Nr.280 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 144 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,- Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Luremburg 4.25 Goldmart, für das übrige Ausland 5,25 Goldmark pro Monat. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage ,, Bolt und Beit" mit ,, Gied. lung und Kleingarten", fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. zeile 0.70 Goldmart, Reflamezeile 4.- Goldmart. Aleine Anzeigen" das fettgedrudte Bort 0,20 Goldmart( auläffig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere" Wort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Bort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Die Abendblätter berichten, er tönne nicht vor Ende des Monats erfolgen soll. fowohl für die zu treffenden energischen Maßnahmen als für eine Mailand, 16. Juni.( EP.) Der„ Corriere della Sera" meldet aus Erneuerung des Kabinetts auf die völlige Solidarität aller Mitglieder Rom, man versichert, der Ministerpräsident habe die Entlassung zählen. Als neuer Unterstaatssekretär des Innern wird der des Polizeidirettors in Rom verfügt. Nach den in po faschistische Abgeordnete Grandi genannt. Die Oppositionsgruppe litischen Kreisen verbreiteten Gerüchten soll Senator de Bona ebenhat beschlossen, heute abend 6 Uhr eine Versammlung abzuhalten. falls als Generaldirektor der Polizei durch den General Graziani ersetzt werden, der das Oberkommando übernehmen werde. Rom, 16. Juni.( WTB.) Der König ernannte auf Borschlag Mussolinis den Kolonialminister Federzori zum Minister des Innern. Mussolini übernimmt interimiffisch das Kolonialministerium. Mailand, 16. Juni.( EP.) Nach dem„ Corriere della Sera" spricht man im Monte Citorio von der Möglichkeit einer Kammerúmbildung infolge der politischen und parlamentarischen Rüd wirkung des Berbrechens an Matteotti. Auf die Borstellung des Mehrheitsausschussee und einiger Minister hat Mussolini eine Ueberprüfung der allgemeinen 2age in Aussicht gestellt. Die heifle Frage ist die Neubesetzung des Ministeriums des Innern, für das von der Mehrheit heute ein Kandidat ge. wünscht wird, der zur Versöhnung der Lage beitrage. Es ging auch das Gerücht vom Rücktritt des Schahministers und des BoltsVor der französischen Regierungserklärung. Paris, 16. Juni.( Gig. Drahtber.) Das Kabinett Herriot hat feinen ersten Kabinettsrat abgehalten, der dem Entwurf der Regie rungserklärung galt. Dieser ist am Montagnachmittag. in einem Ministerrat dem Präsidenten der Republif vorgelegt und von diesem gebilligt worden. Er entspricht im wesentlichen den Grundlinien, die Herriot bereits am 1. Juni in seinem an Leon Blum gerichteten Brief niedergelegt hatte. Herriot wird am Montagabend den endgültigen Wortlaut festlegen. Nach Mitteilungen, die er selbst ber Bresse machte, wird die Erklärung sehr lang sein, und ein ein. gehendes Programm der fünftigen Politik des neuen Ministeriums enthalten. Wir wünschen, fügte Herriot hinzu, daß das Parlament in allen Einzelheiten wiffe, was wir zu tun gedenten und danach entscheide, ob es uns sein Bertrauen zu gewähren denten und danach entscheide, ob es uns sein Vertrauen zu gewähren vermag. Die bereits eingebrachten Interpellationen werden der Rammer Gelegenheit zu einer Diskussion der Regierungserklärung geben. Sie sind eingebracht von Paul Faure, der die Absicht hat, die Haltung der Sozialistischen Partei gegenüber der neuen Regierung zu präzisieren, von Guilhaumon für die Radikalen Gozta liften, C a ch in für die Kommunisten und Rollin für die Minderheit. Man glaubt, daß die Interpellationsdebatte höchstens 3 mei bis drei Tage in Anspruch nehmen und Herriot die Möglichkeit geben wird, am Sonnabend die geplante Reise nach Chequers anzureten. Paris, 16. Juni.( WTB.) Havas veröffentlicht die Hauptpunkte der Regierungserklärung, die morgen im Parlament verlesen werden soll, wie folgt: Innenpolitisch: Allgemeine Amnestie, ausgenommen. Fahnenflüchtige und Verräter, Wiedereinstellung der entlassenen Eisenbahner, Aufhebung der Botschaft beim Batifan, strenge Durch führung des Gesetzes betreffend die geistlichen Orden, Herabsehung der militärischen Lasten in einem mit der Sicherheit des Landes zu vereinbarenden Maße; finanzpolitisch: Aufhebung des Ermächtigungsgesetzes und Wiederherstellung des Zündholzmonopols, Auf stellung einer strengen Gesamtübersicht über die Finanzlage zweds Durchführung des Budgetausgleichs, Berfolgung der Steuerhinterziehungen, restlose Durchführung des Einkommensteuergefeßzes, Neuordnung der direkten Steuern, Ermäßigung der durch die Verbrauchssteuer, besonders durch die Umsatzsteuer geschaffenen Lasten; auf dem Gebiet des öffentlichten Unterrichts: Aufhebung der Berordnung betreffend die Borherrschaft des Lateinischen; innere und Sozialpolitik: Refpettierung des Achtstundengesezes und der gewerkschaftlichen Rechte, Durchführung der Sozialversiche rung, Anerkennung des Gewerkschaftsrechtes der Beamten, Berwaltungsreform. Außenpolitisch: Befestigung des Friedens durch Berständigung zwischen den Regierungen, Ausdehnung der Aufgaben des Bölkerbundes, des Internationalen Arbeitsamts und des Haager Schiedsgerichts, Wiederherstellung der normalen Beziehungen zu Rußland, Annahme des Sachverständigenberichts ohne Hintergedanken, Aufrechterhaltung der Ruhrbefehung bis zur Konffifuierung und Uebergabe der im Dawes- Bericht vorgesehenen Pfänder an die zu ihrer Verwaltung bestimmten internationalen Organe, Wiederaufnahme der Rontrolle der deutschen Abrüstung, Lösung der Sicherheitsfrage durch Verwirklichung von Garantiepaften, die der Autorität des Bölkerbundes unterstellt werden sollen. Herriot besucht den deutschen Botschafter. Paris, 16. Juni.( 2.) Herriot hafte fich heute gegen 5 Uhr zu dem deutschen Botschafter von Hoejch begeben. Er hat Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasje Lindenstraße 3 Die Stunde der Demokratie. Bon Rud. Breitscheid. Die neue französische Regierung stellt sich heute der Rammer vor, und der Ministerpräsident Herriot wird in dieser Sigung ihr Programm entwickeln. Daß diese Kundgebung, die eine neue Epoche der französischen Politik einleiten soll. allenthalben mit großer Spannung erwartet wird, ist selbstverständlich, und nicht zuletzt wird man auch in Deutschland aufhorchen, um zu erfahren, wessen wir uns von dem durch die Sozialisten unterstützten Kabinett der bürgerlichen Linken zu versehen haben. Die Worte Herriots werden zweifellos anders flingen, als die, die wir gewohnt waren, aus dem Munde Poincarés zu hören. Aber wir tun auf jeden Fall gut daran, unsere Erwartungen nicht zu überspannen und uns Wie der Meffaggero" meldet, hat der mit der Untersuchung der nicht der Illusion hinzugeben, daß diese Rede uns nun mit Ermordung beauftragte Untersuchungsrichter Rossi, nach einem einem Schlage alles das bringen werde, was uns der Umvierstündigen Verhör des Verhafteten Dumini gegen den Advo- schwung, der sich am 11. Mai in Frankreich vollzogen hat, erfaten Filipelli und den Kabinettschef des Ministeriums des hoffen ließ. Wahrscheinlich werden wir uns damit abfinden Innern, Rossi, den Haftbefehl erlassen. Die beiden Haftbefehle müffen, daß Herriot sich, was die deutsch- französischen Bewurden zur Bollstreckung der Polizei zugestellt, jedoch ist die Verziehungen angeht, auf einige allgemeine Wendungen be= haftung noch nicht erfolgt. Filipelli hat die Hauptstadt verlassen und schränkt, die den guten Willen zur Verständigung betonen, als ihm die Polizei auf die Fährte tam, hat er den Zug, den er aber gleichzeitig auch auf gewisse hindernisse aufbenutzte, in Piacenza verlassen und ist seither verschwunden. merksam machen, die der vollständigen Bereinigung aller Die Festnahme Roffis wurde noch nicht durchgeführt, dagegen wird Streitfragen und der Schaffung normaler Verhältnisse in den feine Wohnung bewacht. Die Blätter behaupten, er befinde sich nicht Beziehungen der beiden Nationen noch im Wege stehen. mehr im Hause. Wir werden wohl ungefähr dasselbe hören, was der jezige Ministerpräsident nach den Wahlen in verschiedenen mit diesem eine einstündige Besprechung gehabt. Nach Interviews und in den letzten Tagen noch einem Vertreter des dem Besuch bei Herrn von Hoesch hatte sich Herriot wieder ins Mini- Matin" gegenüber geäußert hat. Seine Regierung, so fterium des Aeußeren begeben. Es verlautet nichts über den Inhalt fagte er ungefähr, werde alles tun, um der jungen deutschen der Besprechungen. Die deutsche Botschaft erklärte selbstverständlich, Demokratie zu helfen, der Reaktion aber und den Nationa fich über die Fragen der Besprechungen nicht äußern zu können. Es liften, die offen und versteckt an der Vorbereitung eines ift das erste mal, daß ein franzöfifcher Ministerpräsident seit dem Revanchetrieges arbeiteten, werde sie mit aller Schärfe entKriege der deutschen Botschaft in Paris einen Besuch abgestattet hat. gegentreten. Bon. der Amnestie der Ruhrgefange= nen und von der Rückkehr der Vertriebenen wird wohl ebensowenig geredet werden wie von dem Termin oder den Terminen der Räumung des Ruhrreviers, und das französische Ministerium mag sich dabei darauf berufen, daß Deutschland bisher nur grundsäßlich dem Bericht der Sachverständigen zugestimmt hat, die entscheidenden Ausführungsgeseze aber bisher noch nicht verabschiedet worden sind. Sie wird Endgültiges erst sagen wollen, wenn in diesem Punkte und auch in der Frage der Militär kontrolle Militärtontrolle volle Klarheit geschaffen ist. Brantings Optimismus. Genf, 16. Suni.( Eig. Drahtbericht.) Die Konferenz des In ternationalen Arbeitsamtes wählte den Genossen Branting Schweden unter großem Beifall zu ihrem Präsidenten. Branting dankte für die Ovation und sagte, daß alle Ursache für neue Hoff nungen auf eine bessere Zukunft bestehe. Die Optimisten seien allzu oft fritifiert und verspottet worden. Heute zeige sich, daß sie recht behalten haben. In den letzten Monaten haben sich die Aussich. ten für einen soliden allgemeinen Frieden sehr verbessert. Sodann sprach Branting dem Teil des Friedensvertrages Dieser Teil enthalte wesentliche Punkte für die Arbeiterschutzgesetzvon Versailles, der den Arbeiterschuh behandelt, ein warmes Lob. Dieser Teil enthalte wesentliche Punkte für die Arbeiterschutzgesehgebung, welche seit langer Zeit die Arbeiter aller Länder vereint erstreben. Es könnte sein, daß der Friedensvertrag felbft über furz oder lang Aenderungen erfahren müsse, aber der die Arbeiterfrage betreffende Teil des Friedensvertrages werde von feiner Nation angefochten, weil er im einmütigen Glauben der Völker den Grund für das Gebäude des Rechts auf den Frieden darstellt. Keine Neuwahlen in England. Condon, 16. Juni.( WTB.) Im Unterhause erklärte Macdonald in Erwiderung auf eine Anfrage: Ich bin vollkommen ficher, daß vor der Herbsttagung teine allgemeinen Wahlen stattfinden werden. Die Aurseifesperre aufgehoben. Aufhebung der Ausreisegebühr. Das Reichstabinett hat gestern, Montag, befchloffen, dem Reichspräsidenten die Aufhebung der Ausreisegebühr von 500 Mart zu empfehlen. Der Reichspräfident hat sich damit einverstanden erklärt. Der Erlaß einer entsprechenden Verordnung sieht bevor. Das Reichsfabinett ging bei seinem Beschluß davon aus, daß die bekannten Gründe, die feinerzeit zur Einführung der Verordnung geführt haben, nämlich die besonders bedrohliche Lage der Währung, zurzeit in gleichem Ausmaß nicht mehr bestehen. Die Verordnung hat aber als unvermeidliche Notmaßnahme ihre Schuldigkeit getan, sie hat besonders bewirkt, daß der Osterverkehr nach dem Süden, der sonst unerträglich und nach der Art der im Frühjahr Reifenden befonders foftspielig gewesen wäre, a b geft oppt worden iff. Zahllose Goldmillionen, die im wesentlichen zu Bergnügungs. 3weden ausgegeben worden wären, find dadurch im Inland zurüdgehalten worden und der Gesamtwirtschaft erhalten geblieben. Nachdem die Lage der Währung die Aufrechterhaltung einer so einschneidenden Maßnahme nicht mehr zwingend erfordert, tann nunmehr die Aufhebung der Verordnung erfolgen. Diese entspricht der bei Erlaß der Verordnung fofort erklärten Abficht, fie nicht länger aufrechtzuerhalten, als dies zum Schuhe der Währung unumgäng lich notwendig sei. Das müssen wir begreifen, und wenn wir trotzdem die Erwartung hegen und den Wunsch äußern, daß das Kabinett Herriot auch schon vor diesem Zeitpunkt deutlich erkennbare Schritte tut, die seinen Willen zeigen, soviel an ihm liegt, den Ruhrkampf mit all seinen Folgeerscheinungen zu liquidieren, so deshalb, weil uns diese Forderung in der Richtung der Geliegen scheint. Er will die Versöhnung mit der deutdankengänge des französischen Ministerpräsidenten selbst zu schen Demokratie und der deutschen Republif. Aber eine der wichtigsten Voraussetzungen für das Leben der deutschen Demokratie ist eben, daß ein Druck, den auch sie als Unrecht empfindet, sobald als möglich aus der Welt geschafft wird. Man wird auch drüben nicht um die Tatsache herumkommen fönnen, daß die große Mehrzahl derer, die in den Gefängnissen fizzen oder in der Berbannung leben, ihr Schicksal erlitten deutschen Staates verpflichtet glaubten. haben wegen Handlungen, zu denen sie sich als Angehörige des Sie haben im Abwehrkampf gegen ein Unternehmen gestanden, daß nach ihrer Ueberzeugung weder durch den Friedensvertrag gestützt wurde, noch eine fittliche Berechtigung besaß, und außerdem weiß jeder vernünftige Mensch, daß eine militärische Besetzung wie die des Ruhrgebietes zu Konflikten führen muß, deren Opfer nicht einfach als Verbrecher anzusprechen sind. Würde sich Frankreich dieser Erkenntnis verschließen, so würde es die Stellung der deutschen Demokratie erschweren, ohne dadurch seiner eigenen Sicherheit einen Dienst zu erweisen. Die Gefangenen und die Ausgewiesenen sind heute ein startes Propagandamittel des Nationalismus. Wenn Frankreichs Sicherheit überhaupt in absehbarer Zeit durch Deutschland bedroht werden könnte, so wäre die Gefahr um so größer, je länger es mit jenen Gesten fäumte, die ihre günstige Wirkung nur ausüben können, wenn sie bald geschehen. Wir haben eine Regierung, an der die Nationalisten nicht beteiligt sind und die, wie die Abstimmung über das Ver. trauensvotum bewiesen hat, in ihrer auswärtigen Politif auf die Stimmen der Sozialdemokratie angewiesen ist. Daß ihr Fundament einstweilen nicht allzu fest ist, weiß alle Welt. Sie fann nur gestärkt werden, wenn sie auch auf gewisse außenpolitische Erfolge zu verweisen vermag und damit den Nationalisten den Mund stopft, die dem Volke versichern, daß das Kabinett Marr sich durch Mangel an Energie die Vorteile verscherze, die einem deutschnationalen Ministerium ohne weiteres zugefallen wären. Daß solche Behauptungen unfinnig find, weiß jeder, der zu denken gelernt hat, aber leider befindet sich das deutsche Volt in einem Zustand, der es für vernünftige Argumente nicht immer leicht Zugänglich macht, und auch diesem Umstand sollte in Paris Rechnung getragen werden. Gerade weil wir Sozialdemokraten die Versöhnung mit Frankreich ehrlich wollen, weisen wir auf diese Dinge hin. Wir werden es in dem Kampf gegen den deutschen Nationalis- mus an Entschlossenheit nicht fehlen lassen. Wir werden in diesem Kampfe tun, was in unseren Kräften steht, aber man wird vns in Frankreich verstehen, wenn wir sagen, daß, nach- dem der Nationalismus der beiden Länder sich solange gegen- seitig gefördert hat, jetzt die Stunde gekommen ist, wo d i e Demokratien einander in die Hand arbeiten müssen. Mehr Ehrlichkeit� Die Taktik des Operierens mit falschen Zahlen hat Deutschland bei der Entente und beim neutralen Ausland schwer geschadet. Seit den Beratungen der Sachverständigen hat man manche falsche Propagandazahl fallen lassen müssen. Trotzdem setzt die Presse der Rechten diese Methode, die den deutschen Interessen nur schädlich ist, in gewohnter Weise fort. Die Methode wird in einem Aufsatz von Dr. K u c z i n s k i beleuchtet, der die Irreführung der deutschen Oeffentlichkeit über die Kosten der interalliierten Militärkontrollkommission durch die„Deutsche Allgemeine Zeitung" durch folgende schlagende Zusammenstellung aufdeckt: „Die sächlichen Kosten der Interalliierten Militärkontroll- kommission betrugen im Dezember 1923 1 215 600 G o l d m a r k („Deutsche Allgemeine Zeitung" Nr. 96 vom 26. Februar 1924). Die sächliches und persönlichen Kosten der Jnter- alliierten Militärkontrollkommission betrugen im Dezember 1923 1 215 600(B o l d m a r k(„Deutsche Allgemeine Zeitung" Nr. 152 vom 29. März 1924). Die Kosten der Interalliierten Militärkontrollkommisstoer be- tragen allmonatlich 1,2 Millionen Goldmark(ebenda). Die Kosten der Interalliierten Militärkontrollkommission be- tragen jährlich 7,5 Millionen Goldmark(„Deutsche All- gemeine Zeitung" Nr. 262 vom 5. Juni 1924). Dr. Kuczynski fährt fort: Natürlich sagt die„DAZ." ihren Lesern nicht, daß sie sie bisher irregeführt hat. Ein guter Journalist schreibt keine Selbstverständlichkeiten. Aber die „DAZ." weiß auch aus den 7,5 Millionen noch Honig zu saugen: „Die Kopfstärke des Kontrollpersonals beträgt zurzeit etwa 600 Köpfe. Das heißt, jeder Kontrcllmann oerschlingt im Jahre 12500 M., das Gehalt eines deutschen Ministerialdirektors, oder anders: mit den gleichen Ausgaben könnte die deutsch« Regierung etwa 5000 untere deutsch« Beamte besolden. Das Problem des Beamtenabbaues wäre gelöst." Das Problem des Beamtenobbaues wäre mit 7,5 Mil- lionen Goldmark, es wäre mit den Mitteln für die Besoldung von etwa 5(100 unteren deutschen deutschen Beamten gelöst? Dabei berichtete die„DAZ." 24 Stunden zuvor(Nr. 260): „Bom 1. Oktober 1923 bis zum 1. April 1924 sind insgesamt 134 5S7 Beamte, darunter 7207 der allgemeinen Reichsverwaltung, 30 197 Angestellte, darunter 24 350 der allgemeinen Reichsoerwaltung und 232 134 Arbeiter, darunter 13 401 aus dem Gebiet der allge- meinen Reichsoerwaltung, insgesamt 396 836 Köpfe oder 24,0 Proz. abgebaut. Die erzielte Ersparnis beträgt 421 Millionen Mark." Die Behandlung der Kosten der Interalliierten Militär- kontrollkommission durch die„DAZ." ist nur ein Beispiel für viele. Wenn es hier eingehend beleuchtet wurde, so nur des- halb, weil es die beiden charakteristischen Merkmale aufweist, die sich in Tausenden von deutschen Hetzartikeln gegen Frankreich wiederfinden: 1. Das Arbeiten mit Zahlen, die der Gegyer ohne weiteres als falsch erkennt, die aber der deutsche Leser kritiklos hinnimmt, weil er das, was sie beweisen sollen. für richtig hält und die Tendenz des Artikels billigt: 2. das Hervorkehren der geldlichen Nachteile bzw. Lorteile bei Dingen, die von Nichtkapitalisten vorwiegend unter ideellen Gesichtspunkten betrachtet werden. die Zeit üer(tpfet ist gekommen! Wer wird sie tragen? Die bevorstehenden Auseinandersetzungen über die Neu- gestaltung des deutschen Steuersystems werden sich unter regerer Anteilnahme der Bevölkerung vollziehen, als die Steuerkämpfe der letzten Jahre. Die Stabilität der Währung gibt feste Vergleichsgrundlagen. Die Iongliermethoden der Papiermarkrechenkünstler sind fortan unmöglich. Die Frage! wer die Lasten trägt, wird im Vordergrund stehen. Schon heute schreiben Organe der großen Industrie wieder über die unerträgliche Belastung des Besitzes. Wir lesen in der„Kölnischen Bolkszeitung": „Wir finden in der„Deutschen Berwerkszeitung" einen Leitaufsatz, in dem gegen die Steuerpolitik des Reiches in einer Form losgezogen wird, die mit Demagogie verschwägert erscheint. Es wird ein« Rechnung aufgemacht, nach der ein kaufmännisches Unternehmen«ine Belastung von 50 Prozent bei einem Einkommen von 300 Mark zu tragen habe. Dieser Spezialfall mag gegeben sein, und es ist notwendig, daß er ernstlich nachgeprüft wird. Aber auch die folgenden Sätze mästen nachgeprüft werden:„Ist das nicht vollendeter Irrsinn? Der Staat, bitte, der Volks st aat als Würger seiner eigenen Bürgerl Soweit sind wir gekommen. Es ist höchste Zeit, daß sich die maßgebenden Instanzen dessen bewußt werden. Ihre erste Sorg« muß sein, die völlig untragbare Steucrbclastung möglichst bald erheblich zu reduzieren und ein« durchsichtige und ein- fache Besteuerung einzuführen, die jeden leb«n läßt und vor der Substanz halt macht. Es ist gut, wenn man sich in Berlin darüber klar wird, ehe man in den kommenden Verhandlungen dem Ausland Versprechungen macht. Ein Volksstaat als Moloch ist eine psycho- logische Unmöglichkeit, nicht lebensfähig und nicht existenzberechiigt." In dem Artikel ist vergessen zu bemerken, daß es Leute in Deutschland gibt, die große Gewinne gemacht, aber s o g u t wie keine Steuern bezahlt haben, und es ist auch nicht berücksichtigt, daß der Zehnte der Gehalts- und Lohn- empfänger mit einer von dem Grauen und von dem„Glück" der Inflation unberührten Unerbittlichkeit eingezogen wurde. Es ist ferner vergessen, daß Deutschland einen Krieg verloren hat und zur Zahlung einer riesenhaften Schuld gezwungen wird, einer Schuld, der Deutschland niemals entgehen kann. In einer Zeit, in der von allen Einsichtigen die Annahm« des Sachverständigengutachtens und die Erfüllung als der einzig mögliche Weg zur Befreiung empfohlen wird, können Artikel von dem Kaliber des oben erwähnten nur Unheil stiften, ver- wirren und den sehr trügerischen Glauben stärken, wir könnten doch 'noch den Reparationszahlungen entschlüpfen. Es ist die Zeit der Klarheit und Wahrheit, die Zeit der Opfer gekommen!" Soweit das Zentnimsorgan vom Rhein. Es ist aber auch die Zeit des Kampfes um die Gerechtigkeit in der Ber- teilung der Lasten gekommen, und mit unerbittlicher Klarheit wird sich zeigen, wer die Sache der sozialen Gerechtigkeit ver- tritt. Wenn die Reichstagsfraktionen des Zentrums ihre Stellung in der Steuerpolitik so wählt wie in den letzten Iahren, so wird sie denen, die trotz großer Gewinne keine Steuern zahlten, die Verwirrung und Unheil stiften, als Helfer zur Seit« stehen. Die Zeit der K l a r h e i t und Wahrheit ist gekommen, da muß auch die Zentrumsfraktion Farbe be- kennen. Die Industrie will... Die„Kölnische Volkszeitung" beschäftigt sich mit der Frage der Neubesetzung des Postens des Regierungs- Präsidenten von Düsseldorf. Sie nimmt als fest- stehende Tatsache an. daß Genosse Grützner, der von den Franzosen ausgewiesen und vom französischen Kriegsgericht verfolgt wurde, für den Posten' nicht mehr in Betracht kommt. Ueber seine Nachfolge schreibt sie: „Die Entscheidung muß möglichst bald erfolgen, denn das Pro- visorium für«inen so verantworllichen Posten ist auf die Dauer un> erträglich. Bezüglich der Nachfolgerschaft hieß es kürzlich, daß Herr Severing gegen den Wunsch der Industrie den Posten wieder mit einem Parteimann, also mit einem Sozial- demokraten, besetzen will. Die Industrie will dagegen einen erfahrenen Verwoltungsbeamten, der mehr als es bisher de? Fall gewesen ist, die Eigenart des Bezirkes kennt, vor allem als fähiges Verbindungsglied zwischen dem Bezirk und der Berliner Zentralstelle arbeiten kann." Die Industrie will also einen Regierungspräsidenten, dey gehorsam ihre Aufträge gegenüber der Regierung ausführt. Wir meinen, daß für die Besetzung gerade dieses Postens im Industriegebiet vor allem die Erfordernisse des Staates zu berücksichtigen sind. Für die Besetzung dieses Postens kommt es nicht auf den Willen der Industrie an, sondern auf die Auswahl einer Persönlichkeit, die im Konflikt der besonderen Interessen der Industrie mit den Interessen des Staates mit starkem Wollen die Staatsinteressen im Jnz duftriegebiet vertritt._ Berufsrevolutionäre und Moral. Selbstkritik in der KPT. Nach dem Parteitag der russischen Kommunisten ver- öfsentlichte B e l a K h u n eine Statistik über die Zusammen- setzung des Parteitages. Neben Arbeitern, Beamten, Intellek- tuellen führte er 35 Berufsrevolutionäre auf. Revo- lution und Beruf sind einander widersprechende Begriffe. Wen aus der Vorbereitung und Durchführung der Revolution einen Beruf macht, so daß diese Tätigkeit zur materiellen Grundlage seines Lebens wird, der ist kein Revolutionär mehr. Das Lerufsrevolutionärentum ist die schwere innere Krankheit der Kommunistischen Partei. Es erniedrigt ideale Gesinnung zum ZMismus, es stellt die Opferwilligkeit des Revolutionärs auf eine Stufe mit dem gewohnheitsmäßigen Risika des Ber- brechens. Di« geistige und worasische Verderbnis, die das Berufs- reoolutionärentum hervorgerufen hat, läßt manchen Kommu- nisten schaudern. Zum Gedächtnis Rosa Luxemburgs ver- öffentsicht Frau G. G. L. in der„Roten Fahne" einen Auf, satz, der mit folgender Mahnung schließt: „Karl Liebknecht hat einmal jenes Wort des alten griechischen Dichters zitiert:„Und liebe die Sonne nicht zu sehr und nicht zu sehr die Sterne", womit er sagen wollte, daß der R-volu. tionär sich nicht zu fest mit„irdischen Dingen" oerknüpfen, kurz,„ani Lcben hängen" soll. Aber es gibt heute Revolutionäre, und junge, die sich daraus ein« eigene„Revolutionsmoral" machen und sagen:„Wir sind nicht die Männer, die Frau und Kinder brauchen können(wir, die wir die Revolution machen)" und die sich die Berechtigung zu Brutalitäten und Unmensch. l i ch k« i t e n, zu einer ganz verdorbenen Literatur- moral herleiten. Eine Moral der Feigheit und der Schwäche. Es möge das Andenken an die menschlich« Persönlich- keit Rosa Luxemburgs dieser jungem Generation sagen: Die Revolution braucht volle lebendige Menschen und nicht intellektuell, Spintisierer und Diskutierer." Eine nur zu begründete und treffende Kritik der Moral der Kommunistischen Parteil Bon dieser Moral der Feigheit und der Schwäche sind die internationalen Berufsrevolutionäre erfüllt, die in allen Ländern in Moskaus Auftrag wirken. Die persönliche Moral dieser Personen mag an sich die Oeffent- lichkeit nicht interessieren. Aber sie wirkt zurück auf die Be- wegung, die sie dirigieren, wird zu einer Gefahr für die Massenmorol. Aus dieser„Revolutionsmoral" ergibt sich die grandioseste Verachtung von Leben und Wohlfahrt der Massen, wie sie kaum von den wahnwitzigsten Theoretikern des Impe- rialismus erreicht wird. Der echte Berufsrevolutionär sieht auf die Masse verachtungsvoll herab. Sie ist ihm nicht Zweck. sondern das Salz der Weltgeschichte. Das Ideal des Sozialismus wird zum blutleeren Schemen, zu einem dog- matischen Fetisch, dem das wirkliche Leben— weniger das eigene als das Leben der Massen— hingeopfert wird. So, Eine vornehme Zeitschrift. Bon Hans Bauer. In einer großen Füll« von rechtsgerichteten Zeitungen kündet .sich in Riesenlettern mit ganzseitigen Inseraten eine neue„vor- nehme Zeitschrift" an:„Deutscher Adel". Es kann kein Zweifel sein, daß sie ein« Lücke ausfüllt. Sofern wir den süßlichen Plunder unserer Familienblätter wie„Daheim", „Woche",'„Gartenlaube" ausnehmen, die in aller reaktionären Ge- sinnung doch immerhin zuerst Unterhaltung und dann erst politischen Kitsch bringen, gab es bisher in Deutschland kaum eine einzige all- gemeiner verbreitet« rechtsgerichtete Zeitschrift. Das war kein Wunder. Es ist kein Geheimnis, daß im großen und ganzen auf der rechten Seite die Volksgenossen mit dem man- gelnden Intellekt stehen. Diese lesen ungern. Des ferneren hat die Rechte zwar ein« Menge Schreibbeamte, aber nur wenig Schrift- steller. Die deutschen Fedexn, die Schwung und Grazie, Nervosität und Feingefühl für Sprachdinge haben, stehen im wesentlichen links. Weil sich mit Witz und Eleganz nur schwer für Rechts plädieren läßt, mit dem funkelnden Florett nicht für die freudlos-stumpfe Welt hölzerner Deutschlinge. Da kommt nun dies neue Blatt. Universttätsprofessoren arbeiten an ihm mit, Pfarrer, Oberstleutnants a. D., Kammerherren, Grä- sinnen und Generäle, Wolf Bartels, jener Professor Roethe, Karl Rosner, Dr. Kekule von Stradonitz(fabelhafter Name sowas!), Emma Stropp aus Leipzig, der General von Liebert. Di« all« werden auch schreiben können. Im Rhythmus des Paradeschrittes für König und Vaterland. Sie werden deklamieren und appellieren und die Kolonien zurückfordern und für das alte Heer eintreten. Sie werden die Vergangenheit hinpinseln, und nie wird, zwischen zwei Punkte eingefangen, unterirdisches Donnern grollen. Noch im Gezeter gegen die Republik werden sie Spießbürger der Rebellion fein. Oberstleutnants, Kommerherren, Pfarrer und Generäle: was will die Feder in eurer Hand? Der deutsch« Adel ist allenfalls in Einem groß: im Raufen und Kriegeführen. Das Wort Deutsch hat er zu handhaben gewußt, das deutsche Wort nicht. Nicht damals gehorcht« es ihm, als die Menschen es noch taten. Es wird sich jetzt noch viel weniger dazu herbeilassen. v-e den. Ja,«s gibt Blockstationen mit sogenanntem Bahnbewäh- r u n g s d i« n st, auf denen der Dienst ein besonders leichter ist und wo während des Dienstes mehrere Pausen gemacht werden können. Hier ist der Dienst zehn Stunden. Der Deutsche Eisenbahnerverbanö erteilt uns folgende Auskunft: Als am 14. Januar 1S24 das Reichs- verkehrsministerium die Dienstdaueroorfchriften gegen den Willen der an der früheren Regelung der Dienstdauervorschriften vom S. August 1922 beteiligten Arbeitnehmerorganisationen änderte, wurde auch die Arbeitszeit neugeregelt und dabei festgelegt, daß e i n e. a ch t- stündige Arbeitszeit nur bei schwerem ununrer- brochenen Dienst in Frage komme. Im übrigen ist eine neun- und zehnstündige Arbeitszeit vorgesehen. Be- fremdend muß es wirken, daß dos Reichsverkehrsministerium den Dienst auf den Blockwerken als„nicht schwer" ansieht, weil zwischen den einzelnen Arbeiten gewisse Pausen liegen. Als Arbeitsleistung wird nur das Bedienen der Hebelschaltungen, Tastknöpfe usw. ange. sehen. Die unfreiwilligen Pausen, die danach folgen, und die wiederum ganz gewiß nicht im Interesse der Weichensteller liegen, werden als sogenannter Bereitschaftsdienst mit SV Proz., d. h. eine Stunde Bereitschaftsdienst gleich einer halben Stunde Arbeit, g e w e r t e t. Und so schält sich dank dem Rechnungsvermögen schlauer Eisenbahnfachleut« eine zwölfstündige Arbeitszeit heraus. Nur Sonntags haben die Beamten, die den Blockdienft versehen, frei, und an diesem Tage wird dann diese Arbeit von Arbeitern aus dem Eisenbahnhdienst, st eine Prüfung abgelegt haben, verrichtet. Be- kanntlich herrscht gerade in den Sommermonaten an den Sonntagen auf den einzelnen Bahnhöfen infolg« der vielen Ausflügler ein oer- stärkter Verkehr. Um für die Arbeiter, die Sonntagsdienst auf den Blockwerken tun, eine Verkürzung der Arbeitszeit herbeizuführen, schickte der Deutsche Eisenbahnerverband vor Pfingsten eine De- schwerde an die Eisenbahndirektion. Und der Erfolg? Auf der Grunewaldstrecke wurde die Arbeitszeitvertür- zung eingeführt, während die Zehlendorfer S t r e ck e. die Unglücksstätt«, leer ausging. Erwähnt muß noch werden, daß die Beamten, die das Blockwerk für die Grunewaldstrecke bedienen, an einem Tage nicht weniger als 1S6 fahrplan- mäßige Züge abzufertigen haben. Dazu kommen noch diverse Leer- und Fernzüge. AufderZehlendorferStrecke ist der Verkehr noch stärker. Hier werden Sonnabends 18 8 Vor- o r t z ü g e und außerdem noch etwa 1K Fernzüge abgelassen. Wenn man diese Zahlen liest und bedenkt, daß der Beamte auf dem Block- dienstwerk einen ungeheuer nervenanstrengenden Dienst versieht, so kann man nicht begreifen, wie das Reichsverkehrsministerium dazu kommt, diese Arbeit als nicht schwer anzusehen. Verstehen aber kann man, wenn Arbeiter das nicht mehr mitmachen und zur D i e n st- Verweigerung übergehen. Im übrigen wird sich der Deutsche Eisenbahnerverband in einer Sitzung mit dieser ganzen Angelegen- heit beschäftigen und dann seine Meinung zu dem Unglück äußern. Das Ergebnis Oer Untersuchung. Die Reichsbahndirektion Berlin teilt mit: Das Er- gebnis der Untersuchung des Unfalles am Potsdamer Bahnhof läßt sich, wie folgt, zusammenfassen: Die Hauptschuld trifft den Fahrdienst- leiter des Befehisstellwerkes am Potsdamer Bahnhof, er hat gegen klare, grundlegende Bestimmungen aus den Betriebsvorschriften ver- stoßen. Er mußte infolge einer StörunginderStellwerts- Vorrichtung, die etwa eine halb« Stunde vor dem Unfall«inge- treten war, und an deren Beseitigung sofort herangegangen wurde, das telegraphisch« Zugmeldeo erfahren einführen; dieses hat er unter- lasten. Inwieweit den Lokomotivführer des Magdeburger Personenzuges ein Miwerfchulden trifft, weil er es an der nötigen Aufmerksamkeit in der Streckenbeobachtung Hot fehlen lassen, wird die gerichtliche Untersuchung ergeben. Bei den Erörterungen über den Unfall in der Presse ist angedeutet worden, daß die Ursache letzten Endes auf den Abbau and die Ueberanftrengung des Personals zurückzuführen fei, diestrifftnichtzu, beide Bedienstete waren nach ausreichender vorausgegangener Ruh« erst kurze Zeit im Dienst, zum Beispiel der schuldig« Fahrdienstleiter erst seit 7 U hr morgens. Weiterhin ist bezüglich der Rettungsaktion das Fehlen von Werkzeugen, Kopflosigkeit des Personals und anderes beanstandet worden: Nach unseren Feststellungen waren bereits 25 Minuten nach dem Unfall die Verunglückten nicht nur ans ihrer Lage befreit, sondern zum größten Teil auch schon abtransportiert. Hieraus geht zur Genüge hervor, daß all« Mittel zur Rettung von Verunglückten in ausreichendem Maße zur Verfügung standen und rechtzeitig herbeigeholt wurden. Auch der Wagenbrand ist sofort im Entstehen gelöscht worden. Insbesondere gebührt der Feuerwehr und dem Rettungsamt Anerkennung und Dank für die schnelle und umfastend« Hilfe. Sämtliche Verletzte befinden sich, wie der Präsi. dent der Reichsbohndirektion noch am Sonnabend persönlich in den Krankenhäusern festgestellt hat, außer Lebensgefahr. Di« Reichsbahndirektion hat es auch für selbstverständlich gehalten, noch am Unglückstag« helfend einzugreifen, wo eine Notlag« bei den Ange- hörigen der Getöteten und Verletzten festgestellt wurde, und wird sich weiterhin die nötige Fürsorge in diesem Sinne angelegen fein lasten. Denkmäler, öie man nicht fleht. Millionen von Menschen gehen im Jahr an emem Denkmal deutscher Plastik vorbei, ohne es mtt einem Blick zu streifen, ja ohne das Bewußtsein zu haben, daß sich an dieser Stelle«ine ausgezeich- nete Arbeit Johann Gottfried Schadows befindet. Sie sind aber enffchuldigt, da die Statue sich in dem mystischen Halbdunkel befindet, das die dem Brandenburger Tor« angebauten niederen Säulenhallen erfüllt. Eigentlich handelt es sich um zwei Werke, Mars und Minerva, ersterer an der Seite der Wache befindlich, letztere an der Reichstagsseit« angebracht. Aber nur die Statu« des Mars— richtiger des ausruhenden Mars— ist als das künstlerische Eigentum Schadows anzusehen,«in« Sandsteinarbeit von schöner künstlerischer Auffastung und Durchbildung, während die Minerva nach den neuen Forschungen der Kunsthistoriker als„Gesellenarbeit" angesprochen wird. Wie schwer'es ist, in solchen Dingen das richttg« festzustellen, zeigt die Kontroverse über den Mars. Eine kunsthisto irische Quelle lchvsibt ihn dem Bildhauer Karl Wichmann zu, einem Schüler Scha- dows, der„den Mars am Brandenburger Tor in der Werkstatt Schadows machte". Aber im Katalog der Ausstellung der Berliner Akademie der bildenden Kunst von 1793 steht verzeichnet:„Vom Herrn Rektor und Hofbildhauer Schadow in Gips: Nr. 288, Mars, im Modell, welches am Brandenburger Tor, in Stein ausgearbeitet, wird zu stehen kommen." Es wird sich wohl daher so verholten, daß Wichmann bei der Modellierung der Arbeit mitgeholfen hat. Scha- dow selbst nimmt in seinen„Memoiren" die sitzende Figur des Kriegsgottes für sich durchaus in Anspruch. Die Ausführung wird anderen bildhauerischen Kräften überlassen worden sein. Was die Statue betrifft, so war der Gedanke gegeben, einen„friedlichen Mars" zu bilden. Die Aufgabe wurde nun so gelöst, daß der sitzend« Kriesgott das Schwert in die Scheide stößt, also einer kriegerischen Handlung sich enthalten will. Was ja in jener Zeit nach dem un- glücklichen Verlauf des Feldzuges gegen die französischen Republi- kaner wohl zu begreifen ist. Ist somit die Cnfftehungsursache des Kunstwerkes eine etwas fragwürdige, so hindert dies doch nicht, an- zuerkennen, daß Meister Schadow«ine treffliche Arbeit geleistet hat. Vielleicht wirft daher in Zukunft der ein« oder der andere Pastant des Tores einen Blick auf die Statue, deren Darstellung die Meister- Hand des berühmten Bildhauers erkennen läßt. Zum �bbau ües berliner Schulrates. Es dürfte in Deutschland und weit über die Grenzen hinaus kaum ein« größere Gemeinde geben, die ohne einen hauptamllichen Leiter des Schulwesens auskommt. Wenn die bürgerlichen Parteien im Berliner Rathause die Personalabbauverordnung zum Abbau des hauptamtlichen Leiters des Berliner Schulwesens mißbrauchen wollen, so beweist das, wie tief das Bildung?- und Schulwesen von ihnen eingeschätzt wird. Im früheren Klein-Berlin hatten wir zwei Schulräte im Magistrat, einen Schulrat für die höheren Schulen und einen für die Volksschulen, dein zugleich die Fach- und Fortbil- dungsschulen mit einem Direktor unterstellt waren. Jetzt soll der eine einzige Schulrat fortgeschickt werden, nicht etwa deshalb, weil wir ihn nicht dringend nötig haben, sondern weil er politisch mißliebig ist. Hätten wir an der Spitze des Groß-Berliner Gemeinwesens einen Oberbürgermeister, der großzügige Kommunalpolitik triebe, so müßte er in aller Oeffentlichkeit und mit aller Energie sich gegen diesen Abbau zur Wehr setzen. Schon aus Prestigegründen müßte er lauten Protist gegen dieses Gehaben einlegen. Es müßte ihm bewußt fein und er müßte das öffentlich sagen, daß es eine Ungeheuerlichkeit darstellte, eine Gemeinde von der Größe der Stadtgemeinde Berlin mit nahezu 4 Millionen Einwohnern ohne hauptamtliche Leitung des Schul- wefens zu lasten. Jedem Freund des Schul- und Bildungswesens müßte die Scham überkommen, wenn er sieht, wie im Berliner Rat- hause sogenannte Kommunalpolitik gemacht wird. Und nicht nur Scham, sondern auch Erbitterung über die Rücksichtslosigkeit, die geübt wird. Mit der Bestimmung der Personalabbauoer- o r d n u n g halten wir es für unvereinbar, den Schulrot in Berlin abzubauen. Wenn mehrere Schulräte vorhanden wären, läge die Sache noch anders. So aber fft der Abbau des einen Schul- rates nur«in Willkürakt, der aus politischen Grün- den geboren i st. Und ein Abbau aus politischen Gründen ist erst recht unzulässig. In Preußen ist zur Sicherung einer einheit- lichen und ordnungsmäßigen Durchführung der Personalabbauver- Ordnung ein Ausschuß eingesetzt, der sich nicht mit Einzelbeschwerden, sondern mit allgemeinen Fragen beschäftigt. Dieser Ausschuß be- handelte in seiner Sitzung vom 26. Mai auch eine Frage, die aus Paulsens Abbau Bezug hat. Im Rathause war man sich nicht ganz einig darüber, ob man nur die Person Paulsens oder zugleich auch die Stelle abbauen soll. Man hat sich in letzter Minute zum Abbau der Stelle entschlossen in der ausgesprochenen Absicht, nach Verlauf einiger Zeit von der Aufsichtsbehörde die Genehmigung zur W i'e- derbesetzung der Stelle zu erhalten und dann einen der vielen Anwärter, wie Merten und andere, die sich am«ffrigsten um den Abbau Paulsens bemühen, zum Schulrat zu machen. Für diesen Fall ist nun von Interesse, daß der oben genannte Ausschuß folgen- des beschlosten hat: „Der Ausschuß wünscht, daß unter Abschnitt I L(Wieder- besetzung und Wiederverwendungssperre) hinter Nr. 2(Sp. 269 des Ministerialblattes) hinzugesetzt wird: Unter Umständen ist die Genehmigung der Auffichtsbehövde zur Wiederbesetzung davon abhängig zu machen, daß der frühere Inhaber der Stelle wieder in die Stelle eingestellt wird." Wenn die vorstehende Besttmmung nicht noch enger gesaßt worden ist, so deswegen, weil die Regierung möglichst wenig in die 8] Die Venus von Syrakus. von Clara Rahka. „Er hat es wirklich geglaubt!" schrie die Kleine ausge- lasten und hüpfte immerwährend auf und ab, als fei sie aus Gummi. „Nun gebt aber Ruhe," sagte eine alte Frau, sich aus Kisten und Decken aufrichtend.„Taddeo, wenn du jemand hereinziehst, dann mach ihm auch ein Lager." Jetzt erst gewahrte Renzo Eolinas Mann. Er lehnte mit dem Rücken gegen die geschlossene einzige Tür. Braun, stark und untersetzt war er, das Haar hing in schwarzen Büscheln über die lustigen Augen. „Ich wollte gerade das Tor schließen, da hörte ich dein« zärtlichen Worte zur alten Serafina hinauf. Just vor ihrer Nase schnappte ich dich fort— und Nina blies das Licht aus." „Ja, ich blies das Licht aus!" rief das Mädchen stolz. „Und wollt ihr mich wirklich«ine Nacht über behalten? Sonst zeigt mir den Weg zu irgendeinem Gasthaus." „Bist du aber ein Feiner!" sagte das junge Ding, lang- sam auf ihn zuschreitend. „Weshalb denn ein Gasthaus?" Der Ziegenbärtigejvies mit einer Gebärde auf einen Haufen von Fellen und Säcken, als habe er ein Königreich zu vergeben. „Ja— wenn ich das darf," sagte Renzo entzückt,„und wenn ich ein Stück Brot haben könnte?" er sah auf den kleinen Jungen, der eine abgenagte Kruste in der schmutzigen Hand hielte Eolina ging ins Dunkel und kam mit Brot und Orangen zurück. Renzo hatte sich lang auf den weichen Haufen geworfen, den man ihm angewiesen hatte.„Ach. ist das herrlich, ist das herrlich!" rief er.„Seit drei Nächten das erste gute Lager." Er griff nach dem Brot, nach den Früchten, und konnte sie kaum zu Ende essen; ihn schwindelte vor Müdigkeit. Er konnte sich auch keine Rechenschaft darüber geben. wo er war, wer diese Leute sein mächten— er legte sich auf die Seite und schlief ein, während die anderen noch schwatzten und ihn betrachteten 4. Am anderen Morgen gab Gott dem Renzo. was er sich gewünscht hatte: die ganze Stadt war voll Sonne. Sie kroch in olle Ritzen hinein, lag blank auf Straßen mtd Plätzen und stberstromte das wette Meer mtt tanzendem Sold. Die Glocken läuteten, als ob sie ein Freudenfest künden müßten, und die Verkäufer riefen mit fanatischer Glückselig- keit die einfachen Dinge aus, die sie jahraus, jahrein auf ihren flachen Karren durch das enge Straßenwerk schieben — und immer wieder rufen sie so, als wären es köstliche, so- eben vom Himmel gefallene Schätze, die man nicht genug be- staunen könnte. Als einer der Fischhändler mit besonders lautem, zu einer Art Gesang abgetöntem Ausruf eine Weile vor der nunmehr weit geöffneten Tür der Familie Pettinari hielt, erwachte selbst Renzo, den das ganze aufwühlende Knattern eines süd- italienischen Alltags noch nicht zu wecken vermocht hatte. Er setzte sich aufrecht hin und blickte ganz benommen, fast starr, um sich. Dann brach er in ein helles Gelächter aus und mit ihm die ganze Familie Pettinari, die geruhsam und. fröh- lich ihren Geschäften nachging. Taddeo war der Mann mit den Fischen, Eolina saß und nähte, der Alte verkaufte gerade einer Nachbarin eine Art ge- flochtener Schuhe, Mutter Pettinari mischte, an der Straße stehend, so daß der vielfältige Staub als tägliche Würze nicht fehlte, in einem Kessel eine Art Sammelgericht, Nina hing Wäsche über eine Leine, die quer durch den vollgepfropften Raum gezogen war, und Beppino, der kleine Junge, trieb sich mit den Schafen und einigen Katzen auf der Gasse herum. Ganz umdrängt vom engen, scharfe Gerüchte ausströmen- den Leben erwachte Renzo. und seine erste Begrüßung war das Lachen. Wie eine gute Vorbedeutung flog ihn dieses Lachen an, denn sogleich kam ihm in den Sinn, weshalb er hier in Syra- kus sei. Alle ließen eine Weile ihre Beschäftigung lisgen, um mit dem Gaste zu schwatzen, nur Mutter Pettinari mischte, wie eine ruhige Hüterin der Nahrhaftigkeit, weiter. Als sie hörten, daß Renzo ein Bildhauer sei, fanden sie das ganz besonders anziehend: er hätte aber einen jeden Be- ruf nennen können, er wäre des Beifalls der Pettinaris sicher gewesen. Sie alle, zumal auch der angeheiratete Taddeo, der als einzige Gabe seinen klewen verwaisten Bruder Beppino mit- gebracht hatte, fanden das Leben so über alle Begriffe schön, daß es ffir sie keine Aeußerung dieses Lebens gab, und so auch keinen Beruf, dem nicht strahlende Seiten abzugewinnen waren. Daß Renzo in Syrakus bleiben wollte, war ihnen selbst? verständlich Wo sollte«an denn leben, wenn nicht in Syra,> kus? Sie liebten Syrakus, liebten ihre Gasse und den«inen, fensterlosen, großen Raum, in dem sie alle, Menschen und Tiere, ihre Heimat hatten. Wie wenig sie aber von Ren,zos Beruf verstanden, zeigte sich gleich darin, daß Taddeo ihn, unter dem Beifall der gan- zen Familie, aufforderte, mit zum Hasen zu gehen, dort wurde etwas gebaut, und man könnte einen guten Stemmetzen ge- brauchen. Renzos höfliche Einwendungen blieben unbeachtet. Figurenmacher, nein, Figurenmacher gäbe es hier nicht, da brauchte er sich erst gar nicht umzusehen, zudem brächte das kein Brot! Nun, immerhin, er wolle es dennoch versuchen— und ob es ihm erlaubt sei, sich erst einmal gründlich zu reinigen. „Gewiß, aber gewiß!" Eolina schöpfte aus einer Tonne Wasser in ein großes Gefäß. Und nun begann Renzo damit, sich nach und nach in den säubern und ansehnlichen Burschen zu verwandeln, der er war. Er knüpfte sein Bündel auf. zog alles hervor, und Nina sagte wieder ein über das andere Mal in hellem Staunen: „Bist du aber ein Feiner!" und das war Renzo gerade recht. Mittlerweile hatte sich in der ganzen Familie die Meinung gebildet, man müßte mit Ren.zo ein Mahl einnehmen, und Mutter Pettinari schöpfte aus ihrem Kessel. War nun nicht das Leben wirklich wunderschön? Die Sonne schien bis in den MagLL hinunter, es verschlug nichts, daß mit dem Brei nicht alles so in Ordnung war. wie es die Hüterin wohl gewünscht hätte. Renzo fühlte sich vollkommen glücklich; er überschlug in Gedanken sein Vermögen und dann machte er Frau Pettinari ein vorsichtiges Angebot. Allzu viel wollte er nicht hergeben, wenn man ihn als zahlenden Gast in der Familie behielt, denn wer konnte es wissen, wozu er sein Geld gebrauchen würde! Er sah Marmor, alt, gelblich, wie von Leben durchzogen.. Frau Pettinari hob beschwichtigend ihren Brühlöffel empor— natürlich konnte er bleiben, für so viel Geld würde sie ihn rund füttern. Und die ganze Familie stimmte ihr freudig zu. Eolina machte gleich Vorschläge, wie man eine gewisse Ordnung in das Hauswesen bringen könnte, so, daß Renzo einen besonderen, guten Platz zum Schlafen bekäme Diese Frage wurde schnell und gut gelost. So hieß es also nur noch eine Arbeit finden. �.... !' Koxtletzung jolfltl_j 7. Areis Charlottenburg. 7 Uhr, Leibniz- Oberrealschule, Schillerstr. 126. Tagesordnung: Die politische Lage und das Ergebnis des parteitages." Ref.: Gen. Seinrich Ströbel, M. d. R. 14. Areis Reukölln. 7½ Uhr im großen Gaal von Gebr. Erbe( früher Aliem), Safenheide 13. Sagesordnung: Bericht vom Parteitag. Ref.: Gen. Harnisch. Distuffion. Mitgliedsbuch dient als Ausweis. 15. Rzeis. 7% Uhr im Restaurant Bum Einsiedler" am Bahnhof Johannis. thal. Referentin: Genossin Wachenheim. Thema: Berichterstattung vom Parteitag. 17. eis Bichtenberg. Pünktlich 7 Uhr Aula der Gemeindeschule, Markt. ke. Ref.: Genosse Thurm. Thema: Berichterstattung vom Parteitag. 2. Diskussion. Mandat und Mitgliedsbuch dient als Ausweis. 7. Kreis Charlottenburg. Heute abend von 6-8 Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21, Ede Ranalstraße, Ausgabe der Flugblätter für die Elternbeiratswahlen. Jeden Mittwoch nachmittag 3 Uhr auf dent Städtischen Spielplag Wettend, hinter dem Krankenhauſe, rhythmisch- gymnastische Freiübungen für die Kinder der Freien Schulgemeinde". 3. Kreis Wedding. Dienstag abend 7 Uhr im Konferenzzimmer der weltlichen Schule, Pantstr. 20/21, BSPD. Elternbeiräte, Kandidaten und Wahlhelfer wichtige Sigung. Berteilung von Material und Einteilung der Wahlarbeit. Jede Schule muß vertreten fein. Heute, Dienstag, den 17. Juni: 53. st. Charlottenburg. 7½ Uhr bei Lug, Ufnauftr. 1, Einteilung der Ar. beiten zur Elternbeiratswahl. GL Arbeiter- Sport Zum Reichs- Arbeiter- Sport- Tag. Am nächsten Sonntag findet in allen Orten Deutschlands der Reichs- Arbeiter- Sport- Tag( kurz RAST) statt, der sich immer mehr zu einer großen Werbeveranstaltung für den gesamten Arbeitersport entwickelt. Die Groß- Berliner Vereine haben ihr Fest im Stabion( Grunewald). Die Veranstaltung beginnt um 1%, Uhr, der Eintrittspreis beträgt 50 Pf. Eine zahlreiche Beteiligung der Berliner Arbeiterschaft ist erwünscht, da wieder ein gutes und vielseitiges Programm geboten wird. Jungsozialisten, Gruppe Tempelhof- Mariendorf. 7½ Uhr im Jugendheim, gesamten Arbeitersports zu geben. Darüber hinaus soll vom RAST Engeum, Germaniaſtraße. Vortrag des Genoffen Rirsch über Zollers Wandlung". Morgen, Mittwoch, den 18. Juni: Mitgliederversammlungen und Zahlabende in Groß- Berlin: 1. Abt.( Gastwirtsgehilfen.) Nachm. 5 Uhr im Restaurant Spiegel, AckerStraße 1, Bortrag des Gen. Freund, M. d. L., über Die politische Lage". 2. Abt. 7 Uhr bei Ohngemach, Rommandantenstr. 88, Bortrag des Gen. Nietisch über Die politische Lage und das Ergebnis des Parteitages". 6. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Büttner, Schwedter Str. 23, Bortrag über Schule und Elternbeiratswahlen". 8. Abt. 7% Uhr öffentliche Elternverfammlung in der Schulaula Winterfeldtstraße 16. Bortrag des Gen. Erwin Marquardt über ,, Aufgaben und Bedeutung der Elternbeiratswahlen". 10. bt. 7 Uhr Schulaula Alt- Moabit 23. Tagesordnung: Wesen und Werden der Sozialdemokratie." Ref.: Gen. Franken, M. d. 2. 13. Abt. Die angefegte Mitgliederversammlung wird auf den 25. d. M. ver Tegt. Die feftgefehte Funktionärkonferenz findet Dienstag, den 17. Juni, bei Lausch, Bredow straße, 7½ Uhr, statt. 16. Abt. 7% Uhr bei Carus, Boltaste. 27, Neuwahl der Abteilungsleitung. Die Bezirksführer erscheinen eine halbe Stunde früher. Alle Mitglieder find einzuladen. 18. Abt. 7% Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen. 21. Abt. 7 Uhr zahlabende in den bekannten Lokalen. Referenten: Drews, Faat, Hermann Müller, Klinke, Bahle. 28. Abt. 7½ Uhr bei Büttner, Schwebter Str. 23. Tagesordnung: Die Bedeutung der Elternbeiratswahlen." Ref.: Gen. Lehrer Jakobfohn. 25. Abt. Pünktlich 7 Uhr bei Gott, Aniprodestr. 6, Gigung des Abteilungs. vorstandes. Ebenda um 8 Uhr holen fich die Elternbeirate Informationen. 26. bt. 7 Uhr Abteilungsversammlung bei Büttner, Schwedter Straße ( Gartenfaal). Vortrag des Gen. Rutiner. 2. Kreisvertreterwahlen. Die Kameraden des Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold" versammeln sich pünktlich 6% Uhr ebenda. 30. Abt. 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Schulaula Pappelallee 40/41. Neuwahl der Abteilungsleitung. 32. Abt. Gruppenzahlabende in den bekannten Lokalen. Gruppe Meifter bei Rotulla, Blumenftr. 42, Neuwahl der Funktionäre. 33. Abt. 7 Uhr Schulaula Sohenloheftr. 10, Bortrag des Genossen Bartels: ,, Die Gozialdemokratie nach den Reichstagswahlen." Die Bezirksführer müssen einladen. 34. Abt. Gemeinsamer Zahlabend 7% Uhr in der Schulaula Littauer Str. 18. Bortrag. 35. Abt. Mittwoch, den 18. Juni, abends 7 Uhr, Zahlabende der Abteilungen in folgenden Lokalen: Töpper, Rigaer Str. 85, Hellriegel, Rigaer Str. 54, Bombe, Boigtstr. 25, Drelse, Schreinerstr. 18, und Gemeindeschule, Gama riterstraße 20. 36. Abt. 7 Uhr Schulaula Petersburger Str. 4. Bortrag des Genoffen Schwanebed. 2. Neuwahl der Abteilungsleitung. 87. Abt. 7 Uhr Petersburger Hof. Petersburger Str. 57, gemeinsamer Bahlabend. Wahl des Raffierers und der Renn Bortrag des Genossen Wildung. Die Bezirksführer werben gebeten, einzuladen. ( Schwerhörigengruppe.) Pünktlich 7 Uhr Versammlung. 1. Bor. führung des neuen elektrischen Bielhörers. 49. Abt. 1 68. Abt. Salenfee. 8 Uhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42. Ref.: Gen. Sitte. Thema: Berichterstattung vom Parteitag. 69. Abt. Wilmersdorf. 7 Uhr bet sulfe, Lauenburger Str. 21. Thema: Bericht vom Parteitag. Ref.: Gen. Bernhard Krüger. Schöneberg. 77. bt. 7% Uhr Rahlabende. 1. Bezirk: Milbe, Nollendorf ftraße 16; 2. Bezirk: Jürgens, Barbaroffaftr. 5a; 3. Bezirk: Wittkowsti. Martin- Luther- Str. 78. 78 Abt. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Zotal des Genossen Rosenthal, Ebersftr. 66. Neuwahl des Abteilungsvorstandes. Besprechung der Kreisvorstandswahlen. Bericht vom Barteitag. 79. Abt. Mittwoch, ben 18. Juni, pünktlich abends 7 Uhr, findet im Gefangfaal der Uhlandschule, Kolonnenstraße, unsere Mitgliederversamm Tung mit Neuwahlbes Abteilungsvorstandes ftatt Anbetracht der michtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Genoffinnen und Genoffen Pflicht. 82. pt. Steglig. 8 Uhr Mitgliederversammlung in der 6. Gemeindeschule, " Plantagenste. Referent: Gen. Adolf Hoffmann. Die Bezirke müssen un-bedingt Funktionärvorschläge abgeben. 86. Abt.. Marienborf. 8 Uhr Rahlabend in den Bezirkslokalen. Die Bezirksführer laden hierzu ein. 110. Abt. Grünau. 8 Uhr bei Werner, Cöpenider Str., Funktionärverfamm. Tung. Mittwoch, 18. Juni, abends 28 Uhr, Mitgliederversammlung bei Werner, Copenider Straße. 118. Abt. Lichtenberg. 7% Uhr Funktionärßigung bei Rothe, Frankfurter Allee, Ede Gudrunstraße. 124a- Abt. Mahlsborf- Güb. 8 Uhr im Lokal Diek, Uhlandstraße. Bablabend und Mitgliederversammlung. Ref.: Genoffe Räming. 128, bis 130. st. Bankow. 7 Uhr Borstandssigung mit den Abteilungsleitern und der Bildungskommission und um 8 Uhr Funktionärkonferenz im Jugendheim, Breite Straße. 138. Abt. Buchhola. 8 Uhr bei Rossac, Sauptstr. 71. Bortrag des Gen. Rieg mann über Das Gachverständigengutachten". 134. Abt. Buch. 8 Uhr Rahlabend bei Göpfert, am Bahnhof. Thema: Politische Lage und das Ergebnis des Parteitages." Frauenveranstaltungen am Mittwoch, den 18. Juni: 85. Abt. Tempelhof. 7% Uhr im Lokal Hansen, Boruffia-, Ede Neue Straße. Bortrag der Genossin Ryned. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 30. Abt. Genosse Paul Teichert, Wisbyer Str. 2, ist tödlich verunglüidt. Cinäscherung Dienstag mittags 12% Uhr im Krematorium Gerichtstraße. Jugendveranstaltungen. Achtung, Jugendgenossen und genossinnen! Bir weisen barauf hin, daß unser Landheim am Quenafee für den Ferienaufenthalt aur Berfügung steht. Anmeldungen sind an das Jugendfekretariat zu richten. Heute, Dienstag, den 17. Juni, abends 7% Uhr: Gesundbrunnen I: Schule, Pant-, Ede Wiesenstraße. Bortrag:" Der neue Reichstag. Marienborf: Alte Schule, Dorfstraße. Bortrag:" Jugendnot und Jugendschuh. Neukölln V: Jugendbeim Schierkestr. 44. Bortrag: Bursche und Mabel in der Bewegung." Neukölln VI: Schule, Kaifer- Friedrich- Straße 4. Borttag: Bunftiefen und Handwert." Prenzlauer Borstabt: Badeanstalt, Oberberger Straße 57. Bortrag: Bom Dreillaffenwahlrecht zum Reichstag 1924." Reinickendorf- Dit: Seebab", Resibenaftr. 46. Frib- Reuter- Abend. Schöneberg 1: Jugendheim Rubens, Ede Sauptstraße. Diskussion:„ Bursche und Mädel." Staaken: Jugendheim Bahnhofstr. 30a. Bortrag: Die Wander bogelbewegung." Stegli I: Jugendheim Albrechtstr. 46. Aus Schiller Werfen. Wannsee: Schule, Charlottenstraße. Bortrag: Warum bin ich in der SAJ.?" Westen: Surfürstenstr. 141, Baugewertschule. Diskussion: Re publik und Monarchie. " " Werbebezir? Rreuzberg: Rrcis Mitgliederversammlung. s Wetter für Berlin und Umgegend: Weitere Erwärmung, zunächst schwachwindig, troden und beiter. Später wollig bei etwas auffrischenden füdwestlichen bis füblichen Winden, aber noch feine erheblichen Niederschläge. Für Deutschland: In ganz Deutschland zunächst troden und heiter, später westlich der Dder und nördlich des Main woltig, überall weitere Erwärmung. Der RAST soll alle der Zentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege angehörenden Organisationen alljährlich einmal zusammenführen, um der Deffentlichkeit ein Bild vom Stande des der Ruf an alle Klassengenossen in den bürgerlichen Sportverbänden ergehen, sich in die Phalanx ihrer Arbeitsbrüder in den Arbeitersportvereinen einzureihen. Der Sport ist seit jeher ein Mittel der herrschenden Klassen gewesen, um das Volt, insbesondere die Jugend, im reaktionären Sinne zu beeinflussen. Die Römer gaben dem Volt ,, Brot und Spiele"( panem et circenses), um es über die Sorgen des Alltags hinwegzutäuschen. Und als die beutsche Sozialdemokratie in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts ihren großen Aufschwung nahm, organisierte die preußische Reaktion die Jungdeutschlandbewegung unter Mithilfe der gesamten bürger lichen Sportperbände, während sie gleichzeitig die Arbeitersportler unterdrückte und die Turnwarte mit Geldstrafen belegte und ins Gefängnis steckte. Der Sieg des fozialistischen Gedankens tann nicht allein durch die alle paar Jahr erfolgende Abgabe eines Stimmzettels errungen werden, sondern seht voraus die Erziehung eines willensstarken, tampfbereiten und von bürgerlicher Ideologie losgelöften Broletariats. Diesem Ziele dient in besonderem Maße der Arbeitersport. Jugendlicher Egoismus wird umgelenkt auf den Gedanken des Allgemeinwohls. Proletarische Bedürfnislosigkeit wird verdrängt durch das Verlangen nach Licht, Luft und Sonne und nach Verkürzung der Arbeitszeit, um teilzunehmen an den Freuden des Lebens. Im Zufammenwirten mit der Gesamtarbeiterschaft lernt das Jungproletariat, einig zusammenzustehen in Freud und Leid. Wenn wir Sozialdemokraten den Kampf gegen die bürgerliche und für die fozialistische Presse zur Gewinnung der Erwachsenen als unbebingt notwendig erachten, so müssen wir aus gleicher Notwendigkeit heraus immer wieder für die Jugend die Forderung erheben, nicht im bürgerlichen, sondern im Arbeitersport ihre alleinige Interessenorganisation zu sehen. Das Programm ist auf Massenvorführungen eingestellt, darum muß es sich jeder Arbeitersportler zur Pflicht machen, zu erscheinen. Beginn der leichtathletischer Borkämpfe 12 Uhr, der des Hauptprogramms 2 Uhr durch einen Gesamtaufmarsch sämtlicher Sportorganisationen. Die Aufstellung zum Einmarsch findet draußen vor dem Stadion an der Bahnfeite um 42 Uhr statt, Puntt 2 Uhr beginnt der Einmarsch in der Reihenfolge: Turner, Turnerinnen, Sportler, Athleten, Fußballspieler, Wanderer, Schwimmer, Samariter. 3 Uhr Auffahren sämtlicher Radfahrer. Um 11 lbr haben sich fämtliche Techniker der einzelnen Organi fationen im örfaal einzufinden. Umkleidegelegenheit sind für Turter Rennbahntribüne 3, für Turneringen Rennbahntribüne 2, für Schwimmer am Schwimmbassin, für Wettkämpfer in den Kabinen unter der Schwimmtribüne, der Räderstand der Radfahrer wie üblich. Mitteldeutsches Naturfreundetreffen. turfreunde" erforen, um seine Mitglieder zu einem großen Treffen Die beiden Pfingsttage hatte sich der Touristenverein„ Die Nanach Magdeburg zusammenzurufen. Der Einladung der Berliner Gauleitung waren etwa 1000 Naturfreunde gefolgt. Nicht nur ber Gau Brandenburg, sondern auch Halle, Aschersleben, Sangerhausen, Braunschweig, Halberstadt, Lehrte, Stuttgart und andere Ortsgruppen hatten Bertreter entsandt. Vereinsmehrkämpfe der Leichtathleten. Ausgehend von den Bestrebungen, daß die Vereine den Hauptwert auf die vielseitige Durchbildung aller Mitglieber legen sollen, veranstaltete die L.-B. des 1. Kreises im Arbeiterturner. bund diese Wettkämpfe. 72 Mannschaften meldeten zum Mehrkampf. Ein Beweis des großen Aufschwunges der Leichtathletik im Arbeitersport. Die Vereine sind je nach Leistung eingeteilt in A, B, C und D. Schon Sonnabends, 6 Uhr, begannen bie Wettkämpfe. Die Leistungen litten unter der naßfalten Witterung, und zum Teil noch unter den schlecht gehaltenen Lauf- und Sprunggelegenheiten des Fichteplages. Wie immer fanden das meiste Interesse die Stafettenläufe. In der 4ma 1100- Meter- Stafette gewann Rathenow gegen ASC. und die 1. Bereinsmannschaft Fichte verlor gegen Schöneberg. Sonntagvormittag war Fortfehung. Leider ließ der Regen nicht nach und so mußten die Wettkämpfe gegen Mittag abgebrochen werden. Soweit Resultate vorliegen, jeien folgende mitgeteilt: Gruppe A: Speerwerfen: 1. Megner- Fichte I 37,16; 2. Schröder. Rathenow 36,20; 3. W. Appelbaum- Schöneberg 36 Meter. Hochsprung: Bain- AGC. und Sänger- Fichte 1,55 Meter. Weitsprung: 1. Pfarr- Schöne berg 6,28, 2. Loofe- Rathenow 5,89 Meter. Gruppe B: Speerwerfen: Slang- Wedding 38,20; 2. Tedhaus- Moabit 31,50; 3. Jädel- Tegel 30,20 Meter. Hochsprung: 1. Staube- Fichte 3 und Perschte- Fichte 4 1,50 Meter. Weit. fprung: 1. Schleicher- Moabit 5,55; 2. Tuhrek Moabit 5,44 meter. Gruppe C: 400 Meter: 1. Urbansti- Riausdorf: 3000 meter: 1. Siegler- Fürstenwalde. Distus: 1. Kluth- Oberfpree 27,20, Dumiahn- Klausdorf 22,85 Meter. Sochsprung: Annast- Oberfpree 1,45 Meter. Weitsprung: 1. SchmidtKlausdorf 5,30, 2. Behrendt- Wildau 5,26 Meter. Gruppe D: 400 Meter: 1. Guzt- Tegel. Rugelstoßen: 1. Schmidt- Fichte 7 8,82, 2. Bobel- FichteGesundbrunnen 8,70 Meter. Schleuberball: 1. Weber- Gesundbrunnen 37,57, 2. Rambar- Rehdenid 35,05 Meter. Weitsprung: 1. Soff- Gesundbrunnen 5,22 Meter. Bei den älteren Sportlern fiegte Neukölln knapp vor Fichte und Sparta. Jugend: Weitsprung: 1. Maurig- Fichte 5,88, 2. Dumler- Sparta 5,50, 3. Grapenthin- Copenic 5,39 Meter. Distus: 1. John- Cöpenid 31,02, 2. Reinhard- Neukölln 29,21, 3. Langhammer- Fichte 25,62, 4. Schwanke- Tegel 24,25 Meter. 800 meter: 1. Hodapp- Sparta 2,20, 2. Krliger- Tegel 2,22 Minuten. Die Wettkämpfe der Frauen fielen fast ganz aus; außer einigen Stafettenvorläufen wurde nur Speer geworfen. Resultat: 1. Roffte- Wedding 19,88, 2. Sosniga- Fichte 1 19,08 Meter. Handball. Fichte"-Halle I- FCGB. Wedding I, 3: 3( 1: 2). Bor zirka 300 Buschauern trugen die Mannschaften das Retourspiel aus. war. Sach etwa viertelftlindiger Spielzeit erzielte Salle ein Tor. Nach dem Mit Beginn des Spieles fegte gleich ein scharfer Rampf ein, der zunächst offen hierauf folgenden Anwurf glichen die Berliner durch gute Rombination des Innensturmes aus und erzielten bis zur Halbzeit noch ein Tor. Nach der Bause brückte Salle und erzwang den Ausgleich. Dann tamen die Berliner wieder auf und gingen durch unhaltbaren Schrägschuß in Führung. Bei einem Durchbruch, den die Sallenser 10 Sekunden vor Schluß unternahmen, glückte der verbiente Ausgleich. Die Hallenser hatten eine wesentlich jüngere Mannschaft zur Stelle, die sehr eifrig war und zeigte, daß fie feit Ostern viel gelernt hatte. Das Zurüdspielen von der Stürmer zur Läuferreihe war geradezu vorbildlich. Bei den Berlinern schien es nicht so zu flappen, woran wohl die Umstellung der Mannschaft schuld sein kann; erst gegen Schluß des Spieles tam mehr System in das Spiel. Jm voraufgegangenen Jugendspiel ,, Eiche" Tegel gegen Freie Turnerschaft Groß- Berlin Wedding( Jugend), 1: 4, wurde wedding durch entschloffenes Stürmerspiel Sieger. In der Höhe war der Sieg allerdings nicht verdient. Der Torwart der Tegeler war wohl der schwächste Punkt der Mannschaft, während der Berliner Torwart gutes Rönnen aufwies. F. P. Um die Kreismeisterschaften des AABD. Am heutigen Diens. tag, abends 7,30 Uhr, findet in der Turnhalle Zwingliftr. 37 ein Serienwettkampf im Ringen um die Kreismeisterschaften des AABD. zwischen der Sportvereinigung Nord- West und der Sportvereinigung eft und Norden 93 statt. Wafferballferienspiele. Spieltag am Mittwoch, den 19. Juni, im Bereinsbad ber Freien Schwimmer Neukölln. RIaffe A: Union- Vorwärts Ib, Schiedsrichter W. Lustig; Borwärts Ia- Neptun- W., Schiedsrichter W. Dahle; Charlottenburg- Neukölln, Schiedsrichter A. Dreyer. Klaffe B: Vorwärts- 2. gegen Neukölln, Schiedsrichter A. Gerngroß; Delphin- Tegel- Union, SchiedsNeptun B., Schiedsrichter L. Schröter. Die Spiele beginnen pünktlich 7 Uhr. tichter B. Fahrenholz; Borwärts. N.- Miggelfee, Schiedsrichter R. Fechner; Jugend Welle- Neukölln, Schiedsrichter G. Schläfffe; Borwärts- N. gegen Bälle und Kappen find mitzubringen. Mannschaften, die nicht rechtzeitig antreten, verlieren die Spielberechtigung. Resultate des Wasserballtages. im.. Seebad Lichtenberg. Riaffe A: Union- Borwärts Ia: 1:10 Tore; Neukölln gegen Neptun-.: 2: 0 Tore; Charlottenburg- Borwärts Ib: 2: 3 Tore. Klaffe B: Delphin- Tegel- Neukölln: 2: 2 Tore; Union- Müggelfee: 1: 2 Tore. Jugend: Neptun- 2.- Borwärts- N.: 2: 0 Tore; Neukölln- Neptun- W. Neptun- W. Sieg zugesprochen. glieder des Vereins, die gewillt sind, am 28. Juni an der Feier unferes Freie Schwimmer Gharlottenburg 1904 G. 2. Alle ehemaligen Mite 20. Stiftungsfestes teilzunehmen, werden gebeten, ihre Adresse an R. Kutschfau, Charlottenburg, Scharrenſtr. 28 III, einzusenden. Desgleichen die Mitlieber der Brudervereine, Eintritt mit Heftfchrift 2 m. Turn und Sportverein Fichte" Berlin. Mittwoch, den 18. Juni, Fortfehung der Generalversammlung im Plenar- Saal des Herrenhauses, Leipziger Straße 3, abends pünktlich 6% Uhr. Im Mittelpunkt der Zusammenkunft stand eine proleta rische Kulturtagung. Drei großzügige Referate unterrichteten über die wichtigsten Fragen proletarischer Kulturarbeit. In seinem Vortrag: Das Proletariat und die Kultur der bürgerlichen Gefellschaft" analysierte Karl August Wittfogel Lüneburg das Wesen der bürgerlichen Wissenschaft in ihren Zusammenhängen mit ber tapitalistischen Wirtschaft. Er stigmatisierte trefflich die Phasen der bürgerlichen Kultur: die Kultur der Herrschaftkaste, die der liberalisierenden Bourgeoisie und die des Sumpfes, die für die Masse gerade gut genug ist( Schundliteratur, Schundtino, Varieté usw.), und stellte demgegenüber das Wirken der bürgerlichen Antläger und Kristandsfizung, Geschäftsstelle. tifer in den verschiedensten gesellschaftlichen Entwicklungsphasen, sowie fernerhin die Anfänge einer proletarischen Ausdrucsform in der Rulturentwicklung. Dr. Mar Hodann Berlin behandelte in einem zweiten Referat das Thema„ Proletariat und Erziehung". An Hand mannig faltiger Beispiele aus dem täglichen Leben zeigte er, wie bis in die revolutionärsten Kreise hinein noch alle Individuen mit den Gefühlselementen der bürgerlichen Welt verbunden sind. Den sogenannten Aeußerlichkeiten" einer uns fernstehenden Welt werde viel zu wenig Beachtung geschenkt. Noch heute finde man in den weitesten Kreifen der Arbeiterschaft eine gedantenlose Beeinflussung der Jugend in Richtung bürgerlicher Erziehung. Hauptmoment einer proletarischen Erziehungsarbeit müffe eine starte Gefühls, Willens- und Charaktererziehung sein. Bur Durchführung dieser Arbeit aber gehöre ein ungeheurer Mut auch den entgegenwirkenden Trieben im eigenen Sch gegenüber. W Im dritten Referat endlich sprach Adolf Koch Berlin in reichlich idealistischer Form über Proletariat und Körperkultur". But umrissen entstand dem Hörer ein Bild von der Notwendigkeit der Rörperkultur, um bem proletarischen Klaffenkampf gefunde Kämpfer zuzuführen. Dennoch darf man in diesem Zusammenhang nicht die zersetzenden und hemmenden Einwirkungen des täglichen maschinellen Lebens übersehen. Und hier sehte dann auch eine furze lebhafte Diskussion ein, die Beweis für das eifrige Ringen in diesem Kreise nach Erkenntnis war. " Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch, 7 Uhr. erweiterte technische Ausschußßigung, Gipssty, 23a.( Meldeschluß für Spandau.) Donnerstag, 7 Uhr, Kinder- Turnausschuß- Gizung, Gipsstr. 23a.( Kinder- Schauturnen, nächste Veranstaltungen Jugend- Mitteilungsblatt.) Sonnabend. 7 Uhr, engere BorSportverein Lichtenberg- Friedrichsfelbe 04 veranstaltet am Freitag, den 20. Juni einen großen öffentlichen Rampfabend im Ringen mit dem Sportverein Jugendkraft", Friedrichsfelde, in der Turnhalle, Bürgerheimstraße( Lichtenberg). Anfang 8 Uhr. Beide Vereine verfügen über ein gutes Kämpfermaterial. Gäste und Interessenten herzlich willkommen. Berliner Fußball- Club Adler" 12 spielt am 18. Juni, abends 7 Uhr, gegen Sparta" auf dem Adlersportplak, Chriftianiastraße. Ede Reinickendorfer Straße. Sparta", einer der spielstärksten Vereine des Ostens, erscheint in ftärefter Aufstellung. Freie Turnerschaft Schöneberg. Unsere Turnabende finden nach den Pfingstferien wieder regelmäßig statt, und zwar: Jugend: Mortag und Donners tag Belziger Straße; Mädchen: Montag und Donnerstag Goersstraße; tags Mittelschule, Rätherstraße. Training auf dem Dominicusplat jeden Mitt Turnerinnen: Freitags Rüdertschule, Rätherstraße; Männer: Freiwoch, Freitag und Sonntag vormittag. Arbeiter, unterstüßt die Freie Turnerfchaft, es ift Cuer Verein! Athletik- Sport- Club e. B. Leichtathlefir Soden Handball Rubern. Männer und Frauen- Abteilung: Training jeden Dienstag und Donnerstag auf dem Fichteplak. Baumschulenweg, Eichbufchallee. Jugend Abteilung: Training jeden Dienstag und Freitag ebenda. Jugendleiter: Willi Epftude, Berlin GO. 36, Manteuffelstr. 64. Schriftführer der Hoden- Abteilung: Willi Seerlein, Berlin D., Frankfurter Allee 44. Geschäftsstelle: Alfred Behrends, Berlin N. 87, Binzendorfer Str. 7. Auf Beschluß der lekten Monatsverfammlung wird jedes Mitglied, das sich ohne triftigen Entschuldigungsgrund nicht an dem Waffeneinmarsch im Stadion anläßlich des Reichs- Arbeiter- SportTages beteiligt, von der Mitgliederliste gestrichen. Touristenverein Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin e. V. Bildungsausfchuß. Am Mittwoch, den 18. Juni, abends 8 Uhr, findet in der Schule Gipsite. 23a eine Bildungsausschußigung flatt, zu ber alle Abteilungen un sculturtagung in Magdeburg. 2. Berichte. 3. Verschiedenes. bedingt Vertreter entfenden müssen. Tagesordnung: 1. Das Ergebnis der Jugendgruppe Bestend. Heute, Dienstag, Sen 17. b. M., abends 8 Uhr, im Heim, HaefelerStraße 116b( Rindergarten). Vortrag und Aussprache über: Das Wesen der Naturfreundebewegung." Jugendliche, Eltern und Freunde der Bewegung will tomanen. Sprechchor. Mittwoch, den 18. Juni, pünktlich 8 Uhr, Gipsstr. 23a. Probe des Sprechchors. Jeber hat zu erscheinen. Wir machen mit bei der Sonnenwende der Freien Gewerkschaftsjugend, beim NAST. und TV. Sonnen wende. Näheres am Mittwoch. Umrahmt wurde diese Tagung von einigen Veranstaltungen, deren wirkungsvollste die Abendfeier in der Halle Land und Stadt am 1. Pfingstfeiertage im Stile der Proletarischen Feierstunden war. Ein Volts- und Kinderfest am Nachmittage arrangiert von den Magdeburger Kinderfreunden brachte auch das freudvolle Element zur Geltung. Manchem war es wohl noch möglich, dem Treffen eine fleine Wanderung anzufügen, doch Allzuvielen drohte nach dem Abschluß nur das Alltagsdasein. Die Finanzkraft des Proletariats ist zu schwach, um große Sprünge zu wagen.. Alles in allem war dieses Treffen ein unzweifelhafter Gewinn für alle Beteiligten, wie Jugendmannschaft junge Leute im Alter von 14 bis 17 Babren aufgenommen. auch ein Antrieb für die kulturelle Arbeit in der Naturfreundebeme- eldungen Freitags im Bereinslokal, Jeben Freitag von 6 bis 9 Uhr Training auf dem Städtischen Sportplay. Neukölln, Grenzafee. Bufchriften an A. L. Willy Bier, Neukölln, Johann- Huß- Straße 5. gung. Sportklub Rüftig- Vorwärts 1924, Neukölln( Mitglied der MSB., Berlin). Bereinslotal: Otto Korn, Neukölln, Herbergstr. 22( Amt Neukölln 1636). am Donnerstag, den 19. Juni, abends 8 Uhr pünktlich, findet unsere außer ordentliche Versammlung im Bereinslotal Korn statt. Wegen der wichtigen 9 Uhr abends. Zur Verbollständigung unserer drei Seniorenmannschaften Tagesordnung muß ein jedes Mitglied erscheinen. eigung leben Freitag werden noch Fußballinteressenten über 18 Jahre fowie für die neu gegrünbete Jetzt besser denn je! Die" Kleine Massary" ist wirklich gut. Im Verhältnis zu dem niedrigen Preise ist sie sogar sehr gut. Die letzten Lieferungen der für die MillionenProduktion erforderlichen Tabakmengen sind besonders glücklich ausge~ fallen, so dass die" Kleine Massary" nicht nur gleich qut, wie bisher, sondern sogar noch besser ist. 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Diese fönnten nämlich nur ergeben, daß der deutsche Arbeiter noch immer weit niedriger bezahlt wird als gleichwertige Arbeiter im Ausland, daß also diese Voraussetzung zu einem Preisabbau bereits gegeben ist, ohne daß die Unternehmer die daraus notwendigen Ronfequenzen ziehen. Nun weist man darauf hin, daß in letter Zeit eine Reihe von Lohnfämpfen von Erfolg begleitet gewesen ist, daß infolgedessen die Löhne teilweise über den Borfriegsstand hinausgehen. Das ist einmal nur ganz vereinzelt der Fall. Zum anderen aber fommt hinzu, daß die großen Lohnbewe gungen in r legten Zeit ja gerade deswegen erfolgen mußten, weil der Preisabbau ausgeblieben. Wöre die Behauptung, daß niedrige Löhne niedrige Preise bedingen, t'dhtig, so hätte sich im November und Dezember vorigen Jahres geradezu eine Revo. lution am Warenmarkt vollziehen müssen. Denn in dieser Zeit hatte man mit allem Nachbrad eine Lohnpolitit rerfolgt, die bewußt darauf abzielte, die auftraft der breiten Maffen niedrig zu halten. Die Erschütterung, die das Preisniveau damals erfuhr, war aber verhältnismäßig gering und wurde bald wieder aufgehoben durch das Zuströmen von Krediten, die es den Produzenten und Verteilern ermöglichten, die zum Verkauf produzierbe Bare dem Verbrauch vorzuenthalten. Dadurch schuf man zugleich die Borauslegung dafür, daß die Preise nicht finten tonn, ten, die Preisturve ftieg wieder aufwärts. Erst neuerdings ist wieder ein gewiffer Drud om Barenmarkt zu beobachten als Folge der Geldknappheit, die durch die Kreditpolitik der Reichsbant planmäßig herbeigeführt worden ist, um die Nachfrage nach Devisen zu mindern und gleichzeitig zu verhütent, daß durch die künstliche Hochhaltung der Preise von der Warenfeite her die Inflation einen neuen Antrieb erhielt. 9 Arbeitsgesuche und Fristablauf zurückzuführen. Unterstügung bezogen 18 598( 18 340) männliche und 2507( 2426) weibliche, insgesamt 21 105( 20 766) Personen. Die Vermittlungstätigkeit für die Landwirtschaft blieb anhaltend gut. In der Metallindustrie gingen die Vermittlungen erheblich zurüd. Auch im Spinnstoffgewerbe find die Beschäftigungsmöglichkeiten geringer geworden. Bei ver hältnismäßig guter Vermittlungstätigkeit in der 3 ellstoff- und Bapierherstellung und verarbeitung hat sich die 3ahl der Arbeitsuchenden verringert. industrie und Industrie lederartiger Stoffe und Eine erhebliche Zunahme der Arbeitslosigkeit ist in der Leder im Holz- und Schnizstoffgewerbe zu verzeichnen. Der Rüdgang der Vermittlungstätigkeit im Nahrungs- und Ge nußmittelgewerbe hält an. Infolge der ungünstigen Geschäftslage haben die meisten Schokoladenfabriten eine Kürzung der Arbeitszeit vorgenommen. Durch die Differenzen im Brauerei gewerbe ist hier die Vermittlungstätigkeit für Brauereien fast zum Stillstand gekommen. ist weiterhin zurückgegangen. Die bisher noch verhältnismäßig gut Der Bedarf an Arbeitsträften im Bekleidungsgewerbe beschäftigte Schuhindustrie ist zu Entlassungen und Kurzarteit übergegangen. Ungünstig ist die Lage auch weiter im Handels. gewerbe und für technische Berufe. Genossenschaftstag in Ulm. Genossenschaftstag des Zentralverbandes deut. Am 23. Juni beginnt der diesjährige ein undzwanzigfte scher Konsumbereine im„ Saalbau" in Ulm. Die Tagung wird bis einschließlich den 25. Juni dauern und sehr bedeutsame Ber handlungen bringen. Es sind nicht nur wichtige Schlüsse aus der Berichterstattung des geschäftsführenden Borstandes über beffen geIchäftliche Maßnahmen und die Entwidlung des Zenziehen, ferner die Lage der Konsumgenossenschaften im befegten Getralverbandes in dem wirtschaftlich so denkwürdigen Borjahre zu biet und internationale genossenschaftliche Angelegenheiten besonderen Intereffes zu erörtern, sondern u. a. auch eine Klarstellung über den Mißbrauch der Genossenschaften burch die Kommu ni ft en vorzunehmen. Der Zentralverband hat wiederum rechtzeitig zum Genoffenfchaftstage das Jahrbuch( zweiundzwanzigster Jahrgang 1924) dieses mehrbändige Wert eine fast unerschöpfliche Quelle allgemeinen mit den Ergebnissen des Jahres 1923 herausgebracht. Wie immer ist genossenschaftlichen Wissens und des Wiffens tonfumgenossenschaft licher Praxis und Entwicklung. Aus dem Abschnitt V des ersten Bandes entnehmen wir den Angaben über den Zentralverband, daß der Zuwachs an Mitgliedern im Berichtsjahre fich auf mindestens 318000 Personen stellt, womit eine Gesamtmitgliederzahl von Konsumvereinen mit mehr als 8000 Berteilungsstellen, die rund 3 500 000 erreicht worden ist, und zwar in etwa 1300 frog der riesigen Ungunft der wirtschaftlichen Zustände im vergange nen Jahr nur ganz geringfügig vermindert worden sind. Die Zahl aller in der Güterverteilung der angeschlossenen Konsumvereine be. fchäftigten Personen nahm um twa. 1000 zu und stieg damit auf rund 40 000. Dagegen nahm die Zahl der in der Eigenpro buktion Beschäftigten um etwas mehr als 7 Proz. ab und ging somit auf rund 6000 herunter, was mit dem Ginten der Kaufkraft erklärt werden darf. Diese ganze Entwicklung läßt sich an Hand der Preisstatistit verfolgen. Alar geht daraus hervor, daß das Brivattapital den Preisabbau zu vollziehen gar nicht ernsthaft beabsichtigte, daß man einen unerhörten Lohndruck und erbitterte Rämpfe zur Beseitigung des Achtstundentages heraufbeschworen hat, ohne diejenigen Preisherabsehungen vorzunehmen. Die zur Belebung des Marftes notwendig gewesen wären. Die Warenpreise wurden nicht von der Kalkulation der Geftehungskosten bestimmt sonst hätte jeder Berlängerung der Arbeitszeit, wie sie vielerorts erfolgt ist, und jeder Absenkung der Löhne unter den Borkriegsreallohn der Preis. nachlaß auf dem Fuße folgen müffen. Niemand dachte daran, so lange er eine Möglichkeit sah, sich dem zu entziehen. Man scheute felbft davor nicht zurüd, unter Ausnußung der Geschäftsauffichtsverhindernde Geldentwertung des letzten Jahres die Umfag. unb ordnung fich zahlungsunfähig zu erklären und an den Schutz des Staates zu appellieren, wenn die allgemeinen Wirtschaftsumstände und die Kreditnot an sich zu einer beschleunigten Räumung der Läger gezwungen hätten. Es bedurfte erst einer heftigen Kritik der verschiedensten Intereffengruppen, bis dieses Ueberbleibsel bes faiserlichen Unternehmersozialismus aus der Kriegszeit beseitigt oder wenigstens in seiner Wirkung befchränkt wurde. Jetzt wird der Preisabbau unvermeidlich, und ganz selbstverständlich ruft man nun nach neuer Kreditinflation und nach weiterem Lohnabbau, obwohl gerade der letztere die Aufnahmefähigkeit des inländi fchen warenmarties pollfommen zerschlagen und die Beschäf tigungsmöglichkeit der Induftrie damit vernichten würde. Um der attige Forderungen zu begründen, stellt man die Tatsachen der letzten Wirtschaftsentwicklung auf den Kopf, ohne Rüdsicht darauf, daß dann die Bi'r ffchaftstatastrophe in voller Bucht hereinbrechen müßte. Auch so wird die Krife nicht zu vermeiden sein. Es ist bisher feinem Wolfe, das durch die Inflation hindurchgegangen ist, erspart geblieben, daß auf die künstliche Hochkonjunktur der Geldentwertungsperiode eine Reinigungstrife folgte. In Deutschland, wo die Wirkungen der Inflation auf die gesamte Wirtschaftsverfassung geradezu verheerende waren, ist eine Beseitigung der durch die Geld entwertung hochgezüchteten unwirtschaftlichen Produktions- und Handelsbetriebe unvermeidlich, und die staatliche Wirtschaftspolitik muß darauf gerichtet sein, die schweren sozialen Gefahren, mit einer felchen Umſtellung verbunden sind, zu milbern. Statt deffen arbeiten gewisse Kapitalistenkreise darauf hin, jezt die [ oziale Not zu verschärfen und mit einem für die Preis. gestaltung vollkommen wirtungslosen Lohnabbau eine weitere Schwächung der Rauftraft der Massen zu fördern. Es ist notwendig, daß diese Täuschungsverfuche, hinter denen sich in Wirklichkeit der tüdsichtslose Kampf gegen die Arbeiterorgani fationen verbirgt, mit allem Nachdrud zurückgewiesen werden. 000 S. wat Weitere Verschlechterung des Arbeitsmarktes. Das Landesarbeitsamt Berlin schreibt in seinem chenbericht über die Arbeitsmartilage: Die durch die bekannten Umstände hervorgerufene Krise der Wirtschaft führte zu einer weiteren Verschlechterung der Arbeitsmartilage. Mangel an finanziellen Betriebsmitteln, verminderte Kauftraft weiter Bevölkerungsfreise und damit zugleich Abjasstodung madyen fich weiterhin Bemerkbar. Namentlich in der Metall und Holzindustrie find Kurzarbeit, größere Arbeiterentlassungen und Ründigungen von Angestellten gegenwärtig die hervortretendsten Folgeerscheinungen der wirtschaftlichen Unficherheit. Besonders auf die verminderte Rauftraft dürfte auch das Ausbleiben des im Bekleidungsgewerbe erfahrungsgemäß nach beendeter Musterzeit einfegenden Aufschwungs der Konjunktur zurückzuführen fein. Weiterhin zwingt die Geldnot fast überall Arbeit auf Borrat einzufchränken. Dazu beeinfluffen auch die Wirtfchoftstämpfe in ungünstiger Weise den Arbeitsmarkt, Insbesondere frifft Bierge en ung Differenzen im Braurecigewerbe, zu, burch bie das Gastwirtsgewerbe ganz erheblich in Mitleidenschaft gezogen wird. Verhältnismäßig noch gut befchäftigt ist das Bau. gewerbe und des Bervielfältigungsgewerbe. Der bessere Beschäftigungsgrad im Vervielfältigungsgewerbe dürfte vornehmlich feinen Grund darin finden, daß insbesondere die Handelswelt alle Anstrengungen wacht, durch geeignete Reklame Abfagmöglichfeiten zu gewinnen. • Es waren 78 474 Personen bei ben Arbeitstad weifen eingetragen, gegen 81 092 bar Borwoche. Darunter befatiden fich 57 956( 57 292) männliche und 20 518( 23 800) weibliche Personen. Aus der zahlenmäßigen Abnahme der eingetragenen Arbeitsuchenden in der Berichtswoche können auf die Arbeitsmartflage feine Schluje gezogen werden. Der Rüdgang ist vielmehr auf Zurücknahme der Wenn auch die alle Vergleichsberechnung erschwerende und verGeschäftsergebnisse als brauchbaren Maßstab für die genommene Entwicklung ausschließt, so bleibt doch aus den statistischen Feststellungen ersichtlich, daß trog aller Schwierigkeiten die Konjum genossenschaften des Zentralverbandes fich ihre Anziehungsfraft bewahrt haben. Daß das auch in Zukunft so bleibe, dafür sollen die Verhandlungen und Beschlüsse sorgen, die auf dem Ges noffenfchaftstag in Ulm zu erwarten sind, über die berichtet werden wird. Attien Gesellschaft hat, wie sie in ihrem Geschäftsbericht mit Hapag Die Hamburg- Ameritanische Batetfahrt teilt, ihren Wiederaufbau nahezu vollendet. Die Seeflotte fetzt sich augenblicklich zusammen aus 76 Seeschiffen, zu denen im Laufe des Jahres noch zwei weitere hinzukommen, so daß dann der Raumgehalt 388 826 Bruttoregiftertonnen betragen wird. Da die Gesellschaft 1913 439 Fahrzeuge mit 1360 360 Bruttoregister. tonnen besaß, ist der Raumgehalt der Gesamtflotte, einschließlich der Rüftenfahrzeuge usw. mit 432 537 Tonnen erst etwa ein Drittel des Vorkriegsstandes. Man ist von den großen Schiffs. typen, die durchweg an die Entente abgeliefert werden mußten, und deren Betrieb sich in der Zeit schwachen Verkehrs auch nicht gelohnt hätte, abgegangen und hat sich auf fleinere Seeschiffe beschränkt. Technisch hat man dabei fogar wichtige Fortschritte berücksich tigen tönnen. So wurden vielfach die Delfeuerung, Triebturbinen, Dieselmotoren und andere technische Neuerungen verwandt. Der Mangel einer großen Seeflotte dürfte wesentlich ausgeglichen sein durch die Verbindung der Hapag mit der amerikanischen HarriLinie betreibt. Das Passagegeschäft hat sich infolge wesentlich geman- Gruppe, mit der die Hapag gemeinsam die New Yorker fiegener I us wanderling aus Deutschland und den meisten europäischen Staaten sehr gehoben. Auswanderungsziel find meistens die Vereinigten Staaten, so daß schon in der ersten Hälfte des amerifanijchen Fiskaljahres die zugelassene höchftmenge der einzelnen Nationalitäten erreicht wurde. Die beabsichtigte weitere Herabsetzung Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Zentner frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose 16,25 18,251 Röstgetreide, lose Gerstengrütze, lose 15,00-15,75 Kakao, fettarm Haferflocken, lose.... 14,25- 15,- Kakao, leicht entölt 96 .... 15.75-17,50 80,00-95,00 96,00-110,00 Rafergrütze, lose..... 15,50- 16,25 Tee, Souchon, gepackt 350,00-430,00 Roggenmehl 0/1 Weizengrieß Hartgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl des Dienstag, 17. Juni 1924 Einwanderungstontingents der Bereinigten Staaten würde bas Passagegeschäft schwer treffen. Ein weiterer Strom der Auswanderer lentte fich auf andere Einwanderungsgebiete, wie Argentinien, Brasilien und Kanada. Im Frachtverkehr nach den Vereinig ten Staaten herrschte im letzten Jahre ein starter Wettbewerb, ben man durch internationale Bereinbarungen einzuschränken bemüht weniger, als hier die Papiermartbilang noch mehr als bei anderen Gewar. Auf die Abschlußzahlen der Hapag einzugehen lohnt sich um so fellschaften ein falsches Bild liefert, feßten sich doch die Einnahmen der Hapag zu einem großen Teil aus Baluten zusammen, die zum größten Leit zu Papiermarkturs eingesetzt sind. diesjährigen Leipziger Herbstmesse ab wird auch das im Mezzentrum Die Leipziger Handelshochschule als Tabatmeßhaus. Von der gelegene Gebäude der Leipziger Handelshochschule für Meßausstellungszwede benutzt werden. Mit ihrem Flächenraum von 800 Quadratmetern wird sie der Tabat- und Raucherrequfitensowie Tabakmaschinenmesse als Heim dienen. Filmschau. Die Filme der Woche. Die Filmbarbietungen haben nun auch Sommercharakter angenommen leichte Soft. Ist es vergnüglich, fo foll's gelten. Die Braut aus Australien", die sich das 1. T. Nollendorffplak verschrieben, ist lustig, abwechslungsreich, ulfig, tomisch- was ihr immer wollt. Zwei Brüder sollen eine reiche Auftrallerin heiraten, feiner will fie- da sie fie für eine Wilde mit dem Ring in der Nafe halten, jo raten fie sie aus. Sobald fie fie aber gesehen, will fie jeder. Streit, Duell, das aber als Spaß und Verstellung ausläuft, großer Wirrwarr und schließlich Entspannung, da noch eine Freundin da, die sich zunächst als die echte Braut ausgegeben. Dazwischen abenteuern die luftigen Vögel Pat und Batachon herum, als Drehorgelspieler( einer dreht und der andere fist im Raften und spielt Harmonika), was zu den drolligsten Situationen mit und ohne badende Mädchen Anlaß gibt. europäischen Humore im Stile Bats und Patachons find auf die Dauer Fatty als Meisterboger" heißt die Beilage, die trot Chaplins Mitwirkung reichlich amerikanisch bleibt. Unsere doch wertvoller und erfreulicher. Echt filmmäßig ist die Grundidee im Gentleman auf Beit"( Mozart faal). Ein armer Teufel, der feiner reichen Herrin Tochter aus Lebensgefahr rettet, darf zum Dant einen Tag Mitglied eines vornehmen Klubs sein. Aber aum hier muß er noch ertulesarbeiten vollbringen. Der Herkules ist Carlo Albini, der seinen prachtvoll mustulösen Körper in den schwierigsten Situationen spielen läßt und athletische und afrobatische Stunftstüde ersten Ranges zeigt. Die Handlung, die um ihn herumgebaut ist, hat sonst wenig Reize, obwohl tüchtige Darsteller wie Albert Batrh und Fred Goebel sich darin bemühen und Grete Reinwald die schöne Frau markiert. d. fiel der Verfilmung anheim. Er wurde für Berlin im Bafag Theater „ Taras Bulba", den Gogol auf Grund historischer Forschungen schuf, Regisseur eine große Beipflichtung, und Wladimir Strichewski nahm seine uraufgeführt. Eine Erzählung von Gogol als Vorlage bedeutet für einen Aufgabe ernst, aber etwas zu peinlich genau. Er illustriert Leben und Treiben vergangener Zeiten ganz vorzüglich und lehrreich, doch ist der zweiteilige Film viel zu lang. Der erste Teil,„ Die Tochter des Woiwoden", ift munter belebt, menschlich verständlich. durch und durch wahr, und ein feines Lächeln erstirbt nie. Der zweite Teil, Rosatenende", bringt immerwähren de Krieg und Greuelszenen. Sogar mit Hinrichtungen wird man nicht verschont. In Deutschland betrachtet eine hobe Obrigkeit sie nicht mehr als Volksvergnügen, man sollte sie auch im Film nicht wieder aufleben laffen. All' diese in Bilder gefaßten Folterungen wirfen auf uns über. lebt, während etliche Verfolgungsszenen tatsächlich findlich anmuten. Man arbeitet mit sehr viel Lichtreflegen, aber so blump, daß fie uns wie Scheinwerferretlamen voylommen. Zu den hellen Polenkostümen wählte man unglüdliche Farben und Stoffe, so daß das Licht einfach von ihnen abprallte und sie zu„ blendenden Erscheinungen" wurden. Der Film hat eine internationale Belegung, u. a. sah man so gute Darsteller wie J. E. Duvan Torzoff( Mostau), Slementine Bleẞner( Wien), Disip Runitsch ( Mostau), Dstar Marion( Brag), Helene Matowska, die sich nicht zu schminken versteht, spielte die Tochter des Woiwoden und zwar so sentimen tal, als ob fie die Hauptleidtragende in einem For- Film wäre. Die 5000 Mitwirkenden, die das Programm anfündigt, ficht man nicht alle auf ein mal. Trozdem verspürt man ein Ueberfättigtsein an Maijenszenen und die Erkenntnis, daß wir schon seit langem den Weg vom Maffenfilm zum Menichenfilm geben. Ein für den verinnerlichten Film gut geeigneter Schriftsteller ist Richard Vo B. Das heißt, wenn er den Regisseur und die dementsprechenden Schauspieler findet. Sonst wird der verfilmte Boß zur Katastrophe, wie das sein, Bergashl", uraufgeführt im Primus. Balaft", bezeugte. Der im Programm nicht genannte Regisseur schuf eine Rolportage. Die Darstellenden Bittor Behring, Anna Ignota und daß er durch sein Spiel fogar einem schönen Landschaftsbild alle Rube Elly Lys verdarben, was zu berderben war. Gehring ist derartig zappelig, nimmt. Der Photograph sieht freilich die herrliche bayerische Alpen- und Gebirgsfeenlandschaft filmisch nicht gut. Etliche Bilder sind wohl ichön, aber fie hinterlassen feinen Eindrud. Die Berliner erzielen mehr Eindrud, wenn fie einen Pappfelfen als Hochgebirge und Gipswände als Efeulauben photographieren. Zudem spielen im Bergashl" die einzelnen Szenen Haschen miteinander. Wie kann man einen Film so unvorsichtig zerschneiden! c. b. Ein neuer arry Biel Film, fait amerikanisch beweglich, amüsant und Auf gefährlichen Spuren"( Ib ambra, Kurfürstendamm). sogar luftig. Einer( Harry Biel) baut fich aus Alteisen ein Motorrad und legt dadurch den Grundstod zu seinem Glüd, das ihn schließlich auf den beliebten gefabrvollsten Umwegen erreicht. Es gehört auch ein Fürst im Eril zu der Handlung, der seine Krone sucht und eine verteufelte Ameri fanerin, die felbigen Harry Biel, wie sich das von selbst versteht, lieben lernt. Die Hauptsache aber ist, daß gewaltige Gefahren zu bestehen sind, bevor sich die Sache einrentt. Solange es sich um die bekannten Wett fahrten zwischen Auto, Motorrad und Eisenbahn handelt, erhebt sich die Sache nicht über den Durchschnitt des bundertmal gefebenen. Dann aber geht's in die winterlichen Berge, dann treten Schlitten in Aktion und was die Räder nicht founten, das leisten die Kufen. Ueber Abgründe geht's und durch bereifte Schluchten, schneebehangene Tannen greifen den Tollfühnen auf, während der Schlitten im Abgrund zerschellt. Harry Piel und feine Leute leisten menschenmögliches und sorgen vor allem dafür, daß die Sache nicht langweilig wird. Sie haben vieles von den Amerikanern geIernt- aber das atemraubende Tempo doch noch nicht erreicht. k Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Golb, Ramerabschaft Kreuzberg. Seute, Dienstag abend 8 1hr Sigung bei Reim, Urbanstr. 29. . 11,00-12,50 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 Bolts- Feuerbestattungsverein Groß- Berlin V. V. a. G. Diftrifte 2, und 16,75-18,00 Inlandszucker basis mel. 34,0- 35,50 10( Charlottenburg). 22. Juni gemeinsame Besichtigung des eigenen Gages .... 21,50- 24,50 Inlandszucker Raffinade 36,00- 38,00 werts in Biesenthal i. b. Mart. Gäste find beralich willkommen. Die Funk12,75-14,- Zucker Würfel tionäre werden um möglichst vollzähliges Erscheinen gebeten. 41,00-43,00 Teilnehmer 15,00-21,00 Kunsthonig farten( Erwachsene 1,50., Stinder 1 M.) find in den Bahlstellen D., S., 14,00 16,25 Zuckersirup hell in Eim. SW. und Charlottenburg zu haben. Anmeldungen und Vorausbestellungen 10,25-13,25 Speisesirup dunk. in Eim. für Mittagessen werden an die Geschäftsstelle Chauffeeftr. 63 erbeten. 20,50-24,00 Marmelade Einfr. Erdb. Ortsgruppe Groß- Berlin bes Bundes Deutscher Bodenreformer. 27,00-30,50 Marmelade Vierfrucht 18. Juni, abends 7 Uhr, Vortragsabend im Sörsaal VI der Landwirtschaftlichen 21,00 29,50 Pflaumenmus in Eimern Hochschule, Invalidenstr. 42, Dr. Heinz Botthoff, München, spricht über„ Ar31,00-37,50 Steinsalz, lose....... beitnehmertum und Bodenreform". Eintritt frei. 39,00-46,00 Siedesalz. lose 18,75-21,00 Bratenschmalz in Tierces 36,00-42,00 Bratenschmalz in Kübeln 33,00-35,00 Purelard in Tierces Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine... Bohnen, weiße, berl Langbohnen. handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni. Makkaronimehl Schnittnudein, lose.... Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java. Korinthen, choice... Zimt( Cassia) ** ** 16,00 20,00 Purelard in Kisten 26,00-32,00 38,00- 43,00 25,00-29, 85,00-100,00 35,00-42,50 38,00- 42,00 3,10-3,70 4,00-4,70 64,00- 65,00 65,00 66,00 62,00-63,00 62,50- 64,50 50,00-52,00 48,00-50,00 14,00 15,00 Speisetalg in Packung 15,75-17,25 Speisetalg in Kübeln 23,50-31,00 Margarine, Handelsm. I 60,00 30,00-36,00 desgl. II. 54,00-57,00 76,00 63,00-65,00 46,00-50.00 80,00-84,00 Margarine, Spezialm. I.. Getr. Pilaumen 90/ 100.42,00-45,00 desgl. II. Pflaumen, entsteint 50,00 55,00 Margarine III Cal. Pflaumen 40/50 68,00-72,00 Molkereibutter i. Fässern 152,00-158,00 Rosinen in Kisten, Candia 70,00-82,00 Molkereibutter in Pack. 155,00-160,00 Sultaninen Caraburnu.. 72,00-90,00 Landbutter.. 130,00-135,00 70,00-76,00 Auslandbutter in Fässern 163,00-172,00 Mandeln, süße Bari 143,00-135,00 Auslandbutter in Packg 174,00-178,00 Mandeln, bittere Bari 135,00-150,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 33,00- 36,00 106,00-115,00 Speck, gesalzen, fett... 62,00-72,00 Kümmel, holländischer 110,00-115,00 Quadratkäse.. .. 18,00-33,00 Schwarzer Pfeffer Singap. 95,00-105,00 Tilsiter Käse, vollfett Weißer Pfeffer... 125,00-130,00 Bayr. Emmenthaler Rohkaffee Brasil 18,00-215,00 Echter Enimenthaler Rohkaffee Zentralamerika220,00-285,00 Ausl. ungezuck. CondensRöstkaffee Brasil. 230,00-280,00 milch 48/16 19,50-23,00 Röstkaffee Zentralam... 300,00-375,00 Inländische desgl. 48/12 16,50- 17,50 20,00-22,00 Ini. gez. Condensm. 48/14 26,00- 26,50 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Malzkaffee gepackt 88,00-100,00 150,00-160,00 178,00-185,00 RIQUET Mammut- Kakao DER FETTREICHE Ladenpreiser 500 g Dose extra ( etwa 27% Fett) M 2.80 500 g Paket fein ( etwa 25% Fem M 2.00 Einzig ist Riquef Mammuf Kakao, einzig wie seit 1745 die Tee- Marke: RIQUET. Riquet Nur in Original Packungen, niemals lose. Am Berliner Landpacht- Genossenschaft Heute Dienstag, den 17. Juni, abends 7 Uhr, imm Bartschloß Treptow: Oeffentliche Protestversammlung Die maßgebenden Behörden und die einzelnen Stabi verordnetenfraftionen find eingelaben. Es ist notwendig, daß nicht nur biejenigen Aleingärtner zu diefer Brotesttunbgebung erscheinen, welche im Moment ge fährdet find, sondern es ist die Pflicht eines jeden Freundes und Anhängers ber Bewegung, au erscheinen. Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Opernhaus 72 Uhr: Martha Opernhaus 7: Schneid.Wibbel Rose- Theater am Königsplatz Theater a. Kottb.Tor 7% Uhr: Bohème Schauspielhaus 7 U.: Peer Gynt Schiller Theater 7: König Nicolo Deutsch. Theater Sommerspielzeit Direktion: Staab und Gerner räglich& Uhr: Mist.Globetrotter Kammerspiele Tägl.& Uhr: Salomons Schwiegertochter Gr. Schauspielbans 7 Uhr: Tägi. 8 Uhr: EliteSänger Vollständig neues JUNI. Programm Bill. Preise 8: D. Mastergatte Gartenbühne 7/2: Durch Dick u. Dünn 36 VarietéSpielplan! Rauchen gestattet! im Theater Große Volksoper des Westens 7, Uhr: La Traviata Komische Oper Der Vogelhändlers Direktion: James Klein Residenz- Th. Blumenstr. 9 Tägl. 8 Uhr: So ein Mädel ( Extemporale) Lustspiel in 3 Akten Königst. 3418 Th.i.Admiralspalast 8% U: Der Erfolg d. Jahres 10 Monate monterbr. auf dem Spielplan ist die große Revue Drunter u.drüber Deutsch. Opernhaus 6 U.: Meistersing von Nürnberg Bruno Walfer, Rode, Gimpler. Kand!, Zador, Lassmann, Seinemeyer Intimes Th. 8U Crêpe Georgette usw. USW. Metropol- Theater Tägi. 8 Uhr: Karneval der Liebe Sommerpreise! 8 U. Tribüne Die Frau v.40 Jahren mit Else Heims Thalia- Theater 8 Uhr: Frasquita 8 U: Trianon- Th. Somm- Dir. R Pirk Bin Schwank der Liebe Limburg. Falkenstein Kleines Theat. Tägl. 8 Uhr: Kameraden von Aug.Strindberg Heute zum 50. Male Der große Erfolg! Die Bitte ausschneiden, da ein Preisausschreiben folgt. schreiben bringen. 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Juni) alle Leserinnen der Frauenmodt mit seinem ,, Lotterieschweden" In Spannung BESTELLSCHEIN An Ich bestelle die Frauenwelt Name. Dem Zeitungsboten mitzugeben ochherde K für Kohle u.Gas Transportable Kachelofen Eiserne Ofen R.Zechlin Berlin C.25, Alexanderpl. 49 nutzung der Einrichtungen der Börse. Einnahmen aus sachlichen Leistungen, Mieten, Pacht Einnahmen aus den Börsensälen, Mieten Eernsprecheinrichtungen in der Börse Gebühren für die Einführung von Wertpapieren zum Börsenhandel Amtliche Kursberichte Drucksachen Gebühren für Bescheinigungen usw. Zinsen Einnahmen verschiedener Art Handelshochschule laut besonderem Plan Kaufmännische Schulen laut besonderem Plan Uebertrag aus 1923/24 B. Ausgaben: 1200 000, 1 201 000, 333 000, 447 850, 439 000, 30 000, 457 000, 48 800, 235 000, 20 000, 47 649, 526 193, 314 508, 22 805.42 GM. 5 322 805,42 Besoldung der Beamten, Angestellten, Hilfskräfte und Arbeiter Sachliche Verwaltungs- und allgemeine Ausgaben für Dienstaufwandsentschädigung Beiträge zu den Sozialversicherungen Ruhegehälter, Witwen- und Waisengelder Bekleidung der Unterbeamten, Hilfsdiener usw. den Grundbesitz Anleihen und Hypotheken Bücher, Druckschriften, Zeitungen, Einbände Drucksachen Oeffentliche Abgaben und Lasten Bekanntmachungen in Zeitungen Amtliche Kursberichte. Beiträge an Interessenvertretungen, Verbände, Vereine Bureaubedürfnisse und Porto Repräsentations- und Reisekosten Verschiedene sachliche Ausgaben Ausgaben für den Börsen- Fernsprechbetrieb Zuschuß zum Asylhause d. Friedrich- Wilhelm- VictoriaStiftung. Zuschuß zur Unterstützungskasse Handelshochschule laut besonderem Plan Unvorhergesehene Ausgaben Kaufmännische Schulen laut besonderem Plan Vortrag auf Rechnungsjahr 1925/26... Haushaltsplan 1968 000, 51 000, 9 000 113 900, 10 000, 612 500, 75 000, 153 326, 53 100, 31 000, 3.000.153 000, 129 000, 50 000, 47 000, 140 000, 94 500, 60 000, 40 000, 95 036, 1 013 350, 398 288, 22 805 42 GM.5 322 805,42 der Handelshochschule zu Berlin für das Rechnungsjahr 1924/25. A. Einnahmen: Gebühren, Studiengelder usw..... Sonstige Einnahmen Ruhegehälter, Witwen- und Waisengelder 518 500, 7 693.B. Ausgaben: GM. Gehälter des Lehrkörpers 526 193, 363 975, Dienstaufwandsentschädigung 26 025, Gehälter des Verwaltungskörpers 191 050, 22 500, 2 000, 230 450, 34 400, 11 100, 131 85 GM. 1013 350, Bekleidung der Unterbeamten, Hilfsdiener usw. Sachliche Verwaltungs- und allgemeine Ausgaben für den Grundbesitz Oeffentliche Abgaben und Lasten Institute, Seminare usw. Sonstige Ausgaben. Haushaltsplan der Kaufmännischen Schulen der Industrie- und Handelskammer zu Berlin für das Rechnungsjahr 1924 25. Handelsschulen A. Einnahmen: Höhere Handelsschulen( Selekten) Höherer Handelskursus Wahlfreie Abendkurse und Maschinenschreibkurse Kaufmännische Berufsschulen.. B. Ausgaben: Gehälter des Lehrkörpers Gehälter des Verwaltungskörpers Ruhegehälter, Witwen- und Waisengelder Unkosten f. d. Benutz. der Schulgebäude u. Turnhallen Straße Allgemeine Ausgaben für Handelsschulen 135 31221 660, 14 388, 40 980 102 168.GM. 314508, 286 638, 40 890, 2640, 25 800, 2 400, 600, 1200, 3 600, 3 600, 2800Allgemeine Ausgaben für Abendschulen und Kurse. Alleine Ausgaben für Beruisschulen in Berlin Lehr- und Lernmittel Bureaubedürfnisse der Schulleiter Hauswirtschaftsunterricht. bergast. Anti- Luesan Cantabl. yes.tinsertion und Propaganda Für Zwecke der Jugendpilege innarl. Chromkur. Syphilis ohne d Nach Dr.med. Güntz Therapie Salvar. keine Einspr. velik schmarel, a. anschil. Meth. Versicherungsprämien oh. Baraisst. Orig.- Pack. 80 Stak, 5.-... Bureaubedürfnisse und Porti Löwen- Apoth., Bln., Jerusalemer Str. 30 a. Berg- Apeh Sonstige Ausgaben Neukölln, Hermannstr. 14. Aufkl. Brosch. v. Dr. Günt, m. Dankschr. 25 Pl. d. Volks- Gesundh.- Zentr.. Blaz Oranienstr. 130a. Spez.- Instit. z. Bekämpf. v. Geschlechts. krankh, Syphilis, Haet, Hare, Freesal. Kesinl. Re ratung. Sprechz. tgl. 4-7/, auß. Donnerst. Semaig. 10-12• Berlin, den 16. Mai 1924. 3 600, 45.0.600, 4 500, 2400.GM. 385 188, 385788 Die Industrie- und Handelskammer zu Berlin. Frans v. Mendelssohn,