�r.2SH� 41. Jahrgang Ausgabe A Nr. 147 Bezugspreis: WSchenMch 70(Solbpfeimig, monatlich 8,—(Solbmac! voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Laar- und Memelgebiet. Oeslerreich. Litauen, Luxemburg 4.2Z Eoldmor!, sür das übrige Ausland 5.25®oIbm«rf pro Monat. Set..Borwärt«' mit der Sonniag». beilage„Voll und geil' mit„Siedlung und Kleingarten', sowie der Unterhaltungsbeilage„Heimwelt' und ssrauenbeilage„ssrauenstimme' erscheint wochentäglich zweimal, Honntags und Montags einmal. Telegramm-Adresse: ««ozialdemolrat Berlin' Morgenausgabe c l» iiviWenillg ISS»NUarSen Devlinev VolksblAkt Nnzeigcuprcise: Die einspaltige Zlonpareille- geile 0.70 Goldmarl. ZiellamezNIe t.— Eoldmark.„Kleine Anzeigen' das fettgedruckte Wotl 0,20 Sold- «ort lzulälsig zwei settgedruckle Worte), jedes weitere Wort tUO Goldmark. Slellengeiuche das erste Wort 0,10 Goldmarl. jedes weitere Wort 0,05 Goldmarl. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte, ffamilienanzeigen für Abonnenten Seile 0L0 Goldmark. Sine voldmor!— ein Dollar geteilt durch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer Müssen bis tlh Ubr nachmittag» im Hauptgeschäft, Berlin EW6S. Linden- strahe 3. abgegeben werden. Geöffnet von S Uhr früh bis S Uhr nachm. Zentralorgan der öozlaldcmokratlfchcn Partei Deutfcblands Reöaktion und Verlag: CW 68, Lindenstraße Z spornt WeboftiOBS Dönhoff 298—295 �ermprecyer.« e 1 1 a B. Dönhoff 2506-B507 Freitag, den Ä0 Juni 1924 vorwärts-verlag G.m.b.H., Ew 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 875 36— Bankkonto: Direktion der Diskonto-Geiellschaft. Dehositenkasse Sinbenftrafte 8 Stürmische Fortsetzung der Kammeröebatte Die Sitzung mehrmals unterbrochen.— Die Erklärung der Sozialiften. Herriot antwortet dem Nationalen Block. In der gestrigen Sitzung der Kammer wurde di« Debatte über die Regierungs-erklärung mit einer Interpellationsrede des früheren Generasberichierstatters des Budgets und Marineminifters im letzten Poincare-Kabinett, Vokanowfti, eingeleitet, der sich befon- der? über die Finanzprobleme verbreitete. Der Redner bemüht« sich um den Nachweis, daß di« Finanzlage Frankreichs, dank der bis- herigen Politik, glänzend fei und daß die Regierung Herriot infolge der Ermächtigungsgefetze Poincarcs«ine sehr günstige Erbschaft übernommen habe. Diese Ausführungen riefen wiederholt lebhafte Protestruf« bei der Linken hervor und schließlich zerstörte mit einer kurzen Zwischen- bemerkimg Genosse Vincenk-Auriol, der Finanzspezialist der sozio- listischen Fraktion, dieses unverfrorene Selbstlob Botanowski», indem er erklärte: „Die inner« Schuld betrug am 31. Dezember 1319 173 Mit- liarden, hingegen am 31. Dezember 1923 277 Milliarden. Das sind 194 Milliarden mehr, wozu noch ein Defizit von 77 Milliarden kommt, das dem Egoismus und der Beschränktheit der früheren Regierung zuzuschreiben ist, insbesondere aber der des Redners, der niemals den Mut hotte, seine Tätigkeit als Budget- berichterstatter aufzugeben, obwohl er das Defizit könnt«. Bei alle- dem hat Botanowski mich noch vergessen, daß di« früher« Mehr- heit den Frank.mit einem Wert von 79 Centimen übernom- men, hingegen ffnt 25 Centimen zurückgelassen hat. �Lebhafter Beifall links.) Schließlich wandle sich Bokanowski unter dem Beifall der Minderheit gegen die vom Linksblock geplante Kapitalsteuer, di« die neben den bereits bestehenden Einkommensteuern den Wieder. aufstieg der Industrie gefährde. Sodann verlas namens der Sozialistischen Partei Genosse Paul Favre «in« Erklärung, in der es heißt, die Sozialistische Partei glaube, daß durch di« Wahl vom 11. Mai in Frankreich nicht nur eine Der- schiebung der Porteistärte eingetreten sei, sondern daß das Volk zu verstehen gegeben habe, daß auch auf politischem Gebiet eine vollkommene Aenderung vorgenommen iverden solle. Frankreich habe vor allem bedeutet, daß es in Frankreich und ganz Europa die grausamen Folgen de» Krieges und des v o l l t o m m e n mangelhaften Friedens beseitigen wolle. Frankreich wolle einen dauerhasten Frieden. Es wolle in einer von Mißtrauen und haß geretuigten Luft atmen. Es Hab« begriffen, daß der Wiederaufbau verbunden sei mit dem allgemeinen Fortschritt der Friedens- fräste und der Demokratien, und daß der wirtschaftliche Ausgleich und der Währungsausgleich als Endbedingung des dauer- haften Friedens di« ungestörte Arbeit und das gegenseitige zzertrauen der Völker voraussetze.' Diesen Willen habe das französische Aolk am 11. Mai zum Ausdruck gebracht. Einer Politik, die nationalistischen Egoismus, die Mißtrauen und Haß geschaffen habe, habe.«s ein Ende bereitet, um an ihr« Stelle eine Politik zu setzen, di« aufgebaut sei auf dem Gedanken i n t e r- nationaler Solidarität. Die Sozialistisch,? Partei glaube als Beauftragte der Arbeitermasicn zu handeln, wenn sie der gegen- wärtigen Regierung, die entschlossen sei, das Werk der Reparationen durchzuführen, Vertrauen schenk«. Die Arbeiter seien jedoch Intelligent genug, um zu begreifen, daß eine vierjährige Mißwlrt- schaft nicht in wenigen Wochen beseitigt werden könnte. Di« Sozialistische Partei erwarte von der neuen Regierung, daß sie sich kreu treibe: sie verlange von ihr nicht, daß das Programm der Partei, sondern daß das ihre durchgeführt werde. Sie werde der Regierung so lange treu bleiben, solang« sie ihren eigenen Grundsätzen nud ihren Versprechungen treu bleibe. Die sozialistisch« Partei habe volle Freiheit gegenüber der Regierung, wie die Regierung selbst gegenüber der Partei frei sei. Die sozialistische Partei habe auf keinen ihrer Grundsätze verzichtet. Sie wolle lediglich ihren Beistand leihen, von dem willen nach Friedenn. Gerechtigkeit und Fortschritt beseelt. Nach dieser Erklärung, di« von den Parteien des Links- block? mit Beifall aufgenommen wurde, wurde die Sitzung unter- krochen. Nach Wiederaufnahme der Sitzung ergriff der ehemalig« Mi- nister für öffentliche Arbeiten Le Troajuqx dos Wort. So wie s«in el)«inc, liger Ministerkollege das Loblied der Finanz- Politik des Nationalen Blocks gesungen hatte, verteidigt« Le Trocquer die R u h r p o l 1t i k der früheren Regierung, zu deren Vorkämpfern er bekanntlich gehört hatte. Er wiederholt« di« früheren Anklagen Poincare? gegen Deutschlands schlechten Willen und versuchte zu beweisen, wie erträgnisreich di« Ausbeutung der Ruhrbergwerke für Frankreich geworden sei. Schließlich warnt Le Troqueur die neue Regierung vor einer Aufgabe der Eisenbahnregi« und vor einer militärischen Räumung des Ruhrgebiets Die Außen politik Poin- carcs fei vom Volk? gebilligt worden. Di« dreiste Behauptung rief stürmischen Widerspruch bei der Mehrheit hervor. Sodann ergreift Herriot unter lebhaftem Beifall der gesamten Linken das Wort und führt aus: Leider muß ich darauf dringen, daß die Debatte heute abend zu End« geht, damit ich morgen mein« Reise nach L o n- d o n antreten kann.(Sehr gut!) Di« Aufgabe der Regierung ist schwieriger als lediglich Früchte zu ernten. Man kann der Re- gierungserklärung nicht vorwerfen, daß sie nicht klar und genau fei. Die Regierung würde auf die Macht verzichten, wenn die Umstände es ihr nicht gestatten würden, fernerhin aus eine wirklich demo. kratische Mehrheit zu bauen.(Lebhafte Unterbrechungen rechts, Beifall links.) Während der Rede Herriots kommt es zu derartig hef- tigen Unterbrechungen seitens der Rechten, daß di« Sitzung fast zu einer Schlägerei ausgeartet wäre. P a i n l e v e mußt« infolgedessen etwa um 7 Uhr die Sitzung kurz unterbrechen. Nach Wiederaufnahme fährt Heruiot fort: Die vorgelegten Gesetzentwürfe müsse man diskutieren, aber es habe keinen Wert, sich zu enzyklopädischen Debatten herzugeben, in deom Verlaus man olle Fragen anschneide, ohne auch nur ein« einzig« zu lösen. Er ersuche die Mehrheit, Arbeitsgeist zu ent- falten und sich nur auf. die Diskussion der notwendigen Reformen zu beschränken. Aus diesem Grund« wolle er heut nur drei Fragen behandeln: Die Frag.? der Abschaffung der Botschaft am Vatikan, die Finanzsrage und die Frage der Außen- politik. Er sei kein Antiklerikaler, aber er müsse feststellen, daß er s ch o n 1 9 1 9 bei der Errichtung de? Botschaft beim Vatikan sich hiergegen ausgesprochen habe. Sein Vorgehen Hab« nichts mit Intol«:an, zu tun. Er habe nicht die Absicht, die Gefühle der Katho- liken zu verletzen, und er erkenne wohl an, was die katholische Reli- gion Gutes geschaffen habe und noch schaffe. Er müsse ober den Grundsätzen treu bleiben, die er früher vertreten habe. (E:ne Stimm« rechts: Ein Regierungshaupt darf nicht sprechen und handeln wie ein Führer der Opposition!) Herriot erwidert: Ein Führer der Opposition darf nicht sagen, was er nicht durchführen kann, wenn er die Regierung übernimmt.(Lebhafter andauernder Beifall auf der ganzen Linken.) Ich habe seinerzeit gegen die Wiederherstellung der Botschaft beim Vatikan gekämpft. Ich habe es getan im Interesse des religiösen Friedens.(Lebhafte Unterbrechungen rechts.) Und wenn man daran denkt, daß Frankreich mit dem gleichen Wohlwollen Katholiken, Protestanten, Israeliten. Mohammedaner und Freidenker behandeln will, kann man den Schluß ziehen, daß kein Anlaß vorliegt, den Papst wie einen Souverän zu behandeln.(L«bl)aster Beifall und Bewegung.) Der Royolist Vaudry d'Asson ruft dazwischen: Wie hält man es in anderen Ländern? Herriot antwortet: Frank- reich hat das unbeschränkte Recht, sich lediglich von seinem eigenen freien Geist leiben zu lasse».(Lebhafter Beifall auf der ganzen Linken. Stürmische Unterbrechungen rechts.) Die höheren Inter- essen Frankreichs sollen doch wohl nicht geopfert werden? Ich jeden- falls glaube das nicht.(Lebhafter Beifall. Unterbrechungen rechts.) Ein Abgeordneter dir Rechten ruft dazwischen: Je mehr man die katholisch« Religion angreift, um so stärker wird sie.(Lärm links.) Herriot: Ich habe:vine Ueberzeugung. Als Angegriffener muß ich mich darauf beschränken, meine eigene Ueberzeugung auszu- drücken.(Lange Unterbrechungen rechts.) Die Recht« unterbricht weiter den Ministerpräsidenten häufig, was Gegenkundgebungen seitens der Linken hervorruft. Als der Ab- geordnete General de S a i n t- I u st, der der Demokratisch-Republi- lanischen Union angehört, ein« Bemerkung macht, ertönt von Links der Ruf: ,.Die Mordgenerale sollen schweigen!" Es entsteht ein ungeheurer Tumult. Di« Diener müssen eingreifen, um Handzrclfüchkeiteii zu verhindern. Nur mit Mühe kann sich der Kammerpräsident Gehör vcrsckxsisen, der den Abgeordneten, der diese Bemerkung gemacht hatte, auffordert, sich zu melden und seine Aeuße- rung zu erläutern. Es meldet sich der kommunistische Abg. Re- n a u d, der erklärt, er habe von dem spechen wollen, was sich wäh- rend des Krieges ereignet Hab«. Diese Erläuterung wird als u n- befriedigend erklärt und viel« Abgeordneten der Rechten drin- gen auf die Ministerbank«in und schreien: Rollet! Rollet! Rollet! In diesem Augenblick hebt der Kammerpräsident P a i n- l e o c die Sitzung auf. Damit ist der Tumult jedoch noch nicht beendet. In dem großen StimmSngewirr ist es unmöglich, die Aeußerungen zu verstehen, die seitens der Kammermitglieder von rechts und links gemacht werden. Di« Saaldiener haben die größte Mühe. Tätlichkeiten zu verhindern. Erst als der Abg. R e n o u d das Wort ergreift, um sich zu« n t s ch u l d i g« n, kehrt allmählich die Ruhe wieder, so daß der Kammerpräsident Painleoä um 19 Uhr die Sitzung wieder eröffnen kann, um Ministerpräsident Herriot Gelegen- heit zu geben, sein« Rede fortzusetzen. Nach Wiedtrausnahm« der Sitzung um 19 Uhr teilt P a i n- l e v ö in seiner Eigensckast als Borsitzender mit, daß der Abgemd- nete Renaud feine Aeußerungen mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückgenommen Hab«. Er fordert die ganze Kammer aut, Zurückhaltung zu üben.(Beifall.) Herriot schtießt sich dem Protest des Vorsitzenden sowie seiner Aufforderung an. Als verschiedenen Zurufe Verschiebung der Sitzung verlangen, bittet Herriot darum, daß man ihm seine Ausführungen beendigen läßt. Die Forderung, fährt er fort, eine Botschaft beim Vatikan zu unterhalten, sei in keiner Weise berechtigt. Im Orient sei es Frank- reich, daß auf Grund alter Rechte die Aufgabe habe, die Katholiken zu schützen. Frankreich habe die katholische Welt zu beschützen und nicht die katholisch? Welt Frankreich. Herriot wendet sich alsdann den Ausführungen Bokanowftis zu. Die Regieiurig werde in der energischsten Form gegen die Budgetunordnung austreten, und sie sei entschlossen, in das Budget keinerlei Ausgaben einzu- lügen, die nicht durch entsprechende Einnahmen gedeckt seien. Herriot wendet sich dann gegen die Verleumdungen der Presse der früheren Mehrheit. Dies« Kampagne sei im übrigen nicht nur in Frankreich, sondern auch im Ausland« aufgetreten. Die Regierung sei entschlossen, den Franken energisch zu verteidigen. Denn es gebe keine gute Politik, ohne ein wirtschaftliches und poN- tische? Verstehen. Frankreich hat uns, während man daran arbeitet, es zu entmutigen(stürmische Zwischenruf« rechts und in der Mitte, andauernder Beifall links), sein Vertrauen bewiesen und es Hai recht gehabt, dieses Vertrauen zu zeigen. Wir stehen am Vorabend bevemender Schwierigkeiten. Das Jahr 1925 wird ein gefähr tiches Jahr sein und viel Vorsicht bei der Verwaltung erfordern. Er tritt mlodann den Ausführungen Le Trocguers entgegen. L? Trocquer müsse etwas Bescheidenheit zeigen, wenn er der Regierung Ratschläge geben wolle. Der frühere Wiederaufbauminister Reibe! greift nunmehr in die Debatte ein, um darzulegen, daß Deutschland mit sämtlichen Wiederaufbausragen schlechten Willen gezeigt hätte. Es sei unzulässig, daß Abgeordnete oersuchen, die französische Regierung anzuklagen, um Deutschland zu entschuldigen.(Neuer Lärm.) Die Dokumente zeigen, daß Frankreich stets den besten Willen(?) an den Tag gelegt habe, während Deutschland dos Gegenteil getan habe.(Neue Unterbrechung.) H e r r i ot ergreift wieder das Wort: Zch brauche mich gegen Velaidigungcn nicht zu verteidigen(lebhafter Beifall links). Es ist eine leichte und banal« Anklage zu jagen, man hätte die Interessen Deutschlands unterstützen wollen.(Zuruse in der Mitte und rechts.) Herriot tritt alsdann im einzelnen in zahlenmäßigen Zlusführunqen Reibe! entgegen.„Ich klage Sie an," ruft er aus. (Lebhafter Beifall links.) Sie der Sie uns eine Lektion von Patriotismus geben wollen, daß Sie 750 Millionen, die man dem Lande schuldete, einfach geopfert haben."(Lebhafter Beifall auf der äußer- sten Linken und der ganzen übrigen Linken.) Der früher? Kriegsnünister Maginol verlangt, daß di« Regie- rung die Besetzung des Ruhrgebiets ausrecht erhalte. herrlol erwidert, daß. wenn man sich an die Durchführung der im Sachverständst�nbericht enthaltenen Bestimmungen über die Durchsührungsgaranlien hielte, die Besetzung 37 Jahr« dauern werde, herriot erklärte, daß das friedliche Frankreich die Frage der Zahlungen und der Sicherheit lösen könne. Frankreich hasse, daß die d eu t s ch e Demokratie begreife. daß sie wie Frankreich an der Lösung dieser Frage inter- essiert sei. Frankreich wolle nicht nur bezahlt sein, es wolle auch nicht mehr angegriffen werden. Er, Herriot, sei sicher, daß er an der Spitze der englischen Regierung den liberalsten und intelligentesten und ten sichersten Freund finden werde. Man habe oft Worte ver- nommen, die man hätte ruhiger auslegen können. Verlange man doch nicht von zwei großen Völkern, daß sie sich ähnlich seien, ver- lange man nur, daß sie sich erkennen und sich zu einer wirkungsvollen Zusammenarbeit im Interesse der aiiderrn Völker zusammenfinden. Wenn ich mit Ihrem Vertrauen nach London abreisen darf, dann werde ich mein Land mit ganzer Kraft verteidigen. Der rechtsstehend« Abgeordnete Rollin ruft dazwischen: „Und die S i che r h« i t?" Herriot erwidert:„Ich habe mich darüber ausgesprochen Wir iverden uns gegenseitig unterstützen, und ivemi wir von der großen Mehrheit dieses Landes unterstützt werden, dann werden wir unsere Aufgabe erfüllen, wie ich sie auseinandergesetzt habe. Wenn wir aber keinen Erfolg hoben, dann wird die Ordnung dadurch nicht gefördert werden." Bei Beendigung der Red« Herriots klatschen die Abgeordneten der Lm.en stehend Beifall. Der Ministerpräsident wird, als er auf feinen Sitz zurückkehrt, von sämtlichen Ministern beglück- wunjcht. Daraus wird die Sitzung unterbrochen. In der neneii Sitzung wird vermutlich nur über die noch ein- zubringenden Tagesordnungen verhandelt werden. Die Abstimmung erfolgt voraussichtlich erst in später Nacht- stunde. Die Besprechungen Herriot-Macdonald. Paris, 19, Juni.(Eigener Drahtbenchk.) Herriot wird bereits morgen. Freitag, spät abends in London eintreffen. Die»esprechun- gen mit Macöonald werden Sonnabend und Sonntag erfolgen. Herriot wird voraussichtlich von maßgebenden französischen Finanz- sachverständigen begleitet sein, da er beabsichtigt, auch die Frage der Kriegsschulden mit dem englischen Premier zu erörtern. Etatberatungen in Thüringen. Der Finanzminister gegen Annahme des Sachverständigengutachtens. Weimar, 19. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Der Haushalts- plan des. Landes Thüringen, der Ausgaben in Höhe von 83,7 Millto- nen Goldmark vorsieht und einen F«hlbetragvon7,4Millio- n e n aufweist, gelang« in der Donnerstagsitzung des Landtages zur Beratung. Der Finanzminister erkannte in seiner Etatrede die Leistungen der unter der Leitung des so viel angefeindeten Sozialdemokraten Wolter Loeb stehenden Thüringischen Staatsbank an, bezeichnete die Herausgabe von Schatzanweisungen durch den damaligen sozialdemokratischen Finanz- minister Hartmann als«ine äußerst geschickte Maß- nähme und brachte besonders zum Ausdruck, daß das Land Thüringen durchaus kreditfähig sei. Der in Thüringen durchgeführte Abbau der Beamten habe keine wesentlicher Er- s p a r n i s s e gebracht, und es sei zweifelhast, ob die im Etat einge- setzten Beträge an Grund st euer eingehen würden, da Stundungs- gesuche und Gesuche um Erlaß der Steuer durch die Landwirtschaft in großen Mengen eingehen. Das Land müsie aber darauf bestehen, die Gelder hereinzubekommen, wenn es selbst die jetzige schwierige Zeit überwinden wolle. Zur Deckung des Fehlbetrages schlug der Finanzministcr vor,' daß von den 18 900 Schülern der Wahlschulen, von denen jetzt ungefähr die Hälfte schulgeldfrei sind, nun- mehr 16 Erwägung gezogen worden. Da aber inzwischen von der deutschen Regierung selbst der Personalbestand der Reichsbahn stark abgebaut worden ist, holten di« Sachverständigen feine weiter« Ber. Minderung nicht mehr für erforderlich. Es besteht bei ihnen daher auch keinerlei Absicht, dos Problem etwa erneut in Erwägung zu ziehen. Alle anderslautenden Nachrichten entsprechen nicht den Totsachen." Damit ist die Tendenzlüge der Telegraphen-Unlon zusammen- gebwchen. Zur Umwanülung der Reichsbahn. Nach einem von der Sozialdemokratischen Reich«. beamtentagung angenommenen Antrag soll die Eozialdemo- ktatische Reichstags fraktion bei der kommenden Umstellung der Reichsbahn mit aller Entschiedenheit dafür eintreten, daß den Beamten und Beamtenanwärtern ihr« wohlerworbenen Reichs- beamtenrechte dem heutigen Veamtenrecht entsprechend ge- währleistet bleiben. Der Deutsche Eisenbahnerverbond und die Reichsgew erkschast haben sich zur Klärung dieser wichtigen Frage inzwischen mit einer Eingabe an die Reichsregierung. die Parteien des Reichstags, sowie an die Regierungen der Länder gewandt. Sie verlangen, daß vor der Vorlegung der tn Betracht kommenden Ge- fetzentwürf« die Frage in Verbindung mit den Vertretern der Reichs- eisenbahnbeamten besprochen wird. Dielfach wird innerhalb der Beamtenschaft auch die Befürchtung laut, daß mit der Umwandlung der Reichseisenbahn di« Beamten in Zukunft nur noch als Angestellte mit Beamtentitel zu betrachten stich. Das würde bezüglich der Besoldung(jetzt Reichs- besoldung), Pensionen, Hinterblwbenen und dergleichen eine andere rechtliche Stellung bedeuten. Wie wir dazu hören, bleiben die wesentlichen Rechte gesrch ert, wenn auch aus dem Reichseisen- bahnbeamten ein Beamter eigener Art wird. Bei der starken Be- tonung des kaufmännischen Gesichtspunktes durch die Sachverstän- digen und bei der politischen Bedeutung, di« nach der Umwandlung der Reichseisentohn tn der ungestörten Ausrechtsrhaltung de» Be- triebes liegt, werden qualifizierte Arbeit und Disziplin in der Reichs- bahn eine besonders wichtige Rolle spielen. Um so selbstverständlicher ist es, daß das gesamt« Personal im Rahwon der außenpolitischen Notwendigkeiten wirtschaftlich und rechtlich zufriedengestellt wird. Ein weiterer Abbau des Personals kann, wie wir ferner hören, schon im Hinblick auf die sich mehrenden Unglücksfälle keineswegs unten, sondern höchstens oben, im Bureaubetrieb, vorgenommen werden. von Rnstanö, Mut und anderem. Henning vor Gericht.— Er klagt einen Parteigenossen an. Am Donnerstag stand der Nationalsozialist Bock vor Gericht. Kläger war der Nationalsozialist Reichstagsabgeordneter Major a. D. H e n n t n g. Bock hatte in der Völkischen Freiheitspartei behauptet, daß Henning bei Ermordung des Grafen Mirbach, des deutschen Geschäftsträgers in Moskau geflüchtet sei, daß Hcn- ning den Verband Nationaler Soldaten beim Minister Severing denunziert und daß er sich schließlich geweigert habe, bei einer Protestkundgebung auf dem Platz vor dem Reichstag nach der Ermordun g M inister Rathenaus zu sprechen, aus Furcht, daß die Menge Henning verprügeln werde. Die interessante Klage kam leider nicht zum Austrag. Henning erschien zu der Verhandlung mit einem großen Hakenkreuz auf dem Ueberrock. Der Vorsitzende, Amlsgerichisrai Friedländer, ersuchte de« Abgeordneten, das hackenkreuz zu entfernen, da er im Gerichtssaal als Verhandlungsleiter das Tragen dieses Abzeichens nicht dulde. Er bezeichnet« das Verhalten des Privat- klägers als ungehörig. Henning� weigerte sich trotzdem, das Hakenkreuz zu«nt- fernen mit der Erklärung, daß keine Bestimmung vorhanden fei, die das Tragen des Hakenkreuzes in Deutschland verbiete. Das Haken- kreuz fei das offizielle Abzeichen der Deuffchoölkischen Freiheit»- partei, er lege es sogar zu den Reichstagssitzungen an und trag« es unbeanstandet bei all seinen Verhandlungen mit B«> Hörden. Amtsgerichtsrat Friedländer verlangte nun abermals in energischer Weis«, daß der Privatkläger sich seinen Anordnungen zu fügen Hab« und erklärte, es sei unerhört, daß«in Abgeordneter die Würde des Gerichtes nicht respektiere. Ein solches Verhallen deute mindestens auf«ine mangelhafte Erziehung hin. Das Hakenkreuz sei für weite Kreise des deutschen Volkes außerordentlich erregend und es habe dem Deuffchen Reiche mehr Schaden gebracht, als irgend etwas anderes. Henning weigerte sich zum zweitenmal, der Aufforderung. da» Abzeichen fortzunehmen und hierauf erftärt« der Vorsitzende, daß er den Privatkläger in eine Ordnungsstrafe nehmen werde. Als der Verteidiger Hennings, Rechtsanwalt Dr. Sack, ver- mittelnd eingreifen wollte, kam es auch zwischen ihm und dem Vor- sitzenden zu einem Zusammenstoß, da Amtsgerichtsrat Fried- t ä n d e r erklärte, der Anwalt hätte feinem Mandanten von vorn- herein darauf aufmerksam machen müssen, daß man mit einem Hakenkreuz Nicht vor dem Richter erscheine. Rechtsanwalt Dr. Sack erklärte, seinem Mandanten habe es ferngelegen, das Gericht etwa durch das Hakenkreuz provozieren zu wollen und an diese Bemerkung knüpfte sich eine sehr heftige Pe- batie, in deren Verlauf Amtsgerichtsrat Friedländer auch dem An- walt droht«, ihn in eine Ordnungsstrafe nehmen zu wollen. Weiter spitzt« sich die Situation zu, als nunmehr Henning in sehr scharfer Weise sich von dem Vorsitzenden politische Belchrungen ver- bat, die er als Reichstag»abgeordneter nicht nötig habe. Als Amis- aerichtsrat Friedländer nunmehr erregt aufsprang, erklärte Henning, der Richter möge sein Amt niederlegen, wenn er seine Nerven nicht im Zaum zu hellten imstande sei. Nunmehr erklärte Rechtsanwalt Dr. Sack, daß er den Bor- sitzenden als befangen ablehne und dieser Erklärung schloß sich der Beklagte B o ck an. mit der Begründung, daß ihm als Mit- glied der Völkischen Freiheitspartei. sowohl das Hakenkreuz alz auch die politische Richtung heilig fei. Nach diesen Vorfällen war eine Verhandlung nicht mehr möglich. Der Vorsitzende verkündete gegen den Abgeordneten Henning die Verhängung einer Ordnungsstrafe von 60 Goldmark. Es wurde beschlossen, die Angelegenheit an di« z u st ä n d i g e Kammer des Landgerichts zur weiteren Entscheidung zu übergeben. Sleibe im Lande l Von Sylvia de Mayo. Di« Reichsregierung hat endlich di«»nSttisr- fperre aufgehoben. „Vier Meter lang, zwei Meter dick--*, Weser neue Bertiner Schlager wurde überall gesungen, wo sich Herr Taddeus Knorke blicken ließ. Allerdings mit Unrecht: denn Knorkes Länge betrug höch- sten» 1 Meter 10, wohingegen fein Leibesumfang mit vier Metern nicht zu gering bemessen war. Da» war de» Guten etwas zu viel, und auch der Hausarzt war dieser Ansicht und verordnet« Taddeus Knorke eine vierwöchige Kur in Marienbad. Run liegt dieser Badeort be- kanntlich in der Tschechoslowakei, und der Weg ins Paradies(Aus- land) ist für uns Deutsche mit 500 Rentenmark gepflastert. Und 600 Rentenmark aufs Pflaster(Finanzamt) zu werfen, war Taddeus Knorke bei der augenblicklichen Geldnot, schlechten Börse, steuerlichen Belastung usw. usw. nicht gesonnen. Und folglich tat Knorke, was 99X Prozent aller Ausreiselustigen tun, er begab sich zum Kreisarzt. Dieser untersucht« ihn aufs gründlichst« und fand bis auf Unter- ernährung und erhebliche geistige Defett« so ziemlich all« Grund- lagen, auf die ein amtsärztliche» Gewissen eine Ausreisegenehmigung empfehlen konnte. Nun war Taddeus Knorke aber«in Sichergeher. Er wußte wohl, daß die Autorität eines Amtsarztes dazu ausreichte, mit Hisse des ß 61«inen Raubmörder den Klauen des Henkers zu entreißen. Aber ob diese Autorität mich gegen die Klauen des Finanzamtes genügte? Sicherheitshalber begab sich Knorke deshalb in das, Reichsernährungsministeriüm, wo ihm bescheinigt wurde, daß er durch die ungeheure Menge Nahrungsmittel, die er täglich zu sich nehm«, die Ernährungslage des deuffchen Volkes auf das schwerste gefährde. Das Polizeipräsidium bestätigte Knorke, daß ein Mann mit solchem Leibesumfang' einen ganzen Bürgersteig für sich beanspruch«, also das personifizierte Verkehrshindernis fei. Das„Staats- kommissariat für öffentlich« Ordnung und Sicherheit" aber erklärte sogar, daß ein so provozierend' wohlgenährter Mann wie Knorke in einer Zeit, in der viele Lolksgenossen gezwungen seien, am Hungertuche zu nagen, die öffentliche Ordnung und Sicherheit auf da» schwerste gefährden könne. Mit obrigkeitlichen Attesten reichlich versehen, begab sich nun Taddeus Knorke fiegesficher in die geheiligten Räum« des Finanz- amtes. Er erhielt di« Nummer 8342 und stand 7'/, Stünden später vor dem gestrengen Beamten, dem er mit gewinnendem Lächeln die übersichtlich geordneten Bescheinigungen überreichte. Der Beamte überflog sie und überflog Knorke. Dann hellte sich die Amtsmiene de» Herrn Steuerobersekretärs auf. und mit einem Lachen, das mit einem Glucksen im Zwerchfell begann und als Brüllen im Munde endet«, schrie er:„Glänzender Witz! Da sieht man, wie leichffinnig die anderen Aemter arbeiten!" Und der Grund dieses Heiterkeits- a usbruches? Durch das viele Stehen, Warten und Herumlaufen bei den verschiedenen Behörden war Taddeu» Knorke spindeldürr ge- worden. Jawohl spindeldürr:«in Räucheraal hott« direkt die üppigen Formen einer Sultansfaoorittn gegen ihn. „Nee, Herr Knorke!" meckerte der Bevmt«,„gehen Sie statt in» Ausland lieber bei Muttern und lassen sie sich bei ihr auf- füttern!" Taddeu» Knorke fühlt« seine Aussichten schwinden, aber gleich- zeitig feine Energie wachsen und seinen Trotz in« Unenneßlich« steigen In seinem Gehirn reiste ein neuer Plan. Er hatte gehört, daß Journalisten von der Zahlung einer Ausreisebuße befreit würden. Glänzend! Taddeus Knorke mußte sich also journalistisch betätigen. Dabei war allerdings eine Schwierigkeit: Es mußte sich eine Zeitung finden, di««inen Artikel von ihm annahm. Dieses aber war nicht sehr wahrscheinlich. Indessen, ein wahrhast«nergffcher Eharatter scheut im Notfall auch vor dem verzweifeltsten Schritt nicht zurück: Taddeus Knorke gründete ein« eigene Zeitung. Für 3,60 M. kaust« er sich einen Kinderdruckkasten. Dann schrieb er zwei Schilder: ein«, für da» Haustor und«ine» für di« Wohnungstür: Verlag und Redakffon von„Snorke, Famllieablakk". Letzteren Titel gab er feiner Zeitung in der weifen Voraus- sichtt daß der Leserkreis des Blattes doch nur aus seiner engeren Familie bestehen würde. Dann ging Taddeus Knorke daran, den Leitartikel zu schreiben. Die Ueberschrift lautete w extra settgedruck- len Lettern: Die Schweinerei der Ausreisesperre!!! Offener Brief an den Herrn Reichsfinanzminister. Und dann legte Knorke los. In Worten, die teils Brehms „Tierleben", teils dem„Götz von Berlichingen" entnommen waren.. Das erste fertiggestellte Exemplar der Zeiffchrist sandte er dem Herrn Reichsfinanzminister: getreu der alten Erfahrung, daß man bei einer Behörde immer den ttefften Eindruck macht, wenn man sie angreift. Aber auch einige Theater erhielten Probenummern und beeilten sich ihrerseits Referentenkarten für di« nächsten Premieren einzusenden. Nun begab sich Knorke aus» Finanzamt, legitimiert« sich als Herausgeber und Cheftedakteur des„Knortsschen Familienblattes", legte dem Beamten jovial ein Exemplar der Zeitung, in welcher der ominöse Artikel mit Blaustift angestrichen war, auf den Tisch und erhielt sein« Ausreisebewilligung. Dos Ziel war erreicht: Er, Tad« deus Knorke, gehörte zu den wenigen Ausevwählten, denen es ver- gönnt war, die Grenzen seines Vaterlandes zu überschreiten. Auf dem Heimwege taufte er sich eine Zeitung. Er fteute sich schadensroh darauf, die schon ständig« Rubrik„Beschwerden über die Handhabung der Ausreisejperre" zu lesen. Doch was erblickten ftine Augen'? In fetten Lettern stand da:„Die Ausreise- sperre aufgehoben!" Knorke war bettoffen. Statt oller Mühen und Laufereien hätte er sich aus den Diwan legen können und dos Resultat wäre schließlich dasselbe geworden: Heut« kann jeder Schultze und Müller ins Ausland reisen, folglich auch Knorke. Es war nur ein schwacher Trost, daß vielleicht der Arffkel im.Knorke- scheu Familienblatt" das Reichskabinett zur Aufhebung der Ausreife- Verordnung veranlaßt haben könnte. Doch dessen ungeachtet, Knorke betrat fein« Wohnung und be- gönn die Koffer zu packen. Da erschien ein Herr, der ihm die Mit- teilung brachte, daß gegen Herrn Taddeus Knorke ein Sttafverfahren wegen öffenfficher Beleidigung des Herrn Reichssmanzministers(begangen in einem Artikel der ersten Nummer des„Knorkeschen Famiüenblattes") eröffnet sei. Weil aber Knorke offensichtlich Vor- bereitungen zu einer Auslandsreise tteffe, liege Fluchwerdacht vor, und deshalb sei der Angeklagte sofort zu verhaften. Und das einzige„Ausländische", das Taddeus Knorke nun zu sehen bekam, waren„Spanische Gardinen"! Entdeckung einer neuen Menjchenraste! Ems geheimnisvolle Rasse mit goldfarbigen Haaren, blauen Augen und weißer Haut ist in den Urwäldern von Darien im östlichen Panama entdeckt worden. Schon seit Jahrhunderten ging das Gerücht davon, daß„blonde Indianer" im Innern von Darien hausten. Die Spanier des IS. Jahrhunders hatten von ihnen gehört und sprechen in ihren Berichten von„Albinos". Die eng- tischen Seeräuber des 17. Jahrhunderts verbreiteten ebenfalls das Gerücht, aber Genaueres war über diese weißen Indianer noch nie erforscht worden. Deshalb unternahm di« sogenannte Marsh- Dorien-Expedition, der neben dem bekannten Forschungs- reisenden Richard O. Marsh der Ethnologe Professor Baer von der Smithsonian-Institution und der Ichthyelege Dr. Breder pom New sgorker Naturwissenschaftlichen Museum angehörten, ein« fünf- monatige Forschungsreise in das wenig bekannte Innere des Landes, und nach vielen Mühen gelang es ihnen, die weißen Indianer zu entdecken. Zwei Exemplare dieser selffomen Rasse wrden mit nach New Park gebrocht werden. „Die weißen Indianer, die ich mitbringe," schreibt Marsh in einem vorläuftgen Bericht,„sind ein Jüngling von 19 Jahren und ein Mädchen von 21: st« sind goldhaarig, blauäugig und haben eine weiße Haut, die mit feinen weißen Haaren bedeckt ist. Sie machen durchaus nicht den Eindruck von Albinos, sondern sehen so aus, wie man sich primitive weiß« Menschen des Nordens vorstellt. Wir haben viele weiße Indianer auf einer primitiven Kulturstufe entdeckt und sind einer uralten Kultur auf die Spur gekommen. Wir haben sehr bedeutende ethnologische Sammlungen zusammengebracht und auch Filmausnahmen hergestellt, so daß man ein deutliches Bild von dem Aeußeren und der Lebensweise dieser geheimnisvollen Rasse, die seit Jahrhunderten gesucht wurde, erhalten wird." Einstein hält die Todessftahlen für einen Bluff. In einer Unterredung, die Albert Einstein mit einem Mitarbeiter der„Voss. Ztg." hatte, wies der große Physiker zunächst darauf hin, daß die unvollkommenen Zeitungsnachrichten keine Grundlage einer wissen- schaftlichen Beurteilung bieten können. Di« ersten Mitteilungen, die von einer Todeswirtung auf Lebewesen sprachen, sind nun selbst Strefemann und tzerriot. friedliches Nebeneinander beider Nationen. Deisau, 13. Juli. sWTB.) Aus Anlaß des Landtagsawhlkampfes in AnHall sprach Reichsaußenminister Dr. Strescmann in einer Bcrsomm- lung der Deutschen Volkspartei in Dessau. Seine Ausführungen be- wegten sich bezüglich des Sachverständigengutachtens in den Ge- dankengängen, die er vor kurzem in Karlsruhe ausgeführt hat. Unter Bezugnahm« auf die Darlegungen cherriots bei Gelegenhcil der Re- gierungserklärung in der sranzösischen Kammer betonte der Reichs- außenminister, daß er keinen Zweifel daran hege, daß die neuen Männer in Frankreich die bisher gegen Deursch- land angewandte Methode der Bekämpfung nicht fort- zusetzen gedächten. Er begrüße die Aeußerungen des franzö- fischen Mimsterpräsidenten über die Amnesticrung der Ge- f a n g e n e n, betone jedoch, daß die psychologischen Wirkungen» Iner solchen Maßnahme nur dann in Deutschland eintreten könnten, wenn die Amnestis eine a-usnahmslose sei. Wer gegen die Truppen eines Staates, der eine Besetzung vornimmt, sich vergeht, möge in den Augen des Staates sich eines Schweren Vergehens schuldig machen, man dürfe aber nicht vergessen, wer sich einer von ihm nicht als ver- tragsmäßig angesehenen Besetzung auch mit Leib und Leben wider- fetzt, handle nicht ans unedlen Motiven. Es wäre falsch, wenn Frankreikreich irgendwelche Märtyrer schaffen wolle. Die Erklärung cherriots bezüglich der Räumung des Ruhrgebiets fasse er dahin auf, daß das Inkraftsetzen aller mit dem Sachverständigengutachten verbundenen Gesetze und damit der Beginn der deutschen Leistungen aus dem Sachoerständigengur- achten mit der Aushebung der Besetzung ch a u d in Hand gehe. Damit werd«, wenn auch die übrigen nicht vertragsmäßig besetzten Gebiete geräumt würden, der Statusquo wieder hergestellt sein. Wenn dazu die Wiederherstellung der wirtschaftlichen und finanziellen Souveränität Deutschlands komme, so würde das Tor zwischen dem besetzten und unbesetzten Deutschland wieder geöffnet sein, und wir würden uns in heftigen Kämpfen nach Friedensschluß in den Jahren, die bisher gegenüber Deutschland die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln gewesen sind, dos bewahrt haben, worauf es in der Gegenwart am meisten ankommt, das Reich und seine Einheit. Deutschland erhoffe von einer loyalen und fairen Durchführung des Sachverständigengutachtens einige Jahre ruhiger Entwicklung, wenn auch bei angs- strengtester Tätigkeit zur Hervorbringung der Leistungen. Wolle Frankreich mit diesem Deutschland als ruhiger Nochbar leben, so würde das jedermann in Deutschland begrüßen, der in einem friedlichen Nebeneinander beider Nationen die Voraussetzung der friedlichen Entwicklung der europäischen Verhältnisse erblick«. Ohne Vorein- genommenheit, ober auch ohne Illusion werde dos deutsche Volk in dieser Beziehung die Taten der neuen französischen Regierung erwarten. Was uns fehlt. Minierarbeit gegen die Reichsregierung. Der ganze Jammer der Politik des deutschen Bürgertums faßt einen an, wenn man die Stellung des nach rechts nejgen- den deutschen Bürgertums in den für die Zukunft Europas entscheidenden Wochen überblickt. Jetzt muß Deutschland eine klare, eindeutige und feste Haltung zeigen. Die deutsche Regierung muß sicher sein, daß ihr nicht plötzlich— mitten in der Arbeit für die Durchführung der Gutachten— der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Die beschränkten politischen Köpfe des noch beschränkteren rechtsstehenden Bürgertums wissen in dieser Situation nichts Besseres zu tun, als St-immung für eine neue Regierungskrise zu machen. Der„T a g" redet von der Absicht„parlamentarischer Kreise", die Verhandlungen über den Bürgerblock wieder auszunehmen, nachdem er zuvor die— natürlich erfundene— Nachricht lanziert, die Sozialdemokratie wolle in die Regierung. Er redet von von dem Entdecker dementiert worden. Dagegen ließ ee der Er- sinder ausdrücklich unwidersprochen, daß sein Geheimnis darin be- stehe. Explosionen von Munitionslagern, Ausschaltung der mag- netischen Zündung bei Explosionsmotoren(Flugzeugmotoren. Schiffs- motoren usw.) aus großer Distanz hervorrufen zu können. Einstein faßte seine persönliche Meinung dahin zusammen, daß es sich selbst- verständlich nur um elektromagnetische Wellen handeln kann. Diese aber können nicht aus metallisch abgeschirmte Objekte wirken(d. h. auf Objekt«, die vollständig oder zum Teil von einer, wenn auch sehr dünnen Metollschicht' umgeben sind, denn elektromagnetische Wellen von nicht allzu kleiner Wellenlänge werden beim Austreffen auf ein« Metallschicht vollständig absorbiert.). Es ist unmöglich, dasjenige Energiequantum aufzubringen, welches zur Erzeugung kurzwelliger Strahlen, die noch auf weite Entfernungen metallische Körper durchdringen könnten, erforderlich ist. Die Art, wie diese Entdeckung in die Oesfentlichkeit lanciert wurde, läßt den Verdacht begründet erscheinen, daß es sich um nichts anderes handelt als um einen Bluff. Auch eine„Kritik". Ueber den jüngsten Premierenabend in der Tribüne veröffentlicht die„K r e u z- Z« i t u n g" folgende Kri- tik:„Die Tribüne brachte am Mittwoch abend das Lustspiel„D o t- t o r Stieglitz" von Armin Friedmann und Ludwig Nerz zur Erstaufführung. In Anbetracht besten, daß es sich um eine rein jüdisch« Angelegenheit handelt, die für unsere Leser kein Inter- este hat, nehm« ich von weiteren Betrachtungen Abstand. Erich S ch m i d t." Wir hoffen, daß Schmidt sich irrt. Denn wenn der Teil der ..Kreuz-Zeitungz"-Leser. deren feudaler Stammbaum sich im S« m i- Gotha findet, kein Interesse für jüdische Angelegenheiten hoben sollte, so würde das einen Mangel an Pietät und Familiensinn be- weisen, den man gerade bei Angehörigen der semitischen Rasse am wenigsten erwarten sollte. Oder hat die dauernde Lektüre der „Kreuz-Zeitung" die Leute auch in dieser Hinsicht korrumpiert? Slopstock-Ausstellung in der Slootsbibliothek. Der Verein der Freunde der Staatsbibliothek veranstaltet am LS. Juni um S Uhr, einen lilevonsch- wissenschaftlichen Tee, bei dem Dr. Consenlius einen Vortrog über fllopsiock ballen wird. Gleichzeitig findet eine Ausstellung von Werken und Schrijt- stücken KlopstockS statt. Ein internationaler Sälle Songreh tagt jetzt in London. Au« aller Herren Länder sind Gelehrte, Ingenieure, Sxvorteure von Fleischkonserven. Reeder usw. zuiammcnackommen, nm über daS Problem der Kälteerzeugung und seine Bedeutung jür dt« Erhaltung von Lebensmitteln zu iorechen. Die Erreichung de» absoluten Källe-RullpunktS bildet den Gegenstand mehrerer Vorträge Außerdem werden die Proben gesrorener NahrungS- miltei besichtigt, die aus den Dominions au, die Ausstellung nach Wembley gesandt worden sind. vi« Arbeitspflicht in Sulaariea. Die in Bulgarien neu ewgefübrte Arbeitspflicht gin nicht nur für Handarbeiter, sondern auch sllr die Kreise der Intellektuellen. Die soeben eingeleitete.ArbeilsmobUtsicrung' berust neben den bürgerlichen Berufen Personal der Staatsämter, Mitglieder deS NationalthealerS und auch Mitglieder der Heiligen Synode, der jüdischen und moSIemitischen Organisationen alS.Dienstpflichtige" ein. Da» grüßte ttioo der Welt. In Clevcland im Staate Ohio wurde vor kurzem ein Riefenllno eingeweiht das den Anspruch erhebt, in seinen AuS- maßen konkurrenzlos dazustehen SS hat IS SM Sitzplätze und 8000 Stehplätze. Seine Errichtung kostet sechs und eine halbe Million Dollar. „Breitscheids Intrigen in Paris", um Stimmung zu machen für«inen Bürgerblock. In der„Deutschen A l l g e- meinen Zeitung" unternimmt es der preußische Land- tagsabgeordnete Dr. D e e r b e r g- Duisburg, die B e- schlüsse des Reichstags im Ausland zu diskreditieren und die Diskontfähigkeit der Re- gierung anzuzweifeln. Alles nur zu dem Zwecke, den ersehnten Bürgerblock doch noch zustande zu bringen. Diese Gattung von Politikern ist ein hoffnungsloser Fall. Sie wollen den Bürgerblock: denn sie wollen ein brutales, plumpes, beschränktes Unternehmerregime gegen die Arbeiter- schast aufrichten. Sie sind immer noch so beschränkt, wie sie vor dem Kriegs waren, und sie werden es bleiben. Gott be- wahre Deutschland vor der Regierung dieser Politiker! Die Mainzer Eisenbahner begnadigt. Köln, lg. 3uni.(TBIB.) Wie der„Köln. Ztg." aus Mainz berichtet wird, werden die in dem großen Kifenbahnerprozeß vom 7. Mai 1923 zu Gefängnis verurteilten Eisenbahninspektoren hert- ling, Lüdtke und Krimel, der Eisenbahner Richard Leineweber, der Zetriebsvorsitzende Klingcr, sowie die Gewerkschastssekretäre des Deutschen Tisenbahnerverbandes Lcbert. Bösritter und Ludwig in Freiheilgcsetzt werden. Ferner find der zu drei Zahren Ge- sängnis verurteilte Assessor Hegerich und der Zugführer Zimmer- mann begnadigt worden. Die Rückkehr dee St. Martin de R6-Gefangenen. Paris, 13. Juni.(MTB.) Die durch französische Kriegsgerichte im besetzten Gebiet verurtellten 4 5 Deutschen, die noch Gefäng- nisten in Frankreich, in der Hauptsache nach der In s e l S t. M a r- t i n d e R e verbracht worden waren, sind, wie bereits berichtet, nach der zwischen der deutschen Botschaft und dem französischen Ministe- rium für Auswärtiges getroffenen Verembarung, der längere Zeit andauernd« Verhandlungen vorausgingen, nunmehr in Gefängnisse des besetzten Gebietes übergeführt worden. Legattonssekretär v. Rintelen von der deutschen Botschaft hatte gestern in Nancy G«> legenheit, mit jedem einzelnen der 45 Gefangenen zu sprechen, und die Wünsch« jedes einzelnen entgegenzunehmen. Di« Gefangenen selbst erklären, daß sie auf dem Transport in zuvorkommen- der Weife behandelt wurden. Nach der Ucberführung der Gefangenen oerbleibt nunmehr kein einziger Deutscher, der im besetzlen Gebiet während des passiven Widerstandes, oder nachher verurteilt wurde, in Frankreich. üeSeives Senatspräsiüent � EineSchlappe öer Linken Paris. 13. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Der Senat hat am Donnerstagnachmittag mit 151 gegen 134 Stimmer» den Senator de S e l v e s, den früheren Jnnenininistsr des Kabinetts Poincarä, als Nachfolger Doumergues zu seinem Präsidenten gewählt. De Selves war der Kandidat der republikanischen Mittelgruppen und der Rechten. Der Ausgang der Wahl bedeutet für die Linke, ähnlich wie die Wahl Doumergues, eine Niederlag«, der zwar praktisch nicht viel Bedeutung zukommt, die aber als«in Symptom für die Stärke der Opposition gegen dos Ministerium Herriot und die Politik des Linkstartells gewertct werden muß. Das Abstim- mungsergebnis zeigt, daß eine Anzahl der Mitglieder der Demo- kratischen Linken, die über die absolute Mehrheit im Senat verfügt, für den Kandidaten der Gegenseite gestimmt oder aber sich der Wahl ferngehalten haben muß. Der unterlegene Kandidat der Linkskoalttion war Senator Bienvenu- Martin. Gegen 5 Uhr wurde das Resultat in der Kammer bekanntgegeben. Die Rechte erhob sich von den Sitzen und rief:„Es lebe der Senat!" Die Linksparteien entfachten einen ungeheuren Tumult. Der Sozialist M o u t e t rief:„Wir fürchten den Senat nicht!" De Selves war im Jahre 1311 Minister des Aeußeren unter Caillaux und fiel diesem nach Agendir in den Rücken. Seitdem besteht eine unerbittliche Feindschaft zwischen den beiden und de Selves wurde immer mehr zum Vertrauens- mann der Rechten. PoincarH machte ihn Ende März d. I. bei der Umbildung seiner Regierung zum Minister des Innern, um die Wahlen zu„machen". Aber olle Beeinflusiungs- künste de Selves zugunsten des Nationalen Blocks schlugen fehl. Die Wahl dieses Mannes gegen den Vertrauensmann der Linken, Bienvenu-Martin, den bisherigen Vizepräsidenten des Senats und Vorsitzenden der demokratischen Linken, be- deutet zweifellos eine peinliche Schlappe für die Linke, obwohl die politische Bedeutung des Senats relativ geringer ist. Merkwürdigerweise ist de Selves P r o t e st a n t, so daß die zwei höchsten Funktionen des Staates, die Präsidentschaft der Republik und die Präsidentschaft des Senats, nunmehr von Angehörigen einer kleinen Religionsminderheit bekleidet sind. Geständnis der Matteotti-Mörder. Rom, 19. Juni.(Eigener Drahtberichk.) 2n der ZNordasfäre Alatteotti erfolgen fast jeden Tag neue Verhaftungen. Die Regie- rung sieht keinen anderen Ausweg mehr, als die Aufklärung des Mordes mit aller Kraft zu betreiben. Besondere Bedeutung wird der Verhaftung eines Oesterrcichers namens Otto k i r z e l beigelegt. der den mutmaßlichen Mörder Du mini zur Beobachtung Matleottis beaustragt hatte. Kirzel wird auch der direkten Teilnahme an der Ermordung verdächtigt. Seine Frau soll ausgesagt haben. daß ihr Mann an der Verschleppung Matteotkis beteiligt sei. Dumini und Fillipelli haben den Blättern zufolge ihre Be- teiligung an dem Mord eingestanden. Das ministerielle Mörderblatt stellt sei« Erscheinen ein. Rom, 19. Juni.(TU.)„Corriere Italiano", die durch die Mord- affäre sehr kompromittierte Zeitung, hat sein Erscheinen eingestellt. Dos Blatt hat innerhalb zehn Monaten 7 Millionen Lire ver- braucht, die aus dem Geheimfonds des italienischen Innen- Ministeriums stammen. Bei der Verhaftung des Direktors des Blattes, Filipelli, wurden laut„Popoli Jtalia" außer einem dicken Bündel Banknoten auch noch Dokumente gefunden, von denen einige so schwerwiegender Natur waren, daß sie Mussolini selbst übersandt wurden. Weltkampf um die Arbeitszeit. Die britische Arbeiterregierung schirmt den Achtstundentag Brüssel. 19. Juni.(Eig. Drahtb.) Bei Eröffnung der Inter- nationalen Genossenschaftsousstellung in Gent sprach der englisch« Arbeitsminister Genosse Tom Shaw. als offizieller Vertreter der englischen Regierung und als Dele- gierter der englischen Gewerkschaften an der Eröffnungsfeier, über die Bedeutung der englischen Arbeiterregierung. Tom Shaw wies darauf hin, daß die englischen Arbeiter zwar die Regierung, aber nicht die Macht in Großbritannien übernommen haben. Aus diesem Grunde könne das Arbeitskabinett nicht sozialistisch regieren, sondern nur eine Reih« von Maßnahmen durchführen, die im Interesse der Armen und Notleidenden Englands liegen. Tom Shaw v«rvr«teie sich ferner ausführlich über das besondere Interesse der Arbeiter- regierung für die Durchführung der Washingtoner Arbeits- zeitkonvention. Die Koalitiousregieruitg und die ihr fol- gend« konservativ« Regierung unterließ die Ratifikation der Kon- vention. dagegen werde das Labaour-Kabinett in einigen Wochen einen Gesetzentwurf für die Ratifikation«inbringen. Tom Shaw erklärte wörtlich:„Wir sehen jetzt, daß aus die deutschen Arbeiter ein Druck ausgeübt wird, zehn Stunden zu arbeiten mit der Begründung, hierdurch die Reparationsleistungen zu ermöz- lichen. Falls der deutsche Arbeiter zehn Stunden arbeitet, wird der Kapitalismus in den anderen Ländern behaupten, daß ohne Der- längerung der Arbeitszeit«ine Konkurrenz mit den deutschen Unter- nehmern nicht mehr möglich ist. Wenn wir ein« solche Entwicklung zulassen würden, so wären nicht nur die deutschen Arbeiter durch den abscheulichen Weltkrieg besiegt, sondern auch die Arbeiter in England, Frankreich und Belgien. Aus diesem Grunde wird in England ein Arbeitsgesetz erforderlich. Man kann natürlich die Arbeiterregierung. die«inen derartigen Gesetzentwurf«inbringt, stürzen, aber es gibt doch noch ein„Später" und dieses Wörtäzen „später" bleibt unseren Gegnern in der Kehle sitzen, weil sie genau wissen, daß wohl eine Arbeiterregierung davongejagt werden kann, over daß die Arbeiier ein bleibender Machkfattor sind. Das Ziel einer Arbeiterregierung muß in erster Linie auf die Erhaltung des internationalen Friedens gerichtet sein. Macdonaid hat jetzt in zwei Monaten mehr für den Frieden getan als 50 konservative Regierungen. Das französische Volk hat jetzt klar begriffen, von welchen Gedanken die Labour-Regierung beseelt ist. Den Beweis hierfür liefert auch das Ergebnis der französischen W a h l." Am Ende seiner Red« wies Shaw auf die großen Schwierig- keilen hin, welch« der Verwirklichung der Ziele des kämpfenden Pro- letariats noch im Wege stehen. Der Mord an Leutnant Graff.. Die belgische Belveisanfnahme vor dem Stettiner Gericht. Slettin, 19. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Die Zeugenvernehmung im Mordprozeß Graff wird am vierten Verhandlungstage zunächst mit dem Verhör ver Zeugin Agnes Peiß, geb. Heckmann, die im Cafe ihrer Mutter' beschäftigt war, fortgesetzt. Sie hat die von den belgischen Behörden der Tat Angeschuldigten vor der Ermordung Graffs nicht gekannt, ebensowenig den belgischen Polizeiagenten Schmitz. Bor deutschen und belgischen Kriminalbeamten hat die Zeugin ausgesagt, daß sie nichts wüßte. Später hat sie aber Reinhardt und Genossen vor dem belgischen Gericht schwer belastet. Die gravierenden Stel- len in ihrer damaligen Aussag«, die von dem Dolmetscher verlesen werden, besagen: 5k1cin, Riebke und Grabert waren am Tag« nach der Ermordung Schmilewskis in ihrem Lokal, wo sie laut von Rache sprachen und sich äußerten, sie hätten von Leutnant Reinhardt den Auftrag, den Schmitz zu erledigen. Am Abend der Ermordung Grafts seien Klein. Riebke und Reinhardt in dem Wohnzimmer ge- wesen und hatten Zivil angezogen. Reinhardt hätte bestimmt die Rollen oerteilt. Das Verholten war so, daß man ein« Vorbereitung zur Tat daraus ersehen konnte. Reinhardt habe der Mutter der Zeugin zu verstehen gegeben, daß sie über nichts sprechen dürfe. Nachdem die Schüsse gefallen waren, kamen Riebke und Klein zu- rück. Riebke rühmte sich, den tödlichen Schuß auf Graff getan zu haben. Die Schüsse von Klein, welche durch die Scheibe gingen, hätten nicht getroffen. Es fiel auch die Bemerkung, es war nicht der Richtige, aber wir finden auch Schmitz: und das war noch nicht alles. Klein äußert«, die Täter werde man niemals auffinden. Die Aussage enthält am Schluß die Versicherung, daß die Zeugin die reine Wahr- heil gesagt hätte. Sie hätte dies« Angaben nicht früher gemacht, weil die deutsche. Schutzpolizei mit Schikanen gegen das Eas? Heckmann drohte. Dann wurden mich die Aussagen Grabert? verlesen. Gra- bert und Riebt« waren danach Tatzeugen der Ermordung Schmilewskis. Riebke hätte an der' Letdze Schmilewskis gesogt, er müsse gerächt werden. Er werde den Schmitz schon zu finden wissen. Hätte er(Riebke) feinen Revolver zur Hand gehabt, dann wäre Schmitz gleich erledigt worden. Diese Racheäußerung tm Riedle in Gegenwart des Kommandeurs der Hamborncr Schutz- polizei, des Oberwachtmeisters Ehriften und des Hunderftchafts- führers Hauptmann Hedcr. Grabert hat danach weiter ausgesagt, daß die mit der Tat beauftragten Riebke und Klein geäußert härten: Wir machen jeden nieder, der uns an der Tat hindert. Das find in der Hauptfach« die Aussagen, aus denen die belgische Behörde die Anklag« gegen'Reinhardt und Genossen schmiedete.— Im allgemeinen stimmen die Aussagen des Grabert und der Zeugin Agnes Peiß überein. Bei der H a u p t Verhandlung des belgischen Kriegsgerichts nahm Agnes Peiß dies« Aussagen jedoch zurück und beteuert«, daß sie Leutnant Reinhardt erst anläßlich der belgischen Vernehmmig kennengelernt habe. Das Verhör der Frau Peiß wurde unterbrochen durch den Auf- ruf von 15 Zeugen, darunter befinden sich die Witwe IH'eckmann, Frau Reinhardt und Leutnant Sander. Zeugin Witwe Elisabeth H e ck m a n n wird zuerst vernommen. Sie wurde am 14. Sep- tember 1922 oerhaftet. Bei ihrer Vernehmung durch die Belgier hat sie zunächst bekundet, daß sie non dec Tat nichts gewußt habe. Die Zeugin sagt: Man hat doch solch schreckliche Angst vor den belgischen Beamten, daß man schliehltch alles kuk. was sie wollen. Nachdem meine Tochter Agnes die(für Reinhardt und Genossen) so belastenden Aussagen gemacht hat, sagte ich zu ihr: Du bist ver- rückt!— Dom Dolmetscher wurde darauf die gerichtliche Aussage der Zeugin verlesen. Sie stimmt im wesentlichen mit der Aussage ihrer Tochter überein. Di« Angaben schließen mit der Bemerkung, daß ihre Tochter(Agnes) alles besser wisse. Der Zeugin wird auch das Geständnis des Leutnants Reinhardt vom Dolmetscher vorgelesen, wotaus hervorgeht, daß Wachtmeister Riebke vor- geschlagen habe, den Schmitz niederzuschießen. In dem Geständnis heißt es weiter: Es herrschte unter uns stillschweigendes Einverständnis mit dem Ziel, unseren Kameraden Schmilewski zu rächen. Riebke habe ihm gesagt, daß seine Kugel den Belgier erledigt hätte. Nach der Tat habe->r Riebke und Klein Vorwürfe gemocht mit den Worten: Man erschießt einen Menschen nicht von hinten, sondern von vorn. Nicht der erste belgische Offizier sollte niedergeschossen werden, sondern die Tat habe dem Schmitz gegotten. Wenn er gewußt hätte, daß auf einen anderen ge- schössen wird, dann hätte er feine Anordnungen sofort rückgängig gemacht. Frau Heckmann hat ihre belastende Aussoge später mit den Worten zurückgezogen, daß alles, was sie vor den belgischen Behörden ausgesagi habe, an- wahr und erprcht worden sei.— Zeug« Dr. Spandau besichtigte die Leiche Schmilewskis und sagt aus, es fei stark wahrscheinlich, daß er von hinten erschossen wurde. Danach erklärt noch Zeugin Witwe Heckmann auf Befragen, daß Reinhardt und Genossen bei der H a u p i Verhandlung vor dem belgischen Gericht ihre II n- schuld beteuert hätten. Sie selbst habe dabei, wie aus den Akten hervorgeht, gesagt, daß sie von der Ermordung Graffs so viel wisse wie ein neugeborenes Kind. Der Generolstaatsanwalt fragte die Zeugin Witwe Heckmann, ob sie bei ihren belgischen Vernehmungen etwas von einem ano- nymen Brief gehört habe. Zeugin sagt aus, daß ihr bei der Hauptoerhandlung in Aachen von einem Beamten geantwortet wurde: Ja, durch einen anonymen Brief.(Es wird angenommen, daß die belgischen Behörden durch einen anonymen Brief auf die Fährte gegen Reinhardt und Genossen gekommen sind.)— Die anderen Zeugenaussage« bringen nichts Wefenttiches. Die VerHand- lung wird um 4 Uhr auf Freitag vertagt. SeweMhastsbewegung Unternehmerborniertheit. In Nr. 12 vom 15. Juni des„Arbeitgeber", dem offiziellen Organ der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeber- verbände, richtet deren Vorsitzender, von Bo r s i g,„ein offenes Wort an die deutschen Gewerk- s ch a f t e n". Herr von Borsig ist sehr erbost über die Jnter- pellation, die die sozialdemokratische Reichstagsfraktion in der Frage des Achtstundentages eingebracht hat. In herausforderndem Tone fragt er. ob der ADGB. hinter dieser Interpellation steht. Wenn sich diese Frage bejahen sollte. dann... dann würde etwas ganz Fürchterliches passieren. Wird dies bejaht, so stehen die deutschen Arbeitgeber m. E vor einem entscheidenden Abschnitt in ihrer Stellungnahme zu den Gewerkschaften. Sie haben dann allen Anlaß, sich mit den Mängeln der deutschen Gewerkschaftsbewegung zu befassen. A endern die Gewerkschaften nicht auch ihr« Betrachtungsweise über die sachlichen Wirtschaftsfragen und suchen sie kein« Der- ständigung mit uns auf dem Boden der gegebenen Derhättniss« und mit dem Ziel nationaler Wirtschaftsfreiheit und nationalen Wirtschaftsaufstiegs, dann haben wir deutschen Arbeitgeber kaum noch etwas mit ihnen zu oerhandeln. Sie würden sich dann in der Tot als«ine Organisation darstellen, die nicht zur berufs- ständigen Förderung deutscher Arbeiterinteressen auf deutschem Boden und in deutscher Wirtschaft arbeitet, sondern die sich als Selbstzweck ihrer Funkttonäre, als Fremdkörper zwischen Arbeit- geber- und Arbeitnehmerschast einschiebt und den Wirtschafts- frieden in den Betrieben stört. Seit Herr von Borsig Nachfolger von Dr. Sorge ge- worden ist, bemüht er sich, den Nachweis seiner Borniertheit und politischen Unfähigkeit zu erbringen. Zunächst stellte er den Gewerkschaften das Ultimatum, in die Zentral- arbeitsge meinschaft wieder einzutreten. Jetzt sollen sie den Achtstundentag abschwören. Demnächst wird Herr von Borsig wahrscheinlich verlangen, die Gewerkschaften müßten sich auf den Boden des Privat- eigentums an den Produktionsmitteln stellen oder für eine Schutzzollpolitik eintreten. So ähnlich hat auch weiland Wilhelm von Hohenzollern geredet, als er die Arbeiter aufforderte, zwischen sich und der Sozialdemokratie das Tischtuch zu zerschneiden. Was soll dieses Gepolter, das schließlich kein Mensch mehr ernst nehmen wird? Was würde die Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände wohl sagen, wenn es den Gewerkschaften einfallen würde, von den Arbeitgebern im Tone des Herrn von Borsig zu verlangen, sich auf den Boden der Sozialisierung zu stellen? Es gab eine Zeit, als die f a k t i s ch e Macht der Gewerk- schasten eine weit große re war, als sie die der Arbeit- geberverbände heute darstellt. Es ist den Gewerkschaften da- mals nicht eingefallen, von den Unternehmern die Anerkennung einer grundsätzlichen Forderung zu verlangen, die ein An- Hänger der kapitalistischen Wirtschaftsordnung nun einmal ohne zu lügen nicht anerkennen kann. Nun kommt der Vor- sitzende der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und verlangt, die Gewerkschaften sollen den Achtstundentag aufgeben, für den sie seit zwei Menschenaltern kämpfen! Man muß schon ein von jedem politischen Geist verlassener deutscher Unternehmer sein, um überhaupt auf eine solche Idee zu ver- Wen. Es ist das Unglück Deutschlands, eine Bourgeoisie zu hoben, die sich wohl auf Geschäfte, aber nicht aus Wirt- schaft versteht und von politischer Tradition und politischem Geschehen ungefähr soviel begreift wie«in Kalb von Meißener Porzellan. Wir gestehen Herrn von Borsig gern zu, daß er ein typischer Vertreter dieser Bourgeoisie ist. Im übrigen wird in dem„offenen Wort" viel gestöhnt von der gegenwärtigen Wirtschaftskrise, die ihre Ursache in dem Kapitalmangel hat. Wir sind nicht so grausam, auf die vielen schiefen Ansichten kritisch einzugehen, die der Herr Dr. h. c. von Borsig zum besten gibt. Wir wollen uns nur auf den wesentlichen Punkt beschränken. Während der Nachkriegsperiode hat das deutsche Unter- nehmertum, das sich, wie schon gesagt, sehr gut auf Geschäfte, aber schlecht auf Wirtschaft versteht, bemüht, die aus der Expropriierung des Mittelstandes und der Auspowerung der Arbeiterschaft und des Staates herrührenden Inflations- gewinne in sogenannte Sachwerte anzulegen. Man hat riesige Neubauten aufgefiihrt, Niederlagen im Auslande an- gelegt, die jetzt mehr oder weniger brach liegen. Nun fehlt es an Kapital, um die ins riesenhafte gesteigerten Unterneh- mungen in Gang zu halten. Wenn es den deutschen Gewerk- schasten nicht gelungen wäre, im Verlauf des letzten Halbjahrs die Löhne, wenn auch ungenügend, in die Höhe zu treiben, dann ständen wir heute, dank der Lohn- und Wirtschafts- Politik der Unternehmer, in einer Krise von einem Ausmaße, wie sie um die Jahreswende nach dem Zusammenbruch der Marh bestand. Für dieses Versagen der Unternehmer in Wirtschafts- fragen mußten und müssen die Arbeitnehmer büßen. Die Heilmittel, die Herr von Borsig vorschlägt, würden die Krise nur verschärfen und nicht mildern. Das Betriebskapital wird in der kapitalistischen Wirtschaft in der Hauptsache vom S p a r k a p i t a l aufgebracht. Dieses Sparkapital stammt aus den Spargroschen des Mittelstandes, der Arbeiter, An- gestellten und Beamten. Gespart kann aber nur werden, wenn die notwendigen Lebensbedürfnisse gedeckt sind. Mit einer Lohn- und Gehaltspolitik, wie sie von Herrn von Borsig empfohlen und praktiziert wird, ist die Bildung von Spar- kapital ausgeschlossen. Der kapitalistische Unternehmer spart nicht, darf nicht sparen. Er m u ß, das ist ein Gesetz der kapitalistischen Wirt- schaft. die Gewinne wieder in die Produktion hineinstecken, fei es. indem er den Betrieb technisch vervollkommnet, ver- größert oder daß er Rohmaterialien kauft. Das Sparkapital ist in normal«« Zeiten auch so billig, baß her Unternehmer rein geschäftlich gesehen besser tut, mit seinen Ueberschüssen seinen Betrieb auszubauen. Nun hat das deutsche Unternehmertum aber nicht allein seme Ueberschüsie, sondern auch das Sparkapital in sogenannte Sachwerte angelegt. Es fehlt der Wirtschast also an Be- triebskapital. Das schafft man aber nicht durch Verlängerung der Arbeitszeit, nicht durch Herabdrückung der Löhne, nicht durch die Fortsetzung einer Wirtschaftspolitik, die uns gerade in die gegenwärtige Misere hineingeführt hat. Das Kapital wird sich eben eine Zeitlang mit schmalen Gewinnen bescheiden müssen, es wird sogar, wie das schon dagewesen ist zeitweise ohne Gewinne arbeiten müssen, bis der durch die jahrelangen unwürdigen Einschränkungen entstandene Warenhunger gedeckt ist und wieder gespart werden kann. Der Zeitpunkt wird um so näher sein, je schneller der längst fällige Preisabbau kommt. Inzwischen wird das Unter nehmertum gut tun. statt ultimative unerfüllbare Forderungen an die Gewerkschaften zu stellen, mit deren Hilfe die Intensivierung und Rationalisierung der Produktion zu betreiben. Hegen öas Sefolüungsunrecht. Kommunisten und Bürgerliche verlängern es. Der Borstand des Allgemeinen Deuts che» Beamten- b und es hat sich am Mittwoch mit der unerträglichen Lage be- schäftigt, die für die Beamten der unteren Besoldungsgruppen durch das Verhalten der Regierungsparteien und der K o m m u» nisten gegenüber dem sozialdemokratischen Antrage aus sofortige Behandlung der Besoldungsanttäge im Hauptausschuß entstanden ist. In dem Beschluß stellt der Vorstand des ADB. mit Entrüstung fest, daß die Reichstagsmehrheit nicht die sofortig« Behandlung der Besolidungsanträge im Hauptausschuß veranlaßt hat, die Debatte vielmehr auf End« des Monats verschoben wurde, so daß ein Beschluß des Reichstages erst im Juli erwartet werden kann, die Beamten der unteren Besoldungsgruppen also zwei Monate unter der elenden Besoldung zu leiden haben. In der nichtochtenden Weise, mit der die Reichstagsmehrheit die Forderungen der großen Masse der Beamtenschaft behandelt hat, zeigt sich die Rückwirkung der unentschiedenen Haltung der anderen Beamten-Spißenverbände, die die vom ADD. geforderte Urabstimmung der Beamtenschast abgelehnt haben. Wenn nicht auch die weiteren Beratungen des Reichstages«in für die Be- amtenschaft durchaus ungenügendes Ergebnis haben sollen, ist es die höchste Zeit, daß die Beamtenschaft durch die vom ADB. vorge- schlagene Abstimmung der Reichstaqsmehrhest zu erfennen gibt, daß sie auf keinen Fall gewillt ist, dos Besokdungsunrecht weiter zu er- ttagen und daß sie die s of o r t i g e Behebung der Rot der unteren Besoldungsgruppen fordert. Da den gering besoldeten Beamtengruppen bereits für den Rest des Monats unerträgliche Rot droht, fordert der Vorstand von der Reichsregierung, daß sie wenigstens zunächst die alsbaldig« Vorauszahlung der Iuligehälter anordnet. Internationale Transportarbeiter-Föderation. Wie aus dem Geschäftsbericht der Verkehrsarbeiter-Internatto- ygle für die Jahre 1922 und 1923 hervorgeht, haben sich ihr 1922 acht und 1923 dreizehn Organisationen neu angeschlossen, darunter erstmals einige Organisationen in Nord- und Südamerika und eine Organisatton in Asien. Der italienische Seeleuteoer- band wurde ausgeschlossen, weil er ins faschistische Loger überging. Die Mitgliederzahl der Föderation stieg von 716 482 im Jahre 1913 auf 2 035 958 am 1. Januar 1924: sie oerteilt sich auf 26 Län- der. Von den Mitgliedern sind 1 196 799 Eisenbahner, 54 581 Seeleute, 874 587 Transportarbeiter, und zwar 246 688 Hafenarbeiter, 117 944 Chauffeure, Kutscher und Fuhrleute, 164 846 Straßen- und Kleinbahner. 39 168 Binnenschiffer, 189 Lustfahrer» 78 987 Spedition»-, Speicherei- und Lagerarbeiter und 235 574 son- stiger Transportarbeiter. Dem Generalrat der Tronsportarbeiter-Föderatton, an dessen Spitz« R. Williams, London, steht, gehören als Vertreter der deut- schen V er kehrs ovgan isati on en die Genossen I. Döring und H. I o ch a d e on. Generalsekretär ist Ede F i m m e n. Dem Exe- kutivtomitee gehört Döring ebenfalls an. Das Mitteilungsblatt der ITF. wird ollmonatlich in einer Auflag« von 2599 Stück in vier Sprachen herausgegeben. Es wird in der Druckerei de» JGB. in Osnabrück hergestellt. Außerdem wird allmöchenllich ein Presse- bericht herausgegeben(in deutscher, englischer, stanzösischer und schwedischer Sprache). Der Bericht schildert die Beziehungen der ITF zu den angeschlossenen Organisationen, verzeichnet die Reihe der Aktionen der Föderation und ihre Beziehungen zu anderen Internationalen. Ein recht ausführlicher Kassenbericht beschließt den mit reichem Tabellenmaterial, farbigen und schwarzweißen graphischen Darstellungen und photographischen Ausnahmen ver- sehenen Bericht, der von der Bedeutung dieser internationalen Der- kehrsarbeiterorganssation und ihrer Rührigkeit zeugt. Der Kongreß der ITF. wird diesmal in Deutschland, und zwar ab 7. August, in Hamburg abgehalten. Ablehnung des Schiedsspruches in der Schwerindustrie. Bochum. 19. Juni. fMch.) Die nordwestlich« Gruppe des Deut- schen Metallarbeiteroerbandes teilt der Press« mtt, daß nunmehr«in Vermittlungsversuch des Reichsarbeitsministers zu erwarten steht, da auch der christliche Metallarbeiteroerband und die Hirsch-Duncker- schen Gewerkschaften den Schiedsspruch ablehnen werden. Ein Attentat auf Arbeitswillige. Zwickau. 19. Juni.(Eigener Drahtbericht.) In Bockau wurde in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag gegen einen Schuppen, in dem Arbeitswillige des„Altgemeindeschacht" untergebracht sind, «in S p r en g st ofs att e n ta t verübt. Personen wurden nicht verletzt. Die Polizei nimmt an, daß es sich um einen kommunistisch. unionistischen Anschlag handelt. «cht-ng, SPD-S-»«sscn sämtlicher«a«.«»»aratesadritr»! Am U ffreitzg, den 20. Juni, nachm. 4 Uhr. Iasnuuider Str. 3, wichtiac Ver. D' iammlung. Bericht de» zraktionsvorslande-. Neuwahl. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Gcnosfen ist Pflicht. Parteiansweis legitimiert. Der?r«kti«n»»orsta»d. verbanöstag öer Sergarbeiter. Fünfter Der Handlungstag. Dresden, 19. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Am Donnerstagmorgen hielt zunächst Dr. Berger einen Bor- trag über di« Konzentration des Kapitals in der Montanindustrie. Er gab ein Bild der allgemeinen Zu- fammenschlußbewegung in der' deutschen Industrie, vor allem der ökonomischen Bedingungen der einzelnen Zusammenschlüsse, des Ab- boues und der Verknüpfung nach Produktionsstoffen und Waren- gattungen. Der Redn«r schildert« dann den Gegensatz in der Ziel- setzung von Kartell, Syndikat und Konzern und das Ueberyewicht der Konzerne. Ferner gab er eine Klarstellung der organisatorischen Verhältnifle in der deutschen Montanindustrie an der Hand eines historischen Ueberblicks über di« Entwicklung der ursprünglichen Bodenproduktion zur industriellen Produttion, zum kapitalistischen Großbetrieb. Bestanden in dem Ruhrbergbau um die Wende des 19. Jahrhunderts 153 Werke mit durchschnittlich 9 Arbeitern und einer durchschnittlichen Förderung von 1267 Tonnen, so 1913 167 Werke im Durchschnitt mit 2363 Arbeitern je Werk und einer durchschnittlichen Förderung von 663 483 Tonnen. Hand in Hand ging die Betriebszusammenfaffung zur Aktiengesellschaft und Gewerkschaft. Typisch ist die horizontale Kon- zentration der deutschen Montanindustrie der Ruhr. Hier be- trug die Zahl der Bergbauunternebmungen in der Vorkriegszeit 51, die Zahl der betriebenen Werke 166, die Zahl der Schächte 577, die Belegschafisziffer 385 129. Davon besaßen 12 Riesenunternehmun- gen 451 Schächte mit einer Belegschaft von 317 933=: 82,64 Proz. der Gesamtbelegschaft. Inzwischen hat sich der Umschwung zur vertikalen Konzentration vollzogen, wobei ebenkMs 12 Unternehmungen. Sttnnes wieder an der Spitze. 81,4 Proz. der Beteiligten aufweisen. Der Redner schildert dann den Werdeaang der vertikalen Konzentration von der fyüttenzeche zur Zechenhütte. die rasch Riesenkonzerne erzeugten im Zusammenschluß mit der Eisen» und der Fertigindustri«, der Schiffahrt usw. bis zu den ge- waltigen Zusammenballungen der Nachkriegszeit. Der Entwicklung in der Kalindustrie gedachte der Redner besonders und ging schließlich auf die wirtschaftlichen, soziologischen und rechtlichen Ur- fachen und Beweggründe zur Konzentration in der Montanindustrie des Näheren ein. Zum Schluß des Referats vertrat er als Forderung: Mrlschaslsdemokrakle neben der poliksschen Demokrakie mit Hilfe der Betriebsräte und der Gewerkschaften. Ueber„Gewerkschaftliche Probleme der Gegen- wart und Zukunft" sprach darauf L i m b e r tz. Gegenüber den Arbeitgeberforderungen auf dem Gebiet« des Verhältnisses zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer, wie sse jüngst von Borsig in der Oeffentlichkeit vertreten hat, unterstrich er den Standpunkt der freien Gewerkschaften. Der Streik müsse ein Mittel für den Arbeiter sein, seine Ware Arbeitskrast möglichst teuer zu verkaufen. Scharf wies er das Bestreben des Unternehmertums zurück, eine Produktionserhöhung und-Verbilligung zu erreichen durch Verlängerung der Arbeitszeit und Verkürzung der Löhne. Auch der deutsche Bergarbeiter müsse, wie der englische, eine bessere Einsicht erkalten in die Be- triebskosten eines Werkes. Nicht trockene Juristen, aufgewachsen im kapitalistischen Milieu, gebunden an die kapitalistische Ideolgoie, dürften nach dem Willen der Unternehmer das Amt des Schlichters ausüben, denn es gelte im Schiedsspruchverfahren die Arbeits- sreudigkeit und damit die Produktion zu erhöhen. Das Streben der Gewerkschaften sei nicht nur ein wirtschaftliches, sondern «in allgemeines Einheitsproblem mit dem Ziel, die Ebenbürtigkeit zwischen Kapital und Arbeit zu verwirklichen. Aus- schlagqebend in der Wirtschast müsie lebende Arbestskrasi sein. Der politischen Demokratie müsse die wirtschaftliche folgen. Die Erlangung dieses Zieles erfordert«inen schweren Kampf, zu dem der führende Arbeiter, besonders der Betriebsrat, wirtschaftlich aufs beste geschult fem müsse, damit er seinen Betrieb und seine inneren Zusammenhänge versteht.(Lebh. Beifall.) An der sich anschließenden Diskussion beteiligten sich die Kameraden Denkert, Wagner-Saargebiet, Weinmann-Zwickau, Lauterbach, Lawrenz, Hoffmann-Saarbrücken, Schwartze-Ober. schlesien, Dörschel, Heckmann, Balk« und Weiß. Roch einem kurzen Schlußwort der beiden Referenten wurde ein« Entschließung im Sinn« der Ausführungen Dr. Bergers einmütig angenommen, die für di« Volksgesamtheit durch Teilhaberschaften und vermehrten Eigenbesitz einen maßgebenden Einfluß auf die Leitung der Pro- duktton und Verteilung des gesellschaftlichen Produkts fordert. Die Organe der Arbeiterschaft sollen gleichberechtigt on der Verwaltung der wirsschatflichen Macht der großen Konzerne beteiligt werden. Gegen zwei Stimmen wurde ein« Entschließung angenommen, die sich für die Schaffung von Industrieverbänden aus- spricht. Die Anttäge, die eine Zusammenarbeit oder gar einey Zu- sammenschluß mit der Union der Hond- und Kopfarbeiter forderten, wurden mit großer Mehrheit gegen 13 Stimmen abgelehnt. Annahme fand ein« Entschließung, die die erneute Forderung der Derreichlichung der Kaliindustri«. mindestens aber di« beschleunigte Einführung eines Reichskalihandelsmono- pols oerlangt. Gegen 13 Stimmen wurden dann der Ausschluß von Engel- Meuselwitz und Borge- Duisburg beschlossen. Ein Ausschlußanttag gegen Müller-Niederschlessen wurde abgelebnt, die Wiederaufnahme von Mosbach- Mörz mit großer Mehrheit beschlossen. Die Nachmittagssitzung war den Wahlen gewidmet. Ohne Debatte wurden zehn Delegierte für den Internationalen Bergarbeiterkongreß und 14 Delegierte zum deutschen Gewerkschasts- kongreß 1925 nach den Vorschlägen der Bezirke gewählt. Das übrige Wahlergebnis ist folgendes: Zu Vorsitzenden wurden mit e 115 Stimmen gewählt: Husemann und Waldhecker sowie B i t t n e r als Kassierer mit 116 Stimmen. Zu Sekretären wurden gewShlt: A. Schmidt. Martmöller, Balk«, Borg- chulz«. Limberß wurde als Redakteur des Verbandsorgans mit 136 Stimmen wiedergewählt. Der neugebildete Beirat setzt sich zusammen aus Heinzelmann-Zeitz. Hönchen-Hengstenberg, Trenke- Nordhausen. Strüser-Hannover, Rudolf-Waldenbura, Weber-Mün. chen, Schmidt-Saarrevier, Deubener-Herborn, Fock-Köln und fcfr- mann-Zwickau. Mit herzlichen Dankesworten an Wi ff mann, der sich nach ahrzehntelanger Tätigkeit im Dienste des Verbandes verabschiedete. um als Vertrauensmann zum Reichsknappschastsverein zu gehen. schloß Husemann di« glänzend und harmonisch verlaufen« Tagung. Berantw-rllich fllr Wlttt:«»«st»ente»! Blrtschasts�«rtui e«t«r-»»! iL-wrrkschaftsbcwcgunn: strietr.«tzk»»»: geuill-wn:»r. S«ik»»»«i! Lokal-, und Eonft'g-»! z-iz«arstadt! Ana-ig-n- Z»«lock-i sämtlich in B-rlin. 1 �>'.�erwärts-Verlag®. m. b. S., V-rlin. Druck: Vorwärt»»Buchdruck«r-1 und V-rlagsanstolt Paul Emg-r u.«o.. B-rlin SM 68, Lind-nstraß- 3. _®I"W 2 B-ilagen. I muss qut und preiswert sein. Der Qualilatsr aucher hat angesichts der grossen(Geldknappheit ein Recht darauf, auch für billiges(Seid eine gute Zigarette zu verlangen, und diesen berechtigten Ansprüchen genügt in vollem Umfange die " Kleine Massaxy"2 S Nr. 286 ♦ 4t. Jahrgang 1. Heilage öes VsrWärts Ireitag, 20. Jani 1924 Das Haus öer /lngeftellten. Dke teilweise recht langatmigen Gewerkschaftsnamen hat die Praxis durch prägnante Kürzungen gesteigert. Die freigewerkschaft- lichen Spitzenorganisationen sind bekannt als ADGB.. AfA-Bund und ADB. Von den einzelnen Verbänden ist die Abkürzung Z d A. für Zentralverband der Angestellten so sehr bekannt, daß heute fast jedes Kind weiß, daß darunter die freigewerkschaftliche Organisation der kaufmännischen und der Bureauangestellten zu ver- stehen ist. Ein Einblick in das chauptgetriebe dieses aus den klein- sten Ansängen zu einer Riesenorganisation gewordenen Verbandes hat schon deshalb einen besonderen Reiz, weil der ZdA. bei der Ein- richtung seiner Verwaltung von vornherein über fachkundige Kräfte verfügte. Da der Angestelltenverband zumal bei seinem letzten Um- zuge sich von allem Ballast freimachen konnte, verfügt er heute über einen Bcrwaltungsapparat, der in seiner Art nicht nur für die größe- ren Gewerkschaften vorbildlich ist, sondern mustergültig ist für den kaufmännischen und verwaltungstechnischen Großbetrieb überhaupt. In üer Granienstraße. Mitten im lärmenden Straßengetriebe, nicht weit ob vom Moritzplatz, an der Oranienbrücke, erhebt sich der stolz« Bau des ZdA. Im jünfien Stockwerk sind Expedition und Packraum unter- gebracht. Schon in diesem Räume merkt man, daß hier Kausleut« arbeiten, die mit doppelter Freude ihre Aufträge verrichten, weil ja alles, was sie tun, mit in ihrem Interesse liegt. Da finden wir z. B. die modernsten Dervielfältigungsopparale, Adressiermaschinen usw. Hervorgehoben sei die Adressiermaschine. Von jedem Funktionär jeder Ortsgruppe ist eine fertig« Schablenenadresse zu finden, so daß das Adressieren mit der Hand gänzlico in Fortfall kommt. In der Postoersandabteilung herrscht reges Leben und Treiben. Um die Portospejen zu verringern, ist angeordnet, daß nur zweimal in der Woche die Post herausgeht. Briefe, die eiliger Natgr sind, tragen ein besonderes Zeichen und werden sofort befördert. Hier macht sich moderner kaufmännischer Geist bemerkbar! Es versteht sich von selbst, daß in der Postversandabtellung auch ein« Briefmarkenmaschine vorhanden ist, die an einem Zähler anzeigt, wieviel Marken verbraucht worden sind. Im übrigen tragen sämtliche Marken das perforierte ZdA.-Zeichen. Weiter lagern hier oben sämtliche Derbandsieitschriften und Belege aller Art. Alle ge- brauchten Kartothekkarten werden hier oben aufbewahrt. Das iän» aere Lagern der S t« n o g r a m m h e f t e hat sich ebenfalls als nützlich erwiesen. Einige Schritte weiter lagern Flugblätter, Werbeschriften� Schreib mater ialien, Mitglieder- b ü ch e r usw. Mustergültige flrbeitsräume. Helle, luftige und große Bureauröumc erleichtern die Arbeit. Von diesem Grundsatz geleitet sucht« sich der ZdA. sein« Arbeitsräum« aus. Wenn man den großen Verwaltungsraum betritt, so muß man unwillkürlich einen Augenblick stehen bleiben, um alles überschauen zu können. Ja, das sind mustergültige Arbeitszimmer. Hier muß das Arbeiten Freude machen. Da ist zuerst die Mitgliederkartothek. Alle Mitglieder haben hier ihre Karte, woraus der Name, das Alter, die Beschäftigungsart und schließlich die Wohnung zu lesen sind. Hat ein Mitglied einmal mit dem Verbände Differenzen gehabt, so befindet sich an seiner Karte eine Klammer, die anzeigt, daß hier „etwas nicht in Ordnung" ist oder war. Alphabetisch geordnet sind weiter sämtliche Aufnahmesormulare vom ersten MUgliede an. Sie sind schnell und sicher zu finden. Im vierten Stockwerk befindet sich auch die Abteilung, die die Aufgabe hat, sämtlich- Briefe, soweit sie nicht persönlich adressiert sind, zu öffnen. An den Montagen herrscht hier Hochbetrieb. Lausen doch an diesem Tage oft über 1000 Briefe ein. �Sleichzeitig ist dort die Personalabteilung untergebracht. Die Stenoiypistinnen haben ein Zimmer, wie man es sich bester nicht wünschen kann. Drei mächtige Fenster hüllen den Raum in einen Mantel von Licht. Auf dem Flur steht ein riesiger feuersicherer eiserner Schrank, der die Beitragsmarken birgt. Unsere Wanderung ist im vierten Stock beendet und es geht eine Treppe tiefer. Das Herz öer Organisation. Im dritten Stock bemerken wir gleich beim Einttitt die Tele- phonzentrale. Im Archiv, wo sich auch gleichzeittg die Bibliothek befindet, laufen täglich etwa 450 Zeitungen bzw. Fachzeitschristen ein. Auch die Organe der Gegner sind hier zu finde». Das einge- laufene Material wird sortiert und je nach Inhalt den Bearbeitern der einzelnen Fachgruppen zugestellt. Ein« höchst einfache und doch praktische Kartothek gibt über das, was vorhanden ist, einen erschöpfenden Ueberblick. Längs dem Korridor ziehen sich die vor- standszimmer, die alle freundlichen Eindruck erwecken, hin. Selbst- verständlich hat auch dies« Etage ihr„großes, helles und luftiges" vchreibmafchinenzimmer. Die zweite Etage müssen wir tibergehen, da hier zunächst noch ein« Privatfirma ihr Domizil hat. Der Sihungs- Z.D.A.-Havs am Oranienplatz saal in der ersten Etage stellt ein kleines Schmuckkästchen dar. Butzenscheiben lassen das Tageslicht nur gedämpft herein. Die Wände sind zum Teil mit Holz und zum Teil mit Stoff recht anheimelnd bekleidet. Gleich hinter dem Sitzungssaal befindet sich ein kleines Diskussionszimmer, wo sich besonders Redewütig« zur„sachlichen Aussprache" zurückziehen können. Die Statistische Abteilung, die Tarifregistralur und endlich ein kleines Sitzungszimmer füllen weiter die erste Etage aus. Nach dieser Wanderung sind wir im Erdgeschoß angelangt und besichtigen nun die Hausdruckerei des ZdA., die einen Teil der Flugblätter herstellt, Briefpapier bedrückt usw. Im Keller lagern große Papicrmassen zur Herstellung von Plakaten und Brief- papier. Sämtliche Ortsgruppen— es sind über 800,— beziehen von hier ihre Schreibmaterialien. Die vielen kaufmännischen Berufe, die im ZdA. gewerkschaftlich organisiert sind, erfordern eine ganz« Anzahl von Fachzeitschriften. Da finden wir den„Freien Angestell- ten", die Fachzeitschrift„Der Industrie- und Handelsangestellte", „Zeitschrift für Versicherungsangestellte",„Die Warte"(Organ für die Angestellten des Buch-, Kunst- und Musikalienhandels und des Buchdruck-, Papier- und Zeitungsgewerdes),„Der Bergbau- und Hüttenangestellte",„Das Bekleidungsgewerbe"(Fachzeitschrift für die Reichsfachgruppen Bekleidung, Textil und Leder),„Der Genossen- schastsangestellte",„Volkstümliche Zeitschrift für die gesamte Sozial- Versicherung",„Der Anwaltsangestellte" und endlich„Der Behörden- angestellte". Für die Funktionäre und Vertrauensleute er- scheint allmöchentlich der sogenannte„Nachrichtendienst", der ttf Die Venus von Syrakus. Von Clara Vahka. Nach einer ganzen Weile blickte er Renzo an, dann sagt« er mit einem Lächeln in den Augen:„Ich werde sie für eine kurze Zeit so aufstellen lassen, daß du sie genau nachbilden kannst. Es soll dir alles zur Verfügung stehen. Hast du dich schon einmal an dem Kopfe versucht?" „Einmal?" Renzos Gesicht verfinsterte sich,„viele, zu viele Male." „Nun, nun," sagte der alte Mann gelassen,„dieses ist die beste Lösung für den Arm, die Hand. Du kannst zufrieden sein." Er hatte sich wieder abgewandt. Als Renzo stumm dastand, blickte er nochmals zu ihm hin. „Nein, niemals zufrieden sein, Adriani, merk' dir das, niemals!" Er erhob drohend den Finger. Ren.zo ergriff die Hand und drückte sie leidenschaftlich. „Ich danke, danke Ihnen." Blieb ihm nun noch viel zu wünschen übrig? „Alles!" dachte Renzo. Wiederum war es, als ob unsichtbare Götter alle Wege glätteten: die Venus erstand in berückender Schönheit, ihrem Vorbilde so ähnlick. daß Renzo innerlich erzitterte, wenn seine Hände über den Marmor glitten. Mein mein," dachte er, und er verschloß sie eifersüchtig vor den Blicken der Männer, die mit dem Professor arbeiteten und die um die Nachbildung der Venus wußten. Jetzt hatte sich auch der junge Archäologe Renzos erinnert. ''nd er erählte wie einen Scherz, daß der Bursche vor Monaten abgerissen an der Tür gestanden und ihn be- schwindelt hätte, nur um die Venus zu sehen, und es fielen Worte, die Renzo lange gefürchtet hatte. Es war ibm als ob das Böse um ihn her erwachte. Er sonderte'sich völlig von den Menschen ab. lebte mir mit den harmlosen Pettinaris. die nichts von semer Arbeit. seiner Sehnsucht kannten, und dennoch suhlte er sich schon durch die Blicke der wenigen Männer beengt, die um sein Ringen wußten. Nun sie warteten, ihn belauerten, wie ihm schien, da schwand jede Hoffnung.. ,,.-, Wie ost hatte er in Ton den Kopf geformt, Schultern, Hals und Kopf, es war vergebens. Dort stand feine Venus, makellos, wahrhaft ein Götter- bild, doch an der Stelle des Kopfes war immer noch ein un- förmlicher Block. Wahrlich, alles blieb Renzo zu wünschen übrig! Noch einmal, ein letztes Mal, trat er in der Dämmerung vor die wahre, einzige Venus, noch einmal, ein letztes Mal küßte er ihr rechtes, ein wenig gebogenes Knie, und dann wußte er, es war vorüber. Diese Stadt, die gan.ze Atmosphäre um ihn her barg keine Gnade mehr— für ihn nicht. Und da er kein Zaudern konnte, wenn seine sicheren Triebe etwas beschlossen hatten, ging er noch an demselben Abend mit Taddeo zum Hafen und erkundigte sich, wann wohl ein großes, gutes Schiff nach Messina führe, das ihn und seine schöne schwere Fracht mitnehmen könnte. Nein, ein großes Schiff führe nicht, doch in drei Tagen könne er bis Eatania und vielleicht auch nach Giardini bei Taormina fahren. Taormina? Taormina! Ja, nach Taormina! Kam nicht alles Gute zurück, wenn man zur Heimat fuhr? Eine Heimat, die er geliebt hatte und die ihn liebte. Ja, dorthin, wo er die ersten Träume vom eigenen Schaffen, von Schönheit und Ruhm geträumt hatte, in diese tiefste Heimat wollte er seine Geliebte bringen, und sie würde erwachen. Reißende Unruhe überfiel ihn. Wie nun, wenn man ihn aufhielt, wenn man irgendwelche Rechte geltend machte, um die er nicht wußte. Bielleicht wurde es ihm gar nicht gestattet, diese Nach- bildung aus Syrakus zu entfernen. Vielleicht sollte er eine hohe Summe zahlen, weil man ihm erlaubt hatte, diese Venus zu formen. Nicht fragen, sich nicht verraten! Ganz heimlich mußte er mit ihr fliehen.. Hotte er nicht Freunde, Helfer! Spät am Abend, als die ganze Familie Pettinari zum Nachtmahl beisammen saß, holte Renzo einige Flaschen alten, süßen Weines hervor. „Wir müssen Rat halten, ihr alle müßt mir helfen! Doch erst einmal wollen wir auf ein gutes Gelingen trinken, ich habe einen Plan." So leicht wie ein Haufen zwitschernder Vögel haschten sie nach jedem Brocken, den Renzo nach und nach hinwarf. Das olles war ja nur ein köstlicher Scherz! Die großen Herren? � Die großen Herren sollten das Nachsehen hoben. gute informatorische Mitteilungen enthält. Erwähnt seien noch die „Iugendblätter des Zentralverbandes der Ange- stellten", die für die jugendlichen Mitglieder bestimmt find/ Ihr Inhalt, ein sehr vielseitiger, fördert rege die Diskussionen auf den Veranstaltungsabenden der Jugendgruppen. Die hier angeführten Zeitschriften werden von der Vorwärts-Buchdruckerei hergestellt. ->- Es ist Kulturarbeit im besten Sinne des Wortes, die in dem großen hellen ZdA.-Haus am Oranienplatz von den 120 Angestelltcv geleistet wird. Von dieser Zentrale aus wird die Verbindung mit den nahezu 300 000 Mitgliedern unterhalten und gepflegt, die sich auf die kaufmännischen Geschäfte und die Schreibstuben von weit über 800 Orten in Deutschland verteilen. Die unermüdlich« Werbearbeit des Verbandes, die leider nach nicht dem vollen Verständnis oller Angestellten begegnet, so daß die gegnerischen Angestelltenoerbände noch recht ansehnliche Mitgliederzahlen aufweisen, bietet sich ein überaus großes Feld. Die Verhandlungen des am Sonnabend in Kassel beginnenden Verbandstages werden zweifellos viel dazu beittagen, die Einficht zu fördern, daß der ZdA. für alle frei- gesinnten und aufgeklärten kaufmännischen und Bureauangeftellten die wirksamste Interessenvertretung bildet, die um so stärker sein wird, je mehr die Angestellten selber durch ihren Anschluß dazu bei- tragen. Sommerluft unö Wintersorge. Dicht gedrängt sitzen sommersrohe Menschen m den Lustgärten an der Spree. Lustige Weisen spielt den ganzen Nachmittag die Musik. Ihren Höhepunkt erreicht die Freude, wenn am späten Abend sprühendes Feuerwerk Wettbewerb mit den Himmelskörpern vortäuscht. Fast scheint es, als ob es nie einen sorgenvollen, düsteren Winter gegeben hätte. Da tauchen mmitten der fröhlichen Scharen hier und da Frauen und Mädchen auf, die mit bittender Gebärde Büchsen hinreichen, die ein Scherslein aufnehmen möchten für die Erholungsfürsorge ts-r Berliner Nothilf«. Die Gebefreudigkeit est nicht allzu groß. Man spricht wohl von den eigenen Freuden, die in den Bergen oder an der See warten, aber nur wenige wissen von den vielen, deren Win- tersorgen Sommerlust nicht auflommen lassen. Nur wenige denken an die vielen Menschen, die nie aus den engen Häusern heraus- kommen. Nur wenige wissen von den Kindern, deren Leiber die Spuren des Hungerwinters tragen, die in engen, staubigen Straßen träumen vom Spielen im Sande am Ostseestrand, aus dem sich schöne Schlösser bauen lassen, von den Bergen, auf denen die Wälder Sagen und Märchen erzählen. Wir kennen diese Sehnsucht, wissen, daß sie uns dos Beste für die Entwicklung unserer Kinder verspricht und geben uns Mühe, sie zu erfüllen. Zweihundert Kinder hat der B e z i r k sa u s f ch u ß für Ar- beiterwohlfahrt in diesem Sommer bereits herausgeschickt. Die Ergebnisse der ärztlichen Untersuchungen sind geradezu er- schreckend. Ein erheblicher Prozentsatz der Kinder, in manchen Bezirken 33>/, Proz., muß aus der«infachen Erholuugsfürforg« ausscheiden und zum Schrecken der Eltern der Lungenfürforge über- wiesen werden. Die Wirkungen des Inflationswinters scheinen schlimmer zu sein, als die Wirkungen des Kohlrübenwinters. Dabei ist die Not noch lange nicht überwunden. Die Zahl der Arbeits- losen, und damit der Hungernden, die unserer Hilfe bedürfen, ist immer noch groß. In vielen Fällen treten bereits Magenerkrankungen ein, zumeist bei solchen Menschen, denen es gar zu schwer wird, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Und wenn sie es tun, so, um für ihre Kinder zu bitten. Die opferwillige Hilfsbereitschaft unserer Genossen und Freunde hat uns während des Winters in die Lage versetzt, manchdm über die schwerste Zeit hinwegzuhelfen. An sie wenden wir uns auch heute wieder: helft uns bei der Durchführung der Erholungsfürforge! Ihr helft dadurch ein Stück öugendglück, Ingen dgefundheit und Zukunftshoffnung ausbauen Leistet Beiträge auf das Konto: A r b e i t er w oh l f ahr t, P. Neumann und M. Todenhagen, bei der Diskonto-Gefellfchaft, Lindenstr. 3, oder direkt an Paul Neumann, Berlin SW. 68, Lin- denstr. 3, 1. Hof, 4 Treppen, beim Parteivorstand. Quittung erfolgt durch den„Vorwärts". In der Nacht würde man feine schöne Figur holen, hier in die Wohnung hinein, hinter das dicke Tor. Ganz und gar vermummen wollte man sie, von oben bis unten. Lumpen und Wolle. Heu und Werg genug— da konnte er ohne Sorge fein. Sie berauschten sich an ihren Reden und am Wein. Drei Tage lang feierten sie den großmütig schenkenden Renzo wie einen echten, rechten Helden und Schlaukopf dazu, lind dann geschah wirklich alles so, wie sie es vorausgesagt hatten. In einer frühen, leicht beflorten Morgendämmerung zogen Renzo und Taddeo den flachen Flschkarren durch die schlafenden Gassen, und darauf lag so etwas wie eine mächtige Säule, ringsum mit starken Brettern oersehen, um die Taue gewickelt waren. O, es ging sehr gut. spielend leicht ging es wieder. Doch drinnen der Abschied war nicht gaftz so leicht gewesen. Die kleine Nina hatte sich zu guter Letzt wie eine Katze an ihn gekrallt. Niemand hatte es bemerkt, doch er, Renzo Adriani, wußte es: die Mädchen, die Mädchen! Vielleicht? Vielleicht? Wäre er niemals zu den Petti- naris gekommen, zu ihren Freunden und Nachbarn, hätte er wie in seiner Kindheit zu Taormina, die freien Stunden --- ach was! Wozu hadern, zurückblicken, bereuen! Er ging mit einer Kostbarkeit von bannen, wie sie nie- wand besaß. Und dos Leben strömte von neuem auf ihn zu. 6. Das war keine Fahrt wie damals von Neapel nach Palemno. Es war ein langsames Dahingleiten durch das blougrüne Meer, das mit feinen Spitzenrändern die vertraute gelbe Küste überrieselte. Fern wie eine Vision der helle Aetna. Bis Eatania noch war Fremdsinn und Unruhe in Renzo, dann aber blickte der Berg, der Gewaltige, vertraut auf ihn herab. Dieser Urvater! Nein, er schaute niemand an, alles sah zu ihm empor. � Seine Laune hatte es gewollt, daß vor einem Jahre vier neue Krater heißes Leben durch zerberstende Wälder strömten. Sollte der Urvater seine Brust nicht öffnen, wann es ihm geffel? Zu feinen Füßen, im breiten Umkreis, war Siziliens fruchtbarstes Land, ein Paradies auf der verwitterten Lebens- glut des Aetna. � Wenn er zerstörte, so schenkte er um so reicher. Ein rechter König...(Fortsetzung folgt.) �utterkrippenpolitik�. Zum Bezirksämterabbau. Nach t>en> Abbau der Magistratsmitglieber soll demnächst«in Abbau der Bezirtsamtsmitglieder vorgenommen werden. Dieser Abbau erfolgt durch die Bezirksversammlungen, nachdem der Ma- gistrat die Zahl der in den einzelnen Bezirken Abzubauenden fest» gesetzr hat. Auf Ersuchen des Magistrats hatten sich die Bezirks- Versammlungen zu erklären, wieviel Mitglieder des Bezirksamts ab- gebaut werden könnten. Das Ergebnis ist folgendes: Zwei Be- zirtsversammlungen haben drei, sieben haben zwei und ein« Be- zirksversammlung hat einen zinn Abbau vorgeschlagen, während zehn Bezirksvcrsammlungen den Abbau abgelehnt haben. Der Abbau der Personen darf bekanntlich nicht aus politi- scheu Gründen vorgenommen werden; aber die bürgerlichen Parteien haben in den Bezirksversammlungcn es fertig gebracht, in fast allen Fällen die sozialdemokratischen Stadträte zum Abbau zu empfehlen. Im Bezirk„Friedrichshoin* haben die bürgerlichen Parteien beispielsweise beantragt, die Dezernenten für das Arbeitsamt, für das Jugendamt und fiir das Wohnungsamt abzubauen. Diese Dezernenten sind unsere Genossen Brückner, Kloth und Rosin. Selbstverständlich wurde bstont, daß politisch« Gründe für den Abbau nicht maßgebend seien. In anderen Be- zirken sieht es genau so aus. Beachtenswert ist das Verhalten bürgerlicher Parteien in den Bezirken, in denen kein Sozialdemokrat zum Abbau vorhanden ist und eventuell ein Bürgerlicher ab- gebaut nierden müßte. Da haben die Bürgerlichen mit unseren Genossen gegen den Abbau gestimmt. Im Bezirk„Prenzlauer Berg" ist seit längerer Zelt ein bürgerlicher Stadlrat vom Amte suspendiert. Unsere Genossen standen deshalb auf dem Standpunkt, daß zurzeit ein Abbau eines weiteren Mitgliedes des Bezirksamts nicht in Frage käme. Di« Bürgerlichen haben auch hier beantragt, einen bzw. drei abzubauen. Di« Bezirksversammlung hat den Abbau abgelehnt. Der „Berliner Lokal-Anzeiger" brachte unter der Ueberschrift„Futter- krippenpolitik" einen Bericht über die letzte Bezirksversammlung „Prenzlauer Berg" und sagt«, daß man von einzelnen Stadträten nicht wisse, was sie eigentlich zu tun haben. Das wurde schon in der Bezirksversammlung behauptet, aber als die Vertreter unserer Partei die Nennung der betreffenden Stadträte verlangten, war der deutschnationale Redner hierzu nicht in der Sage. Nach den Vorgängen der letzten Zeit ist es besonders interessant, daß ausgerechnet der„Berliner Lokal-Anzeiger" die Stellungnahme unserer Genossen als„Futterkrippenpolitit" bezeichnet. Brandstifter an der Arbeit. An: Mittwoch nachmittag mußt« in Steglitz in der Florastr. 19 «u: Droßf«uer gelöscht werden, von dem Hausbewohner annechmen, daß es durch Brandstiftung entstanden ist, und am Donners- »ag hatte die Berliner Feuerwehr schon wieder ein Grohfeuer zu bekämpfen, das, wie wir berichteten, in Friedenau, Kaiserall«« 9S, Ecke der Lef�vrestraß« am Mittag in einem anderen Eckhaus ausgekommen war, vermutlich auch durch Brandstiftung. Als die Wil- niersdorfer und Schöneberger Feuerwehren an der Brandstelle an- kennen, stand der D a ch st u h l bereits in solcher Ausdehnung in Flammen, daß unverzüglich mit mehreren Motorspritzen Wasser ge- gebe» werden mußte. Ueber mechanische Leitern und die ver- qualmten Treppen wurde der Angriff mit droßer Wirkung vorgetragen und es gelang nach mehrstündiger Löscharbeit, des Feuers Herr zu werden. Die oberen Geschosse haben etwa« durch eingedrungene, Wasser gelitten. Der Schäden ist abermals sehr erheblich, und leider-nur teilweise durch Versicherung«checkt. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Vor dem Hause In- validenstr. 123 stieß am Freitag ein Autobus mit einem Straßenbahnwagen der Linie I zusammen. Beide wurden stark beschädigt, Personen aber ernstlich nicht verletzt. Di« Feuer- wehr beseitigte das Berkchrshindernis— In der Parkstraße i n Buch stürzte«in beladenes Lastauto bei der Villa„Preußen" in «inen Straßengraben. Di« Feuerwehr holt« das Auto wieder heraus. Ein Fahrer soll Verletzimgen erlitten haben, die ihm von einem Arzt verbunden wurden. Die feinülichen Ehegatten. Um den Aamilienschmuck. Unerquickliche Familienverhältnisse lagen einer Anklage zugrunde, die gestern Frau B., die Gattin eines Sanitätsrates, wegen fahr- lässigen Falscheides vor das große Schöffengericht Berlin. Mitte führte. Die Tochter der Frau B. war mit einem früheren Staatsanwalt- schaftsrat F. verheiratet gewesen. Die Ehe gestaltete sich sehr un- glücklich und sse verließ im Jahre 1919, wie der Ehemann als Zeuge behauptete, in Begleitung eines Hauptmanns a. D. E. ihren Ehe- Der Republikanische Reichsbuvd veranstaltete im Bürgersaal des Berliner Rathauses eine öffentliche Kundgebung, in der die Genossin Adele Schreiber und Chefredakteur G. Bernhardt über amerikanisch? Verhältnisse sprachen. Di« Redner schilderten ein- gehend die ameriranischen Berfassungsfragen und kamen dann auf die Parteikonstellation des amerikanischen Volkes zu forechen. Der Grundzug des Amerikaners ist die Sentimentalität. Die Jagd und d>e Hast noch dem Dollm, wovon der Europäer so gern redet, ist drüben eine Legende. Ueberall sehen wir eine ganz falsch« Ein- stcllung des Deutschen gegenüber der amerikanischen Seelen- Verfassung. Bölkeroersöhnung und Kriegsvermeidung betrachtet' jeder Amerikaner als Selbstverständlichkeit. Für ihn ist die Annahme oder Ablehnung des Dawes-Gutachtens durch Deutschland dafür ent- scheidend, ob in Deutschland das alte Regime oder' ein wahrhast demokratisches vorherrscht.— Fazit der Kundgebung war«in Appell an alle Republikaner: Helft mit am großen Werk de« Aufbaues des neuen Deutschland. Helft überall mit, das schief« Bild des gesamten Auslandes über di« deutsche Republik zu beseitigen. Keine Stierkämpfe in Berlin. Gegenüber den immer wieder auftauchenden Gerüchten von Stieokämpsm in Berlin teilt der P o- lizeiprösident mit, daß er nicht beabsichtigt, in Berlin Stierkämpfe zuzulassen. Straßenbahnunsall. Gestern abend gegen �7 Uhr stieß am An. Halter Bahnhof«in Straßenbahnzug der Linie öS mit einer A u t o d r o s ch k? zusammen. Der Vorderteil der Droschke wurde stark beschädigt. Der Fahrgast erlitt leichte Verletzungen durch Glassplitter. Zu den Fleischvergiftungen in Wilmersdorf, über die wir in der gestrigen Morgenausgabe berichteten, wird uns noch mitgeteilt, daß bei den vergifteten Personen der Familie I. eine leichte B esse> r u n g eingetreten ist, so daß zurzeit keine Lebensgefahr besteht. Weiter« Vergiftungen sind nicht mehr vorgekommen. Schüsse aus einen Vorortzug. Der Vorortzug Berlin— Oranienburg wurde am Mttwoch abend X7 Uhr 1 Kilometer vor Herms- d o r f beschossen. Als Täter kommt ein den besseren Ständen ange- hörender Ansiedler in Frage, bei dem ein g-Millimeter-Tesching beschlagnahmt wurde, mit dem et' auf seinem Grundstück Schieß- Übungen angestellt hatte. Der am Sonnabend au? Dtstemich eintreffend« «teinsche �lebctfranj mit den hervorragenden alpenländischen Volks- lüngern und Jodlern veranstaltet zusammen mit der Deulschöst-rveichisch-n Liedertasel-Berlm am Sonnabend. 21. Juni, ein GesangSkonzert im Map. Große protestkunögebung gegen völkische Moröpropaganöa unö Faschismus am v l e n« k a g, den 24.)uni. abend» 7 Uhr im großen Saal der„Aeuen WeW, Hasenheide. Redner: Reichskagsabg. Philipp Scheidemann-Saffel. Arbeiter, erscheint in Massen! Denkt an die ermordeten deutschen Freiheilskämpfer! Denkt an den ermordeten italienischen Genossen Matteotti. Der Bezirksvorstand. mann. Sie nahm dabei den Familienschmuck mir. Run ent- spann sich«in erbitterter Kampf um die Wiedererlangung der Schmucksachen, die der Staatsanwalt zurückhaben wollte, weil es sich um wertooll« Familienondenken handelte. Er behauptete, daß er den Schmuck seiner Frau nur zum Tragen übergeben hätte. Da die Eigentumsverhältnisse aber im unklaren lagen, klagte er auf Rück- gäbe eines Geschenkes und erstritt auch nach langwierigen Zivil- pro.zessen ein obsiegendes Urteil. Als der Gerichtsvollzieher zur Pfändung kam, war der Schmuck verschwunden. Die Ehe- frau, zum Offenbarungseid vorgeladen, erklärte, daß sie den Schmuck an das ihter Mutter gehörige Geschäft,«ine chemisch« Waschanstalt, verkauft hätte. Jetzt wurde die Mutter, die jetzige Angeklagte zum Offenbarungseid vorgeladen. Lange Zeit wußte sie sich der Eides- Pflicht zu entziehen, bis sie oerhaftet wurde. Sie beschwor daraus, daß sie den Schmuck nicht besitze und auch nicht wisse, wo«r sei. Der Staatsanwaltschaftsrat ließ aber nicht locker und die Ermitt- lungen ergaben auch, daß der Schmuck von Hauptmann E., der bei den V. scheu Eheleuten wohnt« und inzwischen auch in das Geschäft eingetreten war, in Lombard gegeben war, nachdem drei Stücke, teils nach München, teils nach Berlin verkaust worden waren. Von diesen Geschäften hott« die Angeklagte Kenntnis. Die Folge war die jetzige Anklage. Frau B. blieb vor Gericht dabei, daß sie nicht gewußt habe, was mit dem Schmuck geschehen sei. Sie entschuldigte sich wegen ihrer ungenauen Aussage damit, daß der Richter sie überraschend schnell verhört habe und daß der Eid ihr ohne feierliche Formalitäten abgenommen worden sei. Staatsanwaltschastsrat Dr. Latte war der Meinung, daß bei der gesellschaftlichen Stellung der Angeklagten deren Verhalten ganz besonders verwerflich sei und eine empfindliche Strafe verdiene, so daß er nicht Geldstrafe, sondern 4 Monate Gefängnis beantrage. Der Verteidiger bat die menschliche Seite des Falles zu berücksichtigen und wandte sich sehr scharf gegen den Ehe- mann der Frau F. Das Gericht kam zu der Ueberzeugung, daß Frau B. einen falschen Offenbarungseid geleistet hob«, denn sie habe von dem Verkauf der Schmuckstück« gewußt; sie mußte den Verkauf bei Ihrem Eide mindestens erwähnen. Vergehen gegen die Eides- leistung müßten scharf bestraft werden. Deshalb habe das Gericht nicht auf«ine Geldstrafe erkannt, sondern die Angeklagt« zu drei MonatenGefängnis verurteilt. Ein« Bewährungsfrist wurde von dem Ergebnis der Ermittlungen abhängig gemacht, als Voraus- fetzung dieser Entscheidung wurde aber zur Bedingung gestellt, daß die Angeklagie bis zum 1. Oftober d. I. eine Buße von S000 G o l d m a r k zahle. Nach Schluß der Sitzung kam es auf dem Flur des Gerichts- gebäudes vor dem Sitzungszimmer noch zu einer sehr erregten Szene. Die Derurteilie fuhr wie eine Furie auf ihren gewesenen Schwiegersohn los, schleuderte ihre Handtasche nach ihm und wollte ihm mit den Nägeln ins Gesicht fahren. Auch der Zeuge Haupt- mann C. griff den Staatsanwaltschaftsrat tätlich an, so daß dieser sich vor weiteren Angriffen in den Gerichtssaal flüchten mußt«, von wo er durch einen Nebenausgang das Gerichtsgebäude verlieh, während die feindliche Partei noch lang« vergeblich ihm am Haupk- «ingang auflauerte._ Ei» schwerer Autounfall. In der Nähe des Kesselfalls überschlug sich ein Automobil der großen deutschböhmischen Firma Schicht. Di« Insassen kamen unter das Auto zu liegen. Dem Chauffeur Lischinski, einem Wiener, wurde durch das Schutzglas des Automobils der Hals förmlich abgeschnitten. Eine Stange war durch die Brust gedrungen. Er war sofort tot. Der Reisende der Firma Schicht, Fischerbauer, erlitt einen Schädelbruch. seine Frau Rippenbrüche. Beide wurden in hoffnungs- losem Zustande m das Spital gebracht. Die Schiffskatastrophe bei den'Lofoten. Zu der großen Schiffskatastrophe bei den Lofvten, über die wir berichteten, trafen im Laufe des Tages nähere Einzelheiten in Christiania ein. Man weiß, daß außer den 17 Ertrunkenen »och weitere Menschenleben verlöre», gegangen sind, die sich noch nicht Hab« nfeststellen lassen, da die Schisfsprotokolle des „Haakon Jearl' untergingen. Es wurde alles aufgeboten, um die Passagiere z» retten. Kurz bevor das Schiff unterging, wurden alle olle Salons und Kojen auf Schlafende hin untersucht. Herzzerreißende Szenen spielten sich ab.„Körrig Harald" blieb zwei Stunden auf der Unglücksstelle liegen und fuhr dann mir den Geretteten und Leichen Das Rundfunkprogramm. Freitag, den 20. Juni. Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15(Ihr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 5.30—7 Uhr: Berliner Fnnkkapella(Unterhaltungsmusik). 7,30 Uhr: Vortrag des Herrn Max Osbom:„Griechische Volkstrachten"(Balkanmoden). 8 Uhr: Vortrag des Herrn Oberbürgermeister Dr. Böß:„Berliner Turn- und Sportwoche". 9—10 Uhr: Froher Abend. Frohe Lieder(Max Kuttner); Heitere Rezitationen (Ulrich Fr. Krolopp); Zithorvorträge(Stephan Clemens); Ope- rettenschlager(Käthe Mann). Am Steinway-FIiigel: Kapellmeister Otto Urack. nach Bogoe.„Haakon Jearl" war das älteste Schiff der„Norden Fjaeldsken Dampsschiffahrtsgesellschaft", deren Dampfs? den roten Strich zwischen zwei weißen Ringen am Schornstein tragen und auch im Hamburger Hafen bekannt waren. Er maß 800 Tonnen und könnt« 250 Passagiere aufnehmen. Die Untersuchung der Iserlohner Bahnkatastrophe. Zu dem Unfall auf der Kleinbahn in Obergrüne—- Iserlohn am 17. d. M. teilt die Reichsbahndirektion Elberfeld als technische Aufsichtsbehörde über die westfälischen Kleinbahnen mit: Bei der Untersuchung des allerdings stark zerstörten Fahr- zeuges konnten an der Bremsvorrichtung kein« Schäden festgestellt werden, die die Betriebssicherheit zurzeit des Unfall» hätte in Frage stellen können. Die bei den Kleinbahnen vorhandenen Bremjen haben bislang zu Beanstandungen keinen Anlaß gegeben. In der Presse wurde erwähnt, daß die Benutzung der für die Zuführung der elektrischen Kraft oerwendeten Roll« Anlaß zu dem Unfall ge- geben habe. Die Verwendung der Rolle kommt aber für die Wirk- samkeit der bislang sowohl bei den westfälischen Kleinbahnen A.-G. als auch bei anderen Kleinbahnen vorhandenen elektrischen Bremsen nicht in Betracht. Ueber Ursache und Hergang des Unfalls ist eine Untersuchung eingeleitet, deren Ergebnis abzuwarten sein wird. Eine Gekreidemühle niedergebrannt. In T ö ß b e i W i n t e r« t h u r brannte die sogmannte Reue Mühle samt dem massiven fünft stöckigen Mühlengeböud« nieder. Ein Feuerwehr- mann wurde schwer verletzt,«ine andere Person ist v e r- b ra n n t. Man befürchtet, daß noch mehr Tote unter den Trümmern liegen. 300 Eisenbahnwagen Getreide wurden vernichtet. Eine Söpenickiade. Unter der Ueberschrift„Der Haupt- mann von Worms" wird der„Franks. Ztg." berichtet: Der Bäcker Marthesheimer aus Worms, der nachts Dienste für die Wach- und Schließgesellschaft verrichtet«, hatte einmal dazu die Uniform eines Hauptmanns der früheren preu- ßischen Armee angezogen sowie Säbel mit sil» bernem Portepee und«ine Pistole umgeschnallt. Die fran- zösffche Wache sah sich den gefährlichen Herrn Hauptmann näher an und nahm ihn fest. Das Kriegsgericht verurteilte Marthesheimer wegen verbotmm Uniformtragens und Waffenbesttzes zu 45 Tagen Gefängnis und 200 Goldmark Geldstrafe. Vorträge, vereine und Versammlungen. lotttiftennctcin„Sie Äctetfrombt", Crtsartjypf Berlin, c. v. All« Abteilungen müssen»den Donnerstag auf dem Bereinsplatz, abends 8 Uhr. Reichsarbeiteesporttag. Für da» SporUartell Teltow»ud Umgegend. Der diesjährige Reichsarbeitersporttag in Teltow findet am 22. Juni auf dem Futzdallplatzin der August st rah« statt. Bormittags 8 Uhr Fünf- kämpf vom Rreisseft in Spandau. Rachmittags 1 Uhr sseftzug. Abmarsch: Ruhlsdorfer Platz. Nach Eintreffen auf dem Festvlatz Begrlltzungslieder der Gesangvereine, Festrede, sportliche und turnerische Vorführungen der Männer-, Frauen- und Rinderabteilungen. Reigen der Rodfahrer und Radbollspiel. Sonderaufführungen der einzelnen Bevein«. Faustboll, und Fußballspiel. Bon 5 Uhr ob im Lokal von W. Bochow Tanz. Mttglieder von Bereinen haben in Sportkleidung zu erscheinen. Sport. Rennen zu Ruhleben am 19. Zun! 1924. 1. Rennen. 1. viZmark(I. Millä), 2. Idealist K.(Tb. Sieger). 3. Lady Pctaurist(SB. Krauß). Toto: 2l:10. Platz: 15, 22. 21:10. Ferner liefen: Hauptmann, Fred WiikeS jun., GInori, Deila, Diana VII, Blaumeise, Hcidemann. Margot 1. 2. Rennen. 1. Cottac>ren. Bringen Sie noch heute Ihr reparaturbedürftiges Schuhwerk in eine unserer bekannten Verkaufsstellen. Wir haben für Berlin das alleinige Her stellungsr echt der berühmten Vorwerk- Garantie- Besohlung erworben, und wir bitten Sie, sich selbst zu überzeugen, dass Sie dabei nicht nur 40 bis 5Oo/0 billiger, sondern auch wesentlich besser wegkommen, denn die Vorwerk-Garari- tie-Besohlung ist bedeutend haltbarer. Ebenso gewinnt ihr neues Schuhwerk, ganz gleichgültig, wo Sie es gekauft haben, an Haltbarkeit, wenn die Vorwerk-Garantie- Besohlung als Schonbesohlung sofort angebracht wird. Vorwerk- Garantie-Besohluno isteineWohltatfüralle, die beruflich viel unterwegs sindu. kostet ... 2,95 »»» 2,35 ...2,60 »»» 2,25 ... 1,90 eine Herren-Besohlung mit Absätzen.. eine Damen-Besohlung mit Absätzen. eine Knaben-Besohlung mit Absätzen. eine Mädchen-Besohlung mit Absätzen eine Kinder-Besohlung mit Absätzen.. Staats-Theater Opernhaus ?>/, Uhr: Rlsoletto Opernhaus am KSnlgspIatz ?>/, Uhr: Tiefland Schauspielhaus 7Vi Uhr: Candida Schiller« Theater TV» U.: teil laaiilau Deutsch. Theater Sommersplelzeit Dinttioo: Stub gud faitr Tigllch 8 Uhr: MlstOIobetrotter Kemmersplcle Tägl. 8 Uhr: Salomons Volksbühne f'/i Uhr: Fahnen Th.I.Admlralspslast I1/« II-: Du Eihlj i. Jahre 10 Monate anonltrlr. aal taa Spielplan ist die groß� Revue Drunter u.drüber Schwiegertochter ür. UWjM! 7'/, Uhr: Kleines Theat. Tägl. 8 Uhn Kameraden von Aug.Strindherg Deutsch. Opernhaus VI, Uhr: zu ermäßigt.Preisen Die ZanberflSte Intimes Th. 8 U Lauf doch nicht Immer nackt herum Crtpe Georgette Metropol-Theater . Tägl. 8 Uhr: Letzte Vorstellung Karneval der Liebe Sommerpreise! Tribüne 8 Uhr: Doktor Stieglitz Lobe— Morgan Thalia-Theater 8 Uhr: Prasqulta 8 Uhr;■ Internat. Variete Sonntag 3.30 zu halb. Preisen das volle Programm Residenz-Th. Blumenstr. 9 Tägl. 8 Uhr: So em Mädel (Extemporale) Lustspiel in 3 Akten Königst. '8'U: Trlanon-Th. Somm.-Dir. R Pirk Bin Schwank der Liebe Olga Limb u r g Kose-Theater 8: D. Mustergatte Gartenbühne Vif■ Durch Dick u. Dünn Rsidishallen-Ttieater Täglich 8 Uhr: Zum Schluß: Ein Musikantentraum Dönhoff-Brettl Anf.TVj, Sonnt. 5 U Gr. Varietä-Progr Variete- Spielplan I Raachen gestattstl Theater am Kott buser Tor Tägl. S Uhr Elile- Sänger Ungeheurer Lacherlolg I Sommer preise Tafelwag., Gewichte, Billijtti Preist. Cnle Lager Georg Wagner KBpenlckerSfr. 7J Klip UdogrASft' 1 LUNAPARK Heute Volkstag Briilant-Venerwerb KONZERT TollerBetrielieDf allen Attraktioneii Einlrit Pfmnij GroßeVollisoperSswS 7v8 uhr: Zar und Zitnmefinann Komlsdic Oper 8: Direktion: James Klein 8: Heute zum 50. Male Der grolle Erfolg I !(anzende 'rihzessm .Operette In 3 Akten von ffalterjColloj r Neue Weil- 1 Arnold Scholz, Hasenheide 108-114 1 Täglich; I Hflözert oDd Yarietl-Ullims Sonntag, den 22. Juni: Großes Doppel- Konzert und Varietd-Vorstellung Jedn KIHmk. Ikmnintsj. ß« 04|| j hmLeail pidknlit; MV« SStl 1 Uli. Mnligi 3 Uhr Auf. Wpduot,,, 5 Ohr j 4 ,. I Herren-Bekleidung; = Ersatz für Maß= liefere an Private zu Fabrikpreisen Roupa, Bekleidungsfabrik, Alexander str. 39/40, Aufgang«, 2 Tr. Teilzahlungen gestattet. Geschäftszeit 9-6 Uhr.[3923b» AnfTeilzaHlung Va Anzahlung Ä'tÄ zu Labenpreisen fouftn Sic elegante gutsitzende SMMlMM Anzüge f. Strotze u. Sport(evtl. mit 2 Hosen), Cutaway u. Smo- fing, Covercoat- u. Marengo- Paletots, imprägn. Gabardine. und Bozener Lodenmäntel bei widert Sekenk SSpenIdcr Strohe 121 Hof recht», fein Laben. Verkaufsstelle b. guten„»nor«" Gummimäntel und Windjacken Der getaufte Gegenstand wirb safort bei Erlegung der Anzahlung mitgegeben. DeschSftszelt S— 7 Uhr. »Ich litt seit 8 Iahren an gelblichem .Ausschlag mit .. Durch ein halbe? Stück Zocker's Patent» Medizinal- Seife labe ich da» Übel völlig beseitigt. >.S., PoII,.»Serg.- Dazu Zuclrooh. Jreme(nicht fettend und fetthaltig), In allen Apotheken. Drogerien und Parfümerte»»höltlich U � Am Lehrler «rrgnügung«- m Part W» SM u Bahnhof Wer am 21. 22. 28. 24.. 26, 2«. 28, Zg. oder SC Jimi 1924 eine Etntrlttsfarte für 65 Pfennig löst, kann einen der folgenven Gegenstände erhalten: t fadriKiieiiLS../UN"-»iitvmovjl. pttseton. I tabfiKneues ,.SlJl"-AnJoinobJI. Sporttys», l bocheleg. Spelsezim.v. Emmiers«öUeuabr.. 1 Combra* Motorrad (Dr. Karl M. Brandt, Motormarke G) l ScbranHapparat mit Platten(Beil& Voss). Die Seftrtellung der B.-stzer stnbet am 30. Juni 1924 unter aiijficht eines unparteiischen Komitees stott. D>e aufgeführten Gegenstände stnd ab heute zur Besichtigung im Uiop ansaestelli _„ rssiiett ab 4 rar Voller Betrieb. 10 Itapellen Feuerwerk und sämtliche Slrteaftionen. Der Steyrisclie Liederkranz im ULAP Der am Sonnabend ans Oesterreich In Berlin emireiende Sfenrifthe Citbcefcan), der brcUhmfc Männe, ckioe Oesterreichs mit den heroorrogendsten ulpeulSnbischsn TZoIls» lungern und Zodlern<129 Mann) und die Denlidz. Oester- relchlsdie kliederlufel verlln werben am Sonnabend, de» 21. d., im Ulap ein emmaligc» Seiangstanzert geben(290 Mann). Soll es so enden? Eine Belehrung für alle, welche an Rheumatismus leiden. von Personen können sich, wie der Mann auf unserem Bilde, nur mühsam vorwärts bewegen. Schuld daran ist fast immer ein„ttn- heilbarer" Rheumatismus der Gehwerkzeuge. njlf�arum sind diese Rheumatismen unheilbar? Einzig und allein, weil sie falsch behandelt werden, da die wahreLlrsache gewöhnlich nicht richtig erkannt wird. 0iese Arsache besteht in 80—85 Prozent aller Fälle in einer scheinbar um bedeutenden Störung im Fußskelett, nämlich im Plattfuß und in seinen Vorstadien, der Senkung und Aebermüdung des Fußes. s)fiifangs äußert sich die anatomische Veränderung durch Fußschmerzeu(am � Fußbogen, am Rist, unter den Knöcheln und an der Ferse) dann in schein» barem Muskelrheumatismus(in den Waden, am Schienbein entlang, in den Äüften bis zumKreuzhinauf,nächtlicheWadenkrämpfeund ischiasartige Schmerzen), außerdem in scheinbarem Gelenkrheumatismus(in Knie und Küsten). 3n diesen Fällen ist natürlich durch Medikamente oder Badekuren nicht der geringste Erfolg zu erzielen. Rur allein die Beseitigung der Arsache durch Kebung und Wiederherstellung des Fußbogens kann den„statischen" Rheumatismus heilen. �azu dient die patentierte pneumatische Schuheinlage ffheumeiee welche den empfindlichen Fußbogen durch ein weiches Luftkissen, einen richtigen kleinen Pneumatik(daher der Name„Pneumette") hebt. (?>urch ihre Anwendung verschwinden solche„unheilbare" Rheumatis» � men, welche jeder anderen Behandlung hartnäckig trotzen, gewöhnlich „wie durch ein Wunder". Die Pneumette kann in jedem Schuh unsichtbar getragen werden, ist federleicht und unverwüstlich, auch beim stärksten Gebrauch. Wir geben Ihnen ein Paar Pneumette kostenlos 8 Tage zur Probe. Ueber zeugen Sie sich selbst! Beginnen Sie heute noch mit dem Versuch, bei dem Sie nichts riskieren, sondern nur gewinnen können. (Ist schmerzfreies Gehen nicht diesen Versuch wert?) Schuhhaus größten Stils Kostenlose ärztliche Untersuchung in eigenen Röntgenstationen, Leipziger Straße 64(11—2 u. 4—6) und Friedrichstraße 179(11— 1 u. 3—6).— Fußprüfung und unentgeltliche ärztliche Beratung in allen Leiser-Verkaufsstellent Leipziger Straße 64 Tauentzienstr. 20 Friedrichstr. 179 Königstr. 34 Moabit, Turrnstr. 50 Neukölln, Bergstr. 7/8 Friedenau, Rheinstr. 14 Oranienstr. 34 Oranienstr. 47a Müllerstr. 3a Sonäer-Jingetooi Diese Tage ersi hatten wir Gelegenheit, unser Lager gründlich durchzusehen, und wir haben dabei gefunden, daß durch den ge- waltigen Andrang in den Wochen vor Pfingsten verschiedene Artikel in den Größen stark unsortiert sind. Diese Artikel, die wir nicht mehr ergänzen wollen, bringen wir von heute ab zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen zum Verkauf, so z. B.: wmm Besonders beachtenswert: �"'�flL'Sdinür-a. Spangenschuhe Braune Damen- Halbschuhe echt Chevreau, mittelbraune Farbe. runde Form., Gr. 37, 33, 39, 40, M. Moderne Spangen- Schuhe schwan R-Chevreau, spitse Form, mit breiter Schnalle. Gr. 3S, 36, 37, 33 M. Randgenähte Damen' Halbschuhe in prima echt Boxcalf u. Chevr., halbrunde u. spitze Form. Gr. 30, 37,33 M. 5 75 7 8 ersiklass. Fabrikate, in Lackleder, echt Chevreau u. Boxcalf, braun u. schwan, in viel. Ausführungen, ganz kleine Schönheitsfehler M. Braune Herren n 9 .Stiefeln. Halbschuhe x, T. Boxcalf, vonügl. Rahmen- fabrikaie, spitze u, amerik. Formen,». T. mit Doppelsohlen, weiß gedoppelt.. H. 11 75 Randgenähte Herr.'Halbsdiuhe vonügl. Rahmenfabrikat, mod. halbspitze Form, z. T. m. Doppelsohle, weiß gedoppelt.... Fl. Braune Kin d e r' Siie fe l teils echt Chevr., teils Boxcalf u. Rindbox, runde Form. Gr. 27,79,31,34 M. Braune Mädchen- Sandalen aus kräftigem, glatten Rindleder, in hübscher Ausführung, Gr. 31-35. Fl. m 4 3 Der Schuhhof � Berlin W9 Charlottenburg Spandau Th. David Unkstrafie 11 Wilmersdorf er Str. 112 Breite Str. 22 Verkäufe fttnbctoaflcn, Teilzahlung bei sofortiger Lieferung ,<£sta", Thausseestr. 73/74, Lntergrundbah nhof Reinickendorferstrah«. Nähmaschine»«rtra billige Preis«. ssabrik neuer Maschinen«rstNasiiger ssabrikate. SelegenheitskSuse wenig gebrauchter Maschinen mit voller Da- rantie. Eigene Revaraturwerkstatt. Fischer. Polsdamerstrahe 103. I Ksicieillllngzzliielcs. Nalleve uzwTI Die Kleiderfabrik Brunnenstraße s, vorn 1 Treppe,»erkauft an Private Herrenanzüge gg.—, 20.—, 34— bis auf das Feinste,»urschenonzllg« 17.—, 24.—, 32.— bis auf das Feinste, Pillot-Hosen 3.30. Kammgarnanzstge, Gabardineon- züge, Toillenpaletots,(Sabardinepaletots, Sportpaletots, Maren gopaletots, Gummi- mänlel, Anabenpaletots. Firma achten. Monatsauzüge, Sommerpaletots, De fellschastsanzitge, korpulente Figuren, staunend billig. Naß, Gormannftr. 23/20. früher Mulackstraße.____ 36/llr Damenmäntel, Damenkleider, Som. merröcke 3.93, Frotteröcke 4.95, Musselin. kleider 4.50, 5.50, ffrottekleider 7.50, 10.—, 12.— usw.. entzückende Modell. Leider. Donegalmäntel 5.—. Tuch- Mäntel 7.-, Dovercoatmäntel 9.—. Staubmäntel 10.—, Alpaikamäntel 13.—, imprägnierte Dovercoatmäntel 13.—. Lomespunmäntel 10.—. 21.—, Modelltuchmäntel 25.—, 29.—, Riesenauswahl, direkt Werkstatt Schmechel. Gips. strafte 45, Bahnhof Börse.__ 1 Bluse» und«leider oh Fabrik, beste modernste Verarbeitung, erhalten Sie zu staunend billigen Preisen Ierusa- lemerstraße 9, 1. Etage. Ecke Schützen- strafte.________ 30; 10* Scglermiitzen. Herrenhiite, Sport. Mützen, gut und preiswert, im Engros- lager Nauruinstrafte 35 sOranienplatz), Herrenfilzbilie, erste Qualität, mit Rande i n fa ffung 5.75, uneingefaftt 4.75.' Elegante Herrengarderobe kauft jeder. mann noch zu billigsten Grundpreisen. Anzüge, Cutawaps, Ulster Sportpelze, Gummimäntel, Kosen, Joppen größte Auswahl. Fahrgeld wird vergütet. Binde!, Invalidenstraße 20. am Stet- tiner Bahnboft_• «redithau» zu Ladenpreise». Damen- und Kerrengarderoben. Damen- und Kerrenschuhe, Wäsche, Bette», Pelze, Gardinen, Steppdecken in beauemer Ab- schlagszahlung. Kaufhaus Lirschberg u. Da., Turmstraße 57. 1. Etage.• Leihhaus Rosenthalertor, Linien- strafte 203/204, Ecke Rosenthalerstrafte. verkauft: Füchse 8.—, Wolfsziegen 12—. Sämtliche Pelzarten. Spottbillige Sommerpreise. Anzüge 17.—, Taillen- Mäntel, Schlüpfer. Gummimäntel sen- sationell billig. Keine Lombardmare. Wollwesten 8.50, Strandjackcn, Seiden- jumper Engrospreise. Teilzahlung gestattet. Gärtlein, Invalidenstraße 152,' Monatsgarderoden, wenig getragen« Fracks, Smokings, Iakettanzüge. Bein- kleider zu Friedenspreisen, sowie neu« Anzüge. Taillenmäntel im Monats- garderobenhaus Oranienstraße 198 l lSeinrichsplatz)._ Kerrenanzüge, Mäntel, prima Quali» täten, gering« Anzahlung, bequeme Teil- zahlung. Fuchs u. Co.. Invaliden stvaße 35 I. Stettiner Bahnhof._ Gardine». Kalb sto res. Bettdecken, Diwandecken. Steppdecken in allen Grö- ßen und Qualitäten. Größte Auswahl, billigste Preise, auf Teilzahlung bei kleiner An- und Abzahlung. Fuchs u. Co.. Jnvalidenstr. 35 I(Ecke Dhaustee- strafte). Stettiner Bahnhof._* Monatsanzüge. getragene. neu«. Gummimäntel. Taillenpoletots, Jackett. anzllge, Gehrockanzüge verkauft gegen Auszahlung spottbillig Alexander. strafte 28a. Hochparterre. Gesellschafts. aizzüg« leihweise, Bitte Lese». Graftes Lager getrage- ner, nur erftLasstg erhaltener Jackett- anzllge. Eutawayanzllge. Smokinganzüge, Gehrockanzüge. Frackanzllge, Paletots, zum Teil auf Seide. Spezialität: Bauch. anzllge. Kulante Preis« bei Schnur- macher. Skolitzeästrafte 108. Laden, direkt Hochbahn Oranienstraße._ Stoffe zu lockend billigen Preisen kau- sen Sie im Tuchlager Landsberger- straße 37. Elegante Hosenstreifen Me- ter 3.—, Homespun 2.90.__ Teilzahlung. Spottbillig kaufen Sie elegante gutsttzende Herren-, Damen- garderobe. Anzüge für Straße. Sport, Hosen. Gabardine», Gummimäntel im Kredithaus Brandmann, Blücherstr. 10, am Halleschen Tor._* Drei Monate Fiel qewähren wir heim Kauf eleganter Garderobe, wie Anzüge für Straft« und Sport, auch für starke Damen und Herren, Tennishosen. Breeches, Damen- mäntel. Kostüme, nur gute Qualitäten. sofortige Mitnahm«. Luft u. Krieger, nur Blücherstrafte 20. am Halleschen Tor. Achten Sie auf Nr. 20. Stofse für Kostüme. Mäntel 3 Mark. Anzugsstoffe stnd rückfichtslos bis fünf- zig Prozent im Preis« herabgesetzt. Jetzt müssen Sie kaufe». Nur Qualitäts- waren. Josef Weißberger, Beuthstraße stebenzchn, Spittelmarkt.' I Larten;; iaube:« BalkoiTl Drahtgewebe. Drähte. Drahtaeflechte mit vier- und sechseckigen Malchen, Stacheldröhte. Krammen, Drahtstift», Iounstiele, Bauartikel, Laubenherde, Qefen, Ofenrohr liefere billigst. Gelegen- heitsposten für Siedler. Paul Friedrich. Charlottenburg 2, Leibnlzstrafte 17, Steinplatz 7370 und 1140. Model Dhaiselongue 12.—, Diwandecken 7.50, Polsterqu flogen, Patentmatratzen 12.—. Ratenzahlung. Pappelallee 112.• Den Kindern das Beste! Der Appetit ist ein Kinweis der Natur auf eine bestimmte Nahrung, deren der Körper gerade bedarf. Gegen Speisen, deren Bestandteile in ihm hinreichend vorhanden sind, stellt sich dagegen Widerwille oder Aeberdruß ein. Wer solchen natürlichen Regungen nachgibt, ernährt sich naturgemäß und zweckentsprechend. Auf nichts haben Kinder so regelmäßig Appetit wie auf Schokolade. Diese Tatsache lehrt, daß die Bestandteile der Schokolade dem Kindes- alter besonders notwendig sind. Neichardt- Schokolade ist ja nicht nur die schmack- Hasteste, sondern zugleich die gehaltvollste und konzentrierteste, darum preiswürdigste Kraftkost, ihr regelmäßiger Genuß mithin in jeder Äinsicht eine Wohltat für die Kinderwelt. Wo man Reichardt-Kakao und Reichardt-Schokolade zu Vorkriegspreisen erhält, zeigen Plakate und Schilder mit dem bekannten NamenSzuge an. 550.—»ort Speise, immer. Eich« gebeizt, Büfett zwei Meter breit, schwere Anrichte. Fweizugttsch, 5 Lederitühl«. Wichert, Elfasserstrafte 20. Geschäfts- satz: Großer Umsatz, allerbilligste is«. Dichendiplomaten 85, Bücherschränke 05. Schreibsessel 35, Lederftllhl« 15. Klub- tisch« 28,«lubsosas 110, Ledersessel 95, Büfetts, Kredenzen 90, Standuhren 125 Gold mark. Möbelhaus Kastanienallee 50. Kamerling, Rußbaum AnNeideschränke. Wasch. toiletten. Umbauten, Nachttische, Apo» theken 20,—, große Auswahl. Gottlieb. Elsasser Straße 2«.__ ♦ Wichtig! für jedermann. Täglich wer- den verkauft: Kleiderschrank, Bertito 22 Goldmark. Bettstellen, komplett. 10, Metallbettltellen mit Auflegematratzen 22, Messtngbettstellen, Flurschränke. Waschtoiletten 18. Chaiselongues 18, Kommoden 15, Bücherspinde. Schreib- tische 30, Trumeaus 29, Büfetts 75, Tische 0, Kücheneinrichtung 48, Speise- Zimmer, Herrenzimmer. Schlafzimmer 225, Klubgarniture» mit Rauchtisch 148, Leder» Nubfessel 75. anttke Möbel. Riescnaus- wähl, über 500 Fimmer. Alles tatsächlich spottbillig. Stargards Möbel- und Lom» bardfpeicher, Prenzlauer Straße sechs. Geschäftszeit bis 0. 128/17- Metalltette», Aufleamatvatzen, Patent. Matratzen, Chaiselongues Walter. Star» aarderstraße achtzehn._* Rundfunk! Kleiderschrank 15.—, Per» tiko 04.50. Sofa 15.—. Schreibtisch 28.-. Büfett 35.—, Küchen 22.—, Bettstellen. komplett 15.—, Wafchtoiletten 12.50. Riesenouswahl in Einzelstücken sowie Schlafzimmer. Speisezimmer, Herren» , immer, komplette Einrichtungen vom Einfachsten bis zum Apartesten, fiah» lungserleichterung. Gottlieb, Rügener. sttafte 18, Bahnhof Gesundbrunnen. Freilieferung.' Metollbette»- Denger, Doppelbetten. Kinderbetten. Küchen billig. August. straße 03._* er Preisabbau in allen Abteilun. ge-, Beai'rme Teilzahlung, kleinste Ab. zahlung. Möbel-Speicher, Große Frank. furter Straße 035,___' 30 Prozent Preisabbau auf alle Waren. Teilzahlung gestattet. Kleinste Raten» Zahlung. Möbel-Groß. Große Frank» furter Strafte 141. Znoalidenstrafte 5.' Trotz Teilzahlung liefere sofort ohne Aufschlag Korbmöbel. Kinderwagen, Mctallbetten. Feldbetten, Liegestühle. Ball. Große Frankfurtersttafte 47, Zweiggeschäft Charlottenburg. Goethe» strafte 47.' Musikinstruinente Pianos preiswert. Klapiermacher Link. Brunnenstrafte 35.- Flügel, Pianos, 275,— an. Raben» stein. Münzstrafte 10._ Pianos, prächtig« Instrumente, be» aueme Zahlweise. Sachter, Oranien» burgerstrafte 42.___' Pianolapiano, erstklassiges, Salon- Piano. verkauft für halben Preis Ernst. Oraniensttafte 100 III.- kskLi-seteL Fahrrad-Poser, Manteuffelsttafte 81. Einführungspreise: Rennpedale 2.40, Ketten 2.—, Primadecken 3.—. Prima» schläuche 1.40, Reparaturen billigst.- Ksufgesucke Fahrräder lauft Linienssrafte 19 Pertraurnsoolle Auskunft Hebamme a. D. Verkauf und Versand hvaienifchcr Frauenarttkel. Frau Hildesheim. Lo- thringerstrafte 34:35,_* Vertrauensvolle Auskunft. FrauHofen- gier, Hebamme a. D.. jetzt Schönhauser Allee 71a. Untergrundbahn. Rordring.' Arbeitsmarkt Steilengesuche Bureauhilfsarbeiter, selbständiger, Kriegsteilnehmer. 13 Jahre Gewerk» schaftsangestellter, 09 Jahre Parreimit» glied, Organisator, rednerisch b-sähigt, vielsettige Erfahrungen, sucht irgend- welche Stellung. Zuschttften erbeten unter 1'. 33 Hauptexpeditton des Vorwärts, Lindcnstrafte! 3._ 39266* Zimmerpolier sucht sofort Stellung. Angebote erbittet Hermann Goere. Berlin-Weiftensee, Easelersttafte 3. 3923b Achtung! Arbeitslose! Als Straften- Händler für leicht verkäufliches illustrier- tcs Wochenblatt bei Provision und tag- lichen Spesen. Zu melden Montag, morgens 0—7 Uhr. Kilian, Bcsscl- strafte 21, Fabrikgebäude parterre rechts.______ 33275 Schirmnäherinnen(in und außer dem Hause) für dauernde Beschäftigung bei bohem Gehalt suchen Schinnfabrik Sachs, Odert u. Co., Lindenstr. 105. 39245 IBSKS'tSN an Stelle des plötzlich verstorbenen für unsere Abteilung Eisenbck!» stellen in Dauerstellung für bald gesucht. Rur in der Branche Erfahrene können berücksichtigt werde». Mermsnn Reinhold Berlin IS., Südufer 24—25- Geübte An» u. Ausbohrer f. Steinnuß- knöpfe sucht p»ul üiämann. Bremer Str. 48. Fahrradankauf, Reparawren. Man» teuffelsirafte 81.* Ver5cbiectene5 Gewissenhafte Untersuchung. Hebamme Hildesheim, Bülowstraße 62.* Gesucht werden 1 Handschmied, besonders für fl. Feilen u. Prä;.- u. Raumfeiien, I Bleiharter, Vellensehnelder für Heine und mittlere Sorten(Hand- und Maschinenschneider), Voller f Nadel- und Prüz»Feilen v. südd.Feiienfabr. Nur tiicht. Kräfte. die auf Dauerstell.Wert legen Wegen Bohnungsmangel kommen n« Ledige in Frage.— Angeb. u.Rr ti.Z3 an die.Hauptexp. des„Borw"_ Spittelmarkl Ecks Wallsftsl« Alexanderplatz nah« Atchlagar Kfinlgstr. 65 gaganQbar Rathan« w Friedrich-Str. 193 a Ecke Leipziger Sti. Leipziger Str. 113 Eck« Mauer-Str. Linkstr»! EckePotaiSt. N Schönhauser Allee 81 am Bhi Nordriag Friedrich-Str. 106 Ecke ZiegaLSU, Inyaliden-Str. 164 Ecke Brunnen- Sh. Invallden-Str, 117 am Stattiner Bahnhot Chaussee» Str. 72 nahe MDIIaratr. Frankfurter Allee 14 nah« Tlatz V* Optiker Ruhnke's Televist Für die Reise Besonders günstiges Angebot Unsere Televist- und Gral- Gläser werden in eigener Fabrik bei Rathenow hergestellt Wir zeigen dieselben gerne ohne Jeden Kaufzwang und laden freundlichst zur Besichtigung ein. 5 Jahre Garantie Reise-, Jagd- und Sport-Glas 6 x Vergr. statt M. 90 nur H 15 8*.»»100*.85 l2x»..120.»100 i® RuluiKe Aulo- Brille D. R. Q. M. u. Schweiz. Patent in allen Glasnummem lieferbar. Sonnensdiutzgläser für den Strand und daa Gebirge In allen Farben und Preislagen. % «. Optiker Ruhnke's „Gral" Theater-, Reise- und Sport-Glas 5\ x Vergr. statt M. 80 nur M. 10 4V,x...00.. 80 5IncI's die Augen, geh' zu Ruhnke! 33 Geschäfte in Barlin, Hamborg, Düsseldorf, Cöln, Magdeburg, Essen, Basel u. Zürich; Fabriken in Rathenow, Neue-Schleuse u. Berlin. KW Friedrich-Str. 150 Eck« Oorothecn-Str. sw Belle-Alllance-Str. 4 «ah« Jsndotf SO Oranien-Str. 44 zwisenen Morll*- urc Oranien- Platz Charlottenburg: Tauentzienstr. 15 Eck« Marburger Str. loachimsthaler Str. 2 nahe Dahnhot Zoe Neukölln: Sergstr. 4 Ecke Ziatenatrift Friedenau: Rhein-Slr. 18 Eeka Klreh-Str Schöneberg: Haupt-Str. 21 Ecke AkazienatraCe Wilmersdorf: Berliner Str. 132-33 nahe UhiandtlraBt !tt.286 ♦«.Joljtjons 2« d�0 Jtettog, 40. Juni 1924 Mirtschaft Die Krise in üer Textilinöustrie. Die Kr.?diteinschränkunHen der Reichsbant haben eine Hochflut om Zahlungsein st ellungen, Geschäftsaufsichten und Konkursen in der Textilindustrie, hauptsächlich im Gr oJi? Handel, ausgelöst. Der Auftragseingang ist mangelhaft und be- reits erteilte Austräg« werden in vielen Fällen annulliert. Diese Zuspitzung findet schon in Arbeiterentlassungen und Betriebsein- schränkungen ihre Auswirtungen. Am schlimmsten sieht es in der Tuchindustrie aus; aber auch in den übrigen Textilbetrieben sind Kurzarbeit und Entlassungen angekündigt worden. Die Lausitzer Tuchindustrie in Spremberg, Forst und Guben ist im allgemeinen schon zur Kurzarbeit übergegangen: auch die Aachener Tuch- Industrie ist schon seit langem schlecht beschäftigt. Aus Sachsen wen- den Entlassungen und Kurzarbeit gemeldet, in Crimmitschau arbeiten eine Anzahl Betriebe wöchentlich nur 3 bis 4 Tage. Schlesien be- richtet von Vetriebseinschränkungen aus Reichenbach, Bunzlau, Ober- langcnbielau usw. Auch im Greiz-Geraer Jndustriebezirk wird teil- weise verkürzt gearbeitet. Dagegen ist die Barrmwollindustrie noch voll beschäftigt. Es sollen Aufträge bis zum Herbst vorliegen. Jedoch wird befürchtet, daß, wenn die Kreditnot weiter anhält, auch sie zum Erliegen kommt und die erteilten Aufträge, soweit es Jnlandsauf- träge sind, nicht ausgeführt werden können. Während der Inflation war der Binnenmarkt für Textilien wenig aufnahmefähig: dagegen kam das Ausland als Käufer in Frage. Nach der Markstabilisierung oerlief die Entwicklung in um- gekehrter Richtung. Die entscheidenden Ausfuhrziffern(Fertigftrbri- katc) sind von Monat zu Moeiat gefallen. Dabei hat sich aber der Geschäftsgang feit Anfang des Jahres 1924 bis ungefähr in das erste Drittel des Mai hinein in auf steig ender Linie ent- wickelt. Der Inlandsbedarf war so groß, daß noch im Februar bis März ungeheure Mengen Textilfabrikate eingeführt wurden. Dabei wurde der Kaufkraft der Bevölkerung zuviel zugemutet: der stockende Auslandsabsatz und die Kreditdrofselungen gaben der Hochkonjunktur Frühjahr 1924 den Rest. Am bedenklichsten ist der Rückgang der Ausfuhr, desien Ursache in der hohen Preisgestaltung deutscher Textil- erzeugnisse zu suchen ist. Die Preise für Fertigerzeugnisse deutscher Textilwaren liegen um 20, 39 und auch 49 Proz. höher als in dem für Deutschland in Betracht kommenden Konkur renzgelände. Daraus erklärt sich ja auch die Steigerung der Einsuhrzistern für Fertigfabrikate in den Moeiaten Februar bis April. Die hohen Textilpreif« haben'aber nicht nur die deutsche Handelsbilanz belastet, sondern auch deutsche Unternehmen veranlaßt, große A u s t r ä g e nach der Tschechoslowakei, dem Elsaß und der Schweiz zu vergeben, die zum Teil bis in den Herbst hinein die Textil- industrie dieser Länder mit Arbeit versorgen. Für die deutsche Wirt- schaft ist das ein recht bedenklicher Zustand. An der hohen Preisgestaltung selbst trägt zweifellos die Kar- t e l l w i r t s ch a f t ein gut Teil der Schuld. Es ist kein Geheimnis, daß die Preiskonvcntionen der Textilindustrie die Kalkulationen auf die unrentabelsten Betriebe einstellen. Selbst Unter- nehmcrblätter haben diese Tatsache wiederholt festgestellt. Ferner ist noch zu beachten, daß die Textilindustrie, namentlich die Tuch- industrie, technisch von den Konkurrenzländern über- holt ist. Die Betriebe in der Tuchindustrie sind meistens in jeder Beziehung— technisch und betriebsorganisatorisch— rückständig. Neben anderen Branchen hat z. B. die Baumwollindustrie es ver- sucht, technisch auf dir Höhe zu bleiben. Ob dies in allen Fällen gelang, ist durchaus zweifelhaft. Einen besonderen Beitrag für das Kapitel übersetzte Textilpreise liefern weiter die enorm hohen Zins- f orderungen. Auch der Zahlungszwang in Devisen, der auch von Firmen angewandt wird, die Deviesen nicht bedürfen, verteuert arbeiten und deshalb gezwungen sind, sich Devisen zu Ueberpreisen arbeiten und deshalb gezwungen waren, sich Devisen zu Ueberpreisen auf deni freien Markt zu kaufen. Selbst die legale Beschaffung von Devisen verursacht Spesen und besondere Ausgaben, die verteuernd wirken. Die Unternehmsrpresse, vor allem die Fachpresse, schiebt die Schuld der hohen Textilpreise der U m s a tz st e u e r zu. Sie berech- nen, daß die Steuern bis zu 1ö Proz. des Wertes ausmachen. Die Umsatzsteuer beträgt ober nur in den seltensten Fällen bis zu 15 Proz. In der Regel beschränkt sie sich auf 2 bis 2X Proz., da durch die Umsatzsteuer nur das Ausgangsprodukt belastet wird. Das trifft auf mindestens 79 Proz.-der Betriebe zu. Daß in der Umsatzsteuer nicht ganz und gar der Berteuerungsfaktor zu suchen ist, beweisen schon die übersetzten Preise in der Tuch industrie. In dieser Industrie beträgt die Umsatzsteuer 2 Proz., da in ihr vom Rohstoff bis zum Fertigfabrikat jede Arbeits- sparte in ein und demselben Betrieb vereinigt ist. Di« Textilindustrie gebraucht zu ihrer Gesundung neben nor- malen Verhältnissen auf dem Geldmarkt und technischen Berbcsserun- gen hauptsächlich Einschränkung des Kartellunsugs, damit der Preisausgleich der freien Konkurrenz nicht durch Preis- diktate unterbunden wird. Zu beachten ist serner, daß die Weltmarkt- basi» sich sür die Textilindustrie sehr verengt hat. Amerika, Japan, China und Indien haben in den letzten Iahren ihre Textilindustrien stark ausgebaut und find für unsere Industrie eine schwere Kon- kuirenz geworden._ Sauhüttenberichte. Gleichzeitig mit den zahlreichen Geschäftsberichten privatkapita- listischer Unternehmungen erscheinen jetzt auch die Jahresberichte einer Reihe sozialer Baubetrieb«. Die Abschlüsie, aus denen wir nur wesentliche Einzelheiten veröffentlichen können, sind ausführlicher mitgeteilt in der Zeitschrift„Soziale Bauwirt- schaft", die vom Verband sozialer Baubetrieb« herausgegeben wird Heb« reinstimmend spricht aus ihnen das Bestreben, die sozialen Baubetrieb« als Keimzellen gemeinwirtschaftlicher Baliwirtschaft zu Musterbetrieben zu gestalten und mit möglichst geringen Ge- stehungskosten vorbildliche Arbeit zu leisten. Man schreckt dabei auch nicht vor rücksichtsloser Selbstkritik zurück, wo der Erfolg den Er- Wartungen nicht entsprach. So berichtet die Bauhütte„Erz- Mmer Marx! rder üa? hat er Trompete geblasen? Nich mal auf zioei ßingern hat er pfeifen können! das war üoch ooch nur fo'n kleinbürgerlicher Sozialverräter gebirge" in Aue, daß der größte Teil seiner Mitglieder die eigenen Interessen von den Geschäftsinteressen nicht zu trennen ver- macht habe. Dies« Art der Selbstkritik ist gut und nützlich, wenn sie zu höherer Leistung anspornt. Daß sie gerade in dem vor- liegenden Falle sich nicht von den an sich günstigen Geschäftsergebnissen— die Bauhütt« konnte ebenso wie eine Reihe anderer Unternehmungen ihr Stammkapital und die aufge- nommenen Darlehen in Goldmark aufwerten— beirren läßt, ist ein erfreuliches Zeichen dafür, daß man die Aufgabe der Bauhütten ernst nimmt und mit der größten Gewissenhaftigkeit an der Er- reichung der Ziele arbeitet. Dem steht auf der anderen Seit« gegenüber, daß die Art der genossenschaftlichen Betriebsführung tatsächlich auf die Erfolge der Betrieb« von großem Einfluß gewesen ist. So berichtet die Bauhütte„Teuoeburg":„Die Sicherheit, während des ganzen Jahres Arbeit zu haben, hat die Arbeitsleistung der Arbeiter und Ange- stellten aufs wohltätigst« beeinflußt." Die Malereigesell- schaft Hamburg verzeichnet mit Befriedigung, daß die Un- k o st e n des Betriebes hinter den Unkostensätzen, wie sie von der Hamburger Malerinnung festgesetzt worden waren, stets zurück- blieben. Trotzdem konnte dieses Unternehmen nicht nur ihrem Personal erheblich« materielle Vergünstigungen gewähren und auf die gründliche Ausbildung der Lehrling«, denen sämtliches Werk- zeug unentgeltlich geliefert wird, besonders achten, sie konnte damit preisnotieruazeo für Nahrungsmittel. Durchschnlttselnkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel-Einzelhandels je Zentner frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose., 16,23— 18,25 Gerstengrütze, lose.,, I5,(><>— 15,75 Haferflocken, lose.... 14,25— 15,— Hafergrütze, lose..... 15,50— 16,25 Roggenmehi 0/1....... 11,00— 12,50 Weizengrieß........ 16,75— 18,00 Hartgrieß.......... 21,50— 24,50 VOO/o Weizenmehl..... 12,75— 14,— Weizen-Auszugmehl.,. 15,00— 21,00 Speiseerbsen, Viktoria. 13,50— 15,75 Speiseerbsen, kleine... 10,00— 13,00 Bohnen, weiße, lerl... 20,50— 24,00 Langbohnen, handverles. 27,00— 30,50 Linsen, kleine Linsen, mittel,... Linsen, große.... Kartoffelmehl.. Makkaroni...... Makkaronimehl... Schnittnudem, lose. Bruchreis....... Rangoon Reis 21,00- 29,50 31,00- 37,50 39,00— 46,00 18,75- 21,00 36,00— 42,00 33,00- 35,00 14,00— 18,00 14,90— 15,00 15,25— 17,00 Tafel reis, glasiert, Patna 23,50— 31,00 Tafelreis, Java....... 30,00— 36,00 Ringäpfel, amerik..... 80,00— 84,00 Qetr. Pilanmen 90/100.. 42,00— 45,00 Pflaumen, entsteint... 50,00— 55,00 Cal. Pflaumen 40/50... 68,00— 72,00 Rosinen in Kisten, Candia 70,00— 82,00 Sultaninen Carabumu.. 72,00- 90,00 Korinthen, choice.... 70,00— 76,00 Mandeln, süße Barl... 143,00—155,00 Mandeln, bittere Barl.. 135,00-150,00 Zimt(Cassia)....... 106,00—115,00 Kümmel, holländischer. 110,00-115,00 Schwarzer PfefferSIngap. 95,00-.105, 00 Weißer Pfeffer....... 125,00-130,00 Rohkaffee Brasil..... 180,00—215,00 Rohkaffee Zentralamerika220, 00— 285,00 Röstkaffee Brasil..... 230,00—280,00 Röstkaffee Zcntralam... 300,00—375,00 Malzkaffee gepackt.., 20,00— 22,00 35,00- 40,00 37,00— 40,00 3,10- 3,70 4,00- 4,70 Röstgetreide, lose.... 15,75— 17,50 Kakao, fettarm...... 80,00— 95,00 Kakao, leicht entölt... 96,00-110,00 Tee, Souchon, gepackt. 350,00—430,00 Tee, indischer, gepackt. 425,00—500,00 Inlandszucker basis mel. 33,00— 35,00 Inlandszucker Raffinade 36,00— 38,00 Zucker Würfel....... 40,00- 42,00 Kunsthonig......... 25,00— 32,00 Zuckersirup hell In Elm. 38,00— 43,01 Speisesirup dunk. inEim. 25,00— 29,— Marmelade Einfr. Erdb. 85,00—100,00 Marmelade Vierfrucht. Pflaumenmus in Eimern Steinsalz, lose....... Siedesalz. lose...... Bratenschmalz In Tlerces 64,50— 65,50 Bratenschmalz in Kübeln 66,00— 67,00 Purelard In Tlerces... 63,00— 64,00 Purelard in Kisten.... 64,00— 65,00 Speisetalg in Packung. 50,00— 52,00 Speisetalg in Kübeln.. 48,00— 50,00 Margarine, Handelsm. I 69,00— desgl. II.......... 54,00- 57,00 Margarine, Spezlalm.I,, 76,00— desgl. II.......... 63,00- 65,00 Margarine III........ 46,00— 50,00 Molkereibutter I. Fässern 152,00—160,00 Molkereibutter in Pack. 155,00—152,09 Landbutter......... 132,00—135,00 Auslandbutter in Fässern 168,00—172,00 Auslandbutfer In Packg. 174,00—178,00 Corned beef 12/6 Ibs p. K. 33,00- 35,00 Speck, gesalzen, fett... 62,00— 72,00 Quadratkäse........ 18,00— 33,00 Tilsiter Käse, vollfett.. 85,00-100,00 Bayr. Emmenthaler.—- Echter Emmenthaler. Ausl.ungezuck.Condens- milch 48/16........ 19,50— 23,00 Inländische desgl. 48/12 16,50— 17,50 Inl. gez. Condensm. 48/14 26,00— 26,50 150,00-160,00 178,00-185,00 Heutige Ilmrechnungszahl 1000 Milliarden. auch«in Verständnis für die Notwendigkeiten der Gemeinschaftsarbeit bei ihrem Personal wecken, das alle Auer- kennung verdient. In diesem Geschäftsbericht wird hervorgehoben, daß die gesamte Belegschaft für die Erhaltung des Betriebes großen Idealismus und viel Opfermut gezeigt hat. In der Zeit der großen Geldknappheit hat sie durch Darlehen, die all- wöchentlich von dem Lohne eingezahlt wurden, den Betrieb hoch- gehalten und so gestellt, daß immer neu«, Aufträge hereingebracht und ausgeführt werden konnten. Dieser Geist verbürgt den Erfolg Tatsächlich stellt der Bericht fest, daß die Malermeister in Harburg den Kampf gegen die gemeinnützige Gesellschaft ausgegeben hätten. weil der Betrieb nach ihrer eigenen Aussage„dochnicht kaputt zu machen s ei". Auch die Produktiv-Baugesellschast in Königsberg führt die erzielten Erfolg« wesentlich daraus zurück. daß der größte Teil ihrer Arbeiter das rechte Verständnis für das Wohl des Betriebes hatte und an feiner Förderung Anteil nahm. lieberall ist man bestrebt, den Stand der Betriebs- mittel auf die durch die kapitalistische Bautechnik geboten« Höhe zu bringen, die Arbeitsintensivität der kapitalistischen Betriebe jedoch noch zu übertreffen. So berichtet Königsberg, daß mit der wirt- schaftlichen Betriebssührung verschiedentlich Erfolg« gemacht worden sind. Die Mittelfränkische Bauhütte in Nürnberg klagt darüber, daß ihr die Verfolgung des Zieles, einen Musterbetrieb zu schaffen, und die dazu erforderlichen Baumschinen und Lagerschuppen zu erwerben, durch Mangel an Mitteln noch sehr erschwert wurde, Ander« Unternehmungen berichten von einer Erweiterung des Jnventarbestandes. Die Erfolge der Bauhütten im Kon- kurrenzkampf mit privatkapitalistischen Unternehmern werden wiederholt gewürdigt. So konnte die Bauhütte„Rastenburg" bei der Vergebung der Arbeiten für das Ostpreußenwerk 18X Proz. unter dem niedrigsten Unlernehmerangebot bleiben. Die Bauhütte „Teutoburg" in Bielefeld vermerkt, daß Privatunternehmer vor der Abgabe von Angeboten an den Geschäftsführer der Bau- Hütte die Frage stellten, ob sich die Bauhütte an der Verdingung beteilige, und daß sie ihm auf eine entsprechende Gegenfrage naiv anworteten:„Bei N i ch t b« t e i l i g u n g der Bauhütte konnte man höher« Preise fordern." Alles in ollem ergibt sich aus den vorstehend gewürdigten Be- richten das Bild erfreulichen Aufwärts streben? bei den sozialen Baubetrieben. Sie sind in der Tao geeignet, die Privat- betriebe in schärfster Konkurrenz zu einer vernünftigen Preispolitik zu zwingen und so der Uebervorteilung der All- gemeinheit, die heute die Bauten bezahlt, einen Riegel vorzuschieben, Die hanüelskammem für Sie Reichsbankpolitik. Die Spitzenorganisation der deutschen Handelskammern, der Deutsche Industrie, und Handelstag nahm auf einer Tagung m Stuttgart folgende Erklärung an: „Der Deutsche Industrie, und Handelstag anerkennt mit rückhaltlosem Danke die Bemühungen der R eichsbank. die deutsche Währung stabil zu halten und bittet um unbedingte Fortführung einer auf dieses Ziel gerichteten Politik, unbeschadet der Notwendigkeit gewisser Aenderungen in Einzelheiten der Kreditgewährung. Angesichts der großen Kredit- not von Handel und Industrie bittet indes der Deutsche Industrie- und Handelstag die Reichsbank, die Lage dauernd daraufhin zu prüfen, ob nicht ohne Gefährdung des obigen Zieles E r l e i ch- t e r u n g e n gewährt werden können und dies zu tun sobald es möglich ist." Voraus ging ein Referat des Vizepräsidenten der Reichsbank von Glase na p p. Er wandte sich in der Hauptsache gegen die Vorwürfe, die in letzter Zeit im Anschluß an die Zunahme des Noten- Von lcöstUcb erfrischendem, wurzigem Geschmack.— Die shin- denlang anhaltende, antisepiische Wirkung konserviert die Schleimhäute und aromatisiert gleichzeitig den Atem. Trotz der stark desinfizierenden, zahnsteinlösenden Eigenschaften ohne schädigenden Einfluh auf" denZahnschmelz.-Diegründliche und mühelose Beseitigung des Zahnbelages ist augenfällig. J.G.MOUSON CO. Gegründet 179S in Frankfurt a.M.• Herst�llej des weltbekannten Hautpflegemittels CREME MOUSON Hai 281 mnlaufs erhoben warben Tui) imb wies an Hanh genauen Zahlen- Materials nach, bah der Steigerung des Geldumlaufs die völlige Zurückziehung des Umlaufs an kleinen Goldanleihestücken und außer- dem eine Einschränkung de« Nötgeldumlaufs von 800 Millionen auf etwa 100 Millionen gegenüberstehen. Weiter führte er u. a. au«: .Der Gesamtumlauf an deutschen Zahlungsmitteln im Inland« t Ende November 1923 rund 2068 Millionen, am 6. Juni 1897 Millionen Goldmork betragen. Die Zunahme von rund 800 Millionen ift ein oerhältnismahig nicht zu hoher Betrog. Ein Anlaß, eine Entwertung, eine Inflation anzunehmen, liegt noch nicht vor. Der Wechselkurs hat sich merklich gebessert. Das D i s a g i o, welches für die Mark an den Auslandsmärkten Mitte März S Proz. betrug und dann bis zum 7. April auf 12 Proz. stieg, ist jetzt verschwunden. Die Reichsbant hofft, daß sie auch fiir absehbare Zeit an der Dollzuteilung fefchalteu kann. Bei ihrer Politik ist die Reichsbank allerdings durch die ungünstige Kreditlage unter- stützt worden. Auf die Kroditfrage übergehend betonte der Redner, nach einer negativ ausfallende Untersuchung, Kreditmittel durch starte Abfor- derung von Rentenmarktrediten von der Rentenbank und Erhöhung des Umlaufs von Reichsbonknoten zu beschaffen:„Wir haben so gckt wie keine Mittel mehr. Eine gewiss« Erleichterung der Lage, welche durch die nicht zu vermeidende Politik der Reichsbank für die gesamte Produktion hervorgerufen wird, bracht« die Golddiskontbant. Insgesamt konnten zurzeit etwa 1S,S Millionen Pfund der deutschen Wirtschaff zur Verfügung gestellt werden, von denen bis jetzt etwa 11 Millionen Pfund bewilligt und zugesichert sind. Der- arnge Hilfe können aber nur diejenigen erhalten, die Exportaufträge m der Hand haben. Auf Grund dieser Sachlage können wir hoffen, daß wir bis �ur Neuordnung der Dinge, bis zu emer besseren und solideren Fundierung des Zahlungsmittelwesens, die Währung aufrechtzuerhalten vermögen. Es wird dabei zwar auf einen stör- teren Verkauf von Waren und auf einen gewissen Preisabbau hingewirkt werden müssen. Auf die Dauer können wir mit solchen Mitteln nicht hoffen. Wir brauchen In reichem Maße Auslandskredite. Solche Kredite bekommen wir aber n i e und nimmer vor Erledigung der Reparation?- frage. Deshalb ist das Reichsdonkdirektorium einstimmig der festen Ueberzeugung, daß die grundsätzliche Annahme des Sachverständigengutachten» geboten ist. % Der Reichsfinanz. Sleuerstundung and.. minister hat«inen Erlaß an die Landesfinanzämter gerichtet, dessen Zweck die erhäht« Berüiffichtigrma der wirtschaftlichen vage einzelner von der Kreditnot schwer betroffenen Unternehmungen ist. Unter Wahrung der Interessen! des Reiches, das auch weiterhrn ebenso wie die Länder und Gemeinden auf regelmäßig fließende Steuereinnahmen angewiesen ist, kann im einzelnen Falle auf Antrag teilweise oder vollständige Stundung der Steuern auf «inen beschränkten Zeitraum gewährt werden,„wenn glaubhaft gemacht wird, daß Mittel nicht flüssig gemacht werden und wenn die Veräußerung von Betriebsmitteln entweder die Aufrechterhaltung des Betriebes gefährden würde oder nur zu Preisen erfolgen könnt«, die so außergewöhnlich tief liegen, daß dem Steuerpflichtigen damit ein weit über die bezweckte Steuerbelaswng hinausgebendes Opfer auferlegt würde." Auch ein« Pfändung soll nur erfolgen, wenn die Gefahr einer Verschleuderung von Waren und einer Le- drohung des Betriebes nicht besteht. • GV+fSVfKSGItSGftSQ 1 Nostaboimenlen i 9 | Damit die regelmäßige Zustellung des„Vor- � wärts" im nächsten Monat keine unliebsame£) Lnterbrechung erleidet, ersuchen wir unsere r. Postabonnenten, das Abonnement bei g dem zuständigen Postamt so fort zu bestellen.# D-rwärts- Verlag G.m.b.H. S Groß-Serttner Partemachrichten. SladiverordnetenfraMo«. Eine wichtige Sitzung der Fraktion findet am Montag, den 23. Juni, abend» 6 Uhr. im Rathau». Zimmer 109, statt. Alle Genossen müssen unbedingt wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung erscheinen. Die Genossen, welch« fich auf dem Parteitage Bilder bestellt haben, werden hierdurch gebeten, diese umgehend von der Kasse des Sekretariats abzuholen. I. A.: Alex Pagets. Stimmzettel und Wahlplakate haben folgende Kreise noch nicht abgeholt: 2., 7., 9., 1(1., 16., 18. Abzuholen im Laufe des Tages vom Sekretariat. t. fxtit SRitte. Elternbeirat,» edle«. Btcfatt abhole» bei Spiegel, Acker- itraK« l. «. Kttit Prexzlaner Berg, deute, fftritog, 7 Uhr, Stimmzettel für die Elternbeiratswablen abholen beim Gen. W. Loffmann, Lnchener Str. 8. (Verschiedene Schulen haben hie sslugblZtter noch nicht abgeholt.) S. ftrei« greuzberg. Dos gentvalwahlbuoeau für de» B.«reis defindet sich bei Höhlte, Bcrgmannftr. SS, Fernsprecher: Morisiplatz lS 125. Die Obleute werden gebeten, sich Stimmzettel unh Wahlplakat» am Freitag bis adenbs 7 Uhr beim Gen. O. Müller abzuholen. 14.»tei» ZIentillir.Brig. Freitag(heute) 7)4 Uhr hole» die Obleute der Ab- teilungen Stimm--"-! und Vlabate für die Eltern Heiratswahl im Partei- bureau, ZIeckarstr. 3, ob. M.»Mi« Neinickenborf. Samtlich« Abteilungen Halen sofort von der vor. wärts-Expedition Reinickendorf-Ost. Provinzsir. M, da» i. Flugblatt und die Stimmzettel für die Glternbeiratmoahlen ab— Ardelt�emeinschaft der»inderfreunde. Gruppe Echillerparkl Sonntag, den 22. Juni, Bande- runa durch den»rltmer. Fahrgeld 30 Pf. Treffpunkt 7 Uhr Müller». Ecke Seestraß«. Jeder Teilnehmer muß sich bi» Sonnabend mittag dem Leiter der Gemeinschaft, flirrt Pezer, Prinz-Gugen-Str. 7. melden. 3.»rei« Wedding. Bezirksvcrordnetenfraktwnl Sonnabends den 21. Juni, 7 Uhr, Fraktionssisiung im Sisiungssaal. Beratung der Geschäftsordnung. 5. flrei»«lterubeirät». Sonnabend, 21. Juni, abend« s Uhr, Ausgab« der Stimmzettel und Wahlplakat« bei Mttschusi, Prtersburger Str. 5.— Sonntag im selben Lokal flMiiwahlhurcau. All« Wahlresultat« sind dort sofort nach beendeter Wohl abzuliefern. 7. flrei, Eharlottenbnrg. Sonnabend, den 21. Juni, 8 Uhr. im Jugendheim. isiosinensirasie 4. Besprechung mit den Oblentcn der Glternbetratskandi. baten und Wahlvorstandsmitglieder. Ausgabe de» Wahlmaterial». Bohl- bureau am Sonntag: Reimer, Wilmrrsdorfer Str. 21. Telephon: Bil- Helm 1443. 16.»Mts«Zpemick. Bohnsdorf. Grünau, Friedrich-Hage». Sämtliche Genossen sind verpflichtet, am Sonntag, den 22. Juni, sich an den Wahl- arbeitrn zu beteiligen und sich rechtzeitig in den Wahslokalen einzufinden. ESpenick:»mtrolwahllokal Fabel. Freiheit Nr. 6. 1.«. 2.»«w..Schult: «ahlokal Fieba», Müggelheimer Str. 1. 4. und 5.«em..«ch»l«r Wahl- lokal Seliger. Glienicker Str. 36. 6. und 8. Sem.-Schnle: Wahllokal Sahmee. flaifer-Wihelm-Str. 160. Lichtenberg. 17.»Mi». Glternbeiratswahlen.„Liste Schulaufbau." Fentral- wahlburrau am Sonntag in der Mittelschule Marttstrahe in der Feit von 8— 4 Uhr. D i« Stimmzettel müssen am Freitag und Sonnabend beim Genossen Plattner. Grossener Str. 8, l. Stfl. 4 Tr.. bgeholt werden. 67.»m!« Lichtenberg.(Arbeiterhenn, Weichselstr. 28.) Die«ingezaMten Beträge werden am 21. Juni. 8 Uhr, heim Gen. Tempel, Sudrunsir. 7, zu- rückge�ihlt. jtllenai Parteigenossen der Abteilungen 22 und 23 müssen sich n beteiligen. M.»rei, Arbeit« rwohlfahrt. Genosse Sodann socicht erst am Donners- tag. den 26. Juni, über soziale Hngiene. heute. Freitag, den 20. Zuni: 26. Abt. 7 Uhr bei Sott, 3«.«bt. Sämtlich«"" Tilsiter Str. V,....... teilungen liegenden Schulen werden geheten.«in« Hab« Stund« früher zu erscheine». 76. Abt. Wanafe«. 8 Uhr Mitgsiederrersammlung t-n„Reichsadler",»önig. strasie 26. Referent: Genoss« Bernhard»rüger. Thema:.Löerichtersiattung oom Parteitag." 118.«bt. Llchdenberg. TV» Uhr Funktionärsitzung bei Roth«, Groh« Frank- furter Alle«. Eck« Sudrunftrasi«. Tagesordnung: Stellungnahme zur Reu- wähl de» Abteilungmiorstandes. Morgen. Sonnabend, den 21. Zuni: 8. Abt. Treffpunkt aller Genossen zur Teilnahm« an der Sonnenwendfeier 8 Uhr Kochbahnhof Bülowftrahe.— Für Wahlhilfe hei den Glternbeirats- wählen treffen sich am Sonnlag alle Genossen früh lll Uhr bei Wickert, Steinmetzsir. 86». 42. Abt. Sämtliche Genossinnen und Genossen finden sich am Sonntag früh 8)4 Uhr zur Wahlarbeit bei Kllhlke, Bergmannstr. 6g.«in. 48. Abt. Sonnabend, den 21. Juni, abend» 7 Uhr, öffentlich« Glternversamm- lung für dt« 4.. 112.. 12». Gemeinde- und II. Hilfsschule in der Aula, Bassertorstr. lll. Ref.: Studien rot Dr. Witt«. 14. Abt. Mariendorf. 8 Uhr Funktionärsitzung im Fimmer 26. Lichtenberg. 117. Abt. 7)-> Uhr ffunktionärkonferen« bei»rüger. Tllrr- schmidtstr. SL.— 11». Abt. 7 Uhr Fuuktionärtonferenz bei Siek«, Möllen- orf-. Eck« Rittergut strotz«. Stellungnahme zur Reuwahl der Abteilung,- 121. 122.«dt. 7 Uhr Borsiand»sitzung zur Borstandswahl. bei Nieschan, Waldowalle« l. Stellungnahm« zur Borstandswahl. Abt. Btttbstf. 7)4 Uhr Turnhalle der Schul« am Bahnhof, öffentlich« Elternversammlung. Bortrag:„Die Aufgaben und die Bedeutung der Elternbetratswahlen. II».. 123«.»nd 124a.«it. »