Str. 263+ 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 135 Bezugspreis:' Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8,- Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Luremburg 4.25 Goldmart, für das übrige Ausland 5,25 Goldmark pro Monat. Der Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und Zeit" mit ,, Sied. lung und Kleingarten", fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Retlamezeile 4.- Goldmart. Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Wort 0,20 Goldmart( zulässig amei fettgedruckte Worte), tebes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmart, jedes meitere Bort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen file zwei Worte. 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Sie hat durch die gestrige Rede des Genossen ob eine Mehrheit vorhanden ist, die bereit ist, der Reichsregie digt", man hat nur Informationen" eingeholt, und zwar hat Löbe einen großen moralischen Erfolg errungen. Diese rung zur Annahme des Sachverständigengutachtens die 3uman das im Gespräch mit einem geheimnisvollen Aus- Rede war ein Musterbeispiel für die sozialdemokratische Mestimmung zu erteilen. Die Mittelparteien haben einen länder getan, noch ehe die Oeffentlichkeit von der Tirpit- thode, durch die Macht der Argumente die Stellung des Antrag eingebracht, der eine flare Antwort auf diese Schick- Kandidatur etwas erfahren hatte, ja noch ehe die Deutsch Gegners zu erschüttern und diesen selbst zur Achtung zu falsfrage fordert. Die Deutschnationalen wünschen, daß der nationalen mit ihrem Vorschlag an die anderen Parteiführer zwingen. Bieles, dessen sich die Arbeiterschaft zu schämen Reichstag der Regierung, an der sie nicht beteiligt sind, sein herangetreten waren. hat die geistlosen Radauszenen der Kommunisten ist Mißtrauen ausdrücken und sich dadurch für den Bürgerblod wieder gutgemacht worden durch diese Rede des Sozialdemound die Tirpiz- Lösung" aussprechen solle. Auf einen ganz besonderen Trick ist schließlich die nationalsozia= fraten und ehemaligen Schriftfehers Löbe, sie hat die Ehre der Arbeiterbewegung wiederhergestellt. listische Partei verfallen: fie hat einen Vertrauens antrag für die Regierung eingebracht, den sie selber abzulehnen entschlossen ist. Sie hat damit zu dem Mittel ge= griffen, das einst von den Konservativen im preußischen Drei Plaffenhause angewendet wurde, die in gleich negativer Abficht einen Vorschlag auf Einführung des gleichen Wahlrechts einbrachten, um auf solche Weise die Bethmannsche Wahlreform zu Fall zu bringen. Ein solcher Antrag, der von denen, die ihn stellen, nicht ernst gemeint ist, ist nichts weiter als ein Wig, ein Dreh, eine Schiebung und verdient, dementsprechend behandelt zu werden. Die Mittelparteien haben daraufhin ihrem Antrag eine Ergänzung hinzugefügt, durch die alle anderen Anträge gleich zeitig für erledigt erklärt werben. Um diesen Antrag dürfte fich heute der Hauptkampf entspinnen, von seiner Annahme oder Ablehnung hängt nicht nur ab, ob die Regierung im Amt bleiben. fann oder nicht, sondern auch, ob sich für die Annahme des Sachverständigengutachtens eine Mehrheit im Reichstag ergibt oder nicht. Es handelt sich also um eine fachliche Entscheidung von Paum abmekbarer Tragweite. Würde der Reichstag die Annahme des Gutachtens ablehnen, so wäre gar nicht abzusehen, was weiter daraus werden sollte. Die ablehnenden Parteien mürden sich mit einer Berantwortung belasten, die sie gar nicht zu tragen imſtande find. Daraus darf geschlossen werden, daß es ihnen selbst mit der Ablehnung gar nicht so ernst ist. Auch aus den Reihen der Opposition wird heute abend mancher Seufzer der Erleichterung aufsteigen, wenn der Präsident die Annahme des Antrags der Mittelparteien verfünden wird. Sollte jedoch wider alles Erwarten der Antrag der Mittelparteien abgelehnt werden, so bliebe als das einzige verfeffungsmäßige Mittel zur Lösung der dadurch entstandenen innen- und außenpolitischen Krise die Auflösung des Reichstags und die schleunige Vornahme von Reichstagswahlen übrig, die dann ganz im Zeichen der Annahme oder der Ablehnung des Sachverständigengutachtens ausgefochten werden müßten. In einen Wahlkampf unter dieser Parole könnte feine Partei mit stärkerem Selbstbewußtsein und befferen Hoffmungen eintreten als die Sozialdemokratie. Schon die wenigen Sizungen des neuen Reichstags haben bewiesen, wie unhaltbare Zustände durch den Fehlspruch des Bolts am 4. Mai geschaffen worden sind. Wenn vor jenem Tage hier immer wieder gewarnt wurde, die Wähler sollten die deutsche Volksvertretung nicht zu einem Marrenhaus machen, so hat sich jetzt schon gezeigt, wie berechtigt diese Warnung gewesen ist. Gestern hat sich au allem übrigen auch die Ludendorff- Partei als die gleiche Feindin jeder parlamentarischen Ordnung erwiesen wie die Scholem- Bartei. Sie hatte freilich einigen Grund zur Aufregung, da Herr Henning, in die Enge getrieben, geftehen mußte, daß er, der große Held und Judenfresser, den jüdischen Oberregierungsrat Weiß um Schuh für Ludens Dorff angefleht hatte. An dieser grotesken Tatsache, die töblich wirken muß, sofern es wahr ist, daß Lächerlichkeit tötet, fann ales völtische Gejohle und Gezeter nun nichts mehr ändern. Noch gründlicher aber war die moralische Erledigung, die dem Führer der Deutschnationalen, dem Grafenestar p, zuteil wurde. Man muß es erlebt haben, wie dieser Retter des Baterlandes in edelstem Pathos losschmetterte gegen die Würdelosigkeit der Linken, die sich im Fall Tirpitz auf das Urteil des Auslandes berufen hätte, und wie der Demofrat Koch dazwischen fuhr mit der Feststellung, Graf Westarp sei es ja selbst gewesen, der sich in den Ber handlungen über die Regierungsbildung auf die angeblich fchon festgestelltes Zustimmung des Auslandes zur Tirpitz Kandidatur berufen hatte! Wie ward ihm da? Wie stand er da? Blaß, Mund auf, nach Luft schnappend, stammelnd: Ich lehne es ab, mich hier auf Brivatgespräche einzulaffen!" Zum Schluß langes Hin und Wider der persönlichen Bemerkungen, Ableugnungen, Ausredeverfuche Westarp, Hergt, zappeliger als je, Koch und wieder Westarp schließ Henning, Graefe, Hergt, Westarp, so sehen die Männer aus, die Deutschland retten wollen. Wem fällt nicht beim Anblick solcher Heldengestalten das alte Verschen ein: Nicht deutsch, nicht treu, nicht ritterlich, nicht ehrlich Nur ganz unglaublich dumm, und das macht sie gefährlich! die Wähler zu treten und sich für ihre Taten im Reichstag ein Sollten diese Herrschaften Lust verspüren, jeht wieder vor Zeugnis ausstellen zu lassen? Wir glauben es nicht von ihnen, wir glauben es auch nicht von den Kommunisten. Diese Parteien wissen, daß ihnen der 4. Mai ein unverdientes Glück beschert hat, das ihnen nie wieder zuteil werden wird, sie werden nicht das Urteil des Boltes herausfordern, das zu scheuen sie alle Ursache haben. Die Sozialdemokratie hat im Kampf für eine Bolt und Wirtschaft erhaltende Außenpolitik die Führung So hat die Sozialdemokratie alle Ursache, der Entscheidung des heutigen Tages in ruhiger Entschlossenheit entgegenzusehen. Sie tämpft nicht für den Bestand dieser Regierung, fondern für ihre eigene Sache, für die Sache der interund ihre Sache ist die Sache des ganzen deutschen Volkes, nationalen Verständigung, für Republik und Sozialismus. diefes unglüdlichen Boltes, an dem sich bisher das alte Wort, doß Not denten lehrt, leider noch nicht bewährt hat. Siegt heute die Vernunft, so ist das unser Sieg. Unterliegt sie, desto größer wird unser Sieg von morgen sein! * In der heute fortgefeßten Debatte wird Gen. Breit scheid für die Sozialdemokratie sprechen, für die Deutschnationalen Herr Schlange- Schöningen. Auch die anVerfassungskonflikt in Frankreich. Herriot läßt sich von Millerand nicht ernennen! Paris, 5. Juni, 9 Uhr abends.( Eigener Drahtbericht.) Nach einstündiger Besprechung mit dem Präsidenten der Republik hat Herriot es abgelehnt, den Auftrag zur Regierungsbildung aus den Händen Millerands entgegenzunehmen. Abends 8 Uhr hat sich Herriot aus dem Elysée in die kammer begeben, um mit den führenden Politikern der Linken die politische Lage zu besprechen. Entgegen der Gepflogenheit hat sich die Kammer nicht bis zur Bildung des neuen Ministeriums vertagt, sondern eine Sigung auf morgen Freitag nach mittag anberaumt. Ein Antrag auf Vertagung bis Dienstag wurde mit 324 gegen 206 Stimmen abgelehnt. Millerands Manöver. Paris, 5. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Der Besuch painlevés am Donnerstagmorgen als neugewählter Präsident der Kammer beim Präsidenten Miller and hatte rein zeremoniellen Charaffer. Die Unterredung hat nur wenige Minuten gedauert. Den Besuch hat Millerand eine Stunde später im Palais Bourbon erwidert. Die offiziellen Besprechungen des Präsidenten der Republik zur Neubildung des Ministeriums haben am Donnerstagnachmittag begonnen. Um 4 Uhr wurde als erfter Senatspräsident Doum ergue empfangen, der mit Millerand eine dreiviertelstündige Unterredung hatte. Eine Stunde später traf Painlevé im Elyjée ein. Obwohl keinerlei Mitteilung über diesen Empfang ausgegeben wurde, verlautet auf das bestimmteste, daß beide Politiker Millerand in voller Loyalität, aber auch in rüdsichtslosester Offenheit die politische Lage dargelegt und ihm über die Entfchloffenheit der Linken, sich seinem weiteren Verbleiben mit allen verfaffungsmäßigen Mitteln zu widersehen, keinen Zweifel ge. lassen haben. Beide haben, wie zu erwarten war, Herri of für die Nachfolgerschaft Poincarés empfohlen. Herriot war auf 6.30 Uhr abends ins Elysée berufen worden. Präsidentschaft und Verfassung. Paris, 5. Juni.( Eca.) Im Anschluß an die Unterhaltung zwischen Millerand und Herriot ist vom Elysée ein Rommuniqué ausgegeben worden, in dem ungefähr folgendes ausgeführt wird: Entsprechend den Angaben der Präsidenten des Senats und der Kammer, Doumergue und Painlevé, hatte Millerand heute nach mittag Herriot zu sich gebeten, um ihn zu fragen, ob er geneigt fei, ihm in der Bildung des Kabinetts seine Unterstützung zu ge währen. An diese Frage schloß sich ein Gedankenaustausch, bei dem zu Tage trat, daß eine Uneinigkeit über das Programm zwischen Millerand und Herriot nicht bestehe. Herriot schnitt als dann die Präsidentenfrage an, Millerand weigerte sich, auf diese Frage einzugehen, da dies ihm der Respekt vor den Befehen verbicte. Er machte darauf aufmerksam, daß die Verfassung für die Dauer der Amtszeit eines französischen Präfidenten sieben Jahre vorfehe, und daß er entschloffen sei, alle Mittel anzuwenden, um zu sichern, daß er die gefehliche Frist ausfülle. Außerdem wolle er, daß die Berfassung respektiert werde und kein Präzedenzfall für die Berlegung der Verfassung geschaffen werde. Unter diesen Umständen hat Herriot dem Präsidenten Millerand mitgeteilt, daß er die Aufgabe der Kabinettsbildung nicht übernehmen fönne. Paris, 5. Juni.( Eca.) Wie wir erfahren, hatte Herriot im Anschluß an seine Unterhaltung mit Millerand eine Aussprache mit Bainlevé und Blum in der Kammer. Paris, 5. Juni.( Eca.) Herriot hat etwa ein Viertel nach 7 Uhr das Elysée durch eine Hintertür verlassen, um sich den Fragen der Journalisten zu entziehen. Millerand hat um 28 Uhr abends seinen militärischen Adju= tanten zu dem Präsidenten der Budgetkommission des Senats, La Croix, gesandt. Paris, 5. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Der von den Sozialisten angekündigte Antrag, die Kammer zu vertagen in Erwartung einer Botschaft des Elysée", ist am Donnerstag noch nicht eingebracht worden. Ein Blatt des Nationalen Blods will wissen, daß unsere Genossen durch eine Intervention Briands zum Berzicht auf diese gegen Millerand gerichtete Demonstration veranlaßt worden seien. Diese Darlegung ist frei erfunden. Die Einbringung des Antrags ist lediglich zurückgestellt worden, um die Entwicklung ber Dinge im Lauf des Donnerstags, der für den weiteren Verlauf der Präsidentschaftskrise entscheidend ist, abzuwarten. Millerand jedoch entschlossen zu sein scheint, die bereits angekündigten Manöver bis zu Ende durchzuführen, jo ist nicht ausgeschlossen, daß die Krise sich bis Mitte nächster Woche hinziehen wird. In diesem Zusammenhang ist auch die Meldung bemerkenswert, daß der Generalgouverneur von Algier, Steeg, am Donnerstagnachmittag nach Paris abgereift ist. Man vermutet, daß Steeg, der offiziell der Linken angehört, einen Auftrag zur Bildung eines provisorischen Ka= binetts von Willerand annehmen wird. Herriots Zweidrittelmehrheit. Da Paris, 5. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Blätter der Rechten hatten es am Donnerstagmorgen als einen großen Triumph gefeiert, daß Painléve bei der Präsidentenwahl nur 296 Stimmen auf sich zu vereinigen vermocht hat. Sie schlossen daraus, daß die Mehrheit der Linken weit schwächer sei, als man noch zu Beginn der Woche hätte annehmen müssen. Dabei wurde verschwiegen, daß eine ganze Anzahl von Politikern der Linden am Mittwoch vergeffen hatte, daß der Beginn der Sizung mit Rücksicht auf das zeitraubende Wahlverfahren eine Stunde früher als sonst angeſetzt war und die fich durch ihr Zuspätfommen selbst unfreiwillig von der Teilnahme an der Abstimmung ausgeschlossen hatten. Die eigent liche Stärke des Linksblocks hat sich am Donnerstag gezeigt bei der Abstimmung über einen Antrag auf öffentlichen Anschlag der Präsidentenrede Bainlevés. Dieser Antrag wurde mit 340 gegen 176 Stimmen der Rechten und Kommunisten angenommen. deren Parteien werden noch einmal zu Worte kommen. Für die Regierung wird Dr. S t r e s e m a n n in die Debatte eingreifen. Die entscheidende Abstimmung wird für die späten Nachmittagstunden, erwartet. Vorüber heute abzustimmen ist. Die im Reichstag zu der Regierungserklärung gestellten Anträge lauten folgendermaßen: Abgg. Fehrenbach(Z.), Dr. Scholz(D. Dp.), Koch- Weser(Dem.) und Genossen: Indem der Reichstag über all« anderen Anträge zur Tagesordnung übergeht, billigt er die Erklärung der Reichsregierung, nach der sie das Gutachten der Sachverständigen als praktische Grundlag« für«in« schnelle Losung der Reparationsfrage anerkannt. Er erwartet von der Reichsrcgierung, daß sie im Int« reff« der schwer leidenden be- setzten Gebiete und zur Aufrechterhaltung der deutschen Wirtschaft mtt größir Beschleunigung die zur Durchführung des Gutachtens erforderlichen Gesetzentwürfe vorlegt. Weichzeitig erwartet er, daß die Reichsregierung die Freiheit der Gefangenen, die Rückkehr der Ausgewiesenen, die Räumung der nicht vertragsmäßig besetzten Ge- bite und die Wiederherstellung rechtmäßiger Zuständen in den ver- rragsmäßig besetzt bleibenden Gebieten sichert. Abg. ch e r g t und Genossen(Dnöt.): Der- Reichstag oersagt der Reichsregierung das Vertrauen, dessen sie nach Artikel 54 der Reichsoerfassung bedarf. Abg. v. G r a e f e und Genossen(Ratsoz.): Der Reichskanzler und die Reichsminister besitzen des in Artikel 54 der Reichsverfassung geforderte Vertrauen des Reichstags. Ferner haben die Kommunisten ein Mißtrauensvotum be. antragt. Wird der Antrag der Regierungsparteien, über den zuerst ab- zustimmen ist, angenommen, so entfällt die Abstimmung über die weiteren Anträge. GPzi'ersehre. Bon einem, der sie kennt. Der deutschvölkische Abgeordnete und frühere Major Henning hatte im Reichstag die Stirn, zu erklären, daß die Sozialdemokratie über Offiziers ehre nicht mitzureden habe. Was ihm darauf der Genosse Löbe geantwortet hat, wird er sich nicht auf sein Patent kleben lassen. Aber vielleicht interessieren ihn folgende Kapitel über „Offiziersehre": „Nach der Revolution traten einig« sonderbare Offiziere auf, die bei der Aufstellung von Freiwilligen verbänden es verstanden, der eigenen Tasche zu dienen, Männer, die aus Ausrüstungsgegenständen und Waffen, um nur einiges herauszugreifen, ein« Handels» war« machten. Dann siird Verfehlungen Einzelner bekannt gewor» den, die bei bewaffneten Aktionen, z. B. Baltikumuniernehmen,„Mein und Dein" der ZivilbevSikerung verwechselten.(Man erfand dafür den Fachausdruck: sie„rubelten".) Andere ehemalige Offiziere fattel- ten um und ergriffen sofort den Beruf des geräuschlosen Kaufmanns, suchten und fanden durch Betonung ihres alten Standes Vertrauen und, mir fehlt der richtige Ausdruck für ihr Gebahren, betrogen. Noch heute stellen in der Zunft der wasfenschieber ehemalige Offiziere einen hohen Prozentsatz dieser Sorte Schwerverdiener. Nach außen hin sind sie mächtig„national", in Wahrheit wird(eventuell über Mittelsleute) Zedem Gntzahlenden geliefert. Wieviel Waffen haben auf diesem Wege die Polen, Tschechen, Russen und Franzosen erhal- 'ten?(Ich entsinne mich eines Falles, wo ein aktiver Generalstabs- " Hauptmann der heeresfrtedenskommission Spezialwasfen an Bolfche- misten verschob.) Tie Berüchtigtsten dieses Kreises sind den Einge- weihten bekannt, aber noch heut« laufen sie als Herr Nittmeistor oder Leutnant durch die Gegend, nicht gebrandmarkt und in der„Gefell- fchaft" anerkannt. Wieder andere waren in allen möglichen natio- nalen Organisationen angestellt, schlecht dezahlt, aber doch nicht auf der Straße liegend. Sie erlagen den Versuchungen. In einer kleinen Notlage haben sie nicht genau abgerechnet: schon schlimmer dagegen ist es, wenn sie in einer solchen Situation größer« Summen „unter den Tisch fallen" ließen..: Ich kenne aber auch Offiziere, die Organlsalionsgehelmnisse an dle Besahungstruppen verrieien(gegen Kaste versteht sich!). Einig« wurden erwischt und bestraft... Wieder andere haben hochgestapelt. Es würde nicht schwer fallen, ein Bäckerdutzend derer namhaft zu machen, die, ehemalige Offiziere, unter falschem Namen für eine„nationale Bewegung" in die eigene Tasche sammelten. Wer kennt sie aber? Gehören noch ehemalige Offiziere, die offen auf Feindesseite z. V. bei den Abstimmungen gestanden haben, in unsere Reihen? Wer in Süddeutschland weiß jetzt etwas von dem Grafen O p p e r s- d orff? Das ist nun ein Großer, von dem die Zeitungen schrieben: wer sind aber die anderen, von denen es nur der Kreis der Nachbarn weiß? ... Wie war es denn in der Praxis? Ich denke an den S e l b st- schütz in Oberschlesien. Einige alle Offiziere, die den Beruf in sich fühlten, eine Formation aufzustellen(alte Freikorpsführer, Proteges der Leitung, einige Ortsangesessene und mancher, der wirtlich ganz ungeeignet war) sammelten Offiziere und Mannschaf- ten für ihre Formationen. Es gab g r a u e n v o ll« Bilder zu beobachten.„1" erschien, gab an Offizier zu fein, wurde freude- strahlend begrüßt, erhielt eine Kompagnie— und nach ei- nigen Tagen verschwand er mit der Somvagniekasie. Er fuhr einige Kilometer weiter und führte seinen Trick oft unter anderem Namen nochmals aus.„P" stellte sich als Offizier vor, durch einen Zufall wird er entlarvt, er war Hochstapler, nie Soldat gewesen. ,Z" war wirklich Ossizier, aber chronischer Säufer oder päderast, es stellte sich dann heraus, daß er früher aus irgendeiner Organisation seiner Hei- motgegend aus diesen Gründen geschaßt war... „A" meldet sich bei einer Jugendorganisation, arbeitet einige Monate gut— und verschwindet dann unter Hinterlassung von Schulden und Mitnahme aller Gelder... Er ist Ossi- zier und lebt bequem von feinen BelrngsmanSvern... Das ist eine kleine Blütenlese aus einer Abhandlung. Wir finden sie im ersten Heft der„Halbmonatsfchrist für völkische Führerjugend",„Die Freiheitsgarde", erschienen im Bundschiih-Berlag in Berlin. Das Heft ist geschmückt durch die schwarzwetßrote Kokarde mit dem Eisernen Kreuz und dem Hakenkreuz obendrein. Es wird Herrn Henning nicht schwer fallen, dort nachzulesen, was H. v. T., der sich selbst als alter Freikorpsofiizier bezeichnet, über feine alten Offizierskameraden schreibt. Aber ob Henning es für richtig findet oder nicht: auch wir Sozialdemokraten haben ein lebhaftes Interesse daran, über die besondere Ehre dieser Art Offiziere uns unser Urteil zu bilden. Und wie das ausfällt, brauchen wir nicht einmal anzudeuten. Die Schitlü am Kriegsausbruch. Westarp«nd die Sozialdemokratie. Graf Westarp hat in seiner Rede vom Donnerstag u. a. behauptet, der Sozialdemokratie fei der Kampf gegen das falsche Schuldbekenntnis im Bertrag von Versailles un- erwünscht, weil sie dieses Bekenntnis zu ihren inner poltti- fchen Zwecken brauche. Selten ist eine schmutzigere Lüge er- fanden worden. Die Sozialdemokratie hat stets die ein- feitige Beschuldigung gegen Deutschland, den Weltkrieg ab- sichtlich herbeigeführt zu haben, bekämpft. Sie lehnt es aber ab. sich in diesem Kampf Schulter an Schulter mit den Alldeutschen und Militaristen zu stellen, die den Kriegsausbruch mit den berühmten Worten begrüßten:„Diese Stunde haben wir er« sehnt! Gesegnet sei die Stunde!" Wenn solche Leute einen Felllzug gegen die Schuldlüge eröffnen, können sie nur den schwersten Schaden anrichten. Zu innerpolitischen Zwecken braucht die Sozialdemokratie die Schuldlüge ganz und gar nicht. Ihr genügt vollständig die Erklärung des deutschnationalen Reichstagsabgeordneten und Kanzlerkandidaten v. T i r p i die kaiserliche Regierung von 1914 sei in den Weltkrieg„hineingeschlittert". Die deutsch- nationalen Geständnisse, daß das alte System an seiner eigenen Unfähigkeit zusammengebrochen ist, sind ja überhaupt so zahlreich, daß wir uns auf Erörterungen über die Schuld am Kriege zu innerpolttischen Zwecken gar nicht einzulassen brauchen. .. I Unser außenpolitischer Kampf gegen die ungerechte ein- seitige Belastung Deutschlands mit der Schuld am Kriege wird am ehesten dann Erfolg haben, wenn die deutschen nicht Allein- aber M i t schuldigen am Kriegsausbruch endlich lernen werden, den Mund zu halten. Luöenöorff nickt! Noch ist nicht genug Blut gefiosseuk Nie, auch nicht von Kommunisten, ist jemals ein be- geistertes Bekenntnis zur Massenjchlachterei im Innern abgelegt worden, als gestern von Herrn v. G r a e j e im Reichstag. Mit Behagen wälzte sich der jetzige„National- sozialist" und frühere Konservatw-Deutschnationale in der Borstellung, deutsches Blut könnte eines Tages von Deutschen in Strömen vergossen werden. Wenn Löbe mit der Warner- stimme tiefer Menschlichkeit auf die„blutigen Spuren" hin- gewiesen hatte, die den Weg der nationalsozialistischen Partei bezeichnen, so ist Graes« auf diese blutigen Spuren noch stolz: „Wenn Sie Blut haben wollen, so können Sie es haben!" Tosende Entrüstung auf allen Seiten. Rur die Natwnal- sozialisten unterstreichen das frevelhafte Wort mit wilden Bei- fallsrufen. In ihrer Mitte aber sitzt der Abgeordnete Ludendorff— und nickt! Die Augen sind stier auf den Redner gerichtet, der fleischige Nacken bewegt sich: Luden- dorff nickt. Menschenblut riecht gut!(Und daß das eigens geschont wird, dafür sorgt Henning durch seine Besuche beim Ober- regierungsrat Weiß.)_ Die starken Männer. Teutschnationale Flucht in Mecklenburg. Bei den Verhandlungen zwischen Herrn Scholz und dem Grasen Westarp wiederholte der deutschnationale Kandidat immer wieder den Refrain:„Wir sind die Partei der starken Männer, mir ein Deutschnationaler kann den Karren wieder aus den Dreck ziehen." Er vergaß, auf Mecklenburg- Schwerin hinzuweisen, wo die Deutschnationalen tatsäch- lich die unumschränkte Macht haben. Der deutschnationale Ministerpräsident von Mecklenburg- Schwerin, Herr v. B r a n d e n st e i n. hat sich zur ErfiiHungs- Politik bekannt und deshalb nicht nur den Haß der Natwnal- sozialisten, sondern auch den Unwillen seiner eigenen Partei auf sich gezogen. Als die Nationalsozialisten Brandenstein ge« stürzt hatten und seine Wiederwahl für„untragbar" erklärten. machte der Fraktionsführer der Deutfchnatio- nalen das Eingeständnis, daß seine Partei außer Brandenstein keine Persönlichkeit zu präsentieren habe, der man das Ministerpräsidium anvertrauen könne. Dieser Blamage folgte in der Dienstagfitzung des Landtags eine neue. Der deutschnationale Landtags- Präsident zeigte sich der Situation und den einfachsten Regeln des Hauses derart wenig gewachsen, daß er von seinem Po st enzurücktreten mußte. Das Bekenntnis der deutschnationalen Fraktionsführer erweist sich also als durchaus richtig: die Deutschnationalen in Mecklenburg haben nur ebnen Mann, und der ist— Erfüllungspolttiker. Aber die blamable Angelegenheit ist damit keineswegs er- ledigt. Wie die„Mecklenburger Warte" berichtet, werden sich die Deutschnationalen nunwehr an dem Präsidium nicht mehr beteiligen. Das macht es wahrscheinlich, daß ein Sozial- d e m o k r a t Landtagspräsident und ein Kommunist Vizepräsident werde. Die Deutschnationalen auf der Flucht vor der Berant- wortung— aber die Sozialdemokraten vor die Front, um das völkisch-deutschnationale Musterländle Mecklenburg-Schwerin vor dem Tohuwabohu zu schützen, das die Deutschnationalen hinterließen! Ein Bild für Götter und für solche, die wissen wollen, wie es aussieht, wenn sich das Kabinett der starken Männer und der Autoritäten aus den Reihen der Deutsch- nationalen konstituiert. Im Sanne öer tönenüen Junten. Don Max Eck-Troll. Hängen da ein paar feine, dünne, blitzblanke Kupferdrähte in meinem Arbeitszimmer, die lose miteinander verbunden sind. Dies« wenigen zarten Kupferdrähte verbin- den mich mit der ganzen Welt. Eine kleine Drehung an einem Knopf des Apparates: Wellen- iänge 415 schwingt in meinen Kopfhörer hinein. Wogen von Tönen schwingen in mein Ohr. Ich höre das Konzert der„Funkstunde" in Berlin. Fritz Wenneis, der Berliner Konzertmeister, spielt ge- rad« herrlich auf Schiedtnayrs Meisterharmonium die Ouvertüre zu Suppöz„Die schöne Galathee". Wieder ein Ruck an den Knöpfen des Apparates:„Die deutsche Stunde m Bayern" meldet sich. Emma Rerndl spricht gerade Vers« vom„alten Fritz". Wieder eine winzig« Drehung: Welle 437 fängt mein Hörer ein. Ein Gezirp, ein Flöten und ein Trillern schwirrt heran. Iii S t u t t» gart spielt das russische Balalaikaorchester schwermütige russssche Volkslieder. Eine neue Drehung am Apparat: Well« 452. Leipzig. Je- mand erzählt Witze am dortigen Mikrophon. An der Pleiße ist „heiterer Abend". Es sind bei Gott keine Witze über den letzten „Geenig". Der sonst so„gemiodliche Aujust" hat ja in der Person des lustigen Hans Reimann, feines prächtigen Hofnarren, sich selbst beschlagnahmen lassen. Don neuem ein Ruck am Apparat: Welle 3(55 flutet. London. Ich gemeße fast klangrein die Londoner Oper:„Rigoletto" Ach wie so trügerisch sind Weiberherzen.— Auch jenseits des Kanals??? Ein neues Drehen: Aberdeen. Welle 495. Der Sozialist Shaw hält einen Vortrag über eine englische innerpolitische Frag«. Jedes Wort ist gut hörbar. Man frischt sein Englisch wieder auf. Welle 351(Eardiff) spielt Schubert, Newcostle(Welle 400) rezi- ttert gerade Shakespeare. Alles höre ich fast in reinem Klang. Und dabei liegen immer Hunderte von Kilometern zwischen den Gebenden und mir. dem Empfangenden. Kleine Drähte verbinden. Nur die Luft ist Mittler der geheimnisvollen Wellen, die über Täler und Berge, Flüsse und Meere, durch dickste Mauern zu meiner kleinen bescheidenen Zimmerantenne wandern. Und keine Grenzpfähle halten sie auf. Kein Zollwächter kann sie höhnisch fragen:.„Haben Sie etwas zu verzollen?" Kein« Paßrevision hält sie auf. Nicht einmal für den Bruchteil einer Se- künde. In einer Sekunde springe ich von Berlin nach London, von Lon- don nach Leipzig, von Leipzig nach Paris. Hier ein Quartett von unserem göttlichen Mozart, dort«ine Oper von Verdi, da eine Rezi- tation eines Shakespearefchen Wertes, dort ein belehrender Vortrag. MY i'ieti m Wrn.......,........ Ich höre gerade Eadix. Da pfeift es plötzlich dazwischen. Vielleicht ein Schiffsradio, dessen Sender auf ähnlich« Welle wie Cadix abgestimmt ist? Bang frage ich mich: Ist das Schiff mitten im Atlantic vielleicht in höchster Seenot? Sendet es vielleicht„S. O.€>.*?„Save cur Soul 11!"(„Rette unsere Seelel") Haushohe Wellen sehe ich im Geist«, die den großen Ozeanriesen hin und her-, auf- und obschaukeln lassen, wie eine kleine Walnuß- schale! Mein Radio trägt meine Phantasie weit hinaus auf die offen« See. Dann wieder eine heiter« Weise von irgendwoher. So wandere ich durch alle Länder.;- Alle Märchen verblossen. Was sind Klein-Däumlings Siebenmellenstiefel gegen mein Radio? Und ich sitze doch so bequem in meinem Korbsessel, schlürfe meinen Tee, schaue auf die in der goldgelben Flut schwankenden Zitronen- scheiden und rauche mein« Zigarette dazu, während meine Phantasie mich hinausträgt von meinem engen Zimmer in die weit« Welt, Grenzpfähle überspringt und trennende Meere. * Ob die Menschheit wohl auch einmal den tiefen Sinn des „Radio" verstehen und begreifen lernt? Dieses Allumfassende, Weltumspannende, Welleinigend«? Dieses Kosmopolitische dieser neuesten Errungenschaft mensch- lichen Erfindergeistes? Nur für Herren l Früher war man nur darauf bedacht, den Frauen das Paradies auf Erden zu bereiten. Schneider, Schneiderinnen und Schuhmacher, Parfümeure ynd Putzmacherinnen, Konfitürenfabriken und Künstler. Friseusen, Masseusen und Schönheitsinstitute arbeitete» dafür. Di« ganze Skala aller Berufe und aller Industriezweige sah man für die' zarten und zierlichen Geschöpschen sorgen, die nicht säen und doch ernten, und die, ganz im Gegensatz zu den Blumen auf dem Felde, morgens welk sind und abends wieder blühen, nachdem man sie schön bunt bemalt hat. Die Herren aber hingen gewissermaßen diesen Bestrebungen nur so imt dran. Heute hat sich das jedoch ganz gehörig ge» ändert. Da hilft zunächst mal die Mode. Eine Mode für Herren hat es freilich früher auch schon gegeben. Aber wie weit blieb sie zurück hinter der Mo«e von heut» mit ihren feinen Pointen, mit allen Knifsen und Pfiffen, die die Herrenmode unserer Tage so prägnant und scharmant macht. Was wußte man früher, um nur mit einem besonders bildhaften Beispiel auszu- warten, von der Wichtigkeit der Bestnn.mimg. daß die Knöpf« am Mantel bis hoch hinauf an den Hals stehen müssen! Ja, heute haben die Herren vor den Damen sogar Dorrang und Lorsprung aus dem Weg ins iMsche Paradies, Das ist so gekommen: Konfekt kannten einst die Herren und die Damen, und man kannte keinen Unterschied zwischen Konfett für Damen und Konsett für Herren. Cell kurzem indessen kennt man das Konfekt für die feine Herrenwelt. Ein Konfekt nur für Herren! Dieses Konfekt, die allerneueste Erfindung eine? Fabrikanten, der weiß, was mittut, nennt sich Trüffeln. Es hat aber noch einen anderen Namen. Doch der ist sehr schwer, fast unmöglich auszusprechen. Er scheint aus der Sprache der kzottentotten genommen. Darm aber liegt sicher Sinn und Symbol. Denn die Hotten- tosten sind bekmmttich Männer von besonderer Kraft. Und wenn die Herren von heut« von diesem Konfekt gegessen haben, bekommen gewiß auch sie die Kräfte der Hottentotten. Damit aber eröffnen sich ihnen wundervolle Perspektiven, er- stießt sich auch ihnen der Psad ins Paradies. Denn was kann für die feinen Herren, für die Offiziere von ehemals und für die verkrachten Adligen herrlicher fein und sie mehr mit Paradieses- mannen erfüllen, als. ausgestattet mtt den Kräften des geheimni> vollen Konfekts, Rekruten der Hiller-Armee zu werden. Hottentotdenmameren hatten diese feinen Leute immer schon. Jetzt gibt ihnen das neue Konfekt auch Hottentottenkräste, auf daß sie lustig darauf loskillen können, den Seeckt und ander« unbequeme Mitbürger. Jetzt brauchen die Grandel. Thormonn und Kompagnie nicht lang« mehr suchen, wenn sie geeignet« Kräfte zum Killen benötigen._ A F. Die Gesetze öer Hethiter. Das Dunkel, das so lange über der Kultur und de? Schrift der alten Hethiter gelagert ist, beginnt sich nun allmählich zu lichten. Jetzt hat ein französischer Gelehrter, Eduard Eug, auch die Gesetz« dieses interessanten Volkes erkoricht und darüber vor der Pariser Akademie der Inschriften und schönen Künste berichtet. Bei den Ausgrabungen, die in Kleinasien zu Boghry-Köi, im Osten von Angora in den Ruinen des Palastes der Konige von Hatst aus- geführt wurden, hat man mehr als 10000 Tomäfelchen gefunden, die mit Keilmschriften bedeckt waren. Unter diesen Aufzeichnungen fanden sich auch zahlreiche über die Gesetze, die einen Einblick in die Kultur des Landes gestatten. Diese Gesetzesvorschristen sind für«in Volk von Ackerbauern und Kriegern erlassen, dos sich seit dem dritten vorchristlichen Jahrtausend an der Mündung des 5)abys. des jetzigen Kisil-Irmat, niedergelassen und allmählich den größten Teil Kleinasiens, Syrien und den Norden von Mesopotamien unter sein« Gewalt gebracht haste. Die Zell der HauptWütc und-mächt dieses Volkes liegt im 12. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. damals als die«thittschen König« Bündnisverträge mit den ägyp- stjchen Pharaonen abschlössen. Die hethllischen Gesetze sind von dem Prager Professor Rozny zuerst gelesen worden, und obwohl die Uebersetzung wegen der außerordentlichen Schwierigkeiten, die die Schritt und dt« Aus- legung einzelner Stellen bietet noch mancher Verbesserung bedürfen wird, so grbt sie doch ein« genügend deutliche Vorstellung von der Art und dem Inhalt dieser Gesetze und von der ganzen Anlage des hechitischen«ejetzbpche». Dt« Gesetzsammlung enthüll ungefähg Wer hat Rathenau ermordet? Die Juden! Im Münchener Bölkischen Kurier" schreibt Hauptmann Tröbst: " Es verdient in diesem Zusammenhang die eigentümliche Tat fache festgehalten zu werden, daß die Geheimnisse der Ermordung Rathenaus heute immer noch nicht restlos geflärt sind. Das Pfaffenmärchen von der Schuld" der nationalen Kreife fennen wir nun zur Genüge. Stugig macht uns nur die eigentümliche Behandlung dieser Angelegenheit durch die Breffe. Alle Augenblicke lesen wir Nachrichten über die Mörder, ihre Helfershelfer und ihre Hintermänner, alle Augenblicke werden nach dem Rezept:„ Haltet den Dieb" Untersuchungen und nahe bevorstehende Barhaftungen angefündigt, aber es geschieht nichts! Sollte das internationale Judentum doch nicht etwa ganz unbeteiligt an der Beseitigung seines besten Sohnes gewesen sein?( 3m Original fett gedruckt. Red. d.„ B.".) Das Deutsch ist schlecht, der Gedante tlar:" Die Juden haben Rathenau ermordet! Schlagt fie tot!" Das wird geschrieben, gebrudt, geglaubt. Und die das schreiben, druden, glauben, fingen dann aus voller Rehle: O Deutschland, hoch in Ehren!" Revision im Thormann- Grandel- Prozeß. Wie die BS.- Korrespondenz erfährt, wird der Attentateplan gegen General v. Seedt in nicht allzu ferner Zeit nochmals die Gerichte beschäftigen. Generalstaatsanwalt Lindow hat bereits gestern nach der Urteilsverkündung Revision eingelegte die, wie verlautet, folgendermaßen begründet wird: antragt die Sozialdemokratische Fraftion ferner die Einfegung eines perfaffungsmäßigen Ausschusses pon 7 mit gliedern zur Untersuchung der Borgänge am 1. Mai 1923 und der gegen die Reichs- und Staatsverfaffung gerichteten Beftrebungen in Bayern, die in der Zeit vom 26. September bis 9. November aufgetreten sind. Wohin mit den Druckpapierpreisen? Fortgesette Preissteigerung. Eine derartige Preistreiberei muß nicht nur zum Schaden des Zeitungsgewerbes ausarten, das erst nach Aufhören der Inflation in die Lage verfekt wurde, die Ansprüche ihrer Leser in einigermaßen zureichender Weise zu befriedigen, es erwachsen daraus auch Ge. fahren für die übrige Wirtschaft. Immer stärker und drin. gender wird das Warenangebot infolge der Knappheit an Krediten, und in demselben Maße find Kaufleute darauf angewiesen, die Zei tungen zum Inferieren zu benußen, um ihre Ware an den Käufer zu bringen. Die fortgesette Steigerung der Zeitungsdrudpapiere aber muß auf die Dauer zur Erhöhung der Inseraten. gebühren führen, die dann den Warenvertrieb im allgemeinen be. laften und so die Abfaz- und Produktionstrise over= schärfen. Zuwiderhandlungen gegen das Berbot merben nach§ 4 der Berordnung des Reichspräsidenten nom 28. Februar 1924 mit Gefäng nis, und Geldstrafe oder mit einer dieser Strafen bestraft, sofern nicht nach anderen Strafvorschriften eine schwerere Strafe verwirft ift. Berlin, den 5. Juni. Der Reichsminister des Innern. gez. Dr. Jarres. Kommunistenradau. Im Gegensatz zu der Breisbewegung vieler anderer Groß- tommunistischen Bresse in Sachsen wegen Aufreizung gegen die Dresden, 5. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Das Berbot der haltender Steigerung. Die Papierfabrikanten haben feitarbeiterkampf das Relief geben sollte, nahmen die Kommunisten in handelswaren stehen die Drudpapierpreise im Zeichen an dem März, wo das Kilo Zeitungspapier noch 25 Pf. toftete, diesen der Donnerstag- Landtagsfizung als Veranlassung zu einer antiparlaStaatsgewalt sowie einige Agitationsanträge, denen der ernste BergPreis im Juni bis auf 31% Pf., also um mehr als ein Biertel mentarischen Demonstration, bei der sie getreulich den Anweisungen gesteigert. der Berliner Zentrale folgten. Im Berlaufe einer vierstündigen Ge fchäftsordnungsdebatte riefen sie wiederholt den lebhaften Widerspruch des Hauses hervor, der sich zum ohrenbetäubenden Lärm steigerte, als der Don Ruth Fischer zum Radikalismus befehrte Abgeordnete Böttcher, der von einem großen Teil seiner Parteigenoffen bereits in die Ede gestellt war, das GeschäftsordnungsSozialdemokratie vom Stapel ließ. Der Präsident fegte die Gaalthema verließ und eine umerhört schamlose Antlagerede gegen die firene in Bewegung. Daraufhin stürzte der tommunistische Abgeordnete Berg zum Präsidententisch heran, stahl dem Präsidenten den Hammer und schleuderte ihn mit einem Fußtritt in das Plenum. Die Sigung murde vertagt und nach Wiedereröffnung mitgeteilt, daß der Aeltestenausschuß den durch den Präsidenten ausgesprochenen Ausschluß des Abg. Berg bestätigt habe. Als dieser tro wiederholter Aufforderung den Saal nicht verließ, murde er für die nächsten sechs Bollfigungen ausgeschlossen. Der Präsident ersuchte darauf sämtliche Abgeordneten, den Saal zu verlassen. munisten, die ihren ausgeschlossenen Fraktionsgenoffen schüßen darauf erschien ein Aufgebot Bolizei, überwältigte die Kom Kurze Zeit wollten, und schleppte den fich heftig wehrenden Berg auf die Straße hinaus. Da er immer wieder in das Haus eindrang und mit Hilfe feiner Parteifreunde die Kette der Beamten zu burchbrechen verfudyte, wurden mehrere Posten am Gingang aufgestellt. Unter diesen Umständen erscheint eine Nachprüfung, ob die hohen Die Ansicht des Oberreichsanwalts Ebermeyer geht dahin, her ist unseres Wiffens vom Reichswirtschaftsministerium nach dieser Preise für Zeitungsbrudpapier berechtigt find, dringend geboten. Bis daß zu einer strafbaren Verabredung mindestens atvei Bersonen Richtung hin nichts geschehen. Die Papierpreistreiberei tommt gehören müssen, die die Ausführung des Attentats ernstlich wollen. legten Endes nur denjenigen Zeitungen zugute, die durch ihren AnDas Gericht hat sich dieser Ansicht angeschlossen und das Borhanden schluß an einen tapitalistischen Konzern über eigene Drudpapier sein einer Verabredung angenommen, weil Köpte und Zettenborn fabrifen verfügen. Es hieße, die Zeitungen noch mehr den Inter. auf den Plan nicht ernstlich eingegangen wären. In dieser Beeffen des Privattapitals preisgeben, wenn man nicht ziehung vertritt die Staatsanwaltschaft einen anderen Standpunkt. der Preispolitik der Papierfabriken entgegenwirft. Bir fordern da. Sie ist der Ansicht, daß die Voraussetzungen einer strafbaren Ver- her, daß die zuständigen amtlichen Organe sich dieser Frage einmal abredung auch dann gegeben find, wenn Ernstlichkeit von seiten annehmen und hier nicht wieder den Produzenten wucher des Verabredeten nicht vorliegt, wenn aber die Verabredenden, also aufkommen zu lassen, der in der Zeit der Inflation an der Lagesdie Angeklagten selbst ihre Mitwirkung zugesichert haben. crdnung war. Die Hitlerei vorm Landtag. Sozialdemokratische Anfragen in München. München, 5. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Eine der ersten Aufgaben der neuen bayerischen Regierung soll, auch nach dem Willen der in der bayerischen Staatspolitik maßgebenden Bayerischen Bolts partei, die Liquidierung der Hitlerei des Jahres 1923 fein; desgleichen die Schaffung von Sicherungen gegen die Wieder holung der Justizkatastrophen in den sich daran anschließenden Progeffen. Die Richtlinien für diefe Liquidierung wird die Regie rung in der bevorstehenden politischen Aussprache im Landtag er halten, wozu die Sozialdemokratische Frattion folgende Interpellationen bzw. Anfragen eingebracht hat: 1. Was gedenkt die Staatsregierung gegen die staatszerfezenden Wirkungen der legten bayerischen Boltsgerichtsurteile zu tun? Sind gegen die Freigesprochenen pder mit Bewährungsfrist entlassenen Staatsbeamben Disziplinarverfahren eingeleitet worden und mit welchem Ergebnis? 2. Wie hoch ist der finanzielle Schaben, der durch den Hitler- Putsch dem Staat erwachsen ist durch Marmierung und Verwendung der Reichswehr, der Landespolizei und der soge nannten Motpolizei und durch ähnliche Maßnahmen, durch die Geld diebstähle, Zerstörungen, Verwundungen und Pensionierungen, durch die Aufwendungen für die Durchführung der mit dem Putsch zu sammenhängenden Prozeffe? 3. In der Erfenntnis, daß die von ber bayerischen Staatsgewalt Rnilling Rahr nicht nur geduldete, sondern geschützte und unterstützte Hitlerei ihren Ursprung in dem bewaffneten Aufstand des Kampfbundes am 1. Mai 1923 hatte, be200 Artikel, die aus zwei verschiedenen Zeitaltern stammen. Die älteren Gefeße sind einer Umarbeitung in späterer Zeit unterworfen morden. Man hat Erfahrungen hinzugefügt, die erst später gemacht wurden, hat dabei auch auf die Bewohner der eroberben Länder Rücksicht genommen und es läßt sich daraus schließen, daß die ur sprüngliche Fassung der Berordnungen vor der Eroberung von Syrien in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts fiegen muß. Das Strafrecht wiegt unter diesen Verordnungen vor. Man findet hier feine Festlegung der Sitten und Gebräuche, wie sie in dem babylo. nischen Gesetzbuch des Hammurabi enthaiten ist. Die Geseze find bestrebt, den Aderbau zu schüßen und alle Verbrechen streng zu ahnben, die die allgemeine Ordnung gefährden tönnten; fie beziehen fich auf die Verlobung und die hochzeit, auf das Brivateigentum und das Lehensystem, das bei den Hethitern herrschte. Es werden Borschriften ericssen über symbolische Handlungen und religiöse Bräuche, die Menschenopfer werden unterdrückt und die Strafen für jedes einzelne Bergehen festgesetzt. " Die Neuregelung der Beamtengehälter. Vorschußweise Auszahlung der Besoldungserhöhung auch in Preußen. Die preußischen Beamten haben am 1. Juni vorerst nur ihre alten Gehälter ausgezahlt erhalten. Nunmehr bat, wie der Amt liche Breußische Bresiedienst mitteilt, der Breußische Finanzminister mit 8uftimmung der Führer der Regierungsparteien, angeordnet, daß zunächst vorschußweise in der Woche nach Pfingsten die Gehaltserhöhungen, welche den Reichsbeamten zuteil geworden find, auch den preußischen Beamten gezahlt werden. Ueber die Frage der gefeßlichen Regelung der Besoldungserhöhungen in Breußen und über die Aufbringung der Mittel hierzu wird der Ständige Ausschuß des Landtags am 12. b. M. beraten. Das staatsgefährliche" Reichsbanner. Ein abgeschlagener Angriff. mittenberge, 5. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Mittenberge hat feinen republikanischen Tag gehabt. Er fand statt im großen Sizungs. faal des Rathauses, und zwar in Form einer Schöffengerigis. perhandlung. Angeflagt waren 43 Havelberger Rep us blifaner, zumeist Sozialdemokraten, die beschuldigt waren, im blitaner, zumeist Sozialdemokraten, die beschuldigt waren, im Ottober 1923 eine unerlaubte militärische Organisation gebildet und gegen das Gefeß zum Schuße der Republik verstoßen zu haben, weil fie es unternommen hatten, in den Tagen, da an der bayerisch- thuringischen Grenze die Ehrhardtbanden als Motpolizei auf marschierten, fich in der republitanischen Notwehr zu sammenzuschließen, um im Notfalle im Waffendienst ausgebildete Männer den Behörden der Republik zur Berfügung zu stellen. Der Prozeß hatte größere Bedeutung, weil die Angeklagten beschuldigt wurden, die verbotene Organisation mit Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold fortgesetzt zu haben. Als Belastungsmate to tollbuch über zwei fommunistische Flugblätter. rial hatte der Staatsanwalt nichts weiter beigebracht als ein Pro Sehr interessant ist, daß die Antiage auf Grund einer tom muniftischen Denunziation erfolgte. Nach den Angaben des Staatsanwalts hat gelegentlich einer Bernehmung der Havelberger Rommunistenführer angegeben, daß nicht die Kommunistische Partei, sondern die Sozialdemokraten eine proletarische Hundertschaft ge. bilbet hätten. Obwohl die Bolizei und der Bürgermeister von Havelberg erklärten, daß die Notwehr" nicht als eine verbotene Organisation angesehen werden könne, wurde auf Beranlaffung des Regierungspräsidenten in Botsdam die Anklage er hoben. Als ersten Punkt der Tagesordnung erledigte daraufhin das Haus die Strafverfolgung von fommunistischen Ab. geordneten, die am 6. März d. I. das Vorbild zu den heutigen 3ipfel und Elleroth, die sich damals der Polizei widersetzt und Borfällen gegeben hatten. Die Strafverfolgung der Abgeordneten diese mit wüsten Schimpfmorten belegt hatten, wurde gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Frattionsminderheit und der KPD. genehmigt, ebenso des Abg. Siemert, der in einem mahrheitswidrigen Artikel die Polizeiorgane beleidigt hatte. Abge. lehmt wurde dagegen die Strafverfolgung des tommunistischen Abgeordneten Schneller wegen aufrührerischer Reden, die er im März gehalten hatte. Verurteilte Spione. Die Gehilfen des Hauptmanns d'Armont. Leipzig, 5. Juni.( WTB.) Bor dem Reichsgericht hatten fich heute zwei Gehilfen des französischen Kapitäns d'Armont, der am 20. März vom Reichsgericht verurteilt, aber später ausgetauscht worden war, zu verantworten. Der eine, Johann Bruderer, ist ein Schweizer Student. Er war mit d'Armont seit Mai 1923 in Verbindung. Er wurde zu 12% Jahren Zuchthaus, 500 Goldmart Geldstrafe und 10 Jahren Ehrenrechtsverlust ver. urteilt. Sein Gehilfe, der faufmännische Angestellte Gustan Herpid), lieferte an Bruderer sechs Berichte, die er bezahlt erhalten hat. Er murde zu 10 Jahren 3uchthaus, 200 Goldmart Geldstrafe 10 Jahren Ehrenrechtsverluft verurteilt. Die Internatianale in Wien. Wien, 5. Juni.( Eigener Drahtbericht.) In Wien trai heute die Erefutive der Sozialistischen Arbeiterinternationale zu einer für drei Tage anberaumten Sigung zusammen. Die Tagung ist nahezu vollzählig besetzt. Die Bertreter der deutschen Sozialdemokratie und der russischen sozialistischen Parteien werden erst morgen erwartet. Bürgermeister Seiß begrüßte die Tagung im Namen des Parteivorstandes. Die Erefutive wählte Vandervelde Belgien zum Borsitzenden. Sodann begann die Beratung der Tagesordnung. Bunächst nahm die Exekutive den Bericht des Sekretärs Friedrich Adler entgegen. Er stellte fest, daß seit dem legten Zusammentritt der Erefutive die internationalen Beziehungen zwischen den angeschlossenen Parteien fich intensiver gestaltet haben, und daß die Stellung der Internationale in der Weltpolitit durch die jüngsten Ländern, namentlich in England, Finnland, Dänemart großen Erfolge der sozialistischen Parteien in den verschiedenen und Frankreich an Kraft und Ansehen gewonnen hat. Die Exe tutive beschloß, an die schwedische Soziademokratie, die wegent ihres gleichzeitig stattfindenden Parteitages nicht vertreten ist, ein Begrüßungstelegramm zu richten. Im Anschluß an den Tätigkeitsbericht und auf Anregung Banderveldes wurde beschloffen, die Durch führung der Maifeier in den einzelnen Ländern auf die Tagesordnung der nächsten Sigung der Eretutive zu stellen. Den Bericht des Ausschusses erstattete Ballhead. England. Die Exekutive wählte ein breigliedriges Romitee, welches unter Zuziehung des Sefretärs und Ballheads den Bericht prüfen und morgen Borschläge erstatten wird. Der Kampf gegen Bratianu. Rüdgang des Bildungswesens in Sowjetrußland. Das Ere. Putipfomitee des Rampschiner Kreises( Gouvernement Saratom) hat Aus der Beweisaufnahme ergab sich, daß es nicht weiter der Prawda" zufolge befchloffen, das Lehrergehalt um 75 Broz. als zu Vorbereitungen zur Gründung der Notwehr" gekommen war herabzusetzen, so daß es forian nur noch 16 Rubel 80 Ropete und daß noch vor der ersten Versammlung die Havelberger Polizei betragen wird. Infolge diefes Beschlusses haben von etma von den Absichten und Zielen der Organisation unterrichtet wurde. 500 Lehrern 400 ihr Amt niedergelegt. Das Eretutiotomitee des Der Staatsanwalt gab denn auch zu, daß die Anklage völlig Glafower Kreises( Botjakengebiet) hat wegen Mangels an Geid in sich zusammengebrochen ist und beantragte Freilicht folgenden Bericht seines Bukarester Korrespandenten über die Budapest, 5. Juni.( EP.) Die Zeitung„ Az Ujfag" veröffent mitteln sämtliche Stadtschulen geschlossen und 300 Lehrer entlassen. Diese beiden aufs Geratewohl der Sowjetpreffe entnommenen Rach- prechung, wollte aber die Koften des Verfahrens den Angeklag- Lage in Rumänien: Die politische Kriſe begann in der Montag richten werfen ein grelles Streiflicht auf das wahre Gesicht der bol ten aufhalfen. Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Bärenfprung- fung der Kammer, als der frühere Minister Michala co, der schemistischen Bildungspolitik. Magdeburg, stellte den Eventualantrag, den Minister Severing, Be Aderbauminister richtete, die er als Berberber des Landes bezeich Führer der Bauernpartei, Angriffe gegen den Finanz- und neral v. Seedt, Reichswehrminifter Geßler, Oberpräsident Hörsing, nete. Michalaco erklärte im Namen der Bauern- und auch der NaOberst Menn, den ehemaligen Stadtkommandanten von Magdeburg tionalpartei, daß die beiben Oppofitionsparteien ablehnen müßten, und andere leitende Persönlichkeiten staatlicher Behörden zu laden eine Berantwortung an dem Banterott zu tragen, in den die und diese über den Charakter der ehemaligen Notwehr" zu verneh. Regierung das Land treibe. Im Anschluß an diese Kriegserflärung men. Er stellte weiter in Aussicht, den gesamten Bundes beschloß die Opposition, in ganz Rumänien unverzüglich Bolts. vorstand und den Reichsausschuß des Reichsban versammlungen für den Sturz der Regierung Bratianu ab ners Sch war Rot Golb als Anftifter dem Gericht anzuzeigen, zuhalten. In Bukarest rechnet man damit, daß der Oppofitionsblod die Fortsetzung einer verbotenen Organisation darstelle. wenn es sich auf den Standpunkt stellen sollte, daß das Reichsbanner in kürzester Zeit noch einen Zuwachs durch die jiebenbürgische Partei des Nikolaus Iorga und die unter Führung Argento. janus stehende Boltspartei erfahren wird. An der Spize des Rampfes steht General Averescu, der Todfeind des Ministerpräsidenten Bratianu. Averescu ersuchte vorgestern den König um die Bewilligung einer Massenversammlung der Opposition in Bukarest mit einem Straßenumzug. Der König ge= stattete die Versammlung, sprach sich aber ebenso wie Bratianu gegen den Demonstrationszug aus. Go tam es, daß, als die Anhänger Averescus vom flachen Land gegen die Hauptstadt zogen, erhielt. In Bubarest herrscht fieberhafte Erregung und man rechnet die Gendarmerie alle Straße nach Bufarest abgesperrt mit dem nahe bevorstehenden Sturz Bratianus. Die Antwort nach 40 Jahren. Bor 42 Jahren schrieb eine romantische junge Irin einen feurigen Liebesbrief an einen linbetannten, den sie mit ihrem Namen und ihrer Adresse in eine verfiegelte Flasche einschloß und den Wellen des Meeres anvertraute. " Ich hoffe, irgendein hübscher Bursch wird das finden und mich dann als feine Frau heimholen," schrieb fie. Dieser Liebesbrief hat mit ber Flaschenpost zwar recht lange gebraucht, aber er ist fürzich unversehrt an der Küste von Nordamerika ans Land gespült worden, und seine Schreiberin, Elizabeth Byrne, die jetzt als betagte Witwe in Dublin wohnt, hat nicht weniger als 8 Briefe erhalten, in denen ihr mitgeteilt wurde, daß ihre Liebesbotschaft angekommen sei. Sie hat bereits ver 40 Jahren geheiratet und verlor ihren Mann wärend Des Krieges. Die Operette bei Kroll. In den diesjährigen Sommerferien wird die Berliner Staatsoper in dem Opernhaus am Königsplat felbft Operetten. borstellungen veranstalten. Auf dem Programm stehen: Bolenblut" von Rebbal, Fürstenlind" von Rebar und Marielta" von Mollo. Für die Hauptrollen sind erste Biener Kräfte verpflichtet morben Mag Bauer Direffor des Konservatoriums in Leipzig. Als Nachfolger des verstorbenen Direktors Brofeffor Krehl vom Leipziger Konservatorium wurde der berühmte Pianift Mar Bauer, bisher Direktor der Württem bergischen Hochschule für Mufit in Stuttgart, nach Leipzig berufen. Die Kölner Intendantenfrage. Um ben Generalintendanten der Kölner Theater, Hofrat Reymond, zu entlasten, hat die Stadt Köln den Bosten eines Schauspielintendanten geschaffen. Auf diesen Poster wurde Gustav Gantung, der bisherige Darmstädter Intendant, berufen. Hofrat Reymond behält der Posten des Generalintendanten bei, widmet sich aber vornehm ich der Opet, Das Gericht prach sämtliche Angeflagte frei und bürdete die nicht unerheblichen Kosten des Verfahrens der Staatstaffe auf. Der erche Angriff der Justiz auf das Reichs banner Schwarz- Rot- Gold ist damit abgeschlagen. lassen: Der Rote Tag" verboten. Der Reichsminister des Innern hat folgende Berordnung Auf Grund des§ 2 der Berordnung des Reichspräsidenten Abwehr staatsfeindlicher Bestrebungen vom 28. Februar 1924 perüber die Aufhebung des militärischen Ausnahmezustandes und die biete ich ben für den 8. Juni b. 3. in Leipzig geplanten Reichs. arbeiterfongreb( Roter Tag"), weil er lediglich zur Vor bereitung des von der Kommunistischen Partei Deutschlands betrie. benen gewaltsamen Umfturzes dienen soll, nach dem Tode des VII. Chutuchta, Bogdochan( des Die Mongolei Republit. Meldungen aus Urga besagen, daß lebenden Gottes") die regierende Boltspartei beschlossen habe, in der Mongolei die republikanische Staatsform einzuführen. Das zukünftige Barlament( der große Churuldan) werde voraussichtlich diesen Beschluß der einflußreichen Bartei verwirklichen. Gewerkschaftsbewegung Der Brauereiarbeiterstreik. In einer Funktionärversammlung der streifenden Brauereiarbei ter gestern nachmittag berichtete hodapp vom Verband der Lebens, mittel- und Getränkearbeiter über den Stand des Streifs. Der Streitbeschluß vom Montag ist über all durchgeführt; Streitbrecher haben sich nicht gefunden. Durch den Beschluß der Zentralftreifleitung, die von ihr als Notstandsarbeiten anerfannten Verrichtungen ausführen zu lassen, sind die Brauereigewaltigen nicht befriedigt worden. Wenn all das, was sie als Notstandsarbeiten bezeichnen, ausgeführt würde, bliebe von den Streitenden feiner mehr übrig. In den meisten Brauereien ist die technische Nothilfe eingesetzt. Wie aber bereits festgestellt ist, verrichtet sie in vielen Fällen Streifarbeiten, so daß sie ihrem Grundsah, nur Notstandsarbeiten verrichten zu wollen, untreu geworden ist. Sie wird infolgedessen von den um eine Lohn erhöhung fämpfenden Breuereiarbeitern als Streitbrecherorganisation betrachtet. Die Unternehmer lassen sich die Teno" etwas foften; die Streifenden würden mit der Beföstigung, wie fie jest bie, Zeno" Leute erhalten, sehr zufrieden fein. Geradezu empörend ist es, wie Schwerfriegsbeschä digte zu den schwersten Arbeiten, wie Rohlenfarren, herangezogen werden. In einigen Betrieben ist auch beobachtet worden, daß Direttoren, Profuristen und andere höhere Angestellte die Arbeiten der Streifenden zu verrichten fuchten Es kann für die Streifenden nur dienlich sein, wenn biese Herren sich selber davon überzeugen, wie somer Braue reiarbeit ist. Hodapp ermahnte die Betriebsstreitleiter, sich unter feinen Umständen in örtliche Verhandlun. gen mit ihren Direktoren einzulassen. Alle Initiativen liegen in den Händen der Zentralstreitleitung. V Leider ist auch in diesem Streit zu beobachten, wie die soge nannte Opposition ihre Einheitsfrontpropaganda auffaßt. Unter den Streifenben, die in feltener Einmütigkeit zusammenstehen, ist ein Flugblatt der„ Opposition" verbreitet worden, das in den unflätigsten Ausdrücken die Verbandsleitung angreift und zu einer von der„ Oppofition" arrangierten Bersammlung einlädt. Bon allen Rednern wurde in der Aussprache das bisherige Vor gehen der Zentralstreifleitung gutgeheißen. Die Quertreibe= reien der Opposition, die nur den Unternehmern helfen, wie diesbezügliche Aeußerungen der bürgerlichen Presse ertennen laffen, wurden von den Rednern aufs schärffte verurteilt. Selbst die oppofitionellen Funktionäre wandten sich scharf daaegen. Ein Funktionär des Berkehrsbundes geftand ein, daß in der Oppo fitionsversammlung ein neuer( lies fommunistischer) Ber band gegründet werden sollte. In einer gegen vier Stimmen bei 250 Anwesenden angenommenen Resolution verpflichteten sich die Funktionäre, dafür zu sorgen, daß die Drahtzieher in der Oppositions. verfammlung unter sich bleiben. Die Masken fallen. Bom Verband der Maler wird uns geschrieben: Vor einigen Bochen verteilte die Opposition" des Berbandes auf den Ärbeitsstellen ber Maler Flugblätter, die noch nach Einheitsfront und Rampfwillen riefen. Die Rampfbereitschaft glaubte man durch Beitragssperre herbeiführen zu können. Doch wurde die Einheitsfront gesprengt, indem man Aufnahmescheine für den Chemnizer Verband verteilte und von Funktionären unserer Organisation auch Beiträge für die Chemnizet faffiert wurden. Daß jede Organisation solche Falschmünzer beseitigen muß, ist felbstverständlich. Die Geldquellen der Oppofition fließen erneut und infolgedessen wird in einem neuen. Flugblatt schamloser Schwindel Derbreitet. Hierzu nur einige Richtigstellungen: 1. wird behauptet, der Borstand forge nicht für Lohn erhöhung. Tatsache ist, daß seit April durch mehrmalige Berhandlungen der Minimallohn von 64 auf 85 Pf. erhöht wurde. Daß dies ohne Rampf geschah, ärgert die Chemnizer. 2. wird gesagt, der Borsigende hätte den Streit der Malerfabotiert und dadurch eine Lohnfeftfegung von 1,20 m. pro Stunde verhindert. Im Wirklichkeit hat kein Streit der Maler bestanden. Die Träger der Weltrevolution hatten sich im Rosenthaler Hof versammelt. Chenmizer und Syndikalisten bezichtigten sich gegenfeitig des Berrats. Daß der Borstand unfere Drganisation fich in biefen häuslichen Streit nicht einmischte, wird ihm als Verbrechen angetreidet. Der Vorstand wird auch weiterhin, wenn Syndikalisten und Chemnizer das Jahrhundert in die Schranfen fordern, sich an der Rede- Revolution nicht beteiligen, sondern in praktischer Arbeit die Lohn- und Arbeitsverhältniffe im Beruf zu bessern versuchen. 3. menn geschrieben wird, die Oppofition perförpere Die Führer der Arbeiterschaft, so ist festzustellen, daß der Beirat ( also auch die KPD- Genossen) diese Führergarnitur aus der Organi fation ausgeschlossen hat. Diese Helden, die ohne Beiträge zu zahlen nach Kampf schreien, gönnen wir den Chemnigern. Die Mitläufer werden in furzer Zeit merken, daß sie ihre Beiträge an die Chemniger umsonst bezahlt haben. Nachdem die Masten gefallen find, werden unsere Kollegen auf den Arbeitsstellen zur Aufklärung und Feftigung der Organisation wirksam beitragen. Der Lohnkampf der Eisenbahner. Der Abbruch der Verhandlungen über die Erhöhung der Eisenbahnerlöhne droht zu einem Ausstand zu führen, wenn das Reichsverkehrsministerium nicht umgehend versuchen sollte, wenig ftens eine Annäherung an die Forderungen der Gewerkschaften vorzunehmen. Vorläufig werden die Eisenbahnerorganisationen in ge meinsamen Besprechungen, die heute Freitag beginnen, fich darüber flar werden, welche Tattif eingeschlagen werden soll, wenn das Reichsverkehrsministerium auf seiner Auffassung besteht. Am Dienstag nach Pfingsten treten dann in Berlin die erweiterten Vorftände sämtlicher Verbände zu Einzelberatungen zusammen. Sicher ift schon heute, daß auch im Fall einer Teilbewegung die Eisenbahnerorganisationen geschlossen vorgehen. Der Zechenverband stiftet neuen Streit. Bochum, 5. Juni.( Eigener Drahtbericht.) In der Frage der Nichtanerkennung der Betriebsräte im Ruhrbergbau haben die vier Bergarbeiterverbände den Reichsarbeits. minister um Bermittlung angerufen. Bekanntlich vertritt der Zechenverband im Gegensatz zu den Bergarbeiterverbänden die Auffassung, daß durch die Aussperrung das Arbeitsver hältnis unterbrochen worden sei; damit sei das Amt der Betriebsräte als erloschen zu betrachten. Zurück zum Dreischichtwechsel! In einer Eingabe an die Reichsregierung fordert der chrift liche Metallarbeiterverband die Wiedereinführung der achtstündigen Arbeitsschicht für Schwerarbeiter in Betrieben der Großeisenindustrie. Das bedeutet bei ununterbrochenem Betriebe die Wiedereinführung des Dreischicht statt des Zweifchichtsystems. In der Eingabe heißt es u. a.: ,, Durch das am 13. Dezember 1923 unter hervorragender Mitwirkung des Herrn Reichsarbeitsministers abgeschlossene Arbeitszeitablommen für die Großeifen und Metall. industrie des Rhein- Ruhrbezirks wurde die Arbeitszeit in fast allen Betrieben der Großeisenindustrie grundlegend verlängert. Das unter dem Druck der wirtschaftlichen Not getroffene Abfommen führte im wesentlichen vom Dreifchichtensystem mit acht Stunden Arbeitszeit zum 3weischichtensystem mit einer zwölfstündigen Schichtzeit, wenn auch mit einigen Erleichterungen. Dasselbe stellt den überaus beachtlichen Internationale Kundgebung am Donnerstag, den 12. Juni, abends 7, Uhr, anläßlich des Parteitages der BSPD. in folgenden Lofalen: Lehrervereinshaus, am Alexanderplatz Germania- Säle, Chauffeestraße 110 Saalbau Friedrichshain, Am Friedrichshain Schultheißausschank( Wintergarten), Hasenheide 22 Neben deutschen Reistagsabgeordneten werden in allen Versammlungen ausländische Sozialisten zur Berliner Arbeiterschaft sprechen. Arbeitergesangvereine wirken ebenfalls mit. Versuch dar, in der Schwereisenindustrie auf dem Wege freier Vereinbarung die Frage der Arbeitszeit zu lösen. Die Handhabung des Arbeitszeitabkommens beweist jedoch, daß dieser Verfuch feineswegs zu befriedigenden Ergebnissen für die Arbeiter ge= führt hat. Ferner hat sich gezeigt, daß der Grundgedanke der Verordnung über die Arbeitszeit pom 21. Dezember 1923 wichtige Intereffen der Arbeitnehmer zu wahren nicht aufrechterhalten wurde und auch zum Teil nicht aufrechterhalten werden konnte. Die Arbeiterschaft der Großeisenindustrie ist durch das Mittel der Selbsthilfe allein nicht ausreichend vor dem Uebergewicht der wirtschaftlichen Macht dieser kartellierten Industrie geschützt. Wir fehen uns daher in die Notwendigkeit versetzt, die Frage der Arbeitszeit erneut aufzurollen und zu beantragen: auf dem Wege geseglicher Verordnung für die nachbenannten Arbeiter das Dreischichten system bzw. die achtstündige Arbeitszeit wieder einzuführen. 1. Für die Arbeiter der Hochöfen, Rotereien, sowie der sonstigen Betriebe mit ununterbrochener Pro= duktion. 2. Für die unmittelbaren Produktionsarbeiter im Thomasund Martinwert, im Walzwert, Breßwert, Hammerwerf, Bodenmert, in cn Röhrengießereien und in ähnlichen Betrieben. 3. Für alle Arbeiter in den Zink- und Bleiwerken. Die eingehende Begründung diefer Forderungen bildet in ihren rein fachlichen Ausführungen eine gewaltige Anklage gegen die rüdfichtslose Arbeitszeitverlängerung in der Schwerindustrie. Wir entnehmen ihr folgenden Abschnitt: Die Erhaltung des Lebens, der Gesundheit und der Produktionstraft der Arbeiter der Hüttenund Walzwerfindustrie erheischt unbedingt, daß die Arbeitszeit auf die dreigeteilte Schicht bzw. auf acht Stunden wieder herabgefegt wird; ja, daß in Warmwalzwerfsbetrieben für Feinbzw. Weißbleche wieder zur vierteiligen Schicht, zur sechsstündigen Arbeitszeit, zurückgekehrt wird, wie es früher schon in vielen Betrieben der Fall war. Denn es mehrten sich selbst in der tälteren Jahreszeit die Fälle, wo Arbeiter pöllig erschöpft und ermattet bei der Arbeit zu sammenbrachen. In einem Weißblechwalzwert wurden allein in den Nachtschichten einer Woche a chi solcher Fälle festgestellt. Mit dem Eintreten der heißeren Jahreszeit ist in vielen der bezeichneten Betriebe noch Schlimmeres zu befürchten. Nach Feststellung der Krantentassen steigen auch 3ahl und Dauer der Rrantheitsfälle erheblich Das gleiche gilt für Unfälle. Erscheinungen unseres Wohnungs- und Verkehrs. elends erschweren ebenfalls die jetzige längere Arbeitszeit. So sind oft stundenlange Wegtouren von und zur Arbeit zurückzulegen und Mittagessen an die Arbeitsstellen nicht mehr heranzubringen." Zum Schluffe wird zusammenfassend gefagt: Die gegenwärtige Regelung steht in Widerspruch mit den Grundgedanken und dem Zwed der Verordnung über die Arbeitszeit vom 21. Dezember 1923. Nachweislich ist die Regelung der Arbeitszeit so erfolgt, daß die jenigen Arbeiter, welche die johwersten, gesund beitsschädlichsten und gefährlichsten Arbeiten verrichten müssen, die längste Arbeitszeit haben. Dieser Zustand ist ungerecht und unhaltbar. Die sächsischen Kohlenbarone verhandeln nicht! eingesezt und dazu die Arbeitgeber zwangsweise für die Lohnverhandlungen, die Arbeitnehmer zwangsweise für die Regelung der Arbeitszeit geladen. Konferenz der Internationalen Berufssekretariate. ( IGB.) Laut Beschluß der im November 1923 in Amsterdam abgehaltenen Sigung der Internationalen Berufsjekretariate mit dem JGB. fand am Vorabend des Internationalen Gewerkschaftsfongresses in Wien unter Leitung des Vorstandes des JGB. eine Konferens statt, in der die im November 1923 unterbreiteten Vorschläge des Bureaus des JGB. betreffend die organisatorischen Beziehungen zwischen dem JGB und den Internationalen Berufsfefretariate ratifiziert werden sollten. Während in der Novemberjigung die ersten vier Punkte( Teilnahme der Berufssekretäre als Gäste am internationalen Gewerkschaftskongreß, Abhaltung zweijähriger internationaler Konferenzen, Aufnahme von drei Bertretern der Berufssekretariate in den Vorstand des JGB. mit beschließender Stimme und Pflicht der Berufsfefretariate, in allgemeinen Fragen teine endgültigen Beschlüsse zu fassen ohne Dorherige Beratung mit dem JGB.) einstimmig gutgeheißen wurden, erklärten sich sechs Berufssekretariate gegen die Bestimmung für die Zulassung zu den Berufsfefretariaten. Die Konferenz fand unter dem Borsiz Mertens im Gebäude der Desterreichischen Gewerkschaftskommission statt. Abgesehen von den Borstandsmitgliedern des JGB. waren nachstehende Berufsfekre. tariate vertreten: Bergarbeiter, Transportarbeiter, Metallarbeiter, Hutmacher, Zimmerer, Lederarbeiter, Privatangestellte, Postangestellte, Lithographen, Lebensmittelarbeiter, Landarbeiter, Bauarbeiter, Fabritarbeiter, öffentliche Angestellte, Maler, Buchbinder, Bekleidungsarbeiter, Holzarbeiter, Textilarbeiter und Typographen. Die ersten beiden Tage wurden vollständig der Ratifizierung der Beschlüsse vom November 1923 gewidmet. Einige Berufsfetretariate, so z. B. die Transportarbeiter, Metallarbeiter und Lebensmittelarbeiter brachten vor allem die Stellung zu den russischen Organisationen zur Er. Frage unferer örterung, und es fanden in diesem Zusammenhang ausführliche Beratschlagungen statt. Trok taftischer Meinungsverschiedenheiten gingen alle Delegierten in der Auffassung einig, daß die Einheit zwischen den Berufssekretariaten und dem JGB, im Interesse der ganzen Arbeiterklasse gewahrt bleiben muß. Es wurde denu auch mit einer Stimmenthaltung( Bergarbeiter) folgender Anirag Dr. Maier( Postangestellte) mit einem Zufazantrag einstimmig angenommen: " Die Konferenz der Internationalen Berufsfekretariate vom 31. Mai und 1. Juni 1924 erklärt, daß als einzige Gewerkschaftsinternationale aller Gewerkschaften ausschließlich der Internationale Gewerkschaftsbund in Amsterdam anerfannt wird. Die Beschlüsse der Konferenz des JGB. und der Internationalen Berufssekretariate vom 9. und 10. November 1923 werden als organisatorische Richtlinien anerkannt Sollten Internationale Berufsfefretariate in die Notwendgkeit versetzt werden, von diesen Regeln abzuweichen, so sind sie gebeten, sich zuvor mit dem Borstand des JGB. oder wenigstens mit einer Konferenz zwischen dem Bureau des JGB. und den drei Vertretern der Internationalen Berufssekretariate in Verbindung zu sehen." Die Faschistengewerkschaften in Italien. Das offizielle Drgan des Bundes der faschistischen Verbände macht über dessen Organisation folgende Angaben: Der Bund faschistischer Verbände umfaßt augenblicklich zwei Millionen Mitglieder in 22 Organisationen. Er unterhält ein Generalsekretariat mit einem Generalsekretär und sechs Stellvertretenden Gefretären, sowie Verwaltungspersonal, ferner ein fches Bureau und ein Bureau für Rechtsberatung. Pressebureau, ein Hauptbureau für Freizeit, ein nationales techniDas Bureau für Freizeit hat die Aufgabe ,,, alle Verfuche zu unterſtügen, die geeignet sind, die förperliche und geiffige Erziehung der Arbeiter zu fördern und zum Wohlbefinden der Arbeiter beizutragen". Aehnliche Bureaus sind bei den Provinzial. verbänden eingerichtet Das nationale technische Bureau studiert die wirtschaftlichen und sozialen Tatsachen, die das Leben der Arbeiterschaft berühren. Es fammelt alles Material, das beiträgt zur Entwicklung der fozialen Gefeßgebung, der Statiftit, der Arbeitsvermittlung, der so zialen Vorbeugung und Unterstützung für die Opfer der Arbeitsunfälle. Das Bureau steht mit denselben Bureaus der Provinzial verbände in ständiger Verbindung. Das Bureau für Rechtsberatung und Gesezgebung befaßt sich mit der Rechtsunterstützung der nationalen Verbände und der gewerkschaftlichen Provinzialverbände. Durch die Vermitt lung dieser nimmt das Bureau die Interessen der Arbeiter wahr. Es wacht über die Einführung von Kollektivverträgen, studiert die Gefehe und Erlasse über Arbeitsfragen und arbeitet Reformvpr schläge aus. Die offiziellen Beröffentlichungen des Bundes sind die Wochens fchrift ,, Lavoro d'Italia" und die Monatsschrift ,, Stirpe". Der Londoner Verkehrsstreit, der gegen den Willen der Gewerkfchaften ausgebrechen ist, wird von den Gewerkschaften als das Werf eines inoffiziellen fommunistischen Streiffomitees bezeichnet. Die Arbeiter der Elektrizitätszentrale, die den Strom für die Untergrundbahnen liefert, haben den Betrieb der Untergrundbahnen stillgelegt. Die ftreifenden Arbeiter der Reparaturwerkstätten der Great Western Railway fordern eine Lohnerhöhung von 10 Schilling pro Woche. Von diesem Streit werden 80 000 Arbeiter betroffen. Berband der Maler, Ladierer und Anstreicher. Mitgliederversammlung heute, Freitag, abenb 18 Uhr im Gewerkschaftshaus, Saal 4. Vortrag über Sachverständigengutachten und Wirtschaftslage, fomie Aussprache über Tarif. und Ferienfragen innerhalb des Malergewerbes. Die Kollegen werden ersucht, zu dieser Bersammlung zahlreich zu erscheinen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Filialvorstand. Dresden, 5. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die für heute, Freitag, in Berlin angesetzten Verhandlungen zur Schlichtung des Ronflitts im fächsischen Kohlenbergbau mußten in letzter Stunde a bgesagt werden, da die Arbeitgeber ihre Beteiligung abge Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Chtorn: Feuilleton: Dr. John Schikowski, Lotales lehnt haben. Schiedsgericht für die rheinisch- westfälische Metallindustrie Effen, 5. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Am Donnerstag fanden in Essen erneut Verhandlungen für die nordwestliche Gruppe der Metallindustrie über die Regelung von Lohn und Arbeitszeit statt. Der Vertreter des Schlichters für Rheinland und Westfalen versuchte als Borsitzender beide Fragen zu vereinigen. Eine Einigung zwischen den Parteien war jedoch nicht zu erzielen, da die Arbeitnehmer lediglich die Lohnfrage, die Arbeitgeber jedoch nur die Arbeitszeitfrage geregelt wissen wollten. Der Bertreter des Reichskommissars hat daher zwangsweise für Donnerstag, den 12. Juni, ein Schiedsgericht Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Sateznus; und Sonstiges: Friz Narstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co.. Berlin SW. 68.. Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. Gegen jeden Mückenstich schützt, allein nur " Munkal" dich! Zu haben in allen Drogerien und einschlägigen Geschäften. M- TIKWINSKI BERLIN W.9. Von köstlich erfrischendem, würzigem Geschmack.- Die stundenlang anhaltende, antiseptische Wirkung konserviert die Schleimhäute und aromatisiert gleichzeitig den Atem. ZAHNCREME MOUSON Trotz der stark desinfizierenden, zahnsteinlösenden Eigenschaften ohne schädigenden Einfluß auf den Zahnschmelz.- Die gründliche und mühelose Beseitigung des Zahnbelages ist augenfällig. J.G.MOUSON& CO. Gegründet 1798 in Frankfurt a. M. Hersteller des weltbekannten Hautpflegemittels CREME MOUSON Nr. 263 ♦ 41. Jahrgang 1. Seilage ües Vorwärts Zreitag, 6. Juni 1624 Von neuen Puppen. Die Puppe spielt im Leben des Kindes und im Leben der Völker eine große Rolle. Sie ist ganz und gar Stofflichkeit, in Holz und Porzellan, Tuch, Samt und Seide geformte Gedanken und aufge- fangene Ideen. Dem Kind ersetzt sie den Menschen, bei den Er- machsenen hat sie zuweilen schon den Menschen verdrängt. Man denke beispielsweise nur cm die Puppenspiele, die nach dem Dreißig- jährigen Kriege in hoher Blüte standen. Bei diesen Spielen, bur- lesken Inhalts, bediente man sich einzig und allein der Puppen. Und das Volt hatte seine helle Freude an dem gewollten Schauspieler- ersatz. Zu den am meisten aufgeführten Puppenspielen gehörte der „Doktor Johannes Faust". Lessing regte dieser Stoff zu einer Be- arbeitung an und Goethes Faust ging aus dem Puppcmspiel hervor. Roch bis auf den heutigen Tag haben wir unsere Freude an dem ewig skandalierenden Kasper, der ganz Materie ist. Zudem sind ernste Bestrebungen bemerkbar, die das von hohen künstlerischen Gesichtspunkten geleitete Marionettentheater wieder aufleben lassen wcllen. Die Teepuppe. Als es Deutschland und namentlich seinen Großstädten recht schlecht erging, tauchte auf einmal die Teepuppe auf. Sie stand gravitätisch in den Schaufenstern und die Vorübergehenden starrten sie an. Die ersten Puppen, die sich herauswagten, hatten ein por- zcllangesicht. Sie waren reserviert im Ausdruck, steif in der Haltung und adrett in der Kleidung, wie die hochanständigen holländischen Seroierdamen, wenn sie Fosko, des Nationalgetränk, auftragen. Dann kamen die holzgefichter. Die waren schon ausdrucksvoller, belebter. Die Wiener Kunstgewerdler verdienten damals, bei dem Tiefstand ihrer Valuta, wenn sie nach Deutschland ausführten. Ihre Puppen hatten viel Fröhlichkeit in ihren hölzernen Gesichtern. Ter Künstler von heute muß darauf achten, daß seine Ideen für die Massenfabrikation geeignet sind. Das taten auch alle Tecpuppenher» steller. Alsbald gab's die Köpfe aus Pappmasche mnd allen möglichen Matenalarten. Und so manche Marquise aus dem großen Liebes- Zeitalter kurz vor der großen französsschen Revolution fand als Tee- puppe ihre Auferstehung. Die routinierte Lebenskünstlerin ver- barg, wenn es darauf ankam, gegebenenfalls ihren Pagen unter ihrem Gewand, die kleine Teepuppe dient der Warmerbaltung von Getränken. Das Vorbild verdroß die Mucker in Deutschland. Ernst und strafend wurden Artikel gegen die Teepuppe ge- schrieben. Voller Ermahnungen wetterte man gegen die Unsitte. Doch in Deutschland herrschte die Inflation und die Geschäftsleute warfen jeden nur eben angängigen Artikel auf den Auslandsmarkt. Darum Teepappe Leacbterpuppe ging die in Deusschland hergestellte Teepuppe durch die ganze Well. Aus Amerika kamen Privatbrief«, die erstaunt sagten:„Min, was die Deutschen für hübsche Puppen machen! 2B:c steht's mit Eurem Spielzeug, das haben wir während des Krieges auch ontbehrtl" Di« Ausländer hatten für unsere Begriffe Geld und die Puppen wurden ■nimer feiner. Bald bekamen sie Wachsköpse und Wachsarmc und -Hände. Zugleich lebte da das Rokoko auf, oieser Kunststil, der von l71S bis 1750 in Frankreich und Deusschland der herrschende war. Leichteste Zierlichkeit und lichte Töne feierten ihre Triumph«. Der Wollpappe Künstlerpappe Maler Watteau wurde in Puppen lebendig und das Meißener Porzellan wurde in Wachs beseelt. Die Puppenliebhaberei jedoch brachte Arbeitsmöglichkeiten, dem Künster, der das Modell schuf, dem Arbeiter, der' es in Massenfabrikation ausführte, dem Friseur, der die Lockenperücke herstellt« und der Schneiderin oder Kunst- gewerblerin, die das Püppchsn anzog. Außerdem lebte Deusschland damals im Zeich«, t»»» Refteoerwertung. Dieser und jener Lappen ergaben immerhin noch ein phantastisches Puppenkleid und manch« Angehörig« aus den versinkenden Schichten zog eine Puppe an, in der oft sehr trügerischen Hoffnung, sie zu vartaufen. Heute hat sich das Rokoko schon mehr und mehr überlebt, man muß einen anderen „Typ" bringen, um originell zu sein. Gut macht sich beispielsweise die Spanierin, die bereits im 16. Jahrhundert einen Reifrock trug, dem späterhin Marie Antoinettes und Kaiserin Eugeniens Mode- launen zu hervorragender Beteutung verhalfen. Eine Puppengeneration. Die Teepuppe blieb nicht allein auf weiter Flur. Es entstand eine ganze Puppengeneration. Da fei vorerst die Künstlerpuppe genannt'die einzig und allein eine schlanke Linie sst, im Kprbsessel sitzt oder auf dem Sofapuff hockt. Fernor die Stoffpuppen für Kinder. Sie haben einen, irgendeine Gefühlsäußerung festhaltenden Gesichtsausdruck, der freilich für die kindliche Phantasie gar nicht nötig ist. Ferner haben sie, und das ist ihr Hauptvorteil, keine verrenkbaren Kugelgelenke, denn ihre Form geworden« Stofflichkeit macht sie unzerbrechlich. Darum ist ihre Anschaffung«inpfehlens- wert. Wie manche Puppe mit Porzellankopf bringt einem annen Kmde, dem sie durch einen Fall aus dem harten Steinboden zer- bricht, nur Leid und Betrübnis. Die Stoffpuppe hat im allgemeinen rundliche Formen, eine gewiss« Wohlgenährtheit, ganz formlos hin- gegen ist die Neine Tänzerin, die man auf Grammophonplatten usw. setzt. Sie ist ja nur ein Draht mit etwas Flitter- oder Seidsnbehang. Die Wollpuppe ist derber, dank ihres Materials. Sie paradiert auf Zierkorken oder auf kleinen, schwarzen Holzuntersätzen, wodurch sie zur modernen Nippsache wird. Aus Wollfäden besteht manche Lese- zeichenpuppe. Während man früher m einigen Schulen den Kindern kein buntes Lesezeichen gestattet«, erlauben heutzutage etliche Schulen die eigene Anfertigung von Wollpupven- und Laubfägelesezeichen. Warum auch nicht? Soll ein solches Püppchen gelingen, muß neben Fingerfertigkeit und Farbensinn auch die Befähigung bekundet wer- den, die eigene Phantasie nutzbringend zu verwerten. Das Münchener Kunstgewerbe wirft auch Puppen auf den Markt, es bringt u. a. die Puppe als Holzleuchter. Man steht sie cht als steifen Engel, bei dem man noch die Herkunft aus dem katholischen Agrar- lande spürt. Unerwähnt soll aber nicht bleiben, daß das Vorbild des Puppenengels aus dem Erzgebirge kam. Die bestickten Sofakissen gefallen fick zurzeit ebenfalls in der Verwendung des Puppen- motivs. Meistens sieht man Tänzer oder Tänzerinnen in einer aui- fallenden Bewegung. Es ist eine Verbeugung vor der schönen Linie und der Beinakrobatik. Aus den Kleidern erblickt man gegenwärtig die Puppe als volkstyp aus fremden Landen oder als Mumie aus weitentrückten Zeiten. Aber das Puppenmotiv ist entwicklungsfähig. auch nach dieser Richtung hin. Wo wir jetzt schon auf den Damen- Mänteln die gestickten Löwen mit ondulierter Lockenmähne serien- weise auftreten sehen, was können wir da erst, in Befolgung des Allgemeingeschmacks, an den Puvpen erleben. Wir gewahren dt' Puppe als Zuckerdch« und als Bonbonniere, als Puderquaste, als Kuchenglocke und als Glücksgöttin auf dem Automobil. Und eigent- lich sollten wir die Puppe liebhaben, bringt sie doch harmlose Fröhlichkeit m unser« überzüchtete, zerrissene Zeit die der Harmlosigkeit entfremdet ist und sich doch bitter nach ihr sehnt. Der Roggen blüht. Jedes Kind auf dem Lande weiß, daß die Zeit der Roggen- blühte eine kritische ist. Kommt ein Nachtftost, so ist die Ernte in beträchtlichem Maße gefährdet. Nachssrost— im Juni? Ist schon dagewesen, und die meljr als kühle Witterung der letzten Tage flößt deshalb Bedenken ein. Bis zur leichten Reifbildung ist es schon nachts gekommen. Und die offiziellen„Wettermacher" sprechen von einer Fortdauer der ungemütlichen Situation. Glücklicherwesse hat sich diese Prophezeiung nicht bestätigt: die Witterung sst wieder milde geworden. Mit dem Stand des Winter- getreides darf man zuftieden fein: mannshohe Halm« und lange Aehren können wir bei unseren Landwanderungen schauen. Das feucht-warme Wetter des gewitterreichen Maimonats hat die Entwick- lung der Vegetation günstig beeinflußt; sie hat ein schnelleres Tempo eingeschlagen als in früheren Iahren,«vo der Frühling schon zeitiger begann. Die Natur sorgt gewissermaßen für den notwendigen Aus- gleich: Schoten und Mohrrüben, Bohnen, Kohlrabi zeigen ein erfreu- liches Wachstum, bald wird die Zeit der ersten Ernte da sein. Ohne Bedenken kann man jetzt die Gurkenpflanzen ins Land bringen, Hof- fentlich sorgt ein warmer Sommer für ihr Gedeihen und auch für ein« reiche Tomatenernte. Mit dem Pflanzen ist es jetzt im allgemei- nen vorbei, Grünkohl, Runteln haben noch Zeit. So ist die Gartenarbeit auf da» Erhalten des Vorhandenen«in- gestellt. Hacken und Gießen bilden die Hauptbeschäftigung. Aber sie läßt Zeit genug übrig, um die schönen langen Abende zu ge- niehen: ein Kartenspielchen in Ehren kann niemand verwehren. Und die Kinder tummeln sich, bis sie rechsschaffen müde sind. Straftenbahnfrühverkehr zu Pfingsten. InderNachtvomSonnabend biszumDeginn des fahrplanmäßigen Betriebes am 1. Pfingstfeiertage u n- unterbrochener Betrieb auf den Linien 1, Stadtring, 74, Kniprodestr.— Lichterselde, Händelplatz, 76 zwischen Holensee und Spittelmarkt,(je alle 15 Minuten) und SS zwischen Uferstr. und Bergmannstr. alle 20 Minuten. Außerdem sind bei günstigem Wetter an den beiden Psingstseiertagen auherfahrplanmähige Frühfahrten auf den folgenden Linien vorgesehen: Linie 1, Stadtring(am 2. Pfingstfeiertage) ab Hallelches Tor, Richtung Moritz- platz von 5,00, Richtung Potsdamer Platz von 5,08 an alle 15 bzw. IM Minuten. Linie 9, Cinfetzzüge ab Strelitzer Str. von 4,25 an alle 15 Minuten, ab Görlitzer Bahnhof von 5,20 an alle 15 Minuten. Linie 11, ab Wiebestr. bis Bahnhof Neukölln von 5,53 an alle 15 Minuten, ab Bahnhof Neukölln bis Wiebestr. von 5,59 an alle 15 Minuten. Linie 24 ab Pankstr. nach Buchholz von 5,29 an all« 15 Minuten. Linie 31, ab Strelitzer Str. bis Bahnhof Zoologischer Garten von 4,33, ab Bahnhof Zoologischer Garten von 6,13 an alle 15 Mnuten. Linie 48, Einsetzzüg« ab Schönhauser Tor bis Nordend von 4,23 an alle 15 Minuten. Linie 54U ab Spandau, Pichelsdorfer Straße, bis Hatenfelde von 5,09 bis SPS, ab Hakenfelde von 5,44 bis 10,06 alle 15 Minuten. Linie 56, ab Kaiserplatz bis Stettiner Bahnhof von 5,48, ab Stettiner Bahnhof bis Pahnhof Steglitz von VI Pulvis. Don Anakole France. (Schluß.) „Frau Cornouiller blieb steif und fest bei ihrer Ueber- zeugung, daß das Kind ihrer Köchin von Putois stamme. Jedermann in St. Omer, vom Gerichtspräsidenten bis herab zum Laternenanzünder, kannte Gudule und ihren Korb. Bei der Neuigkeit, daß Putois Gudule verführt habe, war die ganze Stadt voller Ueberrafchung, Verwunderung und Heiterkeit. Putois wurde wie ein Held gefeiert. Auf sehr leichte Indizien hin schrieb man ihm die Vaterschaft von fünf oder sechs an- deren Kindern zu, die in jenem Jahr zur Weft kamen und die besser getan hätten, fern zu bleiben, in Anbetracht des Ver- gnügens das ihrer dort wartete, und mit Rücksicht auf die Freude, die sie-ihren Müttern bereiteten. „Welch ein Ungeheuer, dieser Putois!" riefen die Gevatterinnen.,„.,.. So bedrohte dieser unsichtbare Satyr mit nicht wieder gut zu machendem Unheil die weibliche Jugend unserer Stadt. in der man wie die ältesten Leute sagten, die jungen Mädchen est Menschengedenken stets in Ruhe gelassen hatte Während er so in der Stadt und Umgegend sein Spiel trieb, war er mit unserem Hause durch tausend seine Bande verknüvit Man hatte ihn vor unserer Tur gesehen und glaubte daß er zuweilen über die Gartenmauer kletterte. Nie- mand hat ihm° ins Gesicht gesehen aber jeden Augenblick erkannten wir seinen Schatten, seine Stimme und die Spuren semer Schritte Mehr als einmal glaubten wir in der Damme- rung bei einer Krümmung eines Weges seinen Rucken zu er- blicken. Mir und meiner Schwester gegenüber änderte er seinen Charakter ein wenig. Schlecht und bösartig blieb er. aber er wurde knabenhaft und naiv. Er gab sich weniger realistisch, ich kann wohl sagen, mehr poetisch. Er trat in den Kreis unserer treuherzigen, kindlichen Traditionen. Er wurde zum Schreckgespenst, zum Buhmann und zum Sandmann, der abends den Kindern die Augen schließt. Er machte den Puppen meiner Schwester Schnurrbärte mit Tinte, und von unseren Betten aus hörten wir ihn vorm Einschlafen: er heulte aus den Dächern mit den Katzen, bellte mit den Hunden, stöhnte in den Rauchfängen und ahmte auf der Straße den trunkenen Ge- sang später Zecher nach. Was uns Putois stets gegenwärtig und vertraut machte, war, daß die Erinnerung an ihn sich mit allen Dingen ver- knüpfte, die uns umgaben. Zoes Puppen, meine Schuchefte, in denen er so oft die Seiten zerknitterte und beschmutzt«, die Gartenmauer, über die er im Dunkeln mit seinen roten Augen spähte, der blaue Fayencetopf, den er im Winter zerbrach, wenn es nicht etwa der Frost getan hatte, die Bäume, Straßen, Bänke, alles erinnerte an Putois, unseren Putois, den Putois der Kinder, ein ortsangehöriges, mythisches Wesen. An Grazie und Poesie durfte er sich nicht mit dem dicken Faun von Thessalien oder Sizilien messen, aber er war doch ein Halbgott. Für unseren Vater hatte er einen ganz besonderen Cha- rakter. Er war ihm ein Rätsel und Gegenstand philosophischer Betrachtungen. Unser Vater hatte viel Mitleid mit den Menschen. Er hielt sie für nicht allzu vernünftig: ihre Irr- tümer, wenn sie nicht auf Grausamkeit hinausliefen, amüsierten ihn und brachten ihn zum Lachen. Der Glaube an Putois, interessierte ihn wie ein Auszug aus dem Lehrbuch über den menschlichen Glauben. Da er eine Neigung zur Ironie hatte und sich gern ein bißchen lustig machte, so sprach er von Putois wie von einem wirklichen Wesen. Er legte bisweilen so viel Gewicht darauf und hob einzeln« Umstände so scharf hervor, daß meine Mutter ganz überrascht war und in ihrer Auf- richtigkeit wohl zu ihm sagte:„Fast sollte man glauben, daß du im Ernst sprächest, mein Lieber, aber du weißt doch.. Dann antwortete er gelassen: „Ganz St. Omer glaubt an Putois. Wie wäre ich ein guter Bürger, wenn ich ihn verleugnen wollte! Man muß es sich zweimal überlegen,«he man einen allgemeinen Glaubens- satz verwirft." Nur ein ganz ehrlicher Sinn kann solche Skrupeln hegen. Mein Vater pflegte stets seine eigene Meinung in Einklang mit der allgemeinen Meinung zu bringen, er glaubte daher wie die Bewohner von St. Omer an die Existenz von Putois, aber er gab nicht zu, daß er direkt an dem Melonendiebstahl oder an der Verführung von Köchinnen beteiligt sei. Er be- kannte sich zu dem Glauben an die Existenz von Putois als ein richtiger Einwohner von St. Omer, aber er brauchte Putois nicht, um die Begebenheiten zu erklären, die sich in der Stadt zutrugen. So war er in dieser Beziehung wie in jeder anderen ein vortrefflicher, verständiger Mann. Was unsere Mutter betrifft, so warf sie sich ein wenig Putois' Entstehung vor und nicht ohne Grund. Denn Putois war aus einer Lüge unserer Mutter geboren, wie Caliban aus der Lüge des Dichters. Gewiß war das Unrecht nicht dasselbe und meine Mutter viel unschuldiger als Shakespeare, aber sie war doch erschrocken und verwirrt, als sie sah, daß ihre Harm- lose Lüge ins Ungeheure angewachsen war und welch lebhafte Wirkung ihre leichtfertige Vorspiegelung hatte, die schier kein Ende nehmen wollte, sich bereits über die ganze Stadt ver- breitet hatte und drohte, sich über die ganze Welt zu erstrecken. Eines Tages erbleichte sie vor Schreck und dachte nicht anders, als daß ihre Lüge Fleisch und Blut angenommen habe. An jenem Tage kam das Dienstmädchen, das erst vor kurzem im Hause und in der Gegend war, zu meiner Mutter und sagte, es fei ein Mann da, der sie sprechen möchte. „Was für ein Mann?" fragte sie. „Ein Mann in einer Bluse, er sieht aus wie ein Arbeiter vom Lande." „Hat er seinen Namen nicht genannt?" „Ja, Madame." „Wie heißt er?" „Putois." „Er sagte Ihnen, er hieße.. „Putois, jawohl, Madame." „Ist er noch da?" „Ja, Madame, er wartet in der Küche." „Und Sie haben ihn gesehen?" „Ja, Madame." „Was will er denn?" „Das hat er nicht gesagt. Er will es nur Madame selbst sagen." „Gehen Sie hin und fragen Sie ihn, was er wolle." Als das Mädchen in die Küche zurückkam, war Putois nicht mehr da. Dieses Zusammentreffen von Putois mit dem fremden Mädchen ist niemals aufgeklärt worden, und es scheint, daß meine Mutter von diesem Tage an zu glauben begann, es sei doch möglich, daß Putois wirklich existiere, und daß sie süglich nicht gelogen habe."�______ 6,35 an alle 15 Minuten. Linie 57, ab Emser Blah nach Pankow von 4,53 an alle 15 Minuten. Linie 66, Einsetzüge ab Moltenmarkt nach Hohenschönhausen von 4,27 an alle 15 Minuten. Linie 68, ab Herzberge bis Stettiner Bahnhof von 4,42 an alle 15 Minuten. Linte 69, ab Spittelmarkt nach Friedrichsfelde von 4,33 an alle 15 Minuten. Linie 75, ab Sophie- Charlotte- Plaz bis Kupfergraben Don 5,41 an alle 20 Minuten, ab Kupfergraben bis Heerstr. von 6,15 an alle 20 Minuten. Linie 77, ab Steglig, Lichterfelder Chaussee, bis Bahnhof Zoologischer Garten von 5,38 an alle 15 minuten, Linie 82, ab Dönhoffplay bis Spreetunnel von 4,51 an alle 15 Minuten. Linie 87, Einfeßzüge ab Spittelmarkt bis Spreetunnel von 4,09 an alle 15 Minuten und ab Schlesisches Tor bis Spreetunnel von 4,06 an alle 10 Minuten. Linie 93 bzw. 4, Einfeßzüge ab Hermannplay über Görlizer Bahnhof bis Treptow, Rathaus, von 4,30 an alle 15 Minuten. Linie 93E, vom Anhalter Bahnhof bis Treptow, Rathaus, von 4,45 an alle 15 Minuten. Linie 96, ab Belle- AllianceBlah bis Bahnhof Lichterfelde- Ost von 5,23 an alle 15 Minuten, ab Bahnhof Lichterfelde- Ost von 6,22 an alle 15 Minuten. Linie 97, ab Bahnhof Steglitz von 5,14, ab Mariendorf von 5,37 an alle 20 Mimuten. Linie Z, ab Bahnhof Lichterfelde- Ost bis Stahnsdorf von 6,08 an alle 20 Minuten, bis Machnower Schleuse von 8,08 an stündlich anstatt sonst alle 2 Stunden. Stramme Justiz. Die eigenartigen Verhältnisse, die sich in der modernen Strafjustig entwickelt haben, beleuchtet Rechtsanwalt Dr. Walter Bahn an Sand eines besonderen Falles in den folgenden Ausführungen: 11 Es weht neuerdings in der Strafjustiz wieder ein scharfer Wind, und zwar wesentlich ausgehend von der Emmingerschen Reform" der Strafprozeßordnung. Die Abschaffung der Schwurgerichte hat das Laienelement so gut wie ganz aus der Rechtspilege ausgeschaltet; denn die Betätigung der Schöffen zusammen mit den gelehrten Richtern gewährleistet in feiner Weise die bisherige Unabhängigkeit der Geschworenen, die ganz unter sich berteten und entschieden, vollständig losgelöst von dem Einfluß der Berufsrichter. Die Routine der erfahrenen Strafjuristen ist natürlich bei der Beratung den Schöffen oder Geschworenen bei weitem überlegen. Am schlimmsten aber war die Uebergangszeit, als die Straf Pammern ohne Mitwirkung von Laien die Rechtsprechung der früheren Schwurgerichte ausübten. In dieser Periode hat man so recht den Unterschied zwischen der Urteilen der Schwurgerichte und der gelehrten Gerichte erkennen können, sowohl was die Erkenntnisse an sich, als auch was die Strafen anbelangt. Ich will hier zur Illustration einen besonders effatanten Fall erwähnen, der im Vor märts" bereits erwähnt wurde. Der 19jährige Kaufmannslehrling Kurt Weiß hatte, wie berichtet, im März 1923 in Baduz einen Schlächtermeister erfchoffen; er wurde wegen Mordes und Raubes angeklagt. Die erste Berhand fung fand zunächst vor dem Schwurgericht am 8. Dezember 1923 statt, sie verfiel der Bertagung, weil das Gutachten des Kreisarztes über den Geisteszustand des Angeklagtern, das nicht auf§ 51 Strafgefeßzbuchs tam, dem Gerichte nicht ausreichend erschien und ein anderer Sachperständiger hinzugezogen werden sollte. Inzwischen " reformierte" Emminger die Strafjuftig, und der Angeklagte hatte am 22. März 1923 vor der Straffammer unter Vorsitz des Land gerichtsdirektors Dr. Friedmann zu erscheinen. Das Gericht ver neinte Mord und nahm nur Raub mit Todeserfolg an, es verurteilte aber den 19jährigen Menschen zu lebenslänglichem Zuchthaus, obwohl die Möglichkeit bestanden hätte, Buchthaus nicht unter 10 Jahren zu verhängen. Dieses Urteil war entschieden zu hart, zumal die Sachverständigen zwar nicht Geisteskrankheit, aber einen gewissen Schwachsinn festgestellt hatten, es war aber vor allen Dingen deshalb zu brafonisch, weil es sich um einen Jugendlichen handelte, der kaum das 18. Lebensjahr überschritten hatte, also gerade aus der Grenze derer heraus war, bei denen die Einsicht in die Giraf barkeit einer Handlung nach dem Strafgefegbuche zu untersuchen ist. Die eingeleitete Revision wurde, wie meist, verworfen. Die Nachricht hiervon machte auf den jungen Mann einen solchen Einbruck, daß er sich an seinem Geburtstage, dem zwanzigsten, in der Zelle des Untersuchungsgefängnisses Moabit er. hängte. als Betriebsgeheimnis gehütet und nicht in den Handel gebracht| wurden. Ein Jahr nach der Entdeckung wurden wieder Kisten, angefüllt mit Fräsern und Werkzeugen beschlagnahmt, die von Angestellten der Firma als unverkäufliche Originale ihrer Fabrik fest gestellt wurden und über deren Erwerb Buttfus dem Gericht keine genügende Aufklärung geben konnte. Als die R.-A. Dr. Alsberg und Dr. Paeschke, als Vertreter der bestohlenen Firma, im Zivil prozeß die Beschlagnahme der Maschinen durchgesetzt hatten, hatte der Angeklagte nichts Giligeres zu tun, als bie maschinen su perfchroten. Ueber das vorliegende Material, das in großen Mengen von Zeichnungen und in mehreren Kisten mit Werkzeugen den Berichtsjaal anfüllte, erstatteten die Sachverständigen Prof. Schlesinger von der Technischen Hochschule und Prof. Tous faint von der Beuth- Schule in Berlin intereffante Gutachten, in denen sie die Technik der Spiralbohrerherstellung und die Eigenschaft des Materials als ein typisches Geschäftsgeheimnis erläuterten. Nach vielstündiger Verhandlung wurde gegen Buttkus, der im wesentlichen troh seines Leugnens für überführt erachtet wurde, auf ein Jahr Gefängnis erfannt. Zwei weitere Beteiligte erhielten kleinere Gefängnis- bzw. Geldstrafen. Gegen die anderen Angeklagten mußte das Verfahren aus rechtlichen Gründen, teils auf Grund der Amnestie, teiís mangels eines Strafantrags eingestellt werden. Sabotageakt in Königswusterhausen? Geheimnisvolle Demolierung in der Funkstation. Das Polizeipräsidium teilt mit: In der Nacht vom Sonntag zum Montag wurde auf der im Ausbau begriffenen neuen Anlage der reichseigenen Funt station zu Königswusterhausen ein Antennenhaltesetl an dem nach Berlin zu gelegenen 210 Meter hohen Mast mit Stahlsäge oder scharfer Feile durch schnitten. Die Schnittstelle liegt in 1,40 Meter Höhe vom Erdboden. Es ist daher anzunehmen, daß der Täter eine Berson von mittlerer Größe gewesen sein muß. Der am Fuße des Mastes befindliche Erdungsisolator wurde durch Steinwürfe oder schläge völlig zer trümmert. Dies hat der Täter offenbar getan, weil er wußte, daß die Anlage unter elektrischer Spannung stand. Auch läßt die ganze Art des Durchschneidens mit aller Bestimmtheit darauf schließen, daß nur ein Kenner der Anlage und ein Fachmann auf dem Gebiete des Funtwesens der Täter sein fam. Da ein beabsichtigter Metalldiebstahl der ganzen Sachlage nach ausgeschlossen erscheint, dürfte die Tat als Sabotage, oder Radhe aft zu bezeichnen fein. Die Oberpostdirektion zu Berlin setzt angesichts des Materialschadens eine Belohnung bis zu 1000 Goldmart für alle Personen aus, die fachdienliche, auf die Spur der Täter hinweisende Mitteilungen machen und zur Ergreifung der Täter beitragen. 3weddienliche Mitteilungen, die auf Wunsch streng vertraulich behandelt werden, werden auf Zimmer 262i der Abteilung la des Polizeipräsidiums, Hausanrufe 305, 617 und 300, entgegengenommen. Natürlich völkisch! Drei Jahre Gefängnis für einen nationalsozialistischen Betrüger. Wegen nicht weniger als 62 Straftaten des Betruges, der Unterschlagung, ber Urkundenfälschung und des Diebstahls wird eine Persönlichkeit von verschiedenen Berichten Angeklagte dem Schöffengericht Berlin- Mitte vorgeführt. Nach der 1. a. in Kassel, Coburg und Berlin gesucht. Gestern wurde dieser Anklage soll es sich um einen Kaufmann Alexander Rogge handeln, der bereits mehrfach mit erheblichen Gefängnisstrafen belegt ist. Er selbst behauptet allerdings, daß er der Prinz Hans Horst D. fenburg fei, und er will den Namen Rogge nur angenommen haben, um sich vor der Festnahme wegen seiner nationalsozialistischen Betätigung zu bewahren, da Oberreichsanwalt Ebermayer sehr hinter ihm her sei. Es ließen sich nocy verschiedene Fälle übertrieben har fer Strafjustiz anführen, indessen würde eine Erörterung der zugrundeffegenden Borgänge zu weit führen. Auch bei der Straffung des Angeklagten will er auch am Hitler Butsch teilge. vollstreckung wird jetzt mit großer Intensität vorgegangen, das mo berne Begnadigungssystem scheint allmählich außer Kraft gefeßt zu werben, fogar geringfügige Gefängnisstrafen werden heute schonungslos ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Folgen und die trautigen Zeitverhältnisse vollstrect. Walter Bahn. Industrielles Ranbrittertum. Bor dem großen Schöffengericht Tempelhof hatten sich der Fabrifant Butttus aus Feuerbach bei Stuttgart zusammen mit einer Anzahl früherer Angestellter, vorwiegend Techniter und Werkmeister der Firma R. Stod u. Co. in Marienfelde, unter der Anklage des Diebstahls, ber gewerbsmäßigen Hehlerei und des fortgesetzten unlauteren Wettbewerbs zu verantworten. Das Berfahren, das seit 1917 schwebt, hat fich dadurch hingezogen, weil es schwer war, den Hauptangeflagten Buttfus vor das Berliner Gericht zu bringen. Buttfus war bisher immer ausgeblieben und hatte Atteste eingereicht, daß er wegen Fettleibigkeit reiseunfähig fei. Erst als das Gericht mit der Berhaftung energisch drohte, fand sich der Angeklagte bereit zu erscheinen. Wie der Augenschein lehrte, ist Der Angeklagte zwar ein außerordentlich wohlgenährter Mann mit stattlichem Leibesumfang, jedoch nicht derartig fettleibig, daß seine Bewegungsfreiheit irgendwie gehemmt wird. Daß er guten Grund hatte, einer gerichtlichen Berhandlung aus dem Wege zu gehen, zeigte der Gang des Prozesses. Der Vertreter der als Nebenklägerin auf tretenden Firma R. Stod u. Co., R... Dr. Paeschke, und auch später das Gericht im Urteil bezeichneten das Berfahren des Ange. flagten Buttfus als industrielles Raubrittertum. Butttus war früher Betriebsleiter bei Stod gewesen und hatte sich feit 1917 fofte. matisch an Angestellte der Firma berangemacht und von ihnen Kopien, Zeichnungen und Labellen für Spiralbohrer- Fräsmaschinen, von Spezialwerkzeugen und Fräsern in vielen Sendungen erhalten. Bei einer Hausfuchung im September 1920 wurde bei ihm eine wohleingerichtete Fabrit mit über 30 Maschinen entdeckt, deren Driginale fich allein bei der Firma R. Stock u. Co. befinden und dort Angeklagten darauf, daß er merkwürdigerweise sich bald als Prinz Der Vorfizende, Amtsgerichtsrat Dr. Ahlsdorf, verwies den gegeben hatte. Dem Angeklagten ist dabei noch das Pech paffiert, d. fenburg- Braunfels, bald als Bring o. Vienburg- Birrstein ausbaß er den Namen Birrstein nicht richtig im Gedächtnis hatte und dem er sich Bierstein nannte und unterzeichnete. Nach der Behaupdaß er seinen angeblichen eigenen Namen falsch geschrieben hat, innommen haben. Während der Maßnahmen im vorigen Jahr gegen mann zwischen Nord- und Süddeutschland gewesen sein. Aus Bor. Thüringen will er für die Nationalsozialistische Partei Berbindungs. ficht habe er nicht mit der Eisenbahn fahren fönnen und habe stets Autos benuhen müssen. Mit Hilfe von Autos hat der Angeklagte den größten Teil seiner Hochstapeleien verübt. Er bestellte im Auftrage feiner Partei bei Autofirmen einen Wagen zu einer Fahrt und telegraphierte dann vorher an das erste Hotel der Stadt, nach der er fahren wollte, daß man ihm, dem Brinzen v. Vsenburg, das beste Bimmer bereithalten möge, er wünsche aber infognito zu bleiben und als Baron v. Dhr abzusteigen. In den Hotels bezahlte er ebenso wie bei den Autofirmen mit einem Sched auf eine Mittelstandsbank in Nürnberg, ohne daß eine Dedung vorhanden war. Das Rundfunkprogramm. Freltag, den 6. Juni. Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichten dienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. Nachm. 1.05 Uhr: 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachrichten dienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 4.30-6 Uhr: Berliner Funkkapelle( Unterhaltungsmusik). 7 Uhr: Vortrag des Herrn Schontek:" Picknicks im Harz". 7.30 Uhr: Vortrag des Herrn Kopschell, Geschäftsführer des Deutschen Fußballverbandes: Warum ist das Fußballspiel so populär. 8.30 Uhr: Vom deutschen Rhein. 1. Loreley, von Liẞt- Wenneis( Fritz Wenneis auf dem Schiedmayer- Meisterharmonium). 2. Aus dem Nibelungenlie de*( Hans Mühlhofer, fr. Mitglied des staatlichen Schauspielhauses, Berlin). 3. a) Sonntag am Rhein, b) Im Rhein, Jöken, von der Staatsoper, Berlin). 4. Rheinlieder- Paraphrase, von Schumann, c) Im Rhein, im schönen Strome, von Liẞt( Karl von Wenneis( Fritz Wenneis auf dem Schiedmayer- Meisterharmonium). 5. Rheinische Gedichte( Hans Mühlhofer, fr. Mitglied des staatlichen Schauspielhauses, Berlin). 5. Trinklieder vom Rhein( Karl Jöken, von der Berliner Staatsoper). Am Steinway- Flügel: Kapellmeister Otto Urack. Infolge feines vornehmen und selbstsicheren Auftretens glückte ihm in, allen Fällen der Schwindel, und es gelang ihm fogar, noch oft bares Geld zu bekommen. Unter den hineingelegten Pera son en befand sich auch der vielgenannte Zeuge Heinz Köpke aus dem Thormann- Grandel- Prozeß, von dem er als dem Leiter der Arbeitsgemeinschaft Neu- Brandenburg 20 Zentner Roggen für politische Zwecke erschwindelte. In einem Falle hatte er in Hamburg ein Auto bestellt für eine Fahrt nach München, da er mit dem Staatsfommiffar Garreis eine wichtige diplomatische Besprechung habe. Staatsanwaltschaftsrat Nottmeyer beantragte vier Jahre Zuchthaus. Der dem Angeklagten von Gerichts wegen zur Berteidigung gestellte Rechtsanwalt Dr. Leonhard Kirsch hielt es nicht für widerlegt, daß der Angeflagte politisch tätig fei. Er habe die Autofahrten offenbar aus Großmannsfucht gemacht. Wenn man nicht Geistestrankheit annehmen wolle, fo müsse man den Angeklagten zumindest für minderwertig halten und ihm mildernde Umstände bewilligen. Das Gericht trug diefen Gesichtspunkten insofern Rechnung, als es von einer Zuchthausstrafe abfah und den Angeklagten, indem es feinen anderen als den vielgesuchten Alexander Rogge erblickte, zu brei Jahren Gefängnis unter Anrechnung von 6 Monaten Untersuchungshaft perurteilte. Pfingstkonzerte der Arbeiterfänger. Der gemischte Chor Ost- Lichtenberg"( jegt Boltschor Oft) hält am 1. Pfingstfeiertag in Menthes Boltsgarten, Röderstr. 28/29, ein Frühkonzert ab. Der Chor hat stets bei den Beranstaltungen ber Arbeiterschaft mitgewirkt und deshalb ist zu empfehlen, das Konzert zu besuchen. Der Chor hält jeden Mittwochabend von 8-10 Uhr in Fürstenbergs Festfälen, Frankfurter Allee 2( an der Weberwiese), seine Uebungsstunde ab. Sangesfreudige Damen und Herren sind jeder zeit herzlich willkommen. Der Chor ist gewillt, sich mit einem gleich. gesinnten Chor zu verschmelzen. Der 11. Begirt des Arbeiter Sängerbundes, Gau Berlin, veranstaltet am 2. Pfingstfeiertag in Seegefeld( Bäckerheim) ein Boltsfängerfest. Abmarsch vom Bahnhof Geegefeld 2 Uhr. Der Männerchor 1923 Berlin" gibt am Mittwoch, den 11 Juni, abends zwischen 7-8 Uhr, unter Leitung seines Chormeisters Herrn Erich Knauer auf dem Reuterplak in Neukölln ein öffentliches Gesangskonzert Straßenbahnunfall. Unter die Borderplattform eines Straßenbahnwagens der Linie 98 geriet der von einem Radfahrer an gefahrene Arbeiter S. Durch sofortiges Bremsen konnte schwereres unglüd verhütet werden, so daß der Angefahrene mit einer Berftauchung der rechten Schulter davon kam. Prügelei mit Stahlhelmleuten. In dem Botal 8um tiefen" in der Landsberger Allee spielte die Kapelle am Mittwochabend ben Fridericus- Marsch. Darauf rotteten fich etwa 80 junge Leute vor dem Lokal zusammen und überfielen vier das Restaurant ber Die laffende junge Leute, die das Stahlhelmabzeichen trugen. Abzeichen wurden ihnen von den Burschen entriffen, außerdem sollen einem der Ueberfallenen bei der sich entwideinden Schlägerei 60 M. gestohlen worden sein. Ale zwei Beamte erſchienen, ergriffen die Petersburger Straße wurde festgenommen und der Abteilung la Burschen die Flucht. Ein gewisser Frizz Schwabe aus der des Polizeipräsidiums zugeführt. Straßenbahn und Castauto. Am Mittwoch nachmittag stieß ein Straßenbahnzug der Linie III mit einem 2 afttraftwagen der Firma W. Sonneberger, Ertner, an einer Straßenfreuzung der Langestraße zusammen. Dem Straßenbahnwagen wurde die vordere Blattform eingebrüdt, während einem Anhänger des Laftkraftwagens die linke Bretterwand be schädigt wurde. Zwei Personen wurden hierbei leicht verTest. Da ber Triebwagen aus den Schienen gefprungen war, entstand eine Verkehrsstörung von etwa einer Stunde. Ostpreußischer Kulfurfag. Bom Pfingst bien stag ab tagen in 10. bis 12. Suni). Redner der Bundesvorsitzende Paul Deftreich, ferner önigsberg i. Pr.( Hindenburg- Oberrealschule) die Entfchiedenen Schulreformer im öffentlichem Erziehungstongreg Dr. Mar Hodann, Geheimrat Goldbeck, Oberschulrat Hilter, iger. Daran schließt fich 13./14. Juni eine Tagung zur Reform des glie Müller Destreich, Dr. W. Mies, Landgerichtsrat Dr. Dan 3eien und Bertunterrichts, an ber vortragend und demonstrierend mitwirken Oberschulrat Hilter, Frl. Jadel, Studienrat Dtto Sönigsberg, Königstr. 82a. 51Ier. Anmeldungen an Affeffor Dora Schoendoerffer, Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Für Tommenden Sonnabend, Sonntag und Montag find im Bureau des Bezirksbildungsausschufſes, Lindenstr. 3, 2. Hof 2 Tr., Karten für das Deutsche Opernhaus zu haben. Eltern, deren Kinder die Mädchen- und Knabenschule in der Ibsenstraße befuchen, geben umgehend ihre Adresse an Wisdalfii, Nordkapftr. 1, 8 Tr., ab. Desgleichen von der 15.( Schinkel-) Realschule. Wir bitten die Genossen, alle in Betracht kommenden Eltern zu ermahnen. Fliegertod, Durch Explosion des Motors eines Marineflugzeuges fanden in Japan fünf Infassen den Lod. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Männerchor Prenzlauer Berg. Die nächste Uebungsstunde findet heufe, Freitag, den 6. Juni, 8 Uhr, bei Winzer, Ede Chriftburger und Binsstraße, fiatt. Pünktliches Erscheinen dringend notwendig. Montag, den 9. Juni, früh 6 Uhr, Frühkonzert in der Brauerei Königstadt, Schönhaufer Allee. Berliner Mieterbund E. B., Gruppe Moabit. Freitag, 6. Jund, abends 71 Uhr, im Gesellschaftshaus, Wicleffte, 24, öffentliche Wieterversammlung. Thema: Wohnungsmiete( Sauszinssteuer), Instandsegungen und Mieterschuh. Referent: Syndifus Reimann. Geschäftliche Mitteilungen. Rabatte geben, das heißt, Daß man auch billiger verkaufen kann, als man es fonft getan hat. Ce, der gute Contab.Tad- Schuh, aber dann auf feine Breife feine Rabatte geben, denn sie waren schon immer so billig, daß er auch heute noch, in einer Beit allgemeiner Breisschleuderet, ohne besondere Rabatt gewährung an Billigkeit nicht zu übertreffen ist. Dabei ist er von einer Qualität, wie sie nur durch die vierzigjährige Erfahrung eines felbft fabrigierenden Welt. hauses erzielt werden kann. Wir verweisen unfere Lefer auf die glänzende Einkaufsmöglichkeit, die von der Firma Conrab Tad u. Co. in diefer Nummer unferer Zeitung geboten wird. Unverantwortlicher Leichtsinn- anders kann man es nicht nennen- ist es, wenn Sie tage- oder gar wochenlang Ihren Mund und Ihre Zähne nicht richtig pflegen. Dabei haben Sie's so bequem: Sie spritzen ein paar Tropfen Odol in ein Glas warmes Wasser, rühren mit der Zahnbürste um, spülen und gurgeln damit nach Herzenslust und bürsten zum Schluß- besonders vor dem Schlafengehen recht tüchtig Ihre Zähne. Sie werden sehen: Odol ist eine wundervolle Mund- Erfrischung und dabei weit sparsamer als alle Zahn- Pasten und Zahnpulver. Im Laufe der Jahrzehnte wurde Odol zum Kulturbegriff. NAA Arbeitersport. Jugend- Städtejpiel. Am 1. Feiertag, 1/24 Uhr, spielen auf dem Lichtenberg- I- Blog am Bahnhof Stralau- Rummelsburg( Kynast straße) die 1. Jugenden von Rähnik- Dresden, Meister der 1. Klasse, und am Pfingstmontag, 1/4 Uhr, Radebeul Dres. den, Meister der Sonderflafie, gegen die 1. Jugend von Lichtenberg I, Dftfreismeister der HSV. Berliner Arbeiter- Schachklub. Die Obleutesizung am Sonnabend, 7. Juni, fällt aus. Dafür findet am Sonnabend, den 14. Juni, pünktlich abends 28 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer, eine Generalversammlung statt. Sehr wichtige Tagesordnung. Erscheinen sämtlicher Mitglieder wird erwartet. Noch nicht abgerechnete Beiträge für Mai/ Juni sind bis spätestens 10. d. M. an den HERMANN | Raffierer abzuführen. Allen Abteilungen zur Nachricht, daß die geplante| Sadfahrt der Jugendlichen nach Ströbet wegen Hochwasser augenblicklich nicht stattfinden tann. Dafür findet ein gemeinsamer Bade. ausflug nach dem Gorinſee statt. Treffpunkt früh 47 Uhr( 1. Feiertag) Stettiner Bahnhof. Arbeiter- Rabfahrer- Bunb Solidarität", Drtsgruppe Berlin. Touren für Pfingsten vom 7. bis 0. 3 uni. Auf zur Gauwanderfahrt nach Spremberg! Der erste Gammelstart ist Freitag, nachm. 5% Uhr, der zweite bei Junter Uebernachtung und in Buda u bei Sain. Die Strecke beträgt Sonnabend, nachm. 5½ Uhr, am Bahnhof Tempelhof. Bis Baruth. Hier 142 Rilometer. Die Strede über Rönigswusterhausen ist wegen regen Autoverkehrs möglichst zu meiben. Genossen, die die Eisenbahn benugen, nehmen den Zug 2 Uhr 35 Min. ab Görliger Bahnhof. Das Fahrgeld beträgt 4,20 M. Beitig am Schalter erscheinen wegen Rädertransport. Außer den Gammelstarts finden folgende Starts ftatt: 1. bt.: 22 Uhr Bülowstr. 55. 3. Abt.: 3 Uhr Laufiger Plak bis Lucau. 7. Abt.: Freitag nachm. 4 Uhr, Sonnabend frih 4 Uhr, abends 6 Uhr Colonieftt. 147. 12. Abt., Motorfahrer. Sonnabend nachmittags 3 Uhr, Sonntag frith 4 Uhr am Tempelhofer Felb, Steuerhaus. Drts. gruppe Neutöln: Sonnabend früh 4 Uhr Start Serßbergplag. Sammelstart in Stradom. Die Wegebiegungen sind durch S. und Pfeilgeichen Richtung Sprem berg tenntlich gemacht. Andere Pfingsttouren siehe am Startplay. Sport- Club ,, Zurich 02". Freitag, den 6. Juni, abends 8 Uhr, finben in der Turnhalle Wrangelstr. 128( an der Manteuffelstraße) Mannschaftstämpfe im Ringen in der B- Klaffe zwischen den Vereinen Lurich 02" und Fr. T. Nowawes" statt. Sämtliche Klaffen find mit besten Kräften befeßt. Es find spannende Rämpfe zu erwarten. Am 2. Pfingstfeiertag, dem 9. Juni, hat der Berein in den Gesamträumen( Garten und Saal) des Etablissements NeuSeeland"( früher Wwe. Schonert), Stralau, Rnnaststr. 20/21( am Bahnhof Stralau Rummelsburg), ein Frühtonzert, verbunden mit Bor- und Jiu- JitsuDemonstrationskämpfen. Anfang 6 Uhr früh; am Nachmittag 4 Uhr eine große Sport- Borstellung. U. a. Artisten, Leipziger Gänger, Jiu- Jitsu. und Mannschaftstingtämpfe der A- Alaffe, Städtekampf im Bogen( Eberswalde gegen Berlin). Sämtliche Anschriften und Auskünfte burch die Geschäftsstelle bes Bereins: Erich Merlau, GO. 38, Cuvryfte. 8, D. III. Tietz BILLIGE Lebensmittel Pfund Wurstwaren Rotwurst and 65P nach Art Landleberwurst P 65P. Bauernmettw. Prand 100 Mettwurst Branch 110 Teewurst.P ........ Pfand 130 Zervelatwurst. Prand 170 Salami. Pfand 170 n. ...... Dose 28Pf. Konserven Würstchener, Corned beef labdose 45PL Oelsardinen.... Dose 38Pf. ca. 2- PfandOelsardinen on 23 Delik.- Sülze 28, Dose.... 78PL ca.2- Pid.1/1 Dose Kalif. Aprikosen 210 Ananas........ Dose 260 Geräucherte Flundern Dicke Räucheraale Pfand 38P | 87 Matjesheringe Ital. Kartoffeln englische 20 Pf. Stück 1922 Bockenheimer Pfund 230 5 Pfund 60P 00 neue Freitag und Sonnabend Verkauf sowelt Vorrat Frisches Fleisch. Rindertals angolassen............ Pfand 45PL Schweinebauch mit Bellage, Pfund 65PL Schweineschinken....... Pfand 75 PI Kolonialwaren 606 Küse Pfand 16. Molkereibutter- 83. feinstes Weizenmehl feines Auszugmehland 18PL Prand 18PL. Emmenthaler 100 Franz. Schachtel Rosinen Pfand 70Pt. .... Pfand 70P. Edamer Käse.. Prand 68PL. Korinthen ..... Prand 78P. Sultaninen..... Pfand 80P. Mandeln bitter.... Pfand 150 Mandeln sisse..... Pfand 160 Kalbskamm ............. Pfund 60Pt. Kalbskeulen................ Pfand 75Pt. Hammel- Vorderfleisch P. 65PL Hammelkeulen............. and 85P. Johannisb.- Konf. Schweineköpfe gépökelt... Pfand 27PL. Ochsensuppenfleisch 50PL. 00 Garant. reine Riesling Match 1. 15 Sonnengartner 200 1800 10FL span. 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Auch die Noten und den Flügel, auf dem schen Paganini seine berühmte Kreuzersonate gespielt haben soll, hat die Dekorationsfirma mitgeliefert, Selbstverständlich hat sie eigentlich zwei Flügel, aber, so sagt sie zu ihrer Gesellschafterin, den aus echtem Palisadenholz behalten wir hier im Musiksalon, der ebenholzerne paßt besser in meinen altdeutschen Jagdsalon unter den ausgestopfter Aurorahahn, für den ich dem Dekorateur 200 Mark extra erlegt habe, der ist ebenfalls so schwarz. Ob wir nun den Pedanten zu dem Flügel danebenstehen haben oder in einem anderen Salon, das ist doch einerlei. Auch eine zweite Uhr im Resonanzstile müssen wir noch besorgen, und bei dieser Gelegenheit will ich auch gleich wieder einige Packungen Sanitätsrat Dr. med. Campe's Kukirol- Fußbad mitbringen, denn immer so mit schweißigen Füßen herumlaufen, das ist mir nicht gegeben. Das Kukirol- Fußbad verhütet Brennen, Anschwellen, Wundlaufen und Schwitzen der Füße, reinigt sie besser als ein Seffenbad, verhütet auch, daß teure Strümpfe und Schuhe durch den Schweiß zerfressen werden, kräftigt Nerven und Sehnen und ist besonders in der warmen Jahreszeit eine Wohltat für die Füße. Das ebenfalls millionenfach bewährte Kukirol- Hühneraugen- Pflaster beseitigt Hühneraugen und Warzen ohne Schneiden oder Aetzen, mithin ohne die Gefahr einer Blutvergiftung oder Entzündung. Es erweicht die Hühneraugen schon in einigen Stunden, stillt infolgedessen die Schmerzen und in wenigen Tagen kann man sie einfach abnehmen. Kukirol- Hühneraugen- Pflaster und Kukirol- Fußbad sind In allen größeren Apotheken und wirklichen Fachdrogerien vorrätig.( Kukirol- Hühneraugen- Pflaster 75 Pfennig pro Schachtel, Kukirol- Fußbad 50 Pfennig pro Packung.) Achten Sie aber recht genau auf die Schutzmarke„ Hahn mit Fuß". Manche Geschäfte, die nicht als Fachdrogerien anzusehen sind, verschaffen sich unsere gangbaren Fabrikate auf Schleichwegen und benutzen sie zur Anlockung der Käufer, denen sie dann unter allerlei unwahren Angaben andere Mittel aufzureden versuchen, die sie gern weghaben möchten. Melden Sie solche unreellen Geschäfte ein für allemal, denn es gibt genug reelle. Selbstverständlich will der Verkäufer auch seine Ladenhüter endlich einmal loswerden, Sie aber haben das Recht, für Ihr gutes Geld das zu beanspruchen, was Sie haben wollen, nad nicht, was Ihnen der Verkäufer aufreden will. Wichtig! Verlangen Sie die aufklärende und überaus lehrreiche Broschüre Die richtige Fußpflege, die wir jedem Interessenten kostenlos und portofrei zusenden. Unsere, unter der Leitung eines alten, erfahrenen Arztes stehende Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen Einsendung von Rückporte kostenlos Rat und Auskunft über alle Fragen, die sich auf Fußpflege und Fußleiden beziehen. 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Th.i.Admiralspalast Zum Schluß: Ein 84 U.: Der Erfolg d: Jahres Musikantentraum 10 Monate ununterbr. auf dem Spielplan Dönhoff- Brettl ist die große Revue Anf. 71/2, Sonnt. 5 U Drunter u.drüber Gr. Varieté- Progr. Deutsch.Opernhaus Uhr Die Fledermaus LUNAKap, Dostal, Bötel Intimes Th. Crêpe Georgette 8 U. USW, Metropol- Theater Tägl. 8 Uhr: Karneval der Liebe Sommerpreise! PARK An beiden Pfingsttagen von 6 Uhr ab Thalia- Theater Frühkonzert 7% U: Frasquita Tribüne 8 U. Die Frau v.40 Jahren mit Else Heimsl bei freiem Eintritt im Theater Große Volksoper des Westens 71, Uhr: Julius Cäsar 8: Komische Oper Direktion: James Klein Heute zum 50. Male Der große Erfolg! Die 8: tanzende rinzessin Operette in 3 Akten von Walter Kollo Neue WeltA. Scholz Hasenheide 108 114 1. und 2. Pfingstfeiertag: Frühkonzert und Aeußerst günstiges Pfingst- Angebot! Garderoben af Teilzahlung HERREN Anzüge in allen Stoffarten, Cutaways, Mäntel, Paletots, Hosen, Knaben- Anzüge, Regen- Mäntel. 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Nach der Heimkehle Größte Höhle Deutschlands Station Utirungen( Stidharz) gungspark ULAP Am Lehrter Bahnhof Täglich ab 4 Uhr( Sonntags 3 Uhr): Parkkonzert • Feuerwerk 3 Neiss auf dem Turmseil Chaplin u. die Attraktionen VORANZEIGE: 1. u. 2. Pfingst.eiertag Frühkonzert G. Eintritt 50 Pfg. Von schlechten Seifen will sie scheiden Und mag nur Melliandseife leiden! *) Die Hausfrau, die weiß, was sie will, nämlich eine reine und tranfreie Kernseife. Zu haben bei: Honczeck, Schöneberg( 15 Filial.) Klütz, Malplaquetstraße 38 Scherbarth, Utrechter Straße 12 Petermann, Lützowstraße 49 sowie in weiteren 250 einschlägigen Geschäften Groß- Berlins. Verkaufsabteilung Berlin Lützowplatz 11,1 Lützow 3819 Gesetzlich ORIGINAL geschützt Melliand Kinder 30 Pfq. Theater a. Kottb. Tor Tägl. 8 Uhr: EliteSänger Vollständig neues JUNI. Programm Bill. Preise Metropol- Variete Behrenstr. 54 8 Uhr:, Der fabelhafte JUNI SPIELPLAN! wird sofort mitgegeben! 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Tatsächlich waren die Auswirkungen die allerschlimmsten. Der Zerfall der Währung und damit auch der Wirtschaft war ohne Halt. Anfang und Ende des Jahres miteinander verglichen, sank nach der amtlichen Notierung die Mark vom 1728. Teil bis auf den billionsten Teil ihres Urwertes. In derselben Zeit stieg die Zahl der Voll- Erwerbslosen, die öffentliche Unterstützungen empfangen mußten, von ungefähr 85 400 im ganzen Reich auf rund 1 533 500 Köpfe im unbesetzten Gebiet und mit Einrechnung des besetzten Gebietes auf ungefähr 3½ Millionen. Die Rettung kam von der Rentenmark. Nur im Rückblick auf das rasende Tempo, das die verhängnisvolle Entwicklung des Jahres 1923 zuletzt einschlug und zweifellos noch länger fortgesetzt hätte, gewinnt man ein zutreffendes Urteil über die Großtat, die die Schaffung der Rentenmark für die deutsche Wirtschaft bedeutet. Nur so war es in Verbindung mit einer Geldverknappungspolitik der Reichsbank möglich, die beginnende Zurückweisung der Papiermark zu hemmen, den Warenverkehr aufrechtzuerhalten und die eben eingefahrene Ernte für den Verbrauch verfügbar zu machen. Und mindestens ebenso groß war die Wirkung der Rentenmark auf unsere innerpolitische Lage. Durch sie wurde der im Süden und Westen weit vorgeschrittenen Tendenz zur Schaffung eines eigenen Geldes der Boden entzogen und dadurch der Zusammenhalt des Reiches gewahrt. Das Groteske der Zustände, die sich vor der Schaffung der Rentenmark im Geldverkehr entwickelt hatten, ließ es weiterhin nicht mehr zu, daß Staat und Wirtschaft noch länger an dem trotz wachsenden Widerspruchs befolgten Grundsatz, daß Mark gleich Mark sei, festhielten. Weder der Staat noch der Einzelne konnten sich damit abfinden, bereits fällig gewordene Zahlungen an späteren Terminen mit Wertverminderungen anzunehmen, die dem völligen Verluste der Zahlung gleichkamen. Diese Entwicklung hat zur Folge, daß die Bilanzen der Handels- und Industriegesellschaften und insonderzeit die Bilanzen der Banken für das Jahr 1923, die nach der noch geltenden Papiermarkwährung abgeschlossen werden müssen, in deren Ziffern also sehr wertverschiedene Mark zusammengestellt sind, kein Bild über den Geschäftsgang des abgelaufenen Jahres oder über den Stand eines Unternehmens bieten. Die Aufstellung unserer Eröffnungsbilanz in Goldmark auf den 1. Januar 1924 wird zu gegebener Zeit erfolgen. Inzwischen erfüllen wir mit der Veröffentlichung der Papiermark- Bilanz auf den 31. Dezember 1923 ediglich eine formale gesetzliche Vorschrift. Die im März 1923 vorgenommene Erhöhung unseres Aktienkapitals von 800 Millionen Mark auf 1500 Millionen Mark, die wir im vorjährigen Bericht bereits in ihren Einzelheiten behandelt haben, brachte unseren Reserven einen Zuwachs von rund 600 Billionen Mark. Die aus dieser Kapitalerhöhung an die Deutsche Treuhand- Gesellschaft begebenen, zunächst nur mit 25% eingezahlten 400 Millionen Mark Aktien sind noch im Laufe des vergangenen Jahres voll eingezahlt worden. Seit der vorerwähnten Erhöhung unseres Aktienkapitals ist der Betrag des letzteren ebenso wie die Summe unserer Reserven durch den fortgeschrittenen und fast restlosen Zusammenbruch unserer Währung bedeutungslos geworden. Die von uns im Berichtsjahr erzielten Einnahmen bieten natürlich nicht annähernd einen Ausgleich für den durch die Inflation erlittenen Substanzverlust. Der auf dem Gewinn- und Verlust- Konto ausgewiesene rechnungsmäßige Ueberschuß auf den Ertragskonten gleicht die Erfordernisse für Unkosten und Abschreibungen aus. Von Vorschlägen einer Gewinn- und Dividendenverteilung müssen wir demnach absehen. Die Deutsche Bank hat 146 Plätzen. gegenwärtig Niederlassungen an Unsere Filiale Amsterdam hat sich weiter nach unseren Wünschen entwickelt und ersetzt uns unsere sequestrierten Niederlassungen in London und Brüssel. Gegen Ende des Berichtsjahres hat unsere Filiale Konstantinopel ihre Geschäftstätigkeit wieder aufnehmen können, nachdem die Behinderungen, die seit 1918 vorlagen, behoben waren sie wird sich vorwiegend darauf beschränken, die noch schwebenden Angelegenheiten zur Abwicklung zu bringen. Die in unserem letzten Jahresbericht ausgesprochenen Hoffnungen, daß die Liquidation unserer Londoner Filiale im abgelaufenen Jahre zu Ende geführt werden könnte, haben sich nicht erfüllt. Seit der Ruhrbesetzung sind wir vom Verkehr mit unserer Filiale in Brüssel völlig abgeschlossen. Wir konnten bisher nicht feststellen, inwieweit die Zwangsliquidation inzwischen durchgeführt worden ist. Es ist tief betrüblich, daß die Abwicklung unserer Filialen in London und Brüssel sich so lange hinzieht, obwohl an beiden Stellen ausreichende liquide Mittel vorhanden gewesen sind, um daraus die feindlichen Forderungen vollauf zu befriedigen. Durch diese Verschleppung wird der frühere Ueberschuß immer weiter herabgemindert. Die Zahl der Angestellten der Bank belief sich Ende 1923 auf 32 979 gegen 26 286 im Vorjahre, nachdem sie vorübergehend, der Inflation folgend, bis auf 34 000 angestiegen war. Die in den letzten Monaten des Jahres 1923 eingetretene und seitdem noch weiter fortgeschrittene Verringerung des Geschäftsumfanges hat uns bedauerlicherweise im laufenden Jahre in die Notwendigkeit versetzt, uns weiterhin von Angestellten zu trennen, so daß sich der Gesamtbestand von Angestellten zurzeit auf 23 000 beläuft. an Auch diese Zahl ist noch reichlich das Doppelte des Personalbestandes vor dem Kriege, M. Pelzwaren aller Art und zwar mit Einschluß aller inzwischen von uns aufgenommenen Institute. Es wird sich, natürlich unter weitgehender Berücksichtigung der sozialen Gesichtspunkte, ein weiterer Abban leider nicht vermeiden lassen. Nur so werden wir in der Lage bleiben, tüchtigen Angestellten die Fortzahlung angemessener bis 40 Prozent herabgesetzt Wäsche Teppiche Gardinen Bezüge zu gewährleisten. Gelegenheits- Kaufhaus Moritzplatz 58a Garderobe in guten Qualitäten auf Teilzahlung trotz kleinster An- und Abzahlung Billige Preise!... ERSATZ FUR MASSARBEIT Herren Anzüge, Paletots Knaben- und Burschen- Anzüge ( Bei genügender Legitimation sofortige Aushändigung der Ware.) Cohn Stocklaternen mit Stoc u. Licht, 6 Pf. an Campions von 3 Bf. anj Papiermühen Dhd von 10 Bf. an, alle Sommer11. Feftartikel fehr billig. Feuerwert Sortimente Don 1 M. an Bengalfeuer, Kilo 2 M. Magnesiumfadein, 60 cm lang, 1 Mart. Maas& Co. Martorafen der Sinbents. ftraße 84, an 9-6 Uhr. Große Frankfurter Straße 58 v. Alexanderplatz Eingang durch Möbelläden Gegründet 1876 5 Minuten Im Zusammenhang mit dem Abbau durch Entlassungen steht der Uebertritt alterer Beamter in den Ruhestand. Die früher aus dem Dr. Georg von Siemens- Fonds und dem JubiläumsFonds bestrittenen Ausgaben werden einschließlich der Pensionen einstweilen dem Handlungsunkosten- Konto entnommen. Wir behalten uns vor, den Dr. Georg von Siemens- Fonds bei der Umstellung auf Gold neu zu dotieren. Bei dem Uebergang zur Rentenmarkrechnung erfuhren die Tarifbezüge unserer Angestellten eine wesentliche Erhöhung. Weitere tarifliche Aufbesserungen, die trotz gleichbleibender Lebenshaltungskosten im Laufe des Jahres 1924 erfolgten, brachten neue Belastungen unseres Gehaltkontos, so daß bisher keine wesentliche Ersparnis erzielt wurde. Im Laufe des Geschäftsjahres 1923 haben wir ein Haus in Sellin auf Rügen crworben, um es als weiteres Erholungsheim für unsere Beamten neben..Johannaberg" im Teutoburger Walde und dem ,, Arthur von Gwinner- Erholungsheim" in Caputh einzurichten. Es ist uns hierdurch ermöglicht, schon im Laufe dieses Jahres einer größeren Anzahl unserer Angestellten auch an der See einen Erholungsurlaub zu gewähren. Die Deutsche Ueberseeische Bank hat wieder mit gutem Erfolg gearbeitet und ihre Beziehungen an den Plätzen ihrer Tätigkeit nicht unwesentlich erweitern können. Die Interessengemeinschaft Deutsche Petroleum- Aktien- esellschaft- Rutgerswerke Aktiengesellschaft, liber deren Begründung wir im Vorjahr berichteten, hat sich im persönlichen Zusammenarbeiten der beiden Organisationen aufs beste bewährt und den beiden Unternehmungen ermöglicht, unter so schweren Zeitverhältnissen in der Betriebsführung erhebliche Ersparnisse zu erzielen. Mit den gleichen Zielen, und auf der gleichen. Grundlage ist in den letzten Wochen die Interessengemeinschaft der, beiden größten deutschen Automobilfabriken, der Daimler- Motoren- Gesellschaft und der Bens& Cie., Rheinische Automobil- und Motoren- Fabrik A.-G., unter unserer führenden Mitwirkung zustande gekommen. Berlin, im Juni 1924. Der Vorstand der Deutschen Bank A. Blinzig. S. Fehr. C. Michalowsky. O. Schlitter. Dr. P. Millington- Herrmand. G. Schröter. Dr. E. G. v. Staub. O. Wassermann, Möbelfabrik Rob. Seelisch, Berlin 0, Rigaer Str. 71 Günstiges Angebot in kompletten Wohnungs- Einrichtungen 1 eich. Schlafzimmer Mark komplett, sowie 1 eich. Schlafzimmer Mark 1 1 Anrichteküche.. 600 eich. Speisezimmer 1100 I 1 eich. Schlafzimmer Mark " Speisezimmer 1 Herrenzimmer 1600 1 Anrichteküche Besuch lohnend. Geschäftszeit von 8-7 Uhr. f nt.263 ♦ H.JafytQüng 2» �DÜlDCSütÖ Jccitog, t.JamWt Die Noch der Red« des Genossen Lob«, die wir im gestrigen Abendblatt brachten, erhält das Wort Abg. Frau Ruch Fischer(Komm.): Diese deutsche Volksvertretung ist nichts als eine Maskerad« der kapitalistischen Diktatur, und gerade die Red« von Lobe ist«in neuer Beweis dafür. Herr Lobe hat begeistert für das Gutachten gesprochen, das das deutsche Volk ins Verderben stürzt. Die Regie- rung der Mitte hat die Rollen nicht ungeschickt verteilt. Herr Löbe spricht von einer gerechten Verteilung der Lasten; die Regierung wird mit oen Sozialdemokraten dafür sorgen, daß das deutsch« Proletariat vollends oerelendet. Das Gutachten ist nichts als ein Raubver. trag des internationalen Ka pita li ste n ko n s or- t i u m s, das Gutachten ist nicht der Friede, es ist der n e u« K r t e g, der Krieg gegen das internationale Proletariat. Alles Gerede vom deusschen choheitsrecht usw. ist Lug und Trug. Die Franzosen wer- den das Ruhrgebiet nicht räumen. Die englisch Macdonald-Regie- rung ist nichts als ein Anwalt des englischen Kapitalismus. Mac- donalds Regi-nrung ist am Hofe des englischen Königs liebes Kind. Weshalb sind hier die Geheimoerträge Frankreichs mit Polen, mit der Tschechoslowakei nicht erwähnt worden? Wie kann man dem deutschen Arbeiter einreden wollen, daß angesichts der rast- losen Vervollkommnung der Kriegswaffen der Krieg in Zukunft aus- geschlossen sein wird, daß das Gutachten anzunehmen den Frieden garantieren heißt? Deutschland wird unter die Kontrolle von aus- ländischen Staatskommissaren gestellt, die souverän verfügen, die Zehntausende von Beamten und Angestellten einfach auf die Straße werfen können, sobald es der Rentabilität der deutschen Eisenbahnen zuträglich ist. Die englische Wirtschaft kann«in« Steigerung des deutschen Exports nicht ertragen. Die Arbeitslosigkeit wird un< geheure Formen und riesigen Umfang annehmen. Die deutsche Bourgeoisie ist der Büttel der Entente. Die Sozialdemokratie muß den Klassenkampf ganz aufgeben, sie ist mit Annahme des Gutachtens alsArbeiterparteierledigt. Der Monsterprozeß, den man gegen uns einfädelt, hat einen engen Zusammenhang mit dem Sachverständigengutachten. Nur im Kampf mit der Bourgeoisie werden wir das Gutachten national und inter- national überwinden Das Proletariat wird, wenn es zur Macht gelangt, wirklich Ruhe und Ordnung in Deutschland schassen und mit Sowjetrußlond«inen Block bilden, an dem ssch der internationale Kapitalismus die Zähne ausbeihen wird. Mit Rußland im Bunde wird Deutschland auch außenpolitisch ein« ganz andere Rolle spielen als unter der Leitung des Herrn Stresemann mit seiner kleinlichen Schikanenpolitit. Ein« proletarische Macht wird keinen Angriffskrieg führen, auch keinen Reoanchekrieg gegen Frankreich. Di« Wirtschaftskrise wird nur verschwinden, wenn das Prole- tariat die gesamte Produktion tu die Hand nimmt, das Kapital erpropriiert und den echten Achtstundentag durchführt, den die Sozialdemokraten verraten und verkauft, um den sie die Arbeiter betrogen haben.(Lebhafter Beifall und Händeklatschen bei den Kommunisten.) Abg. v. Graefe(Natfoz.): Dem oerflossenen Reichstag weint man wohl kaum eine Träne nach. Das Volk hat die alte Mehrheit beseitigt, und„wenn der Mantel fällt, muß der Herzog nach". Das Volk hat gesprochen, es hat erklärt, mit jenem Haufe und feinen Exponenten, der Regie- rung Marx, nicht zufrieden gewesen zu sein. Um so eigentllm- licher berührt es, daß diesem Urteilsspruch des Voltes die praktische Auswirkung nicht gefolgt ist. Die alt« Regierung hat«eglaubt, durch- halten zu können. Jetzt nach drei Wochen akutester Regierungskrise sieht es so aus, als ob gar kein« Wahlen stattgefunden hätten, es bleibt alles beim alten. Die Kritik des Herrn Löbe kann nichts daran ändern, daß nicht bloß die Demokratie Bankerott gemacht hat, fondern daß auch der uns aufgezwungene Parlamentarismus mlt seinen Koalitionsregierungen ein Wahnsinn ist. So lange unser politisches Leben den Pfahl des Zen- t r u m s in sich hat, muß das parlamentarisch« System für Deutsch- land geradezu einen Fluch bedeuten. Das von Löbe in anderem Zusammenhang gebraucht« Bild von dem jüdischenSchnorrer, den man vorn hinauswirft, der aber zur Hintertür wieder herein- kommt, paßt sehr gut aur dies neue alte Koalitionskabinet. Wir sehen alle die altbekannten Gesschstter wieder. Marx II., Dr. Jarres redivivus, Stresemann IV, G e ßler der Un st erbliche, und schließlich kann es nächstens auch heißen: Ohne Könitz kein Kabinett!(Groß« Heiterkeit.) In München hat der Reichs- kanzler einmal den Deutschoöltischen französische Besetzung gewünscht. (Stürmische Pfuiruf« bei' den Nationalsozialisten.) Die Stimmung des Rheinlandes können Sie, Herr Reichskanzler, nicht durch «inen hingeworfenen Knochen, einen-lokalen Vorteil, gewinnen. Nach meiner Meinung hat der Reichskanzler die Rheinländer aufs schwerste beleidigt. Während des Krieges hat das Zentrum und die traurig« heutig« Koalition die auswärtig« Politik nicht als das Wichtigst« hingestellt, sondern die innerpolitischen Verfassungs. fragen in den Vordergrund gestellt.(Sehr wahrl bei den National- sozialisten.) Also genau das tiegenteil von dem, was Sie. Herr Reichskanzler, gestern hier vertreten haben. Wenn wir vielleicht einer neuen Inflationsperiode entgegengehen sollten, dann werden wir, Herr Reichskanzler, die Frage erneut an Sie richten, wie weit die dunklen interna iionalen Zusammenhänge gehen, wie weit sie vielleicht schon die Grenzen des Landesverrats überschreiten.(Unruhe in der Mitte. Sehr richtig! bei den Ratio- nalsozialisten.) Wir haben ja keine deutsche Regierung! 3m November 1923 haben wir nicht.an einem Abgrund" ge- standen, sondern an einem hossnungsvollen Wendepunkt! Debatte im Reichs Die Opposition hat das Wort. (Stürmischer Beifall bei den Nationalsozialisten.) Man muß staunen, daß dem Reichskanzler nicht die Zunge im Munde verdorrt ist, wenn er solche Dinge aussprach. Der Redner fordert unter stürmischem Beifall die Widerlegung der S ch u l d l ü g e. Der Ver- sailler Vertrag sei durch den Feind selbst zerrissen. Durch Ihre Erfüllungspolitik, durch Ihre Hut-in-der-Hand-Politik haben Sie wieder die Einheitsfront von Paris bis London hergestellt. Wir werden nicht«her ruhen, bis die Frage von der Schuldlüge auf- gerollt wird, Im Ausland, so z. B. in Holland, ist alles erstaunt darüber, daß in Deutschland— mit Ausnahm« der Deutschoölkischen und der Deutschnationalen— nicht eine einzige große Entrüstung über das Sachverständigengutachten aufflammte. veutschland könne jetzt zum erstenmal ohne Gefahr.Rein" sagen. Wenn Sie, der einsame Herr Dr. Stresemann auf der Regie- rungsbank, gestern vor uns getreten sind, so haben Sie es wohl in dem stillen Gefühl getan: dloriiuri te salutant. Wir haben ein Interesse daran, festzustellen: Wer wird nun eigentlich in diesem energischsten Gegner der Juden, an unserem stahlharten willen allein werden sie sich zerschmettern!" Abg. Henning im Reichstag am 4. Juni 1924. Haufe den Mut besitzen, dieser Gesellschaft das Vertrauen aus- zusprechen. Aus diesem Grund« bringe ich folgenden Antrag«in: .Der Reichskanzler und die Reichsminister besitzen das in Artikel 54 geforderte vertrauen des Hauses." Sie(zu den Mittelparteien) haben ja nicht einmal den Mut, diesen Vertrauensantrag zu stellen, darum haben wir Ihnen die Schreib- arbeit abgenommen. Aber auch die Regierungen an der Seine und Themse, denen jetzt der Komm gewaltig geschwollen ist, werden einsehen, daß ihre Bäum« nicht in den Himmel wachsen.— Wir sind allerdings stolz auf den jüdischen Haß, sind stolz darauf, daß in unseren Reihen Männer erstehen, die ihr Blut für das Vaterland geben. Wenn, Sie(nach links) aber auch im Innern Blut haben wollen, so sollen Sie es haben. Was wir als den ge- schichtlichen, längst erwiesenen Dolchstoß bezeichnen, dafür tragen die- jenigen die Schuld, die nicht an der Front waren.(Großer Lärm links, Zuruf bei den Nationalsozialisten: Rulze in der Synagoge da drüben!) Mit Stolz und vollem Bewußtsein werden wir unsere national« und sozialistische Bewegung zum Siege führen.(Stür- mische H« i l r u f«.) Vizepräsident Dr. Bell weist einige scharf«, die berechtigte Kritik überschreitende Ausdrücke des Abg. v. Graefe gegen die Regierung als mit der parlamentarischen Sitte unvereinbar zurück. Abg. Leicht(Bayer. Bp.): Ich stell« fest, daß in allen Versammlungen der Nationalsozialen Partei, denen ich beiwohnte, der Ton nicht so niedrig war, wie heute der des Abg. v. Graefe hier.(Lärm bei den Natioz.) Da wäre ich doch neugierig, wie Herr v. Graes« erst als Reichs- kanzler sprechen würde. Der 5)aß sst niemals etwas, das ein Volk emporhebt. Durch den Haß werden Sie das Deutsche Volk nicht zusammenführen, sondern auseinanderbringen.(Sehr wahr! b. d. Bayer. Vp.). Am Scheitern des Bürgerblocks trägt die Part ei presse, die sich so eingestellt hat. daß' die Verhandlun- gen scheitern mußten, die Hauptschuld. Für die Unterstützung der Regierung hat Herr Lö bewein« Reihe Forderungen angemeldet. Wir wären dazu natürlich auch in der Loge. Für uns besteht ei» lebhaftes Interesse an der innerpolisischen Frage des Föderalismus. Sind die außenpolitischen Schwierigkeiten erledigt, werden wir in der inneren Polittk unsere bescheidenen Forderungen anmelden. Die Antwort unserer Regierung aus den Vorschlag des Gutachtens ist«rsreulich, sie war kurz und erkannte nur an, daß es sich um ein« Grundlag« zur Lösung der Reparationssrage handelte. Das muß doch auch Herr v. Graefe anerkennen. In dem Sachverstän- digengutachten ist Deutschlands Wirtschaftslage viel zu günstig ge- schildert. Das Volk kann nicht mehr sparen, die Steuern sind über- aus hoch. Die Lasten müssen gerecht oerteilt werden; wo noch etwas zu holen ist, da muß der Hebel angesetzt werden. Die Landwirt schaft ist in wahrer Steuernot. Wir stehen in einer schweren Pro- duktionstrisis. Die heftigsten Angriffe gegen die Regierung können nicht verhindern, daß wir die Folgen des verlorenen Krieges tragen müssen. Die Heilruse hier im Reichstage zeigen, daß etwas krank ist. Das Heil der Welt kann nur von Gott kommen. Freilich, die Nationalsozialisten nehmen ja auch zur Religion und zu Gott eine eigenartig« Stellung ein. Sie schwärmen für den Wodanskult und sprechen von einem deutschen Gott. Es gibt aber nur einen Gott, keinen deutschen oder französischen Gott. (Lachen und Zurufe b. d. Natsoz.) Nun, ich will gern mal in Ihre Fraktionssitzungen kommen, um Ihren deutschen Gott kennen- zulernen.(Heiterkeit.) In einer Versammlung sprach ein junger Mann davon, daß man die Novemberoerbrecher hätte fassen müssen. Ich ftagte, worum haben Sie denn nicht zugefaßt? Ja, damals war ich doch noch in der Entwicklung. (Heiterkeit.) Sie(nach rechts) wollen uns neue Kultur bringen. Kultur aber bringt man nur, wenn man sich selbst kultiviert.(Zu- stimmung.) Wir haben von jeher kein Hehl daraus gemacht, daß wir jede Regierung, die alle bürgerlichen Parteien des Hauses umschließt, selbstverständlich, soweit sie nicht auf den Radi- kalismus abgestellt sind, begrüßen und unterstützen. Daß wir uns die Stellungnahme aus sachlicheck Gründen vorbehalten müssen, ver- steht sich von selbst. Wir werden prüfen, welche Gesetzentwürfe zur Durchführung des Gutachtens uns vorgelegt werden und sachlich Stellung dazu nehmsn. Davon ist auch unsere Stellungnahme im Ganzen abhängig.(Beifall b. d. Bayer. Vp.) Abg. hampe(Wirtschaftl. Bereinigung): Vor allen Dingen fordern wir, daß endlich mit den letzten Mitteln der Zwangswirtschaft aufgeräumt, daß mit der schrankenlosen Einfuhr von Lebensmitteln Schluß gemacht wird. Der Beamtenschaft muß ihr Recht werden; die neue Reichsbesoldungsregelung ist ein schreiendes Un- recht gegen die unteren und mittleren Gruppen. Ein« bessere Be- amtenpolitik hätte den übermäßigen und schablonenhaften Abbau verhindern können. Unser« Fraktion bringt dem Sachverständigen- gutachten die allerschwersten Bedenken entgegen; der deutschen Wirt- schaft drohen von dieser Seite die allerschwersten Gefahren. Unter allen Umständen muß das besetzt« Gebiet wieder befreit werden. sonst ist an der Durchführung der Bedingungen des Gutachtens mit feinen ungeheuren Belastungen der deutschen Wirtschaft überhaupt nicht zu denken. Das föderal! st ische Prinzip erachten wir übereinstimmend mit der Bayerischen Volkspartei für das Deutsche Reich als die zweckmäßigste Form der Verfassung. An der vom Kanzler abgegebenen Erklärung mißfällt uns, daß an der A u ß e n- Politik auch nicht ein Iota geändert werden soll. Wir sind nicht eine Partei der unfruchtbaren Opposition, sondern wir wollen prak- Usch mitarbeiten. Da» vertrauen können wir aber der alten Regierung nicht votleren. Sie wird auch an ihrer inneren Halbheit bald scheitern und zusammenfallen. Abg. Kunze(Deutsch-sozial): Die neu« alt« Regierung Marx-Stresemonn stürzt uns in den Abgrund der Erfüllungspolitik. Da» Gutachten ist ein scheußlicher Plan der Ausraubung Deutschlands. An der vom Kanzler beklagten Geldknappheit ist doch die Regierung selbst schuld, die vier bis fünf Jahre lang tatenlos zusah, wie man durch die Papiergeldmißwirtschaft den ungeheuersten Volksbetrug verübte, wie man den ganzen Mittelstand enteignete und proletarisierte. Das Gutachten ist gar kein Gutachten,«s ist ein Diktat der berüchtigten Reparationskommijsion, es ist vor allem kein unparteiisches Gutachten. Es ist für den inter- nationalen Kopitalismus das sicherste Mittel, das deutsche Volk in ewige Knechtschaft zu versenken. Redner sucht im einzelnen an den Bestimmungen des Gutachtens über die deutsche Reichsbahn die ganz« Niedertracht dieses„scheußlichen" Planes nachzuweisen.(Zu- ruf b. d. Komm.: Also nieder m>t dieser Regierung!) Jawohl, nieder mit einer solchen Regierung! Eine solche Regierung hat nicht da» Recht, auch nur noch einen Tag länger hier auf der Regierungsbank zu sitzen! Vizepräsident Dr. Dell teilt mit, daß der Außenminister den Wunsch hat, morgen zu sprechen, und schlägt dem 5)ause die Vertagung der Beratung vor. Das Haus ist damit einverstanden. Es folgen perfönliche Bemerkungen. Abg. Gras kvestarp(Dnat.) stellt in einer persönlichen Be- merkung fest, daß er sich insofern geirrt habe, als die Forderung de» Abbaues des Eifenbahnpersonals in Höhe von 40 Prdz. im Gutachten nicht enthalten ist. Besonders stürmisch wurde mir ent- gegengehalten, daß mich wir un» beim Ausland über die Ge- nehmheit einer Kan zl e r ka n d i da t u r de, Herrn v. T i r p i tz erkundigt hätten. Dies« Behauptung der ausländischen Presse ist unwahr. Herr Koch hat dies« Sache aus den bisher als vertraulich erklärten Verhandln ngen als Agi- tationsmaterial benutzt. Das zeugt nicht gerade für den guten Willey der Demokraten, mit uns zu einer Einigung zu gelangen. Parteien in den einzelnen Ländern hat die Kommission festgestellt, daß die Gewerkschaften grundsäglich unabhängig sind von jeder Partei. Diese Stellungnahme schließt ein, daß ein zusammengehen mit den Kommunisten schon deshalb unmöglich ist, weil diese die Unabhängigteit der Gewerkschaften nicht anerkennen, sondern die Herr fchaft über die Gewerkschaften beanspruchen. Abg. Henning( Natsoz.) erklärt, daß ihm feinerzeit als Geschäfts-| Arbeiterbewegung. Unbeschabet der Personalunion wie der führer der Partei Nachrichten über Pläne der Kommunisten sonstigen Berbindungen der Gewerkschaften mit den sozialistischen gegen Ludendorff zugegangen feien. Er habe es für seine Pflicht gehalten, diese Pläne der Polizei mitzuteilen mit dem Bemerken, er und seine Freunde feien an sich Manns genug, diese Pläne abzuwehren. Herr Löbe würde, wenn es sich um einen semer Parteigenossen handelte, sicher ebenso gehandelt haben. Die Leute, die den Rathenau- und Erzberger- Mord, begingen, feien feine Mitglieder der Partei gewefen. Die Vorwürfe gegen die Offiziere in der Partei müsse er zurückweisen. Die Sozialdemokratische Partei, die an dem November verbrechen teilgenommen, habe kein Recht, über Offiziersehre zu sprechen.( Große Unruhe b. d. Soz.) Abg. Löbe( Soz.) hält die Behauptung aufrecht, daß sich Graf We starp in dem Punkt des Gutachtens über den Achtstundentag geirrt habe und verliest zum Beweis dafür die betreffende Stelle. Herr Henning habe ihm wörtlich gesagt: Ich bin bei dem jüdi schen Leiter der Berliner Polizei gewesen und habe um Schutz für Ludendorff gebeten.( Abg. Henning ruft: Ich bin nicht zum Juden, ich bin zur Polizei gegangen!) Nachher aber habe Herr Henning hier stark auf die Juden geschimpft, und da habe er ( Löbe) Gelegenheit genommen, die Sache zur Sprache zu bringen. Abg. Koch- Weser( Dem.) bemerkt, die Sache über die Anfrage, ob Tirpit dem Ausland genehm sei, wäre gar nicht ver= traulich gewesen. In den Verhandlungen sei von deutschnationaler Seite erklärt worden, auf Erkundigungen habe sich ergeben, daß v. Tirpig vom Ausland ertragen werden könne. Herr Kahl tönne das bestätigen. ( Große Unruhe rechts.) Er gebe es auf, die Deutschynationalen zu überzeugen, aber er appelliere an das ganze Haus, ob der Angriff des Grafen Westarp gegen die Demotraten berechtigt war. Abg. Hergt( Dnat.): Ich habe bei den Verhandlungen gesagt: ,, Nun werden vielleicht Bedenben gegen v. Tirpig aus außen= politifchen oder innenpolitischen Gesichtspuntten erhoben. Wir find der Ueberzeugung, daß außenpolitische Bedenken nicht vorliegen. Wir haben Informationen darüber, daß von ausländischer Seite feine Bedenken vorliegen." Wir haben also feinesfalls selber Erkundigungen im Ausland eingezogen. Eingegangen ist ein Antrag der Nationalsozialisti. schen Freiheitspartei, worin dem Reichskanzler und der Regierung das Bertrauen des Reichstags ausgesprochen wird ( der Antrag ist ironisch gemeint) und ein Antrag der drei Regierungsparteien, wonach über alle übrigen Anträge zur Tagesordnung übergegangen werden foll und in einer formulierten Erklärung der Regierungserklärung zugestimmt wird.. Der Notetat wird in erster und zweiter Lesung erledigt mit der Maßgabe, daß seine Verlängerung nur bis zum 31. Juli erfolgen soll. Vizepräsident Bell teilt mit, daß beabsichtigt sei, nach Erledigung der Besprechung der Regierungserklärung den Reichstag bis zum 24. Juni zu vertagen mit Ermächtigung an den Bräsidenten, gegebenenfalls schon früher eine Sigung einzuberufen. Nächste Sigung: Freitag, den 6. Juni, vormittags 10 Uhr. Fortsezung der Besprechung der Regierungserklärung. Schluß 5% Uhr. Der Kommissionsbericht von Leipart- Berlin, den folgende Entschließung refümiert, wird gebilligt: 1. Die Stellung des JGB. in der internationalen Arbeiter. bewegung ist bedingt durch die grundsägliche taktische Haltung der ihm angeschlossenen gewerkschaftlichen Landeszentralen. 2. Das gemeinsame Ziel der Gewerkschaften ist die Ver= besserung der ökonomischen und sozialen Lage der Arbeiterklasse durch organisierte Selbsthilfe. Staatliche soziale Reformen sowie Gesetze zum Schuße der Arbeiter sind geeigUnsere werten Leser und Freunde werden gebeten, in allen Gaststätten, Kaffeehäusern, Zeitungsverkaufsstellen usw., sowohl in GroßBerlin als auch im übrigen Reich und im Ausland ausdrücklich den 99 VORWÄRTS" zu verlangen. Die kommenden Feiertage bieten Gelegenheit, überall für die Parteipresse zu werben und das Auslegen des Zentralorgans der VSPD. in allen Verkehrsstätten zu veranlassen. Sollte der " Vorwärts" an Kiosken, Bahnhofsbuchhandlungen oder anderen Verkaufsstellen nicht erhältlich sein, so wären wir für entsprechende Mitteilung dankbar 99 VORWÄRTS"-VERLAG Berlin, Lindenstr. 3:: Fernspr. Dönhoff 2506/2507 net, die Tätigkeit der Gewerkschaften wirksam zu ergänzen, ihre Erfolge zu festigen und ihren Kampf zur Beseitigung der Lohnflaverei und der privatkapitalistischen Wirtschaftsweise zu erleichtern. 3. Neben ihrem Kampf für die Hebung ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage und für die Verwirklichung ihres Mitbestimmungsrechts in der Wirtschaft müssen die Arbeiter fich auch die nötige Politische Freiheit und ihren unbeschränkten Einfluß im Staatsleben erfämpfen. Die Führung dieses politischen Kampfes ist Aufgabe der politischen Arbeiterpartei. Internationaler Gewerkschaftskongreß. zu diesem Zweck gleich den Unternehmern auf den Staat einwirken, J. St. Wien, 5. Juni.( Eigener Drahtbericht.) In der heutigen Vormittagssigung erstattete Oudegeest den Be richt der 4. Rommission über die Beziehungen der Internationalen Gewertschaftssetretäre mit dem Internationalen Gewerkschaftsbund. Die von der Kommission gefaßten Beschlüsse bestätigen die Beschlüsse der Konferenz der Berufsfekretäre von 9. November 1923, die in der Hauptsache besagen, daß die Sekretariate verpflichtet sind, in jedem Fall vor der Aufnahme von Organisationen, bie nicht einer der dem JGB. angehörenden Landeszentrale angeschlossen sind, sich mit dem JGB. in Verbindung zu setzen. Es wird von der Kommission weiter vorgeschlagen, die Statuten dahin zu ändern, daß dem Vorstand des JGB. drei Be rufssekretäre angehören, die von der Konferenz der Berufssekretäre zu wählen sind. Es sei dies der beste Weg, die bestehenden Schwierig, keiten zu überwinden, der Anfang zu größerer Einheitlichkeit und Ledeute eine Festigung unserer Stellung gegenüber anderen Organi fationen sowie die Stärkung unserer Kampffront. Bramley- England wendet sich gegen diese Vorschläge, weil sich erstens dadurch eine doppelte Bertretung der Mitglieder ergebe, zweitens die Vertreter der Berufsjetretäre auf dem Kongreß stimmberechtigt feien, die eigentlichen Vorstandsmitglieder jedoch nicht, drittens die Möglichkeit bestehe, daß die Berufssekretäre anders als die Vertreter der Landeszentrale im Borstand stimmten. Folglich müßten aus der Zulassung der Berufssekretäre zum Borstand fich allerlei Schwierigkeiten ergeben. Lindley- Schweden erhebt ebenfalls Bedenten gegen die Borschläge, stimmt jedoch dem Kompromiß zu. Er schlägt vor, für die Zukunft sechs Berufssekretäre in den Vorstand des IGB. aufzunehmen, wovon drei der Kongreß zu wählen hat. Fimmen verteidigt lebhaft die Vorschläge und empfiehlt die An nahme des Kompromites weil die in der Vergangenheit aufgetretene Gefahr der Spaltung für die Zukunfi vermieden werden müſſe. " Weiter heißt es in der Entschließung: Die Gewerkschaften müssen zu diesem Zwed gleich den Unternehmern auf den Staat einwirken, ohne deshalb in den Dienst irgendeiner Partei zu treten. Die Ge wertschaften müssen unabhängig sein. Da jedoch die Arbeiter. parteien, die sich zur Demokratie und zum Sozialis schiedenheit vertreten, stehen die sozialdemokratischen mus bekennen, die Forderungen der Gewerkschaften mit aller EntParteien den Gewerkschaften am nächsten. Die tommu nistischen Parteien erstreben die Herrschaft über die Gewerkschaften. Sie wollen nach dem Diftet der tommunistischen Internationale die Leitung der Gewerkschaften aneh reißen, um die organisierten Arbeitermassen für ihre Partei ziele zu gebrauchen. Die Kommunisten lehnen den gewerkschaftlichen Kampf ab, verunglimpfen die Gewerkschaften, bekämpfen fie mit allen Mitteln. Die Spaltung der Gewerkschaften in einigen Ländern ist ihr Wert, die Errichtung einer roten Gewerkschaftsinternationale zur Bekämpfung des JGB. ihr Ziel. Die Gewerkschaften aller Länder werden durch die kommunistische Taktit gezwungen, Abwehrmaßnahmen zu ergreifen, um die 3er störung ihrer Organisationen zu verhindern. Die Aufgabe des JGB. besteht darin, die Gewerkschaften zu unterstützen, den Geist der Gemeinsamkeit wachzuhalten und für die dauernde Einigung der Arbeiterklasse der ganzen Welt zu wirken. Die Entschließung wurde einstimmig angenommen. Zum achten Punkt der Tagesordnung, Krieg und Militarismus, hielt Jouhaur eine mit großem Beifall aufgenommene Rede. Die Entschließung zu diesem Punft bestätigt die früher gefaßten Beschlüsse und erneuert die Pflicht der organifierten Arbeiterschaft, sich jedem fünftigen Krieg zu widersehen durch Stillegung der Waffen- und Munitions industrie, Berweigerung des Transports von Kriegsmaterial, durch wirtschaftlichen Boykott sowie durch Generalftreit. Es ist weiterhin Pflicht, unausgesetzt Propaganda gegen Krieg und Milita rismus und für die Beseitigung des Bölferhasses zu betreiben. Die Arbeiter müssen für die Neuorganisation der Bölter. beziehungen wirken. Die Entschließung fordert die Kontrolle Die Abstimmung ergab die Annahme des Antrages auf der Waffen- und Munitionsindustrie und des Handels mit Kriegs: Bertretung der internationalen Berufssekre.| material. Sie beauftragt das Bureau des JGB., ihre pazitäre im JGB. mit 41 gegen 11 Stimmen. Der Gesamtbericht der 4. Kommission wurde ein stim mig argenommen. Graßmann- Berlin erstattet den Bericht der Rommiffion bezüglich der Stellung des JGB. in der internationalen fistischen Bewegungen fortzusetzen und in diesem Sinne erziehe= rifch auf die Jugend und aufklärend auf die Frauen einzuwirken. Der Kongreß beschließt, den 21. September 1924 als internationalen Antifriegstag festzusetzen. Groß- Berliner Parteinachrichten. Achtung! Abteilungsleiter! Für die am Donnerstag, 12. Juni, stattfindenden Inter nationalen undgebungen sind von allen Abteilungen ab heute, Freitag, nachm. 4 Uhr, bis morgen, Sonnabend, mittags 1 Uhr, Platate abzuholen im Sekretariat, Zimmer 7. Das Bezirtssekretariat ift morgen Sonnabend nur bis mittags 1 Uhr geöffnet. 14. Kreis Neukölln. Heute, Freitag, von 5-7 Uhr Plakate abholen im Partei bureau. Damit erübrigt sich das abteilungsweise Abholen in der Lindenstraße. 11. Kreis Schöneberg/ Friedenau. Sonnabend, 7. Juni, 8 Uhr, Lokal König, Schöneberg, Feurig, Ede Prinz- Georg- Straße, Versammlung der Eltern, deren Rinder die Mittelschule in der Rätherstraße besuchen. Der Wichtig. teit der Elternbeiratswahlen wegen ist das Erscheinen Pflicht. Falls Eltern am Erscheinen verhindert find, wird gebeten, die genaue Adresse an den Genossen Hermann Tschäpe, Schöneberg, Golgstr. 18, einzusenden. Heute, Freitag, den 6. Juni: 11. bt. 7 Uhr Funktionärtonferenz bei Berger, Levegomstraße. Dafelbft treffen sich alle Genossen, deren Rinder folgende Schulen besuchen: Levehow. straße, Turmstr. 75, 8wingli- und Bochumer Straße. 28. Abt. 72 Uhr bei Barthel, Wörther Str. 19, Gigung der Obleute der Schulen, der Abteilungs- sowie der Elternbeiräte. Jede Schule muß ver. treten sein. 36. Abt. 7½ Uhr Funktionärsigung bei Busch, Tilsiter Str. 27. Elternbeiräte. der Schulen Petersburger Str. 4 find besonders eingeladen. 47. Abt. Die Bezirksführer holen wichtiges Material heute zwischen 5 und. 6 Uhr beim Abteilungsleiter, Mariannenplag 23, 2 Tr., ab. 77. Abt. Schöneberg. 7½ Uhr Funktionärkonferenz bei Jügens, Barbaroffa. ftraße 5a. Morgen, Sonnabend, den 7. Juni: 52. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr Funktionärsigung bei Bade, Raiferin. Augufta- Allee 53. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 96. Abt. Am 4. Juni verstarb unfere Genoffin Jenny Ashölter. Die Einäscherung findet am Sonnabend nachmittags 5 Uhr im Krematorium Baum schulenweg statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Jugendveranstaltungen. Achtung, Abteilungsleiter! Nachzügler zum Bezirtstreffen in Brandenburg a. d. Havel tönnen über Werder die Süge 5.15 Uhr und 6.25 Uhr benußen. Fahrgeld beträgt 1,10 Mark. Für den Sammelsonntag am 15. Juni müssen sofort von allen Abteilungen die Namen der Jugendgenossen, welche sich an der Sammlung beteiligen, dem Jugendsekretariat mitgeteilt werden. Näheres fiche Rundschreiben Nrn. 5 und 6. Achtung, Abteilungskassierer! Es müssen heute von allen Ab.. teilungen restlos die Beitragsmarken für Mat abgerechnet und die Beitragsmarken für Juni abgeholt werden; desgleichen auch unser Jugend voran" und die ,, Arbeiter- Jugend". Heute, Freitag, den 6. Juni, abends 71 Uhr: Abteilungs- Mitgliederversammlungen: Charlottenburg: Jugendheim, Rosinenftr. 4. Salensee: Schule, Joachim. Friedrich- Str. 35/36. Nordost II: Schule, Danziger Str. 23. Rosenthaler, Jugendheim, Mariannenufer la. Borstadt: Sophienstr. 23. Osten Str.- B.: Schule, Naglerstr. 3. Südost R.- B.: Wedding: Ledigenheim, Schönstedtstr. 1. Karlshorst: Treffpunkt zur Kreismitgliederversammlung 47 Uhr Bahnhof. Moabit I: Schule, Waldenserstr. 21. Bortrag: Die deutschen JugendMoabit II: Rath. Schule, am Stephansplat. bewegungen." Vortrag: ftraße. Distuffion: ,, Wandern." ,, Nikotin und Alkohol." Schöneberg I: Jugendheim, Rubens., Ede Hauptfarische Jugend" Lichtbilder. Treffpunkt 7 Uhr am Ringbahnhof Neukölln. Werbebezirk Neukölln. Heute abend 28 Uhr im Ernst- Haedel- Saal, In den Belten, Ede Beethovenstraße, Bortrag: Rörperbildung, Nadtkultur und proleBerbebezirk Ostbahn. Heute abend 48 Uhr im Jugendheim Barkaue 10 Werbe. bezirksmitgliederversammlung. Vortrag: Arbeitsdienstpflicht." nachmittag 6 Uhr im Strematorium Gerichtstraße ſeats. Wir bitten um sable Die Einäscherung unserer verstorbenen Genoffin Frida Sprengel findet heute reiche Beteiligung. Sport. Rennen zu Hoppegarten am Donnerstag, den 5. Juni: ( Bleuler), 3. Glüd und Glas( Kaiser). Toto: 48: 10. Blat: 20, 28, 12: 10. 1. Rennen. 1. Abendwind( 5. Teichmann), 2. Stummer Teufel Ferner liefen: Licht Alberich, Bolmar, Ed, Dorn II, Teufelsbraut, Astra, Sulbo. 2. Rennen. 1. Piekdame( Torte), 2. Alhambra( Reiß), 3. Magnoli ( Hoffmann). Toto: 29: 10. Blaz: 13, 12, 24: 10. Ferner liefen: Lese, Hermy, Marrara, Messina, Graciosa. 3. Rennen. 1. Aralinda( Jenksch), 2. Mortala( Breege), 3. Main Tuang Fang, Lorenzo, Gierfuchen, Irmach. berg( Norb). Toto: 31: 10. Platz: 14, 17, 22: 10. Ferner liefen: ( Olejnik). 1. Bafur( B. Tarras),& Jschida( Torle), 3. Caprivi Toto: 66:10. Blaz: 22, 11: 10. Ferner liefen: Saint Helena, Aulis. 5. Rennen. 1. Billiger( Jentsch), 2. Filippom( Huguenin), 3. Berifles ( Dertel). Toto: 58: 10. Blat: 16, 14, 20: 10. Ferner liefen: Liewelin, Impreffario, Bajuware, Rotdorn, Sanguiniker. 4. Rennen. 3. Thedrit( D. Schmidt). Toto: 189: 10.( Siamete). Toto: 46: 10. 6. Rennen. 1. Giramete( Breege), 1. Bardes Bruder( Ebert), ( Bardes Bruder). Blaz: 43, 20, 17: 10.( Totes Rennen). Ferner liefen: Rüdgrat, Cebria, Felsenriede, Lawinia, Peru, Kati, Lebenswonne, Cea, Barta, Maura. 7. Rennent. 1. Dalberg( Quguenin), Radewitt( M. Dreißig), Ferner liefen: Sarazener, Lachsalve, Doktor, Cigilolf, Imperator, Colum3. Miramar( Staudinger). Toto: 81: 10. Plat: 13, 17, 16: 10. bus, Caracas. Wetterbericht für Berlin und Umgegend. Langfame Aufheiterung. Am Tage etwas warmer als gestern, nachts fübl, schwach windig, ohne erheb liche Niederschläge. Für Deutschland: In Schlesien zunächst noch etwas Regen, sonst troden, von Westen her Ausbetterung. Wer raucht, der lobt die wirklich gute Ruso- Zigarette Drei Mischungen aus edlen Orient- Tabaken Ruso Rund m. GM. u. o.M. 2 Pf. Ruso Gold 2% P. Ruso Kork 3 Pf Zigaretten und Tabak fabrik ,, Ruso" Rund& Sohn G. m. b. H. Berlin SW 19, Roßstraße 6. Die Konkursmasse der Herrenkleiderfabrik A.-G. wird Farben und sowie Wir Berlin C2, Breite Straße 29, Hof 1 Treppe Der Konkursverwalter Schmidt. bestehend aus: Herren- Konfektion klassiger Verarbeitung, modernen Stoffen für Anzüge u. Ulster Sakko- Anzug. 2750 Sakko- Anzug 4200 einzeln Verkauf 9-7.Uhr moderne Farben Gabardine Anzüge 6800 Ersatz für Maß verkauft. Sport- Mäntel. 4800 Verkauf 9-7 Uhr Wirtschaft Rückständigkeit im Bergbau. Der Bergbau ist nicht nur sozialrechtlich und sozialpsychologisch, sondern auch betriebstechnisch und betriebsorgani fatorisch rädständig. Für die sozialrechtliche und sozialpsychologische Rückständigkeit zeugt erneut die ebenso unbegründete wie törichte Aussperrung der Ruhrbergarbeiter. Die betriebstechnische und betriebsorganisatorische Rückständigkeit ist eine fest stehende, aber nur weng bekannte Tatsache, die aber wachsend von Rennern des Bergbaues aufgezeigt wird. In den Wirtschaftlichen Nachrichten aus dem Ruhrbezirk" vom 28. Mai 1924 veröffentlicht Bergassessor Dr. Matthias Essen eine Abhandlung über den jezigen Stand der Technik im Ruhr bergbau und die noch möglichen Berbesserungen, worin er u. a. darlegt, daß die Neuerungen auf allen Gebieten des Grubenbetriebes zahlios sind, so daß an eine Aufzählung auch nicht entfernt gedacht werden kann. Aber trotz dieses anscheinend günstigen Bildes sei bei vielen im Bergbau Tätigen das Gefühl sehr start, daß der untertägige Steinfohlenbergbau in Deutschland stiefmütterlich behandelt werde. Die von den meisten zum Teil nur unbewußt empfundenen Mängel feien folgende: Die Einrichtungen der Bergbautechnik unter Tage sind unge schlacht; die Organisation ist lückenhaft; einzelne Ge biete werden lebhaft bearbeitet, andere liegen brach; die Technit ist tonservatio; Neuerungen sind unendlich schwer einzuführen; die Grundsätze der Psychotechnit werden nicht ange. wandt; die Eigenbrötelei bei vielen Werfen ist zu groß. Mitteilung technischer Neuerungen wird oft zum Nachteil der Gefamtheit unterlassen. Der Verfasser begründet dann eingehend und fachkundig diese Behauptungen. Wir heben davon folgende Momente hervor: Andere Industriezweige und der Bergbau in anderen Ländern hätten unter den gleichen Erschwernissen, wie der deutsche Bergbau, zu leiden und feien trotzdem in der Verfeinerung der technischen Mittel dem deutschen unterirdischen Bergbau verhält nismäßig weit voraus. Wie lückenhaft die Organisation fet, ergebe fich aus der Tat sache, daß gegenwärtig z. B. die Mechanisierung der Gewinnungs arbeiten sehr eifrig betrieben werde, die Förderung beachte man dagegen sehr wenig. Daß Neuerungen im Bergbau so unendlich schwer einzuführen sind, liege teilweise an der Mentalität der Arbeiter, die jede technische Neuerung mit größtem Mißtrauen betrachteten aus Furcht vor Gedingefürzung oder gar Belegschaftsverminderung. Aber auch Wertsleitungen ständen zuweilen Neuerungen ablehnend gegenüber, ohne triftige Gründe zu haben. In einem Falle sei es z. B. die Ablehnung der Normung von Grubenschienen, in einem anderen Falle Gegnerschaft gegen die Mechanisierung der Kohlengewinnung, in einem dritten Falle scharfes Frontmachen gegen die Abbauhämmer usw. Die Hauptursache dafür, daß die Grundfäße der Psycho technit nicht angewandt werden, sei die Seltenheit von Persönlichkeiten, die in der Lage sind, aus dem Schrifttum das den Bergbau betreffende herauszuschälen und dann Versuche zu machen, und die Seltenheit von Berwaltungen, die Geld, Zeit und Willen haben, praktische Versuche anstellen zu lassen. Und doch folge aus der Anwendung der Psychotechnit eine Entlastung der Betriebsbeamten und der Enderfolg sei, daß an Stelle der subjeftiven Angaben der Menschen die objektive Zahl trete. Alles Neue wird von den Wertsleitungen aus Konkurrenz142 um 26,04 Prog. ermäßigen. Wir gehen weiter und fagen, daß durch| möglichste Behebung aller Mängel und eine wissenschaftliche Be triebsführung eine Fördersteigerung von 40 bis 50 Prog. möglich ift, ohne daß die Schichtzeit verlängert oder die Arbeiterzahl vermehrt zu werden braucht. ergebnisse über die Arbeitsintensität im Braunkohlenbergtau, die Unsere Auffassung wird gestützt durch die UntersuchungsDipl.- Ing. H. Ehlers- Offleben in der Brauntohle Halle Dom 29 September 1923 veröffentlicht hat. In je 10 Schichten wurden zwei Fälle untersucht. In Fall 1 erstreckte sich die Unterfuchung auf einen Doppelschüttertiefbagger nach neuzeitlicher Budauer Bauart, welcher in schwarzem fandigen Ton arbeitete, im Fall 2 auf einen Einfachschüttertiefbagger, einer älteren Lübecker Bauart, welcher in Sand und Ton arbeitete. Im ersten betrug die ermittelte Leistungsintensität 56 Proz., im zweiten 47,5 Proz. Es ergaben sich: Fall 1 Fall 2 10-15 Broz. 28,0 Broz. 17,4-22,4 11,6 Verluste durch unzweckmäßige Anlage Verluste durch Nachläffigkeit u. mangelhaft ausgebildete Bedienung. Störungsverluste 0 " " " 15,8 8,7 Diese Rückständigkeit des Bergbaues ist seit Jahren be. mängelt worden, aber umsonst. Und nnu soll diese Rückständig feit auch noch verewigt werden durch Lohnabbau und Verlängerung der Schichtzeit. Damit würde die Dummheit zum Prinzip erhoben. Die Bergarbeiter denken nicht daran, diese Dummheit mitzumachen. Für Reform des Erbrechts. r. r. Die„ Deutsche Gesellschaft für Reichserbrecht" veranstaltete am Dienstag ihren ersten öffentlichen Vortragsabend. Dr. Stillich sprach über die Lösung der finanziellen und sozialen Frage durch die Reform des Erbrechts. Die Erbrechtsfrage, so führte er aus, gehört zu den allerwichtigsten Finanzfragen. Eigentlich müßte diese Frage im Mittelpunkt unserer ganzen öffentlichen Diskussion stehen. Auch der Sachver ständigenbericht geht an dieser Lösung der finanziellen Probleme völlig vorbei. Man übersieht, daß in der Reform des Erbrechts die dynamische Kraft liegt, die nuhbar gemacht werden muß. Es sind dies Gedanken, die noch viel zu wenig ins Volksganze eingebrungen sind. Daß der Staat der Universalerbe seiner Bürger fei, ist fein neuer Gedanke, aber er ist jetzt zu einem Programmpuntt geworden, weil eben das Erbrecht zu den reformbedürftigsten Materien gehört. Schon zu Anfang des 19. Jahrhunderts beschäftigte sich in England Jeremias Bentham mit der Erbrechtsfrage. Er untersuchte die Frage vom Nüglichkeitsstandpunkte und tam zu dem Schluß, daß es ungerecht sei, wenn die entferntesten Verwandten gefeßliches Erbrecht befizen. Aber nicht nur für die Seitenverwandten, sondern auch für die Kinder will er das Erbrecht beschränkt wissen. Weder für die Bildung, noch für das Lebensglück ist es notwendig, in Befiz eines großen Erbes zu gelangen. Auch John Stuart Mill trat für ein Erbrecht des Staates ein. In Frankreich war es zuerst der Sozialist Saint- Simon, der die Gedanken der Erbrechtsreform durchdachte. Jedes Borrecht will er beseitigt haben. In Deutschland war es Ferdinand Laffalle, der sich in feinem System der erworbenen Rechte wissenschaftlich mit dem Erbrecht auseinanderseßte. Hans v. Scheel zeigte, daß nicht perPreisnotierungen für Nahrungsmittel. " Weizengrieß Hartgrieẞ...... Maisgrieß 70%, Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria .. frei Haus fönliche Tüchtigkeit Reichtümer schuf. Er mies nach, daß die Momente außerhalb der persönlichen Reichweite liegen( Konjunkturen). Er stellte ferner feft, daß wohl früher die Familie eine große Pro duktionsgemeinschaft war; aber heute hat sie diesen Charakter völlig verloren. Was Konstantin Franz zur Erbrechtsreform beigesellschaft hat das Recht, einen Anteil am Erbe zu fordern. Die steuert hat, verdient ebenfalls Aufmerksamkeit. Er sagt: Die GeBildung größerer Vermögen ist vom Standpunkte der Allgemeinheit nur schädlich. Auch Julius Bamberger mies darauf hin, daß wir mit diesem rückständigen römischen Erbrecht aufräumen müffen. Ueberall sehen wir die durchgehenden leitenden Gedanken der Reform des Erbrechts. Der Gedanke, daß die Gesellschaft für sich bedeutende Erbrechte in Anspruch nehmen fann, steht im Vordergrund all dieser Erörterungen. Diesen Programmpunkt hat sich die " Deutsche Gesellschaft für Reichserbrecht" zu eigen gemacht. Dr. Stillich stizzierte die Mängel des Steuerstaates und setzte sich lebhaft für die Abschaffung des privaten Erb. rechtes ein. Die Reichsfinanzen im Mai. Der Zuschußbedarf der Reichsfinanzverwaltung war nach der jetzt vorliegenden Uebersicht im Mai mit 13,5 Millionen Goldmarf geringer als im April, wo er 20 Millionen Goldmark betragen hatte. Berücksichtigt man, daß wiederum erhebliche Beträge zum Rückauf von Goldschahanweisungen und zur Einlösung Meiner Goldanleihestücke, also zur Schuldentilgung, verwandt worden sind, so ergibt sich sogar ein Ueberschuß. Allein in der letzten Dekade des Monats Mai wurden für solche 3wede 43,8 Millionen Goldmart, seit Beginn des Etatsjahres, also jeit dem 1. April fogar 197 Millionen Goldmart ausgeworfen. In der letzten Maidekade hat sich auch die Reichsschuld in Rentenmartschah wechseln vermindert. Bon ihnen wurden für 46,3 Mllonein Goldmart eingelöst, so daß noch 156,2 Millionen Mart dieser Schuldtitel bleiben. Im Monat Mai betrugen die Einnahmen 449,5 Millionen Goldmart, die Ausgaben 511 Millionen Goldmart. Bon den Ausgaben entfielen 175,7 Millionen Goldmart auf Reichsver waltung einschließlich Leistungen aus dem Friedensvertrag, 214,2 Millionen Goldmart auf lleberweisungen an Länder und Gemeinden, 121,1 Millionen Goldmart auf den Rückauf von Goldschazanweifungen usw. Gegen steuerliche Bevorzugung von Auslandsgetreide. Die Landwirtschaft führt seit einiger Zeit mit Recht darüber Beschwerde, daß die ausländischen landwirtschaftlichen Erzeugnisse bei der Einfuhr steuerlich gegenüber den inländischen Erzeugnissen insofern be. günstigt werden, als sie nicht nur bei der Einfuhr, sondern auch bei dem erstmaligen weiteren Verkauf im Inlande von der Um. sa ste uer befreit sind. Dies hat dazu geführt, daß z. B. aus. ländisches Getreide vor dem inländischen beim Auftauf bevorzugt hören, hat der preußische Minister für Landwirtschaft bei den Reichsund daß der Absatz des letzteren erheblich erschwert wird. Wie wir behörden den Antrag gestellt, diese ungerechtfertigt steuerliche Bevorzugung der ausländischen Erzeugnisse schleunigst zu be. feitigen. Ebenso hat er eine Aufhebung der bevorrechtigten Zuteilung von Devisen für die Gefrierfleisch einfuhr angeregt, augte Buteilung nicht mehr gerechtfertigt erscheinen läßt.( Diese Frage weil die gegenwärtige Lage des Fleischmarktes eine solche bevor erledigt sich automatisch mit der erhöhten Devisenzuteilung am Ber liner Markt.) Die Weltproduktion von Kunftseide. Der Weltverbrauch an Kunstfeide beträgt, wie„ Die Tertil- Woche" mitteilt, nunmehr ungefähr das Doppelte der Welterzeugung an echter Runstfeibe in der Welt hergestellt worden, davon ungefähr 16 329 600 Kilogramm oder 40 Prog. der Gesamtproduktion in den Bereinigten Staaten, die nunmehr für die Kunstseidenproduktion der Welt an erster Stelle stehen, 10: gründen eifersüchtig gehütet und die Folge davon ist, daß unendliche Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Seide. Im Jahre 1923 fnb insgesamt 40 824 000 Kilogramm Parallelarbeit geleistet wird und daß Tausende die Er. fahrungen anderer noch einmal machen müssen eine großartige Berschwendung von Energie. An folchen Gedanten gängen scheitere denn auch die bergtechnische Berichterstattung. Diese Darlegungen find leider nur zu berechtigt. Mit Bezug auf die Arbeiter muß jedoch eingewandt werden, daß ihre Furcht vor Neuerungen durchaus berechtigt ist, da sie ihnen meist keine Berbesserungen, sondern Verschlechterungen bringen. wird den Arbeitern schon bei der Vorführung von Neuerungen vorgerechnet, wieviel Arbeitskräfte dadurch gespart und in welchem Ausmaß die Gedinge gekürzt werden können. Also auch hier liegt die Schuld nicht bei den Arbeitern, sondern bei den Berg herren, die infolge ihrer Einstellung nur hemmend und zer= störend wirken fönnen. Oft genug Im Glück Auf" Essen vom 29. September 1923 veröffentlichte Bergassessor Dr. Ing. R. Sieben- Aachen eine Abhandlung über wissenschaftliche Betriebsführung im Bergbau. Er fagt u. a.: Der Bergbau ist bis heute fein Großbetrieb geworden, sondern ein großer Kleinbetrieb geblieben. Der Verfaffer hat die Betriebsverhältnisse einer Ruhrzeche untersucht, die als besonders gut geleitet gilt und nicht allzuweit von den mittleren Verhältnissen des Ruhrbergbaues abweicht. Nach dieser Intersuchung fönnen insgesamt im Grubenbetriebe in Prozenten der Selbstkosten gespart werden: 6,64 durch räumliche 3ufam menfassung des Betriebes, 6,00 burch felbft tätigen Förderwagenumlauf im Abbau, 5,97 durch störungsfreien Förderwagenumlauf überhaupt, 4,43( anhaltsweise) durch Erforschung des Gebirgsverhaltens und planmäßigen Abbau, 1,57 durch Gedingesetzung und Auslese, 1,43 in der Preßluftwirtschaft. " Durch die hier angeführten betriebstechnischen und betriebsorganisatorischen Maßnahmen lassen sich also die Selbstkosten schon Hier die Beweise: Mädchen- Schnür- und Spangenschuhe, bewährte Ausführung von Gr. 27 bis 39 von 8.50 bis 59⁰ Damen Halbschuh, beliebte 690 Form Lady. Damen Halbschuh, echt R.1000 Chevreaux, echte Lackkappe 890 90 Damen echt Boxkalf- Halbschuh 10⁹0 in vornehmer Ausführung Herren- Halbschuh, Chevreaux echt R.- 890 Herren- Stiefel, echt R.- Che- 980 vreaux. Herren- Stiefel, Original- Rahmen- 1250 arbeit. Echt Boxkalf- Herren- Halb- 1450 schuhe, Rahmenarbeit. Brauner Herren- Sport- Stiefel, Doppelsohle, beste Verarbeitung, 1690 Qriginal- Rahmenarbeit Große Auswahl in Turnschuhen, Sandalen und weiß Leinenartikeln in bekannt billigen Preislagen SW, Friedrichstraße 240/41 Speiseerbsen, kleine... Bohnen, weiße, Ferl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni. Makkaronimehl Schnittnudein, lose. Bruchreis 13,00 14,50 Zucker Würfel 15,00 21,00 Kunsthonig. 15,25-17,75 Zuckersirup hell in Elm. 10,75-13,75 Speisesirup dunk. in Elm. 20,50-24,00 Marmelade Einfr. Erdb. 27,00 30,50 Marmelade Vierfrucht 21,0029,50 Pflaumenmus in Eimern 31,00-37,50 Steinsalz, lose....... 39,00-46,00 Siedesalz. lose 18,75-21,00 Bratenschmalz in Tierces 37,00-43,00 Bratenschmalz in Kübeln 43,00-45,00 4.00- 4,70 Gerstengraupen, lose 16,25 18,25 Malzkaffee, gepackt 22,00-24,00 Gerstengrütze, lose 15,00 15,75 Röstgetreide, lose.... 16,50-18,00 Haferflocken, lose.... 14,50-15,25 Kakao, fettarm 90,00-100,00 Haferflocken, lose Hafergrütze, lose 15,50 16,25 Kakao, leicht entölt 105,00-120,00 Roggenmehl 0/1.. 11,00-12,50 Tee, Souchon, gepackt. 350,00-430,00 16,75-18,00 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 Ergebnisse der Kownoer Konferenz. Die am 21. Mai programm 21,50-25,25 Inlandszucker basis mel. 35,00- 37,50 mäßig nach dreitägiger Arbeit abgeschlossene Konferenz der baltischen Inlandszucker Raffinade 38,00-40,50 Randstaaten in Kowno endete mit der Unterzeichnung nur zweier 28,00 32,00 23 erträge, und zwar über die soziale Versicherung der 40,00 45,00 Bürger der drei baltischen Staaten in jedem von ihnen und üler 26,50-30,50 Die Regelung der Minderheitsschulen. Beschlossen wurde 95,00-110,00 35,00-42,50 die Gewährung von Erleichterungen für Auslandspässe 38,00-42,00 und Bisa in bezug auf Gebühren und Termine für die Bürger der 3,10 3,70 drei Staaten. Im Prinzip wurde die Abschaffung der Auslands63,75-64,75 päffe und Bisa für wünschenswert erklärt. Der wichtigste 65,00-66,00 Gegenstand der Konferenz war die Beratung eines Handels34,00-36,00 Purelard in Tierces 62,00-63,00 pertrages und einer 8ollunion. Bekanntlich haben Lettland 17,00-20,50 Purelard in Kisten.... 62,00-63,75 14,25-16,00 Speisetalg in Packung und Estland eine Wirtschafts- und Zollunion miteinander abge16,25 18,00 Speisetalg in Kübeln 48,00-50,00 fchlossen. Es handelte sich nun darum, daß auch Litauen diesem Bündnis beitritt. Darüber, daß dieser Zusammenschluß wünschens23,50-31,00 Margarine, Handelsm. I 58,00 30,00-36,00 desgl. II 52,00 55,00 mert sei, waren sich alle Teilnehmer einig. Man fam aber nicht über 82,00-86,00 Margarine, Spezialm. I.. 76,00 42,00-45,00 desgl. II. 61,00-65,00 die Anerkennung einer gemeinsamen Grundlage hinaus, die das 50,00 55,00 Margarine III 46,00-49.00 Prinzip der Meistbegünstigung für die drei baltischen Cal. Pflaumen 40/50 68,00 72,00 Molkereibutter i. Fässern 172,00-176,00 Rosinen in Kisten, Candia 70,00 82,00 Molkereibutter in Pack. 178,00-182,00 Staaten noch übertreffen soll. Zu diesem Zwed sollen die Sultaninen Caraburnu.. 72,00-90,00| Landbutter 140,00-145,00 Regierungen eine Kommission von Wirtschaftsfachverständigen zur Korinthen, choice... 72,00-78,00 Auslandbutter in Fässern 176,00-180,00 Beratung eines Handelsvertrages berufen. Dadurch ist nur der erste Mandeln, süße Bari 145,00-155,00 Auslandbutter in Packg. 182,00–186,00 Mandeln, bittere Bari.. 135,00-150,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 33,00-36,00 Schritt zum erstrebten Zollverband geschehen, der übrigens erst noch 106,00-115,00 Speck, gesalzen, fett... 62,00-72,00 auf dem Papier steht, bis die Ausgleichung der Zolltarife mit den 22,00-35,00 Diretten und indiretten Steuern in Estland und Lettland erfolgt ist. Kümmel, holländischer. 115,00-120,00 Quadratkäse Schwarzer Pfeffer Singap. 95,00-105,00 Quarkkäse 35,00-50,00 Weißer Pfeffer 125,00-130,00 Tilsiter Käse, vollfett 95,00-110,00 Rohkaffee Brasil.... 180,00-215,00 Ausl. ungezuck. CondensRohkaffee Zentralamerika220,00-285,00 milch 48/16. 20,00-23,50 Röstkaffee Brasil..... 230,00-280,00 Inländische desgl. 48/12 16,50-17,50 Röstkaffee Zentralam... 300,00-375,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 26,00-26,50 Rangoon Rels Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java.. Ringäpfel, amerik. Getr. Pflaumen 90/100.. Pflaumen, entsteint Zimt( Cassia) Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. 50,00-52,00 Schwere Ernteschäden in der Ukraine. Die Börsen in Moskau und Chartow wurden durch die Nachricht, daß die diesjährige trainische Ernte fast vollkommen verloren ist, start erschüttert. Andauernde Hize und Heuschreckenschwärme haben fast zwei Millionen Desjatinen des bebauten Ackers vernichtet. Ohne Rücksicht auf die Selbstkosten O, Frankfurter Allee 22 Somrad hat unsere Fabrik die Pfingst- Preise weit unter Marktpreis herabgesetzt. Rabatte aber können wir beim besten Willen auf diese Spottpreise nicht mehr geben, denn sie sind zu billig! 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