Nr. 77. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret tn's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit tllustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. d.r Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7198. Vorwärts 12. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betttzelle oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins: und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: ozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. = Sonntag, den 31. März 1895. Die deutsch- französischen Milizanträge. II. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Don Folge ist, daß die Rauhheiten des Militärdienstes den unerläßlichen Körper- Anstrengungen reden wir nicht den Franzosen im Durchschnitt viel unangenehmer sind als Zu Beginn eines neuen Quartals richten wir an alle den Deutschen, und daß, um es präziser auszudrücken, die Freunde und Parteigenossen die dringliche Bitte, für die Zahl der Rekruten, die in der Kaserne einen hart drückenden Erweiterung unseres Abonnententreises mit aller Energie thätig zu sein. Gegen die Partei, In der französischen Kammer fand der Milizantrag Kontrast mit ihren Lebensgewohnheiten finden, in Franks deren Zentralorgan der Vorwärts" ist, haben die vereinen besser vorbereiteten Boden als im deutschen Reichstag. reich weit größer ist als in Deutschland. Von unserer einigten Parteien der Reaktion, denen der Der Militarismus hat den Franzosen niemals zugesagt. ganzen ländlichen Bevölkerung und einem nicht kleinen Boden unter den Füßen wankt, jezt alle ihre Kräfte auf- Die steife Strammheit und der blinde Gehorsam sind ihrem Theil der städtischen können wir sagen, daß die Kaserne für geboten; durch ein neues Knebelgeset soll die zahl- lebhaften Naturell zuwider, und bei aller Strenge der fie eher eine höhere Lebenshaltung bietet. In Frankdas französische Militär Strafgesetz ist, zum reich ist es anders. Und rechnet man zu diesem allen noch reichste Partei in Deutschland mundtodt gemacht, und für Disziplin unsere Feinde und des Volkes Feinde die Ruhe des Zweck der Zurückdrängung dieses Naturells, im Frieden viel das lebhafte Temperament und bewegliche Wesen der FranKirchhofes hergestellt werden, damit sie ungestört härter als das deutsche ist es niemals gelungen, den zosen, so ergiebt sich die ganz selbstverständliche Thatsache, ihre gemeinschädliche und gemeingefährliche Arbeit französischen Soldaten den maschinenmäßigen Drill deutscher daß der Militärdienst den Franzosen noch viel verhaßter ist verrichten können. Die Kämpfe, in denen wir stehen, Soldaten zu geben. Seit dem Kriege von 1870/71 hat als den Deutschen, und daß nur die Rücksicht auf die Versind von entscheidender Bedeutung; und die Verhand Frankreich bekanntlich die deutsche Militärorganisation, mit theidigung des Vaterlandes den Widerwillen bisher zurückIungen des Reichstages über die sogenannte Um geringen durch die Verhältnisse bedingten Abänderungen, an- gedrängt hat. Nach dem Gesagten wird man unserer Behauptung fturz vorlage, die jetzt in der Kommission sich ab- genommen. Wie schwer diese Organisation auf dem Volke spielen, bald aber aber im Plenum stattfinden werden, laftet, das wissen wir zur Genüge. Und auf den Fran- nicht mehr widersprechen, daß die Frage der Umformung find von ganz besonderer Wichtigkeit.- Je größer aber die zosen lastet sie noch weit schwerer. Frankreich will ein des Militärwesens in Frankreich brennend geworden ist. Verbreitung des Zentralorgans, desto größer sein Einfluß Heer haben, daß dem deutschen mindestens gleich ist. Nun Dies trat bei der Debatte des Militäretats zu Anfang dieses und seine Wirksamkeit, und desto größer die Macht hat aber Frankreich mit einer Bevölkerung von nicht ganz Monats flar hervor. Während der Kriegsminister und der der Partei. 40 Millionen Einwohnern gut 10 Millionen weniger als Berichterstatter der Budgetkommission die bestehende HeeresHieraus allein Organisation vertheidigten, forderte Cavaignac, ein Führer Deutschland mit seinen 51 Millionen. erhellt schon, daß auf den Einwohnern Frankreichs eine um der bürgerlich- republikanischen Majorität, die Verkürzung mindestens ein Fünftel höhere Durchschnittslaft ruht als auf der Dienstzeit und die Einstellung größerer Maffen, weil in denen Deutschlands. Die finanzielle Mehrbelastung dem Rahmen der jetzigen Organisation das weniger be tann von den Franzosen, da ihr Land ein reicheres ist, ver- völkerte Frankreich mit Deutschland nicht Schritt halten hältnißmäßig leicht getragen werden. Desto härter drückt fönne. Und diese Annäherung an das Miliz. aber die persönliche Mehrbelastung. Um gleichen Schritt sy st e m befürwortete Cavaignac unter dem Beifall der mit dem 50 Millionenland halten zu können, muß im Majorität. 40 Millionenland die Zahl der zum Militärdienst Das genügte natürlich nicht den Sozialisten, deren gezogenen verhältnißmäßig um ein Fünftel größer erster Fraktionsredner: Paschal Grousset, ein ehefein als in Deutschland, und find solche Schonungen maliges Mitglied der Kommune, war. Paschal Grousset der gebildeteren Klassen, wie sie bei uns zum Bei ist in der Milizdebatte des deutschen Reichstags als ein spiel in Gestalt des Einjährig Freiwilligen- Dienstes vor chauvinistischer Gegner der Entwaffnung und als ein kommen, nicht durchzuführen. Freund der stehenden Heere hingestellt worden, und zwar eines, seinerzeit vom Genug, der Militärdienst ist für die einzelnen Individuen auf grund Vorwärts" in Frankreich eine beträchtlich schwerere Last als in Deutsch- Uebersetzung mitgetheilten Zeitungsartikels. In diesem land, und obendrein eine Last, an die sie nicht, gleich den Artikel hatte er erklärt, daß der Militarismus eine Deutschen, wenigstens den Preußen, seit Generationen gewöhnt furchtbare Geißel sei, daß aber Frankreich nicht entsind. Und diese Last wird was ein sehr wesentliches waffnen könne, weil es sonst dem monarchischen Europa Moment ist von den Franzosen härter empfunden, auf Gnade und Ungnade überliefert sei. Das ist eine Anweil sie, da Frankreich eine ältere Kultur hat als Deutschland, schauung, die in der Geschichte Frankreichs zu Ende auch mehr Kulturbedürfnisse haben als die Mehrzahl der des vorigen Jahrhunderts ihre volle Begründung Deutschen. Von unseren Truppen wurde dies während hat, und die man gerechterweise nicht als Chauviniss des letzten Krieges sehr deutlich bemerkt; und kein Mensch, mus bezeichnen kann. In der Kammerfitzung des der offenen Auges durch Frankreich reist, kann sich dieser 7. März führte Grousset jenen Gedanken des weiteren aus. Beobachtung entziehen. Die natürliche und nothwendige Er forderte, ohne direkt für das Milizsystem im schweizeriDie Redaktion des Vorwärts" wird bemüht sein, ihre Pflicht zu thun, und das Zentralorgan der Partei würdig zu machen! ,, Vorwärts" Mit dem 1. April eröffnen wir ein neues Abonnement auf den mit der illuftrirten Sonntags- Beilage Die Neue Welt". Für Berlin nehmen sämmtliche Beitungsspediteure, so wie unsere Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennige frei ins Haus. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 3,30 M. für das Quartal entgegen.( Eingetragen in die Post- Zeitungsliste für 1895 unter Nummer 7128.) In unserem Feuilleton beginnt nach Schluß der eben begonnenen kurzen Erzählung: Zu Tode gehetzt", der Abdruck der geschichtlichen Erzählung: " Berliner Märztage" von Michel Deutsch, auf welches Werk wir unsere Leser besonders aufmerksam Redaktion und Expedition des Vorwärts". machen. Feuilleton. [ Nachdruck verboten.] Zu Tode geheht! 6 Eine Erzählung nach dem Leben von Franz Held Schwark wollte an der Leiter herunter, dem Verhaßten nach. Aber seine Frau legte zwei Finger an die Lippen und machte ihm ein Zeichen, oben zu bleiben. 1 = Ja, aber wie können Sie denn wissen, daß er grade den Knauth nimmt?" warf der etwas beschränkte Robolsti ein.j ,, Ach was!" knurrte Kendelmann, dann vergaß er sich vor Wuth und schrie ganz laut: Der baut ja nicht! Ich werde bauen!" Frau Schwarz in ihrem Versteck nickte sich selbst zu. Das hatte sie erwartet. So hatte sie es sich längst zurechtgelegt: Kendelmann hat den Brand gestiftet, um uns in Geldverlegenheit zu bringen und den Hof dann wieder an sich selbst zu reißen." der " in geretteten Stücke treiben lassen das ist sicher nicht die Hälfte von seinem Bestand." Robolski nickte befriedigt. befriedigt. Die Frau im Versteck feufzte tief auf und mußte sich am Hollunderstamm fest, halten. Der Gendarm von Hohenthal kam großspurig herangeschritten, sein schwarzledernes, dickes Notizbuch in der Hand. Er war beschäftigt, den Sachverhalt aufzunehmen, und zog zu diesem Zweck bei den Dreien Erkundigungen ein. " Das hab' ich schon vor zwei Jahren gewußt," sagte Rendelmann trocken, daß es hier brennen würde. Der Kerl, der Schwarz, der kann sich ja nicht anders aus der Patsche helfen." " Vor zwei Jahren?" sagte der Gendarm, indem er den Sprecher scharf firirte. Aber da waren Sie ja noch Besitzer hier, Herr Kendelmann?" Ach so? Warten Sie- ja richtig! Ich habe mich ( Kendelmann that, als hätte er nachgerechnet; er suchte aber vergeblich seine starke Betroffenheit zu verbergen.) Bor einem Jahr, wollt' ich sagen natürlich!" blos verzählt." * Vor den niederen Thüren der kleinen aus Fachwerk Ganz leise schlich sie hinter Rendelmann her. Und, erbauten Häuser( das Dorf bestand außer dem Schwart' vom Hollunderbaum verborgen, belauerte sie ihn, wie schen und dem großen Killmeier'schen Hof fast nur aus den er sich auf der nahen Dorfstraße zu zwei Männern gefellte. ärmlichen, strohgedeckten Hütten der sehr jämmerlich gestellten Die hatten ihn dort offenbar erwartet, denn sie gingen ihm Infimänner und Käthner) standen die Bewohner, durch die hastig entgegen. Feuersgefahr aus dem Schlaf aufgeschreckt. Sie besorgten Der eine war der Kleinbesitzer Robolski, ein ver- für ihre eigenen, im höchsten Grade feuergefährlichen Bawachsenes, rothhaariges Männchen mit einem sommer- raden. Die Unterbrechung ihres Schlafes war ihnen sommer- racken. sproffigen, verkniffenen Biegenbocks- Gesicht. Diesem hatte durchaus nicht unangenehm. Im Gegentheil obvon waren und Schwarz vor einigen Monaten auf dringlichste Bitten gleich sie überarbeitet aus hin zehn Mark geliehen. Trot vielfacher Mahnungen schließlichen Kartoffelfost entkräftet zum Umsinken, war hatte das aber das Geld, er er binnen vier der unruhige Schlaf in den engen Kisten, wo mehrere Perzehn Tagen zurückhaben sollte, bis jetzt nicht zurück- sonen ohne Unterschied des Geschlechts in scheußlich stinkender bekommen können. Und der Schuldner war infolge der an Luft durcheinanderlagen, Myriaden von Ungeziefer preis- Frau Schwarz bebte vor Zorn, als sie nun ihrem die Mahnungen geknüpften Wortwechsel des Gläubigers gegeben, war die Frist, welche von der Natur zur Wieder- Mann, nachdem das Feuer gegen 9 Uhr morgens gelöscht Todfeind geworden. erneuerung des arbeitsermatteten Körpers bestimmt wurde, war, haarklein erzählte, was sie erlauscht und beobachtet doch ihre schlimmste Marter. Sie freuten sich, den Gestant hatte. ihrer Schlafftälle gegen die frische Luft vertauscht zu haben, und grinsten vor Bergnügen, daß der große Befizer uebenan, sich doch auch einmal die Finger verbrannt. In dem andern erkannte Frau Schwarz einen BauUnternehmer aus dem Städtchen Allenfeld. Wartet der schon auf Bestellungen?" schoß es ihr durch den Kopf. Rendelmann grüßte die beiden hastig. Sie traten in den Schatten einer Mauer, dem Standort der Frau nur um so näher. " Nun?" frug der Bauunternehmer gespannt. " Am Schuppen ist nichts mehr zu retten", gab Rendel mann halblaut zurück; und grimmige Freude machte dabei feine plumpen Züge noch wulstiger. Auch der Stall ist hin. Das giebt Arbeit für Sie, Herr Knauth!"( So hieß der Bauunternehmer.) Eine Kuh, die sich aus dem Schwarz'schen Stall los geriffen hatte, tobte in wilden Frrsprüngen kreuz und quer über die kothige Dorfgasse. Es ward ein großes Halloh. Einige Bauernknechte fingen sie mit großer Mühe wieder ein und banden die Stößige vorläufig an einen Zaun fest. Nun? Und das Vieh?" fragte Robolski. Es ist ihm sicher viel verbrannt," lautete die Antwort Kendelmanns. Was ich hinter dem Stall sah dorthin hat er die " * Und er hat es auch schon vor drei Jahren gewußt der Hallunke und vor se ch 3!" " Das hat er von langer Hand her angezettelt gehabt, das mit dem Brand," fuhr sie schwermüthig fort," Du fannst Dir ja wohl denken, warum." der " Ja, so wird es wohl sein. So ist es sicher Satramentsferl!" schrie Schwarz, hätt' ich ihn doch ges troffen mit dem Balken!" Tags darauf fuhr er nach Hohenthal und denunzirte beim Amtsvorsteher den Kendelmann wegen Brandstiftung. Bis zum Termin hatte es noch gute Weile. Denn Herr Zwiebel beeilte fich nicht übermäßig, die Denunziation an den Staatsanwalt des Bezirks- Landgerichts Allenfeld gelangen zu lassen. schen Sinne einzutreten, die Mehrhaftmachung der gesammten wehrfähigen Bevölkerung und Dolitische Leberlicht: forderte die nationale Erziehung der Jugend zur Wehrhaftigkeit. nicht verträglich ist. Wie der Angriffsfrieg" ( Bauernbund) 1590, merold( liberal) 868, Schmid ( Sozialdemokrat) 812, Höpf!( Demokrat) 758 Stimmen.( Bei der Reichstags Wahl 1893 war das Ergebniß folgendes: Berlin, 30. März. Aus dem Reichstage. In Fortsetzung der Debatte Dr. Pichler 6710, Bauernbund 6024, Sozialdemokratie 634.) Nach Paschal Grouffet, dessen Ausführungen vielfach über den Antrag Kanit nahm heute bei Beginn der Sigung Die Hurrah- Patrioten sind wüthend, daß wir aus auch von den bürgerlichen Republikanern mit Beifall an der Graf v. Galen( Zentrum) das Wort. Der geehrte Veranlassung des kaiserlichen Entrüstungs- Telegramms keinen gehört wurden, ergriff unser Genosse Edouard Vaillant Herr ist eben so fromm wie er reich, und da seine Güter Skandal im Reichstag veranstaltet haben. Und sie behaupten das Wort. Derselbe formulirte in genauer Uebereinstimmung nicht in den Sandwüsten des Ostens, sondern in den jetzt, aus Abhängigkeit vom Zentrum hätten wir uns von mit der deutschen Sozialdemokratie die Forderung des Miliz- schweren Marschböden Oldenburgs liegen, so ist ihm die Ausnutzung unseres Rechts, diesen Antrag einzubringen und systems und der Erziehung der Jugend zur Wehrhaftigkeit. Nothlage der Landwirthschaft natürlich eine terra incognita. 31 vertreten, abhalten laffen. Das glauben die Leutchen Er wies nach, daß die Lasten des Militarismus von dem Soweit er aber einen solchen Nothstand zugiebt, lub er seine natürlich selbst nicht; sie lügen aus Lattik und offenbaren Bolte nicht mehr lange getragen werden können, ohne daß Erwerbsgenossen ein, durch inbrünstiges Gebet und Ver- wieder einmal ihre ganze Verlogenheit und Unehrlichkeit. allgemeiner Stuin erfolgt; und daß für Frankreich der trauen auf Gott die Sache zum besseren zu wenden. Gerade die Nationalliberalen sind es, die, als sie bis Uebergang zum Milizsystem eine von den Verhältnissen Daß diese Rede bei den Junkern nur auf Hohn und zum Jahr 1880- die Führung im Reichstag hatten, der auferlegte Nothwendigkeit ist. Spott stieß, braucht wohl nicht besonders hervorgehoben zu Volksvertretung, wenn auch nicht durch die GeschäftsEr entwickelte dann, wie das Institut der st e henden werden. ordnung aber durch den Usus( Gebrauch) das Heere dem monarchischen, das Institut des Nach dem frommen Grafen fam Dr. Barth an die Recht, den Monarchen zu kritisiren, dem ReichsMilizheeres dem demokratischen Prinzip Reihe. Mit dem Gottvertrauen steht es bei diesem Herrn tage entzogen, und diesen Usus auch gegen entspricht; und wie das Milizsystem nicht blos, ohne den freilich nur so, so. An St. Manchester hängt er aber mit bas Bentrum zur Geltung brachten. Wenn der Wohlstand zu untergraben, eine weit größere Entfaltung heiliger Inbrunst. In diesem Sinne war auch seine Rede dem Zentrum angehörige Präsident Buol jetzt unseren der Wehrkraft ermöglicht, als das System der stehenden gegen die agrarische Begehrlichkeit" gehalten. jenes Telegramm betreffenden Antrag zurüdwies, so Heere, sondern auch den Frieden verbürgt, und jedem Einer blos blos dem von den Herren Für unsere Partei sprach heute Genosse Vollmar, folgte griff in die Freiheit des Volkes vorbeugt, während um- wel her, den ursprünglichen Abmachungen gemäß, gestern Nation alliberalen eingebürgerten Usus. gekehrt das System der stehenden Heere den Frieden und schon das Wort ergreifen sollte, infolge förperlicher Und wenn er anders gehandelt hätte, wären die bie Freiheit bebroht, ja mit Friede und Freiheit überhaupt Judispofition laber daran behindert war. Die Aus. Nationalliberalen die ersten gewesen, das führungen unseres Genossen zeichneten sich durch große Bentrum zu denunziren. führte Vaillant Sachlichkeit aus, wobei er es aber an scharfen Seitenhieben Zu unserem Antrag bezüglich des kaiserlichen weiter aus wie der Angriffstrieg dem Wesen der auf die junkerlichen Brotvertheuerer nicht fehlen ließ. Die Entrüstungs- Telegramms meint ein hiesiges Blatt, der Monarchie entspricht, so entspricht dem Wesen der Hinweise auf die nothwendigen Konsequenzen, welche der Präsident des Reichstages sei schon jetzt verpflichtet ,,, alle Demokratie der Bertheidigungstrieg. Und Antrag Kanit in bezug auf den Getreidehandel- und Bau in parlamentarischer Form gehaltenen Anträge" dem Reichsdas allein ist schon ein zwingender prinzipieller Grund im Inlande, sowie auf die Brotherstellung haben müßte, tage zur Beschlußfassung vorzulegen und spricht die Verdafür, daß wir unser monarchistisches Heeres berührten auf der Rechten ersichtlich sehr unangenehm. muthung aus, unser Antrag habe sich nicht in solcher 1ystem zu einem rein defensiven demokratischen Eine lange und in Details sich verlierende Rede hielt Form bewegt. Die Vermuthung ist ganz unbegründet, wie 23ehrsystem umgestalten, das so kraftvoll ist, daß der konservative Heißsporn Holz. Angriffe von außen mit Sicherheit daran scheitern müssen, Als Antragsteller fam in seinem Schlußwort der Ab- schon aus dem Wortlaute der Präsidialzuschrift hervorgeht. Das betreffende Blatt scheint nicht zu wissen, daß und daß infolge dessen unsere Republik nicht blos in geordnete von Kardorff natürlich auf die Währungs- ähnliche Fälle schon vorgekommen sind. Es befindet sich Frieden leben, sondern auch innerhalb ihrer, keinem Feind frage zu sprechen. Die Einführung der Doppelwährung thatsächlich in der Geschäftsordnung eine Lücke. übersteigbaren Grenzen sich vollkommen frei entwickeln erscheint diesem Herrn noch wichtiger wie die künstliche Die Volts- Zeitung" ist der gleichen Meinung. Sie fann. Es gilt, bie ganze Bertheidigungskraft Preissteigerung des Getreides. Eines von beiden Mitteln schreibt heute Abend: der Nation in ben Dienst der Republik zu müsse aber die Regierung ergreifen, sonst sei der Ruin der Hier zeigt fich thatsächlich eine Lücke in der Geschäftsstellen; und dazu gehört, daß alle intellektuellen, physischen deutschen Landwirthschaft und damit der Ruin Deutschlands ordnung. Denn es find jeßt drei Mitglieder bes und moralischen Kräfte der Gesammtheit unseres Volkes zu unabwendbar. Reichstages, die zufällig das Präsidium bilden, diefem Zwecke ausgebildet und ins Spiel gebracht werden. Vor Schluß der Verhandlung inszenirte Liebermann in der Lage, eine große Frattion mundtodt zu Wir gelangen damit zu der gebieterischen Forderung: daß von Sonnenberg noch eine kleine Radauszene, indem er machen. Der Vorschlag des Vorwärts" sollte daher von das stehende Heer in ein Milisheer umgewandelt werde." gegen den Schlußantrag das Wort verlangte. Obwohl allen Parteien des Hauses unbefangen geprüft werden. Denn Die Kosten der Umwandlung erwiderte Baillant auf die Geschäftsordnung einen solchen Widerspruch gar nicht was heute der sozialdemokratischen Fraktion passirt, kann einen Zwischenruf- werden allerdings beträchtlich sein; zuläßt, randalirte doch die ganze Rechte mit, ersichtlich nur morgen jeder anderen Fraktion zustoßen. fie werden sich aber rasch vermindern; denn die unvermeid zu dem Zwecke, den Präsidenten aus der Fassung zu bringen. Ein unfreiwilliges Zeugniß gegen das heutige liche Folge dieser demokratischen Gestaltung bes Nachdem die Ruhe wieder hergestellt und die Ab- Heersystem. In der heutigen Debatte über den Antrag Heerwesens wird eine relative Entwaffnung geordneten Meyer und Dr. Sigl fonstatirt hatten, daß Kanit rief, als die elende Lage der Landarbeiter im Osten ber verschiedenen Länder sein, die heute ihnen durch den Schluß das Wort abgeschnitten sei, schloß beleuchtet wurde, ein Junker: Aber sie sind die besten unmöglich ist. Aber hierin liegt ja nicht das der Präsident mit Ostergruß die Sigung und vertagte das Soldaten! Hauptersparniß. Dieses liegt darin, daß die Kräfte der Haus bis zum Dienstag, 23. April, nachmittags 2 Uhr. Gewiß Leibeigene, die an stummes SklavenNation nicht theils vergendet, theils brach = " Tiegen gelassen werden daß die Hundert Im Abgeordnetenhaus wurde heute die zweite Be- thum gewöhnt sind, geben die besten Soldaten ab unter tausende, die jetzt jahraus jahrein der Arbeit und rathung des preußischen Gerichtstoften Gefeßes einem System, das von dem Soldaten stummen und ihrem bürgerlichen Beruf entrissen sind, der produktiven begonnen. Aus dem Hause wurden bei den einzelnen blinden Gehorsam und absolute Unterdrückung alles selbsts Thätigkeit zurückgegeben werden-Paragraphen verschiedene Sonderwünsche vorgetragen, mehr- ständigen Denkens und Fühlens verlangt. Solches Lob ist So rechtfertigt sich mein Vorschlag von allen Gesichts- fach wurde auch versucht, von den Gerichtskosten, Stempel- die härteste Verurtheilung des herrschenden Militarismus. Ein Ersak für den Antrag Kanit. Herr von puntten aus: sowohl vom patriotisch- republikanischen, wie gebühren zc. etwas abzuhandeln. Juftizminister Schönstedt und Finanzminister Miquel, der hier in erster Linie inter- Below- Saleske hat für die bevorstehende Hauptversammlung vom wirthschaftlichen. Und das was ich im Einverständniß mit meinen effirt ist, vertheidigten aber energisch die Gerichtskosten in der Pommerschen Dekonomischen Gesellschaft folgenden An Freunden vorschlage, das ist in dem Programm der der von der Regierung feftgefekten Söhe. Nächste Sihung trag gestellt: mit Fortsetzung der Debatte ist Dienstag. Sozialisten aller 2änder." 1 mit Für den Fall, daß die gefeßgebenden Faktoren des Reichs die Verstaatlichung der Getreide- Einfuhr( Antrag Ranib") abAn dem Beispiele Boulanger's zeigte Vaillant bie Bundesrath. In der am 29. März b. J. abgehaltenen lehnen, wird das Hauptdirektorium beauftragt, bei dem Minister Gefahren des Militarismus. Hätte Frankreich Plenarsizung des Bundesraths wurde den vom Reichstag zurück für Landwirthschaft und der Boltsvertretung dahin vorstellig zu statt eines stehenden Heeres eine Milizarmee, so würde es gekommenen Gesezentwurfen wegen Feststellung des Reichshaus- werden, daß für die Dauer des jetzigen, die Produktionskosten feinen demagogischen Säbelraßler gegeben haben, der den halts Etats für 1895/96, wegen Aufnahme einer Anleihe für nicht deckenden Preisstandes der Gerealien eventuell bis nach abenteuerlichen Plan faffen konnte, mit Hilfe einer Präwecke der Verwaltungen des Reichsheeres u. f. w. und wegen Ablauf der bestehenden Handelsverträge unverzüglich durch torianerbande die Republik umzustürzen". Baillant Feststellung des Haushaltsetats für die Schußgebiete für 1895/96 in Gefeß außer Bebung gefeßt wird: 1, bas 1/2 pet. der Zwangsder vom Reichstag beschlossenen Fassung die Zustimmung ertheilt. amortisation der landschaftlichen" Credit Verbände. hat recht. Eine Milizorganisation ist kein Nährboden Ferner wurde über den allerhöheren Orts zu unterbreitenden Bor- Ausnahme derjenigen Quote, aus der die bez. Verwaltungsfür solche militaristisch zäfaristische Anschauungen. In der Echweiz mit ihrem Milizheer ist ein Boulanger ficherungsamt Beschluß gefaßt. schlag wegen Befehung einer Mitgliedsstelle beim Reichs- Ver- foften reglementarisch bestritten werden; 2. jedwede Zwangsdust amortisation von Hypotheken landwirthschaftlich benutzter Liegennur im Irrenhaus denkbar. In jedem Lande aber, bas ein stehendes Heer hat, besteht die Gefahr des Prätorianerthums- und Prätorianerthum heißt Staatsstreich, Berfassungsbruch, allge meiner Umst ur 3. Die Annahme der Umsturzvorlage in der Kom- schaften, soweit nicht auch hier eine Quote für die Verwaltung miffion hat den Beweis geliefert, daß die deutsche Volks. der in Frage stehenden Geldinstitute, Stiftungen zc. ftatutarisch feststeht; 3. die Zwangsamortisation von Meliorationss vertretung, wie wir voraussagten, nicht fähig ist, die barlehen aus öffentlichen Mitteln( Provinzialfonds 2c.) soweit Freiheit und das Recht gegen die Umsturzbestrebungen der diese Amortisation 1/2 pet. übersteigt; 4. ein thunlichst hoher Reaktion zu schüßen. Jetzt ist es an dem deutschen Prozentsaß der seitens der Kleinbefizer zu zahlenden„ Rente" für Wolke, selber die Wahrung seiner Intereffen in die die Ablösung von Realberechtigungen( gutsherrliche Ablösung 2c); Schwarz hatte die Scheune und vor allem den Stall Hand zu nehmen, und den schwankenden und schwachen 5. bie Bwangsamortisation der Rentengutnehmer, einschließlich sehr nöthig und betrieb deshalb aufs angelegentlichste seine Herren Bolksvertretern das Rückgrat zu steifen oder den der Rentengüter in der Provinz Posen.( Kolonisation aus Bersicherungsansprüche bei der Feuerkasse" der Landschaft". Stuhl vor die Thüre zu setzen. Sehr bald nach den Oster- nationalen Rücksichten.) Aber Rendelmann kam bei dieser provinziellen Dekonomie- ferien wird die zweite Lesung der Knebelakte im Blenum Sozialpolitik bei der Neichspoft. Daß die sozialBerwaltungsbehörde ein, man solle dem Schwartz vor dem beginnen. Es ist also keine Zeit zu verlieren. Wähler politischen Aufgaben einer großen Verwaltung den Arbeitern Wiederaufbau der Gebäude keinen Pfennig Hilfsgeld auszahlen. heraus! Und redet ein ernstes Wort mit gegenüber besonders bei der Reichspost in hervorragend humaner Weise wahrgenommen werden, darauf haben wir und das Geld doch nicht zu Neubauten gebrauchen würde, sondern nur, um seine bringendsten Gläubiger zu be- Nemefis. Wie die betrübten Lohgerber, denen die ja schon sehr häufig aufmerksam machen können, und das schwichtigen und sich so einige Wochen Aufschub zu ver- Felle fortgeschwommen find, saßen die Nationalliberalen in wird auch durch die nachstehende, von väterlich fürsorgendem, schaffen. Der letzten Sigung der Umfturzkommission da. Ihr Führer menschen und arbeiterfreundlichem Geist bittirte Bera in dieser Kommission, Profeffor Enneccerus, war jogar aus- fügung wieder trefflich illuftritt: geriffen, bevor es zur Schlußabstimmung kam und sein nicht minder eifriger Umsturzgegner, Dr. Böttcher, der eigentliche Dirigent der ganzen Umsturz- Kampagne, mußte bie Gr klärung abgeben, daß Herr Ennecceris es ablehne, den Bericht zu machen. Die Landschaft gab dem Gesuch des Rendelmann Folge und zahlte an Schwarz nicht 3. Er stand denn auch schon unmittelbar vor dem Busammenbruch seiner Wirthschaft. Denn er hatte die Binsen an die Landschaft zu zahlen und außerdem die Kapitalschuldzinsen an Rendelmann. Der Ertrag seiner letzten Ernte war ihm fast vollständig verbrannt, Woher da all das Geld nehmen?! Doch in der ärgsten Noth sprang ihm sein Schwiegervater mit einigen hundert Mark bei. Und auch der Besizer der ihm unterstellt gewefenen Brennerei in Bogenau, der im höchsten Grade mit ihm zufrieden gewesen war, ja fogar Freundschaft zu dem schlichten, offenherzigen Mann gefaßt hatte, lieh ihm eine größere Summe. Er fonnte nicht nur die Zinsen rechtzeitig entrichten, sondern sich auch an den Neubau machen. Die neu aufgeführten Gebäude waren zu Dachpfannen eingerichtet. Aber für deren Beschaffung reichte sein Gelb nicht. Deshalb deckte er die Dächer vorläufig mit Schindeln, die bedeutend billiger sind. Die Herren, welche mit so großer Begeisterung zu dem Umfturzfeldzug auszogen, sie sind jetzt zu der Ueberzeugung Das gelangt, daß sie über den Löffel barbirt find. Bentrum hat sich bei der Konkurrenz, wer in punkto Reaktion am weitesten gehen kann, den Nationalliberalen noch überlegen gezeigt und heimst jetzt die Früchte ein, welche die Nationalliberalen gefäet haben. Die Gesuche der Unterbeamten um Gewährung von Urlaub zur Ausführung von Kuren in Landorten haben sich im vorigen Jahre ganz unverhältnißmäßig vermehrt. Während im Jahre 1893 die Zahl derartiger Gesuche 241 betrug und gegen das Vorjahr um ein Geringes zurückgegangen war, ist im Jahre 1894 an 306 Unterbamte Kururlaub ertheilt worden. Dies entspricht einer Steigerung um 21,2 pet., welcher eine Zunahme des Personals um nur 4,6 pät. gegenübersteht. Den Herren Vorstehern werden daher die Verfügungen vom 12. März 1893 G. 4518 und vom 15. März 1892 G. 4192 mit der Anweisung in Erinnerung gebracht, in mer tiamteit zuzuwenden und bei Einreichung der Gesuche diesem Jahre den Urlaubsgesuchen eine besondere Auf anzuzeigen, ob nach der persönlichen Ueberzeugung der Herren Amtsvorsteher die Beurlaubung an sich und 3. F. in der be antragten Dauer nothwendig erscheint. Der Raiserliche Ober- Postdirektor Geheimer Ober- Postrath Griesbach. An der Verkehrsämter G. 3988. Den Arbeitern wollten die Herren von„ Besitz und Bildung" Feffeln anlegen; das soll ja nun auch im ausgiebigsten Maße geschehen. Aber als Preis für die Gewährung der drakonischen Maßregeln gegen die Arbeiterbewegung verlangte das Sentrum, daß auch die ganze moderne Wissenschaft und die Herrn Vorsteher Bildung auf das Niveau der Bettelmönchs Orden herab- des Ober- Postdirektionsbezirks Berlin. gedrückt werde, und die Herren Rintelen, Lieber, Spahn und Gröber haben ihr Ziel erreicht. Wer in Zukunft nicht die Unfehlbarkeit Also darauf soll befondere Aufmerksamkeit verwandt werden, Rendelmann, der sehr gut wußte, daß sowohl Echeune an den heiligen Rock in Trier, wie Stall zu seinen Zeiten blos mit Stroh gebeckt des Papstes oder an die unbefleckte Empfängniß Maria's daß die Zahl der Unterbeamten nicht allzu sehr wächst, benen Urlaub ertheilt wird, weil sie ihre Gesundheit im angestrengten, gewesen waren, schrieb daraufhin an die Landschaft, Schwarz und andere gleichwerthige Dinge glaubt und seine Zweifel tags und nachtwährenden Postdienst ruinirt haben und nun verbecke seine Gebäude mit Spänen. Man solle ihm kein in ungeschminkter Weise zum Ausdruck bringt, der hat fuchen wollen, durch eine Kur auf dem Lande ihre Gesundheit einigermaßen wieder herzustellen und sich ihren Familien zu Feuerkaffengeld geben, bis er nicht mit Biegeln gedeckt habe. Aussicht, bis zu 3 Jahren ins Gefängniß zu spazieren. erhalten. Denn das Dach becken mit Spänen verrathe ja die Absicht, tas Gehöft eines schönen Tages in Brand zu stecken. Seinem Gesuch wurde Folge gegeben. Den einflußreichsten Landschaftsrath, Herrn von Bangenberg, hatte er fich nämlich durch hündische Kriecherei günstig geftimmt, ( Fortsetzung folgt.) Die uneingeschränkte Ausbeutung wollte man schützen, und das soll auch in Zukunft geschehen, zugleich aber Wenn in der Verfügung darauf hingewiesen wird, daß das werden die Dummheit, der Aberglaube und die Rohheit Personal nur um 4/2 pet, die Zahl der zu dem obigen Zwed gewährten Urlaube aber um über 21 pet. gewachsen ist, ihre Triumphe feiern. Dabei schreiben wir 1895. so ist natürlich bei einem auch in sozialpolitischer BeReichstags- Erfahwahl im Wahlkreise Passau. Bis jetzt ziehung so einwandsfreien Institut, wie es unsere Reichspost find ermittelt für Dr. Pichler( Bentrum) 7118, Krammerlift, gar nicht daran zu denken, daß etwa die Anstrengung ber Post- Unterbeamten und die an diefe Beamten gestellten An- 1 forderungen auch um über 20 pCt. gestiegen wären und daß sich auf diese Weise die vermehrten Urlaubsgesuche erklärten. Das ist Es ist sicherlich nichts bei unserer Reichspost ausgeschloffen. weiter wie Faulheit und Naffauerei bei den Unterbeamten; es find durch die Bant Simulanten, die sich nur auf Kosten der Verwaltung einen vergnügten Tag machen wollen; es ist offenbar der blaffe Neid auf die Oberbeamten, denen alljährlich ein Urlaub von mehreren Wochen gewährt wird. Nur aus diesen Gründen ist es sicherlich zu erklären, wenn die Unterbeamten alle Unannehmlichkeiten mit in den Kauf nehmen, die ein solches Urlaubsgesuch mit sich zu bringen pflegt. Da ist es denn sehr gut, wenn Herr Griesbach ein wachsames Auge hat. Bismarck in der Fidelitas! Um unsern Lesern auch biesmal wieder ein Sonntagsvergnügen zu machen, geben wir nachstehend drei Strophen eines von dem deutschen, romantischen Dichter Julius Wolff gedichtetes" Kommerslied wieder, das heute Abend in der Philharmonie" zu Berlin bei einem der jetzt so beliebten Bismard Rommerse gesungen wurde. Also: Mel.: Das war der Herr von Rodenstein. Der Reichstag hato Schimpf und Schand: Uns tiefe Schmach bescheert. males In Froschpfuhl all das Volk verbannt, Das nicht den Meister ehrt! Raus da! raus da aus dem Haus da, Wer uns die Schmach bescheert! In Froschpfuhl all das Volk verbannt, Das nicht den Meister ehrt! Da sprach der Herr von Levehow Als echter deutscher Mann, Umjauchzt von Hurrah und Hallo: " Seht mich von hinten an!" Raus da: u. s. w. Und wer das Herz am rechten Fleck, Der tritt für Bismarck ein Und schiert sich einen Teufelsdreck Um eu'r verfluchtes Nein. Raus da! u. s. w. Agitation gegen Crispi. Die Partei der radikalen Linten in Rom hat ein Komitee gebildet unter der Präfidentschaft von Cavallotti, welches soeben beschloß, im 4. Wahlkreise von Rom gegenüber der offiziell erklärten Candidatur Crispi's den eingekerkerten Sozialisten De Felice aufzustellen.Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Der gegenwärtige Reichskansler hat die Geschäfte in einer fehr schwierigen Lage übernommen. Wir sind verpflichtet, dem Reichstanzler feine Schwierigkeiten zu bereiten. Wir fönnen ihm teinen Vorwurf machen daraus, daß er jetzt erklärt, daß er den 73. Sigung vom 30. März 1895. 1 Uhr. Antrag Ranig nicht annehmen könne. Aber wir sehen voraus, Am Tische des Bundesraths: Reichstanzler Fürst zu die weitere Ueberlegung wird dahin führen, daß man etwas aus Hohenlohe, v. Bötticher, v. Marschall, Graf Posa- dem Antrage Ranig machen muß, um der Landwirthschaft zu helfen. Die bittere Nothwendigkeit wird schließlich dazu führen. bowsty. Nach Erledigung der Petitionen, welche als zur Berathung Die Bedenten wegen der Kaufleute und Getreidehändler seien im Plenum ungeeignet bezeichnet sind, wird der Reichsschulden- nicht vorhanden; es würden schließlich dieselben Leute beim Einfommission auf grund ihres Berichts über ihre Thätigkeit Ent- faufen des auswärtigen Getreides verwendet werden wie jetzt; es laftung ertheilt und in dritter Berathung der von den Abgg. handelt sich schließlich doch nur um den zehnten Theil des Konsums. Möller Dortmund und Hiße eingebrachte Gefeßentwurf be- Herr Paasche meinte, wenn die Getreideproduktion sich vermehrt treffend Abänderung des Gefeßes wegen Einführung einer ein hätte und den ganzen inneren Konsum decken könnte, dann würde heitlichen Zeitbestimmung vom 12. März 1893 in dritter der Antrag Kanig hinfällig werden. Das beruht auf einem Lesung genehmigt. Irrthum; dann hätten wir ja schließlich niedrigere Preise als Darauf wird die Berathung des Antrages des Grafen Ranit Die Produktionskosten zu einer Beit haben müssen, als Deutschland noch Getreide exportirte. Ein sozialistischer Gedanke fortgesetzt. Abg. Graf Galen( 3.): Das Zentrum hat von jeher ein steckt in dem Antrage ebensogut wie in den Schutzöllen. offenes Auge für alle Schäden des sozialen Lebens gehabt. Das( Sehr richtig! rechts.) Der Staatssekretär v. Marschall hat Bentrum hat es nicht fehlen lassen, an der Beseitigung wirth einen Widerspruch in unseren Deduktionen gefunden darin, schaftlicher Mißstände, namentlich auch der Nothlage der Land- daß wir beim Abschluß beim Abschluß der Handelsverträge behauptet wirthschaft mitzuarbeiten.( Zustimmung im Zentrum.) Zwei hätten, die anderen Staaten hätten große Vortheile, und jetzt, Weltanschauungen tämpfen jezt miteinander; die chriftlich- soziale daß sie keine Vortheile hätten. Die Zeiten haben sich geändert. Weltanschauung beruht auf dem Boden des Christenthums, sie Unsere Kontrahenten haben keinen Vortheil und wir haben den wird gekrönt durch das Königthum von Gottes Gnaden. Dieser Schaden; aber wenn die Zölle nicht gebunden wären, tönnten Anschauung gegenüber steht die manchesterliche Welt An- wir uns helfen, was jetzt nicht möglich ist. Daß ein Monopol schauung, die Anschauung des laissez faire, laissez aller mit den Handelsverträgen vereinbar ist, darüber besteht kein Der Antrag geht von einem Standpunkt aus, der nicht vereinbar 3weisel, auch wenn das Monopol sich nur auf ausländisches Geist mit der christlich- sozialen Weltordnung, er geht aus von einem treide bezieht. Man tönnte darüber wohl mit den VertragsStandpunkt der Omnipotenz des Staates, von der Idee der All- staaten verhandeln, das würde der Würde des Reichs nicht macht des Staates, die mit der christlichen Weltanschauung nicht widersprechen. Dder sollen einer solchen Rücksicht auch die vereinbar ist. Nach diesem Beispiel könnten alle anderen Stände wichtigsten wirthschaftlichen Interessen des deutschen Volkes tommen und ebensolche Monopolmaßregeln für sich verlangen. geopfert werden? Man fagt: Es würde ein Schwanken der Das ist der Sozialismus, der sich im öffentlichen Leben schon Politik bedeuten. Was haben wir gethan immer breit gemacht hat. Diesem Prinzip stehen wir schroff fett 5 Jahren, als in der Politik geschwankt?( Zustimmung rechts.) gegenüber; aber wir wollen doch alles thun, um der Nothlage Wenn man wieder einlenfen wollte in die Politit vor 1890, so der Landwirthschaft abzuhelfen. Wir wollen auch diesen Antrag würde das eine große Begeisterung hervorrufen.( Beifall rechts.) prüfen, um zu untersuchen, ob er einen gefunden Kern enthält. Da durch die Handelsverträge der Landwirthschaft ein Schaden Ich beantrage daher die Berathung desselben in einer Kom erwachsen ist, so muß etwas anderes geschaffen werden zum Schuh mission. der Landwirthschaft. Der Gedanke des Antrages des Grafen Ranih hat Fortschritte gemacht, das zeigt die ganze Haltung des Hauses. Ich hoffe, daß die Kommissionsberathungen noch weitere Fortschritte machen werden; denn es muß etwas geschehen, die Landwirthschaft auf ihrer Scholle zu halten. benn anderes = Abg. Barth( frf. Vg.): Der Antrag ist im Reichstage im Ein Schmollis dem wackeren Sänger! Anfang des vorigen Jahres abgelehnt worden; der Staatsrath hat ihn nach eingehender Berathung unter dem Vorsitz des Nur um den armen Scheffe I thut's uns leid. Königs abgelehnt. Wenn sich hier im Reichstage zwar nicht Der Nationalrath der sozialistischen Arbeiter eine Majorität für den Antrag, aber für die fommissarische Be Staatssekretär v. Marschall: Der Vorredner glaubt, daß partei Italiens hat in Bologna, wie uns von dort berichtet rathung findet, so wird man sagen: an dem Antrage muß doch der Antrag Kanit ernster genommen werde als früher. Ob das wird, am 24. März einen Rongreß abgehalten. Man beschloß etwas sein. Das Monopol an sich ist nicht der Hauptzweck des bezüglich des Hauses zutrifft, fann ich nicht beurtheilen. Die ein Programm für die politischen und Kommunalwahlen, Antrages, sondern nur ein Mittel zum Zweck. Durch das verbündeten Regierungen haben ihn von Anfang an außerMonopol sollen die Handelsverträge durchbrochen werden, um ordentlich ernsthaft genommen, weil dadurch Hoffnungen erweckt und zugleich eine Aufforderung zur Feier des 1. Mai. Als eine künstliche Erhöhung der Preise zu bewirken. Es kommt also werden, von denen es zweifelhaft ist, ob sie erfüllt werden Hauptvertreter nahmen theil die Abgeordneten: Agnini, alles darauf an, wie man zum Ziele selbst steht: 3u der tönnen. Bei Berathung des rumänischen Handelsvertrages habe Berenini, Costa, Prampolini und Ferri.Festsetzung von Mindestpreisen für das Getreide. Bei ich darauf hingewiesen, daß aus der Agitation in landwirthfolchen Anträgen, die eine so große Bedeutung gewonnen haben, schaftlichen Kreisen sich die Meinung entwickeln könne, daß es muß man alles Nebensächliche außer betracht lassen und nur die Aufgabe des Staates sein tönne, Normalpreise für Getreide zu Hauptsache im Auge behalten. Die ganze Sache läuft haupt- sichern. Damals verzeichnete der stenographische Bericht: fächlich hinaus auf die Umlage einer Kopfsteuer in der Höhe der Widerspruch rechts! Ich habe mich damals dahin beDifferenz zwischen den jetzigen Getreidepreisen und den Normal- fchränkt, daß ich nicht glaube, daß solche Bestrebungen im preisen für Getreide. Sobald die Normalpreise eingetreten wären, Sause vertreten seien. In dieser Beziehung scheint also würde die Kopfsteuer wegfallen. Die Beträge dieser Kopfsteuer auf der rechten Seite eine Wendung eingetreten zu fein. Einweihung des Freiheitsdenkmals in Mailand. Aus werden dann vertheilt nach Maßgabe des Besizes. In dieser Wenn wir nicht Verwirrung in unsere handelspolitischen Be Mailand wird uns unterm 28. März geschrieben: Ein wür. Beleuchtung ist der Antrag aller äußerlichen Verschleierungen ziehungen bringen wollen, fönnen wir nicht mit den Vertragsentkleidet. Warum soll nur für Getreide eine solche mächten in Verhandlungen auf der angeregten Basis eintreten. biges, großes, schönes und erhebendes Fest zur Einweihung des Kopfsteuer eingeführt werden? Weshalb auch nicht für Wenn wir die Verträge aufheben wollten, so würden wir das Dentmals der fünf Märztage vom Jahre 1848 feierten legten Kartoffeln oder Rüben? Oder auch für Industrieprodukte? Vertrauen auf die Stabilität unserer Politik erschüttern. Wir Sonntag in Mailand die Radikalen, Republikaner und Sozia Dann wird man schließlich auch zu Mindestlöhnen tommen würden auch materielle Interessen schädigen, denn der bloße listen. Die Betheiligung der radikalen Parteien an dem offi- müssen. Der Reichskanzler hat gestern schon die Vertheilung des Beginn solcher Verhandlungen würde weite Kreise unseres aiellen Feste vor acht Tagen war von seiten der Präfettur ziellen Feste vor acht Tagen war von seiten der Präfektur Grundbesiges nach der Berufsstatistik vorgeführt; danach haben Erwerbslebens beunruhigen, sie der Vortheile der Handelsauf Crispi's Wink verweigert worden; um so eindrucksvoller 76 pCt. aller landwirthschaftlichen Betriebe gar fein Interesse verträge berauben.( Widerspruch rechts.) Und was die Zuund würdiger gestaltete sich jetzt die demokratische Boltsan Getreidezöllen, weil sie fein Getreide verkaufen können. Einen friedenheit in landwirthschaftlichen Kreisen betrifft, die dadurch feier. Auf 25 000 Menschen wurden die Anwesenden geschäßt sicheren Vortheil haben von den Getreibezöllen nur die 25 000 erreicht werden soll, so ist das das große X, dessen Lösung 130 Bereine marschirten in Gruppen mit 109 wehenden Fahnen Betriebe, welche mehr als 100 Hektar bewirthschaften; fie um Graf Kanig gefunden haben will, das aber immer noch eine und 9 Musikkorps. Keine anderen als Bolts- und Revolutions melodien, wie die Garibaldi- Hymne und die unaufhörliche wieder: faffen etwa ein Biertel der von der Landwirthschaft bebauten unbekannte Größe ist. Man muthet den verbündeten Regierungen bie zu, die eben abgeschlossenen Verträge wieder aufzuheben. Wenn holte Marseillaise erklangen während des Zuges. Gineinhalb Flächen. Aber handelt es sich dabei denn Stunden dauerte der Marsch von der Via Dante bis zum Monu- Landwirthschaft und nicht vielmehr lediglich um einzelne wir uns zu einer Leistung gegen eine gewiffe Gegenleistung ent mente, an welchem man um 24 Uhr anfam. Nachdem un- im Herrenhause schon anerkannt. Landwirthe und Grundbesizer? Das hat auch ein Redner fchließen( Buruf rechts: Wo ist die Gegenleistung?), und wir Darin liegt aber ein verlangen nachher die Gegenleistung und noch etwas dazu zurück, zählige Kränze und Bandieren mit zahlreichen freiheitathmenden großer Unterschied; dadurch bekommt die Frage ein so fann das unmöglich zum Ziel führen. Die jetzigen VerhandInschriften und unter freudigen Burufen an den Stufen des Monumentes niedergelegt waren, zog die Menge, da die Ab- ganz anderes Gesicht. Die Landwirthschaft leidet nicht, wenn lungen sollen den entgegengesezten Zweck der früheren verfolgen; der Preis des Grund und Bodens niedriger wird. Wenn nur denn sie sollen den Verkehr mit dem Auslande nicht erleichtern, haltung von Reden und Ansprachen am Monumente selbst verboten Grundbesitzer leiden, dann stellt sich die Frage so: Wollen Sie sondern erschweren. Dazu werden sich die verbündeten worden war, mit den Musikkorps und wehenden Fahnen zum großen die große Masse des Volkes belasten zu gunsten einer kleinen An- Regierungen niemals hergeben. Graf Limburg Stirum Theater Alhambra, das sich im Nu vollständig füllte. Von den zahl von Grundbesitzern Man führt aus, daß die niedrigen gab bei den Handelsvertrags Verhandlungen das ges Logen und Tribünen wehten die Fahnen herab, und nachdem Preise die Produktionskosten nicht decken. Aber die Produktionsflügelte Wort zum besten von dem Subsidien- Bertrage. die Garibaldi- Hymne und die Marseillaise verrauscht waren, tosten ändern sich, je nachdem man den Grund und Boden höher Tamit soll es jetzt nichts sein; Graf Limburg- Stirum hat das bielt im Namen der republikanischen Partei Palmiro Premoli oder niedriger im Werthe ansetzt. Dieser Begriff ist also fein Wort vernichtet; er hat erklärt, daß die Erwartungen Rußlands die Festrebe. Ihm folgte als Redner der Sozialistenpartei unabhängiger. Liegt ein Grund vor, die großen Volksmaffen und Desterreichs nicht erfüllt seien.( Buruf des Grafen Mirbach: Costantino Lazzari. Ein ganzes Regiment Infanterie war auf Weisung von Rom zur Verstärkung der Garnison zu diesem zu belasten, um eine bestimmte Höhe der Grundrente zu garantiren? Wir sind erst recht hereingefallen!) Danach wären also beibe Tage nach Mailand gekommen. Die Truppen standen in den handelt sich um eine Transfusion wirthschaftlichen Blutes hereingefallen; das widerspricht der früheren Behauptung, wos Rafernen marschbereit mit geladenem Gewehr, alle Karabinieri von der großen Zahl der Bevölkerung auf eine fleine Bahl von nach wir allein hereingefallen fein sollten. Wenn wir die Dinge aus der Umgebung waren herbeigezogen worden; doch es gab für mich der wesentliche Grund, weshalb ich grundsäßlich den würde man dringend den Abschluß solcher Verträge verlangen. aus der Umgebung waren herbeigezogen worden; doch es gab Grundbesitzern. Das muß unbedingt abgelehnt werden. Das ist betrachten, wie sie liegen würden ohne diese Verträge, so leider nichts zu thun. zu Anfang April wird in Pisa eine ( Widerspruch rechts.) Es ist ja schwer, den Nachweis zu liefern, Statue des Freiheitsdichters Giuseppe Giusti enthüllt. Antrag Kanig verwerfe. Abg. Graf Limburg- Stirum( bk.): Der Vorredner aus dem wie sich die Dinge gestaltet bätten, wenn diese Verträge nicht Bei der Enthüllungsfeier des Denkmals wird der Sozialiſt Bentrum hat zwar für eine Kommissionsberathung gesprochen, eingetreten wären. Aber darüber kann kein Zweifel sein, ohne Edmondo De Amicis die Festrede halten.-aber den Antrag aus prinzipiellen Gründen befämpft. Diese die Handelsverträge hätte, unsere Ausfuhr einen großen Schaden Der 1. Mai in England. Der Vorstand der allgemeinen Rebe konnte ebenso gut bei einem firchenpolitischen Gesetz erlitten durch die Absperrungsmaßregeln der anderen Staaten, internationalen sozialistischen Arbeitervereinigung erließ einen gehalten werden, und solche Reden sind damals sind damals auch während wir jetzt eine gewisse Stabilität erreicht haben. Dieser Aufruf an die englischen Arbeiter, in welchem zu einer Maffen- gehalten worden. Wäre es richtig, daß der Antrag Vortheil wird in weiten Kreisen immer mehr erkannt werden. demonstration am 1. Mai im Hyde- Park aufgefordert wird. Bis- ein Ausfluß des Materialismus ist, daß er im Gegen Der Vorredner meinte, daß aus diesem Antrage Kaniß sich ein her hätten in England derartige Demonstrationen nur an dem satz zum Christenthum steht, dann müßte das Zentrum gesunder Kern herausschälen lassen würde. Ich fürchte, daß der ersten Sonntag im Mai stattgefunden, nun aber sei es an der heute schon gegen den Antrag stimmen.( Sehr richtig! links.) Antrag prinzipiell undurchführbar ist. Mir ist nicht flar ge Zeit, durch eine Begehung des von den kontinentalen Arbeitern Da dies nicht gefchieht, schließe ich daraus, daß der Antrag doch worden, wie Graf Kaniz die Ausführung des Antrages sich denkt. gewählten Weltfeiertages der Jdee der Gemeinsamkeit der wohl noch eine andere Bedeutung hat. Wie soll ein Antrag aus Es schien mir ein gewisses Schwanken zwischen zwei Tendenzen Sozialistischen Gedanken thatkräftig Ausdruck zu verleihen dem Gebiet der Steuer- und Wirthschaftspolitik im Zusammen vorhanden zu sein. Man nahm an, daß der Privatmann wie und gegen das herrschende System des Kapitalismus hange stehen mit den religiösen Grundfäßen des Christenthums? bisher mit dem ausländischen Getreide gegen Zahlung der Differenz energisch au protestiren. Der englische Arbeiter wolle Hätte das Zentrum offene Augen gehabt für die sozialen Schäden, zwischen Weltmarktpreis und Normalpreis handeln könne. mit seinen Brüdern auf dem Kontinent in dem großen Kampfe als es sich um die Handelsverträge handelte, wie wir sie voraus- Gestern hat schon Herr Paasche nachgewiesen, daß es einen eingegen die besigenden Klassen Hand in Hand gehen. Das Programm gesehen haben, dann hätte es den Handelsverträgen vielleicht heitlichen Weltmarktpreis nicht giebt. Die Differenz würde also Der geplanten Feier besteht im wesentlichen in einem Massen nicht zugestimmt. Ich habe im vorigen Jahre schon den Antrag eine jeden Tag wechselnde Zollbelastung bedeuten. Ob dabei ein aufzug von den Themsedämmen nach dem Hyde- Park und der des Grafen Kanik unterstützt, als derfelbe mit einem reelles Geschäft möglich ist, möchte ich bezweifeln. Als der Abg. Annahme einer Resolution, in welcher die Einführung des acht gewissen Hohne behandelt wurde. Heute wird der Antrag zwar Delbrück einen Antrag auf eine solche gleitende Stala stellte, war ftindigen Arbeitstages und bes allgemeinen Wahlrechts gefordert noch bekämpft, aber er wird sehr ernsthaft genommen, der ganze Reichstag der Meinung, daß das unannehmbar sei; wird. Späterhin sollen auch noch andere sozialistische Forde- Herrn Barth's Rede könnte ebenso gut gebalten werden gegen trotzdem tommt der Vorschlag hier wieder. Das Reich soll die rungen, namentlich betreffs der Kinderarbeit, zur Berathung und die Erhöhung der Getreidezölle( Sehr richtig! links); es war Berantwortlichkeit für die gesammte Getreideversorgung des Landes Annahme gestellt werden. ganz genau diefelbe falsche Deduktion.( Sehr richtig! rechts; übernehmen; es sollen dabei auch die verschiedenen Bedürfnisse Waffenstillstand in China. Die japanische Regierung hat beiterkeit.) Die Kopffteuer ist bei der Einführung der Getreide- und Qualitäten berücksichtigt werden. Wie soll das gemacht fich wegen des auf den chinesischen Unterhändler gemachten ölle schon angeführt worden, und zwar ebenso falsch; denn es werden? Die Ernteftatistit erscheint doch erst lange nach der Attentats veranlaßt gesehen, in einen von China beantragten besteht hierbei eine Verwechselung der direkten und der indirekten Ernte. Wie kann das Reich den Bedarf richtig bemessen? Wird Steuer. G3 tommt häufiger vor, daß ein Theil der Be- denn das inländische Getreide ohne weiteres den Normalpreis Waffenstillstand zu willigen. Der Waffenstillstand wird aber nicht zur Folge haben, daß die Japaner sich aus China zurück- Theils. Aber das gleicht sich innerhalb des ganzen volts. lande bezogen werden, so ist ebenso viel inländisches Getreide pölkerung etwas hergeben muß zu gunsten eines anderen erreichen? Wenn 500 000 Tonnen Getreide zu viel vom Ausziehen. wirthschaftlichen Lebens aus. Wie kommen wir dazu, für Kanäle unverkäuflich. Die Landwirthe wollen doch nicht blos, daß der Spanien und Cuba. In Spanien geht's noch immer recht und Wasserstraßen, die dem Handel hauptsächlich zu gute tommen, Getreidepreis auf dem Papier steht, sondern es auch zu dem spanisch zu. Gin, Staatsstreich" ist nicht gemacht worden, ein Gelder zu verwenden, ohne daß die Interessenten dafür einen hohen Preise los werden; das Reich muß also für einen Käufer neues bürgerliches Ministerium hat die Führung der Geschäfte Pfennig bezahlen( Sehr richtig! rechts). Daß nur 25 pet. der forgen. Wenn sich diese praktischen Folgen herausstellen, wenn übernommen, und die Soldaten regieren, die Preßprozesse Landwirthe von dem Antrage Vortheile haben, kann nur der bes bie Bauern mit ihrem Getreide figen bleiben, dann wird der werden vom Kriegsgericht entschieden, und wer behauptet, es sei haupten, der glaubt, daß Besitzer unter 5 ha fein Getreide verkaufen. Enthusiasmus für den Antrag Kanig bald schwinden.( Sehr richtig! ein Staatsstreich gemacht worden, fann für eine solche Sie verkaufen eben Getreide, um andere Bedürfnisse zu befriedigen. links.) Je größer die Nothlage der Landwirthschaft jetzt ist, je größer Verleumdung friegsrechtlich erschossen werden. Unsere deutschen Um die Landwirthschaft an sich, um eine Musterwirthschaft die im Lande herrschende Aufregung, desto mehr müssen wir uns Prätorianer tönnten in Spanien vielleicht noch etwas lernen. treiben wir doch keine Landwirthschaft, sondern um etwas zu hüten, Hoffnungen zu erwecken, die sich nicht erfüllen lassen.( Leb Inzwischen lauten die Nachrichten aus Cuba immer un verdienen. Die Mehrzahl der Landwirthe sind Grundbesitzer; hafter Beifall links.) Abg. v. Bollmar( Soz.): Die Stimmung für den Antrag günstiger für die spanische Herrschaft. Der Aufstand dehnt sich also für die Grundbesizer und für die Landwirthe und für die faft über die ganze Insel aus, und Herr Martinez Campos, der Landwirthschaft soll gesorgt werden; die jeßigen Grundbesitzer Raniz hat sich seit dem vorigen Jahre allerdings geändert. Die anfangs nur von einem militärischen Spaziergang sprach, richtet sollen auf ihrer Scholle erhalten werden( Beifall rechts), die feit Bahl jener, welche sich wegwerfend und höhnisch über diesen fich jetzt auf 1 Jahr Aufenthalt in Cuba ein. Nun, vielleicht Generationen darauf figen. Es ist eine Sache der Allgemeinheit, Antrag aussprachen und ihm jede praktische und politische Bewird er auch schon früher zurückommen, wenn er sich dafür zu intereffiren, denn die jeßigen Grundbesitzer sind die deutung absprachen, hat sich bedeutend vermindert, wenn es besten Stüßen des Staates und der Monarchie.( Beifall rechts.) auch aufterhalb des Hauses noch Nachzügler genug giebt, welche Burüdtommt. " 0 Darauf wird die Debatte gefchloffen. Die Abgg. MeyerHalle( frs. Vg.) und Sigl bedauern zur Geschäftsordnung, daß ihnen nicht das Wort gestatten worden sei. Abg. Liebermann v. Sonnenberg bedauert, daß seine Partei, die wesentlich agrarische Interessen vertritt, durch den Schluß der Debatte, die nicht den Zusicherungen entspricht, die vorher gegeben worden seien, mundtodt gemacht worden ist. ( 3uruf links: Pfui!) Das Schlußwort erhält ver glauben, daß durch das Votum einer Rörperschaft, welche für uns 1 Diese bürgerlichen Bodenspekulanten weiter zu nähren von dem Länder Savon ben Vortheil gehabt. Deshalb war die Ründigung ohne jede wirthschaftliche Bedeutung ist, der Antrag vollständig Mark und Saft des deutschen Volkes. Ift nicht gerade das der Meiftbegünstigungsverträge ein sehr guter Gedanke des Herrn und endgiltig maufetodt geschlagen ist. Nichts ist falscher Junkerthum recht eigentlich der Hort der Reaktion in Deutsch- v. Heyl. Durch staatliche Maßnahmen ist die Land. als einen politischen Gegner zu unterschäßen und sich über die land, der wie ein giftiger Mehlthau auf der ganzen deutschen wirthschaft in die mißliche Lage gekommen, fie muß also durch Tragweite seiner Handlungen selbstgefälligen Täuschungen hin- Entwickelung liegt, und dessen heilloser Einfluß sich möglichst Staatshilfe daraus befreit werden. Wenn der Getreide zugeben. An Uebertreibungen in der Agitation hat es nicht geltend zu machen sucht, wo es gilt persönliche Politit zu stärken. preis wieder gehoben wird, dann hört auch der Zudrang zu den gefehlt. Dahin gehört z. B. die Behauptung, ein großer Theil Sind Sie( rechts) nicht mit Jubel dabei, wo Absolutismus und anderen landwirthschaftlichen Produktionen auf, wie die Zucker der Landwirthschaft werde den nächsten Winter nicht überleben, Cäsarismus in Frage steht?( Rufe rechts: nein!) Ja, da nicht, wo fabrikation u. s. w., die unter der Ueberproduktion zu leiden hat. sie müsse nächstens zu grunde gehen. Aber gleichwohl wäre es es Ihnen unangenehm ist. Gehen Sie nicht soweit, daß Sie Die Arbeitslöhne und die Beamtengehälter find gestiegen; desa verfehrt, wie es gegenüber dem Antisemitismus falsch ist, eine geradezu die Gefahren des Bürgerkrieges heraufbeschwören. halb schädigt es die Konsumenten nicht, wenn wir die Preise solche Bewegung nur als Mache hinzustellen. In der Merkwürdigerweise hat gestern im Herrenhause bei dem Angriff fordern, welche früher bei niedrigeren Löhnen und Gehältern landwirthschaftlichen Produktion ist thatsächlich eine Noth- des Grafen Mirbach auf das Reichstagswahlrecht sich niemand bestanden haben. Die Sozialisten lehnen den Antrag ab, trotzdem lage vorhanden. Es ist gar fein Zweifel, daß eine für verpflichtet gehalten, dagegen zu protestiren; teiner hat darauf er ein sozialistischer sein soll, wahrscheinlich weil sie das Gefühl Agrarfrisis besteht, deren weiterer Verlauf von aufmerksam gemacht, daß das Schwert ein zweischneidiges ist, haben, daß dadurch die Unzufriedenheit beseitigt werden würde. der einschneidensten Bedeutung für die ökonomischen und politischen das unter Umständen den unvorsichtigen Fechter selbst verlegen Abg. Komierowski erklärt, daß die Polen mit der Tendenz Verhältnisse des Deutschen Reiches werden wird. Der Preisfall tönnte. Ja, Sie sind vielseitig in dieser Beziehung; Sie haben des Antrages übereinstimmen, der Nothlage der Landwirthschaft des Getseides ist nicht der einzige Grund dieser Nothlage, aber auch schon einmal gesagt: es bleibt uns nichts übrig, abzuhelfen. Er tritt für Kommissionsberathung ein, da es Pflicht chat die Krisis beschleunigt. Der Getreidepreis ist von Jahr als daß wir unter die Sozialdemokraten gehen.( Heiterkeit links.) und Schuldigkeit des Reichstages sei, trotzdem der Staatsrath ju Jahr gefallen, und die Produktionskosten sind zweifellos ge- Freilich thut es ihnen leid, daß das Wort nicht zurückgenommen über den Antrag schon befunden habe, denselben zu prüfen.( Beistiegen. Es ist eine große Verschuldung in der Landwirthschaft werden tann. Herr v. Saldern hat in dem deutschen Land- ftimmung rechts.) vorhanden und die Steuerlast ist gestiegen. Es sind nicht allein wirthschaftsrath den Gedanken noch weiter ausgeführt und weite Kreise der landwirthschaftlichen Bevölkerung von dem gesagt:„ Wenn der Antrag Kanit nicht angenommen würde, Antrag Kanit erfaßt, nicht blos die Konservativen, dann würden die ganzen Landarbeiter zur Sozialdemokratie auch das Zentrum ist vielfach davon angesteckt. übergehen. Wenn wir es nicht zur blutigen Revolution kommen Welche Hilfe verspricht nun der Antrag Kanit? Die lassen wollen und sie niederschlagen, dann haben wir über kurz Staatshilfe ist nichts Neues. An die Staatshilfe zu gunsten der oder lang den sozialistischen Staat" und die„ Kreuz- Zeitung Unternehmer, und insbesondere der Agrarier, sind wir längst ge- hat sich mit dem sozialistischen Staat schon so weit vertraut wöhnt. Herr v. Bettow hat es im deutschen Landwirthschafts- gemacht, daß sie ausgesprochen hat:" Was man auch sagen mag, rath offen ausgeplaudert, daß man bisher nicht den Muth gehabt immerhin sei der sozialdemokratische Staat noch besser hat, es offen auszusprechen, daß die Getreidepreise eine Preis- als der jüdisch- plutokratische Staat, und es sei gut, Abg. v. Kardorff( Rp.): Ich glaube mir den Dank des steigerung bezweckten. Es ist also damals das deutsche Volk daß man allmälig in diesen Staat hineinwächst. Mit dem so- Hauses zu verdienen, wenn ich mich kurz fasse. Eine praktische an der Nase herumgeführt worden, und die Herren wußten zialistischen Gespenst schreckt man uns schon lange nicht mehr." Ausführung des Antrages Raniz würde wohl möglich recht gut, daß viele hunderte von Millionen aus den Taschen des( Hört! Hört!) sein auf dem Wege der Ausgabe von Einfuhrzertifikaten. Gearbeitenden Volkes, der Armen und Aermsten genommen wurden, Das deutsche Volt hat das höchfte politische und ökonomische treide würde nur dann vom Auslande zu kaufen sein, wenn ein um die Getreidepreise in die Höhe zu schrauben. Allerdings Intereffe, die in vollem Zuge begriffene Abwirthschaftung des Bedürfniß vorhanden ist. Allerdings würde es für die Regiemachten nur die damaligen Besitzer ein gutes Geschäft, die Nach- Junkerthums in keiner Weise zu hindern. Je eher sie die be- rung schwierig sein, dieses Bedürfniß richtig zu bemessen. Der folger nicht. Der fonservative Dr. Rudolf Meyer hat treffend vorrechtigte Stellung aus den Händen fallen laffen müßten, gesammte Handel und das Mühlengewerbe bleiben durch gefagt, daß die Zölle ein Opiat sei, das zu seiner Wirkung desto besser wird es für das deutsche Bolt sein. den Antrag unberührt. Wir ſollen den Nachweis immer stärkere Dosen erfordere und sich abnute. Jezi Wenn in dem Antrag Ranih ein Stück Sozialismus steckt, so ist der Ausführbarkeit des Antrages bringen, uns steht fordern die Herren mit ihrem ihrem Antrage nicht mehr er von der Sorte, welche ein geistreicher Franzose einmal dahin doch nicht das technische Personal der Regierung zu Gebote. einen Fünf, sondern einen Zehnmark- Zoll. Darüber definirte: socialisme c'est l'argent des autres. Wenn Sie ein- Ich bedauere, daß über die Berechtigung des Schutzes der herrschte im Landwirthschaftsrath nur eine Stimme: rücksichts- mal den Grundsatz aufstellen, daß der Staat die Verpflichtang deutschen Landwirthschaft seitens des Bundesrathstisches heute Lose Steigerung des Getreidepreises. Zweifellos hat schon das hat, der Produktion eine bestimmte Rente zuzuführen, wo wollen andere Anschauungen geltend gemacht worden sind, als zur Zeit frühere Getreidezollregime den Brotkonsum des Volkes außer Sie dann aufhören. Warum soll dann nicht daffelbe, was hier des Fürsten Bismarck. Als die Getreidezölle eingeführt wurden, ordentlich heruntergedrückt. 1878/79 betrug der Brotkonsum in für Getreide verlangt wird, nicht auch für die übrigen Körner, wurde auch festgestellt, wie viel Landwirthe davon Vortheil haben Deutschland 230 Kilogramm pro Kopf, mehr als in England. für Kartoffel, Rüben, Wein, Wein, für Holz und für die würden. Ich bitte die Rede des Fürsten Bismarck darüber 1889 unter dem 5 M.- 3oll nur 162 Kilogramm, in England Viehzucht gelten? Warum soll das Monopol nur nachzulesen, wie nicht blos die Landwirthschaft, sondern 210 Kilogramm.( Zurufe rechts.) Ginge der Antrag für ausländisches Getreide galten? Der Staat müßte sich auch die Städte und das fleine Gewerbe Vortheile davon Kanit durch, so würde er eine Erhöhung des Bolles in fortschreitendem Maße der landwirthschaftlichen Produktion haben würden, daß die Landwirthschaft nicht zurückgeht.( Sehr auf 100 Mark für den Weizen und auf 80 Mart bemächtigen, und das ist allerdings ein sozialistischer Gedanke. richtig! rechts.) Die Arbeiter vertreten nicht allein die Sozials für den Roggen, d. h. nahezu eine Verdopplung des zollfreien Die Millionen, die Sie wollen, werden nicht aus den Wolken demokraten. Wir vertreten den besseren Theil der Arbeiter. Weltmarktpreises herbeiführen, eine Belastung des Voltes mit herunterfallen, das Ausland wird sie nicht bezahlen, also( Sehr richtig! rechts.) Ein Interesse gegen den Antrag Kaniz 5-600 Millionen Mart und mehr, da der Getreidepreis fort müffen wir sie bezahlen. Es würde nichts übrig bleiben, haben nur die Drohnen, welche sich lediglich mit Koupondauernd fällt. Und wem würde diese Auswucherung des Volkes als daß der Staat wenigstens die Brotfabrikation in abschneiden beschäftigen. Die Herren vom Bundesrath haben zu gute fommen. Man hat der Regierung einen Millionen die Hand nehme. Dasselbe Recht wie die Landwirthschaft noch keine Ahnung von der Verbitterung, welche in einer regen für Heer und Militär vorgegaufelt. Das deutsche Volk haben auch alle anderen Berufsstände. Sie werden nicht Menge treuer Preußenherzen besteht.( Buruf: Agitation!) hat an solchen Lasten schon genug. Der Hauptprofit würde aber verfehlen, dieses Recht geltend zu machen. Da wird auch Es bedarf keiner Agitation, wenn Leute vor Augen haben, nur den Großgrundbesizern, nicht den Bauern zu gute der untergehende Handwerkerſtand kommen, und das wichtigste daß sie in der nächsten Zeit Haus und Hof tommen. In neuerer Zeit haben sich die Herren allerdings wäre, daß, wie die Garantie für eine Minimalrente, auch die lassen müssen.( Lebhafte Zustimmung.) Herr Paasche steht den selbst den Ehrennamen Bauer beigelegt. In Aeußerlichkeiten ist Garantie für einen Minimallohn für die Arbeiter gewährt würde. Grundgedanken des Antrages Kanig nicht feindlich gegenüber; er ihnen das zum theil gelungen. Vor einigen Tagen fagte im Daß ein Minimallohn auch einer Minimalrente entspricht; das hat gefragt, ob man nicht direkt zu einer Zollerhöhung gelangen Abgeordnetenhause Herr v. Pappenheim: Die Regierung hat die wird von jener Seite allerdings bestritten. Sie wollen wohl fönne, und ob man nicht eine Surtare erheben könne. Rarre in den Dred gefahren. Und ein Mitglied des Bundes soziale Maßregeln, aber ausschließlich in ihrem Interesse. Im Diese Dinge können in der Kommission erwogen werden. der Landwirthe, Oberamtmann Oldenburg in Marburg, meinte übrigen wollen Sie die berühmten Stüßen von Staat Es sind zwei große Mittel zur Hilfe vorgeschlagen worden. freundlich, wer die Interessengemeinschaft zwischen großen und und Gesellschaft bleiben, Sie wollen, daß Ihnen die ganze Ich habe mich dem Antrage Kanis nur mit einem gewissen fleinen Grundbesitzern leugnet, müsse eigentlich von Staatswegen fapitalistische Produktionsweise ganz und unbeschränkt gewährt Bögern angeschlossen. Aber ich habe mir gesagt, daß, wenn aufgehängt werden. Wenn man den Antrag Ranih schon werde; wenn dies aber zu Unannehmlichkeiten führt, dann ver- nicht das andere Mittel ergriffen wird, die internationale nicht annähme, so laffe mnn wenigstens der Landwirthschaft theidigen Sie schleunigst alle die Gesellschaftsordnung. Wenn die Regelung der Währungsfrage, welche schneller und besser wirken das Recht, welches man der zu schlachtenden Sau gewährt, zu fapitalistische Produktionsweise ihre eigenen Wirkungen nicht wird, kein anderes Mittel als der Antrag Ranik übrig fchreien.( Stürmische Heiterkeit.) mehr zu überwinden vermag, so ist das einfach die Anfage bleibt. Der Staat hat die Verantwortung für seine Nicht eine Interessengemeinschaft ist in der Landwirthschaft des Bankrotts der gegenwärtigen Gesellschafts- Millionen von Angehörigen, daß sie nicht verkümmern vorhanden, sondern die größten Gegenfäße, bedingt durch die un- ordnung. Und es ist lediglich eine Frage der Beit, wann und untergehen, und wenn der Staat einsieht, daß er sich aus gesunde Bertheilung unseres Grund und Bodens. Der Reichs- diese zum vollen Ausbruch kommt und der Sozialismus dieser schlechten Lage nur befreien kann durch Wieder. fanzler hat die Zahl der an diesem Antrage interesfirten die weitere Führung der Geschäfte über aufhebung von Verträgen, dann muß er diesen Weg beLandwirthe viel zu hoch geschäzt. Ein Interesse daran haben nimmt. treten, das ist er seinen Unterthanen schuldig. Früher hat man nur 700 000 Betriebe, 1/ 6-1/ 7 der Landwirthschaft, 1/17 Es giebt überhaupt kein Mittel, welches die Landwirthschaft gesagt: wenn England beitritt, ist gegen die Doppelwährung des ganzen deutschen Voltes. Man muß auch einen Blick auf die so retten tönnte, wie die Herren es wünschen. Dieses gezeigt nichts einzuwenden. Aber sehen Sie jetzt die Agitation der Zahl derer werfen, welche einen Gewinn und zwar in dem Maße zu haben und zugleich die grenzenlose Selbstfucht offenbart Berliner Börse: man will jetzt, daß Deutschland die Goldwährung der Vergrößerung des Besizes einen immer größer werdenden zu haben, von welcher die herrschenden Schichten gegenüber dem beibehalten soll, auch wenn die anderen Staaten davon abgehen Gewinn machen. Sämmtliche Betriebe mit einem Getreideboden ganzen Bolte beseelt sind, das ist das Verdienst des Antrages wollen. Das ist begreiflich. Die Goldwährung bringt fintende unter 50 ha, zusammen 983/4 p& t. der ganzen Landwirthschaft, Kanig, ein Verdienst, dessen Folgen deffen Folgen nicht auf sich Preise und steigende Kauffraft des Goldes; dadurch wird die müssen sich in 334 Millionen theilen; diejenigen dagegen, welche warten lassen. Ich finde es es für eine merkwürdige Industrie zu immer neuen Anfirengungen angespornt; schließlich über 50 Hektar besigen, zusammen 13/4 pet. der Betriebe, haben Fronie der Geschichte, daß gerade die lautesten und heftigsten wird das Pferd so lange gespornt, bis es todt bleibt. 93/4 Millionen ha Getreideboden und daraus erklärt sich leicht, Stämpfer für Thron und Altar, dieselben, welche jetzt Die kleinen Mittel für das Brennereigewerbe, für die wohin der Profit eigentlich fließen wird. Der ganze Effekt des daran sind, für alle Leute, welche eine Kritit an den be- Buckerfabrikation u. f. w. tommen schließlich nur einzelnen Antrages würde der sein, daß der Latifundienbefizer tausendfach, ſtehenden Zuständen unternehmen, ein Umsturzgesetz zu Gegenden und nur dem Großgrundbesitz zu gute. Es ist zweifelder Rittergutsbesiger hundertfach, der große Bauer zehnfach, machen, diese am allerdeutlichsten und schlimmsten den hast, ob dafür hier im Reichstage eine Mehrheit zu finden ist, der kleine Bauer garnichts bekommen würde und ein großer Umsturz der tapitalistischen Weltordnung dokumentiren. Denn es giebt eine Menge Herren, welche solchen Dingen nicht Theil müßte jogar noch ungeheure Lasten auf sich nehmen. Es wir Sozialdemokraten aber, die wir die Mittel, die Sie an- eher zustimmen, ehe nicht etwas Definitives für den Getreidebau ist also nichts mit dem Vorgeben, daß man die Interessen der wenden, als verkehrt ansehen, die wir die Kapitalisten nicht geschehen ist. Ich hoffe, daß alle diese Dinge in der Kommission Bauern wahrnehmen würde, wenngleich es auch Ihnen gelungen stärken wollen, die Machtmittel des Staates nicht vermehren erwogen werden, damit der Landwirthschaft geholfen wird. ist, einen Theil von politisch ungeschulten Bauern vor Ihren wollen und die Nothlage des Volkes nicht noch schärfer gestalten Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, der süddeutschen Wagen zu spannen. Ich bin im Gegentheil der Meinung, daß wollen, wir tönnen mit aller Gemüthsruhe unsere Zeiten ab und freisinnigen Volkspartei und der freisinnigen Vereinigung dem deutschen Bauer in seiner Allgemeinheit nichts schlimmeres warten und werden deshalb gegen den Antrag stimmen.( Beifall wird die Kommissionsberathung beschlossen unter lebgeschehen könnte, als wenn der Antrag Kanit durchgehen bei den Sozialdemokraten.) haftem Beifall der Rechten. würde. Die Folge würde die sein, daß die Konkurrenzfähig- Abg. Holt( Rp.): Bodenkapitalisten sind die Landwirthe Präsident v. Buol spricht den Wunsch und die Hoffnung feit der kapitalistischen Betriebe in der Landwirthschaft ver- größtentheils nicht; sie sind größtentheils nur Verwalter aus, daß alle Mitglieder gesund und mit gestärkten Kräften stärkt würde und daß diese sich noch weit mehr als bisher fremden Geldes auf eignem Grund und Boden. Herr nach den Ferien zur neuen parlamentarischen Arbeit zurückkehren auf die Bauern werfen und mit diesen konturiren könnten. von Vollmar ist für die Arbeiter eingetreten; aber ohne mögen.( Beifall.) Wenn der Wolf in Bedrängmß ist, so muß das für die Schafe Arbeitgeber giebt es keine Arbeiter.( Lachen links.) Die Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Dienstag, den 23. April, ein angenehmes Gefühl sein, und das dümmste wäre es, wenn Arbeiter des Ostens sind keine Parias, sie sind werthwolle 2 Uhr.( Bweite Berathung der Novelle zum Zolltarif.) fie dazu helfen wollten, dem Wolf aus seiner Bedrängniß Mitbürger für uns.( Lachen links.) Die Arbeiter des Ostens herauszubringen. Die großen Grundbesiger sind nur Agrar haben einen großen Vortheil von hohen Getreidepreisen, weil sie tapitalisten und nicht Bauern, d. h. Landarbeiter. Herr von Plöß meist noch in Naturalien gelohnt werden. Der kleinste Landhat gestern wieder einmal die alte Behauptung aufgestellt, die wirth, der kein Getreide verkauft, verdient Geld als Arbeiter; Gewerbe- Ordnungs- Kommiffion. Die Kommission zur Sozialdemokraten würden nicht für den Antrag eintreten, als solcher wird er aber nur beschäftigt, wenn lohnende Preise Berathung der Gewerbe Ordnungs Novelle tagte am Freitag denn fie wollten die Bauern vernichten. Eine ob herrschen. Die Bauern sind durch die Thatsachen bekehrt Abend. In§ 56c will der Antrag Gröber das Glückspiel jektive Unwahrheit wird dadurch nicht wahr, daß worden zum Antrag Kanik, der für sich selbst spricht. Werth- beim Verschleiß von Waaren verbieten. Ferner soll jeder fie oft wiederholt wird. ift Das gerade Gegentheil ist der voll das Zugeständniß des Vorredners, daß Haufirer angehalten werden, seinen Namen dem Käufer bekannt die LandFall. Wir können uns nicht dazu hergeben die naturgemäßen Agrarfrisis besteht. Herr von Vollmar will Entwickelungen unseres ganzen Produktionswefens aufhalten zu wirthschaft der auswärtigen Ronkurrenz preisgeben; darauf u geben. Diese Anträge werden nach längerer Diskussion anwollen, so wenig uns andererseits daran liegen muß, diese Ent- fönnen wir natürlich nicht eingehen. Ein Mindestein- Nach§ 57a der Regierungsvorlage folg der Wanders wickelung fünftlich zu beschleunigen. Aber diese Stellung hindert tommen wird nicht beansprucht, sondern nur Schuß der nationalen Gewerbeschein erst ertheilt werden, wenn der Nachsuchende das uns nicht, die Bauern gegen die Raubsucht der Großgrundbesitzer Arbeit.( Sehr richtig! rechts.) Den österreichischen Handelsver- 25. Lebensjahr erreicht hat. Dieses erforderliche Alter will ein in Schutz zu nehmen, um ihnen den Absturz in das Proletariat trag habe ich von Anfang an für den verhängvißvollsten Fehler Antrag Gröber( 3) auf 30 Jahre bemessen. Sodann sollen möglichst zu ersparen. gehalten.( Sehr richtig! rechts.) Die Chancen des Antrages nach einem Antrag Gröber die Frauen zum Gewerbebetrieb im Unser ganzes Interesse gehört den 2andarbeitern, find sehr ungünstig, aber durch Mißerfolge laffen wir uns umherziehen nicht mehr zugelassen werden. Die beiden letzten von welchen in der ganzen Diskussion bisher nicht ein Wort ge- nicht abschrecken. Ein Gewerbe, welches mehr als die Anträge werden abgelehnt und die Regierungsvorlage ans und deutschen Boltes beschäftigt sprochen ist. Die ländlichen Arbeiter, speziell in Preußen, und Hälfte für die hier wieder die ostelbischen, sind recht eigentlich die Parias des übrigen deutschen Einwohner die Nahrung beschafft, muß Staates.( Zuruf des Abg. v. Kardorff: Dazu machen Sie fie! von Staatswegen geschützt werden. Vorübergehend kann sich der Zuruf des Abg. Graf Arnim: Aber die besten Soldaten!) Jch Landwirth einschränken, auf die Dauer wird eine solche Einerinnere an den Pastor Quistorp und Professor Knapp, welche schränkung aber ein Nachtheil, ein Vermögensverlust für den übereinstimmend davon sprechen, daß die Klasse der Arbeiter Staat.( Sehr richtig! rechts.) Die jetzige Nothlage aber ist eine Privat Telegramm des ,, Vorwärts". Handschuhmacherstreik in Haynau. Aus Haynau in dort aussieht, als wenn sie eigentlich die Angehörigen einer ganz dauernde; wir können aber Deutschland nicht zum Industriestaat anderen Rafse wären. Sie stehen unter dem Ausnahme- werden laffen, dazu ist die deutsche Landwirthschaft zu groß. Die Schlesien wird uns vom Sonnabend Abend telegraphirt: Heute recht des Gefinderechtes; nicht einmal das Recht der tonturrirenden Länder sind durch die Handelsverträge einge- fündigten 160 Handschuhmacher, weil die verlangte Zulage von worden, Koalition und die Freiheit des Arbeitsvertrages haben fie, laden ihre Ueberschüsse gegen Zahlung von 20 Pf. pro Duyend nicht bewilligt wurde. Eingeleitete Unter und man tann mit Fug und Recht sagen, daß diese 35 M. für die Tonne bei uns abzulagern; dadurch wird handlungen verliefen resultatlos. Es wird gebeten, Zuzug fern Landarbeiter aus ihrer feudalen Unfreiheit so wenig heraus- die deutsche Landwirthschaft schlechter gestellt als früher. zu halten. ( Deveschen- Bureau Herold.) gekommen sind und so wenig sich geändert haben, wie die feudale Die russischen Bahnen sollen nur der Produktion dienen; bei uns Belgrad, 30. März. Sämmtliche Inseln der Donau und Herrschaft der Junker. Für diese Landarbeiter werden wir stets sollen fie Geld einbringen. Die deutschen Bahnen sind sogar in erster Linie eintreten. Aber ganz anders stehen wir den gezwungen, russisches Getreide billiger zu fahren, als deutsches, der Save find infolge des Hochwassers überschwemmt. Die Währung Juntern gegenüber. In den Verhandlungen des deutschen damit die Ditseestädte damit handeln können. Landwirthschaftsrathes hat ein Redner es offen ausgesprochen: bietet einen weiteren Vorsprung für die ausländische Landwirthdes eine Die Getreidespetulanten seien die Parasiten an dem Körper schaft; und dem gegenüber haben wir uns auf 12 Jahre volldes deutschen Voltes.( Sehr richtig!) Parlamentarisches. genommen. genommen. # Depeschen. Briefkasten der Redaktion. Nun giebt es noch ständig die Hände gebunden. Die Handelsverträge sollten unsere 6. Wahlkreis. Wegen Raummangel tann der Bericht sehr viel andere Parasiten, so die Bodenkapitalisten. Bundesgenossen auch wirthschaftlich stärken, aber es haben andere leider erst in nächster Nummer erscheinen. Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Berlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu drei Beilagen. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 77. Sonntag, de» 31. März 1893. 12. Jahrg. paefetnaiftt'iifttcn. Achtung, Parteigenossen des S. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Diejenigen Genossen, welche den„Vorwärts" von den Parteispediteuren erhalten und am 1. April d. I. ihre Wohnung wechseln, werden ersucht, recht bald ihre neue, genaue Adresse an einen der unten bezeichneten Spediteure, von welchem sie den„Vorwärts" jetzt zugestellt bekommen, gelangen zu lassen. damit i» der Weitervestellung keine Störung eintritt. Die Adressen der Spediteure sind: Für Moabit: Hempel, Lübeckerstr. 16. H. p. „ Wedding und Oranienburger Vorstadt: Stolzenburg, Wiesen- strane 11, p. „ Gesundbrunnen: Gaßmann. Grnnthalerstr. 67. H. p. „ Rosenlhaler Vorstadt: Rosenthal. Swinewunderitr. 79, H. HI. „ SchönhauserBorstadt: Mars, Kastanien-Allee 96 p. Der Vertrauensmann. »* Alle Anfragen und Sendungen, betreffend die Agitation unter den Frauen, sind an Frau v. Hof- stetten. Berlin, Louisenufer 16. pari., zu richten. Wieden Genossen bekannt ist, erfolgte vor kurzem von der Behörde die Aufhehung der Frauen- Agitationskommission. Wir empfehlen deshalb, an die ehemaligen Mitglieder dieser Kommission keine Zusendungen zu machen.� Von der Agitation. In einer Volksversammlung in Neumünster wurde nach ewem Vortrage von Frau Kahler- Wandsbek eine Zahlstelle des Verbandes der Fabrikarbeiter jc. gegründet, welcher sofort 36 Mitglieder beitraten. Ferner wurde beschlossen, am 1. Mai abends eine Versammlung mit einer dem Tage entsprechenden Tagesordnung abzuhalten.— In S c g e- b e r g sprach Genosse Kimme!« Hamburg über die Umsturz- vorläge. Eine Protestresolution fand einstimmig Annahme. ** Aus Württemberg. Die Wahlkreiskonferenz des zehnten württembergischen Reichstags-Wahlkreises, welche in Schorn- d o r s statlfand, war von 12 Mitgliedschaften mit 33 Delegirten beschickt. In anbetracht der bevorstehenden Landesversammlung wurden verschiedene Anträge zu derselben gestellt und durch- berathen, auch wurde die Agitation im Wahlkreis aufs neue ge- regelt.— Die Wahlkreiskonserenz des 11. württemb. Reichstags- Wahlkreises(Ulm, Heidenheim, Geislingen) war ebenfalls von Delegirten und sonstigen Genossen sehr zahreich besucht und wurde zur bevorstehenden Reichstagsnachwahl als Kandidat der Sozialdemokratie Genosse A. Dietrich, Bürgerausschuß-Mit» glied in Stuttgart, ausgestellt. Mit der Konferenz, welche in Heide»heim tagte, wurde eine öffentliche Volksversammlung verbunden, in welcher Geuosse Dietrich über die Umsturzvorlage referirte. Polizeiliches, Gerichtliche»:c. -- Die auf heute, Sonntag, den 31. März, in Aussicht ge- n ommene Generalversammlung des sächsischen Berg- und Hüttenarbeiter-Verbandes, welche in Hohenstein-Ernstthal stattfinden sollte. ist von der Amlshauptmannschaft Glauchau verboten worden. Diese Be- Hörde theilt die Meinung des Zwickauer Stadtraths und be- trachtet den obigen Verband seit Publizirung des Erlasfes des hiesigen Amtsgerichts, die Entziehung der juristischen Persönlich- keit betreffend, als aufgelöst; es sei ihm nur eine General- Versammlung zu gestatlen mit der einfachen Tagesordnung: Liquidation; da die für Sonntag angesetzte Versammlung aber mehr auf der Tagesordnung gehabt habe,— wie Neuivahlen, Gründung einer neuen Begräbnißkasse:c.— so wurde sie ver- boten. Natürlich wird auch gegen dieses Verbot Rekurs er- griffen._ 05 crncvurdi a Wtrtie!?. An die Gewerkschaften Berlin?! Wir machen die Gewerk- schaften, die zum 1. Mai, theils noch keine Stellung genommen, theils dem Gewerksckastsbureau noch keine Mittheilung gemacht haben, betreffs ihres Versammlungslokals hierdurch aufmerksam, das Verabsäumte unverzüglich nachzuholen. Gleichzeitig diene den Parteigenossen und Gewerkschaften folgendes zur Kenntnißnahme: Alle Zuschriften, Briese, Geldsendungen, Zeilschristen und Zeitungen sind von jetzt ab nur an folgende Adresse zu richten: „Rudols M illarg�Gewerkschaftsbureau, Grcnadierstr. 10, 1 Tr." Die Post händigt alle anders adressirte Postsendungen Nicht aus. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschastskoliimission. Achtung» Schneider! Ten durchreisenden Kollegen zur Nachricht, daß über die Firma Quednau in Kiel wegen Lohndifferenzen die Sperre verhängt ist, und bitten wir die Kollegen, dort nicht in Arbeit zu treten. Die Kollegen, welche bei der Firma Kielleuthner in München beschäftigt sind, trete» in eine Lohnbewegung ein. Es sind bei diesem Kampfe 70—80 Arbeiter betheiligt, lauter Hausarbeiter, und ersuchen wir die Kollegen, den Zuzug von München fernzuhalten, sowie das Geschäft zu meiden. Dieselben stellen die Forderung: Errichtung einer Werkstätte, sowie Er- höhung der Löhne für die Hausarbeiter. Die Agitations- kommission. I. A.: Peter Landes.— Außerdem ist Zuzug von Blankenese und WUhelmshaven fernzuhalten. Achtung, Former! Von der„Grunahütte" Dresden- Striesen wurden vorige Woche 30 Former und Schmelzer ge- sucht. Von feiten der Former wird nun mitgetheilt, daß diese Firma überhaupt keine Former gebrauche, und das Gesuch wohl nur dazu dienen soll, daß Angebot von Formern zu vermehren und damit auch die Löhne der dort Arbeitenden zu drücken. Die Löhne betragen schon gegenwärtig nicht mehr als 12—20 M. wöchentlich. Außerdem hat infolge der 30 Former suchenden Annonce schon ein bedeutender Zuzug nach dort stattgefunden Also Vorsicht! Erkundigen sich alle Former erst genau, ehe sie ans solche Anzeigen hin nach dort reisen und dadurch die Lage der hiesigen Kollegen noch verschlechtern. Znzng ist feruziihakten: Von Tischlern nach Varel in Oldenburg(Tietjens Werkstatt); von Bildhauern und Kehlern nach Lauterberg(Hillegeist); von Drechslern nach Lübben zP. Lindemann); von Sleinnuß- und Hornknopf-Drechslern nach Schmölln in S.-A.; von Bürstenmachern nach Hamburg(Steidt- wann u. Nagel). In Lützelhausen haben in derZ Fabrik von Scheidecker u. de Regel 400 Weder infolge von Lohndisserenzen die Arbeit ein- gestellt. Ter Ausstand in den Pariser Zündholzfabriken ist allgemein. Maueranschläge theilen mit, daß sämniiliche Zünd- holzfabriken im ganzen Lande die Arbeit eingestellt haben. Ein gestern an den Mauern der Fabrik angeschlagenes anarchistisches Manifest wurde von den Arbeitern heruntergerissen. lokales. Die Köllerei treibt topfer ihr Wesen und sucht zu retten. was vor dem leidigen Umsturz noch zu retten ist. Die eine Hälfte des Menschengeschlechts im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte— euphemistisch die stärkere genannt— ist, soweit wirkliche Männer in ihr vertreten sind, unwiderbringlich verloren, an ihr ist keine Rettung mehr. Aber die Frauen, die lassen sich durch die üblichen Polizeimittel, die den Männern gegenüber nicht verfangen wollten, vielleicht noch vor dem sozialdemokratischen Gift bewahren. So denkt die Köllerei und kurirt in ihrer Weise darauf los. Nachdem erst vor kurzem die Frauen-Agilationskommission kraft polizeilicher Gewalt vorläufig aufgelöst worden ist, ging man gestern dem hiesigen Frauen- und Mädchen- Bildungsverein zu Leibe. Die erste Vorsitzende dieser Organisation, und den Bevollmächtigten des Vereins erging es ähn- lich so— Frau M e s ch erhielt gestern. Sonnabend Morgen von einem Polizeibeamten ein Schriftstück folgenden Inhalts eingehändigt: „Es wird Ihnen hiermit eröffnet, daß der Frauen- und Mädchen-Bildungsverein des arbeitenden Volkes für Berlin und Umgegend auf grund des Vereinsgesetzes vom 11 März 1350 vor- läufig geschlossen ist, weil der Verein bezweckt, politische Gegenstände in Versammlungen zu erörtern, politische Vereine aber Frauens- perione»(!) nicht als Milglieder aufnehmen dürfen. Jede fernere Betheiligung an diesem Vereine, mithin auch an feinen Filialen in Berlin und Umgegend, oder an einer Neubildung, welche fach- lich als Fortsetzung des geschlossenen Vereins erscheint, ist nach § 16 des genannten Gesetzes strafbar." Der Mann oder, um im Polizeideutsch zu reden, die Manns- person, die dies Schriftstück der Frau Mesch einhändigte, hatte noch zwei von seinesgleichen mitgebracht. Zu dritt wurde darauf morgens 9 Uhr eine gründliche Haussuchung in der Wohnung der Frau Mesch vorgenommen, welche sich bis in die Puppenstube der Kinder erstreckte. Das Resultat der Haussuchung wurde in einer Bescheinigung folgenden Inhalts der Frau Mesch quittirt: „Auf Anordnung des Unterzeichneten als Hilfsbeamten der Staatsanwaltschaft wurde, weil Gefahr im Verzuge war, heute Vormittag 9 Uhr in den Wohnungsräumen der Frau Mesch eine Durchsuchung vorgenommen, weil dieselbe verdächtig war, gegen den§ 8 des Verein-gesetzes sich vergangen zu haben und weil zu vermulhen war, daß die Durch- fuchung zur Ausfindung von Beweismitteln führen würde. Es wurden vorläufig in Verwahrung genommen IS verschiedene Briesschasten." (Name unleserlich.) Die konfiszirten 15 verschiedenen Briesschasten werden nun nach Ansicht der Betroffenen auch dem findigsten Staatsanwalt kaum Material zum Vorgehen geben können. Sie enthalten ein- fache Anfragen wegen eines Referats jc.; Sachen die seit je in voller Oeffenilichkeit behandelt wurden, und sich keineswegs seit dem zweijährigen Bestehen des Vereins als eine gegen das wunderbare preußische Vereinsgesetz verstoßende Handlung qualifiziren lassen. Aber der Staat, der Staat muß gerettet werden! Und da wird denn aufgelöst und gehaussucht und prozessirt um eines Vereins willen, der das todeswürdige Verbrechen begangen hat, Aufklärung und Gesittung unter ausgebeuteten und dazu oft schamloser Anfechtung preisgegebenen Frauen und Mädchen zu verbreiten. Das sind allerdings Handlungen, welche der heutigen, aus dem letzlen Loch pfeifenden Gesellschaft als verderblich erscheinen müssen, und die auch, ohne daß der Staatsanwalt noch nach besonderem Auflösungsmaterial haussuchen zu laffen brauchte. Umstürzlerisches genug in sich bergen. Nur weiter so mit der Köllerei. Bis jetzt haben sich alle Staalsanwaltspraktiken und Polizei- kllnste der Sache des arbeitenden Volkes nur förderlich erwiesen. lind so wird es auch ferner sein. Auch die Proletarierin wird sich immer eifriger zur tapferen Milstreiterin im Kampfe gegen Ausbeutung und Unterdrückung ausbilden. Und will die Köllerei ihr als unfreiwillige Förderin dienen — uns soll eS recht fein. Komödianten! Auf seine alten Tage fällt es dem Konser- vatismus noch«in. in„Volkscntrüstung" zu machen. Doch was Häuschen nicht lernt, lernt Hans einimermehr. Der ausgediente Unteroffizier hat denn doch zu viel Kasernenschliff an sich, als daß er naturwahr kopiren könnte, wie ehrliche Entrüstung über augethanes Unrecht sich im Volkscharakter wiederspiegelt. Das konser- valive Volk in solchen Versammlungen, wie am Freitag Abend in Berlin deren sechs stattfanden, bilden die Beamten. Leute, diszipli- narisch wohlgeschult und des kleinsten Winkes gewärtig, haben wir in Berlin zu Tausenden— man muß sich demgegenüber wundern, daß der konservative Entrüstungsrummel sich in Sälen abspielte, die durchgängig nur zur Hälfte besetzt waren. Entrüstung vor einem Haufen leerer Stühle hat immer bitteren Beigeschmack.— Wie und was geredet wurde, werden die Leser sich denken können; die Glanzleistungen des Abends bildeten die rhetorischen Produk- tionen der Abgeordneten aus den schönen Gegenden Ostelbiens, wo der Herr Landrath der geborene Vertreter des souveränen Volkes ist; dieser Lanbrath ließ nun am Freitag Abend einen kräftigen Ton los. In der Frankfurterstraße gab es sogar feudale Witze: „Jawoool, meine Herrrn", krähte da irgend ein Herr„von", „Geschichte wiederholt sich bei der Bismarckerrrnng— was sich weigert, kommt mir vor wie Mops, der den Mond anbellt." Echo aus der Versammlung: Gröhlen. Grunzen und ähnliche liebliche Laute aus den heimathlichen Ställen. Wenn einer der Herren Parlamentarier es in elegischen Tönen be- klagte, daß die Residenz leider eine ganz andere als ihre„rechtmäßige" konservative Vertretung habe, beeilte man sich zu versichern, daß„nächstens" dieser Mißstand beseitigt werden solle. Da sieht man, was der Bismarck- rumniel eigentlich für Seifenblasen aussteigen läßt. In allen Versammlungen gab's diverse Telegramme und Resolutionen, deren Stil denen nicht nachsteht, die wir am Donnerstag als ab- schreckendes Beispiel bekannt gaben.„Mit vaterländischem, treu- deutschem Jubel", wie der schöne Ausdruck lautet, wurde das eigenartige konservativ- antisemitische„Volksgericht" geschlossen. Und dann trotteten die Wackeren rudelweife in die Bierlokale und krähten ihre Entrüstung recht praktisch in den braunen Gerstensaft. So endete für diesmal der Kampf um die große heilige Sache mit einem ausgewachsenen Kater. Einen echten Bismarlkradau leisteten sich die Herren Konservativen vom vierten Wahlkreise in ihrer„Protestversamm- lung" am Freitag. Als die schönen Bismarckreden gehalten, die Kaiser- und Kanzlertoaste längst verklungen waren, und der Vor- sitzende v. Bülow sich eben anschickte, die Ergüsse einiger Dichter- linge, namentlich eines Subdirektors des„Nordstern" zu verlesen, erscholl ein schwacher Zwischenruf durch den Saal, der die Wirkung einer Bombe halte. Blitzschnell waren die sonst so ge- mächlich und würdevoll einherschreitende» Ordnungsstützen von ihren Sitzen, es entstand ein gewaltiges Drängen und Puffen, und hinaus flog es, das räudige Schaf. Was lag dieser Erregung zu gründe? War der Unselige beim Kaiserhoch nach bewährten Mustern sitzen geblieben oder hatte er sich gar zu einer wörtlichen Majesiäts- beleidignng hinreißen laffen 1 Man höre! Der Vermessene hatte sich erkühnt, in halblautem Tone zu äußern: Hunger thut weh! Und das nicht etwa in provozirender Weise, denn 9/io der Anwesenden hatten den Ruf nicht einmal vernommen. Ich glaubte, so schreibt ein Berichterstatter, noch immer, trotz ein- gehender Jnformirung, an ein Mißverständniß, wurde jedoch durch die Worte des zweiten Vorsitzenden Reh eines besseren belehrt. Mit lächerlichem Pathos stellte dieser Herr die Ungeheuerlichkeit der Aeußerung eines„Rothen" inmitten einer loyalen Versammlung fest dabei bedauernd, nicht sogleich zur Stelle gewesen zu sein, um die Parole auszugeben: Erst durchprügeln und den Vermessenen dann fest auf den Stuhl niederdrücken, um einem Individuum, welches zu Hause nichts zu essen hat, hier aber Bier zu trinken wagt, Dekores und Mores zu lehren. Zur Ehre einer größeren Anzahl der Anwesenden sei es gesagt, daß sich in ihren Mienen tiefe Beschämung ob des skandalösen Vorganges ausdrückte. Dieser Vorgang sollte übrigens von neuem die Arbeiter darüber belehren, daß es wohl angebracht ist, mit gesittete» Gegnern zu diskutiren, daß man den Pöbel aber hübsch unter sich lassen soll. Wer Pech berührt, besudelt sich. DaS Reichs-VersichernngSamt und die Rentenquetsche. Unsere Leser dürften sich des neulichen Beschwerde-Artikels über die„Rentenquelschen" noch entsinnen. Daß demselben auch von seilen des Ministeriums die gebührende Beachtung zu theil ge- worden ist, beweist das nachfolgende, den Bernssgenossenschaslen zugegangene Schreiben des Reichs- Versicherungsamtes, das wir wortgetreu abdrucken: Reichs-Versicherungsamt. Berlin, den 24. März 1895. Der„Vorwärts", Berliner Volksblatt hat unter dem ll. März 1895 die in der Anlage wiedcrgegebene Miltheilung über angebliche Mißstände in der orthopädischen Anstalt von Dr. Müller, Berlin, Friedrichstr. 23, gebracht. Nachdem der Herr Staatssekretär des Innern vom Reichs- Bersicherungsaml ein Aeußerung darüber verlangt hat. ob Berufsgenossenschasten Beziehungen zu dieser Anstalt unterhalten. und, sosern dies der Fall sein sollte, ob nicht auf«ine Abhilfe der angeblichen Mißstände bedacht genommen werden könne, wird der Vorstand um einen gefälligen Bericht darüber crgebenst ersucht, ob dortseits die genannte orthopädische Anstalt zu Heil- oder Beobachtungszweckcn benutzt wird, und welche Erfahrungen, insbesondere' im Sinne der im„Vorwärts" erschienenen Be- fchwerden, dabei dort gemacht sind. Dem Bericht wird bis zum 1. Mai 1895 ergebenst entgegen- gesehen. Das Reichs-Versicherungsamt. In Vertretung: G a e b e l. An die Vorstände der Berufsgenossenschaften und berufsgenossenschaftlichen Sektionen, deren Bereich Berlin umsaßt. R.-V.-A. l 76 15. Bezüglich der Monatskarte» der Stadt- und Ring- bahn ist in weiten Kreisen des Publikums, wie zahlreiche An- fragen an den Billetschaltern erkennen lassen, hie Annahme ver- breitet, daß die Preise der Karten vom 1. April billiger sein werden. Dies ist, wie erklärt wird, nicht der Fall. Die Stadt- Ringbahn-Monalskarten werden nach wie vor für Entfernungen bis zur einschließlich fünften Station in 2. Kl. 4,50 M., in 3. Kl. 3 M., und für die ganze Stadt- und Ringbahn in 2 Kl. 7 und in 3. Kl. 4.50 M. kosten. Zum Nmzngstermin. Die zum I. April aufgekündigten Wohnungen sind zu räumen: I. bei kleinen, d. h. aus höchstens 2 Wohnzimmern und Zubehör bestehenden Wohnungen, am ersten Quartalstage; 2. bei mittlere», d. h. aus 2 bis 4 Wohnzimmern und Zubehör bestehenden Wohnungen, am zweiten Quartalstage um 12 Uhr mittags; 3. bei großen, d. h. mehr wie 4 Wohn- zimmer umfassenden Wohnungen, am dritten Quartalstage um 12 Uhr mittags. Etwas vom Umzug. In der gegenwärtigen Zeit der Arbeilsnoth bildet der Umzug, wie er zum April meisthin in aus- gedehntem Maße vor sich geht, für manchen verdienstlosen Ar- beiter eine willkommene Gelegenheit, feine Arbeitskraft zu ver- kaufen, wenn auch nur für eine kurze Zeit. Eine große Rolle spielen namentlich die Geschäftsumzüge, zu welchen eine größere Anzahl von Arbeitern erforderlich sind. Allgemeines Schütteln des Kopfes bei allen derartigen Reflektanten erregte aber der am Freitag stattgehabte Geschäflsumzug der Luckenwalder Woll- waaren-Fabrik-Akliengesellschast, vormals Wilhelm Müller, von ihrem bisherigen Domizil, Krausenstraße am Dönhoffsplatz, nach den neuerbauten Geschäftslokalitätcn im Nebenhause. Zu diefem Umzug« waren 23 Hilfskräfte engagirt worden. Diese Hilfskräste waren aber nicht etwa arbeitslose Arbeiter, nein, vielmehr— Mannschaften der Berliner Feuerwehr! Da diese mit 1 M. pro Stunde entlohnt werden, so hat der Umzug den- felben einen ganz hübschen Nebenverdienst erbracht. Wir wissen sehr wohl, daß auch die braven Feuerwehrleute bei ihrer zu- geftandenermaßen kärglichen Besoldung einen solchen sehr wohl brauchen können, meinen aber doch, daß bei solchen Gelegenheiten die hungernden Arbeiter in erster Linie Berücksichtigung ver- dienen, um so mehr, als die Feuerwehrleute wohl kaum be- fähigter sein dürften, einen Umzug auszuführen, als private Arbeiter. Oder hat die Firma vielleicht geglaubt, daß eS m Berlin keine arbeitslosen und Arbeit und Verdienst suchenden Arbeiter giebt? Eine grelle Bekenchtnng erhalten die Warnungen vor einzelnen Privat-Deteklivs, die dem Publikum wiederholt durch die Zeitungen zugegangen sind. Am nächsten Dienstag bezw. am Donnerstag werden sich die beiden selbständigen Detektivs St. und Z. vor Gericht zu verantworten haben. Dem einen wird Verleitung zur Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung, dem anderen Kuppelei zur Last gelegt. Dem Publikum, das in die Lage kommt, sich solcher Privatbeamten bedienen zu müssen, kann nur gerathcn werden, seine intimsten Angelegen» heilen nicht der ersten besten Persönlichkeit anzuvertrauen, sich vielmehr vorher bei der Polizei über die Zuverlässigkeit der be- treffenden zu vergewissern. Die Barbiere und Friseure RixdorfS und Umgegend haben gleichfalls den einstimmigen Beschluß gefaßt, in Aus- sührung des Gesetzes über die gewerbliche Son»tagsruhe ihre Geschäfte vom 7. April d. I. an allen Sonn- und Feiertagen um 2 Uhr nachmittags zu schließen. Dieselben richten nunmehr an alle Einwohner die Bitte, sich diesem Beschlüsse entsprechend einzurichten und nur solche Geschäfte auszusuchen, welche in betreff der Sonntagsruhe ihrer Pflicht nachkommen. Der Herr Major hat eS eilig. Eine peinliche Rolle ist dem mit Ablauf dieses Monats aus dem Eisenbahndienst scheidenden Regierungsrath Heuer noch in seinen letzten Amts- tagen beschieden worden. Es handelt sich um einen Vorfall, den der Landtags-Abgeordnete für den vierten Potsdamer Wahlkreis, Major v. Feldheim, auf dem hiesigen Anhalter Bahnhofe gegen einen Bahnsteig- Schaffner hervorgerufen hat, und der damit seinen vorläufigen Abschluß fand, daß der Abgeordnete von einem Schutzmann festgestellt und nachher von dem Schaffner angezeigt wurde. Der Thatbestand wird von einem Augenzeugen, dem Herrn Dr. med. H. ans Berlin in folgender Weise geschildert: Am Sonntag Abend um 103/4 Uhr war der Abgeordnete nut dem München- Berliner Schnellzuge auf dem Anhalter Wahnhofe eingetroffen. Die Entleerung des Bahnsteiges vollzog sich wegen der Absperrung, wie gewöhnlich, langsam. Als der Abgeordnete an die gieihe kam. war er ungeduldig geworden und ließ sich soweit hinreißen, dem die Fahrkarte fordernden Schaffner vor die Brust zu stoßen, sodaß dieser gegen eine Dame taumelte. Während sich nun der Abgeordnete zu entfernen suchte, wurde er auf Ansuchen des Schaffners von einem Schutzmann der Bahnhofswache eingeholt und festgestellt. Der Eisenbahn- beamte hat seiner vorgesetzten Behörde nach Vorschrift Anzeige erstattet. Nun hat der Abgeordnete später bei dem Direktor der Eisenbahn. dem Herrn Negierungsrath Heuer, klein beigegeben. Der Schaffner ist aber damit nicht zufriedengestellt. Wie man hört, schweben noch Versuche, ihn zu einem gütlichen Ausgleich zu bewegen, um«in öffentliches Strafverfahren wegen Beamten- beleidigung zu vermeiden. Ein unheimlicher Fund ist gestern Vormittag in S ch ö n e- b e r g beim Umgraben der Gemeinde-Anlagen der„Dorfaue" nahe bei der Willmann'schen Villa, einige hundert Schritt weit von der alten Kirche gemacht morden: es ist das vollständige Skelett eines erwachsenen Menschen, das schon über 20 Jahre in der Erde gelegen haben muß. Mit Karbolsäure hat sich am Sonnabend Morgen der 23 Jahre alte Kaufmann Adolf de Fries in seinem Logis Zimmerstr. 31 zu vergiften versucht. Er wurde bewußtlos nach einem Krankenhause gebracht. Anscheinend hat Stellenlosigkeit die Veranlassung zu dem Selbstmordversuche gegeben. Der frühere Souffleur am Schausptelhause, namens Konrad Sachs ist im Alter von 45 Jahren dieser Tage in der Irrenanstalt zu Dalldorf gestorben. Nugenehm überrascht wurde der Maurer Schneider aus Nummel'sburg. der am Montag auf der Fahrt nach Berlin ein Sparkassenbuch, von dessen eingetragenem Inhalt er 50 M. er- heben wollte, verloren hatte. Am Mittwoch erschien in seiner Wohnung ein Arbeiter aus der Hochstraße zu Berlin, der ihm sein Eigenthum zurückbrachte. Schneider belohnte die Ehrlichkeit mit einem Zwanzigmarkstück. Wetter-Prognose für Sonntag, 31. März lSSS. Ein wenig kühleres, zeilweise heiteres, vorherrschend wolkiges Wetter mit leichte« Regenfällen und mäßigen bis frischen west- ichen Winden. Berliner Wetterbureau. J�clrlkrurenknvipckjes. Die Umsturzkommission trat heute vormittags 10 Uhr zu ihrer letzten Sitzung zusammen. Vor Eintritt in die Tages- ordnung verlas Gröber(Z.) eine Zuschrift des Herrn Professor Förster(Sternwarte), worin dieser eine Aeußerung Gröber's über Förster aus der ersten Lesung berichtigte. Dann konstatirte der Vorsitzende, daß der Bericht über die Verhandlung der letzten Sitzung, wie er in die meisten Blätter übergegangen ist, insofern falsch sei, als dort gesagt wird, der § 131 sei nach der Regierungsvorlage angenommen. Ties ist nicht der Fall; nur ein Zusatzantrag Spahn, durch den die Monarchie unter besonderen Schutz gestellt werde, ist zu dem Z 131 angenommen.*) Die Verhandlung begann mit dem Z 184 b, dessen Wieder Aufnahme in die Vorlage der Abgeordnete Rintelen verlangte. Der§ 184b lautet: Mit Gefängniß bis zu einem Jahre und Geldstrafe bis zu tausend Mark oder mit einer dieser Strafen wird bestrast, wer öffentlich theatralische Vorstellungen, Sing- spiele, Gesangs- oder deklamatorische Vorträge, Schau- ftellungen von Personen oder ähnliche Aufführungen ver- anstaltet, welche durch gröbliche Verletzung des Scham- oder Sittlichkeitsgefühls Aergerniß zu erregen geeignet sind. Der Paragraph wird ohne Diskussion abgelehnt; dafür stimmten nur die Zentrumsmitglieder. Zur Diskussion gelangt hierauf der ß 210, wie er vom Zentrum vorgeschlagen. Er lautet: „Wer einen anderen zum Zweikampf mit einem dritten absichtlich, insonderheit durch Bezeigung oder Androhung von Verachtung anreizt, wird mit Gefängniß bis zu einem Jahre und, falls der Zweikampf statt- gefunden hat, mit Gefängniß nicht unter drei Monaten bestraft." Die gesperrt gedruckten Worte sind dem bisher schon geltenden Antrage neu eingefügt. Gegen den Antrag erklärt sich Herr v. H a m m e r st e i n(k.), weil für gewisse Kreise und Personen die Verhältnisse so liegen, daß ihre soziale Stellung vernichtet sein würde, wenn sie das Duell grundsätzlich verweigerten. Die vorgeschlagene Bestimmung sei für jeden Offizier oder alten Korpsburschen unannehmbar. Würde die Bestimmung Gesetz, so wäre die Existenz der Korps an unseren Universitäten u n m ö g Ii ch. Damit aber ginge eine hochwichtige In» stitution verloren, wie schon der Umstand zeige, daß eine Reihe der hervorragendsten Männer aus den Korps hervor- gegangen seien und jetzt die ersten Stellen im öffentlichen Leben einnehmen. Redner erklärt für seine Person, gegen das ganze daß das Duell der Religion aber die herrschenden für ihre Ehrenhändel ohne Strafgesetz für die verletzte *) Unser Bericht hat die falsche Angabe, die in fast allen anderen Blätter» Aufnahme gesunden hatte, nicht enthalten. Gesetz zu stimmen, wenn der Paragraph in der vorliegenden Form angenommen werde. Bebel(Soz.) bezeichnet die Ausführungen des Vorredners als hoch interessant. Die Vorlage der Regierung wolle an- geblich Sitte, Moral und Religion vor dem Umsturz schützen. Das Duell sei ein offener Hohn auf alle diese Tugenden, und doch erkläre ein Anhänger der Vorlage, daß er gegen diese stimmen werde, wenn den herrschenden Klassen das Todtschlags- Privilegium genommen werde. Wenn Herr v. Hammerstein die Korps an den Universitäten als die Psiegestätten der Wissenschaft und des Charakters ge- feiert habe, und dies mit dem Hinweis auf die hohen Stellen, welche die alten Korpsburschen bekleiden, begründe, so verwechsle er Ursache und Wirkung. Nicht das hervorragende Talent, sondern Protektion und Kameraderie zeitige diese Erscheinungen. Redner konstatirt einen Widerspruch zwischen den Aus- führungen des Herrn Kriegsministers im Plenum, welcher bestritt, daß der militärische Ehrenrath jemals zum Duell animire, und der Darstellung des Herrn v. Hammerstein, welcher diese Animirung zugebe. Das Duell sei der Ausfluß mittelalterlicher Vorurtheile. Körperliche Uebungen und Gewandtheit können ohne blutige Mensuren erlangt werden. Der Harle Kampf ums Dasein er- fordere für Millionen tausend Mal mehr Mnth, als die rohen Klopfersien auf den Fechtbödcn. Die Stellung der Vertheidiger der Vorlage zur Duellfrage sei charakteristisch für dieselben. Sie verlheidigen die Duell- rohheit und verfolgen ideale Bestrebungen. Hier zeige sich so recht eklatant der Gegensatz zwischen der allen absterbenden und der neu a u f st r e b e n d e n Welt. Generallieutenant v. Spitz hebt hervor, daß die Erklärung des Kriegsministers über die Aufgaben des Ehrenrathes gegen- über dem Duell durchaus zutreffend war. Der Ehrenrath soll in erster Linie die Duelle verhindern, wo er das nicht erreichen kann, muß er den Dingen ihren Lauf lassen. Redner ergeht sich dann in einer Betrachtung darüber, wie die Duellunsitte, angesichts des in betracht kommenden Menschen- Materials in der Armee, grassiren würde, wenn der Ehrenralh dem Uebel nicht steuern würde. Den tz 210 gehöre nicht in dieses Gesetz, welches bestimmt sei, den Auswüchsen unserer Zeit zu steuern. Dr. v. B u ch k a(k.) giebt zu, und dem Gesetz widerspricht, Gesellschaftskreise können Duell nicht auskommen, da das Ehre keine genügende Sühne biete. Redner polemisirt dann gegen die Rechtsprechung des Reichsgerichts, welches Mensuren mit geschliffenen Schlägern für Duelle mit tödtlichen Waffen er- klärt habe. Dieser Praxis des Reichsgerichts müsse Einhalt ge- tha» werden, das sei eine unglaubliche Judiktatur. Geheimrath Lukas bittet ebenfalls den Paragraph abzu- lehnen, da kein Bcdürfniß dafür vorliegt. Dr. Lieber spricht für den Antrag und meint, daß, wenn die Grundlagen der bestehenden Staatsordnung durch das Gesetz geschützt werden sollen, dann auch herrschende Kreise kein Privilegium beanspruchen können, bestehenden Gesetzen offen Hohn zu sprechen. Die Gegner bringen Theorien gegen das bestehende Recht vor, die unerhört sind. Sie lehren: es giebt Lagen im öffentlichen Leben, welche es nothwendig machen, dem bestehenden Recht ms Gesicht zu schlagen. E n n e cceru s(natl.) nennt den Antrag ein juristisches Monstrum und hält darauf eine begeisterte Lobrede auf die Studentenmcnsuren. Diese zu behindern oder in der Weise wie vorgeschlagen, zu bestrafen, wäre eine schwere Ungerechtigkeit. Die Duellstrasen wirke» übrigens nicht, weil sie zu hart sind und deshalb selten Anklage erfolgt. Graf von R o o n(k.) Er müsse bei seiner früher ge- äußerten Ansicht stehen bleiben, das Duell sei ein nothwendiges Uebel. Gottes- und Menscheugebol verpöuen das Duell zwar, aber damit sei die Sache nicht abgethan. Ter gläubige Christ verwarf zwar das Duell, aber nicht alle Menschen seien Christen. Werde nun die eigene Ehre von einem solchen Nicht- christen frivol verletzt, dann müsse man mit der Waffe in der Hand dieselbe wieder repariren. Würde auf frivole Ehr- Verletzung Prügelstrafe gesetzt, dann wäre das Duell vielleicht entbehrlich. Bebel(Soz.) weist auf den Widerspruch in den Aus- führungen des Vorredners hin, der als Christ das Duell ver- wirft, um dann dessen Anwendung im selben Athemzug als im- entbehrlich vertheidigt. Es ist eben die alte Sache: Für die große Masse die Religion und die herrschenden Klassen thun, was ihnen beliebt. Redner bezeichnet die Vorlage in ihrer Gesammtheit als ein Monstrum und als eine traurige Verirrung der herrschenden Klaffen. Man suche damit mächtig und auf allen Gebieten siegreich vordringende Ideen mit brutaler Gewalt zu unter- drücken. Das Duell ist ein Ueberbleibsel mittelalterlicher Rohheit. Zeigen sich bei der Volksmasse noch solche Erscheinungen aus vergangener Zeit, wie z. B. das Haberseldtreiben, so wird die ganze Staatsmacht dagegen mobil gemacht. Gewisse herrschende Kreise wahren ihre Privilegien so ängstlich, daß sie sogar das Erbe rohester Rauflust zu konserviren bestrebt sind. Redner erinnert an die bisher ohne Verfolgung gebliebene Provozirung zum Duell durch Herrn v. Stumm gegenüber dem Professor Adolph Wagner. Staatsmmister v. Köhler hält es für nothwendig, die Bezeichnung der Vorlage als Monstrum und Verirrung der herrschenden Klaffen auf das entschiedenste zurückzuweisen. Die Vorlage sei das Ergebnis reiflichster Erwägungen und die Regie- rung lege den allergrößten Werth darauf, daß dieselbe Gesetz werde. Man habe es in der Vorlage mit einem Versuche zu thun, die heiligsten Güter des Volkes zu schützen und der Minister bittet deshalb derselben eine solche Form zu geben, daß die Regierung die Beschlüsse akzeptiren könne. Nachdem ein von konservativer Seite gestellter Schlußantrag abgelehnt worden, erklärt Dr. Barth(frs. Vg.). daß nach Dr. v. Buchka das Duell zu den Grundlagen der Gesellschafts- ordnung zu gehören scheine. Redner wird gegen alle Anträge stimmen, behält sich aber vor, im Plenum seine Duellanträge wieder einzubringen. Osann(natl.) findet, daß alle gegen das Duell gerichteten Anträge auf ein Ausnahmegesetz gegen bestimmte Gesellfchafls- schichten abzielen, in denen das Duell nach Herkommen und Sitte noch geübt werde.(Nach dieser Theorie sind die Diebstahls- Paragraphen ein Ausnahmegesetz gegen die Diebe, denn wer nicht stiehlt, den treffen jene Paragraphen auch nicht.) Gröber(Z.) spricht gegen die Freigabe der Mensuren. denn gerade die Schlägerduelle seien der Nährboden für das Duellunwesen überhaupt. Von dem Abg. Dr. v. Buchka war während der Debatlte ein Abänderungsantrag zu K 210 angenommen, wonach neben Gefängniß auch auf Geldstrafe bis zu 200 Mark erkannt werden kann. Bei der Abstimmung wird zunächst dieser Eventualantrag. der natürlich den ganzen Paragraphen hinfällig macht, denn nun kann mit 5 M. Geldstrafe die ganze Geschichte abgemacht werden. mit Mehrheil angenommen, dann aber der so amendirle Paragraph, für den nunmehr die Linke kein Interesse mehr hatte, mit 14 gegen 9 Stimmen abgelehnt. Dasselbe geschah mit einem Antrage v. B u ch k a zu Z 201, wodurch die Straffreiheit der Studentenmensuren ausgesprochen werden sollte. Abgelehnt gegen fünf Stimmen wurde auch ein Antrag Weber(natl.), die früher beschlossene Streichung des§ 130«. des Reichs-Strafgesetzbuches wieder aufzuheben. Osann(natl.) erklärte, daß, wenn dieser Paragraph gestrichen bleibe, seine Fraktion gegen das ganze Gesetz stimmen werde. Damit ist Artikel I der Vorlage in zweiter Lesung erledigt. Zu Artikel II war in erster Lesung ein Antrag Spahn an- genommen, wonach die Ausstoßung ans dem Heere oder die De- gradation infolge Bestrafung aus§ 361 Ziffer 3, 4, 6, 7 oder 8 des Strafgesetzes nur erfolgen dürfe, wenn zugleich„auf Ueber- Weisung an die Landespolizeibehörde" erkannt sei. Gegen diese Einschränkung sprachen heute Generallieutenant v. Spitz und Gencralauditeur v. Jettenbach. Letzterer führte be- sonders eine Reihe von Fällen an, wo Unteroffiziere der Reserve oder Landwehr mehrfach wegen Bettelns bestrast wurden, ohne daß auf Ueberweisung erkannt geworden sei. Der Antrag, die Worte„auf Ueberweisung ic." zu streichen, wurde mit 14 gegen 12 Stimmen abgelehnt. Tagegen wurde die Bestimmung angenommen, daß außer bei Ueberweisung die Degradation zc. erfolgen könne, wenn in den letzten drei Jahren auf grund des genannten Paragraphen mehrfache Bestrafungen erfolgt sind. Die Mehrheit hat also auch in diesem Punkte eine wesent- liche Verschlechterung gegen die erste Lesung, beschlossen. Artikel Hl der Vorlage, welcher vom Preßgesetz und der Beschlagnahmebcfugniß handelt, wurde angenommen, indem die Beschlagnahmebefugniß ohne richterliche Anordnung, welche bis jetzt sich auf die§§ 85, 95, III, 130 und 184 erstreckt, auch auf die umgestalteten oder neuen§§ 131 Abs. II und 134« An- Wendung findet. Die bisherige Einschränkung, daß in de» Fällen von ZZ III und 130 die polizeiliche Beschlagnahme nur erfolgen darf, wenn dringende Gefahr besteht, ist auch auf den umgestalteten Z 112 ausgedehnt. Vergehen gegen Z 130 Absatz II—„Beschimpfung" von Religion. Familie und Eigenthum— erfreuen sich dieser Einschränkung nicht. Hier kann also die Konfiskationswuth Orgien feien. Damit war die Thätigkeit der Kommission beendet. Da Herr Enneccerus ablehnte, wie anfangs in Aussicht genommen war, den Kommissionsbericht abzufassen, und Herr Spahn erklärte, keine Zeit zu haben, wurde Dr. v. Buchka mit dieser Aufgabe betraut. Der Bericht soll nach den Osterfmcn zur Verlesung und Feststellung gelangen. Vevmipdzles. Znr UebcrschwemmnngSgefahr liegen folgende Nach- richten vor: Köln, 29. März. Der Rhein steigt hier noch, der Pegel zeigte um 7 Uhr abends, 7,32 Meter. Die Werftflächen am Ley- Stapel und an der Schiffbrücke sind überfluthet. Am Fischmarkt und am Buttermarkt müssen die Keller ausgepumpt werden.— In Bonn ist die Rheinwerft überschivemmt. ebenso in Koblenz die Rheinpromenade und in Ruhrort das obere Hafengeleise und die Stadenmauer des Kaiserhafens. Die Mosel hat in Kohlenz die Werst und die tiefer liegenden Straßen über- fluthet.— Die Regengüsse haben jetzt fast überall ansgehört, auch das Barometer ist gestiegen. Das gestrige Gewitter am Mittel- und Oberrhein hat sich nicht wiederholt. Mainz. 30. März. Der Wasserstand beträgt hier 441; seit 4 Uhr früh ist kein weiteres Steigen eingetreten. Der Ober- rhein, Main nnd Neckar fallen. In Worms ist der Wasser- stand 422 und weiteres Steigen zu erwarten. Hier ist die Schiff- fahrt eingestellt. Nesterhandlung v. C. Weigel Krautstr. 5V. Fertige Damen- und Kinderkonsektion.Herrenstoffez.Anzügen. Iauf Thrilsahlnng* Lothpingerstp. 76. Arbeitsanzüge Leiser, Linienstt. 225. KHaben-Sarderolien für das Alter v. 2— 16 Jahr, empfiehlt in größter Auswahl zu billigsten Preisen. Flicken gratis. K. Hastädt, O/B" 85pt 2 Min, v. Schlesifchen Bahnhof. Luorw billiges. LäSobonIllolSer, Jacken, Mäntel, Tnch- n. Resterbandlnng J. Rosenberg, Cottbnser Damm 94, part. Kinderbettst. m. Malratze vert. 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Der Gesezentwurf wird ohne weitere Debatte nach den Anträgen des Berichterstatters der Kommission, Abg. Irmer, mit einer kleinen redaktionellen Aenderung angenommen. Es folgt die zweite Berathung des Entwurfs eines Breußischen Gerichtstosten Gesetzes. Sonntag, den 31. März 1895. 12. Jahrg. der nur den Interessen der Aktiengesellschaften und des mobilen Gesetz doch, wenn wir es nur wollen. Es wird uns ja gesagt, Kapitals dienen. daß wir noch bis in den Juli hier sitzen werden. Justizminister Schönstedt: Aus Billigkeitsgründen konn Der Antrag v. Euny wird abgelehnt,§ 56 wird angeman mit dem Antrag einverstanden sein; die Regierung selbst nommen. ist hierbei nicht mit von ihr zu erhebenden Gebühren interessirt,§ 57 enthält Begünstigungen für die Eintragung des Eigenweil diese Afte kaum jemals von richterlichen Beamten auf- thums von Abkömmlingen des bisherigen Eigenthümers auf genommen werden. grund der Erbfolge oder eines Uebertragungsvertrages oder der Abg. v. Eynern( ntl.) meint, daß es sich nicht um das Erbauseinanderseßung. Großkapital handle, sondern um das in den Aktiengesellschaften Abg. Herold( 3.) beantragt, statt Uebertragungsvertrages" investirte Kapital der kleinen Leute( Lachen rechts), denn zu sagen:" Vertrages", um die Ermäßigung der Eintragungsdiese seien zumeist die Aktien besitzer. Die geistige Arbeit kosten auf die Hälfte auf alle Verträge, durch welche das der Notare an den Protokollen der Generalversammlungen der Grundeigenthum von Aszendenten auf Deszendenten übertragen Aktiengesellschaften sei viel zu gering, um sie durch zu hohe wird, auszudehnen. Gebühren in furzer Zeit zu Millionären zu machen. Die Aktien- Justizminister Schönstedt erklärt sich gegen den Antrag, gesellschaften feien schon durch die Einkommensteuer genug belastet. weil es nicht richtig sei, über den Rahmen der Vorlage hinaus Abg. Irmer bestreitet, daß die Aktienbefizer meist fleine auch die sogenannte antecipirte Erbfolge zu begünstigen. Leute seien, man solle sich doch nur das Publikum in den General- Geheimrath Keller bittet im Namen des Finanzministers versammlungen ansehen. Der Antrag Oswalt bevorzuge das um Ablehnung des Antrages. mobile Rapital gegenüber dem Grundbesiz, und er bedauere, daß die Regierung darauf eingehen wolle. Abg. Oswalt bestreitet, daß sein Antrag von der Tendenz diktirt sei, dem mobilen Kapital zu nützen. Der Antrag Oswalt wird gegen die Stimmen der Konfervativen und einiger Zentrumsmitglieder angenommen und mit dieser Abänderung der§ 48. Die§§ 1-30 werden ohne Debatte angenommen. Nach§ 31 sollen Stempelpflichtige für Nichtverwendung von Etempeln bei Einreichung von Vollmachten 2c. bei Gericht von der Stempelstrafe frei bleiben, wenn die Einreichung der Urkunde bei Gericht innerhalb der Frist für die Verwendung des Urkundenstempels erfolgt. Die Verpflichtung der Notare, für die Einziehung der Stempel zu sorgen, wird dadurch nicht Hypothekensachen. berührt. Abg. Porsch( 3.) beantragt, diesen letzten Sah zu streichen, um eine Erleichterung für die Notare herbeizuführen. Justizminister Schönstedt bittet um Ablehnung des Antrages, da er seinen Zweck doch nicht erreichen würde und diese Frage auch nur im Stempelgesetz zu regeln wäre. Der Antrag wird abgelehnt und§ 31 unverändert angenommen. Bei§ 33, welcher den Gebührentarif für gerichtliche Beurkundungen und Bestätigungen enthält, wünscht Abg. Willebrand( 3.), daß die Erleichterungen, welche für Objekte bis 900 M. gewährt seien, bis 6000 m. ausgedehnt würden. § 33 wird angenommen. § 42 bestimmt, daß für die Anerkennung oder Beglaubigung von Unterschriften oder Handzeichen, sowohl bei einseitigen als auch bei gegenseitigen Geschäften, fünf Zehntheile der vollen Gebühr erhoben werden. Die Abgg. Gorke( 3.) und Genossen beantragen, statt fünf Zehnthetle" zu setzen: drei Zehntheile." Der Antrag wird angenommen und auch der§ 42. Nach§ 45 wird nach der Kommissionsfassung für Errichtung von Familien- Fideikommissen, Familienstiftungen und Familienschlüssen das dreifache der vollen Gebühr erhoben. Abg. Hartmann- Lübben( f.) beantragt die Wiederherstellung der Regierungsvorlage, wonach nur das zweifache erhoben werden soll. Unter Ablehnung des Antrages Hartmann wird die Kommissionsfassung gegen die Stimmen der beiden konservativen Parteien angenommen. Nach§ 48 wird das zweifache der vollen Gebühr erhoben für die Beurkundung des Hergangs bei Verloosungen, bei Ausloosung oder Vernichtung von Werthpapieren und bei Wahlversammlungen, ingleichen für die Beurkundung der Beschlüsse der Generalversammlungen, Aufsichtsräthe oder sonstigen Organe von Aktiengesellschaften oder anderen Vereinigungen. Abg. Oswalt( natl.) beantragt, daß diese Gebühr in feinem Fall mehr als 300 M. betragen soll, da sonst Notargebühren bis zu tausenden von Mart herauskommen könnten, weil diese Gebühr nach dem Werth des Objekts berechnet werde, um das es sich bei diesen Akten handelt, z. B. wenn eine Aktiengesellschaft ihr Rapital um mehrere Millionen Mark erhöhen wolle. Das Ansehen der Notare könne nur geschädigt werden, wenn sie fo hohe Gebühren nehmen. Justizminister Schönstedt: Die Regierung hat feine Veranlassung, dem Antrag entgegenzutreten. Abg. Jrmer( f.) erklärt sich entschieden gegen den Antrag, Sonntagsplauderet. § 56 enthält den Gebührentarif für Grundbuch und Abg. v. Cuny( natl.) beantragt die Zurückverweisung des § 56 an die Kommission, damit diese die Gebühren für den fleineren Grundbesitz noch ermäßige. Justizminister Schönstedt meint, daß damit eine Verzögerung eintrete und das Zustandekommen des Gesetzes in dieser Session gefährdet werden fönnte. Eine weitere Ermäßigung der Gebühren für den kleinen Grundbesiz sei garnicht mehr möglich, diese Gebührensätze entsprechen schon nicht der Arbeit der Gerichte bei den Grundbuch- und Hypothekenangelegenheiten. Abg. Kuebel sprach sich im Interesse des sehr zersplitterten fleinen Grundbefizes in der Rheinprovinz für eine weitere Ermäßigung der Gebühren bei geringwerthigen Objekten aus und empfahl zur Aufstellung eines anderen Tarifes die Zurück verweisung an die Kommission. Geheimrath Vietsch setzte in eingehender Darlegung auseinander, daß für den kleineren und mittleren Grundbesiz schon eine ganze Reihe von Ermäßigungen in dem vorliegenden Gesetz entwurf enthalten seien und daß eine nochmalige Kommissionsberathung darin nicht weiter gehen könne. Abg. Hartmanu( f.) beantragt Uebertrags Vertrages" zu setzen. Der Antrag Hartmann wird angenommen und mit dieser Aenderung der§ 57. Nach§ 76 soll für Bescheinigungen oder beglaubigte Abschriften aus dem Handelsregister ein Behntheil der für die Eintragung in das Handelsregister festgesetzten, nach den Gewerbesteuerklassen verschiedenen Säße, mindestens aber eine Mark erhoben werden. Abg. Oswalt beantragt, statt dessen durchgängig 1,50 m. zu erheben. Justizminister Schönstedt, Geheimrath Vietsch und Abg. Bröse( t.) sprechen sich gegen den Antrag aus. Der Antrag 3walt wird abgelehnt,§ 76 unverändert angenommen. Nach 4 Uhr vertagt das Haus die weitere Berathung auf Dienstag 11 Uhr. Außerdem stehen die zweite Berathung der Gebührenordnung für Notare und kleinere Vorlagen auf der Tagesordnung. Vermischtes. Wegen Fahnenflucht ist ein im deutsch- französischen Kriege vom Ulanen- Regiment Nr. 4 defertirter Ulan namens Sillmanns, welcher erst kürzlich im Elsaß ermittelt und seinem Truppentheile zugeführt wurde, jetzt vom Kriegsgericht zu fünf Jahren Festung verurtheilt und zur Ableistung dieser Strafe nach Spandau trans portirt. Sillmanns verschwand bei der Belagerung von Paris, tam nach China, diente dort 14 Jahre im Heere, fehrte vor 10 Jahren nach Deutschland zurück und lebte seitdem im Elsaß Finanzminister Miquel wünscht im Interesse des Zustande tommens des Gesetzes in dieser Session die Ablehnung des Antrages v. Guny. Eine Prägravation eines einzelnen Landestheils sei bei solchen Gesezen für die ganze Monarchie gar nicht zu vermeiden. Dafür sei aber der zersplitterte Grundbesitz in als Ausseher einer Fabrik. der Rheinprovinz bei der Einkommen- und Ergänzungs. steuer bevorzugt. Wolle man völlige Gleichheit, so müsse unhaltbarkeit der Abschreckungstheorie liefert ein dieser Tage in Zur Abschreckungstheorie. Einen neuen Beweis für die man alle diese Gesetze in Provinzialgesetze auflösen. Der Staat habe selbst ein großes Interesse an einer guten Justiz- wurde der Gastwirth Breitrück vom Altonaer Schwurgericht Hamburg vorgekommener Lustmord. Vor wenigen Wochen pflege und wolle auch die Kosten für die freiwillige Gerichtsbar nach sechstägiger Verhandlung der Ermordung eines fleinen feit den Interessenten allein nicht auferlegen, aber er könne fie Knaben für überführt erachtet und zum Tode verurtheilt. Noch diesen auch nicht ganz abnehmen. Besonders die geringwerthigen haben sich die hochgehenden Wogen der Aufregung, welche sämmtObjekte seien in diesem Gesetz schon hinreichend begünstigt. Justizminister Schönstedt macht darauf aufmerksam, daß liche Kreise der Hamburg Altonaer Bevölkerung infolge jener schon 18 pet. aller Grundbuchsachen ermäßigte Gebühren haben wieder ist ein ähnlicher Mord an einem Rinde verübt worden, grausen That ergriffen hatten, nicht gelegt und schon und daß bei nochmaliger Kommissionsberathung die Gefahr ent: trotz des eben erst gefällten Todesurtheils. Freilich, die Abstehe, daß die Ermäßigungen dieses Entwurfs dem Grundbesitz schreckungsfanatiker werden auch in diesem Falle so wenig wie noch ein weiteres Jahr vorenthalten bleiben würden. Abg. Kirsch( 3.): Bei gutem Willen werde die Kommission bald fertig sein. Die Berathung des Stempelsteuer- Gesetzes fei noch viel weiter zurück. Abg. v. Riepenhausen( f.): Wenn von meiner Seite ein diskutabler Abänderungsvorschlag gemacht wird, müssen wir auch Gelegenheit geben, ihn in der Kommission eingehend zu prüfen. Viele Herren meiner Partei haben aus dringenden Gründen abreisen müssen, wir wünschen daher nicht, daß die dritte Berathung noch vor Ostern stattfindet, können also ganz gut noch eine Kommissionsberathung vornehmen. Zu stande kommen wird das tennen. Sie behaupten einfach: wenn auch durch diesen Fall in unzähligen anderen derartigen Fällen einen Gegenbeweis er das Gegentheil der Richtigkeit unserer Theorie dargethan erscheint, so ist damit noch nicht bewiesen, eine wie große Anzahl von worden sind. Auf diese Weise wurden in England einige tausend Individuen mit gleicher verbrecherischer Neigung abgeschreckt Diebe gehenkt, ehe man den Galgen für Diebe abschaffte. vornehm- konservative Herr, als ginge es zu Ende mit gessen. Sie mußten ja nicht mit Leib und Leben, mit Sinn deutschem Geist und deutscher Intelligenz, weil der und Seele bluten, wie andere unter Bismarck's Gewaltsamdunkle Welfe über den blonden Waiblinger, weil feiten geblutet hatten. Wenn ohne jede schonende Rücksicht Rom über Deutschlands Genius, verkörpert in der auf den Nachbar Elsaß Lothringens in überflüssiger Auf die feiertägliche nationale Entrüstung ist alsbald Gestalt Bismarck's, im Parlament triumphirt habe; Demonstration gedacht wurde, wenn man nicht gerade bei den Helden und Hütern unserer Gesellschaft reuige Ein- heute legt man das würdige Antlitz in vergnügliche Falten. taktvoll vom verwaisten Frankreich sprechen durfte: wenn fehr gefolgt. Was der deutsche Sprachschatz an hoch- Welche Prophezeiung nun wird sich dauerhafter erweisen: eine Soldatenparade das Simmbild der höchsten Ovation flingenden Phrasen aufweist, wurde geplündert. Bedacht hat die Mehrheit des Reichstags sich am 23. März unsterb sein konnte, und wenn die Allmacht des Schwertes als Heil same Philister wurden zu Heißspornen und tobten in lich lächerlich gemacht, oder wird die Gesellschaft, die mit nach außen und nach innen hin gepriesen ward; so mußte tiefstem Groll; es schien fast, als wäre die Gefolgschaft wahnwißigen Ausnahmegesehen der fortschreitenden Zeit auch fernstehenden und kurzsichtigen Leuten klar werden, der Bismarck Enthufiaften zu einer Schaar jugendlicher gebieten will: Bleib' stehen!" nicht vielmehr eine welt- daß hier eine herrische Welt sich offenbarte, die mit ihren Eiferer geworden, befeuert von jener Jünglingskraft, die geschichtliche Blamage auf sich laden? Die Ströme irren Wurzeln nicht in der Gegenwart steckt. Goethe zu seinem Ausspruch veranlaßte: Jugend ist sich nicht, sagt Giboyer im Drama vom Pelikan. Sie gehen Es kann einer von ihrer Kraft getroffen werden, wie Trunkenheit ohne Wein. Allein es dauerte nicht lange unaufhaltsam ihren Lauf und verschlingen, was sich ihnen er von einem romantischen Hauch berührt wird; aber und das jugendliche Gethue, die stürmische Kraftmeierei entgegenstellt. Und wollen die kleinen Geister den Zeit- modernes Walten, das aufwärts weist, verspürt er nicht in verriethen sich bald als Renommage. Das findet sich nicht strömungen befehlen, welchen Weg sie zu nehmen haben? ihr. Fremd ist ihm diese herrische Welt und fremd find selten bei angejahrten Leuten. Sie spielen die Feurigen Man hat mit herzbeweglicher Stimme das Ausland ihm ihre Bräuche. Wie sie selbst eine Persönlichkeit, wie ohne innere Gluth, die armen Gecken! angerufen, daß es verächtlich niederblicke auf den Undank die Bismarcks, dazu zwingt, vor vergangenen Jdealen die Das große militaristisch- heroische Schau- und Spektakel- der Entarteten und Verworfenen, die dreist genug sind, dem Reverenz zu beweisen; und wenn's auch nur der Welt und stück, das um die Bismarck Ehrung herum aufgeführt Heldenschauspiel von Friedrichsruh" fernzubleiben. Es des öffentlichen Beispiels" wegen wäre! Der alten wurde, ist nun vorüber. Der 1. April wird nur noch wird. keiner Klage und keiner frommen Sentimentalität be- germanischen Vasallentrene, die jede Unbill vergißt, gedachte Voltsszenen bringen, die mit der eigentlichen Handlung nur dürfen, um jetzt dem Ausland klar zu machen, wer an Bismarck und beugte sich über die Hand seines jungen Lose zusammen hängen. Wie wußte man tapfer auf jene zu Deutschland's Geist sich versündigt. Inzwischen, da der Fürsten und küßte sie. Wie ein selbstverständliches Symbol schelten, die zur Haupt- und Staatsattion sich nicht ge- Lärm sich gelegt hat und das Heldenschauspiel von der Vasallentreue nimmt der junge Fürst diese Huldigung brauchen ließen, als das Alarmsignal zur Tapferkeit von Friedrichsruh selber an manchem verwunderten Auge entgegen; er nimmt sie von einem Greis entgegen, den er hoch oben gegeben war; wie zeterte man über den nationalen vorübergegangen ist, hat auch das Ausland aus dem ver- im Augenblick zu höchst auszeichnet als Offizier und StandesVerrath, über das entmannte Pack, über die blöden worrenen Kampfgeschrei, das aus Deutschland erscholl, die genossen. Aber alle Auszeichnung kann den Standpunkt Abderiten. Kein Hund hätte einen Bissen Brot von den schlichte Wahrheit herausgehört. Man hat die Empfindung nicht verrücken: hier der Herr, da der Vasall. Erbärmlichen" genommen, die vor der Bismarck- Reverenz, gewonnen, daß, was zu Friedrichsruh gefeiert wurde, nach Die Szenen von Friedrichsruh waren trotz allem künftdie man ihnen aufnöthigen wollte, eine ähnliche Empfindung Stil und Inhalt einer anderen Kulturwelt angehöre, als lichen Aufruhr, der um sie entzündet wurde, ein Intermezzo; hatten, wie die Männer von Uri vor Geßler's Hut. Und die unsere ist. Feiernde und Gefeierte führen eine andere ohne nachhaltigen Einfluß, ohne Dauer. Bei allem feierals das Spiel vorüber, war es aus mit der tiefsten Sprache als die ist, in der wir zu denken gewöhnt sind. lichen Pomp und aller militärischen Schneidigkeit blieben Entrüftung. Der ärgste konservative Schreihans klopft dem Selbst der ruhmsüchtige Gallier, wie der Franzose in sie von frostiger Pracht. Das wird man jetzt nach der Mann vom Zentrum verträglich auf die Schultern und deutsch- chauvinistischer Sprache genannt wird, hat es sehr ersten Ueberrumpelung, die mauchen stuzig gemacht haben ruft ihm sein Gut Freund" zu! Das bischen Geschimpfe, wohl gefühlt, daß die Töne, die in Friedrichsruh erklungen fonnte, auch im Ausland einsehen. Man wird vor den nehmt es nicht tragisch, nehmt es als Aprilscherz sagen die waren, nicht mehr in die moderne Welt passen. Immer Gesetzesungeheuerlichkeiten, die man wider den Umsturz dem Manteuffel freundnachbarlich zu den Rintelen und Gröber der Appell an die Gewalt, immer derselbe Rausch, wenn deutschen Volk zu bieten wagt, erschrecken. Man wird be= und gerührt und versöhnt liegen sich Zentrumsteute und man an Schwert und Pallasch schlägt. Wenn Fürst Bis- greifen, warum die überwiegende Mehrheit des deutschen Konservative in den Armen. Wenn man ein so herrliches marck im rauh- männischen Ton an die Realinjurien erinnert, Boltes so niederträchtig ist, aus bloßer Halsstarrigkeit nicht volksverdummendes Knebelgesetz bekommen fann, wie die er die zwischen deutschen Fürsten gewechselt worden waren, in das Hosiannah der Nationalen mit einzustimmen und in neuerte und verbesserte Umsturzvorlage", so darf man sagen, wie und die zur Folge hatten, daß nach dem biblischen Wort verzücktem Selbstvergessen die Glorie des Reiches, wie es man vom Golde spricht: Es riecht nicht. Man nimmt's auch vom die Hunde auf den Schlachtfeldern das Blut leckten", so geworden ist, zu rühmen. Die diesmalige Feiertagspause giftigen Römling und der internationale schwarze Teufel braucht man noch kein modern verzärteltes Menschenkind zu wird am allerwenigsten die protestirenden Köpfe in Deutschwird auf einmal ein höchft liebenswürdiger Bundesbruder, sein, um inneres Grauen vor Gestalten zu empfinden, die land beruhigen können. Als Ostergabe das Umsturzgesetz eine willkommene Stütze mehr für Altar und Thron. sich in solchen Anschauungskreisen fast beständig bewegen. nach der famosen Uebereinkunft, die mit dem Zentrum geHöhnisch und voll Bitterkeit sprach neulich noch so mancher Die Fürsten hatten es übrigens leichter, Realinjurien zu vertroffen wurde. Man darf gratuliren. Alpha. " Bestellungen auf Muster gratis u. franto. Mai- Marken erbitte bis längstens 15. April. Conrad Müller, Schkeuditz- Leipzig, EINIGKEIT MACHT Marken- und Stempelfabrik. STARK GESCH. Arbeiter Berlins! Die Fabrikate der ausgesperrten Schuhmacher in Erfurt werden jetzt, außer in den bekannten Verkaufsstellen, in den eigenen Niederlagen Bellealliancestr. 98/99 und Rosenthalerstr. 63| 64 GESETZL SCHUHFABRIK ERFU EUTSCHE esetzlich in vorzüglichster Beschaffenheit zu den billigsten Preisen verkauft. Wir bitten uns durch reichliche Einkäufe zu unterstützen. 1537L* Deutsche Schuhfabrik G. Markus& Co. 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Den Kollegen zur Nachricht, daß sich Wir wollen keine einseitigen Schutzbestimmungen, die die der Industrie verdrängen, gleicher Lohn wirthschaften. Ueber dieses Kapitel brachten wir vor einigen der Arbeitsnachweis für den Norden vom 1. April ab im Lokal Frauen aus Tagen eine dem Hamburger„ Echo" entnommene Notiz, deren Fürstenbergerstr. 14 bei Schulz befindet. Alle Kollegen, gleich- und gleiche Behandlung soll beiden Geschlechtern zu theil Wie erreichen wir das? Die Arbeitskraft ist Richtigkeit in den wesentlichen Punkten nunmehr vom„ Hamb. viel ob organisirt oder nicht, werden ersucht von dieser Ein- werden. Correfp." offiziös bestätigt wird. Das offiziöse Blatt schreibt: richtung den weitgehendsten Gebrauch zu machen. Außerdem er- das einzige Kapital der Arbeiterklasse, fie muß sich daran ge Hiesige Blätter haben unter der Ueberschrift Gin unfittliches suchen wir unsere Kollegen, an den Sonntag Vormittagen recht wöhnen, haushälterisch damit umzugehen; der Staat sorgt nicht, daß ihre Kräfte erhalten bleiben, die Organisation hat Verhältniß" Bemerkungen darüber gemacht, daß die Finanz- zahlreich zu erscheinen. Das Verständniß für deputation sehr hohe Miethen aus dem Staate gehörigen Häusern Daselbst geschieht auch die Aufnahme neuer Mitglieder in diese Aufgabe in erster Linie zu erfüllen. im Specksgang bezogen habe, weil sie an Beherberger" ver- den Zentralverband der deutschen Maurer, sowie die Entgegen den Werth einer wirklichen, festen Verbindung fehlt den deutschen Arbeitern leider noch in erheblichem Maße, vielmehr aber noch miethet seien. Als einer dieser Miether auf Zahlung der rück- nahme von freiwilligen Beiträgen zum Generalfonds. den Frauen.( Sehr wahr.) Der Gesichtskreis der Frau ist inständigen Miethe verklagt worden sei, habe das Gericht die Klage Die Generalversammlung der Kupferschmiede folge einer verkehrten Erziehung ein sehr enger. Die abgewiesen, weil der Forderung ein unfittlicher Vertrag" zu Deutschlands, welche dieser Tage in Braunschweig gewerkschaftliche Organisation pflanzt die Herzen die grunde liege. Wie wir aus zuverlässiger Quelle hören, ist der abgehalten wurde, war von 36 Delegirten besucht, die zusammen Solidarität. Die Frau schätzt in der Regel sich viel Sachverhalt der folgende: Da die im Oktober 1894 staatsseitig eine Mitgliederzahl von 2896 vertreten. Die Einnahmen des zu niedrig ein: in der Gewerkschaft wird ihre Selbstzur besseren Eintheilung der Baupläge an der Kaiser Wilhelm- Verbandes seit dem 1. April 1892 bis 31. Dezember 1894 be- achtung geweckt, die gewerkschaftliche Bewegung bildet die Selbststraße angekauften Häuser am Specksgang an sogenannte Be- trugen influsive des Kassenbestandes von 18 000 M. zusammen fiändigkeit der Frauen am besten aus.( Beifall.) Wie wenig herberger vermiethet waren, hat die Finanzdeputation die Miethe 108 600 m. Die Ausgaben beliefen sich auf etwa 95 000 m., das bisher begriffen ist, zeigt ein Blick auf die Betheiligung der fontrafte sofort zum 1. Mai d. J. als dem ersten zulässigen Termine davon allein für Reiseunterstützung 39 000 M. und annähernd Frauen an der proletarischen gewerkschaftlichen Organisation. gekündigt. Da einer der Miether seine Miethe nicht bezahlte, wurde 10 000 m. für das Vereinsorgan. Ein Antrag, die Hilfs: Nach der Statistit von 1893 haben 14 Organisationen 5384 weibfie eingeklagt, da die Behörde nicht von der Annahme ausgehen arbeiter mit in den Verband aufzunehmen, wurde aus praktischen liche Mitglieder; man geht nicht fehl, wenn man die Gesammttonnte, daß ein Beherberger das Vorrecht habe, keine Miethe zu Gründen abgelehnt. Beschlossen wurde, einen besoldeten Vor- zahl der in Deutschland organisirten Frauen mit 6-7000 verbezahlen. Nachdem der nicht erschienene Miether zur Zahlung sitzenden fest anzustellen. Ein Antrag, das Fachblatt möge an- anschlagt. Was will das heißen gegenüber der fünfviertel Milzweier Monatsraten verurtheilt worden war, machte er einer statt politischer mehr technische Auffäße bringen, wird nach lion, die gewerblich beschäftigt ist! In England hatten die Tradeneueren Klage gegenüber die Einrede geltend, daß der von ihm längerer Debatte abgelehnt. Die Vereinsbeiträge betreffend, Unions 1890 42 000 Frauen, darunter 28 000 in der Textilmit dem Rechtsvorgänger des Staates, Sommer, abgeschlossene welche bisher 25 Pf. betrugen, wird der Beschluß gefaßt, die industrie; drei Jahre später stieg die Zahl der organisirten Miethekontrakt ein" unsittlicher Vertrag" sei, aus dem nicht Wochenbeiträge im Sommerhalbjahr auf 30 Pf. zu erhöhen, Frauen in diesen gewerkschaftlichen Organisationen auf 76 000, geklagt werden könne. Das Amtsgericht ist dieser Ansicht bei- im Winter bei 25 Pfennigen zu belassen. Ferner außerdem hat man noch eine größere Zahl von Vereinen, wo getreten, ob mit recht, mag dahingestellt bleiben; jedenfalls wurde beschlossen, den vom Auslande zureifenden Kol- Frauen organisirt sind. Aehnlich liegen die Dinge in Amerika. werden die betreffenden Häuser in allernächster Zeit geräumt, legen, welche dort einem gleichen Verein angehört Die Erörterung der Frage, damit beendete der Redner und die Behörde hat alles gethan, was in ihrer Macht stand, haben, für mindestens 25 Kilometer, aber nicht über 200 Kilo seinen Vortrag, ob die Gewerkschaftsbewegung bei der um zu verhindern, daß in dem Staate gehörigen Gebäuden ein meter Reise- Unterstützungsgeld zu zahlen. Früher erhielten diese Kapitalskonzentration noch noch Werth babe, sei überflüssig Geschäft betrieben werde, das der guten Sitte widerspricht." Reisenden Unterstützung nach der von ihnen angegebenen Kilo- in einem Stadium, wo nur zirka 5 pCt. der Arbeiter Dieser Meinung ist das Hamburger„ Echo" nicht, es schreibt meterzahl. Die Karenzzeit bei Ablauf der Reise Unterstüßung gewerkschaftlich vereinigt sind.( Sehr gut.) Die Arbeiterklasse hierzu: Der letzteren Meinung sind wir nun nicht. Unserer An- wurde auf 26 Wochen festgesetzt, statt wie bisher auf 13 Wochen. kann nicht verzichten auf die gewerkschaftliche Bewegung ficht nach hätte die Behörde die Pflicht und auch die Macht" Ein Antrag der Wilhelmshavener Mitgliedschaft, die Sterbekasse mögen sich dies die deutschen Frauen recht zu Herzen nehmen! gehabt, sofort, nachdem die betreffenden Häuser in staatlichen obligatorisch einzuführen, wurde abgelehnt. Ferner wurde der( Lebhafter Beifall.) Besiz übergegangen waren, das Betreiben eines unfittlichen Ge- Antrag der Barmener Mitgliedschaft, daß beim Ableben eines Zu Anfang der Versammlung hatte Fräulein Baader werbes in diesen staatlichen Gebäuden zu inhibiren. Wer der Mitgliedes die Frau der Sterbekasse noch ferner angehören könne, Mittheilung von der Auflösung der Agitations- Kommission gegewerbsmäßigen Unzucht durch Verschaffung von Gelegenheit zur ebenfalls abgelehnt. Der Antrag Bremerhaven, das Sterbegeld macht und die Wahl einer Vertrauensperson vorgeschlagen, hierAusübung derselben aus Eigennuz Vorschub leistet, macht sich beim Ableben der Frau von 100 auf 200 m. zu erhöhen, wurde über wurde nun lebhaft diskutirt. Frau Greiffenberg benach§ 180 des R.-St.-G.-B. der Kuppelei schuldig. Von dem angenommen. Beschlossen wurde dann auch, daß die Beschlüsse fürwortete die Wahl von sechs Personen; für jeden Kreis cine Augenblick an, wo die Häuser im Specksgang staatlicher Besitz der Generalversammlung am 1. Juli d. J. in kraft treten sollen. Vertreterin. Genosse Legien hielt das für unpratisch, da ev. wurden, während die Beherberger ungehindert weiter in diesen Der Sitz des Vereins wurde nach Hamburg verlegt und Friß hierin eine Fortsetzung der früheren Kommission erblickt werden Häusern wirthschafteten, lag der Fall vor, daß die Finanz Berlin, zum ersten Vorsitzenden und Lindner Hamburg zum Haupt- tönne. Nach weiteren Bemerkungen von Frau Fahrenwald, Deputation als staatliche Behörde wissentlich gegen Entgelt fassirer gewählt. Hierauf wurde beschlossen, die nächste General Frau Reimann u. a. beschloß die Versammlung, Frau v. Hoff. Räume in staatlichen Gebäuden zur Betreibung gewerbsmäßiger versammlung in München abzuhalten. ftetten zu ermächtigen, in nächster Zeit die Einberufung einer Unzucht hergab. Juwieweit sich das mit dem§ 180 des Reichs- Strafgesetzbuches vereinbaren läßt, wollen wir Der Zentralverband der Berg und Hüttenarbeiter Versammlung vorzunehmen, welche die Wahl einer Vertrauens nicht weiter erörtern. Das aber steht fest, daß die Desterreichs hielt am 4. März in Brür seine Generalversamm- person vollzieht; die Anträge dieses Amt sofort zu besehen, waren damit abgelehnt. Behörde hierzu rechtlich nicht verpflichtet war, wie die offiziöse lung ab. 3745 Mitglieder wurden durch 47 Delegirte vertreten. Mittheilung des H. G." glauben machen möchte. Eine rechtliche Der Verband zählte am 15. Februar d. J. im ganzen 4300 Mit- Der Frauen und Mädchen Bildungsverein hatte am Verpflichtung, auf grund eines Miethekontraktes die Ausübung glieder, von denen 555, die in 5 Ortsgruppen vertreten waren, 24. März im Kolberger Salon eine Versammlung einberufen, in eines gefeßwidrigen Gewerbes in den gemietheten Räumen zu ausgetreten find, so daß der Verband 3745 ordentliche Mitglieder der Herr Steinbach einen interessanten Vortrag hielt. Redner dulden, existirt weder für den Staat noch für irgend welche zählt. Während dieser Zeit wurden seitens des Verbandes sprach über die technische Entwickelung in der Neuzeit und zeigte, Privatperson. Die Ansicht des Amtsgerichtes, daß ein unfitt- 35 Agitations Bersammlungen in verschiedenen Orten und 21 fon- wie durch das Eindringen technischer und maschineller Hilfsmittel licher Vertrag" nicht zu recht besteht, deckt sich vollständig mit der stituirende und eine Generalversammlung abgehalten, außer einigen in unserem gesammten Wirthschaftsleben sich gewaltige Alendeherrschenden Rechtsanschauung in juristischen Kreisen. Es nimmt verbotenen. Ortsgruppen sind zur Gründung 58 angemeldet, von rungen vollzogen haben. In der Diskussion nahm Frau Mesch sich doch recht wunderbar aus, wenn derselbe Staat, der durch denen nur 21 konstituirt werden konnten, die erste am 2. Dezbr. 1894. und Herr Mandala das Wort. feine Gerichte die Eltern, welche es nicht hinderten, daß ihre Bei Punkt 3, Verlegung des Verbandssites", wurden Stimmen Eine gutbesuchte Mitgliederversammlung des Verbandes Tochter mit dem verlobten Bräutigam im elterlichen Hause intimen abgegeben: für Pilsen 875, für Teplitz 195, für Brür 1750. Verkehr pflegte, wegen Kuppelei bestrafen läßt, der jegt gerade Somit bleibt Brür Siz des Verbandes. Weiter wurden folgende der in Buchbindereien 2c. beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen durch die Polizeiorgane einen Feldzug gegen die unfittlichen" Anträge des Ausschusses zur Abstimmung gebracht und an- tagte am 26. März bei Deigmüller, Alte Jakobstraße. Da der Nachtcafés und Speisewirthschaften unternehmen läßt, wenn genommen: 1. Der Antrag, wonach der Verband die Herausgabe Referent Dr. Heymann erst spät erschien, wurde zum zweiten sagen wir dieser selbe Staat wissentlich in seinen Gebäuden der beiden Fachblätter" Glück auf" und" Na zdar" zu über Punkt, Vereinsangelegenheiten, übergegangen und vom Referate die Ausübung der gewerbsmäßigen Unzucht duldet. Denn daß nehmen und deren Abnahme für die Mitglieder obligatorisch schließlich ganz abgesehen. Zunächst werden der Bibliotheks. Vom Vorstand die Finanzdeputation gewußt hat, daß bei den Beherbergern einzuführen hat, mit 2037 gegen 938 Stimmen. 2. Der Antrag, fommission wiederum 50 M. überwiesen. keine Madonnen ausgebildet werden, darf man doch veraussehen. wonach die Monatsbeiträge für je ein Mitglied auf 20 fr. erhöht werden behufs Drucklegung der Geschäftsordnung einige vorgebracht, auf Widerspruch des Kollegen werden sollen, mit 1536 gegen 1353 Stimmen. Auf Antrag des Aenderungen Ein Kind in Submission vergeben! Man glaubt wir Kameraden Niegel wurde beschlossen, daß in einer Familie, Witrisch wird die Angelegenheit der General Versamm scherzen, keineswegs. Die Lüchower Kreiszeitung"( Provinz welche mehrere Verbandsmitglieder zählt, nur ein Mitglied das lung überwiesen. Kollege Sailer giebt sodann bekannt, die öffentliche Versammlung am Donnerstag wegen Hannover) bringt folgendes überaus charakteristisches Inferat: Fachblatt abzunehmen verhalten wird, die übrigen aber nur den Am Sonntag, nachmittags 4 Uhr, soll ein Kind, ungefähr drei Verbandsbeitrag zu zahlen haben. unsittlichen Verhaltens des Arbeitgebers die Sperre über Wochen alt, von der Gemeinde an Mindest fordernde in F. P. Haman verhängt habe und der Vorstand mit der weiteren Verpflegung gegeben werden. Reflektirende haben sich beim Galizische Bergarbeiter Zustände. In Grojec( Galizien) Ausführung derselben betraut worden sei, von der Versammlung Gemeindevorsteher zu melden. Das ist in der That die duftigste befinden sich mehrere dem Grafen Potocky gehörige Gruben mit wird dieses gut geheißen. Eine längere Diskussion rief die Blüthe, die das im Wesen tapitalistischer Herrlichkeit begründete weißer Thonerde. Da verdient in einer ununterbrochenen zehn- Arbeitseinstellung der Kollegen und Kolleginnen der Buchhervor. Die Reiß, Wilhelmstraße, ArbeitsSubmissionsfieber zeitigen konnte. Welche bittere Fronie, ein ständigen schweren Arbeitszeit ein Häuer 50-60 Kreuzer binderei armes, unschuldiges, taum einige Wochen altes menschliches( 1 Kr. 1,6 Pfg.) ein Hilfsarbeiter 40 Streuzer. Meltere Frauen niederlegung ist entstanden infolge der Entlassung des Vertrauens Wesen wird wo könnte das bei einem Thier passiren erhalten bei derselben Arbeitsdauer 35, Mädchen 20 Kr. täglich. mannes. Die Versammlung genehmigte schließlich den Streik, öffentlich ausgeboten. Wer dieses Kind, ganz gleich wie, für Dabei müssen die Arbeiter für Del und Werkzeuge selbst auf- beauftragte aber den Vorstand, eine Unterhandlung nachzusuchen, den billigsten Preis aufzieht, erhält den Zuschlag. tommen. Da Sonn- und Feiertags nicht gearbeitet wird, so hat werde diefelbe abgeschlagen oder sei sie erfolglos, so solle die ein Arbeiter oft nur 23 Arbeitstage pro Monat zu verzeichnen. Sperre verhängt werden.( Die Unterhandlungen haben Erfolg Eine Elendsstatistik. Aus Mailand wird uns ge: Somit kommt ein Hilfsarbeiter pro Monat auf 9 Gulden 20 Kr., gehabt; sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen einschließlich des schrieben: Der Professor Baron Garofalo von der Universität davon entfallen für Krankenkassen 30 Kreuzer, für Lampe und Vertrauensmannes haben die Arbeit wieder aufgenommen.) Neapel, ein Crispinischer Sozialistentödter, hatte die Stirn, in Del 1 Gulden 45 Kreuzer. Danach bleibt ein monatlicher Reineiner kürzlich veröffentlichten Schrift, die von allen Ordnungs- verdienst von 7 Gulden 45 Kreuzer! Im Jahre 1893 hatte der blättern Crispi's ausgeschlachtet wird, die Erklärung aufzustellen, selbe Besitzer, Graf Potocky) an einem Tage in Wien daß es eine absolute Noth und Entbehrung der arbeitenden 50 000 Gulden beim Wettrennen verloren! Dafür arbeiten Klaffen gar nicht gebe. Heute antwortet ihm die Lotta di 1000 Mädchen fast ein Jahr in den Potocky'schen Gruben. Das Classe" mit folgenden offiziell- statistischen Angaben: Der Acker ist ein markantes Momentbild aus der bürgerlichen Gesellschaft. Jahr. Dersammlungen. daß M Nachdem noch einige Fragen erledigt waren, theilt der Vors sigende mit, daß der Verein mit dem heutigen Tage seine legte Versammlung in diesen Räumen abhalte, um nach Schmiedel's Festsälen, Alte Jakobstr. 32, überzusiedeln. ferinnen referirte in der legten Vereinsversammlung der Genosse In der Freien Vereinigung der Händler und Sänd bau- Minister Italiens hatte vor 1/2 Jahren die immerhin verdienstvolle Idee, zu wissen, wie der Tagelohn oder Jahreslohn Löwenstein über die Ümsturzvorlage. Nach einer regen der Arbeiterinnen auf dem Lande beschaffen sei. Er richtete Diskussion beschäftigte sich die Versammlung zum Schluß mit gedruckte Fragezettel an sämmtliche Präfekturen des Königreichs. der Erledigung einiger interner Vereinsangelegenheiten. Folgendes ist ein kleiner Auszug aus den amtlichen Antworten der Präfetturen.( Die Lohnangahen sind aus Franken und Gentefimi fand am 28. März eine Wahlvereins- Bersammlung bei Koch in lung der Stuckateure, in der Kollege Schmiedel über das Erster Wahlkreis. Für die Genossen des Hansa- Viertels Charlottenburg. Hier tagte am 24. März eine Versammts in Mark und Pfennige umgerechnet.) Präfekt von Ascoli: Die Bandarbeiterinnen erhalten der Lessingstr. 28 statt, in welcher Genosse Timm die gegen Thema:„ Die Schäden in unserem Berufe" referirte. Wie 40 Pf. pro Tag; die monatlich entlohnten bekommen die Koft, wärtigen gesellschaftlichen Zustände einer treffenden Kritik unter Grünberg in der Diskussion bemerkte, wird oft von den 80g. Durch lebhaften Beifall stimmten die Anwesenden den cin Kleidungsstück und 1,60 m. pro Monat. Präfekt von Avellino: Die Tagelöhnerinnen erhalten Ausführungen des Referenten zu. In der Diskussion ermahnten eigenen Kollegen der Tarif beruntergedrückt, eine Handlungs. Präfekt von Avellino: Die Tagelöhnerinnen erhalten die Genossen zu reger Agitation für die politische Organisation, mitgetheilt, daß am 1. April mehrere Bahlstellen errichtet 86 Pf. ohne Koft; die jährlich angestellten Arbeiterinnen nach 86 Pf. ohne Roft; die jährlich angestellten Arbeiterinnen nach die Genoffen zu reger Agitation für die politische Organisation, weise, die nicht genug verurtheilt werden kann. Es wird sodann dem schriftlichen Kontrakt Koft, Wohnung und 24 Mart prom die nothwendigen Vorbedingungen für die Erkämpfung werden. Die nächste Versammlung findet am 22. April statt. besserer gesellschaftlicher Zustände zu schaffen, und um im Falle Lichterfelde. Am 24. März tagte hier eine Versammlung, Bräfekt von hiebi: Tagelöhnerinnen 20 Pf. pro Tag mit einer Reichstagsauflösung gerüstet dazustehen. Rost oder 40 Pf. ohne Koft. Der Besuch der Volksversammlung in Sanssouci, in die sich mit den Lokalverhältnissen am Ort beschäftigte. Wie Aus der Gesammtprovinz der Marken ist der überein- der Abgeordneter Regien am 27. d. Mis. das Referat hielt, mitgetheilt wird, haben sämmtliche Lokalbefizer die Hergabe ihrer Es wird deshalb den ftimmende Tageslohn der Landarbeiterinnen 40 Pf. ohne Kost. war bei weitem nicht derart, wie man bei der Wahl des Themas Säle zu Versammlungen verweigert. In der Provinz Fermo ist der Tageslohn im Winter eigentlich erwarten fonnte. In flarer und fesselnder Weise führte Berliner Parteigenossen empfohlen, von dieser Thatsache ge28 Pf.(!) ohne Roft, im Herbst 40 Pf. und im Sommer 60 Pf. der Vortragende den Nachweis, daß die Frau bedeutend' mehr bührend Notiz zu nehmen. Die Maifeier, die hierauf zur BeIn der Provinz Messina ist der Lohn höher; nämlich als es gegenwärtig geschieht, sich auf gewerkschaftlichem Boden sprechung stand, soll in der Weise arrangirt werden, daß am Die Landarbeiterinnen erhalten 48 Pf. pro Tag ohne Kost und bethätigen muß, wenn sie wirksam an ihrer Emanzipation 1. Mai eine Versammlung und am 5. Mai die Feier mit Familie 24 Pf. mit Koft. arbeiten will. Das Ueberwiegen der weiblichen Bevölkerung stattfinden soll. Zum Schluß giebt der Genosse Labjuhn bekannt. Fu der Provinz Perugia gleichfalls 48 f. ohne Rost über die männliche nach der 90er 3ählung 966 806 Personen daß am 7. April in Steglitz eine Gewerkschaftsversammlung statta und 24 Pf. mit Kost. Die jährlich Angestellten erhalten Kost, in Deutschland kann es, führt der Redner aus, nicht recht findet, für die er um recht zahlreiche Betheiligung bittet. Wohnung und 24-36. fertigen, daß das Verlangen nach Frauenarbeit in Fabrikanten In der Provinz Terni bei Rom halten die Land- treisen stetig wächst. Die Berichte der Fabrikinspektoren für arbeiterinnen genau die Hälfte des Lohnes der männlichen Ar- 1893, die von der Verwendung der Frau im Bau und Handelsbeiter, nämlich 40 Pf. pro Tag. gewerbe und in der Hausindustrie nichts erzählen können, bringen Auf die freche Bemerkung des Barone, daß die Landarbeiter ben Nachweis, daß in 13 Industriegruppen z. B. zusammen niemals vor eigentlichem Glend sterben, führt die Lotta di nicht weniger als 616 000 Frauen beschäftigt werden; davon Classe" den offiziellen Bericht des amtlichen Inspektors Dr. Dürght find Arbeiterinnen von 16-21 Jahren 249 000. Der Unterin Boston( England) an, der ausspricht: Bon 3041 gestorbenen nehmer beschäftigt das Weib eben nicht deshalb, weil das Kindern im Bezirt meines Inspektorats waren 2851 Kinder von Geschlecht Beschäftigung finden soll, sondern darum, weil die Proletariern und auf jedes einzelne dieser Kleinen Gräber hätte Arbeiterin billiger, folgfamer 2c. ist als der männliche Sklave. man tönnen die Worte setzen: Gestorben vor Elend! Es gilt nun nicht, die Frauen vom Arbeitsmarkte zu entfernen, Lehrkurfus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Silfe bei Unglücksfällen. Montag, den 1. April, abends 8% Uhr, im rechten Gartensaal der Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Bortrag von Frau Dr. Christeller: Ueber die Pflege des gesunden und franken Kindes im ersten Lebensjahr. 6 Uhr: Lese- und Diskutirklub„ Karl Mare". Heute Sonntag findet im Lofale des Herrn Specht, Martgrafenfir. 83, eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen statt. 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Lehrplan für das Sommerhalbjahr Montag Dienstag Mittwoch... Donnerstag Freitag. Sonnabend . • • 1895. Nord- Schule. Müllerstr. 179a, Volksthümliche Medizin. ( Die Krankheit. d. Proletarier mit bes. Berück sichtigung der Berufsfrankheiten). Die Herren Vertreter der Kasse ( Arbeitgeber) werden hierdurch zu einer außerord. Generalversammlung Südost- Schule. am Dienstag, den 2. April cr., abends 81/2 Uhr, im Mundt'schen Lokal, Röpnickerstr. 100, eingeladen. Tagesordnung: Waldemarstr. 14. Volksthümliche Medizin. Statuts). ( Bau- u. Lebenserschei: 1. Erhöhung der Beiträge(§ 30 des nungen d. gesunden und tranten Menschen). Nationalökonomie( prattische). Natur Erkenntniß.( Die Geschichte( alte). Darwin'sche Theorie. Entwicklungsgesetze.) Deutsch( Literatur). Geschichte( neueste). Diskutir- Uebungen. Naturerkenntniß.( Die Abstammung des Menschen). Deutsch( Literatur). Distutir Uebungen.( Arbeiterschutz u. Organi sationsfrage). Die Schulräume find Abends von 1/28 Uhr an geöffnet( Sonntags 10-12 Uhr), um den Mitgliedern Gelegenheit zu geben, in dem außerordentlich reichen Zeitungs-, Zeitschriften- 2c. Material zu studiren. Der Unterricht beginnt um 1/29 Uhr und endet um 1/211 Uhr. Die Theilnahme an der Lektüre und dem Unterricht steht Jedem, auch Nichtmitgliedern an einem Abend im Semester unentgeltlich frei. Für sämmtliche Lehrfächer werden zu jeder Zeit neue Theilnehmer ( Damen und Herren) aufgenommen. 2. Statutenänderung(§ 13, Absatz 3). 3. Verschiedenes. Die sämmtlichen Herren Vertreter der Kasse( Arbeitgeber und Arbeitnehmer) werden hierdurch zu einer außerord. Generalversammlung am Sonntag, den 7. April cr., vormittags präzise 10 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenftr. 20, eingeladen. Tagesordnung: 1. Beschlußfassung über Erhöhung der Beiträge(§ 30 des Statuts). 2. Fortsetzung der Statutenänderung. 3. Verschiedenes. Berlin, den 29. März 1895. Achtung! Bildhauer! Dienstag, den 2. April, im Restaurant Schneider, AnnenAnfang 82 Uhr. strasse 16. Oeffentliche Versammlung Arbeit". Tages Ordnung: = 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Wurm über: Rapital und 2. Wahl eines Beisitzers und eines Revisors zur Kommission. 3. Beschlußfassung über die Feier des 1. Mai. 4. Verschiedenes. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen bittet 72/15 Die Kommission. Mitglieder- Versammlung des Unterstützungsvereins deutsch. Hutmacher ( Filiale Berlin.) ant Mittwoch, den 3. April, abends 8 Uhr, im Alten Schützenhause, Linienstr. 5. Tages Ordnung: 1. Berichterstattung der Kommission über Anträge zur Generalversammlung. 2. Aufstellung von Delegirten zur Generalversammlung. 4086 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen der wichtigen Tagesordnung wegen ersucht Der Vorstand. NB. Die Vorstandssitung am Dienstag, den 2. April, fällt aus. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. J. A.: Sündermann. 148/11 Berliner Arbeitervertreter- Verein. Versammlung In größeren Lokalitäten werden in bestimmten Zwischenräumen große Versammlungen abgehalten, in welchen wienschaftliche am Dienstag, den 2. April 1895, Themata's in volksverständlicher Weise behandelt werden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 25 Pf. monatlich. Das Unterrichtsgeld beträgt monatlich für jedes Unterrichtsfach 25 Pf.; für den Sonnabends Unterricht wird fein Entgelt erhoben. Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt an endstehenden Zahlstellen, deren je eine auch in jeder Schule errichtet ist. Die Zahlstellen sind folgende: S. Schöning, Stallschreiberstr. 29. SO. Südostschule, Waldemarstr. 14. Schulz, Admiralstr. 40 a. SW. Grube, Mariendorferstr. 5. Windhorst, Junkerstr. 1. C. Tempel, Sangeftr. 65. R. Nordschule, Müllerstr. 179a. Gnadt, Putbuserstr. 32. Gleinert, Müllerstr. 7a. Wernau, Rosenthalerstr. 57, NO. Mamlok, Barnimstr. 42. NW. Vogtherr, Stephanstr. 29, W. Werner, Bülowstr, 59. Der Vorstand. Die Bibliothek ist allabendlich geöffnet und steht jedem Mitgliede zur unentgeltlichen Benutzung zur Verfügung. 63/3 Arbeiter- Bildungsschule Versammlung Verein deutscher Schuhmacher. abends 8 Uhr, bei Röllig, Neue Versammlungen am Montag, den 1. April cr., Friedrichstraße 44. Tagesordnung: 1. Bericht über die aufgestellten Kandidaten der Vertreter und der Ersatzmänner zum Ausschuß der Invali ditäts- und AltersversicherungsAnstalt Berlin. 2. Verschiedenes. Die aufgestellten Kandidaten werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. Die Mitglieder werden ersucht, ihren evtl. Wohnungswechsel anzuzeigen. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 124/7 Der Vorstand. Zentral- Krankenkasse der Maler 2c. ( E. H. 71.) Filiale Berlin I. N. Mittwoch, den 3. April, abends 9 Uhr, bei Raabe, Ruppinerstr. 42: Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 178 1. Vierteljährlicher Kaffenbericht. 2. Wahl der Kranken- Kontrolleure. 3. Verschiedenes. Achtung! Die Ortsverwaltung. Achtung! am Sonntag, den 31. März, abends 7 lr, im Kolberger Lackirer. Salon, Kolbergerstr. 23. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Theodor Metzner. Thema: Wissensdrang und Glaubenszwang. 2. Diskussion. Mitglieder. 63/4 Nachher: Geselliges Beisammensein mit Tanz. Aufnahme neuer Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 31. März, abends 7 Uhr, im Saale der Arminhallen, Kommandantenstraße Nr. 20: Nachdem: 115/8 Versammlung. T Vortrag des Herrn Dr. Alfred Bernstein über: Unsere Ziele. 5 Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Nach dem Vortrage haben Gäste feinen Zutritt. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Bezirks- Versammlungen Süd- Osten: Montag, den 1. April, abends 81 Uhr, Oranienstrasse 180. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Weyl über Berufskrankheiten mit besonderer Berücksichtigung der Holzarbeiter. 2. Diskussion. Friedrichsberg und Rummelsburg. Montag, den 1. April, abends 8½ Uhr, im Lokale des Schröder, Ede kant- und Türrschmidtstraße. Tages Ordnung: Herrn Filiale IV der Vereinig. der Maler etc. Dienstag, den 2. April 1895, abends 81/2 Uhr, bei Wienecke, Alte Jakobstr. 83: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag:„ Presse und Arbeiter". Referent Genosse A. Kempf. 2. Diskussion. 3. Quartalsabrechnung. 4. Unser Stiftungsfest. 5. Gewerkschaftliches. Kollegen und Kolleginnen! Erscheint alle in dieser Versammlung. 181/8 Der Bevollmächtigte. Graveure, Ziseleure! Dienstag, den 2. April 1895, abends 81/2 Uhr, in den Dranienhallen", Oranienstr. 51: Zahlstelle I Zahlstelle Il abends 82 Uhr: bei ebelin, Langeftr. 108. " Feind, Weinstr. 11. Zahistelle Ill Freygang, Schüßenstr. 18/19. Um zahlreichen Besuch bitten 225/8 Die Vorfände. Achtung! Leseklub ,, Karl Marx". Große öffentliche Versammlung für Männer und Frauen 169/20 Sonntag, 31. März, abends 6 Uhr, bei Specht, Markgrafeuftr. 83: Tages Ordnung: = 1. Vortrag der Genoffin Frau Greiffenberg. 2. Diskussion. Nach der Versammlung geselliges Beisammensein und Tanz. Eintritt 10 Pf. Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Osten Berlins. Sonntag, den 31. März, abends 6½ Uhr. im Lokale des Herrn Albrecht, Memelerstraße Nr. 67: Große öffentliche Versammlung für Männer u. Frauen. Tages Ordnung: J 1. Vortrag des Genossen H. Tabert über: Kommunismus der alten Peruaner( Inkastaat)". 2. Diskussion. Entree 10 Pf. 169/19 Nach der Versammlung: Gemüthliches Seifammensein und Tanz. Achtung! Achtung! Dienstag, den 2. April, abends 8½½ Uhr, Gr. öffentl. Schneider- u. SchneiderinnenVersammlung in den Arminhallen, Rommandantenstr. 20. Tages- Ordnung: 1. Die rechtliche Stellung der Heimarbeiter zu der sozialpolitischen Ges setzgebung mit bezug auf die Entscheidung des Ober- Verwaltungsgerichts im Krankenversicherungswesen. Ref.: Kollege J. Timm. 2. Diskussion. Es ist nothwendig, daß zu dieser Versammlung alle Kollegen und Kolleginnen, namentlich auch die Heimarbeiter erscheinen. Die Mitglieder der freien Hilfskassen und der Orts- Krankenkasse der Schneider sind besonders 220/11 eingeladen. Die Agitationskommission der Schneider u. Schneiderinnen Berlins. Keller's Festsäle Stoppenstraße 29. Versammlung Sonntag, den 14. April( erster Osterfeiertag): Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Dr. P. Jessen über:„ Die Erziehung zur Kunst". 3. Diskussion. 4. Verschiedenes, Fragekasten. Mit Rücksicht auf den Vortrag wers den die Kollegen ersucht, pünktlich zu erscheinen. Gäste willkommen. 140/5 Der Vorstand. Verband d. Möbelpolirer 1. Vortrag des Herrn Bruns über:„ Die Gewerkschaftsbewegung und Montag, den 1. April, Abends 8 Uhr: ihre Zukunft". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Achtung! Brauerei- Hilfsarbeiter! Achtung! Da am 1. April das neue Vereinsstatut in traft tritt, fordern wir die Mitglieder in ihrem eigenen Interesse auf, die noch rückständigen Beiträge zu begleichen, Die Aushändigung der neuen Statutenbücher findet gegen Einziehung der alten Bücher auf sämmtlichen Zahlstellen statt. Alle Anfragen in Vereinsangelegenheiten sind an den Vorsitzenden A. Tamm, Dunderstr. 3, Hof IV., zu richten. Die Zahlstellen befinden sich: 1. Zahlstelle bei E. Olböter, Brunnenstr. 57. Erbe, Rixdorf, Hermann- Platz 17. 2. " " G. Dummert, Wilhelmshavenerstr. 13. 3. " " J. Wiedemann, Blumenstr. 38. 4. " " W. Grube, Mariendorferstr. 5. 5. " Wieste, Landsberger Allee 148, 6. " " A. Faller, Pallasstr. 16. 7. " 8. " 9. Gärtner, Molkenstr. 12. " " 10. Schöne, Heinersdorferstr. 8. " 11. " " Luzmann, Werder a./H., Kugelweg. 92/4 Der Vorstand. Wernice, Charlottenburg, Krummeftr. 1. schmerzlos eingefeßt, festsißend. Reparaturen sofort. Wenigre Künstl. Zähne Bemittelte Ermäßigung. Kreslawski, Spittelmarkt 13. Versammlungen in Rixdorf bei Babenschneider, Hermannstr. 138; in Weissensee bei Rlebs, Rölkeftraße 17. Tagesordnung: 1. Gewerkschaftliches. 2. Wahl eines Bevollmächtigten, Beisitzers u. Kassirers. 3. Verschiedenes. 208/2 Große Matinee der Stettiner Sänger( Meysel, Pietro, Britton, Steidl Krone, Röhl und Schrader.) farrangirt vom ( Mitgl. Gesangverein Berliner Kürschner( it des Anfang 12 Uhr. zum Besten der zu unterstüßenden Brauerei- Arbeiter. Eröffnung 11 hr. Programm 30 f. Die Kontrolle wird von Brauerei- Arbeitern ausgeführt. Billets find zu haben im Restaurant Mertens, Landwehrstr. 11, Das Comiter. 155/16 Weimann's Volksgarten, Badstraße 56. Montag, den 15. April 1895( 2. Ofter- Feiertag): Grosse Matinée, Der Borstand. bestehend in Konzert, Gesangs- u. komisch. Vorträgen. Den Möbelpolirern zur Kenntniß, daß die Differenzen bei Jericke, in Firma Rückwart u. Riegel, Wienerstraße 50, zu gunsten der Kollegen geendet haben; die letzteren fangen morgen wieder an zu arbeiten. Rohtabak Größte Auswahl, billige Preise Emil Berstorff. 182. Brunnenstr. 182. Garantirt flotten u. sicheren Brand. Veranstaltet von den Genossen der Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen. 297/14 Billets 20 Pf. Anfang 12 Uhr. NB. Den Besuchern der Matinée steht das Recht zu, den weiteren Die Vertrauensperson. Tagesvorstellungen unentgeltlich beizuwohnen. Seydelstr. 17, Ecke Alte Jakobstraße. Ebel's Caféhalle, Staffee 10-15, Ghotolabe 15, Bier 10 Bf.( 286b „ Märkischer Hof“, Admiralstr. 18. Ende 2 Uhr. Jeden Sonntag im prachtvollen Spiegel- Saal: Grosser Festball. Die große Ballmusit wird abwechselnd Anfang 4 Uhr. Die beiden Spiegelsäle sind zu mit Horn- und Streichmusik ausgeführt. Festlichkeiten und Versammlungen. zu vergeben. Die Restaurations- Räume stehen den geehrten Familien Sonntags zur Verfügung. Vereinszimmer. Der untere Saal ist am 3. Oster- Feiertag, der obere noch an mehreren Sonntagen an Vereine zu vergeben. Berantwortlicher Rebetteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 143123