Str. 220 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 113 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,- Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig Gaar- und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Luxemburg 4.25 Goldmark, für das übrige Ausland 5,25 Goldmark pro Monat. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit..Sied. lung und Kleingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint modjentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Goldpfennig 150 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareille zeile 0.70 Goldmart, Reflamezeile - Goldmart. Kleine Anzeigen bas fettgedruckte Port 0.20 Golde mart( auläffig amet fettgedruckte Borie), jebes weitere Work 0.10 Goldmart. Siellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0.05 Goldmart. Borte ber 15 Buchstaben zählen filr zwei Borte. 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Im Duisburger Bezirk werden in den ersten Tagen der neuen Woche die größten Montanwerke zum Erliegen fommen, nachdem die Gute- Hoffnungs- Hütte schon am Freitag zur Stillegung aller Hochöfen und Walzwerke übergegangen war. Die Industrie hat teine kohle und erst recht feinen Rots. Das find Feststellungen, die jetzt auch die Unternehmerpresse machen muß, trotzdem noch am Mittwoch die„ Bergwertszeitung" schrieb, die Industrie sei mit Brennstoffen überreich versorgt. Jm Bochum- Gelsenkirchener Bezirk steht es nicht besser. Der Dortmunder Verein und die Stahlindustrie find feit Tagen von der Kohlenzufuhr abgeschnitten. Das Montanwert des Bochumer Vereins liegt vollkommen ffill. Die Produktion des Gefährliche Lage im Ruhrgebiet. also an der Abstellung der Gaslieferungen nach Hamm und Münster Die Gemeinden und der Ruhrkampf. schuldlos." Effen, 10. Mai.( WTB.) Heute tagte im Rathaus zu Essen eine Bersammlung, auf der die Oberbürgermeister und Land. räte der meisten Gemeinden des Industriebezirks anwefend oder verireten waren, um sich mit den aus dem Kampf im Bergbau für die Gemeinden sich ergebenden Fragen zu beschäftigen. In der Aussprache ging man davon aus, daß es nicht Aufgabe der Gemeinden fei, für oder gegen eine der Parteien im Kampf in der Sache felbft Stellung zu nehmen. Es ergab sich Einmütigkeit dar. über, daß nach§ 3 der Verordnung über die Erwerbslofenfürsorge Dom 16. März 1924 die Zahlung von Erwerbslosen unterstützung an die betroffenen Arbeiter gefeßlich unzu fällig sei und daß jeder Verstoß gegen die klaren Bestimmungen des Gesetzes die Sperrung der Reichsüberweisungen an die Gemeinden zur Folge haben würde. Die Versammlung beschloß, angesichts der schwerwiegenden Folgen, die eine Fortdauer der eingetretenen Gesamtwertes ist auf% der normalen Produktion verringert und Bustände für die Gemeinden unmittelbar haben würde, den Reichsdie Betriebsleitung befürchtet, daß bei längerer Dauer der Aus- nister dringend zu bitten, nichts unversucht zu lassen, um sperrung die Hochöfen abgedämpft werden müssen. Umfangreiche eine Berständigung der ftreitenden Parteien Betriebsstillegungen wurden im Dortmunder Bezirk bei Hoesch, bei der Union und bei Phönig vorgenommen; auch bei Krupp werden möglichst schnell herbeizuführen. ab Montag größere Betriebsstillegungen erfolgen. 3n der& ampflage felbst ist teine wesentliche Ber.. änderung eingetreten. Die tägliche Durchschnittsförderung ist nadh Angabe von Unternehmerseite auf inapp 15 Proz. der normalen Förderung zurückgegangen. Rund 97 Pro3. der Gesamtbeleg schaft find ausgesperrt. 3m Hamborner Bezirk hat sich die Lage verschärft. Hier fanden am Sonnabend nachmittag zahlreiche Betriebsversammlungen der Belegschaft der August- Thyssen- Hütte statt, in denen die Frage eines Sympathieffreits erörtert wurde, der gegebenenfalls 12 000 Arbeiter umfaffen würde. Beschlüsse wurden jedoch noch nicht gefaßt. Die Hoffnung, daß die am Freitag begonnenen Berhandlungen über den neuen Rahmentarif die Möglichkeit bieten, die brennendsten Fragen zur Beilegung des gegenwärtigen konfliktes zu erörtern, war trügerisch. Tatsächlich ist die Ausfperrung bei diesen Verhandlungen überhaupt mit feinem Wort erwähnt worden. Daraus geht hervor, daß die Unternehmer entschlossen sind, das Rezept der„ Bergwertszeitung" zu befolgen, die vor einem Kompromiß warnte. Wie sehr der gegenwärtige Wirtschaftskampf von der Politik der Unternehmer und der Reichsregierung beeinflußt ist, zeigt die Bedeutung, die dabei den Micum- Berträgen zugewiesen wird. Die Bergarbeiterverbände haben die Lasten der MicumBerträge nie unterschäht, aber sie lehnen trohdem die mit Zahlen belegte Meinung des Zechenverbandes ab, daß es nur durch verlängerte Arbeitszeit und gekürzten Lohn möglich sei, die MicumLaften zu tragen. Die Angaben der Unternehmer über die Rentabilität des Bergbaues find rein willkürlich; sie sind ebenso fragwürdig wie die Berechnungen der Micum. Nach genauen Feststellungen hervorragender Kenner des Bergbaues tann man annehmen, daß der westfälische Bergbau vor der Aussperrung rentabel war. Sicherlich hatte er nicht die Profitrate des Kapitalismus im unbejehfen Gebiet, aber mit direkten Verlusten hat der Ruhrbergbau nicht oder doch nur teilweise, nämlich in den an fich schon mit Schwierigkeiten fämpfenden Werten gearbeitet. Daß das industrielle Kapital der besetzten Gebiete fich fträuben würde, auf die Dauer unter schwererer Belastung zu arbeiten als das im unbefehlen Gebiet, war zu erwarten. Weil daraus aber mit Sicherheit schwere Arbeitskämpfe hervorgehen mußzten, haben die Bergarbeiterverbände die Forderung fast aller Bevölkerungskreise in den besetzten Gebieten unterstützt, die eine Umlegung der Casten auf das gesamte Reichsgebiet verlangen. Die Reichsregierung jedoch erklärt die Erfüllung dieses Verlangens für unmöglich. Ebenjo lehnt das Arbeitsministerium jede Verbesserung der Lage der Arbeitnehmer ab und begegnet darin den Wünschen der Zechenindustriellen. Nicht die ausgesperrten Arbeiter, wie die Unternehmerkreise es hinstellen möchten, sondern das Unternehmertum und die Regierung tragen polifische Probleme in den gegenwärtigen rein wirtschaftlichen Kampf. Unternehmerbrutalität. Hamm, 10. Mai( Mtb.) Der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter veröffentlicht folgende Mitteilung: " Der Betriebsausschuß der Zeche Radbod ist bei der Verwaltung vorstellig geworden, um den Kokereibetrieb. dem die Gasversorgung der umliegenden Städte obliegt, aufrechtzuerhalten. Der Betriebsausschuß ist vom Betriebsführer mit den Worten abgewiesen worden: Es ist mir ganz egal, und wenn die ganze Stadt zum Teufel geht." Die Arbeiter waren bereit, den Rotereibetrieb unter Beibehaltung der in der Arbeitsordnung vorgesehenen Arbeitszeit aufrechtzuerhalten. Das ist von der Verwaltung verhindert worden. Die Bergleute find Die Wirkung auf die Rheinschiffahrt. Köln, 10. Mat.( Eigener Drahtbericht) Die Aussperrung im Ruhrgebiet begint auch für bie Rheinschiffahrt ungünftige Folgen hervorzurufen. Nur noch die Ende vergangener Woche ab. gegangenen Kohlenzüge erreichen die Umschlagspläße. Die auf den Halden lagernde Kohle wird nicht mehr verladen. Verständigungsversuche. Effen, 10. mai.( TU.) Zu den gestrigen Verhandlungen des Reichs- und Staatskommissars Mehlich mit den Vertretern der vier Bergarbeiterverbände erfährt die Telegraphenunion, daß bei dieser Besprechung lediglich die Hauptstreitpunkte noch einmal durchgenommen wurden. Reichskommissar Mehlich will die heutige Unterredung mit den Zechenverbänden dazu benutzen, um zu fondieren, ob eine geeignete Grundlage für die Verhandlungen gefunden werden kann. In Gewerkschaftstreifen gibt man sich der Hoffnung hin, daß es heute oder morgen doch noch zu Berhandlungen fommen wird. Solidarität in der Tschechoslowakei. Prag, 10. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Vorgänge im deutschen Kohlenbergbau haben unter den Arbeitern der tschechoflowakischen Kohlenreviere starken Widerhall gefunden und werden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Am Montag wird eine Sigung der Vorstände der foalierten Bergarbeiterverbände stattfinden, um zu dem Kampf im deutschen Kohlenbergbau Stellung zu nehmen. Die Strömung geht dahin, durchzusehen, daß für die Dauer der Lahmlegung der deutschen Kohlenförderung die Ausfuhr tschechoflowakischer Kohle nach Deutschland unterbunden wird. Dorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bostichedkonto: Berlin. 375 36- Banffonto: Direktion der Distanto- Gesellschaft. Depofitentasie Lindenstraße 3 Klarer Kurs. Außenpolitik und Lastenverteilung. Unter dem Drud der Reparationsforderungen, die an Deutschland gestellt werden, ist die innere Lage Deutschlands tionsproblem zum sozialen Problem der Lastenverteilung. auf das äußerste gespannt. Im Innern wird das ReparaWie wir bisher in den äußeren Fragen unter dem Mangel an einer weitausblickenden Politik gelitten haben, so im Innern an dem Mangel an sozial gerechter Lastenverteilung. Man geinde Entschlußkraft der bürgerlichen Mittelparteien und Furcht vor der Rechten hat verhindert, daß das Problem der Lastenverteilung im Geiste sozialer Gerechtigkeit gelöst wurde. So stehen wir vor sehr ernſten inneren Kämpfen um den außenpolitischen Kurs wie über die sozialen Fragen im Innern. Diese Kämpfe haben in der großen Bergarbeiter aussperrung an der Ruhr einen gewaltigen Auftakt erhalten. Die Ruhrbergarbeiter haben die Leiden der Besetzung und des passiven Widerstandes getragen. Sie haben ein glän zendes Beispiel von nationaler Solidarität gegenüber fremdem Eroberertum gegeben. Sie haben nach dem Ende des passiven Widerstandes die Entbehrungen auf sich genommen, mit denen die Möglichkeit zur Wiederaufnahme der Produktion erkauft werden mußte. Das Unternehmertum an der Ruhr aber hat zu diesen Bedrückungen weitere gefügt. Es hat in rücksichtsloser Brutalität die Last der Micum- Berträge auf die Arbeiter abwälzen wollen. Es hat durch Willkür und Herrenmenschen tum zur wirtschaftlichen Bedrückung moralische Bedrückung gefügt. Es ist Notwehr der Bergarbeiter, wenn sie sich phyfisch und moralisch nicht vollends zu Boden zwingen laffen mollen! Die Bergarbeiter an der Ruhr fämpfen für die gesamte deutsche Arbeiterschaft. Sie stehen im Vordertreffen des Kampfes gegen die soziale Reaktion. Sie fämpfen für den Achtstundentag, fie fämpfen für das freie Menschentum der Arbeiter gegen den reaktionären Herrenstandpunkt der Unternehmer, fie fämpfen für eine gerechte Berteilung der Lasten, die das Ausland uns auferlegt hat. Ihre Sache ist die Sache der gesamten Arbeiterschaft. Solidaritätsaftionen find in Gang. Die deutsche Arbeiterschaft wird sich nicht mit ge bundenen. Händen denen überliefern, die sie zurückwerfen wollen in die elende Lage der Proletarier vor Jahrzehnten, als teine starke Arbeiterbewegung schrankenloser Ausbeutung Einhalt gebot! Dieser Kampf steht in engster Beziehung zu unseren brennendsten politischen Problemen. Die Arbeiterschaft hat ihn vermeiden wollen. Sie hat die Verteilung der Micum Lasten auf das Reich gefordert. Sie hat gewarnt, hat auf die Unmöglichkeit verwiesen, daß die Bergarbeiter der Ruhr die Lasten für ganz Deutschland allein tragen könnten. Die bürgerlichen Mittelparteien haben für die tragische Lage der Ruhrarbeiter bisher wenig Verständnis gezeigt. Sie haben gezögert, wo es galt zu handeln. Nun ist der Kampf da provoziert durch die Unternehmer an der Ruhr. Er ge= fährdet nicht nur unsere gesamte Wirtschaft, er gefährdet auch die außenpolitischen Interessen des Reichs. Der unsichere und zögernde Kurs der Regierung der bürgerlichen Mittelparteien hat die ernste Situation verschuldet. Die Lösung des außenpolitischen Problems ist mit der Frage der Lastenverteilung im Innern untrennbar verknüpft. Das ist die Lehre der großen sozialen Auseinandersetzung an der Ruhr. Es gilt, auf beiden Gebieten einen flaren, festen entschiedenen Kurs einzuschlagen - einen Kurs, wie ihn die bürgerlichen Mittelparteien bisher nicht zu führen vermochten. Der Achtstundentag im Saargebiet. Saarbrüden, 10. Mai.( Mtb.) Anläßlich der ungünftigen Wirtschaftslage im Eaargebiet, bei der in der nächsten Zeit eine Herabießung der Löhne in Aussicht steht, haben sich die christ lichen Gewerkschaften des Saargebietes in einem Telegramm an das Internationaie Arbeitsamt in Genf gewandt, in dem fie um Unterstüßung in der Frage des bedrohten At- litten unter dem Mangel an Entschlußkraft bei den bürgerlichen stundentage& bitten. Eine Kundgebung für die Reichseinheit. Vor der Eröffnung der Kölner Meffe. Köln, 10. Mai.( Mtb.) Die führenden Kölner Blätter widmen dem Reich spräsidenten zu seinem bevorstehenden Besuch die herzlichsten Begrüßungsworte. So heißt ihn die Kölnische Boltszeitung" willkommen als den Bertreter der Reichseinheit, als den Träger des Reichsgedankens, als den, der mit Klugheit und Taft sein wichtiges Amt verwaltet und der in den letzten fünf Jahren dem Vaterland treffliche Dienste geleistet habe. * Die deutsche Außenpolitif der letzten Jahre hat schwer ge Mittelparteien, an dem mangelnden Gefühl für das Notwendige und für den Zeitpunkt, an dem das Notwendige zu geschehen habe. Niemals ist es wirklich gelungen, dem gefährlichsten Gegner das Argument des mangelnden guten Willens Deutschlands aus der Hand zu schlagen. Man hat sich oft in der Abschätzung dessen vergriffen, was man notwendig zugestehen mußte, um fatastrophale Folgen für Deutschland abzuwehren. Aber das war nicht das Schlimmste. Das Schlimmste war, daß man mit dem Zugeständnis des Notwendigen mehr als einmal zögerte, bis es zu spät war, bis die für gerade das erwartete Bugeständnis günstige psychologische Situation bei den Gegnern vorüber war. Die Zugeständnisse, die wir inmitten der Ruhrbesehung anbieten mußten, hätten uns wahrscheinlich die Katastrophe der Ruhrbefeßung erspart, wenn wir sie acht Monate früher gemacht hätten. Damals freilich hätte fich die wildeste Opposition dagegen erhoben- inmitten der Verwüstungen des Ruhrfrieges erschienen sie allgemein als eine Offenbarung der Bewirtschaftlichen Vernunft. Es ist der unverkennbare Erfolg der Politik der Rechten, daß es ihr gelungen ist, das jeweils Richtige zu verzögern. Ihr Drud hat die Entschlußkraft der Mittelparteien in der Bergangenheit gelähmt. Ihr Ziel ist es, diese Lähmungs- und Berzögerungspolitit fortzusetzen. Das sozialdemokratische Organ, die„ Rheinische Zeitung", begrüßt den Reichspräsidenten als lieben und bewährten Freund aus alten Tagen und macht darauf aufmerksam, daß das Oberhaupt des neuen Reiches zum erstenmal das linke Rheinufer betrete. Die Rölnische Zeitung" sagt, als Reichsoberhaupt bringe der Reichspräsident dem Rheinlande die Gewißheit, daß die wohner des befeßten Gebietes troß allem noch beim Reiche sind und er wird von Köln und den besetzten Gebieten die Gewißheit mit nehmen, daß das Rheinland immer beim Reiche bleiben wolle. Das Blatt entbietet auch dem Reichskanzler und den übrigen Vertretern des Reiches und Preußens die herzlichsten Willkommensgrüße. Diese Absicht bestimmt die Haltung der Deutschnationalen dem Sachverständigengutachten gegenüber. Sie wollen in die Neichsregierung. Sie markieren Sfilrf« und ruhiges Ab» warten, währci�d sie in Wirklichkeit drängein und fieberhast die Bedingungen crikterm Sie wollen in der Reichsregierung die alte Taktik fortsetzen: die Parteien der bürgerlichen Mitte so zu hemmen, dag sie auch in der Frage, ob das Sachoer- ständigengutachfen angenommen oder abgelehnt werden soll, zu keiner klaren Entscheidung kommen. Die Durch- sührung dieier Taktik aber erfordert von ihnen die Aufgabe des unversöhnlichen oppositionellen Standpunkts der Erfüllungs- Politik gegenüber. Um in der Koalition mit den Mittel- Parteien die aktive und aussichtsreiche Erfüllungspolitik Sabotieren zu können, müssen sie grundsätzlich aus den Zoden der Erfüllungspolitik treten. * Das ist die politische Wendung, die H e r g t mit seinem Wunderinterview vorbereitete. Damit wendet er sich ab von der agitatorischen Opposition, die seine Partei gegen die Erfüllungspolitik überhaupt getrieben hat, mit der sie die Wahlen vorbereitet und die Wahlen geführt hat. Seine Parteifreunde jm Lande und die Schar der deutschnationalen Mitläufer haben das sehr wohl begriffen, und es scheint, daß es bei Herrn H e r g t Proteste van dcntschnationalen Wählern hagelt, die sich heute schon betrogen fühlen. Schon setzt muß die Parteiführung zur Einigkeit und zum Zusammenhalten mahnen. In der„Kreuz-Zeitung" schreibt GrafWestarp: „Zum Schluß sei noch ein Wort der Dtahnung an die eigenen Parteifreunde gerichtet, zu der mir auch manche Presseäußerung der letzten Tage Anlaß gibt. Diejenigen, die in solchen Fragen als Unterhändler die Partei zu vertreten haben, dürfen in ihrer Dewe- gungsfreiheit nicht gehemmt fein; sie müssaNi, um auch innerlich die nötige Freiheit des Handelns zu haben, des Vertrauens der hinter Ihr st eher, den Partelen selb st da sicher sein, wo sie vielleicht im Augenblick der Oeffentlichkclt über den einzelnen taktischen Zug und seine Gründe nicht volle Klarheit geben könne». Deshalb geht es nicht an. sofort sich von Mißtrauen erfüllen zu lassen oder gar dem nach außen hin Ausdruck zu geben, wenn die Dinge nicht ganz durchsichtig sind und wenn man damit im Grunde genommen nur den Gegnern auf den Leim ihrer fallchen Darstellungen geht. Dabei möchte ich nicht dahin miß- verstanden werden, daß ich etwa beabsichtigen wollte, Kritik zu unter- binden: nur bitte ich um Zurückhaltung in der Oeffent» l i ch k e i t. soweit diese nötig ist, damrt nicht der Eindruck von Zerrissenheit die Stoßkraft schwächt." Es muß also vernehmlich im Gebälk knistern, daß W e st a r p seine beschwörende Stimme erhebt! Die Wandlung zur Erfüllungspolitik ist den Deutschnatio- nalen so rasch gekommen, daß Westarp in der„Kreuz- Zeitung" es unternimmt, eine Verbindung herzustellen zwischen dem, was sie immer gesagt haben und dem. was H e r g t gesagt hat. Bei der Bemühung, H e r g t zu decken gegen die Opposition in der eigenen Partei, muß er die Basis von H e r g t verteidigen: „Niemale hat die Deutschnationale Volkspartel den Standpunkt vertreten, duß Deutschland jede Verhandlung über die Vor» schlage der Sachverständigen von vornherein ablehnen solle." Die grundsätzliche Wandlung von der nationalen Oppo- sition gegen die Erfüllungspolitik zur Erfüllungspolitik selbst »o«ist damit zugegeben. Zwischen diesem Standpunkt von Hcrgt und Westarp und ihrem bisherigen Kampf gegen die Er- füllungspolitik ist kein Ueberganq, sondern«ine grundsätzliche Kluft. Von den bürgerlichen Mittelparteien trennt sie in der Frage der Erfüllungspolitik nicht mehr ein Unterschied der grundsätzlichen Einstellung, sondern ein Unterschied des Grades, des guten Willens, des Gefühls für das politisch Notwendige. « Diese Unterschiede aber sind sehr groß. Sie treten sofort zutage in der Stellung zum Sachverständigengutachten. W e st a r p will nicht die A n n a h m e des Sachverständigen» die Großmutter. Von Mich, von Lindenhecken. Der völkische Abgeordnete und Schriftsteller Reinhard Qualle saß am Schreibtisch. Zur Linken log ihm die soeben erschienene 20E Auflage des Dinterichen Meisterromans„Die Sünde wider da» Blut", feine Rechte schrieb emsig an einem IubelartiM, den Qualle in die Worte ausklingen ließ: „So ist denn Linters Buch ein««wige Warnung an das deutsche Volk, sein reines Edelblut niemals mit semitischem Schmutzsast zu mischen. Negerartige, mißgestaltete Vastalde bis Ins zehnte Glied sind das Refutat einer auch nur einmaligen Der. fehlung, denn da» ätzende Gift der niederen asiatischen Raffe tötet — selbst verdünnt— alle edleren arischen Bestandteile ab. Roch ekelhafter und aussätziger al» der rassereine Jude ist der Juden» Mischling, dieser Auswurf der Menschheit, zumal er das Gift oft unerkannt fortpflanzt. Die Ausrottung dieser in geiler Mischung gezeugten Ludenstämmlinge muß oberstes Ziel einer deutschzuträz- lichen Politik fein." Reinhard Qualle ließ den Halter sinken. Cr mußte wohl lange und tief gegrübelt haben, denn er wußte selber kaum, wie der fremd. artige ostgesten'.pelte Brief in sein« Hände gelangt war, den er jetzt erbrach. Er las: Justizrat und Notar Schneidemühl, den...... Dr. Guftew Schneider. Sehr geehrter Herr Qualle! Vom Amtsgericht Schneidemühl bin ich zum Testamentsvoll- strecke? über den Nachlaß des unverehelichten Bankiers Nathan Jaquier Goldwasser bestellt worden. Ein Testament des Verblichenen konnte nicht aufgefunden werden. Meine Nach- forjchungen nach gesetzlichen Erben haban folgendes ergeben: Leib- liche Nachkommen des Verblichenen selber' sowie der Eltern und Großeltern des Verblichenen find nicht am Leben. Dagegen existiert ein Nachkomme des Urgroßvaters Schloime Beer Goldwasser, dessen Tochter Rebekka Taube Goldwasser den Attuarius Friedrich Wilhelm Qualle in Bentschen ehelichte. Aus dieser Ehe gingen hervor der spätere Fleischermeister Gottlieb Theodor Qualle sowie drei roeite« Kinder, die ohne Nachkommenschaft gestorben sind. Dogegen ehelichte Hexr Gotliisb Theodor Qualle die Bäckers- tochter Amalia Gieskanne. welcher Verbindung als einziges Kind Herr Schriftsteller Reinhard Qualle, d. h Sie selber, ent- stanvmen. Mangels weiterer Erben sind Sie daher als Leibes» und Universalerbe des Nathan-Jaquier Goldwasser anzufthen. Indem ich Ihnen meine Glückwünsche zu der— nebenbei auf eine Goldmillion geschätzten— Erbschaft ausspreche, halte ich mich Ihnen zu werteren Diensten bestens empfohlen usw. usw." Fassungslos ließ Reinhard Qualle das Papier sinken. Eine Milljonenerbschast... doch der Jubel wollte nicht über sein« gntackstens. sondern Verhandlungen übe? das Sachverstän» digengutachten. Diese Verhandlungen sollen in der U e b e r-- reichung von Gegenvorschlägen bestehen. Er will serner die Entscheidung über das Sachverständigen- gutachten knüpfen an Bedingungen. Die Loslösung der wirtschaftlichen Fragenkomplexe von den politischen, die die Sachverständigen herbeigeführt haben, soll wieder beseitigt werden, die politischen und die wirtschaktlichen Fragen sollen wieder unlösbar verknüpft werden. Der große Fortschritt, den das Sachverstöndizengutachten bedeutet, würde dadurch vernichtet werden, statt der wirtschaftlichen Vernunft bekäme dann wieder nationalistische Leidenschaft das Wort. Zu diesen politischen Bedingungen sollen Borbehalte treten, die sich auf den Inhalt des Gutachtens beziehen. Westarp erklärt: „Es kam: hinzugefügt werden, baß die Parteileitung unter Her- anziehung weiter ihr zur Verfügung stehender Kräfte an der Arbeit ist, um diese Vorbehalte bis in die Einzelheiten hinein auszugestalten. Dazu gehören eingehende technische, wirischoftliche und rechtliche Erwägungen. Im Grundsatz steht nach wie vor fest und ist kein Zweifel darüber zulässig, daß die Deutsch- nationale Volkspartei entschlossen ist, die Vorschläge abzulehnen, wenn die von ihr als unerläßlich er- achteten Bedingungen und Vorbehalte— die außerhalb des Gutachtens liegen und die feinen Inhalt betreffen— nicht durchgesetzt werden können." Die Regierung der bürgerlichen Mittelporteien hat das Gutachten als„unteilbares Ganze" angenommen. entsprechend den Anforderungen, die die Sachverständigen selbst gestellt haben. In dieser Bedingung liegt eine Härte, aber auch ein Schutz für Deutschland. Dies? Annahme schafft in Amerika und England, in Italien und Belgien eine für Deutschland günstige Situation. Wird sie zerrissen durch dcutschnationale Bedingungen und Vorbehalte, so ist diese Situation versäumt, so wie in der Vergangenheit manche gün- stige Situation versäumt worden ist. Die deutschnatio- nale Erfüllungspolitik nach dem Muster von Hergt und Westarp müßte zerschlagen, was bisher erreicht ist. Es ist die Vorbedingung einer aktiven und aussichtsreichen Er- füllungspolitik. daß an ihre Spitze die Annahme des Sachverständigengutachtens gestellt wird. « Das Sachverständigengutachten bedeutet eine schwere wirtschaftliche Belastung Deutschlands auf lange Zeit hinaus. Es wird niemand in Deutschland sein, der leichtherzig für seine Annahme eintritt. Aber es ist heute der einzige Aus- weg, der sich uns zeigt. Ein Wunder wird Deutschland nicht retten, es kann sich nur retten durch seine eigene Arbeit. Die Annahme des Sachverständigengutachtens ist der Beweis für den Millen und die Kraft Deutschlands, si�b ielbft nt belfen. Von der Annahme hängt es ab. ob Deutschland Kredit im Auslande erhalten wird, ob die Schuld internationalisiert wird. Die Annahme ist ein Schutz gegen weitere Uebergriffe auf deutsches Gebiet und in die deuftche Souveränität. Wird diese Gelegenheit versäumt, so hat Deutschland zu wählen zwischen einem neuen harten Diktat, einem zweiten London, oder aber den Krieg gegen die ganze Welt. Deutschnationale Verschleppungs» und Sabotagepofitik darf nicht abermals diele Situation durchkreuzen. Die Waffe des Bo l k s e n t s ch e i d s ist das Mittel, um den Willen des Volkes zur Befreiung durch die Erfüllung zur Geltung zu bringen, wenn der Machthunger und die Regierungslüsternheit der Deutschnationalen die Voraussetzungen für diese einzig aussichtsreiche Politik zerstören will. Durch den Appell an den Volksentscheid gebietet die Sozialdemokratie dem verhäng- nlsvollen außenpolitischen Wirken der Deutschnationalen Ein» halt und sichert den klaren Kurs in der Außenpolitik. Sie wird mit derselben Entschiedenheit klaren Kurs in der Frage der Verteilung der Lasten fordern, und, wenn es sein muß, auch in dieser Frage, vor allem in der Frage des Acht- stundentages, an dos Volk appellieren. Lippen. Denn wie sollte er die Erbschaft antreten? Um zu den Millionen zu gelangen, mutzte er, der deutschoölkische Schriftsteller und Abgeordnete Reinhard Qualle sich als blutsverwandten Erben eines— o es ist In die Eide zu sinken— eines Nathan Jaquier Gold» wasser bekennen, mußte er das sorgsam gehütete Geheimnis seiner jüdischen Großmutter Rebekka Taube— ausgerechnet diese Vor» namen I— preisgeben, mußte er... „gudenstämmlingl" zischte plötzlich eine schneidende Stimme hinter ihm. Erschrocken fuhr Qualle herum. Wahrhaftig, da stand der groß« Arthur Dinier selber, hohnlachend mit dem Zeigefinger aus den her» abgesunkenen Brief weisend, den er über die Schulter des Erregten hinweg gelesen hatte. „Meister, glauben Sie mir," stammelte Qualle,„es ist ein Miß- Verständnis, eine Personenverwechslung... Ich bin gar nicht identisch mit dem hier gesuchten Reinhard Qualle, rch stamme viel. mehr von..." „Schon gut," schnitt Dinier dem Verwirrten das Wort ab.„Wenn dem so ist, schreiben Sie bitte hier in meiner Gegenwart an das Amtsgericht Schneidemühl, daß Sie auf bis Erbschaft des Nathan Jaquier Goldwasser in aller Form Verzicht leisten. Wie Sie wissen ist ein solcher Verzicht unwiderruflich." Da aber flog Reinhaid Qualle in die Luft. Etwas brach In Ihm durch, was entschieden von Rebekka Taube Goldwasser herstammen mußte. „Verzicht leisten," keuchte er,„Verzicht leisten?" Haben Sie nicht gelesen, daß die Erbschaft auf eine Million Goldmark geschätzt wird? Eine Goldmillion— darauf verzichten für Ihre blöde Theorie, mit der Sie übrigens mich selber schwer beleidigt habenl Halten Sie, Herr Dinier, mich wirtlich für so..." Cr suchte nach einem Aus- druck, bis es ihm wie von selber durch die Zähne fuhr:»... hallen Sie mich für so meschugge?!" Kreischend hatte er diesen semitischen Ausdruck hervorgestoßen, und darüber erwachte er. Seine Augen suchten nach dem Brief des Justizrats Dr. Schnei- der, aber der wie Herr Artur Linters Erscheinung waren Traum des am Schreibtisch Entschlummerten gewesen. Dagegen lag noch, wie er es vor dem Einschlummern ärgerlich hingehauen hatte, vor ihm das deutschnationale Blatt mit der fettgedruckten Notiz:„Reinhard Quallcs jüdische Großmutter". „Schade," seufzte Qualle, daß dos übrige nur Traum war. Für eine Million nähme man's in Kauf.. Dann fiel ihm der vergessene Dinter-Artikel«In. Einen Augen- blick schien es, während er die Schlußsätze noch einmal durchlas, als suche seine Hand t«s Manuskript zu zerreißen. Aber dann stieg ein neuer Gedanke in ihm auf:„Dies unter meinem Namen gedruckt, wirkt als die best« Widerlegung der blöden Angriffe." Reinhard Qualle klingelte. «In die Setzerei!" rief er dem eintretenden Redaktionsdrener zu. Luüenöorff in ffalle. Monarchistenunfug oder„vaterländische Feier"? Triumphierend verkündet der deutschnationale„Tag", daß die Generäle Ludendorff, Märker und a Stein in Halle eingetroffen sind. Das deutschnationale Blatt iäßt sich melden: „Halle steht im Zeichen des morgen stattfindenden Deutschen Tages und der Enthüllung des Moltke-Denkmals. Die Straßen sind erfüllt von Tausenden von Fremden, namentlich aus Miltel- und Südbeutschland, die!n Sonderzügen, Autos und in Trupps zu Fuß cintrefsen, vornehmlich Jugendliche. Das Tragen von offenen Föhnen ist verboten. Fast alle Häuser der Stadt sind mit'chwarzwelßroten Fahnen geschmückt. Die Generals Ludendorff, Zllarker und von Stein sind gestern schon in Halle eingetroffen. Sie wohnten heute vormittag der großen Kant-Feier der Universität Holle bei. Die Siudenlenfchast bereitete ihnen Ovationen Zur Auf- rechterhaltung der Ordnung ist die Polizei durch Aufgebote aus vielen Städten verstärkt worden. In der Artilleriekascrne liegen große Trupps von Reichswehr." . Die Art der Aufmachung in dem Scherl'fchen Man» narchisten'olatt genügt vollständig, um die Frage zu beantwor- ten, die die volksparteiliche„Zeit" an uns richtet. Die»Zeit" fragt, ob es sich um eine„vaterländische Feier" oder um„Unfug" handele und meint: „Es handelt sich hier nicht um irgendeine der üblichen Deran- staltungen mit mehr oder weniger politischem Hintergrund, son- der» um die Wiedergutmachung eines schweren Unrechts und eines schweren Schedens, der dem vaterländischen Empfinden weitester Teile des ganzen deutschen Volkes zugefügt worden ist. Der„Vor- wärts" täte gut, das zu beherzigen und sich von Angriffen fern- zuholten, die nur als neue Verunglimpfungen empfunden werden können. Völlig unverständlich aber ist es, wenn demo» trotifche Blätter nie„V o s s i s ch e Zeitung" und„Berliner Tageblatt" in dieselbe Kerbe hauen und gar ein allgemeines Verbot der Haller Feier fordern. Damit werden sich di« Demokraten im Ansehen der bürgerlichen Elemente unseres Lölkes sicherlich nicht befestigen." „Völlig unverständlich" sind keineswegs die Mahnungen der bürgerlichen demokratischen Presse, völlig unverständlich ist mir die Blindheit, mit der die volksparteiliche„Zeit" geschlagen ist. Das Austreten Ludendorffs, das Arrangement des 11. Mai in Halle b e w e i st zur Genüge, daß es sich eben nicht um eine„vaterländische Feier" handelt, gegen die wir selbstverständlich nicht das geringste einzuwenden haben würden, sondern daß es ein bewußter und plan- mäßig organisierter Versuch ist, die H i t l e re i mit Hilfe des Herrn Iarres auch in Norddeutschland einzuführen. Die„Zeit" weiß, was diese Art von„vaterländischen Feiern", mit denen man in Bayern auch den Hitler-Putsch vorbereitet hat, Bayern und weiter darüber hinaus ganz Deutschland an moralischem Ansehen gekostet hat und wie sehr das ganze Staatsgefüge dadurch gelockert wurde. Diesem Unfug muß in Norddeutschland von vornherein gesteuert werden. Mit vaterländischer Gesinnung hat er gar nichts zu tun. Die„Zeit" täte besser, wenn sie den M u t hätte, das offen von vornherein auch zu betonen und nicht aus Angst vor deutschnationaler und deutschvölkischer Konkurrenz Geister hochkommen zu lassen, die man nachher nicht wieder los- werden kann. Nachdem unter dem Ausnahmezustand die Maifeier verboten war, ilt es eine Provokation sonder» gleichen und eine politische Kurzsichtigkeit und F e I g h le! t allerer si e n Ranges, daß man die offen« Vorberei- tung des Bürgerkrieges, denn um nichts anderes han- delt es sich bei diesen Ludendorff-Paraden, von Reichs wegen auch in Norddeutschland duldet. Landbüudler und Deutschnationale. Die vier in Württem- berg gewählten Abgeordnclen, nämlich: Körner, Vogt. Hang, Frbr v. Staufienberg und der in Hellen gewählte ?Ibgeordne>e Dorsch werden den Deutschnalionalen beitreten. Lesefrüchte. Ich durchstöberte die Zeltung nach Wahlresultaten. Dabei ent- decke ich. daß bei den Stadtverordentenwahlen in Essen auch die „Partei für Leibesübungen" zwei Sitze erranq. Es scheint, daß diese Partei in unangebrachter Bescheidenheit ihren Wirkungskreis bisher auf Essen beschränkte. Jedenfalls hatte sie bedauerlicherweise bei den Rcichstagswahlen in Berlin und Um- gegend noch keine Kandidaten aufgestellt. So kommen wir auch um die Genugtuung. Kandidaten dieser Parte! im Reichstag zu sehen. Schädel Denn unzweifelhaft handelt es sich doch um eine ge» niole Idee, das Bekenntnis zu den Leibesübungen zur Basis einer Partei zu machen. Kann es etwas Wichtigeres, etwas Hehreres geben als die gemeinsame Freude am Müllern und der tiefe Glaube an die erlösende Wirkung des Fußballsports? Was: G e i st e s Übungen?! Wie unmodern und langweilig! Auf Leibes Übungen kommt es an, und insbesondere in der Po- litik. Kein Zweifel, daß hier der Partei für Leibesübungen die Zu- .fünft gehört. Wer wirb noch zu mucksen wagen, wenn die leibes- geübten Erwählten dieser Partei im Parlament ihre Boxerpüffe den Gegnern richtig zu Eemüte führen?! Ich sehe bereits im Geiste vor mir die Zeit, da die Partei für Leibesübungen den Ministerpräsidenten stellt, die Partei für Ka- narienzucht den Außenminister und die Partei für Pflege des beut- schen Voltsliedes den Minister des Innern. * Dann fallen meine Augen auf ein riesengroßes Inserat gerade unter den Wah'depeschen. Die Firma Soundso„offeriert freibleibend" „optische Teile von Zielfernrohren", Pferdegeschirre, Damenmäntel, Schnürsenkel, Motoren, Ventilatoren, Kochkessel und hundert andere gute Dinge mehr. Und dann steht da noch, hinter dem Firmennamen, in gesperrtem Fettdruck:«Lieserantin erster Regierungen und Be» Hörden". Da streiten sich nun die Parteien und sorgen sich die Zeitungen, wie auf Grund der neuen Reichstagswahlen die künftige Regierung 'aussehen soll. Die Firma Soundso erklärt sich bereit, neben den Schnürsenkeln, Kochkesstln und Ventilatoren auch„erste", soll doch wohl heißen: erstkassige, allen Situationen gewachsene Regierungen zu„liesern". Meine Frau meint allerdings, es fei etwas anderes gemeint. Die Firma verspreche nicht, Regierungen zu„liefern", sondern mein« nur, daß sie Regierungen„beliefere". Ich w ll mich ihren Beweisgründen nicht verschließen(das ist bei einer Frau immer das Geratenst«). Deshalb erweise ich aber der Geschäftstüchtigkeit dieser Firma nicht weniger mein« Reverenz. Regierung— was ist für den Herrn Kommerzienrat X. Y. eine Re- gierung?! Sie imponiert ihm um keinen Deut mehr als I. G. Gold- staub u. Mandelbaum, Barchenthosen en«ros. Er klassifiziert die p t. Regierungen just so wie die Firmen, mit denen er in Geschäfts» Verbindungen steht. Die eine ist„prima", die andere mies, je nach Eeschäftsumsang und Zahlungsfähigkeit. Der gute Kaufmann legt natürlich nur auf„erste" Regierungen Wert. Am Ende steht aber mit dieser Wertschätzung von Regierungen und Behörden der Inserent der Pferdegeschirre und Damenmäntel in der„DAZ." nicht ganz allein unter seinen K'assengenossen. Repomut. Aufhebung der Pfalzzentrale. Eine Folge des Eingreifens der Entente. Karlsruhe, 10. Mai.( WTB.) Die fogenannte Pfalzzen trale in Heidelberg ist aufgehoben. Dazu teilt das Ministerium des Innern mit: In Heidelberg wurde seit einiger Zeit von pri vater Seite eine Aushilfsstelle für die Pfalz unterhalten, die fälschlicherweise mit der ehemaligen Pfalzzentrale in Mannheim identifiziert wird. Diese Aushilfsstelle beschäftigte sich mit der Unterstüßung von in Not geratenen Pfälzern und hielt auch mit bestimmten Kreisen( 1) der Pfalz enge Fühlung. In einer Note Frankreichs, Englands und Belgiens über Geheim. verbände im befeßten Gebiet, bie in jüngster Zeit der Reichs regierung zugestellt wurden, wird besonders auf die Tätigkeit der fogenannten Treuhandunternehmung in Heidelberg und in Mannheim hingewiesen. Außerdem wurde in legter Zeit in der franzöfischen Presse auf gewisse( 1) Borgänge in Heidelberg hin. gewiesen, und dabei die Treuhand und die Aushilfsstelle in 3u jammenhang gebracht. Im Berfolg der von der Reichsregierung an die badische Regierung wegen des Inhalts der erwähnten Note zu geleiteten Anfrage wurde die Polizeibehörde angewiesen, der Tätig. feit der Haupthilfsstelle besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Da bei wurde zunächst festgestellt, daß für die von alliierter Seite auf. gestellten Behauptungen jede tatsächliche Grundlage(!!) fehlte. Die Aushilfsstelle für die Pfalz hat aber ihre Aufgabe in einer Weise aufgefaßt, die zu sehr bedentlichen Unzuträg lichkeiten und Ordnungswidrigkeiten führte, indem sie unwürdige Personen mit Geld verjah, welches diese dann zu Ausschweifungen und Exzessen verwendeten. Hiergegen mußte die Polizei in Heidel berg wiederholt einschreiten. Nach der Art der unterstügten Bersonenkreise liegt es nahe, daß immer wieder die Meinung auftauchen sonentreise liegt es nahe, daß immer wieder die Meinung auftauchen konnte, die Aushilfsstelle befasse sich auch mit Dingen, die von der territorial verantwortlichen, hoheitsberechtigten badischen Regierung im deutschen Interesse nicht übersehen werden dürfen, um die Quelle dieser immer wieder auftauchenden Gerüchte ein für allemal au Der stopfen, wurde deshalb die Schließung der Aushilfsstelle veranlaßt. Diese amtliche Mitteilung ist sehr diplomatisch gefaßt. Sie erinnert an den Stil der berühmten Meldung über die nationalkommunistischen Haufen“, die in Küstrin gemeutert hatten. Wir halten nur fest, daß die Elemente, mit denen diefe selbstverständlich ganz private Stelle arbeitet, als un würdig“ bezeichnet werden. Herr Jarres ist danach offen bar nicht der Verfasser dieses Dokuments. Aus der Ordnungszelle. Ludendorff bleibt in München. München, 10. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Mitteilung, daß Ludendorff mit Beginn seiner parlamentarischen Tätigkeit feinen dauernden Wohnsig von München nach Potsdam verlegen werde, entspricht nicht den Tatsachen. Der Hafenkreuz- General denkt, wie er seinen Freunden bekanntgibt, leider gar nicht daran, München zu verlassen. Angeblich hat er hier in München seine treuesten Anhänger gefunden und außerdem liebt er Bayern ehrlich. * München, 10. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der Ring deut scher Studenten an der Höheren Technischen Staatslehranstalt, Nürnberg, hat vor kurzem eine aufreizende Kundgebung gegen das Urteil im Hitler- Prozeß erlaffen und außerdem einen unverschämten Brief an Kultusminister Matt geschrieben. Wegen dieses Berhaltens wurde nunmehr diese völlische Studentenorganisation, die. zudem keinen Hochschulcharakter hat, verboten. Die Führer sind aus der Lehranstalt entlassen worden. Sie feiern den Mörder. München, 10. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der begnadigte Eisner- Mörder, Graf Arco, wurde am 6. Mai bei seiner Rückkehr in sein Schloß St. Martin im Innkreis( Oberösterreich) von der Bevölte. rung auf das Lebhafteste gefeiert. Die erste Legrüßung vollzog am Nachmittag die Gemeindevertretung mit dem Bürgermeister an der " Spine, ferner fammelte fich das Bolt in einem Bampionzug mit Mufit vor dem Schloß. Hieran sch'oß sich im Schloßhof ein geselliges Beisammensein, bei dem mehrere Reben auf den heldenhaften Grasen gehalten wurden. Spat nachts wurde der junge Arco unter brausenben Hochrufen und mit Fahnen und Mufit ins Schloß geleitet. Späte Einsicht. München, 10. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Wie der Regensburger Anzeiger", das Blait des Führers der Bayerischen Bolts. partei, des Geheimra's Held, ausführt, fei das Kernproblem der nächsten bayerischen Politit die restlose Wiederherstellung und unangreifbare Befestigung der Staatsautorität gegen die parteipöltische Bewegung. Nicht als fleinlicher und sajikanöfer Polizei ftaat gegen eine geistige Bewegung solle der Staat gegen die Partei pöllischen auftreten, sondern als Autoritäts- und Rechtsstaat gegen die staatszerfegenden und staatsfeindlichen Bestrebungen einer revoluionären Bewegung. Es würde eine starke, rüdlich sloje und mutige Hand dazu gehören, die Liquibationspolitik bes Novemberputsches und des Hitler- Prozesses zu einem gebeihlichen Ziele, b h. bis zur Wiederherstellung der Hand. lungsfreiheit der bayerischen Bolitik, zurückzuführen. Zusammentritt des bayerischen Landtags. München, 10. mai.( WTB.) Die Einberufung des neuen Candtages ist für die letzte Maiwoche in Aussicht genommen. Die Vorabstimmung in Hannover. Köln, 10. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Sozialdemokra tische Partei der besepten Gebiete erläßt zur hannoverschen ber befekten Gebiete hat sich stets gegen alle Versuche gewandt, in Abstimmung folgende Erklärung:„ Die Sozialdemokratische Partei den Tagen schwerer außenpolitischer Bedrückung und militärischer Besetzung an der staatlichen Zugehörigkeit des Rheinlandes zu Preußen zu rütteln. Sie hält sich für berechtigt und verpflichtet, auch die Bewohner jener Teile der Provinz Hannover, die anı 18. Mai zu einer Borabstimmung über das Berb'eiben biefer Ge. biete bei Breußen aufgerufen werden, vor einem solchen Schritt zu warnen. Damit würde nicht nur die deutsche Einheit ge. fährdet und neue Unruhen im befekten Gebiet erzeugt werden. Die franzöfifchen Machtpofitifer würden mit der hannoverschen Lostöfung einen neuen Sch ingrund für ihre Abtrennungs ziele gewinnen. Hinzu kommt, daß die Veranlasſerin der Abstimmung, die Deutschhannoversche Partei, in allen Fragen der Innen- und Außenpolitit durchaus reaktionär ist und an niedrige Raffeninftinfte nach völlischem Borbild appelliert. Die hannoversche Sozialdemokratie wird sich an dieser Abstimmung nicht beteiligen. Wir sind mit ihr einig im Stampf gegen eng stirnigen Bartikularismus und jeden Angriff gegen die Einheit und Freiheit Deutschlands." Deutschnationale Logik. Frage eine Erklärung, in der es heißt: Die Deutsch nationalen verbreiten zu der Hannoverschen Die Wahlen am 4. Mai haben gezeigt, daß das deutsche Voit, daß insbesondere die Preußen von den 3rrungen der Revolutionszeit den Weg zu einem flaren unbedingten Staatsbewußtsein wiedergefunden haben. Die Folge muß für das Reich wie auch für Preußen eine Regierung des Willens, der Autorität und Ordnung sein Damit entfallen alle Vorwürfe, mit denen die Wortführer hannoverschen Sonderbestrebun gen ihre Ziele zu begründen fuchten. Die Parteileitung der Deutch nationalen Boltspartet erwartet dem gemäß von allen ihren Mitgliedern und Anhängern, daß sie am 18. Mai ihre ganze Kraft für die Erhaltung eines einigen ungeteilten Preußens einfegen und als erste Kundgebung ihrer Stellung bei der Vorabstimmung mit Nein stimmen." Damit enthüllen die Deutschnationalen wieder einmal ihre schöne Seele. Solange Preußen von den Irrungen der Revolutionszeit" befallen war, hatten demnach die Hannoveraner ein Recht, die Abfallbewegung von Preußen zu propagieren; jest plöglich aber sollen die Argumente der Partitularisten um der schönen Augen der Deutschnationalen willen nicht mehr gelten! Wir befürchten, daß das deutschnationale Lebeswerben auf die Hannoveraner feinen Eindruck machen wird, um so weniger als gerade die Deutschnationalen es waren, die vor der Aufgabe des passiven Wider ftanbes dafür eintraten, Rhein und Ruhr bedingungslos den Franzosen preiszugeben. Volksentscheid und Frankreich. Günstige Aufnahme bei den Verständigungswilligen. Paris, 10. Mai. Die Absicht ber ( Eigener Drahtbericht.) Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, einen Bollsentscheid über die Annahme des Sachverständigenprogramms herbeizuführen, hat in allen Kreisen Frankreichs, denen es um eine erständigung mit Deutschland ehrlich zu tun ist, einen guten Eindrud gemacht. Man ist in diesen Kreisen davon überzeugt, daß die übergroße Mehrheit des deutschen Volkes sich für die Annahme aussprechen und so nicht nur die Manöver der Deutschnationalen, sondern auch den Bersuch der französischen Nationalisten, gründlich durchkreuzen wird. Ein Beispiel dafür liefert wiederum das Ergebnis der deutschen Wahlen für ihre Zwede auszubeuten. der Lem ps" vom Sonnabend mit der Behauptung, daß durch die deutschen Reichstagswahlen die internationale Gituation eine grundlegende Aenderung zum Schaden des europäischen Friedens und der französischen Reparatinosansprüche erfahren habe. Es würde nach den Erklärungen der deutschnationalen Parteiführer und ihrer Presse, die dank ihrem Wahlsieg die deutsche Politik nunmehr ausschlaggebend beherrschten(!), nicht mehr zweifelhaft sein, Daß Deutschland die Annahme und die Durchführung des Sachverftändigenprogramms von Bedingungen abhängig mache, die praktisch auf dessen Sabotage hinausliefen. Diesen Manövern, die die deutsche Regierung auf Aeußerungen unverantwortlicher Politiker und Blätter festzulegen versuchen, um die Aufmerksamkeit von der von Frankreich systematisch betriebenen Obstruktion abzu lenten, tann nur durch eine flare und unzweideutige Fest legung der deutschen Politik ein Ende gemacht werden. Morgans Anleihestudien. New Bort, 10 Mai.( WIB. Durch Funkspruch.) Morgan gab in einem Interview zu, daß er alle Probleme, die mit der deutschen Anleihe zusammenhängen, mit seinen Geschäftsteilhabern sorgfältig studiere; lehnte es aber ab, die Aussichten für eine baldige Flüssigmachung der Anteihe zu besprechen. Morgan sagte: Viele Regierungsphasen müssen noch durchgemacht werden, Inzwischen werden wir beehe die Bankiers handeln können. schließen, was wir zu tun haben, wenn die Regierung gewisse Dinge tut oder nicht tut. Reichstanzler Marg ist zum Besuch der Messe in Köln eingetroffen. Jarres über den Volksentscheid. Der Reichsinnenminister Jarres ließ fich gestern von einem Bertreter des WTB.- Bureaus über den Beschluß des Parteivorstandes, einen Boltsentscheid über die Sachverständigenvorschläge herbeizuführen, ausfragen. Der Berlauf der Unterredung wird von WTB. folgendermaßen wiedergegeben: Reichstag ohnedies beschlossenes Gesetz dadurch auf eine breitere Basis zu stellen und gewissermaßen politisch stärker zu verantern, daß darüber noch ein Boltsentscheid stattfindet. Frage: Ist es möglich, daß eine große Bartei eine Frage unmittelbar, d. b. ohne vorherige Beschlußfassung des Reichstags über den gleichen Gegenstand, zum Boltsent cheid bring? Antwort: Das ist nach der Verfassung nicht zulässig; nach Minister Jarres erklärte: Jm Dorliegenden Falle ist offenbar ein Boltsentscheid auf Boltsbegehren nach Artikel 73 Abs. 3 der ein„ Boltsentscheid auf Volksbegehrea" nach Artikel 73 Abs. 3 der der Verfassung kann dies nicht einmal die Reichsregierung und auch Reichsverfassung gemeint. Auf Grund dieser Borschrift tann jeder nicht der Reichspräsident. Es ist aber zu beachten, daß ein ver. Deutsche, der ein bestimmtes Gesetz erlassen sehen will, mit 5000 fajfungänderndes Gesez im Reichstag% Mehrheit er. Unterschriften die Zulassung eines Boltsbegehrens beantragen. Nach fordert. Beim Boltsentscheid genügt dagegen für eine Verfassungs§ 27 des Gesetzes über den Wolfsentscheid fann von der Beibringung änderung die einfache Mehrheit aller Wähler, aber nicht nur der. der 5000 Unterschriften abgesehen werden, wenn bie Borstandschaft jenigen, die sich an der Abstimmung beteiligen, sondern aller einer Vereinigung den Antrag stellt und glaubhaft nacht, daß ihr Stimmberechtigten( Art. 76 RB.). Es tann also auf diese Weise 100 000 ihrer stimmberechtigten Mitglieder unterstügen". Dies würde möglicherweise von Parteien eine Verfassungsänderung auf dem auf einen Antrag der Sozialdemokratischen Partei, jebenfalls dann, Wege der Boltsabstimmung durchgesetzt werden, auch wenn sie nur wenn er offenbar bei den Anhängern der Partei ohne Widerspruch über eine einfache Mehrheit im Reichstage verfügen, vorausgesetzt, bleibt, zutreffen. Es sind dabei aber zwei Buntte zu beachten: daß fie eine große Abstimmungsbeteiligung erzielen. Doch halten 1. Muß mit tem Bulaffungsantrag ein genau formulierter Gefeß sich bei Voltsabstimmungen über bestimmte Fragen die Wähler er entwurf vorgelegt werden und 2. muß dieser Gefeßentwurf berüd- fahrungsgemäß nicht an ihre 3ugehörigkeit zu Barsichtigen, daß nach Artikel 73 Abs. 4 der Reichsver. faffung über drei Dinge tein privater Bolts entscheib beantragt werben fann, nämlich über den Haushaltsplan, über Abgabengeseze und über Besoldungsordnungen.( In diesen Fällen fann nur der Reichspräsident den Boltsentscheid herbeiführen. Red. d.„ 2.".) Die Bauernkomödie als Operette. Das Leffing Theater führt den patinaüberzogenen G' wiffenswurm des lieben des lieben guten alten Ludwig Anzengruber in einer Besetzung mit Strahlenden Namen auf. Uns Jungen liegt die gemütvolle Bauern komödie nun schon ganz fern. Die dramatisierte spannende Novelle von der Bauernschlauheit des Erbschleichers, seinem Reinfall und dem Sieg der Wahrheit und Gerechtigkeit, die unsere Großväter einst be geistert hat, fönnen wir nicht mehr mit derselben beschaulichen Genuß freudigkeit betrachten. Uns fehlt die nötige Naivität. Wir bewundern wohl die liebevolle Charakterzeichnung, den aus dem Herzen strömen. den Humor und den sicheren Instinkt des österreichischen Dichters, mit dem er ans Herz rührt, aber sonst bringen wir nicht mehr Intereffe auf als für ein schönes, romantisch umranktes, verfallenes Bau wert. Dös ist was fürs Herz, dös ist ein Gaudidas scheint der Leitgedanke des Regiffeurs Bittor Barrowstŋ gewefen zu fein. Die Inszenierung des Lessing- Theaters fann mit jeder Borstellung im Carten einer Sommerbühne fonkurrieren. Knallig wurde auf Rührung, auf drastische Komit. also auf billige Effekte hin gearbeitet. Die Horlacherlies war die blonde Räte Dorf, ein flein wenig fofette Soubrette, aber sonst eine blizsaubere Dirn, ein Körper gewordenes Stückchen Sonnenschein. Ihr Partner, Frig Rampers, ein derber, frischer Bua. Den bösen, scheinheiligen Erbschleicher Dusterer gab Eugen Klopfer in eigener, persönlicher Note. Wie gewöhnlich war feine Auffassung falsch. Er hatte sich wie ein Frage: Handelt es sich danach im vorliegenden Fall um ein Schornsteinfeger zurechtgemacht und spielte nicht einen schleichenden, auf seinen Borteil bedachten Intriganten, sondern einen dümmlichen zulässiges Boltsbegehren? Antwort: Diese Frage läßt sich erst beantworten, wenn Hanswurft mit unnatürlichen Bewegungen und unwahr wirkender, aufringlicher Mimit. Das Bublifum aber war glüdlich und rief die Antragsteller ihren Gefeßentwurf vorlegen. Es ist bisher nicht Klöpfer so lange vor die Rampe, bis der eiferne Borrhang der Betlar, ab die Sozialdemokratische Partei etwa im voraus, d. h. bevor formulierte Ergebnisse von Verhandlungen vor geisterung ein Ende machte. liegen, einen Entwurf einbringen will, oder erst dann, wenn ein folches Berhandlungsergebnis formuliert vorliegt. Auch ist es nicht flar, ob der formulierte Antrag den ganzen Inhalt des abzuschließenden Vertrags aufnehmen oder nur einen Auftrag oder eine Ermächtigung durch Gefeß erteilen will, und wie diese gegebenenfalls genügend bestimmt gefaßt werden sollen. Es ist das ber, wie gesagt, unmöglich, jezt schon über die 3u laffung ein endgültiges Urteil abzugeben. Die Bulaffung feht übrigens nach einer Notverordnung vom 14. Februar 1924 die Leistung einer Bauschsumme als Rostenvorschuß Dgr. Deutsch die erste fremde Sprache in Rußland. Während in Ruß. tand von 1914 bis 1918 in allen Schulen die deutsche Sprache streng Derpönt war, findet das Deutsche feit 1918 in Rußland immer größere Berbreitung. Das russische Unterrichtsministerium hat neuer bings angeordnet, baß für sämtliche mittleren Schulen, Gymnasien und Hochschulen die deutsche Sprache als die erste Fremdsprache für Rußland zu gelten habe. In vielen Bezirken erlernen selbst die Boltsschüler die deutsche Sprache. Die Uraufführung von Pequefs Jahnen" findet am Montag, ben 26. Mai, In der Voltsbühne, Theater am Bülomplag, statt. Generalmufifdirellor Eugen Szentar von der Großen Boltsoper wurde als Radfolger Dito Klemperers als oberster musikalischer Leiter an die tölner Dper berufen. Er hitt sein Amt am 16. Auguſt an. Die Galerie Dr. Goldschmidt- Dr. Wallerstein, Echöneberger Ufer 36a, zeigt von Mitte Mai bis Mitte Junt von Grobel Rena Delbilder, Aqua relle und Graphit von einer schwedischen Reise und aus Thüringen. Bewegliche Lichtplaffifen und Lichtreliefs mit wechlelndem Licht bes deutschen Konstruktivisten Nilolaus Bra un werden auf der Mat- Ausstellung bes Sturm" gezeigt. Ferner dynamische Konstruktionen des Führers der ungarischen Stonstruktivisten Ludvig Kaijat Die Ausstellung ist täglich geuffnet von 10-6 Uhr, Sonntags von 10-2 Uhr. Krantenwagen 3. Klasse. Eine vorbildliche Einrichtung haben die Rätischen Bahnen in der Schweiz netroffen. In ihren Zügen wird fünftig ein Arantenwagen 3. lalie für Minderbemittelte ein geftellt, der zwei Abteile enthält, ein Strantenabteil mit Bett und ein Sig abteil für sechs Personen. Doraus. Frage: Wie ist der weitere Berlauf nach Sulaffung des Bolts begehrens? Antwort: Das Boltsbegehren wird nicht durch Stimmzettel abgabe, sondern durch ein Eintragungsverfahren festgestellt. Es genügt, wenn ein Zehntel der deutschen Wähler das Volksbegehren unterstützt. Diese Zahl tann von der Sozialdemokratischen Bartei allein aufgebracht werden. Der von dem Boltsbegehren gewünschte Gesezentwurf wird dann von der Reichsregierung dem Reichstag mit ihrer Stellungnahme vogelegt. Nur wenn der Reichs tag das Gefeß ablehnt oder ändert, tommt es zum Bolfsentscheid. Nimmt er den Gesetzentwurf unverändert an, so ist das ganze Ber. fahren zu Ende und es fommt nit mehr zum Boltsentscheid. Das Berfahren tann also nicht dazu verwandt werben, etwa ein vom teien oder ihre Stellungnahme bei Reichstagswahlen, so daß je nach Lage der Eache sowohl nach der einen wie nach der anderen Geite abweichende Ergebnisse gegenüber den Ergebniffen der Reichstagsabstimmungen möglich sind. Frage: Halten Sie die Veranstaltung eines Bolksentscheids für erwünscht? Antwort: Ich halte die Erörterung dieser Frage jedenfalls für verfrüht. Noch sind wichtige Vorfragen über die Möglichfeit einer Verständigung nicht geklärt. Erst wenn hierüber vollftändige Klarheit besteht und die Verhandlungen zu einem gewissen vorläufigen Ergebnis gekommen sind, fann überhaupt die Frage eines Boltsentscheids erörtert werden. An sich sind die hier zur Entscheidung stehenden Fragen so schwierig zu beurteilen, daß fie fich für eine Entscheidung durch das Bolt selbst m. E. nicht eignen. Die Ausführungen des Herrn Jarres lassen erkennen, daß das sozialdemokratische Verlangen nach Herbeiführung eines Bolksentscheids von dieser Seite feine Förderung zu erwarten hat. Anderes war auch nicht zu erwarten. Entscheidend sind aber nicht die Sympathien oder Antipathien eines Ministers, sondern die Bedingungen der Verfassung, die der Sozialdemofratischen Partei recht geben. Im übrigen gibt Herr Jarres selbst zu, daß der Boltsentscheid das einzige Mittel ist, eine etwa notwendige Berfassungsänderung herbeizuführen, wenn im Reichstag feine 3weidrittelmehrheit für sie vorhanden ist. Viele von denen, die heute den Boltsentscheid ablehnen, werden vielleicht bald erkennen, daß es in der Tat Der einzige Weg ist, der aus den Schwierigkeiten herausführt. Boraussetzung dafür ist, daß eine brauchbare Lösung nicht im Reichstag gefunden wird. Dem Parteivorstand war, wie man ohne weiteres annehmen darf, bekannt, daß durch den Boltsentscheid der Reichstag nicht ausgeschaltet wird, sondern daß die Frage an das Volk erst den letzten Ausweg nach einem etwaigen Bersagen des Reichstags darstellt. Wenn das in manchen Redaktionen nicht gleich verstanden worden ist, so ist das keinesfalls die Schuld des Sozialdemokratischen Parteivorstandes. Bewerkschaftsbewegung In der Abwehr! In wenigen Wochen ist ein Jahrzehnt vollendet seit dem Beginn In wenigen Wochen ist ein Jahrzehnt vollendet seit dem Beginn einer langen, schweren Leidenszeit für das deutsche Volk, insbesondere der Arbeitnehmerschaft. Wohl ist der Krieg schon seit 5% Jahren beendet, allein seine wirtschaftlichen und sozialen Schäden werden wir noch viele Jahre hindurch verspüren. Die Freiheiten, die wir als Staatsbürger auf politischem, als Arbeitnehmer auf dem sozialen Gebiete aus dem Zusammenbruch aufgelesen haben, waren ungemein teuer erfauft und entbehrten angesichts des Trümmerhaufens im Reiche und des Drudes der Siegerforderungen von vornherein vielfach eines realen Wertes. Sie wurden daher in den eigenen Reihen, d. h. von der Masse der bis dahin Indifferenten materiell ebenso sehr überschäßt als ideell unterstützt. Soweit das Unternehmertum feine Zustimmung zu geben hatte, war diese teils unter dem ausgesprochenen Vorbehalt für die Zeit der wirtschaftlichen Demobilmachung erfolgt, wie unter dem unausgesprochenen Vorbehalt, zu gegenbener Zeit wieder andere Saiten aufzuziehen. Die Lohn Steuer, die fich immer weiter verschlimmernde Wohnungsnot, die ganzen Lasten und Entbehrungen sollen uns bleiben und noch wesentlich vermehrt werden; die wenigen Vorteile aber, insbesondere den Achtstundentag, will uns die mittlerweile wieder muntergewordene wirtschaftliche und politische Reaktion entreißen. Bugegeben, daß den Kriegs-, Valuta- und Inflationsgewinnen der Unternehmer nicht unerhebliche Belastungen durch die Reparationsforderungen folgen sollen, die nicht wie die Steuerleistungen von den Besitzenden einfach umgangen werden können. Das ist jedoch für die Arbeitnehmerschaft durchaus kein Grund, sich auch diese Lasten zu all den übrigen noch mit auf die Schultern packen zu lassen. Wollten wir dann erst einsehen, daß wir sie nicht tragen fönnen, wenn wir darunter zusammengebrochen sind, dann wäre es zu spät, uns dagegen zu mehren. Die Abwehr muß jest geschehen. So schwer sie auch scheinen und sein mag, sie ist heute immer noch leichter als sie es übermorgen sein wird. Die deutsche Arbeitnehmerschaft wäre der fulturellen Vorteile des Achtstundentages, die heute noch manchem unbewußt sind, nicht mert, wenn sie nicht alles daransetzte, sie sich zu erhalten. Für die Unternehmer mag es als der einfachste, billigste und profitabelste eg erscheinen, ihre Ronkurrenzfähigkeit durch Verlängerung der Arbeitszeit und Verfürzung der Löhne zu erhöhen. Die Arbeitnehmerschaft fann und darf sich dazu nicht hergeben, zumal ihr Opfer letzten Endes vergeblich sein und die Beschreitung des Weges technischer Betriebsverbesserungen verzögern würde. Der Achtstunden'ag hat allmählich zweifellos zu einer intensiveren Arbeits. Ieistung geführt. Wenn dies bisher nicht deutlicher in einer Steigerung der Produktion zum Ausdrud gekommen ist, so ist das auf eine Reihe hemmender Fattoren zurückzuführen, wie sie u. a. die Inflationsperiode mit sich brachte, wie auch auf betriebs. technische Rüdständigkeit. Die Spekulation dorauf, die Arbeitsleistungen um soviel Prozent bei längerer Arbeitszeit gesteigert zu sehen als die Verlängerung über 8 Stunden hinaus auf Grund der Achtstundenleistung rein rechnerisch ergeben würde, ist verfehlt. Sie geht schon so weit, einen Vorteil darüber hinaus aus dem Umstande zu konstruieren, daß bei längerer Arbeitszeit die Essens paufen des Achtstundentags sich mehr verteilen. Man glaubt sich des Einverständnisses der Arbeiterschaft ohne weiteres sicher, auch bei längerer Arbeitszeit die Effenspausen fo weit als irgend möglich einzuschränken, um früher Feierabend zu bekommen. Tatsächlich besteht die Gefahr, daß die Arbeiter dem begreiflichen Bestreben, möglichst früh nach Hause zu kommen, die gesundheitlich gebotene Rücksicht auf ausreichende Arbeits- und Effenspaufen gänzlich unterordnen. Die Gewerbeärzte) marnen eindringlich davor. Schon die Baufen bei achtstündiger Arbeitszeit waren durchweg zu furz. Das Unternehmertum will sie auch bei verlängerter Arbeitszeit nicht verlängern, während sie schon bei achtstündiger Arbeitszeit erweitert werden müssen. Die staatsmännische Maste mit den biedermännischen Sorgenfalten um das Volkswohl, die der Kapitalismus aufsetzt, um zur höheren Ehre des Mehrwerts die Notwendigkeit der Beseitigung des Achtstundentages und des Niedrighaltens der Löhne zu verfechten, fann die Arbeitnehmerschaft nicht mehr täuschen. Ihre Bereitwillig. feit zur Leistung wirtlich notwendiger Ueberstunden ist ihr als Naivität angetreidet worden. Man will unbezahlte lleberstunden als Dauereinrichtung, den neun, zehn- bis zwölfftündigen Arbeits tag und dann gelegentlich noch Ueberstunden. *) S. Gewerkschaftszeitung Nr. 18: Arbeitspausen". Bon Landesgewerbearzt Dr. Telety. Sommer- Preisliste kostenfrei Kleid Jumper aus modern bedruckt. Musselin mit angesetztem plissierten Rock aus grünem oder Entweber Unterwerfung unter bas Dittat ber unter| mit Bolbbriefen" beglüdt worben. Goldbriefe", die einen Berzicht nehmer oder Gegenwehr! Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Und selbst wenn die eine oder andere Gruppe, ja selbst wenn die gesamte Arbeitnehmerschaft in diesem Rampfe unterliegen sollte, die Unternehmer sollen solchen Sieges nicht froh werden. Der Arbeiter muß zu seiner rein förperlichen Selbst erhaltung seine Kräfte bei längerer Arbeitszeit in ganz anderem Maße schonen als etwa beim Achtſtundentag. Zumal sein Arbeitsverdienst keine aus reichende Ernährung zuläßt. Gegenwehr gegen verlängerte Arbeitszeit, so lange, bis das Unternehmertum zu der Einsicht gekommen ist, daß es den Acht stundentag als gegebenen Faftor in feine Ralfulation einstellen muß. Darum gewerkschaftliche Organisation, gewerkschaftliche Disziplin und gewerkschaftliche Solidarität! Beendete Aussperrung in der AEG. Die Betriebsvertretung der Apparatefabriken der AEG. war bei der Werksdirektion wegen der Lohnforderungen der Transportarbeiter und der auf den Streit der Transportarbeiter hin erfolgten Ausfperrung der übrigen Arbeiterschaft vorstellig geworden. Bei diesen Berhandlungen bezog sich die Direftion zunächst auf die Mittwoch Berhandlungen zwischen dem Metallfartell und dem BBMI., von denen sie eine Regelung auch für den AEG.- Konflikt erwartet hatte. Da das Schiedsgericht aber zu feinem Spruch tam, sagte die Diret tion Verhandlungen über die ftrittigen Lohnfragen unter der Bebingung zu, daß morgen( Montag) die Arbeit von den Streitenden fowohl als auch von den Ausgesperrten zunächst wieder aufgenommen wird. Nachdem gestern vormittag die im DMB. organisierten Ausgesperrten zu dieser Sachlage Stellung genommen hatten, beschäftigte sich auch eine Versammlung der Transportarbeiter unmittelbar darauf mit der veränderten Situation und beschloß, gegen eine starke Minderheit, die Bedingung der Direktion anzunehmen. In einer Vollversammlung aller Streifenden und Ausgesperr. ten wurde dann über das Ergebnis der Abstimmung der Transport arbeiter berichtet. Die Anwesenden erkannten unter den gegebenen Umständen die Stellungnahme der Transportarbeiter an. Es ist somit morgen früh mit der geschlossenen Arbeitsauf nahme zu rechnen. Damit ist an sich der Kampf noch nicht beendet. Die Trans: portarbeiter wie die Facharbeiter halten an ihren Forderungen fest und werden bei einer ungenügenden Befriedigung ihrer Ansprüche den Kampf zu gegebener Zeit wieder aufnehmen. An der Direktion wird es liegen, durch entsprechendes Entgegenkommen die Ruhe unter der Arbeiterschaft wieder herbeizuführen. Schiedsspruch für die Former. In der Versammlung der Metallformer am Freitag berichtete Branchenleiter Bredow über die Lohnverhandlungen. Da die Unternehmer das Ergebnis ablehnten, tagie am Dienstag nach mittag der Schlichtungsausschuß, welcher folgenden Schiedsspruch fällte: Die Stundenlöhne werden für die Zeit vom 28. April bis zum 1. Juni wie folgt festgefeßt: Klaffe I erhält 75 Pf., Klasse II 65 Pf., Klasse III 37 Bf. Akkordbasis( gleichen Zeitraum) Klasse I 70 Bf., Klaffe II 57 Pf., Klasse III 52 Pf. Die Versammlung nahm den Schiedsspruch an. Bredow teilte mit, daß die Arbeitgeber in ihrer Bersammlung auch diesen Schiedsspruch abgelehnt haben, so daß nun die Berbindlichkeitserklärung beantragt wird. Ferner wurde mitgeteilt, daß der Abwehrkampf bei der Firma Hartmann einmütig weiter. geführt wird. Die Streifenden müssen in ausreichendem Maße weiter unterstützt werden. Alle Sammellisten sind bei Reinhard, Urbanstraße 67, abzurechnen. Lohnbewegung der Silberschmiede. Eine Branchenversammlung der Silberschmiede am Freitag befchäftigte fich mit dem Ergebnis der Lohnverhandlungen. Die Arbeitnehmer hatten eine Lohnzulage von 20 Broz. ab 1. Mai gefordert. Die Arbeitgeber lehnten jede Lohnaufbefferung ab und stellten der Kommission der Arbeitnehmer anheim, den legten Lohnvertrag bis auf weiteres forthestehen zu laffen. Trch längerer Verhandlung ift teine Einigung erzielt worden. Die Arbeitnehmervertretung hat ist feine Einigung erzielt worden. Die Arbeitnehmervertretung hat nun den Schlichtungsaus'chuß zur Entscheidung angerufen Nach längerer Diskussion wurde das Borgehen der Berhandlungskommission gutgeheißen. Angestelltentarif in der Telegraphen- Union. In die Front der tariffeindlichen Zeitungsunternehmer wurde durch eine Bereinbarung Bresche gelegt, die vor dem Schlichter für Groß- Berlin zwischen dem Zentralverband der Angestellten und der Angestellten der Telegraphen- Union eine tarifliche Regelung ihrer Telegraphen- Union getroffen wurde. Die Bereinbarung bringt den Arbeitsbedingungen. Dieser Vorgang ist um so beachtenswerter, als ein offenbar verwandtes Unternehmen, nämlich die Firma Scherl, in dem Kampfe gegen den Tarifvertrag im Zeitungsgewerbe die Führung hatte. Die Angestellten in der Telunion waren wie im übrigen Zeitungsgewerbe im Dezember vorigen Jahres von der Geschäftsleitung auf den Tarifvertrag und als Ersatz dafür hungergehälter brachten. Die dadurch geschaffenen Verhältnisse bewirkten es, daß die Angestellten in einer Betriebsversammlung einstimmig die Gewerkschaften beauftragten, einen Tarifvertrag für sie abzuschließen. Auf Grund diefes Auftrages versuchten die Gewerkschaften, mit der Telunion zu verhandeln. Der Schlichtungsausschuß fällte nunmehr einen Schiedsspruch, der eine tarifliche Regelung brachte. Diefer Spruch wurde von den Arbeitnehmern angenommen, von der Tel union abgelehnt, aber schließlich durch die eingangs erwähnte Ber einbarung anerkannt. Dieser Erfolg beweist, daß die Angestellten bei geschlossenem Zusammenstehen in ihrer Gewerkschaft sehr wohl in der Lage sind, ihre Arbeitsbedingungen durch Kollektivvereinbarungen besser zu regein, als es durch Einzelverträge möglich ist. Die Sommerschulen des JGB. In den beiden vom Internationalen Gewerkschaftsbund organi fierten Sommerschulen vom 21. Juli bis 2. August in Wien, Schloß Schönbrunn, und vom 19. bis 31. August im Rustin College in Orford wird der bekannte englische Arbeiterbildungsspezialist Rennie Smith die Kursleitung übernehmen. In den Vormittagsstunden werden Borträge über die weltwirtschaftlichen und politischen Strömungen gehalten werden, unter be fonderer Berücksichtigung der Entwicklung in den Jahren 1914 bis 1924 sowie der Lage der organisierten Arbeiter im allgemeinen und der Gewertschaftsbewegung in den verschiedenen Ländern im befonderen. Endlich werden die Bildungsbestrebungen der organisierten Arbeiter in den Jahren 1914 bis 1924 zur Sprache fommen. Für die Abendkurse sind außergewöhnliche Vorträge betannter Führer der Arbeiterbewegung der verschiedenen Länder vorgesehen. Erdbeben und Arbeitslosigkeit in Japan. große Arbeitslosigkeit. Die Zerstörung von 13 000 Betrieben machte Zu den vielen Folgen des Erdbebens in Japan gehört auch eine Behntausende von Arbeitern beschäftigungslos. Ebenso haben viele Lage wurden über 20 neue Arbeitsnachweise von der Regierung eingerichtet, und zwar die meisten in den verschiedenen Bezirken von Tokio und fünf in Yokohama. Die Arbeitsnachweise veranlaßten unter anderem die Betriebe, deren Lokalitäten zerstört worden waren, ihre Arbeiter und Angestellten in 3weiggeschäften zu beschäftigen, soweit solche vorhanden sind. Auch wurde Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt festgestellt, um in weiteren Gebieten einen Ausgleich zu schaffen. Angestellte der Arbeitsnachweile fuhren mit Automobilen durch die Straßen der Stadt Tokio und ihrer Umgebung, welche Plakate mit der Aufschrift zeigten:„ Gebt den Opfern des Erdbebens Arbeit." Dieses Vorgehen hatte einen guten Erfolg. Weiteres über die ergriffenen Maßnahmen berichtet die Zeitschrift Industrial and Labour Information", herausgegeben vom Internationalen Arbeitsamt. intellektuelle Arbeiter ihre Stellen verloren. In Anbetracht dieser ( Gewerkschaftliches fiehe auch 3. Beilage.) Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: Fricbr, Ekkorn; Feuilleton: Dr. John Schikowski, Lokales und Sonstiges: Fris Rarftädt; Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S.. Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckeret und Berlagsanfalt Baul Ginaer u. Co. Berlin SW. 68. Lindenstraße 3. Hierzu brci Beilagen und ,, Blick in die Bücherwelt". ENTAL CONTIN Doppelt halibar sind Continental- Absätze. Billiger und sparsamer im Verschleiß als Lederabsätze. Durch den neuen Sparkeil D. R. P. bleibt der Absatz immer gerade und ist dadurch restlos auszunutzen. Trag nur Ontinental Absätze Erhältlich bei jedem Schuhmacher. So gut wie Continental Reifen! Nfsrael • SPANDAUER STRASSE GEGRÜNDET 1815• BERLIN C Kleiderstoffe Reinwollene Blusenstoffe 3.30 Rockstreifen Reinw., hellfarb.. aparte Muster, 105 cm, Mtr.5.50 Elfenbeinf.Gabardine Damenkleidung Damenwäsche Bluse aus grau gestreiftem 4.50 hell- und mittelfarbig ... 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Seitdem zu ihnen noch die abgebauten Bureauhilfskräfte des Magistrats und Angestellte anderer Behörden gekommen und bei dem kaufmännischen Arbeitsnachweis in der Spandauer Straße als Stellungfuchende eingetragen find, ist die Hoffnung, hier eine Arbeit vermittelt zu erhalten, noch weiter geschwunden. Das schließlich dennoch die Zahl der Bewerber sich verringert, erklärt sich aus dem Ablauf der Unterstützungszeit. Der ausgesteuerte Erwerbslose, der nun nicht mehr die PflichtStempel beizubringen hat, will nicht für eine hoffnungslose Sache jeden zweiten Tag den oft sehr weiten Weg nach der Spandauer Straße machen In seiner Verzweiflung nimmt er Beschäftigungen an, bei denen trotz täglich zehn-, zwölf- und mehrstündiger Arbeit nebst Sonn- und Feiertagsarbeit sein Verdienst oft nicht einmal die Höhe der bisher empfangenen Unterstügung erreicht. Zu diesen Beschäftigungen gehört die des Adressenschreibers. Ein kläglicher Notbehelf. Das Elend der Adressenschreiber ist im Vorwärts" schon öfter geschildert worden. Es steigert sich, sobald unter den mit der Feder arbeitenden Angestellten die Stellungslosigkeit zunimmt. Dann füllt fich der Arbeitsnachweis mit Stellungsuchenden dieser Art, und immer mehr von ihnen greifen zu dem Notbehelf der Adressenschreiberei. In solcher Zeit sind die Berzweifelnden für jeden Preis zu haben. Wer heute als Adressenschreiber arbeitet, erhält bei den großen Adressenverlegern für Durchschnittsadressen je Tausend 2,30 bis 2,50 m., bei einigen Firmen bis 3 M. Wieviel Adressen kann man an einem Arbeitstag schreiben? Einer, der es tennengelernt hat, erzählt uns aus seinen Erfahrungen. Es müssen schon ganz ausgesucht einfach zu schreibende Adressen sein, wenn bei neunstündiger Arbeitszeit 700-800 Adressen pro Tag fertiggebracht werden sollen. Gewöhnlich bleibt das Tagesergebnis unter dieser Zahl, und 500 bis 600 gelten schon als gute Leistung, wenn nicht noch leber= stunden gemacht werden. Bei 2,30 M. pro Tausend fommt man mit 600 Adressen auf nur 1,38 M. Tagesverdienst, das macht 8,28 M. für die Woche von 6 Arbeitstagen. Heimarbeit bis in die Nacht hinein. Die neun Stunden Arbeit werden bei größeren Adressenverlegern in den von ihnen bereitgehaltenen Betriebsräumen geleistet... Wer eine Wohnung hat, die ihm Heimarbeit ermöglicht, nimmt sich am Abend noch 400-500 Adreffen mit. Die schafft er von 8 Uhr abends bis 1 oder 22 Uhr nachts, wenn er ein flotter Arbeiter ist und günstige Vorlagen hat. Er fann also mit Heimarbeit bis in die Macht hinein im besten Falle noch 1,15 m. dazu verdienen, muß aber die Lichtkosten aus eigener Tasche decken. Die 14½stündige Arbeitstag bringt ihm 2,53 m., und wenn er imftande ist, Tag für Lagdiese Schinderei zu treiben, hat er einen Wochenverdienst Don 15,18 M. Nimmt er noch den Sonntag dazu, so schreibt er vielleicht weitere 600 Adressen, und seine Gesamteinnahme für die Woche steigt auf 16,56 M. Das ist der Lohn für eine Arbeitsleistung non 95 Stunden! Und hiervon geht noch mancherlei ab; Steuern, Beiträge für Angestelltenversicherung, für Erwerbslosenversicherung, für Krankenversicherung, oft bei weiter Entfernung der Arbeitsstätte auch Fahrgeld. Wer mehr verdienen will, muß die Schinderei noch weiter steigern. Einer hat mit Schreiben im Betrieb und im Heim schon mal in einer Woche die geradezu ungeheuerliche Zahl von 108 Arbeitsstunden erreicht. In der Nacht diktierte ihm seine Frau die Adressen, damit er die erforderliche Leistung noch schaffte. Bon der aufreibenden und zerrüttenden Wirkung dieser Nacht für Nacht in falter Stube bei dürftiger Beleuchtung ausgeführten Arbeit kann, wer es nicht selber durchgemacht hat, keiner eine Vorstellung haben. Lohndrückender Wettbewerb. Es gibt Adressenverleger, die nur eine fleine Sahl Schreiber hauptsächlich mit Vorarbeiten beschäftigen, und dafür einen Stunden 15] Die Flüchtlinge. Roman von Johannes Linnantosti. Lange brauchte man denn auch nicht zu warten, denn aus der Gesindestube des Gutshofs drang stets in den Abend- und Morgenstunden das Hacken des Beiles, das Pfeifen der Säge und die Unterhaltung der für ihre Sache begeisterten Männer. Dort entstanden Schlitten, Heuwagen, Bütten, Zuber und allerlei, was man in einem heruntergekommenen Gehöft am notwendigsten brauchte. Die neuen Bewohner waren von dem alten Schlag, der selbst herzustellen wußte, was er wollte. „ Es ist ja kein Wunder, daß das Gehöft in solchem Stande ist, wo so viel faules Volk gefüttert werden muß," lachte Uutela einmal, indem er ein paar vor seinen Füßen herlaufende Schaben tottrat. Diese Braunröcke, und dann die anderen, die Langbeinigen, die dort hinterm Ofen musizieren wie fröh= liche Spielleute!" " Du hast recht, hier ist viel müßiges Volf," lachte Keskitalo. ,, Und so verflirt naseweis, daß sie einem bis ins Gesicht fahren!" " Nun, die Wahrheit über den Feind!" fiel Uutela wieder ein."" Diese scheinen doch auch mit einem harten Brotranft porlieb zu nehmen, aber die echten Savolarer, die sind ja so faul, daß sie nicht mal hartes Brot essen mögen." Alle lachten daß die Savolarer immer weiches Brot essen mußten, erschien ihnen als eine merkwürdige Verschwendung der Gottesgabe, da man mit hartem viel länger austam. So verflossen Stunden und Wochen in beständiger Arbeit und dem Reiz der Neuheit. Sie waren fast überrascht, als sie eines Tages bemerkten, wie die Weihnachten so nahe vor der Tür standen, daß die Frauen kaum noch schnell ein richtiges schäumendes tavaſtländisches Bier aus dem starkduftenden Malz bom heimischen Acer Keskitalos brauen konnten. 8. Die Weihnachten tamen mit dichtem Schnee und milde. Die Leute des Gutes verbrachten sie gewissermaßen in Tavastland. Sie hielten im Anfang nicht einmal eine tavastländische Zeitung und hatten sie in den ersten Wochen auch nicht permißt. Auf die Dauer jedoch kam ihnen das Gehöft ohne ein Blatt leer vor. Es traf gerade zu Weii, nachten in einem mehrwöchigen Paden ein. Und es riß sie mit unwiderstehlicher Kraft nach Tavastland. Alles war bekannt, vom Landeshauptmann an. Man las die Neuigkeiten und Anzeigen, die Todesfälle, Ge| lohn von 35-40 Pf. zahlen. Fast die gesamte Adressenschreiberei lassen sie von Heimarbeitern ausführen, die zu den üblichen Akkordpreisen arbeiten müssen und dem Unternehmer die Vorhaltung großer Bureauräume ersparen. Um diese Heimarbeit bemühen sich nicht wartegeld, sondern sogar noch im Dienst stehende Unterbeamte der nur abgebaute pensionsberechtigte Beamte oder Empfänger von Poff und der Eisenbahn. Gehalt oder Pension sind für sie der Grundstock des Einkommens, und die Arbeit für den Adressenverlag dient nur zur Aufbesserung ihrer geringen Bezüge. Weil ihre Existenz nicht völlig von dieser Arbeit abhängt, sind sie geneigt, um jeden Preis zu arbeiten. Sie steigern das Elend der Adressenschreiber, weil sie als Lohndrücker wirken. Im übrigen erschweren sie auch den Zusammenschluß der Arbeitnehmer, die in diesem Beruf sich ihr färgliches Brot verdienen müssen. Der Unternehmer scheffelt den Profit. Kann der Adressenverleger nicht mehr Lohn zahlen? Er selber nimmt von feiner Kundschaft durchschnittlich 18-25 m. pro 1000 Adreffen, fogar 50 M. oder mehr bei gesammelten Spezialadressen oder solchen, die aus den Büchern herausgezogen werden. Hiermit vergleiche man die oben angegebenen Schreiberlöhne! Aber die sonstigen Unkosten!" sagen die Unternehmer. Gewiß, es handelt sich nicht nur darum, die Adressen zu schreiben. Auch die Beschaffung des Adressenmaterials erfordert Aufwendungen für Arbeitslohn und manches andere. Aber diese Ausgaben sind nicht laufend, sondern fehren nur von Zeit zu Zeit wieder. In welchen Zeitabständen sie wiederkehren, das hängt davon ab, wie rasch ein Adressenverlag sein Material erneuern will. Wir vermuten, daß mancher Verleger sich mit der Neubeschaffung des Adressenmaterials nicht allzu sehr überſtürzen wird. burten, Güterverkäufe und Versteigerungen, ja die Mitteilung über den Verkauf einer zu Weihnachten kalbenden Kuh dort in der Heimat löste eine Regung aus. So saß man da, las und unterhielt sich mit zärtlicher, stiller Stimme. Das waren glückliche Stunden. Aber im Anschluß an diese heimatlichen Gedanken schlich fich in ihre Seele ein stilles: Warum? Warum waren sie hier, von ihren Wurzeln losgelöſt? Und da griff die geheimnisvolle Hand des Schicksals, die sie mit Gewalt eine Weile beiseite gedrückt hatten, wieder schwer wie Eisen in ihr Leben. Das zerstörte ihnen die Weihnachtsfreude und von da an fast jeden Tag. Es schlich sich wie ein stilles Gift in ihr Blut. Sie sahen gegenseitig aus ihren Blicken, daß jeden von ihnen derselbe Gedanke, bewegte. Aber sie vermochten nicht, miteinander davon zu sprechen, sondern lebten von einem Tag zum anderen, wie auf ein rettendes Bunder wartend. sticken. Jeder war bemüht, seinen Kummer in der Arbeit zu erKeskitalos Brust war immer schwächer geworden, aber er versuchte, sich und den anderen vorzuspiegeln, er sei noch fräftig. Er hatte seit feinen jungen Jahren nicht so mächtig geschafft wie jegt als ob er eine große Schuld abzutragen und gewußt hätte, daß seine Tage gezählt seien. Noch leidenschaftlicher hieben die Burschen ein. Weinend und die Zähne zusammenbeißend, hatten sie sich damals in Tavastland unter ihr Schicksal gebeugt, jezt versuchten sie mit der Wut der Verzweiflung, sich eine Brustwehr der Arbeit gegen den Schneesturm zu schaffen, der hereinbrechen mußte. Und mit der Kraft ihrer jungen Lebenslust gelang es ihnen auch in manchen Stunden, zu vergessen und wie Uutela zu denken, daß sie nur zeigen wollten, was ein Tavaste zustande brachte. Ihre Schwester, die Ursache des Unglücks, haßten fie. Sie hatten beschlossen, ihr erbitterte, grobe Worte über alles zu fagen. Sie blieben in Tapastland ungesagt und blieben es immer noch. Denn die Schwester war wie das geheimnisvolle Schicksal der Familie: freudlos und tränenlos, bleigrau und verschlossen. Ihre Gedanken konnte niemand auch nur aus ihren Blicken lesen und ihr auch nicht beleidigend begegnen. Am schwersten lastete der gegenwärtige Zustand auf der zarten Hanna. In ihren Gedanken erschien ihr das eigene Unglüd gleichsam gering neben dem Unrecht, das Uutela wider fahren. Das Leben war wie ein Rätsel. Wie fam es, daß die Schwester, die Schuldige, nicht wenigstens liebevoller und demütiger gegen Uutela war? Uutela war so gut. Wenn sie | Sonntag, 11. Mai 1924 Sie Der Adressenschreiber, der mit diesem Notschrei für seine Leidensgenossen eintritt, macht auch Vorschläge zur Abhilfe. Zur Erreichung menschenwürdiger Löhne für die Adressenschreiber empfiehlt er, eine Ausschaltung der Unternehmer zu versuchen. Man solle unter Mitwirkung der Gewerkschaften und der Arbeitsnachweise eigene Schreibstuben einrichten, die wenigstens die am häufigsten vorkommenden Durchschnittsadressen liefern könnten. müßten sich bemühen, Adressenaufträge gegen angemessene Bezahlung durch direkte Verbindung mit den Auftraggebern zu erhalten und könnten dann Stellungslose auch gegen angemessenen Lohn als Schreiber beschäftigen. Auch könnten Firmen mit eigenem Adressenmaterial ihre Aufträge an Stellungslose selber vergeben, die bei nur 60 Proz. des Preises, den der Verleger fordert, zufrieden wären und weit mehr verdienten als im Dienste eines Verlegers. Bei dem jezigen Zustand steckt der sie ausbeutende Berleger mühelos hohe Profite ein, während die Adressenschreiber für ihn ihre Gesundheit opfern und ihr Augenlicht darangeben. Werder. Wir haben das Schlimmste überstanden. Ernsthaft wird niemand behaupten wollen, daß es im Januar wärmer war, als es heute ist, und daß es eben im Augenblick mit dem Mailüftchen noch nicht so Plappt, ist eine Sache der verfehlten Organisation furz, in Werder haben sich die Obstbäume doch zum Blühen entschlossen. Alle Blüten, von weiß bis rosa, stehen auf einem leichten Unterton von jungfräulichem Grün, das sie, die leichtbeflügelten, gewissermaßen auf den Aesten festhält. Diese späte Blüte, die sich zusammen mit den ersten Blattrieben einstellt, ist nämlich etwas beständiger und auch im Fruchtansah kräftiger als jene, die noch halb im Schnee auf die Lockungen der ersten Sonnenstrahlen aus den Zweigen bricht. Wer mit dem Dampfer auf der noch blaugrauen Havel diesem rein märkischen Frühling zustrebt der, abgesehen von den Menschen, doch solche Aehnlichkeit mit jenem im fernen Japan, dem traditionellen Blütenlande, aufweist sieht unter einem Himmel, der noch so vorsichtig ist, nichts versprechen zu wollen, den sanften Hügel sich dehnen, der den Blüten Heimstatt ist. Unten windet sich noch mehr Grau als Grün, aber nach der Höhe zu beginnt das ersehnte Weiß. Im Umkreis, die Kiefernwälder können sich schwer aus dem Winter lösen, um so leichter haben es die Blüten, sich zur Geltung zu bringen. Das zur Geltung bringen" ist wohl notwendig. Nicht nur wegen der Früchte, die ja erst der Sommer bringen foll, sondern wegen der Weine des Vorjahres, die in den Kellern besagten Blütenhügels zurzeit noch wohlverwahrt und ungefährlich einer geräuschvollen Auferstehung harren. * Inzwischen dürfte das Unheil seinen Lauf genommen haben. Die ersten Flaschen voll des süßen gefährlichen Stoffes werden die frühlingshizigsten Gemüter in raschen Flügen zum Himmel und in jähem Absturz auf die werdersche Erde geführt haben. Einige werden Veranlassung nehmen, an Werder nur mit Kopfschmerzen zu denken, und die anderen wir wollen hoffen, daß es die Mehrzahl ist merden aus den Blütengärten die Hoffnung auf einen Obstsegen mit nach Hause nehmen, der auch für Leute erschwinglich ist, die von der Obstblüte bisher nur erzählen hörten. Sinbemalen eine Kirsche in der Hand beffer ist, als ein Blütenzweig auf dem Baum. * www Die alten Leute in Werder und ihre Söhne, die tüchtigen Obstbauern, find im Augenblick sehr zufrieden über den Lauf der natürlichen Gewalten. Sie sagen, daß eine frühe Obstblüte wohl die Ausflügler der Riesenstadt Berlin auf ein paar Tage in größerem Maße nach Werder zieht, daß aber dieser Nutzen in keinem Verhältnis steht zu dem Ausfall an Früchten, der stets bei einer frühen Blüte zu erwarten ist. In diesem Jahre soll alles richtig sein, man rechnet auf eine gute Ernte und mit billigeren Preisen. Sie sind stolz quf ihre Arbeit, die sie im steten Rampf mit dem fargen Boden hält, und wünschen, daß man den Glauben zerstört, die Arbeit des Obstbauern ihm manchmal nachsah, wie er eifrig und lächelnd herumarbeitete, war sie nahe daran, in Tränen auszubrechen. Auch Helka, die von dem Familiengeheimnis gar nichts wußte, war es, als sei das Leben fummervoller geworden. Sie stand mitunter lange Zeit neben ihrer Mutter, das Herz voll allerlei Fragen. Aber sie wagte sie nicht auszusprechen. Das lag wohl daran, weil sie sich so nach Tavastland sehnte, und die anderen sich nicht sehnten schloß sie. Unter ihnen allen ging die alte Frau umher wie ein milder Herbsttag, der doch wie eine Sonne durch die immer dichter werdende Wolkenwand zu lächeln versucht. So verstrichen die Tage schwer und grau in gemeinsamem Schweigen, das niemand zu brechen wagte. * Mit der Zeit kam ein anderer Unruhe erweckender Faktor mischen und dem Schweigen ein Ende machen wollte. hinzu- die Umgebung. Es schien, als ob sich diese einIhrerseits gingen sie allen näheren Beziehungen zu den Savolarern aus dem Weg. Die Umgebung war jedoch nicht so talt. Sie betrachtete ihr Leben und Treiben von Tag zu Tag. 3u arbeiten verstehen diese Tavasten, das gaben sie zu, aber in allem anderen war etwas, worüber die savolarische Firigkeit ihre gewandten Wige machte. Diese famen mit der Zeit auch ihnen zu Ohren. Die Frauen der Kätner und Tagelöhner brachten sie leise flüsternd wie sie den Stoff dazu zuerst selber aus dem Hause getragen hatten. Das begann sie zu beunruhigen, denn es schnitt in ihr tavastländisches Wesen und sagte auch für das Familiengeheimnis Schlimmes voraus. Restitalo versuchte zwar, die Segel geschwellt zu halten, aber es gelang ihm nicht recht; sowohl er als die anderen fühlten, daß er versuchte. Der einzige, der lächelnden Mundes auf seinem tavastländischen Boden feststand, war Uutela. Jeder fühlte, daß er wirklich in seinen eigenen Stiefeln einherging und nicht nur versuchte. Gleich nach Weihnachten geschah etwas, das sie sehr empfindlich berührte, denn es traf einen wunden Bunft. Sie hatten doch so weit die Hütten ihrer Kätner und Tagelöhner besucht, daß sie bemerkt hatten, wie die Sauberkeit in dieser Gegend von Savolag von ganz besonderer Art war. Jetzt ging im Dorfe der Wiz um, die Ankömmlinge stammten aus einem Lande, wo Dielen und Fenster zweimal im Jahre, zu Weihnachten und zu Johannis, gewaschen würden. Da aber die früheren Besizer des Gutshofs gerade vor ihrem Auszug gewaschen hätten, hätten es die neuen Bewohner so glüdlich getroffen, daß sie ganz um die zweite Halbjahrswäsche ( Fortsegung folgt.) herumgekommen wären! beschränke fich nur auf das Kirschenpflüden und das Breffemachen.| bletben ble Sonderfonzerte, dhe der Königswusterhausener Gender Wir wollen hoffen, daß die zuletzt genannte Arbeitsleistung in diesem Jahre ohne Anstoß und zu aller Zufriedenheit vor sich geht nicht nur der Obstbauern Werders, sondern auch der Schaffenden Berlins. Der Deckeneinsturz im Mosse- Haus. Sechs Monate Gefängnis für den Baumeister Lazarus. Nach einflündiger Beratung verkündete Amtsgerichtsrat Feldhahn folgendes Urteil: Die Angeklagten Baumeister Lazarus, Maurerpolier Buhle und Polier Hauschil find schuldig befunden der fahrlässigen Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung und werden verurteilt:£ azarus zu 6 Monaten, Bukte und Hauschif zu je 3 Monaten Gefängnis. Die Begründung des von Amtsgerichtsrat Feldhahn ver. kündeten Urteils hatte folgenden Wortlaut:„ Das Gericht ist nur zur Verurteilung des Baumeisters Lazarus, des Mauerpoliers August Butzke und des Poliers Handschid gelangt. Die übrigen Angeklagten waren freizusprechen. Den Eintritt des Unglücks er blidt das Gericht in Uebereinstimmung mit einem der Sachverständigen in dem Zusammenarbeiten von ungünstigen Naturereignissen und menschlichem Verschulden. Das Gericht zieht in der Aufbringung des Rieses, in der ungünstigen Witterung und in der Wegnahme der VerschaIung seine Ursache; namentlich der letzte Umstand hat die ausschlaggebende Rolle gespielt und war die Hauptursache des Unglücks. Das regelmäßig am Sonntagvormittag von 10,50 bis 11,50 Uhr mit ber Welle 680 und 4000 und von 11,50 bis 12,50 Uhr mittags mit der Welle 2800 und 4000 funft. Da die von der RTV. zugelassenen Empfangsapparate zumeist über die Wellenlänge 700 nicht hinaus gehen. so fommt für die Aufnahme der Königswusterhausener Ronzerte nur die Zeit Sonntags von 10,50 bis 11,50 Uhr vormittags in Betracht. Was Moskowiter bieten können. Und das spricht von neuer„ Kultur"! Bom Borstand des Wahlvereins Neukölln wird uns geschrieben: Die Reichstagswahl hat den Kommunisten in Neukölln nicht den überwältigenden Sieg über unsere Partet gebracht, den sie wochen lang vorhergesagt hatten. Trotz wütendster und gemeinster Agitation hat unsere Partei einen Vorsprung von 7000 Stimmen. Noch am Wahltage versuchten einzelne Rommunisten durch tätliche Be. drohungen unsere Genossinnen, die mit Plakaten vor den Wahllokalen standen, wegzutreiben. Das mißlang aber fbets durch unsere Wachsamkeit. Als aber am Montag das endgültige Arbeiterjugend heraus! Heute, Sonntag, den 11. Mai 1924, nachmittags 2 Uhr Wie ein märkischer Bauer effen kann. Man schreibt uns: Kürzlich war ich zu einer ländlichen Hochzeit geladen. Die Hochzeit war für ländliche Verhältnisse nicht groß, etwa 60 Perfonen, ohne Kinder. Sie wurde im Saale des Gasthofes gefeiert. Die Hochzeitseltern hatten tüchtig angeschafft. Es fehlte an nichts. Mir gegenüber saß ein ländliches Ehepaar, das gleich bei Beginn des Essens meine Aufmerksamkeit erregte, und das tam so: Zuerst wurde Brühe in Taffen mit Brötchen gereicht. Schnell hatte mein Gegenüber seine Tasse leer und sein Brötchen verspeist und fagte zu Muttern: Davon muß ich noch eine haben, das schmeckt!" Mutter besorgte ihm auch die zweite Taffe mit dem dazu gehörigen Brötchen. Auch die verschwand schnell wie die erste. Ich dachte bei mir:" Nun pumpt er sich ben Magen voll Wasser, während doch die besten Sachen noch kommen!" Aber ich sollte mich fürchterlich geirrt haben. Der zweite Gang war Fritassee. Schmunzelnd nahm unser Bauer sowiel, daß der Teller überlief. Schnell hieb er darauf ein und der Inhalt des Tellers verschwand im Nu! Nach allen Seiten fah er sich um, ob nicht eine neue Schüssel fam. Und sie fam. Jeht erbarmte sich seine Frau und gab ihm auf, da er sich beim Selbstbedienen beschmutzt hatte. Messer und Gabel waren aber auf dem Teller liegen geblieben und wurden beim Auffüllen unter dem neuen Berg von Fritaffee begraben. Ein rascher Entschluß! Mit den Fingern wurden sie hervorgeholt, abgelect, und nun begann die Arbeit von neuem. Auch dieser Teller voll verschwand zusehends, und als ihm mitleidige Tischnachbarn noch die dritte Schüffel reichten, nahm er auch von dieser sein Teil! Jezt," dachte ich ,,, ist Bericht hat bei keinem der Angeklagten angenommen, daß ein Ver- im Restaurant Sanssouci, Kaulsdorf- Süd, Bahnstat. Sadowa er fertig und kann keinen Happen mehr essen." Weit gefehlt! Es sehen gegen§ 330 StGB. vorliege und daß die Angeklagten gegen die allgemeinen Regeln der Baukunst verstoßen haben. Weder die Unfallverhütungsvorschriften, noch die ministeriellen Berordnungen find als Richtlinien für die übrigen Regeln der Baukunft aufzufaffen. Natürlich müssen diese Vorschriften auf den Bauten aufs ftrengste beachtet werden. Was den Angeklagten Handschid anbelangt, fo tommt in Betracht, daß die ministerielle Verordnung für die AusSchalung nicht nur mechanisch die Frist festsetzt, sondern daß auch die Witterung für die Prüfung der genügenden Er. härtung in Betracht zu ziehen ist. Der Angeklagte hat, ohne die Bauleitung zu Rate zu ziehen und ohne persönliche Prü fung der Decken, die Ausschalung angeordnet. Hätte er aber die nähere Prüfung vorgenommen, so wäre das Unglück nicht geschehen. Dem Einschaler Lamp fönnte ein Vorwurf nicht gemacht werden, da er lediglich die Anordnungen seines Borgesetzten Handschid nach seinem besten Wissen ausgeführt hatte. Er war daher freizusprechen. Baumeister Raebel und sein Bauführer Bit hatten feine Möglichkeit, den Unfall zu verhüten. Bauleiter und Bauführer müssen auf eine genaue Zuverlässigkeit ihrer Leute vertrauen fönnen. Das Deckenmaterial, das die Firma Raebel hergestellt hat, ist einwandfrei gewesen und die Verhandlung hat nichts gegen den Ruf der Firma ergeben und sie geht vollständig gerechtfertigt aus der Verhandlung hervor. Dem Angeklagten Bute hat das Bericht Peinen Vorwurf darüber gemacht, daß er es unterlassen hat, die Kies. menge zu verteilen, und daß er den Ries überhaupt hinaufgebracht hat. Solange die Verschalung vorhanden war, bestand teine Gefahr. Das Verschulden Bugles liege in der Ueberbringung des Auftrages von Lazarus zur Ausschalung. Er mußte, daß der Kies oben lagerte und mußte angeben, daß der Nies in folge der ungünstigen Witterung durchmäßt und an Gewicht ge wonnen hatte. Als erfahrener Bauarbeiter war es feine Pflicht, Handschick auf den Ries zu verweisen oder seine Bedenken Lazarus gegenüber zum Ausbruck zu geben. Was den Angeklagten 2a 3a rus anbetrifft, so muß dahingestellt bleiben, ob er als Bauleiter zu betrachten war. Jedenfalls hat er wiederholt Anordnungen getroffen, die befolgt wurden und er mußte damit rechnen, daß auch diese AnShung befolgt werden würde. Aus der Hinaufbringung des Riefes war ihm fein Vorwurf zu machen. Er hatte aber die Ausscha. Iung angeordnet, obwohl er sich sagen mußte, daß der Ries oben bag und die Decke dadurch erschwert wurde. Er hätte zum mindesten vorher die Ansicht der Firma Raebel einhoten müssen. In diefem Unterlaffen liege sein Verschulden. Es war zu berücksichtigen, daß 13 Tote und 11 Schwerverletzte bem Unglück zum Opfer fielen. Andererseits hat das Gericht in Betracht gezogen, daß alle drei Angeklagten eine tabellose Bergangenheit hinter sich haben und daß Lazarus außerordentlich mit Ar. beiten überlastet war." Gegen das Urteil des Schöffengerichts haben die drei Berurteilten, Lazarus, Buzke und Handschid, sofort durch ihre Rechtsvertreter Berufung eingelegt, so daß gegen sie nochmals vor der Straf fammer verhandelt werden wird. Wilhelm Boerners Bestattung. Unser im 76. Lebensjahre verstorbener Genosse Wilhelm Boerner wurde gestern im Krematorium in Baumschulenweg bestattet. An der Trauerfeier beteiligten sich mit der greisen Gattin und den Kindern und Enkeln viele Freunde und Genoffen. So mancher der ältesten Genossen war gekommen, dem alten Rampfgefährten die letzte Ehre zu erweisen. Die Gemertfchaften, die Parteiorganisation, die Gemeindeverwaltung, die sozial demokratischen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung und der Pezirksverordnetenverfammlung Kreuzberg waren vertreten. An dem blumengeschmidten Garg sprach ein Redner des Vereins der Freidenfer. Er schilderte den Verstorbenen als ringenden Menschen, als forgenden Gatten und Bater. Dem langjährigen Mit glied der Freireligiösen Gemeinde, an die Genoffe Boerner sich in der Zeit ihrer Kämpfe um die Schule angeschlossen hatte, widmete Genoffe Harndt Worte der Verehrung. Dann gedachte Genosse 3ubeil als Vertreter der sozialdemokratischen Bezirksverordnetenfraftion in tiefempfundener Rede des sturmerprobten Kämpfers für die Arbeiterklasse, mit dem eine mehr als 50jährige Freundschaft ihn verbunden hat. In der Gemertschaft der Tabatarbeiter, in der Sozialdemokrati. fchen Partei, in der Berliner Gemeindeverwaltung überall hat Wilhelm Boerner bis in das hohe Breisenaiter feine Pflicht für die Arbeiterklasse getan. Abschiedsmorte widmeten dem Verstorbenen auch der Borfigende ber 48. Abteilung unferer Berliner Barbetorganisation und ein Vertreter der USPD. Mit dem vom Männerchor Oberspree" vorgetragenen Proletarierfieb„ Ein Sohn des Boltes" endete die Feier. Unter Orgelflängen fant der Sarg hinab. Der neue Rundfunksender in Betrieb. " Wie wir hören, find die Arbeiten an dem neuen Sender am Magdeburger Blag in Berlin soweit fortgeschritten, daß die Anlage von Montag, den 12., a b in Betrieb genommen werden fann. Der Sender, der eine Sendeleistung von 2 Röhren zu je 1½ Kilowatt( in der Antenne rund 2 Kilowatt) besikt, arbeitet au nächst mit einer Trägerwelle von 500 Metern. Seine Aufgabe wird es sein, den Verhaus- Sender während des Umbaues zu ersetzen. Bis auf weiteres arteiten beide Gender gemeinsam, ebenso wie dies bisher der Borhaus- Sender und der Königswusterhausener Sender taten. Die Vorträge werden wie bisher im Boghause auf genommen und einerseits auf den im Hause selbst aufgestellten bisherigen Sender übertragen, andererseits auf drahttelephomischem Wege dem Huth Sendet am Magoeburger Blag übermittelt, der die Darbietungen weitergibt. Gleichzeitig mit der Eröffnung des neuen Senders am Magdeburger Blah wird der Königs ruft er hausener Genber dem Rundfunkbetrieb entzogen. Er beteiligt sich also nicht mehr an den abendlichen Darbietungen, bie er bisher mit seiner 5 Kilowatt betragenden Energie über das Reich vermittelte. Der neue Sender ist, wie erwähnt, erheblich weniger energiestart als der Königswusterhausener Sender, so daß zu erwarten ist, daß ein großer Teil der im Reiche verteilten Empfangsstationen in der Lage sein wird, die Ausstrahlungen des neuen Senders zu empfangen. Unberührt von der Neueinrichtung Mai- Jugendtag Gesang- Rezitationen Maispiel Ansprache Genosse Dr. Richard Lohmann Arbeitereltern erscheint in Maffen! I Sozialistische Arbeiterjugend Groß.Berlin Jungfozialistische Bereinigung BGPD./ Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Geschäftsstellen: Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Wahlresultat bekannt wurde, steigerte sich ihre ut bis zur Rajerei. Da sie sich an unsere Genossen nicht herantrauten, weil sie schon zu oft ihre Fäuste zu spüren bekommen haben, be schimpften sie die ihnen vom Wahltage her bekannten Genossinnen. Kein Tag vergeht, wo nicht bekannte Genofsinnen, fobalb fie fich auf der Straße blicken lassen, von ganzen Rubeln kommunistischer Frauen umringt und in gemeinster Weise beschimpft werden. Während es bei einer Abteilungsleiterin nur bei Be. drohungen mit Aufhängen blieb, wurde einer anderen Leiterin eine Tüte mit menschlichen Erfrementen an die Korridortür geklebt. Vielleicht wollten die edlen Mostowiter damit dokumen. tieren, welche„ Gaben" sie tatsächlich im Ueberfluß dem Bolte zu bieten haben. Wir hätten es ihnen auch ohnehin geglaubt, denn ihre geistigen" Probuftionen sind nicht minder anrüchig wie diese materielle Gabe"! Jeder anständige Mensch muß sich mit Abscheu Wenn diese gegen derartige gemeine Kampfmethoden wenden. Mo stauer Schweinereien nicht sofort aufhören, werden wir energische Maßnahmen treffen. Wir sind nicht gewillt, unsere erprobten Genoffinnen fommunistischen Rowdies zu überlassen, wir perben sie vielmehr mit allen Mitteln zu schüßen wissen. Eine Bartel, die mit solch niedrigen Mitteln arbeitet, fann niemals Befreierin der Menschheit werden." Auch eine Liebesgefchichte. In dem Hause der Kleinen Markusstr. 4 wohnte ber Maschinenbauer Karl 5. mit seiner Geliebten Margarete Horchert. Zwischen beiden waren Schlägereien an der Tagesordnung. Am 30. September vorigen Jahres waren die Hilferufe der Margarete Horchert derart laut, daß die Hausbewohner Polizei holten. Man fand die Horchert im Bette liegen. Sie war am ganzen Körper mit blauen leden über bedt und hatte auch Biwunden. Da sie über furchtbare Schmerzen am Unterleib klagte, die nach ihrer Angabe davon herrühren sollten, daß der„ Geliebte" mit Füßen auf ihren Leib herumgetreten hatte, wurde fie schwerverlett in ein Krankenhaus gebracht, wo sie nach wenigen Tagen an Bauchfellentzündung starb. Die Folge dieses Vorganges war, daß sich Karl H. vor dem Schwur gericht I unter der Antlage der fchweren Körperver leg sung mit töblichem Ausgange zu verantworten hatte. Der Angeklagte entschuldigt seine rohe Handlungsweise damit, daß feine Geliebte" immer betrunken gewesen sei und dann mit ihm Streit angefangen habe. An dem fraglichen Tag habe sie ihm die Schnapsflasche an den Kopf geworfen. Als er sich entfernen wollte, sei sie aus dem Bett gesprungen, habe ihn an den Haaren gepadt und geschlagen. Zur Abwehr habe er ihr einen Tritt mit dem Stiefel gegen den Rörper gegeben, so daß fie ins Bett zurüdfiel. Die Zeugenvernehmung ergab, daß der Angeklagte im allgemeinen ein ruhiger Mann war, und daß Margarete immer fehr häßlich zu ihm gewesen sei und in der Truntenheit sich höchft rabiat gezeigt habe. Rechtsanwalt Dr. Bromberg vertrat die Ansicht, daß der Angeflagle in Notwehr gehandelt habe und daß ihm Milderungsgründe im weitesten Maße zugesagt werden müßten, um fo mehr, als er feine Tat aufs tiefste bedauere. Das Gericht ging auch weit unter den Antrag des Staatsanwalts herunter und verurteilte den Angeklagten zu zwei Jahren Gefängnis unter Anrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft. 3m Delirium. Gegen 10 Uhr abends sammelten fich fürzlich vor dem Hause Hohenzollernplatz 4 in Röpenid etwa 100 Personen an. Hier hatte der im zweiten Stodwert wohnende 42 Jahre alte Arbeiter Otto B. ein Fenster geöffnet und, sich weit hinauslehnend, laut um Hilfe gerufen. Polizeibeamte drangen in die Wohnung ein und nahmen P., der infolge Alto holvergiftung vom Delirium befallen war, in Schußhaft. Das Rundfunkprogramm. " fam als dritter Gang: Ralbsbraten und Kartoffeln nebst Rompott. Das sagte ihm besonders zu. Einen Teller voll Kartoffeln, dazu mehrere große Stüde Kalbsbraten und darüber Tunke gefüllt, daß der Teller bald wieder überlief. Glänzend bezwang er auch diefen Berg und sagte letse schmunzelnd zu Muttern:„ Da tommt das Hochzeitsgeschent wieder mit heraus!" Als neuer Gang fam Gemüse mit Beilage". Ich dachte wieder: Jeht kann er doch nicht mehr!" Aber mein Erstaunen wuchs, als er auch hierDon fein gehöriges Teil nahm. Dazwischen trant er ab und zu fein Glas Wein zum Hinunterspülen! Nun tam als letzter fchwerer fein Glas Bein zum Hinunterspülen! Nun tam als letzter ſchwerer Gang", artoffeln mit Schweinebraten". Ich sagte mir: Hiervon wird er nichts mehr effen, denn Schweinebraten hat der Bauer alle Tage, namentlich im Winter." Aber wie hatte ich mich auch hier geirrt! Mit einem glückseligen Lächeln im Gesicht fah er die Schüffel fommen. Mit Bolluft fuhr feine Gabe! in zmei dice, recht fette Stüde Braten. Im Nu waren fie auf seinem Teller untergebracht, und dann hieb er ein, als wenn er acht Tage nichts gegeffen hätte! Ich stieß meinen Nachbar zur Rechten an, der auch die Betrachtungen wie ich gemacht hatte. Es ist doch fürchterlich, was mancher Mensch leisten kann!" erwiderte mir dieser. Nun tamen zum Schluffe Speisen und Puddings. Wir verzichteten, aber unser Gegenüber aß von jedem ein Tellerchen voll. Als dann zum Schluffe der Tafel eine Tasse Motta mit Torte gereicht wurde, nahm er auch diese und nahm ein großes Stück Torte dazu. Dann wischte er sich am Tafeltuch den Mund und die Hände und fah ganz vergnüglich dem Treiben zu. Ich konnte nicht unterlaffen, zu meinem Nachbar zu sagen:„ Ob er wohl nicht plagt?" Worauf mir der erwiderte: Da felen Sie ohne Sorge! Das ist nun erst ein Kleinbauer... " ,, Mutabor. Hunderte Bu einem Prozeß von bisher unbekannter Ausdehnung hat sich das Strafverfahren gegen den Apotheker Baul Heiser, der sich in nächster Zeit wegen Abtreibung in zahllosen Fällen vor ben Schöffengericht zu verantworten haben wird, gestaltet. von Frauen und Mädchen aus allen Kreisen der Bevölkerung sind in die Sache hineingezogen worden. Das Ermittlungsverfahren hat dadurch einen so riefenhaften Umfang angenommen, daß Heifer fich felbft bezichtigt hat, in ben legten vier Jahren mehr als 11000 Fälle unerlautter Gingriffe in feinem Institut vorgenommen zu haben. Die auffallende Tatsache, daß ein Angeklagter felbft feine Straftaten, durch die er pieljährige Zuchthausstrafen zu erwarten hat, aufbedt, ist darauf zurückzuführen, daß Heifer die Absicht hat, burch einen Standalprozeß von riefenhaftem Ausmaß Die Aufhebung des einschlägigen Strafpara. graphen herbeizuführen. Bropaganda nach dieser Richtung gemacht und Vorträge gehalten, in denen er davon ausging, daß in den ärmeren Kreisen und in den Kreifen des Mittelstandes die vorhandene große Not berartige Eingriffe rechtfertige. Auch an den Reichsjuftizminister hat er wiederholt aus dem Gefängnis Eingaben gemacht. Auf seine Bezichtigung hin hat die Staatsanwaltschaft gegen namhaft gemachte Frauen und Mädchen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, fo baß ein Strafprozeß von größtem um fang in Aussicht steht. Frauen und Mädchen aller Stände haben ihn aufgesucht in seinem Institut in der Steglizer Straße, das er in Anlehnung an das Märchen Ralifenstorch" den vielsagenden Namen" Mutabor" gegeben hatte. Der Bulauf soll ein ganz ungeheurer gewesen sein, so daß die Hausbewohner und Nachbarn auf den Massenbetrieb aufmerksam wurden. Der Angeklagte war von Beruf Apotheker und hat sich auf dieses Gewerbe erst nach Aufgabe feines Apothekerberufs geworfen. Wir werden über den Berlauf der Verhandlung berichten. Faffadenkletterer. Mit ungewöhnlicher Dreiftigkeit gingen Fassadenkletterer in der Pfalzbrger Straße vor. Sie stiegen Dom Garten aus in den ersten Stod empor, drückten ein Stüc aus einer Fensterscheibe heraus, riegelten auf, erbrachen in der Wohnung die Behältnisse mit Stemmeifen und erbeuteten für 5000 Als das Goldmart Silber und Schmudsachen. Knurren eines Tedels sie verscheuchte, schlossen sie die Korridortür mit dem vorhandenen Schlüffel auf, schlossen von außen ab, um die Berfolgung zu verhindern und verschwanden mit der Beute. Für die Ergreifung der Verbrecher und die Wiederbeschaffung des gestohle. nen Gutes ist eine Belohnung von 500 Goldmart ausgefeht. Nadel und Schere nennt sich die vom Bezirksverband des selbstständigen Schneiderhandwerks der Provinz Brandenburg in der Philharmonie veranstaltete Warenausstellung. Der Verbandsvorsitzende Mar Hafe betonte bei der Eröffnung, daß sich in den letzten Wochen auch in den Industriezweigen, die mit Nabel und Schere umgehen, ein bemertbarer Aufschwung gezeigt habe, so daß in Groß- Berlin und der Provinz Brandenburg zurzeit wieder beinabe 50000 Betriebe mit etwa 1½ millionen Bere Ueberbiid über das gesamte Schneidergewerbe und feine Hilfsindustrien. Besonderes Interesse erregen Die Lehrlingsarbeiten der Damen- und Herrenschneiderei, sowie die trefflichen Leistungen der Kürschnerfachschule. Es wird angestrebt, nur die befähigsten als Lehrlinge zu gewinnen. Sonntag, den 11. Mai. 4 Uhr: Märchen und Schnurren, gelesen von Hede Geber ( Jugendvortrag). 4.30-5.45 Uhr: Berliner Funk- Kapelle( Unterfonen gezählt wurden. Ein Rundgang barauf gab einen haltungsmusik). 6 Uhr: Ouverturen- Abend. Dirigent: Otto Urack, fr. Kapellmeister an der Staatsoper: 1. Die lustigen Welber von Windsor( Otto Nicolai). 2. Die weiße Dame( F. A. Boieldieu). 8. Wilhelm Tell( G. Rossini). 4. Wenn ich König wär'( A. C. Adam). 5. Flotte Bursche( F. v. Suppé). Montag, den 12. Mai. Berfallende Häujer. Von dem Hause Nollendorfstr. 21a fiel Bu in größeren Mengen herab und verlegte eine Frau Ida Ahrendt aus der Moßstr. 75 an der Brust. Die Verunglückte wurde zur nächsten Rettungsstelle und dann nach ihrer Wohnung geleitet. Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichten dienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 4.30-6 Uhr: Berliner Funkkapelle( Unterhaltungsmusik). 7 Uhr: 7.30 Uhr Vortrag des Herrn Sanitätsrats 1000 Worte Englisch. Dr. Frank: Sonne und Höhensonne". 8.30 Uhr: Karl Zander Rezitation):" 1. a) Wer weiß wo. b) Gestorbene Liebe, c) Das Lotterielos( Liliencron). 2. Friedel: Tzscheppau: a) Mit deinen blauen Augen, b) Wie sollten wir geheim sie halten, c) Mutter- waltungsbezirks fordert aus diesem Anlaß alle in der Sozialdemotändelei( R. Strauß). 3. Kammersänger Gunnar Graarud von der Großen Volksoper Berlin: a) Verborgenheit, b) Fußreise( Wolf). 4. Rószy Réty( Violine): a) Larghetto( Händel- Hubey), b) La Gitana, spanische Zigeunerweise( Kreisler). 5. Friedel Tzscheppau: Arie aus„ Don Carlos"( Verdi). 6. Karl Zander( Rezitation): a) Das Harfenmädchen, b) Abschied( Storm). 7. Kammersänger Gunnar Graarud von der Großen Volksoper Berlin: a) Ein Schwan, b) Ein Traum( Grieg). 8. Rószy Réty( Violine): Symphonie espagnole, 1. Satz( Lalo). Zu den Elternbeiratswahlen in Lichtenberg. Am 22. Juni finden die Elternbeiratswahlen an allen Schulen Berlins statt. Die Frattion sozialdemokratischer Elternbeiräte des 17. Bertratie organisierten Lehrer, Elternbeiräte und auch die Eltern, deren Kinder die Lichtenberger Schulen besuchen, auf, fich zu einer Besprechung über die Elternbeiratswahlen am Montag, den 12. Mai, abends 7 Uhr, in der Mittelschule, Marktstraße, einzufinden. Parteibuch gilt als Ausweis. Arbeitsgemeinschaften der Volkshochschule im Institut für Meereskunde, Georgenstr. 34/36, nahe Bahnhof Friedrichstraße. 1. Dr. A. Behne. Die neue Kunst und ihre Formen. Praktische Nebungen zur Einführung in dem Formwillen der jungen Künstler.| 4mal Freitags von 8 bis 10 Uhr. Beginn 16. Mat. Hörgebühr 2 M. 2. Frau Dr. Else Hildebrandt. Was ist das Ziel der Erziehung. Ausgehend vom Wesen des Erziehers, wollen mir dar. über sprechen, ob er den 3ögling zu letzten Werten erziehen, oder ob er sich damit begnügen soll, ihm zur Entfaltung seiner Anlagen und Kräfte zu verhelfen. 4mal Dienstags abends 8 Uhr. Beginn 13. Mai. Hörgebühr 2 M. Die Hörer aller Arbeitsgemeinschaften befichtigen am Sonntag, den 11. Mai, das neue Gewerkschaftshaus an der Inselbrüde unter Leitung des Erbauers, Architekten Mar Taut. Treffen 9.45 Uhr morgens vor dem Eingang. Hörgebühr 50 Pf. Zu allen Veranstaltungen haben Erwerbslose freien Eintritt. Nach Beendigung des Frühjahrstrimesters erfolgen die Zusammenfünfte im Grunewald in der Wald- Gemeindeschule am Bahnhof Heerstraße. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Heute nachmittag im Staatstheater Charlottenburg( Schiller- Theater) Peer Gynt. Die Vorstellung beginnt pünktlich um 2¼ Uhr. Der Berliner Bolfschor( Dirigent Dr. 3 ander), Berlins größter gemischter Arbeiterchor, nimmt noch singende und zuhörende Mitglieder auf. Der Monatsbeitrag beträgt 50 Pf., dafür haben die Mitglieder freie Teilnahme an den Notenkursen, den Generalproben und Konzerten, den Einführungsabenden, freie Benutzung der Chorbibliothek usw. Singende Mitglieder werden auch ohne Notenkenntnisse aufgenommen, jedoch müssen sie an den Elementarfurjen teilnehmen. Die Aufnahme findet jeden Freitag, 8 Uhr abends, in den Chorproben, Koppenstraße 76, Aula des Gymnasiums, statt, Jm kommenden Winter werden neben Komponistenabenden und Soliftentonzerten von größeren Chorwerken zur Aufführung gelangen: Liszt: Legende von der hl. Elisabeth, Händel: Messias, Beethoven: 9. Sinfonie, Berlioz: Faust's Verdammung. " Der gemischte Chor Off- Lichtenberg", M. b. A.-S.-B., sucht noch fangesfreudige Damen und Herren, eventuell einen Männerchor zwedz Zusammenschluß. Die Uebungsstunden finden jeden Mittwoch von 8 bis 10 Uhr abends unter Leitung des Chormeisters Ph. Heid in Fürftenbergs Festsälen, Frankfurter Allee 2( an der Weberwiese) statt. Verein ist bestrebt, an den Veranstaltungen der Arbeiterschaft unentgeltlich mitzuwirken. Der Der Lunapart, der gestern eröffnet wurde, hat für bas Matprogramm den Flugzeugatrobaten Friz Schindler engagiert, der mit einem Doppelbeder in Höhe von etwa 200 Meter über dem Halensee freuzt und seine sensationellen akrobatischen Darbietungen an einem Trapez unter dem Flugzeug ausführt. Paratyphus in Hameln. In Hameln sind etwa 60 Ertran. fungen an Paratyphus vorgekommen. Ob die Erkrankungen auf den Genuß verdorbenen Wassers oder von Fleisch zurückzuführen sind, konnte noch nicht festgestellt werden. Die Regelung des Funkwesens in Ungarn. Das Radiowesen soll in Ungarn durch eine Regierungsverordnung so geregelt werden, daß die Verbreitung von Nachrichten und die Errichtung von Sende. stationen an eine staatliche Konzession gebunden sein wird, die Herstellung der Empfangsapparate soll jedoch fret gegeben werben. Bad Salzuflen am Teutoburger Walde mit seinen tohlensäurereichen Thermal Solbädern und modern eingerichtetem Inhalatorium ist das Ziel zahlreicher Gäste. Nach den vorliegenden Anmeldungen scheint die Früh fabrsturzeit besonderen Netz auszuüben und so find denn auch seitens der Badeverwaltung für Monat Mai namhafte Solistenkonzerte( Walter Giese fing), Bortragsabende( Joseph Plaut, Dr. Mayer- Weil, Remmer) und Tanzvorführungen( Yvonne Georgy, Maria Ripellt, Fra. Hellm. Bebn pfennig), in Aussicht genommen. Das Kurtheater hat bereits begonnen; ferner wird durch tägliche Konzerte im Kurhause und sonstige Veran staltungen genügend Ablenkung geboten. Nähere Auskunft auch über Wohnungen erteilen außer der Lippischen Badeverwaltung alle Reise- und Berkehrsbureaus. Filmschau. Die Filme der Woche. Mille. Das Manuffript en mit Brömmtgbett gefester säher Bret von Sentimentalität, der tote echt amerikanisches Raugummi beliebig in die Länge gezogen werden fann. Beatrice Joy, die Hauptdarstellerin, hat ein sehr schönes Filmgesicht. Der Blinde von St. Martin", ein Svenska- Film, uraufgeführt im u. 2. Nollendorfplat. weiß sehr für sich einzunehmen. Das Manuskript benust alte Sujets. Es handelt von einem Blinden, der wieber fehend wirb, einer Frau, die schyver fehlt und durch ein besseres Leben sühnt, und einem jungen Mädchen, das durch die Heirat für seine Treue belohnt wird. Aber das alles bringen die Schweben so harmonisch, so still beschaulich in der bei ihnen bekannten vollendeten Manier bes auten Spielfilms, basemen darob entzückt ift. Regiffeur John B. Brunins ist ein Meifter Fachs. e. b. Oeffentliche Studentenversammlung Dienstag, den 18. Mai, abends 8 Uhr s. t., in den Räumen des Sozialwissenschaftlichen Klubs, Wilhelmstr. 68, 8 Treppen. Thema: Der sozialistische Student auf den Hochschulen der Gegenwart. Ref.: Dr. Paul Nieß, Jena, M. d. Thür. Landt. Sozialdem. Alt- fademiker und Parteigenoffen find herzlichst eingeladen! Arbeitersport. Das Kinderschaufurnen der Freien Turnerschaft GroßBerlin beginnt am Sonntag um 3 Uhr nachmittags in der Turnhalle Prinzenstraße. Zur Vorführung fommt der gesamte lebungsstoff des Kinderturnens, Sondervorführungen von Mädchen in rhythmischer Gymnastit, Pyramiden, ein Handballwettspiel, Musterspiele und diverse Wettläufe. Wer inmitten der Kinderschar einen frohen Nachmittag verleben will, ist freundlichst eingeladen. Die Halle wird um 2½ Uhr geöffnet. Kartell für Bolksbildung, Sport und Körperpflege, 16. Bezirk. Montag, den 12. Mai, abends 8 Uhr, im Jugendheim, Cöpenick, Grünauer Str. 5, Rartellsigung. Tagesordnung: 1. Jugendwerbewoche. 2. Sportplagfragen. 3. Bericht von der Maiveranstaltung. " Großes Arbeiter- Fußballwettspiel. Germania Weißenfee 1910 I gegen Rüstig Vorwärts 1913 Neukölln I treffen sich auf dem Plaz des ersten Fußballklubs Neukölln 1895( ehemaliger Fortunasportplay) in Neutölln, Kaiser- Friedrich- Straße, am Herzbergplak, am Sonntag, den 11. Mai, 4.45 Uhr, zum Freundschaftsspiel. Beide Vereine verfügen über spielstarke Mannschaften und ist daher guter Sport zu erwarten. Borher um 3 Uhr stehen. fich die beiden zweiten und um 1.30 Uhr die Jugendmannschaften gegenüber. Turn- und Sportverein Fichte" Berlin. Sonntag, den 11. Mai, Anturnen auf den Sportpläken Reinickendorf- West, Scharnweberstraße, Mariendorf, an der Rennbahn, Baumschulenweg, nachm. 2 Uhr. Zahlreiche BeteiliDonnerstag, den 15. Mai, Genevalversammlung des Vereins, Gewerkschaftshaus, Engelufer 25, abends pünktlich 6½ Uhr. Anturnen der Freien Turnerschaft Neukölln- Brig am Sonntag, den 11. Mai. Borm. 8 Uhr: Wettkämpfe auf dem städtischen Plaz in der Grenzallee. Nachmittags auf dem Vereinsturnplag, Straße 47, am Dammweg, ab 2 Uhr Ronzert, 3 Uhr Freiübungen der Männer und Jugendlichen, 3.30 Uhr Freiübungen der Frauen( Turnfestitbungen), dann Stafetten, Wettspiele( Fußball, Sandball, Fauftball, Barlauf) und Resultatverkündung. gung wird erwartet. Sozialdem. Studentenvereinigung Berlin. Groß- Berliner Parteinachrichten. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuh. 1. bis 20. Rreis. Bitte Waren abzuholen Monbag, ben 12., und Dienstag, den 18. Mai, von 10-1 Uhr. Wer bis Dienstag nicht abholt. fält aus. Raummangel! 4. Kreis Prenzlauer Berg. Montag, ben 12. Mai, 7 Uhr, Sigung des engeren Kreisvorstandes mit den Abteilungsleitern bei Burg, Prenzlauer Allee 189. Arbeiterwohlfahrt und Kinberschuh. Montag, den 12. Mai, 7% Uhr, im Altersheim, Danziger Str. 62, Busammenkunft aller Rommiffionsvorsteher, Abteilungsleiter, Abteilungsleiterinnen, Selferinnen und Vertrauensfrauen des Notdienstes. 7. Kreis Charlottenburg. Montag ben 12. Mai, 7 Uhr, erweiterbe Borftandsfizung im 8immer 234a, 12. Rreis Steglis, Lichterfelbe, 2ankwig. Montag, den 12. Mai, 7 Uhr, Fraktionsfigung und Sigung des Kreisvorstandes an bekannter Stelle. 14. Kreis Reukölln. Funktionärversammlung Montag, den 12. Mai, 7 Uhr, in der Aula ber Knabenmittelschule, Donaufte. 119. Bortrag des Genoffen Bitte über: Die Reichstagswahl und ihre Lehren." Dienstag, ben 13. Mai, abends 7 Uhr, in der Borwärts- Spedition, Nedarstr. 2, Funttio. närinnentonferens. 17. Kreis Lichtenberg. Montag, ben 12. Mai, 7 Uhr, Rreistonferenz im Arbeitsamt, Schreibethauer Straße. Bortrag über Die Lehren der Reichsbagswahl". 18. Kreis Weißenfee. Montag, ben 12. Mat, 7% Uhr, Rathaus, Simmer 21, Funktionärfonferens. Mittwoch, den 14. Mat, Mitgliederversammlung bel Gallath 19. Kreis Pantow. Montag, den 12. Mat, 7% Uhr, bet Meier, Türkisches Belt", Kreisdelegiertenversammlung, 20. Kreis Reinidendorf. Montag, den 12. Mai, 6% Uhr, im feinen Sigungsfaal des Rathauses Wittenau, Sigung bes erweiterten Kreisvorstandes. Jebe Abteilung muß vertreten fein. 104. 108. Heute, Sonntag, den 11. Mai: st. Rieberschöneweibe. 8ur Teilnahme am Mai- Jugend bag treffen fich Mitglieder und Gäfte nadm. 2 Uhr im Kino, Saffelwerder Straße. bt. Capenid. Sur Beteiligung am Mai- Jugenbtog Abmarsch 2 Uhr aut Bahnhof Copenid. Morgen, Montag, den 12. Mai: 6. st. 7 Uhr Funktionärsigung bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11. Der Abteilungsvorstand trifft fich 1 Stunde frither. Die Bezirksführer laben zu dem am Mittwoch stattfindenden Rahlabend ein. 8. Abt. Die am Montag fällige Beşirtsführersigung fällt aus. Ebenfalls der Bahlabend am Mittwoch. Nächste Bezirksführersigung Montag, ben 26. Mai, und Mitgliederversammlung Mittwoch, bent 28. Mai.( Neuwahl des Borstandes.) Die Bezirtsführer werden erfucht, ihre Listen, Maimarten und Maizeitungen abzurechnen. 9. Abt. 7½ Uhr Funktionärtonferenz bei Sübner, Wilsnader Str. 84. Die Bezirksführer laben für Mittwoch zur Mitgliederversammlung im Actushof ein. 14. Abt. 8 Uhr Funktionärtonferens bei Dietrich, Swineminber Str. 86. 15. bt. 7% Uhr Funktionärsigung bei Obligo, Stralsunder Str. 11. 16. Abt. 7 Uhr Funktionätigung bei Arliget, Suffitenftt. 84. Maimarten, Mailiften und Gammellisten sind umgehend abzurechnen beim Genoffen R. Meier, Usedomftr. 23a. 18. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferens bei Müller, Uferftr. 12. 10. Abt. 7 Uhr Sigung sämtlicher Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre bei Schrepel, Grünthaler Str. 13. Mittwoch: 8ahlabend in den bekannten Lokalen. 20. Abt. 7 Uhr Funktionärstzung bei Gritsch, Drontheimer Str. 24. Abt. 7 Uhr Funktionärstzung bei Rösner, Immanueltirchstr. 25. 28. Abt. 7½ Uhr Sigung der Bezirksführer und Elternbeiräte bei Büttner, Schwedter Str. 23. 29. Abt. 7 Uhr Sigung der Funktionäre bei Rluge, Danziger Str. 71. 38. Abt. 7½ Uhr Funktionärkonferens bei Bartusch, Friedenstr. 88. Jeder Bezirk muß bertreten fein. 39. Abt. 7 Uhr Funktionärstzung in der Juristischen Sprechsturmbe, Wichtige Tagesordnung. Die 42. Abt. 7 1hr Funktionärfonferenz bei Wiersdorf, Urbanste. 6. Vertretung des beurlaubten Abteilungstaffierers bat bis zum 26. Mai Genoffe Rothe, Schleiermacherstr. 15( Baden). 46. Abt. 7 Uhr Cubrystr. 45. Die Elternbeiräte müffen an ber Giftung teilnehmen. 47. Abt. Montagabenb teine Funktionätonferens. Die Bezirksführer laden zum gemeinsamen Bablabend am Mittwoch, 14. Mai, bei Behrendt ein. Steferent Dr. Kawerau. Touristen- Verein der Naturfreunde, Abt. Webbing, tagt jeden Dienstag in ber Schule Lütticher Str. 47/48, 18 Uhr. Am 13. Mai Lichtbildervortrag ,, Bom Urfled zum Menschen". Anmeldung für Magdeburg spätestens bis 13. Mai beim Abteilungsleiter. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Bereinigung ber Freunde von Religion und Wölferfrieben. Genoffe Pfarrer Bleier spricht Sonntag, den 11. Mai, abends 6 Uhr, in der Triniatiuskirche, Charlottenburg, Karl- August- Blah, im Rahmen einer religiösen Feierstunde über das Thema: Unsere Maienfreube." Mittwoch, den 14. Mai, abends 7 Uhr, spricht. Pfarrer Genosse Dr. Bichowski, Neukölln, in der Aula der Schule Charlottenburg, Oranienstraße, über das Thema: ,, Die Stellung des Arbeiters zur Religion." Berein der Freibenter für Feuerbestattung E. B., 6. Bezirk( Kreuzberg). Am Montag, den 12. Mai 1924, abends 7 Uhr, in den Sohenstaufensälen. Rott. buferdamm 76, öffentliche Versammlung. Referent: Otto Roth Berlin. Thema: Werden und Bergehen."( 65 farbige Lichtbilder.) Der FriedrichSegar Chor wird in der Bersammlung mitwirken. Berliner Mieterbund, Bezirk Schöneberg. Montag, den 12. Mai, abends 7½ Uhr, öffentliche Mieterversammlung Akazienstr. 14 im Lotal Riefe. Schlefier Berein Rübezahl", Charlottenburg. Gemischter Chor. Jeden Montag, 8 Uhr abends, Raiser- Friedrich- Str. 63, bei Grimm, Uebungsstunden. Ganges- und wanderlustige Damen und Herren werden noch aufgenommen. Stunftgemeinde Neukölln. Dienstag, 13. Mai, abends 8 Uhr, in der Aula der Walter- Nathenau- Schule, Boddinstraße, Mitgliederversammlung. 11. Vortrag des Herrn Dr. Felix Günther über: Die moderne Musik, mit Erläuterungen am Alavier und gefanglichen Darbietungen. 2. Beratung des Pro gramms der nächsten Spielzeit. Eintritt frei gegen Mitgliedstarte. Sport. Internationale Radfernfahrt über 1005 Kilometer. Bom 17. bis 20. Juli findet durch den BDR. zum ersten Male auf der langen Strecke Zürich- Berlin eine internatio nale Etappen Radfernfahrt für Amateure und Berufsfahrer aller Länder statt, die im Besiz einer Lizenz der UCI. find. Neben den Straßenfahrern werden auch Der ADAC, wird mit Motorradfahrer in Konkurrenz treten. Unterstützung des BDR. den motorradsportlichen Wettbewerb zur Durchführung bringen. Die Oberleitung der gesamten Veranstaltung liegt in den Händen des Borsitzenden des Sportausschusses des BDR., Franz Eggert, Berlin D. 17, Große Frankfurter Str. 10. Rennen zu Ruhleben am Sonnabend, den 10. mai: 1. Rennen 1. Fürst( 3. Mins), 2. Jdealist K( G. Kaupper), 8 Cobra (. Grube). Toto: 25: 10. Plat: 13, 13, 17: 10. Ferner liefen: Alpenfeg, Gamein, Federnelle, Hauptmann, Ostermagda, Lady Petaurist, Freb Wilkes jr., Lump, Adelei B. 2. Rennen. 1. Ima Guy( Großmann), 2. Falter( Bartnid), 8. Willy I( Stnoratli). Toto: 26: 10. Blas: 14, 18, 14: 10. Ferner Tiefen: Jimiene. Blaumeile, Maitönigin I, Zu Ende, Altgold, Lu Watts ( disqu.), Diana VII, Dollyfa. 3. Rennen. 1. Arworthy I( M. Bauer), 2. Ostermagda( Stops) 8. Ddysseus( S. Fisch). Toto: 33: 10. Plaz: 18, 18, 23: 10. Ferner liefen: Balme I, Ypsilanti, Batschari, Karneval, Flora Bingen. 4. Rennen. 1. Lindenhofer( M. Ningius), 2. Barmaid( Nogowski), 3. Leuchtturm( Steger). Zoto: 27: 10. Blat: 12, 17, 17: 10. Ferner liefen: Altmart, Dompfaff, Coriolanus, Frl. v. Lindow. 5. Rennen. 1. Erdmann( Heckert), 2. Johannes( Kaupper), 3. Gilzug( E. Treuberg). Toto: 33: 10. Blab: 11, 12, 17: 10. Ferner liefen: Monarchist, Verdun, Stuart Webbs, Libanon. 6. Stennett. 1. Michel Angelo( M. Ningius), 2. Fels( L. Weiß), 8. Beter Harvester( H. Grube). Toto: 68: 10. Blak: 18, 19, 22: 10. 48. Abt. Die Funktionärtonferens am Montag fällt aus. Die Funktionäre Ferner liefen: Hetmann, Siegleicht, Craffus, Prinzeß Bertha. werben ersucht, zur Mitgliederversammlung einzuladen. Referentin Genoffin Wachenheim. 36. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr Funktionärssung bei Bierfch, Rantstr. 62. 103. Abt. Oberschönewelbe. 7% Uhr Funktionärsibung bei Amberg. 107. Abt. Alt- Glienice. 7 Uhr Borsbandssigung im Jugendheim am Fallenberg. ,, Um ein Königstind" heißt der historische Film, der in der Alhambra seine deutsche Uraufführung erlebte. Geschehnisse aus der französischen Revolution zu verfilmen ist gefährlich und ohne zwingende Gründe nicht ratsam, denn wir haben bereits zu viele derartige Filme gesehen. Hinzukommt, daß etliche dieser Filme wahre Meisterwerke find, Die den Namen ihres Regisseurs in die weite Welt trugen. G. Zolten hält nicht auf historische Echtheit, weder in den Masken seiner oft recht unzulänglichen Darsteller noch in der Handlung. Er bemächtigte sich der Legende, die den Königssohn von Emigranten aus dem Hause des grausamen, quällustigen Schusters Simon entführen ließ. Tibor Lubinsky, ein im großen und ganzen schon zu bewußter Spieler, bringt als unglüdlicher Dauphin den Reiz eines schönen Kindes mit sich, was auch von seiner fleinen Partnerin Lilly Lubinsky zu behaupten ist. Wer der Stevolutionsfilme satt ist, wird aber im Beiprogramm des Sehenswerten in bunter Fülle finden. Damit das englische Frühjahrshindernisrennen in vollendeter Weise auf den Filmstreifen tam, bemühten sich 45 Photographen, die ihre Sadye so gut machten, daß die Pferdesportleute aller Länder einfach hingerissen find. Harold Lloyd belacht man in einem mehrattigen Film und auf der Bühne sieht man Charlotte Klein und ben amerikanischen Erentrit- Tänzer Earl Bowis Wid mit dem Jazz Clampham Band, wodurch das Publikum zur Beifallsraferei aufgepeitscht wird. Ein Bild grausigster Zerstörung zeigt das Eisenbahnunglück von Bellinzona, das gleichzeitig im Primus- Palast vorgeführt wird. Der bringt als Hauptfilm Tombs abenteuerliche Brautfahrt." Diese fechsaftige romantische Geschichte liegt außerhalb der Grenzen unseres Geschmacks. Sie ist verwickelt ohne spannende Haz und der Gesellschaftsmensch, der als Holzfäller spaßhalber sein Brot verdient, hat keinerlei robuste Art. Karl Lamac, Regisseur und Hauptdarsteller, hat ein gutes Filmgesicht, aber nicht genügend schauspielerisches Können für die flimmernde Leinwand. Nervosität will er durch hilflose Rappeligkeit begreiflich machen und Körperstärke durch wüste, jeden Augenblick unwahr anmutende Brügelei. Als Regisseur bringt er feine Leistung von Bedent. tung, im Gegenteil, an und für sich gute Aufnahmen sind fünstlich mit einer solchen ekelhaft füßlichen Stimmung übergossen, daß man Sacharin erinnert wird. Unerträglich sind für uns auch Frauen auf schiefer Bahn", die das Marmorhaus sich verschrieb. Cecil B. de Mille ist zwar ein in Deutschland belannter und beliebter Regisseur. Seine Massenszenen haben Leben, doch sind sie diesmal gewaltsam in die Handlung hineingepreßt worden. Was er sonst an Hochspannung bringt, sei es die Raserei zwischen einem Expreßzug und einem Auto- ascherung Montag, den 12. Mat, abends 6 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. mobil, sowie einem Motorrad und einem Automobil, ift verblüffend gelungen, aber das ist mehr typisch amerikanisch, als typisch Cecil B. de HALPAUS RARITÄT Die unübertroffenen Qualitäts- Cigareffen SCHWARZ an 124. Abt. Mahlsdorf. 8 Uhr Boraftndsfizung bei Anders, Bahnhofstraße. 132. Abt. Blankenburg. 7 Uhr Funktionärfonferenz Freischüthstr. 20. Jungsozialisten. Arbeitsgemeinschaft Dr. Engelhardt. 8 Uhr im Jugendhelm, Lindenstr. 3, Bortvag: Geistige Bewegungen der Gegenwart. Uebermorgen, Dienstag, den 13. Mai: 23. Abt. Die Funktionärfißung, fällt aus. Alle Funktionäre besuchen die Versammlung am Dienstag im Deutschen Sof". 27. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferenz im Rinderhort, Sonnenburger Str. 20. 35. Abt. 7 Ubr Versammlung fämtlicher Funktionäre, Betriebsvertrauensleute und Elternbeiräte bei Drelse, Schreinerfir. 18. Reukölln, 89. Abt. 7 Uhr Borstands, und Funktionärstigung bei Stahl, Ganderftr. 11. 91. bt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Lübbecke, Karlsgartenstr. 12 93. Abt. 7 Uhr Funktionärsigung bei Förster, Serg. bergstr. 12. Abrechnung des Maimaterials. Stellungnahme zur Neuwahl des Abteilungsvorstandes. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 37. Abt. Unsere langjährige Genoffin Schola ist am 6. Mai verstorben. Eine Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 11. mai: Mai- Jugendtag in Kaulsbort- Süb, nachm. 2 Uhr im Restaurant ,, Sanssouci", Bahnstation Gadowa. Die Treffpunkte ber Abteilungen sind folgende: Brik: Borm. 9 Ube in der Jdeal- Kantine( Bahnstocher). Buchholz: Borm. 18 Uhr Bahnhof Blankenburg. Charlottenburg: Vorm, 9 Uhr Bahnhof Charlottenburg. Friebenan: Borm. 9 Uhr Ringbahnhof Wilmersdorf- Friedenau, mit Werbebezirt Westen 10 Uhr Bahnhof Charlottenburg. Gesundbrunnen I und II: Borm. 7 Uhr Brunnenplag. Karlshorst: Borm. 11 Uhr Bahnhof Karlshorst. Raulsdorf: Mittags 1 Uhr Schule. Merienfelbe: Borm.% 10 Uhr Bahnhof. Moabit 1: Borm. 8 Uhr Strom-, Ecke Turmstraße. Reukölln II: Borm. 10 Uhr Hermannplaz( Apotheke). Ricberschönhausen: Borm. 68 Uhr Friedensplay. Norbring: Borm. 7 Uhr Bahnhof Prenzlauer Allee. Prenzlauer Vorstadt und Senefelder Biertel: Borm. 17 Uhr Bahnhof Schönhauser Allee( Eingang Greifenhagener Straße). Nachzigler 10 Uhr ebenda. Schöneberg II: Borm. 9 Uhr Kaifer. Wilhelm- Play. Gülboft G.- B.: Borm. 7 Uhr Schlesisches Tor( Normaluhr). Sübost R.-B. und R.- B.: Borm. 18 Uhr Rottbuser Tor( Sochbahn). Steglik I unb II: Borm. 10 Uhr Bahnh. Gubende, Tempelhof: Borm. 10 Uhr Bahnh. Tempel hof. Wannsee: Borm. 410 Uhr Schule Charlottenstraße. Webbing: Borm. 7 Uhr Bahnhof Wedding. Werbebezirk Often: Borm. 18 Uhr Weberwiese, Nachzügler 1 hr Schlesischer Bahnhof, Frucht, Ecke Madaistraße. Werbebezirk Kreuzberg: Borm. 9 Uhr Borwärtsgebäude, 2. Sof( photographische Aufnahme). Werbebesiet Besten: SAJ., Jungfozialisten und Kinderfreunde, vorm. 10 Uhr auf dem Bahnhof Charlottenburg. Werbebezirt Zeltowfanal: Mittags 12 Uhr Bahnhof Gadoma. Werbebezirk Oberspree: Westliche Hälfte( Treptow, Baumschulenweg, Niederschöneweide) vorm. 12 Uhr vor dem Jugendheim Nieberschöneweide. Deftliche Sälfte( Adlershof, Cöpenid, Faltenberg, Friedrichs. hagen) um 12% Uhr auf dem Marktplah Cöpenid. Werbebezirk Reinickendorf: Borm. 8 Uhr auf dem Bahnhof Gesundbrunnen. Tegel, Hermsdorf, Rosenthal und Reinidendorf- West an der Solsbrüde, Reinickendorf- Oft vor dem Ring bahnhof. Werbebezirk Bankow: Vorm. 10 Uhr Schlesischer Bahnhof. Morgen, Montag, den 12. Mai, abends 7% Uhr: Friedenau: Jugendheim, Offenbacher Str. 5a, Bortrag: Warum bin ich in der GAZ.?" Karlshorst: 30. Gemeindeschule, Augusta- Bittoria- Str. 35, Bortrag: ,, Arbeitszeitgefeß.". Often Str.- B.: Schule, Raglerstr. 3, Bortpag: Weltverlehre. 2. Tell 7. Rennen. 1. Prinz Abbell( B. Heckert), 2. Kreolin( G. Neuenfeld), 8. Bella Dawson( Holzti). Toto: 14: 10. Plat: 13, 35: 10. Ferner Itefen: Ginori, Wassander. 8. Rennen: 1. Stella Harf( P. Schön), 2. Ballspieler( G. Neuenfeld), 3. Leichtsinn( Janus jr.). Tot.: 29: 10. Blag: 14, 20, 21: 10. Ferner liefen: Beitgeist, Francisco, Nebel, Paul, B. Geschäftliche Mitteilungen. Die Rational- Film- H.- G., Berlin, veranstaltet ein Preisausschreiben, das für die Rinobesucher von größtem Intereffe ist. Es soll ein kurzer 8weizeiler gefunden werden, der als Schlagwort zu Propagandazweden zu dienen bestimmt ist. Fünf Geldpreise im Gesamtbetrage von 6000 Goldmark und fünfhundert wertvolle Trostpreise find für die besten Fassungen ausgeschrieben. Näheres über die Teilnahmebedingungen erfahren unsere Leser aus der Anfündigung in der heutigen Nummer unseres Blattes. Wetter für morgen. Wetter für Berlin und Umgegend. Beträchtliche Erwärmung, zunächst noch heiter, dann zunehmende Bewölkung, später etwas Regen, darauf wieder auftlarend, südwestliche Winde. Für Deutschland: Im Westen meist bewölkt mit Regenfällen, im Osten heiter. Jogal Gicht, Rheuma, Ischias, Tabletten hervorragend bewährt bei Hexenschuß, Nerven- und Kopfschmerzen, Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Barnsäure aus. Klinisch erprobt. In allen Apotheken erhältlich. Best. 64,3% Acid acet. salic., 0406% Chinin, 12,6% Lit., ad 100 Amyl. Koch& Peeland bringen die größte Auswahl! Gabardine imprägniert" für Regenmäntel ,,, reine Wolle".. Mtr. Damenstoffe neue Farben" Velours de laine, Tuche, 130 breit, Mtr. 10.8.Sertraudtensta 20/21 Suge: 1893 Kostüm 27M DamenHűte Jugendi. Glocke aus Lackbast, mit schottischer Stroheinfassung u.Garnitur Pedal- Glocke mit breiter Ripsbandgarnitur 450 1750 VillfteinTchnittmuster in allen 4 Geschäften Extra Angebot Montag bis Mittwoch Damen- Kleidung Foulard- Kleid 3650 Frotte Kleider Jugd. 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Wie er in seinem Zuge durch die gesamte Welt der Erscheinungen das Land, das Meer, die Städte in seinen Werfen umfaßt, nahm er folge richtig auch die Welt der Industrie auf, und nur einen gab es, der schon vor ihm in den endlosen Flutungen des modernen Lebens auch dieses Chaos harmonisch efstatisch empfand: den Amerikaner Walt hitman. Aber während die gegenwärtige Eristenz dieser Erscheinungen für Whitman nur rein zufällig, fönnte man sagen, einen Teil der Gesamtheit der Dafeinsobjekte bildete, die er in barbarischem Amerikanismus wahllos bejahend, naiv und mit zwerchfellerschüt terndem Dröhnen bewunderte( D, die Freuden des Lokomotivführers, mit seiner Lokomotive zu fahren"), war Verhaeren der Erste, der die Möglichkeit in fich fand, in lyrisch hymnischer Form die ganze Welt der Industrie in ihrer Bandschaft wie in ihrer Idee allseitig zu umfassen. Sein Hymnus„ Die Fabriken" ist nicht nur ist die Dichtung der Fabriken an fich, wie fle jede größere Stadt der Gesang über irgendein vereinzeltes Werf industrieller Arbeit, es Europas an ihre Flanten gepreßt beherbergt. Er umfaßt darin das Wesen der Fabriken in allen feinen Erscheinungen, zeichnet dte finsteren Gaffen der Arbeiterviertel, die Gestalten der Schmiede, die halbnadt an den Walzwerken stehen, die giftigen Dünfte der Schwefel das proletarische Elend der Vorstadt mit dem Bafter und der Trunt. gruben, die Webereien mit ihrem Wirrfal ſich verschlingender Hände, fudyt ihrer Schenken. Besonders beachtenswert bleibt es dabei, daß von ihm zum erstenmal auch die ganze heroische Landschaft industrieller Städte gezeichnet wurde. Und zwar nicht naturalistisch, sondern mystisch, visionär, ähnlich wie wir fle aus den Radierungen des Amerikaners Pennel und des Flamen Brangwyn kennen. Berhaeren zeichnet aber auch die ewige Idee der Arbeit, die den Menschen mit dem Menschen verbindet, und über Glend, Opfer und Ausbeutung hinweg sich wie ein goldener Regenbogen über die Stadt ( pannt. Er kehrt zu dieser verheizungsvollen Botschaft des schaf beit zurüd, und hat darin ein kleines lyrisches Denkmal der Arfenden Werttages unter anderem in feinem Hymnus Die Ar beit" geschaffen, bas an Meuniers gleichnamige Schöpfung erinnert und auch an jenes unausgeführte, nur in einem Gipsmodell vor Sonntag, 11. Mai 1924 gangen war und deren Ausdrucsmittel fich außerordentlich verfeinert hatten, sich zu Beginn dieses Jahrhunderts wieder der Gestaltung industrieller Erscheinungen zuzuwenden. Alfons Paquet, der in Deutschland zuerst auf diesem Wege fortschritt, fommt freilich noch ganz von Whitman her und bleibt audy in ber Schilderung seines Schon Zola, Lemmonier, Meunier und Hauptmann haben die Rupferwalzwertes( Auf Erden", Berlag Eugen Diederichs, Jena) Welt der Industrie erlebt und gestaltet. Der Naturalismus als noch start am Stofflichen hängen. Ernst Lissauer wiederum Kunstform ist uns heute in vieler Hmsicht fremd geworden, aber steht mehr bei Verhaeren( Der Strom", Berlag Eugen Diederichs). dennoch wird Zolas„ Germinal" leben un feiner fozialen, feiner Aehnlich wie Dehmel gibt er uns in seinem„ Bergarbeiterfied", symsymoblischen Werte willen, werden Hauptmanns Weber", Lemmubolisiert unter dem Bilde der aus der Tiefe der Erde any den Tag niers„ Eiserner Moloch" ihre ethischen Kräfte auch auf fernere Gedrängenden Stlavenfchaft die Idee der Maffe, die aus der, Finsternis schlechter ausstrahlen, werden die Werte des Bilbhauers Meunier fie hinaufstrebt zu Freiheit und Licht. Sogar Richard Dehmel selbst vielleicht alle überdauern. Auch die Lyrik erkannte früh, daß sich in schuf noch in späterer Zeit in seinem Buche Schöne wilde Welt" der Industrie eine neue Landschaft für sie erschloß. Neue Gestalten, ( S. Fischer, Berlin) einen bedeutenden 3yfius" Die Hafenfeier", in neue Erlebnisse, neue Sentiments. Sie fühlte die Tragit, die in der der er in langhinschreitenden Berszeilen den ganzen verworrenen Knechtschaft ewig an die Maschine gefesselter Menschenschicksale rubbe. Urwald der Masse, Schiebe und Docks des Hamburger Hafens umDenn es ist von jeher die Mission des Dichters gewesen, die Sehn faßt, eine gewaltige Sinfonie des ewigen Werftages, dber auch der fucht erniedrigter, tämpfender und verzweifelter Seelen im Lied zu unentrinnbaren Folberfammer gequälten Menschentums. Auch die erlösen. Der Weg von jenem unbekannten Boikslied„ Es waren zwei Königsfinder" bis zu dem grauen Tagesende proletarischer Arbeits. die industriellem Heimatboden am Rhein eniwachsen, sich durch ,, Berfleute auf Haus Nyland", eine Anzahl von Dichtern, leube, denen das Triebrad ewig wacher Fabriken nicht Zeit läßt zu Beruf und Arbeit zusammenfanden und teilweise start von Dehmei Aber die Zyrik der achziger Jahre war damals ebenso wie die beeinflußt find, haben ähnliche Wege beschritten. Sie haben es sich dramatische Dichtung ber gleichen Generation, der auch Gerhart Nüchternheit ihrer poefiearmen Helmat zu zerstören. Nicht fentigeradezu als programmatische Aufgabe gestellt, die alte Sage von der Hauptmann angehörte, in ihrer naturalistischen Periode begriffen. mentales Bebauern erweckt in uns der Rauch der Schlote und HochFür Dichter wie Karl Hentell und Arno Holz die unter öfen. Wir begrüßen die tausend Kräfte, die an der Arbeit sind, um dem Eindrud der sozialen Tendenz jener Epoche standen, handelte unsere Zeit von uns selbst zu erlösen." Das bisher bedeutsamste es sich in Wahrheit um ein politisch- literarisches Programm. das von Mert. das aus der Mitte dieser Männer hervorging, sind die unfontrollierten Mitleidsgefühlen durchfeht war. Zudem fehlte es fast allen Byrikern dieser Zeit letzten Endes an dichterischer Kraft Bei weitem am stärksten aber von allen Dichtern der jungen Genefast allen Byrikern dieser Zeit letzten Endes an dichterischer Kraft Cifernen Sonette" von Joseph Winkler( Inselverlag). der Gestaltung, die Gebilde, die sie schufen, waren nicht viel mehr als eine sentimentale Armeleutepoefie, und zuweilen scheint es, als tation, die, das künstlerische Problem der Industrie in Angriff gewäre die ganze industrielle Lyrik dieser Belt überhaupt nur eine nommen haben, find die Werte von Paul Zech:„ Die eiserne wäre die ganze induftrielle Lyrik dieser Zelt überhaupt nur eine Brücke"," Das schwarze Revier"( Mufarionverlag). Bei Zech ist der Mobe gewesen, die der Naturalismus in seinem Gefolge herauf Blick für das Elementare, das verworren Urweltliche der industriellen Allein Richard Dehmel, dem Gestalter psychischer Zerrissen Landschaft besonders scharf. Die Vollkommenheit seines Versbaues heit, gelang es in seiner Jugend, zu Beginn der neunziger Jahre in übertrifft die der anderen zeitgenössischen Dichter der Industrie bei Deutschland vereinzelt dichterische Werte zu schaffen, die ne Kunst weitem. Es ist das Erschütternde und Gewaltsame der Natur selbst, waren, und die doch von dem Geiste moderner Arbeit beseelt scheinen das, von den Menschen in neue Formen gebannt, uns in seinen Aber auch hier, in den Gedichten„ Der Arbeitsmann" und" Das Gebichten ängstligt. Feuer und Blitz, Wasser und Donner, Liebe und Erntelied" wird das letztere noch untypisch auch jedem nicht indu Bilder gefaßt, schießen wie ein schwarzer Hagel auf uns herab, und Tob schießen in neue finnbetörend grandiose und schredenerfüllte striellen Seitalter gerecht. In seinem Arbeitsmann" dagegen, in wir erkennen daraus, daß diese Welt der Industrie, die Millionen bem in der Tat etwas von dem rasch vorüberlärmenden Zeit und Brot, Beiden und Erhebung bedeutet, einen der stärksten Ausdrücke Menschen erbarmungslos mit sich reißenden Atemzug industrieller Gegenwart in das Ewige erhoben ist, geht er noch völlig ungerührt handene Wert Rodins Der Turm der Arbeit", das gleichfalls unseres modernen physischen und seelischen Erlebens darstellt, voll vielfältige und aufwärtssteigende Reihe eine Welt von nicht geringerer Größe als die Dantes und Michelangelos. brachte. an ihrer Landschaft vorüber( ir haben ein Bett, wir haben ein Kind, mein Weib und fehlt uns nur eine Kleinigkeit um so frei zu sein wie die Bögel find, nur Zeit"). Denn Richard Dehmel, ber nicht vom Naturalismus herfam, erkannte sehr wohl die Ge. fahr, die in diefen Stoffen lag, und indem er zunächst die äußeren Erscheinungen der industriellen Welt außer acht ließt, vermied er es, von vornherein, seine Verse mit rein Materiellem zu belaften. Dieser Gefahr sind auch noch die Arbeiterdichter unferer Zeit, wie Eugen Lersch, Alfons Pezold und andere, nicht imuner entgangen. In der Folgezeit verlor sich Richard Dehmel dann in den psychischen Wirrfalen erotischer Labyrinthe und mit ihm wandte sich eine ganze Generation lange Jahre hindurch scheinbar für immer von einem SMYRNA BASMA cabillim SMYRNA aller menschlichen Arbeiten und Berufe geben sollte. Ihr Arbeiter, Millionen Fiebernde, Gepreßte, Die Ihr die Stirn vom Bahn nußvollen Werts umstrahlt, Als Sieger aufrecht durch die Zeiten schreitet, In wieviel Bildern namenlosen Heldentums, Bestählter Brust, mit wild und sichern Gesten, In Ansturm, Qual, Triumph und endlicher Gewalt Fühl ich die Zeichen Eures ewigen Ruhins In meinem Innern tragisch aufgemalt! Erst als Verhaeren in Belgien das Pathos der neuen Zeit gefchaffen hatte, begann auch die deutsche Lyrik, bie inzwischen durch bie Schule Dehmels, Stefan Georges und Rainer Maria Rutes geN Mef- Stoffe durch Gäte und Preiswürdigkeit seit Jahren bekannt Riesen Auswahl! Herren Gabardine! M. 9.80, 12.80, 13.20, 14.60, 15.60, 16.95, 17.80, 18.40, 18.90, 19.80 чяw. Modernste Musterungen! la Qualitäten! Alle Neuheiten in Damenstoffen, reichste Auswahl, reine Wolle Mk. 5.90 an Tuchhaus M. E. Freitag, Malemarke Jm Hamburger pupist Hafen. P 约 Ankunft der Orienttabake für die ,, Kleine Massary" Zigarette. 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G. prämiiert auf Grund der Entscheidung der Breisrichter und unter Zugrundelegung ber unten angegebenen Bedingungen die fünf beften zweizeiligen Berssprüche mit Breifen von insgesamt 6000( sechstausend) Goldmark ION und zwar wie folgt: 1. Preis: 2500 Goldmark 2. Preis: 1500 Goldmark 3. Preis: 1000 Goldmark 4. Preis: 700 Goldmark 5. Preis: 300 Goldmark Außer diesen Goldmartpreisen lommen 500 Trostpreise in Form von Halbjahres- Abonnements für ein vom Gewinner zu bestimmendes Rinotheater zur Verteilung. Diese Abonnements berechtigen zum einmaligen Besuch in jeder Woche. Bedingungen: 1. Seber tann fich an dem Preisausschreiben beteiligen. 2. Die Breije tommen auf jeden Fall zur Berteilung, ble Bewinner werden in diesem Blatte befannt gegeben. 3. Lediglich maßgebend ist die Entscheibung der Breisrichter, fie erfolgt unter Ausschluk des Rechtsweges. 4. Die preisgekrönten Verse gehen mit allen Rechten ber Beröffentlichung 2. an die National Film A. G. über. 5. Alle Einsendungen müffen bis spätestens 30. Juni 1924 im Befige der National- Film 2-6. jeln; leder Briefumschlag muß den Bermer! Pretsausschreiben enthalten. 6. Auf einem gesonderten Bogen muß jeber Teilnehmer ben zulegt gesehenen National Film beutschen ober ausländischen Ursprungs auch unter Angabe, in welchem Rino der Film vorgeführt wurde. furz beschreiben; ebenfo foll eine Striti! über den Film beigefügt werden, damit die„ National" auf biefe Beise für die fommenbe Produktion ben Geschmad des Bublifums genau feststellen fann. 7. Die Adresse des Absenders i deutlich unter den Bers zu fehen. 8. Eine Rüdienbung auch ber nicht prämiierten Ein fenbungen erfolgt nicht. Das Amt der Preisrichter haben liebenswürdigerweise übernommen: Herr Brofeffor Dr. Celbig, Regierungsrat a. D. Herr Dr. Rahnert, Leiter der außenhandelsstelle Filme Herr Konjul Richard Joseph Herr Generalbirettor Hermann Rofenfelb Herr Chefredakteur Egon Jacobioha Herr Direktor Adolf van Doornid Die Entscheidung des Preisrichterfollegiums erfolgt spätestens bis 31. Auguft 1924, bie Preisverteilung anschließenb baran. National- Film A. G., Berlin SW 48, Friedrichstr. 10 Achten Sie auf die Schuhmarke der National Film A.-G. NATION Achten Sie auf die Schuhmarke der National Film A.-G. 12 Kleidung Möbel und Polsterwaren Kompl. Wohnungs- Einrichtungen an die richtige Einkaufsquelle auf KREDIT B. FEDER Brunnenstraße 1 Cottbuser Damm 103 Frankfurter Allee 350 Charl., Scharremstr. 5 Groß and unerreicht sind die Vorteile die Ihnen hier in jeder Beziehung geboten werden, sowohl bezüglich der billigen Preise als auch bezügl. der unerschöpflichen Auswahl in allen Abteilungen. 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Der nochstehende Aufsatz des bekonnien sozialistischen t)lstonters ist dem soeben erschienenen Antiquariatskotalog des Verlags R. L. Prager, Berlin(Preis 1 M), entnommen, der eine interessante Uebersicht der Marx-Engels-Lassalle- Literatur enthält. So abfällig auch Marx über die„kleinliche" Amnestie urteilte, die Wilhelm I. bei seiner Thronbesteigung für politische Vergehen erlassen hatte, so ermunterte diese ihn dennoch, als seine finanzielle Not ihm Ende Februar 1861 ohnehin zu einer Reise zu seinen holländischen Verwandten riet, auch nach Berlin zu gehen, das er seit 1848 nicht mehr besucht hatte, und wo seit dem Sturz seines Schwagers") und Manteuffels ein liberalerer Wind wehte. Seit längerem drängte ihn Lassalle, nach Preußen zurückzukehren und hier in der Hauptstadt ge» meinsam mit ihm die„Neue Rheinische Zeitung" in ver- wandelter Gestalt wieder ausleben zu lassen. Und obgleich er empfand, daß die Wellen dort drüben noch nicht hoch genug schlugen, um sein Schiff zu tragen, so war er doch durch die chronische finanzielle Misere, die in London auf ihm lastete, zu sehr zermürbt, als daß er einen solchen Vorschlag ablehnen wollte, ohne sich vorher wenigstens an Ort und Stelle um- gesehen und mit Lassalle, den er seit den Revolutionstagen nicht wieder gesprochen hatte, verhandest zu haben. Kam er in Berlin mit Lassalle und— mit der Polizei ins reine, so war er nicht abgeneigt,„unter den jetzigen Umständen nach diesem Strohhalm" zu greifen. In Berlin, wo er noch Mitte März eintraf, war Marx, wie man weiß, der Gast Lassalles, der ihn ebenso wie seine Freundin, die Gräfin Hatzfeld, deren politisches Urteil Marx schätzte, mit Aufmerksamkeiten überschüttete. Als er nach drei Wochen abreiste, begleiteten ihn beide bis Potsdam, und man trennte sich unter Scherzen und im besten persönlichen Ein- vernehmen. Dennoch war Marx in Berlin ziemlich bald zu der Erkenntnis gelangt, daß an eine innige Zusammenarbeit zwischen ihm und Lassalle, so wie jener vorschlug, für ihn nicht zu denken war. Aber„bei der großen Freundschaft, die er mir bewies", brachte es ihn, wie er an Engels hernach berichtete, in Verlegenheit, zu Lassalle gleiäst dort„mit der Sprache her- auszurücken". Er bedang sich aus, erst mit Engels und Wilhelm Wolfs, ohne die er sich ohnehin nicht beteiligen würde, die Frage durchzusprechen. Daß und weshalb eine Absage zustande kam, ist bekannt und braucht hier nicht aufgefrischt zu werden. Bekannt ist auch der Eindruck, den Marx von dem Berlin der beginnenden Konfliktszeit erhielt, von dem Abgeordnetenhause, dos ihn „ein sonderbares Mixtum von Beamten- und Schulstube" dünkte, von den einzelnen Parlamentariern, unter denen nur die Gestalten Waldecks, Hermann Wageners und Moritz von Blankenburgs bei ihm Gnade fanden, von Oper und Schauspiel, über die er sich mokierte, von dem allgemeinen Ton, der ihm frech und frivol erschien, von dem Kampf mit der Polizei und dem Gxgensatz von Militär und Zivil, die in Ermangelung einer„baute politioue" das öffentliche Inter- esse beherrschten. Marx urteilte zu Engels über die preußischen Zustände, die allgemeinen wie die besonderen, nicht bloß mit dem Vorurteil des Rheinländers gegen das Altpreußische, sondern mit dem Ueberlegenheitsgefühl des in England Ein- gebürgerten, des in London heimisch Gewordenen gegenüber kontinentaler Beschränktheit und feudaler Zurückgebliebenheit. Dennoch hätte ihn die wachsende politische Gärung, die er in Berlin wahrnahm,„so widrig ihm persönlich der Platz" war, bestimmen können, auf Lassalles Projekt einzugehen, wenn er eben mit diesem, und wenn er mit den preußischen B e- Hörden ins reine gekommen wäre. Ueber den Kampf, den Karl Marx damals in Berlin, von Lassalles vollendeter Personal- und«Sachkenntnis unterstützt, um die Anerkennung seiner preußischen Nationalität führte, ist Ausführlicheres bisher nicht bekannt geworden. Die Eingaben, die er aus diesem Anlaß an die preußischen Behörden richtete, gedenke ich später in extenso zu veröffentlichen. Als Preußen im Januar 184S die Ausweisung des Mitherausgebers der „Deutsch-Französischen Jahrbücher" aus Frankreich beim Mi- nisterium Guizot durchsetzte, als dieser sich danach nach Belgien wandte, sich aber auch hier von den heimischen Behörden de- lästigt fühlte, da hatte er unter dem Vorwand, er wolle nach den Vereinigten Staaten auswandern, seine Entlassung aus dem preußischen Untertanenverbande beantragt und erhalten. Im Revolutionsjahr nach Köln zurückgekehrt, stellte Marx dort alsbald den Antrag, aufs neue nationalisiert zu werden. aber er wurde am 31. Juli 1848 abschlägig beschieden und am 11. Mai 1849 ihm als lästigen Ausländer„das Gastrecht, welches er so schmählich verletzt", gekündigt mit der Begrün- dunq,„daß die von ihm redigierte„Neue Rheinische Zeitung" in ihren neuesten Nummern mit der Aufreizung zur Ver- achtung der bestehenden Regierung, zum gewaltsamen Um- swrz und zur Einfühxung der Sozialrepubllk immer ent- schiedener hervortrete".,.,.. � � Es kann nicht hier im einzelnen dargelegt werden, mit welchen juristischen Beweisgründen Marx und der Polizei- Präsident von Berlin. Freiherr von Zedlitz-Neukirch. vom 19. März bis 11. April über die Frage stritten, ob Marx, was er beanspruchte, und was jener verneinte, noch als Preuße zu gelten habe oder nicht. Nur ewiges biographisch Beachtens- werte sei vorläufig herausgegnffen« In seiner ersten Eingabe •) Ferd. o. Westphalen. 1850 bis 1858 preußischer Minister des Innern. —— � de%- uUmAeUkcilc Zuiai*ri>t€tn4L UER-DINGEN A 1 RH' ein Wunder, ein wunder! Wtrtschcift Cine»witzige" Golöbilanz. Die Goldbilanz, oder richtiger, dos, was die Aktiengesellschaften so zu nennen belieben, kann bekanntlich in„Goldmark" C°/«, nordamerikanischer Dollar) oder sonst«iner wertbeständigen Währung aufgestellt werden. Di« Etettin-Bredower Portland- zement-Fabrik A.-G. beginnt deswegen ihre Goldbuchführung mit einer Eröffnungsbilanz in— französischen Frank! Sie stellt ihr Aktienkapital, das am 31. Dezember 1923 1,7 Ml- lionen Mark betrug— das ist das Gold kapital aus Vorkriegs- zcitenl—, am 1. Januar 1924 mit 850 000 Frank— das sind rund 210 000 Goldmart!—«in. Mit dem Reservefonds, wohlge- merkt, dem gesetzlichen, verfährt sie ebenso. Di« Aktiven, die am 31. Dezember 1923 mit 7,8 Millionen Mark angegeben werden, er- scheinen am 1. Januar 1924 mit— 965 000 französischen Frank. Dem geliebten Publikum, der Behörde und sonstigen Neugierigen bleibt es überlassen, sich auszuratcn, was dahinter Wahrheit ist;-»"-- Völlig verständlich wird jene Bilanz aber erst, wenn dabei be- achtet wird, daß die braven Aktionäre der Stettin-Bredower Port- landzement-Fabrik im Jahre 1920 ihren Besitz an eine Bank- firma in Saarbrücken(Grohe-Henrich u. Co.) verkauft haben. Jenes Bankhaus hat dann den gesamten Grundbesitz bis auf die Stettiner Häuser und die Ziegelei in Bredow ebenfalls»er- tauft-, die Herstellung von Zement wurde eingestellt, der Betrieb ist stillgelegt— auf dem Umweg übers„Ausland". Die Vermögens. objette lösen sich nach und nach in Luft auf, der Steuererheber kann nur erstaunt zuschauen. Uebrig bleibt nur«ine Abbruchbilanz in französischen Frank. Der Laie fragt sich verwundert, ob das Saarbrücker Bankhaus so dumm war, ein schlechtes Geschäft zu machen, der Kundige lächelt, ihm sind derlei Vermögens Verpflanzungen ms Ausland ja nichts Neues. Der Kapitalismus liebt derlei Scherze.' h'A eexiNfe� Hergt-Lohengrin landet an den Gestaden der Erfüllnngspolitik. vom 19. März, die übrigens von Lassalles Hand geschrieben ist, zeigte Marx an, daß er infolge der königlichen Amnestie von London, wo er seit 1849 als politischer Flüchtling gelebt habe, nach Preußen zurückgekehrt sei und in Berlin seine Woh- nung nehme. Er bemerkte, daß er auf Erfordern seine völlig unabhängige Subsistenz„durch die als Mitredakteur der zu New Bork erscheinenden„New Bork Tribüne" mit derselben geschlosienen Kontrakte sowie anderweitig nachweisen" könne. Der Polizeipräsident will ihm eine Aufenthaltskarte nicht ver- sagen, wünscht aber zu erfahren, worauf Marx den Anspruch stütze, Preuße zu sein und diese Eigenschaft trotz länger denn zehnjähriger Abwesenheit nicht verloren zu haben. In seiner sehr ausführlichen Antwort gibt Marx seine Interpretation des Amnestiegesetzes, wonach seine Reintegration nicht in Zweifel sein könne, und er richtet an Zedlitz„die sehr einfache und klare Frage", ob jener der gleichen Auffassung sei.„Ich bin um so mehr zu derselben genötigt," schreibt er,„als ich, ehe dieselbe nicht entschieden. Frau und Kinder nicht von London holen kann, denn offenbar wird mir nicht zugemutet werden können, einen problematischen Umzug mit meiner gesamten Haushaltung und Familie vorzunehmen und mich dann erst einem Kamps auszusetzen, den ich vielmehr, wenn er über- Haupt geführt werden soll, vorher würde zu Ende bringen müssen, ehe ich mich der Kostspieligkeit einer Uebersiedlung unterwerfe und Frau und Kinder auf den vaterländischen Boden zurückversetze." Doch Zedlitz, der inzwischen vom Kölner Polizeipräsi- denten über die Heimatberechtigung. dieses„Chefs der nach ihm benannten Kommunistenpartei genauere Auskunft er- beten und sie in dem Sinne, der ihm erwünscht war, erhalten hatte, vertrat in seiner Erwiderung den Standpunkt, daß der Gnadenerlaß vom 12. Januar Marx die Eigenschaft als Preuße nicht zurückverliehen habe. Was half es diesem, daß er Anfang April eine weitere umfangreiche Eingabe vom Stapel ließ, in der er besonders auch die Gründe darlegte, die ihn 1845 bestimmt hätten, aus dem preußischen Untertanen- verbände auszuscheiden? Größeren Eindruck als auf den Polizeipräsidenten macht es auf uns heute, wenn wir von Marx hören: „An der Rückkehr nach meinem Baterlande durch den Haftbefehl gehindert, war mir von meiner Nationalität als Preuße nur die Verfolgbarkeit geblieben: nur das geblieben, auch überall ander- wärts auf Betreiben der preußischen Regierung verfolgt und expul- siert zu werden... Es war auch damals nicht im geringsten meine Absicht, mein« preußisch« Nationalität aufzugeben. Es ist dies f o r- m e l l erweislich. Wer seine Nationalität aufgibt, kann dies immer nur in der Absicht tun, sich in einer anderen Nationalität auf- nehmen zu lasten. Ich habe dies n i e getan. Ich habe mich nirgends naturalisieren lasten, und als mir die provisorische Regierung Frank- reich» mein« Naturalisation im Jahr« 1848 anbot, diese ausge- schlagen." Jener Verzicht auf die preußische Staatsangehörigkeit, so fuhr er fort, sei nicht, wie Zedlitz ihm geschrieben habe, aus „freiem Antrieb" erfolgt, sondern ein„durch die äußerste Ver- folgung" ihm„abgepreßter Vorwand" gewesen. Weil es aber Marx mehr darauf ankam, sein Ziel zu erreichen, als der Polizei gegenüber recht zu behalten— der Polizei gegenüber behielt er selten recht!—, so erklärte er sich am Ende bereit, sein„schon jetzt bestehendes gutes Recht aufzugeben", wenn der Polizeigewaltige es vorzöge, ihm„ohne Schwierigkeit eine neue Naturalisation zu erteilen". Der aber dachte nicht daran: er wiederholte auss neue, daß er den Antragsteller als Aus- länder betrachte und ihm nur anheim geben könne, falls er in den preußischen Untertanenverband eintreten wolle, sein Ge- such in der üblichen Weise auf dem zuständigen Polizeirevier S Protokoll zu geben.„Durch Familiennachrichten zur leunigen Abreise" von Berlin genötigt, wie er am 11. April an Zedlitz schrieb, beantragte Marx in der Tat noch am 10. April die neue Naturalisation. Doch die Entscheidung, die am 25. April gegeben wurde, fiel negativ aus. und auf ein« Beschwerde an den Minister des Innern, Grafen Schwerin, die Lassalle als Marx' Beauftragter am 20. Juni erhob, kam am 11. November der Bescheid, daß„zurzeit wenigstens keine besonderen Gründe vorhanden sind, welche für die Erteilung der Naturalisation an den g. Marx sprechen könnten". Lassalle tobte über„die schamlose Lügenhaftigkeit und verdreherei" dieser Entscheidung. Für Marx hatte diese, als Et bei ihm eintraf, kaum noch praktische Bedeutung. Obgleich ie politische Situation sich in Berlin mittlerweile weiter ver- schärft hatte, so fehlte ihm, der schon einem Lastalle nicht sehr traute, doch noch weit mehr der„Fiduz" auf das dortige .Demokratengezücht". Ein Veißbiergeschäst. Landres Weißbierbrauerei gehört heute zum Schultheiß- Patzenhofer- Kahlbaum- Schokolade- Zigarretten- Glasfabriken» Konzern. Durch alle Kriegsjahre und die Nachkriegszeit war die Berliner Weißbierbrauerei A.-G. vorm. Landre mit ihrem Gold- kapital ausgekommen. Erst im Januar 1923, als aus Kapital- «rhöhungen im besonderen von den großen Konzernen ein Beruf ge- niacht wurde— ein lukrativer Berus—, da wurde auch bei ihr das Aktienkapital zum ersten Mal« erhöht und verwässert. Im August 1923 wurde das Spiel mit der Kapltalerhöhung und den schönen Be- zugsrechwn wiederholt, im besonderen wurden die jungen Aktien natürlich„im Interesse der Gesellschaft" verwertet. Diese Aktien sind jetzt zum Handel und zur Notiz an der Berliner Börse zugelassen worden. Dabei erfährt man allerlei Interessante« über den inneren Stand der Gesellschaft. Bei einem Vergleich der Bilanzen von 1913 und 1923 ist zu er- kennen, daß das Unternehmen trotz der Kapitalverwässerung in- zwischen sein« gesamten Sachwerte(Grundstück, Gebäude, Ma- schinen und Apparate, Mobilien, Fuhrwerke, Fastagcn) auf eine Mark abgeschrieben hat. Sämtliche Erneuerungen und Derbesse. rungen sind aus den laufenden Einnahmen bezahlt worden. Aus den Kapitalerhöhungen von 1923 ist nämlich, wie«ine einfache Nach- rechnung ergibt, zu ersehen, daß nicht dem Unternehmen, sondern den Aktionären und den Bankfreunden wirklicher G o l d g e w i n n zugeflossen ist. Der„Einemark"-Besitz der Gesellschaft sieht so aus: Der Grundbesitz der Gesellschaft in Berlin, Straßburger Straß« 6—8. ist 683 Ouadratruten groß. Die bebaute Fläche beträgt nn. 383 Quadratruten und feßt sich aus Berwaltungsgebäude mit Diref.| folgenfdymer werben, wie ber Uebergang Benins zur Neuen Wirt| starte Spannung in den Arbettermaffen, bie inter torialwohnung, Brauerei, Mälzerei, Maschinenhaus, Garage und schaftspolitit" im Frühjahr 1921. Stallungen zusammen. Die Kraftanlage umfaßt 22 Elektromotore, welche an das Städtische Leitungsnetz angeschlossen sind, 2 Flammrohrfeffel mit 181 Quadratmeter Heizfläche, 1 Benzinmotor 40 Pferdestärken als Referve für Kraft- und Lichtanlagen, 1 Dynamo 25 Kilowatt. Das Sudhaus ist mit zwei Subwerten zu 60 Zentner Schüttung, die Gärfeller mit eisernen Tants, eisernen und hölzernen Bottichen eingerichtet, mit welchem jeder Anforderung an erhöhten Absatz entsprochen werden kann. In der Mälzerei, welche mit drei modernen Malzbarren aus gestattet ist; fönnen jährlich 20 000 3entner Gerste und Weizen verarbeitet werden. Die jährliche Produktionsfähigkeit beträgt zirka 200 000 Seftoliter, der Braurechtsfuß 165 300 hektoliter. Mit den vorstehenden Ziffern ist wieder einmal erwiesen, daß die Unternehmen die soziale Lage der Arbeiter verschlechtern müssen, weil sie sonst nicht bestehen fönnen. Die Kapitalflucht in der Zahlungsbilanz Nordamerikas Das Handelsdepartement der Vereinigten Staaten in Washington veröffentlicht einen von Hoover gezeichneten Bericht über die amerikanische Außenhandelsbilanz des Jahres 1923 unter Einschluß des sogenannten unsichtbaren Außenhandels; diese Bilanz schließt nach einem Bericht des Foreign Preß Serpice mit einem Passivum für die amerikanische Wirtschaft von 152 Millionen Dollar ab, gegen ein Paffivum von 752 Millionen Dollar für das Kalenderjahr 1922. Als die auffälligste Erscheinung bezeichnet der Bericht dic starte Rapitalflucht nach den Ber einigten Staaten aus Ländern mit unsicherer Währung; hätte tein solcher direkter Kapitalerport nach den Bereinigten Staaten stattgefunden, so hätte von einer Netto goldeinfuhr, die fich für 1923 auf 296 Millionen Dollar belief, nicht die Rebe sein fönnen. „ Es ist in der Tat eine paradore Situation", betont der Bericht, daß Eurora Gold zu uns herüber versendet, während dies dort so knapp und hier so überreichlich ist; hierin drückt sich die Ka pitalflucht am natürlichsten aus. Im allgemeinen weisen, verglichen mit 1922, unfere Ausfuhren eine Zunahme um 341 Millionen Dollar und unsere Einfuhren eine solche um 706 Millionen Dollar auf, und zeigen damit eine gesunde Entwicklung unseres Handels; trondem haben die Einnahmen unserer Handelsmarine im Außenhandel einen geringen Rüdgang erfahren, so daß wieder einmal wie in den Vorfriegsjahren wir an Ozeanfranten mehr auszahlen als vereinnahmen. Demgegenüber ist der Umfang ber 3ins. zahlungen an uns auf Grund unserer Investierungen im Ausland beträchtlich gestiegen, hauptsächlich infolge der Aufrahme der 3ins. zahlungen durch Großbritannien für seine Kriegsschuld bei den Ver einigten Staaten. Wenn wir unsere Position als Hauptgeldgeberstaat der Welt nicht mit demselben Maß von Investierungen gewahrt haben wie im Vorjahr, so war das nicht etwa auf einen Mangel an Kapital bei uns. sondern auf die unsicheren Berhältnisse im Ausland zurückzuführen, die eine Investierung für amertanische Kapitalisten weniger verlockend machten." Under Einbeziehung der nicht in den Ausweisen der Zollämter erscheinenden Außenhandelsposten, die von steigender' tiq feit für die Gestaltung des Außenhandels find. wie auch für ein Bild von der Struttur des ameritanischen Robits, tommt das Handelsdepartement au folgender Bilanz des Außenhandels: an Waren wurden ausgeführt für 4 208 000 000 Dollar. darunter für 42 Millionen Dollar in Bostpateten und für 1 435 000 Dollar an altem Kriegsmateriel des Kriegsdepartements; eingeführt für 3819 000 000 Dollar, barurter für schäkungsweise 30 Millionen Dollar an eingeschmuggeltem Altohol, so daß ein leberschuß zu gunsten der Bereinigten Staaten von 389 Millionen Dollar verbleibt. 1qDurch das ganze Jahr hindurch fanden starte Rapitalversiebungen statt. Diese müssen damit erklärt werden, das Ausländer ameritanische Wertpapiere im Wert von 349 Millionen Dollar und amerikanische Zahlungsmittel im Werte von 50 mil lionen Dollor erwarben, daß ferner vom Auslande an Rinjen für die Schulden bei der amerikanischyn Raierung 91 Millionen Dollar entrichtet worden find. Demgegenüber sind von me ritanischen Bürgern für 410 millionen Dollar ausländische Bert papiere erworben worden, so daß insgesamt während des Jahres 1923 eine Mettotapitaleinfuhr zugunsten der Vereinigten Stcaten von 125 Millionen Dollar verbleibt. Un Edelmetallen exportierten die Vereinigten Staaten 101 Millionen Dollar( 29 Mil lionen Dollar Gold und 72 Millionen Dollar Silber). importierten dagegen für 397 Millionen Dollar( 323 Millionen Dollar Gold und 74 Millionen Dollar Silber), so daß ein Edelmetalleinfuhrüberschuß • von 296 Millionen Dollar perbleibt." Schwenkung in der russischen Wirtschaftspolitik. In der letzten Zeit macht sich in der Politit der Sowjetregieang eine Sdywentung bemerkbar, die im Auslande fast völlig unbeachtet geblieben ist. Indes fann diese Schwentung nicht weniger Besonders preiswertes Angebot! Gabardine Herrenware, 150 breit, die 1750 feinste Maßware Mtr. 19, Covercoat für Mäntel ca. 150 cm breit, la Qualität, 1100 Meter Tuchlager FEUER& LEVY Gertraudienstraße 18/19, Ecke Grünstraße Bar damals der Uebergang zum freien Handet und zum Sowjettapitalismus eine Folge der Enttäuschung, die der„ reine Sowjettapitalismus eine Folge der Enttäusdung, die der reine Kommunismus" der vorhergehenden Jahre hervorgerufen hatte, so Kommunismus" der vorhergehenden Jahre hervorgerufen hatte, fo macht sich jetzt, angesichts der geringen Erfolge der Neuen Wirtschaftspolitit", eine Reaktion nach links bemerkbar, " wenn = man jene Strömung, die noch heute hofft, Rußland mit Hilfe einer staatlichen Bureaufratie ohne Unterstügung der privaten Initiative und des privaten Kapitals aufbauen zu können, als eine„ linte" bezeichnen kann. In der Tat hat die Neue Wirtschaftspolitit" zwar der Bauernschaft viel gegeben, die Produktivität der Landwirtfchaft zum Teil wiederhergestellt und auch den Handwerkern und schaft zum Teil wiederhergestellt und auch den Handwerkern und Heimarbeitern gewisse Borteile gebracht. Aber die städtische In dustrie, die fast völlig in den Händen des Staates verblieb, ist in ihrer Entwicklung start zurückgeblieben. Während die Landwirt schaft bereits 65 bis 70 Proz. der Produktion der Vorkriegszeit erreicht hat, steht die städtische Industrie noch immer auf dem Niveau von 30 bis 35 Proz. der Vorkriegsproduktion. Auch die großen Ronzeffionen an das ausländische Rapital haben nur geringe Ergebnisse gezeitigt und die gesamte politische Situation hat ein schnelles Aufblühen der privaten und staatlichen Wirtschaft der wachsenden Teuerung, unter den Betriebseinschränkungen und Entlassungen besonders zu leiden haben. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, steht in Rußland eine neue Krisen periode bevor, die fich nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf politischem Ge biete auswirken dürfte. Die Meffe in Breslau Am Donnerstag wurde der 55. Landwirtschaftliche Maschinenmarkt, die Technische Messe, die Baue messe und die Bau- und Betriebste nische AusDer Besuch der Messe war ftellung in Breslau eröffnet. am ersten Tage weniger start als am folgenden Freitag, an dem Im der Andrang des Bublifums außerordentlich lebhaft war. Geschäft trat trog größter Kaufneigung und starten Intereffes für die zahlreich gezeigten Neuerungen Kapitaltnappheit und Kreditnot Doch darf sowohl den getätigten als den nach fühlbar hervor. der Messe zu erwartenden Abschlüssen das Geschäft als recht befriedigend angesprochen werden. Am Freitagabend ist eine größere Delegation des rumänischen Gesamtministeriums zum Besuch der Messe in Breslau eingetroffen. Saarfohlenpreise und Saarwirtschaft. Die Saartohlenpreise find mit Wirkung ab 1. Mai gegenüber April um 3 bis 4 Prozent er. mäßigt morden. In Wirtschaftstreifen hält man diesen unbedeuten. den Preisabbau, der in keinem Verhältnis zu der starten Besserung des Allg.Funktionärfonferenz von Groß- Berlin Franten steht, für völlig unzureichend Dienstag, den 13. Mai, abends 7%, Uhr, im Deutschen Hof", Lucauer Straße 15. Tagesordnung: „ Das Ergebnis der Reichstagswahlen und die Aufgaben der Partei." Referenten: Die Reichstagsabg. Klara Bohm- Schuch und Crifpien. Funktionärausweis 1924 und Mitgliedsbuch. Zutritt haben alle Parteifunktionäre gegen Vorzeigung von Der Bezirksvorstand der BSPD. Groß- Berlin. im Reime erstidt. Immerhin zeigte sich bis zum Oktober vorigen Jahres auch in der Industrie ein langsamer Aufstieg, aber im letzten Halbjahr stagniert die städtische Wirtschaft vollkommen. Alle Bemühungen, ja selbst die Einführung einer wertbeständigen Währung vermochten diesen Stillstand nicht zu überwinden. Unter diesen Verhältnissen nimmt in den russischen kommunisti fchen Kreifen der Zweifel an der Richtigkeit der„ Neuen Wirtschaftspolitit" mehr und mehr zu, und scheinbar längst begrabene Hoffnungen tauchen wieder auf. Der Drud auf die neue Bour. geoisie nimmt immer schärfere Formen an; die Polizei und die Wirtschaftsorgane gehen immer heftiger gegen die Handelstreife vor; die Konzessionen an die Ausländer werden immer ungünstiger beurteilt und eine der bedeutendsten Ronzessionen( bie mit der Firma Otto Wolff) ist liquidiert und der Vertrag aufgehoben worden. Auf dem Bergarbeitertongreß hat Sinomjew berichtet, daß die Sowjetregierung die Verpachtung der Lena- Goldfelder, die vor der Revolution der englischen Gesellschaft Bena- Goldfields" gehört hatte, abgelehnt habe. Dasselbe Schicksal steht auch den anderen Konzessions projetten, 3. B. den Ural- Ronzeffionen, bevor. Wir werden er tlärte Sinomjer Vereinbarungen über Ronzeffionen abschließen, wenn sie für beide Teile vorteilhaft sind, zu annehmbaren Bedingungen abgeschlossen werden und nur für turze Zeit Geltung haben." Selbst eine Frist von 9 Jahren wird von Ginowjem als zu lang betrachtet. Da aber das ausländische Kapital schon jetzt Rußland gegen über sehr zurückhaltend ist, so bedeuten die neuen Forderungen Sinomjews in der Praris die Liquidation aller neuen onzessionsplane. Der stärkste Drud wird zurzeit auf die privaten Händler aus geübt. Die Raufleute bilden jene Schicht der neuen Bourgeoisie, die fich unter der„ Neuen Wirtschaftspolitit die vor allem den freien inneren Handel proflamiert hatte, besonders schnell entwickelte. Die Folge mar eine Belebung gewisser Zweige der Wirtschaft, zugleich aber auch eine schnelle Bereicherung der geschicktesten und erfolgreichsten Händler. Gegen diefe Elemente richten sich nun die neuen Maßnahmen der Gesetzgebung und der Polizei. Zahlreiche Kauf leute sind verhaftet und nach den fernen östlichen Provinzen verbannt worden. Der staatlichen Industrie ist verboten, ihre Erzeugnisse an die privaten Großhändler zu verkaufen. Ein neues großes Ministerium ist geschaffen worden, das„ Kommiffariat für inneren Hardel", deffen Hauptaufgabe darin besteht, den Privathandel zu liquidierer. Der neue Kurs in der Wirtschaftspolitik wird auf politi. schem Gebiet durch verschärfte Repreffionen ergänzt. Die Rechte der politischen Staatsverfassung" sind neuerdings bedeutend er. meitert morben; fie hat nun wieder die Möglichkeit, Erschießungen vornehmen zu lassen, und ist im wesentlichen zum System der früheren Ticheta zurüdgefehrt. Es tommen denn auch täglich neue Nach. richten über die Inszenierung politischer Prozesse, über Verhaftungen, Deportationen usw. Alle diese Repressivmaßnahmen sind natür. lich nicht geeignet, das Birtschaftsleben zu fördern. Sie erzeugen vielmehr, neben dem Gefühl einer wachsenden Unsicherheit, das sich besonders bei den bürgerlichen Elementen bemerkbar macht, eine Rentenmark. Der Ausweis der Rentenbant vom 30. April weist, nachdem die Kredite eingeschränkt worden sind, gegen den Bormonat feire wesentliche Veränderung auf. Der Rentenmartnotenumlauf ging fogar um einen verhältnismäßig geringfügigen Betrag, nämlich um 34 Millionen Rentenmart, auf 1951,6 millio nen Rentenmark zurück, Die Wasserstraßen im Reichshaushalt. Durch die im Haushalt angeforderten Mittel ist der normale Arbeitsbetrieb auf den deutschen Wasserstraßen für das Etatjahr 1924 fichergestellt. Es wird jetzt fast allgemein wieder voll gearbeitet. An Mitteln find im Etat beantragt für die Binnenwasserstraßen 23 850 000 Goldmart, für die Seewasserstraßer 18 500 000 Goldmart, für einmalige Ausgaben 27 800 000 Goldmart, für den außerordentlichen Haushalt int ganzen 41 650 000 Goldmart. Der Reichsrat hat diese Posi tonen bereits genehmigt; der neue Reichstag wird sich in Bälde damit beschäftigen. Förderung des deutsch- dänischen Handels. Zwischen dem deut fchen Industrie und Handelstag, der bie Spikenorganisation der deutschen Handelskammern darstellt, und der entsprechenden dänifchen Spizenorganisation, dem Industrieraadet, ist auf dänische Anregung ein Abkommen gefchloffen worden, deffen Wirkung eine wesentliche Förderung des deutsch- dänischen Handels zu werden verspricht. Es ist eine Handelseinigungsstelle geschaffen worden, die, ähnlich wie die bereits zwischen Deutschland und anderen Staa. ten bestehenden Schlichtungsstellen, auf außergerichtliche Beilegung von Streitigkeiten aus Geschäften deutscher und dänischer Handels treise hinarbeiten sollen. Durch diese Stellen tann nicht nur oft ein gerichtlicher Austrag derartiger Streitfälle vermieden werden, es wird vielmehr auch eine Beschleunigung und unparteiische Bearbei tung von Auseinandersetzungen gesichert, deren Erledigung fich sonst Monate lang hinzichen und die Abwidlung weiterer Geschäfte be einträchtigen würde. fehte Gebiet. Der Reichsbund des Texti einzelhandels hat, wie„ Die Der Textileinzelhandel für. Cieferungserleichterungen an das beTertilwoche" erfährt, beschieffen, im Hinblid auf die Notlage der Abnehmer des besetzten Gebietes bei den Ronditionsverhandlungen mit den Lieferantenverbänden für die Erfüllung folgender Forde rungen einzutreten: Einräumung eines erweiterten 3ahlungszieles an die dort ansässigen Abnehmer infolge der Ber fehrsschwierigkeiten im belegen Gebiet in einem der verlängerten Transportdauer entsprechenden Ausmaß keinesfalls dürfen Rech nungen eher fällig werden, als die Ware eingegangen ist und im ordnungsmäßigen Geschäftsgang nachgeprüft werben fonnte. Der beim Eingang in das befezte Gebiet zur Erhebung gelangende 3011 muß im Sinne einer einheitlichen Preisbildung für das gesamte Reichsgebiet von den Lieferanten im unbesetzten Deutsch land übernommen werden. Aus der Partei. Albert Winter ausgeschlossen. der drei Tage vor den Reichstagswahlen die bekannte Schmähschrift München, 10. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Albert Winter, gegen den Genossen Auer veröffentlich'e, wurde nunmehr, einem Antrag des sozialdemokratischen Vereins München entsprechend, vom Bezirksvorstand Oberbayern- Schwaben in seiner Sigung vom 9. Mai auf Grund des§ 23 Absah 1 des Organisationsstatuts der Sozialdemokratischen Partei ausgeschlossen. Zahnpasta Rajanol Lamasta Feinste Piefferminz Zahnpasta Hervorragendes Zahnreinigungsmittel, erfrischt und desinfiziert die M- ndhöhle. RAJANOL G. m. b. H., Berlin Oherschönewelde Zu ha en in allen einsch ägigen Geschäften Günstige Angebote LUSTIQ Fernsprecher: Obers oneweide 555 n. 144 Kamelhaardecke 2450 Ruhebett 43mit buntem Bezug Metallbettstelle 18,90 weiss u schwarzlackiert Mengenabgabe: vorbehalten GUSTAV LUSTIO 461210 GU OL Oberbett 16,85 mit guten Federn Preise in Goldmark Waschegarniturm Stickeret Hemd 195 Beinkleid 1.95 Daunendecke 105TaDaunensatin mla weissen Daunen Kinderwagen 49.50 tuchblaureiss m Riemenfederung Fabrik Bettfedern, LUS Lustig Aufpassen! Man irrt sich- Lustig nur Her Name LUSTIG bedeutet Qualités Prinzenstr undviersig Steppdecke 16,90in diu. Farben Gewerkschaftsbewegung ( Siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Betriebsräteschule. Am Montag, den 19. Mai, beginnt ein neuet, vier Wochen dauernder Unterrichtsabschnitt der Betriebsräteschule der freigemert. ( chaftlichen Betriebsrätezentrale. Dieser Abschnitt ist gedacht als Zwischentrimester, eingelegt zwischen den beiden Haupttursen. Es follen in diefen turzen Kursen bestimmte Fragen behandelt mer den, die sich aus den bisherigen Kursen ergeben und die gründlich zu behandeln bisher nicht genügend Gelegenheit vorhanden war. Aber auch die Erkenntnis, daß wir heute über den tiefsten Buntt der Krise hinweg sind und unsere Kräfte zu einem Neuaufbau unse. rer Bewegung anspannen müssen, führt uns zu den Beitgedanken bes vorliegenden Unterrichtsprogramms. Die Kurse über Gewerf fchaftswesen, Botswirtschaft, Kulturfragen in der Arbeiterschaft, follen uns Klarheit geben über die geistigen Grundlagen unferer Bewegung und die Aufgaben, die gerade heute für den notwendigen Aufbau dringend sind. Dancben werden die arbeits rechtlichen Rurse fortgesetzt über das Betriebsrätewesen und Betriebsrätegeset und über die Veränderungen des Arbeitsrechts im Betriebe, weil die Arbeit auf diesem Gebiete teine Unterbrechung duldet. Bon unserer Geschicklichkeit und dem Grad unseres Wissens hängt es ab, ob wir unsere bereits erworbenen Rechte erhalten und in hartem Kampf uns neue Rechte erwerben werden. Es ist daher bie Pflicht des einzelnen, der sich verantwortlich fühlt für seine Arbeitskameraden und für seine Organisation, sich die Mittel und Fähigkeiten zu erwerben, um den Kampf für die Rechte der Ar. beitenden zu führen. Arbeiter und Angestellte, Betriebsräte und Betriebsfunktionäre, nehmt den Kampf von neuem auf! Unterrichtsverzeichnisse und Hörerfarten fönnen bezogen wer den im Sekretariat der Schule, Engelufer 24/25, 1 Treppe. Lehrberatungssprechstunden Montag und Freitag von 4 bis 6 Uhr daselbst. Unbillige Härte. Ein Mann in den besten Jahren war fechs Jahre im Dienst der Hotelbetriebsgesellschaft tätig. Zuerst arbeitete er jahrelang im Zentralhotel zur vollen Zufriedenheit des Direktors, dann befam er im Café Bauer, welches derselben Gesellschaft ge hört, die Stelle des Portiers. Hier hatte er in goldbetreßter Livree vor der Tür des Cafés zu stehen. Jeden Tag neun Stunden. Daß jemand bei solchem Dienst wohl einmal das Verlangen hat, die öde Türsteherei durch eine, wenn auch nur Minuten währende Abwechslung zu unterbrechen, ist begreiflich. Uebrigens bot auch der Dienst selbst solche Gelegenheiten. Der Portier hatte häufig für Gäste des Cafés Zeitungen vom Straßenhändler zu holen. Auch gehörte es zu seinen Obliegenheiten, nach der Heizung zu sehen. Schließlich ist ja auch ein Caféhausportier, wie jeder normale Mensch, im Laufe eines langen Tages hin und wieder genötigt, einen verschwiegenen Ort aufzusuchen. Es geht also nicht anders, auch der pflichttreueste Bortier muß sich manchmal von seinem Boften entfernen. Da dem Café- Bauer- Portier für solche Fälle feine Bertretung beigegeben war, jo tam es natürlich vor, daß er manchmal auf seinem Bosten vor der Tür nicht zu sehen war. Diese un verschuldete turze Abwesenheit wurde ihm zum Verhängnis. Acht Tage por Offern entließ man ihn wegen angeblicher Bernachläffi gung feiner Pflichten. Vor dem Arbeitsgericht, wo der Porter seine Entlassung als unbillige Härte anfocht, tonnte nur ein Fall von Dienstvernach. fäffigung nachgewiesen werden. Er war on einem falten Februar. tage von seinem Plaz außerhalb der Tür auf die andere Scite ber Tür, nämlich in ben erwärmten Raum getreten. Bei diesem Berstoß gegen die Diensvorschriften hatte ihn ein Direktor der Hotelbetriebsgefellidaft ertappt und ihn auf feinen Bosten vor die Zür gewiefen. Alle sonstigen Fälle, wo er auf turge Belt nicht an feinem Blag war, erklärte der Kläger mit den vorstehend ange. führten Grünben. Das Gericht erflärte den Einspruch des Klägers degen feine Entlassung als begrünbet urb verurteilte die Beklagte, ihn wieder einzustellen ober zu entschädigen. Keine Streifbrecher- Arbeit! Der gewerkschaftliche Kampf in den Seeschiffswerften bauert unvermindert weiter. Aus Berlin macht sich ein Zuzug Don Streifbrechern nach Hamburg bemerkbar. Jeder Arbeiter ift oor Zuzug ge varnt. Um Nachdrud durch die Arbeiterpresse wird gebeten. Die Bergarbeiterbewegung in Oberschlesien. Aus Hindenburg wird berichtet, daß dort Freitag nachmittag im Gewerkschaftshaus eine Konferenz der Betriebsräte aller Richtungen mit 65 gegen 19 Stimmen bei fünf Enthaltungen beschlossen Bergarbeiter- Hilfe. An alle Berliner Arbeiter und Angestellten! Mit brutalster für haben die Zechenbarone, voran die vaterländischen Ruhrbergbaugewaltigen, einen schweren Wirtschaftstampf entfejjelf. Mehrere hunderttausend deutsche Bergarbeiter find ausgesperrt, weil sie sich dem provozierenden Unternehmerdittat nicht beugten. Die Grubenmagnaten wollen unsere Arbeitsbrüder im Bergbau gewaltsam auf die knie zwingen, um ihre tapitalistisch- ausbeuterischen Zwede leichter erreichen, ihrem egoistischen Profitintereffe beffer dienen zu können. Wiederum haben sie Unterstügung gefunden durch Maßnahmen, die behördliche Stellen, auch folche mit zentralen Befugnissen äußerlich natürlich im Rahmen gefehlicher Bestimmungen getroffen haben. Nach Schema F" glauben diese Stellen Fragen von tiefer grundjäglicher Bedeutung mit einer fchon in anderen Fällen unangenehm bemerkbar gewordenen Geschäffigkeit und„ Handwerksmäßigteit löfen zu können. 99 Die Bergarbeiterschaft, die Kerntruppe der deutschen Arbeiterschaft, führt den ihr mit fast verbrecherischer Leichtfertigteit aufgezwungenen Kampf nicht für die eigenen Intereffen. Den ffundentag verteidigt fie für das gesamte deutsche Proletariat. Dieses muß daher, soweit es nicht selbst im Kampfe fteht, den Bergbaugenoffen sichtbare und fühlbare Hilfe bringen. Gemäß der Aufforderung der Bundesvorstände rufen wir die Berliner Arbeiter und Angestellten auf, unfere vom 12. Mai ab von den Einzelorganisationen herausgegebenen Ciften, die unsere Stempel und die Bezeichnung „ Bergarbeiter- Hilfe" tragen, in allen Betrieben für eine schnelle und erfragreiche Sammlung zu benuhen. tariat in diesem Falle feine volle Pflicht in Wir erwarten, daß das gesamte Berliner role. einer Weise fut, die nicht zuletzt der auch nicht zahmen GroßBerliner Arbeitgeberschaft zu einer deutlichen Warnung wird und den Kämpfenden zu einem sichtbaren Zeichen felboer. ständlicher Solidarität! Gewerkschaftskomission Berlins und Umgegend. Sabath. Algemeiner freler Angestelltenbund, Ortskartell Berlin. Flatau Wewzow. Genoffinnen und Genossen! Die Bergarbeifer stehen im schwersten Abwehrkampf. zu ihrer Unterstühung rufen die Borstände des Allgemeinen Deutschen Ge. wertschaftsbundes und des Allgemeinen Bundes freier Angestelltenverbände auf, unverzüglich Sammlungen für die fämpfenden Klaffengenoffen vorzunehmen. Wir erwarten von der Berliner Arbeiterfchaft, daß fie ihre altbewährte Solidarität und Opferwilliateit erneut befundet. Alle Mitglieder der BSD. müffen, auf den Ciften der Berliner Gewerkschaftskommission schnellstens und reichlich zeichnen. Keiner ftehe zurüd! Der Bezirksvorstand der BSPD. Groß- Berlin. ** Der Parteivorstand hat dem ADGB. für die ausgesperrfen Beraarbeiter 5000 M. überwiesen. der Verlag des Vorwärts" 2000 m. Die Redat'eure und Angestellten des„ Borwärts" haben für den gleichen 3wed 500 m. aefammelt, den gleichen Betrag die Angestellten der Buchhandlung Vorwärts. hat, bie Rotstandsarbeiten auf den Gruben einzustellen. Einen solchen Beschluß müssen wir als verfehlt bezeichnen. Bon den Gewerkschaften würde er feinesfalls gebilligt werden. Ausländische Arbeiter in Frankreich. Jm Jahre 1928 wurden in Frankreich 297 000 ausländischen Arbeitern Stellen bermittelt, von welchen 262000 erstenmal nach diesem Lande gekommen waren. Nach der Staatsangehörigkeit verteilen fich diefe more folgt: Italiener 112 000,$ olen 50 000, panier 86 000, Belgier 33 000, Bortugiefen 11 000, andere 20 000. In die Baugewerbe bermittelt wurden 40 000 ausländische Einwanderer, in die Landwirtschaft 83 000, in verschiedene Gewerbe 51 000, in Bergwerte 85 000, als Tagelöhner 48 000. Die Korbmacher in Berlin befinden sich im Streit wegen Bohnforderungen und Arbeitszeitverschlechterung. 3uzug nach Berlin ist fernzuhalten. Die ftreifenden Bauanschläger erfuchen, darauf Obacht zu geben, daß die in Tischlereien beschäftigten Tischler teine Fenster und Türen anschlagen dürfen, um die im Streit stehenden Bauanschläger nicht dadurch den Kampf zu erschweren. Die Streifleitung. Die fommunistischen Anilinarbeiter haben die Arbeit in der Badischen Anilin- und Sodafabrit in Ludwigshafen a. Rh. ebenfalls wieder aufgenommen. Ihre Sonderorganisation, der Industrieverband der Chemie hat ausdrücklich dazu aufgefordert. Der Kampf werde abgebrochen, später aber wieder neu aufgenommen. Das russische Boltskommissariat für Arbeit hat Mindest arbeitslöhne festgesezt, und zwar für die erste Zone 6 Goidrubel, für die zweite Bone 4,80 Goldrubel und für die dritte Zone 4,20 Gofdrubel wöchentlich. der Regierung, wonach das Pensionsgesetz geändert wird, das zu Der Generalstreit in Buenos Aires ist durch eine Einigung mit dem Streit geführt hatte, beendet. Die verhafteten Streitführer dem Streit geführt hatte, beendet. Die verhafteten Streitführer wurden freigelassen. Jn Britisch- Indien traten 3000 Werftarbeiter in Rangun in den Streit. Jm englischen Bauarbeiterffreit hat der Direttor des Arbeitgeberverbandes erklärt, die Arbeitgeber feien entschlossen, teine Zugeständnisse zu machen. Dem gegenüber stellen die„ Times" feft, daß nicht alle Arbeitgeber dieser Erklärung zustimmten, sondern viele für behutsames Borgehen seien. Achtung, AF.- Betriebe des AEG.- Konzerns! Sämtliche Streikenden und Ausgesperrten nehmen am Montag frith zur ge wohnten Reit bie Arbeit wieder auf. Die Betriebsräte. Achtung, Schuhmacher! Morgen, Montag, nachm. 5 Uhr, bei Blawert, Weberstr. 24a, Gigung aller Gewerkschaftskollegoa der Nichtung Amster. dam. Der Einberufer. Achtung, VSPD.- Metallarbeiter! Morgen, Montag, abend 7 Uhr, im Sophien- Lnzeum, Beinmeisterstr. 16, Bersammlung aller BSPD.. Metallarbeiter. Schr wichtige Tagesordnung. Jeder muß erscheinen! Parteiausweis legitimiert! Der Fraktionsvorstand. tag, nachmittags 5 Uhr, Funktionärversammlung im Reichenbeger Sof", Deutscher Solzarbeiterverband, Musikinstrumentenarbeiter. Morgen, MonReichenberger Str. 147. Sämtliche Betriebe müssen vertreten sein. Die Kommissionsmitglieder treffen sich ebenfalls pünktlich dortfelbst. Sentralverband der Schuhmacher. Montag, den 12. Mai, nachm. 5% Uhr, Branchenversammlung der 8 uschneider, Röpenider Str. 127a.- Diens bag, den 13. Mai, Branchenversammlung der Stepperei und Vorrichterei der Ball, 2ugus- und Straßenfchuh branche nachm. 5 Uhr bet Hentschel, Köpenider Str. 127a, für die Maschinenarbeiter und Fertig macherei nadm. 5 Uhr Köpenicker Str. 127a, fleiner Saal, für die Maschinen- und Handzwickerei einschl. Agozwicker nachm. 5 Uhr bei Boß, Weberstr. 6. Angestellte in ben Geldschrankfabriken und Bauschlossereien! Montag, den 12. Mai, nachmittags 4½ Uhr, in der Schulaula Böttger, Ede Pantſtraße, allber Aprilgehälter. Bollzähliges Erscheinen aller Angestellten wird unbedingt gemeine Branchenversammlung. Stellungnahme zum Echiedsspruch bezüglich erwartet. AfA- Funktionäre ber Metallindustrie. Butab. DWV. 86A. Montag, den 12. Mai, abends 8 Uhr, wichtige Funktionärversammlung. Bericht über die Verhandlungen wird vollzähliges Erscheinen bestimmt erwartet. mit ben VBMJ. Unsere Maigehälter. Da wichtige Beschlüsse zu fassen sind, AFA- Metallfartell. Günther, Lange, Rothe. Bersammlung Bekleidungsarbeiter- Berband. Damenkonfettion: aller bura) den 8wischenmeisterstreit ausgefverrten Mitglieder am Dienstag, den 18. Mai, vorm. 10 Uhr, Gebastianftr. 37/38. BIufen und Kleidertonfettion: Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 14. Mai, abends über den neuen Tarifabschluß. Kolleginnen! Sabt Interesse an Euren Lohn6 Uhr, Kommandantenstr. 58/59. Bericht über das neue Lohnabkommen, sowie und Arbeitsbedingungen! Witgliedsausweis legitimiert. Die Kommiſſion. Sophien- Säle Sale frei! Telephon: Norden 9296 Sophienstr. 18 Ueber 1000 ärztliche Zeugnisse bestätigen dass die Wirkung des Hunyadi János natürlichen Bitterwassers sich jeder Zeit bewährt hat. Stoffe? 103 Homespune, 150 breit 4.50, 3.25, 2.45 Gabardine, 130 brett. 7.90, 6.50, 5.90 Gabardine und Kammgarn, HD 16.50, 13.50, 9.50 für Anzüge it Seidenstoffe, Futterstolie, Sammet sehr billig! nur im Gelbmetall! Die Differenzen bei den Firmen, Hornemann, Mosier, Weidner, Stein und Smig sind noch nicht beigelegt. Die Rester- Haus Moabit, Turmstrasse 58, Kollegen stehen weiter im Kampf. zwischen Wald- und Beusselstrasse. GROSSES PREISAUSSCHREIBEN der Bruyère- Pfeifenfabrik Bruno Schuster, Großtabarz in Thüringen Gesamtpreise von Mart 3750 1. Preis 2. Preis 1500 Goldmart in bar 1000 500 " " "" " " 4. Preis 5. Preis 9 250 Gplomatt in bar 500 17 " W = 50 Troftpreise je 10 r." 3. Preis Die Aufgabe der Telinebmer befteht darin, einen Sweizeiler, das beißt, einen Reim von nicht mehr als zwei Zellen zu bilben, ber die vorzügliche Qualität der von mir in den handel gebrachten Metho", Bruyère- Ebagpfenen hervorhebt und muß der Sert so gehalten sein, daß er für Rellamezrede geeignet ist. Sie vier bisten Berie, die für den in Frage tommenden Zwed geeignet finb, werben wie oben prämiiert. 1. Der Bers barf feinen Reim enthalten, ber bereits eriftiert. Bedingungen: 2. Der Reim soll ungezwungen fein; Abkürzungen sind nur in der Mitte eines Wortes geftattet. Endbotale dürren daher nicht fortgelassen werden. 3. Jeder Teilnehmer darf nur einen Reim einienden, welcher auf weißem Papier, in deutlicher Schrift, mit ngabe der genauen Adresse, geschrieben sein muß. 4. Der Lösung, welche bis zum 24 mai 1924, abends 6 Abr zur Boft gegeben fein muß, find swet Rentenmart beigulegen, und erhält jeder Teilnehmer gleichzeitig mit Bekanntgabe feines Preiſes bzw. im glücklichen Falle mit Uebersendung desselben eine Original methoBruyère Sbagpfeife im Werte von zwei Rentenmart. 5. Die Lösung mit dem in 4. genannten Betrag ist bis zum genannten Termin in verfchloffenem Am schlag mit der Aufschrit Bruno Schuster, Bruyère- Pfelfenfebril, Großtabarz i. Thür., abzusenden. BRUNO SCHUSTER 6. Die Entscheidung über die Preise erfolgt bis zum 20. Juni 1924 burch bas Preisgericht, welches zufammengefest ist aus den Herren: Direktor Walter Gelmroth. Großtabarz, Fabrikbefizer Conrad Pöhla, Großtabara, Fabrikant Seinrich Thomas, Großtabarz. 7. Die Entscheidung des Preisgerichts erfolgt unter Ausschluß des Rechtsweges und ist in jebem Falle gültig. 8. Die preisgetrönten Verse gehen mit allen Rechten der Beröffentlichung usw. in Besis der Firme Bruno Schuster, Großtabarz, über und werden an dieser Stelle befanntgegeben. gm Monat Mai 1924 BRUYÈRE- PFEIFENFABRIK Großtabarz in Thüringen Fü Kleider Fesches Composé Kleid Rock aus gutem Wollmarocain od. reich plissiert Sumper aus entz. gemust.Wollstoff 50 29° thevior. Kleider van 75 575 an Garbardine Kleider 75 von 14 an WaschKleider von 送 75 an Voll- Voile Kleider Von 50 an Seidentrikot Kleider von 16 75 an Kostüme SportKostüme 9 von 45 an DonegalKostüme von 1250an CheviotKostüme ..19%. 75 an Gabardine Kostüme von 39% an Tailor made Kostüme von 50 29 an Kostüm aus guter Gabardine- Ware mit apart. 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Bau-, Geldschrank- und Möbelschlosser! Montag, den 12. Mai, abends 6%, Uhr, Dienstag, den 13. mai, bei Bleffin, in den Sophiensälen"( großer Saal), Stargarder Straße 3: Sophienstraße 17/18: Branchenversammlung Branchenversammlung Tagesordnung: 1 Branchen1. Tagesordnung: Bericht über die angelegenheiten. 2 Berschiedenes. Berhandlungen des Lohntarifs. Die Bertrauensleute treffen fich Achtung! Silberarbeiter Achtung! pünktlich um 5 Uhr im Sigungsfaal, mittwoch, den 14. Mai, nachmittags Linienstraße 83/85. 42 Uhr. im Dresdener Garten", Dresdener Straße 45: Ohne Mitgliedsbuch ein Zutritt. Achtung! Betriebsräte Achtung! Versammlung der Silberarbeiter. Tagesordnung: 1. Bericht der im Berbandshause( großer Gaal), Berhandlungskommission. 2. Diskussion Dienstag, den 13. Mai, abends 7 Uhr, Linienstraße 88/85: Donnerstag, den 15. mai, nachGruppenversammlung mittags 5% Uhr, im Reichenberger der Hauptgruppe II, Untergruppe 3 u. 4. Sof", Reichenberger Straße 147: Tagesordnung: Wahl der Gruppen- Branchenversammlung Leitung. der Schraubendreher, Automateneinrichter, jowie aller in den Schraubenbetrieben Beschäftigten. Achtung! Metalldreher Achtung! Dienstag, den 13. Mai, abends 6 Uhr, Tagesordnung: 1. Neuwahl ber bei Benoit, Adalbertstraße 4: Branchenleitung. 2. Branchenangelegen heiten. 3. Verschiedenes. Branchentommiffionsfigung Die wichtigkeit ber Tagesordnung erfordert restlojes Erscheinen. Achtung! Werkzeugmacher Achtung! Zigarettenmaschinenführer! Dienstag, den 13. Mal, abends Die Rollegen, die noch nicht ben 7 Uhr, im Verbandshaufe( Zimmer 14), Fragebogen ausgefüllt haben, müffen bas Linienstraße 83/85: unbedingt fofort im eigenen Intereffe im 8immer 4 bes Berbandshauses, LinienKommiffions- Sihung traže 83/85, nach holen. „ Frei Land" Gemeinnügiger Obſtbanseimſtättenverein Müncheberg i/ M. E. 6. m. b.H. Sonntag, b. 25. Mai 1924, vormittags 9 Uhr, Generalversammlung im Schügenhaus in Müncheberg i/ M. Tagesordnung: 1. Jahresbericht 2.Raffenbericht. 3. Entlastung d. Borstandes. 4. Neuwahl b. Borstandes und Ersagwahl d. Aufsichtsrats. 5. Anträge. 6. Berschiedenes. Anträge müssen späteftens 6 Sage nor ber Generalversammlung beim Borstand eingereicht werden. 181/1 Der Vorstand H. Größler. A. Müller. Joh. Otto. Ortskrankenkasse für die Gewerbe der Tischler und Pianofortearbeiter zu Borlin Die Bertreter der Arbeitgeber und Ber ficherten werden hierdurch zu der Ordentlichen Ausschußfizung am Dienstag, den 20. Mai 1924, nachm. 104/14 3 Uhr, im Reichenberger Hof, Reichen berger Str. 147, eingeladen. Tagesordnung: 1. Abnahme der Jahres rechnung über das Geschäftsjahr 1923 und Bericht des Rechnungsausschusses. 2. Sagungsänderung der 88 80 und 44. 3. Berschiedenes. Der Vorstand F. Meersbach. Bors. D. Guhl, Schriftf. BREMEN AMERIKA COSTASIEN AUSTRALIEN Regelmäßiger Personen- und Frachtverkehr mit eigenen Dampfern, Anerkannt vorzügl. Unterbringung u. 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