Nr. 75. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Bfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen: tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnunb Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. gernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 29. März 1895. Expedition: SW. 19, 33euth- Straße 3. Kunst und Polizeiftaat. preußisches Gewächse, daß entschiedene Gefahren für das ja seit der Zeit der Demagogenheßen der 20 er, 30 er und " Aus Künstlerkreisen wird uns geschrieben: Die offiziellen Vertreter der Wissenschaft und die Pack träger der Wissenschaft", wie Lassalle einst die Buchhändler benamset hat, haben sich zu Protesten gegen die Strangulirung ihres Ge und Erwerbes durch die Umsturzgesetze auf gerafft. Jetzt regen sich auch die Kräfte einer anderen sozialen Funktion", als welche der brave Demokrat Ludwig Pfau die Kunst bezeichnete. " I allgemeine deutsche Kunstleben im Gefolge haben muß, falls 40er Jahre erstaunliche Fortschritte gemacht, bis wir zu die russisch- tartarischen Bestimmungen dieses Kakerlaken von Gesezentwurf Rechtskraft erlangen sollten. Bestimmungen gelangten, die sprachlich monströs ausgedrückt werden müssen: Versuchter Versuch des versuchten Versuchs zum Versuch des Hochverraths u. s. w. Wir sind eben das Volk der Denker, und die strafrecht- ausschwitzenden Denker suchen und suchten von je diesen Ruhmestitel deutscher Nation immer frisch und grün zu erhalten. Gegen den Zusatz zu§ 130, der strafgesetzliche Dornens hecken um Religion, Monarchie, Ehe, Familie und Eigenthum ziehen soll, um diese Inftitutionen gegen Beschimpfung zu schützen, wenden sich folgende Säße: Darum heißt es mit recht in dem angezogenen Artikel des Kunstwartes":" Nicht alle Bestimmungen der Vorlage berühren unmittelbar diejenigen Kreise, an die diese Zeit schrift sich wendet: aber alle athmen jenen Geist der Reaktion, gegen den Front zu machen als Pflicht jedes freien Künstlers erscheint." Das wohl derzeit führende Organ auf diesem Gebiet Da wird denn zunächst der famose Zusatz besprochen, Der Kunstwart", hat in seiner Berliner Beilage das Wort den die Vorlage zu§ 111 a des Strafgesetzbuches gemacht ergriffen, um zu zeigen, daß auch die bildenden Künste wissen will, der das Anpreisen oder„ Als- erlaubt- hinstellen" Gegenüber der Fassung dieser neuen Strafbestimmung weiß von der Reaktion mit Stangen und Spießen von von gewissen Vergehen unter exorbitante Strafen stellt. man wirklich nicht: soll man mehr staunen über die Unbefangenheit, mit der hier Begriffe als feststehend angenommen werden, Bütteln und Staatsanwälten bedroht zu werden sich Ueber diesen Zusatz heißt es am angeführten Orte: gefaßt machen dürfen. Diefer Paragraph kann nur demjenigen harınlos erscheinen, deren Grenzen die Philosophie seit Jahrtausenden vergeblich zu Im Polizei und Militärstaat führen ja die Künste der die Klippen zünftiger Jurisprudenz nicht fennt. Sollte man figiren bemüht war, oder soll man schärfer den Mahnruf er tönen lassen: Wachet auf! Euer bestes Können ist in Gefahr, überhaupt nur ein geduldetes Dasein, wobei sogar ihre dem Staate so müßte man auf den ersten Blick fragen volkswirthschaftliche Bedeutung, rein materiell betrachtet, nicht das Recht zugestehen, sich gegen denjenigen zu wehren, der unterdrückt zu werden. Was ist Religion? Welche ist gemeint? In einer Zeit, wo den zur Sicherheit seiner Bürger aufgestellten Strastoder auf durchaus nicht erkannt wird. Für die gemüthlichen und diese Weise zu beseitigen bestrebt ist? Wer aber weiß, was oft ieder ernste Mann sich sein eigenes Glaubensbekenntniß aufbaut! ethischen Momente erwartet man in Ländern, wo der Säbel in der Hand von Staatanwälten und Richtern ohne daß Und ist denn die Ehe noch immer, selbst in protestantischen und der Geldsack alles prostituirt, ja gar keine Rücksicht. ihnen der Vorwurf der Böswilligkeit zu machen wäre, sondern Landen, ein Sakrameut und nicht vielmehr eine menschliche EinMan weiß, daß echte Kunst ihr Lebenselement nur in der lediglich der, daß sie eben auch nur fehlbare Menschen sind ausrichtung? Aber auch das Eigenthum soll als solches heiligen Schuh Freiheit findet und diese wiederum fördert: aber gerade den Ausdrücken unserer deutschen Sprache geworden ist, welche Das können Säbel und Geldsack nicht dulden, weil es Aus- und Unterlegungen vorgekommen sind, der wird mit genießen. Es ist gleichgiltig, wie du es dir erworben haft; ob du es ergaunert, erwuchert hast, das Eigenthum ist heilig dann mit ihren Prärogativen bald Mathäi am letzten sein uns erklären müſſen: Weg mit biefem Paragraphen! Wer es er jenes Eigenthum, welches die Grundlage des Reichthums ist, von muß. Kapitalismus und Militarismus sind kultur- fahren hat, was allmälig aus unserem Unfug paragraphen geworden ist, wer es erfahren hat, wann z. B. es dem Staats- dem Chriftus predigt, es gehe eher ein Kameel durch ein Nadelfeindlich, folglich auch fun st feindlich. anwalte beliebte, wegen vorliegenden öffentlichen Interesses bei öhr, als daß ein Reicher in den Himmel komme. Beleidigungen einzuschreiten und wann nicht, der weiß auch, daß Der kunstsinnige Kritiker der Gesegesvorlage kommt zu dieser§ 111a genügt, um jede freie Kritik zu unterdrücken." dem Schlusse, daß man mit dieser Erweiterung des§ 130. An der Hand der famofen Motive", der sogenannten in der Hand jede freie That bedrohe, auf welchem Gebiete Begründungen zu den tassubischen Gesetzesvorschlägen wird der Kunst sie auch immer erfolgt sein mag. Er hebt auch dargelegt, daß es gefährlich sei, wie z. B. der Maler Kauf- gebührend hervor, daß die Vorlage von neuem eine Schranke mann gethan, die Freisprechung der Ehebrecherin durch zwischen der breiten Masse des Volkes und den sogenannten Christus zu malen und auszustellen, obgleich schon auf der Gebildeten aufrichten wolle. Schule an der Hand der Bibel mächtig viel Umsturz gepredigt werde. Vorbildlich ist es für den Staat Preußen, daß Winckelmann, der Begründer einer Kunstwissenschaft, dies im preußischen Staate nicht werden konnte, sondern ebenso wie Herder und andere große Preußen" ihrem Vater land den Rücken kehrten, um ihre kulturgeschichtlichen Sendungen erfüllen zu können. In Sparta haben die Musen nichts zu suchen, klagte Winckelmann mit sehr deutlicher Spize gegen seinen Heimathsstaat, der allzeit nur militärische Machtzwecke verfolgte, im günftigften Falle die Ausnutzbarkeit des Volkes steigerte, wie etwa der Viehzüchter seine Heerden hegt und nährt, um Milch, Wolle, Leder, Fleisch, Leim u. s. w. zu erzielen. " " Und die Staatserhaltenden" phantasiren fortwährend von Versöhnung der Gegensäge, Ausfüllung und UeberDas Große, das Neue komme selten geschritten auf der brückung der Kluft, Harmonie der Interessen", und wie die glatten Landstraße der Gesezmäßigkeit, und selbst, was für schönen Sächelchen alle heißen! Alle Künstler, Kunsthandwerker, Kunstindustriellen, das Unantastbarste, Heiligste gelte, die christliche Religion und ihre Stiftung wäre straffällig gewesen, wenn es damals Kunstkonsumenten und Kunstfreunde, alle, alle haben wir, Gesetze nach Art der Umsturzvorlage gegeben hätte. Ebenso wenn nus Künste und Kunstpflege noch irgend etwas mehr tämen auch natürlich die Reformation und ihre Helden"-als Setuba, als Firlefanz sind, dringende Ursache, gegen Joachim u. s. w., schlecht weg bei solcher Praxis! Einführung der neuen Henkergeräthe gegen die Kunst, die nichts ist als Arbeit in höchster Potenz", zu protestiren aus allen Kräften. Die neueste Zeit hat darin nichts geändert, Berlin ist der Sitz des preußischen Königs, der Präsident des Bundes der deutschen Fürsten und oberster Kriegsherr der deutschen Streitkräfte eine Hauptstadt deutscher Kunst ist es nicht. Der Zusatz zu§ 126 führe einen ganz neuen Begriff Die außerpreußischen Interessenten und Kenner der in die Strafgesetzgebung ein, das Hinwirken auf den Üm bildenden Kunst nun sehen in der Umsturzvorlage ein echt sturz der betreffenden Staatsordning". Nun, wir haben Feuilleton. [ Nachdruck verboten.] Zu Tode gehetzt! Eine Erzählung nach dem Leben von Franz Held. „ Mit Gewalt fannst Du das nicht durchsetzen. Wir werden ihm Miethsentschädigung zahlen müssen." Meinst Du?! Hm." Seine schäumende Wuth wurde durch diesen Gedanken bedeutend abgekühlt. Es ist immer noch besser, als daß er uns das Doppelte und Dreifache stiehlt und verdirbt, fuhr die Frau fort. Wir müssen auf jeden Fall endgiltig mit ihm aus einander kommen." " " Die Knechte und Mägde lugten neugierig und hämisch hinter allen Ecken des Hofes hervor. Schmeißt fie raus," wandte sich ihr Herr an die Lauscher zurück. Aber seine Frau wintte dem Gesinde ab. Sie müssen mir die Miethe, die ich hier nicht ab wohnen kann, in Geld vergüten!" schrie Rendelmann, während er sich zum Gehen wandte. Da thun Sie gut dran!" eiferte Frau Schwarz. Wir Schwarz tam nach zwei Tagen, während deren er fieberhaft, sogar Nachts durch, gearbeitet und so das nöthigste sind froh, wenn wir Sie erst heraus haben. Sie wissen für ein paar Tage im voraus erledigt hatte, auf sein Gut schon, weshalb." zurück. Kendelmann verstummte und warf einen scheuen Blick 4 Juzwischen hatten sich die beiden Frauen wacker weiter auf seine Frau. gezantt, daß alle Töpfe in der Küche wackelten und klirrten." Ja, gut!" teifte diese, wir ziehen noch heute! Mit Frau Kendelmann, der es nicht entgangen war, daß ihr so einem Gesindel zusammen kann's ja die Sanftmuth selbst Mann ein Auge auf Frau Schwart habe( sie kannte seine nicht aushalten!" „ Raus! Raus!" brüllte Schwarz mit erhobener Wüstlingsnatur von seinen häufigen Attentaten auf ihre Dienstmädchen her, und bedauerte ihn deshalb beständig). Faust. Die Verschmähte suchte ihre Wuth gegen ihre Nebenbuhlerin auf jede Art und Weise auszulassen. Sie schüttete der Gottliebe das Waschfaß mit Blau um, als ob es zu= fällig geschehen wäre beanspruchte die Waschküche die ganze Zeit über für sich allein, so daß ihre ältesten und schon auf den Aussterbe- Etat gefeßten Handtücher und Bett überzüge sich einer gründlichen Verjüngerungskur zu er freuen hatten füllte den Holzkeller mit ganzen Wäldern an, daß für das Holz der anderen fein Platz blieb Ungeziefer säubern tann." Was? Ungeziefer? Und vorher Dieb? Ich verklage wollte die Reinigung des gemeinsamen Hausflurs der Gotts war liebe aufbürden, die sie einer Kendelmann, anfänglich die Grobheit selbst, an gewiffe, nahr- Sie wegen Beleidigung, Sie gemeiner Kerl!" später nur noch in Gegenivart seiner Frau unverschämt hafte Borstenthiere gemahnenden Unsauberkeit zieh gegen Frau Schwarz gewesen. ließ endlich( als kräftigsten Trumpf!) das Schweineihrem Knecht von in den Brunnen- Trog " Weshalb müssen wir uns denn streiten?" hatte er futter enter vier Augen zu ihr gesagt. Wo Ihr Mann doch schütten, so daß dessen Wasser auf längere Zeit für die für ein paar Wochen fort ist wir tönnten so schön mit feindlichen Kühe und Pferde ungenießbar wurde und einander auskommen ähulicher Chikanen noch unzählige, wie sie nur ein erbostes Und seine Kinnladen hatten leise gebebt, wie er so vor Nachbarinnengemüth zu ersinnen weiß. ihr stand. Nun war Schwarz plötzlich wieder da! Zu dieser Nachgiebigkeit um jeden Preis war sie auch noch durch andere Gründe gekommen. Das Schlimmste hatte sie ihrem Mann noch gar nicht erzählt - denn sie tannte seinen Jähzorn. " Bei Tage sah er sie mit glimmenden Augen an, wie Es gab einen sehr heftigen Streit zwischen den beiden ein Wolf. Und als er sie einmal spät abends in der Nähe Männern. Schließlich warf Schwart dem Kendelmann die des Hühnerstalls allein traf, hatte er sie kurzweg um die Beschuldigung direkt ins Gesicht, er habe ihm so und so Hüften gepackt und an sich drücken wollen. Aber die kräftige viel Getreide vom Speicher gestohlen. Frau verabreichte ihm eene so nachdrückliche Ohrfeige, daß Jawohl, gestohlen!!" feine Nase start zu bluter anfing. Er ließ fie los, fluchte Kendelmann wollte statt aller Antwort auf ihn losund wagte feinen zweiten derartigen Versuch mehr. schlagen. Zum Glück fiel ihm seine Frau in den Arm, weil Es ist übrigens fein under( sagte sich Frau Schwartz), sie die Dinge denn doch nicht bis zu Mord und Todtschlag doß er mit seinem spindellürren Gestell von Ehegesponst getrieben sehen mochte. nicht zufrieden ist. Aber wie kann er sich da erdreisten, Der Beschuldigte erklärte feuchend, mit einem Menschen, gerade auf mich zu verfillen? Der alte Nußtuacker der ihn derartig beleidige, wolle er teine Stunde mehr zu sammen wohnen. Da sei man ja seines Lebens nicht mehr sicher! der!!" " Das thu' ich gern, wenn ich damit mein Haus vou " Und ich Sie wegen Brandstiftung und Diebstahl!"" " Sie sind ein ganz schmieriger Verleumder!" " Und Sie sind ein Erzspißbube, ein Hallunke und Filou!"" In diesem Tone ging es noch einige Zeit weiter, bis beide Parteien nicht mehr konnten. Ja, als nach drei Tagen die Familie Kendelmann wirklich mit Sack und Back abzog, wurde das„ klingende Spiel" des Gezänks womöglich noch lauter, denn Kendelmann nahm allerlei Geräthschaften mit, die ihm nicht gehörten. Und Schwarz, wie er das entdeckte, ließ sich von Thätlichkeiten nur durch die dringenden Vorstellungen seiner Frau abhalten. Sie hätte ein genaues Verzeichniß von allem gemacht, was sie mit auf den Hof brachten. Und sie könne vor Gericht beweisen, daß Kendelmann dies und jenes direkt gestohlen habe. Laß Dich nicht in eine Prügelei ein, schloß sie, wo Du ja doch alles durch's Gericht zurückbekommen wirst!" „ Ach was!" meinte Schwarz, als der Kendelmann'sche hochbepackte Möbelwagen an der Biegung der rothbraunen sonnengleißenden Landstraße hinter der dichtbeschneiten Erlenböschung verschwunden war. Wenn ihn die paar " H Politische Leberlicht. Berlin, 28. März. Aus dem Reichstage. Die Volksvertreter hatten heute die Aufgabe, innerhalb weniger Stunden diverse hundert Millionen Mark zu bewilligen. Position um Position wurde verlesen, ohne daß einer der verhältnißmäßig zahlreich anwesenden Abgeordneten hinhörte, um was es sich handelte. te erweifen_fi B " Fällt dies nicht unter§ 126 der Umsturz vorlage?| hervorrufen, dann sollen die Wahlen durch einen„ entDiefer Paragraph lautet: schlossenen Willen" gemacht werden Aviso für Herren Wer durch Androhung eines Verbrechens den öffent- von Köller und dann wird die Frage des Wahlrechts lichen Frieden stört, wird mit Gefängniß bis zu einem auf die Tagesordnung gestellt. Jahre bestraft. Man sieht, der Plan ist recht schön ausgeheckt- es Hat der Thäter in der Absicht gehandelt, auf den fehlt nur an der Durchführung. Diese zu durchkreuzen gewaltsamen Umsturz der bestehenden Staatsordnung hinzuwirten, oder darauf wird Sache der Wähler sein, und was an uns liegt, foll gerichtete Bestrebungen zu fördern, so tritt 3 uch tha u 3. geschehen, um diese darüber zu belehren, was auf dem ftrafe bis zu fünf Jahren ein; auch fann auf Spiele steht. Zu Beginn der Sigung und vorher schon erzählte man Bulässigkeit von Polizei Aufsicht erfannt werden. Noch ein Verrücktgewordener! Ein sonst unter sich allerhand Geschichten über neueste Beschlüsse der Re- Der Bundesrath überwies in seiner heutigen Plenarsizung Ausschluß der Deffentlichkeit erscheinendes Chemnizer gierung, darunter auch die Mittheilung, daß der Reichstag, die Vorlagen, betreffend den Entwurf eines Regulative über den Blättchen, die Deutschsoziale Zeitung", der wir auf nach Bewilligung des Etats, bis zum nächsten Herbst verzollamtlichen Verschluß der die Elbe und ihre Nebenflüsse be= tagt werden soll. Andere wieder wollten wissen, daß fahrenden Schiffe nebst Ausführungsvorschriften, sowie den Antrag diesem Wege zu etwas größerer Publizität verhelfen wollen, feine Vertagung, wohl aber die Auflösung be- Breußens wegen Zulaffung der Privattranfitlager ohne amtlichen schreibt: Mitverschluß für die in Nr. 9 des Zolltarifs aufgeführten Waaren Als Wilhem II. diese neuen Ordnungsbrüder im Schmutze schlossen sei. berichten über den Entwurf von Vorschriften, betreffend die Ver ( Getreide u. f. w.) den zuständigen Ausschüssen. Den Ausschuß- zappeln sah und als er ihr Gegrunze vernahm: Uns ist ganz fannibalisch wohl, meffung der Schiffe für die Fahrt durch den Suezkanal wurde ba faßte ihn Giel vor der Mehrheit, mit der seine Regierung A13 wie 163 Säuen, zugestimmt. Etel Die Unternehmer des Bismarck- Rummels haben Gesetze gemacht hatte. bisher in der Hauptsache, dank der Caprivi'schen Staatsweisheit, Jedem das Seine, dachte offenbar die Sache sehr schlecht gemacht und erleiden deshalb ver- Wilhelm II., und da Ostern vor der Thür ist, wo die Jungen Das Geschwindschritt- Marschtempo, mit dem die dritte dientes Pech. Zunächst war ihr Fehler, daß sie zu früh Benfuren bekommen, depeschirte er folgende Bensur über die Lesung des Etats heute durchgepeitscht wurde, verhinderte schrieen" und gleich so laut, daß es keine Steigerung Reichstagsmehrheit nach Friedrichsruh: es, daß irgend eine eingehendere Debatte statt mehr gab. Dann warfen sie den Erisapfel des Kaniz finden konnte. Unsere Genossen Bebel und Wollmar antrages zu früh hin; und endlich war es eine gewaltige begnügten sich deshalb, Anzapfungen der Herren Dummheit, daß sie durch ihre Brutalisirungsversuche den Rösicke und Möller( Dortmund) kurz zurückzuweisen, wäh- Reichstag zu dem weltgeschichtlichen Fußtritt des 23. März rend auf eine Anfrage des Abgeordneten Metzger, wie zwangen. Wären die Herren Geschäfts Rabaumacher es um die lange versprochene Reform der Seemannsflüger zu Werk gegangen, so hätten sie Deutschland am Ordnung stehe, vom Bundesrathstisch aus die Antwort 1. April recht hübsch in den April schicken können, während wurde, daß die Angelegenheit eine Bundesvaths- Kommission jetzt die Herren Hurrahpatrioten betrübt wie die Lohgerber beschäftige. den wegschwimmenden Häuten nachblicken und selber in den April geschickt sind. Alle diese Gerüchte erweisen sich als Phantasiegebilde. Die Regierung denkt weder an Vertagung noch Auflösung, sondern sie gedenkt, wie der Minister von Bötticher dem Hause versicherte, nach Ostern noch recht lange mit dem selben zusammen zu tagen. Beim Justizetat machte Abg. Gerisch den Versuch, die sächsischen Polizei und Gerichtspraktiken zur Sprache zu bringen; das Haus war aber so unruhig, daß die scharfen Angriffe unseres Genossen das Ohr der ferner Stehenden nicht erreichen konnten. V Folgt die Entrüstungsdepesche und dann heißt es unter anderem weiter: Donnerwetter, fagten alle anständigen Leute, das fizzt! Endlich einmal ein Kaiserwort, über welches alle Patrioten ungemischte Freude empfinden können. Jedem das Seine! Den Juden freie Fahrt auf Nimmerwiedersehen über die Grenzen Den Juden freie Fahrt auf Nimmerwiedersehen über die Grenzen Der Jubenpresse des Ofens Gluth! des Reichs! " Den Judenschuhmännern eindringlicher Unterricht über die nationalen Pflichten eines Deutschen! Im Reichstage herrscht unter den Geschlagenen des Den tobfüchtigen rothen Brüdern die Zwangsjacke! 22. März ein tragikomischer Katzenjammer; sie sind so ver Den Schweifweblern und Reptilien die Nilpferdpeitsche! tatert, daß sie noch am 1. April ganz marode sein werden Das letztere wünschen wir übrigens auch. vorausgesetzt, daß sie über den Bank um den KanitzGuten Geschmack verrathen Magistrat und Bürger Die Affäre AhIwardt fontra Kardorff fand knochen den denkwürdigen Tag nicht ganz vergessen. vorsteber Kollegium von Harburg. Diese Körperschaft dadurch ihre Erledigung, daß festgestellt wurde, daß Ahl- Die Preffe des Auslandes, so weit sie nicht durch hat am Dienstag folgendes Telegramm an den Kaiser abgesandt: wardt wieder einmal geflunkert hat. wohlbekannte Fäden mit der deutschen Regierung zu Dant ber biesigen Stadt für die Allerhöchfte Stundgebung fiber Ew. Majestät bitten wir unterthänigst, den ehrfurchtsvollen Auf Antrag aus dem Hause kommt morgen der Anfammenhängt, faßt ausnahmslos die durch das Tele ben empörenden Beschluß des deutschen Reich 3. trag Ranitz auf die Tagesordnung. Darüber wird man fich morgen und Sonnabend unterhalten und dann über gramm des Kaisers an den Fürsten Bismarck geschaffene tages vom 23. b. M. Allergnädigst entgegennehmen zu wollen." Lage als äußerst ernst auf, und erblickt darin den Ostern zu Muttern nach Hause gehen. Anfang eines schweren Konfliktes. Auch nicht eine dieser Die Agrarier werden ungemüthlich. In der heu Ju Abgeordnetenhause kam heute bald nach Beginn Auslassungen tann von uns veröffentlicht werden, weil sie tigen Sigung des Abgeordnetenhauses, in welcher der Sigung bie Interpellation der Abgeordneten v. Plöh bei der herrschenden Loyalitäts- Epidemie zur Anhängig der Landwirthschafts- Minister erklärt hatte, daß es mit dem und v. Mendel- Steinfels zur Debatte, ob die Regierung machjung von Majestätsbeleidigungs- Prozessen ausgenußt Antrag Ranih nichts wäre, sind sie ihm ziemlich heftig an noch in dieser Session geschliche Maßregeln ergreifen wolle, werden könnte. Im Ausland. nimmt man Kone den Wagen gefahren. Und über eine gestern im Reichsum die Verfälschung der Futter- und Düngemittel zu verflikte zwischen dem Haupt der Grekutive einer Anzeiger" veröffentlichte turze Denkschrift über die hindern. Der Minister erklärte, den Nothstand anzuerkennen und der Volksvertretung andererseits nicht so leicht, Gründe, die im Staatsrath zur Ablehnung des Antrages und sein möglichstes thun zu wollen. Aber das genügte wie die Echwadroneure unserer Hurrah- Minorität in ihrer Kanig geführt haben, schreibt heute Abend das Blatt des den Herren Agrariern bei weitem nicht, und nun ging es bodenlosen Gedankenlosigkeit es thun. Die Engländer und Bundes der Landwirthe, die Deutsche Tageszeitung": bös über den armen Landwirthschaftsminister her. Die Franzosen wissen aus der Geschichte ihrer Länder, daß Wir freuen uns dieser Dentschrift; denn wenn wir feudalen Herren Bauern" find bekanntlich jetzt, nach Ab- solche Konflitte zu Bürgerkrieg und Revolution führen bisher noch gegen einige kleine Einzelheiten Bedenken hatten, jo sind diese Bedenken durch die Denkschrift vollkommen beseitigt lehnung des Antrages Kanit im Staatsrath sehr tönnen. worden. Der Antrag Kanik muß wirksam, durchführbar, erungemüthlich geworden, und so zeigten sie denn auch Den kartellparteilichen Heißspornen, welche in ihrem folgreich sein, wenn man nichts anderes trotz aller Mühe heut im Abgeordnetenhause, daß sie, wenn sie wollen, auch nebereifer die Batterien voreilig demaskirt haben, ertheilen die und troß alles Sigens dagegen hat vorbringen können wirklich Bauern sein können. Die Regierung habe die hiesigen Neuesten Nachrichten" einen Rüffel, der freilich als bas, was nunmehr der staunenden Welt verkündet worden ist. Karre in den Dreck geschoben, nun folle der Minister sie selbst wieder erst recht deutlich zeigt, um was es sich bei wieder, mit tödtlicher Sicherheit... So bleibt Der Antrag Ranig bleibt und tommt auch wieder herausholen. In dem Stil ging es weiter.bem Geburtstagsklimbim handelt. dem Geburtstagsklimbim handelt. Das Hauptorgan der denn für uns der Antrag Kanit die Losung trotz alledem. Und Doch dies war nur ein Vorspiel: Morgen steht der Antrag Bismardjippe sans phrase fchreibt nämlich: über furz oder lang wird davon sind wir fest überzeugt Kanis offiziell auf der Tagesordnung des Reichstages, fein Grundgedanke durchgeführt werden müssen, troß alles sodaß auch dort noch manch kräftig Wörtlein über die Noth Sträubens und trotz aller Angst. Freilich ist's dann vielleicht Landwirthschaft gesprochen werden kann. Nächste zu spät. Wir beneiden diejenigen, welche die Verantwortung Sigung des Abgeordnetenhauses ist Sonnabend. tragen, nicht darum. Der Daß fonfervative, freilonservative und nationalliberale Blätter in den letzten Tagen einen Feldzug gegen das giltige Reichstagswahlrecht eröffnet haben, halten wir für einen großen politischen Fehler. Je unausbleiblicher eine Auflösung dieses Reichstages früher oder später ist, desto weniger Sinn hat Im Herrenhaus stand heute der Etat und das es, jetzt das Reichstagswahlrecht anzugreifen, mittels dessen früher drei Sternen spricht. Aber weiter in der That nichts, wie Gut gesagt, wie immer, wenn der Mann mit den Anleihegesetz auf der Tagesordnung. Interessant und sehr oder später die Neuwahlen unter allen Umständen zu vollziehen a eitgemäß war eine Aeußerung des Grafen Mirba ch, fein werden. Oder glaubt man, daß die jeßige Reichstagsmehr schöne Berlegenheitsphrasen. die wir hiermit tiefer hängen wollen. Er ließ sich über heit zu einer Modifikation des giltigen Wahlrechts die Hand Die Noth der Landwirthschaft. Das Amtsgut den„ beschämenden" Beschluß des Reichstages vom 23. März bieten würde? Im Gegentheil, sie wird sich den Wählern als Unseburg bei Magdeburg wurde vor dreißig Jahren an aus und bedauert die Haltung des Zentrums. Dann Hüterin diefer von nationaler Seite bedrohten" Privilegien vor einen Herrn Bannecke für 40 000 Mark verpachtet. In diesem richtete er an die verbündeten Regierungen die Auf- ſtellen und damit eine gewichtige Hilfe im Wahlkampfe gewinnen, Jahre läuft die Pacht ab und bot ein Herr Lucke, Fabriforderung namens aller Nationalgesinnten, einen wenn nationale Blätter fortfahren, ihr Bulver zur Unzeit zu tant aus Ahendorf, a chtzigtausend Mart, worauf neuen Reichstag auf der Basis eines neuen entschloffener Wille auch mit dem jezigen Wahlrecht selbstredend der alte Pächter weichen mußte. Kommentar Wahlrechts zusammentreten Lassen wesentlich andere Wahlen zustande zu bringen vermag und daß überflüssig. ( Beifall und Bewegung). Die Aufgabe sei sehr schwer; dieser Versuch unbedingt gemacht werden muß, bevor man die aber niemals sei das" Bu spät!" bedenklicher als in so hochpolitischen Momenten und auch Alexander der Große habe ein Mittel zur Ueberwindung solcher Schwierigkeiten gefunden! 3 it lumpigen Spatenstiele glücklich machen können, dann soll er sie sich einmachen lassen. Aber das Getreide, das er gestohlen hat, das schreib ich ihm noch auf den Buckel!" Dann ging er auf sein Zimmer und an den Sekretär, um sich noch einmal genau den Kontrakt anzusehen. Bon so einer Sippschaft ist alle 3 zu fürchten", brummte er zu seiner Frau zurück, die ihm über die Schulter sah. Sicher stimmt es auch mit dem Wisch nicht. Tamals hab' ich ihn in meiner Vertrauensseligkeit unter zeichnet, ohne Bunkt für Punkt genau durchzulesen." Und richtig! Er fand, daß bei den Papieren die AufLaffung über eine zwanzig Morgen große Paizelle fehlte. Cofort schrieb er an Kendelmann, er solle ihm die unterschlagene" Auflaffung unverzüglich schicken. Tags darauf erhielt er vom Adressaten auf offener Postkarte die Antwort, er bekäme das betreffende Schriftstück nicht( dreimal unterstrichen)- eher könne er sich den Kopf einrennen. Das war für Schwarz zu viel. Er fuhr sofort nach Hohenthal und reichte beim Amtsgericht Klage ein gegen Rendelmann wegen Betrugs und Diebstahls. Das mißte er durch ein von ihm selbst abgefaßtes Klageschreiben thun. Denn einen Rechtsanwalt gab's nicht in dem Dertchen er hätte denn den famosen Amtsvorsteher Zwiebel nehmen müssen, den intimen Freund Kendelmann's. Die Brandstiftung ließ er auf Drängen seiner Frau aus dem Spiel, weil er sie ja wirklich nicht beweisen fonnte. Fast gleichzeitig verklagte beim selben Gericht Kendelmann den Schwartz wegen Verbalinjurie. verknallen. Wir sind der Ueberzeugung, daß ein fester und Frage des Wahlrechts auf die Tagesordnung setzt. Wir dächten, diese Zeilen find deutlich und zeigen auch den Blödesten, worauf es abgesehen ist. Erst will man dutch Mobilifirung der Hurrahgarde die nöthige Stimmung Der Herr Amtsanwalt war infolge dessen bei der Gerichtssigung etwas verfatert und recht drakonischer Laune. Doch äußerte fich feine Magenverstimmung nur gegen Schwarz, den er bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit auschnauzte, er folle seine Schwarte halten". Schwartz wollte dann auffahren- aber ein rechtzeitiger Rippenstoß seiner Frau brachte ihn dazu, die Impertinenzen des Allmächtigen hinunter zu schlucken. wieder Reichstags Erfahwahl in Passau. Bei der am 27. d. M. vorgenommenen Ersazwahl ist der bisherige Vertreter des Wahlkreises, der Zentrumsmann Pichler, gewählt worden. Sein Mandat war in der WahlprüfungsKommission für ungiltig erklärt worden. Bei der Wahl im Jahr 1893 waren auf den Kandidaten der Sozialdemokratie 634 Stimmen gefallen. Ueber das genaue Stimmenverhältniß der gestrigen Wahl ist noch nichts genaues bekannt. Der Gesetzentwurf zur Bekämpfung des unTanteren Wettbewerbes soll, wie Herr v. Bötticher heute im Reichstage verkündete, womöglich dem Reichstag noch in dieser Session vorgelegt werden. Der Gottliebe, der Zengin des Schwarz für den SchlüffelUeber das neue Bankdepot- Gesek, daß dem Reichstag diebstahl und das Abhandenkommen des Getreides, schnitt zugleich mit dem Börsengesetz vorgelegt werden foll, ist neuer die imposante Magistratsperson ohne viel Federlesens furz- dings die Mittheilung verbreitet, daß danach diejenigen Banken, weg das Wort ab. Die Bengenschaft der Frau Schwart, rechtigt sein sollen, Einlagen anzunehmen. Diese Mittheilung, welche den Börsenhandel pflegen, in Zukunft nicht mehr beals der Gattin des Klägers, ließ Zwiebel nicht zu. fagen die Berliner Politischen Nachrichten", dürfte auf einem So wurde Kendelmann, gegen den nichts Gravirendes Irrthum beruhen. Im wesentlichen dürften die Bestimmungen ermittelt werden konnte", freigesprochen. des in Rede stehenden Gefeßentwurfs auf Maßnahmen hinausDagegen wurde Echwarz in der Verhandlung, die einige laufen, durch welche dem Publikum, das bei Banken oder bei Zeit darauf, kurz vor Pfingsten, zum Austrag der anderen Bantiers Depots hinterlegt, die möglichste Sicherheit gewährt Sache stattfand, wegen der Beleidigung gegen Kendelmann wird, daß diese Depots nicht angegriffen werden können. Zu zu 50 Mark Geldstrafe verurtheilt. Ein von Schwark diesem Ziele dürfte man dadurch zu gelangen fuchen, daß, wie mittlerweile wegen Fahrlässigkeit entlassener Knecht, einer es jetzt schon bei größeren Bauten geschieht, ein besonderes Nummernverzeichniß der Papiere den Depositaren ausgehändigt der Lauscher von damals, hinter der Stall- Ecke!, hatte aus und die Papiere in besonderen Mappen unter besonderem VerRache gegen seinen früherrn Herrn dessen Verbal Injurie schluß aufbewahrt werden müssen. Außerdem dürften Sicherheitseidlich bestätigt. maßnahmen dagegen als nothwendig erachtet werden, daß d Der solchergestalt triumphirende Rendelmann ermangelte Depots nicht unbefugterweise lombardirt oder verkauft werden nicht, sich der in der Person Zwiebel's für ihn ver- tönnen.förperten Justiz am Abend beider Gerichtstage durch AufFamilien Fideikommiffe. Die Abgeordneten enz fahren neuer Weinflaschen- Batterien erkenntlich zu zeigen. mann und Dr. Müller( Sagan) haben beim Reichstag folgenden Antrag eingebracht: Der Pachstag wolle be schließen: den Reichsfangler zu ersuchen, 31 veranlassen, daß dem Reichstage schleunigst ein Gesetzentwurf vorgelegt werde, burch welchen der durch Familien- Fit kommisse an Grund und Boden gebundene Besitz in frei Eigenthum umgewandelt und die Gründung neuer Familien- deikommisse an Grund und % Boden verboten wird. Ingrimmig knirschend bestieg nach dem zweiten Termin Schwartz seinen Wagen zur Rückfahrt. Er hätte gern vorher dem Amtsanwalt seine Meinung gesagt. Aber infolge des Zuredens seiner klugen Frau verbiß er seinen Einige Monate verstrichen in gewitterschwüler Stille. Groll und würgte seine Wuth herunter. Beim Termin in der ersteren Sache war dieser Proteus Der Gaul seines Wagens aber hätte infolge der FehlZum Frauenftimmrecht shreiben bürgerliche Blätter: Zwiebel zur Abwechselung einmal als Amtsanwalt thätig. barkeit der irdischen Justiz an der Unfehlbarkeit der Die Durchführung des Fraven stimmrechts in Ohio Zags zuvor hatte er wieder mit dem Kendelmann Stat ge- göttlichen zu zweifeln beginnen fönnen so unbarmherzig ist auf Schwierigkeiten gefloßen. an legten Sonnabend, wurde spielt. Die Situng war bis tief in die Nacht hinein aus- und unmotivirt zuckten die Peitschenhiebe auf ihn herab, in mehreren Städten des Staates de Anfang mit der Eintragung gedehnt worden, denn Kendelmann spendirte etliche Flaschen im hurtigen Zickzack, wie das ferne Wetterleuchten zwischen der Wählerinnen in die Wahlregiste gemacht, da am 1. April Rothfpon aufs gute Gelingen seines morgen zur Ver- den schattenweichen Baumwipfeln der ſammtenen Früh Wahlen stattfinden. Viele der Erschenenen nahmen jedoch Anstoß handlung kommenden Prozesses. sommernacht. ( Fortsetzung folgt.) daran, daß sie vorschriftsmäßig hr wirkliches After angeben - fouten, und verschiedene Bürgerinnen verzichteten lieber auf ihr Recht, als daß sie dem Gesetze genügt hätten. Gelogen, wie gedruckt! Mit solchen kindlichen Scherzen sucht man die berechtigte Forderung der Frauen auf politische Gleichstellung lächerlich zu machen und zu hintertreiben! Marshall und Greig zu 20 Jahren und 10 000 Dollars und die Ansehung eines solchen das Verfahren einzustellen sei. Dasselbe Brüder Lane zu 5 Jahren und je 5000 Dollars. Da das Urtheil gilt, wenn einer zur Freiheitsstrafe rechtsträftig verurtheilten vom 26. Januar datirt, find die Verurtheilten bereits sämmtlich Berson eine strafbare Handlung zur Last gelegt wird, und die in Sträflingskleidung gesteckt und in Arbeit gestellt worden. Sie Feststellung des Straffalles mit Rücksicht auf die noch nicht vollhoffen alle auf schließliche Annektirung Hawaiis durch die Verständig verbüßte Strafe unwesentlich erscheint. Die Aufhebung bes Einstellungsbeschlusses tann im Falle des Absatzes 1 binnen einigten Staaten und ihre dadurch gesicherte Freilassung. Heute wird übrigens von den Sandwichsinseln telegraphirt, einer Frist von drei Monaten nach Rechtskraft des Urtheils von daß das Standrecht in Honolulu jest wieder aufgehoben der Staatsanwaltschaft beantragt werden, wenn nicht Verjährung eingetreten ist." Darlamentarisches. Parteinachrichten. Parteigenoffen des vierten Wahlkreises! Wie Euch allen bekannt ist, wird am 1. April die ParteiKosten der Chicagoer Weltausstellung für Prenken. Auf Ersuchen der Rechnungskommission des Abgeordnetenhauses worden ist. um Angabe der Gesammtaufwendungen des preußischen Staates für die Beschickung der Weltausstellung in Chicago hat die Regierung eine Zusammenstellung angefertigt, in welcher eine Aus gabe von 768 687,81 m. nachgewiesen wird. Jedoch ist dies nicht die Gesammtsumme der Ausgaben. Die Kosten, welche aus Der Seniorenkonvent des Reichstages hat in seiner dem Rücktransporte entstanden sind, fonnten noch nicht genau Donnerstags- Sigung sich dahin verständigt, daß nach der Berathung angegeben werden, außerdem müssen die Ausgaben, welche ein- des Antrages Kanig, die Sonnabend zu Ende geführt spedition für unseren Streis eröffnet. Es ist Ehrenpflicht eines zelne Verwaltungen aus ihrem laufenden Etatsfonds bestritten werden soll, die Osterferien eintreten. Die Sigungen werden am jeden Genossen, diese neue Einrichtung erfolgreich zu gestalten. haben, erst durch Umfrage ermittelt werden. Die Regierung hat 23. April wieder aufgenommen. Die parlamentarischen Ar- Um die Vorarbeiten schneller zu erledigen und jede Störung zu sich deshalb vorbehalten, die Zusammenstellung zu vervoll- beiten beginnen nach den Ferien mit der zweiten Lesung der vermeiden, werden die Genossen ersucht, das Abonnement bei den bisherigen Spediteuren abzubestellen und dasselbe bei der Parteiftändigen. Jedenfalls wird die Summe der Kosten, welche dem Bolltarif- Novelle. spedition sofort bewirken zu wollen. preußischen Staate aus der Weltausstellung in Chicago erwachsen sind, nicht viel unter einer Million betragen. Zur Lippe'schen Regentschaftsfrage haben die AusschußDeputirten des lippe'schen Landtages, v. Lengerke, Schemmel und Potthoff, nunmehr beim Rabinetsminister v. Wolff gramm gegen die Regentschaftserlasse in Vertretung der Rechte des Landtages Verwahrung eingelegt, bis der Landtag die erforderlichen Beschlüsse zu fassen Veranlassung und genügende Grundlage habe. 3u letterer sei vor allem ein beglaubigter Nachweis über den gegenwärtigen Gesundheitszustand des nächst berechtigten Throninhabers zu rechnen. Die Namens- Eintragung kann in untenbezeichneten Lokalen geschehen. Die Wahlprüfungs- Kommiffion beschloß in ihrer Sihung am Mittwoch Abend die Wahl des Abg. v. Dziem bowsti Bomft( Posen III) Meseritz- Bomst, wegen Wahlbeeinflussung Die Abonnements- Sammellisten sind, soweit sie Leser entDie durch den Landrath, die Wahl für ungiltig zu erklären. Die halten, sofort an die entnommenen Stellen abzuliefern. Wahl des Herrn v. Dziembowski war besonders von den Polen Sentral- Sammelstelle befindet sich für den Often bei Wengels, bestritten, welche in der Stichwahl mit 240 unterlegen find.- Fruchtstr. 30; für den Südosten bei Toltsdorf, GörligerGegen die Wahl des Abgeordneten Böhlmann, welcher im straße 58. VI. Wahlkreis Elsaß- Lothringen( Schlettstadt) gewählt ist, liegt Die Abonnements Sisten liegen in folgenden ein Protest vor. Der Abgeordnete Pöhlmann ist Kreisdirektor in Lokalen aus: Schlettstadt, ein Altdeutscher, und im Reichstag den Deutsch- Für den Osten: bei Frit Wilke, Andreasstr. 26. fonservativen beigetreten ist. Die Kandidatur ist von den Wiedemann, Blumenstr. 38. E. Böhl, Frankfurter Auch im Auslande werden die Bismard'schen Verdienste Bürgermeistern des Streifes aufgestellt und diese betrieben auch Allee 74. Otto 3abel, Frankfurter Allee 90. Wilh. Rattte, Krautstr. 48.um die Hebung der allgemeinen Kultur, wie schon wiederholt die Agitation für die Wahl des Kreisdirektors. Der einzige oc, Friedrichsbergerstr. 11. hervorgehoben, gebührend gewürdigt. So schreibt ein Basler Bürgermeister, Herr Spieß in Schlettstadt, welcher sich weigerte, Bippte, Grüner Weg 14. Stabernad, Mühlenstr. 49. sich an der Aufstellung des Böhlmann und an der Agitation Ch. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Bredschneider, " Die Verlästerung der Schweiz als wildes Land", die Ein- für denselben zu betheiligen, wurde furs nachher auf grund der Rüdersdorferstr. 46. Röpnid, Schillingstr. 30a.path. Späth, führung der politischen Polizei und die neuere Ausweisungs- in den Reichslanden geltenden Ausnahmebestimmungen von der Weinftr. 28.$. Bolze, Landsbergerstr. 41. Bogel, praxis unseres Bundesrathes find Ausflüsse der BismarcfRegierung furzer Hand feines Postens enthoben. Angeb- Elbingerftr. 9.- Owczaret, Bangestr. 65. fchen Schandpolitik." Für den Suboften bei: Wilhelm Erbe, Cuvrylich soll der Gemaßregelte für einen regierungsfeindlichen Kan didaten gewirkt haben, eine Angabe, welcher Herr Spieß auf das ftraße 25.-G. Trittelwit, Faldensteinstr. 7.- 2.201t3entschiedenste widerspricht. Auf Herrn Pöhlmann fielen 6686, borf, Görligerstr. 58. Streit, Naunynſtr. 86. Neue Patriotenliga. Dem Gaulois" zufolge ift die auf seinen altelfäffischen Gegner 4865 Stimmen. Für den Kan- Schilling, Pücklerstr. 55. Köppen, Reichenbergerstr. 118. frühere Patriotenliga unter dem Namen Patriotische bibaten der Sozialdemokraten wurden im Kreise 175 Stimmen Schmidt, Adalbertstr. 16. Bieberstein, Lausitzer Liga der französischen Interessen" unter der abgegeben. Die Kommission beschloß in der Donnerstags- Sigung, Platz 2.- Fürstenau, Manteuffelstr. 52.- 2utas, Präsidentschaft von Déroulède wieder errichtet worden. Da die Entscheidung über die Giltigkeit der Wahl auszusehen und Wrangelstr. 32. Schayer, Reichenbergerstr. 54. Rumpf. fann man ja nächstens wieder recht nette chauvinistische Hegen dem Reichstag zu empfehlen, die beantragten Beweiserhebungen Wienerstr. 21. Roll, Waldemarstr. 61. zu beschließen. Die Fünfzehner Rommission. Blatt: Und das Blatt hat recht. erwarten. bleibt. Die Wahlen zum dänischen Foltething sind auf den 9. April festgesetzt, so daß, da der Schluß des Reichstages mit Anfang April erwartet wird, den Abgeordneten nur furze Zeit zur Abhaltung ihrer üblichen Wählerversammlungen, die sich oft auf mehrere auseinanderliegende Ortschaften erstrecken, übrig Schweden und Norwegen. Zur Lösung des Verfassungsund Verwaltungskonflikts diefer beiden Länder werden weitere Verfuche gemacht. In der nächsten Beit sind im schwedischen Reichstage und im norwegischen Storthing königliche Vorschläge betreffend die unionellen Streitfragen zu erwarten. Die felben follen hauptsächlich darin bestehen, daß bie beiden Unionsländer ihr eigenes Ronfulatswesen erhalten, was eine Verwendung gemeinsamer Konsuln im großen Maß stabe nicht ausschließt. Die Verwaltung der auswärtigen Angelegenheiten des Reichs soll auf einer gemeinsamen Grundlage mit Gleichberechtigung beider Unionländer geordnet werden. Der Minister des Auswärtigen kann entweder Schwede oder Norweger sein, das ganze Ministerium des Auswärtigen soll eine gemeinsame Institution sein. Die Frage der Verantwort eine gemeinsame Juſtitution sein. Die Frage der Verantwort lichkeit des Ministers des Auswärtigen wird durch die Errichtung einer Delegation aus dem schwedischen Reichstage und dem norwegischen Storthing geregelt. 1 M In der Reichstags- Kommiffion für das Tabatsteuer- Im Reichstags- Wahlkreise Passau tobt der Wahlkampf, geje wurde gestern die Nr. 2 des§ 1 berathen, welcher den wie der Münch. Post" mitgetheilt wird, auf das heftigste. Der Boll auf Tabatfabrikate feftsetzt, und zwar für Bigarren und Sentrumslandidat Pichler, der selbst agitatorisch sehr thätig Bigarretten 900, für andere Fabrikate 450 M. Ein weiterer ist, muß es erleben, daß immer mehr Schäflein abfallen und überAbsatz besagt:„ Der Bundesrath ist ermächtigt, Brafiltarotten zur gehen, entweder zu den Bauernbündlern oder gar zu den Rothen. Herstellung von Schnupftabat unter Kontrolle der Verwendung zum Am 24. d. M. sprach der Genosse v. Vollmar vor etwa 500 Seine Rede, die das Verhalten der Bollfag von 180 m. für 100 kg zuzulaffen. Abg. Müller- Personen in Passau. Fulda( 3.) wünscht eine Erhöhung des Bolles auf importirte Bentrumspartei auf's schärffte geißelte, wurde mit großem Beifall, lich, den Werthzoll in das vorliegende Gefeß hineinzuarbeiten und Fabritate. Staatssekretär Graf Posadowsky hält es für unmög- auch von anwesenden Landleuten entgegengenommen. Eine Protefterklärung gegen den von den Gemeinde- und giebt anheim, diesen Wunsch in einer Resolution zum Ausdruck zu bringen. Abg. Müller beantragt darauf folgende Re- Schulbehörden in Szene gefeßten Bismarckrummel erlassen die folution: zu erklären, daß für die ergiebigere Gestaltung der sozialdemokratischen Gemeinderaths- und Schulvorstands- MitEinnahmen aus der Tabaksteuer die Form eines Werthsteuer- glieder einer ganzen Reihe von Ortschaften um Dresden. Buschlags auf importirten Rohtabat der Tabak Fabrikatsteuer protestiren dagegen, daß die ordnungsparteiliche Minderheit, vorzuziehen sei und daß kein Bebenken bestehe, aus ersterer Mehr- die nut infolge eines ungerechten Wahlsystems die einnahmen in noch zu bestimmender Höhe zu bewilligen, fofern Mehrheit in den Schul- und Gemeinde Verwaltungen ein Bedürfniß dafür nachgewiesen ist und die verbündeten Re- bildet, bie Kinder der proletarischen Mehrheit zwingen gierungen sich von der Durchführbarkeit dieser Besteuerungsform will, einen Mann zu ehren, mit dessen Namen die brutalste überzeugt haben." Die Kommission beschließt, diese Resolution Unterdrückung der berechtigsten Bestrebungen der Arbeiterklasse, erst in der zweiten Lesung zur Verhandlung und Ab- die Bernichtung unzähliger Arbeitereristenzen, die Schmach des ftimmung zu bringen. Der in Nr. 2 des§ 1 vorgeschlagene Sozialistengefeßes untrennbar verknüpft ist. Schließlich wird 3oll auf Tabatfabritate und der mitgetheilte Schlußfat noch ziffernmäßig nachgewiesen, daß in den in betracht kommenIn Japan ist am 25. d. M. folgendes faiserliches Restript werden darauf einstimmig abgelehnt. Der Vorsitzende, den Gemeinden die sozialdemokratische Bevölkerung bei weitem veröffentlicht worden: Abg. Frißen, giebt nun zu erivägen, ob es, nachdem die Grund- überwiegt. Bei der 1893er Wahl wurden 4649 sozialdemo China liegt gegenwärtig mit uns im Kriege, aber nachdem lagen des Gesetzes abgelehnt worden, überhaupt noch angezeigt fratische gegen nur 1701 ordnungsparteiliche Stimmen abgegeben. es einen Gesandten unter den gehörigen Formen und Ge- erscheine, in die zweite Lesung einzutreten. Abg. Dr. Schädler( 3.) bräuchen zu uns gesandt, um über den Frieden zu unter: wäre dafür, wenigstens noch in erster Lesung den Theil des Ge Mülheim a. d. Ruhr. Die am 24. März abgehaltene handeln, haben auch wir unsere Bevollmächtigten ernannt, setzes zu berathen, der den Tabakpflanzern Erleichterungen bringen Kreistonferenz des Wahlkreises Duisburg Mülheim war um in Shimonoseti mit ihm zusammenzukommen und zu könne, zieht aber den Vorschlag auf fast allseitigen Widerspruch zurück. von sechs Orten beschickt. Die Tagesordnung lautete: 1. Bericht berathen. Da es angemessen ist, daß wir im Einklang mit dem G3 entspinnt sich darauf eine längere Debatte darüber, ob und der Bertreter der einzelnen Orte, Agitation u. f. w. 2. Wahl bestehenden internationalen Brauche und zur Ghre des Landes wann die zweite Berathung beginnen foll. Die Abgeordneten eines Kreisvertrauensmannes. 3. Kandidatenfrage. 4. Anträge dem chinesischen Gesandten geziemende Behandlung und Schutz Richter und Frese sind dafür, möglichst bald, womöglich noch der Delegirten. 5. Verschiedenes. Der 1. Buntt entrollte ein zn theil werben laffen, haben wir es den zuständigen Behörden in dieser Woche, auch die zweite Lefung zum Abschluß zu bringen, wahrhaft feltenes Bild von den oft unglaublichsten Maßzur besonderen Pflicht gemacht, zu diesem Ende nichts außer um endlich die schwer heimgesuchte Tabatindustrie zu beruhigen. nahmen und der Gesetzesuntenntniß mancher Polizeiorgane. acht zu laffen. Wir bedauern aufs tiefste, daß leider Auf Antrag des Abgeordneten Dr. Schädler entscheidet sich So wurde von Duisburg berichtet, daß ein Beamter ein Missethäter aufgetaucht ist, ber Dem Gesandten jedoch die Kommission mit 14 gegen 11 Stimmen dahin, erst das Wort Purpurroth" das in einem Liede vorkommt, Unbill zufügte. Der Uebelthäter wird natürlich von den nach den Osterferien in die zweite Lesung des Tabaksteuergesetzes für sehr staatsgefährlich hielt und den Gesang inhibiren zuständigen Behörden nach den Gesetzen ohne die ge- einzutreten. ringste Nachsicht bestraft werden. Wir befehlen allen Beamten und dem Volke, unseres Willens strenger und genauer eingedent sich zu bestreben, Ausschreitungen zu verhüten, daß der Ehre und dem Ruhme unseres Volkes nicht Eintrag geschehe." Man glaubt, daß die Friedens Verhandlungen in einigen Tagen wieder aufgenommen werden. Abg. Schneider( frs. Bg.) weist in längeren Darlegungen nach, wie durch diese Bestimmung der Hausirhandel nahezu vernichtet wird. wollte. Die Vertreter von Oberhausen und Weiderich flagten gleichfalls über vielfache Beschränkungen ihrer BewegungsDie Gewerbe- Ordnungs- Kommiffion tagte am Donnerstag freiheit. Weiter wurde über die Saalsperre getlagt. Mit AusVormittag. Zur Berathung steht der§ 60 des Antrages Gröber. schluß Mülheims ist in allen vertretenen Orten tein Lokal zu Nach diesem Antrage soll der Wandergewerbeschein nur für einen Vereinen und Versammlungen zu haben. In bezug auf Regierungsbezirk ertheilt werden eine Ausdehnung auf einen die Presse ist mitzutheilen, daß der Werth diefes allerwichtigsten neuen Bezirk bedarf des besonderen Antrages und kann unter Agitationsmittels noch überall im Kreise viel zu wenig erkannt bestimmten Voraussetzungen versagt werden. In mehreren wird. Von einer Seite wurde betont, daß die Tagespresse des Der Aufstand auf der Insel Cuba ist keineswegs unter. Eventualanträgen zu§ 57, 60 und 61 beantragt Gröber( Bent.) Rheinlands„ ruppiger", soll heißen populärer, drastischer schreiben wollten. Die Aufständischen auf Cuba haben die spanischen brauch zu machen. drückt, wie die spanisch- offiziöfen Telegramme glauben machen den Landesregierungen anheimzugeben, von dieser Befugniß Ge- müffe. Die Wahl eines Kreis- Vertrauensmannes wurde allerseits als recht praktisch angesehen, weil dadurch der ganze Kreis Truppen bei Camochuelos geschlagen. Der Anführer der unterlegenen Abtheilung foll vor ein Kriegsgericht gestellt werden. organisch verbunden würde. Es soll besonders Aufgabe des Der General Martinez Campo 3, der sich eben in Vertrauensmannes sein, die Genossen der zerstreut liegenden ländlichen Orte zu sammeln und ihnen ermuthigend und Spanien durch seine Säbelherrschaft so verdient um's Vaterland an die Hand zu gehen. Geheimrath v. Sybow giebt im Namen der preußischen berathend und unterstüßend gemacht hat, hat den Posten des Generalgouverneurs von Cuba Regierung die Erklärung ab, daß die Regierung auch dem Genoffe Fritz Kahl, Duisburg, Neundorferstraße wurde angenommen, wo er bereits früher in ähnlicher Stellung war, Eventualantrag Gröber nicht zustimmen kann. Bayern würde hierfür gewählt. Zum Reichstagskandidaten wurde einund wird sich in anbetracht des Ernstes der Lage bereits am durch ein Landesgesetz von dieser Bestimmung der Gewerbe- ftimmig unter großem Jubel der Genosse Hermann Rohrlack 2. April einschiffen.Ordnung Gebrauch machen, damit sind die anderen füddeutschen in Berlin gewählt und verpflichteten sich die Anwesenden, mit Weiter liegt eine interessante Depesche der„ Central News Staaten gleichfalls gezwungen, diesen Weg zu beschreiten, und allen Mitteln dahin zu wirken, unseren Kreis wieder unter das of Germany" vor. Danach lassen die neuesten Nachrichten feinen wäre somit eine Mainlinie in optima forma wieder hergestellt. Banner der Sozialdemokratie zu bringen. Weiter wurde noch Zweifel obwalten, daß der Aufstand im Wachsen und die Lage v. Landmann( bayerischer Bevollmächtigter): Wir wollen beschlossen, daß alle überflüssigen Gelder dem Kreisvertrauenseine äußerst ernste ist. Das Kabinet hat beschlossen, zunächst im eigenen Lande Ordnung schaffen und dahin wirken, mann zu überweisen find; daß jedes halbe Jahr eine KreisMarschall Martinez Campos mit 9700 Mann und zehn Geschüßen baß die Hausirer sich einem anderen Gewerbebetrieb zuwenden. Das tonferenz stattfinden soll; und das rheinische Agitationsnach Kuba zu entfenden. Campos tritt seine Expedition am Vorgehen Bayerns würde die von der preußischen Regierung Romitee an den Beschluß Des Duisburger ParteiDienstag an und wird nach seiner Ankunft in Cuba den Ober- gefürchteten Folgen nicht haben. Die verschiedenen wirthschaft tages zu erinnern und zu ersuchen sei, sobald wie möglich befehl übernehmen. Die spanischen Kreuzer Pinzon"," Caftilla" lichen Verhältnisse bedürfen auch der besonderen gefeßlichen im Reife Duisburg- Mülheim Duisburg- Mülheim eine Gratisverbreitung der und Filipinas" haben Befehl erhalten, sich sofort unter Voll Regelung. Niederrh. Volkstribüne" stattfinden zu lassen. Damit fand die dampf nach Cuba zu begeben. Man glaubt, daß eine Freibeuter. Abg. Hasse: Er wäre geneigt, den weitgehendsten Be Konferenz ihren Abschluß. Wenn wir auch im Kreise, wie Expedition von Costa Rica an Bord englischer Schiffe auf dem ftimmungen für die Beschränkung des Haufirhandels zuzustimmen, der Bericht zeigt, mit außerordentlichen Schwierigkeiten zu rechnen Wege nach Cuba ist. wenn nicht die Detailreisenden mit den Hausirern gleichgestellt haben, so ist die Thatkraft der Genossen dadurch keinesfalls erVom Hochverrathsprozeß in Honolulu gehen der Boff. werden. Redner erklärt sich mit dem Eventualantrag Gröber lahmt. Im Gegentheil wurde allseitig versichert, daß alle 3tg." aus Australien recht intereffante Mittheilungen zu. Nach einverstanden, behält sich aber feine Stellung für die zweite Chikanen und Drangfalirungen nur dazu beitragen könnten, den Gegendruck zu verstärken und an das Wort zu erinnern: hawaiischem Gesetz ist Gefängnißstrafe für verbrecherische Hand: Lesung vor. Drängt Sturmschritt vorwärts in den Streit, Wenn auch der Feind Kartätschen speit!" " " lungen stets mit schwerer Arbeit verbunden. Der Eytönigin, Abg. Schmidt- Berlin( Soz.) und Abg. Dr. Pachnide die bekanntlich zu fünf Jahren Gefängniß und Strafzahlung von( frs. Vg.) wenden sich gegen die Anträge Gröber. 5000 Dollars verurtheilt worden ist, wird die Zuchthaus- Abg. v. Holleuffer( f.): Seine Frattion stehe auf dem arbeit jedoch erlassen. Weitere Milderung des Urtheils scheint Standpunkt, den Hausirhandel möglichst zu beschränken, weshalb die Regierung nicht gewähren zu wollen Infolge des Ein- er für den Eventualantrag Gröber stimmen werde. spruchs der Gesandten der Vereinigten Staaten und Englands Bei der Abstimmung wird der Eventualantrag Gröber hat Präsident Dole soeben sämmtliche Todesurtheile in lange gegen die Stimmen der freisinnigen und sozialdemokratischen Gefängnißstrafen umgeändert. So wurden die Rebellenführer, Mitglieder sowie des Abg. Strombeck( 3.) und des Abg. Frant die Amerikaner Gulick, Seward, der Engländer Rickard, die( ntl.) angenommen. Mischlinge Wilcox und Nowlein, der Deutsch- Hawaiier BertelDie Parteikonferenz des 1. pfälzischen Wahlkreises, die am 24. d. M. in Ludwigshafen stattfand, war von 13 Orten beschickt. Die Konferenz stimmte dem Vorschlag der AgitationsKommission zu, welcher dahin geht, für die Pfalz bald ein eigenes Organ herauszugeben.( Bisher wird in der Pfalz die Mannheimer Volksstimme" verbreitet.) Die Maifeier beschloß man dergestalt zu begehen, daß überall da, wo es möglich ist, am Abend des 1. Mai eine Bersammlung oder eine Festlichkeit stattzufinden habe. * mann( die das Kriegsgericht zum Tode verurtheilt hatte) zu je In der Justizkommission des Reichstage wurde gestern 35 Jahren Zuchthaus und je 10 000 Dollars Strafzahlung§ 208 der Novelle zum Strafprozeß in folgender nach dem verurtheilt, das Urtheil gegen Nowlein und Bertelmann, die als Antrage des Abg. Lerno abgeänderten Fassung augenommen: Auf Antrag der Mannheimer fozialdemokratischen Staatszeugen aufgetreten, vorläufig aber nicht vollstreckt und Betraf das Vorverfahren mehrere derselben Berson zur Last diese in Freiheit gesetzt, ferner Karl Widemann, Sohn des her- gelegte strafbare Handlungen, und erscheint für die Straf Stadtverordneten machte der Stadtrath die von der dortigen vorragenden hiesigen deutschen Exministers, zu 30 Jahren Zucht zumeffung die Feststellung des einen oder des anderen Straf- Handelskammer ausgehende Petition gegen die Tabat- Fabritatsteuer haus und gleichfalls 0000 Dollars Strafzahlung, die Amerikaner falles unwesentlich, so kann das Gericht beschließen, daß in zu der seinigen. " Wahlkreis Konferenz. Am 31. März findet für den Ausschuß will diese Summe als fünftig wegfallend" bezeichnen, Ein unfittliches Verhältniß" soll, wie erzählt wird, die Finanz Wahlkreis Hagen Schwelm in Sprokhövel eine Wahlkreis Ron- da er die Beseitigung dieses Magerschweinemartts der Seuchen- deputation mit einigen Beherbergern unterhalten haben. Zweds ferenz statt. Als provisorische Tagesordnung ist vorgeschlagen: gefahr wegen für nothwendig hält. Die Versammlung stimmt Regulirung von Straßenzügen hat, so wird erzählt, der hamAgitation und Organisation, die Presse und Kandidatenfrage. dem zu. burgische Staat im vorigen Jahre einige Häufer im Specksgang Beim Etat für den Schlachthof kommt der Referent antaufen müssen, in denen Bordellwirthschaften betrieben wurden. Genoffe Segih in Fürth trat am 25. d. M. die ihm Stadtv. Heilmann auf die gestern in dem Abgeordneten Die Finanzdeputation zog sehr hohe Miethen aus diesen Häusern, megen Beleidigung" des Nürnberger Bürgermeisters zuhause gegen die städtische Verwaltung gerichteten Angriffe zurück, infolge des schlechten Geschäftsganges" blieben aber einige der diftirte vierwöchentliche Gefängnißftrafe an. die ja der Vorsteher an Ort und Stelle schon treffend zurück- Bordellwirthe mit ihren Miethen im Rückstande. Darauf sollen gewiesen habe und die zum allergrößten Theile hinfällig seien. dieselben nun von der Finanzdeputation auf Zahlung der Der bestehende Schlachtgebührentarif soll auch für 1895/96 rückständigen Miethe verklagt worden sein, das betreffende Gegelten; die Schaugebühr für ein Rind wird von 50 auf 40 Pf. richt aber soll die Finanzdeputation mit ihrer Klage gegen die herabgesezt, im übrigen bleiben auch die Echaugebühren unver- Bordellwirthe tostenpflichtig abgewiesen haben, nach dem Rechtsändert. grundfahe, daß Klagen, denen ein unfittlicher Vertrag" zu Der Etat wird genehmigt, desgleichen der Etat der Markt- grunde liegt, nicht statthaft sind. Wir haben leider näheres über hallen, bei dem eine Resolution zur Annahme gelangt, welche die Sache noch nicht erfahren können. Ist das erwähnte Urtheil Ermittelungen behufs gerechterer Vermiethung der Standplätze wirklich ergangen oder ist es zutreffend, daß in staatlichen Gevom Magiftrat angestellt zu sehen wünscht. bäuden Bordellwirthschaften betrieben werden, dann ist das eine vortreffliche Illustration zum Kampf für Religion, Ordnung und Sitte". Die Gewerbegerichts- Wahlen in Fürth ergaben den vollständigen Sieg der sozialistischen Lifte sowohl für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer und zwar siegten die Arbeitnehmer mit 1200 Stimmen gegen 93 Hirsch Dunckerianer. Die Arbeitgeber mit einer Majorität von 40 Stimmen. * * = Eine rothe Märznummer ist auch in Amerika erschienen, herausgegeben vom Voltsanwalt in Cleveland D. In mehreren Artikeln und Freiligrath's Gedichte: Die Revolution, werden die Erinnerungen an die Kämpfe der Vergangenheit erneuert. Ein Glückauf den Brüdern jenseits des Ozeans! GIGAO Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Genosse Pe us wurde am 27. d. M. von der Des= faner Straffammer wegen Richterbeleidigung zu zwei Monaten Gefängniß verurtheilt. Er hatte in einer Rede die rigorosen Verurtheilungen, die im Attentatsjahre 1878 und später von deutschen Richtern erfolgt sind, kritisirt. Der Staatsanwalt hatte 8 Monate beantragt. - Die Beschwerde des sozialdemokratischen Volts vereins in Solingen gegen die Wahl der Arbeitgeber zum Gewerbegericht wurde vom Bezirkausschuß zu Düsseldorf verworfen. Am 27. d. M. fand in Falkenstein i. V. die Haupt verhandlung statt gegen die 22 Bersonen, welche gelegentlich der am 26. November v. J. stattgefundenen Versammlung nach Auflösung derselben den Saal nicht sofort verlassen haben sollen. Von diesen wurden 16 Mann zu je 3 M. Geldstrafe event. 1 Tag Haft, Künzel dagegen zu 25 Mt. Geldstrafe event. entsprechender Haft verurtheilt. Ein Angeklagter wurde freigesprochen. Gegen 4 weitere Angeklagte wird nochmals Verhandlung stattfinden, theils wegen nicht genügender Beweisaufnahme injolge Fehlens eines Beugen. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, den 28. März 1895, nach m. 5 Uhr. Die Etatsberatung wird fortgesetzt. Der Etat der Straßenbeleuchtung, Straßenreinigung und Straßenbesprengung wird unverändert genehmigt. Beim Etat der Gasanstalten theilt der Ausschuß mit, daß bezüglich der Herabsetzung des Preises für das Gas zu gewerblichen und Kochzwecken die Verhandlungen mit der englischen Gesellschaft noch nicht abgeschlossen sind. Es wird daher in dem im Entwurf veran schlagten Einnahmen einstweilen nichts geändert. Der Magiftrat stellt eine Vorlage hierüber in Aussicht, sobald die erwähnten Verhandlungen zum Abschluß gelangt sind. In Sachen der Ausführung von Privatleitungen zu Kochund Heizzwecken hat der Ausschuß über die aus seiner Mitte aufgetretenen Klagen wegen mehrfacher Ablehnung der in Aussicht geftelten unentgeltlichen Legung von Zuleitungsröhren folgende Resolution vereinbart: Den Magistrat zu ersuchen, zu veranlaffen, daß in betreff der unentgeltlichen Zuführung der Gasröhren bis zum Gasmeffer bei Gebrauch des Gases zu Roch, Heizund Wirthschaftszwecken sowie zum Betriebe von Motoren von der Deputation der städtischen Gaswerke bestimmte Grundsäge aufgestellt werden. Nachdem die Versammlung diesen Antrag einstimmig angenommen, fommt Stadtv. Det er auf das nach seiner Ansicht eigenthümliche Verfahren des Magistrats zurück, der zuvor mit ber Englischen Gesellschaft unterhandle, ehe er mit der Ver fammlung über die Frage der Ermäßigung des Preises für Kraftgas einig geworden sei. Außerdem wirst der Redner dem Magistrat und besonders dem Stadtrath Marggraff mangelnde Roulanz und geradezu Unluft gegenüber den Anträgen des Pu blitums bezüglich der Zuleitungen vor. Stadtrath Marggraff verwahrt sich gegen diese Behauptungen; nach der Lage der Verhältnisse mußte zuvor mit der Englischen Gesellschaft verhandelt werden. Der Gasetat wird genehmigt unter Absehung von 40 000 M. von dem Betrage von 600 000 M. Ausgaben in Veranlassung der Privatbeleuchtung; ferner mit kleinen Abftrichen der Etat der Wasserwerke. Der bisherige Tarif für die Wasserlieferung bleibt in fraft. Der Nettoüberschuß für die Stadtkaffe beziffert sich nach diesen Beschlüssen bei der Verwaltung der Gaswerke auf 3 682 140, bei den Wasserwerfen auf 1700 900 Mart. Es folgt die Berathung des Etats der Kanalisations werke und Riefelfelder. Die steigenden Kosten für die Bewirthschaftung der Rieselfelder, die schon lange feine Rente mehr abwerfen, sondern in diesem Etatsentwurf eine Unterbilanz von 59 814 M. aufweisen, haben im Ausschuß zu einer Erörterung Veranlassung gegeben; man hält für nöthig, dieser unerfreulichen Erscheinung näher zu treten, und schlägt der Versammlung vor, einen besonderen Ausschuß niederzusehen, der über Bebauung, Anpflanzung und Be wirthschaftung der Riefelfelder berathen und demnächst berichten soll. Außerdem soll der Magistrat ersucht werden, der Kanalifations- Deputation aufzugeben, einen generellen Plan für die Bewirthschaftung der Rieselfelder, sowie einen Normaletat für die Besoldungen der Beamten aufzustellen und vorzulegen. Beide Resolutionen werden von der Versammlung ohne Diskussion angenommen. Das Kapitel Kapital- und Schuldenverwaltung" wird mit 13 Millionen genehmigt. Der Spezialetat Verschiedene Einnahmen und Ausgaben" enthält auch die Leistungen der Stadt für wohlthätige und gemeinnüßige Stiftungen und Institute. Gewerkschaftliches. Für den Fröbelverein sind wie früher 4500 M. vorgesehen. Achtung, Töpfer! Kollegen! Unterzeichnete, in der am Ueber die Petition des Vereinsvorstandes, die Beihilfe auf 26. März tagenden öffentlichen Töpferversammlung gewählte 6000 M. zu erhöhen, wird zur Tagesordnung übergegangen. aus vier Personen bestehende Kommission unterbreitet Euch folNeu eingestellt sind 6000 M. als Beihilfe bis auf weiteres genden, in der Versammlung gefaßten Beschluß: zahlbar an den Vorstand des Berliner Lokalvereins des Die Versammlung weist mit Entrüstung das rigorose evangelisch firchlichen Hilfsvereins zur Unterhaltung feiner Vorgehen des Unternehmerthums, insbesondere das der Pflegestationen für häusliche ständige Krankenpflege. Der Innungsmeister gegen unseren Lohntarif zurück und macht Ausschuß hat die Forderung gestrichen, weil er troy es daher jedem daher jedem einzelnen Kollegen zur unerläßlichen lebhafter Anerkennung für die Wirksamkeit der Diakonissinnen einer Pflicht, fich unter keinen Umständen Umständen die Reduzierung einzelnen Veranstaltung dieser Art einen solchen Beitrag zu leisten des Lohntarifs gefallen zu Laffen, eventuell durch nicht für angemessen hält. Arbeitsniederlegung den lautesten Proteft zu erheben. Zur Res Stadtrath Nam slau tritt mit großem Aufwand von gelung, Leitung und Kontrolle des fich daraus entwickelnden Abstatistischem und gutachtlichem Material sehr lebhaft für die Be- wehrstreiks und zur Entgegennahme von Beschwerden und Vorwilligung ein. tommnissen, ist obige Kommission gewählt, die ihren Sih im Lokale von Blaurock, Gipsstr. 16, hat und dort den ganzen Tag über alle Angaben und Beschwerden der Kollegen entgegennimmt. Auch ist die Kommission beauftragt, mit dem Unternehmerthum, der hiesigen Innung, sowie der freien Vereinigung, eine gemeinfame Sigung, zur gütlichen Beilegung und Schlichtung der Streitigkeiten anzubahnen. Stadtv. 2 a dewig meint, daß sich das Gesagte ganz ebenso auf die katholischen grauen Schwestern anwenden ließe, und dabei befaßten sich diese nur mit der Krankenpflege, nicht wie der Hilfsverein hauptsächlich mit firchlichen Zwecken. Stadtv. Sa ch 3 II. spricht dagegen für die Bewilligung, da nachgewiesen fei, daß durch die Thätigkeit der Diakonissinnen die städtischen Krankenhäuser entlastet würden und die ArmenKollegen! Obgleich Stimmen aus der Versammlung sich ärzte sich durchweg lobend über diese Thätigkeit ausgesprochen nicht besonders viel von diesem Schritt versprechen, indem hätten. Von konfessioneller Propaganda sei keine Rede. wir bereits 10 Jahre organisirt find und das Unter( Beifall.) nehmerthum sich noch nie ernstlich herbeigelassen hat, mit uns gemeinsam über etwaige Mängel in unserem Gewerbe zu verhandeln so war doch die übergroße Majorität der Kollegen dafür, nichts unversucht zu lassen, um endlich einmal eine Berständigung mit den Arbeitgebern, zur gütlichen Regelung der Lohndifferenzen herbeizuführen. Die Kommission ist daher beauftragt die gemeinsame Sigung in der fürzesten Zeit stattfinden zu laffen und über das Resultat der Verhandlung mit den Arbeitgebern, einer demnächst stattfindenden öffentlichen Töpferverfammlung Bericht zu erstatten. Oberbürgermeister 3elle: Wir wollen die 6000 m. nicht dein Verein an sich, sondern ausdrücklich für seine Pflegefchwestern zur Verfügung stellen. Die Schweſtern leiſten etwas, was fein Krantenhaus, fein Armenkommissions- Vorsteher leisten kann: sie halten in den armen Familien das Familienband zusammen, während sonst die Familie zerrissen wird und Waisenpflege eintreten muß. Stadtv. La de wig bleibt bei seiner Auffassung stehen. Der Posten von 6000 m. wird bewiligt. Gestrichen werden 500 M. Zuschuß für den Frauenverein zur Unterstützung verschämter Armen. Die Petition des Vorstandes des Vereins für die Berliner Arbeiterkolonie um 5000 M. Zuschuß aus städtischen Mitteln wird durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Die Petition des Vorstandes des Vereins für Kinder Bolt3tchen um 10 000 M. Subvention empfiehlt der Ausschuß zur Ueberweisung an den Magistrat zur Berücksichtigung. Stadv. Sa ch 3 II. befürwortet diesen Vorschlag und zollt den Bestrebungen des Vereins, der im letzten Jahre 84 000. aufgebracht habe, fast enthusiastisch das höchste Lob. Der Ausschußantrag wird hierauf unter vereinzeltem Bravo der Mehrheit abgelehnt. Ferner wird vom Ausschuß folgende Resolution vor vorgeschlagen: Den Magistrat zu ersuchen, die Gesellschaft für ethische Kultur zur Herstellung von Lesehallen mit entsprechenden Geldmitteln zu unterstützen. Die Resolution wird ohne Debatte angenommen. Der geforderte extraordinäre Beitrag von 3000 m. für das schon anderweitig subventionirte Magdalenenstift wird gestrichen. Die Spezialanhänge für das Märkische Museum, das Statistische Amt und das Gewerbegericht werden genehmigt. Zur Annahme gelangt ferner ohne Debatte folgende vom Etatsausschuß beantragte Resolution: Die Versammlung ersucht den Magistrat thunlichst darauf Bedacht zu nehmen, daß Ausgabeposten erst dann in den Etat eingestellt werden, wenn die bezüglichen Projekte und Kostenanschläge von der Versammlung definitiv genehmigt sind. Zur Berathung fommen nunmehr die städtischen Steueretats und zugleich als dringliche Vorlage ein Antrag des Magistrats, im§ 9 der Gemeindegrund- und Bauplatz- Steuerordnung die Worte gemäß Gesetz vom 2. Juli 1875 erfolgte" zu streichen. Der Oberpräsident hat die Anziehung dieses Bau danach nur der Mehrwerth derjenigen Liegenschaften besteuert fluchtlinien Gesetzes in der qu. Steuerordnung beanstandet, da werden könne, für die nach dem Erlaß dieses Gefeßes Baufluchtlinien festgesetzt sind, während fein Grund vorliege, diejenigen Terrains fteuerfrei zu lassen, für die schon vorher Baufluchtlinien festgestellt waren. Kollegen! Eure Pflicht ist es nunmehr, mit ganzer Kraft den Beschluß der Versammlung, unseren so schwer errungenen Lohntarif unter allen Umständen hochzuhalten", voll und ganz zur Durchführung zu bringen. Auch ersuchen wir zugleich die Kollegen eindringlichst, so viel wie möglich die restirenden Beiträge in den Organisationen zu begleichen, damit Geld zur Unterstüßung der streifenden Kollegen vorhanden ist. Herm. Böhme, Mor. Lother, Otto Münzapost, Carl Thieme. Achtung, Vergolder! In der am Sonnabend, den 30. d., stattfindenden Versammlung wird der Genoffe Hoffmann über: " Die Gewerkschaften und die Umsturzvorlage" sprechen und werden die Kollegen ersucht, zahlreich zu erscheinen. Die Verfammlung findet bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a, abends 82 Uhr statt. Die Porzellanarbeiter von Altwasser bei Waldenburg( Schl.) haben in einer von 400 Personen besuchten Versammlung die Aufrechterhaltung und Verschärfung der Sperre beschlossen. Die Fabrifleitung- es handelt sich um die Fabrik von G. Tilsch u. Kto. verhält sich zur Zeit noch durchaus ab= lehnend gegen die Forderungen der Arbeiter. v. Die Maurer und Zimmerer in Jever( Oldenburg) treten in eine Lohnbewegung ein. Der Zuzug ist fernzuhalten. Der Verband der Solinger Taschen und Federmesser. Arbeiter beschloß in einer Versammlung nach eingehender Berathung, den streifenden Ausmachern ihre volle Sympathie auszusprechen und erklärt es als Pflicht des Verbandes, voll und ganz für die gerechten Forderungen der Streifenden einzutreten. Der Streit der Arbeiter der französischen Zündholzfabriken ist nun unvermeidlich geworden. Nachdem ihnen der Finanzminister die geforderten Lohnerhöhungen verweigert hatte, verfammelten sich gestern die Arbeiter und beschlossen nach langen fammelten sich gestern die Arbeiter und beschlossen nach langen Debatten mit 197 gegen 187 Stimmen, den Ausstand zu er flären. sofort telephonisch benachrichtigt und aufgefordert, die Arbeit Die Arbeiter sämmtlicher Zündholzfabriken wurden einzustellen. Depeschen. Wolff's Telegraphen- Bureau. Gent, 28. März. In einer gestern Abend stattgehabten, Die Versammlung genehmigt diese Aenderung und nach den Etatsanschlägen die Einnahme aus der Bauplatzsteuer, fehr zahlreich besuchten Versammlung der sozialistischen Arbeiter Betriebssteuer, Hundesteuer, Braumal steuer partei wurde einstimmig beschlossen, auf die erste Aufforderung und Umsatzsteuer, nachdem bei letterer Stadtv. Singer des Generalrathes den Streik zu beginnen. der Bemerkung des Referenten Stadtv. Liebenow, daß der Betrag von 2 Millionen wohl nicht werde erreicht werden, wider sprochen hat. V Die beweglichen Steuern: Gemeinde Grundsteuer, Gewerbesteuer, Ginfommensteuer, werden nach den Auf den Rieselfeldern D3dorf und Großbeeren will der Ausschuß je einen der zwei resp. vier Inspektoren als zum Etat gefaßten Beschlüssen so normirt, daß 144 p& t. des Normalsolls der Grundsteuer= 5/2 pet. des Nuhungswerthes, " künftig fortfallend" bezeichnet wissen, da er einen resp. drei für 144 pet. Gewerbesteuer und 96 pet. des Normalsolls von genügend hält. Stadtrath Marggraff erhebt gegen diefen 22 600 000 m. der Gemeinde Ginkommensteuer für 1895/96 er Borschlag lebhaften Proteft; die Verwaltung würde besonders in hoben werden sollen. Damit ist die Einzelberathung des Etats Osdorf von einem einzigen Inspektor absolut nicht ordnungs- erledigt, und es erfolgt die Annahme des Etats im ganzen; er mäßig wahrgenommen werden können, und der Magistrat müßte balancirt mit 90 386 000 m. die Verantwortung dafür ablehnen. Er legt ausführlich dar, wieviel Funktionen als Amtsvorsteher, Standesbeamter, Kirchenpatronatsvertreter u. dgl. diese Inspektoren haben und wie fie für die kleine Arbeit teine Zeit übrig behalten würden. Auch gegen die Streichung der Schreibhilfe macht der Stadtrath Bedenken geltend. Von den Stadtv. Lüben und Virchow wird ebenfalls die Streichung des Vermerks fünftig wegfallend" befürwortet. Stadtv. Virchow betont, daß die Stadt für die Riefel güter eine große Verantwortung frage und sich ihr technisches Personal erst erziehen müsse. An diesem Orte zu sparen wäre falsch und unrecht; man sollte also auch die Stelle für den Bureau- Assistenten bewilligen. Die übrigen Gegenstände werden vertagt. Echluß 1/29 Uhr. Soziale Leberlicht. Paris, 28. März. Eine Versammlung von 700 Arbeitern der staatlichen Zündhölzer- Fabriken von Pantin und Auber. villiers beschloß mit einer Mehrheit von 100 Stimmen den allgemeinen Streit. Die Ausständigen haben sich an alle anderen Fabriken gewandt mit der Aufforderung, sich dem Streit anzuschließen. Paris, 28. März. Nach Meldungen aus Lima sind die Anhänger Valcarcel's und Del Solar's mit Pierola nicht zufrieden und drohen mit einer Gegenrevolution. Charleroi, 28. März. Das Schiedsgericht, welches den Arbeitgebern vorgeschlagen wurde, um den Ausbruch des allgemeinen Glasarbeiter- Ausstandes am 1. April zu verhindern, ist nicht zu ftande gekommen. Es sind neue Vorbesprechungen eingeleitet. Newyork, 27. März. Laut Nachrichten aus Colon von heute berichtet die Columbische Regierung, daß am 15. d. Mts. eine Abtheilung Regierungstruppen etwa 2500 Aufständische bei Enfiso geschlagen und diesen Ort eingenommen hat. Der Verlust Der städtische Arbeitsuachweis in Mülheim a. Rh., der Regierungstruppen betrug etwa 700, der der Aufständischen der befanntlich in einer im Rathhaus aufgehängten Tafel besteht, etwa 1200 Mann. foll am 1. April eröffnet werden. Die„ Rhein 3kg." meint, daß die ( Depeschen- Bureau Herold.) Stadtväter zur Eröffnung dieses Werkes den passendsten Tag Brüffel, 28. März. Sollte die Situation in den Kohlengewählt haben. Wer sich also diese städtische Einrichtung, von bezirken sich nicht bald bessern, dann werden weitere 7000 Mann der noch die spätesten Geschlechter fingen und sagen werden, Reserve eingezogen; der diesbezügliche Befehl ist bereits unteransehen will, mag am 1. April einen Gang zum Rathhause zeichnet. Referent Stadtv. Kalisch: Diese Stelle steht doch mit der machen. Brüffel, 28. März. Heute fand in der Kammer die Fort. Aufsicht auf den Rieselfeldern in gar keiner Verbindung. Der städtische Arbeitsnachweis der Stadt Köln versehung der Debatte über das Gemeindewahl- Gesetz statt. Van In der Abstimmung werden die Ausschußanträge wegen des mittelte in den drei Monaten seines Bestehens von 4193 männ- der Velde sprach sich mit äußerst heftigen Worten gegen die Vorgeforderte Echreibtraft für Osdorf abgelehnt, für den fich 809, die als gewerbliche Arbeiter dauernde Beschäftigung beschwöre die Deputirten, diesen Fehler nicht zu begehen.- Man Vermerks und auf Streichung der 1000 M. Gehalt für die neu- lichen Arbeitsuchenden 1744 eine Arbeitsstelle. Darunter befinden lage aus; er behauptete, die Regierung wolle die Revolution, um zeigen zu fönnen, wie weit ihre Macht gehe; er( Redner) Administrationsbezirk Großbeeren dagegen angenommen, erhielten. ebenso für Falkenberg, Malchow und Blankenfelde. glaubt, daß die Debatten über das Gemeindewahl- Gesetz vor Der Sämmtliche Lehrervereine von Barmen wurden unter Anjang nächster Woche nicht beendigt werden. Ranalisationsetat wird nach den Ausschußanträgen unverändert Stehen diese etwa auch schon im angenommen; er bilanzirt in Einnahme und Ausgabe mit das Vereinsgefeß gestellt. Brüffel, 28. März. Der allgemeine Ausstand erfaßt immer Geruch, umstürzlerischen Jdeen zu huldigen? weitere Kreise. Nun hat auch der Schneiderverein beschlossen, Einen töstlichen Beitrag zum„ Kampf für Religion, Ord- fich dem Streit anzuschließen. Im Etat für den städtischen Viehmarkt stehen 5000 m. Am 1. April soll in den Einnahme an Miethe für den Rummelsburger Viehmarkt. Der nung und Sitte" bringt das Hamburger Echo". Es schreibt: Straßen Brüssels eine Riesendemonstration veranstaltet werden, Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 9 793 916 M. - 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 75. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Freitag, den 29. März 1895. M T 12. Jahrg. laffen zu bemerken, daß sein Einfluß er war auch stell- Gesichtskreis gekommen wären, zu seiner Unterhaltung vertretender Vorsitzender etwas abgeschwächt wurde durch die mit dem Revolver geschossen.( Hört! hört!) Wenn außerordentliche Beweglichkeit seines Geistes, daß er z. B. das wahr wäre, so läge darin die schlimmste Anflage gegen jenen 71. Sigung vom 28. März 1895. 1 Uhr. einen Antrag, den er kurz vorher mit großer Lebhaftig- Offizier. Ich frage: Hat die Reichsregierung Herrn Leist zur Am Tische des Bundesraths: Reichstanzler Fürst zu feit vertheidigt hatte, eine Viertelstunde später mit großer Nennung des Namens des betr. Offiziers aufgefordert und ist, Hohenlohe, v. Bötticher, v. Marschall, Graf Posa- Bereitwilligkeit unter den Tisch fallen ließ." Das Protokoll ver- falls dies geschehen, gegen den betr. Offizier die Untersuchung dowsky. zeichnet hier Heiterkeit und ich schließe.( Heiterkeit bei den eingeleitet worden?( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Berathung Sozialdemokraten.) Staatssekretär v. Marschall: Die letzte Frage beantworte des von den Abgg. Möller Dortmund( natl.) und Hize( 3.) Der Antrag des Grafen Bernstorff wird darauf gegen die ich mit Nein; sie wird erst vor dem Reichsgericht zum Austrage beantragten, von allen Parteien mit Ausnahme der Sozial- Stimmen des Zentrums, der Welfen und einiger Nationalliberalen tommen. Gegen Wehlan ist eine Disziplinaruntersuchung geführt demokraten und der süddeutschen und freisinnigen Volkspartei( u. a. v. Heyl) abgelehnt. Der Etat des Reichskanzlers und der worden und zwar in Kamerun. Wir haben diese Untersuchung, unterstützten Antrages auf Annahme eines Gesetzes wegen Reichskanzlei wird genehmigt. nicht durch Herrn v. Zimmerer führen lassen, aber nicht weil Aenderung des Gesetzes über die Die Einführung Beim Etat des auswärtigen Amtes beschwert sich er tompromittirt gewesen wäre in der Affäre Leist. Herr einer einheitlichen Zeitbestimmung. Danach Abg. Bachem( 3.) über die schlechte Behandlung, welche Legationsrath Rose vom auswärtigen Amt hat die Untersuchung sollen die höheren Verwaltungs- Beamten befugt sein, die katholische Mission auf den Marschallsinseln seitens der geführt. Sie er aber noch auf die Anklagen des Vornicht abgeschlossen und unter wenn die gesetzliche von der Ortszeit um mehr als die Oberhoheit ausübenden Neu Guinea Kompagnie zu diesen Umständen eine Viertelstunde unterschieden ist, Abweichungen zuzulassen erfahren habe. Eine Alenderung kann nur erzielt werden, wenn redners nicht eingehen. Ich möchte doch anheimstellen, bezüglich des Beginns und der Beendigung der Arbeit jugend- das Deutsche Reich die Hoheit in jenen Gegenden übernimmt. ob es richtig ist, so wie der Vorredner von einem licher und weiblicher Arbeiter, die jedoch eine halbe Stunde nicht Gs käme dabei allerdings in Frage, ob die Verwaltung diefes Manne, von seinen Schandthaten u. s. w. zu reden, gegen den überschreiten dürfen und die Dauer der Arbeitszeit selbst un- Schutzgebietes nicht unseren Etat überlastet; aber man könnte die ein Urtheil noch nicht gefällt worden ist. Sofort, nachdem die berührt lassen müssen. Rosten auf die Neu- Guinea- Kompagnie übertragen. Disziplinaruntersuchung abgeschlossen war, find die Akten dem Nachdem der Antragsteller Abg. Möller Dortmund die Direktor der Kolonialabtheilung Kayser: Ich kann auch preußischen Justisminister mitgetheilt worden, weil es sich um die Vorlage damit begründet hat, daß die schon beim Erlaß des nur meinem Bedauern Ausdruck geben, daß die Verhältnisse der Frage handelte, ob die Untersuchung von preußischen oder Gefeßes über die Einheitszeit vorausgesehenen Unzuträglichkeiten dortigen Landesverwaltung und der Mission nicht bessere sind. Reichsbehörden zu erfolgen hat, vor den ordentlichen oder vor wirklich eingetreten seien, daß Verschiedenheiten zwischen den Die Gründe sind verschiedener Natur, zum theil liegt es daran, den Disziplinargerichten. Eine Antwort ist mir noch nicht zuMittagspausen in den Fabriken und in den Schulen ein- daß die Missionen aus Frankreich stammen, daß es erst nach längerer gegangen; ich glaube, sie wird in den nächsten Tagen erfolgen. getreten feien, wird die Vorlage sofort in zweiter Lesung ge- Beit gelingen wird, deutsche Missionen dorthin zu bringen, zum theil Daß wir alle Vorwürfe als unbegründet zurücknehmigt. liegt es daran, daß eine Erwerbsgesellschaft die Hoheitsrechte zuweisen geneigt sind, ist ist bezüglich der Fälle Leist Es folgt die dritte Berathung des Reichshaushalts- ausübt; wozu ein reiner und vorurtheilsloser Blick nothwendig und Wehlan nicht zutreffend. Die Untersuchungen sind Etats für 1895/96 und des dazu gehörigen Anleihegesetzes. ist. Aber wir können der Gesellschaft ihre Rechte nicht ohne in der gründlichsten und unparteiischsten Weise geführt worden; Eine Generaldiskussion wird nicht beliebt. In der Spezial- weiteres entziehen, obgleich nach der Erfahrung die Zeit solcher wir werden nichts beschönigen und nichts vertuschen, sondern ein debatte werden die Etats des Bundesraths und des Reichstages Kompagnien eigentlich vorüber ist. Es giebt nur den einen fach der Gerechtigkeit ihren Lauf lassen. ohne Debatte genehmigt. Ausweg, daß die Kompagnie ihre Landeshoheit auf das Reich Abg. v. Vollmar( Soz.): Von Schandthaten habe ich nicht Zum Etat des Reichskanzlers und der Reichsüberträgt. als von meinem Urtheil gesprochen, sondern nur von Schand. fanzlei beantragt der Abg. Graf v. Bernstorff- Uelzen( Welfe): Abg. Hammacher( natl.) unterstüßt die Anregung des Abg. thaten, die man ihm vorgeworfen habe. Der Staatssekretär Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, veranlassen zu wollen, Ba dhe m; die Klagen desselben seien ihm sehr wohl bekannt meinte neulich, wer solche Anklage erheben wolle, der müsse mit daß die Verwaltungen der Heereskontingente, der Marine und und er müsse erklären, daß der verantwortliche Beamte daran seinem Namen dafür eintreten. Herr Dr. Valentin hat die Ander Reichspoft ihren Bedarf an landwirthschaftlichen Erzeugnissen einen nicht geringen Theil der Schuld trage. Bei Rechtsstreitig flagen, die bewiesen werden können, erhoben und ist trotzdem aus insbesondere an Getreide thunlichst durch unmittel- feiten ist die Neu- Guinea- Rompagnie immer fast be- dem Reichsdienste ausgeschlossen worden. baren Bezug 0011 den inländischen and theiligt, während die von ihr abhängigen Personen den Staatssekretär v. Marschall: Nicht wegen seiner wahrheitswirthen decken und dabei soviel wie möglich Lieferungen auf Gerichtshof bilden. Das ist ein unerträglicher Zustand; das gemäßen Anflagen, sondern weil er dieselben, obgleich er noch mehrere Jahre vertragsmäßig vereinbaren mögen auf Grundlage Reich muß die Hoheitsrechte wieder in seine Hand nehmen. im Dienste des Reiches war, in der Presse veröffentlichte, der für den betreffenden größeren Verwaltungsbezirt amtlich Die wirthschaftlichen Aufgaben einer solchen Gesellschaft sind sehr ohne seinen vorgesezten Behörden etwas davon mitzutheilen. festgestellten, mehrjährigen Durchschnittspreise. umfassende; die Beamten derselben sind mit Rücksicht auf ihre Beim Etat des südwest afrikanischen Schuh= wirthschaftliche Befähigung ausgewählt und nicht in bezug auf gebietes erkennt Abg. Hammacher( natl.) die großen Ver ihr Verwaltungstalent. Die Hochzeitsrechte müssen durch das dienste des Major Leutwein für die Herstellung der Ruhe in Reich ausgeübt werden; ob die Kosten dafür ganz oder zum dortigen Gebieten an, bedauert aber, daß derselbe die Meinung theil der Neu- Guinea- Kompagnie auferlegt werden, ist eine be- habe, daß die Besiedlung der dortigen Kronländereien vom Reiche fondere Frage. durchzuführen sei. Dazu eignen sich aber Reichsbehörden nicht. Die Regierung würde dadurch eine Verantwortung auf sich nehmen, die sie nicht tragen könne. Abg. Graf Beruftorff- Uelzen weist darauf hin, daß der Antrag bezwecke, wenigstens auf diesem Gebiete der Heeresverwaltung die großen Schwankungen der Getreidepreise zu vermindern und zu verhindern, daß die Preise unter die Produktionskosten zurückgehen. Abg. Bachem( 3.) bestreitet, daß die Nationalität Missionäre zu irgendwelchen Klagen Anlaß gegeben habe. Der Etat des auswärtigen Amtes wird genehmigt. Zum Etat der Schußgebiete: der Direktor der Kolonialabtheilung Kayfer: Die mir vom Reichskanzler gegebenen Instruktionen stimmen mit den Ausführungen des Vorredners überein. Danach sind dem Major Leutwein die Anweisungen dahin ertheilt worden, daß er nicht selbst die Besiedlung vornehmen, sondern sich von der Gesells schaft unterstützen lassen solle. Abg. Gamp( Rp.) führt an, daß seine Parteigenossen im preußischen Abgeordnetenhause bereits eine Nesolution haben zirkuliren laffen, durch welche die Regierung aufgefordert werden foll, in erster Linie die Produkte des eigenen Landes durch ihre Verwaltungen gebrauchen zu lassen, Abg, v. Vollmar( Eoz.): Seit dem vorigen Jahre haben nicht blos beim Getreide, sondern auch beim Holz und bei den wir über das Resultat der Untersuchung in dem Falle des industriellen Produkten. Eine Beschränkung auf die Heeres- Assessors Wehlan nichts erfahren; bei der zweiten Lesung verwaltung sei nicht zweckmäßig; weshalb solle nicht auch die haben wir nur erfahren, daß die Akten seinem Vorgesetzten, dem Eisenbahn- oder die Marineverwaltung zu demselben Verfahren preußischen Justizminister zugeschickt worden sind, daß aber eine Beim Reichsamt des Innern erinnert angehalten werden. Es sei bedauerlich, daß die wichtige Re- Antwort noch nicht erfolgt ist. Vielleicht wird die Regierung Abg. Noeren( 3.) daran, daß er bei der zweiten Lesung im folution so spät in dritter Lesung vorgelegt werde. Das sagen, daß eine weitere Erörterung dieser Angelegenheit mit dem vorigen Jahre für die Vorlegung eines Gefeßes über die Be wichtigste an der Resolution sei aber wohl der Schluß, wonach Interesse einer unbeeinflußten Rechtsprechung nicht vereinbar sei. fämpfung des unlauteren Wettbewerbes eingetreten sei. Ein die Verwaltung Kontrakte auf mehrere Jahre abschließen solle. Es handelt sich aber hier nicht um eine ordentliche Rechtspflege, Entwurf auf grund vorhergehender sachverständiger Berathung Der Landwirth tönne sich nicht auf mehrere Jahre binden, sondern um ein Disziplinarverfahren. Wir dürfen also hier nicht ist im Reichsamt des Innern ausgearbeitet und publizirt worden. wenn er nicht die Gefahr laufen will, bei einer ungünstigen diefelbe Rücksicht nehmen, wie wir es in dem Falle Leist gethan Bis zur Zeit ist die Vorlage aber nicht an den Reichstag geErnte in die Hände der Händler zu gerathen. Uebrigens haben. Die Untersuchung in der Angelegenheit des Kameruner fommen. Wenn die Vorlage aber in dieser Session nicht dem würde die Vertragsschließung auf mehrere Jahre schließ Aufstandes ist bekanntlich von dem Herrn Geheimen Regierungs- Reichstage zugehen sollte, so würde ich das bedauern im Inter lich auch dahin führen, daß die Verwaltung nur rath Rose geführt worden. Nun weiß ich nicht, von wem die Unter- esse der hunderte von Existenzen des kleineren und mittleren mit einigen Privilegirten unterhandelt, während die suchung in dem Falle Wehlan geführt worden ist. Bielleicht von dem Gewerbestandes, welche durch den unlauteren Wettbewerb immer Mehrheit der Landwirthe davon seinen Vortheil hätte. Herrn Gouverneur v. 3immerer selbst? Wenn das der mehr ruinirt werden. Ich möchte um die Erklärung darüber Lie Einwirtung des Verhältnisses der Militärverwaltung Fall sein sollte, so bin ich der Meinung, daß man einen größeren bitten, ob wir noch in dieser Session einen solchen Gesezentwurf zu den Landwirthen würde schließlich auch keinen großen Einfluß Mißgriff gar nicht hätte machen können, denn Herr v. Zimmerer zu erwarten haben. auf die Preisfrage haben. Redner bittet deshalb die Resolution ist in der Angelegenheit des Kameruner Aufstandes selbst Staatssekretär v. Bötticher: Der im Reichsamt des Innern für jetzt zurückzuziehen. feineswegs unkompromittirt geblieben und gerade fertiggestellte Gesetzentwurf über den unlauteren Wettbewerb ist Abg. v. Podbielski( dk.): Meine Parteigenossen stehen der Assessor Wehlan war der besondere Liebling von Zimmerer. Ich publizirt und den Bundesregierungen zugestellt, deren Gutachten Sache auch sympathisch gegenüber, haben doch aber erhebliche habe dafür Beweise. Assessor Wehlan ist seinerzeit nach Kamerun zum großen Theil jetzt vorliegen; leider stehen zwei der größeren Bedenken; denn die Resolution müßte schließlich auf alle geschickt worden, so viel ich weiß, mit dem Zweck, dort das Grund: Bundesregierungen noch aus. In der Presse ist ein reichhaltiges Lieferungen ausgedehnt werden, auf die Papierlieferungen für buch zu führen. Er ist aber größtentheils auf Reisen gewesen Material enthalten gewesen. Dieser Umstand hat Veranlassung die Behörden und auf die Schwellenlieferungen für die Eisen- und schließlich sogar zum Kommandeur der dortigen Polizei gegeben, schon jetzt, ohne den Rest der Gutachten abzuwarten, bahnen. Der Antrag würde jetzt nur dem größeren Grundbesiz truppe avancirt. Allerdings ist sie unter seinem Kommando voll- Aenderungen an dem Entwurf vorzunehmen und sie den Rezu gute fommen, während wir für die Bauern sorgen wollen. ständig zerrüttet worden. Herr v. Stetten, welcher nach Wehlan gierungen zu unterbreiten; ich nehme an, daß die weiteren BeAbg. Barth( frs. Vg.): Gegen den Antrag in seinem ersten das Kommando der Polizeitruppe übernommen, hat in einem rathungen sich in verhältnißmäßig turzer Zeit werden erledigen Theile wird niemand etwas einzuwenden haben, soweit dabei die amtlichen Bericht an das Gouvernement ausgesprochen, daß die lassen. Große Bedenken knüpfen sich namentlich an den Jutereffen der Reichsverwaltung nicht verletzt werden; in diesem Leute völlig verwildert und zu militärischen Akten unfähig gewesen§ 7 über die Verfolgung des Verraths der Ge Falle würde aber auch eine Aufforderung an die Verwaltungen seien, als er das Kommando übernahm. Herr v. Zimmerer hat nun fchäfts Betriebsgeheimnisse; diefer§ 7 ist das überflüssig sein. Sobald aber gegen das Interesse der Ver- diesen selben Bericht dem beschuldigten Assessor Wehlan zum Referat her in erster Linie einer Korrektur unterzogen worden. waltungen, unter Verlegung der Interessen der Steuerzahler, übergeben.( Hört! hört!) Herr v. Zimmerer ging auf Urlaub Ich hoffe, daß dadurch diejenigen beruhigt werden, welche eingekauft werden soll, verdient der Antrag keine Unterstüßung in und nachher kam vom Auswärtigen Amt an das Gouvernement beunruhigt waren über die Verwerthung ihrer erworbenen Renntfeinem ersten Theile. Der zweite Theil aber ist bedenklich; denn in Kamerun die dringende Aufforderung, wo denn der Bericht nisse. Ich hoffe, daß die Vorlage den Reichstag noch in dieser es sollen Landwirthe veranlaßt werden, langjährige Verträge des Herrn v. Stetten eigentlich steckte. Höchst wahrscheinlich Session beschäftigen wird.( Hört! links.) 3 tommt natürlich abzuschließen über Getreide, welches noch nicht gewachsen ist, hatte Herr v. Stetten eine Abschrift seines Berichtes direkt an darauf an, wie lange der Reichstag noch fißen von dem sie auch nicht wissen, ob es auf ihren Feldern wachsen das Auswärtige Amt gefandt. Auf die Aufforderung wird( Große Heiterkeit); aber ich glaube, er ist noch lange wird. Das find Lieferungsgeschäfte der allerleichtfertigsten Art, von Berlin hin wurde das Gouvernement drei Tage nicht zu Ende. ( Sehr richtig! lints) leichtfertiger als die Lieferungsgeschäfte an lang von oben bis unten durchsucht. Der Bericht Auf Anfrage des Abg. Kruse( ntl.) erklärt der der Börse, die nur auf Monate im Voraus abgeschlossen werden, fand sich nicht, dagegen im Journal eine Noiiz, daß Herr Staatssekretär v. Bötticher, daß die Nichtwiedervorlegung nicht auf Jahre.( Sehr richtig! links.) Wir verwahren uns da Wehlan ihn zum Referat erhalten hätte. Wehlan war aber des Seuchengesetzes veranlaßt ist durch die sonstige Belastung gegen, daß auf diese Weise die Landwirthe zu Spekulationen unterwegs; es wurde eine Expedition ihm nachgeschickt, der er des Reichstages mit wichtigen Vorlagen. So große Neigung für geradezu angereizt werden. Solange der Lieferungspreis über schließlich den Bericht ausgehändigt hat. Man sollte hierüber das Seuchengesetz beim Ausbruch der Cholera auch vorhanden den Börsenpreisen stehen würde, würde man mit der Sache zu auch Herrn v. Stetten vernehmen. Wenn diese ungeheuerlichen war, so giebt es doch heute schon Elemente genug, welche frieden sein, steigt der Börsenpreis aber über den Lieferungspreis, Vorwürfe gegen Herrn Wehlan erhoben werden, dann meinen, es geht auch so. Ich nehme aber an, daß, sobald dann würde man darüber klagen, daß man den Landwirthen zu sollte er dem ordentlichen Gericht übergeben werden. die sonstigen Geschäfte des Reichstages es zulassen, das Gesez muthe, so billig zu liefern. Denn es handelt sich hier eigentlich um schlimmeres von neuem vorgelegt wird. Abg. Richter( frs. Vp.): Die Resolution ist schon so todt, als im Falle Leift, denn er soll sich des größten Mißbrauchs der Abg. Röficke( wild) fommt zurück auf seine Auseinanderdaß sie tödter nicht gemacht werden kann.( Heiterfeit.) richterlichen Gewalt schuldig gemacht haben; er soll durch An- segungen mit dem Abg. Möller Dortmund über die Forts Abg. Gamp bestreitet, daß es sich hier im Geschäfte handle, wendung reichlicher Prügel Geständnisse herausführung der Sozialreform und bleibt dabei, daß dach welche mit den Lieferungsgeschäften an der Börse zu vergleichen gepreßt haben in offener Gerichtssitzung. Sollte die Regierung diese Fortführung die Sozialdemokratie nicht ge= seien. Es handle sich dabei nicht um Geschäfte, welche die nicht genügend informirt sein, so würde sie die Bestätigung in fördert würde. Er beruft sich auf das Urtheil deutscher Existenz eines Landwirthes vernichten könnten. In der Börsen- den Kameruner Aften finden können, und wenn es die Regierung und ausländischer Sachverständiger, welche die weitere Durchenquete wurde allerdings von allen Börseninteressenten der Land- wünscht, so könnten wir ihr unter Umständen die betreffen führung von sozialpolitischen Maßnahmen für nothwendig halten wirthschaft der Rath gegeben, sich an der Börse zu decken gegen den Journalnummern anführen.( Hört! hört!) zur Aufrechterhaltung des sozialen Friedens, namentlich müßten die Preisschwankungen. Ich habe stets dagegen gesprochen, weil Was nun die behaupteten Schandthaten Wehlan's auf seinen die Berufsvereine einen gesetzlichen Schuß erhalten. dadurch die Landwirthschaft in die Börse und ihr Treiben Expeditionen betrifft, tagelanges Festschnüren, Niederschießen Abg. Möller Dortmund( ntl.) bleibt dabei, daß die Ge= hineingezogen würde. Bei der Vorlage über die Börsenreform halb verschmachteter Leute, Verhungern von Gefangenen u. s. w., wertvereine schließlich nur Streitorganisationen werden die Sachen eingehender behandelt werden können. Im so ist in der öffiziösen Breffe behauptet worden, daß sich diese werden würden; in England seien die meisten Gewerk= Gegensatz zum Abg. Barth möchte ich darauf halten, daß die ungeheuerlichen Dinge als wesentlich übertrieben herausgestellt vereine sozialistisch geworden, wenn dort auch mehr die Betriebsverwaltung des Stantes und des Reiches die einheimische hätten. Da wäre es nun von Interesse zu erfahren, ob denn die Vollmar'sche, als die Bebel'sche Richtung vorherrsche. Jedenfalls Produktion begünstigen, auch wenn dieselbe etwas theurer Regierung in dieser Sache gegenüber diesen Vorwürfen alle Zeugen wird durch eine umfassende Organisation der Gewerkvereine der liefern sollte, als die ausländische, wie dies bei der Eisenbahn- vernommen hat. Sollte dies nicht geschehen sein, so kann ich ihr soziale Friede nicht gefördert. verwaltung schon geschieht.( Zustimmung rechts.) einige nennen( Redner nennt u. a. Hauptmann Hering und OffAbg. Schoenlauk: Ich möchte nur darauf hinweisen, daß ziere und Mannschaften des Schiffes Nachtigall"). Die bloße in den Verhandlungen des Landes- Dekonomiekollegiums Herr Etiquettenfrage, ob Wehlan preußischer oder Reichsbeamter ift, v. Röder( Ober- Elguth) über die Verhandlungen der Börsen- sollte hier doch nicht maßgebend sein, sondern das öffentliche BeEnquetefommission berichtet und folgendes gesagt hat: Leider wußtsein, dem schon längst eine Genugthuung hätte verschafft muß ich sagen, daß unter den Vertretern der hohen Bureaukratie werden müssen. in der Kommission eigentlich nur ein Mann war, der zugleich Schließlich noch eine Frage. Herr Leist hat in einem ein warmes Herz für die Reform und ein außerordentliches Ver- Interview gewissermaßen, um die ihm nachgewiesenen Thaten zu ständniß für die Sache an den Tag legte." Das ist der Honig, entschuldigen, behauptet, daß es andere Repräsentanten des Reichs Herr Gamp, aber der Wermuth kommt gleich: Das war der dort auch nicht anders machten; ein Offizier hätte, in einer Geh. Ober- Regierungsrath Gamp. Ich will dabei nicht unter Hängematte liegend, auf alle Schwarzen, welche in seinen " " Abg. Müller Sagan( frs. Vp.): Wir hätten der Reichsregierung die Umfturz- und die Tabaksteuer- Vorlage gern ge fchenft, wenn wir dafür eine verbesserte Auflage des ReichsSeuchengefezes erhalten hätten, damit wir geschützt werden gegen die Gefahren der Seucheneinschleppung. Redner empfiehlt ferner die Einführung der obligatorischen Leichenschau. Staatssekretär v. Bötticher erklärt, daß demnächst viel= leicht der Entwurf eines solchen Gesetzes vorgelegt werden würde. Abg. Bebel: Herr Möller wollte einen Gegensat zwischen Vollmar und mir konftruiren. Ich fordere ihn auf, Abg. Barth( frf. Vg.): Diese Sache hat allerdings nur wenig Zusammenhang mit dem Etat des Reichsamts des Innern; aber nach den bisherigen Ausführungen kann ich mir doch die Bemerkung erlauben, daß die spezifischen sozialistischen Ideen der deutschen Sozialdemokratie in den englischen Gewerkvereinen noch keine Wurzel geschlagen haben. Abg. Metzger( Hamburg, Soz.): Der Reichskanzler hat zur Er höhung der Sicherheit des Seevertels verschiedene Maßregeln in Ausficht gestellt, aber eins hat dabei gefehlt: eine Revision der Seemannsordnung. Das Unglück der Elbe" soll hauptsächlich durch die Nachlässigkeit und Fahrlässigkeit der Mannschaft der" Crathie" herbeigeführt worden fein und im vorigen Jahre hat auch ein deutsches Schiff einen englischen Dampfer an der dänischen Küste unter ähnlichen Umständen in Grund gefahren. 1892/93 hat unser Fraktionsgenosse Schwarz einen Antrag eingebracht, welcher die Wünsche der See- Steuerleute und Maschinisten nach dieser Richtung formulirte. Ist die Revision der Seemannsordnung bereits in Angriff genommen und haben wir demnächst eine Novelle zu erwarten? Staatssekretär v. Bötticher: Die Arbeiten dafür sind im besten Fortschreiten; die technische Kommission für das Seewesen ist damit befaßt; ihr ist auch der Entwurf der sozialdemokratischen Frattion mitgetheilt worden.( Abg. v. Vollmar: Sehr gut!) Wir benuzen alles.( Heiterfeit.) Abg. Werner( deutschsoz. Reformp.) bemängelt, daß die Beamten des statistischen Amts vom Direktor desselben engagirt werden ohne Rücksicht auf die Stellung, die sie früher eingenommen haben; das müßte eigentlich von Reichs wegen fests gestellt werden. Ferner beständen manche Klagen über die Ueber führung der dtätarisch beschäftigten Beamten in die etatsmäßigen Stellen. Abg. v. Podbielski zieht seinen Antrag wegen der Garnisontirche in Straßburg zurück. Die sämmtlichen Anträge mit Ausnahme des zurückgezogenen werden gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Freifinnigen angenommen. Damit ist der Militäretat erledigt. Es folgt der Etat der Marineverwaltung. Beim Reichs- Marine- Amt bemängelt Abg. Rickert, daß den Werftfchreibern die vom Reichstage 1892/93 bewilligte höhere Besoldung nicht gewährt worden ist. die mir nachzuweisen, worin denn dieser Unterschied hauptsächlich übungsplatz des IV. Armeekorps flatt der geforderten Summe die Reichsangehörigkeit.( Lachen links.) Die Reichsbank ist ein begründet ist. Soweit die Thätigkeit hier im Reichstag in be- von 2 000 000 m. nur 1 200 000 m. bewilligt werden sollen. Hauptmittel geworden, um nns Germanen in fremde Abhängigtracht kommt, wird er einen Unterschied zwischen derjenigen Abg. Gröber( 3.) erklärt sich für diesen Antrag; das feit zu bringen.( Erneutes Lachen.) Was sie leistet, steht nicht Richtung, welche man die Vollmar'sche zu nennen beliebt und Bentrum will sich aber für Lockfiedt nur für 1200000 M. also für die im Verhältniß zu dem, was sie dem Staate nüht. Vor allem der meinigen, nicht entdecken können und ebenso wenig in einem Bergrößerung des Uebungsplates mit 1890 Hektar festlegen, nicht gehört dazu die Ausgabe des Bettelgeldes; ich bin durchaus großen Theil der Thätigkeit, welche unsere Portei im allgemeinen für die weitere Vergrößerung des Plazes um noch einmal so viel. fein Gegner des Papiergeldes( große Heiter. draußen im Reich entfaltet hat. Unter großer Unruhe des Hauses, Aber für den Abstrich bei einer evangelischen Garnisonkirche feit), es ist für den Verkehr von erheblicher Bedeutung. bei welcher seine Ausführungen nur theilweise verständlich sind, tönnen wir nicht stimmen, um auch nur den Schein zu vermeiden,( Erneute Heiterkeit.) Die Reichsbant hat nun geht Redner dann noch auf die Verhältnisse der englischen daß wir dem Bau einer evangelischen Garnisonkirche wider Befugniß, erhebliche Summen von Papiergeld herzustellen, ohne Gewerkschaften ein. Der letzte Kongreß der Trades- Unions sprechen. dafür denjenigen, welche dieses Papiergeld in Empfang nehmen, zeige, daß die englischen englischen Gewerkvereine der Abg. Richter( frf: Vp.): Bei dem Lockstedter Uebungsplatz eine Verzinsung zu geben. Dadurch kommt das Volk immer mehr großen Mehrzahl nach ins sozialistische 2ager handelt es sich um ein ganz neues Engagement, während die und mehr in großkapitalistische Knechtschaft.( Große Unruhe; übergegangen find. Daß viele alten Gewerkschaftsführer mit Aequivalente nur eine Hinausschiebung bereits bewilligter Rufe: 3ur Sache!) Aus diesem Grunde hat man auf eine Verdiefer Nichtung nicht einverstanden sind und die Sozialisten wieder Engagements bedeuten. Deshalb ertläre ich mich gegen staatlichung der Reichsbank hingearbeitet, um auch den kleinen herauszudrängen suchen, ändern nichts an dieser Thatsache. Auf die Bewilligung von Lockstedt. Anders liegt die Sache Mann, den Handwerker u. s. w., an dem Kredit theilnehmen dem nächsten Gewerkschaftskongreß in London werden zum ersten bezüglich Worms. Nachdem die dortige Raserne ein zu laffen. Vor einigen Jahren wurde ein Antrag Male zugleich die internationalen sozialistischen Arbeiter mit mal genehmigt ist, fann es uns gleichgiltig sein, vom Zentrum gestellt und von den Konservativen untervertreten sein. Zwischen Arbeitgebern und Arbeitern bestehe nun ob in einem Jahre 400 000 ober 660 000 m. verwendet ſtützt, welcher die Verstaatlichung der Reichsbank bezweckte. einmal ein Klassenkampf und da sei es jedenfalls besser und läge werden. Wegen des Ausgleichs möchte ich die Anträge des Herrn Beide Parteien hatten damals die Mehrheit. Jener Antrag auch im Interesse der Kapitalisten, wenn beide Parteien, auch Gröber und des Herrn v. Podbielski zusammen annehmen, um wurde aber abgelehnt, bei der entscheidenden Abstimmung war die Arbeiter in bestimmter Organisation, auf Seite der Arbeiter feinen zu verlegen( Heiterkeit); die 100 000 m. würden bei den eine große Anzahl der Herren nicht zugegen. In einer Verdurch Berufsvereine, einander gegenübertreten. Dieses sei die Matrikularbeiträgen zur Entlastung nicht zu verschmähen sein. sammlung in Karlsruhe äußerte ich, daß bei der ungeheueren Ansicht aller seiner Freunde. Hätte man bestimmte Vertreter, Wichtigkeit dieser Sache dieses Fehlen etwas unverständlich sei mit denen man verhandeln könne, so könne man leicht versuchen, und daß man annehmen könnte, einige der Herren hätten aus einen Bergleich herbeizuführen, ehe man zum äußersten schreite. Furcht vor üblen Folgen gefehlt, es könnte einer oder der Es sei ganz falsch, den Sozialdemokraten vorzuwerfen, daß sie andere jener Herren Verpflichtungen gegen Juden haben mit Eifer auf Lohnstreitigkeiten hinarbeiteten. Sie wollen nicht den und üble Folgen befürchten. Es wurde in der Versammlung Kampf um des Kampfes willen. Dazu sind sie viel zu flug, gerufen: Beweise. Ich erklärte darauf: Beweise für solche Geals daß sie ihre Kräfte vergenden, die sie in einem anderen fühle, die der einzelne hat, find wohl nicht zu erbringen( Lachen), Kampfe beffer verwenden können. Sei aber der Kampf einmal daß aber versucht worden ist, den Umstand, daß einzelne Herren entbrannt, dann werde er auch zu Ende geführt.( Beifall bei den irgend welche finanzielle Beziehungen haben, auszunuhen, und Sozialdemokraten.) auch auf Abgeordnete, die an mißliebigen Abstimmungen Staatssekretär Hollmann: Die Thatsache ist richtig; es theilnehmen oder mißliebige Reden führen, einen Druck scheiterte aber die Ausführung der beabsichtigten Maßregel daran, auszuüben, das läßt sich beweisen.( Burufe: Dann los!) daß die Regelung dieser Angelegenheit gleichmäßig für Preußen Die Firma Mohr u. Speyer war entrüstet über eine Rede, die und das Reich erfolgen müßte. Es wird aber jetzt den Werft- Herr v. Kardorff in dieser Sache gehalten hat. Ich füge gleich schreibern der Rang der Unterbeamten gewährt und das ent- hinzu, daß irgend eine beleidigende Absicht gegen Herrn v. Kardorff fprechende Gehalt gezahlt werden. bei mir nicht bestanden hat.( Lachen links.) Ein Angriff kann Abg. Ridert: Es sei nicht nöthig, daß alles im Reich erst nur gegen die Firma vorliegen. Es tann nichts Beleidigendes nach Zustimmung des preußischen Finanzministers gemacht sein, wenn irgend ein Herr, wie der Abg. v. Kardorff, ein Konto werde; das Reich folle etwas selbständiger in dieser Beziehung bei der Firma hatte.( Große Unruhe.) Herr v. Kardorff tann ja vorgehen. auch nicht dafür, welche Briefe er bekommt. Der Chefinhaber Im übrigen wird der Marineetat ohne weitere Debatte der genannten Firma diktirte aber einem Angestellten einen Brief bewilligt. an Herrn v Kardorff, worin dieser aufgefordert wird, innerhalb Zum Titel Reichs Justizamt nimmt das Wort der 24 Stunden sein Konto zu begleichen. Ein Angestellter wird bezeugen, Abg. Gerisch( Soz.): Als bei der vorjährigen Berathung daß dieser Brief geschrieben worden ist, ein anderer, daß er abgeschickt des Etats mein Fraktionsgenosse Auer die Praxis der sächsischen ift; daß er in den Besitz des Herrn v. Kardorff gelangt ist, ist Gerichte gegen Wertheiler sozialdemokratischer Wahlflugblätter hoch wahrscheinlich( Rufe: Namen nennen!). Daß das Judenthum zur Sprache brachte, erklärte der Staatssekretär Nieberding, daß feine finanzielle Ueberlegenheit dazu benutt, um seiner Rache nach seiner Meinung und wohl auch nach der Auffassung der Ausdruck zu geben, ist selbstverständlich.( Präsident v. Buol: verbündeten Regierungen die Verbreitung von Wahlflugblättern, Das gehört nicht zum Bankwesen.) Ich werde meine Neußewenn sie im übrigen in den Formen und unter den Voraus- rungen in Versammlungen außerhalb dieses Hauses wiederholen, fegungen des Gesetzes vor sich gehen, deshalb nicht unzulässig damit die Firma Mohr u. Speyer das Recht gewinnt, mich zu wird, weil der betreffende Vertheiler diese Druckschriften öffentlich verklagen. trägt, so daß jedermann sehen fann, was sie enthalten, oder daß Abg. v. Kardorff: Der Verstaatlichungsantrag ist nicht vom er fie jedermann anbietet, ohne Rücksicht auf die Person, ihren Bentrum gestellt, sondern von einigen meiner agrarischen Freunde. Stand und ihre Stellung oder ohne Rücksicht auf politische oder Er blieb aber nicht mit wenigen Stimmen in der Minorität, sondern religiöse oder sonstige Anschauungen. Aber 14 Tage später, er wurde mit 2/3 Mehrheit abgelehnt. Ich habe für denselben geftimmt. nachdem der Staatssekretär hier diese Erklärung abgegeben hatte, Nun hat Herr Ahlwardt nach den badischen Zeitungen gesagt, wurden in Chemnih wiederum einige 20 Vertheiler von soziales haben 27 Konservative bei der Abstimmung gefehlt aus Furcht demokratischen Wahlflugblättern in Anklagezustand versetzt und vor den Juden, und der Abg. v. Kardorff habe einen Drohbrief schließlich auch wegen angeblicher Verübung von grobem Unfug in von Mohr u. Speyer erhalten, es würde ihm ein Kapital geallen Instanzen zu 10 M. Ordnungsstrafe verurtheilt. Dabei hat das fündigt werden, wenn er für die Verstaatlichung der Reichsbaut Schöffengericht ausdrücklich festgestellt, daß thatsächlich nach stimmte. Herr Ahlwardt konnte sich aber aus den Atten überAbg. Ulrich( Soz.) beschwert sich über die lange Dauer der außen eine ernste Ruheftörung durch das Thun der Angeklagten zeugen, daß ich mit der Firma Mohr u. Speyer überhaupt nicht Prozesse vor dem Reichs- Versicherungsamt und fragt, ob nicht nicht erfolgt, insbesondere die Ordnung der Straße nicht gestört in.Geschäftsverbindung gestanden habe. Ein solches Vorgehen durch eine Aenderung der Organisation der Arbeiterversicherung worden ist. Zur Berurtheilung fam das Schöffengericht aber ist nicht sehr follegialisch, und es gehört nicht gerade zu den eine Besserung geschaffen werden könne. Redner führt einen doch, und zwar gerade wegen der Momente, die der Staats- Eigenschaften eines Germanen, solche Verleumdungen in einem Fall an, in welchem ein Verletzter 18 Monate seiner Rente ver- fetretär hier im Reichstage als ein selbstverständ- entfernten Winkel Deutschlands vorzubringen, vielleicht in der luftig gegangen ist, weil er eine bestimmte Heilanstalt nicht be- liches Recht des Staatsbürgers bezeichnet hatte. Sämmt. Hoffnung, daß ich keine Renntniß davon erhalten würde. Herr suchen wollte. Auch komme es vor, daß ein armer Ver- liche Instanzen haben zunächst eine höfliche Verbeugung Ahlwardt hat dort auch gesagt: Die Kopie dieses Briefes ist unglückter von einer Berufsgenossenschaft zur anderen geschickt vor dem§ 43 gemacht und anerkannt, daß die Ver- in meinen Händen."( Hört!) Heute ist davon schon nicht mehr breitung an sich firaflos ist, weiterhin aber aus der Vertheilung die Rede gewesen, sondern Herr Ahlwardt will Zeugen Abg. Rösicke( wild): Durch die Versicherungsgesetze sind der Flugblätter an einem Sonntag Morgen gefolgert, daß stellen, daß ein solcher Brief von dem Chef der Firma an mich solche Uebelstände nicht sämmtlich aus der Welt zu schaffen. dadurch die Bevölkerung beunruhigt" wurde, denn am Sonntag geschrieben sei. Das ist auch nicht wahr, denn ich habe mit ihm Auch die Berufsgenossenschaften haben, wie alles Menschliche, wolle jedermann für sich Ruhe und Frieden haben. Bei ton in feiner Geschäftsverbindung gestanden. Es tann teine schwerere ihre Fehler. Ihre Urtheile beruhen auf den Urtheilen der Aerzte fequenter Durchführung dieser Durchführung dieser Grundsäße ist schließlich Beschuldigung geben, als die, daß ich mich habe bestechen lassen. und diese stehen sich oft diametral gegenüber, sodaß die Berufss jede Verbreitung von Flugblättern unmöglich, denn die Das ist unerhört!( Zustimmung.) Nun, ich habe mit Herrn genossenschaften erst nach längerer Zeit zur Entscheidung kommen Gerichte werden, wenn Die Vertheilung etwa in den Ahlwardt genug. Mag er auf seinen Voltsversammlungen weiter tönnen. Das Reichs- Versicherungsamt hat aber mit diesen Abendstunden vorgenommen wird, dann erklären, daß auch triumphiren. Seine damalige Versammlung in Karlsruhe hat Dingen erst etwas zu thun, wenn der Rekurs eingelegt wird. am Abend jedermann seine Ruhe haben wolle. Wie ihm ja 250 M. eingebracht. Vielleicht ist es sehr einträglich, Die Berufsgenossenschaften haben verschiedene Aenderungen der sehr die sächsischen Behörden bemüht sind, jedermann das seelische wenn er solche persönlichen Angriffe gegen Parlamentarier macht. Gefehgebung gewünscht, um ißstände zu beseitigen. Gleichgewicht zu erhalten, geht auch aus einer anderen Gerichts- Meinetwegen mag er das weiter thun, aber ich lasse mir nicht Es folgt der Militäretat. verhandlung in Dresden hervor. Gin Redakteur war angeklagt, das Recht beschränken, hier zu sagen, was meine Meinung ist Abg. Hankmann( fübd. Vp.) weist darauf hin, daß die weil er in einer Gewerkschafts- Versammlung eine öffentliches über seine Persönlichkeit.( Beifall.) abnormen Witterungsverhältnisse dieses Winters es wünschens- Aergerniß erregende Aeußerung gethan haben sollte. Nun Abg. Ahlwardt: Herr von Kardorff hat recht, es ist nicht werth machen, daß den Soldaten Urlaub im Frühling gewährt wurde aber bewiesen, daß gerade die unter Anklage germanisch, Verdächtigungen auszusprechen. Aber die Verwird, damit sie ihren Angehörigen bei der Feldarbeit helfen stehende Aeußerung mit lebhaftem Beifall aufgenommen dächtigungen liegen auf seiner Seite.( Gelächter.) Die Berichte können, weil die Witterungsverhältnisse die Bestellung lange worden war, also nicht ergerniß, sondern Freude er über die Versammlungen in Baden waren absichtlich falsch. Ich zurückgehalten haben. Namentlich die kleineren Landwirthe wissen regt hatte. Der jene Versammlung überwachende Beamte habe deshalb ohne weiteres Versammlungen abgehalten und den nicht, woher sie die Kräfte für diese nothwendigen Arbeiten her- erklärte nun, daß er am Ende des Saales einige Personen be- Redakteur eingeladen, um ihm zu beweisen, daß er falsch berichtet nehmen sollen. merkt habe, die an diesem Beifall sich nicht betheiligt, sich daher hat. Der Redakteur hat sich aber nicht eingefunden. Diesen Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff: Ich nehme an, über die Aeußerung wohl geärgert haben.( hört! hört! und falschen Bericht sollte Herr v. Kardorff nicht benutzen, um hier Verdaß der Borrebner sich nur auf die besonders lokalen Verhältnisse Seiterfeit.) Der Redakteur wurde daraufhin zu 6 Tagen Haft bächtigungen auszusprechen.( Buruf das ist unglaublich! Großes bezogen hat; ich würde ihm daher rathen, sich mit dem württem- verurtheilt. Wenn aber alle diese angeblichen Beunruhigungen Gelächter.) Wenn Herr v. Kardorff die Theilnehmer an meinen bergischen Kriegsminister in Verbindung zu setzen. In Preußen bereits so hart bestraft werden, wie sieht es denn mit der Be- Versammlungen als Sumpen bezeichnet hat, so ist das eine Ueberist mir von einem Nothstande nichts bekannt geworden; er pflegt unruhigung der Bürger durch andere Fattoren unseres Staats- bebung über eine große Menge der Bevölkerung; denn ich weiß, auch nur zur Erntezeit einzutreten. Sollte er sich jetzt noch be- lebens. Wenn schon Arbeiter mit 10 Mart Ordnungs- daß in meine Versammlungen auch Mitglieder des Reichstages merkbar machen, so werden wir die nöthigen Erwägungen ein- ftrafe belegt werden, weil sie durch die Verbreitung tommen. Wenn Herr v. Kardorff die Einnahmen aus der Vertreten laffen. eines verhältnißmäßig harmlosen Flugblattes harmlosen Flugblattes Leute be fammlung berechnet hat, so hat er sie zu hoch berechnet. Für unruhigt haben sollen, wie viel Orduungsstrafe haben dann mich persönlich sind die Einnahmen aus Versammlungen gleichdie verbündeten Regierungen mit ihrer seit Jahren fortge- giltig, weil diefelben auf die Vereine fallen, die die Versamm feyten Beunruhigung der Tabakindustrie mit ihren zehntausenden lungen veranstalten. Was Herr v. Kardorff hier gesagt hat, ist von Arbeitern verdient?( Heiterkeit.) Die Sozialdemokratie wird also etwas nicht Germanisches, was ihm im Verkehr von ihren Gegnern auch nicht gefchont! Und gerade im Rönig- mit nicht germanischen Leuten angeflogen ist.( Heiterreich Sachsen leiftet beispielsweise die Amtspresse in der Ber- feit.) Daß ich ben Brief in Händen habe, Davon unglimpfung der Sozialdemokratie das menschenmöglichste. ist keine Rede. Troydem Herr v. Kardoff mich nicht So ist es auch wieder bet den sogenannten Blum' kollegialisch behandelt hat( Gelächter), fonstatire ich, daß ich Herru schen Enthüllungen über die Sozialdemokratie gewesen. Während v. Kardorff nicht habe beleidigen wollen. alle Beitungen, die noch einen Funken von Ehr- und Anstands- Im übrigen wird der Rest des Etats ohne weitere Debatte gefühl besaßen, die Publikation dieser Enthüllungen ablehnten, haben ihr die sächsischen Amtsblätter ihre Spalten geöffnet und auch von der später durch die Organe meiner Partei erfolgten Richtigstellung nicht die geringste Notiz genommen. Viele tau sende von Sozialdemokraten, die diese amtlichen Blätter der in Die Abgg. Günther( natl.) und Richter( frs. Vp.) wider ihnen enthaltenen Bekanntmachungen halber lesen müssen, sprechen dem Antrage im Interesse der Belaffung der Kasernen mußten es ruhig über sich ergehen lassen, als elende, in Merseburg und Weißenfels; letzterer weist auch darauf hin, käufliche Subjekte geschildert zu werden, ohne wegen daß es durch die Beschlüsse noch nicht gelungen sei, die ganze der Kränkung und Beunruhigung", die ihnen dadurch Spannung zwischen Matrikularbeiträgen und Ueberweisungen zu widerfuhr, die Hilfe des Kadi in Anspruch nehmen zu können. Die Opfer des Gummischlauch- Prozesses treten, soweit beseitigen. Das ist die befannte doppelte Buchführung, die mein Partei- fie au Gefängniß verurtheilt worden sind, heute ihre Strafe genosse Auer bereits bei der vorjährigen Berathung genügend an, nachdem das Reichsgericht neulich das Urtheil der Kammer geschildert hat. Wir können nun weder die sächsischen Behörden Brausewetter endgiltig bestätigt hat. Es erhielten bekanntlich noch die sächsischen Gerichte an der weiteren Anwendung dieser Reßler vom Boltsblatt" drei Monat, Wißberger von doppelten Buchführung hindern, nur dürfen Sie sich nicht der Berliner Zeitung" ebensoviel, 3 acha u vom Sozialwundern, wenn der Kreis der Personen, die jedes Vertrauen zu demokrat" zwei Monat, Harnisch von den Lichtstrahlen" unserer Justiz verloren, immer größer und dieselbe schließlich gleichfalls zwei Monat und endlich Robert Schmidt vom Vorund zumal in Sachsen zum Kinderspott wird. wärts" fünf Monate Plögensee zudiktirt. Schmidt ist allerdings noch auf freien Füßen, da die deutsche Reichsherrlichkeit, für Abg. v. Podbielski will diese Summe bewilligen, dafür deren Aufrichtung dem achtzigjährigen Beiniger Deutschlands zur aber die fünfte Rate zum Neubau einer evangelischen Garnison- Abg. Ahlwardt: Ich hätte das Wort nicht ergriffen, wenn Beit patriotischer Dant gezollt wird, es bislang noch nicht soweit firche in Straßburg i./G. von 100 000. ftreichen, während Herr v. Kardorff mich nicht neulich in die Debatte gezogen hätte. gebracht hat, daß gegen Reichstags- Abgeordnete für die Dauer Abg. Gröber die dritte Rate für eine Infanterietaserne Die deutsche Reichsbant hat nicht die Jdeen verwirklicht, der Session in einem schwebenden Strafverfahren vorgegangen in Köln von 845 000 m. auf 745 000 m. ermäßigen will. welche Friedrich den Großen bei der Gründung der werden darf. Schmidt harrt also noch des endgiltigen ReichsAußerdem sollen 100 000 Wt. erfpart werden bei der Kavallerie- preußischen Bank geleitet haben, nämlich den kleinen Leuten zu gerichtsspruchs in fröhlicher Hoffnung auf Plötzenfee. taferne in St. Johann- Saarbrücken. dienen. Die Reichsbank ist ein Kreditinstitut für das Die übrigen Verurtheilten, Schütte, Perl und Grüttefin, find Großkapital. Die Inhaber dieser Bank sind zum theil nicht ger bekanntlich in dem Prozeß" nur" mit hohen Geldstrafen bedacht manischen Stammes und besigen zum großen Theil nicht einmal worden. werde. Abg. Preis( wild, Elsaß- Lothringer) beschwert sich darüber, daß die in Colmar garnisonirenden Kavalleriepferde vermiethet werden in Konkurrenz mit den privaten Fuhrunternehmern. Kriegsminister Broufart v. Schellendorff: Nach den er laffenen Instruktionen dürfen Dienstpferde an Privatpersonen nicht vermiethet werden. Fälle der Art sind mir nicht bekannt. Sollte gegen die bestehenden Dienstvorschriften verstoßen sein, so würde der betreffende zu bestrafen sein. Abg. Frank Baden( ntl.): Auch der Weinbau leidet jetzt unter der Arbeiternoth; der Striegsminister sollte doch der Frage etwas näher treten. M Bei den einmaligen Ausgaben beantragen die Abgg. v. Ploetz und Genossen, die gestrichene Position von 150 000. für eine Kavalleriefaserne in Torgau und einen Eyerzierplatz daselbst wieder aufzunehmen. Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff empfiehlt die Annahme des Antrages. Derselbe wird gegen die Stimmen der Konservativen und einiger Zentrumsmitglieder abgelehnt. Mehrere Anträge betreffen die Bewilligung des TruppenUebungsplatzes in Lockstedt und der Infanterietaserne in Worms, wogegen andere Positionen ermäßigt werden sollen. Für Worms sind nur 400 000. bewilligt worden, während 660 000. nothwendig sind. Für Lockstedt sollen statt 1 200 000 m., die gestrichen sind, nur 800 000 m. bewilligt werden, während für den Truppen Bei den Einnahmen aus dem Bankwesen erhält unter großer Unruhe das Wort gegen 5 Uhr erledigt. Schluß 5% Uhr. Nächste Sigung: Freitag, 1 Uhr. ( Schleuniger Antrag wegen Einstellung des Strafverfahrens gegen den Abg. Herbert; Gesammtabstimmung über den Etat und Erledigung der Resolutionen und Petionen; Antrag Kanig.) Tokales. " " Von einem„Antreten" der Strafe kann heute eigentlich nur bei zweien der Verurtheilten, nämlich bei Keßler und Wißberger die Rede sein. Die beiden anderen Sünder, nämlich Zachan und Harnisch, sitzen wegen anderer Preßdelikte, deren die Gerechtig. keit deutscher Gerichte sie schuldig befunden hat, bereits seit geraumer Zeit hinter den Kerkermauern Plötzensee's. Für sie bietet der heutige Tag also eigentlich nichts besonders Neues... Es erübrigt, auf den Prozeß und seine Vorgeschichte bei dieser Gelegenheit einzugehen. Die Art, wie am IS. Januar 18S4 die preußische Staatsrniion triumphirt und wie am S. und g. Mai desselben Jahres ein Berliner Gericht ehrenhasten Männern gegenüber seine Sachlichkeit und Unparteilichkeit dokumentirt hat, ist unauslöschlich lief in das Gedächtniß der gesitteten Welt eingegraben. Diese Tage gehören wegen ihrer Wirkung zu denen, die nicht vergessen iverden können. Und auch die Verurtheilten werden, wenigstens soweit sie unsere Parteigenossen sind, der Wirkung dieser Affäre hinter den Kerkermaueru erhobene» Hauptes gedenken. Wissen sie doch, daß wenig andere Ereignisse der Herrlichkeit von heute einen so starken Ruck gegeben haben, wie die Gummischlauch-Affäre mit ihren Folgen. Es ist in neuerer Zeil wahrlich das menschen- möglichste von den Juteresientcn der heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung gethan worden, um diese ivackelig zu machen, aber eine der schönsten Palmen soll vorab unbestritten noch denen zuerkannt werde», welche von den Ordnungsthaten am Friedrichs- Hain eine Festigung der Ordnung von heule erhofften. Wenn die Gummischlauch-Preßsünder das Gefängniß wieder verlassen, und in anbetracht der Behandlung, die ihnen dort zu theil wird, haben wir allen Grund zu wünschen, daß sie ans diesem Musterinstitut ohne schlimme Folgen für ihre Gesundheit heimlehren mSgen— wenn ihnen also nach Monaten die deutsche „Freiheit" wieder winkt, so wird abermals zur Freude aller rechtschaffenen Menschen ein gutes Stück von der heutigen Herr- lichkeit abgebröckelt sein. Dafür sorgen wir und noch mehr— unsere Feinde! Tie Inhaber von Sammellisten für die ausgesperrten Brauer und Böttcher iverden hierdurch letztmalig aufgefordert, bis zum 7. April er. abzurechne», da andernfalls die Namen der Restanten im„Vorwärts" veröffentlicht werden. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts-Kommission, Grenadierstr. 10. Bismarck zu Ehren wollen einige größere Hoflieferanten, wie durch Säulenanschlag bekannt gegeben wird, am Allerwelts- Narrentage bereits um 7 Uhr abends ihre Läden schließen. Das Opfer zweier voller Stunden zu Ehren des Ausbeuter- Heros ist gewiß nicht von Pappe. Aber es zeugt von Inkonsequenz. Der Bourgeois, der den anerkannt bedeutendsten aller Arbeiterseinde sinnvoll ehren will, kann dies wahrlich nicht, indem er den Aus gedeuteten zwei Ruhestunden mehr am Tage gönnt. Eine sinm gemäße Ehrung ist nur durch entsprechend größere Aus- b e u t u n g möglich. Wie wäre es, wenn man den Angestellten nach dem noch sehr erinnerlichen Muster des Kaiscrgeburtstags- Sonntags einige der ihnen gebührenden Ruhestunde» raubte und sie als Staffage zu Jlluminationszwecken benutzte? Erst so würde die Bismarckbegeistcrung der Arbeiterfeinde ehrlich zum Ausdruck kommen. DaS BiSmarckfieber wird von den Antisemiten, die in bezug aus— sagen wir Geschäftsgewandtheit— allen anderen bürgerlichen Parteien überlegen sind, in einer Weise ausgenutzt, die den berechtigten Neid aller Mühlendammer hervorruft. Ter famose Plan. die Reichstagsräume als Abladestelle für Geschästsreklame mit Beschlag zu belegen, ist vorderhand miß' glückt; was lag näher, als der Scherz, den Leuten, die Bismarck' Flugblätter nicht geschenkt haben wollen, den Beweis zu liefern, daß die Haupt- und Residenzstadt noch gute Seelen hat, die für eine Portion Entrüstungsblech und das ans alten Schmökern zusammengestöppelte Entrüstungsflugblatt sogar 20 Pf. bezahlen. Der Marten'sche Saal in der Friedrichstraße vereinte phantastrt man von 1000 Personen— wir meinen. wenn man die Hälfte annimmt, trifft man gerade das Richtige. Das giebt zu denken. Für«ine mit solchem Lärm inszenirte Veranstaltung, die allle nationalen Elemente vereinigen sollte, ist das ein geradezu klägliches Resultat. Heiliger Bismarck, was mag das erst werden, wenn die konservative Partei ihren tollkühnen Plan wahr macht, und heute Abend in allen scchs Berliner Wahlkreisen Enlrüstungsversammlnngen ver- anstaltet. Man denke, sechs öffentliche Volksversamm -lungen in der Hauptstadt der Sozialdemokratie! Das Rededonnerwetter über die„verruchte" Berliner Stadt Vertretung und den„vaterlandslosen" Reichstag hielt der Abgeordnete von Ahlwnrdt's Gnaden, Herr Professor Förster. Ter Redner bildet seine Kunst, die Zuhörer nervös zu mache», immer mehr aus; jeder glaubt, die Rede hat glücklich ein Ende gefunden— plötzlich kommt ein neuer Wortschivnll. Allbekannte Sachen werden wie gewöhnlich mit großem Pathos und als Aus- fluß neuer Weisheit vorgetragen. Der Eifer der Versammlung, die heilige bismärckische Sache zu retten,>var wirklich rührend; nicht nur daß man zwei Depeschen abschickte, nein, man bescheinigte auch noch durch zwei Resolutioimi, daß man sehr, sehr böse sei, weil andere Leute nicht aus Kommando in patriotische Siedehitze gerathen wollten. In den Resolutionen giebt man die Stadtvertrelung und den Reichstag dem„Hohn und der Verachtung Deutschlands, Europas ja der ganzen Welt preis". Ein Musterwerk schwülstiger Aus- drucksweise ist das Telegramm an den König von Preußen: Ein echtes Königswort wiegt 100000 Neiderstimmen auf. Ew. Majestät haben ein solches Wort gesprochen; ganz Teutschland widerhallt jubelnd von dem die Jahrhunderte durchtönenden Klange dieses Wortes und blickt mit begeistertem Vertrauen auf den erhabenen Schirmer der angetasteten Volksehre.--- Der Schriftsatz der Depesche spricht wie gewöhnlich von 1000„deutschen Männern". Wenn sich unter dieser Formel alles vereint, was Berlin an Servilismus und Byzantinismus aufzuweisen hat, dann haben die Bismarck-Anbeter ein wahres Wort gesprochen; dann soll ihnen auch ihre unverschämte Aus- schneideret noch einmal verziehen werden. In der Urania hielt der Leiter der Absteckungsarbeiten beim Bau des St. Gotlhardttunnels, Professor Dr. C. Koppe aus Brannschweig vorgestern einen intereffanlen Vortrag über die Alpen- und Hochgebirgsbahnen, vornehmlich der Schweiz. Nachdem dieser berufene Fachmann in kurzer Skizze die früheren Verkehrsmittel im Hochgebirge geschildert hatte, ging er auf die Entstehung der modernen Riesenwerke über und veranschaulichte die Schwierigkeiten, die beim Bau der Gotthardtbahn und den Werken der Jngenieurkunst am Mont Cenis zu überwinden waren. Des weiteren ging der Vortragende auf den Bau des Simplontunnels ein, der in diesem Frühjahr in Angriff genommen werden soll. An den Bildern der gewaltigen Gebirgsnatur in der Schweiz erläuterte der Redner die Niese»- arbeit die der Mensch bei Durchbohrung der Bergriesen zu leisten hat. Im zweiten Theil des Vortrags wurden die Bergbahnen geschildert, welche den Vergnügungsreiscnden die Schwcizerreise zwar ungemein bequem gemacht, dafür der Alvenbesteigung aber auch um ein gutes Stück ihres wunderbaren Reizes beraubt haben. In der Fürsorge für die Bequemlichkeit derer, die sich den fast mühelosen Genuß der Alpenwelt gönnen können, werden fort- gesetzt neue Aufgaben der Jngenieurkunst gelöst; so ist man neuerdings von der Drahtseil- und Zahnradbahn zu dem Problem der pneumatischen Bahn übergegangen, welche die Reisenden mit der Fixigkeit, mit der man die Briese der Rohr- post befördert, auf den Gipfel der Jungfrau hinausschnellen würde. Freilich würde ein solches Vergnügen vorab nur der mit mehr oder weniger Unrecht auf Bildung und Besitz pochenden Menschengattung möglich sein, denn nach der Berechnung, die Herr Prof. Dr. Koppe gab, stellt sich eine solche kurze Reise auf nicht weniger als 80 M. Späteren Zeiten, in denen nicht allein der Profil das maßgebende sein wird, möge es vorbehalten bleiben, die heute fast abenteuerlich klingenden Probleme zum Nutzen der gesammten Kulturmenschheit zu verwirklichen. Sehr gescheidt benahm sich am Mittwoch der Arbeitgeber S. aus der Pappel-Allee vor dem hiesigen Gewerbegericht. Er war von einem früher bei ihm beschäftigt gewesenen Arbeiter wegen unrechtmäßiger Entlassung verklagt worden. Vor Eintritt in die eigentliche Verhandlung fragte der Vorsitzende Richter den Beklagten, ob er der Geschäftsinhaber sei. Der Fabrikant ver- neinte die Frage mit dem Bemerken, daß das Geschäft seiner Frau gehöre. Die weitere Frage des Richters, ob diese denn auch als Geschäftsinhaberin im Handelsregister verzeichnet stehe, bewog den Arbeitgeber zu der Auskunft, sie sei zwar nicht ins Handelsregister, wohl aber ins Standesamts regist er eingetragen. Auf die Belehrung des Vorsitzenden, daß in diesem wichtigen Buch zwar Eheschließungen, Geburten und Todessälle, aber keine Handelsfirmen eingezeichnet ständen, antwortete der Beklagte mit stoischer Ruhe: Ich bezahle mein Gewerbe. Eine Einigung des Klägers mit diesem gelehrten Kopf kam nicht zu stände, da sich der gute Mann leider so rabiat benahm, daß der Vorsitzende wiederholt mit Bestrafung drohen mußte. Da die Sache nochmals zur Verhandlung kommt, so wird der Kläger weitere Gelegenheit finden, die eminente Weisheit seines ehe- maligen„Brotherrn" zu bewnndem. Ein Musterarbeiter. Den Gipfel der Anspruchslosigkeit hat offenbar ein Arbeiter erklommen, welcher auf einem Kohlen- platze in der Saarbrückerstraße beschäftigt wird. Derselbe steht in wohlthnendem Gegensatze zu den Sozialdemokralen, die be- kanntermaßen nicht arbeiten wollen, aber dasür desto größere Ansprüche machen. Besagter Arbeiter hat die Arbeiten z» ver- richten, wie sie auf einem Holz- und Kohlenhofe vorkommen, und wird auch zum Abtragen von Brennmaterial an die Kundschaft verwendet, wodurch allmälig das idyllische Arbeitsverhältniß weiteren Kreisen bekannt geworden ist. Dasselbe besteht darin, daß der Glückliche als Gegenleistung für seine Leistungen Kost und Logis erhält; eine baare Ent» schädigung wird für überflüssig erachtet. Wenn ein Arbeiter Kost und Logis erhält, so kann er wahrlich zufrieden sein, ins- besondere wenn, wie im vorliegenden Falle, das„Logis" ganz außergewöhnliche Annehmlichkeiten bietet. Die Lagerstatt besteht nämlich aus einem Arbeitswagen, wie er aus Holz- und Kohlen platzen gebräuchlich ist, das Bett ans einigen Säcken und der luftige Schlafraum aus einem Kohlenschuppcn oder dem Haus- flur, wo gerade der Wagen Ausstellung gesunden hat. Abends nach Geschäftsschluß wird der aus dem zweiten Hofe des Hauses belegene ikohlenplatz durch ein großes Thor verschlossen und der Arbeiter kann sich nun seinen süßen Träumereien über die Freuden seines Daseins ungestört hingeben, sofern ihn nicht seine sonst gewöhnlich von Hunden versehenen Obliegenheiten als nächtlicher Bewachcr des Eigenthums seiner Herrschaft in Anspruch nehmen.— So muß beute ein Arbeiter beschaffen sein, will er das Wohlgefallen der Besitzenden erringen! TaS Wasser der Spree ist feit einigen Tagen in bi' deutendem Steigen begriffen; der Wasserstand hat seit Anfang der Woche um 60 Zentimeter zugenommen und ist so hoch, daß bereits die Plattform der Dampfer-Anlegestelle am Schlosse über fluthet ist. Wenn das Steigen des Wassers noch weiter anhält, dürfte die Mühlendamm- Brücke ans der Spree zu einem erheb- lichen Hinderniß werden. Uebrigens ist seit kurzem durch ein unterhalb der neuen Schleuse angebrachtes Eisengerüst der er- forderliche Hochgang der die Spree passircndeu Zillen unter Betrachtziehnng der Mühlendamni- Brücke dafür Sorge getragen, baß die Fahrzeuge nicht mehr an dem Brückeiiboben hängen bleiben können. Arbcitcrfriihwagcn werden vom I. April ab wieder auf den verschiedenen Linien der Großen Berliner Pferdebahn von morgens ö Uhr in viertelstündlichen Abständen verkehren. Die OuinibnSlinie Frankfurter Linden— Potsdamer Brücke führt seit dem gestrigen Tage nicht niehr über den Schloßplatz, sondern durch die König-, Spandauerstraße über den Mühlendamm-Spittelmarkt und durch die Leipzigerstraße. Ein Blinder als Korrespondent l Vor längerer Zeit, so wird berichtet, hatte sich ein junger Beamter einer der ersten hiesigen Banken, namens R.. in Gemeinschaft mit Freunden in Börsenspekulationen eingelassen und dabei bedeutende Verluste er- litten. Dieses Mißgeschick hatte derart auf den jetzt 27 Jahre alten Mann eingewirkt, daß er sich in einem Eisenbahnzuge durch einen Revolverschnß in die rechte Schläfe zu tödten versuchte. Diese Absicht mißlaug; außerdem aber büßte R. infolge des un- glücklichen Schusses das Augenlicht ein. Völlig erblindet, fand er in der städtischen Blindenanstalt in der Alten Jakobstraße Aufnahme. Der junge Manu, der anfangs mit Korb- flochten beschäftigt wurde, fand bald in der Arbeit Trost für sein herbes Geschick, wurde einer der fleißigsten und besten Arbeiter und erlangte auch schließlich sein heiteres Wesen zurück. Bald war er der Liebling nicht blos der Verwaltung, sondern auch seiner Leidensgefährten, denen er die Arbeitszeit durch Scherz und Witz zu verkürzen verstand. Da trat plötzlich eine Wendung ein, die ihn trotz der Blindheit dem kaufmännischen Berufe zurückgeben sollte. Die Leitung der Anstalt beschaffte eine Schreibmaschine zur Erledigung des schriftlichen Verkehrs, und der Anstallsdirektor veranlaßt« den sehr begabten Kaufmann, sich mit der Einrichtung vertraut zu machen. R.. der sich unablässig der neuen Beschäftigung hingab, erlangte etwa nach Jahresfrist eine derartige Fertigkeil im Schreiben, daß er die Maschine völlig beherrschte. Dadurch ist es ihm— freilich zum Leidwesen seiner unglücklichen Gefährten— gelungen, bei emer hiesigen großen Versicherungsgesellschaft mit einem als aus- kömmlich bezeichneten Gehalt als Korrespondent Anstellung zu finde», eine Errungenschaft, die wohl einzig in ihrer Art dasteht. Durch Explosion kleiner Gummiballons erlitt gestern Mittag der in der Schönhauser Allee 93 wohnende Kaufmanii Breilkreuz erhebliche Verletzungeil im Gesicht. B. hatte für seinen vierjährigen Knaben von einem Händler einen der mit Gas ge- fülllcn Ballons erworben! und war im Begriff, diesen zu be- zahlen, berührte jedoch durch eigene Unvorsichtigkeit mit seiner brennenden Zigarre eine der Gummiblase», welche der Händler in der Hand hielt, wodurch die sämmtlichen Ballons zur Ent- zündung gebracht wurden. B. erlitt schwere Brandwunden im Gesicht und mußte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nahm. Neberfahren wurde gestern Morgen der Kutscher eines dem Bäckermeister Vogler aus Zehlendorf zugehörigen Brotwagens. Während der Wagen an dem Gasthos zum Deutschen Hause in Steglitz hielt, ließen heranrückende Soldaten plötzlich Trommel- wirbel erschallen. Die erschreckten Pferde gingen durch, der Kutscher wurde herabgerissen und beide Räder gingen dem Un- glücklichen über die Brust. Allgemeines Befremden erregte es, daß keiner der Soldaten angehalten wurde, den Pserden in die Zügel zu fallen und dem Unglücklichen beizustehen. Von einer Hochzeitskutsche wurde der 12jährige in der Hochmeisterstraße bei seinen Eltern wohnende Schüler Günther überfahren. Er gerieth beim Passiren der Gollnowstraße. wo- selbst er einen Handwagen schob, unter die Räder der von der Georgenkirche konimenden Brautkutsche, deren Räder ihm über den Kopf hinweggingen. Der Kleine wurde nach der elterlichen Wohnung gebracht.— Ob der Wagen hat rekognoszirt werden können, wird nicht berichtet. Zweimal überfahren wurde von ei» und demselben Fuhr- werk, wie jetzt bekanntwird, am Montag Nachmittag um öVs Uhr das dreijährige Mädcheu Alma Wüstenberg aus der Falckenstein. straße 21. Dort lief das Kind in die Räder eines Geschäfts- wageus, und der Kutscher(Firma Baatz, Wriezenerstr. 34) mer kte den Vorfall erst, als das Hinterrad dein Mädchen auf der Brust stand. Kaum hatte er den Wagen zurückgezogen, als das Pferd durch das Geschrei anderer Kinder scheu wurde, von neuem anzog und die Kleine nochmals überfuhr. Die Verletzungen sind anscheinend schwerer Art. Polizeibericht. Am 27. d. M. morgens wurde auf dem Promenadenwege in der Königin-Augnstastraße die Leiche eines anscheinend infolge eines Schlaganfalles verstorbenen Mannes aufgesunden.— In der Wienerstraße fiel abends eine Frau beim Abspringen vom Hinterraum eines in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagens hin und erlitt einen Armbruch.— In der Linicnstraße wurde eine Frau durch einen Bierwagen überfahren und an den Beinen schwer verletzt.— Im Hanse Steinmetz- straße 88 fand ein kleiner Brand statt. Witterungöübersicht vom 28. März 1895. Wetter-Prognose für Freitag, 29. März 1895. Zlniächst warmes, vorwiegend trübes Wetter mit Regenfällen und frischen südwestlichen Winden; nachher ausklärend und elwaS lühler. Berliner Wctlerbureau. Gerirsits-Zleikuttg. Wucherprozeß Labaschin und Genoffen. Im weiteren Verlaufe des Wucherprozesses Labaschin und Genossen(siehe 2. Beilage) bekundet der als Zeuge ver- nommcne Justizrath Hirsch, daß er für Labaschin eine große Anzahl notarieller Akte aufgenommen, daß aber nach seiner festen Ueberzeugung kein einziger dieser Akte ein Wucherakl gewesen sei. Er habe auch kein einziges dieser Geschäfte als verschleiertes er» achien können. Er habe im allgemeine» die Geschäfte Labaschin's gekannt und gewußl, daß derselbe sehr schwierig abziewickelnde Ge- schäfle, die sehr viel Mühe und Arbeit machten, betreibe. Labaschin habe ihn in verschiedenen Fällen um seinen Rath gefragit, wenn auch keineswegs in allen Fällen, und er habe nach seiner besten juri- stischen Ueberzeugung wiederholt ihm sagen können, daß die beabsichtigte» Erbschafts- und Hypotheken-Ankäufe vor dem Ge- setze von 1893 nlcht strafbar seien. Der Zeuge versichert gegenüber einer i» den Akten befindlichen anderweiligen Behauptung einer Zeugin, daß er vor Vollzug der notariellen Akte den Inhalt derselben beiden Komparenten laut und deutlich vorgelesen habe. Auf Befragen des Staatsanwalts giebt der Zeuge zu, daß er auch für Rieß einige notarielle Akte aufgenommen habe, möglich sei es auch, daß dieS vereinzelt bei Protz zutreffe. In einem anderen Falle hat ein alter Kanzleirath, dessen Sohn sein Militärjahr abdienen mußte, von Labaschin 4— S00 M. erhalten, wogegen er an Labaschin seine Gehaltssorderungen cediren iniißle. Die Anklagebehürde hat diesen Fall nun zur Illustration sür das Bestreben L.'s herangezogen, einfache Darlehnsgeschäste zu verschleiern. Der Zeuge rühmt L. nach, daß ihn dieser sehr coulant behandelt habe. Vor ö Jahren befand sich eine jetzt verstorbene Prediger- Witlwe, die ein Grundstück in Neuruppin besaß, in Geldverlegenheit, weil sie nothwendige Zahlungen zu leisten hatte. Di« Wittive hatte einen Erbanspruch in Höhe vor 2812 M., der zur Zeil nicht realisirbar war, weil einem schwachsinnigen Bruder bis a» sein Lebensende der Zinsgenuß zustand. Infolge einer Zeitungsannonce trat die Frau behufs Veräußerung der Erb- schaft mit Rieß»nd durch dessen Vcrmittelung mit Labaschin in Verbindung. Die Frau cedirte durch einen von dem Justiz- rath Hirsch aufgenommenen notariellen Akt ihren Erb- anspruch an Labaschin und erhielt als Kaufpreis 1408 M. Das Erbschaftskapital mußte sie jährlich mit 140,80 M. verzinsen und zur Sicherheit auf dem Grundstücke in Neuruppin eine jiautionshypothek von 4500 M. bestellen.— Rechlsanw. Dr. C o ß m a n n ist der Ansicht, daß Rieß in diesem Falle doch absolut nichts Strafbares begangen habe.— Rechtsanw. Dr. S ch ö» f e l d bestreilet, daß hier ein verschleiertes Dahrlehns- geschäst vorliege und daß die Kautionshypothek einen Werth hatte.— Staatsanw. Strähl er findet es auffallend, daß Jnstizrath Hirsch hier ein angebliches Kaufgeschäft notariell beurkundet habe, während doch die Verpflichtung zur Verzinsung mit einem Kaufe nicht im Einklang stehe.— Justizrath Hirsch bestreitet dies und setzt auseinander, daß nach seiner Ansicht der notarielle Akt in sich ganz klar sei. In einem dritten Falle hat sich ein Graf Günther v. Strach- >vitz zur Befriedigung eines nothwendigen Geldbedürsnisses an Labaschin gewandt. Er verkaufte ihm eine auf einem Rittergut haftende Hypothek von d000 M. für 3500 M. Die Hypothek war sicher, aber erst nach>/« jähriger Kündigung in Raten von 500 M. fällig. Später brauchte Graf Strachwitz nochmals Geld und verkaufte an Labaschin für 300 M. eine Hypothek von 1750 M., deren lebenslänglicher Zinsgenuß einer 50 Jahre alten Frau zu- stand.— Der Staatsanwalt erklärt, daß hier ein reines Kauf- geschäft vorliege. Hier werden die Verhandlungen abgebrochen und auf Freitag 9 Uhr vertagt. Ist der Schriftführer einer Versammlnng, die sich mit öffeiulichen Angelegenheiten befassen soll, als Ordner zu be- trachten? Diese Frage wurde am 28. März vom Kammer- gericht verneint. Im Lokale des Gastwirths Kelle sollte am 4. September 94 eine öffentliche Versaininlung zu dem Zwecke staltfiudcn, die Gewerbegerichts-Wahlen zu besprechen. Der Ein- berufer Augustin theilte den Anwesenden mit, daß'die Anmeldung der Äersammlung zu spät erfolgt sei und daß unter diesen Um- ständen von einer Burenuwahl Abstand genommen werden müßte. Eine Besprechung der Kandidatenfrage selbst glaubte er jedoch nicht unterlassen zu brauchen; er übernahm die Leitung und ersuchte den Handelsmann Löwenstein, als Schriftführer zu fungiren. Löwenitein kam dieser Aufforderung nach. Augustin wurde als V o r st e h e r, Kelle als der, welcher denPlatz her- gegeben, und Löwenstein alsOrdner einer nicht angemeldeten Versammlung in Strafe genommen. Das Schöffengericht ver- urtheilte Augustin, während Kelle und Löwenstein freigesprochen wurden. Gegen dies Urtheil legte der Staatsanwalt Berufung ein, und zwar mit Erfolg. K. sowohl wie L. wurden von der Strafkammer v e r u r t h e i l t. Bezüglich Löwenstein's wurde ausgeführt, daß ein Schriftführer als Ordner anzusehen sei. Das Kammergericht schloß sich dem Urtheil bezüglich Kelle's an, sprach aber Löwenstein frei, indem es sich der Begründung des Vertheidigers, Rechtsanwalts Heinemann, anschloß, daß ein Schriftführer nicht als Ordner anzusehen sei. Ein Ordner in der Versammlung wäre vielmehr eine Person, die für die richtige Platzvertheilung sorgt, den Versammelten die Plätze anweist und eine ähnliche Thätigkeit entfaltet. Vermischtes. 124 000 Gulden Raution gestellt hätten. Der Vertheidiger der schlagung. Anzeige beim Staatsanwalt. Lefevre. Ja. Crathie" forderte die Herausgabe des beschlagnahmten Schiffes W. G. 121. Wiederholen Sie den Sachverhalt. 2. 101. Zur Neberschwemmungsgefahr am Rhein liegen folgende und suchte in längerer Rede die Unverantwortlichkeit seiner Eigen- Kommen Sie in unsere Sprechstunde.-F. B. 118. Wenn Sie Depeschen vor: Trier, 28. März. Der Wasserstand der Mosel thümer nachzuweisen. Der Advokat des„ Norddeutschen Lloyd" feinen Widerspruch gegen den Zahlungsbefehl erheben, kann war heute früh 8 Uhr 3,88 gegen gestern Abend 3,40 Meter. verlangte Bertagung der Verhandlung auf nächste Woche. Man zwangsvollstreckung erfolgen. Ihre weiter in Aussicht geDer Regen, der seit gestern Nachmittag ununterbrochen fiel, hat glaubt, daß der Prozeß noch lange dauern und wahrscheinlich nommenen Manipulationen sind unwirksam und strafbar. heute Bormittag hier aufgehört. Roblenz, 28. März. erst im nächsten Jahre seine definitive Erledigung finden werde. E.§. 41. Erst in vier Jahren tritt Verjährung ein. Der Hafenkommissar macht bekannt, daß der hiesige Begelstand, sowie die ungünstigen Nachrichten von dem Oberrhein und seinen Nebenflüssen ein Uebertreten der Mosel und des Rheins erwarten lassen. Ein Theil der Rheinwerft ist bereits überschwemmt. Röln, 28. März. Der Rhein steigt hier stündlich 21/2 Zentimeter; der Pegelstand war heute früh 8 Uhr 6,17 Meter, gestern Abend 7 Uhr 5,77 Meter. Die Schiffbrücke ist für Fuhrwerk gesperrt; die Nebenflüsse sind noch weiter im Steigen begriffen. Zum Untergang der„ Elbe". Wie aus Rotterdam telegraphisch gemeldet wird, erklärte der Advokat des Norddeutschen Lloyd gestern bei Eröffnung der Verhandlung, daß seine Klienten Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 29. März. Opernhaus. Figaro. Hochzeit des Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wei Buchstaben oder eine Baht) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. E. P. Sprechen Sie auf der Redaktion vor. H. L., Hamm. Es ist die Fränkische Tagespost" in Nürnberg. Dr. O. M. in 3. Wir kennen feinen Patentvermittler mit der von ihnen gewünschten Eigenschaft. H. E. Sind die Kinder in der Lage, die Mutter zu unterstützen?- B. B. 550. Die Unterbrechung erfolgt durch jede gegen Sie gerichtete gerichtliche Handlung.- M. T. Ist UnterAdolph Ernst- Theater Urania Madame Suzette. Anstalt für volksthümliche Vaudeville- Posse in 3 Atten von Ordonneau. Musik von Edmond Audran.( Novität) In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Naturkunde. K. M. 6. Fragen Sie beim Amtsgericht nach dem Stande der Angelegenheit nach. J. K. 4250. 3u 1.: Haben Ste die Kündigung angenommen? Zu 2.: Schriftlich. 2. H. A. B. 73, C. H., Wiederholen Sie den Sachverhalt. Brandenburgstraße, M. Sch. 50. Kommen Sie in unsere Sprechstunde. K. A. Heilbronn. Schreiben Sie uns Ihre Adresse und die Angelegenheit, um welche es sich handelt. Wir wer den Ihnen dann schriftlich Bescheid schreiben.- 99 K. K. Bis abends. J. W. 43. Ja. Kuske. Ja. Briefkaffen der Expedition. F. R. Zürich. Leider ausverkauft. Freie Volksbühne. Sonntag, den 31. März( Leffing- Theater), VI. Abtheilung: Am Landes- Ausstellungspark Der ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Die Dodarit be Kaufmann's Variété. Bock- Brauerei Schauspielhaus. Die Welt in der man fich langweilt. Deutsches Theater. Der G'wissenswurm. Lessing- Theater. Marcel. Mariensommer. Im Vorzimmer Sr. Exzellenz. Eine kleine Gefälligkeit. Berliner Theater. Der Hypochonder. Residenz- Theater. Fernand's Ehefontraft. Neues Theater. Das liebe Geld. Schiller- Theater. Die Journalisten. Friedrich Wilhelmstädt. Theater. Der Obersteiger. Theater Unter den Linden. Nanon. Central- Theater. Unsere Rentiers. Adolph Ernst- Theater. Madame Suzette. Bellealliance- Theater. Onkel Bräfig. Alexanderplat- Theater. Durch= gegangene Weiber. Hierauf: Alle 5 Barrison. National Theater. Brücke. Die lebende Reichshallen- Theater. Spezialis täten- Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenBorstellung. Gastspiele des einzig lebenden Kolossalmenschen Emil Naucke. Einen immensen Lacherfolg haben allabendlich 9 Uhr: Die Kneipgenies ExcentricBurlesque- Aft von Emil Naucke& A. Fränkel. Musik von D. Blume. Naucke als Cascadeur! Haufen als Baby! Zum Schießen! Naucke& Fränke! als Rixdorfer Sandtyrolerinnen! Anfang des Konzerts: Sonntags 6 Uhr; Wochentags 7 Uhr. Anfang der Vorstellung: Sonn tags 7 Uhr; Wochentags 71/2 Uhr. Kaufmanu's Variótė. Spezialitäten- Castan's Panoptikum. Borstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten. Neue freie Volksbühne. Tempelhofer Berg. 57. Bock- Saison. Täglich: Militär- Konzert. Anfang 5 Uhr. Sonntags 4 Uhr. Cirque Variété ( früher Circus G. Schumann). Freitag, 29. März, abends 71/2 Uhr: Gr. Komiker- Vorstellung. nachmittags 4 und abends 7%, Uhr: 2 Extra- Vorstellungen 2. Sonnabend und Sonntag Kinder zahlen nachm, auf allen Plätzen nur 20 Pf. Montag, 1. April, abends 71/2 Uhr: „ Der Geizige." Vorher ,, Cavalleria rusticana." Anfang 3 Uhr. II. Abtheilung( National- Theater), Anfang 2/2 Uhr: Der Pelikan. Sonnabend, den 30. März, abends 9 Uhr, in den Festsälen von Louis Keller, Koppenstraße Nr. 29: Großes Fest. unter Mitwirkung des 40 Mitglieder starken Berliner Konzert- Orchefters unter Leitung des Herrn Grass, der Sängerin Annie Hindermann, des Geigenvirtuofen F. Borisch, der Schauspielfräfte Helene v. Rienzi und Paul Nollet, sowie des Gesangvereins Typographia. Nach dem Konzert: Tanz. Jm oberen Saale von Beginn des Festes an: Tanz. Billets à 50 f. intl. Zanz sind in allen 3ahlstellen zu haben. Um Mißverständnissen vorzubeugen, theilen wir den Mitgliedern und unsern Freunden mit, daß Eintrittsfarten zu dem Fest nur von den Zahlstellen, nicht von dem Unterzeichneten ausgegeben werden, daß aber auf sämmtl. Zahlstellen noch Eintrittskarten vorhanden sind. Der Vorstand der Freien Volksbühne. J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. 300/15 Grosse Fest- u. Jubel- Vorstellung Färber, Dekateure, Appreteure, Silfsarbeiter u.-Arbeiterinnen. U. a. gelangt zur Aufführung: Vor 25 Jahren. 71 Grosses militärisches Schauspiel mit Noch nie dagewesen! Prolog, Chorgesängen und Tableaux Die Riesen des dunkeln Erdlheils: Die Dinka, Sonntag, 31. März: II. Abtheilung: Nachmitt. 22 Uhr, Mein Leopold". 40 Männer, Frauen u. Kinder. " Das scheckige Mädchen Marietta. Schiller- Theater. Präsident Faure ( Wallner Theater.) Freitag, 29. März, abends 8 Uhr: Die Journalisten. Sonnabend, 30. März, abds. 8 Uhr: Zum 1. Male: Die Karolinger. Trauerspiel in 4 Atten von Ernst von Wildenbruch. Sonntag, 31. März, nachm. 3 Uhr: Der Veilchenfresser. Abends 8 Uhr: Die Journalisten. Feen- Palast Burgstr. 22, neben der Börse. Neu! Meu! zum 1. Mal in Berlin. Neu! Clown Petroff und seine originell dressirten Esel, Schweine, Ferkel, Katzen, Hunde, Hühner u. s. 1. National- Theater. Blondin junior. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: May Samst. Sensationelle Novität! Gastspiel der amerikanischen Gesellschaft William Calder Die lebende Brücke. Der beste Tanzkünstler d. Gegenwart. Mr. Albino. ????? Das Räthsel.????? Wilhelm Fröbel mit einer ganzen Waggonladung neuer zündender Couplets. Unserem verehrtem Stammbudiker, Genossen Albert Piper, zu seinem heutigen Wiegenfeste ein donnerndes Hoch, daß der ganze Gartenplatz umtürzt. 331b Durstige A. E. G.- und Nagel- Brüder. Freie Kranken- und Begräbnisskasse d. Schuhmacher Berlins. Die Beerdigung des verstorbenen Schriftführers 330b Johann Härling, findet Sonntag, den 31. März, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Luisenkirchhofes in Brit aus statt. Um ehrende Theilnahme bittet J. Ege. Danksagung. Für die liebevolle Theilnahme sowie für die zahlreichen Blumenspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, Anna Scheffler, geb. Schubert, sage ich allen Theilnehmern, insbesondere dem Gesangverein, orbeerfranz" für seine vorzüglichen GesangAlbert Scheffler. Großes Sensationsschauspiel mit Mufit!! Grosses Programm!! porträge meinen innigsten Dant. in 4 Atten( 11 Bildern), nach dem Eng. lischen von Sutton Bane, übersetzt von H. Schwab. Dirigent: Adolph Wiedecke. Elektr. Beleuchtungseffekte v. Lakowsky. Stegie: Max Samst. Anfang: Wochent. 71/2, Sonntags. 61/2 Uhr. Kaffenöffn. 1 Stde. vorher. Raffenöffnung 6½ Uhr.- Auf. 71/2 Uhr. Unter den Linden 21. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater Alte Jakobstraße Nr. 30. Emil Thomas a. 6. Täglich abends Novität! 3um 42. Male: Novität! 1/8 Uhr Einzig in seiner Ben- Ali- Bey Unsere Rentiers. Oriental. Große Posse mit Gesang und Tanz in 4 Akten von Wilhelm Mannstädi Magie. und Julius Freund. Musik von Julius Einödshofer. In Szene gesetzt vom Dir. R. Schulz. Anfang 1/28 Uhr. Passage- Panopticum. 27 Gitanos ( andalusische Sänger, Tänzer u. Tänzerinnen) Vorstellung um Preise: 3, 2 und 1 M. Sitzplatz. Art. Heute zum 200. Male, Jeden Sonntag Nachmittag 4 Uhr: Familien- Vorstellung zu halben Preisen. Vom 1. April ab beginnen die Vorstellungen um 8 Uhr. Parodie- Theater Oranien- Straße 52( am Morigpl.). Die Weber. Madame Sans- Gêne. Vorher: Zum Schluß: Heimath. 338b Statt besonderer Meldung! Ein kräftiger Sozialdemokrat ist anSonntag, den 31. März 1895: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag.( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.). 2. Diskussion. 3. Bericht des Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission und Neuwahl desselben. 127/8 4. Verschiedenes. Der Einberufer. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Sonntag, den 31. März, vormittags 10 Uhr: Versammlung der Parquetbodenleger bei Schöning, Stauschreiberstr. 29. Tages Ordnung: Unsere Preis- und Lohnverhältnisse. Sämmtliche Parquetbodenleger werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Heute Abend Sihung der Ortsverwaltung bei Schöning, Stallschreiberstr. 29. 203/14 Achtung! Vergolder. Sonnabend, 30. März, abends 8½ Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a: Große öffentliche Versammlung. Zages Ordnung: Bortrag des Genossen Adoif Hoffmann: Die Umftursvorlage und 269/3 die Gewerkschaften. Nachdem: Gemüthliches Beisammensein. Achtung! Schäftearbeiter. Achtung! gekommen! Dies zeigen hocherfreut an Sonnabend, 30. März, abds. 9 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenftr. 20: Sinze und Frau, Elisabethstr. 15. Kränze, Guirlanden und Blumen, in empfiehlt zu den billigsten Preisen A. Retzlaff, Kranzbinderei en gros, 80 Gerichtstr. 80. Utensilien und Milchgeschäfts- Molkereigeräthe, Jordan, Kleine Markusstr. 28. 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Druck und Berlag von Max Bading in Berlin, SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 75. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 51. Sigung vom 28. März, 11 Uhr. Am Regierungstische: Bosse, v. Hammerstein. Ju dritter Berathung wird der Gefeßentwurf, betreffend die Verwaltung des Pfarrwittwen- und Waisenfonds und die Für sorge für die Wittwen und Waisen der evangelischen Geistlichen in den neueren Provinzen angenommen. In zweiter Berathung wird der Gesetzentwurf zur Ergänzung des Gesezes betreffend die Fürsorge für die Wittwen und Waisen der Geistlichen der evangelischen Landeskirche in den neun älteren Provinzen, angenommen. Es folgt die Interpellation der Abgg. v. Ploeg, v. Mendel Steinfels und Genossen: Beabsichtigt die preußische Staatsregierung noch in dieser Session gefeßliche Maßregeln zu ergreifen, die Verfälschungen der Futter- und Düngemittel zu verhindern? Minister v. Hammerstein erklärt sich zur Beantwortung der Interpellation bereit. Freitag, den 29. März 1895. 12. Jahrg. Abg. Gerlich( ft.): Ueber den Antrag Ranih zu berathen, dahin: durch dieselbe Handlung mit Kenntniß des Sachverhalts hat heute keinen Zweck, weil sich der Reichstag damit morgen Forderungen dieser Art erworben und entweder sie weiter verzu beschäftigen hat. Der Minister sollte es den Landwirthen äußert oder die wucherlichen Vermögensvortheile geltend gemacht nicht übel nehmen, wenn sie sich heftig beklagen, denn die Noth zu haben, sowie unter Geltung des Wuchergesetzes in der Fassung ist bei uns viel größer als in den anderen Ländern. vom 19. Juni 1893: mit bezug auf Rechtsgeschäfte anderer als Abg. v. Plök( f.): Von diesem Reichstag haben wir der im§ 302 a Strafgesetzbuchs bezeichneten Art gewerbsbitter wenig zu erwarten, wir wissen nicht einmal, wie lange und gewohnheitsmäßig unter Ausbeutung der Nothlage, des dieser Reichstag noch eristiren wird, den ich auch zwar nicht Leichtsinns und der Unerfahrenheit anderer sich haben Verdie Ehre, aber die Nothwendigkeit anzugehören habe. mögenswerthe versprechen und gewähren lassen, welche den Werth der ( Oho! links.) Ja, leider. Der Minister kann nicht von dieser Leistungen dergestalt überschreiten, daß nach den Umständen der Debatte überrascht sein, es ist ihm von einem unserer Vorstands- Fälle die Vermögensvortheile in auffälligem Mißverhältniß zu mitglieder mitgetheilt, daß wir diese Debatte provoziren werden. der Leistung stehen. Was sollen unsere Wähler sagen, wenn wir wieder nach Hause fommen, ohne etwas erreicht zu haben. Wenn wir den Bauern bettelarm von seiner Scholle gehen lassen, hat allein die Sozialdemokratie den Vortheil. Se. Majestät um einen anderen Minister zu bitten, dazu haben wir kein Recht, das thun wir nicht. Minister v. Hammerstein: Jch lehne es ab, jeht auf alle diese Punkte einzugehen. Ein Provisorium für Preußen will ich erwägen, glaube aber doch, daß diese Sache nur zur Zuständigkeit des Reiches gehört. mit Labaschin foll bis zum Jahre 1885 mittellos gewesen sein. Dann übernahm er die Außenstände der in Liquidation gegangenen Porzellan- und Steingutfabrik Adolf Heckmann und soll hierbei etwa 30 000 m. verdient, und sich mit diesem Gelde selbständig gemacht haben. Er gründete sein Geschäft auf den Ankauf von Hypotheken, Grundstücken, Erbschaften und Renten, durch deren oder erhebliche Einziehung schleunigen Weiterverkauf er Gewinne erzielte, so daß sein Vermögen bis zu 300 000 m. anwuchs, trotzdem all Zur Begründung der Interpellation erhält das Wort feinen andere Geschäften noch Abg. v. Mendel- Steinfels( f.): Es tommen im Dünger- Abg. v. Pappenheim( t): Wir greifen den Minister nicht Personen Um mit Geldeinlagen betheiligt waren. wie Wuchergesetz, es vor dem Erlaß Des handel große Unregelmäßigkeiten vor, und da private Verhand- persönlich an, wir haben noch immer Vertrauen zu ihm und dem Ingen mit den Händlern vergeblich gewesen sind, hat der deutsche hoffen noch, daß dieses gerechtfertigt wird. Auch von den kleinen Gesetzes vom 19. Juni 1893 in fraft war, nicht in Konflikt zu Landwirthschaftsrath die Regierung um gefeßliche Maßregeln Mitteln haben wir bisher noch nichts gesehen, aber diese helfen gerathen, lehnte er, wie die Anklagebehörde behauptet, es formell ersucht. Nach den Analysen der agrikulturtechnischen Versuche auch nicht vollkommen ohne eine Hebung der Getreidepreise. ab, ein Darlehn zu gewähren, oder er gab geringe Beträge stationen tommen zahlreiche Verfälschungen der Futter- und Wenn die Regierung mit Entrüstung die Hebung der Getreide Geldes ganz zinslos oder zu den landesüblichen Zinsen bis zu Tüngemittel vor, infolge verfälschter Futterstoffe ist vielfach Bieh preise zurückweist, so weist sie damit zurück, die Karre, die 6 v. H. für das Jahr. Er soll solche Darlehne gewöhnlich aber Trepirt. In einer Lieferung Thomasschlacke wurde nicht ein sie mit so tief in den Dreck geschoben hat, nur solchen Personen gewährt haben, mit welchen er bereits Atom wirklicher Thomasschlacke vorgefunden.( Hört! rechts.) wieder herauszuziehen. Der Antrag Kanitz ist ein geeignetes gewinnbringende Geschäfte abgeschlossen hatte oder anderweit in Der fleine Landwirth kann sich am wenigsten dagegen schüßen, Mittel, wir bedauern daher die Zurückweisung des Ministers. geschäftlichen Beziehungen stand. In allen anderen Fällen er da er nicht bei jeder Lieferung die kostspieligen Analysen machen Minister v. Hammerstein: Ich habe nur die Art und Weise flärte er sich zur Hingabe von Geld nur gegen Zession von tann. Deshalb muß gegen die Händler nicht nur auf Schaden zurückzuweisen, wie Herr v. Heydebrand von mir Vorschläge er-| Renten und Forderungen und gegen Abtretung von Erbersatz angetragen werden, sondern sie müssen auch wegen Betrugs vartet. Ich bin an den jetzigen Zuständen und den Handels- schaften bereit. bestraft werden. In vielen Fällen mußten die Händler frei verträgen nicht schuld, habe also die Karre nicht in den Dreck gesprochen werden, weil sie sich auf die unseligen Handelsusancen geschoben. herausreden fonnten. In anderen Staaten sind schon Maßregeln Abg. Sattler( natl.): Uns hat diese Debatte überrascht, zu dagegen getroffen, wir sind aber hinter Frankreich, Belgien, Amerika 2c. mal dieselbe morgen den Reichstag beschäftigen will. Herr v. Plötz zurückgeblieben, alle diese Staaten haben vortreffliche Spezialgefeße dachte an seine Wähler, die Herren wollen also hier wohl nur gegen diesen Uebelstand. In Connecticut dürfen nur staatlich für den Fall einer Auflösung vorsorgen. Ich protestire gegen geprüfte Futter- und Düngemittel verkauft werden. Wir brauchen die Unterstellung, daß die Bauern von ihrem monarchischen den Deklarationsawang, es muß deklarirt werden: was ist die Ginn abgehen und Sozialdemokraten werden.( Beifall links. Lärm Waare, woher stammt sie, ist sie rein, ist sie frisch? Warum rechts.) sollen wir eine Ausnahme von allen Staaten machen und nicht Abg. v. Niepenhausen Erlangen( f.): Ich muß es auch ein Spezialgeset erlassen? Wir wissen ja noch gar nicht, zurückweisen, daß wir eine Verbetzung der Massen bezwecken und was dieser Reichstag machen wird. Die Margarinefabrikanten daß wir alles vom Staat erhoffen. Herr v. Plöh hat nicht ge fälschen trotz des Gesetzes ruhig weiter, weil sie immer noch sagt, der Bauer wird Sozialdemokrat, sondern: Der Bauer wird ein Geschäft dabei machen. Der Betrug muß bestraft werden. Sozialdemokrat, wenn er von seiner Scholle getrieben wird. Wir Ich bitte namens meiner Partei die Regierung um ein Spezial- nehmen auch das kleinste Mittel dankbar an. gefel. Minister v. Hammerstein: Das Reich hat schon Gesetze über den Verkehr mit Nahrungsmitteln, Wein und Butter er laffen und beschäftigt sich jetzt mit dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Verhandlungen, ob diese Materie in diefes lettere Gesez hineinpaßt, haben dahin geführt, daß nur auf dem Wege eines Spezialgefezes diefe Frage gelöst werden fann. Die Regierung denkt daher daran, ein Spezialgesetz dem Reichstag vorzulegen, die Vorarbeiten sind dazu bei der preußischen Verwaltung im Gange. Die preußische Regierung erkennt das Bedürfniß dafür vollkommen an. Ob das Gesetz noch in dieser Session kommen wird, läßt sich noch nicht sagen.( Beifall rechts.) Auf Antrag des Abg. Grafen Limburg Stirum( t.) findet die Besprechung der Interpellation statt. Abg. v. Heydebrand u. d. Lasa( t.) erkennt dankbar die Erklärung des Ministers an. Die Regierung darf nicht darauf warten, bis die Interessenten Vorschläge machen, sie muß selbst mit praktischen Vorschlägen kommen.( Zustimmung rechts.) Durch Herabsetzung der Bölle hat das Inland mehr Angebot als Nach frage, durch Bindung der Zölle auf zehn Jahre haben wir das beste Mittel zur Hebung der Getreidepreise aus der Hand gegeben. Die preußische Regierung hat mitgewirkt, den jetzigen Nothstand zu schaffen. Tausende von Landwirthen hängen jetzt an dem Munde des Landwirthschaftsministers.( Beifall redits.) Minister v. Hammerstein: Nach den Verhandlungen des Staatsrathes ist der Antrag Kanit unausführbar, er verstößt gegen die Handelsverträge und erreicht das gewünschte Biel nicht. Die Regierung ist verpflichtet, die Handelsverträge pure zu halten.( Beifall links.) Die Regierung kann die Preise Der landwirthschaftlichen Produkte nicht bestimmen, es handelt fich um eine internationale Preisbewegung. Frankreich hat troß feiner gesetzlichen Maßregeln dasselbe Sinten der Getreidepreise. Ich bin ein warmer Anhänger der Landwirthschaft, ich bin auf meine alten Tage gegen meinen Willen auf diesen Posten gestellt, will aber gern mitarbeiten, aber solche unausführ baren Forderungen muß ich mit Gutrüftung zurück weisen.( Lebhafter Beifall links. Bischen rechts.) Abg. Bueck( ntl.): Wir sind mit den Zielen der Interpellation vollkommen einverstanden( Beifall rechts) und ich freue mich, daß die Regierung zu der Erkenntniß gekommen ist, daß ein Spezialgesetz dringend nothwendig ist. Sibg. v. Huene( 3): Auch ich erkenne die Nothwendigkeit eines Schutzes namentlich der kleineren Landwirthe bei dem Bezug der Futter- und Düngemittel an, die heutige agrarische Debatte hat mich ebenfalls überrascht. Die Art, wie die Herren rechts heute vorgegangen sind, dient nicht zum Heile des Vaterlandes.( Un ruhe rechts.) Der Antrag erweist sich als unausführbar, auch ganz abgesehen von den Handelsverträgen. Sagen Sie nur den Bauern, daß es mit dem Antrag Ranig nicht geht, daß aber alles für sie geschieht, was möglich ist.( Beifall im Zentrum.) Abg. Graf Limburg- Stirum( f.): Wenn auch die Bauern selbst nicht Sozialdemokraten werden, so doch ihre Söhne, wenn die Bauern von ihrer Scholle vertrieben sind. Wir sind dankbar für die Gewährung der kleinen Mittel, aber ohne Hebung der Getreidepreise ist eine dem Staat dienliche Heilung nicht möglich. Die Getreidezölle sind uns genommen worden, wenigstens in der wirksamen Höhe. Allerdings ist es schwer, den Antrag Kanig durchzuführen, aber unüberwindlich sind die Schwierigkeiten nicht. Ueberläßt man die Landwirthschaft ihrem Schicksal, so fallen die besten Stützen des Staates fort. Die Person des Ministers greifen wir nicht an, wenn er auch in seiner offenen flaren Weise manchmal ein schärferes Wort gebraucht, als nöthig ist.( Beifall rechts.) Abg. Brömel( frs. Vg.): Ten Herren kommt es nur auf eine rücksichtslose und gewissenlose Agitation im Lande an. Die fachlichen Ausführungen des Abg. v. Huene haben die Unausführbarkeit des Antrags Ranig gezeigt. Thatsächlich sollen aber diesen Geschäften häufig wirkliche Darlehusverträge zu grunde gelegen haben, die nur zur Ver schleierung des Wuchers in der Form des Renten- oder Erbschaftsfaufes gekleidet wurden. Labaschin soll dabei ein großer Sicherheitsfommissarius gewesen sein. Der Rentenverkäufer mußte sich in eine Lebensversicherung einkaufen, deren Polize ihm in Höhe der auszuzahlenden Rentensummen verpfändet wurde. Der Erbschafts- und Hypothekenverkäufer mußte eine Gewährleistung dafür übernehmen, daß auf die Forderungen Beträge bis zu einer bestimmten, den Kaufpreis weit übersteigenden Höhe gezahlt wurden, widrigenfalls er für die Differenz aufzukommen hatte. Manchmal wurde der Anspruch des Käufers noch durch Bestellung von Kautionshypotheken gesichert. Bielfach soll er den Verkäufern, die gewöhnlich sofort baares Geld brauchten, vor Abschluß des Geschäfts Vorschüsse gezahlt und damit dann später um so leichter Einfluß auf die Preisfestsetzung ausgeübt haben. Nach Ansicht der Anklagebehörde waren diese Geschäfte wirthschaftlich nichts anderes als Darlehnsgeschäfte mit Festsetzung besonderer Rückzahlungsbedingungen. Labaschin und sein juristischer Berather sind dagegen der Meinung, daß er über haupt keine Darlehnsgeschäfte, sondern Kaufgeschäfte abgeschlossen habe, bei denen er nicht auf hohe Zinsen, sondern auf hohen Gewinn gerechnet habe. Auch Labaschin, dem sehr hohe Gewinne zufielen, hat sich vor Abschluß der Geschäfte die genaueste Kenntniß von den Erwerbs- und Vermögensverhältnissen des Geldsuchenden vers schafft, es aber stets vermieden, mit ihnen direkt über ihre Ver. mögenslage zu sprechen. An Labaschin's Geschäften soll ein Rentier Eduard Löwe mit einer Einlage von 100 000 m. gegen 5 pet. Zinsen und 10 pCt. Gewinnantheil pro Jahr als stiller Gesellschafter be theiligt sein. Außerdem stand Labaschin mit zahlreichen anderen Personen in Verbindung, die ihm gegen mäßige Zinsen Wechsel diskontirten, Darlehne gaben oder die erworbenen Hypotheken, Forderungen und Erbschaften ablauften. In verschiedenen Fällen er höhte er seinen Gewinn dadurch, daß er die Geldnehmer veranlaßte, in Anrechnung auf die Valuta größere Mengen von Wein, Kognat oder Zigarren anzunehmen. Den großen Zuspruch von Geldbedürftigen erhielt Labaschin durch Bekanntmachungen in den Zeitungen und insbesondere durch Vermittelung von Agenten; als solche sind etwa ein Dutzend Abg. Graf Kanik( t.): Ein Gesetz im Sinne meines Au- bekannt geworden. trages würde nicht im jzigen Augenblick nur den Händlern Der Mitangeklagte Rieß führte Labaschin Geldsuchende zu, nüßen, welche noch Getreidevorräthe haben, denn es würde in machte außerdem auf eigene Faust ähnliche Geschäfte wie Laba den Uebergangsbestimmungen auf diese Vorräthe durch eine Nach- schin, soweit seine Mittel reichten und lieh auch reine Darlehne steuer Rücksicht genommen werden. An den jetzigen verschiedenen zu 40 v. H. pro Jahr aus. Auch er stand wieder mit einer ganzen Preisverhältnissen an verschiedenen Orten ist die große Aus- Anzahl von Agenten in Verbindung. Auch sein Geschäft ging fo gut, nutzung der Wasserstraßen des Rheins im Westen und die große daß er, troß ursprünglicher Mittellosigkeit, ein Kapital von Bahl der zollfreien Transitläger schuld. Die Schwierigkeiten, die 30 000 M. angefammelt haben soll, was er aber bestreitet. für den Getreidehandel entnehen sollen, hat man 1879 gegen die Der Angeklagte Hempler war feit Februar 1889 bei 3ollpolitik angeführt, ohne daß nachher der Handel gelitten Labaschin Buchhalter. Er unterstützte letzteren in seinen Ge hätte. Der nothwendige Bedarf an Getreide muß eben eine schäften, betheiligte sich zum theil an den Geschäften des Rieß geführt werden und es werden sich auch nach Durchführung und schloß gelegentlich selbständig Verträge mit den Darleihern meines Antrages Händler dazu finden. Die Währungsreform ist ab. Nebenbei befaßte er sich, ebenso wie Rieß, mit der Beitreiallerdings auch ein Mittel zu gunsten der Landwirthschaft, aber bung zweifelhajter Forderungen gegen Entgelt. wir wissen noch garnicht, ob man das alte Werthverhältniß von In diesen Thatsachen erblickt die Anklagebehörde bei allen 1: 151/2 wieder herstellen will. Auch die Börsenreform gehört drei Angeklagten die Thatbestandsmerkmale des gewerbs. und zu den erwünschten kleinen Mitteln, aber wir können auf gewohnheitsmäßigen Wuchers, sie muß aber anerkennen, daß eine das große Mittel der Hebung der Getreide größere Zahl der von ihr herangezogenen Zeugen dem Labaschin preise nicht verzichten.( Beifall rechts.) ein günstiges Zeugniß über sein geschäftliches Verhalten ausgestellt und zum Ausdruck gebracht haben, daß sie sich ihm für leine bereitwillige Hilfe zu Dank verpflichtet fühlen. Abg. Klofe( 3.) erkennt an, daß der jetzige Landwirthschafte minister an der Nothlage der Landwirthschaft nicht schuld sei, verlangt aber von der Regierung energische Maßregeln zur Abhilfe der Nothlage und spricht sich für den Antrag Ranih aus. Abg. v. Kröcher( f.): Der Worte sind genug gewechselt, wir wollen Thaten sehen.( Beifall rechts.) Die Zeit der wohlwollenden Erklärungen ist vorüber, wir wollen wohlwollende Thaten haben. So denken tausende gepeinigter Landwirthe.( Zustimmung rechte.) Von dem jetzigen Minister haben wir noch feine Thaten gesehen. Die Regierung scheint den Nothstand noch nicht für so groß zu halten, wie er ist; sie muß für eine Hebung der Getreide- Abg. v. Niepenhausen betont nochmals, daß die heutigen preisel sorgen. Was soll denn werden, wenn tausende von Steuer- und anderen Lasten für den Bauer so groß seien, daß er Landwirthen an den Bettelstab kommen? Das Deutsche seinen Besitz nicht mehr länger halten könne, wenn ihm nicht vom Reich steht und fällt mit der Landwirthschaft. Es Staate Hilfe fomme. Daß Drohungen gegen die Regierung und giebt fein anderes Mittel gegen den Nothstand, als die Hebung fogar gegen die Monarchie ausgesprochen seien, weise er mit Entder Getreidepreise.( Sehr richtig! rechts.) Oder hat die Re- rüstung zurück, auf seiner Seite sei man royalistisch bis gierung ein anderes Mittel? Ich verkenne die Bedenken gegen auf die Knochen. den Antrag Kanig nicht, es darf aber fein Mittel unversucht Damit schließt die Debatte. bleiben, um die Getreidepreise wenigstens stabil zu machen. Eine Schluß gegen 4/4 Uhr. Nächste Sigung Sonnabend Brotvertheuerung ist nach feiner Richtung zu erwarten, der 11 Uhr.( Kleinere Vorlagen; Gerichtsfostengefeß.) Verdienst der Konsumenten wird sich steigern bei steigendem Wohlstand der Landwirthschaft. Woher nimmt der Staat fein Geld, wenn die Steuerzahler nichts haben. Die Behauptung von der Brotvertheuerung weife ich also auch mit Entrüftung zurück.( Heiterkeit und Beifall rechts.) Gerichts- Beifung. Die Verhandlungen finden im fleinen Schwurgerichtssaale statt. Den Vorsiß führt Landgerichtsrath Braun, die Anklagebehörde vertritt Staatsanwalt Strähler, als Vertheidiger zur Stelle: Rechtsanwalt Schönfeld, Justizrath sind Hering, und die Rechtsanwälte Dr. Goßmann und Jacobsohn. Als gerichtliche Sachverständige für Hypothekenund Grundstücks- Verhältnisse sind Geh. Kommissionsrath 2 i man und Kaufmann Ad. Oliven geladen. Der Angeklagte Labaschin bestreitet jede Schuld. Er habe keine Darlehne gewährt, sondern Forderungen ge- und verkauft. Sein juristischer Rathgeber sei Justizrath Hirsch gewesen, dem er alle seine Geschäfte zur Vorprüfung unterbreitet habe. Sobald Justizrath Hirsch ihm gesagt habe, daß irgend ein solches Geschäft nicht. unbedenklich sei, habe er davon Abstand genommen. Er habe geglaubt, der Rechtsfenntniß eines königlichen Notars und Justiz raths folgen zu dürfen. Justizrath Hirsch habe alle diesbezüg lichen notariellen Atte etwa 1000 an der Zahl Wucherprozeß Labaschin und Genossen. für ihn Minister v. Hammerstein: Ich habe diese allgemeine Vor der vierten Straftammer hiesigen Landgerichts I be aufgenommen. Er habe in den Jahren 1869-72 den Buchdem Wucherprozeß handel erlernt, sich dann dem Börsen- Kommissionsgeschäft zu agrarische Debatte heute nicht erwartet. Wie kann Herr von gannen gestern die Verhandlungen in gewandt und sei bis 1888 in der Porzellanfabrik von Adolf Kröcher verlangen, daß ich nach den paar Monaten meiner Labaschin. Amtszeit schon alle die gewünschten Maßregeln durchgeführt Auf der Antlagebant nahmen Platz: 1. Der Kaufmann Heckmann thätig gewesen. Als er sich selbständig gemacht, von dem jezigen Rentier Eduard Löwe, Brückenhätte. Ich habe fleißig gearbeitet und verschiedene Gesetze vor- Labaschin, seit dem 21. September v. J. in Untersuchungs- habe er er in dessen Kolonialwaaren- Geschäft früher bereitet, wie Spiritusgesetz, Zuckergesetz 2c. Wenn Sie( zu den haft, 1856 zu Schwerin a./. geboren, mosaisch, unbestraft. Allee 10, eine Einlage von 100 000 0. er= Konservativen) das Spiritusgesetz nicht haben wollen, wollen 2. Der Kaufmann Joseph Rieß, feit dem 9. Oktober v. J. in die Bücher geführt, Sie dann lieber alles weiter drüber und drunter Untersuchungshaft, 1854 zu Pofen geboren, mosaisch, vorbestraft halten. Das Vermögen, welches er sich erworben, beziffere sich gehen lassen, wenn Sie den Antrag Kanig nicht bekommen? wegen Anpreisens von Geheimmitteln mit 20 M. und wegen Be- nicht auf 300 000 m., sondern auf etwa 50-60 000 m. Er habe Ich habe in meiner Etatsrede ja eine große Menge fieiner Mittel truges mit 3 Monaten Gefängniß. 3. Der Buchhalter Emil niemals in den Zeitungen annoncirt, niemals sich Agenten oder fogenannte„ Schlepper" gehalten, ebenso niemals jemand ge empfohlen. Wenn Sie einen anderen Minister haben wollen, Hempler, 33 Jahre alt, evangelisch, unbestraft. Die Angeklagten werden des gewerbs und gewohnheits- zwungen, Wein, Kognak zc. auf eine Valuta anzunehmen. vielleicht bitten Sie dann Se. Majestät, einen anderen Minister zu berufen, der mehr leistet als ich und ausführt, was ich für mäßigen verschleierten Wuchers beschuldigt, Nieß indem er sich müsse entschieden bestreiten, verschleierte Wuchergeschäfte beunausführbar halte. Ich werde weiter thun, was in meinen außerdem die wucherlichen Vermögensvortheile wechselmäßig vertrieben zu haben, bleibe vielmehr dabei, gewagte Kaufgeschäfte sprechen ließ. Bei Labaschin geht die Anklageformel ferner noch in der Form des Ankaufs von Erbschaften, Hypotheken c. ges Kräften steht. Gr macht zu haben. Derartige Antäufe feien nicht nur vom Justiz-| in Ausübung seiner Amtspflicht gleichzuachten. Der in Rede rath Hirsch, sondern auch vom Juftigrath Kleinholz u. a. stehende Fall wurde daher als„ Widerstand gegen die Staatsals unbedenklich erachtet worden. gewalt" aufgefaßt!! Auch der Angeklagte Nieß bestreitet, andere als reelle Raufgeschäfte vermittelt zu haben. Er befize gar kein Vermögen, sondern sei vollständig mittellos, sei aus seiner Wohnung ermittirt und habe den Offenbarungseid geleistet. Er habe nicht nur Labaschin, sondern auch anderen Leuten Geschäfte vermittelt, sich um die Einzelheiten der Geschäftsabwickelung aber nicht ge Sempler erklärt gleichfalls, daß er sich keinerlei Schuld tümmert. bewußt sei. Nach dieser kurzen allgemeinen Bernehmung beginnt die Verhandlung der Einzelfälle, auf die wir nur soweit zurückommen werden, als zur Klarlegung der Thätigkeit der Angeklagten noth wendig ist. Versammlungen. am 16. März Genosse Robriad einen recht beifällig aufIm Deutschen Metallarbeiter- Verband( Filiale C.) hielt genommenen Vortrag über das Fabrikinspektorat. Nach einer furzen Diskussion wird sodann bekannt gegeben, daß das Versammlungslokal im Monat April verlegt wird. Alles nähere wird im Vorwärts" berichtet. veranstaltet der Verband im Luisenstädtischen Konzerthaus eine Am 14. April( 1. Osterfeiertag) Matinee. Von den " der 31 hen grau Die Friedrichsberg. In einer Wanderversammlung des Arbeiterinnen Bildungsverein referirte am 24. März Frau Greifenberg fiber das Thema: Zwei Arbeiterinnen aus der Bourgeoisie. Rednerin beſpricht die Schrift der Frau Wettstein- Adelt und die Erfahrungen der Frau Gnaufe. treffende Kritit, die die Vortragende im Anschluß an jene Urtheile Bustimmung. Nach Erledigung einiger Bereinsangelegenheiten aus der Bourgeoisie übt, fanden in der Versammlung lebhafte erfolgte der Schluß der Versammlung. 1 JLL Gefangverein Freya II( gem. Chor), Nirdorf, Böttcher. Apollo, Grünftr. 21 bei Sommer.- Freie Liebertafel, 83 bet bet Echmidt. Arbeiter: Sängerverein und und Rofenthaler Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 7-8% Uhr: Lektüre. 8-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a und Südost- Schule, Waldemarstr. 14: Deutsch( Literatur.) Bei allen Unterrichtsfächern werden Ad. Neumann, Pasewalferstraße 3. neue Theilnehmer, Damen und Herren, jeder Zeit aufgenommen. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Alle Aenderungen im Vereinsfalender sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelitr. 49, D. 2 Tr. Freitag. Nebungsstunde Abends 9-11 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Collegia, Die Holzarbeiter( Tischler, Drechsler, Bürsten- Admiralstr. 38 bei Zuzauer. Raiser'scher Männerchor, Schönhauser macher 2c.) nahmen am 25. März in einer öffentlichen Ver- Allee 28, bei elle.- Arbeiter- Gefangverein Nord, Kastanien: Allee 11, bet Ein Kampf zwischen Kriminalbeamten und dem Augustin. Summer' scher Gesangverein, Langestraße 65 bei Tempel. Militärinvaliden Neumann entspann sich dadurch, daß letzterer Feier des 1. Mai. sammlung im Böhmischen Brauhaus" Stellung zur diesjährigen Arbeiter- Gefangverein Spandau in Spandau, Neunmeisterftr. 5, bet Radite. Kollege Pfannkuch plädirte in seinem- Buchbinder Männerchor, Holzmarttftr. 3, bet Deter.- ereinte den Polizeibeamten, die keinen schriftlichen Befehl bei Referat für die Befolgung des Kölner Parteitag- Beschlusses, den Sangesbrüder Moabit, Perlebergerstr. 28 bei F. Herrmerſchmidt. fich hatten, verweigerte, eine Haussuchung in seiner Wohnung bekanntlich der letzte Parteitag in Frankfurt a. M. auch für 1895 Gefangver. Maig löden I, Lindowerſtr. 26 b. Eachs. – G e müthliteit, vorzunehmen. Die Ehefrau desselben, Hebeamme Neumann in bestätigte. Die schwache Betheiligung an der gewerkschaftlichen Blumenstraße 88, bet Wiedemann. Neue Friedrichstraße Nr. 44, bet Röllig. Deutsche Liedertafel, Typographia, Gesangverein der Zionskirchstraße 51, wurde des Verbrechens laut§ 218 des Organisation mache gegenwärtig die firilte Durchführung Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, Arminhallen, KommandantenSt.-G.-B. beschuldigt und war soweit überführt, daß fie ver- der Arbeitsruhe am 1. Mai zur Unmöglichkeit; ein hartnäckiger straße 20. Gesangverein orbeerzweig, Swinemünderstraße 35 haftet und dabei eine Haussuchung vorgenommen werden sollte, Kampf mit dem Unternehmerthum wäre gewiß, die Unterstüßung Gefangverein Melodia, Rirdorf, Bergfir. 142 bei Schimfäfe.- Fris. bei Hübner. Gefangverein Rheingold, Büschingstr. 7, bei Jatob. ob sich etwa Apparate oder Instrumente in ihrer Wohnung der Gemaßregelten in größerer Anzahl bei der ungeheuren Zu- Naunynstraße 86 bet Tri Bubel Brandenburger Männere vorfänden. Neumann hatte schon Wind von der ganzen Sachenahme der Arbeitslosigkeit in allen Kulturstaaten aber eine sehr Gefangverein in Brandenburg a. 5., Messermannir. 140, bet Dantei bekommen und öfters ausgestoßen, daß er niemanden in seine schwierige Frage. Die einzelnen Gewerkschaften, welche diesen Wohnung einlasse, möge da kommen, wer da wolle. Dies war Echritt unternehmen wollen, hätten sich denselben reiflich und eher Gr. Frankfurter ftr. 74 bei Breuer.- Nordwacht, Müllerstr. 7, bei Reichert. wiederum der Polizei gemeldet worden und infolge deffen schickte zweimal wie einmal zu überlegen. Die Maiseier der Böttcher im Vor- Freie Sänger. Schmargendorf, Barnemünderſtr. b. Friedrich. Loreley, der Kriminalkommissar Cellarius sogar 4 Beamte hin, um eine fahre und der daraus entstehende Bierboykott bewiesen zur Genüge die Gelangge en regte Sänger, Grünthalerstr. 4 bet Hämmerling. Lustige Sänger, Potsdam, Brangründliche Haussuchung zu veranstalten. Am 11. August v. J. Konsequenzen, mit denen gerechnet werden müsse. Die allgemeine Denburger Kommunitation 16 bet Glaſer. Bieber'scher Männer meldeten sich bei Frau Neumann die Polizeibeamten, denen fie Arbeitsruhe empfiehlt sich nur denjenigen Arbeiterorganisationen, Böhmert's Ganbaus.- Drante, Weißensee, Königschauffee 41 bet Frense. chor, Rosenthalerstr. 57 bei Wernau. Gefelligteit, Hennigsdorf, nur ihre Küche zeigte, woselbst sich nichts vorfand. Während der welche ohne Schädigung der Arbeiterinteressen dazu im stande Johannt, Rüdersdorferstr. 45, Gesellschaftshaus Oftend. Durchsuchung kam Neumann aus der Vorderstube und als er find; Pflicht aber sei es, den 1. Mai als solchen zu feiern Gorgenfret, Admiralfir. 18c, Märtischer Hof. Gangesfreund, merkte, was los fein könnte, ging er schnell zurück und riegelte und nicht Mr. 32 bet Kamlowsty. Gesangverein Wa ch t wie in früheren Jahren an einem Sonntag Dragonerfir. I, auf 19 Wörtherstraße Nr. Gefang sich ein. Die Beamten hielten nun Nachfrage nach den übrigen vor- oder nachher. Der Gedanke, welcher der Wohnräumen, worauf die Hebeamme Neumann Mai- Orchestersterverein Stralauer Siebertafel, Rummelsburg, Haupterfärte, feier grunde liege, zu grunde fasse immer tiefere Wurzeln fraße Bowinkel( Gesang). Gesangverein Treu daß sie nur noch ein Vorderzimmer habe, welches vermiethet bet Reden. im arbeitenden Volke. Beschämend sei allerdings die Einigkeit, Rirdorf, Prinz Handjernstraße Nr. 58 fei. Den Beamten schien diese Aussage etwas bedenklich geringe Betheiligung der Berliner Arbeiter an der Gewerkschafts- mertens.- Gefangverein der Metallarbeiter( f), Blumenftr. 46. Gesangverein Frohsinn, Rummelsburg, Göthestraße, Gde Kantstraße, bei und sie erkundigten sich beim Vizewirth, ob Frau Neumann bewegung; nach Ausweis des Gewerkschaftskartells sind nur Morgenroth 2, Charlottenburg, Bismardstr. 74 bet Krause.- Ein an Chambregarniſten vermiethet habe. Hiervon wußte der Vize: 8 pet. derselben organisirt, 80 pet. sollten organisirt sein und tracht 3, Eberswalde, Eisenbahnftr. 7 het b wirth nichts, sondern bestätigte, daß der Herr im Vorderzimmer die stritte Arbeitsruhe würde allgemein und spielend durchgeführt. Froh hoffnung( Berlin W.), Grunewaldfir. 110 bei Keßner. Vorstadt, Bernauerstr. 47. Hilaritas, Hochstraße 32a bei Wilte. der Ehegatte, ein Militärinvalide, fei. Infolge dieser Auskunft( Sehr richtig.) Nach eingehender Erläuterung der Bestrebungen begaben sich die Beamten noch einmal zu Neumann und verdes Weltfeiertages rieth der Vortragende am Schlusse langten Einlaß in das Vorderzimmer. Nach vielem Klopfen und seiner interessanten Ausführungen, die Maiseier in Lärmen antwortete von innen eine Stimme:" Ich bin Militäreingefehten Faktoren arrangirten Form invalide, ich mache nicht auf, machen Sie, was Sie wollen." begeben, das heißt, am Vormittage so zahlreich wie Alles zureden war vergeblich, zwei Beamte blieben an der Thür möglich sich an der in Lips' Brauerei am Friedrichsstehen, während die anderen beiden einen Schloffer herbeiholten. bain stattfindenden Holzarbeiter- Versammlung, am Nachmittag Neumann sab inzwischen ruhig zum Fenster hinaus; ein Kriminal- und Abend aber an der Feier des resp. Wahlkreises zu betheiligen. beamter bemerkte dies und zeigte ihm der Straße( Beifall.) Wie immer in derartigen Versammlungen, so ließen aus seine Erkennungsmarke. Ersterer ließ sich aber nicht auch hier einige„ Anarchisten" ihre höhere Weisheit vom Stapel. einschüchtern, sondern blieb bei seinem Vorhaben. Der hinzu Troß ihrer Seelenverwandtschaft hatte aber jeder bezüglich der geholte Schlosser mußte mit aller Gewalt die Thür öffnen und Führung Des wirthschaftlichen Kampfes" seine eigene Das Schließblech abreißen, weil der Nachtriegel von innen vor Ansicht. Einer hält hierzu die lokale Gewerkschaftsorganisation geschoben war. Beim Eintritt der Kriminalbeamten setzte sich am geeignetsten, der andere will das ohne jede Organisation Neumann in drohender Stellung zur Wehr und verlangte, daß fertig bringen. Wenn es nach ihnen ginge, müßten am 1. Mai sich die Beamten schriftlich ausweisen sollten, ob sie zur alle Arbeiter ohne Rücksicht auf die Maßnahmen der UnterHaussuchung befugt feien. Lettere fonnten dies nicht und zeigten nehmer in einen Weltstreit eintreten. Glocke, Wiedemann nur ihre Erkennungsmedaillen. Jetzt holte Neumann einen dicken und Pfannkuch fertigten die Herren gehörig ab. Hoppe Olivenknüppel vor und versuchte die Beamten hinauszutreiben, glaubte, daß sich in vielen Werfstellen die Arbeitsruhe durchführen diese aber umzingelten ihn, warfen ihn aufs Bett, fnebelten laffen wird, wenn rechtzeitig dazu Stellung genommen und der ihn und, nachdem sie ihm Handschellen angelegt hatten, Arbeitgeber vorher von dem Beschluß in Kenntniß gesetzt würde. brachten sie ihn zum Polizeirevier. Die darauf in aller Möbelpolirer Weber trat ebenfalls für allgemeine Arbeitsruhe Huhe vorgenommene Haussuchung blieb aber erfolglos, troß ein und ersuchte, in den einzelnen Werkstuben, wo die Polirer dem kein Kästchen unbesichtigt blieb, ja man fletterte sogar auf voraussichtlich feiern werden, diesen nicht Hindernisse zu bereiten. den Ofen und, da teine Leiter vorhanden war, passirte es, daß Folgende Resolution fand am Schluß der Debatte gegen einige das obere Gesims abgerissen wurde. Dieses Borgehen der Kri- Stimmen Annahme: minalbeamten schilderte Neumann in Form einer Beschwerde beim Die 2c. Versammlung beschließt: In Erwägung, daß bei der Polizeipräsidium, die aber abgewiesen wurde, weil Kriminal- allgemeinen wirthschaftlichen Depression eine algemeine Arbeitsbeamte jeder Zeit, wenn ein Verbrechen vorliege, berechtigt seien, ruhe nicht durchführbar ist, den Kollegen zu empfehlen, überall eine Haussuchung vorzunehmen, selbst wenn sie nur münd- da, wo die Kollegen einmüthig in den Werkstellen in bezug auf Iichen Auftrag hätten. Dafür wurde aber Strafanzeige gegen die Feier des 1. Mai sind, die Arbeit ruhen zu lassen, jedoch Neumann wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt erstattet, dort, wo die Einmüthigkeit für das Ruhenlassen der Arbeit am weshalb er sich gestern vor der 136. Abtheilung des Amtsgerichts 11. Mai nicht besteht, oder die momentane Lage der Kollegen denverantworten mußte. Der Angeklagte gab alle Drohungen zu, selben nicht geftattet zu feiern, sich zu verpflichten, zu einem Mai- Engels:„ Herrn Eugen Dühring's Umwälzung der WissenIn unserer gestrigen Besprechung der neuesten Ausgabe von behauptete aber, in seinem Rechte zu sein, wenn er fremde Leute, fonds das Drittel ihres Verdienstes am 1. Mai beizutragen. Vor die nichts Schriftliches bei sich hätten, woraufhin sie eine aussuchung allem aber ist den Kollegen zu empfehlen wenn sie ihre Ziele ein Bersehen weggeblieben. Für die meisten unserer Leser be schaft", ist der Name des Verlegers: Diet in Stuttgart, durch vornehmen könnten, aus seiner Wohnung weise. Nach§ 105 St.-P.-D. erreichen und ihren Willen in politischer und wirthschaftlicher dürfte es der Namensnennung allerdings nicht. seien Polizeibeamte als Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft Beziehung zur Geltung bringen wollen, sich der Organisation berechtigt, ohne weiteres Haussuchungen vorzunehmen, wenn anzuschließen und ohne Unterlaß für dieselbe zu wirken." Gefahr im Verzuge sei, erklärte der Staatsanwalt, und beantragte wegen der rabiaten Handlungsweise eine Gefängnißstraße von 4 Monaten. Auf grund dieses Paragraphen waren die Beamten zu ihrem Vorgehen befugt und der Angeklagte befand sich mit feinen Behauptungen im Irrthum nach Ansicht des Gerichtshofes, der wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt auf 6 Wochen Gefängniß erkannte. von der In der öffentlichen Versammlung der in ederindustrie beschäftigten Arbeiter am 25. d. M. behandelte Reichstags- Abgeordneter 3ubeil in einem beifällig aufgenommenen Vortrage die Organisationsfrage. In der folgenden Diskussion wurden mancherlei mißliche WerkstättenVerhältnisse zur Sprache gebracht, so von Adam, Simonsohn und Schwalbe, worauf eine Resolution einstimmige Annahme fand, welche die Anwesenden zum Beitritt zur Organisation ver pflichtete. Der vielfach angegriffene frühere Vereinsvorsitzende, Bund der geselligen Arbeitervereine Berline und Umgegend. Alle Buschriften sind zu senden an P. Gent, Adalbertstr. 95. Freitag: Statflub a tro, Abends 8 Uhr bei glid, Simeonstr. 23. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Quartettverein Gesangs Wedding, Abends 8 Uhr, bei Schäfer, Steue Hochstraße 49. verein Silaria, Freitag, Abends 8 Uhr, Sigung Blumenstr. 46 bet Tomascheck. Brivat- Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bet chulz, Bunbuserstr. 35. Vergnügungsverein husnelda, Freitag, abends 8% libr bei Zubeil, Lindenstraße 106. Musitverein Soffnung( D) Freitags Abends von 9-11 Uhr. Uebungsstunde Große Frankfurterfir. 188 bei Gold.- Tambourverein Frei- weg, Freitag, uebungsstunde bet W. Raddaß, Elsasserstr. 11. Berliner Turngenossenschaft. Die erste Männerabtheilung turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10 Uhr in der Turnhalle des Lessing- Gymnasiums Pantsir. 9-10. Zurnverein Gesundbrunnen die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der Turnhalle des Lessing- Gymnasiums, Pantfir. 9-10.- kraft- und Artisten. tub Berolina jeden Dienstag und Freitag Uebungsstunde bet Grüßner, beiter- Turnerbundes) turnt Dienstags und Freitags Abends von 8-10% Uhr Waldemarstr. 42. Turnverein Germania( Mitglied des deutschen ArAcerfir. 67. Zurnverein Fichte( Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes Deutschlands.) Die zweite Männer- Abtheilung turnt jeden Dienstag und Soffnung übt jeden Freitag Abend von 9-11 Uhr bei Schuhmacher, Freitag Abends von 8-10 Uhr in der Gt aliterftr. 5/ 56.- Kraft- Turnverein Bücklerstr. 49. Sitherklub Waldrose, Abends 9 Uhr, ManteuffelStraße 86, Tarterre: Restaurant.-Verein Grüne Zanne, Abends 9 Uhr, bei Kaiser, Martusstraße 8. Vergnügungsverein Fm Brand, Sigung Gefangverein der jeden Freitag Abend 9 Uhr bei Feind, Weinstr. 11. Bau anschläger Berlins. Jeden Freitag, abends 9 Uhr bet J. Wernau, Rosenthalerstr. 57. Stattlub Schnitt, Abends 9 Uhr, bet Trittelwig, Falfensteinstr. 7. - Zanzlehrer- Verein Solidarität, im Restaur. Grauer, Oranienstr. 121. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marx, Abends 8 Uhr, bet Gruber, Mariendorferstr. 6. Westen, bei H. Werner, Bülowfir. 59. English Conversational Club Shakespeare. Meeting every Friday at 9 p. m. at Beherns Restaurant, Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. Guests are welcome. Club Uncle Sam. 9 o'clock p. m. Munzstr. 17. Washington' birthday celebration. Guests welcome. Literarisches. Eingelaufene Druckschriften. 193170 12 Der Sozialdemokrat, Sentral- Wochenblatt der sozialdemokratischen Partet Deutschlands( Expedition in Berlin SW., Beuthstraße 2). Bu beziehen durch alle Zeitungsspediteure. Das Abonnement beträgt durch die Post oder in Berlin durch die Zeitungsspediteure pro Quartal 1,20 M. Kreuzband 1,80 M. Die Nr. 13 vom 28. März hat folgenden Inhalt: Wochenschau. Man entrüsie sich! Die Lage der Arbeitslosen in England. Die ,, bürgerliche" Runft. Parteinachrichten. Wie man uns behandelt. Bermischtes. Aus dem Reichstage. T Die Solinger Stahlwaaren Industrie. Zur Diskussion über Konsumgenossenschaften. Der Sozialismus in San Francisco. Arbeiter- Ausschluß im englischen Schuhgewerbe. Bewert schaftliches. Todtenliste. Literarisches. Von der Anklage wegen Vergehens gegen das Nah: rungsmittel- Gesetz ist der Schlächtermeister Baul Ralfewsti aus Weißensee gestern vom Echöffengericht am Amtsgericht II freigesprochen worden. Der Anklage lag die Denunziation eines jeige Werkführer bei Adam, Herr Görig, nahm Veranlassung, yolke- Lerikon, Seft 26, herausgegeben von Emanuel Wurm, Berlag von entlassenen Gesellen zu grunde. Den der Schulz. Diese hat nach allen Richtungen hin eine Thätigkeit entfaltet und mannigfaches, Material gesammelt. Ein besonderer Bericht wurde nicht gegeben. Zum Schlusse erklärte die Versammlung sich einstimmig für den bekannten Antrag Massini in der Gewerkschaftskommission, die Aenderung des Sammelwesens betreffend. ber Wörlein u. Comp., Nürnberg, ist erschienen und enthält unter anderem folgende größere Artikel: Deutsches Reich( Fortseyung). 9. Reichstag ( Schluß). 10. Staatsangehörigkeit. 11. Finanzwesen. 12. Heerwesen. 18. Kirche. 14. Schute. III. Deutsche Kolonien. IV. Deutsche Geschichte. Alle 14 Tage erscheint ein Seft. Das Bolts- Leriton fann durch jebe Postanstalt bezogen werden. Es ist im deutschen Boft- Beitungsfatalog unter Nr. 6879a( 9. Nachtrag), im bayerischen Post- Beitungstatalog unter Nr. 760a ( Nr. 25 des V.-BI.) eingetragen. Das neueste Heft( 3) der unter der Redaktion von Bertha von Suttner im Verlag von E. Pierson in Dresden erscheinenden Zeitschrift Die Waffen nieder" hat wiederum einen mannigfaltigen und reiche haltigen Inhalt. Wir heben aus demselben nachstehendes hervor: EliDucommun: Zum Friedenstongreß 1895. Moriz Adler: Der babylonische Thurmbau und die politischen Grenzen. Leopold Katscher: Ein tobter Friedensfreund. Bertha v. Suttner: Marschall Ganrobert. Franz Wirth: Die Gründung von Friedens Ortsgruppen. Dr. J. Schwarz: Beitschau. Rothes Kreuz und Friedensbewegung. A. Berger: An Frankreich. Gegen die Friedensbewegung. Korrespondenzg. Literarisches. Aus den Fachzeitschriften. Aus der Presse. Aus den Friedensvereinen. Vermischtes. Brieffaſten. Bei reichem Inhalt und vorzüglicher Ausstattung foften Die Waffen nieder!" jährlich nur 6 M. 20 S., 1 Sprechlaal. aditionsang Von der Umsicht und Fürsorglichkeit, mit der die Religion von Rechts wegen geschützt wird, giebt ein Urtheil Kunde, das dieser Tage vom Kammergericht gefällt wurde. Dem Gastwirth Schöneberg aus Mühlenbach war zur Last gelegt worden, sich gegen die Bestimmungen über die Heiligung der Sonntage dadurch vergangen zu haben, daß er seinen Gästen an Die in der Kürschnerei beschäftigten Arbeiter nud Ardiesen Sonntagen gestattete, während der Stunden Kegel zu beiterinnen waren am 25. März zahlreich im Lokale Grenadier schieben, welche für den Nachmittags= Gottesdienst bestimmt sind. Straße 33 versammelt. Ueber das Umsturzgesetz und seine Der Angeklagte machte aber vor dem Schöffengericht erfolgreich Wirkungen in bezug auf die Gewerkschaftsbewegung referirte geltend, daß sich in Mühlenbach weder eine Kirche noch ein A. Regge unter dem Beifall der Anwesenden. Die§§ 130 und Pfarrer befinden und daß dort demnach ein Nachmittags 131 sind nach Ansicht des Redners in nicht geringem Maße Gottesdienst nicht abgehalten werde. Es fönne also auch der dazu angethan, die gewerkschaftliche Agitation nach fächsischem Gottesdienst durch das Kegelschieben nicht gestört worden Muster ชน Absichten beeinflussen; die schlimmen sein. Das Schöffengericht trat dieser Auffassung bei und Reaktionäre fönnen durchkreuzt werden, wenn die sprach den Gastwirth gänzlich frei. Gegen diese Entscheidung denkende Arbeiterschaft ihre erprobten Organisationenationaldemokratie. Von einem Aristokraten. Berlin, Berlag von legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein, welche die Straffestigt und träftigt. Die Versammlung befand sich in tammer als begründet ansah; sie hob die Vorentscheidung als Uebereinstimmung mit dem Vortragenden und trat deshalb in verfehlt auf und verurtheilte den Angeklagten zu einer Geld- eine Diskussion des Gehörten nicht ein. Der nächste Punkt der strafe. Nach der Auffassung der Straffammer sind während der Tagesordnung betraf die Maifeier. Nach dem Vorschlage für den Nachmittags- Gottesdienst festgesetzten Stunden alle ge des Vorsitzenden Wier wurde nach kurzer Debatte beschlossen, Die Redaktion fellt die Benutzung des Sprechjaals, soweit der Raum dafür räuschvollen Vergnügungen untersagt, möge nun im Ort eine daß die Gewerkschaft wie im vorigen Jahre fich der Gruppen- Suteresses zur Verfügung: fie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, ntit dem abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Kirche sein und in der That Gottesdienst abgehalten werden versammlung anschließt; der Treffpunkt für alle in der Inhalt desselben identifizirt zu werden. oder nicht. Nunmehr erhob der Angeklagte Revision beim Kürschnerei Beschäftigten ist vormittags 9 Uhr bei Feindt. An die Gewerkschaften Charlottenburgs. Stammergericht. Das Revisionsgericht wies jedoch die Revision Die Frage: Wie betreiben wir die Agitation in Zu In einem Bericht über eine Versammlung der Gewertals unbegründet zurück und erklärte, das Regelschieben sei funft? wurde lebhaft diskutirt. Regge empfahl das System schaften Charlottenburgs in Nr. 74 des Vorwärts" heißt es in während der Stunden verboten, welche für den Gottesdienst der Werkstatt Vertrauenslente, das sich bei verschiedenen bezug auf meine Person: Ueber die Frage, weshalb der Abg. bestimmt sind, möge nun Gottesdienst wirklich stattfinden Gewerkschaften gut bewährt hat mit warmen Worten. Riem von Elm nicht gekommen sei, entspann sich eine lebhafte Ge oder nicht. bestritt nicht den Erfolg einer geschickten Werkstätten Agitation, schäftsordnungs- Debatte." Da diese Bemerkung die Annahme E3 wird immer schöner! Ueber eine absonderliche Ent aber er betonte, daß die Entwickelung des Gewerbes dahin geht, rechtfertigt, als wenn ich zum Referiren in dieser Versammlung scheidung des Schöffengerichtes zu Inowrazlaw wissen polnische die Werkstätten mehr und mehr in hausindustrielle Betriebe auf eine Zusage gemacht hätte, erkläre ich hiermit, daß ich eine Blätter von dort zu berichten. In einer Fortbildungsschule hatte zulösen. Fisch öder und Friedrichs traten für den Vorschriftliche Anfrage bezüglich des Referats nicht erhalten, daß fich während des Unterrichts ein Schüler das Mißfallen des schlag von Regge ein. Einige Selbständige" nahmen auch das auch die in der Versammlung aufgestellte Behauptung, es sei amtirenden Lehrers zugezogen. Derfelbe wollte den Schüler be- Wort und gaben dem Empfinden Ausdruck, daß eine Besserung der persönlich mit mir Rücksprache genommen worden, eine strafen und forderte denselben auf, seinen Platz zu verlassen und Lage nur durch gemeinsames Arbeiten der Zwischenmeister und der Ar direkte unwahrheit ist. Vom Genossen Legien wird mir nach vorn zu kommen. Da der Schüler dieser Aufforderung teine beiter erreicht werden könne. In einer Resolution verpflichtete sich nun mitgetheilt, daß allerdings jemand im Reichstag erschien, um Folge leistete, versuchte der Lehrer den Schüler mit Gewalt von die Versammlung dafür zu sorgen, daß in allen Wert mit mir wegen der Versammlung Rücksprache zu nehmen. Legien seinem Plage zu zerren, doch auch diesem Vorhaben setzte der stätten Vertrauenspersonen ernannt werden, die alles erklärte demselben, es sei zwecklos, mich herbeirufen zu lassen, ich Schüler erfolgreichen Widerstand entgegen. Infolge dieses Un- Bemerkenswerthe den Vertrauensleuten mitzutheilen haben. tönne das Referat nicht übernehmen( ich hatte an dem Sonntag gehorsams brachte der Lehrer den Schüler zur gerichtlichen An- Soppe gab die Abrechnung für den öffentlichen Fonds aus dem in meinem Wahlkreis zu referiren.) Der Genosse ent: zeige.(!) Das Schöffengericht verurtheilte auch den Schüler zu Jahre 1894. Es sind eingegangen 427,54 M. und verausgabt fernte sich dann wieder, ohne mich gesehen zu 14 Tagen Atreft. Gegen dieses Urtheil wurde zwar Berufung 364,20 M. Der Bestand betrug demzufolge 63,34 M. Mit der haben; es ist denn doch eine ganz unerhörte Dreiftigkeit, eingelegt, dasselbe aber von der zweiten Instanz bestätigt mit der Aufforderung zum Beitritt der Organisation schloß die Verfamm- später in einer Versammlung berartige Geschichten zu erzählen. Begründung, ein Lehrer sei während der Schulzeit einem Beamten I lung die von einer größeren Anzahl von Frauen befucht war. H A " 1 A von Elm. haffSozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. r. Hiermit geben wir den Parteigenossen folgende Lokale bekannt, in denen von jetzt ab nur Beiträge erhoben werden. Wir ersuchen daher die Parteigenossen, sich die angegebenen Lokale und den Tag, an welchem die Raffirung stattfindet, genau merken zu wollen. W Schönhauser Vorstadt: 426. Bezirk. Jeden Freitag nach dem 1. bei Mathes, Saarbrückerstr. 31. 2. Montag nach dem 1. bei Blume, Prenzlauer Allee 13. Freitag nach dem 1. bei Mathes, Saarbrückerstr. 31. 533. Bezirk. Jeden Donnerstag nach dem 15. event. am 15. bei Obst, Scharn horststraße 37. " Donnerstag nach dem 15. event. am 15. bei Obst, Scharnhorststraße 37. Donnerstag vor dem 15. bei Hecht, Chausseestr. 52, Hof p. Donnerstag vor dem 15. bei Hecht, Chausseestr. 52, Hof p. Mittwoch nach dem 15. bei Gieshoit, Boyenstr. 40. Donnerstag vor dem 15. bei Gieshoit, Boyenstr. 40. Donnerstag nach dem 15. bei Peitsch, Chauffeeftr. 64. Mittwoch nach dem 1. bei Boillon, Schulzendorferstr. 18a. si Abtheilungsführer: Eugen Ernst. Wedding: 11 192is 541. Bezirk. Jeden 3. Donnerstag im Monat bei Tauschel, Grenzstr. 4. 4. Donnerstag im Monat bei Tauschel, Grenzstr. 4. Montag vor dem 15. bei Beife, Templinerstr. 7.0719aniem Montag nach dem 15. bei Liezke, Schwedterstr. 33. Freitag nach dem 1. bei Rogge, Zionskirchstr. 40. Mittwoch nach dem 1. bei Dengler, Fehrbellinerstr. 81. Montag vor dem 15. bei Veike, Templinerstr. 7. Montag nach dem 15. bei Brüß, Lo: hringerstr. 41. Montag nach dem 15. bei Brüß, Lothringerstr. 41. 1. Freitag im Monat bei Brüß, Lothringerstr. 41. 2. Freitag im Monat bei Freund, Prenzlauer Allee 232. 1. Donnerstag im Monat bei Schmidt, Tresckowstr. 2. Donnerstag im Monat bei Schmidt, Tresdomstr. 24. 595. 596. 4. Freitag im Monat bei Behrend, Gerichtsstr. 75. 2. Mittwoch im Monat bei Buchwald, Fennstr. 10. 1. Freitag im Monat bei Bergmann, Müllerstr. 10/11. 1. Donnerstag im Monat bei Förster, Dalldorferstr. 17. " 1. 597.10 Donnerstag im Monat bei Bergmann, Müllerstr. 10/11. 1. Montag im Monat bei Stephan, Müllerstr. 25. 427. 534. 428. " 429. " " 1 430. " " 2. Montag nach dem 1. bei Blume, Prenzlauer Allee 13. 535. Montag vor dem 15. bei Veike, Templinerstr. 7. 431. " W 432. " " 433. " Freitag nach dem 1. bei Mathes, Saarbrückerstr. 31. Freitag nach dem 1. bei Natuschke, Angermünderstr. 12. Montag vor dem 15. bei Weife, Templinerstr. 7. 536. 537. " " " er 538. 539. # " 434. 435. " Montag vor dem 15. bei Weike, Templinerstr. 7. Montag vor dem 15. bei Veife, Templinerstr. 7. 2540. 436. " 437. 438. 439. 440. " 442. " 464. 465. " " 466. " " 467. " " 468. " 469. " 470. " 471. " 472. 473. 474. 475. " " 476. 477. 478. 479. 480. 481. " 482. " 483. " 484. 485. 486. telln 2. Montag im Monat bei Rose, Weißenburgerstr. 18. 2. Montag im Monat bei Rose, Weißenburgerstr. 18. 2. Montag nach dem 1. bei Schmidt, Wörtherstr. 19. Montag nach dem 1. bei Buchholz, Wörtherstr. 36. 1. Montag im Monat bei Walter, Rykestr. 13. Mittwoch noch dem 1. bei Kamrad, Tresckowstr. 40. Montag nach dem 15. bei Gröbeler, Franseckistr. 12. Mittwoch nach dem 1. bei Püschel, Hochmeisterstr. 13, 1. Sonnabend im Monat bei Mörschel, Schönh. Allee 28. " Sonnabend nach dem 1. bei Behnfeld, Schönh. Allee 40. Sonntag nach dem 1. bei Ruhl, Chorinerstr. 53. Montag nach dem 15. bei Augustin, Kastanien- Allee 11. Montag nach dem 15. bei Ließte, Schwedterstr. 33. Mittwoch nach dem 1. bei Baumann, Oderbergerstr. 28. Montag nach dem 1. bei Mierife, Eberswalderstr. 16. Montag nach dem 1. bei Donath, Pappel- Allee 3/4. Montag nach dem 1. bei Schmidt, Buchholzerstr. 1. Montag nach dem 15. bei Ramlow, Schönh. Allee 35. Mittwoch nach dem 1. im Jägerhaus, Schönh. Allee 103. A SemiAbtheilungsführer: Carl Mars. Rosenthaler Vorstadt. 2. Mittwoch im Monat bei Schulz, Gerichtsstr. 39. 1. Sonntag im Monat bei Krawzeck, Müllerstr. 159 a. 3. Mittwoch im Monat bei Bräside, Teglerstr. 26. 1. Mittwoch im Monat bei Duske, Müllerstr. 34. 542. 543. " " " " 544." " 3. Donnerstag im Monat bei Kerber, Hochstr. 30. 593. " " 1. Montag im Monat bei Gäde, Fennstr. 17. 594. " " " " " " " " 599. " " 600. " " 601. " " 602. " " 603. 604. 11 " " 605. " 606. " " 607. 608. 609. " " " " " " 610. 611. 612. " " " " 1. Mittwoch im Monat bei Herzog, Reinickendorferstr. 153. " " 613. " " 3. Montag im Monat bei Seidel, Gerichtsstr. 19. 614. " " 615. " " 3. Mittwoch im Monat bei Blant, Wiesenstr. 6. 616. " " 1. Donnerstag im Monat bei Pape, Kolbergerstr. 23. Abtheilungsführer: Eugen Gaborn. 1. Mittwoch im Monat bei Duste, Müllerstr. 34. 3. Dienstag im Monat bei Reinhard, Schulstr. 50, 3. Dienstag im Monat bei Heising, Schulstr. 114. 2. Dienstag im Monat bei Werth, Oudenarstr. 10. 4. Dienstag im Monat bei Schröder, Wiesenstr. 39. 2. Montag im Monat bei Ballmüller, Schulstr. 40. 1. Montag im Monat bei Trenn, Adolfstr. 15. 1. Mittwoch im Monat bei Marts, Prinz Eugenjir. 22. Bekanntmachung. older Orts- Krankenkasse Des Töpfer- Gewerbes zu Berlin. Freitag, den 5. April, abends 6 Uhr, General- Versammlung der Mitglieder( Arbeitnehmer) im Lokale des Herrn Buske, Grenadierstr. 33. Tages- Ordnung: 1. Ersatzwahl der Delegirten. ( 42 Arbeitnehmer). 2. Verschiedene Kassenangelegenheiten. Freitag, den 5. April, abends 8 1hr: Ordentliche General- Versammlung der Delegirten( Arbeitgeber u. Arbeits nehmer) im Lokale des Hrn. Buske, Grenadierstr. 33. Tages Ordnung: 1. Jahres- Raffenbericht und Bericht der Revisoren pro 1894. 2. Bericht des Vorstandes über seine Thätigkeit. 3. Abänderung des§ 29 des ersten Nachtrages zum Statut. 4. Ersatzwahl des Vorstandes.( 3wei Arbeitnehmer). 5. Beschlußfassung über den Vertrag mit d.Verein d.freigewählten Rassenärzte. 6. Beschlußfassung über den Beitritt zu einem Verbande gemäß§ 46 des Kranken- Versicherungsgesehes. 7. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Zahlreiches u. pünktliches Erscheinen ift nothwendig. 245/1 Der Vorstand. Achtung! 3. Donnerstag im Monat bei Neumann, Baſewalkerſtr. 3. Fachv. der Bilderrahmenmacher 1. Mittwoch im Monat bei Poland, Pantsir, 49. Gesundbrunnen: 493. Bezirk. Jeden Mittwoch nach dem 15. bei Gnies, Brunnenstr. 89, Ecke 443. Bezirk. Jeden Freitag nach dem 1. bei Brüß, Lothringersir. 41. Freitag nach dem 1. bei Brüß, Lothringerstr. 41. Mittwoch nach dem 1. bei Geisler, Veteranenſtr. 4.496. nach dem 15. bei Biering, Beteranenſir. " " Sonntag nach dem 1., Vorm., bei Boigt, Fehrbellinerstr. 34. 497. " Donnerstag nach dem 1. bei Voigt, Fehrbellinerstr. 84. Mittwoch nach dem 15. bei Fischer, Antlamerstr. 34. Montag nach dem 1. u. 15. bei Gabbert, Fürstenbergerstr. 5. Montag nach dem 1. u. 15. bei Gabbert, Fürstenbergerstr. 5. Montag nach dem 1. bei Trill, Zionstirchplay 5. 444. 445. 446. 447. 448. 449. 450. " 451. 452. 453. 454.. Bid: " " 455.9ap " " Rügenerstraße. Mittwoch vor dem 15. bei Manste, Puttbusersir. 25. Freitag nach dem 15. bei Wiemer, Demminerstr. 15. Donnerstag nach dem 1. u. 15. bei Hermann, Buttbuferstr. 45. Freitag nach dem 1. u. Sonntag nach dem 15. bei Kruhl. Rügenerstr. 15. Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 30. März 1895, abends 81/2 Uhr: II. Stiftungsfest in Cohn's Festsälen, Beuthstraße 20/22( Industrie- Gebäude). Hypnotischer Vortrag mit Experimenten. Nachdem: Tanz. Festrede, gehalten vom Gen. boga0. Antrick. Hierzu ladet freundlichst ein 335b Das Comité. gr. Ausw. Best. u. Donnerstag nach dem 1. u. 15. bei Kerfin, Pantstr. 32b. Alte Stiefel, Reparat, reell u. bill. 494. " " " " " " " " 498. " " 511. " " 512. " 617. " Mittwoch nach dem 1. bei Renter, Swinemünderstr. 45, Donnerstag nach dem 15. bei Gnies, Brunnenstr. 89. Donnerstag nach dem 1. bei Fitinger, Usedomstr. 22. Donnerstag vor dem 15. bei Joest, Hochstr. 33. 618. " " 619. " " " " 621. 622. " " " " " 625. " " 626. " " 627. 2. Mittwoch nach dem 1. bei Holm, Swinemünderstr. 140. Mittwoch nach dem 15. bei Wieste, Wollinerstr. 3. Montag nach dem 1. u. 15. bei Gabbert, Fürstenbergerstr. 5. 620. 456.00 Freitag nach dem 15. bei Lietzke, Schwedterstr. 33. Mittwoch nach dem 1. bei Salzmann, Rheinsbergerstr. 38. Donnerstag nach dem 1. 1. 15. bei Welteroth, Cremmenerstr. 8. 623. legten Montag im Monat bei Preet, Rheinsbergerstr. 51. 624. Montag nach dem 15. bei Raabe, Ruppinerstr. 42. Montag nach dem 15. bei Raabe, Ruppinerstr. 42. Sonntag nach dem 1., Vorm., bei Schayer, Brunnenstr. 40. Mittwoch nach dem 1. u. 15. bei Schayer, Brunnenstr. 40. 628. Montag nach dem 15. bei Wrasse, Ruppinerstr. 36. 457. 458. 459. 460. " " 461. " " 462. " " 463. " 487. " 488. 489. " 490. 491. 492. 499. " 500. " 501. " 502. " 503. # 504. 505. " 506. " " 507. " " 508. " 509. " 510. 3. Tonnerstag im Monat bei Hoffmann, Bernauerstr. 47b. Freitag nach dem 15. bei Hildebrandt, Bernauerstr. 83. Montag nach dem 15. bei Geite, Swinemünderstr. 20. Mittwoch nach dem 1. u. 15. bei Wrasse, Ruppinerstr. 36. Freitag nach dem 15. bei Geife, Swinemünderstr. 20. Donnerstag vor dem 15. bei Wigel, Ackerstr. 145. Donnerstag vor dem 25. bei Witzel, Ackerstr. 145. Montag nach dem 15. bei Merfer, Bergstr. 10. Montag nach dem 15. bei Merker, Bergstr. 10. Donnerstag vor dem 15. bei Wizel, Ackerstr. 145. Donnerstag vor dem 15. bei Wizzel, Ackerstr. 145. Donnerstag nach dem 15. bei Scholz, Bernauerstr. 90. Mittwoch nach dem 1. u. 15. bei Reiter, Streltgerstr. 64. Donnerstag nach dem 15. bei Jungnick, Bernauerstr. 103. Montag nach dem 15. bei Hildebrandt, Bernauerstr. 83, Mittwoch nach dem 15. bei Bunten, Hussitenstr. 16. Mittwoch nach dem 1. bei Lehn, Stralsunderstr. 19. Abtheilungsführer: Otto Naether. Oranienburger Vorstadt: 513. Bezirk. Jeden Mittwoch nach dem 15. bei Kratz, Hussitenstr. 43. 2. Mittwoch im Monat bei Hobein, Buttmannstr. 2. Donnerstag v. d. 15. bei Hemmerling, Grünthalerstr. 3/4. Freitag nach dem 1. bei 2Baclaviac, Stettinerstr. 9. Montag nach dem 1. u. 15. bei Haferland, Bellermannstr. 87. Donnerstag nach dem 1. bei Sendte, Wriezenerstr. 6. Mittwoch vor dem 15. bei Pitsch, Soldinerstr. 37-38. Donnerstag nach dem 15. bei Kegler, Prinzen Allee 14. Mittwoch nach dem 15. bei Wolfram, Prinzen Allee 21. Mittwoch vor dem 15. bei Henschte, Grerzierstr. 4b. Donnerstag nach dem 1. bei Mehnert, Koloniestr. 40. Abtheilungsführer: W. Brinkmann, Prinzen- Allee 67, 2 Tr. Abtheilungskaffirer: Paul Haferland, Bellermannstraße 87. Bahlstellen nur für Aufnahmen W. Wolfram, Prinzen- Allee 21, Gust. Herrmann, Buttbuserstr. 45. " " Moabit. 557. Bezirk. Jeden Montag nach dem 1. bei Köhler, Calvinstr. 11. 558. " " 559. 560. " " 561. ". 562. " " 563. " " 564. 565. " " " " 566. " 567. " " 568. " " 569. " " 570. " " 571. " " 572. " " 573. " " 514. " " 3. Donnerstag im Monat bei Brückner, Gartenstr. 77. 574. " " 515. " " 3. Donnerstag im Monat bei Brückner, Gartenstr. 77. 575. " " 516. " " 2. Mittwoch im Monat bei Hilgenfeld, Bergstr. 60. 576. " " 517. 577. " 81 " " 518. 578. " " 579. " " 520. " " 521. " " 522. " " 523. " " 524. " " 525. " 526. " 2. Mittwoch im Monat bei Hilgenfeld, Bergstr. 60. Mittwoch nach dem 1. bei Thomas, Gartenstr. 152, Keller. Mittwoch nach dem 1. bei Thomas, Gartenstr. 152, Keller, Mittwoch nach dem 1. bei Thomas, Gartenstr. 152, Keller. Mittwoch nach dem 1. bei Thomas, Gartenstr. 152, Keller. Mittwoch nach dem 15. bei Kasper, Borsigstr. 9. Mittwoch nach dem 15. bei Kasper, Borsigstr. 9. 580. " " 581. " " 582. " 583. 1191 " " 584. # " 585. " " 586. " " 527. " Mittwoch nach dem 15. bei Kasper, Borsigstr. 9. 587. " " 528. " " Mittwoch nach dem 15. bei Kasper, Borsigstr. 9. 588. " " 529. " " 530. " 531. " 21 532. " Donnerstag nach dem 1. bei Gröbing, Chausseestr. 98. Donnerstag nach dem 15. event. am 15. bei Obst, Scharn- 592. Fondun horststraße 37. Donnerstag nach dem 1. bei Gröbing, Chauffeestr. 98. Mittwoch nach dem 15. bei Kasper, Borsigstr. 9. 589. " " 590. 〃 591. " " " " 2. Donnerstag im Monat bei Kramm, Ackerstr. 50, Reller. 2. Donnerstag im Monat bei Kramm, Ackerstr. 50, Keller, 519. a 2. Sonntag in Monat bei Diezberg, Ackerſtr. 125. Tischter- Verein. Sonnabend, den 30. März cr., abends 9 Uhr, Melchiorfte. 15: Montag nach dem 1. bei Köhler, Calvinstr. 11. Montag nach dem 1. bei Köhler, Calvinstr. 11. 2. Montag nach dem 1. bei Hermerschmidt, Perlebergerstr. 28. Montag nach dem 1. bei Köhler, Calvinstr. 11. Montag nach dem 1. bei Köhler, Calvinftr. 11. Montag nach dem 1. bei Köhler, Calvinstr. 11. Montag nach dem 1. bei Köhler, Calvinstr. 11. 3. Sonnabend nach dem 1. bei Drendel, Jagowstr. 16. Donnerstag nach dem 15. bei Leder, Gozkowskystr. 3. 1. 1. 2. Montag nach dem 15. bei Renfer, Beusselstr. 19. Donnerstag vor und nach dem 15. bei Niz, Beusselstr. 62. Mittwoch nach dem 15. bei Fabra, Waldstr. 57. Mittwoch nach dem 1. bei Dummert, Wilhelmshavenerstr. 13. Dienstag nach dem 15. bei Schirmer, Emdenerstr. 47. Dienstag nach dem 15, bei Schirmer, Emdenerstr. 47. Donnerstag nach d. 15. bei Dummert, Wilhelmshaveneestr.13. 2. Donnerstag nach dem 1. bei Perschke, Havelbergerstr. 37. Montag nach den 1. bei Gerlach, Lübeckerstr. 46. Montag nach dent 1. bei Meier, Lübeckerstr. 27. 3. Montag nach dem 1. bei Lange, Stromstr. 28. 2. Donnerstag nach dem 1. bei Perschke, Havelbergerstr. 37. Montag nach dem 1. bei Pfarr, Putligstr. 9. 2. Dienstag nach dem 1. bei Geppert, Perlebergerstr. 6. Donnerstag nach dem 1. bei Gräf, Stephanstr. 53. Runge, Adalbertstr. 86. Trinkt Volks- Kraft- Kaffee [ 842b In allen Kolonialwaarenhandlungen. Packet 200 Gr., 35 Tassen 10 Pf. Arbeitsmarkt. Tüchtige Versilberer finden dauernde Beschäftigung bei A. Rechtenbach, Stendal, Goldleißten- Fabrik. Ein Walker, welcher vollständig vertraut ist mit Berl. Waltwaare, Satin Crewel Cheviot 2c. findet dauernde Beschäftigung. 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Die Mitglieder werden auf§ 3 des Statuts aufmerksam gemacht. 340b Der Vorstand. Unfallfachen, lagen, Eingaben, Putzger, Stegligerstr.65 眼 ( Ehrenberg), Annenstr. 16: Grosse öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vertrauensmanns und Neuwahl desselben. 2. Bericht der Gewerbegerichts- Beifizer. 3. Diskussion. 4. Stellungnahme zum 1. Mai. 5. Verschiedenes. 67/11 Es ist Pflicht eines jeden Kollegen in dieser Versammlung zu erscheinen, keiner darf fehlen. Der Vertrauensmann. 1/4 Dib. 4,50 m. D. Meyerson, Poststr. 7. Möbelpolirer! Wegen Differenzen ist der Zuzug von Polirern bei Jericke, in Firma Rückwarth& Riegel, Wienerstr. 50, und Dräsel, Admiralstr. 7, bis auf weiteres fernzuhalten. 201/20 Die Kommiffion. Achtung! Charlottenburg. Achtung! Große öffentliche Versammlung der Glasarbeiter Charlottenburgs u. Umgegend Sonntag, den 31. März, nachmittage 2 Uhr, im großen Saale ,, Bismarckhöhe", Wilmersdorferstr. 39. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Flemming über: Die wirthschaftliche Lage der arbeitenden Klasse. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. 124/6 Un recht zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. 2 M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Rep. sof. Künstl.Zähne Theilz Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 8-7 Uhr. Die Hilfe, christlich- soziales Wochenblatt Herausgegeben von Pfarrer Naumann in Frankfurt a. M. sucht an allen Orten Agenten. Preis vierteljährlich 50 Pf. durch Agenten; 1 M. durch die Post. Probenummern bei der Expedition, Frankfurt a. M., Obermainstr. 2 zu verlangen. 146 Achtung! 47/27 Zahnersatz, auch Theilzahl., wöchentl. 1 Mart, Guckel, Lausitzer Plaz 2, Elsasserstr. 12. MöbelGelegenheitskanf zu außergewöhnlich billigen Preisen. Für Brautleute ganze Einrichtungen von 200-1000 M. Theilzahlung ge stattet. 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