Nr. 265 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 136 Bezugspreis: chentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,-Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Luxemburg 4.25 Goldmark, für das übrige Ausland 5,25 Goldmark pro Monat. " Der Vorwärts" mit der Sonntags. beilage Bolt und Reit" mit..Gied. lung und Kleingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0.70 Goldmark, Reflamezeile 4. Goldmart. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Bort 0,20 Gold mart( zulässig zwei fettgedruckte Worte), fedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erite Wort 0,10 Goldmark. jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmark. Eine Goldmart- ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Rummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Vereinigten Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonnabend, den 7. Juni 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenfase Lindenstraße 3 Der Reichstag für das Gutachten. Zustimmung mit 247 gegen 183 Stimmen. Der Reichstag lehnte gestern abend mit 239 gegen 194 Stimmen den deutschnationalen Mißtrauensantrag ab und ging in einfacher Abstimmung über den nationalfozialistischen Bertrauensanfrag" zur Tagesordnung über. Er nahm sodann mit 247 gegen 183 Stimmen den Antrag Fehrenbach an, der die Annahme des Sachver ständigengutachtens durch die Regierung billigt. * Die Politik der Befreiung durch Erfüllung bleibt der Kurs der deutschen Außenpolitik. Mit 247 gegen 183 Stimmen hat der deutsche Reichstag der Regierung Marr die Zustimmung zur Annahme der Gutachten der Sachverständigen gegeben. Die Kontinuität der bisherigen deutschen Außenpolitik bleibt gewahrt. Die Ent- rung der Situation herbeigeführt, die nach der Verwirrung wicklung zum Frieden und zur Verständigung, die in der ganzen Welt sich vollzieht, wird nicht unterbrochen. Deutschlands Politik gliedert sich dieser Entwicklung ein, auf die sie seit fünf Jahren hingearbeitet hat. Der Gedanke der Erfüllungspolitik hat einen großen parIamentarischen Erfolg errungen. Die Abstimmung über die Tagesordnung der Regierung der Mitte hat der ganzen Welt gezeigt, daß eine große und feste Mehrheit im Reichstag für die Fortsetzung der bisherigen Außenpolitik besteht- eine Tatsache, die durch die wochenlangen Berhandlungen über die Regierungsbildung verbunkelt worden war. Diese, Mehrheit ist stärker, als die Opposition es sich versehen hatte. Noch gestern abend, furz vor der Abstimmung, rechnete der„ LokalAnzeiger" eine zweifelhafte Mehrheit von 7 Stimmen für die Regierung Marr heraus, 230 gegen 223 Stimmen. Die Batrioten, die auf eine das Chaos bringende Entscheidung spefulierten, haben sich getäuscht. Mit 64 Stimmen Mehrheit, mit 247 gegen 183 Stimmen hat der Reichstag die Tagesordnung der Regierung Marr angenommen. Alle Befürchtungen, daß die deutsche Außenpolitif das Steuer herumwerfen, daß fie in den Kurs der Deutschnationalen, vielleicht gar in den Kurs der intransigenten Opposition der Ertremen einlenten fönnte, find damit zerstreut. Deutschland nimmt das Sachverständi. gengutachten als ein unteilbares Ganzes an. Die Regierung Marr, deren Legitimation zur Annahme des Gutachtens von der Opposition bisher heftig bestritten wurde, ist durch Beschluß der Volksvertretung ausdrücklich legitimiert, ihre Erklärung, daß sie das Gutachten annehme, ausdrücklich gebilligt worden. Sie ist beauftragt worden, nunmehr das Sachverständigenqutachten durchzuführen. Deutschland zeigt seinen guten Willen durch die Annahme, es wird ihn im Laufe der Durchführung zeigen. Es darf erwarten, daß nun auch die Gegenseite iene Erleichterungen gewährt und jene Voraussetzungen schafft, auf denen das Gutachten sich aufbaut. besteht aus den Kommunisten und den Völkischent. Er steht auf dem Standpunkt, daß man das Gutachten, jenes zweite Versailles", ohne jede Verhandlung von vornherein ablehnen müsse. Der andere Teil, die Deutsch= nationalen, wollte vor der Annahme Verhandlungen, um dem Ganzen eine andere Gestalt zu geben. Er wäre vielleicht sogar zur Annahme bereit gewesen, wenn er dafür Kompensationen an innerer Macht erhalten hätte. So wiegen die 183 Stimmen, die die Opposition aufbrachte, noch weniger als die reine Zahl es erscheinen läßt. In der entscheidenden Frage der deutschen Außenpolitik, in der Schickfalsfrage Deutschlands, gibt es wohl eine feste Mehrheit, aber feinen geschlossenen oppositionellen Blod. Einn der von den Deutschnationalen geplanten" TirpigLösung". Es könnte sein, daß nach der Entscheidung des Reichstages die Völkischen und ein Teil der Deutschnationalen sich mit gewaltsamen Staatsstreich plänen tragen. Herr Graefe hat jedenfalls die Tatsache, daß über sein fogenanntes heuchlerisches Vertrauensvotum zur Tagesordmung übergegangen wurde, dazu benutzt, um die Regierung Marr als eine nerfassungswidrige Regierung zu bezeichnen. Sollten sie auf so frech verlogener Rechtsgrundlage" einen Staatsstreich versuchen, so sollen fie auf einen Widerstand stoßen, der härter sein wird, als der„ stahlharte Wille" des Herrn Henning. Deutschland wird sich von den Graefe und Ludendorff nicht mit Gewalt zum Selbstmord zwingen laffen. Zwei Tage parlamentarischen Kampfes haben jene Klä- Die außenpolitische Entscheidung ist gefallen. Der Kurs der deutschen Außenpolitik ist klar bestimmt. Nun werden der letzten Wochen bitter notwendig war. Es ist das Ver- die Verhandlungen über die Durchführung des Gutdienst der sozialdemokratischen Sprecher in diefen Debatten, achtens im einzelnen beginnen. Sie werden ihren daß sie mit der größten Klarheit und Entschiedenheit die Niederschlag finden in dem Gesetzgebungswerk, das nun zu Linien herausgearbeitet haben, die für die deutsche Außen- erledigen ist. Bei diesen parlamentarischen Verhandlungen politik richtunggebend sein müssen. Genosse Breitscheid steht die andere große Entscheidung noch aus die Ent hat gestern fortgesetzt und erweitert, was Genoffe Löbe scheidung darüber, wer die Lasten der Erfüllung Seine formvollendete, mit unerbittlicher des Gutachtens tragen foIL Geine formvollendete, mit unerbittlicher begonnen hatte. Hier wird der Logit aufgebaute Rede war wie die Rede des Genossen Löbe Kampf aufs neue entbrennen, hier wird er geführt werden ein Höhepunkt der Diskussion. In dieser Tatsache spiegelt müssen auch gegen Parteien, mit denen zusammen die Sofich die andere wider, daß im Kampfe um die deutsche Außen- zialdemokratie den außenpolitischen Kurs bestimmt hat. Erst politik die deutsche Sozialdemokratie die geistige Führung müssen wir leben als Volf, ehe wir um die Frage der LastenJene außenpolitische Tendenz, für die verteilung fämpfen fönnen, erst müssen wir den staatlichen sie um Anerkennung und Verwirklichung immer gerungen Kampfboden sichern, auf dem wir die sozialen Auseinanderhat, ist gestern in der Abstimmung des Reichstags abermals fegungen zu führen haben. Erst müssen wir uns von dem gebilligt worden auch von manchem Abgeordneten, der sie würgenden Drucke befreien, den die Reparationsverpflichtung früher heftig bekämpft hat. Die Reden 2öbes und Breit nach der bisherigen Regellosigkeit uns um den Hals legte. Die scheids waren Laten im Interesse Deutschlands- die Bergarbeiter der Ruhr haben empfunden, wie die UngewißOpposition von rechts aber war nur ängstlich darauf bedacht heit in der Reparationsfrage ihren Kampf um soziale Bemit ihren Agitationsphrafen nicht in Konflikt zu kommen, hauptung und sozialen Aufstieg lähmte. ein Streben, das sich bei Herrn Schlange und dem Grafen Reventlom zu unfreiwilliger Romit steigerte. übernommen hat. Die Auseinanderseßungen haben ergeben, daß die Oppofition, die der Regierung gegenübertritt, feineswegs einen politisch einheitlich gebildeten Block darstellt. Sie zerfällt deutlich in zwei Teile. Der eine Teil, die intransigente Opposition, Nun aber beginnt für uns der Kampf erst recht! Nun gilt es, der Idee der sozialen Gerechtigfeit Geltung zu verschaffen. Nun gilt es, die wirtschaftlichen Voraussetzungen wahrer Demokratie zu schaffen. Sammlung der deutschen Arbeiterschaft, Sammlung aller Kräfte der Demokratie in diesem Ringen- das ist unsere nächste Aufgabe. Die Kammer in Permanenz? Millerands vergebliches Suchen nach einem Ministerpräsidenten. Paris, 6. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Führer der Präsidentschaftstrise ist damit in die Phase des Konflikts zwi Partei des Linksblods, die bereits am Donnerstagabend über schen Elysee und Barlaments mehrheit getreten Milledie neue Lage beraten haben, waren am Freitagvormillag zu einer rand hat am Donnerstag abend und am Freitag eine ganze Reihe neuen Besprechung zusammengetreten, an der u. a. Herriot, Léon Don Politikern zu Rate gezogen. Er hat dabei insbesondere die Blum, Paul Boncour, Barenne, Renaudel, Briand Mitglieder des Senats bevorzugt, wo er noch immer auf und Painlev teilgenommen haben. Am Freitagabend fand eine eine Mehrheit hoffen zu dürfen glaubt. Wenn auch über den Ver= neue Bollversammlung sämtlicher dem Kartell angeschlossenen lauf dieser Besprechungen teinerlei Mitteilungen erfolgt. find, so ist Fraffionen stait, um über die einzuschlagende Tattit Beschluß zu doch so viel sicher, daß feiner der von Millerand ins Elysee gefassen. Die Sozialisten haben in ihrer Fraktionsfizung am Freitag- betenen Politifer, unter denen sich von bekannteren der Bizepräsident morgen beschlossen, auf die Einbringung ihres angefündigten Antrages des Senats Millier- Lacroig, die ehemaligen Minister Ra auf Bertagung der Kammer, der der Geschäftsordnung zuwiderlaufen tier, Riom, Klop, Thomson und Chaumet, die Abges würde, zu verzichten und statt dessen in der Vollversammlung der ordneten Franklin Bouillon und Brunet befanden, den Cinken zu beantragen, daß die Kammer bis zur Beendigung der Auftrag zur Bildung des Kabinetts übernommen hat. Millerand Krise in permamenz tagen soll. Das soll in der Weise geschehen, wird also feine Besprechungen fortseßen. Im Elysee daß die Sitzungen nicht mehr gefchloffen und auf den nächsten Tag scheint man am Donnerstag sehr start auf den Gouverneur von vertagt, fondern nur jeweils auf wenige Stunden fuspendiert werden. Algier, den ebenfalls der Linken angehörenden und mit Millerand persönlich befreundeten ehemaligen Minifter Steeg gerechnet zu Paris, 6. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Herriot hat am An der Durchführung der Gutachten wird der Reichstag teilhaben. Eine Reihe von Gefeßen wird nach seinem Wiederzusammentritt in schneller Folge erledigt werden müssen. Bei den Beratungen über diese Gesetze bleibt die juristische Streitfrage zu erledigen, ob für das Eisenbahnneg eine Zweidrittelmehrheit des Reichstags erforderlich ist. Wäre das nicht der Fall- und diese Ansicht ist hier immer vertreten woorden so stünde der Durchführung auf dem Wege der Gefehgebung nichts mehr im Wege. Wenn aber die Ansicht durchdringen sollte, daß eine verfaffungsändernde Mehrheit für dies Gesetz nötig ist, so wird im Parlament um diese Mehrheit gefämpft werden müffen. Kommt in diesem Reichstag eine Zweidrittelmehrheit nicht zustande, so bleiben nur zwei Bege: die Auflösung des Reichstages oder der Boltsentscheid. Dann mukfei es durch Neuwahlen, sei es durch Freitagmorgen einem Mitarbeiter des Paris Soir" mitgeteilt, daß haben. Am Freitag ließ dieser jedoch alle Gerüchte dieser Art aufs Boltsentscheid die Mehrheit des Bolles selbst für die Durch die Einfe in Ruhe die weitere Entwicklung der Dinge abwarten nachdrüdlichste dementieren. Herrn Millerand wird also führung jener Maßnahmen aufgerufen werden, mit denen die Befreiung der befekten Gebiete und die Lösung der Reparationsfrage verknüpft ift. Wir sind überzeugt, daß diese Mehrheit noch stärker fein würde, als am 4. Mai. Die Abstimmung des Reichstags hat meiter gezeigt, wie unbegründet die Machtansprüche der Deutschnationalen sind. Sie erweist die Bildung einer Regierung der Mitte als die einzige praftisch mögliche Lösung der Regierungsfrage. Die Regierung der Mitte, die Regierung des bisherigen außenpolitischen Kurses, verfügt für diese Politik über eine feste Mehrheit. Hätte eine Tirpiz- Regierung, eine Regierung des entschiedenen Kurswechsels der deutschen Bolitik im deutschnationalen Sinne, überhaupt eine parlamentarische Mehrheit für sich gewinnen fönnen? Eine Tirpik- Regierung hätte nur Bestand haben tönnen als eine Regierung des Staatsstreichs. Das war der " werde. Selbst wenn sich, was er nicht glaube, der eine oder andere Politiker der Linken finden follie, der von Millerand den Auftrag zur Kabinettsbildung annehmen werde, so werde ein derartiges Minifterium das Kartell der Linken in der Kammer gefchloffen gegen fich haben. Paris, 6. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Präsidentschaftstrife hat bisher genau den in den letzten Tagen vorausgefagten Verlauf genommen. Herr Millerand hat Herriot zur Kabinettsbildung berufen, dieser aber hat, da der Präsident sich weigerte, aus der durch die Erklärungen der Mehrheit geschaffenen Lage die Kon sequenzen zu ziehen, den Auftrag abgelehnt mit der ausdrücklichen Begründung, daß er nicht einen Augenblick daran denke, ein Mi nifterium außerhalb des Kartells der Linken zu bilden, dessen Auffassung und Beschlüsse über die verfaffungsmäßige Rolle des Präsidenten Herrn Millerand ja bekannt seien." Die | letzten Endes doch keine andere Wahl bleiben, als an einen der ihm nahestehenden Politiker der reaktionären Minderheit zu appellieren und ihn mit der undankbaren Aufgabe zu betrauen, seine Berteidigung vor dem Parlament zu übernehmen. Auch das ist zwar eine Berlegung der verfassungsmäßigen Regeln, in beren Namen sich Millerand an seinen Bosten flammert. Aber das ist ja schließlich Nebensache. Denn dieses provisorische Kabinett, an dessen Spize entweder Maginot oder Francois Marsal stehen wird, dürfte voraussichtlich im Laufe des Samstags gebildet werden und sich Montag oder Dienstag den beiden Rammern des Parlaments vorstellen. Es wird noch am gleichen Tage in der Rammer gestürzt werden. Wird Millerand fich dann mit dem von ihm verlangten öffentlichen Botum" zufrieden geben und seine Demission nehmen, oder wird er den Kampf mit illegalen Mitteln fortlegen? Schon verlautet, daß man im Elysee die Absicht habe, durch das neue Ministerium die soeben eröffnete Session des Parlaments fofart für geschlossen erklären zu lassen und die ganz« Frage bis zum Herbst zu vertagen. Auch dieses Mittel dürfte Millerand wenig nützen. Denn ein von der Mehrheit der Mitglieder beider Häuser des Parlaments unterzeichneter Antrag genügt, die Regierung zu zwingen, die Kammern sofort wieder zusammenzuberufen. Varls, 6. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Einige der am Freitag morgen von Millerand befragten Politiker haben sich vom Elysee direkt in die Kammer begeben, um die dort beratenden Führer des Linksblocks von dem Verlauf der Besprechung in Kenntnis zu fetzen. Franklin-Boulllon hat dabei mitgeteilt, daß er Millerand nicht im Zweifel darüber gelassen hat, daß er dessen Auffassung von der Lag« nicht zu teilen vermöge. Der Abgeordnet« Brunei teilte mit, Millerand habe versichert, er fei bereit, den am 11. Mai zum Ausdruck gekommenen Willen der Wählerschaft durch Bildung eines ausgesprochenen Kabinetts der Linken und durch vorbehaltlose Annahme seines Programms Rechnung zu tragen. Auf den Ein- wand Bruneis, daß er unter den Politikern der neuen Mehrheit nicht einen finden werde, der aus seiner Hand den Auftrag zur Kabinettsbildung entgegennehmen werde, habe Millerand geant- wartet, er habe in dieser Hinsicht seine Hoffnungen noch keineswegs aufgegeben. Varls, 6. Juni.(WTB.) Nach dem Senator C h a u m e t hat der Präsident der' Republik nacheinander den radikalen Abg. Klotz, den Abg. Thomson(der dieser Tage aus der linksrepublikanischen Gruppe ausgetreten ist, als der dieser Gruppe angehörende Abgcord- nete M a g i n o t sich für den Posten des Kommerpräsidenten auf- stellen ließ), den Unabhängigen Sozialisten Brunei und den Radi- kalerr Franklin empfangen. Klotz erklärt« Pressevertretern beim Verlassen des Elysöes, daß er keine Mitteilung über den Inhalt der Unterredung machen könne, die naturgemäß vertraulich gewesen sei. Brunei sagte den Journalisten, der Präsident habe ihn um seine Mei- nung über die Lage befragt. Cr habe den bestimmten Eindruck, daß Millcrand ein Ministerium bilden werde, aber man könne sicher sein, daß er, Brunei, in dieses nicht eintreten werde. Thomson lehnte ebenfalls ab, sich über den Inhalt der Besprechung zu äußern, fügte aber hinzu, er bleibe dem Standpunkt treu, den er bei den VerHand- langen unmittelbar vor der Wahl Painleves zum Kammerpräsidenten eingenommen habe. Er sei damals gegen jede andere Kandidatur gewesen, denn er sei fest von der Notwendigkett einer Politik über- zeugt, die sich auf die Linksparteien stütze; aber er se, nicht weniger eittfchlossen, gegen jedes Verfahren Front zu machen, das gegen die verfassungsmäßigen Regeln verstoße. Deshalb schließe er sich der außerparlamentarischen Kampagne gegen den Präsidenten der Repu- blik nicht an. Paris, 6. Juni.(Cca.) Millerand hat wetter den Abgeordneten de Vincent, den früheren Gesundheitsminister Paul St raus und den früheren Ackerbauminister Boret empfangen. Paris, g. Juni.(MTB.) Der Präsident der Republik hat um 12 Uhr die Schriftführcr und Quästoren des Kammerbmeaus empfangen. Kreditsperre für Millerand. Paris, 8. Juni.(Eca.) Mehrere sozialistisch-radikale Senatoren sind heule nachmittag in der Kammer erschienen, um mit dem Leiter des linken Blocks über M o u t e t s Vorschlag zu beraten, dem Präsidenten die Kredite zu sperren. Sie haben versichert, daß sie diesen Borschlag im Senat vertreten würden, ohne dessen Zustimmung Moutets Vorschlag nicht Gesetz werden könnte. Der Kampf gegen den Präsidenten wird also immer heftiger und die Stellung Millerands erscheint selbst Kreisen des früheren Bloc National immer weniger hallbar. Die Tagung der Kammer.. Paris, 8. Juni.(EP.) Die Kammer hat heute die Prüfung der Abgsordnetenmandate fortgesetzt. Nachher teilte Painleve mit, daß«r von dem kommunistischen Abgeordneten C a ch i n eine Motion folgenden InHalls erhalten habe:„Die öffentliche Meinung ist vom Bewohner des Elysä« selbst aufgefordert worden, zur Präsident- Ichastsfrag« Stellung zu nehmen. Nach den offiziösen Zeitungen fordert Millerand, daß die Kammer sich klar über seinen Rücktritt ausspreche. Wir ersuchen diese Versammlung deshalb, ohne Verzug und mit Entschiedenheit sich über diese Forderung auszusprechen.. Die Kammer muß darum heute schon ihre Mei nung ausdrücken und über den Vorschlag des Staatsoberhauptes Beschluß fassen. Wenn nach einer Kundgebung, deren Ausgang nicht zweifelhaft ist, der Präsident der Republik daraus bestehen würde, die öffentliche Meinung herauszufordern, so würde diese nicht verfehlen, ihm mit aller angezeigten Deutlichkeit ihren souve ränen Willen aufzudrängen." P ai n l e v ö erklärte, daß dies« Mo- twn nicht angenommen werden könne, da sie der Verfassung zuwiderlaufe. Dies« gestattet nämlich nicht, den Präsidenten der Republik in der Kammer in die Debatte zu ziehen, außer wenn es sich um eine Hochverratsaffäre handelt. Darauf beschloß die Kammer, eine Kreditkommission von 44 Mitgliedern zu ernennen und vertagte sich dann auf morgen nachmittag. Der Kam- munist Verton ruft: Er hoffe, daß bis dahin Millerand sich ent- schlössen haben werde, zurückzutreten! Mehrere andere Kommu- nisten rufen: Nieder mit Millerand! Stimmen ües fiuslanös. London, 8. Juni.(Eigener Drahtdericht.)„Manchester Guardian" stellt das hohe Niveau der Reichstagsdebatte vom Donnerstag fest. Das Ereignis des Tages fei die Rede Lobes gewesen, der in einer seit vielen Iahren in Deutschland nicht mehr gehörten Beredsamkeit mit der äußersten Rechten abgerechnet und die Verteidigung der deutschen Republik durch die republikanische Jugend verkündet habe.„Manchester Guardian" nimmt an, daß baldig« Neuwahlen bevorstehen für den Fall, daß Schwierigkeiten über' die Durchführung des Sachverständigenplanes entstehen. Kopenhagen, 6. Juni.(Mtb.)„Politiken" schreibt zu dem Abschluß der deutschen Regierungskrise, daß dos neue Ministerium nur eine schwache Position Hab«. Seine Autorität sei von vornherein durch die vorangegangene lang« Krise geschwächt. Schon rein zahlenmäßig betrachtet stünden die Koalitionsparteien viel schlechter da als wie vor den Wahlen. Das Ministerium sei auf die Hilfe der Sozialdemokrat ie angewiesen. Wenn es sich aber dieser Hilfe bediene, werde es den eigenen Block schwächen. Es habe den Anschein, als ob Neuwahlen in kurzer Zeit nicht ausgeschlossen seien. Reventlows großes Geheimnis. Er weiß, wie Deutschland zu retten ist, sagt es aber nicht! In alten Zelten fragte einmal«in prüfender Professor«inen Medizinstudenten, welche Funktion im menschlichen Körper die Milz habe:„Herr Professor." stammelte der Kandidat,„ich habe es ge- wüßt, aber ich habe es vergessen!"„Sie Unglücklicher," antwortete der Professor,„Sie find der einzige, der gewußt hat, welche Funk- tionen die Milz hat, und Sie haben es wieder vergessen." In einer ähnlichen unglücklichen Lag« befand sich gestern der Reichstag bei dem Bortrag des nationalsozialistischen Grafen Re- ventlow über die auswärtig« Politik. Dieser Vortrag, der sonst äußerst langweilig war, schloß mit einem unfreiwillig humoristischen Knalleffekt. Der Graf plädierte in seiner blasierten Weise für die glatte Ablehnung des Sachverständigengutachtens. „Was dann?" tönt« es ihm aus den Bänken der Sozialdemo- traten entgegen. „Dann wird etwas geschehen, was seit fünf Iahren noch nie ge- schehcn ist!" „Na was denn?"(Allgemeine Spannung.) „Meine Herren und Damen, dann werden wir Politik treiben!" „Was für eine Politik denn?" „Ja, glauben Sie, daß wir s o d u m m sind, das hier öffentlich zu sagen? Aber wenn sich einer der Herren zu mir bemühen will, dann werde ich ihm das unter dem Siegel der strengsten Verschwiegenheit mitteilen. Wir wollen eben eine grund- stürzende Aenderung im völkischen Sinn." Sprachs, klappte sein Manuskript zusammen und ging. Hohn- gelächter der Hölle hinterdrein! Wer geht nun zum Grafen Revenllow? -i- Die Deutschnationalen legten gestern bei Beginn der Rede des Genossen Breitscheid«in höchst unanständges Be- nehmen an den Tag, indem sie absichtlich durch minutenlanges Ge- brüll die Stimme des Redners übertönten. Zum richtigen kommu- uistischen Konzert fehlte nur der Bläserchor, den man durch Krair der Kehlen zu ersetzen versuchte. Als später der Demokrat Kock) dieses Treiben scharf tadelte, redeten sich die Schuldigen darauf hinaus, ihr Gebrüll sei nur ein« Revanche da-ür gewesen, wie man ihren Redner, Herrn Schlange, behandelt hätte. Hierzu sei festgestellt, daß Herr Schlange selbst es war, der durch seine Redeblüten schallend« Heiterkeit hervorgerufen hatte und der überhaupt auf den ganzen Reichstag, wahrscheinlich bis in die Reihen der eigenen Parteifreunde hinein, als komische Figur wirkte. Die Ursache der unwiderstehlichen Ulkstimmung, die sich des Hauses bemächtigte, lag einzig und allein in der unglücklichen Wahl, die die Deutschnationolen mit ihrem Fraktionsredner ge- troffen hatten.— Breitscheid aber ist ein formvollendeter Redner und eine Persönlichkeit, die im Inland und Ausland ernst genommen wird. Was er sagte, war wert, auch vom Gegner mit Achtung ausgenommen zu werden. � Ob man über Schlange lacht oder zu Breiffcheids Reden blökt, ist also doch zweierlei. Das erst« ist die natürliche Reaktion des kritischen Verstandes, das zweite ist etwas, was Graf Westarp selbst, alz es ihm von kommunistischer Seite widerfuhr, als„Lärm des Viehstalls" bezeichnete. Das Lanöesverrats-Gutachten. Eine sozialdemokratische Anfrage. Der Reichswehrminister hat bekanntlich in der Untersuchungs- fache gegen Dr. Zeigner ein Gutachten an die Untersuchungs- behörde gerichtet. Auf Grund dieses Gutachtens, dessen Inhalt be- kannt ist, hat die Sozialdemokratische Reichstagsfraktion im Reichstag folgende Anfrage eingebracht: Wir fragen: 1. Auf wessen Veranlassung ist dieses„Gutachten" an den Herrn Untersuchungsrichter des Reichsgerichts gesandt worden? 2. Kannte der Herr Reichswehrminister dieses Gutachten vor seiner Uebermittlung an den Untersuchungsrichter? 3. Ist es«in Gutachten des Reichswehrmin'�'iums? 4. B i l l i g t der Herr Reichswehrminister den sachlichen In- holt dieses Gutachtens? 3. Billigt der Herr Reichswehrminister die Form dieses Gut- achtens? 3. Haben dem Verfasser des Gutachtens vor dessen Ausarbeitung die Akten des Untersuchungsrichters vorgelegen? 7. Ist der Herr Reichswehrminister für den Jnhall dieses Gut- achtens verantwortlich? 8. Wenn nicht: Wer ist dafür verantwortlich? g. In wessen„Auftrag" hat Oberst G e m p p das Gutachten erstattet? 10. Hatten er oder sein Auftraggeber die G e n e h m i g u n g des Herrn Reichswehrministers zur Erstattung des Gutachtens? 11. Wag gedenkt der Herr Reichswehrminister zu tun, um den Oberst Gempp zur Verantwortung zu ziehen, falls er ohne Genehmigung des Herrn Ministers das Gutachten er- stattet hat? 12. Wie gedenkt der Herr Reichswehrminister dafür Sorge zu tragen, daß in Zukunft nicht wieder Offiziere, Beamte oder sonstige Angestellte des Reichswehrministeriums Gutachten erstatten, ohne daß der HerrMinister ihren Inhalt kenntund billigt?_ Kuhaltische Lanütagswahlen. Halle. 8. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Nicht weniger als 13 Vorschläge sind für die am 23. Juni stattfindenden anhaltischen Landtagswahlen eingereicht worden, und zwar von der Sozialdemokratischen Partei, den Deutschidemokraten, der Deutschen Vollspartei, den Bvdenreformern, den Landbünden, Kommunisten, Deutschvölkischen, dem Zentrum. Deutschen Bauernbund, Deutsch- nationalen, Hausbesitz Stadt und Land, den Deuffchfozialen und Hausbesitz und Gewerb«. Max Kretzer siebzig Jahre. Von Josef K l i ch«. Am 7. Juni runden sich sieben Jahrzehnte, seit Max Kretzer l8S4 in Posen geboren wurde. Er war der Sohn leidlich situierter Leute, die indes ihr Vermögen verloren und also in Berlin eine neue Heimat suchten. Als Dreizehnjähriger bereits ging hier der Knabe mit seinem Bater in die Fabrik und lernt« so das Milieu kennen, in dem sich seine späteren Romangestolten bewegen sollten. Was Krctzer unter Dutzenden seiner Zunft auf einen besonderen Platz hob. das ist die Tatsache, daß er zum Begründer des naturalistischen Romans in Deutschland wurde. Daß er nicht nur den Berliner Roman, sondern darüber hinaus erstmalig breit und wuchtig mit ebenso breitem Erfolg den sozialen Zeitroman formte. Nach Zolas Borbild: bisher der Kunst noch unerfchlossene Gebiete aufzusuchen. ohne Scheu die Schatten- und Nachtseiten des menschlichen und des g?sell!chaftlichen Lebens in breiter Zustandsschilderung in seinen Büchern bloßlegend und so mit warmem Herzen die neue Großstadt- kirnst formend. Daher auch die Kretzer über Berdienst ehrende einst- molige Redensart von dem„Berliner Zola". Um die Wende der siebziger Jahre, als die soziale Not nach dem gewalligen Kroch der auf den siegreichen Krieg gefolgten Gründer- jähre sich kraß entwickelte, als die erstandenen Fabriken bald Menschenmassen anzogen, bald sie wieder alz überschüssig auf die Straße setzten, damals begann Max Kretzsr die ersten Romane zu schreiben.,„Die Betrogenen",„Die Verkommenen" und so ähnlich lauteten die Titel, bis dann 1888 im ,.M ei st er Timpe" jenes starke Werk entstand, in dem das durch die Maschine zu Boden gedrängte Klemhandwerk mit dem kapitalistischen Riesen den un- gleichen Kampf aufnimmt, um gar bald von diesem erdrückt zu werden. Mit der blumsnbekränzten ersten Lokonwtiv« der Berliner Stadtbahn hält in der Darstellung symbolisch die neue Zeit ihren Einzug, während irgendwo ein braver Kleinmeister unter dem Fluch des Reuen zugrunde geht. Ueber vier Jahrzehnte sind vergangen, seit Max Kretzer den Stubeninalerpinsel aus der Hand legte und nach anfänglichen Ge dichten und sozialpolitischen Aufsätzen seinen ersten Roman schuf. Cr führte den Titel„Die beiden Genosse n", trug einen aus- gesprochen antisoziatistischm Zug und war keineswegs mehr als— Kolportage. Kein Wunder, daß der sehr offene und in künstlerischen Dingen keinen Spaß verstehende Arno Holz damals ein sehr böses Morl auf Kretzer, den Bruder in Apoll, prägte. Zlus jenem Kol- ' portagenioeau ist Kretzer dann bald herausgewachsen; dennoch, wenn man die— fünf Dutzend Roman- und Novellenbücher erblickt, die dieser im Laufe der langen Zeit schuf: noch vieles ist darunter, was durck-ous nicht literarisches Edclgut bedeutet. Dennoch sind einzelne leiner Bücher grankücfe Zeitbilder de? früh-wilhelminischen Berlin, und in vielen seiner Roman« wurde er zum Anwall der Armen und Unterdrückten, der Enterbten des Glücks wie der sozial Rechttosen. Auch Ermnerungsskizzen hat Max Kretzer geschrieben. Unter d«m nicht gerade naheliegenden Titel„Milder Champagner" sind diese vor einigen Jahren erschienen. Natürlich Berlin: so mancher bekannt« Ort und Name tauchen auf. Volkstum, Berliner Volkstum. Ein Kapitel ist der Zeit des Sozialistengesetzes gewidmet. Paul Singer, Louis Piereck, Ignaz Auer und andere von bestem Klang gehen vorüber. Fast macht die Erinnerung sentimental. Die einstigen deutschen Nachfahren des französischen Naturalis- mus wurden in ihrem Schaffen von einer starken sozialen Welle ge- trägem Heute geht die soziale Wandlung in unserem Volkstum in gleich scharfer Weise vor sich. Und unsere deutsche Dichtung? Ein« einzige grandiose Unfähigkeit, sich künstlerisch mit den Problemen der Zeit abzufinden. Ein wirklich bedeutendes, den Geist unserer Zeit widerspiegelndes Werk ist in den Iahren nach dem Kriege nicht erstanden. Der 5ilm als Kulturproblem. In einem Mitte Mai auf der großen L i ch t f p i e l r e f o r m c r> tagung zu Wien gehaltenen Dortrage untersuchte der Stettiner Stadtbüchereidirektor Dr. A ck e r k n e ch t die Kernfrag« nach dem positiven kulturellen Wert des Lichtspiels und kam dabei zu folgen- den Erkenntnissen. Der Kulturwert des Films ist im Prinzip ent- schieden zu bejahen, es kommt nur darauf an. aus dem eigensten ZVesen des Lichtspiels heraus die richttgen Voraussetzungen für seine schöpferischen Wirkungsmöglichkeiten zu schaffen. Wenn man von der allgemeinen psychologischen Taffache ausgeht, daß der optischen Wahrnehmung von Bewegungen, welche ja auch die Eigenort des Laufbildes im Gegensatz zu der aller unbeweglichen Bilder aus- mochl, eine ganz besonders starke Gesühlsbetonung innewohnt. erkennt man die beiden Hauptlinien, auf denen der Film unter Einsatz der ihm eigentümlichen Kräfte seine kulturelle Lauf- bahn zu erfüllen hat: Er ist unter allen bildlichen Veranschaulichungs- Mitteln einerseits der eindrucksvollste Berichterstatter aus der ge- samten Welt der Wirklichkeit(Lehrsilm), andererseits der unwider- stehlichsts Erzähler erdichteter Tatbestände(belletristischer Film). Die Bedeutung des.Lehrfilms" für Forschung und Unterricht innerhalb der rein wissenschaftlichen Sphäre und für die volks- bildnerische Wissensverbreitung und-Vertiefung ist längst an- erkannt. Besonder« Vorteile ergeben sich hier aus der Fähigkeit, ge- geben« Bewegungen zu beschleunigen oder zu zerdehnen, und aus der pädagogischen Ileberzeugungskrast des sogenannten„Graphischen Films"(in„Trickmanier"). Stärker noch als im Lehrfilm wirkt sich die dem Lichttpiel eigentümliche Gefühlsbetontheit im„belletristischen Film" aus, der ein Kulturfaktor von gewaltigen, noch lange nicht völlig entbundenen Kräften ist. Der einseittgen ästhetischen Richtung der Lichttpielresormer entgegen, die den kulturellen Wert des Films seinem künstlerischen völlig gleichsetzen, ist der auch auf den anderen Gebieten gl? richtig erkannte Standpunkt bervorzuheben, daß auch der ästhetisch unzulänglichen Belletristik für weite Volksschichten bildungspflegliche Bedeutung zukommt, soweit sie den menschlichen Hunger nach gefühlsmäßigem Erleben in gesunder Weise befriedigt imd solcherart die heute so häufig« Disharmonie der geistigen und seelischen Kräfte zu wirklichem Einklang auflöst. Als„kultu- reller Uebergangswcrt" darf der„Kitsch" nicht verkannt werden. Der„kulturelle Zielwert" ist und bleibt im Be- reich aller Belletristik selbstverständlich das Kunstwerk und seine Vor- aussetzung: die künstterffche Erlebnisfähigkeit. 5reunöe. Sie kommen jeden Nachmittag ms Kaffeehaus: ein Blinder, ein Lahmer und einer, dem man nicht ansieht, ob auch er ein körperliches Unglück mit sich trögt. Der führt den Blinden, der Lahme hat mit sich selbst genug zu tun. Sie sitzen immer an dem gleichen Tisch und trinken den billigsten Kaffes. Sie kommen nicht zum Vergnügen: Sie wollen dem Un- glücklichsten unter ihnen, dem Blind-m. eine angenehme Stunde ver- schaffen, ihn teilhast werden lasten an dem Geschehen in der Welt. Sie lesen ihm die Zeitung vor. abwechselnd, um nicht zu ermüden. und ganz leise, damit niemand an den ondeieu Tischen gestört wird War gerade nicht liest, achtet aufmerksam aus jeden Wunsch des blinden Freundes. Er führt seine Hand zur Tasse, stellt sie für ihn hin, reicht ihm die Zigarette, zündet sie an und drückt sie, aus- geraucht, aus. Ist dann das kurze Stündchen vorüber, zahlen sie für ihn, ziehen ihn an. setzen ihm den Hut auf, schieben die Sessel au» seinem Weg und geleiten ihn wieder, daß er nirgends sich cm Leids tun kann. Drei gute Freunde. Ein Blinder, ein Lahmer und«in scheinbar Gesunder. Eine Insel in dieser freund- und freudlosen Zeit. Es müßte traurig sein zu wissen, was sie zusammengeführt hat. Wie es beschämend ist, zu tzehen. daß der eine, der nicht wissen müßte, wie unfähig wir anderen, die wir nicht blind und lahm sind, dem Leben gegenüberstehen, wie mir cz nicht meistern können, uns von Fiktionen. Wehnen und Besessenheiten guälen lassen, so neugierig auf das ferne Geschehen ist Oder glaubt er. daß einmal doch das große Heil der Menschheil aus der Zeitung im Kaffeehaus zu ihm dringen könnte?__ Hanns M a r g u l i- s. Das Geheimnis der„Todesslrahlen". Das Aufsehen, mit dem der englisch«„Erfinder" Grirzdell-Matthews seine sogenannten Tode'- strahlen umgeben hat, scheint sich allmählich zu verflüchtigen. Tm, Zteklle Schumann zu Kopenhagen tritt gegenwärttg ein früherer n--- lischer Fliegerhauptmann A. I. Roberts auf. der nach den, Kne» k?- Matthews angestellt war. Er führt allabendlich die merkwiii-ta Wirkungen der Licht- und Schallwellen vor. Roberts erbebt spruch. Erindell-Matthews die Idee zu seinen Todesstrahlen oJLfrn zu haben. Früher hatte er schon einen drahtlos st-u-rba-en torpibo und eine hochempfindliche Unterwassermino konftn.i/rt X Zeitungsleuten hat sich nun Roberts folgendermaßen aeäußert X habe niemals aus meinen Erfindungen Geld schlafen könn-n' � Matthems hat das getan, der mich nach dem Krieg'gegen eta tzteÄ-lt von zehn Pfund wöchentlich anstellte, damit ich Erp rimetae und ihn mit Ideen versehe. Matthews beschäftigt damaligen Mechaniker A. G. Lüne». Märend un ereg aibeitcm habe ich natürlich mit Matthews oft lichen Wirkungen der Vibrationen gesprochen— ander» und öffentlich d-e Explostawirkungen gewisser Strahlm! z. � der Kommunisten als Beamte. Eine grundsätzliche Verfügung des Innenministers. Das Bekanntwerden der neuen Instruktionen, die die Kommu nistische Partei an ihre Gemeindevertreter erlassen hat, hat den preußischen Innenminister veranlaßt, seinen früheren Erlaß über die Grundsätze bei der Bestätigung der Wahl von Angehörigen der Kommimistischen Bartei zu einem Staats- oder Gemeindeamt abzu ändern. In dem neuen Erlaß heißt es: „ Die tatsächlichen Verhältnisse haben sich jest wesentlich geändert. Nach den Organisationsbeschlüssen der Kommunistischen Partei vom Mai 1924 hat jedes Mitglied die Beschlüsse der Partei als für fich bindend anzuerkennen. Die Instruktion für die tommunistischen Fraktionen bestimmt ausdrücklich, daß die Frattionen in den Gemeindeverwaltungen und Gemeindevertretungen der örtlichen Parteiorganisation untergeordnet find, und in allen Fragen, in denen es eine gefezmäßige Entscheidung diefer Organisationen gibt, sich streng und genau an diese Entschei dungen halten müssen. Damit ist eine derartige Gebundenheit der Mitglieder der KPD. an die Instruktionen der Parteiorgane und der fommu nistischen Internationale ausgesprochen, wie sie mit den Pflichten eines unmittelbaren oder mittelbaren Staatsbeamten schlechterdings unvereinbar ist. Anhalts dafür bedurfte, daß das einzelne Mitglied der KPD. Während es nach dem früheren Erlaß eines positiven das Ziel seiner Partei durch positive Handlungen fördert, oder zu fördern versucht, wird jezt die Bermuturg dafür sprechen müssen, daß dies der Fall ist und es wird umgefehrt eines positiven An halts dafür bedürfen, daß der Betreffende sein Amt unabhän gig von Parteiinstruktionen nach Recht und Pflicht zu führen gewillt ist." Der Minister des Innern, Severing, weist daher in seinem neuen Erlaß die Kommunalaufsichtsbehörden an, in Zukunft Rommunisten aís Staatsbeamte nur dann zu bestätigen, wenn im Einzelfall eine pflichtmäßige Amtsführung als gesichert erwiesen scheint. Die Kommunistische Partei wird nicht versäumen, diefen neuen Erlaß als eine Rechtlosmachung der KPD. zu bezeichnen. Die Kommu nistische Partei hat sich aber diese Rechtlosmachung" durch ihre nistische Partei hat sich aber diese Rechtlosmachung" durch ihre törichten und albernen Armeebefehle an ihre Parteimitglieder nur felber zuzuschreiben. Rein Staat tann dulden, daß die Freiheiten, die er gewährt, in der Weise, wie die Kommunistische Freiheiten, die er gewährt, in der Weise, wie die Kommunistische Partei es tut, lediglich zur Vorbereitung des Bürgerkrieges ausgenutzt werden. Die Verwandlung der Kommunistischen Partei in eine sinn- und ziellose Butschorganisation schädigt auch hier wieder den Einfluß der Arbeiterbewegung und stärkt indirekt die Position des Bürgertums und der Reaktion. Kommunisten als Gemeindevertreter. Die Rommunisten haben in zahllosen Fällen bei der gesetzlich vorgeschriebenen Einführungsverpflichtung durch Handschlag in die Stadtverordnetenversammlung demonstrativ eine solche Verpflichtung abgelehnt. Der preußische Innenminister erläßt jetzt eine Verfügung, in der der formale Einführungsaft als wesentliche Voraus. sehung für die Ausübung des Mandats als Stadt- und Gemeindevorsteher bezeichnet wird. Nach dieser Verfügung fönnen solche Ber treter, die die Ablegung der Verpflichtung verweigern, ihr Mandat nicht ausüben und an den Sizungen der Gemeindevertretung nicht teilnehmen. Beschlüsse der Gemeindevertretung, an denen Gemeinde vertreter teilnehmen, die die Verpflichtung nicht geleistet haben, werden als gefeßwidrig bezeichnet. Sollte eine Gemeindevertretung weiter in Anwesenheit von nicht teilnahmeberechtigten Mitgliedern tagen, so ist die Auflösung der Gemeindeverwertung beim preußischen Innenminister zu beantragen. Darüber hinaus erflärt der Minifter, daß es der Berweigerung der Berpflichtung durch Handschlag gleich zu achten ist, wenn sie in einer Welfe erfolgt, die erfennen läßt, daß eine ernstliche Berpflich tung nicht beabsichtigt war. Das gilt sowohl für den Fall, daß schon Die Form, in der die Verpflichtung erfolgt war, die Ernstlichkeit vermiffen läßt, als auch für den anderen Fall, daß nachträglich die vollzogene Berpflichtung für eine nichtverpflichtende Farce erklärt wird. In der Verfügung wird ausdrücklich bemerkt, daß die infolge der Richtverpflichtung eintretende Behinderung in der Ausübung des ultravioletten, erörtert. Wir wissen ja alle, daß ein mit Chlorgas gefüllter Ballon explodiert, wenn man ihn mit ultravioletten Strahlen bestrahlt. Aus diesen Einzelheiten dürfte Matthews seine Dielbesprochenen Todesstrahlen" fombiniert haben. Er selbst tann nichts erfinden, da ihm die Voraussetzungen dafür fehlen. Daher behaupte ich, daß die Todesstrahlen nichts mit Elektrizität zu tun haben, sondern genau dasselbe sind, was ich jeden Abend im Zirkus anwende" Robert bringt auch wirklich durch Lichtstrahlen ein Motor rad zum Stehen allerdings erst, wenn er eine Metallplatte, eine Art Resonator, daran befestigt hat, und er meint, auch die Apparate, Die Matthews bei seinen Borführungen verwendet, feien auf gleiche Weise vorbereitet. Es handelt sich offenbar bei der ganzen Sache um Resonanzerscheinungen, die in ihrer einfachsten Form jedem Schüler geläufig sind, wenn 3. B. eine angeschlagene Stimmgabel eine zweite, gleichgestimmte, in einiger Entfernung zum Mittönen bringt. Go übt Roberts die Kontrolle über einen Wagen durch Pfeifen und lenkt fleine Figuren verschiedener Art durch Lichtstrahlen. Voraussetzung für das Gelingen dieser Versuche ist jedoch eben, daß das zu beeinfluffende Objekt präpariert ist. Bei den Bersuchen, die das englische Kriegsministerium jetzt in Matthews Laboratorium anstellt, wird sich ja sehr bald zeigen, was an der Erfindung ist, und ob der Engländer wirklich das Mittel gefunden hat, das alle Kriege unmöglich macht. Theodor- Hosemann- Ausstellung. Im Märkischen Museum wurde im Saale für graphische Künste eine Ausstellung der graphischen Ar. beiten Theodor Hofemanns eröffnet. Es handelt sich vorwiegend um Illustrationen zu Dichtungen und anderen literarischen Schöpfungen. Dazu kommen Gelegenheitsarbeiten jeder Art, wie Fest- und Speise farten, Porträts von Fürstlichkeiten und Schauspielern, Darstel lungen politischer Borgänge und anderes. Im ganzen find es rund 600 Blätter. Der Technik nach sind es hauptsächlich Lithographien; aber auch Holzschnitte, Stahlstiche und Radierungen finden sich dar unter. Der Zeit nach reichen die Stücke von 1830-1873- ein statt fiches Lebenswerk. In allen spricht sich Gemüt und echter Humor aus, der sich mit vollendetem technischen Können verbindet. Das Insulin als Lebensretter. Die große Bedeutung des neuen Mittels gegen die Zuderkrankheit, das Insulin, zeigt sich in den Sta tistiken, die die Metropolitan- Bebensversicherung in New York veröffentlicht. Die Gesellschaft, bei der mehr als 15 Millionen Menschen perfichert find, teilt mit, daß die Sterblichkeit infolge von Zuckerfrankheit im ersten Bierteljahr 1924 im Verhältnis zum ersten Bierteljahr 1923 bei den weißen Bersicherten um 23 Proz. und bei den, farbigen Bersicherten um 17 Broz. zurückgegangen ist. Die Zahl der an Zuckerkrankheit Gestorbenen war im März 1924 16,5 auf Hunderttausend gegenüber 22,3 im März 1923. Jeder neue Monat", heißt es in dem Bericht, bestärkt den Eindruck, daß die Benutzung des Insulin ein wichtiger Fattor ist, um das Leben der Kranten zu retten und zu verlängern." 3m 11 Im Deutschen Opernhaus finden an den Pfingstfeiertagen Borstellungen zu ermäßigten Breifen statt, und zwar am Sonntag, den 8. Juni, Die Fledermaus" und am Montag, deu 9. Juni, Die Meistersinger von Nürnberg" mit Rudolf Laubenthal als Gaft. Die Nonnen- Befämpfungsfallon", die von der Biologischen Reichs. anstalt bisher in Dhbin bei Zittau unterhalten wurde, ist nach Dresden berlegt worden. Mandats nicht den Verlust des Mandats zur Folge hat und daß nicht| etwa der Erfagmann nachrüden fanm, sondern daß nur für die Dauer der Weigerung die Ausübung des Mandats ruht. Nach dieser Verfügung werden sich wahrscheinlich in manchen Gemeindevertretungen noch die fájönsten Szenen abspielen. Mit und ohne Fehdehandschuh wird wahrscheinlich noch mancher fommu. nistische Gemeindevertreter sich jetzt bequemen, bei der Einführungsverpflichtung die Formen zu wahren, ohne die das Mandat nicht angetreten werden fann. Fällen. für deren Richtigkeit wir uns verbürgen können, geht hervor, daß man von der Halleschen Schußpolizei fagen tann: Es ist manches faul im Staate Dänemark! Wir sind überzeugt, daß diese wenigen Hinweise, die noch um ein Vielfaches vermehrt werden fönnen, genügen, um den Minister des Innern Severing zu veranlassen, in Halle nach dem Rechten zu sehen. Freie Bahn dem Mietswucher. Ein volksparteilicher Antrag. Die Außerkraftsegung des Reichsmieten gefeßes. verlangt ein Gesegantrag der Deutschen Volkspartei im Reichstage. Soweit bis zu diesem Termin eine Ausgleichung der Miete an die Friedens miete nicht erfolgt ist, soll diese bis zum 1. April 1925 vollzogen fein. Ein weiterer Antrag der Deutschen Boltspartei verlangt die Abänderung der Verordnung über das Schlichtungswesen vom 30. Oktober 1923. Diätenschlucker. Bayerisches Durcheinander. Verhandlungen mit den Deutschvölkischen. München, 6. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Verhandlungen über die Neubildung der Koalition und Regierung in Bayern scheint in ein neues Stadium getreten zu sein. Die Deutschnatio nalen haben ihren Willen, die Bölkischen zu den Berhandlungen zuzuziehen, durchgefeßt, nachdem sich überraschenderweise auch der Bauernbund diesem Wunsch angeschlossen hat. Daraufhin er flärte fich die Bayerische Volfspartei bereit, an solchen Verhandlungen teilzunehmen, worauf der deutschnationale Fraktionsführer diese Besprechungen auf Freitag nachmittag einberief. Die Sigung Die Kommunisten beantragten zu Beginn der geftrigen Reichsbis nach Pfingsten verta gt. Wie verlautet, haben sich die Deutschdauerte nur kurze Zeit. Die Verhandlungen wurden dann tagsfizung fofort das Verbot des„ Roten Lages" durch den Reichsminister des Innern auf die Tagesordnung zu feßen. Von den nationalen und der Bauernbund für Eintritt der Völkischen in die rund 60 kommunistischen Abgeordneten, die sich in Freiheit befinden. Koalition eingefeßt, während sich die Bayerische Volkspartei durchlichen Abstimmungen kamen, deren Bersäumen mit dem Verlust waren ganze 12 im Saale. Als am Nachmittag die nament. aus ablehnend verhielt. Die Völtischen selbst vermeiden es, ihre Karten offen aufzudecken. Könnte man dem offiziellen Partei organ der völkischen Fraktion, dem„ Völkischen Kurier", Glauben schenken, so wäre an einen Eintritt der Hakenkreuzler in die Re: gierung nicht zu denken. Ganz und gar nicht zusammen mit der Bayerischen Volkspartei. Denn so schreibt heute das Blatt:„ Wir fehen unsere Aufgabe darin, dieser aller christlichen Partei immer wieder die Maste vom Gesicht zu reißen und die bayerische Politit, die nun seit Jahren unter ihrem herrschenden Einfluß steht, in ihrer ganzen unrichtigkeit an den Branger zu stellen." Andererseits fehlt es aber auch nicht an Entgegenkommen bei den Völkischen. Dazu gehört in erster Linie die soeben von der völkischen Fraktion erzwungene Mandat nieberlegung des in Schuhhaft befindlichen Abgeordneten Aßner, der seit langem bei den Klerikalen ein besonderer Stein 16. Juni ihre gerichtische Sühne finden werden. Die Notwendigdes Anstoßes ist und dessen firchenhezerische Aeußerungen am keit der Ausschiffung Aßners foll förmlich damit begründet sein, daß Aßner im Jahre 1917 von der Westfront desertierte und im Jahre 1919 Angehöriger ber Roten Armee in München gewesen ist. der Diäten geahndet wird, hatten sich die Kommunisten als Gegner aber als begeisterte des bürgerlichen Schandparlaments, Freunde seiner Diäten selbstverständlich viel zahlreicher eingefunden. Sofort aber war die Mehrzahl der Fraktionsmitglieder auch wieder verschwunden, als die Gefahr des Diätenverlustes nicht mehr drohte. Nur 28 von 60 waren noch anwesend, als Scholem am Schluß der Sigung eine Entschließung gegen das Verbot des Roten Tages" einbrachte, für die übrigens auch die Sozialdemo fraten gestimmt haben, und zugleich forderte, daß auf die Tages. ordmung der nächsten Sigung die Amnestie der politischen Gefangenen gesetzt werde. Haben die drei bis vier Millionen Arbeiter die Kom. munisten wirklich nur gewählt, damit ihre Vertreter Diäten empSchimpfwerte brüllen und im übrigen sich im Sigungsfaal nicht fangen, Gesangschöre im Reichstagsfaale abfingen, ab und zu fehen lassen? Auswärtiger Ausschuß. Konstituierende Sigung. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags trat am Freitag äußerte fich allerdings noch am Donnerstag dahin, daß bei einem Genossen Hermann Müller zum Borsitzenden, Graf Weſtarp zum Eine hervorragende Persönlichkeit der Bayerischen Volkspartei abend zu feiner tonftituierenden Sitzung zusammen und wählte den Zusammengehen mit den Völlischen die Bayerische Volkspartei stellvertretenden Vorsitzenden und Hoesch zum Schriftführer. Bon nicht einmal mehr wert sei, den Hunden als Edstein zu dienen. den charakteristischen Gestalten des Ausschusses sind zwei, die verAuch das Organ des einflußreichsten Führers der Partei, des Gestorbenen Abgeordneten Stinnes und Helfferich, verschwunheimrats held, schreibt noch am Donnerstag, daß die Komden. Dagegen ist auf der äußersten Rechten Ludendorff, auf promißmöglichkeiten bei der Koalitionsbildung beschränkt seien der äußersten Linten Frau Gohlte( Ruth Fischer) neu aufgedurch die historischen Ereignisse des letzten Jahres. Die„ Bayerische taucht. Staatszeitung" tann am Freitag allerdings an hervorragender Stelle schreiben, daß die Mitteilungen des Regensburger Anzeigers"" zum Teil durch die neue Lage überholt seien. Für die fünftige Gestaltung der Dinge in Bayern dürften deshalb die Verhandlungen am Freitag nachmittag von ausschlaggebender Bedeutung fein". Man geht wohl faum fehl in der Annahme, daß diese Politik der Bayerischen Staatszeitung" ihren Ursprung in der Umgebung Snillings findet, der seine Bartei immer noch nicht ganz verloren zu geben scheint. # Es geschehen Wunder! In Bayern verhaftet man völkische Mordbuben. München, 6. Juni. Der im Prozeß Cadow, dem foge nannten Barchimer Mordprozeß, wegen Begünstigung zu sechs Monaten Gefängnis verurteilte Angeklagte Wulbrede hatte sich der Verurteilung durch die Flucht( nach Bayern!) entzogen. Er wurde gestern in der Nähe Münchens aufgegriffen und wird mit dem nächsten Sammeltransport zur Verbüßung seiner Strafe nach Norddeutschland abtransportiert. München, 6. Juni.( Tul.) Vor dem Münchener Schöffengericht hatte fich heute der nationalsozialistische Stoßtrupp führer Christian Weber wegen Amtsanmaßung und Nötigung, begangen am 8. November 1923, zu verantworten. Der Staatsanwalt lief die Anklage wegen Nötigung fallen, hielt aber die wegen Amtsanmaßung aufrecht und beantragte einen Monat Gefängnis mit Bewährungsfrist. Das Urteil gegen Weber lautete schließlich auf 200 M. und gegen einen Mitangeklagten auf 100 M. Geldstrafe. Die Hallenser Schupo. Warum fie am 11. Mai versagte. Halle, 6. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Das Hallesche Boltsblatt" meldet: Die Schleier, die über den Ursachen des Bersagens der Halleschen Schutzpolizei am 11. Mai liegen, lüften sich immer mehr. Heute wird u. a. folgender höchst merkwürdiger Fall von durchaus zuverläffiger Seite mitgeteilt: Der Kommandeur der Schutzpolizei, Oberst Brunnengräber, hat einen oder mehrere Tage vor dem Faschistenrummel den Parolebefehl an die Beamtenschaft heraus gegeben, daß die am 11. Mai in Halle anwesende Generalität von der Schutzpolizei zu grüßen sei. Auch dem Herrn Oberst Brunnengräber dürfte es mindestens am 10. Mai bekanntgewesen sein, daß unter den angemeldeten Generalen sich auch der hoch verräter Ludendorff nebst einigen anderen Exemplaren von der faschistischen Zunft be finden würden. Der Herr Oberst und Repräsentant der republikanı schen Erefutive am Ort hat also den Befehl gegeben, Todfeinden der Republik Ehrenbezeugungen zu machen. Wir fragen an: Wie ist diese Handlungsweise des Kommandeurs der Halleschen Schutzpolizei mit seiner Stellung als republikanischer Offizier zu vereinbaren? Weiter machen wir darauf aufmerksam, daß ein aus dem unter offizierftande stammender Hauptmann zu den Beamten bemerkte, die Durchführung der militärischen Anordnungen betr. Auflösung der Züge werde ohnehin nicht möglich sein. Durch diese nicht mißzuverstehenden Bemerkungen wurde bei einem großen Teil der Beamtenschaft von vornherein die psychologische Voraus feßung zur Durchführung der Befehle beseitigt. Sodann verdient noch besonders hervorgehoben zu werden, daß die einzelnen Hundertschaftsführer aus den Kammern das beste Lederzeug holen ließen, da, wie sie bemerkten, es darauf anfäme, daß die Schußpolizei am 11. Mai einen möglichst günstigen Eindrud mache. Wir bemerken dazu, daß bei allen bisher beispielsweise durch den Oberpräsidenten der Provinz Sachfen vorgenommenen Besichtigungen der Schuhpolizei fein einziger Offizier auf den Gedanken gekommen ist, seine Beamten mit den vorhandenen Kammerbeständen so auszustajfieren, daß sie auf den höchsten republikanischen Beamten der Provinz einen Imöglichst vorteilhaften Eindruc" machten. Aus den angeführten | Der Ausschuß beschloß, seine erste ordentliche Sitzung für den 17. Juni in Aussicht zu nehmen. In ihr sollen das Sachver ständigen gutachten, der Konflikt mit Rußland und der Handelsvertrag mit Spanien besprochen werden. In der Freitagfitzung des Reichstags hatte der Reichsaußenminister Dr. Strefe mann sich bereit erflärt, im engeren Kreise über die Umstände Auskunft zu geben, unter denen der passive Widerstand im Ruhrgebiet zu Ende gegangen fei, und besonders über die Rolle, die England dabei gespielt habe. Es wurde im Ausschuß die Ansicht vertreten, daß hier der Kreis gegeben sei, in dem Dr. Stresemann feine angekündigten Erklärungen abgeben könne. Das Befinden Dr. Seipels. wurde heute folgende Mitteilung ausgegeben: Temperatur 37, Wien, 6. Juni.( TU). Ueber das Befinden des Bundeskanzlers Puls 96. Respiration 28. Der Zustand der Brustorgane und der Stoffwechsel sind unverändert. Nach gutem Schlafe war der Gefamteinbrud ein günstiger. Die Röntgenaufnahme ergab eine Berdunkelung des unteren rechten Lungenfeldes. Die obere Grenze zeigt deutliche Zeichen einer Abkapselung. Eine Knochenverlegung wurde nicht fonstatiert. Das Revolvergeschoß liegt in dem rüdwärtigen Teil des rechten Unterlappens. Die albanische Revolution. Rom, 6. Juni.( E.) Wie eine offigiöse italienische Mitteilung feststellt, ist die Lage in Albanien sehr ernst, weil die Mehrheit des Heeres zu den Nationalisten übergegangen ist und die Aufständischen vom Norden und Süden her die Hauptstadt zu umfassen beginnen. Die Stellung des Ministerpräsidenten Ahmed Zagoli erscheint erschüttert, insbesondere auch, weil die katholische Bevölkerung des Nordens und die Orthodogen des Südens dem Aufstand den Charakter eines religiösen Kreuzzuges verleiht. Viele Briefter stellen sich an die Spiße der Aufständischen. Zahlreiche Truppen und Polizeifräfte find desertiert und zu den Aufständischen übergegangen. Man erwartet jeden Augenblick den Angriff auf Tirana aus dem Norden und dem Süden. Italien gedenkt jedoch feineswegs, fich in die Angelegenheiten Albaniens einzumifchen, obwohl im Palazzo Chigi der Verlauf des Aufstandes genau verfolgt wird. Sozialistische Arbeiterinternationale. Zagung der Exekutive. J. St. Wien, 6. Juni.( Eigener Drahtbericht) Die Eretutive der Sozialistischen Internationale hat heute 7 Stunden getagt. Es wurde zunächst berichtet über die Probleme des Ostens, insbesondere Rußlands und der Ballanländer. Der Bericht über die von der Luxemburger Sigung der Exekutive einberufene Baltantonferen3 in Bufarest wurde einstimmig zur Kenntnis genommen. Die Probleme der westlichen Staaten tommen morgen zur Besprechung. Dann befaßte sich die Exekutive mit einer Reihe von Fragen administrativer Natur und faßte auch einen einstimmigen Beschluß über die Beitragsleistung und den Boranschlag für das nächste Jahr. Für die Feier des 60. Jahrestages der Gründung der Sozialistischen Arbeiterinternationale in London am 28. September dieses Jahres werden umfassende Borbereitungen getroffen. Außer den Feiern in den einzelnen Ländern wird auch eine zentrale in London stattfinden, an der die Erfutive, die zu dieser Zeit wiederum tagen wird, teilnehmen soll. An der heutigen Sigung hat auch Genoffe Richard Fischer aus Berlin teilgenommen, in der morgigen Sigung wird ein zweiter italienischer Delegierter, Morgari, erscheinen. Das Bureau hält heute eine Nachtsigung ab, in der es sich mit der Bulaffung der Parteien zu Rongreffen und anderen Fragen technischer Natur befaffen wird, über die dem Plenum der Exekutive Borschläge unterbreitet werden sollen, Internationaler Gewerkschaftskongreß mission bringt weiter eine Resolution in Vorschlag zur Be= tämpfung der Reaktion. Sie billigt die Aktion des JGB. und ersucht ihn, dieselbe fortzusetzen, bis die Freiheit der gewerk. fchaftlichen Betätigung gesichert ist. Die Resolution spricht den Opfern der Reaktion, insbesondere in Italien, ihre Sympathie aus und ermächtigt das Bureau, den italienischen Genossen mit allen Mitteln zu Hilfe zu kommen, und ebenso das Bordringen des Faschismus in allen anderen Ländern zu verJ. St. Wien, 6. Juni.( Eigener Drahtbericht.) In der heutigen| gen feiner Sagungen dem JGB. einzuverleiben. Die KomVormittagsfizung erstattete Smit den Bericht der Kommiffion für soziale Gesezgebung. Die Kommission hatte dem Bericht von Oudegeeft wenig hinzuzufügen. Einstimmig wurde die folgende Entschließung gefaßt: Der Internationale Gemert schaftskongreß in Wien nimmt Kenntnis von der großen sozialpoli tischen Errungenschaft, welche den Bädereiarbeitern durch Die gefeßliche Abschaffung der Nacht- und Sonntagsarbeit in Bäcke reien und Konditoreien zuteil wird. Der Kongreß nimmt ferner Kenntnis davon, daß der Internationalen Arbeiterhindern. Tonferenz der Entwurf des internationalen Uebereinkommens, betreffend die gefeßliche Beseitigung der Nachtarbeit, zur Beratung unterbreitet worden ist. Der Kongreß fordert die Bertreter der Arbeitnehmer auf der Internationalen Arbeitskonferenz auf, für die berechtigten Forderungen der in der inter= nationalen Organisation der Lebensmittelarbeiter zusammengeschlossenen Bäckereiarbeiterorganisationen mit aller Entschiedenheit einzutreten. Er Der Präsident Purcell spricht namens des Kongresses der Wiener Arbeiterschaft den Dank und die Bewunderung des Kongresses aus für die gestrige Demonstration, die die Gefühle der internationalen Solidarität getrönt hat. wünscht, daß der Vorstand beauftragt werde, die Erinnerung an diese Demonstration bleibend zu erhalten durch die Stiftung einer Fahne. Der Redner schloß mit einem dreifachen Hoch auf die Wiener Arbeiterschaft, in das der Kongreß begeistert einstimmte. Albert Thomas, der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, weist in feiner Begrüßung auf die fünfjährige Tätigkeit des Internationalen Arbeitsamtes hin, die die Gewert. fchaften fritisiert, kontrolliert und unterstützt haben. Das Arbeitsamt übt feine Tätigkeit aus ohne Rücksicht auf bestimmteTheorien und Richtungen. Die Arbeitervertreter befinden sich in völliger Unabhängigkeit in der Berteidigung ihrer Forderungen. Trotz der wirtschaftlichen und politischen Schwierigkeiten sind bisher über hun. bert Ratifizierungen internationaler Abfommen erfolgt. Das ist gewiß wenig, zeugt aber doch von ständiger Borwärts bewegung. An Stelle der früheren gelegentlichen internatio nalen Zusammenfünfte von Vertretern der Regierungen, der Arbeit. geber und der Arbeitnehmer ist jetzt die ständige Aktion getreten, und diejenigen Länder, welche die Uebereinkommen nicht ratifizieren, müssen fich rechtfertigen. Thomas ist überzeugt, daß es heute nicht mehr möglich ist, wie 1914 alle internationalen Beziehungen mit einem Schlage zu trennen. Die inter. nationale Bewegung ist wirklichkeit geworden. Die Zukunft werde die Versprechungen im 13. Abschnitt des Versailler Friedensvertrages verwirklichen. Den Bericht der Finanztommiffion erstattet Saffenbach. Die Kommission empfiehlt, den Beitrag zum Inter. nationalen Gewerkschaftsbund auf 12 holländische Gulben für je 1000 Mitglieder pro Jahr festzusetzen. Bandesorganisationen, denen es aus Balutagründen nicht möglich ist, diesen Beitrag zu zahlen, können den Antrag stellen auf Herabsetzung des Beitrags. In der Frage Mostau- Amsterdam schlägt die Rommission eine Resolution vor, in der sie ihr Bedauern darüber ausspricht, daß die russischen Gewerkschaften fich weigern, die Sagungen des JGB. anzuerkennen und ihm deshalb fernbleiben müssen. Der Rongreß empfiehlt, daß das Bureau fo weit wie möglich, ohne die Würde des JGB. zu verlegen, seine Bemühungen fortfegt, die russischen Gewerkschaften auf Grund der BestimmunDer Brauerelarbeiterstreik geht weiter. Die Funktionäre der streifenden Brauereiarbeiter nahmen gestern abend im Rosenthaler Hof Stellung zu dem Verhandlungsergebnis vor dem Schlichter. Wie Genoffe Hodapp von der Ben tralftreilleitung berichtete, hatte nicht etwa der Arbeitgeberverband das Braugewerbes, sondern ein unbeteiligter Arbeit geberverband im Laufe des gestrigen Tages den Verfuch unter nommen, die streitenden Parteien zu einer gütlichen Einigung zu bringen In der Frauenfrage bestätigt die Kommission den Be schluß der Frauenfonferenz. In der Nachmittagssigung entspinnt sich eine kurze Debatte. Fimmen beantragt, in der Resolution Mostau- Amsterdam die Worte zu streichen ohne die Würde des JGB. zu verlegen". tutionen einstimmig mit großem Beifall angenommen. Nach einem Schlußwort von Sassenbach wurden sämtliche Reso= Rongreß eine Resolution, betreffend die Reparationen, und Die Bergarbeiter Internationale übermittelt dem ersucht den JGB., deren Lösung gemäß seinen vorherigen Beschlüssen und dem Gutachten der Sachverständigen zu beschleunigen und den anwesenden Delegierten nahezulegen, bei ihren Regierungen darauf zu dringen, daß die Kohlenlieferungen Deutschlands entsprechend den Beschlüssen der Bergarbeiterinternationale festgelegt werden. der Don Auf Vorschlag der Engländer wird einstimmig beschlossen, den nächsten internationalen Gewertschaftstongreß in Paris abzuhalten. Brown berichtet über die vorzunehmenden Statutenänderungen, die insbesondere die Vertretung der fleineren Länder erweitert. Mertens erstattet den Bericht der Kommission Die Kommission empfiehlt, für den Achtstundentag. ( die Mertens vorgeschlagenen Entschließung wir aus Raumgründen später zum Abdruc bringen) hinzu eine internationale Kampagne Dor zufügen, zubereiten, deren Programm die Aufrechterhaltung des Achtstundentages, die Wiedereroberung der verloren gegangenen Errungenschaften, wie die Eroberung des Acht ft undentages in allen den Ländern, in denen er noch nicht eingeführt ist, sein muß, bis die vollständige Natifizierung des Washing toner Abkommens eine endgültige Regelung herbeigeführt hat. In der Reparationsfrage wird beschlossen, daß der JGB. alles unternimmt, damit ein endgültiger Vertrag zustande kommt, der die Reparationen regelt. Eine neue Klausel wurde auf genommen, die die Rechte der deutschen Arbeiter schützt. Der JOB. wurde beauftragt, seine Besprechungen mit der Sozialistischen Internationale fortzusehen, um die vorstehenden Forderungen durchzusetzen. Diese Entschließung wurde einstimmig angenommen. Betriebsvertretung die Anrufung aller zuständigen 3nstanzen, welche die Stillegung der Werte verhüten fönnen." Die Entschließung ist sofort den in Betracht kommenden Stellen augeleitet worden. Lohnabkommen der Klempner. In der gestrigen Bersammlung der Klempner berichtete Dietrich vom Metallarbeiterverband über die Lohnverhandlungen. Der Spigenlohn beträgt 85 Pf., Helfer erhalten 75 Pf., Riemp ner im zweiten Gehilfenjahr bekommen 72 Bf. und im ersten Gehilfenjahr 67 Pf. Die Verhandlungen über die endgültige Regelung des Wanteltarifs fonnten noch nicht abgeschlossen werden. Die Unternehmer verlangten die Beseitigung der 46 ½ stündigen Arbeitszeit und die Streichung des Ueberstundenaufschlages für die neunte und zehnte Stunde. Die Berhand lungstommission lehnte diefes Anfinnen ab. Der bisher bestehende Manteltarif hat daher bis zum 26. Juni noch Gültigkeit. Die neuen Löhne gelten ab 30. Mai. Das Berhandlungsergebnis wurde von der Versammlung gegen wenige Stimmen angenommen. Deutlich kam der feste Wille der Versammelten zum Ausdruck, eine Arbeitszeitverlängerung mit allen Mitteln zu betämpfen. Funktionärversammlung der Transportarbeiter. Eine Funktionärtonferenz der Transportarbeiter aus den Be trieben des BBMI. beschäftigte sich mit der Abstimmung, die in voriger Woche unter den Transportarbeitern vorgenommen worden war. Durch diese Abstimmung sollte festgestellt werden, ob sich eine geeignete Kampfbasis für die Erringung menschenwürdiger Böhne finden würde. Wie Fromte berichtete, ist die Abstimmung burchaus zufriedenstellend und läßt günstige Schlüsse für bie Kampffreudigkeit der Transportarbeiter zu. Infolge bedauer. licher Mißverständnisse hat sich aber ein Teil der Großbetriebe an der Abstimmung entweder nicht beteiligt, oder die Funktionäre haben nur unter den im Verkehrsbund Organisierten abstimmen laffen. Infolgedessen sind nicht alle Beschäftigten erfaßt worden; das Resultat gibt daher nur ein unvollständiges Bild. Der Seftionsleitung liegt aber daran, die Stim mung der gesamten Transportarbeiterschaft zu erfahren. Nach eingehender Aussprache, in der wie in allen vorherigen Versammlungen wiederum eine starte Erregung über die hunger. löhne, die der BBMI. zahlt, zum Ausdruc tam, herrschte in der Versammlung Einmütigkeit darüber, in fürzester Zeit die Transportarbeiter erneut darüber entscheiden zu lassen, ob sie dem Starrfinn der Unternehmer in der Metallindustrie Berlins eine geschlossene Rampffront entgegenstellen wollen. Die Zeit bis dahin werden die Funktionäre zu intensivster Agitation unter den Abseitsstehenden und Lauen benußen. Der Koftzwang im Schöneberger Krankenhaus aufgehoben It unserer Abendausgabe vom 4. Juni( Nr. 260 des„ Borw.") fritisierten wir das Verhalten der Berwaltung des Städtischen Kran fenhauses in Schöneberg bezüglich der Teilnahme des Personals an Hierauf wurden die Wahlen vorgenommen. der Anstaltsbeföftigung. Aus dem Nachrichtenamt des MagiZum Vorsitzenden des Vorstandes wurde an Stelle von strats wurde uns hierzu berichtigend mitgeteilt, daß Beträge Thomas- England, der zum Minister gewählt worden ist, der Vors für nicht entnommene Kost in jedem Falle zurüd= fizende des Gemertfchaftstongreffes Purcell gewählt. gezahl worden feien. Neu abzüge für nicht genossene Kost sind Zu Bizepräsidenten wurden gewählt: Jouhaur nicht gemacht worden. Selbstverständlich müßten etwaige KünFrankreich. Mertens. Belgien, Leipart Deutschland und zu digungsfristen bei der Teilnahme an der Beföftigung innegeholten Sefretären Brown England, werden. Duedegeeft= Holland, Saffenbach- Deutschland. Hierauf schloß der Vorsitzende nach einem furgen Rückblick auf die Tagung den Kongreß mit dem Ruf: Es lebe die Internationale!" = daß der Extrabeitrag für die Bergarbeiter nicht mehr erhoben wird, weil inzwischen in den Kohlenrevleren die Arbeit wieder aufgenom men worden ist. Bon der Versammlung wird es gutgeheißen, daß den arbeitslofen Kollegen am Johannisfefttage in althergebrachter Weise 3 M. aus der Gaufaffe gezahlt werden. Aus Anlaß des letzten Streits ist eine größere Anzahl Kol fegen aus der Organisation ausgeschlossen worden. Verschie dentlich sind nun Gesuche sowohl an den Gaus als auch an den Zentraivorstand gelangt, einem Teil dieser Ausgeschlossenen die Rückkehr in den Verband zu ermöglichen, weil sie bei den damaligen verworrenen Verhältnissen in Un fenntnis gehandelt und da her die Arbeit vorzeitig wieder aufgenommen hätten. Die Vorstände haben sich eingehend mit der Frage einer" Amnestie" beschäftigt. Braun präzifierte den Standpunkt des Gauvorstandes dahin, daß nur an eine bedingte Wiederaufnahme gedacht werden fönne. Es fämen dafür mur Kollegen in Betracht, die sich im letzten halben Jahr einwandfrei als Kollegen im wahrsten Sinne des Wortes geführt haben und für die sich die Belegschaften verbürgen. Ein dahingehender Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen, nachdem einmütig die Auffassung vertreten worden war, daß die Aus. schlüsse grundsätzlich zu Recht erfolgt feien. Den Auftaft zum fommenden er bandstagin Hamburg bildete die Aussprache über die diesbezüglichen Anträge. Die An träge des Gauvorstandes, die in gedrängter Kürze alle für die Gefamifollegenschaft wichtigen Fragen zusammenfassen, wurden von Pietsch eingehend begründet. Bon den kommunistischen Kollegen find zum Teil recht langatmige Anträge eingebracht worden. Einige dieser Anträge find durch die Praxis längst überholt. Nach ausstands zur Tarif- und Lohnpolitik des Verbandes, in bezug auf den Graphischen Bund und zur Frage der Breß freiheit angenommen. Dagegen stimmte lediglich die fleine Zahl fommunistischer Delegierter. Ein Antrag, wonach bei fünftigen Stichwahlen die Namen der Kandidaten nicht mehr nach dem Alphabet, sondern nach der in der Hauptwahl erhaltenen Stimmenzahl zu ordnen find fand ebenfalls Annahme. Obwohl die Lohntommission größtes Entgegen tommen zeigte und mit der Forderung bis auf 2 M. pro Woche über den bereits bewilligten Spizenlohn von 35 M. herabging, lehnte der Vertreter ber Brauereien, Generaldirektor Dr. Jäger jeben Pfennig meiterer Lohnzulage ab. Brachte er es doch fertig, den Brauereiarbeitern flagranten Tarif bruch vorzuwerfen und mit Klagen gegen die Streifenden vorzugehen. Auf Grund dieser Einstellung des Arbeitgeberverbandes ist den Streifenden der Restlohn nicht gezahlt wor den. Weiter erklärte diefer Herr: Das Pfingstfest ist den Brauereien nun doch verdorben und nach Pfingsten werden wir schärfere Maßnahmen ergreifen. Somit ist flar erwiesen, daß die Brauereien ben Rampf unter allen Umständen wollen. Das erklärt sich auch daraus, daß bereits in fieben Betrieben die Technische Nothilfe" eingesetzt worden ist, obwohl sich nirgends die Streifenden geweigert haben, die Notftandsarbeiten zu verrichten. Wie die Technische Not hilfe mißbraucht wird, dafür nur ein Beispiel: Im Böhmi schen Brauhaus wurde die Teno" eingesetzt, um die Kühlgiebiger Debatte wurden sämtliche Anträge des Gauvor maschine in Gang zu halten. Laut Beschluß der Streifleitung ist Das teine Notstandsmaßnahme, sondern glatte Streitarbeit. Aber dadurch versucht man eben die Streifenden zu reizen, um dann in der bürgerlichen Preffe laut zu schreien, die Teno" ist notwendig. Ueberhaupt wird vom Arbeitgeber verband versucht, uneinigkeit in die Reihen der StreiBenden zu tragen. Er hofft jedenfalls auf die sog.„ Oppofition" im Brauereiarbeiterverband. Aber diese Hoffnungen werben bald zu Schanden werden. Die gestrige Funktionärversammlung hat gezeigt, daß die Kommunisten ein verlassenes häuflein sind, die mit ihren Phrasen feinen aufgeklärten Funktionär loden fönnen. Wenn nur ein ein aiger fommunistischer Diskussionsredner mit dem albernen Mittel des Generalstreits" der gesamten Lebensmittel und Getränkearbeiter von Groß- Berlin fpielt und eine so deutliche Abfuhr von allen anderen Rednern erhält, ist das ein Beweis, daß diese Funktionäre wohl wissen, wie sie den Kampf zu führen haben. Die Arbeitgeber werden sich jedenfalls in diesen ruhigen und fachlichen Funitionären bitter täuschen. Die Kampfesstimmung war vorzüg lich. Die Berliner Arbeiterschaft weiß jetzt, wo bie Scharf macher figen. Die Brauereiunternehiner wollen ihre Arbeiter unter allen Umständen auf die Knie zwingen. 11 Um den follegialen Zusammenhalt in der Organisation zu fördern, wird in diesem Jahre wieder ein Stiftungsfest veranstaltet. Bei der Beschlußfaffung über dieses reformistische Verhalten verließen die Kommunisten demonftrativ den Saal, Protest gegen den Abbau der Deutschen Werke. Eine am Donnerstag nachmittag abgehaltene BetriebsveriammTung, die von mehreren tausend Arbeitern und Angestellten des Werks Spandau besucht war, nahm nach einem Bericht der Betriebsleitung über die Einschränkungen der Berle und die Ent laffung von borläufig rund 1500 Arbeitern und Angestellten folgenbe Entschließung einstimmig an: Die Belegschaft der Deutschen Werke( Spandau) protestiert Buchdrucker und Hamburger Generalversammlung. gegen die Einschränkung und Entlassungen. Sie forbert: 1. von Am Donnerstag fand eine Generalversammlung der Berliner der Reichsregierung die Bereitstellung von Buchdrucker im Gewerkschaftshaus statt, in der für die Organisation Mitteln für die weiterführung der Werke, damit wichtige Fragen zur Beratung standen. Braun teifte zunächst mit, eine weitere Berelendung der Arbeiter vermieden wird; 2. bon der Wir stellen fest, daß das, was wir in der Angelegenheit berich teten, durchaus den Tatsachen entsprach. Doch stehen wir nicht an zu erklären, daß auch die Darstellung aus dem Nach. richtenamt richtig ist- feitdem unfere Notiz ere schienen ist. Etwa ein Bierteljahr lang ist den Angestellten, die von der Anstaltsbeföftigung nichts wissen wollten, das Geld dafür einbehalten worden. Aber nach Erscheinen des„ Vorwärts"-Artikels wurden den Beteiligten die einbehaltenen Beträge bis zu 80 M. zurückgezahlt. Damit ist die Angelegenheit zur Zufriedenheit der Angestellten erledigt. Die Gewerkschaften Italiens unter Aufsicht. eine und Körperschaften, welche den Schutz der wirtschaftlichen und Nach einem Erlaffe vom 24. Januar d. 3. unterstehen alle Ber fittlichen Interessen zum Ziele haben und ihre Mittel ganz oder teil weise durch Beiträge der Arbeiter aufbringen, der Au ficht der politischen Provinzbehörden. Sobald Grund zu der Annahme besteht, daß Vertrauensmiz brauch vorkommt oder gesetzwidrige Verwendung, oder Verwendung wirtschaftlichen oder sittlichen Lage der Arbeiter nichts zu tun haben, der Mittel zum Schaden der Mitglieder oder für Zwecke, die mit der so fann der Provinzpräfett eine Kontrolle vorneh men oder eine Untersuchung über die Tätigkeit der betreffen den Körperschaften; er fann ihre Handlungen abändern oder aufheben, in schweren Fällen auch die Leitung für aufgelöst erklären und die Verwaltung des Bereinsvermö gens für einen ein Jahr nicht überschreitenden Zeitraum einem Rommissar übertragen, damit dieser es erhalte und für solche Zwecke verwende, die den Interessen der betreffenden Vereini gung entsprechen. Berufung gegen solche Maßnahmen des Präfefe ten ist möglich an den Minister des Innern, Berufung gegen dessen Entscheidung, aus dem Rechtswege, an den Staatsrat. Wenn die Berwaltung des Vereinsvermögens einem Kommiffar übertragen wurde, so hat dieser über den Stand des Bec mögens und die etwa festgestellten Unregelmäßigkeiten einen ge nauen Bericht vorzulegen. Durch begründeten Grlaß bestimmt dann der Präfeft, nachdem er nötigenfalls die Beteiligten vorher hörte, ob die Verwaltung des Vereinsvermögens fortzusetzen oder seine Liquidation herbeizuführen ist. Der Erlaß enthält auch Bestimmun gen über die Liquidation, über die llebertragung der Bestände an bestimmte Berfonen oder Einrichtungen und über Maßnahmen zum Schuße der öffentlichen Ordnung. Die üble Finanzwirtschaft, die in ben neuen faschistischen Zwangsgewerkschaften sich bemerkbar gemacht haben mag, hat offenbar zugleich den Vorwand geliefert zur Schifanierung der freien Gewerkschaften. Jum Streit in der Berliner Herrenwäscheindustrie wird ge meidet, daß sich am Freitag bei der Firma Pohl u. Hofmann, Wusterhaufener Str. 16, weitere 100 Arbeiter und bei Müller u. Sußmann 104 Arbeiter den Streifenden angeschlossen haben. Wertmeister Renkölln I. Wegen der Feiertage findet die fällige Monats perfammlung erst am Sonnabend, den 14, Juni, Weichselstr. 8 statt. Der Borstand. Butab- Mitglieber! Der Pfingsfeiertage wegen ist die Ortsverwaltungs Gefchäftsstelle in der Werftfte, 7 Montag, den 9. Juni, und Dienstag, den 10. Juni, gefchloffen. Berantwortlich füle Politik: Ernst Reuter: Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Eglorn; Feuilleton: Dr. John Schilowski, Lokales und Gonftiges: ri Razstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruceret und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. Berlin S. 68., Lindenstraße& Hierzu 2 Deilagen. Backpulver Penner Kuchenkenner für Qualitätsmarke überall gesucht und erhältlich Nährmittelfabrik Julius Penner AG Berlin- Schöneberg. Nr. 265 ❖ 41. Jahrgang 7. Heilage öes Vorwärts Sonnabend, 7. Inn! 1924 pfingstwanöerungen. Durch die prignitz. Die Pfingstwanderung durch die Prignitz beginnen wir in W i t t- sto ck, das wir vom Stettiner Fernbahnhof über Kremmen und Neuruppin erreichen. Die Stadl liegt an der Einmündung der Glinde in die Dosse. auf der Spitze der Hochfläche, die sich von Norden her in den Winkel schiebt den beide Flüsse bilden. Wittstock blickt aus ein hohes Alter mrück, wird es doch bereüs in einer Urkunde von 946 genannt. Die Stadt war lange Zeit der Wohnsitz der Bischöfe von Havelberg. Bon der in der ersten Hälft« des 13. Jahrhunderts erbauten Burg ist nur noch der Amtsturm, das „Wahrzeichen von Wit'Üock". erbaut» geblieben. Manchen schönen Rest mittelalterlicber Baulichkeiten birgt Wittstock noch in seinen Mauern.— Bon Wittstock wandern wir in fast westlicher Richtung durch äußerst hügeliges Gelände auf der Chaussee nach T e ch o w. Etwa eine Swnde von Wittstock entfernt kreuzen wir die„Landwehr", eins der wenigen erhaltenen Außenwerke städtischer Befesti- gunnen des Mitte'alters. Bei Teckow sieat das Stift Heiligen- grabe, als Kloster„Zum Heiligen Grabe" gegen End? des 13. Jabrbunderts gegründet und nach der Reformation in ein adliges Fräuleinstift umgewandelt. Die ehemaligen Klostergebäude mit ihren Bogen und Gewölben, mit ihren Denierungen außen und innen teuren von der B iitezeit mittelalt�Ikicher Baukunst in der Heimat. In dem in der Nähe gelegenen Etisenbain ist die Königs- eicbe mit 814 Meter Umfang bemerkenswert. Bon Heiligenqrgb« wandern wir über Wilmersdorf, einem Rimddorf nach A l t- k r ü s s ow. Dieses Dorf war um 1-400«in vielbesuchter Wallfahrtsort: hier befand sich ein wund�tätwes S'. Ann-nbilb. llebei- B e v e- rinqen kommen wir nach P r i tz w a l k, eine an der Dömmnitz gelegene Stadt, die seit 1236 Stadtrechte besitzt Das Stad'bild ist jedoch völlig neuzeitlich, denn 1821 brannte Pritz'valk fast vollständig nieder. Bon der asten Bcfestiauizq sind ebenfalls nur noch gering« Reste erhalten geblieben.(Entfernung von Wittstock etwa 24 Kilometer.) Mit der Eisenbahn fahren wir bis G r o ß- P a n k o w. Don hier wandern wir in der N6he der Danke(nicht m verwechle/n mit dem Berliner Fstiß gleickv-n Namens!) über Wolfshagen nach Seddin. Wir können auch von Dritzwalk zu Fuß hierher aelanaen. wodurch die Wanderung um 7 Kilometer verlängert whd. Auf der Feldmark des Dorfes liegt das Königsarab von Seddin, das größte Hünengrab Deustchlands. Etwa 30 000 Kubikmeter Erde und ©'«ine enthält der Hiiael, der sich 11 Meter hoch aus der Ebene er- hebt und etwa 300 Schritt Umfang mißt Ein mächtiger Herrscher muß es gewe'en sein, dessen Reste man in diesem Grast beia-setzt bat. Das Grab ist aeöffnet worden, die Grabfunde liegen im Mär- tischen Museum in Berlin. Bemerkenswert ist das Grab von Seddin auch dadurch, daß in ihm das älteste Eilengerät in der Mark Brandenburg gefunden wurde.'Das Grab gehört der jüngeren Bronzezeit an, es wurde etwa um 1000 v. Ehr. errichtet.— Bei Seddin mündet die Pan>V in die S t e p e n i tz. Dom Königsarab wandern wir nach Groß linde, einem Runddorf am Schlatbach. und weiter am Fuß d�s 83 Meter hoben Weinbergs vorüber sprach- Im» Aussicht auf die Drignitz) nach Derleberg. Die Stadt liegt auf einer Insel der Stepenitz: sie ist um die Wende des 13. Jahr- Hunderts anaelent worden. Sicber bestand hier, an der Handels- straße von Havelberq zur Ostsee(Wismar. Rostock und Lübeck), schon vordem eine wendilche Siedlung. Die einstig« Ringmauer ist bis auf w-nige Reste verschwunden. Am Mark� stoben noch einig« schöne Fa ch w e r k h ä ii i e r, die die mehrfachen schweren Feuersbrünste der vergangenen Jahrhunderte überdauert haben. Gegenüber dem Rotbaus steht der Roland, ein Denkmal aus dem Jabre 15i6. Derleberg war ebemals bcsond-rs berühmt durch die Glanzwichse, die dort hergestellt wurde(Entfernung von Groß-Pankow etwa 20 Kilometer.) Bon Perleberg führt eine Bahn nach Wittenberge an die Berlin-Hamburger Eisenbahn. S'eht uns noch ein dritter Wandertag zur Nerfüouna. so wandern wir von Per'eberq südlich in der Näh« der Steneuitzniederuna nach Bollbrück am Jeetzbach und weiter durch die Stadtforst nach W i l s n a ck. einem kleinen Stadt- chen an der Kortbane. Der Ort wurde als Dorf im 12. Jahrhundert gegründet. Am End» des 13. Jahrhunderts erhielt Wi'snack großen Rubm durch das„Wunderblut". Auf einigen Hostien sollten sich B'utstropfen gebildet haben; wahrscheinlich war es ober«in roter Spaltpilz, der sich darauf angesiedelt hatte. Aus ganz Deutschland und den umliegenden Ländern wallfahrten große Menschenscharen zum Wunderblut von. Wilsnack. Am 28. Mai 1352 verbrannte ein evangelischer Prediger die Hostien; erst da hörten die Wallfahrten auf. Der Name Wilsnack erinnert an den Bolksstamm der Wilzen, der um 800 diese Landschaft bewohnte.-(Wegläng« von Perleberg etwa 17 Kilometer.) Bon Wilsnack führt uns die Hamburger Bahn nach Berlin zurück Suckow. Buckow und seine Umgebung, die märkische Schweiz, gehört zu den Gebieten, die jeder Wandersreund immer wieder gern aufsucht.„Bei bloßer Nennung des Namens steigen freundliche Landschaftsbilder auf: Berg und See, Tannenabhänge und Laub- Holzschluchten, Quellen, die über Kiesel plät'chern. und Birken, die, vom Winde halb entwurzelt, ihre langen Zweige bis in den Waldbach niedertauchen." So sagt schon Fontane, der Altmeister der mär- Stift Heiligengrabe, Klosterhof. tischen Wanderei. Um dieses schöne Gebiet aufzusuchen, fahren wir mit den Fernzügen der Ostbahn bis Dahmsdorf- Münche- berg(Sonntagskarte). Hier besteigen wir die Kleinbahn, die uns zum Städtchen Buckow bringt. Schon während der Kleinbahn- fahrt sehen wir, daß das Gelände außerordentlich hügelig ist. Berge und Mulden wechseln ständig miteinander ab; aus den Mulden blitzen mitunter Seen auf, die das Landschaftsbckd freundlich beleben Dieses Gepräge der Landschaft verrät uns, daß wir uns in einem eiszeit- lichen Endmoränengebiet befinden. Wir wandern vom Bahnhof Buckow nicht in die Stadt, sondern links ab durch die Mühlenstraße, und auf dem Weg nach Hasenholz zur Buckower Ziegelei. Links liegt der Abendrotse«, rechts der Weiße See Bon der Ziegelei wenden wir uns nach rechts zum Westuser des Scharmützelsces. Meist dicht am See führt der Weg nach Nord. Links fallt die Hochfläche ziemlich steil aus beträchtlicher Höhe zum Ufer ab. Bon zahlreichen Schluchten, sogenannten Kehlen, wird sie durchschnitten. Diese Schluchten sind von den Regen- und Schneeschmelzwassern aus- gewaschen worden; sie liegen meist trocken, nur nach ausgiebigen Regenfällen und zur Zeit der Schneeschmelze führen sie Wasser. Wir steigen auf die Bollersdorfer Höhe am Nordende des Scharmützelsees. Bon hier oben�haben wir einen schönen Ausblick über diesen langgestreckten Rinnens««. Bon der Höhe geht es zur Buckower Chaussee hinab. Bor dem Sophienfließ, das die Grenze zwischen den Regierungsbezirken Potsdam und Frankfurt a d. O. bildet, wenden wir uns links ab. Der Poeten st«ig führt am Waldrand in der Nähe des Fließes hin. Auf der einfachsten aller Brücken— mehrere Findlingsblöck« quer durch den Bach— schreiten wir zum anderen Ufer hinüber und dann weiter ibergan. Durch schönen Mischwald geht es, der besonders reich an Akazien ist, zum Dachsberg. Bon dem schirmartigen Pilz schauen wir auf die tief unten liegende grünliche Wasserfläche des von Sogen umwcbe- nen kleinen Tornowsees. Am Teufelsstein, einem gewaltigen ge- borstenen Findlingsblock vorüber wandern wir zur Silberkehle, einer tief ausgewaschenen Schlucht. Tief unten am Grunde zieht«in Bächlein leise plätschernd zu Tal. Ihren Namen hat die Silberkehle von dem Glimmersand, der an den Wänden zutage tritt, und dessen winzige Glimmerschüppchen wie Silberblöttchen glitzern und funkeln. Der Glimmersand ist tertiären Ursprungs; er gehört also dem erd- geschichtlichen Zeitabschnitt an, der der Eiszeit unmittelbar voran- ging. Wir kommen am großen Tornowsee vorüber zur Pritz- Hagener Mühle, einer Wassermühle, die von der Stobber oder Stobberow getrieben wird(vgl. Abbildung). In südlicher Richtung wandern wir' weiter bis über den Abflußgraben des großen Tornowsees. Hier biegen wir links ab zu den Wiesen, die die Stobber durchfließt Dieses Fließ entwässert das Rote Luch, zene natürliche Grenze des Barnim vom Land Lebus, nach Norden zur Oder und Ostsee, während vom Roten Luch nach Süden die Läcknitz abfließt, die ihre Wasser zur Spree und damit zur Nordsee führt. Am Rande von Wiese und Wald wandern wir zum Schweizerhaus; hier sind wir wieder auf der S'raße nach Buckow. Kald haben wir das freundliche Städtchen erreicht, an dessen Häusern die Rosen emporklettern. Freienwalde ist eine Dame, Buckow ist eine ländliche Schönheit", so kennzeichnet Fontane diese beiden Städte der Mär- kisckien Schweiz. Während Freienwalde ein feineres Gewand angetan hat, ericheint Buckow im einfachen, schlichten Kleid. In früherer Zeit blühte in Buckow der Hopfenbau: dem Buckower Hopfen ver- dankt das Bernauer Bier seinen Ruhm. Dies« Herrlichkeit ist jetzt aus. aber mehrere Imkereien gibt es. Auch Buckow blickt wie die meisten märkischen Städtchen auf ein hohes Alter zurück; bereits in einer Urkunde von 1249 wird es erwähnt, jedoch hat hier vordem schon eine wendisch« Siedlung bestanden. Wir gehen zum Klein- bahnhof, dem Ausgangspunkt der Wanderung, und lassen uns vom Zügle nach Dahmsdorf-Müncheberg bringen. Rüstige Wanderer werden dagegen diesen etwa 6 Kilometer langen durch schönes Ge-� lände führenden Weg zu Fuß zurücklegen. Wegläng« bis Buckow (Klein bahnhof) etwa 22 Kilometer. Zum Wolziger See. Diese Wanderung, die uns in das Land Storkow führt, beginnen wir in K ö n i g s w u st e r h a u s e n, das wir mit den Vorortzügen vom Görlitzer Bahnhof oder von der Stadtbahn(in Niederschöne- wzide umsteigen) erreichen. Vom Bahnhof wenden wir uns sogleich östlich zum Tiergarten, einem schönen Gehölz am Krimnicksee. Gleich hinter der Spukbrücke, an der Chausscegabelung, wandern wir rechts ab nach Senzig, einem hübsch am Krimnicksee gelege- nen Dorf. Im Mittelalter gehörte Senzig zum„Schenkenländchen", das ursprünglich ein Teil der Lausitz war und unter böhmischer Oberhoheit stand; erst 1462 kam es an Brandenburg. Um die Feld- mark von Senzig war es nicht gut bestellt;„ihr bestes ist, daß sie fischen und Schafe halten dürfen", heißt es in einer Urkunde von 1703. Im 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerungszahl ganz be- trächtlich an; Ziegeleien und Kieswerke, die angelegt wurden, waren die Ursache; auch Schiffeissamil-en ließen sich nieder. Etwa von der Mitte des Orts führt halbrechts der Weg über Felder und durch die Senziger Heide nach Gussow. Auch dieses Dorf gehört« zum Schenkenländchen. Unter den Wirren des dreißigjährigen Krieges hatte es schwer zu leiden; nur vier Hüfner waren von seinen Be- wohnern übrig geblieben. Gussow liegt am Abfluß der Dahme aus dem Dolgen- oder Trüben See. Wir wandern nun auf dem West- und Südufer des Sees bis zu seinem Ostende, an der Einmündung der Dahme, Hier lassen wir uns mit der Fähre nach Dolgen- b r o d t übersetzen. Wir kommen in der Nähe des Langen Sees und des kleinen Kuchensees, auf dessen jenseitigem Ufer das Dorf Blossin lieg', zum großen Wolziger See. Am Nördufer lMt Wolzig. Von hier überschauen wir die gewaltige Wasserfläche des fast kreisrunden Sees, der in seiner größten Zlusdehnung etwa 314 Kilometer mißt. Er gehört zu den Storkower Gewässern, die aus dem Scharmützels«« kommen und durch den großen S'orkower oder Dolgensee, Wolzig«? See und Langen Se« zur Dahme ab- fließen. Von Wolzig wandern wir östlich nach Kummersdorf. Kurz vor dem Dorf überschreiten wir den Strrkower Kanal, der den Storkower See mit dem Wolziger See verbindet. Eine kurze Wanderung gen Nordost bringt uns zum Bahnhof, von dem wir die Heimfahrt über Königswusterhausen(umsteigen) antreten.(Weg- länge etwa 24 Kilometer.) Tegel— öirkenweröer. Die Umgebung von Teael zeigt uns eins der schönsten Wald- gebiete, die wir in der nächsten Nähe der Reichshaupsstadt haben. Herrscht unter den Waldbäumen auch die K'efer vor, so geben doch zahlreiche eingesprengte Laubbäume, wie Birken und vor allem 1] Die Venus von Syrakus. Don Clara Rahka. 1. Das Segelschiff, mit Flanken so rauh und narbig wie ein alter Elefant, wurde von mehreren starken Fischerbooten in den Hafen von Palermo gezogen. Die langgedehnten Rufe der arbeitenden Männer hallten in den klaren, stillen Morgen hinein. Das kranke Ungetüm lag schräg und mißmutig da. Die schweren blauen Wogen schaukelten es auf und ab. Fast hatte der Segler sein Leben lassen müssen. Böse Tage, böse Nächte, schwarz, brüllend, mit weißem, gierigem Auszischen— das sollte ein anderer bestehen, nicht so ein aller Elefant. Auf seinem Rücken, dort wo man den herrlichen Rund- blick hatte, saß ein junger, brauner Bursche, barhäuptig, in einem zerrissenen Hemd, die Hosen mit emem bunten Fetzen um die Lenden gebunden.„Goveu, cl'oro— conca d'oro!" (goldene Muschel) schrie er von Zeit zu Zeit. Es war ein Ruf, der mitten aus seinem Herzen drang. Mit einer Bewegung von unhemmbarer Glückseligkeit schwenkte er seinen Arm. �, �...... Da lag sie die goldene Muschel, und m ihre schimmernde. längliche Oeffn'ung oebettet die herrliche Stadt, im Angesicht der silberglänzenden Vorgebirge Monte Pellegrino und Monte Eatalsano überragt von den zarten Umrissen jener begnadeten Höhen, die aus Orangen- und Limonenhainen emporwachsen. aus Gärten, erfüllt vom Duft unzähliger Blumen, zärtlich überschattet von Palmen und Oleanderbüschen, von Feigen-, Pfeffer- und Erdbeerbäumen. Und hach hinau? in: leuchtenden Gestein die starken. grünen Agaven und Ommtien. mit gelben und roten Blüten. die. kleinen Flammen gleich, zur kahlen, in allen Farben schimmernden Höhe emporzüngeln.,., � In dieser goldenen Muschel, die am blauen, spielenden Meere ruht, die alten Paläste und Kirchen, die bunten, engen Gassen, die Runen vieler Völker. Karthager, Römer, Goten, Biizontiner. Sarazenen, die Hoheullaufen. Spanier und die Vourbonei!— alles ging durch sie hindurch, bis Garibaldi seine Fahne in diesem lacheüdeu Gold. Grün und Blau entsaltste. 0Couca d'oro 1" ruft der junge Renzo,„conca. d'oro," und die Liebe zu dieser Schönheit ringsumher sprengt ihm fast die Brust. In Neapel war er gewesen für seinen Meister, den alten Francesco Gagini, der sich rühmt, ein Nachfahr jenes großen Gagini zu sein, des Bildhauers. Und wenn er vor seinem Block steht, der Alte, mit den halbblinden Augen zwinkernd, dann gehen seine Hände liebevoll über den Marmor dahin, immer noch auf das Wunder kzoffend, das ihn neben jenen Großen stellen soll. Und kommt dieses Wunder nicht— nun, so stirbt ein heiterer Mann, mit sich selbst und aller Welt zufrieden, doch am meisten mit jenem jungen Renzo, von dem er sagt, daß ein Funke in ihm lebt— der Funke— eben jener Funke! Näher kann er das nicht erklären, und mit diesem einen Worte hat er auch genug gesagt. Renzo hatte eine Knabenstatuette nach Neapel gebracht und eine über und über mit kunstvollen Arabesken verzierte Marmorvase. Wie ein Volksauflauf war es gewesen als er abfuhr, und nun er wiederkam, abgerissen von der wilden Fahrt, tiefglück- selig, da stand keine Menschenseele am Hafen, die er mit seinem Jubel hätte überschütten können. Der Alle, die Gesellen, Fiametta, der ganze Hof, die Gasse, sie alle hatten wohl schon für seine arme Seele in San Domenico gebetet. Er aber schritt wte ein Sieger durch die Porta Felice, die schwere Geldkatze unter den bunten Fetzen. Durch Gassen und Gäßchen trabte er, die eben be- gannen, den Schlaf aus den Augen zu reiben. Im Hofe des alten Palazzo Vigliena aber— Renzos Ziel— fing der Tag fast mit dem ersten Hahnenschrei an. Da waren die Familien Gagini, Falconi, Bruscoli, Eampo- fiori und viele andere, lebhaftes, betriebsames Volk. Zumal die Gebrüder Falconi konnten niemals Ruhe halten. Kaum, daß sie erwachten, flog ihnen schon«in Lachen und Trällern vom Munde, und ehe sie sich zur Ruhe lechen, sangen sie, so laut Gott es ihnen gegeben hatte, eines jener Lieder, die tagaus, tagein über den Straßen schwingen. Der ganze Palazzo, von oben bis unten in kleine Woh- nungen ausgeteilt, lernte die Pälermoer Lieblingslieder von den Brüdern Falconi. Eben wollte Renzo in den Torbogen eintreten, da kamen ibm Falconis Eselgeipanne entgegen, dickst nebeneinander, wie um die Wette losfahrend. Als die Lenker jedoch Renzo gewahrten, hielten sie sofort lnn« und sprangen von ihren hochräderigen Karren. „Ha— da ist er! Wir haben ihn! Wir bringen ihn!" riefen sie und nahmen ihn triumphierend in die Mitte. Auf den Galerien des großen Vinnenhofes erschien eine Unmenge schwor, zhaariger, unfrisierter Köpfe. Jung.« Mäd- chen im kurzen Unterrock, ein buntes Tuch rasch um die Schultern geschlungen, lehnten über den Geländern, eine viel- stinimige, entzückte Begrüßung fiel wie Blumenregen auf den obgerissen aussehenden Burschen. Hatte man Renzo mitsamt der Geldkatze und dem Segelschiff doch fast aufgegeben. Eine umfangreiche Frau kam mit ausgebreiteten Armen auf ihn zugelaufen. Das war seine Wirtin, Frau Bruscoli, die Mutter der hübschen Fiametta, die ihr Gesicht hinter einem Büschel blauer Federn verbarg, da die Tränen ihr über die runden Backen rollten. Renzo war der erste Mann, der ihr süß im Blute lag. Kaum hatte sich der junge Seefahrer von der stürmischen Begrüßung der Mutter Bruscoli befreit, da schob sich der alte Gagini heran.� Er machte ein Kreuzzeichen auf Renzos Stirne, der stolz vor ihm stand; er konnte vor Rührung kaum sprechen. Doch Renzo riß den bunten Fetzen von seinen Lenden und klatschte auf den prallen Ledergurt. „5kein Stück ist mir verloren gegangen, und wenn wir noch so toll hin und her kollerten und Wasser schluckten, daß es den Atem verschlug, das da habe ich mitgebracht!" Immer breiter und fester wurde der Ring um den jungen Renzo, jeder wollte ihn leibhaftig sehen und wenn irgend möglich auch den Inhalt der Geldkatze. Zum Zerplatzen ge- füllt, mit blanken Goldstücken gefüllt, so stellte man sich diesen Ledergurt vor, denn Gagini, gewiß, Gagini, das war der Mann! Der Große unter ihnen, der Stolz! Ehre und Gold, wem es gebührt! Wie in einer Prozession führte man den alten und den jungen Bildhauer in den weiten und dunklen Raum Gaginis, der zu ebener Erde lag. Viele sahen zu, als der Alte nun feierlich zählte, und keiner mißgönnte ihm den goldenen Fischzug. War es auch viel weniger, als man sich gedacht hatte: Gold war es dennoch. Renzo aber lief die vielen Stufen hinauf zur Wohnung der Bruscoli. Fiametta saß in de- letzten Kommer h-stt; den Kops geneigt und nähte mit ihren schmutzigen tieinen Fingern an einem lustigen Federbüschel.(Fortsetzung folgt.) Buchen Jowie reichliches Unterholz recht mannigfache Waldbilder| Eisenbahnunglück am Bahnhof Großgörschenstraße. von großer Schönheit. Mit der Straßenbahn oder vom Stettiner Borortbahnhof mit den Velfener Vorortzügen fahren wir bis Tegel. In der Nähe der Humboldtmühle, die am Tegeler Mühlenfließ liegt, und am Schloß Tegel vorüber wandern wir zum Waldbeginn. Hier ist das alte Schloßrestaurant mit seinem großen Vorbau, in dem früher die Reifenden der Postkutschen rasteten, wenn sie nach Neuruppin reisten. Wir wandern auf der schönen Waldchaussee weiter, unter der Kremmener Bahn hindurch und alsbald rechts ab zum Forsthaus Tegelgrund. Nach kurzer Wanderung folgen wir dem links abbiegenden Weg nach Stolpe. Das Gelände ist hügelig. Es ist völlig verdünt. Die Kuppen, die wir sehen, sind vom Wind zusammengeweht. Am Ende der Eiszeit, als der hier befindliche Sand des Haveltals noch frei von Pflanzen wuchs war, gingen diese Veränderungen auf der Erdoberfläche der Ein Tender in den Tunnel gestürzt. Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich gestern abend auf dem Bahnhof Großgörschenstraßen und rief dort große Aufregung hervor. Prellbock hielt, von einer anderen überfahren worden sein, so daß Nach den ersten Meldungen sollte eine Lokomotive, die an einem Prellbod hielt, von einer anderen überfahren worden sein, so daß sie den Prellbock hinwegriß und durch eine Ueberführung werden, auf die Straße stürzte und dabei am Mauerwert über die Züge der Ring- und Wannseebahn sowie Fernzüge geleitet hängen blieb. Ob und wieviel Personen hierbei zu Schaden gekommen waren, konnte zunächst nicht angegeben werden, auch über die Ursache des Unglücks verlautete nichts. Polizei sperrte Die Heiratsfabrik v. Haeußler- Danziger. Zuchthausstrafen, aber Bewährungsfrist. Nach viertägiger Berhandlung wurde gestern mittag das Urteil in dem Adelsehenprozeß v. Häußler- Danziger verkündet. Der Angeflagte Ewald v. Häußler wurde wegen vorfäßlicher Personenstandsveränderung in gewinnsüchtiger Absicht in Verbindung mit schwerer Urkundenfälschung und intellektueller Urkundenfälschung in 6 Fällen sowie wegen eines Falles der Beihilfe zur Bigamie in Berbindung mit schwerer Urkundenfälschung und Betruges in drei weiteren Fällen zu einem Jahr sechs Monaten 3uchthaus, wobei ein Jahr als verbüßt erachtet wurde, verurteilt. Der Angeklagte Paul Danziger wurde der vorfäßlichen Personen= standsveränderung in gewinnsüchtiger Absicht in Verbindung mit Fällen der Bigamie schuldig befunden und zu einem Jahr einen Monat 3uchthaus verurteilt, auf welche Strafe ein Monat und zwei Wochen als verbüßt in Anrechnung kommen. Das Gericht hat beiden Angeklagten mit Rücksicht auf ihre Minderwertigkeit BeDie DON dem Angeklagten währungsfrist zugebilligt. Heimat vor fich. Später, als der Pflanzenwuchs den Sand feftigte, nahmen. Diese erste Meldung, die von einem ,, Durchbrechen" einer fchwerer Urfundenfälschung, Betrug ufm. in vier Fällen und in drei hatte die Dünenbildung ihr Ende erreicht. Wir kommen zur Gartenstadt Frohnau, die wir nur an ihrem westlichen Rand berühren. Etwa eine Stunde vom Forsthaus Tegelgrund entfernt wenden wir uns an der Wegfreuzung links nach Neubrüd ( Hennigsdorf) Bei Neubrück haben wir die Havel erreicht. Wir wandern nun am Ostrand der Niederung gen Nord. Zur Linken dehnen sich die weiten Wiesen- und Moorflächen aus, die von der Havel durchflossen werden. Schwerfällig zieht dann und wann eine Zille mit aufgespanntem Segel dahin; es scheint, als gleite nur das Segel über die Niederung. Der Fluß ist hier zum Großschiffahrtsweg Berlin- Stettin ausgebaut worden. Sein Lauf wurde begradigt und vertieft. Zahlreiche Ziegeleien liegen am Rande der Niederung, auch das Wasserwerk Pankow. Von der Werderziegelei wenden wir uns allmählich landeinwärts, und nach gut einer halben Stunde wandern wir an dem Kreuzweg nach links zur Unter mühle Sie liegt an der Briese, nahe vor deren Mündung in die Havel. Von hier bringt uns der Weg ostwärts bald nach Birtenwerder. Bei der Obermühle treuzen wir die Briese wieder, und nach kurzer Wanderung sind wir am Bahnhof Birkenwerder, von dem aus wir heimfahren.( Weglänge etwa 21 Kilometer.) Die neue Plage. Draußen im stillen Vorort liegt ein freisrunder Plaz, eine große, grünsamtene Fläche mit malerischen Baum- und Strauchgruppen, ein Meisterwerf der Gartenbaufunft. Rings herum zieht sich ein dreifacher Kranz wundervoller alter Kastanien. Wie eine stille grüne Insel liegt er inmitten des Gewirrs von Straßen und Alleen, fernab von allem Lärm der Großstadt. Es ist, wie wenn die alten Kaftanien mit ihren dunkelschattigen Laubkronen alle Geräusche rings umher aufgefogen hätten. Du fizest auf einer der weißen Bänke, schauft auf die großen lila Fliederrondelle, die nun allgemach langsam zu verblassen beginnen, und auf die schneeüberschütteten Weißdornbäume, und dein farbenhungriges Auge sieht sich fatt an der Pracht des Rotborns, der seine feuerffammenden Zweige in den blauen Himmel hebt. Der frisch gesprengte Rasen duftet, Schmetterlinge tanzen darüber hin. Du träumst von fernen Blumenwiesen und blauumhauchten Waldrändern, von glücklichen, sonnigen Ferientagen, die du dir früher einmal leisten konntest. Täglich pilgern in den Nachmittag- und Abendstunden müde Menschen zu diesem Platz. Nach eintöniger Tagesarbeit in öden Bureaus und Werkstätten, nach Lärm und Unraft der ruhlosen Riesenstadt sehnen sie sich nach menigen Minuten des Ausruhens im Schatten alter Bäume. Und dann müssen sie wieder zurück in die engen Stuben in den toten, grauen Steinfästen, die der Frühling mit so scheuer Aengstlichkeit meidet. Abendlicher Hauch umduftet den grünfambenen Platz. Leiſe, gedämpft klingt hier und da das Murmeln eines Gesprächs auf. Memand wagt den stillen Zauber des Frühlingsabends zu stören. Da, plößlich geht sie los, die wilde Jage! Knatternd, fauchend, zischend, feuchend in sausender Fahrt kommen Motorräder anUeberführung sprach. flang recht seltsam und ließ ein Eisenbahnunglück vermuten, in dem der Zufall eine ganz eigenartige Verfnüpfung fatastrophaler Gewalten herbeigeführt haben mußte; wie anders war es zu erklären, daß eine Ueberführung, die ganz andere Lasten als eine Lokomotive zu ertragen vermag, durchbrechen" fonnte. Das Unglück stellte sich dann bei näherem Zusehen etwas anders dar. Die amtliche Meldung gibt folgenden Sachverhalt: Gestern abend% 47 Uhr hat eine mit dem. Tender vorauffahrende Schnellzuglokomotive bei einer Rangierfahrt in einem Nebengleis den Prellbod am Bahnhof Großgörschenstraße überfahren. Der Tender fiel hierbei in den Tunnel der Großgörschenstraße. 3 mei Personen wurden verlegt, eine davon leicht, die andere, die Kontoristin Haardt aus der Hohenfriedbergstr. 11, an= scheinend innerlich verlegt, ist in das Elisabethkrankenhaus in Berlin übergeführt worden. in Berlin übergeführt worden. Der Eisenbahnbetrieb ist nicht gestört. v. Häußler nach Abzug der Untersuchungshaft noch zu verbüßenden 6 Monate Zuchthaus sollen ihm bei dreijähriger Bewährung erlassen werden, wenn er innerhalb von drei Monaten die Kosten des Strafverfahrens bezahlt. Auch der Angeklagte Paul Danziger, dem 1½ Monate auf feine 13monatige Zuchthausstrafe angerechnet worden waren, erhielt unter den gleichen Bedingungen für 6 Monate feiner Strafe Bewährungsfrist. Mit fremden Federn. Uns wird geschrieben: In Nr. 21/22 von Not und Brot", Organ der Internationalen Arbeiterhilfe, zählt die JAH. die von ihr in Berlin geschaffenen und unterhaltenen Einrichtungen für Kinder auf. Der Bericht erwähnt als eine derselben auch den Kinderhort der Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Oderberger Straße. Dazu ist zu bemerken: Der Kinderhort Oderberger Straße wurde bereits im Sommer 1923 zuDanach erinnert dieser Unglücksfall an jenen, der sich seinerzeit am Stettiner Bahnhof zutrug. Er illustriert ebenfalls die unglückselige Gestaltung der Berliner Eisenbahnanlagen, die nicht nach einheitlichem Plan angelegt werden konnten und an denen Jahr um Jahr herumgeflict wird, ohne daß es gelänge, sie den Anforderungen des großstädtischen Verkehrs anzupassen. Heute fehlt es an Mitteln, um die Bahnanlagen Groß- Berlins einheitlich und übersichtlicher zunächst als Ferienhort von der Arbeitsgemeinschaft der gestalten, und es spricht für die Tüchtigkeit der Eisenbahner, wenn in diesen sinnverwirrenden Engen relativ wenig schwere Unfälle zu verzeichnen sind. Das Urteil im Plößenseer Bestechungsprozeß. Kinderfreunde und dem Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt unter Mitwirkung des Jugendamtes Prenzlauer Berg ins Leben gerufen. Die starke Inanspruchnahme des Hortes und ganz besonders die Wünsche der Eltern der den Hort befuchenden Kinder machte feine Fortführung nach den Ferien als ständige Einrichtung notwendig. Sie wurde von der Arbeitsgemeinfahrt gemeinsam durchgeführt. Funktionäre der Kinderfreunde und der Arbeiterwohlfahrt, nicht, wie der Bericht der JAH. sagt, Funktionäre der JAH., unterstützen die Kinder bei der Ausführung ihrer Schularbeiten. Funktionäre der Kinderfreunde und Arbeiterwohlfahrt geben den Kindern Anleitung zur Handfertigkeit und zu praftischen Arbeiten. Für die materielle Grundlage des Hortes hat bisher die Arbeiterwohlfahrt im wesentlichen gesorgt. Neuerdings gibt die Hortleitung Patenschaften mit ganz fleinen Anteilzeichnungen Markentärtchen heraus. Die finanzielle Sicherheit und die ideelle Entwicklung und Förderung des Hortes find vollkommen ohne MitTurkestanern ja nicht an. Wenn ihr Können so groß wäre wie ihre wirkung der JAH. gegeben. Auf ein bißchen Schwindel mehr oder weniger fommt es den Turkestanern ja nicht an. Wenn ihr Können so groß wäre wie ihre Propaganda brauchten sie sich nicht noch mit fremden Feder zu schmücken. - In dem großen Durchstechereiprozeß, der sich mit den Vorgängen in der Strafanstalt Plötzensee beschäftigte und sich gegen sechs Geschaft der Kinderfreunde und dem Bezirksausschuß für ArbeiterwohlUrteil gesprochen. Diese Straffachen, die in den letzten zwei fängnisaufseher und über 30 Gefangene richtete, wurde jeht das Wochen das große Schöffengericht Wedding beschäftigte, ist, wie Urteil gesprochen. Diese Strafsachen, die in den legten zwei Landgerichtsdirektor Friedmann in der Urteilsbegründung ausführte, leider eine Erscheinung, die in letzter Zeit nur zu oft vor Gericht zutage getreten ist. Bei den widerspruchsvollen Zeugenaussagen ist es dem Gericht schwer geworden, die objektive Wahrheit zu finden. Daher ist das Gericht zu einem Urteil gekommen, das offenbar nicht ganz der vollen Wahrheit entspricht und es find 2 nget lagte freigesprochen, die sich sicherlich schuldig gemacht straft waren und sich einwandfrei geführt hatten irgendwelche Zweifel haben. Aber wenn das Gericht bei Beamten, die bisher unbehatte, so mußte es zu einer Freisprechung kommen. Die Zustände in Blößensee find wenig er baulich gewesen. Im erheblichen Maße haben Beamte Ermittlungsgänge für Gefangene besorgt und ihnen Nahrungsmittel hereingeschafft, so daß die Gefangenen sich in unzulässiger Weise Annehmlichkeiten verschaffen konnten, die nicht mit dem Zweck der Strafhaft in Einklang zu bringen sind. Allerdings hat sich ergeben, daß es übertrieben war, wenn man annahm, daß ganze Eisenbahnwagen von Garn, Ladungen von Belzen und Säcke mit Litewten verschoben worden sind. Erwiesen ist allerdings, daß in erheblichen Mengen Garn, Stoffe, zalen und Leber aus den Vorräten des Gefängnisses veruntreut worden sind. Den Beamten hat das Gericht die durch die in Plößensee herrschendie in diesen Erwägungen ist das Gericht zu einer Freisprechung der Wachtmeister Kühl, Erdmann und 3infe, fowie von zehn Gefangenen gefommen. Die übrigen angeflagten Beamten wurden zu Gefängnisstrafen von 5-10 mo naten und die Gefangenen zu Strafen bis zu einem Jahre Berhaftung eines Mörders. gestürmt. Eins, zwei, drei, noch mehr, in stärkster Geschwindigkeit, den Zustände bewirkte große Verführung zugute gerechnet. Aus all aerichmetterte. Nachdem er die Leiche mit einem Bett zu gefahren von jüngeren Leuten, denen man Sportgewandtheit und forgloses Leben ansieht. Wahrscheinlich sind es die Söhne und Töchter der Billenbesitzer, die sich hier Abend für Abend mit ihren Motorrädern ein Stelldichein geben, um ihre neuesten Maschinen auszuprobieren. Mit der Uhr in der Hand, mit gellenden Pfiffen faust es um den Blah herum, immer in die Runde, bis die Minutenzahl erreicht ist. Dann turze Debatte, Führerwechsel, ein neues Rennen beginnt. Die Herrschaften haben sich nämlich den Platz, wahrscheinlich wegen seiner idealen Kreisform, als Radrennbahn und Uebungsplatz erforen. Was geht sie die stille Schönheit dieses Fleckchens Erde an? Auf empörte zurufe gibt man nur ironische Antworten und raft und fnattert weiter. Und der arme Schlucker, der mit der Sehnsucht nach dem Duft eines grüngoldenen Sommerabens, nach einigen Minuten Stille und Ausgeglichensein hierher gekommen ist, räumt resigniert und traurig den lärmenden Motorrädern das Feld. Er wollte Auge und Lunge in frischer, reiner Luft erquicken und hat nun die Nase gründlich voll von Benzingestant und Motorauspuffgafen. Und er geht mit Zorn und Erbitterung darüber, daß er sich selbst von den Plätzen und Anlagen, die mit feinem, des Steuerzahlers Geld unterhalten werden, durch eine rücksichtslose und übermütige kleine Schar Besitzender vertreiben laffen muß. verurteilt. Der verschwundene Knabe. # Zu dem Verschwinden des fleinen Kord Borkhausen, des Söhnchens des jugoslawischen Generalfonfuls, wird mitgeteilt, daß der zunächst verdächtige frühere Angestellte für eine etwaige Entführung nicht in Betracht kommt. Er hat sein Alibi einwandfrei und lückenlos nachgewiesen. Der Vater hat auf die Ermittelung des vermißten Knaben eine Belohnung von 5000 Goldmart ausgesetzt. Die Kriminalpolizei verfolgt jetzt die Spur eines Radfahrers, der sich zunächst am Dienstag in der Gegend verdächtig bewegt hat. Er ging dort hin und her, als ob er etwas suche. Auch am Mittwoch war er wieder da. Nun führt eine Radspur und neben ihr die Fuß spur eines Mannes über eine Wiese nach der Dahme zu. Ihr folgend famen die Beamten an eine Stelle, an der allem Anscheine nach ein ich wieder eine Stelle, die so aussieht, als ob ein Kind hingelegt Kinderkörper hingelegt worden ist. Unmittelbar am Wasser findet worden ist. Der Reichsmasserschutz suchte gestern noch einmal das Gewässer ab. Für die Ermittelungen ist es wichtig, daß alle, die auf den Wiesen von Niederlehme und Miersdorfer Werder am Dienstag und Mittwoch einen Radfahrer beobachtet haben, sich unverzüglich bei Kriminalfommissar Kanthad im Zimmer 15 des Polizeipräfidiums, Hausanruf 533 oder bei dem Amtsvorsteher in Wildau melden. Ebenso auch alle Leute, die vielleicht auf dem Bahnhof von Königswusterhausen, Wildau, Zeuthen und Niederlehme, vielleicht auch auf einem der Berliner Bahnhöfe einen Mann mit einem Knaben gesehen haben, der wohl nicht ganz gutwillig, sondern nur widerwillig und verstört ihm gefolgt sein wird. widerwillig und verstört ihm gefolgt sein wird. Betriebsstörung bei der Hochbahn. Infolge Maschinen defetts im Wert Unterfpree fonnten gestern in der Zeit von 3 bis furz vor 6 Uhr die Züge auf den Strecken zum Stadion und Wilhelmsplah und Spittelmarkt, Nordring nicht, verfehren. Alle übrigen Strecken waren im Betrieb. Das Geldfälscherunwesen blüht! 111 Berfahren bei einer Staatsanwaltschaft. Die Münzverbrechen haben einen Umfang angenommen, wie trie zuvor. Das wurde in einem Strafverfahren gegen den aus dem Auslande stammenden Kaufmann Mendelstein vor der Strafkammer des Landgerichts I durch den Dezernenten der Münzverbrechen, Staatsanwaltschaftsrat Bether festgestellt. Im Januar allein sind bei der Staatsanwaltschaft I nicht weniger als 111 Ver= fahren wegen Münzverbrechens anhängig geworden. Der vorliegende Prozeß bildet ein Nachspiel zu dem großen Münzfälschungsprozeß Fuchs und Genossen, in dem 20 Personen hineingeogen waren und von denen der größte Teil mit Zuchthausstrafen bis zu acht Jahren bestraft worden ist. In Neukölln war bei dem Mechaniker Fuchs eine regelrechte Falschmüngerwerfstätte ausgehoben worden, in der BankDie Juristische Sprechstunde fällt am Sonnabend, den noten mit großer Vollkommenheit hergestellt wurden. Fuchs hatte 7. Juni, und am Dienstag, den 10. Juni d. J., aus. sich mit einem gewissen Freiberg und einem Bärenzweig zufammengetan, die das Unternehmen firanzierten". Eine große Anzahl von Bersonen vertrieb die falschen Erzeugnisse, insbesondere nach Leipzig, wo viele Geschäftsleute mit Riefenbeträgen hineingelegt wurden. Die polizeilichen Ermittlungen führten dahin, daß Die Falschscheine von einem Fräulein Tannenbaum nach Leipzig gebracht worden waren. Frl. Tannenbaum behauptete, daß sie im Auftrage ihres Onfels Mendelstein gehandelt habe. Dieser wurde verhaftet, aber vor einem Jahre auf Antrag von R. A. Bahn wegen Krankheit aus der Haft entlassen. Nachdem er sich lange Zeit der Strafverfolgung entzogen hatte, wurde er schließlich vom Schöffengerich: Mitte wegen Münzverbrechens zu zwei Jahren drei Monaten Zuchthaus verurteilt. Auf die Berufung hin beschäftigte sich die große Straßkammer unter Bersih von Landgerichtsdirektor Schimmad gestern nochmals mit dem Fall. Die Rechtsanwälte Bahn und Feblowig hatten drei Gerichtsärzte und eine Unzahl von Entlastungszeugen geladen. Das Gericht stellte den Tatbestand in derselben Beile mie der Borderrichter fest, billigte Mendelstein aber mildernde Umstände zu und erkannte an Stelle von Zuchthaus auf zwei Jahre Gefängnis unter Utrechnung von vier Monaten Untersuchungshaft. = Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 7. Juni. Tageseinteilung Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten, Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm., 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 4.30-6 Uhr: Berliner Funkkapelle( Unterhaltungsmusik). 7 Uhr: Vortrag des Herrn Fritz Hoffmann:„ Herr und Dame beim Sport". 8.30 Uhr: 1. a) Ganymed, b) Mailied, von Goethe( Ilse FischerRamin, Rezitation). 2. a) Der Kreuzzug, von Schubert, b) Ständchen, von Schubert( Konzertsänger Hermann Schey). 3. a) Poco triste, b) Burleske, von J. Buk( Stefan Frenkel, Violine). 4. Arie aus der Oper, Rigoletto", von Verdi( Serafine Radinowa). 5. Gedichte, von Hermann Löns( Ilse Fischer- Ramin). 6. a) Es muß ein Wunderbares sein, b) O komm' im Traum, von Liszt( Konzertsänger Hermann Schey). 7. a) Arie aus der Oper Ernani", b) Arie aus der Oper" Troubadour", von Verdi( Serafine Radinowa). 8. Csardas von Monti( Stefan Frenkel, Violine). Am Steinway- Flügel: H. Ph. Hofmann. Wegen Raubmordes gesucht wurde seit Ende September vorigen 24. September v. J. in Poien die Frau eines Schornsteinfeger. Jahres ein Maurer Johann Andrzejewski. Dieser schlug am meiſters in der Küche ihrer Wohnung mit einem eisernen Meißel nieder, schleppte sie dann in ihr Zimmer und tötete sie vollends, indem er ihr mit einem 2½ Pfund schweren Hammer den Kopf gedeckt hatte, raffte er das vorhandene Bargeld und die Wertsachen zusammen, stahl einem Gesellen der Ermordeten die Papiere und entfloh. Die Ermittlungen ergaben, daß er sich nach Berlin gewandt hatte und sich hier unter dem Namen des Geiellen verborgen hielt. Die Berliner Kriminalpolizei fam dem Mörder wiederholt auf die Spur, konnte ihn aber nicht berhaften, weil er jedesmal wieder verschwunden war, wenn man gerade glaubte, zufassen zu können. Endlich stellten die Beamten fest, daß er Deutschland verlassen hatte. Seine Spur führte jetzt nach Krafau. Die Kriminalpolizei benachrichtigte die dortige Be hörde und so gelang es jegt, den Flüchtling in Krakau festzu nehmen. Der Tanz zu Pfingsten. Mit Rücksicht darauf, daß am Pfingstionnabend und Pfingst fonntag öffentliche Tanzluftbarkeiten nicht stattfinden dürfen, wird, wie das Polizeipräsidium mitteilt, ausnahmsweise auf Grund des § 5 der Polizeiverordnung vom 20. Januar 1923 und 16. Februar 1923 die Abhaltung von öffentlichen Tanzluftbarkeiten am 2. und 3. Pfingstfeiertage( 9. und 10. Juni 1924) Tanztag bleiben in der gleichen Woche hierdurch unberührt, mit der gestattet. Die allgemein zugelaffenen Tanztage und der vierte Maßgabe, daß denjenigen Betrieben, die den Montag oder Dienstag als vierten Tanztag gewählt haben, nach freier Wahl als Ersagtag der 11. bzw. 13. Juni freigegeben wird." In den Schornstein gefallen. Beim Reinigen der Schornsteine des Hauses Manteuffelstr. 102 fiel ein Schonsteinfeger in einen der Schornsteine. Er konnte nach längeren Bemühungen durch die Feuerwehr gerettet werden. Er wurde mit mehreren Quetschungen und einer Rauchvergiftung bewußtlos in ein Krankenhaus geschafft. Käthe Kollwih hat der Altershilfe der Jugend", Berlin C 2, Schloß, Apothekenflügel, 2 Tr., zur Unterstübung ihrer Arbeit einen olaschnitt zur Verfügung gestellt. Es wurde davon eine fleine Anzahl Handdrucke auf feinem Japan- Papier hergestellt und von der Künstlerin handfigniert( Nr. 21-50). Das Blatt foftet 15 Mart. Außerdem find weitere Drucke( Nr. 51-200) borbanden und bei uns zum Preise von 5 Mart pro Blatt au erwerben. Der Geiamtertrag der Drucke fließt dem notLeidenden Alter zu. Die Flußbadeanstalten an der Ebertsbrüde, 3nielbrücke und am Mühlengraben werden an den Wochentagen der Schulpfingstferien, beginnend am 7. Juni bis zum 14. Juni einschl., von 10 Uhr vor= mittags ab bis abends 8 Uhr( Kassenschluß 7 Uhr) offen gehalten. Vom 15. Juni ab merden zunächst versuchsweise die Badeanstalten an der Ebertsbrücke und am Mühlengraben einschl, der Richtschwimmerbäder Sonntags von 8 bis 1 Uhr offen gehalten. Jm Bärenzwinger des Zoologischen Gartens ist in Gestalt eines Paares junger Eisbären jest wieder frische Jugend eingezogen, die dem Bublikum viel Freude machen wird. Es sind etwa halbwächige Tiere, deren Fell noch den gelben, tranigen Farbenton zeigt und von der langen Reise aus dem bohen Norden noch etwas verfomust ift. Die neuen Anfömmlinge ginnen aber aleich ins Wasser und versprechen durch ihren starken Gliederbau ein Baar gewaltige Brachtstücke zu werden. Borwärtsleser, die während des Sommers nach der Kolonie Neu Budow oder Neu- Rudom übersiedeln, tönnen dort den Vorwärts" von der Ausgabe stelle in Rudow, Genossen D. Kaiser, Waltersdorfer Chaussee, beziehen. Auf zur Elternbeiratswahl! Werbt und stimmt für die Lifte„ Schulanfbau"! Volksparteilicher Sozialistenhaß. Der abgeblikte Herr v. Eynern. Die letzte Stadiverordnetenversammlung wurde bekanntlich infolge der allgemeinen Erregung über den famofen Sparfam= teitsapostel v. Hallensleben, den Mann mit der Unter schrift für 324 000 Goldmark vom Vorsteherstellvertreter, Genossen Reimann, vorzeitig abgebrochen. Dieser Abbruch der Beratungen erregte bei den Volksparteilern einen ungeheuren Entrüftungssturm. Man hatte damit gerechnet, in der letzten Sigung den Abbau erledigen zu können. Durch den Abbruch war diese Hoffmung getäuscht. Die Volksparteiler behaupten, daß Reimann als Borsteher parteilich gehandelt habe. Er habe hören müssen, daß v. Hallensleben auf das Wort verzichtete und hätte dann dem nächsten Redner das Wort erteilen müssen. Das war nämlich die Rückzugslinie gewesen, auf der das volksparteiliche Prestige hatte gewahrt werden sollen. Nun ist aber tatsächlich der Verzicht des Hallensleben nicht einmal in unmittelbarer Nähe der Rednertribüne, geschweige denn auf dem Vorsteherstuhl hinter dem Redner zu verstehen gewesen. Von Parteilichkeit der Geschäftsführung fann also gar feine Rede sein. Es ist schon mehr wie einmal vorgefommen, daß eine Sigung wegen allgemeiner Unruhe abgebrochen wurde. Den Marristenfresser v. Ennern läßt aber dieser schmerzliche Vorfall offenbar feine Ruhe. Er läuft von Pontius zu Pilatus, um für die nächste Sigung Unterstützung für einen Mißtrauens antrag gegen Reimann zu erhalten. Auf diese Weise soll dann das ganze Stadtverordnetenpräsidium gesprengt und die Bahn für Dr. Caspari wieder freigemacht werden. Mit Herrn Koch ist die Verständigung schon hergestellt. Das ist um so pitanter, als mit Koch jeht in der deutschnationalen Frattion wieder die schärfere Tonart sich durchsetzt, nachdem Dr. Steiniger, der väterlich milde Zweckverbandsdirektor, in den Reichstag eingezogen ist und die Radaubrüder der äußersten Rechten nicht mehr wie früher im Baume halten kann. Die Wut gegen die Sozialdemokratie ist aber bei dem volksparteilichen Führer stärker als jede Ueberlegung. Sie hindert ihn nicht, selbst einen Mann wie Roch brüderlich zu umarmen. fa& en vorgefunden: 1 goldenes Damenarmband mit Uhr( 116212)| Groß- Berliner Parteinachrichten. gestempelt 0,585,10 Rubis, 1 Perlenhalskette. Im Unterbeinkleide befindet sich ein rotgesticktes Monogramm„ J. N." Nachricht über die Persönlichkeit erbittet der Amtsvorsteher in Wildau, Kreis Teltow. Billige Milch für Berliner Kinder. Die Reichsregierung hat der Stadt Berlin wiederum 134569 Mart zur Berbilligung der Milch für die Kinder notleidender Bevölkerungsschichten zur Verfügung gestellt. Bis vor einem Jahre ist die Milchverbilligung ausschließlich aus Gemeindemitteln durchgeführt worden. Von Anfang 1923 ab hat sich die Reichsregierung dieser Sache für das ganze Reichsgebiet in großzügiger Weise angenommen und sehr bedeutende Geldbeträge überwiesen. Die Stadt Beriin allein hat eit November 1923 372 845. als Beihilfe erhalten. Unterstügt werden konnten im März 1924 1185 merdende und stillende Mütter und 27 051 Kinder; zusammen 28 236 Bedürftige mit täglich 8600 Litern Milch im Werte von 2300 M. Der Zweck der Milchperbilligung ist, durch den erleichterten Kauf von Milch die Gesundheit der Kinder, der werdenden und der stillenden Mütter zu erhalten und zu fördern. Für be= dürftige Familien, d. h. Familien, die sich in einer über die allgemeine Not des Volkes hinausgehenden Notlage befinden, soll die Unterstützung eine merkbare finanzielle Erleichterung sein. In erster Linie sollen Kinder im ersten und zweiten Lebensjahre bedacht werden Wer Anspruch auf die Milchverbilligung zu haben glaubt, wendet sich an die nächste Säuglingsfürsorgestelle. In ganz Berlin gibt es 66 Stellen, deren Lage und Sprechzeit vom zuständigen Bezittsjugendamt zu erfahren sind. Die Verbilligung wird gewährt in Form eines Zuschusses, der täglich für jeden Empfänger das entgelt für 4 bis 1 Liter beträgt. Die Aktion wird vom Zentraljugendamt der Stadt Berlin, Poststr. 16, und den 20 Bezirksjugendämtern durchgeführt. Zum Reichsbeamtentag am 16. und 17. d. M. werden einige Duartiere benötigt. Die parteigenössischen Beamten, die in der Lage sind, einen Kollegen für die Zeit zu beherbergen, eb. aber auch andere Parteigenossen werden um Angabe ihrer Adresse bei der Beamtenzentrale, Hermann Wäger, Lindenstr. 3, gebeten. Neue Welf. Die Sommersaison wird am Pfingstsonntage eröffnet mit einem Barieté- Programm von seltener Reichhaltigkeit und Mannigfaltigkeit. Verschiedene der erstklassigen, artistischen Vorführungen werden in GroßBerlin zum erstenmal geboten. Neukölln. Eltern, deren Kinder die Hilfsschule Stopf- und Lessingstraße besuchen, werden dringend gebeten, thre Adresse bei R. Krüger, Prinz Sandjery.Str. 54, III, umgehend abzugeben. Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Für hente, Sonntag und Montag find im Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Rindenstraße 3, 2. Hof r., Starten für das Deutsche Opernhaus zu haben. Leider hat Herr v. Ennern mit seinen Versuchen Pech. Auch bürgerliche Stadtverordnete haben feststellen müssen, daß Reimann tatsächlich die Verzichterklärung des Hallensleben nicht hat hören können. Wirtschaftler und Zentrum wollen deshalb diese zwecklose Attade nicht mitreiten. Was die Demokraten beabfichtigen, wissen wir nicht. Wir zweifeln nicht, daß Herr Merten gar zu gerne dem Drange seines Bürgerblocherzens folgen möchte, aber wir glauben, daß seine Frattion ihm diesmal dabei nicht folgt. Vielleicht sieht er auch selbst von vornherein die Aussichtslosigkeit ein und verzichtet als fluger Mann diesmal auf eine Unterstügungsaftion für Koch und Eynern. Wahrscheinlich wird man also in der nächsten 2 Stadtverordnetenversammlung ein ähnliches Schauspiel erleben, wie seinerzeit bei der Liquidierung des Falles Le. Auch damals provozierten die Bolksparteiler eine Sprengung der Sizung nur, um ihrer Abneigung gegen die Sozialdemokratie nachzugehen und den Deutschnationalen einen Gefallen zu tun. Sie scheinen gar zu gern zur Aufbefferung ihrer Wahlausfi hten gegenüber den Deutschnationalen doch noch ihren Ruf als„ Kettensprenger" bewähren zu wollen. Für die Blamage wird freilich auch diesmal gesorgt werden. Eine Mitgliederversammlung des Arbeiter- Radioklubs beschäftigte sich mit der Rechtsgrundlage der Funktechnik. Jedesmal, wenn die Technik eine tiefeingreifende Neuheit schafft, fällt der Gesez gebung die Anpassung zunächst sehr schwer. Besonders zeigt sich das auf dem Gebiete des Rundfunks. Verordnung auf Verordnung er folgte. Die vorgesehenen schweren Strafen und die bielen mildernden Ausführungsbestimmungen zeigen, daß sich der Gesetzgeber selbst sehr unsicher fühlt. In der jüngsten Verfügung wurde erklärt, daß die Neuregelung der Bestimmungen eine fulturelle und techniiche Weiterentwicklung des deutschen Volkes" erstrebt. Der ARK. wird sich das besonders merken. Dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß sich in Groß- Berlin annähernd 1000 Radiofreunde dem ANN. angeschlossen haben. Die erste Gruppe im Reich wurde in Leipzig gegründet. In Thüringen und Hamburg werden in den nächsten Tagen auch Ortsgruppen entstehen. Die Arbeiter- Radiobewegung wird und muß sich überall durchsetzen. Eine weibliche Leiche wurde am 2. Juni d. J., vormittag3 934 Uhr auf der Strecke zwischen den Bahnhöfen Zeuthen und Wildau aufgefunden. Bermutlich ist die Berion aus einem Zuge gestürzt. Irgendwelche Papiere, wie Fahrkarte usw., wurden nicht vorgefunden. Es handelt sich um eine etwa 35 Jahre alte, sehr schlanke Person von etwa 1,65 Meter Größe mit braunen Augen, schwarzen Augenbrauen, braunem Haar, langem, hagerem Gesicht, großen Schneidezähnen im Oberliefer. Bekleidet ist dieselbe mit hellbraunem Mantel mit befurbeltem Besatz und bellen Hornknöpfen, weißem Hängeleid mit schwarzem Ledergurt, weißem Unterrod und weißen BeinKleidern, hellgrauen Seidenstrümpfen, gelben halben Lederschuhen, schwarzem Tophut. Bei der Toten wurden folgende Schmud Meine geliebte Frau und treue Ramerabin in 18jähriger Che Elli Kabelitz geb. Eichelbaum ift mir Mittwoch nach kurzem, schwe rem Rampf durch eine Herzlähmung entrissen worden. Erich Kabelitz. Bln Tempelhef, Albrechtstr. 127, am 5. Juni 1924 Die Einäscherung ist am Dienstag, ben 10. Juni, nachmittags 1 Uhr, im Krematorium Bln. Baumschulen. weg, Riefholzstraße 221. Danksagung Für die anläẞßlich der Beerdigung meiner am 1. Juni plötzlich verstorbenen lieben Frau Marie sage ich hierdurch den Kollegen der Fa. Schade& Barth- Berlin sowie dem Musikverein Andante- Berlin für die hilfreiche Unterstützung den herzl. Dank. Berlin und Telz, den 5. Juni 1924. Karl Klinkmüller nebst Kindern Allgemeine Ortstrantentaffe für Berlin- Steglit. Bekanntmachung. Die Bertreter der Arbeitgeber und Ver ficherten im Ausschuß werden hiermit zu der am Freitag, den 18. Junt, abends 8 Uhr, im Raffenlofal, Rörnerftr. 55, hier, stait findenden außerordentl. Ausschußfigung eingeladen. 105/12 Tagesordnung: 1. Sagungs änderung. 2. Berschiedenes. Berlin- Steglig, 6. Juni 1924, Der Vorstand. Moedel, Borsigender. Keine Wanze mehr nach Gebrauch von Reichel's Banzenfluid, Radikal", egr Banzen ärgster Feind. Erzeugt eine für Wanzen absolut toolich wirkende Gasart, die in die verborgensten Stellen, hinter Tapeten usw. eindringt, mit vernichtender Straft auch die sonst nicht erreichbaren Brutnester restlos abtötend Größe II M.0,75, Gr. I!! M. 1,40, Gr IV M. 2,50. Alleinhersteller Otto Reichel, Berlin 43, SO Eisenbahnstr. 4. Erhältl. in Drogerien, aber echt nur mit der berühmten Marke Tod und Teufel Gelegenheitskäufer in Damen- Konfektion Mäntel und Kostüme enorm billig weit unter Herstellungspreis. Verkauf eines großen Engros Lagers Berbandsmarken verloren hat ein Hilfstaffierer des Verbandes der Bäder und Konditoren auf dem Wege von der Lübot zur Stegliger Straße. Der Finder wird gebeten, die Martentasche bei H. Richter, Stegliger Straße 1, Seitenflügel parterre, gegen Entschädigung abzugeben. Sturmflut an der peruanischen Küste. Wie aus Lima gemeldet wird, ist die peruanische Küste von einer schweren Sturmflut heimgesucht worden. Eine Anzahl von Schiffen wurde zerstört, in Callao, Iquique und Acica wurden sämtliche telegraphischen Verkehrslinien vernichtet. Stapellauf eines Lloyd- Dampfers. Auf der Werft Bremen- Bege fac fand der Stapellauf des für Rechnung des Norddeutschen Lloyds erbauten Doppelschraubendampfers Sierra Morena" statt. Der Dampfer faßt 11 500 Bruttoregistertonnen Raumgehalt. Er ist der vierte der Sierra- Klasse und für den Südamerikadienst bestimmt. Die Ablieferung des Dampfers Sierra Morena" wird in etwa 4% Monaten erfolgen.. 17 4. Kreis Prenzlauer Berg. Die Juni- Abteilungsversammlungen der 24. bis 31. Abt. finden umständehalber nicht am 11., sondern am 18. Juni statt. Heute, Sonnabend, den 7. Juni: 24. Abt. 7% Uhr außerordentliche Funktionärfizung mit den Elternbeiratsmitgliedern bei Rösner, Immanuelkirchstr. 25. Tagesordnung: Elternbeiratswahl. 25. Abt. Die heute fällige Funktionärsigung findet erst über 8 Tage statt. Ebenfalls fällt am nächsten Mittwoch der Bahlabend aus. 34. Abt. Parteigenossen und Vorwärtsleser, deren Rinder folgende Schulen besuchen, werden gebeten, an nachstehende Elternbeiräte ihre Adressen abzugeben: Knabenschule, Frankfurter Allee 37: Deutschmann, Cabiner Str. 6, Quergeb. 3 Tr.; Mädchenschule, Frankfurter Allee 37: Papstein, Warschauer Str. 8, Gtfl. 3 Tr.; Mädchenschule, Gubener Str. 53: Weiß, Gubener Str. 20, Gtfl. 2 Tr. 131. Abt. Niederschönhausen. 8 Uhr Funktionärtonferenz bei Rubasch. Jungsozialisten Schöneberg. Treffpunkt zur Pfingstfahrt ins Schlaubetal um % 44 Uhr am Görlizer Bahnhof, Hauptportal. * 23. Abt. Parteigenossen und Vorwärtslefer, die gewillt find, als Elternbeirat für eine chriftliche Schule des Bezirks zu fandidieren oder die Wahlarbeit zu unterstützen, wollen bis spätestens 10. Juni ihre Adressen bei Genossen Wilhelm Hempel, Transvaalstr. 14, oder bei Otto Schmidt, Transvaal. ftraße 18, abgeben. 38. Abt. Dienstag, 10. Juni( 3. Feiertag), Familienausflug nach Bichelsberge ( Bum alten Freund). Treffpunkt früh 6 Uhr Berolina, Alexanderplat. Für Nachzügler 9 Uhr Berolina. Ale Genossen und Genoffinnen sind eingeladen. Jugendveranstaltungen. Achtung, Mitglieder! Rüge über Berber 5.25 Uhr und 6.25 Uhr benugen. Fahrgeld beträgt 1,10 Mr. Zum Bezirkstreffen in Brandenburg a. d. S. Können die Nachzügler die Eßgeschirre und Bestecke sind mitzubringen. Achtung, Abteilungsleiter! Die Abteilungen, die bis heute noch feine Jugendgenossen angegeben haben, welche sich am Gammel. fonntag( 15. Juni) beteiligen, müffen dieses umgehend nachholen. Ferner müssen von vielen Abteilungen noch die Juli- Programme abgeliefert werden. Wegen Eröffnung des Parteitages bleibt das Jugendfekretariat am Mittwoch, den 11. d. M., nur bis 5 Uhr nachm. geöffnet! Heute, Sonnabend, den 8. Juni: Moabit II: Pfingstwanderung: Coswig- Dessau, Roßlau. Treffpunkt abends 7% Uhr Strom-, Ede Turmstraße. Steglit I: Fahrt: Strausberg- Tiefensee. Treffpunkt abends 7% Uhr Bahnhof Südende. Sefvi, Prenzlauer Vorstadt und Nordring: Treffpunkt 10 Uhr Potsdamer Fern- Bahnhof( Eingang Mitropa). Werbebezirk Neukölln. Treffpunkt zum Bezirkstreffen heute 6 Uhr abends Ringbahnhof Neukölln. Vorträge. Vereine und Verfammlungen. Schlesier- Verein Rübezahl, Charlottenburg. Die Gesangsübung fällt am Montag( 2. Feiertag) aus. Treffpunkt 1. und 2. Feiertag auf der Wiese hinter Restaurant Freund, Pichelsberge. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vorm. 11 Uhr Pappelallee 15 Festvortrag des Herrn P. Rogal: Brauchen wir eine religiöse Gemeinschaft?" Gäste willkommen. Arbeitersport. Großes Arbeiter- Fußballwettspiel zu Pfingsten: 1. Pfingstfeiertag, 8. Juni: Tasmania- Fr. 1. M. und Rüst'i g-= Borwärts Neutölln, 1. M. Anfang 5 Uhr. Vorher 3.15 Uhr Tasmania, 2. M. und Rüftig- Borwärts 2. M. 2. Pfingstfeiertag, 9. Juni: Freie Turnerschaft Dubrilugt( Kirchhain, N.-L.), 1. M. und Rüstig Vorwärts Neukölln, 1. M. Anfang 5 Uhr. Borher 3.15 Uhr Neuköllner Johannisthaler Ballspiel Club, 1. M., Jugend zum Freundschaftsspiel. Sämt Ballspiel- Club 22, 2. M. und Nüftig- Vorwärts, 2 M. Um 2 Uhr treffen sich liche Spiele finden am 1. sowie 2. Pfingstfeiertag auf dem Städtischen Sportplay in Neukölln, Grenzallee( am Cimbriaplay), ftatt. Straßenbahnverbindung: Linien 6, 15, 47 bis Grenzallee, 95, 98, 147 bis Teupiter Straße.- Stadtbahn bis Bahnhof Kaifer- Friedrich- Straße oder Neukölln, von dort 10 Minuten Laufzeit. Große Fußballwettspiele am Sonnabend, den 7. Juni. Teutonia 09 gegen Arbeiter- Turn- und Sportverein Göggingen, Teutonia- Sportplag, Anfang Notlandung eines Flugzeuges. Das Flugzeug G 897 der 6 Uhr. Am 8. Juni( 1. Feiertag): Nowawes- Göggingen in Nowaves. Am 9. Juni( 2. Feiertag): Hansa- Göggingen auf dem Stralauplag. Firma Bernier, das am Donnerstag vormittag in Staafen R. F. C. Berolina fucht für die Pfingstfeiertage für die erste Mannschaft einen Flug nach Leipzig antreten wollte, sah sich infolge Motor- Gegner auf deren Blah. Benorzugt Bororte. Telephonische Meldungen de fettes bald nach dem Aufstieg zu einer Notlandung in einem abends von 8-10 unter eu fötin 811. Roggenfelde bei Staaten gezwungen. Hierbei brachen die Achsen der Propeller, auch wurden beide Tragflächen einge drückt. Personen tamen nicht zu Schaden. Briefkasten der Redaktion. Die Arbeiter- Athletit- Sport- Bereinigung Neukölln veranstaltet am Sonntag, den 8. Juni( 1. Pfingſftfeiertag), nachmittags. 4 Uhr, im. Etabliſſement Rarlsgarten", Neukölln, Karlsgartenstr. 6/11, ihr 1. Sommerfest verbunden mit großer Spezialitäten- und Sportvorstellung. Außerdem Herausforderungsringfämpfe. Das reichhaltige Programm kann jedem Anhänger des Sports empfohlen werden. Eintritt 0,60 M. Die Kaffeeküche steht den Besuchern Don 2 Uhr an zur Verfügung. Wetterbericht. Berlin und Umgegend: Warm, troden und größtenteils heiter bei schwachen, vorherrschend südöstlichen Winden. Für Deutschland: troden. Sommersprossen Die Juristische Sprechstunde fällt am Sonnabend, den arm und vielfach heiter, in Nordwestdeutschland etwas Regen, sonst meist 7. Juni, und am Dienstag, den 10. Juni d. 3., aus. 2 C. 1. Wenden Sie sich an die Buchhandlungen von Klinkhardt u. Biermann, Leipzig, Liebigstr. 2, oder Bernh. Friedrich Boigt, Leipzig, Kreuzftraße c. 2. Mappe nicht bekannt. muß die Ablieferung an die Steuerkaffe erfolgt sein. Der Hauswirt kann da Bank in Berbindung. 2. Cine Beräußerung der Scheine ist nicht möglich. bes kontoinhabers find. Rönnen Sie das nicht, so steht nur den Erben die Sie haben zunächst den Nachweis zu erbringen, daß Sie der Rechtsnachfolger Berfügung über das Konto zu. D. 71. Bis zum 15. eines jeden Monats her die Zahlung vorher nicht fordern. A.. 4. 1. Gegen Sie sich mit einer albumenn unreif als Rompoft gefocht, verbrauchen biel feuren 3uder, ber guf zur Balfte durch Süßftoff erfekt werben fann. Der Geschmad ift gans borzüglich. Erhaltlich in Rolonialwaren, Drogen. handlungen und Apotheken. Garderobe in guten Qualitäten auf Teilzahlung trotz kleinster An- und Abzahlung Billige Preise! Ersatz für Maßarbeit Herren- Anzüge, Paletots Knaben- und Burschen- Anzüge Gummimäntel ( Bei genügender Legitimation sofortige Aushändigung der Ware.) Meyers Gelegenheitskaufhaus Cohn Große Frankfurter Blücherstr. 13, I. Etage am Halleschen Tor.[ 3892b Straße 58 v. Alexanderplatz Eingang durch Möbelläden Jetzt ist es Zeit, Som Leberflecke, gelbe Flede im Gesicht und an den Händen zu beseitigen durch Bleichen mit Klorotrem und Kloroseife. Unschädlich und seit Jahren bewährt. Mit genauer Anweisung in allen Chlorodont- Berkaufsstellen zu haben. welche gesehen haben, daß Zeugen, ein Radfahrer am Mittwoch, den 4. 6., abends Uhr, Weißen burger, Ede Franfecnftraße, eine Frau überfahren hat, welche einen Armbruch Stein derWeifen davontrug, werden gebeten, fich Immanuel Das Original aller Nagelpoliersteine tirchstr. 24, Borwärts" Spedition. zu melden. Steppdecken Kein Laden 38906* billig direkt ab Fabrik Köpenicker 13 M. Endler, Strasse 98 an Geschäftszeit 8-7 Uhr. Stadtbahn Janowitzbrücke. Untergrundbahn Inselbrücke. 2 Markm wöchentl. Teilzahlung liefere KOPP& JOSEPH BERLIN W.37 Ueberall erhältlich Der billigste [ 3862 b* Kupeekoffer der Welt Patentamil. geschützt Warenzeichen der Firma H. Latz, Berlin N, Monbijoupl. 4, gegr 1817. Gr. 65X44X16 cm= 7,50 M. Schokoladen in großer Auswah!! Billige Bezugsquelle für Kantinen und Wiederverkäufer.: Paul Grindel, Dircksenstr. 47, nahe Bahnhof Börse. Eleg. Herren- Garderobe stock laternen fertig und nach Maß Garantie für tadellosen Sitz u. Verarbeitung Maßschneiderei J. Kurzberg Oranienstraße 160, I. mit Stock u. an Lampions von 3 Bf. an Bapiermühen Dyb von 10 Bf. an, alle Sommer11. Feftartikel fehr billig. Feuerwert Sortimente von 1 M. an Bengalfeuer, Kilo 2 M. Magnesiumfadeln, 60 cm lang, 1 Mart. MarkgrafenMaas& Co. a 84, at der Lindenste 9-6 Uhr. Große Volksopers im Theater] des Westens Theater, Lichtspiele usw., Uhr: Der Freischütz Staats- Theater Yolksbühne 112 Uhr: Fahnen Opernhaus 8 Uhr: Salome Opernhaus Kleines Theat. am Königsplatz Tägl. 8 Uhr: Rennen zu Hoppegarten 7: Troubadour Kameraden Sonnabend, den 7. Juni Schauspielhaus von Aug. Strindberg 7: D. Fest d. Handwerker/ Guten Morgen, Herr Fischer! Theater a. Kottb.Tor Schiller Theater 72 U.: Korallenkettlin Deutsch. Theater Sommerspielzeit Direktion: Staab und Gerner Täglich 8 Uhr: Mist.Globetrotter Kammerspiele Tägl. 8 Uhr: Salomons Schwiegertochter Gr. Schauspielhaus 712 Uhr: Der Vogelhändler Th.i.Admiralspalast 814 U.: Der Erfolg d. Jahres 10 Monate anunterbr. auf dem Spielplan ist die große Revue Drunter u.drüber Deutsch.Opernhaus 6 Uhr: Götterdämmerung Weingartner, Papadorf, Heyer, Eckard, Zador, Fortner, Ohliger, Leisner Intimes Th. 8 U. usw, Crêpe GeorgetteMetropol- Theater Tägl. 8 Uhr: Karneval der Liebe Sommerpreise! Thalia- Theater Tägl. 8 Uhr: nachm. 3 Uhr Elite Deutscher Metallarbeiter- Verband Sänger neues Die AußenmonteurVollständig Bersammlung für GroßmaschinenJUNI monteure usw. findet am 2. PfingstProgramm feiertag nicht statt. Bill. Preise 166/ 6* Die Ortsverwaltung. Pfingsten im Lunapark Freiab 6 Uhr: An beiden Feiertagen FrühKONZERT ( Militärmuslk) Aujuste, wat meenste, wat ick heit erfuhr An die Litfaẞäule du, det is' ne Tour! Wir jondeln es kost' nich ne hundertstel Mark, Pfingstmorgen um sechse in' n Lunapark. Da spielt de Musike, frei Portemoneh! Un die Kinners die pletschern in' n Eisernen See. Du' ne Weeße mit Himbeer, ick'n Kümmel hibsch starkSo begießen wir Pfingsten in' n Lunapark! Uf der Berch- un Talbahn, wat Kinners da jeht's Wie da Blitz, un de Turners an'n hohen Trapez, Die schunkeln, wie wir, und die Sorgen sind Quark: Pfingstmorgen, um sechse, in' n Lunapark. Auf allen Attraktionen voller Betrieb bis 11 10 Uhr 7% U: Frasquita Militär- Konzert Brillant- Feuerwerk Tribune 8 U. Die Frau v.40 Jahren mit Else Heims Residenz- Th. Blumenstr. 9 Tägl. 8 Uhr: und das sensationelle Programm Ernst Leinert/ 3 Geschwister Hugonis Extemporale Das größte Volksunternehmen des Nordens! ( So ein Mädel) Lustspiel in 3 Akten Königst. 3418 Rose- Theater Geschlossen Reichshallen Theater Täglich 8 Uhr: Stettiner Sänger Deutschland erwache! Zum Schluß: Ein Musikantentraum Dönhoff- Brettl Ant, 7 Sonnt. 5 U. Gr. Varieté- Progr SCALA 8 Uhr: Internat. VARIETE An beiden Feiertagen 2 Vorstellungen Nachm. 3.30 zu halb.Preisen das volle Programm Eden- Theater ( früher Weimanns Volksgarten) Badstraße 8 durch den Vergnügungspark Bellermannstr. 21/26, dir. a. Bhf.Gesundbr. Direktion: Robert Ramser, Kadelburg. Täglich! Ab Sonntag, 8. Juni( 1. Pfingst. feiertag) Im herrlich schönen, idealen Naturgarten das Sensations- Eröffnungsprogramm 14 Varieté- Sensationen!!! Dazu: Amerikas größter Schlager Wenn ich dich nur hab!" Großes Sensat.- Ausstattungs- Volksstück mit Gesang und Tanz in 3 Akten von Erich Schoch. Musik von Hetmann Krome. Tänze Hans Berger. 2 Kapellen. Großes Doppelkonzert. Kaffeeküche. Eigener Kinderspiel- und Tummelplatz. Im Saal Ball mit Tanzeinlagen. Volkspreise! Bei ungünstiger Witterung findet die Gesamtvorstellung im neurenovierten Theatersaal statt. An belden Pfingstfeiertagen Gr. Doppelkonzert mit Spezialitäten- Vorstellung und Boxkämpfen. Vereinen und Gewerkschaften steht mein Unternehmen zur Abhaltung von Vereinsvergnügen zur Verfügung. Garten bietet 5000 Sitzplätze. Neurenovierter Saal mit neuer Bühne faßt 1000 Personen. yunk ULAP Am Lehrter Vergnügungspark Täglich ab 4 Uhr Bahnhof Voller Betrieb Parkkonzert Feuerwerk > Turmseilkünstler Chaplin und die Attraktionen Pfingstsonntag und Montag: Großes Frühkonzert mit allen Attraktionen Beginn 5 Uhr Kasseneröffnung 4 Uhr Ab 10 Uhr: Eintritt 50 Pf. Kunstausstellung Eintritt frei Ab 3 Uhr 10 Militär- und Zivilkapellen Eintritt 50 Pf. Riesenprachtfeuerwerk Garderob in guten Qualitäten auf Teilzahlung Herren- DamenAnzüge/ Paletots Mäntel Kleider Cutaways/ gestr.Hosen Kostüme Jacken Ersatz für Massarbeit Regenmäntel Strickwesten Strickjacken Meine Preise sind so billig und die An. zahlung so klein, dass jeder kaufen kann Gekaufte Garderobe wird sofort mitgegeben Kinder 30 Pf. BEISER Lothringer Strasse 67 DEUTSCHE BANK Die Aktionäre unserer Gesellschaft werden hierdurch zu der am 28. Juni 1924, vormittags 11 Uhr, in unserem Bankgebäude Eingang Kanonierstr. 22/23 statifindenden ordentlichen Generalversammlung 99 Breslan Elberfeld 99 Hannover " „ Eintracht" Bitte Lefen. Großes Lager getrage ner, nur erftklassig erhaltener Jadett Braunfohlenwerte und Britetfabriken anzüge, Cutawayanzüge, Smokinganzüge, Aktiengesellschaft in Welzow N.-L. Gehreckanzüge, Fradanzüge, Baletots, zum Teil auf Seide. Spezialität: Bauch Hierdurch beehren wir uns, die Herren anzilge. Kulante Preise bei Schnur Altionäre unserer Gesellschaft zur macher, Staligerstraße 108, Laden, direkt Sochbahn Oranienstraße. Tagesordnung: eingeladen. Aktionäre, welche ihr Stimmrecht nach Maßgabe§ 25 der Satzungen 37. ordentlichen Generalversammlung Monate Ziel beim Rauf guter ausüben wollen, müssen ihre Aktien( oder die darüber lautenden Hinter- bie Montag, den 30. Juni 1924, und eleganter Garderobe, wie Anzüge legungsscheine der Reichsbank) spätestens am 24. Juni d. J. in Berlin bei der Effektenkasse der Deutschen Bank, Behrenstraße 11 mittags 12 Uhr, in den Räumen auch für starke Herren, Gummimäntel ( für die Mitglieder des Giro- Effekten- Depots auch bei der lin G. 2, Burgstr. 24, stattfinden wird, Damenmäntel, Stoffe, fofortige Mitder Mitteldeutschen Creditbant, Ber- für Damen und Herren, Kostüme, Bank des Berliner Kassenvereins), bei dem Schlesischen Bankverein Filiale der Deutschen Bank, ergebenst einzuladen. nahme. Luft u. Krieger, nur Blücher bei der Bergisch- Märkischen Bank Filiale der Deutschen Bank, straße 20, am Halleschen Tor. bei der Hannoverschen Bank Filiale der Deutschen Bank, 1. Borlegung der Jahresrechnung und Stoffe zu lockend billigen Preisen kau sowie bei den Filialen der Deutschen Bank an folgenden Orten schlußfaffung über die Verwendung des straße 37. Elegante Sosenstreifen Medes Geschäftsberichtes für 1923. 2. Be- fen Sie im Tuchlager Landsberger Aachen, Amsterdam, Arnstadt, Augsburg, Bamberg, Barmen, Bielefeld, Braunschweig, Bremen, Cassel, Celle. Chemnitz, Coblenz, Crefeld, Danzig, standes und Aufsichtsrates. Reingewinnes 3. Entlastung des Vorter 3.-, Homespun 2.90. 4. Wahlen Darmstadt, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Erfurth, Frankfurt a. M., Jadettanzüge, wenig getragen, auch Fürth, M.- Gladbach, Gotha, Görlitz, Hagen i. W., Halle, Hamburg, um Aufsichtsrate. Hamein, Harburg( Elbe), Köln a. Rh., Königsberg i. Pr., Leipzig, Lüne versammlung teilnehmen wollen, haben ge- beim Schneidermeister Fürstenzelt, RoſenDie Aktionäre, welche an der General neue elegante, fauft man am billigsten Regensburg, Remscheid, Saarbrücken, Stettin, Trier, Verden( Aller), fichtlich deffen sie ein Stimmrecht ausüben brg, Magdeburg, Mainz, Meißen, Mühlhausen 1. Thür., München, Nürnberg, mäß§ 25 des Statutes den Aftien befiz, hin- thalerstraße 10. Rein Laden. Weimar, Wiesbaden, Würzburg, außerdem: " 9 " " " Cottbus Düsseldorf bei der Niederlausitzer Bank Aktiengesellschaft, außer bei der Filiale der Deutschen Bank bei dem Bankhause C. G. Trinkaus, Essen a. d. Ruhr bei der Essener Credit- Anstalt Frankfurt a. M. außer bei der Filiale der Deutschen Bank bei der Deutschen Vereinsbank, bei dem Bankhause Lazard Speyer- Ellissen, bei dem Bankhause Jacob S. H. Stern, bei dem Bankhause Gebrüder Sulzbach, Monatsanzüge, Frackanzüge, Smoking wollen, spätestens am 25. Juni d. J. bei der anzüge, Gehrocanzüge, Jackettan Gesellschaftstasse in Welzow N- 2, oder bei züge, Sommerpaletots, Cutawayanzüge, der Mitteldeutschen Creditbank, Burgstr 24 Gummimäntel, für jede Figur passend. in Berlin, oder bei den Herren Jacquier u. Spezialität: Bauchanzüge, spottbillig. Gecurius, An der Stechbahn 3/4 in Berlin. Halpern, Rosenthalerstraße 4, erste oder bei Herrn A. E. Wassermann, Burg- Etage. straße 23 in Berlin, oder bei der Deutschen Bant in Berlin, oder bei der Direction der Die conto- Gesellschaft in Berlin, oder bei der Deutschen Industrie- Aktiengesellschaft, Potsbei der Württemberg. Vereinsbank Zweigniederl. Heilbronn, Damer Str. 127/128 in Berlin, oder bei der bei der Rümelinbank A.-G., Heilbronn " 19 Hildesheim bei der Hildesheimer Bank, Mannheim " bei der Rheinischen Creditbank, " Oldenburg bei der Oldenburgischen Spar- und Leih- Bank, " Osnabrück Stuttgart bei der Württembergischen Vereinsbank. bei dem Bankhause G. H. Keller's Söhne, bei der Osnabrücker Bank, Geschäftsverkäufe Fahrradgeschäft fofort für 1500 M. zu verkaufen. Lapin, Telephon: Dön Mitteldeutschen Creditbank, Filiale Leipzig hoff 7237. Möbel Klubgarnituren, Tischdecken 38926 7.90, in Leipzig, oder bei einem Notar mit doppeltem Nummernverzeichnis zu hinterlegen und die Stimmfarte, welche zugleich als Eintrittskarte für die Generalversamm Diwandecken 9,50, Rorbfeffel 7,50. Läufer lung dient, in der Zeit vom 25 bis 30 Jun ftoffe 1.75, Teppiche, Brücken. Siebert, Standuhren, neue, beste Messingwerke, Garantie für guten Gang, eiche gebeizt oder bei einem deutschen Notar hinterlegen und bis nach der Generalversamm- diefes Jahres in Empfang zu nehmen Statt Große Frankfurterstraße 33. lung belassen. Stimmkarten werden bei den Hinterlegungsstellen ausgehändigt. Der Aftien tönnen auch die Depot cheine der Im Falle der Hinterlegung bei einem Notar ist die Bescheinigung desselben Reichsbant oder der Bank des Berliner über die erfolgte Hinterlegung in Urschrift oder Abschrift spätestens einen Tag Staffenvereins hinterleg werden. nach Ablauf der Hinterlegungsfrist bei der Gesellschaft einzureichen. Tagesordnung: 1. Jahresbericht über die Geschäfte der Gesellschaft. 2. Rechnungsablage mit dem Bericht des Aufsichtsrats. 3. Beschlußtassung, über die Genehmigung der Jahresbilanz, der Gewinnund Verlustrechnung, Vergütung an den Aufsichtsrat, sowie über die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrats. 4. Wahlen zum Aufsichtsrat. Berlin, den 6. Juni 1924. DEUTSCHE BANK G. Schröter Michalowsky Extra billige Pfingst- Angebote! Blusen in prima Voll- Voile.. 675 Die Jahresrechnung und der Geschäfts- 98, Aüchenstühle 2,50, Nußbaumtische bericht liegen vom 14 Juni d. J. ab für die 13,50, Anrichten 90,-. Nur neue geHerren Aktionäre in unserer Hauptverwal- diegene Möbel. Speisezimmer, Herrentung zur Einsicht bereit Welzom N- L, den 5. Juni 1924. ..Eintracht" Brauntohlenwerte u. Brite: fabrifen Der Vorstand Dr. Wolt. Dr Voigt. Verkäufe zimmer, Schlafzimmer, Küchen, Einzelmöbel spottbillig. Wichert, Elfasser Straße 20. Geschäftsgrundfaz: Großer Umfak, allerbilligste Preise. Metallbetten, Auflegmatragen, Batent matragen, Chaiselongues Walter, Staraarderstraße achtzehn. Möbel- Kredit in weitgehendstem Maße an neue, und alte Kunden bei kleinster Raumann- Rähmaschinen für Sausge- Anzahlung und wöchentlichen oder. brauch und Gewerbe. Teilzahlung. Re- monatlichen Raten, die wunschgemäß paratur- Werkstatt für alle Systeme. den Verhältnissen des Käufers ange Emil Halbarth, G. m. b. S., Friedrich- paßt werden. Zur Zeit sind die Preise ftraße 55a. Merkur 6268. fo gewaltig herabgesezt, daß es jedem Kinderwagen, Teilzahlung bei foforti- Räufer möglich ist, feinen Bedarf zu ger Lieferung Esta", Chauffeeftr. 73/74, decken. Riesenauswahl in allen Lägern, Untergrundbahnhof Reinickendorferstraße. besonders in weißen und Iafierten Nähmaschinen extra billige Preise. Küchen, Schlafzimmern, Speisezimmern Fabrit neuer Maschinen erstklassiger in allen Größen, Herrenzimmern, EinFabrikate. Klubmöbeln, zelmöbeln, wenig Teppichen, Gelegenheitskäufe gebrauchter Maschinen mit voller Ga. Bettvorlegern, Gardinen usw. Möbel35.00 rantie. Eigene Cohn, im Often: Große Frankfurter Reparaturwerkstatt. Fischer, Potsdamerstraße 103. Straße 58( 5 Minuten vom Alexanderplag), im Norden: Badstraße 47/48 Klappsportwagen, Promenadenwagen.( 5 Minuten Dom Bahnhof GesundKinderwagen, Kinderbettstellen, neue, brunnen). 97565.00 Kleider in prima Voll- Voile. in Frotté und Voile, in den 1250-59.50 gebrauchte, billigit. Schwarzmann, Sott. Kleider neuesten Mustern Kostüme regal, Cheviot und 2950-150.00 in Gabardine. Mäntel in Donegal, Covertcoat und Tuch 1575-135.00 Kostüm- Röcke i.Doneg., Cheviot Gab. u gem.Stoff. Spezial- Angebote weiß Fond, Hemdbluse aparten Streifen auf buser Damm 93, tein Laden, 2 Treppen.* 775-39.50 four, Arawatten. Chempreise. Paril: Schlafzimmer, 295 Sport- Kostüm Nadelstreifen. 1950 Sport- Kostüm a Gabardin 5950 Frotté- Rock in lebhaft. Streifen 675 in gut.Verarbt. Damen- Confektion Elegant Hermann Pert Charlottenburg, Wilmersdorferstr.46 Komische Oper Neue Welt8: Direktion: James Klein Heute zum 50. Male Der große Erfolg! 8: A. Scholz Hasenheide 108 114 tanzende 1. und 2. Pfingstfeiertag: Trinzessin Frühkonzert und Operette in 3 Akten von Walter Kollo 8 U.: Trianon- Th. Somm.- Dir. R. Pirk Quittungs- Marken Ein Schwank der Liebe Limburg, Falkenstein Seit 40 Jahren Spezialität Conrad Müller, Schkeuditz- Leipzig. Varieté- Vorstellung ( 50 Artisten) Das große Casino- Theater Traueripenden Eröffnungs- Programm Lothringer Str. 37. jeder Art Tägl. 8 Uhr liefert preiswert Nur noch kurze Zeit Paul Golletz, Dormals Robert Meyer, Pummels Martha Mariannenstr. 3. Nur noch kurze Zeit Amt Morigpl. 10303. Der Herr aus Kyritz und das bunte Programm WINTO BRIEN VarietéSpielplan! Rauchen gestattet! Zoolog Garten Am 1. u. 2.Pfingstfeiertag ab 62 Uhr Doppel- FrühKonzert Nachm. ab 4 Uhr Doppel- Konzert esonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN im ,, Vorwärts" und trotzdem !! billig!!! Einl. früh 4 Uhr| Ein!. nachm. 2 Uhr Anf. früh 5 Uhr Anf. nachm. 4 Uhr Garderobe Prima Stoffe auf Teilzahlung bei bequemer Anund Abzahlung für Kostüme, Kleider Herren Damen Anzüge, Cutaways Taillenmäntel, Hosen Regenmäntel Burschen- Anzüge Röcke, Mäntel Seidenjumper Spezial Abteilung für Künstler- Gardinen, Stores, Bettdecken, Diwandecken, Federbetten Bei genügender Legitimation kann die Ware gleich mitgenommen werden. Heinrich Georg Andreasstrasse 28, I. Etage. Straßenbahnverbindung: 1, 3, 13, 63, 68. 69, 76, 176. Autobus 19, 2 Min. vom Schles Bahnh. Grosse Auswahl Neueste Machart * Credit Rath, Schlafzimmer, Speisezimmer, Einzelmöbel, Bolfterwaren. Bequemste Teilzahlung. Elfaffer Bekleidungsstücke. Wäsche usw. ftraße 44 1 Oranienburger Tor. Seidenjumper 4.50, Möbelspeicher, Wollwesten, Alte Schönhauser Strandjacken, Damenhemden, Hand traße 33/34, Sof lints. Anrichte- Küche, Metallbetten, Chaisezahlung gestattet. Gärtlein, Invaliden- longues, Tische. Straße 152. Eichene Ankleideschränke, Bettstellen, Monatsgarderobe laufen Sie billig im Nähtische, Waschtoiletten, Ruhebetten 20, Leihhaus Prinzen traße 105; Anzüge, Bitfetts, Kredenzen 95, Ausziehtische, Baletots, Taillenmäntel, Lederstühle 15, Standuhren, Glasvitrinen Cutaways, Sportpelze, Gehpelze, Füchse aller Art. 150, Diplomaten 85, Bücherschränke 68, Gelegenheitskäufe in neuer Garderobe. Klubfofas 110, Klubfeffel 95 Goldmart. Teilzahlung gestattet. Möbelhaus Kamerling, Kastanienallee 56. Seglermügen, Herrenhüte, Sportmügen Reklameangebot. Bitrinen, Speisefaufen Sie nirgends vorteilhafter, wie immer, rundgebaut 375,-; Herren im Engroslager Naunynstraße 35 zimmer, fechsteilig, 325,-; Schlaf( Oranienplag). simmer, mit großem Spiegelschrank, prima Ausführung, 500,-; Rüchen; Sonderangebot im Engroslager Standuhren: Flurgarderobe 38,-. MöNaunynstraße 35. Herrenwollfilzhüte, belgottlieb, Elfaffer Straße 28. I. Qualität, Rand uneingefaßt. 4.75, eingefaßt 5.75. 2 Geschäfte. Korbmöbel, Kinderwagen, Metallbetten. Ball, Große Frankfurter Damenmäntel, Damenkleider, Gom- Straße 47 und Charlottenburg Goethe merröde 3.95, Frotteröcke 4.95, Musselin straße 47. Fleider 4.50, 5.50, Frottekleider 7.50, 10.- 12.usw., entzückende ModellKleider, Donegalmäntel 5.-, Tuch mäntel 7.Covercoatmäntel 9.Musikinstrumente Bianos preiswert. Klaviermacher Staubmäntel 10.-, Alpattamäntel 13.- gint. Brunnenstraße 35. imprägnierte Covercoatmäntel 13. Fahrräder Homespunmäntel 16.-, 21.-, Modelltuchmäntel 25.-, 29.-, Riefenauswahl, direkt Werkstatt Schmechel, Gips- Fahrrad- Poser, Manteuffelstraße 81. straße 15, Bahnhof Börse. Einführungspreise: Rennpedale 2.40, Teilzahlung. Spottbillig kaufen Sie Retten 2. Primadeden 3.-, Primaelegante gutsigende Herren-, Damen- Schläuche 1.40, Reparaturen billigit. garderobe, Anzüge für Straße, Sport, Fahrräder, Nähmaschinen, erstklassige Sofen, Gabardine, Gummimäntel im Marken. Teilzahlung. UniversitätsKredithaus Brandmann, Blücherstr. 10, straße 3b, 2. Stod. am Halleschen Tor. * Monatsanzüge, Sommerpaletots, Gefellschaftsanzüge, forpulente Figuren, ftaunend billig. Naß. Gormannstr. 25/26, früher Muladitraße. Kaufgesuche Fahrradankauf, Reparaturen, Man Belzwaren, Gelegenheitskäufe zu teuffelstraße 81. ftaunenerregend spottbilligen Sommer- Fahrräder kauft Linienstraße 19. preifen. Belshaus Warschauerstraße 7.* Crebit- Rath, Herrengarderobe, Rift Verschiedenes Tergardinen, Madras. Stores, Tischund Diwandecken, Bettwäsche, Teppiche, Läuferstoffe. Bequemste Teilzahlung. Reu eröffnet! Reparaturwerkstatt für Elfafferstraße 44 I. Oranienburger Tor. Automobile, Motor-, Fahrräder und Kredithaus zu Ladenpreisen. Damen- Bulfanifieranstalt, reelle Arbeit, billige und Serrengarderoben, Damen- und Preise, empfiehlt Wolf u. Klingberg, Serrenschuhe, Wäsche, Betten, Pelze, Berlin GO., Lübbener Straße 22, Nähe Gardinen, Steppbeden in bequemer Ab- Görliger Bahnhof. fchlagszahlung. Kaufhaus Hirschberg Gewissenhafte Untersuchung. Hebamme u. Co., Turmstraße 57, 1. Etage. Sildesheim, Billowstraße 62. Pfandleihhaus Schönhauser Allee 115 Bertrauensvolle Auskunft Hebamme ( Nordring)! Spottbilliger Riefenver- a. D. Verkauf und Versand hygienischer tauf! Serrenanzüge 25.- Belzwaren, Frauenartikel. Frau Hildesheim, Lo Gardinen, Federbetten halbumsonst! thringerstraße 34/35. Neuwaren! Monatsgarderobe, wenig getragene Frads, Smokings, Cuts, Jackettanzilge au Friedenspreisen. Besonders billig Arbeitsmarkt neue Anzüge, Taillenmäntel. Oranien- Straßenhändler! Großer Schlager. straße 193, 1 Treppe. Am Heinrichplak. Neuheit. Praft. Wirtschaftsartikel. Nur an tüchtige, Jedermann Käufer. Auf Kredit bei Leiser Gottlieb er- redegewandte Verkäufer abzugeben. halten Sie wirklich billige Serren- Natteroth, Berlin- Steglig, Mommsen. anzüge, Taillenmäntel, Regenmäntel, straße 24. haltbare Stoffe, gute Zutaten, große Auswahl. Bequeme, diskrete Ratenzahlungen. Fertig und nach Maß. Sofortige Aushändigung. Nollendorfstr. 22a, II. Etage, Nähe Hochbahnhof Nollendorf plag. Teil Herrengarderobe, bar oder zahlung, billigste Preise. Kleinste Anund Abzahlung. Tadellose Ausführung. Gofortige Aushändigung. Landwehr, Müllerstraße 7, vorn eine Treppe. Nordfildbahn: Station Reinickendorferstraße. Gummimäntel 14.-, Anzüge 18.Füchle 8.-, Biegen 12.-, Federbetten 9.- Bettbezüge 6.-. Neuwaren. Leihhaus, Reinidendorferstraße 105. Rettel bedplan. Leihhaus Rosenthalertor, Linienftraße 203/204, Ede Rosenthalerstraße, pertauft: Füchse&- Wolfsziegen 12. Gämtliche Belzarten. Spottbillige SommerprefTe. Anzüge 17.-, Taillen mäntel, Schlüpfer, Gummimäntel fenfationell billig. Reine Lombardware. Monatsanzüge, neue Joppen. Jackettanzüge vertauft. Friedenspreise, Alerarderstraße 28a. hocvarterre. Gefell fchaftsanzüge leihweise. Männliche Bureaukraft gesucht von KrantentaffenBereinigung in Groß- Berlin Bedingung: Kenntnis in Buchführung und Sozialversicherung. Offerten unter W 32 an die Hauptexpedition des ,, Vorwärts". 181/17 Ungelernte Arbeiterinnen nicht unter 18 Jahren, stellt gegen Akkordlohn ein Spinnstoffabrik Zehlendorf G. m b. H. Ortstell Schönow( bei Teltow). Persönliche Meldungen mit Steuerbuch u. Invalidenkarte vormittags von 9-11 Uhr. Nr. 265 ♦ 41. Jahrgang 2. Seilage öes vorwärts Goanabekö, 7.�un!lH24 die Entfcheiöung öes Reichstaas. Wir geben im Folgenden die Fortsetzung de« Sitzungsbericht« t�r gestrigen Reichstagssitzung au« der Abendausgabe: Abg. Breitscheid(Soz.) fortfahrend: Zahlen und Leisten— zu diesen Opfern und Leistungen von Besitz sich zu bekennen, fällt manchem der Herren viel schwerer als die Erinnerung cm 1812 heraufzurufen, und doch wäre solche Opferbereit- schaft viel schöner und für da« Vaterland viel nützlicher, als die fäbel- rasselnden Phrasen. Rur durch da« Sachverständigengutachten ist e« möglich, die Wiederkehr der Zoslalton zu verhindern, deren Schrecken Herr Kunze gestern geschildert hat. Vielleicht weiß iherr Kunze, daß wir uns rechtzeitig bemüht haben, eine Finanz- und Steuerpolitik durchzusetzen, die die Inflation bekämpft hätte. Diel- leicht erinnert er sich auch, daß die Inflation nie größer und gefährlicher war als zu der Zeit, wo Deutschland Wider» standspolitik gemacht hat. Herr Kunz« beklagt den Gegensatz, daß die einen Auto« und goldausgeschlagene Villen haben und die andorsn am Hungertuch nagen. Da« war immer so. Auch im Krieg, wo die einen hungernd im Dreck der Schützengräben saßen und die anderen es sich in den Garnisonen wohl ergehen ließen. (Große Heiterkeit links und in der Mitte.) 6>err Kunze will auf den: Wege über die jüdischen Heiratsanzeigen die großen Vermögen erfassen. Wir halten«in« entsprechende Ver- teilung der Lasten au« dem Sachverständigengutachten für erfolgversprechender und wenn Her? Kunz« uns dabei Helsen will — er soll un, mit und ohne Knüppel willkommen sein.(Schallend« Heiterkeit.) kommt das Sachverständlgengulachten nicht zustande, so bleibt Rheinland-Westfalen Reparalionsprovinz mit ungeheuren Lasten für Unternehmer und Arbeiter und bald auch mit einem neuen Separatismus, der angesichts der Dinge iu Frankreich viel gefährlicher werden würde als der alle. Gegen End« des vorigen Jahre« haben wir gegen die Derfackunys- Politik kämpfen müssen, als mit dem Gedanken gespielt wurde, Rheinland und Westfalen aufzugeben. Das Sachverständigengut' achten stellt die Gefahr der Verfackungspolitik beiseite. Wir glauben, daß daraus die internationale Boruhigung eintreten wird und muß, die uns arbeiten läßt, uns die Produktion ermäg- licht, die un» befreit aus den Iahren des Kerkers, des Drucks, der Verzweiflung die hinter uns liegen. All das ist aussichtsvoller geworden nach dem Ausfall der französischen Wahlen vom 11. Mai, aussichisvoller auch für die Ehrenfragen, die nicht umnittel- bar im Gutachtm behandelt werden. Es war der französische Sozialdemokrat Läon Blum, ein Jude, der unbekümmert um die Schimpforgien der Nationalisten gegen Ruhrbesetzung und Miliuirismus aufgetreten ist und die Sache des internationalen Sozialismus vertreten hat. Gewiß, die Gegner der Politik Poincares wollen eine andere Politik nicht für uns, sondern weil sie für Frankreich den Frieden wollen und weil sie an ganz Europa denken, weil sie wissen, daß für die Menschheit der Zustand, wie-r bisher geherrscht hat, nicht mehr zu halten ist, daß«in Neue, werden muß. Der 11. Mai hat gezeigt, daß es neben dem Frankreich Poincares ein anderes Frankreich gibt, da» sich der großen Nluschheils- ideale von 1?Sg erinnert(Heiterkeit recht»), jener Ideale, für die Sie ein Lachen hoben da» Sie keuazeichntt. Gewiß wäre es Illusion, von heute auf morgen eine Aenderung zu erwarten, aber die Grundlage hat sich geändert. In Frankreich ist ein starker Verständigungswille vorhanden und dieser historische Moment darf nicht durch deutsche Schuld verfehlt werden. (Zuruf: Der Brief Herriois!) Den scheinen Sie nicht gelesen zu haben, denn Herriol schreibt an die Sozialisten, daß das Ruhr- gebiet erst geräumt werden kann, wenn Frankreich dafür jene anderen Pfänder erhält, die das Sachverstän» digengutachten bietet. Also ist die Verwirklichung des Gut- achtens der Weg zur Räumung. Wenn aber ausgerechnet Frau Gölte Herriot einen Radoupolitiker nennt(große Heiterkeit), so ist dagegen wohl nicht zu polemisieren. Wir Sozialdemokraten richten über die Mauer« diese» Hause« und über die Grenzen diese, Landes hinaus den Appell an das neu« Frankreich: Laßt die Gefangenen frei, laßt die Aus- gewiesenen zurückkehren in ihre Heimat, wir fordern diesen Beweis des guten Willen«, nachdem unsere Regierung erklärt hat, daß sie da« Sachverständigengutachten annimmt. Die Räumung des Ruhrgebiets muß erfolgen, und zwar schnell und bald, in sicheren Etappen� Der Grund zur Besetzung, der Schutz der Ingenieurkommissiim. fällt mit dieser Kommission weg. Die Besetzung sollte Deutschland zur Verständigung zwingen, die Verständigung ist da. Das neue Frankreich wird dem deutschen Volk zeigen müssen, daß etwas Neues da ist- Auch in der Frage der Militär- kon trolle. Die Waffen, die in Deutschland liegen, sind gefähr- {ich für die deutsche R-publik, für die deutsche Demokratie, aber nicht für Frankreich. Der best« Bewers für diesen Zweck der Waffen ist das Rundschreiben des Iungdeutschen Ordens vom November v. I-. worin er sich dagegen wendet, daß man ihn von seinem alleinigen Ziel des Kampfes gegen den inneren Feind, zum Kampf gegen Frankreich bringen wolle. Mit der Be- drohung der Demokratie müssen wir sÄbstsert.g werden Das.st nicht Aufgabe des Auslandes. Die Milckarkontrolle sollte so bald als möglich erledigt sem oder dem Völkerbund übertragen werden, von dem wir überzeugt sind, d-ß« Zurna nach Deutsch. «ands Beitritt, aufhören wird,-m Werkzeug de- Ententeimper.aw- MUS zu sein und ein Werkzeug der Völkerverständigung und Ver. söhm.ng sein wird. Zu diesem Ziel kommen wir nicht dadurch, daß wir erklären. Deutschland ist unschuldig am Krieg und die anderen sind allein schuld. Die deutsche Sozialdemokratie ho» nie veutschland allew Me Schuld geg:ben. da, deutsche Volk in seiner Masse ist unschuldig am Kriege, aber gewisse Schichten, deren Epigonen hier aus der Rechten sitzen, haben ein großes Maß von Verantwortung für den Krieg. Neue Unschuldstage und die ständige Wiederholung der Versicherung. daß Deutschland nicht allein schuldig ist, nützen nichts, es kommt darauf an, daß auf der Gegenseite«m Wandel eintritt, daß auch dort die Archiv« geöffnet weiden und die Selbstprüfung erfolgt. Es kommt darauf an, diejenigen, die bei uns schuld haben am Krieg und seiner Veilängerung. mit der Kritik nicht zu ver- schonen, z. B. Herrn Ludcndorff mit seinen größere» und kleineren Jüngern und Jünglingen, deren nationalistisches Geschrei Mte für unser« Zukunft«weichen kann. Da» Sachverständigen' gutachten ist die beste Bast». Der gute Will« muh dazu kommen, der ehrliche Will«, zu opfern und zu leisten, was wir können. Das ist national und in diesem Sinn« sind wir nicht weniger national al» diejenigen, die dieses Wort immer als Aushängeschild gebrauchen. Und da wir die Interessen der breiten Volksmassen vertreten, glauben wir auch vaterländischer zu sein als die, die sich so nennen. Und nun lassen Sie mich zum ScMß in diesem Zusammenhangt ein Wort eines Franzosen zitieren, aber eine» Franzosen, der wie kein anderer die Menschenseel« kennt und Menschheitsziele dichtend und philosophierend vertritt. Es ist jenes Wort von Anatole Franc«, der einmal schreibt: »Du verstehst nicht, daß die wahr««rast in der Weisheit liegt, orch die Ration«« nur groß sind durch sich selbst, du weißt nicht, daß das, was den Ruhm der Völker ausmacht, nicht törichte Schreie sind, die aus Ssfentlichen Plätzen ausgestoßen werden, son- dern jener erhabene Gedanke, der sich in irgendeiner Mansarde verbirgt, und der eines Tages, über die Welt verbreitet, da» Antlitz der weit ändern wird. Du weißt nicht, daß diejenigen ihr Vater- laud ehren, die für die Sache der Gerechtigkeit Gefängnis, ver- bannung und Leiden ertragen haben." (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten� Abg. Maslomsfi(Komm): Bei dem Kuhhandel, der hier getrieben wird, kann einem übel werden. Wir kämpfen dafür, daß diese» Parlament zum Teufel gejagt wird, wir erstreben die Diktatur des Proletariat». Di« Micmn. vertrag« lassen ahnen, was dem arbeitenden Volk, insbesondere auch den Bergarbeitern, nach Annahme de» Eachverständigengutachtens bevorsteht. Die Sozialdemokraten haben nicht» mehr übrig kür die Bergarbeiter. Im Streik der Ruhrbergleute hat ein Deutscynatio- naler versucht, die französischen Bajonette gegen die Bergarbeiter mobil zu machen. Die Sozialdemokraten habe« sich in die Einheits- front des Faschismus eingereiht. Abg. Graf RevenNow(Natsoz.): Die Sachverständigen sind nur Angestellt« der Morgan-Gruppe, die nicht rein idealistische Ziele verfolgt.(Heiterkeit.) Die« Sach- oerstänoigengutachten ist ein Erzeugnis des Weltgewissens.(Zuruf links: Der Weife von Zionl) Die Weisen von Zion sind daran sehr erheblich beteiligt. Wir teilen nicht den Optimismus der Regierung und jener Parteien, die glauben, daß man über dies Gutachten verhandeln werden könne.(Zuruf links: Ohne Lasso ist nichts zu machen!) Tatsächlich haben Sie die letzten fünf Jahr« Katastrophenpolitik getrieben.(Sehr richtig.) Solche Katastrophen- Politik will man heute gegenüber dem Sachverständigengutachten wieder treiben. Die Mächte sagen: Es muß angenommen werden als Ganzes oder es muß abgelehnt werden. Man sagt uns wohl hier- mit ausnahmsweise die Wahrheit: man hält uns für reif. Die Re- gierung und alles, was sich in ihrem Dunstkreis befindet, sagt: Wir müssen so schnell wie möglich annehmen und dann sehen, daß wir möglichst viel herausschlagen. Wie können die Frattionsführer die ungeheure Verantwortung für die Unterschrift auf sich nehmen auf vag« Hoffnungen und Vermutungen und Gerede hin. Gewiß müssen unsere Volksgenossen im Westen befreit werden. Aber wissen Sie (nach links) denn, daß Sie dieses Ziel auch erreichen? Auch wir werden stets für eine gerecht« Steuerpolitik«intreten. Antisemiten sind mir überhaupt nicht.(Zuruf: Nur nicht, wenn Sie Geld brauchen!) Geld brauchen wir auch. Auch die Hebräer hassen wir nicht. Aber unser« Lieb« zu ihnen wächst mit dem Quadrat der Entfernung.(Große Heiterkeit.) Der Außenminister hat zu unserem Erstaunen auf die gestrige Anfrage des Herrn v Graefe nicht er- widert.(Zuruf: Das ist ihm unangenehm!) Deutschland ist durch das internationale Kapital„liquidiert" worden.(Zuruf bei den Kommunisten: Und Sie sind die Spießgesellen!— Gegenruf bei den Nationalsozialisten: Nein, die Juden!) Es steht auch im Gutachten: Di« Ausgaben für militärische Zwecke Deutschlands seien viel zu hoch. Man will uns jede Verteidigungsmöglichkeit, besonders nach dem Osten hin, nehmen, will uns zu einem Helotenvolt machen. Ich bitte die Herren Ausländer in diesem Saal«, nicht etwa zu glauben, daß Unterschriften der jetzigen Regierung von uns anerkannt werden würden. Auf die Schuldfrage werden wir nächstens in einer beson. deren Interpellation zurückkommen. Was wir dann in Zu- kunft tun werden, das werden wir hier nicht öffentlich sagen.(Stürmische Aha-Ruse.) Nur durch eine grundstürzende Umwälzung im völkischen Sinn« kann uns die Rettung kommen. Abg. Koch-Weser(Dem.): Wir bedauern sehr, daß das Niveau und der Wie Ton des Reichstags so sehr geschwunden ist. Wir waren gewohnt, daß die Debatte im Tone gegenseitiger Achtung und sachlich geführt wurde und daß die Mahnungen und Anordnungen des Präsidenten befolgt wurden.(Abg. Hölle in sKomm.s: Die Mich der frommen Denk- ungsart sprudelt bei Ihnen über!— Große Heiterkeit.) Jetzt müssen wir daran denken, für jede Fraktion bei den Wahlen einen Preisboxer mitwählen zu lassen.(Heiterkeit.) Redner wendet sich gegen die Vorwürfe, welche Graf Westarp speziell gegen die Haltung der Demotraten in der auswärtigen Politik erhoben hat. Seit fünf Jahren habe man von den Herren rechts nicht erfahren können, welche Art von Politik sie zu führen empfehlen, diese Herren hätten lediglich in negativer Kritik gemacht. Einen Revanchekrieg einem entwaffneten Volvo zu ertzählen, sei doch Wahnsinn. Eine Propaganda für die Enttiäfiung der Schuld. lüge könne doch auch Deutschland nicht retten. Das besetzte Gebiet habe aber«inen Anspruch darauf, zu wissen, wie die Völkische Partei es befreien will. Die Zeiten seien doch vorbei, wo das Volk mit den Händen an der Hosennaht gehorsamst abwartet«, welches Schicksal ihm eine hohe Obrigkeit zu bestimmen geruhte.(Sehr gut! links.) Vor allem müsse drs Volt cm feinem inneren Aufbau arbeiten und erstarken. Das ist die Vorbedingung für ein« aktive Außenpolitik. Wir wollen uns unsere Zukunft nicht gefährden lassen. Auch in den Kreisen der Deutschnationalen und der hinter ihnen Stehenden wird diese unsere Politik immer mehr gewürdigt. Die Schwierigkeit liegt darin, daß die Deutschnationalen nicht dazu kommen können, eine solche verständige Politik mitzumachen. Man konnte ihrem Verlangen nach Kursänderung der Außenpolitik nicht entgegenkommen. Ein klein wenig günstiger ist die Situation seit dem 11. Mai doch. Herr Fach steht so wenig hinter Herriot wi« Herr Ludendorff hinter Herrn Marx. Was die Dcutschnationalen gelegentlich der Verhandlungen über die Regierungsbildung verlangten, war geradezu Verfassung»- widrig: Herr Henning sieht bereits alle übrigen Parteien als überflüssig an und sieht den Endkampf zwischen Sowjetstern und HaVenkreuz sich vollziehen. Wir würden aber sehr wünschen, daß der Schauplatz dieses Endkampfe» nach außerhalb verlegt würde.(Beifall und Heiterkeit.) Präsident Wallras: Der letzte Redner hat von dem„Niveau" der Reich-tagsverhaiMunzcn gesprochen. Alle Parteien sind gewiß mit dem Präsidenten in dem Wunsche einig, dieses Haus wieder zu einem Haufe sachlicher Auseinandersetzungen zu machen. Bis zu einer Aenderung der Geschäftsordnung wird noch einige Zeit vergehen. aber ich bitte alle Fraktionen, die die Hebung des Niveaus wünschen, schon jetzt dafür' zu sorgen, daß allzu stark« Ausbrüche des Tempera- ments unterbleiben. Abg v. Sardorff(D. Dp.) begründet den Antrag seiner Fraktion, über den Antrag der Nationalsozialisten zur Tagesordnung über- zugehen. Das sei ungewöhnlich, aber der nationalsozialistische Antrag sei noch ungewöhnlicher. Deshalb bedürfe er der schärfsten Zurück- Weisung, und«ine solche lieg« in dem Uebergang zur Tagesordnung. (Beifall bei der Mehrheit.) Abg. v. Graefe(Natioz.) begründet den Antrag seiner Fraktion: Keine Regierung habe bisher so gegen die Verfassung gehandelt, indem sie ohne das Vertrauen des Volkes im Amt bleiben will. Abg. LSbe(Soz.): Es ist noch nie dagewesen, daß eine Partei einen Antrag einbringt, den sie selbst ablehnen will.(Widerspruch rechts.) Das ist eine namenlose Unehrlichkeit. (Zustimmung bei den Sozialdemokraten, Unruhe rechts.) Wir werden aber dafür sorgen, daß Sie Ihr Ziel nicht erreichen.(Zuruf rechts: Da entsteht wohl eine neue Schuldlüg«?— Heiterkeit.) Gegen die Stimmen der Kommunisten wird darauf ein An- trag auf Schluß der sachlichen Beratung ang«, «ommen. E» folgen persönlich« Bemerkungen. Abg. Dr. Ouaah(Dnat.) erklärt es für einen ungewöhnlichen Vorgang in den Parlamenten aller Länder, daß ein Minister vom Prösidenten einen Ordnungsruf erhalten habe.(Unruhe. Präsident Wallraf erklärt, er habe lediglich gesagt, daß der Ausdruck»in- fam" parlamentarisch unzulässig sei.) Es liegt mir aber auch daran, zu motivieren, welches der Gedankengang war, der mich zu meiner Aeußerung führte.(Lärm bei den Sozialdemokraten, Zurufe: Da» ist kein« persönliche Bemerkung!) Dr. Stresemann hat sein Plädoyer nach außen als Minister vergessen gegenüber dem Plädoyer nach innen, er hat gesprochen nicht al» Minister, sondern als Parteimonn. (Gelächter bei der Mehrheit.) Abg. husemmrn(Soz.) wehrt sich gegen den Vorwurf de» Abg. Maslowsil, er habe Äs Mitglied der Arbeitsgemeinschaft mit den Arbeitgebern im Bergbau die Achtein halbstundenschi cht vereinbart. Di« Uebersckicht sei vielmehr durch Schiedsspruch festgesetzt worden. (Zuruf bei den Kommunisten: Demagoge! Oberbonze!) Darauf wird der Entwurf eines Gesetzes über die Fessstellung de» Reichshaushaltsplanes für 1924 dem Haushaltsausschuß überwiesen. Es folgt die Abstimmung über die Anträge, die zur Regierung»- erklärnng vorliegen. Geschästsorünungsüebatte. Präsident Wallras erklärt nach seiner persönlichen An- schauung für die weitestgehenden Anträge diejenigen, die das Mißtrauen für die Regierung aussprechen wegen der daran sich knüpfenden weittragenden Folgen. Ueber diese Anträge müsse also zuerst abgestimmt werden. Sollte aber im Haus« eine andere Mei- nung darüber herrschen, so werde er das Haus darüber«nsscheiden lassen. Abg. v. Graefe(Nassoz.) führt zur Geschäftsordnung au«, daß es der Praxis des Hauses ensspräche, nach Ablehnung der Mß- trauensantrage auch noch über den Vertrauensantrag abzustimmen. Abg. Koenen(Komm.) bemerkt, es herrsche das Bestreben,£e( Regierung so oder so eine Stütze zu verschaffen und e» scheine, daß der Präsident gleichfalls dieses Best reden unterstütz«.(Große Unruhe.) Präsident Wallraf erwidert, daß er sich lediglich von seinem Pe-c wissen leiten lasse. Abg. koenen(Komm) gitt der Ansicht Ausdruck, daß in klayer und eindeutiger Weise zuerst über den Vertrauen»- antrag der Nationalsoziali st ischen Partei abgei- stimmt werden müsse, wobei es gleichgültig bleibe, aus welchen Motiven dieser gestellt sei. Die Sozialdemokratie treibe ans Angst vor einer Reichstagsaustösung«in Gautelspiel. In der Abstimmung wird der Vorschlag des Präsidenten Wallraf gegen die Stimmen der Nationalsozialisten und Kommu» nisten angenommen, so daß also nunmehr zuerst über den Antrag Hergt(Dnat.) abgestimmt wird, der der Regierung das Miß- trauen ausspricht. Ablehnung des Mißtrauensvotums. Aus Antrag der veutichnalionalen ist die Abstimmung ein» namentliche. Es werden 4ZZ Skimmkarten abgegeben. Für den Slntrag Hergt 194. dagegen 239. ver Antrag Hergt ist damit abgelehnt. Für den Antrag Hergt haben gestimmt die Deutschnatio- nalen, die Nationalsoziali st«n, die Wirtschaftliche Vereinigung, die Deutsch sozialen und die Kommu- nisten. Die Mehrheit bilden die bisherigen Regie- rungsparteien und die Sozialdemokraten. Für das MißtrauensvÄum stimmte auch der Abg. v. Kemnitz(D. Vp.) Präsident Wallraf will darauf zunächst den Antrag zur Ab- ftimmung stellen, der den Uebergang zur Tagesordnung über den Vertrauensantrag v. Graefe(Natsoz.) verlangt. Abg. v. Graes«(Natsoz.) macht darauf aufmerksam, daß dieser Antrag noch gar nicht verteilt sei. Der nationalsozialistische Per- trauensantrag entspreche wörtlich dem Artikel S4 der Verfassung. Wenn man über ihn zur Tagesordnung übergehe, bedeute die Ab- ftimmung entweder eine Außerkraftsetzung dieses Artikels, also eine Verfassungsänderung(Gelächter) oder die Ablehnung eines Ver- trauensootums. Gegen die Stimmen der Kommunisten, der Nationalsozialisten und eines Teil der Deusschnationalen wird beschlossen, über den Antrag v. Kardorff(D.Vp.) auf Uebergang zur Tagesordnung zuerst abzustimmen. Dieser Antrag wird gegen die DeusschnationÄen, die Nationalsozialisten und die Kommunisten angenommen. Annahme öer Regierungstagesorönung. vi« Abstimmung über den nun noch folgenden Antrag der drei Mrttelparteien ist namentlich. Der Antrag lautet: „Indem der Reichstag über alle anderen Anträge zur Togeeu ortrnung übergeht, billigt er die Erklärung der Reichsregierung, nach der sie das Gutachten der Sachverständigen Äs praktische Grundlage für eine schnelle Lösung der Repärationsfrage an« erkennt. Er erwartet von der Reichsregierung, daß sie im Inter- esse der schwerleidenden besetzten Gebiete und zur Ausrecht erhal- tung der deusschen Wirsschaft mit größter Beschleunigung die zur Durchführung des Gutachtens erforderlichen Gesetzentwürfe vor- legt. Gleichzeitig erwartet er. daß die Reichsregierung die Freiheit der Gefangenen, die Rückkehr der Ausgewiesenen, die Räumung der nicht vertragsmäßig besetzten Gebiete und die Wiederber» stelluiig rechtmäßiger Zustände in dem vertragsmäßig besetzt bleibenden Gebieten llchext,\_ Gegen diefen Antrag stimmten die Deutsch nationalen, die Nationalsozialisten, die Deutschsozialen und die Kommunisten. Abgegeben wurden 430 Stimmen, davon 247 mit Ja, 183 mit ein. Der Untrag der Mittelparteien ist also angenommen.( Lebhafter Beifall bei den Regierungsparteien. Lärm bei den Rommunisten und Rufe: Alles mit Hilfe der Sozialdemokraten!) Gesetz über die Geschäftsaufsicht. Das Haus tritt in die Beratung des Gesezentwurfs betr. Aen. derung der gesetzlichen Bestimmungen über die Geschäftsauf ficht ein. Abg. v. Graefe( Natsoz.) beantragt leberweisung an den Rechtsausschuß. Der Antrag v. Graefe wird gegen die Stimmen der Nationalfozialisten und der Kommunisten abgelehnt. Auf Antrag der Mittelparteien wird die Bestimmung hinzu gefügt, daß nicht die Regierung alle Aenderungen der Geschäftsaufsicht vornehmen kann, sondern. daß sie dabei der Zustim mung des Reichsrats bedarf. Gegen die Einfügung stimmten die Nationalsozialisten und die Rommunisten. Mit dieser Aenderung wird das Gefeg in zweiter und dritter Lesung angenommen. Es folgt die dritte Lesung der Notetats. Dazu beantragen die Kommunisten die Aufhebung des Verbots des Roten Tages" in Leipzig. Abt. Scholem( Komm.) begründet den Antrag. Vor Eintritt in die Schlußabstimmung bezweifelt Abg. Graefe( Natfoz.) die Beschlußfähigkeit des während der Rede des Abg. Scholem start gelichteten Hauses. Abg. Dr. Bell( 3.) beantragt die Abstimmung auf furze Zeit auszusetzen. Dies geschieht, und inzwiſchen füllt sich das Haus wieder. Der Präsident stellt die Beschlußfähigkeit fest. Bei der Schlußabstimmung wird der Notetat gegen die Kommunisten und Nationalsozialisten angenommen. Die dazu eingebrachte Entschließung der Kommunisten, die die Aufhebung des Verbots des Roten Tages" in Leipzig verlangt, wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Kommunisten abgelehnt. für Preußen insgesamt 60 Millionen zur Verfügung stehen werden. Für seinen Teil hat Breußen bereits die erste Rate in Höhe von 4 Millionen bereitgestellt. Reichsbant an die Industrie erteilten Rredite, anstatt die Wirtschaft Reichsbant an die Industrie erteilten Kredite, anstatt die Wirtschaft| Summe um 50 Broz, affo um 20 Millionen zu erhöhen, so ba zu befruchten, feftliegt, und zwar deshalb, weil es in das Belieben des Schuldners gestellt ist, ob er seine Schulden zurüdzahlen will, und weil es unter der bisherigen Geschäftsaufsichtsverordnung eine Vertragspflicht überhaupt nicht mehr gibt. Es hat sich nun herausgestellt, daß die Geschäftsaufsicht in den weitaus meisten Fällen nicht in dem Sinne ihrer Schöpfer angewandt wor den ist. Ursprünglich sollte sie nämlich nur einen Zahlungsaufschub für solche Schuldner bringen, die durch den Krieg oder durch seine Folgen ohne eigenes Verschulden in Schwierigkeiten geraten find. Jetzt hat die Berliner Handelskammer eine Liste von 57 Fir schnellstens Ertrag verspricht, und die jest infolge Mangels men veröffentlicht, die unter Geschäftsaufsicht stehen. Dabei hat fich ergeben, daß von den 46 genannten Firmen, deren Gründungssjahr festgestellt werden fonnte bei den übrigen 11 war das nicht möglich, 42 während des Krieges überhaupt noch gar nicht bestanden haben, sondern erst später, größtenteils fogar erst in den beiden Inflationsjahren 1922 und 1923 gegründet worden sind. Eine von den Firmen hatte nach ihren Angaben noch gar nicht den eigentlichen Betrieb aufgenom men, sondern bezeichnete sich noch als in Gründung befindlich". Nur zwei von den 46 Unternehmungen sind vor dem Kriege gegründet worden, zwei weitere entstanden im Jahre 1917, verdanken also der Kriegskonjunktur ihr Leben. Würden nun alle diese Firmen weiter durch die Geschäftsaufsicht künstlich aufrechterhalten werden, so würde das auf eine Privilegierung der Inflationsgewinnler hinauslaufen, also gerade derjenigen Kreise, die ohne Rücksicht auf die Not des Volkes sich in der Zeit des schlimmsten Markverfalls zu bereichern versuchten. Es ist hohe Bet, daß endlich einmal wirksame Handhaben geschaffen werden, Die Reichsregierung hat nun die Möglichkeit dazu, und wir um derartige Zustände zu beseitigen. möchten dringend wünschen, daß der Reichsrat die Angelegen heit auch seinerseits beschleunigt, damit die gesunden Glieder der Produktion in erhöhtem Maße treditfähig und damit arbeitsfähig pitalisten haben sie in der letzten Zeit wiederholt und mit großem werden. Das ist beileibe feine sozialistische Forderung- auch Ka Nachdruck vertreten aber ihre Durchführung würde endlich wenigstens auf gewissen Gebieten die verheerenben NachNächste Sizing: Dienstag, den 24. Juni, nachmittags mirtungen der Inflationswirtschaft auf BroSchluß 6% Uhr. duktion und Warenmarkt beseitigen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. 3 Uhr. Mann über Bord. Die Fraffion der Deutschen Volkspartei hat den Abgeordneten v.& emnih, der im Reichstag entgegen ausdrücklichen Fraffionsbeschluffes für den Mißtrauensantrag der Deutschnationalen Boltspartei gestimmt hat, einstimmig aus der Fraktion ausgeschlossen. Wirtschaft Der Reichsindex für die Lebenshaltung. ( 1913/ 14-1) 7. Januar 0 11. Februar 18. カラ 25. 11 1,13 1,03 1,04 1,05 9 1,06 17. 99 • 1,07 1,11 1,13 1,14 1,15 1,16 1,15 1,13 1,13( unverändert). asgique 3. März 9. April 23." 30. 7. Mai 14. 21. 28. 4. Juni Die Notstandskredite für die Landwirtschaft. Neben den gewöhnlichen Rentenmarktrebiten an die Bandwirtschaft, die fast 850 Millionen Mark betragen, laufen noch eine Reihe anderer Kredite. Sie find im Hinblick auf besondere Notstände gewährt worden. Bekanntlich jezte sich die sozialdemokra fische Landtagsfraftion in Preußen lebhaft für die Beteiligung Preußens an der Aktion ein. Für die Verteilung der Kredite sind ganz bestimmte Ber= einbarungen getroffen worden. Bekanntlich hat von den Renten martkrediten der Großgrundbesig mehr gehabt als die bäuerliche Bevölkerung mit ihren Mittel- und Kleinbetrieben. Der größte Teil der Zusakkredite wird in die neue Arbeitsgelegenheit bietende Melioration fließen. Als Geldnehmer fommen u. a. solche Bodenverbesserungsgenossenschaften in Frage, deren Projekt an Betriebsmitteln ihre Arbeiten einstellen mußten. Im großen und ganzen fann es sich nur um Kultvierung von Niederungsmooren handeln, da die Entwässerung von Hochmooren zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Man gedenkt so d'e Kultivierungsarbeit im nordwestlichen Preußen, vor allem in den Bezirken Stade und Osnabrüd, fräftiger fortzusehen. Das Gebiet umfaßt rund 30 000 Hektar, auf dem jetzt schon 7 Säße Dampfpflüge in Arbeit sind. Weiter berücksichtigen die Zusakkredite die Ueberminterungsschäden, besonders in Ostpreußen, Pommern und etwas weniger in Schlesien. Die für diesen Zweck bereitzustellende Summe wird auf 20 Millionen Mart geschäzt. Eine andere Unterstügungsaktion wird in Schlesien nicht zu umgehen sein, das stellenweise durch Hagelschlag fehr gelitten hat. Die preußische Regierung wird über fie in den nächsten Tagen entscheiden. Landwirtschaftliche Abfahpreise und Produktionskosten. Nach der Preiszusammenstellungen der preußischen Hauptlandwirtschaftsfammer haben sich im Mai die Preise der häuptsächlichsten landwirtschaftlichen Betriebsmittel im allgemeinen nicht verändert. Bergli chen ist der Preisstand vom Mai mit der zweiten Hälfte des April. Einer Preissentung bei Mais vom 1,39fachen auf den 1,28fachen den 1,02fachen Vorfriegsstand steht eine geringe Preiserhöhung für Maschinen vom 1,44fachen auf den 1,46fachen Vorkriegsstand gegenüber. Auf der anderen Seite weisen die Erzeugerpreise landwirtschärfere Rückgänge weisen die Viehpreise auf, so Ochsen vom schaftlicher Produkte folgende Veränderungen auf: Roggen fiel, wenn man den Vorkriegsstand 1 annimmt vom 0,82 auf 0,80; 0,78 auf 0,66 und Schweine von 0,92 auf 0,80. Dagegen hat sich der Kartoffelpreis von 1,39 auf 1,70, der Butterpreis von 1,27 auf 1,30 erhöht. Den Preisschwankungen der Erzeugerpreise entspricht die Preisentwidlung im Kleinhandel, jedoch ist hier der Butterpreis, der beim Landwirt eine Steigerung aufmies, fogar noch etwas gefunken( von 1,58 auf 1,56). Die durchschnittliche Verteuerung der Erzeugerprodukte ist im Kleinhandel. immer noch größer als beim landwirtschaftlichen Erzeuger, ein Beweis dafür, daß hier, nämlich in der Warenverteilung, noch immer ungesunde Zustände infolge der allzugroßen Händlerzahl und infolge zu hoher Gewinnzuschläge herrschen. Borkriegsftand und bei 40 Broz. Kalidüngefalz vcm 1,07fachen auf Die Grundlage dieser Kredite bilden 30 Millionen Rentenmark, die von der Rentenbank direkt zur Verfügung gestellt wurden. Die zuerst an diesen Kredit geknüpfte Bedingung für das Reichsarbeits. minifterium, feinerseits aus den Mitteln der produttiven Ernehmens entstanden. Einer der Hauptanteilbefiger wird demnächst werbslosenfürsorge die gleiche Summe zur Verfügung zu stellen, scheint dahin geändert worden zu sein, daß das Ministerium von Fall zu Fall eingreift; jedoch wird der aus dieser Quelle zu erwartende Betrag ebenfalls auf 30 Millionen geschätzt. Die Länder haben diese Summe nach einem bestimmten Schlüssel zu ergänzen. Auf Preußen entfallen z. B. von den 60 Millionen rund zwei Drittel gleich 40 Millionen Mark. Es ist verpflichtet, diese Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Gerstengraupen, lose.. Gerstengrütze, lose Haferflocken, lose Hafergrütze, lose Roggenmehl 0/1 Weizengrieẞ Maisgrieß Für den Durchschnitt des Monats Mai berechnet sich Hartgrieß die Reichsinderziffer auf das 1,15billionenfache; gegenüber dem 1,12billionenfachen im Durchschnitt des Monats April ergibt sich eine Steigerung von 2,7 Bro3. Die Ernährungstosten Die Ernährungstosten allein betragen im Durchschnitt Mai das 1,26billionenfache der Borfriegszeit. Vor dem Abbau der Geschäftsaufsicht. 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmeh! Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine. Bohnen, weiße, Ferl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine. Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni. AVO Wöllersdorfer Werte. Die vor Jahresfrist durch ein neues Konfortium unter Führung des reichsdeutschen Metallumkonzerns ( Berlin) durchgeführte Industrialisierung der früher staatlichen deutschösterreichischen Wöllersdorfer Werte A.-G. steht vor einer neuen Rrise. Innerhalb des Konsortiums find Differenzen über die finanziellen und Produktionsmaßnahmen des Unterausscheiden. Für die Zukunft ist eine Regelung in der Form ge= dacht, daß die österreichische Regierung das ausscheidende Aftierpatet übernimmt, aber dem reichsdeutschen Metallumkonzern die Ge schäftsführung und Stimmenmajorität weiterhin überläßt. fanntlich sind in den Wöllersdorfer Werten eine ganze Reihe vo industriellen Unternehmungen der verschiedensten Branchen ins Leben gerufen worden, so u. a. die Desterreichische Tuchindustrie A.-G. und die Maschinenfabrik August Negedly Nachfolger A.-G., an der Chemnizer Industrielle beteiligt sind. Zum Konsortium der Wöllersdorfer Werke gehört u. a. auch die bekannte reichsdeutsche Exportfirma Hecht, Pfeiffer u. Co., Berlin. Be Die Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Zentner frei Haus Berlin. Die Hamburger Handelsbank unter Geschäftsaufsicht. 16,25 18,25 Malzkaffee, gepackt 20,00-22,00 5amburger Handelsbank beschloß, die Geschäftsauf15,00-15,75 Röstgetreide, lose.... 16,50-18,00 14,50-15,25 Kakao, fettarm 90,00-100,00 ficht zu beantragen, da die an der Hamburger Börse gebildete Sa15,50-16,25 Kakao, leicht entölt 105,00-120,00 nierungskommission, die über einen Gesamtkredit von 100 000 fund 11,00-12,50 Tee, Souchon, gepackt. 350,00-430,00 Sterling verfügt, an die Handelsbank einen höheren Borschuß nicht 16,75-18,00 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 21,50-- 25,25 Inlandszucker basis mel. 34,0-36,00 mehr gewähren fönne. Die Verwaltung der Handelsbank erklärt, daß Inlandszucker Raffinade 37,50-40,00 der Status einen Aktiosaldo von einer Million Rentenmart 13,00-14,50 Zucker Würfel. 42,00-44,00 15,00-21,00 Kunsthonig 28,00-32,00 ergebe, so daß danach mit einer vollen Befriedigung der Gläubiger 15,25-17,75 Zuckersirup hell in Eim. 40,00-45,00 gerechnet werden könne. Die Verwaltung betont, daß feine Verluste 10,75- 13,75 Speisesirup dunk. in Eim. 26,50- 30,50 aus Balutaspekulationen für eigene Rechnung, sondern nur das 20,50-24,00 Marmelade Einfr. Erdb. 95,00-110,00 Ausbleiben von Zahlungen in und ausländischer- Schuid27,00- 30,50 Marmelade Vierfrucht 35,00-42,50 21,00-29,50 Pflaumenmus in Eimern 38,00-42,00 ner zu den Zahlungsschwierigkeiten geführt hätten. 31,00 37,50 Steinsalz, lose 3,10- 3,70 39,00-46,00 Siedesalz. lose 4.00- 4,70 18,75 21,00 Bratenschmalz in Tierces 63,75-64,75 37,00-43,00 Bratenschmalz in Kübeln 64,50-65,50 34,00-36,00 Purelard in Tierces 61,50-62,50 17,00-20,50 Purelard in Kisten 62,00-63,75 14,25-16,00 Speisetalg in Packung 50,00-52,00 48,00 50,00 16,25 18,00 Speisetalg in Kübeln 23,50- 31,00 Margarine, Handelsm. I 58,00 30,00-36,00 desgl. II 52,00-55,00 82,00-86,00 Margarine, Spezialm. I.. 76,00 Getr. Pilaumen 90/100.. 42,00- 45,00 desgl. 11. 61,00-65,00 50,00 55,00 Margarine III.. 46,00-49.00 68,00-72,00 Molkereibutter i. Fässern 172,00-176,00 70,00-82,00 Molkereibutter in Pack. 178,00-182,00 72,00-90,00 Landbutter 72,00-78,00 Auslandbutter in Fässern 176,00-180,00 Schnittnudein, lose. Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, java.. Tafelreis, glasiert, Patna Ringäpfel, amerik. Pflaumen, entsteint Die Reichsregierung hat sich vom Reichstag die Ermächtigung erteilen lassen, im Einvernehmen mit dem Reichsrat Makkaronimehl die Geschäftsaufsichtsverordnung abzuändern, deren bisherige Handhabung zu einer Durchfreuzung der Kreditpolitit der Reichsbank und zu einer ganzen Reihe von Korruptionsund Verfallserscheinungen in der Wirtschaft geführt hat. Konnten sich doch selbst böswillige Schuldner, die große Bestellungen eingegangen waren und die Waren erhalten hatten, ihrer Zahlungspflicht entziehen, so daß es sich schließlich weder für den Produzenten lohnte, Waren abzusetzen, noch für den Geldgeber, Kredite zu erteilen, weil eine allgemeine Unsicherheit Plaz greifen mußte. Dieser Zustand wird nun hoffentlich bald aufhören, indem man in den meisten Fällen diejenigen Leute, die sich verspekuliert haben, ihrem verdienten Schicksal überläßt. Wie notwendig eine solche Bereinigung der Wirtschaft ist, haben wir wiederholt dargelegt. Man kann, ohne der Wahrheit Gewalt anzutun, behaupten, daß ein großer Teil der von der Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu.. Korinthen, choice Mandeln, bittere Bari Mandeln, süße Bari Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer. Schwarzer Pfeffer Singap. Weißer Pfeffer Rohkaffee Brasil 106,00-115,00 Speck, gesalzen, fett... 62,00-72,00 115,00-120,00 Quadratkäse: 95,00-105,00 Quarkkäse Englands Schuldenzahlung an Amerifa. Die englische Regierung hat alle Vorbereitungen getroffen, um am 15. Juni ein weiteres Viertel der englischen Schulden an die Vereinigten Staaten abzuführen, und zwar in Höhe von 69 Millionen Dollar, die voraussichtlich in Gold bezahlt werden. Nach dieser Zahlung wird England 80 Broz. feiner Schuld abgetragen und Amerika insgesamt 228 Millionen Dollar erhalten haben. Die Bekämpfung des Ungeziefers bei Mensch und Tier 135,00-140,00 ist eine der wichtigsten Aufgaben der Gesundheitspflege. 145,00-155,00 Auslandbutter in Packg. 182,00-186,00 Mit Cuprex gelingt die Ungezieferbeseitigung schnell, sicher, 135,00-150,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 33,00-36,00 leicht und unauffällig, sowie ohne gesundheitliche Nachteile. 22,00-35,00 Cuprex ist das wirksamste und beste Mittel gegen Kopf95,00-110,00 läuse und übertrifft alle bisherigen Mittel, weil es das Un20,00-23,50 geziefer samt Eiern( Nisse) mit einem Male vernichtet. 16,50-17,50 Apotheken und Drogerien halten Cuprex in kleineren und größeren Packungen vorrätig. 125,00-130,00 Tilsiter Käse, vollfett 180,00-215,00 Ausl. ungezuck.CondensRohkaffee Zentralamerika220,00-285,00 milch 48/16 Röstkaffee Brasil..... 230.00-280,00 Inländische desgl. 48/12 Röstkaffee Zentralam... 300,00-375,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Leciferrin Nervenstärkend Marke ,, Bernhard" blutbildend 35,00 50,00 26,00- 26,50 kräftigt und belebt Körper und Geist, schafft neues gesundes Blut, hebt den Appetit, wird von jung und alt gern genommen. Preis Mk. 3.Galenus Chemische Industrie, Frankfurt a. M. Unsere Pfingst- Schlager Marke ,, Bernhard" Gabardine- Kostüme reine Wolle.2975 3975| Opal- Bubi- Bluse mit reicher Frisur u. langem Aermel 690 Cheviot- Kostüme reine Wolle..... Feinste Rips- Mäntel ..... Mäntel Donegal und imit. Covercoat 1975 2575 Vollvoile- Bluse mit langem Aermel 3975 4500 Kleider in weiß Vollvoile. 875 1375 Kleider in Frotté in Frotté.... 495 ::. 1075 1375 Spezialhaus für Damen- Konfektion W. Bernhard Nachf. Belle Alliance- Str. 105 u. 101 direkt am HalleschenTor.