Nr. 117. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags: Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 8 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernspredjer: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Die Elektrotechnik. Sonnabend, den 23. Mai 1891. " 1 Expedition: Beuth- Straße 3. tapitalfräftigen Konkurrenten Alles wieder einzubringen unternehmer zurückbleiben, wie ein Bummelzug hinter dem und die günstige Konjunktur doppelt ausnutzen zu können. Telegraphen. Herr Miquel ist ein wohlunterrichteter und scharf- Aber selbst wenn dies Alles nicht wäre, so könnte die Im Uebrigen denken wir auch an die Arbeiter finniger Mann und hat jedenfalls als ehemaliger Sozialist Entwicklung der technischen Einrichtungen doch nicht dem und nicht nur an die Kleinhandwerker, wenn wir die die Natur der kapitalistischen Produktionsform vollständig Kleingewerbe auf die Beine helfen. Denn die ganze Wirkungen der Elektrizität betrachten. Von den begriffen. Wie er es aber damit vereinbaren kann, alt- Maschinentechnik, die in der Großindustrie eine so mächtige Arbeitern werden viele brotlos durch die fortschreitende da können wir nicht, wie Herr hergebrachten Vorurtheilen und Illusionen so häufig das Rolle übernommen hat, ist ihrer Natur nach angelegt, Technik und Wort zu reden, das verstehen wir nicht. Als er jüngst ganz besonders den Großbetrieb zu fördern. Gerade die Miquel, ein Wohlbefinden" erblicken. Denn zu Frankfurt am Main über die Entwickelung der Elektro- Maschinentechnik hat den Großbetrieb zu dem gemacht, die Vortheile der Technik kommen in der kapitalistischen technik sprach, meinte er, man könne noch nicht alle Folgen was er ist; mit den einander folgenden Erfindungen und Beit nur den Kapitalisten zu gute; die Arbeiter werden ahnen, welche diese Entwickelung für das menschliche Da Verbesserungen hat sich auch der Umfang des modernen diese Vortheile erst verspüren, wenn die ökonomische Umsein und die sozialen Verhältnisse haben werde. Das Industrialismus gesteigert. wandlung die Produktionsmittel in den Besitz der Geaber, sagte der Minister, sei gewiß, daß die Elektrizität Die gleiche utopistische Hoffnung, dem Kleingewerbe sammtheit gebracht hat. ein gewaltiger Hebel des menschlichen Wohl aufhelfen zu können, hat man bei der raschen Ausdehnung Die liberale Presse wird uns nun wieder andichten, befindens sein und daß diese leicht theilbare, des Dampfbetriebes gehegt. Hochgelahrte und wohlweise wir wollten das Kleinhandwerk ,, vernichten". Das wollen Arbeit und Mühe sparende Kraft in Professoren der Nationalökonomie haben bis auf das wir nicht; aber wir wollen keine Hoffnungen aufkommen wesentlichen Beziehungen die Vortheile Tüpfelchen ausgerechnet, wie billig der Handwerker pro- lassen, die sich nicht erfüllen. Der Kapitalismus wird den des Großbetriebs auf den Kleinbetrieb duziren könne, wenn er sich mit Anderen zusammenthun Kleinbetrieb aufsaugen. überführen werde. und sich eine Dampffraft zugänglich mache. Das ist in schaften nach dem ledernen Muster des Herrn Schulze- annähernd so leistungsfähig werden, als daß die moderne Politische Uebersicht. Berlin, 22. Mai. Damit hat Herr Miquel aufs Neue der Hoffnung vielen Fällen auch geschehen. Aber wird man ernsthaft beRaum gegeben, das absterben de kleinhandwerk haupten wollen, daß dadurch das Handwerk im Allgemeinen könne erhalten und lebensfähig gemacht werden und zu den konkurrenzfähiger geworden sei? verschiedenen Methoden, nach denen dieser vielgeplagte Die Maschine, die mit Dampf oder mit Elektrizität Krante turirt werden soll, tritt nun eine neue. betrieben wird, ist von Hause aus eine Feindin Die Konservativen leben in dem Köhlerglauben, das des Kleinbetriebs. Sie erspart Zeit und Arbeit telegraphische Meldung, daß die Ernennung des EisenbahnDie Hamburger Nachrichten" erhalten aus Berlin die Kleinhandwerk durch Zünfte und Zwangsinnungen neu und steuert damit ganz von selbst auf die Massenproduktion präsidenten Thielen zum Nachfolger Maybach's nunfräftigen zu können; der Liberalismus hat die nicht weniger los, wie diese den Anforderungen der modernen Gesell- mehr erfolgt sei. Die amtliche Bestätigung der Meldung findliche Illusion, durch Vorschuß- und Rohstoff- Genossenschaft entspricht. Der Kleinbetrieb wird niemals auch nur ist abzuwarten. Die Weser Zeitung" meldet aus Hannover, Herr Delitzsch das Kleinhandwerk zur Konkurrenzfähigkeit Gesellschaft ihm einen bedeutenden Theil der Deckung ihrer v. Bennigsen sei über die Zerfahrenheit der Verhältnisse gegenüber der Großindustrie zu erheben. Beide hätten aus Bedürfnisse auf die Dauer überlassen könnte. Schon des- innerhalb der nationalliberalen Partei in HanErfahrungen der letzten Zeit mit Sicherheit entnehmen halb wird eine sozialistische Gesellschaft, die im Ganzen nover sehr verstimmt. Das wiederholt aufgetauchte Gerücht, können, daß die Konkurrenz des Großkapitals heute mehr nur Großbetrieb hat, mehr produziren, als die gegen er sei zum Nachfolger des Ministers von als je umhergeht wie ein brüllender Löwe und suchet, wen wärtige, halb feudale, halb bürgerliche Gesellschaft. Bötticher bestimmt, nehme in unterrichteten Kreisen feste sie verschlinge. Das Elend des Kleinhandwerkerthums Die Massenverarmung und das Absterben des Klein- Gestalt an. Den ersten Theil der Mittheilung glauben wir gerne, wächst mit jedem Jahr. Aber wir leben einmal in der gewerbes resultiren daraus, daß die Produktionsmittel im Zeit der Illusionen und so tritt denn zu den alten Besitze einer Minderheit sind, die mit diesem ungeheuren doch halten wir dafür, daß es sich beim zweiten Theile Illusionen noch eine neue, daß nämlich die Elektrotechnik Machtmittel das ganze ökonomische Leben beherrscht. lediglich um einen frommen Wunsch des Herrn v. Bennigsen mit ihrer Kraftübertragung geeignet sei, dem Wenn die Elektrotechnik sich heute noch so vortheilhaft handelt. Kleinhandwerk neue Lebenskraft einzuflößen. entwickelt, so wird an diesem Verhältniß Nichts geändert, Die einstimmige Verurtheilung, welche das Man vergißt bei solchen Dingen jerne, daß die Ueber- denn die kapitalbesitzende Minderheit wird damit in ihrer Reichsgerichts- Erkenntniß, die kriminelle Verantwort macht des Großkapitals bei der Konkurrenz nicht nur im Ueberlegenheit gegenüber dem kapitalschwachen Kleinbetrieb lichkeit des Korrektors betreffend, in der Presse und Produktionsprozesse selbst, sondern auch auf dem Waaren nur gestärkt und der Großunternehmer bekommt eine in sämmtlichen unabhängigen Bevölkerungskreisen gefunden markt sich geltend macht. Das Großkapital gestattet sich, vortheilhaftere Position. Angenommen, die Elektrotechnik hat, scheint den Mitgliedern des Reichsgerichts doch etwas mit den Waarenpreisen auch unter die von Angebot und würde dem Kleinhandwerker die Produktionskosten ver unangenehm zu sein. Eines derselben versucht in der„ Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" eine Vertheidigung, während Nachfrage diktirten Preise hinabzugehen, nur um den billigen, was von sachkundiger Seite mit Erfolg bestritten ein zweiter Herr, der vermuthlich gleichfalls ein Mitglied Konkurrenten zu ruiniren. Wenn dabei Verluste entstehen, worden ist, so kann das nicht in dem Maße geschehen, des Reichsgerichts ist, denselben Versuch in der„ Nationalso sieht man sie als„ Anlagekapital" an und man geht wie beim Großunternehmer. Das Großkapital kann die Beitung" macht. Der Gedankengang beider ist der nämliche, eventuell mit dem Preis weit unter die Produktionskosten neuen Verbesserungen mit tausendmal mehr Nutzen aus- und die juristische Haarspalterei muß bei beiden den Mangel hinab, da man ja sicher ist, nach Vernichtung des weniger beuten und der Kleinhandwerker wird hinter dem Groß- an Gründen ersetzen. Das Erkenntniß enthalte keine a IIfeit verführen oder zwingen. Ihre Liebe hatte um alle Jch will gar nicht von mir reden. Mit mir kannst Du Schwächen und Fehler des Vaters einen Mantel geworfen: er war ein Ehrenmann; das war der gesunde, starke Kern in der stacheligen Schale. Nun erwies sich auch dieser Kern als angestockt. Sie vermochte den Gedanken nicht auszudenken; die Sinne vergingen ihr. Feuilleton. Nachbruck verboten.] ( 66 Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tirol von Robert Sa, weichel. machen, was Du willst; aber um Deinetwillen thut es mir so weh, so weh, was Du mit mir im Sinne haft. Du stehst in einem Ansehen weit und breit wie kein Anderer und ich bin immer so stolz darauf gewesen, daß ich Deine Tochter bin, wenn Dir auch nichts an mir liegt." Mach's kurz," schnob er. " Jeßt, Bater," fuhr sie mit schwellender Brust fort, wie soll ich's nur verstehen, daß Du die nämliche Sach' zwei Mal verkaufen willst? Ich gehör' doch dem Wolf Lechner" Es wurde dunkel und Lisei trocknete ihre Thränen. Ihre wirthschaftlichen Pflichten riefen sie und sie unterzog sich ihnen wie immer; nur ſtill und bleich war sie dabei. Vefa's Mahnung an Ambros hatte ihm Unbehagen ver- Toni, die Großmagd, arbeitete ihr geschickter und flinker als ursacht, das ihn nicht verlassen wollte, und hatte er in der sonst in die Hände. Sie hatte in behaglicher Sonntagsruhe Vorstellung geschwelgt, wie er sich breit vor den Vater und in der Küche gesessen, als der Klosterbauer seine Tochter Der Klosterbauer unterbrach sie mit einer Stimme hart seine Stiefmutter hinstellen und ihnen zurufen würde: heruntergerufen, und die Stimmen in der Wohnstube waren wie Stein. Er wollte sich mit ihr nicht ärgern, wie er sich Schaut mich an, hier steht der künftige Klosterbauer! so zu laut gewesen, als daß sie den Vorgang daselbst sich nicht mit ihrem Bruder geärgert habe. Sie kenne seinen hielt er es jetzt für gerathen, seine Bräutigamswürde einst hätte zusammenreimen sollen. Mit Blicken voll Mit Willen, deutlicher könnte er nicht reden und damit wäre weilen noch zu verbergen. Was half ihm des Klosterbauers leides beobachtete sie verstohlen Lisei. Auch der Kloster die Sache ein für alle Male zwischen ihnen abgethan. Er Zusicherung, wenn Lisei zu fremden Leuten in den Dienst bauer schielte während des Abendessens versteckt nach ihr, ließ sie stehen und warf die Thür mit solcher Gewalt ging? Der Vogel, dem er mit einem Sprunge an die jedoch nicht mitleidig, sondern grollend. Sie bemerkte es hinter sich zu, daß die Fenster klirrten. Lisei rang die Rehle zu fahren gedacht hatte, saß noch sicher auf dem nicht; wie geistesabwesend saß sie vor ihrer Schüssel Hände. Dache. und dann und wann war es, als ob fie fröre. Als Der Klosterbauer trat noch, ehe er das Hans verließ, Armer Vogel! Das Herz zitterte ihm vor Angst in bas Abendessen vorüber war, das Gesinde sich entfernt in die Küche, wo die Knechte und Mägde beisammen saßen, der Brust. Es war eine eigenthümliche Angst, in der Lifei hatte und der Klosterbauer sich seine Pfeife anzündete, um und befahl dem Pferdeknecht, seinen Wagen mit dem Apfelauf ihrer Kammer saß und auf die in ihrem Schoße zu- zum Sonntags- Abendtrunk in den Stern zu gehen, bat schimmel für den folgenden Morgen um sieben Uhr bereit fammengelegten Hände schaute, ohne daß sie zu weinen ver- sie ihn mit einer leise zitternden Stimme, daß er noch zu halten. mochte. Es war ihr, als ob die Berge ringsum auf sie einen Augenblick dableiben möchte: sie wünschte mit ihm Die Fahrt wurde jedoch einstweilen vereitelt. Denn es stürzten und sie lebendig begruben. Wie konnten sie auch zu reden. erhob sich in der Nacht eines jener Unwetter, wie sie dem Frühling voraus zu gehen pflegen, und dauerte ununterbrochen bis zum Abend des zweiten Tages fort. Lisei, die schlaflos in ihrem Bette lag, hörte das Heulen des Sturms, unter dessen wüthendem Anprall das Haus bebte, und das Bischen der Regengüsse auf den Dachschindeln über ihr, aber sie fühlte dabei kein Grausen, wie sie es sonst wohl noch fest stehen, da es keine Treue mehr auf Erden gab. Eine Was soll's?" murrte er. schmerzlich brennende Scham über die Wortbrüchigkeit des Sie fuhr sich mit der Hand über die Stirn, wie um Baters überzog ihre Wangen. Und es war ja nicht genug das, was hinter der beinernen Wand wühlte, zusammen zu daran, daß derjenige, der sein einmal gesprochenes Wort fassen. wie einen unerschütterlichen Felsen hinzustellen pflegte, feine Versprich mir doch, daß Du mich ruhig anhören Ehre gleichgiltig wegwarf, er wollte auch sie zur Treulosig- willst," bat sie;„ nur das eine einzige Mal im Leben, Bater. gemeine Feststellung es behaupte nicht, daß jeder für welche die gesammte deutsche Bourgeoisie die Verant- politischer Vergehen Verurtheilten, Freiheit der Preffe, eine Korrektor für den Inhalt einer Schrift, an der er als wortung zu tragen hat. Der Schweinburg und seine nicht große Herabsehung der Ausgaben für Kolonien, Heer und Rorrettor thätig ist, kriminell verantwortlich sei. Das viel besseren Abschreiber werden sich gewaltig ärgern, wenn öffentliche Arbeiten, Ersparnisse in der Verwaltung, Ver Erkenntniß sei nur für einen bestimmten fontreten sie erfahren, daß das Handels- Museum", ein offizielles ringerung des Bestandes der Staatsbeamten und den AbFall verfaßt das ist die beiden Vertheidigern gemein- Organ des österreichischen Handelsministeriums, unsere schluß von Handelsverträgen in Aussicht stellen. fame Argumentation. Nun, wir ersehen aus ihr blos das Tabelle wörtlich abdruckt. Es wäre übrigens interessant, Der neuernannte Finanzminister wird sich morgen nach Gine, daß die Herren das Unangenehme und wenig vom Schweinburg unsere Tabelle forrigirt zu erhalten. Der Paris begeben, um dort in verschiedenen FinanzangelegenRühmliche der Lage, in welche das Reichsgericht sich wird sich aber wohl hüten, denn wenn er auf Grund der heiten zu unterhandeln. gebracht hat, wohl fühlen, und daß sie keine ftichhaltigen schweizerischen und österreichischen Gesetze die Tabelle neu für deren Inhalt kriminell verantwortlich zu machen Gründe zur Verfügung haben. Denn was sie da schreiben, herstellen würde, müßte er, falls er sich nicht der direkten Das Blaubuch über den Manipur Skandal ist find blos leere Ausflüchte. Allerdings knüpft das Er- Fälschung schuldig machen wollte, bis auf den letzten i- Punkt jest in England veröffentlicht worden wohlweislich, fenntniß an einen bestimmten konkreten Fall" an, allein für dasselbe veröffentlichen wie wir. Uebrigens sollen die Bour- nachdem das Parlament sich vertagt hat. Denn aus den diesen bestimmten konkreten Fall" macht es juristische Fest- geoisblätter nur weiter Schweinburg's Weisheit publiziten; Aftenstücken erhellt, daß nicht die Manipuriten die Angreifer stellungen", welche es ermöglichen, in jedem anderen uns wird es freuen, denn es wäre ein Beweis für ihren und hinterlistigen Verräther waren, sondern daß es die Herren bestimmten konkreten Fall" den Korrektor einer Schrift Aerger und ihre Unfähigkeit. Engländer waren, die ohne jeglichen rechtschaffenen Grund in das Land einbrachen und sich des legitimen Regenten - es sei denn, daß es dem angeklagten Rorrektor gelingt, Aehnlich wie in den Kantonen Baselstadt, Bürich, durch einen hinterlistigen Berrath, wie er schlimmer nicht eine Pflichtvergessenheit seinerseits nachzuweisen, d. h. nach Glarus und Luzern wird jetzt auch im Kanton Bern gedacht werden kann, zu bemächtigen suchten. Die Sache zuweisen, daß er die inkriminirten Stellen nicht ge- ein Schutzgesetz für Arbeiterinnen angestrebt. Es handelt ging aber schief, die Herren Engländer mußten mit blutigen Iesen habe. sich hierbei um Bestimmungen über den Schutz der durch Köpfen abziehen, und dafür werden nun die Manipuriten Hierin liegt das Monströse des Reichsgerichts- Erkennt- bas Fabrikgesetz nicht geschüßten Arbeiterinnenkategorien, wie mit Feuer und Schwert bestraft". Das nennt sich„ Bivilinisses, und die beiden Vertheidiger, welche dasselbe gefunden Wäscherinnen, Kellnerinnen, Ladenmädchen 2c. Ein diesen sation" oder auch Kolonialpolitik". hat, haben durch die klägliche Nichtigkeit und Gezwungenheit Wünschen Rechnung tragendes Gesetz besteht im Kanton ihrer„ Gründe" das Monströse des Erkenntnisses nur noch Baselstadt schon seit einigen Jahren und hat sich trefflich schärfer hervortreten lassen. bewährt. Nach Meldungen aus Sansibar verübten, wie die„ Voss. 3tg." meldet, arabische Sklavenhändler am Nordgestade Wieder einmal hat eben die Parteipolitik der des Tanganikasees fürchterliche Ausschreitungen. In der französischen Rammer wurde heute der Sie verheerten große Theile des Landes, wo bisher eine Justiz einen Streich gespielt. Wenn die Gerüchte, wie Bericht des Deputirten Biger vertheilt, welcher beantragt, friedliche Bevölkerung lebte. Berstörte Dörfer und die von das unter unter dem Bismarc'schen Regiment fortwährend die Getreidezölle während eines Jahres auf 3 Franks wilden Thieren halb verzehrten Eingeborenen( bezeugen die und planmäßig geschah, und wie das neuerdings wieder herabzusehen. durch die famose" Mahnung" an die Gerichte geschehen ist, gräßlichen Ereignisse, welche stattgefunden haben. Ueberall -in den Dienst der augenblicklich herrschenden Partei- Der Ausschuß des englischen Unterhauses zur Berathung sind Spuren eines langen und hartnäckigen Kampfes vorpolitik gedrängt werden und wenn überhaupt die aus- des neuen Fabrikgesetzes hat vor kurzem einen Antrag kommen zu sein scheinen, wurden doch mindestens 10 000 handen. Obwohl einige Eingeborene in den Wald entgesprochenste Parteipolitit baz Staatswesen so vollständig beherrscht, von Kindern in Fabriken maßgebenden niedrigsten Alters- Personen in die Sklaverei geschleppt oder getödtet. wie das seit einem Menschenalter, in immer steigendem stufe von 10 auf 12 Jahre verworfen. Desgleichen ist wird sich wohl bald herausstellen. Das Nordende des TanWie weit diese Nachricht den Thatsachen entspricht, Maße, bei uns der Fall ist dann kann man sich über ein von Sir William Houldsworth gestellter Vermittlungs solche Erkenntnisse" nicht wundern. Sie sind, was wir Antrag, die niedrigste Stufe auf 11 Jahre zu erhöhen, ab- ganitasees ist zum Theil deutsches Schuhgebiet; ob dasselbe schon gleich zu Anfang bemerkten,- eines Ursprungs gelehnt worden, sodaß, falls das Parlament den Kommissions- in Mitleidenschaft gezogen ist meldet die Woff. Btg." nicht. mit den Diätenprozessen, den Sozialistenprozessen( mit und Beschlüssen beipflichtet, nach wie vor zehnjährige Kinder in Der Reichs- Anzeiger" schweigt sich über diese Vorgänge ohne„ fonkludente Handlungen") 2c.- und auch mit solchen Fabriken beschäftigt werden können. Polizeimaßregeln, wie der neulichen Beschlagnahme der Ueber die Verhältnisse in Argentinien erhalten wir aus Buenos Aires unterm 19. April folgenden Brief: fehlers. " M National Zeitung" wegen eines geringfügigen Form Rammer ist ersichtlich, daß die Absicht besteht, der RegieAus den Zolltarifdebatten der franzöfifchen Die Grenzlinie zwischen Justiz und Polizei war in rung den Abschluß neuer Tarife mit den Mächten anheimDeutschland nie scharf gezogen- seit der Aera des So- zustellen. Allmälig zersplittern sich die 350 Stimmen, zialistengeseges ist sie ganz verwischt. beren der Schutzöllner- Häuptling Méline in der Kammer Als weitere Frucht des fraglichen Reichsgerichts- Er- sicher zu sein schien. kenntnisses sei noch mitgetheilt, daß auch in Magdeburg Boughie und Nasi brachten in der italieniin einem Breßprozeß gegen die„ Volksstimme" der Drucker schen Kammer einen Gesezentwurf ein, welcher der Remitangeklagt worden ist. gierung im Interesse der öffentlichen DrdNach einer Notiz der Berliner Börsennung die Berechtigung ertheilen sollte, die Abhaltung Beitung" follman" in der sozialdemokratischen Partei erklärte dem gegenüber, daß es eines solchen Gesetzes nicht von Versammlungen rundweg zu verbieten. Nicotera gegen Liebknecht sehr mißtrauisch geworden sein und bedürfe, da das bestehende Sicherheitsgesetz sich hierüber alle seine Schritte überwachen"( was ihm den Aufenthalt bereits aufs Klarste ausspreche, und die Regierung, hierauf in Berlin und seine öffentliche Thätigkeit fast unleidlich macht"), weil er in der„ Neuen Zeit" die Zurüd gestützt, bereits mehrfach Versammlungen verboten habe. er in der Neuen Beit" die Zurück weisung der Mary'schen Programmvorschläge nicht gerecht- Der Minister bat daher um Zurückziehung der Vorlage, was fertigt" habe. Der Rip van Winkle der Börsen- Zeitung" auch geschah. Darauf wurde die Spezialbebatte über das Budget des Innern fortgesetzt. hat offenbar ein paar Monate geschlafen, sonst wüßte er, daß im Zentralorgan der Sozialdemokratie dem Es hat eine Beit gegeben, wo man in Jtalien Freiheit Vorwärts", das, was er wünscht, längst, und zwar genoß, wo dieses Land als Hort des echten Liberalismus aufs Gründlichste und Deutlichste geschehen, und daß über galt. Nun sind aber Regierung und Politik Italiens haupt der ganze Zwischenfall längst erledigt ist. Natürlich längst ihrer revolutionären Vergangenheit untreu geworden, hat es sich nicht um die Rechtfertigung" eines Schrittes Geseze nicht minder reaktionär als in anderen Staaten sind gehandelt, dessen Nothwendigkeit im Interesse der Partei zur Niederhaltung freier Volksbewegungen geschaffen worvon der ungeheueren Mehrzahl der Genossen niemals be- den und die Ausführung der Geseze wird bald nicht mehr zweifelt worden ist. Die Notiz der„ Börsen- Zeitung" rührt übertroffen werden von der in dem ehemaligen Königreiche beiläufig von einem Mitgliede jenes Reporterrings her, der Neapel, welches vernichtet zu haben der Hauptruhm der es fich zur Aufgabe gemacht hat, über die sozialdemokra- Crispi, Rudini, als sie freilich jünger waren, gewesen war. tische Partei, namentlich über die Bewegung in Berlin, die Würde den italienischen Staatsmännern die Geschichte eine verrücktesten Lügen in die Welt zu setzen, sozialdemokra- Feldmeisterin sein, so wüßten sie aus ihrer eigenen Lebenstische Radauversammlungen zu fabriziren und" Spaltungen" geschichte, daß derartige Stüßen einer Regierung faul find. zu erfinden. " Nach wochenlangen vergeblichen Versuchen gelang es endlich gestern in Portugal ein Rabinet zu Stande zu bringen. Es dürfte nicht lange im Amte bleiben, da die politischen und finanziellen Schwierigkeiten des Landes sehr groß sind. Die verlogene Notiz des Schweinburg über unsere Tabelle macht die Runde durch die ganze Bourgeoispresse; freisinnige und nationalliberale wie deutschkonservative Blätter drucken sie ab und beweisen damit ebenso sehr ihre fozialpolitische Unwissenheit wie ihre Denkfaulheit, sie ver- Das Programm des neuen Rabinets ist nicht übel, es rathen auch dadurch ihre Scham über die lex Gutfleisch, wird dem Vernehmen nach Strafmilderung für die wegen aus. Die politische Frage ist gelöst und es wird infolge dessen wegen der nächstes Jahr stattfindenden Präsidentenwahl zu feiner Wahlschlacht kommen. Die Bourgeoisparteien haben sich geeinigt und als Kandidaten Mitre( Präsident) und Frigoyen ( Vizepräsident) aufgestellt. Diese Kandidaten vertreten die Intereffen der gran hacendados, der Großgrundbesitzer, die etwa 2 pet. der Bevölkerung ausmachen die übrigen 98 pet. haben nichts zu sagen. Die mit großem Lärm in Szene gefegte innere Anleihe hat statt 100 nur 48 Millionen ergeben, und die Staatsbanten, benen die 100 Millionen Anteihe noch einmal auf die Beine helfen sollte, find insolvent erklärt. Der Bankerott ist da, Noth und Elend mehren sich, und wer weiß, ob nicht der tommende Juli die Stadt in ähnlicher Lage findet, wie voriges Jahr. Aus dem Innern des Landes kommen nur Raub- und Mordgeschichten; die Unsicherheit nimmt derartig zu, daß die Kolonisten sich zu Vigilanzkomitees zusammenthun, um sich des Gesindels zu erwehren und furzen Prozeß zu machen, denn auf die Polizei können die Kolonisten nicht rechnen, selbige ist froh, wenn ihr nichts gethan wird, oder betheiligt sich selber an Raubzügen. Die Hafenarbeiten werden eingestellt, weil kein Geld da ist, um dieselben fortsetzen zu können. Dadurch werden wieder Tausende arbeitslos, und kann das ein Anlaß zu sogenannten Ruhestörungen werden, denn Alle können nicht abreisen, und viele von denen, die abreisen möchten, haben ihre Ersparnisse in den bankerotten Staatsbanken, bezüglich deren die Regierung erklärt hat, daß vor dem 1. Juni teine Depositen mehr zurückgezahlt werden. Und zum 1. Juni giebts sehr wahrscheinlich erst recht nichts. Die geprellten Gläubiger der Staatsbanken, die in Massen erschienen, um ihre Depositen zu fordern, wurden einfach von der Polizei auseinander getrieben. Die Gläubiger dieser Banken rekrutiren sich hauptsächlich aus dem Klein- Bürgerstande und verlieren hier ihre Ersparniffe; die Schuldner sind die Groß- Grundbesitzer, überhaupt die upper ten", und diese verlieren gar nicht, denn man fürchtet sich zu einer ernsthaften Liquidation zu schreiten, weil das ein Unglück geben würde, wie ein Regierungsmitglied offen fagte. Die spanisch- amerikanische Race und Korruption sind zwei unzertrennliche Begriffe. Gute Geseze oder gar keine Gesetze - das bleibt sich hier gleich, denn sie werden doch nichts respektirt, am allerwenigsten von denen, die sie geben. Aber trotzbeschlich, und sie dachte nicht an die unheimlichen Sagen mit dem der schmelzende Schnee in unzähligen Rinnsalen die besonderen Bittgänge der Gemeinden schon früher vervon dem wilden Jäger, oder dem Ritter von Brack, der zu Thal sickerte. Der Himmel war reingefegt von boten worden, traf jezt ein Interdikt nach dem anderen mit seinem Roffe über schwindelnde Abgründe sezte. Nur allen Wolken und die zahlreichen Fenster der alten die öffentliche Abbetung des Rosenkranzes, den Gottesdienst, zuweilen ächzte sie leise: D, Vater! Vater!" Ihr ganzes Beste Thurn, die sich mit ihren ungleichen Burghäusern und in der Adventszeit und die Messe in der Christnacht. Selbst fittliches Empfinden war in Verwirrung. ihrem viereckigen Thurm über St. Martin erhob, blinkten das Läuten des Sterbeglöckleins ward untersagt. Diese Ihr Seelenzustand an den folgenden Tagen glich dem golden in der Morgensonne. Maßregeln bewirkten indessen das gerade Gegentheil von Wetter draußen; er war verworren, aufgeregt, troftlos. Die schmale Brust des Kuraten erweiterte sich unter dem, was die Regierung beabsichtigt. Nie waren die Indeffen gewährte ihr das Stürmen und Regnen ein Gutes, dem Einathmen der feuchten Märzluft. Sein Gesicht aber, Kirchen Tirols an den Sonntagen und den von der Regieohne daß sie es wußte. Das Unwetter verhinderte Vefa über das der tief herabgezogene Hut einen Schatten warf, rung übriggelassenen Feiertagen so voll gewesen wie jetzt; auf den Klosterhof zu kommen, um, wie sie es ihrem Brus war blaß wie immer. Labona Uschina's mütterliche Pflege nie hatte man sich so eifrig zu den Beichtstühlen gedrängt. der versprochen hatte, Lisei zur Vernunft zu bringen, und wollte ihm nicht gedeihen: geistige Unruhe verzehret den Die Macht der Geistlichen, welche gebrochen werden sollte, auch Jerg ließ sich nicht blicken. Denn er war ein kluger Leib. Hartwanger war nach den stürmischen Ereignissen erstarkte mit jedem Tage Feldherr und wollte erst abwarten, bis Vefa eine Bresche in St. Vigil mit seinem Glaserkasten das Gaderthal mehr. Auch die Gemeinde von St. Martin schloß sich enge in die Festung gebrochen, bevor er selbst zum letzten Sturm aufwärts gewandert und auch nach St. Martin ge- und inniger um ihren Seelsorger. Hatte Hannes in der anrückte. Der Klosterbauer verwünschte das Wetter, Vefa kommen. Durch ihn mußte Hannes um den Angriff auf ersten Beit den Pflichten seines Amtes hauptsächlich darum und Jerg; er wollte ohne viel Federlesens zu Ende die Schmiede und Alles, was sich daran geknüpft hatte bis mit solchem Eifer sich unterzogen, um seine Liebe zu Staft fommen. Die traurigen Mienen Lisei's machten ihn zu dem letzten erbitterten Zusammenstoß zwischen dem zu überwinden und den brennenden Schmerz der Entwüthend, obgleich er sich nicht ärgern wollte, und wie Klosterbauer und Ambros. Alles brach dort zusammen, ohne fagung zu betäuben, so war ihm nun ein höheres Ziel aufder Sturm draußen, so tobte er im Hause und in den daß er helfen konnte. Die Befreiung des greisen Pfarrers aus gegangen. Die Verse, welche der Landrichter aus Schillers Wirthschaftsgebäuden umher. Es war für Alle eine Er den Händen der Soldaten, war ein Aufblik, der ihn die Wilhelm Tell" angeführt hatte, flangen in ihm fort, wenn Lösung, als er am Morgen des dritten Tages wegfuhr Schwärze des Horizontes nur um so deutlicher erkennen auch weniger den Worten als dem Sinn nach. Sie wurden nach Bruneck zum Notar. ließ. Wohin er die Blicke richtete, zogen finstere Wolken für ihn zu einer inneren Stimme, die ihn für die ewig Der schöne Morgen veranlaßte auch den Kuraten drohend auf; nachtdunkel breitete sich die Himmel über ganz unveräußerlichen Rechte seiner unterdrückten Mitmenschen Hannes einen längst gehegten Vorsatz auszuführen. Die Tirol. einzutreten mahnte, und die Mannhaftigkeit, Kunde von der Erkrankung des Pfarrers Moltenbecher war Er hatte sich ganz einspinnen wollen in seine Arbeit der sein ehemaliger Lehrer, Herr Moltenbecher, seiner zu ihm gedrungen, und er machte sich auf, um ihn zu be- über die heimathliche Alpenflora; allein sie war mehr und Gemeinde gegen die grausame Willkür des bayerischen suchen. Er schlug den Weg über das Jöchl ein und verlockt mehr ins Stocken gerathen seit der Pfarrerversammlung in Kommissars sich angenommen hatte, ward dem noch innervon der warmen Märzsonne, setzte er sich droben auf die der Dechanei zu Enneberg. Die Unterredung mit dem lich Zagenden zum Vorbilde. mit Bank neben dem Bildstock. Die Regengüsse der letzten Tage Landrichter und dem Oberförster hatte den Vorhang Ein Ausruf der Ueberraschung veranlaßte ihn endlich, hatten den Schnee im Thale bereits an vielen Stellen ver- zerrissen, der ihm bisher die Welt verhüllt; der ihm bisher die Welt verhüllt; hatte sich umzusehen. Lisei war eben aus dem Walde ge tilgt. Auf den Höhen lag die Winterdecke anscheinend noch seinen Blick von dem Persönlichen auf das Allgemeine, treten und näherte sich nun flinken Schrittes dem Bildunberührt, so auf der Brust des Peitlerkofis, der einen von seinen eigenen Intereffen auf das Vaterland gelenkt. stocke. spizen Eishut trug, und auf dem Scheitel des Kreuzkofls, Was waren die Leiden, durch die er sich mit blutendem Lisei!" rief er nicht weniger verwundert, indem er der sich in gewaltigen Terrassen aus dem Gaderthale auf- Herzen gerungen, gegen diejenigen, unter denen sein Vater aufsprang und seiner Schwester entgegen ging. Sie ergriff baute. Das Gebüsch am Bildstock hatte bräunlich an- land ächste? Und noch immer kamen neue dazu. Das seine Hand und wollte sie füssen. Er aber schloß sie leb. gehauchte Knospen und Hannes hatte sie untersucht, ehe er Regierungsblatt, welches er jetzt zu halten genöthigt war, haft in seine Arme und füßte sie auf den Mund. Lisei's sich niederließ. Es mochte noch eine gute Weile dauern, brachte Erlasse über Erlasse, die zu der stets fühlbarer sich Augen wurden feucht. bis sie sich öffneten; allein sie waren doch ein untrügliches machenden materiellen Noth und dem politischen Drucke ( Fortsetzung folgt.) Zeichen, daß die Natur aus ihrem langen Winterschlafe zu einen immer scheren Gewissenszwang fügten. Nachdem erwachen begann. Auch das leise Murmeln verkündete es, die nach den Gnadengängen und be de th αν br at Do fa 10 to g In S b h ti 2 m if to g S 9x100 Korrespondenzen und Parteinachrichten. The dem befindet sich das Land nicht in der An archie, sondern darf auf den Ausgang dieses Prozesses gespannt sein und werden Handels- und Finanzminister gerichtet hat, liegen jest nähere wird von der gemeinsten egoistischen Willkür beherrscht. Die wir den Verlauf desselben näher besprechen. Angaben in Wiener Blättern vor. Wir entnehmen ihnen: Die Herren Staatsbeamten, vom ersten bis zum letzten, betrachten Interpellanten erwähnen zunächst die Sistirung des niederösterihre Aemter einfach als ein Mittel zum Zweck zum Zweck Ans Oberfranken in Bayern wird uns geschrieben: In reichischen Buchdruckervereines, welcher ein bloßer Humanitätsreich zu werden, und scheuen vor keiner Gemeinheit zurück, um dem 3 Stunden von Bamberg entfernten Orte Adelsdorf foute verein zur Unterstüßung tonditionsloser Mitglieder sei und sich dieses Ziel zu erreichen. am Pfingstsonntag eine Versammlung stattfinden, in der Herr jeder agitatorischen Thätigkeit enthalten habe und trotzdem wegen Segiz aus Fürth über die Sozialdemokratie und ihre Gegner Unterstügung der Streifenden behördlich sistirt worden sei. reden wollte. Die Versammlung war rechtzeitig angemeldet, der Weiter erschwere es die Behörde den Angehörigen der typoWirth hatte schriftlich die Erlaubniß zur Benutzung feines graphischen Branche, fich in legaler Weife öffentlich zu verfamSaales gegeben, kurz alle Formalitäten, welche die hohe Bureau- meln, um über die Fortdauer des Streifs zu verhandeln, und tratie für eine Versammlung in Bayern vorgeschrieben hat, waren wird insbesondere die Verhinderung der Versammlung am Pfingstfiſt und formgerecht erfüllt worden. Drei Tage nach An- montag hervorgehoben. Ferner hoben die Interpellanten hervor, meldung der Versammlung erhielt die Frau des Einberufers die daß in der t. t. Staatsdruckerei für Privatfirmen wie die Versammlungsanzeige zurück, welche mit folgendem Vermerk ver Steyrermühl" Tag und Nacht gearbeitet werde und derart die sehen war:" Vorstehender Versammlungstermin wurde angezeigt. Direktion der Staatsdruckerei sich in den Dienst einer AktiengesellDie Versammlung wird nicht gestattet." Adelsdorf, 13. Mai 1891. fchaft stelle. In der Staatsdruckerei wie auch in einer Reihe H. Schorr. von Druckereien, in denen überhaupt gearbeitet wird, werden die Besser kann die Versammlungs, freiheit" in Bayern nicht Bestimmungen des Gewerbegesezes in Bezug auf Arbeitszeit, illustrirt werden, als durch dieses Verbot. Schlimmer war es Nachtarbeit u. f. w. übertreten. Von der General- Direktion der unter dem Sozialistengefeh auch nicht. Staatsbahnen feien der Buchdruckerkunst kundige Bedienstete der Steyrermühl" zugewiesen worden. Die Interpellanten betonten, daß alle diese Umstände unter den Buchdruckern eine sich steigernde Aufregung hervorgerufen und den Glauben an die Unparteilichkeit der amtlichen Organe erschüttert haben, und stellen daher an die obgenannten Minister das Ersuchen, dem Abgeordnetenhause ehebaldigst beruhigende Aufklärungen zu geben. Der Lausanner Bäckerstreik ist nur ein partieller, das Wriezen, 21. Mai. Bei der heute in Eberswalde stattgefundenen Gerichtsverhandlung gegen die Genoffen Salomon, Mißling, Schmidt und Stabernack- Berlin wegen Majestäts, beleidigung begangen durch Sitenbleiben bei einem Hoch auf den Kaiser wurden sämmtliche Angeklagte, Dank der Vertheidigung des Rechtsanwalts Freudenthal, freigesprochen, Ein ausführlicher Bericht folgt. Thale a. Sarz. Von einem sonderbaren Vorkommniß ist bon hier zu berichten. Auf dem hiesigen Eisenhüttenwert wurde am 1. Mai in der Klempnerei eine Tabelle ausgehängt, wonach vom 17. d. M. ab der Lohn erheblich reduzirt wurde. Hierauf fahen sich zirka 40 Klempner veranlaßt, sofort zu tündigen; es waren dieses alles unverheirathete Fremde. Am Himmelfahrtstage ließen sich ca. 40 von den jungen Leuten zufammen photo graphiren. Es waren nun mehrere dabei, welche nicht gekündigt hatten, also hier bleiben, dagegen waren mehrere nicht dabei, welche mit fortzogen. Nachdem sie sich hatten photographiren laffen, machten sie noch einen kleinen Ausflug nach Neinstedt. Gegen Abend kehrten sie zurück und zogen in geschlossenem Zuge durch Thale. Da zu jedem Zuge eine Fahne gehört, so hatten sie auch einen Stock genommen und ein buntes Taschen tuch daran. gebunden. Diese Fahne trugen fie voran. Arbeiterbewegung. 2 Samburg, 20. Mai. Das„ Echo" berichtet: Unter den vielen Tausend Theilnehmern an dem großartigen Festzuge am 3. Mai hatten sich auch einige Arbeiter der hiesigen Eisenbahnbetriebs- Brot noch nicht ausgegangen. Werkstätten am Berliner und Venloer Bahnhof befunden und Brot noch nicht ausgegangen. keiner von ihnen ahnte etwas Arges, da von Seiten der BetriebsParis, 22. Mai. Der Pariser Munizipalrath hat die leitung nicht das Geringste verlautbart war, daß die Nicht- Omnibusgesellschaft des Betriebsrechtes für verlustig erklärt, um betheiligung der Arbeiter des Bahnbetriebes nur gewünscht werde. selbst den Betrieb aufzunehmen. Die Omnibusgesellschaft hat Das Unheil, das der Herr Werkstättenvorstand Richter demjenigen mehrere ihrer Angestellten, welche Arbeiterfyndikaten angehören, feiner" Arbeiter zugedacht hatte, die die Frivolität besaßen, in gemaßregelt. Unter den Bediensteten der Gesellschaft herrscht friedlichster Weise ihrem Wunsche nach einer gefeßlichen Ein- daher eine gewisse Gährung und ein Ausstand droht aus schränkung der Arbeitszeit Ausdruck zu geben, sollte dieselben zubrechen. unerwartet, und, wie er wohl annahm, darum um so schwerer Der Scherz hatte aber feine Folgen. Einen Tag vor der treffen, benn folch' revolutionäres Beginnen, in feierlicher Weise London, 21, Mai. 5000 Schneidergefellen wurden heute Abreise erhielten fast Alle, welche gekündigt hatten, ein Straf- und unter höchster behördlicher Genehmigung für einen ausständig. Diefelben verlangen bessere Werkstätten sowie eine mandat über 10. M., einige auch über 20 M. wegen Zusammen- großen Gedanken zu demonstriren, das mußte exemplarisch gleichmäßige Arbeitszeit. rottung und Borantragens einer rothen Fahne". Das Schönste bestraft werden. Der Werkstättengewaltige schickte also einige ist hierbei, daß Diejenigen, welche weiter arbeiten, aber auch feiner gefälligen Vorarbeiter los, um im Zuge zu spioniren, wer dabei gewesen sind, kein Strafmandat erhielten, während mehrere, von den Untergebenen" des Herrn Richter an dem gefährlichen welche nicht dabei waren, aber abreiften, ein Strafmandat be- Umzuge theilnehmen würde. Und richtig fanden die gefälligen tamen. Zunächst haben Alle Berufung eingelegt und find ab- Vorarbeiter auch drei der Arbeiter der Betriebswerkstätten gereist. Auf den Ausgang ist man gespannt, erstatteten ihrem racheheischenden Vorgesetzten schleunigst Bericht. Magdeburg, 20. Mai. Gegenüber der Nachricht, daß das und als dann am anderen Morgen die bret Arbeiter zur Arbeit Reichsgericht den Korreftor einer Zeitung als mitverantwortlich tamen, wurde ihnen die Mittheilung, daß sie wegen der Theil für den Juhalt derselben erklärt hat, wurde die Ansicht aufge- nahme an der Maifeier gekündigt seien. Von den Arbeitern der worfen, daß schließlich auch der Drucker neben dem Redakteur Betriebswerkstätten haben sich, wie uns zuverlässig versichert wird, verantwortlich gemacht werden könne. Dies wird thatsächlich zwar noch viele an dem Umzug betheiligt; die scharfen Augen der von der Magdeburger Staatsanwaltschaft gegenüber dem Drucker spionirenden Vorarbeiter haben sie aber wohl in der ungeheuren unferes Partei- Organs, der„ Volksstimme" versucht. Bei einem Masse nicht entdecken können. Nur einen hatten sie noch herausReferat über die Gerichtsverhandlung in Sachen des Heine'schen gefunden, der sich jedoch besonderer Gunst des Herrn Richter er Weberliedes war der damals zu einer Uebung eingezogene freuen soll, und deshalb nicht entlassen wurde. Aber die EntStaatsanwalt und. Lieutenant der Landwehr Nessel im Interims- laffung allein schien dem Werkstattgewaltigen noch nicht genug rod anstatt im vorschriftsmäßigen Waffenrock als Zeuge erschienen. der Strafe für solch frevelhaftes Beginnen, das zu thun, was Der Redakteur der Boltsstimme" hatte dies mit den Worten die Polizei erlaubt. Den Entlassenen mußte es nach bemerkt:" Beuge Nessel erschien im faloppen" Interims echt Frih Kahnemann'scher Methode auch noch möglichst rock. Weil falopp im Französischen in der Bedeutung schwer gemacht werden, anderweitig Arbeit зи be schmutzig"," schmierig" gebraucht wird, hat der Staatsanwalt tommen. Deshalb schrieb der Herr Werkstättenvorstand den brei " effel Strafantrag wegen Beleidigung gegen Redakteur und Arbeitern ein liebliches Zeugniß, das wir, um uns nicht Drucker der Boltsstimme" gestellt, welchem Antrage die an der Vervehmung der Leute mitschuldig zu machen, mit WegStaatsanwaltschaft auch stattgegeben hat. lassung der Personalien hier wortgetreu hersetzen. * Stadtilm. Eine auf nächsten Sonntag hier anberaumt ge wefene öffentliche Versammlung mit dem Vortrag des Herrn Karl Schulze aus Erfurt über das Thema„ Das Programm der Sozialdemokratie" ist polizeilich verboten worden. * zmet vom Berliner, einen vom Benloer Bahnhof – heraus und Soziale Uebersicht. 9 • B • • • • Der geboren. Hauptwertstätte beschäftigt. Seine Führung und Leistungen waren zufriedenstellend; feine Entlassung erfolgte, weil er sich am 3. Mat an der Maifeier betheiligte. Richter. zu war vom 18.. bis heute in der hiesigen . An die deutsche Arbeiterschaft. Ein schwerer Schlag hat wieder die rheinisch- westfälischen Bergleute getroffen! Durch die maßlosen Bedrückungen der Schlotjunker und durch die, mit der Absicht, die noch junge Organisation der Bergleute zu zersprengen, seitens der chriftlichsozialen Partei ins Werk ge fette Agitation ist ein Theil unserer Kameraden dazu übergegangen, in den Streik zu treten. Obwohl die gesammte Arbeiterpreffe vor einem Streit warnte, glaubte ein Theil unserer Kameraden es dem Solidaritätsgefühl schuldig zu sein, als der Streit ausgebrochen, nunmehr ihren Rameraden zur Seite zu stehen. Der Streit ging verloren! Die Machthaber nehmen die Gelegenheit wahr! Ueber 2000 unserer Kameraden sind bereits aufs Pflaster geworfen. Unsägliches Glend wird hereinbrechen, wenn nicht schleunige Hilfe geschaffen wird. In einer Jahreszeit, wo alle Lebensmittel auf die Neige gegangen sind, stehen sie hilflos und verlassen da, die Opfer des Streiks und der Mißwirthschaft der Kohlenbarone. An das sich so oft glänzend bethätigte Solidaritätsgefühl der deutschen Arbeiterschaft appelliren wir! Elze. Hier war vorige Woche eine Versammlung der VerSchleunige Hilfe thut unfern in dumpfer Verzweiflung treter des Kriegerverbandes. Hameln. Dabei wurde sehr gut gegeffen, noch beffer getrunken und am besten geredet. Mit Einer von den Entlaffenen war 13 Jahre, der andere zehn brütenden, so schwer getroffenen braven Rameraden noth! Wir hoffen und erwarten, daß auch diesmal die deutschen Fahnen marschirte, ein Festzug durch die Stadt und am Krieger Jahre in der Betriebswerkstätte beschäftigt; von dem Dritten Denkmal hielt der Lehrer Goster eine Festrede, in der er sich wissen wir die Dauer der Beschäftigung nicht. Alle drei find Arbeiter ihre Brüder nicht im Stich laffen werden, möge die einer wohlgeneigten Behörde als echter preußischer Lehrer" Familienväter. Thut aber alles nichts. Wer, ohne daß Herr Gabe noch so klein sein. Viele Wenige machen ein Viel. Im empfahl, dann aber auch noch seine Fähigkeit als Jugenderzieher Richter auch nur einen gegentheiligen Wunsch verlautbart festen Vertrauen auf Gure Opferwilligkeit erwarten wir, daß durch folgende Leistung bewies: hätte, seine Wünsche öffentlich in unanfechtbarer Weise fundgiebt, Es wächst scheinbar ein Geschlecht heran, völlig der Bäter der wird nicht nur entlassen, sondern auch mit einem Uriasbriefe wenigstens die Noth in etwas gelindert wird. unwerth. ausgestattet, der es ihm bei jedem Bourgeois, der ähnliche Ge Alle Geldsendungen sind an Joh. Meyer, Bochum, DarstenerFreiheit und Gleichheit hört man schallen. Fürstenhäuser sinnungen hegt, wie der Herr Werkstättenvorstand, von vornherein straße 29, zu richten. sind eine Schande! Man will den Zukunftsstaat errichten, von unmöglich macht, Arbeit zu erhalten, der also offenbar den Zweck Straße 29, zu richten. dem doch niemand weiß, wie's drin aussehen soll. Und was der haben soll, die Existenz der Entlassenen zu vernichten. Daß diese Zur Aussperrung der Schreiner von Mainz. Dinge mehr find. Lauter wüste Gedanken, entsprungen im leeren Absicht in einer Stadt wie Hamburg nicht erreicht wird, ändert Ausstand der hiesigen Schreiner dauert in den Fabriken von Gehirn der Tagediebe. an der moralischen Qualität des Verfahrens nicht das Mindeste. Rauch, Mann, Rimbel, Fürst und Dorfelder unverändert weiter. Lassen Sie uns nicht zu denen gehören! Entfernen wir solche Hochgeehrte Festgenossen! Werthe Kameraden! Elemente aus unserer Mitte, falls sie sich zeigen sollten. Sie sind ein Krebs, der um sich frißt. Bu zu ihm bringen wir unsere Kinder. Er wird uns führen burch Nacht zum Licht, und wenn es sein muß, durch Blut zur Freiheit." " Saarbrücken, 21. Mat. Auf Inspection II( Louisenthal streiten 759 von 3500 Mann, auf Inspektion V( Sulzbach) 185 von 2600; auf den 9 übrigen Inspektionen ist alles angefahren. Die Bergwerks- Direktion gewährt den Ausständigen unbehinderte Rückkehr bis zum 25. Mai; wer bis dahin die Arbeit nicht wieder aufnimmt, erhält die Abkehr. Die Gesammtbelegschaft beträgt etwa 29 500 Mann. Der ordentlich stark besucht war, wurde mit allen gegen eine Stimme In der letzten öffentlichen Schreinerversammlung, welche außer ordentlich stark besucht war, wurde mit allen gegen eine Stimme folgende Resolution angenommen:" In der heutigen Schreinerversammlung beschließen die arbeitenden Schreiner von Mainz, von ihren Arbeitgebern zu verlangen, binnen acht Tagen dahin zu wirken, daß eine Regelung der entstandenen Streitigkeiten stattfindet und verpflichten sich, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln die gerechte Sache der Ausgesperrten hochsubalten, auf keinen Fall aber zuzugeben, daß angesichts der von überall gemeldeten Arbeitslosigkeit die Arbeitszeit noch verlängert Betrieb, und eine derselben machte in lezter Zeit den Versuch, wird." Sämmtliche bisher unbetheiligte Firmen find in vollem ebenfalls die zehnstündige Arbeitszeit einzuführen, hat sich aber vorsichtiger Weise wieder zurückgezogen. Da nun verschiedene Vorkommnisse zur Annahme berechtigen, daß die Fabrikanten Schrecklich! Was so ein Krebs nicht alles zu Wege Köln, 22. Mai. Die„ Köln. Volkszig." meldet aus Saarlouis: trog der scheinbaren Uneinigkeit sich doch gegenseitig aushelfen, bringen will! Man müßte eigentlich den Krebs einsperren! Neu streiken 238 von 780 Mann auf der Grube Altenwald. Die so steht zu erwarten, daß, wenn die Sache nicht innerhalb der Uebrigens recht bezeichnend für den Kriegerverein, daß er im Zahl der Streifenden auf der Grube Sulzbach hat abgenommen. angegebenen Frist beigelegt werden sollte, sämmtliche Schreiner Zeichen bes Strebses steht! Das haben wir schon immer be- ahl Sonst ist außer der Inspektion 2 Alles angefahren. Pech hat doch der echt preußische Jugendbildner! Die Elzer Nachrichten", der wir die Rede entnehmen, haben durch Saarbrücken, 22. Mai. Der Ausstand hat eine starte Budas kleingedruckte i in ihm die ganze schöne Rede zu einer Sumorblüthe ersten Ranges gemacht! Bum Krebs, der um sich nahme erfahren. Heute früh streikten von der Berg- Inspektion 5 frißt, will der Herr Lehrer die Kinder bringen! Und dieser Inspektion 2( Gruben Gerhard, Kanalhalde und Louisenthal) ( Gruben Sulzbach und Altenwald) 709 Mann; von der Berg Krebs wahrscheinlich noch dazu ein roth gekochter durch Nacht zum Licht führen und wenn es sein muß, durch 21 Mann; auf Grube Serlo 4 Mann, auf Beuftflög 395 Mann und im Vittoria- Schacht 660 Mann. Blut zur Freiheit!" hauptet! wird Altena. Gegen einen hiesigen Lehrer ist, nach der„ Köln. Boltsztg.", die Disziplinar Untersuchung eingeleitet worden, weil er für eine sozialdemokratische Bei tung geschrieben und auch(!) eine sozialdemokratische Versamm lung besucht haben soll. Dortmund, 21. Mai. Die Straftammer verurtheilte Bergmann Siegel wegen Beleidigung des Geheimraths Leuschner in Eisleben zu 6 Monaten Gefängniß. * 1 von Mainz die Arbeit niederlegen. Zuzug ist deshalb streng fern zu halten. Die Lohnkommission der Schreiner Mainz. Unterstützungen sind zu senden an die Zentral- Streitfommission, Herrn R. Kloß, Stuttgart- Heslach, Böblingerstr. 124. Aus der Pfalz wird der Frankfurter 31g. geschrieben: Der Rechtsschutzverein der Saar- Bergleute läßt seit einigen Wochen ein Blatt Schlägel und Eisen" erscheinen. Als Verleger zeichnet Nikolaus Warten in Bildstock, der Vorsitzende des Folgendes Beugniß wird uns von einem füddeutschen Rechtsschutzvereins, als Drucker Herr H. Eisenacher in Pirmasens. Genossen übermittelt, welches die Portefeuillefabrik von Chr. Das oben erwähnte Urtheil des Reichsgerichts brachte nun Herrn Feldmann in Erlangen einem Genossen, der längere Zeit in der Eisenacher auf den Gedanken, er dürfe und müsse Schlägel und Fabrik in Arbeit war, bei seinem Austritt aus dem ArbeitsverGifen" nicht nur bezüglich der Druckfehler, sondern auch bezüg- hältniß ausstellte. Dasselbe läuft, wenn man es näher betrachtet, lich des Inhaltes einer Benfur unterwerfen. Wirklich fand er unstreitig auf eine Kennzeichnung des betreffenden Arbeiters auch unter den Artikeln, die in der Freitagsnummer erscheinen hinaus. follten, eine Notiz, für deren Inhalt er die Verantwortung nicht Beugniß: Ich bescheinige hiermit Inhaber dieses, Herrn Darmstadt, 21. Mai. Ein schneidiger Ordnungswächter ist übernehmen wollte. Diese Notis betraf den Fürsten Nikita A. S. aus W., daß derselbe vom 21. August 1889 bis zum der Gendarm Rosa in Neu- Yfenburg. Er hatte Genosse Galm von Montenegro; dem Verleger des Blattes blieb nichts übrig, 31. März, 1890 als Portefeuiller bei der Firma Zucker u. Co. aus Seligenstadt gelegentlich eines von Leyterem in fenburg als gegen den widerspänstigen Drucker die Hilfe des Amitsgerichts und durch meinen Wegtritt vom 1. April 1890 bis heute in gehaltenen Vortrages denunzirt, worauf Galm eine Anllage anzurufen. Dieses verfügte vorläufig, daß Herr Eisenacher den meinem Geschäft als Portefeuiller thätig war. wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze erhielt und Nikita- Artikel in die nächste Nummer von Schlägel und Derselbe hat Alles zu meiner Zufriedenheit erfüllt und ich zu sechs Monaten Gefängniß verurtheilt wurde, die er gegen Gifen" aufnehmen müsse. Herr Eisenacher erklärte nun, unter fann den Inhaber dieses jeden größeren Geschäft em= das Blatt des Rechtsschutz- pfehlen. wärtig in der hiesigen Strafanstalt verbüßt; aber schon ist ihm diesen Umständen werde er eine neue Anklage zugegangen. Er soll den Gendarm und die vereins überhaupt nicht mehr drucken, da er vom Reichsgericht Sein Betragen war allerdings manchmal Polizeibeamten während der Ausübung ihres Dienstes beleidigt für dessen Inhalt verantwortlich gemacht werden könne, seitgemäß. haben. Auch die Genossen Emmel und Meyer von Frankfurt während ihm andererseits jeder Einfluß auf den Inhalt des und Sparr von hier sollen gelegentlich einer in Isenburg tagen- Blattes verweigert werde. Aber auch hiermit tam er nicht durch. den Konferenz den Gendarm Rosa, die beiden Ersteren an der Eine zweite einstweilige Verfügung des Amtsrichters ordnete die Ausübung feines Dienstes durch Bedrohung gehindert haben, Deffnung der Druckerei des Herrn Eisenacher an, und die Sonn§ 114 bes St.- St.- G.- 8., Der Genosse Sparr denselben in Aus- abendnummer von„ Schlägel und Gisen" wurde auf seiner Ma- fat enthaltenen Berrufserklärung. übung seines Berufes beleidigt haben. Der Gendarm Rosa hat schine gedruckt. die Konferenz überwacht, troßdem wir in Hessen freies Vereinsund Bersammlungsrecht haben; die beiden Angeschuldigten Emmel gez. Chr. Feldmann. Zuerst wird der betreffende Arbeiter hinsichtlich seiner Fähigfeiten belobt und als empfehlenswerth hingestellt und hinterher tommt man dann mit der in dem scheinbar so harmlosen SchlußBewundern muß man nur die Erfindungsgabe unserer UnterWien, 21. Mai. Die heute abgehaltene Bersammlung der einzuhüllen verstehen, um ihre Mertzeichen vor unberufenen nehmer, welche ihre schwarzen Listen immer in neue Formen und Meyer sollen nun dadurch, daß sie Rosa aufforderten, das streikenden Buchdrucker wurde polizeilich aufgelöst. Die Ver- Augen zu verbergen, in diesem Falle freilich ist die Rache etwas Lokal zu verlassen, und als dies der Gendarm nicht gethan, ihm sammelten entfernten sich unter Absingung eines Liedes. mittheilten, daß er wegen Hausfriedensbruchs angezeigt werden Ueber die Interpellation, welche Abg. Perner. 84 plump angelegt. follte, sich der strafbaren Handlung schuldig gemacht haben. Man storfer und Genossen an den Minister des Innern, an den Theater. Sonnabend, den 23. mai. Opernhaus. Oberon, König der Elfen. Schauspielhaus. Das Käthchen von Heilbronn. Lessing- Theater. Der Königslieutenant. Berliner Theater. Ein Freund der Frauen. Deutsches Theater. Der Weg zum Herzen. Berliner Hippodrom. Kurfürstendamm u. JoachimsthalerStrassen- Ecke. Größter Vergnügungspark der Residenz. Gr. Vorstellung. Refaurant zum Figtenhain, Herren- und KnabenStolpe. Mein direkt an der Nordbahn, in unmittelbarer Nähe des Waldes belegenes Restaurant zum Fichtenhain, mit neu erbautem grossen Saal, Bühne, Pianino, Kegelbahn u. dergl., empfehle ich den geehrten Vereinen zu Ausflügen. Ausschank E vom ,, Münchener Branhaus". Für gute Speisen und Ge748L Friedrich- Wilhelmßädt. Theater. Röm.Konkurrenz- Wettfahrentrante ist bestens gesorgt. Nanon. Wallner- Theater. Miß Helyett. Residenz- Theater. Dr. Jojo. 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Moritz Meyerstein, 45. Rosenthalerstr. 45. neben der Rothen Apotheke. Berantwortlicher Redakteur: N. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2, Hierzu eine Beilage. Friedrichshagen. Kinder- Garderobe L F d h 11 1 Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 117. Lokales. Sonnabend, den 23. Mai 1891. 8. Jahrg. studiren. Einer der jungen Leute erklärte jedoch sehr energisch,( Bucht) entstanden sein, wie auch eine Bucht bei Spandau einst daß dem Beamten diese Papiere nichts angehen. Die Verhafteten benannt wurde. Schon vor sechs Jahrhunderten befand sich am Krögel Raffenarzt oder freie Aerztewahl? Diese Frage beschäf- 11/2 Stunden wieder herausgerufen wurden, und dann den Be- Badeanstalten bezeichnet wird, und die Gasse selbst war ursprünglich Raffenarzt oder freie Aerztewahl? Diese Frage beschäf- wurden nach dem Zimmer 41 gebracht, aus welchem sie erst nach eine„ Badstoofe"( Badstube), welche als die älteste der Berliner tigt und intereſfirt zur Zeit die Aerzte wie wohl auch die Mit- fcheid erhielten, fie könnten gehen, es sei gut, daß sie hier Woh- ein Kanal, durch welchen die Waarenkähne von der Spree nach glieder von Krankenkassen in hohem Maße. Daß die letzteren nung hätten, sonst würden sie eingesperrt worden sein.(?) fich für die freie Aerztewahl entscheiden, steht wohl außer Frage. Die jungen Leute erzählen dann über ihre Behandlung auf wurde der Wasserweg, ebenso wie die Kleine Burgstraße, welche Nicht so zweifellos war es aber, welche Stellung die Herren der Polizei allerlei Dinge, die ähnlich schon öfter erzählt worden zum neuen Markt führte, zugeschüttet und zu einem Fahrweg Aerzte dieser Frage gegenüber einnehmen werden. Zwar hat sich, sind von anderen Leuten, die auch auf der Polizei zu thun umgestaltet. Wahrscheinlich ist das im 16. Jahrhundert geschehen, wie wir bereits früher mitzutheilen Gelegenheit hatten, ein Aerzte hatten. Für eine öffentliche Erörterung scheinen uns jedoch diese um bei Feuersgefahr mit den Waffertienen zur Spree zu geverein unter dem Namen„ Verein für Einführung freier Aerzte- Vorgänge, da ein genügender Beweis für dieselben nicht erbracht langen. Die westliche Seite der Krögelgasse wird durch die wahl bei den Krankenkassen der Stadt Berlin und der Vororte" werden kann, nicht geeignet. Seitenfront des alten Polizeigebäudes( am Moltenmarkt Nr. 3) gebildet, welcher eine energische Agitation gegen das MonopolImmerhin bleibt die sehr ernste Frage offen: Warum begrenzt, welches im 17. Jahrhundert der Kurfürstliche Rath Graf system der„ Kassenärzte" eingeleitet hat, doch war aus diesem wurden die Leute verhaftet und 11/2 Stunden lang ihrer" Freiheit Acidalius, die Kaufleute Ende und Weiler, und nach diesen Umstande noch kein allgemeiner Schluß auf die in Aerztekreisen beraubt? Konsistorialrath Buchholz besaßen, von dem es im Jahre 1698 herrschende Meinung zu ziehen. Eine solche Schlußfolgerung ist Dieser ließ es Rein Mensch soll ohne richterlichen Befehl verhaftet werden, Etatsminister Freiherr von Schwerin erwarb. aber nunmehr ermöglicht. Wie nämlich berichtet wird, hat der außer wenn er auf frischer That bei Begehung einer strafbaren 1704 in seiner jetzigen Gestalt ausbauen, und seine Erben verZentral Ausschuß der Berliner ärztlichen Bezirksvereine Handlung ergriffen wird. Ist es strafbar, durch die Zentral- äußerten es 1764 an den Kaufmann du Plantier, der es den durch eine entsprechende Kommission zur Entscheidung Markthalle zu gehen? Hofgoldstickern Pally und Kolbe abtrat, von denen es 1766 die über die Frage, ob Kaffenärzte oder freie Arzt- Einstweilen hoffen wir noch, daß sich die Sache anderweit General- Tabat- Kompagnie erkaufte. Als es später dem Fiskus aufklären wird. Diese Art, mit der Freiheit der Bürger umzu- wieder zufiel, wurde es 1787 zur Stempelfammer und demnächst gehen, streitet denn doch zu sehr gegen Recht und Gesetz und daß zum Kriminalgericht benutzt. In dem benachbarten Eckgebäude die Aera der Ausnahmegesetze das Rechtsbewußtsein und das der Krögelgasse( Stralauerstraße 32), welches gleichfalls Eigenrichtige Verständniß für ihre Amtspflichten bei unseren Polizei- thum des Polizeipräsidiums ist, befand sich im 17. Jahrhundert beamten gemindert haben sollte, glauben wir einstweilen noch die Born'sche Offizin, eine der ältesten Berliner Apotheken. nicht; sonst wäre es die höchste Beit, Remedur zu schaffen. Die rohe Behandlung eines Arbeiters erregte am zweiten Wenn wir recht unterrichtet sind, haben die beiden genannten Herrn bei der Dramatisirung von Fritz Reuter's Kein Hüsung" den letzten patriotischen Att hinzugedichtet und damit der Dich tung eine andere Tendenz gegeben. Uns scheint, daß der Vorstand der„ Freien Volksbühne" viel pietätvoller handelte als die Herrn Jahnke und Schirmer. wahl, Fragebogen an die Berliner Aerzte gesandt. Von 836 Aerzten stimmten nun 685, also ungefähr 80 pet. unbedingt für freie Arztwahl, während nur 151, also noch nicht 20 pct., sich unbedingt gegen dieselbe erklärten. Von den Berliner Aerzten sind mithin 5 für die Einführung freier Arztwahl, während nur 1/5 für das Zwangssystem in Form der Kassenärzte ist. Dieses Resultat ist gewiß ein erfreuliches zu nennen und berechtigt zu der Hoffnung, daß in Berlin und in den Vororten in absehbarer Die Herren Hermann Jahnke und William Schirmer, Feiertage die Entrüstung vieler Zuschauer. Es war Nachmittags Zeit doch endlich einmal mit dem System der„ Rassenärzte" ge- Verfasser des Voltsschauspiels Kein Hüsung"( nach der Dichtung in der fünften Stunde in" Wagner's Ruh"( Rummelsburg): brochen werden wird, im Interesse aller Raffenmitglieder und Frizz Reuter's), senden der„ Voff. 3tg." eine offene Erklärung" Ein anständig gekleideter Arbeiter, der wohl den Feiertag in sicher auch nicht zum Schaden der" freien" Aerzte, da nach dem zu, in welcher mitgetheilt wird, daß besagtes Schauspiel am fideler Laune zubrachte, jedoch keinen Menschen gestört hatte, Inkrafttreten der im Reichstage zur Berathung stehenden Kran- Sonntag, den 24. d. M., durch den Verein Freie Boltsbühne" wurde von dem Wirth aufgefordert, das Lokal zu verlassen, und tentaffen- Novelle eine ganz bedeutende Ausdehnung der Kranken- im Ostend- Theater zur Aufführung gelangt," jedoch unter Weg- zwar in der Weise, daß der Aufgeforderte sogleich vom LokalVersicherung zur erwarten ist. Während nämlich bisher nur lassung des patriotischen Schlußattes. Den Einspruch der Ver- besitzer am Kragen gepackt und zu Boden geworfen wurde. Da 22 pet. der Berliner Bevölkerung( ungefähr 350 000 Personen) fasser gegen diese willkürliche und tendenziöse Verstümmelung" sich der Angegriffene nicht gleich zum Gehen anschickte, äußerte den Krankenkassen angehören, wird sich die Zahl derselben nach des Werkes habe der Vorstand des Vereins unberücksichtigt ge- einer der Kellner:" Wenn ich den raus kriege, so werfe ich ihn dem Inkrafttreten der Krankenkassen- Novelle einer diesbezüglichen lassen. ins Wasser." Dies führte er auch aus, ehe man sich's versah. Berechnung zufolge um ungefähr eine Million vermehren. Der Kellner warf den Angetrunkenen in einen sumpfigen Graben, daß das Wasser über dem Hineingeworfenen zusammenschlug und einige Herren demselben ihre Stöcke reichten, woran er sich mit Noth und Mühe wieder ans Land rettete. Als dieser Auftritt vorbei war und viele Gäste ihre Entrüstung äußerten, meinte der Wirth:„ Man soll wohl solche Herrschaften noch mit Glaceehandschuhen anfassen?" Es wurde ihm indessen bemerklich ge= Wir erhalten folgendes Schreiben: Auf Grund des macht, daß sein Verfahren eine Rohheit fei, welche aller BePreßgefeßes ersuchen wir Sie, das in Ihrer Nr. 113 vom 17. ds.schreibung spottet, wenn man einen Arbeiter, der sein Geld ververöffentlichte Schreiben des Vorstandes des Arbeiter- Sänger zehrt hat, einfach hinauswirft. bundes dahin zu berichtigen, daß es dem Gesangverein„ Deutsche Schleife" noch niemals eingefallen ist, versucht zu haben, unter der Firma, zum Arbeiter- Sängerbunde zu gehören, seine Billets zu Vergnügungen und Konzerten zu vertreiben; daß der Gesangverein Deutsche Schleife" auch keine Ansprüche darauf macht, der Vereinigung des Arbeiter Sängerbundes anzugehören, viel mehr in seinem Bestreben, nur guten Männergesang zu pflegen, sich von jedem Parteigetriebe fern hält. Zu dem am 2. Feiertag in Weimann's Voltsgarten veranstalteten Frühtonzert hat über haupt kein Billet Vorverkauf stattgefunden. Im Uebrigen überlassen wir es jedem einfichtsvollen Arbeiter, ob er unsere Vergnügungen und Konzerte besuchen will oder nicht, und werden uns in keiner Weise in unserem Bestreben, jede Politit aus unserem Verein fern zu halten, beeinflussen lassen. Achtungsvoll Der Vorstand des Gesangvereins" Deutsche Schleife". J. A.: F. Bischoff, Oderbergerstr. 35. Die Schulgesundheitspflege hat in diesen Tagen auch die 29. allgemeine deutsche Lehrerversammlung zu Mannheim beschäftigt. Es wurde anerkannt, daß im Interesse einer harmoniSchen Entfaltung der geistigen und körperlichen Fähigkeiten des Menschen die körperliche Erziehung einen integrirenden( untrennbaren) Theil der Schulerziehung bilden müsse." Darum müsse der Lehrer mit den Grundsäßen der Schulhygiene vertraut sein und sich bezüglich der hygienischen Forschungen auf dem Laufenden erhalten. Die Forderungen der Schulhygiene seien in der Volksschule zu beobachten und dadurch die Kinder zugleich an eine vernunftgemäße Gesundheitspflege zu gewöhnen. Neben der Gesundheitspflege solle in der Volksschule der Unterricht in der Gesundheitslehre einhergehen. Die Schulgesundheitspflege ist in erster Linie für die Volksschulen, in denen sich große Maffen von Kindern anhäufen, von außerordentlicher Bedeutung. Ob aber die auf der Lehrer- Verfammlung vorgeschlagenen Maßregeln eine wirksame Schul- Gesundheitspflege ermöglichen, ist noch sehr fraglich. Wir wollen die Fähigkeit der Volksschullehrer, sich mit den Grundsätzen der Schulhygiene vertraut zu machen und sich bezüglich der hygienischen Forschungen auf dem Laufenden zu erhalten," nicht an zweifeln, obwohl besonders das Lettere felbft für einen Fachmann nicht leicht sein dürfte. Es erscheint aber angezeigt, bei diefer Gelegenheit einmal auf die Behandlung der Frage in Paris hinzuweisen. Dort hat man die hygienische Ueberwachung der Schulen in die Hände von fest angestellten Schulärzten gelegt, und zwar besteht diese Einrichtung seit 1884. Von den Bestimmungen, die wir der Wiener medizinischen Presse"( Jahrgang 1890, Nr. 42) entnehmen, nennen wir die folgenden: " Der Selbstmörderkanal, unter welchem Namen der Landwehrkanal bei der Berliner Bevölkerung bekannt ist, scheint von besonderer Anziehungskraft für die freiwillig aus dem Leben Scheidenden zu sein, denn die Zahl der in diesem Gewässer angetriebenen Leichen ist eine ganz enorme. In diesem Monat allein wurden nicht weniger als acht Ertrunkene aus den Fluthen des Landwehrkanals gezogen und außerdem noch zwei Personen, welche in denselben hineinsprangen, lebend gerettet. Auch gestern Nachmittag stürzte sich wiederum ein 18 jähriges Mädchen von der Potsdamer Brücke aus in das Wasser und ging sofort unter. Die alsbald von zahlreichen Augenzeugen des Vorfalles unternommenen Rettungsversuche blieben erfolglos, ebenso ist die Leiche der Unglücklichen bis jetzt noch nicht aufgefunden worden. Ein Opfer feines Berufes wurde am 16. Mai der Bergmann Limprecht in den benachbarten Rüdersdorfer KalksteinVon dem Restaurateur Herrn Jakob aus Treptow brüchen. 2. war am betreffenden Tage nebst anderen seiner Kameraden damit beschäftigt, unter einer ca. 70 Fuß hohen, nach vorn erhalten wir folgendes Schreiben: Bezugnehmend auf Ihre Notiz im lokalen Theil der Nr. 114 über hängenden Steinwand Steine wegzuschaffen, als ein Steinihres Blattes erwidere ich, daß in meinem Lotal anständige block von vielen Zentnern aus der Höhe auf den unglücklichen In jeder Boltsschule und in jedem Kindergarten hat ein Gäste aller Parteirichtungen verkehren, darunter auch viele Arbeiter stürzte und ihn buchstäblich zermalmte. Noch an den eigenes Buch aufzuliegen, in welches der Arzt seine Wahr- Leser Ihres geschäßten Blattes, die seit Jahren meine regel- Pfingstfeiertagen konnte man die tefte einer Proletariereristenz, nehmungen einträgt. Dieses Buch muß dem die Schule infpi- mäßigen Gäste sind. Den Einsendern der betreffenden Notiz sein Blut, Müße und die Trümmer seiner Tabatspfeife an der zirenden Beamten jederzeit auf Verlangen vorgelegt werden. habe ich das Singen nicht verboten, sondern sie vielmehr gebeten, Unglücksstätte liegen sehen. Am 19. d3. fand die Beerdigung Der Schularzt muß jede Volksschule und jeden Kindergarten es aus Rücksicht auf meine zahlreichen anderen Gäste einzustellen. des 2. statt, wobei ihm ungefähr 300 seiner Kameraden das letzte zweimal monatlich besuchen; er muß außerdem auch dann er- Daß sie diese Bitte nicht erfüllten, und mich dadurch in meinem Geleit gaben. Aber wohl verstanden, das Trauergefolge wird scheinen, wenn dies vom Maire oder Präfekten für nöthig Erwerb empfindlich schädigten, indem viele Gäste deswegen von der Verwaltung kommandirt. Aber daß die Arbeiter für erachtet wird. Er hat die Gänge, Treppen, Aborte u. f. w. einer mein Lokal verließen, und außerdem auch noch durch diese diese Zeitversäumniß etwa bezahlt würden weit gefehlt, dazu gründlichen Untersuchung zu unterziehen, jedes einzelne Klaffen- Beitungsnotiz mich, wenn auch vergeblich, zu schädigen suchen, ist die Direktionskasse zu arm. Das Pietätsgefühl wird den Arzimmer in Bezug auf Beleuchtung, Heizung, Ventilation u. f. w. überlasse ich dem Urtheil jedes billig denkenden Menschen. beitern auf ihre Kosten aufgedrungen. zu prüfen und die Schulkinder vorzunehmen, besonders W. Jakob, Treptow, Ausschant der Berliner Bockbrauerei, Tod durch Sturz von der Treppe! Ein schweres Undie, welche ihm als mit Erscheinungen des Unwohlfeins behaftet Köpenicker Landstraße, an der Verbindungsbahn. glück, dem leider ein Menschenleben zum Opfer gefallen, ereignete bezeichnet werden. Mindestens einmal monatlich muß der Das Prellen der Zimmervermiether ist schon von jeher sich vorgestern Vormittag im Hause Friedrichstraße 203. Schularzt eine eingehende Untersuchung aller Kinder vornehmen. Findet er bei einem Rinde Neigung zu einem Mode gewesen; während letztere früher jedoch nur von ihren Der Dienstmann Steinert, welcher vor einer Woche vom BlutLeiden und erfordert der allgemeine Gesundheitszustand des Chambregarniſten geprellt wurden, sind sie heutigen Tages fogar sturz befallen gewesen und gestern erst wieder seinen Dienst angeKindes besondere Beachtung seitens der Angehörigen, so werden vor Verlusten selbst dann nicht einmal sicher, wenn ihre Zimmer treten, sollte einen Auftrag in dem obenerwähnten Hause erdiese hiervon durch eine von dem Arzt ausgestellte Bescheinigung leer stehen, ja, es gewinnt beinahe den Anschein, als ob eine ge- ledigen, als er sich aber auf dem Flur der ersten Etage befand, benachrichtigt. Kinder mit Symptomen einer ansteckenden Krant wiffe Spezies von Schwindlern es sich jetzt, wo so viele Zimmer wurde St. von einem Schwindelanfall ergriffen und siel rücklings Der Bedauernsperthe blieb bewußtlos heit werden sofort nach Hause geschickt und dürfen die Schule unvermiethet sind, zum besonderen Studium machte, immer neue von der Treppe herab. nicht früher wieder besuchen, als bis es der Schularzt gestattet. Mittel zu ersinnen, die Vermiether von Zimmern zu prellen. So an dem Fuße derselben liegen, wo er wenige Minuten darauf Für Berlin haben die Vertreter der Arbeiterschaft in der tam gestern zu einer Wittwe in der Hollmannstraße, welche schon wohl infolge eines Schädelbruches trotz angewandter Hilfe eines Stadtverordneten- Versammlung bekanntlich dieselbe Einrichtung seit 30 Jahren möblirt vermiethet, so unerfahren also darin doch in demselben Hause wohnenden Arztes verstarb.- Gin zweiter verlangt. Es wurde Ende vorigen Jahres der Antrag gestellt, nicht mehr ist, ein Individuum, stellte sich als der Diener eines ähnlicher Unglücksfall ereignete sich vorgestern Nachmittag in eine Untersuchung und Feststellung des Gesundheitszustandes der älteren, reichen Professors vor, von welchem er beauftragt sei, Moabit; im Hause Thurmstr. 18 fiel die 10jährige Tochter des Gemeindeschüler zu veranlassen und, wenn nöthig, die für eine sich Zimmer anzusehen und bat, ihm dasjenige zu zeigen, von Kaufmanns L. so unglücklich von dem ersten Treppenabsatz auf geordnete ärztliche Ueberwachung erforderlichen Mittel in den Etat welchem draußen am Hause die Zettel hinge. Nachdem dies ge- den Hausflur hinab, daß sie vor den Füßen der in diesem Augeneinzustellen. Die Majorität enthielt sich ablehnend. Stadtschul- schehen war, der Mensch sich sowohl über die hübsche Einrichtung blick von einem Ausgang zurückkehrenden Mutter bewußtlos rath Bertram wollte die Schulärzte durch Lehrer und Verwaltungs- desselben als auch über den niedrig bemessenen Miethspreis ganz liegen blieb und mit schweren inneren Berlegungen nach der beamte erfest wiffen und Stadtverordneter Spinola meinte, zur erstaunt gezeigt und dadurch schon das ganze Herz der Wohnung hinaufgeschafft wurde. Glücklicherweise befindet sich das Durchführung der Maßregel würden alle Aerzte Berlins nicht Wittwe gewonnen hatte, flüsterte er derfelben beim Abschied ver- Rino jedoch außer Lebensgefahr. ausreichen. Das Beispiel der Stadt Paris beweist aber das traulich zu:" Weiter werde ich nun keine Zimmer mehr besichBezüglich des Naubanfalles, welchem, wie wir meldeten, Gegentheil, denn dort waren zur Ueberwachung der Primär- tigen, gleich gehe ich jetzt zu meinem Herrn und zweifele nicht Schulen im Jahre 1889 nur 126 Aerzte erforderlich, für welche daran, daß er Ihr Zimmer miethen wird, wenn ich ihm gut zu- der Schuhmachergeselle Fahrenkamp aus der Memelerstraße am im Budget 100 800 Frants ausgesetzt waren. Die Berliner Stadt- rede; hätte ich nur das Fahrgeld, dann könnte ich schon in einer 11. d. M. im Friedrichshain zum Opfer gefallen ist und von vertretung würde wahrscheinlich nicht einmal diese geringe Stunde wieder mit ihm hier sein." In die Tasche greifend sprach dessen Theilnehmern nur einer gleich Anfangs verhaftet werden Summe dafür aufwenden. Sie wird sich das Entgegenkommen frendig die Wittwe, welche nur immer an den guten Miether fonnte, wird jetzt mitgetheilt, daß es einem Kriminalkommiffar der Lehrerschaft zu Nuze machen und die Frage der Schul- dachte:" Daran soll es nicht fehlen und an einem Trunk Bier gelungen ist, noch drei weitere Personen zur Haft zu bringen und gesundheitspflege so lösen, daß die Durchführung der betreffenden bei der Hitze auch nicht, dazu haben Sie hier diese Mart." der Theilnehmerschaft an dem Verbrechen zu überführen. Stunde auf Stunde verrann, aber der Professor erschien ebenso Drei Stockwerk hoch infolge eines Fehltritts herabgestürzt, Maßregeln zwar unvollkommen bleibt, aber wenig foftet. wenig wie der Diener; als aber die Frau gegen Abend eine ist vorgestern, Nachmittags gegen 2 Uhr, von einem nahe dem Eine unserer Markthallen als Durchgang zu benuken, Nachbarin antraf, welche ebenfalls auf den Professor wartete, da Charlottenburger Hippodrom belegenen Neubau der Zimmermann scheint nach einer uns zugehenden Mittheilung einigermaßen ge- tonnte sie sich nicht länger der Ueberzeugung verschließen, daß sie R. Der Berunglückte wurde auf ärztliche Anordnung mittelst fährlich zu sein. und außerdem wahrscheinlich noch manche Andere von einem Drei junge Leute, von denen der eine feit längerer Zeit Schwindler getäuscht worden seien. Vor diesem, möblirte Zimmer Droschke nach der Charitee überführt, woselbst anscheinend schwere innere Verlegungen und eine bedenkliche Hüftverstauchung festHändler ist, gingen vor einigen Tagen in die städtische Zentral- für seinen Herrn besichtigenden Diener sei daher ausdrücklich die Halle, ohne Jemanden infommodirt zu haben, durch den Markthalle von der Neuen Friedrichstraße hinein und verließen hier gewarnt.; Ueber einen verheerenden Brand, welcher den Ort Glins Ausgang nach der Gontardstraße. Sie waren in dieser Straße Unmittelbar am verkehrsreichen Molkenmarkt hat sich dow bei Werder heimgesucht hat, wird von dort berichtet: Auf taum einige Schritte gegangen, als ein Kriminalbeamter sie auf- noch ein kaum beachtetes Stück von Alt- Berlin in seinem Urbis jetzt unaufgeklärte Ursache war in der Scheune des Bauern forderte, mit nach dem Polizeipräsidium zu gehen. Als einer der zustande erhalten. Es ist die krumme schmale Sackgasse Am Wegel Feuer ausgekommen, welches sich schnell über die Scheune Aufgeforderten die Frage stellte:" Weshalb?" entgegnete der Krögel", deren unwürdiger Zustand seit Menschengedenken trotz und die daneben liegenden Ställe ausbreitete. Nach kurzer Zeit Beamte,„ das werden Sie schon dort erfahren". Er winkte einem zahlreicher Gesuche seitens der Anwohner bisher unverändert ge- brannten auch die Ställe des Bauern Wolter, sowie das ganze uniformirten Schußmann und die Verhafteten mußten ohne zu blieben ist. Bürgersteige sind hier nicht vorhanden, und das Gehöft des Büdners Krüger. Durch umherfliegende Funken gewissen „ Warum?" nach dem Präsidium gehen. zwischen den altersgrauen unanfehnlichen Gebäuden befindliche rieth auch die weiter abliegende Scheune des Gastwirths Sandow gestellt wurden. In dem Sistirungszimmer sprach der Beamte nur den Blaster befindet sich in einer traurigen Verfassung, die jeder Be- in Brand. Bei der Ausdehnung des Feuers war natürlich wenig lafonischen Sat:„ Die sind durch die Markthalle gegangen?" schreibung spottet. Ueberdies sind die Hausnummern auf den zu retten, und sind die erwähnten Gebäude bis auf den Grund Man nahm den jungen Leuten die Bapiere ab und der betreffende verrosteten Schildern kaum erkennbar, und auch die Beleuchtung niedergebrannt. Wiele Ackergeräthschaften, Dreschmaschinen, Wagen 2c. Beamte begann die dazwischen liegenden Statuten und Mit- ist äußerst mangelhaft. Der Name„ Krögel" soll, wie die„ Voss sind verbrannt. Ein Schwein, ein Kalb, mehrere Hühner 2c. find in gliedskarten eines hiesigen sozialdemokratischen Wahlvereins zu 3tg." erzählt, aus der alten wendischen Bezeichnung„ Grevel" den Flammen umgekommen, ein Schwein inußte getötet werden. Von " " auswärtigen Sprißen war die der Werder'schen freiwilligen Feuer- Jentziehen, da er als Vorsitzender das Recht, mitten in der Dis- 1 Berlin schlecht gebacken. Dies fei zwar thatsächlich der Fall, wehr die erste zur Stelle; ferner waren Sprigen aus Pezow, fussion Hochs auszubringen, für sich in Anspruch nehme. An doch treffe nicht die Schuld die Gesellen, wie man glauben Derwig, Göhlsdorf, Bliesendorf, Plefsow, Alt- Geltow und Dom. geklagter Stabernack führte aus, daß ihm jede Beleidigung fern machen wolle, sondern die Meister, welche schlechtes Material Kemnik anwesend. Gegen sechs Uhr ertönte plötzlich der Ruf: gelegen habe, da er in seinem Referat das Nichtigmachen der verarbeiten lassen und statt gutes Mehl, gute Naturbutter, Die Kirche brennt." Von einem frischen Winde angefacht, faiserlichen Erlasse durch die Bourgeoisie besonders betont habe. Milch 2c. minderwerthiges Mehl, Margarine, Schmalz, Wasser brangen dichte Rauchwolfen aus dem Dache der Kirche. Die Außerdem habe er dem General bedeutet, daß das Hoch übereilt zum backen verwenden, woher es fomme, daß die Backwaare nicht Werder'sche Feuerwehr fuhr nach der Kirche und legte eine ausgebracht sei und eher zum Schluß der Versammlung und von einen Tag liegen könne, ohne ungenießbar zu werden. Nach Schlauchleitung nach dem Kirchboden, welcher mit dichtem Qualm Seiten des Vorsitzenden angebracht erscheine. Die Angeklagten einem Schlußworte des Referenten gelangte folgende vom Kollegen angefüllt war und wo aus der einen Ecke die hellen Flammen bekannten sich auf Befragen des Vorsitzenden als Sozialdemo- Millig beantragte Resolution zur einstimmigen Annahme: Die hervordrangen. Es gelang in furzer Zeit, das Feuer zu ersticken, fraten, Schmidt bemerkte, er sei erst seit jener Versammlung Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten, so daß nur ein paar Dachsparren beschädigt wurden. Nachdem Sozialdemokrat geworden. diefe Gefahr beseitigt war, fonnte sich die Thätigkeit der Sprizen Herrn Ringsdorf, voll und ganz einverstanden und erkennt auf die Ablöschungsarbeiten beschränken. Die drei geladenen Zeugen konnten von Belang nichts be- an, daß eine Besserstellung der ökonomischen Lage der Bäckereifunden, da die Angeklagten den Thatbestand nicht bestritten. Es arbeiter nur dadurch zu ermöglichen ist, daß die Beschlüsse des Der bei dem Brande der Vereinsbrauerei in Rixdorf" Märkischen Volksstimme" verlesen werden, der Wertheidiger erhob Geltung kommen. Um dies zu erreichen, ist es unbedingt erforderlich, sollte auf Antrag der Staatsanwaltschaft ein Bericht aus der internationalen Pariser Arbeiterfongresses voll und ganz zur entstandene Brandschaden dürfte sich auf ungefähr 300 000 m. Einspruch, doch schloß sich der Gerichtshof nach kurzer Berathung daß sich jeder Kollege der bestehenden Organisation, dem Verstellen; es theilen sich darin die Versicherungsgesellschaft Colonia, der Ansicht der Staatsanwaltschaft an. die Preußische, Leipziger und Magdeburger Versicherungsgesell bande der deutschen Bäcker und Berufsgenossen, anschließt. Ferner schaft. Vorgestern Vormittag wurde die Rixdorfer Feuerwehr Bericht der M. W." die Kampfesart der Sozialdemokratie be- Kollege ein Abonnent der Arbeiter- und Fachpresse wird." Der Staatsanwalt bemertte in seinem Plaidoyer, daß der erklärt die Versammlung, dahin wirken zu wollen, daß jeder wiederum nach der Brandstätte zurückgerufen, da sich die Schutt- zeichne, und" beantragte 2 Monate Gefängniß gegen jeden der Der diesjährige Kongreß der Bäcker und Berufsgenossen findet haufen wieder entzündet hatten und aus den rauchenden Trüm Angeklagten. mern wiederholt Flammen emporschossen. Welche enorme Gluth vom 24. bis 26. Juni in Altenburg statt. Die Delegirtenwahl auf der Brandstätte herrschte, geht daraus hervor, daß die führte in seiner Rede an, daß vor dem Gesetz jede Person gleich Gleichfalls vertagt wurde die Rechnungslegung der Agitations Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Freudenthal aus Berlin, zu diesem wurde bis zur Versammlung am 14. Juni vertagt. Fernsprechleitung der Brauerei geschmolzen und Glas flüssig ge- sei und zog die Parallele, ob denn auch gegen Jedermann, der kommission, da Kollege Schlüter, welcher bisher die Gelder worden ist. bei einem Hoch auf den Abgeordneten Bebel fizzen bliebe, ein verwaltet hatte, um sein Leben zu fristen, anderweitig Arbeit hat Der vor einigen Tagen flüchtig gewordene Wechsel- Strafantrag gestellt würde; er verneinte dies und beantragte übernehmen müssen und aus diesem Grunde auch aus der Agiagent Sternsdorff war einer der berüchtigsten und gefährlichsten Wort, warf dem Bertheidiger unpassendes Benehmen"( die bisherige Revisor Kollege Nu offer und an deffen Stelle Kollege Freisprechung. Hierauf ergriff der Staatsanwalt nochmals das tationsfommission ausgeschieden ist. An seine Stelle wurde der " Schlepper", welche den Wucherkapitaliſten die Opfer heran- Parallele ist gemeint) und absichtliche Wortverdrehung vor. Der Wittig, sowie ferner als Mitglied der Agitationskommission schleifen. Seine Annoncen Seine Annoncen Diskrete Geschäftsverinittelung in Bertheidiger sprach dem Staatsanwalt das Recht ab, ihm ein Kollege Geidel gewählt. Die Revisoren Most und wittig Geldfachen" oder„ Billiges Geld toulant" 2c. fonnte man täglich unpassendes Benehmen vorzuwerfen, es könne diefes Recht wurden beauftragt, die Abrechnung mit Kollegen Schlüter zu in den Zeitungen lesen. Er spielte mit Geschick den etwas berb höchstens der Vorsitzende beanspruchen. Absichtliche Wort vollziehen und dieselbe der Versammlung geschnitten Biedermann, auf dessen Wort man Häuser bauen der Versammlung am 14. Juni fönne. In den Kreifen der von ihm Geängstigten und Ge- verdrehung habe ihm noch fein Staatsanwalt vorgeworfen. vorzulegen. Des Weiteren wurde Kollege Pfeiffer schröpften sie zählen nach Hunderten weiß man ein Lied Bertheidigers entsprechend auf kostenlose Freisprechung erkannt. Nach 1/4 stündiger Berathung wurde den Ausführungen des von der Versammlung als einziger Delegirter der Bäcker zur davon zu fingen. Zuerst fing er mit Biedermannssinn an; er Streit- Kontrollkommission bestätigt. Derselbe gab die am 10. April that, als liege ihm an zweifelhaften Geschäften nichts, traktirte die Leute und woйte Gine unverbesserliche Ladendiebin sto d. J. gefaßten Beschlüsse dieser Kommission bekannt und legte stand gestern in der zu thun haben". Er erzählte wohl auch, wie viel Geld ersten Straffammer des Landgerichts I. Die Angeklagte hat nicht mission zur Ausgabe gelangenden Marken à 5 Pf. Sorge zu " nur mit ſoliden Dingen Person der 49 jährigen Wittwe Albertine Hartmann vor der ebenso wie Kollege Most den Bäckerei- Arbeitern es dringend ans Herz, für ausgedehnten Umsatz der von der Streit- Kontrollkombedürftigen er schon aus Verlegenheiten geholfen und daß weniger als 22 Jahre im Zuchthause zugebracht, von den Ge- tragen. Nachdem noch bekannt gegeben worden war, daß sich ein er auch„ prolongire", wenn es nöthig sei. Waren die Opfer auf fängnißstrafen gar nicht zu reden. Am 21. März wurde sie neuer, auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehender diese Weise sicher geworden, dann hatte er gewonnenes Spiel. wieder ertappt, als fie in einem Kaufmannsladen eine Büchse Gefangverein der Bäcker gebildet hat, welchem beizutreten Am Berfalltage zog er dann die Schlinge zu. Gestundet wurde mit Spargel in ihrer großen Ledertasche verschwinden lassen am nächsten Dienstag( 26. Mai), Nachmittags bei Krüger, Große nicht ein Tag oder nur bei neuen Sicherheiten und foloffalen wollte, die sie unter einem weiten Mantel trug. Im Polizei Frankfurterstr. 99, Gelegenheit geboten ist, schloß der Vorfizenbe Zinsverlusten. Dann mußte noch eine zweite Unterschrift heran- bureau förderte die Tasche eine Menge Gegenstände zu Tage, die Versammlung mit einem Hoch auf die Bewegung der Bäcker geschafft werden, und zum ersten Opfer kam ein zweites hinzu. welche augenscheinlich ebenfalls auf dem Raubzuge erbeutet waren. Deutschlands sowie der Arbeiter aller Länder. Die Armen aber, welche sich darauf verlassen hatten, daß der Eier, eine Flasche Malzertraft, einige Mohrrüben und neue Wechsel schlimmstenfalls prolongirt werden konnte, lernten, Kartoffeln, eine Büchse mit eingemachten Früchten, Käse, wie die B. 3." schreibt, die ganze Härte des Gerichts- Backwaare, furz, lauter folche Gegenstände, wie sie dem Publikum versammlung des Vereins der Klempner Berlins und Umgegend Klempner. Am 14. Mai cr. fand die letzte Generalverfahrens tennen. Sternsdorff, stets in Verbindung mit den erreichbar in den Läden ausgelegt zu werden pflegen, lagen im statt. Der Vorsitzende Selchow gab den Bericht über das verunbarmherzigsten und rigorosesten Gerichtsvollziehern( nach bunten Durcheinander in der Diebestasche. Bei einer in der flossene Bierteljahr und beleuchtete kurz die Thätigkeit des Vorder heutigen Vollstreckungs Ordnung kann sich der Gläu- Wohnung der Angeklagten vorgenommenen Nachsuchung fand man standes. Vom Rendanten Delcourt wurde die Abrechnung vorbiger feinen Gerichtsvollzieher aussuchen) ließ sich im Wechseltermin die Vollstreckungs- Ordre ausstellen, und gestohlen waren. Die Angeklagte wollte nur den einen Diebstahl 4917,25 M., Ausgabe 4398,42 M., bleibt Bestand 518,83 M., noch viele Gegenstände, welche augenscheinlich in 50- Pfennig- Bazaren gelesen: seit Gründung des Vereins find Gelder eingenommen schon einige Stunden nachher war eine Familie durch einräumen, bei dem sie ertappt war, alle übrigen Gegenstände doch stehen vom Unterstützungsfonds noch einige Darlehne aus. den Gerichtsvollzieher in Angst und Schrecken gefeßt. wollte sie gekauft haben. Da die Bestohlenen nicht zu ermitteln Der Bestand wird deshalb ein höherer.( Die Einziehung der ausG. facelte" nicht lange, wie er mit Stolz von sich sagte, und gewesen sind, so konnte der Angeklagten das Gegentheil ihrer ständigen Gelder ist der Liquidations Kommission überlassen, wenn innerhalb weniger Stunden nicht gezahlt wurde, dann Behauptung nicht erwiesen werden und kam sie deshalb mit einer welche hierüber öffentlich quittiren wird.) Die Revisoren Schießer, ließ er ohne Besinnen die Möbel abholen. Eine Spezialität 8uch thausstrafe von einem Jahre davon. dieses sauberen Geldmannes" war es, von kleineren Banken Burghardt und Fröhner hatten Bücher und Beläge in bester halb und halb unsichere Wechselforderungen für einen Spottpreis anzukaufen. Er war der Mann dazu, diese Forderungen sicher Versicherungs- Gesellschaft North British and Mercantile", Gine Privatklage, welche der Oberinspektor der Feuer- Ordnung gefunden, und dem Kassirer wurde hierauf Decharge ertheilt. und vollwerthig zu machen. Seine Geschäfte" scheinen ihm auch Conrad& ber zu Mannheim, gegen den Ackerbautreibenden und Der Berichterstatter der Arbeitsnachweis Rommission giebt ein Erkleckliches abgeworfen zu haben; denn er lebte auf großem Bürgermeister Jung zu klein- Frankenhausen in Elsaß- Lothringen an, daß seit Bestehen des Vereins( Juni 1889) 1616 Klempnern Fuß und verkehrte in den besten Restaurants. 3weifellos ist er angestrengt hatte, gelangte gestern vor der Berufungs- Straf- Arbeit nachgewiesen wurde. nicht aus Noth, sondern aus Habgier zum Fälscher geworden, kammer des Landgerichts I zur Verhandlung. Der Beklagte war wähnen, daß der Kollege Robert Eichardt troz wiederholter Aus dem Bericht der Bibliothek- Kommission ist zu er und seine„ Hintermänner", die er geschädigt haben soll, werden bei der genannten Gesellschaft versichert. Im vorigen Frühjahre Mahnung fich nicht gemäßigt gefühlt hat, die ihm anversich hüten, ihn zu verfolgen. Sie fürchten, daß Sternsdorff aus wurde sein Besißthum von einer Feuersbrunst heimgesucht. Der der Schule plaudern könnte. dadurch entstandene Schaden wurde von den Taratoren auf fommission trauten Bibliothetsgelder abzuliefern. Im Bericht der Fach etwas über 24 000 m. abgeschätzt. Bald darauf erschien der kommission wurde die Statistit, welche der Verein auf stattgefundenen Sigung des unterzeichneten Klubs erschien der zu unterhandeln. Die Vorgänge, die sich hierbei abgespielt haben Metallarbeiter- Zeitung" zu veröffentlichen. Nach Erledigung Wir erhalten folgendes Schreiben: In der am 20. d. M. Kläger bei dem Beklagten, um Namens der Gesellschaft mit ihm genommen, verlesen, welche reichhaltiges Material aufweist. Die Versammlung beschließt, dieselbe im Vorwärts" und in der frühere Schneidermeister Mahler hierselbst, Weinstr. 11 und gab sollten, hat der Beklagte in einer an das hiesige Direktorium gefämmtlicher Angelegenheiten wurde zum 3. Gegenstand der Tages folgende Schilderung eines ihm seiner Zeit zugestoßenen Unfalls: richteten Beschwerdeschrift in einer Weise geschildert, welche Ordnung„ Auflösung des Vereins" geschritten. Die Abstimmung Er habe am 17. März cr., von einem Geschäftsgange heim- dem Oberinspektor Veranlassung gab, Strafantrag wegen hierüber erfolgte mittelst Stimmzettel und die Versammlung befehrend, die Kaiser Wilhelms- Brücke paffirt, als plößlich eine Beleidigung zu stellen. Explofton stattfand, welche ihre Ursache in der Leitung der elet- dem Oberinspektor Eber getroffene Abmachung rückgängig Sierauf wurde zur Wahl einer Liquidations- Kommission geschritten. Der Beklagte wollte die mit schließt mit einer Majorität von 12 Stimmen die Auflösung. trischen Drähte hatte. Die Folgen dieser Explosion waren für gemacht wissen, weil man in einer Weise auf ihn eingewirkt habe, Gewählt werden die Kollegen Selchow, Bräuer, Delcourt, Weber, Mahler äußerst schwere. Durch die Gewalt der Explosion wurde die er als Erpressung bezeichnen müsse. Eber habe ihm anstatt Raspe, Richter, Masuch. Hierauf läuft ein Antrag ein, nach Erer über das Brückengeländer geschleudert, wo er bewußtlos liegen 24 000. 14 000 M. geboten und als er, der Beklagte, dies blieb und alsdann nach der Kgl. Klinik geschafft wurde, wo er Gebot mit Entrüftung zurückgewiesen habe, sei ein förmlicher bleibenden Geldes an den Vertrauensmann Megger, die andere Hälfte lebigung sämmtlicher Verbindlichkeiten die Hälfte des übrigbis 23. April 1890 behandelt, um hierauf als nicht geheilt ent- Handel entstanden, bis zuletzt eine Einigung dahin zu Stande und Utensilien dem Verbande aller in der Metallindustrie beschäftigten lassen zu werden. Der p. Mahler hat dauernden Schaden an seiner Gesundheit summe von 20 000 Mark zufrieden erklärt habe. gekommen sei, daß der Beklagte sich mit einer Entschädigungs- Arbeiter zu überweisen. gelitten. Der linte Arm ist verkrüppelt, dergestalt, daß er den aber dadurch auf ihn eingewirkt, daß er ihm aufs Eindringlichste abgesandt zur Unterstützung der streifenden Kollegen in Göppingen. Eber habe Der Vorsitzende macht noch bekannt, daß der Vorstand 50 M. felben nicht frei ausstreden tann, sondern denselben in frummer gerathen habe, er möge doch von seiner Forderung etwas ab gage tragen muß. Außerdem erlitt der Verunglückte eine schwere lassen, da gegen ihn, den Beklagten, bereits eine Denunziation Rollege Rossa fordert die Kollegen auf, ein Hoch auszubringen Verlegung an den Beinen, so daß er sich nur mit Hilfe eines eingegangen fei. Nachträglich sei ihm die Ueberzeugung ge- Nach Erledigung einiger Fragen dankte der Vorsitzende allen auf den Vorsitzenden Selchow für seine aufopfernde Thätigkeit. Stockes hinkend fortbewegen kann. Selbstverständlich konnte Mahler infolge jenes Unfalls seinem meister darunter tommen, daß sein guter Ruf und feine Stellung als Bürger Denen, welche thätig im Berein waren und forderte sie leide, wenn die Leute erführen, daß arbeitsunfähig geworden ist. " " Berufe als Schneider nicht mehr nachgehen und ist durch die er er sich mit 4000. weniger begnügt habe, wie ihm von Rechta auf, unermüdlich fortzuwirken und nicht etwa zurückzutreten, littenen Verlegungen auch nicht im Stande, auf andere Weise wegen zustehe. Wegen des Vorwurfs der Erpressung wurde die sondern alle Beit voran weiter zu tämpfen für die fich feinen Zebensunterhalt zu verschaffen, da er thatsächlich völlig Beleidigungsklage angestrengt, der Beklagte aber in erster Instanz Befreiung der arbeitenden Klassen. Indem er den Verein für Da der Bauherr der Kaiser- Wilhelmbrücke der hiesige Ma- effen gehandelt habe. Gegen dies Erkenntniß ließ Kläger durch Plätzen zu erheben und mit ihm einzustimmen in ein donnerndes gistrat war, so wandte sich Mahler an diesen mit dem Ersuchen, seinen Vertreter, Justizrath Abel, Berufung einlegen. Vor Hoch auf die internationale Sozialdemokratie. ihn in angemeffener Weise zu unterstüßen, da er doch in gänzlich Eintritt in die Verhandlung wies der Vorsitzende darauf hin, unverschuldeter Weise, seine Arbeitsfähigkeit verloren. Der Magistrat hat dem Berunglückten nun 15 M. monatlich bewilligt und zwar durch die Armenkasse. Mahler hat sich öfters bemüht mehr zu erhalten, er ist aber ftets zurückgewiesen worden. In der Hoffnung, daß durch die Veröffentlichung der vorstehenden Thatsachen dem p. Mahler in irgend einer Weise geholfen wird, zeichnet der sozialdemokratische Lese- und Diskutirflub„ Emanzipation". Im Auftrage: Otto Goldberg, Vorfitzender, zweifellos verurtheilt werden müsse und da dem Vertreter des daß der Beklagte wegen der Form und der beleidigenden Absicht ein für den Beklagten noch immerhin recht günstiger Vergleich zu felben, Rechtsanwalt Leopold Meyer, dies einleuchtete, so tam beanstandeten Ausdruck gebraucht zu haben, worauf der Kläger Stande. Der Beklagte sprach sein Bedauern darüber aus, den die Klage zurückzog und die Kosten übernahm. Versammlungen. Polizeibericht. Am 21. d3. Mts. Bormittags wurde eine Frau in ihrer Wohnung in der Prenzlauer Allee erhängt vor- Eine gut besuchte Volksversammlung fand am 19. Mai gefunden. Vor dem Hause Potsdamerstr. 119 a wurde Nach in der Norddeutschen Brauerei, Chauffeestraße, zum Besten der mittags eine alte Frau von einem Geschäftswagen überfahren und Arbeiter- Bildungsschule statt. Genosse Henning, Lehrer an der am Ellenbogen so bedeutend verletzt, daß sie nach dem Elisabeth- Arbeiter- Bildungsschule, hielt einen Vortrag über die geschichtliche Krankenhause gebracht werden mußte. Zu derselben Zeit fan- Bedeutung der Bartholomäusnacht. Eine Diskussion fand nicht den zwei kleine Brände statt. statt. Der Vortragende weist am Schluß auf die Bedeutung der Arbeiter- Bildungsschule hin und schließt mit einem Hoch auf dieselbe. Gerichts- Beitung. Die Vereinigung der Maler 2c., Filiale VII., SW. hielt lesung: Das Alters- und Invalidengeses, vom Kollegen Schmiedt, am 11. b. M. eine Versammlung mit der Tagesordnung: 1. Vorden Inhalt der einzeln vorgelesenen Paragraphen. In der Dis2. Diskussion, 3. Verschiedenes ab. Kollege Schmiedt erklärte Im Verschiedenen wurden verschiedene Filialangelegenheiten erkussion sprachen u. A. die Kollegen Kareit und G. Müller. örtert und geregelt, oder zur Regelung übertragen. Vereinigung der Drechsler Deutschlands( Filiale 5). Sonntag, den 24. Mat, Vormittags 10% Uhr, bet Bolzmann, Andreasftr. 26. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Geschäftliches. 3. Auflösung der Filiale. Wahl des Vertrauensmannes und Kassirers. 4. Verschiedenes. Achtung! Schäftebranche. Sonnabend, den 28. Mat, Abends 8% Uhr, bet Beyer, Neue Grünftr. 14. Tagesordnung: Vortrag zc. Bersammlung des Vereins der in der Schäftebranche beschäftigten Personen, Fachverein der in Buchbindereien und verwandten Betrieben beoberen Saal, Alte Jakobstraße 75: Außerordentliche General- Versammlung. General Bersammlung am Mittwoch, den 27. Mat, Abends 8 Uhr, in Scheffer's Allgemeiner Arbeiterinnen- Verein Berlins und Umgegend. Große Salon, Inselstraße 10. Tagesordnung: 1. Bierteljahrsbericht der Kafftrerin. 2. Ergänzungswahl des Borstandes. 3. Bereinsangelegenheiten. Neue Mitglieder werden vor der Versammlung aufgenommen. Witglieder, welche mit jammlung zu entrichten. Der wichtigen Tagesordnung wegen wird um zahlihren Beiträgen im Rückstande sind, werden ersucht, dieselben in der Verreichen Besuch gebeten. schäftigten Arbeiter. Montag, den 25. Mat, Abends 9 Uhr, in Feuerstein's Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu der in der am 11. Mai stattgefundenen öffentlichen Bersammlung angenommenen Resolution( Freudenreich) betr. Fereintgung fämmtlicher in verwandten Berufszweigen beschäftigten Arbeiter und Bereins. 2. Antrag ligte betr. Aenderung des Arbeitsnachweis- Reglements. Arbeiterinnen in einen Verein, resp. Auflösung oder Umgestaltung unferes 3. Verschiedenes und Fragetaften. Verein für Feuerbestattung in Berlin. Deffentliche Bersammlung mit Eine Versammlung der Bäckerei Arbeiter Berlins Damen am Sonnabend, den 23. Mat, Abends 8 Uhr, im Rathhaus( Bürgernud Umgegend wurde unter Leitung des Kollegen Pfeiffer burch den 1. Borsitzenden Herrn Stadtverordneten Watterne. 2. Vortrag des faal, Gingang Königstraße). Tagesordnung: 1. Mittheilungen und Bericht am 21. d. M. im Joël'schen Saale abgehalten. An Stelle des Herrn Professor Hanquet ueber die Nothwendigkeit der Reform unseres Be Unter der Anklage der Majestätsbeleidigung, begangen verhinderten Genoffen Thierbach sprach Herr Ringsdorf über fiattungswesens". 8. Fret Distuffton. 4. Fragetaften. durch Nichterheben von den Plätzen bei einem auf den Raiser die ökonomische Lage der Arbeiter und den Zweck und Nußen ausgebrachten Hoch, standen die Genoffen Benno Stabernack aus einer Organisation. Der Referent verbreitete sich in sehr ausBerlin, Salomon, Mißling und Schmidt aus Wriezen vor der führlicher Weise über die ökonomische Lage sowohl der Arbeiter Straffammer beim Landgericht Eberswalde. Am 7. Dezember v. J. im Allgemeinen, wie der Bäckerei- Arbeiter im Besonderen und fand in Wuschewir bei Wriezen eine öffentliche Voltsversammlung erläuterte im Anschluß hieran den zweiten Theil des gewählten statt, in welcher Stabernack über das sozialistische Programm Vortragsthemas, den Bäckerei- Arbeitern den Beitritt zum Versprach. In der Diskussion sprach der General a. D. von Oppen bande der deutschen Bäcker und Berufsgenossen empfehlend. Dem und brachte am Schluß seiner Rede das Hoch aus. Der Erst- Vortrage folgte eine längere Diskussion, in welcher namentlich genannte, sowie die drei anderen Herren, welche das Bureau der die schon vom Referenten hervorgehobene Verkürzung der Versammlung bildeten, blieben dabei ſizen. Trotzdem etwa der Arbeitszeit als dringend nothwendig betont wurde. An derselben dritte Theil der Anwesenden ebenfalls fizen blieb, wurde auf betheiligten sich die Kollegen Lehmann, Nuoffer, Antrag des Generals a. D. die Anklage erhoben. Die Pfeiffer und Most. Letterer gedachte in seinen AusAngeklagten bestritten, die Absicht der Beleidigung gehabt zu führungen auch der seitens der Bäckerinnung Germania an den haben. Salomon führte ferner aus, daß er durch die persön- Handelsminister entfendeten Deputation behufs Verhütung Lichen Angriffe, sogenannte" geistige Waffen", die der der Sonntagsruhe im Bäckerei- Handelsbetriebe im Interesse der General a. D. sich gegen den Referenten erlaubte, ge- Backwaare, welche ungenießbar werden würde. Redner war der awungen worden wäre, dem General das Wort zu Ansicht, daß dadurch der Glaube erweckt werde, es würde in abends 8% Uhr, bet Stein, Rosenthalerstr. 38: Besprechung über Bereinsangelegenheiten. Gäfte sind willkommen. Kartonbrandje. Bereinsversammlung am Montag, den 25. d. M., Abends punkt s uhr, bet Gager, Grüner Weg 29. Tagesordnung: Wie stellen wir uns zu der in der öffentlichen Bersammlung der Buchbinder und vers wandten Berufsgenossen vom 11. Mat gefaßten Resolution. 2. Distussion. 3. Berschiedenes. umgegend.) Sonntag, ben 24. Mat, Vormittags 11 Uhr, bet Hoffmann, BergVereinigung der Drechsler Deutschlands( Bahlstelle Nirdorf und straße 100: Bersammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Bereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Neue Wiitglieder werden aufgenommen. ben 25. Mat, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Semter, Münzſtr. 11. Achtung Filschuharbeiter! Große Vereinsversammlung am Montag, ( näheres Inserat am Sonntag, Verein für Bildung und Geselligkeit. Sonnabend, den 23. Mai, Depeschen. Sämmtliche Verein Berliner Nagelschmiede. Gonntag, den 24. Mat, im Sotale bes| Paul Lafargue. Die Arbeiterbewegung in den Vereinigten Herrn Seife, Lichtenbergerstr. 21: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Acht 1. Wahl eines ersten Schriftführers. 2. Stiftungsfeft. 3. Verschiedenes. Gäfte Staaten. 1850 bis 1860. Von F. A. Sorge.( Schluß.) willkommen. Stunden. Von E. Bernstein. I. Immunität. Von Bern ( Depeschen des Bureau Herold.) Achtung Möbelpoliver! Montag, den 25. Mat, Abends 8 Uhr, im hard Zerbst. Literarische Rundschau. Feuilleton: Zu Freischüs, Fruchtstraße 36: Verbandsversammlung. Tagesordnung: 1. Die Hannover, 22. Mai. Bei Kirchlengern stieß um 3 Uhr der moderne Ghe und die frete Stebe. Referent: Herr Marewsti. 2. Abrechnung neuen Zielen. Novelle von Robert Schweichel.( Fortsetzung.) von Löhne kommende Personenzug mit Ostar Carré's Extrazug Dom Generalfonds. 3. Ausgabe der Billets zu der am 7. Junt stattfindenden Dampferpartie mit Musit nach Schmöctwiz. 4. Berfchiedenes. Diejenigen, Die„ Berliner Volks- Tribüne"( Abonnementspreis für zusammen. Sieben Personen wurden dabei getödtet, darunter welche noch Marken zum Maifonds wünschen, können in dieser Bersammlung Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando[ frei ins Haus. Ein- angeblich Frau Carré, viele schwer verwundet. dieselben erhalten. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Fachverein der Weber. Die Vereinsversammlung für den Monat Mai zelne Nummer 15 Pf. Redaktion und Expedition SO.( 26), Deynhauser Badeärzte haben sich nach der Unglücksstätte befann nicht stattfinden. Dafür findet am Montag, den 25. Mai, eine öffent- Elisabeth- Ufer 55.) bringt in ihrer Nr. 21 vom Sonnabend, den geben. liche Versammlung statt in Königsbant( früher Mohrmann) Frankfurter: 23. Mai: Aus der Woche. Soziales aus Australien. Das Köln, 22. Mai. Die Köln. Volksztg." meldet aus Bünde ftraße 117. Gs werden die Kollegen ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Gemehel von Fourmies und seine Konsequenzen. Kornzölle( Westfalen): Durch das Einfahren des von Löhne kommenden Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 24. What, Abends 7 Uhr, Komman in Deutschland nach Geschichte und Statistik. II. bantenstr. 79( Gratweil's Bierhallen): Versammlung. Tagesordnung: Vortrag Verschiedenes. Personenzuges in den Extrazug des Birkus Carré hat auf dem des Herrn Pinn über: Nationalität und Humanität." Gedichte. Nachdem Novelle. Warum geht Rußland auf Erobe- Bahnhof Kirchlengern ein großes Eisenbahnunglück stattgefunden. gesellige Unterhaltung und Tanz. Gäfte, Damen und Herren, willkommen. rungen aus? IV. Die soziale Revolution in London. I. 3wei Fahrgäste des Personenzuges wurden gering verletzt. Von Fachverein der Tifajler. Die Bahlstellen befinden sich in den folgenden Die Zunahme der städtischen Bevölkerung. Von den segens- dem Carré'schen Zug sind mehrere Personen todt, darunter Frau Lotalen: 1. Friedrichsbergerstr. 25 bei Schmidt, 2. Staligerstr. 107 bei Runft, Literarisches. Carré, und viele schwer verwundet. mann, 3. Belleallianceplas 6 bei Silfcher, 4. Bionsfirchplay 11 bei Sohn. reichen Wirkungen des Kapitalismus. 5. Schleiermacher- und Gneisenauftraßen- Ecke bei Scheuer, 6. Steinmegstr. 57 bei Lindow, 7. Dresdenerstraße 116, 8. Lübecker- und Thurmstraßen- Gde bei Jahnke, 9. Langestraße 70 bei Seindorf, 10. Rirdorf, Bergstr. 7, bet Duschet, 11. Fennstr. 4a bei Krüger, 12. Görliger- und Sorauerstraßen- Ecke, 13. Weißenfee: Bölfer und Charlottenstraßen- Ede bet Klebs, 14 Belforterstraße und Ecke Prenzlauer Allee, 15. Gesundbrunnen, Grünthalerstraße 66 bet Preuß. Der Arbeitsnachweis befindet sich Wallstraße 7-8 und ist von 7 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends, mit Ausnahme der Mittagsstunden von 12-3 Uhr, geöffnet. Die Arbeitsvermittlung geschieht unentgeltlich. " abend öffentliche Versammlungen. ftraßen- Ecke. Vermischtes. 93 Osnabrück, 22. Mai. Wie hier verlautet, sind bei dem heutigen Eisenbahn- Zusammenstoß bei Kirchlengern vier Eisenbahnbeamte getödtet worden. Gent, 22. Mai. Die Meldung, das sozialistische Blatt Vooruit" werde wegen Majestätsbeleidigung verfolgt, wird als unrichtig bezeichnet. Briefkaffen der Redaktion. Antwort wird nicht ertheilt. Ein neues Buch über Marat. Man schreibt der ,, FrankBrüffel, 22. Mai. Die Truppen, welche nach den AusLese- und Diskutirklubs. Sonnabend. Sese und Diskutirtiub furter Beitung": Der französische Arzt Dr. Cabanes veröffentlicht standsbezirken beordert waren, haben Befehl erhalten, wieder nach Feuerbach" im Lokale des Herrn Schröder, Reichenbergerstr. 24.- soeben ein Wert über Marat, das sich nur wenig mit dem Re- ihren Garnisonen zurückzukehren. " Heine", Abends 9 Uhr, im Lotale des Herrn Bechlin, Hornftr. 11. London, 22. Mai. Wie verlautet, sind 120 Schneidermeister Buſebann( Bereinshaus), Charlottenburgerstraße 150 im tieinen Gaal. Gäfte 1775 von der St. Andreas- Akademie in Schottland als hervor geneigt, die Bedingungen der ausständigen Gesellen, deren Zahl Bese- und Diskutirklub des Arbeiterbildungs- Bereins in Weißensee, Reſtaur. polutionär, desto mehr mit dem Gelehrten beschäftigt, welcher haben Zutritt. Paris Deutscher sozialdemokratischer Leseragender Meister in den Künsten und für seine Geschicklichkeit in jedoch übertrieben ist, anzunehmen. Die Schneidermeister werden tlub. Ede Rue Montmartre und Rue Etienne- Marcel. Jeden Sonn- allen Zweigen der Medizin" die Doktorwürde erhielt. Seine am Montag eine Versammlung abhalten, in welcher über die Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonnabend. Abends literarischen Studien hatte er in Neufchatel und Genf, seine Forderungen der Streikenden verhandelt werden soll. Inzwischen Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein, Freund: wissenschaftlichen un peu partout"( ein Wenig überall), in versuchten einige Meister, in Glasgow und anderen Städten fchaft", Friedenstr. 48 bei Tollkühn. Gesangverein" Sanges Echo," Toulouse, Bordeaux( wo er Hauslehrer war), Dublin, Edinburg Kleidungsstücke anfertigen zu lassen, was die Streikenden mögStaligerstraße 142 bei Greiser. Gesangverein Byrania", BandsbergerGrüne Giche", Rirdorf, nesebed- und und Holland gemacht. In London schrieb er sein Werk lichst zu verhindern suchen. London zählt 20 000 Schneiderstraße 31 bei Mufehold. Hermannstr.- Ecte bei Beiler. Gefangverein Glückzu" bet Bergmann, Bringen: L'homme, ou l'influence réciproque de l'âme sur le corps" ges ellen, wovon jedoch nur ein Viertel dem Verein der SchneiderAllee 10. Gesangverein„ Treuer Bund" bei üürich, Arndt- und Friesen-( der Mensch, oder der wechselseitige Einfluß der Seele auf den gesellen angehört. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Männer- Gefang- Rörper), ebenso eine zweite Arbeit ,, Les chaînes de l'esclavages" verein" Phönir", Steinmenstr. 76, bet Semm. Aufnahme neuer Mitglieder( Stlavenketten). Außerdem verfaßte er eine ganze Reihe Kleinerer Musikverein, or wärts" ab. 8-10% br, Annenftr. 14, part. Bithertlub Publikationen über Fragen der Physik und der Physiologie, " Waldrofe", Abends 9 Uhr bei Kleemann, Laufigerstr. 41.- Bitherflub, ar= Tambour welche ihm einen Ruf verschafften; besonderes Aufsehen erregten monie", 9 Uhr Uebungsstunde, Kaiser Franz- Grenadierplay 7.Berein ,, Deutsche Eiche", Sigung 9 Uhr im Restaurant Techow, Waterloo- Ufer 14. feine Abhandlungen über die Elektrizität. In London hielt Aufnahme neuer Mitglieder. er Vorträge, verbunden mit Experimenten, und diese Bet Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich Berliner Turngenossenschaft. 5. Männer- Abtheilung Abends von beffer gewesen als zu fein, der eigentliche 8-10 Uhr, Turnlofat Martannenplay 1a.- 8. Männer Abtheilung. Abends scheinen 9-11 Uhr. Lübeck'scher Zurnverein. Die 1. Lehrlingsabtheilung Vortrag. Daß die französische Akademie feinen scharfsinnigen furnt Abends 8-10 Uhr. Der Turnfaal befindet sich Königstädtisches Gym Leistungen keine Beachtung schenkte, verdroß ihn nicht wenig und Stattlub Ramich", gegründet 1. Oftober 1890. Abends 9 Uhr, Sigung brachte ihn auf den Glauben, man verfolge ihn systematisch; in Willy Schmidt's Restaurant, Wrangelſtr. 141. Genoffen sind freundlicht seine Erbitterung machte sich oft in stürmischer Weise Luft eingeladen. Stattlub, Samsch", Fürstenbergerftr. 10.- Sumoristischer Widerspruch ertrug er ohnehin nicht gut; er überschüttete einst Klub Adonis" bet Seib, Koppenstr. 75. Gäste willkommen.„ Privat Lotal" Veteranen- den Physiker Volta, der seine Vorlesungen besuchte und mit einer Theater Gesellschaft Schneeglöckchen" im Straße 9 bet Bettin. Theater- Verein Abends der darin entwickelten Theorie sich nicht einverstanden erklärte, 9 Uhr, Sigung. Verein Lustige Brüder" Abends 9 Uhr, mit herbem Vorwurf. Es läßt sich begreifen, daß diese Heftigkeit Brüderstr. 26. Vergnügungs- Verein Rustige 13", Abends 9 Uhr, bei Bergnügungsverein„ Sorgen- nur wuchs, als Marat das politische Terrain betrat. Und doch Stebzeit, Wrangelstr. 30. Gäste willkom. brecher", Mendelssohnstr. 4, Sigung mit Damen. Gäste willkommen. übte der häßliche, grillige Mann einen ganz eigenartigen, geRoller'scher Stenographen- Verein" Süd- West Berlin" Abends winnenden Einfluß aus, und hatte geradezu fanatische Verehrer 8% Uhr, im Reftaurant Bürger- Garten", Sindenstr. 105, Unterricht und anders ließen sich die Ehren kaum erklären, die ihm nach Uebung. Rauchflub Goldene Quaste", 9 Uhr, Lothringerstr. 67 bei Brückner. Rauchtlub, Dornröschen", Abends 9 Uhr, bei Restaurateur Pietsch, seinem Tode erwiesen wurden. Taine erklärt Marat für einen Hennigsdorferstraße 24. Rauchtlub Rothe Belte", Weinstr. 22, bei Verrückten; Dr. Cabanes spricht sich entschieden gegen dieses F. Steuer. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Butritt. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Sonn- Urtheil aus. Er leitet die wilde fiebrige Wirksamkeit des Ami abend: Bergnügungsverein Bustige 13" 10 the bet Siebzeit, Wrangel- du peuple" von seiner Ueberanstrengung bei der Arbeit, feiner Theaterklub Selmerbing" br bet Sanf, Tempelhofer Schlaflosigkeit und einer schmerzhaften Hautkrankheit her, deren Tambourverein, Deutsche Eiches ühr bei Techow, Waterloo- Pein Marat nur durch sehr häufige, fast unausgesetzte Bäder lindern konnte. Jm Bade erledigte er feine gewaltige Rorrespondenz, im Bade empfing er feine zahlreichen Besuche; im Bade saß er ja auch, als Charlotte Corday den Dolch auf ihn zückte. naftum, Elisabethstraße 57-58. Straße 80.Ufer 13.ufer 14, " " " " Giaconda" Literarisches. " Von der Neuen Zeit“( Stuttgart, J. H. W. Die Berlag) ist soeben das 34. Heft des 9. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Der Mythus von Adam und Eva. Ein Beitrag zur vergleichenden Mythologie. Von Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß meine Frau am SonnDortmund, 21. Mai. Auf der Grube„ Neu- Iserlohn" ertitten sieben Mann Verbrennungen infolge einer Entzündung von Kohlenstaub. Zuzug ist fernzuhalten tag, den 24. Mai, Vormittags 9 Uhr, von der Pianofabrik von von ihrer viermonatlichen unfreiwilligen Badereise von Sankt Barnim zurück- Matz& Co., Muskauerstr. 34. fehrt. H. Brunkow.[ 901 b 186/33 Die Kommission. Achtung! Binkgießer! Verein d. Sattler u. Fachgen. Unser Kollege 353/3 Am Sonnabend, den 23. Mai, Abends 81/2 Uhr, im Dresdener Garten, Max Röthe ist in der Nacht zum 22. verstorben. Dresdenerstr. 45, Ecke der Prinzenstr.: Drt und Zeit der Beerdigung wird Versammlung. noch näher bekannt gemacht. J. A.: Otto Jost. Allen Freunden u. Genossen sage ich für die herzl. Betheiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes meinen herzl. Dank und wird mir diese Ehrenbezeugung stets ein ehrendes Andenken bleiben. Wwe. Hütter u. Kind.[ 921 b Versammlung der Tagesordnung: 1. Die Arbeiterschuh- Gesetzgebung, und hat dieselbe Werth für den Arbeiter.( Referent Gustav Linte.) 2. Distussion. 3. Verschiedenes. Hierzu ladet ein 261b Der Vorstand. Kartonbranche!! Vereinsversammlung am Montag, den 25. Mai, Abends Punkt 8 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Wie stellen wir uns zu der in der öffentlichen VerAchtung! Jena. Der eine Brief ist bei uns nicht eingetroffen. Kurz erwähnen werden wir den Verlauf der Feier bei der nächsten Gelegenheit. Den Brief, der das Strafporto enthielt, haben wir erhalten. Besten Gruß. Reinickendorf. Der Bericht über die Maifeier kommt doch zu sehr post festum". K. P. Das ist uns nicht bekannt. Arbeiter- Bildungsschule. Als Ueberschuß einer Versammlung durch Herrn Unger 12,55 M. erhalten. Durch M. B. von S. S. 50 M. Arbeiterfreund 20 M. Bismarckianer 3 M. Kassirer H. Gumpel, Barnimstr. 42. Briefkaffen der Expedition. Deutschlands( Hamburg) gingen ferner ein: Für die Generalfommission der Gewerkschaften Anklamerstr. 49 bei Wartig 2,25 M. Gin Maikäfer bei Gnadt Tischlerei von Krüger, Naunynstr. 56, 7,- M. Gesammelt verauktionirt am 1. Pfingstfeiertage 5,70 M. Amerik. Auktion ( Sechsertäse) bei Körber, Hochplay 10,12 m. R. Sp. 5, M. Reßler 1, M. Verein der Mineralwasser- Arbeiter 15,- M. Ueberschuß vom Wohlthätigkeits- Konzert der Moabiter Liedertafel 2,80 m. Gewinn beim Spiel der Herrenparthie des Pfropfenvereins Wedding" 8,38 n. Für einen gefundenen Hut 2,- M. Vereinigung Große Bersammlung der Drechsler d. Vereins d. Filzschuh- Arbeiter und Berufsgen. Berlins und Umg. 8 Uhr, im Lotal des Heren Jemter, Deutschlands am Montag, den 25. Mai, Abends( Zahlstelle Rixdorf u. Umg.). Münzstraße 11. Tagesordnung: 1. Vortrag, 2. Diskussion. 3. Auf nahme Versammlung A. Lange, Hutfabrik Brunnen- Str. 136-37. Sämmtliche Hüte mit Kontrollmarken. Großes Lager in Strohhüten u. Regenschirmen. 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Scheererinnen auf bunte RettennetWeberei Paat, Grüner Weg 109. mein Schuh- u. Stiefel- Lager Bildh.- Lehrl.vl.Friedrichsbergerst.3, v.pt. 1. Wahl des Verbandskassirers. 2. Ge-( mit Kontrollmarke). 3. Lohgerber und Lederzurichter ſammlung der Buchbinder und verw. wertſchaftliches. 8. Berschiedenes. ( Filiale Berlin) am Sonntag, den 24. Mai, Vorm. 10 Uhr, bei Feind, Weinstr. 11. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu der Unterstübungsfrage. 205/4 Der Vorstand. Fachverein der Tischler. Montag, den 25. Mai, Abds. 8 Uhr, in Norbert's Restaurant, Beuthstraße 21-22, Vorstandssitzung. Berufsgenossen vom 11. Mai gefaßten Resolution. 2. Diskussion. 3. Auf Resolution. nahme neuer Mitglieder, Verschiedenes und Fragetasien, 131/8 Der Vorstand. Ausserordentl. General- Versammlung der StrumpfwirkerInnungs- Kr.- Kaffe zu Berlin am Dienstag, den 2. Juni, Abends präc. 8 Uhr, bei konjagk, Grüner Weg. 103. 2. 3. Tagesordnung: " Mitgliedsbuch legitimirt. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. 826/8 Orts- Kranken- u. St.- Kasse der Böttcher Berlins. Am Sonntag, den 31. Mai, Vorm. 10 Uhr, bei Heise, Lichtenbergerstr. 21, Große außerordentl. Gen.- Verf. Zagesordnung: 1. Statutenänderung. 2. Erhöhung der Beiträge. 3. Wahl der Delegirten. 4. Berschiedenes. 1. Ergänzung des Statuts zu§ 10a. § 10. Sämmtliche Mitglieder sind ver§ 15, pflichtet, hierzu zu erscheinen, da das Nr. 1 ad b. Weiterbestehen der Kasse hiermit in Mitglieder der Raffe werden ersucht, Betracht gezogen wird. Der Vorstand. im eigenen Interesse recht pünktlich und 122/12 Den Genoffen des Westens empfiehlt fein Lager von Bereinig. d. Drechsler Deutscht. ahlreich zu erscheinen. ( Filiale V.) Versammlung am Sonntag, den 24. Mai, Vorm. Ad. Fleischer, Obermeister. C. Richter, Rendant. 5. Döring, Stellvertreter. Jenner, 1. Altgeselle. 926b, Fil- und Seidenhüten ( nur m. Kontrollmarken) 10/2 Uhr, bei Bolzmann, Andreasnbreas: Empfehle den verehrten Genossen meine C. 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Einer geehrten Nachbarschaft, insbesondere meiner alten Kundschaft die freundliche Bitte, ihren Getränkebedarf an Sonn- und Feiertagen fürs Haus nicht während der Haupt- Kirchenstunden von 10-12 Uhr, sondern früher oder Später zu decken. Hochachtungsvoll Josef Urban, 914b Forster Straße Nr. 4. Bringe meinen Freunden u. Genossen meine Rind- u. Schweineschlächterei in freundliche Erinnerung. Zentral- Markthalle Stand 148. 527 L Carl Aurin. M. W. Walter Zenghofstr. 3. Zenghofstr. 3. Gegr. 1818. Fernsprechamt 9 Nr. 9386. Butter bedentend billiger ff Tisch- Butter 100-110 f. Eier à Mdl. 50-65 Pf. Thüringer, Braunschweiger und Westfälische ff Fleischwaaren. 518L Cervelatwurst von 1,- an das Pfd. A. Goldschmidt, Rohtabak Spandauerbrücke 6, am hiesigen Plage bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt ficher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabake sind am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Martt.[ 746 des Königl. preuß. Rechts- Bureau Amtsrichter a. D., Alte Jakobstr. 102, 11. Gewissenhafter Rath, Hilfe in allen Angelegenheiten. Unbemittelten unentgeltlich. Auch Sonntags. 911 b Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Vollsblatt Berlin SW., Beuthstraße 3. Nachstehende Schriften zur Religion und Philosophie halten wir dauernd auf Lager und sind dieselben zu den beibemerkten Preisen von uns zu beziehen. " • " Wiederverkäufer erhalten Rabatt! Bebel, A., Gloffen zu Yves Guyot's und Sigm. Lacroix's: Die wahre Gestalt des Christenthums" 0,15 m. Christenthum und Sozialismus. Eine religiöse Polemit. 0,10 Coroiz, Pfaffenspiegel. Historische Denkmäler des Fana tismus der röm. kathol. Kirche. 7. Aufl. Broschirt 3 M. Eleg. geb. Dietzgen, Jos., Streifzüge eines Sozialisten in das Gebiet der Erkenntnißtheorie • · 4,-, • 9 . Dodel- Port, Moses oder Darwin? 3. Aufl. Douai, A., BC des Wissens für die Denkenden. 4. Aufl. 0,15 Antwort an die Bekenner des Theismus 0,10 Dühring, E., Kritische Geschichte der Philosophie. 2. Aufl. 9, Der Werth des Lebens. 2. Aufl. · 0,25 1, " " " " " 6, " Guyot. Lacroix, Die wahre Gestalt des Christenthums. 2. Aufl. Engels, Fr., Ludwig Feuerbach und der Ausgang der Klassischen deutschen Philosophie 0,50 " 9 • 0,30 " 0,60" " " Heigl, F., Spaziergänge eines Atheisten. 5. Aufl. Jacoby, Leop., Die Jdee der Entwicklung. 2. Aufl. 2 Bde. 3,20 Krasser, Fr., Marseillaise d. Christenthums.( 100 Ex. 3 M.) 0,05 Lassalle, Ferd., Die Philosophie Fichte's und die Bedeutung des deutschen Volksgeistes Lommel, G., Jesus von Nazareth. 12. Aufl. Johannes Huß. 7. Aufl. Achtung! Steinmeken! Wir fordern sämmtliche Kollegen auf, sich mit uns solidarisch zu ers klären und den Zuzug vorläufig nach der Fabrit von Pries, Landsberger Allee, fern zu halten, da wir 5 Kollegen wegen Lohndifferenzen und FabrikOrdnung mit dem oben genannten Meister nicht einig wurden und deshalb die Arbeit niedergelegt haben. Näheres Sonntag über 8 Tage in der öffentlichen Versammlung. Die Streikenden Kollegen. 286/11 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Montag, den 25. Mai, Abends 8 Uhr, in G. Müller's Lokal, Johannis- Straße Nr. 20: Große öffentliche sozialdemokratische Versammlung. Zages Ordnung: = 1. Deutschland nach dem Sturze Bismarcks, Referent Herr Albert Auerbach. 2. Diskussion. 929b 8. Wahl eines Vertrauensmannes, sowie eines Vertreters zur LokalKommission. 4. Verschiedenes. Die Genoffen werden ersucht, recht zahlreich in dieser Versammlung zu erscheinen. Achtung! Metallarbeiter! Morgen, Sonntag, den 24. Mai d. J., Vormittags präzise 10 Uhr, Große öffentliche Versammlung aller in den Löwe'schen Fabriken beschäftigten Arbeiter im Saale der Brauerei Ahrends, Thurmstraße( Moabit). Tages- Ordnung: 1. Die Mißstände in den Löwe'schen Fabriken. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Jn Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ersucht um zahlreiches und pünktliches Erscheinen Der Einberufer. 225/10 Fachverein der Tischler( Norden). Montag, den 25. Mai, Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Lehmann, Schwedterstrasse No. 24: Große Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Otto Thierbach über: Die großkapitalistische Produktionsweise und deren Beseitigung". 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten. 4. Vorschlag eines Bevollmächtigten für den Norden. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Zu Punkt 3 der Tagesordnung sind ganz besonders die Kollegen der Werkstatt des Herrn Zimmermann, Schwedterstr. 44, und des Herrn Ballier, Anklamerstraße 28, eingeladen. Auf zahlreiches Erscheinen, und hauptsächlich der zu dieser Versammlung speziell eingeladenen Kollegen rechnet Der Bevollmächtigte. 314/49 Verband deutscher Gold- u. Silberarbeiter u. verw. Berufsg. ( Zahlstelle Berlin). Am Montag, den 25. Mai, Abends 8½ Uhr, im Lokale des Serru Feuerstein, Alte Jakobstraße Nr. 75: Außerordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Wahl des 2. Vorsitzenden. 2. Anträge zum Verbandstage. 8. Wahl der Delegirten zu demselben. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht sämmtlicher Mitglieder, in dieser Versammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. 160/9 Fachverein der Lederarbeiter. Sonnabend, den 23. Mai, Abends 81/2 Uhr, im ,, Louisenstädtischen Klubhaus", Annenstrasse No. 16: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Sperling über: Die Heils fraft des Organismus und zur Unterstützung derselben die naturgemäße oder Medizinheilkunde." 2. Wie stellen wir uns zur geplanten Vereinigung der verwandten Berufe? 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. 201/13 Der Vorstand. Zahlreiches Erscheinen erwartet Grosse öffentliche Bersammlung für Männer u. Frauen am Sonntag, den 24. Mai d. J., Abends 6 Uhr, in Hoffmann's Festsälen, Oranienstr. 180( oberer Saal). Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn R. Baginsky über:„ Das Recht der Frauen". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Einberufer im Auftrage des Vertrauensmannes. Nach der Versammlung gemüthliches Beisammensein. Cöpenick. au die Do ftet get un ger 10 Br tet fet DO un Gt Au po no un aus Er 831/8 R Am Sonntag, den 24. Mai ds. Js., Vormittags 1/ 2ll Uhr, Große öffentliche Volksversammlung im für Cöpenick und Umgegend Müggelschlösschen bei Friedrichshagen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstagsabg. Max Schippel über: Die Sozialdemokratie und die heutigen Parteien. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes( Bericht des Schiedsgerichtes). •• • 0,10 0,30 " " 0,25 362/14 " " • 0,50 . 0,15 " " Stern, J., Die Philosophie Spinoza's. brosch. 1 M., geb. 1,50 Die Religion der Zukunft. 3. Aufl. . Halbes und ganzes Freidenkerthum. 2. Aufl. Billigste Bezugquelle für Wiederverkäufer! Alle Uhren 387L Der Einberufer: Franz Ungering. Bestellungen nach Maaß und Reparaturen werden sauber ausgeführt. Schuh- Fabrik und Lager von Otto Fäse, Chauffeestraße 83, Streng reelle Waare. gegenüber der Liesenstraße, Sämmtliche sozialistische Schriften, werden sauber und sorgfältig reparirt bringt sich den Genoffen in empfehlende Erinnerung. gebunden und in Lieferungen. Großes unter Garantie des Gutgehens für Lager von Parteibildern. Im Laden 1,50 Mark( außer Bruch) bei Ginzelverkauf. W. Winkler, 924b Th. Mayhofer, Nachf. Sozialdemokratische Buchhandlung, Berlin N. Weinbergsweg 15b, dicht am Roserthalerthor. Verantwortlicher Redakteur: R. Cronheim c ein $ น = bi C fo e: fo NO 31 he 725L TE h. Keine Bazar- Waare. Nur 1 Mark. wird als Theilhaber zu einem langjährig Ein Genosse, Tischler, mit 4-500 M., Berlin N., Reinickendorferstr. 2 g, Rath im Zivil- und Strafprozeß. Gin- fchaft gute Gegend. Derfelbe müßte Klagen, Eingaben, Reklamationen, bestehenden Geschäft gesucht. Kund gegenüber der Dankes- Kirche.[ 25L ziehung von Forderungen. Pollak, verb. sein u. die Wohn. dazu übernehm. 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