Nr. 234 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 120 Bezugspreis: Wöchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,- Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,25 Goldmark, für das übrige Ausland 5,25 Goldmart pro Monat. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und Beit" mit ,, Gied. Iung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme4 erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal, Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. aeile 0,70 Goldmart, Reklamezeile 4.- Goldmark. Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Bort 0,20 Goldmark( zulässig zwei feitgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0,05 Opismare. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Diesma ist mit 112 000 gegen: 60 000 Stimmen die gesamte dreizehnköpfige Liste des Linksblocks unter Führung des voraussichtlichen Ministerpräsidenten Herriot für die Radikalsozialisten und des bekannten Verteidigers von Joseph Caillaug, Moutet, für die Sozialisten reft los gewählt worden. Moutet, der als einer der intimsten Freunde Herriots gilt, hatte die Freundlichkeit, sich mir gegenüber über die Auffassung der französischen Demokratie nach dem fiegreichen Wahlausgang am 11. Mai zu äußern. Noch weit stärker als aus dem ausgang am 11. Mai zu äußern. Noch weit stärker als aus dem dieser Tage veröffentlichten Interview mit Gen. Renaudel geht aus den folgenden Aeußerungen, die der Genosse Moutet mir gegenüber machte, hervor, wie sehr die politische Entwicklung in Deutschland und Frankreich voneinander ab hängen und sich wechselseitig einander bestimmen. Mit den Nationalisten in Deutsch land gibt es für uns feine Berständigung, nur mit einer ebenfalls demokratischen Regierung in Berlin ist ein Ausgleich zwischen Frankreich und Deutschland möglich." Das ist die Quintessenz, in der alle Gespräche mit den Politikern der Linken in Frankreich austlingen und die sich auch in dem folgenden Interview wiederfinden. Im Verlaufe der soeben beendeten Legislaturperiode und vor allem während der Wahlkampagne, führte Moutet aus, habe ich stets Genossen Moutet. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36- Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Völkische Unternehmer. Industrieller Ulauentag im Hotel Esplanade. Die Tagung der Deutschen Industriellen- Vereinigung im Hotel Esplanade, ihre Stellung zum Reichsverband der Indigengutachten spiegelt die politische Konstellation auf der Presse dustrie und ihre scharf ablehnende Haltung zum SachverstänRechten wider. In der Gruppierung: Präsidium des ReichsRechten wider. In der Gruppierung: Präsidium des Reichsführt von der Hugenberg- Gruppe- Industrielle Vereinigung verbands- Opposition innerhalb des Reichsverbands, ge= führt von der Hugenberg- Gruppe fehren die Spielartender Stellung zu den Gutachten wieder, die durch die Haltung der Deutschen Volkspartei, der Deutschnationalen um Hergt und Westarp, und der Völkischen ge= fennzeichnet sind. Auf meinen Hinweis, daß die deutschnationale Breffe vor und nach der Reichstagswahl wiederholt behauptet habe, die sogenannten nationalistischen Wahlen in Deutschland hätten den Gegnern Boincarés genügt, indem sie die Massen des französischen Volkes stußig gemacht hätten, antwortete Moutet mit einem lauten Lachen: Das ist ein Schwindel! In Wirklichkeit bildeten die deutschen Reichstagswahlen vom 4. Mai die größte Gefahr, der wir während unseres ganzen Wahlkampfes begegnet sind. Der Nationale Blod hat versucht, sie wahlagitatorisch aus. zunuzen, indem er behauptete, die deutschen Wahlen feien Niederlage des Nationalen Blods noch größer gewesen, wenn absolut nationalistisch ausgefallen, und wahrscheinlich wäre die dieser Ruck nach rechts in Deutschland nicht stattgefunden haben würde. Die Industrielle Vereinigung ist der völkische Flü= gel in der Industrie. Ihre Tagung war ein starker tische als eine wirtschaftliche Demonstration, mit einem Wort, Vorstoß gegen die Annahme der Gutachten, mehr eine poliein industrieller Ulanentag. Die unentwegten Katastrophenpolitiker aus dem Lager der Industrie kamen zusammen, um Die Taftit der Nationalisten in den französischen Regierungen durch äußere Aufmachung und durch auf Agitation abder letzten Jahre bestand darin, in Frankreich und draußen zu erklären, daß das ganze Deutschland nationalistisch sei und die zu lassen als sie sind. Die völkischen politischen Werbetage, der letzten Jahre bestand darin, in Frankreich und draußen zu er gestimmte Reden die Kräfte der Völkischen stärker erscheinen deutsche Republik, die deutsche Reichsregierung nur eine geschickte die Regimentstage, Ulanentage, Denkmalsfeiern find DemonBermummung( Camouflage) gewesen sei. Gerade in dem Augen- stration und Drohung gegen die Republik diese inblick, in dem wir durch unfere unermüdliche Propaganda das Gedustrielle Demonstrationstagung war eine Drohung gegen die genteil nachzuweisen vermochten, da drohten die erneuten natiogenteil nachzuweisen vermochten, da drohten die erneuten natio- allein mögliche deutsche Außenpolitik. Der völkische Reichsnalistischen Wahien in Deutschland die Argumente unserer Gegner tagsabgeordnete Graf Reventlow gab der Tagung die eigentlich politische Note mit den Säßen: zu bestätigen. Auf meine Frage, was dieser tragikomischen Situation gegenüber zu tun sei, erwiderte Moutet: Wenn ich einen Wunsch als einen der wesentlichsten Gründe die Notwendigkeit der Beseiti aussprechen darf und das aus vollem Herzen, so wäre es der, daß in der Stunde, wo in England eine Regierung Macdonald am Ruder ist, in der Stunde, wo in Frankreich eine Links gung des Nationalen Blocks angeführt, daß er in Deutschland die Geschäfte der Nationalisten befördert. Wiederholt habe ich an das Wort meines Freundes Caillaur, den ich vor dem regierung die Macht ergreifen wird, die deutsche Demo. Staatsgerichtshof zu verteidigen die Ehre hatte, erinnert: Die Nationalisten beider Länder bekämpfen fich und ziehen doch in Wirklichkeit an einem Strang. Ich habe stets ausgeführt, daß die wesentlichsten Garantien des Friedens für uns jene Majsen repräsentieren, die in Deutschland den Umsturz getragen, die Republik vertreten und verteidigt haben Pratie die historische Bedeutung dieses Augenblids erfasse und fie uns die Möglichkeit gebe, daß wir vor uns Männer finden, die die gleichen Ziele der internationalen Gerechtigkeit, der europäischen Demokratie und des Weltfriedens verfolgen. Die Regierungskrise. Wie oft habe ich in memen Wahlversammlungen, Seite an Seite mit Herriot, mich an den Kopf gefaßt und mit Erstaunen festgestellt, daß der Nationale Block seine Fehler so weit treibt, daß, Paris, 19. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die durch die Anküne wenn einst die Stunde für uns kommen werde, die Macht zu er- digung des Rücktritts der Regierung Poincaré eröffnete Regreifen, wir vor uns in Deutschland nur noch den Nationa gferungsfrise dürfte wohl noch im Laufe dieser Woche in ein Stas lesmus finden, mit dem es für uns eine Verständigung nicht dium größerer Attivität treten. Miller and soll beabsichtigen, be= gibt. Ich habe oft die tragische Möglichkeit mit Nachdruck unter- reits in den nächsten Tagen mit den üblichen Besprechungen zu bestrichen, daß infolge nicht wieder gutzumachender Fehler wir uns ginnen, für die die beiden Führer der siegreichen Parteien und, dem einer Situation gegenüber befinden würden, in der es nicht möglich parlamentarischen Herkommen gemäß, die Präsidenten von Kammer und Senat, in Frage kommen. Allerdings dürfte, wo die Stimme wäre, den deutschen Nationalismus weniger hart zu behandeln, als des französischen Volkes so deutlich gesprochen hat, Herr Béret als wir den eigenen Nationalismus behandelt haben. Rammerpräsident nicht mehr viel zu sagen haben. Die Betrauung Herriots mit der Kabinettsbildung fan unter allen Umständen als sicher gelten." Paris Soir" glaubt daß wenn die Sozialisten zur Uebernahme der Regierung bereit feien, ihnen voraussichtlich folgende Portefeuilles reserviert würden: Das Ministerium des Innern( voraussichtlicher Kandidat: Varonne), das Finanzministerium( Auriol), das Kriegs ministerium oder das Ministerium des Unterrichts( Paul Bouncour) und das Justiz ministerium( Moutet). Das Gerücht, daß Leon Blum für das Außen ministerium in Frage kommen soll, wird von dem Blatte selbst mit einem Fragezeichen wiedergegeben. Die Meldung der„ Paris Soir" ist unglaubhaft. Falls die Sozialisten ihren Eintritt in die Regierung definitiv verweigern sollten, würde Herriot voraussichtlich das Ministerpräsidium übernehmen und Briand mit dem Minifterium des Aeußern betrauen. Painlevé würde in diesem Falle das Kriegsministerium erhalten. Einem derartigen Ministerium der bürgerlichen Linken dürften wahrscheinlich weiterhin angehören: Bienvenu- Martin, François Albert, de Monzig, Violette, Deladier, Laval. und daß wir ausschließlich uns mit diesen Massen verständigen können und wollen. Jede scheinbare Verständigung mit den Anderen könnte nur eine Täuschung sein und wir wollen nicht getäuscht werden. Der deutsche Großkapitalismus und Nationalismus wird in uns Gegner finden, und jene Nationalisten, die heute ihre Heizreden und Demonstrationen von Tag zu Tag steigern, dürfen von uns nicht das geringste erhoffen. Bir wären ihnen gegenüber um so härter, als wir in den friedliebenden demokratischen, linksgerichteten und republikanischen Massen Deutsch lands die Männer zu finden hoffen, die sich darüber klar sind, daß unser Kampf gegen den Militarismus und Nationalismus auch ihren Interessen und dem Interesse des Weltfriedens dient. Italienisch- tschechisches Bündnis. Erklärungen des Minifters Dr. Benesch. Rom, 19. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die Zeifung„ J Mondo" veröffentlicht am Montag Erklärungen des tschechoslowafischen Außenministers über seine Berhandlungen mit Mussolini. Er erklärt, diese Verhandlungen würden die Grundlage eines formellen Vertrages bilden, dem in absehbarer Zeit beide Regierungen unterzeichnen würden. In diesem Vertrag follen zwei hervorragende Grundfähe obwalten, und zwar die Aufrechterhaltung und Gewährleistung aller Friedensverträge in Mitteleuropa und zweitens die engste politische Zusammenarbeit zwischen Italien und der Tschechoslowakei. Es handelt sich nicht nur um eine Entente, jondern gleicherweise auch um eine praktische Zusammenarbeit, deren 3wed jei, die in jedem Augenblid notwendigen Maßnahmen gemeinsam zu treffen und auszuführen. Der Bertrag werde teinerlei militärische klauseln Die Mailänder Konferenz. Mailand, 19. Mai.( EP.) Nach der Unterredung zwischen Mussolini und den belgischen Ministern Theunis und Hymans ist folgende amtliche Mitteilung veröffentlicht worden: Die belgischen Minister und Mussolini stellen fest, daß die Reparationsfrage eine Ursache politischer Beunruhigung und wirtschaftlicher Krifis fei. Sie glauben, daß es möglich ist, fie unverzüglich Krisis sei. Sie glauben, daß es möglich ist, sie unverzüglich durch Anwendung des Expertenberichtes zu lösen, der eine Verständigungsgrundlage bildet, wenn die deutsche Regierung die notwendige Maßnahme ergreift und loyal durchführt. Der durch lands entstehenden Lage haben die Minister ihre Aufmerksamkeit geeine etwaige abfichtliche Pflichtvergessenheit Deutsch widmet. Eine entsprechende interalliierte llebereinfunft er scheint ihnen erreichbar. Ebenso erscheint ihnen die Einberufung einer interalliierten Konferenz wünschenswert, sobald der Meinungsaustausch unter den alliierten Regierungen FortMeinungsaustausch unter den alliierten Regierungen Fort: fchritte gemacht hat, um zu einer endgültigen Uebereinkunft zu gelangen. Die belgischen Minister und Mussolini werden ihr mög lichstes tun, um unverzüglich den Expertenbericht zu verwirkSie anerkennen auf jeden Fall, daß die Frage der interalliierten Schulden mit der vollständigen und endgültigen Lösung der Reparationsfrage verbunden bleibt. Die Zusammenkunft von Mailand hat dadurch ihre Ziele und ihren Zweck erreicht. enthalten und überschreitet nirgends die Bestimmungen des italienischlichen. füdslawischen Vertrages, von dem er durchaus unabhängig sei. Benesch will den Bertragsentwurf dem zur Kur in Sizilien weilenden Präfidenten der Tschechoslowakischen Republik Dr. Majaryf vorlegen, dessen Zustimmung er erhofft. Er stellt in Aussicht, daß bei seiner erfolgenden Rüdfehr nach Rom bereits die Unterzeichnung des Berfrages erfolgen fann. Als einzige Möglichkeit einer Rettung für uns als Volk bes stehe, daß wir jetzt geschlossen nein sagen und dann eine zweckmäßige Politik darauf aufbauen. Mit einer Politik der klaren Erkenntnis der Tatsachen und mit einem deutschen Willen werden wir weiterkommen als mit einem Willen, der zur Internationalisierung und zur Versklavung führt. Der echt völkische Charakter der Tagung fam in der Tonart start genug zum Ausdruck. Ein gewisser Herr Don Brud aus Düsseldorf warf in nur schlecht verhüllten Wendungen der Reichsregierung vor, daß sie aus persönlicher Interessiertheit Erfüllungspolitik betreibe, ein anderer Redner bekämpfte die Annahme der Sachverständigengutachten mit dem geistreichen Argument, daß die Frau und die Schwägerin Stresemanns Jüs dinnen seien. Die Niedrigkeit der Gesinnung und die gemeine Verleumdung, die in der völkischen Bewegung das sachliche Argument ersetzen muß, beherrschte den Tag der völkischer Industriellen. Der taktische Angriff dieser neuen industriellen Vereini gung gilt dem Präsidium des Reichsverbands der Deutschen Industrie, den Bücher und Sorge, die fich für die Sachverständigengutachten ausgesprochen haben. Die Entschlie= Bung, die diese Tagung schließlich annahm, wendet sich gegen die Stellung, die das Präsidium des Reichsverbands seit Jahren zur amtlichen Erfüllungspolitik eingenommen hat, fie will von außen her die Opposition im Reichsverband selbst vorwärts treiben, um eine Sinnesänderung zur Ablehnung der Gutachten zu erreichen. Die Erbitterung der Unentwegten über die durch den Zwang der Not geborene Wendung des Reichsverbands zur Realpolitik hin, die über den Gedanken der Kredithilfe, über die Garantievorschläge vom Mai 1923 zur positiven Stellung zu den Sachverständigengutachten geführt hat, kommt darin zum Ausdruck. Der Wendung zur Realpolitik gegenüber stellen die völkischen Industriellen das Programm auf: Ablehnung der Gutachten, Ableugnung aller deutschen Leistungsfähigkeit, Willen zur Revanche. Dies Programm verträgt sich nicht mit den Absichten der Opposition innerhalb des Reichsverbandes der Deutschen Industrie. Eine starke und ständig wachsende Opposition versucht im Reichsverband selbst die Entschließung des Präsidiums umzustoßen. Diese Opposition, als deren schärfsten Vertreter Sugenberganzunehmen ist, ist an politischer und wirtschaft. licher Bedeutung der neuen industrielle Bereinigung bei weitem überlegen. Sie hat im Reichsverband der deutschen Industrie mehr als einmal ihre Stärke gezeigt. Im Bunde mit Stinnes gelang es ihr seinerzeit, den Gedanken der Kredithilfe der deutschen Industrie im Kampfe gegen das Präsidium des Reichsverbandes. zu zerstören. Ihr Ansturm reits dazu geführt, daß beim Präsidium des Reichsverbandes gegen die Haltung des Präsidiums zu den Gutachten hat beRommiffionen zur Prüfung der einzelnen Fragen des Gutachtens eingesezt worden sind. Hier führt der Weg zu der Stellung, die die Parteiführung der Deutschnationalen zu dem Gutachten einnimmt: die Annahme der Gutachten als Berhandlungsgrundlage, mit dem Vorbehalt der - wahrscheinlicher Ablehnung. leber diese Haltung der Opposition innerhalb des Reichsverbandes hat die Debatte auf dem Tage der völkischen Industriellen Klarheit geschaffen namentlich die Rede von Borsig, der den völkisch- industriellen Angriffen entgegentrat. Borsig mußte sich auf dieser Industriellentagung das Das polnische Ermächtigungsgejet foll auf Antrag der Re Diskussionsrecht erst erzwingen. Er fämpfte nach zwei Frongierung bis zum 31. Dezember d. J. verlängert werden. ten, gegen das Präsidium des Reichsverbands nach der einen Seite, gegen die Völkischen nach der andern Seite. Aus ihm sprach der Unmut, daß die völkische Gruppe der Opposition im Reichsverband Uebcrkonkurrenz macht. Beide Gruppen sind nichts weniger denn einig. Sie stehen einander gegenüber wie Deutschnationale und Völkische während des Wahlkampfes. Die„Rheinisch-Westsälische Zeitung" führt namens der Hugenberg-Gruppe Klage über unlauteren Wettbewerb: Gerade die Hugenberg-Gruppe hat sofort gegen den überstürzten Beschlutz des Spitzenverbandes protestiert und ihn heftig bekämpft. Was die Deutsche Industriellen-Vereinigung sagt, ist also keineswegs neu und bisher unausge- sprachen, und auch die Vertreter, die damals dem Beschluß ihre Zustimmung gegeben haben, haben mehr oder minder ihr« persön- lichen Vorbehalte in der allgemeinen Formel zu sehen geglaubt. Die Tagung der neuen industriellen Vereinigung ist poli- tisch ein Versuch, den unentwegten Flügel der Deutschnatio- nalen zu stärken. Darüber hinaus aber ist sie ein Symptom kommender wirtschaftlicher Entwicklungen. Der Gegensatz zwischen Schwerindustrie und Fertigindustrie arbeitet sich immer stärker heraus, je länger die Stabilisierung andauert und je mehr die damit verbundene Krise um sich greift. Je mehr dieser Gegensatz Heroortritt, um so mehr beginnt es im Gebälk des Reichsverbandcs der deutschen Industrie zu knistern. Die Schwerindustrie, die jetzt unter der Last der !Nicum-Verträge leidet, ist eher geneigt, auf den Boden der Sachverständigengutachten zu treten, als manche Unternehmer der Fertigindustrie, die die neue Vereinigung der völkischen Industriellen stützen. Mit dem Wachsen dieser Gegensätze aber wankt die künstlich hochgezogene Unternehmerorganisation, die unter der anspruchsvollen Bezeichnung„d i e Wirtschaft" die deutsche Politik in entscheidenden Stunden zu beeinflussen suchte. Es ist das Ergebnis der völkischen Industriellentagung im chatcl Esplanade, daß sie die Gegensätze in„der Wirtschaft" blitzartig beleuchtet hat. Ebensowenig wie auf der politischen Rechten eine einheitliche Stellungnahme zu den brennendsten Fragen der Außenpolitik vorhanden ist, ebensowenig in den Kreisen der Industriellen. Die Gegensätze der Industriellen werden in die politischen Entscheidungen dieser Tage hinein- spielen— um so notwendiger ist es, Klarheit zu fchasien. Der Kurs der deutschen Politik darf außenpolitisch ebensowenig von industriellen Ulanentagen beeinflußt werden, wie innen- politisch von den provokatorischen Demonstrationen der Völkischen. * Auf der Tagung der Deutschen I n d u ftri e ll« n- D« r- e i n i g u n g kam es nach dem Referat von Dr. Bang zu einer stürmischen Aussprache. Geheimrat Bors ig erklärte: Die Mehrheit im Reichsverband der Deutschen Industrie ist mit dem Berlauf der Dinge nicht einver. st a n d e n und ich selbst mache kein Hehl daraus, daß ich die Hal- tung des Vorsitzenden in der Gutachtenfrage mißbillige, aber eine Spaltung der Industrie gerade jetzt bedeutet«ine furchtbare Gefahr. Ich habe das Gefühl, daß man in dieser Versammlung sich Deutschlands Lage nach dem verlorenen Krieg nicht in der er- forderlichen Weise klargemacht hat. Was soll denn nun ge- schehen? Mit nationalen Leidenschaften kann man keine Po- litik machen. Alles, was jetzt vor sich geht, ist der Ausfluß des Versailler Vertrages und wie stellt man sich dessen Lösung vor? tLebhafte und anhaltende Unruhe.— Zurufe: Durch Courage! Rache!) Courage zeigt man nicht im Sitzungssaal und ebenso- wenig nimmt man dort Rache. Di« folgenden Redner, H ü l s m a n n- Freiburg und T e e tz- Berlin, griffen das Präsidium des Reichsoerbandes heftig an. Graf Reventlow bezeichnete ein« Politik des entschlossenen Rein- fagens als den einzigen Weg zur Rettung. Bon Bruch- Düffel« dorf forderte den Rücktritt des Präsidiums des Reichsoerbande». Er führte gegenüber der Erfüllungspolitik aus: Härter der Erfüllungspolitik steht nicht das Interesse des deutschen Volkes, sondern das Interesse ganz weniger einzelner Persönlichkeiten, die daraus Vorteile ge- zogen hätten. Suchen Sie diese Persönlichkeiten nicht zu weit außerhalb der Spitze des Reichsverbandes der deutschen Industrie und nicht zu weit außerhalb der deutschen Reichs- regierung. Raoul tz. Irance. Don Leopold Löske. H. R. Francs, der Naturforscher und Philosoph von Dinkels- bühl in Franken, wird am 2l>. Mai fünfzig Jahre alt. Das Buch „R. H. Francs, Das Buch eines Lebens", geschrieben von einem seiner begeistertsten Anhänger, Hanns Fischer(R. Voigtländers Verlag in Leipzig. 190 S. Geb. 5 M.) will anläßlich dieses Tages schon jetzt dem Leben und Wirken des Forschers ein biographisches Denkmal setzen. Mit allen Einzelheiten offenbar aufs genaueste vertraut, macht Fischer uns mit dem Werdegang Francs? vom Knaben zum Manne bekannt, und so anziehend wie dies« Entwick- lung ist, so fesselnd ist sie auch geschildert. Einzelheiten herauszu- greifen, dazu ist hier nicht der Ort. Und auch die Fülle k»?r Werke und Schriften großen und kleinen Umfangs(bis jetzt 42!) ist so überraschend groß, daß selbst Fischer nur auf einige der wichtigsten etwas näher einzugehen vermag. Mit � seinem Kosmos-Bändchen über das„Liebesleben der Pflanzen", das bisher in NXXXX) Exemplaren verbreitet ist, trat Francs zuerst in die Oeffentlichkeit, und zwar sofort als ein volks- tümlicher Schriftsteller ersten Ranges, mit eigenen Ideen und eigener anziehender Ausdrucksweise. Auch der Gegner, deren er in den Reihen der akademischen Vertreter der Wissenschaft viele hat, muh anerkennen, daß Francs, neben dem in dieser Hinsicht nur noch M. W. Meyer(der Urania-Meyer), Bölsch« und B. H. Bürgel ge- nannt werden können, in den letzten Jahrzehnten wie kaum ein zweiter den Sinn für die Beschäftigung mit naturwissenschaftlichen Dingen im Volte von neuem geweckt, belebt und im Flusse er- halten hat. Nach Francs„hat die'Natur keine Reiche, sondern ist ein einziges Lebendes, auch ihm ist die belebte Natur die vieltausendgestallig« Abwandlung eines und desselben Wesens, des Plasmas. Diese Idee ist auch früher schon ausgesprochen worden, das Seelenleben der Pflanzen, dessen Erforschung Francs sich mit Nachdruck ge- widmet hat, hat schon F-chner(in„Nanna") vertreten, und die Lehre von der Einheit alles Lebens läßt sich bis in die altindische Philo- sophie verfolgen. Aber gewiß hat sie niemand zuvor mit solchem Nachdruck und mit solcher Ausdauer durchgeführt, sie mit immer weiteren B«obachtungen und Ideen gestützt, wie Francs, und immer wieder weist er auf den Menschen als«ingeordneten Teil dieser Natur hin, und daß er sich nicht ungestraft von ihr entfernen könne. Wir müssen ihre Gesetze erkennen, ihr gegenüber den richtigen Aus- gleich finden und uns ihr an der richtigen Stell« einordnen. Er verlangt Ausgleich zwischen Natur und Zivilisation. Und in seinem neuesten Werke, das hier gleich herangezogen sei:„Richtiges Leben"(im gleichen Verlag. Geb. 1,60 M.) zieht er mit den Worten„Gesetzmäßigkeit— Ausgleich— Einordnung— das ist richtiges Lebenn" die Summe seiner Lebensphilosophie. Der nationalllberale Reichstagsabgeordnete Dr. Quaatz ver- langte Verhandlung mit dem Reichsverband. Ein weiterer Redner fordert, daß Dr. Sorge und einige andere Persönlichkeiten unbe- dingt von der Bildfläche verschwinden. Die Reichsoer- bandsleitung sei international e i n g e st e l l t. Die Frau und die Schwägerin Stresemanns seien Jüdinnen. Geheimrat von B o r s i g verlangt als Mitglied des Präsidiums des Reichsver- bandes bezüglich der von Herrn von Bruck erhobenen persönlichen Vorwürfe Namensnennung. Er verläßt unter Pro- test den Saal. Nach einem Schlußwort von Dr. Bang wurde eine Enffchlie- ßung angenommen. In der Entschließung erklären sich die Ver- sammelten gegen die Haltung des Reichsverbandes der deutschen Industrie zur Frage der Erfüllung»- politik und erklären insbesondere dessen Stellungnahme zu den sogenannten Sachverständigengutachten für durchaus oerfehlt. die Sefpcechung üer Nittelparteien. . Tagung des Zentrums. Der Sozialdemokratische Parlamentsdienst teilt mit: Die Führer der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft traten am Montag zur Beratung eines außenpolitischen Programms im Reichs- tage zusammen. Die Beratungen wurden nach kurzer Dauer ab- gebrochen, da die notwendigen Vorbereitungen nicht getroffen waren. Am Dienstag soll ein« neue Besprechung stattfinden, in der die außenpolitischen Programmpunkte wahrscheinlich formuliert werden. Das Programm soll als Grundlage der mit den Deutschnationalen anzustrebenden interfraktionellen Besprechungen dienen. Wenigstens ist das die Absicht des Z e n t r u m s, während man von den Führern der Volkspartei bisher kaum sagen kann, daß sie in dieser Hinsicht einer Auffassung mit den maßgebenden Vertretern des Zentrums sind. Die Zentrumsfraktion trat nach Beendigung der innerhalb der Arbeitsgemeinschaft geführten Besprechungen zur ersten Fraktions- beratung zusammen. Die politische Lage bildete den Hauptgegen- stand der Erörterungen. Ein Beschluß über die Regierungsbildung bzw. den Rücktirtt der Regierung wurde vorläufig nicht gefaßt, da- gegen konnte der Vorsitzende der Fraktion, der frühere Reichskanzler Dr. Fehrenbach, anläßlich der Vertagung der Montagsbesprechungen auf Dienstag bereits feststellen, daß über die Notwendigkeit der An- nähme des Sachverständigengutachtens innerhalb der Zentrums- fraktion nur ein« Meinung herrsche. Diese Erklärung ist dahin zu verstehen, daß auch die Zentrumsfraktion das Sachverständigengut- achten nicht als Grundlage zu Verhandlungen, sondern als Grund» lag« der zukünftigen Politik betrachtet wissen will. Schwere Sorgen. Tie Plätze im neuen Reichstag. Der Präsident des alten Reichstages, Genosse L ö b e, dem als Aufgabe noch die Unterbringung der einzelnen Fraktionen in ihrer neuen Stärke im Plenum des Reichstages obliegt, hat die Führer sämtlicher Reichstagsfraktionen für Dienstag nachmittag zu ich gebeten, um diese bei der Verschiedenartigkeit der Ansprüche schwierig geworden« Frage zu regeln. Geht man nämlich nach dem Programm, wie es von den einzelnen Parteien im Wahlkampf vor- getragen wurde, so müßte zunächst zwischen den 62 Kommunisten auf der äußersten Linken und den 100 Sozialdemokraten Herr Knüppet-Kunze mit seinen drei Getreuen Unterkunft finden. Rechts von den Sozialdemokraten müßten sich nach dem Programm die 32 Völkischen anschließen. Sie beanspruchen aber«inen Platz links von den Deutschnationalen, der ihnen jedoch von den 45 Abgeordneten der Volks partei keftritten wird. Die Völ- tischen wiederum wünschen, daß die Deutsche Volkspartei in den Bänken der früheren Nationalliberaten, also links vom Zentrum, Platz nimmt. Dagegen will die Bayerisch« Voltspartei, die bisher zwischen Demokraten und Zentrum saß, ihren Patz im neuen Reichstag rechts vom Zentrum einnehmen. In der Nachbarschaft des Zentrums möchte noch«ine neunte Fraktion untergebracht werden, die durch den Zusammenschluß von 5 Welsen und 10 Bauern- und Mittelstandsbündlern zustande kommen soll. Nachdem Francs sich durch die Erforschung der Lichtsinnes- organe der Pflanzen, durch die Verbesserung des Kulturbodens ver- mittels des Edaphons(der Boden besteht nicht bloß aus seinen chemischen Bestandteilen und aus semer physikalischen Beschaffen- heit, sondern zum Gedeihen der auf ihm lebenden Gewächse gehören nach Francö auch die den Boden in Unzahl bevölkernden Kleinlebe- wesen I) und andere wissenschaftlich« Forschungen ein erhebliches Verdienst erworben und durch sein„Leben der Pflanze" ein glänzen- des, in feiner Art einziges volkstümliches W«rk geschaffen hatte, ist er unter die Philosophen gegangen. Die Bezeichnung„objektive Philosophie", die er seiner Lehre gegeb«n hat, ist nicht glücklich, und in den Werken, die sie behandeln, gärt und schäumt es noch so sehr, daß wir dazu heute noch kein« Stellung nehmen möchten, bis sich Kern, Weg und Richtung deutlicher Herausgeschäft haben werden. Dies um so mehr, als noch eine ganze Reihe weiterer Werke Francäs in Vorbereitung find, deren eines auch die Soziologie zum Gegenstand haben soll. Auch mit der Untersuchung okkultistischer Problem« hat France sich besaßt und an Sitzungen bei Prof. Schrenck-Notzing in Wien teilgenommen, in denen ein„Medium" das berühmte und nunmehr berüchtigt« Teleplasma als„materialisierten Geist" von sich gab. France hielt damals jede Täuschung für ausgeschlossen, und als Hanns Fischer sein Buch schrieb, war der Schwindel noch nicht entlarvt. Nicht um dem Buche eins anzuhängen, sei dieser Sachverhalt hier erwähnt, sondern wegen der außerordentlichen Wichtigkeit, die wir der Bekämpfung des okkultistischen Schwindels für die geistig« Gesundung des Volkes beimessen. Und noch«ins möge Hanns Fischer uns nicht verübeln: die oft begeisterte Sprache des Jüngers über seinen Meister ist begreiflich! Aber man muß nicht gleich Francö und Dinkelsbühl mit Goethe und Weimar pa- rall«lisieren. ,korallenkettlin� von Iranz vülberg. »Das Schiller-Theater, als zweites Staatstheater,«kwi«z einem Sohne Berlins, dem Kunsthistoriker und Dramatiker Franz Dülberg, die allerdings verspätete Ehrenpflicht, sein erstes, 1904«nt- standcnes und in anderen Orten bereits ausgeführtes Drama „Korallenketllin" herauszubringen." So ungefähr könnte der wohl- wollend« Bericht eines Unorientierten beginnen. In Wirklichkeit war diese Aufführung erzwungen, das Drama war eins von den vielen, die Icßner vorfand und nun abspielen muß. Er hat sich zu dieser Pflicht erst nach längerem Prozeh verstanden. Wir verstehen Jeßners Standpunkt: er will kein Repititionstheater sein. Aber vielleicht hätte es einen Ausweg gegeben: Dülbergs„König Schrei" ist zwar auch zwanzig Jahre aft, aber er hat revolutionären Impuls, und es wäre ein- interessantes Experiment gewesen, seine Tragkrost heute nachzuprüfen.... Aber auch so war der Abend nicht verloren. Es ist viel ergeb- nisreicher, dem ringenden Dichter auch auf seinen Irr- und Abwegen zu folgen als dcm seichten Routinier auf s«in«r glatten Kommunisten und Amnestie. Pläne für die erste Reichstagsfitzung. Ein Rundschreiben der KPD.-Zentrale an die kommunistischen Orgnisationenslmit« läßt erkennen, daß die erste Aktion der Kam- munisten im Reichstag der„Freilassung der politischen Gefangenen" dienen soll. Indes wäre es ein Irrtum, anzu- nehmen, daß es der KPD.-Zentrale wirklich darauf ankommt, durch den Reichstag die Freilassung der Gefangenen zu erreichen, vielmehr ist nur«in Spektakel st ück geplant, das das Gegenteil der an- geblich beabsichtigten Wirkung erreichen muß. In dem Rundschreiben heißt es: „Die erste Aufgabe unserer Reichstagsfraktion, Kampf um die Freilassung der politischen Gesang�nen, muß schon jetzt vorbereitet und von außen unterstützt werden. Deshalb überall Resolu- t> o n e n vorlegen, die verlangen, daß der Reichstag in erster Linie die Freilassung der politischen Gefangenen auf die Tagesordnung fetzt. Der erste größere Zusammenstoß im Reichstag wird um diese Frag« gehen." Und weiter: „Dienstag, 20. Mai, wahrscheinlich Reichstagseröffnung.(Seit- dem verschoben. D. Red.) Aus allen Betrieben Delega- tionen nach dem Reichstag schicken, die verlangen, daß zuerst die Frag« der politischen Gefangenen auf die Tagesordnung gefetzt wird. Die Bezirke müssen sofort alle Frauen von Inhaftierten und alle schon verhaftet ge- wesenen Genossen feststellen und uns bis spä- t e st e n s Donnerstag nach dem Abteilungsabend melden, da diese Genossen zur Reichstagseröff- nung Tribünenkarten von unserer Reichstags- fraktion erhalten." Die unglücklichen Frauen der durch die KPD.-Zentrale ins Ge- fängnis gehetzten Opfer sollen also zu dem Zweck mißbraucht werden, daß ihre Männer länger sitzen müssen. Denn, daß der Reichstag, der bekanntlich eine starke bürgerliche Mehrheit hat, einer in solcher Weise in Szene gesetzten Pression nicht nachgeben wird, weiß auch die Zentrale ganz genau. Ihr kommt es ganz und gar nicht auf die Amnestie, sondern nur auf den Kla- m a u k an. Die Sozialdemokratie hat sich immer wieder für die Befreiung der von den Kommunisten mißbrauchten Opfer eingesetzt. Sie hal dabei auch, so oft es die politischen! Verhältnisse auch nur einiger- maßen gestatteten, praktische Erfolge erzielt. Aber für jeden Ar- bester, den die Sozialdemokraten los bekamen, haben die Koinmu- nssten zehn andere ins Gefängnis gebracht. Welchen Dank die Sozialdemokraten für ihre Hilfe gewärtig zu fein haben, zeigt unter anderem ein Fall in Schlesien, wo die Frauen verhafteter kommu- nistischer Geheimbündler unsere Genossen T a u b a d e l und Buch- witz fast kniefällig beschworen, sie möchten sich für ihr« Männer einsetzen. Tatsächlich geschah das auch mit Erfolg. Später fand man in Breslau kommunistische Papiere, aus denen hervorging, daß im Fall eines Putsches T a u b a d e l und Buchwitz zuerst„erledigt" werden sollten! Um die Freilassung der Gefangenen tatsächlich zu erzielen, dazu bedarf es eines Amnestiegejetzes, und das Amnestiegesetz kann nur Zustandekommen, wenn sich dafür im Reichstag eine Mehr- heit findet. Aber Mehrheitsbildung zu praktischen Zwecken ist ja ein« Sache, um die sich die Kommunisten nach ihren eigenen Erklä- rungen durchaus nicht kümmern wollen, die sie vielmehr als ein verderbliches„Parlamenteln" und als„Verrat an der Sack)« des Proletariats" betrachten. Sie wollen nicht auf die Mehrheitsoer- hältnisse der Volksvertreter einwirken, um aus ihnen herauszuholen, was aus ihnen herauszuholen ist, sondern sie wollen das P a r l a- ment selbst zerschlagen und arbeitsunfähig machen — was den einzigen Erfolg hätte, einer Diktatur der Rechten den Weg zu ebnen. Die Forderung nach Amnestie ist im Munde der Kommunisten' nur ein Kampfmittel gegen das Parlament selbst. Den Frauen der Gefangenen aber kommt es nicht daraus an, das Parlament zu be- kämpfen, sondern sie wollen ihre Männer wieder haben. Was die KPD. mit diesen unglücklichen Frauen vorhat, ist weiter nichts als eine schamlose Irreführung der armen Opfer, die sie selb st ins Elend gestoßen hat. Die Gewährung einer Amnestie ist der Ausdruck des Willens zum inneren Frieden. Der Staat kann für Strafhandlungen, Crfolgsbahn. Franz Dülberg ist ein Dichter von echtem Geblüt, feine Sprache und sein« Verse haben Wohl- laut und Eigenwuchs. Er gibt höchst modeni empfundene Probleme irgendwie in historischer oder phantastischer Verkleidung. Einzelne Szenen(in„Korallenketllin" der ganze erste All) gelingen in großem Wurf. Aber das Ganz« leidet umer der Motivsnüber- Häufung, zerfasert sich durch die Komplizierung der Charaktere, die Dialektik der Gefühle, zerstreut die Teilnahme durch die Sucht, alle Möglichkeiten zu erschöpfen. Der Dichter hat entschieden Thcaterblut, er ist in der Kunst der Effekte wohl beschlagen. Aber er übersteigert, überhitzt, die einfache Linie, die das Theater braucht, verwirrt sich; allzu spitzige Psychologie verrät den Problematiker. Plachtooll setzt das Drama, das moderne, ja vornehmste Psyckzo- logie(man vergesse nicht, daß es zwanzig Jahre alt ist) in historischer Gewandung treibt, ein: das nächtliche Leben und Treiben in einem insttelalterlichen Frauengäßchen entfaltet sich farbig und stimmungs- reich vor unseren Augen. Ein junges frisches Ding, das von seinem Vater ins Kloster gesteckt werden soll, tvitt seinen Liebes- und Leidensweg an. Die Jungfrau Käthchen nimmt das Korallenkettlin, das Symbol des Frauenhauses, wie der Mensch von damals das Hurenhaus wohlanständig nannte, um dcrt ihre Träum« von Sinnesglück zu venvirklickien. Aber der Jüngling, den sie lockt, flieht vor ihr, und der alte lüsterne Handelsherr, der sie kaufm und aus- halten möchte, zerstört ihr all ihr Traumglück. In ihrer Not ersticht sie ihn und wird eingekerkert. 2. Akt: Der siegreich einziehend« Prinz sieht das Bild der Verlorenen, das ein seltsam idealistischer Maler von ihr malte. Er fordert sie von der Stadt für sich. Die Rats- Herren erhandeln dafür das Recht, Hauptstadt zu werden. Die Partei der Zucht und Ordnung wird unter spöttisches Blinkfeuer genommen. Der Prinz— ein Apostel der freien Liebe und romantischer Schwär- mer— erscheint den, Käthchen im Prwpurmantel des Henkers, er- probt und erringt sie. Sie will die seine werden, wenn er sie nach acht Tagen Liedesglücks selber enthaupten will. 3. Akt: Das Liebes- idyll und der Kampf um das Mädchen zwischen Priester und Prinz. (Zu dem Königsdrama tritt also auch ein Priesterdrama.) 4. Akt: Die Richtizcne. Das„Volk" höhnt und will sein Opfer hallen. Der Kampf zwischen Priester und Prinz wind mit offenem Visir aus- gefochten. Käthchen hat die Todesprobe(der Prinz führte den Todes- streich nur zur Schau) bestanden. Das Volk oerlangt ungestüm ihr« Freilassung. Aber angewidert vom Leben, das sie zum Objekt des Prinzen oder des Priesters gemacht hat, die beide um sie gewettet haben, gibt sie sich selbst den Tod. Ernst Legal, der künftige Jntendent für Darmstadt, beflügelte die Auffiihrung Emil P i r ch a n hatte ihr einen stimmungsvollen Rahmen gegeben. Die Darstellung war, trotz der großen Personenzahl, recht charakteristisch. Vor allem traf Erika M e i n g a st für -die mannigfachen Seelenzustände des Kathchens den rechten Ton.(nur das Bajaderenhasts sollte noch mehr her- auskommen!). Der Prinz(Otto Bresin) hatte bei aller Berr�samkeit. die diesen prinzlichen Marquis Posa aus- zeichnet, etwas Unausgeglichenes. Max Pohls redlicher Bürger- meister und Robert Taubes Prior waren markante Verkörpcrun- gen, ausgezeichnet Elsa W a g n e i als Wirtin in der Frauengasse. Dos Publikum war, nachdem es das Befremden einigermaßeri über- wunden hatte, sehr beisc.llsjroh, K. H. D ö s ch e r.. Das Hannoversche Gesamtergebnis. Der Amtliche Preußische Pressedienst teilt als amtliches Gejamtergebnis der Hannoverschen Vorabftimmung mit: Es wurden abgegeben im Regierungsbezirk Hannover 144 818 Jastimmen, Hildesheim 82 691, Cüneburg 116 704, Stade. 866, zujammen 448 961. Die Zahl der Stimm bie in der Hige des politischen Kampfes begangen wurden, Straf- Die radikale Presse aber ist sehr erzürnt, und greift wieder mal freiheit gewähren, wenn dieser Kampf im wesentlichen abgeschlossen zu dem alten Trick, die nationalistischen Rundgebungen gleichzuist. Würden die Kommunisten erklären, daß fie in Zukunft die bru sehen mit einer nationalen Bewegung. Wir bestreiten den tale Gewalt aus ihrem Programm streichen wollen, Veranstaltern dieser geräuschvollen, in unsere Zeit so schlecht passen. so hätte ihre Amnestieforderung die beste Aussicht auf Erfolg. Was den Demonstrationen entschieden das Recht, sich als die alleinigen fie in Wirklichkeit proflamieren und treiben, dient dazu, die Tore der Träger des nationalen Gedankens aufzuspielen. Ihr Treiben ist Gefängnisse nicht zu öffnen, sondern sie nur noch fester zu ver nicht national, sondern im höchsten Grade unpatrioti, berechtigten betrug 1 768 800. Die Anhänger des Trennungsgedanmeil sie in einer Zeit, die die Zusammenfassung Kräfte ernster und fachlicher Arbeit erfordert, Unfrieden in das Bolt tragen tens hatten für die Vorabstimmung davon und die ehrliche nationale Begeisterung so mancher Volksgenossen, aufzubringen, es fehlen ihnen also 140 639 Stimmen. besonders der Jugend, zu parteipolitischen Zweden mißbrauchen. fchließen. Darum ist es eine Lüge, wenn die Kommunisten so tun, als ob sie die Freilassung der politischen Gefangenen durch den Reichstag erstrebten. Diese Leute haben fein Herz für die Opfer ihrer der derblichen Politif, sie tun nichts als ihr Los verschlimmern und ihre Zahl vermehren. Und noch ein anderer Gesichtspunkt drängt sich auf. Wenn es den Kommunisten wirklich um eine Amnestie für ihre Opfer zu tun ist, warum sorgen sie nicht dafür, daß das von Kommunist en regierte Rußland ein Beispiel dafür gibt, wie man politische Gegner großmütig behandelt? In Rußland füllen fich aber die Gefängnisse immer mehr mit Sozialdemokraten, die nicht zur Gewalt aufrufen, sondern die im Berdacht stehen, an der Vollkommen heit des kommunistischen Regierungssystems einige Zweifel zu hegen. Von der Freilassung dieser Opfer, die sich überhaupt nichts zuschulden fommen ließen, ist nicht im entferntesten die Rede. Es ist weiter nichts als efelerregende Heuchelei, wenn fich die deutschen Kommunisten im Reichstag als Apostel der Menschlichkeit und der Freiheit aufspielen wollen. Wenn wir Sozialdemo fraten alles tun, was die Arbeiter vor dem Mißbrauch, den die KPD. mit ihnen treibt, zu schützen und die ganze Periode der kommunistischen Berirrungen zum Abschluß zu bringen, so wirfen wir wahrhaft für Freiheit und Menschlichkeit. Das fann man nur im Rampf gegen die Kommunisten, wie sie heute sind, nicht aber im Kampf für sie und mit ihnen. Verbotene Feste. Sozialdemokratische Anfrage im Landtag. Wegen der Vorgänge, die sich in Halle bei der Eine weihung des Moltte- Dentmals abspielten, hat die sozialdemofralische Fraktion im Breußischen Landtag folgende große Anfrage eingebracht: 1. Warum hat das Staatsministerium die Versammlung unter freiem Himmel in alle a. S. am 11. Mai genehmigt, während alle entsprechenden Veranstaltungen der Arbeiterschaft am 1. Mai ausnahmslos verboten worden sind? Konnte das Staatsministerium nicht voraussehen, daß die Denkmalsweihe in Halle zu monarchistischen und militaristischen Rundgebungen ausgenutzt werden würde? 2. Was gedenkt das Staatsministerium zu tun, um für die Zufunft zu garantieren, daß in Preußen wie bisher die öffentliche Ordnung gegen alle Propagandisten des Bürgerfrieges unbedingt gesichert wird? Ist das Staatsministerium be= reit, die Gewähr dafür zu übernehmen, daß bei der Handhabung der polizeilichen Befugnisse nicht wieder wie in diesem Falle verschiedene Bevölkerungsteile mit verschiedenem Maß zugemessen werden? Inzwischen seht die völkische und deutschnationale Presse ihren Entrüstungsrummel gegen den preußischen Innenminiſter wegen des neuerlich von ihm erlaffenen Berbots der angeblich nationalen" Feiern fort. Die vaterlän dischen Verbände veröffentlichen eine wütende Resolution, die die Deutsche Zeitung" unter der bezeichnenden Ueberschrift " Schande über ein Bolt, das seine Helden vergißt" mieder. gibt. Im Stile dieses Sages ist die Entschließung selbst gefaßt und im Stil dieser unverschämten Demagogie sind auch die Schimpftanonaden gehalten, mit denen die Spalten der nationalen Presse angefüllt sind. Mit nationaler Be megung hat dieses widerliche Geschrei nicht das geringste zu tun. Wir begnügen uns damit zur Charafteristit dieser Kreise nur wiederzugeben, was die„ Germania" über sie schreibt. Sie sagt: Der Flug durch Muskelkraft. Seit Jahrtausenden haben die erfinderischsten Köpfe aller Bölker barüber gegrübelt, mie der Mensch vermöge seiner Mustelkraft fliegen könne. Dabalus und Itarus, Wieland der Schmied, der Zauberer Simon, Leonardo da Vinci und seine Nachfolger find einige von denen, die diesen Menschheitstraum zu verwirklichen hofften. Seitdem ist das Flugproblem mit Hilfe des leichten Explosiomotors gelöst worden. Aber der Wunsch, auch ohne Maschine, durch eigene Kraft fliegen zu können, ist nicht zur Ruhe gekommen, und es scheint, als ob die großen Fortschritte des Segelfliegers auch dieses Problem der Berwirklichung näherführen werden. Ueber den gegenwärtigen Stand des menschlichen Muskelkraftfluges brichtet Hans Woltered in der„ Umschau". Besonders die Franzosen sind es gewesen, die sich um die Schaffung von Mustelkraft- Flugzeugen bemüht haben. Kann man Deutschland als das klassische Land des Segel fluges" bezeichnen, so ist Frankreich das„ klassische Land der Aviette". Die ersten Versuche wurden mit Hilfe von leichten Radrennmaschinen ausgeführt; dann benutte man eine„ Apiette", die bereits größere Tragbügel und eine besondere Schwanzfläche hatte. Die Flüge von 1 und 5 Meter, die man damit zurücklegte, waren natürlich kein wirkliches Fliegen. Es ist dann gelungen, die Länge der durch flogenen Strede auf etwa 15 Meter zu steigern. Wenn man aber bedenkt, daß beim Sti- Springen ohne Tragflächen Sprungweiten bis zu 60 Meter erreicht werden, fo waren die Ergebnisse für das Fliegen mit Mustelfraft nicht gerade ermutigend. Als wesentliches Rennzeichen jedes Mustelkraftflugzeuges ist eine Borrichtung anzusehen, die es dem Flieger ermöglicht, jeine Muskelfraft während des Fluges in Hub- oder Vortriebsleistung umzufegen. Mit Hilfe der auf der deutschen Segelflugpraris gewonnenen Erfahrungen ist man heute eher in der Lage, über die Möglichkeiten des Muskelkraftfluges mit Sicherheit zu urteilen. Unter allen Muskeldrucken des menschlichen Körpers find die Beinmuskeln bei weitem die kräftigsten. Man wird deshalb zu irgendeiner Art von PedalAntrieb greifen müssen, zumal die Hände zur Bedienung der Steuerung usw. frei bleiben sollen. Die Gewichtsfrage spielt für das Mustelkraftflugzeug eine weit größere Rolle als für ein SegelflugWoltered tommt nach eingehender Besprechung der verschiedenen Arten des Antriebs zu der Ansicht, daß man die bewährte Form des Propellerantriebs beibehalten muß, Strittig ist noch die Frage nach der günstigsten Uebertragung der Mustelkraft auf den Bropeller. Bisher ist ausnahmslos der vom Fahrrad her befannte Rurbelbetrieb verwendet werden. Diese vorstehenden Ausführungen," jagt der Berfaffer zum Schluß, laffen erkennen, daß wir noch nicht, wie manche Optimisten nach den Röhnerfolgen glauben mochten, unmittelbar por der Verwirklichung des reinen Menschenfluges stehen. Daß es in absehbarer Zeit gelingen wird, auch diesen uralten Traum des Menschen zur Tatsache werden zu laffen, darüber kann aber schon heute fein Zweifel mehr bestehen. zeug. " " Die Sommerspielzeit des Deutschen Theaters und der Rammer fpiele unter der Direktion Staab und Gerner beginnt am 30. Mai. Im Deutschen Theater tommt zur Uraufführung die Operette Mister Globetrotter von Günther Bibo, Mufit von Otto Urad. Die Kammerspiele eröffnen mit der dreialtigen Komödie Salomon& Schmiegertogter von Baul Frank und Julius Wilhelm. Die Kunsthandlung Lengyel, Surfürstendamm 150, hat eine Ausstellung von Aquarellen und Zeichnungen von Abolf Blün nede unter dem Namen „ Tier und Mens" eröffnet. # Ludendorff, der Katholikenfresser, wird diese Belehrung einer Zentrumszeitung wohl faum beachten. Er und seine Leute werden mit der Hemmungslosigkeit verblendeter Fanatifer weiter zu wüten suchen. Von der Regierung, die bisher die Hitlerei von Norddeutschland einigermaßen ferngehalten hat, muß aber erwartet werden, daß fie diesen Fanatikern feine Gelegenheit gibt, ihr Zerstörungsmert meiter zu be treiben. Wenn etwas unter den Händen diefer Gewaltapostel zerbrechen kann, dann ist es die deutsche Nation, die sie zu beschüßen so eifrig vorgeben. Die Reichsregierung hinter Preußen. Amtlich wird mitgeteilt: 589 600 Stimmen Gewerkschaften und Wiederaufbau. Aktion des französischen Gewerkschaftsbundes. Paris, 19. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Durch den Sieg der Parteien des Linksblocs ist erneut die in den lehten Jahren viel diskutierte Frage der Beteiligung der deutschen Gewerkschaften am Wiederaufbau der zerstörten Gebiete Nordfrankreichs, die befanntlich durch die franzöfifche Industrie fabofiert worden ist, wieder afuf geworden. Das Affionskomitee der zerstörten Departements, das zufammen mit dem Gewerkschaftsbund Amfterdamer Richtung CGT. im Oktober 1922 einen Vertrag mit dem Verband sozialer Baubetriebe in Berlin abgeschlossen hat, beauftragte seinen Borfizzenden, sich sofort mit den Führern der neuen Mehrheit wegen der praktischen Durchführung dieses Vertrages in Verbindung zu treten. Der Kampf um China. Entgegen der Darstellung gewiffer Blätter, monach der Reichskanzler sich aus außenpolitischen Gründen gegen die Abhaltung einer Schlageter Feier unter freiem Himmel in Berlin ausgesprochen und im Reichskabinett in dieser Frage feine Einmütigkeit geherrscht haben solle, erfahren wir, daß der ReichsMostau, 19. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Anläßlich der War. fangler überhaupt feine Veranlassung gehabt hat, sich mit der in nung Amerikas an China vor einer Anerkennung Sowjetrußlands Frage stehenden Angelegenheit rein polizeilicher Erefutive zu be- äußerte sich der frühere Sowjetgesandte in China, Raradhan, dafaffen. Das ganze Reichsfabinett teilt jedoch den hin, daß die Frage der oftchinesischen Eisenbahn ausschließlich die AnStandpunkt der preußischen Regierung, daß zur gelegenheit Chinas und Sowjetrußlands fei. Wenn an zeit die Leidenschaftlichkeit der innerpolitischen Kämpfe solche For dere Mächte sich einmischen, so geschähe es nur, um die Annäherung men angenommen hat, daß Versammlungen unter freiem Himmel, Chinas an Sowjetrußland zu hintertreiben. Die Beschlüsse bei denen diese Gegenfäße erfahrungsgemäß zu ernsten Ausschreiber Konferenz von Washington fönnten für Rußland, das an ihr nicht teilgenommen habe, nicht maßgebend sein. tungen führen, einstweilen nicht geduldet werden fönnen. Das Memelftatut ist von Litauen unterzeichnet worden.) Die Mostau- Mussolini- Feeundschaft. Die Sowjetregierung ges denkt den Besuch des italienischen Kreuzers Mirabello in Leningrad durch Entsendung eines russischen Kriegsschiffes nach einem italienischen Hafen zu erwidern. Bomben im Zeitungshaus. Im Gebäude einer Druderei in Tetichen a. d. Elbe( Nordböhmen), die Hakenkreuzlerblätter herstellt, wurden zwei Bomben gefunden, deren Zündschnüre aber Botan rechtzeitig hatte aus glimmen lassen. Bei den völkischen Attentaten auf Beitungsgebäude in Münster, Hamburg, München ließ Teut das edle Werf gelingen, wie man weiß. Rechts- oder Machtfrage? So flar wie es die Unternehmer hinzustellen beliebten, ist die Rechtslage im Bergbautonftitt offenbar denn doch nicht, sonst würde der Reichsarbeitsminister nicht um ein Rechtsgutachten an den Reichswirtschaftsrat herangetreten sein. Wir möchten betonen, daß es sich bei der Aussperrung der Zechenbesizer nicht um eine Frage des Rechts, fendern der brutalen Macht gehandelt hat. Nun die Bechenbefizer die Arbeiter ausgesperrt haben, wird man diese Zechenbefizer die Arbeiter ausgesperrt haben, wird man diese auch mit dem spißfindigsten juristischen Gutachten nicht dazu auch mit dem fpißfindigsten juristischen Gutachten nicht dazu amingen fönnen, fich dem Diftat der Unternehmer zu beugen. Denn alle die Schiedssprüche, die bisher gefällt wurden, find in Wirklichkeit nichts anderes als ein Eingehen auf die Forderungen der 3echenbefizer. Man hat alle sozialen Errungenschaften rücksichtslos beseitigt, weil die Bechenbefizer die Macht zu befizen glaubten, den durch den Ruhrkampf und die Inflation erschöpften Bergarbeitern ihre Bedingungen aufzwingen zu fönnen. Heute wird nur eines die Arbeiterschaft veranlassen fönnen, mit gebeugtem Rüden zu den Bedingungen der Zechenbefizer in die Gruben zurückzukehren: der Hunger. Das sie davor bewahrt werden, dafür wird hoffentlich die Solidarität der gesamten Arbeiter schaft, für die die Ruhrbergarbeiter einen schweren Kampf cusfechten, durch ständige Sammlungen forgen. Wenn wir die Situation von den einander folgenden Vergewaltigungen der Rechte der Arbeiter und der dadurch aufgehäuften Erbitterung zu entkleiden uns bemühen, so bleibt im Grunde eine reine Produktionsfrage bestehen. Auch wir sind überzeugt, daß es unbedingt erforderlich ist, die Produktion im Bergbau bis zur technisch erreichbaren Grenze zu steigern. Dazu gehört aber der gute Wille der Unternehmer, der bislang nicht immer vorhanden war, dazu gehört weiter, daß die Arbeiterschaft überzeugt ist, die Produktionssteigerung fommt auch ihr zugute. Mit einer den Arbeitern aufgezwungenen Arbeitszeitverlängerung wird man aufgezwungenen Arbeitszeitverlängerung wird man nie und nimmer die notwendige psychologische Einstellung der Arbeiterschaft herbeiführen, die die Voraussetzung für eine Produktionssteigerung ist. Gerade die Ruhrbergarbeiter haben in der Vergangenheit unter den schwierigsten Ernährungsverhältnissen ihre Bereitwilligkeit, zur Produktionssteigerung das äußerste zu leisten, durch die Tat bewiesen. Damals haben aber die sozialistischen Minister, die ins Ruhrgebiet reisten, die Arbeiterschaft durch Bernunftsgründe zu überzeugen sich bemüht und nicht durch Gewaltmaßnahmen sie niederzuzwingen versucht. Nur auf diesem Wege ist eine Produktionssteigerung auch ohne Verlängerung der Arbeitszeit möglich. Man hat vor dem Kriege so oft die deutsche Arbeiterschaft in ihrer Bereitwilligkeit, die Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie zu steigern, über die englische Arbeiterschaft gestellt. Warum sollte in Deutschland nicht möglich sein, was man in England auch ohne Arbeitszeitverlängerung erman in England auch ohne Arbeitszeitverlängerung erreicht hat? Erst dieser Tage wieder ist es gelungen, einem Riefenfonflift im englischen Bergbau auszuweichen. Das ist nach langwierigen Verhandlungen und auf Grund eines Uebereinkommens geschehen, das den Lohnanteil er höht und die Profitrate der Zechenbefizer her absent. Es wäre zu wünschen, daß man in Deutschland in Unternehmerkreisen aus den englischen Methoden etwas lernt. Die Prüfung der Rechtslage. Wolffbureau teilt mit: Wie die Erklärung der Berg arbeiterverbände erneut ergibt, ist einer der Hauptstreit. punkte zwischen den Parteien die unterschiedliche Beurteilung der Frage, welche Arbeitszeit im jezigen Augenblid rechtens ist, in dem die bisherigen Bereinbarungen abgelaufen find und die Arbeitnehmerverbände den Schiedsspruch vom 16. Mai abgelehnt haben. Der Reichsarbeitsminister ist deshalb heute an die Borfißenden des Borläufigen Reichswirtschaftsrats mit der Bitte herangetreten, sofort unparteiische, arbeitsrechts tundige Juristen zu benennen, die gebeten werden sollen, über die genannte Rechtsfrage nach Anhörung des Standpunties beider Parteien in fürzester Frist ein Gutachten zu erstatten. Als Sachverständige zur Abgabe des Rechtsgutachtens über die Frage, welche Regelung der Arbeitszeit im Ruhrbergbau gegen. märtig zu Recht besteht, haben die Vorsitzenden des Vorläufigen Reichswirtschaftsrates die Herren Reichsgerichtsrat Dr. Bewer.. Universitäts- Professoren Dr. S. as fel, Dr. Ginzheimer und Dr. Hued, sowie Landgerichtsdirektor Dr. Gerstel vorgeschlagen. Die Sachverständigen sind vom Reichsarbeitsminister drahtlich um ihr Erscheinen gebeten worden. Sie follen am 20. Mai d. J., nachmittags 5 Uhr im Reichsarbeitsministerium zusammentreten, Erklärung der Verbände. Dem Effen, 19. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Der Rheinisch- Westfälische Zechenverband hat den Schiedsspruch angenommen. Reichsarbeitsministerium wird in einem Schreiben entsprechende Mitteilung gemacht. Zu diesem Schreiben und zu den auf den Zechen ausgehängten Anschlägen geben die vier Bergarbeiter. organisationen folgende Erklärung ab: Das Schreiben des Zechenverbandes tann an der Rechtslage sowie an den Beschlüssen der Konferenzen der Organisationen nichts ändern. Die Beschlüsse der Organisationen haben nach wie vor Geltung. Danach besteht noch die Arbeitsordnung wie die in dem alten Tarifvertrag festgesetzte Arbeitszeit unter und über Tage. 600 000 feiernde Arbeiter im Ruhrgebiet. Aus dem Ruhrgebiet, 19. Mai.( Mtb.) Nach Mitteilungen von Gewerkschaftsseite feiern feit heute früh etwa 600000 Arbeiter, die durch Aussperrung und Betriebsstillegung infolge Kohlenmangels broflos geworden find. Gegen kommunistische Ausschreitung. Effen, 19. Mai.( WTB.) Die vier Bergarbeiterper bände erlassen folgenden Aufruf an ihre Mitglieder: Die Belegschaftsversammlungen einzelner Zechen des Ruhrgebiets beschlossen, mit allen Mitteln, ganz gleich ob gesetzlichen oder ungesetzlichen, den gegenwärtigen Kampf zu verschärfen und die Notstands arbeiten zu verhindern. Diese Beschlüsse merden von den bezeichneten Organisationen aufs schärfste perurteilt. Sie stehen mit den gewerkschaftlichen Grundsäßen im Widerspruch und dürfen unter feinen Umständen von den Bergarbeitern befolgt werden. Die Ruhrbergleute sind in den gegenwärtigen Rampf von ben Unternehmern hineingedrängt worden. Er kann nur zentral von den am Tarifvertrag beteiligten Organisationen geführt werden. Deren Beschlüsse allein find maßgebend und zu beachten. Es tann nicht Aufgabe einzelner Belegschaften sein, betreffs der Führung des Kampfes Beschlüsse zu fassen. Dadurch würde nur die einheitliche Führung des Kampfes unmöglich gemacht. Die unterzeichneten Drganisationen fordern ihre Mitglieder auf, nur an solchen Verjammlungen teilzunehmen, welche von diesen einberufen sind. Berband der Bergarbeiter Deutschlands. Gemertverein chriftlicher Bergarbeiter, Deutschlands. Gewertverein Hirsch- Dunder( Abteilung Bergarbeiter). Bolnische Berufsvereinigung, Abteilung Bergarbeiter. Letzte Nachrichten. Blikschlagzündung in Wittenau. Mährend des gestrigen Abendgewitters fegte ein Bligftrahl das Materiallager der Straßenbahn in Wittenau in Brand. Der Bittenauer Berufsfeuerwehr in Verbindung mit einige Wehren ber Nachbarorte gelang es, nach dreistündiger Arbeit das Feuer zu löschen und großen Materialschaden zu verhüten. Die auf die Mel. bung Mittelfeuer" ausgerückten Berimmer Löschzuge brauchten nicht einzugreifen. Doppelmord in Oranienburg. Wohnung wurde die Witwe Emma Köhn mit ihrem Sohn Oranienburg, 19. Mai. In ihrer in der Mühlenstr. 32 gelegenen ermordet aufgefunden. Gewerkschaftsbewegung nügt die Arbeitszeitverlängerung feltst in den wenigen Fällen, wo Arbeitszeit und Produktionssteigerung. dufionssteigerung einsieht erhöht werden. Auf der anderen Seite fie sonst von Vorteil sein könnte, nichts, wenn sie ohne Einwilligung der Arbeiter erfolgt und daher ihren Arbeitseifer vermindert. Lippmann meint, eine solche Arbeitszeitverlängerung hätte überhaupt keinen Wert. Bird in einem Lande die Arbeitszeit der fürzt, so erscheinen Für eine Erhöhung der Produkton stellt Lippmann folgende einem verhängnisvollen Rückgang der Produktion zu berichten Forderungen auf: 1. der Arbeiter soll während seiner freien Zeit wiffen. Wird aber die Arbeitszeit wieder verlängert, jo tom jebe übermäßige Ermüdung, die feine bezahlte Arbeitsleistung bemen sofort noch vor Ablauf einer für Vergleichszwecke auseintächtigen fönnte, vermeiden. 2. Er soll sich vernünftig ernähren reichenden Zeitperiode- Berichte über eine erfolgte Ertrags= und einen Lohn erhalten, der ihm dies möglicht macht. 3. Er soll steigerung als Folge der verlängerten Arbeitszeit. Statistische mehr Aufmerksamkeit, Arbeitswillen, Energie und Eifer entfalten, Unterlagen Zahlen machen immer Eindruc als in der Zeit, wo die länger ausgedehnte Arbeitszeit eine solche fehlen in beiden Fällen nicht. In der vom Internationalen Arbeitsamt vor kurzem Anpassung von ihm nicht erforderte. 4. Für die Lohnbestimmung veröffentlichten Untersuchung über die Prodution muß ein wissenschaftliches System eingeführt werden. 5. Jeder eine Arbeit von hohem wissenschaftlichen Wert wurde bereits die vollsoll in seinem eigenen wie auch im Interesse der Allgemeinheit an fommene Unzuverlässigkeit und Unrichtigkeit dieser Statistiken beden rechten Plag gestellt werden, wo er sein Höchstausmaß leisten wiesen. Wir möchten nun auf eine jüngst erschienene wissenschaft- fann. 6. Während der Arbeitszeit soll eine längere Arbeitspause liche Arbeit hinweisen, auf die Arbeit des Direktors des Instituts eingeschoben werden, deren Dauer im Einklang mit den diesbezügfür angewandte Psychologie in Berlin, Otto Lippmann, auflichen Forderungen der betriebspsychologischen Wissenschaft stehen feine umfassenden Darstellungen über das Verhältnis der soll. 7. Die Organisation der Unternehmung( Maschinen usw.) soll Arbeitszeit zur Produktionssteigerung. Sein vor auf Grund der berufspsychologischen und physiologischen Unterfurzem unter dem Titel:„ Das Arbeitszeitproblem" erschienenes fuchungen erfolgen. Werden diese Maßnahmen nicht durchgeführt, Buch behandelt auf Grund von ungefähr 400 einschlägigen Arbeiten so kann die Arbeitszeitverlängerung zu feiner Produktionsver die Fragen der Arbeitszeit. Im Aprilheft der„ Revue internationale mehrung führen, dagegen kann bei richtiger Durchführung dieser du Travail" beleuchtet aber dieser Gelehrte die Frage von einer Forderungen der Arbeitsertrag ohne Arbeitszeitverlängerung fehr Seite, die für uns gegenwärtig ganz besonders wichtig ist. Er erheblich gesteigert werden. ( A. 5.) fchaltet nämlich absichtlich die Wirfurgen der Arbeitszeitverkürzung auf die Gesundheit und auf das Wohlergehen des Arbeiters, also bie hygienischen und sozialen Gesichtspunkte von der Betrachtung aus, und fragt ausschließlich nach der Wirkung der Arbeitszeit auf den Produktionsertrag. Bei dieser Betrachtung kommt zum Beispiel die Ermüdung nur in Frage, wenn sie zur Verminderung des Produktkonsertrages führt, nicht aber dann schon, wenn sie sich in vermehrten Unfällen, Krankheiten und Sterblichkeit ousmirft. Die vor dem Krieg erschienenen Statistiken pflegten von der Berkürzung der Arbeitszeit in der Regel nur Gutes zu berichten. Damals war die Forderung nach Steigerung der Produktion noch nicht so wichtig wie heute und deshalb waren die Unternehmer weniger befangen als gegenwärtig, wo sie unter der Euggestion stehen, daß die Produktion nur durch Arbeitszeitverlängerung ver mehrt werden kann und deshalb ihre Statistiken schon von vorn= herein darauf eingestellt sind. Auch sieht der Unternehmer unter Ser Wirkung des Aberglaubens, daß bei einer Arbeitszeitverkürzung die Maschinen nicht genug ausgenützt werden können. Dabei vergißt er, daß eine Anzahl von Betriebsausgaben, Heizung, Beleuch tung, Kraftaufwand, zum Tei auch Löhne bei Arbeitszeitverkürzung entsprechend vermindert werden, und daher die Erhöhung des Stundenertrages selbst bei einem Rückgang der Jahresproduktion für die Unternehmer rentabel fein fann. Auch ist die Maschine, selbst wenn fie bedient wird, nicht immer voll ausgenügt. Die meiſten ſtatiſtischen Angaben ftüßen sich im übrigen nicht auf die Ergebnisse ein zelner Unternehmungen, sondern auf ganze Industrien; sie enthalten zumeist willkürliche Schägungen der Unternehmer, die in Der Regel übertrieben und nicht objektiv sind. Der Grundgedanke Lippmanns ist aber der, daß das Verhältnis zwischen Arbeitszeit und Produktionsertrag weder einfach noch unmittelbar ist. Wenn nach erfolgten Veränderungen der Arbeitszeit veränderte Produktionserträge hervortreten, so brauchen diese beiden Erscheinungen nicht unmittelbar im Berhältnis von Ursache und Wirkung zu stehen. So hatten zum Beispiel nach erfolgter Arbeitszeitverzürzung einzelne Statistiken über eine Erhöhung des Ertrages um 121 bis 176 Proz., andere aber über eine Abnahme von 60 bis 70 Broz. berichtet. Derartige Widersprüche sind nur zu lösen, wenn wir berücksichtigen, daß andere Faktoren als die Arbeitszeit( oder in Verbindung mit der Arbeitszeit) ebenso oder in noch größerem Maße in die Wagfchale fallen. Wir möchten hier schon die Schlußfolgerung vorwegnehmen. Die Steigerung der Produftion hängt beit ab. Der Streik der Bauanschläger geht weiter. Von den streifenden Bauanschlägern war im Laufe des Streifes, der bereits 6 Wochen dauert, die ursprüngliche Forderung auf 1,10 Mt. Stundenlohn erhöht worden, weil in der Zeit eine merkliche Preissteigerung aller Bedarfsartikel eingetreten war und auch andere Branchen Lohnerhöhungen durchgesetzt hatten. Bei den darüber gepflogenen Behandlungen lehnten die Arbeitgeber diese neue Forderung ab und verlangten ihre Zurücknahme. Dem fonnte von der Verhandlungskommission nicht entsprochen werden. Die Berhandlungen zerschlugen sich infolgedessen. Ein Angebot, daß die Arbeitgeber als äußerste Erhöhung machten, nach welchem die Anschläger die Lohnerhöhung der Bauschloffer erhalten sollten, wurde von einer Streitversammlung gestern ab= gelehnt, da danach der Stundenlohn nur bis auf 92 Bf. gefommen wäre. In diesem Lohn wäre die Abgeltung für Werkzeug und Urlaub enthalten gewesen, so daß der effektive Stundenlohn nur etwa 75 Bf. betragen hätte. Die Streifverfammlung stand auf dem Standpunkt, daß bei der ausgesprochenen Saisonarbeit der Anschläger diese mit so einem geringen Lohn nicht auskommen fönnten. Die von allen im Streif stehenden Anschlägern besuchte Versammlung beschloß e in stimmig, den Streit fortzusehen. Bom Branchenleiter Badhus wurde mitgeteilt, daß sich jetzt alle Bauanschläger dem Streit angeschlossen hätten und so mit einem günstigen Ausgang des Streifes zu rechnen ist. Die Bauanschläger ersuchen alle auf Bauten beschäftigte Bauarbeiter auf Streifarbeit zu achten und gegebenenfalls sofort Mitteilung an die Streifleitung gelangen zu lassen, die ihr Bureau im Verbandshause der Metallarbeiter, Linienstraße 83-85, Telephon Norden 833-835, hat. Verweigerung von Ueberstunden. weniger von der Arbeitszeit als von der Intensität berarbeiter birma 6 Uhr 3ug ohne Zeitverlust erreichen könnten. Die Rolle der verschiedenen Umstände, die nach Lippmann den Produktionsertrag beeinflussen, fann hier nur furz behandelt werden. Eine nichtentsprechende Verteilung der Arbeitsstunden auf die ganze Arbeitszeit kann zum Beispiel die ganze Wirkung der Arbeitszeitverkürzung in Frage stellen. So konnten einelne Unternehmer, die zugleich mit dem Achtstundentag auch eine zweistündige Mittagspause und Affordarbeit einführten, den Stun benertrag um 15 Brez. steigern, andere, wo gleichzeitig mit der Einführung des Achtstundentages die Mittagspause unterdrückt und die Affordarbeit abgeschafft wurde, hatten einen Rückgang des Stundenertrages um 13 bis 14 Proz. zu verzeichnen. Eine Anzahl Untersuchungen ergaben, daß nach Lohn erhöhungen welche eine bessere Ernährung der Arbeiter ermöglichten, auch der Produktionsertrag sich bald erhöht hat.( Die Erhöhung der Produktion: der deutschen Kohlengruben, Die in den letzten zwei Monaten verzeichnet wurde, ist ebenfalls auf eine beffere Ernährung gegenüber den legten Monaten des pcrigen Jahres zurückzuführen.) Mar Weber zeigt, daß ein Arbeiter, der täglich 30 Gramm Alkohol genießt, 9 Stunden für eine Arbeit braucht, die er früher in 8 Stunden bewältigte. Die Wirkungen der Arbeitszeitverkürzung für die Erhöhung der Probuftion treten in der Regel nicht sehr schnell ein. Manchmal dauert es lange Zeit, bis die Arbeiter sich der neuen Arbeitszeitordnung angepaßt haben. Wenn die Arbeiter durch fange Arbeitszeit, erschöpft sind, so wirkt dies sogar bei ihren Kindern nach und oft fann erst die darauffolgende Generation die volle Leistungsfähigkeit miedergewinnen. Dagegen kann die Arbeitszeitverlängerung fo= fort Müdigkeitserscheinungen hervorrufen, die sich unmittelbar in der Verlangsamung der Arbeit und die damit verbundene Verminderung des Produktionsertrages auswirken. Die industrielle Ermüdung beeinflußt ganz besonders die Leistungsfähigkeit. Die Vergleiche zwischen der Vorfriegs- und Nachtriegserzeugung find aus dem Grunde schon unzuverfäffig, weil sich die Arbeitsverhältnisse, abgesehen von der Arbeitszeit, erheblich verfchlechtert haben. Deshalb", schreibt Lippmann, beweist die Verminderung des Produktionsertrages nach Einführung des Achtstundentages nach dem Krieg noch feineswegs, daß Die Arbeitszeitverkürzung die Produktion ungünstig beeinflußt hat. Dagegen zeugt aber eine jede Vermehrung der Produktion für die günstige Wirtuna des Achtstundentages." In Deutschland waren die erwähnten Nachkriegswirkungen besonders schwer und hatten aus den verschiedenen Gründen( Lippmann zählt fünf solcher auf) die Leistung herabgesetzt. Auch geschah es vielfach, daß Arbeiter aus Furcht vor Arbeitslosigkeit langsamer arbeiteten. Dieser Arbeitseifer fann aber bei Beibehaltung des Achtstundentages wenn der Arbeiter die Notwendigkeit der Pro= Die Firma Frig Werner A.-G. in Marienfelde ordnete auf Grund des Abkommens in der Metallindustrie an, daß täglich eine Ueberstunde gemacht werden sollte. Die Arbeitszeit endete hiernach um 5 Uhr. Der nächste Zug, den die Arbeiter zur Heimfahrt hätten benugen fönnen, fuhr erst kurz vor 6 Uhr. Die Arbeiter wünschten deshalb eine geringe Abkürzung der Leberarbeit, damit sie den vorhergehenden Zug, den sie ohne Wartezeit erreichen fonnten, hätten benußen fönnen. Dagegen machte die Firma den Vorschlag, bis 6 Uhr zu arbeiten, damit die Ein Teil der Arbeiter ging auf diesen Vorschlag ein. Der Be= triebsrat aber erhob dagegen Einspruch, denn ohne seine Zustimmung durfte nach dem erwähnten Abkommen nicht mehr als eine Ueberstunde täglich gemacht werden. Der über schießenden halben Stunde verweigerte er aber seine Zustimmung. Bei Besprechungen mit der Firma fand man den Aus weg, daß an zwei Tagen in der Woche teine und an vier Tagen je anderthalb Ueberstunden, also sechs in der Woche gemacht werden sollten. Die meisten Arbeiter gingen auch hierauf ein und es wurde nach diesem Modus gearbeitet. Ein Klempner, der aus persönlichen Gründen nicht länger als bis 5 11 hr arbeiten fonnte, verließ um diese Zeit den Betrieb, machte also die letzte halbe Ueberstunden nicht mit und wurde deshalb entlassen. Vor dem Arbeitsgericht( Kammer 11 des Gewerbegerichts) focht der Betriebsrat die Entlassung wegen unbillig er härte an. Der Vorsitzende des Betriebsrats erklärte, der Entlassene sei nicht verpflichtet, die legte halbe Ueberstunde zu machen, weil die Firma nicht berechtigt sei, mehr als eine Ueberstunde täglich anzuordnen. Für die weitere halbe Stunde fehlte die Zustimmung der Betriebsvertretung. Bei den Verhandlungen, die wegen der Ueberstunden mit der Firma geführt wurden, habe der Betriebsrat erflärt, er fönne zwar nichts daran ändern, daß die Arbeiter die von der Firma angeordneten je 1% Ueberstunden an 4 Tagen machen, seine Zustimmung fönne er aber dazu nicht geben. Nach Angabe des Vertreters der Firma soll die Regelung der Ueberstundenfrage durch Einfügung von zwei überstundenfreien Tagen unter Mitwirkung des Betriebsrats getroffen sein. Die Rammer wies die Klage ab mit der Begründung, die Erklärung des Betriebsrats fei als Zustimmung zur Festsetzung von 1½ Ueberstunden anzusehen. Der Kläger sei deshalb ver pflichtet gewesen, die Ueberstunden zu leisten. Da er es nicht tat, tönne seine Entlassung nicht als unbillige Härte angesehen werden. Schießende Schiffsoffiziere. Die von uns mit einem entsprechenden Kommentar veröffentlichte Meldung über die Meuterei auf einem Hamburger Schiff erfährt durch einen eigenen Drahtbericht aus Hamburg folgende Ergänzung bzw. Richtigstellung: " " Der Dampfer, auf dem sich die Vorgänge vor Hongkong abgespielt haben, heißt nicht Baul", sondern Paul Regendanz". Der Dampfer gehört feiner Hamburger Reederei, sondern einer holländischen und fährt unter der Flagge Columbiens. Bor dem Abgang des Dampfers aus Deutschland ist der Mannschaft vom Kapitän amerikanische Heuer versprochen worden. Diese wurde auch, als die Seeleute vor dem amerikanischen Konsul als dem Vertreter Columbiens ihr Recht suchten, zugesprochen. Trotzdem wurde sie nicht ausgezahlt. Der Kapitän, ein gewiffer Roland Fuhrmann, war während des Krieges auf dem Marineluftschiffplay Nordholz tätig, wurde bei Ausbruch der Revolution Vorsitzender des dortigen Soldatenrates, aber wegen allerlei Unfug bald wieder abgesetzt. Er trat dann als Kapitän in die Dienste der holländischen Reederei, für die er mit allen Mitteln deutsche Seeleute zu prellen suchte. Die Reichssektion der Seeleute des Deutschen Verkehrsbundes betont ausdrücklich, daß von deutschen Seeleuten das Feuer nicht gelöscht worden sei und im übrigen die deutsche Besatzung des Schiffes feit langem abgemustert hat und sich bereits seit längerer Zeit in Deutschland befindet. Auf dem Dampfer ist es allerdings zu Lohndifferenzen gekommen, in deren Verlauf der Kapitän zur Waffe griff. Aber er hat weder auf deutsche Seeleute geschossen, noch jemanden erschossen. Die Schießerei foli fich vielmhr später, n'a ch Abgang der deutschen Mannschaft, an Bord unter chinesischer Besatzung ereignet haben, und dabei sollen tatsächlich drei Chinesen, wie aus in Hamburg vorliegenden ausländischen Zeitungsmeldungen hervorgeht, erschossen worden sein. Dieser Vorgang spielte sich im November 1923 ab, wird aber jetzt erst in Deutschland bekannt, nachdem das Schiff am Freitag wieder nach Monaten einen deutschen Hafen angelaufen hat. Erfolge des DE6. bei den Betriebsrätewahlen. Köln, 19. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Bis jetzt sind die Er gebnisse der Betriebsrätewahlen der Eisenbahner im Kölner Bezirk von 38 Dienststellen bekannt geworden. Es erhielten an Mandaten für die örtlichen Betriebsräte der Deutsche Eisenbahnerverband 128 Mandate, der Freie Eisenbahnerverband 55 Mandate, die Christen 12 und der Allgemeine Eisenbahnerverband 4 Mandate. Bei den Wahlen zu den Bezirksbetriebsräten und zum Hauptbetriebsrat haben die Kommunisten dadurch Erfolge erzielt, daß es ihnen gelang, die Indifferenten und Beitragsscheuen auf ihre Liste zu vereinigen. Es steht fest, daß eine Reihe der von den Kommunisten für sich in Anspruch genommenen Betriebsräte überhaupt nicht organisiert sind. Das endgültige Ergebnis wird erst im Laufe der Woche bekannt werden. Halle, 19. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Nach dem bis jetzt vorliegenden Wahlergebnis haben die Betriebsrätewahlen bei der Reichsbahn mit einem Erfolg für die freie Gewerkschaftsbewegung geendet. Es erhielten für den Hauptbetriebsrat Deutscher Eisenbahnerverband 7972 Stimmen, Allgemeiner Eisenbahnerverband 1938, Gewerkschaftsbund der Eisenbahner 470, fommunistische Opposition" 1248. Für den Bezirksbetriebsrat wurden abgegeben: DEV. 9149, AEV. 1939, GdE. 470. Hier hatten die tapferen Kommunisten zur Aufstellung einer eigenen Liste nicht mehr den Mut. Selbst in Mitteldeutschland abgewirtschaftet. Köthen, 19. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Am 18. Mai tagte verbandes für die Gebiete Magdeburg, Halle, Merseburg und hier die Bezirkskonferenz des Deutschen Metallarbeiter= den Freistaat Anhalt, als deren Ergebnis eine überwältigende festgestellt, daß in einzelnen von den kommunistischen Leitungen Niederlage der Kommunisten zu verzeichnen ist. Es wurde mißleiteten Verwaltungsstellen 52 bis 80 Pro3. Mitgliederperlufte zu verzeichnen waren. Der aus Kollegen der Amsterdamer Richtung bestehenden Bezirksleitung wurde mit übergroßer Mehrheit das Bertrauen ausgesprochen. Auch im Ruhrgebiet. In der Kartelldelegiertenversammlung des Orisaus schusses der freien Gewerkschaften von Gelsenkirchen am 15. Mai stand die Vorstindswahl zur Tagesordnung. Die Anhänger der kommunistischen Richtung erhielten nicht einen einzigen Kandidaten. Der vorgeschlagene Kommunist Blaumann erhielt nur 7 Stimmen, währenddessen die anderen 6 Kandidaten, welche der Amsterdamer Richtung angehören, 24 bis 30 Stimmen erhielten. Das Resultat diejer Wahl läßt erkennen, daß die Funktionäre der freien Gewerkschaften beginnen, wieder mit aller Entschiedenheit abzurücken von den kommunistischen Phrasendreschern. Der Streit bei der Firma Hartmann geht in verschärftem Maße weiter, da Verhandlungen an der Hartnäckigkeit der Betriebsleitung, die auf dem Abzug von 20 bis 30 Broz. besteht, gefcheitert fird. Wir ersuchen um strikteste Solidarität sowohl in moralischer wie in materieller Hinsicht. in Hannover verlangten höhere Stundenlöhne, die zugebilligt Aussperrung der Bauarbeiter in Hannover. Die Bauarbeiter wurden, jedoch mit der Forderung des Neunstundentages. Das wurde von den Bauarbeitern abgelehnt. Da die Arbeiter an einigen Baustellen in den Streif traten, ist mit Wirkung vom 19. Mai ab die gesamte Bauarbeiterschaft ausgesperrt worden. Verband der Sattler, Tapezierer und Portefeuiller. Achtung Tapezierer! traße 17, statt. Die Bersammlung der Tapezierer findet heute abend 7 Uhr bei Boeder, WeberDie Gewerkschaftskommission und das AfA- Ortskartell Berlin berufen zu Mittwoch, abends 7 Uhr, nach dem Gewerkschaftshaus, Gaal 3, eine Ronferenz der freigewerkschaftlichen Mitglieder der Verwaltungsausschüsse der öffentlichen Bezirksarbeitsnachweise der Stadt Berlin ein. Tagesordnung: 1. Der Stand der Arbeitsnachweis- Organisation in Berlin. Referent Gen. Siegle. 2. Allgem. Fragen der Arbeitsvermittlung und Erwerbslosenfürsorge. Aus der Partei. Frauen- Reichskonferenz. Genoffinnen, die zur Frauen- Reichstonferenz am Sonntag, den an das Bezirkssekretariat Berlin, 3. 5. des Genossen Theodor Fischer, 15. Juni ,. delegiert werden, wollen sich wegen Wohnungsbeschaffung Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, 2. Hof, 2 Treppen, wenden. Koch& Leeland Stets im Zeichen der Mode Herrenstoffe ,, Das Neueste" Gabardine, Cord und Ripsgewebe. Mtr. Damenstoffe ,, reine Wolle" für Kleider, Kostüme, Röcke 12.5.50 Mir. Sertraudtenstr. 20/21 Segr. 1893 Sophien- Säle Säle frei! Telephon: Norden 9296 Sophienstr. 18 Problem Cigaretten garantieren erfte Qualität JACOBY BOY Nr. 2S4» 41. Jahrgang 1. Seilage öes vorwärts Dienstag, 20. Mai 1424 Wie eine Hitzewelle entsteht. lieber die plötzliche Entstehung abnormer fiitze wurde einem vnsei er Mitorbeitcr von einem Meteorologen der amtlichen Lerlinor Wetterdienststelle, die sich seit kurzem im Odergcs6)otz der ehemaligen Bauakademie am Schinkel-Platz befindet, eine Erklärung gegeben, die gemeinverständlich wirken sali, Fachausdrucke möglichst vermeidet und daher auch von jedem nicht meteorologisch Gebildeten begrisfen werden kann: Während die Kälteentwicklung auch bei ab- norm strengen Winter abhängig ist von den Lustverhältnissen unmittelbar über dem Erdboden, wird die warm« Witterung von den Luftschichten in den hohen und höchsten Regionen beeinflußt. Man stelle sich nun vor, daß sich um die Weltkugel wie Ringe ständig in der Höhe des dreißigsten geographischen Grades zwei mächtige Lust- druckgebicte spannen, deren südliches, der sogenannte Wüstengürlel, namentlich die Wüstengebiete mit ewig gleicher Warme und Trocken- heit bestreicht. Tritt nun in anderen Gegenden abnorme Hitze ein, so ist da» möglicherweis« die Folge von noch unbekannten plötzlichen Beränderungeni auf der Sonne. Diese Veränderungen wirken ruck- ortig auf den Wüstengürtel ein und oerschieben seinen Wärmeeinfluß meit noch Norden hin. Ans solcher Entstehung läßt sich dann schließen, daß der nun ungeheuer gedehnte Wüstengürtel immer gc- räum« Zeit braucht, bis er in seine alte Lag« zurückgeht. Also muh die Wärme eine Weile anhalten, selbst wenn westliche Ozeanwinde oder stärkere Gewitter eine vorübergehende Abkühlung bringen. Im übrigen ist die Berliner Wetterdienststelle sehr vorsichtig. Ihre Vor- hersagen beziehen sich für kleinere Gebiet«, wie Berlin und Um- gegend, oder für ganz Deutschland immer nur auf«inen Tag. Was darüber hinausgeht, ist mehr als unsicher, weil Zwischenfäll« unbe- rechenbar sind. Man kann wohl Vermutungen aufstellen, darf aber nichts prophezeien. Deshalb haben die sich auf lange Zeiträume er- streckenden Vorhersagen der sogenannten Wetterpropheten keinerlei '.»isio, schaftlichen Wert. Das Publikum ist leicht geneigt, aus solche Propheten zu schwören, wenn zufällig eine ihrer Vorhersagen ein- irifft, geht aber zu achtlos daran vorüber, daß die meisten derartigen Vorhersagen eben nicht zutreffen. * Der Sonntag«, erkehr hat groß« Anfordenmgm an die Bar- kehrsinstitute gestellt. Selten sind solche Menschenmaflen an einem Sonntag befördert worden wie gestern. Alle Züge nach allen Rich- timgen waren völlig überfüllt. Der Andrang war überall so gewal- tkj, daß sehr viele zurückbleiben und später fahrende Züge benutzen mußten. Es tonnte nicht ausbleiben, daß sich abends hier und da häßliche Szenen abspielten.___ Zum neuen ZrauenmorS. weitere Vernehmung de» Täler». Zur Aufklärung de» Verbrechens an der Frau Kuschelewski wurde der unter dem Verdacht der Täterschaft! festgenommen« Franzose Ali Bonzed weiter verhört. Der Aerhaftet» b«. streit« sortgesetzt die Tat und bezeichnet al, Mörder zwei unbekannte Männer, die entkommen seien. Wie« sagt, traf er Frau Kuschet ewsk! m«in« Schankwirt- fchaft. Außer anderen Gästen sprach sie auch ihn an und er ging mit ihr in ihr« Wohnung. Hier verlangte sie 80 Mark von ihm, Ex besaß ab« nur noch eine Mark, nachdem er am 14- d. M. au« d:m Sommellaaer in Magdeburg entlassen worden war. Der Fron. Aule hatte sich seine« Rock«, und der Weste entledigt, al»«» an die Tür klopft«. Frau Kuschelewski öffnet«, und«, traten zwei Männer ein.»in größer« und«in kleiner«. Einer von diesen gab Bonzed, immer nach seiner Darstellung, sofort einen Schlag auf den Mund und«inen zweiten gegen die Schläfe, so daß «r taumelte und mit dem Kopf gegen die Tür schlug. Weil« m«ii«« Wißhandlungen fürchtet«, ging er von d« Tür in das Zimmer hinein und kroch unt« den Tisch. In dies« Lage hörte ex einen Schrei der Frau. Gleich darauf gingen die beiden Mann« durch das Zimmer und sprangen aus dem Fenster der im Erd» erschoß gelegenen Wohnung auf den Hof. Bonzed erhob sich jetzt wieder und suchte im Dunkeln nach seinen Sachen, bis er die tlektrische Taschenlampe der Frau fand. Als er diese anknipste. sah«r Frau SuschelApski mit Blut vor dem Munde am Boden liegen. Bei dem Versuch, aus dem Haufe zu kommen, geriet Bonzet. wie wir schon mitteilten, cm«ine falsche Tür, fiel in den Keller hinunter und ninrde von Hausbewohnern festgenommen. Der größere Mann soll ein glattrasiertes Gesicht, der kleinere uutersctzie einen kleinen gestutzten Schnurrbart haben. Auf den Franzosen machte es den Eindruck, daß beide Frau Kuschel?wski schon kannten. Die unbedeutende Verletzung an der rechten Kopfseite will sich Bonzed zugezogen haben als er gegen die Tür flog. Es scheint ab« eher, daß es Kratzwunden sind. Zur weiteren Klärung soll ein Lokaltermin abgehalten werden. Die Erwittelungen und Ver- nchmimgen von Zeugen werden noch fortgesetzt. Gegen öen stbbau öes Staösschulrats. Eine Entschließung de« Berliner Lehrerverbandes. Daß der Beschluß der bürgerlichen Mehrheitspartei im Rachaus, die Viermillionenstadt Groß-Berlin ohne einen Stadt schulrat zu lassen, ein grotesker Unfug sonder- gleichen ist, wird leider dadurch etwas verdeckt, daß tn der Oeffent- lichkcit immer wieder der Eindruck erweckt wird, als ob es sich nur um den Abbau des augenblicklichen Stadtschulrats Poulsen handelt, der als.Kommunist",„Atheist" und„Beschützer von Nackttänzen" angeblich ungeeignet sein soll. In Wirklichkeit wollen die bürgerlichen Parteien den Versuch machen, die Stadtschul- rats stell« für Groß-Berlin überhaupt zu beseitigen. Dos ist eine Krähwinkelei, die der Herren von Eynern und Merten würdig ist. Wir haben bereits die Entschließung des Berliner Lehrerverbandes mitgeteilt, die den merkwürdigen.Kultur- freunden" im Roten Haust energisch entgegentritt. Die„Berliner Lehrerzeitimg" hat schon vorher in Erwiderung der Angriffe von Eynern s mit erfreulich« Deutlichkeit sich kür Paulstn eingesetzt. Sie schreibt:„Poulsen war vor seiner Wahl zum Stadtschulrat in Berlin Volksschullehrer in Homburg. Er er- freute sich als langjähriger Sckwiftleit« der„Pädagogischen Reform", als bekannter Vertreter der Schulreform, eines hohen Ansehens in weiten Kreisen der deutschen Lehrerschaft, Niemand, der Vorurteils- frei Herrn Stadtschulrat Paulstn gegenübertritt, wird sich dem Ein- druck ein« ernsten, gereisten Persönlichkeit von tief« Bildung ent- ziehen können. Poulsen hat sich in seiner dreijährigen Tätigkeit in Berlin mit tiefstem Ernste und vollstem Verantwortungsgefühl die Erhaltung und die Fortentwicklung de» Berlin« Schulwesens angelegen sein lassen. Er Ist bemüht gewesen, die Schule dem p ar- teipolit i scheu Gezänkzuentziehen. Daß ihm dos nicht gelungen ist, liegt nicht in fein« Persönlichkeit begründet, sondern in der ungeheuerlichen politischen Verhetzung, die sich leider auf dem Gebiet« de» Schulwesens sehr zum Unheite unserer Berliner Jugend auswirkt. Seinem mannhosten Eintreten für die Belange des Schulwesens ist es in«st« Linie zu danken, daß das Schulwesen d« Stadt Berlin weitergehenden finanziellen Sparmaßnahmen nicht geopfert wurde." Auch die„Germania" bemüht sich sttzt, fachlicher zu werden. Trotzdem sie sich selbstverständlich au» allgemeinen Gründen gegen Paulstn a!« Sozialisten wendet,«klärt sie doch:„Auf der anderen Seit« bedauern wir es jedoch, daß da» ganze Problem Paickfens m i t der Abbausrage in Zusammenhang gebracht worden ist. Denn der Zweck des Abbaues ist einzig und allein ein finanzieller, kein politischer. Entweder ist die Stadtfchulratsstelle notwendig. dann ist ihr Abbau unmöglich. Ist sie es nicht, dann Ist es ganz gleichgültig, ab ihr gegenwärtiger Inhaber fähig ist oder nicht. Es scheint jedoch, al» ob die Mehrheit d« Stadtver- ordnetenversammlung die Notwendigkeit anerkennt. D« gegenwärtige Stadtschulrat Pausten müßte zurstcktreten, wenn er auf die Dauer bei der Mehrheit der StadtverordnetenoersgmMlung auf Widerspruch stößt. Eventuell könnte die Stadtn« ordnetenversammlung durch ein Mißtrauensvotum den Rücktritt erzwingen. In diesem Falle würde e? sich dann nicht um eine Maßnahm« Handeln, die im Rahmen de» Personalabbaues zu«greifen wöre. Lediglich dl« Abbau- ordnungvorzufchützen. umdenmißlrebigen gegen- w ärtigen Stadtf chulrat loszuwerden, halten wir für unkorrekt und unsachlich, �umal dann, wenn nicht vorher die Bedürfnisfrage einwandfrei geklart ist." Wenn die„Ger- mania" diese Stellung einnimmt, dann kann man wohl von d« Zenttumsfrattion erwarten, daß sie dem skandalösen Be- j ch l u ß, die Stadtschulratsstelle für Berlin abzubauen, nicht bei- ttitt, um so mehr, als die ganze Abbouerei in Berlin eine un- würdige Krähwinkel«, allererster Ordnung«st. mit der sich die bürgerlichen Parteien bish« vor aller Welt nur blamiert haben. Zu dem Gedanken rechtsstehender Siadtverordnetenfmttionen, den S t ad t s ch u l r a t a b z u b o u e n, hat die Berliner Bezirk"- «ruppe der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands folgende Erklänmg beschloiftn:„Die Berliner Bezwksgnippe der Arbeitsgemeinschaft jozialdeniokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands erhebt Men die bcobsichtigte Einziehung der Schulratsstelle in, Berliner Magistrat Einspruch Sie erblickt darin ein Manöver, dos g e g e n d> e P e r s o n P a u l f o n s g e r i ch t« t i st. Der für den Abbau angefühlte Grund ist so wenig stichhaltig, daß die p o l i t i. ich t>' Beweggründe klar zutage liegen. Den Beweis für die Nichtigkeit dieser Auffassung hat fcier Führer der Stadtv erarhneten- fraktron der Deutschen Volkspartei dadurch erbracht, daß er den an- geblichei, Mangel an Leistungsfähigkeit nicht ous Panliens drei- jähriger Tätigkeit als Leiter des Berliner Schnlwesens herleitet, strn- dern damit begründet, daß ihn, als Nichtfachmann einige Sätze aus Paulsens Schulprogramin nicht klargeworden sind. Die Berliner Bezirksgruppe der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deustchlonds spricht dem Gen offen Poulsen ihr volles Vertrauen aus und erwartet von der Partei, daß fi« mit allen erdenklichen Mitteln den Abbau verhindert." Das Urteil im Prozeß heiser. wichtiges Gutachken des Prof. Duehrfsen über§ 218 StGB. In dem Masse,, prozeh gegen den Apotheker Heiser mid dessen vernommen. Die Zeugin hat den Angeklagten verschiedentlich im Montag früh im Schwurgerichtssaal die Verhandlung vor der Schöffenabteilung Schöneberg fortgesetzt und beendet. Der Staats- anwolt hotte gegen 5)eiser 5 Jahr« Zuchthau» und gegen Frau Heiser Z Jahre g Monate Zuchthaus beantragt. Da» Gericht erkannte gegen Heiser auf 2 Jahre Gefängnis und gegen Frau Heif« auf 8 Monate Gefängnis. Außerordentlich wichtig und bedeutsam für den Kampf um den sj 218 waren die Ausführungen de» Sachverständigen Pro- feffor Dr. Duehrfsen. Auf Antrag von Rechtsanwalt Dr. Pindar wurde zunächst die sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Frau Dr. Wegscheid er vernommenn. Die Zeugin hat den Angeklagten verschiedentlich im Landtag gesprochen, wo er ihr sein Materiol vortrug. Er habe den Eindruck eines phantastischen Idealisten gemacht, der von dem Gedanken besessen war, durch einen Monsterprozeß die Frauenwelt und die Parlamente auf die Unhaltborkeit des tz 218 hinzuweisen. Magnus H i r s ch f e l d, der sich als Gutachter über den Geisteszustand des Angeklagten äußert, hat Heiser auch dadurch kennengelernt, daß dieser ihn mit seinem Material wieder. holt aufgesucht hat. Er hält Heiser für einen schwer neure- pathischen Menschen, der im Banne einer destimmttn Idee zum pathologischen Fanatiker geworden sei. Prof. Dr. Duehrfsen führte sodann als Gutachter folgendes aus: Wie gefährlich da« Treiben der Kurpfuscher sei, beweis« der Umstand, daß 10 bis 2 l> P r oz. der Eingriffe den Tod herbeiführen, und daß Taufend« von Todesfällen jährlich in Deutschland dadurch her- beigeführt werden. Wir haben hier«ine Gretchen-Tragödie erlebt und erschütternde Aussagen sind an uns vorbeige- zogen. Die Triebfeder für die Hilfesuchenden ist der Zwang, der von den Eltern oder dem Verführ« ausgeübt wird, die Furcht vor Schande oder materieller Rat. Manche d« jungen Dinger wußten rt'sch gar nicht, daß sie sich strafbar machen. Der Arzt jedoch darf kein Mitleid üben, selbst V«zw«ifclten gegenüber nicht, die erklären, daß sie sich das Leben nehmen müßten. Er muß sich darauf be- schränken, es ihnen auszureden. In der Großstadt hört man ja meist von ihnen nichts wieder. So ist mir nur ein Fall des Selbst. morde, bekannt geworden. Der Angeklagte hat de-, Drang gehobt, au» mitleidigen Gefühlen heraus zu helfen: er hält das Gesetz für verderblich und nutzlos. Damit teilt er die Ansicht von hervor. ragenden Juristen und auch Aerzten. In Rußland ist das Gesetz schon zu Fall gebracht worden. Dort darf von dem Kreisarzt innerhalb der ersten drei Monat« ein Eingriff vor- genommen w«den. Nutzlos ist dos Gesetz, weil es dauernd um- gangen wird. Trotz schwerer Strafen ereignen sich in Deutschland 100 OlW, ja 500 000 Fälle. Würde die Rechtsprechung des Reichs- gerichts, nach der auch d« Versuch mit untauglichen Mitteln strafbar ist, ollgemeine Anwendung finden, dann würde wohl der größte Teil aller deutschen Ehefrauen ins guchlhaus «vandern müssen. Der Angeklagte hat fem« Tätigkeit ausgeübt, ohne 22] Die Flüchtlinge. Roman von Johannes Lionankoski. .Soll ich mit dem Pfarrer sprechen?" dachte er nach einiger Zeit.„Wenn der sagen könnte, was hier zu tun ist?" Er schritt«ine weit« Strecke vorwärts, während er dies hin und her überlegte. „Pas läßt man mahl besser sein," schloß er zuletzt.„Sie sinh zu jung, sowohl der Kaplan als der Stellvertreter des Propstes. Was verstehen sie von solchen Sachen! Das muß man wohl allein ausmachen— wie man es auch allein tragen muß..." Er dacht« jedoch weiter, daß es gleichwohl die Last er- leichtern würde, wenn er mit jemandem sprechen könnte. .Immerhin besser mit den Jungen," meinte«r..Sie sind gute Burschen— und sttzt verstehe ich ihre Blicke: sie haben schon vor mir gelitten. Aber ein Blinder kann ja einen Blm- den nicht führen." Er bemerkte, daß vor ihm ein Weg abzweigte, und machte zusammenfahrend halt. Da stieg ein kleiner Seitenweg die Böschung hinan..... �,.... � Port stand der Dutshok tot und gespenstisch. Er sah die Schatten der hohen Birten geheimnisvoll auf der Schneedeck« schwanken und hörte das sttö* Knirschen und Knocken ihrer vereisten Zweig« in dem kalten Wind. Und da war der Hügel mit der Korndarre! D,« atte. baufällige Scheune schien sich kaum noch aufrechtzuerhn tten— auch die neuen Balkenhaufen sahen in dem fahlen Licht de» Mondes in erschreckender Weise aus. als wollten sie zusammen. �"�Allez das. was ihm noch vor einigen Stunden traut und l:eb vorgekommen war, wirkte jetzt tot und abstoßend. Seine Äugest füllten sich mit. grauen. »Nein, vorwärts muß ich, sei s bis ans Ende der Welt. Er macht« sich wieder auf.,......, Aber der Wind drang so heftig durch fem« dünnen Klei. der. daß er zitterte. Da hielt er inn« und begann zu überlegen. „Ich kann doch diese Nacht in der(Sestndestube schlafen — dann gehe ich morgen früh irgend wohin. Als er die Böschung hinanschritt, überkam ihn ein unheim- liche? Gefühl— ex fühlte sich plötzlich alt. Seine Beine kamen ihm unbiegsam steif vor. Wie wenn er ein alter krummer Wacholderstecken gewesen wäre, der sich nur noch infolg« der Steifhest seine? eigenen Krümmung vor- wärts arbeitete. .Was ist denn das Alter?" fragt« er sich entsetzt..Es ist nicht immer Krankheit oder auch nur Schwäche— es ist etwas anderes." Bor dem Gesindehaus angelangt, hiest er an und betvach- tete es wie«in fremde» GeHöst. Da bemerkte er zu seiner Uebervaschung. daß der Kater Mikko auf dem Dache am Rand des Schornsteins saß. Da» machte einen eigentümlichen Eindruck auf ihn. Wie wenn es eine neue Erscheinung in dem großen, unbegreiflichen Lebensrätsel gewesen wäre, da» sich in diestr Nacht vor ihm aufgetan hatte. „Hast du auch Gedanken, mit denen du geflohen bist?" wunderte er sich. Er sah lang« hin und fühlt« sich bewegt. Es war ihm seltsam, aber zugleich tröstlich, daß dort über ihm noch ein andere» lebende» Wesen war, da- über einsame Gedanken brütete, wie er selbst e» tat. 12. Ein Tag verging nach dem anderen, ohne daß Uutela wußte, ob er lebendig oder tot war. Er lebte das innere Leben des Einsamen. Heut« brannte der«ine Schmerz, morgen ein anderer, heute glaubt« er«inen Klarheit versprechenden Faden gefunden zu haben, morgen sank er bereits ins Dunkel zurück. Nur eins fühlte er deutlich—, daß er vorläufig nichts unternehmen und nirgends hingehen konnte, bis er über sich und fein Leben zur Klarheit gelangt war. Auch fühlte er bis ins Mark, daß ihn das Alter«nd- gültig überrascht hatte, daß fein Lebensfaden nur noch durch die leicht zerreißbaren obersten Fasern zusammengehalten wurde. * Als er zum«rstenmal die junge Frau wiedersah, glaubt« er ruhig zu sein, wie er beschlossen hatte, seinen Weg ruhig zu gehen, mochte kommen, was da wollt«. Als aber, ohne daß er es wollte, fein Blick ihre genlndete Gestalt traf, da überkam ihn von neuem der unheimliche Wunsch, zu ihr zu gehen und sse ohne ein Wort zu erwürgen. Oder wenigstens vor sie hinzutreten und ihr vor allen ins Geficht zu speien und zugleich das Unrecht, das ihm angetan worden mar. in olle Welt hinauszuschreien. Er hatte jedoch so viel Besinnung, daß«r sich vorstellen konnte, wohin es führen würde. Und als er den lauernden Blick Riittas wahrnahm, versuchte er zu lächeln, obgleich es immer noch in feiner Brust wallte. Er begriff jetzt, daß die Magd alles erriet, es wohl schon längst erraten hatte. Da erhob sich sein Stolz, sein gemein- samcs Familien- und Tavastengefühl zu trotzigem Widerstand. Als er sich vom Tisch erhob, zwang er sich, der jungen Frau beiläufig ein paar Worte zu sagen— damit sowohl Riitta als bei derselben Gelegenheit die andercn einsahen, daß ein Außenstehender nichts hiermit zu tun hatte. Innerlich aber fühlte er einen Schauer. Namentlich abends, wenn er der Leute wegen gezwungen war, mit Manta in dieselbe Kammer zu gehen. Er schloß allerdings gleichsam die Augen vor allem, hatte sein Lager für sich und tat sofort, als sei er eingeschlafen. Aber es war ihm. als würde er jeden Abend in eine Folterkammer geführt, und in der ersten Zeit mußte er die Zähne aufeinanderbeißen, um einen Ausbruch zurückzuhalten. Etwas anderes konnte er jedoch vorläufig nicht tun—- nur leiden und schweigen. Er hatte mehrfach versucht, in den Kern der Sache ein- zudringen, ruhig und unparteiisch. Es war ja wahr, daß er selbst diese Heirat gewünscht hatte. Aber daß sie Manta mehr als ivgendsincm anderen von den Leuten Keskitolos zuwider gewesen wäre, davon hatte er früher keine Ahnung gehabt. Nun hatte jedoch Hanna in jener unglückseligen Stunde etwas dergleichen gesagt. Allerdings bestand ein Unterschied im Alter, das gab er zu. Aber das war doch nichts Ungewöhnliches, und dies war durchaus nicht der einzige derartige Fall. Und weshalb hatte Manta es damals nicht gerade heraus gesagt? Er hätte doch keine mit Gewalt geheiratet.— Weshalb nicht? Darin lag gerade das Unrecht! Da dachte er an Keskitalo und daran, wie wichtig diese Heirat für seine schlechten Verhältnisse gewesen war. Keskitalo ist der Schuldige dabei! schloß er. Hätte er da- mals wie ein Mann gesagt: ich möchte gern, aber meine Toll,- ter will nicht, dann wäre es klar gewesen.— Dann die Flucht nach Savalax und die sonstigen Laufereien! Der Haß auf Keskitalo begann in ihm*u kochen. Er beschloß, den bibcllcsendcn Fuchs für alles zur Rechenschost Äiet,en'(Fortsetzung folgt.) cin se hohes Entgelt zu nehmen, wie andere Rurpfuscher. Aller. Sings zeigt er Besessenheit und Fanatismus. Nach Schluß der Be weis aufnahme vertrat Staatsanwalt Dr. Luersse die Anklage und beantragte gegen eiser eine Gesamtstrafe von 5 Jahren 3uchthaus, gegen die Ehefrau Heiser von 3 Jahren 6 Monaten Zuchthaus. Rechtsanwalt Dr. Pindar vertrat die Ansicht, der Angeklagte fei ein Idealist, der sich von seinem Mit gefühl leiten ließ. Die Verhandlung habe das fonderbare Bild ergeben, daß der Angeklagte fich selbst bezichtigt und das umfangreiche Verfahren heraufbeschworen hätte. Nach längerer Beratung per tündete Landgerichtsdirektor Dr. Schneider das Urteil dahin, daß das Schöffengericht beide Angeklagte schuldig befunden habe der Beihilfe zu dem versuchten Verbrechen nach§ 218, in fortgesetter Handlung und in einem weiteren selbständigen Falle. Der Angeflagte Paul Heiser wurde zu 2 Jahren Gefängnis unter Anrechnung von 1 Jahr Untersuchungshaft, die Ehefrau Heiser zu 8 Monaten unter Anrechnung von 2 Monaten Untersuchungshaft verurteilt. Frau Heiser wurde Bewährungsfrist bewilligt. Auf Antrag von Rechtsanwalt Dr. Pindar wurde der Haftbefehl gegen Heifer aufgehoben. Das Gericht hatte, wie in den Urteilsgründen ausgeführt wurde, Heiser mildernde Umstände zugebilligt, da er sich in eine fire Idee verrannt hat und da das Gericht nicht die Ansicht gewonnen hat, daß Geldsucht und die Ausnutzung armer Frauen bei ihm die Triebfeder war. www Ein Bauernhaus als Kinderheim. Aus der Wohlfahrtsarbeit in Prenzlauer Berg". Im Berliner Verwaltungsbezirt Brenzlauer Berg" hat der bert im vorigen Jahr gegründete„ Verein Kinderheim", ber das Klein. finder- Tagesheim in der Immanuelkirchstraße einrichtete, jetzt zum Schutz der gefährdeten Jugend ein neues Wert geschaffen. Auf der Feldmark des Dorfes Wuft bei Brandenburg hat er in einem abfeits liegenden Gehöft ein Schulkindererholungsheim ein gerichtet, das erholungsbedürftigen Rindern des 6. bis 14. Lebensjahres die Möglichkeit eines mehrwöchigen Landaufenthaltes bieten soll. Am Sonnabend der vorigen Woche wurde das fertige Heim von dem Bereinsvorstand und dem Bezirksamt( das u. a. durch den Bürgermeister und die Dezernenten des Wohlfahrtsamts und des Jugendamts vertreten war) besichtigt, mit einer schlichten Feier eröffnet und durch lleberweisung von zunächst acht Mädchen in Be. mugung genommen. Das Grundstück diente einmal zum Betrieb einer Ziegelei, es ift aber schon seit einer Reihe von Jahren ein Bauernhof, der heute nach Beseitigung der Ziegeleibauten noch aus dem ungewöhnlich geräumigen Wohnhaus und den notwendigsten Wirtschaftsgebäuden besteht und von einer zwanzig Morgen großen Fläche guten Garten, Acer- und Wiefenlands umgeben ist. Ein Landwirt, der infolge einer im Striege erlittenen Verwundung die frühere Tätigkeit eines leitenden Angestellten größerer Güter nicht mehr ausüben fonnte, ermarb mit Hilfe einer Rentenabfindung das Grundstück und bewirt. schaftet es nun zusammen mit seiner Gattin und ihrer Schwester. Seine Gattin hat die Borbildung für ihre Tätigkeit auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege durch längeren Besuch der sozialen Frauenschule erworben, hat die staatliche Prüfung einer Wohlfahrtspflegerin abgelegt und im Verwaltungsbezirt Prenzlauer Berg" als Für forgerin mitgearbeitet. Hiernach durfte man die Borausfegungen für ein Schulkindererholungsheim, das auf diesem von dem Ehepaar Schneider bewirtschafteten Bauernhof eingerichtet werden sollte, für besonders günstig halten. Die zwölf Kinder, für die dort Unterkunft geschaffen worden ist, tommen nicht in eine Anstalt, sondern in eine Familie. Aber die Frau und Mutter, die der Mittelpunkt dieser Familie ist, hat eine fachliche Vorbildung für das Amt, ihre zwölf Schüßlinge in leiblicher und geistiger Hinsicht zu betreuen. In dem Schneiderschen Wohnhaus sind drei besondere Räume für die Kinder eingerichtet, nach dem Hof zu ein Eß- und Aufenthaltszimmer, das mit einem hübschen Bilderfries geschmückt ist, und nach dem Feld hinaus zwet in hellen und bunten Farben getünchte Schlafzimmer, durch deren Fenster man jetzt zwischen blühenden Obst bäumen weithin über grüne Aeder blidt. Der Verein Kinderheim hat aus den von ihm aufgebrachyten Mitteln die ganze Einrichtung beschafft, die eisernen Bettstellen, die Seegrasmatragen, Federbetten und Bezüge, die. Wascheinrichtung und die Handtücher, den Eßtisch, die Stühle und sonstigen Möbel, eine fleine Büchersammlung und manches andere. Als die ersten acht Kinder mit den Gästen vom Berein und vom Bezirksamt nach beglüdender Frühlingsfahrt durch das blütenreiche Land in dem freundlichen Heim eintrafen, wurde ohne Aufschub die Inbetriebsegung dadurch vollzogen, daß die Kleinen fich sogleich an ihrem blumengeschmüdten Tisch niederließen und zunächst mal ihr Mittagsmahl einnahmen. Bei der Eröffnungs. feier, die erst später erfolgte, dankte Genoffin Jochem als Bor figende des Vereins allen, die durch ihre Arbeit oder durch Spenden zum Gelingen des Werkes beigetragen haben. Stadtrat Genoffe Rosemann, ber Dezernent des Bezirkswohlfahrtsamtes, hob her. vor, daß dieses Erholungsheim neben der gesundheitlichen Förderung für die Kinder auch geistigen Gewinn erwarten läßt. Die Kinder, abwechselnd Mädchen und Knaben, werden je fechs Wochen in dem Heim bleiben. Für die gesamte Verpflegung zahlt der Verein ein Tagegeld, von dem die Eltern, soweit sie dazu in der Lage find, einen Teil auf eigene Roften übernehmen sollen. Der Verein ist bemüht, darauf hinzuwirken, daß die Beköstigung möglichst gut ift. Damit die Kinder auch reichlich Milch erhalten tonnen, hat er aus Vereinsmitteln zu den zwei in dem fleinen Betrieb vorhandenen Milchziegen noch eine Kuh angetauft. Auch für Körperpflege wird gesorgt; Gelegenheit zu einem fühlen Bad in offenem Gewäffer ist in der Nähe, mit dem Bau der geplanten Badestube für warme Bäder will man baldigst beginnen. Dem Verein Kinderheim, der dieses schöne Wert zuftande gebracht hat, ist zu wünschen, daß ihm weitere Mittel zur Fortsegung feiner fegensreichen Arbeit zu fließen. Er ist für den Verwaltungsbezirk Brenzlauer Berg gegründet worden, um in der Kinderfürsorge eine Zusammenfaffung aller Kräfte der öffentlichen und privaten Wohlfahrtspflege zu er reichen. Er erhält vom Bezirksamt jede mögliche Unterftügung und arbeitet in Anlehnung an die Bezirksverwaltung, aber in dieser Zeit arbeitet in Anlehnung an die Bezirksverwaltung, aber in dieser Zeit der Not ist auch die private Hilfe nicht zu entbehren. " 1 ,, Deutscher Abend" in Wilmersdorf. Jm Berwaltungsbezirk Wilmersdorf veranstaltete die Depu tation für Kunst und Bildungswesen am Sonnabend einen„ Deutschen Abend", der in den Fefträumen des Stadthauses stattfand und sehr start besucht wurde. Die Bezeichnung„ Deutscher Abend" konnte den Berdacht erregen, daß diese Veranstaltung sich zu einer Rundgebung nationalistischer Art entwickeln werde, aber die Bortragsfolge enthielt nichts derartiges. Der musikalische Teil brachte Lonwerke von Mendelssohn, Schubert und Weber, mit denen das Berliner Sinfonie- Orchester starten Beifall erntete. Ein Bortrag von Dr. Manz über Friedrich der Große als Dichter und Philosoph" zeichnete sich durch einen Freimut aus, der gegenüber einem großen Teil der Zuhörerschaft sogar ein Wagnis hätte scheinen tönnen. Manz gab von Friedrich II. sehr beachtenswerte Ausführungen gegen den Krieg mieder, an denen die nationalistischen Kriegsheher feine Freude gehabt haben dürften. Unter den von ihm vorgetragenen Proben der berühmten Randbemerkungen Friedrichts waren einige, die fich ais schonungslose Verspottung gottgläubiger Frömmelei darstellen. Auch sie hätten auf manchen der Zuhörer, feciferrin Arbeiter- Sport a Um den filbernen Blechlöffel. ( Boran) durch Hammerlod zum Ueberwurf( 25 Sekunden), Madaus( N..D.) über Röhe( Boran) durch Ausheber aus dem Stand( 1% Minuten), Jaroczewskt ( Adler) über Knoblauch( N.-O.) durch Eindrücken der Bride, Ridter( Lichtene berg) fiber Klein( N.D.) durch Abfangen tes Gelbstfallers, Utecht( N.-D.) und Radde( Deutsche Eiche) unentschieden. Einen Bereinszwölferfampf veranstaltet der Athletita Sport Club e. V. am 1. Juni auf dem Eiche- Sportplatz in Köpenid, zu dem die nachstehenden Brudervereine am Start erscheinen werden: Turnerschaft Brandenburg, Freie Turner Burg Fichte, Magdeburg fombiniert, Eich- Köpenick, Eiche- Leipzig und Freie Turnerschaft Rathenow. Hinzu tritt die Mannschaft des Bers anstalters. Dieser Mehrkampf, der in jedem Jahre wiederholt wird, und zwar jeweils am Orte eines der oben angeführten Bereine, vers spricht durch die Bielseitigkeit der Konkurrenzen sowie durch die Gleichwertigkeit der Mannschaften guten Sport. Der Besuch der Veranstaltung dürfte sich lohnen, zumal der so schön an der Oberfpree gelegene Eiche- Sportplag einen guten Aufenthalt im Freien bietet. Bon einem Arbeiterrabffahrer wird uns geschrieben: Wir machten am vergangenen Sonntag eine Radtour auf der Strede nach übben zu. Auf der gleichen Chauffee hielt einer der bürgerlichen Radfahrerverbände ein Verbandsrennen„ Lübben- BerlinLübben" ab. Schon bei unserem Sammelstart in Dahle wig trafen wir sechs Preisfahrer an, denen bei der unsinnigen Hezjagd nicht nur ihre Räder, sondern auch einige Körperteile in Trümmer gegangen waren. Die Leute lagen ohne jede Samariterhilfe im Chausseegraben und waren froh, als wir sonst so verpönten Arbeiterrabler ihnen die erste Hilfe angedeihen ließen. Da bei stellte es sich heraus, daß einer sogar einen Armbruch erlitten hatte. Nachdem wir unseren ganzen Borrat an Verbandsmaterial aufgebraucht und auch den Armbruch sachgemäß geschient hatten, erschien endlich zwar nicht. ein Sanitäter, wohl aber ein Kontroll fahrer des Rennverbandes. Es war diesen Leuten offenbar wichtiger, tontrollieren zu lassen, ob auch alle sportlichen Bedingungen erfüllt werden, als für Hilfe bei Unglüdsfällen zu sorgen. Der Kontrollfahrer war selbst noch so unvernünftig, dem Schwerverlegten an. 3weiter ärztlicher Frauenvortrag. Am Freitag, den 23. Mat zubieten, auf dem Motorrad zum nächsten Arzt mitzufahren. Erst 1924, abends 7% Uhr, findet im Ernst hädel Saal, In den unferem energischen Einspruch gelang es, den Mann zu bewegen, Belten 9a, der zweite Aufklärungsvortrag für die weibliche für die Anforderung eines Krantenwagens zu sorgen. Bebauerlich Jugend und deren Mütter( Zutritt nur für weibliche ist nur, daß es immer noch Arbeiter gibt, bie folche Sportfererei Bersonen) statt.( Nähe Kroll- Theater, fünf Minuten vom Lehrter mitmachen. Wie fich nämlich herausstellte, war der schwerverletzte Bahnhof.) zur Untoftendedung wird ein Eintrittsgeld von 50 Bf. Rennfahrer ein langjährig gewertschaftlich und tom. erhoben. Dieser zweite Vortrag foll die weibliche Gesunda heitslehre in bezug auf die Körperkultur behandeín. munistisch organisierter Arbeiter, der durch seinen Biele junge Mädchen schenken der weiblichen Hygiene wenig Beunvernünftig betriebenen Sport sich und seine Familie für lange Wochen auf das empfindlichste geschädigt hat, während er bei fachachtung und müssen dann später als junge Mütter die Folgen diefer gemäßer Ausübung des Spories Körperfräftigung und Körperertüchtigung erreicht hätte. Anbaden der Arbeiter- Schwimmer. Auf allen Waffersportplätzen und Freibädern herrschte buntes Treiben. Die Mitglieder des Arbeiter- Schwimmer Verbandes machten sich dort wieder mit dem tühlen Naß unter sonnentlarem blauen Himmel vertraut. So fonnte man überall dort, wo Arbeiter. fchwinumer zu hause find, im Plöhenseefreibad, Neuköllner Bäder, Lichtenberg, Jungfernheide, Voltsbad und auch in den Freibadestellen der Havel und Spree fehen, daß die Sonne es schon recht gut meinte. Durch den von den Arbeiter- Schwimmvereinen gestellten Rettungsdienst find größere Unglücksfälle vermieden worden. Bezirks- Dauerschwimmen„ Quer durch den Müggelfee* Der 3. am Sonntag, den 6. Juli, nachm. 18 Uhr.( Die Berantalhing ift bem Berein Müggelfee 1921 übertragen.) Die Strede ift airfa 4500 Meter Yang. Start: Rettungsstation Rahnsdorf, Ziel: Brauerei- Ausschant Friedrichshagen. 1. Männer- Schwimmen, RI, A. 2. Männer- Schwimmen, AI. B. ( männi.), fünf Teilnehmer( belieb. Wechsel). Frauen- Schwimmen. 4. Ingend- Schwimmen( männl.). 5. Jugend- Stafette 6. Jugend- Stafette( weibl.), Hinf Teilnehmer( belieb. Wedfel). Offen für alle Beveine des 6. Beztries bes 1. Areifes. Jeder meldende Berein hat 2-3 Rampfrichter zu stellen. Meldefchluß am L. Juni an C. Fenste, Chart, Wilmersdorfer Str. 44. 2. Juni Meldeeröffnung, bet Maffello, Hauptstr. 6. Die Kampfrichter milffen um 2 Uhr im Brauerei- Ausfahant anwesend fein, widrigenfalls bas Starten des betreffenden Vereins erlischt. Sämtliche Sportgenoffer ber Proving Brandenburg werben hierdurch ersucht, bei bevorstehenden Vereinspartien, Wanderfahrten usw. die Stäbte und Ortschaften genau zu befichtigen. Bor allen Dingen ist darauf zu achten: 1. Wieviel Einwohner finb am Orte, 2. bestehen dieselben überwiegend aus Arbeitern, 8. ift Industrie am Orte, 4. find Badeanstalten am Orte, wenn ja, wieviel und wie sind dieselben beschaffen. Diefe vier Fragen find genau zu beachten und die Eindrilde, die ihr gewonnen habt, an den Obmann der Agitationstommission zu senden. Be. richte find zu senden an Ernst Müller, Berlin 60.33, Püdlerstr. 39, I. Weiter wird auf den Raft nochmals hingewiesen, Ausschreibungen im vorigen Arbeitersport des Borwärts. Jiu- Jitsu und Ringen. Der Kampfabend der Sportl. gg. Norb Oft" war für die Arbeitersportbewegung ein voller Erfolg. Ein sehr gut besuchtes Haus folgte der Abwicklung des fast allzu reichen Programms bis zum Schluß mit größter Spannung und Aufmerksamkeit. Zwei an mesende japanische Jiu- Jitsu- Kämpfer, die vor kurzem erft nach Deutschland gekommen sind, bezeichneten die Leistungen der JiuJitsu- Kämpfer als sehr gut. Leider verhinderten Sprachschwierigfeiten eine eingehendere Unterhaltung. Im Jiu Jitfu vermochten die Nord- Oft- Leute gute Erfolge au cr zielen. Bildebrand( N.-O.) besiegte Lorenz( Libertas) burch Nierenschere mit Strangulation, der flinke Wolf( N.-O.) rang mit Beppelt( Zurich) 10 Mi. nuten unentschieden. Ueberraschend schnell konnte Rechenbad)( N..D.) den routinierten Führer( Zurich) abfertigen, denn schon nach 30 Gefunden mußte fich letterer durch Strangultergriff ergeben. Ebenso schnell flegte Riegler ( N.-O.) über Senfel( Libertas) durch Kopfschere Einen beachtenswerten Erfolg ervang Cups( N.-O.), fonnte er doch über den technisch guten Sunger ( Boran) nach 8 Minuten durch Halskrawatte triumphieren. Ein hartes Gefecht gab es mieber zwischen den Meistern im Feber- und Leichtgewicht. Gallowsti ( 114) und Aramezat( 128), die sich nach 20 Minuten unentschieben trennten. mochte sich jedoch nicht bei feinem zähen Gegner durchzusehen. Rramczak seigte biesmal bebeutend beffere Arbeit als im März d. J., verSaltowstis Leistung ist jedenfalls angesichts des Gewichts- und Kraftunterschiedes an Einen abermaligen Beweis feines überragenden Rönnens erbennenswert. tedmich vorzüglichen Gifleri( 180 Tfb., Röln) nad 13 Minuten Gesamtzeit gab fobann der Mittelgewichtler Steinte( 145), indem er den hünenhaften, durch Schengriff besiegen fonnte. Im Seben zeigte fich Kreismeister Bagenpusch( Sandow) von der besten Geite, fonnte er doch 155 Bfd. einarmig reißen. Die Ringer zeigten ebenfalls flotte Arbeit. Droas( Berolina), ein Ringtiniffer in wahrsten Sinne des Wortes, ficate über Oppermann(...) burch Hammerlod zum Selbstfaller( 5 Minuten), Richter( St.-D.) über Storat die im Wilmersdorfer Stadthaus zusammengefommen waren, verstimmend wirken können, aber die Kerständigeren dankten mit heite rem Beifall. Warum das Ganze als Deutscher Abend" bezeichnet worden war, merfte man erst später. Im Rahmen eines geselligen Beifammenfeins, das auf den Vortrag folgte, wurden noch Filme gezeigt. Eima um Mitternacht wurde, wie wir erfahren, ein Stüd fhnitt, der nach der Niederlage den Aufstieg zu neuen bes berüchtigten Films Fridericus Rer" geboten, ein Abi egen bringt. Die Zuschauer hatten sich inzwischen so weit alfoholisiert, daß fie in der richtigen Stimmung waren und das ge wünschte Verständnis für diese Darbietung nicht vermiffen ließen. sind die Kosten der Veranstaltung durch die Einnahmen voll gededt worden, oder muß das Bezirksamt aus Gemeindemitteln einen zufchuß leiften? Die Mittel der Gemeinde fönnen befferen Zweden dienen als der Propaganda, die mit dem Fridericus. Film getrieben wird. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 20. Mai. Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichten dienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichten dienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 4.30-6 Uhr: Berliner Funkkapelle( Unterhaltungsmusik). 7 Uhr: Vortrag der Frau Margarete Weinberg:" Zeitgemäße Hausfrauenpflichten. 7.30 Uhr: Vortrag des Hrn. Prof. Dr. Hans Phil. Weitz: Die Bedeutung der Novelle als Kunstwerk". 8.30 Uhr: OrchesterAbend( Dirigent: Otto Urack, fr. Kapellmeister der Staatsoper, Berlin). 1. Oxford- Sinfonie von Jos. Haydn. 2. Liebeslieder- Walzer von Brahms. 3. Phantasie aus„ Die Perlenfischer" von Bizet. 4. Rosenkavalier- Walzer von Rich. Strauß.( Ein Kammerorchester, bestehend aus Mitgliedern des Berl. Philharmonischen Orchesters). Nervenstärkendblutbildend cder finden nicht die Form, um ihren Töchtern wirkliche Beraterin Gleichgültigkeit tragen. Die Mütter selbst find zu wenig aufgeklärt, nen fein zu können. Diesem Uebelstand will der Frauenausschuß der Freien Turnerschaft Groß- Berlin durch laufende Vorträge ab helfen. Referent des Abends ist diesmal Herr Dr. H. Gra az. Im Anschluß an den Vortrag findet eine Fragebeantwortung statt. Freie Schwimer Norben" Berlin 1893: Seute, Dienstag, den 20. mai, 7 hr im Lokal von Meier( Türkisches Belt), Pantom, Breiteftr. 15, finder eine Gründungsversammlung einer Abteilung refp. Berein statt. Die Ar beiterschaft von Bantom und Umgegend wird besonders auf die 8ufammenkunft aufmerksam gemacht. Freie Schwimmer Charlottenburg, Gruppe Charlottenburg: Badetage und Hebungsabende im Boltsbad Jungfernheide, Montag und Donnerstag von 4-8 für beide Geschlechter. Es hat sich vorläufig jedes Mitglied nur Einzelfarten zu Taufen. Der Gruppenvorstand tagt am Freitag, den 23., abends 148 Uhr, bei Müller Osnabrüder Ede Tauroggener Straße. Gruppe Weften: Uebungstage jeben Donnerstag in der Badeanstalt Dennewißstraße von 7 Uhr an. Gonntog im Boltsbad Jungfernheide.( Südende noch nicht fertig.) Rann- und Segelabteilung bez Fr. Schwimmer. Gigung am Sonabend, 24. Mai, 7 Uhr abends, im Vereinslokal bei Bohne, Schloßftr. 45. Gute Bootsstände an der Unterhavel vorhanden, Schriftliche Anfragen an 28. Roloff, Charlottenburg, Nehringftr. 4a. Rnder- Berein Collegia" Charlottenburg( Bootshaus an der Saven. Die Uebungsabende finben jest wieber jeden Dienstag und Donnerstag im Boots haus ftatt. Sigung jeden Freitag, 8% Uhr, im Lokal Thunad, Charlottenburg, Wielandstraße 4. Arbeiter Sport und Kultur- Kartell 19. Bezirk( Panlow). Dienstag, 20. mai, 8 Uhr, Gizung aller Vereinsvorsitzenden und Delegierten bei Fiedler, Bankow, Berliner Gtr. 44. Ausgabe von Material zum Sportfeft des Bezirks ant 31. Mai und 1. Juni, fowie zur Kulturausstellung in der Woche vom 27.- 30. Mai in der Schulaula, Bankow, Grumomste. Sportvereinigung Spartha 1911. Fußballabteilung. Freitag, 23. Mai, 8 Uhr, Gigung Simon- Dach- Straße 39. Sonntag, den 25. What, Spiel der 1., 2. und 3. Männermannschaft in Rathenow. Abfahrtzeit wird in der Gigung bekannt gemacht. 4. und 5. Mannschaft, Spiel in Lichtenberg gegen Boffen. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch, 7 Uhr, Schule Gipsstr. 23a, Turnratssigung. Sonntag: Bereins- Maienturnfahrt nach Rauen zur Befichtigung der Großfunkstelle( 11 Uhr). Treffpunkt aller Abteilungen um 10% Uhr, Bahnhof Nauen. Touristen- Verein Die Naturfreunde", Grtsgruppe Berlin, e. B. Genoffen, bie Pfingsten nach Magdeburg zum Mitteldeutschen Naturfreundetreffen mit wollen, haben sich wegen Fahrschein, Quartier und Effen lofort bei ihren Abt.Leitern au melden. Mittwoch, den 21., Spredchorprobe. Meldet euch recht belb beim Genoffen Scholl megen Magdeburg abteilungsweise an. Abt. Char. lottenburg File Magdeburg fofort bei Frig Bäfer oder in der Abt. anmelden, da mir für Fahrschein usw. sofort anmelden müffen. Die Abt. tifft sich jeden Dienstag abend am Teufelsfee im Grunewald. Berliner Arbeiter- Schwimm- Berein Freiheit". Am 24. Mai findet unfer 17. Stiftungsfest im großen Gaal Artillerieftr. 10 ftatt. Gäste und Bruder. Dereine millkommen. Am 30. Mai Vorstandssitzung im Bereinslofol, Baut Seibel, Schönhaufer Allee 156. Am 27. Mai Jugendversammlung in der 117. Gemeinbeschule Eberswalder Str. 10. Arbeiter Turn- und Sportbund, Arcis 1. 6. Bezirk. BafferbaII. Serie 1924, Gommet. Die Meldungen zur Wafferballferie milffert erneut abgegeben werden. Die meldenden Vereine find verpflichtet, bis zum 25. Mai die Mannschaften namentlich einzureichen. Es wird gespielt: 7er Mannschaften Riaffe A, Alaffe B, Jugend. Ebenfalls ist jeder Berein verpflichtet, fähige Genoffen als Schiedsrichter zu melden. Die Arbeiter- Athl.- Sport- Bereinigung Neukölln trifft sich am Dienstag, den 20. Mai, abends 8 Uhr, int testaurant Rarlsgarten, Neukölln, mit dem Sportverein 2urich im Gerientampf( Ningen) A. und B- Mannschaft. Da beide Bereine über gute Ringer verfügen, ist sehr guter Sport zu erwarten. Resultate der Wasserballserie Winter 1923/24. Abteilung I.& Iaffe A: 1. Fr. Schw. Neukölln 4 Punkte, 2. Bormärts Lichtenberg 2 Bunfic, 3. We 0 Punkte. Iaffe B: 1. Union I 16 Puntte, 2. Vorwärts Lichtenberg I 12 Buntte, 3. Borwärts Bichtenb. II 10 Bunfte, 4. Welle und Union II 8 Bunite, 5. Neukölln I 6 Punkte, 5. Neptun Lichtenberg 6 Punkte, 6. Neukölln II 4 Punkte, 7. Mitggelsee 0 Bunfte. Jugend: 1. Neukölln I 8 Bunfte, 2. Borwärts 2. 6 Punkte, 3. Reukölln II 2 Punkte, 3. Neptun 2. I 2 Punkte, 4. Neptun 2. ITO Buntte. Abteilung IL RIaffe A: 1. Bormärts R.-D. 4 Bunkte. 2. Neptun Beig. 3 Punkte, 3. Fr. Schm. Norden 0 Bunkbe. Iaffe B: 1. Charlottenburg I 11 Punkte, 2. Delphin Tegel 9 Bunfte, 8. Borwärts N.-D. 8 Bunfte, 4. Borwärts N. 7 Punkte, 6. Charlottenburg I 5 Punkte, 6. Fr. Schm. Norden 2 Punkte, 7. Neptun Meiß. 0 Bunite. Jugend: 1. Vorwärts R. 3 Buntte, 2. Charlottenburg 2 Puntte 3. Neptun Weißenfee 1 Bunkt, Endrefultate: Alaffe A: Borwätis N... Klasse B: Union I. Jugend: Bormäis R. Die Stadtverordnetenverfammlung hat in dieser Woche am Donnerstag zunächst um 45 Uhr eine nichtöffentliche Sigung. In ihr mird der Ausschuß über die Borbereitung der Bürgermeisterwahl und über die Frage des Magistratsabbaues be richten. Für die dann erst um 7 11 hr beginnende öffentliche Sigung liegt eine sehr reichliche Tagesordnung vor, die mit vielen Resten aus den Anträgen der letzten Wochen und Monate beschwert ist. In diefer öffentlichen Eizung soll auch die Bürgermeister. wahl( um 8 Uhr) vollzogen werden. Großfeuer tam am Montag nachmittag in der Zahnrad. fabrit von Friedrim Stolzenberg u. Co., B. m. b. 5., in der Saalmannstraße 65, an der Cremmener Eisenbahn in Rei. nidendorf zum Ausbruch und machte der Feuerwehr eine Menge Arbeit. Es brannte in der Hauptsache Stroh, Papier, Kisten und Backmaterial. Baurat Thamm leitete die Löschung. Die Reinidendorfer Wehr gab mit drei Schlauchleitungen von der Hausleitung und die Wittenauer Feuerwehr mit ihrer Motorsprige energisch Waffer. Dadurch gelang es, eine weitere Ausdehnung der Flammen zu verhüten. Der Schaden ist erheblich. Eine Betriebseinstellung findet nicht statt. Entstanden ist der Brand durch unvorsichtigkeit. Mit Sozialdemokratische Stundentenvereinigung. Heute, Dienstag, den 20. Mai, 8 Uhr, in den Räumen des sozialwissenschaftlichen Klubs, Wilhelmstr. 48 III, erste ordentliche Mitgliederversammlung im Sommersemester 1924. glieder legitimieren sich durch Parteiausweis der VSPD. Gäste tönnen durch Mitglieder eingeführt werden. Dorträge. Vereine und Versammlungen. Gesellschaft für Sexualreform. Groke öffentliche Protestversammlung am Dienstag, den 20. Mai, abends 8 Uhr, in Gewertihaftshaus Engel. ufer 24-25. Thema: 11 000 Frauen auf der Antiaachant wegen Abtreibung. Eintritt 30 Pi. Am Donnerstag den 22. Mai, abends 8 Uhr, spricht in der Schulaula Friedrichstr. 126( Nähe Oranienburger Tor), Dr. med. Sadann über Binchologie des Entwidlungsalters. Eintritt 50 Bf.. finden sich jetzt allgemein, da die Ernährung viel zu wünschen übrig läßt. Es ist Klugheit und Pflicht eines jeden, dem Körper neues frisches Blut zuzuführen, wodurch die Nerven gekräftigt werden u. die nervösen Zustände dann verschwinden, hierfür wird Leciferrin ärztlich gerne verordnet. Galonus Chemische Industrie G. m. b. H., Frankfurt a. M. Nervöse Zustände Sozialistische Arbeiterjugend. Reichskonferenz in Weimar. Zur diesjährigen Reichstonferenz der Sozialisti fchen Arbeiterjugend, die am Sonnabend eröffnet wurde, schen Arbeiterjugend, die am Sonnabend eröffnet wurde, maren über hundert Delegierte anwesend. Auch ausländische Vertreter aus Schweden, Dänemark, Frankreich und Italien hatten sich eingefunden. Den Arbeiten der Konferenz wohnten außer dem Bertreter einer ganzen Reihe Körperschaften bei. Genoffe Best phal begrüßte alle herbeigeeilten Delegierten und Giste. Er weist auf die Wahlarbeit der sozialistischen Arbeiter jugend und die schweren wirtschaftlichen Kämpfe hin. Die Arbeiter. jugend hat mährend der Wahlen bewiesen, daß die innere Konsequenz der Arbeit des Verbandes zur politischen Tat führt. Die Folge war, daß viele Bezirke der Partei den Entschluß gefaßt haben, der Arbeiterjugend tüchtig unter die Arme zu greifen. Die Stellung der Konferenz zum Bergarbeiterstreit wäre am besten durch eine Geldsammlung zu fennzeichnen. Nachdem ein Antrag, der die Unzufriedenheit eines Teiles der Delenierten darüber zum Ausdrud brachte, daß der Hauptvorstand, einigen Anträgen gemäß, nicht für eine Erweiterung der Tagesordnung gesorgt hat, durch Ablehnung erledigt, die Tagesordnung festgelegt und eine Mandatsprüfungs tommission gewählt wurde, erhielten die Vertreter Schwedens, Dänemarks, Frankreichs und Jatliens das Wort zu ihren Begrüßungsreden. Für den Parteivorstand sprach Genoffin Iuch a cz. In warmen Worten hob sie die schöpferische Gestaltung der Jugend, ihres Eigenlebens, die Pflege des Gemeinschaftsfinns hervor. Die Partei freut sich über das muntere Treiben innerhalb des Jugendverbandes, das innerlich und äußerlich starten Nachswuchs zum Wohl der Partei und des Kampfes um den Sozialismus gewährleistet. M Nachdem der neue Jugendsekretär Thüringens, Genosse ehr forn, im Namen der Thüringer fozialdemokratischen Partei die Ronferenz begrüßt und Genoffe Weftphal die eingetroffenen Begrüßungsschreiben ausländischer sozialistischer Jugendorganisatio= nen und verschiedener Arbeiterorganisationen erwähnt hette, erstattet er den ausführlichen Geschäftsbericht. Die Zahl der Mitglieder übersteigt jetzt 110 000. Weberwunden find auch die finanziellen Schwierigkeiten. Rege war die Arbeit des Hauptvorstandes auf fozialpolitischem Gebiet. Durch Zusammenarbeit mit Partei und Gewerkschaften ist alles geschehen, um den oft über triebenen Forderungen der einzelnen Bezirke gerecht zu werden. Lehrlingsgesez, Arbeitslosigkeit, Jugendwohlfahrtsgeseh, Achtstundentag waren die Probleme, die den Hauptvorstand beschäftigt haben. Es wurde versucht, die arbeitslofe Jugend, menn auch mit geringem Erfolg, zusammen zu fassen, Kurse für Helfer an der Arbeiterjugendwohlfahrt wurden unterstützt, der Kampf für die Erhaltung des 2 cht stundentages durch Einholung von ärztlichen Gutachten und auf jegliche andere Weise zu nerfechten. Auf dem Gebiete der politischen Bildung der Arbeiterjugend wird schon allein durch die Arbeit der Jugendgruppen geforgt. Der Hauptvorstand fördert sie durch Herausgabe entsprechen ter Literatur. Die Ziele, die die SA3. in ihrer politischen Arbeit zu verfolgen hat, find flar zum Ausdrud gefommen; fie fauten: So Der zialismus, demokratische Republit und Bölferverständigung. Beweis dafür, daß der Hauptvorstand sich für diese Republik unter allen Umständen einsetze, muß erst erbracht werden; die Republik muß aber unter allen Umständen als Weg zur wahren bemokratischen Republik gestützt und geschützt werden. Besonders heftige Vorwürfe hat dem Hauptvorstande seine Zusammenarbeit mit den repu blikanischen Jugendbünden und feine Teilnahme an dem Ausschuß der deutschen Jugendverbände eingebracht. Es ist in Betracht zu ziehen, daß in den republikanischen Jugendbünden nicht nur ein ernster Bille zur Republit, sondern auch eine wahrhaflige foziale Gesinnung befundet wird Der Reichsausschuß hat sich durch seine Gefeßentwürfe auf dem Gebiete bes Lehrlingsrechts, des Jugendschutzes und durch seine Haltung hinsichtlich des Achtstundentages ganz auf dem Boden der SAI. gestellt. Der start umfodylene Aufruf des Reichsausschusses, der für Reichseinheit im Augenblid der Ruhrbesehung und der Separatistenbewegung eintrat, ist nur eine Brotla. mation der Jugend in einem bestimmten historischen Moment. Daran ändert nichts, daß auch der Bismard- Bund an dieser Rundgebung teilnahm. Ingerechtfertigt erscheinen die Borwürfe, daß der Hauptvorstand nicht mit den Kommunisten zusammen arbeiten wolle, er wäre gern dozu bereit aber gerade der Ber fuch in dieser Richtung in Sachsen beweist, daß es den Kommu nisten nie damit ernst ist. Auf? ulturellem Gebiete hat der Hauptvorstand muster giftiges geleistet, dieses Zeugnis haben die österreichischen und deutschböhmischen Genossen dom Berbande ausgestellt. Indem der Ber band dieses leuchtende Beispiel den Bruderorganisationen bietet, bes gleicht er nur die Schuld, die er ihnen gegenüber hat: besonders die Holländer haben große Mittel aufgebracht, um der SAJ. zu helfen. Die Diskussion. Nachdem die Mandatsprüfungstommiffion die Zahl der Delegierten mit 136 festgestellt, tritt die Reichskonferenz in die Diskussion ein: Die fafischen und thüringischen Delegierten verurteilen auf das entschiedenste, daß eine politische Rundgebung ge meinsam mit den rechten Jugendbünden unterzeichnet worden ist. Andere Delegierte dagegen, insbesondere die aus dem besetzten Gebiet, stellen sich ganz auf den Standpunkt des Hauptpore fandes und finden, daß der Aufruf der Situation, die sich aus dem Kampfe für die Reichseinheit ergob, nöllig enisprach. Olfen hauer bestätigt, daß für den Hauptnorstand bei Unterzeichnung des Mufrufes die Stimmung der befetzten Gebiete ausschlaggebend war. Während ein Teil der Redner den Austritt des Vertreters der S. aus dem Reichsausschuß verlangt, ist Breuer Erfurt der Anficht, daß das zu meit gehen würde; es würde genügen, menn in 3u funft politische Kundgebungen des Reichsaus schusses der deutschen Jugendverbände unter blieben. Diese vermittelnde Stellung findet denn auch in einer mit 57 gegen 55 Stimmen angenommenen Resolution ihren Ausdruck, in der die Unterzeichnung des Aufrufes durch den Hauptvorstand verurteilt und dem Reichsausschuß in Zukunft nur noch die Befugnis eines 3 wed verbandes erteilt wird. Ein Antrag auf Austritt aus demselben wird mit großer Majo. rität abgelehnt. Ebenso wird abschlägig ein Antrag befchieden, der die Zusammenarbeit mit republikanischen Jungendbünden verbieten follte. Eine Reihe kleiner Anträge findet eine schnelle Erledigung. Unter anderem wird einstimmig die Arbeitsdienst pflid) t abgelehnt. Eine weitere Resolution spricht die Worte des Dantes den ausländischen Bruderorganisationen für ihre materielle und ideelle Hilfe aus und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß es der SAJ. durch ihre Mitarbeit an der Erreichung der gemeinsamen Ziele in der Soz. Jugend- Internationale gelingen merde, einen Teil der Dankesschuld abzutragen. Einstimmig mird eine Sympathie fundgebung für Toller angenommen. Mit der erforderlichen Zweibrittelmehrheit wird eine Statuten änderung beschlossen, nach der die Reich stonferenz normalerweise nur einmal in zwei Jahren zusammentritt. Die Wahl des Hauptvorstandes ergibt die Bestätigung der von dem Parteivorstande vorge. ichlagenen Genossen Dr. Lohmann, Heinrich Schulz, Bartels und der Genoffin Juchacz, die Wiedermaht Ma Westphal s zum Verbandsvorsitzenden und ebenso die Wiederwahl des größten Teiles der früheren Vorstandsmitglieder. Nachdem Genosse Westphal noch in eindringlichen Worten zur fameradschaftlichen Zusammenarbeit eingeladen hatte, schloß der erste Konferenztag unter Abfingen eines gemeinsamen Liedes. Wirtschaft Von der Geld zur Produktionskrise. Die Kreditfrise greift weiter um sich und wirft immer mehr auf die Produktion ein. Als erstes großindustrielles Wert hat die Stahlwerk Beder. A.-G. in Willich sich für zahlungs. unfähig erklärt und unter Geschäftsaufsicht begeben. Die Nachricht tam überraschend, wiewohl von Schwierigkeiten bei diesem Konzern schon seit längerem die Rede war, da man annehmen mußte, daß mit Hilfe einer Frankfurter Privatbank die Sanierung gelingen murde. Das ist nun schief gegangen. Der Bankenkonzern, der sich um des Edelstahlwerf Beder gruppierte, hatte schon vor und während der Inflation wiederholt mit Schwierigkeiten zu fämpfen. So er regte feiner Zeit ein mit einer Schweizer Intereffentengruppe zweds Finanzierung feiner Unternehmungen abgeschloffener Steinkohlen. lieferungsvertrag großes Aufsehen, zumal damals die Becker- Gruppe im Gegensatz zu dem Kohlensyndikat stand. Der wachsenden Schwierigkeiten hoffte der nor einigen Monaten verstorbene Direktor Reinhold Becker dadurch Herr zu werden, daß er das Gelftahlwert mit einer Reihe von Rohstoffunternehmungen zu einem Bertitalfonzern zusammenschweißte, der alle Produktionsstadien vom Rohstoff bis zum Endprodukt und ein Bankunternehmen umfaßte. In der Zeit der Kreditnot rächte sich dieser Gedanke. Die Bant wurde vom Konzern losgelöst, als Finanzschwierigkeiten auftauchten. Ein wesentlicher Umstand zur Erfchymerung der Lage war der, daß der durchorganisierte Trustbetrieb einen langsamen Kapitalumschlag hatte. Der Produktionsprozeß erftredte fich vom Anfangs. bis zum Endproduft über fünf Monate. Diefer langsame Rapitalumschlag erforderte, um die langfristigen Aufträge erledigen zu können, große Betriebsmittel. At ihrer Beschaffung ist das Unternehmen jetzt gescheitert. Man hofft zwar noch immer auf eine Sanierung, da nach Angaben der Berwaltung den Schulden entsprechende Guthaben auch ohne Heranziehung der Produktionsmittel zur Verfügung stehen. Ob diese Hoffnung sich bewahrheiten wird, muß dahingestellt bleiben, fo lange die Kreditfchwierigkeiten allgemein anhalten. in Frage, die durch die Umstellung in der Währung lädiert waren und nicht besonders gut standen. Sie alle aber glaubten, das Hasardspiel, die spontan eingetretene Konjunkturbesserung in den Konjum und Gebrauchsindustrien überschäßend und mit Unrecht verallgemeinernd, zu gewinnen, indem sie auf schnellen Umschlag hofften. Diese Erwartungen erfüllten sich aber nicht und konnten sich der fertiggestellten Waren und baldige Preissteigerung auch nicht erfüllen, meil die zu niedrigen, aber im ersten Augenblick eine gefräftigte Kauffraft portäuschenden Löhne den Konsum bald wieder auf das Notwendigste Beschränkten und Ueberschüsse aus dem Lohn im Klein? redit( Abzahlungsgeschäft) auf lange Zeit festgelegt wurden. Man blieb also auf der sogenannten Rentenmartmare sigen, und das in einer Zeit, als die Fehlspekulation in Franten große Beträge absorbierte und die Banken als Geldgeber ausfielen, da die Reichsbant ihre Kredite drosfelte, Depofiten sich infolge des Mißverhältnisses zwischen Lohn und Warenpreis nicht bilden fonnten und die neue Golddistontbant in ihrer Kreditgewährung nach wesentlich anderen Gesichtspunkten als den hier in Frage tongnenden verfuhr. Wo man aber weiter Kredit gewährt hatte, blieb die Rüdzahlung aus, so daß empfindliche 3 a hlungsschwie rigteiten in dem Augenblick eintreten mußten, in dem die Kredite nicht mehr prolongiert wurden und wohl in Rücksicht auf die horrenden jeden Verdienst wegfressenden Zinsen auch nicht mehr verlängert werden konnten. So ungefähr entstanden die Insolvenzen, zahlreicher find, als gemeldet wird. Die Betroffenen verfügen aber, von denen die Handelspresse täglich zu berichten weiß, und die wohl mas besonders betont wird, über Waren und Außerstände, fo daß die Aktiven die Passiven immer noch überwiegen. Dabei ist aber die eigentlich erst auf der Kölner Messe ausgelöste Tendenz in der Preisbildung nach unten zu berücksichtigen, und es ist ziemlich ficher anzunehmen, daß heute fchon Bassin Salden vorliegen, wo meisten Fällen Konkurs und Liquidation nicht zu vermeiden fein. man sich gestern noch mit Aktiv- Salden brüstete. So wird in den Bleite und Krise find da. Die Geldtrise murde zur Industrietrise. Steigende Belastung des Verbrauchs. Reiches an Steuern, Söllen und Abgaben: Nach dem April- Ausweis betrugen die Einnahmen des März 514 581 040 a) Besitz- und Berkehrssteuern. davon u. a.: Lahnabzüge andere Einkommensteuern Körperschaftssteuer Bermögenssteuer Umsatzsteuer Lurussteuer Börsenumsatz Arbeitgeberabgabe b) Zölle und Berbrauchssfeuern davon: Zölle Labaffteuer Biersteuer Weinsteuer Branntweinmonopol Zuckersteuer April 429 010 999 71 230 563 79 494 327 88 471 745 70 639 738 O 26 781 755 0 25 983 520 111 332 165 23 144 099 118 442 779 156 429 006 P 8 141 223 9 470 870 20 613 089 12 509 087 1 382 416 1 127 914 76 227 085 92 559 494 17 856 925 20 698 758 22 718 402 34 954 295 9 414 341 10 593 139 6 048 271 6 666 929 5 959 733 4 570 760 12 302 755 13 559 161 Die Gesamteinnahmen( 523 749 558 M.) haben gegen über März( 595 258 243 M.) eine Verminderung erfahren, die wohl auf den Ausfall der großen Sondersteuern zurückzuführen ist. Denn nicht nur bei einzelnen Unternehmungen friselt es, die Zahl der Insolvenzen steigt vielmehr täglich. Manche Unternehmungen benutzen, um größeren Gefahren vorzubeugen, das in der fapitalistischen Wirtschaft übliche Schuhmittel der Betrieseinschränkung oder stillegung. Große Werke, wie die Mansfeld- A.- G., die Rheinische Metallwaren- und Maschinen- Rückgänge weisen u. a. auf Vermögens- und die Einkommensteuer fabrik verfahren so hier vollzieht sich die Umstellung der Produktion auf dem Rücken der davon betroffenen Arbeiterschaft. In ähnlicher Weise nahmen die Deutschen Werke A.-G., deren Affien größtenteils dem Reiche gehören, eine Umgruppierung von Konzen tration ihrer Produktion vor. Lange genug haben Unternehmer sich gegen jeben der Produkttion gewehrt. Jetzt zwingt sie der Geldmarkt gemeinwir ffchaftlichen Schritt zur Berbilligung zur Umgruppierung der Probuftion und Produften. Die verheeren den Folgen auf dem Arbeitsmarkt und für die Gesamtwirtschaft fünden sich bereits an. Der Kapitalismus ist wieder im Begriff, feine Unfähigteit für geregelte Versorgung des Bedarfs vor aller Augen darzulegen. So bekommt die Gesundungstrife, die nach jahrelanger, frog aller sozialistischen Warnungen betriebene Inflationspolitit, ihre besondere Note. * Ueber die Gründe der jetzt herrschenden Krise schreibt der Soz. Parlamentsdienst u. a., nachdem er die Ueberteuerung der Kredite geschildert hat: As Hauptreflektanten für das zu teuere Leihgeld kamen Firmen Preisnotierungen für Nahrungsmittel. ( ohne Lohnabzugſtener), weiter besonders die Börsenumsatzsteuer sich der Lohnabzug, die Umsatzsteuer und alle indirekten Steuern. ( Stagnation im Börsengeschäft). Auf ansteigender Linie bewegen Der Berbrauch ist also im letzten Monat besonders schwer zur Steuer herangezogen worden. Zentralverband deutscher Konjumvereine. in den Tagen vom 23. bis 25. Juni der 21. ordentliche GenossenDen jetzt stattfindenden Tagungen der Revisionsverbände folgt fchaftstag des Zentralverbandes deutscher Konfumver eine in Ulm. Ausschuß und Borstand veröffentlicher soeben bie Tagesordnung. Noch der Eröffnung und den Begrüßungen werden die Berichte des Borstandes, des Ausschusses, der Pensions. fasse des Zentralverbandes und der Fortbildungskommission folgen. Alsdann muß der Mißbrauch der Genossenschaften durch die Kommunisten in einem Referat behandelt werden. Ferner ist wieder das Nachtbadverbot auch für die technisch allerbestens eingerichteten genossenschaftlichen Großbädereien zu behandeln. Die Lage der Konsumgenossenschaften im besegten Gebiet erfordert einen besonderen Vortrag und Erörterung. Darauf folgen internationale genossenschaftliche Angelegenheiten, Tariffachen, Wahlen und Geschäftliches. Ein Teil der Tagesordnung ist, mie immer, in der diesmal am 6. und 7. Mai in Hannover abgehaltenen gemeinsamen Sizung des Borstandes, des Ausschusses und des Generalrats vorberaten wor Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je den. Dabei wurde über den Mißbrauch der Genossenschaften eine Gerstengraupen, lose. Gerstengrütze, lose. Haferflocken, lose Hafergrütze, lose.... Roggenmehl 0/1.. Weizengrieß Hartgrieß Maisgrieg 70% Weizenmehl Speiseerbsen, Viktoria Weizen- Auszugmeh! .... Speiseerbsen, kleine, Langbohnen, handverles. Bohnen, weiße, Ierl Linsen, kleine. Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni Makkaronimehl Schnittnudeln, lose. Bruchreis Rangoon Rels Tafelreis, Java. Tafelreis, glasiert, Patna Ringäpfel, amerik. Getr. Pflaumen 90/100.. Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu.. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari • Zentner frei Haus Berlin. 15,00-16.50 Malzkaffee, gepackt 22,00-24,00 15,00 15,75 Röstgetreide, lose... 16,50-18,00 14,75-15,50 Kakao, fettarm.... 100,00-115,00 15,50-16,25 Kakao, leicht entölt 115,00-130,00 11.25 12,75 Tee, Souchon, gepackt 350,00 430,00 17,25-18,75 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 21,75-25,50 Inlandszucker basis mel. 37,5 39,00 Inlandszucker Raffinade 39,5041,75 13,25-15,00 Zucker Würfel 44,50-45,75 15,00-21.00 Kunsthonig 32,00 35,50 ergiebige Aussprache gepflogen, in der sich alle Redner mit nur einer Ausnahme fräftig gegen die fomnunistischen Treibereien wandten. Ueber das Thema„ Lohnzahlung in Waren" murde ein Vortrag gehalten. Der Redner schilderte eindringlich die ungefunden Warengeschofte in den behördlichen Bureaus, den Warenhandel und die Versorgungsaftionen der Gewertschaften und schließlich die um fangreiche Warenlieferung durch die Betriebe als üble Folge diefes zwecklofen Treibens, das zum Trucksystem und zu Werktonsumanstalten mit Schuldknechtschaft und hörigkeit zurüdzuführen 16,75-20,00 Zuckersirup hell in Eim. 41,50-46,00 brohe. Es gebe zwei Mittel, den Dingen ein Ende zu bereiten: 12,75-15,00 Speisesirup dunk, in Eim. 28,00-32,00 gründliche Aufklärung der Arbeiter, die vielfach das Augenmaß 27.00- 30,50 Marmelade Vierfrucht 21,00- 24,00 Marmelade Einfr. Erdb. 95,00-110,00 40.00-48,00 für die große Gefahr verloren hätten, und Wiederherstellung der 24,00-32,00 Pflaumenmus in Eimern 40,00-44,00 Leistungsfähigkeit und 33,00-39,00 Steinsalz, lose....... VerbraucherUeberlegenheit der 41,00- 46,50 Siedesalz, lose 4,00 4.70 genoffenschaften. In der Aussprache teilten andere ihre Er. 18,75-21,60 Bratenschmalz in Tierces 63,50- 64,50 fahrungen mit. Vielfach feien die Arbeiter schon durch Schaden 38,50-44,50 Bratenschmalz in Kübeln 65,00-66,00 thug geworden. Den vom Referenten vertretenen Grundsätzen murde 19,00 23,00 Purelard in Kisten 62,00 64,00 nicht widersprochen. Zeit, Drt, Tagesordnung und Anordnung des 14,50-16,25 Speisetalg in Packung 50,00-53,00 Genossenschaftstags wurden genehmigt. 16,50 18,25 Speisetalg in Kübeln 48,00-50,00 24,00-31,00 Margarine, Handelsm. I 58,00 30,50-36,00 desgl. II 52,00-55,00 84,00-88,00 Margarine, Spezialm. I. 76,00 42,00- 45,00 desgl. II. 61,00-65,00 50,00-55,00 Margarine III 45,00-48.00 35,00-37,00 Purelard in Tierces 75,00-90,09 Landbutter 44 .. 3,103,70 62,00-63,00 Abjaktrise in Polnisch- Oberschlesien. Zur Verschärfung der Wirtschaftstrife in Polnisch- Oberschlesien 70,00-75,00 Molkereibutter i. Fässern 195,00-200,00 ift mitzuteilen, daß die Königshütte zum 1. Juli fünfzig Pro70,00-82,00 Molkereibutter in Pack. 202,00-207,00 zent der Angestellten fündigen will. Weiter sollen alle Kriegs- und 160,00-170, Co Unfallbeschädigten, die Knappschaftspensionäre und die über 60 Jahre 72,00-78,00 Auslandbutter in Fässern 200,00-205,00 alten Arbeiter entlassen werden. 142,00-155,00 Auslandbutter in Packg. 202,00-207,00 Der gesamten Belegschaft des 135,00-150,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 33,00-36,00 Unterwerfs Königshütte wird die Entlassung angekündigt, falls sich Zimt( Cassia) 105,00-115,00 Speck, gesalzen, fett... die Wirtschaftslage nicht in nächster Zeit bessere. Die Belegschaft des Kümmel, holländischer. 125,00-130,00 Quadratkäse. Schwarzer Pfeffer Singap. 98,00-108,00 Quarkkäse Unterwerts zählt 5000 Mann. Nur das Oberwert und die EintrachtsWeißer Pieffer. 133,00-138,00 Tilsiter Käse, vollfett 105,00-115,00 hütte sollen mit Einlegung von Feierschichten in Betrieb bleiben. Rohkaffee Brasil..... 180,00-220,00 Ausl. ungezuck. CondensDer ostoberschlesischen Bresse zufolge beschloß auch die Direktion der Rohkaffee Zentralamerika220,00-290,00 milch 48/16.. 20,75-23,50 Handttehütte bei Czenstochau, den Hochofen auszublasen und 240,00-290,00 Inländische desgl. 48/12 17,50- 18,50 Röstkaffee Zentralam... 300,00-390,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 27,00 28,00 die Arbeit einzustellen. Auf der Baildonhütte ist abermals Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. eine größere Anzahl Arbeiter entlassen worden. Röstkaffee Brasil Dixin Henkel' Seifenpulver 22,00-35,00 35,00-50,00 Bestes Seifenpulver Dixin ertelovert 6045200 PE 635004 2034 ist sparsam im Gebrauch und von ausgezeichneter Wafchwirkung. Henkel Groß- Berliner Parteinachrichten. 4. Areis Brenzlauer Berg Areismitgliederversammlung heube, Dienstag, pen 20. Mai, abenbs 7 Uhr, im gr. Saal des Lebigenheims, Pappelollee 14. Tagesordnung: Die Aufgaben des neuen Reichstages und die Stellung her Barbei su allen wichtigen außen und innerpolitischen Fragen der Gegenwart. Ref.: Gen. Franz Künstler. 1. rets Mitte, Bezirks und Stadtverorbuetenfrattion. Seute, Dienstag, fchon um 5 Uhr Fraktionssitung. Simmer 68( Rathaus). Aceis Griebrichshain. Morgen, Mittwoch, den 21. Mai, abends 6 Uhr, Bezirksversammlung im Rathaus, Eing. Königftr. Einlaßtarten sind beim Gen. F. Fischer oben am Eingang zu erhalten. Zegitimation: Mitglieds. Bud 6. Rreis Areuzberg. Die Kreismitgliederversammlung im Lofal Rabe findet nicht Donnerstag, fondern Freitag ftatt. 2. Rreis Charlottenburg. Mittwoch, den 21. Mai, 7 Uhr, allgem. Funt tionärtonferens Schillergumnafium, Schillerftr. 26. Tagesordnung: Die benoritehenden Elternbeiratswahlen." Ref.: Dr. Ramerou. 9. Sreis Bilmershart. Mittwoch, den 21. Mai, 7% Uhr, Sigung der Eltern. hairäte bei Bieper. Solsteinischestr. 60. Wegen der Elternbeiratswahlen erfcheinen Blicht. 18. Areis Tempelhof/ Marienberf. Die engellinbigte Azelsmitgliederverfan Ting findet nicht Freitag, fondern bereits Donnerstag, den 22. Mai, in Marienborf. Aula Rurfürftenftr., ftatt. Heute, Dienstag, den 20. mai: 38. Bt. 735 Ihr Funktionärkonferenz bei Bartusch, Friedenftr. 88. Jungfozialisten Gruppe Süben. Die Gruppe beteiligt sich an der Rundgebung hes Reichsbammers( Schwarz- Rot- Gold) in der Stadthalle, Klosterstr. Treffpunt 7 hr am Eingang. Grippe Tempelhof/ Mariendorf. 7% Uhr im Jugendhafu, Germaniaftr. 4/6, Gruppenabend. Morgen, Mittwoch, den 21. mai: 2. Abt. 7% Uhr Kreismitgliederversammlung, Mufikerfäle, Raiser- WilhelmStraße. 33. 26t Die diesmalige Abteilungsverfammlung fällt megen der Ateis mitgliederversammlun aus. 46. 96 71 Uhr Funktionärsigung, Lokal Gelwert, Schleftfchefte. Ede Hed. manu- Ufer. 47. Abt. 7% Uhr Pfammenkunft aller Citernräte und fozialistische Eltern der in Ghulen der 47. Abt. unterrichteten Kinder bei Lindentopf, Mustauerstr. 35. 80. Abt. Schöneberg. Der Kreismitgliederversammlung wegen fällt die auf Mittmoch angefekte Abteilungsversammlung aus. 82. bt. Stenlik. 8 Uhr Mitgliederversammlung bei Schelhafe, Ahornfte. 15. 84. t. Lantmis. 8 Uhr Generalversammlung im Baradiesgarten, Mühlen. ftraße 21. Neumahl des Borstandes. 95. Abt. Neukölln. 7 Uhr bei Weidner, GSteinmegstr. 16. Abrechnung. 105. Abt. Ablershof. 7 Uhr Mitgliederversammlung im Feuerwehrdienst. gebäude Selchowftr. Tagesordnung: Neuwahl des Borstandes und der Funktionäre. 17. 108. ..6ßeride, Generalverfamadhang Sel ingehung, Orlnauer Straße. t. Copenid. 7 Uhr Funktionärsigung Jugendheim. Grünauer Str. 5, Rimmer 5. 120. Abt. Friedrichsfelde, 8 Uhr Zotal Schwarz, Capriviallee 42, Mitglieder. nerfammlung. 1. Geschäftsbericht, 2. Neuwahl der Abteilungsleitung, 3. Parteiangelegenheiten. Postabonnenten IT Damit die regelmäßige Zustellung des Vorwärts" im nächsten Monat teine unliebsame Unterbrechung erleidet, ersuchen wir unsere Postabonnenten, das Abonnement bei dem zuständigen Postamt sofort zu bestellen. Borwärts Berlag G. m.b.. 127. Abt. Sohenschönhausen. 7% Uhr Schule Freienwalder Gir. 6, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Berichte. 2. Wahl der Abteilungs. leitung, 3. Elternbeiratswahlen, 4. Berschiedenes. Frauenveranstaltungen am Mittwoch, den 21. Mai: 9. Areis Bilmersdorf. 7% Uhr Frauenabend bei Pieper, Holsteinischeftr. 60. Vortrag des Gen. Dr. Graak über: ,, Rörperbefchaffung und Proletariat 81. Abt. Friedenau.& Uhr Luifenschule, Goßlerstr. Bortrag der Geneffin Sodann über: Wahlerlebnisse in Thüringen." * 20. Areis Reinidendorf. Arbeiterwohlfahrt und Rinderschingtommiffion. Donnerstag, den 22. Mai, 7 Uhr im Verwaltungsgebäude, Reiniden dorf- Oft, Sauptstr. 46, 8immer 60. Wichtige Ausfprache und Berteilung. Jeder Ort muß vertreten fein. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 16. bt. Am 15. Mai verstarb unfer Genoffe Rar bredt, Grenzftr. 14. Einäfcherung Mittwoch 5% Uhr Krematorium Gerichtftr. Jugendveranstaltungen. Achtung, bicilungsleiter! Es müffen unbedingt die Rarten arr Sonnenwendfeier abgeholt werden. Heute, Dienstag, den 20. Mai, abends 712 Uhr: Gesundbrunnen I. Schule Banks Ede Wiefenftr. Bortrag: Moles bis Darmin." Renföllu IV. Rotor Bärmintet, Steinbodstraße. Diskussion: ,, Demotratie." Reukölln FL Von 7-8 Uhr abends Boltstänze auf der Schiller promenade. Sotheft II. Schule Danziger Str. 23. Bortrag: Die Grund. lagen unferez Beltanschauung." Schöneberg I. Jabb. Rubens. Ede Sauntity. Diskussion: Volkslied und Boltsdichtung," Schönhaufer Borstadt. Jgdb. Jafenftr. 17. Disfuffion: irme und Proletariat." Staaken. Jgdh. Bohn. Hofftr. 30a. Bortzog: Die Geschichte der Arbeiterjugendbewegung."-Segel Sgth. Bahnhoffte 15. Bortrag: Barum mandern mir?" Weften. Bau gemertfule, Aurfürstenstr. 141. Vortrag: Erste Hilfe bei Unglüdsfällen." " Sport. Rennen zu Karlshorst am Montag, den 19. Mai, 1. Rennent. 1. Dro( Hartmannshenn), 2. Georg( Schimma), 8. Surfball( uk). Toto: 28: 10. Pla: 13, 12, 15: 10. Ferner liefen: Zarma, Hella, Erdrose, Atiella( gef.), Beolett. 2. Rennen. 1. Abolbhus( Bolk), 2. Henry( Duabe), 3. Stürmer II ( Hartmannshenn). Toto: 88: 10. Plat: 20, 23, 68: 10. Ferner liejen: Duellnymphe, Sulamith, Tor di Quinto, Mirafel, Salsgraf, Rotbart, Sultan. 3. Rennen. 1. Fuhamajor( Dertel), 2. Caefar II( Sths). 3. Dit furcht( B. Lewidi). Toto: 15: 10. Blak: 10, 10:10. Ferner lief: Carenina. 4. Rennett. 1. Betterfcheibe( b. Ederisberg), 2. Saboyard( Hr. König), 3. Trompeter( Hr. Staudinger). Toto: 237: 10. Blaz: 85, 16: 10. Ferner liefen: Biedermann II, Elfchen( gef.). 5. ennen. 1. Marone( Rufulies), 2. Mellaroja( R. Lüder), 3. Zalla ( 6ths). Sato: 17:10. Plak: 13, 18: 10. Ferner liefen: Lavinia, Dufel Otto. 6. Rennent. 1. Philiñer( Mate), 2. Gigerl( Stys), 3. Memling ( Schuller). Toto: 28: 10. Plat 14, 18: 10. Ferner liefen: Spökenliefer, Landesfürst, Fandila. 7. Rennen. 1. Einspruch( v. Edertsberg), 2. Denkstein( Hr. Schlutius), 8. Sfelberg( n. Dorfe). Loto: 25: 10. Blaz: 11, 11, 11: 10. Ferner liefen: Melinit, Florentin, Marschmarsch, Wilhelma. Wetter: Etwas fühler, überwiegend bewölft mit Gemitterneigung. BILLIGE ANGEBOTE Verkauf soweit Vorrat Seidenfrotté diverse Farben...... ******* Meter 145 Waschstoffe Bandstreifen auf weissem Fond, für Sommerkleider... Meter 245 Musseline Baumwolle, gute Qualität. Schweizer Voile 115 cm breit, aparte Muster..... Zephir ca. 80 c Meter 85Pt. Meter cm breit, für Oberhemden, helle und dunkle Streifen Schweizer Vollvoile 110 cm breit, moderne Muster... Meter Meter Schweizer Vollvoile weiss, bestickt, 115 cm breit Meter 175 185 2.50 25 4.35 Kleider- Frotté 250 doppeltbreit, moderne Streifen. Weisser Opal ca. 100 cm breit, prima Schweizer Qualität 150 Wollmusselin kleine Muster Meter Mengenabgabe vorbehalten 245 Seidenstoffe 290 390 Alpaka seidenglänzend, 110 cm breit, schwarz.................. Meter 375 Mod. 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Mai: Messalinas Tod Dazu: Abenteuer von Bostonville Sensations- Groteske in 5 Akten Das große Varieté Beginn 615, 880, Sonntags 4 Uhr: Eintritt 0,80-1,50 Mk. Deutsch. Theater Die heilige Untreue Große Volksopers Theater 8 Uhr: Westens Der gefesseite Pro- Th.1.Admiralspalast 7, Uhr: Der Freischütz metheus d.Aischylos Allabendlich 84 U Kammerspiele Drunter u.drüber 8 Uhr Onkelchen hat geträumt Gr. Schauspielhaus 71/2 Uhr: Gasparone Theater i. d. KöniggrätzerStr. Die Weltsensation: D. Wund. d. Schatten Komische Oper Deutsch.Opernhaus 7% Uhr: Fidelio Weingartner, Zador, Plaschke, Eckard, Fink, Krausa, Lorentz, Höllischer, Werner 8 U: Es hat nicht Intimes Theater sollen sein Zei- 8; Crêpe Georgette tungsausschnitte Leidenschaft, Gift usw. u. Versteinerung Metropol- Theater oder: Die ver Tägl.8 Uhr: Karne hängnisvolle Sy- val der Liebe phonflasche Berliner Theater Täglich 7.30: Das Weib im Purpur Sommerpreise! Thalla- Theater 7% U. 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Die besten Kräfte und Pädagogen müssen vernichtenden Schlag zu führen gegen Regierungen, Parteien und in Zukunft zur Belehrung und Erziehung der Jugend herangezogen Vereinigungen, die auf entschieden republikanischem Boden stehen, werden. ift einwandfrei erwiesen: Die Reichswehr ist keine Schußtruppe für Braunschweig. Der Reichsparteitag wolle zum Zwede der Schaf die Republit, sondern ein Zentrum der Gefahr sowohl in innen- wie fung einheitlicher Ziele und Wege auf dem Gebiete der Arbeiterwohl außenpolitischer Hinsicht. fchrt den Hauptausschuß für Arbeiterwohlfahrt" veranlassen, dem § 5 der fraglichen Richtlinien( betr. Einberufung von Konferenzen der gesamten Bezirksausschüsse) Geltung zu verschaffen. Zwidau- Blauen. Auf die Tagesordnung zu sehen: Bericht der Programmfommission. Dresden. Zu Punkt 3 der Tagesordnung des Reichsparteitages, Bericht der Reichstagsfraktion, ist einem Vertreter der Fraktionsminderheit als Korreferent das Wort zu geben. Zum Bericht des Vorstandes. Pforzheim. Der deutsche Parteitag wird ersucht, ein Aftionsprogramm aufzustellen, welches die innerhalb der nächsten Jahre praktisch zu lösenden und lösbaren Aufgaben der Partei enthält. Köslin. Die am 2. März 1924 in Röslin tagende Unterbezirkstonferenz der BSPD. hat nachstehende Entschließung angenommen: Die Unterbezirkskonferenz Hinterpommerns bedauert, daß dem Parteitag zur Beratung fein Entwurf eines Parteiprogramms vorgelegt worden ist. Die Konferenz fordert dringend, die Borberei tungen so zu treffen, daß auf dem nächsten Parteitag ein Parteiprogramm geschaffen werden kann. Leipzig. Ein neues Parteiprogramm ist dem Parteitag von 1925 zur Annahme vorzulegen. Bis dahin hat das auf dem Parteitag in Nürnberg beschlossene Aftionsprogramm Geltung. Leipzig. In Erwägung dessen, daß durch die Unflarheit über das Verhältnis zum Staate, in der Politif, eine große Differenz unter den Parteigenossen entstanden ist, wird erwartet, daß der Parteitag eine grundsätzliche Klärung herbeiführt. Köln. Der Parteitag setzt eine Kommission ein, die die Aufgabe hat, ein Attionsprogramm für Kommunalpolitit aufzustellen und dem Parteitag zu unterbreiten. Köln. Um die widerstrebenden Auffassungen innerhalb der Partei über das Verhältnis des Proletariats zum Staat zu einer einheitlichen, der Partei und somit dem Proletariat dienlichen zu fammenzufassen, wird vom Barteitag erwartet, daß er durch Stellungnahme zu der Frage Proletariat und Staat eine grundfägliche Klärung herbeiführt. Köln a. Rh. Der Parteitag wolle beschließen, die vorhandenen wirtschaftlichen Parteiunternehmungen intensiv weiter auszubauen und durch neue wirtschaftliche Produktionsunternehmungen möglichst zu ergänzen, damit das Proletariat durch die Partei mehr als bisher in der Lage ist, den Verlauf der Wirtschaftskämpfe und damit auch der politischen Kämpfe zu beeinflussen. Hamburg. Der Parteitag ersucht die Parteigenossen, die Arbeit der Kinderfreunde auf das lebhafteste zu unterstützen und in Orten, wo noch keine Kindergruppen bestehen, eine KinderbeweEntschiedenheit folgende Forderungen erfüllt: Wir verlangen deshalb, daß die Reichstagsfraktion mit aller scher Offiziere find alle in den Etat eingesetzten Mittel zu versagen. 1. Der gegenwärtigen Reichswehr unter Führung morarchisti2. Jeder Regierung, die die vollziehende Gewalt der Reichswehr in ihrer gegenwärtigen Struktur überläßt, ist das Vertrauen zu 3. Nur einer Regierung, die die Demokratisierung der Reichswehr proflamiert, kann das Vertrauen ausgesprochen werden. versagen. gung im Anfóluß an die„ Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinder Zum Entwurf des Organisationsstatuts. freunde" ins Leben zu rufen." Weimar. Der Parteitag beschließt: Der Augsburger Beschluß wegen Bildung einer wirtschaftlichen Sachverständigenfommission wird erneut. In diese Kommission wählen die Bezirksvorstände je ein Mitglied. Das Mitglied muß durch seine Stellung im Wirt schaftsleben zur Kommission befähigt sein. Gera. Entschließung zur Alkoholfrage. Angefichts der Teuerung und des Kückgangs der inländischen Getreidepro. Kartoffeln in alkoholische Getränke eine volkswirtschaftliche Verduktion seit dem Kriege ſtellt die Umwandlung von Getreide und schwendung dar. Die Schäden des Alkoholismus werden heute noch erhöht durch die körperliche und geistige Schwächung der Arbeiter Klasse in den Jahren seit Kriegsausbruch. Die antisoziale Wirkung der Trinksitten ist besonders verhängnisvoll in der Zeit der Krise, weil sie eine privat- und volkswirtschaftlich ungesunde Belastung des Proletarierhaushalts bildet. Erschwerung des Versammlungsbefuchs, Gefahr der Ausschreitungen bei Demonstrationen, geistig seelische Lähmung, besonders der Jugend, sind heute verhängnisvolle Hemmungen des Aufstiegs der Arbeiterklasse. Die Partei muß daher eine großzügige wiffenschaftliche AufZwidau- Plauen. Der Parteitag beschließt die Fertigstellung des Barteiprogramms oder die Aufstellung eines Aktionsprogramms. flärungsarbeit durch Wort und Bild über die Alkoholfrage im Rah men der allgemeinen Bildungsarbeit durchführen. Sie mit gefeßWeimar. Vom Parteitag wird gefordert, die Richtlinien für die Politik der Reichstagsfraktion getragen von den Erforderlichen Maßnahmen anstreben zur Verminderung der Alkoholproduknissen des Klaffenkampfes festzulegen. tion, Gemeindebestimmungsrecht mit Boltsentscheid sozialreformeris fcher Maßnahmen, die geeignet sind, das Alkoholangebot und die Versuchung zum Trinken zu vermindern. Düffeldorf. Die Politik der Partei, ausgeübt von Parteivorstand, Reichs- und Landtagsfraktionen, muß im Einklang mit den Grundsägen der Sozialdemokratie stehen. Kommen besonders wichtige Einzelfälle vor, wo die Entscheidung für oder gegen vom Barteistandpunkt aus zweifelhaft erscheint, dann ist vor der Entscheidung der Instanzen die Meinung der Parteimitgliedschaften einzuholen. Wie das geschieht, muß rach der jeweiligen Konstellation geregelt werden, doch ist unter allen Umständen dafür zu sorgen, daß wirklich die Meinung der Mitgliedschaft festgestellt wird. Eisenberg S.-A. Vor Abstimmung innerhalb der Fraktionen, welche schwere weittragende Bedeutung haben, sind die Mitglieder der Partei vorher darüber zu hören. Bezirk Ostjachsen, 6. Unterbezirk. Der Parteitag wolle beschließen: Die parlamentarischen Bertretungen im Reich und den Fragen von großer politiſcher Bedeutung( Regierungsbildung usw.) Ländern entscheiden in parlamentarischen Fragen selbständig. In entscheiden sie zusammen mit den Reichs- bzw. Landesinstanzen. Ueber ihre Tätigkeit haben sie den ordnungsgemäß einzuberufenden Reichsparteitagen bzw. Landesversammlungen Rechenschaft ab. zulegen. Die Beschlüsse der Reichsparteitage und der Landesver. fammlung find bindend für jeden parlamentarischen Bertreter der Partei. haben sich vor wichtigen Entscheidungen im Barlament- besonders Ludwigsburg- Marbach. Die Reichs- und Landtagsabgeordneten bei der Frage Eintritt in oder Austritt aus der Regierung zuerst mit ihren Wahlkreisorganisationen zu verständigen. In bringenden Fällen ist eine Berständigung mit dem Kreisausschuß herbeizuführen. Nürnberg. Der Parteitag wolle beschließen, daß fünftig die Maifeier zentral geregelt im ganzen Reichsgebiet, ähnlich wie in der Vorkriegszeit begangen wird. Passau. Der Parteitag ersucht den Parteivorstand und die Gefamtpartei, fich mehr als wie bisher mit dem Sozialisierungsproblem zu beschäftigen und da, wo die Möglichkeiten der Berwirklichung gegeben ist, ernsthaft zuzufassen. Löbau. Der Parteitag möge beschließen: Der Vorstand gibt zur Information der Funktionäre das jeweils sich ergebende Material über wichtige Beschlüsse und deren Motive der Fraktion und des Parteivorstandes heraus, damit die Genossen im Lande schnell und zuverläffig informiert werden können. Nordhausen. Aus Mangel an einschlägigem Agitationsmaterial aus den Barlamenten beschließt der Parteitag in Berlin, die Bor. stände der sozialdemokratischen Fraktionen des Reichs- und der Landtage zu ersuchen, mindestens vierteljährlich, das wichtigste Material zum Zwecke der Agitation zusammenzustellen und den Bezirken bzw. unterbezirken zur Verfügung zu stellen. Löbau. Der Parteitag möge beschließen, den Vorstand zu beauftragen, alles zu tun, um eine beffere Aufklärung in Wort und Schrift herbeizuführen. Bei den bevorstehenden Wahlen darf fein Mittel unversucht gelassen werden, die Frauen als wähle rinnen für unsere Partei zu gewinnen. Breslau. Mit besonderer Aufmerksamkeit sind vom ParteivorJnzlingen b. Lörrach. Der Parteitag wolle beschließen, den Namen Bereinigte Sozialdemokratische Partei Deutschlands" abzuändern in Deutsche Arbeiterpartei". Frankfurt a. M. Bu§ 1. Neue Fassung: Zur Partei gehört jede Person, welche Mitglied der Parteiorganisation geworden, sich vorbehaltlos zu den Grundsäzen des Parteiprogramms bekennt und in allen ihren Handlungen sich danach richtet. fratischen Mitteln für sozialistische Biele arbeitet, sich der Sazung der SPD. unterworfen hat und sagungsgemäß aufgenommen wor den ist. Blankeneje. Parteimitglied ist jede Person, die mit demoDresden. Zu§ 2: Hinter dem ersten Saß von§ 2 ist folgender Sag einzufügen:„ Die vorläufige Aufnahme ist dem Vorstand der zuständigen Bezirksorganisation mitzuteilen, die über die Zugehörigfeit zur Bartei endgültig entscheidet." Pforzheim. Der Partei fönnen nicht angehören: Lohn- oder Gehaltsempfänger, die, obwohl für ihren Beruf eine dem ADGB. oder des Afabundes angeschlossene Organisation besteht, einer andern, gegnerischen wirtschaftlichen Berufsvereinigung angehören. Berlin. Jeder Parteigenosse ist verpflichtet, soweit die Möglichteit besteht, sich den freien Gewerkschaften anzuschließen. Zwidau- Plauen, Leipzig, Dresden, Gera. Zu§ 3: In der zweiten Zeile des§ 3 sollen nach dem Wort Parteivorstand eingefügt werden die Worte:" In Uebereinstimmung mit den beteiligten Bezirtsorganisationen." Breslau. Absatz 1. Die Grundlage der Organisation bildet der stand wie Zentralbildungsausschuß in Zukunft Fragen der sozialisti Kreisverband. Die Kreisverbände werden in Bezirksverbänfchen Jugenderziehung zu behandeln. Insbesondere die Gefährdung den zusammengefaßt, die vom Parteivorstand mit Rücksicht auf die derselben durch die sozialen Wirkungen des Alkohols sowie die Fort. politischen und wirtschaftlichen Berhältnisse abgegrenzt werden. Die bildung der reiferen Jugend in zu schaffenden Heimvolkshoch Bezirksleitung kann die Kreisverbände zu Unterbezirken zusammenschulen. Jebe Parteiorganisation ist verpflichtet, die sozialistische legen. Die Kreisverbände gliedern sich in Ortsorganisationen, die Jugendbewegung mit allen Mitteln zu fördern. Diese Fragen find zur Durchführung organisatorischer Aufgaben und politischer Aktionen Tagesordur auf dem nächsten Parteitag als besondere Punkte der Lagesord in Agitationsgruppen( Bezirke, Abteilungen, Settionen, Diſtrikte) nung zu behandeln. eingeteilt werden fönnen. Daneben sind für industrielle Betriebe, private und staatliche Werke und Anstalten geeignete Organisationseinrichtungen zu treffen. Stollberg i. E. Der Parteitag wolle beschließen, im Interesse aller Jugendlichen jedes Gefeß, das die Arbeitsdienstpflicht fordert, ertschieden abzulehnen. Wir sehen in der Arbeitsdienstpflicht eine gewerkschaftliche Kampf der Arbeiter durch Einſeßen dieser Kräfte verkappte Wiederaufrichtung der Wehrpflicht; ferner wird jeder bei Streits illusorisch gemacht. An dessen Stelle fordern wir Aus: bau der Fortbildungs, Berufs- und Volkshochschulen, weitestgehende Durchführung und Verbesserung des Reichsjugendwohlfahrtsgesetzes. Forderung eines Alkoholverbots, allerorts Schaffung von Jugendheimen sowie Erhöhung der Löhne und Verlängerung des Urlaubs. Dresden. In dem Bestreben, die außerordentlichen Schwierig schiedenen Länder und Völker immer noch hindern oder erschweren, feiten, die eine Verständigung zwischen den Arbeitern der ver nach Möglichkeit zu beseitigen, fordert die Sozialdemokratische Partei Deutschlands die Internationale auf, die Welthilfssprache als Verständigungsmittel für ihre internationalen Arbeiten und Tagungen zu benutzen, Pinneberg. Angesichts der stetig rasch zunehmenden Ausbreitung der Welthilfssprache Esperanto fordert der Sozialdemokratische Kreisverband Pinneberg den Parteitag auf, den Parteivorstand zu beauftragen, einen esperantokundigen Genoffen beim Zentralvorstand anzustellen. Berlin. Der Parteitag wolle beschließen, eine Kommission einzusetzen, die gemeinsam mit Bertretern der freien Gewerkschaften einen Gesetzesvorschlag ausarbeitet und dem Porteivorstand unterbreitet über die Schaffung einer Sozialversicherungsbant, wie sie bereits durch Beschluß des Reichstags auf Antrag der Fraktion von der Reichsregierung gefordert worden ist. Stralfund. Der Parteitag wolle beschließen, daß sich der Parteivorstand und Ausschuß auf den Boden des Klassentampfes stellen und daß die Reichstagsfraktion, die Landtagsfraktion und die Regie rungsvertreter unbedingt zu verpflichten find, diesen Klaffenkampfgedanken zu vertreten. Berlin. Der Bezirkstag der Vereinigten Sozialdemokratie Groß- Berlins erwartet vom kommenden Barteitag, daß er seinen Richtlinien für die weitere Politik der Partei die Erkenntnis des unvermeidlichen Klaffenkampfes zugrunde legt. Eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür ist die Schaffung einer klaren und einheitlichen Stellung der Sozialdemokratie zum heutigen Staat. Die republikanische Staatsform darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß das kapitalistische Produktionssystem noch nicht beseitigt und daß demzufolge die Republik ein Klassenstaat geblieben ist. Baugen. Der Parteitag wolle beschließen: Der Barteivorstand wird verpflichtet, an die tätigen Parteifunktionäre( Parteisekretäre, Redakteure und Referenten) über die wesentlichsten Geschehnisse der Reichs- und Landespolitik( Stellungnahme der Fraktion wie der bürgrlichen Parteien in den Parlamenten, Abstimmungsergebnisse Das Maß der Berantwortlichkeit für den Gegenwartsstaat tann usw.) wirklich brauchbares Referentenmaterial nur so weit gehen, als die Arbeiterklasse im Staat tatsächliche Macht übersichtlich geordnet herauszugeben. Das Material muß fofort hat. Eine Unterordnung der Arbeiterinteressen unter das angebliche nach einer wichtigen Stellungnahme den tätigen Genossen, damit es Allgemeininteresse des sogenannten Bolfsganzen wäre nichts anderes aktuell zur Aufklärung der Genossen verwendet werden kann, zu als eine Unterordnung der Interessen der erbrückenden proletarischen Hamburg Der Genossenschaftsbewegung als der Mehrheit der Bevölkerung unter die Interessen der herrschenden neuen Bajje im Kampfe für die Befreiung der Arbeiterklasse ist fapitalistischen Klaffen. Die Berteidigung der Republit gegen die reaktionäre Bourüberall mehr Intereffe zuzuwenden damit auch dieser Zweig der Arbeiterbewegung. mehr und mehr seinem eigentlichen Zweck dienst- geoisie ist gleichbedeutend mit der Verteidigung der günstigsten Kampfbedingungen im Befreiungskampf des Proletariats. Die nächste große Aufgabe des Proletariats ist die Eroberung der Macht zur Ueberwindung des Klaffenstaates. gestellt werden. bar gemacht wird. Der Parteitag beauftragt den Parteivorstand: a) in Verbindung mit der Internationale eine möglichst gute und unabhängige Auslandsberichterstattnug für unsere Preffe zu schaffen, wenn angängig, durch Unterhaltung von Berichterstattern im Auslande; b) zu erwägen, ob sich nicht ein internationales Organ oder Nachrichtenblatt schaffen läßt, ähnlich den Organen der Gewerkschafts- und der Jugendinternationale. Hagen- Schwelm. Die Parteischule wird wieder eröffnet bzw. werden die Bezirke verpflichtet, Funktionärbildungsschulen oder-furfe einzurichten. Gera. Es wird notwendig eine periodisch erscheinende Bil dungszeitschrift, ökonomisch- historisch- politische und verwaltungswiffenfchaftliche Rurfe fowie Anstellung von Wanderlehrern, Das gesteigerte Elend der Arbeiterklasse, ihre verstärkte Ent rechtung und Unterdrückung find Wirkungen des verschärften Klaffentampfes der Kapitalisten gegen die Proletarier. Die ökonomische und politische Situation verpflichtet die Vereinigte Sozialdemokratie, die gesamten proletarischen Kräfte, ins besondere auch die neuen proletarischen Schichten, in einer entschiedenen Opposition zu den kapitalistischen Parteien zu sammeln. Gleichzeitig ist durch den Ausbau der Demokratie innerhalb der Partei eine lebendige Anteilnahme und entscheidende Mitwirkung der Mitglieder an der sozialdemokratischen Bewegung herbeizuführen. Der tapitalistischen Politik mit ihren fortgesetzten Krisen, Ron flikten und Katastrophen sind die Ideen des Sozialismus nicht nur Frankfurt a. M. Nach dem zweiten Satz ist einzufügen:„ Orts( Bezirk) Parteibezirk und find den übrigen Bezirken gleich zu achten. vereine mit über 10 000 Mitgliedern bilden einen selbständigen Sie haben dieselben Rechte wie diese." Düffeldorf. Dem§ 3 ist folgende Fassung zu geben: Die Grundlage der Organisation bilden die Ortsvereine. Auf diesen bauen sich die Unterbezirke und Bezirksverbände auf, die im schaftlicher Zweckmäßigkeit abzugrenzen find. Zur Durchführung der Einvernehmen mit dem Parteivorstand nach politischer und wirtOrtsvereins in Agitationsgruppen( Bezirke, Sektionen, Distrikte) geOrganisationsarbeiter und politischen Aktionen fann das Gebiet des gliedert werden; daneben sind für industrielle Betriebe, private und staatliche Werke und Anstalten Organisationseinrichtungen zu treffen. Jedes Parteimitglied muß dem für seinen Wohnort zuständigen Ortsverein angehören. Die Parteimitglieder find gehalten, die für ihren Wohnort zuständige Parteizeitung zu abonnieren." Dresden. In§ 3 soll der erste Sah lauten: ,, Die Grundlage der Organisation bildet der Bezirksverband, der vom Parteivorstande im Einvernehmen mit den beteiligten Bezirksverbänden nach politischer und wirtfchaftlicher 3medmäßigkeit abgegrenzt wird." Die gesperrt gedruckten Worte sind neu eingefügt. Der übrige Teil des Paragraphen bleibt unverändert. Gera. Dem§ 4 folgenden Saz anfügen: ,, Die Parteiorganisationen eines Landes fönnen Landesparteitage abhalten, die berechtigt sind, über landespolitische Fragen BeDiese Beschlüsse dürfen nicht in Widerspruch zu den Beschlüssen des Barbeitages stehen. schlüsse zu fassen." Breslau Gaz 1: Die Orts-, Kreis- und Bezirksverbände haben im Rahmen ihrer Befugnisse die Bartcigeschäfte nach eigenen Statuten zu führen, die mit dem Organisationsstatut der Gesamtpartei nicht in Widerspruch stehen dürfen. Leipzig. Der zweite Sah ist zu streichen, dafür ist anzufügen: „ Die Parteiorganisationen eines Landes können Landespartei= tage abhalten, die über die Landespolitik der Partei entscheiden. Sie können auch durch Urabstimmungen der Mitglieder Entscheidungen darüber herbeiführen." Zwickau- Plauen. Dem§ 4 ist folgender Saz anzuhängen: Die Parteiorganisationen eines Landes fönnen Landesparteitage abhalten, die berechtigt sind, im Rahmen der Reichsparteitagsbeschlüsse über landespolitische Fragen entscheidende und für die Franktionen der Landesparlamente bindende Beschlüsse zu fassen." Hanau a. M. Der§ 4 ist zu ergänzen durch: Die Bezirksvorstände sind vom Parteivorstand im Einvernehmen mit dem Bezirk anzustellen. Der Bezirksvorstand hat, wenn irgend möglich, den Bezirksparteitag, mindestens aber den Bezirksausschus zu hören. Frankfurt a. M. Hinter§ 4 neu einzuschelten: a) In den Statuten der Bezirksverbände ist grundsätzlich feftzulegen, daß jeweils ver Etattfinden eines ordentlichen Parteitages ein Bezirksparteitag zu berufen ist, um zur Tagesordnung des Reichsparteitags Stellung zu nehmen. b) Die Delegierten der Bezirksparteitage sind stets durch Urwahl zu wählen. c) Der Bezirkssekretär ist dem Bezirksvorstand verantwortlich. Ortelsburg. Busazantrag:„ Den Bezirksvorständen in Gemeins schaft mit einer Vertretung der Landtagsfraktien oder dem von den Bezirksvorständen gemeinsam einzuberufenden Landesparteitag, steht die Entscheidung in tattischen landespolitischen und landesparlamen tarischen Fragen zu." Dresden. Dem§ 4 find folgende Säße anzuhängen: " Die Parteiorganisationen eines Landes fönnen Landesparteitage abhalten, die berechtigt sind, im Rahmen der Reichsparteitags= beschlüsse über landespolitische Fragen entscheidende und für die Fraktionen der Landesparlamente bindende Beschlüſſe zu_fajſen,“ Diefen zusammengefaßten Bezirksverbänden steht in Gemein schaft mit einer Vertretung der Landtagsfraktion oder dem von den gemeiniamen Bezirksvorständen einzuberufenden Landesparteitage die Entscheidung in allen wichtigen, taftischen, landespolitischen und landesparlamentarischen Fragen zu. Diese Entscheidungen sind für alle parlamentarischen Vertretungen bindend. Berlin.§ 5 Absatz 3. Die Parteizugehörigkeit bei Uetertragung eines parlamentarischen Mandats muß 5 Jahre betragen. Brandenburg a. d. 5. Dem§ 6 Abs. 3 Sazz 1 des Statutenentwurfs ist folgende Fassung zu geben:" 3u Mitgliedern des Bes zirks und Barteivorstandes, sowie der Kontrollkommission und als Kandidaten für Reichstag und Landtag fann nur vorgeschlagen wer den, wer mindestens drei Jahre der Partei angehört." Gera. wer mindestens drei Jahre der Partei angehört" streichen, dafür setzen:„ wer der Partei seit ihrer Vereinigung an gehört und corher einer anderen, auf dem Boden des Klaffenfarap es stehenden Bartei angehört hat. Die Gesamtmitgliedschaft muß dann eine ununterbrochene von mindestens drei Jahren sein." Frankfurt a. M. Es ist zu streichen: und zu allen Dele. gationen", fermer: und im Verhältnis ihrer Zahl". " Die Anstellung von Bezirkssekretären ist an die Zustimmung des Bezirksvorstandes gebunden. Bremen. Neuer Absatz:„ Mitglieder irgendwelcher Partei oder politischen Körperschaften fönnen nicht in Kontrollinstanzen gewählt werden, durch die diese Körperschaften selbst fontrolliert werden." Düsseldorf Abfah 3 foll folgenden Wortlaut erhalten: 3u Mitgliebern des Bezirks- und Parteivorstandes sowie der Kontrollfommission und als Kandidaten zu den Gemeinde-, Bezirks- oder Provinzialvertretungen, für Landtag und Reichstag fann nur vorgeschlagen werden, wer mindestens fünf Jahre der Partei angehört. Das gleiche gilt für die Delegierten zu den Bezirkstagungen, dem Parteitag und internationalen Kongreffen." Röslin. Abjah 1 ist zu streichen. " Königsberg i. Pr. Im zweiten Absatz ist zwischen den Worten Jahre" und Mitglied" das Wort„ endgültig einzufügen. Im dritten Absatz ist hinter dem Wort„ Bezirks-" das Wort„ Kreis." zu setzen. Blanteneje. Alle Organisationsleitungen und alle Delegationen find aus weiblichen und männlichen Mitgliedern im Verhältnis der Zahl der weiblichen zu den männlichen Mitgliedern zusammenzusehen. Leipzig. Im legten Absah sind die Borte Bezirksleitung" zu crjeten durch zuständige Beirfsgeneralversammlung". Breslau. Abfah 1. In allen Leitungen der Organisationen und zu allen Delegationen ist den weiblichen Mitgliedern nach Möglichkeit im Berhältnis ihrer Zahl eine Bertretung zu gewähren. Dresden.§ 5 foll folgende Faffung erhalten: In allen Leitungen der Organisationen und zu allen Delegationen foll den weiblichen Mitgliedern mindestens im Verhältnis ihrer Zahl eine Bertretung genährt werden." Sagen- Schwelm, Orielsburg. Der Parteitag wolle beschließen, daß dem Organisationsftatut in§ 5 folgender fünfter Absatz zugefügt wirb: Sämtliche in den Parteiorganisationen vorzunehmenden Wahlen haben als direkte Wahlen nach dem Proporz zu erfolgen." Reichenbach i. V. Bor im Verhältnis" das Wort„ mindestens" einzusetzen. Blauen i. V. Im§ 6 letter Abfaz foll es statt Unterbezirksleitung" heißen: Unterbezirfstonferenz" und an Stelle des Wortes 3 der genannten Körperschaften Abfah 2 und 3 der genannten Körperschaften. Reichenbach i. V. Lehter Absatz an Stelle die Bezirksleitung" zu fehen: der Bezirksparteitag". 3widau- Plauen. Lehter Abfah. dritte Zeile, ist das Wort„ Be. zirtsleitung" zu ersehen durch zuständiger Bezirksparteitag". Borhalle. Die Wahlvorschläge für die einzelnen Landtage merben durch Landesorganisationen refp. Landesparteitage aufgestellt. Diefen Inftitutionen allein steht das Recht zu, die Kontrolle über die sozialdemokratischen Parlamentsmitglieder auszuüben und gegebenenfalls fie abzuberufen. Brandenburg a. d. H. Absatz 2 ift zu ftreichen. Dem Absatz 1 ift folgendes anzufügen: Die Randidatenaufstellung für die Bezirks-, Kreis und Provinzialvertretung erfolgt im Einverständnis mit der Unterbezirks- oder Bezirksleitung auf Kreistonferenzen. Reichstags. und Landtagskandidaten stellt der Bezirksparteitag( Bezirksverfamm. Tung) auf. find unzulässig." Gera. Anfügen:„ Doppelmandate zum Landtag und Reichstag Dresden. Der letzte Sak soll lauten:„ Dasselbe Recht haben die Bezirksleitungen für die im Bezirk gewählten Landtags- und Reichstagsabgeordneten." Königsberg i. Pr. Im zweiten Absatz ist an Stelle der Worte: Mitglieder der Unterbezirksorganisation" au fezen:„ beteiligten Ortsvereine". Bahlvorschläge für Reichs- und Landtag werden durch die Mitglieder der Unterbezirfsorganisationen gemacht, von der Bezirksleitung zusammengefaßt und vom Bezirksparteitag befchloffen. Borhalle. Der Barteitag wolle beschließen, daß im Statut der Gesamtpartei festgelegt wird, daß die Wahlvorschläge für die einzelnen Landtage durch Landesorganisationen resp. Landesparteitage aufgestellt werden, und daß diesen Institutionen allein das Recht zusteht, die Kontrolle über die sozialdemokratischen Parlamentsmitglieder auszuüben und gegebenenfalls fie abzuberufen. den Borstand und alle übrigen Der Parteitag fordert den Vorstand und alle übrigen Parteiinstanzen auf, die sozialistischen Grundsätze rationellster Kräfteverwendung auch bei den von der Partei zu befehenden Bosten in der Partei und in den Volksvertretungen anzuwenden. Grundfäß ich muß jeder durch Gehalt, Diäten oder sonstwie eine Person er werden, die weder durch Alter noch Dauerkrankheit behindert ist. Alte und franke Kräfte find ausreichend zu versorgen und die betreffenden Einrichtungen entsprechend auszugestalten; die Partei genossenschaft wird sich gern besondere Opfer für die ergrauten und verbrauchten verdienten Vorfämpfer auferlegen. Aus den geeig neten alten und tranfen Kräften wird ein Weltestenrat der Partei gebildet, um ihre Erfahrungen der Partei nugbar zu machen. Keine Kraft darf mehr als einen Unterhaltsposten besetzen, auch nicht unter Verzicht auf die Einfünfte der übrigen. Die Möglichkeit, tüchtige Kräfte hauptberuflich in den Parteidienst zu stellen, muß unter allen Umständen völlig ausgeschöpft werden. Kein Unterhaltspoften darf unbesetzt bleiben, um einer auf unsicheren Unterhaltsposten gestellten Kraft als Reserve zu dienen. haltende( Unterhaltungs-) Bosten mit einer vollwertigen Kraft besetzt Ebenso ist die Häufung undotierter Mandate auf einzelne Berfonen im Interesse rationellster Ausnutzung der Kräfte zu unterlassen. Die einzelnen dürfen nicht durch Ueberlastung gelähmt und früh zeitig verbraucht und möglichst viele müssen durch Praris geschult werden, um den bevorstehenden Wiederaufstieg der Partei richtig fördern und nachher die zahlreich zu besetzenden Positionen mit voller Kraft ausfüllen zu fönnen. Wismar. Der Parteitag wolle beschließen: Die Genossen in gehobener Stellung der Verwaltung( Regierungspräsidenten u. dergl.) dürfen zum Reichstag nicht fandidieren. Leipzig. Die Kandidaten für die Reichslifte zur Reichstagswahl find vom Reichsparteitag aufzustellen. Solche Kandidaten, die nicht von ihren heimischen Parteivereinen aufgestellt worden sind, dürfen nicht darauf übernommen werden. Luckenwalde. Der Parteitag wolle beschließen: Der Partei vorstand wird angewiesen, der Auswahl von Kandidaten zu den Barlamenten seine besondere Aufmerksamkeit zu widmen, insbeson dere soll streng darauf geachtet werden, daß der Wille der örtlichen Organisationen auf den Bezirksparteitagen nicht dadurch gefälscht wird, daß die bisherigen Abgeordneten und die Vorstandsmitglieder bei der Wahl einen überwiegenden, die gewählten Delegierten erbrückenden Einfluß ausüben und sich so eine Verknöcherung des berufspolitischen Führertums herausbildet, das einen Zuftrem ron neuen Kräften nicht zuläßt, Es wird zu diesem Zweck die Einsegung einer befonderen Kommiffion empfohlen, die für die Bezirksparteitage gültige Richtlinien auszuarbeiten hat, um die Teilnahme von Abgeordneten und Partei. funktionären am Wahlaft, soweit sie nicht Delegierte von Unterbezirken find, tunlichst einzuschränken. Parteitagsdelegierte sind durch Urwahl in den einzelnen Stimm bezirfen zu wählen. Einverständnis mit der Unter- oder Bezirksleitung". Köslin. Absatz 1 lehter Satz find zu streichen die Worte: im Abfah 2 erhält frigende Faffung:„ Vorschläge für die Bezirks, Provinzialvertretung und die Wahlvorschläge für Landtag und Reichstag werden von der Unterbezirkskonferenz gemacht" usw. Zu§ 7. Das Wort Wochenbeitrag" ist zu streichen, dafür zu fezen: ein Monatsbeitrag". " ab 1. April 1924 freigestellt, ob sie die Beiträge durch Monats- oder Berlin. Es ist den einzelnen Länder- und Bezirksorganisationen Wochenmarten entrichten bzw. fieben wollen. Frankfurt a. M. Zu§ 8. Der Beitrag fann nur im Einverständnis mit den Mitgliedschaften in der Generalversammlung festgesetzt werden. Als Richtlinie dient ein Viertel eines StundenIohnes, jedoch mindestens 10 Pf. wöchentlich. Weibliche Mitglieder zahlen die Hälfte. Die bezirkliche Regelung über die Kaffenführung mit den lnterGera. Hinter festgelegt werden", erster Satz Abs. 5 einfügen: organisationen, die nicht im Widerspruch stehen mit dem Organi fctionsftatut, nicht unterbinden dürfen." Den legten Satz fireichen, dafür:" Zur Dedung der Untoften zentraler Einrichtungen der Parteipreffe haben alle Pariciunternehmungen geschäftlicher Art jährlich nach Maßgabe ihrer Leistungs. fähigkeit eiDen Betrag an den Parteivorstand abzuliefern." Hanau a. M. Im Abfah 4 Sah 2 ift zu sagen:„ Allmonatlich Im fünften Absatz ist an Stelle der Worte: die Bezirksleitung" müssen die Ortsvereine an die Berwaltungsbezirke, diese an die Be zu sehen:„ der Bezirtsparteitag". Ortelsburg. Fünfter Abfag Abänderungsantrag: An Stelle Bezirksverbände und diese an den Parteivorstand Teilzahlungen zirtsleitung":" Bezirksparteitag". Gera. Bierter Abfah, zweite Zeile, nach dem Wort Reichstags= mahlen" einschalten: auf Grund der Vorschläge der Bezirksleitungen". Better Ablak, hinter die Gemeindevertreter abzuberufen" einfüaen:„ die Unterbezirfsorganisationen haben im Einverständnis mit der Bezirksorganisation dasselbe Recht für die im Absatz 2 genannten Rörperschaften". Rottbus. 6 erhält folgende Faffung: Als Vertreter der Bartei gilt mur, wer im Einverständnis mit der Parteiorganisation als Kandidat aufgestellt worden ist. Die Ortsvereine stellen die Kandidaten für die Gemeindewahlen auf. Die Randidaten für die Bezirks, Kreis- und Provinzialvertre hing, für den Landtag und den Reichstag werden von den im amt lich festgefeßten Wahlkreis zuständigen Parteiorganisationen aufgeftelt. Absatz 3 und 4 bleibt. Der Ortsverein hat das Recht, die Gemeindevertreter abzuberufen. Dasselbe Recht haben die im Abfag 3 bezeichneten Organisationen für die von ihnen aufgestellten Bertreter. Wittenberge. Absatz 1 foll folgende Faffung erhalten: 1. Die durch Urwahl gewählten Delegierten der einzelnen Bezirksver bände. Die Wahl usw. Weimar. In Absatz 1 werden die Worte im Einverständnis mit der Unter- oder Bezirksleitung" gestrichen. Frankfurt a. M. In Abfah 3 ist der Nachfaz: fie haben in gleicher Weife" ufw. zu streichen. Der Absag 2 ist zu streichen und dafür einzufügen: Die Kandidatenaufstellung für die Bezirks-, Kreis und Provinzialvertretung, fowie für Land- und Reichstagswahlen erfolgen durch die Unterbezirfsorganisation. Alle Barlamentsfandidaten sind durch Urwahl aufzustellen. Die Reihenfolge auf der Bezirksliste erfolgt nach der erzielten Stimmenzahl. Dem Absah 5 ist folgende Faffung zu geben: Daß jeder sozial demokratische Abgeordnete der gefeßgebenden oder Verwaltungstörperschaften sein Mandat niederzulegen hat, wenn eine zu diesem 3wede einberufene Versammlung der Parteiorganisation, die ihn für seine Randidatur in Vorschlag brachte, dies mit Zweidrittelmehrheit beschließt. Leipzig. In Abfaz 1 ist auf der letzten Zeile das Wort„ oder" zu ftreichen, In Abfag 2 find auf der dritten Zeile die Worte Mitglieder der" zu streichen. Der Abjazz 4 ist zu streichen; dafür ist zu sehen:" Der Reichs. parteitag stellt den Reichswahlvorschlag zu den Reichstagsmahlen auf Grund der Vorschläge der Bezirks. generalversammlungen auf. Er hat das Recht, jederzeit die auf Reichswahlvorschlag gewählten Vertreter abzuberufen." Breslau.§ 6 foll lauten: Alls Vertreter der Partei in den gefeßgebenden und Selbstverwaltungstörperschaften gilt nur, mer im Einvernehmen mit der zuständigen Parteiorganisation als Kandidat aufgestellt worden ist. Borschläge für die Provinzialvertretung und feiſten." " Königsberg i. Pr. Im Absatz 1 ist vor den Worten:„ Wochenbeiträge und Beiträge"" Mindest." zu feßen. Ferner hinter dem Wort„ regeln" folgendes zu fezen:" Die Ortsvereine haben das Recht, höhere Beiträge zu erheben." Der dritte Absag ist zu streichen. Leipzig. In Abfah 1, zweite Zeile, ist das in Klammern gesetzte Wort„ Bezirksvorstand" au streichen. Ferner ist hinter Bezirksleitung einzuschalten:„ im Einverstädnis mit den Unterbezirksorganifationen". Der Absatz 4 ist zu streichen und dafür zu setzen:„ Bon den ordentlichen Mitgliedsbeiträgen sind am Schluffe eines jeden Monats durch die Bezirksleitung die vom Parteitag festgesetzten Anteile für den Parteivorstand abzuführen." Der letzte Absatz ist zu streichen und durch folgende Fassung zu ersehen: Bur Deckung der Unfosten zentraler Einrichtungen für die Parteipreffe haten alle Parteiunternehmungen geschäftlicher Art jährlich nach Maßgabe ihrer Leistungsfähigkeit einen Beitrag an den Parteivorstand abzuführen." Elbing. Drie über 50 000 Einwohner führen an die Bezirks fasse 50 Broz. der gesamten Beiträge ab. Der Rest von 50 Broz. verbleibt den betr. Ortsvereinen zur Organisationsarbeit. Plauen. Der letzte Absatz im§ 8, Abführung von 20 Broz. betr., soll gestrichen werden. Berlin.§8 Abfat 5 wird dahin abgeändert, daß die vierteljähr. liche Abrechnung, wie bisher, innerhalb zweier Monate zu erfolgen hat. Berlin.§ 9 wird dahin abgeändert, daß der Jahresbericht ebenfalls wie bisher bis zum 31. mai zu erfolgen hat. Barmen. Zu§ 10. Soll lauten: Sowohl auf dem Bezirks- als auch Reichsparteitag haben nur von den Mitgliedschaften gewählte Delegierte Stimmrecht. Bergheim. Stimmberechtigt find nur die Delegierten der Partei. Braunschweig. Die Mitglieder der Reichstagsfraktion, des Parteivorstandes, des Parteiausschusses, der Kontrollkommiffion und die pom Parteivorstand hinzugezogenen Vertreter der Parteiinstitutionen haben nur beratende Stimme. Berlin.§ 10 Absatz 2, 3 und 4 zu streichen und folgende Faffung zu geben: Die Mitglieder des Parteivorstandes, des Parteiausschusses und der Kontrollkommiffion haben auf dem Parteitag nur beratende Stimme, soweit fie nicht selbst Delegierte find. Dasselbe gilt auch von den Referenten. Bremen. Legter Absah: Stimmberechtigt auf dem Parteitag find nur die in den Bezirksverbänden gewählten Delegierten. Breslau. Der Parteitag bildet die oberste Vertretung der Partei. Er seht sich zusammen: 1. unverändert. 2. Der Vertretung ber Reichstagsfraktion, die ein Zehntel ihrer Mitglieder nicht übersteigen darf. 3. Den Mitgliedern des Parteivorstandes und dem dritten Teil der Mitglieder der Kontrollfommission. 4. Den vom Parteivorstand berufenen Referenten. Die Mitglieder der Reichstagsfraktion haben in allen die paría. mentarische und die Mitglieder des Parteivorstantes in allen die geschäftliche Leitung der Partei betreffenden Fragen nur beratende Stimme. Die vom Parteivorstand hinzugezogenen Bertreter von Parteiinstitutionen haben in allen Fragen nur beratende Stimme. Kottbus. Absatz 1 Saz 1 erhält nachstehende Form: Aus den in den Bezirksverbänden durch Urwahl gewählten Delegierten, deren Gesamtzahl 300 nicht übersteigen soll... Dresden. In Ziffer 1 ist im zweiten Sah hinter„ erfolgt" einzuschalten:„ durch Barteivorstand und Parteiausschuß" zu und In Ziffer 2 ist ein„ Fünftel" durch ein Zehntel" zu ersetzen. ersehen: Stimmberechtigt find nur die gewählten Delegierten Der letzte Absatz ist zu streichen und durch folgende Bestimmung die Mitglieder des Barteivorstandes." " Berlin.§ 10. Nach Ziffer 4 ist zu sehen: Stimmrecht haben nur die in den Bezirksverbänden gewählten Delegierten. Die unter Siffer 2, 3 und 4 bezeichneten Teilnehmer haben beratende Stimme." Düsseldorf. Der Schlußabsah ist zu streichen und an seine Stelle zu feyen:" Stimmrecht auf dem Parteitag haben nur die von den Mitgliedschaften gewählten Delegierten." Frankfurt a. M. Der Parteitag wolle beschließen, daß fünstig die Delegierten zum Parteitag an allen Orten durch Urwahl zu wählen find. Auf allen Bezirks-, Landes-, Reichsparteitagen der VSPD. haben die nur aus Urwahlen der Parteiorganisationen hervorgegangenen Delegierten Stimmrecht. Für Parteiämter sind auch solche Parteis genossen wählbar, denen fein Stimmrecht auf dem Parteitage zusteht. Hinter Absatz 1 Ziffer 1 anzufügen:" Weisen die Bezirksverbände nach, daß sie infolge langandauernder Arbeitslosigkeit ihrer Mitglieder einen erheblichen, jedoch nur vorübergehenden Ausfall an Pflichtbeiträgen gehabt haben, so wird die Mitgliederzahl aus dem dem Parteitag vorangehenden Vierteljahr zugrunde gelegt. Gera. In 1 hinter Delegierten" einfügen:„ die durch Urwahl zu wählen sind, wenn mehr Vorschläge eingehen als Delegierte zu wählen sind". Letzten Absatz streichen, dafür sehen: Beschlußrecht auf dem Parteitag haben nur die gewählten Delegierten und die Mitglieder des Parteivorstandes und der Kontrollfommiffion, die beiden lezteren, soweit ihre Tätigkeit nicht einer Kritik untersteht". Hagen- Schwelm. Der Parteitag wolle beschließen, daß im Statut festgelegt wird, daß nur die Delegierten auf dem Parteitag stimmberechtigt sind und daß sonstige Körperschaften, wie Parteiausschuß, Reichstagsabgeordnete usw., nur beratende Stimine haben. Hanau a. M. Der letzte Absah des Entwurfs ist zu streichen und dafür zu sehen:" Beschließende Stimme haben nur die Dele gierten der Organisationen." Königsberg( Pr.).§ 10 erhält folgende Fassung:„ Der Parteitag ist die oberste Vertretung der Partei. Beschlußrecht auf dem Parteitag haben die in den Bezirksver. bänden gewählten Delegierten, deren Gesamtzahl 300 nicht übersteigen foll. Die Verteilung der Delegierten auf die einzelnen Be zirfe und innerhalb der Bezirke auf die einzelnen Ortsvereine erfolgt nach der Mitgliederzahl, für die im vorausgegangenen Geschäftsjahr Pflichtbeiträge an den Parteivorstand abgeführt worden sind. Mit beratender Stimme nehmen am Parteitag die Mitglieder des Parteivorstandes, des Parteiausschusses und der Kontrollfommiffion teil; eine Vertretung der Reichstagsfraktion, die ein Fünftel der Zahl ihrer Mitglieder nicht übersteigen darf und die vom Barteivorstand berufenen Referenten." Leipzig. Hinter den ersten Sah ist einzufügen:„ Er bestimmt die grundfäßliche und tattische Haltung der Partet und ihrer parlamentarischen Vertretungen." Unter Bunft 3 find die Worte des Parteiausschuffes" 31 ftreichen. Ferner ist der letzte Saß zu streichen und dafür zu sehen: Be= fchlußrecht auf dem Parteitag haben nur die gewählten Delegierten." Reichenbach. Absah 1 Ziffer 2, 3, 4 wie folgt zu ändern: 2. den Mitgliedern des Parteivorstandes und der Kontrollfommission; 3. Der Vertretung des Parteiausschusses, die ein Drittel der Zahl feiner Mitglieder nicht übersteigen darf; 4. der Vertretung der Reichstagsfraktion, die ein Fünftel der 3ahl ihrer Mitglieder nicht übersteigen darf; eine Ziffer 5 einzufügen: 5. den vom Parteivorstand berufenen Referenten. Einen Absatz 2 anzufügen mit dem Wortlaut:„ Die Bertretung des Parteivorstandes und der Reichstagsfraktion darf den sechsten Teil der gewählten Delegierten nicht übersteigen." Weimar. Reichstagsfraktion und Referenten bestehenden Stimmen darf ein Die Zahl der aus Parteivorstand, Parteiausschuß, Biertel der aus den Bezirksverbänden gewählten Delegierten nicht übersteigen. Steffin. Kein Parteifunktionär als solcher hat das Recht, stimmberechtigter Delegierter zu irgendeiner Barteitagung zu fein. Er fann sich allerdings, wie jeder Parteigenosse, von den Mitgliedern als Delegierter wählen lassen." 3widau- Plauen. Ziffer 1 hinter Bezirksverbände" die Worte einfügen:„ durch Urwahl". Den letzten Absah zu streichen und dafür zu segen:„ Das Befchlußrecht auf dem Parteitag haben nur die gewählten Delegierten." Königsberg i. Pr. 3u§ 11. Der erste Absatz erhält den Zusatz: ,, Er faßt seine Beschlüsse nach absoluter Mehrheit." Absatz 2 ist zu streichen. Bremen.§ 12 foll lauten:„ In der Regel findet alljährlich ein Parteitag statt, der vom Parteivorstand einzuberufen ist. Breslau. Absatz 1: Der Parteitag findet alljährlich statt. Liegen wichtige Gründe vor, so fann er mit Zustimmung einer Dreiviertelmehrheit des Parteiausschusses um ein Jahr vertagt werden." Cottbus. Absatz 1 mrd dahin geändert: Alljährlich findet ein Parteitag statt, der vom Parteivorstand einzuberufen ift." ufw." Dresden. In der Regel findet alle Jahre ein Parteitag statt Regel findet jedes Jahr ein Barteitag statt, der vom Barteivorstand Düffeldorf. Absatz 1 ist dahin zu ändern, daß es heißt: ,, In der einzuberufen ift. Gera. Der Parteitag findet in der Regel jedes Jahr statt." Hagen- Schwelm. Der Parteitag wolle beschließen, daß im Statut festgelegt wird, daß ein Parteitag alljährlich stattfindet. Leipzig. Die Worte In der Regel findet alle zwei Jahre" sind zu streichen; dafür ist zu setzen: Alljährlich findet". Im zweiten Abjaß sind zu streichen die Worte ,, nach Anhörung des Barteiausschusses" Ortelsburg und Berlin. An Stelle alle zwei Jahre"„ alljährlich" zu setzen. Plauen i. V. Im 2. Abfah soll es heißen: so hat der Parteivors ftand im Einverständnis des Parteiausschusses den Ort zu bestimmen. Tarnowih. In der Regel findet alle Jahre ein Parteitag statt, der vom Parteivorstand einzuberufen ist." Weimar. Der Parteitag findet alljährlich statt." Wiesbaden. Absatz 1 erhält folgende Fassung:„ Der Parteitag hat alljährlich stattzufinden, der vom Parteivorstand einzuberufen ist." Zwidau- Blauen. Die Worte: In der Regel findet alle 2 Jahre.." zu streichen und dafür zu setzen: alljährlich findet". Gera. Bu§ 13. Zwischen Parteivorstand" und einreichen" setzen:„ vier Wochen vorher", " dann hinter„ spätestens" streichen Dier Wochen" und dafür fegen: ,, in den darauffolgenden fünf Tagen". Leipzig. Der zweite Absaz ist zu streichen und dafür zu setzen: Anträge von Parteiorganisationen an den Parteitag sind mindestens vier Wochen vor dem Parteitag dem Parteivorstand einzureichen, der sie spätestens in der darauffolgenden Woche im Zentralorgan zu veröffentlichen hat." Frankfurt a. M. 3u§ 14. Ein außerordentlicher Parteitag ift auf Beschluß von zwei Dritteln der Kontrollfommission zu berufen. 3iffer 4 ist wie folgt zu faffen:„ die Beschlußfassung über alle die Parteiorganisation und die Haltung ihrer Bertreter, insbesondere der Reichstagsfraktion, berührende Fragen." Als Ziffer 6 ist anzufügen: diejenigen Bertreter der Partei aus ihren Aemtern abzuberufen, welche gegen die Grundfäße des Parteiprogramms oder gegen Beschlüsse des Parteitages gehandelt haben." Plauen i. B. Jm Absah 1 ist anzufügen:.... und Beschluß fassung hierüber." " 1 Als weiterer Abfah ist nach dem ersten Abfah einzufügen: ,, Dem Barteitag steht selbstverständlich das Recht zu, taftische Richtlinien für die Politik der Reichstagsfrattion festzulegen." Breslau. Zu§ 15. Absatz 3: Auf Antrag von mindestens 10 Bezirksleitungen. Frankfurt a. M. Absah 3: Mindestens 10 Bezirksleitungen." Hanau a. M.§ 15 wie folgt zu ändern: Ein außerordentlicher Parteitag ist einzuberufen: " 1. auf Mehrheitsbeschluß des Parteivorstandes, 2. auf Antrag von mindestens einem Drittel der Bezirksleitungen. Falls der Parteivorstand sich weigert, einem nach Ziffer 2 gestellten Antrag stattzugeben, ist der Parteitag von den Antrag stellern zu berufen. Als Versammlungsort eines außerordentlichen Barteitags ist ein geographisch möglichst günstig gelegener Ort zu bestimmen." Königsberg i. Pr., Dresden, Reichenbach i. V. In Ziffer 2 ist das Wort einstimmigen" zu streichen, und dafür zu sehen: ,, mit drei viertel Mehrheit gefaßten." Köslin. In Absah 3 ist zu sehen: ,, auf Antrag der Hälfte der Bezirksleitungen." Leipzig. Unter Punkt 3 sind die Worte ,, mindestens 15" zu streichen und dafür zu sehen„ ein Drittel der." Ortelsburg. Abfah 3: Abänderungsantrag: Auf Antrag von Bezirksleitungen, hinter denen mindestens ein Drittel der Mitglieder der Gesamtpartei stehen." 3widau- Plauen.§ 15 soll lauten:„ Ein außerordentlicher Parteitag ist einzuberufen: 1. Auf mit einfacher Mehrheit gefaßten Beschluß des Parteivorstandes. 2. Auf mit Dreiviertelmehrheit gefaßten Beschluß der Kontrollfommiffion. 3. Auf Antrag von Bezirksleitungen, deren Organisationen min destens ein Drittel der Mitglieder der gesamten Partei umfaffen." Der Schlußjazz bleibt nach dem Wortlaut des Entwurfs stehen. Berlin.§15 3iffer 3. Anstatt 15 Bezirksleitungen" ist zu fetzen: 8 Bezirksleitungen". Leipzig. Zu§ 16. Hinter§ 16 ist als neuer§ 17 einzufügen: Auf Beschluß eines Drittels der Bezirksleitungen ist über strittige Fragen grundsätzlicher oder taktischer Art eine Urabstimmung der Mitglieder herbeizuführen." Breslau. Absatz 2: Die Wahl des Parteivorstandes erfolgt durch den Parteitag mittels Stimmzettel in einem Wahlgang. Gemählt ist, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen er halten hat. Haben Kandidaten die Mehrheit der Stimmen nicht erhalten, so erfolgt Stichwahl. Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los. Coffbus. Die Leitung der Partei obliegt dem Parteivorstand, der aus zwei Borsigenden, zwei Raffierern usw. Dresden. 1. Absah: Die Zahl 3" vor Borfizenden durch die Zahl 2" zu ersehen. Königsberg i. Pr. Der 2. Abfah erhält folgende Fassung: Die Wahl des Parteivorstandes erfolgt durch den Parteitag mittels Stimmzettel in einem Wahlgang. Gewählt ist, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhalten hat. hat nicht die genügende Zahl von Kandidaten die Mehrheiter. halten, so erfolgt Stichwahl Bei Stimmengleichheit entscheidet das Los. Plauen i. B. Dem§ 17 ist folgender Abfaz anzufügen: Tritt ein Mitglied des Parteivorstandes in eine Regierung ein, so scheidet es aus dem Parteivorstand während der Dauer feiner Regierungszugehörigkeit aus." Ludwigsburg. 1. Der§ 17 des Organisationsstatuts der Partei erhält folgende Fassung:„ Die Leitung der Politit der Partei obliegt dem Parteivorstand. Er hat in Berbindung mit der Reichstagsfraktion und gegebenenfalls unter Zuziehung des Barteiausschusses über die Politik der Reichstagsfraktion und der Gesamtpartei zu entscheiden. Der Parteivorstand besteht aus drei Vorsitzenden ufm." Bremen. Zu§ 18. Dieser soll lauten:„ Der Parteivorstand kontrolliert die grundsägliche Haltung der Parteiorgane und verwaltet Düsseldorf. Dem§ 18 ist folgender Nachfah anzufügen:„ Die Kontrolle muß sich im Rahmen des Parteiprogramms halten." Königsberg i. Pr.§ 18 erhält folgenden Zusatz:„ Er stellt die Be. zirfsfekretäre im Einverständnis mit der Bezirksleitung an." Bremen. Bu§ 19. Dieser soll lauten:„ Der Parteivorstand beschließt über Zuschüsse aus der Zentraltasse an Parteiorganisationen und Institutionen. Ueber die bewilligten Mittel haben die Körperschaften dann das freie Verfügungsrecht." went Leipzig. Der erste Absag ist zu streichen. Reichenbach 1. B. In Abfaz 2 vor oder die Partei" einfügen: ,, die einzelnen Parteigenoffen". Gera.§ 20. Dem zweiten Absatz anfügen:„ Doch ist dabei der Parteivorstand an die Bestimmungen des§ 6 des Stututs gebunden." Leipzig. Der zweite Abfag ist zu streichen. Plauen i. V. Im zweiten Abfah ist hinter dem Wort„ Draanifation" einzufügen: die mindestens ein Drittel der Mitglieder des Bezirks umfaffen." Leipzig.§ 21. Auf der dritten Zeile sind die Worte des Partei ausschusses" zu streichen. Reichenbach i. V. Statt anzusehen" einzusehen" jezzen. Bremen.§ 22 foll lauten:" Der Parteiausschuß besteht aus je einem Vertreter der Bezirksverbände. Sind im Bezirt mehr als 10 000 weibliche Mitglieder vorhanden, so ist außerdem ein weibliches zur betreffenden Parteiausschußfizung erfolgt durch den Bezirks vorstand nach Kenntnisnahme der Tagesordnung derselben. Dresden. Die ersten beiden Säge sind zu streichen und dafür folgende Bestimmungen einzusetzen:„ Die Mitglieder des Parteiaus schusses werden in den Bezirken von den Parteimitgliedern gewählt. Jeder Bezirk entfendet mindestens einen Delegierten; Bezirke mit über 20 000 Mitgliedern zwei, mit über 40 000 brei, mit über 60 000 vier Delegierte." Der Rest des Paragraphen bleibt unverändert. Düsseldorf. Hinter das Wort„ Bezirken" ist zu sehen:" Durch die Mitgliedschaften". Weimar Frankfurt a. M., Weimar. Die Vertreter werden in den Bes zirfen durch Urwahl gewählt. Gera.„ Der Parteiausschuß besteht aus den Vertretern der Bezirfe, die auf den Bezirksgeneralversammlungen( Bezirksparteitagen) zu wählen sind. Bezirke bis 20 000 Mitglieder haben einen, bis 50 000 zwei und über 50 000 drei Vertreter zu wählen. Sind im Bezirk mehr als 10 000 weibliche Parteimitglieder vorhanden, so ist außerdem ein weibliches Mitglied zu wählen. 40 Für die Vertreter sind Stellvertreter zu wählen." Leipzig.§§ 22, 23 und 24 find zu streichen. Hinter dem§ 21 ift ein neuer§ 22 einzuschalten: Scheidet ein Mitglied des Parteivorstandes oder der Kontrollfommission vorzeitig aus, so rückt der Kandidat nach, der bei der letzten Wahl die nächst höchste Stimmenzahl erhalten hat. Grohthüringen. Der Parteibeirat fetzt fich zusammen aus je einem Vertreter der Bezirksverbände. Die Vertreter werden auf den ordentlichen Bezirksparteitagen der Bezirksverbände gewählt. Zwidau- Plauen, Dresden.§ 22 streichen und dafür folgende Formulierung sehen:„ Der Parteiausschuß besteht aus 40 Mitgliedern. Die Berteilung der Barteiausschußmitglieder auf die Bezirke erfolgt nach der Mitgliederzahl, für die im voraufgegangenen Jahre Pflicht beiträge an den Parteivorstand abgeführt worden find. Die Ver. treter zum Parteiausschuß werden in den Bezirken auf den zu ständigen Bezirksparteitagen gewählt. Ebenso die Stellvertreter der ordentlichen Vertreter." Berlin.§ 22 Absatz 1 einen zweiten Absatz folgenden Inhalts anzufügen: Als Vertreter der Bezirksverbände können nicht die vom Parteivorstand angestellten bezahlten Bezirkssekretäre in Frage tommen." Dresden. Zu§ 23. Das dritte Wort des ersten Sages( ,, berät") soll ersetzt werden durch das Wort„ beschließt". Außerdem sind die Schlußworte des ersten Absatzes und gibt durch Beschluß sein Gutachten ab" wegzulaffen. Gera. In der ersten Zeile hinter„ berät“ einfügen:„ und beschließt". merden. Die Schlußworte streichen: und gibt durch Beschluß fein Gut achten ab". Grundfäßliche Fragen müssen auf dem Parteitag entschieden Zwidau- Plauen. In der ersten Zeile hinter den Worten der Parteiausschuß berät" ist zu sehen und beschließt und in der legten Zeile desselben Paragraphen sind die Worte und gibt durch Beschluß sein Gutachten ab" zu streichen. Dresden. Zu§ 24. Sat 1: An Stelle in der Regel alle Bierteljahre" ist zu sagen: Regelmäßig alle Vierteljahre." Dem zweiten Satz ist folgende Faffung zu geben: Eine außer ordentliche Sigung muß stattfinden, wenn ein Drittel der Ausschußmitglieder unter Angabe der Gründe dieses beantragt." Reichenbach i. B. In Absaz 2 ist zu sehen anstatt„ Parteiausschuffes" Barteivorstand". 3widau- Plauen. Abfah 2 soll durch folgenden Wortlaut ersetzt werden:„ Scheidet ein Mitglied des Parteiausschusses vorzeitig aus, so ist sofort von dem betreffenden Bezirt, dem das Mitglied angehört, eine Erfahwahl vorzunehmen. Erjazwahlen zum Parteivorstand während seiner Amtsperiode nimmt der Parteiausschuß vor, ebenso Erfahwahlen für die Kontrollkommiffion." Dresden. Zu§ 28. Absatz 3 ist zu streichen. Plauen. Im ersten Abfah soll es heißen nach den Worten hinter feiner Parteiorganisation" Reichs, Landes und Bezirkspartei tagen". Bezirk Brandenburg. 3u§ 29. Abjat 2 Satz 4 iſt mie folgt zu ändern:„ Unterläßt es eine der Parteien innerhalb vier Wochen Schiedsrichter zu benennen, so hat der Parteivorstand das Recht, drei Schiedsrichter zu bestimmen. Macht der Parteivorstand von diesem Recht feinen Gebrauch, so gilt der Beschluß des Bezirksvorstandes. Erscheint der Angeschuldigte ufm." es" umzuwandeln. Reichenbach i. B. In Absatz 3 sind die Worte der ihn in der Köslin. Bu§ 34. In Absatz 3 find die Worte„ drei Viertel" zu ersehen durch zwei Drittel". Barmen( Ortsgruppe). Die Voraussetzung für die Geschlossenheit der Partei und die freudige Mitarbeit ihrer Mitglieder ist die Schaffung demokratischer Grundlagen. Sowohl Parteivorstand und Parteiausschuß als auch die Reichstagsfraktion sind ausführende Organe der Gesamtpartei und haben nicht das Recht, eine dem Gesamtwillen der Bartet entgegenstehende Politik zu betreiben. Diese grundsätzliche Auffassung ist im neuen Organisationsstatut zu ver. antern. Meiningen. Die Errichtung von Frauengruppen neben den Ortsgruppen der BSPD. ist zu beseitigen. Die Frauen sind organisatorisch mit in den Ortsgruppen zu er faffen und den Frauen ist eine entsprechende Bertretung im Vorstand zu gewähren. Es find Frauenabende abzuhalten, in denen lediglich Fragen, die die Frauen als solche interessieren, behandelt werden." Bericht der Reichstagsfraktion. Nürnberg, Kaiserslautern, Erfurt, Lägersdorf, Niederlehme, Treben, Weimar, Cübed, Bremen, Wiesbaden, Paffau, 3wvidau, Plauen, Biewer, Dresden, Köln, Balingen. Der Parteitag möge beschließen, den Parteivorstand zu beauftragen, über die gesetzliche Festlegung des achtstündigen Arbeitstages eine Boltsabstimmung herbeizuführen und die hierzu nötigen Borarbeiten einzuleiten. Hamburg. Der Parteitag ruft alle Sozialisten, vom Reichspräfidenten und Minister bis zum legten Funktionär und Mitglied auf, mit höchster Kraftentfaltung Republit und Demokratie zu schützen, sowie den Achtstundentag und die verloren gegangene wirtschaftliche und politische Machtposition der Arbeiterschaft zurückzuerobern. Kaiserslautern. Der Parteitag wolle beschließen: Unter Hinweis auf den dem werktätigen Bolt aufgedrängten Klassenkampf seitens der Reaktion des Deutschen Reiches diesen Kampf mit aller Kraft aufzunehmen, und in Zukunft jede Kompromißpolitik nach jener Richtung abzulehnen. Der Parteitag molle beschließen, jede Roalitionsregierung mit den bürgerlichen Barteien abzulehnen, unter Hinweis auf die praktisch gemachten Erfahrungen. Köln a. Rh. Der Parteitag wolle beschließen: Parteivorstand und Reichstagsfraktion haben unverzüglich alle Maßnahmen zu er greifen, um eine einheitliche Arbeiterversicherungsgesetzgebung her. beizuführen. Stettin. Der Parteitag wolle beschließen: In der Partei die Reichstagsabgeordneten zu veranlassen, daß ein Gesez vorgelegt wird, das bestimmt: Solange Arbeitslose vorhanden sind, sind keine Schnitter oder ausländische Arbeiter im Reiche zu beschäftigen. Lahr i. B. Die Reichstagsfraktion hat mit allen Kräften im Reichstage dahin zu wirken, daß die Zahlung von Pensionen an noch arbeitsfähige Offiziere unter 45 Jahren eingestellt wird. Hamburg. Der Parteitag beauftragt die Reichstagsfraktion, dafür zu wirken, daß ein Gefeß über die Handhabung des Ausnahmezustandes geschaffen wird. Unterbezirk Hannover- Stadt. Die Reichstagsfraktion wolle dafür eintreten, daß die gefeßlichen Bestimmungen über die Versorgung der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen, Sozialrentner, Erwerbslofen usw. In der Weise geändert werden, daß deren Eristenzmöglichfeit gesichert ist. Biewer. Die Reichstagsfraktion wird ersucht, dahin zu wirken, daß endlich durch Verabschiedung des Beamtenrätegesetzes den Bes amten gefeßlicher Schuß gewährleistet wird. Stettin. Dafür einzutreten, daß den fleinen Sparern, die Gelder in die Kaffen sowie Sparkassenguthaben in der Borkriegszeit eingezahlt haben, dieses wie folgt in Goldmark zurückzuerstatten ist: Bis 100 m. ganz, bis 1000 M. halb, bis 10 000 m. ein Viertel, über 10 000 m. 10 Proz. abbau in der Schule ab und verwirft auch den grundsäglichen Abbau Hamburg. Der Parteitag lehnt jeden schematischen Beamtender verheirateten Lehrerin. Um der Zukunft der Kinder willen darf das im äußeren und inneren Ausbau der Schule bereits Erreichte nicht wieder eingeschränkt werden. Die Entwicklungsmöglichkeiten in der Schule dürfen durch den Abbau nicht verbaut werden. treten. Die foftspielige und engherzigen Standesinteressen dienende Mittelschule ist überall nach und nach abzubauen; an ihre Stelle haben äußerer Ausbau und reichere Gliederung der Volksschule zu Beim höheren Schulwesen ist die finanziell günstigere Form der Aufbauschule zu bevorzugen. An Stelle der neunjährigen höheren Schule hat die achtjährige zu treten. Jede Differenzierung der Grundschule lehnt der Parteitag ab. Gemeindevertretungen auf, nach diesen Gesichtspunkten zu handeln. Der Parteitag fordert die Genossen in den Landtagen und in den Bremen. Die Bremer Mitgliedschaft verlangt von der Reichstagsfrattion, fie möge den Antrag stellen, um einen Amnestie- Erlaß für die politischen Gefangenen und die durch das Abtreibungsgesez Berurteilten herbeizuführen. Frankfurt a. M. Die Fraktion wird beauftragt, mit allen Mitteln für die Beseitigung des Belagerungszustandes einzutreten. Stuttgart. Der Parteitag fordert die Reichstagsfraktion auf, fofort nach Zusammentritt des neuen Reichtsages zu Art. 48 der Reichsverfassung zu verlangen, daß eine genaue Umschreibung der Befugnisse des Reichspräsidenten und der Reichsregierung, die auf Grund dieses Artikels getroffen werden können, vorgenommen wird. Unterbezirk Hannover- Stadt. Für die„ Technische Nothilfe" sind von der Reichstagsfraktion feine Mittel zu bewilligen. Elbing. Die Reichs- und Landtagsabgeordneten sind zu verpflichten, mindestens vierteljährlich einmal den Wählern( Mitgliedern) ihres Bezirks Aufklärung über die Reichs- und Landespolitik zu geben. Steffin. Die Reichstagsabgeordneten sollen strikte den Weg des Klassentampfes gehen für die Wählerschaft. Es muß aufhören, daß die Arbeiter und Beamtenschaft noch weiter Opfer bringen, das Rapital muß endlich herangezogen werden. Hanan. Die Reichstagsfraktion wird beauftragt, einen Initiativantrag zur Durchführung des Artikels 155 der Reichsverfassung einzubringen. Der Antrag hat eine Löfung der Bodenfrage im Sinne des Görliger Programms vorzuschlagen und ist, wenn nötig, zum Boltsentscheid zu bringen. 6. Unterbezirk von Offfachsen. Der Parteitag erblickt in dem Bestreben, den Art. 155 der Reichsverfassung restlos zu verwirtlichen, eine notwendige Aufgabe der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Der Parteitag verpflichtet die Reichstagsfraktion, mit aller Entschiedenheit für den Gedanken der Heimstättenbewegung einzutreten. Reichstagsfraktion zu verpflichten, nicht für eine Aufhebung des Trier. Der Parteitag wolle beschließen, die sozialdemokratische Wohnungszwangsgesetzes und des Mieterschutzgesetzes einzutreten, sondern dafür besorgt zu sein, daß ungerechte Härten für die Mieter in den Gefeßen möglichst schnell ausgemerzt werden. allem Nachdrud im Reichstage ihren Vorschlag zur Bodenreform Hamburg. Der Parteitag ersucht die Reichstagsfraktion, nut zu fördern. Ueber diesen Vorschlag hinaus fordert der Parteitag die Reichstagsfraktion auf, einen Gefeßentwurf einzubringen, nach dem alle Gliedstaaten gezwungen werden, eine Bodensteuer nach dem gemeinen Wert zu erheben. " der Auffassung, daß die vom Parteivorstand und der Reichstags- tagsfraktion eingereichten Entwurf eines Bodenreformgefeges" als Stralfund. Der Parteitag molle beschließen: Der Parteitag ist Stralfund. Die Reichstagsfraktion hat sofort den der Reichsfraftion betriebene Koalitionspolitit parieischädigend ist. Er verGesezes einzutreten. urteilt die Zustimmung der Fraktionsmehrheit zu beiden Ermächti- Initiativantrag im Reichstage einzubringen und für Annahme dieses gungsgesetzen. Von der Reichstagsfraktion wird erwartet, daß sie in Gera. Stellungnahme zur Sanierung: Währungshoheit des Zukunft solchen Gesezen ihre Zustimmung nicht mehr gibt. Reiches, vor allem Beherrschung der Goldnotenbank( WährungsElbing. Eine Koalition mit bürgerlichen Barteien ist zurzeit und Distontpolitik) Ausbau des Besitzsteuerfystems, möglichster Ababzulehnen. Dieselbe fann in Zukunft auch nur dann in Frage bau der indirekten Steuern, Aufrechterhaltung des Reichseigentums und der Betriebsführung an den Reichsbetrieben; Steigerung ihrer fommen, wenn die Vertreter unserer Partei in der Koalition entRentabilität durch Entbureaukratisierung, Einführung gemeinwirtscheidenden Einfluß haben. schaftlicher Grundsäße. Anstrebung internationaler Kredite auf der griffen in die Staatssouveränität; Sanierung nicht auf Kosten der Bafis ftaatsfinanzieller Garantien unter Vermeidung von EinSozialpolitik, sondern durch Belastung des Unternehmers zu fozial. politischen Zwecken. Hamburg. Koalitionspolitik ist teine Frage des Brinzips, sondern der Tattik. Die Reichstagsfraktion und die Landtagsfraktionen behalten darin freie hand, soweit nicht die Grundfäße der Weimarer Verfassung durch den Eintritt in eine Koalition mit anderen Barteien in Gefahr geraten. Der Barteitag lehnt die Einführung eines Arbeitsdienstpflichtjahres für die Jugend ab, weil er darin unter den heutigen Berhält Mehrpflicht erblickt. Er fordert alle Parteigenoffen auf, wo sich dazu Gelegenheit bietet, den Gedanken der Einführung eines Arbeitsdienst. pflichtjahres zu bekämpfen. Der Parteitag fordert dafür einen Ausbau der Fortbildungsschule. Stettin. Die Reichstagsfraktion hat sich gegen jede bürgerliche Regierung in schärffte Opposition zu stellen. nicht die Roalitionspolitik der Reichstagsfraktion, insbesondere nicht Hanau. Zur politischen Haltung der Partei: Die Partei billigt die Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz. Der Parteitag beschließt, daß in Zukunft Aenderungen in der Politik der Fraktion, die mit einem Parteitagsbeschluß in Widerspruch stehen, nur vorgenommen werden dürfen, wenn ein neuer Parteitag dazu Stellung genommen hat. Niederlehme. Der Parteitag molle beschließen, für die Folge teine Roalition mit bürgerlichen Parteien einzugehen, Breslau. Die Reichstagsfraktion darf sich nur dann an einer Koalition mit Bürgerlichen beteiligen, wenn ein zustimmendes Butachten des Parteivorstandes vorliegt. Die Landtagsfrattionen dürfen fich nur dann an einer Koalition mit Bürgerlichen beteiligen, wenn ein zustimmendes Gutachten des zuständigen Landes- oder Bezirks. vorstandes vorliegt. Für die Abgabe eines solchen Gutachtens bezügs lich einer Koalition im Freistaate Preußen ist der Parteivorstand zuständig. Frankfurt a. M. Der Parteitag wolle beschließen: Der deutsche Botschafter in Washington hat das Interesse des deutschen Boltes aufs schwerste geschädigt. Die Reichstagsfraktion wird beauftragt, mit allen Mitteln seine Abberufung durchzuseßen. Der Barteitag mißbilligt die Zustimmungen der Fraktion zu den Ermächtigungsgefeßen. Steffin. Der Parteitag möge die Reichstagsfraktion beauftragen, im Reichstag den Antrag zu stellen, daß die Reichsregierung Schritte unternehme, die Republik Deutschland in den Bölkerbund zu bringen. Randau, Kreis Jerichow. Die Reichs-, bzw. Landtagsfraktionen der BSPD. wollen sich für Umänderung des Jagdgesetzes einsetzen, nicht zusammenliegend, haben, ihre Jagd selbst meistbietend verden angrenzenden Großgrundbefizern in die Hände fallen. pachten können. Es wird dadurch verhindert, daß die Kommunen Friedberg i. Heffen. Die Reichstagsfraktion hat unverzüglich einen Gefeßentwurf einzubringen, der fordert, daß das Reich die Herausgabe von Reichswohnstätten- Darlehnskaffenscheinen schnellstens gefeßliche Zahlungsmittel und werden an die Einzelstaaten, Ge in die Wege leitet. Diese Darlehnskassenfcheine gelten als meinden und Baugenossenschaften zum ausschließlichen Zwecke des Bauens von Wohnhäusern ainslos abgegeben. Die so erstandenen Häuser werden jährlich in der Höhe bis zu einem Prozent amortisiert und gelten solange als Staatseigentum, bis sie restlos abgetragen find. Hamburg. Die Partei hat zu veranlassen, daß den Berufsfeeleuten die Ausübung ihres Wahlrechtes zum Reichstage, zu den Landtagen und zu den Gemeindevertretungen ermöglicht wird. Frankfurt a. M. Der Parteitag fordert von der Reichstags. frattion, für eine baldige Verkleinerung der Reichstagswahlbezirke einzutreten. Breslau. Bei fünftigen Wahlen sollen Männer und Frauen getrennt abstimmen. Die Reichstags- wie die Landtagsfraktionen werden beauftragt, bei der Beratung von Wahlreformgefeßen für fleine Wahlkreise einzutreten. Schopfheim. Der Parteitag beauftragt die Parteileitung, fofort olle Vorkehrungen zu treffen, um gegen eine mögliche, auch nur teilweise Auslieferung der Reichsbahnen en das Privatkapital den Boltsentscheid anzurufen gemäß Artikel 73 Abs. 1 oder 2 und Artikel 75 der Reichsverfassung oder auf Grund Artikel 7 Abs. 19 und Artikel 89; sofern nicht schon Artikel 76 Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion instand fest, den volksfeindlichen Angriff abzuwehren. Dresden. Die Sozialdemokratijdje Bartet forbert: 1. Das Gemeindebestimmungsrecht über Erteilung und Verlängerung von Konzessionen für den Ausschank und Verkauf alto holischer Getränke.( Die wahlberechtigte Bevölkerung entscheidet durch Abstimmung.) 2. Die Kommunalisierung der Schantstätten: Bei Erteilung und Berlängerung von Konzessionen hat die Gemeinde das Vorzugsrecht. 3. Der Reingewinn aus dem Ausschank oder Verkauf alkoholischer Getränke ist zur Bekämpfung des Alkohols und zur Errichtung alkoholfreier Bolts- und Speisehäuser zu verwenden. Dresden. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion wird auf gefordert, unverzüglich für die in der Reichsverfassung vorgesehene Trennung von Staat und Kirche und Kirche und Schule einzutreten, da die Trennung nach den Uebergangsbestimmungen bereits bis zum 31. März 1921 durchgeführt werden sollte. Ebenso wird die Reichstagsfraktion beauftragt, für die Abschaf= fung des in einer Republi? unmöglichen Gotteslästerungsparagaphen mit aller Energie einzutreten. Breslau. Der Parteitag verlangt von dem Reichstage, daß er gesetzliche Maßnahmen zur Ueberwachung der Kartelle, Syndikate und Trusts trifft. Die geschaffenen Kartellgerichte sind in ihrer Wirkung völlig unzureichend, da sie nur das einzelne Mitglied eines Bertandes vor der Willkür des vertrufteten Kapitals schützen, aber auf die Breisgestaltung der gesamten deutschen Wirtschaft ohne jeden Einfluß find. Von dieser Preisgestaltung hängt aber die unbedingt zu vermehrende Warenausfuhr, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die Festigung der Rentenmart, also die wichtigsten Lebensnotwendigteiten des deutschen Volkes ab. Schopfheim. Der Parteitag wolle beschließen: In Erwägung, Saß heute alle Preiſe auf Friedenshöhe durchgeführt sind, mit Ausnahme der Löhne und Gehälter, die unerträglich unter dem Friedensniveau stehen, und einiger kartellierter Produktionszweige, die bis jetzt megen wirtschaftlichen Versagens der Reichsregierung weit über dem Friedensniveau stehen blieben; in Erwägung ferner, daß die Güter- und Personentarife der Eisenbahn in hohem Maße preisgestaltend wirken und ihre Erhöhung eine neue untragbare Teuerung einieiten müßte, in Erwägung endlich, daß eine solche Tariferhöhung auch das gegebene Hilfsmittel einer Regierung wäre, die absichtlich dem deutschen Volke den Eisenbahnbefiz verleiden und die Bahnen Sem Privatfapital ausliefern wollte, beauftragt der Parteitag die Reichstagsfraktion der VSPD., unverzüglich die Schritte zu tun, die zur Abwehr einer solchen Tarifpolitit nötig find. Ais solche erkennt der Parteitag folgende alsbald im Reichstag einzubringende Anträge: 1. Die Regierung ist gehalten, entsprechend Artikel 95 Abs. 3 der Reichsverfassung, der finngemäß auch für die vom Reich ver malteten Bahnen gilt, jede Tariferhöhung über den Friedens preis hinaus zu unteriaffen. 2. Sollte die Durchführung des Artifels 92 der Reichsverfassung Schwierigkeiten bereiten, so ist die Abhilfe nicht in einer Tariferhöh. ung zu suchen, die einnahmemindernd und wirtschaftsschädlich wirken würde, vielmehr ist auf die wahren Ursachen des Defizits der Reichsbahn zurückzugehen. Die Reichsregierung ist demnach gehal ten, den Teil des Defizits, der Kriegskosten aus dem Ruhrkampf barstellt, auf die allgemeine Finanzverwaltung zu übernehmen, sodann eine Nachprüfung sämtlicher mit der Privatindustrie abges Schlossenen Lieferungsverträge der Reichsbahn vorzunehmen und C Spittelmarkt Ecke Wallstraße, Alexanderplatz nahe Aschlager Königstr. 55 gegenüber Rathaus W Friedrich- Str. 193 a Ecke Leipziger Str. Leipziger Str. 11324 Ecke Mauer- Str. Linkstr.1 Ecke Potsd. St N Schönhauser Allee 81 am Bht. Nordring Friedrich- Str. 106 Ecke Ziegel- Str. Invaliden- Str. 164 Ecke Brunnen- Str. Invaliden- Str. 117 Optiker Ruhnke's „ Televist" 5 Jahre Garantie Reise-, Jagd- und Sport- Glas Jowett babei die Friedenspreise überschritten find, alle Drudmittel anzuwenden, um noch nachträglich und für die Zukunft diese Preise cuf das Friedensniveau einzustellen. Gera. Die verfehlte Ruhrpolitik, die Inflation, die Politik der Ermächtigungsgesetze, in Verbindung mit der verfehlten Koalition unserer Partei mit den bürgerlichen Mittel" parteien im Reiche, haben sich beinahe restlos gegen die Arbeiter flaffe ausgewirkt und dazu geführt, daß die Reaktion immer mehr erstarkt ist und es fertiggebracht hat, die meisten Errungenschaften der Revolution zu be feitigen. Jezt holt sie zum Schlage gegen die Reichseinheit und die republikanische Reichsform selbst aus. Der Reichstagswahlkampf wird von ihr mit dieser Losung geführt werden, wobei den bürgerlichen Parteien der Ausnahmezustand zugute tommt. Die Aufgaben der Sozialdemokratischen Partei werden fonach für die nächste Zeit bestehen in schärfstem Kampf um die Beseitigung des Ausnahmezustandes, Kampf um die Erhaltung der Republik, Kampf um ein geordnetes Finanz- und Steuerwesen, das sich gründet auf die Belastung des Befizes und des direkten Einkommens, im Kampf um den Wiederaufbau der Sozialpolitik und Erhöhung der Lebensfage der Arbeiterschaft und um den Achtstundentag und wirksame Schutzgesetze. Diese Aufgaben können nur erfüllt werden, wenn sich die Gefamtpartei in engster Verbindung mit den freien Gewerkschaften geschlossen dem zähen Kampfe gegen das Kapital widmet und jene trügerischen Koalitionen mit bürgerlichen Barteien meidet, bei denen sie nur den Schildhalter für reaktionäre Streiche gegen die Arbeiterschaft abgibt. Dresden und Freifal. Die verfehlte Ruhrpolitik, die Inflation, die Politik der Ermächtigungsgesetze, der Ausnahmezustand in Verbindung mit der verfehlten Koalition unferer Bartei mit den bürgerlichen ,, Mittel" parteien im Reiche, haben sich nahezu restlos gegen die Arbeiterklasse ausgewirkt und dazu geführt, daß die Reaktion immer mehr erstarkt ist und es fertiggebracht hat, die meisten Errungenschaften der Revolution zu beseitigen. Wenn auch voll anerkannt werden muß, daß sich die Reichs. parteileitung und Mehrheit der Reichstagsfraktion bei ihrer Politik nur von den besten Absichten leiten ließen, steht doch demgegenüber fest, daß bei einer Fortsetzung dieser Politit die Partei Gefahr läuft, den Weg zu verlassen, der ihr zur Erringung der politischen Macht vorgezeichnet ist. Die Bezirkskonferenz Ostsachsen sieht deshalb in einer Umstel lung des bisherigen Parteigeistes und der sich daraus ergebenden Taktik die Borausfeßung für den Fortschritt und die Gesundung der Arbeiterbewegung und der politischen Machtverhältnisse. Aus den Gedankengängen der Anpaffung an die bürgerliche Gesellschaft und der sich daraus ergebenden willensschwachen Nachgiebigkeit muß die Partei heraus. Selbständiges Wollen und Handeln muß der Partei als der alleinigen Trägerin der kommenden Gesellschaft Ziel und Richtung geben. Bremen. Die von der Sozialdemokratie feit 1924 betriebene Politik der Schicksalsgemeinschaft mit der bürgerlichen tapitalistischen Gesellschaft hat sich als verfehlt erwiesen. Die Kriegspolitik, die Arbeitsgemeinschaft mit dem Unternehmertum, die Einsetzung der Technischen Nothilfe, die Koalitionspolitit, die Gründung der Reichs wehr durch Noske, die Errichtung der Schupo, die Unterstützung des Ruhrkampfes alles hat sich zum Schaden der Arbeiterschaft ausgewachsen. Je größer die Erkenntnis dieser Tatsache in weiten Kreisen der Arbeiterschaft wurde, desto mehr verlor die Sozialdemofratte an Boben Innerhalb der Arbellerschaft. Diefer Entwiatung kann nur Einhalt geboten werden durch Rückkehr zur alten Taftil des unverfälschten Klassentampfes auf internationaler Grundlage. nur diese Taktik wird das Trennende in der Arbeiterschaft beseiti gen und sie in Deutschland und darüber hinaus wieder unter einem Banner vereinigen. Köslin. Der Unterbezirtstag Köslin vom 2. März 1924 fordert von der Reichstagsfraktion im Reichstage die Aufhebung der Verordnung über die Arbeitszeit vom 31. Dezember 1923 zu beantragen und an Stelle dessen einen Gesezentwurf zur Regelung der Arbeitszeit einzubringen, welcher sich flar auf den achtstündigen Arbeitstag, ohne jede Ausnahme festlegt. Im Falle die Mehrheit des Reichstages diesem Antrage nicht beitreten sollte, wird vom Parteivorstand die schleunigste Einleitung eines Boltsbegehrens über den Achtstundentag gefordert. Frankfurt a. M. Der Parteitag verlangt, daß jede weitere Verletzung des Beschlusses des Görliger Parteitages unterbleibt, wonach die Sozialdemokratie sich ohne„ Republikanisierung der Reichswehr" und weitestgehende Heranziehung der Besitzenden zu den Steuerlasten" an feiner Regierungstoalition beteiligen darf. Der Parteitag beschließt, daß die Partei bei den kommenden Wahlen zu kämpfen hat vor allem auch um Wiedereinführung der vernichteten demokratischen Staatsform in Deutschland und Wiedereinführung des Achtstundentages. Er verpflichtet die Reichstags= fraktion, jeder Regierung, namentlich auch durch ein uneingeschränktes, also nicht verklausuliertes Mißtrauensvotum, die schärffte Oppofition entgegenzusetzen, die nicht mindestens durchführt: 1. Die Ersegung der jetzigen Offiziere als unbedingt republikanisch bekannte Persönlichkeiten durch Feldwebel und Unteroffiziere der Reichswehr; 2. die unablösbare und unmittelbare Beteiligung des Reichs an den Betrieben der Großindustrie, die( unmittelbare Beteiligung) unablösbare Beteiligung des Reiches am Großgrundbesiz; 3. Unterlassung aller ausnahmerechtlichen Beschränkungen der Breß-, Vereins- und Versammlungsfreiheit gegen die proletarischen Parteien; 4. Durchführung aller auf demokratischem Wege zustande kommenden Reichsgefehe in ganz Deutschland, auch in Bayern; Schuz der verfassungsmäßigen Rechte jeder Landesregierung, die gemäß Artikel 17 Absatz 1 der Reichsverfassung durch das Vertrauen der Mehrheit der Volksvertretung des Landes eingesetzt und durch kein Mißtrauensvotum beseitigt ist; 5. Wiedereinführung des Achtstundentages. Der Parteitag beschließt, daß jede Beteiligung der Sozialdemofratie an jeder Regierung ausgeschloffen ist, die feine unbedingte Sicherheit für die Durchführung dieser Forderungen gibt. Der Parteitag erwartet von der Reichstagsfraktionsmehrheit, daß sie unter allen Umständen ihren Mandatgebern bei schwer. wiegenden Abstimmungen Rechnung trägt und nicht mehr Gesetzen ihre Zustimmung gibt, die das Vertrauen zu den Führern aufs schwerste erschüttern und notgedrungen jede Werbekraft der Partei lähmen muß. Sonstige Anträge. Breslau. Der nächste Parteitag findet in Breslau statt. Köln. Der Parteitag wolle beschließen: Auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages ist zu sehen: Nation und Internationale. Für die Reise Piani 6x Vergr. statt M. 90 nur M. 75 8 × am Stettiner Bahnhot 12x Chaussee- Str. 72 nahe Müllerstr Frankfurter Allee 14 Attiva nahe Tietz 100 120 85 100 Besonders günstiges Angebot Unsere Televist- und Gral- Gläser werden in eigener Televist- und werden in eigener Fabrik bel Rathenow hergestellt. Wir zeigen dieselben gerne ohne jeden Kaufzwang und laden zu freundlicher Besichtigung ein. Kostenlos prüfen wir Augen und Sehkraft mit Sorgfalt nach unserer bewährten Methode und garantieren für die Haltbarkeit aller Kneifer- und Brillenfassungen aus Gold und Gold- Doublee 1-4 Jahre, je nach Qualität des Metalles. Reparaturen werden sofort erledigt. Optiker Ruhnke's " Gral" Theater, Reise- und Sport- Glas 3/ Vergr. statt M. 80 nur M. 70 4¼ × 90 80 Sind's die Augen, geh' zu Ruhnke! 33 Geschäfte in Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Coln, Magdeburg, Essen, Basel u. 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