Abendausgabe Str. 22141. Jahrgang Ausgabe B Nr. 112 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise find in ber Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Montag 12. Mai 1924 Berleg und Angetgenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag Gmb. Berlin SW. 88, Cindenficaße 8 Fernfprecher: Dönhoff 2506-2307 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Blutiger Tag in Halle. Die Völkischen demonstrieren. Tote und Verwundete. Das wiederhergestellte Molite- Dentmal ist gestern in| Halle mit Todesopfern eingeweiht morden! Am 1. Mai war es verboten, unter freiem Himmel für ben Weltfrieben zu demonstrieren. Am 11. Mai mar es in Halle erlaubt, eine Riesendemonstration mit Schwarz Weiß- Rot, Hafenfreuz, Generälen, faiserlichen Prinzen, Reichswehr- Ehrentompagnie und friegerischen Reden abzuhalten. Der Lotalanzeiger" bezeichnet diefen Tag als„ den Tag der alten Armee". Deutschland steht in einem schwierigen Notenwechsel mit der Entente um die Militärkontrolle. Poincaré versteckt sich, um das besetzte Gebiet halten zu können, hinter die Sicher heitsfrage". Jede militaristische Demonstration ist heute eine Karte im Spiel des Gegners. Aber wer wagt es, Ludendorff und die Bölti. fchen in ihrem Bergnügen zu stören?! Am 1. Mai sind Umzüge und Versammlungen unter freiem Himmel verboten worden, um die Ruhe und Ord nung" aufrechtzuerhalten. Daß der Tag der alten Armee" nicht ohne Blutvergießen. ablaufen würde, war vorauszusehen Er ist trotzdem gestattet worden! Preußen bajuvarisiert sich! Was sich gestern in Halle ereignete, das erinnert an die schönsten Tage des Herrn v. Kahr. Die Anwesenheit von Sozialdemokraten in der preußischen Regierung hat den 3med, die Bajuvarisierung Preußens zu verhindern. Könnte sie das nicht mehr, so würde sie ihren 3wed verlieren. Der Tag von Halle hat zehn Menschenleben geloftet. Er hat außenpolitisch und innenpolitisch den schwersten Schaden gebracht. Die Völlischen haben allen Grund zu triumphieren. Angesichts der gestatteten Ludendorff Feier, der bie Wiederherstellung des Moltfe- Dentmals den dürftigen Bormand fieferte, angesichts der angekündigten Sprengung dieser Feier durch die Kommunisten stand die örtliche Bolizei vor einer ganz unlösbaren Aufgabe. Auch sie hat den Versuch, sie zu lösen, mit dem Tode eines der Ihren bezahlen müssen. daß mit verschiedenem Maß gemessen wird, dann wird man zu Zuständen gelangen, für die Sozialdemokraten in amtlicher Stellung in feiner Weise die Verantwortung über nehmen tönnen. Ludendorff herrscht in Halle. Halle, 12. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonnabend und Sonntag glich Halle einem Heer lager. Schwarzweißrot beherrschte alle Hauptstraßen. 50 000 Stahlhelmler und Hakenkreuzler aus ganz Deutschland, unter ihnen die halbe Generalität des alten Heeres, wie Ludendorff, v. Heeringen und v. François, v. Stein, v. Scholz, Marder, Graf Budner, Prinz Oskar von Preußen usw. waren zum sogenannten " Deutschen Tag" erschienen. Auch einige tausend Kommunisten waren zu Fuß und per Bahn zur Teilnahme an dem von der tommu nistischen Parteizentrale propagierten Arbeitertag" in Halle einge troffen. Sonnabend abend präsentierte sich bereits Budendorff im hochschulring deutscher Art", wo er folgende furze Rede hielt: Ihr Beifall zeigt mir, daß Sie in mir den Bertreter des alten Heeres und der völkischen Idee sehen. Reden nüht nichts, wir wollen handeln. Seine Majestät, der Deutsche Kaiser, er lebe hoch!" Später wurde die Revanche von allen Ran zein der Halleschen Kirchen gepredigt, die den Nationalisten restlos zur Verfügung gestellt waren. " Die Faschisten bewegten sich ziemlich zwanglos in den Straßen. Obwohl zugweises Marschieren verboten, war die Polizei gegen das Maffenaufgebot der Hafenkreuzler stellenweise ma chilos. An anderen Stellen gelang die Auflösung einzelner Züge. Sonntag vormittag fam es in den ersten Morgenstunden bereits vor dem Ge wertschaftshause zu ernsthaften 3ujammenstoßen zwischen jugendlichen Kommunisten und Jungbo. U. a. standen fich ein Jungdo und ein KBD.- Mann mit gezogenem Revolver gegenüber. Der& PD.- Mann brach, burch zwei Schüsse schwerverlett, zufammen. Das Hauptung füd des Tages ereignete fich um die Mittagszeit. Eine Abteilung Polizeibeamter, die den Auftrag hatte, die für den nationalistischen Rummel freigegebene Rennbahn zu sichern, stieß auf einen girta 100 Mann starten fommunistischen Zug, der sich jedoch ohne große Schwierigteiten zurüddrängen ließ. Blöglich wurde die Polizei angeblich aus den Häusern des Halleschen Borortes Boellberg beschossen. Sechs Polizeibeamte wurden zum Teil sehr schwer verletzt. Ein Beamter ist inzwischen seinen Ber tegungen erlegen. Gleichzeitig erfolgie aus dem DemonDie Borgänge bedürfen im einzelnen noch der Auf flärung. Es mag fein, daß auch in Halle Fehler begangen worden sind. Aber der Hauptfehler, der irreparable fehler ist nicht in Halle, sondern in Berlin begangen worden. Er bestand darin, daß man trog des bestehenden Verbots von Versammlungen unter freiem Himmel die nationalistische Feier gestattete. Das mußte nicht nur auf die Arbeiter, fonstrationszug heraus ein Ueberfall auf die Polizei. Ein Beamter bern auf jeden republikanisch Gesinnten, auf jeden, der gleiches Recht für alle will, als eine Herausforderung wirken. Was hatte die Arbeiterfchaft angesichts dieser Lage zu tun? Das Bernünftige wäre gewesen, den nationalistischen Rummel fich ablaufen zu laffen und am nächsten Sonntag eine noch viel gewaltigere Gegendemonstration zu veranstalten. Das war aber nur möglich, wenn die Arbeiterschaft unter einheitlicher Führung stand. In Halle aber, wie in ganz Deutschland, gibt es zwei Arbeiterparteien, von denen die eine fich das Riel gesetzt hat, dan andere zu vernichten". Alles, was zwischen Erde und Himmel geschieht, wird von den Kommunisten nur unter dem einen Gesichtspunkt betrachtet, wie man dabei ben Sozialdemokraten eins auswischen fann. Darum war ein Zusammengehen von Sozialdemokraten und Kommunisten nicht möglich. Es war aber nicht möglich auch aus einem anderen Grunde. -Die Sozialdemokraten wollen friedlich demonstrieren. Sie legen es nicht darauf an, bei ihren Rundgebungen zu Zu fammenstößen mit den Polizeibeamten zu fommen, die auch Proletarier sind und vielleicht manchmal mit schwerem Herzen ihre Pflicht tun. Die Kommunisten haben dagegen in törichter Renommisterei die Beranstaltung von 3ufammen stößen geradezu zu ihrem Programm erklärt. Es war finnlos, daß fich draußen vor den Toren Proletarier in Uniform und Proletarier im Arbeiterkleid blutig miteinander herumschlugen, während ihre Gegner die Stadt beherrschten und sich von gebantenlosen Hurrafchreiern als die Triumphatoren feiern ließen. Ein Borgang wie dieser ift mur geeignet, ben Uebermut aller Feinde der Republik ins Grenzenlose anschwellen zu lassen, während die Broletarier ihre Wunden besehen und ihre Toten begraben tönnen. So entschieben aber auch die Gozialdemokratie die Me. thoden der Kommunisten belämpft, so menig fann fie daran benten, den Standal von alle in irgend etwas zu beschönigen. Daß man den Monarchisten eine Ausnahme. erlaubnis gibt, die man den Republikanern verweigert noch am legten Sonnabend ist ein harmloser Fadelzug der Berliner Arbeiterjugend verboten worden- und daß Beamte der Republit eine so zustandegekommene Monarchistenfeier mit Leib und Leben verteidigen müssen, das ist nicht zu ertragen! Man stelle das Recht zur Veranstaltung von Berfammlungen und Aufzügen unter freiem Himmel für alle wieber her oder man versage es allen! Wenn man aber zuläßt, wurde durch Mefferstiche schwer verletzt. Inzwischen waren die De monstranten auf girta 400 Mann angewachsen. Auch die Polizei hatte Verstärkungen erhalten. Es tam zu einem neuen Kampf. Mehrere Kommunisten blieben tot auf dem Plaze. Außerdem gab es eine ganze Anzahl Schwerverlegter. Die Polizei fab fich zur eigenen Sicherheit gezwungen, den Kampfplatz von zwei Seiten abzuriegeln und die Häufer, aus denen geschoffen worden war, zu durchsuchen. Bis 7 Uhr abends war diese Durchsuchung noch nicht abgeschlossen. Inzwischen wurden 400 Kommunisten gefangen ge nommen und in das Polizeipräsidium eingeliefert. Die Gefangenen stammen fast restlos von auswärts, zumeist aus Berlin, Erfurt ,. Leipzig. Die Berliner hatten sich zwei Abteilungen Sanitäter fomie zwei Aerzte mitgebracht. fomununistischen Demonstranten und Polizei in der Reilstraße statt. Ebenfalls um die Mittagszeit fand ein Zusammenstoß zwischen Es entstond ein Handgemenge, in deffen Berlauf die Polizei von ihren Schlagwaffen Gebrauch machte. Drei Demonstranten wurden verletzt. Der eigentliche Hakenkreuzrummel fand mittags 12 Uhr vor dem Molite Dentmal statt. Die Polizei hatte die Zugangsstraßen zu dem Denkmal abgesperrt. Der Zugang war nur den Fahnendelegationen gestattet. Anwesend waren mehr als 3000 Fahnen, darunter befanden sich, obwohl verboten, ungefähr 50 Hafentreuz- und Zoientopffahnen. Die Festrede hielt der Hallefche Stahlhelmführer, Oberstleutnant v. Duesterberg, der unter anderem folgendes ausführte: Berantwortlich für die Sprengung des Meitle- Denkmals find nicht bie jugendlichen Rom munisten, sondern verantwortlich ist die Sozialbemo fratie, die feit Jahrzehnten die Achtung vor Monarchie, Kirche und Shule untergraben habe. Evite heute der rote Teiro: sein Haupt erheben, so hoffen wir, daß er niedergeschlagen wird." Am Schluß einer Rede äußt Duefterberg: Bon dieser Stelle foll es die ganze Belt hören: Wir er angen, daß alle in Mitteleuropa wohnette den Deutfchen zu einem großen deutschen Kaiserreich vereinigt werden. Gellte uns das nicht geingen, fo mögen unsere Kinder erfolg reicher sein." Beim Abmarsch der Jahnenbelegationen benahm sich die Bevöl terung ftellenweise geradezu wahnsinnig. Heilrufe burchgellten die Straßen. Man streute Berge pon Blumen. Ludendorff bewegte ich mit spanischer Grandezza. Allerdings fonnte er trop aller Pose nicht verhindern, daß man ihn weniger beachtete als andere, bei der Halleschen Bürgerschaft beliebtere und angesehenere Generäle. Nach mittags fand dann auf der Rennbahn die große Parade der Hafen treuzler ohne besondere Zwischenfälle statt. Der Arbeitertag der Kommunisten war bereits am Sonnabend verboten worden Die Toten von Böllbera. Ueber ble Tragöbie von Böllberg, bei der eine Reihe vom Souk polizisten verwundet und eine größere 2nzahl vom kom. munisten getötet wurde, gibt die TU. noch folgende Darstellung: Kurz vor der Dentmalsenthüllung durcheilte die Runde von einem schweren blutigen 3usammenstoß der Rommu niften mit der Schußpolizei die Stadt. Leider bewahrheitete sich die Nachricht. Ein mehrere Hundert zählenber Trupp Arbeiter, die von Be.pzig tamen, stieß in Böllberg bei Halle auf die Schußpolizei. Die Der Nationale Block verliert! 301 von 538 Mandate besetzt. Bisher Linksmehrheit mit 58 Sozialisten. V. Sch. Paris, 12. mai, 4 Uhr morgens.( Eigener I mit 4 Abgeordneten, Bouches du Rhone( Maijeille) mit 10 Abgeord Drahtbericht.) Um 4 Uhr morgens hat man den flaren Ein- neten, Gironde( Bordeaug) mit 11 Abgeordneten, Loiret( Orléans) drud einer schweren Niederlage des Nationalen Blods. Die mit 5 Abgeordneten, Allier( Moulins) mit 5 Abgeordneten, Jura mit Erfolge des Cintsblods übertreffen die kühnsten Erwartungen, 3 Abgeordneten, Cot mit Abgeordneten, Baucluse( Avignon) mit befonders im Süden und im Zentrum Frankreichs. Zahlreiche 3 Abgeordneten, Bar( Toulon) mit 4 Abgeordneten, Hantes Alpes Erminister find geschlagen, darunter Tardieu, Caffeyrie, Mau- mit 3 Abgeordneten, Gard( times) mit 6 Abgeordneten, Rhône noury, Vidal, Lefèvre. 3m Gegensatz zu 1919 find diesmal( Lyon) mit 4 Abgeordneten. Bon den bekannten bisherigen Abgedie Auswirkungen des Wahlfyftems der Linken zugute ge- ordneten des Nationalen Blods find unter anderem nicht wiederfommen, deren ganze Ciften in vielen Bezirken dank der Prä- gewählt worden die drei Mitglieder des vorigen Kabinetts Poincaré: mie auf die abfolute Mehrheit gewählt find. So zum Beispiel Cafteyrie, Maunoury und Bidal, der ehemalige Kriegsminister André die Cinfsblodlisten mit den Spizenkandidaten Malon, Re- Cefebvre, der gegenwärtige Landwirtschaftsminister Capus und der naudel, Herriot, Briand. Man rechnet mit über 100 So. Baron Rothschild. Unter den Gewählten ist Genoffe Renaudel 3ialisten. In Paris und Umgebung wurde der Nationale Blod gerettet durch die Stimmen zersplitterung dank der Kommunisten, dennoch werden die Pariser Linksblocführer Blum, Painlevé durchkommen; anderswo find Kommuniffen taum vorhanden. Selbst das Innenminifterium gibt die Niederlage des Nationalen Blods zu Das Wahlergebnis von Paris ist bisher noch nicht befannt. 3n den drel Wahlkreifen der inneren Stadt hat der Rationale Blod die relative Mehrheit erhalten. In den Parijer Vororten scheinen die Kommunisten einen starten Erfolg erzielt zu haben, sie stehen an zweiter Stelle hinter dem nationalen Blod. 3m Departement Obereijas scheinen die Radikaljozialisten die Mehrheit zu erlangen gegen die Kommunisten. Die Siege des Linksblocks. Paris, 12. Mai.( WTB.) Heute früh% Uhr gibt Havas Paris, 12. Mat, 2½ Uhr morgens( Eigenar Drahtbericht.) folgende Aufstellung über 177 Wahltreise:& onservative 8Die bisher vorliegenden Wahlergebaiffe geben zwar noch fein ab. Gewinn 2, Berluft 8. Arago- Partei( Arago selbst ist durchgefchloffenes Bild, fie taffen aber bereits erkennen, daß der Blod gefallen) 14- Berlust 41.£ intsrepublifaner 17- Ge der Cinfen, insbesondere in der Provinz, einen Erfolg errungen hat, winn 5, Berluft 25; diffidierende Republikaner 11 der alle Erwartungen übertrifft. Jn einer ganzen Gewinn 3, Verlust 12. Rabitatiozialisten 60- Gewinn 34, Reihe von Departements haben die in dem Kartell zusammengefchlof Berluft 4. Sozialistische Republitaner 16 Gewinn 6, fenen Sozialisten und bürgerlich- demokratischen Parteien die abso. Berlust 2. Sozialisten 41- Gewinn 25, Berlust 1. omTute Mehrheit zu erlangen vermocht und damit die Gesamt- munisten 4- Gewinn 3, Berluft 3. Stichwahlen am 25. Mai heit der Sige erhalten. Das trifft zu für die Departements Haute finden in vier Wahlbezirken statt, weil teine Cifte den Wahlquotienten Bienne( Cimoges) mit 5 Abgeordneten, öffllche Pyrenäen mit 3 26. erreicht hat. geordneten, Jjere( Grenoble) mit 7 Abgeordneten, Gure et Coice ( Weitere Nachrichten auf der 3. Seife.) www Arbeiter überfielen die Polizei(??), wobei mehrere Schüffe fielen,] die alsdann von der Polizei erwidert wurden. Es entwickelte sich eine regelrechte Schießere:, bei weicher es auf beiden Seiten Tote und Berwundete gab. Wie es heißt, find bei den Kommunisten neun Zote und zwölf Vermundete, bei der Schußpolizei zwei Lote und sechs Verwundete zu verzeichnen. Halle, 11. Mai, nachts 12 Uhr.( Eigener Drahtbericht.) Der Abmarsch der Hakenkreuzfer und der sogenannten anderen vaterländischen Organisationen vollzog fich ohne Störungen, die Generäle des alten Heeres find am Sonntag noch nicht ab. gereist. Sie dürften voraussichtlich aber am Montag Halle verlaffen. Es ist jedoch nicht ausgeschloffen, daß fie auch noch an diesem Tage bei Seti und Wein Wiedersehen feiern und erst am Dienstag abreifen. Die Zahl der kommunistischen Toten und Berletzten konnte auch bisher nicht zuverlässig festgestellt werden. Die Polizei zählt als Opfer der Zusammenstöße 1 Toten und 5 Berletzte, darunter 3 schwer. Inzwischen ist ein großer Teil der verhafteten kommunisten nach erfolgtem Berhör wieder auf freien Fuß gefeht worden. Insgesamt verblieben ungefähr 70 in Haft, von denen am Montag jedoch ebenfalls noch ein größerer Teil freigelaffen werden dürfte. Zunächst werden die mit Schuß- oder anderen Waffen angetroffenen Kommunisten festgehalten. Bei der Revision der Häftlinge wurde a. a. ein Aufruf der kommunistischen Parteizentrale an die Funktionäre gefunden. In ihm verlangt die Zentrale, daß die in Halle anwesenden Kommunisten unter allen Umständen ohne Rüdsicht auf die Mittel versuchen müssen, sich gegen die Polizes durchzusetzen. Die Haussuchung der Polizei in den Häufern, aus denen Schüffe gefallen sein sollen, ist ergebnislos verlaufen. Belagerung des Volksparks. gefommen, weil sie der Meinung waren, der Arbeitertag" merde| über den Rahmen von Verbesprechungen nicht hinausgegangen. Die geftattet. Zu dem gestrigen Faschistentag schreibt unsere Hallesche Versuche zu einer Schlichtung werden fortgesetzt. Eine Abordnung Parteizeitung, das Boltsblatt": der Oberbürgermeister der Industriestädte hat sich am Sonntag nach köln begeben, um die auf der Messe anwesende Reichstegie. rung bringend zu ersuchen, in den Konflikt vermittelnd einzugreifen. Reine Konferenz der Union. " Wie vorausgejagt, ist der gestrige Ludendorffrummel zu einem großen Spettafelstild geworden, zu einer Lächerlichmachung der Staatsautorität und zu einer Etablierung der Hitlerei in Mitteldeutschland. Die mitteldeutschen Behörden, die in Berlin auf das dringendfte davor gewarnt hatten, den Aufmarsch der Gegenrevolufion in Halle stattfinden zu laffen, haben recht behalten. Die auf. gebotene Bolizei erwies fich trotz ihrer verhältnismäßigen Stärke geradezu madhilos, die am Tage vorher von ihr erlassenen, unter öffentlichem Anschlag befann gegebenen Berordnungen durchzuführen. Die Hafenfrenzler amüsierten sich darüber und pfiffen auf die Polizei. Ganz wenige 3üge fonnten aufgelöst werden, die übergroße Mehrzahl 30g unter flingendem Spiel, unter Gesang, unter Hafentreuzfahnen in geschlossenen Zügen durch die Stadt und von Sonntag. nachmittag an dachte kein Polizeibeamter mehr daran, den Berordnungen feiner Behörde Geltung zu verschaffen. Die Staatsautorität war zum Teufel, und ihr Totergräber ist der deutsche Reichsinnen minister Jarres, der Minister des zivilen Ausnahmezustandes, der den ganzen Unfug gegen den Willen der preußischen Behörden protegiert und ihm dadurch sein Gesicht gegeben hat. Jarres fann ftolz sein auf das von ihm vollbrachte Werk. Herr Jarres hat durch die Brotektion des Halleschen Hakenkreuzrummeis den abfolut un zweideutigen Beweis erbracht, daß er den zipilen Ausnahmezustand in rücksichtslos einseitiger Form gegen die Republik und gegen ihre Träger, bie deutsche Arbeiterschaft, anwendet. Man wird sich in Berlin nicht wundern können, daß die Erbitterung der mitteldeutschen Arbeiter wegen dieser ungleichen Behandlung eine ungeheure iff und daß diese Erbitterung die weittragendflen Folgen nach sich ziehen muß. Eine Industriearbeiterschaft wie die mitteldeutsche, die unter ben er bärmlichsten Lohnverhältnissen in Schacht und abrit zu wirten hat, muß es also doppelt brüdend und abfolut unerträglich finden, wie Staatsbürger vierten oder fünften Ranges behandelt zu werden, und das unmittelbar, nachdem die Maibemonstrationen verboten worben find." Cijen, 12., Mai.( Eca.) Die Kommunisten hatten durch thre Organisation der Union der Hand- und kopfarbeiter für heute morgen eine Delegiertentonferenz nach Bochum einberufen, an welcher auch die auswärtigen Delegierten teilnehmen sollten. Die Konferenz hat nicht stattgefunden, weil die auswärtigen Delegierten teine Einreiseerlaubnis bekommen haben und anscheinend im Ruhrrevier die Zahl derer, die teilnehmen wollten, zu gering war. Gegen kommunistische Frreführung. Bochum, 12. Mai.( Mtb.) Die vier Bergarbeiterverbände wen ben sich in einem Aufruf an die Bergarbeiterschaft des Ruhegebiets, in dem sie gegen die Union den Borwurf der fam. fosen Irreführung der Bergarbeiterschaft erheben. Die Union versuche, einen Reil zwischen die Bergarbeiterführer und die Mitglieder der Verbände zu treiben. Vor einer Beteiligung an der Bewegung der Union, unter der Parole„ Einheitsfront" überall lokale Streifleitungen zu bilden, wird von seiten der Bergarbeiter. verbände dringend gewarnt. Der letzte Lohn. Effen, 12. Mai.( Mtb.) Am heutigen Montag erhalten die Bergleute den Rest des ihnen zustehenden Geldes. Für den Fall, daß dabei Unruhen auf den Zechen entstehen tönnten, find sowohl von den Gewerkschaften als auch von den Behörden umfangreiche Borbe. reitungen getroffen worden. Der welfische Separationskampf. Die Deutfdy Helfer aus Heffen und Bayern. Hannover, 12. Mai.( Eigener Drahtbericht.) hannoversche Bartei veranstaltete gestern in Hannover eine Rundveranstaltete gestern in Hannover eine Rund. richtet, fich von Schuhpolizeibeamten durch die Stadt sum Bahnhof blitanische Rummel in Halle natürlich seine Gegenwirtung im ganzen gebung für die Schaffung eines Etaates Niedersachsens, die unter Der Artikel schließt: Zum Schluß fei bemerkt, daß ber antirepu in Deutschland auslösen wird. In- und Ausland werden erfahren, daß es in Deutschland nicht nur Faschisten und Monar. chiften, fondern auch ein Heer von Männern gibt, die die Republik mit Leib und Leben zu verteidigen bereit sind. Auf den Tag... Ein, Meisterstück. Halle, 12. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Polizei hafte 1500 zu einem Meeting im Boltspart versammelten Kommunisten abgesperrt. Die Kommunisten hatten die Absicht, in gefchloffenen Zügen durch die Stadt zu marschieren. Da nach den Vorgängen in Böllberg mit einem neuen Blutvergießen zu reden war, hatte die Schuhpolizei an die Kommuniften, die Aufforderung geoder nach Ihren Beftimmungsorten transportieren zu laffen. Eine Reihe tomunistischer eBesammelter ging auf diesen Vorschlag Der Teilnahme von Separatisten aus dem ganzen Reiche vor sich auch ein; fle wurden auf Polizeiwagen abtransportiert. ging und zu einer ernsten Demonstration für die Zerschlagung Breußens wurde. Der welfische Führer Langwoft erflärte unter Die große Mehrzahl jedoch weigerte fich, den Bolkspart unter Polizeistürmischem Beifall, daß der Tod Preußens das Leben Deutschlands bewachung zu verlaffen. Da die Polizei darauf befland, die Kommufel! Der Oberpräsident von Hannover, Genosse Noste, wurde als niffen nicht ohne Bebedung aus dem Boltspark herausgehen zu laffen, wurden zirka 1200 Sommuniffen bis nachts 12 Uhr im Bolts Die Rundgebungen für den Böllerfrieben und bie Schuft und Lump bezeichnet, der an ben Galgen gehöre. Als Ver. treter der großhessischen Separatisten sprach Dr. Hertel, park gefangengehalten. Nach Freigabe des Boltsparks Bölferversöhnung rben am 1. Mai auf Grund der Aus ber in geschnacloser Weise Preußen als einen Sklavenhalter charat. durch die Polizei enfleerte fich das Gebäude. Zu besonderen Zwischen- nahmeverordnungen der boren! Die Beranstaltung der Haten- terifierte, während der Reichstagsabgeordnete Bach meŋer namens freugler in Halle wurde ebenfalls auf Grund der Ausnahmeverorb- bes bagerischen Bauern und Mittelstandsbundes den hannover. fällen in den Straßen fam es darauf nicht mehr. nungen genehmigt! Ichen Separatisten die Sympathie und die besten Wünsche für das Gelingen ihres Planes zum Ausdrud brachte. Zum Schluß der Bersammlung gab es noch einen Zwischenfall, als der bekannte Seidner Rusch, deffen Zeichnungen den Lefern des„ Vorwärts" bestens befannt sind, beim 3eichnen der welfischen Führer festgestellt wurde. Man versuchte, Ihm die Zeichnungen zu entreißen und bedrohte ihn mit Totschlagen, so daß die Polizet ihn nur durch energisches Eingreifen vor jayweren Miß handlungen schützen tonnte. Nachgetragen werden muß noch, daß die um den Boltspart fonzentrierte Schuhpolizei, die aus Eisleben als Verstärkung herangezogen worden war, den ganzen Tag über höchst provo3izrend nicht nur gegen den Belagerten, sondern auch gegen das passierende Publikum sich benahm, so deß es heute zu fehr unliebfamen Zwischenfällen zwischen Polizei und passierendem Publikum tam. Die Leitung der Halleschen Polizei hat bereits eine Unterfuchung der unerfreulichen Borkommnisse zugefagt. Wir geben hier einen Bericht ber demotratif en Montagspost" über diese in ber Geschichte mohl einzig bastehende strategische Maßnahme wieber, weil er die Dinge in befonders anschaulicher Lebendigkeit schilbert: Ber die Genehmigung ausgesprochen oder veranlaße hat, mag später festgestellt werden. Jedenfalls war sie ein- Meisterstud! Denn diese auf Grund der Ausnahmeverordnungen ungu laffige, aber genehmigte öffentliche Stundgebung unter freiem Himmel zeitigte eine hegre de bes völlisch- nationalen früheren Oberstleutnants Düfter berg, über die WIB. folgenden, augenscheinlich schon frisierten Bericht herausgibt: „ Die Absicht der Zerstörer des Denkmals fei gewesen, mit biefer Herostratentat eine blutige Auseinanderfeßung im Deut fchen Reiche auszulösen. Die wahren Schuldigen feien jedoch die geistigen Urheber des Attentats gewefen. Aber die Buben Set, 11 Uhr abend, ist der Bolfspart noch immer von ber Boat, habe eine ungewollte Birtung gehabt, Die nationalen Kreiſe fizei besetzt und die 3000 Rommunisten, die sich dort in ben Sälen feien aufgerüttelt worden. Der Redner verwies jobann antnüpfenb an Deutschlands große Erinnerungen, auf die politische Berriffenheit Befinden, werden immer noch festgehalten. Ein startes Bolizeiaufgebot hält, mit Maschinenpistolen und mit auf im Innern und die Ohnmacht nach außen, die nach dem Weltkriege gepflanztem Bajonett bewaffnet, die Ausgänge befeßt. Der in Deutschland eingetreten feien. Weder das Weltgewiffen noch der Boitspart ist ein großer Saalbau, der fowohl den Gewerkschaften Bölferbund, weder die zweite noch die Drifte Internationale häffen wie den Arbeiterparteien ohne Unterschied der Richtung zu Ber verhindert, daß man Deutschland, allen feierlichen Zusicherungen zum fammlungen und Kongreffen dient. Heute follte er bas fammlungen und Kongreifen dient. Sjeute follte er das Haupt Troh, immer welter entrechtet und verfflavt habe.... Wir brauchen quariier für den Deutschen Arbeitertag" sein, der schließlich meine Revanche! Bir Deutschen haben auf allen Schlachtfeldern einer Aber die auf heute Welt von Feinden gegenüber fiegreich standgehalten; wir verlangen legten Moment verboten wurde. aber- und das soll nicht nur Deutschland, nicht nur Europa, fondern vormittag angefeßte Bersammlung ist von der Polizei gr. nehmigt worden. Die Teilnehmer dieser Berjaminlung find feit die ganze Welt hören auf Grund des ersten aller Bölkerrechte, 11 Uhr vormittag, alfo bis jetzt 12 Stunden lang in dem Gebäude auf Grund des Selbstbestimmungsrechts die Wiedervereint festgehalten worden. Man hat ihnen angeboten, daß fie in fleinen gung aller in Mitteleuropa geschloffen lebenden Deutschen zu einem neuen großen Deutschen Reiche. Dieses heilige Ziel werden wir und, Trupps das Lotal verlassen dürfen, aber fie follen sich unter menn notwendig, alle fommenden Geschlechter an. polizeilicher Begleitung zu ihren Wohnungen begeben. Dies haben die Kommunisten abgelehnt, weil fie fich ftreben, bis wir es erreicht haben." jagen, daß fie ebenso mie die Anhänger der anderen extremen RichUnser Berichterstatter spricht davon, daß Düfterberg, wie es auch tung fich frei auf der Straße bewegen wollen. Die Berhandungen find den ganzen Nachmittag über gegangen, und gegen Abend schien es bereits, als ob bie Rommunisten auf den Borschlag der Polizei eingehen wollten. Sie haben aber dann doch diesen Borsaylag endgültig abgelehnt und verharren weiter in dem Lokal. Das Lotal wird natürlich nicht für die Berpflegung einer so großen Menge ausgerüstet sein. Die Leute, die zwölf Stunden in dem Lotal schon verweilen, müssen bereits hunger leiden. Nicht beffer geht es der Bolizei, die auch schon seit zwölf Stunden ununterbrochen unt das Gebäude steht. Auch diese Beamten haben bisher feine Gelegenheit gehabt, Nahrung zu sich zu nehmen. Wie lange dieser Zustand noch dauern foll, it nicht vorauszufchen. Allerdings wird von einer zuständigen Stelle der Polizei versichert, daß gegen zwei Uhr nachts die Sperre aufgehoben wird, weil dann inzwischen wieder Ruhe eingetreten fein wird und feine Zusammenstöße mehr zu erwarten find. Völkische Trupps und Verbände marschieren durch die Stadt in gefchloffenem Zuge, und Heilruje dröhnen durch alle Stragen, die zum Bahnhof führen. Schühengräben gegen die Kommunisten. Das Waffenlager im Schulhause. Nachtlänge zum Ausnahmezustand in Thüringen. Man fhreibt uns: Als die Reichswehr in Thüringen einrüdte, nahm sie auf eine " Denunziation hin im Schulgebäude der Gemeinde 2 angen. berg in Thüringen eine Durchfuchung vor, bei der ein Maschinen. gewehr und mehrere Gemehre auf dem Dachboden gefunden wurden. lBei den damaligen Rechtszuständen reichte dies aus, um den Schul biener Ente in Shushaft zu nehmen. Fast einen Monat ist Genoffe Ente feiner Freiheit beraubt gewesen, dann wurde er entlaffen. Hinterher wurde auch noch ein Strafverfahren gegen ihn eingeleitet, das wenigstens die Möglichkeit gab, die ganze Halt losigkeit der gegen Ente erhobenen Beschuldigungen darzutun. Auf Grund des Gesetzes zum Schuße der Republik wurde er ange. flagt, ein Waffenlager" in Gewahrsam gehabt und der Behörde von dem Aufbewahrungsort nicht Kenntnis gegeben zu haben. Schöffengericht Gera( Reuß) stellte sich zunächst durch Befragen der In der jet ftattgefundenen mündlichen Verhandlung vor dem mahrscheinlich ist, von der Errichtung eines neuen großen Deut. ihen Raiserreiches" gerebet habe. Wolff weiß nur vom Belastungszeugen durch den Genossen Dr. Kurt Rosenfeld. neuen Reiche". Aber daß sich dieser Oberstleutnant außer Diensten Berlin heraus, daß die Schäfte von den Gewehren, die gefunden bei der Baterländischen" und deshalb genehmigten Rundgebung eine wurden, völlig faput gewesen sind, ob auch das gefundene Maschinen. fo gehäffige Herabsehung der sozialistischen Inter- gewehr unbrauchbar war, fonnte in der Verhandlung nicht festgestellt nationale leisten durfte, paßt ganz in den Rahmen dessen, daß werden. Ente sollte eines Nachts um 2 Uhr gesehen worden sein, man die Rundgebungen am 1. Mai verbot. Sie sollten ja inter. wie er mit einer brennenden Lampe aus dem Schulhause fam. Es national den Willen zur Bölferverständigung befunden. ergab sich aber in der Verhandlung, daß niemand die nächtliche SputDas durfte nicht unter freiem Himmel geschehen. Unter freiem gestalt erkannt hatte. So fiel die ganze Anklage in sich zusammen, Simmel tönnen nur vöttische haßreben gehalten werden im und sogar der Staatsanwalt mußte die Freisprechung bean Beisein notorischer Hochperräter wie Ludendorff! tragen, da dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden fonnte, daß fein noto er von der Aufbewahrung der Waffen im Schulhause Kenntnis hatte. Die Freisprechung des Angeklagten durch das Gericht gibt dem Angeflagten für den von ihm verbüßten Monat Schußhaft aber feine Genughnung, die bleibt die Reichswehr schuldig. Offiziöse Berichterstattung. WEB. gibt seinem ausführlichen Bericht über die„ vaterländische" Rundgebima diefe ftimmungsvollee Einleitung: Der ungeheure Zuſtrom der an die Hunderttausend zählen 4 den Teilnehmer von nah und fern geftaltete den Tag der Ein weihung des wieder errichteten Molite- Standbildes zu einem nationalen Weihetag erster Ordnung. Schon vom frühen Morgen an bewegte fich die festlich gestimmte Menge durch die geschmidten Straßen. Bom Better begünstigt nahm die Feier einen in jeder Hinficht befriedigenden Berlauf. " 1 In den Bormittagsstunden war es an der Peripherie von Halle zu schweren 3usammenstoßen gekommen. Wie schon ge melbet, hatte der Polizeipräsident alle Beranstaltungen von fints unterfast, nur die eine Bersammlung im gefchlossenen Raume, im Wirklich ein Weihetag erster Ordnung"! Trogdem man die Boltshause, war gestattet worden. As die Teilnehmer, die in ben Rämpfe und die Erbitterung vorausleben fonnte, die durch die völ. Borarten oder Nachbarorten women, zu Fuß nach der Stadt fich fische Brovokation im Herzen Mitteldeutschlands ausgelöst wurden, begeben wollten- ein großer Teil tam nicht mit der Bahn, um hat man diesen Beihetag" genehmigt! Er nahm für alle Feinde Zusammenstöße zu vermeiden, wurden fie in den vor alte ber Republit auch einen wirklich in jeder Hinsicht befriedigen. gelegenen Dörfern von Schußpoligel aufgebalden Berlauf". fen. Die Schußpolizei hatte sich sogar zur Berteidigung von Halle Schüßengraben gegraben und verbarritadiert, an den an tommenden Arbeitermassen entgegenzutreten. An anderer Stelle find größere Gruppen von Kommunisten festgenommen und abgedrängt worden. Eine Gruppe von etwa 400 wurde nach Merseburg gebracht. Außerdem find verschiedene Gruppen und Grüppchen im Innern der Stadt festgenommen worden, so daß sich am Abend etwa 400 festgenommene Rommunisten im Polizeipräsidium befanden. Erregung in Mitteldeutschland. Halle, 12. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Nacht in Halle ist gut verlaufen. Es fan in einzelnen Stadtteilen lediglich zu kleine ren Schlägereien zwischen Faschisten und Kommunisten. Die Zahl der auf fommunistischer Seite Gefallenen hat sich auf drei Tote und neun Verwundete inzwischen feststellen lassen. Einer von den Teten tann bisher nicht retopnosziert werden. Bemerkens. mert bleibt, daß bei der polizeilichen Bernehmung der ca. 400 Ge fangenen die Mehrzahl der fommunistischen Gefangenen erflärte, fie feten durch ihre Presse über das Verbot der fommunistischen Gegendemonstration nicht aufgeklärt worden und lediglich nach Halle Der Ruhrkampf. Ausfall von 13 Zügen. Effen, den 11. Mal.( IU.) Die Regie hat fich laut Anfchlag im Effener Hauptbahnhof gezwungen gesehen, vegen Kohlenmangels 13 3üge du sfallen zu lassen. Die Lage im Ruhrbergbau. Effen, 12 Mat. Die Lage im Ruhrgebiet iff unverändert. Bon der gesamten Belegschaft der Frühschicht find 93,24 Proz. nicht eingefahren. Aus mehreren Bezitten wird eine Zunahme der Arbeitswilligkeit gemeldet. Auf den Thyssenschächten erklärten sich über 1600 Bergleute zur Arbeit bereit. Noch keine Verständigung. Bodhum, 12. mai.( mtb.) Die Bermittlungsver. in de des Reichs- und Staatsfommiffars Mehlich im Ruhrkonflikt haben bisher zu einem Ergebnis nicht geführt. Die am Sonnabend mit den Zechenbesitzern gepflogenen Berhandlungen sind Pascha der Ehrenlegion. Eine neue Würde für den Verlierer des Weltkriegs. Außer zum Reichstagsabgeordneten hat Erich Ludendorff- Lind. ström es zu nichts mehr in Deutschland bringen können. Und doch hatte er fich fo redliche Mühe gegeben, sowohl beim Rapp- Butsch wie beim Hitler- Streich. Es wurde eben nichts Rechtes. Nur in die von den Hitlern so verfemte„ Schwazbube" am Königsplatz zu Berlin ift er gefchickt worden. Und dort kann es ihm ja ganz nied. lich ergehen, wenn er fich maufig macht. Aber inzwischen hat ihn doch eine große Ehre erwischt. Er ist zum Pascha der Ehrenlegion" ernannt worden. Zwar nicht der franzöfifchen, aber einer deutschen! Wer nicht weiß, was bas für ein Ding ist, der ist zu bedauern. Denn er hat keine Ahnung davon, was ein Pascha, Schirmherr oder„ Ehrenmarschall" folcher Legion zu tun hat. Aber in dem Wulle- Blatt fann man lesen, daß 1. ber„ Ordensrat" der Ehrenlegion dem Ludendorff die Baschamürde angetragen, 2. daß befagter Ludendorff diese. Würde angenommen hat und endlich 3. baß man näheres gegen Einfendung einer Fernbriefmarfe beim„ Drbensamt" in Burheim erfahren fönnte. " Ich aber erzähle der Residenz eine Geschichte, mie man Ehrenmarschall wird", fagt der Ferdinand des Herrn von Schiller. des Reichspräsidenten vom 8. Mai wird das Reichsministerium Auflösung des Wiederaufbauminifteriums. Durch Verordnung für Wiederaufbau zum 11. Mai aufgelöst. Die Geschäfte übernimmt vom 12. Mai ab der Reichsminister der Finanzen. Die folonialen Angelegenheiten sind bereits am 1. April 1924 auf das Auswärtige Amt übergegangen. Aus diesem Anlaß tritt der mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichsministeriums für Wiederaufbau beauftragte Staatssekretär Dr. Gustav Müller in den einstweiligen Ruhestand. Mehrheit ö es Linksblocks? Paris. 12. Mai.(MTB.) Nach einer gegen 11 Uhr vor- mittags abgegossenen Statistik der ZI gen c« Hunas verteilt sich die Mandakszahl auf die einzelnen Gruppen wie folgt: Sonservative 11, Gruppe Arogo 103, Liaksrepublikimer 71. Disiidlereude Radikale ZS, Radikale und Sozialistisch. Radikale III, Sozia- listischeRepublikanerZZ. Sozialisten??. Kommunisten 14, Stichwahlen 4, zusammen 449. Nach einem haoassunkspruch von 1 Uhr mittags hat es den Anschein, als ob die Gruppen der Linken eine Mehrheit von ungefähr 30 Abgeordneten erhol- ten werden. Paris, 12 Mai. fEigener Vrahtbericht.) Unter den ge- wählken Sozialisten sind IS bisherige Abgeordnete und 23 neue. Wiedergewählt ist auch Genosie Paul Voncur. Tie Wahl in Paris. Paris. 12. Mai.(MTB.) Im zweiten Wahlbezirk sind gewählt mrm Nationalen Block 6, von den Sozialisten 3. von den Kommu- nisten. Unter den Gewählten befinden sich Igrace Pattes, Puech, Taittinger(Nationaler Block) und die Sozialisten Leon Blum und Admiral a. D. Iaures, ein Bruder des verstorbenen Abge- ordneten Iaures. Paris, 12. Mai.(WTB.) Der Wahltag ist in Paris und, soweit Nachrichten vorliegen, in ganz Frankreich in Ruh« verlaufen. Die Wahlhandlung wurde um S Uhr geschlossen. In den meisten Wahl- lokalen war bis zur Mittagstunde die Wahlbeteiligung ziemlich st a r k. So wurden im ersten Bezirk von Paris bis zur Mittagstunde etwa 40 Proz. der wahlberechtigten Stimmen abgegeben, in Bordeaux etwa 33 Proz. Im allgemeinen wird angenommen, daß in Paris und Umgebung sowie im Süden und im Norden Frankreichs ein« stärkere Wahlbeteilgung als bei den Wahlen von 1919 zu ver- zeichnen ist. Die Niederlage der Clemeneeau- Leute. Pari», 12. Mai.(Eca.) Im Departement D röm« ist die Liste h e r r i o t(Linksblock) mit 13 Abgeordneten gegen den Bloc National und gegen die Kommunisten gewählt. Auf der List« Augagneur, der im Departement Bar von der Liste Renoudel(Soz.) geschlagen wor- den ist, befinden sich Persönlichkeiten aus den Kreisen des Bloc Ratio» nÄ sowie aus den Kreisen von Clemenceau. E» heißt, daß im Dcpar- tement Gironde die Liste des Clemsncisten Mandel geschlagen worden ist. Im Departement Ostpyrenäen ist die List- des Links- block? mit etwa 9—8090 Stimmen voraus gegen die Liste des Bloc National. Im Departement Iser« steht vorläufig die List« des Links- blocks an der Spitze Im Departement Bauches du Rhäne, erster Wahlkreis, ist vorläufig die List« des Linksblocks voran. Im Depar- tement Boges(Bogesen) hatte bis 10 Uhr der Bloc National mit 20 702 Stiimnen soviel, wie die anderen Parteien zusammen, ähnlich in Nancy. In den Departements Iura, Vaueluse und Gard ist vor- läufig der Linksblock weit voraus. Im Oberelsaß ist Stich- wähl erforderlich. Im Departement Ceris-Inferieur ist Briand mit seiner ganzen Liste gewählt worden. Im Departement Deux Sevres ist die ganze Liste des Linksblocks gewählt. In den Deport«- ments Ardeche und Loireet(Eher ist bisher der Linksblock voraus. Im Departement du Nord sind Loucheur und Daniel Vincent wieder- gewählt. Im Departement Indre et Loire hat die List des Links- blocks gegenüber der kommunistischen Liste und der Liste des Bloc National das Uebergewicht, ebenso im Departement Loire. Im Dcpar- tement Obere Pyrenäen firüv die d-rei. Kandidaten des Linksblocks gewählt, im Departement Eure et Loire sein« vier Kandidaten, im Departement Iura drei. Im Departement Dordogn« ist die Liste des Linksblocks mit 9 Raditolsozialisten und Sozialisten mit absoluter Mehrheit gewählt. Im Departement Tarn et Garonn« erwartet man die Zahl von 4 Sozialisten, darunter A u r i o l s, eines Radikalsozia- listen und eines Kandidaten vom Bloc National. Das Departement .fisrault zeigt ein« starke Mehrheit des Linksblocks. Castelnau durchgefalle», Weill und Peirotes gewählt. Paris. 12. Mai. mittags.(WTB.) Aus den einzelnen Deport«. msnts liegen noch folgende Meldungen vor: Im Departement Aosyron(ö Sitze) sind 5 Kandidaten der Listen des Nationalen Blocks gewählt worden. General de Castelnau ist geschlagen. Im Departement Correge(4 Sitze) sind von der Liste des Nationalen Blocks drei Kandidaten gewählt. Im Maas-Depart-meirt(4 Eitz«) ist die gesamte List« de. Nationalen Blocks, an ihrer Spitze Kriegs- minister Marginot, gewählt. Im Departement Nord(24) steht bis vormittags 7 Uhr fest, daß die Zahl der sozialistischen und der kam- munistischen Stimmen die sozialistischen Ziffern von 1919 um 30 000 überholen werde. Im Departement Oran in Algier(2 Sitze) hat der Nationale Block etwa 8000 Stimmen Mehrheit. Im De- partement Umerrhein(9 Sitze) sind gewählt worden Walter Seltz, Oberkirch, Frey und Altorffer von der Liste des Nationalen Blocks, der Straßburgsr Bürgermeister Peirotes und Weill(beide ehe- maligc Reichstagsobgeordnete) von der sozialistischen sowie Hüber von der kommunistischen List«. Im Departement Seine et Ois«(12) sind gewählt 3 Kandidaten der Aragogruppe, ein dissidierender Radi» kaler, 3 Linksrepublikcmer, 2 sozialistische Raditale, darunter Franklin Bouillon und 3 Kommunisten, darunter der wegen der Meuterei im Schwarzen M«r»erurteilt« March. Erste Preffestimmen. Paris, 12. Mai.(TU.) All« Anzeichen lassen darauf schließen, daß der Block der Linken in der neuen Kommer unter der Führung Herriots und AriandS die ZNehrheii haben wird. Robert de Iou- venel schreibt im„Oeuvre": Frankreich wird wieder repu- blikanisch, und der Nationale Block ,st nur ein böser Traum. Iouvenel rechnet mit dem Aü ck t r i t t d e r Regierung. Paris, 12. Mai.(WTB.) Zum Ausgang der Wahlen schreibt „Petit Parisisn", die Kandidaten der Linken hätten Erfolge erzielt. Gustave Hcrve sagt in der„Bictoire": Mein« lieben Freunde vom Nationalen Block, das ist der Zusammenbruch, ihr hobt euch verst-ckt ihr habt euer Programm in ver laiche gehalten, eure Fahne verborgen und euren eigenen Namen ver.eugnet Glaubt ihr. daß man mit einer solchen L u m p e r« i den sieg erzielt? Paris. 12. Mai.(Eca.) Die Morgenpreste ist einstimmig darin, die bisher vorliegenden Ergebnisie als eine durchaus klare Schwenkung nach links zu b-ze-chnen. Die dem linken Block nahestehende Presse ist vor Fr epd« außer sich. Der„Petit P a r i s i e n" überschrelbf seine erste>veite ,n Buch- staben von mehreren Zentimetern �)öhe mit den Worten: „Der Block Rational ist vernichlet." Das Blatt fordert unverhohlen Präsident Millerand und Poincare zur sofortigen Demission aus. Poincare, so schreibt das Blatt, hat sich bei seinen zahlreichen Reden damit geschmeichelt, daß der Glanz mit ihm gehe. Wir haben dagegen protestiert. Frankreich hat den Bloc National ausgespien, mein« Ezerren Präsidenten! rust dos Blatt zum Schluß aus. � Die„Ere Nouvelle" schreibt ganz ähnlich. Auch st« sagt. d«r Bloc Nationale sei vernichtet. Die U n w ü r d i g en. di« versucht hattm. Frankreich zugrunde zu richten, seien von dem enthusiastischen Volke verdrängt worden. Poincare könne nunmehr die Unwürdig. keit seiner Politik«rmesten. Diesmal, so schreibt die„Er« Nouvelle" triumphierend, müsse man von links regieren, dann muß man mdSSMg Frieden schließe». I Zu den Schlußfolgerungen, daß die augenbückstchen Machthaber verschwinden müssen, kommt auch das„O« u v? De? erste, der verschwinden müsse, schreibt Iouvenel in diesem Blatte, ist M i l l e r a n d, der vor wenigen Iahren den heute zusammen- gebrochenen nationalen Block gegründet hat und stets Sympathie für die Parteien gezeigt' hat, denen Frankreich jetzt einen Fußtritt versetzt. Die Blätter desBlocNotional schweigen sich vorläufig aus. Sie scheinen nicht recht zu wissen, was sie mit den Wahlresultaten anfangen sollen und heben besonders hervor, daß die bisher vor- liegenden Ergebniste vorläufig seien, und daß in einzelnen Gegenden, wie z. B. im Osten und N o r d e n(m der Kriegszone! Red.) der Bloc National sich gut behauptet habe. Paris. 12. Mai.(WTB.) Während Blätter wie„Figaro" und „Gaulois" in ihren Sonderausgaben erklären, man müsse abwarten, bis man ein Urteil über das Ergebnis der Wahlen fällen könne, schreibt„E x c e l s i o r", die ersten Resultate, die im Ministerium des Innern angekommen seien, brächten klar eine Linksorientie r u n g zum Ausdruck und schon jetzt sei es sicher, daß die Parteien der Mitte eine ziemlich große Zahl von Sitzen zugunsten der So- zialistisch-Radikalen und der S o z i a l i st« n verlören. Auch .�Homme Libre" gibt zu, daß das Ergebnis eine starke Schwen- kung nach links bedeute. Pari», 12. Mai, 3 Uhr morgens.(EP.) U. a. sind bis jetzt gewählt: Der Sozialistenführer Compere- Morel, Departement Garv, der Sozialistenführer Presseman«, Briand, Marineminister Bo- kanowski, der Bonapar'istenführer Prinz Murat, das Mitglied des Komitees des Farges de Wendel. Die Wahl Malvys. Pari», 12 Mai.(TU.) Im Departement Ardennes wurden vier Vertreter des Nationali st enblocks und zwei Vertreter des Kartells der Linken gewählt, im Departement Lot erlitt der Bloc National ein« Niederlag«, der Block der Linken mit Molvy an der Spitze erlangt« die absolut« Mehrheit. Im Departement Allier finden Stichwahlen statt. Auch im Departement Tarn et Garonne wurden di« Nationalisten völlig geschlagen, und es wurden hier sämtliche drei Kandidaten des Kartells der Linken mit ungefähr 20000 Stimmen Mehrheit gewählt. Statt Tardieu Marth gewählt! Pari», 12. Mai.(TU.) Tardieu ich im Departement Seine et Ois« gesch'agen worden. Gewählt wurde der Kommunist Marty; geschlagen wurde ferner Aragot. (pppositionssieg in Japan. Blutige Zufammenstöste. ToNo. 12. Mai.(WTB) Die gestrigen Wahlen haben fich in der Hauptstadt in Ruh« vollzogen. Aus der Provinz liegen jedoch Nochrichten vor, wonach es an«inigen Orlen zu blutigen Zu- sammenstößen gekommen ist. 800 Wcchiaxeitten sind unter der Beschuldigung, das Wahlgesetz verletzt zu hoben, verhaftet worden. Die Kenseikapartei zählt« gestern nachmittag 37, die Seivu- kaipartei 31 Stimmen Es wird allgemein angenommen, daß die Regierung sich in der Minderheit befind«. London. 12. Mai.(TU.). Nach einem Telegramm aus Tokio stellen sich die letzten Wahlergebnisse folgendermaßen: Kenseikai 37 Abgeordnet«, Saivukai 21, Kakushinklub 8, Seiyuhonta(Regie- rungs Partei) 19, Unabhängige 19, Geichäftspartei 9. Aus allen Teilen Japans wird gemeldet, daß. es bei den Wahlen zu Unruhen gekommen ist. Es soll m eh r a l s l'P Tote und 100 Verwundete gegeben haben.. Massenproüuktion von Renegaten. Aus Rußland ist uns ein Dokument zugestellt worden, das die Praxis de? kommunistischen Tscheka grell illustriert. Es ist ein Frogebogeen, der jenen Sozialdemokraten, die in vi«.Hände der politischen Polizei geraten, sind, zur Ausfüllung und Unter- Zeichnung vorgelegt wird. Die übelwiegend? Mehrzahl de? politi- schen Gefangenen lehnt natürlich nicht nur dieses Ansinnen, sondern auch, jedes Gespräch über das fragliche Thcma ab. Es gibt aber auch Schwachmütige, Zermürbte, durch Gefängnishaft Nieder- geworfene, die aus Furcht vor der endlosen Perspektive der Gefangenschaft und Verbannung sich vor ihren Kerkermeistern beugen und die Freiheit tu ich Unterzeichnung dieses Dokumentes sich erkaufen. Der Wortlaut dieses Fragebogens ist folgenden 1. Wann begannen Sie mit den Menfchewisten zu fympathi- sieren und wie alt sind Sie? 2. Wann tratenjöi« in die menfchewistifche Partei ein wid welche Funkrionen übten Sie dort aus? 3. Was stieß Sie im Jahre 1917 von den Bolschewisten ab, und was erschien Ihnen im Programm ,md in der Taktik der Mensche- misten onj iichtigsten? 4. Hatten Sie irgendwelche Zweifel hinsichtlich der Richtigkeit der taktischen Linie der Menschewisten? 5. Wann trat in Ihren Anschauungen ein. Umschwung ein? 9. Sprachen Sie über diesen Umschwung mit den Führern der menschewi(tischen Partei und welche Antwort«»hielten Sie hinsichtlich Ihrer Zweifel? 7. Welche Fragen waren es, die am meisten Ibre früheren Anschauungen erschütterten: s) Demokratie oder Diktatur: b) Stellungltahm« zur Einstellung des imperialistischen Krieges: c) Stellungnahme zum Bürgerkrieg: ä) Stellungnahme zum Kommunismus: e) Stellungnahme zum Terror; i) Stellungnahme zur nationalen Frage: g) Stellungnahme zur Nep(Neuen ökonomischen Politik): ti) Siellungnaiime zur In- ielligenz: i) Stellungnahme zur militärischen Disziplin der KPR. Alle diese Fragen müssen ausführlich beantwortet werden und nicht nur mit ja oder nein usw. Unterschrift. Das hier wiedergegeben« Dokument ist besonders in einem Punkte von höchstem Interesse. In Punkt 9 heißt es:„Weiche Ant- wort erhietten Sie von den Führern der menschewistischeu Partei hinsichtlich Ihrer Zweifel?" Die Tscheka braucht die Beantwortung dieser Fragen natürlich nicht zum Zweck historischer Forschungen. Vielmehr werden die terrorisierten Gefangenen soweit gebracht, ihre Freiheit durch Verleumdung ihrer früheren Führer zu erkaufen. Nachher wird dann diese Verleumdung durch Ver- öffentlichung in der Presse zur weiteren Verdummung des Volkes benutzt, das über keine freie Presse verfügt. Sörse und französische Wahlen. An der heutigen Börse sah man dem Ergebnis der gestrigen sranzösischen Wahlen mit Interesse entgegen. Wenn auch ein e'nd- gültiges Urteil noch nicht gefällt werden kann, so ist man doch in Vörsenkreisen der Meinung, daß der Ausfall der Wahlen wesentlich günstiger war, als man erwartet hatte. Wenn man sich auch keiner Illusion hingibt und genau weib, daß die Motive der Wahl inner- politische sind, so verspricht man sich doch von einer mehr links- gerichteten Regierung eine wesentliche ErleichttrunZ der Reparations- Verhandlungen� Immerhin konnten diese an und für sich günstigen Momente eine wesentliche Aenderung der Börsentendenz kaum hervorrufen. Immer noch dauern die Schwierigkeiten im Bankge- werbe und im Warenhondel weiter an und auch von ausländischer Seite lagen heute vermehrt« Verkauforders vor da man dort an- scheinend befürchtet, infolge Schwierigkeiten sein Kapital zu ver- lieven. So log zu Beginn der Börse dos Kursniveau nach kleinen Schwankungen eher etwas schwächer. Ter Geldmarkt dagegen erscheint leichter. Täg'iches Geld ist mit'A— 1 pro Mille zu haben, wenn auch, wie schon öfter hervor- gehoben, das Geld nur in durchaus sichere Hände gegeben wird. Der sronzösi>6)e Frank erfuhr an den internationalen Börsen ein« cineute Aüschwächung, dem sich der Gesamtverkehr an der Berliner Börse anschloß. Gegen 12 Uhr handelte man London gegen Paris mit ITA, wobei sich die Tendenz im Laufe der Börse noch weiter nach unten neigt«. Schwarzrotgold am Bosporus. Infolge der Unterzeichnung des deutsch-türkischen Freundschastsvertrages ist zum ersten Male seit 1918 wieder aus der deutschen Botschaft in Pera die deutsche i Fahne gehißt-wordey: Die Thcher, Womit die Alliierten die k a i s e r- l ich e n Adler aus Marmor am Eingang der Botschaft' verdeckt - Hatten, sind abgenommen worden.(Ob man ihnen auch die Kxtrncn abnehmen>«iri>?>■ Russische Zaristen in Lettland, di« mit Nikolaj Nikolajewitsch und Wrangcl korrespondierten und auf Monarchie in Rußland und Lett- land spekulierten, wurden ausgehoben. Die Besprechung Blacdonald-Poincare in Chequers ist auf des ersteren Wunsch am 19. Mai. Ford-Korruption? Die nordamerikanische Senatskommission zur Untersuchung der Korruptionsskandals befaßt sich gegenwärtig mit einer Beschuldigung, die gegen Henry Ford erhoben wurde. Ford soll versucht haben, die Parlamentskommission mit seinen Leuten zu besetzen und die großen staatlichen Kraft- und Fabrik- anlagen von Muscle Shoals in s e i n e H ä n de zu bekommen. Ein Dorowski-Denkmal in Moskau wurde zum Jahrestage der Ermordung Worowfkis vor dem Außenministerium enthüllt. Sin politisches Attentat in Zapan. Gegen einen Eisenbahnzug. in dem der Führer der Oppositionsparteien Takahafhi Platz genommen hatte, ist ein Attentat verübt worden. Der Zug entgleiste. Vier Personen wurden getötet. Eine Reihe von ReisrnSen trug schwere Verletzungen davon. Der Maijugenütag Zur gleichen Zeit, als sich in Hall« das nattonolistisch-inonar- chistische Theater, inszeniert von imterlegenen Generalen und anderen Feinden der Republik, geschützt von republikanischer Polizei, abspielte, fand in Berlin der Tag der republikanisch-sozialistischen Jugend statt; trotz Wetter und Wind, trotz politischen Frostes und verdummenden nationalistischen Nebels. Ernsten Stunden solgten Stunden der Lust, ausgelassenes Iugendspiel. Mai— Monat des Frühlings, der Sonn«.— Festtag der Arbeit, Gelöbnis des Kampfes, Auftakt der Zukunft. So klang der Kampfruf der Jugend am Maitag hinaus in die Welt: Frei« Bahn dem arbeitsfreudigen Leben. Nie wieder Krieg. fluftakt im Saalbau Irieörichshain. Schon lang« vor Beginn der Kundgebung zogen truppweise — geschlossen« Demonstrationen imd der geplante Fackelzug waren oerboten— die Arbeiterjungen und-mädel heran, um allmählich den großen Garten des Saalbaucs F r i« d r i ch s h a i n zu füllen. Der Männerchor„F r i« d r i ch e h a i n" leitete die Kundgebung«in. In der daraus folgenden Ansprach« streist« der Reichstagsabgeordnet« Genosse Friedrich Stampfer die letzten Kämpfe des Proletariats. Indem wir uns hier zusammengefunden haben,«in Treubekenntnis für die Republik und den Sozialismus abzulegen, gedenken wir be- sonders unserer Brüder in den Bergwerken, die um«ine Stunde Tageslicht, um«in Stückchen Brot für Frau und Kind kämpfen. Ihnen rufen wir zu, nickt im Kampfe zu erlahmen und nicht den Mut zu verlieren. Mögen sie die inneren Bruderkämpse überwinden, um so zum Sieg zu eilen. Wir brauchen den Achtstundentag, um unseren Geist stählen zu können. Wenn jetzt von gewissen Kreisen die Frage der Arbei'sdienstpslicht aufgeworfen wird, so antworten wir als Sozialisten: Jawohl, Arbeitsdienst— aber für all«! Arbeitsdienstpflicht, wie wir Sozialisten sie wollen. Wir verwahren uns energisch dagegen, daß man unter diesem Deckmantel versucht, das jung« Geschlecht aufs neue zu kasernieren. Wir wollen Freude an der Arbeitsleistung, die aber nicht erzwungen werden kann. N u r die Republik ka n n u n se r«. F o r d e r u n g« n erfüllen, und deshalb ist es unsere wichtigst« Aufgab« fest zur republikanischen Steatsfrrm zu sieben. Galtet treu zur Republik, denn wer di- Repn- blik beseitigen will, will Eure Zukunft zerstören. Der schlimmste Feind ist unser« innere Spaltung. Ob wir Wen noch die Einigung der Arbeiterklasse erleben, wissen wir nicht, aber Ihr Jungen müßt es erleben, weil Ihr es erleben wollt. Di« Kommunisten wollen die Fäuste bewaffnen, wir aber wollen die Gehirne reoa. lutionieren! Ihr müßt den Kampf der Aufklärung weiter. führen, auf daß wir uns alle wieder unter dem rMei, Banner zusammenfinden. Mit Euch zieht die neue Zeit, Euch und unser die Zukunft trotz alledem! Stürmischer Beifall.'ohnre dem Redner. Lieder des Mönnerchors und der gemeinsame Schlußgesang„Dem Morgenrot entgegen" beschlossen die wuchtige und cindrucksvolle Kundgebung. Ver Sonntag in kauZsü�... Draußen auf der herrlich gelegenen Wiese, Pserdebucht genannt, die ringsumher von Birksnbäumen umsäum«. ist, fanden sich alle Gruppen im Lauk« des Sonntagvormittags zusammen. Kein Baum war den Jungen zu hoch, und bald wehten zwischen grünen Blättern rote und schwarzrotgoldene Fahnen. Ueberau, wo man auch hinblickte, herrscht« die reinste Freuds. Auch die„Jüngsten" waren zahlreich vertretei,— die Kinder- gr Uppen. Jugendgenojsen und-genossinnen lock'en mit ihren Reigentänzen besonders viel« Zuschauer herbei. Der Fuß- und Hand- ball sauste durch die Luft, während einzelne Kindergruppen anmuttge Maienspiel« aufführten. Eine kleine Unterbrechung sollte es ober doch geben. Der Wettergott Hot!« anscheinend keine gute Nacht- ruh« gehabt und ließ es in Kanlsdorf regnen. Die Spiele mußten unterbrochen werden, und die Schutzhallen wurden aufgesucht Ein kleiner Maienkönia, der beim Spiel krampfhas! die bunte Maien- träne hielt, zeigte sich jetzt wahrhast königlich. Mit iühner Gebärde ließ er seinen— Leiterwagen komn'.en, nahm darin Platz und„befahl" seinen Gefährtinnen, nun. den Wagen ins Trockene zu bringen, was sie auch prompt besorgten, n seiner Festrede skizzierte Genosse Dr. L o h m a n n kurz den Maigedanken und hob seine Bedeutung für die Arbeiterjugend lzervor. Nachdem der Regen ausgehört hatte, konnte auch dos Programm abgewickelt werden. Gemischte Jugend- chör« und ein Jugendspiel sowie rzzi'alorische Darbietungen zeigten künstlerisches Wollen. Ein Kampflied beendete das Programm. Dann wurde noch lustig gespielt, bis der Abend fein« Schatten sandte und zum Aufbruch mahnte. Aber lange noch klang es durch die Birken- Wälder;»Mit uns zieht di« neue Zeit." Gewaltiges Schadenfeuer bei Kunheim. Ein Großkampftag der Berliner Wehren. Ein gewaltiges Schadenfeuer von großer Ausdehnung fam in ber Nacht zum Sonntag in der bekannten Chemischen Fabrit Runheim u. Co. in der Berliner Straße in Niederschöneweide aus. Die Direktion teilt dazu mit, daß der Brand nur eines von 63 vorhandenen Fabrikgebäuden betroffen hat, welches zum Teil ausgebrannt ist. Der Materialschaden, der durch Bersicherung voll gedenkt ist, ist verhältnismäßig gering. Der Betrieb wird ohne wesent liche Störung aufrechterhalten. Gewerkschaftsbewegung Bergarbeiterhilfe! Die Mostauer Barbeifiliale in Berlin fucht unausgesetzt am Feuer der Gewerkschaftskämpfe in Deutschland ihre Barteisuppen zu tochen. Auch das kleinste Flämmchen sucht sie anzublasen und zu schüren, um es zur lodernden Flamme, zu irgendeiner Generalstreif. aftion zu bringen. Die wirtschaftlichen Interessen der in irgend einem Lohn oder Arbeitszeitkampf stehenden Arbeitnehmer sind der RD. Nebenfache. Stets ift die Absicht maßgebend, den Kampf auf das parteipolitische Gebiet herüberzuziehen, ihn für die kommunistischen Aktions- und Parteiinteressen auszuschlachten. Ueber den Brand selbst geht uns folgender Bericht zu: Auf die Meldung vom Brande erschien alsbald Baurat Sauer mit der Niederschöneweider Berufsfeuerwehr am Blaze und ließ fofort an alle Nachbarwehren Großfeuer melden, worauf Oberbrand birettor Gempp mit 6 Berliner Löschzügen zur Brandstätte eilte, Auch die Bergarbeiterbewegung gilt der KPD. lediglich als ebenso die Behren von Oberschönemeide, Karlshorst, Johannesthal Mittel zu ihren Zweden. Dem Grubentapital ist es recht peinlich, und Adlershof. Das Feuer war hier im ersten Stod des fich in diefem Rampfe als ber Angreifer bloßgeftellt zu sehen, die Ammoniaffabritationsgebäudes ausgekommen und Aussperrung der Bergarbeiter als einen Streit auszugeben. hatte sich mit derartiger Schnelligkeit ausgebreitet, daß bald das Ohne Rücksicht darauf, daß durch die fommunistische General. ganze Gebäude von unten bis oben ein Flammen- streitparole die Tattit des Unternehmertums gestützt, feine Bomeer bildete. Das Gebäude felbst ist dreistöckig, im unteren Teite sition gestärkt wird, haben die Apostel der Einheitsfrontlüge diese maffin gebaut, im oberen aus Fachwert hergestellt. Ober brand. Barole ausgegeben und find wütend darüber, daß die vier Drga nichts mehr zu retten war und ließ zunächst mit allen verfügbaren nisationen der Bergarbeiter, die für die Führung dieses Kräften die angrenzenden Fabrikgebäude schützen. Anfänglich schien Kampfes ihren Mitgliedern wie der Deffentlichkeit verantwort es fast, als ob auch dies nicht mehr gelingen follte. Die Gefahr stieg lich find, deren Sache es ist, die Art der Kampfestattit zu von Minute zu Minute. Hätten diese Gebäude erst einmal Feuer führen, den Kampf nach gewertschaftlichen Grundfäßen gefaßt, dann wäre die efämpfung des Brandes wegen der riesigen führen und nicht nach den Zusammenbruchmethoden der fommuAusdehnung und der leichten Entzündlichkeit der Gebäude und der nistischen Parteileitung. So meit ist es nun glüdlicherweise doch bort lagernden Materialien den anwesenden Wehren nicht mehr ge noch nicht, daß unsere Gemertschaften untergeordnete Instanzen der lungen. Der Oberbranddirektor ließ infolgedessen an alle Berliner KPD. und damit solche von Mostaus Gnaden sind und die Kom Machen Hauptalarm" melden. Doch wurde deren Ausrüden nicht mehr erforderlich. Es war inzwischen gelungen, mehrere Motor munistische Partei ihnen diftiert, wo, wann und wie die ADEB.- Ge[ prigen am nahegelegenen Spreeufer zur Aufwerkschaften ihre Kämpfe zu führen haben, wie es die Absicht diefer tellung zu bringen, wodurch die Not an verfügbaren Hy. Herrschaften ist. branten beseitigt wurde. Nunmehr wurde ununterbrochen Masser gegeben. Durch die scharfen Ammoniakdämpfe, unter denen beson ders die Rohrführer start litten, wurden die Löscharbeiten sehr er schwert. Erst in der britten Morgenstunde war die Hauptgefahr befeitigt mit dem völligen Ablöschen des Brandes hatten die Orts wehren jedoch noch bis zum Sonntagmittag zu tun. Bei den ersten Löschangriff war der Brandmeister Wilde von der freiwilligen Feuerwehr Adlershof zu Fall gekommen und hatte sich einen Knöchel bruch zugezogen. Er mußte forttransportiert werden. Das Ammoniafgebäude ist bis auf die umfassungsmauern niedergebrannt und bildet einen Anblid milder Zerstörung. Maschinen, Kessel, Heizröhren, Mauerwert, eiserne Träger, von der Gewalt des Feuers verbogen, sind durch sämt. liche Stodmerte gestürzt und bilden jegt ein einziges unbe schreibliches Trümmerfeld. Die Entstehungsurjache war naturgemäß nicht zu ermitteln. Der Schaden ist gewaltig, doch zum größten Teil durch Versicherung gedeckt. Die Fabrikleitung hofft, den Betrieb in ben noch zur Verfügung stehenden anderen Gebäuden aufrecht. erhalten zu können. Während ein großer Teil der Berliner Wehr noch in NiederSchöneweide beschäftigt war, tam in der Dragonerstraße 13 eingefährlicher Dachstuhlbrand aus, der an dem Gebält, an Verschlägen und Bodengerümpel aller Art rasch reiche Nahrung fand. Baurat von Borch ließ sofort mit vier Schlauchleitungen energisch Waffer geben, und es gelang dadurch, eine weitere Aus behnung zu verhüten. Der Dachstuhl ist fast vollständig niedergebrannt und der entstandene Schaden für die zahlreichen Mieter recht erheblich. Die Entstehungsursache konnte nicht aufgeklärt werden, doch liegt der Verdacht der Brandstiftung nahe Massensturm in Werder. " In Werder an der Havel war es gestern, trotz des bebedten Wetters, wie im Frieden. Nicht nur mit der Eisenbahn, auch mit Autos, Motor- und anderen Rädern war man gekommen und man war nicht nur geradenwegs auf die Blütenstadt zugeeilt, sondern hatte allerhand andere Zufahrtswege gewählt. Aber auf der schmalen Straße, bie vor der Stadt über den ganzen Bergrüden führt, traf fich die ganze Gesellschaft nebst Automobilen, Fahrrädern, Motorrädern und Fuhrwerken. Es war ein wildes, wüftes Durcheinander, ein Lärmen, Johlen und Krafehlen aller jener, denen der Ber. berfche Spiritus in den Kopf gestiegen war und das waren bie meisten. Bollkommen unverständlich bleibt es, daß die Werdersche Bolizei nicht einfach verbietet, daß die Automobile und Motorräder diese viel zu schmale Bergstraße befahren, die nur gerade genügt, um den Fußgängerverkehr aufzunehmen. Die Berglofale" waren nicht nur geftopft voll, sondern sogar verstopft. Am Abend spielten sich am Werderschen Bahnhof wieder jene Szenen ab, die so sehr bezeichnend für die vollkommene Undiszipliniertheit der Maffen und ter nicht minder vollkommenen Hilfslosigkeit der Bahnbehörden. Im Grunde genommen bleibt es eine unerhörte Zumutung, daß fich ununterbrochen zuströmende Zehntausende durch ein paar etwa 80 Sertimeter breite Fahrkartenkontrolle zwängen müssen. Wenn bie Bahn hier nicht bald Abhülfe schafft, wird man bald von grober Fahrlässigkeit sprechen müffen. Der Zugverkehr selbst, der von 6 Uhr ab in Zwischenräumen von 10 Minuten erledigt wurde, widelte sich glatt ab. Die wenigsten werden in diesem wilden, mitunter unfäglich peinlich und oft sogar abstoßend wirkenden Rummel etwas Don der in rührender Schönheit ruhenden Blütenwelt gehabt haben. Die fann man mur genießen, wo wenig Menschen sind und gar kein Werderscher Wein ist. Es wäre unter diesen Umständen verständlich, wenn die KPD. alles daransezte, um ihrerseits erhebliche Geld mittel zur Unterstübung ber Bergarbeiter aufzubringen und auf biese Weise ihre Parteiagitation zu fördern. Bisher hat die KPD. auf biefem Gebiete noch stets versagt. Bis die Rose Arbeiterhilfe" in solchen Kämpfen mit ihren Reflamebroten tommt, find die Streifenden oder Ausgesperrten meist schon längst abgekämpft. Was aber tut die KPD. in diesem Falle? In ihrer„ Roien Fahne" am Sonntag bringt sie in Riefenlettern die Aufforderung: Rein laffenbemußter Arbeiter zeichnet die DGB. Gammellisten!" An Schurtereien gegen die Gewerkschaften haben die Moskauer schon so ziemlich alles Erdentliche geleistet. Mit dieser Parole aber, angesichts der ganzen Situation hat die KPD. sich in ihren Schurtereien gegen bie Gewerkschaften selber über. troffen. Dazu veranlaßt sie nichts weiter als die Befürchtung, bei einem Vergleich der Sammelergebnisse so schlecht abzuschneiden, daß die Bergarbeiter famt der ganzen übrigen Arbeiterschaft recht deutlich erkennen, daß sie bei der KPD. zwar die größten Worte, nicht aber die größten Taten finden. Die niedrigste, fchäbigste Ronturrenz mut der Leitung der kommunistischen Partei ist der einzige Beweggrund dieser neuesten und schmußigfien Parole. Die fämpfenden Bergleute würden sich gewiß den Wetteifer zwischen den Sammlungen des ADGB. und des Afa- Bundes und denen der KPD. gefallen lassen. Allein die KPD. knüpft an ihre Unterstützung die Bedingung, daß fie die Leitung des Kampfes in die Hände bekommt, daß fie beffen Führung bestimmt und feinen Berlauf dif. tiert. Weil die Bergarbeiterverbände diese 2 nmaßung von vorn herein zurild gemieien, beshalb fabotiert bie Rom munistische Partei bie Sammlungen der Gemert. fchaften für die Bergarbeiter. Es erübrigt sich wirklich, auf die Gemeinheiten einzugehen, mit benen die KPD. ihre Sabotage zu bemänteln sucht. Es fehlt darin nicht einmal die Berbächtigung, daß die auf ADGB.- Listen gesammelten Gelber nach wochen und monatelangem Herumliegen und Irrfahrten durch den vertnöcherten bureaukratischen Apparat fich in ben Gewertschaftstoffen verflüchtigen.( In ber R. F." unterstrichen.)" einer Zum Schluß folgt die Aufforderung, nur auf die von dem foge nannten Reichsarbeitsausschuß der Gewerkschaftsopposition der Nebenstellen der RPD. herausgegebenen„ ober für ihn be stimmten Sammelliften" zu zeichnen. Der Streit der Neunftalleute beendet. Der Streit der Stalleute für den Hinderniss und Galoppsport ist am 9. Mai beendet worden, nachdem am 7. Mai vor dem Schlich tungsausschuß zu Potsdam eine Verhandlung stattfand. Der Arbeitgeberverband stellte sich auf den trasfesten Herrenstandpunkt. Auf alle Fälle lehnte er eine Verhandlung mit dem Deutfchen Berkehrsbund ab. Nach stundenlangem Berhandeln wurde einstimmig der nachfolgende Spruch gefällt: 1. Die Parteien sind bereit, einen neuen Tarifvertrag abzuschließen und werden alsbald die Berhandlungen darüber aufnehmen. 2. Bis zum Abschluß eines neuen Bertrages gelten die Be stimmungen des früheren Tarifvertrages einschließlich der über Siegund Gewinngelder und Halftergeid. 3. Der Lohn wird vorbehaltlich späterer Vereinbarung der Barteien wie folgt festgefeht: Der Mindestlohn beträgt für Futtermeifter 35 mt, für Stalleute 32 Mt. 4. Das Verpflegungsgeld auf Reifen beträgt 4 Mt. ohne Uebernachten, 6 Mf. mit lebernachten je Tag. 5. Die Parteien werden sich so schnell wie möglich über den Schiedsspruch schlüssig madjen. Sofort nach Erklärung der Annahme des Schiedsspruches durch beide Parteien nimmt das ausständige Personal, das ausnahmslos micder eingestellt wird, seine Tätigkeit auf." Noch am selben Abend nahmen die streifenden Stalleute diesen Spruch fast einstimmig an. Eine noch am späten Abend nachgesuchte Verhandlung mit dem Arbeitgeberverbande brachte keine Verstän digung zustande, indem für die weiteren Verhandlungen verlangt wurde, daß fein Vertreter des Deutschen Verkehrsbundes in Zukunft mehr zu den Verhandlungen hinzugezogen werden sollte. Ebenfo wollte der Arbeitgeberverband feinen Synditus ausschalten. Es sollte nur mit fogenannten Fachleuten" verhandelt werden. Hierbei ist die Frage aufzurollen: Ist Herr Graf Sprett Fachmann? o und wann hat er fieben refp. fünf Jahre gelernt und ſeit wann ift er Trainer? Herr Graf Spreti hat alle Ursache, sich von dem Standpunkt des Arbeitgeberverbandes abzuwenden, da er mit dem Fachmann" sich selber einen Schlag ins Gesicht verlegt. Trotzdem feine Verständigung zustande tam, nahmen die Streifenden am 8. Mai nochmals zu der Sachlage Stellung. Es wurde nach eingehender Beratung beschlossen, die Arbeit am 9. Mai auf zunehmen, um so den Beweis zu liefern, daß die Arbeiter nicht um des Streites willen gestreift, sondern um ihre rechtliche und wirt Schaftliche Lage zu verbessern. Leider haben sich auch unsaubere Elemente eingefunden, die in verstedter Form versuchten, die Streis fenden wankelmütig zu machen. So muß auf einen Herrn Ostar Gaber aufmerksam gemacht werden, der sich in recht auffallender Weise bemühte, den Herren Arbeitgebern eine bequeme Situation zu schaffen. Dem Streit sind 24 Arbeiter zum Opfer gefallen. Die Arbeitnehmer lehnen jedwede Gründung einer gelben Organisation ab und haben alle weiteren Maßnahmen dem Deutschen Verkehrsbund mit vollem Vertrauen übergeben. Ein Buch über Betriebsräte in Deutschland. Internationalen Arbeitsamt in Genf herausgegeben In der Schriftenreihe„ Studien und Berichte", die vom wird, ist eben eine 140 Geiten starte Darstellung des Betriebsräte mesens in Deutschland erschienen, deren Verfasser, Marcel Berthelot, bis vor furzem Attachée für Sozialpolitik an der französischen Gesandtschaft in Berlin tätig war; er hatte Gelegenheit, den Entwicklungsgang der Betriebsräte von Anfang an an Ori und Stelle zu verfolgen, überdies fonnte er Mitteilungen benußen, die ihm von Gewertschaftsmitgliedern, aus Unternehmertreifen und von Ber tretern der politischen Parteien zugingen. Auch in der Presse erchienene Angaben wurden als Quellen herangezogen. Der erste Abschnitt der Schrift behandelt die Frage der Errich lung von Arbeitervertretungen vor und während des Krieges jowie das Auftomumen des Rätewesens in der Revolutionszeit nach dem Kriege und die Berankerung der Betriebs- und Wirtschaftsräte in ber neuen Reichsverfassung. Der zweite Abschnitt ist dem Betriebs rätegese vom 4. Februar 1920 gemibmet; der dritte Abschnitt be trifft die Borkommnisse nach der Schaffung dieses Geleges, den ersten Betriebsrätefongreß, die fommunistische Agitation und das Berhält nis der verschiedenen Gewerkschaftsgruppen zu den Betriebsväten. Die praktischen Aufgaben der Betriebsräte und die Erfahrungen, die sich in der Anwendung des Gesezes ergaben, werden im vierten Abschnitt beleuchtet. Ein Schlußabschnitt handelt von ben Betriebsräten und ihrer Stellung im System wirtschaftlicher Räte überhaupt. Ein Schriftenverzeichnis von vier Seiten ist beigegeben. Die Darstellung ist fachlich und flar und zur Information des Auslandes über das Wesen der deutschen Betriebsräte gut geeignet. Wirtschaft Diefes im Intereffe des Rampfes ber Bergarbeiter wie in bem bas Ansehen der deutschen Gewertschaftsbewegung bebauerlichen fom munistischen Streiches hätte es sicherlich nicht erst bedurft, um unsere Gewerkschaftsgenossen anzuspornen, im Rampfe der Bergarbeiter ihre folidarische Pflicht zu erfüllen. Allein dieser abscheuliche Aus fall gegen die Einheitsfront der Gewerkschaften mitten in einem un gemein großen und schweren Kampfe muß uns verandaffen, nun erst recht unsere Pflicht nach besten Kräften zu er füllen unb für ben Rampf der Bergarbeiter auf teinen anderen Listen zu zeichnen als auf den von den Ortsaus= füffen bes DGB. und bes fa Bundes herausge. gebenen Liften, die mit beren Stempel versehen find. In Berlin tragen unsere Gewerkschafts- Sammellisten die Be- Jahre 1914 mitgeteilt, die damals nur 6,6 millionen engl. Pfund zeichnung: „ Bergarbeiter- Hilfe. Bo in einem Betriebe unfere Listen fehlen, wende man fich fofort an die zuständige Organisation ober an die Berliner Gewertschaftskommiffion. Reiner barf fich irgendwie dazu zwingen laffen, die kommunistische Parteiliste zu zeichnen. Die Gemert schaften haben über die Verwendung der fommunistischen Gelder selbstverständlich feine Kontrolle. Nur von den auf ihre Sammellisten gezeichneten Beträgen wissen wir, baß sie an unfere Gewerf. Sammelt rasch und sammelt gut! Wetter für morgen. Berlin und Umgegend: Etwas fühler, anfangs bewölft mit Regen, päter wieder Aufbeiternug. Mäßige südwestliche Winde. Deutschland: In der östlichen Hälfte Deutschlands westoftwärts fortschaftsgenoffen im Bergbau gelangen. fchreitende Regenfälle und Gewitter. In der westlichen Hälfte und im Süden meist troden, überall etwas fühler. 99 Auffchwung der amerikanischen Farbstoffindustrie. Interessante Einblide in ben Ronkurrenzlampf zwischen der deutschen und der amerikanischen Farbstoffindustrie gewährt, wie der Konfektionär" erfährt, bas joeben veröffentlichte Brotokoll der Zolltariffommission der Bereinigten Staaten. Hiernach hat die amerikanische Produktion von Farbstoffen im Jahre 1923 einen neuen Retorb mit 92 Millionen engl. Pfund im Werte von 50 Millionen Dollar erreicht, der eine Steigerung von 42 Bro3. gegenüber 1922 bebeutet. Auch die Rekordziffern bes Jahres 1920, in denen bekanntlich Deutschland noch nicht auf dem amerikanischen Martte als Ronfurrent ouftreten konnte, sind hiermit übertroffen worden.( Ber gleichsweise fei die Farbstoffproduktion der Bereinigten Staaten vom im Werte von 2,4 millionen Dollar ausmachte.) Diefer ungeheure Fortschritt seit dem Kriege ist vor allen Dingen darauf zurückzuführen, daß die farbstoffverbrauchenden Industrien, an der Spize bie Textilindustrie, einen bedeutend höheren Bedarf zeigen und daß auf der anderen Seite Deutschland infolge der Ruhrbesehung seine Produktion vermindert hat. Unter den 92 Millionen engl. Bund der Produktion im Jahre 1923 stehen an erster Stelle die Indigofarben mit 28 Millionen engl. Pfund. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebe. Chlorn: Feuilleton: Dr. John Shilowski, Sotales und Constiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Sh. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlagsanflalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SB. 68., Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. Vorwärts"-Ausgabestellen u. Inseraten- Annahme edition: Berlin. Lindenstr. 3. Baden. Charlottenburg IV: Bufeniat. Augsburger Str. 47, Bortier. Charlottenburg v. Ciefeler, Dahlmannstr. 30, Sof pir. Bringen. Ertner: Boite. Flatenftr. 9. Sentrum: Aderftt. 174, am Roppenplag. Besten: Stegliger Str. 87, Ecte Magbeburger Straße. Süden: Bärwalbftr. 47, an ber Gneifenauftrage. ftraße 81, Sof rechts parterre. Often: Markusstr. 86. Petersburger Blag L Suboften: Laufizer Plaz 14/15. Fichtenau: Rraente, Bismardir. 1. Faltenberg: Salamann, fallenberg, Gartenstadtftr. 10. Frebersdorf- Petershagen: Otto Billastt. Fredersdorf. Aendiftraße. Nordosten: Immanuellirchstr. 24: Carmen- Sylva- Str. 57, Friebenan: Rheinftr. 27. Ede Rönnebergstraße. Gillman n. Moabit: Bilhelmshavener Str. 48 und Suttenstr. 67 Bitterling. Webbing: Müllerstr. 84a. Cte Utrechter Straße. Rofenthaler und Oranienburger Borstadt: Battftc. 9. Gesundbrunnen: Bastianstr. 7. allee 45. Friedrichshagen: Mittenamei, Sinben Dee 14. bei Grünau: Biukner Röpenidez Str. 105. Salenfee, Grunewald, Cichlamp: Frau Road. Riost Senriettenplag. Brivatwohnung: Ratharinenfte. 4. Seinersdorf: Frau Golbbad. Stebetfchönbaulen, Schloß. Senniasbort: Frau Rotbalinit athenaufte. S. Sermsborf: Erich Knuth. Frohnauer Str. 10. Soheunenenborf: Behlig. Oranienburger Str. 2 Soppegarten: auf. Soppegarten Blitenſtein, Barselle Nr. 119. Johannisthal: Sehmann, Raifer Wilhelm Str. 6. Raulshorst: Berndt. Ripst, Bahnhofvlag. Raulsdorf: Bogi. Breberedfitraße 19. Königswusterhausen: C. Meyer. Botsdamer Str. 9. Ropenid, Sirichgarten: Slag. Ricket Gtt. 6( Baben). Lichtenberg 1: Sichtenberg, Wartenbergitt. 1. Bidhtenberg II, Summelsburg, Stralen: Sichtenberg, Bor. Schönhauser Borstadt: Greifenhagener Str. 22. Ablershof: Fel. Walter. Genoffenschaftsstr. 6. parterre. Alt- Glienice: Gtowronsti. Grünauer Str. 68. Baumschulenweg: Frau Rope. Stefholaftr. 180. Saben. Bernau, Röntgental. Revernid. Schönbrid. Karow und Buch: Seinrich Brofe Bernau Mühlenftr. 5. Biesborf: Danneberg Viktoriaftr. 11. Birkenmerber: Frau 8oor, Berffelber Str. 6. Bohnsbort:$ or lemann Genoffenschaftshaus Paradies. Borsigwalde: Gebauer, Schubertstr. 32, D. 3 Tr. Buchholz, Blankenburg: Wagner. Blankenburg, Burgwall ftraße 63. hagener Str. 62. Caputh: Meyer, Prtsdamer Str. 5d. Charlottenburg 1: Scienheimer Str. 1. Sichtenbera 111, riebrichsfelbe: rantfurter dee 185. Saben Charlottenburg II, Eisfeld, Tauroogener Str. 11. Bichtenberg IV: Senmer Stöberftr. 54, Gartenhaus. Charlottenburg III: Joachimi, Raiferdamm 102, Garten- Lichterfelbe Dft, antwig: S. Sengel, Santwis. Stethenhaus Tr ftrage 15. Siemensstadt: Gienzel, Brunnenfit. 6, v. 1. Spantau: Brohm. Achenbachte. 7. Staaten: Völtel Eichenwintel 16. Steglig:: o ft, Schadenrute 2. Südenze: 9ub mig, Halsteftr. 36. Segel, Tegelost: Spieß. Tegel. Schlieperftr. Seltow: Säfel. Ritterftr. 29. Lichterfelbe- Weft: Berndt. Stegliter Str. 19. Mahlsbort: Bilhelm Ruta, Sönower Str. 177. Marienbort: uauit gets Chauffeeftr. 29. Marienfelbe: Greulich, Berliner Str. 143. Neuenhagen enafe Riegelite. 7L Rentolin 1: Nedarſtr. 2. Rentän: Siegfriedftc. 28/29. Renton II: Biniler. Sobrechtftt. 40, B. L Reutöln- Brig: Mittag. Bris. Chauffeeftr. 82. Rieberschönewelbe: Schindler. Fennftr. 28. Rowemes: Roti Rrobnberg Eilenbahnstr. 10. Oranienburg: Seint. Loenbarbt, Stralfunder Str. 6 Waidmannsluft: Rohbe. Oraniendamm 10. Oberföneweibe: Robert Baul Mathildenftr. 5. Bantom: Rikmann Mühlenftr. 70. Rehusborf: Teichert. Forftstr. 7. Tempelhof: Sarsdorf. Werberstr. 81 v. pt. tempelhof: Ranbler, Hohenzollerntorio 5. Trebbia: Göring. Bahnhofstr. 62. Ereptom: fler. Riefholzitz. 18b. Ren Weißensee: Greunte, Sebanstraße 88. Wilban- Soherlchme: Rub. 2ettom. Wilhelmshagen, Seffenwinkel: Schulze. Wilhelmshagen, Wilhelmitt. 31. Reinidenbart Of Schönbola: 1bert Wable Broving trake 56( ahem) Wilmersdorf I: Buble, Subwig- Rich- Plat 0, SHT. IV. Reinidenbort- Best: Benbt. Scharnweberfte. 114. Boffs. Wilmersdorf ii: Gubert, wilhelmsane 27, Sof 1. Wilmersdorf IV: 8immer, Auguftaftr. 84. Sof part Bittenau RibeII Sauptstr. 65. haus. Safenthal: Seinpid Gorsi, Sauptstr. 28. Rubow: Oftp Ratiet, Baltersdorfer Chauffee. Rübersdorf, Ralfberge, Tasdorf: Adolf Goezte, Ralfberge, Rhebenstraße 15. Schmargenborf I: Mann. Breite Stt. 44, n. I. Gamergendorf II: Januste, Cunoftr. 44, ptr. Chöneberg: Belziger Str. 27. Boltersdorf: Soutbaum. Eichendamm 22. Schlendorf, Schlagtenfee, Rilolasice: Zehlendorf, Seltower Straße 3. Benthen, Miersdorf:. Bebling. Bahnhofftr. 2. Roffen: Bitt, Bahnhofstr. 25. Senzig, Mittenwalbe, Echentenborf, Nicberlehme, Rene Sämtliche Siteratur fowie alle wiffenfchaftlichen Berte Mühle, Bernsdorf, Cablow: Friedewald, Senzig. werden geliefert. Chauffeefte. 54. Gonntogs Enb bie Gefäftstellen geflogen. Nr. 221+ 41. Jahrgang Beilage des Vorwärts Montag, 12. Mai 192. Die Eröffnung der Kölner Messe. Eine Kundgebung für Republik und Reichseinheit. Söln, 12. Mai.( BTB.) Gestern vormittag fand im Großen Saal des Gürzenich die feierliche Eröffnung der Ersten Rölner Messe in Gegenwart des Reichspräsidenten statt. Bon der Reichsregierung waren außer dem Reichstanzler Marg und dem Außenminister Stresemann die Minister Hoefle und Hamm, von der preußischen Regierung die Minister Severing, Siering und Hirtfiefer anwesend. Nach einem Orgelvertrag ergriff Oberbürgermeister Dr. h. c. Adenauer, der Borsigende des Aufjichtsrats der Kölner Meffe, das Wort zu einer Begrüßungsansprache und bat den Reichspräsidenten, die Erste Kölner Messe zu eröffnen. Bon allgemeinem Beifall begrüßt, ergrifft darauf der Reichspräsident Das Wort. Reichspräsident Ebert erwiderte auf die Ansprache bes Oberbürgermeisters zunächst mit Berten des Dantes für die freundliche Begrüßung und fuhr dann fort: Wir sind Ihrer Einladung, mit Ihnen zusammen die Erste Kölner Meffe zu eröffnen, gerne und mit besonderer Befriedigung gefolgt. Unsere Anwesenheit in der Hauptstadt des Rheinlandes am heutigen Lage soll Ihnen, soll der Stadt Köln und dem befesten Gebiet erneut befunden, daß wir mit warment Herzen und rüderlichem Gefühle die Leiden und Nöte unserer Bolts. genossen im befekten Gebiete teilen.( Bravo!) Whit gleich herzlichem Empfinden freuen wir uns des tatkräftigen Strebens, das die Lande an Rhein und Ruhr trotzdem zeigen. Wir freuen uns biefer unerichütterlichen Schaffenstraft, die in der Kölner Messe, dieser Schau deutscher Arbeit und deutschen Unternehmungsgeistes, ihren Ausbrud findet. Sie haben, Herr Oberbürgermeister, der Kölner Meffe die Auf gabe zugewiefen, Sentralmartt des westdeutschen Wirtschaftslebens zu sein und die wirtschaftlichen Bande zu knüpfen zwischen Deutschland und dem westeuropäischen Ländern. Wir von der Reichsleitung begrüßen lebhaft dieses Streben. Fällt es doch in den Kreis unserer großen Grundaufgaben: die deutsche Wirtschaft neu zu beleben, sie zu fräftigen, ihr nach den Zerstörungen des Kriegs und den Hemmungen der Nachkriegszeit neue Entfaltungsmöglich feiten zu schaffen. Schroff hat der Krieg unsere Handelsbeziehungen abgebrochen, in grausamer Weise haben die Bedingungen des Friedensdiftates deutschen Handel und deutsche Wirtschaft in drückende Fesseln geschlagen. Besonders schwer leiden die durch den Friedensvertrag fremder Ottupation verfallenen und die über diesen Vertrag hinaus besezten Länder am Rhein und an der Ruhr, Gebiete, die Herz und Mittelpunkt des wirtschaftlichen Lebens unserer Nation find. Das wirtschaftliche und soziale Leben diefer Gebiete ist fortgefegt starken Erschütterungen ausgefekt, die zu schwerer dauern der Schädigung der gesamten deutschen Wirtschaft führen müssen. So Iff uns bisher unfer Wille gum Wiederaufbau des durch Krieg und Friedensschluß Zerstörten, unfere unausgesetzten Anstrengungen, durch friedliche Arbeit wieder die Grundlagen einer Lebensmöglichkeit für unser Bolt zu erreichen, immer wieder durch äußere Wirkungen zunichte gemacht worden. Bleichwohl dürfen wir in diesen Bemühungen nicht erlahmen, denn nur auf der Grundlage der eigenen gesicherten Griftenz, mag diefe aud hart jein an Arbeit und Entbehrung, fann die Lösung der Frage der Reparationen durchgeführt werden.( Sehr richtig!) Wir hoffen, daß endlich Einsicht und Bernunft in den Bölkern der Welt obfiegen, daß die Zukunft unfer Bolt, befonders aber unsere Brüder und Schwestern im Westen Don Bedrückungen verschone, deren unglücklicher Schauplah die Bande am Rhein und an der Ruhr während des letzten Jahres gewesen sind, zum Unheil Deutschlands, aber auch zum Schaden Europas.( Sehr richtig!) Die Zeitschrift für die prima Gesellschaft. Bon Josephus. Was geht uns jene an, da wir dieser nicht angehören? Was soll uns eine Zeitschrift, deren Leser wir nicht sein können( auch wenn ihre Themen uns intereffieren würden), weil jede Nummer ein paar Goldmart toftet? Run, auch uns fümmert eine prima Zeitschrift. Sie reizt uns zum Widerspruch, wie die prima Gesellschaft zum Kampf. Wenn wir die Bourgeoisie kennenlernen wollen, so müssen wir auch ihre Sorgen fennenlernen. Und diese werben in der neuesten Zeitschrift behandelt, die wir unter anderem auch ber Stabilisierung der Rentenmark zu verdanken haben. Die neueste Zeitschrift heißt„ Elite", ,, das Blatt der Gesellschaft", und ihre erste Nummer wurde uns gegen das ausdrüdliche Bersprechen zugeschickt, daß mir ihr eine „ Jacyliche Besprechung" widmen werden. Wir haben niemals etwas anderes im Sinne gehabt. i Wenn auch die Lebensbedingungen des deutschen Arbeiters fchmierig sind durch den zu harten Friedensvertrag, und wenn auch die Unternehmungen unter der harten Kriegsnot gelitten haben, so werden wir trog allem eine bessere Zukunft erleben. In den schmerzvollen Jahren, die hinter uns liegen, waren| unsere Herzen und Gedanken stets bei Ihnen, am Rhein. Denn hier, am Rhein, wo jeder Stein von jahrhundertalter deutscher Geschichte spricht, schlägt das Herz Deutschlands( Sehr richtig); der Rhein ist deutscher Schidsatsstrom und Sinnbild deutschen Der Herr Oberbürgermeister hat auf die große internationale Boltstums, teuer und heilig jebem Herzen, das sich zugehörig fühlt Bedeutung der Kölner Messe hingewiefen. Ich brauche faum hinzuzur Gemeinschaft des deutschen Bolles!( Bravo!) Eng und unlösbar zufügen, daß wir uns aufrichtig barüber freuen und daß wir Ihnen find die Bande, die dieses Land und seine Bewohner mit bem gewünschen, daß Ihre Erwartungen in Erfüllung gehen, daß die Kölner famten Vaterland verbinden; gemeinsames Unglüd hat fie noch Messe ein Bindeglied zwischen Preußen, Deutschland und den anderen härter geschmiedet und im Feuer hundertfacher Drangfal haben sie Staaten werde. fich vor aller Welt als starter bewährt als fremde Waffen und als Gift im eigenen Boltstörper.( Lebhaftes Bravo!) Dies Land und dies Volk sind deutsch und werden deutsch bleiben( stürmischer Beifall und Händeflatschen); tausendjährige Bande gemeinsamer Kultur und gemeinsamer Geschichte trogen allen Gegenfähen des Tages und allen Mirren der Zeit! In diesem Gefühl unserer Gemeinschaft ist es mir eine hohe Freude, Ihnen, und in Ihnen all unseren Brüdern und Schweffern im Rheinland und Westfalen an dieser historischen Stätte den Gruß der Deutschen Republit zu überbringen und hier dem Dant des gesamten deutschen Boltes für 3hr treues Aus harren und der Versicherung unserer Treue zu Ihnen Ausdruc zu geben.( Beifall.) Bolksgenoffen, die immer noch, jedm menschlichen Gefühle zuwider. Bewegten Herzens gebenten wir heute auch der vielen unserer gefangen oder aus Hof und Haus vertrieben find; ihnen Freiheit und Heimat wiederzugeben, wirb ftets unfer heißes Bemühen sein.( Zustimmung.) Aber anfer Ziel muß noch ein höheres sein, nämlich das, Ihnen allen, dem ganzen Bande hier, ein ge fichertes Dasein und die freie Entfaltung Ihrer Kräfte wiederzugeben.( Beifall.) Seien Sie überzeugt, daß es nicht leere Borte festlicher Stimmung sind, die wir zu Ihnen sprechen und die schnell verhallen; fein Opfer, das in unserer Kraft liegt, wird uns zu schwer sein, um Ihnen, unseren Brüdern im Westen, die Freiheit zu erbaufen( stürmische Zustimmung und Händeflatschen); schwere Lasten, die sozial gerecht verteilt fein müssen, werden wir alle tragen müssen, um wieder mit Ihnen in freier Gemeinschaft zu fammenzuleben, mit Ihnen als freies Bolt auf freiem Grund zu stehen!( Beifall.) Uns allen, unserem ganzen so schwergeprüften Bolte wollen wir wünschen, daß der Geist, ben wir hier, am Rhein, fühlen, dieser Geist der Zusammengehörigkeit, der verantwortungsbewußten Arbeit für große Ziele der Nation, der Opferbereitschaft für das deutsche Baterland und seine Zutunft nehr als bisher uns beseelen und einen möge.( Zustimmung.) Auf diese Zukunft vertrauen wir trog allem; ihr gehört unsere Arbeit, für sie tragen wir die Laft der Gegenwart. In diesem festen Vertrauen grüßen wir, grüßt das ganze deutsche Volt heute den deutschen Rhein und das alte schöne Köln!" ( Allgemeiner stürmischer, sich immer wiederholender Beifall und Händellatschen.) 122 Im Namen der preußischen Staatsregierung ergriff darauf Staatsminister Severing das Wort zu einer Begrüßungsansprache. Er führte aus: Im Namen der preußischen Staatsregierung fann ich nur die Dankesworte wiederholen, die der Herr Reichspräsident foeben bem Herrn Oberbürgermeister für die freundliche Einladung abgestattet hat. Die preußische Staatsregierung hat Bertreter entsandt, um zu befunden, daß sie nicht nur ein großes Interesse nimmt an der Kölner Gemeinde an sich, sondern daß fie gesonnen ist, durch eine starke Berbindung zum Ausdrud zu bringen, daß Köln, bas Rheinland und Preußen zusammengehören.( Bravo!) Ich habe den Eindruck gewonnen, daß, wenn wir nicht fleinmütig find, fondern auch das Bezte hergeben, wir das Wert trotz aller Widerstände vollenden werden. | Die Messe hat aber auch eine große nationale Bedeutung. Sie ist ein Symbol deutschen Wirtschaftslebens und ein Symol dafür, daß das Rheinland zu Preußen und zu Deutschland gehört, und daß alle Bestrebungen scheitern, die darauf gerichtet find, die Rheinlande von Preußen und Deutschland zu trennen.( Lebhafter Beifall.) Oberbürgermeister Dr. Adenauer bantte dem Reichspräsi denten und dem Staatsminister Severing. Wir greifen, sagte ber Oberbürgermeister, das Wort auf, das der Herr Reichspäfident gesprochen hat: Dieses Land, diefes Bolt find deutsch und werden deutsch bleiben. Ich bitte, geben Sie diesem Schwur Ausdrud, indem Sie mit mir rufen: Das deutsche Volt und das deutsche Baterland, fie leben hoch!" Begeistert stimmte die Versammlung ein und sang im Anschluß daran die erste Strophe des Deutschlandliedes. Mit der Schlußszene des dritten Attes aus den Meistersingern", meisterhaft zum Vortrag gelangte, schloß die Feier, worauf sich der die unter der Leitung des Generalmufitbirettors Profeffor Abendroth Reichspräsident und die übrigen Gäfte zu einem Rundgang nad der Messe begaben. Vor dem Gürzenich und in den anliegenden Straßen hatten fich inzwischen Taufende angesammelt, die den Reichspräsidenten auf seiner Fahrt zum Messegelände mit stürmischen Hochrufen begrüßten. Am Abend fand ein von der Kölner Meffe veranstaltetes est. mahl statt, in dessen Verlauf Oberbürgermeister Dr. Adenauer. eine Tischrede hielt. Er führte aus: Für uns Rheinländer, namentlich für uns Kölner, ist die Pflege der Gastfreundschaft uralte gern geütte Tradition. Wir freuen uns, Gäste bei uns zu sehen, und feiern gern ihnen zu Liebe und ihnen zu Ehren frohe Feste. So war es in unserem Herzen ein Bedürfnis, nach unserer Bäter Sitte troß allem Schweren, was gerade auf uns im befehten Gebiet laftet, heute hier unsere Gäste an der Tafel zu versammeln. Heute, da Sie an unserer Tafel fißen, sollen alle Ge genfäße schweigen. Wir haben die große Ehre und Freude, heute den Herrn Reichspräsidenten und den Herrn Reichskanzler be grüßen zu können, die Männer, denen die Reichsverfassung große und schwere Berantwortlichteilen und Möglichkeiten übertragen hat. Unfere ganze Lage, namentlich die Lage im besegten Gebiet, läßt es entschuldbar erscheinen, wenn ich diese Gelegenheit benuge, einige Ausführungen zu machen. Das ganze befehte Gebiet hält nahezu refilos die Polifit, die von der Reichsregierung in der letzten Zeit befolgt worden ist, für die allein mögliche. Wir wünschen, und, da es fich dabei in erster Cinie auch um das Schidjal unserer engeren Heimat handelt, fönnen wir fagen: wir verlangen, daß diefe Politit fortgefeht wird, daß auf diesem Wege, der nach Lage der Dinge allein Erfolg verspricht, versucht wird, eine für Deutschland mögliche Lösung der außenpolitischen Fragen zu finden. Wir dürfen, falls sich unerwarteterweise, ich wiederhole unerwarteterweise, innerpolitische Schwierigkeiten einer Forijehung dieser Politik entgegen. ftellen follten, fordern, daß durch einen neuerlichen Appell an das Bolt eine wirkliche Klärung dieser LebensUhrenindustrie". Darauf fam man zu der Ueberzeugung, daß die Berliner nur die Störung hörten und der Film von der Herstellung der Glashütter Präzisionsuhr lief ohne Begleitvortrag. Natürlich wird der Mensch, wenn er es ernstlich will, auch Film und Rundfunt gerade bei Bertfilmen, bei benen man auf jede Feinheit achten muß, in die nötigen sehr engen Beziehungen bringen. Warum man aber mit dem ablenkenden Radiovortrag anfängt, ist unerklärlich. e. b. akustische Experiment, das jemais stattgefunden hat, find Das Geheimnis der stillen Zonen". Für das größte nunmehr die genauen Einzelheiten festgelegt worden: Am 15. Mai punkt 7,30 Uhr abends, am 28. Mai um 8 1hr abends und am 25. Mai um 9 Uhr vormittags werden auf dem Felde„ La Coutune", auf dem Blateau von Millevaches zwischen Limoges und Uffel unter ber Brotektion des Institut de Physique du Globe" je 10 Tonnen Melinit zur Explosion gebracht werden. Es handelt sich um eine vergrößerte Wiederholung des Experiments von Olde brook in Holland, wo im Ottober 1922 fünf Tonnen des gleichen Sprengstoffes zur Entzündung gebracht worden waren, um burch Gegenden den noch immer hypothetischen Gesezen der Schallverbrei die Sammlung der Zeugenaussagen aus den im Umtreis liegenden tung auf große Distanzen und insbesondere dem mysteriösen Geheim. fommen, die zwischen Bonen liegen, in denn man die Detonation nis der stillen Zonen", das heißt der Landstriche auf die Spur zu vernehmen kann. wogegen innerhalb dieser stillen Zonen" nichts zu hören ist. Im Augenblid ber Explosion wird die drahtlose Station auf dem Eiffelturm Zeitfignale aussenben, doch ist jetzt noch nicht Grdoberfläche ankommen werben, da man nicht weiß, ob z. B. diese feststellbar, wann die Schallwellen an einem bestimmten Punkt der Bellen fich nicht oberhalb der stillen Bonen" auf riefigen Umwegen Man sieht, wie die Zeitschrift gegen allerlei Vorwürfe geschützt ist: gegen den der Ungeistigkeit durch die Mitarbeit guter Autoren; gegen den der Unterwürfigkeit gegenüber der Aristokratie durch eine photographische Aufnahme Ramsay Macdonalds; gegen ben einer reaktionären Gesinnung durch die Karikatur Hitlers. Die ungefchrie bene Devise lautet:„ Wer Geld hat, braucht feine Gesinnung; alles eint das Rapital.", Der Freiherr von Gelfing hat eine andere Devise; sie ist weniger vollständig unb lautet: Man muß-". Durch den Klang dieser Devise fühlt sich auch der Demokrat jüdischer Färbung fofort heimisch; dermaßen, daß er sich versucht sieht, zu fragen: as muß man?" Der Freiherr von Celling erwidert darauf mit dem Brogramm der Zeitschrift„ Elite“: Man müffe, fagt er, über die legte obesilhouette unterrichtet sein" wobei sich demokratische Lefer nicht der Frage enthalten tönnen: warum nur Silhouette, wenn man schon fünf Mark für die Nummer zahlt? Man muß ferner wiffen, daß die Spargelzeit für Gourmands schon jetzt beginnt"; daß der Auftakt der Grunewaldbahn seit einem Dezennium wieder Wir beginnen also mit der fachlichen Feststellung, daß die„ Elite" zum erstenmal mit einem Militärmarsch begann". Wobei zu bein demselben Hause herausgegeben wird, in dem auch der„ Jung. Militärmarsch bereits längst von uns entbehrt wurde; daß aber nus merten ist, daß ein Dezennium zwar zehn Jahre enthält und ein geselle" allwöchentlich das Licht der frauenreichen Welt erblickt. Auch noch der„ Auftakt der Grunewaldbahn" nicht sofort verständlich ist. der Herausgeber der" Elite" heißt, wie der des Junggesellen: Ned o" Daß fich für Sofaeden jetzt ein neuer Geschmad durchzusetzen an miz. Dagegen ist der Chefredakteur des neuen Geſellſchaftsblattes fängt, ist ganz natürlich. Wo sollte er sich sonst durchsetzen? Aber der Freiherr von Felting und kein Geringerer. Die Zeitschrift har der Freiherr von Gelking und kein Geringerer. Die Zeitschrift hat das Schlimste ist uns nicht erspart geblieben." Elite" weiß fchon, 74 Seiten, die aus glattem, vornehmem, Papier bestehen. Sie hat daß Hanns Heinz Ewers in Brioni sein wird und daß von Balde farbige und gewöhnliche Photographien, Rarifaturen, zu denen das Porträt des Prinzen Friedrich Sigismund von Preußen jedoch nicht mar Bonsels wieber ein Buch erschienen ist. Diese zwei literarischendurch die höchsten Schichten der Atmosphäre bewegen. gehört, und„ Berliner Theaterszenerien" in Buntdruck, über die pitschrift zu beweisen. Ich war schon entschlossen, nach Brioni zu fahren, Unglücksfälle hätten allein genügt, bie Notwendigkeit der neuen Zeitfeine dünne goldene Blätter gelegt find. Es ist alles da: nicht nur das Porträt der Baronin vers bestimmt nicht Ich möchte nur aber ich werde es nicht tun. Ich werde irgend wohin fahren, wo der Ebelgarde hört, sondern auch ber Kronprinz Leopold von Belgien; Bonfels nicht da sein wird. Hoffentlich weiß es die nächste Nummer/ deit tein Geringerer als Joseph Joachim einsetzte, wird in der Zeit und die jugendliche Tochter des Oberbürgermeifters Böß", die un berufen schon„ stud. jur." ist, fehlt ebensowenig, wie eine Rarifatur ber, Pöhner. Ludendorff und Hitler; man fieht einen„ tabatbraunen Gabardine mit weiter Knopfstellung" und es ist auch noch Platz genug für die„ Gräfin Reichenbach mit ihrem Baby"; und wenn auch Macdonald mit seiner jüngsten Tochter" nur so wenig Raum ein nimumt, wie das Bett im Buppenhaus der englischen Königin", so muß man doch zugeben, daß er da ist. Und Alfred Kerr ist ebenfalls ba. Reine Bremiere ohne Kerr. Jawohl, er ist da und bereit, zur besseren Gesellschaft über die ab gelaufene Theatersaison" zu plaubern. Das kann den Arthur Cloeffer nur noch mehr ermuntern, über das„ Lächeln der Berlinerin" zu sprechen, und den Oslar Bie nicht abhalten, den Lovis Corinth zu behandeln, obwohl Bie ein Sachverständiger für Mufit ist und Co rinth noch feine Operetten verfaßt. Was tut man nicht alles für Honorar? der Elite". H eines Negers und einer Engländerin in Bonbon geborenen Kompo Eine Oper in Riefenformat. Die Hiawatha- Mufit des als Sohn nisten Coleridge Taylor, für dessen Kammermusikwerte sich seinerDom 19. bis 24. Mai in der Londoner Albert Hall als Oper zur Aufführung gelangen. Der Apparat, der dabei in Bewegung gefot merben wird, stellt die Indianeroper des mulattischen Komponisten in einen Rahmen von ungewöhnlichen Ausmaßen und macht ein ganzes Heer von Mitwirtenben mobil. Einschließlich des von ber Royal Choral Society gestellten Chors und eines Balletts von 100 Tänzern werden bei den Aufführungen rund 1000 Dar fteller beschäftigt sein. Mit der musikalischen Leitung iſt Eugene Goossens betraut, während die Spielleitung in den Händen Fairburns liegt, der auch die Bearbeitung der Oper ausgeführt hat. Er leitet die Proben mit Hilfe eines auch bei Filmaufführungen gebrauchten Megaphons, durch das er den Massen der Mitwirken Film und Rundfunk. Der Werffilm, der in jeder Beziehung Sachlichkeit ist, wird aus seiner Einseitigteit oft durch einen Begleit vortrag herausgerissen Diejen plante man am Sonntag in der rania befonbers interessant zu gestalten, indem man ihn dem Rundfunkdienst anvertraute. Es war der erste Deutic or dische Filmrundfunt- Abend, an dem die Redner von Königswusterhausen aus den gleichen Film in Kristiania, Stockholm, Sopenhagen, Bien und Berlin erläuterten. In bes beutschen Reiches Hauptstadt waren zu diesem Ereignis hauptsächlich die Leute vom Bau und die Radiofreunde gekommen. Nachdem man dem unsichtben seine Anweisungen vermittelt. baren Redner, der 7 Uhr 29 Minuten sprechen sollte, recht frühzeitig Ein neuer Roman von Gerhart Hauptmann. Gerhart Hauptmann hat das Wort erteilt und jeder Besucher nach der im Hörsaal befindlichen in Italien einen großen Stoman beendet, ber ben Titel führt Das Grammophontongert, das zweds Einstellung mit Königswusterhausen wird. Der Roman behandelt das Schicksal einer Gesellschaft von Frauen Normaluhr feine Uhr gestellt hatte, hörte man porerst ein Stückchen under bergroßen Mutter" und der im Herbit b. 8. erlheinen nötig war. Hiernach entfnömten dem Lautsprecher ganz sonderbare und Mädchen, die auf einer einsamen Insel leben und unter benen sich Geräusche und einmal das Wort„ Vortrag" und ein andermal nur ein einziges männliches Wesen befindet, ein 14 jähriger Knabe. frage herbeigeführt wird. Ich weiß mich in diefen Ausführungen einig mit dem überwiegenden Teil der Bevölkerung des befehlen Gebiets. Sie, Herr Reichstanzler, find uns fein Fremder. Ihnen dankt das besetzte Gebiet für Ihre flare Einsicht in unsere Lage, Tyres Willens, uns zu helfen. Unter Ihren vielen ausgezeichneten für Ihr lebhaftes Mitgefühl und für die entschlossene Betätigung Eigenschaften steht menigstens n unseren lokalpatriotischen Augen nicht an letzter Stelle, daß Sie geborener Rölner find. Daher haben Eie Ihren goldenen Humor, der Sie auch in schwierigen Lagen Herr der Situation bleiben fäßt. Möge er sich auch in den tommen den schweren Zeiten, wie fie Sie, fei es als Staatsmann, fei es als Bolitiker in verantwortlicher Lage, finden werden, nicht verlassen. Möge Ihr Gottvertrauen und Ihre Liebe zu Deutschland, zu unserer rheinischen Heimat, Sie ftets die rechten Entschlüsse faffen lassen. Unser vornehmster Gast, der herr Reichspräsident, meile in dieser Eigenschaft zum erstenmal in Köln und im besetzten Gebiet. Ich darf ihm noch einmal ehrerbietigen Dant aussprechen, daß er trog aller Schwierigkeiten zu uns gekommen ist. Wir wissen, daß bas bejezte Gebiet an ihm einen treuen und mitfühlenben Freund in der Vergangenheit gehabt hat und auch in der Zukunft haben wird, daß für ihn das Schicksal bes besetzten Getiets und das Schicksal Deutschlands ein einziger unteilbarer Begriff ift. Wir chäßen uns glücklich, ihn, der in so fluger und weitfichtiger Weise die von der Verfassung dem Reichspräsidenten übertragenen Rechte ausübt, in dieser Stellung zu sehen. Ich bitte Sie, meine Herren, unferer Ehrerbietung vor seiner hohen Würde voller Dantbarkeit und unserem Vertrauen Ausdrud zu geben in dem Ruf: Der Herr Reigspräsident, er foll leben!" Nach der Begrüßungsansprache des Oberbürgermeifters ergriff Reichskanzler Marx das Wort, Er dantie im Namen des Reichspräsidenten und der übrigen Ghrengäste für die herzliche Aufnahme, die Köln allen be reitet habe, und fuhr fort: Die erste Kölner Meffe steht zwischen Niedergang und Aufgang Die Befehung des Rerngebiets der deutschen Wirtschaft hat uns ins Herz getroffen und allmählich eine tödliche Lähmung über das deutsche Wirtschaftsleben verbreitet. Acht Monate heroischen Widerstandes haben das Unheil nicht abwenden fönnen. Es schien, als folle die völlige Auflösung des politischen und wirtschaftlichen Berbandes des Reiches unabwende bar sein. Da, in allerlegter Stunde, ift durch die Schaffung eines wertbeständigen Zahlungsmittels das ganze Leben des Bolles auf eine solide Grundlage gestellt worden. Langfam ist unsere Wirtschaft wieder in Gang gekommen. Am deutlichsten zeigt sich das an dem Rückgang der Arbeitslosigkeit, der bemeist, daß es in gun: hmendem Maße wieder möglich wird, den deutschen Menschen Brot und Unterhalt zu verschaffen. Aber noch sind wir nicht über den Berg, noch stehen wir erst an seinem Fuße, und noch möchten wir flemütig werden, wenn wir die Steilheit des Pfades erſchauen, der uns wieder zum Sonnenlichte der nationalen Freiheit emporführen soll. Furchtbar ernst ist unsere Wirtschafts. Lage auch heute noch, und leider ist das noch immer nicht bei uns so recht zum Bewußtsein gekommen.( Sehr wahr!) Die Erfahwohnung. It weilen Mietertreifen ist die Ansicht verbreitet, daß in jedem Falle, in dem vom Vermieter aus irgend einem im Mieterschutzflagt und der Klageforderung stattgegeben wird, vor der Zwangs gesetz festgelegten Grunde auf Aufhebung des Mietverhältniffes gevollſtredung ein angemessener Ersagraum gesichert sein muß. Diese irrige Ansicht führt zu einer gewissen Sorglosigkeit, die unter Um ständen für den Mieter verhängnisvoll werden und ihn obdachlos machen fann. Der Zwang zur Beschaffung eines angemessenen, für den Mieter bereitstehenden Erfagraumes und zu einem entsprechen den Bermert in der Urteilsformel besteht nur dann, wenn das Miet. gericht anerkennt, daß der flägerische Vermieter aus besonderen Grüben ein dringendes Interesse an der Erlangung des Mietraumes hat. Die Absicht des Bermieters, namentlich des Hausläufers, den hat. Die Absicht des Vermieters, namentlich des Hauskäufers, den Raum selbst in Gebrauch zu nehmen oder ihn Angehörigen zum Gebrauche zu überlassen, rechtfertigt allein die Aufhebung nicht. Die befonberen Gründe des Klägers müffen vielmehr das Gewicht der Gegengründe übersteigen. Für beide Bertragsteile tommen Gründe persönlicher, familiärer, geschäftlicher und jeder sonstigen Art, sofern sie das Interesse des einen Vertragsteils in außer gewöhnlichem Maße berühren, in Betracht. i Suble befindet sich vor einer Didung, h der Nähe zweier ftarten Fichten. Der Mörder hat dann auf sein Opfer eine leichte ErdEine wert dede geworfen, und darüber Reifig und Heidekraut. beständige Belohnung wird noch von der Kriminalpolizei auf die find an die Mordkommission Trettin- Moritz im Zimmer 103 bes Polizeipräsidiums zu richten. Ermittlung des Mörders ausgesetzt. 3weddienliche Mitteilungen Eine in letzter Stunde ausgegebene Mitteilung der Kriminalpolizei besagt, daß es ihr troh eingehender Nachforschungen bisher noch nich: gelungen ist, die Persönlichkeit des Er morbeten festzustellen. Geiner Kleidung nach, zu der außer den schon erwähnten Sachen noch gutes Mattounterzeug ge hört, muß er den beffer gestellten Kreifen angehört haben. Als were Bicke mißt ist ein solcher Mann bisher nicht gemeldet worden. Kriminalbeamte sind auch heute wieder unterwegs, um auch nach dieser Richtung, besonders in Tegel und den anderen örtlichen Vororten nachzuforschen. Die Fundstelle liege zwischen Tegelort und Konradshöhe, etwa 1000 Meter von der Straßenbahnhaltestelle an der Eichenallee entfernt. Von dieser führt ein schmaler Steig zunächst durch hohe Kiefern in eine Schonung und Didung hinein. Die Beiche wurde nach genauer Aufnahme des Befundes nach Berlin in das Schauhaus gebracht. Nach den Wahlen. In einer öffentlichen Versammlung sprach Genosse Nietisch In allen anderen Fällen, also bei Aufhebungsklagen wegen über das Wahlergebnis: Sobald die Entscheidung gefallen ist, geziemt erheblicher Belästigung, Vernachlässigung des Mietraumes oder es sich, von Beschönigungsmethoden Abstand zu nehmen, und den Mut wegen größeren Mieterückstandes, ist die Sicherung eines Erfaz zu haben, den Dingen, wie sie sind, ins Auge zu sehen. Bringen wir raumes für das Gericht nur ein Redyt, eine sogenannte Rann- Be- das Wahlergebnis auf eine furze Formel: Die Republit hat eine ftimmung, nicht eine Pflicht. Der Geist des Gesetzes will demnach, Niederlage erlitten! Die einzig zuverlässige Partei, die Sozialdemo daß auch hier, von Fällen ganz schwerer Berfehlung abgefehen, zur fratie, geht geschwächt aus dem Wahlkampf, und auch die DemioVermeidung unbilliger Härten der Ersatzraum gesichert wird, da fraten haben ganz beträchtliche Berlufte zu verzeichnen. Die Repu blitanische Partei ift ganz bedeutungslos aus dem Wahlkampf hervor bei der heutigen Wohnungsnot kein wenig Bemittelter die Möglich gegangen. Rechts. wie Linksextreme haben gewonnen. Die KPD. feit hat, fich eine selbständige Wohnung ohne Mitwirtung des Boh- und die Deutschvölkischen werden gekennzeichnet durch ihren Millen, mungsamts zu beschaffen. Die Kann- Vorschrift findet auch Anwen die Unruhe aufrechtzuerhalten; fie geben sich aus als revolutionäre bung auf die Inhaber möblierter Räume, die Muß- Borschrift auf Barteien und wollen feine Festigung der Verhältniffe. Die Arbeiter. Untermieter, die in den Mieträumen eine eigene Wirtschaft führen. flaffe hat sich nicht in ihrer Mehrheit für die KPD. entschieden, aber Jeder Beklagte wird gut tun, nicht au warten, bis bas Gericht die nichtsdestoweniger einen großen Teil ihrer Stimmen dieser Bartet Erfahraumfrage anschneidet, sondern stets für den Fall eines un- gegeben. Beide Extreme waren im Wahlkampf überzeugt, einen günstigen Urteils den Erfaßraum zu beantragen. Es ist ferner größeren Sieg zu erringen. Der deutsche Bürger fann sich nicht für darauf zu achten, daß bei Beschlüssen die Mietschöffen amtieren. Die Deutschvölkischen entschließen. Er will seine Ruh' und ist gegen Nur in dem ersten auf die Klage angesetzten Termin kann die 3 nationale Bekenntnis, auf verfassungsmäßigem Wege das wilt ni die nervenaufreibenden Methoden des Herrn Hitler. Das derlich Zu ziehung der Beisitzer unterbleiben. Erscheinen beide Parteien und nische Raisererich wieder aufzurichten, wirfte auf den reaftion tommt es nicht zu einem Vergleich, fo hat der Amtsrichter die Ent Bürger gewissermaßen besänftigend. Und daher haben die De: h scheidung zu erlaffen, wenn fie fofort erfolgen kann und beibe nationalen im Wahlkampf gut abge'dmitten. Man kann heute als Barteien es beantragen, andernfalls ist neuer Termin mit sicher annehmen, daß sich die Deutschnationalen, wenn sie zur ReSchöffen notwendig. Gegen die Angemessenheit eines zugewiesenen gierung kommen, sich auf dem Boden der Erfüllungspolitik ftellen Griaßraumes tönnen binnen einer Woche Einwendungen erhoben werden, um nach außen hin den Rüden frei zu haben. Der Redner schloß feinen Vortrag mit den Worten: Das Wahlergebnis ist ein werden beim Mieteinigungsamt, das endgültig entscheidet. Alle diese Eicherungen nehmen sich auf dem Papier sehr schön tum irrt, wenn es glaubt, daß sich die Sozialdemokratie auf absteigen. Borstoß gegen die Demokratie, gegen die Republit, aber das Bürgeraus, derpuffen aber meist in der Praxis. Man hat eben nicht geber Linie befindet. Dem deutschen Volte stehen nur die zwei Wege rechnet mit der allein in Groß- Berlin bereits in die Laufende offen: zum Berhängnis oder zur fruchtbaren Arbeit auf dem Boden gehenden Fülle von Räumungstlagen, die es den der demokratischen Republik. Wohnungsämtern einfach unmöglich macht, die entsprechende Zahl von Erfagräumen zu fiájern. So wird ein großer Klagequfwand mit Werger, Scherereien, Zeitverlust und Geldkosten ziemlich nutzlos vertan. Es bleibt im wesentlichen alles beim alten man muß vielleicht noch jahrelang unter gleichem Dach wie Hund und Kaze wohnen. Der praktische Weg ist, mit energischen Mitteln auf die fizung muß jeder Genoffe pünktlich um 6 Uhr anwesend sein. Einbämmung der Räumungsflagesucht hinzuwirten Der geheimnisvolle Tote. Noch steht als größtes Hemmnis einer dauerhaften und wellreichenden Befferung unserer Cage die Trennung des Reiches in befehtes und unbefehtes Gebiet im Wege, hängt über unseren Häuptern die dunkle Wolfe der Reparationsfrage. In dieser Frage stehen wir ja nun burch das Zustandekommen des Gutachtens hoffentlich am Beginne einer Klärung. Auch hier darf ich offen und ehrlich etennenn: leicht ist uns in Berlin der Entschluß, die Vorschläge der Sachverständigen als Grundlage einer wenigstens vorläufigen Regelung des Reparationsproblems anzusehen, wahrhaftig nicht geworden. Wenn man soweit gegangen ist, der Reichsregierung einen gewiffen Enthusiasmus in der Annahme des Gutachtens zu imputieren, so brauche ich eine solche unsinnige Behauptung wohl nicht ausdrücklich zurüdzuweisen. Wären uns andere Möglichkeiten offen gewesen, hätten wir auch nur bie leifefte Hoffnung gehabt, auf anderen Wegen zum Ziele, der Be freiung des Ruhrgebietes, der Befreiung Deutschlands zu gelangen, niemand von uns hätte auch nur einen Augenblid gezögert, diefent Weg zu gehen.( Sehr gut!) Aber die deutsche Außenpolitit vollzieht sich in der Lage, in der wir uns nun einmal unzweifelhaft befinden, sehr zwangsläufig er zur Rettung dottrinärer Ideen der Welt fein Bolt zu Tode hehen will, mag bas mit seinem Gewiffen ausmachen( Sehr gut! Beifall), für uns gilt es im Rahmen des Erreichbaren das Bestmögliche aus einer ge gebenen Situation herauszuholen.( Bravo!) Ber uns das zum Borwurf macht, muß den Beweis liefern, daß er es beffer versteht. ( Sehr gut!) Wir sind feineswegs blind gegenüber den negativen Seiten des Gutachtens, den außerordentlich schweren daraus fich ergebenden Lasten, den Möglichkeiten von Eingriffen in die Staatsseitigte man das übrige Heidefraut und Reifig, und legte den Körper hoheit, aber um zu dem zu kommen, was uns meines Erachtens am allernötigsten tut, zu einer Atem- und Erholungspause, mußten wir das Gutachten annehmen.( Sehr richtig!) Um den Sachverständigenberichten nachzukommen, muß jedoch die fistalische und wirtschaftliche Souveränität Deutschlands in den besetzten Gebieten wiederhergestellt werden( Bravo!) und nur unter dieser Voraussehung haben wir grundfählich den Vorschlägen zugestimmt. Wie auch immer Parlament und Regierung in Deutschland in unferer Zeit zusammengefeht sein mögen: in dieser Frage müssen sie sich flar und unzweideutig entscheiden, und ich glaube, diese Entscheidung fann nur in einer Richtung erfolgen. Aus allen Gauen unseres Baterlandes sind wir zufammen. gekommen am deutschen Rhein, um aufs neue des Reiches Ein heit zu besiegeln, um der Welt zu zeigen, baß es für uns fein beſetztes oder unbefektes Gebiet git, daß wir auf ewig ungeteilt fein und bleiben wollen.( Beifall und Händellatschen.) ** Köln, 11. Mai.( WTB.) Reichspräsideit Ebert empfing heute nachmittag Studenten abordnungen der Kölner, Bonner und Aachener Hochschulen. Am späten Nachmittag stattete der Reichspräsident dem Kölner Stadion einen Besuch ab, wo er von einer nach Tausenden zählenden Menschenmenge, die bei herrlichem Better den sportlichen Veranstaltungen beiwohnte, begrüßt wurde. Groß- Berliner Parteinachrichten. Stadtverordnetenfraktion. Jn der am Dienstag, den 13. Mai, ftattfindenden Fraffions Der Fraktionsvo: ffand. Heute, Montag, den 12. Mai: 5. Kreis Friedrichshain. 7 Uhr. Rreisvorstandssigung mit den Abteilungs leitern bei Rofin, Gubener Str 19. 9. Kreis Bilmersdorf. 7% Uhr Sigung bes erweiterten Kreisvorstandes bet Bieber. Soliteinische Str. 60 Wichtige Tagesordnung. 12. Abt. 7 Uhr Funktionärfonferenz bei Schmidt, Wiclefftr. 17. Stellungnahme zur Neuwahl ber Abteilungsleitung. Sahlabend. Ginen schaurigen Fund machten gestern Sonntag mittag Aus Jeffstellung eines Raubmordes im Tegeler Walde. flügler im Tegeler Walde. Im Jagen 79 bis 80 trafen fie auf einen Reifighaufen, aus dem ein menschlicher Fuß herausragte. As fie mit dem Stod vorsichtig etwas Heide. 111. Abt. Bohnsdorf. Mittwoch abends 8 Uhr bei Heitmann, Waltersdorfer Sir af traut und Reifig beiseite scharrten, legten fie zwei ft art per. wefte menschliche Hände bloß. Die erschreckten Ausflügler benachrichtigten das 293. Polizeirevier, von dem sofort Beamte an den Tatort eilten. Da diese an allem erkannten, daß unzweifelhaft ein Word vorliegt, alar nierten sie sofort die Mordkommiffion. Die Kommiffare Trettin und Moriz eilten mit ihren Beamten an den Fundort. Nachdem dieser photographiert worden war, be bloß. Die Leiche war schon start in Berwefung übergegangen. Es ist ber Körper eines ungefähr 25 bis 30 Jahre alten Mannes, der, wie man annimmt, schon sicher sechs Monate gelegen hat. Das Gesicht mar untenntlich geworden. Die Hände waren schon vom Fleisch entblößt. Der Tote hatte dunkelblondes Haar; er war bekleidet mit einem Wintermantel. Der linke Arm steckte nicht in dem Aermel. Ferner trug er einen guten, dunkelblauen, modern gearbeiteten Anzug, einen dunkelgrünen Hut mit dunklem Band, gute schwarze Schnürstiefel mit Gummiabfäßen, ein blaues Oberhemd. Eine dunkle Krawatte, die schon abgefault war, wurde unter dem Halse liegend, gefunden. Eigentümlich ist es, daß sein Kragen nicht gefunden wurde. Der Ermordete hatte mehrere Schuß. Derlegungen. So ist ein Schuß von hinten durch den Kopf gegangen, hat vorn beim Austreten aus dem Unterfiefer mehrere Bähne mit herausgerissen. Ein anderer ist durch die Kleidung in den Rüden gedrungen, und hat wahrscheinlich Lunge und Herz durchbohrt. Sidher hat er noch mehrere Schüsse erhalten, die aber bei der bisherigen Besichtigung noch nicht festgestellt werden konnten. Allem Anschein nach hat der Mörder fein Opfer von hinten erschossen, und hat ihm, da es dann noch einige Bebenszeichen von fich gab, mehrere Fangschiffe gegeben. Dann hat er den Toten gepadt und in eine fleine Kuhle geworfen. Wertsachen und anderes hatte der Lote nicht mehr bei sich. Sie sind sicher geraubt worden, da alle Taschen umgefrempelt waren. Die Bad Salzuflen ( Ligge- Teutoburger Wald) 2 Mark Komische Oper 7 Direktion: James Klein 7% Heute sowie täglich Der große Erfolg! Die Trinzessin Operette in 3 Akten von Walter Kollo liefere wöchentl. Teilzahlung Eleg. Herren- Garderobe fertig und nach Maß Garantie für tadellosen Sitz u. Verarbeitung Sport. 3m Kampf um die deutsche Fußball- Meifferschaif, der gestern vor etwa 10 000 Buschauern im deutschen Stadion zwischen Alemania. Berlin und dem 1. Fußballtlub Nürnberg" vor sich ging, siegten die Nürnberger bet dauernder Ueberlegenheit über die Berliner mit 6: 1. Allemania lieferte ein hilf- und kraftloies Spiel, so daß sich die Nürnberger nicht anzuftrengen brauchten, um obiges Resultat zu erzielen. Rennen zu Hoppegarten am Sonntag, den 11. mai: 1. Rennen. 1. Agabe( Krüger), 2. Heimattreuer( Ladendor 3. Sinir( Hellmann). Toto: 24:10. Blat: 13, 62, 16:10. Ferner liefen Trajan, Bürgerwehr, Gigilolf, Stigmaria, Robertine, Magifter, Felsenrose Grasmüde, Landrichter, Puppenfee, Chartreuse II. 2. Rennen. 1. Ordensritter( Breege), 2. Santt Thomas( A. Stalff), liefen: Roderich, Tingl Tangl, Caffiopeja, Sanguinifer, Bellejus, Tavalya, 3. Bergleich( H. Blume). Toto: 79:10. Blak: 23, 40, 16:10. Ferner Samadan, Soto, Hiltrud. & Rennen. 1. Moloch( D. Schmidt), 2. Basalt( F. Basch), 3. Bardes Bruder( Torfe). Zoto: 16:10. Blag: 10, 10:10. Ferner liefen: Maura, Dalberg. 4. Rennen. 1. Monfalcone( H. Schmidt), 2. Bafur( W. Tarras), 3. Aulis( D. Schmidt). Toto: 25:10. Plat: 15, 29: 10. Ferner liefen: Caprivi, Helbrastein. 5. Rennen 1. Ganelon( D. Schmidt), 2. Kardinal( Korb), 3. Tuan 6. Rennen. 1. Jihada( Torke), 2. Lapis Electrty( W. Tarras), 3. Aralinda( M. Senzich). Toto: 19: 10. Plag: 17, 29, 31: 10. Ferner liefen: Jlias, Marquise, Mänade, Luftpost. Fang( Zorke). Toto: 10:10. Dret liefert. 7. Rennen. 1. Abteilung. 1. Bomona( Duade), 2. Galopp ( Breege), 8. Lebenslauf( F. Basch). Toto: 121: 10. Blag: 40, 20, 23:10. Ferner liefen: Dieftel N., Tiefurt, Cisterne, Treue Bacht, Cambutka, Süßes Mädel. 2. Abteilung. 1. Sheitan( Olejnik), 2. Schirmherr( D. Schmidt) 3. Fichte( M. Dreißig). Toto: 37:10. Blag: 13, 15, 14: 10. Ferne liefen: Adria, Ondina, Gripsholm, Ed, Kadewitt, Semendria. Kohlensäurereiches Thermal- Solbad und Inhalatorium heilt Herz-, Nerven-, Frauen-, Luftwege- Erkrankung. Rheuma- Skrofulose 10 Min. Bahnfahrt von Herford( Strecke Herford- Detmold- Altenbeken) Versand von Trinkbrunnen, Mineralpastillen und Badesalz Werbeschrift 5 frei durch Lipp. Badeverwaltung Fischer, Botsdamerstraße 103. Landwehr, . billigste Breife Gardinen vertauf Witte, Wilmersdor er Str. 66 A. 1. Etage. Rein Laden Kontur renglos bill. Breise in Gardinen, Stores, Bettd., Tisch u. Di wanded., Bettvoplg. Bef. ohne Kaufzwang. Anzahlung geftattet.: Leihhaus Spiegel, Chauffeeftr. 7, ver.) 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