Nr.246 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 126 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,- Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Luxemburg 4.25 Goldmart, für das übrige Ausland 5,25 Goldmark pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und geit" mit..Gied. lung und Kleingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin* Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reflamezeile 4. Goldmart. ,, Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Bort 0.20 Gold. mart( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jebes weitere Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen filr amei Worte. 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In Berfolg dieses Beschluffes hat die Reichsregierung heute erneut zu dieser Frage Stellung genommen und ein mütig zu dieser Frage Stellung genommen und ein müfig beschlossen, dem Reichspräsidenten ihre Demission zu überreichen. Der Reichspräsident hat die Demission entgegengenommen und das Reichskabinett mit der einstweiligen Fortführung der Geschäfte beauftragt. * für abgebrochen. Der Wortlaut des außenpolitischen Programms. Stegerwald als fommender Reichskanzler genannt.[ nalen sich vor der gesamten Deffentlichkeit gegenüberstehen. Diese Stresemann will man den Deutschnationalen opfern, es Veröffentlichung foll als Antwort an die Deutschnatioheißt, er werde als Außenminister nicht wiederkehren. Wer nalen gelten. Der Kernpunkt der ganzen Sache war, daß die soll sein Nachfolger werden? Ist es nicht ein ausgesprochener Deutschnationalen sich bereit erklären sollten, das Sachver. Mann der Linken und das wäre dann wohl vollkommen ständigen gutachten als einheitliches Ganzes anausgeschlossen, so wird alle Welt in einem jezt vorgenom3uertennen. Nach der Antwort der Deutschnationalen gelien menen Wechsel im Auswärtigen Amt eine Abkehr von der die Verhandlungen der Mittelparteien mit diesen bisher verfolgten auswärtigen Politik erblicken. Die Leute scheinen total verrückt geworden zu sein! 10,15 Uhr wird gemeldet, daß das Kabinett zu rüdgetreten ist. Im Lauf des heutigen Tages wird der Heute, 3 Uhr nachmittag, tritt der neue Reichstag Reichspräsident die Führer der verschiedenen Parteien empzusammen. Genosse Bod wird als Alterspräsident den Lor fangen, sich über ihre Auffassungen unterrichten und danach fiz übernehmen und durch Namensaufruf die Beschlußfähigkeit seine Entschlüsse faffen. Er steht wieder einmal vor eine: des Hauses feststellen lassen. Dann hat nach der Geschäfts- außerordentlich schwierigen Situation. Eine Lösung ist nur ordnung die Wahl des Reichstagspräsidenten, der dann sichtbar, wenn auch die Volkspartei aus der Ablehnung Bizepräsidenten und der Schriftführer zu erfolgen. Es ist jedes mittelparteilichen Programms die Konsequenzen zieht, doch anzunehmen, daß sich das Haus zur Vornahme dieser daß nun nur noch eine Regierung der Mitte möglich Wahlen zum mindesten auf den Mittwoch vertagen wird. ist, die für die Durchführung der Sachverständigenvorschläge Der gestrige Tag war mit Fraktionssizungen den Kampf aufnimmt, und wenn sie sich entschlossen hinter ausgefüllt, die angesichts der völlig ungeflärten Lage wenig diese Regierung stellt. fruchtbar werden konnten. Niemand weiß, was werden soll. Wird der Reichstag überhaupt arbeitsfähig sein? Werden dic Deutschnationalen das außenpolitische Programm der Mittel parteien schließlich doch noch schlucken? Werden sich die Mittelparteien unter dem Druck der Volkspartei zu neuen Berhandfungen herbeilaffen, wenn die Deutschnationalen Alenderungen vorschlagen? Auf alle diese Fragen gibt es nur ein Achfelzucken? Daß man sich auf stürmische Tage gefaßt machen muß, lehrt fchon ein Gang durch den leeren Sigungsfaal und ein Studium der neuen Namenstafeln, die an den Bänken angebracht sind. Zwischen die Deutschnationalen und die Volfspartei schiebt sich trennend der Keil der Völkischen, die fich jetzt die„ Nationalsozialistische Freiheitspartei" nennen, D Graefe sitt nun neben Walraff, Wulle, Henning, Ludendorff, der Münchener Roth und andere, deren Namen Erbauliches erwarten lassen, schließen sich weiter hinten stimmungsvoll an. Auf der äußersten Linken liest man vorne die Namen" Frau Gohlke"( Rut Fischer), Scholem, Kazz und 59 andere. Die gemäßigten Elemente, die in der alten KPD.- Fraktion auch nicht fehlten, wie z. B. Bark, find völlig ausgemerzt. Nur fichere Leute mit radikaler Stimmfraft sind hier versammelt. Einige von ihnen werden freilich fehlen. Denn gerade in den letzten Tagen vor dem Zusammentritt des neuen Reichstages find mehrere fommunistische Abgeordnete verhaftet morden. Der Reichstag wird gut tun, ihre fofortige Freilassung zu beschließen, denn, was immer man von ihrem Treiben halten mag, hier handelt es sich um einen Grundfaz der parlamentarischen Demokratie. Es geht nicht an, daß die Beschlüsse der gewählten Bolfsvertreter dadurch beeinflußt werden, daß stimmberechtigte Mitglieder verhaftet und fo ihres Rechtes der Mitbestimmung beraubt werden. Indes wird über die Freilassungsanträge der Kommunisten, die bestimmt zu erwarten sind, erst zu verhandeln sein, sobald sich der Reichstag konstituiert hat, das heißt, bis er sein Präsidium gewählt hat und in die Verhandlungen eintreten kann. Die Kommunisten sollen sich selber sagen, daß sie zwar möglicherweise imftande sein würden, durch Lärm und Tumut das Parlament lahmzulegen, daß aber die Diktatur, die dann kommen würde, nicht die ihre wäre, sondern eine ganz andere, die mit ihren Gegnern nicht eben sänftiglich verfahren wird. Gegen acht Uhr abends hört man, daß die Deutschnationolen ihre Fraktionssigung beendet haben. Das Ergebnis? Sie wollen zu dem außenpolitischen Programm der Mittei parteien Gegenvorschläge machen. Die Zentrumsleute verlassen nun in Scharen das Haus. Sie sehen in dem deutschnationalen Versuch eine Ablehnung des Programms und halten die Berhandlungsmöglichkeiten für erfchöpft. Das Kabinett tritt zu einer neuen Sigung zusammen. Ein Beschluß der Bolkspartei, der ohne Mitwissen der anderen Parteien der Mitte gefaßt ist, drängt es zum Rücktritt. Es wird vorausgesagt, daß das Kabinett nun tatsächlich zurücktreten werde. Dann werde der Reichspräsident den Führer der stärksten Frattion, Herrn Hergt, zu sich berufen wenn fich ergebe, daß dieser ein Kabinett nicht bilden fönne den Reichskanzler Marr von neuem mit der Bildung der Regierung betrauen. Inzwischen scheinen die unentmegten Rechtser der Volkspartei die Hoffnung noch nicht aufgegeben zu haben. Neue Bürgerblod- Pläne tauchen auf. Wieder wird Scholz oder und -S Das Gutachten der Sachverständigen bildet den ernsthaften Bersuch einer friedlichen Lösung der Reparationsfrage. Es ist ein einheitliches und teilloses Ganze. Diese Unteilbarkeit des Gutachtens macht den Beginn deutscher Leistungen abhängig von der Herstellung der wirtschaftlichen und finanziellen Souveränität des Reiches, die die Wiederherstellung der Verwaltungshoheit in fich schließt. Sie schließt den Gedanken aus, daß die Reparations gläubiger einzelne Gebiete des Reiches als Reparationsprovinzen behandeln und sie zum Gegenstand der Pfandausbeute machen. Nach der Ansicht der Reparationsfommission ist das Gutachten ,, die Grundlage für eine schnelle Lösung der Reparationsfrage". Bei Der Beschluß der Deutschnationalen ist aus innerpoliti- diefem Charakter des Gutachtens bedeutet seine Inkraft= schen Gründen gefaßt. Sie wollen Verhandlungen über das fegung den Frieden in der seit Jahren umfämpf Sachverständigengutachten, weil sie sich nicht geradewegs hinten Reparationsfrage und damit die Erledigung aller legen, sondern nur so fachte enfallen wollen. Das Gutachten Kämpfe, die diesem Frieden vorangegangen sind. Die Wiederher ist aber von der Regierung Marr nicht als Verhandlungsstellung der wirtschaftlichen und finanziellen Einheit des Reiches als grundlage angenommen, sondern als Grundlage für die Boraussetzung für die Produktivität deutscher Gebiete ist aber erst Reparationsregelung anerkannt. Eine Regierung, gesichert, wenn allen Deutschen die Möglichkeit gegeben ist, in ihrer die die von den Deutschnationalen vorgeschlagene Erklärung Heimat sich ungestörter Arbeit hinzugeben, insbesondere fann die abgeben wollte, würde sich in Gegensatz zu der bisherigen innere Bereitschaft, die in Deutschland für die erforderliche SteigeRegierungserklärung stellen und Deutschland so unter den rung der Produktivität und die Annahme schwerer Lasten notwendig allerungünstigsten Umständen in einen Konflikt mit der ist, niemals geschaffen werden, solange das traurige Schicksal Entente bringen, die früher in Wirklichkeit niemals einig Taufender Vertriebener und ihrer Freiheit beraubter Deutschen die Nation belastet und beunruhigt. war, jetzt aber, in der Frage des Sachverständigengutachtens, zum erfienmal wirklich vollkommen einig ist. Vorläufiges Ergebnis: Es ist den Deutschnationalen und ihren Helfern aus der Volkspartei zwar nicht gelungen, eine aftionsfähige Regierung zustande zu bringen, wohl aber ist es ihnen gelungen, ein Durcheinander zu schaffen, in dem jede Möglichkeit einer festen Regelung zu schwinden droht. Am 4. Mai ist viel Hurra geschrien worden. Aber schon am 27., dem Tag des Zusammentritts seines Produkts tann das Bolt bemerken, daß es selber gar feinen Anlaß hat, Hurra zu schreien über das, was es an jenem Tage angerichtet hat. Der Fraktionsbeschluß der Deutsch nationalen Festhalten an Tirpis. Die Formel über die Gutachten. Die Deutschnationale Fraffion faßte gegen 8 Uhr abends einen Beschluß, der in seiner Einleitung auseinandersetzt, daß die Fraktion nach wie vor bereit fei, sich entsprechend ihrer Stätte und dem Ausfall der Wahlen an der Bildung einer Regierung zu befeil igen. Sie habe den Beweis dieses ihres Willens erbracht, indem sie Tirpitz als Reichstanzler vorgeschlagen habe, da sie der Meinung fei, daß nicht parlamentarische Formeln, fondern nur geeignete Beriönlichkeiten die Schwierigfeiten der Situation überwinden fönnten. Weiter wird gejagt: Die Grundlage der Einigung mit den anderen Barteien tönafe in der Richtung gefunden werden, daß die Reichsregierung folgendes zum Ausdrud bringt: Da das Scchverständigengutachten ein einheitliches und unteilbares Ganzes ist, so kann es auch nur als Ganzes an Die Unstim genommen oder abgelehnt werden. migkeiten und Widersprüche, die an einzelnen Stellen des Gutachtens und auch redaktionell in der Faffung der Texte her portreten, erfordern für seine reibungslose Durchführung noch Fest= stellungen und flare Lösungen. Ferner muß bei den Be ratungen über die zu verabschiebenden Geseke, namentlich über die Gestaltung der Reichseisenbahn und der Wäh rungsbant, der maßgebende deutsche Einfluß in der Führung der Unternehmungen sichergestellt werden. Wir era warten, daß die Regierung alles tut, um in dieser Beziehung unsere lebenswichtigen Interessen zu wahren. Dem Gutachten selbst tönnen wir nur mit den Borbehalten zustimmen, die auch die Sachver seiner Durchführbarkeit ständigen bezüglich felbst gemacht haben. Wir sehen dabei voraus, daß bas Gutachten als einheitliches und unteilbares Ganzes auch von den übrigen Nationen anerkannt wird, daß seine Auslegung mit gutem Willen erfolgt und insbesondere dabei nicht nur die Herstellung unserer Souveränität in Wirtschaft, Finanz und Verwaltung, son dern auch die Aufrechterhaltung der neuen deutschen Währung im internationalen Zahlungsverkehr gewährleistet ist. Die Lösung der Reparationsfrage durch das Gutachten bedeutet die Wiederherstellung aller vertragsmäßigen Rechte des Deutschen Reiches und damit die Freiheit des nicht vertragsmäßig belegten Ge bietes von jeder Befeßung, sowie die Wiederherstellung des Rheinlandabkommens für die vertragsmäßig befezten Gebiete und die Gewährleistung der Rechtssicherheit für deren Bewohner. Wir er warten von der Regierung, daß sie mit Entschiedenheit diese Freis heiten sicherstellt. Die neue Regierung fei bereit, die erforderlichen Berhand. lungen mit dem Auslande über das Sachverständigengutachten, das die bisherige Regierung als Verhandlungsgrundlage angenommen hat, zu führen. Doch muß hierbei gleichzeitig flargestellt werden, daß die Entscheidung über die Gutachten Die unterzeichneten Parteien sind geeint in dem starken natiound über die schwebenden wirtschaftlichen und politischen Fragen nalen Willen, die Regierung bei einer nach den vorstehenden Grundje nach dem Ergebnis der Verhandlungen vorbehaltensägen geleiteten Außenpolitik zu unterstützen und sich für die Durch bleiben müsse." führung der zu diesem Zweck erforderlichen gesetzlichen Maßnahmen einzusetzen. Als Antwort auf diesen Beschluß veröffentlichen die mittelparteien das von ihnen entworfene außenpolitische Programin. Die Verhandlungen abgebrochen! Der neue Reichstag. Die endgültige Verteilung der Plätze. Bei der gestern endgültig vorgenommenen Verteilung der einzel Antwort der Mittelparteien. nen Bläge auf die Mitglieder der Fraktionen haben sich eine Reihe interessanter Einzelheiten ergeben. Bei den Deutschnatio Nachdem die Antwort der Deutschnationalen der Deutschen Volfs- nalen, die nicht nur den am weitesten rechts liegenden Sektor, partei überreicht war, traten die Führer der Mittelparteien gegen fondern auch noch den größten Teil des zweiten Seftors belegt haben, hat Großadmiral von Tirpig den Plaz inne, der bisher 9 Uhr abends erneut zu einer Besprechung zusammen, an der auch Dr. Helfferich gehörte. In der ersten Reihe sigt wie bisher der Geder Reichstanzler und die Minister Dr. Stresemann und Schäftsordnungsdebatter Schuly- Bromberg, neben Lirpi Sergt. Hamm teilnehmen. Die Besprechung war nur furz, es wurde be- Ebenfalls im zweiten Seftor hat dann die Nationalsozia= fchloffen, die außenpolitischen Richtlinien der Mittel- listische Freiheitspartei Blaz genommen. Den ersten parteien der Deffeniliteit zu übergeben, so daß in den Plak hat der Abgeordnete von Graefe, hinter ihm Feder. Morgenblättern diefe Richtlinien und die Antwort der Deutschnatio- München, hinter ihm in der dritten Reihe Henning, in der ersten Reihe Ludendorff. Neben ihm Graf Reventlo w. Dieser fizt bamit unmittelbar neben dem Abg. Qua az von den Deutsche nationalen. Den britten Sektor hat im wesentlichen die Deutsche Volts= partei belegt. An dem breiten Sektor des Präsidiums hat sie auf ber einen Seite Bläge an die Deutschsozialen, darunter an unze, auf der anderen Seite noch eine Reihe von Plätzen an die National sozialistische Freiheitspartei abgeben müffen. In der ersten Reihe figen wie bisher die Abgg. Scholz und Heinze. Der Plag des Außenministers Dr. Stresemann befindet sich in der dritten Reihe. Im genannten dritten Sektor hat außerdem noch die Bane. rische Boltspartei Platz gefunden. Den vierten( Mittelſektor), zu gewärtigen haben. Das deutsche Bolt beginnt mündig zu werden."( Deutsche Zeitung, Nr. 234.) Die deutschnationale Presse spricht, als wolle sie von vornherein manifestieren, daß eine Regierung, in der Deutschnationale figen, die Berhandlungen zur Wiederherstellung des Friedens erschweren werde. Das ist ihr Auftaft zu fommen den Verhandlungen! Ungefähr! Die Deutsche Zeitung" verleumdet den Genoffen Löbe. Die Deutsche Zeitung" beschäftigt sich mit der Frage, wer Präsident des neuen Reichstages werden wird. Sie fürchtet, daß bei dem großen Ansehen des Genossen Löbe auch Anlaß zu folgender gewiffenloser Verleumdung: Der„ Deutsche Tag in Kassel. Warnung der Staatsregierung. Der Amtliche Preußische Pressedienst schreibt: Die Baterländischen Verbände Kaffel und ihnen nahestehende Gruppen planen, am 31. Mai und 1. Juni d. I. einen„ Deutschen Tag" in Kassel abzuhalten. Von der Preußischen Staatsregierung fonnte aus zwingenden Gründen für diese Veranstaltungen eine Ausnahme von dem durch§ 3 der Berordnung des Reichspräsidenten vom 28. Februar 1924 ergangenen allgemeinen Verbot alier Umzüge und Bersammlungen unter freiem Himmel nicht gewährt werden. Die Staatsregierung warnt dringend vor Verstößen gegen das Berbot, da sie entschlossen ist, die Staatsautorität unbedingt aufrecht zu erhalten und mit allen Mitteln zur Geltung zu bringen. Personen, die unter NichtReihe befinden sich die Plätze des Reichskanzlers Marg und des bürgerliche Fraktionen für ihn stimmen fönnten. Das gibt ihrachtung des Berbots fich zu Umzügen zusammenzuschließen oder Bers her bisher in dem Befiz der Demokraten war, ist jetzt fast gang in den Belig des Zentrums übergegangen. In der vorderen Reihe des Sentrums fizen wie bisher Fehrenbach und Becker- Arnsberg, in der zweiten Reihe die beiden Senioren der Partei, Herold und Spahn, und das Borstandsmitglied von Guerard. In der dritten Reichskanzlers a. D.Birth. Die Fraktion der Demokraten hat nur noch einen Spizensiz im vierten Sektor erlangt. Dort sizzt der Abg. Koch neben dem Sozialdemokraten Rune rt. In der zweiten und dritten Reihe der Demokraten befinden sich die Abgg. Erfelenz und Dernburg( dieser neben Scheidemann). Die Sozialdemokraten nehmen zwei halbe Sektoren ein und teilen ihre Pläke um zweiten Sektor zum Teil mit den Kommu. nisten. In der ersten Reihe der Sozialdemokraten fizzen neben Kunert Scheidemann, Müller Franken, Dr. Hertz, els und Breitscheid. Die Kommunisten haben in der ersten Reihe ihres Geftors die unter dem Namen Ruth Fischer im Breußischen Landing bekanntgewordene Abg. Frau Gohlke und den Abg. Thaelmann, dahinter die bekannten Geschäftsordnungsredner aus dem Preußischen Landtag Scholem und Kah, neben Frau Zetkin. In den Sigen werden sich nach der Wahl des Präsidiums noraussichtlich noch einige Verschiebungen ergeben, da die Sozialdemo fraten den Abg. Löbe und die Deutschnationalen den Abg. Dietrich ebenfalls Bläge in der ersten Reihe gegeben haben. Die 13. neuen Bläße, die durch die Bermehrung be: lbgeordnetenzahl notwendig geworden sind, sind in den einzelnen Settoren in den hinten bisher vorhandenen Zwischengängen angebracht worden. Aus der Reichstagsfraktion. Wahl des Fraktionsvorstandes. Die Reichstagsfrattion der Vereinigten Sozialbemo Iratischen Bartei wählte den bisherigen Vorstand einstimmig wieder. Er sezt sich zusammen aus den Genossen Hermann Müller, Dittmann, Scheidemann, els und Hente als Bor sigende. Außerdem gehören dem Fraktionsvorstand an die Genossen: Breitscheid, Crispien. Dißmann, Herz, Hildenbrand, Hilfer ding, Hoch, Frau Juchacz, Löbe, Schumann und Stampfer. Deutschnationaler Auftakt. Wie sie Berhandlungsgrundlagen schaffen. Die Deutschnationalen drängeln sich im Reichstag zur Regierung. Ihre Bresse verkündet täglich den deutschnationalen Anspruch auf die Regierung und auf das Recht, im Ramen Deutschlands zum Ausland zu sprechen. So spricht die Breffe der fünftigen Regierungspartei zu erriof: „ Diese Ausführungen sind für den deutschen Michel bestimmt. Herriot weiß, daß seine internationalistischen Hilfstruppen in Deutsch land diesen Schwindel mit allen Mitteln verbreiten und die französischen Absichten unterstützen werden."( Deutsche Tageszeitung", werden."(„ Deutsche Tageszeitung", Nr. 234.) 19 Es vergeht kein Tag, an dem der zukünftige Ministerpräsident Frankreichs, Herr Herriot, nicht seine guten Lehren dem deutschen Bolke aufzusch wazen sich bemüht. Dabei bedient er sich mit Geschick der Phrasen unserer Kapitulations. polititer. Er versichert, daß jeder Bersuch, den Frieden herzu stellen, unmöglich gemacht sei, wenn sich das deutsche Volk wieder , dem Imperialismus zuwende". Darunter versteht er das Wachsen des Einflusses der Nationalisten" und der Kommunisten. Wir bedanken uns für den guten Rat und wissen aus der Erfahrung des fehten Jahrzehnts, was wir von der Erfüllung französischer Wünsche „ Fahnen". Der vorsichtige Autor, Alfons Paquet, ein Beherrscher tultivierter Proja, ein Meister der nuancierten Sprache, ein behut. Jamer Gestalter und Deuter behutsamer und bedeutender Dinge, nennt seier Stüd: emen„ dramatischen Roman". Somit hat er der Rritit ihren schärften Einwand vorweggenommen und die Berant wortung jener Bühne aufgeladen, die es unternimmt, die„ Fahnen" aufzuführen. Die Volksbühne hat diesen„ dramatischen Roman" an Theater am Bülowplatz aufgeführt. Er spielt in Chicago zur Zeit der Arbeiterunruhen 1886", wie bie Regieanweisung angibt. Er beginnt mit einer Demonstrations. berfammlung, mit fnüppelnden Polizisten und der Vorbereitung des Broletariats zu einem scheinbar aussichtsreichen Kampf gegen den Fabrikanten Cyrus, von dem der Autor in Prolog des„ Draht ziehers", der das Stüd als" Puppenspiel" deflariert, folgendes jagt: Seht Cyrus hier, den Mann mit starten Rnochen, als seine Mutter much lag in den Wochen, las er schon Zeitung, buchstabiert das Einmalein und lernte teď verwechseln Mein und Dein". Ein Kapitalist also von Geburt. Wir kennen ihn und seinesgleichen und wissen, wie Kämpfe, die man gegen ihn unternimmt, vorläufig ausgehen müssen. Auch in Paquets Fahnen" bleibt die auf dem Grundfaz Der Verwechslung von Mein und Dein aufgebaute Gesellschaftsordnung fiegreich. Das Stück schließt mit dem Begräbnis der gehenften Rämpfer. Also mit der Niederlage. Und dennoch nicht mit der Niederlage! Ein aiter Arbeiter. führer, für den Kampf zu friedlich und für Begräbnisse noch gerade genug Empörer, fagt über die Leichen: Ihr Erstlinge in dem geöff. neten Boden dieses Landes. Diese Erde ist unser von nun an". Dann befiehlt er:„ Senft die Fahnen. Gedenkt der Freiheit." Und eine Stimme tuft: Freiheit". Es ist das Echo der Welt auf die proletarische Leichenrede. Es ist eine von jenen Niederlagen, die im Grunde Siege sind. Es ist die Eroberung eines Landes durch Ein pflanzung von Leichen, Uns wird ein Boden zur Heimat, in dem mir unsere Toten begraben. Die bürgerliche Gesellschaft erobert durch Mord. Wir erobern durch Opfer. Ihr Leben ist Tod. Unser Tod ist Leben. Das ist eine alte Wahrheit. Wir wollen es dennoch dem Dichter Alfons Paquet nicht vergessen, daß er die Notwendigkeit fühlt, diese Wahrheit zu wiederholen. Dieser„ bramatische Roman" hat zwei„ Helben": Proletariat und Kapitalismus. Er ist also die dramatische Behandlung des einzigen„ sozialen Problems", des Grundproblems der Gegenwart und der nächsten Zukunft. Er schildert den Kampf zwischen Macht und Ohnmacht. Oder auch: zwischen Macht und Kraft; zwischen Bestialität und Humanität; zwischen Unterbrüdern und Unterdrüdten. Rennen wir sie ruhig bei ihren aftuellen Namen: zwischen Arbeit. gebern und Arbeitnehmern. Wir haben nicht viele deutsche Dichter, die für die wichtigste fammlungen unter freiem Himmel abzuhalten versuchen, unnadh= ichtlich einschreiten. Auf die durch Berordnung des Reichs. präsidenten vom 25. April 1924 angedrohten Strafen gegen Teilnehmer und Veranstalter unerlaubter Umzüge und Bersammlungen wird besonders hingewiesen. Bayerisches Recht. „ Gegenüber solchem Wohlwollen sei doch daran erinnert, baß Löbe es war, der gelegentlich der Abstimmung in Oberschlesien als Präsident des Deutschen Reichstags ungefähr die Worte sprach: Bir( die Sozialdemokratie) haben fein Intereffe daran, das zusammengeraubte Breußen in seinem Bestande zu erhalten!" Die Borte Löbes, die die Deutsche Zeitung" mit Hilfe 5 Monate für die beleidigte Jüdin eines ungefähr" in ihren Jargon überseht" hat, waren getragen von dem Wunsche, daß Oberschlesien deutsch bleiben müsse. In der 90. Sigung des Reichstags am 19. März 1921, am Tage vor der Abstimmung in Oberschlesien, erflärte Genoffe Löbe als Präsident des Reichstags: Pr Meine Damen und Herren! Vor einer halben Stunde ist der Tag angebrochen, an dem die Entscheidung über die Geschice Oberschlesiens fällt. Laffen Sie mich, da wir in diesem Augenblicke noch beeinander sind, der Hoffnung Ausbrud geben, daß, wenn dieser Tag sich neigt, die er drückende Mehrheit seiner Bewohner ihre Stimme für die deutsche Sache abgegeben hat und daß Oberschlesien für immer mit uns ver. bunden bleibt." Am 20. April, als der Reichstag nach der Abstimmung in Oberschlesien zum ersten Male wieder zusammentrat, erklärte Genosse Löbe in der 91. Sigung des Reichstags: Meine Damen und Herren! Ais wir das letztemal vor vier. Meine Damen und Herren! Als wir das letztemal vor vier. einhalb Wochen hier auseinandergingen, hatte die Abstimmung über Oberschlesien gerade begonnen. Das Schicksal diefer deutschen Provinz ist aber auch heute noch nicht entschieden. Wir danken allen, die unter schwierigen Umständen und mancherlei Gefahren zum Troß für Deutschland gestimmt haben. Mit 716 000 gegen 471 000 Stim men, mit der Mehrheit seiner Gemeinden, mit der Einstimmigkeit seiner Städte, hat Oberschlesien für Deutschland gestimmt. den InWenn wir uns einen Augenblick vorstellen, daß die gleichen Zahlen für Polen gegen Deutschland gefallen wären stanzen der alliierten Mächte wäre es feinen Augenblick zweifelhaft gewesen, wohin sie das so votierende Land, das ganze, geschlagen haben würden. Dieselbe Gerechtigteit fordern wir auch für uns, benfelben Respekt für den Mehrheitswillen fordert das oberschlesische und das deutsche Bolt. Wir fönnen nur warnen, Reibungsflächen, neue Schwächungen bes mitteleuropäischen Birt. in so unheilschwangeren Zeit neue Krisenherbe, neue schaftslevens geschaffen werden, indem man zerreißt, was zusammen. gehört. Oberschlesien hat sich mit Mehrheit für eutichland entschieben; bei ihm muß es auch bleiben!" Die Deutsche Zeitung" hat die ungefähren" Worte Löbes, die sie wiedergibt, glatt erfunden. Das ist die Methode, wie Deutschnationale und Völkische die Politiker der Linten bekämpfen. Das tennzeichnet ungefähr" die ganze Höhe ihrer Weltanschauung. Höhe ihrer Weltanschauung. Die deutsche industrielle Vereinigung, die nölfische Gruppe der Unternehmer, richiet in Berlin ein Zentralbureau ein. Geld für die Wirtschaft ist nicht vorhanden, die Geschäftsaufsicht graffiert- aber für völfifche Siege ist immer Geld da. Frage der Gegenwart, für unfern historischen Kampf, für unsere Not und unsern Sieg ein leibenschaftliches Interesse befunden. Was bedeuten uns also die dramatischen Mängel diefes dramatischen Romans"? Gewiß hätte der prinzipielle Rritifer, der Bartout Megierer, manches auszufezen: daß hier die Inpen verschwimmen in dem Konturen freffenden Grau der Atmosphäre; daß die Not der masse noch nicht start genug ist, um zu erschüttern, weil der Einseinen Not etwas flüchtig erscheint, mehr stizziert als gestaltet. Es fehlt die dramatische Steigerung des Elends, der Höhepunkt der Bestialität, wie der des Unheils. Aber die Hand, die aus dem letel unseres armen Lebens die Gestalten an den Vordergrund hob und fie dichterisch belichtete, ist dort, wo sie unsicher wird, aus Mitgefühl unsicher, durch herzliche Erschütterung zitternd. Fehlt hier die dichterische Objektivität"? Jawohl, es fehlt, Gott sei Dant! Unfere Dichter sind sonst so grausam objektiv! Der Berfasser der„ Fahnen" ist ja nicht nur ein Dichter, sondern mehr: ein Mensch! Die bürgerliche Kritik wird es ihm übel vermerken. Dem Menschen Paquet wurde die Regie Erwin Piscators mehr gerecht, als dem Dramatiker. Diese Regie löste den dramatischen Roman" in 19 Bilder auf. Sie folgten einander schnell und gleichsam bemüht, die Einheit des Geschehens um jeben Preis zu wahren. Ueber diesen mehr intereffanten, als völlig geglückten Regieverfuch wäre viel zu sagen. Hier sei nur der originelle Einfall vermerkt: Die Handlung der Bühne in Laterna- Magica- Bildern auf zwei Leinwandflächen durch Terte zu erläutern. Es waren die Berichte der Qhicagoer Zeitung über jenen historischen Streit, deffen Begebenheiten das Stüd behandelt. Denn dieses Drama" ist mehr eine dramatische Reportage, als ein„ dramatischer Roman". Die Verwendung der dokumentarisch belegten Tatsache bedeutet in der neuen Literatur eine Kühnheit. Die Regie begriff es. Und sie bemühte fich( freilich mehr tastend, als erfüllend) den Mangel der eigentlichen bramatischen„ Spannung" durch Licht und Schalleffekte und durch die dramatisch bewegte Architektur ber Szenerie zu er sehen. Es war ein rauschender Erfolg. Der Dichter murde hervor. gerufen. Besonders zeigte sich die Jugend begeistert. Es war brennende Attualität in dieser Aufführung. Einzelne Schauspieler ragten aus den Massenszenen hervor: Ca Hannemann, Werner Sollmann, Hendels, Steinhofer und in der Rolle eines feigen, bestochenen, fflavischen und flein- tyrannischen Polizeihäupt lings der intuitiv gestaltende Leonhard Stedel. Aber es fommt wohl in Aufführungen solcher Stüde weniger auf die Einzelleistung an, als auf den Zusammenflang aller„ Einzelnen". Hier war die Harmonie nur durch einige Mißtöne gestört. Der Dichter leistete sich einen fleinen Ausfall gegen die Sozial. demokratie Deutschlands. Es heißt on einer Stelle: Die große Partei der Waschlappen." Hier ist nicht der Ort für eine politische Auseinanderlegung. Der Dichter ist nicht der Mann, mit dem man über Parteipolitit zu hadern hätte. Vielleicht fühlte sich mancher | - 300 m. Geld. strafe für den pölkischen Beleidiger. München, 26. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Im Herbst vorigen Jahres wurde die Frau des bekannten Schriftstellers Dr. Eliasberg zu 6 Wochen Gefängnis und im Berufungsverfahren sogar zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt, weil sie auf der Straße bei einer antisemitischen Aeußerung einer halbwüchsigen friegsgerichtsratstechter mit dem Schimpfwort Boche und später noch mit einem beleidigenden Brief geantwortet hatte. Frau Eliasberg wurde in der Nacht nach ihrer Berurteilung zusammen mit ihrem schwertranten Mann in Schuhhaft genommen und dann durch das Generalstaatskommiffaria: aus Bayern ausgewiesen, da das Ehepaar feit dem Kriege staatenlos ist. Die Verurteilte verzichtete auf weitere Rechtsmiffel, um die Schuhhaft nicht unabsehbar zu verlängern. Sie verbüßte ihre Strafe im Gefängnis Stadelheim bei München. Dr. E. mußte infolge seiner schweren Krankheit sofort aus der Haft entlassen werden. Die Verhängung der Schuhhaft war erfolgt auf einen r titelim Böllijchen Beobachter", in dem das Ehepaar E. als staatsgefährliche Bolschewisten usw. beschrieben war. Dr. E. stellte Strafantrag. Die Verhandlung gegen den verantwortlichen Redakteur des ehemaligen Bölfifchen Beobachters", in ber auch der Herausgeber der Süddeutschen Monatshefte", Comann, als Zeuge auftrat, fand jetzt statt. Sie ergab die völlige Unwahrheit der völkischen Berdächtigung. Der beflagte Redakteur wurde deshalb zu 300 m. Geldstrafe und Tragung der Kosten verurteilt. Dabei erkannte das Gericht an, daß 29 die Berhaftung und Ausweisung des Dr. Eliasberg durch das Generalstaatsfommissariat auf eine Berleumdung zurückzuführen sei. Die Verwaltungsreform in Preußen. Tagung des Hauptansschuffes des Preußischen Städte tages. E. R. Münster, 26. Mai.( Eigener Drahtbericht.) In dem schönen Gigungsfaale des wundervollen Münster Rot hauses trat heute der Hauptausschuß des Preußischen Städtetages zu einer zweitägigen Berhandlung zusammen. Die Tagung diente der Beratung der preußischen Berwal. tungsreform, der Schulfrage und ihrem Verhältnis zur Selbstverwaltung der Gemeinden. Bor Eintritt in die Tagesordnung gab der Vorsitzende Oberbürgermeister Böß- Berlin feiner Genug, tuung darüber Ausdruck, daß die Volksabstimmung in Hannover zu einem Sieg des preußischen Gedankens über den partikularis. mus geführt werden. Der Hauptausschuß des Städtetages nahm ein. stimmig und unter lebhaften Beifallstundgebungen eine Entschlic Bung an, daß auch der Städtetag es freudig begrüßt, daß die preuZuschauer getränkt. Das wird den Genuß getrübt, aber nicht un möglich gemacht haben. Von einem Autor, der diese Gesinnung manifestiert, tann die Partei des Sozialismus selbst dann eine Kritit vertragen, wenn sie ungerecht ist. < 185 Rangierbahnhof. Ich wohne gegenüber dem Rangierbahnhof. Eigentlich schon hoch über dem Rangierbahnhof. In der ersten Zeit, da ich dort wohnte, hörte ich nur den Lärm, der Tag und Nacht in die Stille meiner Zimmer fiel und ich war oft ärgerlich darüber. Denn es störte mich. Es zerriß mir den Rhythmus eines Sages, oder zerriß ein Gespräch, oder ein Nachdenken, wenn plöglich so ein Lokomotivungeheuer zu schrillen begann und nicht aufhören wollte. wenn eine andere so grell pfiff, daß mir die Ohren flangen. Oder wenn zischend Dampf ausgelassen wurde. Oder Wagen flirrend und hackend aneinanderstießen. Oder Lokomotiven prustend stöhnten. Dann gewöhnte ich mich daran und hörte nichts mehr. Ueberhörte einfach dieses ständige Lärmen. Bis plößlich einmal eine Lokomo tive wieder so unftillbar wehflagte, jammerte wie ein frantes Kind. Und da tam mir dieser dumme Gedante: Daß diese Pfiffe und sein könnte, sie zu hören. Und daß ich diese Botschaft nur nicht Schriller vielleicht von großer Bedeutung seien, daß es sehr wichtig verftünde, weil sie in einer fremden Sprache abgefaßt sei und daß ich sie doch nicht überhören dürfe, denn es sei zu bequem, einfach zu überhören, was uns stört und nicht paßt und wir nicht verstehen. Und ich wurde traurig, denn ich weiß, daß ich und alle anderen täglich, stündlich Botschaften, die wir verstehen können, die in unserer Sprache flingen und die sehr wichtig sind, überhören, weil sie uns unbequem sind und uns stören. Man sollte doch nicht hoch über dem Hanns Margulies, Rangierbahnhof wohnen... Dor. Deutscher Friedenspreis. In den Bereinigten Staaten, in Eng. land, Frankreich und Italien werden große Wettbewerbe veranstaltet, um die besten Vorschläge zur Wiederherstellung des internationalen, nationalen und wirtschaftlichen Friedens zu erhalten. Edward Filene in Boston hat die Mittel zur Verfügung gestellt, um einen gleichen Wettbewerb auch in Deutschland durchzuführen. Damit soll allen Deutschen Gelegenheit gegeben werden, sich mit den wirtschaftlichen und politischen Problemen, die täglich den Gegenstand erbitterter Auseinandersetzungen bilden, fachlich und urteilslos zu beschäftigen und auf Grund gewissenhafter Prüfung praktische Borschläge zur Uebermindung der nationalen und internationalen Schwierigkeiten zu machen. Die eingelaufenen Arbeiten werden nicht nach ihrem literarischen Werte beurteilt, sondern ausschließlich nach ihrer praktischen Bedeutung. Ein Bewerber, der furs und flar einen durchführbaren Gedanken darstellt, wenn auch ungeschicht im Ausdruck und unvollkommen in der wissenschaftlichen Begründuna, hat mehr Aussicht auf den Preis als andere, die in langen Auffären theoretisch richtige, aber unprattische Gebantenaänge in vollkommener Form entwickeln. Die Höhe des ersten Preises( 5000 Dollar) und die große Zahl der erheblichen Neben preise verbient es, daß alle Kreise der Bevölkerung fidh an diesem Wettbewerb beteiligen. Bifchen Städte in Hannover bei der Boltsabstimmung treu zu Schlichtungsverhandlungen im Ruhrkampf. pen fude.- Den Schluß seiner Rede, voraussichtlich der letzten au Boin Breußen und zum Reiche gehalten haben. : Zur Frage der preußischen Berwaltungsreform sprach Bürgermeister Plautmann. Er erwähnte den dem Staatsrat dieser Tage zugegangenen Gesezentwurf über die Weber einstimmung der preußischen Berwaltung. Der Referent ging von der Voraussetzung aus, daß grundfäßlich eine großzügige Reform der gegenseitigen Verwaltung der Länder von Reichs wegen ver. langt werden müsse, und daß besonders in Preußen die augenblick. liche Dupligt at de mittleren 3nstanzen in der Ber waltung zu beseitigen sei. Der Gesetzentwurf an den preuBischen Staatsrat tönne in feiner Weise den Anforderungen ge nügen, die vom Standpunkt der Städte an deren Reform gestellt werden müssen. In der Debatte fam fast einmütig der Unwille barüber zum Ausdruck, daß der Preußische Landtag sich nicht dazu auffdwingen fann, die wichtige und grundlegende Verwaltungs. reform schneller zu verwirklichen. Nach einer längeren Aussprache wurde grundsäglich beschlossen, den vorliegenden Gefehentwurf als ungeeignet abzulehnen und eine grundlegende radikale Reform der Verwaltung auf der Grundlage zu fordern, daß die Instanz des Regierungspräsidenten in Preußen generell abgeschafft werde. Der Haupt ausschuß beschloß eine Rommiffion einzusehen, die eine ResoTution in diesem Sinne zu dem vorliegenden Gesezentwurf der morgigen Tagung vorlegen soll. An ihrer einmütigen Annahme ist nach dem Ergebnis der heutigen Beratungen nicht zu zweifeln. Auf Tienstag vertagt. Die Schlichtungsverhandlungen, die geffern im Reichsarbeitsminifterium unter dem Vorsitz von Dr. Syrup ftattfanden, find bisher ergebnisios verlaufen. Sie werden am Dienstag, 10 Uhr vormittags, weitergeführt werden. In zwölfter Stunde. Bochum, 26. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Das Organ des Deutschen Bergarbeiterverbandes, die Bergarbeiter 3ei tung", schreibt:„ Die Lage im Ruhrgebiet drängt mit aller Macht zu einer baldigen positiven Entscheidung. Die letzten Möglichkeiten, den Konflikt ohne allzu große Schädigung für die Wirtschaft zu lösen, haben die Bechenherren ungenugt vorübergehen lassen. Die Unternehmer sind des Glaubens, daß die Ruhrbergarbeiter infolge Hungers recht bald zu Kreuze friechen müßten. Weiter sind sie der Hoffnung, daß es den sogenannten radikalen Elementen in Kürze gelingen werde, die Bergarbeitermassen aus den Händen der Verbandsführer gleiten zu lassen. Sie warten darauf, daß die bis heute vorbildlich wirkende Einheitsfront von den fommunistisch- unionistischen Phrasenheiden zerschlagen wird. Mögen die Regierenden in Berlin erkennen, daß im Ruhrgebiet feine Zeit mehr verloren gehen darf. Wird den schwerindustriellen und bollchemistischen Ratastrophenpolititern nicht bald und energisch der Weg versperrt, dann tann es in diesem Revier zu Ereignissen kommen, die Entwicklung unseres schwer ringenden Bo! tes werfen müffen. Diese Mahnung rufen wir der Regie licher, braver Bergarbeiter stehen, die allen Schicksalsschlägen zum rung zu in dem Bewußtsein, daß hinter ihr Hunderttausende redTroß den Kopf flar halten und den Willen zum Sieg bis zur letzten entscheidenden Etunde in fich tragen werden". entscheidenden Stunde in fich tragen werden". Arbeiterregierung gegen Geheimverbände. die nach Jahrzehnte hindurch ihren Schatten auf London, 26. Mai.( WTB.) Auf eine Anfrage im Unterhaus, ob die deutschen Militärstreitkräfte die vom Versailler Bertrag zugelassene Stärke jetzt überftiegen und ob die deutsche Regierung die Forderungen des Vertrags bezüglich der Abschaffung des deutschen Großen Generalstabes und ähnlicher Organisationen erfüllt habe, antwortete Clynes, soweit seine Informationen gingen, könne er den ersten Teil der Frage nur verneinend beantworten, infofern er die regelrechten deutschen Militärstreitkräfte betreffe. Was den zweiten Teil der Frage angehe, so sei der deutsche Große General. ftab abgeschafft; es exiftiere nur noch ein Ministerium für nationale Berteidigung, das allerdings eine Generalstabsabteilung einschließe. Auf eine weitere Anfrage, ob Clynes, als er die Worte deutsche Militärstreitkräfte" brauchte, meinte, daß die jetzt aufgestellten Truppen die im Versailler Vertrag vorgesehene Zahl nicht über schritten, antwortete Clynes, daß die Regierung weit davon entfernt jei, befriedigt zu fein bezüglich des vom ersten Teil feiner Antwort Gedeckten. Auf die weitere Frage, ob er Schritte unternehmen wolle, um mit der deutschen Regierung in Fühlung zu treten und ihre Aufmerksamkeit auf diese wichtigen Klauseln des Bertrages zu lenten, und welche Schritte die Regierung zu unternehmen beabsichtige, um die Einhaltung des Versailler Vertrages zu gewährleisten, erwiderte Clynes, die Formulierung des zweiten Teiles feiner Antwort werfe juristische Fragen auf, auf die er im Augenblid nicht ant worten fönne. Ein anderes Mitglied des Hauses fragte, ob Clynes sagen fönne, warum die Mitglieder der Regierung die einzigen feien, die pon diesen Tatsachen nichts wüßten, und ob in Deutschland nicht viele vaterländische Verbände unter militärischer Leitung beständen. Cinnes Antwort auf diese Frage war unhörbar. Die Entwicklung der hier berührten Dinge in den letzten Monaten in Deutschland, die Haltung der Reichsregierung und nicht zuletzt die unerhörten Landesverratsverfahren haben dazu geführt, daß nunmehr auch die englische Regierung in recht eindeutiger Weise ihr stärkstes Mißtrauen zum Ausbrud bringt. Benn erst die Deutsch nationalen in der Regierung wären, bann würde Deutschland sein blaues Wunder erleben. Wenn die Nationalisten auf englisch- franzöfifche Gegenfäße gerade in dieser Frage spefulieren, bann werden fie im Gegenteil jener Einheitsfront gegenüberstehen, die bereits bei der letzten Note der Botschafterkonferenz über die Militärfontrolle in Erscheinung getreten ist. Das Sefretariat befindet sich in Berlin. 35, Schöne berger Ufer 36a I, 3 Treppen. alle Sendungen find aus schließlich dorthin zu richten. Dort sind die Bedingungen des Breisausschreibens jederzeit erhältlich. Allen Anfragen muß ein adressierter Briefumschlag für die Antwort beigefügt werden. Der deutsch- russische Konflikt als Schauspiel. In den Sperlings. bergen bei Mostau findet, wie der Dft- Expreß berichtet, bie Aufführung eines Sensationsstüdes statt, welches die polizeiliche Unter. fuchung der Sowjethandelsvertretung in Berlin zum Gegenstande hat. Der erste Aft zeigt den Abschluß des Rapallovertrags, der zweite die Tätigkeit der Handelsvertretung und eine faschistische" Berschwörung, der dritte die polizeiliche Untersuchung und Protest. fundgebungen der Arbeiter, der letzte enthält eine Massendemon stration gegen Deutschland. Mitwirkende find die Schüler der Meyerholdschen Theaterschule, zu den Massenszenen sind aber auch Soldaten hinzugezogen; im Schlußbilde beteiligt sich das ganze Publitum. Ein Wörterbuch der Schuffersprache. Die alte Schustertradition der Hans Sachs, Jakob Böhme und mancher anderen, nämlich nicht bei seinem Leisten zu bleiben, scheint der Stockholmer Schuhmacher Sävsert fortsetzen zu wollen. Er hat nämlich aus einem Stipendienfonds 500 Kronen zu einer Studienreise ins Ausland erhaiten, damit er sein Wörterbuch der Fachausdrücke in der Schuh- und Lederindustrie vollenden kann. Jävfert, der 34 Jahre zählt, ist selbst lahm in der orthopädischen Schuhmacherei eines Krüppelheims beschäftigt. Seit Jahren arbeitet er an feinem Wörterbuch, das bereits 2400 schwedische Ausdrücke umfaßt, für die er nun auf einer Auslandsreise die entsprechenden deutschen, franzöfifchen und englischen Uebertragungen feststellen will. Es handelt sich nicht nur um die alten Handwerk sausbrücke, die den größten wiffenschaftlichen Wert haben, und um die Namen aller Maschinen, Handgriffe und Arbeiter, die die verschiedenen Maschinen bedienen, sondern auch um die Ausdrücke für alle Leder- und Häutesorten. Die Kontraffbruchsllage gegen Leo Blech ist vom Deutschen Opernhaus zurüdgezogen worden. Drahliofe Telephonie London- New York. Nach New Yorker Meldungen beabsichtigt die britische Regierung in London eine drahtlose Telephonieanlage für den Berlehr mit New York zu errichten. Die preußische Regierung und der Ruhrkampf. Unmittelbar nach Schluß der großen politischen Aussprache im Preußischen Landtag über den Konflikt im Ruhrbergbau und die Stellungnahme des preußischen Handelsministeriums als Arbeitgeber ber staatlichen preußischen Steinkohlengruben( worüber mir an anderer Stelle berichten) trat das preußische Staatsministerium zu einer Kabinettsfizung zusammen. Im Vordergrund der Eröterungen standen neben der Bereitstellung von Mitteln über die Beamtenbesoldung die Frage der Beschaffung außerordentlicher Mittel für den preußischen Staatsbergbau. Nachdem auch das Zentrum und die Demokraten die Haltung des Handels: ministeriums im Bergarbeiterkonflikt einer scharfen Kritik unterzogen und sich damit nahezu vier Fünftel des Landtags auf die Seite der Bergarbeiter gestellt hat, ist zu erwarten, daß das preußische Kabinett alles tun wird, um zusammen mit dem Reichsarbeitsministeriums den verhängnisvollen Ronflitt aus der Welt zu schaffen. Maßnahmen der Bergarbeiter- Internationale. Brüff1, 26. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Das Erefufiotomitee der Bergarbeiter 3nternationale hat die ausländischen Landesdelegierten der Bergarbeiter- Internationale beauftragt, sich sofort mit den Transportarbeiterverbänden in Verbindung zu sehen, um die Frage der Unterbindung sämtlicher Kohlentransporte nach Deutschland zur wirksamen Unterstützung der deutschen Bergarbeiter zu erörtern. Die Bergarbeiter- Internationale will mit der Internationale der Transportarbeiter gemeinsam Maßnahmen zur vollkommenen Stillegung kohlentransporte nach Deutschland beraten. Stillegung der Poincarés Schwanengesang. Baris, 26. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Poincaré hat am Montag in feiner Rede zu Bar- le- Duc gezeigt, daß er fich fonsequent geblieben ist bis zuletzt und das Ergebnis vom 11. Mai spurios an Ergebnis der Wahl seine Außenpolitit nicht im geringsten ihm vorübergegangen ist Er hat wieder versichert, daß durch das desavouiert sei, und die lleberzeugung ausgesprochen, daß sie auch in Zukunft teine enderung erfahren fönne. Denn für Poincaré ist das Ergebnis der Wahl nichts anderes als das Spiel eines von den Anomalien des geltenden Wahlgesetzes begünstigten 3ufalls, bei dem der Linken, von den Mehrheitsprämien abgesehen, vor allem die Unzufriedenheit der Bevölkerung über Steuererhöhung und Leuerung zugute gekommen sei. Der Seitenhieb, daß daneben allerdings auch die Uebertreibungen ber Reaktion und die Diftaturgelüfte einiger Unverbesserlichen" dazu beigetragen habe, zahlreiche Republikaner der Linken in die Arme zu treiben, geht offenbar ebenso auf Miller and wis die Erflärung, daß, wer heute versuchen wollte, mit illoŋalen Mitteln das Experiment einer Lintsregierung zu verhindern, das das Land offenbar wünsche, unwürdig ist, einer freien Nation als Bürger anzugehören". Der neuen Koalition gegenüber empfahl Boincaré Fair plan", verbunden mit schärffter Wachsamkeit in der Hoffnung, daß, wenn die neue Mehrheit in die Amnestie wirtfie auf finanziellem Gebiet durch Bewilligung neuer Ausgaben ohne liche Deserteure. Verräter und Revolutionäre einschließen sollte, wenn entsprechende Einnahmen ein neues Chaos schaffen sollte, oder aber, wenn das Kartell der Linten eines Tages von innen herab zerfallen sollte, sich eine neue, von der Vormundschaft der extremen Barteien befreite Mehrheit der republikanischen Union tonstituieren werde". Ueber, die deutsch- französischen Beziehungen äußerte sich Poincaré, doß er sich nur schweren Herzens und erst, nachdem alle anderen Mittel versagt hätten, zum Einmarsch ins Ruhrgebiet entschlossen habe, und er führte als Beweis dafür einen bisher unbekannten Brief des damaligen englischen Botschafters in Paris, Lord Harding, an, in dem dieser die Mitteilung macht. daß die englische Regierung die von der franzöfifchen vorgeschlagenen Santtionen( gemeinschaftliche Ausbeutung der staatlichen Gruben und Forsten auf dem linten Rheinufer und die Errichtung einer Bollgrenze am Rhein) nicht akzeptieren könne. Poincaré erklärte weiter, daß die 21 franzöfifche Regierung das Programm der Sachverständigen ohne Borbehalf gufgeheißen Neue fodbringende Strahlen. Aus Cheffield wird eine zweite Erfindung todbringender Strahlen gemeldet. Es heißt, daß der Erfinder ein Doktor 2. F. Ball ist, ein Ingenieur, der bereits Patente für die Uebermittelung jeiner Strahlen nachgesucht bat. Diese Strahlen sollen sich nach irgendeiner habe. In der offiziellen Antwort an die Reparations tommiffion gewünschten Richtung ohne Verbindungsdrähte aussenden laffen. Dr. Ball ift Profeffor an der Cheffielder Universität und lehrt die moderne an.teht davon fein Wort, und Poincaré selbst war cs, der in seiner wendung der Elektrizität. Rede vom 15. April und neuerdings in seinem Briefwechsel mú Ramsay Macdonald dessen Annahme von zahlreichen Bedingun gen abhängig macht. Es ist in der Tat nur ein Spiel mit Worten, menn Poincaré im gleichen Atem erflärt, daß er zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Einheit Deutschlands bereit gewefen wäre, fobaid Deutschland den Expertenplan ausgeführt haben mürbe, obwohl er genau weiß, daß nach dem einmütigen Urteil aller Sachverständigen diese Wiederherstellung der wirtschaftlichen Einheit eine der materiellen Voraussetzungen für die Realisierung des Planes ist. Eine Behauptung ebenfalls wider besseres Biffen ist, wenn Boincaré in seiner Rebe den Spieß umzudrehen versucht mit der Beschuldigung, Deutschland sei es, das die Berhandlungen über das, Sachverständigenprogramm zu verschlep. Ruffische Hilfe für deutsche Gelehrte. Der Gesellschaft der Freunde des neuen Rußlands" find aus russischen Gelehrtenfreifen neue Mittel zu geführt worden, die es ihr ermöglichen, das bereits vor einigen Monaten begonnene Hilfswerk für die deutschen Gelehrten fomie für deren Kinder in erweitertem Maße fortzuführen. Auch stehen noch eine Anzaal bon Sanatoriumsplaten bei Moskau und Leningrad( Peters burg) mit freier Verpflegung für längeren Aufenthalt zur Verfügung. An fragen und Gesuche sind an den Generalsekretär der Gefellschaft der Freunde des neuen Rußland", Herrn Erich Baron, Berlin- Pantom, Savalierstr. 10, zu richien Rede Poincarés els Ministerpräsident, bildete die übliche Litanei über die durch Deutschland bedrohte Eicherheit Frankreichs. Herriot über seine Politik. Irrtümliche Berichtigungen des„ Borwärts"-Interviews Paris, 25. Mai.( WIB.) Der Abgeordnete Herriot hat gestern in Lyon einem Vertreter des Betit Journal" eine Unterpolitit werde die neue französische Regierung sich von 3 met redung gewährt, in der er unter anderem erklärte, in der 2 u zen Grundsägen leiten lassen: der Welt den wahren Frieden der Gerechtigkeit und Frankreich die Sicherheit und die Reparationen zu gewährleisten, auf die es Anspruch habe. Nach außen wie im Innern gedenke er sich auf die demokratischen Parteien zu stüßen, und er habe von den Demokraten aller Länder bereits ermutigende Bersprechungen erhalten. Zuerst müsse die neue Regierung danach trachten, die Schwierigkeiten zu regeln, die der Sachverständigen bericht mit sich bringe, dann habe sie die Mo dalitäten der Räumung des Ruhrgebiets zu prüfen, mühe, die Beziehungen Frankreichs zu den verschiedenen Bölkern aber ihr Ziel merde sie vor allem dadurch erreichen, daß sie sich befreundschaftlicher zu gestalter. " " 1 feine Absichten in bezug auf Deutschland einigermaßen getreu( assez Das Interview, das der Bor wärts" veröffentlicht habe, gebe fidèlement) wieber. Es hätten sich jedoch gewiffe fachliche Irrtümer( erreurs matérielles) eingeschlichen, die zu berichtigen notmendig wäre.( Siehe unsere Anmerkung am Schluß dieser Meldung. Red. b.„ B.".) Er habe gesagt, er würde jedes Zusammenarbeiten mit den deutschen Nationalisten ablehnen und nicht: mit den deutschen Kommunisten. Ebenso habe er auch nicht erklärt, daß gefagt, daß er„ bona fides"( bonne foi) verlange; mit welchen er von der Gegenseite Bertrauen" fordern werbe, er habe vielmehr Männern er auch zu tun haben werde, und welchem Lande sie auch angehören möchten, er werde von ihnen eine bona fides verlangen. die derjenigen gleichtomme, auf die fie feinerseits zählen fönnten. Schließlich fehle in der Wiedergabe seiner Erklärungen im Vormärts" die Mitteilung, daß es seine entschiedene Absicht sei, die Rechte seines Landes zu verteidigen, und daß man vor allem jenfeits des Rheins bedenken sollte, daß eine nationalistische Orientierung der deutschen Regierung die Berhandungen zum weck der Wiederherstellung des Friedens erschweren werde, die zum Ziele zu führen sein fehnlichster Wunsch sei. Er wolle jede Demokratie unterstüßen und gegen jeden Imperialismus anfämpfen. Herrint erklärte weiter, er jei mehr denn je entschlossen, sondern eine affive Mitarbeit zu verlangen. In seiner Eigenschaft von den Sozialisten nicht nur eine wohlwollende Unterstützung, als Vorsitzender der rabitalen und sozialistisch- radikalen Partei werde er an den sozialistischen Barbeitag, der am 1. Juni zusammentrete, schriftlich sein Angebot richten. " diese aber auch ausfalle, die Regierung, an die er denke, werde sich Ben der Antwort merde sein fünftiges Verhalten abhängen. Wie nur auf die Männer der Linken stügen und nur ihr Mitarbeit annehmen. ** Anmerkung der Redaktion: Die Berichtigungen Her riots gegenüber dem„ Borwärts"-Interview find völlig gegenstands. fchienenen Interviews sofort beweist. Sie richten sich in Wirklichlos, wie ein einfacher Blick auf den Text unseres am 22. d. M. erfeit nur gegen einen start gefürzten und durch offenkundige belephonische Uebermittelungsfehler vollständig finnent ftellen. den Auszug im Matin" vom 23. Mai. PP " Das, was Herriot als un richtig berichtigt, hat zwar im Berliner Matin"-Telegramm, nicht aber im Borwärts" gestanden. Weber war bei uns mit einem Worte von„ Kommunisten", noch vom Bertrauen" die Rede. Vielmehr tam das Wort„ guten Glauben" ( bona fides) mindestens sechsmal vor, genau so, wie es Herriot in der Unterredung gebraucht hatte. Andererseits ist das, was er in dem Interview vermißt, zwar nicht in dem Matin"-Auszug enthalten, wohl aber im Original des ,, Vorwärts" fast wörtlich so erschienen, mie er es ergänzt: 10wohl die Betonung seiner Absicht, die Rechte seines Landes zu ver teidigen, wie auch die forgenvolle Warnung vor einer Rechtsorien tierung in Deutschland. Sozialistische Partei und Regierungsbildung. Baris, 26. Mai.( Eigener Drahtbericht.) Eine große Anzahl von Provinzialverbänden der Sozialistischen Partei hat sich am Dienstag in Borbereitung des außerordentlichen Parteitages bom 1. Juni mit der Frage der Beteiligung an der Regierung befaßt. Für den Eintritt der Sozialisten in bas Kabinett haben sich aus. gesprochen die Departements MyOne( Moutet), Tarn( Paul Boncourt), Herault( Barthe), Bouches du Rhône( Bouisson) und Tons Jm Seine. louse, dagegen Var( Menandel) und Somme. Departement, wo die Diskussion besonders lebhaft war, ist die Mehrheit gegen die Beteiligung an einer Koalitionsregierung. Die endgültige Abstimmung wurde jedoch auf Donnerstag vertagt. Regierungskrise in Schweden. Die Sozialdemokraten gegen die Militärvorlage. Stockholm, 25. Mai.( Eca.) Das schwedische Parlament hat heute die Beratungen über die Militärvorlage beendet, die eine Umgruppierung des Heeres, Verstärkung der Flotte und Luftflotte vorsieht. Die Regierung hat ein Militärbudget von 140 Millionen Kronen vorgeschlagen. In der ersten Kammer hat eine geringe Mehrheit die Regierungsvorlage angenommen, aber mit einer wesentlichen Alenderung, nämlich daß die Ausbildungszeit der Infanterie auf 140 Tage reduziert wird. In der zweiten Kammer hat dagegen eine Mehrheit von 50 Stimmen den Vorschlag der Sozialdemo fratischen Partei angenommen, nur ein Jahresbudget von 99 Millionen Kronen und drei Armeekorps zu bewilligen. Bei Unstimmigkeiten der beiden Kammern hat man sonst eine gemeinsame Abstimmung vorgenommen. Diesmal aber erübrigt sich diese, weil die große Mehrheit des sozialdemokratischen Vorschlages in der zweiten Rammer die Lage der Regierung in dieser Frage auch bei einer gemeinsamen Abstimmung aussichtslos erscheinen läßt. Man erwartet einen Rücktritt der Regierung Trygger, gleichzeitig die Auflösung der Kammer und die Neuwahl, die dann über das Schicksal der Militärvorlage entscheiden soll. Attentatsprozeß in Budapest. Budapest, 26. Mai.( WTB.) Vor dem Budapester Gericht wurde beute gegen den 53jährigen Eisendreher Sataron verbandelt, der gegen den Reichsverweser ein Attentat geplant hatte. Sztaron er flärte bei seiner Vernehmung, daß er sein. Vorhaben, den Reiches verweser zu ermorden, unbedingt ausführen werde, falls er seine Freiheit wiedererlangen sollte. Das Gericht verurteilte Sataron zu fünf Jahren.Buchthaus und feine beiden Mitangeflagten, die von den Abfichten Sztarons Kenntnis hatten, ohne Anzeige zu erstatten, zu drei Monaten Gefängnis. die durch die Untersuchungshaft als verbüßt erscheinen. Ablehnung ber verlängerten Arbeitszeit und AbBewerkschaftsbewegung lehnung der Attordarbeit festzuhalten habe. Mit Beginn dieser Verbandstag der Gastwirtsgehilfen. Der Zentralverband der Hotel, Restaurant- und Caféangestellten hielt seinen Verbandstag vom 20. bis 23. Mai in Kassel ab. Vertreten waren einschließlich der Verbandsleitung 82 Delegierte. Außer den Geschäftsberichten und Anträgen zum Statut und Unterstützungsreglement stand auf der Tagesordnung die Frage der Berufs oder Industrieorganisation, Tarif- und Lohn politit und Schlichtungswesen, Arbeiterschuß, Arbeitsrecht Vor Eintritt in die eigentliche Tagesordnung sprach der Berbandstag den ausgesperrten Arbeitern im Ruhrgebiet und überhaupt allen im Kampfe für den Achtstundentag stehenden Arbeitern feine Sympathie aus und forderte die Verbandsmitglieder auf, sich an den Unterstützungen zu beteiligen. Die hierauf unter den Verbandstagsteilnehmern vorgenommene Sammlung ergab den Betrag von 502 m. und Internationales. Dem Geschäftsbericht, den der, Verbandsvorsitzende Ströhlinger erstattete, war zu entnehmen, daß in der abgelaufenen Geschäftsperiode zwar ein bedeutender Mitgliederverlust eingetreten ist und andauernd mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen war, daß die Organisation aber dennoch völlig intakt geblieben ist und nunmehr Aussicht besteht, daß es wieder aufwärts geht. Nach sehr eingehender Aussprache wurde das von der Opposition beantragte Mißtrauensvotum gegen die Verbandsleitung und Redaktion abgelehnt und ihr mit allen gegen vier Stimmen das Vertrauen ausgesprochen. Zur Frage der Industrieorganisation wurde gegen wenige Stimmen eine Resolution angenommen, in der es u. a. heißt: „ Der Zentralverband der Hotel, Restaurant- und CaféAngestellten ist bis auf weiteres als Industrieorganisation im Sinne des Beschlusses des 11. Gewerkschaftskongresses zu betrachten und demgemäß in seiner Organisation und feinen Bran chen so auszubauen, daß er auch nach außen dieser Auffassung entspricht. Zunächst ist es Aufgabe des Zentralverbandes, durch gewerkschaftliche Schulung aller seiner Mitglieder das Verhältnis zwischen den einzelnen Branchen des Berufes so zu festigen und zu sichern, daß er allen Angriffen und Verdächtigungen standhält. Erst, wenn dies erreicht ist, kann einer engeren Verbindung mit anderen Verbänden der Ernährungs- oder Genußmittelindustrie nähergetreten werden. Der nächste Berbandstag wird festzustellen haben, ob diese Voraussetzungen inzwischen erfüllt find." Statut und Unterstügungsreglement erfuhren wesentliche Abänderungen. Beschlossen wurde gegen eine starte Minorität, daß ab 1. Oftober d. J. auch die Ortsbeamten und Angestellten von der Hauptverwaltung anzustellen und aus der Haupttaffe zu bezahlen sind. Die beantragte Aufhebung der sozialen UnterStügungen wurde abgelehnt und die verschiedenen Unterstützungszweige neu geregelt. Die Beiträge wurden auf 2 Proz. des Wochenverdienstes festgesetzt, wovon 15 Broz. den Zweigvereinen zur Bestreitung der örtlichen sachlichen Ausgaben verbleiben. Im Hinblick auf das organisationsschädigende Vorgehen der sogenannten Oppofition find die Ausschlußbestimmungen im Statut in der Weise ergänzt worden, daß diejenigen auszuschließen find, die der parteipolitischen und religiösen Neutralität des Verbandes zuwiderhandeln oder durch Einberufung von gegnerischen Versamm lungen, Konferenzen und Kongressen oder durch Teilnahme an solchen die Organisation schädigen. Zur Tarif- und Lohnpolitik wurde nach einem Referat von Riemann und ausgiebiger Diskussion eine Entschließung angenommen, in der die Richtlinien für Lohnbewegungen festgestellt werden und in der die Woche soll die Streitkontrolle verschärft werden, da einige Firmen versudjen, Arbeiten von den Werfführern ausführen zu lassen. Alle Glaserarbeiten sind Streitarbeit! Betriebsratswahlen bei den Berliner Großbanken. Der Allgemeine Verband der Deutschen Banfangestellten teilt mit, daß mit Ausnahme der Dresdner Bank, wo die Neuwahl erst im Herbst stattfindet, die diesjährige Wahl der Betriebsräte beendet ist. Bei der Diskontogesellschaft, Deutschen Bank, Darmstädter und Nationalbank, Commerz- und Privatbank und Mitteldeutschen Cre ditbank waren insgesamt 89 Betriebsräte zu wählen, von denen nach den nunmehr vorliegenden Ergebnissen 55 dem A IIEs liegt an uns an der gefamten deutfchen Arbeitnehmerfchaft, das nötige Verständnis aufzubringen für den Riefenkampf im Ruhrgebiet um die Arbeitszeit. Von dem Maße unferer Unterstützung hängt es ab ob die Bergarbeiter im Vordertreffen unferes fchweren Kampfes ausbarren können oder durch den Dunger, dem man Tie mit frauen und Kindern auslieferte, bezwungen werden. Wir wollen, daß fie vollen Erfolg erzielen Da kann es kein Abwarten, kein Zögern geben. Bei jeder Lohn- und Gehaltszahlung müffen wir eine oder mehrere Rentenmark opfern. Wer fich davon drückt, übt Selbftbetrug. Parole: Bergarbeiterhilfe! Zeichnet fofort reichlich und gebt, fonft ift's zu fpät und die Opfer der Bergleute find vergeblich gebracht, durch unfere Schuld. Es muß alles gefchehen, was wir tun können. Übt Solidarität! gemeinen Verband angehören. Die übrigen Size verteilen fich wie folgt: Deutscher Bantbeamtenverein 14 Size, Oberbeamten. verein 9, Reichsverband der Bantangestellten 8, Deutschnationale 2, gelber Geistersche Verband 1. Aus dem Ergebnis geht die über: rajchende Position des Allgemeinen Verbandes der Deutschen Bantangestellten, der auf seiner Liste ungefähr das Doppelte der übrigen Verbände vereinigte, klar hervor. Gegen die Besoldungspolitik. Das " " Marodeure des Ruhrkampfes. organisieren". Gie veranstalten zu diesem nichtsnuhigen Zwed eine Die Baterländischen" möchten ebenfalls Bergarbeiter Baterländische Bergarbeitertagung". Um dafür in der Presse Reflame zu machen, leiten sie ihre Propagandanotiz mit der unverschämten Lüge ein, in Bergarbeiterkreisen" wachse der Unwillen gegen die Fortdauer des Streifs und insbesondere gegen die gewaltsame terroristische Unterdrückung derjenigen Arbeiter, die gern arbeiten möchten, mit jedem Tage" Als ob die Bergarbeiter die außer ihrer Schicht seit Jahr und Tag Ueberstunden machten, nicht gern arbeiten möchten! Als ob ihr Unmut sich gegen ihre Organisationen richte und nicht gegen die Unternehmer! Daß das notorisch arbeitsscheue Streifbrechergesindel nur dann„ gern arbeiten möchte", wenn die wirklichen Arbeiter sich gegen die Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen wehren oder für deren Verbesserung fämpfen müssen, ist nicht nur in Arbeiterfreisen bekannt. Anstatt wie alle ehrlichen Arbeiter alles daran zu sehen, die ausgesperrten Bergarbeiter in ihrem Abwehrkampfe zu unterstüßen, suchen diese Baterländischen"( in Berlin, Deffauer Str. 19) den Bergarbeitern in den Rücken zu fallen. Angeblich um Abwehrmaßnahmen gegen den Terror ergreifen zu können", wollen die ,, Baterländischen" tagen. Sollte es wirklich noch derart verblödete Unternehmer im Bergbau geben, die den Baterländischen" wie die Gelben sich hoch. trabend nennen auch nur eine Rentenmark Vorschuß auf den Erfolg ihrer Abwehrmaßnahmen" zahlen gegen den Terror" im Ruhrgebiet, den diese in Berlin fizenden Gelbenführer vorspiegeln, um ihrem elenden Betrieb aufzuhelfen? " Daß selbst die BS.- Rorrespondenz sich in den Dienst des gelben Presseschwindels stellt, ist bezeichnend. Schiedsspruch für die Hamburger Hafenarbeiter. Der Schiedsspruch der Schlichtungstammer schlägt vor, den Tageslohnfat bon 4,80 auf 5,60 m. zu erhöhen. Ent sprechend sollen auch die Affordlöhne eine Aufbesserung erfahren. Die Vertrauensleute der Hafenarbeiter waren gestern schon zu einer Besprechung des Schiedsspruchs, der eine Gültigkeitsdauer bis zum 81. Juli vorsieht, zusammengetreten, ebenso die Ver trauensmännerfommission des Hafenbetriebsvereins. Deutschösterreichische Erwerbslosenfürsorge. Zwischen der Reichsregierung und der österreichischen Ree gierung ist eine Vereinbarung getroffen worden, mit Rüdwirkung bis zum 9. Mai 1920, wonach nicht allein die beiderseitigen Staatsbürger gleichberechtigt beim Bezug von Erwerbslosenunters stüßung sind, sondern auch die Tätigkeit in dem einen Lande zum Bezug von Erwerbslosenunterstüßung in dem anderen berechtigt. Auch zum Bezug von außerordentlichen Notstands. unterstützungen auf Grund des österreichischen Bundesgefezes vom 15. Dezember 1922 werden künftig deutsche Reichsangehörige in Desterreich berechtigt sein. Den Kollegen im Stud- und Gipsbau zur Kenntnis, daß die Streitgelder bis Freitag, den 30. Mai, abends 6 Uhr, im Vera bandsbureau, Zimmer 52, abgeholt sein müssen, damit die Abrech nung erfolgen fann. Ferner weisen wir darauf hin, daß die Namen und Wohnungen der Betriebsräte und Baudelegierten im Verbandss bureau bekanntgegeben werden. Die Gruppenleitung. Verständigung gerechnet, nachdem die Metallindustriellen den 3m Mannheimer Metallarbeiterstreit wird mit einer baldigen war ein neuer Schiedsspruch ergangen, der die Frage der Akkord. Schiedsspruch des Schlichters angenommen haben. Am Sonnabend arbeit regelt. Hierüber hatte gestern eine Funktionärversammlung der Arbeitnehmer zu beschließen. Es wird angenommen, daß der Beschluß zustimmend ausfällt und heute oder morgen die Arbeit wieder aufgenommen werden kann. Der Streit der Anhaltischen Metallindustrie ist gestern infolge Abftimmung der Arbiterschaft beenbet. Die Arbeit wird heute wieder aufgenommen werden. Ueber die Streiflage im deutsch- oberschlesischen Industriebezirt wird berichtet, daß sich die Lage bei den Steinkohlengruben weiter gebeffert habe. Bei den Eisenhütten ist keine Veränderung einges Die Pressemitteilungen der Reichsregierung über das Er. gebnis der Besoldungsverhandlungen find geeignet, den Anschein zu erivéden, als ob die Beamtenspizenorganisationen den Res gierungsvorschlag widerspruchslos angenommen hätten. Beseitigung des Bedienungsgeldes bzw. Prozentsystems verlangt und eine ausreichende feste Entlohnung Gegenteil ist der Fall! In der Schlußverhandlung lehnten die durch die Unternehmer für alle gastwirtschaftlichen Angestellten ge- Spizenorganisationen das Regierungsangebot ausdrücklich ab und fordert wird. Insbesondere soll das Abgabensystem nachdrüdie behielten sich alle weiteren Schritte vor. Die fofort eingetreten. lichst bekämpft werden, um zu verhindern, daß im Interesse der leiteten Beratungen der Organisationen über die zu ergreifenden Unternehmer die eine Gruppe für die anderen die Löhne aufzubrin- Maßnahmen wurden am Montag zum Abschluß gebracht. gen hat. Zu den sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Fragen wurden die von M. Richter und Salle beantragten Refolutionen, in denen die auf diesem Gebiete liegenden Forderungen formuliert sind, angenommen. Nach einem Referat von Poetsch über die internationale Organisation wurde die Hauptverwaltung beauftragt, für die baldige Einberufung einer Internationalen Konferenz der gastwirtschaftlichen Angestellten zu wirken und den Wiederaufbau der Internationalen Union herbei zuführen. Außerdem soll in jeder Weise die Wiederherstellung der internationalen Freizügigkeit, die für die Gastwirtsgehilfen unbe. dingt erforderlich ist, gefördert werden. In die Hauptverwaltung wurden gegen wenige Etimmen wiedergewählt: R. Ströhlinger, 1. Vorsitzender; M. Richter, 2. Borsitzender; H. Altermann, Kassierer; G. Salle, Redakteur; G. Riemann, Sekretär. Als Vorsitzender des Verbandsausschusses wurde W. Zillmann Hamburg gewählt. = Die Opposition", die zu dieser Tagung erhebliche Vorbe= reitungen getroffen hatte, fam nicht auf ihre Rechnung. Die große Zahl der bekannten Anträge und Refolutionen, die sie eingebracht hatte, wurden gegen nur wenige Stimmen abgelehnt. Der Glaferstreit. Seit 12. Mai stehen die Glaser Berlins im Streit. Am 24. Mai fand die zweite Streitversammlung statt. Wie die Streifleitung berichtete, waren am zweiten Tage sämtliche Glaser in der Streitliste eingetragen, so daß die Aussperrung", die am 12. Mai von den Unternehmern beschlossen war, feinen weiteren Zuwachs der Streifenden bedeuters fonnte. Objekt des Aussperrungsbeschlusses sind aber auch nicht etwa die Gehilfen, sondern die kleinen Meister. Da diese selten einen Gehilfen beschäftigen, fönnten fie sich zusammentun und vielleicht einige Arbeiten ausführen, die sonst große Firmen machen. Um alle Arbeiten zu unterbinden oder richtiger gesagt, damit die Kleinen den größeren Betrieben feine Arbeit wegnehmen, wurde die„ Aussperrung" beschlossen. 3 mei größere Firmen( Glasfchleifereien) haben die neuen Bedingungen unterschriftlich anerkannt. Die Bersammlung beschloß, an reine Glasereien, fowie an gemischte Be triebe( Schleiferei und Glaserei) feine Bewilligung zur Arbeit zu erteilen. Einstimmig wurde beschlossen, daß die Lohnkommission an der Zum Zimmererstreik. Der Verband der Baugeschäfte von Groß- Berlin hat unterm Wiederaufnahme der Arbeit". Darin wird behauptet, die kommu 19. Mai ein Rundschreiben an seine Mitglieder gerichtet betr. nistische Führung der Zimmerer und der Ausgeschlossenen Bauarbeiter" versuchten den für sie schon verlorenen Kampf" noch mit allen Mitteln zu retten. Als Ziel der Unternehmer wird erklärt ,,, die Arbeitsstellen zu den im letzten Rundschreiben bekannt gegebenen Bedingungen zu besetzen. Das ist viel wichtiger, als irgendeinen Mann, den der einzelne unter Umständen nicht wiederhaben will, nicht einzustellen." Die Arbeitgeber wurden ermahnt, sich streng an die Anordnungen ihres Verbandes zu halten, denn es gibt keine Ruhe in diesem Sommer, wenn die Arbeiterorganisationen, die uns jetzt den ver schärfsten Kampf anfagen, die Oberhand gewinnen." ,, Unter feinen Umständen darf es geschehen und es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn wir, nachdem wir soweit gekommen sind, nicht mit dem Rest der Zimmerer... fertig werden sollten." Hierzu wird uns von parteigenössischen Zimmerern mitgeteilt: Wenn auch von vereinzelten Ueberradikalen versucht wird, den Kampf der Zimmerer zu einer fommunistischen Aktion zu machen, so wird dies doch den von der überwiegenden Mehrheit der Zimmerer abgelehnt. Die Angaben in dem Rundschreiben, daß die Zimmerer an einigen Stellen schon 1.50 Mt. Stundenlohn fordern, das ist allerdings ,, ein ausgemachter Schwindel". Der Kampf dreht sich hauptfächlich um die Beibehaltung der 46% stündigen Arbeitszeit. In diesem Punkte sind sich alle Zimmerer einig. Es muß um die Sache der Unternehmer schlecht bestellt sein, wenn ihre Verbandsleitung sie ermuntert, noch ein paar Tage auszuhalten, bis der Kampf der 3immerer völlig zufammenbricht. In diesem Kampfe stehen die Bimmerer einig und geschlossen hinter ihrer Organisation, gleichviel welcher politischen Richtung sie angehören. Wenn die Arbeitgeber auf ihrem Herrenstandpunkt verharren, die Arbeitszeit verlängern wollen, dann wird es allerdings feine Ruhe im Gewerbe geben. Der jetzige Kampf ist von den Unternehmern heraufbeschworen. Wollen fie Ruhe und Frieden, dann müssen sie es bei der alten Arbeitszeit belaffen. Es fängt also lediglich von dem Arbeitgeberverbande ab, durch Preisgabe seiner Absicht zur Verlängerung der Arbeitszeit den Kampf zu beenden. Bis dahin werden die Streifenden im Kampfe aushalten. Achtung, Transportarbeiter der Metallindustrie! Heute, Dienstag, ben 27., und morgen, Mittwoch, ben 28. ai, haben laut Beschluß der Transportarbeitervollversammlung bie Transportarbeiter und Transportarbeiterinnen in ben Betrieben, die zum Berband Berliner Metallindustrieller gehören, eine Urabstimmung vorzunehmen. Abzustimmen ist über die Frage: Wer für die Durchführung der Lohnbewegung bis zur Arbeitseinstellung ist, schreibt auf den Stimmzettel treiten"; wer bagegen ist, schreibt auf den Stimmzettel Arbeiten". Die Abstimmung ist von den Funktionären zu leiten, bie Stimmzettel find selbst zu beschaffen. Die Abstimmung ist geheim und die Stimmzettel find mit einem Begleitfchreiben, in dem die Anzahl der beigefügten Stimmzettel anzugeben ist, und mit brei Ramensunterschriften verschen, sowie Angabe der Firma, bis Frei tag, ben 30. Mai, abends 6 Uhr, der Sektionsleitung, Engelufer 24-25, 2 Tr. Deutscher Berkehrsbund, Sektion V. Zimmer 26, auzustellen. Zentralverband der Zimmerer, Zahlstelle Berlin. Heute nachmittag 3 Uhr im Gewerkschaftshaus, Saal 3, Funktionärtonferenz. Mittwoch vormittag müssen in allen Bezirken Bezirksversammlungen statt finden. Achtung, Maler und 2adierer! Morgen( Mittwoch) abend 7½ Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25( Saal 1), Bersammlung aller in der Metallindustrie befchäftigten Maler und Ladierer. Die Berufslage in der Metallindustrie. Wie verbessern wir unsere Löhne?" Referent Rollege Schiemann. Die Betriebsräte werden erfucht, die Kollegen auf diese Bersammlung aufmerksam zu machen. Die Ortsverwaltung. Berantwortlich für Politit: Ernst Renter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Chlorn; Feuilleton: Dr. John Schitowski, Lokales und Sonstiges: Fris Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SB. 68., Lindenstraße 8. Hierzu 2 Beilagen. Koch& Leeland bringen die größte Auswahl- billige Preise Gabardine..imprägniert" 8.- 10.6.- 8.für Damen- u. Herren- Mäntel Mtr. Manchester- Loden..wasserdicht", für Sport, Jagd usw. Mtr. Sertrauetenstr 20/21 Petrikirche Sophien- Säle Säle frei! E Telephon: Norden 9296 Sophienstr. 18 Wenn Sie klug sind, geben Sie der Zigarette den Vorzug, die selbst einem sehr verwöhnten Raucher Genuß bietet, dabei aber Jhre Börse schont. KLEINE MASSARY 2 S Nr. 246+41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Die Welt hinter dem Vorhang. Bom Chor und Ballett war unlängst an dieser Stelle die Rede, verfügt, um die Bühne bei Massenszenen mit genügend Menschen von der wirtschaftlichen Lage jener künstlerischen Kräfte großer zu füllen Mangel an Statisten besteht niemals. Für jede VorBühnen, um die sich das Publikum meistens wenig fümmert. Ge- ftellung melden sich bedeutend mehr als gebraucht werden. Der hören sie doch zu den Namenlosen. die der Zettel nicht erwähnt, Inspizient oder der Regisseur sucht mit schnellem und erfahrenem Blid die Brauchbaren aus der Masse der sich Meldenden heraus deren Leistungen die Kritik nicht besonders wertet, so daß die meisten und die anderen müssen mit enttäuschten Mienen abziehen. Die Theaterbesucher die Chormitglieder und die Tänzer, mit Ausnahme itserwählten werden kostümiert und geschminkt und„, treten auf", vielleicht der Solotänzer und der Prima ballerina für wenig in ihren Bewegungen geleitet von dem Inspizienten hinter den Kuwesentlich halten. Wie irrig diese Ansicht ist, haben wir in dem Ar liffen, sowie von Chorführern, die wirkliche Schauspieler sind und tikel Von Tänzern und Sängern" in Nr. 212 unseres Blattes dar. fich während der Barstellung unter ihnen befinden. Die ersten, getan. Indessen, nimmt das große Publikum schon von diesen Kawirklich genial geleiteten Massenszenen von Statisten brachte uns tegorien der Bühnenfünstler wenig Notiz, so hat es vollends meistens Reinhardt, als er im 3irtus die affen griechischen Tragiten gar teine Kenntnis von der Tätigkeit der neu belebte. Der Andrang zur Stafifferie erklärt sich aus der großen Borliebe namentlich jüngerer Menschen für den eigenartigen Zauber der Bühne und das Geheimnisvolle hinter den Kulissen. Der be " Bühnenarbeiter. Dabei sind diese Hilfskräfte der Bühne, mit einer gewiffen lebertreibung ausgedrüdt, wichtiger als die Schauspieler. Das zeigte sich beim Schauspielerstreit vor ein paar Jahren. Die gang großen Mimen, die Prominenten, wie man sie damals getauft hatte, erklärten, ein Streit wäre ihrer unwürdig und passe nicht zu den Traditionen des Künstlers. So beschlossen sie dann allein und auf eigene Faust zu spielen. Aber sie hatten die Rechnung ohne die Theaterarbeiter gemacht, die ebenfalls in den Streit getreten waren Zur Not konnten die Schauspieler wohl die Kuliffen stellen, den Szeneriewechsel vornehmen und den Vorhang in Bewegung setzen, niemals aber vermochten fie aus eigenem den Beleuchter zu ersehen, der eine außerordentlich wichtige Person ist, technische Borbildung haben muß und für jede moderne Bühne unentbehrlich ist. Die Tätigkeit der Bühnenarbeiter ist aber überhaupt von größter Be deutung für das Gelingen der ganzen Borstellung, und man fann fie vielleicht mit den Arbeitern der Bahnhöfe vergleichen, die die Maschine mit Wasser und Kohlen speisen müssen und sie erst auf diese Weise fertig zur Fahrt machen. Der beste und erfahrenste Lofo motinführer fann die Maschine nicht in Gang sehen, wenn fie meber Waffer noch Kohlen hat. Der Bühnenarbeiter muß aber auch ein geschickter Mensch sein, denn es ist namentlich bei den Theatery, die feine Drehbühne befizen, sehr schwer, schnell die Szenerieveränderung zwischen den einzelnen Aften vorzunehmen. Bei der Bedienung der Drehbühne, die es erlaubt, die Szenerie für mehrere Atte aufzubauen, muß außerdem ein Maschinenmeister, müssen technisch vorgebildete Arbeiter vorhanden sein. Diese Drehbühnen haben näm lich manchmal ihre Launen wie die Primadonnen, und find im ger gebenen Augenblick nicht von der Sielle zu bewegen. Gelingt es dem Maschinenmeister und seinen Gehilfen nicht, den Mechanismus in Gang zu bringen, müssen die Bühnenarbeiter mit der allergrößten Geschwindigkeit, damit das Publikum nicht ungeduldig winb, bie Szenerie abmontieren von dent betreffenden Seftor der Drehbühne und auf der Vorderbühne aufbauen. Um durch die Unarten der Drehbühne nicht in Verlegenheit gefeht zu werden, hat man vor ein paar Jahren bei ganz großen und modern eingerichteten Theatern, wie zum Beispiel bei der neuen rolloper und beim Charlottenburger Opernhaus, die Schiebebühne ein gerichtet. Hier können die Szenerien für vier Afte aufgebaut wer den, die für den einzelnen Aft notwendige Deforation rollt auf fleinen Gleisen auf die Borderbühne und verschwindet nach Abschluß auf die Hinterbühne rechts oder links oder geht auf einer Berjen tung in die Tiefe. Für die mannigfachen Verjenkungen, die sonst auf der Bühne und namentlich bei großen Opern eine hervorragende Rolle spielen, ist ebenfalls der Maschinenmeister verantwortlich. Die Tätigkeit der Bühnenarbeiter ist eine viel umfaffendere. Sie haben für Ordnung im Kulissenhaus zu sorgen, ihnen liegt der Transport von Kulissen und Dekorationen nach dem Theater ob, sie haben auf dem sogenannten Schnürboden zu tun, fie müssen den Vorhang bedienen, was im übrigen feine leichte Arbeit ist, und eine Reihe anderer Beschäftigungen gehört in ihr Ressort, die alle hier aufzuzählen zu weit führen würde. Die Statisterie. Aber auch die Statisten find unentbehrlich für das Gelingen einer Vorstellung und die Vollendung der Illusion. Wo Maffenfzenen, wie namentlich in den Klassikern, vorgefchrieben werden, da greift man zum Hilfsmittel der Statisterie, da natürlich fein Theater, auch nicht das größte, über die notwendige Anzahl von Schauspielern 28] Die Flüchtlinge. Roman von Johannes Cinnanfosti. Restitalo begriff, daß etwas geschehen war und daß sich etwas noch entwickelte. Doch tröstete es ihn, daß Hanna dabei war. In demselben Augenblick kam die alte Frau unruhig herein. Restitalo winfte fie zu sich und wies nach dem Úfer hinunter. Sie sahen Uutela und Hanna zusammen langsam herauffommen, blidten sich an und seufzten schwer.- Jezt naht das Letzte! Die Kommenden blieben stehen, Uutela schien Hanna zuzuniden dann trennten sie sich. Das Mädchen lief in die Küche, Uutela aber sah man in Gedanken auf das Gesindehaus zugehen. Hanna war so blaß, daß fie sie nur durch ihre Blicke zu fragen wagten. Das Mädchen antwortete ebenso, ruhig und ficher: wartet! Restitalo aber blickte immer noch unruhig durch das Fenster auf den Hof. Schließlich sah er Uutela fommen. Er fühlte es so in feiner Brust würgen, daß er kaum Atem holen konnte. Er begann inbrünstig zu beten. Uutela fam langsam, so, wie er vom Ufer heraufgeschritten war: Stiefel und Kleider naß. Er sah nicht nach rechts und nicht nach links, als er durch die Küche ging. Zur Kammertür hereingetreten, blieb er einen Augenblid stehen und nahm die Müze ab. Die anderen, die leise hinter ihm herkamen, sahen die Bewegung in seinen Zügen. Dann aber trat er mit sicheren, langsamen Schritten an das Bett, in dem der kleine Knabe lag. Er blieb daneben stehen und schaute das Kind eine Weile aufmerfiam an― es schien, als ginge ein stilles Beben durch ihn hindurch. Aber sofort danach zeigte fich auf feinem Geficht etwas wie ein Lächelner erhob die Rechte und beschrieb langsam ein großes, fräftiges Kreuz über der Brust des Kindes. Er wußte nicht, ob man es so mit den Kindern machte, aber er hatte in dieser Weise Tote segnen sehen und wollte jetzt den Kleinen fegnen, so gut er es verstand. Die junge Frau, die beim Kopfende des Bettes faß, hatte Tränen in den Augen. Sie hob fcheu den Kopf und blidte nach Uutela hin -wie um Berzeihung bittend. Er bemerkte| The fannte hollärdische Schriftsteller Heijermans hat vor mehreren Jahren, um genaue Studien zu machen, wiederholt als Statist im Deutschen Theater mitgewirkt und seine Erlebnisse und Erfahrungen dann fehr amüsant geschildert. Aber außer Neugierde zwingt viele bie Not, sich als Statisten zu verdingen. Seit jeher haben arme Studenten auf diese Weise ihr Taschengeld zu vervollständigen versucht; leider ein Versuch mit recht unfänglichen Mitteln, da diese Tätigkeit außerordentlich schlecht bezahlt wird. Bühnenarbeiter und Statisten füllen aber die große Welt unter den Kulissen nicht allein aus. Da ist die Soufle use zu nennen, von der der Zuschauer nichts sieht, nur manchmal hört und mehr als ihm lieb ist. Da find die verschiedensten Handwerker, Tischler, Maler und andere, die ständig gebraucht werden. Da sind Schneiderinnen es, blickte zurück und nichte gleichsam. Alles in einem furzen Augenblick weiter fahen sie sich nicht an. Dienstag, 27. Mai 1924 für die Instandhaltung der Rostüme, Friseure und Friseusen, Garde robenfrauen für die Künstlerinnen und viele andere Hilfskräfte mehr. Ebenso wie der Zuschauer immer nur einen fleinen Ausschnitt von der Bühne erblickt, weiß er auch nichts von der großen Welt hinter den Kulissen, von den mancherlei Kämpfen, die da vor sich gehen, von den sozialen Nöten und Sorgen diefer Menschen, die angestrengte Arbeit leisten, con denen die vollste und angestrengteste Aufmerksamkeit verlangt wird und die sich doch mit nur geringer Bezahlung bescheiden müssen. Allen Phantasten und Schwärmern sei gesagt, die Welt hinter den Kulissen kennt keine Geheimnisse, von denen jene träumen. Sie tennt nur Arbeit, Verantwortlichkeit und Kampf um das bißchen tägliche Brot. Die Berliner Schulbewegung. Mit aller Kraft hat nach der Revolution, wie vor ihr, in Berlin die Schulreaktion, in den letzten Jahren unter Führung eines Demofraten, des Stadtverordneten Merten, zu verhindern gesucht, daß im Berliner Schulwesen ,, die Dinge bewegt" werden. Ganz ist es nicht gelungen, haben wir doch jetzt in Berlin eine Schulbewegung von beachtlicher Stärte. 35 weltliche Schulen, darunter zehn Lebensgemeinschaftsschulen, sind in den letzten Jahren entstanden, in Neukölln, Adlershof, Oberschöneweide, Reinickendorf, Spandau, Lichtenberg, Niederschönhausen, Weißensee, Bezirk Tiergarten, Bezirk Wedding. Daneben bestehen in den meisten Berwaltungsbezirken Elternorganisationen, Freie Schulgemeinden, Arbeitsgemeinschaften von Elternbeiräten als Träger der Idee der neuen Schule. Auch die höheren Schulen sind in diesen Kreis mit einbezogen. Es sei hingewiesen auf die Aufbauschule in Neufölln, die Scharfenberg- Schule und( für Mädchen) die erste Städtische Studienanstalt. Auch auf dem Gebiete der Berufsschule regt es fich. Es stehen Kräfte bereit, die an der Auswirkung leider noch gehindert werden durch eine engftirnige Interessenpolitit, die ängstlich das Berufsschulwesen vom übrigen Schulwesen frennnt. Werden die schon vorhandenen Kräfte entbunden, so wird gerade vom Berufsschulwesen eine mächtige Förderung des Gedankens der neuen Schule und der neuen Erziehung ausgehen. Nicht unerwähnt darf die von Berlin ausgehende Bewegung der entschiedenen Schul= reformer bleiben, die die gesamten Schul- und Erziehungsfragen in ihren Bereich zieht, und sich weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Beachtung und Bedeutung errungen hat. Vor der Revolution hatten wir in Berlin nichts, was man als Schulbewegung bezeichnen tönnte. Die Rellameveranstaltungen des Stadtschulrats Fischer zeugten ebensowenig. davon. wie einige moderne Schulhäuser und Schuleinrichtungen, die als Musterschulen" Ausländern gezeigt wurden und Berlin mohl auch in den Ruf brachten, vorzügliche Schulen zu befizen. Bon neuem Geist war schon im Berliner Schulmesen längst nichts zu spüren. Die Masse des Boltes hatte und nahm keinen Anteil an der Gestaltung der Schule. Da, wo sich neues in den Schulen regte( es war recht wenig), wurde es von städtischen und staatlichen Behörden auf Schritt und Tritt gehemmt. Seinig und Berthold Otto wiffen ein Lied davon und von mangelnder Unterstützung zu fingen, trog segensreichen Einflusses ihrer Arbeit. " Berlin ist eine Stadt ohne Tradition. Die Hamburger sind da in günstigerer Lage. In Hamburg mar feit mehr als einem Jahr zehnt eine Lehrerschaft mit schulpolitisch und pädagogisch- fortschrittficher Tradition an der Arbeit, die Gedanken der neuen Schule herauszuarbeiten und zu flären. Es war ein Stamm von Lehrern da, die auch die Verbindung hielt mit den Massen der aufstrebenden werf tätigen Bevölkerung. So fonnten sie, vermöge ihrer Vorarbeit, in der Revolution gleich zur Tat schreiten. Anders in Berlin. Die große Masse der Lehrerschaft, erzogen durch den Obrigkeitsstaat, erwies fich nicht als die Sturmtruppe der freiheitlichen Lehrerbewegung", für die man sie wohl gehalten hatte. Mit Abneigung, zum Teil mit fanatischer Gegnerschaft, stand sie und steht sie zum Teil noch heute sowohl allgemeinpolitisch wie schulpolitisch dem Neuen gegenüber. Erst unter dem wachsenden Drud der Reaffion beginnt fehr spät eine Wandlung. Hinzu kommt, daß in dem großen Berlin mit einen Entfernungen der Zusammenhalt foderer ist. Die wenigen, die pädagogisch neue Wege gingen( Bogen, Werth u. a.), finden nicht allzuviel Unterstügung. Der großen Masse der Lehrerschaft find fie taum dem Namen nach bekannt. So ist es tein Wunder, daß sich in Berlin die Schulbewegung nicht nur gegen Be hörden und politische Reaktion, fondern auch gegen die Masse der Lehrerschaft durchsehen muß. Diese Lage ist für die Beurteilung dessen, was an Schulbewegung heute in Berlin vorhanden ist, von ausschlaggebender Bedeutung. Uutela fehrte gewissermaßen vom Arzt zurück. Die anderen, vor allem Hanna, hatten ihn gedrängt, megen seiner heftigen Erkältung Hilfe zu suchen. Er war gegangen. Der an der Tür stehende Restitalo hatte die Hände fest gefaltet, und Tränen rollten über seine mageren Wangen. Nicht seinetwegen, denn er fühlte, daß ihn das Leben fast Er wäre gern zu Uutela, gegangen, wäre ihm um den Hals gefallen und hätte gesagt: du haft Böses mit Gutem vervollständig gefund gemacht hatte, es fehlte faum noch etwas. golten vergib nun auch uns noch! Aber er vermochte sich lind hier hatten äußere Arzneien feine Bedeutung, das fühlte er auch. Wegen der anderen hatte er sich jedoch in der Aponicht von der Stelle zu rühren. thefe seine Flasche mit etwas füllen lassen. Uutela sprach nichts, Er fonnte auch nicht länger drin bleiben, sondern ging, wie er gefommen war. Auch die anderen wechselten fein Wort miteinander. Restitalo war auf den Stuhl am Fenster gesunken und lehnte zusammengefallen am Fensterbrett. Er fühlte, daß er teinen Tropfen mehr hätte hergeben fännen, wäre ihm diese Last jeht nicht von den Schultern geglitten. Aber es war ihm zugleich, als ob er verblutet seifo fühlte er. 16. 3wei Tage später fuhr Uutela langsam vom Kirchdorf nach Hause. Er huſtete, und feinen Körper schüttelte ein heftiges Fieber, das in falten Schauern vom Kopf nach den Füßen zog. Doch seine Augen strahlten mie in früheren Tagen. Dieses Strahlen hatte sich in dem Augenblick entzündet, als er das Kind segnete. Ein großer Sonntagsfrieden hatte sich in seine Seele herabgesenkt und war nicht mehr ins Banten geraten. Nach dem, was an dem Tage geschehen war, fühlte er, daß er reif war und sicher und schnell dem großen, endgültigen Frieden entgegenschritt. Aber, er fühlte daneben, daß er noch eins zu tun hatte. Wie wenn er, durch das Leben geschult, zugleich ein Werkzeug zur Schulung der anderen in der Hand des Lebens gewesen wäre. " Freilich, Restitalo" dachte er du haft ja gelitten, das weiß ich wohl. Aber was macht das, da dein unrechter Wunsch doch in Erfüllung zu gehen scheint." Es war ihm, als müsse er Keskitalo geradezu zu Hilfeeilen. " Sieh mal, Restitalo" dachte er wieder dies ist nun unfer Nachsiken! Mir ist genommen worden, wonach ich unrechtmäßig getrachtet habe. So muß auch dir der Gegenftand deines Trachtens genommen werden. Erst dann wirst auch du den Frieden finden weiter brauchst du jetzt nichts mehr." Aber Arznei wollte er wirklich von dieser Fahrt mitbringen für die anderen. Die Arznei hatte er jetzt in der Tasche. Er war ihrer Wirkung sicher. Und als er nun langsam den einsamen Waldweg dahinfuhr, wiederholte er in seiner Erinnerung noch einmal, aus welchen Stoffen sie zubereitet war. „ Ich tue als meinen lezten Willen fund, daß der mir gehörige Gutshof Hovi nach meinem Tode an meine Ehefrau Manta Kustaas Tochter Uutela und an unser einziges Kind Kustaa Juhas Sohn fallen soll, und zwar nach dem Gesez zu gleichen Teilen." Das ist recht und billig- dachte er, denn der Kesti telo- hof ist genau für ihre Schulden daraufgegangen, so daß sie hier nichts zu beanspruchen haben. Du, Kustaa Keskitalo, gedachteft für deine Familie aus fremdem Eigentum erben zu können. Nun ist von der Straße ein fremder Erbe ge= kommen, der alles an sich reißt damit du verstehst, wie empfindlich uns das Leben in die Schule nimmt. " Da aber das Erbteil unseres Sohnes, wenn es in einem großen Gutshof angelegt wäre, von dessen zufünftiger Bewirtfchaftung niemand etwas weiß, vor seinem Mündigwerden sich verringern oder verlorengehen fönnte, bestimme ich, fein Baber, daß das Gut, nach meinem Tode sofort in Geld verwandelt und des Kindes Anteil auf der Bank niedergelegt werde, wovon ihm die laufenden Zinsen ein sorgenloses Aus tommen gestatten werden." Das fann dir hart erscheinen, Restitalo dachte er wieder. Aber so muß es geschehen; wonach man unrecht mäßig die Hand ausgestreckt hat, davon muß das Herz los geriffen werden. Und ich weiß, daß ihr alle gern nach Tavast land zurückkehren möchtet; wider euern Willen seid ihr hierhergekommen. Jezt könnt ihr gehen, und niemand hat etwas au fagen, denn auf dem Papier steht, als das letzte Wort des ( Fortsetzung folgt.) Sterbenden, daß er mein Sohn ist. War in Hamburg schon ein bestimmter Kreis von Lehrern seit einem Jahrzehnt als Träger neuer Schulideen beisammen, so mußten sich in Berlin die Kräfte erst zusammenfinden. Es geschah im Zeichen des Rampfes um die weltliche Schule. Daneben war in Berlin, lange bevor die russischen Schriften( Blonski) und die ruffischen Schulversuche in Deutschland bekannt waren, der Gedanke der Produktionsschule verarbeitet und propagiert worden. Die Bewegung brach zunächst etwas wild los und führte zur Gründung von Sammelschulen für vom Religions. unterricht befreite Rinder, fam dann aber bald in geregelte Bahnen, woran einen hervorragenden Anteil sozialdemokratische Elternbeiräte und Lehrer haben. Als Paulsen, ein bekannter Borkämpfer der deutscher Volksschullehrer, der Organisator der Ham. burger Gemeinschaftsschulen, als Oberstadtschulrat nach Berlin berufen wurde, bestanden bereits in den Außenbezirken über ein Dugend meltliche Schulen. Die Bewegung erhielt nun einen starken Impuls durch die Auseinandersehungen über den Aufruf Baulsens betreffend die Gemeinschaftsschule, jetzt amtlich Lebensgemeinschaftsschule" genannt. Es tommt ein Neues in die Bewegung, das aber hier im einzelnen in seiner Wirkung nicht dargestellt werden. Paulsens Wirken für die neue Schule standen von Anfang die größten Schwierig feiten entgegen, war doch zurzeit seines Amtsantritts das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Bolfsbildung aus sozialistischen Gründen in die der Deutschen Boltspartei übergegangen. Als auch noch bie Stadtverordnetenperfammlung eine bürgerliche Mehrheit erhielt, wurden die Widerstände, im befonderen bant der gehässigen Gegnerschaft eines Merten, noch größer. Baulsen hat in langen Berhandlungen versucht, dem Neuen bessere Eristenzbedingungen zu schaffen. Die Bewegung ist im Vertrauen auf die eigene Stärte weitergegangen und gewachsen, so daß Paulsen anläßlich der Nackttulturdebatte" in der Stadtver ordnetenversammlung auf Angriffe hin mit Recht sagen fonnte:„ Das find nicht meine Schulen" und: Auf jeden Fall will ich betonen, bak nicht ich es bin, der als Agitator durch Groß- Berlin geht... Wo sich Menschen finden, um diese neue Schule zu 6 auen und zu gestalten, soll man ihnen Raum geben." 21 " " | Diefe Anfrage wieberholte ich alle Viertelstunden fünf. bis sechsmal. Die Burschen waren unterbessen verschwunden. Jetzt fam ein Bettler, der abgewiesen wurde. Als die Leidtragenden und die Hausgenossen vom Friedhof zurückkehrten, berichtete die Frau über die Vorgänge. Gleich darauf stellte der Kaufmann Jakobsohn, der eine Treppe höher wohnt, fest, daß die Einbrecher während der Beerdigung bei ihm in die unbeaufsichtigte Wohnung eingedrungen waren und für 8000 Goldmar? Silberfachen gestohlen hatten. Der Bettler hat ohne Zweifel die gute Gelegenheit zum Diebstahl ausgefundschaftet. Die Anfragen durch den Fernsprecher sind wohl von einer Schankwirtschaft ausgegangen, weil die Frau Grammophon mufit hörte. Für die Wiederbeschaffung des gestohlenen Gutes ist eine hohe Belohnung ausgefeßt. Mitteilungen an Kriminalkommissar Trettin im Zimmer 103 des Polizeipräsidiums. Frauen heraus! Auf zur Protest- Versammlung! Gegen das Urteil im Prozeß Heiser! Gegen den§ 218 des Strafgesetzbuches! heute, Dienstag, den 27. Mai, abends 7 lhr in den„ Germaniasälen", Chauffeestraße 110 Referenten: Frau Dr. Wegscheider- 3iegler, M. d. L. ( Sachverständige im Prozeß Seiser), Frau Dr. Käte Frankenthal( Aerztin), Frau Clara Bohm- Schuch, M. d. R. und Herr Dr. Kurt Rosenfeld, Rechtsanwalt „ Das kleine Wohnungsamt." Die Wohnungsschiebungen des Stadtjekretärs Leder. Der„ Stromerzeuger U". Ein Tridapparat. Am Sonnabendnachmittag fand um 3 Uhr ein Lobaltermin in der Wohnung des Zeugen No a statt. Der Zeuge hatte in seiner Wohnung an Hand einer Abschrift einer Patenanmeldung des Unruhschen Apparates ein Modell aufgebaut, an dem er die Wirkungen des Unruhschen Apparates mit Hilfe eines Tricks hervorrief. D.er Trick bestand darin, daß er von der elektrischen Lichtleitung vor dem Passieren des Zählers eine geheime Leitung abgezweigt und diese dann mit dem Apparat verbunden hatte. Die Angeklagten Unruh und Kohler erklärten auf Befragen des Rechtsanwalts Dr. Ball sogleich nach Betreten des Raumes, daß sie in einem dritten Draht die geheime Zuleitung erkennen. Der Zeuge mußte zugeben, daß in diesem dritten Draht in der Tat die geheime Zuleitung enthalten sei. Der Sachverständige, Geh. Rat Schmidt, betonte jedoch auf Befragen des Vorsitzenden, daß die von Noa getroffene Borrichtung geeignet sei, Laien zu täuschen, und daß man es hier mit einem Trick zu tun habe, der Sachverständige irreführen könne. Demgegenüber wiesen die Angeklagten darauf hin, daß die Unterfuchung an ihrem Apparat ergeben habe, daß eine Zuleitung irgendwelcher Art nicht vorhanden sei, und dies schon daraus hervorgehe, daß der Apparat gerade zur Zeit des Lichtstreits im Kapp- Putsch funktioniert habe. Um 11 Mart das Leben genommen. Die 21 Jahre alte Frau Elly Orlowski wurde in ihrer Wohnung im Hause Kuglerstr. 82, in der mit Gas, angefüllten Rüche neben dem Herd liegend, tot von ihrem Mann aufgefunden. Sie hatte sich mit Gas ver giftet. Der unglücklichen Frau waren 11 Mt. verloren gegangen, so daß sie glaubte, mit ihrer Familie hungern zu müssen. Jm Lunapart fritt von heute ab allabendlich der Artist Ernst Leinert in feiner sensationellen Attraktion„ Der Feuerradsprung" auf. Storms Kursbuch, Sommerfahrplan 1924, erscheint foeben. Neben der Ausgabe für's Reich bringt der praktische und beliebte Storm" Teilausgaben, so für unser Verkehrsgebiet den Storm" Mitteldeutschland, Sendschels Telegraph und das Lloyd- Kursbuch der Schnellzüge, im gleichen Verlag erscheinend, find altbekannte Kursbücher für den Reiseverkehr ins Ausland von bestem internationalen Ruf.„ Storm"," Hendschel" und„ Lloyd" find in allen Buchhandlungen, Stiosten und an den Bahnhöfen fäuslich. Grenze feit etwa 14 Tagen. In Holland follen bereits über Eine furchtbare Viehjeuche wütet an der deutsch- holländischen 1000 Tiere an der Seuche eingegangen sein. Die Tiere find von einer Krankheit befallen, gegen die alle Mittel bisher 3u keinem Erfolge geführt haben. Die neuen Schulen( weltliche, wie Lebensgemeinschaftsschulen) lehnen es ab, Partei- oder Weltanschuungsschulen aufein, wozu die Gegner fie gern stempeln möchten. Aber sie sind Rampfschulen, müssen sie doch jeden Schritt vorwärts er- Die pielbesprochenen Wohnungsschiebungen, die dem Stadt fämpfen. Sie find im Kampf geboren und müssen im Kampf ihr fetretär Leder bei dem Wohnungsamt IIA in Dasein verteidigen. Das Vertrauen der Elternschaft und die auch Wilmersdorf zur Last gelegt wurden und zu dessen VerNoch ein schweres Autounglüd am Sonntag. Auf der Strecke Gegner und Behörden zur Achtung zwingende gemeinsame Arbeit haftung im April v. J. führten, famen gestern vor dem großen zwischen Wangen und Starnberg in Oberbayern ereignete sich am von Eltern und Lehrern sind ihre sicherste Grundlage. So fehr Schul- Schöffengericht Charlottenburg zur gerichtlichen Aburteilung. Sonntag ein schweres Automobil unglüd. Als der von aufsichtsbehörde und Gegner immer wieder betonen, die Sammelschulen" feien absolut nichts Neues, nur Schulen ohne Religionsunter- Bankdirektor Bolpe gegen den in einflußreicher Stellung menden Automobil an einer scharfen Kurve ausweichen wollte, Großes Aufsehen erregte damals die Strafanzeige, die der Lord Cozens hardy gesteuerte Wagen einem entgegenkomricht, so muß doch der, der objektiv ihre Arbeit würdigt, anerkennen, beim Wohnungsamt tätigen Stadtsekretär Leder bei der Staatsangeriet er infolge scharfen Bremsens ins Schleudern, überschlug sich daß fie pädagogisch trok schwieriger Verhältniffe ihren Mann stehen. Sie steden den„ chriftlichen" Schulen wie ein Pfahl im Fleisch und waltschaft III erstattete. Im Mai 1921 hatte Bankdirektor Wolpe und begrub den Lord unter sich. Während dieser sofort tot war, treiben diese voran. Berichten doch übereinstimmend alle Elternauf Grund eines ordnungsmäßigen Wohnungstausches eine größere erlitten die anderen Infassen leichte Verlegungen. beiratsobleute aus den Bezirken, in denen weltliche Schulen find, in Frage kommenden Wohnungsämter hatten den Wohnungstausch Wohnung in der Westfälischen Straße in Wilmersdorf bezogen. Die von einem Bemühen der ,, chriftlichen" Schulen, es den weltlichen gleichzutun bezüglich pädagogischer Reform, Besichtigungen, Bande gebilligt und Wolpe befand sich ein Jahr lang im ungestörten Berungen, Schulveranstaltungen usw. Das ist immerhin eine erfreuliche fi feiner Wohnung, als das Wohnungsamt Wilmersdorf plöglich Wirkung der so verleumdeten Weltlichen", fann aber nur teilweise nachträglich Schwierigkeiten machte. Bolpe behauptete in seiner gelingen, weil die Voraussetzungen innerlich und äußerlich fehlen. Strafanzeige, Leber habe von ihm burch Mittelspersonen größere Man muß die hingebenbe Arbeit der Lehrer weit über ihre Dienst- Summen verlangt, unter der Androhung, daß er sonst seine Wohstunden hinaus, die opferwillige Mitarbeit der Eltern, die über die nung verlieren würde. Auch soll nach einer Besprechung Wolpes eigentliche Schularbeit hinausgehende soziale Fürsorgetätigkeit unb mit dem Bürgermeister Dr. Augustin und dem Stadtrat Dr. Simm, Kulturarbeit, die hier geleistet wird, fennen, um zu begreifen, daß der Gekretär Leder ihm beim Verlassen der Sigung nachgeeilt und hier in diesen Schulen Kulturzentren werben. In der Arbeit Andeutungen gemacht haben, daß, wenn Wolpe 20 Millionen und im Ringen um die Verwirklichung des neuen Erziehungsideals für Wohlfahrtszwede opfern würde, die Sache wohl bei gibt es auch wohl fleine risen" in den Schulen, die notwendig gelegt werden könne. Nachdem Wolpe zwangsweise aus seiner Woh und nicht zu vermeiden sind, mögen auch die Gegner versuchen, daraus mung herausgefekt worden war, erstattete er Strafanzeige gegen für sich Kapital zu schlagen. Das gilt von einem„ Rektorenkonflikt", Leder, der verhaftet wurde. Die Ermittlungen führten zu feinem ber fich nicht ereignen würde bei Einführung der follegialen greifbaren Ergebnis, so daß das Verfahren mangels Schulleitung, wie sie Baulsen vertritt. Troh mancher hinreichender Beweise eines Bestechungsversuches Schwierigkeiten wächst die Bewegung und ist zurzeit in der Ron eingestellt werden mußte. Leber wurde dann auch nach einigen folidierung. Monaten auf Antrag von Rechtsanwalt Bahn aus der Untersuchungshaft entlassen. efumun foll Paulsen abgebaut werben! Die Reaktion glaubt bamit einen Schlag gegen die Schulbewegung führen zu fönnen. Sie wird eine Enttäuschung erleben. Die Schulbewegung in Berlin iff gewachsen trotz aller Hemmungen, fie wird weiter wachsen, weil sie in Uebereinstimmung steht mit dem gesellschaftlichen werden. Sie stüßt sich auf die Träger dieses neuen Werdens. Seit Jahr und Lag wird gegen die neue Schule und gegen Baufen eine wüste Hege geführt. Lüge, Berleumbuma, Entstellung, Infamte und Intriguen, von jeher die vornehmsten Waffen der Reaftion, werden angewandt. Doch es wird nicht den Endsieg aufhalten. Schon hat die arbeitende Bevölkerung mehr und mehr begriffen, daß dieser Schulfampf ihr Kampf ist. Je mehr diese Erkenntnis wächst, desto sicherer der Sieg! Ein neuer Mord? „ Ist der alte Jatob noch nicht tot?" Ein unaufgeklärter Todesfalt beschäftigt wieder bie Kriminalpolizei. In dem Hause Lange Str. 105 wohnte zu ebener Erde in einem Hinterzimmer, bas zu der Schankwirtschaft von Schwart gehört, feit langer Zeit ein jetzt 64 Jahre after Benfionär Emil Jakob, der früher Kastellan im Bolizeidienstgebäude in der Magazinstraße und seitdem als Logenschließer im Zirkus Busch beschäftigt war. Als in der Nacht zum Montag gegen 1 Uhr mehrere Stammgäste der Wirtschaft aufbrachen, fanden sie Jakob, der im allge meinen nicht trant, aber noch gern junge Mädchen fah, anscheinend finnlos betrunken, auf dem Hausflur liegen. Er redete nur noch unzusammenhängende Worte, bei ihm standen ein junger Mann und ein junges Mädchen. Diese fragten, ob Emil Jakob im Hause wohne, einer der Gäste, ein Hausgenosse Jakobs, bejahte bas. Während sie sich nun um den Daliegenden bemühten, waren die beiden jungen Leute plötzlich verschwunden. Die Gäste fanden neben Jakob feine leere Brieftasche und sahen, daß ihm die Uhrfette ohne Uhr lose auf der Weste hing. Sie brachten den Mann in fein 3immer, legten ihn auf das Bett und gingen wieder weg, weil sie annahmen, daß er seinen Rausch wohl ausschlafen werde. Gestern morgen um 9 Uhr sah sich Frau Schwart nach ihrem Mieter um und fand thn tot auf dem Bette liegen. Ein Arzt, der alsbald zu gezogen wurde, konnte die Todesursache nicht feststellen. Da man mit der Möglichkeit eines Berbrechens rechnete, so wurde auch die Kriminalpolizei benachrichtigt. Kriminalfommissar Dr. Berndorff begab sich mit mehreren Beamten nach dem Hause, um den Befund aufzunehmen. Die Leiche wurde dann nach dem Schauhause gebracht, wo sie zur Feststellung der Todesursache ob buziert werden wird. Die bisherigen Ermittlungen laffen noch nicht erfennen, ob ein gewaltsamer oder ein natürlicher Tod vorliegt. Der junge Mann und das Mädchen sind noch nicht ermittelt. Man weiß daher auch nicht, wo Jakob in der Nacht zuleht gewefen ist. Alfe, die über feinen Umgang in der letzten Beit Mitteilungen machen Pönnen, werden ersucht, sich umgehend bei Kriminalkommissar Dr. Berndorff im Zimmer 51a des Polizeipräsidiums zu melden. Er. wähnt sei noch, daß vor einigen Tagen durch den Fernsprecher im Zirtus Busch angefragt wurde, ob der alte Jatob noch nicht tot sei. Was es damit für eine Bewandtnis hat, bedarf auch noch der Aufklärung. Die gute Gelegenheit. Einbrecher machten am letzten Sonntag reiche Beute in der Lothringer Straße. Hier war ein Familienmitglied eines Kaufmannes Schäfer gestorben. Als Schäfer Sonntag nachmittag zur Beerdigung, deren Zeit er in der Zeitung bekanntgemacht hatte, nach dem Friedhof ging, fielen ihm zwei junge Burschen auf, die gegenüber dem Hause auf- und abgingen und ständig nach seiner Wohnung hinaufschauten. Diese verdächtige Beobachtung veranlagte ihn, eine Nachbarin zu bitten, bis zu seiner Rückkehr in seiner Wohnung zu bleiben. Bald darauf wurde durch den Fernsprecher nach Herrn Schäfer gefragt. Die Fray gab die Auskunft, daß er bald wiederkommen werde.| Der Breslauer Rundfuntfender der Schlesischen Funtstumbe A.-G. wurde nach den vorangegangenen gut gelungenen Versuchen am Montag seiner Bestimmung übergeben. Ein belgisches Briefmarkenjubiläum. Aus Anlaß der 75jähri gen wiederkehr der Ausgabe der ersten bel. gischen Briefmarte wurde gestern in Brüffel eine Briefmartenausstellung eröffnet. Die Eröffnungsansprachen hielten Bostminister Neujean und der Bürgermeister Mar. Die Ausstellung birgt wertvolle Sammlungen, unter anderem auch Marten aus hawai, Britisch- Guinea, Holland, der Schweiz, Südafrifa, der Türkei usw. Einige der ausgestellten Marken stellen einen Wert von 300 Frant dar. Groß- Berliner Parteinachrichten. konferenz Es Konferenz fämtlicher Beamtenfunktionäre sowie der Beamtengewerkschaftsfunktionäre der VSPD. am Freitag, den 30. Mai, abends 7, Uhr, im Gewerkschaftshause ( Saal 3), Engelufer 24/25. Tagesordnung:„ Sozialistische Kulturaufgaben. Referent: Albert Horlik, Jeder Teilnahmeberechtigte muß erscheinen. Zentralarbeitsausschuß der sozialdemokratischen Elternbeiräte Berlins. Mittwoch, ben 28. Mat, pünktlich 6½ Uhr, im Jugendsekretariat, Ausgabe der Wahlvorschlagsformulare und rutze Information. Jeber Kreis muß vertreten fein. Die Kandidatenliften müssen spätestens am 12. Juni beim Wahlvorstand( nicht beim Schulleiter!) eingereicht sein. Nach dem Fall Wolpe ließ aber das Wilmersdorfer Wohnungsamt in aller Stille die Tätigtett Leders beobachten, und es wurden fünf andere Fälle zusammengetragen, die den Gegenstand der gestrigen Anklage wegen Beste chung bildeten. Leder bewohnte eine luguriös eingerichtete Wohnung, in die er häufig einen größeren Freundeskreis zu Weinabenden einlud. Es war auch aufgefallen, daß der Stadtsekretär weit der feine Berhältnisse lebte und häufiger Besucher von Bars und anderen tostfpieligen Bergnügungsstätten war. Im Bolksmund hieß es, daß Im Volksmund hieß es, daß man bei der Abteilung Leder alles erreichen könne, und diese Abteilung führte den bezeichnenden Namen„ bas tieine Wohnungsamt". Der erste der unter Anflage ftehenden Fälle betraf die Wohnungszuweisung an einen Herrn Müller, der nach ihr Leder in ein Restaurant eingeladen und ihm eine Brieftasche, angeblich ohne Inhalt, und eine Riste Zigarren als„ Gratififation" gegeben hatte. Die Inhaberin eines Möbelgeschäfts, Frau Balau, erhielt statt einer fleinen Zweizimmerwohnung durch Leder eine große zugewiesen. Nach Erledigung des Wohnungsgeschäfts taufte Klubseffel. Nach Einleitung des Verfahrens gegen Leder wurde die die Ehefrau des Angeklagten in dem Geschäft der Frau Balau einen Rechnung auf eine Frau Frenwald umgeschrieben. Aehnlich lag ein Fall Wiedemeyer. Nach Erledigung der Wohnungszuweisung hatte der Angeklagte von Frau W. einen Teppich für 40 000 m. getauft. Es soll dann aber dieser Betrag später in zwei Raten bezahlt worden sein. In einem weiteren Falle hatte Leder ein Darlehen von 2000 m. erhalten und schließlich hatte in dem fünften Falle der mit einer Wohnung Bedachte dem Sohne des Angeklagten Die Rechtsanwälte Bahn, unentgeltlich Klavierunterricht erteilt. Wolf und Kameke bestritten, daß Leder die Zuwendungen für seine Arbeitsgemeinschaft jozialdemokratischer Beamten und Lehrer. Die für heute, amtliche Tätigkeit erhalten hätte. Zur Entschuldigung für Leder machten sie geltend, daß er sehr überlastet gewesen sei und daß ihm die genügende Borbildung für seine einflußreich e Tätigkeit als Stadtfekretär beim Magistrat gefehlt habe. Das Gericht hielt den Angeklagten in den Fällen Müller, Balau und Wiedemener der Bestechung schuldig. Wenn auch die von der Verteidigung vorgebrachten Milderungsgründe berücksichtigt werden könnten, so müsse doch gegen derartige Berfehlungen streng vorgegangen werden, damit das Beamtentum rein gehalten werde. Das Urteil lautete gegen Stadtfekretär Leder auf fechs Monate Gefängnis. Jedoch nahm das Gericht davon Abstand, dem Angeklagten auch die Fähigkeit zur Bekleidung von Aemtern, wie es der Staatsanwalt beantragt hatte, abzusprechen. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 27. Mai. Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichten dienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachma 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. Nachrichten dienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Vortrag des Herrn Schontek:„ Der schöne Brief. 7.30 Uhr: Vor4.30-6 Uhr: Berliner Funkkapelle( Unterhaltungsmusik). 7 Uhr: trag des Herrn Sanitätsrats Dr. Frank:„ Heiserkeit". 8.30 Uhr: 1. Largo, von Haydn( Fritz Wenneis auf dem SchiedmayerMeisterharmonium). 2, a) Du bist ein Kind, b) Schäfers Sonntagslied. c) Liebesfeier, von Weingartner( Kammersänger Eugen Transky). 3. Adagio und Allegro aus der Sonate für Cello und Klavier, A- dur, von Beethoven( Karl Dechert, Mitglied des Orchesters der Staatsoper). 4. a) Glöckchenarie, aus„ Lakmé", von Délibes. 2) Bimba bimbetta, von Sibella( Pia Ravenna). 5. Krönungsmarsch aus der Oper Der Prophet", von Meyerbeer( Fritz Wenneis auf dem Schiedmayer- Meisterharmonium). 6. Arie aus Transky). der Oper„ Die Afrikanerin", von Meyerbeer( Kammersänger Eugen 7. Adagio aus dem Cellokonzert, von Haydn( KarlDechert. Mitglied des Orchesters der Staatsoper). 8. Duett aus Lucia di Lammermoor", von Donizetti( Pia Ravenna und Eugen Transky). Am Steinway- Flügel: Dr, Feliz Günther. 17. Kreis Lichtenberg. Beamtenwerbeausschuß: Seute, Dienstag, den 27. 6. M., abends 7 Uhr, in der Bibliothek Weichselstr. 28, wichtige Besprechung. Neuaufbau des Beamtenwerbeausschusses. Wahl von Gruppenleitern. Wahl der Funktionäre. Alle Beamtengenossen des 17. Kreisen sind hierzu eingeladen. Die bisherigen Werbeausschußmitglieder müssen diesmal alle aur Stelle fein. 19. Kreis Bankow. Bezirksstelle Reinickendorf der Rinderfreunde: Mittwoch, Den 28. Mai, 7 Uhr, im Gesangsaal des Gymnasiums Bernauer Str. 7 in Reinickendorf- Ost, Vortrag des Genossen Dr. Hodann über ,, Wie erzicht das Proletariat feine Rinder?" Dienstag, in Aussicht genommene Sigung wird wegen der allgemeinen Funktionärkonferenz auf Dienstag, den 3. Juni, verlegt. Heute, Dienstag, den 27. mai: 40. Abt. Der Frauenabend fällt aus. Die Genoffinnen werden ersucht, an der Proteftversammlung in den Germania- Sälen teilzunehmen. Jungfezialisten. Gruppe Süden: 8 Uhr Lindenstr. 3( Juristische Sprechstunde). Genosse Lampasiat spricht über Gozialismus und Anarchismus". Gruppe Tempelhof Mariendorf: 7½ Uhr im Jugendheim Tempelhof, Germaniastraße 4-6, Bortrag des Genossen Witthauer. Morgen, Mittwoch, den 28. mai: Mitgliederversammlungen und Zahlabende in Groß- Berlin. 1. Abt. Nachmittags 4 Uhr erneute Flugblattverbreitung von Spiegel, Acerstraße u, aus. Beteiligung der Jugend erwünscht. 3. bt. 7 Uhr Versammlung im Gaal 5 des Gewerkschaftshauses, Engel. ufer 25. Neuwahl der Abteilungsleitung... 6. Abt. 7½ Uhr außerordentlich wichtige Mitgliederversammlung bei Büttner, Schwedter Str. 23. Tagesordnung: Geschäftsbericht und Neuwahl der Abteilungsleitung. 7. Abt. 7% Uhr in Köhlers Festsälen, Tiedstr. 24. Thema: Der neue Reichstag". Referent Genosse Rakenstein. Neuwahl der Abteilungsleitung. Die Bezirksführer erscheinen Stunde früher. 8. Abt. 7 Uhr bei Gründer, Schwerinstr. 13, Vortrag des Genoffen Otto Meier, M. d. L.: Der neue Reichstag und die Aufgaben der Partei". Neuwahl des Abteilungsvorstandes. 15. Abt. 7 Uhr bei Goldbach. Binebaplah 7, Bortrag des Genoffen Albrecht über Das Sachverständigengutachten". 17. Abt. 7 Uhr Abteilungsversammlung im Gesellschaftshaus, Triftstr. 63, Vor. trag des Genossen Bürgermeister Karl Leid, M. d. 2. 18. t. 7 Uhr in der Schulaula Wiesen, Ede Pantstraße, Vortrag des Genoffen Stein über Fahrer und Masse". 21. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Plantagene 15-17. Togesordnung: Neuwahl der Abteilungsleitung. 22. 96t. 7% Uhr in der Schulaula Lütticher Str. 47-48. Bortrag des Genossen Nietisch über Sachverständigengutachten und Volfsentscheid". Neuwahl des Abteilungsvorstandes. 24. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Chriftburger Str. 7( Katholische Schule). Thema: Reichstagswahlen, Regierungsbildung und Sozialdemokratie". Referent Genoffe Dressel. Gäfte können eingeführt werden. 28. Ast. 7% Uhr bei Barthel, Wörther Str. 19, Gigung der Bezirksführer, politischen Vertrauensleute und der Elternbeiräte. Sigung der Abteilungsleitung Stunde früher. 30. 6. 7 Uhr Zahlabende: Bezirke 940-942 bei Pohst, Unchener Str. 103; Bezirke 943-946 bei Schmidt, Pappelallee 64; Begirte 951-954 bei Hoffmann, Enchener Str. 8; Bezirke 971 bis 979 bei Mahnkopf, Carmen- SylvaStraße 123; Bezirke 980a- d bei Schlegel, Ranzowftr. 1. 31. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Schönflieker Str. 7, gemeinsamer Bahl abend. Vortrag des Genossen Bista: Was erwarten wir vom neuen Reichstag?" Neuwahl der Abteilungsleitung. 35. Abt. 71 Uhr im Kleinen Gaal bes Saalbaus Friebrichshain. Thema: Referent Sachverständigengutachten, Bolfsentscheid und die Partei". Dr. Freund, M. d. 2. Neuwahl der Abteilungsleitung. Einlaß nur mit Mitgliedsbuch. 36. Abt. 7% Uhr in der Schulaula Petersburger Str. 4, Bortvag des Ge noffen Schwanebeck. Neuwahl der Abteilungsleitung. 38. Abt. 72 Uhr bei Schmidt, Fruchtstr. 36a, Mitgliederversammlung. Bortrag des Genossen Dr. Joachim: Die politische Situation". Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Bezirksführer schon um 7 Uhr pünktlich. 39. Abt. 7 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, Bortrag bes Genossen Marquardt über ,, Fragen der Pädagogit". 6% Uhr Funktionär Sigung daselbst. 40. Abt. 7% Uhr im fleinen Gaal der Bockbrauerei, Fidicinftr. 2-8, Vortrag des Genossin Trapp. Neuwahl der Abteilungsleitung. 43. Abt. 7½ Uhr bei Rabe, Fichtestr. 29, Bericht und Neuwahl des Vorstandes. 45. Abt. 7 Uhr in der Schulaula Forster, Ede Reichenberger Straße, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Jahresgeschäfts- und Raffenbericht. 2. Neuwahl des Abteilungsvorstandes. 3. Verschiedenes. 47. Abt. 7 Uhr bei Behrendt, Manteuffelstr. 95, Vortrag des Genossen Sanda über Bolitische Tagesfragen". Neuwahl der Abteilungsleitung. Charlottenburg. 52. bt. 7% Uhr bei Büttner, Raiferin- Augusta- Allee 83. Referent Genosse Buschick über„ Der neue Reichstag und die BSPD." 53. Abt. Bünktlich 7 Uhr( da um 10 Uhr gefoloffen werden muß) im Reichensaal der 29. Gemeindeschule, Kaiserin- Augusta- Allee, Ede Wiebestraße, Bortrag über Die Aufgaben des neuen Reichstages und die Stellung unserer Partei". Referent Genosse Dr. Went, M. d. L. 54. Abt. 7% Uhr Abteilungsversammlung im Jugendheim Rosinenfte. 4. Vortrag des Genossen N. Linnede über Bauhütten, Reichswohnungsgesellschaft und Kapitalverwertungsgesellschaft". Reimer, Wilmersdorfer Str. 21, Bortrag des Genossen Krille über Die 55. Abt. 7 Uhr bei " 57. Abt. 72 Uhr bei Arndt, Reichstagswahlen und die politische Lage". Kantstr. 51, Vortrag des Genoffen Säußler. 62. Abt. Siemensstadt. 8 Uhr bei Marsandt, 8um Seidekrug", Nonnendammallee. Thema: Gutachten und Volksentscheid". Referent Genoffe Lucas. Wilmersdorf. 69. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Andreas, Pfalzburger Str. 55. Neuwahlen. Um 47 Uhr Besprechung des erweiterten Borstandes. 72. Abt. 7% Uhr Mitgliederversammlung bei Kollath, Seidelberger Plaz 1. Tagesordnung: Jahresbericht und Neuwahl der Abteilungsleitung. 81. Abt. Friedenau. Pünktlich 8 Uhr Generalversammlung im Gesellschaftszimmer des Friedenauer Ratstellers am Lauterplag. Neuwahl des Borstandes. Aussprache über die Elternbeiratswahlen. 82. Abt. Steglig. 7 Uhr Fortſegung der Mitgliederversammlung bei Schell. hase, Ahornstr. 15. 97. Abt. 83. Abt. Lichterfelde. 7½ Uhr Generalversammlung in den Lichterfelder Feft. fälen, Rehlendorfer Str. 5. Tagesordnung: Neuwahl des Borstandes, der Bezirksführer und der Ausschüsse. Neukölln. 94. Abt. 7½ Uhr in der Rinbl- Brauerei, Sermannstraße, Bortrag des Genossen Litte: Die augenblickliche politische Lage". 7½ Uhr Extrazahlabende: 79. und 89. Bezirk bei Kuzki, Leinestr. 1; 90., 91., 92. und 104. Bezirk im Emser Sof, Emser Str. 102; 105. bis 106. Bezirk bei Helbig( frither Nerlich), Siegfried, Ede Neißestvaße. In allen Bezirken Stellungnahme zur Neuwahl des Abteilungsvorstandes und der Funktionäre. 99. Briz. 7½ Uhr bei Raddah, Chauffeestraße. Thema: ,, Der Kampf um die Kulturerrungenschaften und die bevorstehenden Elternbeiratswahlen". Referent Genosse Teet. 108. Abt. Röpenid. 7½ Uhr in der Aula der Körner- Schule, Lindenstr. 11, Bortrag der Genoffin Bohm- Schuch über Die Lehren der Reichstagswahlen". 128. bis 130. Abt. Pankow. 72 Uhr Mitgliederversammlung im Jugendheim. Tagesordnung: 1. Bericht des Borsbandes und der Kommiffionen. 2. Neuwahlen. 3. Verschiedenes. 136. Abt. Reinickendorf- Oft. 7% Uhr im Jugendheim Seebab, Resibensstr. 49, Vortrag des Genossen Bernhard Krüger über„ Das Sachverständigengut. achten". 139. bt. Segel. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Jugendheim Bahnhofstr. 15. Tagesordnung: 1. Elternbeiratswahlen. 2. Ausbau ber Organisation. 3. Parteiangelegenheiten. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 88. Abt. Genoffe Stetner ist verstorben. Die Beerdigung hat am Sonnabend stattgefunden. Jugendveranstaltungen. Heute, Dienstag, den 27. Mai, abends 71 Uhr: Mariendorf: Alte Schule, Dorfstraße, Bortvag: ,, Gemeinfchaftserziehung". Neukölln V: Lobal Bärwinkel, Steinbocftraße, Löns- Abend. Schöneberg I: Jugendheim Rubens, Ede Sauptstraße, Bortrag: Entstehung der Kunst". Schöneberg II: Schule Frankenstr. 10, Bortrag: Karl Bröger" Schönhauser Borstadt: Jugendheim Ibsenstr. 17, Vortrag: Sans Baasche". Jugendheim Bahnhofstr. 15, Diskussion: Unsere Pfingstfahrt". Schule Charlottenstraße, Diskussion: Leste Nummer der AJ." Zegel: Wannsee: Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarzrofgold. Kameradschaft 8ehlendorf. Mittwoch, den 28. Mai, abends 7%, Uhr, bet Schnorre, Behlendorf- Mitte Bots damer Straße 3: Vortrag des Kameraden Frth Koch: 8med und Biele des Reichsbanners". Darauf Gründung der Kameradschaft. Alle Republi faner find willkommen. Kamerabschaft Brenzlauer Berg. Freitag, den 30. Mai, abends 7, Uhr, im Ledigenheim, Babbelallee 15: Mitglieder versammlung. Vortrag des Kameraden Wilhelm Rowad über„ wed un Ziele des Reichsbanners". Republikaner find als Gäste herzlich willkommen. Reichsbanner ,, Schwarz- Rot- Gold", Ramerabschaft 17. Bezirk( Lichtenberg). Mittwoch, den 28. Mai, abends 7% Uhr, bei Gustav Tempel, Gudrunstr. 7, Mitgliederversammlung. Es ist notwendig, daß alle Mitglieder, auch Ordner und Besteller des Kreises, erscheinen, da wichtiges Thema, Republikanisch Gefinnte fönnen durch Mitglieder als Gäste eingeführt werden. Arbeiter- Abstinenten- Bund, Ortsgruppe Berlin. Simmelfahrt nach dem Bogensee bei Lanke. Abfahrt Mittwoch abend 6.10 Gbett. Bhf. nach Bernau. Für angemeldete Teilnehmer Quartier in Ueßdorf bestellt.( Herbergsausweis mitbringen!) Nachzügler fahren Donnerstag früh 6.10. Treffen 11 Uhr Uegdorf. Gäste willkommen. Sport. GL Arbeiter- Sport A Tagung für Körpererziehung. Als Einleitung des zweiten Beratungstages der„ Deutschen Tagung für Körpererziehung" referierte der Generalsekretär des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen, Dr. Diem, über Die reichsgesegliche Lösung der Spielplagfrage. Er verlangte, daß man sich mit allem Nachdruck hinter die Forderung des Reichsausschusses stelle, die durch Reichsgeseh die Gemeinde verpflichten foll, Spielplätze in folchem Umfange zu bauen, daß auf den Kopf der Bevölkerung 3 Quadratmeter nutzbare Spielplatzfläche entfallen. Von der zukünftigen Reichsregierung erwartet der Redner, daß sie das Maß von Charakter aufbringt, ein solches Gesetz zu verabschieden. Uebungspläge gehörten in das Stadtinnere, Kampfspielplätze an die Peripherie der Stadt. Das Schwergewicht lege man auf den Bau von Uebungsplätzen und nicht auf die Anlage immer neuer Stadione. Ein Stadion rentiere sich nur, wenn es mißbraucht würde, Ueberanstregung der Jugend zeitige und die Sucht nach immer mehr also wenn die Zahl der Veranstaltungen gesteigert wird, was eine Sensation wede. Eine Stadtverwaltung habe nur das Recht ein Stadion zu bauen, wenn genügend lebungsspielplätze vorhanden feien. Spielpläge und Turnhallen ohne Duschen seien eine Schweine Leitfäße entsprechend den Ausführungen des Redners fanden alsdann einstimmige Annahme. Rennen zu Grunewald am Montag, den 26. mai: 1. Rennen. 1. Laufeha( Hellmann), 2. Penelope( bers), 8. Mänade Habanera, Szep aßzony. ( Barth). Toto: 16: 10. Plag: 12, 15: 10. Ferner liefen: Becherklang, 2. Rennen. 1. Roſendame( D. Schmidt), 2. Marquise( H. Schmidt), 3. Jlias( Olejnil). Toto: 13: 10. 3 Itefen: 3. Rennen. 1. Königsleutnant( Huguenin), 2. Sternschnuppe ( D. Schmidt), 3. Fontamora( Stofina). Zoto: 50: 10. Plat: 20, 17: 10. • Ferner liefen: Solo, Stummer Teufel, Rappenberg. 4. Rennen. 1. Gigilbert( M. Sentsch), 2. Detrea( D. Schmidt), 3. Bafur( W. Tarras). Toto: 30: 10. Plat: 11, 10: 10. Ferner lief: Lorenzo. 5. Rennen. 1. Falter( H. Schmidt), 2. Faltenburg( Olejnit), 3. Adelei( Huguenin). Toto: 17: 10. Blag: 11, 12: 10. Ferner liefen: Waltüre, Baltazar. 6. Rennen. 1. Doktor( n. Torte), 2. Stabewitt( Staubinger), 3. Sulbo( M. Jentsch). Toto: 50: 10. Plat: 21, 20, 6710. Ferner liefen: Fechterin, Sydow, Renor, Labraador. 7. Rennen. 1. Mime( Hutter), 2. Frivora( Franzte), 8. Herenmeister( R. Staiser). Toto: 35: 10. Plaz: 17, 20, 18: 10. Ferner liefen: Favilla, Dida, Peru, Paulus, Neptun, Modepuppe, Braunblau. Wetterbericht für Berlin und Umgegend. Bettweise belter, mäßig warm, feine wesentlichen Niederschläge bei schwachen westlichen Winden. Für Deutschland. Im Norden vielfach heiter und größtenteils troden, in Süddeutschland überwiegend bewölkt, mit leichten Regenfällen. Temperaturen überall wenig geändert. M rei. Den überragenden Höhepunkt der Tagung bildete zweifellos nach viel flachem Geschwähz anderer Redner das Referat von Professor Spranger, der in der Beratungsgruppe Lehrer- und Turnlehrerausbildung" über das Thema Lehrer- und Erieher persönlichkeit sprach. Nach Schilderung des an dem jungen Menschen zu vollbringenden Erziehungswerkes, das eine harmonische Gestaltung von Geist und Körper darstelle, legte er die Borbedingungen des wahren Erziehers dar. Dieser müsse sein ein Mensch von persönlicher Kultur und Bildung mit Verständnis für das pulsiernde Leben. Ein Mensch von idealem Streben, der hinaus will über die vorgefundene Kultur, der an eine bessere Gestaltung des Gesamtlebens glaubt und täglich innerlich zunimmt. Der wahre Erzieher, so führte der Redner weiter aus, hegt tiefe Liebe zu dem sich entfaltenden Leben und will von seinem Leben abgeben. Er sei erfüllt von dem platonischen Eros, oder was höher ist, von väterlicher Liebe. Er wies darauf hin, daß mit geradezu genialem Instinkt die Jugend nur den Erzieher als ganzen Menschen wertet, nicht aber als Spezialisten. Auch die förperliche Erziehung müsse eingestellt werden in den Dienst einer Idee, in den Dienst des Menschentums, oder der Staatsgesinnung usw. Die Herrschaft über andere Menschen fönne man nur erlangen, wenn man seinen eigenen Körper in der Gewalt habe. Der Turnlehrer müsse ein Lehrer ästhetischer Kultur sein, von dem aber Freude und Heiterfeit ausstrahle. Bon dem Vitalen im Menschen ausgehend müsse man eine Brücke zum Geistigen schlagen. Nur dann komme eine Erneuerung des deutschen Volkes. Nach Karlsbad! Aus Arbeitersportfreifen der Tschechoslowakei werden wir um Aufnahme der folgenden Zeilen gebeten: In der Zeit vom 9. bis 11. August d. J. finbet in ber altberühmben Kurstadt Karlsbad das erste Bundesturnfest der deutschen Arbeiterturner Der und Sportler Tschecho flowakei statt. stoßen: Jordan 5,05 Meter; 4X100- Meter- Stafette: 1. Mannschaft 64,5 Get. Jugend: 1000 Seter: 1. Sodapp( Sparta) 3 Min. 9,1 Gef.; 2. Lahl( Sparta) 3 Min. 10,2 Set.; 3. Hauff( Moabit). 3X200 Meter: 1. Moabit I 1 Min. 18,6 Gef.; 2. Sparta I 1 Min. 24,6 Get. Sportlerinnen: Kugelstoßen: 1. Renner 6,18 Meter; 2. Geng 6,02 Meter. Hochsprung: Brust 1,15 Meter. Männer: Distuswerfen: 1. Starla( Sparta) 31,50 Meter; 2. Braun( Moabit) 29,60 Meter; 3. Klinkenberg( Sparta) 29,05 Meter. 4X100 Meter: 1. Sparta I 50,8 Get.; 2. Moabit I Sandbreite zurück. Wit laden unsere Brüder aus dem Deutschen Reiche, mit dem wir durch lange Jahre gemeinsam gearbeitet, gemeinsamen Zielen zugestrebt haben, herzlichst ein. Wir hoffen aber, nicht nur unsere Turn- und Sportgenossen, sondern auch viele andere Gäste von drüben begrüßen zu tönnen. Die Festtage werden allen ein unvergeßliches Erlebnis sein. Der Festplag, herrlich an der Eger gelegen, umfäumt von bewaldeten Bergen, bildet an sich schon einen angenehmen Aufenthalt. Das turnerische und sportliche Programm ist ebenfalls sehr reichhaltig. Kommerse, Theatervorstellungen, Konzerte in den schönsten Sälen Karlsbads, Besichtigung der eizigartigen Sprudel und Quellenanlagen, Rolonaden und Kunhäuser, der Sprudelfalzwerke und vieles andere wird soviel des Gehens- und Wissenswerten bringen, daß sich jeder Besucher noch lange über all das Schöne, über die geheiminsvollen Naturwunder freuen wird. ( Die Stadt befitt 16 heiße Quellen von 29 bis 72 Grab Celsius. Der berühmte Sprudel schleudert in einer Minute über 2000 Liter heilfräftiges Wasser, 73 Grad Celsius heiß, aus den Tiefen der Erde, 90 000 Kilo Sprudelsalz werden in einem Jahre gewonnen) Die Turner und die gesamte Arbeiterschaft des Karlsbader Gebietes, bereiten sich auf einen herzlichen Empfang aller Gäste vor. Der Festausschuß wird durch die Uebernahme der Verpflegung in Eigenregie die Kosten bedeutend herabmindern, so daß jedem die Teilnahme ermöglicht wird. Wir hoffen auch in der Frage der Grenzüberschreitung eine günstige Regelung zu erzielen. Unturnen des Sportvereins Moabit. Kartellverband für Sport, Kultur und Körperpflege. Der Geschäftsführende Ausschuß beschäftigte sich mit der Snangriffnahme der Arbeiten zum RAST. Beschlüsse: Alle Bezirkskartelle, die am Tage des RAST. Extraveranstaltungen treffen, werden mit Start- und Spielverbot belegt; ebenso alle Bereine des Kartellverbandes, die an diesem Tage andere Veranstaltungen begehen. Der Beitrag für das 2. Quartal( 1. April bis 30. Juni) beträgt wieder 10 Pf. für alle Mitglieder über 17 Jahre. Dieser Beitrag ist bis zum 1. Juni an den Kartellkassierer Heinrich Metzdorf, Charlottenburg, Schloßftr. 33, Gtfl. 2 Tr., abzuführen. Vereine, die dem nicht nachkommen, werden mit Start- und Spielverbot belegt. Nach reger Debatte und im 8ufammenhang mit den Verhandlungen im Zentraljugendamt Abt. 3( LeibesBenuzung der Bläge nicht zahlen zu brauchen, daß alle Vereine des Kartellübungen), beschloß der Geschäftsführende Ausschuß in der Spiel- und Sportplagfrage, zumal der 15, Bezirk durch seinen Vorsitzenden erklären ließ, bei verbandes hiermit aufgefordert werden, bei der Benutzung der städtischen Sportund Spielpläge in Zukunft keine Gebühren mehr zu entrichten. Der Vorsitzende des Kartellverbandes wird beauftragt, an den Oberpräsidenten den Antrag einzureichen, daß der Hauptausschuß für Leibesübungen und Jugendpflege aufgelöst wird und daß die bisher von ihm ausgeübten Funktionen dem Jugendamt der Stadt Berlin übertragen werden. Der GA. sieht nicht ein, daß es zwei Organisationen für das Gebiet Groß- Berlin gibt, die die Jugendpflege nebeneinander betreiben. Als Obmann der Technifer zum RAST. wird der Turngenoffe Georg Wundtke, Fichte- Berlin, bestätigt. Die Vorsitzenden sämtlicher 20 Bezirkskartelle sollen eine Aufstellung aller in ihrem Bezirk liegenden Arbeiter- Sport- und Kulturvereine bis zur nächsten Geschäftsführenden Ausschußfigung, die am Mittwoch, den 28. Mat, im Fichte- Sporthaus stattfindet, einreichen. Der Wunsch wurde geäußert, daß der Kartellverband wieder ein Mitteilungsblatt herausgeben soll. Der Sportverein Moabit beging gestern gemeinsam mit der Sportlichen Vereinigung Sparta 11 fein diesjähriges gott nicht sehr gnädig gestimmt und gegen 2 Uhr sehte ein ziemlich Anturnen auf dem Sportplatz Tiergarten. Leider war der Wetterheftiger Regenschauer ein, so daß die Veranstaltung eine Unterbrechung erlitt. Durch die Witterung wurden die Leistungen auch etwas benachteiligt. Trotzdem war erkennbar, daß beide Vereine Darauf bedacht sind, nicht nur Einzelfämpfer zu erziehen, sondern daß ihnen besonders eine allgemeine Durchbildung der Mitglieder am Herzen liegt. Resultate: Männer, Dreikampf: 1.$. Dörband( Moabit) 267 B.; 2. Starta ( Sparta) 246 P.; 3. Klinkenberg( Sparta) 209% B. Best Ieistung: 100 Meter: S. Dörband 12,1 Get.; Rugelstoßen: Starta 10,09 Meter; Weitsprung ohne Anlauf: P. Schaebethal 2,69 Meter. Sportler über 30 Jahre: 1. Braun( Moabit) 267,5 B.; 2. Murrar( Sparta) 258,5 B.; 3. Broste( Moabit) 206 P.( Kriegsbeschädigter). Be ft Ieitung: 100 Meter: Broste 13,5 Get.; Kugelstoßen: Terinnen. Dreifampf: 1. Engelte( Moabit) 186,5 P.; 2. Geng( Moabit) 164 P.; Braun 9,03 Meter; Weitsprung ohne Anlauf: Braun 2,47 Meter. SportBallweitwerfen: Engelte 41,90 Meter; Weitsprung ohne Anlauf: Geng 3. Brust( Moabit) 143,5%. Bestleistung: 100 Meter: Geng 15,6 Get.; 2,01 meter. Jugendliche 06/07: 1. Len( Moabit) 372,5 B.; 2. Wagner( Moabit) 287,5 P.; 8. Wehn, K.( Sparta) 275,5 P.. Bestleistung: 100 Meter: Reinide 12,5 Get.; Rugelstoßen: Ben 12,07 Meter; Weitsprung ohne Anlauf: Len 2,48 Meter. Jugendliche 08/10: 1. F. Roftin( Moabit) 295 B.; 2. D. Wehn ( Sparta) 195 P.; 3. Wittmann( Moabit) 136,5 P. Bestleistung: 100 Meter: F. Roftin 14,2 Get.; Weitsprung ohne Anlauf F. Roftin 2,26 Meter; Kugelstoßen: F. Rostin 8,56 Meter. Schiller: 1. Jordan( Moabit), 301,5 B.; 2. Rittmener( Moabit) 266 P.; 3. Hahn( Moabit) 256 B. Bestleistung: 50 Meter: Jordan 8 Sel.; Weitsprung ohne Anlauf: Jordan 3,89 Meter; Ballweitwerfen: Jordan 5,40 Meter. Einzelwettkämpfe. Schüler: Rugel Mannschaftsringfampf. Eines der interessantesten Treffen im Mannschaftsringlampf um die MeisterFestfäle, Kaiser- Friedrich- Str. 86, statt. Stoßen doch da die beiden Ortsrivalen schaft von Berlin findet am Freitag, den 30. Mai, in Neukölln, GambrinusA. A. S. V. Neukölln und der G. C. Berolina erstmalig zusammen. Beide Vereine, bisher ungeschlagen, werden alles aufbieten, hier zu siegen, um weiterhin in Führung zu bleiben. Von der A. A. G. V. Neukölln starten vom Betam bis Schwergewicht: Liebig, Müller, Kurz, Ziese, Sagen und Engel, während von Berolina Droas, Hentschel, Rieger, Seelenbinder, Schnackenberg und Fengler auf die Matte gehen. Jedenfalls find gute Kämpfe zu erwarten, 2. Mannschaften. Anfang 8 Uhr abends. Berolina, der den Kampf gegen so daß jeder Sportsfreund auf seine Kosten kommt. Vorher ringen die ,, Sturm" hoch mit 6: 0 gewonnen, fonnte auch den starken Berein K. S. B. Röpenick mit 4: 1½ schlagen. Broas brauchte nur 52 Sek., um über seinen seinen Gegner Müller, ein äußerst starter Ringer, auf beide Schultern zu Gegner Wendt zu fiegen. Hentschel im Federgewicht gelang es, in 3 Min. Tegen. Im Leicht, Leichtmittel- und Schwermittelgewicht blieben die Kämpfe unentschieden, während im Schwergewicht Schnackenberg über Klein in 50 Gef. den Sieg davontrug. Die 2. Mannschaft gewann gegen G. C. Sandow- Berlin mit 3:22. Zu Fuß rund um Deutschland. Am 1. Mai startete in Stettin der Dresdener Dauergeher Walter Andrae zu seinem Dauermarsch Rund um Deutschland". Am 20. Mai in Hamburg, dem Drt der ersten Hauptetappe, angekommen, hatte er 692,3 Rilometer in 103 Stunden 31 Minuten zurückgelegt. Er gedenkt die Strecke von 7000 Kilometern bis Oktober zurückgelegt zu haben. In seiner Begleitung befindet sich der Arbeitersamariter Karl Schroder als Kontrollfahrer. Am Montag, den 26. Mai, startete Andrae zer zweiten Hauptetappe Hamburg- Frankfurt a. M. Zweck diefes Marsches ist, zu beweisen, daß ein Wert auch ohne Hilfe der Kapitalisten gedeihen kann und vor allem soll es eine Propaganda für die deutsche Arbeiterturn- und Sportbewegung sein. Jiu- Jitsu- Kursus. Ab 1. Juni beginnt die Sportliche Vereinigung Nordost wieder mit einem Jiu- Jitsu- Kursus für Anfänger. Es wird das gesamte Da nur eine beschränkte Zahl von Teilnehmern zugelassen werden kann, ist vorherige Anmeldung, Dienstags, Mittwochs, Freitags, 8 bis 10 Uhr abends, in der Turnhalle Chriftburger Straße 7, erforderlich. Selbstverteidigungssystem gelehrt werden. Ein Arbeiter- Shwimmverein in Marienborf. Der Arbeitern= und Sportbund( Kreis I, Bezirk 6 Berlin- Brandenburg) wird am 28. Mai in einer Gründungsversammlung in Mariendorf einen Schwimmverein ins Leben rufen. Die Bersammlung findet abends 7% Uhr im Lobal von Schäfer, Mariendorf, Kurfürstenstr. 44( Feldschlößchen), statt. Interessenten, die die Absicht haben, diesem Berein beizutreten, werden ersucht, zu dieser Bersammlung zu erscheinen. Der zu gründende Berein wird, entsprechend den Bestrebungen des Arbeiter- Turn- und Sportbundes, es als Sauptaufgabe betrachten, die Schwimmerei volkstümlich unter der arbeitenden Bevölkerung zu verbreiten. An Nichtschwimmer wird unentgeltlich Schwimmunterricht erteilt. Anfragen find an E. Wenzel, Tempelhof, Friedrich- Wilhelm- Str. 44, 5.2 Tr., au richten. Folgende Abteilungen werden eingerichtet: Männer, Frauen, Jugend- und Kinderabteilungen. Arbeiter- Sportfartell, 9. Bezirk( Wilmersdorf). Am Monfag, den 2. Junt, 8 Uhr, auf dem Turnplay in der Württembergischen Straße, Kartellmitgliederversammlung. Alle Vereinsmitglieder find zum Erscheinen verpflichtet. Um 7 Uhr Kartelldelegierten sigung. Berliner Sportvereinigung Rordwest 1887. Am heutigen Dienstag, abends 8 Uhr, findet in der Turnhalle Zwingliste. 37 ein Gerienwettkampf im Ringen der A- Klasse um die Kreismeisterschaft des AABD. statt. Da die Spandauer Sportvereinigung sowie die Berliner Sportvereinigung Nordwest an führender Stelle stehen und über gute Techniker verfügen, wird es an diesem Abend spannende Rämpfe geben. Turn- und Sportverein Fichte", Berlin. Sonnabend, den 81. Mai, 7 Uhr, Sigung aller Altersriegenturner auf dem Turnplay in Treptow. Tagesord mung: Kreisturnfest. Alle Mitglieder, die einen Beltschein haben wollen, werden aufgefordert, bis Mittwoch, den 28. Mai, ihre Adressen in der Geschäftsstelle abzugeben. Sthletit- Sport- Club, e. B. Leichtathletik, Soden, Handball, Rudern. Männer und Frauenabteilung: Training jeden Dienstag und Donnerstag auf dem Fichte- Sportplag, Baumschulenweg, Eichbuschallee; Jugendabteilung: Training jeden Dienstag und Freitag ebenda. Leiter der Jugendabteilung: Willi Epftude, Berlin GO. 36, Manteuffelstr. 64. Schriftführer der Handballabteilung: Hanns Rahn, Berlin RO. 55. Marienburger Str. 47. Schriftführer der Hockeyabteilung: Willi Heerlein, Berlin D., Frankfurter Allee 44. Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin NW. 87, Binzendorfstr. 7. Dienstag, den 27. Mai, Massagekurfus der Männer. Freitag, den 30. Mai, Jugendsigung. Touristenverein ,, Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin, E. B. Mittwoch, den 28. Mai, 8 Uhr, in der Schulaula Weinmeisterstr. 16-17, MonatsverfammTung. Bortrag: oder über Kunst und Revolution". Ausgabe der Zeitungen nur von 28 Uhr bis 8 Uhr. Sprechchor: Nächste Probe am Dienstag, den 27. Mat, Uhr, Gipsstr. 23. Himmelfahrt: Gemeinsame Fahrt des Sprech chors. Treffen pünktlich 9 Uhr Bhf. Heerstraße( Grunewald). 6. Bezirk. Schwimmervereine des 1. Kreises vergeßt nicht die Meldeschise ber schwimmsportlichen Veranstaltungen vom RAST.( Stadion), Dauerschwimmen( Müggelfee) und Kreisfest in Spandau. Sofort Meldungen ein fenden und mit jeder auch Kampfrichter melden. J. A.: Kreisschwimmwart. 4. Gruppe, 6. Bezirk. Es wird nochmals auf die Wassersportveranstaltung am 15. Juni in Potsdam hingewiesen. Unterstüht Potsdam fräftig mit Mieldungen. J. M.: Der Gruppenschwimmwart. Freie Schwimmer Charlottenburg. Am 4. Juni finden die Gruppenfigungen der beiden Gruppen statt. Gruppe Charlottenburg bei Bohne, Schloßstr. 45; Gruppe Westen bei Jürgens, Barbarossastr. 5a. Wichtige Tagesordnung. Badeanstaltsfrage. Bundestag. 6. Bezirk. Technische Kommission. Die technischen Leiter werden ersucht, dte Mannschaften der Sommerferie dem Schwimmgenossen Friside, Grünberger Straße 8, zu melden. Auch weiter die Springer zum Kreisfest dem Schwimmgenoffen Bejch, Baußener Str. 7. 3. A.: Fenske, Kreisschwimmwart. Schade, daß es nicht gut möglich ist, die vielen Sorten Mikroben, die im Munde und in den hohlen Zähnen schmarotzen, in natura zu vergrößern. Es würden sich dann dann diejenigen Personen, die nicht einsehen wollen, daß die Mundhöhle unbedingt mit einer antiseptischen Flüssigkeit und zwar täglich mehrmals gereinigt und gespült werden muß, dermaßen entsetzen, daß sie sich schleunigst an eine regelrechte Mundpflege gewöhnen würden. Zahnpasten und Zahnpulver allein genügen zur Mundpflege absolut nicht, denn die Fäulnisherde, Zahnhöhlen, Rückseiten der Backenzähne usw. bleiben unbehelligt und gerade diese bedürfen, wie doch ganz klar ist, einer konsequenten täglichen Reinigung. Diese ist ohne Zweifel nur durch Spülen mit einem wirklich antiseptischen Mundwasser möglich. Odol ist antiseptisch! Odol ist sicher antiseptisch! Odol ist ganz bestimmt antiseptisch! = 11 PROBIEREN SIE unsere unübertreffliche Spezialmarke PILSATOR BRAUEREI- FÜLLUNG PILSATOR LOWENBRAUIERE BONETISCHES BRAUHAUS das deutsche Pilsener Glänzend begutachtet von weit über 100 Berliner Aerzten PILSATOR Es gibt ein Wort, das hell erklingt, Wo man gemütlich trinkt und singt. Die Sorg es von der Türe weist Und lässt den Frohsinn ein- es heisst: Pilsator! Das Wort hat einen tief'ren Sinn, Gewiss, es liegt etwas darin, Dasselbe, was da schäumt im Glas, Wo lustig sprudelt aus dem Fass Pilsatorl Was da Pilsator ward benannt, Ist als ein guter Stoff bekannt, Als Stoff, der labt und heiter stimmt, Drum freut sich, wer das Wort vernimmt: Pilsator! Ein jeder, der es hört, versteht's, Glatt über unsre Zungen geht's, Das Wort sowohl wie auch das Bier, Drum guten Mutes fordern wir Pilsator! Wohlan denn, in das Bierlokal, Uns zu befrei'n von Durstes Qual, Dort, wo aus braver Zecher Reih'n Es schallt:„ He, Kellner! Mir noch ein Pilsator!" Johannes Trojan EINGETRAGENE SCHUTZMARKE Verlangen Sie überall PILSATOR Wir führen ferner Löwen- Böhmisch Urgold( hell) Löwen- Böhmisch Dunkel LOWENBRAUEREIBOHMISCHES BRAUHAUS Landsberger Allee 11-13 Fernsprecher: Alexander 2970-2975, 4310, 4311, Königstadt 6875 Unsere Biere sind in sämtlichen einschlägigen Geschäften sowie bei der Berliner Kannenbier- Versand- Gesellschaft m. b. H., Berlin NO 18, Fernsprecher Alexander 1186, zu haben Hr. 246 ♦ 41. Jahrgang 2. Seilage öes vorwärts dienstag, 27. Mai 1924 Der Ruhrkampf vor öem tanötag. In Besprechung der sozialdemokratischen urtd kommunistischen Anträge zum Kampf der Bergarbeiter an der Ruhr h elt am Montag Genosse husemann ein« treffende Abrechnung mit den Unternehmern. Im Anschluß an die schon im Montag<>bend-„Borwärts" wiedergegebenen Ausführun. gen sagte der Redner: Das Monaisgehalt eines Generaldirektors beträgt(5000 Gotd- mark, eines Betriebsdirektors ZOOO Goldmark, eines Betriebsführers 900 und eines Fahrsteigers 600 Goldmark. Dazu kommen noch die Tantiemen für Förderleistungen und Prämien und dergleichen mehr. Man ist ober übergeschnappi, als die Forderung von 30 Proz. Lohn- «rhöhung herauskam und geantwortet wurde, daß eine Lohnerhöhung bei der jetzigen Lage des Ruhrbergbaus unter keinen Um- ständen in Frage kommen könne, weshalb Verhandlungen darüber zwecklos seien! Schlichtungsoerhandlungen wurden künstlich hinausgezogen, bis schließlich doch die ISprozenige Lohnerhöhung ab 15. April bewilligt werden mußte. Aber bei der 5tündigung des Manteltarifs wurde in Aussicht gestellt, 21 für die Arbeiter wichtig« Positionen zu verschlechtern, vor ollem die Arbeitszeit. Der Schiedsspruch vom 28. April legte in der sxrupt- sache den früheren Zustand wieder fest, für die Kokerei- und Brikett- orbeiter die achtstündige Arbeitsschicht. Der Schiedsspruch wurde von uns abgelehnt. Die Lohnerhöhungen wurden von uns ange- nonimen, aber von den Unternehmern abgelehnt, und es kam dann zu dem Beschluß, nachdem die Mehrarbeitsabkommen abgelaufen waren, nun die tarifliche Arbeitszeit, die nach der Arbeitsord- r.ung maßgebend war. zu verfahren und die Bergarbeiter entsprechend anzuweisen. In den Verhandlungen vom 3. Mai in Hamm unter dem Vorsitz des Reichsarbeitsministers wurden beide Schiedssprüche in zwei wesentlichen Punkten abgeändert und dieser Spruch für ver- bindlich erklärt. Da nach§ 25 der Schlichtungsordnung eine Aende- rung nur zulässig sit, wenn die Parteien zustimmen und eine solche Zustimmung der Arbeiterverbände nicht erfolgte, blieb es bei dem Beschluß vom 30. April, 7 bzw. 8 Stunden zu arbeiten und dann auszufahren. Aber noch bevor dieser Beschluß herauskam, wurde vom Zechenverband die Aussperrung von 460000 Arbelleru beschlosien und wurden die Betrieb« geschlosien. Der Redner begründet nun die Rechtsausfasiung. daß bei der Abfassung der Arbeitsordnung und des Tarifvertrogs kein Mensch daran gedacht hat, daß unterliefe Bestimmungen auch etwaige Ab- kommen über die Ueberarbeit fallen sollten, sondern daß nur die rein« tarifliche Arbeitszeit damit gemeint war. Abg. Husemann verweist dann darauf, daß nach dem Schicdsspruch vom 16. Mai der Lohn, den die Arbeiter im April verdient haben, der Restlohn nun ausgezahlt wird vom 22. Mai bis zum 2. Juni. Am Freitag und Sonnabend der vorigen � Woche sind Beträge von 20 bis 25 M. ausgezahlt worden. Diese» Beirög?, die in die Hunderttausende hineingchen, stehen' den Unternehmern für einen ganzen Monat ohne Verzin-' sung als Betriebsmittel zur Verstigung! Auch auf diesem Gebiet will man die früheren Zustände wieder einführen und kein Entgegenkommen zeigen. Di« Unternehmer machen nicht einmal den Versuch, sich in die Seele des Bergarbeiters hineinzuversetzen. Sie sagen: wir diktieren und die Arbeiter haben einfach zu gehorchen! Das stellt iogar die..Rhein.-West f. Ztg." fest. Bei den Beratungen über Kohlcnpreis« und andere Fragen im Reichskohlenrat im vergangenen Jahre hat der Generaldirestor Dr. Pietschek vom Mitteldeusichen Braunkohlenbergbau die bezeichnenden Worte fallen lassen:„Was kann der Bergbau dafür, daß die Bergarb'eiter hungern müssen; die W irisch oft will lebe nl" Ja, ist denn die Bergarbeiterschaft nicht ein sehr wichtiger Teil unseres Wirsichaftslebens, und kann unser Wirtschaftsleben in Gang gelösten werden, wenn es nicht ge- liunt, die Arbeitsfreude und Arbeitslust der Bergarbei- ler zu heben und zu erholten? Mein« Damen und Herren, durch all« diese Vorgänge, die sich da abgespielt haben, ist der Wille der Bergarbeiter entstanden, nach- dem sie einmal ausgesperrt worden sind, nur in die Betrieb« zurück- zukehren, wenn ihren Wünschen einigermaßen entsprochen worden ist. Der Bergmann sagt vielfach: Jetzt oder nie; mir lassen uns die 7-Stundcnschicht untertoge, wir lassen un« die 8-Stunden- Arbeitszeit übertage nicht«in für allemal rauben, wir find bereit, wenn es die Wirtschaft erfordert, mehr zu arbeiten, aber wir wollo? diese\ ZNehrarven als solche bewertet und auch bezochlt bekommen. Auch der Staatsbergbau hat dieselben Mittel wie vom Zechenverband angewandt.(Hört! hört! bei den Soz.) Wenn der Minister anders beraten gewesen wäre und man nach Mitteln und Wegen gesucht hätte, dann hätte sich ein Weg finden lassen, um zu einer anderen Lösung zu kommen für den Staatsbergbau, für die Hibcrnia und auch für den oberfchlesifchen Staatsbergbau, die es nicht notwendig mochte, die Arbeiter wochenlang auf die Straße zu werfen. Kaufmännisch betrachtet war das auch nicht klug. (Sehr gut! im Zentr.) Der Schaden für die Werk« ist so groß, daß es längere Zeit dauern wird, bis das wieder herausgearbeitet worden ist und die Arbeitsfreudigkeit der Arbeiter hat einen ungeheuren Stoß bekommen, und es wird lang« dauern, bis die Leistung vom März und April wieder erreicht wird. Für die in Not ge- raiene Bevölkerung müssen, nach unserem Antrag, Staatsmittel zur Verfügung gestellt weiden, und es mühte für den Staatsbergbau eine Sonderregelung getroffen werden. Wir verlangen, daß auf die Reichsregierung eingewirkt wird, damit sie stärker als bisher Druck ausübt. Im Reichsarbeitsministerium ist seit ungefähr Jahresfrist eine völlige Umstellung eingetreten. (Sehr richtig! bei den Soz.) Man setzt sich dort für ein« dauernd- Verlänaeruna der Arbeitszeit ein. Davon kann ,m Bergbau kerne Rede(«in, weil sonst die Gefahr des völligen Zu ammen- bruchs unserer Wirlsckast klar vor Augen ntt es ist höchste Zeit, denn e? sind Kräfte am Werke, diesen W,rtschaftskampf in«inen politischen Kampf umzukehren(Zurufe b d. Komm.). «efen Wirtschaftskampf für die politiftpen Zwecke Ihrer Partei (zu den Komm, auszunutzen, und Sie haben 1« m den letzten Tagen und Wochen das Menschenmöglichste hierin geleistet. Nur einige Beispiele dafür: Da wird davon geredet, daß die Leute mit de" Spitzhacke auf die Unternehmer und auf die ArbeitMmeinfchaftler einhcuen sollten.„Schlagt sie nieder, diese Verräter! Beseitigt sie. wo Ihr sie findet! Nehmt der Polizei die Revolver ob. und wenn Ihr keine Wafsen lzabt, dann nehmt Hacken- stiele und Spitzhacken usw Ja man schreckt nicht davor zurück, die ausgesperrten Arbeit«: geradezu in die Bojor'ette und die Gewehre der B e s a tz u n g s tr u p p e n hineinzuagitieren. lLachsn bei den Komm.) Wenn Sie lachen, dann zeigen Sie nur �ihre Ver l« g« n h« j t. In der Konferenz am 18. d. M. m Bochum hoben Sie, Herr Sobottka, selbst eine solche Forderung erhoben. «Abg. Sobottka: Schwindel') Nein, ich kann nicht so gut schwindeln wie Sie!«Unruhe bei den Komm) Im„Ruhrecho" vom letzten Freitag wird z. V. berichtet, die Sozialdemokraten hätten in einer Versammlung abtrelen müsscu, die vom Verbände der Bergarbeiter nach dem Schützenhof einberufen worden war, und kommunistische Redner hätten an ihre Stelle treten müssen. An der ganzen Meldung ist kein wahres Wort. In dem„Ruhrecho" vorn Sonnabend wird das Gegenteil berichtet, ohne daß man den vorigen Bericht widerruft oder ihn richtigzustellen versucht!(Hört, hört!) Durch die Politik der Unternehmer wie der Kommunisten kann unserem Wirischastskeben und unserem deutschen Volke nicht gedient werden. Ich bitte Sie daher, unseren Antrag anzunehmen. Vor allen Dingen bitte ich die Staatsregierung und besonders den Handels- minister, feinen ganzen Einfluß auszuüben, damit es endlich zu einer erträglichen Regelung im Bergbau kommt und die Bergarbeiter, die im Ruhrgebiet arbeiten wollen. nicht an der Ausübung ihrer Arbeit gehindert werden, damit sie aber unter Bedingungen arbeiten, unter denen ihnen es auch wirklich möglich ist, ihrem schwierigen Beruf nachzugehen.(Lebhafter Beifall bei den Sog.) Abg. Sieger(Z.) führt aus, daß bei etwas gutem Willen der Unternehmer der Kampf hätte vermieden werden können. Allein, die Grubenherren wollten grundsätzlich den Siebenstundentag untertage durch den Achtstundentag ersetzen. Sie wollen diktieren. Auf diese Weise kämen sie jedoch sicherlich nicht zu ihrem Ziel. handelsminisier Sierin-g schildert setne Bemühungen um eine rasche Beilegung des großen Kampfes. Ich habe bisher, erklärt der Minister, zweimal Gelegen- he!t gehabt, bei der Beratung des Bergetats auch zu der Frage der achrstüTidigen Arbeitszeit Stellung zu nehmen, und ich vertrete nach wie vor die Auffassung, daß die in den Novembertagen 1918 fest- gesetzte Arbeitszeit geltendes Recht in Deutschland sein muß.(Zu- rufe d. Komm.) Daß der Achtstundentag für die Bergarbeiter untertage ein« sieben stündige Arbeitszeit bedeutet, sollten Sie auch wissen. Die Angriffe gegen das Handelsministerium gehen in mehr- facher Hinsicht von falschen Voraussetzungen aus. Die Ursache des Konflikts liegt in den Uiicum-Berlrägen. Wenn 27 Proz. der Ruhrförderung unentgeltlich an die Besahungs- mächte obgetveien werden müssen, wenn dazu noch zirka 12 Proz. Zechenselbstverbrvuch kommen, so sind von der Gesamtfördcrung nur etwas mehr als 61 Proz. gegen Entgelt verkäuflich. Bei den preu- ßsichen Staatsgruben ist aus geologischen und anderen Gründen das Verhältnis noch etwas ungünstiger. Aus dem Erlös von 61 bis 65 Proz. der Förderung muß also die Befriedigung der gesamten Selbstkosten gesucht werden. Das wäre nur möglich, wenn der Ruhrbergbau und die Staatszechen den Kohlenpreis beliebig fest- setzen könnten. Der Preis wird aber durch die A b sa tz m o g l i ch- k e i t diktiert. Der Absatzradius der Ruhrkoh!« ist gegenüber der Zeit vor der Ruhrbefetzung aufs äußerste eingeschränkt, der Preis der Ruhrkohle liegt wesentlich über der Preishöh« aller anderen deutschen Bergrevier« und über dem Weltmarktpreis. Die Folge ist, daß sich die Förde nnöglichkeit des Ruhrbergbaus überhaupt nicht auswirken kann, weil die durch den Mieum-Vertrag bedingte Preis- höhe den Absatz aufs stärkst« obdrosselt. Unparteiische Bergbau- leut« schätzen den durch das Micum-Abkommen bedingten Aus- fall auf mähr als 50 000 Tonnen täglich. Das bedeutet«inen Ausfall von mehr als 15 Millionen Tonnen im Jahr. Der Minister gibt nun in anschaulicher Weise ein Bild der besonde- ren Lage des preußischen Staatsbergbaus; die. erforderlichen Zuschüsse sind so erheblich, daß der Finanzminister schon mehr- fach Einspruch erhoben bat. Unter der Voraussetzung, daß das Reich spätestens in zwei bis drei Monaten die Bezahlungen der Neparotionslieferungeii an de Staats-bergwerke wieder aufnimmt, der zurzeit ungünstig« Kohlenabfatz sich allmählich bessert und die westfälischen Kohlenpreise, die augenblicklich über den englischen stehen, wesentlich ermäßigt werden, werde die staatliche Bergwerks- direktion Recklinghausen vom November 1923 bis Ende 1924 einen Zuschuß von voraussichtlich 27,5 Millionen Mark und, ein- schließlich der weiteren, vom 1. Juni ab fällig werdenden Zinsen — jetzt müssen wir 2 2 Proz. Zinsen jährlich zahlen— einen Gesamtzuschuß von mehr als 30 Millionen Mark erfordern. Der Minister betont, daß die Kündigung des Manteltarifs durch den Zechenverband, bevor das Arbeitszeitabkommen gekündigt war, zweifellos taktisch unklug und sachlich nicht gerechtfertigt war. Die Behauptung der Arbeiter, daß durch die Kündigung des Mantel- tarjfs erst die Kündigung des Arbeitszeitabkommens provoziert wor- den fei. ist in den bisherigen Verhandlungen nicht plausibel genug begründet worden. Beide Parteien hatten seit der Erzwingung der Micumverträge schwer zu leiden. Um so notwendiger war es, daß die Arbeitgeber trotz aller Zwangslage die Gefühle, die Leiden und Stimmungen der Bergarbeitermasie bei ihrem taktischen- Vorgehen berücksichtigten. Das ist nicht immer geschehen, und so entstand!n den Bergarbeitermassen eine gefährlich« Hochspannung. Am 3. Mai lag ein verbindlich erklärter Schiedsspruch des Reichs- arbeitsministers in der Mebrarbeitsstage und in der Lohnfrage vor. Der preußische Handelsminister hat-die amtliche Aufgabe, Schlich- tungswesen. Arbeiterrecht imd Torifwesen im preußischen Staat zu betreuen. Ich frage, ob ich tn dieser Eigenschaft mich am 5. Mai über die vom Reichsarbeitsminister am 3. Mai ausgesprochene Der- bindlichkeitserklärung hinwegsetzen konnte. Ich behaupte nein. Ich hätte damit der Autorität des Schlichtungswesens einen tödstichen Stoß versetzt.(Zurufe bei den Komm.) Ick? betone; Der Kollektiv- Arbeitsvertrag, dessen rechtlsth« Fundamentierung nicht zuletzt im heute geltenden Schlichtungswesen ruht, ist doch zweifellos eine wert- volle Errungenschaft für die Arbeiter, wertvoller als für den Unter- nehmer. Am 5. Mai bestanden für die Leitung des Staatsberg- bau es zwei verbindlich erklärte Schiedssprüche, die für mich bindend fein mußien. Als am 6. Mai die Betriebsräte meinen Kommissar anriefen und anfragten, ob sie nicht sieben Stunden verfahren könnten, wurde ihnen die Frage vorgelegt, zu welchem Lohnsatz, ob'die siebente. Stunde gegen Siekenstundenlohn oder gegen den bisherigen Acht- stundenlohn, zuzüglich der 15 Proz. aus oem verbindlich erklärten Schiedsspruch, arbeiten wollten. Der Betriebsrat verlangte das letztere.(Hört, hört!) Das war bei unseren Zubußen eine glatie Unmöglichkeit.— Wenn es endlich zu einer Aussprache zwischen den Parteien und der Reichsregierung kam mit anschließenden Schlichtungzverha».dlur!gcn, so darf ich konstatieren, daß meine Kom-- missar« das Ihrige dazu beigetragen Und den entscheidenden Anstoß gegeben haben. Leider hat auch der am 15. Mai gefällte Schieds- fpruch den Konslikt nicht beendet. Die preußische Staatsregierung niiinscht aufs dringendste im Interesse der beteiligten Arbeiter und der deutschen Wirtschast, daß der Streit unverzüglich beigelegt wird. Di« preußische Staatsregierung hat ihre Dienste zur Permittlung nicht o e r sa g t und ernerit bei der Reichsregierung nachdrücklichst Borstellungen erhoben, um nochmals Verhandlungen herbeizuführm. Die am Montag begonnenen Verhandlungen im Reichsarbeits- Ministerium sind in erster Linie auf die Jntiative des preußischen Handelsministeriums zurückzuführen.(Beifall.) Abg. Mariin(Dnat.) spricht sich dafür aus, daß es in dem Ringen on der Ruhr weder Sieger noch Besiegte gäbe. Abg. Dr. Pinkerneil(D. Vp.), der so gut wie allein den Stand. punkt der Grubenherren zu verteidigen suchte, betonte, das Rechts- gutachten der fünf Professoren, zu denen auch Sinzheim«? gehör«, spreche zugunsten der Aussassung der Unternehmer. Abg. Sobottka(Komm.) erklärte, es handle sich nicht so sehr um die 8-, als um die 8>-stündige Schicht unter Tage,.die erzwungen werden solle» Abg. Limberh(Soz.) f.s„- kritisierte nochmals die kurzsichtige Haltung des Untenrehmerdrms und zitierte zu diesem Zweck auch die„Frankfurter Ztg.", die darauf hinweist,.daß seil Slbbruck des Ruhrkampfes die Grubenherren es an jeglichem Versuch zu einer Velständigung hätten fcljlctn lassen. Wir wissen, betont« Limbertz, wie von Tag zu Tag. von Stunde zu Stunde der Groll in der Bergarbeiterschaft sich anhäufte. Die ältesten Bergleute erklären heute, lieber Gras fressen zu wollen, als nochmals ohne Sicherstellung ihrer Rechte in die Grube zu gehen.(Beifall links.) Nach weitsrsn Ausführungen, die neues nicht ergaben, schloß die Aussprache. Der sozialdemokratische Antraq wurde dem Haupt- ausschuß überwiesen, der Antrag der Kommunisten, der die sofortige Amtsenthebung des preußischen Handelsministers und des Reichs- arbeitsministers forderte, wurde abgelehnt. Das 5) aus vertagte sich auf Dienstag 11 Uhr. Ich ha«' einen Kameraöen... Die Aussagen im Thormann-Grandel-Prozeh Bereits der erste Tag des Thormann-Grandel-Prozesses eröffnete einen Einblick in den Sumpf der sogenannten vaterländischen Vereinigungen, der für die gesamte Bewegung v e r n i ch t e n d ist. Die Thormann und Grandel geben sich als Anhänger der Alldeutschen C l a ß s ch e r R i ch- t u n g, aber sie haben zu gleicher Zeit intime Fühlung mit den Nationalsozialisten um Graefe, Wusse, Hitler und Ludendorff. Sie behaupten unpolitisch zu sein, aber ihre gesamte Tätigkeit ist im höchsten Grade politisch. Sie be- haupten, das Spitzeltum bei den Nationalsozialisten bekämpft zu haben, aber sie selbst haben nach ihren eigenen Aussagen in der verwerflichsten Weise gespitzelt. Da ist dieser T h o r m a n n, ein Kaufmann mit sehr be- wegter Vergangenheit, von dem sein Mitangeklagter Grandel behauptet, er habe ihn in Berlin um eine Stellung an- geschnorrt und er habe ihn im Verdacht, daß er Geld von ihm herauspressen wollte. Thormann gibt sich als Ehrenmann vom Scheitel bis zur Sohle.„Vaterländische" Motive sind es, die ihn geleitet haben, der Wunsch, den nationalsozialistischen Parteisekretär o. Tettenborn als Spitzel zu entlarven und als solchen Graefe und Ludendorff zu denunzieren, führte ihn. wie er sagt, nach Berlin. Um sein Ziel zu erreichen, bespitzelt er Tettenborn, um sein Ziel zu erreichen, reicht er nach seiner Behauptung dem bespitzelten Spitzel die Hand zu einem Mordanschlag auf den Chef der Heeresleitung General v. Se e ck t. Dieser ehrenwerte Vertreter der alldeutschen Gattung Mensch ist so selbstlos, daß er dem Spitzel Tettenborn, der angeblich als Sekretär der Nationalsozialistischen Freiheits- partei Hungergehälter bezog, an die 2l)(1 Dollar für die Aus- führung des sauberen Mordplanes opferte. Aber war Thor- mann nicht ein verkrachter Kaufmann, der Grandel um einen Unterschlupf gebeten hatte? Woher stammen also die 200 D o l l a r? Die Frage ist vorläufig unbeantwortet ge- blieben. Sie aufzuklären wird eine der wichtigsten Aufgaben des Prozesses sein. „Ich wollte die Tettenborn und Köppke fangen", sagt Thor- mann. Aber die Tettenborn und Köppke waren gerissener als er, sie haben ihn gefangen. Spitzel»st and gegen Spitzel und die Frage war nur, wer den andern über- .— Spitzel gegen Spitzel.— Alles um Geld. spitzelte, von diesen vaterländischen Gestalten, die mit Claß, Kahr, Graefe, Hitler, Wulle und Ludcndorff in Verbindung standen. Ich halt' einen Kameraden... Grandel heißt einer dieser Kameraden. Er stand zu H i t l e r, K a h r und Claß in engen Beziehungen. Aber er war beileibe kein Politiker. Wie sein Komplice Thormann ist er rein„vaterländisch" eingestellt.„Freiheit, Heimat, Vater- land" heißt sein Wahlspruch. Aber seltsam, dieser so gänzlich unpolitische Dr. ehem. Grandel ist einer der Hauptgeldgeber der Nationalsozalisten, er saß als Beirat im W i r t s ch a f t s- rat des Ge>ieral st aatskom missars Kahr, be- arbeitete die Währuugsfrage und drängte zur„I n i t i a- t i v e". Er war ein intimer Freund des Justizrats Claß und bemühte sich eine Brücke zwischen den Nationalsozia- listen und den Alldeutschen zu schlagen. Wahrhaftig eine gänzlich unpolitische Betätigung! Und— seltsam— ausgerechnet in den Tagen, an denen der Mordplan gegen Geeckt zur Ausführung gebracht werden soll, taucht der ehren- werte Herr Grandel in Berlin auf und trifft hier„zufällig" den Mitangeklagten Thormann.„Ich kannte ihn nur flüchtig", sagt der Herr Dr. eimm.„Ich wünschte keine Bierbaukbekannt- schasten." Aber seltsam. Dieser flüchtige Bekannte Thormonn zieht dann den Grandel ins Vertrauen, er bittet ihn,' sich Tettenborn einmal genauer anzusehen. Und Dr. Grandel? Er lehnt diese sonderbare Zumutung des flüchtigen Bekannten nicht etwa ab. er lädt im Gegenteil die Thormann. Tettenborn und Stoppte zu einem solennen Schmaus ein. Da saßen nun die vier„Vaterländischen" und sprachen— über d e n M o r d p l a n g e g e n S e e ck t. Aber nicht etwa, so be- haupten sie nachträglich, um den Chef der Hzeeresleitung über den Haufen zu schießen, sondern um sich gegenseitig der E h r e und der Freiheit zu berauben. Ich hatt' einen Käme- raden... Bei seiner Vernehmuna vor dem Schwurgericht des Land- gerichts I führte Thormann weiter aus: Tettenborn teilte mir bei unserer ersten Unterredung im Lokal der Volkischen Fmheits- Partei mit, daß er jämmerlich bezahlt werde und sich mit seiner Familie n o ch n> ch t e, i, m a l s a: t e s I«>' könne. Als v. Testen- forn einen Augenblick abberufen wurde, legte ich ihm ein�n Zwanzig-Dollar-Schein aus den Tisch. Ich bat ihn nämlich, er folle body als friherer Offizier feine atben Berbina, dungen mit der Reichswehr wieder aufnehmen, um zu erfunden, wie dort die Stimmung fei. Ich bat Tettenborn dann abends in mein Hotel in der Dorotheenstraße, weil ich inzwischen eine verdächtige Dame fennen gelernt hatte, eine Baronin Jefsenad, von der ich wußte, daß sie mit Janczik in Verbindung stand und die mir selbst erklärt hatte, sie hatte mich für einen Offizierfpion. Ich war nun der Ansicht, daß diese Person auch mit Tettenborn in Verbindung stehe und hoffte, daß, wenn ich beide zusammenbrächte, sie sich verraten würden. Borf.: Halten Sie den Herrn v. Tettenborn für einen Spizel? Angefl. Thormann: Natürlich, denn Tettenborn verkehrt ja in Janczifs Kreisen. Borf.: Wie fann denn das möglich sein, daß ein Spizel Sefretär der Deutschvölkischen Freiheitspartei wird? Angell. Thormann: Alle nationalen Berbände find ja durch Spitel zersetzt. Bors. Haben Sie denn z. B. Herrn Wulle über ihren Berdacht gegen Tettenborn etwas mitgeteilt? Angefl. Thormann: Nein, denn ich war Tettenborn bereits auf der Spur und wollte ihn in den nächsten Tagen festsetzen. Da fam er mir aber zuvor und veranlaßte meine Berhaftung. Nach einer furzen Reise nach München bin ich dann am 9. Januar nach Berlin zurüdgetommen und traf mich auf Wunsch Don Tetten born mit diesem im Café Jost ŋ. Als wir das Lokal verließen, sagte Tettenborn zu mir: Häffe ich nur mehr Geld gehabt, dann wäre Seedt jetzt schon weg. Haben Sie Geld mit? Ich war überrascht, faßte mich aber sofort und fagte: Jawohl. Darauf deutete mir Lettenborn an, er hätte einen Rameraden usw. Ich habe daraufhin Tettenborn abermals 50 Dollar gegeben. Am nächsten Tage, einem Donnerstag, hatte mich Tettenborn zu Aschinger bestellt, tam aber nicht. Am Sonnabend traf ich bei einem Spaziergang Dr. Grandel, den ich aus Süddeutschland kannte, und der sich auf einer Geschäftsreise befand, in der Leipziger Straße. Ich fuhr zu Fahrenhorst, um von diesem Lettenborns Wohnung zu erfahren. Als mir das nicht möglich war, bin ich mit Dr. Grandel ausgegangen und habe mit ihm am Sonntag im Leipziger Hof gegeffen. Am Abend, im Café Erzelfior, habe ich Dr. Grandel erzählt, was ich im Schilde führte und habe ihm auch von der Tätigkeit Tettenborns erzählt, der mir als halbjude verdächtig war. Dr. Grandel lächelte über bas, und ich war über feinen Steptizismus etwas ärgerlich. Deshalb ging ich weiter aus mir heraus und sagte, Tettenborn habe etwas mit Seedt Vorf.: Sie reben immer nur ganz allgemein. Sie werden doch Dr. Grandel etwas Bofttives erzählt haben. Angefl.: Nein, ich war überzeugt, daß Tettenborn über. haupt nichts Ernsthaftes vorhattte, er hatte mich schon zu oft Dor. belogen. längst fort? Vorf.: Haben Sie Grandel auch erzählt, daß Lettenborn Ihnen gesagt hat: Wenn ich Geld hätte, dann wäre Seedt schon Angell. Thormann: Jawohl, Grandel meinbe noch lächelnd: Gerebe! Quatsch! Ich aber fagte: So urtellen Sie, weil Sie diese Spizelgesellschaft nicht lennen. Ich will unter allen Umständen diese Spigel aus der Partei entfernen. Ich erkläre hier im Gerichts faal feierlichst, daß ich mit einem Attentat gegen General v. Seedt niemals etwas zu tun gehabt habe. Der Angeklagte schildert dann weiter in fehr ausführlicher Weise, wie er sich mit Tettenborn und Röpfe, der ihm unter dem Namen Schuhmacher vorgestellt wurde, im Reichstag getroffen habe, wie man dann Пупинен zu Driff zum Reichswehrminifterium und durch die Bendlerstraße geganger sei. Bei der Gelegenheit habe Tettenborn erzählt, daß er gerade von der Abteilung ÍA fomme, wo er noch mit einem blauen Auge davongekommen sei. " Sm Reichswehrministerium sei ihm, dem Angeklagten, aufgefallen, st dahein Hauptmann Böhm, der sowohl Thormann wie Grandel bekannt gewesen sei, Thormann spöttish angelächelt habe, während Tettenborn diesen Bekannten nicht gegrüßt habe. Am Nachmittag habe man sich dann wieder in der Konditorei Jofty getroffen, und da habe Thormann dem Tettenborn und Röple seine legten 50 Dollar gegeben. Die beiden erklärten, sie müßten noch eine Reithofe usw. besorgen. Nun mußte die Verhandlung abgebrochen werden, da der Angeflagte Grandel, der schwer leidend ist, einen Erschöpfungsanfall erlitt. Nach geraumer Zeit wurde die Vernehmung Thormanns wieder aufgenommen. Thormann schildert, daß er Grandel gebeten habe, sich doch diese beiden„ Oberspizel" einmal selbst anzusehen. Weiter habe er sich mit Tettenborn und Röpfe zu bem nächsten Tag abermals bei Josty verabredet. Vorf.: Wenn Sie alles nur für Spizel mache hielten, ist es doch nicht erklärlich, weshalb Sie sich noch ein mal treffen wollten. Angell. Thormann: Ich wollte nur sehen, wie weit diese beiden Laufebengels ihr Spiel treiben mürben. Lettenborn war nämlich zu der Verabredung nicht erfchienen und deshalb sagte ich zu Köpfe- Schuhmacher: Sie sind wirklich Ehrenleute. Teffenborn hat mir sein Offizierswort gegeben, daß er zu der heutigen Berabredung tommt, hat das Wort aber natürlich gebrochen. Ich habe Röpte mit einem solchen 8ynismus behandelt, daß er bauernd mit den Zähnen tnirschte. Wenn beide nicht so jung gewesen wären, dann hätten sie merken müssen, daß ich sie fangen wollte. Als ich am Abend vor meiner Berhaftung nach Sause tam, sah ich z mei Kriminalbeamte vor der Tür stehen, von denen der eine dem anderen zuflüsterte:„ Du, das ist er." Ich mußte lachen, denn ich sah nun, daß man gegen mich mobil gemacht hatte. Borf.: Sie find also an dem Abend auseinandergegangen in dem Gedanken, daß am 15. Januar das Attentat stattfinden würde? Angell. Thormann: Aber fein Gedanke, ich wußte ja bestimmt, daß nichts nachkommen würde. Ich wollte nur das Spiel zu Ende bringen, um dann Herrn v. Graefe und Erzellenz Ludendorff über die Täfigkeit Tettenborns zu benachrichtigen. Bors: Dazu waren doch aber Ihre zahllosen Verabredungen mit Tettenborn und Röpke wahrhaftig nicht nötig. Angefl.: Doch, denn ich wollte die beiden psychologisch studieren. Ich habe ja auch an dem Morgen meiner Berhaftung im Café Jofty zu Tettenborn gesagt:„ Wahrscheinlich ist Dr. Grandel fchon verhaftet und mich werden Sie ja auch für furze Zeit ins Gefängnis bringen, aber Sie verlieren Ihre Ehre." Borf.: Was haben Sie denn nun nach Ihrer Festnahme dem Untersuchungsrichter er zählt? Angeti: Der Untersuchungsrichter fagte mir, ich folle nicht lügen, und ich sagte ihm, daß jede Lüge meinerseits meine Sache beflecken würde. Ich habe ihm wörtlich gesagt:„ Lettenborn ist der größte Salunke, den es gibt, weit größer als sein Chef." Aber der Untersuchungsrichter hat mich nie im Zusammenhang erzählen laffen, fondern ich mußte nur immer Fragen beantworten. Borf.: Dann muß ich Ihnen entgegenhalten, daß Ihr Protokoll mit den Worten beginnt: Jch gebe zu, an einer Berabredung, Exzellenz v. Seedt zu beseitigen, tellgenommen zu haben." Angell: Das fonnte ich doch auch nicht leugnen, da ich mit den Leuten darüber gesprochen habe. Borj.: Sie haben weiter in dem Protofoli gefagt, daß die Anregung. Erzellenz Seedt zu beseitigen, von einem von Ihnen ausgegangen sei. Der Angeklagte jagt auf Anfrage noch aus, daß er Grandel nur flüchtig gefannt habe. Dr. Grandels Aussagen Hierauf word der zweite Angeklagte, Fabritant Dr. Gott. Der Angeklagte lieb Grandel aus Augsburg, vernommen. o fchwer Herstelbenb, baß ble Gerichtsärgie wleberholt eingreffen müffen. Er nimmt vor dem Richtertisch auf einem Stuhl Platz und macht seine Aussage, fast ständig mühsam nach Atem ringend, mit so leiser Stimme, daß seine Worte vielfach ganz verloren gehen. Bis zur Revolution, so erklärt der Beschuldigte, habe ich mich für Politik nicht besonders interessiert. 1920 lernte ich dann Hitler kennen. der mich auch in Augsburg besuchte und da ich auf diese junge Bewegung in ihren Anfängen Hoffnung fegte, stellte ich mich ihr auch finanziell zur Verfügung. Mein Wunsch war, daß die Hitler- Bewegung sich auf kulturpolitischem, nicht aber auf parteipolitischem Gebiet bewegen sollte. Als fich dann die Entwicklung in umgefehrter Weise vollzog, habe ich mich zurüdgezogen, denn ich bin, wie gejagt, nicht parteipolitisch eingestellt. Bor geraumer Zeit habe ich Justizrat Clas tennen gelernt und bin mehrfach mit ihm zusammengekommen, da mich die alldeutsche Allgemeine Funktionärtonferenz heute, Dienstag, den 27. mai 1924, abends 71/, Uhr, im " Deutschen Hof", Ludauer Straße 15( großer Saal). Tagesordnung: Das Sachverständigengutachten". Referent: Genoffe Rudolf Wissell, M. d. R. Zutritt haben alle Parteifunktionäre gegen Vorzeigung von Mitgliedsbuch und Funktionärausweis für 1924. Bewegung intereffierbe. Bon Herrn Claß habe ich den Eindrud, daß er eine bedeutende Persönlichkeit ist. Auch mit Herrn v. Rahr war ich in Fühlung, da ich mich mit der Währungsfrage in feinem Wirtschaftsstab abplagte. Ich brängte Rahr, er möge, was bie Währung anging, die Initiative ergreifen, doch brachte der frühere Generalstaatstommiffar nicht den nötigen Mut auf. Der Angeklagte schildert dann, daß er im Januar nach Berlin gekommen sei, einmal, um von der Außenhandelsstelle eine Einfuhrbewilligung zu erhalten, dann aber auch, um für eine befreundete Familie in Augsburg ein Tuberkulofeheilmittel zu beschaffen. Er fei am Freitag, den 11. Januar, angekommen und habe von der Außenhandelsstelle ben Bescheid bekommen, daß er erst am Montag in feiner Sache verhandeln könne. Am Sonnabend habe ihn in der Leipziger Straße ein Herr gegrüßt. Ich mußte mich erst besinnen, wer das war und erfannte fchließlich Thormann, den ich auf einem nationalen Abend in München einmal fennen gelernt hatte. Das Zusammen treffen in Berlin war mir nicht sonderlich angenehm, denn ich lege auf Bierbekanntschaften teinen allzu großen Wert. Thormann flagte, er habe teine Arbeit und da ich für meine Fabrit in Norddeutschland Bertreter suchte, fragte ich wir ins Gespräch, Thormann erzählte mir auch auf eine diesbezügihn, ob er sich einer folchen Tätigkeit gewachsen fühle. So tamen liche Frage, daß er zur Deutschvölkischen Freiheitspartei Berbindun gen habe und Wulle tenne. Das war mir lieb, zu hören, denn ich hoffte, vielleicht auf biefem Umweg eine Brüde zwifchen der Alldeutschen und der Deutschoölkischen Freiheitspartei schlagen börben falt gang auf. Statt beffen hoffen noch were Unternehmungen wie Pilze empor, ganz gleich, ob ein volkswirtschaftliches Bedürfnis dafür vorlag. Der Apparat des Handels und der Banken schwoll ins ungeheure an. In ein vermindertes Boltseintom= men teilte sich ein um ein vielfaches vergrößerter Stab von Berwaltern der Ware und des Geldes, durch die auch nicht ein Zentner Kohle, nicht ein Anzug mehr hergestellt wurde. Das Mißverhältnis mußte in dem Augenblick deutlich werden, als an Stelle des schwankenden Geldwertes ein stabiler trat. Mit Erschreden sah man, wie ungeheuer der Anteil des Lohnes an der Ware zusammengeschrumpft war, wie die Produktion und der Warenpreis belastet wurde mit Risitoprämien, Gewinnfäßen, Handels- und Kreditspesen, so daß die Waren der Industrie viel zu teuer, jedenfalls teurer in Deutschland als am Weltmarkt waren. Wenn man obendrein auf die Steuern verweist, die die Ware angeblich so sehr verteuerten, so muß doch betont werden, daß die Ueberschreitung der Weltmarktpreise schon im Früh jahr 1923 anläßlich der damaligen Markstabilisierung verzeichnet werden konnte, also zu einer Zeit, wo die Industrie so gut mie garteine Steuern zahlte, sondern sie schuldig blieb, bis die Geldentwertung sie auffraß. Die Geschäftsaufsicht und ihre Wirkungen. Hatte die kapitalistische Erfolgs" wirtschaft in Zeiten stetigen Geldwertes als wesentliche Vorbedingung einer gesunden Geschäftspolitit die Bereithaltung ausreichender flüssiger Geldmittel angefehen wer zahlungsunfähig wurde, geriet in Ronkurs, fo war in der Inflationsperiode gerade das Umgekehrte zum Geschäftsprinzip geworden. Wer flüssige Geldmittel behielt, wurde von der Notempreffe enteignet; wer dagegen Ware, Devisen, Effetten taufte, wurde und blieb reich. Die meisten haben bis heute noch nicht um vorgestern an die Geschäftswelt die Mahnung zu richten brauchen, gelernt. Sonft hätte der Reichsbantpräsident Dr. Schacht nicht sich ihrer Warenvorräte zu entledigen und selbst unter Berlust zu verkaufen. Man lebt noch in der Wahnvorstellung, daß irgendwann einmal irgendein neuer Geldgeber Kredite bereitstellen würde, um zu verhindern, daß die zum Verbrauch erzeugten Waren dem Verbrauch zugeführt werden. " Nun hat der Gesetzgeber noch geholfen, diese Vorstellung aufrecht zuerhalten. Am 8. Auguust 1914 erschien zum Schutze der vom Krieg geschädigten Unternehmungen eine Berordnung betreffend die Anordnung einer Geschäftsaufsicht zur Abwendung des war, zahlungsKontursverfahrens", deren 3wed es schwachen, aber innerlich gefunden Unternehmungen über die Störungen des Absatzes und des Kreditverkehrs im Kriege hinwegzuhelfen. Unter bestimmten sehr allgemein gehaltenen Bedingungen konnte ein vorübergehend zahlungsunfähig gewordenes Unternehmen, anstatt Konkurs anzumelden, die Geschäftsaufsicht über sich beantragen. Eine Aufsichtsperson wurde mit der Unterstützung und leberwachung der Geschäfte Letraut, bis es wieder zahlungsfähig geworden war. Im Kriege, vielleicht noch die erste Beit nach dem Kriege, als infolge der Beschlagnahme von Auslandsvermögen oder von Gebietsabtretungen Unternehmungen unverschuldet in Berlegenheit tamen, flut des Inflationskapitalismus über uns gegangen ist, nachdem der hatte die Verordnung ihren guten Sinn. Nachdem aber die HochMittelstand enteignet und die Arbeiterschaft jahrelang um den größten Teil des Arbeitseritages betrogen worden ist, sollte man glauben, daß die Unternehmungen in Industrie und Handel aller Schutzbedürftigkeit entwachsen find. Der Staat ist anderer Meinung. Während man die sozialen Schutzbestimmungen zugunsten der Arbeiterschaft größtenteils längst abgebaut hat, erfreut sich der zu tönnen, da lettere bekanntlich Justizrat Ciaz ebenso oft, wie Gkmm grumblos angegriffen hatte. Am Sonntag abend lam bann Lhor.ehrbare Samm der Kaufleute und Industriellen noch) mann ins Café Erzelfior, wo ich mich, wie er wußte, aufhielt, und Kriegssozialismus und aller ſeiner Wohltaten. dort erzählte er mir zum erstenmal von Tettenborn. Das fei, so erklärte mir Thormann, ein ganz Raditaler, der schon allerhand Waghalsiges geleistet habe. Und nun deutete mir Thor man an, daß Tettenborn etwas gegen Herrn v. Seedt plane. Ich habe dazu den Kopf geschüttelt und gelächelt, denn es erschien mir absurd, daß man wieder einmal mit dem Schicksal Deutschlands spielen wollte. Weiter bat mich dann Thormann, ich solle mir Lettenborn einmal ansehen, ob dieser Mann den Eindrud eines Schwindlers mache oder nicht. Ich habe in diesem Augenblid wahrhaftig nicht geglaubt, daß aus der Bitte und meiner Busage für mich etwas so Verhängnisvolles erwachsen würde. Thormann erbot sich, mir Tettenborn ins Hotel zu bringen. Auch das erschien mir nicht gefährlich, ich hatte vielmehr den Verdacht, daß man Geld von mir herausholen wollte, ann Thormann hatte mir wiederholt versichert, daß Tettenborn und Köpke so geldhungrig feien, daß sie die tolisten Sachen machten, nur um in den Besitz von Mitteln zu kommen. Tatsächlich erschien Tettenborn mit Köpte am nächsten Tag im Leipziger Hof und wir aßen dort zusammen. Im Laufe der Unterhaltung frag te Thormann den Köpte ganz laut:„ Sie wollen also die Sache gegen Seedt ausführen?" und köpte erwiderte mit niedergeschlagenen Augen:„ Jawohl". Er verlangte zunächst eine größere Summe zur Sicherstellung seiner Mutter, wie er sagte, und als ich ihn fragte, wo denn die Mutter wohne, antwortete er so zögernd und unsicher, daß ich den Eindruck hatte: Der Mann ist ein Lügner. Thormann erwiderte, daß auch diese Summe besorgt werden könne, und nun fragte Köpfe, ob er nicht sofort eine größere Abschlagszahlung darauf bekommen fönnte. Ich würde diesem Manne persönlich nicht einen Pfennig geborgt haben, denn er machte auf mich durchaus den Eindrud eines Hochstaplers. Nach diesem Gespräch mußte ich zu einer Sigung in die Außenhandelsstelle und, offengestanden, war ich sehr froh, fortkommen zu fönnen, denn ich dachte bei mir: Wenn diese Art Ceufe Deutschland retten wollen, dann gerät es ficherlich nur immer fiefer in den Sumpf. Da das Befinden des Angeklagten Dr. Grandel sich stark verschlechterte, brach auf Antrag der Sachverständigen der Vorsitzende die Bernehmung ab. Die Verhandlung wurde auf Dienstag mor gen verlagt. Wirtschaft Die Wirtschaftskrise und ihre Bekämpfung. Die deutsche Volkswirtschaft steht im Beginn oder vielmehr schon inmitten der schwersten Krise, die sie je durchgemacht hat. Fast zehn Jahre lang waren die Gefeßze, durch die die in sich regelloje fapitalistische Wirtschaft dirigiert wurde, außer Kraft. Im Kriege wurde nicht für den volkswirtschaftlichen Verbrauch, sondern in der Hauptsache für den Kriegsbedarf produziert; die Blockade schloß eine Konkurrenz der ausländischen mit der heimischen Warenerzeugung aus. Nach dem Kriege sette bald die Balutablocabe ein, die hohen Devisenkurse verwehrten die Einfuhr billiger Waren, monopol. artig beherrschte der Rapitalismus den Markt. 1920 und nach der Stabilisierung Ende 1923 hatten wir Episoden, wo sich die Machtverhältnisse zu verschieben schienen. Beide Male war die Wirtschaft aus den Fugen geraten infolge der llebersteigerung der Preise, und beide Male gab es vorübergehend einen Rückschlag. Aber beide Konjunkturrückschläge waren nur Episoden. Insbesondere die Jahre vom Herbst 1920 bis Herbst 1923 brachten die Hochflut der Inflation mit der überstürzten Flucht in den Sachbesih, in die Produktionsmittel, die Rohstoffe. Eine gewaltige Umschichtung, die der Reichsfangler Wirth feinerzeit als 5 och tapitalismus bezeichnete, griff Platz. Die Konkurse, die in der normalen kapitalistischen Wirtschaft die Bereinigung der Industrie und des Handels bewirkten, Die Geschäftsaufsicht untergräbt die Wirtschaft. Was ist nun die Folge? Das Betriebskapital und die baren Reserven der Unternehmungen waren, wie geschildert, größtenteils in den schwer beweglichen Sachbesig übergegangen. Das war nicht schlimm, solange die Reichsbank für ein Nachſtrömen der Kredite forgte. Die feit der Einführung der Rentenmark erteilten Kredite aber haben bereits gezeigt, daß die Währung bei einer zu starken Deffnung dieses Ventils der Gefahr eines neuen Sturzes ausgefeßt war. Infolgedessen mußte es abgesperrt werden. Eine ungeheure Kreditknappheit trat ein, die noch verschärft wurde, als die Reichsbank in Erkenntnis dieser Gefahr ihre Krediterteilung beschränkte. Nun hatten sich Industrie und Handel in der Inflation noch auf andere Weise Mittel zu beschaffen gewußt. Sie verlangten vom Abnehmer und Besteller Vorauszahlung. Das mußte aufhören, als der Absah ins Ausland infolge der Ueberschreitung der Weltmarktpreise und im Inland infolge der geschwächten Kauftraft zu stocken begann. Der Lieferant mußte jetzt dem Abnehmer kre= dit erteilen wie vor dem Kriege. Dadurch wuchs auf der einen Seite der Kreditbedarf- schon das würde manche Störungen des Kreditverfehrs erklären. Aber auf der anderen Seite ergab sich folgendes: Viele Händler nahmen nun Ware ab und konnten sie, da sie nicht genügend abfeßen, nicht bezahlen. Als nun auf der Zahlung be standen wurde, ließen sie sich einfach unter Geschäftsaufsicht ftellen. Bald wurden darüber auch Lieferantenfirmen zahlungs unfähig. Auch von ihnen gingen viele unter Geschäftsaufsicht. Der Produzent aber wartete auf sein Geld und sollte seine Löhne bezahlen. Da er es nicht befam, ging er um Geld betteln oder er begab sich gleichfalls unter Geschäftsaufsicht. Anstatt daß man bemüht gewefen wäre, die Waren, durch die die Kredite gebunden waren, zu verfaufen, wartete alles auf den Onkel aus Amerika, der die steigenden Preise bringen sollte die Wirtschaft aber ging zu Bruch. Heute schon ist es so, daß Produzenten sich nicht mehr um den Abfaz bemühen, weil sie nicht wissen, ob sie jemals Geld oder nur eine Geschäftsaufsicht zu sehen bekommen. Die Zahl der unter Geschäftsaufsicht stehenden Firmen beträgt bereits viele hunderte, wenn nicht tausende. Niemand weiß, ob eine Firma, mit der er ver kehrt, schon unter Geschäftsaufsicht steht oder erst auf dem besten Wege dazu ist. Berheerend ift die Wirkung auch auf die Kapitalbildung. Wenn Kredite tnapp find, ist es Aufgabe der Banken, die freien Belder an sich zu ziehen, also für Depositen zu werben. Das tun sie auch, wenn auch in sehr unzulänglicher Weise. Aber wer soll eine Bant Geld hintragen, wenn man nicht weiß, ob diese nicht auch morgen unter Geschäftsaufsicht steht und dann die Herausgabe des Geldes in dem Augenblid verweigert, wo es der Besitzer am nötigsten braucht? So ist die Geschäftsaufsicht in ihrer heutigen Form eine Quelle der Korruption der gesamten Wirtschaft, zugleich ein Hindernis für die Belebung des Absages sowie der Umstellung der Produktion auf niedrige Preise und schließlich die Untergrabung der Neubildung von Rapital. Die Abwehrbeftrebungen. Die Interessenten haben die Gefahr, die aus der einseitigen Anwendung der Geschäftsaufsicht erwächst, flar erkannt und ihre Reform beantragt. Man will vor allem den erhöhten Schuß der Gläubiger, verlangt, daß die Geschäftsaufsicht öffentlich bekanntzugeben und ihre Dauer von 1 auf 4 Jahr perfü: 3t wird. Man fordert weiter die Beteiligung der zuständigen Berufsvertretung oder Handelskammer bei der Entscheidung darüber, ob eine Geschäftsaufficht verfügt oder ein Konkurs veranlaßt werden soll. Diese Wünsche der Interessenten würden eine Reform bringen, die in ihrer Wirkung wiederum einseitig wäre, indem sie lediglich den Gläubiger begünstigt. Ueber Schuldner und Gläubiger stehen aber die Interessen der Volkswirtschaft und der in ihr beschäftigten Arbeitnehmer. Es ist ein großer Unterschied, ob der Krämer Bälde beheben lassen. Es ist ferner ein Unterschied, ob ein Bankier Schulze Pleite macht oder ob etwa ein aussichtsreiches Unternehmen Sowieso die Möglichkeit, sich an der Berwaltung des jetzt so knappen Geldes zu bereichern, erhält oder ob etwa eine Spezialmaschinenfabrik, die die deutsche Produktionsfähigkeit zu steigern imstande ist, plöglich in rebit, blah oder Zahlungsnot geraten ist. Eine gänzliche Beseitigung der Geschäftsaufsicht fönnen auch wir nicht be. fürworten. Dann würden nämlich exportwichtige und belanglose Ge schäfte und Fabriken zu Schleuderpreisen vertauft wer den, das Ausland würde ohne großen Geldaufwand sich in den Besitz wertvollster Produktions- und Handelsunternehmungen segen fönnen. Das wollen wir nicht. Das voltswirtschaftliche Gebot. Was aber mit allem Nachdruck zu fordern ist, das ist die Wahrnehmung der Interessen der Gesamtwirtschaft bei der Verhängung jeder einzelnen Geschäftsaufsicht. Das tönnte geschehen durch die Einsegung paritätischer Ausschüsse aus sachverständigen Männern, die jeden einzelnen Fall begutachten, ob die voltswirtschaft liche Notwendigkeit der Geschäftsaufsicht gegeben ist oder nicht. Das Gutachten wäre dem entscheidenden Gericht zu unterbreiten. | Bebarf an Arbeitsfräften infolge der Mufterzeit in den Damen- Reicheregierung auf die Erhaltung des Manstelber tonfettion etwas nachgelaffen. Im Holz- und Schnißstoffgewerbe Rupferbergbaues hinzuwirken, insbesondere für die Gewäh mehren sich die Zeichen einer Berschlechterung der Lage. Der Be- tung von Notstandstarifen für Brennstoffe und Erzeugung schäftigungsgrad im Bekleidungsgewerbe ist im allgemeinen noch einzutreten, eine Suspendierung der Umsatzsteuer für die deutsche zufriedenstellend. In der Schuh- und Schäfteindustrie macht sich Kupfererzeugung anzuftreben und nötigenfalls auch auf Gemährung jedoch eine rückläufige Bewegung bemerkbar. Kleine Betriebe haben von Mitteln aus der produktiven ErwerbslosenfürEntlassungen vorgenommen, die jedoch durch stärkere Nachfrage nach forge zu drängen." Reparaturschuhmachern wieder ausgeglichen wurden. Es ist anzunehmen, daß der Landtag diesem Antrag zustimmen wird. Reichsfinanzgebarung. Die Uebersicht über die Goldbewegung bei der Reichshaupttasse ergibt für die Zeit vom 11. bis 20. Mai d. I. eine Gesamteinnahme( nach Abzug der von den Finanzämtern selbst verbrauchten Beträge) von rund 199,9 Millionen Goldmark, der Ausstehen. Es bleibt sonach ein Zuschußbedarf von rund 6,6 Millionen Colbmart. Die wesentliche Erhöhung der Ausgaben in der letzten Dekade ist zunächst bedingt durch die Auszahlung von Steueranteilen an die Gemeinden. Gleichzeitig fand aber wieder in erheb= lichem Umfange eine Schulden tilgung statt. Es wurden für 50,8 Millionen Goldmart Goldanleiheftücke zurückgekauft. Stille am Metallmarkt. In der letzten Woche fam, wie die Metall- und Rohstoff- Gesellschaft meldet, das Geschäft am deutschen Metallmarkt fast vollständig zum Erliegen. Das Ausbleiben der Zahlungseingänge sowohl seitens der Großindustrie wie des Kleinkonsums bringen eine völlige Stockung in das Warengeschäft, und auch andere ungünstige Nachrichten, wie tägliche neue Meldungen über Zahlungsschwierigkeiten, Stillequng von Be schäftsunluft zu vergrößern. Es fehlt an Abgebern, da niemand wagt, heute Kredite zu geben und per Kassa zurzeit wohl kaum etwas verkauft werden kann; es fehlt aber auch an Abnehmern aus oben geschilderten Gründen. Es kommt noch hinzu, daß die Metalle aus London ziemlich schwach gemeldet wurden und durchweg abbröckelten. Wenn auch der Rückgang an den deutschen Metallmärkten fursmäßig gering ist und nur einige Prozent ausmacht, so muß doch betont werden, daß zu den amtlichen Notierungen, welche rein nomiUeberpreise bezahlt werden, umgekehrt kann Ware nur wesentlich nell sind, kaum Ware gehandelt wird. denn im Rauffalle müssen unter den Notierungen an den Mann gebracht werden, Die ganze Situation führt zu einer vollkommen wirtschaftlichen Stagnation, wenn nicht andere Momente hinzutreten, die in das Wirtschaftsleben Klärung bringen, vor allem der Finanzkrisis abhelfen, werden die Aussichten zurzeit sehr trübe beurteilt. gegenwärtige Strife ist wie alle Ablakfrisen heraufbeschworen durch Auch eine andere Erwägung zwingt zu dieser Forderung. Die zahlungen in Höhe von 206,5 Millionen Goldmark gegenübertrieben, Fortsetzung des Bergarbeiterstreifs, tun das Ihrige, die Gedie Unfähigkeit der kapitalistischen Kreise, rechtzetig der Gefahr entgegenzutreten. Sonst hätte gerade sie die Inflation schon lange bekämpft und diese Aufgabe nicht jahrelang den Sozialisten überlassen dürfen. Denn nur durch die Inflation tonnte sich die Krise zu diesem Ausmaß entwickeln. Jetzt, nachdem unzählige Arbeitskräfte in unwirtschaftliche Betriebe hineingezogen wurden, nachdem ferner viele dieser Betriebe ausgeschaltet werden, fommt es in entscheidendem Maße darauf an, für die freiwerdenden Arbeitskräfte unrentabler Betriebe Arbeit zu schaffen in technisch und organisatorisch besseren, rentablen Betrieben! Das geht nicht, wenn man bei der Entscheidung über die Geschäftscufsicht volkswirtschaftlich wertvolle und wertlose Unternehmungen nur vom Gläubigerstandpunkt aus behandelt, wie es die Interessenten wünschen. Wir sind uns durchaus darüter flar, daß diefer Mahnruf kei den Rapitalistenkreisen selbst ungehört verhallen wird. Mit um fo größerem Nachdruck müssen wir ihn der Regierung gegenüber erheben, die in diesen Tagen entscheidende Verhandlungen über die Reform der Geschäftsaufsicht pflegt. Die Regierung hat die Ver antwortung dafür, daß nicht turzsichtige Gläubigerinteressen über die Notwendigkeit der Gesamtwirtschaft gestellt werden. Sie hat diese Verantwortung insbesondere gegenüber der Arbeiter. schaft, die ohnehin unter den Folgen der Krise auf das schwerste zu leiden hat. Es ist somit eine hohe soziale Pflicht, zugleich aber auch eine wirtschaftspolitische Notwendigkeit. Denn was gäbe es Unsinnigeres, als jetzt Millionen Hände zum Feiern zu bringen, deren Kraft urgeheure Wert ins Land schaffen könnte, wenn sie nur mit dem Willen zur organisatorisch besten Arbeit ein. gesetzt wird? Der Berliner Arbeitsmarkt. Das Landesarbeitsamt Berlin teilt mit: Die Arbeitsmar ftlage hat gegenüber der Vorwoche im wesentlichen teine Veränderung erfahren. In einigen Berufsgruppen tritt jedoch größere Ar. beitslosigkeit in Erscheinung. Diese ist bereits bei den Holzarbeitern sehr beachtenswerter Natur. Andererseits hält in anderen Berufsgruppen die starke Nachfrage nach Facharbeitern weiterhin an. Die Metallindustrie benötigt für Spezialarbeiten eine größere Anzahl, insbesondere von weiblichen Arbeitskräften. folge des Fehlens dieser Kräfte ist die Industrie dazu übergegangen, geeignete Personen für diese Arbeiten anzulernen. Auch für männ. liche Kräfte tritt dieser Umstand, wenn auch nur in geringem Umfange, in Erscheinung. Die Landwirtschaft blieb weiterhin gut aufnahmefähig. Die Lage im Spinnstoffgewerbe ist weiterhin verhältnismäßig günstig. In ber Striderei hat der große Gegen zeuen Mückenstich allein nur schickt " Munkal". dich! Zu haben in allen Drogeriert und einschlägigen Geschäften. M- TIKWINSKI BERLIN W.9. Theater, Lichtspiele usw. 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Die Sozialdemokratische Frattion hat im BreuBischen Landtag folgenden Antrag eingebracht: Der Landtag wolle beschließen, das Staatsministerium zu ersuchen, mit eigenen Mitteln und durch Einsehen seines Einflusses bei der Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Zentner frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose Gerstengrütze, lose Haferflocken, lose Hafergrütze, lose.. Roggenmehl 0/1 Weizengrieẞ Hartgrieß Maisgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine Bohnen, weiße, Ferl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni Makkaronimehl Schnittnudeln, lose. 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Fässern 182,00-187,00 Rosinen in Kisten, Candia 70,00- 82,00 Molkereibutter in Pack. 188,00-193,00 Sultaninen Caraburnu. 72,00 90,00 Landbutter 150,00-155,00 Korinthen, choice 72,00-78,00 Ausland butter in Fässern 182,00-187,00 Mandeln, süße Bari 145,00-155,00 Auslandbutter in Packg. 188,00-193,00 Mandeln, bittere Barl 135,00-150,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 33,00-36,00 Zimt( Cassia) 106,00-115,00 Speck, gesalzen, fett... 62,00 72,00 Kümmel, holländischer. 120,00-125,00 Quadratkäse.. Schwarzer Pfeffer Singap. 98,00-108,00 Quarkkäse Weißer Pfeffer .. 130,00-135,00 Tilsiter Käse, vollfett Rohkaffee Brasil 180,00-215,00 Ausl. ungezuck. CondensRohkaffee Zentralamerika220,00-285,00 milch 48/16 Röstkaffee Brasil 230,00-280,00 Inländische desgl. 48/12 Röstkaffee Zentralam... 300,00-375,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Große Volksoper des Westens Komische Oper 7% Uhr: Die lustig. Weiber Erbe Hasenheide 13/15 am Hermannplatz Sonntag, den 1. 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Ich habe dieselben sowohl heim Anfangsstadium, wie bei vorgeschrittenen Fällen gleich gut befunden, besonders aber in den legteren, wo andere Mittel versagten. Desgleichen laffen wir ein weiteres Anerkennungsschreiben aus Batientenbezw. Genesenentreifen folgen, das nur mit anderen Worte das gleiche bestätigt: Rönigsberg. ben 80. 4. 24. Frau A. J. in Königsberg i. Br. fchreibt: ... Die Frau eines Kollegen meines Mannes war schwer lungentrant, daß man wirklich glaubte, jebe Hilfe wäre vergebens und dank Jhrer herrlichen Tabletten fieht fie fegt fo gut und gesund aus, daß man sich nur wundert. Wieviele Menschenleben fönnten Sie durch Shre herrlichen Tabletten retten, wenn diese uur glauben möchten und es mit Ihren Tabletten versuchen würden. Golche Schreiben gehen uns fortlaufend zu. Schreiben Sie uns bald and Ste erhalten ausführliche Aufklärungsbroschüre gratis zugesandt. 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