Nr.222�»1.?ahrg«»s Ausgabe A Nr« 114 Bezugspreis: Wöchentlich 70(Bolbpfennlg, monatlich S,— Soldmarl docou-j zahlbar. Unter ürenzband für Deutschland. Danztg, Saar- und Memclgebiet. O est erreich, Litauen, Luxemburg i.25 Soldmark, [ilt das übrige Ausland WS Soldmari pro Monat. Der„BormZrts' mit der Sonntag«» beilage„Boll und fltit* mit„Siedlung und Kleingarten�, sowie der Untcrhaltungsbcilag«.Leimwclt' und Fraucnbeilage„Frauenstimme' erscheint wochentäglich«weimal. Sonntag» und Montag, einmal. Telegramm-Ad reffe: .,vo>ialde»»irat Berk»' Morgenausgabe 10« lumartien Devlinev VolksblÄtt Anzeigenpretse: Sie einspaltig» Nonpardille» geile 0.70 Soldmark, ReNamcgeil«. t.— Soldmark.„Kleine Anzeige»' da» fettgedruckte Wort 0,20 Soldmark lzulässig zwei keitgcdruckt« Worle>, jedes weitere Wort 0,10 Soldmark. SIcllengesuchc da» erste Wort 0,10 Soldmark. Ilde» weitere Wort 0.05 Soldmark. Worte über lS Buchstaben zählen lür zwei Worte, �amilienan, eigen für Abonnenten Zeile OLO Soldmark. Sine Soldmarl— ein Dollar geteilt durch 4,20. Anzeigen für dl« nächste Nummer müssen bis 4lbUhr nachmittags im Hauptgeschäft. Berlin EW 08, Linden- strasse 3. abgegeben werden. Gcäsfnet oon S Uhr irilh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten öozialdemokrati feben Partei Deut f eh lande Ueüaktioa nnd Verlag: Sw SS. Linüenstraße 3 Redartion: Töndoff LitS— sss ffernfpremcr:«.»,«,--roub-ft ssok-sso? Vonvärts-Verlag G.m.b.H., SW SS, Linüenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36— Bankkonto: Direktion der Diskonto. Gcsellichakt. Dcpositrnkasse Lindenftraftc 3 Der Sieg der Sozialiften. Znsammenbruch des nationalen Blocks.— Poincare für England nicht mehr verhandlnngsfähig. Paris, 12. Mai.(Eigener vrahkberlcht.) Nach einer amklichm Siaiistik des ÄUaisteriums des Zanera, die um 6 Uhr nachmittags herausgegeben wurde, verteilen sich die jeht bekanntgewordeuen Ergebnisse aus die einzelnen Parteien»nie folgt: Konservative 11(in der Kammer von ISIS: 26), Entente Repubticaine 137(202), Linksrepublikaner 92 (155), Rechtsradikale 34(50), Radikalsoziale 127(79), Republikanische Sozialisten 39(47), Sozialisten 101(50), Kommunisten 29(13). Stichwahlen finden vier statt Auger- dem stehen noch zehn Ergebnisse der Kolonien aus.— Räch einer vom„Temps" verössenitichten nichtamtlichen Uebersicht stieg die Ziffer der Sozialisten auf III, die der Radikalsozialeu aus 137 an. ZmDepartementRord, dem Zentrum der franzö- sischen Industrie, wo die Kommunisten mit einem ausschlaggebenden Sieg gerechnet hatten, haben die Sozialisten 10. der Rationale Block 5. die Linksrepublikaner 5. die Kommunisten nur 3 Sitze erhalten. Leider befindet sich unter den Richt- gewählten der Abgeordnete 3 n g h e l s. gegen den oon der Rechten wegen seiner Enthüllungen über die Blilliardenunter- schleife in den zerstörten Gebieten mit allen ertaubten und unerlaubten Mitteln gearbeitet worden war. Minitterrat über die Regierungsfrage. Pari«. 12. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Im Elyse« find«- am Dienstagvormittag unter dem Vorsitz Millerands ein Minister- r a t statt, der sich mit der durch den Ausfall der Wahl geschaffenen Situation befassen wird. In unterrichteten Kreise» wird es vielfach für wahrscheinlich gehalten, daß Poincare schon am Dienstag die Konsequenzen aus feiner Niederlage ziehen und die De, Mission des Gesamt kabinetts überreichen wird. Keines- wegs ist das jedoch sicher, da die neu« Kammer erst am 4. Juni zu- sommentritt und bis dahin die Legislaturperiode der früheren Kammer weiterlöuft. Mit Rücksicht auf die außenpolitische Lage und die mit Ramsay Macdonald vereinbarte Aussprache ist« möglich, daß Poincare bis dahin die Regierung weiterführen wird. poincarös Stellung erschüttert. London, 12. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Obwohl abschließende Ergebnisse der französischen Wahlen hier noch nicht vorliegen, be- schäftigt man sich in hiesigen politischen Kreisen doch angesichts der Tatsache, daß die französischen Wahlen einen gewaltigen Linksruck gebracht haben, eingehend mit der Frage, ob P o i n- c a r e angesichts dieses Wahlergebnisses Leiter der politischen Ge- schicke Frankreichs bleiben wird oder nicht. Im Ausammenhang damit wird natürlich auch eingehend die Frage erörtert, ob es daraufhin zu d«r zwischen Macdonald und Poincare verabredeten Zusammenkunft in Chequers kommen wird. Man hat hier den Eindruck, daß Poincare nicht mehr genügend parlamen- tarische Unterstützung hat und deshalb mit seinem Kabinett bald zurücktritt. In diesem Falle würde Ministerpräsident Macdonald den Nachfolger Poincares zu einer Besprechung des Sachverständigen- gut achtens zu einem späteren Datum nach London einladen. Nicht mehr verhanölungsfähig. Keine Zusammenkunft Maedonald-Poinearck. London 12. mal(WIV.) wie Revier ersährt. wirb wegen der Wahlniederlage Poincares die Zusammen- kunft mit Macdonald wahrscheinlich?°svegeben werden. Reuter fügt der Meldung hinzu- Es ,st fast sicher, daß eine Zn- sammenkunst des britischen und des sranzösijchen Premierministers binnen kurzen, stattfinden wird, aber wenn eine neue französisch. Regierung ihr Amt antritt, so muß die Zusammenkunft notwendiger. weise verschoben werden, um dem neuen französischen Prennermmi- sier Zeit zu geben, sich zu unterrichten. Die Pariser Presse zur Regiernugskrisc. Paris 12 Mai(EP.) Die A b e n d b l S t t e r anerkennen ein- heitlich. daß die Ergebnisse der Kammerwahlen eine Regie- rungskrise herbeiführen müssen. Der„Temps sucht zwar diese Möglichkeit ziemlich verlegen und im Grunde genommen mit wenig Ueberzeugung in Abrede zu stellen. Bis die vollständigen Resultate bekannt seien, könne nicht gesagt werden, ob die Links- Parteien Mehrheits- und somit Regierungsparteien werden tonnten. Wenn die« aber geschehen werde, so würden für die Linksparteien die Zeiten der Schwierigkeiten beginnen. Der.Temps" glaubt nicht. daß die Linksparteien, die nur in ihrem chasie gegen den nationalen Block einig gewesen seien, in ihrer Politik sich zu einer Einheit zusammenschließen können. Die Radikalen seien immerhin der Ansicht. es müsse Deutschland gegenüber«in« nationale Politik befolgt werden. während die Sozialiften glaubten, man habe Deutschland über- inebe« Losten auferlegt.«« gäbe nur»«et Riglichtette» Deutschland gegenüber, wenn es die Reparationen nicht bezahlen wolle: entweder befolge man eine Erfüllungspoli- tik oder eine Politik der Schwäche. Wenn das erster« geschehe, so werde gegen früher nichts geändert sein. Wenn der zweite Fall eintrete, so werde, falls Deutschland nicht bezahle, an seine Stelle Frankreich zu bezahlen haben, und es frage sich dann, was für eine Steuerpolitik die neue Mehrheit befolgen werde, und ob im besonderen die Radikalen für die von den Sozialisten gefor- derte Vermögenssteuer zu haben sein würden. Im übrigen sind alle Blätter darin einig, die Schuld an der Niederlage des nationalen Blocks dem W a h l f y st e m in die Schuhe zu schieben, das nun, nachdem es nicht ein zweites Mal den Interessen des nationalen Blocks gedient hat, als unmoralisch gebrandmarkt wird. Da Poincarä für die Beibehaltung des gegen- wärtigen Wahlsystems und gegen die Rückkehr zum Mehrheitssystem seinerzeit die Vertrauensfrage gestellt hat, werden der Minister- Präsident uni» seine frühere Mehrheit für den Spott der Anten nicht zu sorgen haben. Der.Jntransigeant" anerkennt im Gegensatz zum .Temps" unumwunden, daß die Regierungskrise nun eröffnet sei, doch will er nichts davon wissen, daß auch Mille- rand zu demissionieren habe, wie da» heute früh von den Morgen, blättern gefordert wurde. Der.P a r i s i e n" faßt die sich aus den Wahlen ergebenden Konsequenzen wie folgt zusammen: Wenn Mille rand verstan- den hat, wird er zurücktreten. Wenn P o i n c a r i für die Beredsamkeit der Zahlen empfänglich ist, wird er d e m i s s! o n i e- r en. Der Wille des Landes geschehe. Der nationale Block ist tot, es leb« die RepubliiI Die„L i b er te glaubt nicht, daß die Kammerwahlen eine Mißbilligung der Politik Poincares bedeuten. Das Land sei durch das wenig erbauliche Schauspiel der letzten Kammer angewidert worden. Es Hab« die gesetzgebenden Personen ändern wollen, aber es sei wenig wahrscheinlich, daß es die Politik ändern wolle. Nach dem Sieg. V, Sch. Paris. 12. Mai.(Eigener Drahtbericht.) Das französische Volk hat ein furchtbares Gericht übe r- denNationalen Block abgehalten. Weder das Gespenst der deutschen Revanche, mit dem die Reaktion aus Grund der deutschen Reichstagswahlen operierte, noch die kommunistischen Handlangerdienste haben die Mehrheit von 1919 von ihrem verdienten Schicksal zu bewahren vermocht. Abgesehen von einzelnen Departements im Osten, Norden und vor allem im Westen, welche seit jeher Hochburgen der Reaktion waren, ist der Ruck nach links im französischen Volke unverkennbar und viel stärker, als es die optimistischsten Genossen erwar- teten. Man darf die Erfolge der Anhänger Poincarss in Paris und Umgegend nicht so sehr als das Werk der Boule- vard-Presse, vielmehr als das der Kräftezersplitterung im Lager der Opposition durch die Kommunisten ansprechen. Eine neue Mehrheit zieht ins Palais Bourbon ein, eine ausgesprochene Linksmehrheit mit starkem so zi a- l i st i s ch e n E i n f l u ß. Die Sozialisten sind die ein- zigen Sieger dieser Schlacht, numerisch, indem sie ihre Mandatsziffer glatt verdoppelt haben, moralisch, indem sie den Stempel ihrer innerpolitischen und außenpolitischen Ansichten dem Kartell der Linken im Wahlkampfe aufzwangen. Beson- ders bemerkenswert ist es übrigens, daß sie in verschiedenen Wahlkreisen, wo die Partei es abgelehnt hatte, mit nicht ein- wanüfreicn Radikalsozialisten gemeinsame Sache zu machen und wo infolgedessen eigene rein sozialistische Listen aufgestellt worden waren, ganz lzervorragend abgeschnitten hat, so z. D. in Toulouse, wo der bekannte Genosse Din» cent A u r i o l mit drei anderen Genossen gewählt wurde, in C r e u z o t, wo der rührige und sympathische Generalsekretär Paul F a u r e mir vier anderen Sozialisten mit ungeheurer Stimmenzahl gewählt wurde, trotz der konzentrischen Angriff« der Schwerindustrie und der Kommunisten, ferne? in den Bergwerksdistrikten im Norden, wo die Partei ihre Mandate gegen Loucheur und gegen die Kommunisten be- hauptet und ihre Stimmenzahl sogar verbessert hat. Gerade dort sind es die Kommunisten gewesen, die die Loucheur-Liste vor dem Zusammenbruch be- wahrt haben, ohne nennenswerte eigene Erfolge zu erzielen. Ueberhaupt wäre ohne die Kommunisten der Zusammen- bruch des Rationalen Blocks noch viel vollständiger gewesen. Eigene Erfolge haben sie— naturlich auf Kosten des Links- blocks und zugunsten der Anhänger Poincares— eigentlich nur in Paris und in feiner Bannmeile erreicht. Abgesehen von einzelnen kommunistischen Inseln hier und dort.& im Norden, in Le Hoote und im Elsaß haben dt« Listen des sogenannten Arbeiter- und Bauernblocks nur klag- liche Stimmenzahlen erreicht, genügend immerhin, um die Wiederwahl von mindestens 8V Anhängern Poincarös zu er- möglichen. Wird nun die neue Linksmehrheit stark genug fein, um das Ministerium Poincars zum Rücktritt zu veranlassen? Die Linkspresse fordert das gebieterisch und erinnert an die ver» schiedenen Versprechungen, die insbesondere der Präsident den Republik für den Fall einer Ablehnung seiner Politik durch das Volk gegeben hat. PoincarS selbst Hot sich zwar nicht so fest- gelegt, insbesondere nicht aus innerpolitischem Gebiet,..her es kann kein Zweifel darüber sein, daß die Mehrheit des fronzösi» schon Volkes der gesamten Politik Poincar6s eine unzwei» deutige Absage hat erteilen wollen und auch erteilt hat. Unter diesen Umständen ist übrigens anzunehmen, daß P�rin» corö seine für den 21. Mai vereinbarte Zusammenkunft mitMacdonald wird absagen müssen, denn er ist wirklich nicht mehr berechtigt, in Frankreichs Namen zu verhandeln.. In Deutschland ergibt sich aus den französischen Wahlen, insbesondere für die Beurteilung des Problems der Bildung der Reichsregierung eine ganz neue Situation. Es wäre freilich gänzlich verfehlt, wollte man meinen, eine Linksregierung in Frankreich würde von heute auf morgen das Ruhrgebiet räumen können. Aber die Atmosphäre, der Geist, in dem dieses Problem dehandelt wird, wird ein ganz anderer sein, vorausgesetzt natürlich, daß nicht auf' deutscher Seite in solchen Situationen leider nur allzu hau- fige katastrophale Dummheiten geschehen. Eine solche Dummheit wäre die Bildung einer Rechts- regierung, gegen die sich alle französischen Parteien zusammen- schließen müßten. Ebensowenig darf man sich im Lager der „Lokal-Anzeiger"-Leser einbilden, daß eine Linksmehrheit dem Problem der Militärkontrolle angesichts der rechtsradikale» Geheimverbände mit geringerem Argwohn gegenüberstehen würde. Vor allem muß mit aller Energie dem Irrwahn ent» gegengetreten werden, als würde die Niederlage PoincarÄ und die Bildung einer Regierung Briand oder gar Herriot eine Politik der Winkelzüge und der Sabotage in der Repa- rationsfrage ermöglichen. * Von anderer Seite wird»ms aus Paris berichtet: Der Nationale Block liegt geschlagen am Boden. Die Demo, kratie, repräsentiert durch das„Cartel de(Bauche", zu dem die Sozialisten und die Parteien der entschiedenen bürgerlichen Linken sich in gemeinsamer Abwehr zusammengesunden hatten, ttiumphiert auf der ganzen Linie. Das Volk hat damit die Demokratie, die de» Nationale Block vier Jahre lang in Fesseln geschlagen hatte, erneut zur Herr» schaft erhoben. Die Reattton hat ein« entschiedene Niederlage er- litten. Ein großer Teil ihrer Führer, die Hauptschreier des Milita» rismus und Nationalismus insbesondere, haben dies niit dem Ver. lust des eigenen Mandats bezahlen müssen. General C a st« l n a u und der ehemalige Kriegsminister Andrö Lefevr«, die seit Iahren mit dem Schreckgespenst der deutschen Revanche den kriegerischen Geist wachhielten und auszupeitschen versuchten. Tardieu und Mandel, die beiden Gehilfen Clemenceaus, Lasteyrie, Maunoury und Vi dal, die ehemaligen Mit- mbeiter Poincares, Daudet, der Vorsteher der Royalistcn, und A r a g o, der Führer des Rationalen Blocks, sie alle sind nicht wiedergewählt worden. Di« Linke dagegen hat außer dem greisen Ferdinand B u i s s o n, dem Präsidenten der Liga für Menschen- rechte, kaum Berluste zu beklagen. Zahlreiche ihrer Vorkämpfer, die 1919 geschlagen worden waren, sind diesmal mit großer Mehrheit wiedergewählt worden, darunter Renaubel, Dalbiez, Faure, der Generalsekretär der„Pvpulaire", Maloy, der vom Staats� gerichtshof wegen Hochverrats fünf Jahre in Verbannung geschickt worden war, und zahlreiche andere. Für die s o z i a l i st i s ch e P a r t e i ist der Sonntag ein doppelter Erfolg. Sie hat bereits jetzt die Zahl ihrer Mandate verdoppelt. Sie wird aller Voraussicht nach mit über 100 Mitgliedern in die neue Kammer einziehen. Sie ist damit zu einem ausschlaggebenden Faktor -in politischen und parlamentarischen Leben des Landes geworden. Der Gewinn der Kommunisten oon kaum einem Dutzend Mandaten steht in geradezu kläglichem Widerspruch zu der Großsprecherei ihrer Führer und ihrer Parteiorgane. Noch bis zuletzt hatten die Kam- munisten zu behaupten gewagt, daß das Gros der werktätigen Bevölkerung Frankreichs in ihrem Lager stehe, hatten sie die Kühnheit besessen, von den sozialistischen Führern als einem armseligen Häuf- lein Abtrünniger zu sprechen. Die. Arbeiterichaft hat ihnen am Sonntag daraus die Antwort gegeben. Sie hat gezeigt, daß sie von der Herrschast und den Melhoden Moskaus ebenso wenig wissen will w« von denen de» Nationalen Stock*. Der deutsche Blut- Tag von Halle. Die Rechte triumphiert mit Grund! Der Standal von Halle schreit zum Bimmel Bill man recht ermessen, mas bort gespielt wurbe, dann muß man die jubeln. den Berichte der Deutschen Zeitung" genießen, die bekannt böttisch und deutschnational zu gleicher Zeit ist. Ihr Sonderberichterstatter gibt eine fellende Schilderung dessen, was er in Halle sah. So singt er zum Preise der nationalen" Heerscharen: Gegen 10 Uhr begebe ich mich hinaus zum Barabeplay, ber Bjerberennbahn, die unten in den weiten Wiesen des Saaletals liegt. Nur mühselig findet sich der Kraftwagen durch das Gedränge auf den Unmarschwiesen, trozdem geradezu muster gültige Disziplin herricht. Aber die Abteilungen müssen ja alle über die Saalebrüde und so ballt sich der Berkehr zu einem grandiosen Strom, der sich über die Anmarschstraße zum Baradeplab mälzt. Eine Musikkapelle hinter der anderen, eine Formation hinter der anderen, Zuschauer, Studenten, dazwischen berittene Polizei und unendliche Autofolonnen. Und dann eine Schilderung vom Dentmalsplay: Dann rückten die Fahnenabteilungen heran. Ein Wald non Fahnen und Standarten, an Zahl breitausendfechshundertpierzig. Es ist ein überwältigender Einbrud, wie sie heranziehen in Zehnerfront, geführt von den Halloren, es folgen Kriegervereine, Studenten, Stahlhelm mit seinen ungezählten alten deutschen Kriegsflaggen, die düsteren Banner des Behrwolfs. Die Bayerischen Abordnungen, vertreten vor allem Durch die Reichsflagge" aus Hof, die mit ihrer Kapelle eingetrof fen ist. Der Jungdeutsche Orden mit ungezählten Kreuzbannern, die Jugendverbände. Wer sollte sie alle aufzählen, fönnen? Aber das Bild war von überwältigender Größe, wie Diese 3640 Fahnen sich um das Denfmal scharten, einem Walde gleich, und wie von Dächern und Fenstern ein Blumenregen über die Fahnen herabgestreut wurde. Endlich ist der Barde Maurenbrechers wieder am Baradeplag auf der Rennwiese. Man genieße seine Begeisterung: " Um 2 Uhr beginnt die Parade. Welch ein Anblid, wenn man von der Saalebrücke in den Fahnenwald schaut, der fich über Quadratkilometer auf den Miesen erstreckt. Die einen meinen, es stünden dort in Reib und Glied an die 200 000 Mann, die anderen jagen, es feien nur" 150 000. Was daran richtig ist es mar fhwer zu beurteilen; aber daß dort eine gigan= tische Zusammenballung von deutschen Männern vor sich gegangen war, das erkannte jeder sogleich. An hundert Musikfapellen joylagen an und die Ehrengäste beginnen die Fronten abzuschreiten. Ein Unternehmen, das nach fast halbstündigem Borbeimarsch an den viel hundert Meter langen Fronten als aussichtlos und undurchführbar aufgegeben werden muß. Es hätte stundenlang dauern müssen, hätten die Generäle alle Fronten wirklich abschreiten sollen. So beginnt denn der Borbeimarsch, der ganze drei Stunden dauert. Stramm, begeistert ziehen die Männer vorbei. Bataillone, Regimenter, Divifionen, ganze Armeen. Aus allen Teilen Deutschlands sind sie zusammengeeilt, immer nur kleine Vertretun. gen. Bellzählig wohl nur aus der Gegend von Halle und dem näheren Mitteldeutschland. Achtung! Augen rechts!" Und die Beine fliegen, oft in rührender Begeisterung. Die Jungen und Jüngsten reißen die Knochen auseinander. Die Führer grüßen. Der Jungdeutsche Orden zieht mit seinem Drbensgruße vorüber, die rechte Hand aufs Herz gelegt. Und schließlich, als die Sonne schon ganz tief steht und die Abend feuchte durch die Saalwiesen schwebt, tritt als Schlußkolonne der Hallenser Stahlhelm zum Borbeimarsch an. Beim Heimmarsch erlebt der Mann das große Wunder:" Den im Auto davonfahrenden Ehrengästen, insbesondere dem Brin. gen h Ostar und all den anderen meltfriegserprobten Generälen" werden Huldigungen dargetracht. So ist der Ostar auch noch zum General geworden, was er als einer aus der feltenen deutschen Familie, die feinen einzigen Sproß im Weltkrieg verlor, mit leberraschung lesen wird. Jarres weiß von nichts. Man wird den Triumph der Bölkischen erst vollständig würdigen fönnen, wenn man sich des Wortlauts der Verordnung des Reichspräsidenten über dre Abwehr staatsfeindlicher Bestrebungen" vom 8. Februar 1924 erinnert. Dort heißt es in§ 3: Schlagobers". Deffentliche Versammlungen unter frelem Himmel and Mef3äge auf öffentlichen Straßen oter Plagen find verboten. Die Landeszentralbehörden oder die von ihnen bestimmten Stellen fönnen Ausnahmen zulassen. Auf diesen Wortlaut beruft fich eine Erklärung des Reichsinnen ministers Jarres, der von der ganzen Angelegenheit nichts wissen will. Er läßt versichern, daß ganz allein die preußischen Behörden für ein Berbot zuständig waren und daß die Entscheidung gefällt sei, ohne daß er irgendwie das preußische Ministerium des 3nnern beeinflußt hale. Sarres begreift augenscheinlich nicht, worauf es antommt. Auf Grund der Ausnahmeverordnung mußte sowohl in Preußen als in Sachsen die Maifeier verboten werden, well, wie das sächsische Ministerium in seiner Beröffentlichung hervorhob, der Reichsminister feine Ausnahme zulasse. Wenn jetzt der Deutsche Tag" in Haile genehmigt wurde, so jo war das zweifellos ein schwerer Berstoß gegen die Aus nahmeverordnung, die öffentliche Rundgebungen unter freiem Himmel grundsäglich verbietet. Nun merden fich die preußischen Behörden äußern müssen. Was die Presse sagt. Die bemokratische Bess. 3tg." sagt zu bem Trauerfpiet von Halle: Eine nationale Rundgebung sah gestern nicht die Saale, fah nur der Rhein. Der Deutsche Tag war gestern nicht in Halle, er war in Köln. Der Tag von Köln würde weit reiner und leuchtender strah len, wäre der von Halle unterblieben. Es ist angeregt worden, die völkische Kundgebung zu verhindern. Die preu Bifche Staatsregierung selbst erklärte, sie wolle nötigenfalls noch im legten Augenblid ein Berbot aussprechen. Dann ist es doch unterblieben, sehr zum Schaden des Reichs. Weshalb unterblieb es? Was zwischen den Reichsämtern und den preußischen Stellen darüber verhandelt wurde, das muß der Allgemeinheit unterbreitet werden. Sie hat ein Recht, zu wissen, weshalb unterlassen wurde, was drin. gend erforderlich war. Sie hat ein Recht, zu verlangen, daß nie fich wiederhole, mes gestern leider sich zutrug... Gestern hat die Staatsgewalt ihre Gegner mit zweierlei Maß gemessen. Das darf sich nicht wiederholen.... Unter der festen Regierung der Großen Koalition mar Preußen und damit fast ganz Deutschland ein Fels der Ordnung. Der blutige Sonntag von Halle ist eine ernste Erschütterugn. Es muß die letzte sein! In der Berliner Bolfsztg." heißt es: Die Regierung hat es nicht verstanden, ben schweren Schlag, der an diesem Lage in Halle gegen fie geführt wurde und den sie voraussehen mußte, zu verhindern, Sie begnügte sich damit, den protestierenden Kommunisten durch eine Abriegelung Hyalles den Zutritt mit Waffengewalt zu verhindern und erreichte, daß -und man muß hier vom formalen Recht absehen- das Gefühl, mit ungleichem Maß gemessen zu werden, nicht nur in Der radikalen, sondern auch in der gemäßigten Arbeiter und Bürgerschaft zu einer Erbitterung führte, bie nicht nur die geftrigen blutigen Folgen hatte, sondern gerade in dem gefähr lichen mitteldeutschen Bezirk noch auf lange hinaus sich auswirten wird. Sogar die volksparteiliche Beit", die noch vor wenigen Tagen fich schüßend vor die" Baterländischen" von Halle stellte und ein mögliches Verbot weit von sich wies, meint jetzt, auch bei voller Zustimmung zu dem Gebanten diefer nationalen Feiern fann man doch der Meinung fein, daß wir gut daran tum würden, diese Feiern mit politischem Geschid zu verbinden, und daß es vielleicht nicht gerade geboten war, den Borfihenden der Deutſchool. tischen Freiheitspartei in den Mittelpunkt diefer Jeler zu stellen." Die Wirkung im Ausland. Fraktion der Mitte im Reichstag? Eine bürgerliche Rorrespondens weiß folgendes zu melden: Es steht noch feineswegs feft, daß die Deutsnationalen mit hinzunahme der neun Size der Landliste die stärkste Fraktion im neuen Reichstag bilden werden. Wie wir erfahren, sind bei den Mittelparteien Bestrebungen im Gange, aus dem Zentrum, der Deutschen Bolkspartei und den Demokraten eine Fraktion zufammenzuschließen, die vielleicht den Namen„ Nationaler Blod der Mitte" führt und in der die einzelnen Parteien ihre politische Selbständigkeit behalten würden. Fraktionsbildungen aus verschie denen Parteien hat es schon im Reichstag der Borfriegszeit gegeben. Damals schlossen sich die Antisemiten verschiedener Richtung mit den Vertretern von Wirtschaftsgruppen und den Christlichsozialen zufammen. Die Fraktion der Mitte im neuen Reichswürde mit seinen 65 Stimmen die stärkste Gruppe sein und könnte tag würde 137 Abgeordnete zählen. Das Zentrum würde mit feinen 65 Stimmen die stärkste Gruppe fein und könnte also den Reichstanzler Marg auch für den neuen Reichstag präfentieren. Es wird damit gerechnet, daß die neue Fraktion die wohlwollende Neutralität der Sozialdemokraten finden wird. Dann wäre es möglich, daß sie darauf verzichtet, neben dem Reichskanzler auch den Reichstagspräsidenten zu stellen, zumal bei den Abgeordneten der Mitte der Wunsch besteht, die allgemein anerkannten Fähigkeiten des bisherigen Reichstagspräsidenten 23be auch dem neuen Reichstag zu erhalten. Kommt die angestrebte Fraktionse bildung zustande, so würden sich die großen Frattionen nach ihrer Stärke in folgender Reihenfolge gruppieren: Blod der Mitte 137, Deutsch nationale 105, Sozialdemofraten 100, Ro'mmunisten 62, Deutschvolfische 32. Diese Gruppierung wird auch bei der Zusammensetzung des Reichstagsbureaus eine Rolle spielen. Diese Darstellung ist gleichzeitig von einer führenden Bersona Tchteit der Deutschen Volkspartei" einem Korrespondenten der Wiener Neuen Preffe" gegeben worden. Der Rote Tag", das Sentralorgan für deutschnationale Kulissenschieberei, versäumt nicht, mit einem ungewöhnlich heftigen Wutanfall auf diese neue Ruliffen arbeit der Mittelpartelen" zu antworten: Man scheut sich also nicht, eine Regierungsbildung vorzu schlagen, die auf die völlige Beherrschung der bür gerlichen Mitte durch die Sozialdemokratie hin auslaufen würde, ohne daß die Sozialdemokratische Partet irgendwelche Berantwortung zu tragen hätte. Es ist genau die gleiche Situation, die wir bereits erlebt haben, als das jezige Rabinett Marg gebildet wurde und das Ermächtigungss gefeß mit den Stimmen der Sozialdemokratie durchsetzen fonnte, Daß die Sozialdemokratie in den ersten Monaten des Kabinetts Marg ihre Herrschaft über die Mittelparteien so lange meidlich ausgenugt hat, bis schließlich der Reichskanzler wegen Biberstandes der Sozialdemokraten den Reichstag auflösen mußte, Das scheint von einer Wiederholung dieses Experiments nicht ab zufchreden." Die Sehnsucht nach den Regierungsfeffeln ist, wie man sieht, fo groß, daß sie selbst die klugen Deutschnationalen vollständig mit Blindheit schlägt. Denn außer der Redaktion des„ Roten Tag" wird niemand gemerkt haben, daß die Regierung Marg„ völlig von der Sozialdemokratie beherrscht" wurde. Aus lauter Angst, daß es vielleicht doch mit dem Einziehen in die Reichskanzlei und nicht zu vergessen in das preußische Innenminifterium schief gehen könnte, überschlägt sich der„ Tag" in rabuliftischen Betrachtungen über die Außenpolitit. Er entdeckt auf ein. mal, Poincaré Der blögen deutschen Regierung als ein ein heittimes Ganzes aufgefaßt wird, und daß die Annahme des Sachverständigen gutachtens doch noch feineswegs bedeute, daß eine Diskussion über Einzelheiten ausgeschlossen sei. Mit dieser Wortlauberei will man fich offenbar den Rückzug offenhalten. Tatsächlich ist es aber so, daß Alenderungen am Sachverständigengutachten, die selbstverständlich auf die Dauer unvermeidlich sein werden, sich erst ergeben können, wenn man zunächst einmal überhaupt sich ent. schließt, an seine Durchführung mit Energie her anzugehen. Die Frage, vor die die Deutschnationalen gestellt find, ist nicht die, ob später einmal der Zahlungsplan der Sach Condon, 12. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die englische Breffe veröffentlicht bereits am Montag ausführliche Berichte ihrer auswärtigen Korrespondenten über den„ Deutschen Tag in Halle. Sie nimmt allgemein an, daß es fich offenbar um eins Provotation Frankreichs gehandelt habe. Ueberall wird die Frage gestellt, warum die republikanische Regierung eine Demonstration gegen die Republik überhaupt erst julaffe, zum | Statt„ auf dem völkischen Boden zu stehen, begibt sich der ,, Weimarer Verband deutscher Sängerschaften" auf die„ arische Grundlage". 3war verlangt auch er Maturität“, aber dafür pflegt er den Männergefang", wogegen der Allgemeine deutsche Burschenbund zwar alle Studenten als gleichberechtigt anertennt" jegt aber feine Juden aufnimmt." Schlagoberswalzer", noch die Aufruhrpolla oder die Passacaglia meiß, ob es der Bauftoden ist oder jener der gegebenen Belange. als der Urgrund des pantomimenden Chaos tragen irgendwelche Der Ring verlangt von feinen Mitgliedern Maturität". Und ein Merkmale Straßscher Herkunft( es wären denn die Intervalle und einziges Geständnis ist in seinen Bestimmungen zu finden: Der Sprünge aus dem Rosenkavalier, Episoden der Schauspielmufit Ring gibt felbst zu, wenn auch nicht im allgemeinen, so doch wenig. zum Bürger als Edelmann") ein einziges Mal horcht man bestens auf Berlin besdyräntt" zu fein. glückt von diefer Dafe in der Wüste auf: wenn sich die seltsam erotifierten Klänge und das Melos zum Tanz der Teeblüte entknospen so anschaulich biologisch ist diese ganz gegenüber dem vorwiegend diatomischen Charakter des Balletts etwa atonal gehaltene, unge mein zarte Musik. Ein Nachhall aus besseren Tagen. Aber nur zu rasch ist er verflogen und überläßt uns dann bis Schluß allen weiteren, fast frampfhaften Versuchen der flügellahm gewordenen Inspirationslosigkeit. Ich flüchte lieber aus dieser Sphäre des 60. zum 40. ober 50. Geburtstag des Meisters und notiere mir mit tieffter Resignation die Tatsache dieses schöpferischen Berfallssymptoms. Die Welt wird ohne es existieren können und fich mit uns an dem übrigen Lebenswert freuen. das er sich betätigte"? Die Wiener Staatsoper hat Unsummen für das Riefenballett ausgegeben etwa zweihundert graziöse Tänzerinnen und Rinder läßt Kroeller mit unerschöpflicher Bewegungsphantasie und über die zu große Bühne gleiten. Die kleinen Gruppen sind fein oft rhythmisch sehr charakteristisch in geschmadvollen Symmetrien Richard Strauß' neuestes Wert an der Wiener Staatsoper. Herrliche Frühlingstage in der zeitlos bezaubernden Stadtpom Kobenzi sieht man herab auf ein Blütenmeer, der Wiener Bald fteht im allerneuesten frischen, teuschen Grün und im Brater ergeben sich wie einft in harmloseren Zeiten die Menschen; noch hat bas töff- töffende Auto nicht alle rappen oder schimmelbespannten Fiafer verdrängt In diesen Tagen fiegt gegen alle Börsenfatastrophen die Natur, die ja in diefer dreifach von ihr gefegneten Stadt an der schönen blauen Donau schon immer besonders gütig und verschwenderisch das Füllhorn ihrer beglückenden Gaben aus geftreut hat. Begreiflich, daß Richard Strauß, der in Wien nicht erst feit seinem jezt vollendeten 60. Bebensjahr überschwenglich umjubelte, inzwischen Operndirettor und somit fein eigener intenfiofter Tantiemenförderer geworden ist. Strauß ist von Wien entzückt, will seinen Lebensabend hier zubringen und entschloß sich, benor er mit dem für Herbst angefagten Intermezzo" das Schlagwort betten geholfen, feinen Dank mit dem Ballett Schlagobers" Burüd zu Mozart" proklamiert, denen, die ihn hier so schön Die Mufit zu diesem Ballett übertrifft sozusagen alle Ents Pinchologisch moduliert. Bezaubernd Prinzessin Leeblüte. Der Auf diesen Farben Blut und Bier beigemengt wird. Der Regentogen täuschungen, gegen die man sich schon nach dem Klavierauszug wappnete. Was so peinlich berührt, ist die gänzliche Abwesenheit einer schöpferischen Botenz, ist die Genügsamkeit, mit der hier der Schöpfer der„ Elettra", der Salome" schon einmal betretene ege wiederholt, aber es ist alles nur schwacher Aufguß in diefem „ Schlagobers". Was hier vorgeht? Run: an jenem schneeweißen füßen Etwas, um dessen Herstellung Wien von der ganzen Welt beneidet wird, hat sich einer der kleinen Firmlinge übelgegeffen, die da in pfingstgeschmückten feschen Fiafern aus der Stefanskirche in die berühmte Konditorei von Gerstner oder zu Demel geführt werden. Und da purzeln um ihn, visionär die Gestalten der Prinzessin Teeblüte, des Prinzen Katao, Kaffee, des Don Zuckerio-, führen mehr oder weniger erotische Tänze auf( musikalische Apotheosen des jeweiligen Geschmacksbegriffs brasilianisch, chinesisch usw.) oder Madame Chartreuse erfürt sich von den beiden Ravalieren Slivovitz und Boris Butti den edlen Polen womit fogar die hohe Politik in der Ballettnichtigkeit perfiffiert wird. Schließlich erleben wir dank der Fieberphantajien des fleinen Patienten einen regelrechten Aufruhr der aus Stadtperipherie zur inneren Stadt gegen die vornehme Ronditorei ausrüdenden proletarischen Gebäde: der Baumfuchen, bie Brehein, Salzstangeln. Es soll wohl geiftvoll sein, daß fie bier bei von fünf orientalischen Magiern Mazzes" angefeuert werden, bie Zeitungen unter die Menge merfen. Das ganze pantomimende „ Chaos" mündet in eine wirbelnde Apotheose vor der graziösen Bringeffin Brafiné. Strauß ist mit diesem felbstoerfertigten weniger als harmlofen Stoff eigentlich auf dem Gebiete der getanzten Revue gelandet er, ber Romponist des Zarathustra, des Helbenleben. Die musikalisch erfinderische Kraft ist gleich Null: weber die beiden Mal zer, darunter der nur rhythmisch und instrumentell beffere der Wiener Berkstätten ein Zauberreich an Farbenrausch, fiil. bewußte Linienführung und Stofflichkeit. Das Wiener Orchester traumhaft schön. Das Wiener Publitum taumelnd vor Entzücken. Die Biener Zuckerbäderinnung wird Richard Strauß zum Ehren mitglied ernennen. Nur ein Wiener lehrt mit melancholischem Lächein nach Berlin zurüd, Rudolf Kastner. Teutonische Lektüre. Bon Eli- Ha. Gestern war ich in der Universität, Gin paar Studenten flanierten in den Gängen. Sie hatten verbundene Köpfe und stanten nach Alkohol und Chlorofarm, aifo nach Geist und Medizin. Sie Schienen auf ihre Wunden sehr ftoz zu sein, wie man auf Wunden Stolz ist, die man auf dem Bautboden der Ehre empfangen hat, auf bem Altar der Satisfattion. Ich hatte lange schon den Wunsch gehegt, die verschiedenen Korporationen näher fennen zu lernen. Ich fannte nur ihre fächer. lichen Wirkungen auf tultivierte Ausländer. Ich kaufte also ein Berliner Hochschultaschenbuch" und las es fogar. Ich empfehle es allen, die noch an irgendeinem Respekt vor den Hochschulen, vor dieser Bissenschaft" und ihren Repräsentanten franden. Die Vertreber ber deutschen Wissenschaft sind zum Beispiel der Deutsche Senioren- Convent". Er setzt sich aus Kerporationen zufammen, die den deutsch- pölfischen Gebanken hervorheben." Der Wahispruch lautet: Bedente, daß du ein Deutscher bist." Während der Deutsche Senioren- Convent den röltischen Gedanken nur hervorhebt", macht es der Ring deutscher freier Landsmannschaften" anders. Er steht" nämlich auf deutsch- völkischem Boden", wobei man nicht Die Deutsche Behrschaft verlangt germanisches Raffenbe tenntnis und Nationalstolz und„ betätigt sich" für Bolkstum und Baterland. Die angeschloffenen Korporationen fechten Be Sprechungsmenfurer", doch fönnen sie auch„ Bestimmung fechten". Et feht! Sie fönnen auch„ Bestimmung fechten". Welche Bestimmung? Weffen Bestimmung? Die Bestimmung des Baterlandes etwa, s Wie wunderbar farbig das Leben der deutschen Hochschulent Wie herrlich, daß der„ akademische Liederbund" weiß- grün- gold trägt und freudig unsere Gelehrtenwelt! Man ftelle fich vor, daß allen und der Rothenburger Verband schwarzer Verbindungen rot- filber grün! Welch eine reiche Farbenpracht der Wissenschaft! Wie bunt Derblaßt gegen diesen anmutigen Farbenreichtum! in der Hand, den„ arischen Standpunkt bewahrend",„ tritt" der Auf dem„ völkischen Boden stehend", den„ Rassengebanten" hoch deutsche Student„ für das Bolkstum" ein. An Artgenossen" gibt er unbedingte Satisfaftion". Die andern verzichten darauf. Nur seine„ Artgenossen" find, schwer entgehen. Noch schwieriger entgeht ben„ Männergejang", den er pflegt", fönnen diejenigen, die nicht man allerdings dem Männermorb, den der Artgenoffe" ebenfalls pflegt", sobald er die Maturität" erlangt hat. Der Männermord ist leider nicht, wie der Ring der Landsmannschaften"„ auf Berlin Leschränft". Er erstrect sich im Gegenteil auf das ganze Baterland. Eine Toller- Mafinee. Zu einer Toller- Matinee halte die Gesellschaft für Geschlechtskunde in das Residenz theater eingeladen. theater eingeladen. Den Anlaß dazu bot die Aufführung des intemann". In diesem Drama ist das Geschlechtsproblem in feiner ganzen Tiefe aufgerollt, ohne Schleier und Beschönigung. Ist it es das Problem der heutigen Menschheit, so ist es auch das Problem des Gefangenen Toller. Der Hinkemann ist nur lose mit dem Krieg verbunden, um so stärker mit der Festung Niederschönen.. feld. Tollers Geist ist im Gefängnis frei, das Spiel feiner Phantasie fennt feine Gitter, doch sein Leib ift gefesselt, seine Triebe find gohemmt, so entstand der Hintemann. Dr. Mar Hochdorf Sprach über Toller. Wie man vor fünf Jahren zum ersten Wale nach Niederschönenfeld aufhorchte, wo aus der Bandlung Tollers Die Wandlung" aus dem Gefängnis als Botschaft eines gequälten Menschen in die Freiheit gelangte. Die Touer als Mensch und Künstler in den Maschinenstürmern" in feinem neuen Runstton, der das Realistische und Romantische verbindet, Liebe und Mensch lichkeit symbolisiert und dramatisiert. Wie er in Masse Mensch" der Diaffe den Menschen und dem Monschen die Masse ans Herz legt, perftänbigen geändert mitb, fonbern ob fie bereft find, heute, ohne Umschweife und so, daß das mit uns vertrag schließende Ausland daran glaubt, an die Durch führung des Gutachtens und an die Borbereitung bes Zahlungsplanes heranzugehen. Innerpolitisch würde das bedeuten, daß die Deutschnationalen offen mit ihrer verlogenen Rampagne gegen die bisherige Außenpolitik der Regierung aufhören müssen. Mit Spiegelfechtereien ift dabei nichts zu machen. Deswegen mutet auch ihre moralische Entrüstung über die„ neueste Gemeinheit der Mittelparteien" so außerordentlich tomisch an. Das tönnte den Deutschnationalen so paffen: regieren- d. h. für fie vor allen Dingen, thre Wirtschaftsposition aus der Zeit des alten Regimes wiederherstellen und im übrigen so tun, als ob thre Außenpolitit etwas ganz anderes fei, als baß, was Deutschland bisher getrieben hat oder, bank ihres terroristischen Widerstandes, leider nur unvollständig und unvollkommen durchzuführen versucht hat. Diesen Gefallen werden die Mittelparteien den Deutschnationalen ja schon in ihrem eigenen Interesse nicht tun fönnen. Wenn sie die Deutschnationalen an die Regierung laffen, dann werden Hergt, Westarp und seine Freunde auch nach außen hin befennen müssen, daß sie einen Bruch mit ihrer bis. herigen Politik vollziehen. Wir können in Ruhe abwarten, wie sich die Herrschaften aus dieser Klemme herausfinden, in die sie der bientermaßen hereingeraten sind. Zusammentritt des Reichstags. Der neue Reichstag, der, wie nunmehr angenommen werden fann, für Dienstag, ben 27. mai, einberufen merden dürfte, wirb voraussichtlich vom Genossen Bod Gotha als Afterspräfi benten eröffnet werden. Genoffe Bod steht im 79. Lebensjahre. Die Nächstältesten unter den Abgeordneten des neuen Reichstags find ber Zentrumsabgeordnete Spahn und Genoffe 3ubeil Regierungsvermittlung im Ruhrkampf Die Unternehmer wollen Unterwerfung. Wenn der Ruhrkampf weitergeht, ohne daß bisher Berhandlungen aufgenommen worden sind, so liegt die Schuld bei den Unternehmern. Sie haben mit voller Absicht die Gelegenheit nicht benutzt, die sich bei den Verhandlungen über den Manteltarif bot. Sie wollten feine Berhandlung, sondern Unterwerfung der Arbeiter! Am Mittwoch wird der Reichstanzler einen Vermittlungs versuch unternehmen. Gleichzeitig erläßt der 3echenver. band eine Erklärung, in der er sich auf den Standpunkt stellt, daß zu irgendwelchen Verhandlungen teiner lei Anlaß bestehe. Das ist der brutale Wille, den Kampf zum äußersten zu treiben. Je brutaler das Unternehmertum eine Verständigung abweist, um so flarer wird es der Deffentlichkeit werden, daß das Recht in diesem Kampf auf der Seite der Arbeiter ist. Der Rechenverband verschanzt sich hinter die Behauptung, daß die Rechtslage für ihn fei eine Auffassung, Behauptung, daß die Rechtslage für ihn sei die durch die Erklärung der einzelnen Verbände widerlegt ist. Er wiederholt die ebenso unwahre Behauptung, daß die Löhne der Bergarbeiter höher feien als vor dem Kriege. Das ist seine ganze Berteidigung. Die Arbeiterschaft ist zu Verhandlungen bereit. Sie wird aber auch den aufgezwungenen Kampf durchhalten. Soli barität der gesamten Arbeiterschaft- bas mus die Antwort auf den Unterwerfungswillen der Unternehmer sein! Einigungsversuch des Reichskanzlers. Reichs- Landbund und Gutachten. Berlin, 12. Mai. Nachdem die Verhandlungen der Parteien im Ruhrbergbau über den Manteltarif am Das Durcheinander bei den Deutschnationalen. 9. und 12. d. m. in Effen zu feinem Ergebnis geführt haben, Die Erklärungen der wichtigsten Wirtschaftsgruppen für die Anlädt der Reichsarbeitsminister die Vertreter der nahme des Sachverständigengutachtens rufen den unentwegten Flügel 2 rbeitgeber und Arbeitnehmer des Ruhrbergbaus der Deutschnationalen auf den Blan. In vollem Gegensatz zu auf Mittwoch, den 14. Mai 1924, zu SchlichtungsHergt tritt der Direttor des Reichs- Bandbundes, Major a. D. Kriegsheim, in der Kreuzzeltung" für die Ab verhandlungen nach Berlin ein. Diesen Verhandlungen lehnung des Sachverständigengutachtens ein. Er polemisiert dagegen, foll eine Besprechung beim Reigstanzler voraufdaß durch irgendwelche Opportunitätserwägungen, durch den Millen zur Regierung um jeden Preis die flare Linie der Ablehnung verwischt werden könne. Mit affer Deutlichkeit bezeichnet er den Re. Dancetrieg- als das Ziel der deutschnationalen Politik: Schon im Juni 1923 hatte die Bertreterverfammlung des Reichs- Landbundes bei den Berhandlungen über bas Garantie angebot ausgesprochen, daß nur durch die innere Bereitschaft nicht allein But, allein Gut, sondern auch Blut ebenso opferwillig wie in den früheren Befreiungstämpfen für Freiheit und Größe des Baterlandes einzusehen, au gegebener Beit die Erlösung von Fremdherrschaft und feindlicher Gewalt möglich sei. Alle Anstrengungen und Opfer haben nur dann einen Swed, wenn diese Einsicht Gemeingut des deutschen Boltes mirb. Seine Ausführungen lassen den festen Willen erkennen, die foge. nannte„ nationale Opposition" fortzulegen, und alle Parteien zu be schimpfen, die den Mut zur Verantwortung haben: „ Das deutsche Bolt leistet nicht Beihilfe an seiner Schändung und umfleidet diese für den Gegner nicht mit dem Schein des Rechts, sondern die Auferlegung des Sagverständi genmerfes ftellt sich in voller Nacktheit dar als Gewalttat und Dittat. Parteien und Wirtschaftsgruppen, ble biefen Su sammenhang nicht erkennen und nicht den Mut auf bringen, daraus die gegebenen Folgerungen zu lehen, vermirten den Anspruch auf nationale Führung." Das ist eine sehr beutliche Drohung nicht mur gegen die In. dustrie, sondern vor allen Dingen auch gegen Hergt. Es ist not wendig, daß die Deutschnationale Partei zur fiaren Stellungnahme zum Sachverständigengutachten gezwungen wird. fie alle miteinander in Vertrauen und Liebe aufgehen läßt. Wie er fchließlich im Hintemann" das Einzelschicksal aus dem Schicksal Des ganzen Boltes fließen läßt. Er war einer von ben wenigen, ber aus den Worten Runft formte, während die vielen anderen nur funstvolle Worte machten. Tollers Berte find Produtte der 19 Gefangenschaft, der Einfamteit, der Qual. Man tann darauf begierig sein, wie die Freiheit fein Schaffen beeinflussen wird. Nach Dr. Hochdorf versuchte Dr. Magnus Hirschfeld eine ferual psychologische Stizze des intemann zu entwerfen, nicht vom Gesichtspunkte ber heutigen Geschlechtsproblematit. Toller offen bart ein bewundernswürdiges Einfühlungsvermögen in das feguelle Geelenleben. Man fann ihm nicht beipflichten, daß die Geschlechts Leere des Reichen sich von der Geschlechtsleere des Armen unter scheidet, Sein Hintemann eher bedeutet den Gegenfaz ponies Potenz. Der Krieg wird hier zum Snmbol bes enimannten Mannes und bes entmannten Weibes, des Mannes, der feiner Mannheit beraubt ist, und der Frau, die des Mannes beraubt ist. Zu Grunde gehen muß die Frau, die unbefriedigt ist in ihrem Liebesleben, der Man kann leben bleiben, bie Gefühllosigkeit erhält ihm das Leben. Das unbefriedigte Weib flüchtet sich im Hinkemann in die Hysterie, in die Arme des anderen und schießlich in den Tod. In der Szene mit dem Briapus findet die Geschlechtsnot der heutigen Zeit ihren stärksten Ausdrud. Nur unreine Gesinnung tann an ihr etwas ausfezen. Beyerle las aus Tollers Schwalbenbuch" vor. Ein wehmütiges Trio Mozartscher Melodien gab der ganzen Beranstal tung den Ton. L. R. 200 000 enfadelte Italiener. Eine verheerende Ratastrophe ist über die italienische Aristokratie hereingebrochen. Nicht weniger als 200 000 italienische Aidlige sollen ihren Titel verlieren, wenn fie nicht willens find zu berappen". Ein Defret spricht nämlich ben nach 1870 von dem heiligen Stuhl" verliehenen Adelstiteln und der Papst war sehr freigebig mit solchen Titeln, natürlich nicht ohne Gegenleistung die Gültigkeit ab. 60 000 Herzöge und Grafen, Marquis und Barone follen nochmals zahlen, wenn fie ihre Titel weiterführen wollen, jeder Herzog 70 000 Lire, jeder Marquis 50 000, Grafen 40 000 und Barone 30 000 Lire. Außer diesen heiligen" Ariftofraten eriftieren aber in Italien noch einige Hundert taufend weltliche, die während des Krieges ihre Abelsbriefe verloren haben. Von diesen will die Adelskammer nur 10 000 gelten laffen, alle anderen müssen als gemeine" Bürgerliche ihr Leben zu fristen versuchen. Man fann sich den Jammer in der italienischen Aristotratie denten. Elaigung über den Besit des Theaters des Westens. Der Prozeß, den bie Direttoren Rotter gegen den Eigentümer des Theater des Weitens, Baumeister Sehring, geführt haben, ist nunmehr durch Bergleich beigelegt worden. Baumeister Sebring hat den Direltoren Notter das Theater des Bestens aui 20 Jahre, aijo bis zum 1. September 1944, berbachtet. Die Direttoren Rotter haben im Einverständnis mit Baumeister Sebring der Großen Beltsoper das Theater bes Bestens zunächst auf met Sahte unterberpachtet. Deutschland auf dem Hygienetongres. An dem großen internationalen Oygienekongreß der auf Anregung des Böllerbundes arrangiert ist und Synieniter teilnehmen. Auch Deutschland und Amerika, obgleich nicht am 1. Aunt in Kopenhagen beginnt, werden 27 der hervorragendsten Mitglieder des Wölferbundes, werben Delegierte fchider gehen. Urlaub. usw. teine Einigung zwischen den Parteien zu erzielen war. Die endgültige Gestaltung des Rahmentarifes muß deshalb im Schlichtungsverfahren erfolgen. Da die ftriffigen Punkte mit dem gegenwärtigen konflitt im Ruhrberglan untrennbar zusammenhängen und die wesentlichste tiefache desselben bilden, tönnen es die Urbelinchmervertreter nicht verantworten, über die minder wichtigen Punkte weiter zu beraten und dabei die Beilegung der gegenwärtig schwebenden Differenspuntte außer acht zu lassen. Die Arbeitnehmervertreter halten es deshalb für notwendig, in Ver handlungen über die jest schwebenden Streitfragen einzutreten. Da die Arbeitgeber in ihrer Ertlärung jede Verhandlung über die Beilegung des schwebenten Konstitis ab. lehnen, sehen die Arbeitnehmervertreter die Berhandlungen über die Bildung des neuen Tarifvertrages zwischen den Parteien als beendet an. Nach wie vor sind die Arbeitnehmervertreter der Auffaffung, daß die erfolgte Aussperrung durch die Rechtslage nicht begründet it." Die Unternehmer hatten sich nach Abgabe dieser Erklärung ebenfalls zu Sonderberatungen zurüdgezogen und erklärt, daß sie die Erklärung der Arbeitnehmer in bezug auf den Mantel tarif hinnehmen, fie aber bestreiten, daß es sich um eine Aussperrung. handelt. Die Unternehmer feien jedoch bereit, an einem Schlichtungsverfahren, welches die stritägen Fragen beendigen soll, feilzunehmen. Es ist zu hoffen, daß es durch die bevorstehenden Schlichtungsverhandlungen bald zu einer Beilegung des Konflikts im Ruhebergbau tommen wird. Ausschaltung der kommunistischen Hetze. Die vier Bergarbeiterorganisationen wenden sich in zwei Aufrufen an die Bergarbeiterschaft, in denen sie vor den kommunifi feu Bersuchen warnen, durch eine maßlose Heße gegen die Bergarbeiterführer Verwirrung in die Reihen der Kämpfenten zu bringen. Die Union versucht, ähnlich wie die Unternehmerprese. in der Deffentlichkeit den irreführenden Telegrammwechsel zwischen Zechenverband und Reichsarbeitsministerium als Verrat der Bergarbeiterführer an der Arbeiterschaft darzustellen. Sie besorgt dadurch die Geschäfte des Unternehmerium s. Bisher ist es jedoch gelungen, den Einfluß der Union nicht nur völlig zurüdzuhalten, sondern jogar dort, wo er bestand, völlig auszuschalten. affionsunfähig. Die Kampfleitungen auf den einzelnen SchachtDie kommunistische Kampfleitung in Bochum ist im Augenblic anlagen sind faff durchweg von den Vertrauensleuten der vier Bergarbeiterverbände besetzt. Ob es den Verbänden gelingen wird, die anlagen sind faft durchweg von den Vertrauensleuten der vier BergFührung des Abwehrkampfes weiter in der Hand zu behalten, wird davon abhängen, ob das Reichsarbeitsministerium und das Zechentapital genügend Berständnis für die berechtigten Forderungen der Urbeiter aufbringen können. 3n den Belegschaftsversammlungen, deren täglich etwa 200 stattfinden, hat der radikale Einfluß en Boden wesentlich verloren. Die Generalftreifparolen der Kommunisten finden nirgends Antlang. Um Montag haben umfangreiche Feierschichten in den großen Montanwerten eingesetzt. Die Zahl der Arbeitslosen wird auf 600 000 geschäht, die sich im Laufe der Woche auf etwa eine. Million erhöhen wird. Aktive Solidarität. Beschlüsse der tschechischen Bergarbeiter. Prag, 12. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Bergarbeltergewettigaften der Tschechoslowatei nahmen am Montag nach längerer Beratung folgende Entschließung an: .Die Bergarbeiter der tschechoslowakischen Repubit betrachten den Kampf der Bergarbeiter Deutschlands gegen die Verlängerung den Kampf der Bergarbeiter Deutschlands gegen die Verlängerung der Arbeitszeit als einen Kampf im Julereffe der Bergarbeiter aller Länder. Sie verfolgen diefen Kampf mit größter Aufmerksamkeit und find entschlossen, ihn mit allen geeigneten Mitteln zu unterstügen, damit der Angriff der Unternehmer abgeschlagen wird. Die foalierten Bergarbeiterverbände in der Tschechoslowakei be. fchließen daher folgende Maßnahmen: Der Zechenverband weist Verhandlungen ab. Effen, 12. Mai.( 2.) Der Zechenverband teilt mit: Den zahlreichen Pressemeldungen der letzten Lage, daß Verhandlungen zwischen dem Zechenverband und den Bergarbeiter. organisationen über die bestehenden Streitigkeiten geführt felen, muß mit aller Beflimmiheit entgegengehalten werden, daß ihr Zweck lediglich darin bestehen kann, die öffentliche Meinung irrezuführen. Tatsächlich haben Berhandlungen, an denen der Zechenverband beteiligt geroeien wäre, bisher weder in Berlin, noch im hiesigen Bezirt stattgefunden, abgefehen von einer von zwei Vertretern des Zechenverbandes am vergangenen Sonnabend geführten Aussprache mit dem Herrn Reichs- und Staatskommiffar Mehlich.. Der Zechenverband vertritt den Standpunkt, daß angesichts der abjoluten Klarheit der Rechtslage, wie sie durch die in Hamm erfolgte Berbindlichkeitserklärung über Lohnerhöhung und Arbeitszeit getroffen worden ist, zu irgendwelchen weiteren Verhandlungen keinerlei Anlaß besteht. Er muß es der Einsicht der Belegschaft überlassen, sich mit der durch Recht und Gesetz geschaffenen Lage abzufinden, und die Arbeit unter den in der Berbindlichkeitserklärung enthaltenen Bedingungen wieder aufzunehmen. Die Arbeiterschaft würde damit nicht anders handeln, wie es der Zechenverband auch fut, indem er die durch die Hammer Entscheidung ihm ab 1. Mai auferlegte Lohnerhöhung alsbald zu Durchführung bringt. Der Zechenverband legt Wert darauf, in diesem Zusammenhang zu betonen, daß die heutigen Durch schnittslöhne einichließlich Soziallöhne höher sind als die Friedenslöhne trotz der um 12 Stunde verkürzten Arbeitszeit unter Tage. Es ist also nicht zutreffend, daß diese Löhne, wie vielfach in der Tagespresse behauptet worden ist, um 8 Proz. hinter dem Friedenslohn zurückbleiben. Erklärungen der Arbeiter und der Unternehmer Effen, 12. Mal( Egener Drahlbericht.) Bei den letzten Berhandlungen über den Mantellarif im Ruhrbergbau wurde von 2. Die Bergarbeiter werden aufgefordert, nährend der Dauer den Vertretern des 3echenverbandes folgende Erklärung des Kampfes im Ruhrgebiet jede Mehrarbeit abzulehnen. abgegeben: 2. Die Bergarbeiter der tschechoslowakischen Republik find ju In Uebereinstimmung mit dem Reichsarbeitsminister erblickt jeder weiteren solidarischen Unterstügung bereit, der Zechenverband lediglich in der Beachtung der durch falls es die fämpfenden Bergarbeller Deutschlands für notwendig die Verbindlichkeitserklärung in Hamm für Monat erachten oder die Bergarbeiterinternationale fie beschließt. In diesem Mai gefchaffenen Rechtsverhältnisse die Möglichkeit, Falle werden von den koalierten Bergarbeiterverbänden alle notzu einer Beendigung der im Ruhrbergbau obwaltenden Schwierig- Jalle werden von den foalierten Bergarbeiterverbänden alle notfeiten zu gelangen. Es fann nicht Sache des Zechenverbandes sein, wendigen Maßnahmen getroffen werden. Ebenso werden die erin Berhandlungen einzutreten, wenn sie über die im Hammer Erforderlichen Schritte eingeleitet für den Fall, daß eine vermehrie Ausgebnis fefigelegien Verpflichtungen hinausgehen, und die Parteiner- fuhr von Kohle und Kots nach Deutschland während des Samples ftattfinden sollte." handlungen über den Rahmentarif bis 17. Mai zu Ende zu führen. Ebensowenig ist es Aufgabe des Zechenverbandes, über die den Maßnahmen der Arbeitnehmer zugrunde liegende ablehnende Stellung nahme gegenüber der Rechtsgültigkeit der Verbindlichkeitserklärung zu verhandeln. Zu einer Fortsehung der Rahmentarifverhandlungen ist der Zechenverband nach wie vor bereit, unter Junehaltung der in Hamm vom Reichsarbeitsminister gesetzten Frist die Verhandlungen zwischen den Parteien zu beenden." Daraufhin haben sich die Bertreter der vier Bergarbeiter verbände zurüdgezogen und folgende Gegenertlärung abgegeben: Nach Beendigung der erstmaligen Durchberatung des neuen manteltarifes für den Ruhrbergbau ergab sich, daß über die wich figsten Fragen des Tarifes: die Arbeitszeit, die Deputattohle, Elternratswahlen in Hamburg. 1. Es find unverzüglich alle Borfehrungen zu treffen, damit jede vermehrte Ausfuhr von Kohle und koks nach Deutschland verhindert wird. Bon diesem Beschluß sind die Bergwertsunternehmer und das Minifterium für öffentliche Arbeiten sofort zu verftändigen. fchechoslowakischen Republik befaßte sich am Montag in Prag ebenEine Beratung der Eisenbahnerorganisationen der falls mit den zu treffenden Maßnahmen zur Unterſtüßung der Bergarbeiter. Solidarität der Beamten. Der Riesenkampf der Bergarbeiter wird auch in der fortschritt. lich eingestellten Beamtenschaft als ein Abwehrkampf gegen die Anschläge des Großfapitals, gegen die Errungenschaften der gesamten Arbeitnehmerschaft erkannt. Der Allgemeine Deutsche Be. amtenbund hat deshalb zur Bekundung gewerkschaftlicher Soli darität und Pflichterfüllung an feine Mitglieder den Appell gerichter, die ausgesperrten Bergarbeiter durch Geldsammlungen zu unterſtügen. Der befoldete Stadtrat Genosse Wittrod in Raffel, Mits glied des tommunalen Landtages und des preußischen Staatsrates, Absolute Mehrheit der sozialdemokratischen Liste. ift am Sonntag unter dem Berdacht des Meineides perHamburg, 12. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonntag haftet worden, den er in einem Preiseprozeß während der vorigen fanden in sämtlichen Hamburger Schulen die Glternrats. Woche geleistet haben soll. Die Verhaftung spielte sich unter Wahlen statt. Nach dem bis jetzt vorliegenden fast vollständigen sandalösen Begleiterscheinungen ab, durch die die Ergebnis( es fehlen nur noch einige Ergebnisse aus dem Landgebiet Tendenz der ganzen Attion für jeden durchsichtig wurde. Die und von höheren Schulen) hat die von der Sozialdemokratie Raffeler Arbeiterschaft wird am Mittwochabend in einer unterstützte Liste Schulfortschritt" die absolute Mehrheit weit großen Berfammlung gegen die Verhaftung Wittrocks, der einer der überschritten. Es erhielten Size: Liste Schulfortschritt 1097, Rom- Führer der Kaffeler Arbeiterbewegung ist, Stellung nehmen, munisten 94, Demokraten 34, Liste des Elternbundes( volksparteiliche Seißer davongejagt. Die dritte Aufforderung der Richtung) 273 und der Evangelische Elternbund( von den Deutsch), nationalen unterstüßt) 426. Das Ergebnis dicjer Wahl, von der auch die Zusammensetzung der Elternfammer abhängt, ist eine fenr hoch einzuschäzende Anerkennung der fortschrittlichen Schulpolitik, die in Hamburg von der unter sozialistischer Leitung stehenden Oberschulbehörde betrieben wird. bayerischen Regierung an den Obersten von Seiser, feinen Ab. schied zu nehmen auf die beiden ersten Schreiben reagierte Seißer überhaupt nicht benantwortet der Oberst mit einem Brief, der die glatte Beigerung des Rücktritts enthielt. Seine vor. gefeßte Behörde, der Minister des Innern, hat deshalb Seißer am Montag fofort feines Dienstes enthoben. Gewerkschaftsbewegung An die Gewerkschaftsmitglieder! Die Kommunisten wollen den Bergarbeitern die Solidarität verweigern. Sie fallen wieder den Gewerkschaften in den Rücken. In der Roten Fahne" fordert der„ Reichsausschuß der Gewerkschaftsopposition" alle Arbeiter und Betriebsobieute auf, die Sammellisten der Gewerkschaf ten zurückzuweisen. Dafür sollen die Betriebsobleute eigene Listen herausgeben und in jedem Betrieb zirku lieren lassen. Das gesammelte Geld foll nicht an den Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund, sondern an die kom munistische Zentralstelle eingesandt werden. Deutlicher und schlimmer fann das Haßgefühl der kommunistischen Zerstörer gegen die Gewerkschaften nicht zum Ausdrud fommen, als in dieser schmach vollen Hand. lungsweise. Boller Scham werden sich die Mitglieder der deutschen Gewerkschaften von dieser sogenannten„ Opposition" abwenden und nun erst recht ihre solidarische Pflicht gegenüber den ausgesperrten Bergarbeitern erfüllen. Die Ortsausschüsse sind nunmehr genötigt, ihre Sammellisten als solche des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes genügend fenntlich zu machen. Jeder ehr liebende deutsche Arbeiter wird mithelfen, zu verhin. dern, daß die Sympathie mit den ausgesperrten Bergarbei. tern zu fommunistischen Parabezweden miß braucht werden kann. Berlin, den 12. Mai 1924. g . des Unternehmers. Der Baffus des legten Schiedsspruches, monach| bertrag forbern fie bie nennnbige rbettszett und ! tordarbeit. De Dies mußten die Glafer ablehnen. der Unternehmer Anspruch auf die ihm burch bie Arbeitszeitverord Glaierarbeiten, die jegt noch ausgeführt werden, find Streit. nung zustehenden Rechte habe, fällt ganz weg. arbeit. Wir ersuchen die Arbeiterschaft dies zu beachten. Das Streitbureau befindet sich bei Lehmann, Adalbertstr., Kel. Mpl. 12230. Zum Landarbeiterstreik in Ostpreußen. Bom Bertandsvorstand des Deutschen Landarbeiterverbandes wird uns gefchrieben: Dar Streit in der oftpreußisechn Landwirtschaft nimmt größere Formen an. Nach den vorliegenden Berichten ist mit einer Streit beteiligung von über 20000 2andarbeitern zu rechnen In der Hauptsache erstreckt sich die Bewegung auf die Kreise Rönigsberg, Fischhausen, Osterode, Sensburg, Stallupönen und Ragnit. Als besonders bemerkenswert ist zu berichten, daß sich auch viele Mitglieder des deutsch natioDie Ruhrbergarbeiter Zum Dank find fie haben für uns gelitten. von den Zechenbesitzern ausgesperrt. Wer den Zechenbefizern nicht Hilfe leisten will, zeichne auf die Bergarbeiterhilfe. nalen 3entralverbandes der Landarbeiter an der Bewegung beteiligen, ein Beweis dafür, wie die Zustimmung diefer Organisation zu dem entwürdigenden Lohnangebot der Arbeitgeber Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. in den eigenen Reihen bewertet wird. Zur Aussperrung im Baugewerbe. Vergleichsvorschlag des Schlichters. Gestern fanden, wie wir bereits mitgeteilt haben, vor dem Die Arbeitgeber arbeiten mit den brutalften und rücksichtslosesten Mitbein, um die Streifenden ihrem Willen gefügig zu machen. So entziehen sie ihnen das Futter für ihr Bieh, strengen gegen sie Räumungstlagen an, verfügen ihre Entlassung und fperren ihnen, wie beispielsweise im Kreise Insterburg, fogar das Wasser ab. Den zur Berrichtung von Not stands arbeiten willigen Arbeitern verweigert man den 3u. tritt zu den Arbeitsplägen, um bann in der Deffentlich. feit behaupten zu können, die Streifenden weigern sich, die Not. ftandsarteiten zu verrichten! Schlichter Berhandlungen zwischen den beiden Parteien bes Baugewerbes statt, um, wenn möglich, zu einer Beilegung des Kampfes zu kommen. Wie vorauszusehen war, dehnten sich die Verhandlungen sehr in die Länge. Die Arbeitervertreter waren einmütig darin, baß sie auf keinen Fall in einen Abbau des Acht. Sie erklärten, daß die stundentages einwilligen fönnen. Formulierung des letzten Schiedsspruches, die zwar grundfäß. I ich den Achtstundentag anerkennt, aber gleichzeitig auch die Rechte des Arbeitgebers aus der Arbeitszeitverord nung für sie un annehmbar find. Nach achtstündiger Berber Hühnerhaltung einzuwilligen. Außerdem wurde die Er handlung fam schließlich folgender Bergleichsvorschlag bes Schlich ters zustande, zu dem die Parteien sich bis Freitag vormittag 10 Uhr zu äußern haben: 1. Die Arbeitszeit beträgt grundfäßlich 48 Stunden in der Woche. 2. Für Ueberstunden, Nacht- und Sonntagsarbeit gilt§ 4 des bisherigen Reichstarifes 3. Außer in den im§ 4 des Reichstarifvertrages bezeichneten Fällen fann eine Ueberstunde ohne Zuschlag beansprucht werden, fofern es die wirtschaftlichen bzw. öffentlichen Inter. effen erfordern. Stimmt die gesetzliche Betriebsvertretung aber die in Betracht tommende Organisation bem nicht zu, fann die Zustimmung durch Das Entscheidung eines Schiedsgerichts ersetzt werden. Schiedsgericht hat binnen brei Tagen nach der Ablehnung der Zustimmung zusammenzutreten. Die Bildung des Schiedsgerichts hat gemäß II des Schiedsspruches vom 14. April 1924 zu erfolgen. Für bas Schiedsgericht gilt§ 10 3iffer 5 des Reichstarifper trages. Die Borschläge unter III, IV, V, VI, VII unb IX des Schiedsspruches vom 14. April bleiben in Geltung. Die Ziffern III, IV, V, VI, VII unb IX des Schiedsspruches Dom 14. April regeln die Bezahlung der Zuschläge, die Auslösung, die Lohnzahlungsperiode. Kündigung, Betriebsvertretung und die Bezahlung bei Krankheits- und Lodesfällen. 5. Die Löhne betragen in den drei Hauptgruppen: Fach arbeiter, Bauarbeiter und Tiefbauarbeiter 85, 72 und 58 Pf. pro Stunde, 6. Dies Abkommen läuft ab 12. Mai 1924 bis zum Infraft treten des Reichstarifvertrages für das Bau gewerbe. Die Lohnfäte gelten ab 12. Mai 1924 bis zum 10. Juni und laufen jeweils um eine Woche weiter, sofern das Lohn ablommen nicht mit einwöchiger Frist von einer der Parteien gefündigt wird. Für die während des Streits bzw. der Aussperrung freigegebenen Arbeiten beginnt das Lohnabfommen am 16. April 1924. 7. Maßregelungen aus Anlaß der durch dieses Abkommen bei gelegten Streitigkeiten finden nicht statt. Wie wir erfahren, wird der Baugewertsbund am Mittwoch bzw. Donnerstag zu dem Vergleichsvorschlag Stellung nehmen. Er. läuternd fügen wir hinzu, daß nach diesem Vorschlag die Zustim mung der Betriebsvertretung bzw. der Organisation notwendig ist, falls Ueberstunden im wirtschaftlichen oder öffentlichen Interesse gefordert werden. Den Borsitzenden des Schiedsgerichts, das bei Ablehnung der verlangten Ueberstunden zusammentritt, ernennt der Schlichter. Selbstverständlich ist der erforderliche Nach meis des wirtschaftlichen und des öffentlichen Intereffes zu Laften Daß es die Arbeitgeber nur darauf angelegt haben, die Landarbeiter wieder in das alte hörigteitsverhältnis hin. einzuprefsen, geht am deutlichsten aus der Tatsache hervor, daß Arbeitswilligen in den Kreisen Königsberg und Fischhausen die Be bingung gestellt wurde, in eine Arbeitszeit von 5 Uhr morgens bis zum Dunkelwerden, in eine Befeiti gung der Schafhaltung und eine wesentliche Einschränkung fegung der Roften verlangt, die den Arbeitgebern durch die Heran ziehung der Technischen Nothiffe entstanden find. Wenn es tro bieser Borgänge zu feinen Ausschreitungen der Streifenden gefommen ist, beweist das, wie mustergültig und diszipliniert die Bewegung von den Landarbeitern Ostpreußens geführt wird. Die Stimmung unter den Streifenden ist nach wie vor günstig Sie sind jederzeit verständigungsbereit, aber auch gewillt, alles daran zu sehen, um dem Arbeitgebertum zu beweisen, daß sie sich seinem Dittat nicht beugen wollen. Arbeitsrechtliche Kurse für Betriebsräte. Die vergangenen Betriebsrätewahlen haben es notwendig gemacht, in dem am 19. Mai beginnenden Zwischentrimester der Betriebsräteschule eine besondere Sorgfalt auf die arbeitsrecht lichen Rurfe zu verwenden, um eine möglichst gute Weiter. führung der Funktionen der neuen Betriebsräte zu sichern. Zur raschen Ausbildung der neugewählten Betriebsräte sind zwei Rurfe eingerichtet worden: 1. Was hat der Betriebsrat zu tun?" Lehrer: Friz Fride. Unterrichtsstätte: Leibniz- Gymnafium, Mariannen play. Beginn: Freitag, 23. Mai, abends 7 Uhr. Der Achtstundentag im Holzgewerbe. Bonn, 12. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Zwischen dem Holz. arbeiterverband und dem Arbeitgeberverband im Holzgewerbe im Wirtschaftsbezirk Bonn ist eine Vereinbarung abgeschlossen worden, die beshalb bemerkenswert ist, weil fie in ernst zu nehmender Weise die 48- Stundenwoche zur Regel macht und eberarbeit bis zu 51 Stunden nur für den Fall vorfieht, daß die wirtschaftlichen Berhältnisse trop voller Befchäftigung eines Betriebes eine weitere Steigerung der Produktion voraussehen. In diesem Fall tönnen brei Ueberstunden mit einem 2ohnzuschlag von 10 Proz. des vertraglichen Durchschnittslohnes vereinbart werden, aber nur nach Benehmen des Arbeitgebers mit der Betriebsver. tretung. Der Durchschnittslohn beträgt 65 Pf. Die Vereinbarung gilt bis zum Abschluß eines Abkommens zwischen den Zentralorganisationen. Selbstverwaltung oder Bureaukratifierung. Köln, 12. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Am 12. Mat waren die Vertreter der Freien, Christlichen und Hirsch. Dunderschen Gewerkschaffen bei der Regierung in Köln zu einer Besprechung mit dem preußischen Minister des Innern Severing geladen. Die freien Gewerkschaften regten eine Erhöhung der Erwerbslofenunterstübung an. Nachdrücklich wurde noch einmal darauf hingewiesen, daß es nach Ansicht der Gewertschaften ein schwerer Eingriff in die Selbstverwaltung der Erwerbslosenfürsorge wäre, wenn Gefahrengemeinschaften für die Regierungs. bezirke gebildet und die Verwaltung der aufkommenden Beiträge den Regierungspräsidenten zugewiefen würde. Bezirk eines Landesamtes fei für Arbeitsvermittlung die gegebene Grundlage zur Bildung der Gefahrengemeinschaften. Es ist damit zu rechnen, daß diesem in letzter Zeit wiederholt aus. gesprochenen Wunsch der Gewerkschaften von den Behörden entsprochen und die Gefahr einer Bureaukratisierung der Verwaltung der Arbeitsnachweise und der Erwerbslofenfürsorge vermieden wird. Die Gewerkschaften lenkten auch die Aufmerksamkeit des Ministers auf die große Wohnungsnot im besetzten Gebiet. Der Die Streiflage in Oberschlesien. Gleiwih, 12. Mai.( Mtb.) Der am Sonnabend von der Die Notstands Betriebsrätefonferenz gefaßte Befchluß, alle Notstandsarbeiten einIm übrigen ist die Streiflage auftellen, ist bisher nicht durchgeführt worden. Die meisten Gruben liegen still, auf einigen wird arbeiten werden weiter verrichtet. unverändert. mit 20-30 Broz. gearbeitet. Von den streifenden Hüttenbetrieben arbeitet die Rhedenhütte feit heute wieder, so daß nur noch die Julienhütte und die Rüttgerswerke in Ausstand find. Postbeamtenstreik in Portugal. Liffabon, 12. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die höheren Boftund Telegraphenbeamten der portugiesischen Bostverwaltung find wegen Gehaltsforderungen in den Ausstand getreten. Die Pofta anstalten werden durch militärische Kommandos überwacht. Zwölf Führer der Bewegung wurden verhaftet und standrechtlich zu schweren Rerter strafen verurteilt. Die englischen Kohlenverlader haben beschlossen, in den Strett Den deutschen werden daher nächsten Mittwoch aufhören. einzutreten. Die Kohlenverladungen von England aus Bergarbeitern tommt diefer Streit gelegen. -XTOO Tapiflerie- abritate, Lederwirtschaft. Mitgliederversammlung Mittwoch, nachDeutscher Bangewerksbund, Fachgruppe ber Fliesenleger. Dienstag, beng 18. Mai, nachmittags 3 Uhr, Mitgliederversammlung der Fachgruppe im Caal 3 des Gewerkschaftshauses. Erscheinen aller streitenden Kollegen der Fachgruppe notwendig. Die Bezirksstreifleiter des Baugewerksbundes werden ersucht, die Fliesenleger auf diese Versammlung aufmertfam au machen. Die Fachgruppenleitung. Rentralverband der Angestellten. Kurz, Galanterie- und Spielwaren. Bekleidungsindustrie. Mit mittags 5 Uhr, Sophienfäle, Sophienstr. 17/18. 2. Das Betriebsrätege seg." Lehrer: Karl Felgliederversammlung Dienstag, 13. Mai, abends 6 Uhr, Arminsäle, Komman bantenftr. 57/58. Stellungnahme au dem Angebot der Arbeitgeber. gentreu. Unterrichtsstätte: Sophien- Lyzeum, Weinmeisterstraße. Beginn: Freitag, 23. Mai, abends 7 Uhr. Für die Betriebsräte, die nicht neus, sondern wieder. gewählt worden sind, ist es notwendig, über die rechtlichen Beränderungen, welche durch die Ermächtigungsgesetze her. vorgerufen wurden, im flaren zu sein. Dazu soll ihnen dienen der Kurs: Beränderungen des Arbeitsrechts im Be trieb auf Grund der Ermächtigungsgefeze. Lehrer: Dr. Joachim. Unterrichtsstätte: Sophien- Lyzeum, Weinmeisterstraße. Beginn: Dienstag, 20. Mai, abends 7 Uhr. Preis der Hörerfarten für einen Kurs( 4 Abende) 1 M., Kurzarbeiter halben Preis, Arbeitslose unentgeltlich. Hörerfarten fönnen bezogen werden im Bureau ber Schule: Engelufer 25/26, 1. Stod, Zimmer 6. Sprechstunden daselbst Montag und Freitag 4-6. Freigewerkschaftliche Betriebsräteschule. Streit der Glaser. In einer startbesuchten Versammlung der Glaser am Sonnabend wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, vom 12. Mai ab bie Arbeit ruben au laffen. Dieser Beschluß wurde herbeigeführt durch das ablehnende Berhalten der Arbeitgeber in den Lohn- und Tariffragen. Die Unternehmer erklärten, eine Lohn aulage überhaupt nicht bewilligen zu wollen. Jm Tarif Achtung, BSD.- Fabritarbeiter! Donnerstag, abends 7 Uhr, im Gewerks Ichaftshaus, Engelufer 24/25, wichtige Versammlung aller BSBD..Fabritarbeiter. Die Generalversammlungsdelegierten sowie Verbandsfunktionäre müffen be ftimmt anwesend fein. Parteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebe. Egtorn; Feuilleton: Dr. John Schitewski, Lotales Berlag: Borwärts.Berlag, G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Sonstiges: Rarstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin G. 68., Lindenstraße& Sierzu 2 Beilagen. Koch& Leeland Besichtigung ohne Kaufzwang Herrenstoffe reine Wolle" 8.Mtr. für Anzüge, Ulster, Paletots Damen- Gabardine.130 breit viele Farben, reine Wolle..... Mfr. 6.Gertraudtenstr. 20/21 Segr: 1893 Sophien- Sale Telephon: Norden 9296 24 Säle frei! E Sophienstr. 18 Ruso- Zigaretten 10 ZIGARE TEN RUSO Rund TIGA O M 2 PF 10 ZIGARETTEN RUSO Gold 2½ IGARETTEN NEABARFABR BERLAN PF. 10 ZIGARETTEN RUSO Kork" PUSON ERLIN SW ZIGARESTING TABAREABRIK 3 PF CIBULKA Diese Zigaretten sind aus edlen orientalischen Tabaken hergestellt ~ ein Genuss für den verwöhntesten Raucher Nr.222»41.�ahrgakg 1. Heilage Zes VsrVärts vievstag» 13. Mai 1924 Die neuen Preissteigerungen. Kartoffelfalamität.— Versagen des Reichsernährnngs- und Reichswirtschaftsminiftermms Alz es im verflossenen Jahr endlich gelang, den Sturz der Mark aufzuhalten und di« Währung zu stabilisieren, standen auch die Preise für Lebenznuttel und Bedarfsartikel still und gingen allmöh- lich herunter. Unter dem harren Druck des Landespolizeiamts vor» nehmlich, und gezwungen dazu durch die erbarmungslose Kontroll« dieser BeHorde sanken die Preise" immer weiter, und die Konsu» «renken begai'nen aufzuatmen. Da griff mit plumper Hand das Neichswirtschoftsministerium und namentlich Herr Wirtschafts» gerichtsrat Wodtke ein. Man plädierte für Befreiung des Han- dels von den Fesseln der Wuchcrverordnungen. der Schandgesetze, wie der Handel bezeichnenderweise diese aus der Art der Zeit ge- borenen Gesetze nennt, und fre Folg« war, daß di« Preise stiegen, immer weiter kletterten und heut« eine zum Teil unerträgliche Höh» erreicht haben. Zahlen zu nennen hat ja wenig Zweck. Die Haus- frouen kennen die Preise nur zu gut und müssen immer wieder auss neue jammernd feststellen, daß die Waren abermals teurer ge» worden sind. Außerdem ist es unter den heutigen Verhältnissen kaum möglich. Zahlen zu geben, da sie meisten», kaum veräffent» licht, schon salsch und überholt'sind. Wie«s augenblicklich auf dem Markt aussteht und wer an den Preissteigerungen schuld ist. davon sollen di« nachfolgenden Ausführungen Kenntnis geben. Die Preis« für Mehl, das sei vorausgeschickt, liegen unter Friedenspreis. Lutter und Milch sind zwar turer als i m Frieden, hierfür kann man aber geltend machen, daß die Futterknappheit daran schuld ist Das alt« Futter ist fast vollends aufgebraucht und neues noch nicht vorhanden. Immerhin könnte aber auch hier eine energische und sachverständige Kontrolle, wenn sie zur Verfügung stände, für Dämpfung und Mäßigung sorgen. preise für Kartoffeln. wenn e« in dem bisher eingeschlagenen Tempo mit den Kar- toffelpreifen weitergeht, wird man von einer Katastrophe fpreihen müssen. Die großen Vorräte, di« die Stadt Verlin im verflossenen herbst eingelagert hat, find ausgebravcht, und ein Ve» schaffen neuer Kartoffelmer.gen erscheint bei den Preisen von heut« kaum möglich. Der Großhandel notiert nämlich 4 bis 4.S0 M., das macht 6.40 bis 7,70 M. der Zentner im Kleinhandel. Man braucht aber nicht mit prophetischen Gaben ausgerüstet zu sein, um zu wissen, daß da, Ende der Preisschraub« noch nicht erreicht ist. Wo sind nun die Ursachen für diese hohen Preis« zu suchen? E» wird darauf hingewiesen, daß Polen die Grenzen gegen Deutsch and gesperrt hat und von dort keine Kartoffeln zu uns kommen. Jniusteu, das ist eine nur oberflächliche Begrün- dung. Die Hauptschuld träat der Reichsernährnngs- minister, der das Vrennereiverbol für Kartoffeln aufgehoben und di« Ausfuhr von Saatkartosseln gestatlel hat. Im verflossenen Jahr hat sich das Bvcnneveiverbot für durchaus notwendig erwie- sen. und man hielt auch daran fest, trotz dem Schreien der Agrarier. Aber der Herr Reichscrnahrungsminister hat eben nicht dazu ge- lernt, sondern alles vergessen, und die Konsumenten haben die Kosten zu tragen. Gewiß muh man den ungewöhnlich langen und unge- wohnlich strengen Winter in diesem Zusammenhang berücksichtigen, der nicht erlaubte, di« Mieten zu öffnen, so daß bei dem dann ein- tretenden milden Winter große Kartoffelmengen vorhanden waren, die dem schnellen Verderben ausgesetzt sind. Aber ein««rirffttfttg» Politik hätte dafür Sorge zu tragen, daß dies« Kartoffeln schleu- nigst zu mäßigen Preisen dm Verbrauchern zugeführt werden. Dazu kommt als äußerst bedenkliche» Moment, daß di« tandwlrt- schaj.liche» Genossenschastm spekullcrea. Sie bieten bei der großen Na.l'frage nach Kartoffeln den Bauern seden Preis und halten ko künstlich di« Preise hoch. Hier ist gewiß die Frage erlaubt, ob d!« Herrschaften auf diese Weise den Minderpveis für Getreide und Vieh im verflossenen Jahr ausgleichen wollen I Wenn das der Fall ist, dann muß man ihnen vor Augen führen, daß andere Leute keine Möglichkeit haben auszugleichen. Was ober geschieht gegen diesen Unfug, Nichts! Der Herr Reichswirtschaftsminister siebt dem Treiben zu und schweigt. Wenn es noch ein Landespolizei» mute gäbe, wären längst Beamte ausgesarrdt worden, um die V c r- Hältnisse in den Produtt ionsgebieten z u ton- trollt er»n. Aber das Landespolizeiamt ist bekanntlich aufge- löst! fluch Sie§leffchpreise klettern. Damit liegen natürlich die Preis« für W u r st ebenfalls über Frieden sprel». Hier kann der Verbrauärer eingreifen und auf die Preise drücken, indem er viel Gefrierfeijch kaust. Dieses Gefrier- fleisch kommt aus Argentinien und ist von bester vollwertiger Oaoluät Der Preis ist niedrig, könnte ab.r noch weiter sinken. Das beweist am besten der Versuch eines Holländers, der für Berlin groß« Mengen von Gefrierfleisch crtoorben und das Pfund um zehn Psennige billiger verkaufen wollte. Er erhielt jedoch keine ��luWuTsUVci r0n mm Devisen zugeteilt, hatte auch fernst mit Schwierigkeiten zu kämpfm, und aus dem Plan wurde nichts. Wmn man auch zugeben muß, daß es nicht angebracht ist. einem Ausländer Devifen zu geben, so kann man jedenfalls doch daraus erkennen, daß die Möglichkeit JMMUWM■ M r"....... z«ich tangl Ungeheuerliche Textilpreife. Ein« unnatürlich» Höhe haben sodann die Preis« für Textilwaren erreicht. Gewiß, die Preise auf dem Weltmarkt liegen über den Friedenspreisen. An den hohen Preisen von heut« aber haben die Kartell« und Syndikate die Schuld, die immer weiter die Preis« lustig erhöhen, ohne daß ihnen Miand in den Arm fällt. Man hat hier die Kartellgericht«, die durch di« Verordnung vom i. November 1824 ins Leben gerufen worden sind, angeklagt und sie beschuldigt, daß sie nicht genügend aktiv sind. Dieser Vor- wurf ist nur zum Teil gerechtfertigt. Man muß sich hier an die richtig« Advesse wenden. Das ist das Reichs Wirtschaft»- Ministerium, das bezüglich der Kartelle und d-M Mißbrauch der Macht durch die Kartelle bislang aus den. Erwägungen nicht herausgekommen ist.— Aber fast noch schlimmer als die Kartelle sind di« sogenannten freien karkelle der Saud- werksmeister, die über den Rabmen der Innung hinaus die Preise festsetzen. Um nicht mit den Bestimmungen der Gewerbeordnung in Konflikt zu kommen, bilden sie freie Vereinigungen, Tie Jmrungen brauchen sich nicht an diese hohen Preise zy halten, sie tun es aber natürlich nur zu gern«. Hier liegt also£e!stungs- wncher, der durch die Preistreiberciverordnung unter Strafe ge- stellt ist, in idealster Form vor. Hiergegen könnten die mittle- ren Preitprüfungs stellen, die sehr segensreich gewirkt haben, mit Erfolg einschreiten. Aber man bewilligt ihnen kein Geld, und so können sie nicht aktiv sein. « Im allgemeinen und zusammenfassend muß ncch gesagt werden, daß die Preise allenthalben noch viel härter und höher fein würden, wenn nicht die Kreditnot herrschte, die den Handel zum Verkaufen zwingt. Faktoren, die be- müht waren, die Preise hochzuhalten, sind immer am Werk gewesen, und bis zu einem gewissen Grade kann man solche Bestrebungen auch verstehen, wenn man sie auch niemals billigen wird. Dos Traurige und Trostlose der heutigen Verhältnisse liegt aber darin, daß kein starker Arm vorhanden ist, der Preistreiberei Einhalt zu tun. Da» Reichsernährungsmwisterium hat durchaus versagt, das Reichswirtschaftsministevium nicht minder. Der Herr Reichswirt. schaftsmintster schwärmt immer wieder von der freien Wirtschaft. Wir sind aber heute mitten drin in der Zwangswirt- schaft der Verbände, und der Herr Mnister sollt« wirtlich endlich überlegen, ob da« nicht schlimmer ist al» eine Zwangswirt- schaftl Indessen, ihm sind die Zügel längst entglitten. Es«st aller- höchst« Zeit, daß in diesem Ministerium ein anderer, starker Mann regiert, d«r wirklich ein« Ahnung hat von den wirtschafflichen Ver- Hältnissen und ihrer Entwicklungl Rundfunk in der Laube. Unser« Laubenkolonisten gehen mit der Zeit mit. Ihr klein. idyllische» Leben auf den Oasen der Großstadt läßt sie über die modernsten Erscheinungen hinwegfehen. Bewässerungsanlagen in primitiver Form mit Windradgetriebe, elektrische Beleuchtung aus Akkumulatorenbatterien» hier und da auch Fernfprechonschlüsse find auf großen Laubengeländen häufiger zu finden. Die Wohnungsnot hat den Laubenausbau gefördert, so daß vielfach sehr wohnlich« Fach. «vertbauten an Stell« der Holzhütte erstanden sind. Run ist auch der Rundfunk in die Laubenkolonie eingezogen. Da gibt es ja im Sommer soviel« geschickt« Hände und Köpf«, di« schon berufsmäßig mit dem Ausbau«ine« Radioapparat«» genau vertraut sind und sich eine allen technischen und amtlichen Anforderungen genügende Station mit einfachsten Mitteln und für wenig Geld selbst bauen können. Wer e» noch nicht so recht versteht, wird bereitwilligst vom Laubennachbar in alle Schikanen ohne Zaungasterei eingeweiht. Die staatlich« Gebühr ist gering, Die Apparatefl« werden immer billiger. Es hat also niemand mehr nötig, den Fiskus zu bemogeln und sich Unannehmlichkeiten auf den Pelz zu laden. So sieht man denn hier schon an zahlreichen Stellen die Antennen durch die Verbindung der Fohnenstangen von Laude zu Laub«. Früher mußt« jeder dritte Laubenkolonist feinen Phonographen haben. Da» Durcheinander der knarrenden, kreischenden, piepsenden Schalltrichtermuflk war nicht immer gerade schön. Mit dem Rundfunk wird der Phonograph, der oft wie ein malträtierte» Klavier als Marterinstrument wirkte, bald zum alten Eisen geworfen sein. Sein« Platten stellen sich ja viel teurer al» der Radioapparat, der täglich wechselnde Genüsse dar- bietet. Jetzt sitzt die ganz» Familie am Kasse« tisch vor der Laube und schluckt neben dem Kuchen, wenn man ihn hat, auch Radiowellen. Einstweilen ist man ja in der Laubenkolonie sehr stolz darauf. Da« Reue lockt. Die lieben Nachbarn, Freund«, Verwandt« kommen mehr als sonst. Vielleicht steht e» dann bald wieder, wie einst in Treptow, grob und deutlich an einer Laubentür:„Besuche verbeten, da ich bei metner Erholung nicht gestört fein will!' 1<5Z Die Flüchtlinge. Roman von Johannes Llnnantosti. Das ärgerte sie, namentlich die Frauen. Uutela allein lachte. „Ja gewiß, man steht ja, daß ihr die Dielen und die Fensterpfosten wascht, ja, das sieht man an den Aeckern,* lächelte er einmal der savoiaxischen Gutsmagd Riitta und einer zufällig anwesenden Tagelöhnersfrau zu.„Und dann habt ihr auch soviel mit dem Waschen der russischen MehlsScke zu tunl Dort bei uns werden die Aecker gewaschen, und Kornsäcke hat man bei uns unterm Hintern, wenn man in die Stadt fährt, und nicht, wenn man aus der Stadt kommt, wie hier!* So zahlt der Tavaste heim!" freuten sich die anderen. Uutela war gleichsam ihr Schutz. Aber wie lang«? Dieser Gedanke ließ sie auch in solchen Augenblicken innerlich erbeben. Zu einer noch ärgerlicheren Gesckichte gab Uutela selbst den Alllaß. Im Dorfe machte der Witz die Runde, die Tavasten seien so oründlstlfe Leute, daß sie sogar die Kartoffeln mit der Schale äßen. � i w. Das erbitterte sie lange Zeit, aber niemand wagte, sich gegen Uutela darüber zu äußern.-. Schließlich tonnte sich die junge Frau als sie einmal am Frühstückstisch saßen, nicht mehr holten, sondern sagte scheu. in bebendem Tone:..... „Du könntest doch auch die Kartoffeln schalen. Uutela sie spotten nämlich im ganzen Dorfe, w.r aßen Kartoffelschalen.* Uutela hielt im Kauen inne und sah grog auf. „So. verspotten sie die Tavasten wegen der Kartoffeln?* sagte er— aus dem Tonfall war herauszuhören, daß es dies- mal auch ihn berührte:„Nun," fuhr er fort,„ich habe sie mein lebelang ungeschält gegessen, aber wegen der Sünde habe ich noch keine langen Pap:ere zu unterschreiben gebraucht" . Die Worte traien— jeder begriff, daß sie die Neigung der Saoolarer zu Wechselgeschäften trafen. . Sieskitalo zwinkerte beistimmend, auch die anderen fühlten eine Erleichterung. .„Und ich glaube.* setzte Uutela mit stillem Lächeln hinzu. indem er absichflich auffallend eine ganze ungeschälte Kar- topel in den Mund steckte,„ich glaube: wenn wir hier nur erst lus zur Heuzeit kommen, dann möchten diesen savolarischen Herrjchasten die Schalen auch ohne Inhalt gut genug sein— wenn dann nur die da sind." Die anderen lächelten, in Riittas Augen aber blitzte es aus. Sie hob den Kopf und gedachte für alle Savolaxer zu antworten. Doch erinnerte sie sich zugleich, daß sie ein Dienst- böte war, und hielt es für klüger, diesmal zu schweigen. •k Derartige kleine Szenen führten immer einig« Tage vor» wärts. Uutelas inneres Gleichgewicht, seine ruhige Schlag- fertigkeit und sein jugendlicher Arbeitselfer hielten gewisser- maßen auch sie in diesem seltsamen Flüchtlingsdasein aufrecht, das wie an der Grenze von Traum und Wirklichkett hin- und herschwankt«. „Ein wunderbarer Mensch!* dachten sie und empfanden nebeneinander Hochachtung und Furcht vor ihm. Bisher war Manta ihr unheimliches Schicksal gewesen, jetzt erhob sich Uutela neben st«. Auf diese beiden konzentrierte sich alles, die anderen waren nur Augenzeugen dessen, was schließlich kommen sollte. Uutela selbst hatte die kleinen Keime eines Verdachts, die beim Auszug aus Tavastland in ihm hatten emporfprießen wollen, ganz vergessen. Er hatte von Tag zu Tag immer mehr dt« Ueberzeugung gewonnen, daß sie mit dem Gut einen schönen Kauf getan hatten Und wenn er auch schlecht ge- wesen wäre, hätte er ihn nicht bereut, denn er hatte ihn in ein neues, reiches, verjüngendes Leben geführt, das sein Denken im Wachen und im Schlafe beschäftigte. Der Gutshof und feine Zukunft waren für ihn jetzt alles. Er erinnerte sich kaum, daß er verheiratet war, und gegen Manta haste er keinen Grund zur Klage— alles ging still und glatt. Ein einzige» Mal hatte jener alte Argwohn das Haupt erhoben. Er war zufällig in die Küche gekommen, wo Riitta und eine Savolaxerin zu zweien herumarbeiteten, und hatte da das Bruchstück eines Satzes gehört: gerade, als hätten diese Tavast- känder etwas--— „Alfa haben auch die Fremden etwas gemerkt?" blitzte es in ihm auf. Und er begann wieder in seinen Gedanken nach dem allen Verdacht und im Anschluß daran nach allerhand weiteren, während der Wochen gemachten Beobachtungen zu wühlen. Etwas Geheimnisvolles schien auch darin zu stecken, wenn man sie sich so als zusammenhängende Kette dachte. Das be- stimmte ihn, sie gewissermaßen insgeheim im Auge zu behalten. Und nicht ohne Ergebnis! Wich ihm nicht Keskitalo mit den Augen aus? Und die Burschen— die hatten ebenfalls etwas, ganz gewiß! Am folgenden Tage jedoch bemerkte er wieder nichts. Es begann ihn zu beschämen, daß er, ein alter Mann, so gegen seine eigenen Leute und Verwandten Verdacht geschöpft hatte, obwohl man sich für eine gemeinschaftliche Sache an- strengte. Jeder lebte natürlich nach seiner eigenen Art. Und daß das Leben in fremdartigen Berhältnifsen für sie, die immer auf derselben Scholle gesessen hatten, weniger bequem war al» für ihn da» mußte er doch begreifen. So verzog sicb diese flüchtige Wolkenflocke. Ihm war wieder leicht und frisch wie die dem Sommer entgegengehenden Tage des Spätwinter», die man eben lebte. s. Keskitalo schlief in einer Rächt unruhig in seinem Beste und hatte einen Traum. Ihm war, als fitze er in der guten Stube vor dem Spiegel und stutzte sich mit der Schere den Bart zurecht. Da bemerkte er mit Schaudern, daß fein Bart und fein Haupthaar schon ganz grau waren. Und noch mehr: sein Ge- ficht war so mager, daß es nur noch aus Haut und Knochen bestand. Cr erschrak und fühlte sich in demselben Augenblick so schwach, daß die Schere in seiner Hand zittert«. Er hatte nicht gewvhrt» daß Helka hereingekommen war. „Ich weiß, weshalb du so abgemagert bist, Vater...," flüsterte das Mädchen geheimnisvoll, dicht an feinem Ohr. Er wandte sich zusammenfahrend um. -Aalle nicht!" rief er aufgebracht.„Du weißt nichts!" Das Madchen war unterdessen an die Tür gelausen und nef von dort, boshaft lachend: „Doch, ich weiß, gewiß, das weiß ich schon!" Dann lief sie davon. kommt es heraus, jetzt kommt es heraus, wo es auch das Mädchen jchon weiß!" hastete Keskitalo. Er fühlte. wie er am ganzen Körper schwitzte. „Wenn der Mensch ansängt zu schwitzen, siehts mit der Brust schlimm aus!" fuhr es ihm durch den Sinn wie ein Todesurteil. Er fühlte, wie er vor Kälte bebte. Doch zugleich bemerkte er, daß auf dem Hof die Sommer- sonne schien. „Ich werde mich draußen etwas wärmen und darüber nachdenken, was zu tun tft," überlegte er. (Fortsetzung folgt.) Ein fugendlicher Läftling als Totschläger. „ Sühne“ für Ingeborg Bartkowski. Wegen des scheußlichen Verbrechens, dem im vorigen Jahre in Charlottenburg die neunjährige Ingeborg Barttomfti zum Opfer fiel, mußte heute der Täter, der 17jährige Realschüler Günter Seibel, sich vor dem Jugendgericht bes Amtsgerichts Char lottenburg verantworten. Die fleine Ingeborg, die Tochter des im Haufe Uhlandstraße 185/186 wohnenden Schlächters Bartkowski, murde am 6. September v. 3. mittags, nach der Rückkehr aus der Schule, von ihren Eltern vermißt, und nach langem Suchen fand man sie dann am späten Abend im Keller des Hauses mit einer 3uderschnur erdrosselt vor. Das Berbrechen, das nach dem ersten Befund sich als Luftmord darstellte, rief im Hause ungeheure Erregung hervor. Zunächst fehlte jede Spur des Täters. Erst drei Wochen später gelang es, den in demselben Hause bei feinen Eltern wohnenden Günter Seidel, auf den fich der Berdacht gelenkt hatte, zum Geständnis zu bringen. Die heutige Verhand lung vor dem Jugendgericht fand unter Ausschluß der Deffentlichfeit statt, wie es bei allen Jugendgerichtsverhandlungen seit mehreren Jahren vorgeschrieben ist. Die Anflage lautete nicht auf Mord, fondern nur auf Totschlag. Unter den geladenen Zeugen waren die Eltern des Angeklagten, die trauernde Mutter der von ihm umgebrachten Ingeborg und mehrere Hausbewohnerinnen. Seibel hat, wie wir erfahren, vor Gericht seine Darstellung wiederholt, daß er in der Erregung die kleine Ingeborg an dte and gestoßen habe, so daß fie bewußtios zusammen. brach. Erft der Bewußtlofen hätte er die 8uderschnur um den hals geworfen, die zugeschnürt an der Leiche gefunden wurbe. Der Staatsanwalt beantragte für das Sittlichkeits. vergehen 6 Monate Gefängnis, für den Totschlag 5 Jahre Gefängnis. Uns wirb die faum glaubliche Mitteilung gemacht, der Berteidiger habe Fretipruch beantragt. Er foll versucht haben, den tödlichen Ausgang als eine Art Unfall hinzu. ftellen. Das Urteil des Jugendgerichts lautete auf 2 Jahre 4 Monote Gefängnis, wovon 4 Monate als durch die Unter. huchungshaft verbüßt angefehen wurden. Von den verbleibenden 2 Jahren hat Seidel nur 9 Monate abzufigen, der Reft wird ihm nach vierjähriger Bewährungsfrist erlaffen. Wir glauben, daß dieses Urteil auf das Boltsempfinden befremdend wirken wird. Seidel, der aus der Untersuchungshaft vorgeführt worden war, wurde bis auf weiteres auf freien Fuß gelebt. Getnidt jah er nicht aus, als er nach fiebenstündiger Berhandlung den Gerichts. faal verließ. Der Mord im Tegeler Wald. Die politische Polizei beschäftigt fich mit der Angelegenheit. Das Verbrechen im Walde bei Tegel, bei dem man zunächst an einen Raubmord dachte, hat durch die weiteren Nachforschungen ein anderes Geficht bekommen. Es handelt sich wahrscheinlich um ein politisches Berbrechen, das vor längerer Zeit fchon einmal die Abteilung IA des Polizeipräsidiums beschäftigt hat. Damals war von einem Morde die Rede, der in jener Gegend ver. übt sein sollte. Es war aber keine Leiche zu finden, und so tappte man im Dunkeln. Jetzt scheint Licht in die Sache zu tommen. Die Ermittlungen hat nunmehr die Mordkommission der politischen Bolizei, die Kriminalfommissare Ma Blad und Scherler mit ihren Beamten übernommen. Die Angelegenheit( pielt nach der Broving hinüber. Ob diese Bermutungen den Tatsachen entsprechen, tann erst die Feststellung der Persönlichkeit des Ermordeten ergeben. An der Hand von Photographien ist diese nicht mehr möglich, weil die Leiche schon zu start verwest ist. Zur Feststellung können nur noch die Kleidungsstüde, Ueberzieher, Krawatte usw. und die Manschettenknöpfe u. bgl. dienen. Die Obduktion wird vorausficht lich im Laufe des heutigen Tages erfolgen. Einbruch in die lettische Gesandtschaft. Mit großer Gewandtheit ging ein Faffadenfletterer vor, der ble lettische Gesandtschaft heimsuchte. Die Gesandtschaftsräume Tiegen im zweiten Stod eines Edhauses an der Margareten und Bittoriastraße im Tiergartenviertel. Der Einbrecher Letterte hier an der Fernsprechleitung emvor und stieg durch ein Fenster ein. Baffanten hatten aber dieses Kunststüd beobachtet und machten den Bförtner dieses Hauses darauf aufmerksam. Dieser rief bas Ueber. fallkommando an. Der Einbrecher muß das irgendwie gemerkt haben. Als das Rommando eintraf, war er bereits verschwunden, wie die Feststellungen ergaben, auf der anderen Seite des Hauses am Blig ableiter wieder hinabgeftiegen. Er hatte mehrere Räume durch fchritten, ohne von den wertvollen Sachen, die darin ftanden, etwas mitzunehmen. Die Eile hat ihn wohl darin gehindert Abbrüde in der weichen Erde des Borgartens zeigen, daß er sein Atrobaten funststüd mit bloßen Füßen ausgeführt hat. Mehr Erfolg hatte er einige Tage vorher bei einem Arzt in der Königin- Augusta Straße gehabt, bei dem er auf dem gleichen Wege eindrang. Hier hatte er einen größeren Bosten seidener Damenwäsche und fünf belgife 1000 Frant- Noten erbeutet. Daß in beiden Fällen der gleiche Verbrecher arbeitet, beweisen die Fußspuren in der Königin Augusta- Straße, die mit denen in der Margaretenstraße genau übereinstimmen. Mitteilungen, die geeignet sind, diesen Künstler in seinem Fach unschädlich zu machen, nimmt Kriminal tommiffar Trettin im Zimmer 103 des Polizeipräsidiums entgegen. Sie ftahlen wie die Naben. Unter den größten Borsichtsmaßregeln, mit Feffein und mehreren Schuppbeamten zur Seite, wurden amei fchmere. Jungen", der Gärtner Baul B1ügge und der Heizer Wilhelm Rahner mit ihrem weiblichen Anhang dem großen Schöffengericht Schöneberg vorgeführt, um sich wegen zahllofer Straftaten zu verantworen. Die beiben Hauptangeflagten hatten, wie wir berichteten, erft vor wenigen Tagen einen verwegenen Ausbruchsversuch aus dem Zellen gefängnis in der Lehrter Straße gemacht. Auch bei ihrer letzten Ver. haftung hatten die Kriminalbeamten mit ihnen schwere Kämpfe aus Bufechten und fonnten fie erst nach einem Ringtampf überwältigen. Beibe Angeflagte sind schon vielfach vorbestraft. Die Spezialität Raßners bestand darin, Geschäftsmagen von der Straße zu stehlen. Er arbeitete dabei mit einem besonderen Trid, indem er durch eine Freundin die Roll- und Geschäftswagen auf der Straße anhalten und die Kutscher bitten ließ, eine Rifte gegen gutes Trint. geld mitzunehmen und in einem bestimmten Hause, meist im dritten Stod, abzuliefern. Die Adresse erwies sich als erfunden und bei der Rückkehr mußte der Kutscher die unliebsame lleberraschung erleben, daß das ganze Gespann mit der mertvollen Ladung verschwunden war. 10 Fälle von Fuhrwertsdieb ftahl wurden Raßner zur Last gelegt. Die Entdeckung des Täters erfolgte durch eine Hausfuchung, die im Januar dieses Jahres in ber Mannheimer Straße stattfand, bei der auch Plugge festgenommen wurde. Man fand bei ihm Lagerscheine über Baren, die von den Fuhrwertsdiebstählen herrührten. Bei Plügge fand man auch einen Berfonalausweis mit seiner Wohnung in der Bionvillestraße 12. Die Durchsuchung dieser Wohnung förderte ein Warenlager von Diebesgut, das aus den Diebstählen und Betrügereien Stammte, zu Lage und zu dessen Ausräumung mehrere große Laftwagen erforderlich waren. Die Wohnung war auf das Eleganteste ausge. stattet. An den Wänden hingen wertvolle Bilder und die Wohnungsinhaber, zu denen auch die Schwester Blügges und deren Bräutigam Raßner gehörten, hatten nur von schwerem Silber gespeist. Raßner wurde bei dieser Gelegenheit ebenfalls dingfest gemacht. Plügge maren, nicht weniger als 52 Diebstähle nachgewiesen worden. Letzterer hatte sich in einigen Fällen auch als Helferinnen einer Frau Schweinig und deren Tochter bedient, die zusammen mit der Schwefter Plügges auf der Antlagebant saßen. Das Gericht ver urteilte Blügge zu 3 Jahren Zuchthaus, Raßner zu 3 Jahren Gefängnis. Für die mitangeklagten Frauen machten die Rechtsanwälte Bahn und Hirschowig geltend, daß fie Opfer der Berführungsfünfte Bigges geworben felen amb boten um Be währungsfrist, die das Gericht ihnen auch zubilligte. Die Strafen lauteten für Frau Schweinig auf 4 Monate Gefängnis, für deren Tochter auf 100 Goldmart Geldstrafe und für die Schwester des Angeklagten Brügge auf 4½ Mo nate Gefängnis. Auch die letztere erhielt Bewährungsfrist. Eine doppelte Kindesunterschiebung. Das„ freudige Ereignis im Hausflur. Ein Seitenstüd zu dem Kindesunterschiebungsprozek gegen die Gräfin Rwiele da, der vor 20 Jahren das größte Aufsehen erregte, beschäftigte das Schöffengericht Berlin- Mitte. Bor einiger Zeit war eine Frau Hedwig Bandlom megen einer eigenartigen Körperverletzung angeflagt gewesen. Sie hatte Oeffentliche Studentenversammlung heute Dienstag, den 18. Mai, abends 8 Uhr s.t., in den Räumen des Sozialwissenschaftlichen Klubs, Wilhelmstr. 48, 8 Treppen. Thema: Der fozialistische Student auf den Hochschulen der Gegenwart. Ref.: Dr. Paul Kieß, Jena, M. d. Thür. Landt. Sozialbem. Alt- Alabemiter und Barteigenoffen find herzlichst eingeladen! Bezirksvorstand BSPD. Berlin. on infolge der unvorsichtigtett eines Rempners entstanden, bes ein Wafferrohr getötet hatte, beim Anheizen des Beimofens haben sich dann Dämpfe entwidelt, die zur Explosion führten. Besucht die Stadtbäder! Bezirksamt Wedding hat am 8. Mai ben Bollbetrieb im Stadtbad Wedding, Gerichtstraße 65. wieder aufgenommen. Es stellt neben seinem umfangreichen Wannen- und Braufebetrieb auch die beiden Schwimmhallen dem Publikum wieder zur Verfügung. Mit Ausnahme des Sonnabends der nur für Männer bestimmt ist stehen die Schwimmhallen beiben Geschlech tern auch als Familienbadetage offen und find täglich, von 10 Uhr morgens bis 7 Uhr abends geöffnet. -X 3m Rose- Theater spielt man jetzt Operette. Man tommt damit dem Zug der Zeit" entgegen, findet beim Publikum Dant und Bet fall, und da man eine Operette auf das Programm gesezt hat, die nicht zu den eindeutigen und blöden Machwerken von Komponisten gehört, die nur das Bitante und Brideinde fennen, farth man nicht viel bagegen fagen. Die Operette Familie Raif fte" von H H. Zerlett, Mufit von Hermann Beutten, die früher Das Liebesverbot" hieß, hat im Reich schon viele erfolgreiche Aufführungen hinter sich. Auch im Rose- Theater hat sie eingeschlagen, und des Lachens und Beifalls war fein Ende. Das gut geschulte Ensemble bemühte fich nach Kräften, das Beste zu geben und alle Bointen aus Lert und Mufit herauszuholen. Allen voran Wolfgang Müller und Lotte von Sydow. Die weibliche Titelrolle spielte Marion Raufmann. Sie bringt als jugendliche Liebhaberin vieles mit, Frische, Munterfeit und Grazie. Sie muß sich mir davor hüten, thren Gefang zu übertreiben und ihre Kräfte zu überspannen. Franz Befalla, Billi Rosen und Trude Bolz in waren gut in Maste und Spiel. Den Besuchern des Rose Theaters wurde außerdem noch fo etwas wie eine Sensation durch eine große Modenschau geboten, die ihren Eindruck auf das ausverkaufte Haus nicht verfehlte. Das Bezittsjugendamt Friedrichshain veranstaltet am Dienstag, det 18. Mai, abends 8 1hr, im Saalbau Friedrichshain, Friedrichshain 16/23, anter Mitwirkung des Arbeiter- Gefangvereins Fichte- Georginia"( Dirigent B. Knöchel), Frau Arndt- Dber, Hildegard Nobitatisleits oper( Harfe) und Ludwig Brenner( Soloflötift) ein Bohltätigteits onzert. Eintrittstarten einschl. Steuer 1 M.; Programmi fostenlos.. Erdbeben in den Alpen. Die Münchener Erdbebenwarte hat am 11. Mai, vormittags 9,17 Uhr, ein Erdbeben von mäßiger Stär de aufgezeichnet, deffen Herd etwa 200 Kilometer entfernt und vermutlich in den Alpen liegt. Bereinzelt wurden in München selbst und den höher gelegenen Stadtteilen, fo im Bostgebäude auf dem Mar Jofeph Plaß, die Erschütterungen festgestellt, die teilweise so fbart waren, daß an den Wänden hängende Gegenstände ins Schwanken famen. Der vermißte amerikanische Weltflieger aufgefunden. Nach einer Reutermeldung aus Seattle( Washington) befagt eine anscheinend authentische Nachricht, daß der vermißte amerikanische Weltflieger Martin mit feinem Mechanifer bei Port Moller ( Alaska) lebend aufgefunden worden ist. das unehelich geborene Rind einer Hausangestellten ohne Wissen thres Mannes an Rinbestatt angenommen und dem Manne gegenüber als ihr eigenes Rind, bas im Rranten haus gestorben war, ausgegeben. Da an dem Rinde eine rituelle Handlung vorgenommen worden war, hatte bie Staatsanwaltschaft Antlage wegen Körperverlegung erhoben. Der Prozeß endete damals mit der Freisprechung, da die Mutter bes Kindes schließlich sich mit der Vornahme der von der jüdischen Reli. gion vorgeschriebenen Handlung einverstanden erklärte. Nachträglich ftellte sich jedoch heraus, daß auch das erste Kind nicht das eigene Rind der Angeklagten war, sondern ebenfalls untergeschoben war. Frau Bandlow hatte Ende 1922 geheiratet und wollte ihren Mann, den sie sehr liebte, dadurch an fich felfein, daß sie ihm ein füßes Geheim. nis anvertraute. Eines Tages verabschiedete fie fich von ihrem Manne, um eine Hamsterfahrt in die Umgebung Berlins zu machen. Am Nachmittag wurde der Ehemann telephonisch benachrichtigt, daß feine Frau bei der Rüdlehr von der Fahrt in einem Hausflur ber Elfaffer Straße einem Knaben das Leben geschenkt habe. Der freuim Urm. In seiner Aufregung wunderte er sich nicht weiter bar bige Bater eilte dorthin und fand seine Frau mit einem Säugling über, daß das Neugeborene schon sduber in Windeln und in ein weißes Jädchen gehüllt worden war. Das Rind starb später im Krankenhaus. Die Frau hatte bas Rind in aller heimlich teit beerbigen lassen umb brachte eines Tages ihrem Manne ben angeblich geheilten Säugling aus dem Krankenhause nach Hause. Inzwischen hatte sie fich von einer Hausangestellten, bie bereits mehrere uneheliche Kinder hatte, ein Erfagrind beschafft. Auch dieses Kind ist später ertranft und nach dem Krankenhaus gebrady Die Scala hat fich in ihrem Maiprogramu fast ausschließlich inter worden, wo es fich heute noch befindet. Da die Angeklagte ein national eingestellt. Nach einer Reihe von Jahren find die ersten englischen Inferat erlassen hatte des Inhalts:„ Ebelbentendes Ehepaar fuchtans Girls von der Londoner Alhambra wieder in ediger graziöfer Drolligleit auf einer deutschen Barletébübne quietschlebendig zu sehen. Es neugeborenes Rind als eigen anzunehmen. Rapitän Mercier, Ham ist bestimmt lein bobes Niveau, zeigt aber doch in der flugen Art seiner burg- Eppendorf," tauchte der Berdacht auf, daß es fich um einen Weiterbildung einen deutlichen Fortschritt gegen früher. Einige diefer Girls Fall von Engelmacherei handele, ein Verdacht, der sich jedoch im erscheinen wirklich munter und für den leichten Tanz aus Temperament Laufe der Berhandlung als unbegründet erwies. Weil die An- und Laune mie geboren. Etwas ernsthafter bannen uns zwei Tanzlünstler geflagte das erste Rind als eigenes ins Standesamtsregister hatte von der New Yorker Metropolitan- Opera, Joan Bantoff und Betb eintragen lassen, wurde sie wegen Rindesunterschiebung Gannon; bie in einer febr gefchidt gebauten Szene Der Tanzlehrer zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt, indem das Gericht Gelchmad und Talent entwideln. Zu nennen wären ferner die vorzüglichen entsprechend dem Antrage von Rechtsanwalt Dr. Fren ben Fall italienischen Schleuderbrett Afrobaten pory 3, bie beiden Sebats in athletischen Darbietungen von eigenarligem Neiz, der Banjo König ziemlich milde beurteilte. Biber, der etliche Dugend Banjos durch ein höchst funstvolles artistisches Shitem ins Selingen bringt, der Fußlünstler Bicardy, der selbst seine japanischen Berufsfollegen noch an übertreffen scheint. Dann feiert man bor allem ein Bieberlegen mit 2 app und abet; ben unstreitig beſter Barobisten der deutschen Bühne, die fich mal in einer Paradedarstellung ber Ludendorff- und Sillerlinge bertudjen follten. Den Abschluß des Programms bildet der Film über den Bortampf Dempsey- Firpo Veränderte Posttarife. Im Boftverkehr treten vom 1. Juni on folgende Ber anderungen ein: Im Drudfachenverfehr werben unter fchieden: 1. Drudfachen, bei denen handschriftlich oder mechanisch nur Firma, Name, Stand und Wohnort nebft Wohnung des Ab fenders, feine Fernsprechnummer, die Telegrammanfchrift und der Telegrammschlüssel fowie fein Bostiched oder Banttonto nachge tragen oder geändert ist. Diese Art von Drucksachen werden als Bollbrud fachen bezeichnet. 2. Drucksachen, die außerdem noch bestimmte weitere Aenderungen oder Zufäße aufwellen, belßen Teifbrudfachen. Bei allen Druckfachen ist es gestattet, eine immere mit der äußeren übereinstimmende Aufschrift handsdyriftlich oder mechanisch anzugeben. Die Bolldrudiachen werden in der untersten Gewichtsstufe( 6 is 50 Gramm) gegen eine Ge. bühr von 3 Bf und die Teilbrudsachen gegen eine Gebühr von 5 Pf. befördert. Im übrigen bleiben die Ge. bührensäge in den anderen Gewichtsstufen für beide klaffen unver ändert. Die Einschreibgebühr ist auf 30 f. feftgelegt. Die Patetgebühr beträgt bei einem Gewicht bis 5 Rilo in ber ersten 0,40, in der zweiten 0,80 und in der dritten Bone 0,80 m., über 5-6. Rilo 0,45, 0,90 und 1,20 m., über 6-7 Rilo 0,50, 1 und 1,60 m., über 7-8 Rilo 0,55, 1,20 und 2 Mt., über 8-9 Rio 0,60, 1,40 und 2,40 m, über 9-10 Stilo 0,65, 1,60 und 2,80 M. Patete über 10 Kilo müssen entsprechend höher bezahlt werden. Drei Personen infolge Chlorgasvergiftung ertrantt. Beftern nachmittag gegen 3% Uhr wurde die Feuerwehr nach dem Grumb. ftüd Lynarstraße 5/6 gerufen, wo in dem Reffelraum der Fabrit für elettrotechnische Apparate von Dr. Baul Meyer durch Chlorgasvergiftung drei Berfonen ertranft und befinnungslos zusammengebrochen waren. Der Feuerwehr gelang es, unter Anwendung des Sauerstoffapparates die brei Berfonen, ben 16jährigen Arbeiter Erwin Bieg aus der Sparrstraße 28, den 50 Jahre alten Arbeiter Karl Pichel aus Lichtenberg und ben 19 jährigen Alfons Starte aus der Pantstraße 9 ins Leben zurüdzurufen. Ihr Zustand war aber noch so bedenklich, daß alle brei nach dem Krankenhous transporttiert werden mußten. Berliner Varietés. ― intergarten. Zamara Rarjavina heißt die große Attraktion bes Maiprogramms. Neben Anna Bawlowa einst die berühmteste ber Tänzerinnen aus dem Ruffenland. Es lag etwas von fener Stimmung über bem Haus, die herrschte, als noch Cleo de Merode und die Otero wie lange ist das schon wieber her auf derselben Bühne tanzten im bas Bublitum rafte. Und die älteren Herrschaften flatschten auch blesmal, begeiffert und berauscht von dem Spizentanz. Den hat sie und ben tann fie Darin ist sie einzig. Dieses aber ist auch alles. Sobalb fie auf den Fuß zurüdfintt, mert man, daß fie im modernen Sinne nicht gehen und nicht schreiten tann. Und wenn fie fich schließlich von ihrem einem sympathischen Zänzer hochheben Zangpartner Bladimiroff läßt und mit verschränkten Beinen auf feinen Sänden fint, bann... it's eben die Apotheose bes Tanzes von einst. Und dem Bublifum gefällt's! Bom übrigen Barietéteil gefällt besonders und mit Recht der Gymnaftit aft von Reinharb Bater und Sohn, beide als Künstler wie als Mensch gleich schäzenswert. Sie leisten Erstaunliches und bringen es in unge mein liebenswürdiger Form vor. Aus ihren fünften spricht auch eine innere Verbundenheit und eine Freude am eigenen Spiel und seinem Gelingen. Die prachtvollen brei Tavo 3- Turner find geblieben. Edyt amerikanisch die am bo Tambourinjongleure: Alles breht, alles be. wegt fich. Borzügliche Mufit in ungemein geschmackvoller Aufmachung boten bie Witchella, von denen bie Geigerin über eine ungewöhn fiche Technit berfligt. Sehr lustig und geschicht ber vielseitige Mufitante Saart. Nicht minber luftig und dazu von atemraubender Spannung bie Reeves Co. Die fchwierigen Fangfpiele Ferry3 litten etwas unter her Rerbofität des Artiften. Er lann aber was und das Bublifunt erfannte baš gern an. Groß- Berliner Parteinachrichten. Zentralausfchuß der fozialdemokrat. Elternbeiräte Berlins. Mittwoch, ben 14. Mai, abends 6 Uhr, im Sigungsfaal ber Berwärts". Rebaltion, Lindenstr. 3, 4. Sof, 4 Tr., Sigung bes Sentralarbeitsausschuffes bez Elternbeirate. Jeber Kreis mug vertreten sein. * Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde Groß- Berlin. Mittwoch, den 14. Mat, pünktlich 7 Uhr, findet in der Juristischen Sprechstunde. Lindenstr. 3, bie Gibung des Zentralarbeitsausschusses statt. Thema: Run fängt bas Um 6 Uhr Baftfurfus für alle Ge noffen, die Intereffe dafür haben. Mitzubringen sind Schere, Nadel, Strippe, Baft. Leitung: Jemg. Bräuer vom Rinderfreundehort Oderberger Straße. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands, Ortsgruppe Berlin. Die Mitgliederversammlung mit Genoffen Dr. Herring als Referenten findet erst Sonnabend, den 17., im Stadthaus fbatt. Heute, Dienstag, den 13. Mai: Wandern an"( mit Lichtbildern). Explosion eines Leimofens. In der Pianofabrit von Wilhelm Geride in Lichtenberg Gürtelstraße 25 explodierte ein Beimofen. Der Luftdrud war so start, daß sämtliche Fensterscheiben des Gebäudes und auch die Fensterfreuze teilweise gertrümmert wurden. Personen sind zum Glüd nicht verlegt worden. Die Explo Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 13. Mai. Tageseintellung Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht 4.30-6 Uhr: Berliner Funkkapelle( Unterhaltungsmusik). 7 Uhr: Vortrag des Herrn Egon Jacobsohn: Pflege Schuh und Kleid". 7.30 Uhr: Vortrag des Herrn Obering. Tombrink: Verwendung des Gases in der Heiztechnik". 8.30 Uhr: Wiener Operettenabend. 1. Im heimlichen Dämmer der silbernen Ampel, aus der Operette Eva", von Lehar( Else Kochhann, vom Metropoltheater, Berlin). 2. Faßbinderlied, aus„ Boccaccio", von Suppé( Kammersänger Albert Kutzner). 3. Fantasie ans Czardasfürstin", von Kálmán ( Ein Kammer- Quartett). 4. a) Auftrittslied der Frasquita, aus Frasquita, von Lehár, b) Zigarettenlied. aus Frasquita", von Lehár( Else Kochhann, vom Metropoltheater, Berlin). 5. Das blaue Himmelbett, aus Frasquita", von Lehár( Ein KammerQuartett). 6. a) Loblied der Polin, b) Coupfet a aus dem dritten Akt; beides aus Bettelstudent, von Millöcker( Kammersänger Albert Kutzner). 7. Auftrittslied der Sylva, aus„ Czardas fürstin", von Kálmán( Else Kochhann, vom Metropoltheater, Berlin). Am Steinway- Flügel: Kapellmeister Otto Urack. 27. st. Die für heute abend angefeßte Funktionärstgung fält aus. 54. bt. Charlottenburg. 5. Gruppe: 7½ Uhr Sablabend bei Bühnemann, Selmholtftr. 89. Junglozialisten. Gruppe Süden: 8 Uhr in der Juristischen Sprechstunde. Sindenftr. 8, Bortrag des Genossen Pfarrer Frande über Tolftoi" Gruppe Tempelhof- Mariendorf: 7% Uhr im Jugendheim Tempelhof, Ger maniaftr., 4-6, Bortrag des Genoffen Fromm. Mitgliederversammlungen und Zahlabende am Mittwoch, den 14. Mai: 1. t. 7 Uhr Schulaula Auguftstr. 68. Bortvag des Genossen Friedrich Bartels, M. b. 8. 2. Abt. 7 Uhr bei Ohngemad), Rommandantenstr. 88. Bortrag des Gen. Artur Säußler über Die Lehren der Reichstagswahl". 2. Abt. 7 Ühe Rahlabend bei Gensch, Dresdener Str. 107-108. Referent Gen. Rafpar. Bei Arüger, Engelufer 23. Referent Gen. Täterow. 4. Abt. 7 Uhr im Gärtnerheimt Stralauer Str. 53. Bortrag des Gen. Sanba über Das Ergebnis der Reichstagswahl". Funktionäre 1 Stunde früher. 5. 6. 7 in Saverlands feftfälen. Neue Friedrichstr. 35. Bortrag des Gen. Göring: Die Lehren der Reichstagswahl". 6. Abt. 7% Rahlabende: Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11; Teplig, Rheins berger, Ede Schwebter Straße, und bei Schittkowski, Rastanienallee, Ede Fehrbelliner Straße. 7. bt. 7 Uhr Fablabende: Rube, Streliker Str. 55; Do, Bergstr. 71; Dahms, Schlegelftr. 9; Banrau, Pflugftr. 1, und Diefe. Bonenstr. 19. 9. Abt. 7 Uhr im Artushof, Perleberger Str. 29. Thema: Der neue Reichstag". Referent Gen. Robert Breuer. 11. bt. 7 Uhr bei Berger, Bevegowitz: 21. Thema: Der neue Reichstag. Referent Gen. Dr. Bent, M. b. 2. 2. 6. 7 Uhr stellungsverfammantg Set Thielemann, Bolbemarie. 19. 13. St. 7 Uhr Arminius- Sallen, Bremer Str. 73. Bortrag des Geiz Schlegel über Die Lehren der Reichstagswahlen". 15. bt. 7 1hr Bahlabende bei Obiglo, Stralsunder Str. 11, und Runze, Aderstr. 48. 16. bt. 7 Uhr bei Carus, Bolbaftr. 37. Borttag bes Gen. Albrecht. 18. bt. 7 Uhr Sahlabende an den bekannten Stellen. 19. Abt. Sahlabende in den bekannten Lokalen. 20. Abt. 7 Uhr gemeinsamer 8ahlabend bei Bende, Roloniefte. 147. Bor. trag des Gen. Ferdinand Ewald über Das Sozialistengefeg". 21. 961. 71 Uhr Rahlabende in folgenden Zobalen: Bezirle 746, 747 und 795 bei Schrepel, Antonftr. 8: Bezirte 782, 783, 787, 788 bei Kroll, Utrechter Straße 21; Bezirke 784, 785, 786 bei Ulrich, Utrechter, Ede Midiplaquetftrage; Bezirke 789, 790 bei Böhme, Marftr. 18; Bezirle 791, 792, 793, 794, 796 und 797 bei Möller, Adolfftr. 12. Referenten find Sah, Kummier, Bahle und Michaelis. 23. Abt. 7 Uhr Sahlabende bei Lewandowski, Seeftr. 104, und Taube, Süerftr. 62a. " 25. Abt. 7 Uhr Rahlabende bei Gott, Aniprodestraße; Kramer, Cothenius. traße 3 Lemble, Elbinger Str. 49, und fahrenholz, Esmarchstr. 9. 26. bt. 7 Uhr im Musikalischen Fuchs", Joftnstr. 7, Abteilungsver. fammlung. Bortrag des Gen. Dr. Balter Rechlin über Wahlausfall und Boltsentscheid". 27. Abt. 7 Uhr Schulaula Sonnenburger Str. 20, Mitgliederversammlung. Bortrag des Gen. Marquardt über Die Lehren der Reichstagsmahl". 28. Abt. 7 Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23, Abteilungsversammlung. Tagesordnung: Die Wahl der Abteilungsleitung. 29. Abt. 7 Uhr Aula Senefelderftr. 6. Geschäftsbericht und Neuwahl des Bos flandes. 30. Abt. 7 Uhr Schulaula Bappelallee 40-41. Bortrag des Gen. Dr. Bitte über Reichstagswahl und Boltsentfcheid. 82. t. 7 Uhr gemeinschaftlicher Abteilungszahlabend bei Schmidt, Frucht ftraße 36a( unterer Gaal). Tagesordnung: 1 Jahres- und Raffenbericht, Die Bezirks 2. Neumahl des Abteilungsvorstandes, 3. Berschiedenes. führer laden ein. 84. abt. 7% Uhr Sablabende bei Milde, Barschauer Str. 17, und Rofin, Gubener Str. 19. Die Bezirksführer Stunde früher bei Rofin. 35. t. 7 Uhr Sahlabenbe: Köpper, Rigaer Str. 85; Sellriegel, Rigaer Straße 54; Bombe, Boigtstr. 25; Drelfe, Sareinerftr. 18, und Gemeinde fchule Samariterftr. 20. 36. t. 7 Uhr in den Bobalen Busch, Sibiter Str. 27; Biebermann, Borndorfer Str. 9, und Wittsbuk, Petersburger Str. 5. GU Arbeiter- Sport Nacktkultur. A felbständiges Denten und Handeln. Spielend fördert das Schach die Gebanfentonzentration und stählt die Geistesmusfeln. So werden Arbeiter, die sich mit dem Schach beschäftigen, stets geistig regsame Menschen und für den Freiheitskampf brauchbare Kräfte sein. Selbstverständlich müssen bei Schülern und Jugendlichen besondere Maß nahmen in Betracht gezogen werden. Der Berliner Arbeiter Sch a cht lub hat es fich zur Aufgabe gemacht, das Schachspiel in vernünftigen Formen mehr als je unter den Jugendlichen und Schülern zu verbreiten. Zu diesem Zweck findet am Sonntag, den 18. Mai, nachmittags 4 Uhr, ein Propagandatag der Berliner Arbeiter- Schachjugend im Ledigenheim, Schönstedtstr.( ain Brunnenplak, 5 Minuten vom Bahnhof Wedding), statt. Programm: Blind spiel, Simultanvorstellung, Problemlösungsturnier, Wettkämpfe vox fombinierten Jugend- und Schülermannschaften. Eintritt und Teilnahme für jedermann frei. Jiu- Jitsu und Ringen. Auf vielen Spiel. und Sportplägen ist heute die Nadtübung nichts Neues mehr; es wird mit nadtem Oberförper, nur mit turzer Sporthose belleibet, geturnt, gespielt und Gymnastit getrieben. Fast überall find Familienbäder eingerichtet worden, in der Erkenntnis, daß Nadtheit für beide Gefchlechter nur erzieherisch mitten fann. Alles dies ist heute erfreulicherweise zur Gewohnheit geworden; auf jeden Fall ist der Anfang zu einer freiheitlicheren Entwicklung der Madtfultur geschaffen. Aber dennoch gilt es, die Errungenschaften auf diesem Gebiete festzuhalten, sie zu nerteidigen und noch weitere Fortschritte zu erfämpfen fuchen. Diese Aufgabe müßte fich jeder förperkulturfördernde Verein zur Pflicht machen; denn heute noch versucht das Mudertum, die Fortschritte der Nadtkultur zu unters graben. Darauf muß ihm eine gebührende Antwort gegeben werden. Der nadte Körper ist niemals anstößiq; er ist ein Runstwert der Natur und kann nur schön wirken. Die Nacktübung soll den Rörper widerstandsfähig und gesund erhalten, sie wird gefordert Das Programm zu dem Großfampftag der Sportl. Bgg. aus gesundheitlichen, ästhetischen und moralischen Gründen, Luft und Nord Ost 06" am Freitag, den 16. Mai, in der KönigstadtSonne foll auf den Körper ungehindert einwirken; die Haut wird Brauerei am Schönhauser Tor steht nun so gut wie feft. Im Jiubeffer durchblutet und der Rörper widerstandsfähig gemacht, ins. Jitsu wird der Federgewichtsmeister Saltomffi( 114) zu beweisen besondere gegen tuberkulöse Krankheiten. Die Sonnenstrahlen wirten haben, daß sein Erfolg gegenüber dem Leichtgewichtsmeister Krawezak auf das Blut ein, der Stoffwechsel im Körper wird durch die Be-( 128) im März d. I. feinem bloßen Zufall zuzuschreiben war. Weiter wegung gefördert. Aus ästhetischen Gründen wird die Forderung wird der routinierte Steinke( 145) zeigen müffen, ob er auch technisch beshalb gestellt, weil der menschliche Körper fraglos ein Kunstwert vollendeten Kämpfern wie Gillert( 180 Pfd., Köln), 1. Sieger in den ist; wir wollen es betrachten, vergleichen und die Muskeltätigkeit Schwergewichtsmeisterschaften, mit Erfolg entgegentreten fann beobachten, furz es studieren dürfen. Dies alles ist unmöglich, wenn Gillert hat sich besonders im letzten Jahre zu einem vollendeten Techder Körper ängstlich verhüllt ist. Nicht nur Gymnastik und Turnen, nifer im Stand und am Boden entwidelt, dazu verfügt der Kölner nein auch das Wandern sollte zu Radtübungen ausgestaltet, die über enorme Kraft und Ausdauer. Auch seine gewaltige Armspann Kleiderhülle in der freien Natur abgelegt und die Einwirtung der weite von genau zwei Meter wird ihm von Vorteil sein. Weiter fauerstoffreichen Wald- und Höhenluft erreicht werden. Hierbei soll werden im Jiu- Jitsu tämpfen: Qups( N.-D., 120), 2. Gieger in den man, um feinen Anstoß zu erregen, den Mittelteil des Körpers mit Leichtgewichtsmeisterschaften, gegen Hunger( Boran, 120), den langfurzer Hose bzw. leinenen Badeanzug( Damen) bekleiden. Eine jährigen Trainingspartner Steintes, ber routinierte Führer( 122), Trainer des G. C. Lurich, gegen Rechenbach( N.-D., 124), Ziegler und fröhlichen Eindrud, wenn die sonnengebräumten Gestalten durch( N.-D.), 1. Sieger in den Mittelgewichtsmeisterschaften, gegen Hensel Wald und Feld ziehen. Auf jeden Fall ist der Nadtsport das befte Erziehungsmittel für( Libertas), Leppelt( Zurich, 110) gegen den flinken Bolf(.- D., 105). Auch die Ringtämpfe zeigen eine gute Besetzung. beide Geschlechter. Nadtsport bietet die beste Grundlage für beffere, 1. Sieger in den Jugendmeisterschaften( 1923). Oppermann( N.-D.), 48. Ubi. 7% Uhr bei Gitefing, Baſſertorftr. 68. Bortrag der Genoffin Baden geläutertere, fittlichere Anschauungen. Nur unsaubere und prüde trifft auf den Ringtünstler Droas( S. C. Berolina, Kreismeister Bersonen fönnen darin fittliche Gefahren wittern. Es ist ein Fehler, Bantamgewicht), Utecht( N.-D.) fämpft gegen den internationalen den Begriff„ Nackt" mit demjenigen des Unmoralischen oder Un- Schinkowski( N.-M., Kreismeister Federgewicht), der draufgängerische fittlichen gleichzustellen. Zunächst müssen die fittlich Gereiften und an die Nacktheit Gewöhnten die Freiheit beanspruchen, jederzeit auf abseits gelegenen Plägen in der Natur die Nacktübung betreiben und fich nach Herzensluft in Licht und Luft tummeln zu können wir stehen noch in einer Zeit des Umschwungs und Aufbaues. Es dürfte baher auch unser gutes Recht sein, vom Staate zu verlangen, den natürlichen Körper frei und ungehindert in der Natur bewegen. zu fönnen; auch die Körper- und Nacktkultur soll man zu ihrem Recht tommen lassen. hofenftr. 1. 38. t. 157, und 158. Bezirt bei Bartufo, Friedenftr. 88; 188 bis 188. umb 195. Bezirk bei Mögwis, Barnimftr. 13; 161. Bezirk bei Subotto, Richt 89. bt. 7 Uhr im Jugendheim Bindenftr. 8. Bortrag des Gen. Bitte über Reichstagswahl und Erfüllungspolitit". 41. bt. 74 Uhr Bahlabende, in folgenden Sofalen: Schmidt, Teltower Straße 18; Giman, Belle.Alliance- Str. 30; Schuster, Chamiffaplag 4; Lube, Bergmannstr. 93; Mende, Gneisenauftr. 6a. 43. bt. 714 Uhr Rahlabend in den bekannten Lokalen. 44. st. 7½ Uhr im Reichenberger Sof, Reichenberger Str. 147. Bertoos folche Madiwanderung erwedt tatsächlich einen schönen, erhebenden bes Gen. Dr. Freund, M. b. L. 46 6 7 e Ranlabend Schulaule Wrangelfir. 85. Tagesordnung: Neuwahlen der Abteilungsleitung und Vorarbeiten fr bie Elternbeiratswahlen. Maimarten und Maizeitungen abrechnen. 47. 95t. 7 Uhr gemeinsamer Bahlabend bei Behrendt, Manteuffelfte. 85. Gen. Dr. Kawerau( pricht über Das Ergebnis der Reichstagswahl". heim über Die Lehren ber Reichstagswahl" michtig. Charlottenburg. 53. bt. 7 Uhr gemeinsamer Sahlabenb aller Bezirke bei 6./7. Gruppe: 7 Uhr im Jugendheim Luz, Ufnauftr. 1. 54. Abt. Rosinenstr. 4. Tagesordnung: Die Lehren der Reichstagswahl". 55. 6. 7 Uhr Rahlabende: 8. und 9. Gruppe bei Reimer, Wilmers 56. 16t. 7 Uhr borfer Str. 21; 10. Gruppe bei Bohne, Schloftr. 45. Abteilungsverfammlung Schulaula Befalossiste 40. Tagesordnung ist fehr 57. Abt. 1. Gruppe: 7½ Uhr bei Arnbt, Rantftt. 51. Thema: Gibt es eine Berständigung mit Frankreich?" Referent Gen. Dr. Jefahre. Distuffion über ,, Die Lehren der Reichstagswahl". Gäfte wiltommen. 2. Gruppe bei Thunad, Wielandstr. 4. Bortrag des Stabtn. Gen. Clajus iber Die Lehren der Reichstagswahl". 58. 6. 71 Uhr im Sigungsfaal, Ranteftr. 4, D. 4 St. Thema: Aktuelle Fragen der auswärtigen Bolitit Referent Gen. A. Rofin, Attaché im Auswärtigen Amt. 88. st. Salenfee. 8 Uhr Bahlabend' bei Gandmann, Westfälische Str. 42. Reuwohl des Abteilungsvorstandes. Bilmersdorf. 69. Abt. 7 Uhr bei Andreas, Pfalzburger Str. 53, Rahl abend. Vortrag des Gen. Lüdemann, M. b. 2., fiber ,, Die Lehren der Reichstagswahl". 70. Abt. 7 Uhr bei Rroiß, Solfteinische Str. 60. Vortrag des Gen. Serrmann über Die Lehren ber Steichstagswahl".. 72. Abt. 7 Uhr im Reichensaal der Gemeindeschule Roblenzer Str. 15. Vortrag des Gen. Dr. Dalin, über Deutsch- cuffifthe Sandelsbeziehungen". Gähöneberg. 78. Abt. 8 Uhr gemeinsamer Zahlabend beim Gen. Rofenthal, Eberstr. 66. Gen. Franz Rünstler fpricht über ,, Die Lehren des WahlLampfes": 79. Abt. Vintlich 71 Uhr Sahlebende: Bezir? U bei Arndt, Baußener Str. 10; Bezirte 2 und 3 bei Säußer, Königsweg 42; Bezirte 4, 5 und 6 bei Groß, Gedanftr. 17; Bezir? 7( Sachsendammi) bei Botsauk, Sachfendamm, Ede Reichardtstraße; Beairt 8.( Siedlung Bindenhof) bei Achtenhagen. Tagesordnung in allen Bezirken: Der Bahlaus fall und die nächsten Aufgaben". 80. bt. 8 Uhr beim Gen. Lähn, Rubensftr. 49, Funktionärsikuna.( Alle alten Geneſſen men erscheinen.) 82. ht Steglik. 8 Uhr ablabend an den bekannten Stellen. 84. Abt. Eanfmig. 8 Uhr Funktionärfiguma bei Runge, Siethenftr. 24. 24 85. Abt. Tempelbol. 7 hr Bahlabenbe: 1 bis 6. Bezirk bei Sanfen Boruffia, Ede Neue Straße; 2. und 5. Begirt bei Bufe, Berbet, Cate Raifer- Wilhelm- Straße: B. und 4. Beşirt in der Linde, Merder, Ede Friedrich Karl- Strake; 7. Pezirt bei Wanalid, Oberlandfte. 1. 88. t. Lichtenrabe. 8 Uhr Bahlabend Schule Roonftraße. Der Vorstand um 7 Uhr daselbit. Reutilu. 89. Abt. 1. bis 5. Bezirk bei Stahl, Ganberffr. 11; 6., 11. unb 12. Beziz bei Gläfer, Bonnierstr. 24; 7. und 8. Bezir? bei Selger, Senauftr. 16; 9., 10., 18. unb 19. Bezirk bei Schulz, Sobrechtfte 64. 90. Abt. 7% Uhr Geule Donauftr. 120. Bertrag bes Gen. Means one Borher, um 6% Uhr, ilber Bas Lehren uns die Reichstagswahlen?" dafelbst Funktionärsihung.. 91. st. Nicht Mittwoch, fondern Donners tag abend 7½ Uhr Abteilungsversammlung im Rarlsgarten. L. Bericht des Vorstandes. 2. Neuwahlen. 92. st. 7 Uhr Sahlaberbe: Be girte 14, 29 und 30 bei Ernst Fifcher, Seidelberger Str. 31; 27./32. und 28./38. Beşir Schule Elbefiraße: 31., 44. und 45. fowie 55, Bezirk bei Räderip, Innftr. 8; 46./59. unb 71./72. Bezirk bei Dahlfe, Richardftr. 108. In allen Bezizten Stellungnahme zur Neuwahl des Abteilungs- und Auf Kreisvorstandes. Wahl der Delegierten zum Kreisvertretertag. ftellung der Listen für die Elternbeiratswahlen. Rein Trintawang. 93. Abt. 7 Uhr bei Wolf, Rirchhof, Gde Wipperstraße. Bortrag des Gen. Fendel fiber Reichstagswahlen und was nun?" 7½ Uhr Rahlabende: 51./52. Besirf im total March, Schillerpromenade 39; 65./66. Beair! im Laben des Gen. Miller, Serrfurthstr. 19; 64., 67, 68., 76., 77. und 78. Beşir im 2obal Günther, Schillerpromenade 1. 96. und 97. bt. 7 Uhr gemeinsame Abteilungsversammlung im Zeichenfoal der Schule Thomasstt. 30/21. Bottrag bes, Gen. Dr. Paul Levi, .. R., über Die Lehren der Reichsmahlen". 95. bt. 7 Uhr Ab. tellungsversammlung bei Grieger, Leffingitr. 9. Bericht und Neuwahl des Vorstandes. 94. Abt. 101. Abt. Zreptom. 7½ Uhr Einzelsablabenbe: 1. Bezirk bei Saafe, Bouché. ftvake 32; 2. Bezirk bei Gollies, Riefholzftr. 19; 8. und 4. Beair? bei Ottinger, Riefhols, Ede Elsenstraße: 5. Bezirk bei Krugmann, Säger Säuschen. Bortrag und Stellungnahme zur Generalversammlung. Abteilungsverfammlung. 103. Abt. Oberschöneweibe. 7 Uhr Aula des Realgymnasiums Zeppelinfoaße, 104. Abt. Rieberschönewelbe. 7 Uhr Generalversammlung im Seidenfaat der Anabenschule Rubomer Straße. Berichte. Wahlen. 106. Abt. Johannisthal. 7½ Uhr bei Schreiner, Friedrichstr. 6. Bortrag bes Gen. Artur Richter, M. d. L., über Die Lehren der Reichstagswahl". 108. bt. Räpenid. 7 Uhr Borstandsfizung im Jugendheim Grünauer Str. 5, Simmer 5. 108. bt. Friedrichshagen. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Schola. Fried. richftr. 81. Lichtenberg. 114. bt. 7½ Uhr bei verfammlung. Lauter( frither Rienäder), Rroffener Straße 14. Bortrag des Gen. Bernhard Arilger über Die Schren der 115. Abt. 7% Uhr Sahlabende: 1. Gruppe bei Reichstagswahl". Arichn, Jungite. 10. 2. Gruppe bei Lohan, Jungite. 29; 3. Gruppe bel Rabtic, Milggel, Ede Scharnweberstraße: 4. Gruppe bei Seiple, Repn 116. t. 7 Uhr im Gesangfaal der Anabenmittelschule prinzenstraße. Marliftr. 12/13. Bortrag des Gen. Seilmann, M. d. 2., über Bas nun?" 117. bt. 7 Uhr Schule Lücftr. 60. Vortrag des Gen. Dr. Rorach 119. Abt. 7 Uhr gemeinsamer liber Die Lehren der Reichstagsmah!". Bahlabend im Gefangfoal des Cäcilien- Enzeums, Rathausstr. 8. Bortrag des Gen. Knoll über ,, Diz Lehren der Reichstagswahl". 121. Abt. Karlshorst. 7% Uhr im Fürstenbab, Söhnower Wiesenweg. Bortrag des Gen. Gimon Rakenstein über Welche Lehren ziehen wir aus der Reichstagswahl?" 122. Abt. Biesbor. 71 Uhr bei Borath. Marzahner Str. 31, Bortrag bes Gen. Buschid über Die Lehren der Reichstagswahl". 124. Abt. Babisberf. 8 Uhr im Lotal Anders, Bahnhofstraße, Mitglieder. Bautom. 128. Abt. 7 Uhr Rahlabend Schule Raiser- friedrich- Straße. Bor. 129.- 130. bt. irag bes Gen. Ruben über Die Lehren bes 4. Mai". 7% Uhr gemeinsamer Zahlabend im Jugendheim Breite Straße. Bortrag des Gen. Reventlom über Die Behren der Reichstagswah!". 131. bt. Ricb rfchönhausen. 7 Uhr Mitgliederversammlung im Schloß Schön. haufen, Sindenste. dl. Bortrag über Reichstagswahlergebnis unb Bolts. entscheid". Referent Gen. Dr. Mierendorf. 183. Abt. Budhols. 7 Uhr Sablabend bei Roffad, Sauptstr. 51. 136. Abt. Reinidenbors- Olt. 72 Uhr Bezirksabenbe in folgenden Bokalen: 1., 2. und 3. Begirt im Lotal Rorrach, Provingstr. 61( am Bahnhof Schön. hola); 4. Beairt beim Gen. Grob, Brovinaftr. 101; 5. und 6. Begir? im Lotal Runze, Gee, Ede Aegirſtraße: 7., 8., 9., 12. und 13. Bezirk im Jugendheim Seebab, Resibenaftr. 49; 10. und 11. Beairt im Lobal Stein bam, Schillerpromenade 49; 14., 5. und 16. Bezirk im Lotal Bürger garten, Hauptfte. 50-51. 140. Abt. Borfigwalbe, 7 1hr Sahlabend im Lotal Boitschach, Ernststr. 1. 1 Stunde früher Borstandsfizung. Wichtige Tagesordnung. Frauenveranstaltung am Mittwoch, den 14. Mai: 8. Areis Spandau. 7½ Uhr Areisfrauenverfammlung im Lotal Wind, Richelsdorfer Straße 5. Bortrag ber Genoffin Gertrub Sanna, M. d. 2., über Die Lehren der Reichstagswahl". " 1 * Jungfazialisten. Ueber Der Bericht der Sachverständigen und Deutschlands mirtidaftliche Möglichkeiten fpricht Gen. Rudolf Wiffell am Donnerstag, ben 15. mai, im Jugendbeim, Silfiter Str. 5 Kinder Schauturnen. Der Duscha( N.-D.) hat den Kreismeister im Leichtgewicht, H. Nowad (..), als Gegner, der starte Klein( N.-D.) ringt gegen den guten Technifer Richter( Sp. Bgg. Lichtenberg). Ergänzt wird dieses Programm durch Vorführungen des Jiu- Jitsu- Systems( Freiübüngen, Jiu- Jitsu als Straßenverteidigung) und durch eine Riege der tüchtigsten Mittelgewichtsheber Berlins, bei der u. a. der Kreismeister Lagenpusch( Sandow) mitwirken wird. Alle Freunde wirklich erftflaffiger, vornehmer Sporttämpfe werden am Freitag auf ihre Kosten kommen. Beginn der Kämpfe 8 Uhr. " Reichsarbeitersporttag am 22. Juni im Stadion. Beginn nachmittags 1½ Uhr. Eintritt: Einheitspreis 50 Bf. Arbeitslose Mitglieder unserer Vereine gegen Vorzeigung der Stem pel und Vereinsmitgliedstarte frei. Jedes Mitglied ist verpflichtet, in Sportkleidung am Einmarsch teilzunehmen. Die Mit glieder des Kartellverbandes erhalten ihre Eintrittskarten durch ihre Organisation. Die Eintrittstarten werden durch Dehlschläger in der Fichte"-Geschäftsstelle, Köpenider Str. 108 of rechts, am Dienstag ab 5 bis 7 Uhr ausgegeben. Die Karten gelten nur für Mitglieder. Die Karten zum Eintritt für Nichtmitglieder werden später ausgegeben und werden durch die Kartellvorsitzenden mit den Plakaten zusammen abgeholt. Die Aufforderung hierzu ergeht durch die Presse. Die Borsigenden haben dann dafür zu forgen, daß die Arbeiter. fportler in den Betrieben die Eintrittskarten zum Bertrieb an die Arbeitskollegen rechtzeitig erhalten. * Die Zemaiter- Kommiffion zum NAGE. war im Gewerkschaftshaus zu fammen. Bis Sonnabend, den 17. Mai, follen alle Kartellorganisationen einen Putzen Sinweis auf 8wed unb Riel ihrer Bestrebungen nebst einer entsprechen den photographischen Aufnahme zur Beröffentlichung in der eftfchrift ein fenden. Da fich die Fußballer immer fehr zurückhalten, forderte die Rom mission die Bertreter der Fußballer auf, dafür zu sorgen. daß beim Einmarfo ins Stadion sämtliche Mannschaften in Sportkleidung vertreten find. Am Sonntag hatten die Kinderabteilungen ber Freien Turnerschaft Groß- Berlin in der Zentralturnhalle Prinzenstraße ihren großen Tag. Zum zweiten Male fand ein großes öffentliches Turnen diefer Art statt, das gegenüber der ersten Beranstaltung recht gute Fortschritte aufwies und als gut gelungen bezeichnet werden fann. Bunft 3 Uhr marschierten in ziemlich einbeitlicher Kleidung in der stattlichen Zahl von 350 die Knaben und Mädchen vom Turnhof ein und füllten die ganze Turnhalle aus. Unter den Klängen der Mufit begannen die Freiübungen, Knaben und Mädchen in abwechselnder Reihe und verschiedenartigen Uebungen, die eine hübsche Massenwirkung erzielten. Dann zeigten die Knaben ein Riegenturnen an den Geräten, dem die gleiche Dar bietung der Mädchen folate. Als Sondervorführung führten die Mädchen vom Bezirk Süden rhythmische. llebungen nach Mufit vor. Diefer Programmpunkt hätte wohl durch andere Abteilungen. insbesondere auch durch Knaben, vervoüständigt werden fönnen. Musterriegen wurden erfreulicherweise in großer Zahl und mit guten Leistungen gezeigt, so daß die ganze Turnhalle dicht besetzt war. Bu empfehlen wäre hierbei, ebenso wie beim Riegenturnen, daß auch die Borturner von Kindern geftelt werden und die Erwachsenen sich auf die Hilfestellung beschränken: ebenso müßten Kürübungen ausgeschaltet werden, da in diesem Falle die Riege unter Sondervorführungen gehört. Ein buntes und lebhaftes Bild boten wie immer die Wettiäufe, zuerst die Kleinsten bis 10 Jahren, dann die Größeren. Nicht minder intereffant war das an d= ballwettspiel Wedding gegen Norden II, bei dem die ersteren eine überlegene Technit zeigten und daher den Sieg errangen. Die Maffenpyramiden an vier Pferden und vier Barren waren teilweise recht swierig, wurden aber gut durchaeführt. Nun folaten Wett und Singspiele, die der Kinder liebste und fröhlichste Tätigkeit sind und mit wahrer Hingebung gezeigt wurden. Dann traten alle Rinder an, da ihr Turnprogramm erledigt war. In turzer Ansprache, wurden die Eltern gebeten, überall darauf hinzu wirken, daß der Juoenderziehung mehr Beachtung geschenkt wird. Die Eltern möchten ihre Kinder nicht nur zum Turnen schiden, um fie für ein paar Stunden los zu fein, sondern persönlichen Anteil an der gesamten Erziehung ihrer Kinder nehmen. Die jetzige Jugend Don 14 bis 18 Jahren hat zehn Jahre schwerer wirtschaftlicher und moralischer Not durchgemacht und wenig von Idealismus für das Gesamtwohl gefehen. Die neue Generation darf nicht gleichfalls im rüdfichtslosen Egoismus aufwachsen, und deshalb mögen die Eltern mit den Jugenderziehern Hand in hand arbeiten. Ein Schlußlied der Rinder beendete die gut organisierte Beranstaltung, die hoffentlich der Jugendherberaswoche aber die Vereine zu einem Umzug durch die lich weitere Kreise für das Jugend- und Kinderturnen gewonnen hat. Resultate. 10 X 40 Meter Bendelftafette. Unter 10 Jahren, Anaben: 1. Often 1.143; 2. Bedding 1.15; 3. Norben I 1.16%; Mädchen: Norden 1.13% min. Ueber 10 Jahren, Knaben, 1. Lauf: 1. Norden I 1.64/ s: 2. Gildoften 1.84%; 3. Bedding 1.9; 2. Lauf: 1. Often 1.7%: 2. Sorben II 1.72/; 3. Gülben 1.12%. Mädchen, 1. Lauf: 1. Norden I 1.114/ s; 2. Often 1.123/ s; 8. Norden II 1.15; 4. Norden II 1.182/ s; 2. Lauf: 1. Süden 1.9%; 2. Wedding 1.12; 3. Güdosten 1.16 Min. Schach und Jugend. Die Mannschaftstämpfe des Arbeiter- Athletenbundes. Die Mannschaftskämpfe des 4. Rreifes, bie begonnen haben, hatten int Ringen folgende Refultate: Berolina Reukölln, die gegen Lurich) in 3 er B- und Jugendflaffe antrat, tonnte in der A- und B- Klaffe mit 4 au 2 und 3½ zu 2½ Buntten gewinnen. Während in der Jugend mit au 2½ Buntten& urich Gieger blieb. Dafür holte sich Lurich orgèn Siegfried 09 mit 3½ au 2% in der A- Klaffe und mit 4 au 2 in der B- Klasse gegen Steglik am Sonntag den Gieg. Neukölln, das in der A- Klaſſe gegen Sturm- Oberschöneweide hoch mit 5½ zu gewonnen hatte, mußte fich in der B- Alaffe von Adler mit 4 zu 1 fchlagen lassen. Röpenid gelang es, nur trapp gegen Deutsche Eiche mit 3 au 2½ Bunften au fiegen. Ebenfalls mukte fich Berolina II von Tegel gefchlagen bekennen. Die Kämpfe nehmen ihren Fortgang. Am 13. Mai treffen folgende Vereine aufeinander: Libertas- Neuköln in der Schule Svrceftr. 23, Charlottenburg; Rövenic- Zurichy in Röpenid in der Schule am Schloßplak und Spandau gegen Deutsche. Eidhje in Spandau, Geih' eftfäle. Am 16. Mai stehen fich folgende Vereine geganüber: Giegfried- Norden in der Schule Wiclefftraße; Segel- Nordwest in Tegel; Berolina II- Rontordia in Neukölln. Raiser- Friedrich- Str. 86, fowie AdlerGandom in der Manteuffelstr. 95. Sämtliche Rämpfe beginnen abends 8 Uhr. Kartell- Sportfest in Wilmersdorf. Die Arbeiter- Jugend- und Sportvere eine im 9. Beairt veranstalten am tommenden Sonntag auf dem Bereins turnplak der Freien Turnerschaft Wilmersdorf in der Württembergischen Straße ( nahe Fehrbelliner Blak) wie alljährlich ein gemeinfantes Sportfeft. Da den Sporttartell ein feftaus nicht genehmigt ist, das Städtische Jugendamt anläk Stabt um Breukenvart einladet. beginnt das Programm auf dem Festplas um 2 Uhr, vother Fußball- und Sodenfpiel. Cin Surechchor und Freilichtbild merden bei eintretender Dunkelheit das feft beschließen. Borverkauf bei den Mitaliebern und auf dem Turnplak. Sportverein Moabit. Leichtathletik, Soden. Sandball, Fußball, Turnen. Männer, Frauens, Jugend, Schüller- Abt. Jeden Montag und Mittwoch 6 Uhr Training auf dem Sportplak Tiergarten( Bhf. 800). Die Beerdigung des Sportgenoffen Mar Lehmann findet am Dienstag, den 13. Mai,% 44 Uhr, auf dem Scilands- Kirchhof( Prößenfee) statt. Treffpunkt fämtlicher Mitalieder um 3 Uhr am Bhf. Beuffelstraße. Geschäftsstelle: Erich Richter, N. 21, Wiclef ftraße 20. Souriftenverein ,, Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin, E. B. Mittwoch, ben 14. Mai, Sprechchorprobe in der Schulaula Gipsstr. 23, pünktlich um 8 Uhr. Socken Athletik- Sport- Club e. V. Leichtathletit Handball Rudern. Männer- und Frauenabteilung: Trainina jeden Dienstaa und Donnerstag auf Jugendabteilung: dem Fichte- Sportolak, Baumfdmlenwea, Eichbufch- Allee. Leiter der Jugendabteilung: Training jeden Dienstag und Freitag cbenda. Billi Epitude, Beclin GD. 36, Manteuffelftr. 64. Schriftführer der Handball. Gefchäfts. abteilung: Hanns Rahn, Berlin NO. 55. Marienburger Str. 47. stelle: Alfred Behrends, Berlin N. 87, Rinzendorfer Str. 7. Es ist wohl nicht allgemein bekannt, welchen großen er. zieherischen und bildenden Wert das Schach für die Schüler und Sugendlichen hat. Seine Einwirkung auf den Geist, die Läuterung der Charaktereigenschaften, des Dentens. Handelns und Empfindens ist für die Entwicklung des Kindes von höchster Bedeutung. Darum muß das Schach volkstümlich, Gemeinqut aller werden. Der Spieltrieb, der bei der Jugend in Erscheinung tritt, muß in frühester lung. Jeden Donnerstag: Training auf dem Sportplak in der Goßlerstraße. Jugend ausgenußt und in vernünftige. Bahnen geenft werden, da die Entfaltung dieses Instinktes eine Vorschule für die ernste Arbeit des Lebens bedeutet. Dabei gibt es wohl faum ein geeigneteres Mittel als die Beschäftigung mit dem Schachspiel. Hier wird die Jugend schon in eine besondere Kategorie von Spiel, Sport, Kunst und Wissenschaft eingeführt. Ihr Fühlen und Empfinden für diese Bielseitigkeit wird der Mutterboben für weitere Ausbildung, für Jugendveranstaltungen. Heute, Dienstag, den 13. Mai, abends 7% Uhr: Gesundbrunnen II: Schule Bant, Ede Wiesenstraße, Sans- Sachs- bend. Renton IV: Lotal Bärmintel". Steinbodftraße, Bortrag: Kommunismus". Strutölin VI: Schule Raiser- friedrich- Str. 4, Glasbrenner- Abend. " Norb oft I: Schule Danziger Str. 23, Bartrag: Werden und Bergehen im Weltan Prenzlauer Borstadt: Badeanstalt Oderberger Str. 37, Mitglieder. versammluna. Reinidendorf- Dit: Seebad Residenzstraße, Vortrag: Religion Bas ift und Rirche". Steafen: Jugendheim Bahnhofstr. 30, Bortrag: Sozialismus?" Steglit I: Jugendheim Albrechtftr. 46, Bortrag: ,, Alte und neue Schule". Tegel: Jugendheim Bahnhofstr. 30, Vortrag: Warum mandern wir?" Wannsee: Schule Charlottenstraße, Vortrag: Biele der GJ." Beften: Baugewertfchule Rurfürftenstr. 141, Arno- Holz- Abend. Hockey- Abtei Umkleidelotal: Rittelmann, Goklerstr. 8. Donnerstag, den 15. Mai, nach dem Training Situng. Freie Turnerschaft Grok- Berlin. Die Wahl zum Bundestaa findet in ben Turnhallen fiatt. Teilnahme eines jeben Mitgliebes unbedingte Pflicht. Дани Mittwoch, 7 Uhr, Schule Gipsftr. 23a: Sikuna der Jugendturnwarte: Don feber Abteilung zwei Jugendliche. Sonntag, Uhr vorm., Turnhalle Brinaenite.: Aufammenturnen aller Kreisturufestteilnehmer. Arbeiter Rabfahrerbund Solidarität", Berlin. Freitag, den 16. Mai. 7 Uhr, im golal Alua, Danziger Str. 71. Uebungsstunde aller Bundesgenoffen, bie Luft haben, zum Gautag die Musittapelle zu verſtärken. Vorträge, Vereine und Versammlunden. Gleiwiger. Donnerstag, 15. Mai, abends 8 Uhr, im Saal bes Deutschen Opernhaufes, Charlottenburg. Bismardite. 34/87, Ronzert unter Mitwirkung: Frau Grete Freund- Berlin, Frl. Lotte Marffcheffel. Serr Magnus Davidfohn, Serr Brof. Somscha u. a. Machher gemütliches Beifammenfein. Reichsbanner Schwarz Rot Golb", Ramerabschaft 7, Charlottenburg. Dienstag, den 18. mai, abends 7 Uhr, bei Thunad, Charlottenburg, Wieland Straße 4. Rameradschaftsversammlung. Durch Mitglieder legitimierte Gasbe herzlich willkommen. Wetterbericht. Größtenteils bewölft bei wenig geänderten Teinpe. raturen und mäßigen westlichen Winden. Nur bereinzelt etwas Regen. Wirtschaft 9-1 Die Folge der freien Wirtschaft. Eine neue Periode sozialer Erschütterungen. Das Landesarbeitsamt der Rheinproving geht in feinem Bericht über die Lage des rheinischen Arbeitsmarkts in der Woche vom 3. bis 9. Mai auf die Gründe des großen Kampfes an der Ruhr ein. Der Bericht, dessen Ausführungen über die Lage der Unternehmungen mit Reserve aufzunehmen sind, eröffnet Aus blicke auf eine Beriode heftigster sozialer Rämpfe. Die für die Wirt schaft und die Bevölkerung zerrüttenden Wirkungen der Befreiung der Wirtschaft vom Staatseinfluß und den Scyranten einer gerechten Sozialpolitit treten zutage. Der Bericht lautet: In dem legten Bericht wurde eine allgemeine Befferung mit Stodungen an einzelnen Stellen gemeldet. Für die Berichtswoche ist eine allgemeine Stockung und Besserung an einzelnen Stellen zu melden. Bohl ist die Zahl der Erwerbslosen zurückgegangen, was aber zum größten Teil nicht auf eine Befferung der Wirtschaftslage, sondern derauf zurückzuführen ist, daß für zahlreiche Personen aus rechtlichen Gründen der Unterstügungsanspruch er. I ofchen ist. Der Handel Frankreichs mit Deutschland. Der Ausweis der franzöfifchen Hanbelsstatistit zeigt die Rüdwirtung bes Frantsburzes auf bie franzöfifche Ausfuhr nach Deutsch land. Nach dem Ausweis der französischen Sollstatistik hat in den ersten drei Monaten des Jahres 1924 der Wert der französischen Einfuhr aus Deutschland sich auf 439 Millionen gegen 188 Millionen in der gleichen Zeit des Vorjahres belaufen. Der ert der französischen Ausfuhr nach Deutschland ist in der gleichen Zeit von 304 Millionen im Jahre 1923 auf 983 Millionen in diesem Jahre gestiegen, hat sich alfo mehr als verbreifacht Der franzöfifche Handel mit Der franzöfifche Handel mit dem Saargebiet beläuft sich auf 218 Millionen gegen 134 Millionen im Vorjahre in der Einfuhr und 252 Millionen( 131 Millionen) in der Ausfuhr. Deutsche Siedlungspläne in Chile. Belglen und die Reparationsfoble. Der Brüffeler Berichterstatter des Deumre" berichtet über die Schwierigfeiten, welche auf dem belgischen Rohlen. mar? t burch die verstärkte Zufuhr von Ruhrfohle entständen. Die sozialistischen Abgeordneten Delatte und Dujardin, Borsitzender bzw. Sekretär der belgischen Bergarbeiterzentrale, erflärten in einem Brief an den sozialistischen Peuple", sie ständen auf dem Standpunkt, daß Belgien Reparationstohle brauche, aber nur in einem Maß, das den Bedürfnissen des Marktes entspräche und übertriebene Breissteigerungen hindere. In den letzten Monaten feien jedoch die von der Micum gelieferten Kohlenniengen über diefes Maßhinausgegangen, da Belgien zurzeit 1 Million Tonnen Kohle auf Lager habe und auf den Kohlenzechen Arbeitslosigkeit herrsche. Es wäre also zwedenisprechend, wenn die Ver. teilungsstelle für deutsche Kohle diese Sachlage berücksichtigte. Ein internationaler Arbeitskongreß in Prag. Nach einer Meldung aus Santiago de Chile hat eine In der Zeit vom 21. bis 24. Juli wird in Prag ein inter deutsche Gesellschaft der chilenischen Regierung vorgeschie gen, die füdlichen Gebiete der chilenischen Republit durch nationaler Kongreß für die Festlegung wissenschaftlicher beutsche Kolonisten anbauen zu laffen. Die Kolo- Methoden in der Arbeit stattfinden. Zu diesem Kongres nisten würden sich verpflichten, die notwendigen landwirtschaftlichen sind 38 technische und industrielle Korporationen der großen und Maschinen selbst einzuführen. Die Preise ist im allgemeinen diesem fleinen Entente, wie auch Ameritas, eingeladen. Man rechnet damit, Projekt günstig gestimmt. Dagegen ist das Landwirtschaftsminis daß sich, die übrigen Staaten hinterher mit einer einfachen Ratififasberium dem deutschen Vorschlag wenig geneigt. 3um mindesten fion der von dieser Konferenz zu fassenden Beschlüsse bescheiden wer. will es der Gesellschaft nicht ein so großes Gebiet abtreten, als diese den. Die Konferenz wird voraussichtlich die Schaffung eines ständigefordert hat. gen Bureaus mit zwei Sefretärinnen befchließen. Gleichzeitig foll ein Verband der Ingenieure der Kleinen Entente gebildet werden. Gerstengraupen, lose Gerstengrütze, lose Zentner frei Haus Berlin. Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Coldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je 15,25-16,75| Malzkaffee, gepackt 22,00-24,00 15,25-16,25 Röstgetreide, lose.... 16.50-18,03 15,25-15,75 Kakao. fettarm 16,00-16,50 Kakao, leicht entölt 115,00-130,00 12,25-13,75 Tee, Souchon, gepackt. 350,00-430.00 18,00-19,50 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 22,00-25,50 Inlandszucker basis mel. 38.5 Haferflocken, lose Hafergrütze, lose.... Roggenmehl 0/1..... Weizengrieẞ Hartgrieß Maisgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, erl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Kartoffelmehl Linsen, große Makkaroni Makkaronimehl Schnittnudein, lose. Bruchreis. Rangoon Reis Das wichtigste Ereignis auf dem Arbeitsmarkt find die schwe ren sozialen Kämpje. Im Baugewerbe drohte die Stillegung der gesamten Bauten in Rheinland und Westfalen. Die starte Nachfrage nach Bauarbeitern infolge des fehlenden Nachwuchses und das zögernde Hereinkommen ber Bauarbeiterfclonnen von auswärts in die Rheinproving war ein wichtiges Moment in dem Kampf, ferner die große Bedeutung der industriellen Bautätigkeit auf dem rheinischen Baumarkt, die nicht in bem gleichen Maße burd) Rapitalmangel gehindert ist wie ber Wohnungsbon, dem jebe Berfeuerung einen schweren Rückschlag bringen muß. Die Gründe, die dem Kampf im Bergbau die Schärfe geben, müssen neben den äußeren Symptomen sehr beachtet werden. Der Bergbau ist eingeklemmt zwischen den Micum- Lasten und den Preisen der englischen Konkurrenz oder, da diese sich wegen des Devisenmangels nicht voll auswirken tann, der Kauftraft des In landes. Weil außerdem im Bergbau ebenso wie im Baugewerbe die menschliche Arbeit eine jehr große Rolle spielt und der Senkung der Brobuftionstoften durch Mecherifierung engere Grenzen gezogen sind, ist die Fähigkeit des Berghaus, Lohnerhöhungen aufzufangen und in sich auszugleichen, geringer. Benn auch nicht in dem gleichen Maße wie der Bergbau ist die ganze deutsche Industrie zwischen Belastung und Kauftraft eingeklemmt. An die mehr oder weniger unbewegliche Industrie treten die durch extreme Strömungen verschärften, fozialen Bewegungen heran. Durch die Unbeweglichkeit der einen Partei wird es ein Kampf auf engstem Raum. Die Kämpfe erhalten gegen früher einen völlig anderen Charakter dadurch, daß der elastische Pfeffer der Inflationszeit, die Geldentwertung, fehlt. Es geht hart auf hart. Wenn die Tragfähigkeit der Wirtschaft überschritten wird, zerbricht die Produktion, wenn nicht wieder die Währung zusammenfällt. Da die Parteien sich wohl nicht durch Verhandlungen von der Berechtigung oder Untragbarkeit ihrer gegen seitigen Forderungen überzeugen laffen, werden Fehler erft verbeffert merden, wenn in der Praxis durch Betriebsstillegungen und Arbeiterentiaffungen oder erhöhte Kranten 3iffern tie Unmöglichkeit demonstriert ist. So wie die Preise sich unter heftigen 3udungen über Preissteigerungen, Eretutions. verkäufe und Preisstürze nur langsam auf die volkswirtschaftlich richtige Höhe einspielen, werden auch ohn und Arbeitszeit erst nach langen Rämpfen unter schweren Er. schütterungen und Rüdschlägen auf dem Arbeitsmarkt auf das angemessene Maß gebracht werden. Die Bedeutung des Rampfes im Bergbau liegt darin, baß er eine neue Berlobe Trauerfpenden ber sozialen Rämpfe ohne das Bentil der Geld. entwertung einleitet und bon feinem Ausgang die tommende Entwicklung start beeinflußt wird. Und über allem fdywebt die Frage, ob es der zwischen Belastung und Rauffraft eingeklemmten Industrie überhaupt möglich sein wird, tros des Druces ousreichende Löhne zu zahlen, was von den Gewerkschaften bei den Verhandlungen mit der Micum bezweifelt wurde." Konjunkturzeichen. Ueber die Lage am Metallmarkt in der vergangenen Woche stellt der Deutsche Metallmarktbericht feft: Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. Getr Pflaumen 90/100 Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu.. Korinthen, choice Mandeln, süße Barl Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) . • 16,00-21,00 Kunsthonig 100,00-115,00 40,50 32,00-38,00 Inlandszucker Raffinade 41,00-42.00 14,00 15,75 Zucker Würfel...... 45,00-47.50 43,00- 49.00 28.00- 33,00 95,00-110,00 40,00-48,00 40,00-45,00 18.00-21,00 Zuckersirup hell in Elm. 13,50-16,00 Speisesirup dunk. in Eim. 22,25-24,50 Marmelade Eintr. Erdb. 28.00- 31,75 Marmelade Vierfrucht 26,00-34,00 Pflaumenmus in Eimern 35,00-41,00 Steinsalz, lose.. 42,00-48.00 Siedesalz lose 19,00-21,50 Bratenschmalz in Tierces 66,00-66,50 3,103,70 4.00- 4.70 40,00 45,00 Bratenschmalz in Kübeln 66,50- 67,50 36,00-37,59 Purelard in Tierces 20,00-24,00 Purelard in Kisten 15,00-17,00 Speisetalg in Packung 16,50-19,00 Speisetalg in Kübeln 64,00- 64,50 64,50-65,00 50,00-53,00 76,00 48,00 50,00 24,00- 31,00 Margarine, Handelsm. 1 58,00 30,50-36,00 desgl. Il 52,00 55,00 88,00-95,00 Margarine, Spezialm. I. 42,00-45,00 desgl. If 61,00-65,00 50,00-5,00 Margarine III 45,00-48.00 70,00 75,00 Molkereibutter i. Fässern 215,00-218,00 70,00-85,00 Molkereibutter in Pack. 220,00-223,00 75,00 165,00-170,00 90,00 Landbutter 77,00-83,00 Ausland butter in Fässern 215,00-218,00 145,00-135,00 Auslandbutter in Packg 220,00-223,00 135,00-150,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 33,00- 36.00 110,00-120.00 Speck, gesalzen, fett... 62,00-72,00 22,00-35,00 35,00-50,00 115,00-125,00 Kümmel, holländischer. 130,00-135,00 Quadratkäse Schwarzer Pfeffer Singap. 103,00-111,00 Quarkkäse weißer Pfeffer 138,00-148,00 Tilsiter Käse, vollfett Rohkaffee Brasil 185,00-220,00 Aust. ungezuck.CondensRohkaffee Zentralamerika225,00-290,00 milch 48/16.... 21,00-24,00 240.00-290,00 Inländische desgl. 48/12 17,50- 18,50 Röstkaffee Zentralam. 300,00-390,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 27,00- 28,00 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Röstkaffee Brasil. jeber Art Tiefert preiswert Paul Golletz, Dormals Robert Meyer, Mariannenstr. 3. sel. Morikpl. 10303 Reichssteuerverteilungen an die preußischen Gemeinden und Gemeindeverbände. Wie der Amtliche Breußische Bressedienst mitteilt, tommen aus Steuerüberweisungen des Reiches zur Verteilung: a) Cintommensteuer( 16. Gt., Rechnungsjahr 1924, Abschl. für Mai, neuer Schlüffel 1924) auf jeden Rechnungsanteil der Provinzen 1,5, der Landkreise 2,5, der Gemeinden 15 Milliarden. b) Dotationen( Rechnungsjahr 1924) stehen 1 336 000 Billionen Mark zur Verfügung. Die Ausschüttung erfolgt durch die Regie rungspräsidenten für die freisangehörigen Gemeinden regelmäßig durch Vermittlung des Kreisausschusses. Unter Zugrundelegung der ihr bekannten Schlüsselzahlen vermag jede Gemeinde den ihr zustehenden Betrag sich zu errechnen. oder Ein Vermögen aus Wolle. Einen Blid hinter die Kulissen der englischen Wollauktionen gewährt nachstehender Brief des Lon boner Mitarbeiters des Konfektionär":" Seit die Hauffe in Wolle einfeßte, find in Bradford eine Anzahl von Leuten illionäre geworden. Namentlich jene weitsichtigen glücklichen? englischen Händler, die zu Anfang der Saison in Australien fauften und dann auf der letzten und zwar gegenwärtigen Bollauftion in London verkauften, hoben bis 11 Bence am Bfund(!) verdient. Und Wolle, die durchschnittlich in New Seeland mit 12% Pence pro Bfund bezahlt wurde, brachte in London 20% Pence, also rund 8% Pence Profit. Man erzählt sich in Bradford von Beuten, die an einem einzigen Geschäftsabschluß 15000 bis 20000 Bfund Sterling verdient haben. Die einzige Arbeit, die damit verbunden war, bestand in einem Ropfniden des Auftionators." Abermalige Erhöhung der Seefrachten nach Südamerika. Nach dem bereits am 12. April b. 3. eine Erhöhung der Seefrachten nach der Westküste von Südamerika von den Häfen Hamburg, Bremen, Rotterdam und Antwerpen um 2,6 Schilling pro Frachttonne eingetreten ist, wird jetzt eine weitere Erhöhung dieser Frachten vorgenommen Sie soll dem Fremdenblatt zufolge am 1. Jult In Rraft treten und beträgt für bie einzelnen Häfen und Waren gattungen zwifchen 5 und 12,6 Schilling pro Somme. HALPAUS RARITAT Sportverein Moabit ( Mitgl. d. A.-T.-u. Sp.-B.) Allen Turn- und Sportgenoffen bie fraurige Nachricht, daß unser lieber Sportgenosse Max Lehmann am 8. Mai, faum 20 Jahre alt, nach tursem, schwerem Leiden verstorben ist. Mit ihm ist einer unferer Besten dahingegangen. der für die proleterische Sportbewegung fiets fein ganzes Jah einfegte. Durch sein ruhiges Wesen hat er sich die Sympathie sämtlicher Mitglieder erworben. Alle, die ihn tannten, werden stets feiner gebenken. Beerdigung heute, Dienstag, 34 Uhr, von der Leichenhalle des HeilandsKirchhofes( Plößenfee) aus. Bahlreiche Beteiligung erwartet 38115 Der Borstand. In der Berichtswoche war am deutschen Metallmarkt eine a u sgesprochene Geschäftsuntust festzustellen, die amtlichen Rotierungen hatten zwar gegen die Borwoche taum eine Verände rung erfahren, jedoch gingen die Umsätze auf ein Minimum aurüd, und zwar aus den verschiedensten Gründen: Der Bergarbeiterstreit, welcher noch nicht beigelegt ist und durch den Ausfall an Kohlen eventuell für die Industrie schwere Folgen haben kann, der politische Zwischenfall mit der russischen Handelspertretung, die finanziellen Schwierigteiten, mit welchen heute die meisten Geschäftsbetriebe zu kämpfen haben, das find alles Momente, welche auf das ganze Geschäft hemmend einwirten. Es fehlt sowohl an Abgebern bei Preisen, welche vielfach augenblicklich für recht niedrig gehalten werden, aber troßnahme beim Hinscheiden unseres lieben, dem ist die Industrie fehr zurückhaltend, und der Handel fann vor Erledigung seiner spekulativen Engagements an eine Aufnahme nicht denten. Hierzu kommt noch, daß die Schwierigkeiten an der Fondsbörse natürlich auch auf das Waren geschäft einwirken, und es war daher nicht zu verwundern, wenn bie geschäftliche Tätigitt in der Berichtswoche völlig zum Stoden tam. Nur wenige Spezialmetalle find gesucht, hierzu gehört noch immer Aluminium; im Gegensatz zu den anderen Metallen hat Blei einen weiteren Rüdgang zu verzeichnen." Der Konfektionär" verzeichnet eine neue 3ahlungs. Ichwierigteit in der Manufatturwarenbranche. Die Manufatturmarengroßhandelsfirma" Warenimport und Export. G. m. b. H." Inhaber May Seligmann jr. in Frankfurt a. M., bes findet sich in Zahlungsschwierigkeiten und sucht einen Vergleich Don 33% Prog. herbeizuführen. Die Passiven betragen zirka 80 000 Goldmart, die Attiven bestehen in girta 40 000 Goldmart Warenlager und zirfa 25 000 Goldmart Außenstände. Staunings Valutaplan. Der im dänische Reichstag behandelte Balutaplan Staunings tst nicht gerade begeistert von den anderen Parteien aufgenommen worden. In dänischen Handelstreisen hat die Borlage zu lauten Brotesten Anlaß gegeben. Man bezeichnet die geplante Import. regulierung, die damit verbundene Ratifizierung und die Bermögenssteuer als im höchsten Grade lähmend für das Geschäftsleben und damit valutaschädlich. Auch meint man, daß der ganze Blan nichts weiter fei, als eine Wiederaufnahme des Regulierungssystems ber Kriegszeit mit allen seinen Uebeln. Troß des Widerstandes der Interessenten wird es Stauning vielleicht glücken, die Importregulierung und teilweise Ratifizierung durchzubringen. Hier fann er auf die Stüße der Radikalen rechnen. Mehr Glüd hat die Balutavorlage, die man in allen Lagern als eine wirkungsvolle Maßnahme zur Hebung der Krone anerkennt. Es handelt fich hier nicht um eine Monopolisierung des Warenhandels im engeren Sinne, sondern nur um eine Kontrolle, die dadurch ausgeübt werden kann, daß Bethsefer und Banten eine Bewilligung haben müssen, um mit Baluten handeln au fönnen. Auf diese Weise wird die Spekulation mit dänischem Gelde Im Auslande unterbunden, und man hat erreicht, was man erstrebte, eine gewisse hebung und eine Stabilisierung der Krone. Statt Karten! Für die Beweise herzlicher Teilteuren Entschlafenen Emil Schadow sage ich im Namen aller Hinterbliebenen innigsten Dank. Am 9. Mai verschieb nach furgem, schwerem Leiben unser lieber Rollege, der Korrettor Theodor Kramer im Alter von 72 Jahren. Durch fein oufrichtiges und liebevolles Befen hat er sich em treues Gedenten seiner Kollegen gesichert. Die Kollegen d. Norddeutschen Buchdruckerel, Berlin. Beerdigung am Mittwoch 430 Uhr von der Halle des 2. Städt. Friedhofes an der Blanken Hölle aus. Fitr die zahlreichen Beweise liebevoller Teilnahme beim Hinfcheiden meiner lieben Frau, Mutter und Schwiegermutter Luise Wildgrube geb. Beer 88148 fagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Neukölln, Weifeltr. 49. Paul Wildgrube. Margarete Warner geb. Wildgrube. Erich Warner. Arbeiter, Ungeftelte u. Beamte taufen meinen verfilberten Rafterapparat in eleg. Etui mit 12 Klingen für nur S.3,50 franto Nachn Reinh. Heinide, Ludenwalbe. In der Gesamt- Auflage Martha Schadow, geb. Kiefert. Besonders wirksam sind die KLEINER ANZEIGEN des„ Vorwärts" und trotzdem außerordentlich billig! Berlin, im Mai 1924. Bödikerstr. 4. FREHDElektro NAME GES GESCHUTZT DER QUALITÄTSTYPENDRUCKER MIT ELEKTR- ANTRIEB IN- U AUSLANDSPATENTE KOMM- GES. HOFFMANNE CO, BERLIN W 35 POTSDAMER STR. 436 Danksagung Die Qualitäts Cigaretten Fir bie vielen Beweise herzlicher Teilnahme und überaus große Beteiligung bei ber Bestattung meines lieben Mannes, unferes guten Baters, bes Bezirksverordneten Wilhelm Boerner Magen letbende nehmen bie echten Reichel's Magentropfen, bas erfagen wir allen Teilnehmern, insbesondere dem Herrn Lenze brobte Rezept M.1, als Sprecher bes Bereins der Freibenter, dem Genoffen Sarndt 2,50. Jn Drog. und als Bertreter ber Freireligiösen Gemeinde und dem Genossen Apotheken, fonft bei Rubeil für ihre Trostee- und Freundschaftsworte und bem Otto Reichel, Berlin 43, SO, Gifenbahnstr. 4. Männerchor Oberfprée" unseren herzlichften Dant 38125 DM Familie Boerner JOE LOE 24 12 Aus Herm und Frau Buffer's Filterwochen. Meine lieben Eltern, mein lieber Edit Ich begrüße Euch hier in unserem Heim, das Ihs, liebe Eltern, und ich muß Euch dafür ein Kompliment machen, in solch entzückender Weise eingerichtet habt. Hier sieht man eben wieder, an was eine Mutter alles denkt, mit welcher Sorgfalt elle Sachen ausgesucht sind. Es ist das erste Mal, daß wir Euch bewirten können, und hoffe ich, das wir noch recht oft Gelegenheit haben werden, mit Euch hier an unserem Tisch zu sitzen, um uns von den Mühen des Alltags auszuruhen und hier plaudern zu können. Wie ihr wibt, habe ich meinem lieben Edi ein Versprechen gegeben, das ich ebenso wie mein Jaworl in der Kirche halten werde, und Ihr habt es ja auch an dem schönen Braten gemerkt: Ich verwende, und wenn ich hundert Jahre alt werden sollte, in meinem Haushalt nur den Großen Stern, Original Hafelforster Margarine. Sie ist in allen einschlägigen Geschäften eu haben. Mit Frischmilch aus eigener Meierel verbullert Bullergeschmack und Nährwert übertrefflich Nr. 222 41. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Der„ Sieg" der Kommunisten. mit Bahlen der lezten Monate verglichen werden können. Reparationsfrage muß lo balb als möglich erHinter dem Kampf um das Sachverständigengutachten, der Auseinandersetzung mit der deutschnationalen Demagogie, die endlich an dem Punkte angelangt ist, wo sie nicht mehr weiter fann, ist der Erfolg der Kommunisten bei den Reichs tagswahlen etwas in den Hintergrund getreten. Und boch haben wir alle Veranlassung, der Bedeutung dieses zunächst unbestreitbaren Erfolges nachzugehen. Die tommunistischen Wähler find fast ausnahmslos Wähler, die bei späteren Wahlen für die Sozialdemokratie in Betracht kommen. Der Vergleich einzelner Wahlergebnisse in Sachsen und Bayern Dienstag, 13. Mai 1924 Stimmenrückgang zu verzeichnen, wenn die Wahlergebnisse Kräfte tonzentriert werden müssen: die Lösung der Das gilt für Sachsen, für Thüringen, für Bayern, reicht werden. Ist das durchgesetzt, dann ergibt sich den Komfür übed, für Otbenburg und selbst, für Potsdam munisten gegenüber alles andere automatisch. Sie werden in der Nähe von Berlin. Eine solch allgemeine Erscheinung dann im besten Fall zu einer rabifalen Arbeiterpartei, und fann nur dadurch erklärt werden, daß allgemein die tomdann werden die Maffen, die heute aus Berzweiflung ihnen munistische Belle feit der Stabilisierung im die Stimme gaben, gar nicht anders tönnen, als dahin zurückbebben ist. Interessant ist aber, daß diese allgemeine Er. zuftrömen, wohin sie von Haus aus gehören: zur Bereinigten scheinung sich teilweise örtlich differenziert und daß überall ba, Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. wo die Kommunisten seit den letzten Wahlen besonders Gezeigt ganz deutlich den Zufammenhang zwiſchen sozialbemo lg.Funktionärfonferenz von Groß- Berlin fratischem Gewinn und fommunistischem Berlust. Auch bei einer Untersuchung der Gemeindewahlergebnisse stellt man fest, daß das Plus der Sozialdemokratie ein Minus der Kommunisten ist. Politisch stehen sich beide Parteien absolut feindlich gegenüber, und nach dem vollständigen Rud nach links, der fich in der KPD. durchsetzte, gibt es teine Brüde mehr zwischen beiden Parteien. Der sozialen Schichtung und auch der Denkweise nach stehen sich aber die Wählermassen beider Parteien bedeutend näher. Der Erfolg der Kommunisten ist im Reiche teineswegs gleichmäßig. Wirklich überragend ist er nur im befetten Gebiet und in Oberschlesien. Im besetzten Gebiet ist er die ausgesprochene Folge des französischen Bor. gehens. Das läßt sich zahlenmäßig absolut sicher nachmeifen. Bergleicht man z. B. das Wahlergebnis von Hamm Stadt und Land mit dem von Dortmund, so ist ber Unterschied handgreiflich. Es erhielten: 2805 19 085 8 449 Hamm Stadt Hamm- Land Dortmund Sozialdemokraten.. 8414 21 660 Kommunisten 42 628 Hamm- Stadt und Land sind nicht befeht. Dortmund liegt in der französischen Befagungszone. Die Zusammen. fegung der Bevölkerung ist durchaus die gleiche. Wo Boin carés Soldatesta herrscht, überwiegen die Kommunisten. Im unbesetzten Gebiet, einige Kilometer davon entfernt, hält sich ihr Zuwachs in dem allgemeinen Rahmen, der im ganzen Reiche beobachtet wird. Das gleiche ergibt sich, wenn man die Wahlergebnisse des ebenfalls an Dortmund grenzenden Be zirks von Hörde Stadt und Land zum Vergleich heranzieht. Es erhielten: Sörde Stadt Sozialbemokraten.. 5 462 Kommunisten 4649 Görbe Lamb Dortmund 19 080 21 660 12 774 42 628 Die Aehnlichkeit der starten politischen Differenzierung zwischen beseztem und unbeseztem Gebiet liegt auch hier auf ber Hanb. Oberschlejien ist in der deutschen Arbeiter bewegung ein Gebiet für sich. Dort gibt es feine aus der Bor friegszeit stammende, die breiten Massen umfassende sozial demokratische und gewerkschaftliche Tradition. In OberSchlesien ist der Wahlsieg der KPD. unmittelbare Folge der Wirtschaftsfämpfe. augenblidlichen 3mei Tage vor der Wahl legten die Grubenherren dort eine FeierSchicht ein, weil die Arbeiter sich an die 71stündige Schicht für bie Untertagsarbeit und Achtstundenschicht für die llebertag. arbeiter gehalten hatten. Die Rommunisten gaben, da am 30. April der Schiebsspruch für den Bergbau abgelaufen war, die Parole aus: fiebenstündige Arbeitsgeit und eine 30 prozentige Lohnerhöhung durchzusehen. Diese Forderungen gingen am 3. Mai wie ein Lauffeuer durch das Bergwerksgebiet. Ber ihre Berwirklichung wollte, wurde aufgeforbert, fommunistisch zu wählen. Wer wollte das etwa nicht? Alle Arbeiter waren in ihrem Herzen für diese Forde rung, darum wählten sie in ihrer Mehrheit kommunistisch. Wer oberschlesische Berhältnisse tennt, weiß, daß dort eine Bahl unter solchen Bedingungen eine Stimmungswahl ist. Biel wichtiger iſt eine Untersuchung über die kommunisti fchen Erfolge in den Gebieten, wo die Arbeiterbewegung über Tradition und Erfahrung verfügt. Dort zeigen fich sehr charakteristische Beobachtungen. Ausnahmslos, ohne jeden Unterschieb, haben die Kommunisten am 4. Mai einen H M heute Dienstag, 13. Mai, abends 71/2 Uhr, im„ Deutschen Hof", Ludauer Straße 15, Tagesordnung: „ Das Ergebnis der Reichstagswahlen und die Aufgaben der Partei." Referenten: Die Reichstagsabg. Klara Bohm- Schuch und Crifplen. Junttionärausweis 1924 und Mitgliedsbuch. Zutritt haben alle parteijunktionäre gegen Borzeigung von Der Bezirksvorstand der BSPD. Groß- Berlin. legenheit hatten, sich zu produzieren, ihr Rückgang relativ stär. ter ist. Das gilt in Sachsen besonders für zahlreiche Gemeinden, nicht nur für Dresden und Leipzig. Die Kommunisten haben dort in der sinnlosesten Kurzsichtigkeit nach revolutionärer Strategie" in den Gemeindeparlamenten gebauft, d. h. die reaktionären Parteien mit allen Kräften unterstügt. Sie stimmten nicht für sozialdemokratische Borsteher, fie lehnten Gemeindeverfassungen ab und bewilligten den Hausbesitzern Steuergeschente usw. Nur so ist es zu erklären, daß örtlich der Rückgang der fommunistischen Stimmen gegenüber bem Januar und Februar prozentual ziemlich bedeutend geworden ist. Nicht minder charatteristisch ist die Differenzie. rung der Stimmabgabe bei den preußischen Gemeindewahlen. In mindestens 80 von 100 Fällen erhalten die Kommunisten bei den Gemeindewahlen, trobem diese im selben Wahlgang stattfanden, weniger Stimmen als bei den Reichstags wahlen. Der Gewinn der Kommunisten. Die Kommunisten haben es bei der Reichstagswahl auf 62 Mandate gebracht. Sie waren im alten Reichstag zuletzt mit 17 Mandaten pertreten. Es ist jedoch falsch, den Mandatszuwachs der Kommunisten gleichzusehen mit einem entsprechenden plößlichen Anschwellen der kommunistischen Wählerstimmen. Will man sich über den neuen Wählerzuwachs der Kommunisten Klarheit verschaffen, fo muß man ausgehen von ihrer Stimmenzahl bei der Reichstagswahl von 1920 und sodann den Zuwachs berücksichtigen, den sie schon wenige Wochen später durch die Spaltung der stets behauptet, daß mit der Mehrzahl der Delegierten des ParteiUSP. in Halle im Oftober 1920 bekommen haben. Sie selber haben tages in Halle auch die Mehrzahl der Parteimitglieder und der Wähler zu ihnen übergegangen sei, so daß ihnen von den 81 Reichstagsmandaten, die die USP. 1920 bekommen hatte, elgentlich 45 bis 50 zukommen müßten. Bekanntlich gingen damals aber nur 22 ber USP. Abgeordneten zu ihnen über, die später wieder zur USP. und bann mit dieser zur BSPD. gegangen find. Bei der Wahl pon 1920 und den Nachmahlen in Ostpreußen, Schleswig- Holstein und Oberschlesien haben die Kommunisten insgelamt 552 334 Stimmen aufgebracht; das reicht für 9 Mandate. Rechnet man ihnen statt der von ihnen selber beanspruchten Befolgfchaft von 45 bis 50 USP. Abgeordneten nur die Wählerschaft von 41 dieser Abgeordneten zu, so macht das 2 460 0000 Stimmen. Ihre eigenen Parteistimmen pon 552 334 dazu gezählt ergibt insgesamt 3 012 334 tommunistische Stimmen, die alter Bestand von 1920 find. Nur was die Kommunisten jetzt über 3 Millionen Stimmen und 50 Mandate bekommen haben, ist neuer Gewinn. Da die Kommunisten nach den bisher peröffentlichten amtlichen Sahlen insgesamt 3 712 001 Stimmen bekommen haben, beträgt ihr mirtlicher Gewinn feit 1920 genau 699 557 oder rund 700 000 Stimmen ober 12 Mandate! Geschäftliche Mitteilungen. Die Lole ber Snpaliben Gelblotterie fonnten bis aum angefekten Riehungstermin( 6. und 7. Wal) nicht pollständig ausverkauft werben und es mußte beshalb bie Riehung auf den 4. und. Juli b. 3. verlegt werden. Lofe diefer Lotterie find noch bei allen Lofe- Berkaufsstellen au baben. Es ist wirklich kein Wunder www Nur echt m. diefer daß die meitaus größte Rahl ber Sungenleidenden. Tuberfulafen Berechtigung hat, ble Soffnung auf Gesundung nicht aufzugeben. Immer und immer wieder erhalten wir erneut Beweise von Seite der verehrlichen Aerzteschaft und Geneiener, das unfer Bräparat, bie O.H.E. Tabletten speziell im vorgeschrittenen Stadium noch erfolgreich wirken, wo andere Mittel verjagen. Laffen wie diesmal einen indlichen Spezialarzt für Tuberkulose D. M. au Borle tomments. Dere Dr.§. 32 Runar, UL. O Luberculete, Medical Officer Dharanpur fchreibt; Das alles beweift, baß prattifche pofitive Ar. beit ihre Wirkung auf die Wählermassen nirgends verfehlt. Das Anwachsen der Kommunisten ist parallel gegangen mit der furchtbaren Berfehung durch die Inflationssteigerung im vergangenen Jahre. Ihre Beseitigung hat bie fommunistische Welle zum Abebben gebracht. Die Konfolidierung muß bie Kommunisten automatisch weiter schwächen. Diese Tendenz wird durch die Zusammenlegung der tommunistischen Reichstagsfrattion bedeutend verstärkt werden. Aus ihr find alle rechten" Elemente sorgfältig ausgemerzt. Klara 3ettin, die in Hessen noch gewählt wurde, wird in dieser Fraktion einflußlos bleiben. Der Raditalismus unter der Führung von Ruth Fifcher wird eine ernsthafte Arbeit der fommunistischen Reichstagsfraktion auf foziafem und wirt fchaftlichem Gebiete nicht zulassen. Wenn furz vor den Wah len Singwjem dämpfen zu wollen schien, so tann man jet mit Sicherheit damit rechnen, daß ihm der tommunistische Wahlerfolg zu Kopf geftiegen ist und daß die Neigung zum Radikalismus auch in der russischen Politit zunehmen wird, Darauf deuten bereits zahllose Meldungen aus Rußland hin. Die Rückwirtungen folcher Stimmungen auf Deutschland fönau eines Kollegen meines Mannes war schwer lungentrant, daß man wirklich nen nicht ausbleiben. Mit 62 Mann im Reichstag sind die Kommunisten mindestens zu einem Putsch ver. pflichtet. In dem Augenblid, wo in Europa fich endlich ausführliche Aufklärungsbroschüre eine Verſtändigung anbahnt, muß diefe Entwicklung auf die Kommunistische Partei genau so zerstörend wirten wie seinerzeit der Mitteldeutsche Aufstand. Die Sozialdemokratie braucht deshalb den Kommunisten fieg nicht zu fürchten. Sie hat nur eine Aufgabe, auf die alle Schugmarte Sehr gerne bestätige ich ble guten wirtungen der O.H.ETabletten, die ich felt sirka 6 Monaten bel Fallen von LungenIch habe diefelben fomohl beim Anfangsstabium, wie bet vorgeschrittenen tubertulofe verwenbe gallen gleich gut befunden, befonders aber in den letteren, wo andere Wittel verfagten. Desgleichen laffen wir ein weiteres Anerkennungsschreiben aus PatientenKönigsberg ben 30. 4. 24. Feau A. 3 in Rönigsverg i. Br. fchreibt:. Die glaubte, fede Silfe wäre vergebens und dant Shrer herrlichen Tabletten steht sie fest fo gut und gefund aus, baß man sich nur wundert. Wieviele Menenleben tönnten Sie durch Shre herrlichen Tabletten retten, wenn diefe uur glauben möchten und es mit Shren Tabletten versuchen würden beam Genesenentreifen folgen, bas nur mit anderen Borte das gleiche beſtätigt: Solche Schreiben gehen uns fortlaufend au Schreiben Sie uns balb und Gie balten obtiene farnesbroschiire gratis sugejant Die Tabletten find alle Apotheten im Deutschen Reiche zum Preise von 8.-W. pro Karton zu beziehen, wenn nicht vorrätig, promptest buch unfere Bersandstelle, die Stern- Apothete, Rempten( Allgäu), ohne Autichlag für Borto unb Berbadung zugesandt gegen Boreinfendung des Betrages. Nachnahme 10 Bf mehr. n Berlin fets vorrätig: Simons- Apothete, Goanbauer Straße 17: Barbaroffa Apotheke, riftenbaum 11.9. 9. Staff, Jabrit pharmazentischer Präparate, Kempten( Allgäu). 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