Abendausgabe Nr. 237+ 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 120 siamh fun and 5 Goldpfennig 50 Milliarden = Vorwärts= find in der Morgenausgabe angegeben Bezugsbedingungen und Anzeigenprette Rebattion: SW. 68, Lindenstraße 3 Ferafprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Noreffe: Sozialbemotrat Berlia Berliner Volksblatt 21. Mai 1924 Bezlag und Anzeigenabteilung. Geschäftszeit-5 Uhr. Lindenstzage 3 Berlager: Bormärts- Verlag Gmbh. Berlin S. 68, Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands met Der Putschistenaufmarsch. Interpellationsdebatte im Landtag. Die Provokationen der Raftion in Halle und die damit verbundenen bedauerlichen blutigen Borgänge haben die tiefste Empörung im republikanischen Deutschland und besonders in den Reihen der Arbeiterschaft wachgerufen. Mit großer Spannung erwartete man daher heute im Preußischen Landtag die Beratung einer sozialdemokratischen und einer kommunistischen Anfrage über die Vorgänge in Halle. Gemeinsam mit den beiden Großen Anfragen wurde noch eine solche der Deutschnatio nalen über das Verbot von öffentlichen Umzügen durch den Innenminister behandelt. Die sozialdemokratische Anfrage fordert Auskunft vom Staatsministerium, warum es die Versammlungen unter freiem Himmel am 11. Mai in Halle genehmigt habe, während alle entsprechenden Beranstaltungen der Arbeiterschaft am 1. Mai ausnahmslos verboten worden seien. Das Ministerium wird aufgefordert, dafür zu forgen, daß bei der Handhabung der polizeilichen Befugnisse fünftig. hin nicht wieder, wie in diesem Falle, verschiedene Bevölkerungsteile mit verschiedenem Maße gemessen werden. Genosse Dr. Waentig. staat ist, wie sie behaupten. Die ausnahmsweise Genehmigung für Halle war von dem Minister des Innern erteilt worden, er hat dafür recht erhebliche Angriffe von seinen Freunden erfahren. Die Kommunisten haben sich erlaubt, eine Gegendemonstration zu veran stalten, und seitdem wird alles verboten. Entweder hat die preußische Regierung vor den Kommunisten tapituliert oder sie fühlt sich zu schwach, das, was sie als richtig erfannt hat, durch zusehen. Das führt aber dazu, daß sie sich das Gesetz ihres handeins von den Kommunisten vorschreiben läßt. Das ist die Bankerott erflärung der Staatsautorität und der Staatsregierung. Soll unsere Schutzpolizei noch weiter solchen Gefahren mie in Helle ausgesetzt werden? Ist es richtig, daß der Schutzpolizei für solche gefährliche Gelegenheiten der Stahlhelm vom Minister vorgeschrieben wurde und daß Oberpräsident Hörsing diesen Erlaß des Ministers mit dem Zusaz versehen hat, daß in seinem Amtsbereich der Stahlhelm nicht getragen werde? Die schwersten Verwundungen von Polizeibeamten in Halle sind Kopfschüsse gewesen. Der Minister sollte sich wohl überlegen, ob er eine Partei, die Heute im Reichstag. | grundsäglich ihre Ziele auf dem Wege der Evolution erreichen will, so behandeln kann. Wenn das nicht aufhört, dann fönnen wir an dieser grundsätzlichen Einstellung nicht feffhalten. ( Stürmisches hört, hört! links.) Herr Minister, worin sehen Sie Ihre Aufgabe? Der„ Vorwärts" hat geschrieben, der Zweck des preußischen Ministers ist, unsere Anschauunng durchzusehen. Wenn Sie, Herr Minister, Ihrer Aufgabe, die Staatsautorität zu wahren, nitch gewachsen zu fein glauben, dann müssen Sie eben anderen Platz machen, die das besser können.( Beifall bei den Deutschnationalen, 3ischen Imts.) Der fommunistische Redner bezeichnete den nationalistischen Aufmarsch in Halle als Vorstoß gegen das Herz der deutschen Republik. Die preußische Staatsregierung, deren Rücktritt der fommunistische Antrag fordert, begünstige die faschistische Putschgarde der Deutschnationalen, deren Aushängeschild Etappenhengste aus dem Hause Hohenzollern seien. Nach dem kommunistischen Redner wird Innenminister Genosse Severing die Anfragen und Anträge beantworten. ( Schluß im Morgenblatt.), deutschnationalen Fraktion vorgeschlagen werden.. Rußland und England. begründet die sozialdemokratische Große Anfrage: Wie die Genehmi Die Verhandlungen mit Deutschnationalen. Aussicht genommen, falls er ablehnen sollie, soll ein Mitglied der his Bayerischen Bauernbund angehört, ist als Ernährungsminister is gung zur Abhaltung des Deutschen Tages in Halle gegeben werden fonnte, ist für uns ein vollkommenes Rätsel, nachdem vorher alle öffentlichen Aufzüge der Arbeiterschaft verboten worden waren. Alle einschränkenden Maßregeln für die Feier des Deutschen Tages find von der Polizei nicht in genügendem Maße beobachtet worden. Auch die Reichsbahnverwaltung hat die einschränkenden Maßregeln nicht beachtet. Das muß mit aller Deutlichkeit feſtgeſtellt Ble war nun der Berlauf der Ereignisse? Am Sonnabend gab es schon eine Art Vorfeier. Aber schon am Sonnabend waren die Festteilnehmer des trockenen Tones jatt und bald trat uden dorff in den Bordergrund des Deutſchen Lages. Edhon am Bor: werden. abend fam es zu ausgeprägten monarchistischen Kundgebungen. Läßt man die nadien Tatsachen nüchtern auf sich wirken, dann muß man feststellen, daß das ganze nichts anderes als eine große militärische Heerschau war. Glücklicherweise ist dafür geforgt worden, daß die einzelnen Bilder und Szenen dieje: Heerschau photographisch und tinematographisch festgehalten wurden. Das gilt vor allem für das große Baradespiel auf der Rennbahn. Nicht so sehr die preußischen Far ben und die alten Reichsfarben, als vielmehr die faschistischen Farben und Fahnen ftanden im Vordergrund. Bei der großen Heerschau auf der Rennbahn wurde die Front abgeschnitten und zum Schluß gab es eine Ravallerie Attade. Hier war es Bring Ostar von Preußen, der die Parabe entgegen nahm. Dann erfolgte der Rückmarsch in die Stadt. Man hätte annehmen sollen, daß schon aus Rücksicht auf die gespannte politische Lage im Wahlkreis Halle dieser Rüdmarsch sich an die polizeilichen Bestimmungen halten würde. Nichts dergleichen war jedoch zu be= obachten. Und wie verhielt fich nun die Polizei? Auch bei der objektivsten Einstellung ihr gegenüber muß festgestellt werden, daß sie mit zweierlei Maß gemessen hat. Am Morgen noch war auf die Kommunisten, die sich nicht an die Verordnungen halten wollten, geschossen worden. Sekt am Nachmittag zogen die Rechtsdemonstranten ohne Rücksicht auf irgendwelche Berordnungen durch die Stadt. Die Polizei jedoch vermied es ängstlich, irgendwie gegen diefe Rechtsdemonstranten vorzugehen. Zu gleicher Zeit wurnden die Kommunisten im Bolkspart abgeriegelt. Dort. ich wohne in der Nähe Dieses Partes habe ich aus eigener Anschauung feststellen müssen, daß dieselbe Polizei, die gegen die Demonstranten so über rüdfichtsvoll war, gegen das Bubitum mit größter Schroffheit auf getreten ist. Das Gleiche habe ich später auf einem Spaziergang feststellen müssen. Wir konnten in Halle die Wiederkehr des traurigen Schauspiels beobachten, das sich vor kurzem im Reich abgespielt hat. Rüffichtslosigkeit der Reichsgemalt gegenüber Sachfen und Thüringen, weil es sich dort um die Haltung der Arbeiterschaft handelte, überzarte Rücksicht gegenüber Bayern, meil dort rechts gewalt betätigt sich anscheinend in diesen schwierigen Situationen radikale Elemente gegen die Reichsgewalt auftraten. Die Staatsin der Linie des geringsten Widerstandes. Es ist jedoch klar, daß auf diese Weise die Staatsautoritätt zum Teufel geht. So wie bisher das müssen wir mit Nachdruck betonen fann es unter feinen Umständen weitergehen. Nicht aus innerpolitischen Gründen und nicht aus außenpolitischen. Das Ausland gibt uns nicht hunderte von Millionen Anleihegelder, wenn die Gefahr eines faschistischen Putsches vor der Tür steht. Wir fordern energische Stärkung der Staatsgewalt. Wir verlangen, daß staatlichen Behörden die Teilnahme an faschistischen Demonstrationen verboten wird. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß der Innenminister, wenn er die Staatsgemalt mit fester Hand zu ſtabilisieren versucht, im ganzen Lande die Republikaner zu seiner Unterstützung bereit finden wird.( Beifall.) Die dertschnationale Große Anfrage über das Verbot der nationalistischen Feste begründet Abgeordneter von Lindeiner- Wildau. Er beruft sich auf die verfaffungsmäßige Gleichberechtigung aller Staatsbürger und ironisiert die Freiheit der Republit, in der der Ausnahmezustand faſt zur Regel geworden sei und die auch schon Echuhe der Republik. Man habe die Gedenkfeiern für Schlagefer rerboten, der für uns alle gefallen sei. Diese Berbor: beweisen eine Angst, die nicht dafür spricht, daß die Bäter Piejer Republit davon überzeugt sind, daß diejer Staat ein Bolts Kurz nach 10 Uhr trat am Mittwoch vormittag auf Einladung der Deutschnationalen im Reichstag die Konferenz der bürgerlichen Parteiführer zusammen, um über die Frage der Regierungsbildung zu beraten. Von den Deutſchnationalen nahmen an der Sizung die Abg. Her gt, Hergt, Schiele, Walraf, Graf Westarp, Behrens; vom Zentrum Dr. Peter Spahn, Dr. Brauns, Steger wald, Giesberts, Becker- Arnsberg; von der Deutschen Volkspartei Dr. Scholz, Kemples und Dr. Curtius; von den Demokraten Koch und Erkelenz; von der Bayerischen Volkspartei Leicht teil. = Die Besprechungen vertagt. Die Bespreffung der auf Einladung der Deutschnationalen zufammengetretenen Führer der bürgerlichen Reichstagsfraktionen wurde kurz nach 12 Uhr mittags unterbrochen, ohne daß es Die Verhandlungen bisher zu einer Einigung gekommen war. jollen jedoch binnen furzem fortgesetzt werden. Der Zeitpunkt fteht allerdings noch nicht fest. Die russischer Konferenz ist ein Bericht veröffentlicht worden, in dem es Condon, 21. Mai.( WTB.) lieber die Bollfigung der englischrucher Konferenz ist ein Bericht veröffentlicht worden, in dem es heißt: Die Cowjetdelegation überreichte der britischen Delegation ein Memorandum über die Wiederherstellung des em ruffischen Kredits auf dem englischen Martt Russen erfiärten, wenn sie mit Unterstügung der englischen Regierung eine langfristige Anleihe erhielten, würde Rußland eine runde Summe beiseite legen, um damit die russischen Berfriegsschulden on britische Unteinen zu decken. Aber jol Ansprüche könnten nur für Inhaber russischer Bonds aus der Zeit per dem 12. März 1917 geprüft werden. Der größte Teil der Anleihe würde in England cusgegeben werden für den Anfauf von Maschinen und anderen Gütern, die für die Wiederher ftellung der Industrie und des Ackerbaus in Rußland nötig jeien, Die britische Delegation erwiderte, daß man die rufiiichen Vorschläge eingehender prüfen müßte, ehe ein Urteil über fie gefällt werden könnte. Es müsse wohl verstanden werden, daß jeder Beistand, den die englische Regierung für die Flüssigmachung einer Anieihe leisten könnte, se hr beschränkt sein würde, und Inzwischen haben, wie wir weiter erfahren, die Deutsch- dak keine Rede davon sein könne, daß die Regierung eine Annationalen eine Einladung an die Nationalfozia- leihe garantiere. liftische Freiheitspartei zu Besprechungen ergehen laffen. Diese hat die Einladung angenommen und die Beratungen sollen heute, Mittwoch nachmittag, stattfinden. Auch in dieser Sihung will man die Fragen der Regierungsbildung beraten. Ueber die politische Lage, die die Plattform für die Verhandlungen der Parteiführer bildete, hören wir aus parlamenta. rischen Kreisen der Mitte noch folgendes: Die Parteien mußten vor alien Dingen damit rechnen, daß die Regierung Marg das Gutachten der interalliierten Sachverständigen als„ Grundlage für eine schnelle Lösung der Reparationsfrage" angenommen hatten, daß es also über diese Grundlagen selbst teiner Diskussion mehr bedarf. Das ist auch verständlich, da ja auch bei einer solchen Diskussion auf eine Forderung, die von deutscher Seite erhoben wird, von französischer oder anderer interalliierter Seite gleich mehrere andere zu erwarten find. Wohl aber fann es natürlich noch Streitigkeiten über die Auslegung und die Ausführung des Gutachtens geben. Auf Grund dieser Lage hatten die Mittelparteien am Dienstag sich auch darauf geeinigt, daß man an dem Gutachten grundsäglich nicht rütteln könne, sie hatten jedoch auch Einigkeit über den Wunsch erzielt, daß bei der Durchführung des Gutachten die Rückkehr der Ausgewiesenen, Entlassung der Gefangenen, die volle Souveränität Deutschlands, namentlich die Verwaltungshoheit im Rheinlande, und die Zurückziehung der Truppen aus dem Ruhrgebiet durch Sicherheit der Einwohner des besetzten Gebietes für Ceib und Leben gesezt würden, weil von diesen Voraussetzungen auch die Durchführbarkeit des Gutachtens abhängt. Dieser Standpunkt der Mittelparteien wurde jedoch am Dienstagabend nicht mehr befanntgegeben, weil inzwischen die Einladung der Deutschnationalen zu der heutigen Besprechung eingetroffen war. Wie wir hören, werden die heute unterbrochenen Verhandlungen voraussichtlich schon am Donnerstag fortgesetzt werden. Die Verteilung des Bärenfelles. Wie die Expreß- Korrespondenz erfährt, werden die Deutsch nationalen für den Fall, daß sie mit der Regierungsbildung beauf tragt werden, als Kanzler den Großadmiral Don Tirpit vorschlagen, als Bizetanzler den bisherigen Reichskanzler Marx, als Innenminister den deutschnationalen früheren Kölner Oberbürgermeister Walra f. Das Reichswehrministerium, das Reichsfinanzminifterium und das Reichspoftministerium sowie das Reichsarbeitse minifterium sollen den bisherigen Ministern Geßler, Brauns, Luther und Hoefle angeboten werden. Bezüglich der Besetzung des Außenministeriums und des Reichsjuftizminiſteriums find bestimmte Per: sönlichkeiten von den Deutschnationalen noch nicht vorgesehen. Es verlautet aber. daß das Reichsjustizministerium der Deutschen Volts partei angeboten werden soll. Der frühere Minister Fuhr, der dem Die Sowjetdelegation erklärte, daß die Sowjets nicht erklärte, daß bereit seien, die Vorkriegsschulden zum vollen Vorkriegswert zurüdzuzahlen. Sie hielten dafür, daß die rückständigen 3insen ge= strichen und daß das geschuldete Kapital vermindert werden sollte, da das russische Vermögen infolge des Krieges und des auf den Krieg folgenden Bürgerkrieges vermindert worden sei. Sie seien der Meinung, daß beschränkte Zahlungen an britische Bendsinhaber geleistet werden sollten, sobald eine Regelung zu standegekommen sei. Die Russen drangen in die Engländer, ihr äußerstes zu tun, um ihnen zu einer Anleihe zu verhelfen, die die Sewjets in den Stand setzen würde, die Borkriegsschulden zu regein, die wirtschaftliche Struktur Rußlands wiederherzustellen und den englisch- russischen Handel zu entwickeln. Sie betonten mit Nach druck, daß eine Teilnahme der russischen Staatsbank der Anleihe eine folide Sicherheit geben würde. Die Engländer hoben hervor, daß die Regierung un möglich eine Anleihe garantieren könnte, obwohl sie gegenüber den Bemühungen Rußlands, privatim eine Anleihe unterzubringen, eine wohlwollende Haltung einnehmen würde. Gespannte Lage in Litauen. Im Mittelpunkt des innerpolitischen Kampjes in Litauen steht gegenwärtig die Erörterung über die Aufhebung des Kriegs u ftandes, der feit Gründung des Staates Litauen besteht. In den Jahren 1918 bis 1920, als noch schwere Kämpfe mit den ins Amalof- Banden, die in Rußland die Monarchie wieder aufrichten Land eingebrochenen bolichewistischen Scharen tobten und der junge Staat sich gegen die aus Deutschland eingedrungenen Bermondt wollten, zu verteidigen hatten, war der Kriegszustand noch zu rechtfertigen. Später mußten dann die Annexionsabsichten Bolens und die Aufdeckung einer polnischen Geheimorganisation, der jämtliche polnischen Gutsbefizer in Litauen angehörten, herhalten, um den Kriegszustand weiterhin zu rechtfertigen. Das triegerische Unternehmen des Polengenerals Zeligowsti und seine Eroberung des Wilnagebizies gab den regierenden Kreisen Litauens abermais den nötigen Vorwand, den Kriegszustand nicht zu befeitigen, sondern noch weitere Ausnahmegesehe zu schaffen. Alle diese Gründe sind heute, nachdem fich die Verhältnisse in den baltischen Staaten einigermaßen gefestigt haben, hinfällig geworden. Daher jetzt die sozialdemokratische Partei Litauens und vor allem die Frattion in Seim jest ihre ganze Straft ein, dem ewigen Kriegszustand im Lande ein Ende zu bereiten. Der fozialdemokratische Antrag auf Aufhebung des Kriegszustandes in allen Streifen des Landes steht augenblicklich zur Beratung im Seim. Gegen: die Beseitigung des Kriegszustandes. tönnen die bürgerlichen Barteien nichts mehr einwenden, sie wollen aber die Ausnahme gelege, die die Sozialdemokratie ebenfalls beseitigt haben will, nicht preisgeben. Deshalb wird in der nächsten Zeit ein scharfer Kampf zwischen Sozialdemokratie und Bürgertum entbrennen. Die sozialdemokratische Fraktion wird jezt ihre ganze Kraft dafür einfegen, daß die in der Berfaffung dem Volfe zuertamten Rechie nicht mehr länger geschmälert bleiben. Schwerindustrielle Infamie. Der Schwerindustrielle Lokal- Anzeiger" fommentiert die Meldung, daß die Micum einen Teil der den Ruhrzechen ge= hörenden Kofs- und Kohlenlager beschlagnahmen wolle, jol gendermaßen: Interessenten und Stimmvich. Wulle über die Deutschnationalen. Dann die Völkischen von denen Wulle sagt: In den Reihen diefer Gruppen befinden sich die agitatorisch festen Köpfe, Männer mit tatten Berfammlungs. erfolgen, auf die sie sehr stolz sind und glauben, damit der Partei ihren Stempel aufgedrückt zu haben. Dieser Flügei fleht selbstverständlich in Opposition zur Bolitit Hergts, emer Oppofition, die dhon öffentlich in der Preise emer Oppofition, die ichon offentlich in der B zutage getreten ist. Die Durchführung der Hergischen Erfüllungspolitik würde die Anhänger dieses Flügels 3 mangsläufig aus der Deutschnationalen Volkspartei herausdrängen. Die innere Zorrissenheit der beutschnationalen Fraktion des Reichstags wird von den Völfischen erbarmungslos bloßgestellt. Im Deutschen Tageblait" untersucht Wulle das Wesen und die Triebfräfte der verschiedenen Richtungen der Deutschnationalen, die Wenn es auch nicht die Absicht der Streifenden im Ruhrrevier er aus eigener Erfahrung beurteilt. Er unterscheidet drei Gruppen: sein mages. doch wieder einmal wunderbar, daß en ihnen Ins Den Granzosen leine Art Zunächst den konservativ en Flügel, der ſich auf den preußischen zwischen Rooperation stattfindet. Daß der Wunsch Herrn Poin Großgrundbesi und die historisch geschulte Intelligenz" tüt carés heute mehr denn je dahin geht, seine starke Hand" im Lande also die alten Konservativen. Tendenz gegen die Erfüllungspolitik der Boches zu zeigen, ist den innerpolitischen Verhältnissen Franto e tarp, der diesen Flügel führt. Schlange Werner Gießen reichs ohne weiteres abzulesen, Bielleicht gelingt es ihm, fich auf diese Weise zu- halten; jedenfalls aber fann er die Sehnsucht nach der guten, alten, der Poincaré- Zeit, während des von ihm erwarteten ,, schlappen" Herriot- Regimes so am lebhaftesten wachhalten.. Mitten in diese Atmosphäre hinein fällt nun der Bergarbeiterſtreit im Ruhrgebiet- und die Franzosen müßten nicht die Frau zosen sein, wenn die diesen so herrlichen Anlaß zu Gewaltmaßnahmen nicht zu nußen wüßten. Die Zeiten des Ruhrkampfes tehren, soweit die widerrechtlichen Maßnahmen der widerrechtlichen Besatzung in Frage kommen, in alter Schönheit wieder. Daß gleichzeitig die ohnehin durch den Bergarbeiterstreit besonderen Gefahren entgegengehende deutsche Wirtschaft weiter beeinträchtigt wird, wenn die vorhandene Kohle für Frankreich beschlagnahmt wird, tommt Boincaré selbstverständlich nur zu Paß, und den Streit hegern selbst auch hier die Interessenjolidarität wird. es gleichfalls nur lieb sein, wenn auf diese Weise die ,, Einheitss front des Kapitalismus" geschwächt wird. Daß es zufällig der deutsche„ Kapitalismus" ist, dem dies geschieht, und daß es zugunsten des französischen vorgenommen wird, ist ein Um stand, der den in Frage stehenden Herrschaften bei ihrer bekannten Sinnesart die Freude an der Sache feineswegs trüben wird. ad Die Infamie gegen die ausgesperrten Ruhrbergarbeiter des Hugenberg- Blattes ist zugleich insagbar dumm und widerwärtig. Diese Ruhrbergarbeiter haben in einen beispiellosen Kampfe alle Leiden auf sich genommen, alle An biederungsverfuche der Franzosen abgewiesen, allen Lockungen der Besatzungsmächte widerstanden. Als der passive Widers stand der von den Schwerindustriellen und ihrer Breffe gestützten und getriebenen Cuno- Regierung zusammenbrach, da maren es die Ruhrindustriellen, die schamlos genug waren, zu den Franzosen zu laufen, um mit Hilfe der Befagungstruppen den 3ehnstun dentag einzuführen. Der General Degoutte, hat ihnen damals allerdings den wohlverdienten Fußtritt gegeben. Nun haben dieselben Ruhrindustriellen mit Hilfe deutscher Behörden und unter Berufung auf das mit den Franzosen abgefchloffene Abkommen den Arbeitern die Arbeitszeitverlängerung aufzuzwingen versucht. Und weil die Bergarbeiter an der Siebenstundenschicht unter Tage festhielten, ohne frei vereinbarte Ueberstunden, deren Notwendigkeit feststeht, abzulehnen, haben die Zechenbefizer die Tore geschlossen und die Arbeiter zum Feiern gezwungen. Die Lieferungspflichten, die die Unternehmer übernommen hoben, bestehen. Benn die Micum auf Grund des von den Unternehmern abgeschlossenen Vertrages auf den Zechen. Borräte beschlagnahmt, dann fann sie sich auf einen Vertrag berufen, den die Unternehmer allein abgeschloffen haben, und für den diese allein verantwortlich find. Das Gros der Partei aber schildert Wulle mit boshafter Bronie als Interessenpolitiker, Vertreter gewisser Berufsstände, überIronie als Interessenpolitiker, Vertreter gewiffer Berufsstände, über wiegend Landwirte Industrievertreter, Arbeiterferretäre, Linie der früheren Freikonservativen, Führer Hergt. Ausgesprochene Opportunität politiker, darunter Leute, die bekanntlich 1914 für Friedensresolution geftmmt bie berüchtigte haben". Ueber das Wesen dieser Gruppe jagt Wulle: er Brandler davongetragen. Maklom gehört jetzt der Reichszentrale ber KPD. an, deren ganze Einstellung er sowohl wie Ruth Fischer maßgebend beeinflussen. Waffenfund im Reichstag. Am Dienstag wurde im Hauptausschußjaal des Reichstags ein Waffenlager entdeckt. In den Luftschächten des Saales wurden 152 Schuß Munition gefunden. Außerdem befanden sich in dem einen Luftschacht Teile u. a. 16 Infanteriegewehre mit 152 leichter und schwerer Maschinengewehre. Die Räume waren seit fünf Jahren nicht mehr revidiert, die gefundenei Waffen did mit Staub bedeckt. Man nimmt daher an, daß es fid) bei diesen Funden um vergessene Reste aus alten stürmischen Tagen handelt, in denen der Reichstag wiederholt von Bewaffneten besetzt war. Der neueste Haushaltsplan des Reichs. " 1 Wie die Telegraphen- Union" erfährt, wird der Reichsrat in seiner nächsten Boufizung, die auf Donnerstag angelegt ist, mit der Beratung des Reichshaushaltsplans für 1924 beginnen. Der Reichsfinanzminister hat zu diesem Zwed einen neuen, abgeänberten Entwurf des Etats- aufgestellt, der sich von dent bereits vor wenigen Wochen schon einmal vorgelegten Entwurf in verschiedener Hinsicht unterscheidet. Der jetzige Entwurf ist nach dem Stande vom 1. April d. J. aufgestellt und berücksichtigt ganz besonders die durch den Personal- und Verwatungsabbau erzielten Ersparnisse auf der einen Seite und die am 1. April bekanntlich eingetretene allgemeine Erhöhung der Gehälter und Löhne auf der anderen Seite. Nach dem neuen Entwurf erfordert der Etat des Reichs= präsidenten einen Zuschuß von rund 250 000 m., der Etat des Reichsministeriums, des Reichstanzlers und der Reichstanzlei einen solchen von rund 370 000 M. Die Ausgaben für Heer und Marine sind auf rund 450 Millionen so tann er jahrelang als tionsleitung. Treibt, er quer, Mart veranschlagt; davon entfallen auf die Marine rund 100 Millio„ Die Hauptreden werden fast immer einer ganz fleinen Gruppe übertragen, die Mehrzahlist Stimmpieh, Nun legt jeder Abgeordnete natürlich entscheidenden Wert darauf, mög: lichst oft im Parlament in Erscheinung zu treten. Dazu braucht Die Gunkt der stummer Statist die Klubseffel des Reichstages drüden und seine fauer erfeffenen Diäten einziehen, er wird einfach nicht als Redner herausgestellt. Mit diesem Mittel zwangsweiser Erziehung arbeiten fast alle großen Fraktionen, der Regisseur der Partei ist der mächtigste Mann, und der Regisseur Hergt ist einer Der besten Regiffeure. Es iſt ſchon mancher tampfes mutig in solche Fraftionen eingezogen, und wenn auf den Lenz der Herbst kam, dann war aus dem Kampjesmutigen ein mob erzogenes und gehorsames Frattionsmitglied geworden. So wird es vielen gehen, die heute noch hinter den Kulissen große Töne reden, die meisten werden um den ersten Sündenfall nicht herumfommen, und so wird der weltfuge Hergt mit seiner bisherigen Taftit wahrscheinlich stärkere Erfolge erBielen als die fampfesmutigen Mannen von heute glauben." " nen Mart. Das Ministerium für die bejezten Ge= bfete, für das zum erstenmal ein eigener Etat oufgestellt ist, das aber als fünftig wegfallend" bezeichnet wird, erfordert einen Zu schuß von rund 6 Millionen Goldmart. Das Reichsjustiz ministerium hat fogar Ueberschüffe zu verzeichnen. Hier stehen den Ausgaben von rund 7 Millionen Goldmart Einnahmen in Höhe pon rund 8 Millionen Goldmarf gegenüber. Von den Einnahmen find bemerkenswert die Gerichtstoften in Höhe von 400 000 m., die Einnahme an patentamtlichen Gebühren in Höhe von rund 6% Millionen Goldmart. Der Reichstag erfordert einen Zuschuß von rund 4 Goldmillionen. Beim Rechnungshof des Deutschen Reiches beträgt der Zuschuß rund 1% Goldmillionen. Der allgemeine Pensionsfonds schließt mit einem Zuschuß von 894 Goldmillionen ab. Der Reichswirt schaftsrat erfordert einen Zuschuß von 573 000 m. Da die Etats des Reichsverkehrsminifteriums und des Reichspoſtministeriums der Begutachtung des Reichsrats und des Reichstags nicht mehr unterliegen, ist dem Reichsrat nur ein Nachweis über das erforderliche Ministergehalt vorgelegt worden. Wulle muß seine Deutschnationalen fennen er hat fie fich aus der Nähe angesehen. Widerstreitende Intereffen und wider ftreitende Ideen fämpfen in dem deutschnationalen Konglomerat, das im Grunde mur durch den außenpolitischen Drud zusammengehalten und gestärkt worden ist. Kommen diese widerstreitenden Kräfte erit zum unvermeidlichen Austrag, so wird die Deutschnationale Bartei, die sich jetzt als die Stärke und die Führerin Deutschlands brüftet, zusammenfallen wie ein angeschossener luftgefüllter Gummiball. Festnahme des Kommunistenführers Maßlow millionen Mart ab. Die Aufwands entfädigung für Berhaftung wegen Hochverrats. Die Korrespondenz B. S. meldet: Die Abteilung I A des Berliner Bolizeipräsidiums hat gestern den bekannten Führer des radikalen Flügels der Kommunistischen Bartei Maslow festgenommen und Flügels der Kommunistischen Bartei Maslow feftgenommen und Eine Million Arbeiter sind, bereits durch den Machtwillen ihn dem Untersuchungsrichter vorgeführt, da gegen Maßlom ein der Unternehmer zum Feiern verurteilt. Benn die Aus Berfahren wegen hochterrats schwebt. Diefe Antlage Sperrung der Bergarbeiter noch eine Woche dauert, stehen wir steht in engem Zusammenhang mit dem großen Verfahren gegen unmittelbar vor einer Katastrophe. Die paar Tonnen Kohlen, die Leitung der Kommunistischen Bartei, der hochverräterische Ber die jetzt noch auf den Halden liegen, würde sie gewiß nicht aufgehen zur Laft gelegt werden. Maßlow ift bekannt geworden halten. Wenn die Micum aber wieder zu Ganttionen greifen durch seine radikalen Methoden, um deren Durchseßung er zusammen fann, dann find direkt verantwortlich dafür die 3e chert mit Ruth Fischer jahrelang gefämpft hat. Wie erinnerlich, hat befizer, die ihnen dazu das Recht gaben, die die Berg- nach der legten schweren Krisis in der Kommunistischen Partei die arbeiter aussperrten und damit Herrn Poincaré vor Richtung Fischer Maßlow auf dem Kongreß in Mostau, der sich seinem Abgang noch einen„ Sieg" ermöglichten. Die 3echen- lediglich mit der Neurorientierung der kommunistischen Politit in befizer sind damit bis zum Ende Poincaristen. Deutschland beschäftigte, den Sieg über die gemäßigtere Richtung Welfisches allzu Welfisches. Von Hans Wesemann. Wer heute noch Entdeckungsreisen machen will, muß fie in Deutschland machen. Seien Sie verfichert, et jibt hier nich bloß Jegend", sondern auch viele fremde merkwürdige Bölker, von deren Eristenz ein Berliner Gemüt sich nichts träumen läßt. Zum Beispiel gibt es Sachfen, für deren Popularität ja allerdings nicht mehr geforgt zu werden braucht, der Schwan von der Bleiße, Hans Reimann, hat sein angeftammtes Bolt für die Mitmeit entbedt aber da gibt es noch ein anderes Bolf, die Niedersachsen, die außerdem in Hannover wohnen und das reinste Hochbeutsch sprechen. So verkünden sie wenigstens mit„ Sf" stolz. den aagentlichen Idealismus will ich fie jäö gräöde nich abffprechen ,, Nee, most ook nich doen", ruft jemand aus dem Hintergrunde. Wahlsonntag in Hannover. Große Propaganda. Die Georgfiträße( die Hannoversche. Friedrichstraße plus Linden plus Tauentzien plus Siegesalfee) reitet ein welfischer Ritter hinunter, ein Schmert hängt an seiner Seite, auf dem Helme wippt eine gelb weiße Feder. Im Munde aber hält er eine Pfeife. Plöglich dampft selbige nicht mehr. Berzweifelt. zieht der Belfenritter- kein Böllchen träufelt fich. Da entdeckt er einen Plakatträger der Deutschen Bolts partei. Ber melfisch stimmt, sprengt das Reich!" steht zwar auf feinem Schilde aber eine brennende Zigarre ziert sein Antlig. Der Reitersmann hält an sein Roß. Ach, verzaahen Ge, ich möchte mich gerne maane Pfaafe anstechen, häöben Se nich' nen bißchen Feuer für mich?" und die weffische Pfeife entzündet sich am preußisch- reichstreuen volksparteilichen Streichholz. Abends am Wahlsonntag. Das Abstimmungsresultat wird betannt. Die Belfen müssen vorläufig auf ihre gelb- weiße Herrlich ,, Gie verstehen mich nicht, ich meine, ob Sie Wate Fische feit verzichten. Gemurmel in der Menge. Jäö, aanen agentlichen 3wed hat es jäö nich, äöber nun gräöde." Ach foo, Sie mäönen Aeöle. fägen Se mäöl, Sie find wohl Dies legte Wort ist unübersetzbar Aosländer!" Außerdem kann man dorten das reinfte„ a" hören, wenn es für" ei" gesprochen wird. Wenn ihr's nicht hört, ihr werdet's nie erjagen! Kommt da ein biederer Fremder in eine Fischhalle und fragt eine Händlerin:„ Haben Sie Aale?" ,, Naan, ich häöbe Zaat." haben!" „ Fräöge" entsteht. in diefem Falle wohl der alte Ritter Göh. eigent- Fluß 0 shihe am nächsten kommt ihm Die Sintfluf. Das Gewitter hat den Damm zerrissen. Der Fluß drängt über die Ufer. In der Bar, die am Hafen liegt, versammeln sich Börsenjobber, zwei arbeitsioje junge Menschen, ein Adpotat, eine Prostituierte. Das Wasser steigt. Diese Gesellschaft ift dem Tode verfallen. Ihre legten Stunden verleben sie zuerst streitend, dann brüderlich versöhnt. Man erfährt, daß fie alle Gauner find: Der Advokat, der die Gerichte besticht, der Mann, der banterott gemacht hat, der andere, der sein Mädchen verlassen hat, eben jene Brostituierte, die er jetzt, da ihm keine Karriere mehr be vorsteht, wieder liebt. Im dritten Aft fintt das Wasser. Alle sind gerettet. Die alten Schurtereien beginnen aufs neue. Ja, so geht das hier Schlag auf Schlag, und ob man mittags füß angemachten Salat oder Suppen vorgeseht befommt, oder ob man in der„ Hannoverschen Landeszeitung" fieft, daß die eigent lichen Sachsen ihren Namen mit Unrecht tragen, der nur den Nach kommen. Hermann des Cherusters und Widufinds zukommt, während diese elenden Bliemchensachsen von Rechts wegen Meißner" heißen, überall bleibt der Eindruck des Merkwürdigen, des antiquiert Volkstumhaften, des bieber- innigen Heimatfühlenden, Wohlgefällig Sernigen turgum all beffen, aus sem born eine m Burzum all deffen, aus dem dann eine welfische Einige Bhotographien nur, die das Bild der niedersächsischen Bolksfeele einzufangen versuchten. Es ist ein uraltes Stück von Henning Berger, der Verfasser Große metfische Rundgebung in der Sifftadthalle zu Hannover. jelbit nannte es halb entschuldigend, einen fragijchen Stetch". Das Heinrich Langworst, wie fernig dieser Name ist, man schmeckt Problem ist sehr oft und einmal fogar in dieser Form von einem ihn förmlich spricht über den Freiheitstampf der Niedersachsen russischen Autor behandelt worden. Die Voraussetzungen find gegen ihre preußischen Unterdrücker. Ach, wenn wir wieder ein fühn, ein Dramatiker hätte daraus die Tragödie der Menschheit machen fönnen. Der feingeistige zarte übrigens schon tote freies Land sind, dann wird alles besser, rujt Heinrich der Langworst Henning Berger watzt einen Stetch auf drei Atte aus und dehnt mit Donnerstimme. Jao," murmelt ein Bäuerlein neben mir, mibie Spannung so weit, daß sie zur Langeweile wird. Zur Behand möt medder' nen König hebben, denn wassen de Ratuffeln oof lung sozialer Tragit gehört mehr Brutalität, zu ber menschlichen Schwäche genügt die Stepfis allein, nicht. Ein überlegener Ironiker Der welfische Redner hätte eine halbdunfle lächelnde Tragik darüber gebreitet. Bei Berger dannerf auf die Gegner der Welfen los. Die Bauern dröhnen, reicht die Bhantaſie nicht zur Erfindung wiziger: Situationen, welche die Monotonie dieses Untergangs lebendiger gemacht hätten. bäter." SI Eine Versammlung auf dem Lande. spuden in die Ede imd feggen nig" P Der Etat des Reichstags. Der neue abgeänderte Haushaltsplan baut sich auf den Stand pom 1. April d. J. auf und schließt mit einem Zuschuß von rund Reichstagsabgeordnete beträgt monatlich 318 m. Insgesamt find an Aufwandsentschädigungen für die Mitglieder des Reichstags rund 1800 000 m. angefordert. Für die Gewährung von Freifahrscheinen an die Mitglieder verlangt die Reichsbahn rund eine Million Mart. Der Präsident des Reichstags erhält Aufwands. gelder, die jeweils das Doppelte der Aufwandsentschädigungen der Abgeordneten betragen. Außerdem hat er freie Amtswohnung. Eine Denkschrift über den Beamtenabbau. Im Reichsfinanzminifterium ift eine Dentschrift über den bis. herigen Beamtenabbau fertiggestellt worden, die demnächst dem Reichstag vorgelegt merden foll Das tichechoslowakische Preßgesch, das u. a. die Bresprozeffe den Schwurgerichten entzieht, die Richtongabe des Berfaffers schwer andet ufm., ist nun auch vom Senatsausschus angenommen worden, nachdem die Deutschen die Gizung unter Brotest verlassen hatten. moderten Zeiten? Olga Tschechowa hatte ein paar menschlich sympathische, schauspielerisch belanglofe Momente. Bittor Sordan und von Woedite brachten wenigstens Begeisterung auf die Bühne. -h Das Neue Operetten- Theater hat eine beachtenswerte Neuerung eingeführt. Un manchen Straßeneden Berlins stehen Bücherwagen, auf denen Schwarten von unwahrscheinlichem Mter feilgehalten me: den, wie etwa Barbara Spillegieß, oder die Klostergräuel Don Saragoffa" und Unser Kronprinz im Kreise seiner Familie", Bracht band aus dem Jahre 1888. Es gehört zu ben dunklen Geheimnissen des täglichen Lebens, daß die Buchhändler Käufer für ihre Waren auftreiben. Jedenfalls fristen sie ihr Leben. Die unbestreitbare Tatsache, daß also in Berlin das Interesse für den altmodischsten Rram recht rege ist, hat die Direktion des Neuen Operetten- Theaters ausgenutzt und das Buchantiquarfyftem auf ben Theaterbetrieb übertragen. Es führt den Schwant 3 wangseinquartierung" von Franz Arnold und Ernst Bach wieder auf, der bereits bor mehreren Jahren dazu beigetragen hat, das Lustspielhaus in feinen Grundfesten zu erschüttern. Es war schon damals, als es aktuell sein sollte, überholt. Jezt hat man nicht ben Versuch unternommen, es zu modernisieren. Dg einer der Berfasser eigenhändig die Regie führte, war das bemerkenswert. Immerhin ist die damit an den Tag gelegte Pietät für die Schäße der Literatur rührend. mit ans Wunderbare grenzendem Gefchid hatte die Direktion ein Publikum zusammengetrommelt, das den Vorgängen auf der Bühne mit Ergriffenheit zujubelte und in befondere Bergudung geriet, wenn der Betriebsrätegedanke oder sonstige foziale Neuerungen im Schwant Deutschnationalen und die Deutschvättischen ihre 135 Mandate belächerlich gemacht wurden. Man beginnt zu verstehen, woher die Deutschnationalen und die Deutschvällischen ihre 135 mandate betommen haben. Die Darstellung war der Würde des Stüdes angepaßt. Lee Beutert erinnert on Guido Lielscher. Bas seine Rundlichkeit anbetrifft, so wird er ihn bald erreicht haben. Bielleicht wirkt dann feine Unbeholfenheit ebenso fomisch. Friz Rey mag einen recht erfolgreichen Berkäufer von Damenkleidern abgeben. Aber auf der Bühne erwartet man mehr schauspielerische Routine. Emil Son bermann, Hella Thornegg und Baula Bayer fonnte man nur bedauern, ihre bewährten Kräfte an dieser Stätte zeigen : dgr. zu müssen. gidişa Die Galerie Dr. Schäffer, Kurfürstendamm 179, hat eine Ausstellung Auger bon Gemälden und Aquarellen von Graft riff eröffnet. bem werden gezeigt Bilder von Terborch, Oftabe, Fat, Poussin) Franz Krüger, Liebermann, Picasso u. a. Ein lächerlicher Flaggenstreit. Die Ropenhagener Nationaltitende ( pricht die Vermutung aus, daß Amundsens Rarbbolfing vielleicht aufgegeben er vor sich zu gehen habe. Sowohl Amerita als auch Stalien und Norwegen werben müßte, da ein Streit darüber ausgebrochen fet, unter welcher Flagge nehmen die Expedition Amundsens für sich in Anspruch und wollen feiner anderen Nation den Ruhm des ersten Fluges über den Nordpol gönnen. * Noch eine Lenin- Chrung Die Stadt Simbirat a. b. Bolga und das das anom 3 bzw. Uljanamsches Gouvernement umbenannt worden, unt gehörige Gouvernement find, dem Dit- Crpreß zufolge, in Stadt 11. Dazu unterstrich die Regie: Theobor Taggers die Langeweile. Jetzt beschäftigt sich der Redner auch mit der VSPD, die fein Er folgte den Autor. Er hätte ihn forrigieren müssen. Oder beffer freies Hannover häöben will. Er tadelt fie heftig darum, äöbergar nicht aufführen. Wozu diefes alte Repertoiregespenst aus verkenin( Uljanom) zu ehren, dessen Geburtsort befannlig Simbirst war. Der Frankensturz. Dringendere Sorge als die Regierungsbildung. Paris, 21. Mai.( WTB.)" Matin" glaubt zu wiffen, daß das Sinten des Franken( das englische Pfund notierte nachbörslich 82,50, der Dollar 18,85) der Gegenstand der Beratung zwischen Millerand und Poincaré gewesen sei. Poincaré dürfte dem Präsidenten den Rat gegeben haben, schon jetzt über die finanziellen Angelegen heiten des Landes, namentlich über die Maßnahmen gegen die Frankenbaiffe, die Vertreter der politischen Parteien zu befragen, denen in zehn Tagen die Bildung des neuen Kabinetis übertragen werden solle. Es würden deshalb schon heute die Abgeordneten Herriot und Painlevé zum Präsidenten der Republik berufen werden. So habe auch Baldwin, als es nach den letzten englischen Wahlen flar geworden war, daß Macdonald erster Minister werden würde, feine wichtige Entscheidung getroffen, ohne ihn zu befragen. Durch diese Praxis habe man die Konnuität der Politik gesichert. Heute vormittag werde unter dem Borfis Poincarés ein Kabinettsrat zusammentreten, in dem er die Minifter über die Neugestaltung der politischen Lage unterrichten werde. Am Donnerstag werde dann ein Ministerrat im Elysée stattfinden. id Herriots Absichten. Paris, 21. Mai.( WTB.) Abg. Herriot wird nach dem Betit Parifien" heute in Paris erwartet. Im Laufe des Tages wird er der Konferenz des Ausschusses der radifalen Bartei bei= wohnen und auch Besprechungen mit seinen politischen Freunden abhalten. Nach glaubwürdigen Informationen des Blattes mird Herriot, selbst wenn die Sozialisten nicht in die Regierung eintreten sollten, am 1. Juni das Kabinett bilden. Er gedente wie Poincaré das Amt als Ministerpräsident und Außenminister selbst zu übernehmen. Seine Mitarbeiter sollen schon bestimmt sein, von dem Finanzministerium abgesehen, das einem Senator werden solle. Gegen die Schmach von Halle. Das Reichsbanner Shmarzrotgold" und der Republikanische Reichsbund hatten gestern abend die Republikaner zu einer öffentlichen Protestkundgebung gegen die Vorfälle in Halle aufgerufen. Die mit den Farben der Republik geschmüdte große Halle des Stadthauses war überfüllt. Der Ordnerdienst der VSPD. hatte den Saalschuß übernommen, und so konnte die Kundgebung, abgesehen von einigen törichten Zwischenrufen, einen ungestörten Berlauf nehmen. legt hatte, geriet der Chemann der Ermordeten in eine solche Aufgeriet der Chemann der Grmé regung, daß er über den Mörder herfallen wollte. Er fonnte von den Kriminalbeamten nur mit großer Mühe davon abgehalten werden. efotigo rou Um den Dauer- Kleingarten. der Kleingartenvereine Deutschlands veranstaltete gestern Der Provinzialverband Großberlin des Reichsverbandes im Lehrervereinshause Berlin eine große Rundgebung, die von fämilichen Großberliner Kolonievereinen durch Borstandsvertreter und Funktionäre beschickt war. Die Beranstaltung diente dem 3made, in ausdrucksvoller, Weise die Bestrebungen der Kleingartenbewegung zur Geltung zu bringen. Als erster Redner sprach Genosse Eduard Bernstein. Eine feitend erinnerte er an den Wahlausfall vom 11. Mai in Frankreich, der beweise, daß drüben der demokratische Geist teime und wachse. dieser eindrucksvollen Kundgebung des französischen Bolles für Der erste Borfigende tes Reichsverbandes, Reftor Förster. Demokratie und Verständigung stehe der schwarze Tag von Halle Frankfurt a. M., sprach als erster Redner über die Entwicklung und Ludendorff, einer der einflußreichsten Männer des Krieges, der zu erläuterte das Programm des Verbandes, indem er sowohl die gegenüber, der eine Rundgebung des deutschen Militarismus war. Den derzeitigen Stand des Kleingartenwesens in Deutschland und gleich auch die volle Verantwortung für den verlorenen Strieg zu volkswirtschaftliche als auch die soziale Bedeutung dieser tragen hat, veranstaltet nun eine Demonstration gegen Friedens Bewegung vor Augen führte und besonders die Notwendigkeit politik und Republik. Wo gibt es ein zweites Land, das duldet, daß hervorhob, die Kleingartenfolonien zu Dauereinrichtungen ein Mann wie Ludendorff eine solche Rolle spielen darf. Unsere zu gestalten, die bauplanmäßig in das Stadtbild einzufügen sind. Aufgabe ist es, die Geister aufzurütteln und unabläffig für die Dr- Seine Ausführungen fanden lebhaften und allgemeinen Beifall. Der ganisation des Widerstandes zu arbeiten. Es gilt mehr zu tun als zweite Redner, Regierungsrat Otto Albrecht, sprach über die bisher getan wurde. Dem mit Beifall aufgenommenen Referat Gefahren einer Verdrängung der heutigen Kleingartenkolonien durch folgten die Ausführungei der Genoffin Burm: Der Tag von Halle, die fortschreitende Bebauung der Gelände mit Wohngebäuden und so sagte fie, ist eine Niederlage für die Republif. Dieser Industrieanlagen, besonders über die Gefahren einer Vernichtung bei der Schaffung von Heimstättengebieten. Nach dem neuen prenBischen Ausführungsgeses zum Reichsheimstättengefeg fönnen die Gemeinden verpflichtet werden, Heimstättengebiete auszuweisen, auf welchen Einfamilienhäuser mit errichten sind. Er fahrungsgemäß Durch die Solidarität der Arbeiterschaft mäß fellen bei den Wohnfiedlungsbeftrebungen die oor. allein fann der Versuch der Unternehmer scheitern, die Bergarbeiter niederzuzwingen. Senator übergeben werden die Bergarbeiter widerstehen Internationale Währungskonferenz in Paris. Paris, 21. Mai.( TU.)„ Chicago Tribune" will wissen, daß die Vereinigten Staaten die Initiative zur Einberufung einer interal tönnen, dann ist der Achtstundentag gefichert. Das ist aber nur zu erreichen, handenen Kleingartenkolonien derartigen Bestrebungen am leichtesten zum Opfer. Gerade im Wohngebiet von Großberlin seien diese Gefahren am größten. Es müßte darum alles aufgeboten werden, folches zu verhindern. Das beste Mittel sei der Erlaß eines entsprechenden Gesezes und einer Ortsfagung. Der Reichsverband der Kleingartenvereine hat einen dahinzielenden Gefeßentwurf ausgearbeitet, der in diesen Tagen der preußischen Regierung und dem preußischen Landtage zugeleitet werden soll. Diefer ist als ein Gegenftüd des preußischen Ausführungsgefehes aunt Reichsheimstättengesek gedacht. Es sei den Gemeinden die Pflicht gleichzeitig alle für die Bergarbeiterhilfe geben auflegen, ezellig mit den Heimftättengebieten auch Dauernationalen Währungskonferenz ergreifen werden, die Ende des wenn alle für die Bergarbeiterhilfe geben Sonimers in Paris zusammentreten wird. Auf dieser Konferenz würden amerikanische Finanzjachverständige den Versuch machen, das Kleingartengebiete auszuweisen. Ausführungen fanden Auch diese allgemeinen Beifall. Der Dezernent des Bollswohlfahrtsministeriums, Geheimrat Dr. Pauly, begrüßte die Versammlung im Namen des Pfund Sterling und die tontinentalen Währungen in ein De Rummel mit Musit, Fahnen, Hafenkreuzen, Orden ohne Zahl ist ein Ministers und erflärte u. a., das Ministerium fei ehrlich und eifcin malverhältnis zum Dollar zu bringen. Reparation an England. London, 21. Mai.( WTB.) Der Finanzsekretär des Schab amtes, Graham, teilte dem Unterhaus schriftlich mit, daß die von der deutschen Regierung für Reparationsrechnung während des Finanzjahres 1923/24 geleisteten Beiräge sich auf 11 111 000 Bfund beliefen einschließlich einer in Papiermart gezahlten Summe von 784 000 Pfund, die in Deutschland selbst geleistet wurde. Englands Besagungst often betrugen 1510 000 fund. Der Beirag zu dem Deutschland für die Besatzungskosten verpflichtet sei, betrage jedoch nach dem interaliierten Uebereinkommen etwa 1200 000 Bfund, die in dem obengenannten Betrage von 11 111 000 Bjund einbegriffen feien. Großbritannien werde daher von der Reparationsfommission für das Rechnungsjahr 1923/23 mit der Summe von 9911 000 Bfund belastet werden. iff don Englischer Kommunistenkongreß. Kampfaufgabe: Zellenbildung in der Labour Party. London, 21. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Auf dem legten Berhandlungstag der Kommunisten wurde die Frage der Beziehungen zu der Labour Party erörtert. Es wurde als die Hauptaufgabe der Kommunisten bezeichnet, die Labour Party mit dem Kommunistischen Brogramm zu durchsetzen. Ein Verbleiben bzw. ein Eintritt der Kommunisten in die Labour Partn sei nötig, um die Führerschaft an sich zu reißen. Die eigentümliche Organisation der Labour Party ermöglicht statutarisch die Mitgliedschaft von Kommunisten als Einzelpersonen. Der Kommunistentongreß ist der Auftakt für den Verfuch der 3er Labour Party. fplitterung innerhalb der Labour Party. Liberale wollen zur Labour Party übertreten. Condon, 21. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Mehrere 2bgeordnete der Liberalen Partei haben einer der Regierung naheftehenden Persönlichkeit gegenüber die Abficht geäußert, zur Fraktion der Labour Party überzutreten, wenn ihnen gewisse Sicherheiten für eine Wiederaufftellung bei den nächsten Wahlen gegeben würden. Die Zusicherung fonnte jedoch nicht erteilt werden. Bayerisches aus Oesterreich. Zweivölkische Mörder freigesprochen.- Sozialdemokratie erhebt Proteft. Wien, 21. Mai.( TB.) Anläßlich des Freispruches zweier Nationalsozialisten, die des Totschlages an bem Arbeiter Rari Still angeflagt waren, durch das Geschworenengericht veranstalteten die Sozialdemokraten gestern Protestversammlungen, denen in den nächsten Tagen weitere Rundgebungen folgen sollen. Einer Abordnung der Sozialdemokratischen Partei, die in dieser Angelegenheit bei demi Justizminister vorsprach, erklärte dieser, er habe mit Rücksicht auf das Aufsehen, das der Fall in der Deffentlichkeit errege, bereits von der Staatsanwaltschaft einen Bericht eingeforbert, ob die Boraussetzungen für die Einlegung eines Rechtsmittels vorlägen. Die Schwierigkeiten an der Börse. Das Kursniveau an der heutigen Börse mar größtenteils gut behauptet mit teilmeise festerer Grundtendenz Gerüchte über Schwierigkeiten, die gestern an der Börje in Umlauf waren, werden dahingehend berichtigt, daß durch Kredite diese Schwierigkeiten einstweilen behoben feien. Aus dem Bantgewerbe gelangen noch immer Nachrichten über neue Schwierigkeiten. Zumeist handelt es fich jedoch um fleinere Firmen. Der Metallhandel steht, wie die Börse glaubt, noch vor größeren Ultimofchwierigkeiten. Der Geldmarkt lag mit einem Sag von ½ pro Mille pro Lag unverändert. Auch der französische Frant notierte im Tausch handel gegen London unverändert mit 81. Japan und Amerika. Der Botschafter Japans in Bashington und der Botschafter Nordameritas in Tofio find wegen des Einwanderungsverbots zurüdgetreten. Mussolini ift befriedigt. Die Schweiz hai eme Anzahl ihrer Soldaten, die an der italienischen Grenze antifascistische Rufe auf stießen, auf Belangen Italien mit Arreft beftrait. Bemeis, daß die Republit noch nicht den nötigen Rüdhalt im Bolte hat. Man muß sich fragen, ob deni das Bolt noch nicht reif für eine wahre Demokratie ist. Aber auch die Republik and ihre Minister haben nicht ihre Schuldigkeit getan. Was sagt der demofratische Reichswehrminister Behler dazu, daß Reichs. wehrsoldaten und Offiziere in Halle mit geholfen haben, die Repu blit zu verhöhnen? Er schweigt! Wir Republikaner haben alle Ursache, laut unsere Stimme zu erheben gegen den Ausnahme. zustand, der Sozialisten und Republikaner direkt hindert, energisch für die Republik einzutreten. Ein Ausnahmezustand mar son immer eines freien Volfes unwürdig. Trotz alledem halten wir an der Republit feft, weil es unfere Auf gabe ist, sie zu einem wahren Boltsstaat auszubauen. Die Reaftion wäre nie so dreift geworden, wenn die anderen nicht fo gleichgültig wären. Eine Staatsautorität fann sich nicht halten, wenn sie sieht und schweigt, wenn die Gegner ihre Autorität untergraben. Wir wollen eine Republik der Freiheit und Gleichheit und wir sind ein Bolt, das Frieden will.( Beija.) Als letter Redner sprach Landtagsabgeordneter Ruschte: Wenn unser deutsches Bolt politisch wäre, dann hätte, ais Herr Ludendorff den deutschen Tag in Halle anfündete, ein befreien des Lachen durch das Land flingen müssen. Zwischen Moltke und Ludendorff ist ein Unterschied. Moltte gewann einen Krieg und schmieg, Ludendorff verlor einen Krieg und hört nicht auf zu reden. War er doch derjenige, der im Ottober 1918 geradezu nach einem Waffenstillstand wimmerte. Gewiß, die preußische Regierung hätte schneller handeln müssen; aber wenn die Deutschnationalen die Macht hätten, so sehnten wir uns. oft noch Severing zurüd. Leider muß festgestellt werden, daß mein eigener Barteigen offe Geßler noch zum deutschen Tag in Halle eine Tra ditionstompagnie entsandt hat.( Große Entrüftung.) Wenn jetzt gemeldet wird, daß es nur 3 Offiziere und 16 Mann maren, so fommt mir das so vor, als ob ein Mädchen, das ein uneheliches Kind hat, es zugibt, aber betont, es ist ja nur ein ganz eines.( Beifall.) Mit einem Hoch auf die Republik wurde die eindrudsvolle Rundgebung geschlossen. Der Frauenmord aufgeklärt. Das Geständnis des Mörders. Das Verbrechen, dessen Opfer die 49 Jahre alte Frau Kuschelewski in der Friedrichsfelder Straße geworden ist, ist jetzt durch ein Beständnis des verhafteten Franzosen Bonzed aufge tlärt. Bonzed blieb zunächst bei seiner Behauptung, daß zwei unbekannte Männer die Täter seien. Es war nichts anderes aus ihm herauszubekommen und die Sprachschwierigkeiten erschwerten die Bernehmung. Der Franzose geriet in Widersprüche, die ihm alsbald nachgewiesen werden konnten. Als man Bonzed aus seinen eigenen Aussagen und den Bekundungen der Zeugen nun nachwies, daß seine Darstellung unmöglich mahr fein fönnte, legte er gestern spät abends unter der Last des Frau Kuschelewsti, als fie fich nach Männern umfah, um 11% Uhr Beweismaterials endlich ein Geständnis ab. Der Franzose traf in der Fruchtstraße, und ging zunächst mit ihr nach der Schankwirt fchaft Sum Afrikaner" am Schlesischen Bahnhof. Hier tranten beide Bier und einige Schnäpfe. Um 12½ Uhr brach das Paar auf. Auf dem Wege nach ihrer Wohnung forderte Frau Kuschelewski 2 M. Obwohl er nur noch M. besaß, ging Bonzed doch mit. In der Wohnung gab er der Frau seine halbe Rentenmark und erklärte ihr, daß er nicht mehr habe. Sie nahm ihm das Geld ab, verlangte aber mehr und wies ihn hinaus, als er nicht mehr geben konnte. Sie ließ es auch nicht bei der Aufforderung, die Wohnung zu verlaffen, sondern gab ihm, wie er jagt, auch noch ein paar Ohr. feigen, um ihn hinauszubekommen. Hierüber in But geraten, padte er fie an den Händen und warf fie aufs Sofa. Als sie jetzt um Hilfe rief, fürchtete er, daß jemand fommen könne und drückte ihr die Keble zu, bis sie nur noch frampfhaft zudte. Unterdessen war die kleine Petroleumlampe ausgegangen. Bonzed suchte in der dunklen Küche nach seinem Hut, der ihm im Kampfe abgefallen war, fand dann die Taschenlampe der Frau und fah, nachdem er Licht gemacht hatte, auf dem Tisch eine Rentenmark liegen. Diese nahm er an sich, weil er glaubte, daß es die feinige sei. Um zu perhüten, daß jemand ihn überraschte, hatte er, bevor er den Hui fuchte, die Sicherheitstette vorgelegt. Als es nun klopfte und er sah, daß ein Mann vor der Tür stand, öffnete er das Stubenfenster, iprang auf den Hof hinab, obwohl er dort einen Mann stehen sah, perfuchte zu entlommen und fielt durch die falsche Tür in ben Refler hinab. Hierbei zog er fich die Kopfverlegung zu Auch einen Kalfabbrud, den man an einem Aermel feines Rodes fand, wollte er bei diesem Sturz, erhalten haben. Die Morblom Rußlands Bordringen in Persien. In Teheran find die beiden ersten Flugzeuge angekommen, die auf Rechnung der perfifchen Remiffion wies ihm jedoch nach, daß der Abdruck von der Küchenwand gierung in russischen Flugzeugwerten hergestellt worden find. Die legte Strede von Senseli nach Teheran, 400 Kilometer, follen sie in 1% Gamben bewältigt haben, herrührte. Das war einer der Punkte, die ihn verrieten und un ficher gemacht hatten. Er war im Kampie mit der Frau mit dem Aermel an die Wand geraten, Nachdem er dieses Geständnis abge bestrebt, der Kleingartenfache zu dienen, es wünsche besonders, daß die Kleingärtner fich alle der Organisation anschließen, weil dadurch die besten Erfolge erreichbar und die Regierung durch Zusammenarbeit mit dem Reichsverbande und seinen Unterverbänden igre Aufgabe ebenfalls am besten zu lösen imftande sei. Als politis he Parteivertreter versicherten ein Vertreter der sozialdemokra= fifchen Stadtverordnetenfraftion und ein fommuniftischer Landtagsabgeordneter, ihre Barteien würden sich für die vorgetragenen Bestrebungen einfegen. Andere Parteien hatten, trob Einladung, niemand zu der Versammlung entsandt, was von der Bersammlungsleitung mitgeteilt und sehr bedauert wurde. Folgende Entschließung wurde einstimmig angenommen: Als Ergänzung zu dem im Preußischen Landtage angenommenen Ausführungsgefeß zum Reichsheimstättengefeß ist mit mög lichster Beschleunigung ein preußisches Haus und Kleingartengesch zu erlassen, das die Gemeinden verpflichtet, gleichzeitig mit der Abgrenzung von Heimstättengebieten auch Dauer- Kleingartengebiete einzurichten. Die zurzeit bestehenden Kleingartengebiete find, soweit irgend möglich, zu erhalten und als Dauergebiete zu erflären. Neue Industrieanlagen sind im Bereich des Wohngebietes nicht mehr zu zulaffen. Der Bevölkerungszuwachs foll mit den neuen Industrieanlagen nach Möglichkeit auf die Landbezirke abgelenkt werden. Der Borstand murde beauftragt, durch schriftliche Eingaben und durch perfönliches Borstelligwerden beim Berliner Magistrat sowie bei Bertretern der einzelnen Barlamente sich im Sinne der Forderungen zu bemühen." Kameradichaft Lichtenberg. Am Donnerstag, den 22. Mai, abends 7 Uhr, im Lofal von Seipfe, Lichtenberg, Reichsbanner Stwarz- Rot- Gold. Stronprinzenstr. 47: Mitgliederversammlung. Gäste find willkommen. Bom Baumftamm zum Möbel beigt ein Filmbortrag, den die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Solzarbeiterverbandes am Dienstag, 27. Mai, abds. 7 Uhr, in der Brauerei Königstadt. Schönhauser Allee 10/11. beranſtaltet. Der Verbandsvorsitzende Gen. Friz Tarnow wird den einleitenden Vortrag halten. Unwetterkatastrophe in Süddeutschland. Aus der Hohenlocher und Heidenheimer Gegend, besonders aber von der Alp bei Reutlingen und hohen+ 30tlern fommen Nachrichten von außerordentlich schweren Gewittern, Hagel- und Wasserschäden. Durch Blizstrahl sind eine Reihe von Perfomen getötet und Häuser in Brand gesetzt worden, besonders haben aber moltenbruchartige Regen gülse in der Gegend von Hechingen furchtbare Schäden angerichtet. Aus Weilheim bei Hechingen wird berichtet, daß feit Generationen fein solches Unwetter erlebt worden sei. Die Straßen standen bis zu zwei Metern unter Wasser. In Rangendingen fchwoll die Starzel zum verheerenden Strome an und riß Brüden und Stege mit sich. Ein fleiner Bach in dieser Gegend riß sich ein neues Wildbett. Groß- und Kleinvieh wurde fortgeschwemmt. Auch aus dem Schwarzwald fommen vom Sutachtal und Donaueschingen fchlimme Nachrichten. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend: Beitweilige Aufheiterung, jedoch noch etwas i Höhere Tagestemperaturen bei mägigen südöstlichen Gewitterneigung. reiche Gemitter, in der nordöstlichen Hälfte trocken und langsam aufsteigende Deutschland: In der südwestlichen Hälfte Deutschlands warm und zablTemperaturen. * Groß- Berliner Parteinachrichten. Achtung! 5. Kreis Friedrichshain. Mittwoch, den 21. Mat, 7%, Uhr, in den Andreas Festjälen. Andreasftr. 21: Kreismitgliederversammlung. Referentin: Genoffin Klara Bohm Schuch. 37. Abt. Donnerstag, 7% Uhr, Funktionärsihung bei Pfeifer, Hausburgstr. 2. Sport. Großlampftag im Sportpalast. Am 30. Mai werden im Berliner Sportpalast die nächsten Borfämpfe vor sich gehen. Der für diesen Tag geplante Meisterschaftstampt Brenzel Weilen mußte abermals verschoben werden und hat daher die Direktion folgendes Programm zufammengestellt. Erich Milenz tritt gegen Debos( belgischer Mittelgewichtsmeister) an, während der französische Er Mittelgewichtsmeifier Prunier mit Adolf Biegert fämpfen wird. Voraussichtlich begegnen sich ferner Guiseppe Spalla und der Türke Sabri Mahir. Weiter werden im Ring u. a. der neue deutsche Mittelgewichtsmeister Walter un fe, der auf den Anwärter ber englischen Weltergewichtsmeisterschaft Newton trifft, und der Gramateur, Schmergewichtsmeister von Deutschland, Diener( gegen Sarrh Gains- Stanada) erscheinen. Die kämpic beginnen abends 8 Uhr. Auf der Berliner Olympia- Radrennbahn veranstaltet am fommenden Sonntag, den 25. d. Mis., nachmittags 3 Uhr, der Motorradklub Berlin des D. M. V. feine ersten großen Motorradrennen. Das Hauptereignis bildet der„ Große Gilberpola 1º, ein Rennen über 50 Stilometer für Maschinen bis 350 ccm. Außerdem finden Rennen für Motorräder ber atlaiſen bis 150, 200 und 250 ccm ftatt. Auch die Damen des Klubs haben für dieses Rennen ihre Meldungen abgegeben. Und so ist mit einer starken Beteiligung in allen Klassen zu rechnen. Erwähnt sei noch, daß für diejen Renntag ermäßigte Gintrittspreise festgesetzt sind Bewerkschaftsbewegung Aufwertung von Kautionen. Die dritte Steuernotverordnung führt eine Reihe von Kapitals= anlagen, hypothefen, Blandbriefen ufw. an, die auszuwerten sind. In einem anderen Paragraphen wird bestimmt, daß„ Ver= mögensanlagen anderer Art" nicht mit mehr als 15 Proz. aufgewertet werden dürfen. Da Kautionen in der Steuernotverordnung nicht angeführt sind, so könnten sie, falls diese Verordhöher aufwerten fönnen, während die wirtschaftliche Lage] der Bierfahrer jo günstig sei, daß sie den Verlust von 85 Bro 3. ihrer in guinem Gelde eingezahlten Kaution tragen fönnten. Wir brauchen nicht erst zu sagen, daß wir eine solche Auffaffung für irrig und das Urteil für verfehlt halten. Zum Schiedsspruch im Isoliergewerbe. Bom Deutschen Baugewerksbund, Fachgruppe der Isolierer, wird uns geschrieben: Nachdem bereits im Januar dieses Jahres in Reichsarbeitsnung überhaupt auf fie anzuwenden ist, nur unter den Begriff„ Ver- ministerium bei den Verhandlungen, die auf Antrag des Wirtschaftsbundes der Isolierfirmen stattfanden, unsere Vertreter eine Verlän= mögensanlagen anderer Art" fallen. lleber die Frage, wie weit Rautionen, die vor Jahren in Goldwert eingezahlt wurden, aufgerung über die reichstariflich festgelegte achtstündige Abreitszeit zuwerten sind, hat die Kammer 14 des Gewerbe- ftritt abgelehnt hatten, haben sich die Unternehmer damit nicht zufrieden gegeben, sondern erneut, das Reichsarbeitsministerium angerichts ein Urteil von grundsäglicher Bedeutung gefällt. Es gerufen und dort den Antrag gestellt, die Arbeitszeit auf neun handelt sich um folgenden Fall. und zehn Stunden zu verlängern, trotzdem der Reichstarif immer noch Gültigkeit hat. Unter Borsiz des Schlichters Bauer vom Arbeitsministerium ist nunmehr folgender Schiedsspruch Ein Bierfahrer har bei der Brauerei Engelhardt in den Jahren 1915 bis 1918 eine Kaution im Gesamtbetrage non 500 m. hinterlegt. Die Brauerei sagt, das ist eine Vermögensanlage, denn sie wird wie jede Spareinlage verzinst und darf des= halb gemäß der Steuernotverordnung nicht höher als mit 15 Proz: aufgewertet werden. In dieser Höhe erkennt die beklagte Brauerei die Aufwertung an. Der Kläger sagt dagegen, die Kaution ist teine Rapitalsanlage, fie wird der Brauerei nicht wie eine Spareinlage hingegeben, sondern sie wird vom Arbeitgeber gefordert, imm fich gegen etwa vom Bierfahrer verursachte Mantos zu decken und der Arbeitnehmer zahlt die Kaution lediglich deshalb ein, um feine Stelle zu bekommen, denn feine Brauerei stellt einen Bier fahrer ohne Kautionsleistung ein. Der Kläger fordert deshalb grundsäglich den vollen Goldwert seiner Kaution, da ja zur Zeit der Einzahlung noch keine oder doch nur eine sehr geringe Geldentwertung engetreten mar, und gegen die später eingetretene Geldentwertung die Kaution durch die Brauerei hätte gesichert werden müssen. Das Urteil der Kammer geht dahin: Die Kaution ist feine Vermögensanlage im Sinne des Gesezes. Deshalb tann das Gericht die Aufwertung nach freiem Ermessen vornehmen. Mit Rüdficht auf die gegenwärtige Wirtschaftslage" fann aber dem Kläger eine höhere Aufwertung als mit 15 Proz nicht zugebilligt werden, denn es dürfen ja die Schuldverpflichtungen des Staates, ja selbst durch Sachwerte gesicherte Forde rungen nur mit 15 Proz. aufgewertet werden. Hiernach erscheint es nicht begründet, für die Forderung des Klägers eine höhere Auf mertung als 15 Broz. anzuerkennen. Ob später vielleicht eine höhere Aufwertung zugestanden werden könnte, ist eine Frage der Zukunft. Nach diesem Urteil steht also der höheren Aufwertung von Rautionen eine gefegliche Bestimmung nicht ent gegen. Nur mit Rücksicht auf die gegenwärtige Wirtschaftslage hält das Gericht eine Aufwertung von 15 Proz. für angemessen. Das Gericht scheint also der Auffassung zu sein, die wirtschaftliche Lage der Brauereien sei so ungünstig, daß fie die im Verhältnis zu ihrem Gesamtvermögen recht geringen Rautionsbeträge nicht Berliner Elektriker- Reste- Haus Genossenschaft angeschl. dem Verb. sozialer Baubetriebe Berlin N24, Elsässer Str. 86-88 Fernsprecher: Norden 1198 Herstellung elektr. Licht-, Kraftund Signalanlagen Verkauf aller • • elektrischer Bedarfsartikel. Ausführung sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit. C. Pelz Kottbuser Str. 5 Anzugstoffe Kostümstoffe Mantelstoffe Kleiderstoffe Seidenstoffe + Geschlechtskrankentelete Behandlung von Syphilis, Hautaus schlägen, Bunden. 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Die Parteien erklären ihre Stellungnahme zu diesem Schiedsspruch sich gegenseitig und dem Reichsarbeitsministerium gegenüber bis 25. Mai 1924. Die Fachgruppe der Isolierer Berlins wird am Donnerstag zu diesem Schiedsspruch in einer Mitgliederversammlung Stellung nehmen Sie werden ihn, darüber kann kein Zweifel bestehen, mit großer Mehrheit ablehnen. Der Vorsitzende der Berliner Arbeitgeber hat selbst vor dem Schlichter ausdrücklich erklärt, daß für Berlin die a chtstündige Arbeitszeit genüge. Der Tariffampf der Tapezierer. Die Tapezierer stehen seit Monaten mit den Arbeitgebern in Berhandlungen wegen des Abschlusses eines neuen Mantel tarifes. Nachdem schon wiederholt Tapeziererversammlungen zu den schwebenden Verhandlungen Stellung genommen hatten, lehnte eine Versammlung in der vorigen Woche die Verschlech terungsanträge der Unternehmer ab. Um einen letzten Versuch zur gütlichen Beilegung des Konfliktes zu machen, ersuchte die Branchenleitung die Arbeitgeber nochmals um Verhandlungen, die auch schließlich zugestanden wurden, nachdem die Arbeitgeber auf die Folgen ihres hartnäckigen Standpunktes aufmerksam gemacht worden waren. Wie Bevollmächtigter Müller gestern in einer überfüllten Tapeziererversammlung mitteilte, finden die verabredeten Verhand lungen am Donnerstag statt. Die Versammlung vertagte fich darauf auf Freitag abend. REGENMANTEL FÜR DAMEN UND HERREN IN HOCHSTER VOLLENDUNG MSCHULMEISTER AM KOTTBUSER TOR 1 Anssperrung in den Wurftfabriken in Elmshorn. Das glänzende Geschäft, das die Wurstfabrikanten während und nach der Inflationsperiode gemacht haben, erinnert an das Sprich wort: Der Appetit kommt beim Effen! Die Mode anderer Arbeitgeber, dem Achtstundentag das Genic zu brechen, hat auch die Elmshorner Wurstfabrikanten nicht ruhen lassen. Sie verlangten, daß 9 Stunden ohne Aufschlag für die neunte Stunde ge= arbeitet wird. Der einmütigen Ablehnung der Beschäftigten, die allesamt organisiert sind, folgte am 5. Mai die Aussperrung bis auf einen Betrieb, dessen Inhaber am Achtstundentag festhielt. Am 17. Mai hat auch dieser die Belegschaft von 70 Personen ausge sperrt. Die Hoffnung der Wurstfabrikanten, daß der Hunger die Ausgesperrten schon zur Arbeit und den diktatorischen Bedingungen sperrten halten tapfer aus. Durch Inserate in der bürgerlichen Presse der Arbeitgeber zwingen werde, hat fehlgeschlagen. Die Ausgewerden Fleischergesellen gesucht unter Verschweigung, daß Aussperrung besteht und die Gesuchten als Streifbrecher fungieren sollen. Die Zureifenden sind einfichtsvoll genug und üben Solidarität, indem sie zumeist sogleich wieder abreisen. Notwendig ist aber, daß die Arbeiterschaft gleichfalls Solidarität übt, indem sie mithilft, Zuzug nach Elmshorn fernzuhalten und Elmshorner Wurst- und Fleischwaren bis auf weiteres nicht kauft. Hauptsächlich handelt es sich um Rohwurst, die fast ausschließlich aus Gefrierfleisch hergestellt, aber nicht als solche deflariert ist. Zentralverband der Fleischer und Berufsgenossen Deutschlands. Betriebsstillegungen im Saargebiet. Straßburg, 20. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Die großen Hüttenwerke in Dellingen im Saargebiet, die rund 8000 Arbeiter beschäf tigen, haben ihrer gesamten Belegichaft zum 1. Juni gekündigt. Wie verlautet, werden auch die übrigen Werke des Saargebiets diesem Beispiel in wenigen Tagen folgen. Erhöhung der Arbeitslosenunterstügung in England. London, 21. Mai.( MTB.) Das Unterhaus hat das Gesetz zur Abänderung der Arbeitslosenversicherung in zweiter Lesung angenommen. Dadurch wird die Auszahlung an Arbeitslose um 3 Schilling pro Woche erhöht. Auch Kinder unter 14 Jahren fallen unter das Gesez. Die Zahl der Arbeitslojen betrug am 12. Mai 1026 100. Dies bedeutet eine Abnahme um 14 560 gegen den 5. Mai und eine Abnahme um 259 523 gegen den 31. Dezember 1923. Beilegung des norwegischen Arbeitskonflikts. Nach einer amilichen Meldung aus Christiania ist es der Schlichtungsbehörde ge= lungen, zwischen den Bertretern der Parteien im norwegischen Arbeitstonflift eine Einigung herbeizuführen. Die Angelegenheit muß jedoch noch den Organisationen vorgelegt werden, deren Stellung| nahme für Ende der Woche zu erwarten ist. Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn: Feuilleton: Dr. John Schilowski, Lotales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Zh. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwäris- Buchdruckerei und Berlagsanftalt Baul Ginger u. Co.. Berlin C. 68., Lindenstraße 3. 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