[ N= 316] Nr.31 41.Jahrgang Ausgabe A Ne. 162 Bezugspreis: öchentlich 70 Goldpfennig, monatlic 3,- Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig Gaar- und Memeigebiet. Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmark pro Monat. Der., Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und geit" mit Siede lung und Kleingarten", fowie der Unterhaltungsbeilage Heimmelt und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: ..Sozialbemotrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille geile 0,70 Goldmart, Reflamezeile .-- Oplomart. ,, Aleine Anzeigen das fettgedruckte Wort 0,20 Gold mart( zulässig amei fettgebrudte Worte), febes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen filr zwei Worte. 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Macdonald betonte nochmals, daß der in der Presse entfachte Entrüftungssturm jeder Begründungentbehre. Soweit es an ihm liege, merde er es feinem Miesmacher auf irgendeiner Seite des Kanals erlauben, die günstigen Aussichten für eine Verständigung zwischen Frankreich und England zu zerstören. Denn eine solche Störung würde so entsegliche Folgen haben, daß man sie nicht einmal theoretisch in Erwägung ziehen dürfe. London, 7. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Unterhaussigung hielt Macdonald In der heutigen eine längere Rede über die außenpolitische Lage. Dies geschah anläßlich der Eröffnung der Debatte über den Etat des Auswärtigen Amtes. Macdonald führte aus: Am Ende der vergangenen Woche ist ein Sturm aufgewirbelt worden und das Parlament muß in voller Klarheit über das unter richtet werden, was sich ereignet hat. Ich möchte indeffen anregen, daß auf meine Rede bis Donnerstag nicht geantwortet wird aus Gründen, die ich noch auseinanderlegen werde und die meine Reise nach Paris veranlaßt haben. Ich fahre dorthin, um zu perhindern, soweit ich dazu beitragen fann, daß | dums dem Quai d'Orsay übersandt worden. Ein Prototo!! der Unterredungen sei von Uebersegern abgefaßt worden. Macdonald fügte hinzu: Wir nahmen ihr Protofoll über die Unterredungen als richtig an. In dem Schreiben, das den Zusammentritt der Konferenz mitteilte, war nicht ein einziger Buntt enthalten, der nicht in diese Unterredungen eingeschaltet war und worüber die Bertreter der franzöfifchen Regierung nicht voll unterrichtet wurden. Macdonald teilte dann mit, wie die als„ tattlos" bezeichnete Einladung zur Londoner Konferenz von Belgien, Italien und Japan aufgenommen worden sei. Der belgische Miniſter des Aeußern habe dem französischen Botschafter erklärt, er tönne nicht verstehen, weswegen Schwierigteiten entstanden seien. Er sei von der Form des Memorandums völlig befriedigt. Muffolini habe ihm( Macdonald) drücken lassen über den Gebrauch, der von dem Schriftftüd gemacht durch den italienischen Botschafter die größte Ueberraschung ausworden sei. Es sei ihm angeboten worden, ihm in jeder möglichen Weise beizustehen, um zu zeigen, daß es ein vollkommen regelrechtes und annehmbares Schriftftüd fei, foweit er in Betracht komme. Der japanische Botschafter habe den Gedanken zurückgewiesen, daß das Schriftftüd irgend etwas enthalte, was misverstanden werden fönnte. Macdonald wandte sich dann gegen den Vorwurf der Ge. heimdiplomatie und erklärte, es handle sich hauptsächlich um einen persönlichen Versuch zweier Männer, die entfchloffen feien, ihren Ländern und Europa zu helfen, einander zu verstehen, bevor der Augenblic fomme, wo sie als Beauftragte und Vertreter ihrer Staaten sprechen müßten, wo jedes Wort und jede Handlung, wo alles, was sie zu unterschreiben beabsichtigten, nicht nur sie selbst, fondern auch andere Völker binde. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depojitenkaffe Lindenstraße 3 Hinein in den Völkerbund! Von Hermann Müller- Franken. Als ich im vorigen Sommer für den Eintritt Deutsch lands in den Bölkerbund noch vor deffen Septembertagung 1923 schrieb( ,, Borwärts" Dom 19. Juli 1923), war Herr vou Rosenberg deutscher Außenminister. Seiner Einstellung zum Völkerbund nach war Herr von Rosenberg nicht böse, daß niemand die Barrieren beseitigte, die Deutschland den Weg zum Völkerbund sperrten. Zwar hatte damals der erste englische Minister Baldwin den Lord Robert Cecil als Bölkerbundspezialisten in das englische Kabinett aufgenom men. Das bedeutete aber keineswegs eine Ermunterung Deutschlands, seine Zulassung zu beantragen. Der britische Außenminister Lord Curzon wußte eben, daß der damaliga französische Ministerpräsident Poincaré, pochend auf den kond menden Sieg" an der Ruhr, Obstruktion gegen Deutschlands Aufnahme treiben würde. " Seitdem haben wir in Europa eine vielfach veränderte Situation. Poincaré ist endlich gestürzt. Sein Nachfolger Herriot will das englisch- französische Einvernehmen völlig wiederherstellen und so Europa befrieden. In England ist die Arbeiterpartei am Ruder. Macdonald hat vor kurzem im eng lischen Unterhause auf eine Anfrage des Abgeordneten Tirell schriftlich erklärt: Die Regierung ist einer Zulassung Deutschlands zum Bölkes bund zum frühest möglichen Termin sicherlich günstig gesinnt und würde Deutschlands Antrag auf Zulassung willkommen heißen. Von der französischen Regierung sind heute keine grund fäglichen Schwierigkeiten zu erwarten. Allerdings will man in französischen Regierungsfreisen, daß die Lösung der Repa rationsfrage vorher erfolgt und Frankreich vorher in der Sicherheitsfrage Garantien gegen fünftige deutsche An griffe erhält. Querfreiber dies- oder jenseits des Kanals die Aussichten einer Berständigung zwischen Frankreich und England zerstören; denn das wäre eine gar zu furchtbare Aussicht. Ich beabfichtige deshalb, auf die heute morgen vom französischen Miniſter- tugenblicklich haben wir uns nicht mit dem Berchter beftember einer Befriedung Europas der Weg geebnet werden präsidenten mir unterbreitete Anregung einzugehen, morgen früh zu ihm nach Paris zu fahren. Ich werde am Mittwochabend die Rückreise antreten, damit ich an der Sigung des Unterhauses vom Donnerstagnachmittag teilnehmen und dabei etwa notwendige Donnerstagnachmittag teilnehmen und dabei etwa notwendige weitere Erklärungen abgeben kann. Ich hoffe, daß es mir gelingen wird, das Haus davon zu überzeugen, daß die ganze Angelegenheit night einmal die Bezeichnung eines Sturmes im Wafferglase verdient und daß nicht der geringste Grund für all das vorlag, was fich ereignet hat. Ich bedaure außerordentlich, daß jowohl hier wie anderswo innerpolitische Streiffragen eine sehr verheißungsvolle außenpolitische Lage zu gefährden drohen. Die Frage ist die: Wenn wir uns mit Frankreich verständi gen wollen, so müssen wir nicht nur die französischen Empfindlichfeiten und Interessen begreifen, sondern wir müssen sie mit fühlen. Und es wird dabei wesentlich sein, daß das miß trauen, das folange Zeit hindurch zwischen unseren beiden Ländern geherrscht hat, beseitigt wird. Die Beziehungen zwischen Frankreich und uns, so, wie ich sie bei meinem Regierungsantritt vorgefunden habe, waren etwas trübe. Und seitdem ich im Amie bin, habe ich es als meine Aufgabe erachtet, fie zu bessern. Meine Unterhaltung mit Herriot hat stattgefunden nicht zweds Erzielung einer Vereinbarung und auch nicht, um eine Regelung zwischen Frankreich und Großbritannien einer allgemeineren Rege fung vorausgehen zu lassen, von der sie hofften, daß sie auf der am 16. Juli beginnenden interalliierten Konferenz zustande komme. Was sei der Zweck gewesen? Was sei auf dieser Konferenz geschehen? Infolge dieser Konferenz sei man sich flar geworden, worüber man sich verständigen müsse. Sie feien übereinge Sie feien übereinge fommen, daß, welche Gestalt auch diese Vereinbarung annehme, es möglich sei, ihr verschiedene Faffungen zu geben, von denen die eine wahrscheinlich für den einen Alliierten geeigneter fei, als für den anderen. Sie feien aber übersingekommen, daß es schließlich möglich sei, nach Erwägung der verschiedenen Möglich feiten zu einer Vereinbarung über die Gestalt zu gelangen, die die Vereinbarung erhalten solle. Sie hätten sich ferner geeinigt, daß die Konferenz am 16. Juli stattfinden solle, um alle die Dinge zu regeln, und daß diese vorläufigen Betrachtungen auch den Zweck der Konferenz bilden sollten. Dies sei die ganze Bereinbarung gewesen. Die Leiter der beiden auswärtigen Aemter feien anwesend gewesen und hätten an der Erörterung teilgenommen. Belgien, Italien und Japan seien benachrichtigt worden, daß beabsichtigt sei, am 16. Juli in London eine Konferenz abzuhalten. Das Schriftstück, das sie davon unterrichtet habe, habe an. gedeutet, was die Aufgabe der Konferenz sein werde. Macdonald fragte dann, wer das Foreign Office deswegen Macdonald fragte dann, wer das Foreign Office deswegen tadeln wolle, und fuhr fort, die erste Schwierigkeit sei entstanden, weil dieses Schriftftüd nicht nach Frankreich gesandt Die englische Regierung ist beschuldigt worden, ein Romplott ausgeheckt zu haben und die Reparationsfommission zu beseitigen und noch auf andere Art den Versailler Vertrag umzustoßen. Meine fategorische Erklärung wird zeigen, wie falsch diese Ankündigung Ob auf Grundlage des Dames- Gutachtens bis 1. Sep sondern dem Sachverständigengutachten befaßt. Jeder, der dieses Gutachten studiert hat und den Versailler Vertrag fann, muß sich in den nächsten Wochen erweisen. Gelingt fennt, wird dem zustimmen müssen, wenn wir sagen, daß gewisse dieses Wert überhaupt, so muß es in wenigen Wochen Berpflichtungen, die durch das Gutachten Deutschland auferlegt wer gelingen. Was Frankreich in der Sicherheitsfrage- wir den jenseits der Verpflichtungen stehen, die Deutschland durch den nehmen als selbstverständlich an, daß dabei nichts über den Versailler Vertrag auferlegt sind. Es ist doch klar, daß, wenn wir Versailler Vertrag Hinausgehendes in Frage kommt ein Abkommen über das Gutachten treffen sollen, mir dieses Abtom- fehen wird, hängt wesentlich von England ab. Lloyd George men durch eine Vereinbarung zwischen den Alliierten ergänzen müffen bezüglich des Falles, daß Deutschland nach der Annahme des Eachverständigengutachtens in Berzug geraten sollte, damit wir dann Schulter an Schulter in diesem Falle vorgehen können. Daraus entstand die Frage, wer darüber zu entscheiden haben würde, ob Deutsch land absichtlich oder nicht in Verzug geraten wäre. Es wurde aus drücklich erklärt, daß diese Frage durch und Curzon, Briand und Poincaré haben in den letzten Jahren dafür einen gemeinsamen Menner nicht gefunden. Det gute Wille zu einer Entente cordiale, der Macdonald und Herriot beseelt, wird eine Einigung leichter ermöglichen. Die maulaufreißenden, nationalistischen deutschen Kraftmeier lie fern dazu, was an bewegender Kraft etwa noch fehlt. Aben eines dürfte schon heute sicher sein: In das System der bundsinstanzen eingeschaltet werden, ebenso wie auf Garantien für die französische Sicherheit werden Völkerm Grund des Versailler Vertrages hoffentlich bald die Kontrolle der deutschen Abrüstung auf den Bölkerbund übergehen wird. nicht zu den Kompetenzen der Reparationskommission, die durch den Versailler Vertrag eingesetzt sei, gehöre, und daß jede hierüber zu treffende Vereinbarung eine Ergänzung zu dem Versailler Vertrag, jedoch nicht eine Ersetzung des Versailler Vertrages bilden sollte. Um den Dawes- Bericht in Gang zu sehen, müssen wir die Unterschrift Deutschlands erzielen, und daher müssen Spricht das nicht alles zwingend für einen schleunigen die Deutschen auch da sein, um ihre Namen unter das Dokument Eintritt Deutschlands in den Völkerbund? Die sozialdemokra zu setzen. Ich war der Anficht, daß wir versuchen sollten, aus tische Reichstagsfraktion war dieser Auffassung, als fie der Deutschland in Zukunft etwas mehr herauszuholen als bloße Schrift Reichsregierung die förmliche Große Anfrage vors ftüde. Die Zeit ist nun für uns gekommen, Deutschlands Unterlegte, ob die deutsche Regierung gewillt sei, noch vor der dies schrift zu erlangen, und zwar unter edingungen, die es auch moralisch binden. Wir mußten uns darüber flar werden, wie man am besten die ganzen Borarbeiten erledige und die ganze Maschinerie reif für den Augenblick mache, wo sie endlich in Gang gesetzt werden soll. Meine Regierung schlug vor, daß ein bestimmter Tag durch die Konferenz festgesetzt werden sollte, z. B. ein Tag im Auguft oder im September. Zu diesem Zeitpunkt müßten alle Borbereitungen abgeschlossen sein und die ganze Maschine in Bewegung gesetzt werden. Ich höre, daß behauptet wird, daß alle Einzelpunkte bereits festgelegt worden seien. Das ist aber ganz falsch. Diese Dinge wurden erst durch die französische Regierung und durch uns in Erwägung gezogen. Ich sehe gar nicht ein, warum wir nicht zu einem festen Abkommen gelangen sollten. Eine Verschiebung der Konferenz würde ein Unglüd sein. Condon, 7. Juli.( WTB.) Im Unterhaus fragte der Liberale Spears, ob der Premierminister mitteilen fönne, was an der Behauptung Tatsache sei, daß ein Memorandum über die Stellungnahme der britischen Bolitik zu den Fragen, die auf der bevorstehenden interalliierten Konferenz erörtert werden sollen, und zu dem in Aussicht genommenen Verfahren an die Regierungen Italiens, Japans, der Vereinigten Staaten, Belgiens und Deutsch lands, jedoch nicht an die franzöfifche Regierung gefandt worden sei. Macdonald erwiderte, ein derartiges Memorandum sei weder abgesandt worden noch egiftiere es. Die Mitteilungen, worden sei. Frankreich sei zu dieser Konferenz nicht einge. die den Regierungen Belgiens, Italiens, Japans und der BerWie lägen die Dinge aber? Der französische einigten Staaten gemacht worden feien, seien nur eine Wieder Ministerpräsident habe sich vor seiner Abreise mit der Konfe. holung der britischen Vorschläge bezüglich der Aufgaben der renz einverstanden erklärt und dem Zeitpunkt ihrer bevorstehenden Konferenz, die bereits sowohl dem belgischen Abhaltung& ug eft immt. Die Bertreter des Quai d'Orsay hätten Minister als auch Herriot in Chequers unterbreitet und mit ihnen fich ebenso mit dem Zeitpunkt einverstanden erklärt. Die Absendung eingehend erörtert worden seien. Diese Vorschläge feien gleichzeitig einer Einladung an fie fei also nicht in Frage gekommen. Unter für Protokollzwecke in einer offiziösen Mitteilung des den bestehenden Umständen habe es sich nur darum gehandelt, permanenten Leiters des Foreign Office an den permanenten Frankreich um eine Mitteilung zu bi'ten, welches seine Ver. Leiter des französischen Auswärtigen Amtes zum Ausdruck gebracht treter fein würden und wieviele Vertreter es entfenden werde.| worden, jedoch jei keinerlei Mitteilung über diese Frage weder von Dies fei auch geschehen. Am 21. und 22. Juni hätten die Unter der britischen Regierung noch in ihrem Namen an die deutsche Reredungen stattgefunden. Am 24. Juni sei eine Zusammenfassung gierung gemacht worden. ihrer Hauptpunkte in Form eines sogenannten Memoran. ( Weiter Meldungen fiehe auch 3. Gette.) laden worden. jährigen Septembertagung des Bölkerbundes einen Antrag auf Zulassung zu stellen. Bein Zusammentritt des Reichs tages ist die Antwort der Reichsregierung fällig. Wer will, daß es demnächst in London zu Abmachungen kommt, die uns endlich aus der Kriegssphäre herausführen, wird von der Reichsregierung nur eine bejahende Antwort erwarten dürfen. Welche Einwände könnten von deutscher Seite überhaupf noch gegen den Eintritt zum Völkerbund erhoben werden? In Deutschland wird unter Berufung auf die bisherige Haltung des Völkerbunds in Fragen deutscher Interessen von vielen Seiten befürchtet, daß Deutschland auch nach seinem Eintritt im Böllerbund nicht als gleichberechtigt behandelt werden würde. Um die Probe auf das Erempel zu machen, wird deshalb verlangt, daß Deutschland vor seinem Eintritt ein en ständigen Sik im Rat zugebilligt werden müßte. Das ständigen Sig im Rat zugebilligt werden müßte. Das Stellen von Bedingungen vor Aufnahme in den Bölkerbund war bisher ebensowenig üblich als Einladungen zum Eintritt durch den Völkerbund selbst. Wegen eines Siges im Rat muß durch diplomatische Vorfühlung fondiert werden. Wie aber müßte sich zu diesem Wunsch der deutschen Regierung der Völkerbund selbst stellen? Dem Völkerbund muß daran liegen, daß er universal wird. Das ist die Voraussetzung einer stärkeren Autorität in allen Friedensfragen. Der Völkers bund hat selbst das größte Intereffe daran, daß füz Deutschland und Rußland ständige Size geschaffen werden. Der Versuch, Deutschland auf einen nichtſtändigen Siz zu verweisen, würde der Idee des Völker bundes schaden. Wer in Deutschlands Ausnahme in den Völkerbund eines der Mittel zur Erhaltung eines dauerhaften Weltfriedens sieht, muß münschen, daß Deutschlands Zu laffungsgesuch mit einer großen Gefte beantwortet wird. Wer das Kriegsbeil zum Nutzen aller Lölfer wirklich begrabent will, darf nicht von neuem Mißtrauen säen, Die Verweisung Deutschlands auf einen nichtständigen Sitz würde aber in weiten deutschen Kreisen so gedeutet werden. Was ich hier über Deutschland sage, gilt ebenso für Ruß- land. Rußland dürfte, wenn es aufgenommen werden will, übermorgen nichtschlechter, aber auchnichtbesser behandelt werden als morgen Deutschland. Nur so wird wahre Gleichberechtigung durchgeführt und die Grundlage für gemeinsame dauernde Arbeit geliefert. Selbst- verstäMich darf der Eintritt Deutschlands deutscherseits nicht mit dem Eintritt Rußlands in Zusam» menhang gebracht werden. Ob Rußland eintreten will, hat die russische Regierung zu entscheiden, die wissen muß, ob sie den Eintritt Rußlands für zweckmäßig hält. Für die deutsche Regierung muß nur das deutsche Ämteresse Maßgebend sein. Sie kann den gleichzeitigen! Eintritt Ruß- lands für wünschenswert halten, was darüber hinaus geht ist aber vom Uebel. Eine andere Befürchtung, die in Deutschland oft laut wird, ist, daß Deutschland vor der Aufnahme gezwungen wer- den könnte, noch einmal den Versailler Vertrag an- zuerkennen. Wer soll daran ein Interesse haben? Der Ver- sailler Vertrag ist mit daran schuld, daß Europa seit 1919 nicht zur Ruhe kam. An ihm haben auch die Franzosen und die Belgier noch keine reine Freuds erlebt. Was sollte für Europa durch erneute Anerkennung besser werden? Es genügt wahrlich, daß dieser Vertrag einmal unterschrieben wurde, weil anders die deutsche Einheit nicht zu retten, neue Ueberziehung deutscher Gaue mit Krieg nicht zu verhindern und die baldige Rückkehr der Gefangenen nicht zu erzielen war. Die deutschen Kreise, die das Verlangen nach einer zwei- ten unterschriftlichen Anerkennung des Vertrages für möglich halten, denken dabei vor allem an die sogenannte Schuld- lüge und an die territorialen Bestimmungen des Versailler Diktats. Uebcr die Schuldfrage zu urteilen ist der Völkerbund ungeeignet, denn die Völkerbundsdelegierten handeln nach Instruktion ihrer Regierungen. Die Lüge von der deutschen Alleinschuld wurde seinerzeit aus politischen Gründen in die Welt gesetzt. Insbesondere Lloyd George brauchte einen moralischen Mantel für die unerhört harten Diktatbestimmungen des Versailler Vertrages. Dazu war das erpreßte Schuldbekenntnis gerade gut genug. Praktisch hat diese Lüge auf den Inhalt des Vertrags keinen Einfluß ge- habt. Die harten Bedingungen, die 1919 dem deutschen Volke aufgezwungen wurden, waren die Folge der schwe- ren militärischen Niederlage Deutschlands, das seit dem Zusammenbruch der Saloniki-Front und dem Abfall Bulgariens, der Türkei und Oesterreichs vom Bierbund seinen Kriegsgegnern auf Gnade und Ungnade aus- geliefert war. Wenn einmal«in neutrales, mit größter wissen- schasllicher Genauigkeit arbeitendes Kollegium eingesetzt wird — wir hoffen, daß das bald geschieht, damit den chaßpredi- gern, die in Deutschland den Kampf gegen die Schuldlüg« führen, das Handwerk gelegt werden kann—, so würde«in solches unparteiisches Gericht sicher zu dem Urteil kommen, daß Deutschland keineswegs die Alleinschuld am Ausbruch des Weltkrieges trägt, daß aber ebenso sicher die Politik des kaiserlichen Deutschland von 1911 und von vor 1914 wegen ihrer Taten und ihrer Unterlassungen mit- 'fchuldig ist an dem Ausbruch der größten Katastrophe der Weltgeschichte. Möchte ein solches Urteil für Deutschland so •■günstig ausfallen als denkbar, so würde dadurch nichts daran) geändert, daß das deutsche Volk nach seiner Leistungsfähigkeit zahlen müßte für die Kriegsschäden der Alliierten, weil es den Krieg verloren hat. Was aber die territorialen Bestimmungen des Versailler Vertrages anlangt, so sind sie zunächst machtpolitisch durch eine Reihe von S o n d e r b ü n d n i s s e n verankert, die zwischen der Kleinen Entente und Frankreich abgeschlossen wurden. Insbesondere gilt das fiir Pollen, mit dem Frank- reich ein zeitlich unbegrenztes Bündnis abgeschlossen hat, weil es weniger einen Angriff gegen die Vogesen als einen solchen auf seinem Basallen an der Weichsel fürchtet. Das amtliche französische Eelbbuch über die Verhandlungen betreffend die Srcherhcitsbüryschaften gegen einen deutschen Angriff bringt dafür Beweise in Hülle und Fülle. Der französische Botschafter in London, de Saint Aulaire, berichtet zum Beispiel am 14. Dezember 1921 an B r i a n d, wie er in einer Aus- spräche über den angestrebten englisch-französischen Garantie- pakt dem Lord Curzon u. a. sagte: Ohne Zweifel würde Frankreich das(einen Angriff Deutsch» lands auf Polen als schwächsten Gegner) nicht dulden und die Waffen argreisen, um Polen und das europäische Gleichgewicht-an Rhein zu verteidigen. U-nd m der Instruktion des französischen Außenministers P o i n c a r 6 vom 23. Januar 1922 an denselben Voffchafter in London heißt es: Deutschland wird darauf ausgehen, Grund zum Kriege gegen uns zu finden, indem es sich den Anschein gibt, sich zu verteidigen. Das würde z. B. eintreten, wenn es Polen angriffe, da es wohl weiß, daß wir nicht«inen Augenblick die Verminderung der Bürgschaft dulden würden, die die Wiederaufrichlung dieses Staates für unsere Sicherheit bedeutet. Der Versuch, die territorialen Bestimmungen des Per- sailler Vertrages mit mllitärischen Mitteln zu ändern, würde direkt zu einem neuen Weltkrieg führen, den Deutsch. land noch sicherer verlieren würde als den vorigen. Wer in vielen territorialen Bestimmungen der Verträge von Ber- sailles, Saint Germain und Reuilly schweres Unrecht sieht und zur Durchführung eines wirklichen Selb ft best im- mungsrechts der Völker Hilfe gegen ein solches Unrecht heischt, muß Völkerbundspolitik treiben. Rur über den Weg des Völkerbundes werden territoriale Aenderungen in den Diktatverträgen des Jahres 1919 zu erzielen sein, so bald die Völker allenthalben von Völkerbund- gesinnungerfülltseinwerden. Bis dahin ist noch ein sehr weiter Weg. Dieser Weg kann abgekürzt werden, wenn Deutschland in den Völkerbund ausgenommen sein wird. So sprechen jetzt alle Erwägungen gegen denweiteren Boykottdes Völkerbundes durch die deutsthe Reichsregierung. Das Tenüenzurtett von Weimar. Die Urteilsbegründung. Zu dem Urteil gegen den Mnister Hermann gab das Gericht folgende Begründung: „Kunze fei nicht als Mittäter, sondern als Gehilfe anzusehen. Die Daten in den Urkunden seien objektiv nicht richtig. Wenn tatsächlich am 24. September 1S23 der Minister die Anstellung von Beamten angeordnet habe, woran nicht zu zweifeln sei, trete dach die Rechtskraft der Anstellung mit dem Tage ihrer AuZslellung in Kraft. Kunze war die rechte Hand des Ministers und beide mußten sich ohne weiteres darüber klar gnvefen fein, daß sie das Datum des 24. September hätten nehmen müssen. Das Gericht halte es für unzweifelhaft, daß der Minister die falschen Daten nicht gesehen habe. Es nimmt an, daß die Daten der fraglichen Urkunden eine rechtlich erhebliche Tatsache dar- stellen. Das Gericht stellt ausdrücklich das Vorhandensein unlauterer Motive als nicht vorliegend fest und ist der Ueberzeugung, daß die Angeklagten für sich oder andere keine Vermögensvorteile verschaffen wollten. Das Gericht folgt nicht dem Antrag« des Staatsanwalts auf Erkennung von Gefängnisstrafen, sondern setzt, weil unedle Motiv« nicht zu erkennen sind, für Hermann und die Kreisdirektoren ein« Geldstrafe fest. Bezüglich der Anschuldigung gegen Hermann wegen angeblicher Beiseiteschaffung von Schriftstücken im Falle Kopf hat das Gericht festgestellt, daß kein« straf- bare Handlung vorliegt: es fei ohne weiteres zu glauben, daß ein Versehen geschehen sei. Ein Minister habe im übrigen das Recht, gewisse Schriftstücke im öffentlichen oder dienstlichen Interesse auch außerhalb der sonst üblichen Orte aufzubewahren." Soweit die Urteilsbegründung. Das Urteil ist unhaltbar. Es ist im Laufe der Verhandlung festgestellt worden, daß Vordatieiun- gen von Anstellungsurtunden in der Derwaltungspraxi» als zulässig gelten. Aehnliche Fälle wie die, die Anlaß zur Anklage gegen Genossen Hermann boten, sind also in anderen Ministerien und zu anderen Zeiten vorgekommen. Wird nun eine strafrechtliche Verfolgung solcher Fälle vorgenommen werden und diese Ber- waltungssttte als falsche Beurkundung angesehen werden? Das ist nicht zu erwarten, und darum handelt es sich hier unleugbar um ein Tendenzurteil. RüüLger und Georg von üer Goltz. Der Schurke ist nur fein Vetter. Von den„Vaterländischen Verbänden" geht der Telegraphen- Union folgendes Schreiben des Grafen von der Goltz mit der Bitte um Veröffentlichung zu: „Dei Rückkehr von Reisen erfahre ich soeben, daß mich Links- blätter in unerhörter Weife mit Lorgängen im Luftfahrer- dank in Verbindung gebracht haben. Ich erkläre hierzu 1., daß ich alle Zeitungen, die mich in dieser Angelegenheit beleidigt haben, verklagen werde, wenn sie ihre beleidigenden Ausdrücke nicht binnen drei Wochen mit dem Ausdruck des Bedauerns zurücknehmen. 2. daß ich jeden der bewußten Verleumder gerichtlich verfolgen werde, der diese Verdächtigungen noch einmal zu wiederholen wagt, 3. daß der ganze Verleumdungsfeldzug offenbar die Vaterländischen Verbände treffen soll, für die ich zum Teil in führender Stelle arbeite. Denn die sonst so gut über mich unterrichteten Blätter hätten leicht feststellen können, daß ich von 1914 bis 1919 im Felde, also gar nicht in der Lage war, mich um heimatliche Dinge zu küm- mern.(Dergl. auch m«in« Sendung in Finnland und im Balti- kum), 4. daß der frühere Präsident des Luftfahrerdanks, Freiherr Georg von der Goltz ein entfernter Vetter von mir ist, der Gelegenheit nehmen will, die betreffenden Behauptungen als tendenziös« Verdrehungen nachzuweisen. Gez. Graf Rüdiger von der Goltz, Generalmajor a. D." Der Baitikumer-Goltz, der In dieser Erklärung den Mund bei- nahe so voll nimmt, wie in jener Rede, m der er gegen den Ge- nossen Dr. Breitscheid beleidigende Verdächtigungen ausge- streut hat, dessentwegen er sich gerichtlich zu verantworten haben wird» hat offenbar nicht einmal die Zeitungsnotizen gelesen, über die er sich so laut entrüstet. Im„Vorwärts" war jedenfalls nur die Anfrage an den zuständigen Staatsanwalt gerichtet worden, ob er identisch mit jenem Schurken sei, der diesen Namen trägt und laut gerichtlichen Feststellungen für 23 000 Gold- mark Witwen- und Waisenunterstützungsgelder als»Tantieme" ein- gesteckt hatte. Nachdem dies« Anfrage 3S Stunden lang in der hier- für zuständigen Rechtspresse unbeantwortet blieb, wurde sie in dringlicher Form wiederholt, um ein« Aeußerung zu erzwingen. Im übrigen stellen wir fest, daß Rüdiger von seinem Vetter Georg in keiner Weis« abrückt: letzterer will nämlich seinen Fall llvren. Dazu wird es aber— zehn Tage nach der Veröffentlichung de» Lufffahrerdank-Prozeßberichtes— die höchste Zeit. Nach diesem Bericht müssen wir allerdings die Bezeichnung „Schurken" für jene„Exzellenz" aufrechterhalten. Diesen Ausdruck zurückzunehmen, würden wir erst Veranlassung haben, wenn es wirklich dem Vetter Georg gelingen sollte, sich reinzuwaschen. Dem Rüdiger gegenüber haben wir nichts zurückzunehmen, am aller- wenigsten mit dem Ausdruck eines„Bedauerns": denn wie sollten wir«» bedauern, daß wir durch unsere Anfragen beim Vetter Georg das Bedürfnis endlich geweckt haben, sich zu melden und zu rocht- fertigen? Henning M.ü.R. SaüetommissarZ In Borkum wegen der Immunität. Für die gefährdete,„berechtigte Eigentümlichkeit" des Nordsee- bade Borkum, die die Oeffentlichkeit so lebhaft beschäftigt, ist, wie wir hören, der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnet« Major«. D. mit germanischem Heldenmut«ingesprungen. Er hat sich nämlich bereit erklärt— sogar ohne Entgelt— das Badekommissariat des berühmten Strandes zu übernehmen, und er hat dieses Anerbieten damit begründet, daß er M. d. R. sei, man also an ihn nicht heran könne. Hakenkreuz und Bade Hymne von Borkum sollen also aus diesem Weg immunisiert werden. Dazu ist die Immunität der Abgeord- neten gut! Sommer in öen Wäldern. -" Von Han» Bauer. Sommer in den Wäldern: Daran klebt ein Hauch von unend- licher Sehnsucht. Schon deshalb, weil die eigene allererste Lieb« zumeist mit den Wäldern in irgendeinem Zusammenhange gestanden hat. Damals... damals... sich in Kaffeehäuser zu setzen: so viel Geld hatte man noch nicht. Die Familie mit„ihr" aufzusuchen: ach Gott, es durfte ja niemand wissenl So ging man spazieren. In den Wald. Erzählte. War selig. Hatte«w« Sehnsucht und einen Glauben. Es erwies sich später, daß jene nichts taugte, man hatte sich getäuscht. Sie war ein Biest. Es blieb gleich. Jene Abende waren eben die Zeiten gewesen, zu denen man geglauibt hatte. Sommer in den Wäldern: Dort am Wege tändelt ein Soldat mit einem Dienstmädchen. Sie hat den einen Fuß auf die Park- umgrepzung aufgestützt. Der Soldat gibt ihr einen leichten Stoß. Sie wankt. Stolpert. Der Soldat fängt sie auf. Beide lachen. Um den Teich promenieren zwei Schweigsame. Ist«in Zank, ist Dersunkenheit in den schönen Abend der Grund ihres Schweigen»? Aus meiner Perspektive läßt sich das nicht erkennen. Jetzt kreuze ich den Weg zweier ganz Blutjunger. Er wird ein Pennäler fein. Zuweilen schaut er sich um. Er darf sich nicht erwischen lassen. Nicht von einem Lehrer, der der Angelegenheit möglicherweise ein unerwünscht großes Gewicht beilegt«, nicht von einem Schulkameraden, der den Fall w der Klaffe verbreitet«, nicht von einem Familienangehörigen. Jener dort ist weniger ängstlich vor seiner Umgebung. Um so mehr vor seinem Dämchen. Er scheint sie noch nicht lang« zu kennen. Hat wohl überhaupt noch nicht viel Umgang mit Weiblein gehabt. Ich merke, wie er um Unterhaltung ringt. Und wenn st« etwas sagt, dann lauscht er angestrengt, um ja keines Ihrer Wort« untergehen zu lassen, um einen Faden zu haben, an den er an- knüpfen kann... Die Erinnerung taucht auf an jene Zelten, wo man selber so recht saudumm daherredete:„Fräulein Lotte, wo waren Sie denn gestern?"—„Zu Hause."— Pause.—„Und vorgestern?"—„Auch zu Hause."— Pause. Ringen um neue Gedanken. Dann:„Und vorvorgestern?"—„Auch zu Hause."— Paus«.—„Und am Mrm- tag?"—„Auch zu Hause."—„So, so. Da waren Sie also die ganz« Woche zu Hause?"—„Ja, ich war die ganze Woche zu Hause."... Ich komme an einer Pank vorbei. Ein Pärchen sitzt auf ihr, das die Köpfe aneinander geschmiegt hält und sich stumm in die Augen guckt. „... und nun denken Sie bloß, Herr Engel," klingt«» jetzt aus einem Schlabbcrmäulchen, das mit jenem Herrn Engel mir ent- gegenkommt.„Nun denken Sie bloß! Und da ist doch die Kät« tatsächlich zu meiner Mutter gegangen und hat ihr da» von Viktor erzählt, wo ich doch damals kein Wort gesagt habe, und ich hätte st« doch mächtig bei Hans reinsenken können. Aber so., Die Wort« verhallen In den dunklen Schatten der Bäume. Immer nur paarweise begegnen mir die Menschen. Paar« aller Arten und Sorten: junge und alle, fein« und grobe, arm« und reich«. schüchterne und routinierte. Ein unendlicher Friede herrscht. Zu denken, daß all die stillen und zufriedenen Menschen tagsüber im Kontor oder am Schraub- stock sitzen, daß sie tagsüber Untergebene anschnauzen oder von Bor- gesetzten angeschnauzt werden! Zu denken, daß sie in erregten Zeiten als Kommunisten, Sozialisten, Demokraten, Völkisch« sich be- kämpfen und In die Haare fahren I Eine andere Welt ist dies« Waldwelt am Abend. Eine heiligere, bessere. Trotz allem, wa, die Erde in unerhörten Katasttophen-Iahren umgestülpt und geändert hat: zweierlei ist geblieben: die Lieb« hier unten unb die ewigen Sterne dort droben. Hölle, wo Ist dein Sieg!■ der Slevogt'pavillon. Die moderne Filiale der Nationalgalerle im ehemaligen Krön- p r i n z e n p a l a i s ist um eine Sehenswürdigkeit reicher geworden. S l e o o g t» vielgenannte und umstritten« Cladower Wandmalereien sind nach jahrelangen Verhandlungen, Versuchen und Arbeiten endlich zur Ausstellung gebracht und dem Besuch des Publikums erschlossen. Der künstterische Wert des Werkes mag problematisch erscheinen. Es handelt sich um die Dekoration einer offenen Gortenhall«, die auf dem Landsitz des Kunstkenners und Dichters Johannes Guthmann in Neu-Cladow stand und deren Decke und drei Innenwände Slevogt im Sommer 1912 mit leicht hingeworfenen Malereien spielerisch improvisierend geschmückt hat. Auf dem Mörtel eines gewöhnlichen Mauerputzes, dessen Unregelmäßigkeiten zu allerhand gelstreichen Zufallswtrkungen benutzt wurden, sind menschlich« Figuren, Tiere, Blumen, Geräte hingezaubert. Das Ganze ohne einheitlichen Plan, die Einzelheiten in Anlehnung an pompejanische, japanische und Barockformen. Ein Musterbeispiel impresftonisttschen Stils, der den elementaren Bedingungen der Monumentalmalerei von Grundaus widerspricht,«ine einheitliche dekorative Wirkung nicht erzielt, tn Details aber durch fein« Naturbeobachtung, graziöse Er- findung und«sprttvolle Gestaltung mannigfalttge Reize bietet. Interessanter fast als das Werk selber ist die Geschichte seiner Ueberführung von Cladow nach Berlin. Di« Malereien waren dem Verfall nah«, als ihr Besitzer sie im Jahre 1920 der Nationalgalerie schenkte. Unter den Einflüssen der Witterung hatten die Kaseinfarben gelitten und von der Malfläche, die für künstterische Zwecke nicht vorbereitet war, blätterten ganze Stück« ab. Ein Loslösen der Malflöche von der Mauer, wie es bei Fresken möglich fft, ließ sich nicht bewerkstelligen. Also blieb nichts anderes übrig, als den ganzen Bau zu überführen. Damit aber der schlechte Putz die Erschütterungen des Transportes überstehen könne, mußten die Malereien vorher fixiert werden. Nach dreivierteljährigen Ex- perunenten der Museumschemiker gab man den Plan auf: es schien unmögtich,«in für diesen noch nie dagewesenen Fall geeignetes Fixatto zu finden. Da erinnerte man sich eines Beispiels aus Tiroler Burgen, wo Temperamalerei abgelöst worden war. Reue Versuche beginnen und nach monatelanger Arbeit ist das Problem gelöst: die Maischicht sitzt fest, sie kann beklebt und für den Transport fertig gemacht werden. Inzwischen aber war der Winter 1922 zu 1923 herangerückt, und in der kalten Jahreszeit mußten die Arbeiten ruhen. Der Besitzer wird ungeduldig, ein anderes Museum bewirbt sich um die Halle, Verhandlungen gehen hin und her. Endlich, im Juni 1923 sind alle Hindernisse überwunden. Die Ueberführung beginnt. Cladow wird— wie Direktor Iusti sich ausdrückt—„ein- Art Flottenstation der Nationalgalerie". Ueber der Halle erhebt sich ein weite« Notdach, die Wände und die Deck« werden auseinander- gesägt und jeder der vier Teile wird in Eisenttäger gespannt. Dann sögt man zur Erleichterung des Transportes die dicken schweren Mauerstücke schmaler, verputzt die neuen Rückseiten mit Gips und Drahtnetzen, verschalt die Gesamtwände mit Brettern und fährt das Ganze aufrechtstehend in gut federnden Wagen nach Berlin. Im Januar 1924 traf der Tvcmspon hier ein. Auf dem Hof des Kronprinzenpalais wird«in gewaltiges Gerüst gebaut, ein Riesen- loch in die Mauer gebrochen und durch diese» die zentimeterweise hochgewundenen Mauerungetüme in das Innere des-Museums ge- wuchtet. Mitte Januar stand die Hall« an ihrem Bestimmungsort. Aber nun galt es, die Beklebung von den Malereien loszulösen. Gelang das nicht, so waren alle Mühen vergebens gewesen. Slevogt selber erscheint dazu in Berlin. In atemloser Spannung wird, unter andauernder Bespritzung mit kaltem Wasser, das Papier entfernt und steh« da: es war alles unversehrt geblieben! Die schon in Cladow schadhaft gewordenen Stellen wurden von Slevogt noch- mals� mit dem Pinsel übergangen, und nachdem die allerletzten Verzögerungen, die sich aus dem Bauarbeiterstreik ergaben, über- wunden waren, konnte die Aufstellung beendet werden. Der Pavillon steht vor dem Eingang zum Studiensaal der Zeichnungensammlung des Kronprmzenpalais. In den beiden Nach- barräumen sind Slevogts Zauberflötenfries und einige Zeichnungen und Aquarelle des Meisters untergebracht sowie die Revolutionsbilder, die er zum„Guillotine-Ball" der Berliner Sezession im Fasching 1908 in Riesensormat auf die Rupfenbespannun« eines der Festsäle gemalt hat. __ John Schikowskl. Englische Aerzle über den Gesundheikszustand der deutschen Kinder. Man hört und liest jetzt im Auslände vielfach die Ansicht, es sei unnötig, den Deutschen und besonders den deutschen Kindern noch weiterhin Unterstützung angcdeihen zu lassen, da die Verhält- nisse sich völlig geändert hätten und eine Unterernährung nicht mehr bestände. Sucht man diese Ansicht zu widerlegen, so wird auf die zahlreichen Deutschen hingewiesen, die es sich im Ausland« wohl- ergehen lassen. Es wird dabei übersehen, daß es in Deutschland, wie überall in der Welt, eine Klasse von Neureichen gibt. Daher ist es gut, daß auch von Ausländern zuweilen festgestellt wird, wie jammer- voll in Deutschland die Verhältnisse liegen. So veröffentlichen Dr. Helene Mackay und Dr. Mackenzie in der„Lancet" eine Arbeit über den jetzigen Gesundheitszustand der deutschen Kinder. Die Verfasser haben ihre jetzigen Studien während des Februars in Berlin, Leipzig München, Mainz, Köln, Essen und einigen Jns Blaue hinein. Radek zerpflückt die Phrasen der KPD.- Zentrale. Die Verhandlungen des Moskauer Rongresses der Kommunistischen Internationale werden leider nur sehr langsam und unvollständig bekannt. Die Berichte in der offiziellen russifchen Regierungspresse sind für die Bedürfnisse des russischen Arbeiterpublikums zurechtgestußt. Aus den Berichten, die die Internationale Presseforrespondenz" der KJ. veröffentlicht, erfährt man interessante Einzelheiten. Radet, der jetzt für seine Sünden in die Wüste Gejagte, hat offenbar die heftigsten Zusammenstöße mit der Mehrheit und namentlich mit der deutschen Parteileitung gehabt. Ein Teil seiner Diskussionsrede ist speziell den deutschen Verhältnissen gewidmet: „ Das Wort Organisierung der Revolution fann die Bedeutung haben, daß die Situation jest so ist, daß wir in absehbarer Zeit, in den nächsten Monaten oder nächsten Wochen in die ent fcheibenden Kämpfe fommen. Dann erfordert das eine außerordentliche Forcierung der Kämpfe, eine Konzentration aller Kräfte in großem Maßstab auf die militärische Borbereitung. in diesem Sinne? Deutsche Genossen, Ihr redet ins Blaue hinein, wenn Ihr sagt, wir sind bereit, jeden Tag die Massen in den Kampf um die Macht zu führen! Und warum führen Sie die Massen nicht jeden Tag in den Machtkampf? Warum warten Sie, wenn Sie jeden Tag die Arbeitermassen in den Kampf führen? Sie fagen, wir führen jeden Tag den Kampf um die Macht so, wie er tommt. Das heißt: Jeder unserer Kämpfe ist ein Machttampf. Das ist richtig. Aber hier wird gesagt, die RPD. ist jeden Augenblid be. reit, das Proletariat in den Kampf um die volle Macht zu führen. ( Ruth Fischer: Richtig!) Ich sage, wenn Ihr jeden Tag dazu bereit seid und es nicht tut, seid Ihr wahlen. Der Ausgang der Wahlen in den letzten Wochen hat aber gezeigt, daß wir in einer Anzahl von Städten große Rüdgänge gehabt haben. Die Richtung der Entwicklung der Partei, die Ihr annehmt, ist eine solche, daß in Ihr die Partei von ihrer Basis abschneiden tönnt. Es droht die Gefahr der minderung des Einflußradius der Partei der nächsten Zeit, und das ist die größte Gefahr, die uns drohen tann." Radets Diskussionsrede zeigt, daß er bis zu einem ges wissen Grade die wirkliche Situation der deutschen Kommunisten richtig beurteilt, und daß er begreift, wie hinter dem ganzen Phrasenschwall, hinter den wüsten und befohlenen Radauszenen, hinter der fünftlich gesteigerten Heze gegen die Schwäche einer sich hysterisch überschlagen Sozialdemokratie sich nichts anderes verbirgt als die den Revolutionsspielerei. Er bestätigt mit seinem Urteil nur die von uns stets vertretene Auffassung, daß die massen der deutschen Arbeiter, auch die, die den Kommunisten bei den Wahlen ihre Stimme gegeben haben, nicht bereit sind, Amerika auf der Konferenz. Regierung hat, wie offiziös verlautet, nunmehr die Delegation aur Washington, 7. Juli( Eigener Drahtbericht). Die amerilunisce Londoner Konferens festgestellt. Eine Anzahl Juristen, an der Spize der Staatssekretär Hughes, wird demnächst nach London abreisen. Verlegung der Konferenz nach Paris? Condon, 7. Julf.( Eigener Drahtbericht.) Die britische Presse stimmt ausnahmslos der Reise Macdonalds zu. In offiziellen Kreifen Londons hält man daran fest, daß die interalliierte Konferenz am 16. Juli stattfindet. Macdonalds Besuch werde Herriots Stellung gegen die Angriffe der Opposition, die von Poincaré dirigiert wird, erheblich stärfen. einer In unterrichteten Kreisen verlautet, daß Macdonald sich mit Berlegung der interalliierten Konferenz von London nach Paris einverstanden Keine Verlegung nach Brüffel. erklären werbe, falls dadurch die französische öffentliche Meinung beruhigt werden könnte. Die Poincaristen agitieren u. a. auch. Verstehen die deutschen Genossen die„ Organisierung der Revolution" Entscheidungskampf um die volle Macht", d. h. in den gegen London als Verhandlungsort. Sie behaupten, daß dort soll Selbstmord zu folgen. Radet fühlt, daß die kommu- gerade deshalb seine Reise nach Paris unternehmen, um den Annistische Welle im Abebben begriffen ist und er fürchtet, hängern Poincarés zu demonstrieren, daß Herriot fein Spielzeug daß ein zu frühzeitiges Aufdecken der letzten Ziele und des Londoner Auswärtigen Amtes sei. Der britische Botschafter in. ein zu offenes Borstoßen auf das eigentliche bolschewistische Baris ist bereits instruiert, daß die englische Regierung, wenn das Ziel die Maffen ft ukig machen könnte, die er lieber mit verschleierten, radikal flingenden Rebensarten um bescheideneren Frankreich unbedingt gewünscht werde, bereit sei, die Konferenz Baris oder in Brüssel abzuhalten. Ziele für den Kommunismus gewinnen möchte. Er fürchtet. daß die Spannung zwischen den hochgestiegenen Erwartungen der kommunistischen Führer und den durch sie gezüchteten Paris, 7. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Die am Montagmorgen Illusionen der Massen um so er nüchternder wirken muß, von gewissen englischen und französischen Blättern, verbreitete Nachwenn mit der Befriedung der europäischen Verhältnisse der richt, wonach man bei den maßgebenden Stellen in London und Boden für diese Illusionen immer mehr entschwindet. Um Paris die Verlegung der Londoner Konferenz nach Brüssel ins so mehr sollten die sozialdemokratischen Arbeiter Auge faffe, beruht, wie wir zuverlässig erfahren, auf tendenziöfer und Frankreich zu fabotieren, dürfte der Bater des Gedankens gegen das wankende und unterhöhlte Gebäude der fommu- Erfindung. Der Wunsch, eine Verständigung zwischen England nistischen Parteiherrlichkeit vorstoßen. Es ist ein Koloß auf Tage erwogene Gedanke der Hinausschiebung des Zufammens tritts der Konferenz um ein bis zwei Wochen dürfte unter der sehr wahrscheinlichen Vorausseßung, daß die persönliche Aussprache zwischen Herriot und Macdonald zu einer restlosen Verständigung führt, hinfällig werden. Berbrecher am deutschen Proletariat. Hinter diesen Streit steht eine ernstere Sache. Ginowjem hat in seinem Referat gesagt, daß wir in Frankreich und in Deutschland in den entscheidenden Zentren herankommen an die Eroberung der Mehrheit des Proletariats. Das ist der Kern der Frage. Wenn Sinowjew das behauptet, so irrt er. Und dieser Irrtum, verbunden mit der Auffassung unserer linten Genoffen, die erklären, daß sie jeden Tag imftande sind, den Kampf um die volle Macht aufzunehmen, fann eine Quelle neuer Fehler werden.( 3uruf: Bereit!) Bereit! Man ist nicht bereit, das zu tun, was man nicht tann. Bereit sein tann bedeuten: mögen oder fönnen. Rönnt Ihr jeden Tag die Massen zum Kampf um die volle Macht führen oder möchtet Ihr das nur? Darauf müßt Ihr antworten! Die deutschen Genoffen sind mit Recht überzeugt: Wir haben eine folossale Niederlage in Deutschland erlitten. Und nachdem Sie das gesagt haben, sind Sie der Ueberzeugung: Nichts hat sich ge= ändert, morgen sind wir wieder bereit. Das ist die größte Illusion, die man haben kann. Wenn die franzöfifchen Genoffen so start waren, wo war auch nur eine Demonstration in Paris, als die Arbeiter an der Ruhr von den franzöfifchen Truppen erschossen wurden. Genoffe Treint schreibt sehr nüchtern:„ Die große Mehrheit des französischen Proletariats ist noch voll von pazifistischen und demokratischen Illusionen". Und in Deutschland? Eine Frattion von 62 Mann vertritt die 4 Millionen Proletarier, die erst durch alle Qualen der Illegalität durchgegangen find, fommt zum erstenmal in den Reichstag, und was sehen wir? Bir hören ein paar parlamentarische Reden, die ich hier nicht charafferifieren will... Es herrscht in der deutschen Partei eine erschredende Bassi. vität... das ist eine ernste Erscheinung, die geprüft werden muß.. Sinowjem beruft sich auf das Ergebnis der Betriebsräte tönernen Füßen. Die Buße des Dolchstößlers. Halle, 7. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Die ,, Baterländi fchen Verbände halle" haben folgendes Schreiben an die Reichsregierung gesandt: Immer mehr erweist sich der 9. November 1918 als der schwärzeste Tag in der deutschen Geschichte, als der Ausgangspunkt all des Elends unserer Lage. Boitsfremde Berführer haben damals, in erster Linie gegen den Willen der deutschen Arbeiterschaft, der fämpfenden Front den Dolch in den Rüden gestoßen. Aber auch auf denen, die nichts gemein haben mit diesen Verrätern an unserem Bolt, lastet das Bewußtsein schwer, diese Entwicklung nicht verhindert zu haben. So tragen alle Angehörigen unseres Voltes gemeinsam Schuld. Aus dieser Entwicklung heraus richten die Vereinigten Vaterländischen Verbände an die Reichsregierung die Bitte, die entsprechenden Schritte zu ergreifen, um diesen Tag bereits in diesem Jahr für das ganze Reich zu einem allgemeinen Bus und Bet tag zu machen; sie verbinden damit die Forderung, mit diesem Tag gleichzeitig ein ehrendes Gedenken der im Weltkrieg für das Baterland gefallenen Helden zu verbinden. Wir erwarten, daß die Reichsregierung sich dieser im Hinblick auf die Wahrung der Ehre der Nation so selbstverständlichen Forderung nicht länger entziehen wird. Die Arbeitsgemeinschaft der Baterländischen Verbände Halles. Im Auftrage gezeichnet Dü sterberg." B Diefer Herr Düsterberg, Oberstleutnant a. D., ist derselbe, der bei dem Ludendorff- Rummel in Halle am 11. Mai in den höchsten Tönen das neue deutsche Kaisertum feierte. Schade, daß die Reichsfanzlei noch nicht ein offizielles Wigblatt herausgibt, in dem diese Eingabe einen hervorragenden Plak verdienen würde. Unter ben Mitgliedern der BBB. aber herrscht ob diefer Heldentat des Stahlhelmkönigs Düfterberg eisigste Betlemmung. Es steht nämlich fest, daß ausgerechnet Herr Düsterberg zu denjenigen gehört, die in der Waffenstillstandskommission dem Vaterland den legten Dolch stoß" versetzt haben. fleineren Ruhrstädten, Breslau, Freiberg, Nürnberg und Dresden gemacht. Außer in Breslau und Umgegend konnten feine Fälle von atutem Berhungern festgestellt werden, aber überall und in allen Klaffen fand sich eine bedeutende Unterernährung, die sich auch in beschränktem Wachstum zeigte. Es wird noch besonders darauf hingewiesen, daß die Anwesenheit der franzöfifchen Truppen in Mainz und anderen Städten und die dadurch hervorgerufene Woh- rü nungsnot sehr ungünstig auf die Kinder einwirkt. Entzifferung des ältesten Mufitftüdes. In der Akademie der Wissenschaften legte Geheimrat Stumpf einen kurzen Borbericht von Professor Dr. Curt Sachs, dem Musikhistoriker an der Berliner Universität, vor, dem es gelungen ist, zum erstenmal eine babylonische Notenschrift zu entziffern. Diese Notenschrift besteht aus KeilIdeogrammen mit Silbenbedeutung, die sich auf einer Tontafel aus Affur im Berliner Museum fanden. Die Mufit, die wohl dem zweiten Jahrtausend v. Chr. entstammt, ist großftufig, herb und sehr entwickelt. Die begleitende achtzehnfaitige Harfe benußt reichlich Doppelgriffe. In seiner ganzen Art erinnert das Stück auffallend an chinesische Mufit. Seine besondere Bedeutung liegt darin, daß es nicht nur die erste Kunde von babylonischer Tontunst gibt, sondern überhaupt von der Mufit eines nichtgriechischen Altertumsvoltes und einer vorgriechischen Zeit. Die Organisation der Propheten. Vor furzem haben sich in Wien die dort lebenden Wahrsager, Kartenleger, Propheten und verschiedene andere Herrschaften, die ein ähnliches Gewerbe ausüben, organisiert. Einige hundert Damen und Herren, die mit Hilfe von Karten, gegossenem Blei, der Handschrift und Hokuspokus aller Art in die Zukunft bliden fönnen und dafür die Dummen um ihr Geld erleichtern, famen zusammen und redeten in hohen Tönen von ihrem ersprießlichen Handwerk. Schließlich schloffen fie fich zu einem Berband zusammen, der gemeinsame Schritte gegen widerrechtliches Vorgehen der Polizei" unternehmen wollte. Die Herrschaften haben aber nicht den Beweis erbracht, daß fie tatsächlich in der Bufunft lefen könen, sonst hätten sie gewußt, daß der ganze Aufwand umsonst war. Die Polizei hat nämlich die offizielle Gründung dieses Vereins verboten. Eine neue Hochschule. Aus Anlaß des fünfzigjährigen Bestehens der Münchener Akademie der Tontunft hat das bayerische Kultusministerium be schlossen, der Anstalt Hochschulcharakter zu verleihen. Das Studium ohne Relfezeugnis. Vor etwa einem Jahr bat der preußische Kultusminister die Bestimmungen erlassen, nach denen besonders begabte Personen ohne das Reifezeugnis einer höheren Lebranstalt zum Universitätsstudium zugelassen werden fönnen. Der Stultusminister bat nunmehr die Prüfung der Anträge einer besonderen Prüfungsstelle über. tragen, die ihren Eis in Berlin, Unter den Linden 4, hat. Die Anträge find fünftig nicht mehr an das Kultusministerium, sondern an die „ Prüfungsstelle für die Zulassung zum Universitätsstudium ohne Reifezeugnis" au richten. Ein Gartendorf für französische Künstler. In den Bäldern von BlessisRobinson bei Baris wurde dieser Tage ein Gartendorf eingeweiht, das den Namen der Sarah Bernhard trägt. Die schöngelegene Kolonie soll aus. ſchließlich von franzöfifchen Stünstlern bewohnt werden, bie mindestens brei Kinder und ein Einkommen von weniger als 20000 Frant haben. Zunächst werden 100 Wohnungen und einige Arbeitsräume errichtet. Zu dem Unternehmen gewährt das Departement de la Somme einen Zuschuß von 8 825 000 Frant Hitler tritt zurück und schreibt ein Buch. München, 7. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Adolf Hitler ist offiziell von der Führung der nationalsozialistischen Bewegung zu getreten und hat sämtliche von ihm ausgestellten persön lichen Bollmachten zurückgezogen. Er bittet seine Anhänger gleich zeitig, von weiteren Besuchen in Landsberg fünftig Abstand zu nehmen, da er sich für die Dauer seiner Festungshaft jeder politischen Tätigkeit enthalten werde. Dazu teilt der Böltische Kurier" mit, der Grund für diesen Entschluß liege in der Unmöglichkeit für Hitler, der Grund für diesen Entschluß liege in der Unmöglichkeit für Hitler, infolge seiner Arbeitsüberlastung irgendeine praktische Ver. antwortung in der Politik weiter zu übernehmen; Hitler schreibe zurzeit an einem umfangreichen Buch. Als Nachfolger Hitlers wird der Landtagsabgeordnete Straffer genannt, den Ludendorff bereits in die Reichsführerschaft der Nationalsozialistischen Freiheitspartei berufen hat. Bayerische Finauznöte. München, 7. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Finanzminister Krausned gab am Montag im Landtag einen Ueberblick über den Etat des bayerischen Staates für 1924. Danach ergibt sich vorläufig eine Gesamtausgabe von 327 Millionen gegenüber 170 Millionen im Jahre 1914. Diese Steigerung um nahezu 100 Broz. ist vor allem auf die Erhöhung der Beamtenbesoldungen zurüdzu führen, die von 75 Millionen im letzten Friedensjahr auf 230 Millionen für 1924 gestiegen sind. Die Einnahmen betragen voraus. fichtlich 296 Millionen, so daß ein vorläufiger Fehlbetrag von 31 Millionen zu deden ist. Dabei sind aber gewisse Einnahmeposten noch durchaus unsicher, z. B. die Steuern und die mit 40 Millionen eingesetzten Einnahmen der Forstverwaltung. Es besteht also die Gefahr, daß der Fehlbetrag noch wesentlich höher wird. ,, Deutsche Woche." München, 7. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Der Hochschulring deutscher Art" hat in der abgelaufenen Woche an der Universität eine sogenannte„ Deutsche Woche", bestehend aus Borträgen. veranstaltet. Die völkischen Verleger hatten in der Universität einen Verkaufsstand für Hakenkreuzliteratur errichtet, auch Ludendorffs Verkaufsstand für Hakenkreuzliteratur errichtet, auch Ludendorffs antikatholische Verteidigungsrede aus dem Hitler- Prozeß lag aus. Der Herr General nahm natürlich ebenfalls höchstpersönlich an der deutfchen Woche teil. Nur am Schluß war er aus technischen Gründen" verhindert. Den Abschluß bildete eine Festvorstellung von Kleifts Hermannsschlacht" im Prinz- Regenten- Theater, von wo dann die Auch Teilnehmer einen Ladelzug zum Odeonsplaz antraten. tatholische Korps nahmen daran teil und die verbotenen Berbände Oberland und Reichsfriegsflagge. Die Schlußrede eines betannten nationalsozialistischen Agitators wurde von der Polizei nicht genehmigt. % fein. Der in Paris mit Rücksicht auf den Zwischenfall der legten Die Gründe der Reise Macdonalds. London, 7. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Offiziös wird hier hervorgehoben, daß die Ankunft Macdonalds in Paris am Dienstag mit der angekündigten Interpellation Poincarés im Senat zeiflich zusammenfällt und man hofft, daß diefe Reise des englischen Minister. präsidenten Poincaré veranlaffen wird, seinen Angriff zu vertagen. ( 3ft bereits erfolgt. Red. d.„ V.") man hofft hier ferner, daß, wenn dies geschieht, Herriots Stellung nach finer Zusammenkunft mit Macdonald stärker sein wird. Paris, 7. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Ramsay Macdonald, der bereits am Sonntagabend durch den englischen Botschafter in Baris der französischen Regierung sein Bedauern über den jüngften diplomatischen Zwischenfall hat aussprechen und in seinem eigenen Namen die vom englischen Auswärtigen Amt gegebene Ver. ficherung hat wiederholen lassen, daß das der englischen Einladung zur Konferenz beigefügte Memorandum lediglich die Londoner Auffassung über die zur Berhandlung kommenden Fragen enthält hat am Montag morgen in Paris mitteilen lassen, daß er am und demgemäß die französische Regierung in feiner Weise bindet, Dienstag zu einer persönlichen Aussprache mit Herriot nach Paris zu tommen gedenkt. Macdonald wird dabei vom Staatssekretär im Außenministerium Sir Eyre Crowe begleitet sein. Das ist ein Beweis dafür, daß sich die Unterhaltung diesmal nicht auf die Festlegung allgemeiner Grundsätze beschränken soll. Man dürfte pielmehr versuchen, sich auch über die Modalitäten der Durchführung und insbesondere auch über die technischen Einzelheiten zu verständigen. Diese Initiative des englischen Premierministers ist um so glücklicher, als der Regiefehler, den das englische Auswärtige Amt mit seiner Einladung zur Konferenz begangen hat, und die Art, wie diese Unterlassungsfünde von den französischen Nationalisten gegen die eigene Regierung ausgebeutet worden ist, in den legten Tagen das Gelingen der Londoner Konferenz ernstlich in Frage stellten. An sich find die Meinungsverschiedenheiten, die zweifellos auch heute noch zwischen London und Paris bestehen, feineswegs jo fiefgehender Natur, daß nicht auf der Konferenz selbst noch eine Einigung möglich gewesen wäre. Denn sowohl bei der Frage der Zuziehung Deutschlands zur Konferenz, als auch bei der Frage, wer fünftig etwaige Verfehlungen Deutschlands gegen das Sachverständigenprogramm feststellen soll, handelt es sich teineswegs um prinzipielle. Gegenfäge. Man will an der zuständigen Stelle in Paris Deutschland nicht von der Konferenz ausschließen, und man hat auch für die Londoner These volles Verständnis, daß die englische Regieruna mit der Zusicherung, fich im Falle neuer deutscher Verfehlungen rückhaltlos an die Seite Frankreichs und Belgiens zu stellen, ein weit über die Berpflichtungen des Friedensvertrages hinausgehendes Engagement übernimmt, daß sie aber keineswegs geneigt ist, die Entscheidung darüber, wann dieser Fall gegeben sein soll, der von Frantreich ausschlaggebend beherrschten Reparations fommission zu überlassen, sondern als eine Art Sicherheitsventil die Bestätigung dieser Entscheidung durch eine internationale Instanz verlangt. Wenn das„ Echo de Paris" immer wieder be. hauptet, daß Herriot in Chequers von dieser Auffassung der eng lischen Regierung Kenntnis erhalten habe, ohne auch nur mit einem Wort widersprochen zu haben, so ist das sicherlich ausnahmsweise nicht gelogen. Aber es steht damit feineswegs im Widerspruch, wenn Herriot nach wie vor an der von ihm in den Kommissionen von Rammer und Genat abgegebenen Erklärungen festhält, daß er in feiner Unterredung mit Ramsay Macdonald feinerlei befinitive Bereinbarungen getroffen und demgemäß für die Londoner Ronferenz die Hände frei habe. Denn bei allen biefen Dingen handelt es sich im Grunde nur um die Formulierung, bei der gerade Herriot mit Rücksicht auf seine Opposition außerordentlich vorsichtig sein muß. In den Kreisen der Mehrheit hegt man die bestimmte Hoffnung, daß es der neuen Aussprache der beiden Staatsmänner gelingen wird, die noch vorhandenen Mißverffändniffe aus der Welt zu schaffen und so die letzten Hindernisse zu beseitigen, die einen schweren Schatten auf die Londoner Konferenz geworfen haben. Im Lager der Opposition wird der angekündigte Besuch Macdonalds sehr sauersüß tommentiert. Man kann den unzweifelhaften diplomatischen Erfolg, den er für die Politik Herriots darstellt, nicht gut ableugnen; auf der andern Seite glaubt man sich davon RechenSchaft geben zu müssen, daß dadurch dem Ansturm, den man für Dienstag im Senat vorbereitet, und in dessen Berlauf man das Ministerium Herriot zu Fall zu bringen gehofft hatte, der Boden entzogen ist. Verschiebung der Senatsdebatte. Paris, 7. Juli.( Tul.) Die morgige Senatsdebatte ist im Einverständnis mit den Interpellanten aus Anlaß des Besuchs Macdonalds auf Donnerstag vertagt worden. Herriot wird Ramsay Macdonald um 4 Uhr auf dem Bahnhof begrüßen und fofort mit ihm eine längere Unterredung haben. Austritt aus der KPD. In Plauen i. V. ist der Führer der dortigen KPD.- Fraktion im Rathaus, Dittel, aus der KPD. ausgetreten. Er war nicht zuverlässig genug für die neue Richtung". ( Namen fönnen massenhaft genannt werden) fategorisch erfären Gewerkschaftsbewegung müssen:„ Wir bedauern, so lange teine Nothelfer zur Verfügung Organisationszugehörigkeit besonders zu achten. Jeder Organisierte Handelsministerium und Bergwerksbesitzer In einer Kleinen Anfrage im Preußischen Landtag wurde darauf hingewiesen, daß sich einzelne Werksbefizer des Siegerlandes ,, in geradezu provokatorischer Weise über die gefeglichen Bestimmungen bezüglich der Arbeitszeit hinweggesezt" und teilweise Aeußerungen getan hätten, die eine direkte Beleidigung der Staatsregierung darstellten. Das Staatsministerium wurde gefragt, wie es den gefeßlichen Bestimmungen über die Arbeitszeit im Siegerlande Geltung zu verschaffen gedente, ferner, ob die betreffenden Werksleiter wegen ihrer verlegenden Aeußerungen über Die Staatsregierung zur Rechenschaft gezogen würden. Wie der Amtliche Preußische Bressedienst mitteilt, heißt es in der Antwort des Preußischen Ministers für Handel und Gewerbe: ,, Um bei ter durch die Ruhrbefeßung aufs äußerste verschärfte Notlage im Eisensteinbergbau die Betriebe aufrechterhalten zu kön nen, forderten die Unternehmer die Wiedereinführung der früheren Ausnahmetarife und, zur Berringerung der Selbstfosten, eine verlängerte Arbeitszeit für die Beleg fchaft unter Tage von 8% Stunden einschließlich Ein- und Ausfahrt und stündiger Bause, mie eine solche bereits vor dem Kriege auf einzelnen wirtschaftlich schwachen Gruben des Siegerlandes üblich gewesen war. Die Einführung einer fo geregelten Arbeitszeit widerspricht an fich nicht den geseglichen Bestimmungen der Arbeitszeitverordnung vom 31. Dezember 1923. Ein für verbindlich erklärter Schiedsspruch sah jedoch für die Arbeiter unter Toge nur eine Arbeitszeit von 8 Stunden einschließlich Ein- und Ausfahrt und stündiger Pause vor. Dies schien emem Teil der Unternehmer den wirtschafts lichen Verhältnissen nicht genügend Rechnung zu tragen. Er stellte Deshalb den Betrieb ein oder schloß mit den Arbeitern Einzelarbeitsverträge mit einer Arbeitszeit von 8% Stun den einschließlich Ein- und Ausfahrt und stündiger Pause. Dies zeitigte weitere Gegenfäße zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, im Berlaufe deren auch aus Wertbesigerfreisen eine unbedachte Wendung, die ich entschieden verurteilen muß, gegen leitende Berliner Stellen gefallen ist. Um die Frage nicht zu ver= schärfen, sind hiergegen und gegen die Abweichungen von der im Echiedsspruch vorgesehenen Arbeitszeit seitens der Regierung teine besonderen Maßnahmen ergriffen worden. Dies hatte auch den Erfolg gehabt, daß die Parteien nach Ablauf des bis zum 1. Mai d. 3. geltenden Schiedsspruchs wieder an den Ver handlungstisch gebracht wurden. Die Gegensäge in den Ansichten find indessen noch so start, daß die Parteien das Reichsarbeits ministerium gebeten haben, von der Fällung eines Schiedsspruches abzusehen. Die Arbeitnehmer begründeten dies offen mit der Befürchtung, daß dadurch die Lage nur noch mehr verschärft werden fönnte, woran sie fein Interesse hätten." " Der Erfolg dieses mehr als nachfichtigen Verhaltens besteht affo darin, daß die Bergwerfsbefizer nach wie vor auf Gefeß, Recht und Behörden pfeifen. Daß gegenüber Unternehmern, die die Betriebe grundlos schließen, die Bestimmungen der Still. legungsverordnung anzuwenden sind, scheint man im preußischen Handelsministerium ebenso zu vergessen, wie die Wirtung, die eine derartige Behandlung rebellischer Unternehmer auf die Arbeiterschaft ausüben muß. Dagegen schloß fich das Handels ministerium ohne weiteres dem Beschluß der Ruhrzechenbefizer an, die Bergarbeiter, die die vertragliche Schichtzeit einhielten, aus zufperren. Gegen eine derartige Politik muß schärffter Brotest eingelegt werden, Technische Nothilfe und die Wirtschaftskämpfe. Vom Verbandsvorstand des Deutschen Landarbeiterverbandes wird uns geschrieben: Bei der letzten landwirtschaftlichen Interpellationsdebatte im Reichstag ging der Redner der Sozialdemokratie, Genosse Georg Schmidt, auch auf die Einstellung der Technischen Nothilfe bei den Wirtschaftsfämpfen der Landarbeiter ein. Er stellte hierbei feft, daß während des Landarbeiterstreits in Ostpreußen die Technische Not hilfe auch in Betrieben eingesetzt wurde, in denen sich die Arbeiter zur Ausführung der Notstandsarbeiten bereitertlärt hatten. Diese Einstellung berechtigt, so führte der Redner weiter sinngemäß aus, die Technische Nothilfe als Streitbredertruppe an zusprechen. Zu diesen Ausführungen stellt die Leitung der Technischen Nothiffe in Nr. 304 der Deutschen Tageszeiung" fest: " In allen Fällen, in denen die Technische Nothilfe in der Landwirtschaft eingesetzt war, auch bei dem legten Einsatz in Ostpreußen, handelte es sich um die Ausführung von Notstands. arbeiten in einem Umfange, wie sie von seiten der Behörden als erforderlich angeordnet worden waren, während die Arbeiter sich nur zur Berrichtung von Notstandsarbeiten in einem von ihnen selbst notwendig erachteten Ausmaße bereit erklärten. Es fann daher keine Rede davon sein, daß die Technische Nothilfe als Streitbrechertruppe verwandt wurde." Diese Darstellung entspricht nicht den Tatsachen, wie das um fangreiche Material beweist, das sich in Händen des Deutschen Landorbeiterverbandes befindet. Feststeht, daß bei der ostpreußischen Bandarbeiterschaft während des Streifs weitestgehende Bereitwilligfeit bestand, alle die Arbeien auszuführen, die unter dem Begriff ,, Notstandsarbeiten" zu verstehen sind. Wenn die Ausführung der Arbeiten trotz dieser Bereitwilligkeit nur in beschränftem um fange erfolgte oder sogar vollständig unterblieb, trägt daran einzig und allein die Einstellung der Unternehmer schuld. Sie fümmerten sich nicht um die Erklärung der Arbeiter, sondern hielten sich strikte an die Anweisungen, die ihnen der Landwirtschaftsverband gab. Die Anweisung, die im Rundschreiben des Landwirtschaftsverband Angerburg vom 24. April 1924 nachzulesen ift, lautet: ,, Ausführungen von Notstandsarbeiten durch die Streifenden sind strifte abzulehnen, ebenjo ist das Betreten von Hof und Stallräumen unter allen Umständen zu verbieten. Die Herausgabe von Futter an Kühe und Schafe, die Eigentum des Arbeitnehmers sind, ist zu verweigern. Ferner sind diese Tiere aus den Stallungen der Arbeitgeber zu entfernen." Auf diese Anweisung hätte die Leitung der Technischen Nothilfe einhafen und den nach Nothelfern fragenden Unternehmern GOLDENER LOWB stellen zu können, wie den Arbeitnehmern nicht Gelegenheit geboten ift, ihre Bereitwilligkeit zur Berrichtung von Notstandsarbeiten beweisen zu können." Das geschah nicht. Für das Eingreifen wurde lediglich die Feststellung als ausschlaggebend betrachtet, daß in den Betrieben die Notstandsarbeiten nicht ausgeführt wurden. Belastend fommt weiterhin noch hinzu, daß die Technische Nothilfe wohl an den Schutz des Viehes der Unternehmer, nicht aber an den des Viehes der Arbeiter dachte. Diese Haltung ist eine offensichtliche Parteinahme und daher geeignet, die Meinung, die Technische Nothilfe sei eine Streitbredjertruppe, gerade in diesem Falle, zu stärken. Allgemeine Funktionärverſammlung Die heute, Dienstag, den 8. Juli, abends 7 Uhr, im Lehrervereinshause, Alexanderstr. 41. Tagesordnung: Die Rameraben des Baugewerbe s merben gebeten, auf ble ist im Besige einer Legitimationsfarte des Deutschen Verkehrsbundes. Damit hat eine der besten Gruppen des Transportgewerbes fich in den Dienst der Organisation eingereiht. Durch ihre gewerkschaftliche Organisationszugehörigteit galt dieselbe als gut und schlagfertig in jedem Kampfe. Das Solidaritätsgefühl war bei ihr besonders gut ausgebaut. Keine Gruppe hatte bei ihren wirtschaftlichen Kämpfen soviel Justizopfer wie gerade diese. Vor einem Jahre machten sich die Einflüsse zur Gründung einer Fachgruppe geltend, mit unterſtüßt durch die Arbeitgeber. Legtere erflärten, die Organisation leiste nichts für die Arbeiter. Die fintsorientierte Leitung fonnte diese Bestrebungen nicht hemmen. Leute wie Christ und Schiele fonnten die Fachpereinsgründer mit ihrer Idee nicht befreunden. Der Fachperein hat sich gegründet, ein Teil verblieb im Verkehrsbund. Die Gründer des Fachvereins teilten nunmehr den Arbeitgebern ihren Austritt aus der Organisation mit und ersuchten um Verhandlungen. Eine Antwort der Arbeitgeber ging nicht ein. Im Winter sind die Arbeitnehmer rücksichtslos entlassen worden, während sonst ein größerer Teil bei schlechtem Geschäftsgange im Betriebe gehalten wurde. Das Frühjahr brachte eine gute Konjunktur, trotzdem gingen die Arbeitgeber dazu über, die Fahrgeldervergütung abzubauen. Die tariflich vereinbarten Lohnfäßze werden von den Arbeitgebern nicht mehr innegehalten, besonders bei der Firma„ L. Altmann", Charlottenburg, welcher als größter sonnenheit bei den Arbeitnehmern eingefehrt und sind diese gewillt, durch Ausbau ihrer Organisation die frühere Kampfesfront wieder herzustellen. Die deutsch- französische Verständigung Betrieb in Frage kommt. Durch diese Umstände ift nun wieder BeReferent: Genoffe Dr. Rudolf Breitscheid. Zugelaffen werden nur Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre mit Mitgliedsbuch der SPD. und Funktionärausweis für 1924. Der Bezirksvorstand. Organisationszuständigkeit der Gewerkschaftsangestellten. Zwischen dem Zentralverband der Angestellten und verschiedenen Arbeitergewerkschaften bestand Streit über die Organisationszugehörigkeit der in den Gewerkschaftsbureaus beschäf tigten männlichen und weiblichen Angestellten. Zur Beilegung dieses Streites haben Verhandlungen zwischen dem Allgemeinen Deutschen Gewertschaftsbund und dem AfA- Bund ftattgefunden. Mit Zustimmung des Zentralverbandes der Ange stellten ist schließlich folgendes vereinbart worden: 1. Grundsah muß bleiben, daß alle männlichen und weiblichen Gewerkschaftsangestellten in erster Linie als Vertrauenspersonen der Mitglieder des betreffenden Verbandes anzusehen sind, die als solche gewählt werden und auch wieder abberufen werden können. Hieraus ergibt sich, daß die Gemertschaftsangestellten Mitglieder des Verbandes fein müssen, in deffen Dienst sie beschäftigt sind. 2. Anders liegt der Fall dann, wenn beruflich ausgebildete Hilfskräfte, z. B. Stenotypistinnen, zur Ausübung dieses Berufes angestellt werden, insbesondere wenn sie diesen Beruf schon vorher ausgeübt haben und infolgedessen dem 3d. als der für diesen Beruf zuständigen Berufsorganisation als Mitglieder ange. hören. Ein lebertritt dieser dem 3d. angehörigen Hilfskräfte zu dem Verband, der sie anstellt, fann ohne ihre Zustimmung nicht gefordert werden, sondern es muß ihnen das Recht gelassen werden, Mitglieder des 362. zu bleiben. 3. Wenn ein Verband Hilfskräfte der vorstehend bezeichneten Art aus den Reihen seiner eigenen Mitglieder( männ liche oder weibliche) anstellt, so kann der 3dA. nicht beanspruchen, daß diefelben zu ihm übertreten müssen. 4. Werden Hilfskräfte der in Ziffer 2 bezeichneten Art nicht nur mit einer ihrem Beruf entsprechenden Tätigkeit beschäftigt, sondern ist ihre Anstellung und Beschäftigung zugleich, wenn auch nur teilweise, derjenigen einer Bertrauensperson des Verbandes gleich zu erachten, so ist der Verband zu dem Verlangen berechtigt, daß auch diese Hilfskräfte ihm als Mitglieder angehören müffen. 5. Hat ein Verband für die in seinem Dienst stehenden Anberechtigt, fie auf diejenigen Angestellten zu beschränken, die ihm als geftellten eine Pensionseinrichtung geschaffen, so ist er Mitglieder angehören. 6. Unorganisierte Hilfskräfte dürfen in den Gewerkschaftsbureaus nicht beschäftigt werden. Berlin, den 15. Juni 1924. " Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund. ( gez.) Leipart. Algemeiner freier Angestelltenbund. ( gez.) Aufhäuser. Staehr. Sozialreaktionäre Hirngespinste. Die in München erscheinende Aerztliche Rundschau" veröffent licht in ihrer Nr. 3 einen Artikel eines Dr. Lichtenstein, der neue Wege" für die Sozialgefehgebung aufzeigen will. Sein Leit. motiv ist: Fort mit den Krankenkassen! Fort mit der Invaliden-, Alters- und Unfallgesetzgebung! Als Erjah bietet uns der brave Doftor eine Krankenhausbehandlung, die tezahlt werden soll aus privaten Wohltätigkeitssammlungen! Kein Kranten. geld mehr. Denn das Krankengeld ist eine Quelle von Unzufriedenheit, Arbeitsscheu, Simulation, Erfaz von Erwerbslosenfürsorge und dergleichen mehr," sagt der Herr Doktor. Er erzählte Räubergeschich ten über die Sozialgeschgebung in Frankreich, England und Amerifa und fügt hinzu:„ In jenen Ländern wird der praktische Arzt hervorragend ausgebildet, und es besteht auch feine Nachfrage nach deut schen praktischen Aerzten, da diese nach vollendetem Studium praktisch wenig ausgebildet sind. Aus dem Gefühl der praktischen Winderwertigkeit drängen sich dann die jungen deutschen Aerzte in die Spezialfächer, um wenigstens in einem Fache Lüchtiges zu leisten und fich ein bequemes, weniger verantwortungsvolles ärztliches Dasein mit erhöhten Einnahmen zu verfchaffen." Mit dieser Charakterisierung des deutschen Aerztestandes mögen sich die Kollegen des Dr. Lichtenstein auseinandersetzen. Wir glauben, daß die vorstehende Charakterisierung nur ein 3errbild ist. Alle diese schreienden Mängel würden, wenn man diesem Doktor Eisentart glauben dürfte, behoben, wenn die Sozialgesezgebung in Deutschland radikal beseitigt würde. Wir nehmen diese Verrücktheiten nicht ernft Wir halten sie jedoch in gewisser Beziehung für symptomatisch und geben sie hiermit weiteren Kreisen bekannt. Leitergerüftarbeiter. Die Branche der Leitergerüster Groß- Berlin des Deutschen Bertehrsbundes nahm in der lezten Mitgliederversammlung die Neuwahl der Branchenleitung vor. Zum ersten Branchenleiter wurde Hermann ,, Terror" Geschichte aus Mecklenburg. " Die sich„ baterlandstreu" nennenden Verbände in Schwerin, worunter der Verein ehemaliger Angehöriger der Landwehr 76, deffen Borsigender der Landdrost Shade ist, veranstalteten ant 28. Jnni einen Fadelzug gegen den Vertrag von Wersailles", d. h. gegen die Zustimmung zu dem Sachverständigengutachten. Ein Arbeiter G., der Mitglied dieser Ehemaligen ist, beteiligte sich an der vaterlandsverräterischen und tindischen Fadelzugdemon ftration der Vaterlandstreuen". Die Arbeiterschaft des Baugefchäfts Medienburgs Erben weigerte sich daraufhin, mit ihm noch weiter zu arbeiten. Das gleiche Reinlichkeitsgefühl, das es jedem ehrlichen Arbeiter verbietet, mit„ Bölkischen" in Berührung zu kommen, bekundeten auch die Arbeiter anderer Betriebe Schwerins, so daß der Ehemalige" abgebant war. Die„ Mecklenburger Warte" in Rostod schreit nun über Roten Lerror". Der Betriebsobmann sei wegen Rötigung angezeigt und halte sich verborgen. Eine Gesellschaft, deren Ziel der faschistische Terror ist, sollte fich hüten, über„ Roten Terror" zu schreiben, wenn die Arbeitnehmershaft sich gegen ihre Brunnenbergiftnng wehrt. Mögen sie schreien! " Annahme des Bergleichsvorschlags im Baugewerbe. Die Urabstimmung am Sonnabend über den Vergleichsvorschlag im Baugewerbe hat die Zustimmung der Mitgliedschaft des Baugewerksbundes ergeben. Achtung Zimmerer. Die Zimmerer der Firma Großer u. Klein stellten eine Forderung von 1 M. pro Stunde und 4 Proz. Werkzeuggeld. Die Firma lehnte diese Forderungen ab. Auch Verhandlungen hierüber mit der Belegschaft sowie der Organisation wurden ebenfalls abgelehnt, worauf die Zimmerer am Montag, den 7. Juli, geschlossen die Arbeit niederlegten. Alle Baustellen der Firma find somit gesperrt. Bauarbeiter übt Solidarität. Zentralverband der Zimmerer, Zahlstelle Berlin u. Umgegend. Buchdruder. Seute abend 6 Uhr im Dresdener Garten, Dresdener Straße 45, Ede Prinzenstraße, allgemeine Berfammlung aller auf dem Boden der Amsterdamer Gewerkschaftsrichtung stehenden Buchdruderfollegen. Der Verbandstag und die kommunistischen Brügelfsenen in der Testen Generalversammlung. Kollegen, gestaltet diese Bersammlung zu einer muchtigen Rundgebung für die gewertschaftliche Jbee, gegen ben kommunistischen Terror. Bezirtstarfe Tegitimiert. Materialausgabe zur Delegiertenmahl. Für die Richtung Amsterdam. J. A.: Otto Fiedler. Baugewerksbund, Bangewerkschaft Berlin. Mittwoch abend 7 Uhr in Schmidts Gesellschaftshaus Mitgliederversammlung des Bezirks Often I. Bur Tagesordnung steht: Stellungnahme zum Bundestag. Unbedingtes Erscheinen aller Mitglieder ift nötig. Deutscher Baugenertsbund, Fachgruppe der Söpfer. Außerordentliche Mitgliederversammlung Donnerstag abend 6 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 1, Engelufer 24. Tagesordnung: 1. Bericht vom 2. Quartal 1924. 2. Stellungnahme zum Fachgruppen und Bundestag. 3. Berschiedenes. Um recht rege Beteiligung wird ersucht. Berband der Buchbinder und Bapierverarbeiter. Am Donnerstag, den 10. Juli, nachmittags 5 Uhr, in den Rammersälen, Teltower Str. 1-4, Ber. fammlung aller in den Buchbindereien beschäftigten Mitglieder des alten Berbandes. Bericht von den Lohn- und Manteltarifnerhandlungen. Boll ähliges Erscheinen ist unbedingt notwendig. Die Branchenleitung. arbeiterverbandes! Donnerstag abend 6 Uhr in den Musikerfälen, Raiser. Achtung, Funktionäre und Generalversammlungsbelegierte bes Fabrik. Wilhelm- Str. 31, allgemeine Funttionärtonferens. Vortrag des Verbandsvorsitzenden Kollegen Bren. Mitgliedsbuch und Funktionärausweis legitimiert. " . Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin C. 2, Raiser Wilhelm Straße 46 III. Kameradschaft Brig: Mittwoch, den 9. Juli, 28 Uhr, Versammlung Kameraden Barsanti. Ale Republikaner find willkommen.- 14. Kamerabschaft bei Regel, 1. Gemeindeschule, Brik, Chauffeestraße. Vortrag des Neukölln, Gruppe Brig, Jugendabteilung: Gruppenappell Mittwoch, den 9. Juli, 8 Uhr, im Jugendheim Briz, Chauffecftr. 48 II. Republikaner find als Gäſte willkommen. Kameradschaft Biesdorf: Am Mittwoch, den 9. Juli, spricht Ramerad Lempert in einer öffentlichen Werbeversammlung für Reichsbanner abends 8 Uhr, über das Thema„ Die Not der Republik". Alle überzeugungs. treuen Republibaner find eingeladen. Schwarz- Rot- Gold" im Lokal Karl Porath, Biesdorf b. B., Marzahner Str. 31, Jüd.- fozialbem. Arbeterorganisation Peale 8ion" in Deutschland. Der bekannte Führer des Jüd.- sozialdem. Arbeiterverbandes Poale 8ion". Genosse Berl Loder, der kürzlich in Palästina weilte und die wichtigsten Punkte im Lande besucht hat, wird am Mittwoch, den 9. Juli, 8 Uhr abends, im großen Saale der Loge Linienstraße 121( Untergrundbahn Oranienburger Tor, Stadtbahn Friedrichstraße) über seine Eindrücke und Perspektiven der weiteren Palästina- Arbeit sprechen. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Sateruus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Eglorn; Feuilleton: Dr. John Schitowsti; Lokales und Sonstiges: Frig Karstadt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S.. Berlin. Druck: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Sieran 2 Beilagen. Walter gewählt. Die Bertrauensmännerfonferenz iſt jeden Montag Sophien- Säle nach dem Ersten bei Schulz, Engelufer 22. Versammlung jeden letzten Freitag im Monat, Elisabethstr. 30. Schwanken Sie nicht Telephon: Norden 9296 Sophien- Sale Sophienstr. 17 Säle frei, 100-1200 Personen welche Zigarette Sie rauchen sollen, Ihre Freunde sind längst im klaren und wählen nur ..Massary- Classe dick.rund 38 Ne.31S4 41.Fahegakg 1. Beilage ües vorwärts vkenstag, 8. Juli 7424 Spielende Großstadt-fugend. Frohsinn sucht Ausdruck, Betätigung, und findet im kindlichen Spiel schließlich gestaltende Form. Eine Form, die derart vielseitig und differenziert ist, daß man unwillkürlich der Anschauung Raum geben muß, eine Generation, die in ihrer kindlichen Betätigung so- viel neue Wege findet, wird auch in späteren Jahrzehnten die Fähig» keit besitzen, der Gesellschaft in ihren gesamten Lebensfunktionen einen neuer. Inhalt zu geben. Nur auf die Anleitung, auf die richtungangcbsnde Beeinflussung des kindlichen Spieltriebs durch die Erzieher, durch Haus, Straße und Schule kommt es an. Und da ist noch ein bedenklicher Mangel festzustellen, sofern man heute die Möglichkeit und die Auswirkung des Spielbetriebcs beobachtet und dabei zu der Ueberzeugung gelangen muß, daß die Gesellschaft und auch die proletarisch« Klasse als Gegenwert noch bei weitem nicht den Weg gefunden hat, aus dem Spielbedürfnis der Jugend Er- ziehungsweite für die Charakterbildung der Jugend zu schöpfen. Bus Straßen und Höfen. Die Straße bietet dem Versteckspiel und dem Einkriegezeck be- sonderen Spielraum. Und mit einer meisterhaften Gewandtheit weiß der Junge und das Mädel immer wieoer dem drohenden Ueber- fahrenwerdcn auszuweichen, ohne auch nur im geringsten sich im Spiel stören zu lassen. Weniger belebte Straßenzüge werden mit Vorliebe für das Ballspiel freigehalten, und auch so mancher kleine von Bäumen bestandene Platz im Berliner Häusermcer kann von froher Iugendlust erzählen, die sich in jubelnden Rufen des„Tor* beim Fußballspiel u. a ausdrückt. Ein eindrucksvolleres Bild aber bieten die Berliner Hinterhöfe. Das geringste Grün wird dem gern angelegten„Garten" nutzbar gemacht. Der kleine Hof ist gut ab- geteilt,.liier wohnen Mutter und Kind, dort die Tante und drüben der Kaufmann. Und an jedem Tag« bietet das gleiche Spiel neue Abwechslung in irgendeiner Form. Dunkel aber schimmert gerode aus den Spielen auf den Hinterhöfen immer wieder der tiefe Ernst des sozialen Lebens, wie sie ein Heinrich Zille oft in meisterhafter Form in seinen Zeichnungen und Skizzen festgehalten hat. Die öffentlichen Plätze. Lebensprühender aber wird das Bild, lenkt der schauende Mensch seine Schritte in den ihm gerade am nächsten gelegenen großen Park. Wenig Plätze hat Berlin nur, die wirklich geeignet sind, den Spielen dor Kinder weiteste Ausbreitungsmöglichkeit zu gewähren. Im Osten und Norden Friedrichshain. Schillerpark und humboldthoin, im Süden und Südosten Tempelhofer Feld und Treptower Park. hier sind die Oasen der Großstadt und in ihnen sammelt sich natur- gemäß das jung«, pulsierende Leben. Welch ern Gewimmel auf dem Sandberg, der im Winter dem Rodelsport praktische Formen verlieh, und in den Sandspieltästen. hier enrstehen immer neu« Bauwerke, die bald unter Jubel in sich zusammenstürzen, immer neue„Back- waren* werden in Eimern und Büchsen gebacken und„verkauft*, dort geht es unaufhörlich im Wettlauf den Hügel hinab und manch besorgte Mutter sieht mit Schrecken das Schauspiel. Wenn auch emmal die Nase blutet nach hartem Falle, der Eifer des Spiels läßt den Schmerz schnell verwinden. Selbst die Kleinsten stolpern, jubeln und schreien, um irgendwie ihrer Freude Ausdruck zu verleihen. Auf den Bänken aber haben sich die Alten, die Invaliden der Arbeit niedergelassen. Alte Erinnerungen werden ausgetauscht. Manch blasses Krankenantlig sieht man dort, das im Sonnenschein beim Studium eines guten Buches Erholung sucht und leider allzuwenig findet. Ein interessanteres Getriebe aber bietet sich den schaulustigen Augen in der Nähe der größeren öffentlichen Spielplätze. Auch aus diesen überall Lebendigkeit und heitere Lebensfmud«. Doch leiren jetzt bestimmte Regeln das Spiel, hier' gilt es Körper und Muskeln zu stählen für den Lebenstampf, gilt es, systematisch Körpererzrehung zu treiben. Besondere Vorliebe finden bei den 11- bis Miährigen Faust-, Schlag- und Völkerball, sowie Wettlauf, Bar- und Stafetten- lauf. Da setzt ein Wettstreit um die Höchstleistung ein, ein Weit- streit, der gewöhnlich glücklicherweise noch frei ist von jenem Ringen um Pokale, Diplome und andere Ehrenzeichen, wie wir es leider allzu weitverbreitet in fast der gesamten Sportbewegung finden. Der Jugend ist der einfache Sieg, der Beweis der eigenen Kraft und Körpergewandtheit Lohn genug. Abends wechselt das Bild. Dann treffen sich nach des Tages Last und Mühe die Angehörigen der Sport- Und Jugendverbände auf den Spielplätzen, um hier noch ein wenig für dos nächst« Sportfest zu trainieren, oder um in über- schäumender' Jugendlust zu spielen und zu tanzen, zu lausen und zu springen. Auch diese Jugend hat noch ein Anrecht auf Frohsinn und Freude, ist sie es doch, die in späteren Jahre« Träger des ge- sellschaftlichen Lebens sein wird und somit einer inneren Lebendig. keit wie auch eines inneren Frohsinns bei der Arbest bedarf, damit sie den Anforderungen der Zeit gewachsen bleibt. « In Staat und Kommune mangelt es oft noch des rechten Der- ständnifses. Werden doch immer noch nicht die Mittel bereitgestellt, die unbedingt zur Durchführung großer Spielplatzprojekt« notwendig sind, hier erblüht unseren Genossen, die in wichtigen privaten oder behördlichen Körperschaften wirksam sind, ein fruchtbringendes Be- tätigungsseld. Die arbeitende Klasse hat zum Test erkannt, daß sie zur Durchsührung ihres Kampfes gegen«ine alte Gesellschaft vor ollem der Jugend bedarf. Möge sie dessen auch in dieser Hinsicht gedenken und der Jugend die Helfer zur Seite stellen, die geeignet sind, dem kommenden Geschlecht Wege zu bahnen zu neuer lebens- froher Gestaltung Der Berliner Hunde-Rennklub erläßt einen Aufruf an all« Hundebesitzer und hundefteunde, in dem er sich gegen die behörd- lichen Maßnahmen auf dem Gebiet« der Hundesperre wendet. All« Hundebesitzer, die nicht setbst in der Lage sind, sich ihr Recht zu verschaffen, werden gebeten, ihre Beschwerden zur unentgeltlichen, sachlichen Bearbeitung dem Berliner Hunde-Rennklub, Berlin- I Niederschönhausen, Kaiserweg 13(P. Eigner) zu übergeben. Sichert öie Crholungsfürsorge! Einmal im Jahre sollte jedes Großstadtkind der Natur auf einig« Wochen zurückgegeben werden können. Soll der Mensch aus dem Ballast einer überentwickelten Zivilisation heraus den Weg zur Kultur finden, müssen in seiner Seele frühzeitig die Bedingungen dafür geschaffen werden. Der Durchschnitts-Großstadtmensch ist ein Gefangener der Zivilisation in Genuß und Entbehrung, ohne es zu wissen. Ist das schon der Fall bei dem als Jugendlichen in die Großstadt verpflanzten Menschen, wieviel größer ist die Gefahr bei dem Menschen, dessen Wiege in der Großstadt stand. Bei dem proletarischen Kinde ist die Erholungsfürsorge in erster Linie eine materielle Notwendigkeit als wirtschaftliche und rein körperliche Fürsorge. Es lebt ja auf der Entbehrungsseite unserer vielgepriesenen Zivilisation. Das verringert aber die seelisch- erzieherische Wirkung keineswegs. Für viele Kinder wird die Zeit der Erholung später ein Lichtblick in ihrer so vielfach getrübten Kind- heitserinnerung sein. Die Tatfache, daß es diesen Lichtblick der treuen Gemeinschaft der Erwachsenen verdankt, ist für seinen eigenen Gemeinschaftswillen vorbildlich und darum erzieherisch, bildend im Sinne sozialer Kultur. Ueberall im Lande regen sich die Ausschüsse für Arbeiterwohlfahrt, die Crholungsfürsorge fördernd oder als eigen« Arbeit aufnehmend. Jedem Kindersreunde muß das herz im Leibe springen, wenn Wort und Bild uns er- zählen von Kinderheimen der Arbeiterwohlfahrtsausschüsse, wie zum Beispiel des Landesousschusses für Arbeiterwohlfahrt in Sachsen in Groß-Sedlitz. Wir Berliner haben uns bisher damit begnügt, unsere Kinder in städtische oder in befreundete Heime zu geben. In diesem Jahre mußten wir angesichts der immer wieder ansteigenden Not unser« Erholungsfllrforge etwas weiter ausdehnen als sonst. Dazu kam, daß der Gesundheitszustand der Kinder vielfach größere Auf- Wendungen erforderlich machte, als vorgesehen war. Ein Drittel der vorgeschlagenen Kinder wurde vom Arzt als einer besonderen Gesundheitsfürsorge bedürftig befunden. Wir richten daher an alle Kinderfreunde die Bitte, uns bei der Aufbringung der erforderlichen Mittel behilflich zu sein. Die Not steigt wieder von Tag zu Tag— mehr denn je wird unsere Hilfe angerufen. Wenn jeder arbeitende Genosse eine Wohlfahrtsmarke— zu haben bei allen Kreisvorsitzenden der Arbeiter- wohlfahrt— für 10 Pfennige kauft, so ist damit allein schon die Durchführung unserer dies- jährigen Erholungsfürsorge gesichert. Wer mehr zu tun vermag, tue es den sächsischen Genossen gleich und übernehme die Fürsorge für einzeln« Kinder ganz. Ein Aufenthalt von sechs Wochen beläuft sich auf 60 bis 75 Mk. Stärkt die Quellen unserer Kraft, Leib und Seele unserer Iugendl Kaust und verkauft Wohlfahrtsmarken oder leistet Bei- träge für die Erholungsfürsorge der Berliner Arbeiterschaft an das Konto: Paul Neumann, Minna Todenhagen, bei der Diskonto-Gesellschaft, Berlin SW. 68, Lindenftr. 3, oder an Paul Neumann direkt, Berlin SW. 68, Lindenftr. 3, 1. Hof IV, Partei- vorstand. Beiträge und Abrechnungen aus Wohlfahrtsmarken werden im„Vorwärts* quittiert. Bon Stufe zu Stufe. Ein unverbesserlicher Schwindler und Hochstapler wurde dem Schöffengericht Berlin-Mitte vorgeführt. Aus guter Familie stammend, ist der beschäftigungslose Adolf Glücksmann von Stuf« zu Stufe gesunken. Der erst 36 Jahr« alte Angeklagt« Hot schon sein halbes Leben hinter Zuchthausmauern zugebracht. Schon als Sekundaner war der damals Sechzehnjährige als„Baron* aufgetreten und hatte Betrügereien verübt, die ihn zum ersten Male ins Gefängnis brachten. Dann folgten Strafen auf Strafen. Sein« Erlebnisse im Zuchthaus hat er auck> zu Papier gebracht. Nach dem Vorbild von Oskar Wildes Ballade von Reading hatte er eme Ballade im Zuchthaus zu Rawitsch veröffentlicht. Seit der Zeit bezeichnete er sich, nach- dem er wieder aus dem Gefängnis herausgekommen war, als Schriftsteller und legte sich auch den Doktortitel bei. Dann hatte er dem Görtitzer Zuchthaus einen längeren Besuch abstatten müssen. hier hatte er sich im Jahre 1926 an die Spitze einer 26s Die Venus von Syrakus. von Clara Rahka. „Wasi Einen Kopf so dick wie eine Melone hat die Alte?" rief Ercole staunend, wenn er abends gelegentlich vor einer Osteria saß.„hat sie das gesagt, dies« Prinzessin? Na, so etwas ist doch leicht herauszufinden." „Und ein sauberes, bildhübsches Mädchen?"— er sah lächelnd, ermunternd in die Augen seiner Kameraden— „nun, wer kennt sie? Wer ist der Glückliche? Heraus mit der Sprache! Ah! Eine hinterhältig« Gesellschaft seid ihr! Uebrigens: bildhübsch— wer weiß, was so eine Dame bild- hübsch findet. Vielleicht dich, mein Kind!" rief er über- mutig, und er umschlang ein altes Weiblein, das gerade eine Flasche roten Weines vor ihn hinsetzte. Alle lachten, und dann ging das Ratein hin und her, wo wohl das hübsche junge Ding stecken möchte, das so scheu und still der Prinzessin gedient hatte. „Nun, vielleicht kam sie von auswärts, warf Ercole ein, „wer hat sie auf seinem Wagen gehabt? Der eine und der andere wurde nachdenklich. Sie alle nahmen gern ein hübsches Mädel eine Wegstrecke mit. Am meisten aber ergötzte es ihn, wenn Abgesandte der Prinzessin vor der Osteria saßen. Einmal war er sogar so keck, zwei von ihnen mitzubringen, um Mutterchen Rosinas guten Wein zu versuchen. Das taten sie denn auch, und man sprach bis tief in die Nacht hinein von der Frau mit dem� Melonenkopf und dem ausrechten Gang, von dem stillen Zöflein und dem gewöhn- lichen Burschen, der genau so säfwarze Augen und Haare hatte wie alle anderen Burschen auch. Niccolo lackte tief und dröhnend, und Mutter Rosina— allen so lange Jahre hindurch wohlbekannt— nickte zitternd mit ihrem gerupften kleinen Vogelkopf und wischte sich hin und wieder eine Träne fort. Sie tonnte sich nicht darauf besinnen, wann sie sich je so prächtig unterhalten hatte. Alt oder nicht alt— sie war und blieb doch ein köstliches Weibsbild. Das meinten auch die beiden Abgesandten, als sie schließlich Arm in Arm durch die Limonenallee, die Lima niemals gesehen hatte, der Landstraße zustrebten. Jedoch alles Rumoren nimmt einmal ein Ende. Auch der Prinzesstn kam es schließlich ein wenig töricht vor, ganz erfolglos als schöne Rächerin ihrer Ehre im Lande herum- zukutschieren. Sie hatte auch wohl das Gefühl, daß Frauen in ihrer Lage gut daran tun, sich möglichst ruhig zu verhalten, und so ließ man langsam einen Häscher nach dem anderen zu seiner ganz alltäglichen Beschäftigung zurückkehren. Nur die Gendarmen saßen noch eine Weile wichtig gespreizt vor den Osterien, oder stocherten in allerlei Winkelwerk herum. in dem wohl etliche Mäuse, ganz gewiß aber keine Entführer zu finden waren. It. Renzo Adriani arbeitet« indessen mit der ganzen Leiden- schaft seines Herzens. Es war nicht nötig, daß der alte Gagini besorgt zu der losen Fiametta hinsah: Renzo ließ sich durch sie nicht stören. Sie mußte sich schon zum Küssen einen anderen Winkel aus- suchen, Renzo hatte ihr, wie ein zweiter Ritter Blaubart, alle Räume des großen Palastes zur Verfügung gestellt, nur dieses eine Zimmer, den Raum seiner Venus, durste sie nicht betreten. Gewiß, alle anderen Zimmer waren bewohnt, jedoch nicht zu jeder Swnde, und im Palazzo Vigliena schloß man seine Türen nicht ängstlich ab, da mußte die Frauenlist schon einen Weg ersinnen. Fiametta hätte sich niemals in Renzos Verbot gefügt, wenn er ihr nicht gesagt hätte, das, was er jetzt arbeitete, würde ihn reich machen. Wenn irgendein Mensch ihn störte, auch nur an seine verschlossene Tür pochte, dann flatterten seine Ideen davon, dann brauchte er viele Stunden, um sie wieder einzufangen. Und wirklich ging er eine ganze Weile trübselig umher, als Mutter Bruscoli eines Tages mit Gewalt sein Werk be- trachten wollte. Sie meinte, das könnte ein jeder jagen, er fabriziere etwas ganz Besonderes, wenn er hinter verschlösse- nen Türen und verhängten Fenstern arbeitete; sie wolle sich die Sache einmal ansehen, ob sie wirklich Hand und Fuß hätte und Geld bringen würde...» Freilich hatte sie nun Hand und Fuß. das konnte Renzo ihr ehrlich versichern— doch sie hatte noch keinen Kopf. immer noch nicht. �. Er hob sich in großen Umrissen empor, doch das war noch kein Kopf, immer noch nicht. Manchmal schlich er des Abends mude und verzagt nach Santa Maria degli Angeli. Es war eine abseits liegende ein- fache Kirche, in der die Madonna unter vielen Engeln wohnte. Er hatte ein unklares Gefühl, als würden sie alle ihre gütige Herrin mrbittend umschweben, wenn er in seiner dunklen Ecke saß. den Kopf in beide Hände gestützt, die Augen ge- schlössen. Er beschrieb es seinen Fürsprecherinnen ganz genau, wie wichtig es fei, daß dieses Werk gelänge, daß alles, was er tue, im Grunde ja eine Verherrlichung der Gottesmutter wäre. Er meinte, es fei auf alle Fälle gut, diese Angelegen- heit so darzustellen. Wenn man begnadet werden wollte, ein Kunstwerk zu gestalten, das die Vergötterung des Weibes ver- tiefen und Heller erstrahlen lassen sollte, dann mußte man zu lieben Frauen gehen. Hin und wieder kaufte er auch eine gelbe, bunt bemalte Kerze und entzündete sie vor der geduldig lächelnden Himmels- mutter. Eines Abends, als er gerade damit beschäftigt war, eine seiner Opferkerzen sorgsam zu befestigen, kam Fiametta in die halbdunkle Kirche geschlichen und sah ihm ernsthaft, fast sorgenvoll zu. Als Renzo wieder in seiner dämmerigen Ecke saß, drückte sie sich um den dicken Pfeiler herum, betrachtete ihren Lieb- sten, und es schien ihr, es sei wohl an der Zeit, sein Herz zu öffnen.. � Ganz leise kam sie herbei, setzte sich auf seine Bank, und dann rutschte sie, immer näher. Schließlich war sie dicht neben ihm und legte den Arm um seine Schultern. Es wunderte ihn nicht, daß sie ihm gefolgt war: seit seiner Rückkehr war sie von einem Strom der Zärtlichkeit ergriffen, der sie unhemmbar zu ihm hintrieb. Gerade dieses Uebermaß hatte ihn und seine Arbeit bis- her geschützt; es war Fiamettas Lust, sich seinem Willen zu fügen. Doch diese Fügsamkeit war langsam mit allzuviel neu- gierigem Eifer gemischt. nf In dieser Stunde des warmen Halbdunkels, des An- schmiegens, des zuckenden Kerzenspiels über schillernden Bil- dern. stillen Fragens, war Fiamettas Wille, ihr Vorwärts- drängen in Verschlossenes, das Stärkste, obwohl weder Renzo noch Fiametta sich dessen klar bewußt waren. Unwillkürlich, fast wie in leisem Zwiegespräch mit den fürbittenden Engeln, gingen die Worte hin und her. So karg sie waren. Fiametta formte dennoch ein Frauen- kkild daraus, und das ließ ihr keine Ruhe. Weshalb, wenn er irgendeine Göttin aus diesem Mar- morblock meißelte, sollte sie es nicht sehen? Weshalb war es störend kür seine Arbeit, wenn sie still in seinem Zimmer saß und ihm zuschqute? Keine andere Frau kam zu ihm hinein, nein, eifersüchtig war sie nicht, doch sie wollte die Befriedigung haben, die einzig Wissende zu sein,(Fortsetzung folgt.) Meutereitolonne gestellt und einen Ausbruchsversuch auch inszeniert. Nachdem er wieder in die Freiheit zurückgekehrt war, setzte er sein altes Leben als unverbesserlicher Hoch stapler fort. Jetzt hatte er sich wieder wegen mehrerer Be trugsfülle im Rückfall zu verantworten. Außerdem wurden ihm zwei Diebstähle zur Last gelegt. Er sollte bei den Wirts leuten in einem Falle eine Schreibmaschine, in dem anderen Falle Silbersachen gestohlen haben. Gegen diese Beschuldigungen wandte sich der Angeklagte mit großer Entschiedenheit und verwahrte sich Dagegen, für einen gemeinen Dieb gehalten zu werden. Die Dieb ftähle fonnten ihm nicht nachgewiesen werden und er mußte mangels Beweis freigesprochen werden. Anders lag es mit den Betrügereien. Da zeigte sich, daß er unter dem Namen eines bekannten Journalisten ein Korrespondenzbureau mit einem erdichteten Bericht hinein. gelegt hatte. Eine arme Wirtschafterin, die aus Not ihre Fuchsboas verkaufen mußte, hatte er unter dem Vorgehen, einen guten Käufer zu haben, um ihr Besitztum geprellt. Mehreren Leuten hatte er, indem er als Erfinder auftrat, Geldsummen für chemische Unterfuchungen abgeschwindelt. Auf Grund des ganzen Vorlebens des Angeklagten hatte R.-A. Dr. Bromberg Zweifel an der Zu rechnungsfähigkeit des Angeklagten erhoben und Glüdsmann war daraufhin in Herzberge auf seinen Geisteszustand untersucht worden. Die ärztlichen Gutachten gingen dahin, daß der Angeklagte zwar ein battloser und willensschwacher Mensch und schwerer Psychopath sei, aber für feine Handlungen ver. antwortlich. Mit Rücksicht auf die Minderwertigkeit Glüdsmanns erkannte das Schöffengericht an Stelle der beantragten drei Jahre auf nur ein Jahr neun Monate Gefängnis. Sieben Monate wurden davon für die Untersuchungshaft angerechnet. Berlin als Messestadt. Das Messegelände am Bahnhof Wihleben. Spezialmeffen. Berliner Schon seit längerer Zeit besteht bekanntlich in den maßgebenden Kreisen der Stadtverwaltung, des Handels und der Industrie Berlins der feste Wille, den Vorsprung, den andere deutsche Großstädte auf dem Gebiete des Messewesens vor der Reichshauptstadt erzielt haben, wieder einzuholen. Während heute neben Leipzig auch in Städten wie Frankfurt a. Main, Königsberg, Breslau, Köln, Danzig usw. regelmäßige Messen stattfinden, deren Bedeutung nicht nur für das Inland, sondern auch für ausländische Käufer anerkannt sind, hat es Berlin bisher immer nur zu fleinen Spezialmeffen irgendwelcher Gewerbe oder Industrien gebracht, die taum über lofales Intereffe hinausgingen. Man hat bekanntlich vor einiger Zeit die Gemeinnüßige Messe- Aufbaugesellschaft Berlin ins Leben gerufen und man ist augenblicklich damit beschäftigt, die wichtigste Borbedin gung für die Abhaltung großer Meffen, ein geeignetes Messegelände und Ausstellungsräume, zu schaffen. Als besonders günstig ist hier für das bisher noch nicht bebaute Terrain westlich des Ringbahnhofs Wizle ben zwischen der Automobil- Ausstellungshalle und dem Nordeingang der Avus ausgewählt worden. Nachdem die Berhandlungen mit den Kleingartenbefizern, die Teile dieses Geländes gepachtet hatten, zu einem beide Teile befriedigenden Abschluß gebracht worden sind, tonnten in der letzten Zeit die Vorarbeiten für die Ausstellungsbauten in Angriff genommen werden. Zurzeit wird neben der großen Automobilhalle auf der anderen Seite der AvusZufahrtsstraße eine zweite Autohalle, die aber ebenfalls all gemeinen Ausstellungszwecken dienen soll, errichtet. Sie dürfte in zirka zwei Monaten fertiggestellt sein. Außerdem soll jetzt in der Nähe der Autohallen auf einem etwas näher zur Avus gelegenen Terrain der Bau einer neuen Ausstellungshalle in Angriff genommen werden, die nach dem in einem Preisausschreiben mit dem ersten Breis gefrönten Entwurf des Professors Straumer gebaut wird. Sie soll ebenfalls bis zum Herbst fertiggestellt sein, um als erste große Beranstaltung die im Herbst stattfindende Berliner Radio- Meffe aufzunehmen. Jen diesem Gebäude soll, vorläufig nur für diese Meffe, eine große Sendestation errichtet werden. Man trägt sich aber mit dem Gedanken, diese Station so auszubauen und mit so großen Antennen zu versehen, daß eventuell von dort aus der Berliner Rundfunt verbreitet werden fann, da sich aus technischen Gründen die Verlegung der Sendestationen für Rundfunk aus dem Häufermeer der Großstadt nach der Peripherie als ratsam erwiesen hat. Diese Frage ist aber bisher noch nicht endgültig geklärt. Was die weitere Entwickelung der Berliner Meffepläne angeht, fo ist zu berücksichtigen, daß Berlin nicht die Abficht hat, ben bisherigen deutschen Messestädten auf ihren verschiedenen Gebieten Ronfurrena zu machen. Berlin will fünftighin die Stadt der Spezialmeffen sein, auf denen die Erzeugnisse und Bedürfnisse der verschiedenen Gewerbe und Industrien in viel reichhaltigerer und eingehenderer Auswahl gezeigt werden können, als es auf den allgemeinen Messen in anderen Städten bisher der Fall sein konnte. So wird im Herbst in der Automobilausstellungshalle die große Schuh- und Leder warenmesse abgehalten werden, die eine dauernde Einrichtung für Berlin bleiben und ihre erste Wiederholung voraussichtlich im Februar kommenden Jahres finden wird. Im Rahmen der erwähn ten Gesellschaft ist auch bereits ein Messeamt Berlin" ins Leben gerufen worden, daß unter Leitung von Direktor Schick steht. Die Verhandlungen über die Veranstaltung weiterer Spezialmeffen insbesondere der Aufsaugung der bisherigen fleinen Berliner Epezialmeffen, sowie über die Bergrößerung und weitere Ausstattung des Messegeländes am Bahr.hof Wizleben sind zurzeit noch in der Schwebe. " Betrugsprozeß Weber- Robine. Der Untrag des Staatsanwaltes. " In der weiteren Beweisaufnahme in dem Prozeß gegen Bro fessor" Weber- Robine wurde eine ganze Reihe von Zeugen ver nommen, die übereinstimmend bekundeten, daß fie Einzahlun gen gemacht und ihr Geld nicht wiederbekommen haben. Ein Zeuge Nestler, dessen Ehefrau 100 Mart für das Archiv für Offultismus eingezahlt hatte und die auch selbst Mitglied des Offultistenordens geworden war, gewann Einblick in das Geschäfts gebaren Weber- Robines. Abends habe dieser die eingegangenen Gelder in die Tasche gesteckt. Bahlungen wurden nicht geleistet. Es hieß immer, es sei fein Geld da. Das ganze Unternehmen hielt der Zeuge für ein schwindelhaftes. Das Archiv hatte 20 000 Mart Schulden. Der Zeuge machte dann interessante Angaben über die Wirtschaft in dem Orden. Die Institute des Ordens bekamen hochtrabende Namen. Es war aber nichts dahinter. Das In stitut für offultive Medizin beschäftigte sich damit, in einer Schüssel Badesalz zum Baden für Hände und Füße aufzulösen und elektrischen Strom durchgehen zu lassen. Das " Archiv für offultive Literatur" bestand in einem Tisch in einer Ecke, auf dem einige Bücher lagen. Im a strologischen Institut stellten zwei Herren und eine Dame Horoskope auf. Ein weiterer Zeuge hatte den Eindruck, daß Weber- Robine von einer tiefen religiösen Ueberzeugung durchdrungen war. Hunderte von Mitgliedern fanden in feinen glänzenden meist philosophischtheologischen Reden Befriedigung. Es fam aber bald zu fortgeseztem Streit mit ten Ordensbrüdern und Ordensschwestern. Der Beuge will aber durch die hingegebenen 300 Mart nicht matériell, sondern nur in idealer Hinsicht geschädigt sein. Ein weiterer Zeuge war der Sekretär des Ordens, Arthur Richter, der behauptete, daß es Weber nur auf den eigenen Erwerb antam. In den OrdensPreisen hielt man sich darüber auf, daß Weber, obwohl er verheiratet war, Beziehungen zu einer Ordensschwester unterhielt. Man war der Meinung, daß er die Lehre des Okkultismus selbst nicht befolgte. Alles, was er trieb, war nur Humbug. Allerdings verfügte er über eine große fuggeftive Kraft und der Zeuge hat mehrfach beobachtet, daß Mitglieder bei seinen Vorträgen in | den Trancezustand verfielen. Aus einer gelegentlichen Aeußerung Webers will der Zeuge entnommen haben, daß Weber die Absicht hatte, ins Ausland zu flüchten, sobald er sich durchschaut fühlte. Der Zeuge Stielte gibt noch an, daß Weber auf die Vorstellung Der Zeuge Stielle gibt noch an, daß Weber auf die Borstellung hin, er müßte seine persönlichen Ansprüche hierauf regeln, antwortete er: Buerst komme ich, ich muß leben." Der zweite Bizepräsident des Ordens, Landgerichtsrat Rau lisch, hat aus den Vorträgen einen guteer Eindrud gewonnen und glaubt nicht, daß Weber die Sache des Geldes wegen betreibe. Architekt Behrend aus Steglitz erklärt, daß nach seiner Ansicht Weber- Robine nur egoistisch- petuniäre Gründe im Auge habe, und daß er eine suggestive Wirkung auf das Bublifum, insbesondere auf Frauen, ausübte. Dem Einwand Webers, daß er aus Konkurrenz rüdsichten gegen ihn auftrete, weist der Zeuge mit Entfchiedenheit zurück. Fabritant Dr. jur. Eger spricht sich als erfahrener Offul tist ebenfalls ablehnend über Weber- Robine aus, der nur bei hysterischen Frauen Einfluß hatte. Der Angeflagte sei Spiritist, jedoch nur soweit, als es Spirituofen anbetrifft. Am Schluß der Beweisaufnahme erstattete der von der Verteidigung geladene Dr. phil. Quall ein Gutachten über den Wert der von den drei Er ist der Ueberanderen Angeflagten aufgestellten Horoskope. zeugung, daß sie die Astrologie gründlich studiert haben. Die Astrologie fei eine Erfahrungswissenschaft und arbeite nach denselben Methoden wie die Graphologie. Wenn auch einmal ein fleinerer Kunstfehler bei den Zukunftsprognosen vorgekommen sei, so habe den drei Angeklagten jedenfalls jede Betrugsabsicht gefehlt, da sie nach wissenschaftlichen" Methoden( 1) gearbeitet haben. Darauf Staatsanwaltschaftsrat wurde die Beweisaufnahme geschlossen. Bater beschäfigte sich mit der Wirksamkeit Weber- Robines. Dieser hatte sich die Aufgabe gestellt, Kriegsbeschädigten zu helfen. Mit welchem Erfolg dies geschehen war, hatte die zweitägige Berhandfung gezeigt. Es wurden glänzende Aussichten gestellt und der Rest war Schweigen! Das Geld waren die Leute los. Der Staatsanwalt beantragte schließlich die Berurteilung des Angeklagten Weber- Robine wegen fortgesetzten Betruges zu einem Jahr Gefängnis und 200 Mart Geldstrafe, außerdem zu Ehrverlust auf drei Jahre. Gegen die anderen drei Angeklagten beantragte er eine Geldstrafe von je 100 Mart. Im Walde ermordet. Unglüdsfall oder Berbrechen? ,, Die blonden Mädels vom Lindenhof" haben im Rosea Theater Einkehr gehalten. Diese Berliner Rangen aus gute bürgerlicher Familie, die durch ihres Vaters Laune auf das Land verschlagen find, machen ihre Sache recht gut, und man sieht ihnen mit vergnügten Gesichtern zu. Bei Julihize verlangt man feine literarischen Großtaten. Daher ist Georg Ofontowskis munterer Schwant recht angebracht, denn er steckt voller Situationsfomit und ist angefüllt mit dem uit toller Verwechselungen, so daß ein Publifum, das erheitert werden will, dankbar und ausgiebig lachen kann. Wolfgang Müller, felbst ein exklusiver Trottel von Landrat, fand als Regisseur für die Bühnenbilder eine ansprechende Form. Die übrigen Darsteller, Baul Jenensch, Emmy Loned, Erna Heinrich, Gerda Schröder, Walter Klam und Willi Rose, fönnen lebend er. wähnt werden. Eine Wohltätigteitsveranstaltung zugunsten des Betriebsjugendamtes Treptow für die Verschidung erholungsbedürftiger Kinder findet am Donners. tag, den 17. Juli, statt. Auftreten des Turmseilfünstlers J. H. Liepelt. Abbrennen eines Feuerwerks auf dem hohen Turmfeil, zirka 30 Meter Höhe. Gartenkonzert. Tanzdiele. Der Reinertrag wird dem Bezirksjugendamt Treptow überwiesen. Eintritt 25 Pf. Luna- Part. Der für Dienstag vorgesehene Borlampftag, in dessen Mittelpunkt der Name Hans Breitensträter" steht, ist auf Mittwoch, 9. Juli, verlegt worden. Außer Hans Breitensträter erscheinen im Ring: Rocky Night, Gustav Nunge, Joe Hammer, Ernst Grimm und Mag Staube. Als Schiedsrichter fungiert Kurt Doerry. Der lap am Lehrter Bahnhof bringt diesesmal nicht weniger als 20 Geschenke zur Verteilung, darunter zwei Autos, eine fomplette Dreizimmereinrichtung, Standuhr, Teppich, Sprechmaschinen und zehn Fahr räder. Wer von heute bis zum 14. Juli an einem Tage den Ulap besucht, hat eventuell Aussicht auf ein Geschent. Groß- Berliner Parteinachrichten. 6. Kreis Kreuzberg. Sämtliche Karten vom Sommerfest müssen bestimmt am Dienstag( heute) abend in der Funktionärtonferenz beim Gen. Urban, Cubchstr. 43, abgerechnet werden. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Achtung, Abteilungsfaffterer! Die Sommerfestbilletts find unter allen Umständen am Mittwoch von 6 bis 7 Uhr bei Geelbinder, Rhinower Str. 4, in Empfang zu nehmen. 7. Kreis Charlottenburg. Mittwoch, den 9. Juli, 7% Uhr, erweiterte Bor standssitung 8. 1. Montag, ben 14. Juli, Mitgliederversammlung mit eingeführten Gästen, Schulaula des Schillerrealgymnasiums, Schillers ftr. 25/26. Tagesordnung: Der Bürgerblod im Berliner und Charlottenburger Rathaus." Referent: Gen. Albert Sorlik. Freie Schulgemeinde. Jeden Mittwoch( auch während der großen Ferien) von 3 bis 6 Uhr auf dem städtischen Sportplaz Westend hinter dem Krankenhause rhythmische Gymnastik für die schulpflichtigen Rinder. Unterrichtender: Genoffe Adolf Koch. Heute, Dienstag, den 8. Juli: Am Dienstag voriger Woche, am 1. Juli, fand ein Spazier. gänger um 12% Uhr mittags in der Pirschheide im Forstgutsbezirk Geisberg in der Nähe von Botsdam die Leiche eines jungen Mannes, dem der Kopf durchschossen war. Sie lag auf dem Rüden und zwischen den gespreizten Beinen lag eine Pistole, Jungfozialisten. Gruppe Tempelhof- Mariendorf. 714 Uhr Jugendheim, Geraus der ein Schuß abgegeben war. Nach der Beschaffenheit der Leiche konnte der Tod erst eine halbe Stunde bis höchstens dreiviertel Stunde vorher eingetreten sein. Der Tote wurde bald als ein 19 Jahre alter Raufmannslehrling Baul Zeller aus der Kolonnenstraße 30 festgestellt. Nach dem Befund nahmen die Lokalbehörden einen Selbstmord an. Die Staatsanwaltschaft vom Landgericht Potsdam ersuchte jedoch zur Aufklärung um die Mitwirkung der Berliner Kriminalpolizei. Das Ergebnis der Obduktion und der weiteren Ermittelungen lassen es zweifellos erscheinen, daß tein Selbstmord, sondern ein Mord vorliegt. Der junge Zeller war Lehrling in einem Berliner Großhandelshause der Drogenbranche, ein frischer luftiger Mensch, der nie an Selbstmord gedacht hat. Er war bei seinen Vorgesetzten wie bei seinen Kollegen gleich beliebt und hatte sich auch nicht das Geringste zuschulden tommen lassen. Seine Angehörigen halten ebenfalls einen Selbstmord für ausgeschlossen. Die Kugel war 3 Zentimeter oberhalb des linken Ohres in den Kopf eingedrungen und 7 Zentimeter oberhalb des rechten Ohres wieder herausgetreten. Weil die Einschußstelle behaart ist, so hätten bei einem Nahschuß die Haare angefengt sein müssen. Davon hat sich aber bei genauester Untersuchung auch nicht eine Spur gefunden. Zeller war am Dienstag früh nach Antritt seines Urlaubs um 8½ Uhr morgens bei seiner Schwester und erzählte ihr sehr luftig, daß er mit zwei Freunden während der Urlaubszeit durch die Mart Brandenburg wandern wolle. Er hatte 85 M. bei sich, die er sich zu dieser Wanderung zusammengespart hatte. Bei der Leiche wurden dann aber nur noch 30 M. gefunden. Daß der junge Mann das übrige Geld bereits ausgegeben haben sollte, ist bei seiner Sparfamfeit ausgeschlossen. Der Mörder hat ihm die 30 M. sicher nur gelassen und ihm die Waffe zwischen die Beine gelegt, um einen Selbstmord vorzutäuschen. Es fehlt auch eine filberne Schlipsnadel in Gestalt einer Reitpeitsche, die er als Andenten stets trug. Die Waffe ist eine Ortgis Pistole Nr. 79268 der Deutschen Werke, Werf Erfurt. Wer Auskunft über ihren Befizer geben oder sonst zur Aufklärung beitragen fann, wird ersucht, sich bei Kriminal. tommissar Dr. Koch im Zimmer 93 des Polizeipräsidiums, Hausanruf 432, zu melden. Auch die beiden Freunde werden guthun, sich umgehend dorthin zu melden, weil sonst der Verdacht der Täter. fchaft auf sie fallen fönnte. Unter den Rädern feines eigenen Wagens. Gestern abend wurde die Wilmersdorfer Feuerwehr nach dem Hochmeisterplay in Halensee gerufen. Dort waren die Pferde von einem Fuhrwert der Firma Bollad aus der Quißowstraße durchgegangen. Der Kutscher Karl Nischte aus der Bremer Str. 45 wurde vom Bod geschleudert und geriet unter die Räder seines eigenen Wagens. N. erlitt dabei innerliche Verlegungen und einen Bruch bes rechten Unterschenkels. Der Verletzte wurde mit einem Krankenwagen der Wilmersdorfer Feuerwehr in das Auguste- BittoriaKrankenhaus in Schöneberg übergeführt. Schon wieder ein Straßenbahnzufammenstoß. Ein schwerer Busammenstoß zwischen Straßenbahn nnd einem Fuhrwert ereignete sich gestern abend gegen 8, Uhr am Hochmeisterplas in der Linie 91 fuhr einem Gemüsewagen, der aus der JoachimHalensee. Ein in voller Fahrt befindlicher Straßenbahnwagen Friedrich- Straße tam, in die Flanke. Eine Person wurde schwer und eine weitere leicht berlegt. Ebenso hat das Pferd Verlegungen davongetragen. Die fofort alarmierte Wilmersdorfer Feuerwehr befeitigte das Verkehrshindernis und veranlaßte die Ueberführung der Verlegten in das Krankenhaus. Sämtliche Flußbadeanstalten des Bezirks Berlin- Mitte sind auch in den großen Schulferien, und zwar beginnend am 10. Juli bis einschließlich 11. August an den Wochentagen von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends( Raffenschluß 7 Uhr) geöffnet. Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 8. Juli. Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm, 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. Haus5.30-7 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 7,30 Uhr abends: Vortrag des Herrn Schontek: wirtschaft bei Exoten". 8 Uhr abends: Vortrag des Herrn v. Zobeltitz: Von der amerikanischen Abstinenz". 9-11 Uhr abends: Orchesterabend. Dirigent: Otto Urack, fr. Kapellmeister an der Berliner Staatsoper. 1. Ouverture zu der Oper" Zauberflöte", von Mozart. 2. Violinkonzert, von Nardini( Konzertmeister Franz Veit vom Berliner Philharmonischen Orchester. 3. Zwei Sätze, aus der Sinfonie Es- dur, von Mozart. Während der Pause: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. 4. Hofball- Tänze, Walzer, von Lanner. 5. Dolores- Walzer, von E. Waldteufel. 6. Gedankenflug, Walzer, von Joh. Strauß. 7. Dynamiden, Walzer, von J. Strauß. 8. Der Rosenkavalier, Walzer, von J. Strauß. Das Orchester besteht aus Mitgliedern des Berliner Philharmonischen Orchesters. maniaftr. 4/6. Vortrag des Gen. Mödel. Gruppe Süden: 8 Uhr: Juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3. Vortrag des Gen. Dr. Schloß " Die Arbeitsdienstpflicht." Alle älteren Mitglieder der SAJ., Kreis Kreuzberg, sind eingeladen. Morgen, Mittwoch, den 9. Juli: Mitgliederversammlungen und Zahlabende in Groß- Berlin. 2. Abt. 7% Uhr Bablabend bei Ohngemach, Kommandantenftr. 88. Bezirksführer 1 Stunde früher Die 4. Abt. 8 Uhr im Gärtnerheim, Stralauer Str. 83. Wahl ber Delegierten zum Kreisvertretertag. Borher 6% Uhr Funktionärsizung. B. Abt. 7% Uhr bei Mus, Neue Königstr. 26. Bortrag des Gen. Bisia über: Die wirtschaftliche und politische Lage." 6. Abt. 7% Uhr Bahlabende: Bezirke 486, 487 Bet Schiglowatt, Raftanien496-500, 503 allee. Bezirke 491-495 bei Albrecht, Veteranenftr. 4. bis 508 bei Dobroblaw, Swinemünder Str. 11. Bezirke 501, 502 Lei Deblik, Schmedter Straße. 7. Abt. 7% Uhr Bahlabende bei Aube, Streliter Str. 55, Dön, Bergftr. 71, Dahms, Schlegelftr. 9, Beirau, Pflugftr. 1, Diele, Bohenstr. 19. 9. Abt. 7% Uhr bei Faber, Stephanstr. 11. Die Bezirksführer Taben hierzu ein. 10. Mot. 7% Uhr Schule Alt- Moabit 23. 1. Bortrag:„ Sozialdemokratie und Boltsgemeinschaft." Referent: Gen. Fuchs. 2. Bericht von der Kreis borstandssitung. 3. Abteilungsangelegenheiten. 12. Abt. 7% 11hr bet Schmidt, Wiclefftr. 17. Abteilungsversammlung. 13. Abt. 8 Uhr Arminiushallen, Bremer Straße. Tagesordnung: Jahres bericht und Neuwahl der Abteilungsleitung. 2. Wahl ber Delegierten zum Bezirtstag und Verschiebenes. 15. Abt. Gemeinsamer Bahlabend aller Bezirke bet Goldbach, Binetaplah 7. 7 ubr. 16. Abt. 7% Uhr bei Carus, Boltaftr. 37. Thema:" Außenpolitik." Referent: Gen. Dr. Korach. 18. Abt. 7% Uhr Bahlabenbe in ben bekannten Lokalen. 19. Abt. 7 Uhr Gemeinschaftlicher Bahlabend Graue Schule, Gotenburger Straße. 20. Abt. 7% Uhr Bahlabende in folgenden Lokalen: Für die Bezirke 780, 781, 823 bei Bohnte, Schul, Ede Schwedenstraße; 826 bet Bofe, Rolonie Straße 15; 828 bei fritsch, Drontheimer Str. 4; 829, 829a, 830, 830a bei Stimpermie, Kolonieftr. 42; 831, 832 bei Stenzel, Schwebenstr. 11. 21. 2bt. 7 1hr Bahlabend in den bekannten Lokalen. Referenten: Drews, Robert Binsti und Bahle. 22. Abt. 7% Uhr Schulaula Lütticher Str. 47/48. Thema: Führer und Maffe." Referent: Gen. Erich Kutiner. 2. Wahlen ber Delegierten zum Bezirkstag und zur Kreisvertreterversammlung. 23. Abt. 7% Uhr Bahlabende: Taube, Müllerstr. 62a, Lewandowskt, See. ftraße 104. 23. Abt. Die Bablabenbe fallen diesmal aus. 26. Abt. 7% Uhr Musitelischen Fuchs, Jofthstr. 7, Abteilungsversammlung. Referat des Gen, Rechtsanwalt Posener- Wolfsteht über;" Bollsrichter und Justiz.". 2. Wahl zum Bezirkstag. 27. Abt. 7 Uhr Schule Sonnenburger Str. 20. Bortrag bes Gen. Selgentreu über: Das Sachverständigengutachten." 28. Abt. 7 Uhr bei Büttner, Schwebter Str. 28, Abteilungsversammlung. Wahl der Delegierten zum Bezirkstag. 29. Abt. 7 Uhr Schulaula Senefelder Str. 6. Bortrag des Gen. Hugo Heimann. 30. Abt. 7 Uhr Schulaula Babbelallee 40/41. Bortrag bes Gen. Sturt Rick Referent: Gen. Aurt mann über:" Das Sachverständigengutachten". Kiezmann. Die Funktionäre treffen sich 4 Stunde früher au einer wich tigen Besprechung. 82. Abt. 7 Uhr Grubbenzahlabende: Gruppe Kluge: Strautftr. 36a bet Balentin; Grubbe Meiter: Blumenftr. 41 bei Kotulla; Gruppe TeuertGall: Schule Lange Str. 31; Gruppe Wartmann: Schule Fruchtstr. 38. Wichtige Tagesordnung. 84. Abt. 7% ühr 8ablabenbe bei Müde, Warschauer Str. 17; Rosin, Gubener Str. 19. Die Bezirke 337 und 338 bei Rosin. 85. Abt. 7% Uhr Bablabende: Topper, Rigaer Str. 85; Bombe, Boigtstr. 25; Drelfe, Schreinerstr. 18; Hellriegel, Rigaer Str. 54; Gemeindeschule Samariterſtr. 20. Das diesjährige 86. Abt. 7 Uhr Sahlabend in den bekannten Lokalen. gesellige Beifammensein findet Sonnabend im Lokal Fürsten Wolfgang", Weißenfeer Weg 98, statt. 37. 2001. 7% Uhr Bablabende: 1. Bezirk: Stomad, Hausburgstr. 11; 2. und 3. Bezirk: Zerafch, Eberthstr. 10; 4.- 6. Begirl: Köhler, Matternftr. 14 38. Abt. 7% Uhr Bablabende in den bekannten Lokalen. 154. und 156. Bezirk: bei Kochal, Fürstenwalder Str. 12. Bor39. Abt. 7% Uhr Jugendheim Lindenstr. 3, Abteilungsversammlung. trag des Gen. Dr. Tichauer über:" Deutschland und der Böllerbund". Um 6 Uhr Funktionärsizung ebenda. Die Bezirksführer müffen abrechnen 40. Abt. 7% Uhr gemeinsamer Bahlabend bei Reufner, Hagelberger Str. 20a. Tagesordnung: Die Vorgänge im Bezirksamt und die Stellungnahme unserer Frattion". Referent: Gen. Heinrich Schröder. 41. Abt. 8 Uhr Sablabende: Schmidt, Teltower Str. 18; Simon. Belle Alliance- Str. 36; Schuster, Chamissoplas 4; Luge, Bergmannstr. 93; Mende, Gneifenauftr. 6. 42. Abt. 7 Uhr Bahlabende der Bezirke: 101, 112, 113, 114 bei Vogler, Mittenwalder Str. 16; 100/104. Bezirk und 111. und 122. Bezirk bei Wiersdorf, Urbanstr. 6. Wegen der äußerst wichtigen Tagesordnung müffen die Bezirtsführer einladen. 43. Abt. 7% Uhr Bahlabend in den bekannten Lokalen. Die Bezirksführer werden gebeten, in der allgemeinen Funktionärversammlung im Lehrerbereinshaus die Marken vom Abteilungstaffierer in die Hand zu nehmen. 45. bt. 7% Uhr Rahlabende: Wiener Str. 57b; Sebeftreit, Reidenberger Str. 124; Studenberg, Glogauer Str. 17, und Minnig, Baufiber Str. 46. 46. Abt. 7 1hr Schulaula Wrangelstr. 85: Vortrag des Gen. Adolf Hoff mann: Warum sind wir Gegner der Kirche," Gäste tönnen eingeführt werden. Die Funktionäre treffen fich um 7 Uhr. " 47. Abt. 7% 11hr Distutier- und Sablabende: Stadtbez.: 82, 83, 97 bei Lier, Naunhstr. 9; 98, 99, 100 und 102 Giebentopf, Mustauer Str. 35; 101 bis 105 bei Pflug. Mustauer Str. 1. 48. Abt. 7% Uhr bei Gliefing, Waffertorftr. 68, Bortrag bes Sen. Reuter über Das Sachverständigengutachten". Charlottenburg 52. Abt. 7% Ubr bei Büttner, Raiferin- Augufta- Mee 81. Vortrag des Gen. Nietisch über:" Das Sachverständigengutachten". 53. Abt. 7 Uhr Babl- und Diskutierabende: 1. Bezirk bet Schweilert; 2. und 3. Bezirk bei Lur. 54 Abt. 7% Uhr Bablabend der 6. und 7. Grubbe im Jugendheim. Vortrag des Gen. Alfred Burkhardt liber: " Die Alloholfrage". 56. Abt. 1. und 3. Gruppe: 7% Uhr Bersamm lung Schulaula Biebestraße. Vortrag bes Gen. Paul Serk über: Die Reichstagswahl am 4. Mai und ihre Folgen". Die Bezirksführer haben einzulaben. 57. Abt. 1. Gruppe: 7% Uhr bei Arndt, Kantstr. 57: 2. Gruppe: Thunad, Wielandftr. 4. Bortrag des Gen. Dr. Mitte über: Politische Tagesfragen". 58. 26t. 716 Uhr Eizungsfaal Nantestr. 4, born 4 Tr., Mitgliederversammlung. Vortrag des Gen. Goslar über: Die innen und außenpolitische Lage. 2. Abrechnung. 68. Abt. Galeniec. 7% Uhr bei Sandmann, Westfälische Str. 42. Bortrag des Gen. Künstler:" Die Aufgaben der Partei nach den Wahlen und nach dem Parteitag". 70. Abt. 8 Uhr bei Krois, Gafteiner, Ede Holsteinifche Straße, Abteilungsberfammlung. 72. Abt. Wilmersdorf. 7½ Uhr bei Kollath, Heidelberger Platz 1. Bortrag der Genoffin Wachenheim. 73. Abt. Schmargendorf. 8 Uhr Zahlabend Schule Friedrichshaller Straße. Neuwahlen. Erscheinen aller Pflicht. Schöneberg 77. Abt. 7 Uhr Sahlabend für alle 4 Bezirke bei Will, MartinLuther- Str. 08. Bortrag des Gen, Dr. Friedländer: Die politische Lage". 2. Stellungnahme zum Kreisvertreter und Begirtstag. 78. Abt. 8 Uhr bei Rosenthal, Ebersstr. 66, Bablabend. 79. Abt. 7% Uhr Bahlabende in folgenden Lokalen: 1. Bezirk: Arndt, Baußener Str. 10; 2. und 3. Bezirk: Hausser, Königsweg 41; 4., 5., 6. Bezirk: Groß, Gedanftr. 17, Pflicht. um 7% Ubc. 7½ Uhr, Bottschuß, Sachfendamm, Ede Reichardtstraße: 8. Bezirk: Linden hof, bei Achtenhagen. Da die Bezirkswahlen stattfinden, Erscheinen 81. Abt. Friebenan. 8 Uhr Bezirksabende: 1.- 3. Bezirk bei Klabe, Sandferbftr. 60/61. Die Mitglieder des Bildungsausfchuffes treffen fich dort 4.- 6. Bezirk: bei Schulz. Wiesbadener, Ede Laubacher Straße. Referenten: Gen. Buchholz und Willberg. 86. Abt. Mariendorf. 7% Uhr Bablabende 1., 2. und 7. Bezirk bei Kopple, Bergstr. 3; 6. Bezirk: bei Niendorf, Chauffeeftr. 8; 10. Bezirk: bei Findeisen. Neukölln 89. Abt. 7½ Uhr Sablabenbe: 1. bis 3. Bezirk: Stahl, Sanderstr. 11; 6., 11. und 12. Bezirk: Gläfer, Pannierstr. 24; 7. und 8. Bezirk: Krüger, Cenaufit. 16; 9., 10., 18., 19. Beairt: bei Schult, Sobrechtstr. 64, Vortrag. -90. Abt. 7% Uhr Kasino, Weichfelstr, 8, Abteilungsversammlung. 91. Abt. 20., 21., 39., 40. und 50. Besirt Bablabend bei stöfter, Staris. gartenstr. 4; 37. und 42. Bezirk Bablabend bei Berndt, Reuterstr. 80; 38., 41., 48, und 49. Bezirk bei Mischke, Münchener Str. 23. 94. Mot. 7 Uhr Sablabende: 51/52. Bezirk: Lokal March, Schiller promenade 39; 65/66. Bezirk: Baben des Gen. Mürer, Serrfurthſtr. 19: 64., 67., 68., 76-78. Bezirk: Lokal Günther, Schillerpromenade 11. 95. Abt. 7% Uhr bei Grieger, Leffingstt. 9. Bortrag des Gen. Mader holz: Die politische Lage". 97. Abt. 7% Uhr Zahlabende: 79., 89., 90. und 91. Bezirk: Kukli, Leineftr. 1; 92., 104., 105. und 100. Bezirk: Helbig( früher Nerlich), Siegfried, Ede Neißestraße. In beiden Lokalen 98. Abt. Die AbteiWahlen der Delegierten zum Bezirksparteitag. lungsverfammlung für Jult fällt aus. 99. Abt. Brit. Die Genoffen nehmen am Gruppenappell bes Reichsbanners 8 Uhr Jugendheim Briz. Chauffeeftraße, teil. Republikaner als Gäste find mitzubringen, 101. Abt. Treptow. Der Bahlabend im Jult fällt aus. Die Bezirksführer bolen bon ber Spedition Material ab. 102. Abt. Baumschulenweg. 7½ Uhr bei Borgmann, Baumschulenstraße, bteilungsversammlung. Bortrag der Genoffin Hanna, M. b. 2. 103. Abt. Oberschöneweibe. 7% Uhr Vereinshaus Bur Post", Vortrag des Gen. Landa. 104. Abt. Nieberschönewelbe. 7½ Uhr Mitgliederversammlung Lokal Schmidt, frither Rosenberg, Berliner, Ede Rubower Straße. Bortrag der Gen. Dr. Wegschneider, M. b. 2. über: Führer und Maffe". 114. Abt. 7 Uhr bei Lauter, Stroffener Str. 14, Mitgliederversammlung. Vortrag des Gen. Benzow fiber:„ Das Sachverständigengutachten". Lichtenberg 115. Abt. 7% Uhr Schulaula Kronprinzenstraße. Referent: Gen. Turm. 117. Abt. 7 Uhr Bahlabend im Beichensaal der Schule Lückftraße 60. Vortrag des Gen. Nogal:" Der freie Mensch." 118. Abt. 8 Uhr Abteilungsverfammlung bei Zempel, Gudrunstr. 7. 119. Abt. 7 Uhr gemeinsamer Bablabend im Cazilien- Chzeum, Rathausstr. 8. Tagesordnung: Neuwahl der Abteilungsleitung. Wahl der Delegierten sur Kreisvertreterberfantmlung und Bezirtstag. 121. abt. Satishorit. 7% be Rennbahn", Trestowallee, Ede stiebrig-milbelm-Bromenade.org des Gen. Wiffell über:„ Das Sachverständigengutachten und Reparations fragen". Gäfte willfommen. 122. Abt. Bießdorf. Der Bahlabenb finbet nach der Werbeberfammlung des Reichsbanners statt. 7½ Uhr Schule Bretenwalder Straße mit 127. Abt. Hohenschönhausen. gliederversammlung. 128./130. Abt. Bankow. 7% Uhr Bablabend in folgenben Bokalen: 1. Gruppe bet Serotvitt, Kaifer- Friedrich, Ede Berliner Straße. 2. Grubbe bei Mees, Berliner Straße, Ede Lindenpromenade. 3. Gruppe Stiffingenftraße 4. 4.- 6. Gruppe im Jugendheim, Brette Str, 32. Bortrag. ftraße. Bortrag des Gen. Buschmann, 7. Gruppe Storitfowett, Floraftr. 8. und 9. Gruppe bet Dohnke, Wollant 131. Abt. Nieberschönhausen. 7½ Uhr Lokal Schönherr, Schloß Schönbaufen, gemeinfamer Bablabenb. " 133. Abt. Buchholz. 7½ Uhr bei Road, Sauptstr. 71, Abteilungsversammlung. 134. Abt. Buch. 8 Uhr bei Göpfert am Bahnhof Bortrag des Gen. Bernhard Göring über die Politische Lage und die Lehren des Parteitages". 136, Abt. Reinidendorf- Oft. 7% Uhr Bezirksabende in folgenden Lokalen: 1.- 3. Bezir! bei Rofad, Provinzftr. 61; 4. Bezirk beim Gen. Grob, Brovingftr. 101; 5.- 6. Bezirk bei Runge, Gees, Ece Aegirstraße; 7., 8., 9. Bezirk im Jugendheim Seebad, Residenzftr. 49; 10. unb 11. Bezirk im Lokal Steinbach, Schillerpromenade 48; 12, und 13. Bezirk im Jugendheim Geebab, Resibenaftr. 49; 14.- 16. Bezirk im Bürgergarten, Sauptfte. 61. Die Bezirksführer werden ersucht, hierzu burch Sandzettel einzuladen. 137. Abt. Reinidendorf. 7% Uhr im Boltshaus Scharnweberstr. 114, Bortrag: ,, Das Sachverständigengutachten". 138. Abt. Sermsborf. Der Zahlabend fällt aus.- Für die nächste Versammlung ergehen besondere Einladungen. 139. Abt. 8 Uhr im Jugendheim Bahnhofftr. 15, Borttag bes Genöffen Bartels, M. b. 2.: Die politische Lage und die Lehren des Parteitages. Berschiedenes. 140. Abt. Borfigwalbe. 7 Uhr bei Boltschach, Ernftfte. 1, Bortrag: Bericht Dom Barteitag". Ref. Gen. Bernhard Krüger. 141. bt. Rofenthal. 8 Uhr bei Schmidt, Lindenallee 48, Vortrag des Gen. Rople: Die politische Lage und die Lehren des Parteitages". Jugendveranstaltungen. Anmeldungen zum Ferienaufenthalt( für die Zeit nach dem 20. Juli) im Landheim in Brandenburg werden noch im Jugendfekretariat, Lindenstr, 3, 2. Hof, 2 Tr., 8immer 11, entgegengenommen. Heute, Dienstag, den 8. Juli: Moabit II: Jugendheim Schule am Stephanplay, Distuffionsabend: Was follen wir lesen?" Besten: Jugendheim Baugewertschule Rurfürstenstr. 141, Bortrag: Erste Silfe bei Unglüdsfällen". Schöneberg II: Jugendheim Schule Frankenstr. 10, Borttag: Reichsverfassung", 1. Teil. Steglig I: Jugendheim Schule Albrechtstr. 47, Bortvag: ,, Stellung der SAJ. zur Religion und Rirche". Bannsee: Sugenbheim Reichensaal Schalstraße, Mitgliederver. fammlung abends 7 Uhr. Reukölln IV: Jugendheim Schierkeftr. 44, Bortrag: Neukölln VI: Jugendheim Schule Raiser- Friedrich- Str. 4, Bortrag: Entwicklungsgeschichte der Erde". Hermsdorf: Jugendheim Roon ftraße, Mitgliederversammmlung. ,, Das Wandern". 1 Sport. Rennen zu Ruhleben am Montag, den 7. Juli. 1. Rennen. 1. True For( Jauß fr.), 2. Cobra(. Dinse), 3. Feder nelle( F. Schmidt). Toto: 136: 10. Blab: 29, 24, 25:10. Ferner liefen: Elfchen, Diana VII, Ostermagda, Aberglaube, Lady Petaurist, Lasbeter, Fred Will. jr., Della. 2. Rennen. 1. Ludwig R.( W. Krauß), 2. Cadiac Agworthy( J. Allen), 3. Baron Watts jr.( Ad. Freundt). Toto: 408: 10. Blag: 78, 65, 17:10. Ferner liefen: Hauptmann, Lumpt, Paula Bingen, Prinzeß Pia, Stegleicht, Dompfaff I, Pontresina, Maikönigin I, Clärchen M, Karneval, M. P., Dolina, Flieger, Ypsilanti, Natter, Allertony. 3. Rennen. 1. Belvedere( Hm. Schleusener), 2. Primus( E. Ringius), 3. Hersteller( F. Schulz). Toto: 12:10. Bla: 11, 12, 12:10. Ferner liefen: Meifter B., Baron Nushaga, Jugendliebe, Jdafa, Erane. 4. Rennen. 1. Barometer( G. Herforth), 2. Arworthy J.( E. Bauer), 8. Heiderose B.( A. Frömming). Toto: 118: 10. Blaz: 32, 24, 21: 10. Ferner liefen: Flora Bingen, Aftorie, Nachtfalter, Allene, Edinhard, Ostermagda, Nebel, Heideprinz I, Armida, Bismark, Adler. 6. Rennen. 5. Rennen. 1. Precious Watts( L. Weiß), 2. Wildlaze( H. Grube), 3. Florian( Hm. Schleusener). Toto: 25: 10. Play: 10, 10, 10: 10. Ferner liefen: Importation, Linste, Prinzessin Etawah, Michel Angelo. 1. Bilaska( E. Ewiger), 2. Verdun( G. Baade), 3. Paul B.( Alb. Freundt). Toto: 79:10. Blab: 21, 29, 17:10. Ferner liefen: Matador I, Lucullus, Falter, Fürst, Berthold, Feuerwehr 1. Schwarzwaldmädel( H. Baade), 2. Coriolanus Toto: 55:10. Blak: ( G. Lautenberg), 3. Mignon Forbes( Großmann). 13, 15, 14:10. Ferner lieien: Barmaid, Benedict, Jduna, Capua. 8. Rennen. 1. Willy A.( Weidmüller), 2. 8ora( Broßmann), 3. Nora ( E. Ringius). Toto: 26: 10. Blaz: 11, 11, 18: 10. Ferner liejen; Lebenslust, Kapitain Halle, Denkmünze, Paula A. 7. Rennen. 9. Rennen. 1. Odysseus( R. Fisch), 2. Harry W.( B. Czerfon), 3. Schlips( A. Rüdert). Toto: 94: 10. Blak: 23, 31, 28 10. Ferner liefen: Barde, Filmbiva, Angriff, Leichtsinn, Manfred, Clematis blau. GU Arbeiter- Sport Historisches zum Kreisturnfest. Bom 19. bis 21. Juli findet das 12. reisturnfest des 1. Kreises des Arbeiter- Turn- und Sportbundes in Spandau statt. Diese Kreis turnfeste haben eine größere Bedeutung als die vielen eintägigen oder halbtägigen Sportfeste. Aus der ganzen Provinz Brandenburg, ausschließlich der Laufih, die jetzt zu einem anderen Kreise gehört, strömen die Massen an einem Drte zusammen. Turner und Turnerinnen eilen herbei, um ihre Leistungen auf den verschiedenen Ge bieten der Körperkultur zu zeigen, Leichtathleten, Fußballspieler, Schwimmer sind zur Stelle. Die Feststadt Spandau wird thre Mühe haben, um die Massen unterzubringen, die während der Festtage Quartier benötigen, denn in der Großstadt mit den engen Wohnungsverhältnissen ist dies weit schwieriger als in einer Provinzstadt. Die gemeldete Teilnehmerzahl übersteigt die aller bisherigen Feste. Die Arbeiten beginnen bereits am Sonnabend früh, das Hauptprogramm soll ohne Unterbrechung bis zum Sonntagabend durchgeführt sein. Wenn wir in Erwartung des Gewaltigen dieses großen Festes find, so wird es gewiß interessant sein, die bisherigen Fefte furz Revue passieren zu lassen. turnfest fand 1900 in Neukölln- Briz mit 2500 Teilnehmern und Dauerrudern des Freien Ruder- und Kanu- Bundes. Oberschöneweide das diesjährige Dauerrudern statt. Dem zahlreich Am Sonntag fand, vom Wetter begünstigt, am Strandschloß erschienenen Publikum fonnten die Arbeiterruderer einen guten Sport zeigen. Es wurden auf der 9% Kilometer langen Strede folgende Zeiten gefahren: mel, R. Rube, E. Marg, W. Scior. St.: R. Münchenhagen. 2. R. B. Frei1. Rennen: Anfänger- Bierer: 1. R. B. Vorwärts 42 Min. 16 Get. G. Hum heit 44 Min. 28,8 Get. 2. Rennen: Doppelvierer für Junioren: 1. R. B. Vorwärts 40 Min. 0,6 Set. D. Voz, G. Pollert, S. Haster, E. Reint. St.: F. Denkmann. 2. Ruderfreunde- Bereinigung 40 Min. 44 Set. 3. Rennen: Vierer für Junioren: 1. R. V. Collegia 39 Min. 35,2 Get. E. Kaulfuß, 5. Brückmann, F. Raulfuß, E. Quaft. St.: B. Raufmann. 2. R. V. Vorwärts Dresden- Laubegast& Min. 36 Get. Wt. Seffe, S. Danzig. 2. Freie Kanufahrer 40 Min. 23,6 Gef. 4. Rennen: Doppeltajat( Scharpie): 1. Freie Bootsfahrer Berfin of the 5. Rennen: Doppeltajat( Rundspant): 1. Ruder freunde- Bereinigung 54 Min. 36,4 Ger. F. Lovenstein, E. Dreßler. 2. Ruderfreunde- Bereinigung 57 Min. 5,4 Get. 6. Rennen: Einer mit Steuermann: 2. Pichelsberger Rubergesellschaft 53 Min. 28,2 Get. 1. Ruderfreunde- Bereinigung 53 Min. 1,4 Get. R. Milat. St.: M. Loffler. 7. Rennen: Doppel zweier ohne Steuermann: 1. Pichelsberger Rudergesellschaft 43 Min. 48,2 Get. 8. Rennen: Doppelzweier mit Steuermann: 1. R. V. VorMafch, Gabegaft. wärts 46 min. 24,4 Get. F. Koher, W. Seifert. St.: R. Ludwig. 2, R. V. Freiheit 47 Min. 26,4 Set. 9. Rennen: Leichter Vierer: 1. R. V. Freiheit 43 Min. 184 Ger. D. Härtel, B. Mehles, W. Burkert, G. Genegel. Gt.: E. Sammer. 10. Rennen: Senioren- Doppelvierer: 1. Ruderfreunde- Vereinigung 44 Min. 22,2 Set. B. Bosinger, F. Riemer, A. Krliger, F. Mener. St.: R. Miller. 2. R. B. Collegia 48 min. 24 Get. 11. Rennen: Erster Vierer: 1. R. B. Borwärts 40 Min. 44 Get.$. Denson, E. Drößler, B. Lehe mann, C. Scharfschwert. St.: D. 8ad. 2. R. B. Freiheit 42 Min. 41,2 Get. Ausschreibungen! ballspiele, 2 × 7 Mann, 27 min., a) Jugend, b) Männer. Die Wettkämpfe Im Jahre 1894 fand das 1. Turnfest in Ludenwalde statt. Die Arbeiterturnvereine waren erst neu gegründet und noch flein an Zahl, so daß der große Vorgarten eines Restaurants genügend Blah zu dieser erften Probe bot Das 2. Kreisturnfest fand 1896 in Brandenburg a. b. 5. mit etwa 700 Teilnehmern statt. Hier trat bereits eine Damenabteilung der Freien Turnerschaft Neukölln- Briz an, die als etwas ganz neues einiges Aufsehen er regte, während die Turnerinnen von Fichte" noch die öffentliche Freie Schwimmer Norben, Berlin 1893. Ausschreibung zum lokalen Schaustellung" vermieden. Fichte" holte sich hier 20 Preise( Di Schwimmfest am Sonntag, den 27. Jult, nachmittags 8 Uhr, im WasserSportplag Plögenfee. Programm: 1. Eröffnungsstafette, bel., 5X100 plome) von 40 ausgegebenen. Im Jahre 1898 mar Rottbus Meter. 2. Männl. Jugendrückenschwimmen, 100 Meter. 3. Männerbrusts die Feststadt. Das Wetturnen war inzwischen durch einen Beschluß schwimmen, AI. B, 100 Meter. 4. Weibl. Jugendbrustschwimmen, 100 Meter. des Bundes verboten, und so stand nur das Maffenturnen auf dem 5. Männl. Jugendlagen stafette, 4X100 Meter. 6. Schauspringen. 7. Alte. Herren- Schwimmen über 35 Jahre, 100 Meter. 8. Männl. Jugendseite. Programm. Musterriegen turnten zwar, aber ohne Wertung, fo fchwimmen, 100 Meter. 9. Männerrüdenschwimmen, 100 Meter. 10. Frauen daß die Ausführung nicht mustergültig war. Ein Maffenturnen des rüdenstafette, 3X100 Meter. 11. Männerschwimmen, bel., RI. A, 100 Meter. 2. Bezirks, 100 Tuner an 8 Barren, fand gute Aufnahme. Die Teil. 2. Männl. Jugendbruftschwimmen, 100 Meter. 13. Rnabenschwimmen, bel., 100 Meter. 14. Alte- Herren- Lagenftafette über 35 Jahre, 4X100 Meter. nehmerzahl betrug 1500. Die Turnerinnen machten gute Pro 15, Männerhauptschwimmen, 500 Meter. 16. Frauenbrustschwimmen, 100 Meter. 18. Männerschwimmen, KI. B, paganda, und mancher Kottbuser Bürger war erstaunt, daß auch 17. Mädchenbrustschwimmen, 100 Meter. 100 Meter. Das 4. Kreis. 19. Weibl. Jugendrückenschwimmen, 200 Meter. 20. Männer. Frauen und Mädchen turnen, und sogar öffentlich! Tagen stafette, 4X100 Meter. 21. Rnabenbruststafette, 4X100 Meter. 22. Waffer. find offen für alle Schwimmvereine des Bundes und werden nach der AWO. ausgetragen. Die Bahn ift 100 Meter lang, 20 Meter breit, Tiefe 4-5 Meter, stromfrei. Gestartet wird mit Startsprung. Jeder Teil nehmer hat sich zwei Programmnummern vorher beim Startordner zu melden, Rampfrichter nichtfolgend schließt von der Teilnahme des Wettkampfes aus. und Beitnehmer find namentlich mitzumelden. Stoppuhren und Wasserbälle find mitzubringen. Kampfrichterfizung nachmittags 2 Uhr in der Waldhütte Dreier" Alle genannten Rampfrichter haben pitnktlich zu erscheinen. erbefch I u Montag, den 21. Juli, abends 6 Uhr; Meldeeröffnung abends 8 Uhr. Meldungen sind mit dem Kennwort Meldungen" an Schwimm. senoffen Ernst Schwebler, Berlin N. 20, Wiefen ftr. 7, zu richten. Ausschreibung zum Gruppensportfest ber Rorbgruppe bes 4. Bezirks am 17. August in Steglig auf dem Sportplat Ringstraße vormittags 9 Uhr. Um Fleibelotal: Schule Ringstraße. Bormittags 9 Uhr Borkämpfe: Männer und Jugend: Fünffampf in Weitsprung mit Anlauf, Hochsprung aus dem Stand, Kugelstoßen, Speerwerfen und 100- Meter- Lauf. Turnerinnen: Dreikampf in Weitfpung, Kugelstoßen und 100- meter- Lauf. Männer: 4X100- meter- und Schwedenstafette, 8000- meter- Lauf und 1000- Meter- Gehen. Jugend: 4X100- Meter- Stafette und Schwedenfbafette, 1000- Meter- Bauf und 1000- Meter- Gehen. Turnerinnen: 4X100- meter- Stafette. Gemischte Stafette: zwei Jugendturnerinnen, zwei ältere Turnerinnen, zwei Jugend turner und zwei ältere Turner. Nachmittags Uhr: Umzug, Freibungen, Endlämpfe, Turn- und Fußballwettfpiele. Meldungen mit Gidrtgelder, pro Teilnehmer 30 Pf., find bis fpätestens 4. Auguft an Fr. Neumann, Gruppensportwart, Berlin- Lichtenrade, Raiserftr. 15, zu fenben. Das Start gelb gilt für bie Teilnehmer gleichzeitig als Eintrittsgeld und werden die Rarten bafür den Bereinen nach der Meldung zugesandt. etwa 8000 Buschauern statt und nahm einen guten Verlauf. Im Jahre 1902 war For st i. d. 2. die Feststadt und brachte eines der schönsten Feste, aber mehr in geselliger Beziehung, während bas Turnsportliche infolge des Wetturnverbots zurücstand. Die Teil nehmerzahl betrug 2000, aber zum allgemeinen Riegenturnen traten nur 300 an, ebenso bei den Freiübungen. Die Musterriegen waren Das 6. Kreisturnfest fand 1904 in Ludenwalde mit gut. 2000 Teilnehmern statt. Es sollte eigentlich in Rathenow stattfinden, aber die dortigen Wirte verweigerten ihre Lokale aus Angst vor der Deutschen Turnerschaft. Ein gutes Gelingen brachte das 7. Kreisturnfeft 1906 in Spremberg mit 8000 Teilnehmern. Hier war 1908 Der das Musterriegenturnen bereits wieder zugelaffen. sammelten sich die Arbeiterturner zum 8. Kreisturnfest in Bran denburg a. d. H., der Wiege des Arbeiter- Turn und Sport bundes. Das Fest war groß angelegt und fand auf einer Radrenn bahn statt. Hier fanden bereits Fünf und Dreifämpfe statt, sechzig Musterriegen traten an, die Teilnehmerzahl betrug 3000. Beim Feftzug bildete die Arbeiterbevölkerung in Maffen Spalter. Am Nachmittag machte ein Unwetter leider die weiteren Darbietungen unmöglich. Das 9. Kreisturnfest fand 1910 in Finsterwalde auf dem eigenen Platz des bortigen Vereins statt. Teilnehmerzahl 3000, 1000 zu den Freiübungen, 5000 Zuschauer. Gezeigt wurde u. a. ein Maffenturnen an Geräten, ferner Reulenschwingen, 120 Männer, und Stafettenlauf. Fürstenwalde beherbergte 1912 das 10. Kreisturnfest bei 3500 Teilnehmern. Die Wettkämpfe begannen hier zum erstenmal bereits Sonnabend nadymittag mit Sechs- und Fünffampf. 900 Turner in weißer Kleidung zeigten Keulenübungen in erafter Ausführung, 400 Turnerinnen Stabübungen. Das Wett turnverbot war aufgehoben, daher Einzelwettkämpfe, ferner fiebzig Musterriegen. Das 11. Rreisturnfest fand nach längerer Unterbrechung durch die Kriegsjahre 1921 in Guben auf eigenem Blaz statt. Die Stadt war reichlich geschmückt, freilich waren die wilhel minischen Fahnen vielfach noch nicht durch die republikanischen exsetzt( wie es heute auch noch in Berlin ist). Ein vielseitiges turnfportliches Programm tam zur Ausführung, Fußball, Hoden und andere Bettspiele, Massenturnen u. a. an 18 Barren. Teilnehmer. zahl 4000. Das 12. Kreisturnfeft in Spandau mird alle feine Borgänger an Teilnehmerzahl wie auch Masse und Qualität der Darbietungen überflügeln. Außer den zahlreichen Einzelwettkämpfen werden das Vereinsturnen nach füddeutschem Muster und die rhythmisch- gymna ftischen Massenübungen der Männer und Frauen den Glanzpunkt bilden. Möge das Wetter günstig sein, damit nicht diese große De monstration für die Volksgefundheit und Körperkultur zu Wasser wird! Quer durch den Müggelsee. Bom schönsten Sommerwetter begleitet, ging am Sonntag das Dauerschwimmen des 6. Bezirks auf der Strede Ret. tungsstation Rahnsdorf- Müggelschlößchen vor sich. Für die Arbeiter schwimmbewegung war es ein voller Erfolg. Tausende hatten sich am Ziel eingefunden, um Zeugen der Endfämpfe zu sein. Die von den Schwimmern erreichten Zeiten sind durchweg als gut zu bezeichnen. Besonders hervorzuheben ist Bluhm, FS. Neukölln, welcher als Beinamputierter die ganze Strecke bewältigte in der Zeit von 2 Stb. 12 min. Die Schwimmer hatten teilweise gegen Wind zu tämpfen, wodurch das Schwimmen sehr beinträchtigt wurde. Gleich nach dem Start schälte sich die A- Klasse heraus und übernahm die Führung. Dahle( Neukölln), dicht gefolgt von Krause( Steglik), Göthe und Klein( Neukölln). Bis zum Ziel blieb die Reihenfolge diefelbe. Bersuche, die Spigen zu überholen, scheiterten an der Wachsamkeit der Schwimmer. Die Absperrung und Begleitung auf der Strecke übernahmen die Arbeiterangler im Berein mit Seglern, welchen volles Lob gebührt. Für die ermatteten Schwimmer sorgte ein Boot des Wasserschuhes. Von 55 gestarteten Schwimmern erreichten 44 das Ziel. Nachstehend die Ergebnisse: Männer, Klaffe A: 1. Dahle( F. G. Neukölln) 1 Gtd. 11 Min. 10 Get.; 2. Krause( F. G. Steglit) 1 Std. 11 Min. 30 Gef.; 2. Göthe( F. S. Neukölln) 1 Gtb. 15 Min. 12 Gct.; 4. G. Klein( F. G. Neukölln) 1 Gtd. 15 Min. 39 Get. 5. Fechner( Delphin- Tegel) 1 Std. 19 Min. 5,2 Set.; 6. Singe( B. S. Union) 1 Std. 21 min. 00,4 Ger. Männer, Iaffe B: 1. Rühne( Delphin- Tegel) 1 Std. 26 Min. 5 Get.; 2. Außer Kont.: Dietschke( F. G. Neukölln) 1 Stb. 27 Min. 41 Sef.; 3. Herde( F. G. Steglig) 1 Std. 36 min. 54,4 Get.; 4. Schröter ( Neptun- Weißenfee) Etb. 37 Min. 00,8 Get.; 5. Richter( F. G. Neukölln) Std. 37 Min. 40 Get.; 6. Neumann( Müggelsee) 1 Std. 38 Min. Frauen: Muller( Charlottenburg) 2 Std. 6 Min.-Jugend, männl., 14-17 Jahre: 1. Wundram( F. S. Steglig) 1 Std. 26 Min. 00,7 Get.; 2. Schirmer( Delphin Segel) 1 Gtb. 27 min. 50 Get.; 3. Bölte( Neptun- Weißenfee) 1 Gtb. 28 Min. 59 Get.; 4. Etechert( F. S. Norden) 1 Std. 39 min. 58 Get. Dixin Henkel's Seifenpulver Ausschreibung file bas 2. Serbftfportfest des Sportvereins Moabit am 7. Ceptember auf dem Sportplag Tiergarten( Bhf. 800). Genehmigt vom Bundessportausschus, offen für den Bund. a) Männer: 100- Meter, 800- Meter- Lauf, 8000- meter- Gehen, Sochsprung_m. Ant., Weitsprung m. Ant.. Stabhochsprung, Kugelstoßen, 7% Rilo, Distuswerfen, ½- Stunde Baarlaufen. Stafetten: 4X100 Meter( Alafsen A und B), 8X200 Meter( Klassen C, D, Turner), 3X1000 Meter( für alle Klassen, gesonderte Wertung), 20X% Runde. ( Kleinere Vereine tönnen tomb. Mannsch. stellen.) b) Jugend: 100- Meter Lauf Die Lauf ( 2 Klaffen: 06-7 08-09), 3000- Meter- Lauf, Hochsprung m. Ant. ( 2 Rlaffen: 06-07, 08-09), Weitsprung m. Anl., Stabhochsprung, Rugelstoßen, Rilo, Speerwerfen, 4X100- meter- Stafette, Olympische Stafette. o) Sport. Terinnen: 100- Meter- Lauf, Weitsprung m. Anl., Hochsprung m. Anl., Distuswerfen, Rugelstoßen, 5 Rilo, 4X100- Meter- Stafette. d) Aelfere Sortier über 30 Jahre: 100- Meter- Lauf, Rugelwerfen, 5 Rilo. 4X100- Meter- Stafette. e) G chitler: 10X100- Meter- Stafette. bahn hat eine Länge von 450 Metern. Die Wettkämpfe finden nach den Be stimmungen der Bundeswettkampfordnung statt. Die Teilnehmer find durch die Vereine namentlich mit Geburtsangabe( auch Stafettenläufer namentlich) unter Beifügung des Startgeldes an die Geschäftsstelle des Vereins, Erich Richter, Berlin N. 21, Wiclefftr. 20, au richten. Das Startgeld beträgt für a und d pro Ronkurrenz 25 Pf., Mannschaft 1 M., für b und e 15 Pf., Mannschaft 50 Pf. Meldeschluß ist am 24. Auguft 1924. Jeder Groß- Berliner Berein ist verpflichtet, bei der Meldung mindestens einen Rampfrichter namentlich mit einzureichen. Auswärtige Bereine werden ersucht. wenn irgendmöglich, Quartierlifte fowie Ankunftszeit bei der Meldung mit aubeilen. Nachmeldungen werden nicht angenommen. Die Borkämpfe für Jugendliche beginnen 10 Uhr vormittags, Männer und Frauen 1 Uhr nach mittags. Saupttämpfe 8½ Uhr nachmittags. Der Turn- und Sportverein Eiche- Köpenid veranstaltete am legten Sonntag sein 3. Vereinssportfest. Am Vormittag fand ein Vereinsachtkampf statt, an dem sich drei Vereine beteiligten, der von Oberspree gewonnen werden konnte. Die sportlichen Wett fämpfe am Nachmittag wurden von Kinderfreiübungen und einem Raffballspiel Friedrichshagen- Röpenid eingeleitet. Bei den sport lichen Wettkämpfen befriedigten vor allem die Sprungleistun gen der Männer und die Gesamtleistungen der Jugendlichen. Beim Hochspringen konnten Siggert( Lichtenberg) und Zain( ASC.) 1,70 Meter überspringen. Beim Dreisprung ftellte Giggert einen neuen Bundesrekord mit 13,51 Meter auf. Auch Halmig- Köpenic Derbefferte seine Leistung auf 13,17 Meter. Beim Weitsprung gelang es Pfarr, mit einem Sprung von 6,45 Meter eine neue Höchstleistung aufzustellen. Auch hier sprang Halmig 6,30 Meter. Damen- Schwimmverein Berlin 1923. Der Verein ist jetzt Gonnabends nicht mehr auf dem Sportplag 4, Schönhauser Allee, fondern Freitags, abends von 7-9 Uhr auf dem Plaz an der Einsamen Pappel, Schönhauser Allee, Ecke Cantianficaße. Unfere Mitglieder spielen und turnen zufammen mit der Sportlichen Bereinigung Roland. Weiter fönnen unsere Mitglieder auch am Sallenturnen teilnehmen. Turnabende für Frauen und Mädchen sind Diens tags und Donnerstags. Bon 6-8 Uhr turnen Mädchen und von 8-10 Uhr Frauen unter Leitung des Turn- und Sportvereins Roland, in der Turnhalle Carmen- Sylva- Str. 25. Freitag, den 11. Juli, abends 8 Uhr, Borstandssigung Die Abteilung Rorben III des Berliner Arbeiter- Schachtlubs tagt ab 8. Juli bei Carus, Boltastr. 37. Spielabenb jeben Dienstag 8 Uhr. Unterricht wird erteilt. Gäfte herzlich willkommen. bei Linke ,, Buchholzer Str. 4. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch, 7 Uhr, engere technische Aus. schußigung bei Rohl, D. 12, Weichselstr. 19. Montag, 14. Juli, Punti 8 Uhr, Turnhalle Pantstr. 18, legte Probe der Vereinsriege und Gemeinschaftsriege für Turnerinnen. Alle Frauenturnwarte möglichst genaue Angabe der Teilnehmerzahl an den Riegen mitsenden. Dienstag, 15. Juli, große Brobe Schöneberg. des Vereins zum Kreisfest, Turnhalle Pantstr. 18, Punkt 8 Uhr. Trainingabende der Sportabteilung jeden Mittwoch und Freitag, außerdem Sonntags vormittag, auf dem Dominicus- Sportplag. Während der großen Ferienzeit steht uns die Plazbenukung ab 4 Uhr zu. Gäste willkommen. Ruberverein Collegia, Charlottenburg. Am Dienstag, den 8. Juli, abends 8 Uhr, Vorftandssigung im Bootshaus Tiefwerder. Freie Schwimmer Steglig- Lichterfelbe, c. B. Jeden Donnerstag abend ab 19 Uhr gemeinsame reservierte Uebungsstunde im Schwimmbad der Luftbade. gesellschaft Steglig, Nauhe Berge, Luftbadeweg 152., Bestes Seifenpulver Dixin erictonact 008 a 0000 000000 ist sparsam im Gebrauch und von ausgezeichneter Wafchwirkung. Henkel 3 Aus der Partei. Ferienreisen des Reichsausfchuffes für sozialistische Bildungsarbeit. Der Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit veranstaltet in diesem Jahr zum erstenmal eine Reihe sozialer Studien. reifen, die zum Schauen und Denten anregen sollen. Zwet ist, die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Arbeiterschaft, die Arbeiter bewegung und ihre Einrichtungen fennenzulernen. Durch persönliche Fühlungnahme mit der sozialistischen Bevölkerung, burch gemeinsame Zusammenfünfte mit den Vertretern der Arbeiterorganı fationen der zum Besuch vorgesehenen Orte und Länder soll der gegenseitige Gedankenaustausch und das mittelbare Sichfennen- und Berstehenlernen gefördert werden. Neben den soziologischen und fulturhistorischen Studien werden geologisch- naturwissenschaftliche Betrachtungen gepflogen, ebenso wird das landschaftlich Schöne und Charatteristische den Teilnehmern erschlossen werden. Besonders zu empfehlen sind die folgenden beiden Inlandsreisen: 1. Riefengebirge- Waldenburger Industriegebiet. Leiter: Redakteur en de muth, Waldenburg. 1. Tag: Sammeln in Hirschberg, von dort Eisenbahnfahrt nach Mauer, Besichtigung der Talsperre, Rückfahrt bis Hirsch berg, Besichtigung der Stadt( Friedenskirche, Laubengänge am Ring).2. Tag: Fahrt bis Oberschreiberhau, Besichtigung der Josefinen- Hütte, Aufstieg neue schlesische Baude, Schneegruben, Peter- oder Daftebaude. 3. Tag: Rammwanderung über Spindlers und Prinz- Heinrich- Baude nach der Schneekoppe, Abstieg durch den Melzergrund nach Krummhübel, Steinfeiffen, Schmiedeberg. 4. Tag: Besichtigung der Bleicherei und des Genesungsheims in Zwischenstation Schmiedeberg, Fahrt nach Waldenburg, 5. Tag: In WaldenLandeshut( Besichtigung der Großweberei). burg Besichtigung der Kohlengruben, der Koferei, Porzellanfabrit, Gärtnerei Liebichau, Fürstenfetiner Grund, alte Burg. 6. Tag: Gärtnerei Liebichau, Fürstenfetiner Grund, alte Burg. Bad Salzbrunn mit Quellen, Hochwald, Waldheilstätten, Fahrt von Konradsthal nach Langwaltendorf, Wanderung Gröbersdorf, Oberreimswaldau, Lomnik, Niederwüstegiersdorf. 7. Tag: Fahrt Oberreimswaldau, Lomnik, Niederwüstegiersdorf. bis Wünschelburg, Aufstieg zur Heuscheuer, Abstieg nach Kudowa, Fahrt nach Breslau oder Görlig. Die Reise findet statt in der Zeit vom 11. bis 17. August. Für Fahrgelder ab Hirschberg. für Verpflegung und Unterbringung wird eine Ausgabe von 50 m. entstehen. 2. Berlin und Umgebung. 1. Tag: Werdegang der Stadt, Besichtigung der Altstadt und einiger neuerer charakteristischer Biertel und Gebäude, Bummel durch Berlin W. Berlin B. 2. Tag: Besichtigung eines Großbetriebes, des Museums für Naturkunde, der Betriebsräteschule. 3. Tag: Geologische Wanderung Erfner- Rüdersdorfer Kaltberge- Strausberg. Peiserp Warum? Weil jeder weiss, dass unsere Ausverkaufspreise an der Grenze höchster Billigkeit stehen. Weil jeder weiss, dass unsere Qualitäten in jeder Beziehung nur das Beste darstellen. Ganze Zeitungsseiten würden nicht reichen, um die gewaltigen Mengen detailliert aufzuführen, darum nur kurze Gruppenumrisse: Saifon -4. Lag: Besichtigung des BorwärtsBetriebes, Bartelarchivs, des alten Museums, der Konsumgenossenschaft. 5. Tag: Geologisch kulturhistorische Wanderung nach Sperenberg. 6. Tag: Besichti gung eines industriellen Großbetriebes, des neuen Museums, Aus flug nach Treptow. 7. Tag. Besichtigung der Erziehungsheime Am Urban und Zehlendorf, Dampferausflug nach Potsdam, Abschiedsabend in Pichelswerder. Für die Genossen und Genofsinnen, die unsere Reichshauptstadt einmal fennen lernen wollen, ist unter der Führung des Genossen Engelbert Graf hierzu Gelegenheit geboten. Für Privatquartier und Morgenkaffee werden pro Nacht etwa 2 M. zu rechnen sein, dazu kommt die Verpflegung, die jedem einzelnen überlassen bleibt. Zu den angegebenen Kosten tritt noch eine Teilnehmergebühr von 10 M. für jede Reise. Mögen recht viel Genossen und Ges noffinnen die hier gebotene günstige Gelegenheit benußen, um eine schöne und anregende Ferienwoche im Kreise gleichgesinnter Menschen zu verleben. Anmeldungen sind möglichst umgehend an den Reichsausschuß für sozialistische Bildungsarbeit( R. Weimann), Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, zu richten. Wetter für morgen. Berlin und Umgegend: Mäßig warm und ziemlich heiter bei mäßigen westlichen Winden, teine erheblichen Niederschläge. Für Deutschland: An den Küften vereinzelte leichte Regenfälle, im Binnenlande meist troden, überall mäßig warm. BEGINN: DIENSTAG D. 8. JULI verkau Das sagt alles! 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Kreuzelschreiber Kleines Theat. am Königsplatz Grete Bäck/ Karl Etlinger Täglich 72 Uhr: Leo Peukert/ Emil Lind Polenblut Jalius Sachs/ Otto Sauter- Sarto Deutsch. Theater Th.1.Admiralspalast Sommerspielzeit 84 U.: Der Erfolg d. Jahres Direktion: Staab und Gerner Tägl. 8 Uhr: MaxAdalbert u.Max Landa in Qubleute 11 Monate ununterbr. auf dem Spielplan ist die große Revue Drunter u drüber Deutsch. Opernhaus Regie: Max Landa Auftr.Kammersäng Richard Tauber Tägl. 8 Uhr: Anatol 700LOGISCHER GARTEN ZOOLOGI Täglich Gr. Konzert Kammerspiele 7% U.: Ein Märchen Aquarium Sommerspielzeit aus Florenz Direktion: Staab und Gerner Metropol- Theater Tägl. 8 Uhr: Die Freundin Der Weltschlager Seiner Exzellenz 8 U.: Mascottchen Regie: Walter F, Fichelscher Operette von Walter Bromme 8 mit Alice Hechy Thalia- Theater Gr. Schauspielhaus Uhr: Frasquita Der Vogelhändler Reichsballen- Theater 72 Uhr: Täglich 8 Uhr Theater a.Kottbuss.Tor Stettiner Täglich 8 Uhr: Ellic- Sänger TierkunstAusstellg. 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Baumschulen weg: Frau Rple. Riefholaftt. 180, Laben. Bernau. Röntaental, Repernid. Schönbrüd. Karow und Buch: Seinrich Brofe Bernau Mühlenftr. 5. Biesborf: W. Danneberg Bittoriaftr. 11. Birkenwerber: Frau Root Berkfelder Str. 6. Bohnsdorf: Sorlemann Genossenschaftshaus Paradies. Borgsdorf: Hans Zoppel, Giedlung IV. Borsigwalde: Gebauer, Schubertstr. 32, p. 8 Tr. Buchholz, Blankenburg: Wagner. Blankenburg, Burgwall. ftraße 63. Caputh: Mener Petsdamer Str. 5d. Charlottenburg 1: Gefenheimer Str. L. Charlottenburg U, Eisfeld, Tauroogener Str. 11. Friedenau: Rheinfir. 27, Ede Rönnebergstraße. Friedrichshagen: Mittenaw ei, Linden- Allee 14. Grünau: Bfügner. Röpenicker Str. 105. Salenfee, Grunewald, Eichlamp: Frau Road, Rios Senriettenplag. Privatwohnung: Ratharinenftr. 4. Seinersdorf: Frau Goldbach. Niederschönhausen, Schloß. allee 45. Sennigsdorf: Frau Rorbaitxit Rathenauftr. 3. Sermsdorf: Erich Anyth Frohnauer Str. 10. Sobenneuendorf: Wehli 3. Oranienburger Str. 2. Soppegarten: Rausch Seppegarten Birkenstein, Barzelle Nr. 119. Johannisthal: Lehmann, Raiser- Wilhelm- Str. 6. Karlshorst: Berndt, Riost, Bahnhofplag. Königswusterhausen: E. Meyer. Botsdamer Str. 9. Raulsbort: Bogt. Breberedstraße 19. Rovenia, Hirschgarten: Schlag Rieger Str. 6( Laden). Lichtenberg 1: Lichtenberg, Bartenbergstr. 1. Bichtenberg II, Rummelsburg, Stralan: Lichtenberg, Bog hagener Str. 62. Lichtenberg IV: Sepmer Röderstr. 54, Gartenhaus. Echöneberg: Belziger Str. 27. Lichterfelbe- Oft, Lantwig: S. Wenzel Lantwig. 8iethen. Genaig: Friebe wa Id, Chauffeeftr. 54. ftraße 15. Sichterfelbe Weft: Berndt. Stegliger Str. 19. Mahlsdorf: Wilhelm Rura, Hönower Str. 177. Mariendorf: Auauft Verv Chauffeeftr. 29. Marienfelde: Greulich, Berliner Str. 143. Rexenhagen Wenate Riegelftr. 71. Neukölln II: Siegfriedstr. 28/29. Neukölln I: Nectarstr. 2. Renkölln III: Biniler. Sobrechtstr. 40, v. I. Neukölln- Brig: Mittag. Briz, Chauffeefte. 82, Niederschöneweide: Schindler, Fennstr. 28. Rowawes: Rari Rrohnberg Eisenbahnstr. 10. Oranienburg: Seint. Loenhardt, Stralfunder Str. Oberschöneweide: Robert Baul Mathildenftr. 5. 6 Bankow: Nikmann Mühlenstr. 70. Rahnsdorf: Teichert, Forststr. 7. Reinidendorf- Oft Schönbola: Albert Bable. Brovina Reinickendorf- West: Bendt. Scharnweberftr. 114. Bolts. haus. Strake 56( Laden) Rosenthal: Emil Schöpfe. Rurfürstenstr. 7. Rubow: Otto Raifer, Waltersdorfer Chauffe.. Rüdersdorf, Kallberge, Tasdorf: Adolf Goerke. Ralfberge, Rhedenstraße 15. Sadowa, Raulsdorf- Süd, Mahlsdorf- Süb: Raulsdorf- Süd, Waldstr. 66. Schmargendorf I: Iista, Breite Str. 14. Siemensstadt: Gienzel. Brunnenstr. 6, v. I. Spandau: Brohm Achenbachstr. 7. Staaten: Böltel Eichenwintel 16. Steglig:: o ft. Schadenrute 2. Südende: Ludwig, Halskeftr. 86. Tegel, Tegelert: Spieß. Tegel. Schlieperftr. 52. Teltow: Säfel. Ritterstr. 29. Tempelhof: Sarsdorf. Berderstr. 31 v. pt. Reu tempelhof: Randler, Hohenzollerntorfo 5. Trebbin: Göring, Bahnhofstr. 62. Treptow: Regler. Riefholaftr. 18b. Waidmannslust: Rohde. Oraniendamm 10, Weißensee: Greunie, Langhansstr. 52. Wildau Hoherlehme: Ru d. Lettow. Wilhelmshagen, Beffenwinkel: Schulze, Wilhelmshagen, Wilhelmstr. 31. Wilmersdorf I: Buhle, Ludwig- Kirch- Plak 9, Stfl. IV. ilmersdorf II: Schubert, Wilhelmsaue 27. Sof I. Wilmersdorf III: 8immer, Augustastr. 34, Hof part. Wittenau Ribell Sauptstr. 65. Woltersdorf: Schurbaum Eichendamm 22. Zehlendorf, Schlachtensee, Ritolasice. Rehlendorf. Teltower Straße 3. offen: Witt. Bahnhofstr. 25. Beuthen, Miersdorf: A. Behling. Bahnhofstr. 2. $ enfchte, sämtliche Literatur fowie alle wiffenfchaftlichen Werke werden geliefert. Sonntags Kind die Geschäftsstellen geiclofen. Nr. 316 41. Jahrgang Wirtschaft 2. Beilage des Vorwärts Weitere Verschlechterung des Arbeitsmarktes. Die rüdläufige Bewegung auf dem Berliner Arbeitsmarkt hat unter dem Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse auch in der letzten Woche angehalten. Mit wenigen Ausnahmen haben sich in fast allen Berufsgruppen die Zahlen der Arbeit suchenden durch weitere Betriebseinschränkungen und schließun gen erhöht. Besonders auffallend ist der Zugang in der Holzindustrie, die an der Steigerung der Arbeitslosigkeit von insgesamt rund 3000 Personen mit 800 beteiligt ist. Eine kleine Belebung brachte das Handelsgewerbe, das durch Preisrückgänge und große Saisonausverfäufe zur Einstellung von branchefundigen Aushilfs= fräften für den Verkauf gezwungen ist. Zum Teil tann sogar dem Bedarf an jüngeren Kräften nicht entsprochen werden, während ältere noch in genügender Anzahl zur Verfügung stehen. Es waren 86 300 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 83 512 der Vorwoche. Darunter befinden sich 61 447 ( 60 282) männliche und 24 853( 23 230) weibliche Personen. Unterfrüßung bezogen 20 843( 19 433) männliche und 2859( 2563) weibliche, insgesamt 23 207( 21 996) Personen. Die Zahl der zu gemein nügigen Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 1334 gegen 1127 der Borwoche. In der Landwirtschaft ist noch eine gute Bermittlungs. tätigkeit vorherrschend, während bei den Gärtnern die Arbeitslosig. feit im weiteren Steigen begriffen ist. Auch in der Industrie der Steine und Erden ist ein merklicher Rückgang in den Beschäftigungsverhältnissen zu bemerken. In der Metallin. dustrie erstreckte sich die mehr und mehr zurückgehende Nachfrage in der Hauptfache auf einzelne Spezialfräfte und auf weibliche Arbeitskräfte. Im allgemeinen ist gegen die Borwoche eine weitere nicht unerhebliche Verschlechterung festzustellen. Die rückläufige Bewegung im Spinnstoffgewerbe hält unvermindert an. Berhältnismäßig gute Beschäftigungsverhältnisse bestehen noch in der Bellstoff- und Papierherstellung und verarbeitung, insbesondere für weibliche Personen. In allen Zweigen der Lederindustrie und Industrie leder artiger Stoffe sowie im o13. und Schnizstoffge werbe hat sich der Arbeitsmarkt durch zahlreiche Entlassungen und Betriebseinschränkungen erheblich verschlechtert. mittelgewerbe hat jetzt auch für Brauer nachgelassen. Die Der Beschäftigungsgrad im Nahrungs. und Genuß Zigarettenindustrie bietet noch verhältnismäßig gute Beschäftigungs möglichkeiten, dagegen macht sich in der Bigarrenindustrie eine größere Arbeitslosigkeit bemerkbar. Alle Zweige des Bekleidungsgewerbes weisen einen weiteren Rüdgang des Kräftebedarfs auf. Der Facharbeiterbedarf im Baugewerbe hat sich gesteigert. In den Hauptberufen ist im Baugewerbe hat sich gesteigert. In den Hauptberufen ist die Arbeitslosigkeit zurüdgegangen. Im Vervielfältigungsgewerbe ist die Vermittlungstätigkeit noch verhältnismäßig gut. Im Gastwirtsgewerbe bleibt der Beschäftigungsgrad gegenüber den Vorjahren erheblich zurüd. Für Lohnarbeit wechselnder Art blieben die Anforde= rungen gering. Die ungünstigen Beschäftigungsverhältnisse in den größeren Industriezweigen haben auch für die technischen Be rufe eine weitere Berschlechterung der Lage zur Folge gehabt. Kommunale Kohlenversorgung. Die außerordentliche Rohlenknappheit und Rohlenteuerung hat für die Gemeindebetriebe in der Inflationszeit außerordentlich Schwere Folgen nach sich gezogen. Um eine regelmäßige Belieferung aller städtischen Behörden, Schulen ufw. herbeizuführen, wurde seinerzeit auf Antrag der Sozialdemokratie von der Stadt die Berliner Brennstoffgesellschaft m. b. 5. gegründet, die später wiederholt Gegenstand scharfer Auseinandersehungen zwischen bürgerlichen Interessenten und unseren Genossen gewesen ift. Jezt liegt der erste Jahresbericht des Unternehmens vor, der die geradezu außerordentlichen Erfolge der kommunalen Brennstoffgesellschaft treffend beleuchtet. Bekanntlich liefert das Unternehmen auch an private Abnehmer und es hat große Mühe getoftet, um ihr dieses Recht gegen die Forderungen der privaten Kohlenhandels. intereffenten zu erhalten. Das Unternehmen wurde anfangs durch ungeschickte Geschäftsunternehmungen des ersten Geschäftsführers schwer geschädigt. Es hat sich aber von den Verlusten nicht nur sehr rasch erholt, sondern hohe lleberschüsse, die jetzt der Gemeinde und sozialen Zwecken zugute kommen, geliefert. Nach dem Geschäftsbericht, der die Entwicklung vom 1. April 1923 bis zum 31. März 1924 umfaßt, betrug der Jahresumsatz 179741 Tonnen Rohlen bzw. Briketts und 27 159 Raummeter Holz. Berechnet man bei der Lieferung der Kohlen an städtische Betriebe( Krankenhäuser, Schulen, 10 Prez., so wurden im Vergleich zu den vom Kohlenhandel geforDienststellen usw.) den gewährleisteten Rabatt mit durchschnittlich derten Konventionspreisen der Stadt 14 775 Torunen Kohle un. entgeltlich geliefert. Das ergibt für die Stadt eine Ersparnis von nicht weniger als 638 280 Goldmart. Außerdem erhielten die Abnehmer volles Gewicht und qualitativ hochwertige Kohle. Das ist bei den Kohlenhändlern häufig nicht der Fall Ferner erfolgte bie Zahlung an die Gesellschaft in der Regel erft 6 bis 10 Tage nach Lieferung. Die Gesellschaft hat von der Stadt feinerlei Rredite, die städtische Kämmereitasse erspart also die Betriebs mittel für die gesamte Kohlenbelieferung. Bei der am 30. November 1923 vorgenommenen Umstellung auf Goldmark wurden in die Bilanz die Werkzeuge, Geräte, Mobilien, Plageinrichtungen, Pferde, Wagen, Kraftwagen usw. bei einem tatsächlichen Verkaufswert von einer halben Million Goldmart mit 8 Goldmark in die Bilanz eingeftellt. Bei der Bilanz am 31. März erscheinen diefe Positionen wieder mit 8 M., trotzdem seit dem 30. November für 156 635 m. Neuanschaffungen erfolgt sind. Die Gesellschaft schließt trok dieser radikalen Abschreibungen ihr Jahr mit einem Gewinn überschuß von 360 136 M. ab. Von diesem Gewinn erhält die Kämmereiverwaltung zu wahltätigen Zweden 100 000 m., für Unterstützungsfonds und Wirtschaftsbeihilfen an Arbeiter und Angestellte werden 100 000 m. ausgeworfen. Außerdem 135 000 m. für Neuanschaffungen. Die Gesellschaft hat also einen ganz erheblichen Gewinn für die Stadt gebracht. Sie ist in Berlin das größte und feistungsfähigste Kohlenhandlungsgeschäft und wird Kohlenhandels mehr erschüttert werden kann. in furzer Zeit so dastehen, daß sie von keiner Scanfurrenz des Die Berliner Städtische Kohlenhandelsfirma wird auch im Laufe der Zeit ihne nicht zu unterschätzende Rolle für die Bildung des Kleinhandelspreises spielen. Schon jetzt ist sie in der Lage gemesen, bei der Preisprüfungsstelle der Argumentation der Interessenten und deren Selbstkostenberechnungskunststüden energisch entgegenzutreten. Ihre Entwicklung ist jedenfalls für die Anhänger städtischer Wirtschaftsbetriebe ein voller und glänzender Erfolg. Es zeigt sich auch hier, daß bei richtiger Anlage und Geschäftsführung solche Unternehmungen Gewinn abwerfen und für die Gesamtheit bedeutende Ersparnisse machen müssen. Der Ausweis der Reichshauptkaffe. Die Summe der Einzahlungen bei der Reichshauptkasse vom 21. bis 30. Juni betrug 158,9 millionen Goldmart, die Summe der Auszahlungen 160,8 Millionen Goldmart, mithin der Zuschußbedarf rund 1,9 Millionen Goldmart. Hiernach ergibt sich für den Monat Juni ein Gesamtzuschußbedarf von rund 1,4 Millionen Goldmart, gegenüber einem folchen für den Monat Mai von 13,5 und April von 20 Millionen Goldmart. Der Zuschußbedarf für das 1. Bierteljahr des Rechnungsjahres 1924 hat damit den Betrag von rund 35 Millionen Goldmark erreicht, der aus den Resten des von der Rentenbant dem Reiche bewilligten Rentenmarktredits gedeckt werden tonnte. Im Monat Juni betrugen die Ablieferungen der Oberfinanz- und BEGINN JULI SAISON Dienstag, 8. Juli 1924 Finanztassen, d. h. die Steuereinnahmen nach Abzug der von den Finanztassen zu unmittelbaren Zahlungen zurückbehaltenen Beträge, rund 382,3 Millionen Goldmart, was bei 23 Bahitagen einen Lages. durchschnitt von 16,6 gegenüber 17,3 Millionen Goldmarf im Bormonat ausmacht. Die Gesamtausgaben für den Monat Juni betragen ohne die von den Finanztassen unmittelbar geleisteten Zahlungen rund 440,9 Millionen Goldmart, was einem Tagesdurchschnitt von 19,2 Millionen Goldmark entspricht im Bormonat 19,7 Millionen Goldmart. Der Betrag von 440,9 millionen Goldmark verteilt sich auf bensvertrags mit 234,8 Steuerüberweisungen an Länder und Gedie allgemeine Reichsverwaltung einschließlich Ausführung des Friedensvertrags mit 234,8 Steuerüberweisungen an Länder und Ge26,5 Millionen Goldmark. meinden mit 179,6, Rüdfauf von Goldfchazanweisungen ufw. mit Die Reichsbant am Halbjahrsende. Die außerordentlich starten Ansprüche, die an die Reichsbank beim Quartalswechsel gestellt zu lich in einer starten Zunahme des Umlaufs an Reichs. werden pflegen, zeigen sich in dem Ausweis vom 30. Juni hauptsächbantnoten und Rentenbankscheinen, die nur zu einem ganz geringen Teil durch Inanspruchnahme neuer Kredite enistanden ist. In der Hauptfuche ist sie nielmehr zurüfzuführen auf die Ab= hebung vorhandener Giroguthaben So verminderten fich allein die Guthaben des Reichs und sonstiger öffentlich- rechtlicher Organe um 231,9 auf 493 Millionen Golmart. Auch die Privatguthaben gingen um faft 66 Millionen Goldmart zurück, während an Rentenmart- und Papiermarktrebiten nur 37,8 Millionen Goldmark neu gewährt wurden. Infolge dieser Geldansprüche flossen insge famt 402 Trillionen Mark an Geldscheinen neu in den Berkehr, und zwar erhöhte sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 206 auf 1097 Millionen Goldmart, derjenige an Rentenbanfscheinen um 193 auf 1772 Millionen Goldmark. Die Bestände der Reichsbant an Rentenmartscheinen gingen in demselben Berhältnis zurück. Der Kampf um die Schutzölle, bei dem innerhalb des Unter nehmertums die einzelnen Gewerbegruppen eine verschiedene Stel. lung einnehmen, steht bevor. Man versucht jeht, gleichgerichtete Interessengruppen zur Wahrnehmung ihres Standpunktes zusammen. ufaffen. So haben sich unter Führung des Verbandes Deutscher Baumwollgarnverbraucher laut Konfettionär" 25 Verbände der ftelle Deutscher Baumwollgarnverbraucher" mit Baumwollgarn verarbeitenden Tertilindustrie zu der Hauptdem Siz in Berlin zusammengeschlossen, zwecks Vertretung der In tereifen der Baumwollgarnverbraucher auf handelspolitischem Gebiet. vor allem hinsichtlich der Baumwollgarnzölle. und Frachtpreisermäßigung im Saarrepier hat sich, wie uns aus Wirtschaftstrise und Lohnabbau im Saargebiet. Die Kohlen. Saarbrücken gemeldet wird, als zu gering erwiesen, um eine Entspannung der Krise herbeizuführen. Ein neuer Beweis dafür ist die Schließung der Laußenthalglashütte in St. Ingbert, die besonders bemerkenswert ist, weil dieses Unternehmen am 31. Mai bei einem ohnabbau von 19 Proz. in der Hoffnung auf eine erhebliche Senkung der Kohlen- und Frachtpreise den Bersuch der Aufrechterhaltung des Betriebes unternommen hatte. Von der Krise find auch die Südwestdeutschen Lederwerke in St. Ingbert betroffen. Die zum 8. Juli ihrer gesamten Belegschaft gefündigt haben. Unbe rührt davon geblieben ist allein die landwirtschaftliche Maschinenindustrie des Saargebiets, der es gelungen ist, Die französische und amerikanische Konkurrenz in Frankreich aus dem Felde zu schlagen und 90 Proz. ihrer Produkte in Frankreich abzusetzen. Leider ist bei der scharf ausgeprägten Kreditnot die Investierung weiterer Kapitalien in der J.dustrie mit zu großer finanzieller Belastung verbunden und eine Erweiterung der Produktionsbafis fann daher nur nach und nach mit eigenen Mitteln erfolgen. Herabsetzung von Braunkohlenpreijen. Nachdem die Bereinigung für die Verteilung und den Verkauf von Ruhrkohle A.-G. Essen die Preise von Ruhrkohle mit Wirkung ab 1. Juli um ungefähr 20 Broz, ermäßigt hat, hat auch das Rheinische Brauntohlensynbifat Köln mit Wirkung vom gleichen Tage eine wesentliche Herabsehung der Brifettpreise vorgenommen. Verkauf nur soweit Vorrat 32 Bis zur Mengenabgaba vorbehaltes Hälfte herabgesetzt sind die AUSVERKAUF Preise unserer Waren in Teppiche und Möbelstoffe cm Tischdecken 390 590 790 Bezugstoff 490 750 975 reich bestickt........... Stück mod. Streifen u. Gobelin... Meter Diwandeckeng7515001975 Möbelsatin bedruckt... ca. 80 cm breit, Mohair- Wirbeldecken 4500 Wachstuch- Decken in vielen Farben Bouclé Ia Qualität..Grösse ca. 200X300 Mesched Pers. 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Juli, nachm. 3 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Unerwartet erreichte uns die Nach richt, daß unser Freund und Kollege, unfer ehemaliger Mitarbeiter, ber Schriftfeger Paul Schröder 1 am 3. Juli im 48. Lebensjahre ver schieben ist. In fahrelanger ge meinsamer Arbeit lernten wir ihn schägen als einen aufrechten und treuen Berbandskollegen. Gein Andenten wird stets in Ehren halten Das Personal der ,, Vorwärts"-Buchdruckerel Berlin SW. 68. Berein der Berliner Buch drucker und Schriftgießer Bom Donnerstag, ben 10. Juli, fann bas Abstimmungsmaterial von der Ber waltung feitens der Betriebe mit 20 unb mehr Mitgliedern abgeholt werden. Für die Drudereien mit unter 20 Rollegen bringen bie Raffenboten bie Stimmzettel und Briefumfchläge im Laufe dieser Woche mit. 177/1 Der Gauvorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Betriebsräte der Metallindustrie Betriebsräte, bie gleichzeitig Auffichtsratsmitglieder find, und der Berliner Verwaltung des Metallarbeiter verbandes als Mitglied angehören, werden gebeten, innerhalb zwei Wochen an die Abteilung Funktionärtartothet schriftlich Mitteilung zu geben über ihre Berfonalien, für welchen Betrieb fie die Aufsichtsrats tätigteit ausüben und ob die Aufsichtsratsfigungen in Berlin oder einem anderen Drt bes Reiches stattfinden. Es wird weiter gebeten, daß in den Betriebsrats figungen biese Frage besprochen wirb. Gicht Die Ortsverwaltung. Bei Kurz. April- Oktbr. Rheumatismus, Ischias, Frauenleiden hervorrag. seit über 50 Jahren bewährt Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg, Bezirk Halle Bahn Wittenberg- Eilenburg. Herrliche Waldgegend. Großes Kurhaus m. Versammlungsräumen f. Kongresse usw. Prospekt 66 gegen Rückporto durch städtische Badeverwaltung. Ich habe mich als Facharzt f. 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Anfangsgrundgehalt zurzeit 6300 M., steigend von 2 zu 2 Jahren bis zum Höchstbetrage von zurzeit 12000 M. nach 16 Dienstjahren. Dazu Ortszuschlag( Ortsklasse A), Frauenzuschlag, Kinderzuschlag sowie örtlicher Sonderzuschlag und Notzulage nach staatlichen Grundsätzen. Ruhegehalt nach besonderer Ortssatzung Frübere Dienstjahre als Beamter werden In weitestem Umfange sowohl auf Besoldungs- als auch auf Ruhegehaltsdienstalter angerechnet. Bewerber mit Betähigung zum Richteramt oder zum höheren Verwaltungsdienst, oder höhere leitende Beamte, die schon längere Zeit bel größeren Kommunalverwaltungen sich bewährt haben, werden ersucht, ihre Meldungen nebst den erforderlichen Unterlagen bis zum 1. August 1924 dem Unterzeichneten einzureichen. Persönliche Vorstellung sowie ein besonderer Briefwechsel mit dem Unterzeichneten werden vorläufig nicht gewünscht. Dortmund, den 3. Jull 1924. Der Stadtverordneten- Vorsteher: Lotz 196/13 Pelzjacken 65 Mark, Kreuzfüchse, gebl., 12 Mark. 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