Abendausgabe Nr. 339 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 170 = Vorwärts Bezugsbedingungen und Anzeigenprete sind in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sw. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Montag 21. Juli 1924 Berlag und Anzeigenabteilung, Geschäftsgett 9-5 Uhr Berleger: Berwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Cindenfraße 3 Fernsprechee: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Vor der Einladung an Deutschland. Der„ Duce" und die Liberalen. Schwierigkeiten nur noch im Räumungsausschuß. durch den Reichskanzler selbst London, 21. Jufi.( Eigener Drahtbericht.) Heute nachmittag| lands zur Konferenz sich bemerkbar macht. In den maßgebenden um 3 Uhr dürfte die zweite Bollsigung der Konferenz statt- Kreisen spricht man den Wunsch aus, Deutschland, wie die finden. Sie soll sich u. a. mit den Beschlüssen der erffen und dritten meisten der alliierten Regierungen, e Kommiffion bzw. mit der Einladung Deutschlands befaffen. Es verlautet, daß die Hauptdelegierten während ihres Aufenthalts in Chequers fich über die Form der Einladung bereits geeinigt haben, so daß die eigentliche Beschlußfassung nur als eine Formangelegenheit zu betrachten ist. Falls jedoch wider Erwarten bis heute nachmittag eine Einigung innerhalb der 3 weiten Kommission, die sich n. a. mit der Aufhebung der ökonomischen und militärischen Sanftionen zu befaffen hat, nicht erfolgt sein sollte, dürfte die formelle Beschluß faffung auf Einladung Deutschlands erst in der übernächsten Vollfihung erfolgen, die gleichzeitig die Befchlüffe der zweiten Kommiffion zu verabschieden häfte. Man will unter allen Umständen 3unächst eine allgemeine Einigung unter den Alliierten herbeiführen, bevor Deutschland offiziell von dem Plenum der Konferenz eingeladen wird. 3noffiziell dürfte die Reichsregierung jedoch schon am Montag von der beabsichtigten Einladung durch das Auswärtige Amt in England Kenntnis erhalten. -O in London vertreten zu sehen. Das scheint in einem gewiffen Mißtrauen weniger in der Person des deutschen Außenministers als in feiner Abhängigkeit von der hier als wenig zuverlässig angesehenen Deutschen Bolkspartei feine Ursache zu haben. Die Formel, auf die man sich in der Frage der Santtionen geeinigt hat, stellt ein Kompromiß zwischen den englischen und französischen Anträgen dar. Die Prozedur bei schweren deutschen Berstößen die gewöhnlichen Berfehlungen finden nach dem die gewöhnlichen Verfehlungen finden nach dem Sachverständigenplan, durch die Kontrollorgane bzw. auf schieds. richterlichem Wege ihren Austrag ist nunmehr die folgende: Die Feststellung erfolgt durch die Hinzuziehung eines amerikanischen Bertreters zur Reparationsfommission. Die Entscheidung über etwaige Sanktionen dagegen ist den alliierten beraten und beschließen und folgenden, in Artikel 3 der am SonnRegierungen selbst vorbehalten, die darüber gemeinsam abend angenommenen Vereinbarung festgelegten Gesichtspunkten London, 21. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Die Beratungen Rechnung zu tragen haben: 1. Die Sanktionen dürfen sich nicht erder zweiten Kommiffion und der von ihr eingefehten Unterkommij- ftreden auf die in der internationalen Anleihe garantierenden fion führten am Sonntag zu feinem Ergebnis. Hente vor- Spezialpfänder. 2. Die Verzinsung und Tilgung der Anleihe soll, miffag empfängt Macdonald die Hauptdelegierten im Foreign falls die Eingänge aus den Spezialpfändern nicht ausreichen sollten, eine Priorität auf alle aus eventuellen Sanktionen erzielenden EinOffice. Es wird angenommen, daß die im Berlauf dieses Empfangs eine Priorität auf alle aus eventuellen Sanktionen erzielenden Einnahmen erhalten. beabsichtigte Besprechung zu einer Einigung führt. Den Hauptstreit- follen er ft durchgeführt werden, wenn der Agent für die Ueber 3. Die in Aussicht genommenen Sanftionen punkt bildet das Berlangen der Franzofen, aus strategischen Gründen 4000 Eisenbahner im Ruhrgebiet zu belassen. London, 21. Juli.( WIB.) Die nächste Bollfihung der Interalliierten Konferenz wird, wie Reuter meldet, erst morgen stattfinden. weisungen" und ein von den internationalen Geldgebern zu er nemmenber Bertreter fich dazu gutachtlich geäußert haben. Nach den ursprünglichen Vorschlägen der englischen Lösung sollte zu den Sanftionen die ausdrückliche Zustimmung des Agenten für die Ueberweisungen sowie des Treuhänders für die deutschen Obligationen erforderlich sein. Nach der nunmehr angenommenen Lösung sollen die Vertreter der internationalen Finanzintereffen nicht mehr eine zweite übergeordnete Instanz bilben, sondern nur noch mit einer Art Suspensiopeto ausgestattet sein. Der Streit um die 4000 Regieeisenbahner. London, 21. Juli.( WTB.) Der diplomatische Berichterstatter des „ Daily Herald" weist darauf hin, daß die französische Forderung, auf den französischen Linien des Rheinlandes 4000 französische und belgische Eisenbahner zurückbehalten, eine Berlegung der wirt- Regierungen aus dem Friedensvertrag und dem Gutachten der Sach schaftlichen Einheit Deutschlands sei, auf der der Dawes ausschuß bestanden habe. Wie far ersichtlich sei, habe diese Forderung auch nichts mit Reparationen zu tun. Die Fragen der Sicherheit und der militärischen Besetzung, die an der Bordertür der Konferenz ausgeschlossen wurden, seien auf diese Weise durch eine hinter. tür wieder eingedrungen. London, 21. Juli.( WTB.) Der diplomatische Berichterstatter des „ Daily Telegraph" schreibt über den Verlauf der vorgestrigen Berhandlung des zweiten Ausschusses über die von den Franzosen vorgeschlagene Beibehaltung alliierter Eisenbahner auf den strategischen Linien im Rheinland, es habe ein scharfer Meinungsaus tausch zwischen General Destider, dem Stabschef des Marschalls Foch, und General Godley, den britischen Oberbefehlshaber in Köln, stattgefunden. General Goblen habe feinen Grund für die vorgeschlagene Maßnahme einsehen können und vorgeschlagen, zu dem vor der Ruhrbesetzung bestandenen System zurückzukehren. Der französische General habe aber die Möglichkeit einer solchen Regelung verneint, da der Streit im Jahre 1923 die Besatzungstruppen in eine üble Lage gebracht habe. Die Engläerder dürften nicht weniger besorgt sein um die Sicherung der alli ierten Truppen als die anderen alliierten Generale. Die von Macdonald und Herriot in Frage der Militärkontrolle nach Deutschland gefandte Note zeige, daß der französische Premierminister die Befürchtungen feines Kollegen teile. Seydour habe an den Erörte rungen ebenfalls teilgenommen. Schließlich seien die militärischen Sachverständigen ersucht worden, sich zu einem militärischen vereinigen und Interausschuß zu Dawespian Eisenbahnfachverständigen Sir W. Acworth und Leverve einen Bericht zu unterbreiten. Bis gestern abend hätten die militärischen Sachverständigen noch teine Vereinbarung erzielt. Ernste Schwierigkeiten hätten sich auch bei der Sigung des zivilen Unterausschusses gezeigt, nachmittag tagte. Eine fleinere Gruppe von Sachverständigen hielt gestern zwei Sitzungen ab. Bon britischer Seite sei darauf hinBon britischer Seite sei darauf hingewiesen worden, daß der Plan zu vermidelt erscheine. Franzosen und Belgier hätten betont, der Wunsch ihrer Regierungen„ zu demobilisieren" sei aufrichtig. am der den am Sonnabend Der Sinn des Sanktionskompromisses. Paris, 20. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Mit dem Kom. promiß, das Sonnabend in der politischen Kommission über die Feststellung etwaiger deutscher Verfehlungen und der Sanktionen zustande gekommen ist und an dessen Ratifikation durch die Delegationen hier nicht gezweifelt wird, ist eine der schwierigsten Riippen, die den Verhandlungen in London drohten, umschifft. Selbst in denjenigen franzöfifchen Streifen, in denen man der Konferenz und ihren Erfolgsaussichten mit Stepsis oder ausgesprochenem Bessimismus gegenübergestanden hatte, wird nun die Verständigung der Allierten über die Durchführung des Sachverständigenplanes nunmehr als gesichert betrachtet. Das beste Zeichen für die eingetretene Entspannung ist, daß man am Sonntag in London über die Form, in der die Einladung an die deutsche Regierung erfolgen foll, beraten hat und selbst in den rechtsstehenden franzöfischen Organen nicht mehr der geringste Widerspruch gegen die noch in der vergangenen Woche scharf bekämpfte Hinzuziehung DeutschDer§ 4 des Abkommens stellt fest, daß das den einzelnen verständigen zuständige Recht gewahrt bleibt. Herriot hat aljo die Handlungsfreiheit, auf die ihn die Opposition des Genats festgelegt hat, durchgefeßt. Die Form, in der dies geschehen ift, bedeutet jedoch feineswegs eine Anerkennung des französischen Anspruchs auf das Recht zu Sonderaffionen. Denn dieses Recht, das Frankreich und Belgien aus der willkür lichen Auslegung des auslegbaren§ 18 des Anhangs II des Friedensvertrages hergeleitet haben, ist bekanntlich von den anderen alliierten Regierungen niemals anerkannt, sondern, insbes fondere von der englischen, aufs schärfste bestritten worden. Darüber hinaus wird von der linksstehenden Breffe betont, daß Herriot der parlamentarischen Opposition die Formel Genugtuung des§ 4 nicht so unbedenklich werde kompenfieren können, als er über seinen Entschluß von seiner Handlungsfreiheit feinen Gebrauch zu machen, niemals einen Zweifel gelassen habe.„ Deuvre" meint, es sei bedauerlich, daß die Konferenz sich über diese Frage von nebensächlicher Bedeutung vier Tage lang von den nebensächlicher Bedeutung vier Tage lang von den Hauptproblemen habe ablenken lassen. Die Geldgeber mit dem Kompromiß einverstanden. London, 21. Juni.( Eigener Drahtbericht.) Die Londoner City soll nach den bisherigen Berlautbarungen mit den Bereinbarungen über die Sanktionen im Falle deutscher Verfehlungen einverstanden fein. Es scheint, daß der amerikanische Bankier Morgan sich schon am Montag bereit erklären wird, 50 Proz. der deutschen Anleihe zu übernehmen. Den Rest sollen die englischen Bantiers zeichnen. Bolle Einigung bis Donnerstag? Paris, 21. Juni.( WTB.) Der Sonderberichterstatter des Quotidien" in London glaubt versichern zu können, daß am Donnerstag die Konferenz vor endgültige Ergebnisse gestellt sein werde. Es bleibe dann nur noch übrig, die richtige Formel für das vorgesehene Protokoll zu finden und die Vertreter der deutschen Regierung nach London zu berufen. Zusammenkunft Hughes- Macdonald. London, 21. Juli.( EP.) Macdonald hat gestern abend, wie angekündigt, beim Staatssekretär Hughes in der amerikanischen Botschaft gegessen. Entgegen anderslautenden Meldungen hat Herriot an dem Essen nicht teilgenommen. Rückkehrerlaubnis nur für die aus dem neubesetzten und dem Ruhrgebiet Ausgewiejenen. Die Verfügung des Generals Degoutte, nach der alle Ausweifungsbefehle bis auf die namentlich angeführten Ausnahmen zurückgenommen worden sind, bezieht sich nach einer Mitteilung des Pfälzischen Kreisdelegierten nur auf die aus dem neubesetzten Gebiet und aus dem Ruhrgebiet ausgewiesenen Per sonen; die aus dem altbesetzten Gebiet Ausgewiesenen werden durch die erwähnie Verfügung nicht betroffen und bedürfen zu einer Rüdfehr einer besonderen Erlaubnis der Rheinlandkommission. Der Großindustrielle Baron Coppée, der angeflagt worden war, während des Kriegs mit den Deutscher Handel getrieben zu haben, ist freigesprochen worden. Der Prozeß hat mehrere Wochen gedauert. Als Beugen sind mehrere hohe Politiker vernommen worden, darunter auch der französische Ministerpröffdent Briand. Rom, den 16. Juli 1924. Bekanntlich hat das faschistische Regime, trotz seiner Redensarten über die Ablehnung jeden Kompromisses, nie ohne Vertreter anderer bürgerlicher Parteien regieren fönnen. Troz des jede Nachfrage weit übersteigenden Angebots rein faschistischer Kandidaten enthielt Mussolinis Mehrheitsliste bei den letzten Wahlen annähernd 100 Namen von Nichtfaschisten, namentlich Liberalen. Bei dem völligen Mangel an Persönlichkeiten, der den Faschismus kennzeichnet, war man froh, wenn die Liberalen sich dazu hergaben, vor die rielen Nullen, die die herrschende Partei stellte, irgendeine Zahl zu setzen. Die Liberalen ihrerseits waren nicht heikel; fie fanden, daß die Abgeordnetenmedaille nicht stinkt, auch wenn man sie gegen einige Parteiprinzipien eintauscht. Zum Lohn wurden dann bei dem jüngsten Reinemachen im Ministerium zwei Liberale mit Ministerportefeuilles bedacht. Hatten sich doch gerade die Liberalen während der Krise sehr treu gezeigt; das Blatt des ministeriellen Liberalismus hatte das geschmackvolle Wort geprägt, daß die ,, Beseitigung Matteottis eine gaffe" des Faschismus", also ein schweres„ Verjehen" wäre. den minifteriellen Liberalen, will fagen den Anhängern der Heute geht nun aber das idyllische Einvernehmen zwischen Fraktion Salandra und der Leute um Orlando, plötzlich in die Brüche. Der Faschismus hat in der Politit das Benehmen der neuen Reichen" eingeführt, das Wesen des Parnenüs; daher keinerlei Urbanität, Peinerlei Anstand und Rücksichtnahme im Verkehr mit vermeintlichen Untergebenen, hat. Und so ist die Sache den ministeriellen Liberalen nachnur der pöbelhafte Kommandoton dessen, der noch nie befohlen gerade zuviel geworden. Schon die Beseitigung der Breßfreiheit war ein harter Bissen, den herunterzuschlucken die Liberalen sich nur entschlossen, nachdem sie sich dem Trost hingegeben hatten, es handle sich um eine vorübergehende Maßnahme. Mit dem feinen Taft, der die faschistische Preffe fennzeichnet, gab diefe darauf bekannt, daß sie in den reffebetreten nicht ein Provisorium, sondern viel mehr eine Anzahlung fünftiger faschistischer Reformen sehe. Nun wurde das" Giornale d'Italia" auffäffig. Es erinnerte daran, daß Mussolini im Senat die Rüdiehr zur Legalität verjetzt keine andern Beweise geliefert wurden, als die Paraden sprochen hatte, während von diesem Willen zur Legalität bis bewaffneter Faschisten in allen Teilen Italiens, als eine drehende und provozierende Sprache der leitenden Persönlichfeiten und schließlich das Pressedekret, das mit seinen lezten Zusatzbestimmungen die präventive Beschlagnahme der Zeitungen auf Befehl des Präfekten, auch ohne vorhergehende Verwarnung oder nachfolgenden Prozeß, als einfache Polizeimaßnahme einführt. Auf Grund dieser Feststellungen meint daß die Liberalen feine farbigen Truppen wären, dann das Blatt, daß zum Bündnis zwei gehören, bie man verwertet, ohne sie als Gleichgestellte zu behandeln. Das Ganze fief in eine Art Ultimatum aus: entweder geht die Regierung den Weg der Legalität, wie sie ihn versprochen hat, oder die Liberalen ziehen sich aus der ministeriellen Mehrheit zurück. Diese unvermutete Aufsässigkeit an Männerstolz vor Königsthronen" haben die ministeriellen Liberalen den Fa schismus nicht gerade gewöhnt bringt die ministerielle schismus nicht gerade gewöhnt Preffe ganz außer sich. Mit weniger Anstand als Aufrichtigfeit beides vereinigt sich schwer in diesem Milieu schreibf ein römisches Faschistenblatt: ,, Was die liberalen Deputierten der Mehrheit betrifft und ihren angedrohten Abfall, so halten wir sie wirklich nicht für fähig, an eine so wenig sympathische Handlung zu denken, die übrigens ihnen viel gefährlicher wäre als uns. Sie können in der Tat nicht vergessen haben, daß fie in die Mehrheitsliste eingeschlossen worden sind, nicht als Berbündete, sondern als Hilfstruppen des Faschismus, von diesem als Individuen gewählt und angenommen, um ihrer persönlichen Eigenschaften willen und nicht auf Grund politischer Bewertung. Daß sie ihr Mandat weniger von den Wählern als von dem Regierungsoberhaupt, vom Faschismus erhalten haben, der sie zu ihrem Amt ernannt" hat. Und daß sie, als sie es annahmen, im Schatten des Liftorenbündels vor das Land zu treten, offenbar auch die Verpflichtung übernahmen, auch fünftighin sein Geschick zu teilen." Man fann wetten, daß viele der Liberalen, die diese unauflösbare Ehe mit dem Faschismus eingegangen haben und es jetzt mit ansehen müssen, wie man auf ihre Fahne spuckt und sie persönlich als Pudel verwertet, die Liberalen vomi andern Ufer beneiden, die als tonftitutionelle Opposition zwar gleichmäßig zermalmt sind, aber doch immerhin in der Geschichte ihres Landes den Funken einer Idee weitergeben, der an den ersten Kämpfen für politische Freiheit entzündet wurde. Damit man aber nicht etwa denke, daß die Bresse feuriger sei als die Partei, daß Mussolinis ernster Friedenswille dem überschäumenden Jugendamt seiner Freunde nicht zu gebieten vermöge, haben wir auch eine offizielle Rundgebung des Pressedienstes der faschistischen Partei, die uns die Ansichten des faschistischen Direktoriums vermittelt, das trotz des Verluftes, feiner besten Männer" immer noch für das Wohl der Partei und des Landes Sorge trägt. Es heißt darin, daß das Direktorium die ,, notwendigen, wenn auch bescheidenen Maßnahmen der Regierung gegen die Erzeffe der Preſſe" vollkommen billigt. Dann wird auf Rußland, Deutschland und England hingewiesen, in welchen Ländern es feine unbegrenzte Preßfreihekt gäbe, und schließlich werden die faschistischen Journalisten und alle Faschisten überhaupt aufge- fordert,„energisch jeden Protestversuch zu sabotieren, der über die Form der Tagesordnung hinausginge" und das Dekret als„ersten Schritt jener systematischen Gesetzgebung zu betrachten, die die Parteien entwaffnet, indem sie dem estaate immer stärkere Waffen gibt". Der erste Schritt— das ist ja vielversprechend! Auch andere Anzeichen sprechen deutlich dafür, daß die von Mussolini angestrebte Legalität als faschistische Legalität ge- dacht ist, will sagen als Legalisierung der Voraufstellung der herrschenden Partei. So hat Mussolini einer Florentiner De- putation erklärt, daß die Miliz„weiter im Dienste des Bater- landes und in dem der faschistischen Partei bleiben werde" und daß niemand mehr entschlossen sei als er,„die giftigen Angriffe der Opposition ein für allemal niederzuschlagen". Es ist also nur Humbug und ein Kunstgriff zurEntwertungderMon» a r ch i e, wenn man die Miliz dem Könige Treue schwören läßt. Halten soll man dieTreuenurdemHeerführer, im übrigen ist es«in Pleonasmus, von„Vaterland und Faschismus" zu reden, denn wo der Faschismus aufhört, hört bekanntlich das Vaterland auch auf und beginnt die„Anti- nation" der Rechtlosen. Ein weiteres Kapitel zur Friedigung der Geister hat am vorigen Sonntag in Mailand jener Fan- nacci geliefert, der den Lesern schon bekannte ftühere Eisen- bahner, der sich im Interesse des Vaterlandes im Kriege fern vom Schusse hielt und jetzt einer der vielen„gewaltigen Denker" des Faschismus ist— vor dem Faschismus soll er, wie böse Menschen munkeln, viel Hirnschmalz auf gewisse Geschäftchen mit Kohlen verwendet haben, die auch Kohlen des vorfaschistischen Staates, also des minderwertigen Staates sein konnten. Besagter Farinacci hat uns also ver- kündet, daß die Miliz bleibt, was sie ist, hat die Opposition als «ine Bande von Feiglingen bezeichnet, die vor den faschistischen Knabenkorps ausreißen würde, hat sie aufgefordert, doch end- lich loszuschlagen, kurz, hat sich etwa so betragen, wie der Führer einer Lausbubenbande, der eine andere Bande zum Raufen auffordert. _ Daß die angestrebte Rauferei den etwas wuchtigen Namen .„Bürgerkrieg" tragen würde, daß die zwei so blutrünstig auf- «inandergehetzten Banden, Bürger eines Staates, Söhne des- selben Volkes, Kinder desselben Vaterlandes sind, das kommt nicht in Betracht. Das politische Leben ist nachgerade so ver- roht, daß man es dem Gegner im Ernst als Feigheit anrechnet, wenn er nicht leichten Sinnes die Waffe zum Bürgerkrieg zieht. Wie ein Pfau mit geschlagenem Rad zeigt sich der Faschismus in kriegerischer Aufmachung, von Waffen strotzend, beschimpft als Feiglinge alle, die nicht mit ihm anbandeln, und nennt dies Benehmen dann seinen Versuch, die Geister abzurüsten, welcher Versuch an der Bosheit der Opposition scheitert! Nach den Erfahrungen der letzten vierzehn Tage kann man nicht mehr darüber im Zweifel sein, daß man nichts anderes legalisieren will, als die Abwürgungs« Methoden, mit denen sich der Faschismus die Opposition vom Leibe halten will. Man muß nun abwarten, ob die Libe- ralen es auf sich nehmen wollen, ihren Teil an Verantwortung für diese Operation zu tragen.„Und wenn sie es nicht tun, was dann?" stagt die faschistische Presse höhnisch. Nun ja, die berühmten 300 000 Gewehre bleiben dem Faschismus, er wird weiter sagen können, wie Farwacci so hübsch in Mailand gesagt hat:„Der Heerführer soll und kann nur auf die faschisti- fchen Plotons zählen und auf die faschistischen Kräfte: auf d i e Z u st immung sollerpseifen." Aber etwas ifo- lieren wird sich der Faschismus doch, wenn die Orlando, Sa- landra, Giolitti ihm offen den Rücken kehren. Merken wird «r es nicht, denn die moralische Empfindlichkeit ist nicht seine Stärke, aber auf die Dauer ist das Regieren mit Bajonetten bekanntlich nicht nur für die, die regiert werden, ungemütlich. In allen Städten mit Präfektur haben die Presseverbände es abgelehnt, ihre Vertreter in die Kommissionen zu entsenden, die dem Präfekten mit beratender Stimme zur Seite stehen sollen. Auch die sogenannte Bauernpartei, die bisher ministeriell war, hat eine Tagesordnung angenommen, in der konstatiert wird, daß auf dem Lande bis jetzt keine Rückkehr ''................. Zroschkonzert. Lo-n Erich Maria Remarque. Wenn der Abendschein wie das Lächeln einer schönen Frau über dem Häusergebreite der Straße liegt und am opalfarbenen Himmel die Wolken wie große Schwäne mit rötlich begrenzten Fittichen langsam dahinschwimmen, dann ist die Stund« da, wo man hinausgehen muß zu den Teichen und Wasserläusen vor der Stadt. Denn während die letzten Schwärme von Eintagsfliegen ihr« bleichen Tänze anfangen und die Grillen nur heimlich noch«ine graziöse Abendmusik geigen, beginnt ein seltsames Konzert in all den Tümpeln, Teichen und Flußläufen. Schaut man genauer auf die Wasseroberfläche, so sieht man, daß sie mit Punkten besät ist, und daß jeder Punkt die Nase eines grünen oder gelben Teich- frosches ist. Immer um die selbe Stunde, in jenem geheimnisvollen Augen- blick der Natur, wo das Vieh hungrig zu brüllen ansängt, beginnt «in einzelner alter Vorsänger in einer langsamen Skala das Kon- zert. Ihm folgen einig« schnell« Trillerwirbel, die ein Quartett kunstfertig eilig herousbläst. Eine Pause. Dann wieder der monoton« Skalengang des Vorsängers, in den allmählich immer breiter flutend der gesamte Chor In«mem rauschenden Crescendo einfällt. Nun folgen in buntem Wechsel Sologesänge, Trios, Quartette und Chot- gesänge. Man kann deullich die hellen Stimmen der Fro-schjugend, die würdigen Bässe der allen Herren, das Geschwätz und Gekeif der Grünrockhausf�auen, den Unterricht der geübten Konzertmeister unterscheiden und sich nicht genug tun im Vergleichen. Uebersetzen und Ausdeuten, um die merkwürdigsten und spaßhaftesten Dinge aus diesem Gequarr und Gequark herauszuhören. Dann ober wird man stiller, legt sich irgendwo in die Wiese und horcht auf dieses seltsam grotesk« Konzert unter dem tiefer ein. dunkelnden Sternendom. Und während die Horizont« sich zu großen Linien schließen und die Wälder sacht zu massigen Flächen dämmernd verschwimmen, empfindet man, verloren lauschend, wie dieses Kon- zert gar nicht mehr so sellsam und grotesk ist, sondern sich immer mehr einstimmt in die trijuir.ende Sommernacht, wie dieser mystische Chor über den dunklen Wassern dazu und hineingehört, wie dieses geheimnisvolle Raunen über fernen Tiefen nur das tiefste Beben in dem großen, schwermütigschönen Lebensaktord ist, den die Sommer- nacht in diamantenem Sternenbogen in Baumesrauschen. Wind und Wolken auf der großen Geige Welt harft. Man liegt und lauscht, bis daß man sich eins fühlt mit Wind und Wolken und jenem mystischen Gemurmel über den nun ganz blauumnachteten Wassern,«ins mit der hellen Iuninacht und der schwingenden, schwebenden Allnatur und sehr versonnen durch wehende Sternen- gasten heimwärts wandert.— zur Legalität zu spüren sei. und die energisch gegen die Auf» Hebung der Pressefreiheit protestiert, um dann für die eigene Partei das volle Recht der Bewegungssreiheit in Anspruch zu nehmen. Wir haben hier eine zwar kleine und junge Partei, aber immerhin eine solch«, deren sich der Faschismus rühmte, weil sie einen gewissen proletarischen Einschlag hat, die der herrschenden Partei die Gefolgschaft aufsagt. Um Italien und dem Auslande zu wisien zu tun, daß es nur die Provokationen der Gegner sind, die den Faschismus zwingen, sich auf Bajonette zu stützen, veröffentlicht jetzt das Ministerium des Innern eine Liste der schrecklichsten Moritaten der Opposition. Es ist nur schade, daß die ernsten nicht wahr und die wahren nicht ernst sind. Die Totschlagsgeschichten sind insofern leicht verdreht, als die angeblichen faschistischen Opfer ausgerechnet Angehörige der„Umswrzparteien sind, wie das Preßbureau der sozialistischen Einheitspartei an der Hand der Berichte der Carabinieri feststellt! Die anderen Punkte des Schuldregisters sollen allerdings wahr sein, es soll wirklich auf dem Denkmal für Giacchino Belli in Rom«ine kleine rote Fahne gefunden worden sein. Eine solch staatserschütternde Tat rechtfertigt allerdings jede Repression. Man denke nur: eine rote Fahne! Wer könnt« noch dieser Entdeckung noch ein Auge zutun, wenn man nicht aus die 300 000 Gewehre der Miliz bauen könnte? Wenn die italienischen Liberalen auch für die heutige Phase der Normalisierung und Moralisierung des Landes verantwortlich zeichnen wollen, so mögen sie es ruhig tun; nur sollen sie sich dabei vor Augen halten, daß sie gleichzeitig ihren Namen in das Schandbuch ihrer Partei eintragen, gegen welche Eintragung die Geschichte ihnen keine Berufung ge- währen wird. Matteottis Moröer in Monteviöeo. New Zork, 21. Juli.(EP.) Der Exchange Telegraph meldet aus Montevideo, die dortige Polizei fei benachrichtigt worden. einer der Mörder des Abgeordneten Matteotti fei in Montevideo angekommen. Der Berichterstatter erklärt, er hob« den Mörder selbst gesprochen, der ihm gegenüber sein« Tat «ingestanden habe. Bandit Dnmini. Rom. 21. Juli.(EP.) Dem Abgeordneten Maccolani, der vor längerer Zeit von Faschisten überfallen worden war. wurden gestern im Untersuchungsgefängnis Regina Coell 20 Untersuchungs- gefangene vorgeführt. Er und seine Frau erkannten unabhängig auf den ersten Blick unter den Häftlingen D umin i als den Haupt- angreifer. Bei Volpi dagegen war Maccolani zweifelhaft. Großmäulig unü feig. Ein völkischer Held scheut die Verantwortung. München, 20. Juli.(TU.) Der völkisch« Landtag sabgeord» net« a. D. Streicher- Nürnberg sollte sich vor dem Echäffen- gcricht zu Würzburg wegen V e r g« h« n s gegen das Gesetz zum Schutz« der Republik verantworten. Streicher hatte im April v. I. in einer Versammlung in Würzburg erklärt, der ermordste Reichsminister Dr. R a t h e n a u würde Wiederaus- g« g r a b e n, er sei nicht wert in deutscher Erde zu Legen. Streicher war zu den Verhandlungen nicht erschienen, so daß diese ausgesetzt werden mußt«._ Keine Genehmigung für Nationalistentage. Die Prestestelle des Oberpräsidiums Königsberg teilt mit: In Tilsit ist, wie aus der dortigen Presse bekanntgeworden ist, zur Erinnerung an die zehnjährige Wiederkehr der Vefreiung Ost- preußen» am 23., 24. und 25. August«in sogenannter Ost- preußentag grohen Stil» geplant. Diese Veranstaltung ent- behrt nach dem in Aussicht genommenen Programm des über» parteilichen Charakter», der gerade für eine Erinne» rungsfeier an die schwere Zeit, die Ostpreußen vor zehn Iahren durchzumachen hatte und in der von allen Teilen feiner Bevölkerung harte Opfer an Blut und Gut gebracht wurden, gefordert werden muß. Mit einer Genehmigung durch den Herrn Minister des Innern«st daher nicht zu rechnen. Natürliches. Von Klompenmacker. Kürzlich zeigten uns die illustrierten Blätter eine toll« Sache: In New Uork bespritzt die Feuerwehr in den Hitzetagen die im Badeanzug herumlaufenden Kinderl Verslucht.— dachte jedermann sofort—, da» möchte ich auch bei mir gemocht haben. Aber ebenso schnell kam die Rute, die bei uns jeder Untertan schon vor der Geburt auf den Hintern gebunden bekommt, und erzeugt« den Ge- danken des Normalkörpers und Kommunalschwachsinns: Darf s« (die Feuerwehr) denn das? Bitte, malen wir uns die Sache doch mal aus. Die Feuerwehr spielt auf dem Wedding und in Lichtenberg am Hydranten, die Kmder kommen, gucken sich vor lauter Neugierde die Augen aus— und werden nicht weggejagt. Im Gegenteils die Feuer. wehr fängt an zu spritzen, so reine weg zum Vergnügen der Ein- wohner, zum Gaudi der Straßenjugend, sie spritzt nur so herum, daß alles naß wird. Ich glaube, die Feuerwehr würde von der Schupo verhaftet, Pfarrer Koch würde im Swdtparlament«in« Interpellation gegen die Nackttänze auf der Straße«inbringen und der Staatsgerichthof hätte zu untersuchen, ob nicht doch Landes- verrat vorliegt. Mich plagten die nicht auszudenkenden Konsequenzen tagelang. Auch dann noch, als ich dienstlich nach Dresden kam und mich bei 32 Grad Hitze vorsichtig über die Augustusbrücke wälzte. Wa» sahen plötzlich mein« entzündeten Augen? Eine ganze Horde werdender Sachsen tobt« in der Badehose fröhllch durch die Sonnenglut,— ausgerechnet auf der Augustusbrücke. Und unten, an der Elbe, von oben gut zu betrachten, legte eine junge, hübsche Frau Wäsche auf die Bleiche. Sie hatte natürlich eine saubere Schürze vor- gebunden. Aber— Gottverbibbch— die klappte hinten so komisch auseinander, die Frau hatte gar ge« Gleed anl Sie latschte barbßch ooch in'ner Badehose ruml(Nadierlich in eener langen, wo mr garnischt unsiddliches fiehd!) Ja, warum darf die Feuerwehr bei uns nun eigentlich nicht spritzen? Drahtlose Telegvlphle mit kurzen Wellen. Aus Amerika, Eng- land und Frankreich sind in letzter- Zeit wiederholt Nachrichten durch die Presse geganqen über Versuche mit kurzen Wellen, die besonders während der Nachtzeit mit verhältnismäßig kleinen Sendestationen die Ueberbrückung von grohen Ueberseestrecken ermöglichten. Die Telefunken-Gesellschait, die sich ebenfalls seit ge- raumer Zeit mit diesen Aufgaben beschäftigt, die kurzen Wellen auf große Entfernungen nutzbar zu machen, hat nunmehr einen großen Erfolg zu verzeichnen. In der der Transradio, Drahtloser Uebersee- Vertehr-A.-G., gehörenden Station Nauen hat sie vor einiger Zeit einen solchen Sender, der nach ihren Patenten hergestellt ist, auf- gestellt. Nach einem kurzen Probebetricb, der sofort zufrieden- Reichsbannertag. Massenaufmarsch in einer Kleinstadt. Nlazdeburg. 21. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Die erste große Veranstaltung des„Reichsbanners Schwarz. R o t. G o l d" auf dem flachen Lande fand am Sonntag in dem kleinen Städtchen Neuhaldensteben bei Magdeburg statt. Zehntausend Teilnehmer waren der Einladung der Neu- haldenslebener Ortsgruppe gefolgt, die mit Extrazügen, Auto- mobilen und anderen Fohrzeugen herangeführt wurden. Ein be- sondere» Gepräge gaben dem Aufmarsch die vier unendlichen Kolonnen der Radfahrer. Gewaltigen Eindruck machte der Aufmarsch der Reichsbannerformation auf einen prächtigen Platz. Der Magistrat hatte den ersten Bürgermeister beauftragt, die republikanilchen Kriegstellnehmer zu begrüßen, weshalb es zu- vor heftige Auseinandersetzungen im Sladtparlament gegeben hatte. Die amtlichen Gebäude hatten geflaggt. An den Reichspräsidenten wurde ein Telegramm geschickt. Der Aufmarsch der Republikaner erregt« bei den in der Neuhaldenslebener Gegend stark vertretenen nationalistischen Organisationen wegen seines disziplinierten und strammen Eindrucks erhebliches Aussehen. Nationalistische ölamage. Es klappt nicht mehr. Apolda. 21. Juli.(Eigener Drahtbericht.) Der gestern hier ab- gehalten« Regimentstag der 94er war rn großer Reinfall. Obwohl die nationalistischen Veranstalter nach berühmtem Muster die Feier aufzuziehen suchten, machte die ganze Feier einen äußerst kläglichen Eindruck. Kaum 1200 Personen waren erschienen. Sogar die Frau Großherzogin hatte sich durch«inen alten, abgedankten General ver- treten lassen. Das gleichzeitig von den Gewerkschaften veranstattote G« w e r k, schaft». und Gen os seus chastssest war dagegen von über 4000 Personen besucht._ Nationale würüe der»Kreuzzeitung.'' DeS deutschen Knaben Tischgebet. vi«„Kreuzzeitung* veröffentlicht« am Sonntag«inen Aufsatz eine? gewissen Herrn R. Petersen, in dem v. a. folgendes er. zählt wird: Der bekannte amerikanisch« Finanzmann Frank A. vanderlip spricht in seinem Buch„Was Europa geschehen ist"(Drei-Masken, Verlag, München) sein« grenzenlose Verachtung vor jenen deutschen Sozialisten und ih ren Organen cm-, die it 1914 von unseren Feindstaaten deutsches Falschgeld, a» im Feindesland hergestellt wurde, in Men, g«n von Milliarden bekamen, mit diesen Mitteln in zweifacher Hinsicht das Geschäft unserer Feinde besorgten, nämlich einmal mit diesen Propagandamitteln die deutsche Widerstands, kraft und andererseits bereits seit 1914 als Deutsche halfen, die deutsch« Währung zu sabotieren. Der Aussatz trägt die Ueberschrist„Rationalistische Würde!" und schließt mit den Worten:„des deutschen Knaben Tischgebet müßte heißen: Gib meinen Deutschen mehr national« Würde." Wir haben nicht den Vorzug, Herrn R. Petersen zu kennen. Aber entweder ist er ein Geistesgestörter oder ein boshafter Zeit. genösse, der gewettet hat, daß in der„Kreuzzeiwngs'-Kloate zeder „antimarxistische Verleumderdreck" Platz finde, möge er noch so un- sinnig sein. Ist die zweit« Annahm« richtig, dann hat er die Mtle glänzend gewonnen. Man denke, ein deutsches„nationales" Blatt schleudert gegen eine groß« deutsche Partei die hirnverbrannte Beschuldigung, sie habe bezahlten Landesverrat verübt. Und was dient ihm als„Beweis" für diese ungeheuerliche Beschuldigung? Nichts als das verrückte Geschwätz eines Amerikaners! „Des deutschen Zknaben Tischgebet" bedarf einer Ergänzung: Es muß heißen:„Gib weinen Deutschen mehr nationale Würde und bestete sie zu diesem Zweck vom deutschnattonalen Lumpengesindel. Amen.' Sommunistlsche Obstruktion. Di« Stadt Hilden hatte bereits dreimal einen Stadtrat gewählt; die Wahl ist jedesmal infolge koiu- mumstsscher Störungen für ungültig erklärt worden. Jetzt findet sie zum viertenmal statt. stellende Ergebnisse zeiiigte, hat Transradio dm Sender in Dienst gestellt. Der Sender arbeitet bereits auf eine Entfernung von 12 000 Kilometern nachts mit der kürzlich nach dem Telefunken- fystem fertiggestellten Großstation Buenos Aires, und wird genau so wie der große Sender aus der Betriebszenttole Berlin bedient. Raum dürste die erste Station mit kurzen Wellen fein, die auf so große Entfernimg en betriebsmäßig in den Dienst gestellt ist. Thealergemeinschaft Düsseldorf- Köln. Das Schauspiel- haus Düsseldorf(Generalintendanz Dumont-Lindemann) und das Städtische Schauspielhaus Köln(Intendanz Gustav Härtung) haben sich zu einer künstlerischen Gemeinschaftsarbeit zu- sanrmengeschlossen, die für da? westdeutsche Theaterleben von Bc. deutung sein kann. Es hondett sich nicht nur um einm Austausch von Spielleitern, Schauspielern, künstlerischen Beiräten, sondern auch um eine wechselweis« Ueberlassung von Dekorationen und Kostümen sowie um einen Austausch fertiger Aufsührungen. Bei voller Wah- rung der Selbständigkeit jeder der beiden Bühnen ist eine drama- turgisch« Gemeinschaft geplant, welche zu einer Ausbalancierung des gegenseitigen Spielplanes und schließlich zu einer Zusammenarbeit zu großen rheinischen Festspielen führen soll. Soziale Gerechligkelk— Gollesläsierung. Der ungarische Dichlor Attila Joszef hotte vor kurzem in einer literarischen Zeitschrift unter dem Titel„Der revoltierend« Ehrl st us"«in Gedicht veröffentlicht, an welchem religiöse Kreise Anstoß nahmen. Der Staatsanwalt erhob gegen den Dichter Anklage wegen Gotteslästerung. In der Verhandlung erklärt« Joszef, daß es ihm fern- stehe, Gott zu lästern. Das Gedicht stelle das Gebet eines primi- ttven Arbeiters dar, der nach sozialer Gerechtigkeit strebe. Joszef wurde trotzdem zu 8 Monaten Gefängnis und 200 ODO Kronen Geldstrafe verurteilt. Der Ku-Klux-Klan kaufk seine Kinder. Der berüchtigt« amerika- nische Geheimbund hat jetzt auch das Taufzeremoniell cffiziell in das Programm seiner feierlichen Versammlungen aufgenommen, die sich vor«n flainmten Holzkreuzen vollziehen. Kürzlich wurden in einem am Fluß gelegenen Lager zu Stamford im Staat Connecticut, während die Flammen der brennenden Kreuze zum Himmel loderten, ein Dutzend Kinder in Anwesenheit der Mitglieder der„Kemelia", des weiblichen Zweiges des Ku-Klux-Klan, im Wasser des Flusses getaust. Die Eltern legten dabei den feierlichen Schwur ab, die Kinder in den Grundsätzen des Klan und„zu Feinden der Juden, Katholiken und Neger" zu erziehen. Dehnliche Tauffeierstchkeiten fanden dieser Tage auch zu Pitman im Staate New Jersey statt. vl« Äalerle(serdwand INöller, Potsdamer Str. lZte, bat eine Sem- mer-?Iuistellung eröffnet mit Werken von Nlechen, Leibikow, Menzel, Moffon, Zckadow und Schlich, ferner von Degncr, fzeininger. Heckel, Cnrt Hermann, Kolbe, Gerb, Marchs, Otto Mucller, Partikel, Pechjiein, Rohlfs, Scheibe und Schmidt-Rottluff. Volkshochschule Thüringen. Die seinerzeit verschoben« volkSwirtscha'tlich siaatskundilche Tagung wird nun endgültig in der Zeit vom 1, �7, Air-.uit auf der Leuchtenburq bei Kahla durchgesübrt Anmelhiingen find zu richten an die VoliSbochlchule Tbürinaen, Jena, Carl-Zeiß-Platz3: dastlbst wud auch jede nähere'Auskuiist«teilt. Die Amnestie- Anträge abgelehnt. Die bürgerliche Mehrheit will nicht... Der Rechtsausschuß des Reichstages beschäf tigte sich am Freitag und Sannabend mit den von unseren Genossen, den Kommunisten und Nationalsozialisten eingebrach ten Amnestie anträgen. Alle sozialdemokratischen und fommunistischen Anträge wurden von einer bürgerlichen Mehr heit abgelehnt. Kommunistenprozeß in Königsberg. Schwere Zuchthausstrafen. Königsberg, 20. Juli.( Eigener Drahtbericht.) In dem hiesigen Rommunisten prozeß wurde am Sonnabend nachmittag pon dem Senatspräsidenten beim Reichsgericht Niebner als Borsigenden des Staatsgerichtshofes folgendes Urteil verkündet: Delven Dahl 7 Jahre Zuchthaus und 1000 m, Geldstrafe; Kalcher 6 Jahre Zutthaus und 600 m. Geldstrafe; Seipelt 5 Jahre Zuchthaus und 500 m. Geldstrafe; Baumann 4 Jahre Gefängnis und 400 m. Geldstrafe; Naubsch 6 Jahre 2 Monate Gefängnis und 300 M. Geldstrafe; Warmel 2 Jahre Gefängnis und 200 m. Geldstrafe; Lorenz, Limburg, Lollies und Hostmann je 1½ Jahre Gefängnis und 200 m. Geldstrafe; Kahti 2 Monate Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gelten. Den übrigen Berurteilten wurde die Untersuchungshaft entsprechend angerechnet. Das Urteil entspricht im wesentlichen den Anträgen des Reichsanwalts. Der Staatsgerichtshof nahn als erwiesen an: Spätestens Sep. tember 1923 wollte die KPD. durch ihren bis ins Kleinste vorbereiteten Blan die Ziele der KPD. verwirklichen, die gegenwärtige Regie rung mit Gemalt stürzen und an ihre Stelle die Ar. beiterregierung nach Somjetmuster errichten. Butsch versuche von rechts, von denen man sprach und die man in Kürze er. wartete, wollten die Angeklagten dazu benußen, über ihre Ziele hin ous durch Sturz der gegenwärtigen Regierung die eigene Arbeiter regierung zu errichten. Seit September 1923 war die KPD. illegal und daher in dieser Zeit staatsfeindlich. Jedes Mitglied der KPD. kannte dieses Ziel der KPD. und mußte demnach gewärtig sein, nach § 7 des Gesetzes zum Schuhe der Republik bestraft zu werden. Das Biel war, von der Zentrale der KPD. ausgegeben, nicht nur auf ein zelne Teile Deutschlands beschränkt. Gerade die gegenwärtigen Ber. handlungen ergaben, daß diefes Biel auch in Ostpreußen perwirklicht werden sollte. Die Hauptangeklagten mußten auf Grund des Ges fetes zum Schuße der Republit mit 3uchthaus bestraft werden, obwohl der Staatsgerichtshof zu der Ueberzeugung gelangt ist, daß die Verurteilten nicht in ehrlofer Gesinnung gehandelt haben. Das Urteil des Staatsgerichtshofs ist in seiner Schwere wie in seiner Begründung geeignet, berechtigtes Aufsehen zu erregen und unliebsame Bergleiche herauszufordern. Trotzdem feiner von den Angeklagten, auch nach Ueberzeugung des Gerichtshofs, aus ehrlosen Motiven gehandelt hat, werben sie zum Teil zu außerordentlich schweren 3uchthaus ftrafen verurteilt, während die zynischen Hochverräter aus Beruf und Neigung, die Pöhner, Hitler, Ludendorff und Konsorten zum Teil freigesprochen find, zum andern Zeil nur zu lächerlich geringen Festungsstrafen mit Bewährungsfrist verurteilt wur den. Der flaffende Unterschied in der Bewertung fommunistischer und nationalistischer Verbrecher springt ins Auge. Er läßt sich auch nicht hinwegdeuten durch den Umstand, daß in Königsberg der Staatsgerichtshof zum Schuße der Republit, in München ein sogenanntes Boltsgericht ,, Recht" sprach. Die außerordentliche Schärfe des Strafmaßes gegen die oftpreußifchen kommunistischen Arbeiter ist freilich nur verständlich aus den wahnwijzigen Parteibefehlen", die in ununterbroche ner Reihenfolge aus Moskau auf die deutschen Anhänger niederprasseln und die jeden Gerichtshof geradezu verleiten müssen, von fommunistischer Seite eine außerordentliche Gefahr für den Bestand des Deutschen Reiches zu vermuten, während tatsächlich die Gefahr der Rechtsputschisten wenn nicht größer, so doch wenigstens ebenso start ist. " Bei den Angeklagten sind Schriften und Briefe beschlag nahmt worden, die darauf deuten laffen, daß sie auch in Ostpreußen losschlagen wollten, wenn der Hamburger Putsch vom Oftober 1923 gelänge. Daß das Unternehmen dort rasch niedergeschlagen wurde, hat die ostpreußische Aktion verhindert. Ein Schaden ist nicht entstanden, nur daß einige Waffen, die die Kommunisten sich widerrechtlich angeeignet hatten, ihnen wieber abgenommen wurden. Angesichts dessen sind die vielen Buchthaus und Gefängnisjahre, die man gegen diefe Hand merter und Landarbeiter verhängen zu müssen glaubte, wirt lich nicht geeignet, irgendeine Befferung zu erzielen. Sie merden bei den Berurteilten und ihren Angehörigen nur eine tiefe Berbitterung hinterlassen. Freilich hat die Kommunistische Partei als solche feinerlei Ursachen zu Beschwerden. Sie predigt offen den Bürgerfrieg und die Weltrevolution. Sie hat mehr als einmal praktisch den Beweis dafür erbracht, daß sie es auch auf die Durch führung dieser ihrer Ideale ankommen laffen will und vor Massenopfern ihrer Anhänger nicht zurückschreckt. Sie hat die Ungefeglichkeit offen proflamiert und darf sich nicht beklagen, menn der Staat feine Gefeze gegen sie anwendet. Zu beZu beflagen sind die idealistischen Opfer dieser Revolutionsspielerei und das Rechtsempfinden im Bolte, das München und Königsberg in Vergleich stellt! Der Kommunistenprozeß von Halle. Salle, 19. Jult.( Eigener Drahtbericht.) Die Gerichtsverhandlung gegen die an den Kämpfen in Böllberg bei Halle gegen die Schuß polizei beteiligten Arbeiter nahm am Sonnabend ihren Fortgang. Ein Zeuge erflärte, daß es sich bei dem Aufmarsch der Kommunisten tatsächlich um ein gut vorbereitetes militärisches Unternehmen zum Durchbruch der von der Polizei aufgestellten Boſtentette handelte. Da einer der Hauptbelastungszeugen, ein Polizeiwachmeicher, noch schwerverletzt im Krankenhause liegt, foll der Gerichtshof mit den 19 Angeklagten durch Lastautos in das Krankenhaus zum Lofaltermin gebracht werden. Die Verhandlungen dürften am Dienstag ihren 26. schluß finden. Politisches Attentat in Plewna. Plewna, 19. Juli.( Ill.) In Plewna wurde das Gebäude Der politischen Polizei in die Luft gesprengt. Unter den Toten befindet sich auch der Generalinspektor der Polizei Gerbedom. Bon den Tätern fehlt bisher jebe Spur Disziplinarverfahren gegen 3eignet. Nach einem Beschluß des Gesamtministeriums ist auf Grund des rechtskräftig gewordenen Gerichtsurteils gegen den früheren Ministerpräsidenten Dr. 3eigner dem Antrag auf Einleitung eines Verfahrens vor dem Diszipli. nargericht gegen Dr. Zeigner stattgegeben worden. Mit der Ausübung der staatsanwaltschaftlichen Funktionen ist der Ministerialrat Dr. Rauschenbach im Justizministerium beauftragt worden. Ferner befchloß das Gesamtministerium, daß den früheren Ministern Böttcher, Hedert und Dr. Zeigner nach dem Wunsche des Bandtags ausschusses zur Untersuchung der Amtsführung des früheren Mi nisters Böttcher die Genehmigung zur Aussage vor dem Ausschuß erteilt wird. Verbuddelte Zeit. Berlin steht in diesem Sommer im Zeichen der Buddelei engros. Raum eine Straße, der nicht der Bauch aufgerissen ist, so daß die Eingeweide, Drähte, Röhren und Leitungen der mannigfaltigsten Art, bloßgelegt find. Niemand wird die Notwendigkeit und Nüh. lichkeit dieser Arbeiten bestreiten wollen. Bange Jahre war fein Geld im Stadtfädel, Lange Jahre hindurch fonnten nur armselige Flickarbeiten vorgenommen werden, und die Straßen boten schließ lich einen erbarmungswürdigen Zustand. Das Pflaster zeigte piele Bertiefungen, in denen bei Regenwetter fleine Seen sich sammelten. Die Asphaltdecke war überall geborsten, und mer sich so recht eindringlich von dem miserablen Zustand der Straßen überzeugen wollte, brauchte nur eine Fahrt auf dem Deck eines Autoomnibusses zu machen. Wenn er dann nach vollendeter Fahrt abstieg, glaubte er, daß ihm alle Knochen gebrochen und die inneren Organe aus ihrer natürlichen Lage gerutscht seien. Also gebuddelt muß werden! Gemiß! Aber das Publikum ist doch der leidende Teil dabei. Zeit ist Gelb, das gilt immer noch für den Großstädter, ja heute vielleicht mehr und eindringlicher, denn ie, ba pieles aus Kriegs- und Inflationszeiten nachzuholen ist. Nun überlege man aber, wieviel Zeit durch die Straßenarbeiten verbub. belt wird, um wieviel länger es dauert, bevor man mit der Straßen. bahn oder mit dem Omnibus fein Ziel erreicht. Raum eine Straßen bahnlinie, deren Geleise nicht aus der Straße herausgenommen und provisorisch auf das Pflaster gelegt find, wo sie wie die übertrieben angeschwollenen Krampfadern der Erde ausschauen. An allen diefen Stellen muß vorsichtig, langsam, sehr langsam gefahren werden. Aber damit nicht genug. Es kommt gar nicht so selten vor, daß die schweren Wagen der Straßenbahn an diesen Stellen aus den Bantinen tippen", und dann Gnade Gott dem armen Fahrgast. Wagen reiht fich balb hinter Wagen zu einer stattlichen Wagenburg, ein langwieriges und mühseliges Arbeiten beginnt, bevor ber Wagen wieder im Gleis ist und seine Fahrt fortsehen kann. Warten, warten und nochmals warten! heißt es dann für den Fahrgast, der aber in den meisten Fällen nicht warten und sich nicht die Zeit verbuddeln in den meisten Fällen nicht warten und sich nicht die Zeit verbuddein lassen kann. Im Intereffe bes Ganzen und der Allgemeinheit müssen indessen diese Uebelstände mit in den Rauf genommen werden, die ja außers dem nur eine turze Zeit anhalten. Wer sich aber in diesen Wochen nicht die Zeit ,, Derbuddeln" lassen will und fann, der halte sich an ein Wort der entschwundenen Größe Wilhelm: Nicht brüber meg, sondern unten durch!" und fahre Untergrundbahn! Liebestragödie in Berlin O. Mord und Selbstmord eines Abgewiesenen. Eine blutige Liebestragödie, bie zwei Menschen das Leben toftete, spielte fich am Sonntag nachmittag um 2 Uhr im Hause aus burgstraße 5 im Berliner Often ab. Dort erschoß der 25 Jahre alte Arbeiter Otto Kohler aus der Lübbener Str. 5 den 47 Jahre alten Wächter Hermann Schieme und tötete fich dann selbst durch einen Ropfschuß. Es handelt sich um einen Racheaft. Eine Tochter bes Schlewe hatte ein feit 3% Jahren bestehendes Verhältnis mit Kohler. Auf Wunsch des Vaters hatte die Tochter den Verkehr fürzlich aufge. geben. Kohler, der die häuslichen Verhältniffe der Familie genau ba die Eltern erst gegen Mittag von ihren Arbeitsstätten- Schiewe fannte, vermutete am Vormittag die Tochter allein in der Wohnung, ist mächter, feine Chefrau Aufwärterin zurüdzufehren pflegten. Die Tochter war jedoch gestern zur Erholung weggefahren. Kohler schlich sich nun in 2bwesenheit der Wohnungsinhaber, vermutlich mit Hilfe eines Nachschlüffels, in die Wohnung ein und versteckte sich unter einem Bett, um auf die Rückkehr der Familie Schiewe zu warten. Schieme und seine Frau fehrten gegen 2 Uhr heim und unterhielten sich noch einige Zeit, wobei Schieme feiner Frau gegen über äußerte, daß Rohler nicht mehr in die Wohnung eingelaffen ut wurde baburch nur noch mehr gesteigert. Schieme werden sollte. Der Täter hörte das Gespräch mit an und feine legte sich dann in demselben Zimmer zur Ruhe. As feine Frau nach einiger Zeit ebenfalls das Schlafzimmer betrat, fah fie Rohler por dem Bett ihres Mannes mit gezogener Pistole stehen. Im nächsten Augenblic feuerte dieser auch schon zwei Schüsse ab, bie Schieme schmer verlegten. Der Getroffene tonnte sich noch bis zum Korridor schleppen, brach bann aber besinnungslos zufammen. Gleich darauf tötete fich Kohler burch einen Schuß in die rechte Schläfe. Man transportierte Schiewe nach dem Krankenfonnte. Beide Leichen sind dem Schauhaufe übergeben worden. Wie haus am Friedrichshain, wo aber nur noch der Tod festgestellt werden aus hinterlassenen Briefen des Stohler an feine Eltern hervorgeht, hat er die Tat reiflich überlegt und mit voller 2bficht ausgeführt. Erlaubte und verbotene Umzüge. Am Sonntag, den 29. Juni peranstalteten Kriegervereine in Berlin Brig in einem dortigen Gartenlokal ein Sommer. fest. Sie benutzten dieses Fest zu einer Demonstration größeren Umfanges: Bormittags gemeinschaftlicher Kirchgang, nachmittags 2 Uhr Festmarsch durch mehrere Straßen des Orts mit Mufit. begleitung und Mitführen von etwa einem Duhend Fahnen, selbst. verständlich schwarzweißrote. Begleitet wurde der Festzug von einer größeren Anzahl von Schupobeamten zu Fuß und zu Rad. Der Schuh der Festteilnehmer muß wahrscheinlich mit nicht geringen bürgerlichen Anstrengungen verbunden gewesen sein. Der Gedanke, daß das, was man Monarchisten und Hafen freuzlern gestattet, Republikanern nicht perbieten fann und darf, ließ bei ben organisierten Parteigenoffen von Briß den Entschluß reifen, einen Familienausflug nach Budow durch einen gemeinschaftlichen Marsch mit Frau und Kindern unter Mitführung von republikanischen und roten Fahnen und Musikbegleitung zu verschönern. Unter Erlegung von 1 Goldmart Verwaltungsgebühren erhielt unsere Parteiorganisation vom Bolizeiamt Neukölln Den befremdenden Bescheid, daß dem Verein die nachgesuchte Erlaubnis zur Veranstaltung eines gefchloffenen Buges der Mitglieder mit Fahnen und Musik mit Rücksicht auf den Erlaß des Herrn Ministers des Innern vom 22. Mai 1924 II G. 1548 nicht erteilt werden kann! Hier liegt eine so offenfundig ungleichmäßige Behandlung vor, daß fie recht geeignet ist, in den Kreisen unserer Parteigenossen Erregung hervorzurufen. Frage, daß der monarchistische schwarzweißrote Krieger: vereinsumzug unter allen Umständen hätte verboten und verhindert merden müssen. Das Polizeiamt Reutölln wird nicht umhin fönnen, sich ohne Beanspruchung von Verwaltungsgebühren über sein Berhalten zu äußern; besonders auch darüber, wie es tommt, daß ein solcher Umzug noch von der Schupo geschützt" wird. Gegen wen denn? Es ist zwar gar feine Das 50- jährige Jubiläum der Bäckerinuungen. " Die Feftlichkeiten anläßlich des 50 jährigen Jubiläums des Zentralverbandes Deutscher Bäckerinnungenn Germania" nahmen am gestrigen Sonntag mit der Eröffnung der Genoffenfchaftsschau des Deutschen Bäderhandwerts" ihren Anfang. Die Ausstellung ist im Rafino des Sportpalastes untergebracht; sie soll der durch organisierten Zusammenschluß troß aller Möte der Zeit er. reichen lasse. Namens des am Erscheinen verhinderten Handelsministers Siering sprach Ministerialdirektor Dr. Göhmann dom Handelsministerium. Die Ausstellung gibt ein anschauliches Bild der Leistungen und der Bedürfnisse des deutschen Bädergewerbes. Vom größten Backofen bis zur fleinsten Hilfsmaschine sind alle Apparate in den verschiedensten Ausführungen vertreten. Besonderes Intereffe nimmt der große Stand der Berliner Eintaufsgenossenschaft in Deffentlichkeit zeigen, was sich auf genoffenschaftlicher Basis und Anspruch, das fogenannte Warenhaus der Bäder", das alle Ber liner Bäckereibetriebe mit allem Notwendigen beliefert. Außerordents liches Intereffe erregt ferner die von Gneralsekretär Göttsch zufammengestellte historische Abteilung, die eine Fülle wertvoller Berliner Bäckerinnung und die noch ältere Lade der Bückerinnung Innungsurkunden, ferner die 160 Jahre alte Bundeslabe ber Cöpenick beherbergt. U. a. wird hier die Privilegsurkunde für das Berliner Bäckerhandwert von Friedrich II. aus dem Jahre 1731 ge= geigt, ferner die auf Schweinsleder gefchriebene Grundsteinurkunde aus dem Jahre 1664, die in dem Grundstein des alten Bäckerhauses eingemauert war, an dessen Stelle sich jeht das Kaiser- FriedrichMuſeum erhebt. Unter den weiteren historischen Urfunden sind die Rontributionslisten aus dem Jahre 1807 zur Zeit der französischen Befehung Berlins von Interesse. Vor dem Sportpalast ist eine riesige Musterbäckerei errichtet, die nur von Söhnen und Töchtern von Berliner Bäckermeistern bedient wird und in der vom Brot bis zur feinsten Torte Backwaren aller Art in einem Riesenofen herges stellt werden. Aus dieser Bäckerei werden dem Wohlfahrtsamt der Stadt Berlin für die Dauer der Ausstellung täglich mehrere hundert Brote, sowie sonstiges Gebäck zur Berteilung an die Armen der Stadt zur Verfügung gestellt. Der 21. Zentralverbandstag der Bäckerinnungen nahm nun heute in der Neuen Welt" seinen Anfang. Ghrenobermeister Müller eröffnete die Tagung und gab einen Rüdblid auf die Entstehungsgeschichte und die Entwicklung des„ Germania- Berbandes". In 50 Jahren sei die Mitgliederzahl von 1500 auf 85 000, bie Zahl der angeschlossenen Innungen von 50 auf 1500 angewachsen. Der Redner begrüßte dann die anwesenden Vertreter Der Behörden. Das Urteil im Rahardt- Prozeß. Karl Rahardt erhält drei Jahre sechs Monate Gefängnis. Heute Mittag wurde von Landgerichtsdirektor Dr. Schulze in dem Brozeß Rahardt und Genossen das Urteil gefällt. Es fautet wie folgt:„ Es werden unter Einbeziehung der bereits von der Straffammer gegen Karl Rahardt, Erich Rahardt und Alexander Hoffmann erfannten Strafen verurteilt: Karl Rahardt wegen schwerer Untreue, Anstiftung zur schweren Untreue und aftiver Be ftechung, Betrugs, Preistreiberei und Kettenhandels zu einer Ge famfstrafe von 3 Jahren, 6 Monaten Gefängnis und 3000 Goldmark Geldstrafe, Erich Rahardt zu einer Gesamtstrafe von 3 Jahren, 6 Monaten Gefängnis und 10 000 Goldmark Geldstrafe, Hoffman zu 2 Jahren Gefängnis und 2000 Goldmark Geldstrafe, Roft zu einer Gesamtstrafe von 1 Jahr und 6000 Mark Geldstrafe und Samel zu 4 Monaten Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt zu erachten sind, und 2000 Mart Geldstrafe. Die gegen die Angeklagten Karl Rahardt, Erich Rahardt, Roft und Hoffmanni von der Straffammer erfannten Geldstrafen bleiben bestehen, Ebenso bleiben die gegen Karl Rahardt und Erich Rahardt era tannten Ehrenftrafen unverändert. Konfum- Genossenschaft Berlin und Umgegend. Die Frist zur Abgabe der Mitgliedsbücher, Einkaufs- und Geschäftsanteilfarten ist um einige Tage verlängert worden. Die Mitglieder werden bringend ersucht, zur Wahrung ihrer Ansprüche aus der Rückvergütung sofort Bücher und Karten in der zuständigen Abgabestelle abzugeben. Schwere Berkehrsunfälle. Am Sonntag nachmittag gegen 4 Uhr wurde die vierjährige Ursula Blisse, Rottbuser Damm 96, vor dem Hause Rottbuser Damm 2 durch einen Straßenbahnwagen der Linie 98 überfahren und auf der Stelle getötet. Gegen 5 Uhr nachmittags geriet der 36 Jahre alte Stellmacher Franz Kerner, Bruch des linken Schlüsselbeins davon, Er fand im Augusta- Vistoria aus Wilmersdorf unter die Räder eines Kraftwagens und trug einen Krantenhaus Aufnahme. Ein schwerer Straßenbahnunfall ereignete fich Montag früh gegen 9 Uhr am Oranienburger Tor. Dort sprang eine Straßenbahn mit Anhänger aus den Schienen und fuhr gegen ein aus. Durch den Anprall wurden mehrere Personen leicht und mehrere schwer verletzt. Eine Berson erlitt einen Nervenchof und mußte in das Krankenhaus transportiert werden. Das Berkehrshindernis fonnte durch hie Feuerwehr nach furzer Zeit befeltigt werden. 21. Juli, abends 8% Uhr, findet im Lokal des Vereins der russischen Feuerwehr nach furzer Zeit beseitigt werden. Amerifa und die jüdische Emigration. Heute Montag, den Juden, Kleiftstraße 10, eine Bersammlung statt, in der Genoffe B. Wlabel, Führer der amerikanischen Arbeiter und Hauptschrift B. Wladet, Führer der amerttanischen Arbeiter und Hauptschriftleiter bes amerikanischen„ Borwärts", zu dem obigen Thema fprechen wird. Ein zwanzigfacher Mörder. Haarmann gesteht acht weitere Morde zu. grauenerregendere Formen an. Der Fall des Massenmörders Haarmann nimmt immer Durch zahllose weitere Ber höre ist es gelungen, Haarmann zum Don acht weiteren morbtaten zu bewegen, so daß sich die Don thm eingestandenen Morde nunmehr lauh polizeilicher Ausbunft auf zwanzig erhöht haben. Es ist auch gelungen, den Helfershelfer Haarmanns, den Händler Grans, so zu überführen, daß ein Teil der Haarmannschen Schuld auf ihn fällt. Es besteht nun fein Zweifel mehr, daß Grans Haarmanns mittäter ist, ber ihm die Opfer zuführte und bei deren Ermordung mit geholfen hat. Die Erkrankten von Görbersdorf außer Lebensgefahr. Der Chefarzt der Brehmerschen Lungenheilstätte in Görbers* dorf teilt zu den Massenerkrankungen in der Hauptanstalt noch fol gendes mit: Zur Beruhigung des Publikums und der Angehörigen meiner Patienten teile ich mit, daß nach Aussagen aller Stationsärzte eine Lebensgefahr für die Kranten nicht mehr besteht. Neun Zehntet derselben machen wieder ihre gewohnte Aur. Hier herrscht völlige Ruhe, was besonders dadurch bewiesen wird, daß feta Patient abgereist ist. Berstorben find vien Bersonen, der Oberarzt Dr. Rowe, der 80jährige Bademeister Ratioffft und zwei Patienten, die vorher schwer trant an Tuberkulose waren, ein Herr Genge und ein Herr Schwarz. Weitere Todes fälle sind nicht zu erwarten. Ich betone nochmals. daß alle behörd lichen Kommiffionen anerkannt haben, daß der Anstalt feine Schuld beizumessen ist und die Leitung der Anstalt der Situation voll ge wachsen mar. Auf welchem Wege die völlig einmandfreie und mit besten Materialien hergestellte Speise infiziert wurde, harrt noch der Aufklärung. Hotelbrand in Finsterwalde. In der vergangenen Nacht ist in Finsterwalde das Bittoria Hotel, das infolge eines Arbeiter sportfestes sehr start belegt war, völlig niebergebrannt: als das Feuer um 4 Uhr morgens bemerkt wurde, lagen die Festteilnehmer gerade im ersten Schlaf, wodurch die Rettungsaktion fich mehrere in ein Glasdach und trugen Berlegungen davon. sehr schwierig gestaltete. Beim Sprung aus dem Fenster gerieten Anmeldungen zum Ferienaufenthalt im Landbeim in Brandenburg ( filr die Beit nach dem 20. Juli) werden unter gleichzeitiger Anzahlung im Jugendsekretariat Lindenstr. 3, 2. Sof, 2 Treppen, Bimmer 11, entgegengenommen. Groß- Berliner Cinfendungen für diese Rubrik Berlin SB. 68, 2indenstraße 3, Parteinachrichten find flets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof links, 2 Tr. rechts, zu richten 1. Kreis Mitte. Alle Ordner von Berlin- Mitte treffen sich am Dienstag, den 22. Juli, abends 6 Uhr, in den Germaniasälen, Chauffeeftr. 110. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen unbedingt erforderlich. 6., 13. u. 14. Arels. Sämtliche Ordner treffen fich am Dienstag, den 22. Juli, abends 6 Uhr. Wichtige Susammenkunft. Botal Erbe, Hasenheide 13. Reiner barf fehlen. Gewerkschaftsbewegung Zur Arbeitszeitverordnung. Preußische Ausführungsbestimmungen. Die neue Bohnregelung foll erstmalig zum 15. September b. 3.| mit 14tägiger Kündigungsfrist fündbar sein. Bezüglich der Manteltarifbestimmungen sollen bis zum 30. September d. I. die Bestimmungen des alten Vertrages mit den Abänderungen auf Grund der Vereinbarung vom 4. März d. I. in Kraft bleiben. Be züglich der Kündigungsfristen des Arbeitsverhältnisses sollen die in den einzelnen Betrieben vor Ausbruch des Streits geltenden Be dieses Jahr haben die Parteien nochmals direkt zu verhandeln. Weiter wurde den Parteien zwecks Wiederaufnahme der Arbeit folgender Borschlag gemacht: Mit Rücksicht auf die bei der Durchführung der Arbeitszeitverstimmungen weiter in Kraft bleiben. Ueber die Urlaubsgeltung für ordnung vom 21. Dezember v. J. bisher gemachten Erfahrungen hat der preußische Minister für Handel und Gewerbe an die Regierungspräsidenten und den Polizeipräsidenten von Berlin einen umfang reichen Erlaß herausgegeben, dem der Amtliche Preußische Pressedienst folgendes entnimmt: Der Ausgleich des an einzelnen Werktagen etwa eintretenden Ausfalls an Arbeitsstunden ist nur innerhalb der 48stündigen Woche oder der 96stündigen Doppelwoche zulässig, es sei denn, daß durch Tarifvertrag oder behördliche Ausnahmegenehmigung ausdrücklich etwas anderes vereinbart oder gestattet ist. Das Recht der Beanstandung von Bestimmungen über die Arbeitszeit in nicht für allgemein verbindlich erklärten Tarifverträgen, die nur innerhalb eines Regierungsbezirks oder innerhalb des Bezirks der Stadt Berlin Geltung haben, ist auf die Regierungspräsidenten bzw. auf den Polizeipräsidenten von Berlin übertragen. Sweds Förderung der tarifmäßigen Arbeitszeitregelung ist es notwendig, die Beteiligten auf den Weg der Schlichtung hinzuweisen und zugleich durch persönliche Fühlungnahme mit dem zuständigen Schlichtungsausschuß oder Schlichter festzustellen, welche Aussichten für eine tarifliche Regelung im Wege der Schlichtung bestehen. Auf die Einschaltung ausreichender Baufen soll mit Nachdruck hingewirkt werden. Bei einer Arbeitszeit von mehr als 6 bis zu 8½ Stunden einschließlich sollen für weibliche Arbeitnehmer die Baufen in der Regel 2 Stunde dauern; bei einer Arbeitszeit von 8 bis zu 9½ Stunden einschließlich mindestens % Stunden und bei mehr als 9½stündiger Arbeitszeit mindestens 1 Stunde. Für jugendliche Arbeitnehmer sollen mit Rücksicht auf ihre größere Schußbedürftigkeit entsprechend längere Pausen vorgesehen werden. Der Arbeiterschuß in den Betrieben der Gemeinden und Gemeindeverwaltungen liegt den Gewerbe. aufsichtsbeamten in demselben Umfange ob und ist in der gleichen Weise wahrzunehmen wie in den privaten gewerblichen Betrieben. Die Akkordarbeit bei den Maurern. Eine grundsätzliche Entscheidung. Die in Affordlohn arbeitenden Maurer und Steinträger, soweit fie im Deutschen Baugewerksbund organisiert sind, sprachen sich gestern in einer Versammlung über die Möglichkeit aus, die Akkordarbeit tariflich zu regein. Der Vorsitzende der Baugewerk schaft Berlin, Thöns, führte dazu aus: Ueber die Schädlichkeit der Akkordarbeit ist genug geredet und geschrieben worden. Es hat heute feinen Zwed mehr, darüber Worte zu verlieren, nachdem, allen Warnungen zum Trog, ein Teil der Maurer ständig in Afford gearbeitet hat. Die jahrzehntelange Braris hat gezeigt, daß die Affordarbeit durch Verbandsbeschlüsse nicht zu beseitigen ist. Die ständige Propaganda des Verbandes hat nicht zu beseitigen ist. Die ständige Propaganda des Berbandes hat die Ausbreitung der Affordarbeit nicht hindern fönnen, so daß feftzustellen ist, daß heute mehr denn ej in Afford gearbeitet wird. Der Baugewerksbund hat dieser Entwicklung im letzten Tarifvertrag schon teilweise Rechnung getragen, d. h. er hat es den einzelnen Fachgruppen selbst überlaffen, ob sie in Afford arbeiten wollen oder nicht, und da hat sich gezeigt, daß die Maurer und Steinträger die Afford arbeit durch einen Beschluß zwar ablehnten, aber trotzdem in Akkord arbeiteten. Im Borstand gab es schon immer Mitglieder, die der Meinung waren, daß man sich auf die Dauer gegen die Affordarbeit nicht werde stemmen fönnen, sondern daß man versuchen müsse, auch diese Art der Entlohnung tariflich zu regeln. Man ertannte aller. dings die Notwendigkeit, gleichzeitig mit der tariflichen Regelung auch einen Facharbeitsnachweis schaffen zu müssen. Nachdem nunmehr die Entwicklung ihren Weg über die Gegner der Akkordarbeit genommen hat, bleibt nichts anderes übrig, als zu versuchen, in tariflich festgelegten Affordbestimmungen die möglichst günstigste Regelung der Frage zu finden. Thöns ersuchte die Anwesenden, sich über ihre Stellung zu dieser geplanten Lösung auszusprechen. Tonnen im Jahre 1922 und 372 380 Tonnen im Junt 1913). Die tägliche Kotserzeugung( in den Kofereien wird auch Sonntags gearbeitet) betrug 45 970 Tonnen(( 61 255 bzw. 61 941 Tonnen). An Briketts wurden arbeitstäglich 10 365 Tonnen(( 11 856 bzw. 16 791 Tonnen) hergestellt. Brifettbetriebe sind von der Regie nicht beschlagnahmt. Die Gelamtzahl der Belegschaftsmitglieder betrug im Berichtsmonat 447 707( Juni 1922: 516 148, Juni 1913: 392 151). Bei allen diesen Zahlen sind die von der Regie betriebenen 3 Zechen und 10 Rotereien unberücksichtigt geblieben. Umfahsteuer und vertikale Konzentration. Die Umsatzsteuer foll von 2½ auf 2 Broz. ermäßigt werden. Mit der an sich nicht zuDie Einstellung der Arbeitnehmer erfolgt fofort nach Annahme des Schiedsspruches, soweit die technischen Möglichkeiten es zulassen. reichenden Ermäßigung dieser Verbrauchssteuer will die Regierung den Gesetzentwurf über die landwirtschaftlichen Schutzölle schmadum möglichst allen Arbeitnehmern baldige Arbeitsgelegenheit zu verschaffen, soll bei Mangel an Arbeitsaufträgen die Arbeit vorerst haft machen. Doch war die Umsatzsteuer in der gegenwärtigen Höhe, gestreckt werden. Maßregelungen wegen der Beteiligung am Streit wie auch im Sachverständigenbericht betont war, nicht aufrechtzuers sollen nicht vorgenommen werden. Fälle, in denen die Arbeitnehmer halten, wenn ein Preisabbau in die Wege geleitet werden soll. Es nach Auffassung des Arbeitgebers während des Streiks sich strafbare muß aber auf einen anderen Umstand hingewiesen werden, der ſoHandlungen haben zuschulden kommen lassen, fönnen einer pari- wohl in bezug auf die Umsatzsteuer wie auch auf die gegenwärtige tätischen Kommission unterbreitet werden, die eventuell unter Hinzu- Methode der Einkommensteuervoranzahlung, die ebenfalls auf Grund ziehung eines unparteiischen Vorsitzenden über die Frage der des Geschäftsumfazes entrichtet wird, wirksam ist. Im ArbeitsWiedereinstellung innerhalb 8 Tagen endgültig zu entscheiden hat. prozeß vom Rohstoff bis zum Fertigfabrikat wechselt das Produkt Die paritätische Kommission soll auch im Streitfalle die Frage end- oft den Besitzer und die Umsatzsteuer muß bei jedem Bestygültig entscheiden, ob eine Wiedereinstellung aus betriebstechnischen wechsel bezahlt werden. Stellt aber ein Unternehmer einen verGründen unmöglich ist. Das Arbeitsverhältnis soll durch den Streit tikalen Trust dar, der das Produkt vom Rohstoff bis zum Fertig. fabrifat in eigenen, im juristischen Besiz befindlichen Betrieben herals nicht unterbrochen angesehen werden. stellt, so wird er die Umfahsteuer fü die zwischenstufen ersparen. In der Textilindustrie fann sich z. B. für einen Trust eine Ersparnis von siebenmaliger Entrichtung der Umsatzsteuer erzielen laffen. Diese Begünstigung fann weiteren Vertruſtungen Vorschub leisten. Für die gegenwärtige Preisgestaltung ergibt sich aber eine verhängnisvolle Konsequenz daraus. Die Marktpreise der Waren müssen so bestimmt werden, daß dabei auch die selbständigen, also in Truste nicht zufammengefaßten Betriebe eristenzfähig bleiben. Daraus folgt, daß der Ertrag des vertikal gegliederten Trustes um den Betrag der ersparten Umsatzsteuer wachien muß. Auf diese Weise wird dem Monopolfapital auf Rosten des Verbrauchers eine weitere Gewinnquelle erschlossen, Erflärungsfrist auf Schiedsspruch und Vorschlag bis zum 17. d. M., mittags 12 Uhr." In einer Versammlung der Streifenden am Dienstag in den Rammerfälen haben diese den Schiedsspruch und Vergleichsvorschlag angenommen. Die Arbeitgeber haben beschlossen, den Schiedsspruch abzulehnen, da der Schlichtungsausschuß die vom Arbeit geberstandpunkt geltend gemachten Gründe völlig unbeachtet gelassen haben soll. Des weiteren sei Ursache der Ablehnung die unklare Fassung des Vorschlages, der nach Auffassung des Arbeitgeber verbandes neue Zwiftigkeiten hervorrufen würde. In einer Versammlung der Streifenden am Donnerstag in den Kammersälen wurde beschlossen, den Streit als beendet anzusehen, aber eine unterschriftliche Verpflichtung, wie es der Arbeitgeberverband will, abzulehnen. Des weiteren wurde beschlossen, die Verbindlichkeit des Schiedsspruches beim Schlichter zu beantragen, Noch keine Ratifizierung! Das Wolffbureau verbreitet folgende Meldung: Die Nr. 331 des Borwärts" vom 16. Juli 1924 enthält unter der Ueberschrift:„ Die erste Ratifizierung" einen eigenen Drahtbericht internationale Abkommen vom 30. September 1924 über Einschränaus Genf vom 16. Juli d. I., wonach die deutsche Regierung das fungen der Frauen- und Kinderarbeit ratifiziert habe Diese Nach richt ist unrichtig. Deutschland hat das in Frage tommende Abtommen noch nicht ratifiziert. Zur Ratifikation ist die vorherige zustimmung von Reichsrat und Reichstag erforderlich. Die ZuStimmung des Reichsrats ist erfolgt. Der verflossene Reichstag hat infolge feiner im Zusammenhang mit den beiden Ermächtigungsgesetzen stehenden Bertagung und seiner späteren Auflösung nicht den gegenwärtigen Reichstag ist in die Wege geleitet. mehr mit der Angelegenheit befaßt werden fönnen. Die Borlage an Garen Verwechslung unseres Genfer Korrefpondenten werden wir ( Also doch schon in die Wege geleitet"! Die Ursache der offenfeststellen.) Die„ Nationale Arbeits- Wehr." Wie wir erfahren, hat das Landesarbeitsamt Berlin fify auf Grund unserer Veröffentlichung über die sogenannte Nationale Arbeits- Wehr, die in Wirklichkeit nichts anderes ist als eine gewerbsmäßige Stelenvermittlung, eine Unterfuchung angestellt. Es ist festgestellt worden, daß diefes Unternehmen bie Genehmigung als Arbeitsnachweis weder nachgesucht noch erhalten hat. Das Landesarbeitsamt hat bas zuständige Bezirks arbeitsamt in Steglitz ersucht, in der Angelegenheit die weiteren Schritte zu veranlassen. Wir erwarten, daß man dem Mißbrauch, der da unter dem Deckmantel des Patriotismus getrieben wird, schleunigst ein Ende bereitet. In der Diskussion sprachen fich die Redner im zus Im Ruhrgebiet 19 Zechen stiffgelegt. fai mmenden Sinne aus. Man erfannte an, daß unter den ob Effen, 19. Juli.( Tul.) Die Zahl der Feierfchichten wegen Abfaz waltenden Verhältnissen gar nichts anderes übrig bleibt, als endlich mangel nimmt ständig zu. Heute ruht der Betrieb auf nicht auch die Attordarbeit tariflich zu erfassen. Wenn das auch allen bis. weniger als 19- Bechen. herigen Beschlüssen zuwiderlaufe, tönne doch nur auf diesem Wege dafür gesorgt werden, den Willen der Mitglieder zu erfüllen. Ats Lanz will Kredite. Gaft sprach der Vorsitzende des Vereins Berliner Affordmaurer", Mannheim, 19. Juli.( WTB.) Die Firma Heinrich Lanz, die Bäder. Er betonte, daß dieser Verein nicht als Gegenorganieine Stillegung ihres Betriebes für den nächsten Montag angefündigt fation gedacht sei, sondern nur diejenigen Maurer und Steinträger und ihren Arbeitern zu diesem Zeitpunkt gekündigt hatte, wird mit erfaffen wolle, die mit der Haltung des Baugewerfsbundes in der Rücksicht auf allerdings noch nicht abgeschlossene Berhandlungen Affordarbeitfrage nicht einverstanden sind. Der Redner fonnte mit über die Erlangung eines Krediis ihren Betrieb vorläufig auf teilen, daß sein Berein auf dem Wege sei, mit den Unternehmern die acht Lage weiterführen. Affordarbeit zu regeln. Die Versammlung stimmte schließlich folgender Resolution einstimmig zu: ,, Der Vereinsvorstand wird beauftragt, gestützt auf den Beschluß der Delegierten- Generalversammlung, mit dem Verband der Bau geschäfte in Verhandlungen zu treten, zu dem Zweck, die Akkordarbeit für Maurer und Steinträger durch Tarif zu regelm." Schiedsspruch in der Herrenwäschebranche. Der Streit bzw. die Aussperrung in der Herrenwäschebranche währt in der 7. Woche. Da der Vergleichsvorschlag, welcher am 7. Juli feitens des Schlichtungsausschusses gefällt wurde, vom Arbeitgeberverband abgelehnt worden ist, trat die Kammer nochmals zusammen und fällte folgenden Schiedsspruch: Von der laufenden Lohnwoche ab werden die durch Vereinbarung vom 4. März dieses Jahres festgesezten Zeitlohnfäße um 5 Broz. erhöht, so daß beispielshalber der Zeitlohn der Zuschneiderinnen, Näherinnen und Blätterinnen 20,24 M. betragen soll. Dieser Wochenverdienst soll die Grundlage bilden für eine mittlere Durchschnittstraft. Ab 1. August sollen die aus dem Durchschnittsverdienst sich ergebenden Affordlöhne in Kraft treten. Ueber die Akkordtarife haben sich die Parteien noch direkt zu verständigen. Vorschläge hierfür sind vom Bekleidungsarbeiter verband dem Arbeitgeberverband rechtzeitig zu unterbreiten. Komische Oper James Klein Direktion: 8 Uhr Letzter Monat! 8 Uhr tanzende Prinzessin von Walter Kollo Parkett 1.50-5.00 Mark Altes Spezialgeschäft Spezial in KamelhaarSchlafVolkskleidung! ReifeHosen für Sport, Beruf und Straße. Manchester- Anzüge. Coden- und Gummimäntel. Anzüge für Herren u. Knaben. Hemden Socken Unterhosen. Nur gute, solide Ware, billigste Preise. Berufskleidung! Gerhard Kohnen Neukölln Hermannstr.75-77. Deden Trifotagen Strümpfen Fries billigst. Tagespr. Gebrüder Pilaume Berlin SW. Friedrichstr. 205 Ede 8immerftr. Streitbeschluß der englischen Elektrizitätsarbeiter. London, 19. Juli.( WTB.) Eine im ganzen Land veranstaltete Abstimmung unter den Arbeitern der elektrischen Zentralen ergab eine große Mehrheit für einen Streit, um eine Lohnerhöhung von 10 Schilling pro Woche durchzusetzen. Wirtschaft Zunahme der Ruhrkohlenförderung. Der Monat Junt brachyte infolge des Ueberstundenabkommens eine wesentliche Zunahme der Kohlenförderung an der Ruhr, wenn man diese mit Juni 1922 vergleicht. Die Zunahme ist sowohl eine absolute wie auf den Arbeitstag berechnet. Im Monat Juni wurden auf den Zechen des gefamten Ruhrgebiets 7325 712 Tonnen Kohle gefördert und 1379 107 Tonnen Kots erzeugt gegen 6 821 544 Tonnen Kohle und 1837 641 Tonnen Rots im Juni 1922 un 9 308 741 Tonnen Kohle und 1 858 236 Tonnen Kcts im Juni 1913. Die Brifettherstellung belief sich im Berichtsmonat auf 240 991 Tonnen( 281 571 bzw. 419 765 Tonnen). Arbeitstäglich stellt sich im Monat Juni 1924 die Kohlenförderung auf 315084 Tonnen( gegen 287 223 in sechs Sport. Richard Huschte Sieger in„ Zürich- Berlin". Die Radfernfahrt Zürich- Berlin( 1010 Kilometer) brachte in der Berufsfahrerklasse den nappen Sieg Richard Huschtes in 35 Stunden, 24 min., 12,2 Gef. vor Paul Kohl( 35 Std., 24 min., 12,6 Set.), Karl Kohl( 35 Std., 24 min., 13 Set, Michael funden), Manthey( 35 Std., 55 Min., 36,2 Get.), Remold( 35 Std., ( 35 Std., 50 Min., 30,4 Gef.), Mar Suter( 35 Std., 55 Min., 35,8 Ge55 min., 36,3 Set.), Roch( 36 Std., 06 Min., 37,1 Gef.), Baffenheim ( 36 Std., 08 Min., 33,4 Set.) und Zander( 36 Std., 45 min., 29,1 Sefunden). Herrenfahren: 1. Rofen R5In 36 Std., 21 min., 14,2 Set.; 2. Nike- Magdeburg 36 Gtd., 21 min., 42,4 Gel.; 3. Beißner- Schweinfurt 35 Std., 47 Min., 29.3 Set.; 4. Reitberger- Gerolzhofen 36 Std., 59 min., 56,6 Set.; 5. Jacob- München 37 Std., 00 Min., 48 Set.; 6. Dhlböter- Stettin 37 Std., 03 Min., 13 Set.; 7. Effer- Düsseldorf 37 Std., 23 Min., 56 Set.; 8. Claas- Schweinfurt 37 Std., 35 Min., 16,2 Sel; 9. Schröd- Berolzhosen 37 Std., 36 Min., 16,4 Sel.; 10. Havemann- Berlin 38 Std., 13 Min., 20 Set. Rennen zu Hoppegarten, am Sonntag, den 20. Juli: 1. Rennen. 1. Cardinal II( Huguenin), 2. Obsidian( Hansen), 3. Berta( Dreißig). Toto: 23: 10. Blag: 16, 76, 83:10. Ferner liefen: Dioscur, Brinz Karneval, Floree, Sylvefter, Stummer Teufel, Sham Dich, Baderbart, Sommerflor. 2. Rennen. 1. Fürst Emms( W. Tarras), 2. Memnon( D. Schmidt), 3. jonzo( Raftenberger) Toto: 123: 10. Plaz: 15, 12, 11:10. Ferner liefen: Heibud, Sport- Belt, Myron, Eulalia. 3. ennen. 1. Lapis Electrix( W. Tarras), 2. Rüdgrat( Huguenin), 3. Herenmeister( Hellebrand). Toto: 62: 10. Plaz: 20, 19, 107: 10. Ferner liefen: Nicotin, Traumdeuter, Hammar, Mainberg, Contrahent, Aralinda, Per Dark, Carl Heinz. schnuppe( Bleuler). Toto: 12: 10. Blag: 12, 23, 38: 10. Ferner liefen: 4. Stennen 1. Dftrea( D. Schmidt), 2. Pildame( R. Torle), 3. Sterns Rheintochter, Whatagirl, Petunie, Lefe, Marquise. 5. Rennen. 1. Rüderbach( H. Brown), 2. Nobelmann( Teichmann), 3. Tod und Leben( Torke). Toto: 27: 10. Blat: 16, 24, 26: 10. Ferner liefen: Rosendame, Luftpost, Eichwald, Tannkönig, Gerda, Ulan II. 6. Rennen. 1. Hermoder( W. Tarras), 2. Olympier( D. Schmidt), 3. Marcellus( D. Müller). Foto: 23:10. Plaz: 10, 10: 10. Ferner liefen: Spaniola, Blodsberg. 7. Rennen. 1. Bellojus( Kaiser), 2. Taugenichts( Jentsch), 3. Jljenstein( Dreißig). Toto: 58: 10. Blab: 15, 12, 14: 10. Ferner liefen: Roberich, Alleluia, Imprefarto, Irmsch Die Preußenmeisterschaffen fiber 1 und 25 Kilometer, Sie am Sonntag im Grunewaldstadion zum Austrag gelangten, lieferten Preußenmeisterschaft über 1 Kilometer: folgende Ergebnisse: 1. Dẞmella Köln, 2. Roßbach, 3. Graue- Berlin, 4. Dstar RüttBerlin. Preußenmeisterschaft über 25 Kilometer: 1. Dßmella in 38 min. 23,1 Get, 2. Mühlbach- Berlin, 3. Oskar Rütt, 4. KrehnBerlin. Die Hometrainer- Rennen im Schweizergarten Friedrichshain( Am Königstor) Iodten am Sonntag biele Buschauer an. Sportlich ge nommen war die gestrige Veranstaltung ein fleines Ereignis. Jeder einzelne von den acht Fahrern war bemüht, sein können voll zum Ausdrud zu bringen, was wiederum schöne Stämpfe zur Folge hatte. Anerkannt soll werden, daß Bingelberg, Weber und Dito Tiek die beiten Männer des Abends waren. Im Eröffnungsrennen über 1 Kilometer fiegte Erwin Sawall vor Bouhours und Tezlaff. Den britten Rauf um den Großen Preis vom Friedrichshain" holte sich Bawie. Außerordentlich interessant verlief der Länderkampf FrankreichDeutschland- Schweiz, ein Rennen über 2 Kilometer. Hier war es Otto Ziez, der die deutschen Farben erfolgreich verteidigte und Bouhours Frankreich) sowie Gubler( Schweiz) hinter sich ließ. Im 10- KilometerMannschaftsfahren nach Art der Sechstagerennen siegte die glänzend fahrende Mannschaft Weber Binzelberg. Das 10 Stilometer: Brämienfahren brachte für Gubler, Lieb und Weber Prämien. Den Sieg jedoch stedte Gubler inapp vor Beber ein. Heute abend( Montag) werden Teilnehmer der Radfernfahrt Zürich Berlin anwesend sein. " Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikowski; Lokales und Sonstiges: Walter Trojan; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwäris- Buchdruderei und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Spezial.Behandl. aur für in Hüffen, Gesäß u. Bein i. 15 T. beseit. Invalidenstr. 106. Möbel Metallbetten, Auflegmatragen, Batent9-11, 1-4 matragen, Chaiselongues Walter, Star. achtzehn. Für Sommerfeste Auf Teilzahlung Ischias Lampions, Feuerwerk, Stocklaternen, Fackeln, 1/3 Kopfbedeckungen f. 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