, also aus dieser Wolke könnte Hosfmanne Bann» strahl dein« leider nicht abzuleugnende„Modernttät" nicht bedräuen. Noch ein Glücksfall: dein allerdings hoch projektiertes Gebäude ist nicht so gelegen, daß es von irgendeinem Winkel der Hasenheide Ludwig Hoffmanns Rathausturm verdecken könnte. Also mutig an die Arbeit! Es scheint zu glücken. Die Baupolizei hat nichts ein- zuwenden und der Sachverständigenausschuß des Magistrats ge- nehmigt, in Gegenwart des Oberbaurats Hofsmann, mit großer Majorität deinen Entwurf, Aber Hoffmann nimmt dich mtt Ein unbegründetes Mordgerücht. DaS Gerücht von einem Morde war in der Stalli'chreiöerstraße verbreitet. In dem Hause 28 wohnte im 2. Stock des Quer- gebäudes eine 53 Jahre alte Frau Berta Majunke, die mehreren Hausgenossinnen Handreichungen leistete. AIS sie bei diesen Familien nicht mehr erschien, sah man nach und fand sie in ihrer Stube mit dem Gesicht in einer Blutlache tot auf dem Fußboden liegen. Die Kriminalpolizei ermittelte, daß die Verstorbene oft über Kopfschmerzen klagte und dagegen Beruht- gungSmittel oller Art, Aspirin usw. durcheinander und in großer Menge zu nehmen pflegte. Wahrscheinlich nach dem Genuß solcher Mittel ist sie, wie eine Blutspur zeigte, hingefallen und mit dem Kopf auf einen Tischfuß aufgeschlagen. Ein Verbrechen liegt nicht vor, Die Benutzung der Jugendherbergen ist durch Beschluß des 6. Deutschen Jugendherbergctags in Spangen- berg wie folgt geregelt worden: Jugend bis zu 14 Jahren und sämtliche Schulgruppen unter Führung oon Lehrern können ohne b« sonderen Ausweis all« Herbergen im Reich be- nutzen. DieJugendvon 14 bis 18Jahr«n muß im Besitz eines Bleibenausweises sein, der zum Preise von 50 Pf. be! allen Zweigausschüssen und Ortsgruppen für Jugendherbergen erhältlich und das ganze Kalenderjahr gültig ist. Wanderer über 18 Jahre müssen Mitglied des Verbandes für Deutsche Jugendherbergen sein und sich durch eine Mit- gliedskarte ausweifen können. Der Jahresbeitrag beträgt mindestens 3 M. Die Mitgliedschaft sst bei allen Zweigausschüssen und Orts- gruppen zu erwerben. Es ist also allen Wanderern, die die Jugend- Herbergen benutzen wollen, zu empfehlen, sich vorher rcchtzeitig mit den erforderlichen Ausweisen zu versehen. Der Zweigausschuß Mark Brandenburg hat seinen Sitz in Berlin C. 2, Poststr. 16, Zimmer 28. 8— Vii Uhr, Montags und Donnerstags 8—8 Uhr, Sonnabends 8—1 Uhr. Ein Verzeichnis aller Herbergen im Reich ist ebenda zum' Preise von 75 Pf. erhältlich._ Landaufenthalt für erholungsbedürftige Jugendliche. Das Jugendamt der Stadt Berlin ist in der Lage, schwäch- liche, aber nicht kranke oder gebrechlich« schulentlas- jene Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren, die für die Ergreifung eines Berufes körperlich zu schwach sind, 3 bis 6 Monate und länger in guten Pflegestellen auf dem Lande unterzubringen. Die Jugendlichen sollen sich dort kräftigen und donnerst mit lsistungs- fähigem Körper in ihren eigentlichen Beruf eintreten. D i e U n t e r- b r i n g u n g auf dem Lande erfolgt unentgeltlich: die Kinder müssen sich dafür durch leichte, ihrem Körperzustande und Können entsprechende Arbeiten nützlich machen. Seitens des Jugend- amtes wird darüber gewacht, daß die Jugendlichen nicht ausgenutzt oder als Dienstpersonal angesehen und beschäftigt werden. Zu diesem Zwecke sind in den Orten, in denen Jugendliche untergebracht werden, Vertrauensleute bestellt, die den Kindern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Außerdem werden die Pflegestellen durch das Jugendamt der Stadt Berlin auf ihre Eignung zur Unterbringung von er- holungsbedürftizen Jugendlichen geprüft. Für die zu leistenden Arbeiten erhalten die Jugendlichen außer freier Unterkunft und Verpflegung eine angemessene Entschädi- g u n g, deren Höhe der freien Vereinbarung zwischen den Eltern der Kinder und den Pflegeeltern überlassen bleibt.— Es kann nur warm empfohlen wcrden, von dem Angebote des Jugendamtes ausgiebicen Gebrauch zu machen, da sich die Einrichtung bisher sehr gut bewährt hat. Eltern oon schwächlichen schulentlassenen Jugendlichen, die ihre Kinder verschicken wollen, werden gebeten, sich umgehend zu melden. Die Meldungen sind einzureichen bei den Jugendämtern derjenigen Be- zirke, in denen die Eltern oder gesetzlichen Vertreter der Kinder wohnen. SchNtzanweisungen keine Zahlungsmittel mehr. In letzter Zeit sind Fälschungen der als Zahlungsmittel ver- wendeten Stücke der Schatzanweifungen des Deutschen Reichs von 1923(Goldanleihe), fällig am 2. September 1935, über 0,42 M. Gold— V« Dollar. 1,05 M. Gold— K Dollar. 2,10 M Gold rr*6 Dollar, 4,20 M. Gold— 1 Dollar, 8,40 M. Gold— 2 Dollar und 21 M. Gold— 5 Dollar beobachtet worden. Es erscheint daher angezeigt, die Verwendung dieser Stärke als Zah- lungsmittel aufzuheben. Die Kassen des Reichs werden die vorbezeichneten Abschnitte der Goldanleihe nur noch bis zum 20. Mai d. I. in Zahlung nehmen. Um die Stücke aus den Verkehr zu ziehen, wird den Inhabern angeboten: a) die Einlösung zmn schmelzender Liebenswürdigkeit beiseite:„Niemals wird der Ober- bürgermeister die Ausführung bewilligen!" Und so geschieht es. Die längst eingeschüchtert« Baupolizei soll nochmals nachprüfen, findet aber beim besten Willen nichts, und der Sachverständigenausschuß wiederHoll mit Majorttät seine Genehmigung. Neues Gespräch mit Hoffmann:„Ich würde ja gern, aber der Oberbürgermeister!" Das anmutige Spiel wiederholt sich immer aufs neue. Einen schriftlichen Bescheid hast du selbst nach vier, sechs oder acht Monaten noch nicht erhallen. Dein Bauherr steht alle seine Hoffnungen versinken; er würde ganz verzweifeln, wenn er wüßt«, daß er am Ende der Komödie noch die„üblichen" zehn Prozent der Bausumm« in die Planschwiesenkasse des Herrn Oberbürgermeisters wird stiften müssen. Du gehst in dein« Fachvrganisationen und klagst Freunden dein Leid. Schallendes Gelächter antwortet dir:„Wissen Sie denn nicht, daß«s Dutzenden und aber Dutzenden von uns seit vielen Jahren ebenso geht, daß Hoffmann grundsätzlich neu« Talente nicht auf- kommen läßt, und das Baurat Hoffmann und Oberbürgermeister Böß eins sind? Lasciate ogni speranzal" Fritz Hellwag. • Am 3. d. M. wurde vom Bund Deutscher Architekten folgender Beschluß gefaßt:„Etnseittge und bevormundete Entschei- düngen der Behörden und ihrer fachmännischen Berater haben in letzter Zeit die Tätigkeit der künsllerisch selbständig schaffenden Architekten, die Unternehmungslust der Bauherren und die Wieder- aufrichtung der Bauwirffchaft wiederholt empfindlich gelähmt. Unter dem Druck dieses unerträglichen Zustandes fordert der BDA.(Bund Deutscher Architekten) für all« künstlerisch schassenden Architekten jeder Richtung volle Foeiheit. Er lehnt jede künstlerische Diktatur ab und sieht nur im ungehinderten Wettbewerb das Mittel, die charaktervolle Entwicklung des Berliner Stadtbildes anzubahnen." Der Bund Deutscher Archttekten hat die obenstehende Erklärung noch durch die Drohung verschärft, seine Mitglieder aus allen städtischen Ausschüssen zurückziehen zu wollen, wenn nicht sehr bald eine gründliche Besserung einträte. Neugestaltung der„Großen Berliner". DieGroßeBerliner Kunstausstellung, die Ende dieses Monats am Lehrter Bahn- Hof eröffnet werden soll, steht diesmal unter der Leitung oon Hans Äalufchek. Der Verein Berliner Künstler, die No- oembergruppe und der Bund deutscher A r ch i t e t t« n beteiligen sich an ihr. Di« Freie Sezession ist in letzter Stund« leider ausgeschieden, nachdem die Berliner Se- Zession von vornlterein erklärt hatte, nicht mitmachen zu können. Es soll eine schärfere Auslese als gewöhnllch stattsinden; die Jury wird, heißt es, streng und rücksichtslos arbetten. Die Zahl der Aus- stellungsräume ist erheblich beschränkt worden: nicht weniger als zwölf Säle und Zimmer fallen fort. Di« Eingangshall« verbirgt ihre furchtbaren wilhelminischen Stuckornament« unter einem schlich- ten Zeltdach. Im zweiten Raum, dem sogenannten„Ehrensaal", wird eine Auslese aus dem Kunstbe fitz der Stadt Berlin zur Schau gestellt werden, im Saal 1 oeranftallet der Bund Deuftcher Architekten«in« retrospektive Ausstellung„3 00 Jahre Modell". Das anschließende Zimmer 17 soll der Buchillustration ge- Nennwert in Rentenmark oder gefeßlichen Zahlungsmitteln, b) ber Umtausch in neue unverzinsliche auf 500, 1000 und 2000 Goldmark lautende Schazanweisungen, die am 1. September 1924 oder am 1. Juni 1925 fällig werden. Die Antragsteller fönnen zwischen diesen beiden Arten von Schazanweisungen wählen. Sämtliche Reichsbankanstalten nehmen die Goldanleiheftüde zur Bareinlösung oder zum Umtausch in unverzinsliche Goldschahanweisungen entgegen. Die Annahme zur Einlösung wird mit dem 20. Mai 1924 gefchloffen. Vom 21. Mai d. 3. ab sind die kleinen Stücke der Goldanleihe lediglich Wertpapiere, die börsenmäßig gehandelt werden. Die Nachnahme des Ministeriums. Wer die Republik schüht, muß dafür bezahlen. Ein Parbeigenosse schreibt uns: Im Herbst v. J. betam ich einen Postpatetabschnitt in die Hand, der den postalischen Stempel aufwies: Schleswig, 21. 7. 23, 7-8. 1 e. Darunter war als Adresse des Absen ders gedruckt: Königliches Oberversicherungsamt in Schleswig. Man fann heute feinem, der mit offenen Augen und Ohren in seinem Volfe steht, noch zumuten, zu glauben, daß es sich hier noch um ein harmloses Bersehen irgendeines ebenso harmlosen Beamten handelt. Die auf die Republik vereidigten und von der Republik ihr Gehalt empfangenden Beamten haben in diesen Jahren merkwürdig viel derartige Bersehen" zu verzeichnen. Kurz und gut, ich glaubte nicht daran und wählte diesmal den Weg der per fönlichen Aufklärung, schrieb direkt an das Oberversicherungsamt in Schleswig und ersuchte, unter Beifügung einer frantierten Rüdtarte, um Auskunft, wie es fommt, daß dort noch Formulare mit dem Aufdruck Königlich" im Gebrauch sind und ob noch mehr derartige Formulare verwendet werden. Das war am 19. Dezember 1923. Bereits am 23. Dezember hatte ich meine frantierte Karte wieder, in Schleswig zur Bost gegeben, aber ohne jegliche auch nur bie geringste mitteilung. Dann fam Weihnachten und Neujahr dazwischen und im Januar wandte ich mich an das Reichs perfidherungsamt, das die Sache an das Preußische Wohl. fahrtsministerium weitergab. Sehr intereffant war, daß sowohl Schreiben wie Umschlag des Reichsversicherungsamtes, Abt. für Unfallversicherung, in feinen Stempel zwar nur das Wort: Reichsversicherungsamt trug, wohl aber noch den alten taijer. lichen Adler mit der Kaisertrone. Die Krone war beides mal durchgestrichen. Dennoch muß diefer Stempel neueren Datums jein. Das Breußische Wohlfahrtsministerium fieß sich eine gute Weile Zeit. Endlich, am 10. April, also nach zwei Mona ten, tam ein Schreiben des Ministeriums, worin mir mitgeteilt wurde, daß ich einem mir am 27. März erteilten Bescheid die Annahme verweigert hätte. In dieser Zeit war allerdings ein Nach nahmebrief des Ministeriums vorgelegt worden, den ich mit 3,45 Goldmarf einlösen sollte. Ich war mir nicht bewußt, beim Ministerium etwas bestellt zu haben, tam auch nicht entfernt auf den Gedanken, daß ich für einen Hinweis auf eine grobe Ungehörigkeit eines republikanischen Beamten und für eine Auskunft darüber noch 3,45 Goldmart zahlen muß. 3mar beruft sich nun das Ministerium auf eine Berordnung, m. E. aber fehr zu Unrecht. Einmal hatte ich im Dezember jene Freitarte beigefügt, die in unglaublicher Dreiftigkeit ohne jebe Mitteilung zurückgesandt worden war. Zum andern hatte ich nicht die Dienste des Ministes riums in irgendeiner persönlichen Sache beansprucht, fondern es handelt sich hier um eine Angelegenheit im öffentlichen allgemeinen Interesse. Das Ministerium hätte allen Grund gehabt, mir schleunigst, ohne allen bureaukratischen Schnidschnad ein Entschuldigungsschreiben zu senden. So aber wirkt die Ge bühr wie eine Strafe dafür, daß man es als Republikaner gewagt hat, sich-5% Jahre nach Errichtung der Republik über einen Beamten zu beschweren, der entweder pflichtvergessen oder liederlich war, und es gewinnt den Anschein, als ob man sich mit solchen übertriebenen hohen Gebühren alle als fäftig und unbequem empfundenen Frager und Mahner vom Halse halten will. Auf diese Weise geht es aber ganz bestimmt nicht, und das Ministerium täte gut daran, nicht mich, sondern jene Schleswiger Beamten zur Tragung der Untosten zu verdonnern. f Die Stern- und Kreisschiffahrt hat die Fahrben vom Potsdam zur Baumblüte nach Werder wieder aufgenommen. Bei anhal tender Wärme dürfte die Blüte sich schon gut entwickelt haben unb ein Ausflug dorthin ficher lohnend sein. Zwischen Wannsee- Bots dam- Werder und auf dem Tegeler See ist halbstündlicher Dampferperfehr. mitmet werden; in den Zimmern 9, 10 und 18 findet die Graphit Unterkunft. Die Räume 3-8, 21 und 22 beherbergen den Berein Berliner Künstler, 23-26 die Novembergruppe. Während der Aus stellungszeit sollen Führungen und Vorträge veranstaltet werden, die vor allem den 3wed haben, die Besucher in die Geheimnisse der malerischen, graphischen und plastischen Techniten einzuweihen. Die Sahara- Eisenbahn. Frankreich strebt schon seit langem banach, eine Eisenbahnverbindung zwischen seinen nordafrikanischen Kolonien und feinen mittelafrikanischen Rolonien am Niger quer durch die Sahara herzustellen. Der Plan einer Sahara- Eisenbahn ist nunmehr in das Stadium der Verwirklichung getreten. Näheres über dieses Projeft teilt Dipl.- Ing. Mangold nach franzöfifchen Quellen in der Umschau" mit. Die zur Ausführung in Aussicht genommene Linie verläuft folgendermaßen: Die Saharabahn soll bei Oran in Algerien beginnen und in einer im wesentlichen füdlichen Richtung über Colomb- Becar- Taourirt- Quallen- Leffalit nach Losage am Niger führen und in derselben Richtung weiterlaufen, in Quagadougou Anschluß an das im Bau befindliche Eisenbahnney von Mittelafrita finden. Die Bahn, die eine große militärische und wirtschaftliche Bedeutung befizen wird, foll im Kriegsfall eine unzerstörbare Berbindung des Mutterlandes über das Mittelmeer und Algerien nach dem französischen Sudan bilden; sie wird so angelegt, daß sie später ohne Schwierigkeiten bis zum Tschadsee und Die Saharabahn wird in Rongofluß verlängert werden fann. Normalspur von 1,44 Metern gebaut. Wegen der Schwierigkeit der Wasserbeschaffung wird man wahrscheinlich elektrischen Betrieb wählen, wobei der Strom in 7 Kraftwerken mit 70 000 Bolt Spannung erzeugt und in Unterstationen auf eine Arbeitsspannung von 16 000 Bolt umgeformt werden soll. Doch ist noch eine andere Betriebsform in Erwägung gezogen worden, nämlich die Verwendung von Berbrennungsmotoren, die wenig Wasser brauchen und mit Pflanzen öl gespeist werden können, das im Lande felbst hergestellt wird. Die Baukosten sind mit 150 000 Goldfrant pro Kilometer geschäßt, so daß bie 3000 Rilometer lange Gesamtftrede ungefähr 450 Millionen Gold frant tosten würde. Offo Marcus, der Generalsekretär des Reichswirtschaftsverbandes bil, bender Künstler, hat infolge eines Konfliktes mit dem Kultusministerium fein Lehramt an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums nieber. gelegt. Residenz- Theater. Sn der Aufführung von Tollers Sintemann ſpielt bis auf weiteres allabendlich Heinrich George vom Staatstheater die Rolle des intemann. Das Große Schauspielhaus als Sino. Es soll die Abficht bestehen, bas Große Schauspielhaus von der nächsten Spielzeit ab in ein Lichtpieltheater großen Stils umzuwandeln. Chrendoffor Macdonald. Gelegentlich einer Gedächtnisfeier zu Ehren bes Lord Geivin wird die Glasgower Univerfitat Ramsay Macdonald zum Ehrendoktor der juristischen Fakultät ernennen. Ein internationaler Chirurgen- Kongres ohne Deutsche. In Nont foll in diesem Jahre ein internationaler Chirurgentongras stattfinden, aber bie deutschen Chirurgen werben sich, die der Borfizende der Deutschen Ges fellichaft für Chirurgie bei ihrer legten Tagung mitteilte, an dieser Ber anstaltung nicht beteiligen. Die Franzosen haben fich nämlich bei ben Verhandlungen zwar bereit erklärt, die deutsche Sprache als Kongressprache zazulassen, wollen aber den deutschen Zeilnehmern verbieten, an der Distuffion teilzunehmen. " Nicht umgelegte Betriebskosten." Zu den Ausführungen, die fürzlich unter dieser Ueberschrift im Vorwärts" gemacht wurden, wird uns mitgeteilt, daß der Hausbefizer bei den Betriebskosten bis zur Höhe von 15 Broz. nicht verpflichtet ist, einen Beleg zu liefern. Erst wenn die Betriebskosten mit 15 Broz. nicht abgeglichen werden fönnen und die Erhebung der vorgesehenen weiteren 3 Broz. notwendig ist, muß der Vermieter einen entsprechenden Beleg liefern. Jm Roftreuzheim Schloß Caud( Offpr.) und im Sotkreuzheim ber Schwester Blanca Grau, Neuporichdorf bei Schandau, find Bläge frei. Aufnahme finden erholungsbedürftige Personen ,, welche die Preise in Hotels oder Privatpensionen nicht bezahlen können. Preise ein ichließlich Verpflegung für Laud 2,75 M. und für Neuporschdorf 3 M. pro Tag. Anmeldungen Fasanenstr. 23 ab 5. Mai. " Bor den Toren Berlins". Für Pfingstausflügler hochinteressant wird ber legte der Märkischen Vorträge" von Oskar Bolle Bor den Toren Berlins" jein diesmal im Festsale des Märkischen Museums, Wallstr. 54, am Mittwoch, den 14. Mai, abends 8, Uhr, stattfindend welcher die schönsten Landschaftsgebiete. rund um Berlin, die sich in ein bis zwei Tagen besuchen lassen, schildern und durch 120 herrliche Lichtbilder von natur getreuer Farbenpracht veranschaulichen wird. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Am Sonntag, den 11. Mai, pünktlich 2%, Uhr, im Staatstheater Charlottenburg( Schiller- Theater) Beer Gynt von Henris Jbsen. find weitere Straßenbahnen wieder in Betrieb genommen. So am Die Wiedergeburt der Straßenbahnen. In den legten Monaten 1. März der Betrieb der Leipziger Außenbahn, am 5. April der Straßenbahn in heilbronn, am 1. Mai Reutlin gen- Eningen Pfullingen, am 16. März Münster i. W., im April Rottbus, Regensburg, Mindeni. W., Hildes. Die Inbetriebnahme weiterer Linien in heim, Remscheid. anderen Städten steht bevor, so daß man in furzer Zeit damit rechnen kann, daß alle während der Inflationszeit stillgelegten tommunalen Verkehrsunternehmungen wieder in Betrieb genommen find bzw. ihren Verkehr wieder auf den alten Umfang erweitern. Einen fragischen Tod fand die 22jährige Postbeamtin Luise iisel aus Hannover, die mit ihrer Mutter im Hause Genthiner Straße 3 zum Besuch weilte. Sie stürzte aus einem Fenster des vierten Stockwerks in den Hof und blieb blutüberströmt liegen. Man schaffte sie nach dem Gisabethtrankenhaus, wo der Arzt nur noch den Tod infolge Schädelbruchs feststellen konnte. Das junge Mädchen war ans Fenster getreten, um hinauszusehen. Es benugte dabei eine Fußbant, verlor infolge eines Schwindel anfalls das Gleichgewicht und stürzte topfüber in die Tiefe. Tödlicher Absturz dreier Monteure. In der Margarinefabrik drei Monteure, die mit Reparaturarbeiten beschäftigt waren, in einen Adlerwerte an der Darmstädter Landstraße stürzten heute mittag Aufzugsschacht und waren auf der Stelle tot. Ein folgenschweres Unglüd. Durch ein Unwetter wurde das Dorf Klein berndten( Grafschaft Hohenstein am Harz) fast vollständig vernichtet. Bon etwa 50 Häusern, die von dem orfanartigen Gewitter beschädigt wurden, sind 20 ganz besonders scharf betroffen. Bon den Häusern wurden die Dächer abgedeckt, die Fensterfcheiben und Fensterkreuze durch herumfliegende Ziegelsteine einge schlagen oder herausgeriffen. Das Dorf macht den Eindruck, als sei es von Artillerie beschossen worden und gleicht einem Trümmerhaufen. Ob Menschenleben zu beklagen find, steht noch nicht feft. Es soll sofort eine großzügige Hilfsaktion in die Wege geleitet werden. Für den Nordflug Amundsens von Pisa nach Spitzbergen find nunmehr die endgültigen Verfügungen getroffen worden. Zwei von dem amerikanischen Leutnant Davison und von dem norwegischen Flieger Larsen gesteuerte Flugzeuge werden am 15. Mai nach Bürich aufsteigen, das dritte, von dem italienischen Leutnant Locatelli geführte Flugzeug, wird den Flug am 1. Juni antreten. 38 chinesische Piraten hingerichtet. Nach Meldungen aus Hongkong find 38 chinesische Piraten, die kürzlich den Dampfer wongtat" in den Gewässern von Hongtong überfallen und ausgeplündert hatten, auf Befehl der chinesischen Behörde von Heung- Chan standrechtlich erfchoffen worden. Die Cholera in Judien. In der Provinz Bohar in Indien hat die Cholera in diesem Jahr bereits 10000 Todesfälle ver ursacht, davon in der letzten Woche 1000 in dem Bezirk Chanpa ran, der am schwersten heimgesucht ist. Die Epidemie nimmt noch immer zu. Arbeitersport. Borf Willi Wendt, Berlin- Friedrichsfelbe, Balderfeestr. 24; Leichtathletit: Sport- Bereinigung Sparta 1911. Leichtathletit, Fußball, Soden, Sandball. B. Wächter, N., Brunnenstr. 82; Fußball: Richard Rogge, Berlin D. 112, Weichselstr. 18; Soden: Karl Springer, RD., Colmarer Str. 4; Geschäftsstelle: E. Grosenic, N. 54, Fehrbelliner Str. 40/41. Jeden Dienstag und Donners. tag Training im Lichtenberger Stadion. Es spielen zurzeit: 4 Fußballmannfchaften und 1 Alte- Herren- Mannschaft, 2 Sodenmannschaften und 1 Sandball. mannschaft. Gäfte find freundlichst willkommen. Fußballersizung am Freitag, 9. Mai, abends 8 Uhr, im Lokal Simon- Dach- Str. 39. Surn und Sportverein Eiche", Köpenid. Sonntag, den 11. Mai, von 10 Uhr vormittags bis Uhr nachmittags findet auf dem Eichefportplag die Wahl zum Bundestuentage statt. Mitaliedsbuch gilt als Ausweis. Alle Mit alieber über 14 Jahre sind stimmberechtigt. Das Anturnen findet ebenfalls am 11. Mai statt. Mannschaftstampf im Ringen. Um die Kreismeisterschaft des A.A.B.D. zwischen der Berliner Sportvereinigung Nord Weft" und dem Sportklub Libertas" Charlottenburg finden am Freitag, den 9. Mai, um 28 Uhr in der Turnhalle Zwingliftr. 37 große Rämpfe statt. Da beide Bereine zurzeit an der Spike des Ringsports im A.A.B.D. ftehen, ist mit spannenden Rämpfen au rechnen. Die Berliner Sportvereinigung, Kreismeister im Ringen 1922 und weiter 1928, wird gegen den Kreismeister 1923 Libertas" zu beweisen haben, welcher von beiden die beffere Mannschaft befist. Bother findet der Rampf der B- Mannschaften obiger Vereine ftatt und werden beide Vereine mit bester Mannschaft antreten. Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Zentner frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose 15,25-16,75| Malzkaffee, gepackt 22,00-24,00 Gerstengrütze, lose... 15,25-16,25 Röstgetreide, lose.... 16,50-18,00 Haferflocken, lose.... 15,25- 15,75 Kakao, fettarm 100,00-120,00 16,00-16,50 Kakao, leicht entölt, 120,00-150,00 12,25-13,75 Tee, Souchon, gepackt. 350,00-430,00 18,00-19,50 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 22,00-25,50 Inlandszucker basis me!. 39,0-41,00 Inlandszucker Raffinade 41,50- 43,00 14,00 15,75 Zucker Würfel 45,00-47,50 16,50 21,00 Kunsthonig 34,00-40,00 Hafergrütze, lose..... Roggenmehl 0/1... Weizengrieẞ Hartgrieß... Maisgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, erl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni Makkaronimehl Bruchreis Schnittnudein, lose. Rangoon Reis Tafelrels, glasiert, Patna Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. Getr Pilaumen 90/100 Pflaumen, entsteint Cal, Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu.. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandein, bittere Bari 18,00-21,00 Zuckersirup hell in Eim. 43,00-49,00 13,50-16,00 Speisesirup dunk. in Eim. 28,00-33,00 22,25-24,50 Marmelade Einfr. Erdb. 108,00-120,00 28,00-31,75 Marmelade Vierfrucht: 40,00-48,00 26,00-34,00 Pflaumenmus in Eimern 42,00-48,00 35,00 41,00 Steinsalz, lose..... 3,103,70 42,00-48,00 Siedesalz, lose... 4,00-4,70 18,50-21,00 Bratenschmalz in Tierces 66,50- 67.00 40,00-46,00 Bratenschmalz in Kübeln 67,00-67,50 36,00-37,50 Purelard in Tierces. 64,00-65,00 20,00-24,00 Purelard in Kisten 64,50-65,50 15,00-17,00 Speisetalg in Packung 50,00-53,00 16,50-19,00 Speisetalg in Kübeln 48,00-50,00 24,00-31,00 Margarine, Handelsm. i 58,00 52,00-55,00 61,00-65,00 45,00-48.00 30,50-36,00 desgl. II. 88,00-95,00 Margarine, Spezialm. I.. 76,00 42,00-45,00 desgl. II. 50,00 55,00 Margarine III 70,00-75,00 Molkereibutter i. Fässern 215,00-218,00 70,00-80,00 Molkereibutter in Pack. 220,00-223,00 165,00-170,00 75,00-90,00 Landbutter 77,00-83,00 Auslandbutter in Fässern 215,00-218,00 145,00-155,00 Auslandbutter in Packg. 220,00-223,00 135,00-150,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 33,00-36,00 $ 110,00-120,00 Speck, gesalzen, fett.. 62,00-70,00 Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer. 130,00-135,00 Quadratkäse. Schwarzer Pfeffer Singap. 103,00-111,00 Quarkkäse Weißer Pfefier. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksvorstand. Wichtige Sigung Sonnabend, den 10. Mai, abends 6 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Achtung. Abteilungskasterer! Die bis heute, Donnerstag abend, beim Kreistaffieret nicht abgerechneten Maibilletts find von den Juhabern zu bezahlen. 14. Kreis Neukölln. Erweiterte Rreisvorstandsfißung am Freitag, den 9. Mai, 7% Uhr, an bekannter. Stelle. Engerer Kreisvorstand 6% Uhr ebendort. 7. Kreis Charlottenburg. Sonnabend, ben 10. Mai, von 5-7 Uhr, im Arbeiterjugendheim, Rosinenste. 4. D. I: Sprech und Kassenstunden der Freien Schulgemeinde. Unentgeltlicher Rat und Auskunft in allen Schulfragen. Anmeldungen zur Jugendweihe. Heute, Donnerstag, den 8. mai: 101. Abt. Treptow. 7% Uhr Borstandssigung mit den Rahlabendleitern in der Borwärts- Spedition, Riefholaftr. 18b. 114. bt. Lichtenberg. 7½ Uhr Funktionärkonferens bei Schwarzer, GabrielMar- Str. 17. Jungsozialisten und ältere A.-J., Kreis Friedrichshain. Im Jugendheim, Til ftter Str. 4/5, um 7 Uhr ordentliche Mitgliederversammlung der J.-V. Ab 9 Uhr Festlegung des gemeinsamen Arbeitsprogramms mit der SAJ. Gruppe Nordost. 7½ Uhr im Jugendheim, Danziger Str., Schule, Dise fuffionsabend: Die völkische Frage." 74. bt. Zehlendorf, Frauengruppe. Abends pünktlich 8 Uhr bei Schnorre, Botsdamer Str., Aussprache über die Wahlen und Leseabend. Alle Frauex find eingeladen. Morgen, Freitag, den 9. Mai: Schöneberg, 77. Abt. 7% Uhr Funktionärkonferenz bei Jürgens, Barbaroffaftraße 5a. 79. Abt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Groß, Sedanstt. 17. Stellungnahme zum Wahlergebnis. 81. Abt. Friedenau. 8 Uhr erweiterte Vorstandssigung bei Klabe, Sandjernftraße 60/61. 101. Abt. Treptow und Baumschulenweg. Bildungsausschuß! 8 Uhr 26. Vorführung wissenschaftlicher Filme in der Treptow- Sternwarte. 1. Tiere der Nordsee. a) Das Wattenmeer und seine Bewohner. b) Strandgeheimnisse, ein Spaziergang auf Selgoland. c) Tiergärten des Meeres. 2. Familie Nimmersatt( Goldammer). 3. Eine fidele Schwimmstunde ( Scherzfilm). Eintritt 50 Pf. Nachm. 4 Uhr Vorführung für Kinder Eintritt 15 B3F. 118. Abt. Lichtenberg. 7 Uhr Funktionärversammlung bei Rothe, Frank. furter Allee, Ede Gubrunstraße. Abrechnung der Maifeierbarten und Reitungen. 128. Dis 130. Abt. Bankow. 7½ Uhr Jugendheim Funktionärkonferenz. Jungsozialisten Gruppe Schöneberg. Jugendheim, Rubensstraße, Beitschriftenabend. Jugendveranstaltungen. Achtung, Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft! gimmer), Sindenjte. 3, bie Arbeitsgemeinschaft bes Genoffen Abraham über Morgen, Freitag, 9. Mai, beginnt im Jugendheim( 2efeEngels Entwicklungsgeschichte des Sozialismus." Einige Teilnehmer können daselbst noch aufgenommen werden. " Achtung, Jugendchöre! Seute, Donnerstag, abends 7 Uhr, im Gesangfgal ber Schule SteinStraße 32/34, 8ufammenkunft aller Chormitglieber. Ueben 3 nm Mai- 3ugendtag. Erscheinen aller Chormitglieber ist Pflicht! Achtung, Abteilungsleiter! Die Abteilungen, welche bis heute noch nicht die Ordner zur Kundgebung angegeben haben, sowie noch nicht die Treffpunkte aum Mai- Jugendtag übermittelt haben, müssen dieses umgehend tun. Die Ordnerkonferenz findet bestimmt morgen, Freitag, den 9. Mai, abends 28 Uhr, im Jugendheim, eindenstr. 3, statt. Ale Debner müssen bestimmt anwesend sein. Heute, Donnerstag, den 8. Mai, abends 7% Uhr: Abteilungs- Mitgliederversammlungen. Gesundbrunnen I: Schule Gotenburger Str. 2. Marienfelde: Schule Berliner Str. 1. Reutölln I: Jugendheim, Münchener Str. 53. Neutolln IV: Lotal Bärwintel", Steinbodstraße. Neukölln V: Jugendheim, Schierteftr. 44.- Norden: Schule Putbuser Str. 3. Senefelder- Viertel: Badeanstalt Oberberger Str. 57.-Südwest: Jugendheim, Lindenstr. 3. Rehlendorf: Güldschule, Auguststraße. Gd Berbebezirk Bankow. Jugendheim, Breite Str. 32, MädchenAbend. Der Kampf der Frau im wirtschaftlichen Leben." Goz. Arbeiterjugend und Jungsozialisten, Kreis Friedrichshain. Seute, Tilsite Str. 4, Bortrag: Das Gebot der Stunde." Jüngere Partei. genoffen find herzlichst eingeladen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Freie Hochschule. Am 8. Mai,% 47 Uhr abends, in der Aula der Sophienshule, Weinmeisterstr. 17, Drei- Gegner- bend". Thema:„ Die foziale Frage" Recht". Es werden sprechen: Ein Rommunist, ein Bölkischer und Herr Dr. Bußmann. " Gemeinschaft proletarischer Freibenter, Steglig. Mitgliederversammlung: Donnerstag, den 8. Mai, abends 8 Uhr, im Jugendheim, Kniephofstraße. Seitere Vorträge und Bortrag der Genoffin Rrische. Gäste und Jugendliche willkommen. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen, Berlin- Treptow. Am Freitag, den 9. Mai, im Reichensaal der 6. Treptower Gemeindeschule, Wildenbruchstr. 53 III, Vortrag des Herrn Oberstudiendirettors Dr. E. Gold bed über Jugendkultur und Reifealter". Beginn 8 Uhr. Gesellschaft für republikanisch- bemokratische Politit. Deffentliche VersammTung am Freitag, 9. Mai, abends 7 Uhr, im Saal des Alexandriners", Alexandrinenftr. 37a. Der frühere banerische Landtagsabgeordnete Nietisch spricht über das Wahlergebnis. Freie Aussprache, Berband Volksgesundheit, Ortsverein Berlin. Donnerstag, 8. Mai, 8 Uhr, im Köllnischen Gymnasium, Insel, Ede Wallstraße, öffentlicher Bortrag ,, Nadtsport Nadtfultur". Referent: Gen. Gustav Repmeife T. Anschließend Distuffion. Eintritt frei. Sonntag, 11. mai: Frühlingsfest in unserem Landheim in Milagelheim. Gefang: Gemischter Chor, Rezitationen, Boltstänze usw. Beginn 2 Uhr. Treffpunkt 7 Uhr Schles. Bhf., Hauptportal. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Krieger. hinterbliebenen, Ortsgruppe Neukölln, veranstaltet am Montag, den 12. Mai, abends 7 Uhr, in der Berliner Kindl.Brauerei, Hermannstr. 214-219, eine Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Stellungnahme zum Bundestag und Wahl der Delegierten. Aufnahme neuer Mitglieder am Eingang des Saales. Sport. Rennen zu Ruhleben am Mittwoch, den 7. Mai: 1. Rennen: 1. Wassander( H. Mills), 2. Baron Zoo( J. Min³), 3. Quelle IV( Weidmüller). Zoto: 43: 10. Blak: 13, 13, 17: 10. Ferner liefen: Ludmill I, Idealist K, Erster Wolfersomer, Armida I, Baron Watts jr., Tello, Balme I, Mädel. 2. Rennen, 1. Manzanares( Großmann), 2. Peralta( E. Treuherz), 3. Lindenhofer( M. Ningius). Foto: 12: 10. Blak: 11, 12, 16: 10. Ferner liefen: Inge I, Torrero, Schwarzwaldmädel, Coriolanus, Katharina. 3. Rennen. 1. Adler( Jürgens), 2. Angriff( S. Hermann), 3. Fürst ( F. Brandt). Toto: 34: 10. Plat: 14, 25, 18: 10. Ferner liefen: Kronbring I, Prinz Kudud, Albatros, Bismart, Jason jr., Allertony, Nachtfaiter, Karneval, True For, Flora Bingen, Walfisch. 4. Rennen. 1. Mary( Th. Steger), 2. Johannes( Kaupper), 3. Florentiner( J. Mills). Foto: 14: 10. Blag: 10, 10: 10. Ferner lief: Ebonit. 5. Rennen. 1. Frankenstein( M. Ringius), 2. Florian( Hm. Schleuss Zoto: 35: 10. ner), 3. Homer( Großmann). Plaz: 13, 22, 14: 10. Ferner liefen: Cleo Balts, Olleh B, Altgold, Rosa Forbes. 6. Rennen. 1. Josef(. Freundt), 2. Monarchist( Knöpnadel), 3. Libanon( G. Neuenfeld). Toto: 154: 10. Play: 15, 11, 15: 10. Ferner liefen: Brablhans, Salter, Stuart Webbs, Matador I, Qui vive wurde als 2. disqualifiziert, 80 Broz. der Playwetten zurüd. 7. Rennen. 1. Johannisfeuer( H. Schröder), 2. Batschari( E. Pert), 3. Else BI(. Grube). Toto: 19: 10. Blag: 12, 14, 20: 10, Ferner liefen: Mailönigin I, Lu Watts, Hofjunge, Lu, Lasbeder, Baron Elf( bisq.), Niagara I, Blaumeiſe. 3. Willy I( Sinoratti). 8. Stennen. 1. Helbeprinz I( J. Mills), 2. Silberius( F. Schulz), Toto: 30: 10. Blat: 11, 11, 28: 10. Ferner liefen: Frundsberg, Erbschaft, Gudrun II, Ballspieler. Geschäftliche Mitteilungen. Die Rigaretten und Tabelfabrik Ruso", Runb u. Sohn, Berlin G. 19, Roßitt., 6, Saus Sof von Solland, bringt 3 Sigarettenmarten au 2, 2½ und 3 Vf. in den Handel! Diefe Rigaretten find. was Qualität und Aroma anbelangt, die höchfte Leistungsfähigkeit, die man in Anbetracht der billiger Breistage verlangen tann. Die Sigaretten find aus tein orientalischen Sabatex 22,00-35,00 hergestellt. Die Firma fabriziert bereits feit 4 Jahrzehnten Zigaretten und ist 35,00-50,00 daburch die Garantie gegeben, daß die Mischungen von erstklassigen Fachleuten 120,00-125,00 aufammengestellt werden. 21,00-24,00 138,00-148,00 Tilsiter Käse, vollfett. 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Sie hofft, daß wir es im Laufe der nächsten Monate ebenfalls so weit bringen werden, da jetzt schon manche Damen nur dann als modern angezogen gelten, wenn sie fast gänzlich ausgezogen sind, und bedauert es sehr, daß sie nicht im 17. Jahrhundert lebt, weil sie überzeugt ist, daß Rubens, der Schwergewichtsmaler, an ihr ein prachtvolles Modell gefunden hätte. Haben Sie, so fragt sie Herrn Ehrlich, nicht einen Pedanten zu diesem Bilde? Ich habe es in meinem Salon gern pedantisch. Rechts auf meinem Kamin steht die medizinische Venus und links der Trompeter von Säckingen, beide goldbronziert. Die Venus von Milano finde ich unmodern. Sie ist nicht nur ärmellos, sondern armios. Es ist eine Geschmacklosigkeit von dem alten griechischen Stuckateur, so etwas Mangelhaftes zu machen, um ein bißchen Gips zu sparen, wo es unsereinem doch auf ein paar Mark gar nicht ankommt. Die medizinische Venus ist mir viel symptomatischer. Wenn ich sie so ansehe, so finde ich, daß ihre Figur fast idiotisch ist mit meiner. Außerdem sieht man, daß sie fleißig Kukirol und Kukirol- Fußbad gebraucht. während bei der Venus von Milano die Füße verdeckt sind. Mehr sage ich nicht. Die Benutzung des Kukirol- Hühneraugen- Pflasters bedeutet Intelligenz, und die regelmäßige Anwendung von Kukirol- Fußbad ist ein Beweis von Kultur. Sanitätsrat Dr. med. Campe's Kukirol- Fußbad ist die größte Wohltat für Leute, die viel gehen und stehen müssen. Es reinigt die Füße gut, verhütet schnelle Ermüdung, Brennen, Wundlaufen und Schwitzen der Füße. Es kräftigt Nerven und Sehnen und ist für eine zweckmäßige Fußpflege ganz unentbehrlich, Das millionenfach bewährte Hühneraugen- Pflaster Kukirol be seitigt auch Hühneraugen, die bisher allen anderen Mitteln trotzten, binnen wenigen Tagen ganz schmerzlos und ohne die bei anderen Verfahren drohende Gefahr einer Blutvergiftung. 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Sie find gegenüber den selbstverständlich viel wichtigeren Reichs tagswahlen allgemein fast kaum beachtet worden. Der weiteren Deffentlichkeit wurden nur die von der Telegraphen- Union mitgeteilten Wahlergebnisse einiger wesentlicher Großstädte bekannt. Eine oberflächliche Durchsicht der Provinzpresse ergibt aber, daß der erste ungünstige Eindruck der Gemeindemahlergebnisse für die Sozialdemokratie sich feineswegs über oll bestätigt. An sehr vielen Stellen hat die Sozialdemokratie burchaus ihre Stimmenzahl behauptet und auch die Mehr heit in den Gemeinden weiter fest in der Hand. Besonders interessant ist die auffällige Erscheinung, daß ein großer Teil der Wählerschaft ganz offensichtlich zu den sozialdemokratischen Gemeindevertretungen bedeutendes Zutrauen haben muß. Trotzdem die Beteiligung bei den Gemeindemahlen( schon wegen des einschränkenden Wahlrechts) durchschnittlich geringer ist als bei den Reichstagswahlen, ergibt sich die auffallende Tatsache, daß in der großen Mehrzahl der Gemeinden die Sozialdemokratie bei den Gemeindewahlen mehr Stimmen auf sich vereinigt, als bei den Reichstags wahlen. Man kann daraus wohl den Schluß ziehen, daß überall da, wo die Wähler Gelegenheit haben, die Sozialdemofratie bei der praktischen Arbeit zu sehen, sie ihr In größerem Umfang die Stimme geben. Meistens handelt es sich bei den Mehrstimmen ganz offensichtlich um solche, die bei den Reichstagswahlen der KPD. zufielen. Aber auch der andere radikale Flügel die Deutschnationalen erhielt bei den Gemeindewahlen weniger Stimmen. Große Massen find durch die scheinbare Erfolglosigkeit der Reichspolitik ver ärgert, sie sind aber feineswegs zuverlässige Gefolgsmannen der Parolenfabrikanten. Konsolidierung und Arbeit wird ihre Reihen lichten. Diese Beobachtung geht parallel mit der anderen wichtigen Tatsache, daß an allen Orten, wo im Laufe der letzten Zeit Wahlen gewesen sind, die Sozialdemokratie ausnahmslos nicht nur in Sachsen, Thüringen und Bayern, wie es zuerst gemeldet wurde, sondern auch in Mecklenburg und Oldenburg relativ bedeutend zugenommen hat. Das Ergebnis der Reichs tagswahlen wird breiten Schichten der Bevölkerung nun ja auch Gelegenheit geben, die praktischen Leistungen der bisherigen Oppositionsparteien, der Deutschnationalen wie der Kommunisten, gründlich kennen zu lernen. Die Lehre, die die Wähler fpäter daraus ziehen werden, dürfte nicht anders ausfallen, als wie es bei den Gemeindewahlen auch beobachtet wird. Wir geben nachstehend eine Zusammenstellung einer Reihe von bisher noch nicht veröffentlichten Resultaten: Gemeindewahlergebnisse. Altona: BSPD. 29 700( 26 414), PD. 17 293( 17 489), Demofraten 11 086( 9082), Bürgerblod 20 705, Wirtschaftsblod 3434( Bp., Dtn., 3. 28 575), Bölkische 7919( 7667). Die eingeffammerten Ziffern beziehen sich auf die Reichstagswahl Arbeitermehrheit bleibt. Wandsbet: BSPD. 6768( 6197), APBD. 3829( 4064), Bürger blod 10 605( 11 083). Reichstagswahl in Klammern. Wilhelmsburg: BspD. 5119( 9), RBD. 3114( 5), Wirtschaftspartei 2452( 4), Zentrum 538( 1), Böttische 1292( 2), Mieter 1487( 2). Demokraten 1556( 3), d. h. Arbeiterpartei 14+ 2, Bürgerliche 10, bisher rein fozialdemokratische Mehrheit. Effen a. d. Ruhr: BSPD. 25 407( 24 603), SPD. 52 487( 54 118), Polen 877( 1060), Chriftlichsoz. 6561( 6755)), Partei für Leibesübungen(!) 4945, Dnti. 24 776( 20 953), Bolfspartei 22 892( 19 892), Bentrum 63 122( 64 214), Demokraten 8515( 5933). Mandate nationale 9, Volkspartei 9, Zentrum 24, Demokraten 3. 1178( 967), 3entrum 2914( 3231) Chriftlichnat. 1379. 2, 5905( 6653), Zentrum 24 893, Bolen 1104, Demokraten 4170, Bolls partei 11 730. Mülheim( Ruhr): BSPD. 7433( 7095), RBD. 12 083( 12 477). Volkspartei 7512( 7029), Demokraten 2430( 2067), Wirtschaftl. Ber: einigung 5062( 2785), Sentrum 9911( 10119), Deutschnationale 7657 ( 8705), Böltische 2459( 3059). Donnerstag, 8. Mai 1924 Devisen verwandelt werden, das ist nicht Sorge der deutschen Regierung, sondern eines eigens dafür geschaffenen Agenten für Reparationszahlungen", dem ein Romitee von internationalen Fach leuten beigegeben ist. Diese Stelle ist also dafür verantwortlich, daß bie llebertragung von Reparationszahlungen ohne Erschütterung der Solingen: VSPD. 4425( 3945), RD. 8836( 8851). Bürgerblock deutschen Mart erfolgt, und eine etwaige neue Gefährdung der 13 730, Republikaner 782. Wechselkurse würde die Boraussetzungen der Leiftungspflicht Deutsche Barmen: BSPD. 12 054( 12 475), RPD. 18 886( 19 391), Deutschlands zerstören. Der Agent für Reparationszahlungen wird vor nationale 25 269( 28 473), Demokraten 4057( 3203), Chriftlichsoz. 811( 549), Westfalenbund 4367( 1096). Sentrum 8219( 8753), Bolts partei 7978( 9919). schaftsbund 8296, Freiwirtschaftsbund 1052, Bölfische 6248, DemoElberfeld: BSPD. 15 536( 14 417), KPD. 13 022( 13 261), Birt traten 3604, Deutschnationale 15936. Cennep: BSPD. 512( 487), D. 1547( 1796), Deutfchnationale 1509( 1306), Boltspartei und Demokraten 1913, Zentrum 1071. Kriegsopfer 495. Wilhelmshaven: BSPD. 5, KPD. 1, Deutfchnationale 3, Arbeitnehmergruppe 1, Völtische 1. Unpolitische Einheitsliste 7, Mieter Dereinigung 1, Beamtenml. 5. 1125( 2), Sentrum 2563( 4), Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft 6790 + 1020( 12+ 1). Waldenburg( Bergarbeiterdörfer): Dittersbach: LintsWaldenburg: BSPD. 6410( 11), RPD. 4237( 7), Demokraten parteien 4031, Rechtsparteien 3380, Fellhammer: VSPD. 1318, KPD. 340, Bürgerliche 1340, Obersalzbrunn: BSBD. 1553, KPD. 531, Bürgerliche Parteien 3085, Charlottenbrunn: VSPD. 447, Bürgerl- Evang. 304, Wüstegiersdorf: BSPD. 436, KPD. 337, Wirtschaftsgruppe 776, Settendorf: BSBD. 432, RBD. 262, Bürgerliche 418, Neusalzbrunn: BSPD. 1417, KPD. 471, Bürgerliche 895. Bolkswohl 21 497( 12), Ordnungsblock 20 314( 11), Hausbefizer Kiel: BSPD. 28 441( 16), S. 1863( 1), RPD. 10 480( 6), 11 228( 7), Böllische 5572( 3), Demokraten 5958( 3).( Bisher sozial demokratische Mehrheit.) einer außerordentlich schwierigen Aufgabe stehen und es ist zum mindesten fraglich, ob er überhaupt imftande fein wird, sie zu er füllen. Die Erfahrungen der deutschen Desifenbefoaf. zeigen dos mit aller Deutlichkeit. Wie der Geschäftsführer dieses fungsstelle bei dem Erwerb von Reparationsdevisen. betrauten Organs in einem Auffah ausführt, hat nämlich die Fests mit der Beschaffung fremder Zahlungsmittel für das Deutsche Reich fegung bestimmter Fristan zur Ablieferung von Devisen am Markte der fremden Werte geradezu tatastrophale Folgen nicht nur für die deutsche, sondern auch für die übrigen Währungen gezeitigt. 150 Millionen Godmart und innerhalb weiterer 90 Tage 850 WillIm Mai 1921 hatte die deutsche Regierung innerhalb 26 Tagen lionen Goldmart an Devisen aufzubringen. Als die erfie Rate abgeliefert werden sollte, standen zwar etwa 130 Millionen Golmart in verschiedenen Währungen zur Verfügung, die Reparationstommission bestand aber auf der vollen Summe, und zwar sollte diefe unter allen Umständen in Dollar geleistet werden. Num fehte selbstverständlich eine rege auftätigteit für Dol fars gegen englische Pfunde, holländische Gulden, belgische, franzöfifche und schweizer Franken, nordische Kronen und spanische Beseten ein. Die Folge davon war, daß in der Zeit vom 21. Ma, dem Tage, an rung bestand, bis zum 30. Juli 1921 alle beteiligten 2ährungen dem die Reparationstommifion auf der Durchführung ihrer Forde gewaltige Kursstürze erlitten. Die norwegische Krone ver. for 19% Broz alfo fast ein Fünftet ihres Wertes, der belgische Frant 16, die dänische Krone 16%, der holländische Gulden 14%, Die schwedische Krone 13%, der französische Frant 13, das englische Bfund 10%, ber Schweizer Frant 9 und die spanische Beseta nur die neutralen Staaten in den allgemeinen Währungstaumel hineingezogen wurden, sondern daß insbesondere die Entente, ber bie Zahlung zugute tommen follte, mit erheblichen Einbußen im Geldwerbe ihre Forderung bezahlen mußte! Neumünster: BSPD. 13, KPD. 4, Bürgerliche Einheitstifte 10, Deutschnationale 3. Geeftemünde: VSPD. 5604( 5169), PD. 2025( 2235), Bürger- 5% Proz. des Wertes. Besonders eigenartig mutet es an, daß nichts blod 6691, Wirtschaftsvereinigung 1532. Lehe: BSPD. 9038( 7847), PD. 2428( 2751) Bürgerblod 8480. Hannover: BSPD. 69 489, RPD. 28 150, Demokraten 9096. Bodenreformer 6046, Hannoveraner 36 279, Ordnungsblod 67 179, Bölkische 8917, Zentrum 9347. Steffin: BSPD. 28 173, RPD. 18 399, Deutschnationale 22 366, Arbeitnehmer 6085, Deutschsoziale 3366, Böfifche 9010, Mittelstand 9111, Bürgerliste 9190, Wirtschafts- und Lebensreformer( 1) 1917, Unpolitische Liste 7607, Deutsche Boltspartei 6160, Demokraten 3265. Brandenburg a. d. H.: SPD. 11 694( 10 990), D. 4577 ( 4676), Bürgerblod 13 930. Mandate: BSPD. 16, KPD. 6. Bürgerblock 19. Arbeitermehrheit bleibt. Ludenwalde: BSPD. 8012( 16), RPD. 1066( 2), Rechtsblod 2592( 5). Wirtschaftsblock 3872( 7). Sozialdemokratische Mehrheit bleibt. Hausbesiber 3952( 4), Mieter 2853( 4), Sentrum 5013( 7), Deutsch Hildesheim: BSPD. 7347( 11), D. 1088( 1). Bölfifche 667( 1). nationale 2309( 3), Demokraten 1080( 1), Wirtschaftstifte 6108( 9), Niedersachsen 593( 0). Halberstadi: VSPD. 7051( 11), KPD. 2535( 4), Bölkische 958( 1), Zentrum 841( 1), Wirtschaftsliste 1855( 3), Bürgerblod 10 838( 18), Kinderreiche 139( 0), Mieter 1572( 2). Mühlhausen i. Thür.: VSPD. 3976( 3857), RD. 3372( 3502), Bürgerblock 8560, Mittelstand 2857, Demofraten 1179( 750). Man date: BSPD. 7, KPD, 6, Demokraten 2, Bürgerblod 16, Mittel stand 5. Rottbus: SPD. 9555, RBD. 1589, Bürgerblod 5184, Boffs. partei 4645, Mittelstand 3447, Deutschloziale 2109, Städtisches Ge meinwohl(!) 1260. Wirtschaft Der Geschäftsführer der Devisenbeschaffungsstelle führt weiter aus, daß in Zeiten der Markbefferung wiederholt ganz erhebliche Rurs zu beeinträchtigen. Dieler Fachmann hofft von dem Borschlag Devisenbeträge für Reichsmart getauft werden tonnten, ohne den gen eine größere Stabilität gebracht werden könnte, wenn der Sachverständigen, daß durch ihn in alle europäischen Währun ber Agent für die Reparationszahlungen richtig arbeitet. Das rungsschwankungen außerordentlich schaden, einen günstigen Einfluß wieder würde auf die gesamte Weltwirtschaft, der heute die Wäh ausüben. berein auf ein Maß begrenzt wird, das eine neue Gefähr Die Hauptfache bleibt aber, daß durch die Möglichkeit der Ausführung der Zahlungen die deutsche Reparationspflicht von vorn bung der Währung ausschließt. In diesem Buntte unter. fcheidet fich das Eachverständigengutachten ganz wesentlich von allen bisherigen Versuchen einer Lösung der Reparationsfrage. Die Großhandelspreise steigen weiter. Die auf ben Stidytag bes 6. Mai berechnete Großhandels Stande vom 29. April( 124,6) um 0,5 Broz, auf 125,2 geftiegen. indersiffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber bem Bon den Hauptgruppen fanten in der gleichen Zeit die Lebensmittel von 110,6 auf 110,3 oder um 0,3 Broz., danon bie Gruppe Getreide und Kartoffeln von 93,3 auf 92,4 oder um 1 Bros., mährend die Industrieftoffe von 150,9 auf 158 ober um 1,4 Broz. davon die Gruppe Kohle und Eifen von 141,7 auf 145,5 ober um 2,7 Broz. anzogen. Die Inlandswaren stiegen pon 113,3 auf 114,1 oder um 0,7 Proz, die Einfuhrwaren gabep Industriestoffe und der Einfuhrwaren sowie die Gesamtinderziffer vom 29. April find infolge nachträglicher Aenderung einer Preis eine Steigerung der Großhandelsinderziffer von 120,7 auf nachweisung berichtigt. Für den Durchschnitt des Monats April ergibt sich 124,1 ober um 2,8 Broa. Von den Hauptgruppen stiegen in ber gleichen Zeit bie Bebensmittel von 106.4 auf 109,7 oder um 3,1 Broz, die 3ndustrieftoffe von 147,4 auf 150,9 oder um BSPD. 10, KVD. 19, Chriftlichfoz. 2. Leibesübungen 2. Deutsch- Sachverständigengutachten und Devisenzahlungen. non 181,2 auf 180,6 oder um 0,3 Broz. nach. Die Indexziffern der Steele: BSPD. 1043( 788), D. 1312( 1458), Chriftlichsoz. Einer der wesentlichsten Punkte des Sachverständigengutachtens Kupferdreh: BSPD. 702( 669), D. 1099( 1202), Deutsch mehr gezwungen werden darf, ohne Rücksicht auf feine eigene Bäh über die Reparationsfrage ist die Forderung, daß Deutschland nicht nationale 487, Bolkspartei und Demokraten 584, Sentrum 2417. Geffentirchen: BspD. 8866( 8155), RBD. 29 979( 32 362), Dft- rung Devisen zur Erfüllung der Zahlungen zu laufen, sondern daß und Westmärkischer Wirtschaftsbund( 1) 3167, USP. 729, Chriftlichfog. es feine Leistungspflicht erfüllt hat, wenn es feine Zahlungen in 259( 775), Turn-, Sport- und Jugendpflege 1730, Deutschnationale beutfcher Währung ausführt. Wie dann die Martzahlungen in Besonders billige Angebote für den Frühjahrsbedarf Herren- Konfektion 60.- 48.35.Herren- Sakko- Anzüge aus haltb. Stoffen, in modern. Farben Herren- Sommermäntel mit Gürtel und 2000 und Formen. Falte Hessel- Decke. Von 29 Damen- Konfektion Damen- Kleider Mousseline garniert . 10.50 12.50 965 1075 2800 Damen- Kleider reinwell Cheviot, reich 1600 Schuhe und Stiefel Wäsche 58 in 40 Damen- Mäntel extra billig, Bindeform 2950 Damen- Mantel Donegal, Bindeform Damen- Tuchmantel Verarbeitung Damen- Mäntel Svet. Verarbeit, 50 Damen- Gummimäntel gute Gammierung, Köpar- v. Herren- Gummimäntel- 29.50 245 Herren- Sportanzüge hubsche helle Stoffe 390 Herren- Hosen estreift... Manchesterhosen Pilofhosen... Stoff u. 4650 1850 Messel- Decke, 24.50 20.75 4450 .. Damen- Stiefel Schwarz, gute Qualitäten, 975 Damen- Halbschuhe schwarz, Damen- Hemden mit Stickerel. 4-3.25 250 Damen- Halbschuhe braun.. 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Für langfristige Darlehen fommen natürlich derart hohe Binsfäge nicht in Frage. Dafür aber ist Rapital für lange Fristen so gut wie gar nicht zu erhalten. Die Aufnahme neuer langfristiger staatlicher oder tommunaler Anleihen sowie die Ausgabe neuer Pfandbriefe der Bodenkreditinstitute ruhten im Monat April fast gänz'ich. Der fortschreitende Berfall des Marktes der festverzinslichen Anleihen zeigt sich in den rapide finfenden Kursen der Goldpfand briefe der Hypothekenbanten. Die folgende fleine Tabelle stellt die Kursentwicklung der fünfprozentigen Gold- hypotheken- Pfandbriefe dar, soweit sie an der Berliner Börse nötiger werden. Die Kurse sumelt verstehen sich in Goldmark für 1 Gramm Feingold( 1 Gramm Feingold 2,71 Goldmark). Berliner Hypothekenbank Frankfurter Pfan briefbant Leipziger Hypothekenbank Meininger Hypothelenbant.. Norddeutsche Grundkreditbant. Preußische Bodenkreditbank Kommunalobligationen Schlesische Bodenkreditbant. Westdeutsche Bodenkreditbank Durchschnittl. Wert der 8 Kurie 1.4. 10.4. 21.4. 30.4. 1,55 1,42 1,45 1,35 1,00 1,00 0,98 • 1,39 1,00 1,10 . 1,38 1,00 1,10 1,36 1,00 1,45 1,38 1,00 1,10 • 1,10 1,48 1,40 1,48 1,40 1,43 1,17 1,20 1,00 1,20 1,00 1,20 1,00 1,22 1,04 If Gramnt Feingold gezahlte Preis von 1,43 Goldmtart anf 1,04 Gold mart gesunten. Dementsprechend ist die Realverzinsung für den Käufer der Pfandbriefe von 9,75 Broz. auf 13,45 Broz. im Jahr gestiegen. Ein derartig rascher Verfall des Kurses der Gold pfandbriefe wie im Monat April war noch in feinem Monate Dor her, seit Stabilisierung der Mark im November v. J. zu beobachten gewefen. Es muß daran erinnert werden, daß die Realverzinsung der Pfandbriefe am 10. Dezember v. J. erst 6,87 Proz. im Jahr betrug. Die Realverzinsung hat sich also seitdem fast verdoppelt. Diese Zahlen spiegeln die Notlage wider, in der die gesamte deutsche Wirtschaft, nicht zum wenigften aber die Klasse der Arbeiter, Anges fiellten und Beamten, fich befindet, Dr. M. Reichsbantausweis. Wie schon in unserem gestrigen Börsenbericht erwähnt wurde, hat die Reichshant den Kreditanforderungen der Privatwirtschaft am Ultimo April nur in geringfügigem Um fange entsprochen. Die gesamte Kapitalanlage der Reichsbant weist demnach auch in der letzten Aprilwoche nur eine Zunahme um 23,7 auf 2165 millionen Goldmark auf. Der Notenumlauf erfuhr jedoch eine größere Zunahme, weil sowohl Reich wie Private Glau biger der Wirtschaft in erheblichem Maße, nämlich mit 120 Millio. nen Goldmart, Gelder abhoben. Der Umlauf der Papiermarknoten ftieg demnach um 102,9 auf 776,9 Millionen, der an Rentenmart um 90 auf 1743 Millionen Rentenmart. Die Vermehrung des Rentenmarfumlaufes fonnte ohne Erhöhung des Darlehens der Reichs: bank bei der Rentenbank durchgeführt werden, indem die Reichs bant ihren Bestand an Rentenmart entsprechend verminderte. Die Reichsbant fonnte von den bei ihr hinterlegten Rentenmartwechseln meitere 10 Millionen Marf am freien Markt unterbringen und ihre eigene Belastung entsprechend abschwächen. Starter Rüdgang der industriellen Gründungstäfigkeit. In der Inflationszeit überſtürzte sich die Gründungstätigkeit in Industrie und Handel. Neue Unternehmungen schossen wie Pilze emor, alte Im Laufe des Monats April ist also der durchschnittlich für erweiterten ihre Kapitalbasis. So fam es, daß die Zahl der deutwwww Dia fchen Attiengesellschaften und Gesellschaften mit beschränkter Haftung Ende 1913 bis Ende 1923 sich rund verdreifachte. Gründungstätigkeit hat nun seit der Stabilisierung der Mart, der Verschärfung der Kreditknappheit und dem Sturz der Aktienkurse start nachgelassen. Die Zahl der Neugründungen von Attiengesell schaften betrug noch im Dezember vorigen Jahres 797, sie fant im Januar auf 711 und dann während des Februars fturzartig auf 242. Auch die Kapitalerhöhungen verminderten sich in ähnlichem Ausmaß. Noch im Dezember letzten Jahres hatten 523 Gesellschaften neues Rapital angefordert, im Februar waren es hiergegen nur 161. Eine wachse de Zahl der neugegründeten Gesellschaften stellt ihr Rapital ton vornherein auf Goldmart. Im Februar waren es 35, darunter fechs Unternehmungen der R a dioindustrie. Der Rückgang der Neugründungen erstreckt sich am stärksten auf Handel und ver crbeitende Industrien, während die Gründungstätigkeit im Bergbau und in der Schwerindustrie im Februar noch verhältnismäßig leb haft war. .- G. in Bonn und Köln ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten und Noch eine Insolvenz. Die Banffirma Walter Goldschmidt 1. Co. A.-B. in Bonn und Köln ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten und hat Geschäftsaufsicht gegen fich beantragt. Frankentrife und Saarindustrie. Die Zudungen des französ fischen Franken lassen seit seiner Einführung im Saargebiet das Wirtschaftsleben nicht mehr zur Ruhe kommen. Die starke Frankenhauffe hat der faarländischen Wirtschaft neue Schwierigkeiten in der Konkurrenzfähigkeit auf den Auslandsmärkten gebracht. Die Folge davon ist, daß& B. die Tafelglashütte von Vopelius in Wenzel 850 Arbeiter mit 14tägiger Kündigungsfrist entlassen hat und eine Herabsetzung der Löhne um 20 Proz. fordert. Das Röchling- Wert hat 500 Mann entlassen und den Manteltarif zum 31. Juli gekündigt. Die Industrie erklärt, daß die Löhne gedrückt, die Kohlenpreise erniedrigt und die Eisenbahnfrachten er. mäßigt werden müßten. Dabei ist von der noch viel notwendigeren Preisherabfegung im Saargebiet nichts zu merken. rter Qlitzki Maertens 10. ALS MAN DES KÖNIGS GRAB ENTDECKT DA SAHEN ALLE GANZ ERSCHRECKT ( DASS AUS DEM MUND DES PHARAO RAGT EINE DOTA RADIO wwwwwww DOTA Radio Radio Servus Terpentin- Schuhpulz macht wasserdicht Chem. Warke Lubszynski& Co. A.- 6. Berlin- Lichtenberg Theater, Lichtspiele usw. 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Freitag, den 9, mal, nachm. 5 Uhr, im Gewertschaftshaufe, Engelufer 24/25 Frühjahrs Versammlung Die Einäfcherung findet Sonnabend, matorium Baumschulenweg statt. Am Dienstag verschied nach kurzen, schwerem Leiden, infolge einer Ope ration, zwei Wochen vor unserer Gilberhochzeit, mein einziggolbiges Wetb, meine liebe Mutter, Schwiegerund Großmutter, meine älteste Tochter.. unsere gute Schwefter, Schwägerin und Tante, meine beste Freundin Hedwig Scholz im 47. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Sinter bliebenen $ 7996 Richard Scholz, O 34, Beisbachftr 3. Einäfcherung: Montag, 12. Mai, abends 6 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Dantiagung. Für die Beweise aufrichtig.r Teilnahme Neuheiten der Metallformer und Berufsgenossen. und schönen Blumen penden bei der Beerdi Tagesordnung: Beschlußfaffung gung meines lieben unvergeßlichen Mannes, über den Schiedsspruch. Sohnes, Bruders, Schwiegeriohnes und Schwagers, des Klav ermachers Theater a. Roth, Tor Blut- Neuhelten 3: D.Reiherbusch Kottbuser Straße mit Lucie Höflich Tgl.8 Uhr u.Sonnta Theater Folies Caprice SU. Liebes 8 U. Reigen Heute und morgen Volkstage Dempsey- Firpo Samparkettplätze nur 1,50, 1 M.50 Pf. nachm. 3 Uhr: EliteSänger in Damenmänteln und Kostümen reinigung ein. Ratur notwendigkeit, Aus fcheidung tranter Stoffe ,,, Saltarin", neue eleg Formen bie wirksamfte Rut in allen Größen 90. 1,50. Rur drei Arbeitsstube Schachteln M. 4,25. Sonnabend, den to. Mai, bei Sachse, Lindower Straße 26: Branchenverfammlung Erich Lischke Fagen wir allen sowie dem Herrn Pfarrer Saffe unseren herzlichften Dant. Im Namen der trauernden Hinterblikenen der keffelfomiede und der dazu Berta Lischke geb. Haupt, Bühlichſtr. 20/21 gehörigen Berufe. Bollzähliches Erscheinen aller im Berufe 3n Drogerien und Fr. E. Karthäuser, Befchäftigten ift Bflicht. Apotheken, fonit bei in neuer Otto Reichel, Berlin 43 Besetzung SO, Eisenbahnitt. 4. 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