Nr.304 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 156 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3, Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Luremburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmark pro Monat. Der..Borwärts" mit der Sonntags. beilage ,, Boll und Reit" mit..Gied. Jung und Kleingarten", fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareillegeile 0,70 Goldmart, Reklamezeile 4.- Goldmart. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 0,20 Goldmart( aulässig awei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Die„ Bossische zei politischer Klugheit darstellt, sondern auch in der Form un- tung" schreibt: gewöhnlich glüdlich ist, wird in den maßgebenden französischen Streifen als ein Beweis für die Aufrichtigkeit des Willens der deutschen Regierung, den durch das Ministerium Herriot freigelegten Weg der Verständigung zu betreten, mit großer Genugtuung begrüßt. In der breiten Deffentlichkeit ist der durch die vorbehaltiose Annahme der alliierten Forderungen ausgelöste Eindruck einer wirtlichen Ent Spannung in den Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich um so größer, als ein Teil der Pariser Morgenblätter ten denzios entstellte Meldungen über den angeblichen Inhalt der deutschen Note veröffentlicht hatte, in denen gesagt worden war, baß die deutsche Regierung die verlangte Genehmigung zu einer legten Inspektion von einer Reihe für die Alliierten unannehmbaren Bedingungen abhängig mache. Der Zweck dieser Falschmeldungen liegt auf der Hand. Gerade vie in Deutschland arbeiten auch hier in Frankreich die Nationalisten mit aller Kraft gegen eine Berständigung, von der sie mit Recht befürchten, daß ihnen dadurch die Felle fortschwimmen werden, und sie schreden dabei vor feinem Mittel zurüd; fogar die offiziöse Savas- Agentur hat diese Falschmeldung verbreitet. Das zeigt, daß die Aktion, deren Ziel ist, die Politik der neuen Regierung zu fompromittieren und damit zu sabotieren, ihre Helfer und Helfershelfer selbst in der nächsten Umgebung Herriots hat und selbst amtliche oder halbamtliche Stellen nicht davor zurückschrecken, dem Ministerium Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Herriot hat bisher eben leider nicht die Zeit und vielleicht auch nicht die geeigneten Männer gefunden, um in feinem eigenen Ministerium das Personal, das noch auf die Politit seiner Borgänger eingeschworen ist, zu ersetzen. Es wiederholt sich hier, was auch in Deutschland wiederholt geschehen ist, daß " Das Bestreben, den bejahenden Charakter der deutschen Erklärung start hervortreten zu lassen, spricht aus dem ganzen Schriftstück." Das Berliner Tageblatt" fordert die Anerkennung des deutschen Verständigungswillens: ,, Man muß die nachdrückliche Erwartung aussprechen, daß man auf der Gegenseite die Antwort auf die Note der Botschafterkonferenz als neues Dokument ernstesten deutschen Ber ständigungswillens feiner ganzen Bedeutung nach würdigen möge, denn sie läßt die Größe des von Deutschland im Interesse der Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentafe Lindenstraße 3 Aufwertung. Nach dem Inflationsbetrug der Aufwertungsbetrug. Die Stabilisierung der deutschen Währung hat das Fieber der Geldentwertungsspekulation gedämpft. Die Nachwirkun gen zeigen sich heute immer noch in Industrie und Handel. Mancher, der in der Zeit der Inflation seine Existenz auf das Spiel mit der Geldentwertung gestellt hatte, fann fich nur schwer zurückfinden in ehrliche Verhältnisse und ehrlichen Erwerb. Nun droht ein neues Fieber. Das unwürdige Spiel heute getrieben worden ist, droht mit einer Wiederbelebung mit dem Gedanken der Aufwertung, das seit den Wahlen bis des Geistes des Spiels und der Spekulation. Der sozial wohl begründete Gedanke der Aufwertung wird durch die agitatorische Ausnutung, die er erfahren hat, verzerrt und zu einer ideellen und volkswirtschaftlichen Gefahr gemacht. rechten Ausgleich zu schaffen für die vernichtende Wirkung Das Ziel der Aufwertung muß es sein, einen sozial geder Inflation, die der Mittelstand und die kleinen Leute und vor allen Dingen auch die Arbeiterschaft an sich erfahren haben. Damit aber sind die Grenzen einer möglichen Aufendlichen Befriedung der Welt und der endgültigen Lösung der Reparationsfrage gebrachten Opfers flar erkennen." Die 3 ei t" und die„ Germania", das Organ Stre- wertung von vornherein gegeben. Es kann sich nicht darum semanns" und das Organ des Zentrums, weisen darauf der Vorkriegszeit wieder herzustellen. Die große soziale Revohandeln, die sozialen Verhältnisse und die Vermögensschichtung hin, daß die bejahende deutsche Antwort im engsten Zufam lution, die sich in der Inflationsperiode vollzogen hat, und menhang stehe mit der auf die Verständigung abzielenden Ge- deren Extreme die Enteignung des Mittelstandes auf der einen fomtpolitik der Regierung. Die 3e, it" stellt gegenüber der Seite, die Konzentration der Vermögen in der Hand der in Opposition von rechts fest: wenigen großen Konzernen zusammengefaßten Schwerindustrie auf der anderen Seite sind, fann nicht einfach rüdläufig gemacht werden. Es kann sich nur um einen Härtenausgleich handeln. ,, Jedenfalls trennen uns nur wenige Wochen von dem Ab= schluß oder von dem Ruin der großen Arbeiten, durch die wir zu einer Befriedung Europas zu gelangen hoffen. In diesem Augenblick die Militärkontrolle zum Gegenstand eines Kampfes zwischen den Mächten zu machen und dadurch Sie ganze Lage zu verschärfen, wäre sicher unerwünscht und schädlich." die Geheimratsmaschinerie bewußt und in fehr durchfichtiger Abficht diese Note der Verständigung zu benuken, um der Atmos deuten und damit einen so ungeheuerlichen Druck auf die gegen den eigenen Chef arbeitet. Man mag in Deutschland daraus ersehen, mit welchen Schwierigkeiten die neue Regierung bei der Berwirklichung ihrer Politik des Friedens und der Versöhnung zu fämpfen hat, und man wird Herriot, der nicht der Mann ist, sich durch solche Schwierigkeiten schrecken zu lassen, 3eit lassen müssen, zunächst die Fundamente des von ihm eingeschlagenen neuen Weges zu tonsolidieren. Das Urteil der maßgebenden Kreise über die deutsche Note dürfte in großen Zügen der„ I e mps" richtig darstellen, der zunächst mit großer Befriedigung fonstatiert, daß die deutsche Note teine jener Forderungen enthält, die ihr von den Morgenblättern zu geschrieben worden waren. Die deutsche Regierung nehme nunmehr vorbehaltlos die Forderung nach einer Generalinspektion an, wovon alle Freunde des Friedens mit aufrichtiger Genug tuung Kenntnis nehmen. Die von der deutschen Regierung angeführten Argumente zugunsten der die körperliche Ertüchtigung der Jugend betreibenden Bereine sei nicht ohne Wirkung, aber auch nicht ohne Gefahr. Denn das Hauptproblem der förperlichen Entwicklung in Deutschland sei gerade das, ob das deutsche Volf imftande sei, seine hervorragenden Eigenschaften, die der Disziplin und der Arbeitsamkeit zu erhalten, ohne unter die Herrschaft der Militärs und der Bureaukratie zurückzufallen, die ihrer Natur nach zu neuen Kriegen führen müßte. Wenn man auch nicht ohne weiteres die Turn- und Sportvereine in einen Topf mit den reaktionären Organisationen werfen dürfe, so dürfe man andererfeits auch nicht vergessen, daß die letzteren, ob sie nun sportlich oder politisch aufgezogen feien, in erster Linie eine Gefahr für das republikanische Regime in Deutschland darstellen, und daß an dem Tage, wo es ihnen gelingen fönnte, die Republit zu stürzen, eine Regierung ans Ruder kommen würde, die mehr als je auch eine Gefahr für den Frieden in Europa werden würde. Jedoch seien die Alliierten in ihrem eigenen Interesse wie im Interesse des Friedens gezwungen, das Uebel im keim zu erstiden. Die Behauptung, daß die deutsche Armee nicht einmal über die im Friedensvertrage zugelassene Munitionsmenge verfüge, werde durch die Botschafterkonferenz nachgeprüft werden. Nicht minder wichtig als die Frage der Munitionsbestände sei die Frage der Effettiobestände der Reichswehr. Was die Forderung anbetreffe, daß die alliierten Behörden sich wegen der Modalitäten der Kontrolle mit Deutschland verständigen, so habe sie offenbar zum Ziel, 3 wischenfälle zu vermeiden. Da werde leicht sein, wenn die zuständigen deutschen Stellen einigen guten Willen an den Tag legten und vor allem die professionellen Agitatoren aufhören, das Publikum aufzuheben. Ueber den Wunsch, daß die Kontrolle bis zum 30. September beendet sei, habe zunächst das Interalliierte Komitee in Versailles zu entscheiden. Auf alle Fälle werde man die Kontrolle möglichst unverzüglich beginnen und so rasch als möglich zu Ende führen. Ein Dokument des Verständigungswillens. Das Echo der deutschen Presse. An der Aufnahme der deutschen Antwort auf die Note Die Presse der Rechten aber weiß nichts anderes, als sphäre des Mißtrauens neue Nahrung zu geben. Die " Deutsche Tageszeitung" spricht von einem" giftigen Kern" der deutschen Note. Sie wirft der Regierung vor, daß sie auch bei den anderen Ehrlichkeit voraussetzt. ,, Sie seht voraus, daß es der Gegenseite mit der Absicht, die Kontrolle zu dem erstmöglichen Termin zu beenden, ernst ist. Wir können diese Zuversicht leider nicht teilen. Schon im Januar hatte man uns bindende Versicherungen gegeben, daß es sich diesmal um die letzte Kontrolle handeln werde. Dieses Versprechen ist gebrochen worden, und heute ist Nollet als franzöſischer Kriegsminister noch einflußreicher als früher. Die Kreuzzeitung" spricht von einem neuen Schritt schmachvoller Unterwerfung", fie läßt erkennen, daß sie die deutsche Antwort zu neuer heherischer Agitation auszunuzen gedenkt: Die neue Unterwerfung der Reichsregierung unter die Forde rungen des Feindbundes wird jedenfalls, dessen sind wir sicher, in allen nationalen Kreisen unseres Volkes schärfste Verurtei lung und tiefste Empörung auslösen." Wenn es noch eines Beweises dafür bedürfte, daß die Antwort der deutschen Regierung vom Geiste des ehrlichen Berständigungswillens getragen ist, so ist er gegeben durch dieses Echo in der nationalistischen Presse. Gegen die Deutsch nationalen und ihre laut betonte Opposition ist die bejahende Antwort erfolgt. Gegen die Deutschnationalen und ihre hezerische Agitation muß die Politik der Verständigung weitergeführt werden. Der deutsche Botschafter bei Herriot. Dank für die Ruhramnestie. Paris, 30. Juni.( Eca.) Von Hoesch teilte Herriot mit, daß er von der deutschen Regierung beauftragt sei, der französischen Regierung den Dank für die Begnadigungsmaßnahmen im Ruhr- und Rheingebiet auszusprechen. Der Botschafter fügte jedoch hinzu, daß damit noch nicht alle Wünsche des deutschen Volkes erfüllt felen, sondern daß man in Deutschland die Hoffnung hege, daß ebenso umfangreiche Begnadigungen auch bezüglich der anderen Gefangenen erfolgen würden. Es kann auf Grund weiterer zuverlässiger Informationen ausgesprochen werden, daß die Meldung eines Bariser Morgenblattes, nach welcher von Hoesch fürzlich in einer Demarche Herriot mit geteilt haben sollte, es tönne teine Rede davon sein, daß die zur Durchführung des Sachverständigenplanes notwendigen Gefeßentwürfe vor dem 16. Juli zur Annahme gelangen würden, in dieser Form den Tatsachen feinesfalls entspricht. Die Berliner Regie rung hat einen derartigen Schritt nicht unternommen. Die Generalinspektion. Baris, 30. Juni.( WTB.) Havas teilt mit: Die Antwort der deutschen Regierung auf die Note der Botschafterkonferenz vom scheinlich sofort dem Interalliierten Militärtomitee, deffen Borfiz Marschall Foch führt, zur Prüfung übergeben. Das Komitee wird die rein militärische Seite der Frage prüfen. Die Botschaftertonferenz wird sich dann mit den Schlußfolgerungen des Militärfomitees befassen, wenn sie die deutsche Antwort vom politischen und diplomatischen Standpunkt prüft. Mit dieser Beschränkung muß ein jeder verantwortliche Bolitiker rechnen, der an die Aufwertungsfrage herantritt. Eine Aufwertung, die das unmögliche Ziel der völligen Wiedereinsehung in den vorigen Stand zu erreichen suchen wollte, würde eine so ungeheure Belastung der Staatsfinanzen bemüßte. Am Ende eines solchen Versuches müßte eine neue Währung hervorrufen, daß sie ins Gegenteil umschlagen Inflationsperiode stehen, die vollenden würde, was die vergangene Inflationsperiode begonnen hat. Die sozialen Folgen eines solchen Versuches sind ganz unausdenkbar. Die Sozialdemokratie hat deshalb nie einen Zweifel darüber gelassen, daß die Aufwertung ihre natür= liche Grenze findet an der Rücksicht auf die währung, auf die Staatsfinanzen und auf die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands. Gerade deshalb hat auch sie mit dem größten Nachdruck ge= fordert, daß die mögliche Aufwertung denen helfen foll, die in der Inflationsperiode am schwersten geschädigt worden sind. Die Aufwertungsfrage ist aber dem Gebiete der sachlichen und verantwortungsbewußten Erörterung entzogen und zum Tummelplak der wütendsten Agitation gemacht worden. teien, voran die Deutschnationalen, haben vor der Auflösung Namentlich die rechtsstehenden bürgerlichen Pardes Reichstages und in der Wahlbewegung Versprechungen über Versprechungen in der Aufwertungsfrage gegenüber den durch die Inflation Geschädigten gehäuft. Der agitatorische Charakter dieser Versprechungen ist nun zutage getreten, wo die parlamentarische Erörterung der Aufwertungsfrage beginnt. Die Parteien, die so agitatorische Versprechungen abgegeben haben, find nicht in der Lage, konkrete und speziali= fierte Anträge und Gefeßentwürfe zur Durchführung ihrer Versprechungen dem Parlamente vorzulegen. Der Grund ist naheliegend. Die Aufwertungsfrage hat auch eine Rehrseite. Sie ist aufs engste verknüpft mit der Frage der Aufbringung der Mittel für die Entschädigung der Inflationsopfer. Es ist unmöglich festzustellen, in messen Taschen die entwerteten Vermögen geflossen sind. Es ist praktisch unmöglich, jedem Inflationsopfer einen Inflationsgewinnler gegenüberzustellen und den Ausgleich herbeizuführen. Es ist aber auch unmöglich, die durch die Inflation den Geschädigten verloren gegangenen Summen in ihrer Gefamtheit wieder den Opfern der Inflation zuzuführen. Ein beträchtlicher Teil dieser Vermögen ist inzwischen nicht nur den Opfern der Inflation, sondern auch der deutschen Volkswirtschaft verloren gegangen. Wohl wird es möglich sein, durch die Besteuerung der Inflationsgewinne die Mittel für eine begrenzte und mögliche Aufwertung aufzubringen. Die bürgerlichen Parteien aber, die unaufrichtige Versprechungen in der Aufwertungsfrage abgegeben haben, mögen fich gefälligst die Frage vorlegen, woher sie die Mittel dafür nehmen wollen. Sind Landwirtschaft und In= dustrie bereit, neue Steuerlaften auf sich zu nehmen, um die Aufwertung durchzuführen, die namentlich die Deutschnationalen den Inflationsopfern vorgaufeln? Wir merken nichts von dieser großen Steuerwilligkeit von Industrie und wirtschaft den Zusammenbruch prophezeien, wenn der Landwirtschaft nicht weitgehende steuerliche Entlastung gewährleistet wird. Wir sehen, daß die Deutschnationalen im Reichstag Steueranträge eingebracht haben, die für die Staatsfinanzen einen Steuerausfall von rund einer Milliarde Gold bedeuten der Botschafterfonferenz über die Militärkontrolle in der deut. 28. Mai über die Wiederaufnahme der Interalliierten wird wahr Landwirschaft. Wir sehen nur, wie die Vertreter der Landschen Preise zeigt sich mit aller Schärfe die Scheidung der Geister. Die Zeitungen der Parteien, die im Intereffe des deutschen Wiederaufstiegs und einer friedlichen Zukunft Deutschlands ehrlich die Verständigung wollen, billigen durchaus den Geist der Verständigung, den diese Note atmet. Sie müßiett. Sollen eiwa durch indirekte Steuern, durch eine An- spannung der Besteuerung der breiten Massen die Mittel sür die Auswertung zunächst denen abgenommen werden, die den nächsten und berechtigsten Anspruch auf Entschädigung haben? Die Wirkung dieses agitatorischen Spiels mit dem Ge- danken de? Aufwertung wird eine grenzenlose Ent» t ä u s ch u n g jener Jnflationsopfer sein, die auf die unmög- lichen Versprechungen der Deutschnationalen bauen. Außer dieser ideellen Wirkung aber ist eine andere, wirtschaftlich über- aus bedenkliche Wirkung bereits eingetreten. Jene Kreise der Spekulanten und der Schieber, die an der Inflation reich ge- worden sind, haben sich auf die öffentlichen Anleihen vor allem auf die Kriegsanleihe, gestürzt, deren Auswertung sie nach den Versprechungen der Deutschnationalen und wohl auch nach so- genannten Informationen aus amtlichen Kreisen erwarteten. Es mag wohl sein, daß mancher Spekulant, der heute Kriegs- anleihen kauft, um damit Spekulationsgewinne zu machen, in Wahrheit selbst nicht fest an die Aufwertung glaubt. Die betrügerische Absicht dieser Spekulation aber liegt auf der Hand. Sie will denen, die noch im Besitze von Objekten sind, die für eine Aufwertung möglicherweise in Betracht kommen könnte, diese Objekte für Bettelpfennige entreißen, um an einer künftigen Aufwertung zu verdienen. Diese spekulative Be- wegung dient also dazu, die Aufwertung, die als gerechter Ausgleich für die Inflationsopfer allein Berechtigung hat. zu einem zweiten Raubzug für die Nutznießer der I n f l a t i on umzugestalten. Das wilde Spekulations- fieber hat sich an der Aufwertungsspekulation wieder belebt. Diese Bewegung ist eingetreten in einem Augenblick, wo die Geldknappheit allmählich zu weichen beginnt. Statt daß dem Weichen der Geldknappheit nun auch eine Erleichterung der finanziellen Situation, der unter dem Mangel an flüssigen Betriebsmitteln leidenden Industrie folgt, zeigt sich nur ein Wiederaussiummen des fieberhasten Spekulationsgeistes. Jenes Geistes des Betrugs und der Ausbeutung, der sich gegen die wendet, die schon einmal während der Inflotions- Periode feine Opfer waren. Die Parteien, die sich den von der Sozialdemokratie vor- geschlagenen zweckmäßigen Mitteln zur Bekämpfung der In- flation und zur Rettung der Inflationsopfer vor völliger Ent- elgmmg in der Zeit der Inflation in den Weg gestellt haben, die die politische Schuld tragen am Jnflationsbetnig, haben den berechtigten Gedanken der Aufwertung zur Grundlage eines neuen Betrugs gemacht. Räch der Inflationsspekulation die Auswerwngsspekulation, nach dem Jnflationsbetrug der Aufwertungsbetrug. So werden wir niemals zur Gesundung der Staatsfinan- zen, der Währung und der Wirtschaft kommen, niemals aber auch zu einer Gesundung des wirtschaftlichen Denkens im Geiste der Verantwortung und Ehrlichkeit! Mißverftänüniffe� oöer Volkerverhetzung? Zugegeben, es sei nicht immer leicht, aus den gedrängten tele- graphischen Auszügen ausländischer Parlamentsberichte sofort volle Klarheit über den wahren Sinn und die volle Tragweite gewisser Acutzerungen, Zwischenfälle und Abstimmungen zu gewinnen, so sind doch bei einiger Kenntnis der gesamtpolitischen Situation und bei einem Mindestmaß von journalistischer Objektivität grobe Miß- Verständnisse aufgeschlossen. Dennoch bemüht sich die Rechtspress« seit einigen Tagen, solche„Mißverständnisse" bezüglich der Vor- gänge in der französischen Kammer zu schaffen. Wir nagelten be- veits vor wenigen Tagen die„37 Jahre Ruhrbesetzung" fest, mit denen„Lokal-Anzeiger" und„Deutsche Zeitung" operierten, um den Sinn einer polemischen Bemerkung Herriois gegen Magmot in ihr Gegenteil u m z u f ä l s ch« n. Am Montag leistet sich die„DAZ." etwas Aehnliches mit dem Zwischenfall am Schluß der Kammerdebatt« über die Ruhr- kredite. Nach der Erklärung von Blum, wonach die sozialistisch« Fraktion sich der Stimme enthalten müsse, weil sie stets gegen die Ruhrpolitik gewesen sei, riefen die Leute des Nationalen Blocks hohnisch dem Ministerpräifidenten zu:„W i r aber stimmen für die Der anbetende Solsthewismus. Bon Friedrich Wendel. Seltsame Kunde kommt aus Rußland: Lenin wird nicht mehr Lenin genannt, sondern Jijitsch(wie man nicht Friedrich von hohen- zollern, sondern Friedrich, nicht Piotr Romanow, sondern Piotr, nicht Augustinus Aurelius, sondern Augustin sagt): man wollte das vor- wittemde Gebein Marxens von London nach Moskau schaffen, erstens damit es nicht läqer in ungeweihter Erde zu ruhen brauche, zwei- tens damit man ein Heiliges Grab habe; man hat Tolstoi nachträglich der Häresie überfiihrt und in einem regelrechten Ketzergericht seine Lehre als im Wioerspruch zur reinen Lehr« des unvergeßlichen II- jitsch stehend erklärt: man hört von Ritualgesängen, deren Konven- tion zu widerstreben nicht ratsam ist: man hört vom seltsamen Ge- brauch, von Handerhebung beim Aussprechen des Namens Jijitsch, man hört von einem Iljlllch-Kultus. Kein Zweifel mehr: eine neue Kirche ist im Entstehen begriffen. Wie ist das doch mit den Begrisien Religion uno Kirch«? Die Begriff« Religion und Kirche sind Gegensätze. Sie schließen «inander aus Wo Religion, da keine Kirche: wo Kirch« da keine Religion. Wie das kommt? Das kommt so: Religion ist«in Ge- fühl, nämlich das Gefühl der engen Verbundenheit des einzelnen zu feiner menschlichen und kosmischen Umwelt. Gefühl aber läßt sich nicht organisieren. Wo man es aber doch tut, passiert, wie die Ge- schichte lehrt, allemal ein Malheur. Es kommt nämlich zur Kirchen- bildung. Di« Kirche, gleichgültig welche, ist nicht etwa bloß eine Karikatur des religiösen Empfindens, es ist die Zerstörung desselben. Aus welchen Ursachen neue Kirchen entstehen? O, aus ebenso interessanten wie handgreiilichcn Gründen. Irgendeine herrschend« Klasse hat das Bestreben, ihr« Klassen- Herrschaft sicherer zu fundamentieren: sie erklärt also unter Benutzung vorhandener Gefühlswert«, daß Iehova oder Jesus Christus oder Mohammed oder Gautamo Buddha oder Jlsitsch mit ihr fei und daß daher von jedermann dieser Klasstngott als„sumrnum bonurn", als das Beste und das schlechterdings erdenkbare Allerhöchste anzubeten sei. Was dann auch geschieht. Weil die Menschen nur ungern ge- foltert und verbrannt werden mögen. Die herrschende Klasse, die eine Kirche fingert, hat neben dem Interesse, ihre Herrschaft ver- mehrt zu sichern, noch die sehr begreifliche Absicht, das religiöse Ge- fühl zu korrumpieren, weil echtes religiöses Gefühl immer zu einem anständigen Zusammenleben der Menschen sichren muß, also ein Etwas ist, das der Gaunerei einer Klassenherrschaft höchst gefährlich werden kann. Es ging, man weiß es, ein« religiöse Welle von ungeheurem Ausmaß durch das russische Volk. Tolstoi, der gewaltig« Deuter dieser Beweguno. definierte die Religiosität des russischen Volkes— feit langen Jahrhunderten wieder die erste Religiosität, die dem Erd- ball beschieden war— als die Erkenntnis von der Notwendigkeit, in Gemeinschaft zu leben. Di« Glut dieses erhabenen religiösen Ge- ftihls war so gewaltig, daß das morsche Gebälk einer fauligen G«. sellschastsordnung Rußlands wie Zunder wegbrannte. Ja, aber leider ikt bisher noch fast jedes religiöse Cmporflammen zum Küchenfeuer der Küche der Schmarotzenden gemacht worden. Sie sind schon gerissene Jungens, diese Sinowjew, Bucharin, Radet c totti guanft, daß sie beizeiten Vorsorge trafen, das große Kredite, fo daß Sie hiermit jene auswechselbare Mehrheit haben werden, gegen die sie sich jüngst sträubten." Daraufhin erwidert« H e r r i o t, mitten während der Verhandlungen könne das Ruhr- gebiet unmöglich geräumt werden, seine Programmerklä- r u n g bezüglich der Ruhrfragen werde aber durch diese Abstimmung nicht berührt, und er stelle die Vertrauensfrage. Auch hier war der Sinn dieser Worte ganz klar: sie richteten sich gegen den Nationalen Block und dienten als Rücken- deckung für die Sozialisten, denen sowohl von nationalistischer wie von kommunistischer Seite ironisch« Borwürfe gemacht wurden. Daraus macht nun die„D. A. Z." die Ueberschrist:„Der E h a- rakter der Ruhrbesetzung unverändert." Da wir die Redakteur« der„D. A. Z." ebensowenig für poli- tische Analphabeten halten können wie ihre Kollegen des„Lokal- Anzeigers" und der„Deutschen Zeitung", so bleibt nur j o u r n a- listische Leichtfertigkeit, die an Unanständig. kert grenzt, als Erklärung für„Mißverständnisse" übrig. Ab- gesehen davon, daß diese Ueberschrist tendenziös ist, weil sse dem Sinn der Worte Herriots wcherspricht, so ist sie geschmack» los und unwahr, wenn man, bedenkt, daß Herriot bereits Zehntausenden von Ausgewiesenen die Rückkehr fn die Heimat ermöglicht hat. Wenn map, drei Tage nach dem dieses Entgegenkommen von der Reichsregierung in amtlicher Kund- gebung mit Genugtuung festgestellt wurde, es wagt, zu behaupten, es habe ssch am Charakter der Ruhrbesetzung„nichts geändert", so ist dies«ine ebenso grobe wie dumm« Irreführung der deutschen Oeffentlichkeit zum Zwecke der Dölkerverhetzung. 5ür Sie Republik. Bannerweihe Schwarz-Rot-Gold in Breslau. Breslau, 30. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Zwei eindrucksvolle Kundgebungen brachten am Sonnabend und Sonntag in der Stadt Breslau die Farben der Republik und des Sozialismus zu nach- drücklicher Geltung. Das Reichsbanner Schwarz-Rot- Gold veranstaltete am Sonnabend eine Bannerweihe in einem der bekanntesten größten Sommerlokale der Stadt, das ungeheuer überfüllt war, im besonderen auch von jugendlichen Teilnehmern Der demokratische Abgeordnete Böttcher-Aschhoff hiÄt ein« Rathenau-Gedenkrede. Anschließend fand die Bannerweihe statt, der dann ein zwangloses Sommerfest des Bundes folgte. Der ganze Stadtteil, in dem die Feier stattfand, stand unter dem Em- druck der schwarzrotgoldenen Kundgebung. Am nächsten Tage begann die Reichsarbeitersport« woche mit einem großen Zuge der Teilnehmer durch die Stadt, der ebenfalls die roten und schwarzrotgoldenen Farben zeigte und einen würdigen und nachhaltigen Emdruck hinterließ. Wettspiele und Wettkämpfe aller Art zeigten vielen Tausenden die Leistungen der Arbeitersportbewegung. Eine gleichzeitige Ruderregatta bürgerlicher Verein« hatte sich die Teilnahme des früheren Kronprinzen au» Oels als Attrattion bestellt, die sich jedoch in der Stadt Breslau nicht zu einer politsschen Kundgebung entwickeln und gegenüber der macht- vollen Arbeitersportkundgebung nur durch die größere Zahl der beteiligten Antvir.obile austrumpfen tonnte. Republikanischer Tag in Westpreußen. Zum erstenmal sindet im westpreußischen früheren Ab- stimmungsgebiet, das heute ganz besoiiders stark unter der gesell- schaftlichen Diktatur und politischen Anmaßung der Stahlhelm- leute zu leiden hat, ein republikanischer Tag statt. Am 6. Juli versammeln sich unter der Führung des Reichsbanners Schwarz-Rot- Gold die westpreußischen Republikaner in Riesenburg zu einem„Deutschen Tag", verbunden mit Ab- stimmungsfeier und Fahnenweih«. Als Redner ist u. a. Freiherr von Branden st ein gewonnen. Die Veranstaltung, die von den republikanischen Kreisen Westpreußens als ein lang ersehntes Gegengewicht gegen die dort überhand nehmenden deutschnationalen Demonstrationen begrüßt wird, verdankt ihre Anregung dem Führer der Republikaner in Westpreuhen, Dr. von Holtum, der seiner- zeit der Leiter der deutschen Organisation zur Vorbereitung her Volksabstimmung in Westpreußen vom 11. Juli 1920 war und sich als solcher bedeutende Verdienste um die deutsche Sache erworben hat. Gefühl der russischen Religiosität in die Form einer Kirche zu tun, damit es fürder keinen Schoden zufüge dem Allerheiligsten, das es gibt, der Herrschaft eines ausbeutenden Gaunergesindels. Und so wurde denn Tolstoi in aller Form Rechten« für ver- dammenswert erklärt, und seine Schriften werden eingestampft werden. Und„Jlsitsch, Jlsitsch, Jlsitsch" soll es verzückt von den Lippen der Massen klingen. In einfachen Bauerngehirnen, die bisher bewegt waren vom großen religiösen Gefühl, sollen die magischen Silben „Jlsitsch" jetzt wirken und weben. Die Priester der Mongolen, mit denen man sich ja auch politisch angevettert hat. werden Verständnis- innig grinsen. Di« Gebetsmühlen werden schnarren. Eine neue Kirche wird gefingert. Die Freien aber des Geistes sammeln sich, um zu erklären: Ber- ehrte Pfaffen des Ostens, wir speien auf euch und die Autorität eures Idols! Es lebe der Angriff! Ihnen gesagt, Herr Sinowjew: es ist dem Prinzip der Autorität meist nicht gut bekommen, wenn es angegriffen wurde... Ein neues Serum gegen Tuberkulose. Ein neues Serum, das geeignet sein soll, den Menschen gegen die Ansteckung mit Tuberkulose immun zu machen, wird von dem französischen Forscher Prof. Ca l mett e in einer Mitteilung ange- kündigt, die er der französischen Akademie für Medizin machte und die großes Aufsehen erregte. Calmette erNärt, er habe die Frage der Impfung gegen Tuber- kulose viele Jahre hindurch studiert. Er oerwendete einen besonderen Bazillus, den er aus 239 aufeinander folgenden Kulturen aus der Milz eines Ochsen erzielte, der die Eigenschaft der Bildung von Tuberkeln verloren hatte, und er hat durch Impfung mit diesem Bezillus bei jungen Kälbern eine solche Immunität erzielt, daß sie 18 Monate nach der Impfung noch der Impfung mit einem starken Bazillus widerstanden, der sonst in 8 Wochen den Tod hervorruft. Aehnliche erfolgreiche Versuche wurden an Affen ausgeführt, die in engster Gemeinschaft mit anderen, an schwerer Tuberkulose leidenden Affen zusammenlebten und trotzdem gesund blieben. Dadurch«r- mutigt, hat Calmette diese Methode bei jungen Kindern tuberkulöser Eltern angewendet, die ihm für diese Versuche anvertraut wurden. 217 solcher jungen Kinder wurden dreimal mit dem neuen Jmpfftoff in Zwischenräumen von 89 Stunden in den ersten Tagen nach der Geburt geimpft. Während 18 Monaten wurde keine schlechte Wirkung beobachtet, aber die Wirksamkeit der Behandlung als emer Jmmuni- sierung gegen Tuberkuloseansteckung kann nicht eher als sicher on- gegeben werden, als bis mehrere Jahre der Beobachtung verstrichen sind. Doch lassen die großen Erfolge bei Kälbern und Affen die Wahrscheinlichkeit zu, daß das Serum auch bei jungen Kindern wirksam sein wird. Calmette empfiehlt allen Aerzten, die Behandlung bei Neu- geborenen in tuberkulösen Familien vorzunehmen, und besonders in Fällen, wo die Mutter tuberkulös ist: er erklärt aber, daß die Be- Handlung nur bei ganz jungen Kuchem wirksam ist, die noch nicht mit Tuberkulose angesteckt sind. Ein neues TenÜenzurtett. Kassel. 39. Juni.(Eigener Drahtbericht.) Vor dem Schwur-, gericht wurde in dreitätiger Beratung der Meineidsprozeß Witt-, rock verhandelt. W. war angeklagt, in einem Prozeß gegen die deuffchnatimrale„Kasseler Post" wegen Beleidigung der sozialdemo«, kratischen Stadträt« Wittrock und Dr. Höhl« als Zeuge seine Eides» Pflicht dadurch verletzt zu haben, daß er die Verfasserschaft eines sogenannten Gutachtens verleugnet«, das in einem Wittrock be-, treffenden Wohnungstausch ein« nebensächliche Roll« spieUe. der als Zeuge die Existenz des Gutachtens verneinte, erklärte im jetzigen Prozeß, er habe allerdings in dem vom Staatsanwalt mit. ihm veranstalteten Kreuzverhör gesagt, daß er sich an ein Gut- achten nicht erinnern könne, denn ein solches habe auch nicht vorgelegen, sondern, was als Gutachten bezeichnet werde, das sei «in von ihm diktiertes Konzept, eine nur für ihn selbst bestimmt gewesene Gedankenüberzeichnung, ober ohne jede Bedeutung für den Wohnungstausch. Die-Beweisaufnahm« ergab auch, daß das so- genannt« Gutachten für die Wohnungszuweisung an W. tatsächlich in keiner Weise maßgebend gewesen ist. Selbst der Staatsanwalt gab das zu, wenn er sich auch der Auffassung an- schloß, daß von einem eigentlichen Gutachten keine Rede sein könne. Dennoch meinte der Staatsanwalt, habe sich W. im Kreuzverhör dert Verfasserschaft erinnem müssen. Dadurch, daß W. die Verfasserschaft leugnet«, habe er zumindest die Wahrheit wissentlich oerschwiegen, deshalb sei eine Zuchthausstrafe von zweieinhalb Jahren angemessen. Diese Strafe beantragt« der Staatsanwalt, obwohl zuvor Prof. Dr. Liebmann-Berlin als G u t a ch t e r sich auf den Standpunkt gestellt hatte, daß W. über, arbeitet und während der Verhandlung besonders erregt gewesen sei, zumal man ihn nicht als Zeugen, sondem als Angeklagten behandelt und in ein ganz ungewöhnliches Kreuzverhör genommen habe, so daß die Möglichkeit einer Erinnerungstäuschung nicht ausgeschlossen sei. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Als- b e r g aus Berlin, legte in einer wahrhaft glänzenden Rede dar, daß noch seiner Ueberzeugung der Staatsanwalt es sich leicht gemacht habe, über die gefährlichen Klippen der Anklage hinwegzukommen. Auf der Anklagebant sitze ein« politisch bekannte Persönlichkeit, ein Mann, der in der verdi« nsw ollsten Weis« in die Geschicke der Stadt Kassel eingegriffen habe. Die Beweisaufnahme habe keinen festen Anhaltspunkt dafür, daß dieser Mann in schuldhafter Weise seine Eidespflicht verletzt habe, erbracht. Dennoch nahm das Ge- schworenengericht— sechs Geschworene, drei gelehrte Richter— eine solche Verletzung an und kam nach stundenlanger Be- ratung zu der außerordentlich hohen Strafe von zwei Iah- ren Zuchthaus. Das Urteil erregt in Kassel bis weit in die Kreis« des Bürgertums hinein berechtigtes großes Auf- sehen._ Der Lärm üer wenigen. Das Badische Statistische Landesamt hat statistische Erhebungen Wer die den Jugendorganisationen angehörigen Mitgliedern in Baden veranstaltet. Diese Erhebung zeigt, daß die Stärke der rechtsstehenden Bünde und Verbände im umgekehrten Verhältnis steht zu dem Lärm, den sie in der Oeffentlichkeit machen. Deutschoölkisch« Verbände zählen in ganz Baden ganze K39 Mitgliederl Deutschnational ist der„Bismarck- Bund" mit 1 9 9 M i t g l i« d e r n. An rein politischen Jugend- organisationen wurden dagegen gezählt 769 Mitglieder bei den Demokraten, 1999 bei der Volkspartei, 699 beim Zentrum, 3 350 im Verband der sogenannten Arbeiterjugend. Die Kommunisten verweigerten Angaben. Hier müßten aber auch die katholischen, jüdischen und gewerkschaftlichen Jugendorgan, satio- neu berücksichtigt werden. Die katholischen Organisationen zählen 68 600, die jüdischen 1100, die sreigewerkschaftlichen 18 900 Mitglieder. Dazu treten noch 56 999 Mitglieder von sozialistischen Sport» und Turnvereinen. Aber die Rationalisten schreien: uns gehört die Jugend! Die Neparationsgesetze. MTB. meldet: Das Reichskabinett beriet heute in den Verhandlungen des Organisationskomitees in erster Lesung den fest- gestellten Entwurf des Bankgesetzes. Ganze Wälder von Raupen gefressen. Vor einigen Monaten schon sind Warnrufe an die Oeffentlichkeit gedrungen, man solle irsergische Schritte gegen das Massenauftreten der Raupen, vor' allem in den s ch l e s i s ch e n Wäldern, unternehmen. Trotzdem die ver- schiedenen Forztverwaltungen und auch die Reichsregierung mancher- lei©arsuche zur Vernichtung dieser Raupen unternommen hat, hat sich die Raupe der Föhreule in den letzten Wochen derart oer- mehrt, daß jetzt schon Hunderte von Morgen Wald vernichtet worbrn lind und daß allem Anschein nach sich diese Plage noch weiter aus- dehnt. Am schlimmsten haben die Raupen, die in Miriaden auf- treten, in der Görlitzer Heide, im Bunzlauer Forst und in der Primkenauer Heide gehaust. Auch in den Forsten der Stadt G l o g a u ist unübersehbarer Schaden angerichtet worden. Die meisten Waldschläge in diesen Gegenden sind völlig kahl ge- fressen worden. In den Wäldern, in denen die Raupe aufgetreten fft, prasseln die Raupen wie Regen von den Bäu« wen hernieder. Auch der Boden ist völlig von dem Gewürm bedeckt. Sobald«in Waldstrich kahl gefressen ist, wandern die Raupen weiter, so daß zu befürchten ist, daß dies« Plage noch weitere Waldungen zerstören wird. Aus der Gegend von K otz e n a u wird gemeldet, daß die Raupe hier ganz plötzlich aufgetreten ist und im Laufe von zwei Tagen mehr als hundert Morgen herrlichen Waldes völlig kahl gefressen Hai Die Wälder bieten einen trostlosen Anblick: Hunderttaufende von Festmetcrn Holz sind vernichtet. In den Wäldern um Bunzlau sind der Plage mehr als hundert Morgen Wald zum Opfer gefallen. Flugzeug und Archäologie. Professor R. A. Mac Lean von der Universität Rochester sprach auf der Tagung des Archäologischen Instituts von Amerika, die an der Nale-Uniöersttät staMmd, über die Dienste, die das Flugzeug der archäologischen Forschung erwiesen Nach einem Bericht in der„Umschau" führte er aus:„In irden, die, wie Mesopotamien, nur in geringem Umfang kar- tiert sind, oder die, wie Arabien, mit den üblichen Reisemitteln nur schwer zugänglich sind, hat sich das Flugzeug schon als ein ganz vorzügliches Hilfsmittel erwiesen. Um über größer« Geländestrecken einen ersten orientierenden Ueberblick zu gewinnen, und Ruinen oder mögliche Lageplätze längst verschwundener Städte festzulegen." Mac Lean erläuterte dies« Ausführungen durch zwei Beispiele, die aus seiner eigenen Erfahrung stammten.„Im letzten Sommer flog ich von Amman in Transjordanien nach der syrischen Wüste, um römische Ruinen bei Kasr Azraq zu besuchen. Diese Ruinen, die in dem westlichen vulkanffchen Teil der syrischen Wüste liegen, sind bisher wahrscheinlich von keinem modernen Archäologen besucht worden. Sie stammen von einer römischen Festung aus der Zeit Trojans. Bei ihnen befanden sich interesiaitterweise etwa 29 Wasser- löcher mit klarem, kaltem Trinkwasser, die- von einem Wall aus der Römerzeit umgeben waren. Die Trümmer dieses Walles heben sich für den gewöhnlichen Reffenden vom Böden kaum ab: ihr Grundriß und die Wafferlöcher, die sie einschließen, sind jedoch vom Flugzeug aus deutlich erkennbar." Mac Lean erläuterte dann die Nützlichkeit an einem Beispiel aus Mesopotamien. Unter den Städten, die Tenophon in seiner„Anabasis" erwähnt, hat sich die Lag« von zweien bis heute nicht genau festlegen lassen, da der Tigris, an dem sie lagen, seit Tenophons Zeiten seinen Laus stark oer» ändert hat. Durch Bodenbeobachtungen und aufnahmen vom Aug» „ Vaterländische" Schmuhereien. Planmäßige Vergiftung der öffentlichen Meinung. Eine Berliner Lokalforrespondenz verbreitet folgenden Bericht: Die Bereinigten Baterländischen Berbände Deutschlands hielten am gestrigen Montagnachmittag im Meistersaal wieder eine gut besuchte Bertreterversammlung ab. Das Hauptthema des Tages lautete: Blanmäßiger Landesvera rat im Dienste Frankreichs". nicht hindern fönnen. In seinen einleitenden Worten machte General Graf von der Golh den Oberreichsanwalt in Ergänzung einer vor einigen Tagen bereits erfolgten Veröffentlichung der VBVD. auf die Melbungen aufmerksam, wonach General Nollet auf Betreiben des deutschen Reichstagsabgeordneten Dr. Breitscheid zum französischen Kriegsminister ernannt und dann im Anschluß an Breitscheids Pariser Reise die neue Kontrollnote an Deutschland gerichtet worden fei. Der Fall 3eigner habe bewiesen, daß selbst in den höchsten Regierungsstellen Landesverrat verübt werde. Ebenso werde die öffentliche Meinung in landesverräterischer Weise beeinflußt durch Mitteilungen über Borbereitungen der deutschen Nationalisten und angebliche Waffenfunde. Auch eine fiegreiche Entente werde die Deutschen in ihrem Kampf gegen die Landesverräter in ihren Reihen Zum Thema selbst sprach Reichstagsabgeordneter Geisler. Er führte hierzu u. a. aus, daß der Werft und Bergarbeiter streit in Deutschland mit ausländischer Hilfe und im ausländischen Interesse durchgeführt worden sei. Auf dem sozialdemokratischen Parteitag habe man es sogar als ein Verdienst der internationalen Arbeiterbewegung in Anspruch genommen, daß diese die Atmosphäre für das Sachverständigen- Gutachten vorbereitet Ein bedeutsames Zeichen eines neuen innerpolitischen Abschnitts in Deutschland sei auch die Gründung der republikanischen Organisation Reichsbanner Schwarz rot golb", das sich gegen die vaterländischen Berbände richtet und die durch die Kon trollnote für diese Kreise geschaffene günstige außenpolitische Lage zur Niederringung der nationalen Kreise benutzen wolle. Damit mache fich diefe Organisation, wenn auch vielleicht unbewußt, zum Werkzeug Frankreichs. In eingehenden Darlegungen protestierte der Referent dann gegen die Behauptung, daß das Berhalten der vaterländischen Berbände, insbesondere die Veranstaltung des Deutschen Tags in Halle letzten Endes die Absendung der Kontrollnote ver ursacht habe. Demgegenüber stehe fest, daß der ehemalige Minister. präsident Dr. 3eigner seinerzeit durch seine Erflärungen über die schwarze Reichswehr überhaupt erft dem Ausland wieder zur Aufnahme der Militärkontrolle Anlaß gegeben habe. Im Berlauf seiner Ausführungen, in denen er sich auch gegen die Schrift des Dr. Gumbel: Verschwörer" wandte, betonte Abg. Geisler, daß er ein Verzeichnis von 140 deutschen Zeitungen befihe, deren Redakteure wegen Landesverrats vor den Oberreichsanwalt gehörten. Selbst von englischer militärischer Seite sei anerkannt worden, daß die Zerstörung der deutschen Waffenlager nur durch ein Riesenheer von deutschen Schuften ermöglicht worden sei. Diese Kreise hätten die Kontrollnote hervorgerufen, aber nicht die vaterländischen Berbände, die feinen Revanchefrieg gegen Frankreich propagierten. Zum Schluß gab Abg. Geisler die Anregung, am 11. August, als an dem für gab Abg. Geisler die Anregung, am 11. August, als an dem für Verfassungsfeiern unter freiem Himmel freigegebenen Tage, auch von feiten der BBB. Kundgebungen unter der Parole Für Fortentwidlung der Verfassung gegen Verfassungsbrüche" zu veranstalten. Ueber die politische Lage referierte der deutschnationale Reichs. tagsabgeordnete Caverrenz, der darauf hinwies, daß die bevorstehende Einbringung der Gesezentwürfe in Verfolg des Sachverständigen gutachtens heftige Rämpfe im Parlament bringen würde. Allerdings beabsichtige die Regierung mit Hilfe eines Gutachtens des Reichs. juſtizministeriums diese Entwürfe so zu formulieren, daß fie auf Grund einer Bestimmung der Verfassung nur mit einfacher Mehrheit unter Dach und Fach gebracht werden könnten. Ob Herriot in Frantreich der richtige Mann sei, die schwierigen Probleme zu meistern, müsse nach den bisherigen Erfahrungen bezweifelt werden. Zum Beispiel seien noch nie nach einer diplomatischen Konferenz so viele Untlarheiten entstanden, wie nach der Unterredung von Chequers. N zeug aus ließ fich mit ziemlicher Sicherheit feststellen, daß der Teil des Tigris, der sich an Xenophons mittlerem Wall hinzog, etwa 30 Kilometer westlich vom heutigen Ligrisgebiet verlief. Dort laffen sich noch Uferdämme mit großer Deutlichkeit erkennen, so daß man nun hinreichende Anhaltspuntte zum Auffuchen von Opis unb Sittace hat. Menschenschädel als Puderbüchsen. In Ecuador führen zurzeit die Truppen Krieg mit ben eingeborenen Kopfjägern, die Schädel erlegter Feinde maffenweise zu verkaufen pflegen. Zu diesem Zwed kochen sie die Köpfe und bringen dann die getrockneten Schädel auf den Markt. Diese Schädel erzielen in gewissen Kreisen hohe Lieb haberpreise, da sie als Talismane in Gunst stehen und selbst als Buberbüchsen der Weg in die Boudoirs ber Damen der vor nehmen" New Yorker Gesellschaft finden. Der ffandalöfe Handel hat einen solchen Umfang angenommen, daß sich die Regierungen von Peru, Brasilien und Etuador zu einem Feldzug gegen bie Jivaro- Indianer verbunden haben. Der Handel mit den Schädeln beschränkt sich im übrigen nicht auf New York. Auch in den großen Filmzentren Südamerikas ist es gang und gäbe, Menschenschädel als Briefbeschwerer oder als Zierde für den Schreibtisch zu ver. wenden. Der Handel ist mit der Zeit so ertragreich geworden, daß die indianischen Kopfjäger in den entlegenen Gegenden Ecuadors förmliche Treibjagden veranstalten, um sich bas Material zu verschaffen, wobei fie fich überdies nicht auf die Röpfe ihrer Feinde befchränken. Die Sache hat einen solchen Umfang angenommen, daß man, sofern diesen Menschenjagden nicht ein Ende gemacht wird, die Ausrottung schwächerer Stämme befürchten muß. Deutsches Opernhaus. In der Aufsichtsratafizung am 27. wurden die Herren Baurat Ahrens zum Vorsitzenden, Rechtsanwalt ennig zum 1. stellvertretenden und Rechtsanwalt Artur Bolfi aum 2. ftellvertretenden Weiter teilte der Redner mit, baß in der Frage des Beitritts Deutsch. lands zum Bölferbund in den letzten Jahren ein neuer ernsthafter Schritt der englischen Regierung in Berlin erfolgt sei. Man dürfe sich nicht der Einsicht verschließen, daß die Brüfung dieser Frage feiner deutschen Regierung, wie fie auch immer geartet sein möge, eripart bleiben würde. Nach einer lebhaften Diskuffion, in der besonders in der Frage der Veranstaltung von Rundgebungen am 11. Auguft die Meinungen auseinander gingen, wurde die Entscheidung hierüber dem Präsidium der VVV. überlassen. Etatsberatung im Landtag. Bor Eintritt in die Tagesordnung führte Abg. Dr. Meyer Ostpreußen( Stemm.) Beschwerde über feine unter Berlegung ber Immunität erfolgte Berhaftung auf dem Arbeiterfongreß. Nach Verabschiedung des Emscher- Gesetzes und Ueberweisung des Entwurfes über Gewinnanteil der Lotteriebeamten wird die Einzelberatung des Juffizhaushaltes Nach weiterer Aussprache wird die Abstimmung über Es folgt die zweite Beratung des Haushalts de: Handels- und Gewerbeverwaltung. bie Anträge auf Dienstag vertagt. fortgefeßt. In der Aussprache, in der insbesondere von tommunistischer Seite Beschwerden über Mißhandlungen von Gefangenen Das blödsinnige Märchen, daß General Nollet auf Be- usw. vorgebracht werden, teilt ein Vertreter des Justizministeriums treiben des deutschen Reichstagsabgeordneten Dr. Breitscheid mit, daß über eine in einem hannoverschen Gefängnis vorgekommene sich seinerzeit deutschvölkische Preffejournallien aus den zum französischen Kriegsminister ernannt worden ist, haben meuterei eine Untersuchung angeordnet ist. Abg. Frau Helfers( S03.) betont die Wichtigkeit der Für Fingern gefogen. Für jeden einigermaßen Nüchternen stand forge innerhalb der Strafanstalten. Auf eine Be. Lügenmanöver handelt. es von vornherein fest, daß es sich um ein plumpeschwerde über die Verpflegung der Amtsgerichtsgefängnisse erwidert ein Bertreter des Justizministeriums, daß Klagen nur in EinzelKlarheit zu schaffen, hat Genosse Breitscheid die Tendenz Um aber von vornherein fällen eine Berechtigung haben tönnten. meldung öffentlich widerrufen. Es gehört ein un dieser Graf Golg auf einer Führer" besprechung diese ebenso gewöhnlicher Mangel von politischer Borniertheit dazu, wenn erbärmlichen wie dummen Lügen wiederholt und noch eine neue dazu dichtet, indem er den Eindruck zu erweden versucht, als habe Breitscheid den maßgebenden Stellen in Frankreich die Kontrollnote fuggeriert. Daß die Wendung fo Landesverrat im Dienste Frankreichs". Es wäre ein unnüßes gemeint war, zeigt das Thema des Tages: Blanmäßiger Unterfangen, auf die weiteren planmäßigen Lügen einzugehen, die in der Versammlung ausgefprengt wurden. Worauf die Sache hinaus will, zeigt die Andeutung Beis lers, daß er ein Verzeichnis von 140 deutschen Zeitungen befize, deren Redakteure wegen Landesverrats vor den Oberreichsanwalt gehören. Wir fennen die Brostrip tionslisten dieser Consuln". Wir fennen ihr lichtfcheues Gewerbe. Nach einem Krieg gegen Frankreich sieht es allerdings nicht aus! OF Die Micum- Verhandlungen. Düsseldorf, 30. Juni.( Eigener Drahtbericht). Die am Montag fortgesetzten Verhandlungen zwischen der Micum und bem Sechserausschuß des Bergbaus haben zeitweise einen er. regten Charatter angenommen und wieberholte Unterbrechungen erfahren. Nach einer ganz furzen Mittagspause begannen die Berhandlungen von neuem. Sie dürften fich bis in den späten Abend hinziehen. Ueber das Ergebnis der Vormittagssigung ist ein Bericht nicht ausgegeben worden. Zentrum und Bayerische Volkspartei. Auf dem Wege zur Versöhnung? Auf Anregung des Vorsitzenden der Zentrumspartei, des Reichs. fanzlers Mary, fand, wie die Germania" meldet, am 21. Jumi in Bamberg im Haufe des Führers der Bayerischen Bolkspartei, des Herrn Domfapitualar Leicht, eine eingehende Aussprache zwischen Führern des Zentrums und der Bayerischen Boltspartei statt, die einen recht befriedigenden Berlauf nahm und erfreuliche Aussichten auf ein engeres Zusammenarbeiten der beiden Fraktionen im Parlament eröffnet". Auf beiden Seiten sei der dringende Wunsch zum Ausdrud gelommen, über die Schwierig feiten, die sich in den letzten Jahren ergeben haben, hinwegzutommen. Der Reichsparteivorstand der Deutschen Zentrums. partei hat in seiner legten Sigung die Ergebnisse ber Bamberger Besprechung ein mütig gebilligt. Die Aussprache wird in ben nächsten Tagen fortgefeßt werden, wahrscheinlich schon am 12. Juli wiederum in Bamberg. Die Verhaftungen in Eisenach. Eisenach, 30. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Rommuni stische Partei Eisenachs hatte bereits für den 8. Juni einen Reichs- Arbeiterfongreß nach Leipzig einberufen, deffen Abhaltung Reichsminister Jarres verboten hatte. Der Bersuch, am 29. Juni nahmezustandes unmöglich gemacht. Die Tagung war als Gau in Eisenach zu tagen, wurde gleichfalls auf Grund des zivilen Aus. berufen. Ueber 400 Delegierte aus dem ganzen Reich hatten sich fonferenz des Vereins Naturfreunde, Gau Thüringen, ein. Reichstagsfraktion. Die Ueberraschung der Tagung burch zusammengefunden, darunter fast alle mitglieber ber die Polizei war nur durch die Kommunisten selbst möglich. Unter anderem iſt z. B. der Fall zu verzeichnen, daß ein von einem thü. ringischen Landtagsabgeordneten besonders instruierter Aufpasser den ganzen Verlauf der Tagung bis zum Eingreifen der Polizei den Behörden übermittelte und dadurch erst das Eingreifen der Polizei möglich machte. Unter den Giftierten befanden sich vier Ausländer aus der Tschechoslowatei. Alle Teilnehmer besaßen eine Mitgliedstarte der Naturfreunde. Der Bolizei find Protokolle, die verfertigten Refolutionen usw. in die Hände gefallen. Die Ver. hafteten sind, mit Ausnahme der Ausländer, einstweilen wieder frei. gelassen worden. Noch im Laufe des Sonntags wurden alle Ron greßteilnehmer zwangsweise in ihre Heimat abgeschoben. Bei dem Eingreifen durch die Polizei ist es zu lebhaften Auftritten zwischen den durch die Immunität geschützten Parlaments. mitgliedern und den Polizeiorganen gekommen. Die KPD. will die Eisenacher Vorgänge zu einer Interpellation im Reichstag benußen. Kommunistische Kommunalpolitik. Borsitzenden des Aufsichtsrats gewählt, an Stelle der bisherigen Herren, Halleschen Stadtparlament haben sich am Montag Halle, 30. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Rüpelszenen im die ihre Aemter niedergelegt haben. Eine Ausstellung von James Ensor( Dftenbe) wird zurzeit im Gra- wiederholt. Die Kommunisten weigerten sich, die von ihnen abphischen Kabinett J. B. Neumann, Sturfürstendamm 232, gezeigt. Sie enthält fast alle bedeutenderen Radierungen aus den Jahren 1880 bis 1895 und eine Anzahl farbige Blätter. Der Bund deutscher Deforationsmaler veranstaltet vom 5. bis 7. Suli in Berlin seine 7. Jahrestagung. Damit verbunden ist eine. Ausstellung dekorativer Malerei durch die Berliner Ortsgruppe des BDD., an der sich auch auswärtige Mitglieder als Gäste beteiligen. Pilgerwanderung zum Lenin- Grabe. Ein im Gouvernement Bladimir wohnender Bauer ist aus seinem Dorf zu Fuß nach Moskau gepilgert, um das Grab Lenins zu besuchen. In der Nähe von Moskau erregte er auf einer Eisenbahnitation die Aufmerksamkeit einiger Eisenbahner, die ihm für die legte furze Strede freie Fahrt anboten. Der seltsame Bilger, der be reits über 100 Stilomeler zu Fuß gemacht hatte, zog es vor, auch den Nest feiner Banderschaft ohne Hilfe moderner Berkehrsmittel durchzuführen. Tiefenmeifung in der Offee. Am 28. Sunt beginnt in Helsingfors eine Konferenz von wissenschaftlichen Vertretern der baltischen Randstaaten. Wie der Oft- Expreß berichtet, wird sich diese Konferenz mit Fragen der Meeresfunde und der Astronomie beschäftigen. Es handelt sich in erster Linie um Tiefenmessungen im Baltischen Meer. Industrie und Kunft. Das Heinsteinwert in Heidelberg erläßt ein Preisausschreiben zur Erlangung von fünstlerischen Entwürfen von Rachel öfen. Preisrichter find u. a. Hofrat Koch in Darmstadt, Museumsdirektor Pazauret in Stuttgart und Direttor Bichert in Frankfurt. Es sind Preise von 3000 Goldmart ausgefeßt. Termin: 1. September; die näheren Be dindungen find in Heidelberg zu bekommen. Steuergefeggebung vereinfachen und die steuerliche Der Ausschuß beantragt, die Reichsregierung möge die Belastung der Handels- und Gewerbetreibenden mildern, weiter wird eine Kreditaktion für den gewerblichen und industriellen Mittelbeffen Bolitik der deutschen Wirtschaft schweren Schaden zugefügt stand verlangt Abg. Offerroth begrüßt den Rüdtritt Poincarés, habe. Der politische Umschwung in Frankreich und England werde hoffentlich eine Berständigung ermöglichen, bei der die Wirtschaft in Deutschland und den übrigen Ländern gefunden tönnte. Der feit fünf Jahren geltende Versailler Vertrag habe nicht nur Deutschland, sondern auch die Weltwirtschaft geschädigt. Die Er tenntnis dieser Tatsache wachse jezt auch in den ehemals feindlichen Staaten. Eine Revision des Bersailler Vertrages fei dringend notbie Griftenz biefes Staates fei der Schaden abgewandt worden, den wendig. Preußen fei bas Rückgrat der deutschen Einheit. Nur durch die bayerischen Sonderbestrebungen fonft angerichtet hätten. Die Wahrung der preußischen Wirtschaftsbelange sei eine Lebensfrage für das Reich. Um 6 Uhr wird die Weiterberatung auf Dienstag, 12 Uhr mittags, vertagt. Die weitere Arbeit des Landtags. Geschäftslage. Bon Etatsberatungen sollen nach Abschluß bes Der Weltestenrat des Landtages beriet am Montag über die Justizhaushaltes in dieser Woche noch der Handels. haushalt erledigt und mit dem Bergetat begonnen werden. Ferner stehen zur Beratung die Entwürfe über die einstweilige Re. gelung der Roften für die Verwaltungsbehörden der evangelischen Landeskirchen sowie über die Novelle zum Bolizeitoftengefeß. Der Entwurf über die kleine Verwaltungsreform foll am Mittwoch beraten und dann dem Ausschuß für die Städte und Landgemeindeordnung überwiesen werden. Am tommenden Freitag will fich der Landtag bis zum 14. Juli pertagen. Bunächst foll fodann die Beratung über den Berghaushalt fortgefekt werden. Für Mittwoch, den 16. Juli, ist die Beratung der Hauszinssteuer in Aussicht genommen; baran schließt sich die Beratung des Entwurfs über die Fürsorgepflicht somie die Be ratung fieiner Etats. Am 19. Juli wird sich der Landiag voraussichtlich bis zum 23. September vertagen. Der Hauptausschuß soll drei Wochen vorher zusammentreben, um weitere Etats vorzuberaten. Die interalliierte Konferenz steht fest. Condon, 30. Juni.( WTB.) Reuter zufolge verlautet bezüglich der Mitte Jult stattfindenden interalliierten Konferenz, daß bisher bie zusagenben Antworten Frankreichs, Italiens, Belgiens und der Bereinigten Staaten eingingen. Die Antwort Japans liege noch nicht vor. Matteotti- Kundgebung in London. London, 30. Funi.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonnabend nachmittag fand auf dem Trafalgar Square die von der Unabhängi ftatt. Alle Redner wiesen auf die internationalen Gefahren des gen Arbeiderpartei veranstaltete Matteotti Demonstration Faschismus für die demokratische Entwicklung Europas und eine un. abhängige Gewerkschaftsbewegung hin. Die Bestattung des legten Opfers. Mailand, 30. Juni.( EP.) An der Bestattungsfeier für erlegen ist, nahm heute die sozialistische Arbeiterschaft Mailands sowie ben Straßenbahner Didani, der den Stockschlägen der Faschisten eine große Boltsmenge teil. Die Behörden hatten mit Truppen und Polizisten umfassende Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um Ruhe und Ordnung zu wahren und Rundgebungen zu verhindern. Das Diret. torium der Faschisten hatte die Mitglieder aufgefordert, in threa Lokalen zu verbleiben. Die Teilnahme von Musikkapellen sowie das Mitführen von Fahnen und Aufschriften war verboten, ebenso durften Reden nicht gehalten werden. Als der Garg aus der Leichenhalle getragen wurde, fniete die Menge nieder. Nach der Auflösung des Leichenzuges, nahm die Polizei einige Verhaftungen vor Rakowski auf dem toten Punkt. Die britisch- russischen Verhandlungen. lischen Verhandlungen in London, die seit Wochen nur noch Gegen London, 30. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die russisch- engftand von Rombinationen und Gerüchten waren, scheinen nunmehr tatsächlich in ihr tritisches Stadium getreten zu sein, nachdem die bisherigen Berhandlungen zwischen Staatssekretär Ponsonby und Ratowsti bewiesen haben, daß ein Fortschritt in den Ber handlungen unmöglich ist, ehe nicht zwischen den Russen und den englischen Inhabern staatlicher russischer Bortriegsschuldver fächlich fanden zwischen den in London weilenden russischen Delefreibungen eine gütliche Bereinbarung getroffen ist. Tatleihen private Verhandlungen statt, die die Ursache waren für eine gierten und dem englischen Ausschuß von Besigern russischer Anmehrmalige Aufschiebung der Vollversammlung der Konferenz. Wie nunmehr bekannt wird, bestehen die Anleiheinhaber auf der Anerfennung des Nominalwertes der russischen Obligationen, während die Ruffen lediglich gewillt sind, die vor der Revolution von 1917 erworbenen Bonds vollwertig anzuerkennen. Da die verhältnis. gegebene Erklärung der Nichtbeachtung gefeßlicher Borschriften zu widerrufen. Sie wurden daher burch Magistratsbeschluß am Ein tritt in den Sigungssaal verhindert. Da es einigen von ihnen, darunter auch dem Abg. Kilian, gelungen war, in den Borsaal einzubringen, ließ der deutschmationale Stadtverordnetenvorsteher Bolig ei herbeiholen, die mit dem Gummifnüppel bewaffnet-mäßig weitgehenden russischen Vorschläge vom Ausschuß zurüdRommunisten hat die bürgerliche Mehrheit der Stadtvertretung einen greifen Macdonalds, um den Zusammenbruch der Konferenz die Kommunisten entfernte. Infolge bes törichten Berhaltens der gewiesen wurden, sind die Verhandlungen praktisch auf einen toten Puntt angelangt. Man erwartet allgemein ein persönliches Ein. Dringlichkeitsantrag eingebracht und angenommen, wonach zu einer in legter Minute zu verhindern. Revision der Geschäftsordnung zur Berhinderung weiterer fommunistischer Sabotageafte" geschritten werden foll. So ebnet die KPD. der Reaktion die Wege. Der Sowjetterror. In Tiflis ist, wie der Dft- Erpres meldet, das Mitglied des Zentralfomitees der georgischen Sozialdemokratie, schitwifchwili, ehemals Bürgermeister von Tiflis, verhaftet worden, nachdem er foeber erst aus dem Auslande eingetroffen war. Tichitwifchwili hat längere Zeit in Paris gelebt. Wie die Sowjet behörden erklären, ist er in besonderer Mission seiner Partei nach Tiflis gekommen. Der Leibensweg der Minderheitsregierung. Reuter meldet: In einem offensichtlich unbedeutenden Buntte des Budgets hat die englische Regierung heute im Unterhaus mit 220 gegen 165 Stimmen eine neue Niederlage erlitten. Das füdafrikanische Kabinett hat sich wie folgt gebildet: ergog, Präsidium und Eingeborenenangelegenheiten, Havenga, Finanzen, Beners, Bergwerke und Industrie. Das Kabinett umfaß außerdem zwei Hauptführer der Arbeiterpartei, nämlic Creswell für Berteidigung und Arbeit und Boyse für Post und Telegraphie. Jouhaug, gewählt Zum zweiten Stellvertreter ber Gewerkschaftsbewegung Patriot des belgischen Vaterlandes, der Verteidiger Die gute RGJ. und der böse JGB. Nach den Märchen von Losowski. In Nr. 296 des Vorwärts" stellten wir unseren Lesern den Diftator der Russischen Gewerkschaftsinternationale, den Zensor der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale und ihren Unglücksraben Herrn Losowsti vor. Wir haben dabei jedoch erst vier Punkte von zehn gestreift, in die er feine so anspruchslosen Betrachtungen über die ruffischen Berbände auf den Kongreß der Amsterdamer Internationale in Wien" zusammenfaßte. Während unsere Amsterdamer nur 22 Organisationen umfaßt, wovon 14 in Europa, habe die Rote Gewerkschaftsinternationale Organisationen, Einzelverbände, Minderheiten und Gruppen in 49 Ländern. Diese Milch mädchenrechnung kommt zu dem Schlusse, daß die RGI. 3 war formell fleiner" fei als die Amsterdamer Internationale, daß aber die statistische Berechnung der beiderseitigen Kräfte nicht die richtige Borstellung vom spezifischen Gewicht der RG3. gibt. Die Beriode, in der die RG3. nichts mehr war als ein interationales Propaganda- und Agitations tomitee, ist längst vorüber. Die RGI. und die ihr angeschlosfenen Organisationen, ob sie es nun wollen oder nicht, sind genötigt, die wirtschaftlichen Kämpfe der Arbeiter nicht nur gegen die Unternehmer zu leiten, sonder auch gegen die Reformisten." Gründung einer Beamten- und Lehrerinternationale. Die provisorische Erefutive der Beamteninternationale, beren des Völkerbundes und des Systems der Reparationen, Mertens, Gründung bekanntlich im Juli letzten Jahres in Wien beschlossen zum dritten Stellvertreter der Freund Eberts und Nostes, worden ist, trat fürzlich in Wien zu einer Sigung zusammen. Es der Schamloseste der Schamlosesten.. der Vorsitzende wurde beschlossen, den Gründungskongreß vom 27. bis 31. Oktober in des ADGB., Leipart.( Was weiß ein Losowski von Scham?) 3u Paris abzuhalten. Es sollen auch Lehrerorganisationen Sefretären wurden gewählt der alte reformistische in die neue Internationale aufgenommen werden. Mit dem JGB. Bonze Oudegeest, der alte Kompromißler, abgefeimte Schelm werden angesichts der am 27. und 28. Oftober 1923 in Osnabrück und Fuchs Sassenbach und der linksgerichtete Brown." Vonatgehaltenen Konferenz betr. Die Errichtung einer Lehrerinternatioden Namen der in den Generalrat gewählten Genossen heißt es: ,, Das sind nicht Namen, sondern das ist ein ganzes Programm von Berrätern und schamlofem Betrug an den Arbeitern. Alle diese Herren find schon längst zur Rolle gewöhnlicher Streifbrecher und Stiefelputzer der Faschisten herabgefunfen...." die englischen Vertreter im JGB. gegen alle übrigen Amsterdamer" In seiner Bauernschlauheit sucht dieser Würdenträger der RGI. auszuspielen. Sein Spiel ist jedoch derart plump, daß es eine Beleidigung der englischen Genossen bedeutete, fie darauf aufmerksam zu machen. Allein der Dirigent der Gewerkschaftszersplitterung bedarf zu seinen Attionen irgendwelcher Gegenfäße im IGB., um sie für die RGI. auszuschlachten. Er überschäßt seine Qualitäten, wenn er glaubt, daß es ihm gelinge, einen Keil in den Internationalen Gewerkschaftsbund zu treiben und die russischen Gewerkschaften auf die Dauer unter Druck zu halten. Wenn Spalter über Spaltung klagen. Die Spaltung der Gewerkschaften" ist ein Artikel in der Welt am Abend" überschrieben, der sich mit der Aufforderung der SPD Schuhmacher im Sonntag, Vorwärts" befaßt, sich an der Delegiertenwahl zum Verbandstag der Schuhmacher in Leipzig nicht zu beteiligen. " Kein Zweifel, der Kampf gegen die Reformisten" Eidet das spezifische Gewicht der RGI. Dieser Kampf war und ist 3wed ihrer Gründung und ihrer ganzen Eristenz. Wann und wo hat die RGI. Kämpfe gegen die Unternehmer geführt? Etwa in„ Es ist bezeichnend für den Vorwärts", daß er die GemertRußland? Nach der Angabe von Losowsti in dem Abschnitt über schaftsspaltung durch die Aufnahme dieser Aufforderung fördert. Wobie Taktik der RGI. ist diese zu dem Zweck entstanden, um alle hin soll es denn führen, wenn jede Gruppe, die ihre Wortführer revolutionären Kräfte der internationalen Gewerkschaftsbewegung nicht auf einen Verbandstag bringt, zur Stimmenthaltung aufzum Kampfe gegen die Unterordnung der Arbeiterorganisationen fordert." under den imperialistischen Völkerbund zu vereinigen". Ist diese Was in diesem Falle bezeichnend ist, ist die Unverschämtheit, Angabe richtig, dann ist die RGI. entweder auf einem seltsamen mit der hier behauptet wird, daß der Vorwärts" die Ge= Irrtum oder aber auf einer frechen 2üge aufgebaut. Die Wahrwertschaftsspaltung fördere, indem er einen Beschluß heit steckt zwischen den Zeilen. Der Zwed ist die Unterorbder Fraktion der SPD.- Schuhmacher veröffentlicht. In der Berliner nung der Arbeiter organisationen unter die Dik Zahlstelle der Schuhmacher haben die Kommunisten das Heft in der tatur Govjetrußlands, und zwar im Sinne der russischen Hand und drücken zur höheren Ehre der„ Einheitsfront" die MinAußenpolitif. Die RGI. hat die Einheitsfront" vorgeschlagen( wie derheit der sozialdemokratischen Berbandsmitglieder an die Wand. man sie in Rußland auffaßt), sie hat auf dem Internationalen Frie Daß diese nicht stillhalten und machtlos zusehen wollen, wie ihre denstongreß gemeinsame Aktionen" vorgeschlagen, aber diese Interessen zugunsten der Kapedisten mißachtet werden, ist leicht beJammerjührer" der Amsterdamer gingen den Sinowjews und greiflich. Ob der Beschluß taktisch richtig ist, fann nur nach näherer Losowskis nicht auf den Leim. Das Verhältnis der Behauptungen Kenntnis des kommunistischen Treibens in der Zahlstelle beurteilt Losowskis zur Wahrheit ergibt sich aus folgendem Sage:" Selbst werden. Doch von„ Gewerkschaftsspaltung" fann dabei keine Rede unsere Gegner konnten es nicht ableugnen, daß dank der tom fein. Es berührt eigenartig, daß die fyftematischen Gewerkschaftsmunistischen Internationale und der RGI. spalter in diesem Falle so sehr empfindlich sind und eine Gewerkfchaftsspaltung sehen, wo feine ist. Da die Stimmenthaltung bei der Wahl der Delegierten fein Grund zum Ausschluß aus der Organifation bildet, können doch selbst die KPD.- Leute die Spaltung nicht herbeiführen, indem sie die SPD.- Mitglieder ausschließen Den KPD.- Leuten ist es offenbar unangenehm, daß durch den Protest der SPD. Mitglieder die Deffentlichkeit und die Verbandsleitung auf ihr rücksichtsloses Treiben aufmerksam wird. Es zeugt von einer Unwahrhaftigkeit sondergleichen, wenn die fommunistischen Gewerkschaffs, freunde" dort, wo sie die Macht in der Hand haben, sich aufs hohe Pferd sehen und gegen die Spalter" vom Leder ziehen, wie es in den Schlußfäßen der Spaltermoralepistel in diesem Falle geschieht: die deutsche Gewertschaftsbewegung nicht gespalten wurde".(!) Troßdem:„ Gab es dort nicht provokatorische Ausfälle, schamlose Verfolgungen, die die ergebensten Elemente der Arbeiterfragt der organisationen zur Verzweiflung treiben fonnten?" fragt der Biedermann Losowski in gutgespielter fittlicher Entrüftung. Ei gewiß, es gab der provokatorischen Ausfälle der Kommunisten in Deutschland gegen die Gewerkschaften die Hülle und Fülle und es fehlte auch nicht an schamlosen Berfolgungen, die jeden ehrlichen Gewertschafter zur Verzweiflung treiben fonnten. Das Berliner Gewerkschaftshaus tann davon erzählen und auch das Leipziger Gewerkschaftshaus. Aber:„ Die RGI. schenkte den Ausfällen der Amsterdamer(!) wenig Beachtung. Ihre , organisatorisch politische Arbeit in den Massen" führte zu dem Er-„ Jeder, der es ehrlich mit dem schaffenden Volke meint( fo ehr gebnis, daß die Amsterdamer Internationale zerfällt nicht nur lich" wie die KPD.? Red. d.„ V."), muß die Geschlossenheit und ideologisch- politisch, sondern auch organisatorisch" sagt Losowski. Kampffähigkeit der Gewerkschaften fördern. Er muß dabei seiner Mit dem Zusammenbruch der Ruhrpolitik der Amsterdamer Interparteipolitischen Ueberzeugung Opfer bringen( was jedem Kommunationale fei auch die Einheit dieser Internationale zusammen nisten bei Strafe des Ausschlusses aus seiner Partei ftrengstens vergebrochen. Ein linter Flügel begann sich herauszubilden, wobei boten ist. Red. d. B), denn(!) es sind auch politisch AndersDieser linke Flügel die Losung einer Berständigung mit den ruffischen gläubige unter den Mitgliedern. Die Spaltung der Gewerkschaften, Verbänden vorbrachte". nur weil ein anderer zum Verbandstag geht oder weil eine oppofitionelle Verwaltung in einer Zahlstelle am Ruder ist, ist ein Berbrechen an den Arbeitern." • " Die strittigen Fragen auf dem Wiener Rongreffe" über das Verhältnis zur RGI. werden nach dem Gebot Losowskis mit der Vertreibung der Anhänger der Bourgeoisie aus den Arbeiterorganisationen" beendet. Die Linken" will dieser Allgewaltige so lange mit Tadel und Lob bearbeiten, bis dieses Ziel perlogener Argumentation erreicht ist. Nur ungenügende Kenntnis dessen, was die Rote Gewerkschaftsinternationale gegenwärtig.darstellt" und der noch wichtigere Umstand, daß nicht alle sich darüber flar find, welches Ausmaß der Zerfall der Amsterdamer Internationale angenommen hat", verleiteten einige Redner der Amsterdamer zu der Aufforderung an die RGI., dem IGB. beizutreten. Umgekehrt fönne die RGI. mit mehr Recht die Amsterdamer Internationale auffordern, in ihre Reihen zu treten aber wir glauben nicht, daß solche Methoden zu einer wirklichen Einheit der internationalen Gewerkschaftsbewegung führen fönnen."( Wir auch nicht!) Der Anfang müsse gemacht werden mit ber Zulaffung aller„ revolutionären", darunter auch der russischen Berbände in die entsprechenden Berufsinternationalen. Dann müsse man sich ernsthaft an die Organisierung von Einheitsfongressen' nach Ländern heranmachen und auf den Grundlagen der Parität ein Organ zur Einberufung eines internationalen Gewerkschaftskongresses fchaffen. In seinem Schlußartitel verkündet der Prophet, seine Borausfagungen hätten sich noch ärger bewahrheitet als befürchtet. Der linfe Flügel wurde nach allen Regeln der Kunst zerschlagen, wobei das Traurigste an dieser ganzen Geschichte das ist, " Es dürfte den KPD.- Leuten nicht leicht fallen, diese demagogische Musterleistung zu überbieten. Wie können die sozialdemokratischen Mitglieder im Schuhmacherverband denn auch gleich Lärm fchlagen, wenn sie von ihrer oppositionellen" Berwaltung ein bißchen an die Wand gedrückt werden? Was fann ihre Verwaltung dafür, wenn sie immer noch die demokratischen Begriffe perfechten? Warum die Spikenorganisationen ausgeschaltet wurden. Darüber verbreitet WTB. folgende Erklärung: nale diesbezügliche Verhandlungen gepflogen. Seit dem letzten Jahre schluß gemeldet: Desterreich, Deutschland, Tschechoslowakei, Frankhaben sich bei der Beamteninternationale folgende Länder zum Anreich und Holland. Man erwartet, daß auf dem Gründungstongreß und 7000 deutsche Lehrer an. auch Engiand und Belgien vertreten sein werden. Der Internationale gehören auch bereits 70 000 franzöfifche, 5000 österreichische Steigende Löhne in England. Tendenz der steigenden Löhne während des ganzen Monats April Aus Berichten des Arbeitsministeriums geht hervor, daß die weiterhin in Erscheinung trat. In den Industrien, für die statistische Angaben vorlagen, zeitigten die Lohnheraufsehungen eine Erhöhung der Wochenlöhne von zirka 230 000 Vollarbeitern im Betrag von durchschnittlich 26 000 Pfund Sterling( etwa 500 000 Goldmark). Da gegen fanten die Wochenlöhne von 90 000 Arbeitern um 3000 Pfund Sterling. Die Lohnherabsetzungen traten hauptsächlich infolge der glei= tenden Lohnstalen ein. Es wurden hauptsächlich die Arbeiter in Tertilbleichereien, Färtereien und Druckereien davon be= troffen. Achtstundentag für die Eisenbahner in Kanada. Zwischen dem Verband der Bahnunterhaltungs- und Eisenbahnwerfstättenarbeiter und dem Verband der Eisenbahnunternehmungen in Kanada ist mit Wirksamkeit ab 1. April 1924 ein Abkommen zustande gekommen, wodurch der Achtstundentag festgelegt wird. Die Canadian National Railways, die der Kontrolle der fanadischen Regierung unterstehen und das größte Eisenbahnsystem der Welt darstellen, haben den Achtstundentag ebenfalls grundsäglich und praktisch anerkannt. Die Arbeiterbewegung auf Kuba. Auf Kuba, das 3 200 000 Einwohner zählt, gibt es zirka 150 000 organisierte Arbeiter. Am besten organisiert sind die Labakarbeiter, Hafenarbeiter, Seeleute, Eisenbahmer und Eisenbahnangestellten, die Schreiner und die Arbeiter der Lebens- und Genußmittelindustrie. Die größten Organisationen haben die Eisenbahner mit 50 000 und die Tabatarbeiter mit 20 000 Mitgliedern. Die fubanische Regierung hat es indessen nicht für nötig erachtet, anfäßlich der letzten Internationalen Arbeitskonferenz einen Arbeiterdelegierten zu ernennen. Als Grund führte sie das Fehlen einer Die Arbeitergruppe hat eigentlichen Gewerkschaftsbewegung an. auf der Konferenz mehrere Male wegen der Abordnung unvollständiger Delegationen protestiert, und zwar mit dem Resultat, daß nun auf der in Genf tagenden Arbeitskonferenz tatsächlich ein fubanischer Arbeiterbelegierter anwesend ist. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission beruft zu Donnerstag abend 6% Uhr nach Saal 15 des Abgeordnetenhauses, Prinz- Albrecht- Straße, eine Vorständekonferenz, in der Professor Hirsch einen Vortrag über das Sachverstän digengutacht en hält. Achtung, Zimmerer! Auf Wunsch der Verbandskameraden ist am Mittwoch abend 7 Uhr im Gewerkschaftshaus, Saal 4, Engelufer 24/25, eine Versammlung der Kameraden der Amsterdamer Rich tung staff, die Mitglieder des Zentralverbandes der Zimmerer find. In dieser Versammlung werden die Lehren des legten Stretts gezogen. Alle Kameraden, die der ruinösen Herrs schaft der Müllerstraße und ihrer Bedienten ein Ende machen wollen, müssen zur Stelle sein, Der Borstand der Berliner Zahlstelle des Zimmererverbandes Mittwoch abend 7 Uhr nach dem Gewertschaftshaus ersucht uns um die Mitteilung, daß er die Versammlung am nicht einberufen hat. Er ist jedoch im Irrtum mit der Behauptung, diese Versammlung sei von unverantwortlichen Mitgliedern einberufe. Sie ist in Wirklichkeit nicht als Mitgliederversammlung der Bahlstelle, sondern als Versammlung sämtlicher auf dem Boden der Amsterdamer Richtung stehenden Mitglieder der Zahlstelle, von deren Frattion einberufen. Der Vorstand der Zahlstelle hat also taum zu befürchten, daß seine tommunistischen Gee finnungsgenossen die Versammlung besuchen und daher auch feine Beranlassung, zur Meidung dieser Bersammlung aufzufordern. Oder follte ihm das Thema:" Der verfloffene Streit und welche Lehren ziehen wir hieraus", nicht angenehm sein? Gerade diefes Thema ist es, das die Amsterdamer 3immerer veranlaßt, die Versammlung zu besuchen. In einigeen Blättern wird die Mitteilung verbreitet, die Reichs. regierung habe die Reichstagsbeschlüsse über die legte Regelung der Beamten besoldung ohne vorherige Verhandlung mit ben Spikenorganisationen durchgeführt. hierzu erfahren wir, daß die Beschlüsse des Reichstags und besonders die diesen Beschlüssen vorhergegangenen Verhandlungen in den Ausschüssen und mit den Parteiführern der Regierung fo genaue Richtlinien gegeben hatten, daß sich Verhandlungen mit den Ver- chaft auszutreten und sich der Roten Gewerkschafts- Interbänden erübrigten. Verbilligungsmethode in der Textilindustrie. Dem SPD." entnehmen wir:„ Im Anschluß an die Enquetetomödie in der Untersuchungskommission des Borläufigen Wirtschaftsrates erlaubt sich die Textilindustrie einen weiteren Streich, der nur als grotest bezeichnet werden kann. In Berlin ist soeben den zwischenmeistern, die in dieser Industrie eine große Rolle spielen, eine Lohn fürzung von rund 50 Proz. angekündigt worden, d. h. die notwendige Ver billigung soll auf Kosten der Arbeiter und Arbeiterinnen durchgeführt werden, in deren Reihen sich Behn taufende von Heimarbeiterinnen befinden, die man wohl als Aermste der Armen bezeichnen fann. daß der linke Flügel feine Niederlage nicht bemerkte oder so tut, als ob er sie nicht bemerkte". Warum hat der von Losowsti so sehr begönnerte finte Flügel diesen Herrn nicht auch vorher gefragt, wie er sich verhalten soll Der ehrliche Seemann Losowsti jagt weiter: Man muß eine große Dosis Lebensfreude be= fizzen, um über die heuchlerische Resolution der reformistischen großen Tiere( die, an einer Größe der Art Losowskis gemessen, doch nur Pleine Menschlein sind. D. R.) in Entzücken zu geraten. Diese unangebrachte Lebensfreude betonte der geriebene reformistische Fuchs Saffenbach." Mit der Wahl des von ihnen als ehrlicher Proletarier neben Bromley und Coot gepriesenen Genossen Purcell zum Borsigenden des IGB. scheint Losowski so sehr zufrieden, daß er seine Lebensfreude" hinter der demagogischen Be- flationsgewohnheiten zu Hause find, besonders aber müssen die merfung versteckt, diese Wahl sei getroffen, um die englischen Ber- Gewinnzuschläge noch reichlich bemessen sein. Dabei bände zu binden" wie sie bisher schon durch Thomas gebunden" soll es bleiben, während auf der anderen Seite der Nachlaß auf waren. Sein allerhöchstes mißfallen mit der Wiederwahl die Arbeiter abgewälzt werden soll, von denen die En= der übrigen Vorstandsmitglieder drückt der große Geist quete eft ftellte, daß ihre Löhne nicht verteuern in folgenden, die betreffenden Genoffen ehrenden Dredsprigern aus: " Bum ersten Stellvertreter des Vorsitzenden wurde der be- Hauptplatz darstelit, ist mit einem gleichen Vorgehen der Verleger tannte Latai der französischen Bourgeoisie, Léon im gaizen Reiche zu rechnen." Dagegen hört man Don anderen Verbilligungs. maßnahmen nichts. Die Textilenquete, aber hat doch immerhin ergeben, daß in der Textilindustrie noch alle verteuernden In# Der Jahreskongreß der Grubenarbeiter- Gewerkschaften in SüdWales hat einen Antrag, aus der englischen Gewerffchaft auszutreten und sich der Roten Gewerkschafts- Internationale anzufchließen, abgelehnt. Achtung, Daimler", Marienfelbe! Seute nachmittag 5 Uhr im unteren Speisesaal wichtige Versammlung sämtlicher freigewertschaftlichen Arbeiter und Arbeiterinnen. Aufstellung der Betriebsratstandidaten. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwarten die Vertrauensleute der Freien Gewerkschaften. Achtung, Zimmerer! Morgen, Mittwoch, abend 7 Uhr im Gewertschaftshaus, Gaal 5, 2ehrlingsversammlung. Hierzu find fämtliche Simmerlehrlinge, gleichviel ob organifiert oder nicht, eingeladen. Die Bertrauensleute und Betriebsräte werden um regste Propaganda für diese Berfammlung ersucht. Der Vorstand. Achtung, Zimmerer! Morgen, Mittwoch, abend 7 Uhr, Bersammlung fämtlicher auf dem Boden der Amsterdamer Richtung stehenden Mitglieder der Zahlstelle Berlin des Zentralverbandes der Zimmerer im Ge,, Der verflossene Streit und welche Lehren ziehen wertschaftshaus, Gaal 4. wir daraus?" Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwünscht. Der Fraktionsvorstand. Sattler, Tapezierer und Portefeuiller. Donnerstag. den 8. Juli, vormittags 10% Uhr, im Rosenthaler Hof, Arbeitslosen Bersammlung. Aue arbeitslosen Mitglieder find verpflichtet, dieselbe zu besuchen. Die Ortsverwaltung. 8 Berantwortlich für Politik: Ernst Renter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Eglorn; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Frig Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 3 Beilagen. mirten. Da Berlin in der Konfektion den deutschen Sophien- Säle Telephon: Norden 9296 Sophien- Sale Sophienstr. 18 Säle frei! 20 Sie sich Setzen über das Vorurteil hinweg, dass nur das Teuere gut ist. Die" Massary- Classe" dick, rund, z. B. kostet nur und schenkt doch köstlichen Genuss. 38 Nr. 304 + 41.Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Museen, an denen man vorübergeht. Das Museum für Meereskunde. Am Schiffahrtshaus in Bremen steht als wahrspruch dieser einst fo stolzen Stabt ein lateinisches Wort, das auf deutsch lautet:„ Leben ift nicht notwendig, zur See fahren ist notwendig!" Man will damit sagen, daß zur See fahren notwendiger ist, als leben, weil die Menschen durch die Schiffahrt notwendige Bedarfs- und Gebrauchsartikel, vornehmlich Lebensmittel, erhalten. Aber auch abgesehen von dieser gewiß ein wenig übertriebenen Behauptung, ist es befannt, daß die Landratten" seit jeher ein großes Interesse für das Waffer gehabt haben und eine Geereise ihnen als einer der er strebenswertesten Genüsse erschien. Will man sich über alle diese Dinge, die Entwicklung der Schiffahrt und die Fortschritte der Schiffstechnik unterrichten, so taugt dazu gut und anschaulich eine Wanderung durch das Museum für Meereskunde, Georgenstraße 34-36. Die Kriegsflotte. Bei Antritt der Reise, und es ist wahrhaftig eine Reise, die durch mehrere Etagen des großen Hauses mit den mannigfaltigsten Aus stellungsgegenständen führt, muß auf einen Uebelstand aufmerksam gemacht werden. Das Museum für Meereskunde müßte für unsere Zeit und für die Menschen unserer Zeit ganz anders orientiert" und aufgebaut werden. Es redet viel zu laut und aufdringlich von Krieg und von den friegerischen Waffen. Das gesamte Parterre und der geräumige Lichthof ist der Kriegsflotte gewidmet. Hier erblidt man Mcdelle der verschiedensten Typs von Kriegsschiffen, Torpedobooten und Kanonenbooten. Hier find Schiffstanonen aufgestellt, cie Kommandoturm aufmontiert mit Ranonen, hier hängen Fahnne, Flaggen und Wimpel, hier stehen in Schränken lebensgroße Puppen mit Marineuntformen aus den verschiedensten Epochen, hier sieht man Modelle der ersten und primitiven Kriegsschiffe. Gewiß wird das Museum für Meerestunde auch von solchen Dingen erzählen müffen, zumal wir ja einst eine große Kriegsflotte besessen haben, die gräßliche Flotte", wie die Herren Konservativen sie einst nannten. Und Museum ist Erinnerungsstätte und Aufbewahrung von geschichtlich Gewordenem und Gewefenem. Aber so wie das hier gemacht, geordnet und aufgestellt ist, redet es für unsere Ohren eine zu laute und grelle Sprache. Ein weniger wäre noch viel genug. Zufammen mit den Schiffsmodellen sind dann auch Schiffsinnenräume ausgeftellt. Rajütten der Mannschaften, Einrichtung von Küchen, Kantinen( Bottlawinen fagt man bei der Marine), Apothe fen und Lazaretten. Man fann hier so recht flar erfermen, welche Schinderei die Matrosen auf den Kriegsschiffen, namentlich aber auf den Torpedo und U- Booten haben durchmachen müssen, und welch 20] Hochseefisch Kutter 1900 Die Venus von Syrakus. Bon Clara Rahta. Doch die alte Hüterin fühlte gleich, wie Blet in thre Glie der rann. Es fonnte ja nur Livia sein! " Die Prinzessin!" fagte Bianca, und dann schluchate fte auf. Ihre Hände bedeckten das Gesicht. Monsignore Casapi war lautlos bis zu thr hingefchlichen. „ Du wußteft darum." Seine Stimme donnerte plöglich, als stände er zur Fastenzeit auf der Kanzel und müßte einer ganzen trägen Gemeinde in den Bußsack helfen. Nein, nichts wußte ich, gar nichts!" rief Bianca zornig. Er betrachtete fie aufmerksam, fein Groll legte sich, die Erregung des Mädchens war echt. Freilich, Bianca wußte um den Brief, doch den Inhalt fannte sie nicht. Lesen und Schreiben du mein Gott mer hier draußen verstand das denn! Wenige, sehr wenige. Das mußte ja für die Prinzessin böse enden! Eine Nachricht erhalten, irgendwo eine feine Rige kennen, durch die man hinausschlüpfen und vielleicht gar den Liebsten sehen konnteo ja! Herrlich war das! Doch fortlaufen, einfach ins Land hinein, oder auch mit dem Conte Sisto auf einem Pferde so etwa stellte es sich Bianca vor, das rannte ins bitterste Uebel hinein. Standen nicht schnelle Pferde in des Prinzen Stall? Hatte er nicht tüchtige, zähe Reitfnechte? Und so war auch das erste Bort, das die alte Beatrice di San Cataldo lallend hervorbrachte:„ Die Pferde-sofort!" Nein," der Monsignore hob begütigend die Hand, wir fönnen so etwas der Ehre des Prinzen nicht antun. Ich selbst fahre noch heute zum Brinzen," er recte seine schlanke Gestalt und sah mit einem Opferblick zur Decke empor, noch heute fahre ich. Die blaue Rutsche, bitte." Da war sie wieder, diese blaue Kutsche, die verruchte, verräterische und doch so köstlich himmelblaue Rutsche! Sie allein tröftete den zärtlich an das Gleichmaß seiner linden Tage gewohnten Monsignore. " Aber etwas, etwas muß geschehen, sofort!" Die alte Dame hob sich bei diesen Worten dreimal, wie eine Henne, der man die Eier fortnimmt, aus ihrem breiten, weichen Lehnstuhl. Und recht fläglich fügte sie hinzu: Man müßte sie herfchaffen, bevor mein Bruder tommt." „ Es fahren Schiffe, sagte Monsignore träumertsch. eiserne Gesundheit dazu gehört, in diesen Löchern zu leben, zu schaffen und zu schlafen. Am interessantesten sind in diesen Räumen die ausgestellten Schiffsmaschinen, Feuerrohr- und Wasserrohrkessel, Steuerungen und Bentile. Handels- und Personenschiffahrt. Die erfte und zweite Etage des Museums ist ganz dem Frieden und der friedlichen Schiffahrt gewidmet. Zunächst fann man an einer großen Reihe von Modellen die Entwicklung der Schiffahrt perfolgen, von den fleinsten und primitivsten Segelfchiffen für die und Hotels sind. Von einem Lurusdampfer der Hamburg- AmeritaRüstenfahrt bis zu den Ozeanriesen, die wie schwimmende Häuser Linie ist nicht nur ein Modell, sondern ein Stück Schiff ausgestellt Mecklenburgisches Kriegsschiff um 16,00 mit einer vollständig eingerichteten Rabine erster Klasse und mit dem Kartenhaus für die Offiziere. Ferner bekommt man einen guten Einblid in Wert und Wesen der Handelsflotte, in die Tätigkeit Der Heringsdampfer und die aufregende Arbeit auf der Walfischjagd. Man steht die fleinen Kanonen, aus denen heraus die sogenannten Harpunen geschossen werden, das sind lange Beinen mit Speeren, die nach Walfischen und Robben geschleudert werden. Im Anschluß daran wird das notwendigste über Hafenbauten, Leuchttürme, Molen, Anlagen von Werften und alle Einrichtungen zur Reffung aus Seenot erzählt. Die Wunderwelt des Meeres. Eine fleine Wunderwelt für sich bilden die Räume, in denen in zum Teil prachtvollen Exemplaren die Tier- und Pflanzenwelt des Meeres ausgestellt ist. Man fann hier allerhand Fabelwesen pon phantastischer und abenteuerlicher Gestalt beobachten. Das feltenste und feltsamste Stüd ist wohl eine japanische Riesentrabbe, die in 500 meter Tiefe lebt, burch einen Zufall mit Fang leinen an die Oberfläche gebracht wird und ausschaut wie eine Riefen spinne aus der vorgeschichtlichen Zeit. Nicht minder fesselnd find die Gefäße mit Geewasser von der so eigenartig blauen Farbe, die Angaben über den Salzgehalt und das Eis des Meeres. Ja, es ift fogar ein Apparat vorhanden, der, elektrisch betrieben, das Rauschen des Meeres vorzaubert. Im Zusammenhang mit diesen Dingen erfährt man, wie das Waffer gemeffen, gelotet", wird, wie der Fachausbrud lautet. Nicht vergessen darf man endlich die kleine Bianca machte einen tiefen Rnids und wollte fich ent fernen. Monsignore Casapi winfte ihr mit einer matt erhobenen Hand. Bianca trippelte wie auf Glas zu ihm hin. Wenn er mur teine Gewiffensfragen stellte! " 1 | Dienstag, 1. Juli 1924 Ausstellung der Bogelwarte in Roffitten auf der Kurischen Nehrung in Ostpreußen. Die Vogelwarte hat sich durch ihre Versuche und Experimente große Verdienste um die genaue Kenntnis von dem Alter und der Flugdauer verschiedener Bögel verworben. Den Tieren werden um ein Bein kleine Aluminiumringe gelegt mit eingrabiertem Tag und Jahr und der Bitte, den Ring, wenn man den Bogel findet, nach Roffitte zurückzusenden. Aus fast allen Teilen der Roffitten mit diesen Ringen fliegen ließ, nach der Bogelwarte geWelt ist auf diese Weise Kunde von den Bögeln, die man einft in über Bogelflug möglich machen. tommen, was eine Reihe wissenschaftlich wertvoller Feststellungen Das Museum für Meeresfunde ift geöffnet am Sonntag von 11 bis 3 Uhr( Eintritt frei), Montag von 9 bis 3 Ihr( Eintritt 25 Pf.), Dienstag ab 12 Uhr, Mittwoch von 11 bis 38 Uhr( Eintritt frei) und Sonnabend von 11 bis 3 1hr( Eintritt 25 Pf.). Am Donnerstag und Freitag ist das Museum gefchloffen. Ein Skandal ohnegleichen. Der Schwindel mit dem„ Luftfahrerdant". Ein offenes Geheimnis ist es, daß unter der Maske des Wohlfahrtsdienstes, insbesondere während des Krieges, die Opferwilligkeit des Publikums in schnödester Weise zu eigenmäßigen Zwecken vielfach ausgemußt war. Ein ganz besonders fraß legender Fall, der jahrelang betrieben wurde, unterlag gestern der Aburteilung des großen Schöffengerichts Charlottenburg. Aus der Reichs fliegerstiftung hatte sich, gegründet von Mitgliedern diefer Organisation, der Luftfahrerbant" gebildet. Präsident war General v. d. Golz und Generalsekretär anfänglich ein Oberleutnanta. D. Rasch, später der Kaufmann Franz Auffahrt. Dem ehrenamtlich der Lufffahrerdant- Drganisation angehörenden Major v. Tschudi tam eines Tages die Aeußerung eines Eingeweihten zu Ohren, der von dem„ Sa ust a II" Luftfahrerdant gesprochen hatte. Daraufhin sah er sich den Geschäftsbetrieb näher an und sah sich genötigt, Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft zu stellen. Das Verfahren richtete sich zunächst gegen eine ganze Anzahl Personen, konnte aber nur gegen Auffahrt fortgeführt werden, da alle übrigen in Frage kommenden Personen unter die Amnestie der Boltsbeauftragten für Kriegsteilnehmer fallen. Durch die Beweisaufnahme wurde ein ganz ungeheuerlicher Schwindel aufgededt. Auffahrt hat im Jahre 1916 neben seinem Gehalt von 500 M. monatlich 30 000 m. Tantiemen, Egzellenz v. d. Gol 32 000 M. bezogen. Für Wohlfahrtszwede ist jedoch in den ganzen Jahren von 1914 an nicht ein Pfennig abgeliefert morden. Schon Ende 1913 gab der Luftfahrerdant E. B. Wohlfahrtsmarken heraus, die ausschließlich zugunsten verunglückter Flieger und deren Hinterbliebenen verwendet werden sollten. Es sind ganz erhebliche Beträge eingegangen: von 1913-1917, wie durch die Geschäftsbücher nachgewiesen worden ist, 672 907 m., davon ist aber für die Flieger nichts abgegeben. Es war nämlich mit einem Direktor Hugo in Verbindung stand, ein Vertrag abgeschlossen worden, nach welchem Fürst, der 25 000 M. Betriebsuntosten zur Verfügung gestellt hatte, Fürst der 25 000 m. Betriebsunfosten zur Verfügung gestellt hatte, 392 000 m. wurde für„ Untoften" verbraucht. Der Bor60 Proz. der Bruttoeinnahmen erhielt. Der Rest von sitzende hielt dem Angeklagten vor, daß er als der einzige faufmännische Kopf in der Gesellschaft übersehen mußte, daß dieser Gewinnanteil für Fürst derartig hoch war, daß für den Luftfahrerdant gar fein Ueberschuß mehr übrig bleiben fannte. Im Jahre 1916 hatte der Luftfahrerdant sich an den kommandierenden General der Luftstreitkräfte megen Ueberlaffung Don Beutestücken deutscher Flieger zu Ausstellungszwecken gewendet. Mit einem Herrn Freudenberg, dem Direktor einer Gesellschaft für Ausstellungshallen, war man ins Hauptquartier gefahren und hatte mit General v. öppner einen Bertrag zustande gebracht. Dabei hatte sich der General aber ausbedungen, daß der Reingewinn nicht dem Luftfahrerdant, sondern ihm selbst zur freien Disposition zu fließen sollte, da er selbst Wohlfahrt auszuüben beabsichtigte. Die G. m. b. 5. machte nun einen Verftag mit Freudenberg über die Ablaffung der Hauptausstellungshalle am 300. Freudenberg stredie die Reklamekosten vor und sicherte fich 50 Proz. von den Bruttoeinnahmen und für Reklametoften weitere 20 Braz. Die restlichen 30 Broz. sollten der G. m. b. H. zufließen. Die Ausstellung hatte 480 000 m. Einnahmen, aber feine leberPrinzeffin ihrem Gatten einen Besuch abstattete und vielleicht auf längere Zeit fortbliebe; jedoch Wissen und Glauben geht nicht immer denselben Weg, und sie alle hatten das tief einge berene Gefühl, für einen Glauben zeugen zu müssen. Auf diese Art hüpfte gar bald, tausend munteren Zeb figen gleich, das Gespräch im Lande umher, die schöne Livia läge in den Armen eines jungen Geliebten. Wie tat man ihr so unrecht! An jenem Abende fchlief fie märchenfüß und einfam in Mütterchen Rofinas breitem, gutem Bett. Bianca, mein Kind," sagte er müde, doch im tiefsten Kerne unendlich stolz auf seine Idee, die nun, wie ihm schien, in Bianca, sprich mit feinem Menschen darüber, daß die Prinlaffischer Kürze und Klarheit im gelben Gaal stehen würde: zeffin- hm- hm- nicht zu finden ist, hülle dich in den Und am anderen Morgen fam wohl ein sehr hübscher, Mantel der Brinzessin, nimm einen Spizenschal um deinen sehr junger Bursche zu ihr, doch er flüsterte wieder ganz verKopf, fahre mit mir fagen wir eine Viertelstunde lang, fchämt in fein Brufttuch hinein, ließ sich hin und her schicken, dann werde ich Gorge tragen, daß du zu Fuß heimkehren hörte auf den Namen Sabina und trug ein fauberes Mädchenfannst, ohne daß der Kutscher etwas bemerkt hat verbirg fleid. die Verkleidung im Strauchwert, hole es morgen zu einer Nein, mit einem Geliebten hatte Livia nichts zu tun. Es guten Stunde, fehre heute abend hierher zurück und machte ihr ein schweres Herz, daß es so war, doch es war ihr Sie, Prinzessin, teilen vielleicht gütigst den Hausgenoffen mit, nichts anders beschieden. daß der Prinz seine Gemahlin zu sprechen wünschte. Der Kutscher wird auf ein anderes Gut fahren, bis diese Angelegenheit geglättet ist. Sie wird sich glätten." Er fah wieder zur Decke empor, dieses Mal mit gläubiger Zuversicht. Aber, aber-" stammelte Bianca. " Sage es getroft, mein Kind." ,, Sie wissen es schon alle." Es entstand eine längere Bause. Monsignore Casapi ging lautlos auf und ab. Dann blieb er unter dem Kronleuchter stehen. Das, allerdings- das ändert die Sache. Bitte, die blaue Kutsche." Die alte Dame weinte. Es fiel ihr nichts anderes ein. Und" Monsignore hob wieder die bleiche Hand, alle Angestellten sollen sich sofort hier einfinden." Die Hand entließ Bianca. Prinzessin," er reichte der alten Dame seinen Arm,„ ich geleite Sie zu Ihren Gemächern." Und da ihr in der Verwirrung der Stunde wirklich immer noch nichts einfiel, ging Prinzessin Beatrice stumm davon. Man hätte ntürlich eher einen Sack voll Flöhe hüten können, als den Gedankenaustausch sämtlicher Angestellten des weitläufigen Gutes mit all jenen, die kamen und gingen. Man sprach nicht laut, doch man sprach viel. Sie alle hatten an jenem Abende dem Monsignore Casapi versprochen, nur das Eine zu wiffen, nämlich, daß bie Dafür war Mütterchen Rosina voll Scharm. Sie hatte ihren Plan, taubstumm zu sein, gleich fallen laffen. Denn was hätte sie sonst von dieser Romanze gehabt! Sie holte nur die ältesten, durch Flickwerk und Sonnenbrand untenntlich gemachten Kleider hervor, die im Hause zu finden waren, und wickelte ihren Kopf ein, daß er wie eine Melone auf dem hageren Rörper schwankte. Dann ließ sie die junge Livia durch ihre vermeintliche Zofe in das Gehege des Lattenzaunes bringen. Sie hatte es auch nicht für nötig gehalten, alle Hühner und Ferkel von dem angenehmen Blazze zu vertreiben. Leben mußte sein. Einsamkeit trübt die Laune und verlangsamt die Stunden. Renzo wollte doch wohl so etwas wie eine heitere Göttin gestalten: nun, an ihr, der alten Rosina, sollte es nicht fehlen. Sie hatte einen Frühstückstisch hergerichtet, wie ihn, ihrer Meinung nach, die Königin von Saba nicht besser wünschen fonnte, und sie selbst schwelgte in prophetischen, dunklen Reden. Livia sah das vermummte Gebilde mißtrauisch an. Das ganze Haus machte einen guten, fast behäbigen Einbrud eines jener schönen roten, im ewigen Grün liegenden Landhäuser, deren sie viele gesehen hatte, als fie damals, von Palermo aus, in ihr Heil und Unheil hinemfuhe- doch diese zerlumpte Person mit dem wackelnden dicken Kopfe, das gefiel ihr nicht. Und niemand sprach von Sifto! orang folgt:) Wieviel Miete zahle ich am 1. Juli? Um teinen Zweifel über die Mietzahlung vom 1. Juli auf-| die Hypothekenzinsen der enteigneten Hypothekengläubiger, die der fommen zu lassen, geben wir in Ergänzung unserer bisherigen Mit- Hausbefizer nicht mehr zu zahlen hat und die der Staat in Form teilungen noch folgende Klarstellung: der Hauszinssteuer umzusteuern sich bemüht. Die Rente des Hausbefizers fommt immer mehr zur Entwicklung; denn mit Ausnahme der für faufende Instandsegungsarbeiten bestimmten Beträge ( 15 bzw. 11 Broz.) braucht der Vermieter nicht abzurechnen, sonbern er fann alle Ueberschüffe unkontrolliert für sich verwenden. Die Untermiete für möblierte Räume wird vom 1. Juli ab in der Weise berechnet, daß zu der auf den leeren Raum anteilig entfallenden gesetzlichen Miete folgende Zuschläge für die Ueber= laffung und Abnuzung von Einrichtungsgegenständen, Wäsche, Gardinen usw. sowie für Säuberung der Mieträume und Reinigung der Wäsche und Gardinen treten: " " " " " a) bei einfach möblierten Räumen. 70 Proz. der antei105 b) bürgerlich ligen gefeg c) elegant 175 lichen Miete Danach stellt sich die Mietberechnung für Juli beispielsweise bei einem einfach möblierten Zimmer mit einer Friedensmiete von 20 M. monatlich wie folgt: schüsse, so daß auch in diesem Falle die Flieger nights er.p hielten. Mit demselben Mißerfolg schlossen die Ausstellungen ab, die in Dresden, Hamburg und Dortmund veranstaltet worden waren, nur aus der Münchener Ausstellung soll eine Abschlagszahlung von 40 000 M. geleistet worden sein. In Dresden hatte man sogar noch Spenden für die Ausstellung gesammelt, und es waren in Dresden allein bei Großindustriellen 193 700 M. gesammelt worden. Diese Gelder wurden einfach in die Bruttoeinnahmen mit verrechnet und verwirtschaftet. Ein Sonderfall betraf einen Fabrikbefizer H. in Die gesetzliche Miete für Juli beträgt für Preußen 62 Pro3. der H.( 15 bzw. 11 Broz.) braucht der Vermieter nicht abzurechnen, sonLeipzig. Die G. m. b. 5. hatte sich die Armeelieferung von Gewehr- reinen Friedensmiete. In diesem Betrage find aber enthalten die schaften gesichert und mit H. einen Lieferungsvertrag abgeschlossen. Beträge für die sogenannten Schönheitsreparaturen, für große In 5. konnte aber nicht liefern. Trotzdem das Kriegsministerium be- standseßungsarbeiten und für die Hauszinssteuer. In denjenigen fürwortete, daß der Luftfahrerbank von dem Vertrage zurückstehen Fällen, in denen der Mieter die Ausführung der Schönheits. sollte, da die Existenz des H. in Gefahr stehe, hatte der Angeklagte reparaturen übernommen und infolgedessen in den Monaten hartnäckig auf seine Schadenersazansprüche in Höhe von 10 000 M. Mai und Juni 4 Proz. von der gefeßlichen Miete gekürzt hat, fann bestanden. H. blieb nichts übrig, als sein lehtes Geld zusammenzu- er dies auch für Juli tun; er zahlt also nur 58 Pro 3. Hatte fragen und eine Abschlagszahlung von 7000 M. zu leisten. Von der das Mieteinigungsamt dem Mieter einen Zuschlag für große In Summe erhielten einige Offiziere für ihre Vermittlungsgeschäfte standsegungsarbeiten auferlegt, so tann der Mieter diejenigen BeProvisionen und den Rest von 3400 M. hat der Angeklagte für sich träge, die am 1. Juli oder später fällig werden, von der gesetzlichen Miete in Abrechnung bringen; d. h. er zahlt genau fopiel behalten. Staatsanwaltschaftsrat Schwieger zog aus der Beweisaufnahme Miete, als wenn die Entscheidung des Mieteinigungsamtes nicht erdas Endergebnis, daß es sich um einen ungeheuren Standal gangen wäre. Der Vermieter tann sich überlegen, ob er das Wasser. ohne gleichen handele. Das große Publikum, das zu Anfang geld besonders umlegen will. Entscheidet er sich für diese Umlegung, des Krieges eine große Opferbereitschaft zeigte, sei um Riesen so muß der Mieter die Umlagebeträge zahlen; er kann aber dafür die summen betrogen worden. Man müsse berücksichtigen, daß gesetzliche Miete um 3 Proz. kürzen und zwar vom Beginn des es sich damals nicht um Inflationsgeld, sondern um gutes Gelb Zeitpunktes an, von dem ab die erste Umlagerechnung läuft. Die Hauszinssteuer darf der Vermieter nur bis einschließlich Juni umhandelte. Trotzdem kein Gesellschaftsgeld vorhanden war, hätten die legen, weil sie jetzt in der gesehlichen Miete mit enthalten ist. Gesellschafter und der Geschäftsführer Tantiemen befommen. BeLegt man als Durchschnittssay der bisherigen aus. dauerlich sei, daß die meisten Mitschuldigen infolge der Militär- zinssteuer( 400 Proz. der Grundvermögenssteuer) einen Saz amnestie der Boltsbeauftragten von 1918 straffrei ausgingen. Es von 16 Proz. der Friedensmiete zugrunde, so beträgt die sei eine große Gemeinheit, feinem eigenen Bolte in der schwersten Mieterhöhung für Juli insgesamt 11 Proz. Stunde der Bedrängnis aus eigennüßigen Gründen in den Rücken zu fallen. Für solche Leute könne es nur die Höchststrafe geben. Davon find 4 Proz. zur Deckung des Mehr betrages an Haus. Der Angeklagte habe sich der fortgesetzten Untreue in Verbindung zinssteuer( 100 Proz. der Grundvermögenssteuer) und 7 Pro3. für mit Unterschlagung und Betrug schuldig gemacht und er beantrage große Jnstandjehungsarbeiten bestimmt. Der Saß von 15 Broz. für gegen ihn 5 Jahre Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Rechtsanwalt laufende Instandsegungsarbeiten( einschließlich 4 Bros. für Dr. Hildebrandt machte das Gleichnis von den großen und Schönheitsreparaturen) ist unverändert geblieben, fo daß fortan kleinen Dieben und verwies darauf, daß man die eigentlichen für Reparaturen 22 Pro3. der Friedensmiete zur Berfügung stehen Strippenzieher nicht mehr faffen fönne. Das Gericht verurteilte den( gegenüber etwa 7 bis 8 Proz. in der Borkriegszeit). Der Sag für Angeklagten nur zu zwei Jahren Gefängnis und fünf Reparaturen ist also auf das Dreifache des Borkriegssages erJahren Ehrverluft. Auf die Strafe tamen drei Monate Unterhöht worden, so daß die Klagen der Bermieter über unzureichende Mietfestlegung unberechtigt sind. Was an Miete fortgefallen ist, sind fuchungshaft in Abrechnung. Familienversicherung bei der AOK. Berlin. Die Allgemeine Ortstrantentasse Berlin führt zum 1. Juli die Familienversicherung ein. Dieser Beschluß ist ein weiterer Schritt auf dem Wege, die Leistungen der Kassen für die Versicherten zu erweitern. Als im vorigen Jahre die Geldentwertung über uns hinwegstürmte, riß sie auch die Sozialversicherung in den Strudel hinein. Daß die Krankenkassen ihre Beiträge der Geldentwertung anpassen mußten, war eine Selbstverständlichkeit, die den Versicherten rasch einleuchtete. Zur Verhütung völligen Zusammenbruchs der Krankenversicherung war aber auch nötig, daß sie zeitweise ihre Die Gegner der Zwangskrankenkassen Leistungen einschränkten. nuzten das nach Kräften aus, um die Unzufriedenheit der Berficherten zu schüren. Mit solchen Waffen wurde auch der Aerzte Streit gegen die Krankenkassen unterstützt, den die zerstörungsfreudigen Kommunisten nicht nur mit ihrem Beifall begleiteten, fondern auch durch ihre von den streifenden Aerzten gern angenommene Hilfe zu fördern suchten. Schon sehr bald nach dem Stillstand der Geldentwertung konnten die Rassenbeiträge wieder er= mäßigt werden, bei der AOK. von 10 Proz. auf 7 Proz. Jetzt kommt bei der AOK. die Familienversicherung hinzu, deren Einführung lange vor dem Aerztesireit geplant war, aber da mals durch den Widerstand vieler Kassenärzte verzögert wurde. Die Familienversicherung hat auch in der von Ersatzfrankenkassen während Des Aerztestreits betriebenen Agitation gegen die Zwangsfrankentaffen eine Rolle gespielt. Er sagtranfenfaffen fordern für die Familienversicherung einen bestimmten Beitrag, mindestens 3 Mr. monatlich. Sie haben für sie auch eine Karenzzeit, mindestens sechs Wochen. Bei der Allgemeinen Ortsfranfenfaffe Berlin erhalten die Familien der Versicherten ohne besondere Buzahlung und ohne Karenzaeit die ihnen zustehende Hilfe. Die AOK. gewährt den Familienangehörigen freie ärztliche Behandlung in den Ambulatorien der Kasse und freie Arznei, soweit sie von den Aerzten der Ambulatorien verordnet wird. Als Familienangehörige gelten die nicht selber versicherten Chegattei sowie Kinder und Stiesfinder der Versicherten bis zum vollendeten 16. Lebensjahr, soweit sie mit dem Familienoberhaupt in häuslicher Gemeinschaft leben und der Unterhalt ganz oder überwiegend aus bem Arbeitsverdienst des Versicherten bestritten wird. In der Regel stellt der Arbeitgeber dem Versicherten den Krankenschein für Familienbehandlung aus. Sind erfrankte Familienangehörige tett lägerig, so daß sie fein Ambulatorium aufiuchen fönnen, io mecht ein Ambulatoriumsarzt seinen Besuch in der Wohnung. Ist Kranfenhausbehandlung für Familienangehörige nötig, so gibt die Raffe nach sechsmonatiger Mitgliedschaft des Versicherten auf dreizehn Wochen einen Zuschuß von drei Vierteln des Kurkostenfazes, edoch nicht über täglich 3 Mt. für Erwachsene und 2 Mt. für Kinder unter 14 Jahren. Die Kasse gewährt Familienangehörigen auch freie zahnärztliche Behandlung, nicht in ihren Ambulatorien, sondern bei ten Zahnärzten und Technifern der Kasse. Weiter gibt sie für Familienangehörige ein Sterbegeld. Die Ehefrau sowie die in der häuslichen Gemeinschaft lebenden Töchter, Stief- und Pflegetöchter haben Anspruch auf Familienwochenhilfe. Auch fann für die unter die Familienpflege fallenden Kinder eine Kur in einem Erholungsheim gewährt werden. Feuer auf dem Stettiner Güterbahnhof. Großfeuer auf dem Stettiner Güterbahnhof rief am Montag nachmittag um 1 Uhr hintereinander drei Löschzüge der Berliner Feuerwehr nach der Gartenstraße, wo bei Ankunft der Wehr in einem großen Lagerraum Padmeterialien und Waren in großer Ausdehnung unter enormer Qualmentwicklung brannten. Es gelang, eine weitere Ausdehnung der Flammen zu verhüten und das Feuer auf den Lagerraum einer Privatfirma unter dem Bahnförper zu beschränken. Der Schaden soll erheblich sein. Nach dreistündiger Tätigkeit konnte die Wehr wieder abrücken. Angeblich soll der Brand durch Fahrlässigkeit entstanden sein. Ein D a ch stuhl brand wurde aus Neukölln am eigandufer 37 gemeldet, wo durch Uebertochen von Teer die Dachkonstruktion Feuer gefangen hatte. Im Laufe des Montag fing die Behr ein Dugend Bienenschwärme ein, die privaten Liebhabern übergeben wurden, weil sich keine Eigentümer meldeten. Zirkus Taraselli polizeilich geschlossen. Der Zirkus Tarafelli, der sein Zelt in der Badstraße aufgerichtet hatte, ist polizeilich geschlossen worden und wird zurzeit abgebrochen. Nach den angestellten Ermittlungen ist bie Schließung des Zirkus darauf zurückzuführen, daß der Besiger das Zelt ohne Baugenehmigung aufgeschlagen und erst nach Aufstellung die polizeiliche Genehmigung nachgejucht hatte. Ferner war ein Gelände benutzt worden, das für eine derartige Schau gar nicht in Frage kommen fann. Endlich entspricht die Aufstellung des Zeltes weder den bau noch den feuerpolizeilichen Anforderungen. Da der Zirkus nun einmal aufgestellt war, hatte die Polizei dem Besizer, um ihn vor dem Ruin zu bewahren, für zwei Tage und auf sein dringendes Bitten noch für einen weiteren Tag die Spielerlaubnis gegeben. Als aber auch jezt noch nicht an den Abbruch des Zeltes gedacht und schon von anderen Unternehmungen Klage über das entgegenkommende Verhalten der Polizei erhoben wurde, erging die Verfügung zum unverzüglichen Abbruch des 3eltes. Jest wandte fich Tarafelli an das Ministerium des Innern, das nach Prüfung des Sachverhalts die polizeiliche Verfügung bestätigte. Der Zirkus fiebelt in den nächsten Tagen nach Magdeburg über. Verbot der Naturfreunde- Sonnenwende. Aus Angst vor den Bölkischen. Wie in jedem Jahre sollte auch am Sonnabend, den 28. Juni, am ledersee bei Schöpfurth die Sonnenwendfeier des Touristenvereins„ Die Naturfreunde" auf eige nem Grundstüc stattfinden Diese Feier wurde, wie manche anderen Sonnenwendfeiern, auch verboten. Lange Verhandlungen mit den verschiedensten Behörden und Regierungsstellen hatten wohl verschiedene Zugeständnisse, aber in Hinsicht der Sonnenwende selbst teine Lösung gebracht. Die getroffenen Vorbereitungen ließen sich jedoch nicht mehr rückgängig machen und so wanderten am Sonnabende Tausende nach dem Uebersee, um dort die Sonnenwende zu feiern. von a) anteilige gefeßliche Miete: 62 Proz. von 20 M. 12,40 M. b) Bufalag für Möblierung, Reinigung und Wäsche: 70 Proz. von 12,40 M. 8,68 zusammen 21,08 M. · Diese erhebliche Mietzinserhöhung um 11 Pro3. fällt in eine Zeit steigenber Erwerbslosigkeit und Kreditnot. Deshalb wird es fich nicht länger umgehen lassen, daß besondere Notbestimmungen getroffen werden für diejenigen Mieter, die infolge Erwerbslosigkeit oder als Sozialrentner, Kleinrentner, Kriegsbeschädigte, Kriegerhinterbliebene usw. nicht mehr in der Lage find, rechtzeitig die feftgesetzten Mietbeträge aufzubringen, die z. B. bei Erwerbslosen häufig über die Hälfte ihrer Bezüge ausmachen. Die Wohnung ist häufig über die Hälfte ihrer Bezüge ausmachen. Die Wohnung ist das letzte, was diesen Aermsten geblieben ist, und sie dürfen in deren Besitz nicht durch unerschwinglich hohe Mietbeträge gefährdet werden. In dieser Beziehung bedarf das Mieterschutzgesetz dringend einer schleunigen Korrektur. fa mtarbeiterschaft nicht durch die fyftematische Bühlarbeit einer fleinen, aber zähen Clique ge stört wird, wie wir es anderswo schon in den übelsten Formen erlebten. 125 Jahre Technische Hochschule in Berlin. Ein Glüdwunsch des Reichspräsidenten. Ebert". Der Reichspräfident hat an den Rektor der Technischen Hoch schule, Professor Dr. Laas, anläßlich des 125jährigen Bestehens der Technischen Hochschule zu Berlin, folgendes Schreiben gerichtet:" Eure Magnifizenz bitte ichy zu der Feier des 125jähririchtigsten und herzlichsten Glückwünsche versichert zu sein. Die gen Bestehens der Technischen Hochschule zu Berlin meiner aufHochschule fann heute auf eine Zeit glänzender Entwidlung zurücbliden. In raftloser Arbeit mit genialem Forschergeist ist hier Rüstzeug geschaffen, das den Ruf deutscher Wissenschaft und Technit in der ganzen Welt verbreitete und reichen Anteil hatte an dem Aufstieg Deutschlands in glücklicheren Jahrzehnten. Auf diese Arbeit gründen fich aber auch jetzt unsere Hoffnungen für die Nach den Verhandlungen, die noch am Sonnabend mit Regie- schule mit ihren Lehrern und Schülern weiter die Entwicklung der Nach den Verhandlungen, die noch am Sonnabend mit Regie: Biederaufrichtung unseres Vaterlandes. Möge die Technische Hochrungsstellen geführt waren, durfte man hoffen, daß allzu große Technik fördern, der Menschheit und ihrer Kultur wertvolle Früchte Widerstände nicht zu überwinden waren, wenngleich die Feier selbst ihres Geistes und ihres Fleißes schenken und allezeit eine Stätte verboten blieb. Um so herausfordernder mutete es den ruhigen deutscher Tüchtigkeit und erfolgreichen Schaffens bleiben. g: j. Wanderer an, als schon am frühen Nachmittag des Tages sämt liche Brücken des Finowfanals durch Schupo ab= gesperrt wurden, und fein Wanderer diese Linie passieren durfte. Nicht zum Fenster hinauslehnen! Nachts gegen 1½ Uhr benutzte Angeblich sollte die Gefahr von Zusammenstößen mit Bölder 29jährige Arbeiter Eric Butgere if eine Elektrische, um fischen vorliegen und deshalb sämtliche Seen nördlich des Fincw sich nach seiner Wohnung in der Dorfstraße in Tempelhof zu begeben. fanals Werbellinsee, Uedersee und Kleiner Buckowfee Wanderern freigehalten werden. Dieser verschärfte Befehl war erst Unterwegs an der Ecke der Berliner und Partstraße lehnte sich am Nachmittag von der zuständigen Regierungsstelle der Schupo Butgereit derart weit aus einem offenstehenden Fenster des Straßenübermittelt. Durch diese unverständliche Maßnahme war die Ge- bahnwagens hinaus, daß er mit dem Kopfe gegen einen Ma st stieß und auf das Straßenpflaster hinabstürzte. fahr von Konflikten um so größer, als sich tatsächlich gegen Abend in Schöpfurth etwa 2000 Naturfreunde versammelt hatten, die hier mit sehr erheblichen Verlegungen schaffte man ihn nach verhindert wurden, ihr eigenes Grundstück am ledersee dem Garnisonlazarett in der Moltkestraße und dann nach dem Kreiszu betreten. Unseres Erachtens liegt hier ein unerhörter frankenhause in Brizz. Eingriff in die Eigentumsrechte der Naturfreunde" vor, der auch durch keinerlei Zusammenstoßgefahren" zu entschuldigen sein dürfte. Daß tatsächlich Zwischenfälle vermieden wurden, ist einzig der Disziplin der Naturfreunde- wenngleich auch manches heiße Blut überzufochen drohte, wie auch der 3u rückhaltung der Schupoleute, die von ihrem Auftrag offensichtlich nicht sehr erbaut waren, zu danken. Die Regierung in Potsdam aber hat durch eine vollkommen unberechtigte und von reaktionärem Geist getragene Maßnahme dem republifanischen Gedanken schweren Abbruch getan. Der Leitung der„ NaDr. Walter Borgius, der bekannte volfswirtschaftliche Schriftturfreunde" war es gelungen, in zwei Sälen kurze Abendversteller und früher lange Jahr hindurch Sekretär des Handelsveranstaltungen abzuhalten, die auch von der Bevölkerung der tragsvereins war, ist in Lichterfelde vom Anhängewagen genannten Orte außerordentlich stark besucht waren. Bei dieser einer Straßenbahn überfahren worden. Im Vinzenz- Kran Gelegenheit muß leider wiederum auf eine üble Erscheinung fenhaus mußte dem Schwerverletzten ein Bein abgenommen hingewiesen werden. In letzter Zeit versuchen die Kommunisten die werden. Organisation der Naturfreunde" ihren engherzigen parteipolitischen Bielen dienstbar zu machen. Hier war die vorherrschende Erregung ein guter Nährboden für derartige Bestrebungen, davon zeugte schon eine von unverantwortlicher Seite einberufene Protestversammlung". Für die Abendveranstaltungen war der Bian festgelegt, sicherlich nicht zur vollen Zufriedenheit der Kommunisten, denn nach einer furzen Ansprache des Gauobmanns wurde ein ziemlich übler Auf tritt inszeniert. Gemäß der Verabredung in engerem Kreise wurde„ Volksstimmung" markiert, dargestellt durch den Zwischenruf:„ Scholem soll reden". Der ganz zufällig" als Mitglied der Naturfreunde anwesende Scholem war natürlich ohne irgendwelche Aeußerungen der Leitung abzuwarten schon auf der Bühne und redete unter Proteft eines Teiles der Ortsgruppenleitung drauflos, wie es ihm gegeben ist. Auch dieser Vorfall und manches andere, was sich unter der Oberfläche abspielt, sollte unseren Genoffen zu denken geben, damit ihre Arbeit im Intereffe der Ge. " 1 " Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 1. Juli. Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichten dienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. Nachm. 1.05 Uhr: 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 5.30-7 Uhr abends: Unterhaltungsmusik. 7.30 Uhr abends Vortrag des Herrn Schontek:„ Geselligkeit in berühmten Häusern". 8 Uhr abends: Vortragsreihe:" Von schönen und von nützlichen Gärten". Zweiter Vortrag des Herrn Gartenbaudirektors Lesser. Präsident der Deutschen Gartenbaugesellschaft:„ Balkon- und Fensterbepflanzung". 9-11 Uhr abends: Wagner- Abend. Dirigent: Otto Urack, fr. Kapellmeister an der Berliner Staatsoper. 1. Fantasie aus„ Lohengrin". 2. Siegmunds Liebeslied aus, Walküre". 3. Lied an den Abendstern aus„ Tannhäuser"( Hans Hermann Nissen von der Großen Volksoper). 4. Trauermarsch aus Götterdämmerung". Während der Pause: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. 5. Zwei Lieder: a) Schmerzen, b) Träume( Pauline Dobert). 6. Zug zum Münster aus Lohengrin". 7. Fantasie aus .Meistersinger". 8. Wotans Abschied und Feuerzauber aus-Walküre( Hans Hermann Nissen von der Großen Volksoper). Das Orchester besteht aus Mitgliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters. = Aus Not in den Tod. Gegen 10 Uhr abends fand man die 45 Jahre alte Näherin Else N. in ihrer Wohnung in der Weißenburger Straße tot auf. Sie hatte sämtliche Gashähne ge= öffnet, sich auf ein Sofa gelegt und so den Tod erwartet. Ihre schlechte wirtschaftliche Lage bildete den Beweggrund zu der Tat. Gegen 11 Uhr abends jagte sich der 23 Jahre alte Arbeiter Hans T. in seiner Wohnung in der Gräßstraße eine Kugel in die linke Brustseite. Er wurde schwerverlegt nach dem UrbanKrankenhause transportiert. Beweggrund: Arbeitslosigkeit. Neukölln, Eltern der Knaben- Mittelschule! Zusammenkunft am Mittwoch, den 2. Juli, 7, Uhr, bei Schittler, Donau- Ede- Weichselstraße. Bahlreiches Erscheinen wird erwartet. Lunapart. Die Direktion des Lunaparts bat für den Monat Juli ein Film- Stetsch Ensemble unter Leitung Bob Adams enga giert. Für die Hauptrolle des zur Aufführung gelangenden Stetsches„ Die Schönheitstängerin ist die bekannte Humoristin Anna Müller- inte verpflichtet, außerdem wirken Bob Adam, Fred Kronström und die Tänzerin Edith van Geldern mit. Die Katastrophe von Ohio. Der Sachschaden im Staate Ohio wird auf 65 millionen Dollar geschätzt. Aus Kanada find 2000 Zelte für die vorläufige Unterbringung der Obdachlosen gesandt worden. Es bestätigt sich, daß das Ausflüglerfchiff auf dem Eriefee mit seinen 2000 Pajjagieren untergegangen ist. Zahlreiche fleinere Schiffe hat das gleiche Los ereilt. Zugzusammenstoß bei Danzig. Am Sonnabend stieß der D- 3ug 603 auf der Station Melno auf einen Güterzug des Danziger Eisenbahndirektionsbezirks. Durch den Zusammenstoß wurden die agen schwer beschädigt, während die Lokomotive und ein Wagen des D- 3uges unwesentliche Schäden erlitten. Der Heizer des D- 3uges wurde leicht verlegt, die Verkehrsunterbrechung dauerte kaum zwei Stunden. Die Ursache des Unglücksfalles ist falsche Weichenstellung. Dampferzufammenstoß bei, Memel. Sonntag abend erfolgte unweit von Sandtrug ein 3usammenstoß zwischen den beiden Memeler Dampfern Beethoven" und" Franz". Der Dampfer Franz" fam mit Ausflüglern von Schwarzort, während Beethoven" fich auf dem Wege dorthin befand. Beethoven" wurde achterschiffs gerammt und fant in wenigen Minuten. Zwei an Bord befindliche Passagiere und ein Teil der Besayung wurden auf den Dampfer Franz" übernommen." Franz" hatte eine größere Beschädigung am Bug erlitten und mußte seine Bassagiere landen. Der Zusammenstoß wird auf das Versagen des Führers des Beethoven" zurückgeführt. Auf der Brüde des Beethoven" soll sich nur ein Steuerjunge befunden haben, der verschwunden und wahrscheinlich geflüchtet ist. 19 " GU Arbeiter- Sport Zeltlagerplähe. Mit Erstaunen und Entrüstung werden die Wassersportler, Wanderer und andere die neuen Belästigungen durch die Anweisung von Beltlagerplägen entgegengenommen haben. Die Auffassung: Wem Der Herr ein Amt gibt, dem gibt er auch den Verstand", scheint doch immer bei den Stadtvätern Geltung zu haben. Es wird drauflos verordnet, als ob jeder Verwaltungsbeamte ein unfehlbarer Gott märe, der keinen Rat von einem sterblichen Menschen brauche. Ein Wunder ist es eigentlich nicht, wenn schon bei wichtigen sportlichen Veranstaltungen das Stadtoberhaupt ihm bekannte zentrale Rörperschaften ausschaltet und sich nur an ihm genehme Vereine wendet. Nur so ist es verständlich, daß Bestimmungen erlassen werden, die gerade das Gegenteil erreichen von dem, was sie bezwecken sollen. Die Zeltlagerplätze sollen der Verschandelung unserer Wälder Einhalt gebieten. Diese löbliche Absicht wird jeder Naturfreund unterstützen; doch wird dieses Ziel mit der neuen Bestimmung erreicht? Nein! Es ist ein Schlag ins Wasser! Zumindest muß doch diese Bestimmung in der Presse bekanntgemacht werden, damit diejenigen, die es angeht, es auch wissen. Wie soll ein Wassersportler, der am Sonnabendabend mit seinem Boot anlegt, wissen, wo er einen erlaubten Bagerplak findet; die Markierung ist faft nirgends vom Wasser aus zu erkennen. Dazu kommt, daß viele Stellen für das Anlegen von Booten ungeeignet sind, weil die hohe Böschung cin Herausnehmen des Bootes nicht zuläßt. Dann sollte man sich doch ror Augen halten, daß bei der Zusammendrängung der großen Anaahl von Zeltbefizern gerade der Wald an all diesen Stellen zur Wüste wird und ungewollt Schandflede entstehen, also das Gegen teil von dem, was beabsichtigt war. Der Wald wird doch in der Hauptsache durch die Speisenrefte und Verpackungen, Abreißen von 3weigen sowie„ Umbauten" verschandelt; in allerlegter Linie durch nicht eingeebnete Beltgräben. Der Prozentsah ist nicht so erheblich. daß er eine solche Bestimmung rechtfertigt. Das größte Kontingent an Sündern stellen unbestreitbar die Sonntagsausflügler, die feudalen Motorboots- und Segelbootsbefizer, die Berge von leeren Konservenbüchsen und Papier liegen laffen. Dagegen wird fast nichts unternommen, dagegen helfen feine Zeltlagerplätze. Zeltlagerplätze haben nur einen Zweck in der Nähe von öffentlichen Badeplätzen, wie in Rahnsdorf für Zeltbesizer ohne Reltschein, alles andere ist vom Uebel. Die Verschandelung unserer Wälder ist nur durch Erziehung der Jugend, Selbsterziehung jedes einzelnen und durch die Vereine möglich. Wo das nicht ausreicht, müffen Staat und Kommune eingreifen. Rein Naturfreund wird etwas dagegen haben, wenn Förster und Waldheger das Recht erhalten, die Freoler mit einer fühlbaren Geldbuße zu belegen. Auch mit Hilfe der Zeltscheine läßt sich manches erreichen. Diese Scheine müssen natürlich in allen Staats- und Kommunalforsten Geltung haben. Der Preis muß sich in mäßigen Bahnen bewegen, dafür muß von jedem Befizer verlangt werden, daß er den nächsten Umkreis von seinem Zelt fauber hält und einwandfrei verläßt. Das sind Wege, die gangbar sind und wirkliche Abhilfe schaffen. Es ist dringend notwendig, daß über diese Angelegenheit eine Verständigung mit den in Frage tommenden Körperschaften erfolgt und die schita nöse Bestimmung der Zeltlagerpläge so schnell als möglich verschwindet. F. Sommerfeld, Schriftleiter des Mittellungsblattes des Freien Ruder- und Ranubundes. Kinder- Sportfest in Weißensee. " Halbnadte braune Knabengestalten zeigten darauf Hammerschwingen rach tschechischer Art, das großen Beifall bei den zahlreich erschie nenen Zuschauern erweckte. Die rhythmischen Stabübungen einer anderen Mädchenabteilung lassen auch auf diesem Gebiete einen guten Nachwuchs erwarten. Interessant wie immer waren die Stafetten. Endläufe der Knaben und Mädchen. Den Schluß der Vereinstaltung bildeten Massenpyramiden. Nachstehend die einzelnen Resultate: Resultate. Dreikampf der Mädchen von 11-14 Jahren: 1. Hindenberg, Neuruppin, 51 Punkte; 2. Schütt, Belten, 49 Buntte; 3. Scherfling, tow, 63 Buntte; 2. Dränerts, Bernau, 59 Buntte; 3. Leue, Bernau, Hennigsdorf, 47 Punkte. Knaben von 11-14 Jahren: 1. Neumann, 57 Punkte. Mädchen von 8-11 Jahren: 1. Bergmann, Belten, 38 Punkte; 2. Naprahl, Weißensee, 36 Punkte; 3. Lehmann, Weißensee, 36 Punkte. Knaben von 8-11 Jahren: 1. Jansen, Weißensee, 64 Punkte; 2. Jurt, Tegel, 61 Punkte; 3. Beibolz, Bernau, 57 Buntle. Stafetten, 10 X 100 Meter, Mäd chen: 1. Bankow 2.54,2 Min.; 2. Weißensee I 2.58 Min.; 3. Weißensee I 2.69 Min. Knaben: 1. Tegel 2.41,3 Min.; 2. Bernau 2.46, Min; 3. Neuruppin 2.47,2 Min. 4 X 100 Meter, Mädchen: 1. Weißensee I 65,1 Get.; 2. Belten 67,4 Gef.; 3. Pankow I 69,2 Gef. Rnaben: 1. Tegel 58,4 Gef.; 2. Bernau 60 Set.; 3. Weißensee 62,4 Get. Raffball: Pankow- Bernan 3: 2; Hennigsdorf- Weißenfee 0: 0. In Treptow. Auch der Turn- und Sportverein Fichte hatte seine Knaben und Mädchen schon am Vormittag auf dem Turnpla an der Köpenider Landstraße zum friedlichen Wettkampf antreten lassen. Am Nachmittag segten sich zwei gewaltige Festzüge nach dem Spielplay im Treptower Park in Bewegung. Fast gleichzeitig trafen beide Züge mit ihrer Mufit auf dem Spielplatz ein. Auf dem Plaze selbst zeigten die kleinen Turner und Turnerinnen Freiübungen, die bei den die Fläche umfäumenden Zuschauern lebhaften Beifall fanden. Vollstänze, Spiele und Stafetten wechselten in bunter Reihenfolge. Allzuschnell hieß es scheiden. Unter Borantritt des Tambourkorps und der Fichtefapelle setzte sich der Zug wieder in Bewegung. Auf dem Fichteplag in Treptow fand der Abschluß der Veranstaltung in Form von Sondervorführungen statt. Resultate vom Dreikampf. Anaben: 1. Beyermann( 2.) 77; 2. Stier( 1.) 72; 3. Blauer I( 20.) 67; 4. Thiele( 2.) 65; 5. Breeder 63 Punkte. Mädchen: 1. Schwarz( 2.) 61; 2. Mülle( 4A.) 60; 3. Schwampe( 4.) 58; 4. Hölzel( 19.) 53; 5. Lange( 13.) 51 Punkte. Stafetten: Anaben, 7 X 100 meter: 1. 2. Abt., 57.1 Get.; 2. 8. Abt., 58 Sef.; 3. 7. Abt., 58,3 Gef. 10 X 100 meter: 1. 1. bt., 2.43,1 Min.; 2. 8. Abt., 2.43,2 min.; 3. 10B- Abt., 2.44 Min. Mädchen, 4 X 100 Meter: U. 19. Abt. 1.2 Min.; 2. 5. Abt. 1.2,2 Min.; 8. 1. Abt. 1,2,4 Minuten. 10 X 100 Meter: 1. 4A- Abt. 2.48,3 Min.; 2. 89- Abt. 2.51,3 Min.; 3. 6A- Abt. 2.53,4 Min. Werbewoche für kommuniffen. Man schreibt uns: Auf dem Sportplag zur einsamen Pappel(( ehemaliger Ererzierplay) Schönhauser Allee, fand eine Werbewoche für das Arbeiter- Sportfartell Prenzlauer Berg statt. Die sportlichen Leistungen der Arbeitersportler zeigten, wie zielbewußte Körperkultur in den Arbeitersportvereinen getrieben wird, um den Sport nicht in Refordjägerei ausarten zu lassen. Nur eins befremdete den unbefangenen Zuschauer, es waren bei der Veranstaltung eine Farben der Republik zu sehen, auch nicht die Fahnen des Proletariats. Im Programm wurde man aber belehrt, daß zu den aufgeführten Sportvereinen auch die Kom munistische Jugend gehört, von der man teine sportlichen Leistungen fah, wohl aber ihre Ordner mit roter Armbinde. Auch die Meinung, daß man bei dieser Veranstaltung Schriften über den Arbeitersport erhalten fonnte, ist irrig, falls man nicht außer dem Programms folgende Lektüren dazu rechnet:„ Die junge Garde", Organ der kommunistischen Jugend, die Rote Fahne", die Well am Abend", der Proletarische Gesundheitsdienst" und der„ Klaffentämpfer". Selbstverständlich durften bei dieser sportlichen Veran= fchriften abgeben. Am Sonnabend, den 5. Jufi, nachmittags von 5 bis 7 Uhr, Schlußabrechnung bei Dehlschläger in der Fichte Geschäftsstelle Röpenider Str. 108, Sof rechts 1 Treppe. Die Festschrift wird, da sie über fast alle unfere Organisationen Aufschluß gibt und somit stets aktuell bleibt, zum Selbsttostenpreise von 30 Pfennig abgegeben. Berliner Schwimmverein Freiheit". Sigung am Freitag, den 4. Juli, bei P. Seidel, Schönhauser Allee 56, 28 Uhr. Wichtige Tagesordnung. Nächsten Monat Generalversammlung. Damen- Schwimm- Verein Berlin 1925. Am 4. Suli findet die Generalversammlung im Ledigenheim, Pappelallee 15, abends 8 Uhr, ftatt. Sämtliche Anschriften an den Verein sind an die Geschäftsstelle, Buchholzer Straße 4 bei Linte, au richten. Am Dienstag, den 8. Juli, findet eine Mädchen- Ferienfahrt nach Freibad Ertner statt. Treffpunkt 8 Uhr nach Freibad Ertner. Treffpunkt 7 Uhr an der Berolina, Aleganderplag. Des Bahnhof Schönhauser Allee. Ferner ist jeden Sonntag gemeinsame Badefahrt gleichen veranstaltet der Verein leben Sonnabend auf dem Sportplaz Schönhauser Allee, Play 4, gemeinsame Rinderspiele für Mädchen, ebenfalls auch unentgeltliche Ausbildung im Schwimmen( Trockenübungen). Frauen und Mädchen, welche das Schwimmen erlernen wollen, werden zum Besuch der Uebungsstunden, Mittwoch von 26-7 Uhr in der Badeanstalt Oberberger Str., eingeladen. Sigungen jeden Freitag nach dem 1. und 15. des Monats im Ledigenheim. Wafferballferienspiele des Arbeiter- Turn- und Sportbundes, Kreis I, Bezirk VI am Donnerstag, den 3. Juli, im Seebad Lichtenberg. A. Union gegen Neptun( Schiedsrichter W. Dahle). Vorwärts I- Charlottenburg( Schiedsrichter Pieper). Vorwärts II- Neukölln( Schiedsrichter R. Gelchow). B. Neptun- 2. gegen Neukölln( Schiedsrichter E. Schröter). Union- Borwärts- L.( Schieds. richter A. Dreger). Müggelfee- Delphin( Schiedsrichter G. Frant). Jugend: Neptun- L.- Neukölln( Schiedsrichter W. Fahrenholz). Borwärts- N.- Borwärts. Berein( Schiedsrichter W. Luftig). Ball und Rappen mitbringen. Die Jugend. mannschaft Welle- Berlin ist wegen zweimaligen Fehlens gestrichen. Der Reichs Arbeiter- Sporttag in Teltow hatte trop des unbeständigen Wetters guten Erfolg aufzuweisen. Resultate. Männer: Hochsprung: Anders Stahnsdorf 1,50 Meter, Thatner- Teltow 1,45 Meter. Weitsprung: Anders Shahnsdorf 5,56 Meter, Schneider Ruhlsdorf 5,50 Meter. Rugelſtoßen: Worfinsti- Gbahnsdorf 8,42 Meter, Thatner- Teltow 8,28 Meter. Schleuderball: Behnte- Teltow 40 Meter, Hohmann- Teltow 39,20 Meter. Distuswerfen: Krause 24,23 Meter. 100- Meter- Bauf: JatelTeltow 11,7 Set., Göhneider- Ruhlsdorf 12 Ser. Jugend. Sochsprung: Fringel Teltom 1,40 Meter, Stagen- Ruhlsdorf 1,25 Meter. Weitsprung: Seld- Ruhlsdorf 5,32 Meter, Stagen- Ruhlsdorf 4,95 Meter. Rugelstoßen: Stagen- Ruhlsdorf 11 Meter, Seld- Ruhlsdorf 9,60 Meter. Diskuswerfen: Held- Ruhlsdorf 20,70 Meter, Fringel- Teltow 20,35 Meter. 100- Meter- Lauf: Held und Stagen, Nuhls. dorf, 13,2 Get. Radballspiel: Groß- Beeren- Teltow 2: 4. Fauftballspiel: Stahnsdorf- Teltow I 81: 88, Rottbus- Teltom II 89: 70. Fußballspiel: Rottbus- Teltow 0: 4. Arb.- Athl- Bund, 4. Kreis. Sport- Klub ,, Abler 1905". Am Dienstag, den 1. Juli, startet im Gerientampf( Ringen in 5 Klassen) die bebannte Berolina"" Mannschaft der B- Klasse gegen Abler 05 in Behrends Festfälen, Manteuffelstr. 95. Die Jugendmannschaften beiber Bereine tveten ebenfalls zum Gerienkampf an. Beide Adler- Mannschaften konnten bisher alle bestrittenen Rämpfe für sich entscheiden, und am Dienstag werden sie be weisen müssen, ob sie auch gegen ihren Bruderverein Berolina"-Neukölln bestehen können. Der legte Kampf gegen Libertas 96" endete mit 2: 3 für ,, Adler 05". Ganz besonders technisch schön geführte Rämpfe fab man im Bantamgewicht( Becher- Engelmann) und im Federgewicht( Much- Schön). Wer interessante Kämpfe im Ringen sehen will, der besuche am Dienstag diefe Veranstaltung. Beginn 8 Uhr. Nächster Trainingsabend. Uebungsstunden zum Kreisfeft für die Nordvereine heute, Dienstag, auf dem Sportplas Reinickendorf am Schäferfee. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. aller Frauenabteilungen Pantstr. 18. Donnerstag, 8 Uhr, 8ufammenturnen Freibungen. Generalprobe ber Bereinsringen und Der Sport- Club Siegfried 09", einer der größten und bekanntesten Ar von 7 bis 9% Uhr in der Turnhalle Wiclefstr. 53 ab. Sportpflege, Bogen, beitersportflubs, hält seine Trainingsstunden Dienstag und Freitag Ringen, Seben, Artiftit usw. Als Trainer fungieren die bekannten ArbeiterBuffe, B. Buffe, R. Rubisch, G. Adamkiewicz, R. Mehlbaum. 1. Borfihenker: Städtekämpfe ufw. an R. Mehlbaum, N. 65, Martin- Opig- Str. 6. Bereinssportler Altmeister Mar Paul, Europameister Willi Paul, A. Steindor, W. W. Paul, N., Wilhelmshavener Str. 50. Alle Anschriften über Bereins- und Tokal bei A. Niederstraß, Emdener Str., Ede Waldenfer Str. Am 12. Juli veranstaltet der Sport- Club einen Sommernachtsball aus Anlaß feines 15jährigen Bestehens im großen Saal des Moabiter Gesellschaftshauses, Wiclefitr. 24. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". " 9 Geschäftsstelle Berlin C. 2, Raiser- Wilhelm- Straße 48 III. Kamerabschaft Friedrichshain", Jugendgruppe, Dienstag, ben 1. Juli, abends 7½ Uhr, im Jugendheim, Tilsiter Str. 4, Kundgebung. Jugendliche Republibaner sind eingeladen. Jugendkamerabſchaft Jugendheim, Große Frankfurter Str. 16. Ramerabschaft RönigsmufterRefbaurant gum funberberg, Berliner Str. Nur Republikaner haben Zutritt. Jugendlamerabschaft Niederschöneweibe. Donnerstag, den 3. Jult, im Jugend heim, Niederschöneweide, Berliner Str., Schule, Bortrag: ,, Walter Nathenau. Abends 8 Uhr. Pflicht eines jeden, zu erscheinen. 14. Kamerabfchaft Briz. Am Mittwoch, den 2. Juli, abends 28 Uhr, findet im Jugendheim, Brig, Rat haus, Chauffeeftr. 48, 2 Tr., die erste Mitgliederversammlung statt. Alle Ge noffen der 99. Abt. Brig werden hierdurch freundl. eingeladen und erwarten Quer durch den Müggelsee. Die Arbeiter Waffer= Sportler werden am fommenden Sonntag mit 100 Startenden aus allen Berliner Vereinen und auch aus dem Reich zum Dauer fchwimmen" Quer durch den Müggelfee"( 4500 Meter) wir bestimmt ihr Erscheinen. zeigen, daß sie die Fahrtenschwimmerei für den Arbeiter und auch für unsere Jugend sehr eifrig betreiben. Ein Chemnißer Betnamputierter wird an der Veranstaltung teilnehmen. Rettungsstation Rahnsdorf ist Start, Müggelschlößchen Ziel. Für sehr Interessierte ist Dampferfahrgelegenheit zum Zuschauen. Geschäftliche Mitteilungen. Der 2. Bezirt im 1. Kreis des Arbeiter Turn: staltung Sammelbüchsen und Sammellisten für die rote Sie Friedrichshain. 1. Abend am Mittwoch, den 2. Juli, abends 7% Uhr, im und Sportbundes veranstaltete am 28. und 29. Juni ein nicht fehlen. Kommentar zu dieser Angelegenheit dürfte sich er Kinder- Turn- und Sportfeft in Weißenfee. Zahlreiche Meldungen übrigen. Den sozialdemokratischen Sportgenoffen müßte der Fall doch haufen". Mittwoch, den 2. Juli, abends 7% Uhr, Republitantfche Rundgebung, der Kinder gingen aus den angeschlossenen Vereinen wie Pantow, aber Anlaß zum Nachdenken geben.a Tegel, Belten, Hennigsdorf, Eberswalde, Kupferhammer, Schöpfurth, Bernau, Glienice, Neuruppin usw. ein. Am Sonnabend fand im Gartenrestaurant Schloß Weißensee" ein Bühnen- Schau. turnen, verbunden mit gesanglichen Vorträgen des MozartJugendchors, statt. Uebungen der Knaben am Barren und am Red, sowie die der Mädchen am Barren lassen einen guten Nachwuchs des darniederliegenden Geräteturnens erwarten. Während der Pause fanden auf dem Weißen See Reigenschwimmen fowie Schwimmwettkämpfe der Knaben und der Mädchen statt. Zum Schluß derselben veranstaltete der Arbeiter- Schwimm flub Neptun" ein Propaganda- Wafferballwettspiel. Das am Sonn bagmorgen 5 Uhr geplante Weden durch ein großes Tambourkorps mußte ausfallen, da die Polizei es erst um 7 Uhr gestatten wollte. Am 6% Uhr traten sämtliche Tellnehmer auf dem Rennbahngelände zum volkstümlichen Dreikampf an. Sehr gute Einzelleistungen wurden dabei von den kleinen Teilnehmern gezeigt. Anschließend daran folgten die Vorläufe zu den Stafetten und die Generalprobe zu den allgemeinen Freiübungen. Am Nachmittag bewegte sich ein im posanter Festzug durch die Straßen Weißensees nach dem Rennbahngelände. Nach den Klängen der Pontower Turnerkapelle folgten die allgemeinen Freiübungen, bei denen die gleichzeitig rhythmischen und straffen Uebungen der Mädchen und Knaben sehr harmonisch wirften. Dann folgten Endläufe über 100 Meter und Sondervor führungen der einzelnen Bereine. Sehr gut wurden rhythmische Keulenübungen nach Musik von einer Mädchenabteilung ausgeführt. Dienstag 1.Juli Mittwoch 2." Donnerst3." Freitag." ÕES. CH mit Ausgeschloffen und mit Start- und Spielverbot belegt werden alle Bereine und Abteilungen der Organisationen des Kartellverbandes in den 20 Verwaltungsbezirken Groß- Berlins, die nicht fofort den Restbeitrag für das erste und zweite Vierteljahr, ie 10 Pfennig fitr jedes Mitglied über 17 Jahre, cinsenden. Bom 1. Juli 1924 tritt der Beschluß in Kraft, wonach der doppelte Beitrag zu zahlen ist, wenn dieser im Laufe des Vierteljahres ticht eingegangen ist. Der Beitrag für das Quartal vom 1. Juli bis zum 30. September beträgt wieder 10 Pfennig für jedes Mitglied über 17 Jahre. Bereine, die alfo für die ersten beiden Bierteljahre noch keinen Beitrag ab. geführt haben, müssen fest für jedes Mitglied über 17 Jahre fofort 30 Pf. einsenden. Geschieht das nicht, erfolgt Ausschluß und Start- und Spielverkot. Vereinsvorsitzende, achtet also nun darauf, daß die Raffierer fofort den fälligen Beitrag an den Kartellkassierer Heinrich Megdorf, Charlottenburg, Schloßftr. 38, cinsenden. Abrechnung und Rückgabe sämtlicher Eintrittskarten und Festschriften hat bis Sonnabend, den 5. Juli, auf alle Fälle zu geschehen. Was bis zu diesem Tage nicht abgerechnet oder zurückgegeben ist, muß bezahlt werden. Unter Beifügung des erhaltenen Quittungszettels kann jeder täglich bis 6 Uhr im Sporthaus, Fichte", Köpenider Str. 108, bei Paul Schmidt, Geld, Karten und FestSaison ausverkauf Baer Sohn A.-G., nur Chauffeefte. 29/30. Mit riefen haften Lagervorräten in Herren-, Jünglings- und Anabenanzügen rüden bie Kleibermerke Baer Sohn Sohn, Aktiengesellschaft, in das Bordertreffen des diesjährigen Saisonausverkaufs. Der Beginn der Veranstaltung ist am 1. Juli, morgens 9 Uhr. Die Preisbemessung ist derart niedrig gehalten, daß es einer besonderen Anregung zur Förderung der Raufluft durch Aufzählung der ſpottbilligen Preise nicht bedarf. Der Bersand nach außerhalb findet unter den üblichen Bedingungen statt. Nie wieber tauft man so billig ein, wie jest im Schmhhaus Arenstein! Mit diesem Wahlspruch eröffnet das Schuhhaus Arenstein A.-G. feinen diesjährigen Saifonausverkauf. Diese alte bekannte Firma bringt au sensationell billigen Preisen, die zum Teil weit unter Friedenspreis find, ihre bekannt ersten Qualitätswaren zum Verkauf. Wir önnen daher den Einbauf in allen Filialen des Schuhhaufes Arenstein A.-G. pfehlen. Wir verweisen auf das in dieser Nummer erschienene Inferat. Wetter für Berlin und Umgegend. Abwechselnd bewölft mit leichten Regenschauern und etwas Gewitterneigung. Später Abkühlung und zeitweise aufflarend bei mäßigen westlichen Winden. Für Deutschland. In Süddeutschland und Schlesien noch warm, sonst allgemein tühler, überall etwas Gewitterneigung. außergewöhnlich billige lage 30 und mehr Ermäßigung Meine durch den Balken geschützten Anzelgen bieten Gelegenheit, wirklich gute Ware zu besonders billigen Preisen einzukaufen. Bis 50% herabgesetzt folgende Posten: Sonder- Angebot Herren- Kleidung| Sport- Kleidung Damen- Kleidung Ulster Jetzt Mark Sakko- Anzüge. 48, 68, 78 . 48, 68, 88 Gabardine- Mäntel 78, 89 Gummi- Mäntel 23, 28, 34 Covercoat- Paletots auf Seide 19 88 Knab.- Kleidung Blusen- Anzüge.11, 14, 18 Sport- Anzüge.. 13, 19, 23 Kieler Anzüge, 5 bis 9 Jahre. Mäntel 22 bis 26 18, 28, 32 Jüngl.- Kleidung Sakko- Anzüge Ulster. 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Korsette grau Drell, mit 210 Lang. o. Halt. Hüfthalter wel Drell, Reformkorsette und 1 Paar Halter mit Gummi Drell, mit Stangen Backfischleibchen w. u. grau Drell, Faltenbrust AWERTHEIM Leipziger Straße Königstraße Große Volksoper im Theater Dezimalwagen des Westens Theater, Lichtspiele usw. LUNAPARK, Uhr: Fra Diavolo Volksbühne Staats- Theater Uhr, zum 1. Male: 7 Opernhaus D. Kreuzelschreiber am Königsplatz Grete Bäck/ Karl Etlinger Täglich 12 Uhr: Leo Peukert/ Emil Lind Polenblut Julius Sachs/ Otto Sauter- Sarto Schauspielhans 8 U: Trianon- Th. 72 Uhr: Candida Somm.- Dir. R Pirk Schiller Theater Bin Schwank 7 Uhr: Faust. I. Deutsch. Theater der Liebe Olga Limburg Sommerspielzeit Rose- Theater Direktion: Staab und Gerner 712 Uhr: Zum ersten Male MaxAdalbert u.Max Landa in Clubleute 8: D. Mustergatte Gartenbühne 7/25 Durch Dick u. Dünn Reichshallen Theater Täglich 8 Uhr. Kammerspiele Stettiner Geschlossen. Gr. Schauspielhaus Sänger 712 Uhr: Der Vogelhändler Deutschland erwache! Zum Schluß: Ein Th.i.Admiralspalast Musikantentraum 84 0. Der Erfolg d. Jahres Dönhoff- Brettl 11 Monate Dienstag: ( Sommerpreise) RAURINGE Volkstaged Eintritt 50 Pfennig Brillant- Feuerwerk Tonkünstler- Konzert 5 Köhler Komischer Reckakt Morgen, Mittwoch, 4 Uhr: Gr. Kinderfest Kinder 50 Pf: Erwachsene 75 Pf. Märchen- Festzug Kinder- Tombola unonterbr. auf dem Spielplan Anf.7% Sonnt. Su Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, ist die große Revue Drunter u.drüber Deutsch. Opernhaus Auftr.Kammersäng. Richard Tauber 7 U.: Ein Märchen aus Fiorenz Intimes Th. 8 U. Lauf doch nicht immer nackt herum Crêpe Georgette Metropol- Theater Der Weltschlager 8 U.: Mascottchen 5 U Gr. Varieté- Progr.) Theater a.Kottbuss.Tor Täglich 8 Uhr: ElifeSänger Großartiges JuliProgramm 1. a.: Die Lieblingskuh des Maharadschal Operette von Walter Bromma 70OLOGISCHER mit Alice Hechy Tribune 8 Uhr: Doktor Stieglitz FLobe/ P Morga Thalia- Theater 8 Uhr: Frasquita Kleines Theat. Tägl. 8 Uhr. Anatol SCALA Juli GARTEN Täglich Gr. Konzert Aquarium TlerkunstAusstelig. den 1., 2. und 3. Juli: Die drei großen Sinweihungsfestlage bei Zielka im Walde ST dem neuen Grunewaldparadies an der Krummen Lanke Zehlendorf- West, Alsenstr. 141 mit Gartendiele Pavillon ,, Silvana" Ab 4 Uhr: Mai- Gr. Garten- Konzert Kur mit Blutreinlgeschlossen ungspulv. Saltarin Beginn der Winterspielzeit 1. August WIND BRIEN Der Heute neue wirksamste Verjüngung u. Auffrischg. des Blutes gegen Blutverdickung, unreineHaut etc.Hautjucken Schachtel M.1.50, Kur3Schacht, M. 4.25, in Drog. u Apothek., sonst bei Otto Reichel, Berlin 43, SO, Eisenbahnstr. 4 Hecht Tabakwaren großhandlung und das sensationelie Festprogramm mit Otto Reutter und den übrigen Attraktionen: Trixie( die australische Venus):: Herrmann Staebner, Kurt Speyer( Humoristen):: Else Küchler, Elvira Roné( Tänzerinnen) usw. Bei Zielka in der Stadt Friedrichstr. 60 Ecke Leipziger Stı. Nachmittags und abends: Der große VarietéJuli- Spielplan Zigarren Zigaretten. Spielplan mit Trixie und den übrigen JuliTabak billig Rauchen gestattet! Lindenstr. 811 Kräften der Zielka- Etablissements in jed. Größe u. Qualität, stets vorrät, nur bill. Preisberechn. M. Dinse, Juwelier Lichtenberg, Frankf. Allee 202 Nähe Bahnh. Lichtenb.- Friedrichsf Teleph. Lichtenberg 3322[ ULAP Heute Tafelwag., Gewichte, Billigste Preise. Großes Lager Georg Wagner Köpenicker Str. 71 Rein Ladengeschäft Vergnügungspark am Lehrter Bahnhof Ausnahmetad Jeder Besucher eine Attraktion frei Konzert, Feuerwerk, Turmseilkünstler u. sämtl. Attraktionen Beg. 4 Uhr Eintritt 50 Pf einschl. Kunstausstellung Hauptziehung 9.- 26. Jull der Preußisch. Klassen- Lotterie Gewinne über 14 Millionen Renten -Mark Hauptgewinn event. 1000000 500000 300000 200000 Renten -Mark Renten -Mark Renten -Mark Renten -Mark Achtel- Lose 255 M. Viertel- Lose 30 M. Halbe Lose 60 M. 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Die Gruppen der Schreibmaschinen, Stempelbetriebe, Feinmechanit, Rähmaschinen, Baden- und Fabritoptik, Ladenund Fabrikuhrmacher sind besonders eingelaben Migliebsbuch, mit einem der obigen Berufe versehen, legitimiert. Achtung! Rohrleger und Helfer! Donnerstag, 3. Juli, abends 7 Uhr, im Verbandshause, Linienfte. 83/85: Bertrauensmännerfonferenz der Rohrleger und Helfer Achtung! Schmiede! Achtung! Donnerstag, 3. Juli, abends 7 Uhr, im Berbandshause( Arbeitslosenfaal), Linienste. 83/85: Versammlung Die Tagesordnung wird in der Berfammlung bekanntgegeben. Alle Kollegen der Groß-, Mittel-, Fuhrwerks und Innungsbetriebe werden erfucht, bestimmt zu erscheinen. Graveure, Ziseleure und Hilfsarbeiter! Donnerstag, 3, Juli, nachm. 4½ Uhr, im Lotal 3um Alegandriner", Alegandrinenstr.: Wichtige Besprechung der in den Betrieben der Zwangsinnung beschäftigten Graveure, Jifeleure und Hilfsarbeiter. Erscheinen eines jeben Kollegen ist Pflicht. Die Ortsverwaltung. Jnnungsfrantenkaffe der TischlerJnnung zu Berlin Betanntmachung Der vom Kaffenausschuß am 26. Mai b. J. befchloffene 22. Gagungs- Nach rag ( Einführung der Familienversicherung) ist vom Oberversicherungsamt Berlin mit Wir fung vom 1. Juli 1924 genehmigt worden. Geändert sind die§ 11 und 25 der Gagung. Druderemplare der Sagungsänderung find Ende dieser Woche in unserem Kaffen106/5 lotal zu habent. Berlin, den 30 Juni 1924. Der Vorstand Dtto Gronau, Borsigender. W. Lindemann, Schriftführer. Besonders wirksam sind aile ,.KLEINEN ANZEIGEN" in der Gesamtauflage des billig! Vorwäris, trotzdem Nr. 304 41. Jahrgang Wirtschaft 2. Beilage des Vorwärts Die Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten. In Deutschland sind die Bestrebungen zur Gründung einer großen gewerkschaftlichen Bank, die die Finanzkraft der Organisationen zusammenfaßt und in den Dienst der gesamten Arbeiterbewegung stellt, nunmehr soweit gediehen, daß die freien Gewertihah ten sich ein eigenes Finanzinstitut zu schaffen beschlossen haben. Am 15. Mai d. 3. beschloß die erste Generalversammlung der Deutschen Kapitalverwertungsgefellfachft, die bisher in engerem Rahmen die Aufgaben einer gewerkschaftlichen Bant verrichtete, den Ausbau des Unternehmens zu einer Attiengesellschaft mit einem Aftientapitat von 750000 Goldmart. Beteiligt find an der Gründung alle dem ADGB. angeschlossenen Gewerkschaften und die Mehrzahl der dem Asa- Bund angehörigen Organisationen, ferner der Allgemeine Deutsche Beamterbund und einige seiner angeschlossenen Verbände. Die Bank wird den stolzen Namen„ Bant der Arbeiter, Angestellten und Beamten A.-G." führen. Ihre Geschäftstätigkeit kann sie erst in einiger Zeit aufnehmen, da noch die für eine Gründung der Aktiengesellschaft sehr zahlreichen Formalitäten zu erledigen sind. Immerhin ist der hoffnungsvolle Anfang gemacht, der Beschluß zum Aufbau eines großen Bankinstituts gefaßt. Schon seit langem haben die kapitalistischen Banken und die Gewerkschaften anderer Länder eingesehen, daß die fortwährend zuströmenden, aber nur innerhalb gewiffer Zeiträume zu bestimmten Zweden verwandten Mitgliedsbeiträge der zentralen Gewerkschaftsorganisationen eine wichtige und ergiebige Geld quelle darstellen, die man sich zunube zu machen suchen mußte. Woche für Woche sammeln sich aus den Groschenbeiträgen der zahlreichen Organisationen mit ihren Millionen von Mitgliedern Summen auf, die im Streiffalle und bei ähnlichen Anlässen sofort verfügbar sein müssen, in der Zwischenzeit aber bisher nur durch Anlage bei einer privaten Bant zinstragend gemacht werden fonnten. Nichts lag daher näher als der Gedanke, diese Kapitalfraft in den Dienst der eigenen Sache zu ftellen. Trotzdem schreckte man lange vor diesem Gedanken zurüd. Das natürliche Gefühl der Abneigung gegen jede fapitalistische Betätigung der Gewerkschaften wirfte hier hemmend, der Mangel an ausreichenden gemeinnüßigen Probuftionseinrichtungen, die wenig stens einen Teil der Gelder im Rahmen der vor der Arbeiterschaft gepflegten wirtschaftlichen Interessen hätten verwenden fönnen, tam hinzu. Schließlich erfordert die Geldverwaltung für die Gemertfchaften andere Grundfäze als die privaten Banten, da nur ein Meiner Teil der vorhandenen Beträge eine Anlage verträgt, wie sie im Bankgeschäft üblich ist. Der weitaus größte Teil muß jeder geit verfügbar sein. Es galt also, die notwendigen Erfahrungen zu sammeln und ein Geldinstitut zu organisieren, das allen diefen Schwierigkeiten Rechnung trägt. Der Widerstand gegen die Schaf fung einer Gewerkschaftsbant mußte ohnehin mit der Zeit schwinden. Da die großen Kassen der Berbände ihre Geldeingänge nicht bei sich verwahren fonnten, sondern bei einer privaten Bank hinterlegen mußten. Sobald das jedoch geschah, tamen diese Gelder doch in irgendeiner Weise der kapitalistischen Wirtschaft zugute, und zwar oft gegen die Intereffen der Arbeiterschaft: mit denselben Geldern, die die eine Gewerkschaftstasse bei der Bank hinterlegt hatte, fonnte ein Industrieunternehmen auf dem Wege des Kredites bei der Bank JOE LOE 24 916 die Aussperrung einer anderen Gruppe von Gewerkschaften finanzieren. Dem entgegenzumirfen, ist selbstverständlich Aufgabe der Organisationen; es fann aber nur geschehen durch die Bildung eines eigenen Bantinstituts. Die vorbereitenden Arbeiten wurden, wie erwähnt, versehen von der Deutschen Rapitalverwertungsgesellschaft, die im Frühjahr v. J. gegründet worden ist. Sie hat erfolgreich verfucht, die freien Gewerkschaftsgelder bei sich zu konzentrieren und fie zweckmäßig anzulegen. Dadurch wurde erreicht, daß der erhebliche Zinsunterschied zwischen Schuld- und Guthabenzinsen, der sonst Privatbanten zufließt, der Gewerkschaftsbant zugute fam. Auch die Kapitalverwertungsgesellschaft war eine Schöpfung der freien Gewerkschaften und des AfA- Bundes. Seine Aufgaben hat das Unternehmen, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, trop der durch den Währungsverfall gegebenen Schwierigkeiten in vollem Maße gelöst. In denselben Maße, wie die Gewerkschaften von der Inflation finanziell geschwächt wurden, wuchsen auch die Schwierig. feiten für die verhältnismäßig fleine, mit einem Gesellschaftskapital von 18 000 Goldmart gegründete Anstalt. Ihre Arbeit bezog fich aber nicht nur auf die Geldverwaltung. Sie hat auch in vielen Fällen die einzelnen Verbände beraten, um sie vor den Folgen der Geldentwertung zu schüßen, sie hat für diese alle bankmäßigen Geschäfte ausgeführt und vermochte sogar in den kritischen Monaten Oktober und November die Organisationen mit Krediten zu unterstügen. Sie fonnte weiter ihren Geschäftskreis ausdehnen auf nicht gewerkschaftliche Organisationen und Institute, die der Arbeiterschaft nahestehen. So wurden allmählich die Voraussetzungen zur Gründung der Großbant geschaffen. Trotz aller Schwierigkeiten war auch der finanzielle Erfolg der Kapitalverwertungsgesellschaft durchaus günstig. Das eingezahlte Aktienkapital wurde im vollen Golde wert erhalten, man hat ferner 10 Proz. in Gold an Dividende an die Gesellschafter, die Gewerkschaften, ausgezahlt und nach reichlichen Abschreibungen der Vermögensbestände Reserven zurückgestellt, die zur Stärkung des Eigenfapitals der Gesellschaft verwandt werden. Nach der Stabilisierung der Währung, die hoffen ließ, daß die Ver. mögensbestände der Gewerkschaften wieder langsam anwachfe: wür den, und der erfreulichen Entwicklung im laufenden Jahre konnte nunmehr der Beschluß der Gründung von Aufsichtsrat und Generalversammlung gefaßt werden. Schon die Entwicklung der Deutschen Rapitalverwertungsgefell schaft hat die Möglichkeiten aufgezeigt, die für eine große Gemert schaftsbank offen stehen. Selbstverständlich mußte bei manchen gewertschaftlichen Kreisen die Abneigung gegen eine solche Bank überhaupt erst überwunden werden. Bei der Ausgestaltung der Bant wird man auch versuchen, die anderen Zweige der Arbeiterbewegung, die der Gewerkschaften naheftehen, wie Genossenschaften und andere Wirtschaftsbetriebe der Arbeitnehmer an der neuen Bant zu interessieren, um so eine Konzentration der finanziellen Kraft der Arbeiterschaft herbeizuführen. Die daraus der Bank zufließenden Mittel werden noch verstärkt werden durch die geplante Einrichtung einer Sparkasse und durch die Gründung von Filialen an den Hauptplätzen des Reiches. Diese ganze Entwicklung fann natürlich ebenso wie die bisherige Vorbereitung der Bank nur mit größter Vorsicht und Zurüdhaltung verfolgt werden, um unter allen Umständen Rückschläge zu vermeiden, die der ganzen Arbeiter: schaft schaden würden. Deshalb wird die Ausführung des Programms geraume Zeit erfordern. Aber es ist ein Beweis für die wachsende Aktivität innerhalb der Gewerkschaften, daß man die Begule 1. Juli aison Dienstag, 1. Jali 1924 in der Finanzkraft der Arbeiterschaft liegenden Möglichkeiten klar und zielbewußt aufgegriffen hat und hier Machtpofitionen zu schaffen im Begriff ist, die auf die Dauer die gewerkschaftliche und wirtschaftliche Schlagkraft steigern und damit der ganzen Arbeiterschaft zugute kommen werden. Fortschreitende Verschlechterung des Arbeitsmarktes. Der Berliner Arbeitsmartt steht auch in der letzten Woche im Zeichen der Verschlechterung. Die für Berlin ausschlaggebenden Berufsgruppen leiden sämtlich unter einer undie Beurteilung des Arbeitsmarktes nicht von entscheidender Begünstigen Geschäftslage. Nur in ganz wenigen Gruppen, die für deutung sind, bestehen noch beffere Beschäftigungsverhältniffe. En tlassungen wegen Arbeitsmangel find allgemein noch vor. herrschend. Demgemäß haben sich die Zahlen der Arbeitsuchenden und Unterſtüßungsempfänger erhöht. Es waren 83 512 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen gegen 80 912 ber Borwoche. Darunter befanden sich 60 282( 59 356) männliche und 23 230( 21 556) weibliche Personen Unterstützung bezogen 19 433 ( 18 416) männliche und 2563( 2455) weibliche, insgesamt 21996 ( 20 871) Personen. Die Zahl der zu gemeinnügigen Pflichtarbeiten ueberwiesenen betrug 1127 gegen 864 der Vorwoche. In der Landwirtschaft ist noch eine gute Vermittlungstätigkeit gegeben. Dagegen ist die Nachfrage nach Gärtnern zurüdgegangen. Die Metallindustrie läßt eine weitere Verschlech terung der Lage erkennen, welche auch in einer Steigerung der Arbeitslosigkeit zum Ausdruck gelangt. In allen Zweigen des Spinnstoffgewerbes ist ein weiteres Sinten des Beschäf tigungsgrades zu verzeichnen. C In den bisher noch gut beschäftigten Branchen der 3 e II ft off= und Papierherstellung und verarbeitung läßt bie gute Konjunktur jetzt nach. Besonders weibliche Kräfte melden sich industrie und Industrie lederartiger Stoffe, wieder in erhöhtem Maße als Arbeitsuchende. Auch in der Lederfowie im Holz- und Schnik stoffgewerbe ist der Kräfte. bedarf geringer geworden. Insbesondere in der Holzindustrie wird neben umfangreichen Entlassungen auch Einführung von Kurzarbeit gemeldet. Die Beschäftigungsmöglichkeiten im Nahrungs- und Genuß mittelgewerbe haben sich für die meisten Berufe verschlechtert. Nur in der Zigarettenbranche und für Brauereien war die Bermittlungstätigkeit verhältnismäßig gut. Im Bekleidungsgewerbe hat sich die Lage in den legten Wochen derart verschlechtert, daß selbst perfekte Kräfte, die fast immer gesucht sind, und selbst in Reiten schlechter Geschäftslage gehalten werden, arbeitslos gemeldet sind. Desgleichen ist in der Schuh- und Schäfteindustrie die Nachfrage nach Arbeitsträften sehr gering. Im Baugewerbe hat sich die Vermittlungstätigkeit gegen die Vorwoche, wenn auch nur in geringem Umfange. im allgemeinen gebessert. In den übrigen Berufen wiegte die Verschlechterung der Lage vor. Preisabbau oder Stillegungen im Bergbau? Die Krise im Ruhrfohlenbergbau nähert sich ihrem Höhepunkt. Die Werke stehen, nachdem der notwendige Preisabbau bisher vermieden worden ist, jetzt vor der Frage, wie sie der sich täglich verschärfenden Absahstockung steuern sollen. Das Syndikat wird heute, Dienstag, darüber entscheidende Beschlüsse fassen, ob man durch eine Preissenfung den 2 bsa z beleben oder durch Betriebsstillegungen das Angebot noch mehr beschränken und so die Preise meiter fünftlich hochhalten will. Ausverkauf Nie wieder kauft man so billig ein, wie jetzt im Schuhhaus Arenstein Durch die noch nie dagewesene Preisherabsetzung sämtlicher Artikel kann jeder sich wahnsinnig billig zum Teil weit unter Friedenspreis Kinder- Spangenschuhe braun, mit Fleck, Gr. 18/22.. Kinder- Schnürstiefel schwarz, breite, bequeme Form, Gr. 18/22 Kinder- LackSpangenschuhe m. Absatzfleck, Gr. 25/26.. 4.25, Gr, 23/ 24..3,60, Gr. 21/22. 90 Damen- Hausschuhe 1⁹⁰ 245 aus Dirndlstoff, mit Kordelsohle Damen- Hausschuhe aus feinfarbigem Stoff, grosser Pompon, biegsame Ledersoble Damen- Leinenschule, weiss 35 Schnür, Spangen od. 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Leipzigerstr. 81( Ho " Eigentum der Vorstandes der SPD werden. = Wer inmitten großer Waldgebiete lebt, fann fich seit langem des Einbruds nicht erwehren, daß die opponierende Verbandspreje der preußischen Waldbefizer die Tragweite und Wirkung ihrer unabläffigen Steuerbekämpfung auf die gesamte Bevölkerung, befonders die den Wäldern benachbarte, nicht zu übersehen vermöge. Denn auch hier befinden sich, wie in den Städten, die völlig Verarmten und die darob Verbitterten in der Mehrzahl. Eine fadenscheinige Begründung des Steuerwiderstandes reizt sie auf und führt dem Waldbefiz statt Freunde eher Feinde zu, die den Forstverwaltungen mehr zu schaffen machen als direkte Steuern. Bie nämlich von beteiligter Seite befannt wird, beabsichtigt die Ruhrkohle A.-G., der Nachfolger des Kohlensynditates, in ciner für den 1. Juli 1924 einberufenen Mitgliederversammlung den Beschluß herbeiführen, die bisherige Förderung um 45 Prozent einzuschränken. Man begründet die Maßnahme damit, daß man nicht in der Lage ist, weiterhin die in dem bisherigen Umfange geförderten Mengen abzusetzen. Auch stehen dem Syndikat teine Mittel zur Verfügung, um die nicht abgesetzten Kohlen für seine Rechnung auf den Zechen zu lagern. Die einzelnen Zechen selbst können, so heißt es weiter, aus geldlichen Gründen Nach den zuletzt bekanntgewordenen Ansprüchen des Waldbedie Stapelung der Rohlen ebenfalls nicht mehr vornehmen. Die fizes foll das Holz als reiner Ertrag des Bobens unter allen UmFolge davon ist, daß einer großen Anzahl von Bergständen mit den Feldfrüchten auf ein und dieselbe Stufe geftellt bleiben. Da aber die Früchte auf den Aeckern nicht für sich besteuert leuten gefündigt werden muß. Es verlautet fogar, daß ein werden könnten, so fönne das Holz es auch nicht. Also fei für den zeine Bechen diese Kündigung bereits zum 15. Juli aussprechen Waldbau wie für den Ackerbau nur eine Steuer, die alte Grundsteuer, zulässig. Wo folle ferner die Besteuerung auch des Holzporrates hinHier wird also in aller Form eine Synditats attion zur führen? Etwa zur Besteuerung auch der Obstbäume im Felde, der Stillegung von fast der Hälfte des rheinisch- westfälischen Kohlen- Beinstöcke, Spabgeln, veredelten Rosenstämme und dergleichen? bergbaues angefündigt. Gleichzeitig schreiben die Betriebs. Da von allen derartigen Anlagen wiederum nur die reine Grundeinschränkungen der einzelnen unwirtschaftlichen Zechen des steuer aller Art erhoben werden könne, so sei der Wald von der Grundvermögenssteuer abermals zu befreien. Dabei weiß jeder Randgebietes weiter fort. So wird gemeldet, daß außer einigen Waldbefizer, was er für einen Morgen Wald gegenüber einem fleinen Anlagen, die schon seit einigen Monaten nicht mehr im Morgen Feld unter sonst gleichen Berhältnissen mehr zu fordern hat Betrieb find, seit vergangenen Samstag die Zechen Alte Stein und stets erlöst. Die simpelste Braris straft also die gefünftelten Verfuhle" in Wiemelhausen bei Bochum mit 150 Mann Belegschaft gleiche bereits Lügen. Vom Walde fann als jährliche Frucht nur und die Zechen Bereinigte Glüdauf( Berlorener Sohn)", der 3uwachs vom Holze in Form abgängiger oder entbehrlicher Baatal bei Linden, mit 300 Mann Belegschaft mangels an Betriebs. Stämme gewertet werden, der nichts anderes bedeutet, als die mitteln und infolge völliger Unrentabilität stillgelegt werden mußten. 3infen eines Vermögensgrundftodes, der im Boden verbleibt, ihn über Menschenalter hinausbüngend Bon anderer Seite verlautet, daß das Syndikat sich heute auch und verbessern d. Ueberflüssig, dem unbefangenen und natürmt der Frage der Preis sent ung befassen wird. Diese und nicht die Stillegung der Probuftionist das einzige Mittel, um auf die Dauer den Kohlenbergbau leistungsfähig zu erhalten. Die verarbeitende Industrie braucht den Preisabbau unter allen Umständen, wenn sie ihre Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt wiedergewinnen will. Sollten die Bergherren nicht selbst die Not wendigkeit eines Preisabbaues im volkswirtschaftlichen Interesse anerkennen, so erwarten wir von dem mit der Kontrolle der Kohlen wirtschaft betrauten amtlichen Organen, insbesondere dem Reichswirtschaftsministerium, daß sie alles daran setzen, um die Stilllegungen zu verhindern, die in ihrer ganzen Schwere auf die Bergarbeiter zurüddfallen würden. Preisnotierungen für Nahrungsmittel. 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine. Bohnen, weiße, I erl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine..... Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni Schnittnudein, lose. Bruchreis 80,00-95,00 96,00-110,00 lichen Betrachter den gelehrten Unterschied zwischen dem Boden und dem Holzvorratstapital flarzumachen, den die Forstwissenschaft viel länger fennt, als nunmehr der Steuerfistus mit seiner Grundvermögenssteuer, die das Fünffache und mehr der alten Grundstener erträge bringen sollte. Wer sollte schließlich für den Ausfall dieser Einnahmen einspringen? Aufgerufenes Notgeld. Der Reichsminister der Finanzen hat das wertbeständige, auf Gold lautende Notgeld, dessen Aussteller in der Provinz Schlesien ihren Sitz haben, mit Wirkung vom 15. Juli 1924 aufgerufen. Die Einlösungsfrist läuft bis einfchließlich 15. August 1924. Unberührt von diesem Aufruf bleibt das wertbeständige Notgeld der Reichsbahn. Deutsche Forderungen privater Gläubiger aus der Borkriegszeit gegenüber Italien find beim Reichsausgleichsamt mit größter Beschleunigung, spätestens jedoch bis zum 31. August 1924 anzumelden. Die Anmeldung der genannten Forderungen liegt im dringendsten Allgemeininteresse. Unterlassung wird bestraft. Nähere Auskunft erteilen die Hauptstelle des Reichsausgleichsamts, Berlin, Verlängerte Hedemannstraße 7, sowie die zuständigen Handels. fammern. DEUTSCHE BANK Trauerfpenden Bilanz am 31. Dezember 1923 AKTIVA Bargeld, Sorten, Zinsscheine und GutGuthaben bei Banken und Bankfirmen wechsel. haben bei Abrechnungsbanken Vorschüsse auf Waren und Warenverschiffungen Eigene Wertpapiere . Beteiligung an Gemeinschafts- Unternehmungen Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen Schuldner in laufender Rechnung ( außerdem: Schuldner aus geleisteten Bürgschaften 31 422 844 Bill.M.) Bankgebäude Sonstiger Grundbesitz Uebergangsposten der eigenen Stellen untereinander. . PASSIVA · 3,10 3,70 Gläubiger 4.00 4,70 Akzepte 65,00-66,00( außerdem: geleistete Bürgschaften 66,50- 67,50 31 422 844 Bill. M.) Bill. M. 36 314 786 128 805 624 11 506 349 20 304 032 2759 434 199 690 227 MM 930 528 815 525 050 672 374 19 346 096 516 960 jeber Art liefert preiswert Paul Golletz, Dormals Robert Meyer, Mariannenstr. 3. Amt Morigpl. 10303. Gardinen 756 645 965 000 Sonderangebote 1096 789 460 000 Gelegenh.- Käufe 147 855 626 724 590 in Resten 10 006 10 000 Stores, Bettdecken Madras- und Künstlergardinen. 440 113 821 558 Spezial- Gardinenwerkstatt 349 839 408 508 108 Heukölln, Bergstr.67 Bill.-M. MM am Ringbahnhof. 1500 600 000 000 600 001500 849 287 795 832 608 550 007 674 000 1 000 849 839 403 Gewinn- und Verlust- Rechnung am 31. Dezember 1923 SOLL Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Zentner frei Haus Berlin. Gerstengraupen, lose 15,75 17,751 Röstgetreide, lose.... 15,50-17,50 Gerstengrütze, lose... 14,25-14,75 Kakao, fettarm Haferflocken, lose.... 13,75-14,50 Kakao, leicht entölt Hafergrütze, lose.... 15,50-16.25 Tee, Souchon, gepackt. 350,00-430,00 Roggenmehl 0/1..... 10,50-120) Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 16,50-17,75 Inlandszucker basis mel. 32,64-34,00 Weizengrieẞ Hartgrieß 21,58 24,50 Inlandszucker Raffinade 34,00-36,00 12,50-13,75 Zucker Würfel....... 39,60-42,00 15,00 21,00 Kunsthonig 23,00-32,00 12,25-14,75 Zuckersirup hell in Eim. 38,00- 43,00 8,75-11,75 Speisesirup dunk. in Eim. 25,00-29,00 20,00 24,00 Marmelade Einfr. Erdb. 80,00-95,00 Aktienkapital. 27,09-30,50 Marmelade Vierfrucht 35,00 40,00 Reserven 20,00 29,50 Pflaumenmus in Eimern 37,00- 40,00 31,00-37,50 Steinsalz, lose....... 39,00-46,00 Siedesalz. lose 18,75-20,50 Bratenschmalz in Tierces 36,00-42,00 Bratenschmalz in Kübeln 33,00-33,00 Purelard in Tierces 63,50 64,50 Unerhobene Dividende. 13,25-15,25 Purelard in Kisten.... 64,50-65,50 14,00 14,75 Speisetalg in Packung 58,00-52,00 15,25-17,00 Speisetalg in Kübeln 48,00-50,00 23,50- 31,00 Margarine, Handelsm. I 69,00 30,00-36,90 desgl. II 54,00-57,00 88,00-84,00 Margarine, Spezialm. I.. 76,00 42,00-45,00 desgl. II 63,00-65,00 46,80-50.00 Handlungs- Unkosten 68,00 72,00 Molkereibutter i. Fässern 165,00-175,00 Steuern und Ab- aben 70,09-82,00 Molkereibutter in Pack. 177,00-180,80 Wohlfahrtseinrichtungen für die Be72,00-90,00 Landbutter 135,60-142,00 amten( Klub, Kantinen, Erholungs 70,00-76,00 Auslandbutter in Fässern 178,00-182,00 heime u dergl.) und Beiträge der 143,00-137,00 Auslandbutter in Packg 182.00-187,00 Bank zum Beamtenfürsorge- Verein 135,60-152,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 33,00-35,00 Zimt( Cassla) 106,09-115,00 Speck, gesalzen, fett... 62,00-72,00 Kümmel, holländischer. 85,00-95,00 Quadratkäse. Schwarzer Pfeffer Singap. 95,00-105,00 Tilsiter Käse, vollfett.. Weißer Pfeffer. 125,00-130,09 Bayr. Emmenthaler Rohkaffee Brasil 180,08-218,00 Eahter Emmenthaler Rohkaffee Zentralamerika20,00-295,00 Ausl. ungezuck. CondensRöstkaffee Brasil. 230,09-289,00 milch 48/16. Röstkaffee Zentralam... 300,00-375,00 Inländische desgl. 48/12 Malzkaffee gepackt Inl. gez. Condensm. 48/14 Heutige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java. Ringäpfel, amerik. Getr. Praumen 90/100. Die Grundvermögenssteuer vom Walde. Aus forstwirtschaftlichen Kreisen wird uns geschrieben: Der organisierte preußische Waldbefiß, dessen Verbände eine bedeutende Waldfläche, aber nur eine fleine Zahl von Waldeigen- Makkaronimehl tümern umfassen und von Großwaldbefizern geführt werden, schickt fich zum Rampf gegen die vorläufige Grundvermögenssteuer an. An ihrer Wiederbeseitigung sind aber die Hunderttausende von Wald. befizern, die es in Preußen gibt, durchaus nicht gleichmäßig intereffiert. Der Groß waldbesig verfügt jedenfalls über die wertvollsten Holzbestände, die von der alten Grundsteuer nicht erfaßt wurden; ihn trifft die neue Steuer unter allen Umständen. Der Sleinwaldbesig mit feinen geringen und minderwertigen Holzvor: räten wird von der Grundvermögenssteuer, die Boden und Bestand als eine Vermögenseinheit betrachtet, nur wenig oder überhaupt nicht betroffen. Gleichwohl sprechen die Verbände und Publizisten der Waldbesitzer vom Waldbesize schlechthin, der die neue Steuer wieder loszuwerden trachten müsse. Nun stehen die großen Wälder doch da und die riesigen Waldvermögen sind, jedem sichtbar, vorhanden; andere Vermögen aber. das weiß jeder, also auch der Wald. besizer find in unzähligen Fällen zusammengeschrumpft und zerronnen. Was könnte der preußische Finanzminister also noch besteuern? Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu.. Korinthen, choice... Mandeln, bittere Bari. Mandeln, süße Bari BEGINN JULI SAISON 50,00-56,00 Margarine III 16 15,00-28,00 Abschreibungen auf Einrichtung. Bankgebäude 85,00-96,00 150,00-160,00 178,00-185,00 HABEN 19,50-23,50 Vortrag aus 1922 16,50- 17,50 Rechnungsmäßiger Ueberschuß auf den 26,00- 26,50 Ertragskonten AUSVERKAUF Frottékleider Crêpekleider _ in apart. Ausführungen... 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Die Berliner Universität nannte der große Gelehrte Emil du Bois Reymond bereits vor mehreren Jahrzehnten„ das geistige Leibgarderegiment der Hohenzollern", doch dachte er vielleicht mehr auf seine Kollegen von der Sorte Treitschtes, als an die Studenten feiner Zeit, deren großer Teil noch damals 1848 und die Kämpfe ber freiheitlich Deutschen Burschenschaft nicht vergessen hatte. Doch wendete sich so manches Blatt, und haben sich auch die Professoren nicht geändert, so ist es mit den guten Studenten um so schlimmer geworden. Die Zeiten der Göttinger Studentenrevolution, des Stuttgarter Burschentages 1831, des Hambacher Festes oder gar das Gedenken an das Frankfurter Attentat im Jahre 1833 find jäh verflungen. Und wenn jemand heute einem mit Rappe, Farben und beschmißtem Gesicht steif daherftolzierenden( als hätte er den Stod verschlucht, mit dem man ihn einst geprügelt") Jn torporierten" fagen würde: ob er denn weiß, daß 1837 die bedeutendsten Professoren der Göttinger Universität, unter ihnen wahre Leuchten der Wissenschaft( z. B. die großen Brüder Grimm und der bedeutende Dahlmann), wegen ihrer Freifinnigkeit entlassen, nach ihrer Vertreibung bei den studentischen Verbindungen herzlichen und starten Schuh gegen die Uebergriffe der Reaktion erhalten haben, so würde man auf einen ebenso starren Unglauben stoßen, als wenn einer wagen würde, daran zu erinnern, daß die Farben Schwarz- rot- gold die Farben der alten revolutio. nären„ Deutschen Burschenschaft" gewesen sind. Heut bespeien sie jeden Tag diese Farben und nennen fie das Firmenschild der Juden- und Schieberrepublit. Ihre Bänder find schwarz- weiß- rot und das Hakenkreuz fißt in ihrem Knopfloch. Unter diesem Zeichen soll auch die Wahl zur Studenten vertretung heute, Dienstag, und in den nächsten Tagen aus gefochten werden. Wer heute das Gebäude der Universität betritt, findet sich umgeben von einem Wald der Platate. Bielfarbig und in einer geschmadlosen Eintönigkeit der geistig Berlassenen schreien da die meisten Parolen vom Papier herunter. Die Wahlaufrufe der Deutschen Fintenschaft und des Berliner Waffen ringes beherrschen das Feld. Die vom Berliner Waffenring wissen, was sie wollen, und nicht umsonst haben sie die hilfsbereiten Sympathien der Industrie. Wir treten ein für die staatserhaltende Arbeit der Technischen Nothilfe." Und dann:„ Wir mißbilligen den schematischen, von Parteidoktrinismus diftierten Abbau nationaler Hochschullehrer." Da weiß man nicht, soll man lachen oder weinen über solche Dosis Gottverlassenheit. Wann ist denn ein deutschnational- völtischer Hez profeffor entlassen worden? hat nicht erst gestern der Geheimrat Roethe einem demokratischen Professor seine unpolitische Rede verboten und bem urteutonen und Rassenjäger Dr. de la Che vallerie das Wort gegeben, um„ Die politischen Ideale des Deut. schen Studenten" in einer Hatenfreuzlerversammlung barzulegen? In der sonst so streng unpolitischen" Universität und in dieser Ber. fammlung wurde beschlossen, an den hafentreuzgefpidten Plakaten fundzutun:„ Wir ziehen in das Parlament( d. h. Studentenparla ment), um ihm den Todesstoß zu versehen. Darum wählt die Liste der Fintenschaft!" Fintenschaft und Waffenring find die führenden Gruppen. Die Deutsche Gruppe der Korporationen" ift schwächer und versucht es mit Bauernfang, fie versucht tonfessionelle Begenfäße zu überbrüden und lehnt ab den fremdrassigen Einfluß" im Baterland. Das schwarz- rot- gelbe Wahlplakat ber Deutschen Stu dentenschaft, ihre schlichten Säge stechen hervor aus dem Getöse der Demagogie. Die Bereinigte Jüdische Gruppe wirft dagegen lächerlich mit ihren Berbindungen der jüdischen" Spreria" und " Silefia"; die Kommunisten halten es für angebracht, das " Reichsbanner Schwarz- rot- gold" anzugreifen und damit denen Dom Hakenkreuz zu helfen. Die Kommilitonen und Rommilitoninnen" bemühen sich eifrig, den Rest der Zeit auszumützen, und hängen auf Wände und Strippen neue Hafenfreuzplafate. Sie schonen auch die sonst so heiligen Bap pen und Tafeln der Burschenschaften und Korps nicht und über leben sie mit ihren bunten Betteln. Doch das ist zu viel, ein Herr mit sehr viel Schmissen holt den Portier, macht schnodde rigen Krach und die Zettel müssen von da weg. So werden die Wappen und Tafeln wieder frei. Man kann die Adler und Löwen sehen und die stolzen Namen lesen: Berliner Wingoff, Burschenschaft Asgard, Landmannschaft Triaria, B. C. Rorporation, Corps, Balaio- Teutonia, Bandalia, und man tann stille Betrachtungen dar über anstellen, was aus der alten Burschenherrlichkeit im Zeichen des Hakenkreuzes geworden ist.... Großeinkaufsgesellschaft. Die 30. orbentliche Generalversammlung der Großeinkaufsgesellschaft deutscher Konsumver. eine fand am 26. Juni in ufm statt. Den Geschäftsbericht erstattete in der Generalversammlung Pezold( Hamburg). Red ner schilderte die Wirkungen der Währungstatastrophe auf die GEG. Die Inanspruchnahme der GEG. durch die Vereine habe einen Umfang angenommen, der zwangsläufig zu scharfen Maßnahmen geführt habe. Wenn auch manches zusammenbreche, die GG. müsse unter alten Umständen erhalten bleiben. Leider hätten manche Vereine, wie ihr zum Teil recht illoyales Berhalten zeige, den Ernst der Lage noch immer nicht be griffen. Der„ zahlungslose Berkehr" mit der GEG. müsse aufhören. Die Befriedigung des Kreditbedürfnisses der Vereme set nur möglich gewesen durch Aufnahme beträchtlicher Kredite durch die GEG., deren Abbau nur nach und nach möglich sein werde. Jedenfalls werde aber die Kreditwürdigkeit der Gesellschaft erhalten werden. Durch die starke Inanspruchnahme des Kredits durch die Abnehmer werde die GEG. leider an der Konjunkturaus nüßung erheblich gehindert. Der erfreuliche Preisabbau habe den bitteren Beigeschmack, daß er ein Produkt der Not und vielleicht weitere Berarmung und Konkurse zur Folge haben. Die Umjäge nicht von langer Dauer fei. Die gegenwärtige Schleuderei werde auf den Einkaufstagen feien in der Nachkriegszeit ständig zurückgegangen und erst in letzter Zeit wieder merklich gestiegen. Die unverhältnismäßige Erhöhung der Frachten habe die Erweite rung des Lagerneges erforderlich gemacht. Der Umfaß der Lager habe sich außerordentlich günstig entwickelt. Gut bewährt habe sich auch die Errichtung zahlreicher Konzentrationslager. Die Gesellschaft sei beteiligt an einer ganzen Reihe Unternehmungen( z. B. Sächsisech Bekleidungswerte, Hoyer u. Lawon in Wangen, Fleischeinfuhrgesellschaft u. a. m.). Redmer schloß mit dem Ausdrucke der sicheren Erwartung, daß die GEG. alle Schwierigkeiten überwinden, daß sie es schaffen" werde dant der unerschütterlichen Treue der Genossenschaften und ihrer Vertreter. Dafür fei ein sichtbarer Be meis, daß trotz aller Hemmnisse in den letzten Jahren zahlreiche neue Gebäude und Fabritanlagen errichtet werden fonnten, darunter Riesenbetriebe wie die Zündholz- und chemische Fabrik in Gröba, die Malzfaffeefabrik in Chemniß, die Fischindustrie in Altona und die Fleischindustrie in Hamburg. Bästlein( Ham burg) als Berichterstatter der Revisionskommission und Junger ( Hamburg) als gewählter Revisor empfahlen die Genehmigung der Jahresrechnung und die Entlastung der Geschäftsführer und des Aufsichtsrates, die einstimmig beschlossen wurde. Als Revisor wurde Junger( Hamburg) wiedergewählt. Zu Prokuristen wurden Lämmel und Boje( Hamburg) bestellt. 2010 Dienstag, 1. Juli 1924 burg) die zwingende Notwendigkeit zur Wahl der Maßnahmen betonte und nachwies, wie wenig einheitlich die Auffassung hinsicht lich der Zugehörigkeit zu Unternehmerorganisationen und wie wert voll die Haltung der Gesellschaftsleitung für die Gesamtheit der Genossenschaften sei. Reis( Reutlingen) pflichtete dem bei und trat warm für die Ausbildung der Verlagsgesellschaft zu einer geistigen Rüstkammer für die Genossenschaften ein und forderte von ihr Berlagstätigkeit, namentlich auf dem Gebiete der Jugendliteratur. Die von Bäftlein( Hamburg) vorgelegte Jahresrechnung und der von Schwebt( Harburg) erstattete Revisionsbericht wurden genehmigt und den Geschäftsführern Entlastung erteilt. Groß- Berliner Parteinachrichten. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Mittwoch, den 2. Juli, pünktlich abends 7% Uhr, findet in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Hof fints parterre, die monatliche helferzusammenfunft statt. Tagesordnung: 1. Beschidung der Leipsiger Tagung. 2. Referat: Strafmaßnahmen und sozialistische Erziehung. 3. Verschiedenes. 1. Streis Mitte. Die heute fällige Rreisvorstandsfigung muß umständehalber auf Montag, den 7. Juli, verschoben werden. Zobal wird noch bekannt gegeben. 2. Kreis Tiergarten. Mittwoch, den 2. Juli, 8 Uhr, erweiterte Kreisvor standssigung bei Krüger, Puttligstr. 10. Stellungnahme aur Neuwahl des Kreisvorstandes. 3. Kreis Webbing. BEPD.- Elternbeiräte. Seute, Dienstag, 7 Uhr int Ronferenzzimmer der Schule Bankste. 20/21, Wahl des Kreisobmanns. Bildungsausschuß! Mittwoch, den 2. Juli, Sigung 7 Uhr bei Müller, Adolfstr. 12. Tagesordnung: Wahl, Maifeter, Gommerfest. 14. Kreis Neukölln. Donnerstag, den 3. Juli, 7½ Uhr, Kreisfunktionärver. sammlung in der Schulaula Donaustraße. Thema: Das Sachverständigen gutachten." Referent: Genoffe Dr. Mierendorff. 18. Kreis Weißensee. Mittwoch, den 2. Juli, 8 Uhr, Kreisgeneralversamm Tung bei Gallas( Prälaten). Referentin: Gen. Hedwig Wachenheim. Thema: Berichterstattung vom Parteitag. Heute, Dienstag, den 1. Juli: 30. bt. Wegen Uebergabe ber Raffengeschäfte vechnen alle Bezirksführer bis spätestens heute abend beim Gen. Langner ab. 46. Abt. Die Genossen und Bezirkslassierer werden ersucht, fämtliche Mai marken heute abend beim Abtellungstaffierer Urban, Cuornstr. 48, be stimmt abzurechnen. 116. Abt. Lichtenberg. 8 Uhr Funktionärkonferens im Lokal Schmidt, Doghagener Str. 54. Die Betriebsfunktionäre müssen erscheinen. Sungsozialisten, Gruppe Tempelhof- Mariendorf. 7% Uhr Uhr Jugendheim, Germaniaftr. 6/7. Aussprache. Einleitung Genosse Fromm. Gruppe Süben. 8 Uhr Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3. Diskussionsabenb. Alle älteren Mitglieder der SAJ., Kreis Kreuzberg, find eingelaben. Gruppe Lichtenberg. 7% Uhr im Jugendheim Bartaue 10, Bericht von bet Sungfozialisteniagung der Hannoveraner. Referent: Genosse Otto Lamm. Morgen, Mittwoch, den 2. Juli: 6. Kreis Kreuzberg Abends 7½ Uhr wichtige Sigung des Kreisbildungs. ausschuffes bet Reim, Urbanftr. 29. Zu Aufsichtsratsmitgliedern wurden gewählt Bästlein( Hambung), Kaufmann( Hamburg), Klögel( Nürnberg), Schulze( Halle), Charlottenburg, 56. Abt. Die Funktionärversammlung findet nicht Mittwoch, Bösch( Cannstatt), Bauer( München), Hyrenbach( Schwäb. Gmünd), Göz( Königsberg, Ostpr.), Hoffmann( Breslau) und Rupprecht( Köln). Die Goldmartbilanz, bie cin Goldmartstammtapital Don 2% Millionen M. enthält, wurde genehmigt und sodann bas Stammtapitat bis auf 5 Millionen Goldmart erhöht, nachdem Berger( Hamburg) die nötigen Erläuterungen gegeben hatte. Das eingezahlte Stammtapital wird in Goldmart umgerechnet und mit 25 Broz. bewertet. Die Beschlüsse wurden ohne Debatte einstimmig genehmigt. sondern Donnerstag, den 3. Juli, 7½ Uhr, bei Liersch, Rantstr. 62, flatt. 58. Abt. 7% Uhr bei Baech, Nanteste. 81, Funktionärsigung. 104. Abt. Niederschöneweide. 7% Uhr Funktionärstzung im Lobal Thiele, Bes Tiner Str. 88. 108. Abt. Copenid. 7 Uhr Funktionärkonferens im Jugendheim, Grünauer Straße 5, 8inner 4. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 99. Abt. Brig. Am 27. Junt verstarb Gen. Gustav Gens, Briz, Pintsch allee 42, Ginäfcherung heute Dienstag 3 Uhr im Krematorium Baumschulenweg. Jugendveranstaltungen. mitgliederversammlungen. Neukölln III; Neukölln VI: Gesundbrunnen II: Schule, Bank-, Ede Wiesenstraße. Schule, Nogatftr. 53. Neukölln V: Schule Schierfeste. 44. Schule, Raifer- Friedrich- Str. 4. Bankow: Jugendheim, Breite Str. 82( Cin gang Finanzamt). Prenzlauer Borstadt: Jugendheim, Oberberger Str. 57/58. Schöneberg II: Schule, Frankenstr. 10. Steglig I: Schule, Albrechtstraße. Westen: Baugewertschule, Kurfürstenstr. 141. Moabit II: Gemeindeschule am Stephanplay, Bortrag: Was ist Sozialismus?" Die Generalversammlung der Verlagsgesellschaft deutscher Konfumvereine fand gleichfalls am 26. Juni in Ulm statt. Die Gold martbilang, die 480 000 Goldmart Stammfapital aufweist, wurde Morgen, Mittwoch, den 2. Juli, abends 7 Uhr, Abteilungs. genehmigt und sodann das Stammtapital auf 960000 Goldmart erhöht, nachdem Bästlein( Hamburg) die nötigen Erläuterungen gegeben. Aufgewertet wird mit 25 Broz. bis 30. Juni 1919 nach dem Nennwert, später zum Dollarkurswert mit 100 Proz. Die Beschlüsse wurden einstimmig gefaßt. Den Bericht über das Geschäftsjahr 1923 erstattete Hoffmann( Hamburg). In längeren Ausführungen behandelte Redner den Konflikt mit den Buchdruckern der Gesellschaft zu Beginn dieses Jahres, nach weifend, daß fortgesettes grob tarifwidriges Verhalten des Ber. fonals Abwehrmaßnahmen notwendig machte. Das genossenschaftliche Unternehmen bedürfe des Schutzes gegen solche Uebergriffe der bei ihm Beschäftigten, sonst fönne es feiner Aufgabe nicht ge recht werden. Aus dieser Notwendigkeit habe sich auch der von allen Instanzen gebilligte Beitritt zum Deutschen Buchdrucker Verein ergeben, der auch aus anderen geschäftlichen Gründen unvermeiblich war. An der Aussprache beteiligten fich Schaffrath( Mainz), 3banez( Elberfeld), die die Maßnahmen der Verlagsgesellschaft, insbesondere den Beitritt zum Budybruder Verein, für unrichtig erklärten, während Rasch( HamFELLE CLIFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFFE Jungfosialisten. Donnerstag, den 8. Juli, abends 7½ Uhr, Vortrag des Geh. Legationsrates Dr. 8echlin über: Unsere Stellung aum Staat" im Jugendheim, Tilfiter Str. 4/5. Gäfte kommen. Briefkasten der Redaktion. Unter den Linden 78. Ja. Grtner 100. Anträge auf Gewährung non Sauszinssteuerhypotheken find an den Gemeidevostand zu richten. W. C. 15. märkische Scholle, Siedlungsgenossenschaft m. b. S., GW. 61, Tempelhofer Ufer 22. Dienstag 1 Juli An diesem Tago beginnt dergroße Saison- Ausverkauf! 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