Abendausgabe Nr. 345 41.Jahrgang Ausgabe B Nr. 173 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreffe find in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Dolksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Donnerstag 24. Juli 1924 Berlag und Anzeigenabteilung Gefchäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin SW. 68, Cindenstraße 3 Ferufprecher: Dönhoff 2506-2502 Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Einladung für nächste Woche. Die Konferenz auf dem toten Punkt. Die Bankiers unnachgiebig Paris, 24. Juli.( WTB.) Der Sonderberichterstatter von Havas in London meldet: In Konferenzfreifen erwartet man, daß die deutschen Vertreter in der nächsten Woche nach London berufen werden und daß die Konferenz noch etwa 14 Tage dauern wird. Zwei Fragen an die Rechtsberater. London, 24. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Den beiden juristischen Sachverständigen, die die Einladung Deutschlands prüfen follen, dem Franzosen Fromageot und dem englischen Kronjuristen Cecil Hurst wurden von der Bollkonferenz 3 wei Fragen zur Beantwortung vorgelegt: 1. Wirft die Inkraftjehung des Dawes- Planes Probleme auf, die eine Vereinbarung mit Deutschland erfordern und welcher Art sind diese? 2. Auf welche Weise tann diese Bereinbarung erzielt werden, ohne daß gegen die Bestimmungen des Friedensvertrages verstoßen wird? Paris, 24. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Nach dem„ Daily Telegraph" halten die Bantiers mit großem Nachdrud an ihren am Dienstag gestellten Garantieforderungen fe ft, insbesondere der Präsident der Bant von England lehnte jedes Kompromiß ab. Trotzdem hat man in Paris die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß es im Laufe der nächsten Tage zu einer Berständigung kommen wird. Eine neue kompromißformel ist am Mittwoch wiederum von dem belgischen Ministerpräsidenten Theunis vorgeschlagen worden, doch ist darüber bisher in den offiziösen Ausiprachen eine Einigung noch nicht erzielt worden. Angesichts dieser Schwierigkeiten nimmt man an, daß die Konferenz kaum vor dem 3. oder 4. Auguft zu Ende gehen wird. London, 24. Juli.( WTB.) Die hiesigen Blätter heben hervor, daß auf der gestrigen Bollsigung der Konferenz feinerlei Be. schlüsse gefaßt wurden und daß auch tein bemertens. werter Fortschritt in den vielen Erörterungen gemacht wurde, die im Gange sind. Der diplomatische Berichterstatter des„ Daily Telegraph" schreibt, die Haltung der Bantiers gegenüber der Dawes- Anleihe und die Frage der politischen und finanziellen Garantien für die Kapitalsanleger bleibe die Crug der Konferenz. Der tote Punkt zwischen den Finanzleuten und den alliierten Regierungen, insbeson dere der franzöfifchen Regierung, sei während der gestern vormittag geführten Verhandlungen nicht überwunden worden. Um die Zustimmung Herriots und der franzöfifchen Delegierten zu erlangen, habe Theunis vorgeschlagen, daß die Funktionen des geplanten Romitees von vier Dawes- Sachverständigen ausgeübt werden follen, dem sich aber Lamont und insbesondere Montagu Norman widerfeßten. Es wurde erklärt, daß weder die Bantiers noch die Kapitals. würden, wenn nicht der erteilte Rat die Reparationstommission anleger Bertrauen in das Ergebnis derartiger Beratungen feßen binde. Diese körperschaft habe sich durch ihre Parteilichkeit und ihre Gefügigkeit gegenüber Regierungsinstruktionen zur Zeit Boincarés bloßgestellt, und es könne nicht gejagt werden, daß fie den rechtlichen und offen schiedsrichterlichen Charakter, der ihr durch den Versailler Vertrag verliehen wurde, erfolgreich aufrecht erhalten habe. Die Alliierten Englands hätten daher den Eindruck gehabt, als ob die Bantiers darauf aus seien, die vertragsmäßigen Befugnisse der Reparationstommiffion zu beseitigen und den Bersailler Ber. trag zu revidieren. Zu dieser Beschwerde sei eine andere getreten, daß nämlich den Interessen Deutschlands mehr Beachtung geschenkt werde, als denen der Alliierten. Allerdings habe einer der Bantiers fich dagegen gewandt, daß solcher Nachdruck auf die Möglichkeit eines deutschen Berzuges gelegt werde, indem er bemerkte, daß ein Gerede dieser Art dazu angetan fei, fonft willige Kapitalsanleger zu entmutigen. London, 24. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Berriot hat am Mittwoch abend die Vertreter der französischen Presse zusammenberufen und sie gebeien, die öffentliche Meinung zu beruhigen. Er hat erklärt, daß er in den prinzipiellen Fragen fe ft bleiben werde, daß man aber den allierten Regierungen Zeit lassen müsse zur Regelung aller Meinungsverschiedenheiten. Das sei um so schwieriger, als während 2% Jahren jeder persönliche Kontakt gefehlt habe. Er gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß es gelingen werde, eine restlose Verständigung zu erzielen, ließ jedoch durch blicken, daß die Konferenz taum vor Anfang August zu Ende gehen werde. Die Linkspreffe warnt Herriot. Paris, 24. Juli.( Eigener Drahtbericht.) Herriot, beffen Unnachgiebigkeit in der Frage der Sanktionen und der französischen „ Handlungsfreiheit" und dessen Widerstand gegen Verhandlungen mit der deutschen Regierung auf dem Boden der vollen Gleich fand, hat am Donnerstag morgen die sehr zweifelhafte Ge. nugtuung, von den Blättern, die bis in die allerletzte Zeit hinein Berfechter der Politik Poincarés gewesen sind, unterstützt und ermutigt zu werden. Die Blätter der Linken dagegen laffen ihm teinen Zweifel mehr, daß die Mehrheit des 11. Mai seine Hal. tung nicht mehr verstehe. Der„ Quotidien" spricht von dem Konflikt in der Frage der Sanktionen als von einer Krise des Vertrauens. England und Amerika glaubten noch immer nicht, daß Frankreich endgültig auf die Methode der Gewalt verzichtet habe. Wenn man gerecht sein wolle, müsse man anerkennen, daß die Sprache, die die Rechtspresse führe, diesen Verdacht in gewissem Sinne rechtfertige. Die Genugtuung, mit der sie verzeichnet habe, | daß auch Herriot an den Rechten Frankreichs zu isolierten Aftionen festhalte, habe genügt, die Konferenz zu alarmieren, und deshalb versuche man nunmehr, Frankreich die Hände zu binden. Herriots haltung erkläre sich zu einem Teil aus der begreiflichen Ber. stimmung über die falsche Auslegung seiner Ab. fichten. Je loyaler und aufrichtiger er selbst sei, um so schwerer werde es für ihn, sich den gestellten Forderungen zu beugen. Er fei aber entschieden im Irrtum, wenn er glaube, daß das Land ihm fein Vertrauen entziehen werde, wenn er angesichts der Gefahr eines Scheiterns der Konferenz die ursprünglich eingenommene Position aufgebe und das theoretische Recht auf eine isolierte Attion opfere. Gewiß werde es im Lager Poincarés Protefte geben, aber sie würden rasch zum Schweigen gebracht Das Land wolle eine Berständigung werden. und sei bereit, den Preis dafür zu zahlen. " Ere Nouvelle" greift Herriots Haltung in der Frage der Zulassung Deutschlands zur Konferenz aufs schärfste an. Man werde beim besten Willen nicht beweisen fönnen, daß der Dawes- Plan nicht gewisse Bestimmungen enthalte, die über den Friedensvertrag hinausgingen, und deshalb könne man Deutschland das Recht nicht verweigern, darüber zu diskutieren. Die deutschen Forderungen gingen in dieser Hinsicht nicht über das hinaus, was es billigerweise verlangen fönne. Im übrigen seien die Erfolge der Methoden, die man bei der Unterzeichnung des Versailler Bertrages und des Londoner Zahlungsplanes angewendet habe, wirtlich nicht so glänzend, daß man sie heute wiederholen müsse. Ernst nehmen? Je größer der Lärm, umso näher der Umfall. Die Deutschnationalen beschweren sich, daß ihre ,, underzichtbaren Borbehalte" für die Annahme des Dawes- Plans nicht ernst genommen werden. Sie wollen ernst genommen werben, fogar, bitter ernst". Zu diesem Zwecke fügt die Deutsche Tageszeitung" gleich noch eine„ Mindestforderung" hinzu, die wir ernster nehmen sollen als die Forderung des Widerrufs der Schuldlüge: die Abschaffung der Reparationstommission. Dazu wird uns versichert: Auf Grund unserer guten Kenntnis der Stimmung in der deutschnationalen Reichstagsfraktion fönnen wir ihm ( dem Borwärts") versichern, daß, wenn diese Mindestbedingungen nicht erreicht würden, die Deutschnationalen geschlossen den Dames Blan ablehnen werden. Und da nicht gut ein 3weifel daran bestehen kann, daß das Eisenbahngefeß nur unter Ab. Leben treten könnte, so würde allem Ermessen nach das deutschnatio. änderung der Reichsverfassung, also mit Zweidrittelmehrheit, ins nale Nein das Scheitern des ganzen Planes in diesem Reichstage bedeuten. Das mag sich vor allem die deutsche Reichsregierung für die bevorstehenden entscheidenden Verhandlungen vor Augen halten!" Je bestimmter die Versicherung, die deutschnationale Reichstagsfraktion wolle von der Erfüllung dieser Bedingungen die Gutachtengefeße ablehnen, um so sicherer der Umfall. Die Deutschnationalen wollen die Geseze annehmen, sie wollen die Durchführung des Dawes- Blanes- aber sie wollen mit diesen Vorbehalten agitatorische Geschäfte machen. Ihre Vorbehalte gelten nicht ihrer endlichen Stellungnahme, sondern sind nur Material für die außenpolitische Debatte, die sie im Reichstag erzwingen wollen. Die lauten Töne, die sie in dieser Debatte reden wollen, follen für ihre Agitation bestimmend werden, nicht für ihre Stellungnahme bei der Abstimmung. Die Deutschnationalen brauchen die Debatte vor deutschen Verhandlungen in London, um mit der Gebärde der Resignation, die ihre Pflicht erfüllt hat, nach den Verhandlungen umfallen zu fönnen. Sie müssen sich bitter ernst stellen, weil es ihnen überhaupt nicht ernst ist. Was sie aber brauchen, ist den Verhandlungen nicht förderlich, und zornig sagt ihnen die ,, Germania": „ Weil die Gefahren einer außenpolitischen Aussprache im Reichs. tag in diesem Augenblid so ungeheuer groß sind, deshalb wird sich die Zentrumsfraktion von den Deutschnationalen auch nicht im geringsten das Gefeß des Handelns vorschreiben lassen. Sie wird aber nicht verfehlen, zu gegebener Zeit deren gewiffenlose parteipolitische Manöver mit aller Deutlichkeit dem deutschen Volke vor Augen zu halten und schon jetzt mit nicht minderer Deutlichkeit zum Ausdruck zu bringen, daß fie jede Verantwortung für die unweigerlich entstehenden verhängnisvollen Wirkungen einer außenpolitischen Reichstagsdebatte ablehnt und ganz allein den Deutschnationalen und ihren radikalen Schrittmachern zuschieben muß." nationalismus aufführen wollen und dazu den Anspruch erWenn die Deutschnationalen eine Theaterszene des Patentheben, daß sie in ihren Rollen ernst genommen wer. den, so müssen sie sich ein Publikum aus den Reihen ihrer unentwegtesten Anhänger aussuchen. Im Reichstag wird ihnen die Kläglichkeit, Unaufrichtigkeit und Berantwortungslofigkeit ihrer Haltung von unserer Fraktion gebührend vorgehalten werden. Aber selbst wenn sie sich ein Bublifum aus ihren treuesten Anhängern suchen würden, um ihm den bitteren Ernst ihrer unverzichtbaren Vorbehalte" und ihres Entschlusses zur Ablehnung im Geiste der ,, nationalen Opposition" zu erzählen würden sie dort noch ernst genommen werden? Achtstundentag und Gutachten. Keine Ausführung durch soziales Dumping! Die bisherigen Versuche, auf Grund des Vertrages von Versailles, mit Hilfe der Methoden des Diktats und der Sanftionen von Deutschland Reparationsleistungen zu erhalten, standen in schroffem Gegensatz zu den Anfäßen wirtfchaftlicher Vernunft in den Versailler Bestimmungen über den internationalen Schutz der Arbeit. Es hat der qualvollen Erfahrungen von fünf Jahren bedurft, bis endlich die Gutachten einen Weg zur Lösung der Reparationsfrage vor schlugen, der die durch die wirtschaftliche Vernunft gezogenen Grenzen respektiert. Es ist nicht der Sinn der Gutachten, den Krieg abzulösen durch den Wirtschaftsfrieg und der auf den Frieden harrenden Welt statt des Friedens den Zustand wildester wirtschaftlicher Fehden zu geben, die mit dem Mittel des sozialen Dumpings auf dem Welimarkt ausgefochten werden. Die Gutachten zielen auf die Eingliederung Deutschlands in die Weltwirtschaft ab- nicht, wie die Gutachter mit aller Schärfe feststellen, weil die Sanierung Deutschlands Selbstzweck ist, sondern weil seine Sanierung eine der Voraussegungen der Sanierung Europas ist. Dabet sind die Sachverständigen von zwei ganz grundlegenden Voraussetzungen ausgegangen. Die eine ist, daß Deutschland mindestens eine Laft auf sich nehmen müsse, die den anderen Ländern gleich ist; die andere ist, daß Deutschland sich nicht eine Vorzugs- und Monopolstellung auf dem Weltmarkt schaffen dürfe mit künst lichen Mitteln, wenn nicht die Volkswirtschaften der anderen Länder darunter leiden sollten. Mit großer Schärfe tommen diese beiden Grenzen in der Einleitung zum Gutachten zum Ausdruck. Es heißt dort: „ Da infolge des Krieges die Gläubiger Deutschlands bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit Steuern zahlen, so muß auch Deutsch land von Jahr zu Jahr bis zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit Steuern zahlen. Dies entspricht jenem gerechten, dem Bertrag von Bersailles zugrunde liegenden Grundsatz, der von Deutschland in feiner Note vom 29. Mai 1919 gleichfalls ausgesprochen worden ist, schwer sein müsse wie die irgendeiner der in der Kommission vertre tenen Mächte". Mehr als diese Grenze war nicht zu erwarten, weniger aber als diese würde Deutschland von den gemeinsamen Nöten befreien und ihm im indu daß nämlich die deutsche Besteuerung verhältnismäßig genau ebenso striellen Wettbewerb der Zukunft einen unbilli. gen Vorteil verschaffen. Diesen Grundsay ver. förpert der Plan." die Schaffung gleichmäßiger Konturrenzbe. Man erkennt, daß der Dames- Plan sehr zielbewußt auf dingungen auf dem Weltmarkt abgestellt ist, und man tann anehmen, daß bei der allgemeinen wirtschaftlichen Dentart der Sachverständigen auch die Forderung des Gut achtens, daß die Lebenshaltung des deutschen Bolt es nicht unter den allgemeinen Standart in den ander ren Ländern sinten dürfe, weniger idealistischen Gedanken. gängen, sondern wirtschaftlichen Ueberlegungen entsprungen ist: Beeinträchtigung der Absatzchancen anderer Länder in Deutschland, wenn das deutsche Lebensniveau sinkt. Immer hin gibt diese Forderung eine weitere Grenze für die Aus beutung Deutschlands zu Reparationszwecken. Es heißt im Dawes- Gutachten, Teil I, Abschnitt XVII: ,, Das Komitee zweifelt nicht, daß es dem deutschen Volke mög lich ist, eine Belastung zu tragen, wie sie der Plan ihm auferlegt ich ist, eine Belastung zu tragen, wie sie der Plan ihm auferlegt barb herabzufinden braucht, der sich dem der alli. ohne daß seine Lebenshaltung unter den Stan gleichen läßt." ierten Länder und ihrer europäischen Nachbarn per Diese Schutzbestimmungen sind von der größten Bedeu tung für die deutsche Arbeiterschaft. Sie zeigen deutlich, das eine Verschlechterung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen unter das Niveau anderer Länder nicht im Sinne des Dawes Blanes liegt, daß die Sachverständigen vielmehr deutsche Leistungen um diesen Preis nicht wollen. Denn bei der Her ftellung gleichmäßiger Konkurrenzbedingungen auf dem Welt markt spielt die Angleichung der Lohnhöhe, der Arbeitsbedin gungen und vor allem der Arbeitszeit die größte Rolle. Bei verschiedenen Gelegenheiten zeigt das Gutachten, daß es Ronfurenz bezweckt, die auf Kosten der deutschen Arbeiter mit den Schutz der ausländischen Unternehmer vor einer deutschen Hilfe eines sozialen Dumping betrieben würde. So sagt es in Teil I, Abschnitt VIIIb, bei Besprechung des Grundsayes der gleichwertigen Besteuerung, es sei offensichtlich unange messen und nach keiner Richtung wünschenswert", daß der alliierte Steuerzahler in seinem geschäftlichen Wettbewerb durch Herstellungskosten einschließlich der Löhne, die höher find als die feines deutschen Konkurrenten, behindert wird." Es liegt in der Absicht des Gutachtens, zu verhindern daß die deutsche Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt künft lich gesteigert wird, so daß ein Dumping ausgeübt werden fönnte. Es erwartet deutsche Mehrleistungen nicht von einer Bedrückung der deutschen Arbeiter, sondern von einer Ausnuhung der natürlichen Vorzüge Deutschlands: ,, Deutschlands wachsende und arbeitsame Bevölkerung aber, seine große technische Begabung, der Reichtum seiner Materialquellen die Entwicklung seiner Landwirtschaft auf fortschrittlichen Bahnen, seine hervorragende technische Wissenschaft, alle diese Fattoren ge statten uns einen hoffnungsvollen Ausblid auf seine fünftige Pro buftion." Mit feinem Wort ift dabei von der Notwendigkeit einer Arbeitszeitverlängerung in Deutschland die Rede. Der Gedanke, die deutschen Mehrleistungen durch eine Berlängerung Der Arbeitszeit sicherzustellen, ist unvereinbar mit den Gedankengängen des Gutachtens; denn er würde, ganz entgegen dem auf Beruhigung und wirtschaftlichen Frieden abzielenden Sinn des Gutachtens, eine Neubelebung des wirtschaftlichen Krieges bedeuten. Arbeitzeitverlängerung in Deutschland ist der Bersuch, die erbitterte Auseinandersehung der letzten Jahre um die Reparationslaft mit anderen Kampfmitteln, mit dem Mittel des sozialen Dumpings zu erneuern eben das, was das Gutachten verhindern will Soziales Dumping und Ausführung des Gutachtens in loyalem Geifte find unvereinbar. Man fann nicht auf der einen Seite wirtschaftliche Erleichterung erwarten und gleichzeitig an der Ruinierung der anderen arbeiten, man kann nicht die Beachtung einer Grenze für Kulturhöhe und Lebenshaltung des eigenen Volkes fordern und gleichzeitig diese Grenze gegen die eigenen Arbeiter selber durchbrechen. Die Durchführung des Gutachtens in loyalem Geiste erfordert darum die Be achtung des internationalen Achtstunden tages und die Ratifizierung des Washing toner Abkommens über feine Gewähr leistung. Eine andere Haltung der deutschen Regierung würde im internationalen Berhältnis die Vermutung nahelegen, daß sie den Reparationsfrieg mit anderen Mitteln fortsetzen will. Gegenüber den eigenen Arbeitern jedoch würde sie eine Preisgabe feines hohen fulturellen Gutes der großen Masse des Bolles bedeuten, das selbst der Dawes- Plan schützen will. Eine Preisgabe des Achtstundentages durch die deutsche Regierung würde ebenso verwerflich sein wie ein Verzicht auf die Schutzbestimmung des Gutachtens, daß die Wiederher Stellung der fistalischen und wirtschaftlichen Einheit des Reiches die Borauslegung des Dames- Planes iſt. psa mais na idsid 296 pulch Völkische Selbstkritik. Gegen Deutsche Tage", Herrenübermut und patriotische Besoffenheit. mens Eine an Grausamkeit grenzende Selbstkritik des ovölkischen und deutschnationalen Treibens liefert Dr. Mar Kanzler aus Bismart in der Altmart in Bulles, Deutschem Tageblatt". Er schreibt: Und dann, wie werden diese Feste gefeiert? Immer felbftver-| ber letzten Jahre hundertmal bewiesen hat: Hoffnungen kann der ständlich nur unter sich". Da feiert z. B. der Gesangverein in X. sein hundertjähriges Bestehen. Alle Vereine werden eingeladen; den Arbeitergefangverein übersieht man gefliffentlich. Aber ich bitte Sie, mpie fann man zu solch einem Feste, wo man doch im Frad und 3ylinder mit weißen Handschuhen erscheint, auch einen Arbeiterverein einladen? Man ist doch national, und schon der Name Arbeiter"! So ungefähr denten diese Herren". Und was ist die Folge? Die Klaffengegensäge werden verstärkt." Herr Dr. Kanzler hat schon recht. Nur einen Hafen hat die Geschichte. Denn wenn man sich seine Stritit zu Herzen nimmt und nach ihr handelt, dann hört die ganze ,, völkische" und deutschnationale Bewegung" binnen drei Tagen auf. Die visierte" Perspektive. Gefahren Bolschemismus nur auf das Hochkommen faschistisch- reaktionärer Tendenzen, auf das Ueberwuchern der europäischen Anarchie jetzen. Eine Politit, die Europa die Möglichkeit gibt, zur friedlichen Arbeit, zur demokratischen Aufwärtsentwicklung zurückzukehren, eine Politif, die die Arbeiterbewegung in allen Ländern hochbringt, wäre für den Bolschemismus tödlich. Er ist und bleibt nichts anderes als eine Begleiterscheinung der Reaktion, die in Deutschland so gut wie in allen anderen Ländern ihn als beste Hilfstruppe im Kampfe gegen die Arbeiterbewegung einschätzt und gebraucht. Die Aufwertungsfrage. Caf Beginn der Ausschußberatung im Reichstag. Am heutigen Donnerstag vormittag trat der Aufwertungss ausschuß des Reichstags endlich zusammen. Auf Aufforderung erflärte zunächst Staatssekretär Joel vom Reichsjustizministerium, daß die Reichsregierung in der vor einigen Tagen stattgefundenen Besprechung der Parteiführer gewünscht habe, daß der Ausschuß feine Beratungen in einen Unterausschuß verlege, dem die Regierung alles zur Beurteilung der schwierigen auswärtigen Frage notwendige Material unterbreiten wolle. Dieser Weg empfehle sich erstens, um der Gefahr der wilden Spekulation, die mit öffentlichen Beratungen des Ausschusses verbunden seien, zu begegnen, und zweitens, weil alle an diesen Fragen beteiligten Refforts, insbesondere wegen der Londoner Verhandlungen start überlastet seien. Abg. Hergt( Dnat.) sprach sich für die Einfeßung eines Unterausschusses über bestimmte Anträge der Parteien aus und unterstützte das Verlangen nach streng vertraulicher Beratung dieser Körperschaft. Auch der Redner der Bölkischen, Abg. Feder, vertrat denselben Standpunkt. Gefahren der opportunistischen Versumpfung. Der Zentralausschuß der KPD. war am Sonnabend verfammett, um den Bericht feiner Delegation aus Mostau entgegenzunehmen. Dort hat man die„ Perspektive der nädysten Entwicklungsperiode visiert und ist dabei zu etwas betrüblichen Ergebnissen getommen. Auch die KẞD. hat ben Einbrud, daß ihr schlechte 3eiten bevorstehen. Es ist allgemeine Flaute, die pazifistisch demokratische Welle geht zu ihrem großen Schmerze durch die Bän der, Poincaré ist gestürzt, Mussolini madelt, in Amerita entwickelt sich die dritte Partei Bafollette, die englische Arbeiter regierung wird selbst nach Ansicht der englischen Rommunisten aus Neuwahlen gestärkt hervorgehen und der deutsche Faschismus hat seinen Höhepunkt überschritten. Sintemalen bie Beiten so schlecht sind, muß um so energischer gereinigt werden. Mit Genugtuung wird deshalb festgestellt, daß arsti in Bolen abgesägt ist, daß Souvarine ausgeschloffen wurde, Für die Sozialdemokraten erflärte der Genosse Keil, baß Höglunds hinausschmiß bevorsteht. Klara 3ett in, die es sei ein ungewöhnliches Verfahren, die Beratungen einer so unman aus rein beforativen Gründen in der Kommunistischen Inter- geheuer wichtigen Frage mit der Einsehung eines Unterausschusses nationale beläßt, erhält von der gelehrten Führerin der RPD. ent- zu beginnen. Die Arbeit des Unterausschusses könne nur fruchtbar sprechende Belehrung. Ihr wird vorgeworfen, daß fie biefelben fein, wenn ihm bereits Direttiven vorliegen über die Stellungnahme Fehler macht, wie Rosa Luxemburg, die bekanntlich schon seit der einzelnen Parteien. Die Verweisung aller Anträge an einen längerer Zeit zum alter Eisen geworfen ft. Die deutsche Zentrale Unterausschuß, ohne daß sie zuvor zu einer Klärung der Stellung. rühmt sich, in Mostau alles getan zu haben, um den Selten. nahme der einzelnen Parteien geführt haben, müsse das Miß= haratter der kommunistischen Bewegung noch mehr zu unter frauen der Deffentlichkeit in den Ernst der Absichten her. ftreichen. Sie hat verhindert, daß einige führende Genossen ber porrufen. Dieses Mißtrauen werde verstärkt, wenn die Bertraulich roten Gewertschaftsinternationale einen Offenen Brief an die feit der Berhandlungen von vornherein bestimmt würde. Es sei Amsterdamer richteten, ob sie bereit wären, auf dieser oder deshalb zweckmäßig, zunächst in die allgemeine Besprechung der Anträge der Parteien einzutreten und dazu das Reichsfinanzministerium jener Grundlage eine organisatorische Einigung herbeizuführen". Michel denkt nicht daran, sich um Politik und das Lun und Einen wirksamen Widerspruch hat Ruth Fischer mit ihrem Be- zur Teilnahme und Stellungnahme aufzufordern. Je nach dem Treiben im„ hohen Haufe" zu fümmern. Er hat wichtigere Sachen richt nicht gefunden, die KPD. ist einheitlich links eingestellt. Die Bang dieser Beratungen habe man dann immer noch die Möglichkeit, einen Unterausschuß einzusehen. Reil beantragte ferner, zur Klärung zu tun. Er muß Feste feiern. 3war heißt es überall, wenn tapferen Helten um Brandler und Thalheimer halten es man in Bekanntenkreisen umhört, ich habe kein Geld. Aber wenn es für flüger, den Kampf bis zu einem günstigeren Moment aufzu des ganzen Problems Bertretungen der Interessentenkörperschaften aufzuzu hören. Das feien neben den geschädigten Gläubigern, Sparern gilt, ein sogenanntes Volksfest zu feiern, ist auf einmal alies verschieben. Trotzdem scheint auch bei den„ Linken" eine gewisse Ahnung und Versicherten auch die Schuldner. Deshalb fei die Anhörung auch Besfeer und Geld in Hülle und Fülle da. Und eine Beran ft al. vorzuherrschen, wohin sie die Kommunistische Partei mit ihrer des Reichslandbundes, des Reichsverbandes der Industrie, der Banken tung jagt die andere, und es vergeht selbst in den kleineren genialen Strategie führen. Ein linker Diskussionsredner wenigstens usw. erforderlich. then Städten fast fein Sonntag, an dem nichts los ist. Mag es nun ein erklärte: Schüzenfest, ein Sängerfest, ein Turnfeft, Bogelschießen oder ähnliches fein, überall zeigt fich das gleiche Bild, Mon begnügt sich nicht mit einem Tage, nein, es wird auf drei bis vier Lage, ja bis auf die ganze Woche ausgedehnt, und die Hauptsache ist der Festball. Und was für ein Festball? Das Haten treuzlied, das Ordens lied der Jungdeutschen und viele andere nationale Lieder werden mißbraucht und wechseln ab mit dem jüdischen Shimmy Bananen" und" Wo hast Du denn die schönen blauen Augen her usw. Und dann sieht man schwankende Gestalten, die und der wir am besten begegnen tönnen, indem wir für die bes Alkohols zuviel genoffen haben und nun in Hurrapatriotenslim- ideologische Befestigung in unseren eigenen Reihen, für die Here mung Deutschland, Deutschland über alles" oder„ Die Wacht am ausschalung des Leninistischen Charakters einer Maffenpartei Sorge Rhein" brüllen. Fürwahr, wir steden noch gartief; und tragen. Gerade angesichts der augenblidlichen flauen Stimmung, die ihr größtes Ausmaß erreicht zu haben scheint, er Reinigungsweg unferer oöltischen Bewegung ist es notwendig, daß wir feinerlei Konzeffionen an den Oppor ft noch weit und schwer. Es geht hier um völfifche tunismus machen." und um persönliche Scham. Ein deutscher Bruder, der aus ben besetzten Gebiete dies Tun und Treiben sich hier mit ansehen muß, wird und muß sich seiner Boltsgenossen schämen. Wie kann benn einer auf solche Weise seinen Patriotismus" beweißen? Denkt benn niemand an die Not und den Ernst der heutigen Lage? Allent halben derselbe Jubel, gerade als ob wir als Sieger hervorgegangen wären. " Bezeichnend ist, welchen Hoffnungen sich auf Grund des letzten Beschlusses ber erweiterten Cretutive bie menfchemistische Bresse hingibt. Der Vorwärts" jubelt bereits, daß sich die Komintern in einer Gadgaffe verrannt habe. Er spekuliert angesichts eines etwaigen Weiterbestehens der pazifistischen Seuche, daß mir zu einer Sette werden. Es ist also eine Spekulation auf die rjumpfung in unserer eigenen Partei. Zweifellos eine Gefahr, auf die wir acht geben müffen, Wenn folchermaßen felbft die zuverlässigsten Hüter und Zions wächter des unbefleckten und unverfeuchten fommunistischen Klaffenkampfes einsehen, daß die Lage für die KPD. schwierig wird, weil ihre Revolutionsphrasen immer gegenstandslofer werden, dann wird man uns Sündern gestatten, daß wir erst recht über die tommende Entwicklung ähnlich denken. Der kommuomidonistische Zentralausschuß bestätigt ja nur das, was die Entwicklung wailed sid Inzwischen hatte der Reichsfinanzminister Dr. Luther dem Ausschuß mitteilen lassen, daß es ihm leider unmöglich sei, fofort oder in den nächsten Tagen sich an den Arbeiten des Ausschusses zu beteiligen. Nach umfangreicher weiterer Geschäftsordnungsdebatte, die zuweilen ftart zu einer fachlichen Debatte wurde, entschied sich der Ausschuß mit allen gegen die Stimmen der Deutschnationalen und der Bölkischen für die möglichst baldige Anhörung aller Interessentenorganisationen. Deutschnationale und Böllische wollten angeblich zunächst eine Generaldebatte, benutzten in Wirklichkeit die Anregung aber, um möglichst vergessen zu machen, daß beide Parteien mit größtem Nachdrud für die sofortige Eins fegung eines vertraulich tagenden Unterausschusses eingetreten waren, da ihnen diese ihre Absicht bereits von nationalen Kreisen den Vorwurf absichtlicher Berschleppung" ein. getragen hatte. Es ist in Aussicht genommen, daß die Anhörung der Interessenten bereits am Freitag, den 25. Juli, vormittags 10 Uhr, beginnen soll. om rou Zeitungsverbot. Die völlische Schlesische Bollsstimme" wurde auf Grund des Gefeßes zum Schuß der Republik vom Oberpräsi benten der Provinz Niederschleften auf die Dauer vom 28. Juli bis einschließlich 29. Juli 1924 verboten. Raststelle einer urzeitlichen Jägerhorde. jest einige Meffer vor. Aus der gleichzeitigen Tierwelt wurden Fürstenkind, in Wirklichkeit Tochter des gefürchteten Räuberhaupt. Wichtige Ausgrabungen in der Umgegend von Mainz. Ein für die Kenntnis der Urzeit auf deutschem Boden sehr bes beutsamer Fund ist bei Mainz gelungen: die im freien Gelände legende R a st stelle einer Jägerhorde aus der Dilu pialzeit. Geologisch gehört er nach der Ansicht des Professors Ernst Neeb, des Direktors des Mainzer Altertumsmuseums, der zufammen mit seinem naturhistorischen Kollegen Professor Schmidgen bie Ausgrabungen leitete, in das Ende der letzten Eiszeit, archäologisch in die Zeit, die nach den Funden in Frankreich Spät- Auri gracien" genannt wird ein Menschenstelett dieser Zeit ist be tanntlich vor 12 Jahren aus den Hauferschen Funden ins Ber. liner Museum gefommen. " dem Mittelmeer. Von Werkzeugen aus Knochen fiegen bis festgestellt: Renntier, Pferd, Rhinozeros, Mamut. Ihre Jagdgründe hatte die Jägerhorde in dem naheliegenden Bahlbacher Tale, das dort in die damals noch fumpfige, von Zümpeln und Altwassern des Rheins durchsetzte Rheinniederung mündet. Syier medfelte bas Jagdmild, bas in Fallgruben gefangen und gleich an Ort und Stelle zerlegt wurde. Die zur Nahrung dienenden oder zur Herstellung von Werkzeugen brauchbaren Stüde schaffte man auf die Anhöhe der Raststelle, die für die Jagdzwede sehr geschickt gewählt war, denn von der Ede der Hochfläche aus hatte man den weitesten und günstigsten Ueberblid über das ganze Borgelände. Nach dem Bericht Neebs in der Prähistorischen Zeitschrift ist die Raststelle nur furze Zeit benugt worden. Als die Jag gründe erschöpft waren, das Wild fich verzogen hatte, wird die Jägerhorde weitergewandert sein. Alle Stüde sind in das Altertumsmuseum der Stadt Mainz verbracht worden. 916 m " Das Mädchen.adi | nicht ganz treffend. Denn die Hauptsache ist nicht das sogenannte manns von Griechenland, und ihre Liebe zum Kommandanten eines amerikanischen Staatsschiffes, die natürlid, ihr Ziel erreicht, sondern die Liebe ihres Baters zu einer gefangenen jungen Ameribanerin. Etwas viel vornehme Räuberromantik, aber sonst ein tadelloses Text buch, das seine Romit fast nur in die musiklofen turzen Dialoge aus streut. Die Bertonung prachtvoll. Was für eine Orchestration! Rammerorchester, die Romantit hauptsächlich durch die reich beschäftigten Celli, Hörner und Klarinetten dargestellt. Ein höchst wichtiges, individuelles Leben desselben, ohne daß die mit schönsten Melodien beschenkten Sänger im geringsten dadurch behindert werden. Eine wunderbare Lyrit, die im zweiten Räuberakt ihren Höhepunkt findet. Ohne jede Anlehnung direkt ein Pendant zum Att in der Schmuggler schlucht in Carmen". Sonst alles ungarisch, allerdings ohne viel Pfeffer und Paprika. Die musikalische und szenische Leitung noch viel bedeutender als in Bolenblut". Arthur Guttmann und auch Karl Holn haben Meisterhaftes geleistet. Kein Ton blöder Operettenmufit. Bornehmster Klang, schönste gesangliche und orchestrasinalische Bertiefung, darauf auch die Regie eingestellt, wozu die entzückenden Bühnenbilder( innebach und Köhler) ihr gut Teil bei Deutsch haupt durch eine barstellerisch und gefanglich- musikalisch trugen. In der ausgezeichneten Aufführung ragte besonders Erich mustergültige Wiedergabe des Räuberhauptmanns und Fürsten hervor. Neben ihm wären vor allem Marie Escher durch ihre gefangliche Vollendung und Mimi Bessein, das sehr sympathische Fürsten find, zu nennen. # 21 " Bon Walther G. Dschilensti. Es heißt Maria und ist vor Meaden Mutter geworden. Wer Maria nicht näher kennt, wird glauben, sie sei schwer daran. Nur wer die Landschaften ihres Herzens tennt und in den Bergen ihrer Seele geruht hat und sei es auch schon lange her, der wird ſehen önnen, wie sie abends aufglüht, und wie ein Lächeln über ihr Ant- Weſſely, lig läuft. Ich kenne Maria schon lange. Die gleiche Fabrit umschloß uns; tagsüber flatschten die Transmiffionen in unsere Träume. Aber in der Mittagspause wölbten sich ihre Hände über eine Blume oder über einen Zweig wie zu einer Monftranz ich weiß, fie zitterten, wenn ein Duft sich an ihre Lippen warf. Abends rief sie; es war immer dasselbe. Es war jenes Gebet, das aus den Kammern ihres Geschlechts tam: der Schrei nach der Wiedergeburt ihres Leibes das fleischgewordene Geschent der Liebenden. Die Fundstelle liegt innerhalb des Gebietes, das vom römischen Regionslager eingenommen wurde, 2,70 Meter unter dem heutigen Gelände. Als man hier eine Straße anlegte, fielen neben römischen Fundstücken Feuersteinklingen auf. Man legte unter dem Löß der Späteren Zeit etwa 90 Quadratmeter frei. Da fanden sich zunächst eine Reihe von niedrigen Steinfegungen aus aufeinandergeschichhane beten unregelmäßigen Kalfsteinplatten. Diese Steinfegungen waren offenbar Siggelegenheiten oder auch eine Art Don Lischen, auf denen die Horde thre Jagdbeute zerlegte oder Bagdgeräte anfertigte. Darauf weisen die Knochenreste, die in der Imgebung der Tische lagen, und die Feuersteinabfälle hin. Dazu lamen zwei Feuerstellen aus Ralfsteinbroden, auf denen Holzkohlenafche und abgebrannte Knochen lagen, ferner eine tennenartige Stelle: vielleicht sind auf dieser Tenne die flach ausgebreiteten Felle der erbeuteten Tiere für den späteren Gebrauch zu Kleidung, Winichirmen, Zelten und ähnlichem abgeSchabt oder sonstwie bearbeitet worden. In verhältnismäßig größerer Zahl famen fünftlich bearbeitete Gegenstände zutage, größerer Zahl tamen fünftlich bearbeitete Gegenstände zutage, Feuersteinwertzeuge, wie Klingen, Krazer, Schaber und Bohrer, ferner Pfeilspigen und Nadeln. Da sich in großer Menge Abfall von Feuerstein fand, sind die Werkzeuge an der Feuerstelle offenbar aus den Feuersteinknollen hergestellt worden, mit Hilfe von Fäustlingen oder flachen, scheibenartigen Rollſteinen, wie sie heute noch der Mainsbotter mit sich führt und wie sie damals von den Jägern oder den Kindern der Harde als Werkzeuge und Spielzeug aufgefefen wurden. Die feinere Form dieser Werkzeuge ist für bas Entstehen eben in der Spätzeit der Aurignacien bezeichnet. Dafür spricht auch ein weibliches Figürchen, von dem fich leider nur das Bruchstüd ihres Untertörpers fand, aus einem weichen Stein geschnigt, ehemals im ganzen etwa 7 Bentimeter hoch. Es hat denselben Typus des riefig aufgeschwemmten dicken, nadien Frauenförpers, wie ihn ähnlich die neuerdings weitbekannt gewordene sogenannte Venus von Willendorf" in Desterreich und alle Zie anderen kleinen plastischen Kunstwerte der Steinzeit tragen. Auch Holzreste, die zum Vorschein kamen, zeigen Spuren der Be- Oper am Königsplah:„ Das Fürstenkind." Schon fünfzehn Jahre arbeitung, z. B. in einer Art Rerbschnitt. Ueber die ganze ist diese reizende Operette alt, und noch ist von ihrer Leuchtkraft und Fundsbelle zerstreut fanden sich Schneckenhäuschen, schlitz- tiefimnigen Lieblichkeit nicht das geringste verloren gegangen. Im artig durchbohrt, anscheinend aufgelesen, um fie als Schmuckstücke, Gegenteil, nach den Hunderten von Nieten wissen wir diese Berle noch Halsketten oder Anhänger zu verwenden; einige davon stammen aus mehr zu schätzen. Der Titel dieser Meisteroperette von Lehar ist Nun erhielt sie es. Sie ist jetzt Mutter. Im Dunkel ihres 3im größer als in der Zeit vorher, da ihre Hände noch Arteit nehmen mers meint das Kind. Wie alle Kinder weinen. Aber die Not ist fonnten, um leben zu können. Jegt mill sie doppelt leben. Aber die Welt hat eine härtere Sprache: das Kind starb. Maria Ich weiß feinen anderen Namen für Mütter. Er trägt das Kreuz des Schmerzes und der Liebe, er ist das Beichen bes Leits aller Frauen, die Kinder gebären und nicht wissen, wie nahe der Tod steht; die aber immer wieder lächeln, da fie das Kind empfangen dürfen als die durchblutete Weihegabe ihres armseligen Lebens. H. M. Das erfte Opfer der Todesstrahlen: der Erfinder. GrindellMatthews, der Entdecker der sogenannten„ Todesstrahlen", ist kürzlich im Amerita eingetroffen und wurde nach der Landung von Bericht erstatternt ausgefragt. Bei dieser Gelegenheit erklärte er, daß er nie mals die Absicht gehabt habe, feine Erfindung an die Bereinigten Staaten zu verlaufen. Er wolle sie aber vervollkommnen, um die Britischen Inseln uneinnehmbar zu machen. Während der Ueberfahrt hat der Erfinder an nervöser Uebermüdung gelitten und sehnt sich daher nach vollkommener Ruhe. Als die Reporter ihn fragten, was Berlauf seiner Versuche auf dem einen Auge die Schkraft voll feine große Brille zu bedeuten habe, antwortete er, daß er im ständig eingebüßt habe und in nächster Zeit wahrscheinlich vouständig erblinden werde. In der Buch- und Kunsthandlung der Künfflerhilfe, Augsburgerstr. 83, bricht am 25. Juli, abends 7 Uhr, Berta a si aus eigenen Werken. Die Briefmartenjammlung des Jaren verkauft. Die russische Regierung hat die aus mehr als 37000 Stüd bestehende Briefmarkensammlung des letten Baren, die wertvollste Briefmartensammlung in Rußland, an die Gesellschaft der amerikanischen Markenhändler verkauft. Sie eröffnet damit den schwunghaften Briefmarkenverkehr, der von jest an zwischen Rußland und der ganzen Welt eingeführt werden soll. Mit Unterstügung der Sowjetregierung ist die weltliga der Briefmarkensammlet" ins Leben gerufen worden, die einen möglichst ausgiebigen Austausch der russischen Marken mit denen der anderen Länder in die Wege leiten will Die erste Nummer der Zeitschrift dieses Vereins, des Sowjet- Philatelisten", ist in bler verschiedenen Sprachen gebrudt und soll über die ganze Welt berbreitet werden. " " Eine Zälschung. Zur Schutzzollpropaganda der Agrarier. In der„Deutschen Tageszeitung� nimmt der Landbund- führer und deutschnarionate Abgeordnete Freiherr v. Nicht» Hofen erneut zur Zollfrage Stellung mit dem selbswerständ- lichen Ergebnis, nämlich daß die Landwirtschaft die Schutz- z ö l l e brguche. Freiherr v. Richthofen stützt seine Beweis- führung in der Hauptsache daraus, daß die Industrie be- reits im Genuß von Schutzzöllen sei, daß also die Landwirt- schaft nur einen Anspruch auf Gerechtigkeit erhebe, wenn sie ihrerseits Schutz gegen die ausländische Konkurrenz verlange. Daß die industriellen Schutzzölle des Tarifes von 1902 sogar mit einzelnen Verschärfungen in Kraft sind, trist zu. Aber ebenso trifft es zu,— und das verschweigt der Landbund- führer seinen Getreuen— daß dieser Tarif der A b 2 n d e- r u n g bedarf und daß bei seiner Abänderung der Forderung der Landwirtschaft nach billigen Betriebsmitteln weitgehend Rechnung getragen werden kann, wenn sie ihrer- ssits von Schutzzöllen absieht. Jedenfalls ist ein Zolltarif, den die Regierung selbst für reformbedürftig hält, daß sie sich aus- drücklich zu seiner Abänderung besondere Ermächtigun- gen erteilen lassen will, keine geeignete Grundlage für die Forderung nach Getreide- und Fleischzöllen. Richthofen geht aber noch weiter. Aus der Tatsache, daß die Arbeitervertreier am S. A�ril und am£>. August 1923 der Wiederaufrichtung und Brschärfung des alten Zolltarifs zu- gestimmt haben, schließt er, daß sogar die Parteien der Linken und der Arbeiterschaft sich grundsätzlich mit einem lückenlosen Schutzzolltarife inverstanden er- klärt haben. Schlußfolgerung und Boraussetzung sind gleich baltlos. Als im Jahre 1922 und später die Zölle erneuert und revidiert wurden, handelte es sich überhaupt nicht um einen Schutz zoll, d. h. um die Begünstigung inländischer In- iwstriezweige vor der ausländischen Konkurrenz. Die Industrie liätte sie damals gar nicht notwendig gehabt, da sie ja ohne- hin durch die Hochschutzzollmauer der Inflation ausreichend vom Weltmarkt abgesperrt und vor der Konkurrenz auslän- bischer Waren am inländischen Markt geschützt war. Die Zoll- erhöhung verfolgte damals einen ganz anderen Zweck. Es handelte sich darum, dem Reiche erhöhte Einnahmen u erschließen durch die Wiedereinführung der Zölle, die da- mals die einzige einigermaßen dem Sinken des Geldwertes angepaßte Einnahmequelle war. Die regelmäßige Festsetzung des Goldzollaufgeldes sorgte für die Aufrechterhaltung des Goldwertes der Zolleinnahmen wenigstens in bescheidenem Umfange. Das war bei keiner anderen Steuer der Fall. Dieses finanzielle Interesse spielte die entscheidende Rolle. Es kam hinzu, daß man in der Zeit rapiden Marksturzes ein Interesse daran hatte, ausländische Luxuswaren vom inländischen Markt fernzuhalten, um Devisen einzusparen. Auch aus diesem Grunde wurden die Zölle in Kraft gesetzt und teilweise sogar erhöht. Es war dies aber kein Schutzzoll, der irgendeine heimische Industrie be- aünstigen sollte, sondern lediglich eine Abwehrmaßnahme im Kampf um die Währung. Die ganze Ermächtigung zur Inkraft- sctzung und Abänderung der Zölle war endlich nur ein P r o- v i s o r i u m. Wie man aus dieser Zustimmung der Arbeiter- � errreter zu einer Notmaßnahme, die nicht einen einzigen Schutzzoll enthielt, die Geneigtheit der Sozialdemokratie zu iodustriellen Schutzzöllen konstruieren kann, ist da» Geheimnis d?z Reichsland bundes. Die Gründe, die die Arbeiterschaft damals zu ihrer Hol- tung in der Zollftage veranlaßten, sind öfientlich bekannt. Sie sind aber entscheidend für die Frage, ob es sich damals um einen Schutzzoll oder nur um finanzpolitische Maßnahmen bandelte. Jedenfalls ist es eine Fälschung des Sachver- Halts, wenn man die Gründe, die damals die Arbeitervertreter leiteten, heute in ihr Gegenteil umdichtet, nur um damit das angebliche Recht der Landwirtschaft aus Schutzzölle zu be- weisen._ Demokraten gegen Zollwucher. Die Agrarzölle unmöglich und unerträglich. Der Parteiausschuß der Deutschen Demokratischen Partei Hamburg hat zu den drohenden Agrarzdllen Stellung genommen und einstimmig folgende Entschließung angenommen: „Der Parteiausschutz erkennt die Notwendigkeit an, der not» leidenden Landwirtschast zu helfen, sieht aber in den Lgrarzöllen rwder das einzige noch das richtige Mittel. Der Parteiausschuß er- kennt vielmehr in dem Rufe nach den AgrarzSllen die Taktik, die das deutsche Volk für die Stärkung der Rechtsparteien bei der Reichstags» mahl vom 4. Mai einftng. Der Parteiausschuß HSlt die in Aussicht genommenen Agrarzölle im Hinblick auf die drin» gcnde Notwendigkeit, die Ausfuhr der Industrieerzeugniff« wesentlich zu steigern, für unmöglich und im Hinblick auf die Wirtschaft» liehe Lage der großen Mass« der Verbroucher für unerträglich. Der Parteiausschuß erhält die Ermächtigung, die durch dl« Vorloge der Reichsregierung gegeben werden soll, nach den mit den bisherigen Ermächtigungsgesetzen gemachten praktischen Erfahrungen für un» denkbar. Der Parteiausschuß ersucht deshalb di« Vertreter der Deutschen Demokratischen Partei im Reichstag, dem vorliegenden Gesetzentwurf aus keinen Fall ihr« Zustimmung zu geben."___ Die �Sefrieüung� des Saargebiet. Genf, 24. Juli.(Eigener Drahtbericht.) DK Kommission für das Saargeblet hat dem Sekretariat des Völkerbunde» ihren Bericht für die Zeit vom 1. April bis 30. Juni 1924 übergeben. Danach ist«in« Erhöhung der Produktion und ein Rückgang der Arbeitslostgkelt zu oerzeichnen. Um«ine Senkung der Kohlenpreise herbeizuführen. werden di« Transportkosten für Saarkohle vom 1. Juni ab herab» gesetzt. Die Verwaltung der Saargrube gibt ihren durchschnittlichen jährlichen'R« in gewinn mst 19822 407 Goldmark und den Rein» gewinn pro Tonne mit 2.06 Mk. an. Der Haushalt des Saargeb, erweist für di« Zeit vom 1. April 1924 bis 31. März 192« Gesamt. ausgaben im Betrage von 182 621 147 Franken auf, die durch die Einnahmen gedeckt sind. Zur Behebung der Kreditnot wurden 18 Millionen Fronten zur Verfügung gestellt. Den Vorwurf der Französierung der Schulden weist der Bericht zurück. Die Schulen der französischen Staatsgruben wurden von 4446 deutschen Kindern besucht bei einer Gesamtzahl von 112 000 schul. Pflichtigen Kindern im Saargebiet. Nach der Volkszählung vom 1. Januar 1924 hat da» Saorgebiet 749 797 Einwohner gegenüber 712105 im April 1922. Der Bericht stellt»um Schluß eine zu» nehmend« Befriedung und Besserung der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse fest. Der vizepräsidenlenkandidat der Dritten Parlel. Der dem» kratifch» Senator Wheeler hat erklärt, die Kandidatur al» Vizepräsident auf der Liste Lafolett« annehmen zu wollen.* «�Sterne". Also der Lunapark hat ein« Sternwarte bekommen. Auf der Plattform des Novdturmes ist ein Zeitz. Femrohr mit löS-mm-Objek. twdurchmesier aufgestellt, das etwa sine ZOOsache Vergrößerung ermöglicht. Ein zweites Femrohr mit 200»wm.Objektio wird bald folgen. Ein alter Schuldirektor, der ja von Berufs wegen weniger zur Erde als zu den Siemen blickt, gibt sein Wissen von den Siemen, das ihm Lebensinhalt geworden ist, an jung und alt weiter. Und wer von dem irdischen Trubel de« Lunapark» genug hat, wan. dert die Stufen zur Sternwarte empor. Er tut einen Vlick in den Himmel und weitet sein astronomisches Wissen, das bei den meisten ja nicht über die Kenntnis des Großen Bären hinausgeht. In diesen Gewitterlagen freilich, als zu einer Besichtigung«ingeladen war, ver» deckten schwere Gewitterwolken die„Stemsicht": aber immerhin kennt« so der etwas pmnkoolle Rani« gerechtfertigt werden:„Wir warteten der Stemel' Es war recht gemütlich da oben. Alle bunten Lichter des Lunaparks leuchteten herauf, die flotten Klänge der Kapelle umgaugelton das Ohr. und schließlich verkürzte das Feuer» wert dk Wartezeit. Inzwischen wurde das Fernrohr durch Einsetzen«in«, anderen Okular» mit Umkehrprisma in em Erdfemrohr oer wandelt, und e s gab ander«.Sterne' zu sehenl Zehn und mehr! Zwei gewaltige Scheinwerfer beleuchteten sie, und all« Augen und Opem- gläser wandten sich zu ihnen. Wer das Glück hatte, sah s}« in 1?0facher Vergrößerung. Man konnte die graziösen Körper atmen sehen und ab und zu ein Auge, daß zur Seite blitzte. Unten am Rande des Halensees wurden gebende Marmorgmppen gezeigt. Es war immerhin.Sternersatz'. Doch jetzt wollt« sich der Jupiter nicht kumpen lassen. Er spiekfe zwar Verstecken, aber«ingefangen war er, und durch das inzwischen wieder befestigt« astronomische Okular sah man deutlich drei seiner Monde. Mehr Aussicht gaben die Wolken nicht. Au ftemklaren Tagen wird es mehr zu sehen geben. Ja, durch ein neulonstruiertes Okular kann man di« Sonnenflecken beobachten, und sicherlich ist es angenehmer, der Steme warten, d. h. sie beobachten zu können, als verurteilt zu fein, lange und vergeblich auf sie warten zu müssen. �Gentlemanelnbrecher�. Die ganze Wohnung ausgeräumt. Eine Bande von Gmtlemaneinbrechern bat sich augenblicklich dk Gegend der Greifswalder, Wins» und Marknburger Straß« zum Arbeitsfeld erkoren. In den letzten Tagen wurde dort ein« Reihe von Einbrüchen verübt, bei denen jedesmal zwei oder drei elegant gekleidete Herren, auf dk zu» nächst niemand verdacht hatte, gesehen wurden. Ein Kaufmann in der Greifsroalder Straß« erhielt ihren Besuch, während er im Ge- schäft zu tun hatte und seine Frau verreist ist. Di« Einbrecher öffneten mit Hilfe von Bleittreifen e-n Sicherheitsschloß und stah» l«n bare» Geld, wertvoll« Schmucksachen, eine Kassette mit Inhalt, ISO Gramm geschmolzenes S o ld u. a. m. Zwei elegant« Herren hatten vorher geklopft und geklingelt und oerübten dann In der Zeit von 7 bis 11 Uhr abends den Einbmch. In der MavKnburger Straß« stahl die Bande bei einem Kaufmann ein« Kassette mit 1 8 00 M..«inen Posten Herrenstofle und Lrlllantschmuck, Ringe, Kollier» usw., während sich dk Familie nachmittag» in einem Gärtchen im zweiten Hof« aus. hielt. Bei einem Kaufmann in der Winsstraße drangen die Der» brecher ein, indem sie mit einem Stemmeisen die Tür ausbrachen. Sie erbeuteten für 7000 bis 8000 M., besonders Kleidungsstücke. Das Brecheisen lkßen sie zurück. Ein anderer Kaufmann in der Winssttoße wollte mit seiner Familie verreisen und hatte am Tage vor der Abreise alles sorgfältig gepackt. DI« hei» den eleganten Herren hotten es hier leicht. Sie erbrachen dk Koffer, holten das Lest« heraus, im Ganzen für 10000 M. und nahmen es in«inem Handkoffer mit. In der Prenzlauer Alle« wurde von drei Männern einer Frau, di« im Krankenhaus« lkgt, d i« ganze Wohnung ausgeräumt. Hier drangen sie mit Rachschlüffeln ein. Al» ein« Aufwärterin kam. um noch dem Rechten zu sehen, waren alle Wertsachen verschwunden. Der Irrtum deS Postasfistetitett. Wie wir im April berichkten, hat ein Postasftftent beim Post» amt 8 in Charlottenburg(Aeplerstt. 42) einen Berlust von«200 M. erlitten, weil er beim Vertauf von Einkommen» skuermarken irrtümlich hohe Markwerte anstatt der verlangkn Psennigwerte raubt zu haben, gestern abend auf dem Hauptbahn hos von einem Münchener Kriminalbeamten erkannt und f« st genommen worden. Er wurde zur Polizeidirektion gebracht, wo er die Tai zugab. Er hat den Mord ausgeführt, weil er in Geld ver- l« g e n h« i t war. Der 17jährig« Gymnasiast Keßler aus Rürn» berg gestand nach anfänglichem Leugnen auch noch, daß er am 22. Juli in der Berchtesgadener Gegend eine Frau aus Zwickau überfallen, ihr mehrere Messerstiche ver- setzt und die Handtasche geraubt habe. Bei dem Der- hafteten fand man ein« Legitimation, aus der hervorgeht, daß Keß- ler Mitglied der völkischen Wehrorganisation „Reichsflagg«' in Nürnberg ist. Haarma«« vor dem Untersuchnngsrichter. Der Mastenmörder Haarmann ist am Mittwoch wkder einem längeren Verhör durch den Untersuckmngsrichter unterzogen worden Es wurden ihm zwei Frauen aus Berlin und Bremen gegenübergestellt, die dos Verschwinden Ihrer Söhn« dem Haarmann zur Last legen. Der Verbrecher leugnete den Berkehr mit den beiden v«r> mißten jungen Leuten, deren Bilder ihm unter zahlreichen Hin» und Herfragen vorgelegt wurden. Unwetterkatastrophe auch in der Schweiz. Am Dienstag abend wurde auch die Oftschweiz, namentlich dfi Kanton« Appenzell und St. Gallen, von einem orkan-i artigen Gewitter st arm mit Hagelschlägen schwei heimgesucht, der sich zu einer wahren Wetterkatastroph« aus dehnt«. Di« Kulturen und die Ernte im Wettergebiet sind zum große» Teil vernichtet. Tausend« von Obstbäumen sind entwurzelt worden viel« Dächer wurden abgedeckt, Schornstein« vom Sturmwind fort gerissen und Fensterscheiben zerschlagen. Besonders heftig tobt« bei Sturm in Toggenburg und St. Gallen. An vielen Orten lag de» Hagel 20 Zentimeter hoch und lag zum Teil noch gestern morgen auj den Feldern. In Rappe rswil wurde der Schloßturm fast völlig ab gedeckt. In St. Gallen durchbrach das Wasser da« Bahnhofsdack und strömt« in die Bahnhofshollen. Di« Straßen vernmndelkn fi-t In Ström«, Telephonleitungen wurden vom Sturm zerrillm und dii Keller waren stellenweise bis zur Decke mit Wasser gefüllt. D« heftig« Wettersturm, der vom Dienstag auf Mittwoch eintrat unl Stürm« von ungewöhnlicher Stärk« bracht«, hat im Salzburgische, ein schwere» Bootsunglück zur Folg« gehabt. Auf dem Wangersa kenterte Dienstag abend«in mit vier Erwachsenen und«Inem Kim besetzt«, Boot. Nur einer der Insassen konnte gerettet werden. Wetter für morgen. verNn«od Ilmgegend! Wechselnd bewölkt, ohne erheblich« Nieder Ich läge. Temperaturen unverändert. veulschl-md, ftm ganzen Reiche veränderlicher Wltterungscharaktt «md noch ziemlich kühl. Im Norden noch gelegenttiche leichte Niederschlag Gewerkschaftsbewegung Schiedsspruch für das deutsche Baugewerbe. Beseitigung des Achtstundentages. G Es ist den Unternehmern im Baugewerbe gelungen, einen Un parteiischen zu finden, der einen Schiedsspruch gefällt hat, wonach für das deutsche Baugewerbe vom 16. April bis 15. Oftober die 52stündige Arbeitszeit zu gelten habe. Praktisch tommt das nicht nur auf die Beseitigung des Achtstundentages hincus, sondern für einzelne Gruppen des Baugewerbes auf eine längere Arbeitszeit, als sie vor dem Kriege hatten. Die Berhandlungen über einen Reichstarifvertrag für das Baugewerbe find immer wieder gescheitert. Die Unternehmer haben schon im Jahre 1920 auf einem internationalen Kongreß in Brüssel beschlossen, den Achtstundentag im Baugewerbe zu be seitigen. Dieser Parole der Internationale der Unternehmer haben Die Bauunternehmer der meisten Länder zu folgen versucht. Es ist daher in vielen Ländern zu umfangreicher Kämpfen gekommen, insbesondere in England, wo es aber den Bauarbeitern ge lungen ist, die 44- Stundenwoche zu behaupten. In Deutschland, wo im Baugewerbe durch das bekannte Berfahren die Preise fünstlich hochgehalten wurden und erst durch die siegreiche Konkurrenz der sozialen Baubetriebe herabgesetzt werden konnten, haben die Unternehmer tehauptet und behaupten noch, daß sie die Verlängerung der Arbeitszeit nur wünschen, um eine Berbilligung der Baukosten herbeizuführen. Wenn man weiß, wie rückständig gerade das Baugewerbe in Deutschland ist, wie wenig die Bauunternehmer sich bemühen, die Baupreise durch rationelle Betriebsführung und technische Verbesserung der Produttion zu senter, dann wird man sich von den Behauptungen der Bauunternehmer nicht täuschen lassen. Die langwierigen, immer wieder gescheiterten Verhandlungen führten schließlich zu einem Schlichtungsverfahren im Reichsarbeitsministerium. Das Ergebnis war die Fällung eines Schiedsspruches durch den unparteischen Borfizenden. Nach diesem Schiedsspruch beträgt die wöchentliche Arbeitszeit grundsäglich" 48 Stu ben, fann aber vom Arbeitgeber während des Sommerhalbjahres einseitig auf 52 Stunden verlängert werden, ohne daß für die llebeistunden ein Zuschlag zu zahlen ist. Die Arbeitszeit würde demnach betragen vom 1. Dezember bis 28. Februar 42, Dom 1. März bis 15. April 48, vom 16. April bis 15. Oftober 52 und vom 16. Oftober bis 30. November 48 Stunden. Es wird also in das Ermcffen des Unternehmers gestellt, den gesetzlichen" Achtstundertag um vier Stunden die Woche zu verlängern. Das Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer, das in der Betfassung garantiert ist, wird aufgehoben. Die Lohnspanne zwischen Facharbeitern und Ungelernten wird von 5 auf 15 Broz. erhöht. Die Staffelung der Lohnfäße ist gleichfalls erhöht worden. Sie beträgt vom 16. bis 17. Lebensjahre 12% Broz. und verringert sich bis zum 21. Jahre um 2% Proz. des Lohnes des Bollarbeiters. Anspruch auf Ferien haben die Arbeiter, die mindestens 36 Wochen in dem. felben Unternehmen ununterbrochen gearbeitet" haben. Der Ber trag gilt bis zum 1. März 1926, tann aber zum 1. März 1925 gekündigt werden. „ Der Zimmerer", dem wir diese Angaben entnehmen, schreibt hierzu: Ein näheres Eingehen auf alle Einzelheiten des vorstehenden Schiedsspruchs behalten wir uns vor. Er enthält nicht unerhebliche Berschlechterungen in der Ferienfrage, der Staffelung nach dem Lebensalter und der Lohispanne zwischen gelernten und ungelernten Arbeitern. Vor allen Dingen aber, und das ist der Kernpuntt: er bedeutet die Beseitigung der Arbeitszeit unter 48 Stunden und für die Sommermonate die glatte Auf hebung des Achtstundentages für das Baugewerbe... Der Schiedsspruch stellt es somit vollkommen in das Ermessen des Unternehmers, die wirtschaftlichen Bedürfnisse des Betriebes" als Borwand zu benußen, um eine zuschlagsfreie Mehrarbeit von wöchentlich 4 Stunden anzuordnen.... Ohne daß wir der Entscheidung unserer Berbandsinstanzen vor. greifen wollen Erklärungsfrist ist bekanntlich bis 4. August, darf doch heute schon festgestellt werden, daß dieser Schiedsspruch für unsern Zentralverband, und wir glauben auch für die andern Arbeiterverbände, ganz untragbar ist. Landarbeiter und Erntestreiks. Bom Verbandsvorstand des Deutschen Landarbeiterverbandes wird uns geschrieben: an, daß alles getan werden muß, die Ernte so schnell und reibungslos wie möglich unter Dach und Fach zu bringen. Sie sind aus dieser Erkenntnis heraus auch bereit, eine ganze Reihe ihrer Wünsche bis zu einem späteren Zeitpunkt zurüdzustellen. Was sie aber nicht zurückstellen wollen, ist das Berlangen, ihnen wenigstens jetzt das zu geben, worauf sie einen recht lichen und gesehlichen Anspruch haben. Das wird, soweit Schleswig- Holstein in Frage kommt, in vielen Fällen abge lehnt. Als Beweis für diese Behauptung führen wir nachstehend an, was uns die Gauleitung des Deutschen Landarbeiterverbandes in Kiel berichtet: Zur Beurteilung der Haltung der Arbeitgeber sei darauf hingewiesen, daß man stellenweise in ganz rigoroser Weise durch Kündigungen versucht, sich von den Berpflichtungen des Tarifvertrages freizumachen. Außerdem ist es üblich geworden, daß man ganz einseitig diktiert, wie die verschiedenen Paragraphen des Tarifvertrages auszulegen find. So kommt es, daß trok Tarifvertrag jezt die verschiedenartigsten Arbeitsverhält niffe in Schleswig- Holstein bestehen. Besonders bedenklich ist die Haltung der Reichsarbeitsverwaltung. Sie hat es bis zum heutigen Tage beharrlich abgelehnt, die Allgemeinverbindlich keit des Tarifvertrages auszusprechen." Sport. Radrennen in Ruhleben. Die Sonntags- Radrennen in Ruhleben werden dem Berliner Radsport publifum erneut den Beweis bringen, daß die deutschen Berufsradrenn fahrer Sport und feinen Kampf lieben. Wie zum ersten Renntag haben sich die am kommenden Sonntag unbeschäftigten Fahrer wieder restlos in den Dienst der Sache gestellt, so daß eine Besfezug zustande gefommen ist, die nur mit selbstloser Einfegung der Rennfahrer möglich ist. Auch einige der besten ausländischen Fahrer find wieder mit von der Partie, womit den Rennen internationaler Charakter gegeben ist. Im Mittelpunkt der um 4 Uhr beginnenden Veranstaltung steht der Große Preis von Ruhleben", ein Dauerrennen in drei Läufen über 10, 15 und 25 Am. Als sichere Teil nehmer nennen wir in erster Linie die Ausländer Didentmann und Bor doni, die schon bei der ersten Veranstaltung mitgewirkt und gezeigt haben, daß fie in dem großen Kampf ihren Mann stehen. Zu diesen beiden Ausländern lommen diesmal der hier so beliebte Schweizer Wegmann, der hinter Krüger den Kampf aufnehmen wird, und der Franzose Bouhours. Bon deutscher Seite haben sich erstklassige Fahrer in die Meldeliste einschreiben lassen. Die Fliegerrennen, die u. a. ein Punktefahren über 12 Sem. bringen, werden eine interessante Bereicherung durch die in Aussicht genommene Teilnahme einer Reihe der besten Straßenfahrer erhalten. Bis jetzt ist die Teilnahme von 40 Fliegern gesichert, so daß wieder mit einem Massenaufgebot der Rennfahrer zu regnen ist. So wie hier gehandelt wird, handelt man auch in anderen Bezirken des Reiches. Aus Ostpreußen wird beispielsweise berichtet, daß den Arbeitern jetzt übermäßig hohe Summen für das geliefert wurde. Außerdem verlangt man von den Landarbeitern, gebote für gute ware. Wir verweisen daher auf heutiges Inferat. Deputat abgezogen werden, das während der Streifzeit daß fie aus dem Deutschen Landarbeiterverband a ustreten und die Summen zurückerstatten, welche die Arbeitgeber durch die Heranholung der Technischen Nothilfe während der Streifzeit verausgaben mußten! Die Schaffung tariflicher Vereinbarungen mit dem Deutschen Landarbeiterverband liegt nach wie vor in weiter Ferne. Daß ein solches Verhalten der Arbeitgeber zu der größten Beunruhigung der Landarbeiter und damit zu einer Gefährdung des Wirtschaftsfriedens gerade in der jetzt bestehenden Erntezeit führen muß, liegt fler auf der Hand. Geschäftliche Mitteilungen. Das bekannte Schuhlokal Behrendt, Münzstr. 25, mit seinen Filialen Rottbufer Damm 13 und Frantjurter Allee 54 bringt wieder eine Reihe besonders billiger AnDie amtlichen Stellen würden angesichts dieser Feststellung mur ihre Pflicht tun, wenn sie den Landwirtschaftskammern auf ihre Eingaben deutlich erklären würden, so lange feine Beranlassung zum Eingreifen zu haben, wie nicht nachgewiefen werden kann, daß die Arbeitgeber selbst alles getan haben, um die Entstehung einer Streifftimmung zu unterbinden. Der Konflikt in den Kämmereibetrieben. Die Gemeindearbeiter lehnen abermals ab. Die Funktionäre der Arbeiter aus den Kämmereibetrieben der Stadt Berlin lehnten gestern abend den am Sonnabend vom Zentralausschuß gefällten Lohnschiedsspruch ohne Diskussion einstimmig ab. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schitowski; Lokales und Sonstiges: Walter Trojan; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckeret und Berlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin GW. 68, Lindenstraße 3. Bevollmächtigter Bolenste teilte in der Versammlung mit, daß der vorliegende Spruch des Zentralausschusses gegen die Stimmen der Arbeitnehmerbeisiger gefällt worden ist. Die an sich schon unzureichenden Lohnerhöhungen der ersten Schiedsstelle sind durch den Spruch des Zentralausschusses weiter herabgesezt worden, so daß der Stundenlohn für qualifizierte Handwerker 66 Pf.. für Handwerfer 61 P., für Angelernte 50 Pf. und für Ungelernte 44 Pf. betragen würde. Abgesehen davon, daß diese Löhne mit den Löhnen der Privatindustrie überhaupt teinen Bergleich aushalten, bedeutet die neue Regelung eine weitere Ausein anderziehung der Löhne der Handwerker und der Ungelernten, die für die Gemeindearbeiter untragbar wird. Polenste ließ in feinen Ausführungen auch feinen Zweifel darüber, daß die neuen Löhre feine Unterlagen für zufünftige Lohnverhandlungen bieten fönnen. Selbst dem Magiftrat scheint die Unmöglichkeit dieser Art Lohnregelungen zum Bewußtsein gekommen zu fein. Obwohl er den Spruch angenommen hat, ist gleichzeitig eine Einladung zu neuen Verhandlungen, die bereits am Freitag stattfinden sollen, an den Bemeindearbeiterverband ergangen. Dieser Einladung wird natürlich Folge gegeben werden; Grundlage für die Berhand fungen fönne aber nicht der Spruch des Zentralausschusses, sondern e ian ungünstigsten Falle der Spruch der ersten Tarifinstanz fein. Die Versammlung erflärte sich mit den Ausführungen Bolenstes einverstanden. Sie stimmte dem Antrage der Tariffommissien, den Spruch abzulehnen, zu. An dem Magiftrat wird es nunmehr liegen, ob er durch entsprechendes Entgegenkommen an die Gemeindearbeiter die Folgen seiner bisherigen Tarifpolitt barnen will. Der Lohnstreit fonnte längst aus der Welt geschafft feir, er brauchte durch die unverständliche Haltung des Magistrats und des Stadtverordneten. ausschusses nicht zum Konflikt erweitert werden. Ein berittener Maurermeister. Unter diefer Ueberschrift veröffentlichten wir in Nr. 315 eine Sufchrift, wonach der Maurermeister Reinhold Rubel in Fredersdorf feine Lehrlinge zum Eintritt in den Reiterverein dura Dhrfeigen zwingen wollte. Herr Rubel ersucht uns, diese Mitteilung zu berichtigen. Er habe weder ein solches Anfinnen gestellt, noch durch Verabfolgung von Ohrfeigen erzwingen wollen. Es handle fich um eine böswillige Erfindung Es mehren sich die Meldungen, nach denen Landwirtschafts. fammern an amtliche Stellen herangetreten sind, um ihnen zu sagen, es felen neue Bestrebungen zur Entfachung von Land. arbeiterstreits in der Erntezeit im Gange, und sie zu erfuchen, diefen Bestrebungen ihre ganze Aufmerksamkeit zuzu= menben. Zu den so handelnden Landwirtschaftskammern gehört auch die für Schleswig- Holstein. Da zu erwarten ist, daß dieses Bund der technischen Angestellten und Beamten. Allgemeine Mitglieder verfammlung Freitag, abends 7 Uhr, Deutscher Hof". Luckauer Str. 15. TagesBorgehen auf die amtlichen Stellen nicht ohne Einfluß bleibt, halten ordnung: 1. Aufstellung der Ranbibaten für die Wahlen zum Bundestag; 2. Wahl wir es für angebracht, hierzu klar und deutlich die Meinung der freiber Vertreter zum Bundestag; 3. Anträge zum Bundestag; 4. Bekanntgabe der neuesten Tarifverhandlungen und ihrer Resultate in den einzelnen Industrien. gewerkschaftlich organisierten Landarbeiter zum Ausdruck zu bringen. Den Mitgliedern ist durch diese Versammlung Gelegenheit gegeben, richtunggebend auf die Geschicke des Bundes hinzuwirken und gleichzeitig burch mündliche Ber Die freigemerffchaftlich organisierten Landarbeiter erkennen in Gemeinschaft mit den Landwirten und den Landwirtschaftskammern lammlungsberichte informiert zu werden. Das Erscheinen aller Mitglieder liegt eigensten Jntereffe. Ortsverwaltung Berlin. REKLAME- TAGE Nach beendigt. SaisonAusverkauf bringen wir in unseren ReklameTagen wiederum eine Reihe außergewöhnlich billiger Angebote. Wir haben eine weitere Anzahl Artikel nochmals herabgesetzt, sie sind in unseren 17 Schaufenstern ausgestellt Haferlschuhe braun, echt Boxkalf gute Ledersohlen 25-26 450 27-30490 31-35 590 23-24 3.90 Herrenstiefel echt Rindbox und Fahlleder... do.Braun Box90 br.Schiebespang. 90 690 Damen- Halbschuhe Chevreau a 3 schuhe mod. spitze Form Breitspangen- 5° Chromleder.. 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