Nr. 224 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 115 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,-Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet. Oesterreich, Litauen, Luremburg 4.25 Goldmart, für das übrige Ausland 5.25 Goldmark pro Monat. Der., Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Bolt und Reit" mit..Sicd. lung und Kleingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise; Die einfpaltige Nonparele. Reile 0,70 Goldmart, Retlamezcile 4. Goldmark.., Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Bort 0.20 Gold. mart( auläffig awei fettgedruckte Morte), fedes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Wort 0,05 Golbmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. 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Die Unterredung werde voraussichtlich Anfang Juni nach dem Zusammentritt der neuen Kammer und nach der Bildung der nuen franzöfifchen Regierung stattfinden.( Im größeren Teil der gestrigen Abendausgabe bereits gemeldet. Red. d. B.) " Paris, 13. Mai.( WTB.) Ueber den heute vormittag unter| lich gewichen, und man fönne jetzt endlich in Frankreich wieder dem Borsiz des Präsidenten der Republit abgehaltenen Ministerrat frei atmen. Das Gewerkschaftsblatt Peuple" sieht in dem wird das folgende Kommuniqué ausgegeben: Ministerpräsident Ausfall der Wahl in erster Linie ein Bekenntnis zum Poincaré hat den Ministerrat über die auswärtige Politik aufgeklärt. Frieden. Aber dieser Friede müsse erst geschaffen Der Ministerrat hat befchloffen, feine nächste Sigung am 22. Mai werden. Das Programm der Experten harre der Durchabzuhalten. Ministerpräsident Poincaré hat dem Präsidenten der führung und mit ihm das Reparationsproblem einer friedRepublik mitgeteilt, daß er die Absicht habe, ihm die kollettiv lichen Lösung. Die Völkerbundatte sei noch immer demission des Ministeriums am 1. Juni zu überreichen. toter Buchstabe. Die Lösung der Sicherheits frage, die nur auf der Basis der Gegenseitigkeit gefunden werde, müsse auf der Grundlage eines allgemeinen Garantievertrages angestrebt werden. Im Innern bedeute die neue Kammer den Fortschritt, aber auch dieser müsse erst errungen werden. Es gäbe feine neue Politik ohne eine gründliche Umstellung in den Beziehungen zwischen den Menschen und den Völkern untereinander. In der„ Ere Nouvelle" mahnt der greise Victor Basch die Linke, den Mut zu der Politik zu haben, für die am Sonntag sich die Mehrheit des französischen Volkes ausgesprochen habe. Es dürfe kein 3audern und fein Bögern, fein Schwanken und fein taftisches Manövrieren mehr geben. Ueber die Beziehungen zu Deutschland heißt es: Das demokratische Frankreich verlangt von Deutschland gerechte Reparationen. Dafür aber sei es bereit, ihm die Hand zur Versöhnung entgegenzuftreden, ihm zu helfen, feine politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit wiederzugewinnen und ihm die Tür zum Bölkerbund aufzuschließen. Bisher habe Deutschland für feinen Widerstand gegen die Politik der Erfüllung in den Methoden Poincarés eine gewiffe Entschuldigung gehabt. Das aber werde fünftig nicht mehr der Fall fein. Die neue Rammer fei für eine Politik der Versöhnung, aber diese Tendenz müsse ein Echo in Deutschland finden. Paris, 13. Mai.( WIB.) In einer von Havas ausgegebenen offiziösen Mitteilung über den heufigen Ministerrat wird gefagt: Poincaré und feine Mitarbeiter würden während ihrer refflichen Amtszeit insbesondere darauf verzichten, die durch das Ermächtigungsgefeh ermöglichten Berordnungen in Kraft zu ſehen, soweit fie die geplanten Ersparnisse in Höhe von einer Milliarde zum Gegenstand habe. Die Regierung behält sich jedoch vor, in den verfchiedenen minifterien auf dem Wege administrativer Maßnahmen diejenigen Ersparnisse durchzuführen, die nach ihrer Auffassung den Dienstbetrieb nicht schädigen können und deren Verwirklichung keine Grundfähe berührt. Was das spätere Schicksal des Ermächtigungsgefeges anlangt, fo würde es Sache der fommenden Regierung fein, im Einvernehmen mit dem Parlament darüber zu befinden, ob und in welchem Maße es durchgeführt werden soll, oder ob Anlaß vorliege, es aufzugeben. Paris, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) " Unerwartet gemäßigt ist die Sprache einzelner der größeren Boulevardblätter, wie des Matin", die bereits die eigene Umstellung auf die neue Regierungsmehrheit vorzubereiten scheinen. Der Durchfall der Militaristen. Der unterlegene Poincaré hat die Demission seines Kabinetts auf den 1. Juni verschoben. Er hat nicht nur den Präsidenten der Republik, sondern auch die Deffentlichkeit in einem offiziellen Kommuniqué von dieser Absicht in Kenntnis gesetzt, so Paris, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Wahlen zur Daß die Regierung in Wirklichkeit schon heute zurüdfranzösischen Kammer find in mehr als einer Hinsicht charakteristisch. getreten und nur noch zur Weiterführung der Geschäfte zunächst muß festgestellt werden, daß die militaristische Partei berufen ist. Die erste Konsequenz aus diesem Interregnum ist ihre beiden Führer in der Kammer, General de Casteineau und die Absage der für den 19. Mai zwischen Macdonald und Poin- den früheren Kriegsminister André Lefèvre, verloren hat. Mit caré vereinbarten Aussprache. Poincaré hat, was am Montag diesen Häuptern der militaristischen Partei sind die Kreaturen noch keineswegs sicher zu sein schien, sich inzwischen doch zu Clemenceaus, Tardieu und Mandel( der eigentlich Rothschild der Einsicht bequemen müssen, daß er nach diesem Wahlausfall beißt), gleichfalls von der Parlamentsbühne verschwunden. Mandel nicht mehr die nötige Autorität besitzt, um im Namen Frank- war es gewesen, der als Kabinettchef Clemenceaus seinerzeit die reichs sprechen oder gar internationale Vereinbarungen treffen standalöse Berurteilung von Maloy und Cailleaug betrieben zu können. Offiziell wird weiterhin angekündigt, daß die Re- hat. Dieser Durchfall wird um so mehr unterstrichen, da gleicheilig gierung die Durchführung der von der Kammer im März be- Malon gewählt worden ist. Damit hat das Bolt das Gewalturteil fchloffenen Ersparnismaßnahmen, d. h. vor allem des Genats, das auf Geheiß der Regierung Clemenceau und unter der Reorganisation der Verwaltung sowie die Anwendung des de Druck der Kriegspsychose zustande fam, zerriffen. Daß gleich Ermächtigungsgefeßes ihrer Nachfolgerin überlassen werde. zeitig mit der Niederlage der Lefèvre, Tardieu und Mandel auch der Poincaré gibt sich damit den Anschein, als ob er sein eigenes Führer der Royalisten, Daudet, der der Hauptheter bei allen Bert jabotieren wolle. In Wirklichkeit aber gibt es hier politischen Prozessen war, und Arago, der Führer des Nationalen herzlich wenig zu sabotieren. Denn die ganze Finanzreform Blocks, der fürzlich infolge einer Steuerhinterziehungsaffäre sehr des Frühjahrs ist mehr oder weniger Fassade gewesen, die kompromittiert worden ist, bei den Wahlen durchfielen, ergänzt das dazu dienen sollte, den Wählern Sand in die Augen zu streuen, Bolfsurteil. Es ist nicht minder charakteristisch, daß die feitherigen die aber für sich allein nicht ausreichen konnte, den Kurs des Exponenten der poincaristischen Regierungspolitit, Lasteŋrie, der Franken dauernd zu stabilisieren. Wenn dieser heute unmittel- vorige Finanzminister Poincarés, Maunoury, der Innenminister, bar nach den Wahlen feine Abwärtsbewegung in schärfe der alle reaktionären Maßnahmen Poincarés deckte, und Vidal, rem Tempo fortsetzt, so hat das nicht das mindeste mit dem früher das Haupt der linksgerichteten Kriegsbeschädigtenorganisation, Sieg der Linken zu tun, wie das die reaktionäre Presse darzu- der sich gleichfalls für ein Ministerportefeuille an den Nationalen stellen versucht, sondern die neue Baisse ist ganz einfach darauf Block verkaufte, bei den Wahlen sämtlich durchfielen. Damit haben zurückzuführen, daß die Regierung die Interventions die Wahlen nicht nur eine politische Schwenkung der Politik Frant. fäufe eingestellt hat, die lediglich dazu bestimmt reichs vollzogen, sondern auch moralisch Gericht gehalten über die waren, den Frank während der Wahlkampagne hochzu- Träger der seitherigen Politit. Frankreich hat damit seinen Willen halten. Man hatte bisher die auswärtigen Devisen weit unter befundet, daß es eine Politik der ehrlichen Berständigung ihren effektiven Wert herabgedrückt und so die wirtschaftlichen anstrebt. An dem deutschen Volke und an dem Deutschen Reichstag Interessen den politischen geopfert. Heute, da der Wahlkampf wird es nun liegen, darauf die entsprechende Antwort zu geben. geschlagen ist, überläßt man die Währung aufs neue dem freien Spiel der Kräfte. = Die reaktionäre Presse macht aus der Sch were der Niederlage des Nationalen Blocks fein Hehl. Wenn einzelne rechtsstehende Organe Poincaré felbft dafür verantwortlich machen mit der Begründung, er habe es nicht gewagt, fich offen zu seiner Mehrheit zu bekennen und für sie den Wahlkampf attiv zu führen, so zeigt das, daß man im nationalistischen Lager den Sinn und die Bedeutung des Wahlergebnisses noch immer nicht erkannt hat. Denn gerade die Berufung auf die Politik Poincarés war es, die dem Nationalen Block den Hals gebrochen hat. In der Presse der Linten ist die Genugtuung über den alle Hoffnungen übersteigenden Erfolg groß. So schreibt der sozialistische Popu= laire", die Stärke des Ruds nach links, die die Wahl charafterisiere, sei ohne Beispiel in der Geschichte der dritten Republit. Der schwere Albdruck fünf langer Jahre der Reattion im Innern und des Nationalismus nach außen sei end " 569 Abgeordnete gewählt. Paris, 13. Mai.( EP.) Das Innenministerium veröffentlicht eine Statistit, wonach 569 Wahlresultate unumstößlich fest stehen, die wie folgt verteilt find: Royalisten 20, Republikanische Entente 117, Linksrepublikaner 52, Lints de motraten 75, Rabitale 139, Republikanische Sozialisten 35, Sozialisten 102, Kommunisten 29. Der nationale Block hat somit 244 und der Linksblod 276 Size. Es fehlen noch 10 Resultate aus den Kolonien. Ein Resultat aus dem Norddepartement ist zweifelhaft. Paris, 13. Mai.( EP.) Einer der neuen kommunistischen Ab geordneten, Doroit, befindet sich gegenwärtig im Gefängnis, wo er wegen Aufreizung der Soldaten zum Ungehorsam eine Strafe von 10 Monaten verbüßt. Er wird bei Beginn der neuen Legislatur periode der Kammer freigelaffen werden. Paris, 13. Mai.( Eca.) In Französisch Guyana ist der Direktor des Bariser Homme libre" Eugene Lautier, in Senegal der unabhängige Sozialift Diague gewählt. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion ber Diskonto- Gesellschaft, Depoйtentajie Lindenstraße 3 Die Bergarbeiter- Tragödie. Leistungen und Löhne. Die Geistesrichtung in der Schwerindustrie, die über Technit und Industrie, über Arbeitserfolg und Werfvergattung nicht hinausgekommen ist, und infolgedessen nicht von den Menschen, sondern von den Dingen ausgeht, hat durch die ebenso ungerechtfertigte wie törichte Aussperrung der Ruhrbergarbeiter neues großes Unheil angerichtet, dessen Folgen nicht abzusehen sind. Den Ruhrbergarbeitern sind seit Jahren unmögliche Belastungen und Leistungen zugemutet worden und so mußten schließlich alle fittlichen Bostulate und alle Ber suche, durch äußerlich rechtliche Regelung tief wurzelnde Naturprozesse zu regeln, fläglich versagen. Lassen wir zunächst einmal 3ahlen reden. Nach der amtlichen Statistik hat sich der Schichtförderanteil je Arbeiter im Ruhrbergbau in den Jahren 1913, 1920, 1921, 1922 wie folgt gestaltet: Hauer und Lehrhauer To. 1,862 100 1913 1920 1921 1922 0 Sonstige Untertagsarbeiter To. Proz. Proz. 1,183 100 Arbeiter insgesamt To. 0,936 100 Proz. 0,631 67,42 0,627 66,99 67,63 1,500 80,56 0,831 70,24 1,566 84,10 0,808 68,30 1,596 85,39 0,813 68,72 0,633 Bergleiche sind nur zulässig unter gleichen Verhältnissen und Voraussetzungen, die aber hier nicht gegeben find. Die Höhe des Schichtförderanteils ist abhängig von der Eignung und Leistungsfähigkeit der Arbeiter, den Flöz- und Gebirgs verhältnissen, der Organisation des Betriebes, der Materialwirtschaft, der Wagengestellung, der Zusammensetzung der Belegschaft ufm. Der Schichtförderanteil bildet also nicht einmal einen Maßstab für die Bemessung der Leistung der Arbeiter. Einen solchen gibt es im Bergbau überhaupt nicht. Die Leistung läßt sich immer nur von Fall zu Fall, und auch dann nicht einmal zuverlässig ermitteln, weil sich die leistungbestimmenden Faktoren nie ganz übersehen lassen. Der beste Maßstab für die Leistung ist die Leistungsfähigkeit der Arbeiter, die hauptsächlich abhängt von ihrer Entlohnung, und wir haben die vorstehende Uebersicht hauptsächlich gebracht, um nach dieser Richtung Vergleiche zu ermöglichen. Nach der amtlichen Statistik betrugen die Löhne im Durchschnitt der Jahre 1913, 1920, 1921, 1922 für die Jahre 1920 bis 1922 nach dem Berliner amtlichen Dollarmittelfurse umgerechnet je Arbeiter und Schicht im Ruhrbergbau:" Hauer und Sonstige Lehrhauer Untertagsarbeiter M. Proz. 4,54 100 5,36 53,79 2,68 59,03 2,91 Arbeiter insgesamt M. Broz. M. Proz. 1918 6,47 100 100 1920 1921 1922 3,48 54,29 3,28 49,92 2,53 55,78 2,76 51,49 0 1,57 24,27 1,23 27,09 1,35 25,19 Obwohl diese Uebersicht für die Jahre 1920 bis 1922 feine absoluten, sondern nur Annäherungswerte zeigt, weil die Lebenshaltungskosten in dieser Zeit durchschnittlich unter dem amtlichen Dollarmittelturse lagen, gestattet sie doch Vergleiche mit dem Schichtförderanteil. Gemessen an den Löhnen ist der Schichtförderanteil danach nicht gesunken, sondern gestiegen. Der Wille zur Leistungssteigerung war also bei den Bergarbeitern im höchsten Maße vorhanden, aber er wurde systematisch unterbunden durch die beispiellos törichte Lohn- und Scharfmacherpolitik der einleitend gekenn zeichneten Geistesrichtung. Für das Jahr 1923 liegen noch feine amtlichen Zahlen vor. Wenn wir die tariflichen Durchschnittslöhne aller Arbeiter und die Spizenlöhne der Zimmerhauer für die jeweilige Geltungsdauer, umgerechnet nach dem Berliner amtlichen Dollarmittelfurs einsetzen, dann ergibt sich folgende Uebersicht( in Mark): 1. Biertel 1923 2. 3. 4. Durchschnittslöhne 0,82-2,46 1923 1,41-2,46 1923 1,36-8,44 1923 2,10-9,90 Spißenlöhne 0,77-2,36 1,36-2,36 1,82-8,16 2,03-9,57 Wenn diese Uebersicht auch keine absoluten, sondern nur Annäherungswerte zeigt, so läßt sich doch wenigstens annähernd erkennen, in welchem Ausmaße die Realitäten inmitten des Papiermarknebels übersehen werden konnten auf Koften der Leistungsfähigkeit der Bergarbeiter. Nach Aufgabe des passiven Widerstandes trat zu alledem noch eine monatelange Arbeitslosigkeit, wodurch die Verelendung weiter gesteigert wurde. Trotzdem haben die Bergarbeiter sich zur Mehrarbeit bereit erklärt und der Schichtförderanteil stieg infolgedessen in März 1924 auf 0,880 Tonnen je Arbeiter, das sind 94,02 Proz des Schichtförderanteils Don 1913. Glänzender fann der Opferwille der Bergarbeiter nicht bewiesen werden als durch diese Tatsache. Aber statt diesen Opferwillen nun anzuerkenen und die Leistungsfähigkeit der Bergarbeiter durch entsprechendes Entgegenkommen in Lohn- und sonstigen Fragen zu steigern, geschah das genaue Gegenteil. Selbst das Organ des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter, der„Bergknappe" schrieb am 26. April 1924 u. a.: „Es gibt feinen Beruf tn Deutschland, der besonders während des Krieges so lange und schwer gearbeitet hat trie der Bergmann. Und auch nach dem Kriege wurde gerade im Bergbau mit einzelnen Unterbrechungen Ueberarbcit geleistet bei gänzlich unzureichenden Löhnen�. i. Weite Kreise des Volkes, besonders aber das Unter- nehmertum, betrachten den Bergmann als Arbeiter zweiter Klasse, den man dementsprechend auch behandeln und bezahlen will E« gibt Menschen in Deutschland, die sehen in dem Bergmann den Pack. esel, dessen selbstoerständlich« Pflicht es ist, Lasten und Beschwerden ruhig zu ertragen, bis«r zusammenbricht. Die Tragödie, die sich augenblicklich im Bergbau abspielt, bestätigt die?« Annahme voll und ganz. Eine nicht wieder gutzumachende Schuld haben die- jenigen auf sich geladen, die verantwortlich sind für die jetzigen Ber- haltnisst. Der deutsche Bergmann arbeitet augenblicklich unter den erbärmlichsten Lohn, und Arbeitsverhältnissen. Die Zustände aus den Gruben erinnern an die düstersten Zeiten eines entfesselten Man- chcstertum«, das in England um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in Blüte stand. Die Saat, die hier gesät wird, kann nicht gut auf. gehen. Ein Sprichwort sagt: Wer Wind säet, wird Sturm ernten." Was sich die einleitend gekennzeichnete Gslstesrichtung besonders in der letzten Zeit geleistet hat. ist wirklich so töricht und unerträglich, daß man es nicht fassen kann. Man hat den Swhrbergarbeitern nicht nur die ganzen Micumlasten aufgebürdet, sondern sie auch noch obendrein materiell und seelisch mit Wßen getreten. Ungeheure geistige, materielle und seelische Werte sind gedankenlos, planlos und sinnlos ver- wirtschaftet und verwüstet worden, well die einleitend gekenn. zeichnete Geistesrichtung nichts gelernt und nichts vergessen hat. Diese Geistcsrichtung übersieht nach wie vor völlig, daß der arbeitende Mensch kein Mechanismus ist. sondern ein lebensvoller Organismus und jede Arbeit nicht nur körperliche, sondern auch geistig-seelische Kräfte in Bewegung setzt, die folglich vorhanden sein und erhalten werden müssen. Nicht nur mitbestimmend, sondern ausschlaggebend für das Betriebs- ergebnis ist die Psychologie des Betriebes und der Menschen im Betriebe. Leider hat das bisher selbst der Neichsarbeits» minister nicht eingesehen. Die Zeit üer ölöcke. SchwarzweiftroterVlock�cgen AUittelblock„Oppofitiou Die Ankündigung, daß die bisherigen drei Regierungs- Parteien— Zentrum, Deutschs Volkspartei und Demokraten— möglicherweise im Reiche eine einheitliche Fraktion bilden könnten, hat im Lager der Deutschnationalen eine Aufregung hervorgerufen, die man den„Siegern" vom 4. Mai wirklich nicht zugetraut hätte. In dem schwerindustriellen„Tag", der sich zum Wortführer der deutschnationalen„Belange" macht, wird für den Fall des Entstehens eines Mittelblocks die furcht- bare Gefahr einer Fraktionsgemeinschaft aus Deutschnationalen und Deutschvölkischen, einschließlich der Nationalsozialisten, angekündigt.' Ein solcher schwarzweißroter . de? Seit« Goethes ungehemmt entfalten konnte. Voll innerer Unbefangenheit und Ruh« fördert Goethe Christian«, Entwicklung, die sich auf einer ganz anderen Ebene vollzog als feine eigen«. Kein Versuch, an Ihr herumzuhiiden, ist uns überliefert. Unendlich weit ist dies« Atmosphäre«Ines fest in sich ruhenden harmonischen Menschen entfernt pon derjenigen Strindberg?. Da find«,, wir nicht dieses gegenfeittg« Belauern und Belügen zwischen Eheleuten, wie es in Strindberg, Werken immer wiederkehrt. Strindberg gab«in, allerdings verzerrtes. Bild d« Frauen anz Ende des porigen Jahrhundert?: Starke» Solbständigkestsstrsben und in der Ehe«in Machtkampf um die Durchsetzung ihr«? eiaensn Persönlichkeit. Eine neue Note ist inzwischen in das Frauenleben hineingekommen. Das geistige und seelische Zentrum de? Frauen liegt nicht mehr ausschließlich In ihren Beziehungen zum anderen Geschlecht. Andere Interessen. Entwickkung,- und Betätigungsmöo. lichkeiten beansmuchsn»in«n Teil he? FratjenkriifSe.®s scheint sich ein« Zukunft Bahn zu brechen, in der Frauen, deren Lebensinhalt ausschließlich durch ihr Verhältnis zum Mann bestimmt wird, ebenso zu Ausnahmeerscheinungen gehören wie in der Gegenwart ein Htrtndbsrg, dessen Leb«, und Schaffen mit über feine Sugendiahte s. Bevorzugter Anteil der Frontkämpfer an der Regierung, s. AS- lehnung weiterer feindlicher Militärkonlrclle. 10. Kampf gegen die Schuldlüge. 11. Ämtliche Propaganda über das Wüten der Fran- zofen am Ruhr und Rhein.-12. Gefeg zum Schutze des Vaterlandes und damit Schutz der um das Vaterland oerdienten Männer 13. Ab- urteilung aller am Dolchstoß und an der Revolution von 1918 schuldigen Führer. 14. Aburteilung der Denunzianten Schlage'«« und sonstiger Verräter, die den Helden des Ruhrkampfes in den Rücken gefallen sind. Ein Vorjroß üer Reaktion. Gegen die sächsische Gemvindeordnung. Leipzig, 13. Mai.(Eca.) Die D«utschn a ti o n al e Land- tagsfräktion Hai einen umfangreichen Antrag eingebracht, der die Regierung ersucht, dem Landtag eine Novelle zur Eemeindeordnung vorzulegen. In dieser Novelle wird vor- geschlagen, durch Ortsstatut die alte Ratsverfassung wieder einzuführen. Den Vorsitz in dem gemischten Gemeindeousschuß soll ein Vertreter des Gemeinderates führen, der von diesem zu wählen ist. Die Bestimmung über die Wiederwahl des Bürgermeisters auf hoch, stens 12 Jahre soll gestrichen werden. Voraussetzung zur Wählbarkeit eines Gemeinderates soll sein, daß er die zur Führung seines Amtes erforderliche Vorbildung und Eignung besitzt. Dom Bürgermeister soll durch Orisgefetz eine besondere Befähigung und Vorbildung verlangt werde können; in Gemeinden von mehr als 3900 Einwohnern soll dafür die Besä higung zum Richter- amt oder zum höheren Verwaltungsdienst vorgeschrieben werden. Weiter wird eine Reihe von Abänderungsanttägen zu den Bestimmungen über die Landgemeinde und Lezirksoerfammlungen gestellt. Der sächsische Landtag lehnte den kommunistischen Antrag auf Auslösung des Landtages in namentlicher Abstimmung mit 31 gegen 40 Stimmen a b._ Lanütagssihung am 20» Mai. Die nächste Sitzung des Landtages findet am Dienstag, den 20. Mai, nachmittags 3 Uhr, statt. Vorher tritt der Aeltestenrat zusammen. Auf der Tagesordnung der Plenarsitzung stehen 24 Gegen» stände. Der Staatsrat tritt am 27. Mai zusammen. Kommunistischer flutrag wegen Halle. Die Kommunistische Fraktion des Landtags hat«neu U r a n t r a g eingebracht, der in schärfster Weis« gegen di« Vorgänge bei der Einweihung des neuen Molike-Denlmals in Hall« Stellung nimmt und den Landtag auffordert, zu beschließen:„Die Angehörigen der erschossenen und verwundeten Arbeiter sind aus der Staatskasse zu unterstützen. Die verhafteten Arbeiter sind sofort freizulassen Und für di« erlitten« Haft zu en'schädigen. Di« Schuldigen an dem Blut» bad, insbesondere der Oberprästdent H ä r s i n g. der Polizeipräsident Runge und di« Polizeicfsizier« sind sofort ihres Amtes zu ent- heben und zu bestrafen. Der Minister des Innern Severins sowie die übrigen Mitglieder des Preußischen Ministeriums haben sofort zurückzutreten. Der Landtag fordert die sofortige Aufhebung des zivilen Belagerungszustandes durch den sozialdemokratischen Reichspräsidenten Ebert." Preußens Nothaushalt. Der Hauptausschuß des Landtages begann am Dienstag di« Be- ratung des Notetats für 1924 Die Aufstellung des Gesamt, etats hat sich in diesem Jahre wegen der Umstellung auf Goldmark sehr stark verzögert, so daß eine Reihe dringlicher Ausgaben, ins- besondere für begonnen« Bauten, vorweg genehmigt werden sollen. Der Ausschuß beschloß zunächst, ein« allgemeine politisch« Aussprach« bis zur Beratung des Gesomthaushalts zurückzustellen. In der Einzel. beratung der im Notetat angeforderten Beträge wurden mit Rück» sicht auf die Finanzlage des Staates nur die Mittel für di« aller» dringlichsten Zwecke genehmigt. Insbesondere stellte der Ausschuß die Beratung über di« angeforderten Beamtenstellen zurück. Dewilligt wurde gegen die Stimmen der Deutschnationalen die Stelle «ine» Polizeipräsidenten in Bielefeld. Die Weiter» beratung findet am Mittwoch statt. hinaus in besonders starker Weise beeinflußt wurde von seinen Beziehungen zur Frau._ Anna Geyer. Liederabend des Negertenors Roland hayes. Wir glaubten den großen Reklameaufwand des Negertenors Roland Hayes, der nach Berührung der größten ausländischen Musikzentren nun auch in Berlin im Bcethooensaalr sang, leicht nehmen zu dürfen, aber se länger ich ihm zuhörte, um so mehr verstand ich die be, geisterten Kritiken, in denen ihm Wien, Poris, London, Prag. New Jork, Chicago, Boston huldigen. Dieser Tenor ist etwas Un» gewöhnliches, Einzigartiges. Seine schlanke, umfangreiche Stimme ist von einer Biegsamkeit, wie sie vielleicht die Dus« in ihven besten Zeiten besessen. Nicht nur die vollendete technische Beherrschung läßt ihn bewundern, auch der Grad des Eindringens in den' geistigen Gehalt de» Liedes und in die stilistischen Eigentümlichkeiten seiner vielsprachigen Vorträge, sowie die echt« tiefempfunden« gefühls» mäßig« Durchdringung insbesondere des deutschen, seiner Wesensart sicher ferner liegenden Liedes war erstaunlich. Cr ist«in Lieber» sänger, wie ihn die Welt nur ganz selten zum Geschenk erhält, ein Vorbild für die Unzähligen, die vermeinen, Lieder singen zu können, selbstverständlich ohne Primadonnenmanieren, charmant und von gewinnender Bescheidenheit, vir Begleitung des Negerpianisten William Lawrence war für diese fein« Liedlunst Hayes nicht immer da» Mitschwingen einer qlei-*-«stimmten zarten Seele. Vielfach hätte ich mir die Acrlnüpfunq zwischen Klavier und Gesang inniger, intimer gewünscht, so in Schuberts„Forelle", Schumanns „Nußbaum", Wolfs„Auch klein» Dinge". Den Beethovensaal sah man selten so übervoll und di« Beifallsstürme waren nur durch immer neue Liedgaben zu schlichten.—?a. Vre»eue Schavspitllnteadanl be» SBlaer StabfUjeafen. D«? seitkerlgs G»n»rg!intendant dc» Darmklädter SwdtihealcrS Gustav Härtung wmbe zum Schauspielintendant an die vereinigten Stadltbiatcr w Köln berufen. Der Oberreaisseur der Over vom Mainzer Stadttbeater, Richard Walden, wurde in gleicher Eigenschaft sur das Nationaltheater in Mannheim verpflichtet. Mary Vigman iil bei einem AaMviel ihrer Tanzgruvp« in SDMnfle« s. W. von einem schweren Unfoli betresfen worden. Sie erlitt einen Muskelriß am Fußgelenk und mußte in eine Bonner Klinik gebracht weiden. eiine»rdenegeschmdckt« kammanistische Zeitung. Die.vrawda», baS Organ der Russischen Kommunistischen Partei, beging dieser Tage die Feier zwässjäbrigen Pesiebens. ES ist angeregt worden, der Zeitung den Orden der Roten Fqdne zu oerleihen. englische Zerieniurse aas dem Kanllneat. Das englische Unterricht», rnwisicrium pcrtlssentlicht ein« Lifte v?» vierzig Fer-enkursen auf dem Kontinent für den Unletricht in den nezien sprachen und anderen siedr» gegen ftändzn.?iu! per Lifte stehen auch fünf Kurse in Deutsch» I a n d. nämiiS in B e r i i n. Jena, Lübeck. Marburg und München, sowie zwei Kurie in Wien. «ina Sxpedilion nach ipihhergea wird Schweden Ende FunI senden lilhre Ausgabe ioll es sein, hie Mmeralschichten zu untersuchen und di« Kartenverzelchniise zu erweitern. Die.Ksssenstimwe', Der bekannte GSttinaer Mathematiker Profeiso, Felix Bernstein, der ftch heionderS als BersicheiunqSmathematiter und Statlitiker»inen Namen gemacht dat. hat neuerdings keftgeftellt, witz weit Stimm'age iind»Umjana von der Rasse beeinflugt werden; die, durch war« der Wtssenfchast ein« neue MögUchUu zur Srforichung der Sisifenstag, ze, Jeder Minderheitenschutz abgelehnt. Neue Landtagsordnung in Thüringen. Weimar, 13. Mai( Eigener Drahtbericht.) Der Thürin gische Landtag beschloß in der Dienstagsigung eine neue Geschäftsordnung, die eine beträchtliche Beschneidung der Rechte der Minderheiten bringt. Die fozialbemotra. tise Frattion stellte verschiedene Abänderungsanträge, bie von den Ordnungsparteien jedoch restlos abgelehnt wurden. In folgebeffen sab sich die Frattion gezwungen, die Geschäftsordnung in der Schlußabstimmung abzulehnen. Gie gab folgende Ertlä in der Schlußabstimmung abzulehnen. Sie gab folgende Grtlärung ab: So sehr die Frattion der VSPD. damit einverstanben war, daß an Stelle der vorläufig übernommenen Geschäftsordnung des ehemaligen Weimarer Landtages eine verbesserte Geschäftsordnung für den Landtag von Thüringen geschaffen werden sollte, muß fie jedoch nach Abschluß der Beratung feststellen, daß eine wesentliche Berbefferung nicht vorgenommen worden ist. Wich fige Anträge, die von der BSPD. Frattion gestellt worden sind und die geeignet gewesen wären, den Schuh der minber heiten zu sichern, sind von der Mehrheit des Landtags abge. lehnt worden. Die gefchaffenen Bolizeibestimmungen geben uns zu den dywersten Bedenten Anlaß. Da auch bie Bräfidentenwahl zu Beginn der Landtagstagung von der Mehrheit des Landtags in Abweichung von der geschäftsordnungsmäßigen und parlamentarischen lebung vorgenommen worden ist, steht die Fraktion der VSPD. der Landtagsmehrheit mit größtem Mißtrauen auch hinsichtlich der Geschäftsordnung gegenüber. Aus diesem Grunde ift fie nicht in der Lage, in der Schlußabitimmung für die Geschäftsordnung zu stimmen. Zur Wahrung der Barlamentsminderheitsrechte stimmt fie baher gegen ble Gefäftsordnung." Die neue Geschäftsordnung fieht u. a. eine Einschränkung der Rebezeiben vor und überträgt dem Präsidenten des Hauses größere Redyte. Landtagsabgeordnete vor Gericht. Die Kommunistenobstruktion vom 7. Mai. Die Bergänge am 7. Mai 1923, die zum Ausschluß des tommu niffischen Abgeordneten Paul Hoffmann aus dem Sigungsfaal des Landtages führten, hatten am Dienstag ein gerichtliches Nachspiel por bem erweiterten Schöffengericht Berlin- Mitte unter Borsig von Amtsgerichtsrat Dr. Kestner. Unter der Antlage des Widerstandes gegen die Staatsgewalt, ber mirtlichen und tätlichen Beamtenbeleidigung und der Gefangenenbefreiung hatten sich die Landtagsabgeord neten Scholem, Sobottta und Frau Rofi Wolfftein zu Derantworten. Die Antlage perirat Oberstaatsanwalt v. Klausewit, während die Angeklagten burch ihren Frattionsfollegen, Rechtsanwalt Dr. Obuch, verteidigt werden. Der Rechtsbruch der Zechenbesitzer. Erklärung der Bergarbeiterorganisationen. Bodhum, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Reichstommiffar vier, fünf, fechs und mehr Rinder ernähren soll, bleibt das Geheininis ehlich steht in fortwährender Fühlungnahme mit den Zechen derjenigen, die derartige Zustände billigen wollen. Diesen Löhnen industriellen und den vier Bergarbeiterorganisationen, um durch un- steht pielfach eine Preislage der Lebenskosten vom Eineinhalb. bis verbindliche Borbesprechungen den Weg zu schnellen und erfolgreichen 3weifachen der Vorfriegszeit gegenüber Man muß die arment Berständigungsverhandlungen, die am Mittwoch beim Reichsarbeits- Kinderchen der Bergleute gesehen haben, hohläugig, schmal, minifter stattfinden werden, zu ebnen. Der Verlauf der lehten Ber- ichmächtig, unterernährt, man muß die in Gruppen umherstehenden handlungen zwischen Unternehmern und Bergarbeitern zeigt, daß die Bergleute selbst beobachtet haben, um sich ein Bid des grenzen. Parteien den formellen Rechtsstandpunkt in den Vorder- tosen Elendes dieser Armen machen zu können. Man muß ihren Reden gelauscht haben, um sie zu verft hen. Das grund rücken. Slappmta dhe n" vor der Arbeit ist wieder wie im Sted. rübentriegsjahr an der Tagesordnung. Sie sind unter. ernährt, und deshalb, was auch alles des Konfliktes Ursache mit gewesen fein mag, die eigentliche Ursache ist das unzu. längliche Einkommen." Die Auffaffung der Bergarbeiterorganisationen über den Rechtsstandpunkt ergibt sich aus folgender Darlegung: „ Die bei den gestrigen Verhandlungen abgegebene Erflärung bes Jedjenverbandes fußt auf einer mit den tatsächlichen Verhältnissen in Widerspruch stehenden Auslegung der Rechtslage. Wir müffen noch mals betonen, daß für die Unternehmer eine Rechts. grundlage für die Maßnahme der Aussperrung nicht gegeben war. Am 3. Mai wurden bei den Verhandlungen in Hamm die beiden Schiedssprüche vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärt. Da mit der Berbindlichkeitserklärung gleichzeitig eine Abänderung der gefällten Schiedssprüche erfolgte, fonnte die ausgeprochene Verbindlichkeitserklärung nach dem flaren Wortlaut des 825 der zweiten Ausführungsverordnung über das Schlichtungswesen vom 29. Dezember 1923 erst dann in Kraft treten, wenn beide partelen der Abänderung zugestimmt halten. Eine Partei, die der Arbeitgeber, flimmle fofort zu, während die Partei der Arbeitnehmerorganisationen sofort Revierkonferenzen einberief, die Stellung zu dieser veränderten Sachlage nehmen sollten. Noch ehe diefe Konfetenzen für Dienstag, den 6. mai, einberufen waren und sich für ZuStimmung oder Ablehnung aussprechen fonnten, fperrten die Unternehmer einer großen Anzahl von Zechen die Bergarbeiter, die vor Stellungnahme der Konferenz die Berbindlichkeitserklärung nicht an ertannten, aus. Dieses Vorgehen stellt den Rechtsbruch der Zechenbefizer dar, der sehr wesentlich dazu beigetragen hat, daß die Reviertonferenz vom Dienstag, den 6. mai, die Berbindlichkeitserklärung nicht anerkannte. Mit dieser nichtanerkennung war die Rechtslage fo gespannt, daß eine der Parteien der erfolgten Abänderung der Schieds. prüche nicht zugestimmt hat. Damit war auch feine Möglichkeit gegeben, die Berbindlichkeitserklärung des Reichsarbeitsministeriums als rechtsgültig anzusehen." Die Geffentlichkeit und der Ruhrkampf. " Diese Leiden haben die Bergarbeiter auf sich genommen, weil sie die 3wangslage Deutschlands einsehen, um das Land nicht vollends in den Abgrund stürzen zu lassen während die Unternehmer mit ihrer Unterdrückungspolitik auf die Bebrohung der Wirtschaft, der Währung, der Reichseinheit pfeifen. Wo bleibt angesichts dieser Sachlage die Breffe der bür. gerlichen Mittelparteien? Sie hat es bisher unterlassen, dem Unternehmertum gegenüber die Interessen des Reichs und der Wirtschaft in Schuß zu nehmen und offen zu zeigen, mem ihre Sympathien in diesem Kampf gehören. Will sie den Einbrud entstehen lassen, daß sie die sozialreaktionären Absichten des Bechenverbandes billigt? Eingreifen der Besatzungsbehörden? Bochum, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der Führer des Gewerkvereins Chriftlicher Bergarbeiter 3 m busch ist von den fran3ösischen Bejagungsbehörden zu einer Besprechung gelaben worden. Man geht nicht fehl in der Annahme, daß die Be fahungsbehörde nunmehe doch gewillt ist, in den nun schon über acht Tage dauernden Streit im Ruhrgebiet einzugreifen. Gasmangel in den Industriestädten. ist die Brennstofflieferung des Gaswerts fo start zurüdgegangen, Effen, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) In ben legten Tagen daß eine ordnungsgemäße Gasversorgung nicht möglich ist und für einige Stunden am Tage die Abgabe von Gas gesperrt werden mußte. Der Gasmangel macht sich auch in anderen Städten, fo in Bochum, Herne, Dortmund bemerkbar. Die Unterstügungsaktion. Am 4. Mai vorigen Jahres war der fommunistische Abgeordnete Scholem, wie erinnerlich, vom Präsidenten Leinert von den Sikungen des Landtages ausgeschloffen worden. Er war aber in der nächsten Sizung wieder erschienen und die Verhandlung konnte nicht Einigung im Ruhrkampf herbeizuführen. Die Zechenbefizer Heute unternimmt der Reichstanzler einen Bersuch, eine weitergeführt werden durch die Obstruktionen der Kommunisten. Infolgebeffen war am 7. Mai Polizei zur Hilfe gerufen worden, haben alles getan, um die Einigungsaussichten zu verschlech bie den ausgeschloffenen Abgeordneten om Betreten bes Sacles hin. tern. Mit rücksichtsloser Brutalität haben sie bis heute an berten Die Kommunisten obftruierten weiter und Bizepräsident ihrem Unterdrückungswillen festgehalten. Daß fie das wagen Garnich eigene mann aus. Diefer weigerte fich, ben Saal zu verfaffen, worauf die Kampfes nicht zu billigen wagte, ist auf ein Bersagen der angebahnt. Die Bertrauensleute der einzelnen Schachtanlagen sollen Sigung vertagt wurde. Hoffmann wurde durch Schupobeamte und Beamte der Abteilung IA gewaltsam entfernt. Hierbei zu verhindern. sollen die drei Angeklagten versucht haben, das Eingreifen der Polizei Scholem wird beschuldigt, einem Beamten vor die Bruft geftoßen zu haben und die anderen mit den Worten Spigel", „ hefunken".„ Bolizeibüttel und anderen Worten beschimpft zu haben. In feiner Bernehmung beftritt er, daß er sich den Beamten, wie die Anflage lautet, in den Weg gestellt habe, um sie zu ver hindern, an Hoffmann heranzufommen, im Gegenteil, er fei von ben Beamten vergewaltigt und in das Arresttotal geschleppt worden. Der zweite Angeffagte Gobottta mirb befchuldigt, die Befreiung Hoffmanns versucht zu haben Nach der Angabe eines Be amten foll er mit den Händen hinter dem Rüden der Beamten herübergefaßt haben. Der Angeklagte bestritt das, da er acht bis zehn Bänke von Hoffmann entfernt gefeffen habe. Die Angeklagte, Frau tofi Wolfftein, wird der Beleidi gung der Beamten beschuldigt. Sie foll den Beamten zugerufen haben: Salunkenbande", Bolizeihatunten". Sie gibt zu, diese Borte gebraucht zu haben, aber sie hätten sich gegen die SozialDemetratie gewendet. Sie geftand ein, daß fie nochmals außerhalb des Saales einen höheren Bolizeibeamten mit den Worten Feig ling". Feigheit" beschimpft hätte. Das sei aber nicht Gegenstand der Antlage. Oberregierungrat eis vom Bolizeipräsidium befundet als Beuce: Es wurde mir mitgeteit, daß fommunistische Abgeordnete im Landtag Standalszenen inszenieren. Ich begab mich wunschgemäß zu dem Landtagsvisepräsidenten Carnich und es fanb eine Be. sprechung statt, die mit dem Auftrag enbete, ben Abgeordneten Hoffmann aus dem Saal zu entfernen. Den Auftrag erhielt Bolizei major Dietrich. Da ich die Gepflogenheiten der Kommunisten fannte, fah ich voraus, daß auch die anderen Abgeordneten Widerſtand leiſten würden und beauftragte meine Beamten, auf straf bare Handlungen Obacht zu geben und sofort zur Fest. ftellung zu fchreiten und die betreffenden Festgenommenen nach Bimmer 6 zu bringen." An den Reugen werden von den Verteidigern und den Angeflag. ten zahllose Fragen gestellt, bis der Borsigenbe fchließlich weitere Fragen ablehnt und bie Bernehmung für beendet erflärt. Der Staatsanwalt ließ genen Sobottla die Untage fallen, da der einzige Belastungszeuge, ein Balizeiunterwachtmeister nur un. bestimmte Angaben hätte mechen können. Er hielt bie Angeflagten Scholem und Frau Rosi Wolfstein der Beleidigung. Scholem auch des Widerstandes für schuldig. Eine Genehmigung des Landtages fei nicht erforderlich, weil die Angeklagten auf frischer Tat bei ihrer strafbaren Handlung getroffen worden feien. Bei dem Strafmaß fei au berüdfichtigen, daß die Angeklagten fich als Märtyrer ihrer Freiheit betrachtet und aus Brinzip gehandelt hätten. Der Untagevertreter be antragt gegen Schofem wegen Widerstandes auf 60 m. und wegen Widerstandes auf 30 M.; gegen Frau Wolfftein wegen Beleidi. gung auf 30 M. Geldstrafe, Das Urteil lautete bem Antrage des Staatsanwalts gemäß. Hitler- Putsch. Amtsanmaßung. München, 13. Mai.( WTB.) Vor dem Boltsgerigt München hatte sich der zum völlischen Reichstagsabgeordneten gewählte Ingenieur Feber, ber zum inanaminister ber am 8. November ausgerufenen nationalen Regierung in Aussicht genommen war, wegen Beihilfe zum Hochperrat zu verantworten, Das Gericht verurteilte ihn indes lebiglich wegen Amis. anmaßung zu einer Geldstrafe van 50 W. München, 13. Mal.( Eça.) Im Müngener Stabtrat ftefte die sozialdemokratische Fraktion einen Antrag, in dem sie das Direttorium ersucht, bei den zuständigen Stellen Berschwerde über die immer mehr von Anhängern der Rationalfagia. Liftigen Bertei zunehmenden Befäftigungen, Befchimpfungen und mishandlungen solcher Verfonen zu erheben, die als Angehörige demokratischer oder sozialiſtiſcher Parteien be tannt sind. In der Begründung des Antrages wurde ausgeführt, daß in lehter Zeit auch fojialistische Mitglieder des Stadtrates anges pöbelt, belchimpft und fogar mishandelt morben feien. Der Antrag wurde nach längerer Aussprache einstimmig angenommen. öffentlichen Meinung zurückzuführen. Das Recht der Bergarbeiter ist über allen 3meifel er haben. Wir geben folgende Stimmen über das Wesen diefes Kampfes wieder: Jm Berliner Tageblatt legt Th. Brylla. Sekretär der Hirsch- Dunderschen Bergarbeiter Gewerkvereine bar, daß die Unternehmer den Kampf durch ihre 3wangsmaßnahmen provoziert haben. Er schreibt: " Der Kampf im Ruhrgebiet stellt eine Machtprobe der dortigen Schwerindustrie car und geht nicht so fehr um die Verlängerung der Arbeitszeit, als vielmehr um die Erhaltung oder Zerschlagung des Manteltarifcertrages." In einer Massenfundgebung des Deutschen Gemertschaftsbundes zur Aufklärung der Deffentlichkeit sagte der Borsigende des Gewerfvereins Christlicher Bergarbeiter, Imbusch, ausdrücklich: Es liegt fein politischer Streit por, ja, überhaupt fein Streit: die Bergarbeiter wollten die bisherige Arbeitszeit leiften, die Unternehmer aber wollten rüdsightstofen Kampf. um die Arbeiterorganisationen zu brechen, die Bergarbeitervertreter, die Tarifverträge und den Urlaub der Arbeiter zu beseitigen." Eine darauf gefaßte Entschließung der Bersammlung sprach den ausgesperten Bergleuten Sympathie aus, ertlärte, daß der Geist der rheinisch- westfälischen Bergbau unternehmer einen gefunden Ausgleich der sozialen Intereffen verhindert habe und forderte, angesichts der Gefahren für die deutsche Wirtschaft, für Bolt und Baterland, aus der Berminderung der Kohlenförderung, die Regierung auf, Schritte zur Beilegung des Streifes zu tun. Das Organ Stegerwalds, Der Deutsch e" pom 13. Mai schreibt: Bochum, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) In zahlreichen Städten des Ruhrzentrums haben die Ausgesperrten mit den städtischen Wohlfahrtsämtern Berhandlugnen über eine not standsfürsorge mit den Bertretern der Sachverwaltungen übernehmen. Zunächst follen aus den Boltsküchen an die Ausgesperrten Speifen gratis abgegeben werden. In Dortmund werden die Ausgesperrten bereits aus den Bolfsküchen verpflegt. Warmes Essen wird jedoch nur in ganz beschränttem Umfange verabfolgt Borfäufig werden täglich 12 000 Portionen fertiggestellt. In zahlreichen Städten des Ruhrgebietes wird am Mittwoch mit der Berteilung son Brot an die Ausgesperrten begonnen. In Gelsenkirchen, Battenscheid, Bochum, Hamborn haben Besprechungen zwischen den Kaufleuten und den Betriebsräten stattgefunden, in denen Richt= tinten für die Unterstüßung der Ausgesperrten burch die Raufleute vereinbart wurden. In den meisten Fällen erflärte sich die Geschäftswelt bereit, Lebensmittel. trebite einzuräumen, die nach Wiederaufnahme der Arbeit a vfchlagsweise zurückgezahlt werden. Diese Kredite sollen nur in den notwendigsten Fällen in Anspruch genommen werden. Die Unterstützungsaktion der Gewerkschaften hat bisher sehr günstige Erfolge aufzuweisen. Die wirtschaftliche Lage der Bergarbeiter. Hamm, 13. Mai.( Mib.) In einer Eingabe des Gemertoer. eins hriftlicher Bergarbeiter an den Landrat des Kreises Hamm und an die Stadtverwaltung Hamm heißt es: Was gedenken die Behörden zu tun, um die ausgesperrten Arbeiter und deren Angehörige vor dem Hungertode zu bewahren? Erforderlich ist, den Säuglingen der Bergarbeiterfamilien Milch sicherzustellen, den Erwachsenen einschließlich der Ledigen muß wenigstens Brof. persorgung gesichert werden. Nach uns zugegangenen Mit beilungen follen auf der Zeche de Mendel" Kartoffeln angetommen sein. Diese Kartoffeln sind von den Bergarbeitern schon lange bezahlt, da sie ihnen vom Lohn abgezogen wurden. Die Bechenverwaltung soll sich jedoch weigern, die Kartoffeln jetzt aus. Bergarbeiterstreik in Ungarn. Dabei fühlt jeder unvoreingenommene im Ruhrgebiet, daß Diefer ganze Kampf, soweit man eben nicht die burch die Micum. perträge herbeigeführte Notlage verantwortlich macht, nur der Auszugeben. Wir bitten, diesen Fall untersuchen zu lassen." wirtung der unmöglichen Bragis des Arbeitgeber. tums in den legten Monaten zu großen Teifen zuzufchreiben ist. Daher ist auch nie im Ruhrgebiet ein Wirtschafts. fampf geführt worden, in dem die Sympathien fo auf der Seite der Arbeitnehmer waren, wie in diesem Kampfe. Die tiefere Ursache der ganzen Bewegung wie auch der radikalen Belle ist und bleibt die große Rot der Bergleute. Die Leute gehen bei schwerster Arbeit vielfach mit Monatslöhnen von 30 bis 100 m. nach Hause. Der Durchschnittslohn mag sich auf 120 bis 130 Mt. belaufen. Wie mit solchen Löhnen ein Arbeiter seine Dr. Sunyatsen gestorben. London, 13. Mai.( Tul.) Wle aus Hongfang gemeldet wird, ist Dr. Sunyetfen, der frühere Bräsident der chinefifchen Republit, der zum gegenwärtigen Regime in China in schärffter Opposition stand, gestern an Gehirnentzündung gestorben. 4 * Der Name Sunnatfen ist mit der Geschichte der chinesischen Re. volution untrennbar verknüpft. Gunyatsen hat felne Bildung und feine freiheitlichen Ideen in Amerika empfangen. Er organisierte bie Revolution der füd- chinesischen Provinzen und wurde 1911, als fie sich zur Republik erklärt hatten, von ihnen zum Bräsidenten gewählt Im Bunde mit Duanschitai fente ar die Abdantung der Mandfchu bynastie burch. 1912 verzichtete er auf fein Amt. 1913 organisierte er einen Aufstand gegen Quanschifai, der aber niedergeworfen wurde. r flah nach Japan. Seit 1914 betrieb er in antan mieder die Trennung Südchinas von Nordchina. Jm April 1921 wurde bla Republik Südchine ausgerufen. Er wurde ihr Präsident. In Juni 1922 wurde er nertrieben, bie tonftitutionelle Regierung in Kanton für aufgelöst erflärt. Bochum, 13. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Nach einer am Dienstag abend bei dem Berband der Bergarbeiter Deutschlands aus Budapest eingetroffenen Mitteilung des Borsihenden des Verbandes der Berg- und Hüttenarbeiter Ungarns befindet sich der größfe Teil der ungarischen Kohlenarbeiter im Streit. Die Jahl der Streifenden beträgt 40 000. Die Ursache des Streifs ist die Ablehnung der geforderten Cohnerhöhung durch die Grubenbefizer. Ferner spielen Differenzen über die Arbeitszeit eine Rolle. Es ist mit einer längeren Streifdauer zu rechnen. Neue Verhaffung wegen des Rathenau- Mordes. Das BS. meldet, daß in den letzten Tagen in München wegen des athenau Mordes eine neue Festnahme erfolgte. Es handelt sich um eine Beriönlichkeit namens Zönies. Der Verhaftete ist nach Leipzig gebracht worden. in Als dänischer Gesandter in Berlin wird der dänische Gesandte Stockholm, Serluf 3 able, amtlich angefündigt. Die britische Rheinarmee wird jetzt von Generalleutnant Sir S. B. Cane an Stelle des Generals Sir. S. Goblen befehligt. Maifeierstrafen in Litauen. Der Kommandant von Kowno hat wegen Beteiligung an der verbotenen Straßenfundge bung vom 1. Mai 46 Berfonen gemaßregelt. 23 von diesen wurden mit 3 Monaten Gefängnisbaft bestraft, die übrigen er hielten einen bezw. zwei Monate Gefängnis.( Offenbar berricht dort ein militäriser Ausnahmezustand), Die japanischen Wahlen haben den Regierungslandibaten faum ein Drittel der Eige gebracht. Von etwa 460 Boeordneten geboren 282 aur Oppofition, abgefeben von 20 Unabhängigen, die fich wahrscheinlich der Opposition anschließen werden. Das Berantwortungsbewußtsein der Gewerkschaften in tarif Bewerkschaftsbewegung lichen Streitigkeiten hat eine Unterbindung vieler Wirtschaftsfämpfe Schieds- oder Kampfsprüche. In der deutschen Reichsverfassung ist die öffenlich- rechtliche Anerfennung ber. Zentralgewerkschaften( siehe Reichsverfassung Artikel 165 Abs. 1) als mitverantwortliche Organe der Wirtschaft festgelegt. Es wurde gefeßlich verankert, daß ihnen die Aufgabe obliegt, im Interesse der Wirtschaft das Verhältnis des Arbeiters zum Arbeitgeber mit den Organisationen des letzteren, durch den Tarif zu regeln. bislang zur Folge gehabt, was zu einer Radikalisierung der Arbeiter. schaft führte, die nunmehr zu einer viel schlimmeren Gefahr für den Staat wird, als dieser oder jener Wirtschaftskampf. Hier liegt das ungesunde der wirtschaftlichen Entwicklung, daß die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft als Stüge qualifizierter Arbeitsleistungen und sicherer Grundpfeiler des Staates den gefunden Sinn für die wertschaffende Arbeit zu verlieren beginnt. Die Gewerkschaften haben darum die Pflicht und das Recht, eine Reorganisation des Schlichtungswesens zu fordern, wie das bereits vom Bundesausschuß in seiner Tagung vom 18. und 19. März geschehen Durch diese Anerkennung der Zentralgewerkschaften wurde ist. Berbindlich erklärte Schiedssprüche, welche für die Gewerkihnen gleichzeitig ein hohe's Maß staatspolitischer Berschaften un annehmbar sind, wie sie in der letzten Zeit fast ausantwortung auferlegt. Berantwortung tragen erheischt aber schließlich gefällt wurden, sind, da sie geltendes Recht schaffen, eine unter allen Umständen die Einräumung eines ganz bestimmten ungerechte Parteinahme zuungunsten der Arbeitnehmerschaft. Grades von Mitbestimmungsrecht bei der Gestaltung der Das kann nicht länger hingenommen werden. Dinge. Diese neue, öffentlich- rechtliche Stellung der deutschen Ge Georg Reuter, Gelsenkirchen. mertschaften ist von großen Teilen des deutschen Boltes bis heute noch nicht verstanden worden. Die Motive zu diesem Nichtverstehen find zweierlei. Das erstere ist mehr ein Nichtverstehen wollen als ein Richterstehen können. Wir erinnern uns noch ganz gut, daß Die Unternehmer sind solidarisch. in den vergangenen Jahren so oft das Wort von gewertschaft lichen Nebenregierungen" gefallen ist. Die Kreise, welche dieses Wort mit besonderer Vorliebe predigten, waren die Inbustriellen und Agrarier, die den Gewerkschaften zwar die Verantwortung in recht großem Maße zuschoben, aber jegliches Recht der Mitbestimmung absprachen. Das zweite Motiv entspringt der Untenntnis großer Kreise der gesamten Arbeitnehmerschaft, die weder die geschichtliche Entwicklung der deut schen Arbeiter und Gewerkschaftsbewegung tennen, noch sich bemühen, die Idee der Bewegung überhaupt zu verstehen und infolge beffen die Aufgabe nur in einem großen Maße von Mitbestim. mung, nicht aber von Verantwortung erblicken. Für diese Kreise sind die Aussprüche vom„ Berrat" der Gewerkschaften und der Harmonieduselei" mit dem Kapital typisch. Dem Abschluß von Tarifverträgen stellten sich in den letzten zwet Jahren immer größere Schwierigkeiten entgegen. Den Höhepunkt dieser Schwierigkeiten bei der Regelung des Arbeits- und Lohn verhältnisses zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen finden wir beim Ausgang des paffiven widerstandes an der Ruhr. In diesem Zeitabschnitt sehen wir den schweren Kampf der Metallarbeiter im rheinisch- westfälischen In dustriegebiet. Jetzt stehen im ganzen Ruhrgebiet die Räder der Schächte still, weil die Arbeitgeber des Bergbaus die gesamten Belegschaften ausgesperrt haben. Die äußere Ursache der Aussperrung ist allerdings teine tarifrechtliche Streitig feit, denn wenn die Grubenbesizer die Belegschaften des Morgens beim Schichtbeginn aussperren, wenn die Revierkonferenzen der Zentralgewerkschaften erst am Nachmittag des gleichen Tages statt. finden, welche zu den nachträglich in einer gemeinsamen Verbindlich. feitserklärung des Lohnschiedsspruches vom 23. April 1924 und des Arbeitszeitschiedsspruches vom 28. April 1924 Stellung nehmen, fann man unmöglich die äußere Streitigkeit eine tarifliche nennen. Doch diese kurze Bemerfung nur nebenbei, weil sie aktuell ist und wir die Aussperrung nunmehr betrachten wollen in Verbindung mit dem Metallarbeiterftreit 1924, als Folge eines verbindlich er. tlärten Schiedsspruches durch den Reichsarbeits. minister. Die starte zentrale Bindung bei tarifrechtlichen Streitigkeiten durch die gefeßlichen Instanzen( Reichstommiffariate und Reichsarbeitsministerium) wird zu einer drohenden Ge. fahr für den Bestand von sozialen und arbeitsrechtlichen Be. stimmungen in den zurzeit gültigen Tarifverträgen. Unser Schlich tungswesen ist in Gefahr, nicht eine Stüße des wirt. schaftlich Schwächeren zu sein, sondern alle Streitigkeiten auf Kosten des wirtschaftlich Schwächeren um des augenblidlichen wirtschaftlichen Friedens willen zu schlichten.( Siehe hierzu aus der Schrift„ Das neue Schlichtungswesen", erschienen 1924 im Induſtriebeamten- Berlag auf Seite 11 3iffer 7 über die Berbindlichkeitserklärung der Schiedssprüche). Die fich hieraus entmideinde Gefahr für Staat und Wirtschaft wird vollends übersehen. Das große Berantwortlichkeitsgefühl der leitenden Gewerkschaftsinstanzen gegenüber Staat und Wirtschaft hat diese ungünstige Entwickelung des Schlichtungswesens stark beeinflußt, weil ihm die große Verantwortungslosigkeit der führenden Arbeitgebertreise gegenübersteht Der Schlichter hat die Aufgabe, zwischen den streitenden Bar teien zu vermitteln Gelingt diese Vermittlung nicht, so hat er eine Entscheidung zu fällen, die dem wirtschaflichen Frieden dient. Er wird aus dieser Einstellung heraus versucht sein, den Schiedsspruch nach der Seite hin zu fällen, wo die stärksten Machtfattoren liegen. Konkret gesprochen, er wird den Wünschen der Arbeitgeber Rechnung tragen, wenn er bei diesen startes Machtbewußtsein und großen Kampfes willen vorfindet. Umgekehrt wird er den Arbeitnehmern Rechnung tragen, wenn diese Momente bei diesen start hervortreten. Aus dieser Tatsache erklärt sich die Praris der Schiedssprüche der letzten Monate. Bei den Arbeitgebern war ein rüdsichtsloser Rampfes wille vorhanden. Sie waren bestrebt, die unglückliche Lage der Arbeiterschaft bis zur Neige auszunuzen. Der erweiterte Borstand des Gesamtverbandes Deutscher Metallindustrieller hat eine fofort fällige erhebliche finanzielle Umlage zur Unterstützung der Werftbefizer beschlossen. Auch die Arbeiterschaft muß ihre Solidarität mit den ausgesperrten Bergarbeitern befunden durch Zeichnung der Listen der Bergarbeiterhilfe! Unternehmersolidarität. Das Wolff- Bureau meldet: Der erweiterte Borstand des Gesamtverbandes deutscher Metallindustrieller hat in seiner geftrigen Gigung einen Bericht über die Entwicklung und den jezigen Stand des Streifs( in Wirklichkeit handelt es sich um eine Aussperrung) auf den Seeschiffswerften Kenntnis genommen. Er steht auf dem Standpunkt, daß im Interesse der deutschen Wirtschaft und der dringend notwendigen Erhöhung der Produktion auf den deutschen Seeschiffswerften die gleiche Arbeitszeit durchgeführt werden muß, wie sie in der übrigen deutschen Metallindustrie bereits feit längerer Zeit besteht.(?!) Der Gesamtverband deutscher Metallindustrieller stellt sich deshalb gefchloffen hinter seine Gruppe. Der erweiterte Borstand hat zunächst in der genannten Sigung eine fofortige fällige erhebliche finanzielle Il mlage in der ganzen Metallindustrie zugunsten der betroffenen Seeschiffswerften beschlossen und fernerhin den engeren Borstand des Gesamtverbandes ermächtigt, je nach Lage der Sache selbständige weitere Maßnahmen durchzuführen, falls die Bewegung nicht in der allernächsten Zeit beendigt werden sollte. Resultatløse Verhandlungen in der Metallindustrie. Nachdem, wie wir vorige Woche berichteten, die Verhandlungen über den Lohnkonflikt in der Berliner Metallindustrie ergebnislos vertagt wurden, fanden gestern, auf Veranlassung der Unparteiifchen, direkte Verhandlungen statt. Auch diese führten zu feiner Verständigung. Sie werden aber demnächst vor dem Angesichts der Schiedsgericht wieder aufgenommen werden. Haltung der Unternehmer besteht allerdings faum Aussicht auf Beendigung des Kleinfrieges. Es muß damit gerechnet werden, daß eher eine erschärfung eintritt. Streik in der Wittlerschen Brotfabrik. Bom Zentralverband der Bäder wird uns geschrieben: Wie in der Industrie, so glauben auch die Handwerksmeister besonders aber die Bädermeister, daß die günstigen Zeitverhält niffe" ausgenußt und die Tarife entweder beseitigt oder abgebaut werden müssen. Auf Grund dieser Einstellung wurde auch im Bädergewerbe Groß- Berlin durch die Arbeitgeber der Tarif im Januar gefündigt. Die Verhandlungen beim Schlichtungsausschuß haben zu feinem Resultat geführt. Es wurde ein Schiedsspruch gefällt, der allerdings für dieses Jahr die bisher bestehenden Ferienfäße beibehält, für nächstes Jahr aber den Antrag der Arbeitgeber vollinhaltlich annahm, wodurch die Ferien zur Hälfte reduziert werden sollen. Dieser Schiedsspruch wurde sowohl von den Arbeitnehmern, wie von den Arbeitgebern abgelehnt, so daß gegenwärtig fein Tarif für das Bädergewerbe Groß- Berlin besteht. Auf Grund dieser Tatsache sind nun in verschiedenen Betrieben die Gesellen an ihre Arbeitgeber herangetreten zwecks Abschluß eines Tarifs und besonders zwecks Regelung der Ferien. Ist nun in verschiedenen Bädereien wie z. B. bei der Fa. Paul Hante die diesbezügliche Verhandlung schon beendigt, während sie in anderen Betrieben noch schwebt, so sind wieder andere Bäckereiinhaber so vom Herrenstandpunkt durchdrungen, daß sie jegliche Berhandlungen ablehnen. Sie versteden sich hinter ihre Organifation und erklären, nur diese habe in dieser Hinsicht Verhandlungen zu pflegen. Infolge diefer brüsten Antwort der Arbeitgeber hat nun die Belegschaft der Wittlerschen Brotfabrit, Berlin N., Magstr. 5, am Montagabend den Streit beschlossen und ist einmütig gestern morgen in den Streit getreten. Der Betrieb ruht vor der Hand vollständig. Das konsumierende Publikum wird es hoffentlich ab. lehnen, Fabrikate der Wittlerschen Brotfabriken zu kaufen, falls es gelingen sollte, was mehr als fraglich ist, durch Streitbrecher den Betrieb wieder in Gang zu ſehen. Es ergeht also an die tonfumierende Bevölkerung der Aufruf, beim Broteinkauf darauf zu achten, von wem es geliefert und her= gestellt ist und an alle Bäcker, die Wittlerschen Betriebe zu meiden, um den im Kampf stehenden Kollegen die Erreichung ihres Zieles zu erleichtern. Zum Streik im Stuck- und Gipsbaugewerbe. In einer Streifversammlung am Dienstag wnrde vom Grupvenleiter Shed ein furzer Bericht über die veränderte Situation gegeben. Durch Eingreifen des Reichsarbeitsamtes wurden ans schließend an die Verhandlung für Hoch- und Betonbau die Parteien zusammengerufen. Da erstere sich jedoch sehr in die Länge zogen, konnte die Verhandlung nicht mehr stattfinden. Es wurde für ausgangs der Woche eine neue Verhandlung in Aussicht gestellt. Aus vielen Vereinsgebieten Deutschlands find Arbeitsträfte an gefordert. Es haben daraufhin in der bergangenen Woche eine große Anzahl Streifender Berlin verlassen und sind anderwärts in Arbeit getreten. Diesen werden weitere folgen. Die Versammelten standen einmütig hinter den Weisungen ihrer Streilleitung und zeigten den Willen zum Ausharren. Lohnverhandlungen im Steinfegergewerbe. Die Verhandlungen über die Neufestsetzung der Löhne, die gestern im Steinfegergewerbe stattfanden, führten zu feiner Eini gung, weshalb am Donnerstag das Schlichtungsamt sich nochmals mit der Frage befassen wird. Die weiteren Maßnahmen der Drganisation hängen von dem Ergebnis dieser Verhandlungen ab. Alle anderen Barolen sind ft rifte abzulehnen. Berbindlicher Schiedsspruch für Bauschloffer. Wie wir bereits berichteten, wurden durch Spruch des Schliche tungsausschusses die Löhne der Bau-, Geldschrank- und Möbelschlosser um 4-6 Pf. für die Stunde erhöht. Während die Arbeitgeber den Spruch ablehnten, nahmen ihn die Arbeiter an und beantragten feine Verbindlichkeitserklärung. Diese ist nunmehr ausgesprochen. Die Arbeitnehmer haben überall in den Betrieben die sich aus dem Schiedsspruch ergebenden Nachzahlungen zu verlangen. In einer Branchenversammlung wurde ferner Mitteilung über eine Nachregelung der Lehrlingsentschädigungen gemacht. Es erhalten Lehrlinge im 1. Lehrjahr 3 Mart, im zweiten Jahr 4 Mart, im dritten Jahr 5 Mark und im letzten Jahr 6 bis 8 Mart pro Woche. Einen festen Urlaub zu gewähren, fonnten sich die Arbeitgeber nicht herbeilassen. Es bleibt weiterhin bei betriebsweiser Re-. gelung. Lohnabbau in Oberschlesien. Aus Ratto wit berichtet Mtb.: Ein am 12. Mai gefällter Schiedsspruch in dem Lohnfampf der Montanindustrie Dft oberschlesiens baut sich auf dem Vorschlag des Arbeitgeberverbandes auf. Er bringt einen Lohnabbau von 17 Proz. im Zentralrevier und von 22 Broz. in den Außenbezirken. Die Löhne in Ostoberschlesien bleiben damit immer noch höher als wie Westoberschlesiens. Aber der Schiedsspruch wird voraussichtlich dennoch zu neuen Arbeitstonflitten führen, da es bisher immer noch nicht gelungen ist, die Preise der Gegenstände des täglichen Bedarfes herunterzudrüden. Die Einführung des Gloth hat auf die Preisgestaltung feinen Einfluß gehabt. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Ostoberschlesien beruhen aber weniger auf der und Schicht beläuft sich in Oftoberschlesien auf durchschnittlich Lohnfrage als auf der Leistungsfrage. Die Leistung pro Mann 50 Broz. der Friedensleistung, während in Westoberschlesien durchschnittlich 83 Broz. der Friedensleistung pro Kopf und Schicht er reicht sind. Achtung, BSPD.- Fabrikarbeiter! Donnerstag abend 7 Uhr im Ge. wertschaftshaus, Engelufer 24-25, wichtige Versammlung aller BSPD.. Fabritarbeiter. Die Generalversammlungsdelegierten sowie Verbandsfunktionäre müssen bestimmt anwesend sein. Parteiausweis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Rentralverband der Angestellten. Textilindustrie, Färbereien usw.: Mitgliederversammlung Donnerstag abend 7 Uhr in den Sophien- Sälen, Sophienftraße 17-18. Berband der Buchbinder und Bapierverarbeiter. Album, Mappen- und Galanteriebranche: Donnerstag abend 7 Uhr in den Zentral- Festfälen, Alte Jakobftr. 32, gemeinsame Branchenversammlung mit den Sattlern und Portefeuillern. Erscheinen aller Mitglieder unbedingt notwendig. Eintritt nur gegen Die Ortsverwaltung. Mitgliedsausweis. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn; Feuilleton: Dr. John Schitowski, Lotales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts.Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin GB. 68.. Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen. Mißfarbene Zähne entstell. d. schönste Antlig. Übl. Mundgeruch wirkt abstoßend. 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Cehrlinge für Gießerei, Schmiede, Kessel- und Kupferschmiede, Kalfulation und als Zeichner ausgebildet. Die Werkschule. Die moderne Industrie verlangi neben den vielen„ ungelernten",| in den Betriebswerkstätten, also nicht in der Lehrlingswerkstatt, richtiger, angelernten", Arbeitern im steigenden Maße nach Qualitätsarbeitern. Je feingliedriger die Maschinen werden, je durchgebildeter die Herstellungsmethoden, um so höhere Anforderungen werden an den Qualitätsarbeiter gestellt. So ist denn die Ausbildung der Lehrlinge zu einer der wichtigsten Angelegenheiten der Biele große Werte gehen immer mehr dazu über, den Fortbildungsunterricht im Werke selbst zu erteilen. Darin liegt ein unmodernen Großindustrie geworden. Gewerkschaften und Industrie geheurer Gegenjak zu der bei vielen fleinen Handwerksmeistern schenken der Lehrlingsausbildung im erhöhten Maße ihre Beach- früher oft üblich gewesenen Praxis, den Lehrling am Besuch von tung, und es muß objektiv anerkannt werden, daß gerade die Groß- Fach- und Fortbildungsschulen zu hindern. In der Werkschule bei industrie in den letzten Jahren Borbildliches auf diesem Gebiet ge. leistet hat. Es ist jedoch bedauerlich, daß nicht nur die Zahl der einwandfreien vorbildlichen Lehrstellen, sondern auch die Zahl der Behrstellen überhaupt im traffen Mißverhältnis zu der Unmenge derjenigen jungen Menschen steht, die, wie man fagt, nach dem Berlaffen der Schule ins Leben treten" follen. In der Lehrlingswerkstatt. Eine gute, planmäßig durchgeführte Lehrlingsausbildung vermag viele von den im jungen Menschen schlummernden Kräften zu weden und zu fördern. Eine Ausstellung von Lehrlingsarbeiten bel Borsig in Tegel, die vor kurzem stattfand, bewies das. Es waren dort in der großen vorbildlich eingerichteten Lehrlingswerkstätte, in der die Lehrlinge in der Schlosserei, Dreherei, Modelltischlerei aus. gebildet werden, nicht nur die im Wert angefertigten produttiven Arbeiten zu sehen, sondern auch Liebhaberarbeiten, die die Lehrlinge in ihrer Freizeit angefertigt hatten. Da waren Rundfuntapparate, fauber ausgeführte Modelle von allen möglichen Maschinen, Zeichnungen aller Art und anderes mehr zu sehen. Eine Statiftit mies nach, welche Literatur die jungen Leute bevorzugten, alles Dinge, die bei der früher allgemein üblichen Handwerkslehre nur in fehr seltenen Fällen das Interesse des Lehrherrn wachzurufen vermochten. In diese Lehrlingswerkstätte wird durchaus nicht jeder Anabe ohne meiteres eingestellt, auch dann nicht, wenn er durch Verwandte über besonders gute Beziehungen zum Wert verfügt. leber die Aufnahme entscheidet eine pfychotechnische Prüfung, in der versucht wird, die besondere Eignung des Bewerbers zu ergründen, ferner der ärztliche Befund und der erfolgreiche Besuch einer Gemeindeschule, wobei insbesondere darauf Wert gelegt wird, daß im Betragen und im Fleiß die Note„ gut“ erzielt wurde. Nach Antritt der Lehrzeit arbeitet der junge Mensch zunächst drei Monate zur Probe. Wenn er dann den Anforderungen nicht genügt, fann er ohne weiteres entlassen werden. Die Lehrlingswerkstatt ist hell und luftig. Eine Bentilatoranlage führt im Sommer fühle und im Winter warme frische Luft zu. Auch sonst ist die Werfftaff in hygienischer Hinsicht durchaus modern eingerichtet. Die Schlofferlehrlinge werden im ersten Jahr zunächst mit Hilfeleistungen aller Sirt, sowie fleineren produktiven Arbeiten für das Wert beschäftigt. Im zweiten Jahr lernen sie den Umgang mit allen im Maschinenbau üblichen Werkzeugmaschinen mit Ausnahme der Drehbant fennen. Sie werden im Schmieden und Härten von Werkzeugen, fowie an der Reißplatte ausgebildet. Im dritten Jahr sind sie dann fo weit, schwierigere Einzelteile herstellen zu fönnen, ja, tieine Dampfmaschinen, Kompressoren zusammenzubauen, mobei die be fonders befähigten Lehrlinge als Kolonnenführer Berwendung finden. Im letzten Jahre werden die Schlosserbehrlinge irgendeiner Betriebswerkstätte überwiefen, in der sie bis auf die festen zwei Monate verbleiben. In diesen beiden letzten Monaten tehren sie zurück zur Lehrlingswerkstätte und führen hier unter strenger Aufsicht ihre Gesellenarbeit aus. Stach bestandener Ge fellenprüfung fehren sie dann in den Betrieb als Gefelle zurüd. Berau fo planmäßig wird die Lehre der Dreher durchgeführt. Nach einander werden sie an Zentrier- und Revolverbänten, an mittleren Drehbänken, an der Karusselldrehbant ausgebildet. Im dritten Jahre werden sie dann an der Leifspindeldrehbant, an Bohrwerten und Schleifmaschinen beschäftigt, so daß sie im vierten Jahre bereits vollwertige Gefellenarbeit zu leisten vermögen. Bei der Ausbildung der Modellflichlerlehrlinge ist besonders bemerkenswert, baß fie im dritten Jahre in der Kernmacherei und Gießerei mit der Herstellung der Formen vertraut gemacht werden, so daß fie damit das nötige Verständnis für die fertigen Modelle aus der praktischen Arbeit für die Gießerei erhalten. Außer diesen brei Lehrlingsarten werden 17] Die Flüchtlinge. Roman von Johannes Cinnanfosti. Er war so schwach, daß er nur mit Mühe auf den Hof gelangte. Dort warf er sich rücklings auf den weichen Rafen. Aber er vermochte nichts nachzudenken, denn er bemerkte im felben Augenblick, daß seine Söhne beim Pferdeftall standen. Vihtori fah gräßlich im Gesicht aus und peischte mit dem Bruſtriemen wie wild auf Liina ein. " Bist du denn toll geworden?" rief Hanna, barköpfig zu den Burschen laufend. Weshalb sagt der Bater nicht, wo er das gestohlene Geld versteckt hat, damit man's zurückbringen und sich mit den Leuten auseinandersehen kann!" rief Bihtori. " Schrei nicht so laut!" bat Hanna. Ich schreie, jetzt soll es die ganze Welt hören!" Das ist recht!" rief auch Kalle, mit den Zähnen fnirschend und die Arbeitsgeräte über den Hof werfend. Restitalo fühlte, wie ihm der Angstschweiß am Körper herunterrann. Im selben Augenblick sah er bei dem Speicher eine Schar after Bekannter aus Tavastlanad laufend in ben Hof fommen. Dort ist der favolarische Ausreißer!" rief einer, auf Keskitalo zeigend. Keskitalo wollte davon laufen, fühlte fich aber so schwach, daß er sich nicht einimal auffeßen fonnte. ganz Die Schar befand sich jetzt dicht vor ihm. " Du bist doch ein arger Schelm, Restitalo," fagte der born stehende Mann verächtlich. Gib das Geld heraus!" Restitalo schämte sich so, daß er nichts zu sagen vermochte. Weiß die Frau nicht, wo es ist?" fragte der Mann wieder. Ein Mann redet doch mit feiner Frau?" " " " Nein, ich weiß nicht," versicherte die Frau mit Tränen in den Augen.„ Ich habe von Woche zu Woche gewartet, aber er spricht auch mit mir nicht davon." Ich weiß es!" rief Manta auf der Treppe des Speichers, den Speicherschlüssel drohend in der Hand schwingend. Restitalo fam die Angst:„ Will die Verrückte denn verraten, daß es im Kornkasten ist?" " " " Ich weiß es, denn wir haben es zusammen gestohlen!" rief die Tochter immer lauter. Aber mag er es selbst sagen." " Es ist nicht wahr!" wollte Restitalo schreien. Manta bat es gestohlen, und ich hab's nur versteckt, damit das Gehöft nicht in Schande fäme." Aber er brachte keinen Laut hervor, so sehr er auch versuchte. Borsig wird nicht nur Fadhunterricht, sondern auch Turnen, Sport und Spiel getrieben. Das Schuljahr umfaßt 40 Unterrichtswochen, und es werden in jeder Woche 11 bis 12 Stunden Unterricht erteilt. Die Zahl der Schüler in jeder Klaffe beträgt höchstens 20 oder 30. Es liegt im Charakter einer Werfschule, daß der Unterricht sich eng an die praktische Tätigkeit anschließt. Unterrichtsfächer sind: Bürgertande, Deutsch, Fachkunde, Naturlehre, gewerbliches Rechnen, Mathemafit, Fachzeichnen und Turnen. Bei den Arbeitsburfájen fällt Fachkunde und Naturlehre, sowie Mathematit und Fachzeichnen Fachtunde und Naturlehre, sowie Mathematit und Fachzeichnen meg. Der für sie aufgestellte Lehrplan richtet sich nach dem in Groß- Berlin üblichen, damit sie ohne weiteres beim Verlassen der Arbeitsstelle an dem Unterricht in den Groß- Berliner Fortbildungsschulen beilnehmen tönnen. Die Schule befibt eine ausgezeichnete Lehrmittelsammlung, zahlreiche Maschinenteile und Werkzeuge für das Fachzeichnen, eine mathematische Sammlung, eine ledynologifche Sammlung, Karten für den Bürger und fachkundlichen Unterricht, Sammlung, Karten für den Bürger- und fachkundlichen Unterricht, fomie eine Sammlung psychotechnischer Prüfapparate. Nach Schluß der Lehrlingsausbildung erfolgt eine mündliche sowie schriftliche Prüfung. Lehrlinge, die irgendwelche Lüden aufweisen, haben Gelegenbelt, fie nach Schluß der Lehrzeit in der Schule auszufüllen. Besonders tüchtigen Lehrlingen wird der Besuch höherer Fachschulen durch einen Fonds ermöglicht. Der Unterricht der Ingenieurlehrlinge, SAANAN das Da gewahrte er Uutela vor sich. Ihm schwindelte Geld gehörte ja Uutela, die anderen halfen ihm nur. " Ich habe doch die ganze Zeit gewußt, daß du etwas hatteft," erklärte Uutela leise.„ Sag's jeht, armer Kerl, fag's endlich vielleicht fönnen wir uns verständigen." Restitalo hätte jetzt mit Uutela unter vier Augen sprecheri wollen, aber er brachte wieder feinen Laut über die Lippen. So ein Schuft!" riefen die Tavasten aufgebracht. Und die Savolarer, die sich nun, den Hof zur Hälfte füllend, angedaß er die Augen schließen mußte. fammelt hatten, Rimpiläinen an der Spike, lachten so spöttisch, „ Langsam voran, Männer," rief Uutela. Kommt mal etwas hierher!" Restitalo fah jetzt an Uutelas mehlbestäubter Mühe, daß er in Wirklichkeit ein Müller war und daß seine Windmühle unmittelbar neben dem Pferdestall stand. Alle gingen hinter Uutela zur Mühle. Blast fest in die Flügel, damit sie sich besser drehen!" forderte Uutela fie auf. Alle bliefen aus Leibeskräften, die Tavasten und die Savolager, ja auch die Magd Riitta und die Frauen feiner eigenen Tagelöhner unter ihnen. Die Flügel schnurrten von Sekunde zu Sekunde, immer wilder herum. Mittwoch, 14. Mai 1924 die man früher mit dem hochtlingenden Namen Volontär bezeichnete, ist in finnvoller Weise ähnlich geordnet. Die Vrbeiterschaft steht dem letnrnehmertum ablehnend gegenüber. Das ist nur zu natürlich und ergibt sich aus den wirtschaftlichen Verhältnissent. Sie ist stets gewillt, in jeder Maßnahme des Unternehmers eine feindliche Handlung zu erblicken. Der Kampf aber, den sie zu führen hat, fordert fühles und richtiges Abwägen aller Handlungen, auch der des Gegners. Nur das tennzeichnet den Menschen als groß und start, wenn er bie Fähigkeit hat, auch feinem Gegner Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Wenn es auch unbestritten richtig ist, daß der Unternehmer nichts aus reiner Liebe zur Arbeiterschaft tut, so ist es dennoch durchaus möglich, daß das, was der Unternehmer des eigenen Nutzens willen tut, zuweilen auch der Arbeiterschaft Nußen zu bringen vermag. Eine gute Lehrlingsausbildung ist stets eine Forderung der Arbeiterschaft gewesen, und wo fie erfüllt ist, ist es selbstverständlich, das anzuerkennen. Der Unternehmer hat sich dem 3mange der Notwendigkeit, Qualitätsarbeiter heranzubilden, um auf dem Weltmarkte konkurrenzfähig zu bleiben, gebeugt, und darum die Lehrlingsausbildung planmäßig ausgestaltet. Die Industrie tlagt vielfach, daß die hierfür gemachten Ausgaben sich nicht rentierten, da viele der Herangebildeten nicht nur das Wert, sondern auch Deutschland verlassen, um im Auslande beffer bezahlte Stellungen anzunehmen. Diese Klagen würden natürlich in, dem Augenblid verschwinden, in dem die Bezahlung mindestens so gut fein wird wie im Auslande. Wenn das Ausland troh erheblich höherer Löhne vielfach wesentlich billiger liefert als die deutsche Industrie, so ergibt sich daraus die Aufgabe, die Betrbs. führung und die technischen Verfahren einer scharfen Prüfung zu unterziehen, um sie auf eine Höhe zu bringen, die es ermöglicht, trotz menschenwürdiger Löhne ständig konkurrenzfähig zu bleiben. Ein„ Musterhaus". Die äufer verwahrlosung, die wir dem Kriege ver danken, hat in Berlin in den vorwiegend von Arbeiterfamilien be. wohnten Stadtteilen einen so hohen Grad erreicht, daß fie bereits zu einer öffentlichen Gefahr geworden ist. Da die meisten Hauseigentümer von Kriegsausbruch an, also seit jetzt fast zehn Jahren, jede größere Reparatur unterlassen haben, so ist für manche ihrer Mietstasernen der völlige Berfall zu befürchten. Daß von den Hausfronten nach der Hofseite und auch nach der Straßenseite der locker gewordene But sich in großen Stücken löft und herabfallend Menschen gefährdet, ist teine Seltenheit. Aber auch das war schon da, daß vermorschte Zimmerdecken sich bedrohlich fentten und wegen der Gefahr des Zusammenbruchs schleunigste Räumung nötig wurde. Weniger auffehenerregend, doch darum nicht minder gefahrbringend find die Wohnungsmängel, von denen die Bewohner eine langsamer wirkende Schädigung der Ge. sundheit zu erwarten haben, die auf Dachschäden zurückzuführende Durchnässung der Zimmerdecken in den obersten Stockwerten, die von den reparaturbedürftigen Zimmeröfen und Kochherden ausgehende Rauchbelästigung, der gesundheitsgefährliche Zustand befchädigter Klosettanlagen und vieles andere. Eine Probe von Häuferverwahrlofung, die wir den zuständigen Behörden zur ernftesten Beachtung empfehlen, bietet sich auf dem Grundstüd Ruheplatstraße 22. Das Haus mag vielleicht nicht viel über 40 Jahre alt fein, aber der Eigentümer hat es allmählich in einen Zustand geraten lassen, daß man es jetzt faft als schon abbruchreif bezeichnen möchte. Man merkt diesem Haus schon von außen an, daß feit langem nicht mehr viel darauf verwendet worden ist, namentlich an den Hoffronten, die in großen Flächen vom Buzz entblößt find. Aber das Aeußere ist noch nicht das Schlimmste schlimmer ist, was hinter den Fronten sich verbirgt. Wer das Innere besichtigen und sich einzelne Wohnungen ansehen will, der soll sich auf üble Bilder großstädtischen Wohnungselends gefaßt machen. An Wänden, Dielen, Defen, Herden Fenstern überall bieten sich Zeichen weitgehenden Berfalls. In morschen Dielen find tiefe Löcher, in Deden hat hindurchdringende Nässe häßliche Flecke zurückgelassen, an Desen und Herden flaffen Sacheln weit auso ,, Laß mich ein wenig ausruhen, dann wollen wir reden," fagte er, den Kopf müde an die Schulter seiner Frau lehnend. Sie erwiderte nichts, sondern legte nur ihre Hand auf feine naßfalte Stirn, wonach ihm allmählich wohler wurde. Gerade wie im Traum," dachte Keskitalo. Schwach und grau bin ich geworden und schwige in der Nacht. Alle erwarten, daß ich es endlich tue." Jetzt begriff er, woraus sein furchtbarer Traum entsprungen war: er hatte gesehen, wie feine Söhne am Abend Hanna heimlich etwas eröffnet hatten. Er konnte erraten, was es gewesen war bald würden fie es auch ihm selbst eröffnen. gleich zu den vielen Schwierigkeiten des Uebersiedlungsplans Merkwürdig! Damals in Tavastland war es ihm im Veraber, da die Zeit gekommen war, erkannte er, daß darin als eine Kleinigkeit erschienen, sich Uutela mitzuteilen. Jetzt schließlich alles beruhte. Und so hatte er die letzten Wochen in einer ständigen Bedrängnis gelebt, die noch dadurch erhöht wurde, daß er nicht einmal mit seiner Frau sprechen konnte, weil er sie schonen und diese furchtbare Last allein tragen wollte. der Vorsehung gewartet, auf einen Unfall oder etwas anderes, Außerdem hatte er bis zuletzt auf einen wunderbaren Zufall bas fie mit einem Schlag retten würde. Jetzt sah er ein, daß es so nicht weitergehen fonnte. Sie mußten sprechen und dann tun, was zu tun war. Die Frau war erfreut, daß Restitalo endlich die Sache zur Aber sie waren beide gleich ratios. Klar war nur, daß der Qual ein Ende gemacht werden mußte. " „ Soviel ich verstehe, müssen wir Uutela alles fagen, wie es ist," feufzte die Frau. Man muß sich auf seine Güte und auf die göttliche Gnade verlassen, hier helfen die eigenen Kräfte doch nichts. Und ich glaube, es wäre beffer gewesen, wenn man es ihm schon damals in Tavastland ohne Hinterhalt mitgeteilt hätte. Da flog der Oberstein der Mühle sausend durch die Wand und kam durch die Luft auf Keskitalo zu, indem er sich immer- Sprache brachte. fort wild drehte. Willst du's endlich sagen?" fragte Uutela unter dem Stein hergehend. Der Stein näherte und näherte sich, jekt war er gerade über Kestitalo und drehte sich, daß die Funken sprühten. Willst du's endlich sagen?" fragte Uutela wieder, mit der Hand deutend, wobei sich der Stein bis an Keskitalos Bruft herabsentte. Der Schweiß lief in Strömen an Keskitalo nieder, mährend er dem entseglichen Diehen zusah. Ja, ja!" rief er mit aller Kraft. Aber es war wohl nicht zu hören gewesen, denn Uutela fagte voll Aerger:" Sag's mur ja!" und deutete mit der Hand der Stein fenkte sich mit einem Krach auf seine Brust. Ja, ja!" brüllte Restitalo mit letter Kraft. " Kustaa, Kustaa drückt dich denn wieder der Alp?" rief die Frau geängstigt, indem sie fich im Bett auffeßte. Restitalo schnürte es so die Brust zu, daß er kaum Atem holen fonnte. Es dauerte eine Weile, bis er darüber ins flare fam, daß er nur träumte. Das fonnte Restitalo sogar in seiner gegenwärtigen Bedrängnis nicht einräumen; etwas war durch diese llebersiedlung gewonnen worden. Und er tonnte immer noch nicht auf die Hoffnung verzichten, daß sich doch alles gut auflösen werde, wenn man nur nichts übereilte. Es war da allerdings ein erschreckend dunkler Punkt, den er erst in letzter Zeit angefangen hatte genauer in Betracht zu ziehen. Ein Argwohn erwachte natürlich auf alle Fälle in Uutela. Aber war er wohl ganz sicher, daß das Kind nicht das seine sein konnte? Weiter famen sie in dieser Nacht nicht, obgleich fie stundenlang wachten. ( Fortsetzung folgt.) einander, Wände und Decken sind durch herausschlagenden Qualm verräuchert, an Fenstern sind Stücke des Holzr-tihrnens weggefault. Einer der lästigsten Mängel ist die Durchnässungi�>er Zimmerdecken im obersten Stockwerk, über dem kein Hausboden /liegt. Das flache Dach aus Brettern, geteerter Pappe und darüber gestreutem Kies ist schadhaft, aber die Klogen von Hausbewohnern haben bisher lein« Abhilfe gebracht. Eine Bewohnerin des oklersten Stockwerkes stellt Schüsseln auf ihr Wäschespind, nicht als„Nippessachen", sondern um bei Regen die von der Decke herabtropfende« Nässe aufzufangen und ihr Spind zu schützen. Der Hauswirt hat ihr, als sie klagte, in gemütlichen, Ton empfohlen, sie soll«, wenn drei Schüsseln nicht aus- reichen, vier aufstellen. Skandalös ,st auch der schon erwähnte Zu- stand derOefen undHerde, die in manchen»Wohnungen wegen des unerträglichen Qualms kaum noch be>nutzt werden können, so daß die Leute im Winter schwer unter Kälte zu leiden hotten. Einig« Herde stehen so schief, daß man ihren Zusammen- bruch befürchten möchte. In einem Fall wäre durch- tatsächlichen Ein- stürz einer Seite des Herdes, wobei glimmende Kohlen herausfielen und die Dielen ansengten, beinahe ein Wohnungsbrand entstanden, weil der Einsturz in Abwesenheit der WohnungÄnhaberin erfolgte. Das Haus beherbergt ein« beträchtliche Zahl kleiner Mieter, von denen viele nicht mehr als einen einzigen Raum haben. Da in der Waschküche der Herd unbenutzbar geworden ist, aber nicht repariert wird, so muß seit langem in den Wohnungen gewaschen werden. Im ganzen Haus sind für die etwa SV Familien nur vier Klosetts vorhanden. Dies« Zustände im Hause Ruheplotzstrahe 22, die nicht länger ertragen werden können, sind infolge von Beschwerden der Mieter beretts zur Kenntnis des Wohnungsamtes, des Mieteinigungsamtes und der Gesundheiispolizei gelangt, und es haben auch schon Be- sichttgungen stattgefunden. Wie wir erfahren, hat dl« Mieterver- tretung des Hauses beim Mieteinigungsamt beantragt, dem Eigentümer die laufenden I nstand se tz un g s zu sch l S ge z u entziehen, damit aus ihnen die Reparaturkosten gedeckt werden können. Wenn er nicht selber einsieht, daß es in seinem Haus« so nicht weitergehen kann, wird allerdings nur übrig bleiben, behördlichen Zwang gegen ihn anzuwenden. See Umtausch öer Schatzamveisvugen. Unerfreuliches aus der Reichsbaak. Die Reichsbank hat bekannttich die oerzinslichen- Schatzanroeifun- gen des Deutschen Reiches mit dem 20. Mai für ungültig erklärt und die Inhaber aufgefordert, die umlaufenden Stücke an den Kassen der Reichsbank umzutauschen, wo den Be- sitzern dann die ihnen zustehenden Beträge in Rentemnark oder in unverzinslicher Goldanleih« ausgezahlt würde. Tagtäglich wandern nun Taufende zur Reichsbant, Kaufleute, Angestellte, die ihr Gehalt noch in Goldanleihe erhalten haben, Sparer usw.,-um schleunigst die für ungültig erklärten Stück«, die von den Geschäftsleuten nicht mehr in Zahlung genom- men werden, loszuwerden. Wie ungeheuer der Andrang ist, erhellt am besten aus der Tatsache, daß das Publikum vor der De p o- fitenkafse am Ha u s v og t ei p latz bis i n die Tauben st raße Schlange steht, und daß ein ganzes Auf- gebot von Schutzpolizei den„Umtoufchverkehr" regeln muß. Wer Glück Hot, gelangt„schon" nach 2 bis 2% Stunden in die Wechsel- räume und hier wird dann der bedauernswerte Inhaber der Schatz- anweifungen von Schalter zu Schalter geschickt, da weder genügende Aufschristen an den Kassenschaltern vorhanden sind, die verkünden, bis zu welcher Höhe Goldanleihe von dem in Frag« kommenden BMnten angenommen wird, noch da Auskunftspersonal zur Der- füguiig steht, das namentlich im Wechsel- und Uinttmschvcrkehr Un- erfahrene belehrt. Auskunft erteilen in den m elften Fällen die Kassenboten der Bankinstitute, die den organisatoirifch ganz unge- nügenden Umtauschverkehr bereits kennen. Wen» man schließlich den richtigen Schalter gefunden und die eingezogenen Stücke abgeliefert hat, erhält man— weder Rentosmark noch unverzins- liche Goldanleih«, sondern ein« Quittung und die höfliche Be- lchrung, daß man in dreTWochen wiederkommen und den Betraa abheben dürfe. Dabei wird von den Rchchsbankbeamten gleich vorsichtig hinzugefügt, daß als Umtausch weniger Rentenmark, als vielmehr unverzinslich« Goldanleihe in Frag« käme. Es ist leicht erklärlich, daß bei diesem kaum zu verstehenden Wechselsystem sich täglich die erregtesten Sze>nen abspielen. Namentlich die Frauen und Angestellten, die nicht'einmal Beträge von 4,20 M. für ein Stück Goldanleih« erhallen, sind oft in Heller Verzweiflung, was sie nun während der dreiwöchigen Wartezeit anfangen sollen, und die größeren Firmen, di« sich alle mehr oder weniger in Geldknappheit befinden, können natürlich mit den Ouit- tungen, die sie über die aufgelieferten Beträge empfangen, ihr« Ler- pflichtungen auch nicht decken. Es ist geradezu unverständlich, daß die Reichsbank, die doch«inen gewissen Ueberblick darüber haben mußte, welche Anforderungen bei dam Umtausch an sie gestellt wer- den, so wenig vorgesorgt hat, daß die Inhaber der Goldanleihe wochenlang aus ihr Geld warten müssen, bis sie schließlich den nicht gerade beneidenswerten Eintausch von unverzinslichen gegen die abgelieferten verzinslichen Schatzomveisungm machen dürfen. Die Einfuhr argentinischer Rönder. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst einer Berfügung des Landwirtschaftsministers entnimmt, haben die zum erstenmal, er- statteten Berichte über die Fleischbeschau bei den nach Deutsch. land eingeführten Rindern aus Argentinien zu folge»dem Ergebnis gesührt: In 9 größeren Schlachthöfen sind im Jahre 1923 in«. gesamt 000 argentinische Rinder zur Abschlachtung ge- kommen. Hierbei wurden 122mal Beanstandungen wegen T u b e r- kulose vorgenommen.' Es wurden drei ganze Viertes 108 Lungen und 31 andere Organe wegen Tuberkulose als bedingt ttauglich bzw. untauglich erklärt.— Der Minister ersucht die nachgeordneten Be- börden, den beteiligten Schlachthöfen sowie den Anslandsfleifch- beschaustellen hiervon Kenntnis zu geben und diese anzuweisen, bei dem zur Einfuhr gelangenden Gefrierfleisch aus Argentinien die erreichbaren Lymphdrüsen auf Tuberkulose zu untersuchen, so- weit das ohne große Verzögerungen möglich ist: bis zum 1. Juli soll Bericht darüber erstattet werden, in welchem Umfange hierbei Tuberkulose festgestellt wurde. Ehelichkeitserklärung bei unehelichen Kindern. Die traurigen wirtschaftlichen Verhältnisse, insbesondere di« große Wohnungsnot, stehen vielen jungen Menschen, die gerne die Ehe miteinander«ingingen, hindernd im Wege, Was ist di« Folge? Die Anschwellung der Zahl derunehelichenGeburten. Man bleibt wohl noch hinter der Wirklichkeit zurück, wenn man die Zahl der unehelichen Geburten heute mit einem Drittel aller Ge- burtsfäll« annimmt. Das unehelich« Kind tritt nun wohl in di« Familie der Mutter wie«in eheliches Kind ein. Zwischen dem Vater aber und dessen Verwandten einerseits und dem unehelichen Kinde anderseits entsteht kein Verwandt! chaftsverhält- nis. Insbesondere ist auch das Crbrecht versagt. Bon schwerstwiegender Bedeutung ist aber für die unehelichen Kinder die Bestimmung in 8 1712 des Bürgerlichen Gesetzbuches, wonach, wenn der Vater stirbt, seine Erben berechttgt sind, den Unterhalts- a n s p r u ch des unehelichen Kindes, der an sich gegenüber den Erben fortbesteht, mit einem Betrag« ob z u f I n d e n, der dem Kinde als Pflichtteil gebühren würde, wenn es ehelich wäre. Hinterläßt der Pater kein besonderes Vermögen, so kann hiernach das uneheliche Kind vow den Erben mit einem überhaupt nicht nennenswerten Geld- betrage abgefunden werden. Es ist nun, was nich« ollgemein bekannt ' ist dem unehelichen Vater, wenn er dazu guten Willens ist, die Mög- lichkiit gegeben, sein uneheliches Kind für ehelich erklären zu lassen und ihm so auch dem Bater gegenüber(nicht allerdings auch gegenüber dessen Verwandten) dierechtlicheStellungeine» ehelichen Kindes zu geben<§§ 1723 ff. BGB.). Natürlich muß die Mutter einverstanden sein, ebenso der gesetzliche Vertreter des Kindes, welcher zu feiner Einwilligung wiederum der Genehmi- gung des Vormundschaftsgerichts bedarf. Der Einwilligung des ge- setzlichen Vertteters bedarf es nicht mehr, wenn das Kind das 14. Lebensjahr vollendet hat. Der Antrag auf Ehelichkeits- e r k l ä r u n g geht an die Regierung des Bundesstaates, dem der Vater angehört. Der Antrag bedarf, wie auch di« Einwilligungs- erklärungen, der gerichtlichen oder notariellen Beurkundung. Auf die Verfügung der Ehelichkeitserklärung besteht kein Rechtsanspruch, vielmehr wird sie als„Gnadensache" angesehen. Philiströs aller- dings wäre es, wenn Anträge auf Ehelichkeitserklärung uitter den heutigen besonderen wirtschaftlichen Berhältnissen nicht weitgehend Berücksichtigung fänden._ vertrauensselige Landwirte. Die„Landwirlschastskammer" im Spandauer Rakhau». Die neue Abart eines alten Schwindels ist gestern einem Land- wirt verhängnisvoll geworden. Falsche Sekretär« und Direktoren von Landwirtschastskammern lockten allzu vertrauensselig« Landwirte mit der Borspiegelung ins Garn, daß sie ihnen gute und billig« Pferde verschaffen könnten und betrogen sie um groß« Summen. Jetzt haben es diese Spezialisten auf verdrängte Landwirt« abgesehen, die sich mit ihren Entschädigungen einen neuen Hof be- sorgen wollen. Ein Landwirt August Steinbrecher wollt« kürzlich seine Entschädigung abholen. Er erzählt« das auck einem Mann«, der stch Lange nannte und der chn im Borraum der Reichsstelle in«in Gespräch verwickelt«. Als dieser„Lange" sein« Absicht, sich wieder anzusiedeln und die Höhe seiner Entschädigung erfahren hatte, soie- gclte er ihm vor, daß ihm dabei einer seiner Verwandten, ein Over» leutnant, der bei der„Landwirtschastskommer im Spandau" anaestellt sei, gut helfen könne. Am Montag trafen sich die beiden aus Lerab- redung wieder in der Oranienstraße.„Lange" berichtet«, in Spandau sei schon alles in Ordnung. Steinbrecher erhielt 5400 Goldmark aus- gezahlt und„Lange" begab sich an den Fernsprecher und berichtete als Ergebnis der Untersuchung, man soll« schleunigst nach Spandau kommen, um abzuschließen. Hoffnungsfreudig fuhr der Landwirt mit dem uneigennützigen Vermittler hinaus. Als ihm Lang« in Spandau in das Rathaus hineinführte, wo sich die Landwirt- schaftskammer befinden sollt«, begegnete chnen«in Mann, den Lang« ehrfurchtsvoll grüßte. Der Mann fragt« nach seinem Begehr, b«. dauerte sehr, daß der Oberleutnant unerwartet habe weggehen müssen, erläutert« dann aber, daß ihm vom„Direktor König" der Kaufvertrag übergeben worden sei, mit der Bitte, selber den Abschluß zu besorgen. Alle drei begaben sich zu diesem Zwecke in«in benach- bartes Cafe. Der Kaufvertrag lautete auf eine Wirtschast bei R a ck o w. Beide Parteien unterschrieben chn, Steinbrecher zahlt« s«in«5400Goldmarkan„Dir«ktorKönig" und glaubt« wieder glücklicher Besitzer zu sein. Er fuhr mit„Lange" nach Berlin zurück, um von hier aus gleich seine Angehörigen aufzusuchen. Die Zeit bis zur Abfahrt feines Zuges wollte man zu einem Spaziergang durch die Friedrichstraß« benutzen. Hier aber sah sich der Landwirt ? lötzlich allein. Lang« hatte ihn versetzt und war spurlos ver- ch w u n d« n. Jetzt stutzte Steinbrecher, fuhr wieder nach Spandau, erhielt die Auskunft, daß er Schwindlern in di« Hände gefallen sei und wandte sich an die Spandauer Kriminalpolizei, die bald feststellen konnte, daß auch„Direktor König" von Berlin gekommen sein mußte. Mitteilung zur Ergreifung der Gauner nehmen die Spandauer und di« Berliner Kriminalpolizei entgegen. «Neue Crziehungsmethoöen.� Ein Momentblld auf dein N o l l e n d o r f p l a tz. Eine schrill« Kinderstimme tönt herzzerbrechend. Das Publikum bleibt stehen, dreht sich nach der Stimme um. Ein Neunjahr igersitztauf einem Fünfjährigen, der auf dem Boden liegt,, und be- arbeitet ihn mit den Fäusten wie er kann, lind jener schreit was er kann. Knaben suchen ste auseinander zu bringen. Umsonst. Ein Herr läuft hin, von einer Dame gefolgt. Er packt den Jungen, be- freit den Jüngeren, der zu weinen fortfährt und oersetzt dem Aelteren ein paar Schläge. Der beklagt stch über den Verprügelten und reiht sich an einem tiefen Biß. den der Kleine ihm in den Arm getan hat. Der Herr zankt.„Das ist die heutige Jugend." Die elegante Dame sekundiert.„Sie hätten ihm noch ein paar Ohrfeigen geben sollen." Ich fahre dazwischen„Natürlich, zuerst hauen die Eltern die Kinder, und dann wundert man sich, daß die älteren Kinder die jüngeren hauen."„Sie sind wohl auch einer von der modernen Erziehung", fährt mich mit einem von Bosheit entstellten Gesicht der Herr an.„Und ihre alte Erziehung hat es herrlich weit gebracht. Dieses hier sind die Früchte. Der eine prügelt den anderen, und jetzt erdolcht gar die Jugend einander." Herr und Dame entfernen sich. Das Publikum wirft mir feindlich« Blicke zu. Ein junger Mensch in Sportanzug und Hornbrille gesellt sich mir bei als wolle er mich stützen.— Beobachtet man heute die Kinder beim Spielen auf der Straße— alle paar hundert Schritte eine Prügelei. Da« sind die Früchte der hervorragenden bürgerlichen Erziehungsmethoden. Das Proletariat muß sich andere schaffen. Durch Liebe und Verständnis muß es seine Kinder zu denkenden Menschen machen, die die Macht der rohen Gewalt verabscheuen. Das gestörte Eisbeinesse«. Ein Riesendiebstahl- und Hehlereiprozeß begann gestern vor dem erweiteren Schöffengericht Charlottenburg unter Vorsitz von Land- gerichtsdirekwr Meder. Auf der Anklagebank erscheint, teilweise schwergefessett und begleitet von einem Schupoausgebot, das be» ruchttgts Einbrecherkleeblatt. Achtelit, Teetz und Zoll, sowie eine Reihe Berliner Händler und Saufleute, vor- wiegend aus der Tevpichbranche. Es handelt sich um die größte Teppich-Diebes- und Hehereiband«, die jemals das Gericht beschäftigt hat. Diebe und Hehler waren in Kolonnen geteilt, die selb- ständig und gettennt vorgingen, aber ständig miteinander in Vir- bmdung standen. Ursprünglich betrug die Zahl der Angeklagten nicht weniger als 37, von denen aber ein großer Teil bereits ab- geurteilt wordep ist. An der Spitze des ganzen Konzerns stand der inzwischen verstorbene Teppichhändler Engelmann aus der Knesebeck- straße in Eharlottenburg. Zu der Verhandlung sind 55 Zeugen und ö Sachverständige, darunter Sachverständige für deutsche und orien- talische Teppiche und medizinische Gutachter geladen. In der Ver. Handlung spielte ein Eisbeinessen eine große Rolle, welches Cngelmann feinen Lieferanten, den Einbrecherkolonnen in einem Bierlokal zum besten gegeben hatte und zu dem so viel Gäste ge- laden waren, daß diese sonderbare Veranstaltung schließlich zu Ohren der Kriminalpolizei gelangte. Das an das Esten sich anschließende Das Rundfunkprogramm. Mittwwoch, den 14. Mai. Taseeeintellung Vormittags 10 TThr: Nachri chten äi enst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentrahnarkthalle. Nachm. 12.15 Ohr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uehermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.06 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 4 Uhr: Vortrag des städtischen Gartendirektors Herrn Albert Brodersen:„Blumen in Haus und Garten1*.. 4.30— 8 Uhr: Berliner Funkkäpelle(Unterhaltungsmusik). 7.30 Uhr: Vortrag des Herrn Dr. Knauer:„Der deutsche Muttertag-. 8 30 Uhr: 1. Arie„Et in- oamatus est**(mit obligater Flöte), von Mozart(Martha Thann er- Offer). 2. Arie aus„Gioconda*', von Ponohielli(Artur Philips). 3. Sonate für Flöte und Klavier, von G. F. Händel(Prof. Emil Prill, Flöte). 4. a) Waldeinsamkeit, b) Und wann die Linde blüht, o) Waldsoligkeit; 4. a. b und o von Reger(Martha Thanner-OfferV 5. Carmen-Phantasie, von Borne(Prof. Emil Prill, Flöte), 6.. a) 0 liebliche Wangen, von Brahms, b) Vergebliches Ständehenr von Brehms(Artur Philips). Am Steinway-Pliigel: Kapellmeister Otto üract. Tanzkränzchen wurde ungemütlich von der rauhen Hand der Polizei durch eine Razzia gestört. Die ganz« gefährliche Gesellschaft wurde hinter Schloß und Riegel gebracht. Der angeklagte Chauffeur Zöll spielle in der Verhandlung den„wilden Mann". Nach seinem Namen gefragt, erklärte er:„Ich bin Prinz L eop old von Preußen. Vors.:„Wo sind Sie geboren?" Angeklagter:„Im Vett." Als dex Borsitzende darauf erwidert:„Sie wollen wohl den Verrückten spielen?" fing der Angeklagte zu toben an.— Die umfangreiche Verhandlung fand in einem kleinen Schöffengericht statt. In dem kleinen Räume waren schließlich über 60 Personen zusammen- gepfercht. Verschiedenen Angeklagten wurde in der schlechten Luft unwohl, so daß sich schließlich der Vorsitzende genötigt sah, wegen der Unzulänglichkeit des Verhandlungsraumes die Sitzung vorzeitig abzubrechen und auf Donnerstag zu vertagen. Zamilieniöpll. In Hundekehle. Frühlings-Sonntagnachmittags-Kaffeefchwatz. Maitühle hat nur wenige Borwitzige, die Schnupfen und Reißen nicht fürchten, in dem noch kahlen Garten seßhaft gemacht. Der große Saal ist überfüllt. Und wenn die aus Berlin Wld-West auch noch so sehr die Rase rümpfen— für einen oder zwei allein gibt's keinen Tisch. Kellner schleppen Kuchenberg« und halbechte Schlagsahne. Dicht beim Mittelgang inmitten der schmatzenden, schwatzenden Masse«in alter Herr. Ein etwa achtjähriger Jung«, in auffallend elegantes Kostüm gesteckt, stürzt aus ihn zu.„Großvater... lieber Großvater." Des Alten stahlharte Augen blitzen über die Brillengläser hinweg.„Ist wohl em Irrtum, mein Sohn.... Hab' keinen Enkel." Der Junge, offenbar ein Schiebersprößling, stutzt. Dann lacht er, wie nur die Jugend lachen kann, und gefällt sich als Berliner.„Aber Großvata. mach' doch kernen Quatsch... Kennst mir woll nich Wieda in meinen neuen Anzug?" Der Wte bleibt hormäckig.„Ober, zahlen!" Kümmert sich nicht um hie mißbilligenden Blicke, die ihm folgen, und verschwindet. Wo der Alte saß. hat sich ein WortwechsÄ entsponnen. Das war er doch... der Großvater... Äinderougen sehen scharf ... der Kerl muß verrückt fein. Ein junger Arbeiter und sein Mädel mischen sich ein.„Haben Sie die schäbige Kleidung des Alten beobachtet und fein verhungertes Gesicht? Sehen Sie die Eleganz des Jungen und feiner Eltern da drüben? Urteilen Sie nicht zu schnell. Die Jungen schlecken Schlagsahne, behängen sich mit teurem Tanh, und den Alten lassen fi« hungern. So ist's doch oft im Leben, nicht wahr" Am Tisch war e« still geworden. Draußen ging irgend- wo einsam der Alt«. Nein, verrückt war er nicht. Dem fraß es am Herzen..._ Neues Slut im Zoo. Tiertransporke au» allen Ländern unterwegs. In allernächster Jett wird im Berliner Zoo ein« Schar von etwa 20 Hamadryas oder Mantelpavianen, den heili- gen Affen der alten Aegypter, aus Abesfinien erwartet. Diese Rotte von Affen muß für diese» Jahr die sonst im Zoo so gern gesehenst exotischen Menschenkarawanen, wie Smgholesen, Feuerlander und sonstige transatlantische Zeitgenossen ersetzen. Bei endgültiger Regelung unserer Währungsoerhältnisse hofft man jedoch, im nächsten Jahre im Zoo wie einst wieder wissenschaftlich werwolle «xottsche Karawanen zeigen zu können. Der Tierbestand ist in den letzten Tagen wieder erheblich vergrößert worden. Da sind zu- nächst 10 Flamingos aus Aegypten eingetroffen, und zwar 5 ältere und 5 jüngere Tier«. Auch zwei junge Kasuare sind zur Stelle. Im neuen Vogelhaus kann man eine Schar von Loris be- nimdern, unter ihnen Erzloris, den Gelbmantellori, den Prachtlori usw. Der letzthin.bei Magdeburg gesangsne weiblich« Biber be- ginnt allmählich seine Scheu abzulegen. D>as Seelöwen- baff in wird ausgebaut und in einigen Tagen wird man auch dort wieder das bekannte Schnauben und Pruschen von allerlei Robbengett'er vernehmen. Erwähnt sei auch, daß der Zoo-Ins ve ktor Seitz zurzett mtt einem Spezialwagen in R o v i g o am Adrig- tischen Meere weilt und von dort in den nächsten Wochen mit allerlei «ingefangenem Seegetier, wie Tintenfischen und anderen ein- treffen wird. Zur Vervollständigung sei gemeldet, daß mit der Dressur der neuen jungen Elefanten begonnen wird, daß sich der Suge Löwe kräftig entwickelt und der Schimpanse Bobby aus dem guarium in fein« Sommerresidenz übergesiedelt ist. Einlösung von ausgerufenen Banknoten. Die Reichsbank löst die ausgerufenen Noten zu 5 Billionen Mark(1. und II. Ausgabe), zu 10 Billionen Mark(I. und II. Ausgab«) und zu 100 Bi l l i o n e n Mark(1. Ausgabe), die bereiis feit dem 5. bzw. 20. April 1924 nicht mehr gesetzliche Zahlungsmittel sind, nur noch durch die Reichsbankhauptkasfe, Abtellung für ausge- rufene Reichsbantnoten. Berlin SW. 19, K u r st r a ß« 38, ein. Di« aufgerufenen Roten sind daran erkennbar, daß sie im Gegensatz zu den späteren Emissionen derselben Werte aus der Rückseite un- bedruckt sind. Ivojährlges Bestehen der höheren Gärtner-Lehranstalt Dahlem. Für die in den Tagen vom 14. bis 16. August stattfindend« Feier des lOvjährigen Bestebens der Höheren Gärtner-Lehranstalt in Dahlem ist«in umfangreiches Programm aufgestellt worden. Der eigentliche Festakt findet am 15. August in der Anstalt selbst statt. Angesichts der beschränkten Räum« hofft man, daß das Wetter die Abhaltung der Festversmnmliuig im Freien gestatten wird. Bei ungünstiger Witterung würde im Falle allzustorken Andränge» von Teilnehmern entweder der große Saal des Botanischen Gartens ober die Aula des Arndt-Gymnafiums zur Verfügung stehen. Schmalz für Mnderbemittelte! Das Crnährungsamt der Stadt Berlin teilt mtt, daß vom 22. Mai bis 5. Juni 1924 durch die Stadt Berlin«in Verkauf von Schmalz zum Preise von 0,20 Gold- mark je ein halbes Pfund erfolgt. Der Derkaus findet nur an die- jenigen Minderbemittlelten statt, di« im Besitz von Be. zugs karten sind, die ihnen nach Prüfung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse von den Bezirksämtern bzw. deren einzelnen zuständigen Stellen ausgehändigt werden, lieber die im Bezirk gelegenen Ver- koufsstellen erteilen die zuständigen Stellen des Bezirksamts Auskunft. Brüsuugen für das künstlerische Lehramt. Di« erste Prüfung für das künstlerische Lehramt an den höheren Schulen findet in diesem Frühjahr in Berlin statt. Die Prüfungen für bildend« Künste beginnen am 5. Juni an der Staatlichen Kunstschule, Krunewaldstt. 1—5, die für Musik am 23. Juni in der Staatlichen Akademie für Kirchen- und Schulmusik, Hardenbergstr. 86. Mel- düngen sind bis spätestens 20. Mai an den Vorsitzenden des künstle- rischen Prüfung samts. Berlin W. 8, Unter den Linden 4, zu richten. Die vorzulegenden Studienarberten sind an di« vorgenannten An- stallen zu schicken._ Lofipostverkehr SSnigsberg— Moskau. Ab 10. Mai viermal wöchentlich Luftpostvertehr Königsberg(Pr)— Smolenfk— Moskau (Sonnabend, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag 7,30 Uhr vor- mittags ab Königsberg). Anschluß aus Berlin Zug 107 Berlin— Köniasberg(ab Berlin am vorhergehenden Tag« 6,15 Uhr abends). Zugelassen nur gewöhnliche und eingeschriebene Brief« und Post- karten nach Rußland, Sibirien. China und Persien(außer Küsten- platzen am persischen Meerbusen). Flugzuschlaa für Postkarten 20 Pf., bei Briefen 30 Pf. für je 20 Gramm. Günstigste Auflieferung beim Briefpostamt Berlin E. 2(Köngistraße), Heiligegeiststraße: hier Schlnßzell 5 Uhr nachmittags. Wetter für Berlin und Umgegend: Dann und»rilweise better. nach. mlttaz» stärker telvSlö, leichte Gewitter nicht auZzeschlassen. sonst stocken bei schwachen vorherschend westlichen Dmden. Deutschland- In Deutschland überall warm und größtentetl» Kock«» Die Sozialdemokratie nach den Wahlen Berliner Funktionärkonferenz. Die Berliner Funktionäre nahmen gestern in einer Ronferenz| dem Bolte zur Entscheidung vorzulegen. Der Parteivorstand ift die Referate ber Genoffin Klara Bohm- Schuch und des Genoffen der Meinung, daß für den Augenblid eine große Roalition schon Crispien über den Ausgang der Wahlen und die nächsten Aufgaben rechnerisch nicht möglich ist. Wir müffen zunächst abwarten, der Partei entgegen. Zunächst sprach wie die Frattion zu diesen Dingen Stellung nehmen wird. Wie wir uns zur neuen Regierung stellen werden, hängt auch davon ab, welche Haltung diese Regierung gegenüber unseren Forderungen bezüglich des Achtſtundentages, der Abschaffung des Ausnahme zustandes und einigen anderen einnehmen wird. Genoffin Bohm- Schuch. Die Schlacht, so führte sie aus, ist geschlagen, aber wir haben fie nicht verloren. Nach den Jahren, in denen wir die Verant wortung hatten, haben wir nun die Mitläufer abgestoßen und den Kern unserer Wähler behalten. Unsere ganze Bolifit war eingestellt auf die harte Tatsache des verlorenen Krieges. Wir haben den Willen bekundet, die Schäden des Krieges wieder gut zu machen. Darum find mir so ungeheuer befämpft worden. Trotzdem war es nur durch unsere Politit möglich, schwere und blutige Ronflitte zu permeiden. Das Ergebnis der Wahlen war insofern eine leberraschung, als niemand geglaubt hatte, daß die Deutsch nationalen so start und die Deutschböltischen so relativ schwach aus ihnen hervorgehen würden. Diese Parteien haben versucht, die Wähler mit wüstem Geschimpfe auf den Versailler Vertrag und die Erfüllungs. politik zu födern. Wenn heute die Deutschnationalen in die Regie rung hineinwollen, indem sie sich auf den Boden der Erfüllungspolitit ftellen, so nur darum, weil sie die Lasten dieser Er. füllung auf die Schultern der arbeitenden Maffen abwälzen wollen. In längeren Ausführungen fennzeichnet die Rednerin die Politik ber Kommunisten, die jeden Anlaß benutzen, um unsere Partei bis auf das Messer zu befämpfen. Sie sind, wie sie erflärt haben, nicht in den Reichstag gegangen, um zu arbeiten, sondern um zu agitieren. Das Hervorstechendfte des ganzen Wahlergebnisses ist das Folgende: Wir haben mit den Kommuniffen zusammen 26 Mandate weniger als vor den Wahlen. Diese Stimmen find also nach rechts hinübergegangen. Den Wählermassen, die nach rechts hinübergewechselt find, waren wir zweifellos nicht national genug, den anderen, die zu den Kommunisten gingen, waren wir zu national. Es heißt aber jegt, flare Linie zu halten. Den Kommunisten gegenüber haben wir den Staat aus unserer Ueberzeugung als Sozialdemokraten zu be jahen. Wir haben das deutsche Volt durch Schaffung der Republik vor dem Untergang bewahrt. Das wird das undergängliche Ber. dienst der Sozialdemokratie fein. Wäre diefes Staatsbewußtsein in unjeren Massen lebendig gewesen, so hätte die Republit nicht so zurüdgehen fönnen, wie wir es heute erleben. Gegen rechts haben wir uns gegen jede nationalistische Tendenz zu wenden, mir haben alles abzulehnen, was diesen Staat stürzen will. An alles das, was bisher zum Sturz dieses Staates unternommen wurde, dentt man nur mit großer Schant. Was in alle geschehen konnte, ist un erhört. Eine Rundgebung, die ein Aufmarsch gegen die Republit fein follte, durfte unter feinen Umständen gestattet werden. Was not tut, ist neue Werbearbeit für die Partei. Wir können uns mit Erfolg verteidigen nach rechts und links. Den Beweis für die Richtigkeit unserer bisherigen Politit werden wir jegt bei dem Kampf um das Sachverständigengutachten bringen können. Wir müssen dabei unter allen Umständen versuchen, die Intereffen der Arbeiterschaft zu wahren, soweit das bei der Stärke der anderen Parteien überhaupt möglich ist.( Zwischenruf: Roalition mit den Deutschnationalen!) Davon fann gar feine Rede sein. Wer ist denn uns überhaupt gegen eine Roalition? Wer wäre nicht froh, wenn wir jetzt nach dem Ausfall der Wahlen in Frankreich in Deutschland eine Koalition bilden könnten, wie fie das Kabinett Wirth darstellte. Eine verantwortliche Opposition muß über ihr Ziel flar sein. Entweder tann man nach dem Sturz einer Regierung das Bolt wieder befragen, oder aber man muß die Regierung selbst übernehmen, die man stürzte. Alles andere ist eine Unmöglichkeit. Wir werden in den nächsten Wochen vor die Frage gestellt fein, ob wir dem Kabinett Marr, das das Sachverständigengutachten angenommen hat, außenpolififch das Bertrauen geben wollen oder nicht. Wenn wir fonfequent Erfüllungspolitit treiben wollen, so müssen wir unsere eigene Organisation stärken, so daß jeder das Gefühl hat, daß hinter den Abgeordneten im Reichstag auch die ihre Zahl entsprechende Maffe und eine starte und gefchloffene Organisation steht. Wir müssen daher alle Meinungsverschiedenheiten fachlich austragen. Dazu ist auch nötig, daß unter un feien Funktionären feine Unflarheiten herrschen. Dann wird es uns gelingen, die Entwidlung zum Sozialismus vorwärts zu treiben, trog aller Rückschläge, die gekommen sind und noch tommen mögen. Dann tommt die Zeit, wo wir sagen fönnen: Wir sind die Macht im Staat und der Staat ist unser.( Lebhafter Beifall.) Genosse Crispien Don Wir hatten schon im alten Reichstag eine Nebenregierung der Schwerindustrie, die so start war, daß sie die Politit der Regierung durchkreuzen konnte. Sie wird auch im neuen Reichstag start sein, trotzdem sich der schwerindustrielle Flügel Deutschen Bolkspartei fosgelöst hat und bei der Wahl ohne der anbat geblieben ist. Er hat jetzt seine Vertretung in den Deutsch nationalen. In den Reichstag tritt auch der Schwerindustrielle Hugenberg ein, der frühere Krupp- Direktor und Mitglied des Reichsverbandes der deutschen Industrie. Er ist gegen die Annahme des Sachverständigengutachtens und verfügt über große Macht in der Presse. Außer einem Rorrespondenzbureau, bas zahlreiche Blätter speift, unterliegt der Lag" und der Lokal ist in Deutschland die Macht, mit der wir in der nächsten Zeit zu Anzeiger vollkommen feinem Einfluß. Die Schwerindustrie ringen haben. Es ist durchaus noch nicht so sicher, ob die Er. füllungspolitit sich durchsetzt. Die Deutschnationalen ftreben aus innerpolitischen Gründen nach der Macht, sie wünschen Preußen und damit das Reich zu beherrschen. Darum verlegen sie auch ihre Tätigkeit von Bayern nach Breußen. Wir denken gar nicht daran, ihnen durch den Antrag auf Bolts. entscheid über das Gutachten die eigene Entscheidung abzunehmen. Der Boltsentscheid tommt erst dann in Frage, wenn der Reichs tag über diese Dinge verhandelt hat. Und dabei werden die Deutschnationalen sich enthüllen müssen. Der Redner meist auf die großen Lasten hin, die die Ausführung des Sachverständigengut achtens mit fich bringt, die aber getragen werden müssen, wenn wir den Friedensvertrag überwinden wollen. Eine andere Politik würde alle Hoffnung eritiden. Sie würde die Stellung der englischen Ar. beiterregierung erschüttern und alle Hoffnung, die wir an den Wahlausfall in Frankreich knüpfen, zunichte machen. Der Wahlausfall in Frankreich hat uns alle ohne Ausnahme überrascht. Der Sieg der Sozia. listen ist dort um so erfreulicher, als wir dort ben Kommu nisten die Zerstörung der Partei und Gewerkschaften verdanken. Natürlich wird die neue franzöfifche Regierung nicht ohne weiteres in der Lage sein, den Versailler Vertrag zu revidieren. Ueberall fehen wir, wie nach anfänglichen Mißerfolgen die sozia. listische Bewegung wieder erstartt, in England, in Frankreich, in Desterreich und Dänemark. Ich bin überzeugt, daß auch in Deutschland der Tiefstand unserer Bewegung erreicht ist, und daß wir alle Chancen haben, neue Erfolge zu erringen. Neue Kämpfe stehen bevor. Der Kampf um das Sachverständigen gutachten, der Boltsentscheid um den Achtstundentag, alles das mer ben große politische Aktionen sein, die uns gestatten, unsere Tatkraft zu entfalten. Wir werden datei mehr als bisher die Frauen aufklären müssen, wir werden uns um die Jugendlichen und die Indifferenten aus dem proletarischen Mittelstand betümmern müssen. Vor allem aber werden wir gegen die Bolichewiften eine flare Scheidelinie zu ziehen haben., Diese Leute trieben eine Propaganda, die nichts mit dem Sozialismus gemeinsam hat. So haben sie in das Ruhrgebiet Blatate geschid t, die aus Berlin stamm. ten, aber pöllig russisch sind. Die Tendenz ist genau so wie die, die wir auf Plataben in Moskau gesehen haben, auf denen es hieß: ,, Bauern und Arbeiter beraubt die Räuber." Das ist nicht sozialiftisch, hat mit Marrismus nicht das geringste zu tun. Warum fonnten wir in Halle teine große Gegendemonstration machen, warum fonnten wir nicht allen zum Troß am 1. Mai dennoch demon. ffrieren? Weil uns die Kommunisten dabei in den Rüden fallen und folche Gelegenheiten in ihrem Sinne zu Puffchen ausnuten. In allen Fragen ist das Auftreten der Kommunisten für die Arbeiter. bewegung lähmend gewesen und hat lediglich die Reattion gestärkt. In unseren eigenen Reihen müffen wir die Meinungsverschieden heiten tameradschaftlich und mit größter Sachlichkeit austragen, so daß die Organisation jederzeit ihre Schlagkraft behält. Keine neue Spaltung, fein Kampf gegeneinander, fondern einiges 3u. fammenstehen. Wenn die Genossen alle von diesem Geist befeelt find, dann tönnen wir den Ausfall der letzten Wahl als eine vorübergehende Episode betrachten, dann wird vom 4. Mai der Aufstieg der sozialistischen Bewegung in Deutschland und damit der sozialistischen Internationale auf der ganzen Linie datieren.( Lebhafter Beifall.) In der Diskussion fpricht zunächst als Bertreter der fämpfenden Bergarbeiter, Hauptvorstandsmitglied Genoffe Jaufchet: Der Bergarbeiterkampf ift der größte, ben Deutschland je erlebt hat. Der Kampf wird in ben verschiedenen Bergrevieren verschiedener Ursachen megen geführt. In den Bergarbeiterversammlungen werden uns oft die Schiebs. sprüche unseres Genossen Mehlich vorgehalten. Demgegenüber ist aber zu betonen, daß diefe Schiedssprüche beffer find, als die anberer Schlichter. Letzten Endes ist er aber das ausführende Organ bes Arbeitsministeriums. Obwohl die Bechenbefizer alle Bohnerhöhungen ablehnten und sogar Arbeitszeitverlängerungen wollten, brachten die Schiedssprüche dennoch ohnaufbeffe. die Bestätigung der Ueberzeitabtommen vom vorigen Jahr. Trotzdem wurden die Sprüche von den Zechenbefizern abgelehnt. Nun fam der Arbeitsminister und änderte die Entscheidungen Mehlichs ab, so daß für die Bergarbeiter schlechtere Bedingungen als früher in Kraft treten follten. Das lehnten die Bergarbeiter ab. Den Absichten der Kommunisten folgen die Bergarbeiter nicht. Sie sind sich bewußt, daß ihr Kampf auch Tegte in feinem großzügigen Referat die fapitalistischen Entwicklungs. tendenzen, die zum Weltkrieg und zu der heutigen Wirtschaftskrise geführt haben, dar. In Deutschland hatten wir nach dem Striege einen dreifachen Kampf zu führen, zunächst gegen die Gewalt. politik der Sieger, bann gegen die Reaktion im Innern und schließlich gegen den Boligewismus. Trotzdem haben wir uns so geschlagen, daß wir, besonders nach dem legten Wahlkampf, gute Hoffnung für die Zukunft haben können. Daß unfere Politit nicht ergebnisios gewesen ist, hat die Genoffin Bohm- Schuch nach gewiesen. Es ist mit Recht hervorgehoben worden, daß die Regierungen. In der Frage der Arbeitszeit betonten die Schiedssprüche rung Wirth die Ruhrbeſegung verhindern fonnte, nachdem sie schon vorher durch ihre Bolitik Berhandlungen herbeigeführt hatte. Sie wurde durch die Schwerindustrie gestürzt. Am Ende des Ruhrkampfes haben wir nun eine völlig zerrüttete Wirtschaft. Der Einfluß der Schwerindustrie führte schließlich zu einer Verschärfung der bestehenden politischen inneren Gegenfäße Deutschlands, die die Auflösung des Reichstages nach sich zog. Die Sozialdemotratie mußte gegen die Regierung Marg vorgehen, weil sie das Ermächtigungsgefek benutzte, um die Arbeiter wirtschaftlich und politisch zu entrechten. Wie ernst es der Sozialdemokratie in ihrem Kampf gegen diese Entrechtung war, beweist der Umstand, daß sie das Risito bes Wahlkampfes auf sich nahm, obwohl sie wußte, daß sein Ergebnis in einigen Wochen für sie viel günftiger geworden wäre. Crifplen( Schlubwort): Bir haben teine Beranlaffung, gegen bas Bolizeivorgehen in der ruffifchen Handelsvertretung zu protestieren. Mir haben die Pflicht, an uns selbst zu arbeiten. Stets aus Prinzip gegen alle Maßnahmen der Parteileitung zu fein, bebeutet Schwächung der eigenen Partei. Bilden wir eine Schidsalsgemeinschaft für schlechte und gute Tage! Die Funktionärtonferenz nahm darauf einstimmig folgende Entschließungen an: ftehenden Bergarbeitern spricht die Funktionärfonferenz der Den im schweren Abwehrkampf gegen das Zechenkapital Bereinigten Sozialdemokratischen Partei Groß- Berlins die wärmste Sympathie aus. Die Berliner Sozialdemokraten wünschen den Kämpfern für menschenwürdige Lebensbedingungen vollen Erfolg und verpflichten sich, ihrerseits durch rege Sammlungen beizutragen, den Kampf der Klaffen- und Kampfgenoffen an Rhein und Ruhr zu unterstützen." Die Funktionärversammlung der BSPD. Berlins erhebt schärfReich und am 11. Mai in Halle gegenüber der Arbeiterschaft und der sten Proteft gegen das zweierlei Recht, das am 1. Mai im ganzen friegstreibenden völtischen Militärctique um Ludendorff geübt wurde. Sie verurteilt bas brutale Borgehen gegen die Hallesche Arbeiterfchaft. Die Funktionärfonferenz fordert vom Parteivorstand und Frattion, alle Schritte zu unternehmen, um den zivilen Ausnahmezustand zu beseitigen, der nur der Knebelung der Arbeiterschaft bient." nuws Groß- Berliner Parteinachrichten. 4. Kreis Brenzlauer Berg. Die Droner des Rreifes haben Gigung Donners bag, ben 15. Mai, 7 Uhr, bei Schneider, Brenzlauer Allee 43. Die partei. genöfifchen Mitglieder vom Reichsbanner haben ebenfalls 8utritt. 6. Kreis Kreuzberg. Donnerstag, den 15. Mai, 7% Uhr, bei Reim, Urbanfraße, wichtige Sigung.( Sommerfest, Abrechnung der Maifeier.) 17. Kreis Lichtenberg. Donnerstag, den 15. Mai, abends 7½ Uhr, Gikung 8½ Uhr Bor. des Bildungsausschusses in der Bibliothek Weichselstr. 28. trag des Genoffen Dr. Beffer über Der ewige Frieden". Gäste will. tommen. Kreisvorstand: Der für den 17. Mai bei Tempel angesetzte Gigungsabend findet erft am 24. Mai statt. 18.Streis Beißenfee. Donnerstag, den 15. Mai, 8 Uhr, Fraktionssigung im Rathaus, Rimmer 21. 1. Areis mitte. Freitag, den 16. Mai, 7 Uhr, bei Spiegel, Aderftr. 1, wichtige Gigung des erweiterten Rreisvorstandes. 2. Areis Tiergarten. Freitag, ben 16. Mai, 8 Uhr, erweiterte Areisvorstands. figung bei Trimper, Flensburger Str. 3. Heute, Mittwoch, den 14. Mai: 10. 6. 7 Uhr Sahlabend und Mitgliederversammlung in der Gemeinde. schule At Moabit 23. Tagesordnung: Der neue Reichstag". Die Funt bionäre Stunde früher. 11. t. 7 Uhr Abteilungsversammlung bei Berger, Levegowstr. 21. Nach dent Vortrag Neuwahl der Abteilungsleitung. 29. bt. 7 Uhr Abteilungsversammlung in der Schulaula Genefelderstr. 6. Bortrag des Genossen Albert Sorlig über ,, Der Ausfall der Wahlen". 31. bt. 7 2hr Funktionärversammlung mit Betriebsvertrauensleuten und Elternbeiräten bei Goldschmidt, Stolpifche Gtr. 36. 87. t. 7% Uhr Zahlabende: 1. Bezirk: Die Genossen werden eingeladen; 2. und 3. Bezitt bei Jevafch, Ebertnstr. 10; 4. bis 6. Bezirk bei Röhler, Matternftr. 13. Die Bezirksführer holen sich vorher vom Genossen Krause Informationen. 88. bt. 7 Uhr Bahlabende: 154. und 156. Bezirk bei Roshala, Fürften. malder Str. 12; 157. und 158. Bezirk bei Bartusch, Friedenstr. 88; 159. Be. girl bei Gohlte, Friedrichsberger Str. 22; 160. Bezirk bei Lubotta, Richthofen ftraße 1; 184. bis 188. und 195. Bezirt bei Mogwig, Barnimftr. 13; Be. girl 189a bei Rosenberg, Langenbedste. 1; Bezirke 189b, c bei Tinius, Wilhelm- Stolze- Str. 34. 40. Abt. 7 Uhr Sahlabend bei Reufner, Sagelberger Str. 20. 42. Abt. 7% Uhr Bahlabend in den bekannten Bokalen. Tagesordnung: Neuwahl der Abteilungsleitungen. 45. 6. 7 Uhr Gruppenzahlabende: Minnig, Laufiger Str. 46; Sebestreit, Reichenberger Str. 124; Liebig, Wiener Str. 57; Studenberg, Glogauer Straße 17. 1. Stellungnahme zur Neuwahl der Abteilungsleitung. 2. Abrechnung. Material mitbringen. 67. Abt. Grunewalb. 8 Uhr Sahlabend im Lokal Wurzbacher, Bahnhofsrestau. rant Grunewald. 71. Abt. Wilmersdorf. 7% Uhr gemeinsame Mitgliederversammlung mit der 72. Abt. in der Gemeindeschule Roblenzer Str. 15. Vortrag des Genoffen Dr. Dalin.! " 73. Abt. Gamargendorf. 8 Uhr Sahlabend in der Gemeindeschule Friedrichs haller Straße. Bortrag bes Genossen Dr. Friedländer: Die Aufgaben unferer Partei". 77. Abt. Schöneberg. 7 Uhr Rahlabende: 1. Bezirk bei Milde, Nollendorfftraße 16; 2. Bezirk bei Jürgens, Barbarossaftr. 5; 3. Bezirk bei Witkowski, Martin- Luther- Str. 78; 4. Bezirk bei Bill, Martin- Luther- Str. 67. 81. Abt. Friebenan. 8 Uhr Bezirksabende: 1. bis 3. Bezitt bei Alabe, Hand. fernftr. 60-61.; 4. unb 5. Bezirk bei Schulz, Wiesbadener, Ede Laubacher Straße. Stellungnahme zur Vorftandswahl. Aussprache über den Bolts. entscheid. Referenten die Genoffen Buchholz und Paulus. 125. Abt. Weißenfee. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Gallas. 127. Abt. Sohenschönhausen. 7 Uhr in ber Schule Freienwalder Straße Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Berichte. 2. Neuwahl ber Abteilungsleitung. 8. Verschiedenes. 184. Abt. Buch. 8 Uhr Sahlabend bei Stephan. Tagesordnung: Neuwahl des Borstandes. 136. Abt. Reinidenborf- Dft. Berichtigung. Der Bahlabend des 1., 2. und 3. Be sirts findet bei Roffad, Provinzftr. 61, ftatt; ber des 10. und 11. Bezirks nicht im Lotal Steinbach, fondern im Jugendheim Geebab, Residenzstr. 49. Die übrigen Bezirke fiebe geftrige Notis. 137. Abt. Reinickendorf- West. 7% Uhr Funktionärversammlung im Boltshaus, Scharnweberstr. 114. Donnerstag, ben 15. Mai, 7½ Uhr ebenda Rahl. abend für alle Bezirke. Bortrag des Genossen Buschid über unsere Aufgaben nach den Wahlen": Abt. 140a Wittenan. 8 Uhr Sahlabend bei Schulz, am Bahnhof. Bortrag des Genoffen Schäfer. Maimarten und Gammellisten find abzurechnen. 141. Abt. Rofenthal. 7% Uhr Rahlabend bei Schmidt, Lindenallce 43. Wichtige Tagesordnung. Bilbau. 715 Uhr Mitgliederversammlung. Bortrag über ,, Mieterrecht in Roloniewohnungen". Referent Regierungsrat Albrecht. Morgen, Donnerstag, den 15. Mai: 33. bt. 7 Uhr Funktionärkonferens unter Sinzuziehung der Elternbeiräte bei Lojad, Benmeftr. 8. Bezirksführer, Beiträge abredynen! 182. Abt. Blankenburg. 7 Uhr Rahlabend bei Klug, Dorfstraße. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 11. Abt. Genoffin Martha Jofeph, Gozlowskyftr. 2, ist verstorben. Ein. äfcherung Donnerstag, den 15. Mai, nachmittags 2 Uhr im Krematorium Gerichtstraße. Jugendveranstaltungen. Achtung, Mitglieder! Eintrittstarten sur Rennten Sinfonie für Sonntag, ben 18. Mai, vormittags 11% Uhr, in ber Philharmonic, Bernburger Str. 22-23, Finb im Jugenbjekretariat zum Preise von 1,30 M. erhältlich. Achtung, Abteilungsfaffierer! Seute müßen restlos von allen Abteilungen die Beitragsmarken abgerechnet " und für Mai abgeholt werden; ferner auch die Arbeiter Jugend",„ Jugend voran unb Internationale". " der Kampf für die gesamte deutsche Arbeiterschaft ift. Trotz des riesigen Ausfalls an Kohlenförderungen besteht bei dem Bergkapital nicht das geringste Entgegenkommen, ja nicht einmal Berhandlungsbereitschaft. Die Bergarbeiter wenden sich um Hilfe eit und wie fe fufcamment an die Arbeiterschaft. Heute, Mittwoch, den 14. Mai, abends 7% Uhr: Friedrichsfelbe: Jugendheim Berliner Str. 45, Ede Schloßstraße, Bortrag: Jugend und feruelle Fragen". Raulsdorf: Schule Adolfftr. 25, Vortrag: Geruelle Fragen". Lichtenberg- Mitte: Jugendheim Doffeftr. 22, Diskussion: Der neue Reichstag". Buisenstadt: Schule Stallschreiberstr. 54, Vortrag: ,, Wie Rieberschöneweide: Schule Berliner Str. 31, Distuffion: Unser Susammenleben in der Abteilung".. Often( Frankfurter Biertel): Schule Tilfiter Str. 4, Bortrag: Gesundheitspflege der Jugend". Often( Petersburger Viertel): Schule Tilfiter Str. 4, Bortrag: ,, Schundliteratur und Rino". Tempelhof: Lyzeum Germaniaftr. 4-6, Bortrag: Die neue Schule". Webbing: Ratholische Schule, Ruheplaz, Ede Antonstraße, Vortrag: Werbebezirk Often: Schule Tilfiter Str. 4, Elternverfammlung. Aufgaben der SAJ. und ihr Berhältnis zum Elternhaus." Genoffe Heffe verlangt von der neuen Reichstagsfraktion eine gradlinige sozialistische Bolitit. Unsere Bolitit im letzten Reichstag fönnen wir mit gutem Gewissen vertreten, wir follten sie, schriftlich Staatsbanterott". niedergelegt, weiten Boltstreifen zugänglich machen. Genoffe Käufer protestiert gegen die Genehmigung des DeutGenoffe Wegner hat die Befürchtung, daß unsere Partei erledigt ist, wenn wir nicht eine Politik treiben, die uns den Maffen wieder näher bringt.( Widerspruch; Rufe: Pessimist!) Im Wahlkampf haben sämtliche Parteien, mit Ausnahme der Sozialdemokratie, von dieser Hauptursache der Reichstagsauf lösung nicht gesprochen. Von den Deutschnationalen bis den zu Demokraten haben fich darauf beschränkt, Einzelfragen zu behandeln und die Sozialdemokratie anzugreifen. Der Rebner wandte sich in längeren Ausführungen gegen den Unfug der Splitter.schen Tages" in Halle durch die Landesbehörden.( Beifall.) parteien und erntete damit allgemeine Zustimmung. Man muß anerkennen, daß sich unsere Genoffen und Genofsinnen und die Jugendlichen im Wahlkampf tapfer gehalten haben, besonders auch in Berlin, wo wir in ganz besonders schwieriger Lage waren. Unser Ordnerdienst hat gegen den Terror der Kommunisten ausge zeichnet funktioniert und wir haben unsere Bersammlungen zum weitaus größten Teil in völliger Ordnung durchführen fönnen. Wir müssen in Zukunft unsere Bersammlungen so organisieren, daß Dis. tuffionsredner, die nicht zur Sache reden und sich in Beschimpfungen unferer Bartei ergehen, klar gemacht wird, daß wir uns das nicht von ihnen gefallen lassen.( Lebhafte Zustimmung.) Die Frage der Regierungsbildung hat ben Parteivorstand in derselben Sigung beschäftigt, als er einstimmig beschloß, das Sachverständigengutachten unter Umständen Genoffe Wermuth: Leider find nach dem Zusammenbruch 1918 die Arbeitermaffen mit Phrasen vollgestopft worden. Daraus er. tlären sich viele Mikerfolge unserer Partei. Sorgen wir für Auf. flärung.( Großer Beifall.) Die Versammlung beschließt, die Debatte zu beenden. In ihrem Schlußwort erklärt Genossin Bohm- Schuch: Unsere vornehmste Aufgabe muß die Gorge um die Beibehaltung der Erfüllungspolitit fein; zwangsläufig folgt daraus bie Innenpolitit. Bir Sozialisten sind stets für Völkerfrieden und Bölferversöhnung eingetreten, wir lehnen jede Konzeffion an die Gewalt ab. " Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands, Provinzialverband im Bebrervereinshaus, großer Saal, Alerander. Groß- Berlin. An alle Funktionäre! Am 20. Mai, abends 7 Uhr, findet play, eine große Propagandaversammlung statt. Tagesorbnung: 1. Dauer: olonien fowie sonstige Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben des deutschen Kleingartenbaues.( Referent: Herr Neftor Förster, erfter Borfigender des Reichsverbandes der Kleingartenvereine Deutschlands, Frankfurt.) 2. Verdrängung der Kleingartenkolonien durch Heimftättengebiete.( Referent: Herr Regierungsrat Otto Albreht, Berlin. Zu dieser Versammlung follen erscheinen: Der Borstand des hiesigen Probinzialverbandes, alc Vorstandsmitglieder und Delegierten der angeschloffenen Bezirksverbände jomie bie Borfizenden der einzelnen Vereine Steiner darf fehlen, denn diese Bersammlung ist berufen, unsere Wünsche den Vertretern der Regierung und sonstigen Behörden zu unterbreiten, die eingeladen find. Alle an diesem Tage stattfindenden Bezirsdelegiertens figungen find um eine Woche zu verschieben. pists) Mittwoch Donnerstag Freitag 3 billige Kurzwarentage für Schneiderinnen Hausfrauen zu hervorragend günstiger Groß- Einkaufstage Nilichut an Händler- Meugenabgabe vorbehalten Kaum wiederkehrende Gelegenheit Endeckung des Betr Maschinengarn • alle Farben Stopftwist& 20 PL Druckknöpfe Marke 3 Knäuel schwarz und weiß. 200 Meter 10 PL. Stahlstecknadeln Konfektionsgarn 38 PL. Stahlstecknadeln Rolle schwarz und weiß, 1000 Meter Brief 50 gr. Karton. Baumw.- Sternzwirn 10 PL. 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Mai, nachm. 5 Uhr, im Kaffenlotal, Magdalenenstr. 16, I lints Tagesordnung: 1. Borlegung des Jahresberichts. 2. Bericht der Jahresrech nungs- Prüfungstommiffion 3. Gagungsänderungen. 4 Raffenangelegenheiten Beschwerden und Aufragen, zu denen Die Einsichtnahme in die Bücher oder Atten notwendig ist, sind der Berwalung mindestens brei Tage vor Stattfinden der Gigung be anntzugeben. Der Borstand. 101/16 D. Geifel, Borsigender SCHUTZ MARKE Fee Mantel ,, Helgar" 29. Am 10. d Mite. verschied nach farzem Leiden meine Itebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwefter und Schwägerin " Martha Joseph geb. Fiedler. Dies zeigen tiefbetrübt allen Freunden und Bekannten an Paul Joseph und Familie. Die Einäfcherung findet Donnerstag, ben 15., nachm. 22 Uhr im Krematorium Gerichtstraße statt. SCHUTZ- MARKE DTHOMPSON'S SEIFEN SCHUTZ- MAR Dr. Thompson's Seifenpulver macht die Wäsche blendend weiss. Für stärkste Figuren Passendes! Keine Reklamewaren! Nur Qualitäten! Extra- Angebote! 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Bon Clemens Nörpel Bor kurzem ist in der Sozialen Braris" ein Artifel von Dr. Frieda Wunderlich Deutschlands foziales Dumping" erschienen. Hiernach sollen im Ausland die Klagen über das deutsche Dumping nicht aufhören, und zwar fei jetzt dieses soziale Dumping zurückzuführen auf den Abbau der sozialpolitischen Errungenschaften, also die Niedrig haltung des Lohnes und die Verlängerung der Arbeitszeit. Daneben wird bezweifelt, ob die deutsche Industrie ihren technischen Apparat auf derselben Höhe wie die Industrie anderer Länder gehalten hat. In weiteren Artikeln wird den Ausführungen von Dr. Wunderlich entgegengetreten von Dr. Tänzler( Bereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände) und Dr. Köttgen( Borsitzendem des Direktoriums der Siemens- Schuckert- Werte), während ein Artikel von Dr. Bruno Rauecker die von Dr. Wunderlich in dem sozialen Dumping gesehenen Schäden nicht anerkennt, sondern sie in der sozialen Reattion sieht. Die Unternehmer sehen in beiden eine schwere Gefahr für den deutschen Export, und zwar in dem Sinne, daß sie be haupten, eft ftellungen durch deutsche Kreise, daß die deutschen Unternehmer statt ihre Betriebe technisch auf die Höhe zu bringen, ihre Konkurrenzmöglichkeiten durch Aus beutung der deutschen Arbeitnehmer erhalten, würden Deutschland den Weltmarkt verschließen. Denn das soziale Dumping, wenn es anerkannt würde, führe im Auslande zu Absperrzöllen und die festgestellte technische Mangelhaftigkeit des deutschen Apparates mindere das Zutrauen zu unseren Erzeugnissen. Also dürfe man von beiden nicht sprechen, wenn man nicht als Deutscher sein Vaterland herabfehen wolle. Auf diese bequeme Art, aus nationalen Gründen eine Erörterung von großer Wichtigkeit abzubrechen, um den Unternehmern ihre Profitmöglichkeiten nicht zu fchmä lern, lassen sich die Dinge aber nicht aus der Welt schaffen. Damit tönnte man die Arbeitnehmer überhaupt mundtot machen. Die Frage des sozialen Dumpings tann allerdings ausscheiden, da sie nicht entscheidend und von den deutschen Arbeitnehmern auch gar nicht aufgeworfen worden ist. Dagegen muß über die technische, organisatorische und kalkulatorische Gestaltung der deutschen Produktion noch viel mehr als bisher gesprochen werden. Was auf seiten der Arbeitnehmer alles abgebaut ist, darüber wird nachher noch zu handeln sein, porweg sei einmal die Frage aufgeworfen, was ist auf Arbeitgeberseite geschehen, um die Wirtschaft zum höchsten Grade der Leistungsfähigkeit zu bringen. Wo ist das Heer arbeitsloser Unternehmer? Denn daß eine große Zahl von Kriegs- und Nachkriegsgewinn- Unternehmern heute überflüffig sind, dar über ist doch kein Zweifel. 3weibens, welche technisch nicht leistungsfähigen Betriebe find ausgemerzt? Auch hier ist doch nicht zweifelhaft, daß es solche in großer Bahl gibt. Drittens, ist Vorsorge getroffen, daß nicht durch eine Kartellpolitik jede gesunde Konturrenz aus gefchaftet wird? Biertens, find alle Kalkulationen unter Ausnutung aller technischen und organisatorischen Möglich feiten so erfolgt, daß bei niedriger Gewinnspanne jede lebens notwendige Ware für den Maffenbedarf zum denkbar billig ften Preise geliefert werden kann? Fünftens, find alle Bor teile einer möglichen Normung und Tnpisierung ausgenutzt? Die Unternehmer mögen sich einmal weniger um das Wohl des Vaterlandes und die Rotgemeinschaft mit den Arbeitnehmern fümmern und sich endlich ernsthaft mit der Beantwortung der vorstehenden fünf Fragen beschäftigen. Hier hilft dann allerdings fein Mundspihen mehr, hier muß gepfiffen werden. Alle Unterlagen sind offen zu legen, damit fie unbeeinflußt geprüft werden fönnen. Die Arbeitgeber syndici follen dadurch nicht mit noch mehr Arbeit überbürdet werden, im Gegenteil, auf ihre Mitwirkung wird im Interesse des Vaterlandes ganz verzichtet. Gerade die Syndici find es ja, welche immer die Meinung vertreten, daß die Arbeit nehmer von ihren Gewerkschaftssekretären verhett würden, daß sich betriebsfremde Berfonen zwischen die Arbeitgeber und die Arbeitnehmer mischen. Das ist durchaus unzutreffend, denn die Gewerkschaftssekretäre sind aus der Arbeiterschaft heraus gewachsen und haben meist eine sehr große praktische Erfahrung. In vollkommenem Gegensatz hierzu sind die Syndici in der Mehrzahl Rechtsanwälte und vielfach noch jung an Jahren, verstehen von der Wirtschaft recht wenig und haben sie zu einer Unterabteilung der Rechtswissenschaft gemacht. 211io die Wahrheit wäre in diesem Falle nur ohne die Syndici zu ergründen. Jedenfalls ist es die dringendste Aufgabe der Unternehmer, unter sich selbst nach dem Rechten zu sehen. Eine Wirtschaft ist auf die Dauer unmöglich, wenn sie sich nur auf den Erport einstellen will. Das Wichtigste ist die Befriedigung des Inlandbedarfs. Lebensmittel, Wäsche, Kleider, Schuhe, Möbel usw. werden von den deut schen Arbeitnehmern in ungeheuren Mengen dringend gebraucht. Trotzdem haben wir Millionen Arbeitslose. Die Inlandpreise sind fast durchweg höher als in der Borkriegszeit. Die Löhne dagegen sind nominell günstigenfalls so hoch wie in der Zeit vor dem Kriege, die Kauffraft ist aber in allen Fällen erheblich geringer. Aus diesen Zuständen ergibt fich nicht nur eine Droffelung des Inlandsmarktes, sondern auch eine Erschöpfung der Arbeitskraft durch Sorge, Not und Du brauchst bei Regenwetter 85 MR Damen- Strümpfe Ia Seidenflor schwarz u. farbig Herren- Socken Baumwolle Schwarz 85 GebrGrumach A.G. Königstr. Ecke Spandauerst Hautjucken, Flechten, offene Füße( Krampfadern) auch veraltete Wunden heilt die milde und wohltuende, seit Jahrzehnten bewährte San. Rat Dr. Strahl's Hanssalbe. In Original- Dosen erhältl, Elefanten- Apotheke, Berlin SW, Leipziger Str. 74, am Dönhoffpl. Unterernährung und hieraus wiederum auch eine Erschwerung des Exportes. Wenn nun also auch unerörtert bleiben fann, ob es ein foziales Dumping gibt, eine soziale Reaktion gibt es unter allen Umständen, und deren Urheber sind ebenso unbestreitbar die Unternehmer. Es ist ebenso einfach als geistlos, den Begriff„ Erhöhung der Produktion" gleichzustellen mit Berlängerung der Arbeitszeit und Niedrighaltung der Löhne. Der Kampf gegen den Zwangstarif ist für die Unternehmer weiter nichts als der Kampf gegen den Tarifvertrag über haupt und damit wiederum der Kampf gegen die Gewerf schaften. Da aber die Gewerkschaften nichts Abstraktes, fondern die von den Arbeitnehmern gefchaffenen Vertretungen der Arbeitnehmer sind, ergibt sich hieraus der Kampf der Unternehmer gegen die Arbeitnehmer. Mit der Produktivität der Wirtschaft hat das aber ganz bestimmt nichts mehr zu tun. Deshalb ist es scheinheilig, wenn die Unternehmer dabei auch von der falschen Klassentampfeinstellung der Arbeitnehmer reden. Nicht die Unternehmer, sondern Mittelstand und Arbeitnehmer haben in der Zeit der Inflation ungeheure Opfer gebracht. Nicht nur die Ersparnisse dieser Schichten sind dabei restlos verloren gegangen, sondern auch Hausrat, Wäsche usw. mußten geopfert werden. Jetzt wagen es die Unternehmer, bevor sie in ihren eigenen Reihen Ord nung geschaffen haben, von Opfern zu reben, welche auch" die Arbeitnehmer bringen müssen. Was in der Zeitschrift„ Der Arbeitgeber" und in der Eingabe der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände an den Reichstag von den Unternehmern alles behauptet worden ist, braucht hier nicht wiederholt zu werden. Es tommt viel mehr auf die Beantwortung der aufgestellten fünf Fragen durch die Unternehmer an. Es soll nicht behauptet werden, daß alle Aeußerungen der Unternehmer nur Redensarten zur Verhüllung der Wahrheit sind. Eines aber ist sicher, daß viele Behauptungen der Unternehmer geistig so tiefstehend sind, daß die Unterstellung eine Beleidigung wäre, die Unternehmer würden diesen Unsinn selbst auch glauben. Aber sehr viele Ausführungen insbesondere durch die Syndizi werden nur gemacht, um damit auf die" dumme Masse" zu wirten. Nur an einem Beispiel sei nachgewiesen, mit welchen Argumenten" die Unternehmer durch die Syndizi heute noch arbeiten. Vor den Arbeitgeberverbänden Belbert und Umgegend, Mettmann- Wülfrath und Kreis Mettmann hat der Syndikus Rechtsanwalt Dr. Klenter- Elberfeld einen Vortrag gehalten. Dieser Vortrag ist gedruckt erschienen und hiernach hat der Herr Sundifus u. a. ausgeführt: Mittwoch, 14. Mal 1924 Wirtschaft Krife und Inlandskonsum. Trotzdem die Krife immer weiter um sich greift, fuchen die unternehmer das hohe Breisniveau zu halten. Der Schwierigkeit der Beschaffung von Betriebsmitteln suchen sie auszuweichen durch bedenkliche Gepflogenheiten in der Abdeckung abgelaufener Kredite, die Preise wollen sie halten auf Rosten der Arbeiter. Längere Arbeitszeit und niedrige Löhne sollen ihnen dazu helfen. Diese Tatfit bedeutet die Hinauszögerung der notwendigen Gesundung und fortgefeßten sozialen Druck auf die Arbeiterschaft. In diesem Sinne ist eine Entschließung gehalten, die der Arbeitsausschuß des Berbandes der mitteldeutschen Industrie am 10. Mai in Eisenach faßte. In dieser Entschließung heißt es: faßte. In dieser Entschließung heißt es: Die Lösung der Reparationsfrage wird, wie sie auch erfolgen mag, allen Teilen des deutschen Volfes ungeheure Basten bringen. Bei der durch das Bersailler Diftat verstümmelten und verfürzten Bersorgung der Poduktionsbasis der deutschen Volkswirtschaft werden diefe Basten nur durch sorgfamfte Sparfamteit, außergewöhnliche Arbeitsleistung und schwere Entbehrungen fragbar gemacht werben fönnen. Neue Rämpfe gegen die notwendige Mehrleistung und Arbeitszeitverlängerung, übertriebene Forde rungen nach Sicherstellung einer früheren Lebenshaltung, die bei den vorhandenen Mitteln und den uns auferlegten Lasten nicht gewährleistet werben fönnen, müssen. bei der allgemeinen Kapitalnot und der im Währungsintereffe nötig gewordenen Krediterbroffelung in fürzester Frist zu einer allgemeinen Stiffegung der Betriebe führen. Hterüber darf die auch jetzt noch bestehende Inlandtonjunktur m den einzelnen Industrien nicht hinwegtäuschen, die zur Rohstoff beschaffung Devisen verzehren, ohne durch Erport neue Devisen beschaffen zu können. Solche Ronjunttur beruht nur auf einer über die Berhältnisse übersteigerten Nachfrage und ber Schaf fung neuer fünstlicher Rauftraft durch Lohn. erhöhungen, denen die gesunde Grundlage einer sich steigern. den Produktion fehlt. Arbeitnehmer, die bei dieser Lage der Wirtschaft übertriebene Konjunktur lo hn forderungen ftellen und gewaltsam durchzusehen suchen, Arbeitgeber und Schlichtungsstellen, die solche Forderungen ohne. Rücksicht auf die Allgemeinheit billigen, machen sich für die Währung und Wirtschaft zerstörenden Folgen dieser Fehler vor dem ganzen Bolte verantwortlich und vernichten die lezten Mög lichkeiten eines gefunden und organischen Wiederaufbaues." Das Preisniveau ist augenblicklich so hoch, daß die Kaufkraft der Löhne um 14 Proz. hinter der Rauffraft der Friedenslöhne zurückbleibt. Wird dieser Zustand fünftlich verlängert, und der Inlandstonfum dadurch in engen Grenzen gehalten, fo wird die Krise nur umso beftiger werden. Der Ausweg liegt im Preisabbau, in ber Stärtung bes Inlandsfonfums, in der Erhöhung der Kauftraft ber Böhme. Die Krije. Albert Und so vermiffen wir dann zunächst, daß als Gegenmaßnahme gegen den Ruhrkampf nicht unbarmherzig aufgeräumt wurde mit dem A cht st unbentag." Gs fonnte mehr produziert werden, es fonnte mehr exportiert werben und der Staat belam Geld herein, um die Ruhrfämpfer unterstüßen zu fönnen."„ Der unheilvolle Einfluß der Gewertfchaften war es, ber den Ruhrkampf ebenfalls beizeiten hat zusammenbrechen laffen. Bur Rettung des Sozialismus mußte der Kampf im Jahre 1918, voranschreitet. Das B. T." berichtet über Zahlungsftodungen in Täglich zeigen neue Zahlungseinstellungen, wie die Krise der allem menschlichen Ermessen nach trotz aller feindlichen An Thüringen: Die Kommanditgesellschaft a. 2. ftrengungen vielleicht noch ein Sieglampf gemefen wäre, zum C. Schüler, Bigarren und Tabatwarenfabrit und Großhandlung mindesten aber ein Remis geworden wäre, verloren werden." Rein in Erfurt, ist unter Geschäftsaufsicht geftellt worden. Geschäftsaufsicht weiterer Abschluß von Rahmentarifen. Wenn die Zeit, beantragt haben die Firmen Fris Cohn, Strümpfe und Triko die Bohnregelungen einseitig oder im Betriebe durch betriebliche Bertagen en gros, Erfurt, ugo Mofer, Schuhgroßhandlung, Erfurt, einbarungen zu lösen, noch nicht gefommen fein follte es tann und Lehmann u. Co., Wollwarenfabrit, Erfurt. vielleicht noch nicht soweit sein, dann sollte die Unternehmerschaft m. E. sich doch mit allen Machtmitteln bagegen wehren, daß weitere Rahmentarife abgeschlossen werden. Die meisten Bestimmungen, die die Rahmentarife enthalten, find, wenn wir wieder hochkommen wollen, für die Wirtschaft nicht tragbar."" An der Spize unserer Tätigkeit auf diesem Gebiet muß programmatischy verwertet und durchgeführt werden der Gedanke der Werksgemeinschaft. Noch nicht einmal Abschaffung der Betriebsräte, aber Abfchaffung ber gewählten Betriebsräte und Ersatz durch ernannte Betriebsräte, nicht durch Zufallsmajorität radikaler Belegschaften gewählte Betriebsräte, sondern Betriebsräte, Arbeiterausschüsse, deren Bugehörigkeit auf einem besonderen Vertrauen des Arbeitgebers beruht." Die lage Behandlung ihrer Zahlungsverpflichtungen durch viele Unternehmungen den Kreditgebern gegenüber bringt auch Bantunternehmungen in Gefahr. Die Elberfelder han. bets. und Industrie- Bant( auch genannt Scyraber- Bant) hat sich, wie dem„ Ronfektionär" berichtet wird, am 12. Mai unter Geschäftsaufficht stellen laffen. Die Attiven über. steigen die Paffiven ganz erheblich, so daß ein Berluft für die Gläu biger vollständig ausgeschlossen sein soll. Die Zahlungsstockung wurde hervorgerufen wegen der Nichteinlösung eines größeren Wechsels, der mit dem Giro einer Großbantfiliale versehen war. Die Inhaber hoffen, bald in der Lage zu sein, die Zahlungsstockung wieder zu bes heben. Die Stabilisierung im Ausland. Es ist wirklich nicht möglich, zu diesen wissenschaftlichen" Ausführungen Stellung zu nehmen, und es hieße die Unter- Die Stabilisierung der Währungen macht weitere Fortschritte. nehmer beleidigen, wenn man glauben würde, daß sie diese Bor zwei Jahren in der Tschechoslowakei und Desterreich, im verWeisheiten für bare Münze nehmen. Der 3wed diefer von gangenen Jahr in Italien und in den Randstaaten, wird in diefem den Unternehmern ja allgemein geübten Methode ist, die Ar- Jahr die Stabilisierung des Geldwertes in einer Anzahl anderer beitnehmer dumm zu machen. Zur Erreichung dieses Rieles Länder in Angriff genommen. Das wirtschaftliche Programm der ift aber noch ein weiteres nötig, was der gelehrte Herr Syn- neuen dänischen Regierung unter der Führung der Sozialdemo difus in die lateinischen Worte faßt: Ceterum censeo Socie fratifchen Bartei besteht vorzüglich darin, die in der letzten Zeit tates esse delendas."( Die Gewerkschaften müssen zerstört großen Schwankungen und einer sehr beträchtlichen Entwertung werden.) unterworfene Währung durch geeignete Maßnahmen zu stabilisieren. olen hat die Notenpreffe für Staatsausgaben stillgelegt und die Aus einem anderen Loche pfeift der Syndikus des Arbeit geberverbandes in Minden, W. Debus, in einem Artikel " Rekerei" in der Deutschen Bergwerfs- itung". Diesem Herrn sind die Rebensarten seiner Unternehmer von„ Bater land"," Wohl der Allgemeinheit"," Festhalten der Mart", Notgemeinschaft" usw. auf die Nerven gefallen. Er erinnert feine Unternehmer daran, daß sie im November 1918 aus Angst um ihren Profit. Deshalb dürften die UnterAngst den Achtstundentag bewilligt hätten, und zwar aus nehmer jeht nicht von hehren Grundfäßen reden, sondern sie müßten ihre Grundsäge durchhalten, auch wenn der Profit darunter leidet. Das ist der Sinn dieser sehr vorsichtigen Aeußerung. So oder so, der Effekt ist stets, die Arbeitnehmer niederzuhalten und den Profit zu erhöhen. Es würde ben Unter nehmern nicht schlecht anstehen, wenn sie der Wahrheit die Ehre geben würden. Aber das ist vielleicht zuviel verlangt von einer Klasse, die nicht, wie die Arbeitnehmer 1918, im Bollbesitz der Macht im Interesse der Allgemeinheit und des Staates auf deren rücksichtslose Ausnutzung verzichten wollen. Deshalb ist aber auch das Gerede von der Notgemeinschaft der Unternehmer und der Arbeitnehmer nichts als Schwindel. Man mag es bedauern oder nicht, hier gibt es nur den Kampf. Die Arbeitnehmer müssen mit Hilfe starter Gewerk. schaften die soziale Reaktion überwinden. Vorträge, Vereine und Versammlungen. 019 exli Git Gri Lavendel Rasierstange wird das Rasieren selbst der empfindlichsten Gesichts haut zum Dergnügen Exi avendel Rasiertange In Nickelhuise N4006 AHABergmonn Waldheim Sa LT Gri Gavendel Rasierslange A.H.A.Bergmann, Waldheim, Sa Hersteller der bewährten Bergmanns Zahnpasta, Rosodont Creme Rajana Die Creme der vornehmen Welf! Zu haben In allen einschlägigen Geschäften Groß- Berliner Gruppen für frete Rörperkultur. Am Donnerstag, ben 15. Mai, abends 7% Uhr, im Sädel- Saal, Beethovenstr. 3( Eingang: Sn ben Belten), Bortrag des Genoffen Adolf Roch Wie Häre ich mein Kind auf im Anfüluß an Sodans Schrift: Bub und Mädel. Säfte, durch Mitglieder RAJANOL G. m. b. H., Berlin- Oberschönewelde eingeführt, willkommen. 2) Fernsprecher: Oberschöneweide 555. 744 Stabilisierung aus eigenen Kräften( ohne Auslandsanleihe) in die Wege geleitet. Ungarn soll zu diesem Zwecke vom Bölkerbund eine Anleihe im Betrag von 250 Millionen Goldkronen erhalten. Die Notenpreffe foll nach Errichtung einer Notenbank, die vorerst noch nicht erfolgt ist, stillgelegt werden. Die Völkerbundanleihe ist noch nicht zur Unterschrift aufgelegt und bis diefe an sich geringfügigen - ausländischen Geldmittel einfließen, muß die Sanierung aus eigenen Mitteln erfolgen. Brasilien geht ebenfalls daran, feine Währung zu befestigen. Belgien soll zur Stärfung seiner Valuta eine große langfristige ausländische Anleihe aufnehmen, außerdem aber die Staatsfinanzen durch neue Steuern und die Zahlungsbilanz durch Einfuhrverbote und Zollerhöhungen verbessern. Belgien will feine Baluta einstweilen voraussichtlich noch nicht stabilisieren, sondern den Wert derselben erhöhen. Gegenwärtig steht sie trog ihrer beträchtlichen Besserung in der letzten Zeit immer noch 17 Broz. unter der französischen, mit der fie eng verknüpft ist. Die fran zösische Valuta ist noch immer im Steigen. Von einer Stabilisierung des französischen Franken kann jedoch noch nicht gesprochen werden, weil der Punkt, auf dem die Valuta endgültig stehen bleiben will, noch völlig im dunkeln ist. Die wirtschaftliche Lage würde eine noch weitergehende Berbesserung des Geldwertes rechtfertigen, die Finanzlage des Landes ist jedoch noch ganz ungewiß. Die vor furzem aufgenommenen ausländischen Anleihen, welche den Frankfturz nicht nur aufzuhalten, sondern den Franken über seinen Wert vor dem Sturze zu heben vermochten, find furzfristig, und falls fie: beim Verfall nicht erneuert und die Staatsfinanzen sonst nicht faniert werden, droht dem Franken von neuem die Entwertung. 19 dron soud Neue Zollbestimmungen. Der Interalliierte Zollausschuß in Roblenz hat entschieden, daß bei der Einfuhr von Fahrradteilen aus dem unbeseßten in das besetzte Gebiet der Normalzoll zu bezahlen und eine Zulaufs bewilligung zu erheben sei. Gleichzeitig wurde entschieden, daß fünftig die Nummern 919 und 920 des Tarifs( 130 m. ftatt 300 Jogal Gicht, Rheuma, Ischias, - Tabletten hervorragend bewährt bei Hexenschuß, Nerven- und Kopfschmerzen, Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Sarnsäure aus. Klinisch erprobt. In allen Apotheken erhältlich. Best. 64,3% Acid acet. salic., 0406% Chinin, 12,6% Lit., ad 100 Amyl. Residenz- Th. Theater, Lichtspiele usw. Künstl. Leitg.: Emil Lind Tägl. 8 Uhr: für 916) nur für solche Teilstüde anwendbar fei, die feinerlei Zu-| fammenfeßmöglichkeiten aufweisen, da sie sonst unter Nr. 916 des Tarifs fallen würden. Postpakete aus dem unbesetzten Deutschland an deutsche Verwaltungs- und Justizbehörden im besetzten Gebiet oder von diesen Behörden nach dem unbesetzten Deutschland, die ausschließlich Dienstpapiere enthalten und zu Dienstzwecken verschickt werden, sind von der Erhebung der Einheitszölle befreit. Für die Kontrolle ist auf den Baletkarten und den Baketen die behördliche Bestätigung anzubringen, daß der Inhalt aus dienstlichen Attenstücken besteht. Saatenftand im Deutschen Reich zu Anfang Mai 1924. Wegen des umbeständigen und vorherrschend naßfalten Wetters im Monat April fonnte sich das Wachstum der Saaten nur wenig entwideln. Erst die seit den letzten Apriltagen eingetretene Temperaturerhöhung hat die Entwidlung etwas beschleunigt; gegenüber normalen Jahren ist diese aber noch sehr zurück. Ueber den Stand der Saaten, Futterpflanzen und Wiesen ergibt sich unter Zugrunde legung der Zahlennoten 2 gleich gut, 3 gleich mittel, 4 gleich gering im Reichsdurchschnitt nach den Gutachten der Saatenstandsberichterstatter folgende Beurteilung: Winterweizen 3,1( Anfang April 3,2), Haferflocken, lose Zentner frei Haus Berlin. Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Gerstengraupen, lose.. 15,25 16,75| Malzkaffee, gepackt... 22,00- 24,00 16.50-18,00 Gerstengrütze, lose... 15,25-16,25 Röstgetreide, lose 15,25-15,75 Kakao, fettarm.... 100,00-115,00 Hafergrütze, lose..... 16,00-16,50 Kakao, leicht entölt 115,00-130,00 Roggenmehl 0/1...... 12,25-13,75 Tee, Souchon, gepackt.350,00-430,00 Weizengrieẞ 18,00-19,50 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 Hartgrieß..... 22,00-25,50 Inlandszucker basis mel. 38,50- 40,00 Inlandszucker Raffinade 41,00- 42,00 Maisgrieß 14,00-15,75 Zucker Würfel 16,00-21,00 Kunsthonig 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, erl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni. Makkaronimehl Schnittnudein, lose. Bruchreis .... Rangoon Reis 45,00-47,50 32,00-38,00 43,00- 49,00 28,00- 33,00 95,00-110,00 40,00-48,00 40,00-45,00 3,10-3,70 4,00-4,70 66,00- 66,50 66,50- 67,00 64,00- 64,50 18,00 21,00 Zuckersirup hell in Eim. 13,50-16,00 Speisesirup dunk. in Eim. 22,25-24,50 Marmelade Einfr. Erdb. 28,00-31,75 Marmelade Vierfrucht 26,00-34,00 Pflaumenmus in Eimern 35,00 41,00 Steinsalz, lose 42,00-48,00 Siedesalz, Iose 19,00-21,50 Bratenschmalz in Tierces 39,00-45,00 Bratenschmalz in Kübeln 35,00-37,00 Purelard in Tierces 19,00-24,00 Purelard in Kisten.... 64,50-65,00 15,00-17,00 Speisetalg in Packung 16,50-19,00 Speisetalg in Kübeln 24,00- 31,00 30,50-36,00 88,00-95,00 Margarine, Spezialm. I. 42,00-45,00 desgl. II. 50,00 55,00 Margarine III 70,00-75,00 Molkereibutter i. Fässern 215,00-218,00 70,00-85,00 Molkereibutter in Pack. 220,00-223,00 75,00-90,00| Landbutter 165,00-170,60 50,00-53,00 48,00-50,00 Margarine, Handelsm. I 58,00 desgl. II. 52,00-55,00 76,00 61,00-65,00 45,00-48.00 Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java, Ringäpfel, amerik. Getr Pflaumen 90/100. Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu.. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari... Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer. 130,00-135,00 Quadratkäse Schwarzer Pfeffer Singap. 103,00-111,00 Quarkkäse Weißer Pfeffer. 138,00-148,00 Tilsiter Käse, vollfett. Rohkaffee Brasil.... 185,00-220,00 Ausl. ungezuck. CondensRohkaffee Zentralamerika225,00-290,00 milch 48/16. Röstkaffee Brasil 77,00-83,00 Auslandbutter in Fässern 215,00-218,00 145,00-155,00 Auslandbutter in Packg. 220,00-223,00 135,00-150,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 33,00-36,00 110,00-120,00 Speck, gesalzen, fett.. 62,00- 72,00 22,00-35,00 Winterroggen 3,4( 3,4), interfpelz 2,7( 2,7). Wintergerste 3,3( 3,4), Klee 3,0, Luzerne 3,0, Bewässerungswiesen 2,5, andere Wiesen 3,0. Infolge erheblicher Auswinterungsschäden mußten fast überall, teilweise namentlich bei Roggen in recht erheblichem Aus. maße, Umpflügungen vorgenommen werden. Nach den bis jetzt vorliegenden Mitteilungen betragen diese vom Hundert des Anbaues im Reichsdurchschnitt bei Winterweizen 5,5, Winterroggen 9,5, Winterspelz 2,5, Wintergerſte 7,1, Klee 2,6, Luzerne 7,7. Die Bestellung der Felder mit Sommergetreide ist zumeist noch nicht beendet; mit dem Legen von Kartoffeln und Einrillen von Rübensamen ist begonnen. Infolge Kreditnot herrscht Mangel an künstlichen Düngemitteln, vor allem in Kleinbetrieben. 19 Abbruch der deutsch- russischen Erdöl- Berhandlungen. Zwischen der Berliner russischen Handelsvertretung und einer Gruppe deutscher Firmen, der Deutschen Erdöl- Aktiengesellschaft", war, wie befannt, vor furzem ein provisorischer Vertrag geschlossen worden, demzufolge im Laufe eines Jahres Benzin und Schmieröle im Werte von 48 Mill. GM. nach Deutschland eingeführt werden sollten. Das Abkommen follte mit fleinen Abänderungen in diesen Tagen ratifiziert werden. Nunmehr hat, wie wir aus hiesiger authentischer Quelle erfahren, die russische Handelsvertretung den deutschen Fir men mitgeteilt, daß im Zusammenhang mit dem bekannten Zwischenfall weitere Verhandlungen gegenwärtig unmöglich seien. Wirklich sid jum wertbeständig angelegt sind die Ausgaben für vernunftgemässe Körperpflege CALCIFORM CAVALIN das hervorragende Mittel zur Verhütung von Grippe wirksamstes Streapalver bei Schweiss- Entwicklung QUALITATSMARKS RABS Mef- Stoffe durch Güte und Preiswürdigkelt seit Jahren bekannt 35,00 50,00 Riesen Auswahl! Herren- Gabardine! M. 9.80, 12.80, 13.20, 14.60, 13.60, 16.95, 17.80, 18.40, 18.90, 19.80 usw. Modernste Musterungen! 1a Qualitäten! Alle Neuheiten in Damenstoffen, reichste Auswahl, reine Wolle Mk. 5.90 an Molkenmarkt 14 115,00-125,00 21,00-24,00 240,00-290,00 Inländische desgl. 48/12 17,50-18,50 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Röstkaffee Zentralam... 300,00-390,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 27,00-28,00 Tuchhaus M. E. Freitag, Ecke Molkenstraße Große Volksoper s 73 Uhr: Trianon Theater Rose- Theatermanus Sternzwirne, gane Twist rim Theaters u.: Zapfenstreich des Westens G. Alexander, J. Falkenstein Familie Raffke bohnen, Ratao, Kets, Häusler, Beuthstraße 15. Mettur 6389 Hinkemann 7%, Uhr: Rodelinde Rob Miller, D. v. Copen Staats- Theater Vasantasena Beyerle. L. Wagner, Döblin Volksbühne von Ernst Toller. Opernhaus Reichshallen- Theater 7 Uhr: Hoffmanns Lessing- Th. Täglich 8 Uhr, Erzählungen Opernhaus Heute u. morgen 8: am Königsplatz Der G'wissenswurm 8 U.: Der Waffen- Frtg. 8: Kolportage schmied Schauspielhaus Deut. Künstler- Th. 7 U. Nibelungen Heute u. morgen 8: 2. Teil B Kolportage Stettiner Sänger Deutschland erwache! Zum Schluß: Ein Schiller Theater Frtg. 7 U. z 1. Male: Musikantentraum 7: Maria Stuart Die hellige Untreue Dönhoff- Brettl Deutsch. Theater Th.I.Admiralspalast Anf.7%, Sonnt. 5 U. 72 Uhr: HAMLET Allabendlich 73 U.: Gr. Varieté- Progr. Drunter u.drüber Freitag, den 16. Mai Die Weltsensation: 8 Uhr: Tanzabend D. Wund. d. Schatten Leni Riefenstahl Deutsch.Opernhaus Kammerspiele 71/2 Uhr: Komödie der Worte Gr. Schauspielhaus 71/2 Uhr: Gasparone Theater i, d. 72 Uhr: Rigoletto Debicka, Grosavescu, Burg, Zador, Bassth Intimes Theater 8: Crêpe Georgette usw. Metropol- Theater Tägl. 734 U.: Karneval der Liebe Sommerpreise! KöniggrätzerStr. Thalia- Theater 7 Uhr zum 1. Male: 7 Uhr: Frasquita Shaw- Abend Elsa Kochhann a.G ,, Es hat nicht sollen Eduard Rosen sein"„ Zeltungs- Theateri.d.Kommandantenstr ausschnitte"/ Lei- 8 U. Letzter Monat 8 U. denschaft, Gift und Das Radiomädel Versteinerung" Hans Albers. Maly Delschait, OlgaEngl Hans Herrmann, Hilde Operett. v. P.Weiner Tribune 8: D.Reiherbusch Hildebrand, mit Lucie Höflich Herm Picna, Frieda Casino- Theater Richard. Joh Riemann, Heinz Stieda, Lothringer Str. 37. Herm. Vallentin Tägl. 8 Uhr Wieder ein neuer Schlager Berliner Theater Pummels Martha Täglich 7.30: Das Weib Volksstück in drei Aufzügen Vorher: D. Herr aus im Purpur Kyritz. Posse i. 1Akt und der neue bunte Teil Theater Folies Caprice Theater a.Kottbuss.Tor 8 U. Liebes- 8 U. Reigen Heute und morgen Volkstage Sämtl.Parkettplätze nur 1,50, 1 M. 50 Pf. Kottbusser Str. 6 Täglich 8 Uhr: ElifeSänger D. ungeheure Lacherfolg: Gültig 1-4 Personen Theodor, SCALA 8 Uhr: du röchelst noch?! Dazu Gastspiel Alex Stamer. Komische Oper 7% Direktion: James Klein 72 Heute sowie täglich Der große Erfolg! Die tanzende rinzessin Operette in 3 Akten von Walter Kollo ULAP der Vergnügungspark der Berliner am Lehrter Bahnhof Eröffnet... 15. Mai am nachmittags 4 Uhr Garderobe auf Teilzahlung zu denkbar günstigen Bedingungen bei kleiner An- und Abzahlung Billige Preise! H Ersatz für Maßarbeit Herren- Anzüge, Paletots, Knaben- und Burschen- Anzüge Cohn WINITORIEN Gr. 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