Nr. 32041.Jahrgang Ausgabe A nr. 164 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8, Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Lugemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmark pro Monat. Der ,, Borwäris mit der Sonntags. beilage Bolt und geit" mit..Gied. Tung und Kleingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Scimwelt" und Frauenbeilage Frauenftimme" ezscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareille. geile 0,70 Goldmart, Reklamezeile L- olmart...Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0,20 Gold. mar!( zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, iedes weitere Wort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Es handelt sich nicht um die Verwirklichung politischer Prinzipien des Bürgertums, es handelt sich nicht um bie Bertretung nationaler Intereffen, auch nicht in dem Sinn, wie die Rechtsparteien sie auffaffen. Es handelt sich vielmehr um eindeutige materielle Interessen der Kreise, die rcn den Rechtsparteien politisch vertreten werden. Der Bürgerblod in Deutschland wird von den Deutschnationalen und dem rechten Flügel der Deutschen Volkspartei, von den reaktionären und agrarischen Kreisen des Zentrums erstreb: als ein Block der Kapitalisten und der Agrarier gegen die breiten Massen des Volkes. Der Zeitpunkt der geregelten Abtragung von Reparationsleistungen naht heran. Die Rechtsparteien wollen die Lasten der Reparationen auf die Schultern der Massen des Volkes abwälzen. Sie wollen darüber hinaus ihre wirtschaftliche und soziale Machtstellung gegenüber der arbeitenden Bevölkerung verstärken. Der Mechanismus der Inflation, der es ihnen ermöglicht hat, ohne große politische Kämpfe Reparationen und Staatslaften auf die Massen zu überwälzen, funktioniert nicht mehr. Deshalb holen sie aus zu einer großen gesetzgeberischen Offensive gegen die arbeitende Bevölkerung. Eine Neuauflage der großen Kämpfe aus dem Jahre 1902 steht bevor. Der Staat ist nach dem Willen der Rechtsparteien dazu da, zugunsten des linternehmertums und des Agrariertums, also dessen, was die Deutsche Volkspartei in ihrer legten Entschlichung die Brivatwirtschaft genannt hat, die Verteilung schlichung die Brivatwirtschaft genannt hat, die Berteilung de: Cozialproduktes zu beeinfluffen. Die Wirtschaftspolitit die diese Barteien anstreben, soll ihre Vormachtstellung fest verantern. Diesem Zweck dient der Abbau der Sozialpolitik, die Berlängerung der Arbeitszeit, der Lohndrud, der zum mindesten mit stillschweigender Billigung des Arbeitsmini fteriums fich vollzogen hat. Diesem Zwecke dient für die Landwirtschaft die neue Schutzollpolitik, die die Regierung vorbereitet. Brotwucher und Hungerpreise. Artikel II bringt Neuregelung der Umsatzsteuer. Nach§ 1 wird der Saz der allgemeinen Umsatzsteuer von 2½ Proz. auf 2 Pro3. ermäßigt;§ 2 des Artikels IV der zweiten Steuernotverordnung tritt außer Kraft. Nach§ 2 wird bas Umfagsteuergefeß wie folgt geändert:§ 7( der das Zwischen. handelsprivileg regelt) 2bs. I Say 1 erhält folgende Fassung: " Bei Abwicklung mehrerer von verschiedenen Unternehmern abgeschlossenen Umfaßgeschäften find nur die Lieferungen derjenigen Unternehmer steuerpflichtig, die den unmittelbaren Besiz übertragen, wenn entschuldigen zu fönnen. Es ist fein 3 weifel mehr, daß die Regierung mit diesem Gesez die Zu ftimmung der Deutsch nationalen zum Eisen bahngefeß ertaufen will. Dieser Versuch muß die Regierung in die schärfste Kampfstellung zur Sozialdemokratie und zu den arbeitenden Massen bringen. Wenn an der Haltung der Deutschnationalen die Verabschiedung der Gefeße zur Ausführung der Gutachten scheitert, dann darf die Folge davon nicht ein schänd licher Handel sein, der die Interessen der breiten Massen des Volkes den Interessen des Agrariertums aufopfert, dann muß vielmehr das Bolt vor die Frage gestellt werden, ob es mit den Deutschnationalen die Verständigungspolitik sabotieren oder ob es im Rampje gegen die schlimmsten Feinde der Verständigungspolitik die Ausführung des Sachverständigengutachtens will. Das politische Tauschgeschäft, das die Regierung mit den Deutschnationalen eingehen will, schlägt dem Geiste der Verständigungspolitik ins Gesicht. Die Sozialdemofratie hat sich mit aller Schärfe und Deutlichkeit für die Ausführung des Gutachtens eingefeßt, nicht zulegt auch deswegen, weil der Schuh der arbeitenden Massen vor grenzenloser Ausbeutung ein Teil der Gutachten ist. Wenn die Regierung der Ansicht ist, daß sie mit der Ausführung des Gutachtens den Achtstundentag in Deutschland be= seitigen und den arbeitenden Massen gleichzeitig neuen Brotwucher zumuten tann, so gibt sie sich einer gefährlichen zu dem Gesetzentwurf sind die folgenden Bemerkungen hervor= Täuschung hin! Es muß politisch Klarheit geschaffen werden! Will die Regierung den Bürgerblock, den Black der Kapitalisten und Agrarier? Will sie ein Regime in Deutschland, das zum Raub des Achtstundentages den Brotwucher fügt? Will sie eine Wendung der Politik in Deutschland, die unvereinbar ist mit dem Geifte der Demokratie? Gutachten ist nur möglich mit den arbeitenden Massen in Die Politik der Berständigung und der Durchführung der Gutachten ist nur möglich mit den arbeitenden Massen in Deutschland, nur möglich, wenn sie vor grenzenloser Ausbeutung geschützt werden. Der Schutz des Achtstundentages, die Ratifizierung des Abkommens von Washington gehören ebensogut zur Ausführung der Gutachten wie das Eisenbahngesetz. Ein Block der Privatwirtschaft", der Kapitalisten und Agrarier, aufgebaut auf dem Raub des Achtstunden tages und neuer Hochschuzzoll politit, bedeutet das Ende der Verständigungspolitif. 17 Die Zollvorlage der Reichsregierung. Wir haben gestern morgen die Hauptlinien eines neuen Schutzollgefezes veröffentlicht, das von der Regierung dem Reichsrat vorgelegt worden ist. Die Regierung hat den Verfuch unternommen, unsere Angaben zu entkräften. Sie mochte fürchten, daß das Bekanntwerden ihrer Schutzzollpläne die ungünstigsten innenpolitischen und außenpolitischen Folgen nach sich ziehen fann. Sie hat deshalb versucht, ihre Schutzzollpläne nach Möglichkeit geheimzuhalten und ihren Gesezentwurf vertraulich zu behandeln. Ihre Pläne sind Dem vorläufigen Reichswirtschaftsrat ist vom bereits soweit gediehen, daß dem Reichsrat Reichsminister der Finanzen unter Mitwirkung des Reichswirtschaftsein fertiger Gefeßentwurf oorgelegt wor den ist. Nun sieht fie fich gezwungen, ihn zu veröffentlichen. ministers und des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft den ist. Nun sieht sie sich gezwungen, ihn zu veröffentlichen. der Entwurf eines Gesetzes über 3ölle und umsagsteuer Der Inhalt dieses Gesezentwurfs ist derart, daß alle Abschwächungsversuche der Regierung nicht vermögen, die große 15. Juli im volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichswirtschaftsrates nebst Begründung zur Begutachtung vorgelegt worden, der am Beunruhigung und die Entrüstung zu zerstreuen, die diese zur ersten Beratung stehen wird. Wie die Telegraphen- Union mitPläne in den arbeitenden Massen hervorrufen müssen. Diese Gesetzgebung ist alles andere als eine fachlich beauteilen in der Lage ist, hat der Gesezentwurf im wesentlichen den gründete Hilfsmaßnahme für die Landwirtschaft. Mir wiederholen noch einmal, daß wir fachlich begründeten und zwedmäßigen Maßnahmen für die Hebung der landwirtschaftlichen Produktion durchaus positiv gegenüberstehen. Hier aber handelt es sich um eine Begünstigung des Agrariertums auf Kosten des gesamten Bolkes, die die verderblichsten sozialen Rüdwirtungen nach sich ziehen muß. Der Sinn der neuen Hochschutzzellpolitik ist die inner wirtschaftliche Restauration, die Rückkehr zu den Vorkriegsverhältnissen. Die deutsche Landwirtschaft soll durch bie neuen Schußzölle die wirtschaftliche Bormacht stellung wieder erhalten, die sie vor dem Kriege durch die Schuzzollpolitik vom Jahre 1902 erhalten hatte. Diese wirt schaftliche Vormachtstellung bedeutet innerpolitisch die VerStärkung der rechtsgerichteten Tendenzen, bedeutet die stärkste Unterstützung für den Gedanken eines reattionären Bürgerblocks. Hand in Hand mit den sozialreaktionären Tendenzen, dem Abbau des Achtstundentages und dem Abbau des sozialpolitischen Schutzes der Arbeiterschaft muß sie zu einer Herabbrückung der Lebenshaltung der arbeitenden Maffen führen. Die schwerindustrielle Reaktion und die großagrarische Reaktion arbeiten Hand in hand im Kampfe gegen die arbeitenden Maffen. Sie wollen den Bürgerblod, um ihre materiellen Interessen durch den Staat durchsetzen zu können. folgenden Inhalt: Art. I behandelt die Zölle. Nach§1 ist vorgesehen, die Bekanntmachung beir. vorübergehende Einfuhrerleichterungen vom 4. August 1914( Reichsgefegblatt S. 352) aufzuheben, soweit sie sich auf die Nummern 1, 2, 3, 4, 23, 103, 104, 106, 108, 109 des Bolltarifs bezicht( Roggen, Weizen, Gerste, Hafer, Kartoffeln, Rindoieh, Schafe, Schweine, Fleisch und Schweinefped), desgleichen die Bekanntmachung über vorübergehende Bollerleichterungen vom 27. Mai 1915( Reichs gefezblatt Seite 317; frische Küchengemüse). § 2 will die Geltungsdauer des Geseges über vorübergehende herabsetzung oder Aufhebung von 3öllen vom 21. Juni 1921( Reichsgefeßblatt Seite 757) mit Wirkung vom 1. Juli 1924 mit der Maßgabe bis zum 30. Juni 1926 verlängern, fo daß die Reichsregierung ermächtigt ist, bei folgenden Nummern des Bolltarifs die Zölle ohne Rücksicht auf die am 31. Juli 1914 gültig gewesenen Vertragszollgesete festzusetzen: Gefrier fleisch aus 108, Büchsenfleisch aus 219, 176, den Zollfaz für Gerste unter 4 Mart für einen Doppeizentner nur für Gerste zur Vichfütterung unter Zollsicherung festzusetzen. Durch§ 3 soll die Reichsregierung bis zum 30. Juni 1926 ermächtigt werden, anzuordnen, ob und inwieweit§ 11 3iffer 1 Abs. 1 des Zolltarifgefeges vom 26. Dezember 1902( Reichsgefeßblatt Seite 303; Erteilung von Einfuhrscheinen bei der Ausfuhr von Roggen, Weizen, Hafer und Gerste) Geltung haben soll. Die Eile, mit der die Regierung ihre Hochschutzollpläne durchsetzen will, berechtigt zu der Annahme, daß sie bewußt die Bläne fördert, die zu einem Block der Kapitalisten§ 4 verlängert die Geltungsbauer des Gesetzes über die Erund Agrarier in Deutschland führen sollen. Man mächtigung zu vorübergehenden Zolländerungen vom 5. August 1922 glaubt wohl, diese gewaltige Konzession an die Intereffen( Reichsgefegblatt I, Seite 709) mit Wirkung vom 1. Juli 1924 bis Bes Großagrariertums mit der parlamentarischen Zwangslage| zum 30. Juni 1926. §§ 1. die Lieferung dieselben Gegenstände oder Gegenstände gleicher Art betreffen, und 2. es sich um Gegenstände handelt, die der Reichsminister der Finanzen mit Zustimmung des Reichsates nach Anhörung eines Ausschusses des Reichswirtschaftsrates m Anschluß an die nach§ 2 Nr. 1a und 1b getroffenen Bestimmungen bezeichnet, und ferner 3. die Bestimungen des Reichsministers der Finanzen über den butzmäßigen Nachweis dieser Lieferungen eingehalten werbert. Außerdem finden noch Aenderungen und Streichungen in den 23, 24, 25, 26 33, 35 und 41 stati. § 3 regelt die Zuständigkeit des Reichsfinanzministers zum Eriaß von Bestimmungen mit Zustimmung des Reichsrates. Artikel III enthält Uebergangs- und Schlußbestimmungen. Aus der Begründung zuheben: Die deutsche Wirtschaft muß stärker als je sich das Ziel eines Ausgleichs der Handelsbilanz sezen. Hierfür ist es noiwendig, die Bedingungen der Produktion so günstig wie möglich zu gestalten, und ebenso ist von ausschlaggebender Bedeutung, die zurzeit verminderte Intensität der deutschen landwirtschaftlichen Erzeugung wieder herzustellen. Dazu ist ein gecignetes Mittel neben anderen Maßnahmen die Beseitigung der 84 Beginn des Krieges vorübergehend eingeführten Zollbefret. die damit notwendig verbundene Belastung des Verbrauchers in ung für die hauptsächlichsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Um erträglichen Grenzen zu halten, muß die Möglichkeit geschaffen wer= den, die an sich wieder in Kraft tretenden autonomen Zölle angemessen zu fenten. Eine weitere wesentliche Entlastung des Berbrauchers soll durch eine Ermäßigung der allgemeinen u m. fagsteuer erreicht werden. Die gefährliche, sich ständig noch verschärfende Krise, in der sich die deutsche Landwirtschaft befindet, wird am besten gekennzeichnet durch das Mißverhältnis der Preise für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu denen für die landwirtschaftlichen Betriebsmittel. Während die Preise für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse( Getreibe, Kartoffeln) sich zurzeit auf etwa 85 Broz. der Vortreide, Kartoffeln) fich zurzeit auf etwa 85 Broz. der Bor friegshöhe bewegen, betragen fie für die wichtigsten landwirtschaftlichen Betriebsmittel( Düngemittel, Maschinen, Geräte) durchEinheiten landwirtschaftlicher Erzeugnisse fann man heute nur noch schnittlich etwa 115 Proz. der Vorkriegszeit. Für 100 etwa 75 Einheiten landwirtschaftlicher Betriebsmittel gegen 100 in den legten Friedensjahren kaufen. Abgesehen von den Schwierigfeiten der Kreditbeschaffung und der steuerlichen Belastung erfährt diese Lage eine weitere Erschwerung durch den Umstand, daß die hauptsächlichsten landwirtschaftlichen Erzeugnisse noch der Ausfuhrsperre unterliegen. Wenn nicht sofort durchgreifende Maßnahmen gegen die drohende Extensivierung namentlich des Getreidebaues getroffen werden, muß bereits für die Herbstbestellung 1924 und damit für die Ernte 1925 mit einer starten Verminderung der Anbaufläche gerechnet werden. Von den Folgen der Anbauver= minderung würden auf die Dauer auch die Verbraucher getroffen werden. Die Borlage sieht daher in Ausführung der bei Beratung der Interpellationen über die Agrarfrise am 27. Juni 1924 im Reichstag abgegebene Regierungserklärung bei den in Artikel I§ 1 genannten Waren die Wiedereinführung der autonomen Zölle vor und ermächtigt gleichzeitig die Regierung, nach Lage der wirtschaftlichen Verhältnisse die Zollsäge auf die Höhe der früheren Vertragsfäße herabzusetzen. Unter dem früheren Zollschutz find Anbauflächen und Ertrag der deutschen Landwirtschaft wesentlich gesteigert worden. Es steht zu hoffen, daß die Wiedereinführung des Zellschutes dem im Kriege und nach dem Kriege eingetretenen Rückgang der Ernteflächen und des Erirages zum mindesten entgegenwirken wird. Daß Agrarzölle eine Belastung der Verbraucher be deuten, fann nicht bestritten werden. Ueber die Höhe der Belastung gehen die Meinungen auseinander. Es fragt sich, ob der Zoll ganz vom Inland getragen wird, oder ob ein Teil auf das Ausland abgewälzt wird. Die überwiegende Ansicht ging vor dem Kriege dahin, daß eine volle Auswirkung des Zelles auf die Inlandspreise nicht eintritt.( Es folgt eine ausführ= liche zahlenmäßige Berechnung.) Es zeigt sich also, daß besonders beim Weizen das Ausland den Zoll bis zur Hälfte getragen hat. Auch beim Roggen ist der Zoll, besonders soweit es sich um russischen Reggen handelt, zum Teil vom Ausland getragen worden. Die gewesen, deren Streben in den Worten Einheit und Freiheit" derzeitigen Verhältnisse haben sich gegenüber der Borkriegszeit in- feinen Ausdruck fand. Er war das Haupt des Nationalvereins sofern geändert, als auf Jahre hinaus noch mit einem Ueber- und später der nationalliberalen Partei. Die Bewegung stand angebot namentlich von Weizen auf dem Weltmarkt zu in Opposition zu Bismard, verzichtete aber auf ihren eigenen rechnen ist, dem auf der anderen Seite eine nerminderte Nach Gedankeninhalt von dem Augenblick an, indem der Politik frage durch den Minderverbrauch in Mitteleuropa gegenübersteht. Bismarcks der Erfolg zusiel. In dieser Schwäche des deutDer Ueberschuß an Weizen und Roggen auf dem Weltmarkt be- fchen Bürgertums gegenüber dem politischen Erfolg und der läuft sich zurzeit auf etwa 6 bis 7 Millionen Tonnen. Man kann realen Macht liegt der tiefste Grund für die Tragödie des daher erwarten, daß unter den heutigen Verhältnissen ein größerer faiserlichen Deutschland. Wie das Preußen Friedrichs II. zu Teil des Zolles vom Ausland getragen werden wird. Ueberdies fammenbrach an dem verhängnisvollen Glauben, man fönne wird die in der Landwirtschaft herrschende Kapitalnot voraussicht- fonservieren ohne fortzubilden, so erging es auch der lich zur Folge haben, daß die heimische Ernte unter allen Schöpfung Bismarcks. Unständen rasch an den Mann kommt. Die grundsätzlichen Darlegungen über die Abwälzung der Zölle auf das Ausland gelten auch für Bieh und Fleisch. An ihrer Wiedereinführung ist besonders die kleinbäuerliche und bäuerliche Landwirtschaft interessiert. Die Entwicklung der deutschen Vieh bestände in der Nachkriegszeit hat langsam eine Besserung erfahren. Wie die Bieh- und Schweineauftriebe der letzten Monate zeigen, wird der deutsche Viehbestand in der Lage sein, den gegen die Friedenszeit stark verminderten Fleischbedarf der deutschen Bevölkerung zu decken. Bei der Beurteilung der ganzen Frage darf nicht außer acht gelassen werden, daß die von der Wiedereinführung des Zollschutes zu erwartende Intensivierung der landwirtschaft lichen Erzeugung eine Belebung der Produktionsmittelindustrie und eine Stärkung des inländischen Marktes in allen Zweigen der Volkswirtschaft zu Lasten der ausländischen Einfuhr zur Folge haben wird. * Die Reichsregierung hat mit ihrer Zollvorlage dem flaren Willen Ausdruck gegeben, die Agrar politik der Borkriegszeit wieder aufzunehmen, die seit jeher wegen ihrer verteuernden Wirkung auf die Lebenshaltung der breiten Massen von der Sozialdemokratie bekämpft worden ist. Alle Dementis, mit denen man unsere ersten Mitteilungen über den Gesehentwurf zu entfräften versucht hat, werden durch die Schritte der Reichsregierung nicht nur bestätigt, die Befürchtungen, die man daran knüpfen mußte, werden sogar wesentlich ge steigert. Man beschränkt sich nicht darauf, dem Getreideanbau cinen besonderen Bollschuh angedeihen zu lassen, einen Zollfuz, der auf lange Sicht vielleicht einmal zur Erhöhung der 2grarpreise führen kann, vorläufig jedoch für die Agrarfrise gänzlich bedeutungslos ist, weil die Auslandspreise wesentlich unter den Weltmarktpreisen liegen. Es ist ja bekannt, daß inan den Ausgleich nicht nur durch Zollmaßnahmen, sondern durch Aufhebung der Sperre für die Getreide= ausfuhr begünstigen will. Auch hier hat man keine neuen Wege gefunden. Man behält sich vielmehr vor, das Einfhurfchein system der Vorfriegszeit wieder aufleben zu laffen. Was das bedeutet, unter gleichzeitiger Wiedereinführung der Schutzzölle, kann man daran ermessen, daß bei der Durchführung eines solchen Systems der Getreide- und damit der Brotpreis etwa um 30 bis 50 Broz. steigen muß. Eine unerhörte Schmälerung der Lebenshaltung der breiten Massen wird so eingeleitet. Bennigsens 100. Geburtstag. Beinahe ein Staatsmann. Die englische Geschichte des 19. Jahrhunderts nennt eine ganze Reihe berühmter und hervorragender Staatsmänner. Die Geschichte der deutschen Staatskunst in derselben Zeit mird durch den Namen Bismard erschöpft. Heute vor hundert Jahren wurde ein Mann geboren, der beinahe ein deutscher Staatsmann hätte werden fönnen, aber doch nur ein Barteiführer geblieben ist: Rudolf von Bennigsen. Bennigsen war in der Zeit vor der Reichsgründung der hervorragendste Führer jener bürgerlich- liberalen Bewegung Schöne Nacht. Von Mar Barthel. In die unerträgliche Glut des Tages war das himmlische Donnerwetter hereingebrochen. Aus den schwarzen Wolken zuckten blendende Blitze und rissen frachend die Wolfenberge auseinander. Der Regen strömte und strömte. Die armen beschmußten Straßen plätscherten fröhlich. Kleine Kinder liefen jauchzend durch den Regen. Nun duftete Kühle. Sie stieg aus den kleinen verwilderten Barts, aus den Gärten, aus den Kronen der Straßenbäume, es war eine kleine halbe Stunde lieblich und milde in der Stadt. Landluft wehte und die Erinnerung an lichtgrüne Wälder und blühende Wiesen stieg verzehd in den Herzen der Menschen auf. Der Abend war milde und ausgeregnet. Die Sonne leuchtete wieder. Sie war ein großes, weißes, vermeintes Antlig, das unter Tränen lächelte. Thomas fuhr mit Hanna ins Grüne. Der Zug ratberte durch die Vorstädte, schon kamen die ersten Wiesen und Wälder. An den Schienensträngen der Eisenbahn blühten die gelben, steilen Flammen der Königskerzen. Der Zug war überfüllt mit lärmender Jugend, die mit ihren Fahnen und Sehnsüchten hinauszog in die leise sinkende Nacht. Sie entfalteten ihre Fahnen und Herzen und laut und brausend stiegen die ewig jungen Lieder aus der Brust. Als der Zug fein Ziel erreicht hatte, ließen Thomas und Hanna die Jugend vorübermarschieren. Dann liefen sie gedankenvoll durch die Landschaft. Kleine freundliche Häuser standen in blühenden Gärten. Die Erde duftete heftig. Die Wälder fausten und der See leuchtete wie schwarzes Silber. Hanna lachte und lief behende durch den schwarzen Wald. Sie warf sich auf die Erde, schrie und juchzte und ließ sich jagen, lockte, verlockte, wehrte sich und ergab sich felig. Sie war ein schönes unschuldiges Tier mit spielerischer Seele. Auf dem schimmernden See ruderten Liebespaare. Weiße Segler fuhren gegen den leichten Wind. Dann rauschte ein fahnengeschmückter Dampfer vorbei, der von der Musik jugendlicher Gäste strahlte. Das fingende Schiff fuhr hinaus in die Weite des Waffers, hinaus zu den kleinen malerischen Inselgruppen mit den hohen Bäumen, den weißen Lufthäuschen und verschwiegenen Wegen. Hanna und Thomas stromerten am See entlang. Durch die Dunkelheit hörten sie Lieder. Sie sahen auch die Kleiber der fingen den Mädchen schimmern. Dann flammten Fackeln. Und nun famen fie in eine Urlandschaft mit hundert Meter hohen Sandbergen, die lässig ein freisrundes Tal einschlossen. Im Tal lagerte die Jugend. Zelte waren aufgeschlagen, Feuer brannten in den Randgebüschen, auf den Bergrändern aber wanderten die weißen Lichter der Fackeln mie Fladersterne. Die drehten sich, zudten, verweilten und verloschen. Dann flammte das ganze Tal. Tausend Feuer waren angezündet, eine feierliche Prozession von tausend Fackelträgern Die deutschen Liberalen sind ihr schlechte Hüter gewesen, da sie glaubten, von der Stunde des Erfolgs an nur noch Stüßen und Diener des Erfolgreichen sein zu dürfen. Ein Stügen und Diener des Erfolgreichen sein zu dürfen. Ein schüchterner Versuch zur Fortbildung in fonftitutionellem Sinne wurde gemacht, als Bennigsen die Annahme eines Bostens in Bismards Regierung davon abhängig machte, daß auch Stauffenberg und Fordenbed mit auf genommen würden. Dieser Versuch, den Anfang eines tonftitutionellen Regimes in Deutschland zu schaffen, wurde abin au fouten. gewürgt und wurde nicht wieder aufgenommen. Was im Weg der Kompromisse nicht zu gewinnen war, im Kampf zu erobern, dazu reichte die Kraft des Bürgertums und feiner politischen Führung nicht aus. Es bedurfte erst- Ironie der Weltgeschichte! der Niederlage Deutschlands im Krieg und feiner Umschaltung durch die Arbeiter zur Republik, daß ein Nachfahr Bennigsens in der Führung der nationalliberalen Partei, Herr Stresemann, Minister werden konnte! Bon Bennigsen bis Stresemann wiederholt sich damit die Erfahrung, daß das deutsche Bürgertum aus sich selbst heraus politisch nie etwas geworden ist. Hätte Bennigsen seinen 100. Geburtstag erlebt, so hätte er allenfalls auf die Deutsche Volkspartei zurückblicken können als auf das, was von ihm geblieben ist! Und so hätte man ihm an diefem Tag nur das Beileid aussprechen können! Internationale Tagung. Erhöhung der sozialen Renten. Der Reichstagsausschuß für soziale Angelegen. heiten hat am Mittwoch zunächst die Renten für die Berunglückten und Invaliden besprochen. Bei den Unfallrenten handelte es sich um zweierlei. Erstens, daß die neuen Renten nach dem wirklichen Arbeitsverdienst festgesetzt werden, und zweitens darum, daß die früheren Renten, die zur Zeit der Inflation zum ersten Male festgefekt worden sind, nach einem angemessenen Arbeitslohn berechnet werden. Der Ausschuß war einstimmig darin, daß möglichst bald eine solche Regelung durchgeführt werde. Außerdem aber galt es in der Zeit bis zum Infrafttreten der neuen Bestimmungen über die Unfallrenten die jetzigen ganz ungenügenden Renten zu erhöhen. Die Kommunisten hatten beantragt, daß alle Renten auf das von den zuständigen Statistischen Aemtern errechnete Existenzminimum" erhöht werden. Die Sozialdemokraten wiesen darauf hin, daß ein solches Existenzminimum noch nicht von den Statistischen Aemtern errechnet worden ist, und daß die Meinungen darüber, was als Eristenzminimum für solche Rentenempfänger anzusehen ist, sehr weit auseinandergehen. Ein solcher Antrag aber fann erst dann ernsthaft in Betracht kommen, wenn die Sicherheit gegeben ist, daß das Eristenzminimum nicht zu niedrig angesetzt wird. Darauf beantragten die Kommunisten, daß das Existenzminimum unter Kontrolle und Mitwirkung von Bertretern der be teiligten Kreise festgesetzt wird. Aber auch dies sichert die Festfehung eines angemessenen Existenzminimums nicht. Demgemäß lehnten alle anderen Parteien den Antrag ab. Die Sozialdemokraten hatten beantragt, daß sowohl die Unfallrenten als auch die Invalidenrenten verdoppelt werden. Den bürgerlichen Parteien ging das zuweit. Sie lehnten die sozialdemofratischen Anträge gegen die Stimmen der Kommunisten, Sozialdemokraten und Nationalen Freiheitspartei ab. Darauf wurde ein Antrag der bürgerlichen Parteien angenommen, der vom 1. Juli ab zu den Unfallrenten im Betrage von zwei Dritteln der Bollrente und mehr eine monatliche Zulage feftjetzt. Diese Zulage beträgt für die Renten nach den landwirtschaftlichen Löhnen und die der Berufsgenossenschaft 10 M. im Monat; für die übrigen 15 M. Für die InvalidenDersicherung wurde nach einem Antrag der bür= gerlichen Parteien vom 1. August ab der Reichs= zuschuß von 36 m. auf 48 M. für jede Invaliden, Inter- itwen- und Witmerrente erhöht. Kommenden Montag, 14. Juli, treten in Amsterdam die Erekutiven der Sozialistischen Arbeiter nationale und des Internationalen Gewertschaftsbundes zusammen. Von deutscher Seite werden die Genossen Leipart und Hermann Müller Franken an dieser Sigung teilnehmen. Gefallenenfeier am 3. August 1924. Wie bereits mitgeteilt wurde, hat die Reichsregierung beschloffen, am Sonntag, den 3. August 1924, aus Anlaß der zehnjährigen Wiederkehr des Kriegsbeginns eine Gedenkfeier für die Opfer des Weltkrieges zu veranstalten. In Berlin sollen in den Morgen ſtunden sämtliche öffentlichen und möglichst auch privaten Gebäude halbmaft flaggen, die Kriegergräber geschmückt und alle KriegsBormittags werden Trauergottesdienste abgehalten. Zwischen 11 und ehrungen( Denkmäler, Gedenksteine usw.) bekränzt werden. 12 Uhr findet vor dem Reichstagsgebäude eine öffentliche Feier statt. Die Gedenfreden werden die beiden Feldprob ste halten. Der Reichspräsident wird in furzen Worten der Bedeutung des Tages gedenten. Einige Minuten vor 12 lihr beginnen die Kircher gloden zu läuten; gleichzeitig wird ein Artilleriefalut abge geben. Punkt 12 Uhr fegt ein allgemeines, der Trauer um die Kriegsopfer gemidmetes Schweigen von zwei Minuten mit allgemeiner Verkehrsstille ein. Sodann gehen die dort zu hissenden Flaggen, nämlich diz schwarzrotgoldene Reichsfahne und die Reichstriegsflagge, die jetzt noch Reichsmarineflagge ist, in die Höhe lim einen würdigen Verlauf der Gedenkfeier zu gewährleisten, ist es unerläßlich, daß von den Teilnehmern an der Feier alles unterlassen wird, was die Gegenfäße im deutschen Bolte zu betonen und zu verschärfen geeignet ist. Alle Vereine und Verbände, die gewillt und bereit sind, sich an der Feier zu beteiligen, müssen des halb auf die Mitnahme ihrer Fahnen verzichten. formierten fich im vollen Brausen unverzagter Gefänge unter dem Schwung wehender Fahnen. Die gleißende Kolonne wanderte durch das dürre, nackte Tal. Das begann nun zu blühen und fruchtbar zu werden von den blühenden Blumen der vielen Feuer, dem tönenden Wind der Lieder, dem quellenden Herzschlag des jungen Blutes. Schöne Nacht! Nun flammte der hochgeschichtete Holzstoß auf. Schön und zärtlich tanzten die ersten Flammen. Die wandernde Lichterkette der jugendlichen Prozession schloß sich um den Scheiterhaufen. Ein Jüngling frat in den Flammenfreis und sprach die unsterbliche Verse von Goethe: " Bebede deinen Himmel, Zeus Die jetzigen Leistungen an die Wöchnerinnen erreichen den Betrag von ungefähr 30 M. in jedem Falle. Die Kommunisten beantragten eine solche Erhöhung dieser Leistungen, daß sich der Gefamtbetrag in jedem Falle auf mehr als 1100 m. belaufen würde. Die Sozialdemokraten wiesen nach, daß nach den Bestim= mungen der Reichsversicherungsordnung diese Geldmittel, soweit sie von der Krankenkasse zu tragen sind, von ihr gar nicht aufgebracht werden könnten. Darauf beantragten die Kommunisten, daß die Mittel für die Reichswochenhilfe durch eine hypothefarische Be= laftung der geschäftlichen Unternehmungen, entsprechend dem Borschlage der Sachverständigen für die Reparationslasten, aufgebracht werden. Da dieser Antrag nicht der Zuständigkeit des Ausschusses für foziale Angelegenheiten unterliegt, fonnte er hier nicht verhandelt Barteien mit Ausnahme der Kommunisten und der Nationalisten abwerden. Der Antrag der Kommunisten wurde denn auch von allen gelehnt. Die Sozialdemokraten wollten die Leistungen für die Wöchnerinnen so erhöhen, daß sich der Gesamtbetrag auf 140 M. für jeden Fall stellen würde. Die bürgerlichen Parteien lehnten aber auch diesen Antrag ab. Schließlich wurde eine solche Er. höhung angenommen, daß der Gesamtbetrag 81 M. erreicht. Der einmalige Beitrag ist von 7 auf 25 M. erhöht, das Wochengeld von 11 auf 50 Pf. pro Tag und das Stillgelb von 16 auf 25 Pf. § 218. Die sächsische Regierung hat bei der Reichsregierung den Antrag gestellt, durch einen Zufaß zum Strafgefeßbuch die Un fruchtbarmachung geistig minderwertiger unter bcftimmten Bedingungen zu gestatten. Die fächsische Regierung hat diese Frage vom Landesgesundheitsamt eingehend untersuchen lassen. Ein ausführliches Gutachten wird in furzer Zeit veröffentlicht werden. | durch ein Maximum von Oberflächlichkeit Erfolge zu erstreben, stets nur als ein abschreckendes Beispiel erschienen ist. Diese Oberfläch lichkeit tritt auch in seinem Rückzugsartikel in Sachen Wendel in Erscheinung, da Genosse Wendel so ganz nebenbei und sichtlich ohne weitere Absicht, eben nur aus Unwissenheit, als sozialdemo= tratischer Renegat" bezeichnet wird. Es wäre jeßt eine elementare Pflicht der Anständigteit für das 8- Uhr- Abendblatt", seinen Lefern mitzuteilen, daß es sich in Wendel zweimal geirrt hat, und daß er weder ein Haupt der französischen Schwerindustrie noch ein Renegat der Sozialdemokratischen Bartei ist. Nationalgalerie und Kunstfommission. In der letzten Zeit war von Absichten und Plänen berichtet worden, für die Nationalgalerie Der Jüngling stand im Tanz der Flammen, war selbst eine anderer Art einzusetzen. Wie wir hören, ist die preußische Kunsteine neue Sachverständigenfommission oder eine beratende Instanz heilige Flamme, angezündet vom Genius schöpferischer Empörung verwaltung nicht zu dem Entschluffe gefommen, eine derartige und warf zuckende Funken in die weltoffenen Herzen seiner Kame- Körperschaft zu berufen. Jenen Meldungen lag folgender Tatberaden. Dann zündeten die jungen Herzen ihre Scheiterhaufen an. stand zugrunde: Geheimrat Ludwig Jufti erkannte, bald nachdem er Thomas und Hanna sangen mit im Chor der fremden Kame- Leiter der Galerie geworden war, daß ein ständiger Hemmschuh für raden. Dann aber stieg eine andere Musik in ihrem Blute auf, die Sammlung das Recht der Landeskunstkommission war, über die lieblich und zierlich zuerst, ein helles Scherzo, dann aber wilder Erwerbungen der Galerie gehört zu werden. Eine Künstlerfom Brausechoral der Sehnsucht. Sie gingen armverschlungen aus dem akademischen Schaffens in fich vereinigte, war nicht willens, die junge mission, die vom alten Eduard von Gebhardt an alle Richtungen flammenden Licht des Feuers, gingen in die Nacht, gingen die Kunst hereinzulassen. Und so war der groteste Zustand möglich genachtschwarzen Wege und janten herzklopfend an das heftiger worden, daß Corinth und Slevogt in der Galerie überhaupt nicht schlagende Herz der Erde. Sie vergingen und hörten die ganze Welt vertreten waren. Als damals seine Berufung nach München Jufti die im Rhythmus ihrer Liebe. Die Wälder waren ihnen nahe, die Möglichkeit gab, ein paar Sonderwünsche durchzudrücken, wenn man Berge, die Täler, die Sterne. Sie waren brüderlich und schwesterlich ihn halten wollte, da erreichte er es, daß die Galerie eine eigene den Gräsern und Blumen. In der Erlösung ihres Blutes aber waren Rommission erhielt, unabhängig von jeder anderen Körperschaft. Und sie schöne, unschuldige Tiere im zärtlichsten Gleichklang vollendeter das blieb auch so, als nach der Revolution die Zusammensetzung der Rommission wechselte: künstlerisch interessierte Laien und Künstler faßen barin zusammen und begutachteten, was Justi erwarb. Es ist allgemein anerkannt, daß es ihm gelungen ist, trok aller ungunft der Zeit dem Sammeln neuerer Runst einen lebendigen öffent früherer Zeit auszugleichen. Dabei hat die Kommission mitgeholfen, indem sie sich seinen Wünschen nie ernstlich verschloß. Daß aber ihre eigenen Anregungen notwendig auf ein Kompromiß hinausliefen, wenn Bertreter zweier so verschiedener Generationen wie Slevogt und Hedel ihr angehören, ist kein Wunder. Rommission entschlossen, sich selbst als im Grunde überflüssig abzuAuf der anderen Seite ergriff die Akademie der Künste, die als gutachtliche Beraterin des Ministeriums in allen Runftfragen gehört zu werden Anspruch hat, die Initiative, um auch in den Angelegenheiten der Nationalgalerie ihre Stimme wieder zur Geltung zu bringen. Körper. lichen Liedes. Schon fangen die ersten Vögel. Am See im Schilf aber schrie und schrie unvermüdlich ein Nachtvogel. Der See schimmerbe bleich. weither über die stille Flut hörten die Liebenden Musik. Ein Jünglichen Mittelpunkt zu geben und die meisten Unterlassungsfünden ling und ein Mädchen sangen über dem Wasser. Thomas und Hanna fahen ganz ferne am Horizont das schwarze Boot, das Schattenschiff, die Segel gebläht von der vollen Melodie des zärtIn den See schnitt eine kleine Halbinsel mit schweren Baumfronen. Das waren die grandiosen Kulissen zu dem uralten Luftspiel, das immer und immer wieder in den schönen Nächten gespielt wird, Kulissen zu dem Lustspiel: Ich und du und ich liebe dich, das Lustspiel, das wir alle einmal gespielt haben und das auch unsere glücklichen Kinder einmal spielen werden, wenn die schönen Nächte tommen. lichen Reinfalls in Sachen Wendel nicht wenig ergrimmt. Es hüllt Das„ 8- Uhr- Abendblatt" ist über die Feststellung seines poffierdas Eingeständnis dieses Reinfalls in eine spaltenlange Schimpferei, auf die einzugehen sich nicht lohnt. Wenn sich jedoch das 8- Uhr Abendblatt" in einem grotesten Anfall von Größenwahn einredet, der„ Borwärts" wolle es nachahmen fo müssen wir dagegen wahrheitsgemäß versichern, daß uns die Methode dieses Blattes, bauen. So war die Liebermann, der jener Nationalgalerietom. mission übrigens nicht angehört, nahm sich energisch dieser Wünsche der in der Akademie vereinigten Künstler an. Und seit längerer Zeit datieren die Anregungen der Kunstakademie, eine neue NationalSammlung einzusehen. galeriefommission und besondere Delegierte der Atademie für die Justis. Die Gegenstände traten schroff hervor, als neulich Jufti, in Natürlich dagegen scharfer Widerspruch feiner Eigenschaft als Galeriebirektor selbst Senator der Akademie, in der Bresse sich scharf über die letzte Ausstellung der Akademie ausfprad. Liebermann antwoortete nicht weniger scharf. Und nun ist wiritid) nicht einzusehen, wie bei solcher Gegensäglichkeit der Für die besetzten Gebiete. Der Reichspräsident wird zur Cinderung der Wohnungsnot im befeßten Gebiet in wenigen Tagen eine Verordnung erlassen, die ähnlich gehalten sein soll wie die Berordnung vom Juni v. 3. zur Sicherstellung von Wohnraum für die Bertriebenen im unbejetten Gebiet. Troh der noch beflehenden großen Schwierigkeiten und Widerstände im befehten Gebiet rechnet man doch auf einen Erfolg der Berordnung. Die Organisationen der Eisenbahner haben bisher eine überstürzte Rückkehr der Ausgewiesenen verhindert. Inzwischen haben fie zum Zwecke der Regelung der Rüdfehr eine eigene Organisation geschaffen und auch an den Uebergangspunkten zum besetzten Gebiet Beratungsstellen eingerichtet. Die Einigung in Paris. Man Amerika Schiedsrichter in der Reparationskommission. * Paris, 9. Juli.( Eigener Drahlbericht.) Das amfliche Kom-| Staatssekretär Hughes auch Berlin, Brüssel mnd Paris befuchen muniqué über die Pariser Untere.dung fagt: Madonald und Herriot wird. Das Staatsdepartement hebt hervor, daß der Besuch erklären, daß der wesentliche Gegenstand der Londoner Konferen; teinerlei offiziellen Charakter trägt. die Durchführung des Sachverständigenplanes ist. Die Alliierten verfichern erneut, den Sachverständigenplan anzunehmen. Die Reparationsfommission soll den Zeitpunkt festsetzen, an dem die Wirtschaftskontrolle über das Ruhrgebiet aufgehoben wird, nachdem der Sachverständigenplan in Kraft gefeßt sein wird. Die Feststellung absichtlicher Berfehlungen Deutschlands foll die Reparationsfommission fressen. Für den Fall, daß die Mitglieder sich nicht über das Borliegen einer Verfehlung einigen fönnen, ist der im Gutachten vorgesehene amerikanische Generalagent für die deutschen Zahlungen hinzuzuziehen. Die alliierte Militärkontrolle. Paris, 9. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Die Botschafterfonferenz hat dem deutschen Boff after cm Mittwoch abend ihre Antwort auf die deutsche Note über die Militärkontrolle überreicht Die liierlen eri läten in dem Aufwortschreiben ihre GeDem Amerikaner würde danach in einer erneuten Be nugtuung über die Annahme der Generalinspektion. Außer- ratung der Reparationskommission die für die Frage einer dem wird darauf verwiesen, daß die Beendigung der allierten Verfehlung Deutschlands entscheidende Stimme zufallen. Von 2ärkontrolle nicht nur von einem zufriedenstellenden Ergebnis der Möglichkeit einer Berufung Deutschlands gegen diese Entder Generalinspektion abhänge, fondern auch von der Durchscheidung an das Haager Weltschiedsgericht oder an eine sonführung der befannten fünf Punfte der Botschafterfonferenz. ftige Instanz ist in diesem Rommuniqué nicht die Rede. Bleibt Bei aller Rüdficht auf die Notwendigkeit möglichster Beschleunigung nur die Frage, ob Amerika, das den Versailler Vertrag nicht der Kontrolloperationen wünsche jedoch die Konferenz, fich auf den ratifiziert hat, dieses Schiedsrichteramt in einer Behörde an30. September als Schluhiermin der Revision nicht festzulegen. Die nimmt, die auf diesem Vertrag beruht. Indeffen kann die Note foll heute abend um 6 Uhr der französischen Preffe übergeben Entsendung zweier Vertreter der Bereinigten Staaten zur Londoner Konferenz, Kellops und Hougthons, vielleicht auf eine Anteilnahme Amerikas an diesen europäischen Dingen Mit der Annahme der Generalinspektion hat Deutschland fich hindeuten, die selbst bis zu dieser aktiven Betätigung gehen gleichzeitig zur Durchführung dieser fünf Punkte verpflichtet. fönnte. Es ist wohl auch zu vermuten, daß Herriot und Macdonald den Vertreter Ameritas nicht für eine Erefution in Aussicht nehmen würden, ohne vorher sich vergewissert zu haben, daß sie nicht auf eine Ablehnung stoßen. werden. Regierungswahl in Anhalt. Deffau, 9. Juli.( Eigener Drahtbericht.) In der Dienstagsitzung Les Anhaltischen Landtages wurde zunächst die Wahl des Präsidiums vorgenommen. Gen. Pe us, der Präsident des vorigen Bandtages, wurde mit 14 Stimmen wiedergewählt. Dr. Heine ( Dnat.) und Giesemann( D. Vp.) wurden mit den Stimmen der Rechten zum ersten bzw. zweiten Bizepräsidenten gewählt. Bei der Wahl der Regierung zeigte sich, daß die um Landbündler und einen Hausbefizer vermehrten Deutschnationalen bzw. die Deutsche Volkspartei sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen hatten. Die Sozialdemokraten schlugen den bisherigen Ministerpräsidenten Gen. Deist wieder vor, während die Rechtsparteien sich auf den deutschnationalen Finanzpräfi derten von Anhalt, Dr. Knorr, der dem Landtag nicht angehört, geeinigt hatten. Im ersten Wahlgang erhielt Gen. Deist die drei zehn Stimmen der Sozialdemokraten und die Stimme des Demofraten und des Bodenreformers, Dr. Knorr erhielt 17 Stimmen, der kommunistische Kandidat 4. Bei der Stichwahl stimmten die Kommunisten wieder für ihren Kandidaten, so daß Gen. Deist durch die Schuld der Kommunisten mit 15 gegen 17 Stimmen gegen den Rechtsparteiler unterlag. Nach dieser Wahl Dr. Knorrs erklärte die sozialdemokratische Fraktion, sich an der weiteren Wahl von Regierungsmitgliedern nicht mehr zu beteiligen. Zu Ministern wurden dann mit je 16 Stimmen gewählt: der deutsche Volksparteiler Rannelt und der deutschnationale Geheimrat Jäntsch. In der Erkenntnis, daß dieses reaktionäre Minderheitstabinett nur als Interimsregierung anzusehen ist, wurde ein von den bürgerlichen Fraktionen eingebrachter Antrag:„ Die Beriode des am 22. Juni gewählten Landtages dauert nur bis zum 9. November" einstimmig angenommen. Die Neuwahlen finden also am 9. November statt. Davis demokratischer Kandidat. New Yort, 9. Juli.( WEB. Durch Funtspruch.) Der demofralische Konvent hat Davis für die Präsidentschaftswahl nominiert. Meinungen ein Zusammenarbeiten möglich sein soll. So wird es auf absehbare Zeit nicht angehen, die Arbeit Justis von dem Präsidenten und den Mitgliedern der Akademie beraten zu lassen. Wiedereröffnung des Breslauer Stadtfchloffes. Die preußische Rrongutverwaltung, der auch das Breslauer Stadtschloß untersteht, hat sich entschlossen, wie in den anderen Schlössern, vor allem in den Schlössern Potsdams, die zum Teil noch vorhandene ursprüngliche Einrichtung wiederherzustellen und das Schloß zugänglich zu machen. Denn die Stadt Breslau fann leider vorläufig das Schloß im schönen Sammlungen ihres Kunstgewerbemuseums zu verlegen. Für die Neueröffnung tommt der Erweiterungsbau in Betracht, den Boumann, von den Berliner Bauten Friedrich des Großen her wohl belannt, in den 1750er Jahren offenbar im Anschluß an den Knobelsdorff- Flügel des Charlottenburger Schlosses errichtet hat. enthält eine Flucht von Repräsentationsräumen, die Wohnzimmer, die für Friedrich Wilhelm II. und III. verändert worden sind, im ersten Etod des spätbaroden Haupigebäudes. Die Räume Friedrich des Großen sind in ihrer dekorativen Ausstattung und mit ihren Möbeln im großen und ganzen erhalten geblieben. Dagegen haben die Räume aus der Zeit des Klaffizismus durch Erneuerungen im Laufe des 19. Jahrhunderts gelitten. Aber sie bieten noch schöne Broben bürgerlicher Möblierung aus der Zeit um 1800. ganzen nicht übernehmen, um, wie es nötig wäre, dorthinein die Er Depots für Schiffbrüchige. Auf einsamen Inseln, welche etwaigen Echiffbrüchigen selbst nichts zu ihrem Unterhalt gewähren, hat man Depots von Nahrungsmitteln und Kleidungsstüden errichtet. Selbst Etreichhölzer und, wo dies notwendig ist. Brennstoff, hat man nicht pergeffen. Alles Verderbliche ist in luftdicht zugelöteten Birttisten untergebracht, welche die Aufschrift ihres jeweiligen Inhalts tragen. Wo eine natürliche Höhle vorhanden ist, hat man diese zur Unterbringung der Borräte benugt, z. B. auf Neu- Amsterdam; fonft hat man besondere Schuzhütten erbaut. Der Inhalt dieses Depots ist natürlich allen Schiffbrüchigen ohne Unterschied ihrer Staatsangehörigteit zugänglich. Wo Depots noch nicht errichtet sind, hat man nach Möglichkeit wenigstens Anweisungen hinterlegt, wo das nächste zu finden sei und wie die Schiffbrüchigen es am besten erreichen fönnen. Eine Bereinigung für junge kunft in Düsseldorf ist gegründet worden. Sie will ihren Wirkungsbereich über ganz Deutschland erstreden. Die Gründer find Regierungsrat Mag Niehaus, Kuitos Dr. Walter Cohen von der Düsseldorfer Kunstsammlung und Museumsdirektor Dr. Walter Käsbach in München- Gladbach. Reuter- Fest in Eisenach. Die Stadt Eisenach, in der Fris Neuter die lebten Jabre seines Lebens zubrachte, veranstaltet aus Anlaß des 50. Todes. tages ein groves Reuter- eft, das drei Tage lang dauern wird. Im Rahmen der Feierlichkeiten findet auch ein Wagnerfonzert auf der Wartburg tatt. Ein plattdeutscher Gottesdienst in der Georgerkirche findet am Sonntag ftatt. Im Fürstenhof wird ein Reuter- Festabend mit Rezitationen und musita lijchen Vorträgen veranstaltet. Adolf Koch spricht am Freitag, den 11., abends 74, 1hr, im Hädelfaal Straße In den Belten 10( Nähe Brandenburger Tor), im Kreise Sozi alistischer Arbeiterjugend über Arbeiterjugend Störperbildung Nackt fultur" an Hand von Lichtbildern aus feiner Arbeit in den Berliner Gym vaftitgruppen. Parteigenossen( Mitgliedsbuch) erhalten Starten im Setretariat der S.-.- J., Lindenstr. 3, oder an der Abendkasse. In London ist man noch ohne amtliche Nachricht über das Bariser Ergebnis, wie folgende Meldung zeigt: London, 9. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Am Mittwoch abend lagen in London authentische Mitteilungen über den Verlauf der Konferenz zwischen Herriot und Macdonald noch nicht vor. Die für Donnerstag angekündigte außenpolitische Rede Macdonalds wird vorläufig bis auf weiteres verschoben. Mitteilungen Macdonalds. Paris, 9. Juli.( EP.) Um 3 Uhr nachmitags wurden die Pressevertreter am Quai d'Orjan eripfangen. Macdonald gab eine längere Erklärung ab, wobei er u. a. ausführte, daß die Mißperständnisse, die in Paris und London aufgetreten feien, auf feiner ernsten Grundlage beruhten. Auf beiden Seiten bestehe derselbe gute Wille. Die Note, die heute veröffentlicht werde, müsse ohne Leidenschaft im Interesse der beiden Länder geprüft werden. Man dürfe nicht allerlei Unmögliches zwischen den Zeilen herauslesen wollen. Eine Lösung sei möglich, brauche aber Beit, Geduld und großen Mut. Schon jetzt sei eine erste Einigung erzielt worden. Herriot und er seien nicht Feinde, die sich den Anschein geben wollten, Freunde zu sein, sondern Freunde, die versuchten, die Schwierigkeiten zu beseitigen, die in den letzten Jahren aufgetreten seien. Ein Anfang zu einer wirksamen Zusammenarbeit fei gemacht. Es werde Zeit brauchen, um zu einem guten Ende zu gelangen. zu gelangen. Die verschiedenen Fragen müßten eine nach der anderen geprüft werden. Die feßige Einigung muß der Schlüffel zu der endgültigen Regelung sein. Es handelt sich aber um eine langatmige Arbeit, denn wir find feine Zauberer. Wir müssen mit der öffentlichen Meinung und der parlamentarischen Lage in unseren beiden Ländern rechnen. Wir sind praktische Männer, die entschlossen sind, eine dauerhafte Freundschaft zwischen Frankreich und England herzustellen. Die Londoner Konferenz bleibt auf den 16. Juli festgefeht. Es wäre nicht gut gewesen, wenn sie vertagt worden wäre. Die heute veröffentlichte Note wird die beiden Memoranden ersetzen, worin der besondere Standpunkt unserer beiden Nationen aus= einandergesetzt wird. Die Note wird an alle Alliierten gesandt werden. Sie wird ein Beweis dafür sein, daß eine allgemeine Einigung zwischen den Alliierten auf dieser Grundlage möglich sein wird. Sie wird nicht an Deutschland gefandt werden, denn fie interessiert nur die Alliierten. Herriot erflärte, daß die Note nicht den Sinn habe, den französisch- englischen Standpunkt den anderen Alliierten aufzudrängen. Sie sei aber ein Beweis dafür, daß Frankreich und England versucht haben, zu be weisen, daß sich alle Alliierten einigen fönnten. Sofortige Räumung des Ruhrgebiets unmöglich. Der Soz. Parlamentsdienst" erhält von besonderer Seite folgende Information: Man muß sich in Deutschland über eines tlar fein: Wenn Herriot morgen erklären würde, daß nicht nur die wirtschaftliche, sondern auch die militärische Räumung auf einen Schlag erfolgen müsse, dann wäre sein Sturz sicher. Aus diesem Grunde hat Herriot sich bisher eine so große Reserve auferlegt, wenn er von diesen Fragen sprach. Sein wille, das Ruhrgebiet nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch so rasch wie möglich zu räumen, ist unbestreitbar. Gerade weil man das weiß, stürmt die Reaktion fo rücksichtslos gegen ihn an. Aber auch Herriot ist gezwungen, auf Grund der parlamentarischen Verhältnisse zur Durchführung seiner Politit Etappen vorauszusehen. Es wäre im Interesse der Berständigung, wenn die deutsche Regierung dieser Sachlage Rechnung trüge. Bersuchte man gewisse Dinge zu überstürzen, fo bestände die Gefahr, daß das Kabinett Herriot nicht lange am Ruder bleibt. Die Heilung der durch die Politik der letzten Jahre geschlagenen Wunden muß vorsichtig geschehen, wenn man neue Bergiftungen verhüten will. Wir möchten wünschen, daß die Reichsregierung die sich aus der voritehenden Auffassung ergebenden Konsequenzen bald zieht. Das wäre besonders für den Reichsaußen minister angebracht, der sich seine Aufgabe immer noch durch Entschließungen der eigenen Partei, die im Augenblick sinnlos sind, erschweren läßt. sinnlos sind, erschweren läßt. 05.0 Rückkehr nach London. Paris, 9. Juli( Eig. Drahtb.) Macdonald reifte nachmittags nach London zurück. Als er das Auswärtige Amt am Quai d' Orfan berließ, erklärte er den Bressevertretern: Der Tag war sehr hart, aber wir glauben, gute Arbeit geleistet zu haben. Nach der Abfahrt des Zuges iaate Herriot zu den Pressevertretern: Macdonald ist ein Mann von bewunderungswürdiger Auf richtigteit. Nordamerikas Außenminister in Berlin? New York, 9. Juli.( WTB.) Staatsiekretär Hughes reift Sonnabend dieser Woche mit den Mitgliedern der amerikanischen Anwaltsvereinigung nach England. Es wird angenommen, daß | Das wäre wohl der erste Besuch des aktiven Außenministers Berlin! eines der ehemaligen Weltkriegegegnerstaaten Deutschlands in Herriot- Macdonald an die Alliierten. Paris, 9. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Die Nole, die das Ergebnis der neuen Aussprache zwischen Ramsay Macdonald und Herriot zusammenfaßt, ist ein Dokument von vier umfangreichen Seiten. Die Note ist von der englischen und französischen Regierung gemeinsam unterzeichnet und an die übrigen alliierten Kabinette gerichtet, denen sie die Annahme der folgenden, von den beiden Premierministern vereinbarten Grundsägen empfiehlt: Artikel I enthält die Erklärung, daß nach Auffassung der beiden Regierungen Gegenstand der Londoner Konferenz ausschließlich die Durch führung des Experienplans fein soll und daß deren Regelung den interalliierten Regierungen überlassen sein soll. Artikel II betont die Notwendigkeit, ein Regime gegenseiti gen Vertrauens herzustellen, das den Geldgebern die erforder= lichen Garantien gewährt. Diese Notwendigkeit sei feineswegs unvereinbar mit dem Respekt vor den Bestimmunges des Versailler Vertrages, deren Verletzung den Frieden ge fährden und neue Konflikle vorbereiten würde. Artifel III legt die Umstände dar, unter denen das Expertenfomitee von der Reparationsfommission eingesetzt worden ist. Artikel IV stellt fest, daß der Bericht der Sachverständigen von allen beteiligten Regierungen angenommen worden ist und gibt ein kurzes Resümee der von der Reparationsfommission darüber gefaßten Beschlüsse. Er erinnert daran, daß die Sachverständigen eine Reihe außerhalb ihrer Kompetenz liegenden Fragen der Beschlußfassung ber alliierten Regierungen vorbehalten, zugleich aber mit allem Nachdruck unterstrichen haben, daß alle ihre Vorschläge auf der Voraussetzung aufgebaut seien, die wirtschaftliche Aktivität Deutschlands durch feinerlei andere Maßnahmen als die im Dawes- plan vorgesehene Kontrolle zu und demgemäß die gegen Deutschland in Anwendung gebrachten hemmen oder zu beeinträchtigen Maßnahmen, soweit sie ein Hindernis für diese Aktivität darstellen, aufgegeben werden müssen. Artikel V empfiehlt als Grundlage für die zwischen den alliierten Staaten und Deutschland notwendigen Vereinbarungen für die Durchführung des Sachverständigenplanes folgende Grundsähe: a) Die Londoner Konferenz tritt am 16. Juli zusammen. Beide Regierungen fonstatieren mit Befriedigung, daß die Vereinig ten Staaten auch hier vertreten sein werden. b) Die interalliierten Regierungen bestätigen die bereits ausgesprochene Annahme des Dawes- Planes. der c) Die zu treffenden Bereinbarungen sollen die Autorität Reparationstommission in feiner Weise hindern. In Anbetracht der Tatsache aber, daß den Zeichnern der 800 Millionen- Anleihe und den Erwerbern der deutschen Obligationen ill Garantien gegeben werden müssen, werden die alliierten Regie rungen sich bemühen, den Eintritt eines Amerikaners in die Expertenkommission zu erreichen, für den Fall, daß diese bereit sein sollte, über etwaige Berfehlungen Deutschlands zu entscheiden. Falls diese Lösung nicht möglich fein sollte, oder falls die Mitglieder der Reparationsfommission nicht zu einer Einigung gelangen sollten, so empfehlen die Regierungen die Zuziehung des Generalfommiffars für die Zahlungen, der ebenfalls amerikanischer Nationalität sein soll. d) Das Gutachten der Sachverständigen sieht für alle Einzel. bestimmungen bestimmte Regelungen durch die Kontrollorganifation vor. Eine große und vorfäßliche Verfehlung Deutschlands würde deffen guten Willen in Frage stellen. Für den Fall, daß die Reparationstommission eine solche Verfehlung festgestellt haben sollte, verpflichten sich die alliierten Regierungen, sich gemeinsam über die Modalitäten der Durchführung der von ihnen für diesen Fall zu ihrem eigenen Schuß und zum Schuße der Gesamtheit in Aussicht genommenen Maßnahmen zu ver= ftärfen. e) Das Programm, nach dem die wirtschaftliche und finanzielle Einheit Deutschlands wiederhergestellt werden soll, sobald die Reparationsfommission entschieden hat, daß die Durchführung des Sachverständigenprogramms be= gonnen hat, wird durch die interalliierte Konferenz festgelegt. Die Reparationsfommission sell den alliierten Regierungen entsprechende Borschläge für dieses Programm unterbreiten. Falls die Erfahrungen die Notwendigkeit von Modifitationen des Expertenplanes ergeben sollten und wenn die Reparationsfommission nicht über genügende Bollmachten verfügen follte, so sollen solche Modifikationen nur auf Grund einer Bereinbarung zwischen den alliierten Regierungen und unter Wahrung aller notwendigen Garantien erfolgen. f) Um aus den im Gutachten vorgesehenen Reparationszahlungen vollen Nugen zu ziehen und den alliierten Regierungen alle Vorteile zu sichern, werden die Alliierten ein Spezialorgan schaffen, dessen Aufgabe es sein soll, den Alliierten Vorschläge zu unterbreiten, in welcher Weise die Nuhbarmachung der von Deutschland gemachten Zahlungen am besten gewährleistet werden kann, insbesondere in bezug auf die leberweisungen und die Naturalleistungen. g) Notwendig ist die Regelung der Frage, wer mit der Aus= legung des Dawes- Planes sowie der in London gefaßten Beschlüsse betraut werden soll. Artikel VI: Die beiden Regierungen fommen dahin überein, evtl. aus der Auslegung der vorliegenden Note fich ergebende juristische Fragen ihren Rechtsbeiräten zu unterbreiten. Artikel VII: Die Frage der interalliierten Schulden wird den Gegenstand eines Meinungsaustausches zwischen den beiden Regierungen bilden. Die englische Regierung hat erklärt, daß sie zusammen mit den interessierten Rabinetten nach einer billigen Lösung dieses Problems suchen wird und daß sie dabei allen in Betracht kommenden Umständen Rechnung tragen wird. Diese Frage wird den Fachmännern der beiden Finanzminister zum Zwecke einer vorbereitenden Prüfung überlaffen. Artikel VIII: Beide Regierungen sind fernerhin in einen vorbereitenden Meinungsaustausch über die Frage der Sicherheit eingetreten. In Anbetracht der Bedeutung, die die öffentliche Meinung der restlosen Lösung dieser Frage beimißt, sind sie übereingefommen, Mittel zu suchen, um dieses Ziel zu erreichen, sei es durch Vermittlung des Bölterbunds, sei es auf irgendeine andere Weise. Sie werden die Brüfung dieser Frage fortseßen, bis das Broblem der allgemeinen Sicherheit aller Völker eine definitive Lösung gefunden haben wird. Gewerkschaftsbewegung Die falsche Rechnung. Ganz abgesehen von den außenpolitischen Wir fungen, die eine Ablehnung der Ratifizierung des Abtommens von Washington nach sich ziehen muß, fann man sich für die deutsche Wirtschaft schwerlich eine verhängnisvollere Politik denken, als die am Ausgang des vergangenen Jahres eingeleitete Politif der Arbeitszeitverlängerung. Wenn die Unternehmer und die ihnen gefällige Regierung ernsthaft geglaubt haben sollten, die Arbeitnehmer Deutsch lands- Angestellte, Arbeiter und Beamte würden sich würden sich schließlich mit der Beseitigung des Achtstundentages abfinden, dann sind sie allesamt unfähig, die Psychologie der Arbeiterschaft auch nur zu ahnen. Es gibt vielleicht keine Frage, an der die Arbeitnehmer so sehr mit ihrem Herzblut, ihrem Denken und Empfinden hän gen, wie gerade die der Arbeitszeit. Und das ist so natürlich, daß man wirklich staunen muß, wie überhaupt der Versuch gemacht werden konnte, den Achtstundentag wieder zu beseitigen. Denn die Dauer der Arbeitszeit entscheidet darüber, wie weit der Arbeitende auch Kulturmensch, ja überhaupt Mensch ist, man glauben, daß eine so intelligente und selbstbewußte Arsich seines Lebens überhaupt bewußt werden kann. Wie kann beiterschaft wie es die deutsche ist, nachdem sie fünf Jahre im vollen Genuß des Achtstundentages war, für den sie Jahr zehnte gekämpft hat, diesen Achtstundentag sich wieder ents reißen lassen wird! Gegen diese rein psychologische Tatsachs kommen feine Gründe auf und wären sie so durchschlagend, wie die Gründe, die man gegen den Achtstundentag anführt, falsch, verlogen und unhaltbar sind. Man begründet die Verlängerung der Arbeitszeit mit der angeblichen Notwendigkeit der Mehrarbeit. Seitdem Unternehmer und Regierung den Achtstundentag zu beseitigen versucht haben und für die größere Hälfte der Arbeiter und Angestellten der Privatindustrie wie für die Gesamtheit der vom Reich beschäftigten Arbeitnehmer auch tatsächlich beseitigt haben, find Kämpfe von einem Umfange und einer Hartnädig feit geführt worden, wie sie sonst nur zu den Seltenheiten gehörten. Wir haben die große Aussperrung auf den See= fchiffswerften gehabt, die 13 Wochen dauerte. Wir haben den Riesenkampf der Bergarbeiter erlebt, der sowohl an Umfang wie an Dauer alle seine Vorgänger in den Schatten stellt. Wir haben Kämpfe in der M et all, Holz- und Terfilindustrie, im Buchdruck- und im Baugewerbe gehabt, wie sie sonst sich nur alle paar Jahre ereignen. Und alle diese Kämpfe fanden statt innerhalb eines halben Jahres und wurden samt und sonders um die Arbeitszeit geführt. Diese Kämpfe gehen weiter. Wir haben sie vorausgesehen und vorausgefagt. Es bedurfte dazu feiner besonderen Prophetengabe. Und deshalb fönnen wir auch heute schon sagen, daß die Kämpfe, die bisher stattfanden, von den fommenden Kämpfen um den Achtstundentag weit überholt werden. Wenn es teine Gewerkschaften, feine Sozialdemofratie gäbe, der Raub des Achtstundentages würde deshalb feine geringeren Kämpfe auslösen. Diese Kämpfe wären nur opfervoller für die Arbeitnehmer. Wo bleibt angesichts dieser Tatsachen die angeblich so notwendige Mehrarbeit? Die Arbeitsstunden, die durch die Kämpfe um die Arbeitszeit verloren gingen und tagtäglich verloren gehen, können nicht durch jahrelenge Mehrarbeit wieder eingeholi fich ergehen lassen mußten. Die polnische Regierung, die vermittelnd eingreift, sieht sich zu der öffentlichen Erklärung gezwungen, daß sie beim Bölkerbund eine energische Aktion gegen die reaktionäre Welle in Deutschland eingeleitet habe, die die fozialen Errungenschaften der polnischen Arbeiter gefährde. Diese für Deutschland beschämende und blamable Tatsache, die vor der Abstimmung in Oberschlesien geradezu fatastrophal gewirkt haben würde, zeigt aber gleichzeitig, wie falsch die ganze Rechnung von der Mehrarbeit gegenüber dem Auslande ist. Ganz abgesehen von der unleugbaren Tatsache, daß kein einziger Arbeitgeber- ausgenommen natürlich die unter dem ausgenommen natürlich die unter dem 3wang der Micum- Verträge stehenden Zechenbefizer- auch nur einen Pfennig auf Reparationskonto aus dem bisherigen nur einen Pfennig auf Reparationskonto aus dem bisherigen Ertrag der Mehrarbeit abgeliefert hat, ganz abgesehen davon, daß die Regierung auch nicht den Versuch gemacht hat, die Verlängerung der Arbeitszeit mit einer erhöhten Steuerleistung der unter nehmer zu verbinden, was würde die unausbleibliche Folge sein, wenn es wirklich gelänge, den Achtstundentag in Deutschland zu beseitigen? In allen Ländern würde das Unternehmertum im Verein mit allen Nationalisten und Rückwärtsern Sturm laufen gegen den Achtstundentag. Herr Pinot wäre der allerletzte, würde der Ausgang des Kampfes um den Achtstundentag in der sich dieses Bergnügens berauben würde. Und endlich Deutschland auch das Schicksal des Achtstundentages in der ganzen Welt, jedenfalls in ganz Europa bestimmen. Das ist von einer so unausweichlichen Logif, daß darüber kein Bort mehr zu verlieren ist. Innen- wie außenpolitisch ist die erhoffte Steigerung der Produktion durch den Raub des Achtstundentages von vornherein eine falsche Rechnung. Angestellte der chemischen Industrie! ben Arbeitgebern fehenbe anblungsweise bes GdA. muß ihm selbst überlassen werden. Die Af- und die Gedag- Vertreter mußten es ablehnen, eine folche, die Interessen der Angestelltenschaft gefährdende Handlungs. weise zu unterstützen, und somit ergibt sich wiederum der Zustand, daß der Arbeitgeberverband mit dem GgA. allein weiterverhandelt bzw. sich einigt". sie das Verhalten des GdA. beurteilt. Butab. DWV. Für die AfA und den Gedag ist hiermit natürlich die Angelegenheit nicht erledigt, die vor den behördlichen Schlichtungsinstanzen zunächst ihren Fortgang nimmt. Aufgabe der Angestellten der chemischen Industrie ist es aber, die sich abspielenden Vorgänge, die für ihr Arbeitsverhältnis in der Zu= funft bestimmend sein werden, genau zu beachten. Wir fönnen es getrost der Angestelltenschaft überlassen, zu entscheiden, wie ZDA. Schiedsspruch für die Angestellten der Metallindustrie. Gestern wurde unter Vorsiz des Gewerberates Körner ein Schiedsspruch gefällt, wonach die Gehälter für die Monate JuliAugust um fünf Prozent erhöht werden sollen. In der Zeit vom 17. bis 19. Juli sollen die Angestellten zwanzig Prozent des Juligehalts als Abschlagszahlung erhalten, die je zur Hälfte Ende Juli und August zurückgezahlt wird. Die Erklärungsfrist läuft am 12. Juli ab. ( Anmerkung der Redaktion: Wir geben diese Nachricht, die uns uns von den zuständigen Gewerkschaftsorganisationen feinerlei Nachricht darüber zugegangen ist.) von der Telegraphen- Union zugeht, nur unter Vorbehalt wieder, da Die Unternehmer fühlen sich. Bochum, 9. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Nach Mitteilung der freigewerkschaftlichen Straßenbahner organisation hat sich infolge der Haltung der Arbeitgeberverbände der Straßenbahnen des Industriegebietes eine äußerst fritsche Lage entwickelt. Die Arbeit geberorganisation hat Berhandlungen mit den Straßenbahnern ab. gelehnt unter der Begründung, daß wegen des außerordentlich fterten Mitgliederverlustes der Gewerkschaften diese nicht mehr als Bertreter der Straßenbahner legitimiert feien. Falls die Arbeitgeber diesen Standpunft nicht ändern, ist mit einer Streitbewegung der Straßenbahner des rheinisch westfälischen Industriegebietes zu rechnen. Aussperrung im Hamburger Baugewerbe. Die Verhandlungen über den neuen Manteltarif find zunächst durch das Verhalten des Gd2. gescheitert. Sie wurden abgebrochen bei der Besprechung des sozusagen wichtigsten Bunttes des ganzen Manteltarifes, nämlich der Frage der tariflichen SchiedsDiametral gegenüber. Die Arbeitgeber wollten versuchen, die tarif gerichtsbarkeit. Hier standen sich zwei Anschauungen liche Schiedsgerichtsbarkeit für Gesamtstreitigkeiten aus dem Mantel- Hamburg, 9. Juli.( WTB.) Die Arbeitgeberverbände des tarif einmal so zu fassen, daß prinzipiell jede Streitigkeit über Baugewerbes haben, da die Arbeitnehmer die Arbeit auf berden Weg des tariflichen Schiedsgerichtes feine Erledigung finden schiedenen Baustellen niedergelegt haben und die von den Arbeit mußte, d. h. durch diese Regelung follte prinzipiell ein für allemal geberverbänden zur Aufhebung des Tettstreits gestellte Frist fruchtlos jede Möglichkeit ausgefchloffen werden, eventuell verstrichen ist, beschlossen, heute nach Schluß der Arbeitszeit fämtauftauchende Meinungsverschiedenheiten mit anderen gewerfliche Arbeitnehmer mit Ausnahme der Zimmerer, Maschinisten und schaftlichen Mitteln auszutragen. Und andererseits Heizer in Groß- Hamburg auszusperren. Am Montag, den 14. Juli, hätte sich aus dem Vorschlage der Arbeitgeber für die Zusammen soll die Aussperrung der Zimmerer, Maschinisten und Heizer folgen. legung des tariflichen Schiedsgerichtes der merkwürdige Zustand ergeben, daß für den Fall, daß nicht alle drei Angestellten- Spizenorganisationen an der betreffenden Streitfache interessiert waren, auch diejenige Organisation bzw. diejenigen Organisationen, die nicht mehr an der Austragung der Streitigkeit beteiligt gewesen wären, doch Beifizer in das Schiedsgericht hätten schiden dürfen. Durch diese Formulierung wäre bewirkt worden, daß praktisch jeder Abschluß, den etwa der Arbeitgeberverband mit einer Spikenorganifation getroffen hätte, über den Weg des tariflichen Schiedsgerichtes den beiden anderen Spikenorganisationen hätte aufoftroniert werden können. Buchdrucker! Das Material zu den Delegiertenwahlen ist ab Freitag nachmittag 4 Uhr im Restaurant Krüger, Engelufer 23, abzuholen. Fraktionsvorstand der Richtung Amsterdam. Achtung, Siemens- Schudert- Schaltwerk! Am Freitag nachmittag 4 Uhr im Hotelkasino Siemensstadt Bersammlung aller SPD.- Arbeiter und-Angestellten. Sympathifierende können mitgebracht werden. 8ahlreiches Erscheinen erwartet Der Fraktionsvorstand. Gettler, Tapezierer- und Bortefeuillerverband. Donnerstag, den 10. Juli, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal 4, allgemeine Berbandsgeneval versammlung. Dr. Paul Levi referiert über Das Sachverständigengut. achten". Besuch dieser Bersammlung ist Pflicht. Mitgliedsbud legitimiert. Sonntag, den 13. Juli, Ausflug der Lehrlingsabteilung. Meldungen bis späteftens Freitag von 4-6 Uhr im Bureau. Die Kollegen bitten wir, die Jugend in unseren Betrieben darauf aufmerksam zu machen. Abfahrt 6 Uhr vom Die Ortsverwaltung." Deutscher Solzarbeiterverband. Die Sigung der erweiterten Ortsverwaltung Görlizer Bahnhof. findet in dieser Woche nicht statt. Dieser Vorschlag der Arbeitgeber war für die Afa und den Gedag untragbar. Ueberraschenderweise fand sich jedoch der GdA. bereit, dieser Regelung zu z ustimmen. Die Erfahrungen in den letzten Monaten und auch die Verhandlungen in der legten Zeit haben deutlich gezeigt, was der GdA. mit dieser Einstellung bezweckt. Erflärte do der Bertreter des Gd2. bei den Manteltarifverhandlungen ausbrücklich, daß er für den Fall, daß er mit dem ArbeitgeberDas dümmste Argument, das man aber für die Beseiti- verband sich in irgendeiner Frage geeinigt hätte und die beiden gung des Achtstundentages anführen kann, ist das der Repa anderen Organisationen eventuell das tarifliche Schiedsgericht anrationsleistungen. Denn was wäre damit gewonnen, rufen wollten, für sich in Anspruch nehmen müsse, dieses Schieds- Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet wenn Deutschland den Neun- oder den Zehnstundentag ein gericht von sich aus durch Benennung eines Beifizers zu beschicken, um auf diese Weise seinen Abschluß auch den beiden anderen Orgaführen würde? Der Kampf in Polnisch Obernisationen aufzuzwingen. Andererfeits erklärte er, daß er sich nicht werden. Berantwortlich für Bolitit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Caternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebe. Eglorn; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Sh. Glode; fämtlich in Berlin. und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Sieran zwei Beilagen und Frauenstimme". ſchlefien gibt einen Borgeschmack davon. Dort versucht das Recht nehmen laffen wolle, mit solchen Mittein die Handlungs- Sophien- Sälen oder 996 man jeht, eine Arbeitszeitverlängerung durchzuführen, analog weise der beiden anderen Organisationen zu tontrollieren. Die Verder, die die Arbeiter in Deutsch Oberschlesien über antwortung für diese im vollsten Einverständnis mit säle frei, 100-1200 Personen Srael Sophienstr. 17 Saison Ausverkauf Kleiderstoffe Bedruckter Perkal Damenkleidung vorzügl. Qualität, 80 cm, Mtr. 0.70 Bluse gestreift. Zephir 1.25 Kleider- Rock mit Knopfgarnierg. aus vorzüglichem Reinwoll. Foulé Mtr. 1.95 neue Farben......... Mtr. Reinwoll. Rockstoffe aparte Streif., 105 cm br., Mtr. 2.80 Noppenstoffe mit farbig. 2.95 Nadelstreifen, 140 cm, Mtr. cm, Wirkwaren Strickwolle reine Kammgarnwolle, schwarz oder graumeliert.100 gr. 0.95 Damen- Hemdhosen 1.90 weißer Trikot mit Spitze.. Herren- Hemden gelbl. Trikot m. Doppelbrust 2.75 Damen- Strandjäckchen feingestrickte Wolle mit 7.75 Bluse aus weißem Voll- 2.75 Voile, bestickt.. Morgenrock zügl. Krepp mit Blende 5.90 Leder- Hut in vielen Farben reinwoll. Cheviot mit 8.50 Gruppenfalten... Kleid aus bedrucktem 19.50 Mantel aus Covertcoat 9.75 Voll- Voile Stück 9.75 Herrenkleidung Knabenkleidung Sport- Anzug toll. 49.00 hellgrün- meliert. Hausjacke mit Agraffen u. Verschnür. 23.00 Loden- Mäntel imprägniert.. 22.00 schottischen Streifen...... 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Mtr, 0.58 Gr.7-12.Alter9-14hr. 4.00 Erbstüll- Garnitur 9.00 Kieler Wasch- Bluse aus blau- Mull- Garnitur mit Bändchenarbeit..... weiß gestreiftem Kreton, 3.00 farbig gestreift.. 9.60 Größe 1 für 3 Jahre Jede weitere Größe 0.40 mehr. Kieler Wasch- Bluse a. bestem Läuferstoffe blau- weiß gestreiftem Kadett, mit Bouclé- Läuferstoffe 6.25 loser Garnitur, Größe 1 für 3 Jahre 6.20 67 cm breit Jede weitere Größe 0.60 mehr. Hauswäsche Tischtuch Reinleinen, gebleicht 47x100 cm. grau- weiß, 0.80 und in Hausmacher, Reinleinen... Stubenhandtuch 46x100 cm, weiß, Halb- 0.95 leinen Jacquard. Frottierhandtuch gezwirnte Qual, 50 × 100 weiß Kräuselstaff, gute 1.35 Wäschetuch 80 Makobatist Mr. 0.55 60 cm... Mtr. 1.15 130x160 cm.. 7.60 Rolltuch grau- weiß gestreift mit Kante, 2.20 84x190 em..... Küchentuch weiß mit roter Kante, 60 × 60 cm 0.75 146 cm Mtr. Laken- Daulas 2.10 Linon für Kissen und Bezüge Bouclé- Vorleger 65x100 cm. ... Mr.6.25 Mottled- Vorleger 90x135...... Kissengarnitur 5.90 9.25 für Korbmöbel, mit bedrucktem Bezug,| Sitz- und 1 Lehn- 2.90 kissen zusammen Parfümerien Echtes Lavendelwasser Böhm- Offenbach, große Fl. 0.95 Deutscher Kräutergeist 90% Alkohol, 1/1 Flasche.. Böhm- Offenb. Köln, Wasser, 1.10 800.95301.60 MENGENABGABE SÄMTL cm ARTIKEL VORBEHALTEN! Nr. 320 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Die Arbeit der deutschen Baumschulen. Der Kleinsiedler, der zur nächstgelegenen Baumschule sich begibt, um die für sein Terrain notwendigen Obstbäume und-sträucher zu erstehen, findet das verkaufsfähige Material an bequemer Stelle im Einschlag vor. Er wird im allgemeinen keinen Einblick in den Um fang und die Art des Betriebes gewinnen. Dieser ist insofern von der Gärtnerei verschieden, als die Ausnutzung des Bodens längere Zeit in Anspruch nimmt, während der Gärtner eine Kultur auf die andere folgen läßt. Diese Berschiedenheit spricht sich vor allem in der Größe des benötigten Terrains aus. Wir haben in Deutschland ungefähr 800 Baumschulen, die einen Gesamtumfang von etwa 100 000 Morgen haben, von denen%= 20 000 Morgen reine Baumschulenfläche ist. Der Rest ist aber durchaus notwendig, um den geordneten Betrieb aufrechtzuerhalten; ein ordentlicher Fruchtwechsel muß innegehalten werden, um baummüdes Land wieder seinem Zwecke nußbar zu machen; Neuanlagen beanspruchen jungfräulichen" Boden. Die Pferdearbeit in den Baumschulen führt zu einem gewissen landwirtschaftlichen Betrieb, um Futter, Streu usw. zu erzielen, der übrigbleibende Boden wird der Gemüsefultur dienstbar gemacht, die ganze Felder von Kohlrabi, Bohnen, Rüben usw. aufweist. Groß- und Kleinbetriebe. Während die Gärtnereien, namentlich in früheren Jahren, möglichst in der Nähe der Städte sich ansiedelten, daher das alte Wigwort: die beste Fruchtfolge ist Getreide, Kartoffel, dann BauStelle können die Baumschulen sich nicht zu sehr den Groß- und Mittelstädten nähern; das Terrain würde zu kostspielig sein. Immerhin gibt es doch in der weiteren Umgegend etliche Baumschulen, die leicht erreichbar sind. Für die ästhetische Ausgestaltung der sich allenthalben entwickelnden Vororte und für die Belieferung der Laubentolonien, Schrebergärten, Kleinsiedlungen haben sie wertvolle Dienste geleistet. Das Verhältnis der großen und mittelgroßen Betriebe( Baumschulenfläche 200-800 Morgen) zu den kleineren ist etwa% zu%. Eine durch klimatische und Bodenverhältnisse ge= gebene Konzentration der Betriebe ist für Südholstein zu verzeichnen; Ortsnamen wie Halstenbet, Rellingen, Wedel, Elmshorn, Tor nesch u. a. sind jedem Interessenten und Liebhaber bekannt. Auch om Niederrhein, in Baden und Württemberg finden sich eine größere Zahl von Baumschulen; im übrigen verteilen fie fich auf das ganze deutsche Gebiet. Die älteste Baumschule stammt bereits aus dem Anfange des 18. Jahrhunderts; die Entwicklung des Holsteiner Gebiets ist aber erst 50 Jahre alt und hat in dieser Zeit große Erfolge erzielt. Seit dem Kriege sind neue Baumschulen nur wenig entstanden, wohl aber einige eingegangen. Die Aufnahme des heute hochwichtigen Obstbaumschulbetriebs datiert DON vor hundert Jahren; fie ging Hand in Hand mit der glücklichen Entwicklung der deutschen Obstbaukultur. Eine Anzahl der Baumschulen ist speziell als Rosenschulen 31 bezeichnen; fie liefern an die Gärtnereien das für die Rosentreiberei benötigte Material, da der Gärtner felten fo viel Zeit übrig hat, um sich mit dem Veredeln der Rosen zu befassen Auch noch einer anderen Verbindung zwischen Baumschule und Gärtnerei jei gedacht: der hohe Aufschwung der deutschen Fliedertreiberei ist erst möglich geworden, als die Baumschulen fertige Treibeware und genügendes Pflanzenmaterial zur Verfügung stellen fonnten. Im Hinblick auf das bereits Gesagte wird es begreiflich erscheinen, daß der Wert der deutschen Baumschulen rund auf ¼ Milliarde Mart geschätzt werden kann. Ihren Absah finden die Betriebe zumeist im Inlande, eiwa% der Produktion stellt sich zum Wettkampf auf dem Weltmarkte. Während der Inflationszeit ist allerdings dieser Absatz an das Ausland auf 50 Proz. gestiegen, doch seitdem wieder auf den Durchschnitt von 20 Próz. gesunken. An Import fommen hauptsächlich Baumschulerzeugnisse aus Holland in Frage, dessen Bodenbeschaffenheit die Heranzucht von Moor bodenpflanzen und Nadelhölzern begünstigt. Im übrigen ist die deutsche Baumschulproduktion durchaus in der Lage, den heimischen Bedürfnissen gerecht zu werden. Die Erzeugnisse. An Erzeugnissen ist alles vorhanden, was unseren klimatischen Verhältnissen entspricht, also Obstbäume in allen Formen, Frucht28] Die Venus von Syrakus. Bon Clara Rahla. Da sich aber niemand dieser Nobili bewogen gefühlt hatte, auf die Ankunft eben dieses Schiffes zu warten, 30g Carlo Fratelli es vor, einige Schritte auf dem festen Boden zu machen, denn was er da hinter sich ließ, war nicht erfreulich gewesen. Als er eine Strecke Weges gegangen war, zog ihn das mächtige barocke Practtor, die Boria Felice, an. Freilich hatte man so etwas auch in Rom, doch hier, auf fremdem Boden, trug man sich mit der Berpflichtung, derartige Dinge auch zu betrachten. Die Brunnen rechts und links vor den riefigen Pfeilern gefielen ihm; im Binnenhofe seines eigenen Hauses zu Rom war man gerade dabei, einen Springbrunnen für ihn auszuheben. Er sah sich das Tor näher an. Ueber den beiden Brunnen standen Ban und Pomona. Nein, so etwas würde er niemals gewählt haben, er hatte sich längst für eine Nige entschieden. Weiter oben Wappen, Balustraden, Figuren- gewiß, ganz hübsch, doch seine reizende Nire gefiel ihm besser. Er trottete pausbädig weiter, einen flüchtigen Blick über Blak und Kirche werfend das war wohl überall so. " Die lebhafte, auf den Plaz einmündende Straße zog ihn an. Das wollte er doch einmal sehen, was die Leute in Balermo zu verkaufen hatten. Wie den Mörder der Ort seiner Tat, jo zog ihn der Handel an. Hatte doch auch er manchen so zur Strecke gebracht! Doch er fam gar nicht weit, da hielt man ihn auf. Ein Mann mit hellen Treffen drückte ihn in den Eingang eines großen Gasthofes hinein, wo bewillkommende Reden ihn faft verschluckten. Nun, diese Leute verstanden wenigstens was von ihrem Gewerbe. Es wurde Carlo Fratelli warm ums Herz. Durch den Wortfchwall brach fich leuchtend der oft wiederholte Ausspruch:" Die illuftresten Reisenden steigen bei uns cb!" Man fonnte es sich ja einmal ansehen: irgendwo mußte er ja wohnen. Es war, als schienen die Strahlen des Goldes und der hohen Empfehlungen durch seine Kleider. Der Wirt selbst führte ihn mit Ausrufen des Entzückens die Treppe hinauf. Plöglich mand er sich mit einer züngelnden Geschwindigkeit zu Fratelli hin und sagte: | sträucher, hochstämmige und niedere Rosen, Ziergehölze, Alleebäume, Zierbäume, Nadelhölzer, Forstpflanzen, Heckenpflanzen, Wildlinge zu Veredelungszwecken usw. Abnehmer sind staatliche und kommunale Behörden für Material zu Straßenpflanzungen und für Forstpflanzen, Private für verschiedenartige Baumschulartikel zur Unterbringung in Bier- und Fruchtgärten; Kleingärtner wie Laubenkolonisten haben Bedarf an Fruchtsträuchern und Obstbäumen; auch die Landwirtschaft verlangt nach Obstbäumen und fträuchern in den für den Massenanbau geeigneten Sorten. Interessant ist, daß die Konservenindustrie dazu übergeht, Obstbau in eigener Regie zu treiben. Wichtig und ein Zeichen für die ungeheure Bedeutung und ein Zeichen für die ungeheure Bedeutung Ansicht einer gemischten Baumschule. des Kleinsiedlerwesens ist die Tatsache, daß der Anteil an der Obstbaumproduktion von% auf% der Gesamtproduktion gestiegen ist. Auf diesem Gebiete werden die kommenden Jahre hoffentlich noch weitere Erfolge zeiligen, zumal wenn dafür Sorge getragen wird, daß für den betreffenden Boden stets der richtige Obstbaum gewählt wird, dessen Besitz auch des Siedlers Herz und Magen erfreut. Ob st muß nicht nur eine Leckerei" sein, sondern im wahren Sinne des Wortes ein Nahrungsmittel werden; seine hohe Bedeutung für die Gesundheit wird von Jahr zu Jahr mehr erkannt. Der Betrieb einer Baumschule erfordert naturgemäß ständige Aufsicht des Leiters, der auf großen Flächen auch ein guter Reiter sein muß, da die Füße bald den Dienst versagen würden, und Zwei- und Motorrad nicht überall durchkommen. Denn es gilt nicht nur die neuen Anlagen zu beaufsichtigen, sondern auch allem bereits Gepflanzten sein Augenmert zu schenken. Wir erleben es schaudernd, wie zurzeit unser Baumbestand durch tierische Schädlinge bedroht, ja vernichtet wird, und gleiche Gefahren können auch einer schlecht kontrollierten Baumschule beschieden sein. Noch sind wir leider nicht so weit wie in A merita, ,, Der Herr wünscht vielleicht den Raum zu sehen, in dem der berühmteste Deutsche wohnte?" und er eilte voran, stieß eine Tür auf und machte eine tiefe Berbeugung. ,, Der berühmteste Deutsche?" dachte Fratelli, haben diese fei Italien schon schwer genug damit belastet. Immerfort Deutschen berühmte Männer? Auch sie?" Es schien ihm, als hörte man neue Namen. Die Freunde seiner letzten Jahre sprachen sie mit einer Geläufigkeit und zugleich Anerkennung aus, wie er selbst einst über die Güte seiner Ware gesprochen hatte. Er wollte ihnen einmal zeigen, daß ein wahrhaft moderner Mensch, der lediglich seinen inneren Fähigkeiten folgt, ohne weiteres den richtigen Weg findet. Natürlich, er würde dort wohnen, wo der berühmte Deutsche gewohnt hatte, in demselben Raume in seinem Bette würde er schlafen. Wie lange mochte es her sein, seit der Mann hier gewesen war? Wochen, Monate doch nicht etwa Jahre! Das mußte man wissen. Vor allen Dingen aber: was war dieser Mann und wie hieß er? Carlo Fratelli sah sich, zustimmend nidend, in dem großen Raume um. Er kam ihm recht fahl und nüchtern vor. Er trat an das Fenster, erblickte den Hafen und darüber hinweg in zarten Tönungen die hellen Gebirgszüge. Ernsten Angesichts wandte er sich an den Wirt. Der Mann hatte Sinn für Natur," sagte er, im stillen wartend. kein Der Wirt legte seine Hand aufs Herz, den Kopf in den Maden, und deklamierte:„ Italien ohne Sizilien macht gar ein Bild in der Geele: hier ist erst der Schlüssel zu allem!" Das schien Fratelli denn doch eine ausweichende Antwort zu sein, zudem feineswegs zutreffend. Italien ohne Rom- ja, das ließe fich hören. " Ohne Rom!" fagte er nachdrücklich. " Nun ja," der gefällige Wirt zuckte die Achseln, man fönnte vielleicht auch so denken, ganz gewiß, jedoch er schrieb es nieder." So, fo, er schrieb Ihnen," sagte Fratelli beiläufig. Also der Mann lebte noch. Mir nicht, o nein, so steht es in seinen Werken ge= schrieben. Also doch tot," entschied Fratelli. 4 Immerhin, hier wollte er wohnen. In diesem Bette da, hinter den Borhängen im Alfoven, würde der berühmte Mann ja nicht gerade gestorben sein. Donnerstag, 10. Juli 1924 wo eine eigene Behörde zum Schuße der Kulturpflanzen nicht nur existiert, sondern auch aktiv eingreift, sobald Gefahr im Verzuge Also es hängt von der Energie des Leiters ab, daß seine Pfleg= linge unbeschädigt bleiben. Und es sind ihrer Hunderttausende, ja Millionen: auf einem Morgen Land werden je nach Art und Form 6000-7500 Döftbäume aufgeschult, von Alleebäumen zirka 5000 bis 6000 Stüd. Die Kulturen erfordern: Rosen 2 Jahre Kulturzeit, Obstbäume 4-5 Jahre, Alleebäume 5-10 Jahre, Nadelhölzer 5-20 Jahre dabei ist die Kulturzeit der Jungpflanzen, Veredlungsunterlagen, Wildlinge nicht gerechnet. Im Hinblick auf diese lange Zeit des„ Reifwerdens", also der Berkaufsmöglichkeit, während der das angelegte Kapital brach liegt, muß natürlich jede Möglichfeit, zweckdienliche Einnahmequellen zu beschaffen, ausgenutzt werden. Hierzu gehört auch die Verwertung von Schnittgrün durch die Baumschulen, die entweder Pflanzen zu dessen Gewinnung aufgeschult haben oder solches aus Hecken oder Windschutzanlagen ge= winnen: in Betracht kommen Thuja, Tannen in ca. 20 Arten 3ypressen, Mahonien, Stechpalmen usw. Auch Zwischenfulturen in teilweise geräumten Quartieren sind eine Einnahmequelle, wie die bereits erwähnten Wechselfulturen auf freigewordenem Baumschulland. Wenn auch im allgemeinen die gärtnerischen, namentlich die Blumenkulturen, in stärkerem Maße als die Baumschulkulturen von Hize und Frost leiden, so ist eine Schädigung der letzteren durch abnorme Witterungsverhältnisse nicht ausgeschloffen. Gegen zu viel Regen und trockene( schneelofe) Winterfälte gibt es leider noch kein Allheilmittel; die Dürre kann man durch Wasser bekämpfen, aber natürlich spielen da die Kosten für die Beschaffung des nötigen Quantums auf so großen Flächen eine bedeutende Rolle. Sieger zu bleiben im Kampfe mit der Natur ist das Vorrecht des Menschen, und das wäre ein schlechter Kapitän, der sein Schiff nach dem ersten Sturm verlassen wollte. Zielbewußte stetige Arbeit und Ausmerzung alles Minderwertigen haben die deutschen Baumschulen auf ihre jezige Höhe gebracht. Mah Jongg. Das ist ein chinesisches Wort, was ihm natürlich jeder sofert ansieht, und bedeutet ein Spiel, was sich nicht so ohne weiteres aus dem Wort ergibt. Welchen Wert aber dieses Spiel hat, das sagt uns in einem Prospekt ein Lehrer des Mah- Jongg:" Seit über 1000 Jahren spielt man es in China, heute spielt es die ganze Welt ( na! na!) und wird es wie Schach als Kulturgut behalten!" Hoffent= lich ist dieser Mah- Jongglehrer nicht auch Lehrer der deutschen Sprache! Auch hat derselbe vergessen hinzuzufügen, daß man jetzt erst in Berlin anfängt, in die Geheimnisse des Mah- Jonggfpiels einzubringen. Gestern zum Beispiel fand im Geschäftshaus von Rosenhain in der Leipziger Straße vor einem eleganten und im übrigen recht gelangweilten Publikum ein Probespielen statt. Mah Jongg ist nämlich ein sehr schwieriges Spiel und hat so seine Tücken, denen der Lernende nicht so leicht Herr werden fann. Darum muß man einen Lehrer haben und für viele ist es vielleicht noch besser und zielsicherer, wenn sie eine Lehrerin nehmen. Der Beruf als Lehrer oder Lehrerin des Mah- Jonggspiels ist anscheinend recht nahrhaft und bringt etwas ein. Solch einem Lehrer zahlt man nämlich von 7,50 bis 30 Mart für die Stunde. Das Spiel selbst stellt sich als ein Kombinations= spiel dar, und darin liegt hauptsächlich seine Schwierigkeit, es zu beherrschen. Betrachtet man die unendlich vielen Kombinationen, die ein Spiel aufweisen fann, fällt einem unwillkürlich die verflirte Kombinations- und Permutationsrechnung ein, mit der man auf der Schule geplagt wurde, und bei der man graue Haare auf das jugendliche Haupt zu bekommen glaubte. Im allgemeinen spielen beim Mah Jongg 4 Spieler, und jeder hat 36 Steine. Es kommt nun darauf an, aus den Steinen mit den verschiedensten Schriftcharakteren( da sind zum Beispiel auf den Steinen Drachen abge= bildet, Bambusstangen, Winde u. a. m.) ein Spielbild zu schaffen. Alles in allem, das Spiel stellt in der Tat große Anstrengungen an die Dentkraft und wird sicher Leute geben, die sich mit Problemen gern abgeben und leidenschaftliche Schachspieler sind. Auf der anderen Seite aber fann nicht verkannt werden, daß Mah Jongg gleichzeitig ein ganz raffiniertes Glücksspiel vorstellen tann, ein Glücksspiel, bei dem man außerordentlich schnell fein Geld los wird. Ein einziges Spiel, Dauer etwa 10 Minuten, kann bei dem doch verhältnismäßig niedrigen Einsatz von 5 Pfennigen einen Verlust von 10 Mark zur Folge haben, bei einem Einsatz von einem Pfennig 2 Mart. Ein gestern beim Probespiel anwesender chinesischer Student, Herr Li, meinte denn auch bedauernd, nun werde man in Deutschland behaupten, China habe uns ein neues und gefährliches ,, Das Zimmer gefällt mir, man kann mein Gepäck hierher schaffen, ich hinterließ es-" Mein Herr!" wiederum legte der Wirt die Hand aufs Herz, das ist leider unmöglich; dieses Zimmer dient nur als Sehenswürdigkeit, es ist unser Goethezimmer." Ihr was?" " Unser Goethezimmer!" Aha, jezt hatte er den Namen. Der Mann war Schriftsteller und offenbar verstorben. Der berühmteste Deutsche? Fratelli mußte lachen. Armes Deutschland! Ja, ja, es ist ein armes Land," sagte er jovial. O nein, im Gegenteil, ein sehr, sehr fruchtbares Land!" erwiderte der Wirt eifrig. Er dachte an Sizilien. ,, Allerdings wenn Sie es so meinen. Es gibt dort piele Dichter," sagte Fratelli aufs Geratewohl, doch sehr bestimmt. Der Wirt dienerte seitlich, bedauernd.„ Das nun gerade nicht, es ist reich an Früchten, zumal an Limonen, Orangen, Zitronen!" Fratelli sah ihn sehr ungläubig an. Besser man ließ dieses Gespräch fallen. ,, Also kurzum: hier möchte ich wohnen," sagte er schroff. Der Wirt fnidte zusammen.„ Das ist nicht möglich, mein Herr." ,, Was heißt möglich?" Fratelli strich über seine Brusttasche. Was veríangen Sie?" " Wie gesagt nicht möglich," stammelte der Wirt leise. Herr, so machen Sie aus Ihrem ganzen Gasthof Goethezimmer, von oben bis unten, das wäre das einträglichste Gefchäft für einen Wirt!" brüllte Fratelli erbost. Dröhrend schritt er die Treppe hinab, aus diesem ungaftlichen Hause. Auf der Straße rief er den nächsten Fiafer an, zog einen seiner Empfehlungsbriefe heraus und ließ sich zu Antonio Braconieri fahren, der zwar nicht zu den Nobili gehörte, der aber, genau wie er selost, ein Reicher, ein sehr Reicher von gestern mar. Um dieselbe Zeit wie Carlo Fratelli fuhr auch ein anderer durch Palermos Hauptstraße, der junge Renzo Adriani. Er war vergnügt und pfiff in die Abendluft hinein. Gagini war doch ein Goldherz! Schickte ihn zu den Patres hinauf, nach Monreale. Das hatte er sich längst ge= wünscht. Der alte tunstliebende Abt Matteo würde ihm die Sammlungen des Klosters zeigen, ihm seine Aufgabe zuweisen, ihm von vielen erzählen, das ihm fremd war. Er dürftete nach Neuem. ( Fortsetzung folgt.) Glücksspiel beschert. Indessen, diese Sorgen sind recht überflüssig, zum mindesten übertrieben, da Glücksjäger am grünen Tisch sich nicht Mah-Jongg auswählen werden, weil es eben viel zu kompli- ziert ist. Wer aber wird nun das neue Spiel spielen? Zunächst mal heißt es in dem bereits oben erwähnten Prospekt:„Das Mah-Jongg spiellen früher in China nur Fürsten und hielten es geheim vor dem Volke. Darum paßt das Fllrstenwort: Mah-Jongg ist wie ein Fürst. Man muß warten, bis es einen anspricht, oder vorüber gehe!" Also eine ganz feudale Angelegenheit ehemals, und feudal wird es allem Anschein auch heute bleiben. Denn das Spiel ist verdammt teuer. Die Preis« variieren zwischen 9,7S und 160 Mark, je nach der Ausstattung. Die Steine sind bei den ganz billigen Spielen, soweit man einen Preis von 9,76 M ganz billig nennen darf, aus Holz, in der mittleren Preislage aus Holz mit aufgelegtem Galalith und bei den ganz teuren Spielen, bei denen noch eine mehr oder minder prunkvolle Ausstattung des Kastens hinzukommt, in dem sich das Spiel befindet, aus Galalith Also wird wohl Mah-Jongg, das man angeblich bereits in der ganzen Welt spielt und das man jetzt erst in Deutschland zu lernen beginnt, lediglich«ine Angelegenheit und ein Zeitvertreib der Welt sein, in der man sich stets langweilt, vorausgesetzt, daß diese Welt, deren Gehirnkraft nicht groß zu sein pflegt, die vielen Finessen des Spiels zu fassen vermag._ die§affaüenkletterer vom Kurfürstenöamm. Eine Verhandlung mit Hindernissen. Eirde 1323 und Ansang 1924 wurde die Gegend des Kurfürsten dainms und der Grunewaldkolonie durch zahlreiche Einbrüche be unruhigt. Diese Diebstähle wurden von einer Bande von G e ntl e m ane i n br« ch ern, die sich vorwiegend als Fassaden- kletterer betätigten, verübt. Als Urheber von acht Einbrüchen hatten sich jetzt vor dem großen Schöffengericht Charlottenburg zu verant- wörten der Händler Franz L e h n e r t, genannt Franz Michalski, der Händler Paul K a e m p f, der Kaufmann Paul M a c i o s s e t und der Kaufmann Erich Marggras. Abnehmer der Diebesbeule waren der Bankdirektcr Kurt O b k i r ch e r, der Kaufmann Rudolf Florian und in einigen Fällen auch der Kaufmann Joses D o- inascheditz. Während die erstere Gruppe wegen gemeinschaftlichen schweren Einbruchdiebstahls angeklagt war, hatten die letzteren drei Angeklagten sich wegen Hehlerei zu verantworten. Di« Bande war in der Weise vorgegangen, daß sie an den Fassaden hochkletterte, auf dem Balkon eine Scheibe eindrückte und in die Wohnung eindrang. Wertvolle Silbersachen, Perserbrücken und Pelz« waren ihre Beute. Die Verhandlung verlies nicht ohne Zwischenfälle. Zunächst war der Angeklagte Erich Marg- gras, gegen den noct, zahlreiche ander« Anklciaefälle schweben, der bei dieser Anklage aber nur an einem Einbruch beteiligt ist, nicht erschienen. Gegen Marggras wurde Haftbefehl und Steckbrief erlassen. Dann stellte Rechtsanwalt Dr Theodor A h r e n s den Antrag auf Vertagung, da ein von ihm gestellter An- trag aus Untersuchung des Angeklagten Lehnert vom Gericht un- berücksichtigt geblieben fei. Landgerichtsdirektor Brennhausen setzte dl« Verhandlung auf 2 Stunden aus und lieh den Angeklagten in der Zwischenzeit durch Samtätsrat Dr. Leppmann untersuchen, Als die Verhandlung wieder aufgenommen wurde, wurde Lehnert gefesselt vorgeführt. Auf den Einwand des Verteidigers erklärte der Vorsitzende, daß der Angeklagte einen Fluchtversuch ge- macht und den Justizwachtmeister mit Niederschlagen bedroht habe. Da jedoch Sanitätsrat Dr. Leppmann Befürchtungen äußert«, daß der Angeklagt« durch die Zwangsmaßnahmen in zu große Er- regung geraten könnte, ließ der Vorsitzende Lehnert wieder entfesseln. Sanitätsrat Dr. Leppmann begutachtet«, daß der Angeklagte nicht geisteskrank sei und der Vorsitzend« wollte nunmehr zur Vernehmung der Angeklagten schreiten. Rechtsanwalt Dr. A h r e n s erklärte hierauf, daß er sich genötigt sehe, die Verteidigung nieder- zulegen, da«r nicht die Verantwortung übernehmen könnt«,, in einer so schwerwiegenden Sache mitzuwirken. Die oberflächliche Unter- suchung von einer halben Stund« sei nicht ausreichend, um über einen Mann, gegen dessen Zurechnuugsföhizkeit begründete Zweifel beständen, ein einwandfreies Gutachten abzugeben. Der Verteidiger verließ darauf den Saal. Die Angeklagetn Lehnert und Kaempf gaben mehrere Einbrllch« zu. Sie wurden aber auch in den anderen Fällen überführt, weil Teste der gestohlenen Sachen aus sämtlichen ihnen zur Last gelegten Einbrüchen teils in ihrer Wohnung, teils bei den Hehlern vorgefunden morden waren. Mit den Angeklagten Ob kircher und Florion waren Kaempf und Lehnert regelmäßig im Kant-Kasino am Saoignyolatz zusammengetroffen. Die Hehlerware wurde in Autos aus der Wohnung der Einbrecher, nachdem der Kauf- abschluß erfolgt war, in die Wohnung der Hehler geschafft. Nach eingehender Beratung fällt« das Gericht folgendes Urteil: Der Händler Paul Kaempf 2� Jahre Zuchthaus, der Händler Franz Lehnert 3>> Jahre Zuchthaus, der Kaufmann Maciossek 2 Jahre Gefängnis. Die Hehler wurden freigesprochen. Den ersten beiden Angklagten wurde die erlitten« Untersuchungshaft mit 6 bzw. 4 Monaten angerechn«t. tSroftfeuer in Charlottenburg. Gestern abend brach in dem großen Eckhause G o e t h e st r. 17 Eck« Leibnizstr. 24 Feuer aus. Die Feuerwehr war bald in großer Stärke zur Stelle, und vier Züge griffen mit sechs B-Rohrm und elf C-Rohr«n an. Bei Eintreffen der Wehr stand der Dach- stuhl des großen Eckhauses in seiner ganzen Ausdehnung in hellen Flammen, die Einwohner wurden durch den dichten Qualm in große Aufregung versetzt. Der alarmierte Zug der Chor- lojtenburger Feuerwache traf wenige Minuten nach Alarm ein. Auf den Alarm M i t t e l f e u e r trafen noch weitere Züge an der Brand- stelle ein, und als die Meldung G r o h f e u e r an alle Wachen weitergegeben wurde, erschienen auch du Züge von Berlin. Die Arbeiten der Wehren wurden besonders durch den Umstand er- schwert, daß der ganze, ein großes Rechteck bildend« Gebäude- komplex nur durch zwei Brandmauern geschützt war. Ein Feuerwehrmann hat bei den Löscharbeiten Verletzungen davongetragen. Plötzlich explodierte ein im Dach» geschoß befindliches Depot mit Benzin. Durch den starken Luftdruck wurden fast sämtliche Scheiben des Hauses und der um- liegenden Häuser zertrümmert. Glücklicherweise ist dabei niemand zu Schaden gekommen. Erst nach dreistündiger angestrengter Arbeit der Wehren gelang es, das Feuer zu löschen. An gefährlichen Stellen, an denen die Feuerwehr über die Treppen nicht heran- gelangen konnte, waren mechanische Leitern angesetzt worden. Be- sonders schwierig gestaltet« sich das Umlegen eines Aufbaues. Mit besonderer Vorsicht mußte hierbei vorgegangen werden. Nach dem alles genügend verankert war, wind« der Aufbau nach der Straße hin umgelegt. Das zirka 40 Zentner schwere Stück fiel krachend in die Tiefe. Die Aufräumungsarbeiten zogen sich bis in die späten Abendstunden hin. Die Entstehungsursach« ist noch nicht bekannt. Bauarbeiter waren auf dem Dache beschäftigt, sie be- streiten jedoch energisch, unvorsichtig mit Feuer umgegangen zu sein Es ist eine verstärkte Brandwache zurückgelassen worden. Zu einem gefährlichen Brande wurde gestern abend die Wil- mersdorfer Feuerwehr nach dem Hause Präger Str. 16 ge- rufen. Dort war in einer Wohnung Feuer ausgebrochen, das erst nach einstündiger Arbeit gelöscht werden konnte. Der Schaden ist erheblich, jedoch durch Versicherung gedeckt. Der Toü öer Marie Majewski. Aussetzung der Verhandlung. Dem großen Schöffengericht Eyarlottenburg wurde gestern mittag, wie wir mitteilten, der 22iährige Kaufmann Kurt Kotzschmar vorgeführt, um sich urter der Antloge der fahrlässigen Tötung seiner Geliebten, der 17jährigen Kontoristin Marie Majewski zu verantworten Di« unier der Anschuldigung, ihrem Sohne bei der Beiseiteschaffung der Leiche Beihilfe geleistet zu haben, mitange- klagte Mutter des Angeklagten war nicht erschienen. R.-A. Dr. Frey erklärte dazu, daß Frau Munster, wie die Angeklagte jetzt heißt, soeben zum zweitenmal geheiratet habe; das sei ja wohl keine Krankheit, aber er habe gehört, daß sie tat- sächlich zu Bett liege. Der Verteidiger bat, die Verhandlung schon deshalb zu vertagen, weil auch der Sachverständige, Medizinalrat Dr. Dyhrensurth, erkrankt sei. Eine Zeugin trat vor und teilt« mit, daß sie Frau Munster gestern noch abends auf der Straße gesehen habe Staatsanwaltschaftsrat Hoetz schloß sich dem Ver- tagungs.antrage an und beantraote aber gleichzeitig Haftbefehl gegen die Angeklagte. Das Schöffengericht unter Vorsitz des Landgerichts- direttors Brennhausen beschloß die Aussetzung der Ver- Handlung und die Angeklagte zum neuen Termin zwangsweise vorführen zu lassen.__ Kein Mord in der Lansitzer Strafte. Eine überraschende Aufklärung fand der Leichenfund in der Lausitzer Straße 11, dem, wie wir mitteilten, ein Ver- brechen zugrunde zu liegen schien. Wie Professor Dr. Brüning feststellte, hat der Arbeiter Hinz sich selbst mit Zyankali vergiftet. Ein Rest des Giftes wurde in einem Glas in der Stube noch gefunden. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen ist Hinz in den Tod gegangen, weil seine Frau die Schei- dungsklage nicht zurücknehmen wollte, obwohl er sie wiederholt darum gebeten hatte, und weil er kürzlich seinen Vater durch den Tod verloren hatte. Dazu kam, daß er a r b e-i t s l o s war, weil er eine Stelle, auf der er 14 Jahre lang beschäftigt, ver- loren hatte. Hinz war strcna katholisch und fürchtete, daß er nach einem Selbstmord nicht kirchlich beerdigt werden würde. Deshalb täuschte er einen Mord vor. Dabei hatte er durch allerlei Aeußerungen den etwaigen Gedanken an einen Selbstmord vorzu- beugen gesucht. In den letzten Tagen brachte er geflissentlich wieder- holt das Gespräch auf den Selbstmord und dessen Berechtigung. Jedesmal lehnte er ihn als gläubiger Katbolik entschieden ab und betont«, daß der Selbstmord unter allen Umständen ehrenrührig und daß deshalb der Standpunkt der katholischen Kirche zur Beerdigung eines Selbstmörders berechtigt sei. Die Blutlache im Zimmer, die die Annahme eines Mordes zu stützen schien, fand auch eine andere Erklärung. Wie die Ermittlungen ergaben, lag die Leiche, als man auf den Verwesungsgeruch hin die Stube öftnete, mit dem Gesicht auf dem Fußboden. So war bei der eintretenden Verwesung nach der Zyankalivergistung«in Gemisch von Blut und Wasser aus Mund und Nase geflossen. Ein Mann, jedoch, der beim Auf- finden der Leiche in dos Zimmer mit eingetreten war, hatte sie umgewendet und den gesicherten Revolver, der neben der Leiche ge- legen hatte, auf den Leib gelegt, um ihn in der Blutlache nicht schmutzig werden zu lassen. Die Waffe zu entsichern, hatte der Selbstmörder vergessen, oder er war dazu nicht mehr imstande ge- wesen, nachdem er das Gift genommen hatte Der Mann, der die Leiche umkehrte, hatte sich dabei die Hände blutig gemacht, sie in der Schüsiel des Toten gewaschen und an dessen Tuch abgewischt. Weil Hinz außerdem noch die Schränke geöffnet hatte, so bot sich auf diese Weis« zunächst ganz das Bild eines Kapitaloerbrechen» dar. Zum �örsteruiord in Schcukendorf. Gestern wurde das Gerücht verbreitet, daß der Mörder des Försters Grünhoft in Schenkendorf verhaftet fei. Der mutmaßliche Täter sollte in der Linienstraße festgenommen worden sein. Tat- sach« ist jedoch nur, daß die Kriminalpolizei aus einen jungen Mann aufmerksam gemacht wurde, der dort in einem Hotel übernachtet hat. Die Kriminalpolizei ging sofort nach dem Hotel, der jung« Mann war aber nicht der gesuchte Franz Saß. sondern«in Harm- loser Mensch. Der als mulmaßlicher Täter in Frage kommend« Franz Saß hat feinen Eltern schon viel Kummer bereitet, und auch sein Vater hält ihn nach Lage der Sache für den Tüter. Der Flüchtig« hat schon lang««inen Hang zum Abenteuerleben und war schon wiederholt verschwunden. Zwei Jahre lang war er Schlächterlehrling in Kummcrsdors bei Storkow. Dann entlief er aus der Lehre. Von jener Zelt her kennt«r die Gegend von Schenkendorf sehr gut. Er fuhr auch von Neukölln aus wiederholt dorthin, um Holz zu sammeln. Dabei stieß er auch mit dem Förster G r ü n h o f s zusammen. Seit April d. I. war Saß bei einer Eisengießerei in der Lehre. Am vergangenen Sonn- abend blieb er dort weg, nachdem er einen Trommelrevolver und eine Browningpistole entwendet halt«. Außer diesen beiden Schußwaffen besitzt er auch noch ein Hirschfänger- artiges Messer. Da er nur wenig Geld hat, so wird sich der Verfolgte wohl noch in Groß-Berlin oder in der Nähe ausholten, vermutlich zwischen Königswusterhausen und Neukölln. Auch in Friedenau wollt« man ihn schon gesehen haben, und zwar als Hof- länger. Das ist ebenfalls ein Irrtum. Bestimmt gesehen worden ist er zuletzt am Montag zweimal in Johannisthal. Der geheimnisvolle Tod des Kaufmannslehrlings. Der Tad des 19jährigen Kaufmannslehrlings Paul Z« l l« r, der im Walde bei Potsdam mit durchschossenem Kopfe tot ausgefunden wurde, ist noch nicht aufgeklärt. Die Ermittelungen über die Bor- gänge, die sich hier im Walde abgespielt haben, sind noch nicht ad- geschlossen. Das ganze Vorleben des jungen Zeller, der allgemein beliebt war. bedarf noch der Aufklärung. Er scheint seiner Mutter und seinen Verwandten vieles verheimlicht zu haben. Ungünstiger Familienverhältnisse wegen wohnt« er bei Bekannten. In den letzten Tagen vor seinem Tode kam er stets erst morgen» um 3 oder 4 Uhr nach Hause. Da er fast täglich mit einem Freunds zusammen war, fragte diesen die Pflegemutter Zellers, wo sie beids solange blieben. Er konnte aber nur der Wahrheit gemäß angeben, daß sie sich Abend für Abend um'A12 Uhr ungefähr an der Katzbach-, Ecke Kreuzbergstraße verabschiedeten, um nach Hause zu gehen. Wo Zeller dann hingegangen wäre, sei ihm unbekannt. Als letzterer nun von der Pflegemutter befragt wurde, war er nie um eine Ausrede verlegen, daß er aber nicht die Wahrheit sagte, sah sie ihm an. Die beiden Freunde, mit denen er den Ausslug ge- macht haben will, wie er es seiner Schwester erzählte, haben sich noch nicht gemeldet. Alle anderen Freunde, die die Familie und sein« Verwandten kennen, haben sich gemeldet. Sie alle kommen als Begleiter an jenem fraglichen Tage nicht in Betracht. Daß Zcller an die Stelle, an der er als Leiche gefunden wurde, allein hin- gegangen ist, erscheint nicht glaublich. Dieser ausgetretene Pfad an der Bahn entlang wird nur von Eingeweihten begangen. Ihm war die Gegend aber völlig unbekannt. Daß er an dem fraglichen Tage 8 S Mark besessen hat, steht jetzt ebenfalls unzweifelhaft fest. Denn am Tage vor seinem Tode zählte er mit seiner Mutter das Geld noch einmal durch, da er sich«inen Anzug kaufen wollte. Daß er das fehlende, es wurden bei dem Toten nur 30 Mark gefunden. schon ausgegeben hatte, ist bei seiner Sparsamkeit, die fast an Geiz grenzte, ausgeschlossen. Ein Zeuge will bei ihm einige Tage vorher «ine ähnliche Pistole, wie die Waffe, die bei dem Toten ge- funden wurde, gesehen haben. Die qanze geheimnisvolle Angelegen- heit bedarf aber noch der weitgehendsten Klärung durch die Kriminal- polizei. Kriminalkommissar Dr. Koch im Zimmer 93 des Polizei- Präsidiums nimmt alle zweckdienlichen Mitteilungen entgegen. Sinö Untervermietungen genehmigungspflichtig! Ueber diese bei Mietern und Vermietern zweifelhaft« Frag« hat sich in einer Klagssache das Wohnungsamt Treptow auf Anfrage des Amtsgerichts Neukölln folgendermaßen geäußert:„Die verschieden gearteten Verhältnisse der einzelnen Bezirk« der Stadtgemeinde Ver- lin haben veranlaßt, daß die Behandlung der Untervermietung nicht in allen Bezirken im Sinn« der Bestimmungen der Geschäftsan- Weisung, sondern je nach der Eigenart der Bezirk« ganz verschieden gehandhabt wird. Im hiesigen Bezirk wird ein« strenge Kon- trolle der Unter r der Be- kanntmachung zum Schutze der Mieter(Groß-Berliner Wohnungs- recht) unzulässig." Demnach ist im allgemeinen die Genehmigmrg des Wohnungs- amtes nicht erforderlich, wenn die Räum« möbliert als Wohn- räum« zur Unterbringung von Untermietern vennietet werden. Macht der Hauswirt oder Hausverwalter Schwierigkeiten, so soll man neben der Genehmigung des Wohnungsamtes am besten auch noch die des Mieteinigungsamtes einholen. Dieses stellt sich auch fast imemr auf den praktischen Standpunkt, daß die Wohnungsnot in möglichst vielen Fällen die Genehmigung zur Untervermietung erfordert. Besondere Geldforderungen der Hausbesitzer oder 5)a'.is. Verwalter für die Erlaubnis zum Untervermieten sind gesetzlich un- zulässig._ Die Neuordnung der Groh-Berliner Baupolizei. Di« Steglitzer Bezirksoersammlung hat vor«inigen Tagen eine Entschließung gegen das Preußische Wohlfahrisministerium ange- nommen, die folgenden Wortlaut hatte:„Die Bezirksversammlung stellt mit äußerstem Befremden fest, daß die Neuorganisation drr in altefl Form durchaus bewährten Steglitzer Baupolizei nicht nur neuen Materialauswand, sondern trotz der überall platzgreifendcn Abbaumaßnahmen eine beträchtliche Personalvermch- rung zur Folge gehabt hat. Di« Bezirksversammlung bedauert, daß es der größten deutschen Stadt nicht gelungen ist, sich gegen ministerielle Eingriffe in die Organisation der Baupolizei zu schützen. Keine mittlere, viel weniger eine Großstadt, hätte sich urner anderen Verhältnissen ein« solche von Mißtrauen durchsetzte Beeinflussung gefallen lassen." Hierzu erklärt dasPreußisch« Wohlfahrt s- Ministerium:„Die Entschließung, die die Bezirksversammlung in Steglitz gefaßt hat und in der Angriffe gegen die Baupolizei- Politik des Wohlfahrtsministerium- erhoben werden, entbehrt, soweit die Eingriffe des Wohlfahrtsministeriums in die Neuordnung der Baupolizei in Berlin mit einer Vermehrung der Beamtenstellen in Verbindung gebracht wurden, jeder tatsächlichen Unterlage. Die städtische Verwaltung Berlins ist, trotz wiederholter Aufforderung hierzu, dem Wohlfahrtsministerium den Nachweis da- für schuldig geblieben, daß die vom Wohlfahrtsministerium an die Neuordnung der Baupolizei gestellten Anforderungen die städtischen Finanzen irgendwie belasten. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall, denn bei Durchführung der Neuordnung inußte«in« erheb- liche Entlastung der Stadtbauräte eintreten. Wenn der Bezirk Steglitz die Gelegenheit der Neuordnung der Baupolizei benutzt, seine Beamten stellen zu ver- mehren, so handelt er den Absichten, die der Wohlfahrtsminister verfolgt, direkt zuwider und er faßt Beschlüsie, die niemals eine Folge der vom Wohlfahrtsminister angestrebten Neuordnung der Baupolizei fein können. Nach Unterschlagung von 109 000 Renkenmark zum Nachteil der Rcichsbank ist der 32 Jahr« alte aus Waddenhausen bei Lage ge- bürtige Reichsbankangestellte Fritz Kell« aus Hannover flüchtig geworden. Er besitzt einen Auslandspaß für die Schweiz und Italien, man vermutet jedoch, daß er zunächst nach Berlin kommen merde. Der Flüchtige ist l,68 Meter groß und schlank und hat blondes Haar und ein auffallend rotes Gesicht. Wegen Krieg:-- beschädigungen an den Füßen tränt er orthopädische Stiesel. Mit- teilungen über das Auftauchen des Flüchiigen an Kriminalkommissar Bender, Dienststelle A I im Polizeipräsidium. Welche Krafträder sind Kleinkrafträder? Der Amtliche Preußische Pressedienst weist darauf hin, daß als K l e i n k r a f t r ä d e r solche Krafträder gelten, deren nach der Steuerformel berechnete Nutz- leistung bei einem A u ß e n d u r ch m es s e r der Radreifen mehr als 40 Zentimeter% Pferdestärke, bei kleinerem Außendurchmesser 1 Pferde st ärke nicht übersteigt. Als Außendurchniesser der Radreifen gilt die Höhe des ganzen Rades einschließlich Bereifung, bei Luftbereifung in auf- gepumptem Zustand.— Die Borschriften der Kleinkrafträder sind in der Verordnung über Kraftfahr.zeugverkehr vom 10. April d. I.«nt. halten und im Reichsgesetzblatt Teil I Nr. 32 verösfentlicht. InteresLÄnte �eststellun.?: Die ttyAienisdie, das heißt die vorbeugende, desinfizierende und heilhelfende Wirkung des O d o 1, nicht nur auf Zähne, Mund, Mandeln, Rachen usw., sondern indirekt auch auf den Gesamt- Organismus, stellt sich nach wissenschaftlichem Urteil und nach tausendfacher praktischer Erfahrung als eine immer umfassendere und tiefere heraus. Die Gefahren des Verkehrs. 1342 Zusammenstöße in einem Vierteljahr. Die ungeheure Zunahme der Verkehrsunfälle, ins= besondere Zusammenstöße, ist sicher zunächst auf das An= Minister a. D. Hermann klagt an. fchwelten der Automobilziffer zurückzuführen. Zählte Strafanzeige gegen den Militärbefehlshaber wegen Beihilfe zum Hochverrat. Weimar, 9. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Kaum haben die ungeheuren Verleumdungen gegen den früheren thüringischen Innenminister, Genossen Hermann, durch den gegen ihn geführten Prozeß ein flägliches Ende gefunden, und schon versucht die thürin gische Reaktion gegen ihn einen neuen Borstoß. In der Dienstagfihung des thüringischen Landtages stand ein Antrag auf Aufhebung der Immunität des Abgeordneten Hermann zur Verhandlung. Die bürgerliche Mehrheit stellte sich auf den Standpunkt, daß die Immunität aufgehoben werden müsse, um über den Fall Kopf, bem die frühere Regierung nach seiner Entlassung die Umzugsfoften bezahlt haben soll, Klarheit zu schaffen. Weiler wird Hermann vorgeworfen, Waffenfchiebungen begangen zu haben. Er soll überplanmäßig Waffen aus Zella- Mehlis in eine au haben. Er soll überplanmäßig Waffen aus Bella- Mehlis in eine geheime Waffenfammer der Landespolizei übergeführt haben. Die sozialdemokratische Frattion brachte zum Ausdrud, daß die Imsozialdemokratische Frattion brachte zum Ausdruck, daß die Im munität des Abgeordneten Hermann gewahrt werden müsse, da es sich bei der Anklage nur um Vergehen handele. man doch Ende Juni d. I. insgesamt 32 000 Kraftfahrzeuge in GroßBerlin. Als gleichwertiger Fattor in der Ursachenreihe der Unfälle muß aber auch das leichtsinnig: Berhalten mancher Autolenker und Wagenführer bezeichnet werden. Täglich ereignen fich Unfälle, in denen das Verschulden dem übermäßig schnellen Fahrtempo( 149 Fälle), dem falschen Ein biegen in Querstraßen( 67), dem Fahren auf der Infen Straßenseite, der Trunkenheit der Wagen führer( 56) usw. zugeschrieben werden muß. Aber auch den Fußgängern muß größere Aufmerksamkeit beim Ueberschreiten des Fahrdammes angeraten werden. Auch sie trifft vielfach dle Schuld. Wenn man aus der langen Reihe der Verkehrsunfälle nur die Zusammenstöße herausgreift, so ergibt sich für die Zeit vom 1. April bis 30. Juni cr. die erschreckende Zahl 1342. An der Spike dieser Art von Straßenunfällen marschieren die privaten Personenautos mit 447 Zusammenstößen, wobei 12 Personen getötet und 171 verlegt worden sind. Dann folgen die Kraft broschten mit 228 Fällen, 1 getöteten und 73 verlegten Bersonen, die Straßenbahnen mit 196 Fällen, 8 getöteten und 78 verlegten Personen, die Krafträder mit 117 Busammenstößen, 2 getöteten und 52 verlegten Personen, die Lasttrafimagen Genoile Hermann erklärte, die Durchführung des Verfahrens mit 113 Fällen, 6 getöteten und 28 verlegten Personen, die Fahrerscheine ihm aus anderen als persönlichen Gründen notwendig. Die räder mit 92 Fällen und 37 verletzten Personen, die Pferde- Waffenangelegenheit selbst gab ihm zu folgender Aeußerung Anlaß: gespanne mit 73 Fällen, 1 getöteten und 19 verlegten Personen, Die Sammlung des Materials in der Waffenangelegenheit erfolgte die Kraftomnibusse mit 43 Fällen, 1 getöteten und 22 verletzten Personen und die Kleinkrafträder mit 33 Fällen gegen Recht und Gefeß. Der Oberregierungsrat Nizsch und 17 verlegten Bersonen. Insgesamt sind also bei diesen Zu- als Leiter des Landes friminalamtes hatte kein Recht, fammenstößen im zweiten Quartal 1924 nicht weniger als 31 Ber- von Machenschaften des thüringischen Innenministers zu sprechen. fonen getötet und 497 Personen mehr oder weniger schwer verletzt Ich frage die Regierung: Wer hat die Meldung über den Waffenfund worden. Die Schuld trifft, soweit bisher festgestellt werden konnte, in Weimar an die Presse gebracht? War es der Leiter des Landesin 201 Fällen die Personenkraftwagen. Daran reihen sich die Fuß kriminalamtes? Ich kann mit Bestimmtheit sagen, daß er diese gänger mit 159, die Radfahrer mit 89, die Kraftdrosch- Meldung an die Deffentlichkeit gab und behaupte deshalb, daß sich fen mit 78, die Krafträder mit 65, die Straßenbahnen Nitsch mit 50, die Pferdegespanne mit 46, die Lastkraftmagen mit 45, die Kleintrafträder mit 20 und die Kraft= omnibusse mit 3 Fällen. In 33 Fällen besaßen die Kraftfahrzeuglenker feinen Führerschein und in 112 Fällen flüchteten fie nach dem Zusammenstoß. Dieses Berhal ten der Autoführer hat aber erfreulicherweise gar keinen 3wed gehabt, weil sie fast ausnahmslos durch Ablesen der Wagennummer festgestellt werden konnten. Er treibt Schulden ein. Der 25 Jahre alte Kaufmann Ostar N. aus der Boddinstraße in Neukölln schuldete einer Berliner Firma einen Geldbetrag. Als alle Zahlungsmahnungen teinen Erfolg hatten, drang vormittags gegen 10 Uhr der Vertreter der Firma, ein gewisser M., in die Wohnung ein und beschlagnahmte, da er wiederum fein bares Geld erhalten konnte, einige Möbelstücke. Es kam zu einer Schlägerei, die dadurch ihr Ende fand, daß N. ans Telephon eilte und das Ueberfallkommando anrief. Als Bolizeibeamte erschienen, war M. mit den Möbelstücken verschwunden. Berlegung des Wochenmarktes in Siemensstadt auf Freitag. Im Sommer vergangenen Jahres wurde in Siemensstadt ( Brunnen und Herzstraße und Halstesteig) ein Wochenmarft eingerichtet, um einem lange gehegten Wunsche der Bewohner dieses Stadtteils Rechnung zu tragen. Da die Lohnzahlung in den Siemenswerfen am Donnerstag erfolgte, wurde der Wochenmarkt auf Donnerstag nachmittag festgesetzt. Der Markt hat sich im Laufe der Zeit sehr gut entwickelt und war auch bis vor einigen Monaten von Käufern gut besucht. Inzwischen hat sich jedoch die Lohnzahlung in den Siemenswerten geändert; etwa die Hälfte der Belegschaft wird erst am Freitag gelöhnt. Dieser Umstand hat auch auf den Wochenmarkt ungünstig eingewirkt, und es haben sowohl Händler wie Käufer die Verlegung des Marktes auf Freitag nachmittag be= antragt. Bezirks- wie städtische Körperschaften haben diesem Wunsche entsprochen und auch das Polizeipräsidium bat sich mit der Verlegung des Marktes einverstanden erklärt. Von dieser Woche ab wird am Freitag nachmittag Wochenmarkt abgehalten. Die Marktzeit( 1 bis 7 Uhr) ist unverändert geblieben. Die Tagungslotale des Arbeller- Radioklubs. Berlin- Mitle: Dienstags und Freitags. Lokal: Sebastianstr. 1. Leiter: Michel, Alte Jakobſtr. 49. Often: Dienstags und Freitags. Lotal: Rigaer Str. 54. Leiter: Blods. dorf, Frantjurter Allee 68. Neukölln: Donnerstags. Lokal: Erk, Ede Donauftr. Letter: Ganzer, Thüringer Str. 29. Westen: Donnerstags. Lokal: Belziger Str.3. Leiter: Fabian, Raiserplab. 10. Tiergarten- Moabit: Lokal: Levehowstr. 21. Leiter: Tems, Strefelder Str. 19. Weitere Gruppen werden in nächster Zeit veröffentlicht. In den Gruppen finden Mories, Bastel- und theoretische Kurse statt. Anmeldungen dazu in den Gruppen, bei den Leitern oder im Sekretariat, Seydelstr. 20( Eingang Neue Grünstr.) Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Die Kreise, die bis jetzt die Fragebogen für die Veranstaltungen im Jahre 1924/25 noch nicht zurüdgeschickt haben, werden ersucht, dies umgehend zu tun, damit die nötigen Dispositionen getroffen werden können. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde, Bezirksstelle Prenzlauer Berg. Die Rufammenkunft der Helfer und Delegierten findet nicht Donnerstag abend, fonderen Freitag, den 11. Juli, abends 8 Uhr, im Jugendheim Danziger Str. 23, Bimmer 19, statt. Die Anklagen gegen die Hannoversche Polizei. In Ergänzung feiner gestrigen Mitteilungen teilt der Amtliche Breugische Preffedienst mit: Vom Preußischen Ministerium des Innern sind mehrere Beamte der Polizeiabteilung mit dem besonderen Auftrag nach Hannover entiandt worden, die ge samten Maßnahmen in der Mordaffäre Haarmann, insbesondere nach der kriminaltechnischen Seite hin einer genauen Nachprüfung zu unterziehen. Außerdem hat der Oberstaatsanwalt Hannover im Einvernehmen mit dem Preußischen Ministerium des Innern das gegen den verhafteten Haarmann eingeleitete Strafermittlungsverfahren auch auf die Ermittlungen und Maßnahmen der Hannoverschen Polizei ausgedehnt. Der Polizeipräsident von Hannover gibt folgendes bekannt: Anläßlich des Verfahrens gegen den Massenmörder Haarmann find gegen Beamte der Kriminalpolizei von einem Teil der Presse ungeheuerliche Auflagen erhoben worden. Dbgleich diefe Antlagen offensichtlich tendenziös find, haben die angegriffenen Beamten in der Erkenntnis, daß die ungeheure Bedeutung des Falles der Deffentlichkeit das Recht auf restlose Aufklärung gibt, bei der Staatsanwaltschaft die Einleitung eines 20 des Landesverrais fchuldig gemacht hat. Der Leiter des Landeskriminalamtes spricht in einem Bericht vom Februar davon, daß bei der Auffindung des Waffenlagers die jenigen Waffen gefunden worden seien, die Minister Hermanen zur Bewaffnung der proletarischen Hundertschaften zusammengetragen habe. In einem anderen Bericht sagt er, daß die Waffenlieferungen nach Sachsen genau so geheim behandelt worden seien, wie die Waffenaufläufe in Thüringen. Die Auffassung verstärkte sich immer mehr, daß die Waffen für nicht einwandfreie Zwecke bestimmt gewesen seien. Nitsch hatte den Auftrag erhalten, Feststellungen zu treffen, wann die Waffen nach Sachsen gebracht wurden, welche politische Lage damals bestand und ob aus dieser Lage heraus die beabsichtigte Verwendung der Waffen geschlußfolgert werden fönne. Der Staatsanwalt wünschte damals die Bernehmung der Zeugen nach folgenden Gesichtspunkten: Für welchen 3wed waren tie Waffen bestimmt? Art und 3 ahl der Waffen? Wurde für den Transport Schweigepflicht auferlegt? Ich stelle fest, daß über den Ankauf der Waffen wiederholt mit der Reichsregierung Verhandlungen stattgefunden haben. tanische Gesinnung hat. Es ist bekannt, daß über die Vermehrung des politischen Schußes in Thüringen mehrfach Berhandlungen gepflogen worden sind. Es haben auch Verhandlungen über die Erhöhung der Zahl der Polizeibeamt en beim Wehrfreistommando in Stuttgart stattgefunden. Dort wurde von General Reinhardt zum Ausdruck gebracht, daß mit einer fo geringen Zahl von Polizeibeamten die Ruhe und Sicherheit nicht aufrechterhalten werden könne. Das mangelhafte Entgegenkommen bestimmter Reichsstellen dem Lande Thüringen gegenüber wurde zu einem weitherzigen EntIm November vorigen Jahres schritt die thüringische Regierung zur gegentommen gegenüber Verbänden und Organisationen. Festnahme von Leuten, die als 3eitfreiwillige bei der ReichsFestnahme von Leuten, die als 3eitfreiwillige bei der Reichsmehr Ausbildung erhalten hatten. Diese Leute wurden an der thüringischen Grenze festgenommen. Bei der Vernehmung fagten diese Leute aus, daß sie sich als Zeitfreiwillige einstellen ließen, da fie einen nationalen Umschwung erwarteten, andere, daß sie sich nach Bayern begeben hätten, um bei dem Vormarsch der Bayern gegen Sachfen und Thüringen dabei zu sein. Diese Leute waren nach Bayern gegangen, um och verrätern Hilfe zu leisten. Nach der Festnahme diefer Leute richtete der Militärbefehlshaber an die Beamten des Landeskriminalamtes den Befehl, die von Bayern zurückkehrenden Zeitfreiwilligen ungehindert paffieren zu laffen, auf jede Bernehmung zu verzichten und die Festgenommenen fofort freizulaffen. Nach meiner Auffaffung liegt in der Anweisung nicht nur eine Begünstigung eines hochverräterischen Unternehmens, sondern auch eine Beamten nötigung. Tags darauf wurde die Rüdgabe dieses Befehls gefordert. Die thüringische Regierung hat aber das Material nicht an den Militärbefehlshaber zurückgegeben, sondern dem Reichsanwalt zur Verfügung gestellt und gegen den Militärbefehlshaber Strafanzeige wegen Beihilfe zum Hochperrat erstattet. Am 14. November hatte der Leiter des Landeskriminalamtes die Beamten der politischen Behörde in Jena angewiesen, etwa vorliegende Anträge der politischen Abteilung des Minifteriums des Innern nicht auszuführen. Tags zuvor hatte fich der Militärbefehlshaber das Landeskriminalamt unterstellt. Die Anweisung an den Leiter des Landeskriminalamtes ist ebenfalls eine Beamtennötigung. Das Weimarer Gericht hat am Montag in dem Prozeß gegen mich den Dolus( strafbare Absicht) als gegeben erachtet, well ber Tatbestand an sich vorliege. Ein anderes thüringisches Gericht hat im Gegensaz die Verfolgung eines hohen Kommunalbeamten abgelehnt, obgleich gegen den Beamten nicht weniger als 16 Anzeigen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt vorgelegen haben. Meine politischen Gegner gehen wohl von der Auffassung aus, daß man mich politisch nicht unmöglich machen, doch wirtschaftlich ruinieren fann. Da uns aber die Mittel nicht gegeben wurden, faljen wir uns geführungen eines deutschnationalen Redners zu einem Krawall zwischen Wir hatten zu diesem Zwecke. die Bewilligung von Mitteln beantragt. zwungen, Gelder aus privaten Kreisen zu nehmen. Ich habe stets abgelehnt, darüber Rechenschaft zu geben. Die Gelber find von einer Persönlichkeit zur Verfügung gestellt worden, die die deutsche Reichsangehörigkeit befigt und eine durchaus republigegen fie gerichteten Ermittlungsverfahrens beantragt. Die Staatsanwaltschaft wird dem von dem Polizeipräsidenten unterstügten Antrag stattgeben. Mit Rücksicht auf das bevorstehende Verfahren erscheint es nicht angängig, über die in der Presse behandelten Einzelheiten jest schon Aufklärung zu geben. Eine katastrophale Flugzeugnotlandung. Bunzlau, 9. Juli.( Eigene Drahtmeldung.) Auf der Fahrk eines Flugzeuges von Breslau nach Görlig stellte sich an der Maschine ein Schaden ein. Um diesen abzustellen, sah sich der Führer gezwungen, zu einer Notlandung zu schreiten. Diese erfolgte leider so unglücklich, daß sich das Flugzeug überschlug und in Trümmer ging. Ein im Flnggeng figender Passagier war sofort tot, ein anderer erlitt schwere Verlegungen. Der Führer fam etwas glimpflicher davon. Er hat außer erheblichen Quetschungen nur Hautabschürfungen erlitten. 3wei tödliche Motorradunfälle. Auf der Strede nach Bamberg ereignete sich ein schwerer Motorradunfall. Ein von Nürnberg fommender Motorradfahrer mit seinem Sozius wollte einem ihm entgegenfahrenden Kraftfahrzeug, das die vorgeschriebene Straßenfeite nicht richtig einhielt, ausweichen und fuhr zwischen zwei Bäumen hindurch. Der mitfahrende Sozius sprang rüdwärts ab und stürzte so unglücklich gegen einen Baum, daß er die Wirbelsäule brach, was den sofortigen Tod herbei führte. Der Führer ist ebenfalls schwer verletzt. Ein 18jähriger Schlosser Bachmann fuhr in der Nacht in der Nähe von Kro= nach mit seinem Motorrad auf ein Fuhrwert auf. Er hat bei dem Sturz schwere innerliche Verlegungen davongetragen und ver starb schon vor Einlieferung in das Krankenhaus. Großfeuer in Pommern. Während eines schweren Ge= mitters fuhr der Blih in den Ruhstall des von Mackensenschen Gutes Geglenfelde und entfachte einen schweren Brand. Der Ruhstall, eine große Reihe von Nebenstallungen und eine große Scheune verbrannten vollständig. An lebendem und totem Inventar find verbrannt 28 Stück Rindoieh, 24 Schweine, 60 Fuder frisches Heu, mehrere 100 Zentner Futtermittel und Deputatgetreide, 300 3entner Rapstuchen sowie der landwirtschaftliche Maschinenpark der Gutsverwaltung. Der Schaden ist ungeheuer und nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. Im Verlauf der weiteren Aussprache kam es bei den AusKommunisten und Deutschnationalen, der zur Folge hatte, daß ein Kommunist von den Verhandlungen ausgeschlossen werden sollte. Da er fich aber weigerte, den Saal zu verlassen, unterbrach der Präsident die Sitzung. Todesstrafen wegen Veruntreuung von Getreide. Nach zweiwöchentlichen Verhandlungen hat das Begirls. defiaer Hafens, die der Veruntreuung von nach dem gericht in Odessa über die Angestellten des Auslande bestimmten Getreideladungen beschuldigt waren, das Urteil gefällt. Sechs der Ange! lagten wurden zum Tode durch Erschießen, 11 au 10 Jahren Gefängnis, die Der durch die übrigen zu kleineren Gefängnisstrafen verurteilt. angeflagten erwachsene Schaden wird auf 1 700 000 Golbrubel beziffert. Eine Begnadigung wird nicht stattfinden, Ein Dampfer gefunten. Unterhalb Islands ist der Dampfer Stagerat" der Norddeutschen Hochseefischerei A.-G. gefunken. Die Besagung wurde gerettet. Die ruffischen Emigranten in Europa. Sowjetblätter veröffentlichen Angaben über die Zahl der russischen Emigranten. In Belgien follen fich 1000 aufhalten, in Bulgarien 33 000, in Deutschland 500 000, in Frankreich 400 000, in Polen 41 000, in Rumänien 30 000 und in der Türkei 29 000. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin C. 2, Raiser- Wilhelm- Straße 46 III. Ortsgruppe Nieder-, Oberschöneweide und Johannisthal: Am Freitag, den 11, Juli, abends 7% Uhr, bei Räthel, Niederschöneweide, Bridenstr. 15, Zusammenkunft. Republikaner als Gäste willkommen. Kamerabschaft Reinidendorf: Am Freitag, den 1. Juli, abends 7 Uhr, findet im Lokal Rofack, Reinickendorf- Ost, Provingstr. 61( direkt am Bahnhof), eine fämtliche im 20. Bezirk Berlin gelegenen Orte. Tagesordnung: Was will das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Organisationsfpagen. Ueberzeugungstreue Republikaner als Gäste willkommen. Kameradschaft Lichtenberg: Donnerstag, den 10. Juli, abends 7 Uhr, in der Knabenmittelschule, Lichtenberg, Martt faft Schöneberg: Am Sonntag, den 13. Juli, militärischer Spaziergang. fivaße 10-11. Wichtige Tagesordnung. Republikaner willkommen. Kamerad Treffpunkt morgens 7 Uhr Bahnhof Schöneberg. Kameradschaft Pantow und Jugendgruppe bes 19. Kreifes: Untreten Sonntag, den 13. Juli, frith 7 Uhr, zur Uebung und Ausbildung. Treffpunkt Pantow, Kirche. Bersammlung ber 20. Stamerabichaft statt. Zu dieser Ramerabschaft gehören Männerchor Fichte- Georginia 1879". Donnerstag, den 10. Juli, auf dem Mariannenplay und Dienstag, den 15. Juni, im Friedrichshain, Spielplag am Teich, öffentliche Plagkonzerte. Beginn 7% Uhr abends. Unübertroffene Qualität ist das Merkmal der HALPAUS CIGARETTE RARITÄT- SPECIAL RARITÄT- EXTRA RARITÄT DELIKAT RARITÄT- LUXUS Groß- Berliner Parteinachrichten. Beefsvorstand. Sonnabend, den 12. Ja, abends 6 Uhr, Sihung im Jugendem, Lindenstr. 3. Die Amejenheit der Kreisvorsihenden iff unBedingt erforderlich. * 4. Kreis Prenzlauer Berg. Arbeiterwohlfahrts- und Kinderschuhkommission: Donnerstag( heute) 8 Uhr bei Burg, Prenzlauer Allee 189, äußerst wichtige Besprechung. 6. Kreis Kreuzberg. Abteilungsmieterobleute: Wichtige Sigung Donnerstag, den 10. Juli, abends 6 Uhr, bei Ruben, Köthener Str. 17. 13. Kreis Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade. Freitag, den 11. Juli, 7 Uhr, Gigung des Bildungsausschusses im Zimmer 26, Rathaus Mariendorf. Die Bezirksführer, die Mitglieder der Agitationskommission und alle Genossen, die sich an dem Bertrieb beteiligen wollen, werden gebeten, zwecks Empfangnahme der Karten für das Sommerfest ebenfalls zu erscheinen. 4. Kreis Neukölln. Freitag, den 11 Juli, 7% Uhr, Gigung des Bildungsausschusses im Parteibureau Neckarstr. 2. 20. Kreis Reinickendorf- West. Kinderfreunde: Freitag, den 11. Juli, 7½ Uhr, Elternabend im Volkshaus Scharnweberstr. 114. Referentin Genoffin Erna Epstein: Elterninteressen in der Kinderfreundebewegung". Heute, Donnerstag, den 10. Juli: 87., 69. und 71. Abt. Wilmersdorf. Karten zur Führung durch die große Kunstausstellung am 13. Juli, 104 Uhr, beim Genossen Hennig, Bornstedter Straße 8; Witte, Günzelstr. 36; Fabian, Raiserplag 10. Jungsozialisten und ältere SAJ. Friedrichshain. Pünktlich 7½ Uhr im Jugendheim Tilfiter Str. 4-5 Fortsetzung der Diskussion über den Vortrag des Gruppe Genossen Dr. Rechlin über unsere Stellung zum Staat" Nordost: 72 Uhr Danziger Str. 23 Ausspracheabend: ,, Das Sachver ständigengutachten". Morgen, Freitag, den 11. Juli: Bungsozialisten. Gruppe Norden: 7½ Uhr Schönstedtstr. 1, Genoffe Dr. Mierendorf: Die Auswirkungen des Sachverständigengutachtens".( Fortsetzung.) Jugendveranstaltungen. Anmeldungen zum Ferienaufenthalt( für die Zeit nach dem 20. Juli) im Landheim in Brandenburg werden noch im Jugendsekretariat, Lindenstr. 3, 2, Hof, 2 Tr., Zimmer 11, entgegengenommen. Man nehme Henko! Heute, Donnerstag, den 10. Juli, abends 7 Uhr: Friedenau: Jugendheim Schule Offenbacher Str. 5a, MitgliederversammNorden: Jugendheim Putbuser Str. 3, Vortrag: Der neue ReichsIng. tag". Schmargendorf: Jugendheim Rathaus, Vortrag: Allgemeine Jugendbernung". Schönhauser Borstadt: Jugendheim Schule Josenstr. 17, Dis= fussionsabend: Warum bin ich in der SAJ?" Spandau: Jugendheim Neuendorfer Str. 37, Mitgliederversammlung abends 8 Uhr. SenefelderBiertel: Jugendheim Oderberger Str. 57-58( Badeanstalt), Bortvag: ,, Der Mensch im Wandel der Zeit". Weißensee: Jugendheim Realgymnasium Woeldpromenade, Vortrag: Bub und Mädel". Sport. Rennen zu Hoppegarten am Mittwoch, den 9. Juli: 1. Rennen. 1. Pharisäer( Thielemann), 2. Vietnik( Grabsch), 3. Teufelsbraut( Krüger). Toto: 62: 10. Blag: 14, 14, 11: 10. Ferner liefen: Rodonda, Höhenrauch, Sylvester, Blad Bell, Dran. 2. Rennen. 1. Aviator( D Schmidt), 2. Namen( Franzke), 3. Arie ( Olejnik). Toto: 42:10. Blag: 11, 12, 10: 10. Ferner liefen: Schwalbe, Fliegender Fuchs, Lady Karmion, Gio, Ama, Divette. Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 10. Juli. Tageseinteilung Vormittags 10 Uhr: Nachrichten dienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. " 5,30-7 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 7,30 Uhr abends: Sprachunterricht( Englisch). 8 Uhr abends: Vortragsreihe, gehalten von Mitgliedern des Reichsgesundheitsamtes. 2. Vortrag: Geh. Oberregierungsrat Dr. Breger: Wirtschaftlicher Nutzen der öffentlichen Gesundheitspflege". 9 Uhr abends: Konzert der verstärkten Funkkapelle. 1. Ouverture „ Die Hebriden"( Fingalshöhle), von Mendelssohn- Bartholdy. 2. Fantasie aus der Oper Tiefland", von d'Albert. 3. Walters Preislied aus der Oper„ Die Meistersinger", von Wagner. 4. Schwert und Leier, Walzer, von Joh. Strauß. Während der Pause: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. 5. Fantasie a. d. Operette Schwarzwaldmädel", von Jessel. 6. Tanzlied des Pierrot aus der Oper " Die tote Stadt", von Korngold. 7. Reigen aus dem Märchenspiel " Peterchens Mondfahrt", von Schmalstich. 8. Plaudereien aus der Kinderstube, Tongemälde, von Manfred. 10,15-11,30 Uhr abends: Tanzmusik. 3. Rennen. 1. Habicht( Sentic), 2. Narr( Nowak), 3. Dalberg ( D. Schmidt). Toto: 40: 10. Plat: 19, 25, 13: 10. Ferner liefen: Belle jus, Sanguinifer, Abendsturm, Persicus, Gigerl. 4. Rennen. 1. Miltiades( Olejnik), 2. Kardinal II( Huguenin), 3. Porta Westfalica( R. Torfe). Toto: 42: 10. Plat: 31, 47, 276: 10. Ferner liesen: Alhambra, Larodosta, Karrara, Olifant, Mänade, Rosenfelch, Whatagirl, Peru. 5. Rennen 1. Billiger( Jentsch). 2. Aralinda( H. Braun), 3. Traum. deuter( H. Brown). Toto: 23 10. Platz: 26, 40: 10. Ferner liefen: Perikles, Dardanos. 6. Rennen. 1. Antenor( D. Schmidt), 2. Allotria( Hellebrandt), 3. Coran( Basch). Toto: 25: 10. Blak: 13, 17, 16: 10. Ferner liefen: Stattliche, Sieglinde Wieselburg, Gauller, Tante Lotte, Malepartus, Perotin, Mardut, Panter, Der Reiter von Malepartus. 7. Rennen. 1. Sarazener( F. Kasper), 2. Kriegsgewinnler( Rastenberg), 3. Drplid( Balke). Toto: 45: 10. Blaz: 20, 18, 19: 10. Ferner liefen: Gripsholm, Stigmaria, Chartreuse II, Eisenkrone, Favilla, Kappenberg, Salonikt. Wetterbericht für Berlin und Umgegend. Etwas wärmer, heiter und troden, bei schwachen nordwestlichen Winden. Für Deutschland. In Süddeutschland Gewitter oder leichte Regenfälle. Im übrigen Reiche heiter und trocken. Großes japanisches Kirschblütenfest. Am Freitag auf der Grunewald- Rennbahn. Die Berliner Sportpalast- A.- G., die am vergangenen Sonnabend das RiesenKunstfeuerwert der weltberühmten italienischen Pyrotechniker Gebr. Pinto aus Neapel mit so außerordentlich großem Erfolge veranstaltete, wartet am morgigen Freitag mit einem großzügig angelegten japanischen Kirschblütenfest auf der Grunewald- Rennbahn auf, dessen äußerst reichhaltiges Programm sehr gefchickt zusammengestellt ist. Das Riesen Kunstfeuerwert der Gebrüder Binto gelangt nochmals mit vollständig neuem Programm zur Durchführung. Borher findet von 3-7 Uhr ein großes Kinderfest mit einer fehr reichhaltigen Auswahl von allerlei Beluftigungen( u. a. Rutschbahn, Eselreiten, Kinderballett, Kasperletheater, Tombola, Fadelzug u. v. m.) statt. Bon 7 Uhr abends kommen dann die Erwachsenen voll zu ihrem Rechte. Fünf Kapellen sorgen für musikalische Unterhaltung. Bei den volkstümlichen Eintrittspreisen( 1 und 2 M.) ist auch diesesmal wieder mit dem Riesenbesuch wie am legten Sonnabend zu rechnen, wozu hinsichtlich der einwandfreien Abwicklung des Verkehrs hinreichend Gorge getragen wurde. Jeder Besucher kann durch seine Eintrittsbarte ein Ifi- Auto( Sporttype) gewinnen, das ebenso wie z wö IF fleine Autos für die Kinder zur Verschenkung gelangt. Die Gewinnfarten vom letzten Feuerwert, auf die die drei ausgefeßten Preise entfallen, find folgende: 13 212, braun, 2 M.: 1 Speisezimmer; 53 839, weiß, 1 m.: 1 Serrenzimmer; 10 601, braun, 2 M.: 1 Schlafzimmer. die altbewährte Henkels Wasch- und Bleich- Soda Spart Seife beim Waschen und ist das beste Einweichmittel Saison- Ausverkauf Schluss Sonnabend den 12. Juli Bis dahin gebe ich Ihnen wiederum Gelegenheit, sämtliche Restbestände hochwertiger Waren wie: Strickkleider und Kostüme Stridwesten Waschkleider Waschblusen Seidenkleider Seidenblusen Theater, Lichtspiele usw. Yolksbühne 8 U.: Trianon- Th. 712 Uhr: Somm.- Dir. R. Pirk D. Kreuzelschreiber Ein Schwank Greie Bäck Karl Etlinger der Liebe Leo Peukert/ Emil Lind Olga Limburg Julius Sachs/ Otto Sauter- Sarto Th.i.Admiralspalast Rose- Theater 814 U.: Der Erfolg d. Jahres 11 Monate Große Volksoperim Theater Westens Staats- Theater Rennen zu LUNAPARK 7%, Uhr: Die Fledermaus am Königsplatz Täglich 72 Uhr: Polenblut Strausberg Deutsch, Theater Donnerstag, 10. Juli, nachm.3 U. Sommerspielzeit Direktion: Staab und Garner Tägl. 8 Uhr: MaxAdalbert u.Max Landa in Fahrplan der Sonderzüge: Charlottenburg ab Zoo Friedr.- Straße Alexanderplatz Schles. Bahnhf. Clubleute 8: Die blonden Mäununterbr. auf dem Spielplan deis vom Lindenhof Regie: Max Landa Strausber ist die große Revue Gartenbühne 71/2: Drunter und drüber Durch Dick u. Dünn Metropol- Theater Theater a.Kottbuss.Tor Der Weltschlager Täglich 8 Uhr: Eliic8 U.: Mascottchen Operette von Walter Bromme mit Alice Hechy Thalia- Theater 8 Uhr: Frasquita Kleines Theat. Tägl. 8 Uhr: Anatol Kammerspiele Sommerspielzeit Direktion: Staab und Gerner Tägl. 84 Uhr: Die Freundin Seiner Exzellenz Sänger Regie: Walter F, Fichelscher Großartiges Juli- Gr. Schauspielhaus Programm 1. R.: Die Lieblingskuh 72 Uhr: des Maharadschal Der Vogelhändler ZOOLOGISCHER GARTEN Täglich Gr. Konzert Aquarium TlerkunstAusstellg. Saison- Ausverkauf! Wir haben einige Restposten Sommer- Mäntel Kleider Röcke Kostüme, Voile- Blusen, Sportjacken nochmals im Preise herabgesetzt!!! Sonderangebot für die heiße Jahreszeit! Waschkleider baumwollen Musseline Frottérőcke neue Muster 4 Frottékleider gedeckte Farben Weiße Wollröcke reine Wolle. Vollvoilekleider viele Farben. Tuchjacke mit Marabu in hellen Pastellfarben. 350 . 350 650 750 • . 2950 850 Sielmann& Rosenberg Kommandantenstraße 3/4, Ecke Lindenstraße 1.00 1.10 1.06 116 99 1.21 132 " 127 1,39 " 1.19 1.33 1.46 2.16 " an 204 2.16 2.28 3.01 Reichshallen-Theater Täglich 8 Uhr: Steffiner Sänger Deutschland erwache! Zum Schluß: Ein Musikantentraum Dönhoff- Brett! Anf. 7, Sonnt: 5 U. Gr. Varieté Progr. KrausePianos zur Miete Ansbacher Str. 1, Edke Kurfürstenstraße Heute Donnerstag Elite- Tag mit Brillant- Feuerwerk 5 bis 11 Uhr KONZERT d. Deutsch. Tonkünstler- Orchesters Eintritt 1 Mark Morgen Freitag Boxkämpfe Naujocks/ Henschel Curf Prenzel! Die Nummern d.Eintrittskarten, auf die am 8. Juli die Geschenke des Lunaparks, 20 Fabrräder, fielen 1. 20502 2. 10575 3. 19971 4. 23.092 5. 19 997 11. 15554 12. 21 291 13. 15 084 14. 17 267 15. 22015 16. 25 595 18. 19 36% 6. 15 813 7. 19 859 17. 11 819 8. 25.746 9. 20 242 19. 23 886 10. 15 012 20. 14 657 ( Sommerpreise) Berliner Prater Kastanienallee 7-10 Jeden Donnerstag: :: VOLKSTAG Eintritt auf allen Plätzen 0.50 Das Tages Mme.Fregolia gespräch: und 10 Attraktionen Jeden Mittwoch: KINDERFEST mit Belustigungen und Ueberraschungen Aroma- Essenzen für Speise- EisHändler ut. Fabrikanten Offo Reichel FA. Mpl. 4751 Eisenbahnstr. 4 Auch in Drogerien bestellbar. MAX WINTER: Das Kind und der Sozialismus Gebunden M. 2.80, broschiert M. 1.75 Eine sozialpädagogische Betrachtung Zu haben: Buchh. J. H. W. Dietz Nchf. u. 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Georg Wagner Ohne Mitgliedsbuch und Ausweis fein Köpenicker Str. 71, Kein Ladengeschäft. Butritt. Achtung! Keffelschmiede Achtung! Freitag, den 11. Juli, abends 7 2hr. Dezimalwagen Uhr, bei Sachfe, Lindower Straße 26: Außerordentliche E Bertrauensmännertonferenz Da sehr wichtige Sachen hier zu erledigen find, muß jeder Betrieb vertreten sein. Rommiffionsmitglieder eine halbe Stunde früher. Tafelwag., Gewichte, Billigste Preise. Großes Lager Georg Wagner Köpenicker Str. 71 Die Ortsverwaltung. Rein Ladengeschäft Die Sigung der mittleren Ortsverwaltung findet am Freitag, den 11. Juli, statt. Nr. 320 41. Jahrgang Wirtschaft 2. Beilage des Vorwärts Ein Anschlag auf die Fleischversorgung. Die Forderungen der Landwirtschaft beschränken sich nicht nur darauf, durch Schutzölle eine Verteuerung des inländischen Getreides herbeizuführen, sondern erstrecken sich auch auf andere Agrarprodukte, die durch schußzöllnerische Maßnahmen im Preise herausgeschraubt werden sollen. Diese neuen Wünsche der Agrarier beziehen sich insbesondere auf die Ausschaltung der ausländischen Fleischeinfuhr vom heimischen Markte. Dieser Anschlag der Agrarier auf die deutsche Volksernährung wird äußerst scharf mit sachlichen Argumenten in der Denkschrift des Fachausschusses für Fleischversorgung E. V., Hamburg, verurteilt, und es wird energisch gegen die ungerechtfertigten Forderungen der Landwirtschaft Stellung genommen. Die Landwirtschaft behauptet nämlich, es sei nach den augenblicklichen Marktverhältnissen, wo der Viehmarkt so reichlich mit in ländischem Fleisch versorgt und die Nachfrage des Konsums bei weitem gedeckt ist, nicht zulässig, daß die ausländische Fleisch einfuhr durch Einfuhrerleichterungen jeglicher Art begünstigt wird. Im Gegenteil, die bisher geübte starte Begünstigung der Fleischeinfuhr müsse in eine vollkommene Abdrosselung der felben umgewandelt werden, um die Leistungsfähigkeit der deutschen Viehzucht noch weiter zu steigern. Mit dem alten Schlagwort der Selbst genügsamkeit, das sich im Kriege so glänzend bewährt hat, will man heute die Regierung überzeugen, wie wichtig es sei, die Fleischproduktion Deutschlands gegen das Ausland zu schützen. Doch hinter dieser verlockenden Maske, die schlecht geschminkt ist, verbirgt sich nackter Profithunger, der sich über die fundamentalen Tatsachen und Notwendigkeiten hinwegseht und eine Bedrohung der gesamten Volksernährung heraufbeschwört. Welche Tatsachen sprechen gegen das Verlangen der Agrarier nach Abdrosselung der Fleischeinfuhr? Die Behauptung, daß die Landwirtschaft den Fleischbedarf Deutschlands decken fann, ist unrichtig. Augenblicklich mag fie wohl zutreffen, aber die gegenwärtigen Berhältnisse sind anormal und dürfen nicht zum Maßstab genommen werden, zumal der Ausverkauf von Jungvieh und anderem nicht schlachtreifen Vieh, wie er hier und da unter dem Druck der Geldknappheit erfolgt, durch aus unerwünscht ist. Der deutsche Mindest- Fleischtonsum müffe nach dem Gesichtspunkt ausreichender Ernährung, wie maßgebende Mediziner behaupten, 70 Kilogramm pro Jahr und Kopf der Bevölkerung betragen. Schon vor dem Kriege, 1912, wurde nur ein Fleisch tonfum von 58 kilogramm jährlich auf den Kopf der Stadtbevölkerung errechnet. Damals wurde von allen Geiten gefordert, diesem Uebelstand durch eine starke Einfuhr ausländischen Ge. frier und Büchsenfleisches zu begegnen. Nach den letzten Berechnungen für das Jahr 1923 stellte sich der Fleischkonsum jedoch auf nur 21% Rilogramm pro Kopf der Stadtbevölkerung. Die Zahlen zeigen, daß der Fleischkonsum der Stadtbevölkerung gegenüber dem Verbrauch von 1912 einen Rüdgang von 63 Proz. aufweift. Nachfolgende Tabelle gibt ein erschredendes Bild, wie der deutsche Konsum an Fleisch, Fischen und Fetten in den Jahren 1913 bis 1923 gefunten ist. Ware Berbrauch pro Kopf der Bevölkerung 1918 1929 kg 26,91 6,67 165,89 kg 46,10 7,92 880,92 und maßgebenden Stellen auszuüben vermögen, wird die Zukunft lehren. Auf jeden Fall werden wir entschieden gegen eine weitere Berelendung der breiten Massen fämpfen und zu verhindern suchen, daß dieser Anschlag der Landwirtschaft auf die Bolksgesundheit und Boltsernährung gelingt. Will die Landwirtschaft die augenblickliche Krise überwinden, so muß sie nicht anders wie die Industrie eine starke Reduktion der unnatürlich hohen Produktionskosten durch intensivere Kultur anstreben. Eine künstliche Verteuerung des Fleisches bedeutet eben noch lange keine Vermehrung des Konsums von Inlandsfleisch, eher eine Verminderung des Fleischver= brauches; und diese ist um so wahrscheinlicher, als die gegenwärtige Agrarfrise zu einem guten Teil ohnehin auf die geschwächte Kauffraft der breiten Massen zurückzuführen ist, die bei einer Berteuerung des Fleisches durch Einfuhrdrosselung noch weiter sinken wird. Preisabbau und Arbeitslosigkeit. Ein durch die Krise in der Textilindustrie erwerbslos gewordener Genosse schreibt uns: Der Reichswirtschaftsrat hat seine Enquete über die hohen Preise der Textilprodukte noch nicht beendet. Inzwischen nimmt das Unheil seinen Lauf. Die befürchtete Krise in der Textilindustrie ist ausgebrochen und nimmt gewaltige Dimensionen an. Die Leid= tragenden aber find, wie immer, die Arbeiter. Sie müssen die Suppe auslöffeln, die ihnen unfähiges Unternehmertum und preisverteuernde Spekulation eingebrockt haben. Besonders in der Berliner Textilindustrie hat sich das Spekulantentum breit gemacht. Kriegsgewinnler, die während der Inflation nicht wußten, wohin mit ihrem Geld, steckten es in die Textilunternehmungen, besonders Stridereien, da Strick- und Wirkwaren Mode waren und guten Absah fanden. Diese Spekulanten hatten natürlich wenig Ahnung von der Produktion. Aber sie hatten es leicht. Sie erhielten zur Fortsetzung der Produktion Reichsmart auf Kredit, die sie dann nach einiger Zeit entwertet zurüdzahlten und sich so auf Kosten der Allgemeinheit bereicherten. An technische und organisatorische Verbesserungen dachte man natür lich nicht. Man scheffelte Geld und ging bei Vergrößerung des Betriebes wohl in die Breite, aber nicht in die Tiefe. Man taufte wahllos alte und neue Maschinen zusammen, stellte immer mehr Arbeiter ein und produzierte drauflos. Was man nicht verkaufte, wurde einfach geftapelt und galt als eine gute Kapitalsanlage. Da kam der unausbleibliche Strach. Durch die Martstabili fierung tamen die Gesetze der Konkurrenz wieder zur Geltung, und der Konkurrenz des Auslandes war die rückständige deutsche Textilindustrie natürlich nicht gewachsen. Der Auslandsmarkt wurde für die deutsche Textilindustrie fast vollständig ausgeschlossen. Für das Inland. aber glaubte man in der bisherigen mühelosen Weise weiterproduzieren zu können, indem man die Preise wie bisher hoch hielt. Als dies nicht mehr ging, sette man nicht die Preise herunter und gewöhnte sich an eine der Konkurrenz standhaltende Kalkulation, sondern man schloß die Betriebe und warf die Arbeiter auf die Straße. Als der Schreiber dieser Zeilen entlassen wurde, äußerte der Unternehmer fein Bedauern darüber, daß er die Arbeiter entlassen müsse; aber er habe alle Lager voll Ware liegen und wisse nicht mehr, wohin damit. Und das stimmt. Nicht nur das Lager in Berlin, sondern auch die Lager in den Filialen sind vollgestopft. Der gute Mann, der es bedauert, daß er nur seine Arbeiter entlassen muß, hatte die gute Zeit benußt, nicht nur um standesgemäß zu Rüdgang leben( er hielt sich Auto und Chauffeur und versagte sich auch sonst nicht, was das Leben bot), sondern er hatte sich auch einen großen Refervefonds an Waren angeschafft, den er jegt nach und nach verkauft und so vor Not geschützt ist, bis die Produktion wieder voll aufgenommen werden kann. Bei der Entlassung der Arbeiter und Arbeiterinnen wurde der Chauffeur verschont, da er ja nicht nur zu Geschäftsfahrten gebraucht wird. Broz. 40,20 16,92 56,45 Fleisch und tierische Fette Fische Milch, Butter, Stäse Bet genauer Prüfung der Leistungsfähigkeit der Biehproduktion fonnte man feststellen, daß die heutige Fleischerzeugung Deutsch lands einen Rückgang gegenüber dem Stande des Jahres 1912 von 66,7 Proz. aufweist, und daß die Entwicklungsmöglichkeit nach den Gutachten von Sachverständigen auf diesem Gebiete sehr gering find. Die Leistungssteigerung der Bieh- und Fleischproduktion wäre nur unter unzähligen Boraussetzungen( Bodenverbesserungen, Futtermittel usw.) möglich, und dann auch würde die Mehrproduktion höchstens den Mehrbedarf der inzwischen erfolgten Bolksvermehrung decken. Ist die Landwirtschaft nicht in der Lage, den deutschen Bedarf an Fleisch voll zu decken, wieviel weniger erst wird es ihr gelingen durch erhöhte Preise, trop Ausschaltung der ausländischen Ronfurrenz, den Verbrauch zu beleben. Die fatastrophale Wirkung der Fleischverteuerung würde gerade darin liegen, daß der heutigentags schon start eingeschränkte Fleischverbrauch noch weiter finten wird, als wie er bisher schon zum Schaden der Bolts gesundheit gesunken ist. Eine besondere Gorge bereitet der Landwirtschaft die starte Einfuhr von Gefrierfleisch. Alle möglichen und unmöglichen Gedanken machen sie sich darüber und haben nach langem Ueberlegen angebliche Gefahren entdeckt, die die Gefrierfleischeinfuhr aus dem Auslande mit sich bringt. Da behaupten sie zum Beispiel, daß unbedingt ein neues Viehseuchen gesez erlassen werden muß, um die Ansteckungsgefahr für die heimischen Biehbestände, die mit kranken Tieren zusammenkommen, zu verhindern. Auch dieser Wunsch ist nicht aus hygienischen Notwendigkeiten heraus entstanden, fondern vielmehr mit der bestimmten Abficht, durch ein neues Biehleuchengeseh die Einfuhr erschwert zu sehen. Denn darauf läuft er nur hinaus. Praktisch ist die Unterfuchung der Viehtransporte von Ueberfee, die in deutschen Häfen ausgeladen werden, nach den heutigen Gepflogenheiten vollkommen ausreichend und zuverläffig. Auch gegen die Güte und Qualität des Gefrierfleisches haben sie Bedenken und raten, man solle lieber von dem Genuß solcher Waren absehen und dafür das schöne, zarte und gute, aber ,, teuere" Fleisch der Landwirte effen. Alle diese Einwände find frampfhafte Berfuche der Landwirtschaft, das deutsche Volk von der Notwendigkeit der Abdrosselung der Fleischeinfuhr zu überzeugen. Sie schrecken nicht davor zurück, ein neues Gespenst der Inflation, angeblich hervorgerufen durch die großen Gefrierfleischkäufe, die in Devisen gezahlt werden, an die Wand zu malen. Das ist natürlich falsch und geht davon aus, durch eine übergroße Anzahl von Behauptungen" die egierungen zu beschleunigten Maßnahmen zu veranlassen. Wie weit diese Klagelieder einen Einfluß auf die führenden Daß der Unternehmer sich ein Vermögen an Waren zurüdlegen fonnte, hat seine Ursache natürlich in den niedrigen Löhnen, die er den Arbeitern zahlte, und in den hohen Preisen, die er für seine Ware forderte. Bei den gezahlten Löhnen und Materialpreisen wäre er in den meisten Fällen in der Lage gewesen, die Waren um 40-50 Broz. billiger zu ver= faufen. Er tat es aber nicht, sondern wandte sich an das zah= Donnerstag, 10. Juli 1924 Iungsfähige Publikum in den Badeorten, wo er mehrere Filialen befigt. Auch jezt, wo der Absah stockt, will er nicht für die Proleten, d. h. billig produzieren. Lieber schließt er den Betrieb und überläßt seine Arbeiter der Erwerbslosenfürsorge. Also ein Schulbeispiel, wie die Preise fünftlich hochgehalten und die Zahl der Arbeitslosen vermehrt wird. Und an diesen Praktiken wird auch die Enquete.des Reichswirtschaftsrates nichts ändern, sondern dazu bedarf es eines energischen Schrittes der organisierten deutschen Arbeiterfchaft. Beffere Ernteaussichten. Die Befürchtungen für einen ungünstigen Ausfall der Ernte, die infolge der früheren Meldungen über den Saatenstand verbreitet waren, erweisen sich nach der weiteren Entwicklung der Saaten als übertrieben. Nach einigen falten Tagen zu Beginn des Juni herrschte im weiteren Berlauf des Monats abwechselnd fühle und fommerlich warme, nie de rschlagsreiche Witterung, förderte. Klagen über Trockenheit sind nur aus einigen Gewelche das Wachstum der Pflanzen fast überall sehr günstig bieten Mitteldeutschlands und aus Mecklenburg- Schwerin bekannt geworden. In verschiedenen Gegenden haben schwere Gewitterregen, oft von Hagelschlag begleitet, das Getreide zum Lagern gebracht und Ueberschwemmungen in den Flußniederungen herbeigeführt. Die Winterhalmfrüchte haben sich von den Schäden des Winters zumeist gut erholt. Ihr Stand wird größtenteils als mittel, teilweise etwas über mittel beurteilt. Das Sommergetreide hat zwar vielfach durch Nässe gelitten, steht aber zum überwiegenden Teile befriedigend. Leider ist es sehr mit Unkraut, namentlich mit Hederich und Disteln, durchsetzt. Den Had früchten sind die reichlichen Niederschläge sehr zustatten gekommen Die Kartoffeln haben sich im allgemeinen günstig entwickelt und zeigen, abgesehen von geringen Ausnahmen, einen befriedigenden Stand. Das Verpflanzen der Rüben ist noch nicht überall zu Ende geführt. Die Heuernte ist teils beendet, teils noch im Gange. Klee, Luzerne und trockene Wiesen liefern reichliche Erträge in guter Beschaffenheit. Die Erträge tiefer gelegener Wiesen lassen häufig zu wünschen übrig. Der Nachwuchs vollzieht sich vorerst noch zögernd. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 2 gleich gut, 3 gleich mittel, 4 gleich unter mittel, ergibt sich im Reichsdurchschnitt für Winterweizen 2,9( im Bormonat 2,9), Winter= fpelz 2,7( 2,7), Winterroggen 3,1( 3,3), Wintergerste 3,0( 3,1). Sommerweizen 2,9( 2,7), Sommerroggen 2,9( 2,8), Sommergerste 2,6( 2,6), Hafer 2,7( 2,7), Kartoffeln 2,7( 3,0), Zuckerrüben 2,8( 2,8), Runfelrüben 2,8( 2,9), Alee 2,6( 2,8), Luzerne 2,6( 2,7), Bewässe= rungswiesen 2,2( 2,2), andere Wiesen 2,4( 2,5). Auch in Sowjetrußland haben sich, wie aus Moskau gemeldet wird, infolge starker Niederschläge die Ernteaus= fich ten gebessert. Neue Auslands- Handelskammern in Berlin. In der Nachfriegszeit haben sich in durchans erfreulicherwetie die Bestrebungen fortgesetzt zur Förderung des Handelsverkehrs mit bestimmten, für den deutschen Export wichtigen Auslandsstaaten besondere Wirtschaftsvereinigungen und zwischenstaatliche Handelstammern zu gründen. Nach einer Information des " Konfettionär" steht die Bildung einer deutsch- griechischen andelstammer mit Siz in Berlin unter Beteiligung der maßgebenden Behörden furz vor dem Abschluß. Angesichts des foeben abgeschlossenen deutsch- griechischen Handelsabkommens dürfte diese Gründung wesentliche Bedeutung erlangen. Auch hinsichtlich des Handelsverkehrs mit Schweden steht die Bildung einer schwedischen Handelstammer in Berlin bevor, an ber in erster Linie die in der Reichshauptstadt sowie namentlich in Norddeutschland ansässigen schwedischen Kauflente regen Anteil nehmen. Deutschland und der englische Wollmarkt. Der englische WollStagnation. Die auffallende Zurückhaltung, die sich die engmarkt stand in den letzten Wochen im Zeichen einer auffallenden lische Industrie bei den derzeitigen Bollauktionen in London auferlegt, beruht nach Londoner Informationen des„ Konfektionärs" auf der Tatsache, daß man in Bradford noch über genügende Rohstoffläger verfügt, da die Nachfrage aus Deutschland immer weiter 1924 ein Drittel sämtlicher Angebote in den Rohwollen, ein Bierzurückgeht. Deutschland hatte in den ersten fünf Monaten des Jahres tel fämtlicher gefämmten englischen Ware und die Hälfte der Wollgarne aufgenommen. Dieses VerhältPreisnotierungen für Nahrungsmittel. nis hat sich jedoch im Juni ungemein verschlechtert und auch die Bereinigten Staaten. die sonst gute Abnehmer maren, haben Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je mit ihren Orders gestoppt. Aus diesem Grunde besteht fein Anlak 15,50-17,50 3u besonderen Dispositionen. Der Bradforder Wollinder ist Gerstengraupen, lose.. 15,75-19.00 Röstgetreide, lose Gerstengrütze, lose... 14,25-14.75 Kakao, fettarm 80,00-95,00 übrigens gefallen und beträgt jetzt 195( gegen 198 Ende Mat und Haferflocken, lose 14,50- 15,00 Kakao, leicht entölt 96,00-110,00 161 Ende Juni 1923). 16,00-16.30 Tee, Souchon, gepackt. 350,00-430,00 11,5 12,75 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 17,00-18,25 Inlandszucker basis mel. 32,75- 34,09 21,50 24,00 Inlandszucker Raffinade 34,00-36,00 13,00-14,25 Zucker Würfel 15,00-21,00 Kunsthonig. 12,25-14,75 Zuckersirup hell in Eim. Hafergrütze, lose Roggenmehl 0/1 Weizengrieẞ Hartgrieß 70%, Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine... Bohnen, weiße, terl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni. Schnittnudeln, lose. Makkaronimehl Bruchreis Rangoon Reis Zentner frei Haus Berlin. 8,75-11,75 Speisesirup dunk. in Eim. 39,00-42,00 25,00-29,00 23,90-32,00 38,00- 43,00 20,00 24,00 Marmelade Einfr. Erdb. 80,00- 95,00 27,00 36,50 Marmelade Vierfrucht 35,00 40,00 20,00-29,50 Pflaumenmus in Eimern 37,00 40,00 31,0037,50 Steinsalz, lose....... 3,10- 3,70 39,00-46,00 Siedesalz. Jose 4.00- 4,70 65,00-66,00 66,50-67,50 30,00-36,00 desgl. II. 13,75-20,50 Bratenschmalz in Tierces 36,00-42,00 Bratenschmalz in Kübeln 33,00-35,00 Purelard in Tierces 13,50-15,25 Purelard in Kisten 14,50-15,25 Speisetaig in Packung 49,00-52,00 15,50-17,00 Speisetalg in Kübeln 48,00 50,00 54,00-57,00 63,00-65,00 63,50-64,50 64,50-65,50 76,00 Tafelreis, glasiert, Patna 23,50-31,00 Margarine, Handelsm. I 60,00 Ringäpfel, amerik. Tafelreis, Java. Getr. Pflaumen 90/100.. Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu.. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari.. Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer Schwarzer Pfeffer Singap. Weißer Pfeffer 46,00-50.00 78,00 30,00 Margarine, Spezialm. I.. 40,00-43,00 desgl. II 50,00-55,00 Margarine III 66,00 70,00 Molkereibutter i. Fässern 186,00-194,00 70,00-75,00 Molkereibutter in Pack. 199,00-204,00 70,00- 76,09 Auslandbutter in Fässern 196,00-203,0) 150,00-137,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 32,50- 35,00 70,00-90,00| Landbutter 143,00-152.00 Speck, gesalzen, fett.. 62,00-72,00 15,00-28,00 106,00-115,00 Quadratkäse. 70,00-80,00 Tilsiter Käse, vollfett 95,00-105,00 Bayr. Emmenthaler 125,00-130,00 Echter Emmenthaler Rohkaffee Brasil 180,00-215,00 Ausl. ungezuck. CondensRohkaffee Zentralamerika220,00-285,00 milch 48/16. Röstkaffee Brasil..... 230,00-280,00 Inländische desgl. 48/12 Röstkaffee Zentralam... 300,00-375,00 Ini. gez. Condensm. 48/14 Hentige Umrechnungszahl 1000 Milliarden. Singen Sie 90,00-104,09 165,00-170,00 178,00-185,00 19,25-23,90 16,50- 17,50 26,00 26,50 Kieler Herbstmesse. Die diesjährige Herbstmesse der Nordischen Mejje in Kiel findet vom 21. bis 24. September statt. Der Anmeldeschluß für Aussteller ist auf den 15. Juli festgesetzt. Untersuchung über den Fall Wöllersdorf. Der österreichische Handelsminister Dr. Schürff verlas im Nationalrat eine schriftliche Antwort auf die Interpellation betreffend die Geschäftsgebarung der Möllersdorfer Werte A. G. Er teilte barin das Gutachten der Sachverständigen mit, aus dem sich ergebe, daß verschiedene Benachteiligungen seitens der Metallumgruppe erfolgt feien, u. a. Materialverfäufe zu allzu niedrigen Preisen, insbesondere an die Iron Meta A.-G., eine Tochterunternehmung des Metallkonzerns. Die Metallumgruppe sei daraufhin bereit ge= mesen, der Bundesverwaltung als Minoritätsaktionärin eine Rom= pensation für die eingetretene Benachteiligung zuzugestehen. Vor dem Abschluß eines Ausgleichs mit der Metallumgruppe, zu melchem die Bundesverwaltung im Interesse eines Fortbestandes der Wöllersdorfer Industrie bereit gewesen wäre, seien jedoch, befonders angesichts der Tatsache, daß die Untersuchung noch nicht restlos beenbet ist. Bedenken aufgetaucht, ob ein weiteres Zusammenbleiben mit der Metallumgruppe überhaupt möglich sei, zumal die Möglichkeit der Wiederholung einer für die Bundesverwaltung nachteiligen und für die Wöllersdorfer Werte gefahrbrohenden Situation völlig hintangehalten werden solle. Um die Untersuchung möglichst rasch zu beenden, wobei gleichzeitig die Schuldfrage der Möllersdorfer Werke A.-G. Harzustellen sei, habe sich die Bundesverwaltung entschlossen. Der Wirtschaftspolizei die Fortfegung der leberprüfung der Geschäftsleitung der Wöllersdorfer Werke A.-G. bzw. der Metallumgruppe zu übertragen. begeistert das Lob einer Zigarette, die so recht in die Zeit hineinpaßt, die zur Sparsamkeit anspornt und dabei doch hohen Genuß bietet, auch wenn sie nur 38 kostet. Empfehlen Sie allerorten die Massary Classe dick.rund 38 BEGINN 1.JULI SAISON AUSVERKAUF Ein grosser Posten Jumper aus gutem kunstseidenem Trikot Wert bis 25,00 Jetzt 1075 DamenStadtkoffer flache elegante Form, aus braun genarbter Hartplatte, mit guten Vexierschlössern 35 cm 40 cm 45 om 90 390 450 4° Rockstreifen modern, 100 cm breit.......... Meter 130 cm breit, diverse Farben... Meter Zirka 50 000 Paar für Damen, nur erstklassige Qualitäten, in Schwarz und allen modernen Farben Ein Posten Tramaseiden- Strümpfe schwarz und farbig... 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