Nr.326 41.Jahrgang Ausgabe A Nr. 167 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,- Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Lugemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmark pro Monat. Der..Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Beit" mit Gied. lung und Kleingarten" fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Goldpfennig 150 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareilles seile 0,70 Goldmart, Retlamezcila 4.- Goldmart. ,, Kleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0,20 Golde mart( zulässig zwei fettgedruckte Worte), fedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmark, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Die geplante Totengedenkfeier unter der schwarzweißroten Kriegsflagge" und die instematische Austreibung der Republikaner aus den öffentlichen Aemtern dienen als ergänzende Randskizzen zu dem großen Gemälde. Es wird mit jedem Tag bürgerblöcklicher in der Deutschen Republik. Der Reichskanzler Marr hat gestern in einer Rede auf einem Empfangsabend der Preffe für die Ueberrumpelung der Deffentlichkeit mit der Zollvorlage nach Entschuldi gungsgründen gesucht. Er glaubt sie in der Not der Landwirtschaft gefunden zu haben. Die augenblickliche Notlage der deutschen Landwirtschaft wird von teiner Seite be= ſtritten; bestritten wird, und nicht nur von Sozialdemokraten, daß eine grundstürzende Aenderung der Zollpolitik sie zu beheben geeignet ist. Unbestreitbar und unbestritten ist dagegen die Tatsache, daß die neue Zollpolitik mit Notwendigkeit zu einer Berschlechterung der Lebenslage jener breiten Boltsmassen führt, deren Not nicht von heute oder gestern datiert, sondern die schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten in ausgesprochenem Elend dahinleben. preiszugeben. Hier ist es auf einmal erfüllungswütig bis über den Frieden von Versailles und das Sachverständigengutachten hinaus! Und die deutsche Regierung mitsamt dem des Unternehmertums, daß fie über den Bertrag hinaus bereit ift, den Gläubigern Deutschlands aus der deutschen Arbeitsfraft ein Geschent zu machen, in deffen Erlös man sich zu teilen gebentt. Ginge dieses Gefchent auf Kosten der Besigenden, welches Getöse über„ Breisgabe völkischer Belange" würden wir da vernehmen. Aber der Schuh derer, die nichts besigen als ihre Arbeitskraft, ist eben kein„ völkischer Belang". Auch hier wieder ist es die Sozialdemokratie, die allein wahrhaft„ national" ist, indem sie Mart und Kraft der Nation vor übermäßiger Ausbeutung zu schüßen sucht. In der großen Frage der Außenpolitik, der Frage der Sachverständigen gutachten, hat der Reichs tangler Marg gestern auf dem Presseabend wieder die Auffassung vertreten, die hier vom ersten Augenblick an als die allein mögliche dargetan worden ist. Seine Formulierun gen decken sich fast wörtlich mit der unseren in unserer Notiz von gestern abend: Cremer gegen Strefemann". Es ist dabei unmöglich zu übersehen, daß diese Kanzlerrede nicht im Einklang steht mit manchen anderen Reden, die gehalten worden sind, mit gewissen Parteibeschlüffen, die gefaßt wurden, und gewissen Preffeäußerungen, die ihnen folgten. Noch gestern abend fonstatierte Bestarp in der Kreuzzeitung", daß fich die Bolts partei in Frankfurt Gegenüber diesen Massen, die doch schließlich auch zum den Standpunkt der Deutschnationalen zu eigen gedeutschen Volke gehören, bedeutet jede mit Mitteln der Gesetz macht habe: teine Annahme des Gutachtens ohne vorherige gebung herbeigeführte Berteuerung ihrer Lebenshaltung nicht militärische Räumung! Auch der Tag" glaubte feststellen zu mehr und nicht weniger als eine Brutalität. Die Ar better dürfen ,,,, daß in sachlicher Beziehung die weitestgehende und Angestellten, deren Löhne zu drücken eine von der Uebereinstimmung zwischen der gegenwärgegenwärtigen Regierung unterstützte Aufgabe des Unterstigen Regierung und den Deutschnationalen nehmertums ist, die unteren Beamten, die bei der besteht. Die Deutsche Allgemeine Zeitung" sprach gelegten Besoldungsnopelle in der bekannten fürstlichen Weise radezu von einem Wendepunkt". bedacht wurden, die Pensionisten, die Kriegsbe. schädigten, die Sozialrentner, die versinkende Mittelschichten, sie alle stehen fassungslos einer Regierungspolitik gegenüber, der das tägliche Brot noch nicht feuer genug erscheint. Die Lebensinteressen dieser Massen wären ohne jede Berteidigung, menn fich die Sozialdemokratische Partei ihrer nicht annähme. Wenn sich eine Intelligenz vom Schlage des Grafen We starp in der Kreuzzeitung" die entschiedene Haltung der Sozialdemokratie gegen die Angenommen, an diesen Auffassungen bestände etwas Richtiges, so würde die Kanzlerrede einen neuen Wendepunkt" bedeuten. Dann aber würde die Frage entstehen, wieviel folche ,, Wendepunkte" wir uns noch gestatten dürfen. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkaje Bindenstraße 3 Wir haben eine geschriebene Verfassung, in der steht: Das Deutsche Reich ist eine Republit". Daneben haben wir aber auch noch eine ungeschriebene, in der es heißt: ,, Republi faner find zur Bekleidung öffentlicher Aemter unfähig". Für ihre Auswirkungen nur ein paar Beispiele: Löbe war, wie niemand bestreitet, der beste Präsident, den der Reichstag je gehabt hat, trozdem wird er abgefägt und durch den Monarchisten Wallraf ersetzt. Im auswärtigen Dienst der Res publit wimmelt es so von Genies, daß für einen Mann wie Otto Landsberg durchaus keine Berwendungsmöglichkeit zu finden ist. Der württembergische Gesandte Hildenbrand wird trotz allgemein anerkannter Tüchtigkeit durch einen blauen Brief glatt erledigt. Männer wie Scheide= mann in Kassel, Leinert in Hannover, Paulsen in Berlin, die zu befizen jede Gemeinde stolz sein könnte, sucht man mit Liſt und Gewalt aus den Aemtern zu hezzen. Was in Bayern, Württemberg, Mecklenburg, Thüringen begonnen ist, die Reinigung der Republik von republikanischen Beamten wird in größtem Maßstab in Breußen fortgesetzt werden, sobald das große Ziel des Bürgerblods im Reich und in Preußen erreicht ist. frei. Graf Westarp hat schon recht, daß der Kampf gegen den Brotwucher für die Sozialdemokratie eine ausgezeichnete Parole bietet. Das gleiche gilt vom Kampf für den Achtstundentag. In der Außenpolitik hat sich die Sozialdemokratie als die einzige Partei erwiesen, die weiß, was sie will. Darüber hinaus ist jede Maßregelung eines sozialdemokratischen Beamten für sie ein Gewinn, denn sie hilft klare Kampfa linien fchaffen und macht agitatorische Kräfte Daß unter folchen Umständen jede kommende Reichstags= wahl einen Aufstieg der Sozialdemokratie bringen muß, ist flar. Somit könnten wir mit aller Zuversicht in die Zukunft blicken, wenn wir uns nur abgewöhnen könnten, uns um das Reich und das Volk Sorgen zu machen. Die aber find allerdings sehr beträchtlich. Reich und Volk gehen unter der Herrschaft des werdenden Bürgerblocks schlimmen 3eifen entgegen. Eine Fahrt in den Abgrund ist angetreten, die sich von Tag zu Tag mit beschleu nigter Geschwindigkeit fortsetzt. Nur eine neue Entscheidung des Voltes fann ihr Einhalt gebieten. Möge fie bald herbeigeführt werden! Verteidigungsrede des Reichskanzlers Völkerbund. die Zollvorlage. Auf einem Empfangsabend der Presse, den der Ministerialbirektor Spieler gestern veranstaltete, führte Reichstanzler Marx nach einigen einleitenden Worten der Begrüßung folgendes aus: neuen Brotwucherpläne nicht anders erklären fann als Für das Gutachten ohne Bedingung. mit der Annahme, die Sozialdemokratie habe hier eine zugfräftige Wahlparole gefunden, so spricht daraus nur die Stimme der Angst und des schlechten Gewissens. Diese Stimme wird noch deutlicher in dem Jammer des edlen Grafen, es sei in der Tat schwer zu verstehen," daß die Regierung gerade den gegenwärtigen Augenblic- fnapp vor einer nicht unwahrscheinlichen Reichstagsauflösung zur Am schwersten lastet auf uns die Sorge um unsere Wirt Beröffentlichung der Vorlage gewählt habe. Graf Bestarp gibt damit zu, daß die Aussichten der Brot- shaft, der wir nach langen Jahren des Leidens und der Entwucherparteien in einem neuen Wahlkampf erbärmlich schlechttäuschungen auf Grund des Gutachtens der interfind, und daß die mit nationalistischen Phrasen auf den Leim gelockten Gimpel für die Deutschnationale Partei nicht mehr zu halten find, sobald die materiellen Hintergründe der antimarristischen Ideologie sichtbar werden. Nach dem 4. Mai hat die ganze deutschnationale Presse gebrüllt, dem Willen des Volkes" müffe Rechnung getragen werden. Seit dem sind nicht viel mehr als zwei Monate vergangen, und schon zeigt man wieder vor dem Willen des Volkes die gräßlichste Angst. " Diese Angst soll für uns eine Ermutigung sein. Mit tiefer Genugtuung nehmen wir das Gezeter der reaktionären Presse über die Heße" des„ Borwärts" zur Kenntnis. Es ist ja an sich schon ein erheiternder Ohrenschmaus, wenn man die reaktionäre Presse über„ Heze" flagen hört! Nicht minder als die Brotfrage ist die Frage der Ar beitszeit in den Mittelpunkt der Kämpfe gestellt. Die Ratifizierung des Abkommens von Washington über den Achtstundentag durch alle Industriestaaten Europas steht heute in naher Aussicht, wenn sich auch Deutschland zu ihr entschließt. Wenn sich der Engländer Tom Shaw, der Franzose Godart und der Deutsche Brauns die Hände reichen, wird ein bedeutender Fortschritt des internationalen Arbeiterschutzes zur Tat. Tom Shaw und Godart sind bereit, Brauns weigert sich. Als Vorwand für die Weigerung muß die auf Deutschland ruhende Reparationslast dienen, obwohl auch die anderen beteiligten Staaten schwere Schuldenlasten zu tragen haben und obwohl selbst der Bertrag von Bersailles Deutschland das Recht auf den Achtstundentag zugesteht. Auf derfelben Linie liegt das Gutachten der Sachverständigen, indem es ausdrück lich erklärt, es bestehe nicht die Absicht, das deutsche Volk unter das Kulturniveau der anderen Bölker zu drücken. Statt sich nun auf diese Bestimmungen und Erflärungen zu stützen, zeigt sich das deutsche Unternehmertum bereit, sie Entschuldigung für lands, sondern ganz Europas zu beginnen. Mit Freude durften wir feststellen, daß auch in Frankreich, wo immer noch das meiste Mißtrauen gegen Deutschland herrschte, allmählich eine Betrachtungsweise Boden gewann, die zu der Hoff nung zu berechtigen schien, daß nunmehr endlich die fo lange erstrebte und umfämpfte Lösung des Repas rationsproblems gelingen würde. Die Londoner Konferenz sollte uns der Verwirklichung dieses Zieles näher bringen. Nach den Mitteilungen und Erklärun= gen, die von drüben zu uns kamen, glaubten wir, daß die Londoner Konferenz wirklich von einer anderen Art sein würbe, als die bis herigen Konferenzen, zu denen Deutschland in den vergangenen Jahren immer wieder geschleppt wurde mit dem Ergebnis, daß unsere Lage stets schlechter, stets trostloser wurde. fern, über die Londoner Konferenz, zu der bis heute eine Einladung an uns noch nicht ergangen ist, heute schon ein Urteil zu fällen. Feststellen aber muß ich, daß durch die Pariser Abmachun gen zwischen den Ministerpräsidenten Englands und Frankreichs manche der auf die Londoner Konferenz gefekten Hoffnungen ernstlich bedroht scheinen. Wenn der große Gedanke, in dem wir das Sachverständigengutachten durch führen zu können hoffen, wirklich lebendig wäre, dann müßte es auch für die fiegreichen Nationen selbstverständlich sein, daß Deutschland, um dessen wirtschaftliche und nationale Eristeng seit Jahren das Spiel geht, jetzt endlich als gleichberech tigter Partner, zu den Verhandlungen zuge nationalen Sachverständigen wieder Freiheit und Kraft zuführen zu können hoffen. Ich muß leider feststellen, daß die Erwartungen, die in weiten Kreisen des deutschen Volkes nach dem Bekanntwerden der Vorschläge und Forderungen des Sachverständigengutachtens auffeimten, vielfach wieder ernster Sorge und Befürchtungen Plaß gemacht haben. Wir waren uns vom ersten Tage an darüber klar, daß die Durchführung des Sachverständigengutachtens nur möglich und wirtsam sein könnte, wenn damit eine neue Aera guten Willens und ehrlicher Verständigung nicht nur in wirt schaftlicher, sondern auch in politischer Hinsicht einsegen würde. Von dieser Hoffnung war auch die deutsche Regierung getragen, als sie der Reparationskommiffion die Erklärung übermittelte, daß sie in dem Sachverständigengutachten eine praktische Grundlage für die Lösung des Reparationsproblems erblicke und in dem Geiste, der unserer Auffassung nach das Sachverständigengut achten veranlaßt und fertiggestellt hat, haben wir ohne 3eit versäumnis und mit allen Kräften die Vorarbeiten gefördert, die von unserer Seite für die Durchführung des Sachverständigengutachtens geleistet werden müssen. Wenn Poin- laffen werden müßte. care in feiner legten großen Rede vor dem Senat wirklich gesagt haben sollte, Deutschland habe noch nichts getan, um die Gesetze zur Durchführung des Gutachtens zustande zu bringen, fo beruht das auf völliger Berkennung und Unkennt. nis der Sachlage. Herr Poincaré hätte sich durch Erkundigung bei den franzöfifchen Verhandlungsführern eines besseren be lehren laffen können! Der Geist, der uns bei diesen Arbeiten beseelt, und den wir auch bei der Fertigstellung des Gutachtens tätig fahen, ift der Geift offener, ehrlicher Verständigung, freier offener Aussprache, der Geist, der nach Begräumung all der Trümmer, die noch aus der Kriegs- und Nachkriegszeit her den Weg der Völker zueinander behindern, dazu befähigt, mit freiem Blid in das Auge des Gegners zu schauen und einander wieder die Hand zu reichen in dem Ent schluß, endlich den Wiederaufbau nicht nur dertsch. Denn wie soll sonst das deutsche Volk, das zu jeder ehrlichen Verständigung bereit und entschlossen ist, noch weiter den Mut auf< bringen, bie ihm zugemuteten schweren Opfer auf sich zu nehmen wenn es wiederum das niederdrückende Gefühl hat, daß auch dies mal wie in den verhängnisvollen Junitagen des Jahres 1919 ihme Don siegreichen Machthabern das Schicksal diktiert wird. Das deutsche Bolt hat jetzt lange Jahre hindurch zur Erfüllung der ihm auferlegten Berpflichtungen große, schwere Opfer gebracht, ohne daß es einen entsprechenden Erfolg dieser Opfer sah, einen Sinn für alle diese Opfer erkennen konnte. Im Gegenteil, auf neue Opfer folgten meist neue Laften, neue Demütigungen, die das Biderstreben im deutschen Bolte immer größer und stärker und die Stimmen derer immer lauter wurden, die fagten, daß die von Deutschland betriebene Erfüllungspolitik falsch sein müsse. Das Gutachten der Sachverständigen hat im deutschen Bolle neue Hoffnungen gewedt und es ist gewillt und bereit künftig auch noch die großen und schweren Opfer auf fich zu nehmen die das Gutachten von ihm verlangt, Opfer, idie nach englischen Fest- stellungen sogar die Grenzen und Belastungen des Derfailler Ver- träges übersteigen, wenn es nur endlich einen Sinn, einen Zweck dieser Opfer erkennt. In diesem Kreise brauche ich nicht darauf hinzuweisen, worin Deutschland den Sinn der von ihm künftig zu bringenden Opfer erblickt. In einem Wort kann ich alles, was wir erstreben, zusammenfassen: Wir wollen wieder Vertrags» mäßige Zustände', wir wollen wieder, daß der Nersailler Vertrag und das Rheinlandabkommen voll in Kraft gesetzt werden und die Rechtsgrundlage bilden, auf der wir uns mit unseren ehemaligen Gegnern in ehrlicher Versdändigung und zu beiderseitigem Nutzen auseinandersetzen können. Wir wollen endlich wieder unsere nationale Freiheit und die Gleich- berechtigung mit den anderen Völkern. Wenn Frank» reich jetzt die Llufrechterholtung des Versailler Vertrages so stark betont, so dürfen wir wohl gerade bei Frankreich auch Verständnis dafür erwarten, daß wir die wenigen Rechte, die wir aus diesem Vertrage herleiten können, gewahrt wissen wollen. Meine Herren! Man spricht jetzt wieder so viel von Ve- dingungen und Voraussetzungen, unter denen, Deutsch- land das Sachverständigengutachten durchzuführen entschlossen sei. Ich glaube, wir sind uns in dem, was damit zum Ausdruck gebracht werden soll, all« einig, aber ich befürchte, daß nach außen hin durch den Gebrauch dieser Begri'ffe ein Eindruck erweckt wird, der politisch unzuträglich ist. Die Bedingung, die die deuksche Regierung an die Durch- sührung des Sachverständigengutachtens knüpft, ist einzig und allein die, daß das Gutachten von allen Beteiligten seinem In- halt und seinem Geist gemäß aufrichtig angenommen und dnrch- geführt wird. Eine andere Bedingung stellt die deutsche Regierung nicht und irgendeine andere Voraussetzung für die A»- nähme des Gutachtens gibt es für st« nicht. Inhalt utid Geist des Gutachtens der Sachverständigen fordern aber unserer Ueberzeugung nach die Wiederher» ftellung«ine» einwandfreien Rechtazustandes und die Schaffung all der Bedingungen und Er- leichterungen, die zum Wiederaufleben der deut. scheu Wirtschaft erforderlich sind. Die Reichsvegierung hat nie einen anderen Standpunkt vertreten und beab- sichtigt nicht, irgendwelche anderen Bedingungen an die von ihr widerholt bekundete Bereitschaft und Entschlossenheit, das Sachverständigengutachten durchzuführen, zu knüpfen. Daß über der Regierung der Reichstag steht und daß letzten Endes der Reichs- tag, die Vertretung des deutschen Volkes, entscheiden muß, brauche ich nicht vor Ihnen und vor den westlichen Demokratien besonders zu betonen. Im Interesse der Befriedung Europas und damit auch der Alliierten selbst würde es deshalb liegen, dieser Sachlage durch dl« Art ihres Vorgehens Rechnung zu tragen. Die Reichs- regierung wird alles, was in ihren Kräften steht, tun, um die Durchführung des Sachverständigengutachtens baldigst sicherzustellen und sie vertraut darauf, daß der Reichstag in Erkenntnis der ungeheuren wirtschaftlichen Notlage unseres Landes die Regierung in diesem Bestreben unterstützen wird. Denn einen anderen weg. der uns au» dem wirkschafMchen Elend, da» täglich größer zu werden droht, herausführen kann. alz M« Durchführung de» Sachverftändigengulachtens, sehe ich nicht. Deuifchlands Schicksal, aber auch das Schicksal Europas, hängt jetzt einzig und allein davon ab, ob die wirtschaftliche Vernunft und der gute Wille, Europa vor dem schlimmsten zu bewahren, der uns aus dem Sachverständigengutachten zu sprechen scheint, nicht nur von uns, sondern auch von der Gegenseite betätigt wird. Ein Wort.mochte ich an dieser Stelle auch einschalten über den in letzter Zeit wieder häufig erörterten Eintritt Deutsch- lands in den Völkerbund. Eine Aeußerung von mir. der ich doch immer zu den Freunden eines wahren Völkerbundes gehört habe, ist in der Presse vielfach angegriffen und daran die Befürch- tüng gektlüpft woröen, daß ich dem Bestreben des Auslands, Deutsch- Der Slinögänger. Von Hugo Schulz. Es war an einem Iunitag des Jahres 1916, am Flüßchen Ikwa nahe der Stadt Dubno. Ringsum tobte die Schlacht, in den Lüften heulte und miaute es, Hunderte von Leichen mit aufgerissener Brust oder abgesplitterter Schädeldecke lagen verstreut umher. Die Ar- tillerie verrichtete mechanisch ihr Werk im Rhythmus eines Trommel- Wirbels. Hinter einem Wäldchen stand ein Riesenmörser mit hoch zum Himmel erhobenem Fischmaul, 30.5 Zentimeter breit klafft« es. Das Ungetüm war eben schußfertig geworden. Es hatte einen mächtigen, fast mannshohen Stahlzylinder in sich eingeschluckt und war nun bereit, ihn in den Weltenraum hinauszuschleudern. Ein Soldat zog die Zündschnur straff und harrte mit erhobenem Arm des Kommandos. Nun kam es schrill und scharf: «Nummer eins— Feuer... 1" Der erhoben« Arm des Sol- baten fiel mit jähem Ruck auf die gespannte Schnur, gleich darauf dröhnte ein betäubender Donnerschlag und schon fuhr der Stahl- zylinder aus dem Mörsermaul. Wie eine Lerche stieg er in die Luft empor, aber nicht trillernd, sondern brüllend und fauchend. Bis zur Höhe des Chimborasto ging es empor und noch einiges darüber. Dann bog sich das Geschoß sacht um, die bisher aufwärts strebende Spitze senkte sich nach unten und nun ging es mit einer Geschwindig» keit, die sich von Sekunde zu Sekunde steigert«, in die Tiefe dem Ziele zu, dorthin, wo ein zusammengeballter Menschenhause als „Reserve" des Befehls harrte, der ihn nach vorn auf die Schlacht- dank treiben sollte. Diese Menschen hörten das schreckliche Geschoß herabsausen und fühlten deutlich, daß es als„Volltreffer" mitten unter ihnen einschlagen werde. Da gab es kein Entrinnen, jeder wußte, daß sich im nächsten Augenblick an zweihundert Kameraden im Blute wälzen werden nnd jeder machte rasch seine Rechnung mit dem Himmel. Doch da begab sich ein Wunder. Der mannshohe Stahlzylinder fuhr vor den Augen der Entsetzten in den Boden, aber der Boden verschluckte ihn. Er war auf weiches, lehmiges, durch Regen verfchlemmtes Erdreich gestoßen, das ihn, ohne Wider- stand zu leisten, tief in sich«inließ. Es gab keine Explosion, das massenmörderische Geschoß endete friedlich zehn Meter unter der Erdoberfläche als kraftloser Blindgänger. Der Krieg war längst aus. das verschlungene Riesengeschoß lag noch immer an seiner Stell«. Schon lange hatte sich das tiefe Loch, das es in den Humus gebohrt hatte, geschlosien, Schlamm und Lehm, vom Regen hineingespült, hatte es so verkeilt, daß keine Spur mehr des Einschusses zu sehen war. Es vergingen Jahrhunderte und Jahrtaufende. Die Humusdecke wuchs und wuchs, immer neue Schichten von Lehm und Pflanzenverwesung bauten sich auf, schwer auf dem Urgrund wuchtend. Im Jahre 25 340 nach unserer heutigen Zeitrechnung lag das blindgegangene Geschoß bereits hundert Meter tief unter der Erdoberfläche, aber da kam es plötzlich durch einen Zufall ans Licht. Menschen bohrten in der Gegend nach Erdöl und gerieten dabei auf den stahlharten Gegenstand. Er wurde heraus- gehoben, nicht ohne Mühe verladen und in die nächste Stadt ge- bracht, denn die Finder waren sich klar, daß dieser seltsam geformte, mit einer Spitzbogenkappe abschüeßende Stahlzylinder, der mit keinem bekannten, für menschlichen Gehrauch bestimmten Gerät i lands Eintritt in den Völkerbund zu erleichtern, ablehnend und - hindernd gegenüberstände. Das ist natürlich keineswegs der Fall - und die Debatte wäre auch wohl gar nicht erst entstanden, wenn k nicht meine Aeußerung von einem ausländisehen Journalisten, daß f der Eintritt Deutschlands in den Völkerbund noch nicht s p r u ch- l reif ist, dahin überfetzt worden wäre, daß Deutschlands Eintritt r noch nicht reif für eine D i s k u s s i on wäre, Spruchreif . und d i s k u s s i on s r e i f ist«in immerhin recht wesentlicher Unter- : schied. Meiner ganzen politischen Einstellung entspricht, wie ich t häufig genug betont habe, der Einttitt Deutschlands in den Völker- bund durchaus, aber als Deutscher muß ich für den Einttitt Deutsch- I lands m den Völkerbund als selbstterständlich voraussetzen, daß i Deutschlands Wohl und Ehre dabei im vollsten Maße gewahrt - bleiben. Darum begrüße ich auftlchsig die Erklärungen, die gerade heute in der Presse als Mitteilung Lord Parmoors erschienen sind. > An diesen außenpolitischen Sorgen haben wir, die wir ja wirklich Kummer gewohnt sind, leider noch nicht genug. Die dem Reichsrat zugegangen« Schutzzollvorlag« droht auch, zu lebhaften innerpolftischen Kämpfen zu führen. Man macht der Regierung den Vorwurf, daß sie diese Vorlag« ent- gegen ihrem Versprechen bei Regierungsantritt eingebracht habe. Es ist durchaus richtig, daß ich in meiner Antrittsrede am 4. Juni erklärt habe, daß die Reichsregierung ihre ganze Kraft an die Durchführung des Sachverständigengutachtens setzen werde und alle innerpolitischen Aufgaben vorerst zurücktreten müßten, bis die Durchführung des Sachverständigengutachtens uns wieder Luft und Bewegungsfreiheit verschafft habe. Damit konnte natürlich nicht ge- sagt sein, daß die Regierung bis dahin alle innerpolitischen Auf- gaben vollständg beiseite stellen und außer acht lassen sollte, mochten sie auch noch so dringend der Lösung bedürfen. Daß«s aber der Reichsregierung mit ihrer Erklärung ernst ist, ersehen Sie aus der nimmermüden Tätigkeit aller beteiligten Restarts, die seit Wochen und Monaten kaum eine ander« Ausgabe kennen, als die Rettung der deutschen Wirtschaft vor dem Untergang. Das ist der Sinn und Zweck unserer Arbeit für das Sachverständigengutachten, dag ist aber auch Sinn und Zweck der Vorlage des Entwurfs eines Schutz- zollgesetzes. E s gilt, die deutsch« Landwirtschaft vor de'm Untergang zu bewahren. Das ist keine Uebertrei- bung, sondern leider ernste und bitterste Wahrheit. Ich beabsichtige nicht, am heutigen Abend auf die Not der Landwirtschaft einzugehen oder die Schutzzollvorlag« im einzelnen zu begründen. Betonen möchte ich nur, daß es sich bei dem Schutz, den wir der Landwirt- schast angedeihen lasten muffen, nicht nur um eine Frag« der Land- Wirtschaft handelt, sondern um eine volkswirtschaftliche Frag« aller- ersten Ranges, an der das deutsche Volk das allergrößte und aller- dringlichst« Interesse besitzt. Wenn der Weg, den die Regierung zum Schutze und zur Rettung der deutschen Landwirtschast einzu- schlagen beanttagt, nicht der richtige oder der be'st« ist, so haben doch die durch die Verfassung dazu berufenen Stellen, Reichsrat, Reichstag und Reichswirtschaftsrat und darüber hinaus die ganze öffentliche Mei'nung, nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, andere und be'sser« Weg« zu weisen. Mit KriNk ist es nicht getan; wer die Vorlage der Regierung bekämpft, muß auch sagen, was besseres an ihr« Stelle gesetzt werden kann. Jede Erörterung der Frage darf aber nicht anknüpfen an die Tradition erbitterter und gehässiger Kämpf« der Vorkriegszeit, sondern muh von der harten Tatsache ausgehen, daß die Not der Landwirtschaft heute so groß ist, daß die Ernäh- rung unseres Volkes dadurch ernstlich gefährdet wird. Ganz über- sehen sollte man bei der Erörterung auch nicht, daß di« Regierung gleichzeitig mit den Schutzzöllen die ja überhaupt erst in Kraft tteten könnten, wenn nach der Durchführung des Sachver- ständigengutachtens das Loch im Westen geschlossen ist, auch eine Herabsetzung d'er Umsatz st euer von 2% auf 2 P r o z. beabsichtigt. Der dadurch entstehende Ausfall in der Reichs- käste muß auf ttgendein« Weise wieder hereingebracht werden, und ich glaube, daß durch di« Herabsetzung der Umsatzsteuer für die Konsumenten das Brot mehr verbilligt wird, als die Einführung von Schutzzöllen für Getteide zur Verteuerung beitragen kann. Wenn ich am heutigen Abend Ihnen, meine Herren von der Aehnlichkeit hatte, ein rätselhaftes Denkmal einer längst verschollenen Epoche menschlicher Kultur und längst untergegangener Völker sei, von denen keine Kunde auf die Gegenwart gekommen ist. Gelehrt« wurden berufen, um den Fund zu deuten. Keiner von all diesen Archäologen und Urgeschichtlern vermochte es, obwohl vlel Scharssinn aufgewendet wurde und obwohl sich die besten Kenner der Eisenzeit darum mühten. Kaum vermochte das Alter des seltsamen«Artefakts" aus Stahl befttmmt zu werden, die Schätzungen schwankten zwischen zwanzigtausend und fünfzigtausend Jahren. Man ließ den Stahlmantel des Aylinders an einer Stelle durchfeilen, und nun flössen aus dem hohlen Innern dunkelgraue, verwittert« Körner, deren chemische Analyse als Hauptbestandteil Salpeter ergab. Nachdem sich nun die Gelehrten lange den Kopf zerbrochen hatten, kam einer von ihnen im Wege plötzlicher Erleuchtung auf«ine Idee.„Ich hab's", rief er vom Studiertisch auf- springend aus...„Heureka." Und setzte sich sofort hin und schrieb eine tiefgründige Abhandlung über den Fund, der sogar in Laien- kreisen das größte Aufsehen gemacht hatte und um dessen Deutung sich nicht bloß die Universitäten, sondern auch die Literaturkaffee- Häuser bemühten. Die absonderlichsten Theorien waren ausgeheckt worden, aber sie zerstoben sofort in nichts gegenüber den schlagenden Beweisen, mit denen unser Gelehrter seine Ansicht stützen konnte. Und die Lösung war doch so einfach, so selbstverständlich— das rein« Ei des Kolumbus, wie man mit einer aus uralter Zeit her übernommenen Redensart unbekannten Ursprungs sagte. Man sehe sich doch nur einmal den mächtigen Stahlzylinder, dem oben«ine Spitzbogenkoppe aufgesetzt ist, auf seine Gestalt hin an! Dies« Form läßt unverkennbar darauf schließen, daß er das Zeugungsorgan versinnbildlicht. Man hat es einfach mit einem phallischen Symbol zu tun, einem Kulturgerät der Urmenschen, das den lebenspendenden Göttern geweiht war, und in den Boden gesenkt wurde, um ihn durch seinen Inhalt ftuchtbar zu machen. Daraus deutet auch der Inhalt des Zylinders, bestehend aus symbolischen Getteldekörnern. Di« Tatsache, daß in der Zusammensetzung dieser Körner der Sal- peter ein« solche Rolle spielt, gibt besonders zu denken; sie beweist übrigens auch schlagend, daß sich die Menschen der Eisenzeit berelts des Salpeters zur Düngung der Felder bedienten. Vor dieser Erklärung verstummten alle anderen Ansichten. Es wurde ein Auszug der Abhandlung amtlich protokolliert und von der Akademie der Wissenschaften wurde diele Theorie, die in ein bisher ganz dunkles Gebiet der Forschung Licht bracht« und form- lich mit einem Blitzfunken die Kultur der Eisenzeit, von der di«. Gelehrten so wenig wußten, auf weite Strecken aufhellte, zur offi- ziell gültigen erhoben. Sie wurde alsbald auch in alle Lehrbücher aufgenommen./ Der Blindgänger aber stand im Museum auf hohem Postament, umgeben von Hunderten von Besuchern, die ihn neugierig beäugten. Er fühlte sich sehr geehrt, daß man in ihm, dem das nicht an der Wiege gesungen war, ein göttliches Symbol der Fruchtbarkeit er- kannt hatte, und selbst wenn er sprechen könnte, hätte er ni« etwas davon verraten, daß er von seinen Schöpfern eigentlich dazu be- stimmt war,«in Volltreffer zu werden und zweihundert Menschen auf der Stelle die Eingeweide ans dem Leib« zu reißen. Man hörte ihn übrigen» auch gar nicht verstanden und bloß geglaubt, er sei verrückt geworden. deusschen Press«, eine Ditte ans Herz legen darf, so ist es die, daß Sie doch in diesen Tagen und Wochen, wo über di« Zukunft Deutsch- lands folgenschwere Entscheidungen fallen werden, nicht nur den inneren Kampf nach Möglichkeit einstellen, sondern auch nach außen hin ein« nationale Disziplin und Geschlossenheit an den Tag legen möchten, die auch in der Welt klar zum Ausdruck bringt, daß das wieder stark gewordene nationale Selbstbewußtsein des deutschen Volkes ein« Kraftquelle ist, deren belebende und stärkende Wirkun- gen für die deutsche Politik von segensreicher Bedeutung sein können. Politik öer �gitationsphrafe. Die Deutschnationalen und die Militärkontrolle. Die deutschnationale Reichstagsfraktion fühlt die Not- wendigkeit, sich in der Schärfe nationalistischer Gesinnung vor der Deutschen Volkspartei abzuheben— um so mehr, da die Volkspartei und ihr Führer in der Frage der Außenpolitik die Grenze zwischen sich und den Deutschnationalen zu verwischen sucht. Die deutschnationale Reichstagsfraktion benutzt zu diesem Zwecke die M i l i t ä r k o n t r o l l e. Herr H e r g t hat an den Reichsaußenminister Stresemann einen Brief gerichtet, in dem es heißt: «Herr Minister! I e tz t i st d i e S t u n d e d a. jetzt ist der letzte Augenblick gekommen, Deutschland von der Schmach der Milttärkontrolle und ihrer unbegrenzten Fortsetzung zu be- freien. Ein« Sicherheit, daß dieses ungeheure, der deutschen Ehre und der Reichswehr zugemutet« Opfer bei den bevorstehenden Ver- Handlungen über das Sachverständigengutachten, insbesondere über die milftärische Räumung von Rhein und Ruhr, für Deutschland irgendeinen Vorteil eintragen werde, ist nicht von Ihnen geschaffen worden. Sie besteht nicht, im Gegenteil, die deutsche Stellung wird wesentlich geschwächt, wenn Sie, Herr Minister, wiederum Bedin- gungen, die Deutschland gestellt hat, einfach fallen lassen. Wir fordern die Reichsregierung hierdurch auf, das Zugeständnis vom 30. Juni nach Fortfall der Bedingungen, unter denen es in Aussicht gestellt war, als unwirksam zu er- klären und die geforderten Kontrollhandlungen nicht zuzulassen. Das Zugeständnis einer nochmaligen Kontrolle, vor dem wir nachdrücklich gewarnt haben, hätte überhaupt nicht in Aussicht gestellt werden dürfen. Ein Recht der alliierten Mächte zu den erhobenen Forderungen besteht nicht. Das ist der Rechtsstandpuntt, den die deutsche Regierung selbst in der Not« vom 9. Januar d. I. einge- nommen und am 30. Juni ausdrücklich festgehalten hat. Um so größer ist die Schmach dieser Zumutung. Das deutsche Volk will sie sich nicht länger bieten lassen; es will die Reichswehr vor der unerttäg- lichen Belastung einer Aufsicht durch fremde Offiziere schützen. Wir halten uns verpflichtet, noch einmal mit allem Ernst auf die Folgen hinzuweisen, die eintteten müssen, wenn trotzdem die Regierung die entwürdigende Militärkonttolle weiter zuläßt. Die Verantwortung dafür lastet auf Ihnen. Wir lehnen sie ab." Die echte Politik der Ägitattonsphrase, großmäulig und verantwortungslos, nur geeignet,, die Stellung Deutschlands noch mehr zu erschweren. Poincar6 braucht Material gegen die Verständigungspolitik! W-enn im übrigen die Milstär- kontrvlle zu Zwischenfällen in Deutschland führen sollte, so werden die deutschnationalen Phrasenhelden als intellektuelle Urheber positifch dafür verantwortlich gemacht werden. Neue Nückkehrerlaubnw. 4300 Personen, darunter 1500 Pfälzer. Speyer, 12. Juli.(TU.) Die französische Provinzial- delegatlon übermittelte der pfälzischen Kreisregierung eine neue Liste über die Rückkehr Ausgewiesener, die insgesamt 4300 Personen umfaßt, unter denen sich 1500 Pfälzer befinde«.___ Aufhebung einer Ausweisung. Die Interalliierte Rheinlandkommission hat nach einer Mitteilung des Echo du Rhin die Aus- Weisung gegen den Präsidenten des Landessinanzamtes Köln, Hiin- Irng von Lanzenauer, zurückgezogen. /taor mit der yunöepeitfihe. Von E l i- H a. Diese Begebenheit ttug sich in L e i p z i g zu. Es besteht die Gefahr, daß sie in Vergessenheit gerät, weil sie ein sogenanntes „Lokalereignis" ist, das in den Papierkörben der Redaktionen und der Zeitgeschichte zu oerschwinden pflegt. Die Hauptpersonen sind: eine siebzehnjährige Arbeiterin und ein Leipziger Fabrikant. Das knappe Personenoerzeichnis könnt« allein schon den Ausgang der Geschichte ahnen lassen. Denn in der Gesellschaftsordnung, die ein Gott der Fabrikanten produziert hat und beharrlich auf dem kos- mischen Weltmarkt erhält, muß die Begegnung eines Fabrikanten mit einer siebzehnjährigen Arbeiierin für diese tragisch verlausen. An einem Abend versäumte die junge Arbeiterin, ihren Zug. mit dem sie allabendlich, nach der Arbeit, die ein Segen für ihren Brotherrn war. noch Hause zu fahren pflegte. Da begegnete ihr on einer Straßeneck« die herrschende Klasse in der Person des würdigen Fabrikanten W. Zweibarth. Der behauptete, in die Richtung fahren zu wollen, in die das Mütchen wollte. Er müßte nur noch seine Aktentasche holen. Das Mädchen begleitete ihn. in's Bureau. Hier versuchte der Fabrikant, es zu vergewaltigen. Die Arbeiterin wehrt« sich. Der Fabrikant schlug sie mit einer Hundepeitsche. Da» Mädchen sprang durchs Fenster, fiel in einen Lichtschacht, brach sich ein Bein, erlitt innere Vertetzungen und wurde ein Krüppel. Sie wird so eine dauerhafte Erinnerung an die Liebe eines Fabrikcmten behalten, an den Amor mit der Hundepeitsche. Fabri- kantentöchter levren meist den Amor mit dem Pfeil kennen. Der Gott der Liebe hat für jede Klasse andere Requisiten. Fabrikanten- tächter stürzen sich nicht in die Lichtschächte. Sie kommen sehr selten in die Lage, einen körperlichen Fall dem sittlichen„Fall" vorzuziehen. Sie«fallen" nur metaphorisch, vorsichtig und mit einer Brautausstattung. � Dieses Arbeitermädchen aber stürzte sich in den Lichtschacht, dem Sonnenmitller des Proletariats. Sie war siebzehnjährig, unbcson- ncn, und der Tod war ihr' gleichgültig und sogar sympathischer, als der Fabrikant Zweibarth. Und nur dem Glück, das in dieser Welt über die Fabrikanten zu wachen pflegt, hatte sie es zu verdanken (oder vorzuwerfen), daß sie am Leben blieb. Denn eher fällt ein Mädchen ohne tödliche Folgen in einen Lichtschacht, als daß ein Fabrikant wegen Totschlages angeklagt wird. Wegen„versuchter Notzucht" wurde der Herr Zweibarth aller- vwgs angeklaqt. Sein Opfer wankte in den Leipziger Gerichtssaal. Di« Richter sahen das verkrüppelte Mädchen und den gesunden Fabritanten. Und sie nahmen„mildernde Umstände" an. Die siebzehnjährige Arbetterm hat. wie selten jemand. Gelegenheit, die verwandelte Mythologie kennen zu lernen. Hatte sie un Bureau der herrschenden Klasse den Liebesgott mit der Hundepeitsche ge. sehen—, im Gerichtssaal erblickte sie die Göttin der Gerechligkeit. die ihr« Wag« nicht mehr halten kannte, weil sie sich g:rade in ..mildernden Umständen' befand. Sie genas auch eines anften Urteils: Der Fabrikant wurde nämlich zu— sechs Monaten Ge- sängms und 500 M. Buße verurteilt und mit einer— Bewährungsfrist von drei Iahren ausgezeichnet. So endete das Liebesabenteuer der stebzchujährtgen Arbeiterin. Luthers Traum. Ein Dementi des Reichsfinanzministers. Das Reichsfinanzministerium sieht sich veranlaßt, gegen die Berichte über den Empfang der Gewerkschaften beim Reichskanzler ein Dementi zu erlassen, das folgenden Wortlaut hat: Die gestrige Besprechung zwischen Regierung und Gewerkschaften ist ausdrücklich von allen Beteiligten als streng vertra u lich erflärt worden. Nachdem die Vertraulichkeit gebrochen ist, wird festgestellt, daß die Erklärungen der Regierungsvertreter zum Teil unrichtig, zum Teil ohne Rücksicht auf den Zu fammenhang wiedergegeben worden sind. So hat der Reichsminister der Finanzen Dr. Luther mit Bezug auf die Frage eines Gewerkschaftsvertreters über eine Stinnessche Erbschaftssteuer selbstverständlich in feiner Weise von einer Steuerhinterziehung gesprochen, sondern hat umgekehrt darauf hingewiesen, daß die Einsehung der Ehefrau als Erbin geseglich durchaus in Ordnung sei, daß ähnliche testamentarische Rege lungen in weitem Umfange üblich und der Natur der Dinge entsprächen. Auch die Aeußerung des Reichsfinanzministers über die weitere Erfassung des Besizes, die er als Traum bezeichnet habe, ist entstellt worden. Der Minister hat hervor. gehoben, daß er entsprechend der bisherigen Gesez gebung eine starke Erfassung des Besiges und eine gerechte Lastenverteilung anstrebe: er müsse es allerdings als einen Traum bezeichnen, wenn man annehme, daß dabei einstweilen angesichts der trüben Lage von Landwirtschaft und Industrie wesentlich Mehrerträge für den Haushalt erzielt werden könnten." noch dazu auf dem Boden des Klassenfampfes stünde, habe an der Spitze eines Wirtschaftsministeriums feinen Platz. Das sind die fachlichen" Argumente der Rechten. Schreiben an den Borstand der Liga erklärt sie, daß Mühsams Ohren.| Begründung, ein Gegner der derzeitigen Wirtschaftsordnung, der leiden schon mehrere Jahre vor der Inhaftierung vorhanden gewesen und nach Ansicht des Anstaltsarztes fowie eines auf Wunsch Mühsams fonsultierten Spezialarztes unheilbar sei. Die behaupteten verschiedenen Beschwerden und insbesondere die Gehörstörung des rechten Ohres hätten ihre Ursache in einem übermäßigen Nikotin- und Coffeingenuß mühsams. Die Berliner bayerische Gesandtschaft zieht in einem Begleitschreiben die Schlußfolgerung: die vom" Borwärts" und anderen Zeitungen aufgestellten Behauptungen über unmenschliche Behandlung und dergleichen Müh fams feien zu offensichtlich tendenziösen Zweden in die Welt gefeßt" und hätten sich als unrichtig erwiesen. Darauf können wir aus test unterrichteter Quelle folgendes erfrüheren Zeit und es ist nach ärztlicher Ansicht unheilbar. Die widern: Das Gehörleiden Mühsams stammt allerdings aus einer unerträglichen Qualen, die dieses Leiden dem Patienten verursacht, unerträglichen Qualen, die dieses Leiden dem Patienten verursacht, haben ihren Hauptgrund aber in den seelischen Mißhandlungen und förperlichen Leiden, denen Mühsam in der Festung Niederschönenfeld andauernd ausgesezt ist. Allein im Laufe des letzten Jahres hat Mühsam eine sie benwöchige Einzelhaft, unter zeitweiliger Entziehung des Bettes, durchmachen müssen. Seine Kost wurde herabgemindert, die Erlaubnis zu schreiben, zu lesen oder Briefe zu empfangen, wurde ihm für Wochen entzogen. Diese feelischen und körperlichen Qualen haben nicht nur das Gehörteiden Mühsams bis zur Unerträglichkeit gesteigert, sondern auch bewirkt, daß seine er 3 erkrankung von der die bayerische Regierung in ihrem Schreiben feine Notiz nimmt bedrohliche Formen angenommen hat. Um die Natur der Herzerfrantung mit Sicherheit feststellen zu fönnen, wäre eine Röntgenuntersuchung notwendig. Diese aber wird von der bayerischen Strafvollstreckungsbehörde abgelehnt. Was schließlich die Behauptung anbetrifft, Mühsams Gehörleiden werde durch übermäßigen Nikotin- und Coffeingenuß gesteigert, so Dazu stellen wir fest: die Gewerkschaften haben die Ber- genügt die Feststellung der Tatsache, daß Mühsam täglich eine Bitraulichkeit nicht gebrochen. Nachdem das„ 8- Uhr- Abendblatt" garre und drei bis vier Pfeifen zu rauchen pflegt und daß der ärzt einen Bericht über die Besprechung veröffentlicht hatte, war ichen Wissenschaft nichts davon bekannt ist, daß eine Trommelfell fein Anlaß mehr, über die Besprechung nicht zu berichten. Im verhärtung durch Tabakrauchen oder Kaffeetrinken nachteilig beeinübrigen hat die Deffentlichkeit das größte Interesse an den flußt werden fann. Eine öffentliche Rundgebung zugunsten Müh. Steuerplänen der Regierung. Die Anfrage der Gewerkschaften war öffentlich gestellt, die Deffentlichkeit fams. in der die Gattin des Dichters und Ernst Friedrich fonnte eine öffentliche Antwort erwarten. Die amtsprechen werden, findet am Montag, den 14., abends 7½ Uhr, in der Stadthalle( Klosterstraße) statt. liche Mitteilung über die Besprechung war nichts= sagend. Das Finanzministerium hatte auch allen Grund, Die öffentliche Bekanntgabe seiner Stellungnahme zu scheuen. Ob Herr Luther seinen Saz vom Traum weiterer Befigsteuern etwas verklausuliert hat oder nicht, ist für den In halt unerheblich: er hat mit größter Brägnanz zum Ausdruck gebracht, daß er an eine stärtere Belastung des Besizes nicht herangehen will Dienstentlassung Pöhners. Gerecht und ehrenhaft- aber Gefängnisstrafe Halle, 12. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Gestern stand vor dem großen Schöffengericht Halle der Bürgermeister von Grä fenhainichen, Genosse Meyer. Im Februar wurde er fenhainichen, Genosse Meyer. Im Februar wurde er auf Grund einer Denunziation eines entlassenen Angestellten ver haftet. Er soll aus Gewinnsucht oder Parteilichkeit Leute der ordnungsmäßigen Bestrafung entzogen haben. In der gestrigen Verhandlung brach die Anklage vollkommen zusammen. Der Verdacht, daß rachfüchtige Angehörige der Rechtsorganisationen die ganze Sache angezettelt hätten, bestätigte sich in der Hauptverhandlung, als der Hauptzeuge, eben jener entlassene Angestellte, auf die Frage des Verteidigers, wer denn feine Auftraggeber seien und ob er mit rechts stehenden Herren aus der Stadtverordneten leine Auftraggeber seien und ob er mit rechts. persammlung vorher die Sache besprochen habe, die Aus. fage verweigerte. Das Gericht mußte feststellen, daß Genosse Mayer stets un eigen nüßig, gerecht und zum Besten der Bürger und auf Bitten aller Streife gehandelt hat, daß er aber aus formalen Gründen strafbar sei. Das Gericht tam trok von ihm anerkannter Ehrenhaftigkeit und unben zu der Berurteilung zu vier Monaten Gefängnis. Er wurde fofort aus ber In diesen Tagen wird der Landtag in Ferien gehen. Er wird dann noch einmal im Herbst zu einer kurzen Tagung zusammentreten. Im November ist Neuwohl. Die Länder zur Eisenbahnfrage. Bayerische Sonderwünsche. Wie wir erfahren, wird sich die in der kommenden Woche in Berlin abermals stattfindende Konferenz der deutschen Finanzminister zunächst mit der Frage der aus dem Staatsvertrag über die Uebernahme der Eisenbahnen durch das Reich herrührenden Restschulden des Reichs an die Länder befassen. Es handelt sich dabei hauptsächlich gegenüber Württemberg um noch recht erhebliche Verbindlichkeiten des Reichs. Weiter wird auf dieser Konferenz erneut die Stellungnahme der Länder zu der Umgestaltung der deutschen Eisenbahnen erörtert werden, wobei insbesondere seitens des bayerischen Finanzministers zur Sprache gebracht werden dürften. die weitergehenden Eisenbahnwünsche Bayerns Vor der Londoner Konferenz. Schwierigkeiten im britischen Schazamt. Condon, 12. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Je näher die Condoner Konferenz kommt, desto mehr häufen sich die Schwierigkeiten. Macdonald hat am Montag im Unterhaus mit einer fehr ernsten Opposition wegen seiner Vereinbarungen mit Herriot zu rechnen. Gleichzeitg steht fest, daß eine Gruppe führender Beamfen im Schahzamt der Konferenz nicht gewogen ist. Diese Gruppe, an deren Spitze der Unterstaatssekretär des Schahamts steht, befindet sich in vollem Einverständnis mit Bradbury, dem brifischen Mitglied der Reparationskommission, der im Austrage des Schahzamtes fäfig ift. Sie unterstützt mit ihrem Einfluß die Stimmung der Londoner Banken, von denen bekannt ist, daß sie franzöfifchen Drängen recht gibt und die Anwendung von Sanfplan vorgefehen sind, zuläßt. Macdonald erwägt diszipli tionen oder anderen Kontrollen als die, die im Sachverständigennarische Maßnahmen gegen diese Beamtengruppe des Schahgegen ein Abkommen der Londoner Konferenz sein werden, das dem amtes. Amerika auf der Londoner Konferenz. Er läßt sich weiter von der Republik bezahlen. München, 12. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Seit 15. Mai ist gegen den Rat am Obersten Landesgericht, Landtagsabgeordneten und ehemaligen Polizeipräsidenten von München, Böhner, ein und ehemaligen Polizeipräsidenten von München, Böhner, ein Disziplinarverfahren wegen Verlegung seiner Beamtenpflicht bei dem Hitler- Butsch in Gang. Der Landtag hat seine Genehmigung zur Fortführung des Verfahrens erteilt; es ist am 10. Juli von der richterlichen Disziplinarkammer durchgeführt, und heute ist das Urteil gefällt worden, das auf Dienstentlas. fung unter Fortzahlung eines Teils des Gehalts lautet. Böhner hat Berufung an den Disziplinargerichtshof ange- eigennütigteit bes Angeklagten aus formaten Grünbrücklich die Ernennung eines Vertreters in einer berartigen Roma fündigt. Gegen den völkischen Reichstagsabgeordneten Frid ſoll das Disziplinarverfahren durchgeführt werden, sobald der Reichstag es gestattet. Der Fall Erich Mühsam. Die Deutsche Liga für Menschenrechte wandte fich wie wir feinerzeit berichteten im Mai d. 3. mit einem Aufruf zugunsten Erich mühsams an die Deffentlichkeit. Der Aufruf wurde durch die Berliner bayerische Gesandtschaft der bayerischen Staatsregierung übermittelt. Diese hat jetzt zu den darin erhobenen schweren Anklagen„ Stellung genommen". In einem Eie darf sich damit trösten, daß sie nicht verurteilt wurde, noch einmal in den Lichtschacht zu springen, um den Tod nachzuholen, der damals humaner gewefen als der Fabrikant. Der Zweibarth aber wird sich zweifellos ebenso„ bewähren", wie feine Fabritate, wie die Gesellschaftsordnung feines großen Kollegen, wie sein Richter, wie die Wagschale der Justiz. Die siebzehnjährigen Arbeiterinnen mögen daraus die tröstliche Beruhigung schöpfen, daß sie nicht unbebingt vom Fabrikanten vergewaltigt werden müssen, so lange es Lichtschächte gibt. Mignon" in der Volksoper. In diefer Syrup- Musik von Thomas steckt nichts, was noch dramatisch zu retten wäre; aber es ist da ein Mignon- Lied und eine Gavotte, eine Titania- Arie und ver allem eine Botpourri- Ouvertüre, die immer wieber wirten und aus der Zeit heraus geboren originell und hübsch wird. Aber damit nicht der Eindruck von Toten haften bleibe, müssen Aufführungen von Duft, Clan, Charme und Reiz gebracht werden. Das gab es in der Boltsoper nicht. Rapellmeister Walter weiß nicht viel von all diesen Reizen. Die Orchesterleitung war daher zwar sauber, aber plump. Bielleicht seht man Frigi Jokl, die luftige, liftige, temperamentvolle und stimmgewandte Bhiline einmal vorübergehend ans Bult. Sie brächte Leben in eine Gesellschaft, innerhalb der Sanyo Jergin eine gute Schauspieltunst, aber eine brüchige, in der Mittellage schwache Sopranstimme zeigt, Engl einen nicht sehr fultivierten, aber warmen Baß Sehr bedenklich die Szenerie, die dafür sorgte, daß ein fleiner Platz immer von Menschen voll war, und daß fein Mensch Play hatte. Der Chor, soweit er nicht in der Sommerfrische weilte, fang gut. Willimski und Widmann brachten ihre Rollen in altem Schema, ohne aufzufallen, ohne zu stören. K. S. Bon amerikanischen Blumen, die Musit nicht lieben, schreibt die „ Umschau" auf Grund von Zeitungsnachrichten: Danach fellen einzelne Pflanzen gegen Töne so empfindlich sein, daß sie ihre Blüten wegwenden, wenn längere Zeit von derselben Richtung her Töne zu ihnen dringen. Besonderes auffällig soll sich diese Erscheinung an einigen Alpenveilchen und Gartenneffen gezeigt haben, die ihre Blüten von der Stelle wegdrehen, an der eine Jazz- Band spielte. Drehte man fie erneut zur Mefit hin, so war nach wenigen Stunden die musikfeindlide Stellung wieder eingenommen. Ueber die Belichtungsverhältnisse, die doch auch zu diesem Benehmen" der Pflanzen Anlaß geben fonnten, ist leider nichts erwähnt. Vielleicht empfiehlt es sich aber doch, die Angaben in Deutschland halten verschiedenen Komponisten gegenüber wird nachweisen lassen? Führung Jabrung im Museum für Meerestunde, Georgenstr. 34. Dienstag, 1 Uhr, Prof. Strumbach:„ Das Plantton des Meeres". Zum Direktor der Düsseldorfer Kunffatademie, als Nachfolger Frit Roebers, hat bas Lehrerkollegium der Staatsregierung den Maler Prof. Auguft 3euker, der Lehrer an der Akademie ist, vorgeschlagen. Deußer hat den Nuf abgelehnt. Der erste weibliche Staatsanwalt in Defferreich. Beim Jugendgericht in Wien fungierte dieser Tage zum erstenmal ein weiblicher Staats anwalt, Frl. Dr. Fischer. Die Dame führte die Funktion in seh energischer Weise durch. Haft entlassen. Zentrum und Bayerische Volkspartei. Keine Einigungsneigung in der Pfalz. Ludwigshafen, 12. Juli.( Mtb.) Der Vorstand der 3 en trumspartei der Pfalz erläßt eine Rundgebung an die Parteimitglieder, in der es zu der Frage der Einigung zwischen 3entrumspartei und Bayerischer Volkspartei u. a. heißt: Einigungsbestrebungen zwischen der Zentrumspartei und der Bayerischen Bolkspartei sind vorhanden. Auch uns wäre nichts erwünschter, als die Gewinnung der politischen Einheit aller deutschen Ratholiten. Wir sind aber der Meinung, daß eine Einigung zwischen Bayerischer Volkspartei und Zentrum nur möglich und von Bestand sein kann, wenn sich beide Parteien auf der gleichen politischen Linie finden und die Bayerische olts partei zur Zentrumspartei zurüdtehrt. So lange aber dieses Ziel nicht erreicht sei, müsse die Zentrumspartei lange aber dieses Biel nicht erreicht sei, müsse die Zentrumspartei im Reich und in der Pfalz daran arbeiten, daß immer größere Scharen Zentrumsanhänger unter der ruhmvollen Zentrumsfahne sich versammeln. Die große Einheitspartei der deutschen Ratholiken tönne nur die Zentrumspartei sei. Reaktionäre Vorstöße in Hessen. Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Bei den zurzeit stattfindenden Voranschlagsberatungen des hessischen Landtages wurden von den Rechtsparteien scharfe Angriffe gegen das dem sozialdemokratischen Staatspräsidenten Ulrich unterstellte Landesamt für das Bildungswesen gerichtet. Der Bauernbund fämpfte gegen die Fortbildungsschule gerichtet. Der Bauernbund kämpfte gegen die Fortbildungsschule und beantragte die Beseitigung der Mädchenfortbildungsschule und die Aufhebung der Sommerfortbildungsschule. Die Anträge wurden abgelehnt. Gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Demofraten wurde jedoch ein Antrag des Zentrums, das seinem bäuerfraten wurde jedoch ein Antrag des Zentrums, das seinem bäuerlichen Flügel Rechnung tragen zu müssen glaubte, angenommen, der besagt, daß im Sommer in Gemeinden mit mehr als 50 Proz. Landwirtschaft treibender Bevölkerung in der Fortbildungsschule nur prattische Uebungen und Unterrichtsgänge zu machen sind und die Gesamtzahl der Stunden während der sechs Sommermonate 24 nicht übersteigen darf. In der Abstimmung nach der mehr als viertägigen Schuldebatte wurden die einzelnen Kapitel des Landesamtes für das Bildungswesen genehmigt. Auch bei der Beratung des Etats des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, an dessen Spize ein Sozialfür Arbeit und Wirtschaft, an dessen Spize ein Sozialdemokrat steht, entstand eine lange Debatte. Von der sozialdemofratischen Fraktion wurde das Ministerium gegenüber dem voltsparteilichen Antrag, dieses ab 3 ubauen, verteidigt. An Hand von Beispielen aus dem Wirtschaftsleben wurde die Notwendigkeit des Ministeriums bewiesen. In der allgemeinen Betrachtung der Wirtschaftslage wurde von sozialdemokratischer Seite das gegen wärtige Lohnniveau als zu niedrig bezeichnet und verlangt, daß die Wirtschaft und die Arbeitgeber mit der Tatsache des Achtstundentages rechnen müßten. Die Angriffe eines de mo Arbeitstonferenz wurden zurückgewiesen. tratifchen Industriellen auf die Internationale Die Sozialdemokratie beantragte, die hessische Regierung zu ersuchen, sie möge bei der Reichsregierung dahin wirken, daß 1. die Reichsregierung das Washingtoner Abkommen über den achtstündigen Arbeitstag in Rürze ratifiziert, 2 die Berord. nung über die Arbeitszeit vom 21. Dezember 1923 aufgehoben wird. Die Boltspartei verlangte die Beseiti. gig des Ministeriums und des Ministers mit der nicht Condon, 12. Juli.( TU) Wie verlautet, hat die Regierung der Bereinigten Staaten der Entsendung eines offiziellen Ver. treters zur Londoner Konferenz zugestimmt. Als solcher soll der amerikanische Botschafter in London, Kellog, an der Konferenz teilnehmen, während Oberst Logan, der ständige amerikanische Beobachter bei der Reparationsfommission, ihn unterstützen wird. Owen Young, dessen Eintreffen in London am fommenden Montag erwartet wird, wird als Finanzfachverständiger fungieren. Die Ernennung Kellogs zum offiziellen Bertreter. Beobachter- ift trohbem zweifelhaft. Der Bariser„ New York Herald" berichtet aus New Yort, daß die bei der Ratifizierung des deutsch- amerikanischen Vertrags angenommene Resolution ausmission ohne Zustimmung des Rongreffes verbiete. Indessen werde die Regierung alles in ihrer Macht Stehende tun, um dazu beizutragen, daß der Sachverständigenplan in Wirffamfeit trete. Die Ernennung eines Amerifaners zum Vertreter der amerikanischen Anleihe zeichner würde ohne Frage schon von großem Nuhen sein. Die Regierung wäre deshalb zu einer derartigen Regelung gern bereit, jeboch müßte flargestellt werden, daß eine solche amerikanische Persönlichkeit weniger die Regierung als die Anleihezeichner vertrete. lichen amerikanischen Bertreter erwähnt, schließt aus den geftrigen Der New York Herald", der Owen Young als wahrscheinErklärungen Herriots im Senat, dem franzöfifchen Ministerpräsi denten liege weniger baran, daß die amerikanische Regierung einen offiziellen Bertreter in die Reparationstommiffion als Schieds. richter entfende, als daß eine Beurteilung der eventuellen deutschen Berfehlungen die Unterschrift eines Amerikaners trage. Hughes' Europareife. früh von hier nach Europa abreiste, bleibt voraussichtlich vom 27. bis New York, 12. Juli.( TU.) Staatssekretär Hughes, der heute 28. Juli in London. Dann wird er für einige Tage Paris besuchen, wo er Gast der franzöfifchen Anwaltstammer ist. Trotzdem gibt man zu, daß Hughes beabsichtige, mit herriot und Macdonald au fonferieren. Die Reife Hughes nach Berlin wird zwar in Abrede gestellt, aber trotzdem wird diese Möglichkeit nicht ganz(!) bestritten. Amtliche Kreise erklären nämlich, Huahes werde dauernd mit den amerikanischen Botschaftern in London. Paris und Berlin in Fühlung stehen. Da amtlich zugegeben wird, daß das Ziel der an den Besuch in Paris sich anschließenden Erholungsreise unbekannt sei, schließen die politischen Kreise daraus, daß Hughes biefe Zeit benuken fönnte, um Berlin zu besuchen, falls dies notwendig wäre. Die Freunde Huahes' führen aus, die amtliche Erflärung fage zwar, Hughes beabsichtige nicht, fich an der Londoner Besprechung oder an anderen diplomatischen Auseinandersetzungen zu beteiligen, die fich später ergeben fönnten, trotzdem bleibe die große Wahrscheinlichkeit bestehen, daß ein enger Zusammenhang zwischen den Reparationsfragen und gewiffen Teilen des ameri tanisch- deutschen Friedensvertrages vielleicht doch eine größere Aufmerksamkeit Hughes' finden werde, als vorgesehen sei. Der Knabe Karl fängt an... Mussolini läßt 200 ungehorsame Faschisten verhaften. Rom, 12. Juli.( WTB.) Fünfhundert Faschisten, welche aus Neapel und Umgebung zu einer in Mailand stattfinden den Feier abreisen wollten, wurden am Bahnhof in Rom auf Befehl des Ministers angehalten und gezwungen, nach Neapel zurückzukehren. Da etwa zweihundert Faschisten die Umzingelung durch die Polizei umgingen und sich in Rom zerstreuten, verfügte der Minister deren Festnahme. Sinowjerstadt. Nach einer Meldung der Ruffischen TelegraphenAgentur ist die Stadt Elisabethgrab auf die Bitte der Einwohner hin in Sinoje wst umgetauft worden. Nach Leningrad run Sinowie wst. Db Sinowjew ganz zufrieden sein wird? Ob er weit lieber Moskau umgetauft hätte? Der Besuch des Reichspräsidenten in Münster. Auf Einladung des Oberpräsidenten Gronomski fand eine Besprechung zwischen den Spigen der verschiedenen Behörden, der örtlichen Borsitzenden der politischen Parteien und der Vertreter der wirtschaftlichen Berbände statt, in der man sich mit den im Hinblick auf den Besuch des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers geplanten Feierlich= feiten beschäftigte. Die Teutfcnationalen hatten die Teilnah me mit der Begründung abgelehnt, daß für sie fein An laß vorhanden sei, an den Verarbeiten für den Besuch des Reichspräsidenten fich zu beteiligen. Einmütig wurde der Wunsch des Reichspräsidenten, am 10. August Westfalen einen Besuch abzustatten, mit Freude begrüßt. Gewerkschaftsbewegung Verelendung oder Aufstieg? In zähem Kampfe hat es die deutsche Arbeiterschaft verstanden, Jahr um Jahr, von Beruf zu Beruf, die Berkürzung der Arbeitszeit, die Erhöhung der Löhne, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die Einführung sozial politischer Gesetze den Unternehmern aufzuzwingen. Hand in Hand mit diesem Aufstieg der Arbeiterklasse vor dem Kriege ging der Aufschwung der deutschen Industrie vor sich. Die Unternehmer waren gezwungen, ihre Betriebe so einzustellen, daß sie auch trotz der günstigeren Lohn- und Arbeitsbedingungen tonkurrenzfähig blieben. Es war dem Kampf der Arbeiterklasse zu danken, daß Deutschland vor dem Kriege mit seiner sozialpolitischen Gesetzgebung an der Spitze der Nationen marschierte, daß es zu den Ländern gehörte, wo die Arbeitszeit der Industriearbeiter mit die fürzeste der europäischen Industrieländer war. Auf den Schultern des kämpfenden Proletariats stiegen auch die Arbeitsbedingungen der Angestellten, die vor dem Kriege meist noch den bürgerlichen Vereinen angehörten oder sich ganz indifferent verhielten. Mit der Lebenshaltung der Arbeiterschaft stieg auch der Wohlstand des bürgerlichen Mit telstandes. Wir stehen nun vor einem Wendepunkt in der gesellschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Unter Ausnutzung der Ruinen, die die Infiationskrise hinterlassen hat, unter dem Vorwand der Reparationslasten, versuchen gewisse Kreise des Großkapitals, Hand in Hand mit den Agrariern, die deutsche Arbeiterklasse und damit das deutsche Volk überhaupt zu einem Bolt von Heloten hinabzudrücken. Die deutsche Arbeiterschaft soll sich begnügen mit niedrigen Löhnen und mit einer langen Arbeitszeit. Sie soll inmitten der Arbeiterschaft der ganzen Welt minderen Rechts bleiben. " Selbst die Sachverständigen der Alliierten haben in ihrem Gutachten ausdrücklich erklärt, daß die Erfüllung der Reparationslaften für die deutsche Arbeiterschaft feine schlechteren Lebensbedingungen nach sich ziehen soll, als die, die ihre Kollegen in anderen Ländern haben. Die deutschen Unternehmer und die ihr gefügige deutsche Regierung aber erklären den deutschen Arbeitern: Ihr müßt länger arbeiten und schlechter entlohnt werden als die Arbei ter Englands, Frankreichs und Belgiens." Gegen diesen Verrat an den eigenen Boltsgenossen gibt es nur ein Mittel: die Arbeiterschaft, die Angestellten und Beamten Deutschlands müssen sich zur Wehr setzen. Nur im Kampf werden sie jetzt, wie in der Vergangenheit, das Recht zum Leben erobern. Sie müssen das ganze Bolt zur Entscheidung aufrufen. Die gewerkschaftlichen Spizenorganisationen der Arbeiter, Angestellten und Beamten bereiten gegenwärtig die Einleitung des Boltsentscheids über den Achtstundentag in Deutschland vor. Die Unternehmerpresse, die gesamte Reaktion wird alle Minen springen lassen, um dieser Entscheidung auszuweichen oder sie, wenn irgend möglich, zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Aber man braucht um den Ausgang des Kampfes nicht zu bangen. Frankreich, England und Belgien sind bereit, nachdem sie den Achtstundentag in ihren Ländern zum Gesetz erhoben oder praktisch verwirklicht haben, das Abkommen von Washington, das den Achtstundentag zum internationalen Gesek erhebt, zu ratifizieren. Die deutsche Regierung läßt demgegenüber erklären, daß sie sich nicht binden lassen wolle. Sie stellt es so hin, als bedeute die Ratifizierung des Abkommens von Washington eine Beeinträchtigung der Souveränität des Deutschen Reiches. Diese Souveränität bestände also in Wirtlichkeit darin, daß die Beamten, Arbeiter und Angestellten Deutschlands länger arbeiten müssen und schlechter entlohnt srael BERLIN C KONIGSTRASSE GEGR- 1815 SPANDAUERSTR. werden, als die Beamten, Arbeiter und Angestellten der europäischen Kulturländer. Es ist die Souveränität der unbeschränkten Ausbeutung, die die Reichsregierung mit schlechten Gründen verteidigt. Die deutschen Arbeiter, Angestellten und Beamten werden demgegenüber ihre Souveränität geltend machen. Sie werden diese Souveränität, die die Reichsregierung mißachtet und die die Unternehmer mit Füßen treten, im Kampfe behaupten. In diesem Kampfe wird das deutsche Volf selbst entscheiden, ob es sich ergeben will in ein Schickfal der Verelendung, ob es der Schrittmacher der Reaktion unter den Völkern sein soll, oder ob es mit allen Kultur ionen in Wettbewerb treten will um Aufstieg und Fortritt. Ein Sieg der Vernunft. Von der Internationalen Union der Lebens- und Genußmittelarbeiter wird uns geschrieben: Die sechste Internationale Arbeitskonferenz hat auf ihrer diesjährigen Tagung mit 74 gegen 15 Stimmen den Vorentwurf zu einem Uebereinkommen über die Nachtarbeit in den Bädereien in erster Lesung genehmigt. Die Konferenz beschloß weiter, die zweite Lesung auf das nächste Jahr zu verschieben. Der von der Internationalen Arbeitskonferenz gefaßte Beschluß gibt den Bäckereiarbeitern, die seit Jahrzehnten für die Beseitigung der fluchwürdigen Nachtarbeit gefämpft haben, recht. Heute müssen die nicht direkt Beteiligten ebenfalls zugeben, daß die Nachtarbeit in den Bäckereien mit einem wahren Menschentum nicht vereinbart werden kann. Konkurrenzgründe waren es, die vor gut einem Jahr: hundert die Bäckereiarbeiter zur Nachtarbeit verdammten. Wollte man auf die durch die Nachtarbeit hervorgerufenen Mißstände ein treten, dann wäre man gezwungen, ein trauriges Kapitel der Gesellschaft aufzurollen. Der Entwurf zu dem Uebereinkommen über die Nachtarbeit bezeichnet als Nacht einen Zeitraum von sieben aufeinanderfolgenden Stunden, von abends 11 Uhr bis morgens 5 Uhr. Dort, wo das Klima und die Jahreszeit es rechtfertigen, können die sieben Stunden in die Zeit von 10 Uhr abends bis 4 Uhr morgens verlegt werden. Während dieser Zeit darf in keiner Bäckerei gearbeitet werden. Der von der Konferenz angenommene Entwurf wird ohne Zweifel bei den Bäckereiarbeitern der fortgeschritteneren Länder fe in e Befriedigung erwecken. Die dort maßgebenden Geseze weisen feine bessere Bestimmungen auf. Es gibt jedoch noch verschiedene Länder, die eine schlechtere Gesekgebung aufweisen. Zieht man bazu noch in Betracht, daß die Bestimmungen des Entwurfs das mindeste darstellen, was garantiert werden muß. so darf ruhig behauptet werden, daß der Entwurf bei einer Ratifizierung durch die Regierungen der einzelnen Länder für die Gesamtheit der Bäckerei arbeiter als Fortschritt anerkannt werden muß. Von Wichtigfeit ist schließlich noch, daß der Entwurf zu dem Uebereinkommen über die Nachtarbeit eine Abkehr von den bisherigen Wegen bedeutet. Die Gesundheit der Arbeiter gilt hier als erster Grundfaz. Buchdrucker! Auf zur Wahl! Mit Beginn der Woche stehen wir vor der letzten Entscheidung: Bom 14. bis 19. Juli werden die Delegierten zum Verbandstag gewählt! Die Wahl erfolgt durch Urwahl in den Betrieben. Kranke, Arbeitslose und in anderen Berufen Beschäftigte üben ihre Wahlpflicht auf dem Gaubureau aus; alles weitere sagt der Stimmzettel und das von uns zur Aufklärung herausgegebene Flugblatt. ſt einft Die Berliner Generalversammlung hat sich fast einstimmig nur für die Entsendung von Delegierten der Amsterdamer Richtung ausgesprochen und hat mit noch niemals dagewesener Einmütigkeit die Empfehlung kommunistischer Kandidaten a b= gelehnt. Das spricht deutlich dafür, daß unsere Delegierten und Bertrauensleute von der Tätigkeit der Kommunisten ,, die Nase voll haben". Wir können mitteilen, daß auch die Leipziger Kollegenschaft in demselben Sinne wie Berlin entschieden hat. Damit sind die Kommunisten in den beiden größten Druckstädten Deutschlands erledigt. Es liegt nun an euch, Roflegen, diesen burd) eure Bertrauens. leute herbeigeführten Vorentscheidungen durch die Wahl zu bekräftigen und damit ein für allemal den Kommunisten in unserer Organisation den Boden für ihre vergiftende Tätigkeit zu entziehen. Die Kommunisten haben sich nicht gescheut, ein Flugblatt herauszugeben, das abseits von jedem fachlichen Kampf in der Schmuganhäufung und Befudelung einzelner so ungefähr die höchste ihrer Leistungen darstellen dürfte. Bären wir nicht schon sachlich genötigt, den Kommunismus als die größte Gefahr für die Gewerfschaftsbewegung mit aller Entschiedenheit zu bekämpfen, diese unter jeder Würde stehende schmutzige persönliche Kampfesweise müßte jeden anständigen Menschen veranlassen, von dieser Gesellschaft abzurücken. Schon schreibt unser Prinzipalsorgan, die Zeitschrift für Deutschfonds Buchdrucker", von fommenden Auseinandersehungen zwischen Moskau und Amsterdam auf dem Verbandstag. Wir müssen die Hoffnung der Prinzipale wieder zuschanden machen. Die Kommunisten haben die Barole herausgegeben, die Stimmzettel zu durchstreichen. Kollegen! Die sonst so eifrigen Vorfämpfer für das Mitbestimmungsrecht der Maſſen empfehlen euch hier, auf euer Mitbestimmungsrecht zu verzichten. Beweist durch die Wahl der von uns empfohlenen 24 Kandidaten, daß ihr euch dem Urteil der Berliner und der Leipziger Delegierten und Bertrauensleute an= schließt. Bedeutet den kommunistischen Gewerkschaftszerstörern ein für allemal, daß sie bei uns abgewirtschaftet haben. Schwer haben wir gegen den kommunistischen Wahnsinn_angekämpft und der gewerkschaftlichen Vernunft zum Siege verholfen. Kollegen, nun habt ihr das Wort! Helft uns in dem Kampf um den Bestand der Gewerkschaften. Es geht um die Ehre unseres Gaues und der Berliner Kollegenschaft. Auf zur Wahl! Für die Richtung Amsterdam! J. A.: Otto Fiedler. ,, Radikale" Provokateure. Arbeiterinnen und Arbeiter der Firma Dr. Laboschin, AltWie den Lejern des Vorwärts" bekannt sein dürfte, traten die Moabit 104, am 19. v. Mts. in den Streit, weil die Firma sich weigerte, eine Lohnerhöhung eintreten zu lassen. Einige Arbeiter, barunter auch der Vorsitzende des Betriebsrats, machten darauf aufmerksam, daß ein Streit das lehte Mittel sei; wenn noch andere Möglichkeiten zur Beilegung der Differenzen bestehen, solle man alles versuchen, um diese vorher auszunuzen. Diese besonnenen Ge= werkschaftler wurden sofort von dem Arbeiter Runopatti als Bremser" und den allen Gewerkschaftlern bekannten Namen belegt und die Belegschaft aufgefordert, sich nicht an die Ausführungen dieser Reformisten" zu fehren, sondern fofort in den Streit zu treten. Die Belegschaft ließ sich durch den radikalen Wortschwall dieſes Klassenfämpfers" beeinflussen und beschloß, den Betrieb zu verlassen. Dieses geschah dann auch, aber der radikale Befürworter des Kampfes blieb nun als Streitbrecher im Betrieb. Mit Recht sind die am Streit beteiligten Arbeiterinnen und Arbeiter der Auffassung, daß derartige Maulhelden nicht der Arbeiterschaft, sondern den Arbeitgebern die besten Dienste leisten. Allen Arbeitern fann nur geraten werden, derartigen Provofateuren energisch entgegen zu treten. Nicht die große Klappe, sondern gewerkschaftliche Schulung nebst ehelicher Ueberzeugung sind die Deshalb fann nur allen Arbeiterinnen und Arbeitern zugerufen Dinge, die in wirtschaftlichen Kämpfen zur Geltung fommen müffen. werden: A chtet, auf die Maulhelden in den Be trieben!" ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Das Alfi- Auto gewann Eintrittskarte Nr. 46 bei dem japanischen Kirschblütenfest, das am vergangenen Freitag, den 11. Juli, auf der Grunewald- Rennbahn stattfand und von der Berliner Sportpalast- A.- G. veranstaltet wurde. Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: S. Einer; Feuilleton: Dr. John Schitowski; Lotales und Sonstiges: Fris Raritäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu brei Beilagen und ,, Blid in die Bücherwelt". Saison Ausverkauf E Kleiderstoffe 110 cm Haushaltwäsche Größe 48 x 100 cm Tischtuch vollweiss, halbleinen Küchenhandtuch Jacquard, schwere Qualität weiß Gerstenkorn, m. roter Kante, 130x 3.40 130x 4.40 Baumwolle...... Stück 0.55 8.50 Halbleinen...... Stück 0.75 160 cm Bedr. Vollvoile erstklass. Qualität, in aparten Mustern 1.70 Blusen- u.Kleiderstoffem.breiten 130 cm, kunstseidenen Streifen, Mtr.0.95 160x Alpaka schwarz für Schürzen und Unterröcke, 120 cm.... Mtr. 1.90 Reinwoll. Popeline mit weißen Farben, 105 cm. 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Heilage öes Vorwärts Sonntag, 13. Juli 1924 Kriminalpolizei und Privatdetektiv. „Im Namen des Gesetzes!" Der Prozeß gegen die Privatdetektivs Reide und Genossen hat berechtigtes Aufsehen erregt. Daß Angestellte eines großen Privat- detektivinstitutes sich Amtsanmaßung, Bedrohung, selbst Freiheits- beraubung haben zuschulden kommen lassen, gibt zu denken. Di« Oesfentlichkeit hätte vielleicht doch über den Fall hinweggehen können, wenn derartig« Erscheinungen ganz vereinzelt dastünden. Dieses trifft jedoch nicht zu. In guter Erinnerung ist noch, wie im vorigen Sommer im Tiergarten ein Privatdetektiv einen von ihm verfolgten Uebeltäter, der auf seinen Anruf„Halt* nicht stehen bleiben wollt«, anschoß. Auch sonst weiß die Kriminalpolizei von verschiedenen Ikbergriffen der Privatdetektivs ein Lied zu singen. Der Privatdetektiv. �■as Mutterland der Privatdetektivs ist Amerika. Hier gibt es keine Anmeldepflicht, keine Zentralisation der Kriminalpolizei im kontinentalen Sinne. Der Kampf mit dem Verbrechertum, das wie alles in Amerika echt amerikanischen Maßstab trägt, liegt daher zu einem großen Teil bei den Privatdetektiven. Sie arbeiten Hand m Hand mit der staatlichen Polizei, letztere bedient sich oft ihrer Hilf« und steht ihr auch gern zur Verfügung. Pinkerton ist kein« mystische Persönlichkeit. Allan Pinkerlon war weltberühmt und übertrug seine hervorragende Detektivfähigkeiten auf seinen William. Als löjähriger Jungs war dieser bereits ein Meister seines Faches und ist vor kurzem, beklagt von seinen Kollegen und dem breiten Publikum, nur kaum betrauert von den Verbrechern, die ihn fürchteten und nun froh waren, ihn los zu fein, im Mter von 78 Jahren ge- starben Eine große Rolle spielen die Privatdetektivs in London. Di« amerikanischen und englischen Muster dienten den europäischen und vor allem den deutschen Pinkertons und Sherlock Holmes zur Nacheiferung. Nicht allzu selten sind es nur grüne Jungen, die m sich das De�ektiotalent zum Schaden ihrer Mtmenschen entdeckt zu haben glauben, ohne sie in Wirklichkeit je besessen zu haben; oft sind es aber wirklich tüchtige ehemalige Kriminalkommissare und Kriminalbeamte oder auch sonstige Privatleute, die ihre Sache auch wirklich oerstehen und gründlich machen. Allerdings ein großes Arbeiisscld, wie es ihren Kollegen in Amerika und England winkt, haben die Privatdetektivs in Deutschland nicht. Die Anmeldungs- pflicht, die Zentralisation der Kriminalpolizei macht ihr« Tätigkeit auf dem Gebiete der Verbrecherverfolgung überflüssig. Es bleiben jedoch noch immer andere Arbeitsgebiete für sie übrig. So hat sich> die Hrivatdetektiogesellschoft Pinkerton z. B. in erster Linie darauf spezialisiert, in Kaufhäusern und Fabriken die Ursachen von Dieb- stählen aufzuklären. Di« Quelle der Diebstähle kann aber durch| sorgfältige Beobachtungen,«möglicherweise durch zeitweilige An- j stellung eines Privatdetektivs im Betriebe festgestellt werden. Diese Tätigkeit kann aber ein Kriminalbeamter nicht ohne weiteres aus- üben. Das gleiche gilt für kriminalfälls, die sich im kreise der Familie ereignen. Die Einmischung der Kriminalpolizei würde auch hier eine Anzeige zu Folg« haben, die Strafverfolgung könnte aber nur bei den nächsten Verwandten wegfallen. Der Skandal und oft auch die Strafe soll vermieden, die Angelegenheit gütlich erledigt werden. Es handelt sich für den Geschädigten in erster Linie darum, das Gut zurückzuerhalten. Auch wo dauernde Beobachtung, z. B. von Ladendieben, durchgeführt werden soll, kommen die Privat- detektivs in Frage. So taten sich die Warenhäuser nach dem be° kannten Roeber-Morvilius-Prozeß zusammen, um«ine Ueberwachung der Käufer durchzuführen. Ein anderes Gebiet bearbeiten wieder die Privatdetektivinstitute, die teils Erteilung von Auskünsten, tells Beobachtungen zum Gegenstande haben. Sie werden von zahlungs- kräftigen Klienten herangezogen zwecks Herbeischaffung von Beweismaterial in Zivil- und Kriminalprozessen, zwecks Ueberführung ungetreuer Ehegatten, auch um über den Lebenswandel von Ehe- kandidaten Feststellungen zu erhalten, oder um sonst Beobachtungen über den Lebenswandel des einen oder anderen Menschen zu machen. Di« Erledigung gerade dieser Angelegenheiten erfordert aber den größten Takt, das unbedingte Vertrauen des Publikums, einer tadellos weihen West« des Privatdetektivs. Detektivs und Kriminalpolizei. Versagen muß der Privatdetektiv in der Regel dort, wo es sich um die Aufdeckung von Verbrechen handelt. Rur die Kriminal- kommissare und ihre Beamten, die jahrein, jahraus bestimmt« Ge- biete der Kriminalität bearbeiten, die die Gewohnheiten gewisser Verbrecherkategorien bis aufs genaueste kennen, und die die Ein- und Ausgänge aus den Gefängnisien verfolgen, sind mit Hilfe ihrer Erfahrung, ihrer Vorbildimg. ihrer Kenntnisse, einer gewissen Kombinationsgabe und ihrer Gewährsmänner allein imstande, auf die Spuren oft unglaublich rätselhafter Derbrechen zu kommen. Rur so ist es zu erklären, daß nicht selten erst nach 2, 3 oder mehr Jahren die Täter entdeckt werden. Es kommt wohl vor. daß Geschädigte glauben, eher zu ihrem Gute zu gelangen, wenn sie die Kriminalpolizei, die die Strafanzeige zu machen nicht unter- lassen darf, umgehen. Sie suchen dann mit Hilfe von Privatdetektiven nach ihrem Eigentum, sie fahnden mehr «ach dem Hehler, als nach dem Diebe. Ab und zu gelingt es auch, auf dies« Weis« gütlich mit dem Hehler ausein- anderzukommen. Jedoch weit häusiger muß auch der Privatdetektiv, wenn er die ihm gestellte Aufgab« zu Ende führen will. sich, an die Kriminal- polizei wenden, die einzig und allem die Befugnis hat, Hausuntersuchungen vorzunehmen, Beschlagnahmungen aus- zuführen. Verhaftungen zu vollziehen. Gerade hier aber setzen dann hin und wieder die strafbaren Handlungen ver Privatdetektivs ein. die auf eigen« Faust vorgehen wollen. Es sind aber nicht immer ganz einwandfrei« Menschen, die als Privatdetektivs fun- gieren. Manchmal, allerdings nur äußerst selten, sind es vorbestraft« Individuen. Auch sind Fälle vorge- kommen, wo sie Hinte!' er Strafen abzubüßen hatten. Selbstverständlich müssen die Privatdetektivs, um erfolgreich ihrer Tätigkeit nachzugehen, Beziehungen zur Verbrecherwelt unterhalten— diese Verbindung mit der Verbrecherwelt wird von den Kriminalbeamten durch ihre Gewährs- männer aufrechterhalten— für die Privatdetektivs werden sie aber dann nicht selten zur Gefahr: die Uebergänge sind manchmal äußerst verschwommen. Gern arbeiten natürlich die Privatdetektivs mit, wo eine Belohnung für die Entdeckung der Verbrecher ausgesetzt ist. Schäd- lich erweist sich ihr« Tätigkeit u. a. auch in den Fällen, wo sie, ohne es zu wollen, die Absicht der Kriminalpolizei durchkreuzen— wenn sie z. B. bei einem begangenen Verbrechen selbständig eingreifen und eine Diebskolorni« aufscheuchen, wo es für die Polizei noch beobachten und hinterher tüchtig mit einem herzhaften Griff aufräumen gilt. Es kann auch nicht im öffeMlichen Interesse liegen, wenn Geschädigt« sich damit begnügen, mit Hilfe von Privatdetektivs ihr Eigentum zurückzuerhalten. Die Diebe stehlen dann eben ruhig weiter. Der Kampf mit den Auswüchsen. Das Prioatdetektivbureau kann natürlich nicht immer für die Handlungen seiner Angestellten aufkommen, ebenso wie die Krimi- nalpolizei nicht für alle Handlungen ihrer Beamten verantwortlich zu machen ist: der Reichsbund der deutsche« Detekieien führt indes einen intensiven Kampf gegen die Auswüchse in diesem Berufe. Di« Mitglieder des Reichsbundes wissen nur zu gut, daß durch unred- liche Tätigkeit der Berufskollegen der ganze Stand geschädigt wird. Den Kampf. zu führen ist allerdings nicht leicht, da sehr viele Privatdetektivs außerhalb des Verbandes bleiben. Das Zentralorgan des Verbandes aber,»Die deutsche Detektivzeitung", ein ernst redigiertes Blatt, arbeitet unermüdlich an der Hebung dieses Berufes. Von größerem Erfolg wäre ein« entschiedene Säuberung der Privat- detekieien durch die Behörden— soweit sich solch eine überhaupt als nötig erweisen sollte. Wie jedes. Gewerb«, sind auch die Privat- detekieien der Gewerbeordnung unterworfen, die Ausübung des Berufes bedarf einer Genehmigung, Bücher müssen geführt un können eingesehen werden. So liegt er in der Hand der Behörden, sich der unlauteren Elemente zu entledigen. Schwerer ist es gegen die schreienden Jnserate einzuschreiten. Jedenfalls liegt kein Grund vor, einzelne Vorkommnisse, wie der Fall Reide und Genossen, zu verallgemeinern.* Eins unterliegt jedoch keinem Zweifel. Je größer das Nee» trauen des Publikums zur Kriminalpolizei, je umfangreich- mid Privatdetektiv und Auftraggeberin„auf dem Anstand" 31] Die Venus von Syrakus. Don Clara Rahka. Fraßiii schmunzelte. Goldsaat ging doch eben immer auf. Der ehrliche alte Bildhauer jedoch dachte nicht so sehr an das Geld, vor allem nicht an die Höhe der Summe. Er blieb vor dem Schnelläufer stehen, sah ihm fest in die Augen, und dann sagte er— er tat es um Renzos willen nicht gern— und zudem ist es eine Kopie!" (Ei— sei. sei! Immer neue Schliche!) Fratelli schüttelte langsam den Kopf.„Auch noch eine Kopie!" Er prustete ein wenig.„Wie schade." Das ist nicht wahr!" schnellte Fiametta heraus. "Geh du hin. woher du gekommen bist." sagte Gagini, Fiametta mit einem drohenden Blick hinousweisend. Sie ging, doch sie lehnte wieder draußen am Türpfosten. Fratelli trat dicht vor Gagini hin.„Ich will alles glau- den— reden wir vernünftig; fünfhundert Lire." Der Alte schüttelte nachdenklich, mit abwesender Mtene �en Kopf. �_. Diese Gebärden kannte Fratelli. Das war der Anfang. „Ächshundert.".... „Es hat keinen Zweck." sagte Gagim,„so können wir die Sache nicht anpacken. Ich muß vor allem meinen Schüler fragen." „Der nicht in Palermo ist!" rief Fratelli. wütend werdend., „Mann, mein Schiff geht übermorgen! Bis morgen muß ich eine Nachricht haben. Ich wohne bei Herrn Antonio Bra- conieri," und dann, sich zur Höflichkeit zuruckzwingend,„leben Sie wohl. Meister, ich denke, wir werden dennoch einig. Da- mit machte er eine Art huldigender Geste, sprang nochmals hinter den Verschlag, und dann verließ er mit glühendem Kopse den Palazzo Vigliena. Kaum war er gegangen, da schlüpfte Fiametta zum alten Gagini.... „Aber Meister." sagte sie.„zitternd vor Aufregung,„es wäre doch ein so großes Glück für Renzo, wenn dieser fremde Mann diese— diese Venus kaufte und mitnähme. Gut. er meint, die Figur da wäre von Ihnen! Was macht das? Soll er es doch glauben. Sie haben es ihm ganz deutlich gesagt, daß sie von Ihrem Schüler ist. Mehr kann man nicht tun." Gagini sann verloren über seine Arbeiten hin.„Du denkst an das Geld. Viel zu viel denkst du an das Geld, Fia- metta. Bist gar keine Frau für den Renzo." Das kleine Ding reckte sich auf.„Im Gegenteil, Meister. Die Frau muß an das Geld denken und der Mann muß schaffen." Der Alte lächelte.„Was für eine Weisheit!" Nachdent- lich fügte er hinzu:„Doch ich selbst denke ja auch an den Renzo— und was wohl gut für ihn wäre.— Sag mal. Kleine, würdest du morgen m aller Frühe nach Monreals hinaufgehen? Ohne Renzos Wissen, ohne seine Zustimmung, darf ich seine Arbeit nicht verkaufen. Du kannst früh genug zurück sein." „O ja— das kann ich!" Fiametta sprang vor Freude um ihn herum. Doch gleich fiel ihr ein. daß Renzo sich ganz gewiß nicht von seiner Schönen trennen wollte. Immerhin— „jaja, ich laufe hin. Am liebsten heute noch!" Damit sprang sie davon. Doch nicht zur Mutter, der weitausladenden Frau Brus- coli, so gern sie ihr von Renzos großer Einnahme, seinem Glück, erzählt hätte; sie lief die Via Bandiera entlang der Hafenpromenade zu. ©te hatte gerade noch mit einem Blick gesehen, nach welcher Seite hin der Fremde abgebogen war. Sie mußte ihn finden, mit ihm sprechen. Er würde sich schon auf sie erinnern. Gewiß ging er. wie alle Fremden, die Marina entlang zur Flora, wo gegen Abend die Musik spielte. Es war auch wirklich nicht schwer, den bombastischen Fremden wiederzufinden._,,,,....„, Fratelli hatte zwar die erjten Schntte in eiliger Wut getan, dann aber schob er sich sehr nachdenklich weiter. Die Venus wollte er haben, das stand in ihm fest. Mochte die sischschwänzige Nixe an einem Pfeiler kauern, die Venus kam mitten in das Wasserbassin, zwischen Schilf. Ganz so. wie es nun einmal angelegt war. Uebrigens sah sie ja auch aus. als ob sie gerade baden wollte. Etwas klein war das Becken ja,— nun, um so großartiger wirkte die Venus. Einen echten Gagini, mitten im Hof! Wer hatte das? Im Geiste lud er eine große Herrengefellschaft ein, mög- lichst interessant zusammengesetzt— natürlich, es mußten Kenner darunter sein. Ob man den Museumsdirektor Besio bitten könnte? Ach, Beziehungen ließen sich immer schaffen— er strich über seine Brusttasche—, er würde schon kommen. Zudem, ein echter Gagini! Ganz sicherlich, der Mann kam. Doch dieser Alte, dieser Bildhauer, das war doch eine ver- flucht borstige Kreatur. Möglich, daß er viel zu tief geboten hatte. Braconieri konnte man nicht gut danach fragen. Er war, in seine Gedanken vertieft, bis zum alten Hafen ge- kommen, und sah den Schiffern zu, die ihre Segel einholten. Verdammt! Es war eine dumme Geschichte. Ueber- morgen in der Frühe ging sein Schiff. Vielleicht war er auch zu stark ins Zeug gegangen. Doch da sollte ein anderer kaltes Blut behalten. Lauter Gerllmpel und verstaubte Brocken— und plötzlich hinter dem Verschlag das wunderschöne Weib! Wie lebend stand sie da. Was für eine herrliche Farbe sie hatte. Und diese.Formen! Sechshundert Lire? Als er diese Summe gerade abwog und noch einiges hin- zulegte, strich Fiametta neben ihm her. Sie sah lächelnd zu ihm auf. Fratelli erkannte sie sofort wieder. Er winkte ihr wohl- wollend zu.„Sag mal, Puppe, du kennst den alten Gagini wohl recht gut?" Fiametta drehte sich hin und her.„Sehr, sehr gut kenne ich ihn." Sie machte ihre berückendsten Augen. Fratelli lachte, er fand Fiametta fast so reizend wie seine Nixe.„Also wie gut kennst du ihn denn?" „O, von klein auf." „Wirst mir noch erzählen, du wärest seine Tochter?" „Nein, nein," sie kicherte,„ich bin nur sein Mündel." „Modell wolltest du sagen." „O nein!" sie machte ihr allerliebstes Gesicht,„doch ich kenne ihn wirklich sehr gut. und der Herr darf sich eine Absage nicht zu Herzen nehmen, das macht der Alte immer so." „So!" Fratelli zwinkerte sie an.„Da bist du wohl schon mehr als einem nachgegangen?" Fiametta tat sehr entrüstet.„Nein, nie, niemals. Wie kann der Her? nur so etwas denken! Es ist nur— ich hörte—- der Herr sagte doch, das Schiff ginge ab.' Wenn es wirklich so ist-- ich könnte mit dem Meister sprechen—" Jetzt wußte Fratelli, was er zu wn hatte; er zog seine Börse und gab ihr ein ansehnliches Geldstück. „Vieleri Dank," sagte Fiametta,„ich will es sehr gerne tun. Doch der Herr muß sich gedulden, Gagini ist hartnäckig. Oft dauert es tagelang, bis man ihn herumkriegt. Dennoch" — sie sah entschlossen übers Meer—„ich will es bis morgen abend erreichen. Dann komme ich wieder hierher, um dieselbe Stunde."(Fortsetzung folgt) J erfolgreicher deren Tätigkeit, desto mehr engt sich das Arbeitsfeld für die Privatdetefteien ein. Man kann sich aber wohl einen Fall denken, wo es für die Kriminalpolizei nüßlich sein könnte, die von den Privatdetekteien gesponnenen Fäden weiterzuführen, um rascher zum glücklichen Ende zu gelangen. Damit aber die Kriminalpolizei ihren Aufgaben voll und ganz gerecht zu werden vermag, darf einmal nicht abgebaut werden, darf sie zum anderen nicht so fläglich bezahlt werden, wie es heute geschieht. Der Kriminalbeamte fann sich nicht nur auf die 8 Stunden Arbeit, zu denen er von Rechts megen verpflichtet ist, beschränken. Er unterliegt großen Versuchungen, er hat stets mit den schlimmsten Elementen der Großstadt zu tun, und nicht selten treten auch die Geschädigten mit lockenden Prämien an ihn heran da muß dafür gesorgt werden, daß er ein befriedigendes Auskommen hat. Dieses gebietet die Sicherheit des Bürgers. Jn Erwartung! Auf dem Alexanderplatz. Die Uhren ringsum holen zum Schlage aus, und zwölfmal dröhnt es dumpf und schwer von den Türmen. Die Luft um die Mittagszeit ist schwül, und die paar Bäume vor dem Backsteinbau des Polizeipräsidiums geben nur schwachen Schatten. Das Haften und die Heße über den Plaß wird immer größer, quedfilbriger und wirbelnder. Angestellte aus den vielen Geschäften rings um den Platz und in den Seitenstraßen sind auf haftigem Wege zur kurzen Mittagspause und achten der Hize nidjt. Straßenbahn, Omnibusse und der Bahnsteig auf Bahnhof Alexanderplatz füllen sich. Schnell muß man zu Hause sein, schnell ein paar Bissen herunterschlingen, und dann wieder geht es im Husch durch die heiße Stadt zurück in Bureau und Beruf. Fenster und Türen der Restaurants am Platz sind geöffnet, und die Bassanten können riechen, welche Leckerbissen hier den Gästen geboten werden. Und dann mit einmal fommt ein merkwürdiger Bug Menschen auf den Alexanderplatz und stellt sich unter die Bäume in der Nähe des Eingangs zur Untergrundbahn. Genau an eine bestimmte Stelle. An jedem Mittag stehen sie da und warten. Und immer neue fommen hinzu, ganz alte Männlein und Weiblein, selten ein paar jugendliche Gefichter darunter. Mit Kannen, Töpfen, Schüsseln und kleinen Eimern stehen sie in Erwartung, still, zitternd an Händen und Beinen und wie ergeben in ein Schicksal, das eben ertragen werden muß bis zur letzten und grausamsten Steigerung. Betrachtet man diese Marternden näher, die Kleidung aus längst vergangenen Zeiten, die Blicke aus glanzlofen Augen, die verschrumpfte Bergamenthaut der Gesichter, glaubt man Menschen vor sich zu haben, herausgeschnitten aus einer Epoche, von der wir nur wenig oder faft gar nichts missen. Daß es so was noch heute gibt!" meint gefühlvoll eine ringgeschmückte Dame zu ihrem Begleiter und rauscht vorüber. Bald nach zwölf Uhr wird die Erwartung der Alten, der Mühseligen und Beladenen erfüllt und gestillt. Die Heilsarmee kommt mit der großen Gulaschkanone, und ein paar freundliche Frauen füllen mit nimmermüden Händen alle die Schüssein, Töpfe und Krüge mit einer fräftigen Suppe. Dann schleichen die verhungerten Gestalten still nach Hause, um ihr Mittagsmahl zu halten. Nur ein paar, die wohl zu hungrig sind, oder denen der gefüllte Napf eine zu schwere Laft ist, fehen sich auf eine der nächsten Bänke und führen mit zitternden Händen den Löffel zum Mund. Neben der Gulaschkanone steht ein Soldat der Heilsarmee, schwingt eine große Sammelbüchse und fordert die Vorübergehenden auf, ihr Scherflein zu spenden für die öffentlichen Speisungen. Wenige nur hören auf ihn, selten nur greift einer zur Brieftasche. Man hat keine Zeit und man hat ganz andere Intereffen. Ueber den Stadtbahnbogen am Alexanderplatz donnert der Expreß nach Ostende Abenteurer und Verbrecher. Einer, der alle Welt befrog. Mit der Verurteilung zu hoher Gefängnisstrafe fand eine benteuerliche Verbrecherlaufbahn vorläufig, ihren Abschluß. Vor dem Schöffengericht Mitte hatte sich der Monteur Beter Ohlrich wegen Betruges, Diebstahls, Unterschlagung, Urkundenfälschung und Zuhälterei zu verantworten. Der Angeflagte ist seit seiner frühesten Jugend mit dem Strafgesetz in Konflikt geraten und mit erheblichen Gefängnisstrafen belegt worden. Seine erste Strafe erfitt er als 17jähriger in seiner Heimatstadt Köln wegen eines Sittlichkeitsverbrechens. Dann hat er wiederholt Betrügereien und Diebstähle begangen. Sein eigentlicher Beruf war der eines Bäckers. Dank seiner großen Intelligenz hatte er sich aber später Kenntnisse auf dem Gebiete der Elektrotechnik erworben und auf diesem Gebiet auch durch sein sicheres Auftreten mehrfach angesehene Stellungen erworben. Er ist dann aber immer wieder gestrauchelt. Nachdem ihm der Boden in Deutschland zu heiß geworden war, ging Ohlrich ins Ausland. Er spricht heute fließend englisch), französisch und italienisch. Was er im Auslande getrieben hat, ist in ein Dunkel gehüllt. Es besteht jedoch die Bermutung, daß er auch die ausländischen Gefängnisse fennen gelernt hat; denn als er aus Amerika zurückkehrte, hat er sich Bekannten gegenüber sehr eingehend über die Unterschiede in den deutschen und ausländischen Gefängnissen unterhalten. Während des Krieges tauchte er etwa Anfang 1915 als Ordensschwindler auf. In Offiziersuniform mit dem E. R. I und II und dem türkischen Halbmond geschmückt, renommierte er mit seinen Kriegserlebnissen. Eines Tages fiel er auf, als er in einer mestfälischen Stadt in Dffiztersuniform auftrat, über die er einen Zivilmantel gezogen hatte, der fich als gestohlen erwies. Auf dem Eisenbahntransport schlug er die beiden ihn begleitenden Beamten nieder und sprang aus dem fahren den Zug heraus. Auch bei einer späteren Vorführung vor den Untersuchungsrichter eines rheinischen Amtsgerichts gelang es ihm wieder, zu entweichen. Dann tauchte er in Berlin als Stabsarzt und als merikanischer Farmer auf, der angeblich Hundert tausende Dollar besaß. Bor einem fleinen Amtsgericht machte er auch eine Schenkungsurtunde über einen beträchtlichen Teil feines phantastischen Vermögens zu Wohltätigteitszweden in Deutschland. Der reiche meritanische Farmer lernte eine ältere Dame kennen, die zufällig merikanische Wertpapiere besaß. Nachdem er ihr das Geld abgeschwindelt hatte, entfloh er mit der Tochter eines reichen Bielefelder Fabrikanten, der gegen über er sich als amerikanischer Stabstapitän ausgegeben hatte. Das Pärchen wurde aber ergriffen und nun spielte der Abenteurer den wilden Mann, und zwar mit so großem Gefchid, daß er tatsächlich für geiftestrantertiärt wurde. Die Bahi der Namen und Titel, unter denen Dhlrich in der Folgezeit auftrat, ift so groß, daß er sich selbst nicht aller Einzelheiten mehr erinnern tann. Es schweben gegen ihn noch viele Verfahren vor den Gerichten in Berlin, Köln, Frankfurt a. M. und an anderen Drien. In Biele feld ist gegen ihn ein Berfahren wegen Sched betruges noch Für die Reise nicht vergessen | anhängig. Im Jahre 1921 lernte er eine Halbweltdame namens Sauer fennen, mit der er jahrelang zusammenlebte, bis diese gegen ihn Anzeige wegen 3uhälterei machte. Bei einem Radrennen im Sportpalast wurde er von Kriminalassistent Wildt festgenommen. Aber auch diesmal gelang es ihm, zu entwischen. In der Folgezeit beging er als Dr. ing. Wode und als Dr. Carls son aus Stockholm Ein- und Ausfuhr schwindeleien und hat auch in Köln ein chemisches Laboratorium errichtet. Schließlich war es ihm gelungen, als Dr. ing. Ulrich eine leitende Stellung bei der Aero- Radiofuntgesellschaft zu erhalten und wurde sogar Syndikus der Gesellschaft. Auf der Große allgem. Funktionärinnen- Konferenz am Dienstag, den 15. Juli, nachm. 6 Uhr pünktlich in den Sophiensälen, Sophienstraße 17/18 Tagesordnung: Vortrag der Genoffin Adele Schreiber über ihre Eindrücke in Amerika./Vorschläge für die Vorstandswahlen zum nächsten Bezirkstag. Türkontrolle 4. Kreis Leipziger Messe verschob er wertvolle Apparate der Gesellschaft, wurde ergriffen und sollte vor dem Polizeirichter abgeurteilt werden. Der angebliche Dr. Ulrich war geständig und mit der sofortigen burteilung einverstanden. Sein wohlüberlegter Plan, durch eine fürzere Gefängnisstrafe die Spuren hinter sich zu verwischen, scheiterte aber daran, daß ein Zeuge fehlte und infolgedessen die Sache an das ordentliche Gericht abgegeben werden mußte. Zu derselben Zeit hatte Kriminalassistent Bildt ermittelt, daß der viel gesuchte ülrich bei der Aero- Gesellschaft tätig sei und so tam es heraus, wer der Dr. ing. Ulrich aus Buenos Aires in Wirklichkeit war. In der geftrigen Berhandlung vor Amtsgerichtsrat Dr. Cohn gab der Angeflagte seine Betrügereien und Diebstähle im allgemeinen zu, wehrte sich aber gegen die Beschuldigung der Zuhälterei. Das Urteil bezeichnete den Angeklagten als einen raffinierten Verbrecher und jedoch lehnte das Gericht es ab, dem Angeklagten die achtmonatige die Strafe lautete auf ein Jahr acht Monate Gefängnis, untersuchungshaft anzurechnen. Das Verlosungsfieber. Ein Schreiben an den Lunapart. Angesichts des besonderen Interesses, das die Automobil. verlofungen des Lunaparts in der Deffentlichkeit hervor. gerufen haben, teilt der Amtliche Preußische Pressedienst nachstehend den Wortlaut eines vom preußischen Minister für Volkswohlfahrt an die Direktion des Lunaparts gerichteten Schreibens mit. Der Amtliche Preußische Pressedienst bemerkt hierzu, daß die Frage ber Genehmigungspflichtigkeit folcher Ausspie falls überhandnehmenden Preisausschreiben ge= fungen und namentlich auch der neuerdings gleich werblicher Firmen demnächst durch einen Runderlaß geflärt werden wird. feinen Besuchern Verlosungen In den letzten Wochen hat der Lunapart wiederholt unter Don Automobilen und Motorrädern veranstaltet und diese Beranstaltungen durch Beitungsanzeigen sowie durch öffentlichen Anschlag angekündigt. Nach der ständigen Rechtsprechung des Reichsgerichts besteht kein Zweifel daran, daß diese Verlosungen als genehmigungs pflichtige Ausspielungen im Sinne des§ 286 Abs. 2 StGB. anzusehen sind. Ob die Verlofung offen als folche oder nur als Geschenkverteilung bezeichnet wird, ferner, ob die Teilnahme an ihr von der Entrichtung eines besonderen Entgelts( etwa in der Form eines Zuschlags zum Eintrittspreise) abhängig gemacht wird oder nicht, ist für die rechtliche Beurteilung ohne Belang. Auch wenn jeder Besucher des Parts, ohne daß er neben dem Eintrittspreise noch eine besondere Zahlung zu leisten braucht, zu der Verlosung zugelassen wird, und auch wenn an den Verfofungstagen eine Erhöhung des gewöhnlichen Eintrittspreises nicht stattfindet, ist der Tatbestand der Ausspielung erfüllt. Der Spieleinsatz ist in diesem Falle ungesondert irid giffernmäßig nicht bestimmbar in dem Eintrittspreise enthalten( verstedter Einfah"; zu vergleichen die Entscheidungen des Reichsgerichts in Straf fachen Bd. 1 S. 54; Bd. 34 S. 447; Bb. 36 G. 124). Die vor anderweitige Rechtsauffassung der amtlichen Stellen find unzu furzem in einzelnen Zeitungen veröffentlichten Nachrichten über eine treffend. Ich muz danach ersuchen, Beranstaltungen der fraglichen Art in Bufunft zu unterlassen, da ich sonst genötigt fein muß würde, gegen die verantwortlichen Persönlichkeiten ein StrafverDas Rundfunkprogramm. Sonntag, den 13. Juli. 5,30-7 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 7 Uhr abends: Märchen, gelesen von Ida Orloff. 8-9.15 Uhr abends: Opernabend. Szenen aus„ Der Barbier von Sevilla", kom. Oper v. G. Rossini. Am Steinway- Flügel: Otto Urack, fr. Kapellmeister a. d. Berliner Staatsoper. Rosine: Mary Wurm- Meisenberg, v. d. Berl. Staatsoper). Graf Almaviva: Kammersänger Eugen Transky, von d. Berl. Staatsoper. Figaro: Kammersänger Cornelius Bronsgeest. Aus dem 1. Akt: Arie des Grafen Almaviva. Cavatine des Figaro. Aus dem 2. Akt: Duett: Rosine- Almaviva. Schlußterzett. Figaro. Duett: Almaviva- Figaro. Arie der Rosine. Duett: Rosine9,30-11 Uhr abends: Tanzmusik. Montag, den 14. Juli. Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. Nachrichten dienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: 5,30-7 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 7,30 Uhr abends: Sprachunterricht( Englisch). 8 Uhr abends: Vortragsreihe: Von schönen und von nützlichen Gärten".- II. Vortrag: Dr. Karl Ludwigs, Direktor der Hauptstelle für Pflanzenzucht der Landwirtschaftskammer Berlin- Dahlem: Krankheiten im Hausgarten und ihre Bekämpfung". 9 Uhr abends: Konzert. 1. Zwei altitalienische Arien a) Amarilli Caccini. b) Tre giorni Pergolese.( Artur Philipps) 2. Arie a. d. Oper„ Die Entführung aus dem Serail", Mozart( Charlotte Lindemann, von der Berliner Staatsoper), 3. Der Heideknabe( Melodram), Schumann, Dichtung von Hebbel( Oskar Ludwig Brandt), 4. Slawische Fantasie für Violine Dvrak- Kreisler( Stefan Frenkel), 5. a) Mädchenlied, b) Hilf mir, c) Wie ein Rausch, Schmalstich( Charlotte Lindemann v. d. Berlinar Staatsoper), 6. a) Heimgang in der Frühe. Liliencron, ( Oskar Ludwig Brandt, Rezitation), 7. Arie aus der Oper Der b) Vom Scheiden. Schönaich- Carolath, c) Die drei Zigeuner, Lenau, Liebestrank, Donizetti( Artur Philipps), 8. Zwei Mazurken( Wieniawski( Stefan Frenkel, Violine). Am Steinway- Flügel: Kapellmeister Otto Urack. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst. fahren herbeizuführen. Ob wegen der bisherigen Fälle Strafmaß nahmen einzuleiten sein werden, bleibt dem Ermessen der zuständigen Polizei und Justizbehörden überlassen; ihrer Entscheidung greift dieses Schreiben nicht vor." - Keine Verbilligung der Berliner Kohle. Die Meldungen über Kohlenpreisherabsehungen haben allgemein die Hoffnung erweckt, daß nun auch der Berliner Bevölkerung billigere Hausbrandtohle zugänglich sein wird. Wie wir dazu hören, ist diese Hoffnung vorläufig leider unbegründet, da die Preise sich bei den Revieren, von denen aus Berlin versorgt wird, nicht geändert haben. In Briketts wird Berlin hauptsächlich vom oftelbischen Braunkohlensyndikat versorgt, das seine Listenpreise seit Januar dieses Jahres nicht verändert hat, auch die oberschlesischen Steinkohlenpreise sind sich mittlerweile gleichgeblieben. Ob und inwieweit eine Konkurrenz westfälischer Steinkohle infolge der dort erfolgten Kohlenpreisherabsetzung und der inzwischen eingetretenen Tarifermäßigung in Betracht kommt, läßt sich zurzeit nicht übersehen. Jedenfalls ist auf dem Berliner Rohlenmarkt vom Preisabbau noch nichts zu spüren. Es wäre dringend erwünscht, wenn die Behörden sich einmal derjenigen Gebiete, von denen aus Berlin versorgt wird, annehmen würden, um eine Preissentung herbeizuführen. Der Zeltschein des Sonntagsausflüglers. = Aus Wandererkreisen Berlins kommt die Klage, daß in den Wäldern und an den Gewässern regelrechte I a gden der Schuhpolizei und der Gendarmerie auf erholungsuchende Berliner veranstaltet werden, die dort Zelte auf gestellt haben, aber die schriftliche Erlaubnis der betr. Försterei nicht befizen. Trupps von 10 Bewaffneten und mehr streifen durch die nähere und fernere Umgebung Berlins, um jeden ohne Erlaub nisfchein betroffenen Zeltbewohner aufzuschreiben und ihm hinterher ein Straf mandat zu besorgen, das ihm die Freude an Ausflügen vergällt. In einer Zuschrift an uns weist ein Genosse darauf hin, daß es für die meisten Berliner unmöglich ist, bei viel= leicht 25 Förstereien in dem Gebiet des Borortverkehrs und der Sonntagsrückfahrkarten sich die nötigen Beltscheine im voraus zu beschaffen, damit man sich bei jedem Ausflug vor unangenehmen Ueberraschungen sichert. Das macht nicht nur viele Umstände, ſondern festet auch ein tüchtiges Stück Geid, da ja die Scheine nicht umsonst gegeben werden. Ob es nötig war, diese Scheine einzuführen, möchtrolle durch Sicherheitsbeamte nötig, damit dem in Wäldern vielfach ten allerdings auch wir bezweifeln. Ganz gewiß ist eine scharfe Konvorkommenden Unfug gesteuert und die Entstehung von Waldbränden verhütet wird. Daß Leichtfertigen und Böswilligen, die unsere Wälder fahrlässig oder absichtlich beschädigen, das Handwerk gelegt wird, entspricht auch dem Wunsch aller derjenigen, Wanderer und Wassersportler, die hinreichend Gemeinsinn haben und das GemeinAber gegen Beschädigungen der gut schüßen wollen. Mühen und Kosten der Beschaffung eines solchen Scheines auf fich Wälder hilft doch auch fein 3eltschein, und wer die nehmen fann, braucht deshalb noch lange nicht die Einsicht zu haben, daß die Wälder uns allen gehören und durchaus alle geschützt werden müssen. Wenn die Forstverwaltungen die Benutzung der Wälder und der Ufer den Wanderern und Wassersportlern nicht erschweren, sondern erleichtern, werden diese doppelt gern den Waldschutz unterstützen und fördern. Mit dem Auto durchgebrannt. Mit einem Borschuß und dem Automobil seiner Gesellschaft ist ein aus Freiberg i. S. gebürtiger 26 Jahre alter Chauffeur Konrad Bußmann, der bei der Deutschen Kredit- 2.- G. in der Mohrenstraße 10 angestellt war, verschwunden. Bußmann tam am Freitag nachmittag bei der Kasse vorgefahren, ließ sich einen Borschuß von 70 M. geben, sollte nun den Wagen nach der Garage bringen, verschwand aber damit, wahrscheinlich um ihn außerhalb Berlins zu verkaufen oder abzubauen. Es handelt sich um einen 6/24 PS. Hansa- Lloyd- Wagen mit der Polizeinummer I. A, 1031, der Motornummer 304 und der Fabriknummer 2389. Der offene Wagen ist schwarz lackiert und hat ein schwarzes Lederpolster und ein außen liegendes Verdeck. Auf seine Wiederbeschaffung ist eine hohe Befohmung ausgefeßt. Mitteilungen an Kriminalkommiljar Seinemeyer im 3immer 83 des Polizeipräsidiums. Durch einen Sturz von der Treppe ift gestern mittag eine unbekannte Frau in einem Berliner Warenhause zu Tode ge war schon seit einigen Tagen dauernd in dem Warenhause gesehen tommen. Wahrscheinlich liegt Selbstmord vor. Die Unbekannte worden. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Die Tote ift etwa 45-50 Jahre alt und 1,50 Meter groß. Sie hat schwarzes, etwas grau meliertes Haar und im Oberkiefer Zahnlücken und trug Jadett, einen braunen, mit Silberstreifen durchzogenen Schal, einen einen schwarzen Sommerhut mit grauem Band, ein dunkelblaues dunkelblauen Rod, eine weiße Blufe, einen dunkelblauen Unterrod, ein weißes, mit einem blauen Band durchzogenes Hemd und als Schmud ein Paar Perlenohrringe. Die Anmeldung von Sparkassenguthaben. Nach amtlicher Mitteilung haben diejenigen Gläubiger von Sparkassen, die entsprechend der dritten Steuernotverordnung ihre Ansprüche auf Aufwertung geltend machen wollen, ihre Guthaben bis zum 31. Dezember bei den Sparkassen( nicht beim Amtsgericht) anzumelden. Bekanntlich ist die Aufwertung nach oben hin begrenzt mit 15 Proz. des Goldmartbetrages, der hinterlegt worden ist. Aber auch dann wird man über den Betrag nicht sofort verfügen fönnen. Inwieweit eine Aufwertung überhaupt in Frage kommt, hängt von der Vermögenslage der einzelnen Sparkassen ab, da an erster Stelle diejenigen Gläubiger der Sparkassen berücksichtigt werden, die infolge gefeßlichen Zwanges ihr Geld mündelsicher anlegen mußten. Man darf sich also über die Aufwertung feinen großen Hoffnungen hingeben, wird jedoch, wenn es sich nicht gerade um ganz kleine Summen handelt, gut tun, sich vormerken zu lassen. bek In der Vereinigung sozialdemokratischer Aerzte referierte am 3. Juli 1924 Genosse kollwig über den Stand der Verhandlungen zwischen Krankenkassen und Aerzten. In der eingehenden Aussprache wurde es von allen Seiten aufs lebhafreste begrüßt, daß durch die gefeßliche Einführung der Schiedsämter, deren Sprüche verbindlich find, in Zukunft Rämpfe zwischen Krankenkassen und Aerzten, wie wir sie in den letzten Monaten zum Schaden der Versicherten erlebt haben, unmöglich geworden sind. Man mißbilligte die Agitation für die Ersatzfassen und forderte einen weiteren Ausbau der Sozialversicherung und eine straffere Zusammenfassung des Krankenkassenund sozialen Versicherungswesens. Für den Selbsthilfebund der Körperbehinderten( Otto- PerlBund) hat der Polizeipräsident von Berlin in diesem Jahre wieder eine Spenbensammlung genehmigt. Die Spenden sollen durch Mitglieder und Freunde des Bundes am 16. und 17. August in den Straßen eingesammelt werden. Der Bund will den Krüppeln, die verzweifelt um Arbeit und Brot ringen, in ihren Sebsthilfebestrebungen eine Stüße bieten. Er braucht Geld zum Ausbau der Arbeitsbeschaffung und zum Antauf von Rohstoffen, Handwerksgerät, Kleinmaschinen usw. Chlorodont Zahnpaste Mundwasser Zahnbürste Arbeiter- Stenographenverband Stolze- Schrey 1909 Groß- Berlin. Inter- Angehörigen meist verschwiegen. Gerade im Falle Haarmann ist effenten, die das System beherrschen und gewiüt find, unsere Kulturarbeit zu unterstüßen und zu fördern, werden gebeten, sich in den unten an geführten Bezirken zu melden. Den Mitgliedern steht unsere auswahlreiche und geschmadvoll zusammengestellte Bibliothet fostenlos zur Verfügung, desgleichen wird unser internationales Drgan„ Der Schriftgenosse" gratis geliefert. Für Nichtmitglieder ist das monatlich erscheinende Blatt in allen Bezirken und bei den Bezirksführern für 15 Pf. erhältlich. Im September wird ein Debattenfurfus eröffnet, zu dem jetzt schon von systemsicheren, mindestens 100 Silben schreibenden Mitgliedern Anmeldung bei der Bezirks. leitung erfolgen tann. Außerdem ist für Anfang September die Eröffnung von Anfängerkursen in sämtlichen Verwaltungsbezirken geplant. Da die Unterrichtshonorare und der Lehrbücherpreis mäßig sind, kann die Teilnahme zweds gründlicher Ausbildung nur empfohlen werden. Anmeldungen nehmen die Bezirksführer sowie der 1. Borsigende Walter Riedel, Pankow, Herthastraße, entgegen. Die Bezirksstellen: Osten: Leiter W. Hutscher, O 112, Seumeftr. 14. Uebungsabend: Montags Jugendheim, Gr. Frant furter Str. 16. Lichtenberg: Leiter H. Wagner, Lichtenberg, Hagenfirage 6. Uebungsabend: Mittwochs Jugendheim, Bartaue 10. Neuföll n: Leiter R. Koch, Neukölln, Roseggerstr. 47. Uebungsabend: Donners. tags Realgymnasium, Kaiser- Friedrich- Straße 208/10. Norben: Leiter Lorenz, O 27, Strautstr 3 bei Stoppen. Uebungsabend: Montags Schule, Schulstraße 94. Mariendorf: Schröder, Mariendorf, Blumenweg 12. Uebungsabend: Donnerstags Jugendheim, Dorfstraße, alte Schule. Um den Massenmörder Haarmann. Mitteilungen des Hannoverschen Polizeipräsidenten. Der hannoversche Polizeipräsident hatte die hannoversche Presse zu einer Besprechung eingeladen, um gegenüber den in der Presse der Kriminalpolizei gemachten Vorwürfen und gegenüber den in der Deffentlichkeit verbreiteten irrigen Auffassungen über die Haarmann- Affäre eine umfassende Klarstellung zu geben. An der Besprechung, die mehrere Stunden dauerte, nahm auch ein Vertreter des preußischen Innenministeriums teil. Die der Presse gegebenen Mitteilungen laffen sich in folgendem etwa so zufammen faffen: Das Rätsel des ganzen Haarmann- Prozesses ist noch feineswegs gelöst. Es steht lediglich fest, daß Haarmann eine große Anzahl Berfonen getötet hat. Er selbst hat bisher nicht mehr als 14 Morde zugegeben. Wie die Tötung vor fich gegangen ist, darüber herrscht noch völliges Duntel. Ebenso rätselhaft ist es, wie es Haarmann möglich war, die Leichenteile zu beseitigen, ohne daß auch nur das geringite bemerkt wurde. Ein großer Teil der Behauptungen, aus denen man folgert, daß die Polizei auf die Warnungen nicht eingegangen sei, ist erst hinterher fonstruiert worden. Die eigenen Angaben Haarmanns find frog der bei ihm eingetretenen Gleichgültigfeit nach allen möglichen Buntten hin zweifelhaft. Der Polizei ist durch das Gesetz gegenüber den Homoferuellen eine große Beschränkung auferlegt. In Hannover werden jährlich etwa 500 bis 600 Vermißte angezeigt; die wichtigsten Anhalte für die Ermittlung der Vermißten werden von den An die Leser! Seit Anfang dieses Jahres bis zum heutigen Tage find die Fabrikpreise für Papier, Textilien 2c. dauernd gestiegen. Daher stellen auch die Saison- Ausverkäufe des Einzelhandels feinen wirklichen Preisabbau dar, sondern es handelt sich um verlustreiche Zwangsverfäufe zwecks Beschaffung flüssiger Geldmittel. Selbstverständlich muß nach Abschluß dieser Ausverkäufe die normale Raltulation wieder in ihre Rechte treten. Es tann daher dem Publikum nur dringend empfohlen werden, in den nächsten Tagen noch den gesamten Bedarf z. B. von Strümpfen, Trifotagen, Strickkleidung, Herrenwäsche und Badesachen zu decken, am besten bei der bekannten Firma Mar Kühl, Leipziger Straße 81, am Dönhoffplak. Der Saison- Ausverkauf dieser Firma dauert noch bis zum Montag, gen 21. Juli, also noch eine Woche lang. yuy 6100 km. Entfernung in öftlicher Richtung registriert. Die Aufzeichnung, die um 8.53 einsetzte, läßt wie bei dem Beben vom 3. Juli in gleicher Entfernung auf einen Herd in 3nnerasien schließen. Rumpiraten an der amerikanischen Küste. Einem Bericht aus Halifax zufolge wurde der französische Dampfer Mülhausen" in der Höhe von New Jersey vor zwei Wochen von Rum= piraten angehalten, die Alkohol im Werte von 500 000 Dollar raubten. Wie die mit der Durchführung des Alkoholverbots befaßte Behörde heute erfährt, ist ein 3 weites Schiff von Piraten angehalten worden. Der Kapitän wurde ermordet und über Bord geworfen. Alkohol im Werte von 250 000 Dollar fiel in die Hand der Piraten. Schnellzugunglück auf der Strede Straßburg- Paris. Am Freis tag hat sich auf der Strecke Straßburg- Paris bei Vitry la ville ein Eisenbahnung lüd ereignet, indem ein Schnellzug mit einem Rangierzug zusammenstieß. Bier Per= sonen wurden getötet, 14 verletzt. Der verantwortliche Rangierchef die Aufdeckung der Mordtaten erst so spät möglich gewesen, weil die Angehörigen die Polizei nicht ausreichend unterrichtet haben. Was die Spigeltätigteit Haarmanns angeht, fo ist Haarmann mit einer anderen Persönlichkeit zusammen Inhaber eines Deteftiobureaus gewesen., Haarmann hat als Spiel sehr gut gearbeitet und hat in verschiedenen Fällen, meist bei Eigentumsdeliften, zur Aufdeckung viel be getragen. Es trifft aber nicht zu, daß Haarmann Beauftragter der Polizei gewesen ist. Er hatte lediglich einen selbst ausgestellten Ausweis eines Detektivbureaus bei sich. Der Kriminalbeamte muß die Verbrecher fennen lernen, das bringe mit sich, daß er sich in Spelunken aufhält und auch sich an Spizeldiensten beteiligt. Bisher ist nichts von den erhobenen Beschuldigungen festgestellt, als daß in Stehbierhallen Kriminalbeamte mit Haarmann zusammen getrunken haben. Die Untersuchung wird das weitere ergeben Gegen Haarmann war schon im Jahre 1918 im Zusammenhang mit Vermißtenanzeigen eine Untersuchung eingeleitet, bie aber megen Mangels an Beweisen eingestellt werden mußte. Auch bei einem Mietstreit im Jahre 1922 hat sich entgegen anderen Behauptungen nichts ergeben, was auf verbrecherische Neigungen Haarmanns hätte schließen lassen. Die ferner im Jahre 1922 vorgenommenen Vernehmungen und Haussuchungen anläßlich einer Anzeige wegen verdächtiger Klopfgeräusche in Haarmanns Wohnung ergaben ebenfalls nichts Belastendes. Im Jahre 1923 von zwei Mädchen der Polizei übermitteltes verdächtiges Fleisch ist vom Gerichtsarzt als einwandfreies Schweinefleisch festgestellt worden. Die Ueberführung Haarmanns ermöglichte schließlich der Fall Wigel. Bei der Bermißtenmeldung des jungen Bigel wurde von den Angehörigen nichts weiter angegeben, als daß Wizel mit seinem Freund Kahlmeyer zusammengewesen sei. Nachträglich ist festgeftellt worden, daß der junge Bigel schon lange Beziehungen zu Haarmann hatte, daß aber auch sein Bruder davon wußte und daran teilnahm. Davon ist bei der Vermißtenmeldung nichts er= wähnt worden. Die Aufdeckung wäre sonst vielleicht schon früher Soft Steppe refer möglich gewesen. Haarmann zurechnungsfähig. einem Teil der Presse ist unter Berufung auf angebliche AeußerunBom hannoverschen Polizeipräsidenten wird mitgeteilt: In gen eines befannten Jrrenarztes mitgeteilt worden, daß der Massenmörder Haarmann noch vor etwa fünf Jahren in einer der Irrenanstalten Langenhausen oder Hildesheim beobachtet und für gemeingefährlich geiftestrant erklärt worden fei. Diese Nachricht ist unzutreffend und beruht anscheinend auf Verwechslung oder Mißverständnis. Von den Leitern der beiden Anstalten ist festge= stellt worden, daß sich Haarmann feit 1897 nicht in einer der ge rannten Irrenanstalten aufgehalten hat. Richtig ist vielmehr, daß Haarmann in den zahlreichen, in den letzten zwei Jahrzehnten gegen ihn geführten Strafverfahren als strafzurechnungsfähig behandelt worden ist. Neue Autoreforde. Der englische Automobilfahrer Eldwidge hat auf der Straße Arpajon- Etampes drei Weltretorde geschlagen, und zwar den Beltrekord über einen Kilometer und über eine Meile mit fliegendem sowie über einen Kilometer mit ruhendem Start. Er hat für die drei Wettbewerbe folgende Stundengeschwin digkeiten aufgestellt: 234,986 Rilometer, 234,794 Rilo. gendem Start legte er in 168/10 Gefunden zurüd, die Meile in meter und 137,562 Rilometer. Den Kilometer mit flie24,675 Sefunden und den Rilometer mit ruhendem Start in 26,17 Gefunden. wird gemeldet, daß in dem benachbarten Dorf Gräpel zmei Zwei Wohnhäuser und 7 Scheunen niedergebrannt. Aus Stade Wohnhäuser und sieben Scheunen durch ein Großfeuer vernichtet wurden. Infolge Wassermangels und da die meisten Einwohner auf den Feldern tätig waren, konnte der Brand bei startem Winde schnell an Ausdehnung ge winnen. Ein starkes Erdbeben registriert. Freitag abend wurde von den Apparaten ber hiesigen Hauptstation für Erdbebenforschung wieder ein außergewöhnliches Erdbeben in etwa 180 webs? Wollstensmadastrohad 15 STALOST TIEFURT namens Start wurde verhaftet. 209( 13 noms Arbeitersport. 3 Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Dienstag, 8 Uhr, Bankstr. 18: Ausscheibung und Sauptprobe der Vereinstiegen für Männer und Jugendliche zum Kreisfeft. Alle Teilnehmer müssen zur Stelle fein. Die Probe der Bereinsriegen der Turnerinnen findet nicht in der Pantstraße, sondern Montag, 8 Uhr, Rigaer Str. 8, statt. Rinderabteilungen: Generalprobe zum Vereinsturnen am Donnerstag, 6% Uhr, Rigaer Str. 8., Fichte- Blas in Treptow, Eichbuschallee, eine furze Besprechung statt. Abends 8½ Uhr Treffpunkt. Tagesordnung: Freiltbungen, gemeinsame Fahrt usw. Surtig. Teilnehmer nach Karlsbad. Am Mittwoch, den 16. d. W., findet auf dem Arbeiter Turn- und Sportbund, 1. Kreis. Die Abholung der Festschriften und Feftabzeichen zum Kreisturnfest in Spandau erfolgt für alle Groß- Berliner Vereine am Montag und Mittwoch in der Geschäftsstelle, Köpenicker Str. 108, Berliner Arbeiter- Schachklub, Abt. Pankow. Am Dienstag, den 15. Juli, abends 8 Uhr, im Lokal C. Fuhrmann, Floraftr. 5-6, Vortrag von G. Buchmann über Problemkunst". Gäste willkommen. Eintritt frei. Gewerkschafts- Zelfung Organ des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes Redakteur: Paul Umbreit Unterrichtet wöchentlich über die Ereignisse in der Gewerkschaftsbewegung in Deutschland und im Auslande. Sie ist als Fortsetzung des Korrespondenzblatt des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes", die Zeitung der Gewerkschafter und der Sozialpolltiker. Kein Arbeiter oder Angestellter sollte versäumen, neben der Zeitung seines Verbandes umgehend das Abonnement bei seinem Postamt aufzugeben Preis monatlich 40 Pfennige Probenummern stehen kostenlos zura Verfügung und sind anzufordern bei der Verlagsgesellschaft des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, Berlin S14, Inselstraße 6 finansdo ETT 811071 JOE LOE 24 cinis 001881-1989s WS lis- attilasuQ SCHLOSS TIEFURT ZIGARETTE Der Name: Hohe Kultur Das Erzeugnis: Höchste Kultur WITTUM mit Gold 51 EDLE VON TIEFURT ohne mundst: Handarbeit 203 1785 mit Gold 10 SAISON- VERKAUF Große Preisherabsetzung. v. 1.- 21. Juli Viele Gelegenheitsposten. U. a., von den vielen Artikeln in fast allen Abteilungen: ca. 3000 Stück Damen- u. Kinder- Kleidung a. aus neuartigen Wasch- und Stickereistoffen, u. a. bedruckt Rohseide, früher bis 96 M, jetzt Ein Posten Damen- Kleider Baumwoll- Massets, Serfe I a. II such Frotté Ein Posten Eleg. Sommerkleider Ein Posten Eleg. Nachmittagskleider Ein Posten Hocheleg. 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Seit Kriegsbeginn hat ja in Deutschland die Zollpolitik überhaupt aufgehört, eine Rolle zu spielen. Nach dem Kriege, deffen Beendigung durch das Versailler Diktat der deutschen Handelspolitik große Beschränkungen aufzwang, war die Bollpolitit ebenfalls von ganz untergeordneter Bedeutung. Jezt rückt die Zeit näher, wo Deutschland wieder Herr seiner Grenzen zu werden hoffen kann. Die meist begünstigungstlaufel des Friedensbittats, die dem deutschen Volke alle Freiheit im Abschluß von Handelsverträgen nahm, fällt am 10. Januar fommenden Jahres. Die Ausschaltung ganzer großer Wirtschaftsteile, des Ruhrgebiets und des Rheinlandes aus der deutschen Zofleinheit wird mit der Annahme der Dawes Gutachtens entsprechend den darin enthaltenen ausdrücklichen Zusicherungen aufhören. So geht das Behelfsfyftem der deutschen Zollpolitik, das System der Einfuhrverbote und polizei lichen Beeinflussungen des Außenhandels, mit dem man sich durch Kriegs- und Balutanot wenigstens zu einer gewiffen Selbständigkeit mühsam durchgerungen bat, seinem Ende entgegen. An feine Stelle tritt wieder das für die äußere Handelspolitit elastischer zu hand habende, in den großen Rulhn- und Industrieftaaten faft allgemein angewandte System der Einfuhraölle. Deutschland, deffen Letzter Zolltarif im Jahre 1902 unter Bergewaltigung ber Reichs tagsgeschäftsordnung fertiggestellt wurde, rüstet jetzt zu einer Neugestaltung des Tarifs, innerhalb dessen die Festsetzung der Agrarzölle nur einen Teil, wenn auch einen wichtigen Teil und geradezu einen Edpfeller des Zollschrankensystems vorsteht. Finanzzölle und Schutzölle. Gemeinhin unterfchelbet bie Wirtschaftswissenschaft zwischen Zöllen, die nichts anderes als Berbrauchsabgaben vorstellen und Dem Staate regelmäßige Einnahmen bringen sollen, und solchen, die bestimmte wirtschaftspolitische Swede anstreben. Erstere find die Finanz, lettere die Schußzölle. Diese Unterscheidung der Theorie it, wie fpäter noch mehr zu beleuchten sein wird, feineswegs in jedem Falle ftichhaltig. Biel zu sehr sind alle Glieder des Wirtschaftsorganismus von einander abhängig, als daß eine solche begriffliche Trennung nicht tausendfach die Praxis durchkreuzte. Wirft schon jede Preiserhöhung einer Ware auf andere Produktions- und Abfahgebiete über, so muß auch die Zollbefaftung eines Probuftes und die damit verbundene Breissteigerung auf die übrige Wirtschaft weiter mirten und dort Folgen zeitigen, die sich oft von vornherein gar nicht übersehen loffen. Immerhin bedeutet die Scheidung von Finanz- und Schugzoll mehr als ein Spiel mit Begriffen, fie tennzeichnet vielmehr eine grundsäglich verschiedene Einstellung zur Zoll. frage überhaupt. Sonntag, 13. Juli 1924 treter in den Barlamenten feien, darauf zu bringen, daß die Finanz-| fentung om Bettmarti, sondern auch durch eine stärkere Sentung zölle ebenso wie die Verbrauchssteuern auf ein möglichst nied riges Maß gebracht werden, und daß durch die Ausgestaltung des Systems ber diretten Steuern die Sicherheiten unnötig werden, die das Dawes- Gutachten auf diesem Gebiete vorsteht. Schutzölnerische Wirkungen der Finanzzölle. Darüber hinaus wird auch eine scharfe Prüfung und eine Be= reinigung der Finanzzölle notwendig werden, die, wie reinigung der Finanzzölle notwendig werden, die, wie fchon erwähnt, oft in Schutzölle übergehen. Das alte System, das jest wieder aufgefrischt werden soll, hat an vielen Stellen bewußt diesen Umstand ausgenußt. So hat man den Boll auf Kaffee mit diesen Umstand ausgenuht. So hat man den Zoll auf Kaffee mit Abficht derart gestaltet, daß eine besondere Begünstigung der deutAbsicht derart gestaltet, daß eine besondere Begünstigung der deutfchen Kaffeeröstereien zum Schaden des Verbrauchers erfolgte. Aehnliche Bestrebungen sind auch jetzt im Gange. So propogierte fürzlich eine Gruppe von Schotolaben- und Konfitürenfabrikanten die Erhöhung der Finanzzölle auf- Süd= früchte? Verwundert fragt man zunächst, was Schokolade und Apfelfinen miteinander zu tun haben. Der Sinn wird aber fofort llar, wenn man erkennt, daß die deutsche Schokoladenindustrie, die nach dem Kriege über die Wirkungen der Inflationszeit gewaltig angewachsen ist, in dem Genuß von Südfrüchten eine Ronturrenz mit der deutschen Süßigkeitenindustrie sieht. Man verlangt also auf Südfrüchte einen hohen Zoll. An sich wäre dieser Zoll ein Finanzzoll, da Südfrüchte in Deutschland höchstens mit Hilfe von Treibhäusern, also viel zu teuer und ohne jede Möglichkeit einer Ronkurrenz mit den Einfuhrländern erzeugt werden könnten. Bis zu einem gewissen Grade tommt der Zoll auf Südfrüchte ohnehin einer Begünstigung des deutschen Obstbaues gleich, die aber nidyt ins Gewicht fällt, folange die Südfrüchte nicht allzu hoch vetzollt und für die Massen erschwinglich bleiben. Die Schokoladen industriellen aber wollen dem Bolle die Südfrüchte abgewöhnen, um fo ohne wesentliche Herabsehung ihrer eigenen Preise das Bolt daran gewöhnen zu fönnen, daß es bie Schokolade den Bananan und Apfelsinen vorzieht Sie wollen affo den hohen Finanzzoll auf ihre Konturrenzwaren, um damit die fuzzolinerife Birtung für ihre eigenen Produkte zu erzielen. Aehnliche Wirkungen haben Zölle auf Reis für den Abfah deutscher Agrarprodukte. So greifen Schuh- und Finanzzölle ineinander über. Man wird in jedem einzelnen Fall die bestehenden oder vorgeschlagenen Finanzzolle auf ihre produktionspolitischen oder vorgeschlagenen Finanzzölle auf ihre produktionspolitischen Auswirkungen nach zu prüfen und dabei festzustellen haben, wieweit sich diese mit den allgemeinen Erfordernissen der Wirt fchaftspolitik decken. Zölle auf Luxuswaren. 1 Es gibt eine Reihe von Finanzzöllen, die in ihrer ganzen Art darauf zugeschnitten sind, den Verbrauch ausländischer Waren einzuschränken, und es gibt unter ihnen manche, deren verbrauchs befchränkende Wirkung der deutschen Arbeiterschaft sogar er. Verarmung mit den volkswirtschaftlichen Mitteln haushalten müssen. münscht sein muß, solange wir in diese Zeit der allgemeinen Erscheint es uns zum mindesten untunlich, den Verbrauch der in jebem Stulturftaat als selbstverständlich geltenden Südfrüchte durch Bollschranken herabzumindern auch Feinde der auswärtigen Handelspolitik spielen da mit so ist doch nicht einzusehen, warum die Einfuhr toftspieliger Luguswaren volltommen frei fein foll, solange mit einer Knappheit an Devisen und mit großen Verpflichtungen an das Ausland zu rechnen ist. Zölle, die den Verbrauch von Datteln in Luguspadungen erschweren sollen, wurden kürzlich im Volkswirtschaftlichen Ausschuß des Reichstages von dem Vertreter der Sozialdemokratie mit Recht unterstübt. Es handelt sich dabei um Leckereien, die für den Massenverbrauch wegen ihres hohen Preises nicht in Betracht kommen und die höchstens von einer ganz dünnen Oberschicht des deutschen Volkes deutschen Handelsbilanz; das dafür ausgegebene Geld getauft werden. Ihre Einfuhr bedeutet eine Belastung der Bann bei der Deckung des Bedarfes lebenswichtiger Auslands. waren gerade dann fehlen, wenn es dringend gebraucht wird. Genau so, wie man den Luxusaufwand der besitzenden Kreise durch Lurussteuern und direkte Vermögenssteuern zu erfaffen fucht, fo wird man auch derartigen unnützen, ja volkswirtschaftlich schädlichen Uebertonfum ausländischer Luxuswaren mit der 3ollschraube entgegenwirken müssen, nachdem die Einfuhrverbote nicht mehr in gleichem Maße wie früher dazu in Betracht kommen. Wer französischen Seft und andere Luruswaren schlemmen will, wird eben zur Förderung der Staatseinnahmen und damit zur Linderung bes auf den breiten Maffen liegenden Steuerdruces auch beitragen müssen. Diese Forderung liegt im Intereffe der Arbeiter schaft. Ihre fonfequente Durchführung freilich findet ihre Grenze da, wo sich die deutschen Wirtschaftsinteressen mit denen anderer Länder schneiden, zu denen wir gute Handelsbeziehungen zu unter halten wünschen. Das wird im besonderen bei der Würdigung der auswärtigen Handelspolitik, die bei der Behandlung der Bollfrage wichtig ist, noch näher darzulegen sein. Finanzzölle, die ohne die Absicht produktionspolitischer Birfungen erlassen und lediglich als Einnahmequellen für das Reich gedacht sind, werden im allgemeinen auf Produkte gelegt, die im eigenen Lande nicht erzeugt werden können. Wenn Kakao, Kaffee, Apfelfinen, Tee usw. mit einem Zoll belegt werden, so bedeutet das nichts anderes als eine indirette Steuer, die von den Konfumenten folcher Waren zu zahlen ist. Der Finanzzoll fann zur Notwendigkeit werden, wenn auf einer bestimmten, im Inland her gestellten Ware eine Verbrauchsabgabe liegt. Bird jetzt nämlich die gleiche Ware, wenn sie aus dem Ausland kommt, nicht mit einem der inländischen Besteuerung entsprechenden Zollsag belegt, fo zieht gerade die Unterlassung der Verzollung eine wirtschaftliche Wirkung nach sich, die nämlich, daß die Einfuhr gegen über der Inlandsproduktion begünstigt wird. Man nennt folche Zölle, die eine Belaftung der inländischen Besteuerung bei der Einfuhr bestimmter Baren ausgleichen soll, Ausgleichszölle. Ob und wann ein solcher Ausgleichszoll notwendig ist, ist in der Regel schwer zu entscheiden. Am einfachsten liegt die Sache noch bei folchen Waren; deren inländische Sonderbelastung wie bei Bier, Zabalfabrikaten, Branntwein verhältnismäßig leicht zu ermitteln ist. Anders ist es schon, wenn allgemeine Verbrauchsab gaben auch in den Böllen zum Ausdrud kommen sollen. Man fennt z. B. die Sonderbelastung, die die einzelnen waren im Laufe ihrer Verarbeitung durch Umsatzsteuer erfahren, in den wenigsten Fällen genau. Und wenn zur Beit viele Industrien und die Landwirtschaft ganz allgemein unter Hinweis auf die hohen Steuern" einen Bollschutz fordern, so fommt darin oft ganz unverhohlen der Wunsch zum Ausdrud, alle, auch die direkten Einfommens- und Vermögenssteuern, auf die erhalten braucher abzuwälzen und zwar mit Hilfe der burch die Bollerhöhung bedingten Breissteigerung. Man sieht, daß der Ausgleichszoll in der Bragis ein vortreffliches Mittel ist, besondere Bergünsti. gungen in der Preisbildung am Inlandsmarkt zu erreichen. Diese aber, nämlich die Zölle zur Begünstigung einzelner Gewerbezweige vor der ausländischen Konkurrenz, sind ihrem wahren Charakter nach Schutzölle. Zölle und indirekte Steuern. So verwischen fich die Grenzen zwischen Finanz- und Schußzzoll, Ganz abzulehnen find Finanzzölle nicht, folange man die indiref ten Steuern nicht abschaffen kann. Die Sozialdemokratie hat in und nach dem Kriege unter dem Druck der entfehlichen Finanznot des Staates der Einführung und Erhöhung von Berbrauchssteuern zustimmen müssen. Indirekte Steuern und Zölle find weiter auch im Dawes- Bericht als Sicherungen der Reparationszahlungen enthalten. Man wird sie also mit einer Ablehnung vorläufig nicht aus der Welt schaffen können. Soweit Zölle hier in Betracht kommen, fann es sich also nur um Finanzzölle handeln, die dem Staate Einnahmen bieten, nicht um Schußzölle, die ohne Rücksicht auf ihren Ertrag für den Staat festgesetzt und nur wirtschaftspolttischen Zwecken dienen. Es wird eine hervorragende Aufgabe unferer BerDie Zölle auf Lurusartikel spielen im Gesamtsystem der Zollpolitik auch nur eine untergeordnete Rolle. Ihr Beispiel wurde nur angeführt, um zu zeigen, daß die Stellung der Sozialdemokratie zu den einzelnen Bollarten verschieden sein muß. Als ihre Aufgabe wird die Sozialdemokratie es immer ansehen, die auf den breiten Massen ruhenden und fie besonders schwer treffen den Abgaben, zu denen auch die 8ölle gehören, so niedrig als möglich zu halten. Das übereilte Schutzollprogramm der Regierung. Schon die bisherigen furzen Hinweise haben ergeben, daß zwischen den einzelnen Zöllen untereinander ein organischer Zufammenhang besteht, ja baß auch zwischen Zöllen und sonstiger Be steuerung des inländischen Berbrauches eine gewiffe Abhängigteit zu verzeichnen ist. Aber nicht allein das: auch die Eisenbahntarifpolitit spielt für die Gestaltung der Zölle eine ent scheidende Rolle. Wurde doch beispielsweise die Agrarkrise am Ausgang der fiebziger Jahre, die der ersten Schutzollvorlage des deutschen Kaiserreiches nach vierzehnjähriger Zollfreiheit zum Siege die Begründung lieferte, nicht nur herbeigeführt durch die PreisMASSARY ROAL 5.√8 L der russischen Eisenbahntarife. Hohe Eisenbahntarife tönnen, wenn die Frachtlage eines Unternehmens ungünstig ist, die Borteile des Schutzolles für die betreffenden Industrievorkommen aufheben. In der Tat war das Tarifsystem des kaiserlichen Deutschland in hohem Grade den Grundsähen ihrer Schutzollpolitik ange paßt, ebenso wie der Schutzzoll für Industrie und Landwirtschaft eine Exportprämie brachte, wurde auch der Eisenbahntarif in hohem Maße zur Begünstigung des Exportes auf Kosten des inneren Verbrauches ausgestaltet. Nun sind der deutschen Volkswirtschaft in einem Punkte durch das Dawes- Gutachten wesentliche Beschränkungen auferlegt. Die Berzinsung der Eisenbahnfchuld macht auf die Dauer hohe Eisenbahntarife erforderlich, wenn sie nicht durch künstliche Niedrighaltung der Löhne und Gehälter der Eisenbahnbeamten aufgebracht werden soll, was nach dem Hauptteil des Sachverständigenberichts zu vermeiden ist. Allein die Wechselwirkungen zwischen den neuen Eisenbahntarifen, die dann erforderlich werden und den Notwendigkeiten der Zollpolitik hätten der Regierung Beranlassung geben müssen, ein Bollprogramm auszuarbeiten, das die ganzen Probleme umfaßte und einheitlich zur Diskussion geftellt werden fonnte. Statt deffen platzte wie ein Blth aus heiterem Himmel die Mitteilung, daß man die Agrarschutzölle übrigen auch nur angedeutet worden wären. Man fragt fich ver wieder aufnehmen wolle, ohne daß die zollpofitischen Fragen im gebens, wie man mit solcher Leichtfertigkeit ein so tief in die Bolts wirtschaft eingreifendes Problem behandeln fonnte. Bollte man schon eine Schuhgollpolitit machen, jo mußte fie schon tonfequent muß. Statt dessen hat man aus lauter Liebedienerei vor den fein. Das ist das Mindeste, was man von der Regierung verlangen Deutschnationalen und Agrariern die Frage der Agrarzölle aus dem Zusammenhang herausgeriffen. Wozu haben wir ein Wirtschaftsministerium, das doch die Intereffen der Gesamtwirtschaft gegeneinander abzuwägen hat? Die Wirkungen. leber die voraussichtlichen Wirkungen der Agrarschußzölle auf den Berbrauch wurde hier schon Näheres gefagt. Die wichtigsten Argumente, die gegen die Agrarzölle sprechen, wurden foeben von dem Außenhandelsverband in einer Entschließung zusammengefaßt, die wörtlich folgendermaßen lautet: Am 15. Just foll der Bolkswirtschaftliche Ausschuß des Reichswirtschaftsrats über den vom Reichsminister der Finanzen unter Mitwirkung des Reichswirtschaftsministers und Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft ausgearbeiteten Entwurf eines Gesetzes über Zölle und Umsatzsteuer beraten. So sehr der Außenhandelsverband die gegenwärtige Notlage der Landwirtschaft anerkennt, fo schwere Bedenten find gegen die angekündigte Wiedereinführung von Agrarzöllen zu erheben. Der Außenhandelsverband ist der Ansicht, daß bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage eine Erhöhung der Agrarzölle der Landwirtschaft teinen Juhen bringen kann, dagegen die deutsche Ausfuhr und damit die Sanierung der deutschen der Ausfluß der allgemeinen deutschen Wirtschaftskrise; sie kann Wirtschaft schwer gefährdet. Die deutsche Agrartrife ist ein Teil und nicht unabhängig von dieser und auf Kosten anderer Zweige des deutschen Wirtschaftslebens, sondern nur mit ihr gemeinsam behoben werden. Das Mittel der Agrarzölle erweist sich dazu als ungeeignet. Es führt lediglich zur Steigerung der Grundrente des Großgrundbefizes und des größeren Mittelbefizes. Es wächt die Kauf-\ kraft für die spezifischen Erzeugnisse der Klein. und fleineren Mittelbetriebe und führt zu deren Auffaugung und zur Entoölferung des platten Candes. Die verteuernde Wirkung von Agrarzöllen erhöht die Produktionskosten von Industrie, Handel und Handwerk und lähmt damit die Ausfuhr, während gleichzeitig die Aufnahmefähigkeit des inneren Marttes für deren Ware zurüdgeht. Die Folge ist wachsende Arbeitslosigkeit und verminderte Steuerfraft. Die verteuerte Lebenshaltung nötigt den Staat, feine Delegierten Verwaltungen und die öffentlichen Betriebe zur Erhöhung der Gehälter und Löhne, während die vermehrten Zolleinnahmen aur den Reparationsgläubigern zugute kommen und die innere Steuerfraft abnimmt. Die finanzielle Auswirkung der Zölle ist daher verderblich. Die Gewährung von Sonderporteilen an den durch die Entschuldung ohnehin auf Kosten anderer Boltsteile begünstigten landwirtschaftlichen Grundbesitz führt zur Erbitterung der konsumierenden Bevölkerung gegen die Landwirtschaft und zu gefährlichen inneren Gegenfäßen. Der Abschluß günstiger Handelsverträge, die unser Wirtschaftsleben notwendig braucht, wird durch die Agrarzölle erschwert. Aus allen diesen Erwägungen muß der Außenhandelsverband gegen die Erhöhung der Agrarzölle Protest erheben. Eine eingehende Dentschrift, die diese Gesichtspunkte näher begründet, ist ausgearbeitet, bereits im Druck und geht in diesen Tagen den zuständigen Stellen zu. So ftellt fich die Wirkung der Milliardenlaft, die mit den Agrarfchutzöllen dem deutschen Volke zugemutet werden soll, nach bürgerlichem Urteil für die gesamte Bolkswirtschaft darGrund genug für die Arbeiterschaft, die als erste das Opfer der verfehlten Agrarpolitik der Reichsregierung werden muß, mit aller Energie gegen die geplanten Schutzölle anzufämpfen! Ein merkwürdiger Ausgleich. Umfagstenermäßigung für Handel und Produzenten. Die Regierung hat ihre Zollvorlage mit der Ermäßigung der Umsatzsteuer von 2% auf 2 Broz. verknüpft. Sie sucht den Einbrud zu erwecken, als ob diese Ermäßigung der Umfassteuer eine Entlastung für die Verbraucher, und damit einen wenn auch ungenügenden Ausgleich für die Belastung der Verbraucher durch bie neuen Lebensmittelzölle darstelle. Diese Behauptung ist eine Irreführung der Deffentlichkeit. Die Umsatzsteuer war in der Inflationszeit ohne weiteres auf die Verbraucher abzuwälzen, solange die deutsche Produktion infolge der Balutablockade ein unbegrenztes Preismonopol auf dem EINE ZIGARETTE VON RANG inneren Markte hatte. Nachdem aber das deutsche Preisniveau die • Weltmarttspreise erreicht und überschritten hat, ist das Preis monopol der deutschen Erzeugung und des Handels durchbrochen. Würde die Umsatzsteuer in voller Höhe auf die Verbraucher abgewälzt werden, so würden die Preise so erheblich über die Weltmarktspreise steigen, daß der Absatz darunter leiden müßte. Unter diesen Umständen wird die Umsatzsteuer zu einer Steuer, die zu cinem erheblichen Teile nicht von den Verbrauchern, sondern vom Handel und den Produzenten getragen werden müßte. Die Regierung befreit mit der Ermäßigung der Umsatzsteuer also Handel und Produktion von einer Steuerlast, die sie in Zukunft nicht mehr abwälzen könnten. Der angebliche Ausgleich zugunsten der Verbraucher ist in Wahrheit also ein Geschent für Handel und Produktion. Mit dieser Feststellung soll nichts gegen den Abbau der Umfagsteuer gesagt seines ist vielmehr sehr ernst zu prüfen, ob cine Umsatzsteuer von der jetzigen Höhe wirtschaftlich erträglich ist. Worauf es ankommt, ist die Tatsache, daß der angebliche Ausgleich für die Verbraucher ein Ausgleich ist, sondern ein Geschent für Handel und Produktion. Die Regierung wird sich deshalb zum Vorwurf der Unsachlichkeit und Unfähigkeit bei ihren Zollplänen noch den Vorwurf der Unehrlichkeit gefallen lassen müssen. Zollkampf in Desterreich. Das Organ des Zentrums, die„ Germania", hat bisher über die Zollvorlage der Regierung und ihre Wirkung geschwiegen. Gestern veröffentlicht sie nun einen Artikel über den Kampf um den Zolltarif in Desterreich. In diesem Artikel heißt es: Die am heißesten umstrittenen Positionen des Tarifes find die Zölle für Lebensmittel und namentlich für Getreide. Sie bedeuten eine Berteuerung in der Lebens ührung der mittleren und unteren Klassen, hier greifen die Zölle am sichtbarsten in einer für jedermann deutlich erkennbaren Weise in das wirtschaftliche Leben ein." Die Wirkung der deutschen Zollvorlage auf die Lebensführung der mittleren und unteren Klassen ist die gleiche wie in Defterreich: der Hochschutzzoll bedeutet eine Belastung der Massen. Es ist immer hin wertvoll, daß die„ Germania" diese Wirkungen am öfterreichischen Beispiel unterscheidet. mitteld... Amtlich festgesetzte Preise an der Produktenbörse. Getreide und Oelsaaten per 1000 kg, sonst per 100 kg in Goldmark. 12. 7. 12. 7. Weizen, märk. 8,70 9,10-9,20 230-290 310 19,00-20,00 13,00-15,00 Roggen, märk. 10. 7. 8,60 8,70-8,90 30 280-290 19,00-20,00 13. 0-15,00 10.7. 150-156 141-146 Weizenkleie, 134-142 129-137 - pomm. fr. Bln. Roggenkleie, fr. Bln. westpr. Raps Gerste, Futter. 136-145 130-138 Leinsaat Sommerg. 146-158 141-154 Victor Erbs.. Hafer, märk. 131-142 126-137 KI Speiseerbs. pomm. = Futtererbsen, 12,00-13.10 12,0-1,0 Peluschken.. 12,00-13,00 12,00-13,00 Ackerbohnen 12,00-13,00 12,00-13,00 Wicken 11,00-14,00 12,00-13,00 Lupinen, blau 9,00-10,00 14,00-16,00 westpr. Mais, loco Bln. Wagg. fr.Hbg. Weizenmehlp. 100 kg. fr. Bln. br. incl. Sack feinst. Mark) über Notiz) Roggenmehl. per 100 kg fr.. Bln. br. incl. Sack... II I Lupinen gelbe Serradella Rapskuchen 9,80-10,00 18,00-19,00 Trockschnitz. 7,80 vw. Zuckschn. 17,00-17,50 Torfmel 30/70 20, 22,50 19,00-21,75 Kartoff lock.. 22,00-24,75 21,25-24,00 Leinkuchen * 9,00-10,00 13,50-14,50 9.81-10,00 18,00-19,00 7,60-7,50 16,50-17,00 19,20 19,00-20,00 Seit Mittwoch find infolge der. Ankündigung der Getreidezölle und der Freigabe der Ausfuhr für Getreide die Preise für Weizen um 11, die für Roggen um 8 M. und in geringerem Maße auch die Preise für Gerfte und Hafer gestiegen. Die Preise für Weizenmehl und für Roggenmehl machten die Aufwärtsbewegung nur langsam mit. Nach der flauen Haltung des deutschen Getreidemarktes bedeuten die Preissteigerungen für Brotgetreide in letzter Zeit sogar eine ganz außerordentliche Teuerung, die früher oder später auf den Brotpreis zurückwirken muß. Es ist dies aber erst der Beginn einer Hausse, die in verschärftem Tempo noch zunehmen würde, wenn die Zollvorlage der Reichsregierung zum Gesez würde. Die Arbeiterschaft tann daran ermessen, wie verheerend die Folgen sein müssen, die ihr von einer Schutzzollpolitik der Reichsregierung und der Rechtsparteien drohen. Keise und Arbeitsmarkt. In der zweiten Hälfte des Monats Juni ist im unbesetzten Gebiet die Zahl der Bollerwerbslojen von 213 000 auf 241 000, d. 5. um 13 Proz. gestiegen. Die Zahl der Zuschlags empfänger unterstügungsberechtigte Angehörige Bollerwerbs, Iofer im unbesetzten Gebiet hat im gleichen Zeitraum von 269000 auf 298 000, also um 8,5 Proz. zugenommen. Für das unbefeßte Gebiet liegen die abschließenden Ziffern noch nicht vor. Gewerkschaftsbewegung Der DBB. zur unehelichen Mutterschaft. Der Deutsche Beamtenbund hat an die Reichstagsfraktion der SPD. folgendes Schreiben gerichtet: " Unter dem 28. Mai 1924 haben die Reichstagsabgeordneten Müller( Franken) und Genossen dem Reichstag folgenden Antrag vorgelegt( Reichstagsdrucksache Nr. 76): " Der Reichstag wolle beschließen, die Reichsregierung zu ersuchen, einen Gesetzentwurf folgenden Wortlauts einzubringen: Dem§ 72 des Reichsbeamtengesetzes vom 31. März 1873 ( RGBI. S. 61) wird folgender Satz hinzugefügt: Die Tatsache der unehelichen Mutterschaft bildet allein teinen Grund zur Einleitung disziplinarer Maßnahmen." Ohne zu der grundsätzlichen Frage der unehelichen Mutterschaft des weiblichen Beamten Stellung zu nehmen, bitten wir aus den nachstehend aufgeführten Gründen für die Ablehnung des Antrages einzutreten. Es widerspricht dem Wesen des Disziplinarrechts, einzelne Fälle, die ein Dienstvergehen enthalten oder nicht oder nicht allein darstellen, fafuistisch aufzuführen und so den Disziplinarrichter, der allein über das Borliegen eines Dienstvergehens( Verlegung der durch§ 10 RBG. auferlegten Pflichten) unter gerechter Würdigung aller Tatumstände allein nach freiem Ermessen entscheiden soll, von vornherein zu binden. Bisher haben es deshalb mit vollem Recht alle Disziplinargeſetze vermieden, diesen Weg einzuschlagen. Wir glauben, daß auch die Reichsgesetzgebung sich einer Verlegung dieses Grundsatzes enthalten sollte und bitten daher die Fraktion der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, die Vorlage abzulehnen." Wir müssen gestehen, daß uns dieses Schreiben des DBB. in großes Erstaunen verfeht hat. Bisher war uns nur bekannt geworden, daß die größten dem DBB. angeschlossenen Verbände mit allem Nachdruck die endliche Beseitigung jenes berüchtigten§ 10 des RBG. verlangten, der mit seiner kautschukartigen Formulierung der den Beamten obliegenden Pflichten jeden unbequemen Beamten der Willkür seiner Vorgesetzten preisgab. Immer wieder ist von den breiten Massen der Beamten gefordert worden, daß im neuen Reichsbeamtengesez ganz fonkret die Fälle festgelegt werden, durch die der Beamte jenen Grundsah verletzt, der in dem§ 10 folgende schöne Fassung gefunden hat: ,, Jeder Reichsbeamte hat.. durch sein Verhalten in und außer dem Amte der Achtung, die fein Beruf erfordert, sich würdig zu zeigen." Aus dem Schreiben des DBB. müssen wir mun feststellen, daß er mit dieser Fassung einverstanden ist und offenbar seine Uebernahme in das neue Beamtengesetz anstrebt. Der Vorstand des Afa.- Bundes ist an demselben Tage noch mals zusammengetreten und teilt mit, daß die freigewerkschaftlichen Angestelltenverbände auf keinen Fall an ungeseglichen Wahlen teilnehmen werden. Schiedsspruch für die Gemeindearbeiter. Nachdem bei den Berhandlungen am Donnerstag der Magiftrat Berlin abgelehnt hatte, tagte gestern die tarifliche Bezirksstelle. Nach jede Lohnerhöhung für die Arbeiter der Kämmereibetriebe der Stadt langen Berhandlungen wurde ein Schiedsspruch verkündet, der eine Erhöhung der Stundenlöhne von 4 Pf. den Ungelernten, Angelernten und Handwerkern, von 5 Pf. den qualifizierten Handwerfern, von 3 Pf. den ungelernten und angelernten Arbeiterinnen, von 4 Pf. den qualifizierten Arbeiterinnen zusprach. Die Stundenlöhne betragen demnach ab 1. Juli für ungelernte Arbeiter 47 Pf., für Angelernte 52 Pf., für Handwerker 61 Pf., für qualifizierte Handwerker 67 Pf., für ungelernte Arbeiterinnen 36 Pf., für angelernte 39 Pf., für qualifizierte 46 Pf. Die Frauen- und Kinderbeihilfe mit je 3 Pf. für die Stunde bleibt wie bisher. Die Säke für Jugendliche und Mindererwerbsfähige werden prozentual erhöht. Alle übrigen Bestimmungen des Lohntarifs bleiben bestehen. Die Parteien haben sich bis Donnerstag, den 17. Juli, zu erklären. " Zur Lohnbewegung bei der Hochbahn. Die Lohnbewegung des Hochbahnerpersonals hat, wie wir ers fahren, ihr Ende gefunden, nachdem auch die Direktion der Hochbahngesellschaft dem vor dem Schlichtungsausschuß zustandegekommenen ohnabfommen augestimmt haben. Abwehrstreik in der Herrenkonfektion. Die Arbeiter der Firma A. Spider. Leipziger Str. 43/44, Ede Markgrafenstraße, Herrenkonfektion, befinden sich seit 2. Juli 1924 in einem Abwehrstreit. Die Firma will die bisherige Bezahlung nicht mehr leisten. Das würde bedeuten, daß unsere Sollegen in Bulunft für die gleiche Leistung ganz wesentlich billiger arbeiten sollen. Das ist von der gesamten Kollegenschaft abgelehnt worden. Die Mitglieder des Deutschen Bekleidungsarbeiter- Verbandes werden daher ersucht, bei Arbeitsangebot die Firma A. Spider zu meiden und Solidarität zu üben! im Streit. Zuzug nach dorthin ist fernzuhalten. Die Chemnitzer Heizungsmonteure und Kupferschmiede stehen Achtung, Baudelegierte! Mittwoch nachmitag 5 Uhr in den Residenz- Feft fälen, Landsberger Gir. 31, Baudelegiertenversammlung aller im Soch-, Tiefe und Betonbaugewerbe beschäftigten Mitglieder des Baugewertsbundes. Unbe Delegiertenkarte sind am Saaleingang vorzuzeigen; ohne diese kein gutritt. Der Vereinsvorstand. dingtes und pünktliches Erscheinen eines jeden ist Pflicht. Verbandsbuch und Deutscher Bangewerksbund, Baugewerkschaft Berlin, Bezirk Charlottenburg. Am Montag, den 14. Juli, abends 7 Uhr, findet in der Schulaula, Charlottenburg, Bestalozziste. 40-41, eine Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: Stellungnahme zum Bundestag. Es ist Pflicht aller Kollegen, unbedingt zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Obmann. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe der Fliesenleger. Mittwoch abenb 7 Uhr Mitgliederversammlung im Gaal 3 des Gewerkschaftshauses. Da sehr wichtige Mitteilungen zu treffen sind, wird das Erscheinen aller Rollegen et wartet. Die Fachgruppenleitung. Fabrikarbeiter, Gruppe Chemie. Montag abend 6% Uhr im Dresdener Rafino, Dresdener Str. 96, Versammlung aller Funktionäre der chemischen Induftrie. Tagesordnung: Stellungnahme zur Arbeitszeitfrage ab 1. August 1924. Vollzähliges Erscheinen ist notwendig. Die Branchenleitung. Darüber hinaus ist der DBB. damit einverstanden, daß gegen jede Beamtin, die uneheliche Mutter wird, ein förmliches Disziplinarverfahren eingeleitet wird, von dessen Ausgang das Verbleiben der Beamtin im Dienst abhängt. Wer da weiß, was für eine infame und peinliche Inquisition an einem solchen unglücklichen Wesen durch einen höheren männlichen Borgesetzten ausgeübt wird, ist sich über den Ausgang eines solchen Disziplinarverfahrens vollständig allgemeine Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Unser achtwöchiger Streit im flaren. Dieses unmenschliche und ungerechte Borgehen gegen die beamteten unehelichen Mütter will der sozialdemokratische Antrag aus der Welt schaffen und gegen die Beteiligten feine Disziplinarmaßnahmen einleiten lassen, wenn außer der Tatsache der unehelichen Mutterschaft nichts weiter gegen fie vorliegt. Wir können also den Standpunkt des DBB. nur aufrichtig bedauern. Daß sich unsere Reichstagsfraktion in ihrem Kampf um eine gerechte Behandlung der beamteten unehelichen Mutter durch das Schreiben des DBB. nicht im mindesten beeinflussen lassen wird, versteht sich von selbst. Und dann wäre uns noch die Beantwortung einer Frage sehr interessant: Was sagen denn die parteigenössischen Beamten, die im DBB. noch in großer Zahl organisiert sind, zu der Stellungnahme ihrer Spizenorganisation und den Aussichten, die diese ihnen für das kommende Beamtenrecht eröffnet? Zu den Wahlen zur Angestelltenversicherung. Nachprüfung der Verordnung. eingehende Verhandlungen mit dem Vorstand des AfA.- Bundes Am Sonnabend, 12. Juli, fanden im Reichsarbeitsministerium über die kürzlich erlassene Verordnung zu den Wahlen in der Angestelltenversicherung statt. Der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns wohnte den Beratungen persönlich bei. Auf Grund dieser Sizung wird das Reichsarbeitsministerium in eine Nachprüfung der Berordnung eintreten. JETZT Kinder- Hausschuhe aus fest. Stoff mit Cordelsohle i. viel. 11-2490 27-301,10,25-261,00,21-24 Pf. 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Juli teilen Sie unter der Rubrit- Aus der Partei- 50 Jahre Parteifahne folgendes mit: Diese Fahne ist die einzige Bayerns vielleicht Deutschlands noch vorhanden ist. - die aus der Zeit vor dem Sozialistengesez Es dürfte Sie vielleicht interessieren, daß auch Flensburg im Besiz einer Parteifahne ist, die im Jahre 1876 eingeweiht wurde. Die Polizei beschlagnahmte bei Beginn des Sozalistengesetzes die Fahne. Ihr Aufbewahrungsort war der Boden des Rathauses. Nach dem Ende des Sozialistengesetzes gelangte sie durch Zufall" wieder in unsere Hände. Im Jahre 1926 wird also auch der Ortsverein Flensburg eine 50jährige Jubiläumsfeier seiner alten Parteifahne haben. Sozialistischer Lehrerfag. 3m Rahmen der Leipziger Kulturwoche findet am Mittwoch, den 6. August, vormittags 9 Uhr, im neuen Rathaus zu Leipzig, der 3. sozialistische Lehrertag statt mit folgender Tagesordnung: 1. Der Kampf um die Reichsschulpolitik( Ref. Genoffe Dr. Lö= menstein). 2. Gefährdung der Lehrerbildung durch die politische Reaktion( Ref. Gen. König). Der Tagung geht am 5. August eine Sigung der Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Lehrer und Lehrerinnen voran, zu der jeder Bezirk einen Delegierten em: senden muß. Der Lehrertag felbst ist durch alle Bezirke und Ortsgruppen der Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Lehrer und Lehrerinnen zu beschicken. Die Zahl der Bertreter bleibt den Gruppen selbst überlassen. Die Delegationskosten können durch Unterbringung in Brivatquartiere sehr herabgemindert werden. Die Teilnehmer am Lehrertag haben die Möglichkeit, sich an den übrigen Beranstaltungen der Kulturwoche zu beteiligen. Am Abend des Lehrertages findet eine große fünstlerische Feier in der Alberthalle zu Leipzig statt mit der Aufführung des gewaltiger großen Chorwertes„ Samson" von Händel, die den Abschluß der Kulturwoche bildet. An alle sozialistischen Behrer und Lehrerinnen ergeht die Aufforderung, für den Besuch der Kulturwoche zu agitieren und dafür zu sorgen, daß der dritte sozialistische Lehrertag zu einer starten Rundgebung der sozialistischen Lehrerschaft Deutschlands wird. Die Anmeldung der Delegierten erfolgt an den Hauptvorstand der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands, Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Wegen des Quartiers und der Teilnahme an den Veranstaltungen der Kulturwoche wende man sich an das Arbeiterbildungs- Institut, Leipzig, Braustraße 17. Groß- Berliner Parteinachrichten. 1. Kreis Mitte. Montag, den 14. Juli, abends 7 Uhr, wichtige Besprechung der Abteilungsleiter und Rafflerer mit den Kreisvorsitzenden für, Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuh bei Muß, Neue Königstr. 26, Ede Wadzeckstraße. 2. Kreis Tiergarten. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde: Dienstag, den 15. Juli, Beginn der Ferienspiele auf der Spielwiese an der Jungfernheide. Treffpunkt früh 9 Uhr Bahnhof Beuffelstraße und Kleinen Tiergarten( Kriegerdenkmal. Trinkgefäße sind mitzubringen. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Dienstag, den 15. Juli, 7 Uhr engere, 8 Uhr erweiterte Kreisvorstandsfizung bei Hoffmann, Enchener Str. 8. Die Listen der neugewählten Abteilungsleitungen und Kreisdelegierten sowie Abrednungen mitbringen. 5. Kreis Friedrichshain. Montag, den 14. Juli, abends 7 Uhr, bei Rosin, Gubener Str. 19, Sigung des Kreisvorstandes mit den Abteilungsleitern. 7. Kreis Charlottenburg. Montag, den 14. Juli, 7% Uhr, Kreismitgliederversammlung mit eingeführten Gästen im Schiller- Realgymnasium, SchillerStraße 25-27. Der Bürgerblock im Berliner und Charlottenburger Rathause." Referent Genosse Stadtv. Albert Horlig. Im Anschluß an dic Mitgliederversammlung wichtige Frattionssigung in der Aula des SchillerRealgymnasiums, Schillerstr. 25-27. 8. Areis Wilmershorf. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde: Montag, ben 14. Juli, Ausflug nach der Waldschänke, Kronprinzenallee, Ede Bidler. straße. Treffpunt nachmittags 2½ Uhr Bahnhof Schmargendorf.( Raffee fann gefocht werden.) 13. Kreis Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrabe. Rarten für das am Sonntag, den 2. Auguft, nachmittags 4 Uhr, im Gartenlokal und allen Räumen des Seebades Mariendorf als Verfassungsfeier stattfindende Sommerfest find zu haben in den Verlaufsstellen der Konsumgenossenschaft, bei den Bezirksführern und Mitgliedern der Bildungskommiffion. Morgen, Montag, den 14. Juli: 31. Abt. 7% Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Funktionärkonferenz mit den Betriebsvertrauensleuten. 39. Abt. 6 Uhr wichtige Sigung aller in der Mieterbewegung tätigen Genoffen bei Ruben, Röthener Str. 17. Aufstellung der Borschlagsliste und Neuwahlen. 74. Abt. Rehlendorf. 7½ Uhr Mitgliederversammlung bei Meilen, Potsdamer Straße. Vortrag des Genoffen Lempert über Die politische Lage". 77. Abt. Schöneberg. 7½ Uhr Sigung des engeren Borstandes beim Genossen Klawitter, Apostel- Paulus- Str. 7. Frauenveranstaltung am Montag, den 14. Juli: 20. Abt. 7% Uhr bei Jähnichen, Drontheimer Str. 25. Thema: Die Frau und der Sozialismus". Uebermorgen, Dienstag, den 15. Juli: 33. bt. Früh 9 Uhr Treffpunkt der Genoffinnen mit ihren Rindern am Bahnhof Stralau- Rummelsburg zum Ausflug nach Hirschgarten. 43. Abt. Früh 8% Uhr Kottbuser Brücke Treffpunkt zum Ausflug nach Bichels. dorf( zum Alten Freund). Gäste willkommen. 74. Abt. Zehlendorf. 8 Uhr Mitgliederversammlung im Parteilokal Mickley, Botsdamer Straße. Erscheinen Ehrenfache. 124 Abt. Mahlsdorf. 8 Uhr Funktionärsigung im Lokal Anders, Bahnhofstraße. Frauenveranstaltung am Dienstag, den 15. Juli: 9. Kreis Wilmersdorf. Funktionärinnenkonferenz in den Gophien- Sälen.. Näheres fiehe Ankündigung an anderer Stelle. * 6. Kreis Kreuzberg. Mittwoch, den 16. Juli, im Bittoria- Garten, Treptow, Treptomer Part 25-26, Kaffeekochen der Genossinnen der 44. und 45. Abt. Treffpunkt 44. Abt. an der Hochbahn Rottbufer Tor nachmittags 3 Uhr, 45. Abt. Görlißer Bahnhof( Rettungswache). Gäste willkommen. 47. Abt. Mittwoch, den 16. Suli, Kaffeekochen im Viktoria- Garten, Treptow, Treptower Park 25-26. Treffpunkt der Genoffinnen und Rinder um 2½ Uhr an der Emmauskirche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 36. Abt. Die Genossen Fris Abel, Tilfiter Str. 25a, und Julius Bach, Petersburger Str. 5. find gestorben. Die Bestattung ist bereits erfolgt. Jugendveranstaltungen. Heute, Sonntag, den 13. Juli: Neukölln I und IV: Alle Genossen und Genoffinnen beteiligen fich am Sommerfest der Partei im Karlsgarten. Morgen, Montag, den 14. Juli: Südosten( Görliger Biertel): Jugendheim Lokal Peister, Cubrnftr. 11, Bortrag: Die Juli- Revolution 1789". Karlshorst: Jugendheim Gemeindeschule Adolffir. 25, Bortrag: ,, Seruelle Frage". Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin C. 2, Kaifer- Wilhelm- Straße 46 III. Jugenblamerabschaft Mitte: Morgen( Montag) abend 7 Uhr Rusammenkunft in der Schule Gipsstr. 23. Kamerabschaft Bankow: Große Mitgliederversammlung bei Maier, Türkisches Zelt, Breite Straße, Montag, den 14. Juli, pünktlich 7½ Uhr. Bericht von der Führerkonferenz. Verfaffungsfeier. Arbeiter- Radioklub. Mittwoch, den 16. Juft, abends 7% Uhr, in Saverlands Festfälen, Neue Friedrichstraße, Mitgliederversammlung. Berein der Freidenker für Feuerbestattung, E. B. Bezirk 14( Neukölln): Dienstag, den 15. Juli, abends 7 Uhr, Mitgliederversammlung im Garten des Rarlsgartens. Regen Besuch erwartet die Bezirksleitung. Bezirk 15( Steptow): Dienstag, den 15. Juli, abends 7½ Uhr, Mitgliederversammlung in Niederschöneweide, Schulaula. Regen Besuch erwartet die Bezirks leitung. Bollschor Tempelhof- Marienbort. Am Mittwoch, ben 16. Juli, abends T½ Uhr, veranstaltet ber Bolfschot Tempelhof- Mariendorf am Rathaus, Raiset. ftraße, Mariendorf, ein Freitonaert. Sozialdemokratische Studentenvereinigung. Am Dienstag, den 15. Juli, abends 8 Uhr, hält die Sozialdemokratische Studentenvereinigung im Sozialwissenschaftlichen Klub, Wilhelmstr. 48, 3 Tr., ihre Mitgliederversammlung. Es spricht Genoffin Dr. Wegieiber über Die neue Reform der höheren Schulen des Ministeriums Boelig", anschließend Diskussion. Geschäftliche Mitteilungen. Morgen abend 10% Uhr findet im ulap die Berteilung der zwanzig Gr fchente statt. Die Direktion hat für Montag einen Elitetag arrangiert mit Doppelkonzert und großer Slumination des Parks. Da der Andrang sehr gre ist, Karten im Borverkauf lösen. Die Kassen find ab 11 Uhr vormittags geöffnet. Was geschieht zur systematischen Bekämpfung der Rachitis?" Ueber die erfolgreiche Bekämpfung der gefürchteten Rachitis( englische Krankheit) finden unsere Leser in einem ganzfeitigen Insevat dieser Ausgabe einen beachtenswerten Hinweis. In diesem Tert wird die Seilwirkung der ultravioletten Strahlen, wie fie die Künstliche Höhensonne Original Sanau in reichlichem Maße verabfolgt, ausführlich und für jedermann verständlich erklärt. Auch über die außerordentlich segensreiche Anwendung der Höhenfonnenbestrahlung zur Berhitung und Behandlung anderer Volkskrankheiten, wie Strofulose und Tuberkulose, befinden sich wichtige, für jeden Gefunden und Kranten lehrreiche Ausführungen in dem erwähnten Inserate. Der Sinweis, mit welch geringen finanziellen Mitteln alle Bollskreise von der Seilwirkung der ultravioletten Strahlen im Intereffe ihrer Gesundheit profitieren können, verdient besondere Beachtung. Der Originalhersteller, die Quarzlampen- Gesellschaft m. b. S., Sanaut a. M., Boftfach Nr. 143, versendet auf Wunsch kostenlos Merkblätter, speziell über Strofulose und Rachitis, an jeden Intereffenten. 8igarettenfabrik Schloß Tiefurt. Unter dieser Firma hat der langjährige bekannte Fachmann, Direktor Ludwig Salomon, eine neue 8igarettenfabril ins Leben gerufen. Die Fabrik befindet sich in Berlin- Johannisthal in einem für diese Swede überragend geeigneten eigenen Gebäude. Def der Einrich tung haben die modernsten Errungenschaften der Technik und der Hygiene zweckmäßige Verwendung gefunden. Das Unternehmen wird sich nur mit er. Tefenster Qualitätsfabrikation befaffen, ein nur fleines Sortiment in mittleren und teuren Preislagen auf den Markt bringen, hierin aber in ieder Beziehung dem Raucher das Bollendetste bieten. Die Fabrit ist fo angelegt, daß, fie größten Ansprüchen zu genügen imftande ist, und es steht zu erwarten, daß die neuen Fabrikate sich schnell einen großen Freundeskreis erwerben werden. Eine Sommerreife gratis! In der heutigen Nummer finden Sie ein Preis. ausschreiben der Rufirol- Fabrik Groß- Salze und der erste Preis ist eine 14tägige Erholungsreise für 2 Perfonen( freie Fahrt und hotelaufenthalt) nach dem Meer, Thüringen, dem Sarz oder in die Alpen. Beteiligen Sie fich also an diesem Preisausschreiben und der Erfolg wird nicht ausbleiben. ,, Nur noch wenige Tage" fauft man fo billig ein, wie im Gaifonausverkauf bei Arenstein! Diese Ankündigung der altbekannten Schuhfirma Arenstein trägt dazu bei, die breite Deffentlichkeit für den Kauf in allen Filialen dieser. Firma zu gewinnen. Es ist hinreichend bekannt, daß die Firma Arenstein ihre Preise weit unter den Friedenspreis herabgefeht hat. Bir verweisen auf das in dieser Nummer erscheinende Inferat. Sport. Rennen zu Hoppegarten am Sonnabend, den 12. Juli: 1. Rennen. 1. Rüstung( R. Zorte), 2. Kardinal II( Huguenin), 3. Leda( Dlejnit). Toto: 84: 10. Plat: 13, 11, 11: 10. Ferner liefen: Baffe, Black Bell, Tamara, Ananas, 2. Renne tt. 1. Beryll( Ch. Sorb), 2. Sisyphus( Raftenberg), 3. Noifini( D. Schmidt). Toto: 53: 10. Plag: 14, 27, 21: 10. Ferner liefen: Menelaus, Bertram, Großinquifitor, Fanal, Brinz Christian. 3. Rennen. 1. Eigilolf( Betsch), 2. Rückgrat( H. Brown), 3. Rafete ( D. Schmidt). Toto: 88: 10. Blaz: 18, 24, 17: 10. Ferner liefen: Hannar, Abendwind, Carl Heinz, Eichtage, Leander, Nili, Ajar, Lyon. 4. Rennent. 1. Träumer( D. Schmidt), 2. Aralinda( H. Braun), 3. Bajuware( Ralff). Zoto: 15: 10. Platz: 10, 12: 10. Ferner lief: Geiser. 5. Rennen. 1. Ristil( W. Tarras), 2. Caracas( Balte), 3. Thrain ( D. Schmidt). Toto: 40: 10. Blag: 18, 109, 12: 10. Ferner liefen: Narses, Rasvidr, Sulbo. Höhenrauch, Ed, Sndow. 6. Rennen. 1. Pelagia( D. Schmidt), 2. Perimode( Rastenberger), 3. Luftig( W. Tarras). Toto: 25: 10. Blak: 11, 13, 15: 10. Ferner liefen: Freia III, Palma, Die Zuversicht, Maas, Heldenleier. 7. Stennen. 1. Cebria( Ralff, 2. Diba( M. Dreißig), 3. Berseba ( Franzle). Toto: 86: 10. Plat: 22, 28, 27: 10. Ferner liefen: Sheitan, Heimattreuer, Rofina, Palette, Münzmeister, Lunor, Drplid, Fipa II, Tiefurt, Peru. An alle Freunde ecusandaer einer freien Wirtschaft! Der Verband der Deutschen Zigarettenindustrie hat der Regierung einen Antrag zur Wiedereinführung des Zigarettenkontingents unterbreitet. Dieser Beschluß konnte innerhalb des genannten Verbandes nur zustande kommen, weil einige mit Kontingent befriedigte Großbetriebe zusammen mit allen denjenigen der Zigarettenindustrie, die Veranlassung haben, den freien Wettbewerb zu fürchten, den Siegeslauf der im Raucherpublikum besonders beliebt gewordenen Zigarettenmarken aufzuhalten wünschen. Da wir innerhalb des Verbandes der Deutschen Zigarettenindustrie tros energischer Stellungnahme gegen den Kontingentierungsvorschlag nicht durchdringen konnten, ergreifen wir die Flucht in die Oeffentlichkeit und protestieren nachdrücklichst gegen den Versuch der Deutschen Zigarettenindustrie, zur Methode der Zwangswirtschaft zurückzukehren. Sie ist eines freien demokratischen Landes unwürdig, und ihre Kosten hätten Handel und Konsument zu tragen. Wenesti Zigarettenfabrik A.-G. Berlin TUT Küchengarnit. 14.50 22 tellig bunt, 42 stark, sort. Muster Tassen Pf., 28th 38P PL Tafelservice 8500 77 tellig Ein Posten fr 12 Personen Kaffeegeschirr Goldrand besonders preiswert! BEGINN JULI SAISON Wassergläser glatt 8PL Blerbecher Mattband 15PL Kompotteller gepresst 8Pt. SportAUSVERKAUF ker Verkauf nur soweit Vorrat Mengenabgabe vorbehalten Likörgläser 48PL sortierte Farben 12 Waggons Porzellan, Glas, Steingut m kleinen Fehlern, extra billig Posten Speiseteller ch... 18,... 28 Speiseteller et oder fach...... ...... 12. Abendbrotteller ... 35P Porzellan Extra billiges Angebot! Steingut Weisses Porzellan Porzellan mit Goldrand 48P. Blauband u. Goldlinie Tassen mit Unterlassen. Teller ef oder flash.. Mokkaservice stag.......... 195 Waschkrüge.... 25P Kaffeeservice stellig 245 Waschbecken... 20P. 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Es kräftigt Nerven und Sehnen und ist die größte Wohltat für alle, die viel gehen und stehen müssen. Der beste Beweis für seine unerreichte Güte ist, daß es nachgeahnt wird. Das ist beim Einkauf sehr zu beachten. Lassen Sie sich niemals statt Kukirol oder KukirolFußbad etwas anderes als ebenfalls sehr gut aufreden. Weisen Sie mit scharfen Worten alles zurück, was nicht die bekannte Kukirol- Schutzmarke, Hahn mit Fuß" trägt. Nehmen Sie keine Ware in Blechschachteln an, denn Kukirol und Kukirol- Fußbad werden nur in Kartons mit der genannten Schutzmarke verkauft. Sie erhalten beide Kukirol- Präparate in jeder Apotheke und in jeder wirkFachdrogerie.( Kukirol- Hühneraugen- Pflaster 75 Pfennig pro Schachtel, Kukirol- Fußbad 50 Pfennig pro Packung). Wenn Sie die lehrreiche Broschüre„ Die richtige Fußpflege interessiert, so lassen Sie sich diese kostenlos senden. Unsere, unter der Leitung eines alten, erfahrenen Arztes stehende Wissenschaftliche Abteilung erteilt gegen Einsendung von Rückporto kostenlos Rat und Auskunft über alle Fragen, die sich auf Fußpflege und Fußleiden beziehen. lichen Unsere Preisaufgabe lautet: Wie ist es mit dem geringsten Aufwande, ohne gegen die Gesetze zu verstoßen und ohne daß irgend eine behördliche Genehmigung nötig ist, zu erreichen, daß in iner beliebigen deutschen Stadt von mindestens 50000 Einwohnern Kukirol oder KukirolFußbad mindestens einen Tag lang das allgemeine Ge spräch bildet? Bei der Bewertung der Vorschläge wird Gewicht darauf gelegt, daß die Durchführung der Idee überhaupt möglich ist, keine übermäßigen Kosten verursacht und kein Aergernis, sondern Helterkeit erregt und die Schaulust befriedigt wird. Für die launigste, originellste, wirkamste, am billigsten durchzuführende Idee setzen wir als ersten Preis aus: Eine 14 tägige Erholungsreise( Fahrt und Hotelaufenthalt) für zwei Personen in eine der schönsten Gegenden Deutschlands und zwar nach eigener Wahl an die Ostsee, in den Harz, nach Thüringen oder ins bayerische Hochgebirge. Die Reise kann zu beliebiger Zeit innerhalb dieses Jahres erfolgen. Die Fahrkarten 2. Klasse werden von uns besorgt, der Hotelaufenthalt mit voller, erstklassiger Verpflegung samt Trinkgeld für die Bedienung wird von uns bezahlt. Das Hotel bestimmen wir, und wir werden die Auswahl so treffen, wie es der Bedeutung unserer WeltFirma entspricht. Unsere Bedingungen: Die Reise kann nur von einer dem Wohnorte des Preisträgers benachbarten deutschen Station aus angetreten werden und geht zu derselben Station zurück. Ferner 49 weitere wertvolle Preise, nämlich: Als zweiten Preis: 1 Odeon- Musikapparat mit 12 Platten( Fabrikat OdeonWerke Berlin S.-O.) Als dritten Preis: Ein erstklassiges Damen- oder Herren- Fahrrad, Marke Weltrad, mit allem Zubehör.( Fabrikat der 1897 gegründeten Metall- Industrie, Schönebeck- Elbe.) Als vierten, fünften und sechsten Pret: Je ein vollständiges Exemplar( 5 starke Bände) des berühmten Werkes von Gustav Freytag, Bilder aus der deutschen Vergangenheit. Illustrierte Ausgabe ( 2000 Bilder). Zwei Jahrtausende deutschen Lebens! Ein vaterländisches Hausbuch, wie es kein anderes Volk besitzt.( Verlag: Paul List, Leipzig.) Drei weitere Preise: Felix Dahns, Kampf um Rom", 3 Bände, eines der herrlichsten Werke der dentschen Sprache. Pünf weitere Preise: Goethes ausgewählte Werks,& Binde in sehr guter Ausstattung. Zehn weitere Preise: Tirpitz, Gedanken und Erinnerungen" Dieses Werk des 1916 in Ungnade gefallenen Schöpfers der deutschen Marine zeigt klar die Fehler, die vor dem Kriege und im Kriege begangen wurden. Fünf weitere Preise: Brockhaus neuestes Lexikon, 4 Binde. Panf weitere Preise: Der Vormarsch von Walter Bloem Sechzehn weitere Preise: Seeteufel". Schilderungen der abenteuerlichen Kaperfahrten des Grafen Luckner. Sämtliche Preise werden den Gewinnern fracht- oder portofrei zugesandt. Die Preisbewerber müssen the Vorschillige bi+ 5. August 1924 schriftlich in gut leserlicher Handschrift und in genügend ausführlicher Darstellung an die unterzeichnete Firma eingesandt haben. Alle Einsendungen sind mit Schreibmaschine oder Tinte zu schreiben! Auf Wunsch haben die Einsender die Ausführberkelt thres Vorschlags nachzuweisen und diesbezügliche Fragen Su beantworten. Wir behalten uns vor, die preisgekrönten Vorschläge auszuführen oder zu veröffentlichen. Die Namen der Haupt- Preisträger werden in jedem Falle in dieser Zeitung veröffentlicht. Dem Preisträger- Kollegium gehören an: Der Inhaber der Kukirol- Fabrik, 2 Prokuristen derselben und 2 unpartelische Herren. Die Preisrichter treffen thre Entscheidung endgültig. Wir empfehlen die Teilnahme an diesem Preisausschreiben besonders Brautpaaren, die dadurch zu einer kostenlosen Hochzeitsreise kommen; Ehefrauen, damit sie zukünftig jede Opposition gegen einen neuen Hut oder gegen sonstige Ausgaben mit der Erwiderung niederschmettern können: Dafür hat Dich die Erholungsreise nichts gekostet; Ehemannern, die etwas gutzumachen haben oder bis zur Entscheidung voraussichtlich etwas gutzumachen haben werden; Allen, die einmal 14 Tage lang die Alltagssorgen abschütteln und ein Stück schönen, deutschen Landes sehen und genießen wollen. Und nun frisch ans Werk! Hier ist ein Feld, auf dem sich die Findigkeit und der Witz jedes Preisbewerbers betätigen kann. Hier gilt es, einen Pian auszuhecken, wie man mit Humor eine ganze Stadt auf den Kopf stellen und sie zwingen kann, sich einen Tag lang eifrig mit den bekannten Kukirol- Fußpflege- Präparaten zu beschäftigen. Einerlei, ob der Gewinner des ersten Preises daraus eine Hochzeits- oder eine Erholungs- oder eine Vergnügungsreise machen will, es ist der Mühe wert, über das Problem nachzudenken. Das Meer, Thüringen, der Harz, die Alpen! Nicht einsam, sondern zweisam. Das muß doch den Scharfsinn und die Phantasie beflügeln! Das muß eine Stunde intensivsten Nachdenkens wert sein. Dafür lohnt es sich, einen Studentenulk riesigen Umfanges auszudenken. Geben Sie sich Mühe! Ganz Deutschland ist Zuschauer bei diesem Wettkampfe der Geister! Kukirol- Fabrik Groß- Salze bei Magdeburg. Saiso Frankfurter 121 Allee Käseglocken Zuckerschalen Likörgläser. 50, 65PL. 45PL 65PL. 28PL 28PL Plattbretter 275 325 bod boden Wirtschaftsartikel Zinkwannen Holz- 1050 1300 1550 Zinkzober mit Holz- 900 1275 1575 Volksbadewannen 2150 2400 Brotbüchsen kantig, fein lackiert 275 Kocherelektr Schnur 725, 9251 1050 Stecker, *** 6 1 Stahlwaren Ltr. Essbestecke mit Holzhoft..Paar 90 Pt. 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Der frühere Handelsminister Fischbeck erklärte, daß er über die Eignung des früheren Direktors der Manufattur, Herrn Gohlke, für seinen Posten teine Bedenken gehabt habe. Er hätte auch mit Gerrn Gohlte eine Umstellung der Manufaktur versucht, wenn es zur Zeit seines Ministeriums dazu gekommen wäre. Staatssekretär Dönhoff, der zweite Zeuge, spricht weitSchweifig über alle möglichen weit zurückliegenden Vorgänge in der Manufaktur. Er versichert, daß er von der Abberufung Gohltes nur fehr spät, Mitte April 1923, erfahren habe; der Minister habe ihm d dem Ministerialdirektor Seefeld erklärt, mit der fünstlerischen worbildung Gohlfes sei er einverstanden, aber nicht mit seinen faufmännischen Qualitäten. Mit dem Abschluß des Vertrags zwischen dem Handelsminister und Dr. Schneider habe er( der Staats. fekretär) amtlich nichts zu tun gehabt. Er sei bei der Regelung der ganzen Sache übergangen worden. Infolgedessen habe er auch seine Bedenken bezüglich der Neubefehung des leitenden Postens und der Umstellung nicht geltend machen können. Mit der Einführung des parlamentarischen Systems habe die Heranziehung der oberen Beamten zu allen schwebenden Fragen nachgelassen; nur Minister Fischbeck habe an den alten Gepflogenheiten festgehalten. Abg. Genosse Wcentig fragt den Staatssekretär, ob es denn früher beim alten System auch üblich gewesen, daß eine Person Leiter der Manufaktur und zugleich Referent im Ministerium sei, also sozusagen fich selbst gegenzeichne. Der Staatssekretär entgegnet, er felbst sei seit 1900 Referent gewesen und seit 1907 zugleich Oberdirettor. Es tomme dabei auf die Zuverlässigkeit der Person an. Abg. Genosse Heilmann: Haben Sie als OberDEUTSCHLAND Temon OKOESTER direktor z. B. Kredite angefordert und als Referent gegengezeichnet? Laut den Denkwürdigkeiten v. Kiderlen- Wächters ligt Herr v. Tirpitz derartig, daß sich die Balken biegen. Zeuge Dönhoff: Nein. Abg. Riedel( Dem.): Sie sagen, Sie seien übergangen worein winziges fleines Mädchen auf meinen Zehen einher und ben; hat nicht vielleicht auch Gohlte den miniſter übergangen? Eine Operation und ihre Folgen.rie:„ Aetſch, du haft ein Kind gekriegt, ätſch, der Storch hat did Hat man z. B. Mitteilung gemacht, als gewisse private zerne mit der staatlichen Manufaktur Fühlung zu nehmen verfuchten? Dönhoff: Solche Fühlungsversuche haben stattgefunden, so von den Konzernen Rosenthal und Arnold, aber die Sache ist wieder eingeschlafen, und im allgemeinen erfolgt Mitteilung doch erst nur dann, wenn es sich um wesentliche Dinge handelt. Genosse Heilmann: Erfolgien auch nach der Berufung Dr. Schneiders folche Bemühungen gewiffer Konzerne, um die Manufaktur in ihre Hände zu bekommen? Donhoff: An mich sind solche Fühlungsversuche nicht mehr herangekommen. Genosse Heilmann: Sie waren überrascht von der Abberufung Gohltes; hatten Sie bei der Etatsberatung nicht den Eindruck, daß der Minister gegen Gohlke sehr schroff auf Lage der Pensionäre der Manufaktur gesagt, so schlimm fönne es nicht sein, denn noch fämen ja die Pensionäre und holten ihre Beiträge? Der Staatssetretär erflärt, daß auch er diese Aeußerung für ungeschickt gehalten habe, doch fönne er sie nicht mit den Leistungen Gohlfes in Verbindung bringen. Ministerialdirektor von Seefeld, der dritte Zeuge, erklärt, der Vertrag mit Dr. Schneider sei abgeschlossen worden, ohne daß er( Seefeld) etwas davon gewußt habe. Er sei durch das Vorgehen des Ministers überrascht worden. Mitte April habe der Minister Staatssekretär Dönhoff und ihm eröffnet, daß Gohlke abberufen werde. Den Namen des neuen Mannes habe der Minister nicht mitgeteilt. Auch habe man über den Inhalt der Abmachungen mit Dr. Schneider nichts erfahren. Auf die Frage nach seinem Urteil über Gohlte erklärt der Ministerialdirektor, er habe von ihm einen günstigen Eindruc; Gohlte sei auch mit den Arbeitern gut ausgekommen und habe in der Inflationszeit die Gewinne durch Anlegung in Sachwerten gesichert. Auf die Frage des Zentrumsabg. Schwering, ob das Gehalt Herrn Schneiders pünktlich und in der vorgesehenen Höhe ausgezahlt worden sei, erklärt v. Seefeld, die Höhe des Gehalts sei über den Etat hinausgegangen und pünktliche Zahlung habe infolge der Inflationsschwierigkeiten oft nicht erfolgen fönnen. Revisionsbureauvorsteher Krusetopf erflärt, Handelsminister Siering habe in der Betriebsversammlung der Manufaktur tatsächlich gesagt, er habe abfichtlich das Etatsrecht verletzt und werde es in ähnlichen Fällen in Zukunft wieder tun. Das gleiche erklärt der Vorsteher der Verkaufsabteilung, Weißenburge, während Maler Kühn, der Leiter der Betriebsversammlung, versichert, die betreffenden Säße des Ministers hätten nicht so aufgefaßt werden können. Niemand könne beeiden, daß der Minister von einer vorsäglichen und absichtlichen Verlegung des Etatsrechts gesprochen habe. Es gebe übrigens verschiedene Aufzeichnungen über die Rede des Ministers von den Sekretärinnen des Verkaufsvorstehers, Frl. Ullmann und Frl. Zimmermann. Der Ausschuß beschloß die Vernehmung dieser Sekretärinnen und des Diplomingenieurs Müller, der nach der Aussage von Weißenburge ein Brotokoll über die Rede des Ministers angefertigt haben soll. Zum Schluß wurde noch der frühere Direktor Gohlfe vernommen, der der Auffassung ist, daß seine fei. Entfernung von der Leitung der Manufaktur auf Treibereien gewiffer Privatfirmen der Porzellanindustrie zurückzuführen Nächste Sigung des Untersuchungsausschusses Dienstag abend 7 Uhr. Bon Klaps. Hurra! Ich hab' nen Klog am Bein. Und der ist aus Gips. Mein berühmter Professor hat ihn mir am 14. Mai mit meiner linken zarten Beinhälfte verheiratet. Das Datum steht auf dem Oberschenkel, und jetzt liegen beide bei mir im Bett, der Kloß und seine Ehehälfte. Sie halten sich eng umschlungen, und in der Nacht schmelzen sie drangvoll in eins zusammen. Dann weiß ich nicht mehr, was Gips und was Bein ist, und ich zünde mein Lämpchen an und sehe auf die Zeichnungen, die mir ein Maler, der schon ganz blaß geworden ist vom vielen Bilderverkaufen, auf den Gips gemalt hat. Jedesmal, wenn er fommt, vermehren wir die Galerie. Mein Professor im Krankenhaus ist das von seinen Patienten zwar nicht gewöhnt, aber er lächelt nachfichtig, und da er ein Berliner ist, so ist ihm nichts Menschliches fremd. Auf der einen Hälfte meiner Gipswade prangt ein junges Mädchen. Sie hat sehr wenig an, schwenkt dafür aber einen Lilienstengel. Sie steht nach der Methode der Jutta Klamtschen Tanzschule verzückt auf einem Bein, und ihren Nabel vertritt eine Delle im Gips. Ihr gegenüber hodt auf einem Schemel ein alter Mann, offenbar ein Mitglied des neuen Reichstages, denn er bläst auf einer Kindertompete, und schaut sehnsüchtig nach der verlorenen Jugend hinüber. Auf meinem Kniestück lacht mich das eigene Porträt an, und weiter oberhalb ist ein schlanker, eleganter Mann mit einem Zylinder zu sehen. Wie ich so schlaflos daliege und meinen Gipsfuß betrachte, muß ich noch einmal an alles denten, was mit mir geschehen ist. Dem Professor hatte mein Bein nicht gefallen. Er wollte es hinten verlängern, vorne verkürzen und außerdem einen fleinen Suppenfnochen herausnehmen. Ich habe unendliches Vertrauen zu ihm, und wenn er gefagt hätte:„ Ich muß Ihnen beide Beine um einen Meter herausziehen und den Hals um zehn Zentimeter verkürzen" ich hätte ihn gewähren lassen, und so streckte ich mich, von zarten Schwesternhänden gehoben, auf das Operationsbett. Der Professor stand da, eingefeift bis an die Ellenbogen. Schon hatte ich eine Maste vor dem Gesicht, hinter der ich mich bald selbst nicht mehr erfennen konnte. Plöglich war ich verschwunden, und als ich wieder da war, war auch die Bildhauerarbeit an meinem Bein schon fertig. Man hatte mich operiert, ohne daß ich dabei gewesen war. * Morphium haben will, fommt eine und legt mir ein Neugeborenes Immer wenn ich jetzt nachts oder tags von einer Schwester aufs Bett. Ich bin nämlich der einzige Mann auf der ganzen Station. Sonst gibts da nur Wöchnerinnen. Einmal kamen die dicke Hilde und die zarte Toni mit einem Kind an, das sah aus wie ein kleiner feiner Siourindianer. Es war einen Tag alt. Etwas so Nettes habe ich mein Lebtag nicht gesehen. Der kleine Kerl ähnelte meinem Berleger und machte eine Schnute, als ob er feine Gehaltserhöhung bewilligen wollte. Die Händchen lagen über dem Stedtiffen, zart gebogen wie zu einem Andante von Chopin. Der ganze Kerl war, abgesehen von den schwarzen Haaren, so rot, als hätie er fünf Liter Burgunder in den Adern. Ich drückte ihm verbindlich die Hand und dröselte ein. Im Halbschlaf sah ich meine hochgelegten Zehen aus dem Verband herausguden, sie sahen aus wie fünf alte Männer, die hintereinander gedrüdt einen Gipsberg hinangestiegen waren und Umschau hielten. Dann war es mir wieder, als tänzelte ins Bein gebissen!" Ich wachte erschrocken auf. Aber da stand die Nachtschwester lachend am Bett mit der Morphiumspriße und spriẞte mich hinüber in eine bessere Welt. Ich wurde von meinem Körper getrennt, der lag im Bett. Ich schwebte horizontal darüber, angenehm, leicht befeligt. Nach einer Weile träumte mir, der Professor fäme ins Zimmer. Sein weißer Operationsrod leuchtete, sein Gesicht beugte sich dicht über das Bett, er machte das Zeichen des Kreuzes über mir und sagte:„ Die Operation ist ausgezeichnet gelungen. Stehe auf und wandle!" Ein Paar Shimmyschuhe schwebten gespenstisch blinkend auf mich zu. Ich nahm sie in die Hand und glitt barfuß im Nachthemd durch die korridore. über die Treppen, durch die Haustür Kriegsplay. Ich setzte mich auf die Stufen der Siegessäule, zog die und plötzlich stand ich mitten in der Nacht auf dem Shimmyschuhe an und pfiff„ Ach du lieber Augustin, alles ist hin!" Mit einem Male sah ich, daß der fleine Siougindianer auf meinem Schoße faß. Er schmunzelte und trommelte den Taft auf seinem Wickelleib. Ich nahm ihn in den Arm, und im Boltaschritt bei leuchtendem Mordenschein tänzelten wir ins Krankenhaus zurück. Der Kleine follerte hin und wider wie ein Truthahn, was mich wegen feiner Röte im Geficht nicht weiter verwunderte. Bieder und besorgt. Sie sollten mich nach Hause bringen. Ich um= Eines Tages aber standen zwei Riejenferle im Krankenzimmer. hatte sie liebevoll, und schon schwebte ich zwischen ihnen die Treppe hinab. Unten stand eine Bahre. Pfui Teufel! Wie ein Gruß aus dem Jenseits. Um nicht von mir selbst für eine Leiche gehalten zu werden, pfiff ich gemütvoll und gemächlich vor mich hin:" So leben wir, so leben wir, so leben wir alle Tage" und winkte dem Rosenstrauch zu, der gerade dabei war, im Wehen des warmen Windes ein paar rosarote Knöspchen in die Welt zu sehen. Da rollte die Bahre auch schon in den Kasten, und die Tür flog hinter ihr zu. Vorsichtig, als gelte es eine Porzellanfigur zu befördern, die bereits einen Sprung hat, federte der Wagen dahin. Durch ein großes offenes Fenster an der Seite sah die schöne Welt herein. Ich richtete mich zum Sizen auf und bemerkte zu meiner freudigen Ueberraschung, daß ich ein berühmter Mann geworden war. Jeder, der vorüber ging, gudte respektvoll. Von den Lastfuhrwerken beugten die Kutscher die Köpfe bis aufs Knie, um einen Blick von mir zu erhaschen. Von der Elektrischen wären beinahe zwei Infaffen heruntergefallen, weil sie sich zu gleicher Zeit die Hälse nach mir ausredten und einer sich am anderen festhielt. In den engen Straßen schossen die Frauenköpfe förmlich aus den Fenstern heraus: angftvoll, starr, mit fliegenden Haaren, eine Gorgo nach der anderen, und auf allen Gefichtern war die stille Hoffnung zu lesen, daß sich außer meinem sichtbaren Kopf nichts weiter im Wagen befinden möchte. Einem alten Mütterchen indes, das vom Bordstein aus hereinschaute, war die befriedigende Gewißheit förmlich auf dem Geficht geschrieben:„ Ja, ja, nun sind die Beine weg!" Nach solchen Tröftungen mitleidender Neugier legte ich mich wieder zurück auf die Bahre und dachte, wie amüsant doch die Welt ist. Um den Wagen aber rauschte jetzt das Grün der Anlagen. Weiße Afazien winften, Flieder leuchtete und duftele, breite Lichtbündel warfen sich durchs Fenster in das Gefährt und auf den weiß ladierten Wänden huschten die Sonnentringel umher, wie erotische Fische in einem großen Aquarium. Noch ein paar Straßen. Verlangt die VERBANDSBÜCHER der Angestellten in den Gastwirtsbetrieben Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Café- Angestellten, Berlin N24, Elsasser Str. 86-88. La Sublima Kleine Mercurio. Tauschhändler Weltmarkt. 6 Pf. 8 " 10 33 10 33 Alte Weise. 12 33 Magno Honore 12 33 Specimen 15 39 Imperia 18 39 Neuer Mercur. 18 37 La Holgura 20 53 Widmung 20 Blütenhülle 25 33 25 39 Tugendreiche FEHLFARBEN- TAGE! MERCURIO URGRÖSSE 10 Pf. Die Tageszigarre von feiner würziger Qualit. Sumatra- Decke m. St. Felix u. Java- Einlage Friedrich Küthmann, Zigarren uud Tabakhaus BERLIN W 66, Leipziger Straße 113. Fernruf: ZENTRUM 5515. Spezialität Brasilzigarren: Graf v. 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Man hat dort eine Operette gleichen Titels daraus gemacht und an deren Erfolg will der Film offenbar teilhaben. Er ist unter dem englischen Regisseur Wilcor made in Germany offenbar für Exportzwede. Eine große Drienischau ist darin aufgetan. Räuberüberfälle in der Wüste, Kamel züge, große Fefte und Haremsszenen in Bagdad wechseln mit Märchen wundern. Dem bittern Ernst ist Humor gesellt, und zum Schluß findet fich das von dem Räuber getrennte und schwer heimgesuchte Liebespaar wieder. Vieles ist gut geraten, anderes sehr naiv. Die„ Blume der Wüste" Schaumpon mit dem schwarzen Kopf Das al bewährte Kopfwaschpulver d. ift Betty Blythe, fie spielt die geraubte Braut mit viel Liebreiz und be währt sich auch im Tanz. Die Zensur, die manches gestrichen zu haben scheint, hat ihr Nadiheit genug gelassen. Der Räuber ist etwas monoton ausgefallen, so gut er in der chinesischen Maste wirkt. Die Massenszenen find sehr ulfreich, aber nicht immer originell ausgebaut. Das Mädel von Capri das heißt ya Mara als Lausbübin oder wilde Range, die aber im Grunde das flügste und schönste Mädchen der Welt" ist( so ungefähr heißt es irgendwie im Film), und natürlich ihren Grafen bekommt, den sie vor nächtlichem Ueberfall bewahrt und aus den Klauen eines Falschspielers befreit. Die filmromantische Handlung, die feiner Nachprüfung an der Wirklich leit standhält, ist ganz den Starbedürf niffen angepakt. Capri und Neapel geben schöne Hintergründe dazu her, haben aber sonst sehr wenig damit zu tun. Die Snnenseen find denn auch wenig italienisch ausgefallen. Im Marmorhaus fanden Lya Maras frische, jugendliche, naive Mädel aus dem Volk? Streiche, Abenteuer und Detektivstücke Beifall, aber ist sie wirklich ganz das d. „ Eegejsichten", in denen„ Er", der Detektiv 3.", Sie", die Gattin und Es", der Batte, eine Rolle spielen, erlebten in den ichard Ds. wald Richtspielen ibre deutsche Uraufführung. Sie liest von dem Detektiv 8., Schwärmt von ihm, träumt von ihm, er behandelt ihren Fall, der Gatte gibt fie frei und sie bekommt ihn. Jivan Mosjulin ist der Manuskriptschreiber, der Regisseur und der Hauptdarsteller. Mit sehr viel Geschmack und staunenswertem Talent zum Film schuf er eine leichtflüssige, höchst amüsante Liebes- und Diebeskomödie. Wie plump, wie derb, wie geladen voll von gewaltfam herangezerrten Sensationen sind doch die metsten deutschen Detektivfilme, das bemerkte man so recht, als man diese Komödie in ihrer start betonten und selbstbewußten Eigenart sab. Man verspürt Hang zur Phantastit, Sinn für Tempo und eine nicht abstoßende Oberflächlichkeit. Außer Mosjufin sieht man Natalie Lissento und Nikolas Stolin. Es ist ein Genuß fie anzuschauen. Genau so interessant wie die Russen die Launen einer fapriziösen Frau, erfaßten die Deutschen die Entstebung des Automobils und seine Geschichte. Aus eigener Kraft" wurde diefer Ufa Kulturfilm genannt, der im Tauenzien Balast seine Uraufführung erlebte. Es handelt sich um einen Lehr- und Werffilm, der, von einer Liebesgeschichte umranit, zum Spielfilm wurde. Der gute Geschmad stand Pate bei dieser ernsten Arbeit, die ein feines Verständnis da für bekundete, wie man den Lehrfilm schmackhaft machen fönne. Man sieht das Auto an den belebtesten Blägen von Berlin, Rom, Paris, London und New York, man gewahrt die ältesten und die allermodernften Typen, man erblidt Fahrtbilder voll stärkter landschaftlicher Reize und Nachtaufnahmen, wie sie in dieser Art noch nie gezeigt wurden. Willy Zehn führte die Negie, Dr. Kayfer ist für die Werkaufnahmen verantwortlich. Sie werden nie langweilig, fie zwingen jeden zur Aufmerksamkeit. Dieser Film ist nicht nur ein voller Erfolg. er ist zugleich ein beachtenswerter Schritt vorwärts in der Vervollkommnung der Lehrfilme. Erst wer, Conticord" fährt, weiß, was ein Reifen halten kann. 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Die Stelle bes Montag, den 14. Juli, abends& he. Ersten Bürgermeisters im Berbandshause( Simmer), Linienstraße 83/85: der Stadt Tilfit Kommissions- Sigung s8000 Einwohner, Detsgruppe B) der Schnitt arbeitet. ist neu zu befehen. 182/1 Das Anfangsgehalt ist von ben ftäbtt Befoldungsordnung festgelegt. Geitens des Dienstag, den 13.Juli, abends 7 Uhr. Seren Regierungspräsidenten ist nur die bel Boweleit, Joffyficaße 7: Achtung! Auto- Reparaturfotoffer hen Rörperschaften auf B III der Preuß. Einreihung in B II ohne Steigerung genehmigt worden. Gegen diese Einreihung Wichtige Konferenz haben der Magiftrat beim Landesschiebsaller Betriebsräte und Vertrauensleule gericht und der Reichsminister der Finanzen der Auto- Reparatur belriebe. beim Reichsichiedsgericht Einspruch ein gelegt. Die Verfahren schweben. Geeignete Bewerber wollen ihre MitAchtung! Werkzeugmacher Achtung! tettungen bis zum 15. Auguſt 1924 bem Dienstag, den 15. 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Huldschinsky- Berlin sowie in mehreren deutschen Universitätskliniken der Nachweis erbracht, dass die rationelle Anwendung der neuen sogenannten Ultraviolett- Therapie, d. h. Bestrahlung mit Quarzlampe ,, Künstliche Höhensonne- Original Hanau"- als ein neues, sicheres Heilmittel gegen die Rachitis anzusehen ist, das in jedem Fall die Krankheit in kürzester Zeit zum Stillstand und zur Abheilung bringt. Die ultravioletten Strahlen sind in ganz besonderem Masse befähigt, auch tuberkulöse und skrofulöse Erkrankungen zu bessern, ja auszuheilen. Shirn Die normalen( also nicht rachitischen) Schädellücken des Säuglings von oben gesehen. Die grosse, viereckGrosse Schädellücke ige liegt über der Stirn, die kleine dreieckige am Hinterkopf. Bei beginnender Rachitis kann man nun zu beiden Seiten und hinter der dreieckigen Schädel- Lücke eine ungewöhnliche Weichheit des Schädelknochensfinden. Jede Mutter und Pflegerin soll von Zeit zu Zeit danach suchen. Die Stellen fühlen sich an wie ein Zelluloidball oder ein Gummiball je nach der Schwere der Erkrankung. Hinterhaupt Kleine Schädellücke Eine Unterlassungssünde würde vorliegen, wenn nachstehende Forderung unbeachtet bleibt: ,, Die Schutzbestrahlung gegen Rachitis sollte so allgemein, eingeführt werden, wie die Schutzimpfung gegen die Pocken. Jedes Kind, gleich, ob bereits Zeichen von Rachitis an ihm wahrnehmbar sind oder nicht, solite in seinem ersten Lebensjahre wenigstens einen Monat lang einer Bestrahlungskur unterworfen werden. Geschieht das, so haben wir jetzt Aussicht, die Rachitis als Volksseuche überhaupt verschwinden zu sehen. Krüppeltum infolge von Rachitis darf jetzt in einem geordneten Gemeinwesen überhaupt nicht mehr vorkommen." Da jeder nur einen Monat hindurch vorbeugend bestrahlte Säugling vor späterer rachitischer Erkrankung geschützt ist, so sollten alle Eltern, Stadtverordnete, Volksfreunde, Betriebsräte darauf dringen, daß alle Kinder im ersten Lebensjahre systematisch einer Bestrahlungskur zugeführt werden. Jede Fabrik, jede Gemeinde, jede Krankenkasse kann die relativ geringen Kosten für Einrichtung eines ärztlich geleiteten Fragen Sie Ihren Arzt u. verlangen Sie kostenlos unser„ Rachitismerkblatt" u. ,, Skrofulosemerkblatt für Mütter u. Pflegerinnen" Bestrahlungsinstituts ohne Schwierigkeit aufbringen. Wichtig für Kranke! Einer der grössten medizinischen Erfolge des letzten Jahrzehnts, die Ultraviolettbestrahlungen mit Quarzlampe ,, Künstliche Höhensonne"- Original Hanau bewirken Selbsthilfe des krankheitsgeschwächten Körpers, daher natürlichste Heilmethode. Häufig ergeben sich Heilerfo'ge, wo andere Behandlungsmethoden versagen. Beschleunigung der Genesung bei Rekonvaleszenten. Ueber 1200 Urteile der medizinisch. Fachpresse berichten über die oft erstaunlichen Erfolge auf überaus zahlr. Krankheitsgebieten. Fragen Sie Ihren Arzt u. verlang. Sie Literaturnachweis Wundbehandlung Verletzungs- und Operationswunden werden durch Ultraviolettbestrahlung in verblüffend kurzer Zeit zur Vernarbung gebracht. Eiternde Wundflächen reinigen sich schnell, der Heilungsverlauf wird beschleunigt, Schmerzen lassen bald nach. Patienten, die infolge Blutverlustes od. durch lange Eiterungen heruntergekommen sind, erholen sich schnell, Appetit und Schlaf stellen sich wieder ein, das Allgemeinbefinden wird gehoben. Jede Operation, jeder Verbandwechsel sollte mit einer Bestrahlung mit der Quarzlampe..Künst liche Höhensonne" Original abgeschlossen werden. Hanau Herzleiden entstehen durch zu hohen Blutdruck und Ueberanstrengung des Herzens. Dr. med. Breiger schreibt: , Durch die Quarzlichtbestrahlung schwindet Unregelmäßigkeit des Herzschlages sehr rasch, der Blutdruck wird wesentlich herabgesetzt. Sämtliche Herzkranke lebten auf, waren leistungsfähiger, die nervösen Symptome traten zurück; ein gesunder Schlaf trat ein; etwa vorhandenesDurstgefühl verschwand vollkommen. Die Ultraviolettbestrahlung vermag also Herzod. Gefässkranken die besten Aussichten für eine längere Lebensdauer u. relativ. Wohlergehen zu eröffnen." Fragen Sie Ihren Arzt./ Verlang. Sie Literatur. Mit denkbar geringsten Mitteln können die Volkskrankheiten Rachitis, Skrofulose und Tuberkulose bekämpft werden.- Weiten Kreisen ist es unbekannt, wie gering die Kosten sind, die durch rationelle Anwendung der UltraviolettTherapie mit den Quarzlampen„ Künstliche Höhensonne"- Original Hanau entstehen. Der Stromverbrauch beträgt nur 0.77 Kilowatt; bei einem Tarifpreis von z. B. 70 Pfennig, kostet die Bestrahlungsstunde also nur 15 Pfennig die höchstens 1stündige Bestrahlungssitzung mithin nur 4 Pfennig. Vier bis sechs Kinder können gleichzeitig bestrahlt werden. Die Gesamt- Unkosten sind also verschwindend gering. Die Gefahren der Rachitis. Gesund bleiben. Ebenso wie die Urlaubsreise sollte der Arzt jedem Gesunden, namentlich Abgespannten und Ueberarbeiteten, Schlaflosen und Nervösen alle 4 Wochen einige Bestrahlungen mit Quarzlampe, Künstliche Höhensonne" Original Hanau- anraten. Die Bestrahlung erzeugt ein überaus wohltuendes Gefühl der Kräftigung u, der Frische, nicht nur körperlich, sond, auch seelisch.DerBestrahlte fühlt sich auch geistig lebhafter, gut gelaunt, fröhlich gestimmt. Die Abwehrkräfte seines Körpers werden gestärkt, seine Widerstandsfähigkeit gegen Krankheitsgifte wird erhöht. Graue Haare Haarergrauungen, Haarausfall sind überaus oft Teilerscheinungen des frühzeitigen Alterns. Dr. med. Lorand zeigt in seinem Werk: Haarausfall, Glatze, Haarergrauen, ihre Behandlung u. Heilung" ( 231 Seiten geh. GM. 3.00 beim Sollux- Verlag, Hanau, Postf. 148), dass Bestrahlungen mit Quarzlampe nicht nur das wirksamste Heilmittel geg. Haarausfa 1, Haarergrauen u. zur Beförderung des Wachstums, sondern gleichzeitig im Stande sind, Alterserscheinungen in günstiger Weise zu beeinflussen- s. auch ,, Verjüngungskunst v.Zarathustra bis Steinach" v. Dr. v. Borosini ( 74 Seit. Oktav, geh. GM. 0,75) Die meisten Kinder, die an Rachitis schwer erkranken, laufen Gefahr, zu Krüppeln zu werden. Verkrümmungen der Beine, Rückgratverkrümmungen, vom einfachen schiefen Rücken bis zum schwersten Höcker, Plattfüße mit ihren lebenslänglichen Beschwerden, Zwergwuchs, Häßlichkeit der Gesichtszüge, stockige Zähne, vorspringende Stirn, eingezogene Nase, Beckenverengungen der Mädchen, die bei späteren Geburten zur Gefahr werden, sind alles Folgeerscheinungen schwerer rachitischer Erkrankungen der Kindheit; alle davon Betroffenen werden Unglückliche und in ihrem ganzen Leben in traurigster Weise körperlich und seelisch benachteiligt. Sie können helfen! Stiften Sie eine Quarziampe Original Hanau zum Besten der nächsten Fürsorgestelle. Mit nur einem einzigen Apparat können in einem Jahr 1000 Rachitiker geheilt werden. Sie können also mit Widmung eines Apparates reichen Segen stiften. Komplette Apparate von 202 Goldmark an ab Werk Hanau. Auf Wunsch bequeme Ratenzahlungen Original- Fabrikat der Quarzlampen-Gesellschaft m. b. 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