Mr. 82. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit tllustr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen: tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Zer recher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuts- Straße 2. Der Niedergang Sonnabend, den 6. April 1895. tönnte. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. " " Stadtrathstellen, alle neu zu befeßenden Beamtenstellen werden| Kleinbürgerthum mit Jubel aufgenommen. Die ehemaligen tünftighin den Gegnern zufallen, all' die schönen Betheiligungen demokratischen Reichsraths- Abgeordneten und Gemeinderäthe, vor von Aktiengesellschaften, Geschenke von Lieferanten und Unter- allem der hochbegabte, vor feinem Gesinnungswechsel zurückdes österreichischen Liberalismus. nehmern werden vielleicht in andere Taschen, sicherlich nicht mehr schreckende Wiener Advokat Dr. Lueger saben sich vor der AlterZu dem jüngsten Sieg der Antisemiten bei den Wiener in die der liberalen Wiener Bezirksgrößen ihren Weg finden. native, entweder ihre früheren Wähler zu verlieren und ihre Gemeinderathswahlen, dem allgemein eine große politische Daher der Jammer der Wiener Börsenpresse, der Steine er demokratischen Grundfäße zu behalten, oder entweder zum LibeBedeutung beigelegt wird, schreibt man uns aus Wien: weichen, und wegen des falschen Pathos Menschen rasend machen ralismus abzuschwenken, wobei wenig Aussicht war, da alle Fleischtöpfe schon ihren Besitzer hatten, oder endlich mit ihren Im Herrenhause, im Abgeordnetenhaufe des Reichsraths, in Zuerst ein Wort über das Wahlsystem des Wiener Gemeinde- früheren Wählern die ökonomischen Interessen des Kleinbürgerden meisten Landtagen hatten die österreichischen Liberalen die raths. Aeußerlich ist das System das gleiche wie das von thums gegen den Liberalismus, gegen das Großkapital und die Majorität verloren. Im österreichischen Ministerium ist trop der unseren Genossen bekämpfte bei der Wahl der Berliner Stadt Börse zu vertreten. Lueger und die meisten anderen Bezirksfamofen Koalition der Liberalen mit den Konservativen und Polen verordnetenvertretung, ein Dreiklassen: Wahlsystem. Der einzige demokraten" wählten das lettere. Ihre Parole fonnte aber nicht blos ein echter Liberaler", der Finanzminister von Plener, dem erhebliche Unterschied besteht darin, daß in Wien die ganze der Kampf gegen den Kapitalismus sein, da die Kleinbürger mit als auch Liberaler ein Graf Wurmbrand beigesellt ist, der sich Arbeiterklasse auch vom Wahlrechte zum Gemeinderath aus der gleichen Bähigkeit wie die Rothschild und Schwarzenberg an aber niemals des Vertrauens seiner Partei zu erfreuen hatte, geschlossen ist, während die Berliner Sozialdemokratie auf dem ihrem kleinen oft nur eingebildeten Befit hängen, fie mußten ja einmal an der Gründung einer Partei zur Sprengung besten Wege ist, alle Mandate der dritten Abtheilung in ihren ihren Kampf gegen das Großkapital mit Einschränkungen ber liberalen Partei betheiligt war. Co hat die Besitz zu bringen. In Wien beginnt die Wahlberechtigung erst führen, sie mußten das Großfapital, das sie befehdeten, so charak liberale Partei, die mit turzen Unterbrechungen vom bei denen, die 5 Gulden( ca. 8,50 M.) dirette Staatssteuer, noch terisiren, daß ihre Anhänger sich sicher fühlten, daß ihr Kapitälchen Jahre 1867-1879 in Desterreich die Ministerien befette, das mehr Gemeindesteuer, sehr hohe Miethssieuer und eine Reihe bei diesem Kampfe ganz sicherlich nicht in Mitleidenschaft geAufgeben ihres letzten Restchens Ehre bei Eingehen der Koalition anderer Steuern, ganz abgesehen von den sehr hohen indirekten zogen würde. Deshalb führten sie, was lebhaften Anklang fand, mit den polnischen und deutschen Reaktionären reinsten Wassers Staats- und Gemeindesteuern, bezahlen. Somit ist das ihren Feldzug unter driftlich- sozialer" Flagge, ihren Gegner damit belohnt erhalten, daß sie schwächer im Ministerium ver- Proletariat vom Wahlrechte zum Gemeinderathe ausgeschlossen bezeichneten sie nicht als Kapitalismus, sondern als Judenthum, treten ist, als die Gruppe des feudal- föderalistischen Grafen und die Wiener Arbeiter Beitung" hat troß ihrer energischen was sich für sie deshalb bestens empfahl, weil das Großkapital, Hohenwart, der nicht einmal über den vierten Theil Anhänger und unermüdlichen Agitation für die Wahlreform, trok in Industrie, Handel und auf der Börse, das industrielle Anlageder parlamentarischen Sitze der liberalen Partei verfügt. ihrer Empfehlung der Betheiligung an den Reichsraths wie das Leihkapital, weit mehr als in anderen Ländern sich in Bei dieser traurigen Lage der Partei war es der einzige wahlen zum Zwecke der Wahlagitation von einer Stimm jüdischen Händen befand und befindet. Damit war der BeTrost der Liberalen, daß das mächtige Wiener Stadtparlament abgabe für den Gemeinderath abgerathen. Troß diefes wegung auch ein fonfessioneller Bug gegeben. ihre Tomäne geblieben war. Sie verstanden ihre Situation in Gewinnes, daß nämlich bei den Gemeinderathswahlen die Während bis zur Mitte der achtziger Jahre die Bevölkerung aller der Wiener Gemeindevertretung so auszunuben, wie eng sdärssten Gegner des Liberalismus, die Sozialdemokraten nichts deutsch- österreichischen Städte, selbst die Hauptstadt des glaubensherzige Geizhälse es für das schlauefte, wie jeder weitsichtige in die Wagschale zu werfen haben, hat der Liberalismus die starken" Tirols nicht ausgenommen, ganz insbesondere aber Wien Geschäftsmann es für das verhängnißvollste halten Schlacht verloren. in dem Sinne wirklich liberal war, daß sie unbedingt antiklerikal würde. Sie ließen die Minorität, die weit über ein Drittel der Was ist nun der österreichische Liberalismus, wer sind die war, daß sie energisch und begeistert an der einzigen werthvollen Stimmen im Gemeinderath( der Stadtverordneten- Bersammlung) ihm so furchtbar gewordenen Gegner in Wien? Errungenschaft des österreichischen Liberalismus, an der achtverfügte, ihren Hochmuth fühlen, sie übergingen fie bei der Be Desterreich ist ein Land, das in der ökonomischen Ent- jährigen Schulpflicht und den tonfessionslosen Charakter der sehung der Bürgermeisterftellen, bei der Besetzung der wohl widelung weit hinter Norddeutschland, England, Frankreich und Voltsschule fefthielt, daß klerikale Kandidaturen zu den Ber honorirten Stadtrathssize, fie achteten ängstlich darauf, daß alle Belgien zurückgeblieben ist, wo neben einer sich noch entwideln tretungstörpern blos Hohn und Spott und nur ganz vereinzelte bezahlten Stellen den Anhängern ihres Klüngels zufielen, fie den Großindustrie das Kleinhandwerk eine sehr große Rolle Stimmen in den Städten fanden, fam jezt auf dem Umwege geberdeten sich mit einem Worte so, als ob sie von Gottes spielt. Noch festeren Fuß wie das Kleingewerbe hat der Klein- der politischen Zusammenfassung des Kleinbürgerthums die Gnaden Herren Wiens wären. Dabei herrschte in ihren Reihen handel. Die Riesenbazare und Versandgeschäfte, wie man fie in Klerifei und ihre Anhänger in die Wiener Gemeindes die Korruption. Gas- und Pferdebahn Gesellschaften, Unter- Berlin zu Dußenden hat, dieß Wertheim, Lubasch, Gerfon, fube, in den niederösterreichischen Landtag, ja in das Abnehmer und Lieferanten beuteten die Gesammtheit der Steuer- May u. Edlich, Herzog, Israel, exestiren in Wien nicht. Durch geordnetenhaus als Vertreter Groß- Wiens. Ja das, was man zahler aus, füllten aber die Taschen der liberalen Gemeinderäthe. eine berufsgenossenschaftliche Organisation, die Zwangsgenossen- für unmöglich gehalten hatte, geschah. Der unermüdliche Daß der Gemeinderath infolgedessen nicht zu den angesehenen Körper- fchaften( obligatorischen Innungen) ist das Kleinmeister Workämpfer für die Unterordnung der Schule unter die katholische schaften in Wien gehört, versteht sich somit von selbst. Jeder thum fest ineinander gefügt, was ihm wirthschaft Geistlichkeit, der Kämpfer für die konfessionelle Volksschule, Fürst Eympathie wurde die Majorität verlustig durch ihre ost bewiesene lich zwar in feiner Weise die steigende Konkurrenz Alois Lichtenstein, der in Wien in unzähligen Volksversammlungen, Servilität und Feigheit nach oben, der Hochmuth und Nieder- des Großbetriebes leichter abwehren läßt, ihm aber an denen Vertreter aller Parteien theilnahmen, als reaktionärster tracht nach unten die Wage hielten. politisch das Rückgrat gesteist hat. Mit der Organisation Voltsfeind in einstimmig gefaßten Resolutionen stigmatisirt wurde, Und nun steht diese Majorität, die die hochtrabendsten Worte der Zwangsgenossenschaften wurde das Kleinbürgerthum in Wien dieser Fürst Lichtenstein wurde von dem Wiener Bezirke Hernals mit der kleinlichsten Handlungsweise so unschön zu verbinden eine politische Macht, während seine Glieder früber demokratisch gegen den einzig übrig gebliebenen Demokraten Kronawetter, der mußte, vor ihrem Ende. Die Gemeinderathswahlen dieser Tage stimmten oder die Heerfolge der Liberalen bildeten, tamen fie in Charakter und Wesen wirklich die Stimmung Wiens bisher rehaben die liberale Majorität, die den letzten Rest ihres Ansehens nun zum Bewußtsein ihrer eigenen Macht und traten in be präsentirt hatte, in das Abgeordnetenhaus gewählt, so daß er auf seinen bei den Wählern verloren bat, auf 10 Stimmen reduzirt, wußten Gegensatz zu dem ihnen wirthschaftlich feindlichen steiermärkischen ländlichen Wahlkreis verzichten konnte. 74 Liberalen stehen 64 christlich- soziale" Antisemiten gegenüber. Liberalismus, dem politischen Ausdrucke des großen Industrie- So wurde der Umschwung ein vollkommener, an stelle der Festgefügt ist die Minorität als Angriffskolonne, unzuverlässig, und Handelskapitals, dem Vertreter der Intereffen des Groß- liberalen Vasallen der Pferdebahn- und der englischen Gasgesell desorganisirt, ein Theil dem anderen zutrauend, daß er zum betriebs, der Banken und der Börse. Organisation und Massen schaft traten immer mehr antisemitische Rechtsanwälte, KleinFeinde übergehe, so steht die Majorität da, die sich bewußt besaßen nun die Mittelklassen, noch fehlten ihnen aber die bürger, Lehrer, Beamte und katholische Geistliche in den Wiener ist, daß sie, wenn sie auch zusammenhält, bei den nächsten Er- Führer. Doch auch diese stellten sich bald ein und gaben der Gemeinderathssaal. Waren auch die wenigsten begabt, hatten gänzungswahlen unweigerlich in die Minorität gedrängt werden neuen Bewegung Richtung und Farbe. Ehemalige Demo- auch nicht alle reine Hände, der Haß gegen die alteingefreffene wird. So ist das Ende der liberalen Herrschaft in Wien heran- fraten und Klerikale stellten sich zur Verfügung und Korruption, der Etel an dem Liberalismus, der blos Sonders gekommen, all' die fetten Pfründen der Bürgermeister- und wurden bei dem Mangel eigener Kräfte von dem intereffen forderte und sich um das Wohl der breiten Volts: Feuilleton. [ Nachdruck verboten.] Zu Tode gehekt! 11 Eine Erzählung nach dem Leben von Franz Held. Ihnen einen Besuch machen, liebe Frau Echwark!" sagte Kendelmann, zudringlich und verzuckert freundlich. Als alter Hausgenosse erlauben Sie, daß ich mich ein wenig fete? " Er griff nach einem Stuhl. Sie riß ihm die Lehne aus der Hand. ,, Das wäre noch schöner! Hinaus-!!" ,, Sachte, sachte!" rief der andere, durch ihren wüthenben Ton veranlaßt, die Maske fallen zu lassen. Der Stuhl gehört ja eigentlich schon mir wie alles hier und wenn Sie mich so behandeln, set' ich ihn Ihnen nächstens vor die Thür!" " Thun Sie, was Sie nicht lassen können. Aber vor läufig haben Sie noch nichts hier zu suchen hinaus! Dder ich rufe ein paar Knechte-" Er rührte sich nicht. Seine Knie zitterten nur leise und auch seine Finger, wie er nun frech nach ihrem Strickstrumpf langte. Er rieb und kraute wie prüfend das wollige Gewirt mit den Fingerspitzen. " Was machen Sie denn da schönes? Ah! Ein Strumpf. Wohl für die schöne Frau selbst? Ist die Wadenweite auch richtig? hähähä!" Der Lampenschein machte sein faltenreiches, gelbes Gesicht noch gelber, das unruhige Zwinfern der Augen noch weißlicher. Frau Rendelmann wurde von einem heftigen Efel vor seinen streifenweise über die Glaze geklebten, grauschwarz melirten Haaren förmlich geschüttelt. Fangen Sie wieder so an, Sie alter Bock Sie? Ich meine, Sie tönnten's doch an der blutigen Nase vom letzten Mal Sie erinnern sich schon beim Hühnerstall genug sein laffen damals" Oho! Bergessen Sie bitte nicht, daß ich Sie völlig in der Hand halte!" " So? Meinen Sie? Wir haben aber noch ein gewisses Papierchen in der Hinterhand, wissen Sie vielleicht, wieviel Jahr Zuchthaus auf Meineid stehen?!" Kendelmann trat erschreckt zurück. Hähä was kann ich dafür, daß die Frau Schwarz eine so prächtige Person ist? Na, und ich dächte, seit damals find Sie doch etwas weniger handfest geworden, Wenn Sie sich jetzt nicht sofort packen, dann sag' ich was? Wo Ihnen so ab und zu auf die Finger geklopft alles meinen Mann.( Sie trat gegen ihn vor). Da worden ist zahnier, nicht? Man sollte doch meinen. an der Wand, das ist seine Doppelflinte, scharf geladen Sie haben jetzt doch wohl so allmählig gemerkt, daß ich bei Tag und Nacht. So weit haben Sie ihn gebracht. auch Nasenstüber versetzen fann was? wie? Hähä!" Hüten Sie sich! Hinaus jetzt!" War das deshalb, daß Sie uns so malträtiren?" Sie schnaubte es ihm funkelnden Auges entgegen, mit " " Was das für ein Ausdruck ist! Malträtiren! Wenn beiden Händen auf die Lehne bes Stuhles verkrampft, den einer nur sein Recht verfolgt! Wir könnten übrigens die sie zur Abwehr des wieder näher heran Schleichenden sich besten Freunde und Nachbarn werden, immer noch wenn jetzt oorhielt. Siesprechen. " -W Aber die Verbarrikadirung war überflüssig geworden. Er stotterte vor Erhizung und konnte nicht aus- Der Hinweis auf seinen Meineid und die Entdeckung, daß jenes Abkommen noch vorhanden sei, hatten ihn vollständig von seinen verliebten Gedanken zurückgebracht. Er griff nach seinem Hut und wickelte den derben Shawl fester um den Hals. Ohne Gruß ging er zur Thür. " Wenn was?" fragte sie möglichst unbefangen; aber sie hielt ihre Entrüftung nur mühsam zurück. Ich will Ihnen dann die Zinsen auch auf ein Jahr stunden, ja, Ihnen noch Geld obendrein leihen—". Dann? Wann?" Ihre Brust hob und sentte sich stoßweise. Ihr ein faches, mildes Gesicht verzerrte sich zu eisenharten Formen. Sie spießte ihn mit den Augen förmlich auf. -- 1 " Wenn ich nun ja ein Biertelstündchen blos stotterte er etwas verlegen er braucht natürlich nichts davon zu wissen man kann das ja so schön heimlich und wo er gerade fort ist-- ja? nicht wahr: ja!" Er trat ihr einen Schritt näher. Halten Sie Ihr ungewaschenes Maul, Sie Lump!" Es war ihr entfahren. Sie wollte ihre Unflugheit fast bereuen aber sie freute sich doch zu sehr, ihm die Meinung gesagt zu haben ,, Bettlerpack! Wartet!" brummte er auf der Schwelle. Draußen hörte ihn die Frau, die ihm wie einer Erscheinung mit entsetzten Augen nachftierte, noch im Gehen laut fluchen. Einige Tage später traf bei Schwarz, der inzwischen zurückgekommen war, die amtliche Benachrichtigung ein, daß sein Hypothekengläubiger Kendelmann wegen Nichtzahlung der fälligen Zinsen die Sequestration über sein Vermögen beantragt habe. Dieselbe sei dem Antragsteller zugebilligt worden und werde in einigen Wochen stattfinden. Echwart wollte nun unverzüglich die Meineid- Affäre ausspielen. Nur mit Mühe gelang es seiner Frau, ihn ein legtes Mal zu beschwichtigen. Sie konnte ihm nicht einmal sagen, daß Kendelmann bereits durch fie von der Wiederauffindung jenes Vertrages P schichten feinen Pfifferling kümmerte, der seine Versprechungen Judenthum die Einsicht kommen, daß nicht der Semitismus als| Bestimmungen des Umsturzgesetzes, die nach Gutdünken der nie gehalten hatte, der stets volltönende Phrafen bot, es aber folcher, sondern der semitische Kapitalismus als Theil des Richter gegen jede der hohen Obrigkeit und den Richtern nie zu Thaten kommen ließ, hatte den Massenabfall Kapitalismus überhaupt, daß der Kapitalismus an sich die mißfallende Regung des Geistes angewandt werden können, vom Liberalismus zur Folge und da niemand sonst Wurzel alles Uebels ist. fich zur Vertretung der Interessen des Kleinbürgerthums So rasch die christlich- soziale Bewegung üppig aufgeschossen ist der schlimmste Paragraph dieses Zickzack. anbot, wurden diese Männer gewählt. Oft verdankten ist, so rasch wird sie zusammenschrumpfen und diejenigen, die Produktes fast unbeachtet geblieben. Wir meinen den sie die Wahl weit weniger dem Vertrauen, das ihnen die enttäuscht und unbefriedigt sich vom Antisemitismus abwenden, Ronfistations Paragraphen( den neuen§ 23 Wähler entgegenbrachten, als dem Etel, den die alten Vertreter werden nach nicht langer Ueberlegung zu der Sozialdemokratie des Preßgesetzes). Die übrigen Paragraphen des Umsturzbis zum Ueberdruffe sich zugezogen hatten. stoßen, die als lachender Dritter von dem Kampfe zwischen geseges überliefern die Bresse und Literatur Richtern, Liberalismus und Antisemitismus, die sie beide gleich energisch für die doch gewisse Rechtsnormen bindend sind, dieser Kon bekämpft hat, ohne einen gegen den anderen zu unterstüßen, fiskations- Paragraph aber überliefert die Presse und Literatur allein den Gewinn haben wird. der Polizei, die, mit ihren diskretionären Gewalten, auf grund derselben nach Belieben jede Zeitung und sonstige Druckschrift tonfisziren kann. Der einzige Vortheil, den das sonst so mangelhafte ReichsPreßgesetz ausgebracht hat: eine Beschränkung des polizeilichen Konfiskationsrechtes, wird so durch die Umsturzvorlage mit einem Federstrich beseitigt-wenn das deutsche Volt seinen Vertretern die Umstürzelei nicht rechtzeitig ausNoch haben die Liberalen im Wiener Gemeinderathe die Majorität in Händen, eine Majorität noch immer 10 groß als die, mit der Graf Taaffe über ein Dezennium lang im öfterreichischen Abgeordnetenhause die Führung behielt, aber die Liberalen sind der Situation nicht gewachsen, sie haben kein Vertrauen in ihren Anhang, sie sind bereit, die Flinte ins Korn zu werfen. Der Mann, den sie vor Jahresfrist als den Vertrauens mann ihrer Partei zum Bürgermeister( entsprechend dem Berliner Oberbürgermeister) erwählt hatten, Dr. Grüble, äußerte sich einem Vertreter der Wiener Neuen Freien Preffe" gegenüber folgendermaßen: läßlich bei den Sigungen, die einen die einen aus dem, die n " Politische Leberlicht. V Berlin, 5. April. Die Bedeutung des Reichstags- Votums vom 23. März wird mehr und mehr gewürdigt auch den Herren der Hurrahminorität, die im Anfang den Mund so Wir stehen jetzt vor einem großen Fragezeichen. Eine voll nahmen, fallen die Schuppen von den Augen. Gegen treibt. Majorität von 74 gegen eine Minorität von 64! Bestünde die die Regierung hat der Reichstag schon öfter sich erklärt, Majorität aus Soldaten, auf welche ich unter allen Umständen aber niemals vorher hat er einer derartigen, lange vor- Es geht auch mit dem Zentrum. Ungeachtet der rechnen tönnte, so könnte ich allerdings administriren, weil ich bereiteten Regierungsaktion, hinter der, wie jedem Thatsache, daß am 23. März der Kaiser, die Regierung der Majorität sicher wäre. Nun weiß ich aber genau, daß dies Reichstags Mitgliede bekannt war, auch der Kaiser und alle sonstigen anständigen Leute über den Reichstagsnicht der Fall ist. Die Liberalen erscheinen nicht verstand, ein Nein entgegengesetzt. Das ist es gerade, Beschluß, der wesentlich mit Hilfe des Zentrums zu stande anderen aus jenem Grunde. Die Minorität dagegen was auf das Ausland eine so verblüffende Wirkung aus gekommen war, die tiefste Entrüstung" empfanden, hat sich ist stramm organisirt; sie weiß bestimmt, was fie geübt, und die traditionellen Vorstellungen von der die Regierung bereits mit Grazie und Würde darein ge will und ihre Führer tönnen sich verlassen, daß sie immer voll- frommen Kinderstube" Deutschland jäh über den Haufen funden, gerade mit Hilfe dieses Zentrums die kaiserlich deutsche Politik zu betreiben. In diesem Sinne schreibt zählig am Plate ist. Ich würde mich daher damit zurechtfinden geworfen hat. müssen, mit der Minorität zu administriren." Verstärkt worden ist die Wirkung noch dadurch, daß die Norddeutsche Allgemeine Zeitung", anscheinend offiziös Gemeinderaths bitten oder ob er Dr. Lueger durch seinen Rück- Auflösung des Reichstags beantwortet hat, was undenkbar erklärt, daß sie neue Strafbestimmungen von der Art der in der Er erwägt, ob er die Regierung nicht um Auflösung des die Regierung das Votum des 23. März nicht durch eine inspirirt, folgendes: Die verbündeten Regierungen haben mit aller Bestimmtheit tritt schon jetzt den Weg zum Bürgermeisterstuhle freigeben solle. wäre, wenn die Reichsregierung nicht die Majorität des sogenannten Umsturzvorlage vorgeschlagenen nicht entbehren erklärt, daß sie neue Strafbeſtimmungen von der Art der in der Er erklärt also offen den Bankrott seiner Partei. Was Wiens Bürgermeister für Wien thut, das thut das seit deutschen Volkes auf seiten der Reichstagsmajorität wüßte. tönnten.--- Wer sich so einem nachdrücklichen und mit Jahrzehnten führende Organ der österreichischen Großbourgeoisie, Alles, was man sich über die politische Naivetät des schwerwiegenden Gründen motivirten Appell versagt, hat, wie Die liberale Neue freie Presse" für Desterreich, sie schließt ihren deutschen Volkes zurechtgelegt hatte, ist mit einem Schlag, nns scheint, fein Recht, sich zu beschweren, wenn die Regierung Jammere und Leidartikel über die Gemeinderaths- Wahlen mit wie ein Kartenhaus weggeblasen worden. das Werk, deffen Durchführung fie ihrer Pflicht gegen Anlehnungen folgenden Sägen: unter Dach zu bringen versucht. Bundesrath. In der am 4. d. M. abgehaltenen Plenar das Vaterland schuldig ist, unter anderen Die an Wenn sich das Ministerium schwach zeigt, so wird die fizzung des Bundesraths wurde noch der Antrag des Königreichs die Regierung gerichtete Forderung, sich nicht auf das Flamme, die heute in Wien angezündet wurde, sehr bald auf Sachsen, betreffend den Artikel Vinum- Wein" im Arzneibuch Bentrum zu stüßen, ist uns überhaupt bei einem prattischen den schwankenden Bau der Koalition hinüberzüngeln, denn steht den zuständigen Ausschüssen überwiefen. Von der Vorlage, be- Bolitifer unverständlich, wenn nicht energische und erfolgreiche es einmal fest, daß die Regierung nicht die Energie findet, um treffend die im Jahre 1894 erfolgten Ausprägungen von Gold- Politiker unverständlich, wenn nicht energische und erfolgreiche Bemühungen in letzter Stunde einen Damm gegen die sengende Gluth aufzu- und Silbermünzen, wurde Kenntniß genommen. Den Ausschuß der Regierung eine ausreichende andere Stütze zu bieten, mit von denen man nur wenig gewahr wird richten, dann ist das Schicksal der liberalen Partei anträgen, betreffend Bestimmungen über die Vornahme einer ihr Hand in Hand gegen. Die Regierung fieht sich fortlaufend auch im Reichsrathe nicht mehr zweifelhaft und Berufs- und Gewerbezählung im Jahre 1895, wurde die Zuvor wichtigen Aufgaben, die gelöst werden müssen. Daß sie die dann haben die politischen Kampfgenoffen des Herrn v. Plener Stimmung ertheilt. Endlich wurde über die Wiederbesetzung der Mitarbeit einer Partei grundsäßlich zurückweisen oder mit Uebelin Wien die drohenden Beichen einer barten bei dem Disziplinarhof erledigten Mitgliedsstellen und über die wollen bezahlen soll, ist eine unüberlegte Zumuthung." Niederlage erblickt. Die liberale Partei in geschäftliche Behandling der vom Reichstag bei Berathung ganz Desterreich steht auf dem Spiele, und nur des Reichshaushalts Etats für 1895/96 gefaßten Refolutionen folgenden Tagen wird jetzt zum Rückzug geblasen. Nach der großen Entrüstung vom 23. März und den ein Blinder fann das nahende Schicksal nicht sehen." Beschluß gefaßt. Und das Blatt hat recht! Denn nicht blos in den HeerVon der fächsischen Justiz. Der Maifeierprozeß, schaaren der chriftlich- sozialen Partei stehen die Todtergräber des Bei der Reichstage Erfahwahl in Eisenach am österreichischen Liberalismus, auch in ihren eigenen Weihen. Der Donnerstag sollen, nach den letzten bekannt gewordenen durch den die sächsischen Justizbehörden zu so unvergleich große Erfolg der beiden neuen Wochenblätter in Wien, der„ Neuen Meldungen, abgegeben worden sein: für den Kandidaten licher Berühmtheit gekommen sind, hat am Donnerstag vor Revue" und der Zeit", die trotz schärfsten Gegensatzes zum der Freis. Volkspartei Caffelmann 3420 Stimmen, für den dem höchsten sächsischen Gerichtshof seinen Abschluß gefunden. Antisemitismus in energischeſter Weise den Liberalismus be- nationalliberalen Dr. Edels 1867, für den Direktor des Bundes 29 Verurtheilte deren Berufungen von der 4. Straffammer des tämpfen, die Thatsache, daß die Arbeiter Zeitung" trotz ihrer der Landwirthe Dr. Röfice 2701, für den sozialdemokratischen bürgerlichen Kreisen wegen ihrer schroffen Bekämpfung des Kandidaten Pähold 2667 und für den antisemitischen Liberalismus und der Koalition hat, beweist, daß der Liberalis Kandidaten Riemann 2338 Stimmen. Es fehlten bei der mus auch in Defterreich im Sterben liegt, daß kein Arzt gegen Busammenstellung noch die Ergebnisse aus 19 Orten. feine Krankheit etwas vermag. Die fozialdemokratischen Stimmen können sich also Und was dann? Wir wollen die Frage heute nicht für immer noch so vermehren, daß der Sozialdemokrat mit dem Defterreich beantworten, denn die durch die Sprachenunterschiede, Freisinnigen in die Stichwahl kommt. Wenn das Verdurch die große Mannigfaltigkeit der wirthschaftlichen Enthältniß bleibt, wie bisher, würde mit dem Freisimmigen wickelungsstadien in den verschiedenen Kronländern komplizirten der Vertreter des Bundes der Landwirthe konkurriren. Go ist, schreibt unser Dresdener Parteiblatt zu diesem Berhältnisse lassen dies in dem Rahmen dieses Artikels nicht mehr zu, deshalb bloß über die politische Zukunft Wiens einige Immerhin hat die Sozialdemokratie schon nach dem vor Urtheil, beinahe nach einem vollen Jahre der Maifeierliegenden Resultat auch im Eisenacher Wahlkreise Fort- Prozeß beendigt worden. Schwere Opfer sind es, die den Parteigenossen auferlegt wurden. Wir werden sie aber zu Gemeinderath und Verwaltung Wiens fommen, wenn auch nicht schritte gemacht. vielleicht sofort, so doch unzweifelhaft innerhalb Jahresfrist in die Die letzte uns vorliegende Depesche lautet: Eisenach, tragen wissen. Uns wird diese Bestrafung nicht hindern, die Feier des Hände der chriftlich- sozialen Partei, Diese Partei hat durch zahllose 5. April. Bis jetzt sind 13 162 Stimmen bekannt. Bon Versprechungen in den letzten Jahren die hochgespanntesten Er- denselben entfallen auf Caffelmann 3107, Röside 2792, 1. Mai auch in den folgenden Jahren würdig zu begehen. wartungen erweckt, sie sind theils unerfüllbar, theils von den Bä hold 2792, Riemann 2553, Edels 1918. Aus Darum Glück auf zum 1. Mai 1895! Führern nicht ernst gemeint, an stelle der großen Thaten werden 15 fleinen Ortschaften fehlen noch die Wahlergebnisse. die fleinlichen Maßregeln, an ftelle der reinen Verwaltung die Fortsetzung der Korruption, an stelle der Entlastung des Klein- Zum Umsturzgesetz. Während die Zeitungen voll bürgerthums die Enttäuschung, an stelle des Schimpfens auf das sind von Erstaunen oder Entrüstung über die monströsen wußte. Denn dann hätte sie ihm ja auch Kendelmann's doch etwas zu sagen), daß der neue Hilfsprediger in nächtliches Eindringen erzählen müssen und sie fürchtete sich so Bogenau ihr ein sehr würdiger junger Mann zu sein vor seiner Unbesonnenheit in der Wuth. Wenn es nur scheine. wenigstens keinen Mord und Todtschlag gab! Aber sie sprach ihm unauffällig mehrmals zu, das Schriftstück nur ja gut verschloffen zu halten, daß es nicht gestohlen werden könnte. Kurz vor dem Termin der gerichtlichen Beschlagnahme überwand sie sich- und ging zu Frau Kendelmann hin. Sie wollte diese zu bewegen suchen, ihren Mann um zustimmen, daß er die Sequestration nicht zur That werden ließe. Worte noch. Sie traf die Frau des reichen des reichen Händlers in einem steifen, gelben, blau geblümten Seidenkleid auf dem Hartgepolsterten Sopha sitzend und emsig häkelnd. Das Bimmer, mit allerlei unnüßem Schmuck überladen, athmete progenhafte Großthuerei und fristete Langeweile. " Deshalb bin ich eigentlich gekommen, sagte Frau Schwartz, indem sie sich ein Herz nahm. Weil so viel Schlechtigkeit passirt. Ihr Mann ich muß es Ihnen sagen er hat schlecht an uns gehandelt, sehr schlecht seit lange schon!" Und sie brachte, obgleich Frau Kendelmann durch emsiges Häkeln zu verstehen gab, daß sie sich gar nicht dafür interessiren, unentwegt die lange Liste ihrer Klage vor. ,, Sie wissen ja gar nicht, was Sie uns alles anthun sollen!" schloß sie unter halbem Schluchzen. Dresdener Landgerichts bereits im November v. J. verworfen wurden, hatten gegen das Urtheil Revision eingewendet. Betanntlich wurde das Urtheil im wesentlichen damit begründet, daß zunächst erwiesen sei, daß sich am 1. Mai v. J. durch verschiedene Straßen der Stadt ein Umzug bewegt habe. Ein Umzug war aber polizeilich verboten worden. Die Revision wurde nun in der gestrigen Verhandlung verworfen und die Kosten den Beschwerdeführern auferlegt. Freiherr v. Hammerstein. Auf die gestrige Er klärung des Chef- Redakteurs der Kreuz- Zeitung", daß er die Frankfurter Kl. Presse" verklagen werde, erwidert Denken Sie doch!" rief sie stoßweis, ganz außer sich vor Schmerz." Ich habe ein Töchterchen von faum 15 Jahren! Ein so liebes Kind! Das soll nun in die Armuth gestoßen werden! Bu fremden Leuten müssen! Sie haben doch auch Kinder! Könnten Sie zusehen, daß die auf die Straße gejagt würden?" Sie war aufgestanden und faltete bittend die aufgestützten Hände über der Tischdecke. Der gauze, zusammen gepreßte Jammer ihrer in ewiger Sorge und Angst ver brachten letzten Jahre sprach aus ihren feuchten, guten Mutteraugen. Langsame Tropfen rannen ihr über die Backen hinab. ,, Bitte, sagte die Frau, an deren Herz sie sich gewandt Wollen Sie unser Grundstück zurück haben? Gut! hatte ,,, Sie zerknüllen mir ja das Tuch da!" Gut! Dann geben Sie uns nur unsre Anzahlung retour, Sie wies ärgerlich auf ein kleines Atlastuch unter der und das Kapital, das wir hineingesteckt haben die Arbeit Majolikavase in der Mitte des Tisches, dessen einen Zipfel wollen wir gar nicht einmal vergütet haben und die viele, die fieberhaft erregte Frau mit nervösen Fingern gefaltet hatte. viele Sorge und wir laffen es Ihnen! Mit tausend Freuden lassen wir es Ihnen! Lieber heute, wie morgen! sind Und wir gehen aus der Gegend" Frau Kendelmann stand nicht auf, als die ihr so wohl bekannte Frau ihres Gutsnachfolgers eintrat. Sie begrüßte sie nur durch einen halb tarirenden, halb nachsinnenden Blick, der heißen sollte:" wo hab' ich Dich denn doch nur Go? Ei, was Sie sagen! Halten Sie denn wirklich schon gesehen?" ein kaum merkliches, hochmüthiges Kopf nicht inniger an gewissen zarten Beziehungen fest, meine nicken und wandte sich dann wieder hingegeben ihrer Beste?!" Häfelei zit. Frau Kendelmann sah bei diesen Worten einen AugenEndlich, nach größerer Pause des heimlichen Triumphes, blick auf, ihrem Gegenüber gerad ins Gesicht. Ihre Aeuglein ließ sie sich soweit herab, dem Besuch durch eine lässige funkelten sehr giftig. Handbewegung den an der anderen Tischseite stehenden" Ich verstehe Sie nicht," sagte Frau Echwart befangen. Plüschsessel anzubieten. Denn eine Ahnung stieg in ihr auf, daß die andere irgend Verlegen schob Frau Schwartz, nachdem sie Platz ge- woher über Kendelmann's fürzlichen Besuch in der Schwarznommen hatte, die Falten ihres einfachen Wollkleides zu schen Wohnung unterrichtet sein könnte. recht und ärgerte sich dabei innerlich wüthend über Als Frau Kendelmann hartnädig schwieg und ihr nur den feinen Seidenstoff, den Frau Kendelmann trug, von Zeit zu Zeit einen grünlich schillernden Blick zusandte, über die an dem geschmacklos gemusterten Teppich schleifen- wie einen Scorpionstich, sagte sie ausweichend: den dicken Quasten der Tischdecke und die theuren Spizengardinen der Fenster. Alles unser Geld!" dachte sie. Während des feierlichen Schweigens, das den ersten gleichgiltigen Worten über Ernte, Wetter, Viehfutter folgte, betrachtete fie verstohlen und angstzitternd das Gesicht ihres Gegenüber. In diesen verschwommenen, zerfnitterten Zügen, fühl wie Gallert, war deutlich heuchlerische Bigotterie zu lesen und heimtückische Zanksucht. Meist sah die häkelnde Dame nieder. Wenn sie ja einmal die fast wimperlosen Augenlider von ihrer Arbeit aufschlug, so war es, um einen gelangweilten Blick zur Zimmerdecke emporzuschicken das sollte andeuten: zum Himmel". Ach ja! Es giebt so viel Sündhaftigkeit in der Welt!" seufzte sie, als Frau Echwarz ihr mitgetheilt hatte( um „ Es ist Ihnen also nicht nur um Ihre Hypothek zu thun, daß die Subhastation abgehalten wird? Oder wollen Sie uns nur haben Sie was gegen uns?" " Jch?! entgegnete die Dame auf dem Sopha, sichtlich verletzt. Ich habe gegen niemand was. Ich liebe alle Geschöpfe Gottes. Selbst jene, welche eigentlich Verachtung verdienen." „ Sie lächelte sanft- schmerzlich bei diesen Worten, etwa anzusehen wie ein Lämmchen, das man auf die Pfote getreten hat. Sie bemühte sich sichtlich, in ihr fables, vertrocknetes Gesicht, das einer soeben zusammengeklappten Spaßenfalle erstaunlich glich( besonders die Mundpartie), einen Zug pon überirdischer, urchristlicher Sanftmuth und Menschenliebe zu legen. Frau Schwarz ließ sich aber noch immer nicht ent muthigen. " Uebrigens", fuhr sie fort, die Töchter mancher Mütter von vornherein reif für die Straße." Das brachte Frau Schwarz wieder auf ihre anfäng liche Muthmaßung zurück. " " Was wollen Sie damit sagen? hat man was ge schwaßt?" frug sie tastend, ihre Empörung niederdrückend. und wenn man sich auch " Ja, die Leute reden so viel da wird noch so sehr bemüht, christlich zu empfinden man doch schließlich so- wenn das Lafter gar zu nadt geht-!" Sie meinen, Sie wüßten was Besonderes, und haben sich großartig," schluchzte die Angegriffene zwischen Vers zweiflung und Wuth mit stromweis vorbrechenden Thränen, aber man hat Sie nur angelogen. Gemeiner Klatschoder womöglich hat Ihr Mann selbst es herumgedreht!" ja! Aber er Wenn ich es denn doch sagen muß Mein Mann?! Aha!" zischelte Frau Kendelmann. verfolgt mich! Seit Gott weiß wie lange schon! Schämen follie er sich! In die Erde hinein schämen!" Da richtete sich Frau Kendelmann im Sopha auf, wie eine getretene Schlange im Grase. Sie häkelte aber immer unverdrossen weiter. Nur schienen die Häkelnadeln Schlangenzungen geworden zu sein. " bellte sie. Man verfolgt keine Frau, die nicht verfolgt sein will!" Das war selbst der Frau Schwarz zu viel. " Wenn Sie sich das herausnehmen mir das ins Gesicht zu sagen--? bon Aber was reg ich mich da auf- es ist ja zu gemein und zu dumm! Sie kennen Ihren sauberen Patron von Ehes mann ja doch nicht erst seit gestern-" ( Fortsetzung folgt.) diefe: Wir glauben, daß Herrn v. Hammerstein in seiner betr. die internationale Regelung der Währungsfrage sind Postämter diese angewiesen, sorgfältig auf alle vom Auss Lage nichts anderes übrig gelassen ist, als die Klagedrohung, gewählt worden: Freiherr v. Manteuffel( Vorsitzender), Graf lande eintreffenden Briefe zu achten, da in den letzteren der wir mit Ruhe entgegensehen." Frandenberg( Stellvertreter des Vorsitzenden), Fuß( Schriftführer), häufig verbotene Drucksachen eingeschmuggelt Graf Seidlig( Stellvertreter des Schriftführers), Frhr. v. Wendt, würden. Die Postanstalten werden deshalb nunmehr verpflichtet, Zeugnißzwang. Zu dem Fall, daß einer unferer Boie, v. Gruß, Graf Im- und Knyphausen, Graf v. Mirbach. alle verdächtig erscheinenden Briefsendungen zu öffnen Redaktionskollegen wegen Zeugnißverweigerung" in Haft v. Bethmann- Hollweg, Frhr. v. d. Recke, Becker( Köln), Präsident genommen ist, schreibt die" Bossische Zeitung" sehr richtig: der Reichsbant Koch, Graf Dohna- Lauck und Graf Klinckowstroem. und, falls der Inhalt bedenklich, zu vernichten. Eingeschriebne Ein Redakteur, dem von einer zuverlässigen Person im Ver- Mit wenigen Ausnahmen alles waschechte Agrarier und Briefe müssen im Beisein des Adreffaten geöffnet werden und sind im Verdachtsfall sofort der Polizei zu übergeben. trauen auf seine Ehrenhaftigkeit eine Mittheilung zur Veröffent- Bimetallisten. lichung zugegangen ift, tann, wenn er auf die Befragung nach Ein Verein zum Schutze der deutschen Goldwährung" Ferner wurden die Postbeamten angewiesen, die Absender feinem Gewährsmann die Auskunft verweigert, wie es seine hat sich im Anschluß an die Tagung des deutschen Handels- der nach dem Auslande bestimmten Geldbriefe zu beobachten, Ehrenpflicht ist, in dem Staate des Königs, der gesagt hat, daß tages unter Betheiligung von siebzig Industriellen und Kauf- die Personalbeschreibung registriren zu lassen und diese der die Gazetten nicht genirt werden dürfen, in das Gefängniß leuten aus allen Theilen Deutschlands konftituirt. Vorläufige Sicherheitsbehörde zu übergeben. Leiter des Vereins sind: Geh. Kommerzienrath Siegle, Stutt- Alle im Auslande lebenden Russen und Polen werden gart, Dr. Ludwig Bamberger, Berlin, Professor Huber, Stuttgart. also gut thun, nach wie vor die größte Vorsicht zu üben! Der Verein soll seinen Zweck zu erreichen suchen durch Werbreitung wissenschaftlicher Werte über die Währungsfrage und Asien. Während der Krieg zwischen China und Japan sonstige literarische und öffentliche Agitation gegen die Be- fich dem Ende zuneigt, steigen in Zentralasien, über dem strebungen der agrarischen Doppelwährungsleute.Himalaja- Gebirge, drohende Wolken auf, aus denen auch schon Blize herniedergefahren sind. Die Engländer, welche die Thore # Ueber die Lage und die Stimmung in Belgien ihres indischen Reichs verrammeln und sich gegen Ueberraschungen erhalten wir von einem belgischen Parteigenoffen aus sichern wollen, haben eine Expedition ausgeschickt, um rebellische Brüffel einen Bericht, der zwar schon vor den entscheidenden Stämme zu Paaren zu treiben. Nach amtlichen Berichten ist die Abstimmungen über das Gemeinde Wahlgesetz geschrieben Expedition fiegreich gewefen und hat den Molakandpaß ist welche Abstimmungen jedenfalls der Situation eine erstürmt. Aber damit ist noch wenig gethan. In diesem Land mit den himmelragenden Gebirgen im doppelten Maßstab der ganz neue Wendung geben werden der aber doch ein Schweiz- hat die Natur Festungen geschaffen, stärker als die ganz gutes Stimmungsbild aus den Kreisen der belgischen stärksten von Menschenhand gebaut. Parteigenossen giebt. geworfen werden. Der Staat muthet folglich einer bestimmten Klaffe seiner Bürger Handlungen zu, die von jedem anständigen Menschen als ehrlos verurtheilt werden. Ein Beamter hat sich vielleicht einer Uebertretung schuldig gemacht, die nicht strafrecht lich, aber doch disziplinarisch geahndet werden könnte. Er hat inzwischen seinen Abschied genommen. Auch das Disziplinarrecht versagt ihm gegenüber. Es fann also über den Thäter eine Strafe überhaupt nicht verhängt werden. Der Redakteur aber, der als Beuge vernommen ist, der sitzt nach wie vor in Haft, weil er feinen Treubruch begehen will, und so werden Zwangsmittel ver hängt, wo eine strafbare That nicht vorhanden ist. Ist es nicht ein Hohn auf den ſittlichen Begriff des Staats, daß die Gerichte und Behörden, häufig gewiß gegen ihre innere Neigung, solche Anfinnen an einen ehrenhaften Mann stellen müssen, deren Zurück weisung ihnen mehr Respekt einflößen muß als die Erfüllung? Zwar ist soeben, wie zuverlässig gemeldet wird, zwischen Die jüngste bayerische Exzellenz wird ob ihrer sozial- Der Briefschreiber schildert erst die bewegten Rammer England und Rußland ein Grenzvertrag betreffs des politischen Leistungen von der für alle Exzellenzen stets begeisterten debatten der letzten Tage und wie energisch die belgischen Pamir- Plateaus, wo die Machtsphäre beider Groberermächte zu Presse sehr gerühmt. Was nun die literarischen Leistungen des Herrn Landmann auf dem Gebiete der Sozialpolitik betrifft, Sozialisten gegen die geplanten reaktionären Bestimmungen fammenstößt abgeschloffen, allein Verträge sind für Rußland so beschränken sie sich auf die Abhandlung über die deutschen Arbeit des Wahlgesetzes zu Felde gezogen sind. Dann fährt nur Etappen zu weiteren Eroberungen, und die Gewitterwolfen, die jetzt über dem Himalaja stehen, könnten bald ganz Bentralschutz- Gesetze im Konrad Elster'schen Handwörterbuche der Staats- er fort: wissenschaften, auf seine unzweifelhaft fleißigen Kommentare zu Inzwischen hat die Aufregung im Lande zugenommen. Mit Asien verfinstern.den verschiedenen Theilen der deutschen Arbeiter- Gesezgebung der größten Mühe halten unsere Genossen der Parteileitung die Bom oftasiatischen Kriegsschauplatz wird aus Hongkong und auf einen Aufsatz in Delbrück's Preußischen Jahrbüchern", große Masse der Arbeiter noch ruhig, und dieser Thatsache gegen vom 4. April gemeldet: Die Chinesen fliehen von Süd worin er, was übrigens Herr v. Bötticher schon vorher gethan über kommt von der Regierung Provokation auf Provotation. formosa nach dem Festlande und nach Hongkong. Die Japaner dort soll hat, die Zusammenfassung der Kranten, Unfall, Invaliditäts. Die Garnisonen werden konfignirt, die der industriellen Bezirke sollen auf Tofau in Nordformosa vorrücken; and Altersverficherung in eine Versicherung empfahl. Weit werden verstärkt, ein Aufgebot Miliz ward unter die Waffen sich eine chinesische Armee von 80 000 Mann befinden, von wichtiger als diese nach keiner Richtung hervorragenden Arbeiten einberufen. Und auf dieses alles kam die Füsillade von( Renaix). denen 50 000 gut bewaffnet, die übrigen neu ausgehobene ist seine Stellung zu den sozialpolitischen Fragen. Hierüber aus dieser Stadt das find. Ein Gefecht ist bevorstehend, man glaubt, die wird uns mitgetheilt, daß er gegen eine Weiterentwicklung der Arbeiterschutz- Gesetzgebung ist, daß er im Bundesrathe sich die Regierung solche Absichten hat, was wird es dann geben, kräftige Vertheidigungsmaßnahmen getroffen. Ueber den Kantongegen jeden weiteren Schritt zur endlichen Durchführung der Ver- wenn der Generalstreit ausbricht zu jetziger Beit, wo die großen fluß wurden Sperrbäume gelegt und im Hafen von Swatow sprechungen in der kaiserlichen Botschaft vom 4. Februar 1890 industriellen Bezirke einem Pulverjasse gleichen und ein Fünkchen Torpedos versenkt; auch wird mit Truppenaushebungen vor erklärt hat und daß er das bayerische Mitglied der Reichs die Explosion herbeiführen kann. gegangen. Der Kuli- Aufstand ist vorüber. tommission für Arbeiterstatistit, Herrn Rasp, beiläufig dahin in- Dies steht fest: jeder Hellsehende sah ein, daß dieser Ge- General Nodzu meldet telegraphisch, eine Abtheilung struirt hat, daß er gegen das Bäckerarbeiterschuß- Gefeß alle denk- waltstreich nicht ruhig verlaufen sollte, es sollte nicht japanischer Truppen, welche unter Führung der Parlamentärs baren Einwände machen solle. Sein Einfluß nach dieser Richtung eine ruhige gesetzliche Rundgebung, es sollte eine Schlacht flagge die chinesischen Truppen von dem Eintritt des Waffendürfte nun im bayerischen Kronrathe zum Ausdruck kommen. werden, wo Blut fließt, wo es einen Sieg und einen Be- stillstands unterrichten sollte, wurde von den Chinesen beschossen Herr Landmann muß wohl noch aus seiner journalistischen siegten giebt. und zum Rückzuge gezwungen. Nodzu bezweifelt, ob die Chinesen Zeit her alles tönnen, da er als Handelskammersekretär, Handels- Es war für unsere Parteileitung eine schwere Aufgabe, sich in der Mandschurei etwas von dem Waffenstillstande wissen, da redakteur, dann als Schriftsteller und Beamter in dem Gebiete durch solche Verwirrung bindurchzuwinden. Denn die übergroße die Truppen ihr Verhalten gegen früher nicht geändert haben. Der Arbeiterversicherung ohne jede nähere Bekanntschaft mit den Masse der Partei wollte den Generalstreik und brannte vor Aufgaben des Unterrichtsministeriums geblieben ist und nun Ungeduld. Es war eine schwere Aufgabe für unsere Parteitrotzdem frisch drauf los ins bayerische Kultusministerium als Chef leitung, den eigenen Genossen gegenüber. Vorläufig hat die einzieht. Jit er auch einer der wenigen bayerischen Minister der Borsicht und das Verantwortlichkeitsgefühl gefiegt. letzten Zeit, der die Vorstufe des Münchener Polizeidirektors über- Am Montag Abend verfammelten sich in Brüssel die Mitsprungen hat, so wird er sich doch bemühen, durch seine schon früher glieder des Generalrathes und die Delegirten der verschiedenen zur Schaut getragene Schroffheit und durch übertriebenen Bureau- Föderationen, in welche die Parti Duvrier eingetheilt ist; ebenso fratismus das zu ersetzen, was die Herren v. Feilißsch und die gesammten sozialistischen Mitglieder des Parlaments. Das Müller in der Polizeidirektion gelernt haben. Das heiterste an Resultat dieser Versammlung war, daß Genosse Alfred Defuisseaux der Ernennung des Herrn v. Landmann ist, daß einer oder der in der Kammer folgende Erklärung vorzulesen beauftragt wurde: andere seiner ehemaligen journalistischen Kollegen fich an seine Die Arbeiterpartei, am 16. Februar d. J. in außerordentfrühere liberale Gesinnung erinnert hat. Nun, deshalb braucht lichem Kongreß versammelt, hat dem Generalrath beauftragt, die Rom nicht zu zittern, die bayerischen Bischöfe werden es ver Aufforderung zum Generalftreit zu erlassen, wenn das Kommunalstehen, mit Herrn Landmann auszukommen. Wahlgesetz Bestimmungen enthalten sollte, welche für die Arbeiter partei unannehmbar sind; Als die Nachricht der Mordge über den Rücken. Wenn länder feine Gefahr besteht. In Swatow und Kanton werden Land durchzog, lief es manchem kalt " 11 nur Auf Cuba foll es dem Jnsurgentenführer Maceo geglückt fein, mit 22, von zwei angeblichen Generälen Grombet und Valdes befehligten Freibeutern zu landen. Sie brachten, wie es heißt, den Kapitän des Schiffes um Leben, um den Ort ihrer Ausschiffung geheim zu halten. Der General Salcedo foll den Aufständischen bei Manzanillo eine Niederlage beigebracht haben. Parteinachrichten. O Achtung! Die Parteigenossen derjenigen Orte in der Provinz Brandenburg, welche den Wunsch hegen, daß ihnen am 1. Mai rednerische Kräfte seitens der unterzeichneten Kommission zur Ueber die Berufs- und Gewerbezählung, die am Dieser Generalstreit eine legitive Kundgebung gegen dieses Verfügung gestellt werden, werden gebeten, ihre diesbezüglichen 14. Juni d. J. stattfinden wird, hat der Bundesrath am Gefeh" sollte sich friedlich und gesetzlich vollziehen. Donnerstag verhandelt und folgende Beschlüsse gefaßt:" Die Unruhen in Lüttich, die Füsillade von Rouse, die große Gesuche unverzüglich an Unterzeichneten gelangen zu lassen, Die Zählung erfolgt gemeindeweise. Ihre unmittelbare Aufregung der noch nicht organisirten Arbeiter geben uns aber widrigenfalls auf Erfüllung ihrer Wünsche mit Bestimmtheit Ausführung liegt den Gemeindebehörden ob, welche, unter ihrer die Ueberzeugung, daß der Gewaltstreich diesen friedlichen nicht zu rechnen ist. Die Agitations Rommission fortdauernden Verantwortlichkeit, dafür eine besondere Zählungs- Charakter nicht haben würde und daß er eine gewaltsame Unter- für die Provinz Brandenburg. J. A.: Carl fommission( in großen Gemeinden auch mehrere Zählungsdrückungspolitik durch die Regierung zur Folge haben würde. tommiffionen) einsetzen können. Soweit möglich, find freiwillige Unter diesen Umständen wollen wir es vermeiden, Menschenleben Dimmid, Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Die Parteiblätter Zähler heranzuziehen. opfern wegen zu eines Gesetzes, welches doch in der Provinz werden um Abdruck gebeten. Die Angaben sind von den einzelnen Haushaltungen durch von turzer Dauer sein soll. Wir fordern aber alle Arbeiter auf, Eintrag in die Zählungsformulare zu machen. Die Pflicht der eine hartnäckige und anhaltende Propaganda für das allgemeine Angabe und des Eintrags liegt den Haushaltungsvorständen, als und gleiche Wahlrecht zu unterhalten." welche auch einzeln lebende Personen mit besonderer Wohnung Nachdem diese Erklärung in der Rammer verlesen war, und eigener Hauswirthschaft gelten, für die Gewerbebogen den Betriebsinhabern oder deren Vertretern ob. Aushilfsweise kann der Eintrag auf grund der gemachten Angaben vom Zähler be: wirkt werden. Bei der Zählung kommen folgende Drucksachen in Anwendung: I. die Haushaltungsliste, II. die Landwirthschaftskarte, III. der Gewerbebogen, IV. die Anweisung für die Bähler, V. die Kontrollliste, VI. die Anweisung für die Gemeinde behörden, VII. der Gemeindebogen. Für diese Drucksachen werden Muster gegeben, welche für die Ausführung der Zählung hinsichtlich des Inhalts maßgebend sind. Redaktionelle Aenderungen wie die Aufnahme von Zusatzfragen seitens der Landesregierungen für deren Zwecke sind zulässig. bewirkt. nahmen die Abgg. Mouchet für die demokratischen Katholiken und Heuse für die Progressisten das Wort und baten den Minister, die Vorlage in mehr demokratischem Geiste abzuändern. Der Minister gab eine unbestimmte Antwort, die aber vermuthen ließ, daß einige Konzessionen zu erwarten wären. Bleibt jezt die höchst wichtige Frage, wie die Masse der Arbeiter den Beschluß des Generalrathes ausnehmen wird. Der Umstand, daß der Beschluß einstimmig gefaßt wurde, giebt ihm jedenfalls eine Bedeutung, welche keinen allzu großen Widerstand erwarten läßt. und sechs Christlich- Demokraten. " Der Parteitag für den Leserkreis der Märkischen Volks. flimme", der am vergangenen Sonntag in Rottbus tagte, war von 35 Delegirten aus 6 Wahlkreisen beschickt. Zum ersten Punkt der Tagesordnung, Bericht über den Stand der Märkischen Volksstimme", wies Genosse Buder darauf hin, daß vor fünf Jahren die erste Nummer als Organ Frankfurts erschienen und nachdem Frankfurt eingesehen, daß es das Blatt allein nicht halten konnte, am 1. Juni 1890 der erfte Parteitag abgehalten worden sei, auf welchem die Märkische Volksstimme" als Parteiorgan für den Regierungsbezirk Frankfurt a. D. anerkannt wurde. Die erste Inventur habe eine bedeutende, die zweite noch größere Unterbilang ergeben, bei der dritten habe sich dies felbe verringert und bei der vierten sei dieselbe nicht nur ver Vom gestrigen und heutigen Tage liegen aus Belgien die schwunden, sondern es fonnte noch ein Geschäftsguthaben festfolgenden Nachrichten vor: gestellt werden. Hieraus sei ersichtlich, daß das Blatt eristenzDie Landesregierungen werden thunlichst darauf bedacht Brüssel, 4. April. Die Repräsentantenkammer nahm fähig sei und er hoffe deshalb, daß der heutige Tag nicht der nehmen, daß Beranstaltungen, welche den Stand der orts nach einander alle Artikel der Kommunalwahl- Gesetzvorlage Todestag deffelben werde, sondern daß die Verhandlungen dazu anwesenden Bevölkerung vorübergehend wesentlich ändern können, in der von der Regierung vorgeschlagenen Fassung an. führen mögen, daß das Blatt einer festen Zukunft entgegengehe. wie öffentliche Versammlungen und Feste, Jahr, Kram- und Ein einziges Amendement, welches von der Regierung ge- Es entstand nun eine lange eingehende Diskussion über die Viehmärkte, Truppenmärsche und Verlegungen, Gerichts- nehmigt war, in welchem vorgeschlagen wird, daß Frage, wo das Blatt in Zukunft zu erscheinen habe. Die Frank fizungen u. f. w., zur Zeit der Zählung nicht stattfinden, in den großen Industriezentren einige weitere Gemeinde- furter Parteigenossen beantragten, es in Frankfurt auch fernerhin er Bestimmungen über die Bearbeitung des Zählungsmaterials räthe von den Industrie- und Arbeitsräthen ernannt werden, ist scheinen zu lassen. Dagegen stellten die Delegirten von Forst folgenden zu statistischen Uebersichten bleiben vorbehalten. Die Herstellung der Drucksachen und die Bearbeitung des gestern angenommen worden. Die Abstimmung über das Gefeß Antrag: Der heutige Parteitag beschließt: den Beschluß der Preßim ganzen wurde auf morgen vertagt. tommission vom 26. Dezember 1894, wonach der Erscheinungsort Bählungsmaterials für die einzelnen Bundesstaaten wird, je nach Brüssel, 5. April. Das von der Regierung eingebrachte der Märkischen Volksstimme" vom 1. April 1896 ab Forst sein Entschließung der betreffenden Landesregierung, entweder durch Gemeinde- Wahlgesetz wurde in der heutigen Kammerfißung mit foll, als zu recht bestehend anzuerkennen. Da jedoch nach der eine Landesbehörde oder durch das kaiserliche Statistische Amt 10 gegen 52 Stimmen angenommen. Dafür stimmte die fon- Saltung des Bentrums im Reichstage die Umsturzvorlage in Im ersteren Falle wird den Bundesstaaten für die Be- servative Rechte, dagegen stimmten die Sozialisten, Progressisten irgend einer Form Gesetz werden wird, beschließt der Parteitag, die obengenannte Berlegung nach Forst erst am 1. April 1897 schaffung der Drucksachen und die Ausstellung der statistischen Lüttich, 5. April. In den Kohlengruben von Seraing stattfinden zu lassen. Da Forst die Erklärung abgab, auf seinem Nachweisungen ein nach der Kopfzahl der am 14. Juni 1895 und Flemalle, in denen am Mittwoch ein Streit ausgebrochen Antrag stehen zu bleiben und eine Garantie, daß, wenn derselbe ermittelten ortsanwesenden Bevölkerung bemessener Betrag war, wurde auch heute noch nicht gearbeitet. Die Arbeits- abgelehnt würde, nicht geben könnte, ob die Forster Genossen vergütet. Borläufig wird der Betrag von 3 Pf. auf den Kopf einstellung nimmt indeffen keine weitere Ausdehnung an. In sich noch an der Unterstützung betheiligen würden, zogen die der am 1. Dezember 1890 gezählten Bevölkerung zur Ver- den übrigen Kohlengruben des Beckens fährt die Mannschaft voll- Frankfurter Delegirten ihren Antrag zurück und es wurde schließlich fügung gestellt, dessen erstes Drittheil mit 1 Bf. auf den zählig ein. Es herrscht Ruhe. der Forster Antrag angenommen. Beschlossen wurde ferner, eine Ropf vom 1. April 1895 an, dessen zweites Drittheil vom treter zu wählen hat. Die von dem Parteitag gewählte Gerault Richard ist mit den sozialistischen Kammers Siebener- Kommission zur Untersuchung des Falles Paul Petzold Im anderen Falle wird die Landesregierung dafür Sorge mitgliedern übereingekommen, seinen Antrag wegen Ab- nahm folgende Resolution an: Die Kommission verurtheilt die tragen, daß dem kaiserlichen Statistischen Amt die ausgefüllten schaffung des Anarchistengesetzes erst nach den Osterferien Handlungsweise des Genossen Petzold in seiner Eigenschaft als Bählungsformulare vollständig, sorgfältig geprüft und rechtzeitig einzubringen. Vertrauensperson in Peiß auf das entschiedenste. Sie spricht zukommen, auch die Anfragen und Rückfragen, welche das taiserliche Statistische Amt aus Anlaß der Bearbeitung des Das Band, welches Schweden und Norwegen bisher ferner dem Genossen Behold auf drei Jahre jede Berechtigung Bählungsmaterials zu stellen hat, von den Landesbehörden mit aneinander knüpft, ist zu neun Zehnteln durchgeschnitten. Die auf einen Vertrauensposten in der Partei ab. Damit waren die thunlicher Beschleunigung beantwortet werden. Ueber die Beforgung radikale Majorität der norwegischen Kammer( Storthing) hat Arbeiten des Parteitags erledigt. der für die Zählung nöthigen Drucksachen, die Termine der Ein- das tonservative Kabinet gestürzt. Der König will aber, daß lieferung der Bählungsformulare und darüber, welche Landes- dasselbe fortregiere, und die norwegische Majorität verzichtet nicht behörden zur Erledigung der Anfragen und Rückfragen verpflichtet auf ihr Recht. Der König hat weitere Konzessionen verweigert sind, wird die Landesregierung sich mit dem kaiserl. Statistischen und in Schweden wie in Norwegen spricht man bereits von einer Amt verständigen. Entscheidung durch die Waffen. Nun Die zur Ausführung der Zählung weiter erforderlichen Berwird einmal zu den Waffen gegriffen, dann ist die Maifeier. Die Sozialdemokraten Würzburgs beschlossen ordnungen und Bekanntmachungen sind von den Landesregierungen Entscheidung auch schon erfolgt: Die Trennung Norwegens von zu erlassen und sammt den in Anwendung kommenden Zählungs- Schweden, und die Proklamirung der Republit in Norwegen. fürzlich, vom Magiftrat behufs Abhaltung der diesjährigen Maiformularen nebst den zugehörigen Anweisungen dem Reichskanzler Die Schweden haben nicht genügende Macht, dies zu ver- Abenden des 1. und 5. Mai, sowie einen baaren Zuschuß von ( Reichsamt des Innern) bis zum 15. Mai 1895 in je zwei Ab- bindern. 500 M. zu verlangen. Das vom Maifest Komitee eingereichte brücken mitzutheilen..Zur russischen Briefzensur. Nach Meldungen Gesuch war damit begründet, daß der Magistrat schon öfter für polnischer Blätter aus Warschau hat der russische Minister minder wichtige Versammlungen das Lokal zur Verfügung gestellt des Innern, Turnuvo, durch ein Zirkular an die russischen und auch schon mehrmals, darunter erst türzlich wieder den 1. Oktober 1895 an und dessen drittes Drittheil vom 1. Januar Anarchistengeset in Frankreich. Der Abgeordnete Preßkommission zu bilden, zu der jeder Wahlkreis je einen Ber1896 an abgehoben werden kann. oppelwährungs- Kommiffion. In die Kommission des Herrenhauses zur Vorberathung des Antrages Mirbach, Mehrere hundert Parteigenoffen reisten am legten Sonntag von Hannover aus in die benachbarten Wahlkreise, um namentlich unter der Landbevölkerung ein Flugblatt in einer Auflage von 120 000 Exemplaren zu verbreiten. * Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Durch Ueber " Komitees der Neuner und des Kantoniervereins für Veranstaltung I wir nicht unterlassen, einige Bemerkungen hinzuzufügen. An der von den Werkstoffen vorgefchoffen werden. von Erinnerungsfeiern an den 70er Feldzug je 500 M. bewilligt gründlichen Untersuchung and der objektiven Berichterstattung ftunden machen, hat ein Beamter geäußert, würde es ihnen habe. Der Magistrat hat das Gesuch in seinem ersten Theile feitens des Herrn Gewerberaths hegen wir nicht den geringsten leicht: die geleisteten Borschüsse wieder zurückzuzahlen, und bereits abgelehnt, weil der Schrannensaal verpachtet sei. Wegen Zweifel. Dahingegen bleibt die Frage offen, ob sich der Herr die Kassirer halten sich bei den Lohnzahlungen auch tüchtig des baaren Zuschusses soll die Entscheidung dem Gemeinde Gewerberath nicht hat täuschen lassen. Und zwar ist das in daran, die Vorschüsse wieder hereinzubekommen. Seit ungefähr follegium überlassen werden, das seinerzeit die Höhe der den bezug auf die Zahl der beschäftigten Arbeiterinnen sehr nahe- 11/2 Jahren haben die Altenburger Bergleute Fühlung mit den genannten Militärvereinen zu gewährenden Zuschüsse zu be- liegend. Die Berichtigung des Herrn Hirsch ist aus sächsischen Bergleuten genommen und das Zwickauer Glückauf" stimmen hatte. gefertigt am 28. Februar 1895, die Angaben unseres in ungefähr 200 Eremplaren unter ihnen verbreitet. Jetzt foll Gewähremannes, von dem wir übrigens erwarten, daß er zu aber behufs besserer Agitation unter den ungefähr 3000 BergDie Delegirten des 2. badischen Reichstags Wahlkreises, obiger Berichtigung Stellung nimmt, beziehen sich auf die Zeit leuten eine Lofalvereinigung geschaffen werden, die sich der die am vergangenen Sonntag in Furtwangen vereinigt von Mitte Dezember 1894. Damals befand man sich„ inmitten Bentralisation anschließen wird und so zur Kräftigung der waren, beschlossen, den Genossen 3ielowati Offenburg als der Kampagne", als der Herr Regierungsrath revidirte, war deutschen Bergarbeiterbewegung ihr Theil beitragen kann. Reichstagskandidaten aufzustellen. Zum Punkt Maifeier wurde die hauptsächlichste Arbeit läugst gethan, denn es ist doch wohl Glück auf! beschlossen, an jedem Orte am Abend des 1. Mai lokale Mai- nicht gut anzunehmen, daß die Berichtigung erst lange nach statt- Der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter hielt am feiern zu veranstalten. Am ersten Sonntag im Mai soll dann gehabter Revision ausgefertigt worden ist. Es ist uns nun wohl 31. März in Essen seine erste Generalversammlung ab. Herr in Triberg ein gemeinschaftliches Maifest abgehalten werden. denkbar, daß, obgleich zur Zeit der Revision nur noch 85 Ar- Brust, der Vorsitzende, erstattete den Bericht. Nach demselben Als Festredner wurde unser Kandidat Zielowski ernannt. Ferner beiterinnen beschäftigt waren, unseres Berichts waren in der konstituirenden Versammlung am 28. Oktober v. J. wurde noch beschlossen, in nächster Zeit gemeinschaftlich mit dem oder vorher, vielleicht zur Erntezeit, doch 500 thätig ge: 137 christliche Vereine vertreten; diese haben bis jetzt 100 An1. Wahlkreis ein hauptsächlich für die Landbevölkerung bestimmtes wesen sind. Uebrigens wäre der Unterschied nur der, daß meldestellen errichtet. Von einigen Bereinen sei nicht zu er Flugblatt herauszugeben und massenhaft zu verbreiten. von dem auch in der Richtigstellung zugegebenen Uebelstande in warten, daß sie den Beschluß vom 28. Oktober aufrecht erhalten bezug auf die Aborte anstatt mehrere hundert" nur" 35 Ar- würden; es seien dieses besonders Vereine, an deren beiterinnen betroffen wären, was immerhin schlimm genug ist. Spize Beamten ständen. Bis jetzt belaufe sich die -Bismard muß geschüßt werden. Eine Volts Den gleichen Zweifel hegen wir bezüglich der Ueberschichten, die Zahl der angemeldeten Mitglieder auf 4000, da aber versammlung mit der Tagesordnung: Beschlüsse des Reichstags" wahrscheinlich auch nur inmitten der Kampagne" durchgeführt noch 32 Anmeldestellen mit ihren Berichten im Rücksollte am Sonntag Nachmittag in der Feldschlößchen Brauerei werden. Die Hauptsache, der Hungerlohn, wird unstande seien, so würde die Zahl noch erheblich größer. Man könne Rappel stattfinden. Referent: Reichstags- Abgeordneter Hofmann. umwunden zugegeben, und die Thatsache, daß die Arbeiter auf mit dem erreichten zufrieden sein. Am besten sei die Agitation Der Referent wollte namentlich die Abstimmung des Reichstags dein Zuckerboden öfter eingeschlossen werden, wird nur von Haus zu Haus. Wenn sich ausgesprochene Sozialdemokraten über die Bismarck- Gratulation besprechen. Die Amtshauptmann dahin richtig gestellt, daß es nicht stundenlang, sondern nur" in den Gewerkverein zu drängen suchten und sich anmeldeten, so schaft Chemnitz hat jedoch diese Versammlung auf grund bis zu einer halben Stunde geschehen sei. Kann also die Richtig möge man sie nur ruhig annehmen, hinter dem Namen aber ein von§ 5 des Vereinsgesetzes verboten, da mit Rücksicht auf die stellung des Herrn Hirsch auch nicht vollkommen befriedigen, Fragezeichen machen, der Ausschuß werde dann schon wissen, was Persönlichkeit des Referenten und das Verhalten der sozialdemo- so nehmen wir doch keinen Anstand, seinen Bemühungen, gerügte er zu thun habe.(!!) Die Zahl der angemeldeten Ehrenmitglieder tratischen Presse mit Bestimmtheit anzunehmen sei, daß es hierbei Mißstände zu untersuchen und abzustellen, unfere vollste An- weltlichen und geistlichen Standes betragen schon 80, beide auf Beleidigungen des Fürsten Bismarck und der zur Feier erkennung zu zollen. Konfessionen feien beigetreten. Bekannt sei, so schloß der christ= feines 80. Geburtstages geschrittenen Voltstreife abgesehen, Der nächste evangelisch soziale Kongreß findet vom liche Streiter, daß die Sozialdemokratie noch gar nichts für die fonach aber der Zweck der Versammlung darauf gerichtet sei, 4. bis 6. Juni in Erfurt statt. Zur Tagesordnung stehen Arbeiter gethan habe, auch nicht gewillt sei, etwas zu thun. Gefehesübertretungen und unfittliche Handlungen zu begehen. folgende Punkte: Jahresbericht des Generalsekretärs. Die Be Db dies absprechende Urtheil gegen die Sozialdemokratie mehr Sächsisches. Der bekannte Militärbeleidigungsprozeß gründung der sozialdemokratischen Forderungen durch natur- von der Dummheit oder von der Böswilligkeit diktirt wurde, sei Gradnauer's, dessen Ursprünge etwa 1/2 Jahre zurückliegen, wissenschaftliche Forschungen( Professor Dr. Trommershausen, dahingestellt, schaden wird das Keifen nicht uns, sondern vielist gestern vor dem Oberlandesgericht Dresden als Revisions Frankfurt a. M.). Die sozialen Aufgaben des Staats als mehr ihm und seinem Verein. Ein eigenes Bereinsorgan instanz verbandelt worden. Das Oberlandesgericht bestätigte Arbeitgeber( Geh. Regierungsrath v. Massow, Potsdam). Die herauszugeben, wurde als verfrüht abgelehnt. die auf 5 Monate Gefängniß lautende Verurtheilung Gradnauer's! soziale Lage der Frauen( Frau El. Gnauck Kühne, Berlin und -Der Anarchist Bender aus Leipzig wurde von der Hanauer Straffammer wegen Aufreizung zur Gewaltthätigkeit und wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen zu neun Monaten Gefängniß verurtheilt. Soziale Leberlicht. Die Zustände in den Suckerfabriken. Unter dieser Epißmarte veröffentlichten wir in der Nummer vom 28. Dezember vorigen Jahres die Zuſchrift eines Parteigenoffen, in welcher die Zustände in einer Zuckerfabrik der Provinz Sachsen abfällig fritisirt waren. Es war dort u. a. gesagt, daß die Arbeitszeit von früh 6 bis abends 6 Uhr dauere, daß jest, inmitten der Rampagne( sur Zeit des Schreibens: Mitte Dezember) noch eine halbe Ueberschicht zu machen sei, sodaß die tägliche Arbeitszeit 18 Stunden betrage. Für die 10 stündige Echicht erhalten die Arbeiter 1 Mart 50 Pfennig. Von der Direktion sei versprochen worden, daß denen, die bis nach Beendigung der Kampagne aushalten und sich gut führen" 25 Pf. pro Schicht nachgezahlt werden würde. Die sanitären Berhältnisse wurden durch folgende Stichprobe beleuchtet: " Birka 500 Mädchen aus der Provinz Posen sind in den Rafernements der Fabrit untergebracht. Halb nackt, wie es die Arbeit in diesen Betrieben mit sich bringt, müssen die Arbeiter durch Schlamm und Schmutz ihren Weg nehmen, um den am anderen Ende des Grundstücks liegenden Abort zu erreichen. Eine Trennung der Geschlechter an diesem Ort scheint man nicht für nothwendig zu halten, nicht einmal in Abtheilungen hat man den Raum zerlegt, ebenso wenig verbirgt eine Thür dem Auge den Einblick in das Innere. Des Abends müffen die Mädchen, da eine Beleuchtung an diesem Ort nicht üblich ist, umhertasten, um sich zu überzeugen, daß sie allein sind. Sofprediger Stöcker, Berlin. " Die Der Jahresbericht des Effener Gewerkschaftskartells giebt an, daß an demselben 14 Gewerkschaften mit ca. 1000 MitDer 13. Rongreß für innere Medizin findet gegenwärtig gliedern betheiligt sind. Das läßt auf eine sehr geringe gewerkin München statt. Da Laienberichterstattung ausgeschlossen schaftliche Bewegung schließen; dafür ist Essen auch die Residenz ist, so tönnen wir erst später über die gepflogenen Verhandlungen des Kanonentönigs Krupp. Eine im Februar 1894 vom Kartell berichten. angestellte Erhebung ergab 362 Arbeitslose. An der Gewerbe Boykottlüstern find auch die Frommen, wenn's ihnen gerichtswahl nahm das Kartell thätigen Antheil. Leider siegten wider den Strich geht. Weil durch die Hamburger Stadtverwal- die Gegner; hoffentlich geschieht das nicht immer. tung die Unterstützung fatholischer Gemeindeschulen abgelehnt ist, Agitation des Gewerkschaftskartells unter den Arbeitern der schreibt der Anzeiger für die fatholische Geistlichkeit wuthent Nahrungsmittel- Branche war infolge des Indifferentismus der brannt: Wäre es etwas Unmoralisches, wenn alle Katholiken über selben erfolglos. Dafür gelang es, eine Bahlstelle des Hamburg den Boykott verhängten? Wir Geistlichen sollten Stucateurverbandes zu gründen. Ein leines Rentontre der wenigstens zusammenstehen und aus Hamburg so lange nichts Essener Aktienbrauerei mit ihren Arbeitern brachte das Kartell zu Großes und berechtigtes kaufen, als die Intoleranz gegen die katholischen Bürger fortdauert. gunsten der letzteren zum Abschluß. Fast jede Woche werden uns von Hamburg aus alle möglichen Waaren Aussehen hat das Arrangement der Arbeitslosen Versammlungen, angeboten; von jetzt ab sei die Parole: Alle Hamburger Preisfourants ausgehend vom Kartell, erregt. Troß der trampfhaften Versuche unbesehen in den Papierkorb. Und um die störrischen Hamburger der Gegner, die ganze Arbeitslosenbewegung als sozialdemo recht zu tränken, weiß der Anzeiger auch noch Rath: Wenn einer fratische Mache hinzustellen, haben diese Versammlungen den noch eine Rechnung zu bezahlen hat, so schreibe er bei Ein Glauben, als sei im Königreich Krupp" alles Gold was glänzt, fendung des Betrages auf den Koupon der Postanweisung: gründlich zerstört. Dies war die letzte Bestellung, so lange die Intoleranz gegen Die Katholiken fortdauert." Man sieht, die Arbeiter befinden sich in guter Gesellschaft, wenn sie, genöthigt durch Uebergriffe ihrer Gegner, die Waffe des Boykotts in die Hände nehmen. U Die Münchener Schuhmacher Gehilfen beabsichtigen, anfangs Mai in eine Lohnbewegung einzutreten. Es finden demnächst Versammlungen statt. Der deutsche Metallarbeiter Verband( Sib Stuttgart) Das öffentliche Arbeitsnachweis Bureau in Basel veröffentlicht soeben seine Jahresabrechnung pro 1894. Aus der wurde im verflossenen Jahre insgesammt von 3888( 1893: 3928) felben ist zu ersehen, daß der Verband trotz der ungünstigen VerArbeitgebern und 5050( 1893: 5095) Arbeitnehmern benutzt. In hältnisse recht erfreuliche Fortschritte gemacht hat. Die Mit der männlichen Abtheilung fonnten von 2783 Eingetragenen gliederzahl hat sich im Jahre 1894 von 28 429 auf 33 406, die 220279,1 pCt., in der weiblichen Abtheilung von 2267 Gin- Bahl der Verbandsorte von 328 auf 378 gehoben. Der sehr getragenen 1886= 81 pt. durch das Bureau Arbeit finden. detaillirte Kaffenbericht ergiebt in furzer Zusammenfassung Von den 6895,80 Fr. Ausgaben wurden 4957,40 Fr. durch Gefolgendes Resultat: Ginnahmen. Bermögensbestand am bühren und 1438,40 Fr. burch Staatszuschuß gedeckt. " 31. Dezember 1893 25 131,32 M. Beitrittsgelder 7707,10 M. Einen Beamten, welcher die Räume auf ihre fanitären Bu Arbeiterschutz in der Schweiz. Der Ständerath hat dem Beiträge 181 280,20 m. Ertrabeiträge 19 721,10 M. Vorschüsse stände untersuchte, haben wir noch nicht gesehen. Ueber die Nationalrath in Sachen der Motion Comtesse betreffend Sohn der Verwaltungen 83,78 m. Auf Sammellisten für Streits Reinlichkeit tann man sich eine Vorstellung machen, wenn man ahlung und Frauenarbeit zugestimmt. Danach wird 16 500,23 M. Sonstige Einnahmen 4151,91 M. Summa 254 575,59 M. bedenkt, daß sich in dem Fabrikraum keine Bedürfnißanstalt be- der Bundesrath eingeladen, zu untersuchen, ob nicht die Be Ausgaben: Agitation 6584,88 m. Metallarbeiter Beitung findet und die Arbeiter oft stundenlang auf dem Zuckerboden fiimmungen des Fabritgesetzes über die Lohnzahlung auf die dem 38 878,38 M. Betriebsfonds für die Metallarbeiter Beitung" Reisegeld 66 648,70 m. Rechtsschutz 2145,92 M. eingeschlossen sind, weil der Steuerbeamte sich entfernt hat. Mit Haftpflichtgeseh unterstehenden Gewerbe auszudehnen und der 1500 m. der Betriebssicherheit sieht es äußerst bedenklich aus. Der Zucker: Sonnabendnachmittag den Arbeiterinnen freizugeben fei; ferner Unterstügungen in Nothfällen, für Streits, Aussperrungen 2c. boden ist so überlastet, daß der mittlere Balken nur mühsam mit soll der Bundesrath fortgesezt seine Aufmerksamkeit der inter 31 601,87 M. An die Verwaltungsstellen 49 489,84 M. Zurück gezahlte Borschüsse 187,61 M. Darlehen an die Verwaltungs Stüßen in der Schwebe gehalten wird. Der Steuerbeamte er- nationalen Arbeiterschuß- Gesetzgebung zuwenden. tlärte, er gehe nur in Angst auf den Boden, da man dort seines Italienische Kulis wandern wie schweizerische Blätter stellen in München 500 M. Verwaltungsausgaben( persönliche Sonstige Lebens nicht sicher ist." melden, zu vielen Tausenden nach Norden. In Olten, einem 8671,90 m., sächliche 9923,42 m.) 18 595,82 m. Knotenpunkt, war dieser Tage der Andrang ein so großer, daß Ausgaben, Verluste, Revisionen 2c. 2076,59 M. Vermögens zu ihrer Beförderung Extrazüge fich nothwendig machten.bestand am 31. Dezember 1894 36 421,53 m. Damit sie nicht verhungern, werden die Wermsten alljährlich zu 254 575,59 M. Tausenden gezwungen, ihrem schönen Vaterlande" den Rücken zu fehren, um ihren Arbeitsbrüdern in anderen Ländern als Lohudrücker gegenüber zu treten. Aus unserem Blatte hatte diese Notiz auch ihren Weg gefunden in die Beilage der Magdeburger Boltsstimme" und war auf diese Weise zur Kenntniß des Herrn Regierungsund Gewerberaths Hirsch gelangt. Auf deffen Wunsch theilte ihm die Redaktion legtgenannter Zeitung den Namen der betreffenden Fabrit mit. Nach angestellter Untersuchung sandte der Gewerberath an die Volksstimme" folgende Berichtigung: Arbeit nicht unterbrochen werden kann. " Gewerkschaftliches. Die tägliche Arbeitszeit in der Zuckerfabrik betrug nicht 18, fondern mit Einrechnung der Pausen 12 Stunden; 18 stündige Wechselschichten tamen nur jede Woche einmal beim Schichtwechsel Sonntagsruhe im Barbiergewerbe. Noch hat der von und zwar nur bei den Arbeitern im Füllhause vor, woselbst die den Barbieren in Lichtenberg- Friedrichsberg einstimmig gefaßte Ebenso ist die Mittheilung über die Unterbringung der Beschluß, die Geschäfte an Sonn- und Festtagen um 2 Uhr zu polnischen Arbeiterinnen unwahr. Nicht 500, fondern nur 35 Mädchen waren in einer auf dem Fabrikgrundstücke belegenen Raferne, während der ersten Hälfte der Fabrikkampagne untergebracht, wurden aber gar nicht in der Fabrit, sondern aus schließlich in der Landwirthschaft beschäftigt. Die Fabrit beschäftigt seit Jahren überhaupt nur eine einzige Arbeiterin. Auch die Angaben über Betriebsunsicherheit auf dem Zuckerboden sind unwahr. Die bauliche Konstruktion erscheint vielmehr durchaus zuverlässig. Wenn der Haupteingang zum Boden geschlossen ist, weil der überwachende Steuerbeamte sich auf furze Zeit höchstens eine Viertel- bis eine halbe Stunde hat entfernen müssen, so bleibt den Arbeitern im Nothfalle immer die Möglichkeit des Ausganges durch mehrere nur durch Plomben gesicherte Deffnungen. Die Angaben über die Lohnverhältnisse- 1,50 M. Tagelohn und 0,25 M. Nachschuß sind zutreffend. Soweit die Berichtigung. schließen, nicht zur Ausführung gelangen können, da findet sich schon ein Barbier, welcher laut Blakat am Schaufenster verkündet, baß er sein Geschäft an Sonn- und Festtagen bis abends 6 Uhr geöffnet halte. Wenn man nun sieht, wie noch vor Beginn der Sonntagsruhe ein einstimmig gefaßter Beschluß illusorisch gemacht werden soll( der betreffende Barbier war in der Versammlung anwesend), so kann man sich denken, wie lange die Sonntagsruhe an diesem Ort dauern wird, wenn nicht die Kundschaft, und namentlich die Arbeiter, die anständigen Geschäftsleute in ihren Bestrebungen unterstützen. Summa Vom Uhrenmacherftreik in Golothurn wird dem Baseler Vorwärts" berichtet: Die außerordentliche Gemeindeversamm lung in Grenchen vom letzten Dienstag war äußerst zahl. reich besucht. Der Antrag des Gemeinderaths, wonach den hilfsbedürftigen, im Ausstand befindlichen Uhrenarbeitern, sowie deren Angehörigen durch Verabfolgung einer träftigen Mittagssuppe beizustehen sei, wurde zum Beschluß erhoben. Die vom Gemeinderath vorgeschlagenen 500 Fr. für wöchentliche Unterstützung wurden bes willigt. Gin Antrag von seiten der Arbeiterschaft, wonach die Gr richtung einer Uhrenfabrik durch die Gemeinde vorgesehen wird, geht an den Gemeinderath zurück, der einer nächstens stattfindenden Gemeindeversammlung Bericht und Antrag bringen wird. Wit die Gemeinde Grenchen bewiesen, daß sie auf seiten der der Bewilligung von 500 Fr. für wöchentliche Unterstützung hat Streifenden sich befindet und das brutale Borgehen der syndizirten Fabrikanten entschieden mißbilligt. Die Stimmung unter den Streifenden ist eine entschiedene und ersuchen wir die Arbeiters träftig zu unterstüßen. Der Grütliverein Grenchen bewilligte zur schaft allenthalben, die wackeren Brüder und Schwestern finanziell Unterstützung 50 Fr. Depeschen. ( Teveschen- Bureau Herold.) Brüffel, 5. April. Wenn die Kammer die Demission des Liberalen Ansbach annehmen wird, dürfte an dessen Stelle im Wahlbezirke Thuin voraussichtlich der Sozialist Lebeau gewählt Der Güstrower Streit hat eine Ausgabe von 15 469 M. erfordert, die Einnahme betrug 15 554 M., so daß ein Ueberschuß von 85 m. verbleibt. 12 750 M. ber Einnahmen sind aus der Hauptkasse des Verbandes der Metallarbeiter entnommen. Butreffend find nur die Angaben über die Abortverhältnisse Die Lage der Bergleute in den Braunkohlen- Bezirken Wolff's Telegraphen- Bureau. Brüssel, 5. April. Die Repräsentantenkammer nahm ein insoweit, als für die oben erwähnten, auswärts und nicht in der Sachsen- Altenburgs wurde kürzlich in einer Versammlung Fabrik beschäftigten 35 Arbeiterinnen ein besonderer Abort nicht in Meuselwitz näher beleuchtet. Von den zahlreich an- Amendement zu dem Kommunal- Wahlgesetz an, welches den vorhanden war und es an einer Beleuchtung auf dem vorhandenen wesenden Bergarbeitern des Meuselwitzer Beckens nahmen früheren Gemeindewählern vom 25. Jahre an eine Stimme auf Abort damals fehlte, da die anfänglich vorhandene Gasbeleuchtung, einige die Gelegenheit wahr, sich über ihre Lohn- und grund der besonderen Fähigkeiten( Rapazität) zugesteht. Das weil wiederholt muthwillig zerstört, im Laufe der Kampagne ent- Arbeitsverhältnisse gründlich auszusprechen. Durch die lang Gesetz wurde sodann im ganzen mit 52 Stimmen bei 8 Stimmen fernt worden war. Behufs Abänderung dieses Uebelstandes ist anhaltende Kälte sind die Braunkohlenlager geräumt worden, enthaltungen angenommen. das weitere veranlaßt worden. und die Arbeiter, die wöchentlich gewöhnlich in 6 Echichten 68 Stunden in der Grube arbeiteten, wurden zu noch höherer Anspannung ihrer Kräfte getrieben. Es sind jetzt schon seit mehreren Wochen 7 Schichten mit 12-15 stündiger Dauer verDie Magdeburger Boltsstimme" fügt hinzu: Bei dieser fahren worden. Die Festsetzung der Schichtzeit geschieht werden. Gelegenheit wollen wir nicht unterlassen, nochmals an unsere von manchen Beamten ganz willkürlich. Wenn die Leute abends Paris, 5. April. Die streikenden Zündholzarbeiter be Genossen das dringende Ersuchen zu richten, sich in ihren Mit ausfahren, so steht am schwarzen Brett mit Kreide vermerkt: schlossen, die schiedsgerichtliche Intervention des Präsidenten theilungen streng an die Thatsachen zu halten und sich nicht Morgen früh wird um 4 Uhr angefahren", und dann geht's bis Faure nachzusuchen. Nach der gestrigen Versammlung durch durch Voreingenommenheit gegen Unternehmer dazu verleiten abends 6 und 7 Uhr. Dazu kommt der Hin- und Herweg zur zogen die Streifenden die Straßen unter den Rufen:„ Es lebe zu laffen, unerwiesenes als wahr zu berichten. Auch unter der Grube, der bei vielen Arbeitern 2 Stunden beträgt. Was bleibt der Ausstand!" Madrid, 5. April. Der Konsul von Haïti in Cadir hat verdächtigen und verdächtigenden Wendung mit foll" bitten ihnen zur Ruhe? Ungefähr sechs Stunden! Ein Arbeiter, der wvir, nichts zu berichten, was irgend eine Person oder folche Pferde- Arbeit eine Woche verrichtet, sagte, daß er ziemlich dem spanischen Minister des Aeußeren mitgetheilt, daß seine Res Bei sieben 12stündigen Anstalt in Ehre oder Charakter herabseßt, In allen solchen 23 m. verdient habe. Schichten gierung alle Rebellenführer, die auf Haïti landen würden, sofort 14-17 oder 18. verdient. Beschwerden über verhaften lassen werde. Fällen erkundige man sich erst vorsichtig und theile der Re- werden Petersburg, 5. April. Drei Professoren der Universität daktion auch die Beweismittel eventuell auch Zeugen auf be die unmäßige Ausbeutung werden mit groben Redensarten abgefertigt. sonderem Blatt mit." , Seid froh, daß Ihr Arbeit habt." Solche Mostau, welche die Petition um Abänderung des UniversitätsDieser Mahnung unseres Magdeburger Parteiblattes, die Reden müssen die Leute mit anhören, deren Standesbewußtsein gesetzes an den Zaren unterzeichnet hatten, wurden im Auftrage übrigens in ähnlicher Weise von uns schon wiederholt ergangen man dadurch heben will, daß man sie mit gelindem, moralischem des Unterrichtsministers ibres Amtes enthoben. Bier anderen ist, fönnen wir nur beipflichten. Der Berichtigung selbst lönnen 3wang zur Anschaffung von Uniformen anbält, deren Kosten Professoren wurde eine Rüge ertheilt. " 21 Berantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Mr. 82. Tokales. " Bur Lokalliste. Der Deutsche Hof" in der Luckauerstraße fteht, wie wir auf vielfache Anfragen bekanntgeben, den Partei genossen zu Versammlungen nicht zur Verfügung. " Sonnabend, den 6. April 1895. 12. Jahrg. dingungen zu willigen, die für die Unternehmer wieder einmal bisher meist im Gebrauch gewesenen Kastenwagen und Arbeitsaußerordentlich günstig sind und der Stadt auf 50 Jahre oder wagen mit Deckel- oder Bretterverschluß beziehungsweise ohne nicht viel weniger die Hände binden sollen. Bei dieser jeden Verschluß nicht mehr benutzt werden. Ebensowenig ist es Gelegenheit erfuhr dann die überaus lässige und völlig statthaft, sich von diesem Zeitpunkte ab zum Transport des planlose Art der Behandlung der Verkehrsangelegenheiten Müüs über die Straße der gleichfalls früher vielfach verwandten durch den Berliner Magistrat von verschiedenen Seiten eisernen oder hölzernen Kästen bezw. Körbe ohne Verschluß zu An die Parteigenossen von Mariendorf, Tempelhof ze. und unter ziemlich allgemeiner Zustimmung eine sehr scharfe bedienen. Das sogenannte Wechselkasten- System, welches darin richtet die in Sachen der Zeitungsspedition gewählte Kommission Be- und Verurtheilung. Es wurde auch beklagt, daß die von besteht, daß das Müll in einem geschlossenen Behälter, unter das Ersuchen, sich mehr wie bisher in die bei den der Stadtverordneten- Bersammlung im Dezember 1894 geforderte Auswechselung des letzteren gegen einen auf dem betreffenden nachbenannten Genossen ausliegenden Abonnementslisten( auf Einfeßung einer Verkehrsdeputation, die diesen Zuständen ein Hofe zurückzulassenden leeren Behälter auf Wagen verladen wird, Vorwärts",„ Boltsblatt"," Wahrer Jakob" und sonstige Partei- Ende machen soll, immer noch auf sich warten läßt. Inzwischen entspricht nach Abs. 2 der bezeichneten Bestimmung den in der literatur) eintragen zu lassen. Das Interesse der wird gemeldet, daß die Tiefbau- Abtheilung der Baudeputation, Polizeiverordnung gestellten Anforderungen. Zur Beantwortung Partei erfordert es, das Unternehmen zu zu deren Gutachten der Magistrat eingefordert hatte, sich gegen etwaiger Anfragen über die Zulässigkeit von Abfuhrsystemen, unterstüßen, und ist letzteres nur dadurch gesichert, daß sich eine Verkehrsdeputation ausgesprochen hat. Auch wenn sich der bei welchen das Müll auf der Straße in Abfuhrwagen geschüttet die Arbeiter der Orte: Lankwitz, Mariendorf, Marienfelde, Magistrat dieser Ablehnung anschließen sollte, wird damit wird( Abs. 3 der bezeichneten Bestimmung), sind die PolizeiTempelhof 2c. ausnahmslos daran betheiligen. Die Kommission hoffentlich doch noch nicht das letzte Wort in dieser Angelegenheit reviere mit Weisung versehen." beabsichtigt, den Vertrieb am 1. Juni zu beginnen. Die Kom gesprochen sein. Der Bierboykott bereitete einer Versammlung des Vereins mission trifft sich am Sonntag, den 7. April, vormittags 10 Uhr, Die Bismarckgratulation des Berliner Magistrats wird Berliner Weißbierwirthe mancherlei nachträgliche Schmerzen. in Mariendorf im Lokale der Wwe. Stolzenburg, Chausseestraße, vom Wolff'schen Telegraphenbureau bekannt gegeben. In ihr Zunächst gelangte ein Schreiben des Vereins der Brauereien und hofft, dort auch Genossen aus Lankwitz, Lichtenrade und heißt es u. a.: Unserer Stadt aber, welcher diese Thaten die Berlins und Umgegend" zur Verlesung, worin der Vorstand Tempelhof anzutreffen. Abonnementslisten liegen ehrenvolle Stellung der Hauptstadt des Deutschen Reiches desselben dem Weißbierwirthe- Verein die offizielle Mittheilung aus: In Mariendorf bei Fahner, Rochstr. 5; Holl bereitet haben, gereicht es zur besonderen Genug machte, daß durch Beschluß der vereinigten Brauereien vom mach, Aderstr. 14. Jn Marienfelde bei Faltenhagen thuung, daß Cuer Durchlaucht Lebensgang vielfach 22. März nunmehr auch das von den Gastwirthen so vielfach ( Villenkolonie); Schmidt, Großbeerenstraße 78; Trebus, mit ihr eng verknüpft ist, daß Sie glückliche Erinnerungen angegriffene Konkurrenzverbot der Brauereien untereinander aufDorfstr. 25( welcher schon vom 1. April ab in Marienfelde den der Kindheit und der Jünglingsjahre an unsere Mauern knüpfen, gehoben sei. Sodann theilte der Vorsitzende, Gastwirth A. Vertrieb des Boltsblatt" besorgt. Die Rommission. daß Sie Ihre weltbestimmenden Thaten in Berlin vollbracht Ruckenburg, mit, daß die von den Gast- und Schankwirthen Bahnhofsmission. Der Verein zur Fürsorge für die weib: oder doch vorbereitet und vollendet haben, daß Sie als unser Berlins beschlossene Bier- Einkaufs- Genossenschaft" unter der liche Jugend beabsichtigt, ein Liebeswert" in größerem Umfange Ehrenbürger unserem bürgerlichen Gemeinwesen dauernd an- Leitung der Gastwirthe Schnegelsberg und Ruckenburg bereits in Angriff zu nehmen. Es handelt sich um die sogen. Bahnhofs gehören. Möge der allmächtige Gott u. f. m. Von der besondern eine gemeinsame Aufsichtsraths- Sigung mit dem Aufsichtsrath misfion, welche bezweckt, die jungen Mädchen, die nach Berlin Genugthuung will bekanntlich die erdrückende Mehrheit der der Spar- und Darlehnskasse der Berliner Gastwirthe abgehalten tommen, um sich hier als Dienstmädchen zu verdingen, davor zu Berliner Bevölkerung verteufelt wenig wiffen. Drollig ist die habe, behuss gemeinsamen Zusammenwirkens. Der Genossenschaft bewahren, daß sie schon bei ihrer Ankunft auf den Bahnhöfen in furze Antwort Bismarck's:" Berbindlichsten Dank für die freund- feien bereits Angebote von Brauereien zugegangen, welche ihr gutes bedenkliche Hände gerathen. Der Verein will daher einen liche Mittheilung, durch die ich mich hoch geehrt fühle." Sehr Bier zu 15, 14 und selbst 13%, Pf. pro Liter liefern wollen. Das Projekt ständigen Bahnhofsdienst einrichten. Der Minister für öffentliche schmeichelhaft! werde demnächst die erste Versammlung der Genossenschaft bes Arbeiten soll bereits angeordnet haben, daß den Damen auf den Byzantinische Anwandlungen zeigt der Magistrat schäftigen. Es entspann sich dann noch eine Debatte über die Bahnhöfen Räumlichkeiten zum Aufenthalt angewiesen werden. wiederum. Zum so und so vielten Male fommt er der Stadt- Wirkungen des Bierboykotts. Ein Gastwirth Abelt be. Der Polizeipräsident soll die Bahnhofspolizei instruirt haben, die verordneten- Versammlung mit einer Vorlage, wonach diese für antragte, noch jetzt bei der Reichsregierung um Einbringung Damen in jeder Weise zu unterstützen. Der Verein die Mirba chkirche eine horrende Summe man spricht eines Gefeßentwurfes vorstellig zu werden, wonach der Boykott hat sich außerdem an alle Landrathsämter und Polizeibehörden von 300 000 m. bewilligen soll. Hoffentlich kann es sich in möglichst mit der Todesstrafe belegt werden soll. Der Antrag der sechs für den Zuzug nach Berlin besonders in Frage der Stadtverordneten- Versammlung nur darum handeln, ob sie war aber auch der Versammlung zu phantastisch, und wurde tommenden Provinzen gewendet und um deren Unterstüßung es mit oder ohne Gelächter ablehnen wird, das verlangte Gelb schließlich von Herrn Abelt selber zurückgezogen. Um aber zu gebeten. der Steuerzahler zum Fenster hinauszuwerfen. Auch von einem zeigen, daß die alten Wunden, welche der Boykott den Wirthen Auch die Ausschüsse der inneren Miffion find zur Mithilfe Terraffenbau am Schloßplay, der auf das berühmte Ententeich geschlagen, noch nicht geheilt seien, ergingen fich einige vormalige aufgefordert worden, ebenso einzelne Geistliche. In 400 Stationen Projekt hinauslaufen würde, wird allerlei gemunkelt. Wie viele Ringvafallen, unter ihnen auch der Vorsitzende des Vereins der follen endlich noch Plakate mit dem Hinweis auf den Verein und ordenslüsterne Freisinnsmänner mag es unter den Stadtvätern Berliner Gastwirthe, Herr Feuerstein, in Verdächtigungen sozial feine auf den Bahnhöfen anwesenden Helferinnen ausgehängt geben? demokratischer Gastwirthe. Die in der Versammlung anwesenden werden. Wie man sieht, erfährt das Liebeswert" des Vereins die weitgehendste Unterstügung. Es ist nicht zu leugnen, daß räume in den Gemeindeschulen statt der bisherigen zweimaligen reicherungsmittel gedient habe, mit gebührender Schärfe zurück. Eine dreimalige wöchentliche Reinigung der Schul- Parteigenoffen Henke und Hilpert wiesen die Verleumdung, daß der Boykott den sozialdemokratischen Wirthen als eine Art Bes gerade junge Mädchen in Berlin besonderen Fährniffen ausgesetzt will der Magistrat für das neue Etatsjahr angeordnet wissen. reicherungsmittel gedient habe, mit gebührender Schärfe zurück. find. Bielfach werden dieselben auch unter falschen Vorspiegelungen Er hat sich zu diesem Behuf mit dem hiesigen inter Die bewegte Debatte wurde schließlich resultatlos abgebrochen. zu unlauteren Zwecken von bedenklichen" Leuten nach Berlin nationalen Reinigungs- Institut in Verbindung ge Das alte Reichstagsgebäude in der Leipzigerstraße soll gelockt. Sich folcher unerfahrener Mädchen anzunehmen, erscheint setzt und versuchsweise an drei Tagen von dem Institut die nach der Volks- Zeitung" zu einem Bierpalast umgewandelt werden. allerdings als ein Liebeswerk". Die Art, wie der Berein dies 69. Gemeindeschule reinigen lassen. Der Versuch ist günftig aus Alle Achtung! Liebeswerk betreiben will, in der bekannten„ Miffionsart", er gefallen. Um sich größere Klarheit noch über die finanzielle scheint uns aber auch bedenklich". Doch das nur nebenbei. Wir Tragweite Die diesjährige Ferienordnung für die hiesigen Schulen dieser Aenderung zu verschaffen, hat der ist von der Schuldeputation wie folgt festgesetzt worden: a) für wollen dieser der bereitwilligsten staatlichen Fürsorge sich er- Magistrat dem genannten Institut behuss weiterer Ver- die höheren Lehranstalten: 1. Osterferien. Schul freuenden Bahnhofsmission" eine andere Bahnhofsmission" fuche nun auch die Reinigung der im Stadttheile Moabit schluß: 6. April- Wiederbeginn: 23. April. 2. Pfingstferien: gegenüberstellen, welche nicht weniger sittlichen Werth hat, als belegenen Gemeindeschulen auf die Dauer die Dauer vom 1. Mai Schluß: 31. Mai jene, die sich aber keiner derartigen behördlichen Fürsorge zu er- bis Ende Juni cr. übertragen und dafür die Genehmigung Echluß: 5. Juli- Anfang: 13. August. 4. Herbstferien. Anfang: 6. Juni. 3. Sommerferien. freuen hat. Auch die Arbeiter richten zu Zeiten, in denen der Stadtverordneten- Versammlung nachgesucht. In allen übrigen Schluß: 28. September- Anfang: 8. Oftober. 5. Weihnachtsfie mit den Unternehmern im Lohnkampf liegen, einen Schulen verbleibt es bis nach Beendigung der Versuchereinigungen ferien. Schluß: 21. Dezember- Anfang: 7. Januar 1896. Bahnhofsdienst ein, um die von den Unternehmern nach Berlin noch bei der bisherigen zweimaligen wöchentlichen Reinigung b) für die Gemeindeschulen: 1. Osterferien. Schul gelodten Arbeiter vor Schande und Elend und davor zu bewahren, durch die Schulbiener. Sobald die Versuche mit dem Reischluß: 6. April- Wiederbeginn des Unterrichts: 22. April. Daß sie auf den Bahnhöfen in„ bedenkliche" und" spekulative" Hände nigungs- Institut zum endgiltigen Abschluß gelangt sind, wird der 2. Pfingstferien. Schluß: 31. Mai Anfang: 7. Juni. gerathen. Die Erfahrung hat aber gelehrt, daß diese Bahnhofs Magistrat der Versammlung erneute Vorschläge unterbreiten. 3. Sommerferien. Schluß: 5. Juli-- Anfang: 5. Auguft. mission" von den Behörden auf das energischste bekämpft wird. Es ist bezeichnend, daß unter magistratlicher Obhut selbst eine so 4. Serbstferien. Schluß: 28. September- Anfang: 10. Of Die Bahnhofspolizei ist teineswegs angewiesen, den ,, Missionaren" sehr auf das Walten der Hausfrau" angelegte Befchäftigung, tober. 5. 2eihnachtsferien. Schluß: 21. Dezember in jeder Weise Unterstützung zu theil werden zu laffen. Im wie das Reinigen der Zimmer, dem modernen Großbetriebe ver- Anfang: 6. Januar. Unerfindlich bleibt immer noch, warum die Gegentheil werden denselben die größten Hindernisse in den Weg fällt. Die Macht der ökonomischen Entwicklung ist eben stärker großen Sommerferien in den Gemeindeschulen um eine Woche gelegt, fie wohl gar an der Ausübung ihres Bahnhofsdienstes als die auf der Furcht vor dem Sozialismus basirende Bock- geringer find, als in den höheren" Lehranstalten. verhindert. Ebenso wenig hat man bis jetzt gehört, daß der beinigkeit unserer liberalen Stadtväterschaft. Minister für öffentliche Arbeiten den dienstthuenden Arbeitern auf den Bahnhöfen Räumlichkeiten zum Aufenthalt angewiesen hätte, Für die Einziehung einiger Gemeindeschulen, die es sei denn, daß man die Polizeiwachen als solche erachtete. Ebenso wegen Verminderung der Zahl der Schulkinder besonders im wenig haben fich die Arbeitermissionen der Unterstüßung von Zentrum der Stadt angeregt worden war, hat sich nun die Landrathsämtern und provinziellen Polizeidirektionen zu erfreuen. Stadtverordneten- Versammlung in einer Resolution ausgesprochen. Auch von Plakaten auf Eisenbahnstationen verlautet nichts, wohl als Berichterstatter des zur Berathung dieser Angelegenheit einaber von ftrafrechtlichen Verfolgungen von Beitungen, welche gesetzten Ausschusses war Herr Schwalbe ausersehen worden, entsprechende Aufrufe bringen. Wenn der Verein zur Fürsorge der die Frage feinerzeit zuerst aufs Tapet gebracht hatte. Er für die weibliche Jugend Bahnhofsmission ausübt, so wird diese gab die Versicherung ab, daß dabei mit aller Vorsicht verfahren mit allen Mitteln unterstüßt, wenn Arbeiter Bahnhofsmission werden würde, sodaß eine Echädigung der Schule nicht zu beausüben, so wird diese mit allen Mitteln bekämpft. So will es fürchten sei. Danach scheint es, als ob eine allgemeine Durchdie heutige Ordnung" der Dinge. schulung nicht beabsichtigt werde. Ob aber hinterher nicht doch dieses altbewährte Mittel zur möglichsten Ausnutzung der SchulEin eigenartiges Verfahren hat der Prenzlauer Staatsräume angewandt werden wird, wollen wir abwarten. anwalt gegen unseren Genossen Arons eingeschlagen. Arons erhielt am 1. April, abends, eine Vorladung vor die politische Die Freie Volksbühne" veranstaltet am heutigen SonnPolizei zur Vernehmung in einer polizeilichen Ermittelungsfache" abend eine Wiederholung des von ihr vor acht Tagen mit so auf Dienstag( den 2.) Bormittag. Da er zu diesem Termin nicht großem Beifall gegebenen Konzerts. Das mit Geschmack und erscheinen fonnte, wurde ein nochmaliger Termin auf Donnerstag, fünstlerischem Verständniß zusammengestellte Programm bürgt den 4. April, angesezt zur Bernehmung in eigener Sache". Im dafür, daß der große Saal von Keller's Festsälen in der Koppen: Termin theilte der Kommissar unferem Genossen mit daß er auf straße wie am vorigen Sonnabend so auch heute bis auf den Requisition des Prenzlauer Staatsanwalts, welcher Drucker und legten Platz gefüllt sein wird. Verleger der Broschüre Sklaverei in Deutschland 2c." verfolge, " Der Nathhausthurm fann vom 8. April ab täglich von ihn zu fragen habe, ob er( Arons) Verfasser dieser Broschüre sei. 10 bis 3 Uhr unentgeltlich bestiegen werden. Kinder dürfen nur Genosse Arons erklärte, daß ihm die Broschüre unbefannt sei. in Begleitung Erwachsener den Thurm besteigen. Auf die Anfrage unseres Genossen, welche Verdachtsgründe gegen " -In der Urania wird heute Abend die Reise durch das Wunderland des amerikanischen Westens" zum ersten Male in völliger Neugestaltung wiedergegeben. Tesla's Licht der Zukunft" wird in der nächsten Boche nur am Mittwoch, den 10. b. M., wiederholt. In der großen Berliner Kunstausstellung wird wie in den Vorjahren, auch in diesem Jahre wieder ein Post- und Telegraphen Amt, sowie öffentliche Fernsprechstelle während der ganzen Dauer der Ausstellung ftationirt. = Tak Nigdorf ein Proletarierort ist, wird aufs neue durch die Gefahr" erwiesen, der die dortige höhere Knaben schule ausgesetzt war. Ihr Besuch schwankt, obgleich das, Dorf" 50 000 Einwohner zählt, zwischen 40 und 60 Schülern, und der geringen Frequenz halber wäre diese Schule sicher eingegangen, wenn ihr die Gemeindevertretung nicht einen Zuschuß von jähr lich 2000 m. bewilligt hätte. Ehrenvoller wäre es für die Gemeinde Rigdorf gewesen, wenn sie die höhere Knabenschule den Weg alles Fleisches gehen lassen und dann die Gemeindeschulen auf ein höheres Niveau gebracht hätte. Aber dagegen wird sich wohl der Honeratiorendünkel gesträubt haben. Auch gegen andere Notare und Rechtsanwälte, die der Behörde längst als Spezialanwälte von Wucherern bekannt sind, ist, wie die Staatsbürger- Zeitung" in Anknüpfung an die Mittheilung des Justizraths Hirsch, daß er die Disziplinar- Unterfuchung gegen sich beantragt habe, berichtet, die Einleitung von " ihn angeführt würden, antwortete der Kommissar, solche seien Kuriose Dinger müssen die katholischen Arbeitervereine nicht angegeben. Als der Kommissar weiter fragte, ob Genosse Berlins sein. Die" Germania" berichtet über einen bedeutsamen Disziplinarverfahren verfügt worden. Arons den Verfasser tenne, erklärte dieser, daß er jede weitere Tag" dieser Organisationen. In einer Versammlung konnte Auskunft verweigere, wobei er bemerkte, daß die letzte Frage wohl nämlich der Herr Generalpräfes" mittheilen, daß es ihm ge- wird folgender Fall berichtet: In einem Vororte Berlins hatte Ueber misbräuchliche Bennhung des Ferusprechers taum als Vernehmung in eigener Sache" bezeichnet werden könne. lungen sei, einen Generalsekretär" zu gewinnen. Die rein Gastwirth seinen Fernsprecher in einem kleinen Raum an Höchst sonderbar finden wir es, daß jemand, gegen den als beiterqualität dieser beiden Herren ergiebt sich daraus, bringen lassen, der vom Flur aus zugänglich war und nicht verThäter nicht der geringste Verdacht vorliegt, einfach befragt wird, daß der Generalpräses ein ehrwürdiger Prälat und der von ob er die inkriminirte Handlung begangen hat, und mindestens ihm gewonnene Sekretär ein Herr Doktor ist. Ueber die schloffen gehalten wurde. Aus dem Entgegenkommen des Wirthes, ebenso sonderbar, daß jemand um sein Beugniß angegangen Bentralisation der katholischen Arbeitervereine berichtet des seinen Gästen die Benutzung zuzugestehen, hatte sich in der Nachwird, der von keiner Seite als Zeuge in Vorschlag gebracht sein weiteren ein Herr Kuratus, und an der lebhaften General- barschaft allmälig die Gewohnheit herausgebildet, den Fernund von dem, nach Lage der Dinge, auch nicht einmal vermuthet diskussion über diese Frage betheiligten sich nach der„ Germania" precher als einen unentgeltlich zur Verfügung stehenden öffentlichen zu betrachten, und der Lokalinhaber konnte werden kann, daß er etwas anssagen könne. Wir glauben gegen hervorragend die Herren Rettor Ommerborn, Pfarrer eine derartige Belästigung der Bürger Protest erheben zu sollen Kleinerdam, der Referent Ruratus Kaufmann und Gerichts: Eines Tages wurde ihm nun eine Rechnung über etwa 200 m. nicht bemerken, wie oft und wofür er benutzt wurde. und hoffen, daß dieser Protest Berücksichtigung findet. Wir assessor von Savigny. Da in dem ganzen Bericht, den das überreicht, die aus Ferngesprächen mit anderen Städten ents fönnen nicht annehmen, daß der Staatsanwalt in Prenzlau auf fatholische Blatt über die Arbeitervereins- Bersammlung" bringt, standen war. Beliebige Personen, die der Wirth nicht kannte, die fublime Jdee gekommen ist, dem Alphabet nach alle Genoffen, auch nicht ein einziger Arbeiter mit Namen erwähnt wird, so hatten die schöne Gelegenheit gemißbraucht und dem Inhaber des die jemals etwas geschrieben haben, über ihre Thäter resp. muß man entweder annehmen, daß sich irgend ein Paragraph im Fernsprechers die Zahlung der Gebühren überlaffen. Mitwisserschaft vernehmen zu lassen. Statut dieser Vereine befindet, wonach Arbeitern ein für allemal Der Magistrat hat an das Polizeipräsidium das Ersuchen das Reden in ihren Angelegenheiten verboten ist, oder daß sich Zur Affäre Caftan meldet ein Berichterstatter, daß diesem gestellt, sich mit der Aufstellung der Statue der Berolina auf in den katholischen Arbeitervereinen, ähnlich wie in den fort Ordnunge manne die sehr umfangreiche Anklageschrift zugestellt dem Alexanderplatz einverstanden zu erklären. Wenn nur nichts schrittlichen, überhaupt feine Arbeiter als Mitglieder befinden. ist und daß der Beschuldigte den Rechtsanwalt Dr. Coßmann freifinniges" hinter der Berolina steckt und ihre Statue ebenso Das Verbot der offenen Müllwagen, auf das wir vor die Bertheidigung übertragen hat. Weiter theilt der Berichtruhelos von einem Schuppen zum anderen wandern muß, wie die einiger Zeit bereits hingewiesen haben, wird in der folgenden, erstatter mit, daß Herrn Caftan noch ein zweiter gleichartiger des feligen Schulze- Delitzsch. vom Polizeipräsidium erlassenen Bekanntmachung abermals an- Fall zur Laft gelegt wird. Die geradezu jammervollen jammervollen Verkehrsverhältnisse gezeigt: Verkehrsverhältnisse gezeigt: Unter Bezugnahme auf§ 100 des Straßenpolizei- Bur Sittengeschichte wird folgende Affäre berichtet: Gine Berlins gaben in der letzten Stadtverordneten Sigung Anlaß Reglements in der Fassung der Polizeiverordnung vom 30. Januar Lasterhöhle schlimmster Eorte besteht in einem hochherrschaftzu einer sehr lebhaften Debatte. Den Ausgangspuntt bildete der dieses Jahres betreffend die staub- und geruchireie Fortschaffung lichen" Hause der Friedrichstraße. Inhaberin der auf das Plan des Magistrats, in den Bau einer elektrischen Niveaubahn der Hausabgänge wird mit Zustimmung des Magistrats nach: elegantefte eingerichteten, über ein Dugend Zimmer enthaltenden vom Schlesischen Bahnhofe bis Stralau, die in einen unter der stehendes zur öffentlichen Kenntniß gebracht: Bom 1. Juni Wohnung ist eines jener verbrecherischen Weiber, die sich mit Spree nach Treptow führenden Tunnel endigen soll, unter Be- dieses Jahres ab dürfen zur Abfuhr des Hausmülls die dem Nimbus der Wohlanständigkeit zu umgeben verstehen, that Zu dem Mordversuche, den in der Nacht zum 27. v. M. der Steuererheber Grabe in der Tresdomstraße an seiner Chefrau verübte, indem er ihr einen Messerstich in den Hals bei brachte, wird folgendes berichtet: Frau Grabe ist in der Unfall station II in der Prenzlauer- Alee soweit hergestellt, daß sie ausführlich von Gerichts wegen über den That bestand vernommen werden konnte. Дь fie bei ihrer anfänglichen Aussage, daß sie mit ihrem Manne gemeinsam habe fterben wollen, geblieben ist, hat sich noch nicht ermitteln lassen. Die Stichwunde an ihrem Halse ist in der Heilung begriffen und giebt zu feinen ernsten Befürchtungen mehr Anlaß. Troydem Schwebt Frau Grabe noch in Lebensgefahr. Es hat sich nämlich eine Lähmung beider Beine eingestellt, die für die ärztliche Beurtheilung des Falles ein schlimmes Zeichen bedeutet. " fein Golderz mehr. " Kunst und Wissenschaft. " Gin etwa 60 jähriger Greis wurde am Donnerstag Abend um 8 Uhr auf einer Bank im kleinen Thiergarten zu Moabit fizend anscheinend schwerkrank von einem Schuhmann aufgefunden. Der Beamte brachte ihn nach dem nahe belegenen Moabiter Krankenhause. Kaum war er dort eingetroffen, als der alte Mann, dessen Persönlichkeit noch nicht bekannt ist, starb. Die Wiederauffindung von Van Eyck's Maltechnik. Der Bureauvorsteher Theodor Stade, dessen Verurthei- Die Jahrhunderte hindurch geglaubte Erzählung Basari's von lung wegen zahlreicher Unterschlagungen bei den Rechtsanwälten der Erfindung der Delmalerei durch die Brüder Hubert und Jan einent anderen Gebiet sei meleten, hatainen angezweifelt worden, weil sich schon im 18. und 14. Jahrhundert Dr. Salomon und Dr. Schwindt wir auch auf van Eyck ist von der modernen Kunsthistorik längst mit recht Mädchen, welches in den Besitz einer Erbschaft gekommen war, eine Heirath vermittelt und dann in enger Freundschaft mit dem jungen Ehemann die Erbschaft durchgebracht. fächlich aber ein Gewerbe daraus machen, in jugendlichem in diesen Schablonenarbeiten war wenigstens äußerlich manches ein ganz besonders vorsichtiger Unternehmer ist, bewies die Alter stehende Mädchen Lebemännern zuzuführen. Vor drei ethnographische Moment richtig getroffen. Welcher Stelzengang Arbeitsordnung, auf welche sich der Kläger berief. Nach einer Wochen verschwand aus der allerdings nicht auf besonderer hingegen in Delmar's Plattdeutsch. Bestimmung derselben haften die Arbeiterinnen für einen ihrermoralischer Höhe stehenden Familie eines dem Trunte ergebenen Stine Remin lebt in einem Küstendorf mit ihrer armen seits verschuldeten Schaden bis zur vollständigen Fertigstellung Arbeiters" M. aus der Chauffeestraße die noch nicht 14 Jahre alte Mutter und mit dem unehelichen Kinde Franzing in Elend und des Arbeitsgegenstandes. Die Beklagte beftritt ihr Verschulden, Stieftochter, welche in den nächsten Tagen eingesegnet werden Sorgen. Stine's Bräutigam, Franz Molchin, hatte sich als indem sie der Wäsche die Schuld gab. Es wurden eine Menge sollte. Nach viertägigem Suchen wurde die Bielversprechende in Matrose verdungen und kam nicht wieder. Als Franzing in Beugen, richtiger gesagt, Sachverständige gehört: Bertreter der Charlottenstraße gefunden in Begleitung mehrerer Frauens Noth und Schande geboren wurde, war Stine erblindet. Sie mehrerer Firmen aus der Wäschebranche, eine" alte" Arbeiterin, personen, deren Aeußeres über ihren Lebenswandel keinen Zweifel fuchte in der See den Tod. Die See aber gab sie dem Leben ein gerichtlicher Sachverständiger und ein Mechaniker, der die Tieß. Sie bequemte sich dann zu dem Geständniß, daß sie von wieder, das Augenlicht freilich hatte Stine verloren. Trotzdem zum Steppen der Kragen benutzten Maschinen in verschiedenen ihren Begleiterinnen zu jener Supplerin verschleppt worden sei war sie in ihrer Schönheit begehrenswerth und der alte Kapitän Fabriken behandelt". Die Bekundungen des gerichtlichen Sachs und dort genächtigt habe. Der ehrenwerthe Stiefvater hat, an- Paetow verging in Leidenschaft nach ihr. Um fie zu freien, verständigen, speziell aber die des Vertreters der Firma Borchert statt den Fall zur Anzeige zu bringen, die praktische Seite der schreckte er vor dem Aeußersten nicht zurück; er ließ und der vernommenen alten" Arbeiterin hielt das Gericht für Sache erfaßt und ein Schweigegeld von 50 m. verlangt, das so- der See die ungeheuerliche Lüge anvertrauen, daß Franz maßgebend. Diese drei führten die Unbrauchbarkeit der vor fort gezahlt wurde. Molchin im Sturm verblichen sei; eine Flaschenpoft brachte einen gelegten Kragen auf die nicht zulässige Benutzung einer stumpfen Vor dem Ankauf gestohlener äffer warnt der Verein gefälschten Abschiedsgruß an die unglückliche Stine. Nun erst Nadel zurück. Herr Kieh von der Firma Borchert verwies auf der Brauereien Berlins. Trotz der fürzlich erfolgten Verhaftung ergab sich die Aermſte, die gläubig auf die Heimkehr ihres Franz feine langjährigen Erfahrungen, die ihn gelehrt hätten, daß einiger Faßdiebe, durch welche ein größeres Geschäft auf das gebaut hatte, dem heimtückischen Baetow. Franz hatte inzwischen nicht das Waschen mittelst der Maschine die betreffenden Fehler unfelige Drangfale überwunden und, kaum hatten Paetow und an der Kante erzeuge; 3. B. hätte er öfter feststellen schwerste kompromittirt wurde, haben die Faßdiebstähle noch kein Stine Hochzeit gehalten, war der Todtgesagte heimgekehrt. Ent- fönnen, daß Kragen oder Manschetten, die solche Fehler nach Ende genommen. Der Verein versucht jetzt durch die Aussehung deckt wurde das frevelhafte Spiel Paetow's und, da er sich an dem Waschen aufwiesen, von ein und derselben Arbeiterin hintereiner Belohnung der Diebe habhaft zu werden. der See, der ewig wahren, versündigt, so verurtheilt ihn des einander, also mit derfelben Nadel gesteppt waren, wie er anderers Dorfes Vehmgericht zuin Tode in der See. Der feits festgestellt hätte, daß von anderen Arbeiterinnen gesteppte Schreiber dieser Zeilen weiß als Oberdeutscher nicht Kragen gut waren, die zugleich mit jenen in derselben zu beurtheilen, wie die Schauspieler sich mit dem Maschine gewaschen wurden. Die alte Arbeiterin" tonnte be ungewohnten Plattdeutsch abfanden; daß sie aber mit zeugen, daß die Nähte einiger Kragen, die sie probeweise mit dem Autor um die Wette auf Stelzen gingen, weiß er gewiß. einer stumpfen Nadel steppte, nach dem Waschen entzwei Dem größeren Theil des Publikums gefiel das, aber das will waren, obwohl die Wäsche nur mit der Hand erfolgte, nichts bedeuten. und daß andere, gleich darauf mit einer spigen Nadel feine fehlerhafte Bugleich mit dem Schauspiel See" versuchte man es mit gesteppte Kragen nach dem Waschen einer literarischen Ausgrabung. Man führte eine Komödie: Veränderung zeigten. Die Kammer 1, welche in vier Terminen Dummes Zeug wird hier getrieben" von Rojas auf. Rojas fich mit der Sache zu befassen hatte, gelangte auf grund der gehört zu den spanischen Komödiendichtern aus der überfrucht zitirten Aussagen zu der Ueberzeugung, daß die Fehler von der baren Periode des 17. Jahrhunderts, die heute eigentlich nur Stepperei herrührten, und zwar von der Anwendung einer abmehr die Spezialforscher intereffiren. Auf die moderne Bühne geftumpften Nadel. Die Beklagte wurde verurtheilt und mit ihrer verpflanzt, wirkte die Komödie von Rojas troß artiger Verse Widerklage abgewiesen. Die wichtige Frage, ob denn die wie eine Schrulle. Aus literarischen Versteinerungen schürft man Stepperin überhaupt verantwortlich gemacht werden könne für Fehler, die nicht sofort, sondern erst nach dem Waschen erkennbar sind, kam nicht zur Entscheidung. Ein Eingehen darauf hielt das Gericht für überflüssig, mit Rücksicht auf die Bestimmung der Fabrifordnung des Klägers, daß die Arbeiterin für den Schaden bis zur vollständigen Fertigstellung der Arbeit haste. Durch Anerkennung der Fabrikordnung habe sich die Be klagte ausdrücklich dazu verpflichtet, so deduzirte das Gericht. lagte ausdrücklich dazu verpflichtet, so deduzirte das Gericht. Ein Staatsanwalt in Nöthen. Genosse Hülle, Redakteur der„ Thüringer Tribüne", hatte feinerzeit beim Amisquellenmäßig Malerei mit Delfarbe nachweisen ließ. Es ist aber gericht in Erfurt gegen den ersten Staatsanwalt Lorenz daselbst eine altbekannte Thatsache, daß die Gemälde der älteren Nieder Strafantrag gestellt, weil er sich durch den, ihm in öffentlicher länder Van Eyck, Roger van der Weyden, ebenso wie diejenigen der Gerichtssitzung am 20. November 1893 gemachten Vorwurf, so tölnischen Meister der oberdeutschen Schule, wie Dürer, Holbein und etwas wie ein gewerbsmäßiger Berleumder und Ehrihrer Beitgenossen, in ungleich besserem Stande fich befinden, als abschneider zu sein, beleidigt fühlte.( Am genannten Tribüne" jene der späteren Zeit, welche gewiß mit Delfarben gemalt sind. Tage wurden Hülle und der Herausgeber der Es muß also doch irgend eine wichtige und einschneidende Ber- in einer Beleidigungssache- Preßfünde- freigesprochen.) Das Unterschlagungen von ihm anvertrauten Werthpapieren in befferung von Van Eyck und feiren Nachfolgern bezüglich des Amtsgericht lehnte die Eröffnung des Verfahrens gegen Lorenz Farbmaterials eingeführt worden sein, welche von ihnen als ein ab, indem es besonders auf die vielen Strafen, welche Hülle Höhe von über 40 000 m. hat sich ein hiesiger Bankbuchhalter zu schulden kommen lassen. Er hatte im Börsen- Differenzspiel be- Geheimniß" gehütet und nur der allernächsten Umgebung wegen Beleidigung erlitten( Pre ßvergehen) bezug nahm. deutende Summen eingebüßt und deswegen die Unterschlagungen mitgetheilt wurde. Maler Ernst Berger in München, welchem Es hielt auch ein bischen Bewegungsfreiheit" für den Staatsbegangen. Um diese zu verdecken, mußte er falsche Eintragungen vor einiger Zeit auch die Rekonstruktion der altgriechischen anwalt geboten und meinte, demselben stände außerdem der Enkanstik und der pompejanischen Wandmalerei gelungen ist, Schuh des§ 193 des Strafgesetzbuches( betrifft Wahr in die Geschäftsbücher machen. Er ist wegen der beiden schweren hat neuerdings durch die Benutzung einzelner quellenschriftlicher nehmung berechtigter Interessen) zur Seite. Wenn auch Strasthaten verhaftet worden. Andeutungen des Marciana- Ms.( Anfang des sechzehnten die fragliche Aeußerung nicht gebilligt werden könnte, der Staatsanwalt damit doch seine Befugnisse Der Inspektor der Leimfabrik, Aktiengesellschaft Frank und Jahrhunderts), in Verbindung mit vergleichenden Versuchen die hätte Romp., in Grünau, namens Putkamer, ist, nachdem er etwa Lösung der vielumstrittenen Frage der Van Eyck- Technik gefunden. nicht überschritten. Auf diesen Bescheid hatte Hülle dann beim 60 000 M. unterschlagen hat, unter Mitnahme von 3000 Mark Berger ist zu dem Resultat gelangt, daß Van Eyck's Erfindung Landgericht Beschwerde erhoben. Durch Vernehmung einiger flüchtig geworden.png da darin bestanden haben muß, das langsam trocknende Delbinde Beugen stellte dasselbe feft, erstens, daß Staatsanwalt Lorenz Polizeibericht. Am 4. d. M. vormittags stürzte ein Dach- mittel des vierzehnten Jahrhunderts( Leinöl, Nußöl) durch die thatsächlich Hülle im Termin vom 20. November 1898 einen decker von Dache eines Hauses in der Linienstraße hinab und sogenannte Emulsion, das heißt innige Bermischung mit anderen gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Ehrabschneider genannt hatte, erlitt so schwere Verlegungen, daß er bald darauf in der Charitee Körpern, wie Gummi oder Eigelb, waffermischbar und dadurch zweitens, daß dies nicht im Plaidoyer, sondern in Form einer schnelltrocknend zu machen; darin bestand ihr Geheimniß" Zwischenbemerkung während der Verhandlung geschah. starb. In der Lüneburgerstraße fiel nachmittags das Pferd eines Rollwagens hin und riß den die Zügel festhaltenden Kutscher Vasari im Leben des Antonello da Messina beschreibt. Diese an, daß das feitens Hülle beantragte Verfahren gegen eines Rollwagens hin und riß den die Zügel festhaltenden Kutscher und das merkwürdige dieser Art von Delmalerei, welche Landgericht hob den Beschluß des Amtsgerichts auf und ordnete vom Wagen herab. Er erlitt dabei erhebliche Verlegungen im Gesicht und am Arme.- Am Maybach- Ufer, gegenüber der Neuerung war so eigenartig und für die feinste Durchführung den Staatsanwalt Lorenz wegen Beleidigung zu eröffnen der Details so förderlich, daß die Maler jener Zeit sich sofort sei. Jetzt nahm sich aber der Oberstaatsanwalt in Naumburg des Grünauerstraße, sprang ein Mann in den Landwehr- Kanal; er diefe Technik aneigneten. Erst durch die Einführung des Ter- in Bedrängniß gerathenen Lorenz an und erhob den Konflikt. wurde noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach dem Krankenhause gebracht. In der Memelerstraße wurde ein pentins als Verdünnungsmittel in die Technit der Delmalerei Somit mußte die Eröffnung des Verfahrens gegen Lorenz vore Arbeiter mit einer angeblich durch Ueberfahren herbeigeführten mit dem Ende des sechzehnten Jahrhunderts wird man nach und läufig unterbleiben. Das Ober Landesgericht in Naumburg schweren Berletzung am Fuße aufgefunden und nach seiner nach von der Deltempera( Emulsion) abgekommen sein. Die machte die Meinung des Oberstaatsanwalts zu der feinigen, daß Wohnung gebracht.- Jun Laufe des Tages fanden sieben schichte der Entwicklung der Maltechnik von den ältesten Beiten Gestern( 3. April) hatte nun das Ober- Berwaltungsgericht hierauf bezüglichen vergleichenden Malversuche, welche eine Ge- Lorenz in feiner Weise feine Amtsbefugnisse überschritten habe. Brände statt. bis zum Ende des sechzehnten Jahrhunderts dacftellen, find gegenüber den Konflikt zu befinden, ohne daß es jedoch wärtig im Münchener Kunstverein zur Ausstellung gebracht. schon zu einer Entscheidung fam. Der erste Senat unter Die Leiche eines zwanzigjährigen Mädchens wurde Freitag Morgen gegen sieben Uhr aus dem Nordhafen bei der Fennbrücke gelandet. Witterungsübersicht vom 5. April 1895. Stationen. Barometerstand in mm, reduzirt auf d. Meeressp. Windrichtung Swinemünde 757 762 Windstärke NNE|| NON( Stala 1-12) Wetter bedeckt bedeckt bedeckt halb bedeckt wolkig wolkenlos halb bedeckt bedeckt Nebel Temperatur 22LBOLIT42 M Hamburg WNW Berlin 762 WNW 1 • Wiesbaden. 769 3 München 769 A 0 Wien 767 NW 1 Haparanda 746 Still -11 Petersburg 749 WSW 3 Cort. 769 NNW 7 Aberdin. Paris 762 SM 771 2 wollig bedeckt 50. 4° R.) Wetter Prognose für Sonnabend, 6. April 1895. Etwas wärmeres, zeitweise heiteres, vielfach wolkiges Wetter mit geringen Niederschlägen und mäßigen bis frischen westlichen Winden. die " Berliner Wetterbureau. Theater. " Das Ein Runenstein ist vor kurzem in Amerika und zwar in dem Vorsitz des Präsidenten Persius beschloß, die Aften der Nähe von Cambridge in Massachusetts entdeckt worden. Jezt über alle die Beleidigungsprozesse einzufordern, welche mit einer hat Frl. Cornelia Horsford, die Tochter des im Jahre 1893 ver- Berurtheilung Hülle's endeten, um zu konstatiren, in welchen ftorbenen Professors Eben Norton Horsford in Cambridge, einen Fällen Bestrafungen gemäß§§ 186 und 187 des Strafgesetzbuches ausführlichen, mit Lichtdrucktafeln versehenen Bericht über den Fund erfolgten. Da die in diesen Paragraphen angedrohten Strafen erscheinen lassen, der zweifellos in allen mit der Geschichte Amerikas fich auf fogenannte Ehrabschneidereien, beziehungsweise vers beschäftigten Forscherkreisen das größte Aufsehen erregen wird. Daß leumderische Beleidigungen beziehen, so ist kein Zweifel, daß das wir es hier thatsächlich mit einem echten Runenstein zu thun Ober- Verwaltungsgericht untersuchen will, ob etwa die Strafen haben, scheint ebenso sicher zu sein, als daß jeder Berdacht Hülle's dem Staatsanwalt nicht ein gewiffes Recht zu der frag einer Fälschung ausgeschlossen ist. Leider sind die in den lichen Beschimpfung unseres Genossen gaben. 82 Zentimeter langen, 37 Zentimeter dicken und 35 Zentimeter Wegen Majestätsbeleidigung wurde gestern der Bergs start gerigten Zeichen zumeist mann Karl Gustav Kuschte aus Echenkendorf von der wittert und nur die drei legten Runen sind deutlich 2. Straffammer am Landgericht II au Monaten Ge erkennbar. Sie entsprechen den Runenzeichen I oder G, G oder fängniß verurtheilt. Suschte hat am 8. Januar d. J., an K und R. Ob es den Runenkundigen Skandinaviens gelingen einem Lohntage, in der Grubenwirthschaft eine auf Raiser die Inschrift zu entziffern, erscheint angesichts des ver Friedrich und Raiser Wilhelm II. verächtliche Aeußerung ge wischten Zustandes derselben fraglich, jedenfalls aber ist der than. Als Entschuldigung gab der Angeklagte totale TrunkenStein eines der wichtigsten aller bisher aufgefundenen Beleg heit an. stücke für die Vinlandfahrten der skandinavischen Kolonisten Grönlands und das wichtigste für die von Alexander von Hum boldt, Rafin und anderen Forschern ausgeftelte Theorie, daß dieses Vinland in dem heutigen Massachusetts gesucht werden breiten Steinblock müsse. Gerichts- Beitung. Gewerbegericht. ver= Nicht alle fünf Barrisons, aber wenigstens drei von ihnen werden demnächst vor dem Amtsgericht I eine Gastrolle geben oder sich wenigstens vertreten laffen. Ein hiesiger Zahnarzt hat nämlich in einer Zivilklage gegen drei von den fünf Sisters die Behauptung aufgestellt, daß diese der Morgenstunde insofern glichen, als fie ebenfalls Gold im Munde trügen. Da er nun ihnen dieses Gold in die diversen Münder resp. Zähnchen versenkt hat, ohne daß sie ihm die äquivalente Menge Goldes in das Portemonnaie versenkt haben, ist der Zahnarzt gezwungen gewesen, im Klagewege sein Recht zu suchen. Allein die eine Barrisson soll für 250 M. Gold im Munde führen. Wie verlautet, werden die Beklagten im Termin persönlich erscheinen. Schauspielhaus. Als Berthold Auerbach's Schwarzwälder Dorfgeschichten in deutschen Landen wie eine erquickliche Ueber- Die Kragen und Manschetten stepperinnen raschung erschienen waren, da sagten die Bauern um Nordstetten, fireiten sich seit Jahren mit ihren Chefs darüber, ob sie für wenn man sie nach den Erzählungen ihres berühmten Lands einen, ihrem Verschulden zugeschobenen Schaden haftbar gemacht manns fragte: 3 ischt ebbe älls verstunke und derloge". So werden können, der nicht gleich, sondern erst nach dem Waschen Reichs Versicherungsamt. Der Böttcher Przykucki war Sprechen wirklichen Bauern über die idealisirten der betreffenden Wäschentücke in die Erscheinung tritt. Die Frage Landleute Auerbach's. Was würden erst die Bauern wird in fast jedem einzelnen Falle aufgeworfen: Trug an der von seinem Meister beauftragt worden, sich in die Dampfbrauerei es handelt von Baumgart in Krotoschin zu begeben und dort Fässer zu vom deutschen Seegeftade sagen, wenn sie zu hören be- Fehlerhaftigkeit der Manschette oder des Kragens fämen, was Agel Delmar, der Verfasser des platt sich um die Kante- die Benutzung einer schon zuviel abgeftumpften pichen. Beim Ausführen dieser Arbeit erlitt P. einen Schenkeldeutschen Schauspiels„ See", das am Donnerstag im Schau Nadel beim Steppen die Schuld, oder war dieselbe auf das bruch. Er verlangte nun von der Brauerei und Mälzereispielhause zum ersten Male aufgeführt wurde, von ihnen denkt? Konto des Waschens vermittelst der Maschine zu setzen? Daß Berufsgenossenschaft eine Unfallrente, jedoch vergeblich, denn die Ein plattdeutsches Echauspiel; wie erwartungsfroh man ins die häufig hieraus entspringenden Differenzen dann und wann Genossenschaft hielt sich nicht zur Zahlung einer solchen verTheater ging! Das oberdeutsche Bauernstück hat in Anzengruber dem Gewerbegericht unterbreitet werden, ist selbstverständlich, pflichtet, weil der Böttchermeister nicht bei ihr versichert war. sogar seinen Klassiker gefunden; die Traditionen, die sich ans ebenso, wie es nach Lage der Sache selbstverständlich ist, daß es Ihrer Meinung nach war P. im Betriebe dieses Böttchermeisters niederdeutsche Schauspiel fuüpften, waren unterbrochen, wenn au ihrer richtigen Beurtheilung einer ausgedehnten Beweis verblieben, da letterer selbst die betreffenden Bicharbeiten in man von einzelnen verballhornten Reuter'schen Texten abfieht. erhebung bedarf, ja, daß es mit der richtigen Beurtheilung Afford übernommen und nur P. deren Ausführung übertragen Sollte Delmar der Mann sein, der kühn in das Seelenleben überhaupt hapert. Um das Prinzip zu retten( Lohnabzugsprinzip!) hatte. Das Schiedsgericht, bei dem P. Berufung einlegte, wies wortfarger, bedächtiger Fischer und Seeleute hineinleuchtet? und seiner ganzen Branche( soll heißen: den Unternehmern den Kläger ebenfalls ab, nachdem durch eine Auskunft der Welche Kontraste ließen sich schöpfen! Die enge Scholle an der derselben) zu nutzen, hatte kürzlich der Kaufmann Frankfurter Polizei in Krotoschin festgestellt war, daß der Betrieb des in Küste und das weite, völferverbindende Meer! Wie prägt und als Juhaber der Firma Sternberg( Wäschefabrit) gegen Frage kommenden Böttchermeisters nicht versicherungspflichtig modelt die Berührung mit der fernen Welt Sinn und An- die Stepperin K. auf Zahlung von 13,03 M. Echadenersaß sei. Das Reichs- Versicherungsamt bestätigte die Vorentscheidung. schauung der wetterharten Menschen? Aber ach, Ayel Delmar geklagt, nachdem er ihr bereits 21,27 M. vom Lohne in Abzug Der Kläger sei, so wurde ausgeführt, deshalb nicht in den Die Beklagte beanspruchte durch sogenannte versicherungspflichtigen Betrieb der Brauerei übergetreten, weil ift tein Seelenerforscher und er findet es für profitabler, ge- gebracht hatte. schminkte Theaterbauern geschminkte Gefühle vortragen zu lassen. Widerklage Herauszahlung der einbehaltenen Summe. Es handelte er im Auftrage und für Rechnung seines Meisters dort be= Sonst wenn Milchkübel- Schauspieler, wie wir sie zu nennen sich um einen der oben genannten Fälle. Frankfurter behauptete, fchäftigt war. Er verunglückte somit in einem Betriebe, der nicht pflegten, bei Alpenglühen und bei Bitherbegleitung die weiner- die Beklagte habe acht Dugend Kragen mit einer stumpfen Nadel versicherungspflichtig war, wie die eingeholte Auskunft der Polizei lichsten Phrasen aus oberbayerischen Komödien, die der harten gesteppt und so die Fäden durchschnitten, was allerdings erst ergeben hätte. realen Bauernwelt gröblich ins Gesicht schlugen, deklamirten, nach dem Waschen erkennbar gewesen sei; dies zu erkennen Tonnte man über die Berlogenheit ärgerlich genug werden. Aber ermöglichte eben erst die Berührung mit dem Wasser. Daß er Vermilchikes. Ein Mann namens Sobzeht hat, wie aus Breslau be richtet wird, im Tworoger Walde einen Förster angeschossen. Dies ist binnen furzer Zeit der vierte Fall, daß Sobzcyck einen Mordanschlag ausführt. Die Regierung hat die Belohnung für seine Ergreifung auf 5000 m. erhöht. Ueber einen Eisenbahnunfall wird aus Paderborn amtlich berichtet: Am Morgen des 5. April ist der Güterzug 8401 zwischen Neuenbucken und Altenbucken gerissen und der hintere Theil auf den vorderen aufgelaufen, 1 Bremser todt, 1 verwundet, beide Geleise gesperrt. 10 Wagen beschädigt bezw. zertrümmert. Südliches Geleis wird heute wieder frei sein. Wann nördliches Geleis wieder fahrbar, noch nicht bestimmt. Personenverkehr wird durch Umsteigen an der Unfallstelle aufrecht erhalten. D- Bug 31 ist über die Route Hamm geleitet. Bier Memeler Fischer sind in der Nacht zum Donnerstag mit ihrem Boot bei einem Sturm zu grunde gegangen. " " Ueber Hochwaffer wird aus Maros Basarhely( Ungarn)| nerven liegt, ähnlich wie das Sonnenspektrum Strahlen aufweist, berichtet: Infolge ftarker Regengüffe und anhaltenden Thau- die wir nicht sehen. Es sei daher immerhin möglich, daß diese wetters ist die Ueberschwemmungsgefahr äußerst bedrohlich. Die für den Menschen geruchlosen Stoffe für gewiffe Thiere einen Einwohner der an der Maros gelegenen Häuser verlassen ihre Geruch befigen, ja, es sei fogar wahrscheinlich, so meint Bajjy, Wohnungen. daß die Feinheit" des Geruchfinnes bei den Thieren, welche Grund hat, daß ein Beruch auf die Geruchsnerven des Thieres die des Menschen so sehr übertrifft, nicht darin ihren intensiver wirkt, als auf die des Menschen, sondern darauf beruht, daß für das Thier Stoffe Geruch besigen, die für den Menschen geruchlos find, daß die thierische Geruchsstala" eine andere, um faffendere ist, als die menschliche. Die bekannte Thatsache, daß manche Stoffe erst bei bestimmter Temperatur für uns riechbar werden, führt Passy auf dasselbe Prinzip zurück, wir müssen daher von einem„ riechbaren Zustand" der Stoffe sprechen. Aus New Orleans wird vom Freitag berichtet: Bei einer heute am frühen Morgen in einer Trinkstube gegenüber den " French Market" genannten Verkaufshallen erfolgten Explosion wurden 15 Menschen getödtet und eine Anzahl verwundet. Das Gebäude gerieth in Brand. " Das Zodiakal- Licht hat sich in den letzten Wochen in den frühen Abendstunden am Westhimmel in besonderer Helligkeit entfaltet. Da es anzunehmen ist, daß dies auch noch in allernächster Zeit der Fall sein wird, so macht der Direktor der Berliner Sternwarte in den Mittheilungen der Vereinigung von Freunden der Astronomie und kosmischer Physit besonders Spektrums dieser Lichtflächen, wofür ganz fleine Spektroskope mit Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 8wei Buchstaben oder eine Zahl) darauf aufmerksam, namentlich auch auf Beobachtungen des Briefkaffen der Redaktion. geringer Dispersion nicht blos ausreichend, sondern sogar be fonders geeignet sind. g anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Urban. Die Arbeit des Xylographen( Verfertigers von Holzschnitten) ist außerordentlich anstrengend für die Augen. Ueber die Lehrverhältnisse in diesem Berufe wissen wir nichts Näheres. Burgstraße. Drden werden unseres Wissens nur persönlich verliehen und wandern beim Ableben des Inhabers wieder lan die Krone zurück. Schiffbruch. Der Kapitän des Hamburger Schnelldampfers Normannia", welcher in der Nacht zum Freitag mit etwa Die Schärfe des Geruchfinnes. Der französische Che 14 Stunden Verspätung von New York in Southampton eintraf, miter Jacques Passy beschäftigt sich seit Jahren damit, feftzumeldet: Am 31. März trafen wir während eines schweren stellen, wie groß oder vielmehr klein die Menge eines bestimmten Sturmes auf dem Ozean in höchster Seenoth das englische Schiff Geruchstoffes sei, die noch auf unsere Geruchsnerven wirkt. Die Arno". Es gelang dem aufopfernden Bemühen unserer Mann- Methode, die er für diese Untersuchung anwendet, ist sehr einfach. schaft, die 31 schiffbrüchigen Seeleute des Arno" zu retten. Die Er löft ein bestimmtes Gewicht des Geruchstoffes in einer bestimmten selben wurden von der Normannia" in Southampton gelandet. Menge von Alkohol, verdünnt einen genau abgewogenen Theil A. Sch. In Loose- Angelegenheiten können wir keine Auss Großes Unheil ist über das Städtchen Neumark im Böhmer dieser Lösung weiter, bis er schließlich sagen kann, diese Lösung ent funft geben. Spiegel. Der Bericht ist zu ausgedehnt für den VorWalde hereingebrochen. Der größere Theil des Städtchens droht, hält 0 000 C01 Milligramm oder noch weniger des Stoffes. Nun wie wir schon fürzlich unter Depeschen berichteten, in die Erde zu ver- wird von der Lösung soviel in ein Gefäß gethan, das genau wärts" und würde sich mehr für ein Fachblatt eignen. B. M. Frau Rohrlack wohnt Große Frankfurterstraße 75, finfen. Die Kommission, die in den fich fenkenden Straßentheilen einen Liter faßt, bis der Beobachter, der an der Deffnung des Messungen vornahm, fonnte feinen festen Grund erreichen. Gine elben riecht, den Geruch wahrnimmt. Es sind verschwindende 3 Treppen. Mengen, die Passy da herausrechnet. Von Kampfer genügen Zu Tode gehetzt. Ihre Adresse ist unleserlich. Sie müssen zweite einberufene Kommission soll untersuchen, ob die auf alte Milliontel Milligramm, von Vannillin 500 Milliontel Milli- sich einmal( gegen 7 Uhr abends) auf die Redaktion bemühen. Ihre Adreſſe iſt unt Urkunden gestüßte Annahme, daß Neumark auf alten BergM. Th. Ihrem Verlangen tönnen wir nicht entsprechen. werfen aufgebaut ist, richtig ist. Einstweilen wurden die Ein- gramm, um einen Liter Luft zu parfümiren. Aber diese Mengen G. Mayer. Nach Ihrer Darstellung ist die Kündigung zu wohner einzelner Häufer ausquartirt. In der Bevölkerung erscheinen noch riesig groß gegen die dazu erforderliche Menge herrscht große Aufregung. Moschus; diesem machen sich schon unrecht erfolgt. 1000. Unseres Erachtens der Verkäufer. 0,000 000 000 005 Milligramm, 5 Milliontel Milliontelmilligramm, Jahu. Die Sache iſt aussichtslos.- H. H. Ja.- 30 Cöpenick. in einem Liter Luft bemerkbar. Passy ist auch der Frage Gehen Sie an das Reichs- Versicherungsamt. Dazu brauchen Sie näher getreten, warum gewisse Stoffe Geruch verbreiten und feinen Anwalt. 1895. Die Zinsen find anzugeben. andere nicht, und ist dabei zu folgenden Schlüffen gelangt: Es ist W. M. Wie hoch ist die Summe? Beuffelstr. Kommen möglich, daß für uns geruchlose Stoffe einen Geruch abgeben Sie in unsere Sprechstunde. W. G. Dazu ist kein bestimmtes fönnen, der außerhalb der Empfänglichkeit unserer Geruchs- Alter erforderlich.- G. 2. 61. Ja. Ungefähr 20 Mart. Ju Hoerberg im Gerichtsbezirk Praßberg hat, wie aus Graz berichtet wird, eine bedeutende Bergrutschung stattgefunden, wodurch der Feistritzpaß versperrt ist. Das Abrutschterrain ist etwa 350 Meter lang. 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Deutscher Holzarbeiter- Verband. Norden Zahlstelle Berlin. Bezirks- Versammlung: ( Schönhauser und Rosenthaler Vorstadt). Montag, den 8. April, abends 8/2 Uhr, Schönhauser Allee 28. Tagesordnung: Vortrag über: Zweck und Ziele der Gewerkschaftsbewegung. 2. Diskussion. 3. Werthattangelegenheiten und Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind die Kollegen folgender Werkstellen ein. geladen: Neumann, Brunnenstr. 98; Köhler& Heimburger, Brunnenstr. 98; Brüsch, Brunnenstr. 100; Kratz, Ruppinerstr. 7. Die Polire obiger Werk stellen werden besonders ersucht zu erscheinen. Ferner sind noch die Kollegen Sonntagsruhe. Durch Gesetz über die Sonntagsruhe dürfen vom 1. April cr. an Sonn- und Feiertagen Gehilfen und Lehrlinge im Barbier- und Friseur- Geschäft nur bis 2 Uhr nachmittags beschäftigt werden. Um nun den Ausfall der kurzen Arbeitszeit nicht zum Vortheil des Einen und zum Schaden des Anderen ausarten zu lassen, haben Unterzeichnete beschlossen, vom 1. April cr. an Sonnund Feiertagen um 2 Uhr nachmittags ihre Geschäfte zu schließen. Gleichzeitig bitten wir unsere werthen Kunden um geneigte Unterstützung obigen Beschlusses und zeichnen mit Hochachtung Pohl. Hiller. Zacher. Klonz. Herrmann. Lemke. Paeschke. Rummelsburg. Achtung, Stockarbeiter! Der Wertstellen Kuh gast, Fehrbellinerstr. 31, Huck, Schönhauser Allee 141a, Deffentliche Versammlung Jeschinski, Ackerstr. 47, eingeladen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Achtung! 203/19 Die Ortsverwaltung. Achtung! Karton- Arbeiterinnen und Arbeiter. Dienstag, den 9. April, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Schneider, Belforterstr. 15: Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen A. Sailer. 2. Diskussion. 3. WertstubenAngelegenheiten. 78/7 BerKolleginnen und Kollegen! Es ist Eure ernste Pflicht, in diefer Wer sammlung zu erscheinen. Die Vertrauenspersonen. Verein der Maschinisten, Seizer und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Sonntag, den 7. April, nachmittags 3 Uhr, in den OranienHallen, Oranienstr. 51( am Morigplay): Versammlung. Tages Ordnung: 1. Rassenbericht. 2. Vortrag über„ Zentralheizung". 3. Verschiedenes. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 195/18 - Gäste willkommen. Der Vorstand. Verband der in Buchbindereien, der Papier- und Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen( Mitgliedschaft Berlin). Montag, den 8. April, abends 82 Uhr, in Schmedel's Festsälen, Alte Jakobstrasse No. 30: aller in der Stockbranche Beschäftigten am Sonntag, den 7. April, vormittags 10 Uhr, bei Buske( früher Seefeld), Grenadierstr. 38. 229/10 Tagesordnung: 1. Vortrag: Die Umsturzvorlage. 2. Diskussion. 3. Beschlußfassung über die Maifeier. 4. Bericht des Gewerkschaftsdelegirten. 5. Verschiedenes. Die Agitationskommission. Das VI. Stiftungsfest des Buchbinder Männerchors findet Sonnabend, den 6. April, im Märkischen Hof statt. Dor Vorstand. Achtung, Vuber! Buchhandlung des Vorwärts" 2. Beuth- Straße. Berlin SW. Beuth- Straße 2. empfehlen wir das soeben Bur Maifeier in unserem Berlage erschienene neue Theaterstück: Der entlarvte Spikel. Eine Komödie in 2 Akten von C. M. Scävola. Preis 50 Pf., Porto 5 Pf. Als Rollen nöthige 10 Exemplare 4,50 M. Porto 20 Pf. Wir können diese Komödie den Vereinen als leicht aufführbar und weil aus dem Leben der jüngsten Vergangenheit entnommen als ungemein wirksam bestens empfehlen. Ferner ist in unserem Verlage soeben erschienen: Karl Marx' Die Klaffenkämpfe in Frankreich 1848 bis 1850. Mit einer Einleitung von Friedrich Engels. 112 Seiten Oktav. Preis Mr. 1,-. Porto 10 Pfennig. Mit dieser Schrift, die ursprünglich unter dem Titel 1848 bis 1850" int der„ Neuen Rheinischen Zeitung"( Politisch ökonomische Revue, Hamburg 1850) erschienen ist, unterbreiten wir der Deffentlichkeit eine meisterhafte Studie von Karl Marr, worin der Begründer der materialistischen Geschichtsauffassung zum ersten Male diese fruchtbare Methode anwendet zur Aufhellung des Charakters der 1848 er Revolutionsbewegung und der ste bedingenden wirthschaftlichen und fozialen Kräfte. Die Einleitung von Friedrich Engels zeichnet fnapp und flar mit scharfen Schlaglichtern auf die Gegenwart die gefchichtliche Entwicklung der revolutionären proletarischen Tattit vom Barrikadenkampf bis zum allgemeinen Stimmrecht und zur Umsturzvorlage, die dazu bestimmt ist, das Erscheinen folcher Schrifteu unmöglich zu machen. Freie Volksbühne. Hente, Sonnabend, den 6. April, Da schon von vielen Seiten der in den Festsälen von Louis Keller, Stoppenstraße Nr. 29: Wunsch von Kollegen ausgesprochen worden ist, unsere Morgensprache auf der Brauerei Königstadt, Schönhaufer Allee 10/11, bei einem gemüthlichen Frühschoppen abhalten zu wollen, so werden hiermit alle Kollegen zum Sonntag Vormittag, den 7. April, freundlichst eingeladen. 4856 Gruß von mehreren Kollegen. Nußbaum- Möbel verk. schleunigst Kleiderschrank, Wäscheschrank, 19, Ausziehtisch, Großes Konzert. elben Programm: I. Theil: * 1. Duverture zur Dper Die Zigeunerin", Balfe. 2. a) Prolog, verfaßt von Franz Mehring; b) Günther Walling: Peter von Arbues, vorgetragen von Helene v. Rienzi. 3. a) Das taube Mütterlein, Kaun; b) Der Wanderer, Schubert( Bariton- Solo).* 4. Erinnerung an R. Wagner's ,, Tanns häuser", Hamm. 5. Gruß des Pagen aus der Oper Die Hugenotten", Meyerbeer, gesungen von Annie Hindermann.* 6. Phantasie aus der Oper ,, Ernani", Verdi. II. Theil. Ausserordentliche Generalversammlung. Sophatisch 2, Delgendide, prachtvolle Beſchnitt, gefungen vom Gesangverein„ Typographia". 9. Concert, Mendels Tages Ordnung: 78/6 1. Engere Abstimmung über die unerledigten Anträge zur Urabstimmung. 2. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. R Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist zahlreiches Erscheinen unbedingt nothwendig. Der Vorstand. Achtung! Achtung! Röpfe 4,50, Bettgestelle 12, Plüschgarn., Schlagregul., Teppiche, Gardinen spott billig Landwehrstr. 5/6, I.( Nähe Alexanderplatz). * 7. Traumbilder- Phantasie, Lumby. 8. a) Vineta, Abt; b) Hüttelein, sohn, gespielt von Fritz Borisch. 10. a) Die Frühlingszeit, N. Becher; b) Der Abschied, Stern, gefungen von Annie Hindermann. 11. a) Emanuel Geibel: Der Mythus v. Dampf; b) Béranger: Die heilige Alliance der Völker, vorgetragen von Paul Nollet.* 12. Geschichten aus dem Wiener Wald, Strauß. Die mit bezeichneten Piècen werden von dem Berliner KonzertAllen Freunden und Bekannten theile Orchester( Dir. G. Graß) ausgeführt. ich mit, daß ich mein Weiß 1. Bairisch- Bier- Lokal von Weberstr. 66 nach Naunynstr. 65 Fachverein der Holz- und Bretterträger Berlins und Umgegend. Mitglieder- Versammlung verlegt habe. am Sonntag, den 7. April 1895, vormittags 10% Uhr, bei Kraah, Schönleinstraße 6. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1895. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Gäste sind herzlich willkommen. Die Mitglieder werden ersucht, zu dieser Versammlung alle zu erscheinen. 146/13 Der Einberufer. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. General- Versammlung am Montag, den 8. April 1895, abends 8½ Uhr, bei Schulz, Oranienstraße Nr. 51. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal. 2. Wahl des 1. Borsigenden. 3. Ver einsangelegenheiten. 204/17 Die Rollegen werden bringend ersucht, die Billets von der Matinee bis Sonnabend, den 17. April, abzurechnen. Der Vorstand. Achtung! Bentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler u. s. w. ( Verwaltungsstelle Berlin G.) Die Zahlstelle ,, Am Ostbahnhof Nr. 7" ist verlegt nach Fruchtstrasse 20 zu Herrn Zimmerling, zwischen Am Ostbahnhof und Friedrichsfelderstraße". 237/16 2 Die Ortsverwaltung. Künstl.Zähne M. Vollst. schmerzl. Zahnziehen 1M. Plomben 1,50 M. Rep. 4976 4900 E. Gröppler, Dickkopp. Vereinszimmer zu vergeben Manteuffelstr. 67. Osang's Bierstube, Reichenbergerstraße 184, hält sich Freunden u. Bekannten bestens empfohlen. Abends Musik, Unterhaltung. Billige, gute Speisen u. Getränke. 494b Louis Ehrenberg Am Molkenmarkt No. 7 ( früher Annenstr. 16) empf. Freunden u. Bekannten sein Weiss- u. Bairisch- Bierlokal. Etablissement ,, Süd- Ost" Empfehle meinen Saal( 300 Personen Waldemarstr. fassend) und Restaurant zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art. Sonnabende u. Sonntage sind noch frei. 1865* C. Ulrich. Englischer Hof Neue Roßfir. 8. Nach dem Konzert: Tanz. Die Tanz Erlaubniß ist bereits ertheilt. Billets à 50 Pf.( inkl. Tang) für Mitglieder und Gäste sind in den Zahlstellen zu haben. Frau A. Laege( Bahlstelle 9), Fürbringerstr. 9, hat ihre Zahlstelle abgegeben. Die Mitglieder dieser Zahlstelle werden gebeten, bei A. Böttger, Zossenerstrasse 31, zu zahlen. Der Vorstand der Freien Volksbühne. 300/19 J. A.: Julius Türk, O., Blumenstraße 21. MöbelGelegenheitskauf zu außergewöhnlich billigen Preisen. Für Brautleute ganze Einrichtungen Achtung! Bahnersatz, auch Theilzahl., wöchentl. 1 Mart, Guckel, Laufiger Play 2, Elsasserstr. 12. Cigarren von 200-1000 m. Theilzahlung ge- zu Fabrifpreisen von 33 M. an, große stattet. Elegante Nußbaum- u.Mahagoni- Auswahl in allen Preislagen in vors Kleiderspinden und Vertikows 30 M., züglicher Qualität, empfiehlt einfache 15 M., Sophas, Bettstellen W. Lindemann, Heimstr. 24. mit Matraßen 20 M., Waschtoiletten, Küchenspinden, Kommoden 12 Schwarze( 1000) Damen! 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Die Handlungsweise des betreffenden wurde in der Versammlung allgemein gemißbilligt und soll die Angelegenheit näher untersucht werden. Holzschläger contra Forstfisfus. Eine wichtige Ent daß in diesem Falle das Gewerbegericht die thatsächlichen wwAltersversicherungs- Gesetzes hat das Kammergericht gefällt. Der Arbeitnehmer- Beisitzer an Gewerbegerichts- Sizungen für berechtigt anerkannt worden sind. Der Wucherer der Halbwelt. Die Szenerie im ffeinen preußische Forsifistus beschäftigt in seinen Forsten auf Afford theilzunehmen John Arbeiter als welche Holzschläger u. s. w., Schwurgerichtssaale zu Moabit, in welchem fich seit mehreren vers Bum Schluß gab die Versammlung ihre Meinung durch einTagen der Wucherprozeß Labaschin und Genossen abspielt, hatte ſicherungspflichtig nach Maßgabe des Alters- und Invaliditäts- müthiges Zustimmen zu folgender Resolution Ausdruck: Das Oberverwaltungsgericht hat in einer prinzipiellen Entfich gestern vollständig verändert. In den Berhandlungen wider gesetzes sind. Auf grund eines Ministerialerlasjes erfolgt die Labaschin war eine eintägige Ruhepause eingetreten, welche von Einklebung der Marken nicht unmittelbar nach Beendigung der scheidung im Krankenkassen- Versicherungswesen anerkannt, daß Der zweiten Strafkammer zur Erledigung eines anderen Wucher- Arbeit, sondern erst nach Feststellung des Gesammtlohnes; die Heimarbeiter, die nur für einen Arbeitgeber arbeiten, stets unprozesses benutzt wurde. Der Angeklagte war diesmal der schon Folge ist, daß die derart beschäftigten Arbeiter bis zur Fest- mittelbar versicherungspflichtig sind. Die Versammlung ist der dem Heimbejahrte Handelsmann Franz Grande, der auf der Antlage- ftellung ihres Lohnes ohne Quittungskarten bleiben. Sieben Anschauung, daß die Ausnahmestellung, die dem verklagten nun den Fiskus auf Schadenersay, arbeiter durch das Landgerichtsurtheil vom 14. November 1894 bank den Eindruck eines vollendeten Biedermannes macht. Den Arbeiter indem fie Vorsiz führte diesmal Landgerichtsdirektor Rieck, die Angeltend machten, daß ihnen infolge der zuerkannt ist, den Bestimmungen des Tit. VII der Gewerbeflage vertrat Staatsanwalt Strähler, die Vertheidigung Nichtaushändigung ihrer Quittungskarten nach beendigter Be- Ordnung zuwiderläuft. Unbehindert dieser Entscheidung hält die Versammlung für führte Rechtsanwalt Wronter. Der Zeugenraum war ge- fchäftigung eine anderweitige Arbeit, welche ihnen kontraktlich füllt mit weiblichen Gestalten verschiedensten Alters und verzugesagt war, entgangen sei. Den ihnen dadurch verursachten nöthig, daß alle gleichen Streitfälle zur Entscheidung des Ges schiedenster Tournüre, alte Frauen und junge Dämchen, volle Schaden berechneten fie auf je 19 M., wurden aber vom Land- werbegerichtes gebracht werden, und verpflichtet die Gewerkschaft, 3 und were je Blondinen und schlanke Brünetten, Mädchen in Sammetroben gericht Frankfurt a. Oder mit ihrer Klage abgewiesen. Sie dahin zu wirken, in Berufungsfällen eine nochmalige Entscheidung und wallenden Federhüten, daneben alte Weiber in dürftige legten Berufung mit der Begründung ein, daß nach den gesetz zu erwirken." Umschlagetücher gefüllt. Die Mehrzahl der Zeuginnen gehört zu lichen Bestimmungen die Einklebung der Marten spätestens bei Zum Schluß wählte man als Ergänzung in die Kontrolla den Damen, die sich gewerbsmäßig in den Strudel der Un- Beendigung ihrer Beschäftigung hätte erfolgen müssen. Das kommission den Kollegen Adolf Schulz. moralität stürzen. Herr Grande ist der Geldmann der Halb. Rammergericht hat nun nach eingehender Beweisaufnahme die welt. Er betrieb in seiner in der Karlstraße belegenen Borentscheidung trotz jener ministeriellen Verordnung aufgehoben am Wohnung ein sogenanntes Waarengeschäft, seine Kundschaft und nach dem Klageantrage erkannt, also jedem der sieben Arbestand aber, wie er selbst mit züchtigem Grröthen zugab, in den beiter 19 M. Schadenersatz zugesprochen. legten Jahren zumeist aus der sogenannten„ Kaffeekundschaft", d. h. aus Mädchen, welche die Stammgäste der Nachtcafé's, Café Keck, Café National 2c. sind. In diesen Kreisen war es allgemein bekannt, daß man sich in Fällen der Geldnoth vertrauensvoll an den Angeklagten wenden konnte, der mit Ver- Eine öffentliche Parteiversammlung für den dritten gnügen das gewünschte Geld hergab. Aber Herr Grande hatte Berliner Reichstage- Wahlkreis tagte am 3. April leider bei fich eine ganz besondere Methode zurecht gelegt. Er verborgte äußerst schwacher Betheiligung der Genossen im Märkischen grundfäßlich kein Geld gegen Zinsen, sondern trat den Damen" Hof", Admiralstr. 18c. Stadtv. Theodor Meyner hielt in folgender Weise näher. Er erkundigte sich zunächst einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über:„ Der 1. April", Köpenick. Der hiesige Arbeiterverein hielt am 2. April nach ihren materiellen Verhältnissen und zeigte erst worin er die Wandlungen in den Anschauungen des Bürger eine Versammlung ab. Den ersten Gegenstand der Tagesordnung dann Geneigtheit zur Hilfe, wenn die Mädchen eigene Möbel thums seit dem Amtsantritt Bismarc's im Jahre 1862 bis auf bildete der Vierteljahresbericht des Kassirers, der einen Ueberbesaßen. Dann sagte er ihnen mit möglichst salbungsvollen die legtverflossenen Tage einer herben Kritik unterzog, dabei die schuß von 172,16 M. aufweist. Die Mitgliederzahl beträgt Worten: Mein liebes Kind, auf Zinsen gebe ich Ihnen über angeblichen Großthaten" des„ Heros des Jahrhunderts" auf gegenwärtig 252. Die diesjährige Maifeier soll im Lokal des haupt kein Geld. Sehen Sie, es giebt zu viele schlechte Menschen, ihren eigentlichen Werth zurückführte und zum Schluß den Stand Herrn Klein veranstaltet werden, und wird das Entree auf fie sind nicht alle gut und ich fomme dabei vielleicht in die punkt des aufgeklärten Proletariats zu den Narrheiten 20 Pfg. für Herren und 10 Pfg. für Damen festgesetzt. Sodann Patsche. Wenn ich Ihnen dagegen Waaren verkaufe, tann ich des Bürgerthums in bezug auf die Bismarck- Ehrung scharf wird der Wittwe eines verstorbenen Mitgliedes eine kleine Unternehmen, was ich will". Der Biedermann gab dann den Geld- präzisirte. Von einer Diskussion des interessanten Vortrages stüßung gewährt, worauf die Versammlung nach Erledigung suchenden das gewünschte Darlehn zinslos, verpflichtete sie aber, wurde Abstand genommen. Ueber die Art der Maifeier, die einiger Vereinsangelegenheiten geschlossen wurde. von ihm Waaren aller Art, wie Wäschestücke, Möbel, Betten, übrigens, wie der Vertrauensmann Fritz hervorhob, durch Be= Arbeiter- Bildungsschule. Connabend Abend 7%-8% Uhr: Lektüre. Goldsachen in einer Menge zu entnehmen, die mit dem gewährten schluß des Parteitages bereits entschieden sei, entspann sich eben- 8%-10% Uhr: Nordschule, Müllerstr. 179a, Distutirübungen; Süd- Ost- Schule, Darlehn in gar keinem Berhältniß stand. Die Waaren, die er fulls feine Debatte. Nachdem Frizz bekannt gegeben, daß bereits Waldemarstr. 14, Distutirübungen( Thema: Bunft 10 des Erfurter Programms. Leiter: Dr. Lur. Referent: Genosse Franz Schulz). unentgeltlich. selbst nicht führte, besorgte er von dritter Hand und berechnete die Neue Welt" in der Hafenhaide zum Zweck der Maifeier wie Bei allen Unterrichtsfächern werden Damen und Herren jederzeit auffich, wie er selbst zugiebt, bei der Lieferung einen Verdienst von im Vorjahr gemiethet sei, wählte die Versammlung ein elf- genommen. 33½s pet. Die Darlehnsnehmerinnen bissen in den fauren Apfel, gliederiges Komitee, welches die weiteren Arrangements in die Tischler- Verein. Heute Abend 9 Uhr, Melchiorstraße 15: GeneralVersammlung. da sie sonst überhaupt kein Geld erhielten und entnahmen nun Hand nehmen soll. Unter Punkt„ Verschiedenes" erstatteten zu- Verein ehemaliger Schüler der 30. Gemeinde- Schule. Sonnabend, Waaren in Hülle und Fülle. Sie mußten dann sowohl über nächst die Lokalkommissions- Mitglieder König und Heinrich den 6. April, abends 8 Uhr, im Restaurant Richet, Koppenstraße 65. Bortrag Bericht das Darlehn als auch über die Waarenlieferung einen Wechsel furzen des Mitgliedes Lorbeer über: Geschichtliches über Seefahrten". erfolgte sodann die Neuwahl Fachverein der Uhrmacher und verw. Berufsgenossen. Heute ausstellen, sich zu wöchentlicher Abzahlung von 10 bis 20 m. der Kommissionsmitglieder. An ihre Stelle treten Wohlsdorf, Sonnabend, den 6. April, abends 9 Uhr, im Restaurant King u. Ko.( früher verpflichten und erhielten von dem Angeklagten ein schönes Wasserthorstr. 20, im Laden und M a h I e, Alexandrinenſir. 118a, Wienece), Quite Jatobſtraße 83: Ordentliche General- Verfammlung. Bericht Buch, in welches die Zahlungsverpflichtungen und die Ab- Hof 1 Tr. Pönig brachte hierauf eine Angelegenheit der des Genossen Näther:" Die Aussperrung der Uhrenarbeiter und Arbeiterinnen zahlungen eingetragen wurden. Wenn es mit den Zahlungen organisirten Kellner mit dem Wirth der„ Arminhallen" zur Moabiter Handwerker- Verein. Heute Gonnabend, den 6. April, haperte, konnte der Angeklagte sehr unangenehm werden. Den Sprache, welche bereits, wie Heinrich erklärte, in der nächsten abends 9 Uhr, Berlebergerſtr. 23 im Artus- Hof" Vereins- Sizung. Borher vereinzelten Fällen, in denen ihm das Zeugniß eines netten und Sigung der Lokalkommission ihre Erledigung finden soll. Eine Vortrag des Naturheilkundigen Herrn Otto Grundmann- Charlottenburg über ,, Worte über naturgemäße Behandlung". freundlichen Herrn ertheilt wird, stehen zahlreiche Fälle gegen weitere Debatte ergab sich aus der Frage des Genossen Jahn über, in welchen der Angeklagte erbarmungslos gegen seine wegen Freigabe des Lokales Buggenhagen am Kundinnen vorgegangen ist und sofort mit Klagen und Moritzplatz. Daffelbe wurde wurde bekanntlich auf die Dauer Pfändungen vorging. Ein ganzer Berg von Pfändungs eines Jahres gesperrt, weil der Wirth Müller seinen Saal zu protokollen, die sich auf dem Gerichtstische aufthürmen, zeigt, wie einer Arbeitslosen- Versammlung verweigerte. Dieses eine Jahr oft der Angeklagte angenommen hat, daß Gefahr im Ver- ist bereits im Februar abgelaufen und waren mehrere Genossen zuge" fei. Er will nämlich nur in solchem Falle zum deshalb der Ansicht, daß das Lokal nun wieder freigegeben äußersten gegriffen gegriffen haben. Einzelnen der Beuginnen werden müsse; Grauer bekämpfte dieselbe und will den Wirth sind nach und nach ihre gesammten Wirthschaftsgegenstände ver- mit demselben Maße wie die übrigen seinerzeit dem Saalsiegelt worden und sie müssen zum theil noch heute an den An- verweigerer- Verein Beigetretenen gemessen wissen. Schließlich geflagten abzahlen. Ihm wurden 23 Fälle des Wuchers zur Last drang die Meinung durch, daß, wenn Herr Müller sich selbst gelegt, die sich fast durchweg innerhalb des oben gezeichneten meldet und in die Bedingungen der Lokalkommission eingehen Bildes abspielten. Wie bedenklich diese Geschäftspraxis für die will, das Lokal freizugeben sei. von dem Angeklagten bedienten Mädchen und Frauen war, zeigte Der Fachverein der Uhrmacher hielt am 23. März eine ein Fall, in welchem die betr. Zeugin, um 50 M. geborgt zu er Versammlung ab, in der die Fortsetzung der Diskussion über ein halten, Wäsche im Betrage von 133 M. aufgehalst bekam. Es ergab sich daraus ein Zinssat, den der Vorsitzende, je nach den der schlechten Beiten" erfolgte. Das Referat war eine Kritik der von dem Genossen Mäther behandeltes Thema:" Die Ursachen Gesichtspunkten, aus welchen gerechnet werden kann, auf in Minimo 762/3, in Maximo 692 pet. berechnete. In anderen unter diesem Titel von Herrn Marfels herausgegebenen Broschüre. Fällen ergaben sich 58, 117, 230 pt. Theils war große Noth: Herr Mamuß hatte als ein Anhänger und Verfechter der Ideen Henry George das einleitende Referat übernommen. Redner lage, theils großer Leichtsinn die Grundlage zum Abschlusse des legte dar, daß an all dem gesellschaftlichen Uebel von heute die Geschäfts. Staatsanwalt Strähler hielt das Treiben des Grund- und Bodenrente schuld sei, da diese ausschließlich nur Angeklagten für um so verwerflicher, als die Geldsuchenden für cenen, welche im Besize von Hypotheken feien, zu gute käme. An die Gewährung geringfügigen Darlehns in viel größere Schulden vielen Beispielen und statistischem Material weist Redner den großen last gestürzt wurden. Der Staatsanwalt beantragte 1 Jahr hieraus resultirenden Gewinn nach und fordert auf, zur Beseitigung 6 Monate Gefängniß und 3 Jahre Ehrverlust, sowie der Grund- und Bodenrente mit beizutragen. Die Arbeiter 2000 m. Geldstrafe, event. noch 200 Tage Gefängniß. Rechts könnten, da sie nicht nöthig hätten, die drückenden Abgaben in anwalt Wronter gab den Angeklagten in moralischer Beziehung preis, bestritt aber, daß hier der angestrebte Nutzen in Gestalt von Miethen, Pachten, Hypothekenzinsen und dergleichen auffallendem Mißverhältnisse zu die Eigenthümer abzuliefern, Produktivgenossenschaften der Leistung gestanden habe. Bei der Natur dieser mit denen gründen; auf grund der Akkumulationsfähigkeit des Kapitals Bugvögel, würde ihnen überaus reichlich Angebot von Kapital zufließen, der Angeklagte Geschäfte gemacht, habe derselbe auch eine große Risikoprämie sich berechnen müssen. Er beantrage da mit dem sie den Unternehmern Konkurrenz machen könnten und schließlich vollständig verdrängen würden. Redner erklärt, daß her Freisprechung bezw. geringere Strafe. do Der Gerichtshof erachtete den Angeklagten für schuldig im ihm nichts ferner liege, als eine Agitation gegen Partei- Interessen Sinne der Anklage. Der Gerichtshof war im allgemeinen der und Prinzipien der Sozialdemokratie, er wolle nur auf die un- Monats Ansicht, daß bei Darlehnsgeschäften alles, was den Eag von geheuren Schäden der Gesammtheit durch die Grund- und Boden- Blaue Wolfe II, Sigung jeden Sonnabend 9 Uhr im Restaurant F. Steuer, 20 pet. übersteigt, über das zulässige Maß hinausgeht. Das rente hinweisen. Kollege Wagner gab seiner Befriedigung Weinstraße 22. 9 Uhr, bei F. Krüger, Fennstraße 5. Rauchflub unverzagt, abends über das Gehörte Ausdruck, dabei anführend, daß die Sozial- uhr bei Vogel, Lebuserstr. 13. Stattlub Blaue Blouse, jeden Urtheil lautete auf zehn Monate Gefängniß, Ghrverlust demokratie außer der Beseitigung der Grund- und Bodenrente, Sonnabend bei Wuttte, Graudenzerstr. 2.- Stattlub Revolution, Sigung auf 3 Jahre und 1000 M. Geldstrafe event. 100 Tage Gefängniß. welche gewiß ein Hauptübel fei, eine Regelung der gesammten jeden Sonnabend s uhr bei Hauptmann, Wienerftraße 1-6 Ein Monat wurde auf die Untersuchungshaft angerechnet. Produktion und Konsumtion herbeiführen will. Die Beseitigung Stralsunderstr. 19.- Vergnügungsverein Alpen veilchen, jeden SonnWegen Beleidigung des Amts- und Gemeinde- Vorstehers des einen Uebels hebe die Ungerechtigkeit des anderen nicht auf. abend% 10 Uhr Sigung bei Ruppin, Blumenstr. 49. Sonnabend, abends 9 Uhr, beim Restaurateur Sodike, JInselstr. 1. ArRoder zu Lichtenberg war der Redakteur und Verleger Aehnlich sprach sich Kollege Näther aus. beiter- Bitherflub Frohsinn abends 8 Uhr im Restaurant Retch, Blumen= der Bolts- Zeitung" für die Kreise Ober- und Niederbarnim", Im Verein deutscher Schuhmacher( Filiale I) bielt am Paris, Gleditschstr. 23. Gäste willtommen. straße 32.- Vergnügungsverein Brudertette, Sigung abends 9 Uhr bei Roch, in der Berufungsinstanz von dem Landgericht II hier zu 1. April Genosse Niederauer eine interessante Vorlesung. Dansk Forening Freja, Oranienstrasse 51, Módeaften hver Lòrdag sechs Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Die von dem Unter Vereinsangelegenheiten wird mitgetheilt, daß am 15. Juni Angeklagten hiergegen eingelegte Revision wurde von dem Straf in Lips' Brauerei das Stiftungsfest des Vereins stattfindet. Rue St. senat des Kammergerichts zurückgewiesen. Ferner werden die Mitglieder ersucht, mit ihren Billets vom Weihnachtsvergnügen und dem Maskenball möglichst schnell abzurechnen. an " in der Schweiz." Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 7. April, abends oy Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Bortrag des Fri. Jda Altmann über Mönch und Freiheitsheld". 9-11 Uhr: Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzpläten beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin 1. Bersammlung am Montag, den 8. April, abends 8½ Uhr, bei Wille, Andreasstraße 26. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, Pafcwalterfir. 3. Alle Aenderungen im Vereinetalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 49, v. 2 Tr. Sonnabend, Abends Uebungshunde und Aufnahme neuer Mitglieder. Gesangverein Esmeralda, Königsbergerstr. 5 bei Nastowsty. Grüne Giche, Nixdorf, ermannstr. 48. Gde Herrfurthstraße, bei heidaus. Lyrania, Lands berger Alice 156 bei Goebel. Ganges Echo, Naunynftr. 86, bei Zubeil. männerchor, Prinzen- Allee 10 bei Bergmann Glück zu, Pascwalferfir. 3 bei Neumann. Gesundbrunner Männer- Gefang= verein Liedertranz in Brandenburg a. d. Havel, Mengert's Boltsgarten, Bergstr. 6. Deutsche Eiche II, Brandenburg a. d. Havel, Hauptstraße, intel's Calon. Frisch auf I, Friedrichsberg, Rummelsburgerfir. 23 bei Emil Neumann. Sängerlust, Luckenwalde, Beeligerstr. 34 bei Otto Männer- Gesangverein Fortschritt, Königsbergerstraße 28 bet Emil Heinecke. Schulze. Lei Leichniß Hand in hand II, Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 11 Männer- Gesangverein Immergrün, Tegel, Span= Moabit, Havelbergerstr. 31. Freie Dauerfir. 15 bei G. Rentner. Hand in Hand I, Sänger, Schmargendorf, Wirthshaus Friedrich. Alle Buſchriften, den Bund der gefelligen Arbeitervereine betreffend Reichenbergerfir. 24 bei Tauschte. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend find zu richten an: P. Gent, Adalbertstr. 95. Sonnabend: Theaterverein effing, Blumenftr. 46 bet Tarmuschat( jeden 2. und 4. Gonnabend). Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Turnverein 3. Männer- Abth. Boechstr. 21. 2. Lehrlings- Abth. Gemischter Chor Gleichheit, Abends 9 Uhr, Sonnabend im Monat Sigung bei G. Beichnis, ich te( Witgt. d. Deutschen Arb.- Turnerb.) turnt heute: 1. Männer- Abth. Stalizerfir. 65-56. Friedensir. 37. Emdenerstraße, Restaurateur Schirmer. Bühnenverband Normania, jeden lezten Königsbergerstraße Nr. 28.- Privat Theater Gesellschaft Schiller, Gigung Abds. 9 Uhr bei Linke, Puttbuserstr. 24. Nach der Sizung: Fidelitas. Privattheater- Gesellschaft Toni, Sonnabend 9% Uhr bet guleger, Swines Gonnabend, Abends 9 Uhr, bei Reichelt, Safenhaide Nr. 45/47. münderstraße 144. Theaterverein Lustige Brüder II, Sigung jeden Theatergesellschaft Immer 2ustig, Abends 9 Uhr, Sigung bei Ruhl, Ghorinerstr. 63. Bergnügungsflub Ostend, Sigung Abends Geselliger Arbeiter Verein Proletaria, Sonnabend nach Dem 1. und 9hr im Restaurant Rudolf, Krautstraße 6. 15. jeden Abends 9 ühr bei Sommer, Grünstraße 21. Rauchklub Rauchtlub Dornröschen, jeden Sonnabend, Abends Stattlub Brüderlichkeit, Sonnabend von 9-11 Uhr Sigung bet Wittwe Lehn, Tambourverein Ruf, Kl. 9. Besógende ere velkomne. Danske Aviser findes i Lokalet. Sonore 314 Gafe du Lion be Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Ber= fammlung; reiche Bibliothet, Beitungen, französischer Unterricht. Deutscher sozialdemokratischer geseklub in Paris. London. Der einzige hiesige sozialdemokratische Berein Londons, der alte, von Karl Mary und Friedrich Engels 1846 mitbegründete Kommunistische Arbeiter: Bildungsverein befindet sich nach wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. Literarische s. Kanner, Dr. Heinrich, Postdebit, Postboykott und Briefgeheimniß in Desterreich. Eine Studie auf dem Gebiete des Preßrechtes.( Separatabdruck aus Nummer 20 der Wiener Wochenschrift Die Zeit". Wien 1895. Verlag Die Zeit“. 31 S. 80. Preis 15 Kreuzer ö. W.( 25 Pf.) Eine für das Krankenkassenwesen nicht unwichtige Entscheidung ist fürzlich vom Magistratskommissar gefäйt worden. Die Arbeiterin einer Luruspapierfabrik war In einer öffentlichen Versammlung der Schneider beim Eintritt in das Arbeitsverhältniß Mitglied der Orts- und Schneiderinnen, die am 2. April in den„ ArminKrantentasse der Steindrucker und Lithographen geworden. hallen" tagte, referirte Genosse Timm über: Die rechtliche Diese erhob für den Eintritt 1,25 Mart. Die Klägerin Stellung der Heimarbeiter zu der sozialpolitischen Gesetzgebung, forderte Rückzahlung dieses Betrages von der Kaffe, weil sie aus- mit bezug auf die Entscheidung des Ober Verwaltungsgerichtes weislich des Mitgliedbuches innerhalb der legten 13 Wochen vor im Krankenversicherungswesen". Redner bedauerte es, daß durch ihrem Wiedereintritt bereits Mitglied der Kasse gewesen war Landgerichtsentscheid am 14. November 1894 den Heimarbeitern und daher laut Statut von der abermaligen Zahlung des Ein die durch Gewerbegerichtsentscheide anerkannte rechtliche Stellung trittsgeldes hätte befreit sein müssen. Der Vorstand der Orts- illusorisch gemacht wurde, und begrüßte es als einen Schritt taffe verweigerte die Rückzahlung der 1,25 M., weil nach seiner vorwärts, daß neuerdings in einer Verwaltungs- Streitfache Ansicht nur solche Personen, die innerhalb der verflossenen der Orts- Krankenkasse der Schneider zu Berlin wider die 13 Wochen einer anderen Krankenkasse angehört haben, von einer Armendirektion zu Berlin, die rechtliche Stellung der He m- in Breßfachen illustrirt sehen will, dem ist die hier angezeigte neuen Beitragszahlung befreit feien. Der Magistratskommissar arbeiter tilar präzisirt wurde. Er betonte im Anschluß hierian Broschüre aufs wärmiste zu empfehlen. In derselben wird der gab aber dem flägerischen Kaffenmitgliede recht und erkannte die Nothwendigkeit, daß dieser Standpunkt auch beim Gewerbe- mit allen, auch den ungefeßlichen Mitteln geführte Kampf der auf Rückzahlung des Eintrittgeldes. Es dürften von Ortsgericht wiederum klar und bestimmt zum Austrag gebracht österreichischen Behörden gegen die Frankfurter Zeitung" sachKrankenkassen nur für Mitglieder Eintrittsgeld erhoben werden, werden müsse. Ad. Schulz, Kassirer der freien Hilfskasse der kundig und rückhaltlos dargestellt." Manche allgemeine Auswelche während der letzten 13 Wochen überhaupt nicht versichert Echneider, erklärt, daß Absprechung der Kündigungsfrist bei führung kann auch diejenigen intereffiren, denen das österreichische gewesen seien. Heimarbeitern in direktem Widerspruch mit dem Gesetz stehe, Chinesenthum gleichgiltig ist. " Wer an einem Einzelfalle die österreichische Willkürherrschaft -b Waarenhauts Sigm. Simonsohn, Oranienstraße 166, 2. Haus vom Oranienplak. Teppiche, Gardinen u. Gardinenreste, Portièren, Tischdecken außergewöhnlich billig. Moderne Strohhüte 38 Pf., weiße Damenhemden 66 Pf., Damen- Blousen 93 Pf. Große Berliner Schneider- Akademie. Berlin C., Rothes Schloss nur No. 1. 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