Nr.226 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 116 Bezugspreis: Wöchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,- Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Lucemburg 4.25 Goldmart, für das übrige Ausland 5.25 Goldmark pro Monat. Der..Borwärts" mit der Sonntage beilage Bolt und Reit" mit..Gied. Ing und Kleingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Seimwelt" und Frauenbeilage Frauenftimme" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareile. seile 0.70 Goldmart, Netlamegeile 4.- Goldmart. ,, Kleine Anzeigen bas fettgebrudte Wort 0,20 Goldmart( auläfig zwei fettgedruckte Morte), jedes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart jedes meitere Bort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen fir awei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4,20. Angelgen fie die nächste Mummes milfen bis 4% Uhr nachmittags im Sauptgefchäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nam. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Döuboff 2506-2507 Donnerstag, den 15. Mai 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bosticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion ber Diskonto- Gefellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Kein Hakenkreuzrummel in Berlin. Ein nationalliberaler Beschluß. Von Golz geplant Unter dem Borsiz des Generalmajors a. D. von der Gott hat sich in Berlin ein Ausschuß für eine Schlageter- Gedächt nisfeier gebildet, die am 24. d. M. unter der Beteiligung einer großen Zahl vaterländischer Verbände" im Stadion eine Schlageter. Gedächtnisfeier zu veranstalten plant. Wegen der Feierlichkeit ist der Ausschuß an den Polizeipräsidenten von Berlin herangetreten. Der Polizeipräsident hat dem Festausschuß folgenden schriftlichen Bescheid erteilt. von Richter verboten. ist wirklich mehr, als man erwarten fonnte. Der Düfterberg und die Stahlhelmbünde haben doch mit der Schutzpolizei nichts anderes zu tun, als sich von ihr beschützen zu lassen. Daß der Stahlhelm- Mann den Gefallenen seinen Kameraden nennt, ist eine Beleidigung der republikanischen Beamten. Völkisch- kommunistischer Zusammenstoß. „ Politische Veranstaltungen mit dem Ziele, ungewöhnlich Immer wieder der unpolitische" Stahlhelm. große Menschenmengen an einem bestimmten Ort unter freiem Delitzsch, 14. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Am Dienstag beHimmel zu vereinigen, fann ich zurzeit grundsäglich nicht geriefen die Kommunisten in Delipsch eine Versammlung ein. fatten. Ob dabei, wie Sie versichern, geschlossene Züge und Ansammlungen auf den Straßen nicht vorkommen werden, Fahnen Ansammlungen auf den Straßen nicht vorkommen werden, Fahnen erst am Verfamlungsort entrollt und die Verbände in jeder Beziehung Ordnung und Disziplin halten werden, tann für meine Entscheidung nicht maßgebend sein. Erfahrungsmäßig hat fich bei Massenansamlungen aller politischen Richtungen heraus gestellt, daß die Autorität der Leitung nicht aus. reicht, die auch von Ihnen im vorliegenden Falle gegebene Berpflichtung durchzuführen." Die Entscheidung des Polizeipräsidiums ist nur zu begrüßen. Die Deutschvölkischen aller Schattierungen haben in letzter Zeit ausreichende Beweise dafür geliefert, daß sie beabsichtigen, auf dem Um rege über nationalistische Veranstaltungen die Staatsautorität in Breußen ähnlich zu untergraben wie in Bayern. Der„ Bölkische Kurier" hat erst vor kurzem offen ausgesprochen, daß es die Absicht der Deutschvölkischen ist, den Bürgerkrieg in Norddeutsche Land zu organisieren, nachdem Bayern verfagt" hat. Es ist die Bilicht der preußischen Regierung, mit aller Energie vorzugehen, damit fich das bayerische Trauerspiel nicht in Norddeutschland wiederholt. 3 Halle, 14. Mai.( Tul.) Heute vormittag fand die feierliche Ueberführung des am Sonntag ersch offenen Schutzpolizeibeamten Hartung nach seiner Heimat Debisfelde statt. Die Beteiligung an der Trauerfeier im Garten der Universitätsklinik war außerordentlich start. Nach der Weihrede des Pfarrers widmete Oberstleutn. Düst erberg( Leiter des Stahlhelm) dem erschossenen Stameraden einen warmen Nachruf. Es sprachen alsdann die Bertreter der vaterländischen Berbände, des Stahlhelms, des Berwolf, des Jungsturms und der Schußmannschaft, die sämtlich prachtvolle Kränze nederlegien. In dem Zuge befanden sich etwa 40 Fahnen der vaterländischen Verbände und der Halleschen Studenten. In dem Zuge befanden sich auch etwa drei bis vier Hundertschaften der Schutzpolizeibeamten. Der Zug zählte ungefähr 2500 bis 3000 Bersonen. Die Straßen, die der Zug pafferte, weren dicht bevölkert. Daß die intelleftuellen Urheber des Blutvergießens von Halle auch noch den„ Taft" befizen, am Sarge eines der Opfer für ihre Hafenkreuz- Politik zu demonstrieren, Der deutsch- russische Zwischenfall. Beurlaubung des Leiters der politischen Polizei. Die zuständige preußische Stelle teilt mit, daß der Leiter der politischen Abteilung des Berliner Polizeipräsidiums, Oberregierungsrat Dr Weiß, bis zur völligen Klärung der Vorfälle bei der polizeilichen Durchsuchung der Räume der russischen Handelsdelegafion in Berlin beurlaubt worden ist. Das Orakel der Deutschen Volkspartei. Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst teilt mit: Am Mittwoch traten Reichstagsfraktion und Parteivorstand der Deutschen Volkspartei zum erstenmal nach den Neuwahlen zur Behandlung der schwebenden innen- und außenpolitischen Fragen zusammen. Nach einem Referat des Fraktionsführers Dr. Scholz in Gegenwart der Reichsminister Dr. Stresemann und Jarres stellten sich die beiden Körperschaften einmütig auf den Standpunkt, daß die bisherige Außenpolitit. fortzuführen sei. Grundsätzlich wurde die Stellungnahme der jetzigen Reichsregierung bei der Behandlung des Gutachtens der internationalen Sachverständigen gebilligt und der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die Reichsregierung " Stahlhelm" und Werwolf" organisierten planmäßig eine nach der Annahme des Gutachtens als Grundlage der VerBegenaktion, zu der auch die völkischen Organisationen der handlungen für dessen Ausführung die deutschen Interessen Umgebung tommandiert wurden. Zunächst streiften sie in fleinen tatkräftig wahrt und insbesondere die Wiederherstellung der Trupps durch die Straßen, später konzentrierten sie sich am Linden- finanziellen und wirtschaftlichen Einheit des Reiches gegen den hof, in dem die KPD. tagte. Auf die Nachricht von einem drohenden Bersuch irriger Auslegung durchsetzt. Nach dem Rücktritt der leberfall stürzten die Kommunisten auf die Straße, den An- Reichsregierung ist für die Regierungsneubildung die Stellung greifern in die Hände. Es entstand ein Handgemenge, in der Deutschen Boltspartei nach wie vor festgelegt in der Entdem auf beiden Seiten mehrere Personen schwer und leicht verwundet schließung der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei wurden. U. a. tam es auch zu einem neuen Zusammenstoß zwischen vom 16. Dezember, die besagt, daß die außen- und innennicht nur Stichwaffen, sondern auch Bistolen gebraucht wurStahlhelmleuten und Kommunisten in der Bismarckstraße, bei dem politischen Gründe die Zusammenfassung der nicht nur Stichwaffen, sondern auch Pistolen gebraucht wursta atsbejahenden bürgerlichen Parteien er den Von den Angehörigen des Stahlhelmbundes wurden mehrere fordere. Dieses Ziel sei nicht zu erreichen durch die in der leicht- bzw. schwerverwundet. Die Delitzscher Polizeiverwaltung hat Presse erörterte Schaffung einer sogenannten Fraktionsgemeinvollkommen versagt Energisches Einschreiten hätte gleich zu Anfang schaft der nationalen Mitte, die die Deutsche Volkspartei für den ganzen Spuf verjagt. Es unterblieb jedoch jeder Verfuch. Erst unausführbar hält. Nicht faktische Erwägungen, sondern mit einem Schupotommando ein, das den Lindenhof und die Nach außenpolitischen Frage müßte im Vordergrund der gegen Mitternacht traf auf Anfordern von Bitterfeld ein Lastwagen lebereinstimmung in der Behandlung der bargebäude durchsuchte. Man fand einen Säbel, Schlagringe, einige demnächst beginnenden parlamentarischen Verhandlungen Gummifnüppel und die Leiche eines erstochenen Arbeiließ man unbehelligt, nur Arbeiter wurden unter schwerer Bedeckung ters. Anschließend begannen die Verhaftungen. Stahhelmleute festgenommen. stehen. dem Problem der Regierungsbildung Stellung genommen. Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei hat zu Sie lehnt die Schaffung eines Blocks der Mitte ab und fordert im Sinne der Entschließung der alten Reichstagsfraktion der München, 14. Mai( Eigener Drahtbericht.) Ein fchwerer DVP. vom 16. Dezember die Zusammenfassung der staatsRoheitsereß während der bayerischen Wahlagitation ereignete sich bejahenden bürgerlichen Parteien, das heißt, die Einbeziehung am 2. April nach einer Versammlung der Bayerischen Bolkspartei der Deutschnationalen in die Regierungstoalition. Dieser Bein cinem Ort Niederbayerns. Der Referent, Rechtsanwalt Stiefel schluß offenbart, daß der Sieg Stresemanns über die National aus München, wurde damals auf dem Nachhausewege überfallen liberalen und die Abspaltung der Nationalliberalen nicht zur und so schwer mißhandelt, daß er heute noch infolge feiner Herausarbeitung eines flaren Kurses in der Deutschen Volks. erlittenen Verlegungen auf dem Krantenlager liegt. Die Täter waren partei geführt hat. Die außenpolitische Linie Stresemanns, drei Bauernbursaen, die sich nunmehr vor Gericht zu verdas Bekenntnis zur Erfüllungspolitik, der Wille zur Annahme antworten hatten. In der Verhandlung wurde festgestellt, daß das und Durchführung des Sachverständigengutachtens hat sich nach Motiv ihrer Tat auf politische Berhehung durch ihre der Reinigung der Voltspartei von der nationalliberalen völkischen Freunde zurückzuführen sei. Troß dieses Elementen wohl durchgesetzt aber zur Durchführung der Milterungsgrundes wurden zwei der Rohlinge zu je vier Monaten innerpolitischen Notwendigkeiten, die das Bekenntnis zum Gefängnis, der dritte zu sechs Monaten Gefängnis und alle drei Sachverständigengutachten erfordert, fehlt es der Reichstagsaußerdem zu je 300 m. Geldstrafe verurteilt. fraktion der Deutschen Volkspartei immer noch an der nötigen Klarheit und Konsequenz. reich. Die Summe, die auf diese Weise 12 deutschen Importfirmen, die Kolonialwaren, Chemikalien u. a. nach Rußland ausführen wollten, verlorengeht, foll 887 000 Bolbrubel betragen. Sieg der Arbeiterregierung. Das englische Unterhaus beriet in einer Dauersihung den Antrag der Konfervativen gegen die Aufhebung der Mac- Kenna- Schutz zölle. Ramsay Macdonald hatte diesen Antrag schon vorher als ein Mißtrauensvotum bezeichnet. Das sehr start besetzte Haus lehnte, nachdem Schazkanzler Snowden die Aufhebung dieser Einfuhrzölle nochmals und zwar offensiv begründet hatte, den Antrag mit 317 gegen 252 Stimmen ab. Drei schußzzollfreundliche Arbeiterparteiler und Lloyd George mit einigen Liberalen enthielten sich der Stimme. Die Nationalliberalen sind aus der Deutschen Volkspartet heraus, aber der nationalliberale Kurs ist ihr verblieben. Es ist eine echt nationalliberale Politit, fich zu einem bestimmten außenpolitischen Kurs zu befennen, gleichzeitig aber die Koalition mit den Gegnern dieses außenpolitischen Kurses zu suchen. Die Fraktion der Deutschen Bolkspartei will eine Regierungstoalition auf der Grundlage der Uebereinstimmung wie der Billigung der Stellungnahme der Regierung Marr bei der Behandlung des Gutachtens der internationalen Sach verständigen. Sie will andererseits eine Regierungskoalition mit den Deutschnationalen. Das sind unvereinbare Dinge. Der Beschluß der Deutschen Volkspartei ist ein echt nationallibe raler Beschluß. Er will unvereinbare Gegenfäße vereinen. Er ist innerparteilich der Versuch, die inneren Differenzen in der Volkspartei, die auch nach dem Ausscheiden der Nationalliberalen noch stark sind, nicht hervortreten zu lassen. Er ist ein Kompromiß zwischen dem Willen Stresemanns, den bisherigen außenpolitischen Kurs der Regierung MarrStresemann beizubehalten, und dem Drängen derer um Scholz und Heinze, den Anschluß an die Deutschnationalen herzustellen, um in der inneren Politik einen entschiedenen Rechtskurs durchzusehen. Angesichts der politischen Tatsachen jedoch ist dieser Versuch eine Unmöglichkeit. Die Verhandlungen in Moskau. Mostau, 14. Mai.( DE.) Das Zentrum der Verhandlungen ist nach Moskau übergeführt, wo sich der Botschafter Krestinski und der Leiter der Berliner Sowjethandelsvertretung Stomoniatom befinden. Der deutsche Botschafter Graf Brockdorff- Rangau verhandelt mit Tschitscherin; er hat am 9. und 12. Mai längere Unterredungen mit dem stellvertretenden Außenfommissar Litwinow gehabt. Die russischen Forderungen bestehen in folgenden Punkten. 1. eine den Formen der internationalen Gebräuche entsprechende Entschuldigung wegen der Handlungen der Berliner Polizei, 2 die Bestätigung der im Abkommen von 1921 festgelegten Erterritorialität der Handelsvertretung" als Garantie gegen eine Wiederholung des Zwischenfalles vom 3. Mai, 3. die Be. trafung der Initiatoren und der Leiter der Haussuchung und die Wiedergutmachung des durch die Polizei angerichteten Australien gewann die Arbeiterpartei 3 Mandate von 7, die bisher Stresemann ist bestimmt durch die Annahme des Sach Schadens. Russische Repreffalien. Im Zusammenhang mit der Schließung der Berliner Sowjethandelsvertretung sind die Verhandlungen mit mehreren deutschen Schiffahrtsgesellschaften über die Festsetzung regelmäßiger Fahrten zwischen deutschen Häfen und Petersburg bzw. Schwarzmeerhäfen abgebrochen worden. Der Deutsch- Russischen Trans. portgesellschaft ist vorgeschlagen worden, für ihre Frachten nicht mehr deutsche, sondern ausländische Dampfer zu benutzen. Die ruffifchen staatlichen und wirtschaftlichen Organe in Berlin haben thre auf Einfuhr aus Deutschland lautenden Lizenzen umge. farieben, und zwar für England, Holland, Dänemort und FrantBerstaatlichung der Bergwerke beantragt. London, 14. Mai.( EP.) Der Labourabgeordnete George all hat im Unterhaus eine Borlage eingereicht, worin die Natio. nalisierung der Gruben vorgeschlagen wird. Es verlautet, daß die Regierung diese Vorlage unterstützen werde. Arbeiterwahlfieg in Australien. Condon, 14. Mai.( Eca.) Bei den Nachwahlen in Westdie Nationalisten innehatten. Die interalliierten Schulden. Zuerst Einigung auf das Expertenprogramm. London, 14. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Auf eine Unterhausanfrage, ob die Regierung fich den Gedanken überlegt habe, eine Konferenz über die interalliierten Schulden einzuberufen, erwiderte Ministerpräsident Macdonald am Mittwoch, derartige Vorschläge feien verfrüht, bevor man sich über die Gutachten der Sachverständigen geeinigt habe. Er müsse sich deshalb weigern, jegt auf diese Frage einzugehen. Die außenpolitische Stellung der Regierung Marg verständigengutachtens, durch den Willen, das Gutachten aus. zuführen. Die außenpolitische Stellung ber Deutschnationalen ist gegeben durch ihre Able hnung des Sachverständigengutachtens. Mit der Parole der Ablehnung des Gutachtens, der Bekämpfung der Erfüllungspolitit, sind die Deutschnationalen in den Wahlkampf gezogen. Ihr verstorbener Führer Helfferich hat das Gutachten als das zweite Versailles bezeichnet, vor dessen Unterzeichnung das deutsche Bolt bewahrt werden müsse. Die Erklärungen ergts nach der Wahl ließen den Willen er fennen, die Annahme des Gutachtens zu sabotieren. Der Reichslandbund hat durch feierlichen Beschluß das deutinatio nale Unannehmbar" gegenüber dem Gutachten befräftigt. Graf Westarp in der Kreuzzeitung" hat die Linie der Deutschnationalen noch einmal unterstrichen. Das Gutachten foll beiseite gefchoben werden, um deutschnationalen Bor fchlägen Biak zu machen. Zu allem Ueberfluß hat in der Nachtausgabe des" Tag" von gestern der politische Beauftragte der Deutschnationalen Volfspartei, von Lindeiner ildau, die Forderung der Ablehnung des Gutachtens noch einmal unterstrichen: Es bleibt banach bei bem grundlegenden Unterschied zwilden unferer politischen Richt linie und der bisherigen Regierung. Das Rabinett Mary- Stresemann hat sich durch seine State an die Reparationsfommission pom 16. April b. 3. bereits auf den materiellen Inhalt des Sachverständigengutachtens festgelegt. Die Unterhändler diefes Rabireits würten also mit gebundenen Händen und leeren Talchen an den Berhandlungshi temmen... deutschnationate Regierung ist frei von solchen Bindungen. Hinter ihr steht der entschlossene ille ihrer Partei, einem Bertrage die Zustimmung zu geben, dessen Ausführung an der objektiven Unmöglichkeit oder an der Berlegung ber deutlichen Lebensnotwendigkeiten oder des ensnotwendigteilen bes Deutschen Chrgefühls scheitern müßte." Eine Die Erflärung der Deutschnationalen pom 15. April, daß fie für fich feine Bindung durch die Zustimmung der Regierung Marg zum Gutachten anerkennen, ist also nach wie vor ihre außenpolitische Richtlinie. Diefe pofitifche Tatsache wird durch einen nationallibe. rafen Beschluß der Deutschen Boffspartei nicht aus der Weft geschafft. Die politischen Realitäten fügen fich dem Bedürfnis Der Bolkspartei nach einem innerparteilichen Kompromiß mit nichten. Dieser Beschluß ist dann auf jeden Fall eine Unehrlichkeit. Entweder verbirgt sich dahinter die Sehnsucht und der ille, von dem außenpolitischen Kurs der Regierung Marr Loszulommen. Dann ist dieser Beschluß eine Unehrlichkeit gegenüber den bürgerlichen Mittelparteien. Oder er ist ge tragen von der Absicht, die Deutschnationalen in die Koalition zu ziehen unter Beibehaltung des Kurfes- dann liegt darin eine Unehrlichkeit gegen die Deutschnationalen, ein Verbergen ber grundfäßlichen Unterschiede in der Außenpolitit. Bor allen Dingen aber ist dieser Beschluß eine Unehrlichkeit bem Bolte gegenüber, daß in der jegigen Situation vor allem flar fehen muß. Der demokratische Fraktionsführer Dr. Koch formuliert im demokratischen Klub folgende Bedingungen für eine Regierungsbildung: 1. Beibehaltung der bisherigen Aus landspalilit, 2. Schutz der Verfassung und Republik. Das find in ber Tat Grundfragen, über die vor allem Klarheit gefchaffen merben muß. Die Deutschnationalen wollen die bisherige Mußenpolitit perwerfen. Wollen fie Verfassung und Republit Schügen? Sind sie eine staatsbejahenbe Partei gegen über dem republikanischen Staate? Weber bas eine noch das andere. Indem der Beschluß der Reichstagsfraktion der Deuts fchen Bollspartei die Deutschnationalen als ftaatsbejahende Bartei hinstellt, indem er die große grundsägliche Kluft in der außenpolitischen Frage zu verwischen fucht, fchafft er bös artige Untlarheit einen politischen Dämmerzustand, der nur deutschnationale Sabotageabsichten förbern tam. Die Entscheidung über den politischen Kurs Deutschlands fann nicht durch nationalliberale Befchlüffe getroffen werden. Sie erfordert ein flares Entweder Ober in ber Frage ber Buftimmung zum Sachverständigengutachten, eine flare außenpolitische Linie. Benn die Reichstagsfrattion der Deutschen Beitspartei um ihrer inneren Unflarheit und her. riffenheit millen fich nicht zu so flarer Entscheibung aufraffen tonn, so offenbart fie, mie wenig sie den Anspruch auf Füh rung rechtfertigt, den sie laut genug erhoben hat. Demokraten und Regierungsbildung. Der Fraktionsvorsitzende der Demotraten, Dr. Roch, fprech gestern im Demokratischen Klub über die Reichstagswahlen und die Chaplin- Film ohne Chaplin. Bon Egon Wertheimer. London, im Dai 1924. Regierungsbibung. Er ftimmte dem Gedanken eines ifte blods zu und formulierte folgende Gefichtspunkte für eine Regierungsbitbung: Welche Eicherheiten müffen bel der neuen Stegierungsbildung erzielt merden? 1. Beibehaltung der bisherigen Auslandspolitif. 2. Suz der Verfassung und der Republit. 3. Erhaltung unserer Währung. Das Wahlergebnis zeigt, daß, wer sim zu diesen drei Latsachen bekenni, die Mehrheit de Boltes hinter sich hat. Die Stoßkraft der Mitte würbe wachsen, wenn fie fich zu einer Frattionsgemeins fchaft zusammenfchlöife. Bon der Stellung zu diesen Gefichtspunkten macht er das Urteil über das Wesen ter Deutschen Boltspartei abhängig: Ob die Deutsche Boffspartei die Entflußtraft und Einmütigkeit aufbringen wire, fid) zu einer flaren Entfchei bung zufammenzufinden, weiß ich nicht. Für sie entscheidet sich mit Beantwortung diefer Frege, ab fte Rechtspartei per Mittelpartei sein will." Zur feiben Stunde, in der er sprach, hat die Deutsche Bolfspartei durch ihren gratiionsbeschluß gezeigt, daß fie weder Entschluß zeit noch Einstimmigkeit zu einer flaren Entscheidung aufs bringen fann. Die Frage der Regierungsbildung wird unter solben Umständen immer schwieriger. fennen, daß er auf dem Brandler- Rabetfchen rechten Standpunt fteht. Es ist ihnen allen iolet betpmmen. Siewert wurde furzerhand als Sekretär abgesagt und gemaßregelt, an seiner Stelle wurde Grube zum Bezirkssekretär in Chemnih ernannt. Auch hiergegen haben die braven Chemnitzer Sturm ge laufen und besonders dagegen, daß man Siewert, dessen Einfluß man offenbar fürchtet, fowie Böttger irgendwohin a b schieben wollte. Da facelt nun das Bol. Bureau der Zentrale nicht lange. Es hat nichts genügt, daß Heinrich Süßtind, der aus Leipzig nach Chemniz an den Kämpfer" versetzt ist, sich das revolutionäre Lügenmärchen von der Million Bestechungsgelber" ausgebacht und damit der Parteizentrale bewiefen hat, das auch die„ Opportunisten" bereit sind, die BSPD, mit Gift und Galle auszurotten. Das Bel.- Bureau der Zentrale zwingt Heinrich, einen Brief abzubruden, in dem den Chemnizern einfach gefagt wird: uicht euch!" 1. a. heißt es darin: ( the Umnitinben inrmer fowiert 08 astpitären Brandenstein bleibt Erfüllungspolitiker! Leistungen bis an die Grenze des Erträglichen". Schwerin, 14. Mai.( Eigener Drehtbericht.) In ben am Dienstag in Schmerin begonnenen Hauptausschußberatungen zum Haushaltsplan gab der Ministerpräflbent v. Bran benstein beim Etat des Ministeriums des Aeußern auf Befragen der Sp 3ialdemokraten felgende Erklärung ab: Auf Grund des Studiums des Sachverständigen gut achtens bin ich zu dem Ergebnis gekommen, daß die Forderungen an die Grenze des Ertragbaren herangehen. Aber Vorauslegung für die Verhandlungen über das Gutachten find Freigabe des Ruhr gebiets, Freigabe aller Gefangenen, Rüdtehr der Bertriebenen und Klärung der Frage der Befagungstoften. Wenn diese Bedingungen nicht vorher genehmigt find, wird bas Tragen der anderen schweren Bedingungen für Deutschland zur Unmöglichkeit. Die vorgeschlagene Reglung tann uns zum Teil zu befferen Verhältnissen führen, Eie bringt eine geweffe Klärung. Frankreich fann nicht mehr eigene mächtig handeln. In dem Umstand, daß die Entente gemeinschaftlich die Fragen der Reparationen zu lösen beginnt, liegt ein gewiffer Fortschritt. Eine Annahme ist aber nur möglich wenn die von mir bezeichneten Borausfegungen erfüllt sind, de sonst die Vorteile wieder verloren gehen. Nach einem verlorenen Kriege muß ein Bolt Bedingungen in Rauf nehmen, die an die Grenze bes Erträglichen gehen. In dem Gutachten geht manches über das hinaus, was auf Grund des Berjailler Vertrages gefordert werden fann. Wenn wir aber durch den Vertrag die Bahn frei bekommen für eine freie Entwidlung, faun man mit den von mir geforderten Bedingungen über den Vertrag verhandeln." D. Brandenftein befennt, fich damit erneut zur Erfüllungs politit, obwohl er erft por wenigen Engen im Landtag zur Bar ruhigung der Bölfischen eine zweideutige Erklärung über seine Saltung zum Sachverständigengutachten abgab. Wir sind nun ge ipannt, was die fonfequenten" Deutschoolfischen nach dieser Ertlä rung v. Brandehfteins tun werben! " Die Behauptung, daß die neue Zentrale mit politischer Maßregelungen beginnt, ist aus der Luft gegriffen. Gewiffe führende Genoffen von der Parteiminberheit haben beftimmte Parteiaufträge erhalten, aber gegen diese Aufträge protestiert. Die Behauptung, daß sie von jeder Mitarbeit ausgeschaltet werden, wenn ihnen Bosten von Vol- Sefretären bzw. Auslandpertretungen bei wichtigen Bruderparteien vorgeschlagen werden, fann nur dann aufgestellt werden, wenn entweder es fich tatsächlich darum handelt, frationell Lärm zu machen, aber wenn gewiffe Genossen der Auffassung sind, daß die Sentrale einer Bommunistischen Bartel nicht das Recht hat, jeben Genoffen an die Stelle zu jehen, welchen fie für notwendig findet, oder aber, wenn schließlich Genoffen davon überzeugt sind, daß ihnen nur Stellen eines bestimmten anges" zustehen, wäh rend fie für wichtige Funktionen zu schade" find, weil diese nicht groß genug" find. Das Bol.- Bureau überläßt die Beurtellung eines folchen Berhaltens der Mitgliedschaft und empfiehlt, über solche Fragen ohne Disfuffion zur Tagesordnung überzugehen. Was heißt das anders, als: Wer nicht pariert, fliegt! Aber die Zentrale ist höflich. Sie behält sich zwar vor, nach Honolulu zu einer Auslandvertretung" zu verbannen denjenigen, der nicht pariert, aber sie empfiehlt" und sagt auch zur Politit: Wir schlagen euch vor...", nämlich einen Bezirksparteitag einzuberufen( ist prompt geschehen!) und sich auf den Boden der Zentrale zu stellen. So werben Proletarier zu rechtlofen, unfelbstän bigen Rulis degrabiert. Und diese Bartei will die Arbeiter. fchaft zum Siege führen!" Diese von der Dresdener Volkszeitung" mitgeteilten Maßnahmen der neuen Ruth- Fischer Maslow- Zentrale zer stören jedenfalls die legte Organisation ber KPD., in der noch alte sozialdemokratische Trabitionen" nachtlangen. Es wird dann für die fozialdemokratischen Zellen" feinen Stüßpuntt -und für die ganze RPD. teinen Halt mehr geben. Wen die Götter verderben wollen, den schlagen sie mit Blindheit. Uns fönnte es recht sein. Nur die Arbeiterschaft wird darunter noch schwer zu leiden haben. Krach im Thüringer Landtag. Der Ordnungsbund tobt die Sigung abgebrochen. Weimar, 14. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Bei der Beratung des fommunistischen und sozialdemokratischen Antrages über die Wiedereinstellung der durch den General Saffe ihres Anläßlich der Beratung des Innernetats beantragen die So. Postens enthobenen Lehrer und Beamten in Thürin Bialdemokraten den Zuschuß zur Binderung ber Rot gen tam es in der Mittwochfikung des Bandtags zu lebhaften Aus von 200 000 mt, auf eine Million beraufzulegen. Die Deutfipraden. Der Redner der sozialdemokratischen Graftion, der ehes malige Boltsbildungsminister Greil mandte fich entschieden gegen nationalen und Bältigen lehnten diefen Untrag ab. bie Beseitigung der Lehrgänge für begabte Schüler und entfräftete alle Angaben der Regierung und der Deutschnationalen, die das Bergehen Haffes gutheißen. Greil mies nach, daß nicht nur die Reichsperfaffung, sondern auch die Bestimmungen des thüringischen Staatsbeamtengefeges durch Safie und die neue Ordnungsregierung perlegt worden wären. Als in ber gleichen Sigung fpäter Geraffe Frölich das Manöver der Re gierungsparteien entlarpte, auf die damaligen Zustände in Bayern einging und gewisse Maßnahmen der damaligen thüringischen Re Kommunistische Maßregelungen. Bir fefen in der Dresdener Boltszeitung": Bekanntlich haben die Kommunisten im Bezirk Erzgebirges Bogtland rebelliert gegen die auf dem lehten Parteitag ber RBD. aufgerichtete Diftatur der Linken. Sie haben eine Entschließung ge faßt voll bes Protestes gegen Berlin, die wir seinerzeit hier abge, bruckt haben. Der Bezirisfefretär Siewert hat es überdies gewagt, gegen die Moja- Luzemburg- Hehe aufzutreten und so zu begierung damit begründete, daß sie das Land vor Mörber nur bie glimmenben Zigaretten wie Glühwürmchen feuchteten. Ueber allem lag der füße, starte Geruch der englischen Labale. Auch bas Programm erinnerte an die erften Rinoprogramme, bie wir Staunend als Kinder erlebt haben. Es war weniger feierlich. Die Ceichmadlosigkeit und bas Nichitönnen drapierte sich hier nicht funft gewerblich. Die alten Rinogreuel, bemalte Photographien, lebende Bilder in schwerem Barodrahmen dies alles erstand neu in alter Bracht. Hus bem leise firrenden Füllhorn wurde eine bunte Fülle von Sentimentalität und gretester Romit ausgeftreut, und dazu gab es eine wahrhaft barbarische Mufit, in der das Blech und bas Trara überwog. Und wie in uralten Tagen ward irgendwo im Orchester ein rauschender Wafferfall durch ein Stüd Blech untermalt ober ein Schuß, der im Bilde fällt, zum Schreden aller Liebespaare, burdy einen harten fräftigen Baufenschlag verdeutlicht. Bu ben Klischees, mit denen England verfehen wird, gehört eine grauenerregende Schilderung des englischen Sonntags, die etwa in neunundneunzig von hundert Fällen so lautet: ber englische Sonne tag ist per Snbegriff der Monotonie. Die Straßen find peröbet, Bicadilly Circus, Londons Botsdamer Blas, liegt veröbet, wie eine Kirche am Werktag. Auf der Straße sind nur Menschen, die zur Kirche gehen oder von der Kirde tommen. Wer nicht braußen, so zusagen vor den Toren, ein Bandhaus hat, auf das er sich von SonnUnd dann tam ber Chaplin- Film„ Die Frau von Baris". Ban. abend mittag bis Montag zurückzieht, und es foll ja auch folche ihm geschrieben unb ingeniert aber ohne ihn als Darsteller; in der Menschen geben, per perbringt die Stunden in traurigfter Whelan: primitiven Aufmachung seiner Filme, aber doch nicht primitiv genug. cholie in feinen stillen pier Wänden, voll Sehnsucht nach der Stunde, Denn es wird der ganze„ mondäne" Apparat in Bewegung gelegt: bie ihn in Fabrit, Rontor oder feinen Beruf zurückbringt. Ich fand Nachtfotale, elegante Wohnungen und feenhafte Kostüme, verklärter ben englischen Sonntag fo, wie Sonntage überhaupt find. Nicht Reichtum und verflärte Armut, lauter Dinge, an denen wir uns doch besser und nicht schlechter, eher besser. Er ermuntert nicht fo fehr, johon ein wenig den Magen übernommen haben. Dabei alles fo als mie ber am Kontinent auf die nernenaufreibende Arbeit des Wert ob die technischen Bemühungen der letzten zehn Jahre. selbst rur die bags bie nervenaufreibendere Arbeit des Vergnügens zu fegen( wo- ber Photographie, ipurlos vorübergegangen wären. Alles ift unend für insbesondere der Berliner berühmt ist). Er ist also, fozufagen, lich rührend unb sentimental hygienischer. Dabei gibt es noch immer genug zu tun, wenn man fchon ein Fanatiker irgendeiner Betätigung ist und nicht einmal auch ein paar Stunden nichts tun tann. So ist z. B. die Lektüre ber Sundan- Limes" fchon eine Angelegenheit mehrerer, wenn auch nicht sehr fruchtbarer Stunden felbst wenn man fließend english fann. Wer nicht in eine richtige Kirche gehen will, findet bei irgend einer der vielen Setten, die am Sonntag in allen Bezirken ihr Besen treiben, genug fürs Gemüt, bei einigen auch wirkliche Feiers Stunden. Bon Mittag bis zum Abend ist der Hydepark sehr zu emp fehlen: ba steht, beim Marble Arch( ein Triumphbogen, beffen im pojanteste Eigenfchaft es ist, anderthalb Millionen Goldmart ge Poftet zu haben) cin Rebnerpult neben dem anderen; ein Menschen haufen ist an den anderen gepreßt; hier wirken friedlich nebenein ander so ziemlich alle Sheenwelten und Glaubensbetenntnisse der zivilifierten und unzivilifierten Weft. er nicht Gebulb hat, fie einzeln, eine nach der anderen zu konsumieren, der fann fich in einer gewiffen Entfernung aufstellen und sich einen fröhlichen dadaistischen Nachmittag verschaffen, indem er alle gleichzeitig anhört. Regnets, je tann er nebenan ins Kine flüchten, wo sich die Menschen aufein anderballen. Alles, was sich auf dem Kontinent in Mufitcafés in eine Ecke drückt, fich in Tangfotalen umschlungen hält, was die Eine famfeit feines Bimmers fürchtet, vor dem Schweigen und der Monotonie ber langjam gleitenden Nachmittagsstunden die Flucht ergreift das findet hier gaftliche Unterkunft. " Das Kino, in das ich vor dent lagregen und dem Redner, der für chinesische Kindermiffion marh, flüchtete, heimelte mich an. Es war eines von jener Sorte, die ihrer Herkunft treuer geblieben finb als die Kinopaläfte des Kontinents, die, wie es bie Art der Empor Pemminge it, fid) feierlich und vornehm geben. Dieses wiewohl mitten im Zentrum gelegen, hatte bie alte Form der Bigarrentifte, war Ichlecht gelüftet und lag in einem tiefen Halbbunkel, aus dem So endet die Historie: der junge Mater hat sich erschaffen, bie Mutter gieht, bewaffnet mit einem, mit dem Revolner aus, den Sohn an der bämonischen Frau zu rächen, aber fie findet diefelbe nur in biefem Stil läßt sich das erzählen schluchzend an der Bahre ihres schönen, jungen Sohnes vor Schluchzend, mie nur( fiehe Nibe fungen Film) Ariemhild an der Babre Siegfrieds schluchat, bevor fie fich ermannt. Da ftredt fic, mit fich fämpfend und übermarnt vom Beweis folder echter Liebe, der Totfeindin und totgehaßten glänzen den Frau über die Leiche hinwea bie Hände mütterlich hin und nunmehr fönnen sie beide warum aud nicht? einen Kinder. garten gemeinsam eröffnen. in dem ein freundlicher, bider fatholischer Bater eine finderliebe Rolle spielt. Charlie, Charlie, fann man nur ausrufen. Dann wendet sich der Geit mit Graufen. Er benti frampfhaft an die schönen Stunden bei Chaplin, um nicht recht böse zu werden. Unb indes er burch die, im pioletten Licht der Lampen liegenben nächtlichen Straßen, durch diese unendlich langen breiten Straßen heimwärts pilgeri, betet er zum guten Gott ber Stinos, der ein mächtiger und manchmal auch weiler Bater ift, er möge dem viel geliebten Charlie als Unternehmer, ais Reniffeur und Dichter, boch eine Bleite fenden, wie sie unter diefer Gonne noch nie gesehen wurde, und ihn damit auf den rechten Weg zurüdgeleiten. Aber nur zu verräteriid hatte, mährend die Frau ven Paris" vorüberzog, im Auge der Nachbarin die Träne geblinkt, die berühmte Träne der Rührung. Go ist leider anzunehmen, daß es auch so schöne Dollarscheine, laubere Pfundnoten und die Rentenmant der deutfchen Hoffnung regnen wird. Und Charlie wird, wie alle Beute, die Gelb verbienen, meinen, daß es ein gutes und Gett wehlgefäffines Wert fet, was er ba tul. Er wird am Ende felbit glauben, daß es ein Bert der Erziehung zu höherem Menschentum fei, wenn er die Mutter an der Bahre des Sohnes die Hände perföhnend zur Toffeindin hin überftreden läßt... Die Architekten gegen den Magiftrat. Zu den verschiedenen Entgegnungen, die die städtischen Be hörden Berlins auf den Proteft ber riteftenschaft per öffentlicht haben, teilt der Bund Deutscher riteftew folgendes mit: 1. Der Proteft gegen die Bevormundungsmethoden der ftädtischen Behörden ist dura pie perzweifelte Lage der Architektenschaft und Bauwirtschaft erzwungen. Er ist nicht getragen von irgendeiner Richtung", sondern geht aus vom Bund Deutscher Architetten, ber bie Intereffen der gesamten deutschen Architektenschaft vertritt. Much bem Attionsausschuß des BD. gehören Bertreter der verschiedensten fünstlerischen Richtungen an. Der Broteft richtet sich nicht gegen die Baupolizei, sondern gegen den Oberbürgermeister, gegen ben Sachperständigenbeirat, und zwar gegen diefen nicht als Instanz, sondern in feiner gegenwärtigen Zusammenlegung, unp per allem gegen feinen Borsitzenden, ben Stadtbaurat Ludmig Hoffmann. Gegen den Oberbürgermeister, der sich unter Anmaßung des Kunstrichteramtes über die Gutachten der Baupolizei und des Sachverständigenbeirates hinwegfest; gegen den Sachver ständigenbeirat, ber unter 22 Mitgliedern nur drei schaffende Archi. beften zählt; gegen Ludwig Hoffmann, der durch seine Unduldfamtett in Kunstfragen und durch Mangel an Sachlichkeit die Prüfung der Bauentwürfe verzögert und die Bauwirtschaft schädigt. 2. Es ist unwahr, daß sich der Sachverständigenbeirat unter Borfiz Hoffmanns für die Durchführung neuartiger architektonischer Löfungen eingefeßt hat; wahr ist vielmehr, daß er fie verzögert eber gar zu fabotieren fucht. Bo rie Genehmigung solcher Entwürfe endlich gegen Hoffmann durchgefeßt wurde, wird das der energischen Türsprache der Vertreter der freien Architektenfchaft sowie der Ver. treter der zuständigen Reichs- und Staatsministerien verdankt. 3. Es ist unwahr, daß die Tätigkeit des Sachverständigenbeirates unter Führung Soffmanns fich lediglich darauf befchränt hat, das Berliner Stadtbild vor Berunftaltung zu schüken, im übrigen den freischöpferischen Baufünstlern freie hand gelaffen habe. Wahr ist vielmehr und in Dugenden von Fällen nachweisbar, daß Stadt bauret Hoffmann fich für berechtigt gehalten hat, an Entwürfen selbst anerkannter Architekten schulmäßige Korrekturen porzunehmen. 4. Es ist unwehr, daß in der Frage des Hochhausbeues zwischen ben Ansichten des Magistrates und der Architektenschaft ein Gegen. fas besteht. Auch die Architektenschaft fordert, daß bei Errichtung pon Hochhäusern ftets bauliche und baupolizeiliche Rüdichten no gewahrt werden. Sie erhebt aber Einspruch dagegen, daß auch da, wo diese Bedingungen erfüllt find, Bauentwürfe, die dem Geschmad des Stabibaurates nicht entsprechen, verzögert oder hintertrieben werden.( Turmhaus Friedrichstraße, Lagergebäude Rolandufer.) 5. Wenn die Beratung der neuen Bauordnung jezt endlich in. folge des Broteftes des BD2. beschleunigt werden soll, so werben bie neuen Beftimmungen tros biejer Beschleunigung erst zum Spät. herbst Gültigkeit erlangen. Das bedeutet, daß auch die Bauperiode diefes Jahres wiederum vertan ist und die Bauwirtschaft und die Architettenfchaft aufs fdhmerite gefchädigt ist. So sieht in Wahrheit die Fürsorge der Männer aus, die für figh beanspruchen, Hüter des allgemeinen Wohles au fein und dafür das Bertrauen ber Deffentlichkeit fordern. brganisationen habe bewahren wollen, erhob fidh auf der Seite der Ordnungsbundparicien ein ungeheurer Lärm. Die Abgeordneten brängten zum Rednerpult und stießen Drohun gen gegen den Stebner aus. Da fich die Ruhe nicht wieder herstellen ließ, mußte die Sigung vom Ordnungsbund- Präsidenten abgebrochen werben. Geißer beschwert sich. Beim Staatsgerichtshof! München, 14. Mai.( BTB.) Den Münchener Neuesten Rach risien zufolge hat Bolizeioberst von Geißer gegen bie ihm von der Staatsregierung mitgeteilte Abficht feiner Berabschiebung Reisbei werbe beim Staatsgerichtshof erhoben, Reisbeschwerde ba er die Verabschiedung nicht als zu recht bestehend anerkennen Lönne. Betrieb. 1700 Mann wurden bet ihr tells beurlaubt, teils der Er werbslosenfürjorge überwiesen. Berschiedene Glasfabriten haben infolge Gasmangels ihre Betriebe stiffgelegt; so müssen bei ber bebeutenden Slashütte Königssteele rund 300 Arbeiter feiern. Die Lage im Aachener Bezirk. Der Schiedsspruch abgelehnt. Machen, 14. Mai.( TU.) Nachdem das durch Schiedsspruch wom 10, Januar d. 3. für den Steinkohlenbergbau des Magener Besirts festgelegte e berarbeitsabtommen vom Bergarbeiter. perband an 25. April zum 1. Mai getinbigt worden und gleichzeitig eine Erhöhung der& öhne um 25 Pros, gefordert war, fanden zwischen den Bertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Stein tohlenbergbau Berhandlungen statt. Neben der Erhöhung wurde von den Arbeitern auch die Wiedereinführung des Achtstundentages für Arbeiter in Rotereien, Briteltfabriken und Heizräumen gefordert. Verhandlungen im Reichsarbeitsministerium Unter Berücksichtigung dieser Bedingungen sollte der Berlängerung des Arbeitzeitabkommens vom 10. Januar d. I. zugestimmt werden. Die Berhandlungen über den Bergbaukonflikt, die sich Die Bertreter der Arbeitgeber forderten jedoch vorbehaltlole gestern im Reichsarbeitsministerium bis in die späte Abend Bustimmung zu einer Berlängerung des Ueber ffunde hinzogen, find noch in feinem Punkte zu einem 2b- arbits abfommens bis zum 31. Juli und sagten bei Er schluß gekommen. Zunächst wurde über den Rahmen- füllung dieser Voraussetzung eine Erhöhung von 10 Brez. zu. Unter tarif, d. h. über die Arbeitszeit und die Urlaubs- diesen Umständen fam es zu einem Scheitern der Berhand frage verhandelt, Dech find auch hier die Berhandlungen lungen. Bon den Arbeiterorganisationen wurde daraufhin die noch nicht abgeschloffen. Soweit der feitherige Gang der Ver- Bermittlung der Reisarbeitsministeriums an handlungen einen Ueberblid über ihren weiteren Berlauf ge- gerufen, welches den amtlichen Schlichter Dr. Schneider- Röln mit stattet, ist vor heute abend ein Ergebnis nicht zu erwarten, einer Beilegung der schwebenden Streitfragen beauftragte. Dieser hat in der Berhandlung einen Schiedsspruch gefällt, der eine Berlängerung des Weberarbeitsabkommens für jene Arbeitergruppen, für die eine Berlängerung der Arbeitszeit gefordert wurde, gegen eine außerordentliche Entschädigung von 10 Brez. des Wochenlohnes und außerdem eine allgemeine Erhöhung der Löhne vom 1. Mai ab um 15 Broz. vorlieht, wobei aber die vorgeschlagene Regelung als ein Ganzes betrachtet wurde, das nur im Ganzen angenommen oder abgelehnt werden könnte. Dieser Schiedsspruch hat, wie die Rheinisch- Westfälische 3tg." mitteilt, die Zustimmung der Bergarbeiterorganisationen, foweit bis jetzt bekannt geworden ist, nicht gefunden. Der ristliche Berband hat ihn bereits abgelehnt, weil der geforderten Erleichterung in der Arbeitszeit nicht stattgegeben worden ist. Erzbischof von Köln für die ausgesperrten Bergarbeiter. Köln, 14. Mai.( Mtb.) Der Erzbischof von Köln, Kardinal Schulte. bat fich im Hinblid auf die entfeglice Rot so vieler braver Bergs Leute des Nubrrebiers, die von der Aussperrung betroffen wurden, telegraphisch zwede Herstellung des sozialen Friedens mit brings igen Borstellungen an den Reichsarbeitsminister gewandt. Unter der Leitung des Reichsarbeitsministers wurden beide Barteien darüber einig, daß den Berfis im Schlichtungs ausschus der Vizepräsident des Oberpräsidiums zu Magdeburg und frühere Ministerialrat im Reichsarbeitsministerium, Haus mann, übernehmen soll. Herr Hausmann, ber auch im Juni 1922 die Manteltarifverhandlungen für den Ruhrbergbau erfolgreich ge leitet hat, hat die Wahl zum Vorsitzenden angenommen. Als weitere unparteiische Borsitzende wurden auf Borschlag der Arbeitgeber Herr Ministerialrat ralid und auf Vorschlag der Arbeitnehmer Direktor Löffler vom Reichskohlenverband ernennt. Außerdem sollen dem Schlichtungsausschuß je fünf von den Parteien zu benennende Beifiber angehören. Die Schlichtungstammer tagt im Reichsarbeitsministerium. Mitteilungen über den Gang ber Ber: handlungen fönnen nach lebereinfunft aller Beteiligten erst nach Abschluß des Verfahrens erfolgen. Die Stillegung der Industrie. Bogum, 14. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Mitteilungen der Mertleitung des Bochumer Vereins befagen, daß sich infolge der durch die unterbundere Brennstoffzufuhr bewirkten Stillegung des Martin- Werkes Rohblodmangel äußerst fühlbar macht. Der Betrieb Des Bochumer Bereins fann höchstens bis Ende dieser Woche fortge. führt werden. Sollte die Kohlenförderung nicht spätestens bis Sonn abend aufgenommen warden, dann ist mit der Stiilegung des gefamten ertes zu rechnen. Gelbst wenn die Krise im Berge bau in den allernächsten Tagen beendet werden sollte, merben infolge bes n ber Brischenzeit entstandenen angels an Rohmaterial die Betriebe der Metallindustrie des Ruhrgebietes erst nach Ablauf einer mehrtägigen Uebergangszeit auf splle Leistungs fähigteil gebragt werden können. Sm Dortmunder Begirt find pen 7000 Arbeitern des Elfen, und Stahlwertes a ef infolge Betriebsstillegungen auf Grund des Kohlenmangels 4000 Mann are beitslos geworden. Bei der Dortmunder Union müssen aus bem gleichen Grunde zwei weitere Hochöfen abgeblafen werben, 500 Arbeiter murben beurlaubt. In dem Betrieb des hönig in Seerbe find trop wesentlicher Betriebseinschränkungen bisher noch feine Arbeiterentlajjungen erfolgt. Bei den weiterperarbeitenben Anduftriebetrieben hes Dortmunder Bezirts wurden für die nächste Woche Beurlaubungen und Feierschichten angefündigt. Im Geffen firchner Revier find brei Hochöfen der Geffentirner Berg bau 2. 3. abgeblasen worden. Die Bute Soffnungs Sütte" in Lberhausen hat pon fünf Hochöfen nur noch einen in Die Nationalgalerie hat eine Sammlung von Aquarellen der Führenden unter den jüngsten Meistern aufammengebracht, die im dritten Stod des Kronprinzenpalais zwischen ben Del gemälden ausgestellt ist. Es wird so auch auf dem Gebiete ber afferfarbentechnik über das Wert biefer Jüngeren pon benen freilich, auch abgesehen von dem jugendfrischen Wien, Christian Rohlfs, bie meisten jest auf der Höhe des Lebens stehen ein Ueberblid ermöglicht. Es handelt fich, pon Rehlis abgefeben, vor allem um Kirchner, Sedet, D. mutter, Rolbe, Schmidt, Rottluff und Bechstein; auch pon mere und Made find Blätter da. Bu einer Bervolständigung der Sammlung durch ens sprechende Schöpfungen Stotoichtas, ber taum vertreten ift, reichten Die zur Berfügung stehenden Mittel leider nicht aus. Frankreich und der Bergarbeiterstreik. Effen, 14. Mai.( Eca.) Die in der Presse verbreitete Meldung, daß der Abgeordnete Imbusch als erster Borsigender des Gewertnereins christlicher Bergarbeiter Deutschlands am 13. d. M. von ber franzöfifchen Behörde zur Bernehmung gelaben mar, beruht auf Tattache. Es handelt sich hierbei aber lebiglich um die Besprechung örtlicher Berhältnisse, hervorgerufen burch die Bergarbeiteraussperrung. Es waren außer Imbusch auch bie Bertreter der anderen Verbände geladen. Die französische Be. hörde erklärte den Geladenen, daß sie nicht vor hätte, in diesen Streit der Arbeitgeber und Arbeitnehmer einzugreifen, son Dern daß sie lediglich Besorgnis wegen der Gasversorgung der Stadt Effen hätte. Ueber weiteres ist nicht verhandelt worden. Internationale Solidarität. Prag, 14. Mail.( Eigener Drahlbericht.) Der Partelvorstand der deutschen fazlalbemotettijden Arbeiterpartei in der Tichechoslowatei beichioß eine Rundgebung, in der zum Ausdrud tommt, daß die Arbeiterschaft des fichechoslowatischen Staates entfoloffen iff, ihre Solidarität mit den tämpfenden Genossen im Ruhrgebiet, die das große Prinzip des Achtstunden. tages für die Arbeiterklasse der ganzen Welt vertelbigen, burch die Tat zu bezeugen. Die Partei sendet den deutschen Bergarbeitern herzliche Brudergrüße und gibt der Hoffnung Ausdrud, daß an der Solidarität des Proletariats der ganzen Welt der Borstoß des Kapitalismus zerschellen wirb. übernommen habe im guten Glauben, fret zu werden und ohne hinderung an die Arbeit gehen zu fönnen, solange er die größt möglichen Anstrengungen mache, beren er nur fähig fet. Es feien jedenfalls sehr wichtige Dienste, die das Federal Reserve. Bant- System in bezug auf die Errichtung der deutschen Notenbank leiften Lönne. Englischer Luftflottenbau. Für Verkehr und Verteidigung. London, 14. Mai,( TB.) Premierminister t acbonatb fündigte im Unterhaus ein umfassendes Programm für Forschungen cm. Bunächst soll eines der vorhandenen britischen Luftschiffe um. und Bersuche zur Entwicklung bes Suftsgiffahrtswefens am. Bunächst foll eines ber perhanbenen britischen Luftschiffe um. gebaut werden. Gerner würden zwei neue Luftschiffe mit einem Gehalt von 5 Millionen Kubiffuß erbaut werben. Die Luftschiffe feien bestimmt, den Dienst nach Indien zu übernehmen. 3u diesem Zweck foff eine Zwischenlandungsstelle geschaffen werden, Doch werde eines der neuen Luftfchiffe pon einer pripaten Ge. feftfchaft für die Regierung erbaut werden, und die Gesellschaft werde das Recht haben, das Schiff zu besonderen Bedingungen ans zulaufen, wenn es feine Probefahrten befriedigend erledigt habe. Macdonald betonte, daß für die fünftige Organisation einer Luft flotte eine Reserve an Berfonal und Material gebilbet werden solle, was bedeutungsvoll sein würde, verausgefeßt, daß die Buft ichiffe fich für gewisse wichtige Berteidigungs funttionen eigneten. Das Broramm für die ersten drei Jahre werde 1200 000 Pfund beanspruchen. *** ralität 2 m'm on teilte mit, die Regierung beabsichtige, eine amte London, 14. Mai,( BIB.) Der Parlementsletretär der Admi liche Darstellung der Stageretschlacht zu veröffentlichen. Kleine Entente und Poincaré- Sturz. Wien, 14. Mal.( Eigener Drahtbericht.) Der unerwartet große Sieg bes Blods ber Linfen in Grantreich hat in den Streifen der feineren Staaten, bie in ihrer Politik die bauernde Unterstügung Boincarés in Rechnung gestellt haben, eine gerebegu panife Unsicherheit hervorgerufen. Insbesondere in Rumänien, das mit der Möglichkeit eines nahe bevorstehenden Krieges mit Nuß, land rechnet und sich dabei piel, wenn nicht alles, non der französischen Hilfe versprochen hatte, herrscht offensichtliche Furcht, da man nicht weiß, wie die neue französische Regierung sich perhalten wird. Die Bresse betont, baß auch die neue Rammer die von Poincaré abge. fchloffenen Berträge mit Butareft, Prag und Belgrab unterftügen müsse(?). Man befürchtet insbesondere, daß erript, ber als russenfreundlich bekannt ist, wenn er Nachfolger des gestürzten Boin caré werden follte, Rumänien gegenüber die französische Unterstügung empfindlich beschränken werde. Poincaré fagt ab. Schreiben den englischen Ministerpräsidenten offisiell benachrichtigt, Paris, 14. Mai.( TU) Boincaré hat heute in einem furzen daß er sich nicht nach Chequers begeben werde. Poincaré bat diefe Abiage damit begründet, daß er bermute, nicht die nötige parlamentarifche Mehrheit hinter fich zu haben. Die Wahl in den Kolonien. Paris, 14. Mai.( GP.) Auf der Insel Martinique find zwei Radikale gewählt worden, nämlich Sever und Delmont. Auf ber Jniel Stéunion wurden zwei Kandidaten des nationalen Blode gewählt, nämlich der bisherige#bg. Gasperin und ber Gouverneur Brunet. Nach einer Meibung aus Cayenne fam ea dort, anläßlich der Wahlen, zu 3 wifdenfällen, mobel elne Berfon getötet unb eine weitere poslegt wurde. Deutsch- polnischer Notenwechsel. Polnische Zurückweisung deutscher Beschwerden. Warschau, 14. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die deutsche Ge fandtschaft hat der polnischen Regierung eine Note übermittelt, in, ber über die Berfolgung deutscher Stagisangehöriger in Poinisch Oberfoylesien Beschwerde geführt wird. Die deutsche Note erkenns die vom Bojmoden ergriffenen Maßnahmen als rechtmäßig an, gibt aber der Befürchtung Ausbrud, daß diese Berordnungen yon den untergeordneten Behörden gar nicht oder nicht finngemäß aus geführt werden. Die Mote lenkt ferner die Aufmerksamkeit der polnischen Regierung auf die schweren Folgen, die aus solchen 3u ständen entstehen müssen. In seiner Erwiberung betont per polnische Außenminister, daß die deutsche Note teinen einzigen tentreten Bau nenne, der eine disziplinarische oder gerichtliche Maß. die Die Vertreter der tide ollomatijden Gewert. schaftsvereinigung und des Deutschen Gewett fchaftsbundes in der Tschechoslowakei, die sich in gemeinsamer Beratung mit dem großen Abwehrkampf der Bergarbeller in Deutsland befaßten, sprechen der deutschen Arbeiterschaft in ihrem Abraehr- nahme dr polnischen Regierung rechtfertigen fönne; ble von ben tample ihre wärmsten Sympathien aus. Die hecho- polnischen Behörden in Oberschlesien ergriffenen Maßnahmen feien formatifchen Gewerkschaftsvertreter find sich einig in der Anfauung nicht geeignet, ber Gegenstand einer diplomatischen Ausein daß der Kampf der deutschen Bergarbeiter moraliig und anderschung zu werden. Der polnische Außenminifter gibt außer finansiel unterstübt werden müsse gemäß den Grundfäßen bem feiner Berwunderung über die Haltung der deutschen und Unschauungen der Bergarbeiter- Internationale. Die beteiligten Regierung Ausdruck, der nicht der geringste Schaden persönlicher Gewerkschaftszentralen werden alles unternehmen, damit die fichechefebe teinen anlas, in ihrer Haltung, die burghaus forrett und oder sachlicher Natur zugefügt worden sei. Die polnische Reglerung flowatische gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft ihre Pflicht rechtmäßig fei, irgendeine Renderung eintreten zu fassen. erfüllt. Die Widen nehmen feinen Schund mehr. Wie aus London gemeldet wird, erhielt eine dortige Firma aus dem dunkelsten Afrita den Auftrag zur Lieferung mehrerer Radio- Apparate, die zum Bes Für die Goldnotenbank. breuh für Häuptlinge eingeborener Stämme bestimmt find. Die Nachricht ist ein neuer Beweis für den Bunich der Farbigen, sich Unterstügungsaufruf der amerikanischen Zentralnotenbank bezüglich ber Errungenschaften der modernen Tecnit auf dem LayNew York, 14. Mai.( TB. Durch Funkspruch.) Nach einer fenden zu halten. Die Zeiten, da die Wilden noch mit Glasperlen, wertlosen Halsketten und allerlei spielerischem Tend glüdlichzemacy Meldung aus Washington erklärte das Kuratorium des werben tennten, find längst vorüber, und die Forscher und Reifenben. Federal Reserve Board, es sei dringend nötig, daß die die früher mit einem einen Lager folgen wertlofen Tandes aus. ameritenischen Bantiers bei der Errichtung ber neuen deutschen tamen, müssen sich für den Tauschhandel heute pöllig umstellen. Heute Notenbant, wie sie im Dames- Bericht vorgeschlagen wirb, mit fann man beispielsweise mit Holztanonen und Rinderflinten auch im mirten, und stellte die Mitarbeit des Federal Reserve Board in fernften intel Afritas felbst dem einfäftigten Eingeborenen nicht Aussicht. Das Kuratorium verlangt von dem Board, möglichst neueſten items unb von tabellofer Ausführung haben. Unb ebenfo. forgfältig zu prüfen, wie das Problem des finanziellen und wir mehr imponieren. Die fegenannten Wilden wollen heute Flinten menig fann man heute noch durch Uebermittlung von Mundharmoni schaftlichen Wiederaufbaus Europas in hilfsbereitem Geifte zu lösen fos, die früher in ganzen Schiffstadungen nach frita perlaben mur fei, in gleicher Weise, wie es von der Bant pon England und Den, ihr Entgegenkommen erlaufen. An die Stelle der Mund. anderen Sentralnotenbanken schon geschehen sei. Weiter schlägt das harmonitas find längst die Grammophone getreten, bie die neuesten Kuratorium ver, daß, febald die neue deutsche Notenbank gebildet Schlager auf der Balze haben. Man fann aut und gern behaupten, fei, Die Federal Reserve Banten die nötigen Schritte unternehmen, baß die Hälfte aller Häuptlinge Mittelafritas ein Grammophon bes Das Redistontieren der genügend geschüßten Goldnoten zu er fist. Wie diefes, hat auch das Motorrad feinen Weg nach Afrita leichtern. In der Erklärung des Kuratóriums heißt es ferner, gefunden, und die Kenntnis der afritanischen Käufer hat sich inauf Ersuchen des Boarbs habe es den Dawes Bericht jorg amischen bereits so entwickelt, daß fie auch hier bas Gute pem Schlechten sehr wohl zu unterscheiden wiffen. Das gilt auch für fältig geprüft, und es brüde feine Bewunderung für die her Stoffe und Bekleidungsgegenstände. Wenn ein Indianer heute einen porragende durch den Ausschuß geleistete Arbeit und besonders feins Saben betritt, jo zieht er den Motorpflug bem Tomahawk und ein Hoffnung aus, daß diese Borschläge baldmöglichst ausgeführt Bfund Kaffee einer Flasche Branntwein sor. Erfreulicremeife ift würden. Das Kuratorium äußert den Wunsch, der auch kürzlich ber Brannimeinverbrauch in startem Rüdnang begriffen. Dafür von Coolidge ausgesprochen wurde, daß das Privatkapital und die ist aber bei ben Megern sowohl wie bei den Indianern die Nachfrage Initiative der Amerikaner diesem Plan ihre Unterstützung nach allerlei Geheimmitteln und tonischen Medikamenten in rafcherleihen möchten als ein Zeichen des Bunsches der Nation, ihren Steigerung begriffen. vollen Anteil an der wirtschaftlichen Wiederherstellung der alten Belt Toftsbühne E. B. Eine Lenzieter der Boltsbühnenjugend findet zu übernehmen. Es sei flar, daß das Federal Reserve- Bant- System am Mittmon, ben 21., abenbs 7, Uhr, in ber Spöfoule fals solches nicht durch eine eigene Aktion die Ausgabe fit, Fasanenftr. 1, statt. Mitwirkende find: Manes Schulz- Richterfeld und Berteilung der neuen deutschen Anleihe übernehmen fönne, ( Beiang), Starl Boat( exitation). Kammermulibereinigung Wolfsthal ( Staatsoper), Sprechchor für proletarische Feierfunden unter Zeitung von beren reichliche Unterbringung in den Bereinigten Staaten eine der Sibert Florath. Karten sind in den Berlaufsstellen der Bollsbühne unb Borauslegungen des Dawes Gutachtens fei. Auch follte eine solche im Landsgemeindehaus zu haben. Dirette Hilfe durch das Federal- Reserve- Bant- System nicht net. menbig fein. Es sollte nicht schwierig fein, die Anleihe unterzu Bertrauen des Publitums erlange, und daß ber Schuldner bie Laften bringen, vorausgefeßt. daß sie genügend Sicherheitn biete und das Leni Riefenstahl veranstaltet am Freitag, den 16. Dai, einen 248 abend im Deutiden Theater. Beginn 8 Uhr. Der blesjährige Goethe- Tag. m 18 unb 14. Sunt finbet bie bieß jährige Saupiperfammlung ber Goethe- Beledigeft in Selmar ftatt. M Zu diesem Notenwechsel schreibt TB, deß die deutsche Gesendte schaft in Warschau nach Ueberreichung der grundfählichen Note der polnischen Regierung eine große Sahl von Einzelfällen namhaft gemacht hat, in denen deutige Reichsangehörige in Bolnisch- Oberfchiefien mißhanbalt ober fonit terrorisiert wor ben find. Abgesehen davon, daß die polnische Regierung es ihrersetts anfäßlich der in Deutsch- Oberschlesien im März vorgenommenen Berhaftungen von ehemaligen Insurgenten deutscher Reichsange hörigkeit für gut befunden hat, die Aufmerksamkeit des Auswärtigen Amtes auf disse Vorkommnisse zu tenten, muß die deutsche Regierung das Recht für sich in Anspruch nehmen, bei der Regierung eines fremden Landes Borstellungen zu erheben, wenn ihre Staatsangehörigen in diesem Lande Berfolgungen und Ausschreitungen ausgesetzt sind. Absplitterung vom Reichsverband der Industrie. Ein Kreis von Industriellen, unter ihnen der preußische Landtagsabgeordnete Clarfeld, der frühere Landtagsabgeordnete Carison, haben gestern nach einem Neferat des früheren Kappichen Finanzministers Bang eine Refolution gegen den Reichsverband der Industrie und Rorrespondensmeldung haben sie die Absicht, noch vor dem Zu gegen das Sachverständigengutachten angenommen. Nach einer fammentritt des Reichstages eine große Industrieltennersammlung nag Berlin einzuberufen, die sich mit einer Spige gegen den Reichsverband mit außenpolitischen Fragen beschäftigen foll. Ob biefer bfplitterung eine größere Bedeutung beizumeffen ist, muß fich erst noch zeigen. Der Führer der kommunistischen Feme in Medtenburg, genannt Harry", der gelegentlich eines Fluchtversuchs verfetzt wurde, ist in Neubrandenburg gestorben. geschuldigten vorläufig eingestellt worden. Die 11 Genpffen Das Verfahren gegen Roßbach ist wegen ,, 25pefenheit des AnRoßbas sollen bereits fämtlich außer Berfolgung ge fest worden sein. Das verhaftete OC.- Mitglied Tönies ist, wie jest befannt wird, Untersuchungsgefängnis gewesen. Er erwartete mit feinem Kraft der Anstister zur Befreiung Ehrhardts aus dem Leipziger an bie bayerische Grenze nach Hof. wagen ben Beiter der DG. unmeit des Gefängniffes und brachte ihr Gewerkschaftsbewegung Um die Gesundung der Wirtschaft. Wenn die Aussperrung der Bergarbeit er auch im Bordergrund des öffentlichen Interesses und der Wirtschaftskämpfe steht, so darf doch nicht übersehen werden, daß daneben gleichzeitig eine Reihe großer und hartnäckig geführter Kämpfe seit Wochen und Monaten schon andauern. Die Aussperrung der Werftarbeiter, die schon den dritten Monat dauert, der große Landarbeiter streif in Ostpreußen, der Streit in der Mannheimer Metallindustrie, der Kleinkrieg in der Berliner Metallindustrie, die Kämpfe im Baugewerbe und in der Holzindustrie, fie alle sind von einer über dem Durchschnitt der Lohnkämpfe stehenden Tragweite. In all diesen Kämpfen wird gerungen um 2ohn und Arbeitszeit. Im Vordergrund steht jedoch bei allen diesen Kämpfen die Frage des Achtstundentages. Das Unternehmertum hat aus der Inflationsperiode nichts gelernt. Es hat sich daran gewöhnt, mit der Arbeitskraft Schindluder zu treiben, sie zu verschleudern, die Rationalisierung der Betriebe zu vernachlässigen und durch das System der Kartellpreise auch die rückständigsten Betriebe rentabel zu erhalten. Durch die Stabilifierung sind diese Betriebe in eine schwierige Situation gekommen. Diese Situation ist um so schwieriger, als der Kapitalmarkt nicht die nötigen billigen Kredite liefert, um die Produktion konkurrenzfähig in Gang zu halten. Die Unternehmer suchen sich an den Arbeitern schadlos zu halten. Sie versuchen, durch die Verlängerung der Arbeitszeit über das in den Konkurrenzländern übliche Maß hinaus und durch die Herabdrückung der Löhne unter das Niveau der Weltmarktlöhne über Wasser zu halten. Selbst wenn diese Absichten der Unternehmer sich vorübergehend realisieren ließen und es fann sich bei der Stärke der deutschen Arbeiterbewegung und dem entwählen. Die„ Rote Fahne" vergißt nur eins, nämlich, daß der Hauptbetriebsrat feineswegs nur aus Scheffel- Anhängern" zufam mengesetzt ist, sondern daß ihm prominente Kommunisten angehören, denen man aber das Zeugnis ausstellen kann, daß sie, in die wirkliche pofitive Arbeit eingespannt, Mitarbeit im Sinne der Entwicklung machten. Daß man aber besonders in Berlin die„ Oppo. fitionellen" feit mehr als einem Jahr an der Arbeit“ sehen kann, wird den Eisenbahnern vorenthalten. Es ist darum gut, die Arbeit dieser Hüter des Grals einmal unter die Lupe zu nehmen. In der Sitzung des Hauptbetriebsrats am 13. Dezember 1922 stand die Stellungnahme des Haupttetriebsrats zur fünftigen Berfonalpolitik der Verwaltung zur Debatte. Vom Vorsitzenden war das Für und Wider der einzelnen Möglichkeiten erörtert worden. Dem Vorsitzenden des Beamtenbetriebsrats Berlin und jetzigen Angestellten der Opposition Kühne, welcher auch Mitglied des Hauptbetriebsrats war, blieb es vorbehalten, den Satz zu sprechen: Auch ein Staatsbetrieb, mie die Eisenbahn, muß, wenn er lebensfähig bleiben soll, jich tapitalistischer Mittel bedienen." Man könnte sich ja über folche Einsicht freuen, wenn man nicht Es wird nun verhandelt im Bergbaufonflift. Diese Berhandlungen haben nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn die Arbeiterschaft handelt. Nur wenn die felbherrlichen Zechenbefizer wissen, daß die gesamte Arbeitnehmerschaft solidarisch ist und ihre Brüder nicht im Stich läßt, wenn die gewalttätigen Arbeitszeitverlängerer sehen, daß die fieben Millionen freigewerkschaftlich Organifierter entschloffen find, praffisch Woche für Woche feit gibt, alle mißfiebigen Arleiter auf der Straße zu faffen. Liefes Anfinnen lehnten die Arbeiter selbstverständlich ab und ver harrten weiter im Streif. Es liegt also vorwiegend an dem scharf. macherischen Gebaren der Arbeitgeber, wenn es bisher nicht gelungen ist, zu einer Beilegung der Konflikte zu kommen. Alle gegen die Organisation gerichteten Angriffe schlagen glatt vorbei. Daß auch die etwas lange Hinausschiebung der durch die Kündigung des Schiedsspruches notwendig gewordenen neuen Schlichtungsverhandlung dazu beiträgt, feine ruhige Stimmung unter den Landarbeitern aufkommen zu lassen, liegt flar auf der Hand. Angestelltengehälter in der Bekleidungsindustrie. In der Mitgliederversammlung der Angestellten der Beflei. dungsindustrie berichtete Doetsch vom Zentralverband über die Tarifverhandlungen. Die Unternehmer verstanden es, die Berhandlungen bis 6. Mai hinauszuziehen, um die Gehaltsregelung möglichst zu zerschlagen. Vom 3d, war die Gehaltsaufbefferung 3. Ende März ab 1. März gefordert worden. Die Arbeitgeber erflärten, daß fie trotz des guten Geschäftsganges infolge der Schwierigfeiten der Geldbeschaffung nicht in der Lage wären, irgendwelche Zugeständnisse zu machen. Nach längeren Berhandlungen boten sie eine 5prozentige Gehaltserhöhung an, mit Wirkung ab 1. Mai. Eine Rüdwirtung für die Monate März und April lehnten sie ab. Die Versammlung beschloß, das Angebot der Arbeitgeber ab. zulehnen und die Angelegenheit vor dem Schlichtungsausschuß zu bringen. Die Angestellten find nicht gewillt, sich fänger mit den niedrigen Gehaltssägen abspeisen zu lassen, indes der ganze Hausvogteiplaz famt umliegende Ortschaften in Italien Erholung sucht Volkswirtschaftliche Kurse. Die gegenwärtige Wirtschaftstrife, verbunden mit den durch sie hervorgerufenen Komplikationen des ganzen gesellschaft. lichen Lebens, zwingt uns, eingehend ihre Zusammenhänge und Ursachen zu studieren. Einführung und Anleitung dazu geben die Dolfswirtschaftlichen Kurse der freigemertschaftlichen Betriebsräteschule. Die Probleme werden durch Im Kurfus„ Stabili wickelten Klaſſenbewußtsein der deutschen Arbeiterschaft bestenfalls den Bergarbeitern Hilfe durch die Bergarbeiterhilfe diefe kurse von vier Seiten aus beleuchtet. Dai, abends" 7 Uhr, im nur um einen vorübergehenden Erfolg der Unternehmer handeln, selbst dann wäre die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie im Auslande und die Absahmöglichkeit im Inlande keines falls gesichert. zu leisten, nur dann haben die Verhandlungen Aussicht auf Erfolg, nur dann ist es möglich, in ganz Deutschland Die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Induftrie auf dem Welt. den Achtstundentag zu sichern! marft beruht in erster Linie auf ihrer Qualitätsarbeit. Von einer Arbeiterschaft, die länger arbeiten muß und die schlechter entlohnt ist, kann man unmöglich erwarten, daß sie qualitativ mehr leistet als ihre Kollegen in den anderen Ländern. Die Basis der deutschen Industrie, wie jeder gesunden Industrie, liegt aber nicht im Auslandsgeschäft, sondern im Absatz auf dem Inlands markt. Diese Abfahmöglichkeit wird durch das Herabdrücken der Löhne aber um so mehr unterbunden, als die Preise durch die ungefunden Zustände auf dem Kapitalmarkt und durch das Kartellunwesen künstlich hochgehalten werden und seit Wochen ständig anziehen. Nun ist es den Unternehmern allerdings nicht gelungen, das durchzuführen, was sie sich am Ausgang der Inflationsperiode vorgenommen hatten. Wenn auch in einer Reihe von Berufen, ganz besonders im besetzten Gebiet, unter dem Druck der außerordentlichen Umstände die Arbeiterschaft einer zeitweisen Verlängerung der Arbeitszeit ihre Zustimmung geben mußte, wenn auch den Unternehmern vielfach größere Rechte bezüglich der Anordnung von Ueberstunden eingeräumt wurden, so hat das Gros der Arbeiter schaft mit Zähigkeit am Acht stundentag festgehalten. auf der anderen Seite die Eisenbahner bedauern muß, denen man in Bersammlungen das Gegenteil erzählt. Im Sommer hatte der oppositionelle Bezirtsbetriebsrat unter Führung desselben Kühne zu einem Streit aufgerufen. Weil aber keine der Vorbedingungen erfüllt war, brach der Streit zusammen. Nun erschien dieser Klassenbewußte Kühne und forderte den Borsigenden des Hauptbetriebsrats auf, seine angeblich guten Beziehungen zur Verwaltung dahingehend zu benutzen, Richtlinien mit der Verwaltung zu vereinbaren, nach denen die Streit führer gemaßregelt und die angeblich Verführten wieder eingestellt werden sollten. Es wurde selbstverständlich abgelehnt, Maßregelungen zu vereinbaren. In einer Verhandlung, die denn Kühne selbst mit dem jezigen Vorsitzenden, dem Oppositionellen Schie menz, gemeinsam mit der Verwaltung führte, suchten sie die Verwaltung für diesen Plan zu gewinnen. Sie scheiterten nur daran, daß sie ihr Angebot nicht schriftlich machen wollten. Gerettet wurden die Proletarier dadurch, daß die Schlichtungsbeisiger sie in der Verhandlung vor dem so oft als revisionistisch bezeichneten Schlichtungsausschuß frei fämpften. Eisenbahner! Wenn ihr euch nicht weiter hinters Licht führen faffen wollt durch die, welche euch in Versammlungen das Gegen teil von dem erzählen, was sie in Wirklichkeit tun, dann wählt die Liste des Deutschen Eisenbahnerverbandes! Es ist ihr auch gelungen, die Löhne erheblich über das unerträgliae Büngerniveau hinauszutreiben, auf das die Unternehmer fie herabdrücken wollten. Wenn man die Löhne, die jetzt ganz all gemein üblich sind, vergleicht mit den Löhnen, wie sie am Ausgange der Inflationsperiode, Ende 1923, gezahlt wurden, sowohl nach ihrer realen Kauftraft, wie auch am Dollar gemessen, dann wird Der Landarbeiterstreik in Sachsen. man feststellen, daß sie sich in aufsteigender Linie bewegen. Bom Verbandsvorstand des Deutschen Landarbeiterverbandes Diesem Umstande ist es wesentlich zu danken, wenn die Wirtschaftslage Deutschlands fich in den letzten Monaten gebessert wird uns geschrieben: Bekanntlich stehen außer in der oftpreußischen Landwirt hat. Wohl ist im allgemeinen die Kauffraft der großen Verbraucherschaft auch in der sächsischen Landwirtschaft einige Teile der massen, sowohl im Verhältnis zur Vorfriegszeit, wie vor allen Din Landarbeiterschaft im Streif. Die Brennpunkte der Bewegung gen im Vergleich zu anderen Ländern noch im Rückstande. Immer- liegen in den Bezirken Birna und Oshah. In der Deutschen hin ist die Besserung doch derart, daß die Abfagmöglichkeit im In- Tageszeitung" Nr. 225 vom 14. Mai wird dieser Streit zum Anlande sich ständig heben konnte. laß genommen, um in der schärfsten Weise gegen den Deutschen Landarbeiterverband zu Felde zu ziehen. Er soll sich einen Rechts bruch zuschulden kommen haben lassen, weil er den am 22. April perbindlich erklärten Schiedsspruch durch Streit abzuändern verfuchte und hierdurch dazu beigetragen habe, der fächsischen Landwirtschaft erhebliche Verluste beizubringen. Aber der ungefunde Zustand der Wirtschaft dauert an, und zwar infolge der Unfähigkeit oder des mangelnden guten Willens der Unternehmer, fich den veränderten Verhältnissen anzupassen. Die großen Kämpfe, die jetzt geführt werden, drehen sich in Wirklichkeit um die Frage, ob die deutsche Industrie unter Beibehaltung der Gewohnheiten und Auswüchse der Inflationsperiode langsam abwärtsgleiten oder ob sie auf Grund der Qualitätsarbeit, die nur durch hohe Löhne und kurze Arbeitszeit zu erzielen ist, wieder gesunden soll. Betriebsrätewahlen bei der Reichsbahn. Aus Eisenbahnerfreisen wird uns geschrieben: Die Rote Fahne" nennt in ihrer Nummer vom 14. Mai die bisherigen Vertreter des Hauptbetriebsrats im Reichsverkehrsminifterium Repifionisten, die ohne Protest ihre Entmannung hinnahmen. Sie fordert darum auf, die Liste der Bereinigten Opposition" zu " Diese Angaben müssen als eine Irreführung der Deffentlichkeit bewertet werden. In Wirklichkeit hat der Deutsche Landarbeiterverband nach Verkündigung der Verbirdlichkeit des Schiedsspruches vom 22. April zweierlei getan. Er hat einmal die Arbeiter aufgefordert, angesichts der für sie durch die Berbindlichkeitserklärung geschaffenen Zwangslage die Arbeit umgehend wieder aufzunehmen, und zum andern die im Schiedsspruch vorgefehene achttägige Kündigungsfrist benutzt, um sofort nach Eintritt der Gültigkeit des Schiedsspruches dessen Kündigung auszusprechen. Was ist nun gekommen? Die Besitzer lehnten es ab, die fich gemäß der Organisationsaufforderung zur Arbeit einfindenden Landarbeiter insgesamt einzustellen. Sie wünschen die„ Ginzeleinstellung", d. h. jene Art der Einstellung, die ihren die Möglich. fierung der 23. Sophien- Lyzeum, Weinmeisterstraße), von der Geldseite aus. Lehrer: Dr. Ostar Stillich. Im Kursus„ Die Lage der deutschen Arbeiterschaft und der Uebergang zur stabilen Währung".( Beginn 23., Mai, abends 7 Uhr, im Sophien- Lyzeum, Weinmeisterstraße), von der sozialen Seite aus. Lehrer: Dr. Theodor Cassau. Im Kurfus otonomische und politische Weltprobleme der Gegenwart"( Beginn 20 Mai, abends 7 Uhr, im Leibniz- Gymnasium, Mariannen play), von der meltpolitischen Seite aus. Lehrer: Dr. Karl Mierendorff. Im Kursus Der Reichshaushalt und die volkswirtschaftliche Lage Deutschlands"( Beainn 19. Mai, abends 7 Uhr, im Leibniz- Gymnasium, Mariannenplay), von der steuerrechtlich staatlichen Seite aus. Lehrer: Dr. Heinrich A der. Der Preis der Hörerfarten für einen Kurfus( 4 Abende) beträgt 1 M., Kurzarbeiter halben Preis, Arbeitslose unentgeltlich. Hörerfarten können bezogen werden auf dem Sefretariat der Schule, Engelufer 25/26, 1. Stoc. Sprechstunden daselbst Montag und Freitag 4 bis 6 Uhr. Freigewerkschaftliche Betriebsräteschule. Zur Rückeroberung des Achtstundentags. Elberfeld, 14. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Eine Entschließung verlangt vom Hauptvorstand des DEV. mit dem Reichsverkehrsministerium in Verbandlungen einzutreten zur Erreichung des Eristenzminimums für die Eisenbahner. Zur Zurüderoberung des Achtstundentages soll sich der Hauptvorstand mit den übrigen Organisationen in Verbindung segen, um eine geschlossene Front herzustellen. Vergleichsvorschlag im mitteldeutschen Metallkonflikt. Halle, 14. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Das Reichsarbeits. ministerium machte zur Beilegung des mitteldeutschen Metallfonfliktes einen Vergleichsvorschlag, nachdem die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ergebnislos verlaufen waren. Der Borschlag sieht für die Facharbeiter über 23 Jahre vom 20. April bis 17. Mai cinen Mindestlohn von 48 Pf. und vom 18. bis 31. Mai von 51 Pf. vor. Die Streiflage in Oberschlesien hat eine Verschärfung da. durch erfahren, daß nunmehr auch die einzige noch arbeitende Grube, die Hedwigwunschgrube, in den Streit getreten ist. Auch die Belegschaften der Oberschlesischen Eisenbahnbedarfs- A.- G. und der Ober schlesischen Eisenindustrie- A.- G. haben sich dem Ausstand angeschlossen. Die Ausführungebestimmungen vom 17. April 1924, einschließlich der Berordnung über die Arbeitszeit vom 21. Dezember 1923, find im Berlage des Gewerkschaftskartells Leipzig, im Sonderdruck erschienen. Das Stüd to stet 15 Bf., 10 Stild 1,20 m., 25 Stüd 2,50 M. Bestellungen an Gewerkschafts. fartell Leipzig. Reiger Str. 32 IV. Deutscher Holzarbeiterverband. Musikinstrumentenarbeiter: Heute nachmittag 5 Uhr Branchenversammlung in den Rammerfälen, Teltower, Ede Bile- Alliance Straße. Tagesordnung: Bericht über die Lohnverhandlungen.. Die Branchenleitung. Berantwortlich für Politit: Ernst Reater; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebe. Ekkorn; Feuilleton: Dr. John Schikowski, Lotales und Sonstiges: Frig Karstadt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruderel und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SB. 68., Lindenstraße 3. Hierzu zwei Beilagen und Frauenstimme". Sophien- Säle Säle frei! Telephon: Norden 9296 Sophienstr. 18 Großer Fisch- u. Fleisch- Verkauf Donnerstag u. Freitag, soweit Vorrat. Außerordentlich billige Preise Bratschollen Kolberger 6p. Kabeljau Brand ohne Kopf, ganze Fische 18 P. Kalbskamm Ffund Plötzen trofe... Pfund großerauhe Pfund Bratschollen ferah 10 Pf. Dorsche ausgenommen 20Pf. Pfund 12pf. Pfund 15pf. Rotzungen Barse... Pfund 28 Pl. 35Pf. 15PM. Hechte Pfund 40.. 70Pf. 9 Grüne Heringe 5 Pid. 40PI. Bratschollen große glatte Rotbarse ohne Kopf Pfund Schellfische Pfund 15pf. .. Pfund Leipziger Straße Königstraße teinste Stralsunder. Pfund und Brust Kalbskeule Pfund Fan52Pf. 60P. Schweinefleisch 70Pf. und Nierenbraten. Pfund Bauch, Rücken u. Keule m. Beilage. Pfd. Kamm und Brust, gefroren... Pfund S A.Wertheim Rosenthaler Straße Moritzplatz Ste. 226+41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Unter Schornsteinfegern und Dachdeckern. Wenn der Werfeltag beginnt, wenn der tausendfält'ge Schritt der, styloten der Qualm fich dicht über die Stabt legt. Die Abfertigung Arbeitsmänner durch die Straßen hallt und die fleinen Bureau- eines größeren Hauses dauert immerhin zwei bis drei Stunden. In mädchen sich zum Sturm auf die Ideale" der Schreibmaschinen den Villenvororten erledigt der Meister etwa zwanzig bis dreißig rüften, dann ist die Zeit, wo auch die Berliner Höfe erwachen. Das Villen am Tage. Lied der Leiertastenmänner flettert Plagend die grauen Mauern empor, die Geigen der Hofmufitanten schluchzen und hin und wieder fächst eine Stimme Grüne Heringe!! Grüne Heringe" und zur Abwechslung eine andere lang unb monoton wie ein Korangefang: „ Blu men FOULING erde! Bl 1men erdel" Raum daß noch jemand hinhört, kaum, daß sich noch ein Fenster öffnet. Doch einmal. nach Wochen, da schallt es drohend fast und eindringlich: Schornsteinfeger!! Schieber zul Schornsteinfeger!! Der Ruf geht den Hausfrauen durch Mark und Pfennige, dieweil der schwarze Mann nicht spaßt. hat man sich jedoch ver gewiffert, daß den weißen Gardinen nichts passieren fann und daß man seine Wäsche auch nicht gerade so auf den Boden gehängt hat, daß sie die Bekanntschaft des Grafen von und zu Dachhausen machen, dann löffelt man ruhig weiter in seiner Suppe. Aber denkt an den Mann, der da oben in schwindelnder Höhe sein Handwerk verrichtet. Bielleicht bleibt man mal einen Augenblick stehen und gudt hinauf, meil er gerade eine besonders halsbrocherische Angelegenheit aus. führt. Im übrigen Gott ja, es ist seine Pflicht. Und wer hier. zulande ftill feine Pflichten tut... Freunde, wir haben die Beweise. Interview mit dem Schwarzen. Es ist von vornherein leidyter, einen Minister in spe auszufragen, als einen schlichten Mann der Arbeit. Aber ich glaube, die Schornfleinfeger( oder wie sie die Kinder Süddeutschlands spottend nennen: Die Feuerrüpel") sind am härtesten gebaden. Schließlich begegnet man ja auch zu wenig Bekannten, und ausfragende Journalisten zwischen dem Kringelrauch der Effen sind immerhin eine Seltenheit. Jetzt folgt ein Auszug aus euem Frage und Antwortspiel. Jch: Erzählen Sie mir also bitte etwas über Ihren Beruf. Er: Ichy: Sie wissen, worum es fich handelt. Es soll fein fachwissenschaftlicher Artikel werden. Er: Id fann man bloß det sagen: bet Schorn. steinfegergewerbe ist ein tiefes Gewerbe. Ich( mit einer Zigarre): Es wäre ganz interessant, wenn Sie mich mal mit rauf" nähmen. Er: Det Se runterfall'n. Ich: Außer ein paar Notfügen, garantiert schwindelfrei". Also bitte. Er: Steigen Se man selber ruff. Bu fehn jibts bei uns nischt.( Jetzt korrekt hochdeutsch): Ich bin nämlich Schornsteinfegermeister. Ich: Das genügt mir. Herzlichen Dant. Auf Wiedersehn!- Aber halt. Dort schwenkt ein Schwarzer in ein vierstödiges Haus. Nach! Treppe, Treppe, Treppe, Treppe Bodentreppe Boden. Rumoren über mir. Der Rollege" ift schon oben. Schwung durchs Dachfenster. Ea Nun vorsichtig. Was jetzt kommt, fann man nur zeichnen. Der Beherrscher der Dächer und Rauchkanäle wird Säule. Steht wie Stein. Sucht Worte. Findet teine. Inzwischen erkläre ich. Jetzt lacht er. Lacht und lacht.„ Nee der Vorwärts", nee der Borwärts . Ich bin ja auch Leser. Aber das der seine Leute in Hals- und Been bruch schickt, det... det. Na nu fezzen Se sich man her. Hierher. Sp. Belieben Se sich erst man die Umjejend." Bahrhaftig wunder hübsch. Ueberall fleine luftige Rauchfähnchen. Blau und grau. Und dann wird erzählt. Bon der schwierigen Lehrlingszeit." Dret ober vier Jahre. Da heißt's Geduld haben. Ein junges Menschenleben liegt zwischen den Händen der Gehilfen und Meister. Ein falscher Tritt, und der schlimme Bruder dieses Berufes, der Tod, hat ein neues Opfer. Gelingt es den Jungen die, cas nebenbei bemerkt, vor ihrer Aufnahme in den Beruf auf Herz und Nieren geprüft werben, die auch moralisch vollkommen einwandfrei sein müffen, gelingt es also diesen Sungen, nach beendeter Lehrzeit, die gar nicht einfache Staatsprüfung zu bestehen, so beginnt die schlecht bezahlte Gesellenzeit. Dann erst, nach einer Reihe von Jahren, wird ber Gefelle nach bestandener Meisterprüfung Meister. Diese vorsichtige Ausbildung hat nun zur Folge, daß in diesem Berufe die Unglüdsfälle weit feltener find, als man allgemein annimmt. Nach dieser Belehrung gehts an die Arbeit. Der Rutenbesen verschwindet in der Effe, wird herausgefeiert und schleudert dice Rußschwaben in die flare Luft, d. 5, so poetisch flar ist die Berliner Luft gar nicht. Bom erhöhten Platze sieht man, wie aus hunderten von Fabrik. 18] Die Flüchtlinge. Roman von Johannes Linnantosti. Der Damm war jedoch gebrochen, sie beratschlagten nun in der Stille jeden Tag. Oder richtiger: fie quälten einander. Denn Erleichterung brachten diese Beratungen nicht, im Gegenteil verfentten sie sie in immer tiefere Hoffnungslosigkeit. Wenn Uutela nur argwöhnte, fonnte sich alles nach und nach ausgleichen, aber wenn er ganz sicher war was dann? Restitalo begann in seiner Bedrängnis seine Zuflucht wieder mehr zur Bibel zu nehmen. Sie tröstete und stärkte ihn doch stets, weil auch darin von Leiden und schweren Tagen erzählt wurde. Namentlich die Schande Davids während seiner legten Lebensjahre und seine grausamen Leiden um seiner Kinder willen gemahnten so wunderbar an sein eigenes Schicksal. Sein Leseeifer entging Uutela nicht. " Du hast dich ja sehr fleißig auf das Lesen geworfen," jagte er einmal gutherzig. Keskitalo erschrat und blickte Uutela forschend an, bemerkte aber nichts Berdächtiges " Ich habe immer gern gelesen," sagte er müde. Und wenn man frank ist und an einem fremden Ort lebt, fühlt man deutlicher, daß man hienieden wirklich ein Wandersmann ist." " Das ist ja wohl so- und je nachdem einer veranlagt ist," entgegnete Uutela.„ Ich gebe nicht viel auf das Lesen, weil ich nicht daran gewöhnt bin. Und wenn man sich bemüht, immer allen Menschen recht zu tun, dann mag man wohl auch an einen guten Ort gelangen das ist doch gewiß." Restitalo blickte wieder forschend auf, doch sah er an Uutela nichts als das unerschütterliche Bertrauen darein, was er fagte. Er seufzte tief. Aber zugleich blitzte es in ihm auf, daß jezt eine günstige Gelegenheit sei, Uutela darauf vorzubereiten, was eintreten mußte. " Ja, dahin hoffen wir ja alle zu fommen," fagte er. Aber der Weg ist schmal und die Pforte ist eng- ich meine, wir müssen durch viele Leiden und Prüfungen hindurchgehen, ehe wir tauglich find." Uutela hörte andächtig zu, denn das war feiner Meinung nach schön gesagt. In seinem eigenen Glauben aber war er unerschütterlich. " Ja, ja, es ist ja natürlich alles zum Besten," schloß er aufstehend. Aber am stärksten verlasse ich mich dennoch Besuch bei den Dachdeckern. Bunächst: man wird in diesen Tagen nicht so leicht Dachdecker Schwieriger für die Organisation zu leiten ist, weil im Dachdecker. an der Arbeit jehen. Streif!! Erbitterter Streif, der um so gewerbe der Kleinbetrieb vorherrscht. Ein bis zwei Arbeiter ist die Regel. Zwanzig Beschäftigte gilt als Großbetrieb deren es zwei, höchstens drei in Berlin gibt. Die Unfallzahlen bei den Dachdeckern find erschreckend hoch. Mir wird eine Statistik vorgelegt, aus der sich ergibt, daß allein im Jahre 1922 gezählt wurden: 29 Tofe, 60 Schwer. und 21 Ceichtverletzte. Wenn man bedenkt, daß in der Millionenstadt Berlin nur etpa 700 Dachdecker arbeiten, so fragt man bel der Nennung solcher Bahlen selbstverständlich zunächst einmal nach den Gründen. Ist die Ausbildung eine schlechte? Nein! Aber das Gewissen so manches Unternehmers ist schwärzer als schwarz. Ein Beispiel: Auf jedem Dache befinden sich sogenannte Da ch haten, an benen der Dacharbeiter bei Reparaturarbeiten die Leiter anhängt. Es ist nun Vorschrift, diese Haßen start zu befestigen und einzumauern. Statt deffen werden sie nur einfach in die Catten gehängt und zugedeckt( Sparmethode). Hängt nun der Dachdecker feine Leiter an, fo, bewegt sich der Hafen, und oft fommt es dann vor, daß die Leiter mit dem Arbeiter in die Tiefe stürzt. Verschlimmert wird die Gefahr durch die Berlotterung der Häuser. Die Latten sind morsch und auch das Gefims, an dem das Hängegerüst als Schutz befestigt ist, hält die Last nicht mehr aus und bricht ab. Soviel über die Arbeit. Mir wurde von Leuten aus dem Fach versichert, daß jeder arbeitende Dachdecker im Jahre einige male nur knapp darauf, daß es doch wohl gut auslaufen muß, wenn man nie unrecht tut." Restitalo blickte ihm lange nach. Das Gespräch mag zu nichts geführt haben, dachte er ja, er fühlte geradezu einen Stich in der Brust, wenn er sich überlegte, was der andere gesagt hatte. Bon dem Augenblick an wurde sein Verhältnis zu Uutela noch quälender. Er begann faft Gewiffensbiffe zu spüren, wenn er sah, in welchem guten Glauben sich jener mühte. Und weshalb sollte sich Uutela nicht mühen? Er hatte doch niemandem unrecht getan. Restitalo peinigte es geradezu, daß Uutela ein solcher Mustermensch war. Wäre er faul, boshaft oder sonst mit Fehlern behaftet gewesen, dann wäre ihm viel leichter gewesen er hätte dann sein Schicksal gleichsam verdient gehabt. So verging ein Tag nach dem anderen, ohne daß sich Res titalo je entschließen konnte: heute foll es geschehen! * Da ereignete fich ein ganz unbedeutender Zwischenfall, ber alle Ueberlegungen abschnitt. Sie faßen zusammen am Mittagstisch und aßen einen aus der Milch einer eben niedergekommenen Ruh gebadenen Biestkuchen. Das war für sie etwas besonders Tavastländi deswegen herrschte am iches, weil es außergewöhnlich war- deswegen herrschte am Tisch während der ganzen Mahlzeit eine warme, gemütliche Stimmung. Sie wollten eben aufhören, als Uutela im Anschluß an ein Gespräch, gleichsam um Riitta aufzuziehen, lachte: Man scheint ja auch hier in Savolar gut mit diesem tavaftländischen Essen auszukommen. Die Jungens leuchten rofig wie eine Kirchenmand" er blinzelte schmunzelnd nach Manta und auch die junge Frau ist immer runder geworden." Der Ausspruch schlug so ein, daß sich die Zuhörer in Restitalo demselben Augenblid wie versteinert fühlten. glaubte ersticken zu müssen, die anderen sahen sich verblüfft an, in Riittas Augen leuchtete es geheimnisvoll auf, und die junge Frau war blutrot übergossen. " oder wie?" Was wirst du denn da rot?", schmunzelte er immer zu friebener. Eine stattliche Hausfrau ist doch wohl eine Ehre für das Gehöft." Er blickte lachend nach Riitta.„ Auch für eine Savolarerin " Ja, ja," meinte Riitta turz, und ihre Augen blizten wieder. Uutela faßte das Blitzen in seiner Weise auf und die anderen entsetzte és. zwinterte zurüdDonnerstag, 15. Mai 1924 dem Tode entrinnt. Man müßte annehmen, die Dachdecker werden für die Gefahren ihres Berufes wenigstens hoch entschädigt. Das Gegenteil ist der Fall. Bisher wurden in der Woche noch nicht einmal 30 M. ausgezahlt menm es falt ist, herrscht überhaupt Arbeitsruhe. Die Familie ist dann der Not preisgegeben. Man sieht, ein büftenes Kapitel. Reine Romantit. Seine Heiterfeit. Harte nüchterne Tatsachen. Wir wollen sie nicht vergessen, die ftreifenden Dachdecker! Aus Roethes Reich. Kant. Neulich hatte die Berliner Universität einen„ Dies academicus", einen akademischen Festtag, der vormittags Kant und dem Programm nach nachmittags den Leibesübungen galt. Kant wurde durch fäbelrasseinde Chargierte, einen föniglichen Posaunenchor und Festreden von Prof. Heinrich Maier und Gustav Roethe gefeiert. Heinrich Maier hielt ein wohlausgearbeitetes Rolleg, in dem er Rants Gedankengänge entwidelte und die Stellung des Kantianismus in der Philosophie beschrieb. Dann sprach Roethe. Stolz dankte er, der Preuße, seinem Landsmann Kant. Dreierlei gab uns Ostpreußen: Erstens die Marienburg, von der aus der Orden„ das wundervolle Beamtentum" schuf, das im Hohenzollernftaat zu höchster Blübe gelangte, zweitens den ersten Anstoß zum BefreiungsPrieg, drittens die Denter Hamann und Kant. Nath Roethe erlöst Rants Moral echt preußisch aus Weichlichkeit. Aller Arbeit darf nur Pflichtvorstellung, nie Sehnsucht nach Glück Richtung geben. Dieses verstand Goethe, der Nichtpreuße, nicht. Dann, o Wunder, erwähnte Roethe Kants Gedanken vom ewigen Frieden und bewies schlagend, daß es eben nur ein leerer Gedanke war: Die Kultur ist Rants Endzwed. Der Krieg ist ein wertvolles Rüstzeug der Kultur. Folg lich muß der Krieg bejaht, der ewige Friede, Bölkerbund usw. als Hirngespinst abgelehnt werden.(!) Leibesübungen. Bon den schon erwähnten Leibesübungen ist noch einiges Interessante mitzuteilen. Die Studentenschaft will vom Ministerium eine Berordnung erwirten, wonach Teilnahme an Leibesübungen zur Pflicht gemacht wird. Diese Pflicht soll so weit gehen, daß Leistungsprüfungen abgelegt werden sollen, denen man sich zum Dottoregamen, zum Erlangen des Abgangszeugnisses usw. zu unterziehen hat. Eine große Rolle spielt bei den sogenannten Leibesübungen zur Ausbildung des Körpers das Fechten. In einem Raum der Universität finden wöchentlich Stunden für sportliches Fechten statt. Man ist aber bemüht, auch Lehrer für Fechten mit fchwerem Säbel oder Schläger zu bekommen. In Zukunft wird eine Fechtprüfung, die jeder Fuchs, der in seiner Berbindung geburscht" wird, abzulegen hat, als Leistungsprüfung zum Doftor usw. genügen! Ein guter Rat für alle Titelstreber: Lernt bogen und fechten, dann wird, wenn die Wünsche völkischer Studenten von einem braven Ministerium erfüllt werden, dem Sieger statt Botal oder Rette der Doktortibel verliehen! Um Siffe und Ordnung. Bir fehen, daß ble schwarzen Bretter der politischen Studentengruppen feit etwa einer Woche merkwürdig tahl find. Stein Blalat, nur fleine interne Anfündigungen. Wir lesen eine Berordnung Seiner Magnifizenz Gustav Roethe, in der er mit Bedauern feststellt, daß die Bretter der politischen Studentenvereinigungen zu Anschlägen mißbraucht werden, die die Gitte und Orde nung des akademischen Lebens stören". Deshalb wird angeordnet, daß alle Bekanntmachungen politischen Inhalts Roethe vor dem Anheften vorzulegen sind. Wir hören erzählen, daß Gustav Roethe eines schönen Tages im Monat Mai in teutsche Wut geriet, durch die Borhalle der Universität raste und alle Platate politischen Inhattes abriß, so baß er mit einer Ladung Papierfegen unter den Armen die Ehrfurcht der Zuschauer hervorrief. Ein Zufall ist es wohl, daß seine Wut sich vor den Brettern teutscher Gruppen legte, die natürlich ganz unpolitisch- völkische Belange mit Gott für Kaiser und Vaterland fordern. Es ist aber wohl kein Zufall, wenn Restitalo hatte unterdeffen einen Hustenanfall bekommen und stand vom Tische auf. Zugleich erhoben sich auch die anderen und gingen eilig ihrer Wege. Kestitalo aber legte fich auf die Bant und huftete, während seine Frau mit Tränen in den Augen neben ihm stand und ihm leise auf die Schultern Plopfte. Uutela erhob sich zuletzt, immer noch still lächelnd. Er blieb vor dem feuchenden Restitalo stehen: " Dein Husten ist aber schlimm geworden, du solltest doch wieder mal den Doktor aufsuchen," fagte er teilnahmsvoll. Dann schritt er langsam über den Hof nach dem Gesindehaus. * Die Hand des Schicksals hatte alfo ihr Urteil geschrieben. Jeder fühlte seine zerschmetternde Almacht. Frau in die Kammer zurück und war am Nachmittag nicht Restitalo war wie gelähmt. Er zog sich mit der alten mehr zu einer Arbeit fähig. handelte sich nur um den Augenblid. Und den schob Restitalo Ueber die Sache selbst hatten sie nicht viel zu reden, es für morgen auf, denn heute hätte er nicht damit vor Uutela hintreten können. und zuhörte. Sie wechselten faum ein Wort miteinander, Er las in der Bibel, während seine Frau neben ihm saß fühlten aber, wie sie sich enger aneinander schlossen und sich am besten so stützten und schüßten zwischen sich das vollkommene gegenseitige Verstehen, das keiner Worte mehr bedarf. Als die Frau während des Abendessens drüben in der Küche war, ergriffen Restitalo, allein geblieben, wieder die finsteren Gedanken. Es schlug ihn noch einmal die Frage in ihren Bann, ob es eine sehr große Sünde sei, einen Menschenfeim zu vernichten, der selbst nicht dadurch leiden würde, und ein halbes Dutzend in Qualen sich windende Menschen zu rettenvielleicht Ereignisse zu verhindern, deren Art feiner in diesem Augenblick voraussehen konnte. Er überlegte es diesmal talt, denn die Qual hatte ihn erstarren gemacht. Doch als seine Frau tam und sie wieder zu zweien dasaßen, wichen diese Gedanken weit von ihm- fie waren der Stimmung fremd, die sie jetzt umgab. wie wenn er Nach dem Abendessen fam Bihtori in die Kammer. Er fagte gleich, als er durch die Tür hereintrat gefürchtet hätte, es werde sonst ungefagt bleiben in einem tränengemischten Aufwallen, jest müsse Klarheit gefchaffen werden, sie fönnten es nicht mehr aushalten. Und er wandte sich auf der Stelle um und ging.( Fortseßung folgt.) treten aufreizend wirke. Der Borfizende der Straffammer tam unter Aufhebung des ersten Urteils zu einer wesentlich milderen Strafe und verurteilte Engel zu 60 Tagen Gefängnis, die in 600 m. Geldstrafe, Boigt zu 30 Tagen Gefäng. nis, die in 300 m. Geldstrafe umzuwandeln feien. Die Polizei tehauptet zwar, ihre Beamten zur Höflichkeit gegen über dem Publikum zu erziehen. Jeder Beamte foll sich als Belfer des Publitums fühlen. Aber jolche Borkommnisse sind leider nicht geeignet, den Glauben an die Verwirklichung dieses guten Borhabens zu stärken. Roethe vom Brett der pazifistischen Studenten, wie dort ein An-| wurbe, worauf nach den beiden Brandstellen gegen 60 Fahrzeuge| jahzornigen Menschen bezeichnet haben, der durch fein Aufschlag besagt, das bekannte Bild von Käte Rollwig, Deutsch ausrückten. Man vermutet Brandstiftung, weil die Flammen lands Kinder hungern", das um Gaben bittet, entfernt. an mehreren Stellen zum Ausbruch kamen und erst bemerkt wurden, Ein Bild, das auf Not und Hunger hinweist und für Hilfe wirbt, als die Gefahr schon sehr groß war. Der Schaden ist in beiden stört die Sitte und Ordnung des akademischen Lebens". Wer auf Fällen ganz erheblich und nur teilweise durch Versiche. rung gebedt. Einige Feuerwehrmänner haben unter dem die Not der Proletarier hinweist, ist politischer Agitator, das ver. Rauch sehr gelitten. stehen Leute wie Roethe unter Politik. Die aber mit Gott und Kaiser uns das Elend brachten, sind vaterländisch. Ein Roethe politisch nahestehender Student meinte auf Befragen, warum denn ein Kollwitz- Bild den Unwillen seiner Magnifizenz hervorrufe: Das sei doch ganz klar; diefe Jammergestalten der Rollwitz erregten die rohen Instinkte, sie seien geradezu ordinär". So steht es an der Berliner Universität aus. Ein Lokaltermin. Wie die Brauf unter den Müllwagen tam. Hat ein Motorradfahrer mal das Pech, mit einem Beförderungsmittel zusammenzustoßen, das noch mit einer wirklichen Pferdekraft gezogen wird, so nimmt das Publitum ftets Stellung gegen den Motorradfahrer. Die verfluchte Raserei ist schuld an allem, heißt es gewöhnlich. Mit einer geradezu vorbildlichen Gründlichkeit ist Gemeinschaftsschule- das nächste Kampfziel gestern eine folche„ Raserei" burch das Potsdamer Amtsgericht ge. Die vom Magiftrat vorgeschlagene Umwandlung der 808. Ge meindeschule in eine Lebensgemeinschaftsschule wird in einem Ausschuß auf ihre Durchführbarkeit geprüft." So stand im letzten Sizungsberichte der Berliner Stadtverordnetenversammlung zu lesen. Wieviele unserer Leser wissen, daß hier in hartem Ringen mit tausend Vorurteilen ihre eigene Zukunft aufgebaut wird? Wie wenige finds, die etwas ahnen von dem Sinn dieser Entscheidung! Man mache einen Versuch: Man prüfe sich und andere, welche Gedankenbilder auftauchen, sobald das Wort Schule" ertönt. Es ist tausend gegen drei zu wetten, daß die meisten sich einen Behrer mit Brille und vielleicht auch mit Rohrstock, vor braungestrichenen Normalbänken und gut ausgerichteten Kopfreihen vorstellen. Es ist doch heute noch wie einst das Ideal der meisten Eltern, daß die Kinder in der Schule stramm rangenommen und mit ausgiebigen Hausaufgaben und strenger Kontrolle in Trab gehalten werden. Kann das Kind dann schreiben, lesen und rechnen, jo tann man es getrost in die Lehre geben, man hat seine Schuldigkeit getan. Das ist der verhängnisvollste Selbstbetrug! Wie oft hört man so eine Mutter sagen:„ Ja, menn die Lehrer noch so wären wie zu meiner Zeit, dann wäre der Junge nicht so liederlich usw. Kein Stod, fein Verbot fann den rasenden Ablauf unserer Wirtschaftsentwidlung verlangfamen, unb bie allein ist schuld an dem Jugendelend, an der Zunahme jugendlicher Berbrechen, an der Einbeziehung der Jugend in den politischen Kampf. Wenn die Autorität des Lehrers schwindet, dann genügt eben die Schule nicht mehr, dann brauchen die Kinder eine andere Führung. Hier stehen wir alle vor einer Entscheidung. Wir alle müssen hier einen harten Entschluß fassen, wenn es auch nur ein Entschluß ist, anders zu denken als bisher. Das Kind ist fein Haustier, das unser Eigen. tum ist; es ist fein Spielzeug, das unsere Eitelteit befriedigt; es st tein Abbild unserer Selbst, das wir nach unserem Willen formen durften. Es ist ein Mensch mit einem ungeheuren Erfenntnistrieb, mit heißen Leidenschaften und starten Bedürfnissen. Und nun hat der Vater die Wahl: Will er fein Kind zu einem industriellen Durchschnittsnormalarbeiter erziehen lassen, der es verlernt hat, selbständig zu urteilen und zu handeln, oder will er es ma ch sen laffen wie einen edlen Baum, der fich ausbreitet und von allen Winden umspielt, von allen Kräften der Erde gespeist und befruchtet wird und selbst Früchte und Schatten gibt? Das tun bie Gemeinschaftsschulen. Da wird jeder aufgenommen, so wie er ist, und er kommt hinein in den Kreis der Kameraden, der Jungen und Mädchen im gleichen Raume vereinigt. Da stehen die Bänke im Rechteck, oder alle sigen um den Tisch wie eine Familie, der Lehrer mitten darin als Helfer und Freund. Hier gibt eben nicht der Schulmeister den Mittelpunkt ab, der feine Untergebenen" zu einer bestimmten Haltung zwingt. Nein, der Mittelpunkt dieses Kreises ist die selbstgestellte Aufgabe, die dem Interesse des Kindes entspringt und in gemeinsamer Arbeit gelöst wird. Vor allem aber erwacht hier früher als anderwärts der soziale Mensch, der sich als Glied einer Gemeinschaft fühlt. Sie verlangt Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme und erzieht zum Verständnis für andere Art, doch auch zur Führerschaft und schließlich 161 Blich iſt in biefem Streife bas Opfer, das man der Gemeinschaft bringt, teine fittliche Tat mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit, von niemand taatsbürgerman mehr spricht. Es gibt keinen anderen Weg zu ſtaatsfürgerlicher Gesinnung als den durch die Gemeinschaftsschule. Und Diefer Gebante lebt sich burch; langfam, aber stetig. Jeder Monat müßte iegt eine neue Grünbung Rebensstätten der Jugend aufzurichten und würdig auszustatten. Und jeder, der Amt und Berantwortung bat, muß Sorge tragen, daß die politische und pädagogische Reaktion, die zu den Elternbet ratswahlfämpfen rüstet auch uns gerüstet finde. Zur Bürgermeisterwahl. tlärt worden. Der Dampferverkehr auf Oberspree und Havel. Ab Sonntag, den 18. mai. In diesem Jahre ist wieder eine Betriebsgemeinschaft zwischen der Spree- Havel- Dampfschiffahrtsgesellschaft Stern" und der Teltower Streisschiffahrt zustande gekommen. Troß der Ungunft der -APOO legten Jahre ist es gelungen, den allergrößten Teil der Groß- Berliner Am 12 März d. J. kam der Bantbeamte Matthes aus Personendampfer dem Berliner Ausflugsverfehr zu erhalten. Im Berlin mit feiner Verlobten auf einem Motorrad nach Potsdam frischen Farbenkleid, sorgfältig geprüft und ergänzt, werden die und fuhr am Kanal entlang, als plößlich aus einer Nebenstraße ein großen Spree und Haveldampfer vom Sonntag, den 18. Mai, ab städtischer Müllwagen herausfam. Hupensignale, ein ihre regelmäßigen Fahrten auf den Fluten der märkischen Gewässer Schrei, und es war geschehen. Eine Minute später 30g man die junge aufnehmen. Um fommenden Sonntag fetzt der Verkehr auf der Dame unter den Rädern des Müllwagens schwer Oberfpree zunächst bis Woltersdorf ein. An diesem Tage verlegt hervor. Das Publikum wollte den Verlobten lynchen geht um 8 und 2½ Uhr je ein Dampfer nach Woltersdorf, ab Montag, und schrie:„ Das tommt von der verfluchten Raserei". den 19. Mai, verkehren wochentags je ein Spreeriefe um 9 Uhr nachy Aber es fam diesmal anders, als man bachte. Der städtische Müll. Woltersdorf und um 2 Uhr nach Grünau- Schmöcwiz. Ab Sonntag, tutscher wurde megen fahrlässiger Rörperver den 25. Mai, verkehren Sonntags Dampfer um 8 und 2½ Uhr nach leung angeklagt und das Botsdamer Amtsgericht, unter dem Woltersdorf und um 9 und 2 Uhr nach Schmödwiz. Sämtliche Vorsitz des Landgerichtsrats Westphal, fand sich gestern früh zu einem Dampfer gehen von der Jannowißbrüde, Restaurant 20taltermin an der Unglücksstätte zusammen. Prompt fam der Belvedere, ab. Auf der Havel beginnen die Fahrten Müllwagen mit zirka 70 3tr. Müllbelastung aus der Querstraße und am 18. Mai a b Tegel über Tegelort nach Spandau, und den Sanal entlang tam der Motorradfahrer angesauft. Auch hier zwar verkehren die Dampfer Sonntags stündlich, wochentags zweibeim Demonstrieren des Unglücs nahm bas Bublitum sofort ftündlich. Bon Tegel bis Tegelort ist Sonn- und wochentags ein Bartei gegen den Motorfahrer. Dreimal wurde der halbstündiger Dampferverfehr eingerichtet. Nach zehnjähriger Borgang wiederholt, dreimal die Tempis genommen. Sofort nach Unterbrechung wird nunmehr auch der Dampferverfehr von Span dem Lokaltermin schloß sich im Einvernehmen mit dem Angeklagten da u nach Cladow wieder aufgenommen, und zwar zunächst nur die Hauptverhandlung auf dem Amtsgericht an. Ab Die gründliche Sonntags. Spandau, Lindenufer- Charlottenbrücke, gehen Untersuchung an Ort und Stelle, hatte ergeben, daß der Müll. Dampfer um 9,55 Uhr, 12,55 Uhr, 3,55 Uhr und 6,55 Uhr nach utfcher in gröblicher Weise gegen feine Fahr Cladow, woselbst ein Dampferanschluß nach Botsdam einfeßt. Bon porschriften verstoßen hatte. Den Motorradfahrer Wannsee bis Potsdam findet wochentags stündlicher, Sonntags halbtraffeinerlei Schuld. Der Angeklagte wurde zu 90 mart stündlicher Dampferverkehr statt. Bon Potsdam na Ferch Gelb ftrafe verurteilt und die junge Dame, die Telephonistin war geben Sonntags und wochentags 2,15 Uhr und 5,15 Uhr Dampfer, und ihrer schweren Körperverlegung wegen ihren Beruf aufgeben die 1½ Stunden nach ihrer Ankunft die Rückfahrt antreten. mußte, wird gegen den Potsdamer magistrat, der hier während der Zeit der Baumblüte findet Sonntags und als Fuhrherr in Betracht kommt, Schadenersagtflage erheben. wochentags ab Botsdam ein halbstündlicher Bertehr ab Die Krankenhausbehandlung toftet allein bis jetzt 480 m. Allem 10.15 Uhr statt. Außerdem geht am Sonntag, den 18. Mal, morgens Anschein noch wird sie nie mehr vollständig gefund 8 Uhr, von der Moabiter Brüde am Bahnhof Bellevue ein Dampfer bis Berber. Am 1. Juni beginnen auch wieder die langen Fahrten nach Teupig, zu denen sich die Dampfer morgens um 8 Ühr von der Jannowigbrüde in Bewegung setzen. werden. Prügelnde Polizeibeamte. Dem Staatsanwalt war das Urteil zu hart! Der feltene Fall, daß der Staatsanwalt Berufung zugunsten der Angeklagten gegen ein Urteil des Schöffengerichts einlegt, er. eignete fich in einem Strafverfahren gegen den Polizeiwachtmeister Georg Engel und den Polizeioberwachtmeister Ernst Boigt, die wegen fortgefeßier gemeinschaftlicher Körper. verlegung vom Schöffengericht mitte zu 9 Monaten Gefängnis, 5 Jahren Ehrverlust sowie Aberkennung der Fähigtett zur Bettet dung eines öffentlichen Amts auf die Dauer von 5 Jahren verurteilt worden waren. Der Staatsanwalt hielt diese Strafe für zu hoch, obwohl es fich um eine außerordentlich grobe und brutale Ausschreit ung der beiden Bolizeibeamten handelte. Das Tragikomische an der Sache war, daß der von ihnen schwer Berprügelte und fogar schwer Mißhandelte ein Rollege von ihnen war, nämlich der Strafanstaltsoberwachtmeister Großle. Dieser tam zu später Abendstunde mit einem Rucksack voll Kartoffeln aus einem Haufe in der Siemensstraße und wurde von den beiden auf einem Patrouillengang befindlichen Beamten angehalten. Er mußte den Zwischen Himmel und Erde. Die 79 Jahre alte Witwe Almine Bugbaum versuchte sich aus einem Fenster ihrer Wohnung in der Obderberger Straße auf den Bürgersteig hinabzustürzen. Dabei blieb sie mit den Kleidern an einem Riegel eines und Erde. Aus der Mitte der Bassanten, die sich schnell in großer Fensterkreuzes hängen und schwebte nun zwischen Himmel Zahl angesammelt hatten, wurde die Feuerwehr alarmiert, die die Greifin aus ihrer schredlichen Lage befreite. Die Unglüdliche hat die Tat im Zustande geistiger Umnachtung begangen. Wer ist die Tote? Aus dem Humboldthafen wurde gestern die Leiche eines unbekannten Mädchens von etwa 18 bis 25 Jahren gelandet. Die Tote ist etwa 1,60 Meter groß und fchlant, hat blondes haar, aufgeworfene Lippen, lüdenhafte Zähne, im Oberliefer zwei Goldzähne, und trug ein schwarzes Jadett, eine blaue Bluse, einen schwarzen Rod, einen bunten Parchentunterrod, ein weißes Hemd mit dem Zeichen G. R., Schwarze Strümpfe und schwarze Halbschuhe. Unter ihrem Gelde befand sich ein sächsischer Schein. Die Einziehung der Goldanleihe über 10 bis 5 Dollar. Da auch die fleinen Stüde der Schazan weifungen des Deut. schen Reiches von 1923( Goldanleihe), fällig am 2. September 1935, über ein Behntel bis fünf Dollar( 0,42 bis 21 Goldmart) nur noch bis zum 20. Mai d. J. von den Kaſſen bes Reiches in Zahlung genommen werden, werben auch die Eisenbahnbaffen vom 21. Mai d. I. ab bieſe fleinen wie auch alle In der Annahme des wertbeständigen Cifenbahnnot. geldes tritt eine Aenderung nicht ein. Dieles mi Umfange Don nehmen mit dem Reichsfinanzminister in bisherigem Umfange von ben öffentlichen Rassen in Zahlung genommen. Berkehrsunfälle. Bor dem Kriminalgericht stieß ein Wagen der Straßenbahnlinie 44 mit einem Fleischerwagen zusammen. Einige Personen erlitten leichte Berlegungen. Aus Grünau wird uns gemeldet, daß dort ein Auto in eine Gruppe von Sport. fern, die trainierten, hineinfuhr. Eine Person wurde schwer verletzt. geftrigen Berichtes über die fozialdemokratische Studen. Um Berwechslungen vorzubeugen werden wir aus Anlaß unsere tenversammlung gebeten, mitzuteilen, daß die in dem Bericht erwähnte republikanische Bereinigung„ Schwarz- Rot- Gold" nicht identif ist mit dem Reichsbanner Schwarz- RotGold". Rucksack absetzen und öffnen. Darüber war Großte sehr ärgerlich und machte den Beamten heftige Borwürfe, indem er ihnen u. a. fagte:„ Sie müssen sich doch Ihre Leute verber ansehen. Engel tras baraufhin scharf auf Großte zu und trat ihm dabei heftig auf den Fuß. Großfe madhte eine Abwehrbewegung, worauf in Engel ins Gesicht schlug und Boigt ihm von hinten mit wurde dann unter dem Borgeben, daß er gegen die Staatsgewalt Biberstand geleistet habe, zur Polizeimache mitgenommen, dort mit den Worten auf den Stuhl geworfen:" Du Hund, hier jet Du Dich hin!" Dann gab es eine Anzahl heftiger Ohr feigen, und als Großfe das Berlangen nach dem Reviervorsteher ausdrückte, wurde das mit einer neuen Tracht Prügel beantwortet. Nach seiner Behauptung will Grokke den in der Der Stadtverordnetenausschuß zur Borbereitung der Wachtstube auf und abgehenden Wachthabenden zum Zeugen der Der Stadtverordnetenausschuß zur Vorbereitung der Mißhandlungen angerufen haben. Dieser soll ihm aber furz er Wahl eines Bürgermeisters hat am Mittwoch seine letzte Sizung gehabt. Von der großen Zahl der Bewerber, die sich gemeldet hatten, in der Berufungsverhandlung unter seinem Gid, eine derartige widert haben: Ich sehe nichts. Dieser Beamte bestritt aber ist nach wiederholten Aussiebungen ein halbes Dußend übrig geblieben. Eine Einigung auf einen einzigen Kandidaten zu erreichen, Aeußerung gemacht zu haben. Auch will er von den Vorgängen nichts gesehen haben. Sehr groß wir die Verlegenheit der beiden auf ift nicht gelungen. Die einzelnen Fraktionen halten an ihren eigenen ber Bolizeiwache, als sich bei der Feststellung der Bersonalien her Borschlägen fest. Kandidat der sozialdemokratischen Frat tion ist Stadtrat Genosse Dr. Heimerich aus Nürnberg. Weiter ausstellte, daß man es mit einem Beamten, ebenfalls mit wird genannt von den Kommunisten Stadtverordneter Dörr, von einem Wachtmeister zu tun hatte. Großfe hatte, wie er die Sprechchor für Proletarische Felerffunden. Heute, Donnerstag abends den Demokraten Hauptsteuerdirektor Dr. Lange, vom Zentrum im Oberliefer waren lose, bas linte Dhr einge. ftraße 16/17. Um 6 Uhr Sigung des Ansschusses. Bache verließ, erhebliche Verlegungen. Die 8ähne 7, Uhr, Uebungsftunde im Gesangsfaal der Sophtenschule, BeinmeisterStadtrat Men de aus Magdeburg, von der Deutschen Volkspartei riffen, so daß er einen Monat feinen Dienſt tun konnte. Beim und der Wirtschaftspartei Bürgermeister Scholz Charlottenburg, Berlassen der Polizeiwache habe ein Augenzeuge ihn start bluten und auch Stadtrat Wege. Im Ausschuß wurde nicht darüber abgesehen. Das ärztliche Attest wies auch Zeichen schwerer Mißhand gestimmt, welche Kandidaten dem Plenum vorzuschlagen seien. Die lungen auf. In der Beweisaufnahme vor der Berufungsstraf. Wahl soll in der Stadtverordnetenfigung vom 22. Mai tammer ergaben sich erhebliche Widersprüche in den Beugenaus Der Staatsanwalt fennzeichnete die Handlungsweise der Angeklagten als brutal und roh, wollte ihnen aber trotzdem mildernde Umstände zubilligen. Der ganze Borgang wäre sicherlich vermieden worden, wenn Großle sich den in rechtmäßiger Amtsausübung befindlichen Polizeibeamten gegenüber nicht gleich herausfordernd benommen hätte. Von einem Strafanstaltsbeamten mußte man ein anderes Berhalten voraussetzen. Die Beamten befanden sich aber auf Streife in einer bunklen und unruhigen Gegend in der Nähe des Wedding und konnten den Mann mit dem Rucsac fehr wohl für einen Einbrecher halten. Deshalb sei die Strafe zu hoch, insbeson dere die Nebenstrafen. Rechtsanwalt P. Bloch wies auf verschie dene Widersprüche hin, die sich in der Berhandlung ergeben hätten, und daß die Vorgesetzten Grogte als einen aufgeregten, vollzogen werden. Voraussichtlich wird erst eine Stichwahl die Entfcheidung bringen. Die Schlichtungskammern. Das städtische Zentralamt für Wohnungswesen teilt mit: Auf Grund der bisherigen Ausführungsbestimmungen zum Reichsmietengeset sind bei allen Abteilungen des Mieteinigungsamtes in Berlin Schlichtungskammern gebildet worden, die durch geeignete Anordnungen die fachgemäße Ausführung von notwendigen laufenden In standsetzungsarbeiten zu sichern hatten, wenn der Bermieter die Ausführung solcher Instandsetzungsarbeiten unterließ oder die von den Mietern zu diesem Zwed gezahlten Zuschläge nicht sachgemäß verwendete. Die Berordnung des Minifters für Bolkswohlfahrt über die Mietzinsbildung in Breußen vom 17. April 1924 hat in diesem Zustande insofern eine Aenderung eintreten lassen, als die Schlichtungskammern vom 1. Mai ab nur noch befugt find, über Streitigkeiten genannter Art zu entscheiden, die unter der Herrschaft des bis zum 30. April d. J. geltenden Rechtszustandes entstanden sind. Für die Erledigung von Streitigkeiten, die nach dem 30. April auf Grund des neuen Rechtszustandes entstehen, wer den besondere Stellen eingerichtet werden. Zurzeit schweben dieser halb noch Verhandlungen zwischen dem Magistrat und dem Preu Bischen Ministerium für Volkswohlfahrt. Nach Abschluß dieser Verhandlungen wird der Magistrat Näheres über die Einrichtung der neuen Stellen bekanntmachen. Zwei große Brände, die besonders durch ihre enorme Qualm entwicklung recht unangenehm waren, beschäftigten die Berliner Feuermehr längere Zeit in der Neuen Schönhauser Str. 14 und Dirdsenstraße fowie in der Schwarzkopffftr. 15 nahe der Pilugstraße. An beiden Stellen standen am Mittwoch: nachmittag mehrere Dachstühle in solcher Ausdehnung in Flammen, daß mittelfeuer" an fämtliche Wachen gemeldet Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 15. Mai. kanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel Tageseinteilung Vormittags 10 Uhr: Nachrichten dienst. Bein der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 4.30-6 Uhr: Berliner Funkkapelle( Unterhaltungsmusik). 7 Uhr: 1000 Worte Englisch. 8.30 Uhr:" Deutsche Heimat. 1. Paraphrase über das Deutschlandlied"( Fritz Wenneis auf dem Schiedmayer Meisterharmonium). 2. Deutschland und die Welt, von Wildenbruch( Alfred Braun vom Schiller- Theater, Berlin; Rezitation). 3. a) Sonntags am Rhein, von Schumann, b) Ich hatte einst ein teures Vaterland, von Lassen, c) Heimweh, von Wolf( Konzertsänger Hermann Schey). 4. Waldweben, aus der Oper Siegfried, Wagner( Fritz Wenneis auf dem Schiedmayer- Meisterharmonium). 5. Aus der„ Chronik der Sperlinggasse", von Raabe ( Alfred Braun vom Schiller- Theater, Berlin; Rezitation). 6. Hans Sachs, Ansprache aus der Oper Die Meistersinger von Nürnberg", von Wagner.( Konzertsänger Hermann Schey). Am SteinwayFlügel: Dr. Felix Günther. 9.50-11.30 Uhr: Tanzmusik, von Sonntag, den 18. Mai, find no einige Starten für das Deutsche Obern Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Bu Sonnabend, den 17., und haus( übendvorstellungen) im Bureau des Bezirtsbildungsausschusses, Rindenftr. 3, 2. Hof 2 r., Zimmer 8, au haben. Am 17. Ma Kulturtag des Bundes Entschiedener Shulreformer in Dresden. Am 17. und 18. Mai veranstaltet der Bund Entfqiedener Schul. reformer einen Kulturtag in Dresden. prechen in öffentlicher Bersammlung in der Oberrealschule Seevorstadti Schulrat Bieb meg über Baul Deftreid über. Die Soulreformer nach den ReichsSchule und Gegenwart und Prof. tagswahlen. Am Sonntag, 18. Mai, behandelt nach der Eröffnung burch Brofeffor Destreich Dr. May obann Die hygienischen und feguellen Fragen der Erziehung" während Frau Lydia Stöder und Dr. Kawerau sprechen über. Die Frau und die Boltserziehung und Die Erziehung zur neuen Befellfaft". Anfragen( mit Rüdporto) an Gerhard Ebeling, Dresden A, Elifenftr. 44. W " Perl- Bund). 5. Jahreshauptversammlung am Sonnabend, den 17. Mai, Bund zur Förderung der Selbsthilfe der förperlich Behinderten( Ottoabends 6 ühr, im Preußischen Bolkswohlfahrtsministerium, Leipziger Etraße 8, Bimmer 141. Tagesordnung: I. Teil: 1. Eröffnung durch den ersten Borfizenden. 2. Geschäfts- und Kaffenbericht. 8. Aussprache und Unträge. 4. Reuseftjetung der Beiträge. 5. Vorstandswahl. 6. Verschiedenes. II. Teil: 1. Vortrag von Herrn Amtsgerichtsrat Dr. Beder bon der Krebitgemeinschaft gemeinnütziger Selbsthilfeorganisationen Deutsch lands, G. m. b.§. 2. Aussprache. Freunde des Bundes sind willkommen. Die Paratyphus- Epidemie in Hameln. Die Zahl der durch den Genuß von nicht einwandfreiem Fleisch Erkrankten ist auf über 100 gestiegen. 66 Soldaten der Reichswehr liegen frant im Lazarett. Der Verlauf der Baratyphus- Epidemie ist zum Teil recht schwer. Es zeigen sich große Aehnlichkeiten mit dem eigentlichen Typhus. Von der Polizei find strenge Borsichtsmaßregeln erlassen worden. Bom englischen Rundfunt. Im Unterhause interpellierte der Abgeordnete der Arbeiterpartei, Baker, die Regierung, ob diese nicht wegen der unverhältnismäßig großen Gewinne der monopolifierten British Broadcasting einzuschreiten gedente. Der Postminister verneinte diese Frage und erklärte, die Gesellschaft dürfe nach dem Konzessionsvertrag nicht über 7½ Broz. Dividende verteilen. Die übrigen Gewinne müßten für den Ausbau des Dienstes verwendet werden, Groß- Berliner Parteinachrichten. 6. Arcis Kreuzberg. Donnerstag, 15. Mai, abends 9 Uhr, bei Reim, UrbanStraße, Nepifion der Kreiskaffe. Bildungsausschuß: Donnerstag( heute) 7 Uhr bei Reim, Urbanstraße, wichtige Gigung. Abrechnung. 11. Kreis Schöneberg. Elternbeiräte: Freitag, den 16. Mai, 7½ Uhr, Sigung aller fozialdemokratischen Elternbeiräte GSchönebergs und Friedenaus im Restaurant Rönig, Schöneberg, Feurig-, Ede Prinz- Georg- Straße. Tagesordnung: Die bevorstehende Neuwahl der Elternbeiräte. 14. Kreis Neukölln. Abteilungstaffierer: Umgehend die Maifeiertarten abrechnen im Bureau Neckarstr. 3, Don 5-7 Uhr. Ebenso der Bildungsaus schuß die Theaterkarten. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde: Freitag, den 16. Mai, 7½ Uhr, Selferzufammenkunft bei Löwenstein, GengerStraße 3. 15. Kreis. Freitag, den 16. Mai, 7 Uhr, Kreisvorstandsfigung mit den Abteilungsleitern bei Graal, Niederschöneweide, Berliner Str. 129. Heute, Donnerstag, den 15. Mai: 139. Abt. Tegel. 8 Uhr Abteilungssigung im Jugendheim Bahnhoffte. 15. Jungsozialisten. Gruppe Friedrichshain: Heute spricht Genoffe Rudolf Wiffell, Reichswirtschaftsminister a. D., über Bericht der Sachverständigen und Deutschlands wirtschaftliche Möglichkeiten" um 7% Uhr im Jugendheim Tilsiter Str. 4-5. Morgen, Freitag, den 16. Mai: Jungfozialisten. Gruppe Nordeu: 7½ Uhr in der Rataoftube des Redigenheims Schönstedtstr. 1, Bortrag des Genossen Robert Reller über ,, Karl Bröger". Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 79. bt. Schöneberg. Genoffe Sermann Mehrwald, Sedanstr. 40, ift verftorben. Bestattung heute( Donnerstag) nachmittag 2½ Uhr auf dem 2. Städt. Friedhof, Blante Hölle. Jugendveranstaltungen. Achtung, Mitglieder! Eintrittskarten zur Reunten Sinfonie für Sonntag, den 18. Mai, vormittags 11% Uhr, in der Philharmonie, Bernburger Str. 22-23, find im Jugendsekretariat zum Preise von 1,30 M. erhältlich. Heute, Donnerstag, den 15. Mai, abends 7% Uhr: Gesundbrunnen 1: Schule Gothenburger Str. 2, Bortrag: Wandern, ein Erlebnis". Marienfelbe: Schule Berliner Straße, Bortrag: Berden und Reukölln IV: Lokal ,, Bärwinkel", Steinbockstraße, Bergehen im Weltall". Bortrag: ,, Gibt es einen Gott?" Neukölln V: Jugendheim Schierkeftr. 44, Bortrag: Körperpflege". Rorden: Schule Putbuser Str. 3, Bortrag: ,, Was mit wollen". Südwest: Jugendheim Lindenstr. 3, Bortrag: ,, Sinn und Be deutung unserer Bewegung". Spandau: Jugendheim Neuendorfer Str. 35, ,, Arbeitsdienstpflicht". Bortvag: ΠΛΗ obu. Feinste Coons Pflanzanbuffer MARGARINE gehört injede Küche Bergifch Märkische MargarineWerke F.A.Jsserstedt A: Q Arbeitersport. Großer Sportabend im Bogen und Ringen im AABD., veranstaltet vom Sport Club Siegfried 09, am Freitag, den 16. Mai, 7% Uhr, im großen Pharus- Saal, Wedding, Müllerstr. 142. Jm Bogen vom 6. C. 6. 09 die Rlub- bzw. Kreismeister E. Raddag, S. Brosowski, Fr. Schepp, S. 8haler, Gegnerische A. Pitschnet, R. van Geweren. G. Adamkiewicz, M. Kulczad. Vereine: Lurich 02, B. B. C. 19, Walhalla, Box- Club Spandau, Felsen- Tasdorf. Im Ringen um die Kreismeisterschaft des 4. Rreifes: A- Mannschaften vom G. C. G. 09: D. Glafer, W. Busse, B. Grunft, P. Winkel, W. Paul, A. Gaimann. Von der Sportlichen Vereinigung Norden 1893: A. Wuschke, W. Bienst, M. Krüger, W. Gräbert, A. Kurzhals, M. Patrias. Eintritt 50 und 75 Pf. G. B. Sparta 1911. Leichtathletik, Fußball, Hoden, Handball. Borfigender Willi Wendt, Berlin- Friedrichsfelde, Walderfeestr. 24; Leichtathletik: Walter Wächter, Berlin N., Brunnenstr. 82; Fußball: Richard Rogge, Berlin D. 112, Weichselstr. 13; Socken: Karl Springer, Berlin No. 55, Colmarer Str. 4; Geschäftsstelle: Erich Grofenid, Berlin N. 54, Fehr. belliner Str. 40-41. Leichtathletik: Donnerstag, 15. Mai, Körpermessungen. Nach dem Training Sigung im Lotal gegenüber dem Stadion. Wichtige Tages. ordnung. Gäste zu den Trainingstagen( Dienstags und Donnerstags) jederzeit willkommen. Lichtenberg. Fußballspartenleiter jest Georg Schneider, Berlin NO. 55, Immanuelkirchftr. 22. Suche Spiele zum 18. unb 25. Mai. Freitag, 16. Mai, 8 Uhr, Sigung, Simon- Dach- Straße. Himmel fahrt: Herrenpartie. Pfingsten: Spreewaldfahrt. Das 4. Lichtenberger Frühjahrs- Sportfest der Freien Turnerschaft Bichtenberg- Friedrichsfelde findet am Sonntag, den 18. Mai, nachmittags 3 Uhr, im Lichtenberger Stadion statt( Borkämpfe 1 Uhr). Die 100 Einzelmeldungen und zahlreichen Mannschaftsmeldungen versprechen ein gutes Sportprogramm. Das Lichtenberger Stadion ist erreichbar vom Bhf. Lichtenberg- Friedrichsfelde und mit der Straßenbahn Linie 68, lettere verkehrt am Sonntag in 15 Minuten Abstand. Freie Schwimmer Neukölln. Am Sonntag, ben 118. Mai, nachmittags 3 Uhr, findet unser biesjähriges Anbaden im Sommerbad am Brißer Osthafen statt. Ein Aufschwimmen und einige Mannschaftstämpfe werden zur Unterhaltung beitragen. Wir laden hiermit alle Freunde unserer Sache ein. Ein Eintrittsgelb wird nicht erhoben. Am Abend findet ein gemütliches Beisammensein im Lokal von Kohlschmidt, Briz, Rudower Straße, ftatt. Wir machen unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß der Autritt zu den Uebungsabenden im Sommerbad nur gegen Vorzeigung der Einlaßtarten ge= stattet ist. Die Karten find bei allen Abteilungstaffierern erhältlich. Männer und Frauen zahlen 3 M., Jugendliche 14-17 Jahre 2 M., Lehrlinge 1,50 M., Rinder 1 M. Neueintretende Männer und Frauen 5 M., Jugendliche 14 bis 17 Jahre 2,50 M. Vorträge. Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz Rot Gold, Kamerabschaft Schöneberg- Friebenau. Freitag, den 16. Mai, abends 8 Uhr, findet im Restaurant ,, Wilmersdorfer Stadtpark", Raiferallee 51-52, eine Mitgliederversammlung statt. Gäfte, durch Republikaner eingeführt, sind herzlich willkommen. Staats- Theater.i.Admiralspalast Opernhaus 72: Die tote Stadt Opernhaus am Königsplatz 7 Uhr: Tiefland Schauspielhaus 7% U.: Peer Gynt Schiller Theater 7: König Nicolo Deutsch. Theater 7 Uhr. Der lebende Leichnam Freitag, den 16. Mai 8 Uhr: Zum 250. Male 814 Uhr: Drunter u.drüber Die Weltsensation: D. Wund. d. Schatten Deutsch. Opernhaus Uhr: Carmen Grosavesen, Dancenberg, Debicke, Zador, Heyer, Fassbaender, Ohliger, Mitsch, Werner Intimes Theater 8: Crêpe Georgette usw. Tanzabend Metropol- Theater Leni Riefenstahl Tägl. 734 U.: KarneKammerspiele 72 Uhr: Komödie der Worte Gr. Schauspielhaus 7 Uhr: val der Liebe Sommerpreise! Thalla- Theater U: Frasquita Gasparone Theater Rommandantenstr Theater i. d. KöniggrätzerStr. 8 U.: Es hat nicht sollen sein Zei tungsausschnitte Letzter Monat 8U. Das Radiomädel Operett. v. P.Weiner Tribune 8: D.Reiherbusch Leidenschaft, Gift mit Lucie Höflich u. Versteinerung oder. Die ver- Reichshallen Theater hängnisvolle Sy- Täglich 8 Uhr, phonflasche Berliner Theater Stettiner Täglich 7.30: Das Weib im Purpur Metropol- Varieté Behrenstr. 54 8 Uhr: Das internat. Sänger Deutschland erwache! Zum Schluß: Ein Musikantentraum Dönhoff- Brettl Anf 7, Sonnt 5 U Varieté- Progr. Gr. Varieté- Progr OOLOGISCHER Elberfeld und Berlin- Pichelsdorf SCALA 700 Theater, Lichtspiele usw. Residenz- Th. Casino- Theater Künstl. Letts: Emil Lind Lothringer Str. 37. Leitg.: Tägl.& Uhr: Hinkemann Tägl. 8 Uhr Wieder ein neuer Schlager Pummels Martha Volksbühne Trianon- Theater von Ernst Toller. Volksstück in drei Aufzügen 8 U.: Zapfenstreich Beyeria. L. Wagner, Döblin Vorher: D. Herr aus 72: Vasantasena Lessing- Th..Alexander, J. Falkenstain 8: D.G'wissenswurm Rob. Müller, D. v. Oppen Frig. 8: Kolportage 8 U. Kleines Th. Sbd. u. Sonntag 8: Carola Toelle. Der G'wissenswurm Erich Kaiser- Titz in Deut. Künstler- Th. Eine galante Macht Heute geschlossen Rose- Theater Frtg. 7 U. z 1. Male: Die hellige Untreue 73% Uhr: Theater Folies Caprice Reigen Heute und morgen 8 U. Liebes 8 U. Volkstage Sämtl.Parkettplätze nur 1,50, 1 Bbd u. loig.Tare 7 Familie Raffke Guitig-4 Personen Die heilige Untreue i. 8 Uhr. AuslandGARTEN Täglich Gr. Konzert Sensationan Aquarium und Dempsey- Firpo TierkunstAusstelle. im Theater Kyritz. Posse 1, 1Akt Große Volksoper des Westens and der neue bunte Teil RIEN Gasispiel Karsavina sowie der große Varieté- Spielplan Rauchen gestattet 7%, Uhr: Der Wildschütz Rennen zu Karlshorst Donners ag, d. 15. Mai, nachm. 3 Uhr Landsberg- Jagdrennen Sport. Rennen zu Hoppegarten am Mittwoch, den 14. Mai: 1. Rennen. 1. Nosiva( W. Tarras), 2. Jdomeneus( Staudinger), 3. Abendwolle( Olejnik). Toto: 68: 10. Plat: 23, 48, 63: 10. Ferner Itefen: Liebesgedante, Perlenfischer, Rosenkelch, Nebelmann, Licht Alberich, Schirherr, Gera, Vietniz, Rodonda, Volmar. 2. Nennent. 1. Baldung( D. Schmidt), 2. Mädchenjäger( Breege), 3. Labrador( P. Ludwig). Toto: 22: 10. Plat: 12, 15, 14:10. Ferner liejen: Eisenfrone, Naseweiß, Becherklang, Anarchist II, Abendwind, Hiefenstein. 3. Renne tt. 1. Luftpost( Staudinger), 2. Laufeya( W. Tarras). 3. Magnolie( P. Ludwig). Toto: 100: 10. Plat: 19, 14, 50: 10. Ferner liefen: Eichlaße, La Mara, Melantbo, Ondina. 4. Rennen. 1. Barde( D. Schmidt), 1. Träumer( F. Basch), 3. Notung( Bimmermann). Toto: 51: 10. Plag: 15, 12: 10. Ferner liefen: Berifles, Rinaldo, Tannkönig. 5. Rennen. 1. Fundin( Kaiser), 2. Escorial( D. Schmidt), 8. Olifant ( M. Dreißig). Zoto: 30: 10. Plaz: 14, 14, 19: 10. Ferner liefen: Rüdgrat, Sans Atout, Sarazener, Leander, Kyon, Bardes Bruder. 6. Rennen. 1. Trajan( Staudinger), 2. Sheitan( Olejnit), 3. Nosebant( H. Brown). Toto: 28: 10. Blab: 13, 14, 15: 10. Ferner liefen: Chartreuse II, Niederwald, Graciosa, Burgunder, Pamona, Sabitry, Fama. 7. Rennen. 1. Denar( Balfe), 2. Mime( Krüger), 3. Falter( Bleuler). Toto: 203: 10. Blak: 53, 18, 18: 10. Ferner liefen: Herbststurm, Catania, Taja Morgana, Hegenmeister, Piarist, Heldin, Helmiraute, Sparsam, Stigmaria, Jungfernrede, Chip, Livland. Briefkasten der Redaktion. 8. 100. Nein. m. 6. 25. 1. Ja. 2. bis 5. Rein. V. B. 85. Der Sauswirt ist zur Zurüdzahlung nicht verpflichtet. S. Th. Die Hauszinssteuer beträgt bis auf weiteres das vierfache der staatlichen vorläufigen Steuer vom Grundvermögen.- Reinidendorf 46. 1. Ja. Der Bertrag dürfte übrigens nur Beweiszwecken dienen. 2. Sie sind schadenersagpflichtig. A. Sp. 1924. Die Schaganweisungen( Goldanleihe) werden noch bis zum 20. Mai bei den Kassen des Reichs in Sahlung genommen. Es ist auch die Einlösung zum Nennwert in Rentenmark oder gefeßlichen Zahlungsmitteln und der Umtausch in neue unverzinsliche, auf 500, 1000 und 2000 Goldmark lautende Schatzanweisungen, die am 1. September 1924 ober am 1. Juni 1925 fällig werden, möglich. Es wird auch ein Diskont vergütet. A. D. Ja, sofern der Miet. vertrag oder die Hausordnung nichts Gegenteiliges enthält. Wetter für Berlin. Troden, meist heiter und recht warm bei schwachen Für Deutschland. Im äußersten Nordwesten starter füdöstlichen Winden. bewöltt, strichweile etwas Stegen, sonst überall troden. heiter und warm. s ist eine alter Geschichte/ doch ifr she immer neu: Ein jeder bleibte letzten Endes/ der edlen Garbáty treu! Ein gan zes Menschenaiter/ hat fie fich ständig bewährt, Drum wird auch fürder hin immer/ vom kundi gen Raucher begehri die duftsüßen GARBATY h 8 Uhr 8 Uhr Schindler der Akrobat am Flugzeug fliegt täglich im LUNAPARK Hente ELITE- TAG Brillant- Feuerwerk Nachm.- und AbendKonzert d. Deutsch. 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Grütte- Lehder hatte sich nach feiner Haftentlassung zuerst nach München Im Anfang Dezember des vorigen Jahres berichteten Berliner Breffenotizen über einen Mord im Tegeler Forst, dem ein angeblicher Oberleutnant Müller zum Opfer gefallen fein follte. und dann nach Defterreich gewandt in dem er ihm voraussagte, Als Mörder kam ein gewisser Robert Grütte Lehder in daß in kurzer Zeit( jedenfalls infolge der dann eintretenden warmen Betracht. Grütte- Lehder war damals verhaftet worden, nachdem am Witterung, die zur Auffindung der Leiche führen mußte) die Ange30. November 1923 eine Mordanzeige in Hermsdorf erlegenheit Müller wieder aufgerollt werden würde und ihn dringlich stattet worden war und nachdem Grütte sich im Kreise deutschböltischer aufforderte, möglichst bald außer Landes zu gehen. Er selbst wolle Jugendgenossen damit gebrüstet hatte, daß er einen Spizel erschossen nach Budapest zu den erwachenden Ungarn" gehen. hätte, der deutschvölkische Pläne hätte an die„ Rote Fahne" verkaufen Ueber Grütte- Lehder selbst ist noch festgestellt worden, daß er in der wollen. Nun ergab aber damals, als man der Mordanzeige nach Tat in Vorpommern im Dienste des deutschvölkischen Gedankens ging, der Leichenfund, daß es sich nicht um die Person des angeb organisatorisch gearbeitet hat. Er hat in den Orten Eggefin und lichen Oberleutnants Müller, der in Wirklichkeit Dammers hieß, ledermünde die Gründung von Ortsgruppen des„ Deutschen Herold" handelte. Da auch Grütte damals, nachdem dieses Ergebnis heraus angeregt und auch dadurch bewerkstelligt, daß er den Oberstleutgefonimen war, fein ursprüngliches Geständnis zurückgenommen hatte nant Ahlemann von der Berliner Zentrale zu zwei Berfamm und eine andere Leiche nicht gefunden wurde, wurde er nach einiger lungen dorthin tommen ließ. Er hat auch des öfteren auf Reisen Zeit aus der Haft entlassen. Erwähnt sei noch, daß damals von dort nach Berlin die Korrespondenzen zwischen den beiden Orts bei Grütte- Lehder zwei Legitimationen gefunden wurden, die wie gruppen und der Berliner Zentrale vermittelt und insbesondere mit gruppen und der Berliner Zentrale vermittelt und insbesondere mit folgt lauteten: dem Geschäftsführer Kube in Beziehungen gestanden. Zum Schluß sei noch erwähnt, daß der ermordete Müller( Dammers), der sich bei seiner Zusammenarbeit mit Grütte- Lehder äußerst rechtsrabifal gebärdete er gab sich auch wiederholt zu Unrecht als ehemaliger Adjutant des Kapitänleutnants Ehrhardt aus, eine ausgesprochene Hochstaplernatur war und wiederholt längere Gefängnis strafen wegen Urkundenfälschung, Betrug und Berleumdung abge büßt hatte. Der achtzehnjährige Grütte- Lehder selbst zeigte ebenfalls sehr deutlich grob- hochstaplerische Züge. Reichstag Fernspr. Zentr. 9592-9600. Berlin NW. 7, 20. 11. 1923. Herrn Robert Grütte- Lehder, Berlin- Waidmannsluft, Tribbergerstraße. Herr Robert Grütte- Lehder ist in unserem Auftrag für die völkische Freiheitsbewegung tätig und hat die Aufgabe, Borpommern zu organisieren. Bir bitten, ihn nach Kräften unterstüßen zu wollen. Mit deutschem Gruß Der zweite Ausweis lautete: Bankkonto: Kur- und Neumärkische Ritterschaftliche Darlehnskaffe Berlin W. 8, Wilhelmsplatz 6, Bostschecktonto der Bank 3172. Telephon Lützow 8080 und 8081. Berlin SW. 11, den Hauptgeschäftsstelle. Br. Nr. Dessauerstraße 6. ( gez.) R. Wulle, M. d. R." Ausweis. Herr Robert Grütte- Lehder, Berlin- Waidmannsluft, ist von Herrn Reichstagsabgeordneten Bulle bevollmächtigt, die für den Deutschen Herold erforderlichen Unterlagen im Falle Müller zu beschaffen. J. A.( gez.) Wilhelm Kube, Reichsgeschäftsführer. ( Stempel.)„ Deutscher Herold". Der Geschäftsführer." Die ganze Angelegenheit hat jetzt eine überraschende Wendung dadurch genommen, daß nunmehr im Tegeler Forst wirklich die Leiche dés Müller( Dammers) gefunden worden ist, und im Zufammenhang damit auch die Begleitumstände genau aufgeflärt worden sind. Die am 11. Mai von einem Spaziergänger aufgefundene Leiche zeigt die Wundkanäle der drei Kugelschüsse, Die von Grutte- Leŋber auf den Ermordeten abgegeben worden sind. Der Vorgang selbst hat sich, wie jetzt feststeht, so abgespielt, daß Grütte- Lehder schon am Tage vor dem Morde, der am 15 oder 16. November begangen wurde, in Begleitung eines deutschvölkischen Turnerkreisen angehörigen Freundes und des Müller( Dammers) einen abendlichen Spaziergang in den Tegeler Forst unternahm, in der Absicht, Müller schon damals während des Spazierganges von hinten zu erschießen. Die Pistole aber, die er sich von einem ebenfalls jetzt ermittelten Gesinnungsfreunde ausgeliehen hatte, ver. agte damals, ohne daß Müller, der ein Stück voranging. etwas von dem Borgang merkte. Am anderen Tage wußte Grütte- Lehder Müller abermals zu einem Spaziergang zu überreden und diesmal giüdte die Mordtat. Zur Charakterisierung der Persönlichkeit des Grütte- Lehder und auch eines Teils seiner Freunde sei erwähnt, daß er nach geschehener Mordtat den Müller seiner sämtlichen Wertgegenstände, darunter Uhr, Reifftiefel usw., beraubte und auch bie von Müller in einem Berliner Hotel untergestellten Gepäd. stüde abholte. Ein Teil dieser Gegenstände wurde ihm von feinen Spießgesellen gestohlen; es gelang ihm aber, fte wieder zurückzuerhalten und sie gemeinsam mit seinen Freunden bzw. Dieben in Berlin zu verkaufen und zu versetzen. Wirtschaft Mansfeld Kupfer. Seit einiger Zeit wiederholen fich in der Handelspreffe un günstige Nachrichten über die Lage der Mansfeld A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb. Sie haben sich inzwischen zu einer Staatsaktion im vollen Sinne des Wortes entwickelt, es soll dem Unternehmen mit öffentlichen Mitteln und durch einige sonstige Vergünstigungen beigefprungen werden. Da es sich um die Beschäftigung von rund 30 000 Arbeitern und Angestellten handelt, lohnt sich eine nähere Betrachtung des Borganges. Die Mansfelder Kupferschiefer bauende Gewerkschaft war seit langem ein sehr solides, aber gründlich altmodisch gewordenes Unternehmen. Im Kriege mit seiner Kupfernot wurde besonders gut verdient. Der Sturm der Inflation schien das Unternehmen unberührt zu laffen. Eines schönen Tages hatte dennoch der fluge Großspetulant Hugo Herzfeld die Mehrheit der Kure in seiner Hand. Damit begann die neue Periode der Mansfelder Kupferschiefer bauenden Gewerkschaft. Der Wiz der Herzfeldschen Spekulationen lag immer darin, daß er eine eigene Idee mit eigenen Mitteln zu verwirklichen begann und dann die ihm nahestehenden Banken durch die ihm gewährten Kredite mitzog, ja zuletzt mitzwang. So wurde aus jener altmodischen Gewerkschaft eine moderne Aktiengesellschaft. Unter den " Gründern" befand sich die Allgemeine deutsche Kreditanstalt, Leipzig ( Konzern Barmer Bankverein- Bayerische Hypothefen- und Wechselbant Diskontogesellschaft), die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft, Diskontogesellschaft, Syardy u. Co., Metallbant und Metallurgische Gesellschaft und Delbrück, Schickler u. Co. Mit jener Umgründung begann die Zeit der Kapitalerhöhungen; Hugo Herzfeld zahlte wohl auf jenem nicht mehr ungewöhnlichen Wege feine Schuld an die Banten ab. Das Kapital wurde im Nopember 1921 von 880 000 M.( Friedensgold) auf 70 Millionen er Traueripenden feber Art Itefert preiswert Paul Golletz, Dormals Robert Mayer, Mariannenstr. 3. Sel: Morigpl 10808 höht, die Gründer übernahmen die Aktien. Im Januar 1922 wurde das Rapital auf 420 Millionen Mark weiter erhöht; auch diese Aktien bekamen die Hauptinteressenten ausgehändigt. März 1923 famen weitere 80 Millionen Mart Kapitalerhöhung. Die jungen Aktien wurden zu 108, 110 und zuletzt ganze 420 Proz. ausgegeben. Das heißt, angeblich dienten sie zur Berstärkung der Betriebsmittel, in Wirklichkeit tam aber die eigentliche Möglichkeit, diese zu stärken. ben Aftionären zugute. Sie zahlten für die ersten beiden Serien durch Ausnutzung des Kursagios nicht dem Unternehmen, sondern 2 Goldmart. Dabei stehen die Aktien der Mansfeld A.-G. noch heute,... Aftien durchschnittlich 10-15 Goldmark, für die letzte noch nicht trotz der allgemeinen Baisse, auf rund 45 Goldmart. Man sieht, das Geschäft war für die Aktionäre, zu denen sich auch die Otto- Wolff A.-G. noch hinzufand, nicht schlecht. Jetzt, da es dem Unternehmen schlecht geht, weil im besonderen die Kupferausbeute schwierig ist und in ihren Resultaten nicht mit dem ausländischen Kupfer konkurrieren kann, sind die Freunde und Vorher hat sich die Otto- Wolff- 2.- G. aber noch einen guten Bisfen Mitesser" von ehedem so schwach, daß Vater Staat helfen muß. Vorher hat sich die Otto- Wolff- 2.- G. aber noch einen guten Bisfen gesichert. Die Mansfeld A.-G. befigt ja nicht nur Kupfergewinnungs. stätten, fondern auch Metallwerte, Stalibeteiligungen, eine Silberwarenfabrik( Franz Bahner A.-G., Düsseldorf) und Kohlenbergwerke. Die beste Grube, Sachsen", in Westfalen hat der WolffKonzern zur Hälfte auf dem üblichen Wege abgenommen. Damit hat er sich so etwa das derzeit wertvollste Befigtum der Mansfeld 2.-G. herausgeschält. Woraus zu ersehen ist, daß der Kapitalist, der heute flüffiges Geld hat( vielleicht hat er auch Reichsbanffredit aus. genutzt!) immer noch gute Geschäfte machen kann. Es bleibt abzuwarten, was das Reich für seine Hilfe bekommt. Der Arbeitsmarkt in Berlin, Das Landesarbeitsamt Berlin berichtet über die abgelaufene Woche: In der Arbeitslosigkeit, die Ende des vorigen Jahres den höchsten Stand erreicht hatte und in den letzten Monaten ganz erheblich zurückgegangen ist, ist jetzt eine gewiffe Stag na tion eingetreten. Diese Tatsache deutet auf eine mehr und mehr zunehmende Festigung der gesamten wirtschaftlichen Verhältnisse hin. Der Stand der Arbeitslosigkeit ist von 98 328 der Bormoche auf 90 857 in der Berichtswoche zurüdgegangen. Darunter befanden sich 68 183( 75 833) männliche und 22 674 ( 22 490) weibliche Personen. Der geringe Zugang bei den weiblichen Arbeitsuchenden kann nicht als bedeutendes Merkmal bewertet werden, da dieser sich mit Rücksicht auf die vorhandene allgemeine Aufnahmefähigkeit des weiblichen Arbeitsmarktes in furzer Zeit ausgeglichen fein dürfte. Ein noch immer hervorstechendes Merkmal ist der Mangel an Facharbeitern, welcher sich in vielen Berufsgruppen weiterhin in steigendem Maße bemerkbar macht und zum Teil auch bereits auf angelernte Arbeitsfräfte übergegriffen hat. Von der günstigen Entwicklung zum großen Teil unberührt blieb der Stellennachweis für Bureauangestellte, der auch neuerdings wieder durch Vornotierung von zum Monatsschluß zur Entlassung tommen den Behördenangestellten eine Belastung erfuhr. Unterstützung bezogen 23 455( 25 724) männliche und 3721 ( 4185) weibliche, insgesamt 27 176( 29 909) Personen. Die Zahl der zu gemeinnützigen Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 2066 gegen 2195 der Vorwoche. Die Lage in der Metallindustrie hat sich weiter bedeutend gebessert. Obwohl die Zahl der Arbeitsuchenden noch immer recht erheblich ist, konnten doch die Anforderungen auf Zuweisung von Spezialfräften nicht in allen Fällen erfüllt werden. Be merkenswert ist auch eine Belebung des Arbeitsmarktes für Gieße reien, die bisher nur einen geringen Beschäftigungsgrad aufwiesen. Im Spinnstoffgewerbe blieb die Lage im allgemeinen und Dekorateuren besteht ein Mangel. günftig. An Posamentierern, Stridern, Kurbelstidern, Färbern Die 3ellstoff- und Papierherstellung und ver arbeitung und die Lederindustrie und Industrie lederartiger Stoffe zeigen im allgemeinen gute Aufnahme. HALPAUS RARITÄT Die Qualitäts Cigaretten fähigkeit. Polsterer der Magazinbranche und Wagenfatter blieben| gesucht. Für das Holz und Schnigftoffgewerbe hat bie günstige Lage angehalten. austausch auf breiter Basis sichern fann. Von den Ausländern merden mir nur perlangen, daß fie in ihrer Tätigteit in der Sowjetunion auf die Gefeßgebung Rüdlicht nehmen. Die Aufnahmefähigkeit des Nahrungs- und Genußmittelgewerbes hat für fast alle Gruppen weiter nach gelassen. Lebhafte Nachfrage bestand jedoch nach weiblichen Arbes beitskräften der Zigarrenbranche. Es fehlen Wickelmacherinnen. Im Bekleidungsgewerbe beeinträchtigt der Streit der Zwischenmeister in der Damenkonfektion die Vermittlungstätigkeit. Die Herrenmaß und Konfektionsbranche ist gut beschäftigt. Hier fehlt es an guten Arbeitskräften, insbesondere an ersten Hand näherinnen. Unverändert günstig ist die Lage in der Schuhe und Schäfteindustrie. Durch die noch anhaltenden Wirtschaftskämpfe im Bau gewerbe ist die Vermittlungstätigkeit für die Hauptgruppen fast zum Stillstand gekommen. Die Belebung im Vervielfältigungsgewerbe macht im allgemeinen Fortschritte, besonders für Buchdrucker. Desgleichen hält die günstige Entwicklung des Arbeitsmarktes mamfells und Küchenmädchen blieb zu einem erheblichen Teil ungedect. Der amerikanische Stahltönig Schwab iff gestorben. Er begann feine Laufbahn als Mitarbeiter pon Carnegie, der ihn an die Spike Stahltrustes brachte. Infolge unglücklicher Spekulationen trat er 1903 zurüd. Im Kriege brachte er die Bethlehem Steel Comp. in die Höhe. Er war einer der rücksichtslosesten Trusttönige. Stinnes- Intereffen in Peru. Wie der Telegraaf" aus Lima Beru) meldet, hat die Firma Gildemester u. Co., welche die Stinnes. Petroleuminteressen vertritt, an die peruarische Regierung ein Kons geffionsgesuch gerichtet für ein 30 000 Hettar umfassendes petroleum haltiges Gebiet bei Callao. Deutsche Geologen befinden sich bereits auf der Reise nach Callao, um die Bohrversuche zu leiten. Deutschland wieder driftbefter Kunde Frankreichs. Die amtlichen französischen Statistiken für das 1. Vierteljahr 1924 zeigen mit auf falfender Deutlichkeit, wie sehr sich der deutsch- französische Handel wieder belebt hat. A Räufer steht Deutschland( hinter Eng land und der belgisch- luxemburgischen Zollunion) an dritter im Gastwirtsgewerbe an. Der Bedarf an jüngeren Koch- Stelle mit 983.611 000 Franken, während die Bereinigten Staaten erst an vierter Stelle rangieren. Im Jahre 1923 betrug der deutsche Anteil noch nicht einmal ein Drittel dieser Summe. Auch Frank Auf dem Arbeitsmarkt für Lohnarbeit wechseln berreichs Einfuhren aus Deutschland sind erheblich gestiegen und zwar Art ist eine starke Nachfrage nach jugendlichen männlichen und von 186 Millionen auf 439 Millionen Franten. Deutschland steht weiblichen Arbeitskräften vorherrschend. jedoch als Lieferant Frankreichs erst an vierter Stelle. Ebenfalls verzeichnet das Handelsgewerbe eine erhöhte Bermittlungstätigkeit, namentlich für Berkaufspersonal, Lackschrift schreiber, und erstklassigen Manuaffturisten. Für Bureauangestellte ist dagegen der Eingang offener Stellen gering. Auf dem technischen Stellenmarkt werben bei erhöhter Anforderung in der Hauptsache Spezialfräfte gesucht. Für weibliche Angehörige geistiger Berufe wurden gute Vermittlungsergebnisse erzielt. Lehrerinnen für Familien und Halbtagsstellungen blieben gesucht. Desgleichen fehlt es an staatlich anerkannten Kindergärtnerinnen. Hortnerinnen für Horte, Anstalten, Erholungsheime und Familien. Der Bedarf an Wohlfahrtspflegerinnen, soweit sie staatliche Anerkennung als Ges fundheitsfürsorgerinnen haben, steigt für die ländliche Fürsorge. Außerdem wurden Wohlfahrtspflegerinnen für Erziehungsanstalten gesucht. Befferung am Arbeitsmarkt. Die Lage des Arbeitsmarktes hat sich in der zweiten April hälfte noch weiter gebeffert. Dabei hat die günstige Wittes rung insbesondere die Landwirtschaft Arbeitsfräfte aufnehmen laffen. In der Industrie ist die Entwicklung ungleichmäßig Insgesamt, ergibt sich für die meisten Orte eine beträchtliche Abnahme in der Zahl der unterstügten Erwerbslofen, So ist die Zahl der Hauptunterstügungsempfänger in der zweiten Hälfte des Monats April zurückgegangen in Berlin von 45 000 auf 27 000, in Dresden von 16 000 auf 12 000, in Leipzig von 13 000 auf 7000, in München von 8000 auf 5000 die ersten Tage Ein Weißbiergeschäft. Das Zentralbureau der Schulheiß- Bazen hofer M.-G. bittet uns um die Mitteilung, daß die Weißbierbrauerei Landre nicht zum Bazenhoferfonzern gehöre, und daß die Schlußfolgerungen aus den Kapitalerhöhungen dieser Firma für den Bazenhofertanzern nicht zuträfen. Unsere Schlußfolgerungen in der Notiz vom 11. b. M. über die Kapitalerhöhungen der Weißbier brauerei andré bleiben davon unberührt. Die Koblenzer Industrie- und Handelskammer für das Gutachten. Auch die Koblenzer Industrie- und Handelskammer hat sich auf den Boden des Sachverständigen gutachtens gestellt. Roggenmehl 0/1 Weizengrieß Hartgrieẞ Maisgrieß 22,00-24,00 115,00-130,00 Das Mostauer Sohlenbaffin im erfien Halbjahr 1923/24. Sm ersten Halbjahr des laufenden Wirtschaftsjahres 1923/24 betrug, mie Der Oft Expreß meldet, die Kohlenproduktion des Mostauer Baffins 21 848 000 Bud gegenüber 22 837 000 des Boranschlages. Die Haupt abnehmer sind die Eisenbahnen( 6,7 millionen Bud), die Elettrizia tätsverwaltung( 7,4 Millionen Pud), die Industrie( 9,5 Millionen Bub) usw. Der Moskauer Hausbrand an Kohle des Bessins betrug im ersten Viertel des laufenden Wirtschaftsjahres 580 000 und im zweiten 363 000 Bud. Aus der Partei. Ein Sechzigjähriger. In voller Schaffensfrische kann heute unser Genosse Robert Schmidt sein sechzigstes Lebensjahr vollenden, nachdem er eben erst aus einem anstrengenden Wahlkampf im Dortmunder Kreiſe zurückgekehrt ist. In Robert Schmidt, dem heute die Genossen ihre Glückwünsche bringen, verförpert sich jener Typus strebsamer Arbeiter, die einst der ſozialdemokratischen Bewegung das Gepräge gaben. Aus ärmlichsten Verhältnissen gekommen, hat er sich in der Arbeiterbewegung durch außerordentlichen Bildungsdrang und nie ermüdenden Fleiß zur Führereigenschaft emporgearbeitet. In der Parteibewegung gehörte er Ende der achtziger und Anfang der neumziger Jahre zu den„ Jungen", die damals in Opposition zur Parteileitung standen. Bon 1893 bis 1902 mar er Redakteur am Vorwärts", von 1893 bis 1898 und dann von 1903 an ohne Unters brechung gehörte er dem Reichstag als Vertreter des früheren 5. Be liner Wahltreifes an. Sein besonderes Gebief war die Sozialpolitit. Dafür brachte er alles mit aus seiner ursprünglichen Tätig. feit in der Gemertschaftsbewegung. Bon Beruf Klavierarbeiter, leitete er bis zu ihrer Berschmelzung mit den Holzarbeiterverband 1893 die Organisation seiner Berufskollegen. Auch im Holzarbeiterverband hatte er eine führende Stellung inne als Bersihender 11 des Verbandsausschusses und der Pressefommission. Bon 1903 ab war Schmidt Mitglied der Generalfommission der Gewerkschaften, und zwar wurde ihm die Leitung des Zentralarbeiterfefretariats Preisnotierungen für Nahrungsmittel. übertragen. Später übernahm er die Leitung der sozialpolitischen Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Abteilung der Generalfommission. In das erste parlamentarische Zentner frei Haus Berlin. Kabinett wurde er im Oftober 1918 als Unterstaatssekretär in das Gerstengraupen, lose 15,25 16,50| Malzkaffee, gepackt Gerstengrütze, lose... 15,25- 15,75 Röstgetreide, lose 16.50-13,00 Kriegsernährungsamt berufen. Im Februar 1919 übernahm er das Haferflocken, lose.... 14,25-15,50 Kakao, fettarm 100,00-115,00 Reichsernährungsministerium, im Mai 1919 nach Bissells Rücktritt Hafergrütze, lose..... 15.50 16,25 Kakao, leicht entölt 12,75-13,25 Tee, Souchon, gepackt 350,00 430,00 auch noch das Reichswirtschaftsministerium und schied nach den Juni18,00-19,50 Tee, indischer, gepackt. 425,00- SC0.00 wahlen 1920 mit anderen Genossen aus der Regierung aus. Am 21,75-25,50 Inlandszucker basis mel. 38,5 40,00 1. Januar 1921 trat er wieder als Setrefar in das Bundesbureau Inlandszucker Raffinade 41,00-42.00 13,75-15,50 Zucker Würfel 45,00-47,00 Des ADGB. ein. Aber schon im Mai 1921 folgte er einem Ruf ins 15,15 21,00 Kunsthonig 17,25-20,50 Zuckersirup hell in Eim. 43,00-49,00 Reichsarbeitsministerium, das er im Oftober 1921 mit dem Reichs13,25-15,50 Speisesirup dunk. in Eim. 28,00-33,00 wirtschaftsministerium vertauschte. Im November 1922 fchieb er mit 21,75-24,50 Marmelade Einfr. Erdb. 95,00-110,00 dem Rücktritt des Kabinetts Birth aus der Regierung aus, um dann 28,00-31,75 Marmelade Vierfrucht 40,00-48,00 26,00-33,50 Pflaumenmus in Eimern 40,00-45,00 noch einmal porübergehend während des Kabinetts Stresemann in 34,00-48,00 Steinsalz, lose....... das Wirtschaftsministerium zurückzukehren. 41,00-47,50 Siedesalz. Lose 19,00-21,50 Bratenschmalz in Tierces 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, Ferl Langbohnen, handverles. bes Mai laffen noch eine gewisse gung des Arbeits Linsen, kleine. marftes erkennen, doch steht sie im Ausmaß hinter den vorangegangenen Wochen zurück. Der neue Franfiturz. Im franzöfifchen Ministerrat ift François Marthatt be. auftragt worden, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den neuen Franksturz aufzuhalten. Die Frankent mertung hat sich gestern fortgefeßt. Der Sterlingfurs ist von 77,50 um Mittag auf 80.95 gestiegen, um bis 3 Uhr nachmittags wieder auf 78,13 zu fallen. Am Schluß der Börse war die Tendenz von neuem- schwach. Trohti über das russische Außenhandelsmonopol. In einer Unterredung mit dem Korrespondenten des Popolo d'Italia" bestätigte Trogli unter anderem die unerschütterlichkeit des Monopols für Außenhandel und fügte hinzu, wir werden selbstver ständlich auf dem Gebiet der Technik des Außenhandels die not mendigen Veränderungen und Bereinfachungen einführen. Schon jekt hat das Monopol des Außenhandels gezeigt, daß sein Mechanis mus im Laufe der Zeit sehr elastisch werden und dadurch den Waren Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni Makkaronimehl Schnittnudein, lose... Bruchreis Rangoon Reis 35,00 37,10 Purelárd in Tierces 19.00 23,50 Purelard in Kisten 14,75 16,75 Speisetalg in Packung 16,50-18,75 Speisetale in Kübeln 30,50-36,00 desgl 32,0038,00 3,10 3,70 4,00-4.70 64,00-65,00 62,50-63 00 48,00-50,00 76,00 Ein Menschenalter steht Robert Schmidt als Kämpfer int 39,00 45,00 Bratenschmalz in Kübeln 65,50-66,50 vorderster Reihe. Seine rüstige Gesundheit, seine frische Arbeits. 62,50-600 freude und sein überlegener Humor lassen erwarten, daß er noch recht 50,00 53,00 lange Zeit für den Sozialismus wirfen und fämpfen wird. Mit der Tafelreis, glasleri, Patna 24,00-31,00 Margarine, Handelsm. 5200-55,00 vor allem, daß er unserer gemeinsamen Sache noch Jahrzehnte er. ganzen Partei wünschen auch wir dem aufrechten Manne alles Gute, Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. Getr Pilaumen 90/100.. Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari 61,00-65,00 halten bleibe! 45,00-48.00 85,00 9,00 Margarine, Spezialm. I. 42,00 45,00 desgl. Il 50,00 5,00 Margarine III 70,00 75,00 Molkereibutter i. Fässern 215,00-218,00 70,00 85,00 Molkereibutter in Pack. 220,00-223,00 75,00 90,00 Landbutter 165,00-170,0 ... 77,00-83.00 Auslandbutter in Fässern 215,00-218,00 145,00-1: 5,00 Auslandbutter in Packg. 220,00-223,00 135,00-150,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 33,00-36,00 105,00-115,00 Speck, gesalzen, fett... 62,00-72,00 ... 22,00-35,00 98,00-108,00 Quarkkäse 35,00-50,00 133,00-133,00 Tilsiter Käse, vollfett 115,00-120,00 185,00-220,00 Ausl. ungezuck. Condensmilch 48/16 20,75-23,75 Rohkaffee Zentralamerika225,00-290,00 240,00-290,00 Inländische desgl. 48/12 17,50-18,50 Röstkaffee Zentralam. 300,00-390,00 I Inl. gez. Condensm, 48/14 27,00-28,00 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer 125,00-130,00 Quadratkase Schwarzer Pfeffer Singap. Weißer Pfeffer Rohkaffee Brasil Röstkaffee Brasil Kiefelsäure und ihre Bedeutung nament- beilmittel gegen Lungenschwindſucht bis in unsere lich im Kampf gegen die Zubertulofe; alte und neue Forschungsergebniffe. ( Rachbruc verboten.) Ein interessanter Beitreg zur Frage ber Tuberlutioje- Erforschung, an der deutsche Wissenschaft und Technik herborragenden Anteil haben. R. Rieseliäure spielt im Haushalt des menschlichen Drganismus eine große Stolle. Sie ist ein unentbehrlicher Bestandteil des Körpers und in fast allen Drganen nachweisbar, namentlich im Bindegewebe. Jm jugendlichen Organismus findet sich um 20% mehr Stiefelsäure als im älteren. Die fieielsäure arme Ernährung während des Krieges( vorwiegend Startoffeln und Brot) war mit eine der Ursachen, day Tuberkulose, Strofulofe, Rhachitis usw. derart um fich griffen. Die arzneiliche Bedeutung der Stiefelsäure wurde schon früh erkannt und von den alten Aerzten vielfach praktisch gewürdigt. Tees aus fiefelsäurebaltigen wildwachsenden Pflanzen haben trog ihres üblen Geschmades fich als Bolts. Lage erhalten. Die ärztliche Wissenschaft hat neuerdings die feit alters her übliche Verwendung der Stiefelsäure bei Lungentuberkulose wieder zu neuen Ehren gebracht. Stein geringerer als der Altmeister der Tuberkulose- Forschung, Robert Koch, nahm das Studium über Kiefelsäure bei Tuberkulose wieder auf. Der bekannte Forscher Professor Robert stellte weiter fest, daß bei Tuberkulose die normale Fähigkeit des Lungengewebes zur Aufipeicherung von Kieseliäure vermindert ist und daß es infolge dessen an Widerstandsfähigkeit gegen die einschmel zenden tuberkulösen Prozesse einbüßt. Durch längere Stiefelsäurezufuhr von außen gelingt es aber, die tranthaften Vorgänge so zu beeinflussen, daß sich zunächst junges Bindegewebe bildet, dann weiter eine deutliche Ablapfelung und allmählich eine Vernarbung der tuberkulösen Herde herbei. geführt wird. Gleichzeitig bewirkt die zugeführte Stiefelsäure eine reichliche und heilsame Bermehrung der weißen Blutförperchen, die bekanntlich als eine Art Schuhpolizei den Kampf gegen batterielle Krankheitserreger im Drganismus führen. " Koch& Leeland auffällig billige Preise Herrenstoffe..Nadelstreifen" in Blau, Schwarz, Grún Braun... Mfr. Damenstoffe Kaschmir" für eleganfe Kleider usw.. Mir. 6.3.60 Gertraudtenstr 20/21 Segn 1873 Andere Forscher fanden, daß die auch von ihnen beobachteten Erfolge der Kiefelsäuretherapie durch gleichzeitige Verabreichung von Stalt und Buder gefördert werden. Wesentlich für die Wirkung ist indes die Form, in der Stiefelsäure dem Organismus dargeboten wird. Die natürlich vorkommende fandige Kiefelsäure wird vom Körper nicht aufges nommen und ist deshalb araneilich wertlos. Die Wirk famleit anderer Darbietungsformen ist vielfach umftritten. In Gestalt der Stiefelsäure- tall- Malabonbons mit Phosphorsäure Grifonal" bat deutsche Technit neuerdings nach einem zum Batent angemeldeten Verfahren ein Präparat geschaffen, das allen in Betracht kommenden billigen Anforderungen ent spricht. Es enthält nicht nur Stiefelsäure in einer wohlschmedenden, für den Organismus leicht aufnehmbaren und verträglichen Form, sondern gleich zeitig auch die für die Ernährung und Kräftigung des Körpers so wichtigen Stoffe Stalt und Pbosphorsäure neben Malzertralt und Zucker. Kalt und guder sind, wie bereits erwähnt, geeignet, unter gewiffen Umständen die Wirksamkeit der Stiefelsäure gewiffen Umständen die Wirksamkeit der Stiefelsäurebehandlung wesentlich zu unterstigen; regelmäßige behandlung wesentlich zu unterstüßen; regelmäßige Zufuhr von Kalt ist bekanntlich nicht nur für den Aufbau des Störpers unentbehrlich, fondern auc ein bewährtes Mittel zur Verhütung zahlreicher Strankheiten und zur Überwindung von Schwäche zuständen. Phosphorsäure wiederum besit affer größte Bedeutung für die förperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Die heilsame Wirkung von Malzertraft ist allzubekannt, um noch ein Bort darüber zu verlieren. Grifonal ist ein ideales Mittel namentlich für Kinder während der Wachstumsperiode, während welcher ja fast ausschließlich die Uebertragung der unheilvollen Lungenschwindsucht stattfindet, ferner auch bei allen Schwächezuständen nach Infektions frankheiten. Als besonderer Vorzug verdient die ansprechende Form der Darbietung und der angenehme Geschmad hervorgehoben zu tverden. 9 Zu haben nur in Origmalpadung in Apotheken und Drogerien, fonit gegen Einsendung von G.Mt. 1. durch Biesang& Co., Kommanditgesellschaft, Würzburg- Gr. Nr. 9. Von dort auf Wunsch auch Gratisbroschüre über: deutung der Kiefelsäure bei Bekämpfung der Tuberkulose". 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