Abendausgabe Nr. 315 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 158 Bezugsbedingungen und Anzelgenprete Find in der Morgenausgabe angegeben Bedaffion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhof 292-298 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Montag 7. Juli 1924 Berlag und Anzeigenabteilung Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin SB. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2308-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Der Zwischenfall beigelegt. Ein Schritt des englischen Botschafters bei Herriot. gesucht. Llegt es wirklich im Interesse unserer Länder, daß man nun den Paris, 7. Juli.( TU) Herriot ist gestern abend um 7 Uhr| hat, der aber uner la Blid war, weil er sachlich war, zu erreichen cus Troyes in Paris wieder eingetroffen. Um 8 Uhr wurde der englische Botschafter Cord Crewe in Audienz empfangen. Das Gespräch zcg fich ungefähr 1% Stunden bis furz nach 9 Uhr hin. Nach deffen Beendigung wurde nachstehendes kommunique veröffentlicht: " Der Ministerpräsident hat heute abend den Besuch seiner Exzellenz des englischen Botschafiers erhalten, der beauftragt war, ihm die Auffassung Ramsay Macdonalds von den falfchen in Umlauf gefehten Informationen erneut zum Ausdrud zu bringen. Ramsay Macdonald erklärte ausdrüdlich, er habe zu teinem Augenblid versucht, feinen französischen Kollegen auf Gedanken oder auf Ausbrüde festzulegen, die felbstverständlich nur auf die Verantwortung der britischen Regierung hin, und zwar auf ihre eigenen Anregungen hin geäußert worden wären. Er hat vorgeschlagen, diese Mitteilung an die Regierungen zu richten, welche die Einladung zur Londoner Konferenz erhalten haben. Der Ministerpräsident hat Cord Crewe gebeten, in feinem Namen den Premierminister für diese mitfeilungen und für seinen Borschlag zu danken, den er angenommen hat. Diefer offizielle englische Schrift, der, weil er Sonntag abend an einem für englische Gebräuche ungewöhnlichen Tage unter. nommen wurde, nur an Bedeutung gewinnen fann, erwedte in Parifer maßgebenden Kreifen lebhafte Befriedigung, die fich auch in einem Teil der Presse widerspiegelt. " Der Petit Parisien" betrachtet den eglisch- französischen 3wischenfall nunmehr als erledigt. Der Matin" meint, daß nach der gestrigen Mitteilung Ramsay Macdonalds dem Memoran dum Sir Crewes des Unterstaatssekretärs im Foreign Office piel weniger Bedeutung beigemessen werden müsse, als anfäng lich geschehen sei. Das Blatt macht die Feststellung, daß die französische Regierung für die fommenden Besprechungen der Londoner Konferenz sich die Hände nicht gebunden habe. Bertinag im Cajo de Paris" hält dagegen unentwegt an der Behauptung feft, Herriot habe am 21. und 22. Juni ohne jebe Disfuffion die oct fchiedenen Paragraphen des englischen Protofollentwurfs angenom men. Ramsay Macdonald und Eir Crewe haben, wie Bertinag von cbfolut zuverlässigen Informatoren erfahren haben will, Herriot ausführlich darlegen tönnen, daß Deutschland Garantien gegen jede Möglichkeit einer felbständigen Aktion Frankreichs, England aber Garantien gegen die Reparationsfommission erhalten müsse. Sie wären bei Herriot lediglich auf schweigende aber ausbrüdliche Su stimmung gestoßen. Angesichts dieser Preffeftimmen der Montag- Blätter, bie mit Ausnahme des Echo de Paris" den Eindrud einer tatsächlichen Beilegung des Zwischenfalls erwecken, tönnen die Stimmen der Sonntagsblätter als überholt angeschen werden. Am Sonntag ging die Welle der„ Erregung in der nationalistischen Breffe noch sehr hoch: Nicht nur das„ Echo de Paris", sondern auch andere Blätter begten rücksichtslos gegen Herriot, Eclair" bezeichnete ihn als eine nationale Gefahr"," Figaro" ertlärte rundweg, die Londoner Kon ferenz müßte verhindert werben, da sie nur Deutschland nügen würde, Intransigeant" sprach vom wahrscheinlichen Sturz Herriots binnen acht Lagen usw. " Nachdem aber Blätter, wie Betit Parifien" und" Matin" heute morgen offensichtlich abwiegeln, scheinen die Pläne der Poincaristen zunächst vertagt zu fein. Herriots Rechtfertigungsrede. Paris, 7. Juli.( BTB.) Ministerpräsident Herriot, zu dessen Ehrung die Rabitale Partei des Departements Aube heute in Troyes ein Bantett veranstaltete, an bem 1200 Personen teil. nahmen, hat bei diefer Gelegenheit eine Rebe gehalten, die zum Teil der Reparationsfrage gewidmet war. Er fagte, die erste Pflicht der Regierung fei, ben rebit Frantreichs sicherzustellen. Die zweite Pflicht fei, den Frieden zu organisieren, den die Bölter forderten. Den Frieden organisieren heiße, bas Reparationsproblem zu lösen, das schon so viele 31lufionen hervorgerufen habe, über bas schon fo viele Theorien aufgestellt und über das fchon fo viele wirtungslose Erflärungen abgegeben wurden. Das franzöfifche Bolt wolle nicht nur rednerische Genugtuung. fondern auch Realitäten, Die jebige Regierung werde nicht gelabelt werden fönnen, wenn es ihr nicht gelinge, nach fo viel Enttäuschungen in wenigen Wochen diejenige Löfung zu finden, die bis jetzt noch niemand gefunden habe. Sezen wir jezt," so erflärte Herriot, bie Lat fachen auseinander, so wie sie sich uns darstellen. Ein Bericht, den man Sachverständigenbericht nennt, bringt uns für die Verpflich tungen Deutschlandès ein Programm, das die legte Regierung ( Boincaré) angenommen hat und das fie gar nicht hätte ablehnen tönnen, weil es heute die beste 3ahlungsance bietet. Diefer Plan bietet gewiffe Schwierigteiten dadurch, daß er Ron trollorganisationen vorfieht, die man jetzt zum Funtio nieren bringen muß. Bei gewissen Fragen, bie die Trans. ferierung und die Gachlieferungen betreffen, müssen unfere Rechte präzisiert werden. Aber dieser Blan überläßt auch den allierten Regierungen die Verpflichtung, gewiffe Fragen zu regeln. Deshalb ist ein Einverständnis der Allierten nofwendg. Die Lölung ist dringlich wegen des prefären Charakters der Micum. Verträge. Gerade wegen diefer Dringlichkeit ist eine Konferenz unter den Alliierten erforderlich. Sie feht die Wiederherstellung des interallierten Einverständnisses und insbesondere ein enges 3u. jammenarbeiten zwischen Frankreich und Groß. britannien voraus. Wir haben in Chequers dieses b tommen durch einen Schritt, den man uns zum Vorwurf gemacht Charakter dieser Zusammenkunft entstellen oder ihre Tragweite abschwächen will? Hat es 3wed, einen Ministerpräsidenten( Macdonald) zu verkennen, der so wie wir ein Demokrat ist und der den guten Willen hat, burch ein Einverständnis zwischen Großbritannien und Frankreich in den wesentlichsten Grundlagen dem Frieden zu nügen? Gewiß sind noch viele Schwierigkeiten zu überwinden. Wir haben es immer, immer gejagt, wir sagen es wiederum: Unser Bestreben nach so viel Enttäuschung ist, zuerst zu versuchen, die Alliierten untereinander näher zu bringen und nicht das heraufzubeschwören, mas fie trennt. Bon diefen Gebantengängen befeelt, merben wir alles bas tun, was von uns verlangt wird, und werden fo handeln, daß wir auf alle Fälle unsere Pflicht erfüllen." Verlegung der Konferenz nach Brüssel? Paris, 7. Juli.( WTB.) Havas veröffentlicht folgende Des pesche aus London, die offenbar nur als Bersus ballon gewertet werden muß: Der Gedante, die Alliiertenkonferenz in Brüssel und nicht in London zusammentreten zu lassen und sie um 14 Tage zu verschieben, finde, wie man sagt, in gewissen politischen Streifen Anhänger. Man glaubt, daß eine Berta gung die Entspannung der Geister herbeiführen werde und daß dann die Konferenz in politischer Beziehung besser arbeiten fönne. man fasse tatsächlich ins Auge, daß man in der Zwischenzeit leichter einen Ausgleich zwischen dem französischen und dem britischen Standpunkt finden könne. Ucbrigens werde die Wahl Brüssels as Berhandlungsort eine günstigere Atmosphäre finden, weil man dadurch icsgelöst werde von den Beeinflussungen, die die jüngsten Ereignisse auf eine in London stattfindende Konferenz von London ausüben würden. Dieser Vorschlag sei zwar nicht die allgemeine Ansicht, aber doch die der offiziölen Kreise. Die Faschisten rüsten? Rom, 6. Juft.( WTB.) Die Zeitungen Mondo" und Gereno" beklagen sich über die angeblichen Rüstungen faschisti. scher Kreise. Beide Blätter betonen, daß die Nationalmiliz nicht vorschriftsmäßig ihre Waffen abliefere und daß Anhänger der Partei im geheimen Baffenfendungen erhielten. Die Blätter fordern daher die zuständigen Minister auf, sich hierüber zu äußern. Segar die faschistische Presse tritt jetzt energisch dafür ein, daß General de Bon o von seinem Oberkommando in der Nationalmitig entbunden werde. Der Berwaltungsausschuß der faschistischen Bariei teilt mit, daß die in den Safes des Credito Italiano auf den Namen Marinelli deponierten und jetzt beschlagnahmten Gelder im ordnungsmäßigen Auftrage der Partei von Mari. nelli bei der Bank in Verwahrung gegeben wurden. Diese Gelder mie auch weitere, bei anderen Banken von Marinelli deponierten Beträge gehören der faschistischen Partei, die bei den Gerichtsbe hörden bereits Schritte zur Freigabe der beschlagnahmten Summen unternommen hat. Rom, 6. Juli.( EP.) Die Untersuchungsbehörden für den Matteotti- Mord haben die Nachforschungen nach der Leiche wieder aufgenommen. Die Untersuchungsbehörden haben gestern einen neuen Haftbefehl erlassen. Ferner haben sie den Redakteur bes Mondo", Ferrara, zwei Stunden lang verhört. General de Bono soll dieser Tage vom Untersuchungsrichter verhört werden. Die Direktion ber Unitarischen Sozialistenpartei hat einen reis pon 25 000 2ire für die Auffindung der Leiche Matte. ettis ausgefeßt. Militärrevolte in Brasilien. 1 Paris, 7. Juli.( TU.) Nach einer Meldung des Exchange Telegraph" aus New Dort ist in Brasilien Revolution ausge. brochen. In Rio de Janeiro wurde der Belagerungs. zustand verkündet. Die Aufständischen sollen sich des Post- und Telegraphenamtes in Sao Paulo bemächtigt haben. Die Ber bindungen mit Brasilien und New Dort sind unterbrochen. Bu ben Ereigniffen in Brasilien wird aus Rio de Janeiro ge. meldet: Die Truppen des Etaates Sao Paulo haben sich empört und ihre Offiziere angegriffen. Diese mußten, um der Bes wegung Herr zu werden, Bundestruppen aus Sao Paulo in aller Elle heranziehen. Gerüchtweise verlautet, daß die Aufständischen von der brasilianischen Regierung das Versprechen erzwingen wollten, den Kontraft mit der franzöfifchen Militärmiffion nicht zu verlängern. Aus diesem Grunde sollen sie die Aufstandsbewegung ins Wert ge. fetzt haben. Eine Bestätigung der Meldung steht noch aus. Jeden falls wird die Bewegung als sehr ernst angesehen. Sämtliche telegraphischen, telephonischen und Eisenbahnverbindungen sind zwischen der Bundeshauptstadt und Sao Paulo unterbrochen. In den Staaten von Rio de Janeiro und Sao Paulo ist der Belagerungszustand verhängt worden. Nach einer späteren Meldung der RadioAgentur soll die Ordnung in Sao- Paulo wiederhergestellt sein. Die Bundesregierung hat den Belagerungszustand über Rio de Janeiro und Sao Paulo für die Dauer von zwei Monaten verhängt. Japanische Luftrüftung. Der japanische Marineminifter erklärte im Barlament, die Weltlage erfordere, daß Japan seine Marine. luftstreitkräfte weiter vermehre. Er empfahl die Aufftellung von elf weiteren Geschwadern außer ben 17 im gegenwärtigen Programm bereits vorgesehenen. Das Ende einer Hehe. Das Urteil gegen den Minister Hermann. Weimar, 7. Jull.( Eigener Drahtbericht.) Nach vierständiger Beratung verkündete das Schöffengericht im Prozeß gegen den früheren thüringischen Innenminister Hermann folgendes Urteil: Der Regierungsaffeffor& un 3 e wird zu einer Gefängnisftrafe von 1 Jahr 6 Monaten verurteilt; die erlittene Untersuchungshaft von 6 Monaten wird angerechnet. Der Minister Hermann zahlt eine Geldstrafe von 1000 Goldmart; im übrigen wird er freigesprochen. Kreisdirektor Rennert- Meiningen wird zu einer Geldstrafe von 1200 Goldmark oder 1% Monat Gefängnis, HörschelmannElfenach zu 1000 Goldmart oder 1 Monat Gefängnis, Faulian- Roda zu 500 Goldmark oder 1 Monat Gefängnis verurteilt. Koch- Gotha wird freigesprochen. „ Es soll gar nicht von dem strafrechtlichen durch Paragraphen erfaßbaren Tatbestand des Weimarer Prozesses gegen den gewesenen thüringischen Minister Hermann die Stede sein. Der ist so gleichgültig, ach so gleichgültig. Es lohnt sich fein Wort darüber." So Herr Hussong, der literarische Edelschmock des„ Lokal- Anzeigers" zum Ausgang des Prozeffes gegen den früheren thüringischen Innenminister, den Genossen Hermann. Ein halbes Jahr lang haben die Anschuldigungen gegen den Genoffen Hermann der Schmockpreffe in Deutschland zu einer widerlichen, gemeinen, verleumderischen Heze dienen müffen. Spaltenlang ist in dieser Presse der angeblich mit Paragraphen erfaßbare Tatbestand" gegen den Genossen Hermann breitgetreten worden. nun ist er plötzlich gleichgültig, ach fo gleichgültig! Und Die Verleumdungen gegen den Genoffen Hermann find zusammengebrochen. Es waren feine Anflagen, es waren Berleumdungen. Material zu einer Wahllüge, die bei zwei Wahlen den ehrenwerten Rechtspolitikern im Kampfe gegen die Sozialdemokratie und gegen die Demokratisierung der Verwaltung dienen mußte. Von dieser Wahllüge ist nichts übrig geblieben. Was die Anflage dem Genossen Hermann porwarf, und was der Staatsanwalt mit einer Strafe gefühnt wissen wollte, die nach allem, was in der Deffentlichkeit be= hauptet wurde, eine groteste Lächerlichkeit darstellt, waren ordnungsgemäße Amtshandlungen, die der VerwalDas Gutachten des tungspragis entsprachen. Ministerialdirektors im Preußischen Innenministerium, Brand, hat darüber keine Untlarheiten mehr gelassen, Dies Ende des Prozesses und dieser Antrag des Staatsanwalts gegen den Genoffen Hermann ist mehr als der Zu sammenbruch einer Wahllüge. Man erhebt nicht gegen einen Minister Anflage wegen schwerer Amtsvergehen, man läßt ihn nicht unter fenfationellen Begleitumständen verhaften und in Untersuchungshaft werfen, um dann zwei Monate Gefängnis mit Bewährungsfrist für ihn zu beantragen. Entweder lag Verlegung von Recht und Gesetz vor, ein wirk liches Amtsvergehen, das die Integrität der Verwaltung und der Beamtenschaft bedroht, dann war die Forderung einer schweren Bestrafung eine Selbstverständlichkeit. Ebenso deren Falle. Dieser Antrag des Staatsanwalts aber ist der selbstverständlich auch der Antrag auf Freisprechung im an= deren Falle. Dieser Antrag des Staatsanwalts aber ist der Ausdruck der Unsicherheit der Justizbehörde. Der Ausdruck der Tatsache, daß ein Tendenzverfahren schlimmster Art gegen den Minister Hermann durchgeführt wurde, und daß die Blomage der Justiz zu verhindern trotz des Zusam menbruchs der Anklage gestraft werden sollte, mit einer Strafe, die so grotest ist, daß sie den Zusammenbruch der Tendenzlüge schärfer beleuchtet als das durch den Antrag auf Freispruch offen abgelegte Geständnis des Irrtums. Der Fall Hermann" ist zu Ende. Was übrig bleibt, iff der Fall der Tendenzheze gegen sozialdemokratische Verwaltungsbeamte und Minister, der Fall der deutschen Justiz. Die borniertesten Kreise des deutschen Bürgertums, der Justizbeamten und der Verwaltungsbeamten arbeiten mit allen Mitteln an der Herausdrängung von Sozial de motraten aus der Verwaltung. Jede Regung demokratischen Geistes in der Verwaltung soll erstickt werden. Die Verwaltung foll zu einem faulen Herd privilegierter, eigenmächtiger Beamter gemacht werden, die den Berwal tungsapparat als um ihrer selbst willen geschaffen betrachtet, Die schmutzigste Berleumdung und die niedrigste Heze muß diesem Zweck dienen. Der Abbau des Gesandten Hildenbrand, der versuchte Abbau der Oberbürgermeister Scheidemann und Leinert liegt auf dieser Linie. In diesen Fällen liegt ein ungeheuerlicher Mißbrauch der Personalabbauverordnung vor. Im Falle Hermann aber ein noch ungeheuerlicherer Mißbrauch, der Mißbrauch der Justiz. Das ist jener faule und rückschrittliche Geist, der die Arbeiterschaft sowie die fortschrittlich denkenden Staatsbürger zurückdrängen will in die Rolle von Untertanen, dis einem selbstherrlichen, reaktionären Beamtentum gehorchen sollen, ein Geist, der die Staatsgefiinnung in den Kreisen der Arbeiterschaft ertöten muß. Maßlose Erbitterung und die Förderung bolfchewisierender Stimmungen muß die Folge sein, wenn dieser Versuch der Entdemokratisierung der Verwaltung auf der ganzen Linie gelingen sollte. Im Falle des Mißbrauchs der Justiz gegen den Genossen Hermann zeigt sich die niedrige Gesinnung eines Teiles des Bürgertums und der bürgerlichen Presse. Man hat dem Genossen Hermann Korruption vorgeworfen. Man hat ihm unterstellt, daß er Anstellungsdefrete vordatiert hobe, um anderen unrechtmäßige Bermögensvorteile zu verschaffen, Bon dieser Anklage ist nichts übrig geblieben. Aber sechs Monate lang sind diese Verleumdungen von der Rechts- presse breitgetreten worden. Nun, da nichts davon übriggeblieben ist, da es nicht möglich ist. selbst durch den Mißbrauch der Justiz den Ge- nosjcn Hermann zu infam iercn, verfällt die hetzerische und verlogene Presse der Rechten auf eine andere Methode. Sie bat das Gutachten des Ministerialdirektors Brand unter- schlagen, um den Zusammenbruch der Anklage nicht kraß' in die Erscheinung treten zu lassen. Sie spielt jetzt die Rolle der Moral und der Wohlanständigkeit. die ihr übel genug ansteht. Sie will nichts mehr wissen von der auf Paragra- phen begründeten Anklage gegen Hermann. Sie kommt fetzt mit einer neuen Methode, und Herr Hussong im„Lokal-Anzeiger" gibt dabei den Ton an. Schiller und Goethe, Kant und der Evangelist Lucas müssen herhalten, um den Zu- sammenbruch der verleumderischen Hetze zu bemänteln. Ob es Kantsche Prinzipien waren oder die Lehren des Evange- listen Lucas, die den Berliner Iustizrat v. Hallenslebeu leiteten, als er von der Stadtgemeindc Berlin für eine Unterschrift 324 000 Goldmark fordert«? Ob es die idealistische Gesinnung eines Schiller, eines Goeche ist, die Herrn Dr. Scholz, Vorsitzenden der Reichstagsfraktion der Deut- schen Volkspartei, ehemals Oberbürgermeister in Charlotten- bürg, beseelt, daß er nur mit doppeltem Gehalt leben kann, daß er sich mit 30 Iahren schon von der Stadt Charlotten- burg und vom Reich gleichzeitig pensionieren läßt, so daß er. wie die„Frankfurter Zeitung" feststellt, für Nichtstun im Jahre 3500 M. mehr erhält, als das Gehalt eines aktiven Reichsministers beträgt? Moral und Wohlanständigkeit: warum schreibt der Edelschmock des„Lokal-Anzeigers", der für sie und Kant, Schiller und den Evangelisten Lukas schwärmt, nicht über diese Dinge? Ernster aber noch ist die Frage der Justiz. Wenn es so weitergeht, daß die Anklagebehöcden mißbraucht werden zu politisch-tendenziöser Hetze, zur Verleumdung und Jnsamie- rung linksstehender Politiker, dann wird bald jeder Mensch, der auch nur noch einen Funken normalen Rechtsempfindens hat, sich von dieser Art der Gebarung von Justizbehörden mit Abscheu und Verachtung abwenden. Der Fall der Hetze gegen den Minister Hermann hat gezeigt, wie faul es in den Justizbehörden steht. Das Urteil aber ist eines der schlimmsten Urtelle. das die Justiz sich selbst gesprochen hat. Nicht wegen der Schärfe der Strafe, sondern wegen ihrer Geringfügigkeit. Davon nehmen wir selbstverständlich das Urteil gegen den Regierungsassessor Kunze aus. Er hat gewiß dienstliche Unkorrektheiten und Schlampereien begangen, die disziplinarisch zu ahnden ge- wesen wären, niemals aber strafgesetzlich zu bestrasen waren. geschweige denn mit so unerhört harter Strafe. Dies Urteil ist ein schlimmes Tendenzurteil, ein Akt der Rachejustiz, der dringend der Revision bedarf. Aber was soll man zu den anderen Urteilen sagen! Sie sind ebenso halb und ebenso unsicher wie der Antrag des Staatsanwalts es war. Sie entsprechen dem Geist, in dem das ganze Verfahren geführt wurde— dem Geiste der Bür- gerblockhetze gegen die sozialdemokratische Verwaltung. Wird man nicht sagen, das Urteil zeigt die Tendenz der Rachejustiz bei fehlendem Mute zur Ausführung wirklicher Rachejustiz? �. Cm Rätepuischisi begnadigt. Von gut unterrichteter Seite erfahren wir, daß der Rötere publikem er Dr. W ad le r bereits vor zehn Togen aus dem Zuchthaus in Straubing entlassen worden ist. Durch Vernvttlunq der Zuchthausfürsorge hat er in einem In- duitriewert in Köln Anstellung gefunden. Dr. Wadler wurde am 12. Juli IDia wegen Verbrechens zur Beihilfe zu einem Verbrechen des Hochoerrats zu einer Zuchthausstrafe von acht Jahren verurteilt. Gleichzeitig wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von acht Jahren aberkannt. Wadler war bekanntlich ein überaus tätiges Mitglied der Rälsrepubiik, Mitglied des Zentralrats und Kommissar für das Wohnungswesen. Amnestie in Spanien. Di« spanische Regierung hat eine weit- gehende Amnestie, hauptsächlich für poltische, militärische und Presseoergehen, ertasten. der Soll. Von T« h a t e h a. Ich sitze in einem Gartenkestee und lese. Mitten im dichten Mi nschcngewühl Tische mit Müttern und Kindern. Zwei Mädchen vergnügen sich mit ihrem Ball. Ein dichtgefüllter Kaffeegarten ist gerade kein idealer Sportplatz. Bald fliegt der Gummiapparat auf eine Zeitung, oder die Mädels triechm unter den Füßen umher, den Ball wieder zu holen. Die Frauen sehen und hören nichts. Nur ab und zu ertönt's einmal: „Mariechen, verlier dein Bällchen nicht: Erna, achte auf dein Kleid!" Inzwischen hat auch der letzte Tisch seine Besetzung erhotten: eine junge Dame im entzückenden seidenen Kleid, daneben ihr Bräu- tigem, der in einem weißen Anzug glänzt, allerdings ein Gesicht schieidst, als habe et von jedem Gast im Garten ein paar Ohr- feigen erhalten und mache eben eine Waffchenpouf«. Sie bestellen „Eko-Schock", wie der Kellner ruft, und„Ebo". In Wirklichkeit ist es ein Kännchen Schokolade und Erdbeerbowle, aber die Abkürzun- gen sind zu nett. Der Ober bringt beides, es wird eingeschüttet: cin wenig davon genippt, dann setzt der Augenflirt wieder ein. Und dann....' � In diesem Augenblick kommt die Gummikugel geflogen. Sie galt nicht mir, nich dir, sondern flog direkt auf die„Eka-Schock", die mit einem furchtbaren Knall auf die Marmorplatt« kippt und die �„Ebo" mit sich reißt. Ein furchtbares Gemisch.... Die röt» lich-braune Sauce fließt teils auf die weißen Hofen und Weste des Ohrfeigenjünglings, der größere Rest dem lieben Mädchen in den jungfräulichen Schoß. Jeder von den beiden glaubt zuerst, der ändere sei bloß«booerschokoladet: der Jüngling springt auf! Dies Bi'dnis mar bezaubernd schön.... Dem Mädchen— hier zeigt sich der Vorteil der neuen Made, keine Unterröcke mehr zu tragen— läuft der süße Trank durch den dünnen Seidenstoff direkt an den Vananenstrümpfen hinab. Die Klatschbasen am Nachbartisch sind nun doch munter geworden, nachdem sie die braungefärbten Liebes- leute erblickt l>ab«n. Di« beiden Kinder mit dem Ball hingegen ver- knechen sich hinter den Tisch. Alles läuft zu dem Schokoladen- rärchen. Wie ein Häufchen Unglück stehen sie da. „Rasch in die Küche, auswaschen," ruft«ine. „Nein, trocknen lasten, dann ousreiüen." „Das ist nicht schlimm, Schokolade gibt keine Flecken." ..Haben Sie eine Ahnung, da» kriegen Sie nicht mehr raus, das sind doch auch Fruchtflecken." „Das wird wieder stmbcr,«he Sie Großmutter werden." be- merkt ein Herr. .Wer war denn da? Schwein?", brummt der Wirt !)e!ö, der ffelö. Entschuldiflungöürief für die Nationalisten. Herr Held, Ministerpräsident in Bayern, fühlt sich in München nicht ganz wohl. Er läßt aus München durch Wolffbureau eine Deklaration seiner Haltung auf der Konferenz der Ministerpräsidenten geben, damit er nicht zu unvorteil- hast von dem treuen Knecht Branden st ein absticht. Er läßt telegraphieren, daß er seine Z u st i m m u n g zum Sach- verstand igengutachte:: von folgenden Voraussetzungen ab- hängig gemacht habe: „1. Es sei zu erwirken, daß die Zollgrenze am Rhein be- seitigt und die Wirtschaftseinheit des Deutschen Reiches vollständig wiederhergestellt werde. 2. Die Annahme des Sachverständigengut- achtens dürfe keinerlei Schuldbekenntnisse in sich schließen. Die Kriegsschuldfrage sei im Gegenteil amtlich aufzurollen. 3. Die Gefangenen seien freizugeben und den Ausgewiesenen müsse die Rückkehr in ihre Heimat gesichert werden. 4. Alle wider- rechtlich besetzten Gebiet«, also das Ruhrgebiet und dos Düsseldorfer und Duisburger Sanktionsgebiet seien zu räume n. ö. In längstens vis Iahren sei die deutsche Z a h l u n g s- f ä h i g k e i t durch ein unparteiisches neutrales Schiedsgericht erneut zu prüfen und die Größe der Reparationsschuld innerhalb des gleichen Zeitraumes spätestens endgültig festzulegen.— Bezüglich der Eisen- bahnfroge hat der bayeris>. Ministerpräsident, wie bereits in einzelnen Blättern gemeldst, die Zustimmung Bayerns von dem Ergebnis der demnächst in München beginnenden VerHand- lungcn mit dem Reiche abhängig gemacht." Die Vorbehalte des Herrn Held decken sich zum größten Teil mit den Erwartungen der Reichsregierung und mit den Boraussetzungen des Gutachtens selbst, zum Teil sind sie bereits erfüllt. Herr Held hätte mit seinem Bedürfnis, bei den Nationalisten um gut Wetter zu bitten, den Telegraphen nicht zu belasten brauchen. Will er im übrigen für seine Zustim- mung vom Reiche Konzessionen an den bayerischen Parti- kularismus in der Eisenbahnfrage einhandeln? Auch eine Spielart von deutschem Patriotismus. Rupprechts Sonntagsvergnügen. Nach dem Mahnstein der Gedenkstein.— Tie Reichs- wehr defiliert. München, 7. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Am Sonntag wurde die Einweihung eines G« d e n k st e i n s für die 30 000 im Weltkrieg gefallenen Kämpfer, der vor der Münchener Residenz er- richtet und am Sonntag enthüllt worden ist, zu einer monarchistischen Demonstration benutzt. Vor Rupprecht von Wsttelsbach, der, umgeben von verschiedenen Prinzen, auch zu dieser Feier er- schienen war»und. von den Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden, darunter auch dem Ministerpräsidenten Held und dem ehemaligen Ministerpräsidenten K ni ll i n g. auss herzlichste begrüßt wurde, defilierten in mehr als halbstündigem Parademarsch unter den Klängen des„Friderieus Rex" Reichswehrabteilungen, Offiziers- und Studenten- verbände. Vaterländische Bereinigungen und Mitglieder des Land- tags, darunter auch Leute in Hitler-Uniform. Die rerschiedenen Hoch. und Hellrufe auf Rupprecht fanden freilich kein allzu starkes Echo. Von den Reden, die gehalten wurden, ist folgender Satz des Ministerpräsidenten Held bemerkenswert:„Wir haben allen Anlaß zu der Befürchtung� daß unseren Pfälzer Brüdern neue Leiden durch verbrecherisch« Söldlinge Bevorstelpar, die das Land den Franzosen in die Hände spielen wollen." Es scheint— und Erkundigungen, an unterichteter Stelle bestätigen das—, daß die bayerische Staatsregierung neuerdings mit separatistischen' Störungen in der Pfalz rechnet. Ob monarchistische Kundgebungen ein geeignetes Mittel sind, von der in seiner Mehrheit republikanisch und deutsch fühlenden Pfälzer Bevölkerung separattstisehe Störungen abzuhalten, muß doch mit Recht bezweifelt werden. Nationalunken-Rummel in Frankfurt a.<2>. Frankfurt a. d. 0. 7. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Am Sonntag fand hier eine Veranstaltung der vaterlänÄschen Verbände statt, die fälschlich als Sporttag gekennzeichnet worden war. Es handelte sich um einen nationali st ifchen Rummel schlimmsten Grades. „Hier die war's, die, die, die." „Schwein, ich geb ihnen gleich Schwein, das Kind hat sich ja so in acht gencmmen", ruft die Mama. Die beiden Unglücklichen haben noch nicht die Sprache gefunden. Sie schaut nur immer an sich herab, er hat inzwischen auch die Weste und den Rock besabbert. Die Frau Wirtin kommt mit Handtuch und Wasser. „So nun werden wir das Fräulein mal wieder entflecken." Sie kniet vor ihr nieder:„Jesus, Jesus, da hilft nischt, das muß chemisch gemacht werden. So ein« Bamsche." Der Herr hält seinen Strohhut llmner wo vor, denn gerade dort ist alles braunrosallla gefärbt, er sieht aus, wie ein Mischling vom Kongo. „Wer zahlt aber nun das?" Ja, wer zahlt! Der Jüngling sieht über olle hinweg. Er schämt sich zu Tode, besonders über feine Begleiterin mokiert er sich, die immer noch mit hochgerafften Röcken dasteht. Und sie bettachtet ihn— wie geistesabwesenv, n'ährend sie von Frau Wirtin bearbeitet wird. „So eine faustdicke Sauerei." schimpft der Wirt immer wieder. Die Frau mit den Kindern"aber ist wortlos zum Hinteren Türchen hmausgevangen. Lloüerae Elektrouenrohren. Auf allen Gebieten der drahtlosen Telephonie sind uns die Amerikaner infolg« der jahrelangen ablehnenden Haltung des Reichs- Postministeriums voraus- Besonders zeigt sich dos bei den Röhren, dem Lebenselement aller empfindlicheren Apparate. Wer amerika- Nische Zeitschriften liest, wird erstaunt sein, in deren Anzeigenteil fast nur UV-Röhren angepriesen zu finden, d. h. solche mit Oxyd- kathode, wohl auch einzelne mit thorisiertem Heizfaden. In Deutsch- land kennen wir sie noch kaum, angekündigt sind sie von den be- deutendsten Röhrenfabriken zwar schon lange, aber bis zur ferien- weisen Herstellung ist offenbar noch ein weiter Weg. Der große Bor- teil dieser Ulttaröhren ist, daß sie schon bei dunkler Rotglut des Fadens eine sehr reichliche Elektronenemission geben. Dadurch wird di« Lebensdauer des Fadens auf ein Vielfaches der bisherigen ver- längert und die Hauptursache der Kostspieligkeit des Radiobetriebes beseitigt. � Erfreulicherweise ist es nun einer kleinen, aber eifrig strebenden Berliner Fabrik, die von lauter jüngeren Physikern geleitet wird, ge- lungen, dos amerikanisckie Vorbild nicht nur zu erreichen, sondern zu übertreffen. Diese Fabrik stellt Ulttaröhren m verschiedenster Bauart her, die ollen Anforderungen des Funkfreundes in weitem Maße entsprechen- Sie sind teils so gebaut, daß sie einen febr geringen Heizstrom gebrauchen, teils so, daß sie normalen Heizstrom, aber eine sehr geringe Heizspannung benötigen. Da ist z. B.«ine Type, die denselben Heizsttcm hat wie dir gewöhnlichen Röhren zu» meist, nämlich ungefähr Vi Ampere, ober nur 1 Volt Heizspannung. Mit einer' Akkumulatorenzelle kann man also bequem eine solche Röhre betreiben, unter Umständen sogar auch zwei in Hintereinander- Die Stahlhelmler und Werwölf« waren aus allen Gebieten des Kreises Frankfurt in ihren Uniformen anmarschiert. In der Marienkirche erfolgte die W-'he von nur 18 Fahnen. Die Um- gebung der Marienkirche undd er' Lahnhof glichen einem feindlichen Heerlager. Wie wir hören, soll in' 14 Tagen wieder ein uatio- nalistischer Rummel größten Stils in Frairkfurt stattfinden, zu dem auch L u d e n d o r s s erscheinen soll. OeLtÄ'völkischer yariomentarismus. Schneidemühl, 7. Juli.(MTB.) Zu wüsten Tumultlzenen ist es vorgestern abeud in der hiesigen Sladtverordnetenver, s a m m l u n g gekommen, als gelegentlich der Besprechung einer deutschoölkischen Anflöge über Feststellung zugewanderter Ostjuden in Schneidemühl der deutschoölkische Stadtverordnete Köhler den sozialdemokratischen Stadtverordneten Schippa reizte und ihm Ohrfeigen anbot. Im Berlauf einer erregten Auseinandersetzung kam es zwischen beiden Stadwerordmten zu einer Schlägerei, an dcr sich bald auch dfl im Zuschauerraum an- wesenden zahlreichen Parteifreunde der beiden Stadtverordneten mit Krückstöcken usw. beteiligten. Der deutschvölkische Stadt- verordnetenvorsteher versagte vollkommen. Schließlich griff der Oberbürgermeister em und ließ den Saal polizei- lich räumen. Vorst anöswahken öer volkspartei. Tie Rcgicrnngöpolitik gebilligt» aber fchwarzweistrote Sehnsüchte. Der Zentraloorstand der Deutschen Volkspartei hat am Sonntag in Frankfurt a. M. Stresemann zum Vorstand wiedergewählt. Zu seinen Stellvertretern werden die Abg. v. Campe und Zapf gewählt. In einer Entschließung wurde die Politik der Reichsregierung und des Außenministers in der Frage des Sachverständigen» gutachtens gebilligt. Die Entschließung fordert dann weiter die Wiederherstellung der vertragsmäßigen Zustände am Rhein und erklärt dazu: „Dies erfordert vor allem die wirtschaftliche und militärische Räumung oller über das Rheinlandabkommen hinaus besetzten Gebiete, die Feststellung, daß Neubesetzungen als Sanktionen in Zukunft ausgeschlossen sind, die uneingeschränkte Rückgab« dcr von der Regie verwalteten deutschen Bahnen, di« Aufhebung der Zollgrenze, ein Aufhören der Mieum-Losten angesichts der nun einsetzenden allgemeinen Reparationsleistungen, die Sicherung dcr Grundrechte der Be» völkeruna des zunächst noch besetzt bleibenden Gebietes vor der Willkür der Besatzung, die Rückkehr aller Vertriebenen und Att» hafteten und ihre Wiedereinsetzung in ihre flüheren Stellungen. Ter Zentralvorstand setzt als fllbstverständlich voraus, daß Versuche, die Räumungsfristen des altbesetzten Gebiets hinauszuschieben, mit aller Entschiedenheit oerhindert werden. Ter Zentraloorstand ist sich darüber einig, daß die ungeheuren Lasten des Sachverständigenzutachtens nur unter der Boraussetzung übernommen werden können, daß dadurch diedeutscheWährungnichter- schütte rt und die Lebenshaltung der deutschen Bevölkerung nicht unter die der anderen Rationen herabgedrückt werden darf." Eine zweite Resolution bedauert das Richtzustandekommen des B ü r g e r b l o ck s mit Einschluß der Dentschnationalcn und spricht die Erwartung aus, daß sich alle die Volkskräfte, die auf dem„BodendesSchutzesderPrioatwirt- s ch a s t" stehen, zusammenfinden mögen. Der Vonstand tagte in einem mit den alten schwarzweißroten Farben ge- schmückten Saal._ vor dem französischen ßtiegsgerlcht in Dortmund hatten sich am Sonnabend 21 Mitglieder angeblicher Gehe'.morganisativnen zu oerantworten. Der Strasantrag lautete auf Gefän-znisstrascu von 6 Menotcn bis zu 10 Jahren und Geldstrafen bis zu 1000 M. Pier Angehörige, von denen der Nachweis, im W i k i n g- B u n d an be- sonders hervorragender Stelle und gegen die Besatzung tätig gewesen zu sein, als erbracht galt, wurden zu je 10 Iahren Gefönq. n t s und 50000 M. Geldstrafe verurteilt. Die übrigen An- geklagten erhielten Strafen von einem Monat bis zu zwei Jahren Gefängnis. Außerdem Geldsttafen in Höhe von 500 bis 1000 M. Drei der Angeklagten, di« sich angeblich für ein« sechswöchige Uebung bei der Reichswehr verpflichtet hatten, wurden zu Gefängnis st rasen bis 5 Wochen verurteilt. schaltung. Dieselbe Röhre in etwas anderer Bauart braucht nur 0,22 Amper« Hcizsttom, die Heizspannung ist aber dabei etwas höher, nämlich 1.7 Volk, dos Produkt aus der Heizspannung und dem. Heiz. ströme muß natürlich immer annähernd dasselbe sein. Weitere Typen haben noch geringere Heizströme, wobei die Heizspannung jewells etwas größer wird: den Gipfel erreicht wohl eine Type, die mit 30 Tausendstel Ampere auskommt! Die Amerikaner haben es bisher nur fertig gebracht, den Heizstrom bis auf 60 Tausendstel Ampere zu drück«:: damit sind sie also wirtlich einmal geschlagen. Der Funk- freund wird sich je nach seinem besonderen Vedarfe«ine passende Röhre aussuchen können, will er gerne statt mit Abkum.utttoren mit Trockenelementen arbeiten, so nimmt er zweckmäßig eine Röhre für etwas höhere Heizspannung und geringen Strom. Wer aber einen Akkumulator verwenden will, aber nur wenig Zellen, möglichst nur eine Zelle, der nehme eine Röhre für sehr geringe Heizspannung und etwas höheren Strom. Bemerkt fei noch, daß d,e neuen Röhren auch eine sehr geringe Anodcnspannung benötigen. Die Fabrik gibt an, daß sie von 10 Volt Anodenspannunz an brauchbar sind, indessen hatte Berfasser bereits bei 6 Volt guter, wenn auch etwas leisen Empfang. Also mal ein wirklich bedeutender Fortschritt, sogar über das von den Amerikanern Erreichte hinaus! Dr. H. Gesängniswefen und Tuberkulose. In der„Zeitschrift für Tuberkulose" macht Dr. Hans Thiele vom staatlichen Krankenhaus des Untersuchungsgefängnisses Moabit zu diesem Thema bemerkens» werte Ausführungen. Er konstatiert die Zunahme d:r Tuberkulose, besonders der Tuberkulose der Halsdrüsen bei den Strafgefanaencn und stellt dabei die geringe Untcrbrinzungsmöqlichkcit für die Sttaf- emstaltsinsasien fest. In Preußen steht diesen Kranken nur di: kleine Krankenabteilung für Tuberkulöse in dcr Sttafanstalt Sonnenburg zur Verfügung, die selbst den bescheidensten hygienischen Anforde- rungen nicht entspricht. Besonders krankheitsfördernd wirken die durch die Sparmaßnahmen notwendig, gewordene reduzierte Ernäh- rung der Gefangenen, die ungenügenden Fett- und Milchrationen und die Beschäftigung in geschlossenen Räumen. Tie Untersuchung?- gefangenen nehmen körperlich rapid ab, die Termine müssen oft wegen VerHandlungsunfähigkeit der Angeklagten ausfallen, wodurch' die Untersuchungshaft noch verlängert wird, bei Haftentlassung- und bei Sttasunterbrechungsgesuchen zeigen die Gerichte nicht immer dos nötige Entgegenkommen. Die Folg« davon ist entweder langsomes Dahinsiechen der Inhaftierten oder völlige Unfähigkeit, nach erfolgter Entlassung den Komps um die Existenz aufzunehmen. Bedouenw» wert erscheint auch, daß die Gesängyisverwaltungen mit den zu- ständigen Fürsorgeoroanisationen nicht genügend Fühlung haben. Es ist nun einmal so: der erkennende Richter, dessen Aufgabe es st in sollte, die Gesellschaft vor Verbrechern zu schützen, spricht sein Urteil, weiß aber nicht, wie es hinterher dem Berurteilten ergeht: ob die Gesellschaft wirklich geschlitzt worden ist und ob dem Berurttiltcn selbst geholfen war. R. llroi. lvillütUer, der wegen der antisemitischen Hochflut sich in München nicht mebr roobl Mit, will die dortige Unioerütö't verlassen. So. wodl die Unwersität Seidelberg, wie der preußische Kultusminister wollen den Herrorragenden Chemiker berusen. Aus den Ostseebädern. mart gegen Rüdgabe bes Versorgungsscheines erhalten, sofern sie auf Grund der Personalabtauverordnung ohne Wartegels oder Ruhegehalt entlassen worden find aber am 31. Oktober 1923( Inkrafttreten der Berfonalabbauverordnung) bei Behörden vor. gamerft waren. Anträge müssen bei dem für den Wohnort zustänSigen Bersorgungsamt bis spätestens 31. August 1924 oder innerhalb dreier Monate nach der Entlassung aus dem Dienst gestellt werden. Den Inhabern der oben aufgeführten Bersorgungsscheine, die bereits eine Entschädigung nach der Verordnung vom 30. Oftober 1923 erhalten haben, wird der unterschiedsbetrag ohne weiteren Antrag nach zahlt. Außerdem fönnen diese Entschädignug auch Inhaber des Zivdienstscheines nach§ 10 Wehrmachtversorgungsgesetz erhalten, die am 31. Oficber 1923 bei Behörden noch nicht vorgemerkt waren, fofern sie den Schein erst nach dem 31. März 1923 erhalten habe. Die Fleischvergiftungen in Treptow. Die Ursachen noch nicht aufgeklärt. Man schreibt uns aus Sminemünde: Unfere größten Oftfeebäder Swinemünde und Heringsdorf stehen leer und aud) von Rügen wird min.maler Besuch der Seebäder gemeldet, während bie kleinen Bäder der Insel Ujdam, z. B. Ahlbed, Banfin, Keseror und Kölpinsee überfüllt sind. Die Ursachen sind in Swinemünde und Heringsdorf wohl im wesentlichen in den teuren Zimmerprefen zu fuchen. Sind hier doch die Zimmerpreise im Babeviertel per Nacht und Berson 6,50 bis 15 M. Soíche Phantasiepreise fann sich natür lich fein Bast leisten. Die primitioften Zimmer festen pro Nacht 2 bis 3 M., ja selbst für Stallwohnungen wird pro Nacht 1 M. gefordert. Die Preise für Mittagessen bewegen sich zwischen 2 und 8 M., also auch hier ungeheure Ueberteuerung. Außerdem werden 20 Broz. Bedienungsgelder sowohl für Zimmer. mie Penfionspreise erhoben. Hiervon wird nicht nur das beteiligte Bedienungspersonal, Nach dem Ergebnis der von der zuständigen Polizeihaupimam fondern auch das Hilfspersonal bezahlt, so daß der ganze Verdienst abzüglich 20 Broz Steuern in die Taschen der Pensionsinhaber fließt. schaft vorgenommenen umfangreichen Bernehmungen wird folgendes Ferner herrscht ein ausgesprochener Nationalismus, der noch die berichtet: Der Schlächtermeister M. in der Harzer Straße hatte von letzten Gäste rertreibt. Die Kurfap: lien haben jeden dritten Tag das dem gleichen Schweinefleisch an den Gastwirt Zimmermann in der Potpourri:„ Katter Wilhelms Lieblingslieder" in ihrem Programm. Harzer Straße und an den Gastwirt Haase in der Schmollerstraße Das offizielle Kurhaus in Heringsdorf, welches schwarzretgoldene verfauft. Merkwürdigerweise sind nur die zehn Arbeiter, Platatreklame treibt, ist an dicfem Musitpatriotismus gleichfalls bedie bei Haase von dem Fleisch aßen, an Vergif. teiligt. Das Banfiner Kurhaus und der dortige Friedrichshof bestungserscheinungen ertranft. treiben schwarzweißrote Platatretlame. Ja in Bansin werden die Alteutschen sogar in der Hohenzollern- Kasinc- Bar zu ungestörtem Beisammensein eingeladen wo sie sich in feuchtfröhlicher Stimmung als Hüter des Rheins fühlen, während in ihre Situation das ominöje„ Wir verfaufen unser Dina ihr flein Häuschen" viel besser paßt. Heringsdorf hat sich außerdem Herrn Rittmeister a. D. B. v. Bismard als Kurdircfior vcrschrieben, der es ausgezeichnet versteht, die Gäfte im echt altpreußischem Bolizeigeist anzupöbeln. Much die Absicht der Heringsdorfer Gemeindeverwaltung, Pressevertreter zweds Erzielung günstiger Reflame durchzufüttern, dürfte nur ein Berzweiflungsaft sein, denn solange die Preise nicht in gemäßigte Schranken gjetzt und der Nationalismus aufgegeben wird, werden die Gäste nur verächtlich mit den Achseln zuden. Die„ Geheimsekretärin". Was einer glaubte und bezahlte. Alle anderen Personen, die von dem bei dem Schlächtermeister . getauften Schweinefleisch gegessen haben, insbesondere auch die Gäste des Gastwirtes Zimmermann, find nicht erkrankt. Der Gastwirt Haase selbst und ein bei ihm verfehrender Stellmacher Ortmann behaupten, daß fie ebenfalls von dem Fleische aßen und feineriei Beschwerden hatten. Ein Hund, der die Knochen fraß, blieb ge= fund. Die polizeilichen Ermittelungen wurden erschwert durch čie bald nach den Erkrankungen eingelaufene Meldung, daß der Stellmadyer Ortmann vor drei Wochen in seiner gegenüber dem Haasefchen Rotal gelegenen Laube ein en Rotta suf ertraattes Schwein geschlachte: und das Fleisch an Haase verlauft habe. Die amtlichen Vernehmungen haben dis bisher nicht bestätigt. Orimarn gibt nur zu, daß er ohne polizeiliche Erlaubnis ein etwa 50 Pfund schweres Ferkel, weil es nicht fressen wollte, in femer Laube geschlachtet habe. Nach Angabe von Zeugen hat er in den Haafe'fen Lotal schon vor Wochen von dem Ferkelfleisch an Be fannte je 5 bis 6 Bfund abgegeben. Ob das gegen Bezahlung ge shah und ob etwa auch die erkrankten zehn Bauarbeiter von dem Ferfelfleis cherhalten haben, ist nicht festgestellt. Es lag somit möge licherweise, ta die Erfranften auch dem Alkohol zugesprochen habet, ein nicht mehr aufzuflärendes Zusammentreffen mehrerer ungünstiger Umstände vor. Der Schlächtermeister M. hat nach Befundungen der Anwohner stets einwandfreie Ware geführt. Der Gastwirt Zimmermann steht ebenfalls im besten Rufe. Sein Lotal tommt für die Erkrankungen gar nicht in Betracht. * Das Befinden der ertranften Bauarbeiter ist mit Aus. Im Oktober v. 3. lernte ein Berliner Ingenie ur auf einer Reise eine sehr stattliche Dame fennen, die ihm außerordentliches Zu trauen einflößte. Als er im Laufe des Gesprächs erzählte, daß ihm fehr viel an der Beschaffung von Alteifenmaterial gelegen fei, teilte ihm die Dame unter dem Giegel der Verschwiegenheit mit, daß fie „ Geheimsekretärin" des Generaldirektors eines großen füd. Deutschen Konzernes fei. Es sei für sie eine Kleinigkeit, ihm die Lieferung von zunächst 24 ausrangierten Lokomotiven zu vermitteln. Wenige Tage später erhielt der Ingenieur dann auch nach Berlin von der„ Geheimsekretärin" die Mitteilung, er solle nachnahme eines Mannes, der noch sehr frank darniederliegt, gut. Leipzig kommen, um mit dem Generaldirektor die Einzelheiten zu besprechen. Der Ingenieur wartete und martete, der Generaldirektor erschien nicht. Statt seiner tom die„ Gefretärin" mit der Meldung, daß der Generaldirektor durch fortgefeßte Sigungen und Konferenzen derart in Anspruch genommen sei, daß er sich ent schuldigen ließe. Das Bertrauen des Ingenieurs wurde hierdurch nicht nur erschüttert, im Gegenteil: eine Persönlichkeit, die so durch geschäftliche Konferenzen in Anspruch genommen ist, mußte ja zu Den prominentesten Männern der Groß- Industrie gehören. Eine Reise nach Halle verlief ebenso. Einen gewissen Fortgang schien dann die Lieferungsangelegenheit, in der die Gefretärin natürlich enisprechende Vorschüsse erhalten hatte, infofern zu machen, als der Ingenieur die erfreuliche Mitteilung erhielt, die heiß ersehnten 24 Lokomotiven feien nach Fürstenwalde dirigiert worden. Er eilte, dorthin, die Lokomotiven waren nicht da. Die Verstimmung über die es neue Mißgeschid wurde aber mehr als ausgeglichen durch die Mitteilung der Geheimfetretärin, daß der Generaldirektor wegen Derschiedener Unregelmäßigkeiten seines Amtes enthoben und er, der Ingenieur, zum Nachfolger ersehen sei. Eine neue un erwartete Freude wurde ihm bald darauf zuteil: die Geheimfekretärin eröffnete ihm im Vertrauen, daß die prominente Stellung als Ge neraldirektor auch einen entsprechenden Titel voraussette, weshalb er vom Aufsichtsrat für die Verleihung des Charafters als„ Ge. heimer Rommersierrat" in Borschlag gebracht fei. Die Ernennung sei bereits beantragt und bedürfe noch der Genehmigung des Reichspräsidenten. Bebauerlicherweise verzögerte sich auch diese Angelegenheit, so daß der„ Generaldirektor" die Rwischenzeit pratisch wenigstens durch seinen Umzug in die Grunewaldvilla, die ihm nach Mitteilung ber Geheimfefretärin als Dienstwohnung zur Verfügung gestellt war, ausnußen wollte. Auch hier wieder peinliche Ueberraschungen: der Generaldirektor geriet mit den verschiedensten Bortiers, Gärtnern und sonstigen Angestellten in Konflikt in der Refonie Grunewald, fonnte jedoch bis zum späten Abend seine Dienfioilla nicht finden. Der Förstermord bei Schenkendorf. Der am Sonnabend in seiner Wohnung von einem jungen Mann überfallene und durch Pistolenschüsse schwer verlegte Förster Grünhoff der Rudolf- Mosseschen Gutsförsterei Schenkendorf ist inzwischen seinen schweren Verlegungen im Kreisfrankenhause Rönigswusterhausen erlegen. Die Rudolf- Mossesche Gutsverwaltung hat für zweddienliche Auskünfte fofort eine Be lohnung von 3000 Goldmart ausgefeßt. Ferner ist zu er warten, daß auch die zuständigen Behörden, der Regierungspräsident Don Potsdam und die Staatsanwaltschaft, zwei namhafte Belohnun gen alsbald aussehen werden. Die Berliner Polizei hat sich schon am Sonnabend nachdrücklich den Ermittlungen zugewendet, die Don Kriminalfommissar Albrecht, der im Polizeipräsidium zwed dienliche Mitteilungen entgegennimmt, geführt werden. Zufällig hatte an diesem Lage die Kriminalpolizei fich mit der Geheimjetretärin näher beschäftigt und diese vorübergehend festge= nommen. Um sich für die Sekretärin einzusehen, erschien der Ges neraldirektor her und mußte zu feinem Erstaunen erfahren, daß die Geheimsekretärin eine Gewohnheitsbetrügerin fei, die be reits eine ganze Reihe von Strafen erlitten hat. Sdl'eßlich mußte er einsehen, daß die Dienstvilla im Monde liegt und er wirklich nur geheimer" Rommerzienrat fei. Er hat einen baren Schaden von etwa 6000 m. erlitten. ganz abgesehen von dem Verlust seiner Stellung. Die er im Hinblick auf seine neue Tätigkeit gleich nach feirer Ernennung aufgereben fatte. Die Gehe metre ärin", de 29 Jahre alte Arbeiterin Erna Heimbrecht, ist bereits drei Tage nach ihrer Festnahme von dem im Polizeipräsidium tätigen Einzelrichter zu einer 3 uchthausstrafe von 2½ Jahren verurteil: worden. Mitteilungen über etwaine weitere Fälle merden an Kri minalfommiffar Gennat, Polizeipräsidium, Zimmer 105, erbeten. A Blinde Künstler für Blinde. Der Deutsche Verein für Sanitätshunde veranstaliete gestern im Ufa- Palalt cm 300 cin Wohltätigkeits. fonzert, bei dem als Eol sien nur blinde Künstler mitwirften. Der Ertrag soll seiner Anstalt zur Ausbildung von Führerhunden für Blinde zugute fommen, so daß die blinden Künstler sich in den Dienst der Blindenhilfe stellten. Hedwig Pakte( Sonrar). Edmund Josefiat( Tenor), Errefto Crenna( Alev'er: Beethovens Mondfdycinforate), Friedrich Schröder( Bistor) und vor allem S. Günsburg( Bioline: Sarajales Faust Fantasie) ernteten wärmsten Beifall der ergrifferen Zuhörer. Bum Gdluß wurde. der Film Des Blinden bester Freund" geneigt, der sehr lehrre che Einblide in die Dressur der Führerhunde qib:. Die Dreffur beginnt mit der Erziehung des Hundes zum Gehor am, und es folgt dann die Abrid tung, sich vor Hindernissen zu sehen, vor Bürgersteigen, Treppenstufon, Ellerbahnidranten usw. Danach macht der Hund feine ersten Bersuche als Führer. Rach sorgfältiger Ausb Idung im Führen hat er sich einer Brüfung zu unterziehen. B- ficht er fie, fo wird er einem Blinden als fertiger Führer zugewiefen. Der Film zeigt auch Führerhunde in der Praxis, beim Gong durch das Wagengewimmel eines Jahrtammes, be'm Be Reigen eines Straßenbahnwagens, bei der Führung des Bren zu einer Partbank und bei mancher anderen Dienstleistung. Bilder prächtiger Hunde erfreuten die Hundefreunde. Versorgungsanwärter! Bersorgungsanwärter, die Inhaber des Sivilverforgungsschines, des Zivildienstscheincs gemäß§ 10 des Wehrmachtversorgungsgeleges und des Beamtenscheins find. fönnen nach einem Erlaß des Reich ministers der Finanzen eine Entschädigung von 2000 Gold Unsere Borwärts"-Ausgabestelle in Rosenthal befindet sich jetzt bei dem Genossen Emil Schöpfe, Kurfürstenstr. 7. Ein erfolgreiches Reffungswert vollbrachte gestern nachmittag der Boboratorium: sgehilfe Georg Schulz aus der Bahnhofstraße 28 au Hermsdorf. Zwei junge Mädchen. eire 16 Jahre alle Elifabeth Biasing und eine 13jährige Elfriede Schüler, beide aus der Heim straße 3 in Bantow, badeten gegen 2% Uhr in einem Tonftich der Biegelei Pübars. Sie wußten wohl nicht, daß dieses Wasser, das etwa 150 meter im Geviert mißt, bis zu 40 Meter tief ist. Dem Ertrinten nahe, riefen sie um Hilfe. Schulz sprang ihnen nach, und es gelang ihm, beide zu retten. Wafferrohrbruch in Charlottenburg. Gestern vormittag plakte in Charlottenburg ein Hauptrohr der städtischen Wasserleitung. Es wurden sofort Maßnahmen getroffen, um den Wasserzufluß abzusperren. Infclgedeffen blicb ein großer Teil Berlins etwa eine halbe Stunde lang ohne den erforderlichen Wasser brud. Der Posiflug Berlin- Angora, Von dem am Sonnabend morgen in Deffau zu einem Bestflug nach Konstantinopel- Angora gestarteten Juntersflugzeug D. 403(( Bilet 3'mmermann)) fient bis zur Stunde oei den Junkerswerfen nur eine Meldung aus Budapest bor, wonach das Flugzeug dort am Sonnabend nachmittag eine 3mi. schon an dung vorgenommen hat. Weitere Nachrichten über die Forts fegung des Fluges fehlen bisher noch. Ein englischer Dampfer in Feuersnot. Der Dampfer Three Rivers", der von der Chefaveatebucht rach Baltimore unterwegs war. ist in der Nacht zum 4 Juli in Brand geraten und vollständig ausgebrannt. Von 350 an Bord befindlichen Rei enden wurden viele die über Bord sprangen, durch andere Schiffe gerettet. Man befürchtet, daß zahlreiche Tobesopfer zu beklagen sind. Wetter für morgen. Berin und Umgegend: Teils heiter, tells wolfig, ohne erhebliche Rieberichläge. Temperaturen nicht wesentlich verändert. Für Deutschland: In Süd- und Mitteldeutschland trocken und heiter, langs der Rüste etwas unbeständig und vereinzelt leichte Niederschläge. Ueberall mäßig warm. Groß- Berliner Parteinachrichten. Fahrer Brotest ein. Böllig ohne Intereffe war das Rennen der Kraftwagen bis 3 PS. Der Fiat- Bagen 1chied bald aus. Fetttenbauer auf Bob und Seeger auf Bob fiegten in dieser Folge. Der II. Sreis des BDN. ( Bund Deutscher Radfahrer) brachte gleichzeitig die Kreismeisterschaft zum Austrag. Der Titelverteidiger Graue tonnte feinen Titel weiter behaupten. Er gewann mit 5 Längen vor Rütt und Fatschild. Zur 25- KilometerMeisterschaft traten 14 Fahrer an. Hier tritt Rütt gleichzeitig mit Braue blöslich an und geht mit 10 Radlängen vor Fatschild und se ühl durchs Ziel. Den Führungspreis gewann Blant. rüd, 8. Alright( Roggenbud) 1665 Meter zurüd. Rennen ill über 20 Rilometer 70 eter zurüid, 3 Blackburn( Herzogenrath), 490 Meter zurüid. Rennen IV über Resultate: Krafträder. Rennen I über 10 Rilometer( 1,14 PS, 150 ccm). 1. Alright( Roggenbud), 8 min, 0,6 Set., 2. Sirth( Gehrung). 3. G. C. R.( Floed). Rennen II über 16 Rilometer( 1,9 PS, 250 ccm). 1. Sirth( Gehrung) und Roconova( Nafonzer), totes Rennen. 9 Min, 32 Gef. 2. G. C. S.( Floed) 1660 Meter zu ( 2,67 PS, 850 ccm. 1. Allright( Rarsch) 8 Min, 58.1 Get., 2. Hirth( Gehrung), 20 Silometer( 38 PS, 500 ccm). 1. Norton( Soenius), 2. Herzogenrath( Norton). 3. Alright( Rar ch). Kraftwagen: Rennen V über 10 Kilometer( 8 PS, 800 ccm). 1. Grade( Nicblich), 7 Min, 46,2 Get, 2. Grade( Bohen). 850 Meter gurid, 3. Grade( Bryneborn), 930 Meter zuriid. Rennen VI über 20 Rilometer ( 4 PS, 1100 ccm). 1. Grade Niedlich, 6 Runden Vorsprung( 3 PS), 12 min., 15,3 Get., 2. Ego( Grai), 13 min, 18,3 Gef, 3. Ego( Rein) 15 Meter zuriid. Rennen VII über 20 Rilometer( 5 PS. 1300 ccm). 1. Bob( Fettfenhauer), 9 Min., Meisters 03 Gel. 2. Bob( Seeger), 3. Fiat( Bother) wegen Defekt aufgegeben. fchaften des Streises il des B. D. R. über 1 kilomeer: 1 Graue( B R.C. von 1889) 1 Min., 54,1 Get, 2 D Rütt( B. R. C. von 1889), 3. Fatschild( Concordia). Meisterschaft über 25 Rilometer des II. reifes: 10 Rütt, ( B. 3. C. von 1-89), 38 min, 30,4 Get., 2. Fatschulb( Concordia), 3. Rühl( Concordia) Gewinner des Führerpreises über 25 Rilometer W. Blant( B. R C. Don 1889). Rennen zu Hoppegarten am Sonntag, den 6. Juli: 1. Sennent. 1. Bartburg( E. Lüneberger), 2. Eighlolf( Jentsch), liefen: Cabinet Noir, Dorn II, Biola, Narses, Gerda. 3. Wewelyn( W. Tarras). Toto: 37:10. Blag: 13, 12, 15:10. Ferner 2. Rennent. 1. Macnet( Grabsch), 2. Bring Christian( Clejnil), 3. Antenor( D. Schmidt). Toto: 52:10. Tlak: 13, 20, 11: 10. Ferner liefen: Isonzo, Bohnenteufel, Winnetou, Menelaus, Magnus. 3. Rennen. 1. Habicht Jentsch). 2. Mortala( Breege), 3. Sarazener ( D. Schmidt). Zoto: 164: 10. Blaz: 29, 15, 14:10. Ferner liefen: Südgrat, Glüd und Glas, Mura, Erdrofe, Ed, Liane II. 4. Rennen. 1. Mistreß Bridge( Olejnik), 2. Bikdame( R. Torle), 3. Tannfönig( D. Schmidt). Toto: 51: 10. Plat: 21, 33, 19:10. Ferner liefen: Staffelstab, Gildenmeister, Dardanos, Lorenzo, Nairos, Per Dark, Abenteurer, Tangenichts. 5. Rennen. 1. Hornberi( W. Tarras), 2 Caprivi( Dlejnit), Zoto: 46:10. Plaz: 13, 14, 13:10. Ferner liefen: Sichida, Farmer, Monfalcone, Lapis Electrig. Civilist, Humboldt. 3. Brandung( Franzte). Toto: 37:10. Blag: 17, 15:10. Ferner liefen: 1. Gellert( Breege), 2. Feuertaufe( D. Schmidt), Baladin, Lebedame, Beleda. 6. Rennen. 7. Sennett. 1. Abt. 1. Baben( Senfpei), 2. Matte( D. Schmidt), 3. Rüstung( Breege). Toto: 41: 10. Plas: 15, 14, 18:10. Ferner liesen: Stati, Angelus, Better here, Doktor, Tingl Tangl 2. Abt. 1. Labrador( Olejnit), 2. Sonnenstrahl( Raftenberg), 3. Quftpoft( F. Kasper). Toto: 135: 10. Blat: 28, 16, 16:10. Ferner liefen: Rogenbruder, Contrahent, Hochländer, Balette, Sigrune, Cebria. Briefkasten der Redaktion. R. 2. 44. 1. Tur bie Gebäude. Der Garten und das Aderland gehört. nicht bazu. 2. Gegen den Mieter fönnen Sie nur lage auf Aufhebung des Mietverhältniffes erheben. 3. Das Armutszeugnis wird Ihnen erteilt, fofern Sie cußerstande find, die Kosten des Rechtsstreites zu tragen, E. D. 1989. Einen Sonderzufchlag für große Instandsegungsarbeiten fann der Hauswirt nicht mehr fordern. Die bezügliche Bestimmung der Bekanntmachung des Magistrats ist mit dem 1. Juli d. 3. außer Kraft getreten. Scha- Drud. An sich brauchen Sie fich feine Beschränkungen aufzuerlegen. Erschütterungen und Geräusche dürfen allerdings nicht entstehen. Im übrigen müssen die Mieter fich ruheftörenden Lärm insofern gefallen laffen, als er das Maß des Unerträglichen nicht übersteigt. Gewerkschaftsbewegung Arbeitslosen- Versicherungsgeseh. Zunächst beffere Unterstützung und Selbstverwaltung. Der Bundesvorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und die von ihm zusammenberufenen Bezirkssekretäre des Reiches nahmen am 4. und 5. Juli zu einigen dringenden Fragen der Erwerbslofen fürsorge wie folgt Stellung: Die gegenüber der schweren Krise des Arbeitsmarktes völlig unzureichenden Einrichtungen der Erwerbslosenfürsorge und der Arbeitsvermittlung geben Beranlassung, zu betonen, daß Borsorge getroffen werden muß, um eine größere Einheitlichkeit zwischen Erwerbslofenfürsorge und Arbeitsvermittlung herzustellen. Die in allen Bezirken des Reiches beobachteten unerträglichen Härten bei der Zubilligung der Cre werbslosenunterstützung, der Nichtunterstützung großer Massen Er. werbslofer machen eine schleunige Ablösung der bisherigen Berordnung durch ein Arbeislosenversicherungsgesetz, bas ein der Beitragspflicht entsprechendes Unterstukungs. recht der Versicherten gewährleistet, notwendig. Bis dahin muß jedoch verhindert werden, daß die Berwaltungsbehörden wegen angeblich, mangelnder Bedürftigkeit" oder weil die Erwerbslosigkeit Kriegsfolge" ist, große Massen tatsächlich bedürftiger Erwerbslojer ohne Unterstützung loffen. Die Erwerbslofen unterstügung muß der notwendigsten Eristenzbedingungen der Erwerbslosen an gepaßt und dementsprechend wesentlich erhöht werden. Die Kurzarbeiter unterstüßung muß wieder eingeführt merden. Bis zur Schaffung einer gefeklichen Arbeitslosenversicherung muß die Erwerbslofenfürsorge auf Grund der bestehenden Berors nixa zwedentsprechend ausgestaltet werden, um die dringend nöti gen Arbeiten zur Bekämpfung der Erwerbslosigkeit zu gewährleisten. Dazu gehört in erster Linie die Schaffung einer einheitlichen Reichsbeitragsgemeinschaft, um unter den durch die Krise ganz unterschiedlich betroffenen Bes zirken ben notwendigen Ausgleich zu erzielen. Abzulehnen ist der Versuch, alle die Erwerbslosenfürsorge betreffenden Maßnahmen arundsätzlich nur den Ländern zuzuweisen. Die Einheitlichkeit der Erwerbslosenfürsorge für das ganze Reich darf nicht zerstört werden. Da eine Reichsbeitragsgemeinschaft nicht unmittelbar durchgeführt werden kann, muß fofort als Borstufe eine ausgleichende Ge= fahrengemeinschaft für den Bereich jedes Landesamtes für Arbeitsvermittlung gebildet werden. Diese Regelung begegnet besonders in Preußen starten Widerständen, weil das Wohlfahrtsministerium bestrebt ist, die Durchführung der Erwerbslosenfürsorge unter Ausscheidung der Selbstverwaltung der Beitragsträger grundsäglich zur Aufgabe der allgemeinen Staatsver waltung zu machen. Gegen diese Regelung muß fchärffie Verwahrung eingelegt werben, weil fie die notwendige Berbindung zwischen Erwerbstojen. fürsorge und Arbeitsvermittlung hindert. Die Zusammen= faffung aller, die unterstützende und die vorbeugende Erwerbs19 Kreis Bankow. Heute abend, 7 Uhr. Fraktion sizung mit den Bürgerlosenhilfe betreffenden Aufgaben muß im Gegenteil beschleunigt denntierten. 11. st. Scute abend. 7% Uhr, Funt: ionärtonferenz bei Ranfer, Gozlowsky13. bt. eute abend, 8 Uhr, Funktionärfonferenz bei Lausch, Bredowstraße 35. froße 34 Sport. Rernen im Stadion. Ausgereichneter Sort wurde gestern im Stadion bei den Motorradrennen des ATAC. gezeigt. Zum ersten Rennen traten 13 Teilnehmer an. Gehrung( ith) und Roggenbud( alright) l'eferten einen spannenden Endlampf. Mit nur Reifenitä fe ging Roggen: buď vor Gebrung durchs Ziel. Das Rennen der Strafträder bis 250 ccm zeigte aufs neue die große Ueberlegenheit der irth. Maicine, mit der Sebring feinen Sieg beraus jabren fonnte. 24 Runden wurden in 9 min. 32 Set gefchafft. Das Rennen der 350 ccm- Räder fab arsch auf Alright und das der 500 ccm Soenius auf Norton als Sieger. In ber Straft magentlasse bis 3 PS erschienen 3 Grade Bagen am Start. Niedlich ging in dem 10 Stilometer- Rennen in 7 Min. 46.4 Sef. vor feinen beiden @tallgenoffen als erfter mit erheblichem Vorsprung durchs Ziel. Am Rennen der Rlafie bis 4 PS beteiligten fich 5 Wagen und noch mals Niedlich auf Grade( 3 PS), der 6 Runden Vorgabe en hielt. Doch er wies fich die Vornabe als zu reichlich. Erst nach 30 Runden konnten die Ego.agen 3 Runden aufholen. Gegen diefen Sieg legteu die Egodurchgeführt werden. Dieses fann nur unter der tatsächlichen und verantwortlichen Mitwirkung der Bertreter der Arbeitnehmer und Arbeitgeber geschehen. Hierzu sind die Landesämter für Arbeitsvermittlung berufen. Diese sind zwedentsprechend auszubauen und mit genügend weitgehenden Verwaltungsbefugnissen auszu statten. Der Versuch, in Preußen unter Umgehung der Landes. ämter Beitragsgemeinschaften für den Bereich der Regierungsbezirfe einzurichten und den Regierungspräsidenten die Durchführung der Erwerbslosenfürsorge zu übertragen, muß abgelehnt werden. Der Bezirk ist für einen Gefahrenausgleich zu flein. Verwaltungsausschüffe für den Bereich eines Regierungsbezirts bestehen nicht. Es muß abgelehnt werden, folche besonderen Körperschaften zu bilden, lediglich, um die nach der Reichsverordnung notwendige Beitragsfestlegung zu ermöglichen, da diese Körperschaft deine Selbstverwaltung darstellt, fondern nur zur Beitragsfestlegung berufen wäre, ohne weitere Rechte zu haben. Desgleichen muß abgelehnt werden, die Beitragsfeftfegung für den Regierungsbezirk durch den Ver. waltungsausschuß irgendeines örtlichen Arbeitsamtes vorzunehmen. Die Gemertschaftsvertreter werden aufgefordert, dahingehenden Ansuchen der Regierungsbehörden nicht zu entsprechen. Ein berittener Maurermeister. Seine Lehrlinge follen reiten lernen. tan schreibt uns: Man follte meinen, daß sich die Behrmeister mit dem Artikel 159 er Reichsverfassung endlich abgefunden hätten. Doch weit gefehlt! Hier und da taucht immer wieder wie aus der Verfenfung eine Leuchte der vornovemberlichen Zeit auf und glaubt in väterlicher Zucht des Lehrherrn besonderes leisten zu müssen. Ein tefonders hervorragender Bertreter dieser Art Lehrlings und Jugenderzieher ist der Maurermeister Reinhold Rubel in Fredersdorf b. Berlin, Spreeftr. 1. Nicht nur ber Beitritt eines Lehrlings zur freigemerf'chaftlichen Organisation, sondern auch die Mitgliedschaft in einem Fußballklub scheint diesem Jugenberzieher nicht zu behagen. Er glaubt vielmehr darüber machen zu müssen, daß die deutsche Jugend im Reitsport aus. gebildet wird Stellte er doch an feine vier Lehrlinge das Anfinnen, aus dem Fußballklub auszutreten und in den Reiterverein einzutreten. Als dies von den Lehrlingen verweigert wurde, glaubte er mit Ohrfeigen zum Ziel zu kommen. Wir glauben nicht, daß Reiten mit zur Ausbildung im Maurer handwert gehört. Oder will herr Rubel für genügenden Erfaß der im Kriege gefallenen Herrenreiter und Jodeis jorgen? Bielleicht ist biefer reitlustige Maurermeister selbst ein großer Anhänger des Pferdesports? Wir Maurer flettern den Tag über genügend herum auf der Rüftung. An derlei Sport wie Reiten betätigen wir uns nicht. Ulanentage mit Baraben vor Ludendorff und andere Sachen lehnen mir cb, Wir veranstalten unsere Jugendtage; dazu ist keine besondere Kunst im Reiten notwendig. Wir möchten Herrn Rubel empfehlen, mehr auf die beruf liche Ausbildung zu achten und dazu beizutragen, daß dem Mangel an quten Facharbeitern abgeholfen wird. Das dürfte im Interesse des Wiederaufbaues Deutschlands liegen. Weiter dürften wir Herrn Rubel das Studium des Artikels 159 der Reichsverfassung anraten.| Wir hoffen, daß bann auch er bavon überzeugt fein dürfte, quch| Norwegen. Die Gewerkschaften find geschwächt und die Reaktion Sen Behrlingen und Jugendlichen ist die Bereinigungsfreiheit ge- triumphiert. währleistet. Mit der Parole Maul halten"," Ich bestimme" ist es heute vorbei. Bir Bauarbeiter werden uns dagegen zu mehren wiffen. Bereinbarung in der Schleppichiffahrt. Der Lohnstreit des Personals der Staatlichen Schleppämter in Hannover und Duisburg- Ruhrort ist jetzt beigelegt. unter dem Borsiz eines Vertreters des Schichters für den Bezirk Bestfalen tam es zu folgender Vereinbarung: 1. Unter Aufrechterhaltung der bisherigen tariflichen Bestimmungen wird ab Juli für jeden Tag, an dem sich die Fahrzeuge in Fahrt befinden, eine Fahrt zulage von 40 Pf. an jeden Mann der Besazung gezahlt. 2. Falls das von den Krantentassen gezahlie Krankengeld 70 Proz. des Lohnes übersteigt, tritt zu der in§ 12 des Tarifvertrags festgesetzten Bergütung die restliche Mehrleistung der Krantenfaffen. Streiftrecherschut in Norwegen. Der norwegische Staatsrat hat beschlossen, dem Storthing die Borlage betr. Verschärfung von Sirafen zur Beschüßung der Ar beitswilligen vorzuhagen. Mit bis zu 1 Jahr Gefängnis follen die Personen bestraft werden, die durch Gewalttätigkeiten oder Drohun. gen andere daran hindern, ihrer Arbeit nachzugehen. Auch solche Leute follen bestraft werden, die Aufklärung über Berfo. nen geben, welche während des Streifs arbeiteten. Gleichfalls beontragt man Gefängnisstrafen in Anwendung bringen zu dürfen, in Fällen, wo es sich um unfehmäßige Streits handelt. Ganz nach dem Rezept Wilhelms des Lezten: Schwerste Strafe dem, der andere an freiwilliger Arbeit hindert". Bei näherem Zusehen erweist sich die aus dieser Ankündigung in die Erscheinung tretende Reaktion als Erfolg der kommunistischen Treibereten in Die Belegschaft der Firma Ideal Schuhfabrik, Andreasstr. 32, wurde gemaßregelt, weil sie am 4. Juli ihre vereinbarten Ferien beanspruchte. Die Firma ist für organisierte Arbeiter ge. fperrt. Verband der Schuhmacher. Schiedspruch in der westdeutschen Cisenindustele. Die Cinia gungsverhandlung am Sonnabend vor dem Schlichter in Dort mund in der Gehaltsengelegenheit der Angeftellien in der Stahl und Eisenindustrie Westdeutschlands der nordwestlichen Gruppe führte zu feinem Ergebnis. Die Spruchfammer fälle einen Schieds. spruch, der die Verhandlungen über die Anträge der Angestellten. gewerkschaften auf den 30. Juli vertogt und die Einfammensregelung Dom 16. februar 1924 für die Monate Juni und Juli in Krafi fcit. Schiedsspruch im fächsischen Baugewerbe. In der Nacht von Freitag zu Sonnabend wurde unter Borsiz des Landesschlichters einstimmig ein Schiedsspruch gefällt. Der Spruch seht für das sächsische Baugewerbe einen Stundenlohn von 75 Bf. feft mit Zu schlägen für Dresden und Leipzig. Die Buchbruder in Warschau tonnen feine Ginigung mit den Drudereibefizern erzielen und werden deshalb wahrscheinlich in den Streit treten. Warschau wird also voraussichtlich wieder einmal eine Zeitlang ohne Bei.ungen sein"- sagt die vorliegende Meldung. Zentralverband der Schuhmacher. Heute abend 7 Uhr Bezirksversammlungen. Mittwoch, Juli, abds 7 Uhr. Branchenverfamm ung der Friedrichstädtischen Maß schuhm cher und der Schältemacher im„ Rosenthaler Ho", Rosenthaler Gir 11/12. Stellingnahme zur Tarifkündigung. Berantwortlich für Belitit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Entorn: Feuilleton: Dr. John Sikowski; Lotales und Sonstiges: Friz Karstädt: Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin GB. 68, Lindenstraße 3. Saison- Ausverkauf nur bis 12. Jull zu gewaltig ɓerabgesetzten Preisen Herren- Sakko- Anzüge blaue und farbige Kammgarn- und Cheviotstoffe in mod. Formen 71.00 105.00 90.00 120.00 früher bis M. 56.00 Jetzt 3800 4800 5900 7100 8000 Herren- Schlüpfer u. 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Beschlußfaffung über die Zuschreibung der Grundstücke Bfalzburger Str. 36-38 und 2auenburger Straße 11 gum Grundstück Pfalzburger Straße 35. 2. Berichiedenes. [ 106/8 Berlin Wilmersdorf, den 7. Juli 1924. R. Engelhardt Fr. Wiemann Forfizender. Schriftführer. Anzahlung Monatsraten Kat. 30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. Reft in feds Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. zu Ladenpreisen taufen Sie elegante gutfigende Herrengarderoben Anzüge f. Straße u Sport( evtl. mit 2 Sofen), Cutaway u Smo ting, Covercoat u Marengo Baletots. imprägn. Gabardine und Bozener Lobenmäntel bei Albert Schenk Röpenider Straße 127 Hof rechts, tein Baden. Berkaufsstelle b. guten ,, Anoro". Verkäufe Bekleidungsstücke. Wäsche usw. Möbel Metallbetten, Auflegmatraken, Batent matragen, Chaifelongues Balter, Star 550.- Mark Speisezimmer, Eiche ge- aarderftrake achtachn. beiat, Büfett amei Meter breit, schwere Anrichte. weiaugtisch, 6 Leberble. Wichert, Elfafferstraße 20. 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