Nr. 83. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns mud Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sieben Tage sollst du arbeiten. Heute, am 7. April, ist der Sonntag, an dem die Vorschriften über die Sonntagsruhe in Industrie und Handwerk zum ersten Mal zur Geltung gelangen. Die Sonntags ruhe? 11 Die Bibel lehrt: Sechs Tage sollst du arbeiten, am siebenten aber sollst du ruhen!" Das ist zweifellos ein Sakrileg an dem heiligen Geist des Kapitalismus. Die Bibel will dem Kapital, dem Anwender der Arbeiter ein volles Siebentel des Einkommens bestreiten. Solche subversive Ansichten aber fallen unter den Bereich des§ 130 der Umsturzvorlage, und da der pp. Moses seine Ansichten sogar in einer tate gorischen Aufforderung ausklingen läßt, so haben wir die schönste Realkonkurrenz auch mit dem§ 111 der Umsturzvorlage, folglich kommt der neue§ 23 Absah 3 des Preßgesches zur Anwendung und die Polizei wird alle Bibeln beschlagnahmen müssen, sowie die Vorlage erst Gesetz geworden ist. Sonntag, den 7. April 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. eine vierundzwanzigstündige Unterbrechung ermöglichte.[ Richtung zu ziehen und der offiziellen deutschen Sozial" reform damit einen Spiegel vorzuhalten." Ferner sind für den Gütertransport auf den Eisenbahnen, für das Bäcker- und Konditorgewerbe, das Barbier- und Selten ist ein Unternehmen mit so viel Lärm in Szene Friseurgewerbe, die Wind- und Wassermühlen 2c. 2c., und gesetzt worden wie die preußisch- deutsche Sozialreform, man überall dort, wo ein unverhältnißmäßiger Schaden" verstieg sich sogar bis zu der fühnen Behauptung, damit nach Ansicht der unteren Verwaltungsbehörde! eintreten der Sozialdemokratie den Wind aus den Segeln zu nehmen, würde, die Bestimmungen so foulant, daß man nur mit und selten haben die kreißenden Berge ein so lächerlich Anstrengung das Lachen unterdrücken kann, wenn man hier kleines Mäuschen geboren als es die Praxis der deutschen von einer gewerblichen Sonntagsruhe sprechen hört. Sozialreform iſt. Die Ausführungsbestimmungen über Im großen und ganzen ist nur das gesetzlich festgelegt, die Sonntagsruhe sind gewissermaßen der letzte Bissen des was sich als gewohnheitsmäßiger Zustand bereits ein- vergeblich angebotenen Zuckerbrotes, denn jetzt versucht gebürgert hat. man es, der Abwechselung wegen, wieder einmal mit der Im Oktober 1892 hatte es offiziös geheißen, daß nach Peitsche, aber an diesem lezten Bissen schmeckt man konumfassenden Vorarbeiten" im Reichsamt des Innern ein- zentrirt alle die Ingredienzien, aus denen bei uns die Zuckergehende Entwürfe aufgestellt worden" seien, die zunächst an erbsen für leichtgläubige Kinder gebacken werden. Das ekeldie preußischen Regierungen und die einzelnen Bundes- haftefte an ihnen aber ist doch der muckerische Schleim, staaten zur Vorlage an die einzelnen Gewerbszweige ge- mit dem man die unüberbrückbaren Gegensäge zwischen gangen wären. Aus dem Schluß der offiziösen Mit dem Christenthum und der kapitalistischen Intereffenjagd theilungen ging hervor, daß man den 1. April 1893 als auszugleichen sucht. Termin für das Inkrafttreten der industriellen Sonntags- Aber wir wollen nicht ungerecht sein. Für gewisse Das wäre wenigstens konsequent, so konsequent wie ruhe auf grund der Entwürfe im Auge hatte. Betriebe bringen die Bestimmungen über die Sonntagsruhe die Stellung des Protestantismus zu den zahlreichen Aber nun setzten die Unternehmer mit aller Macht ein. doch einige Verbesserungen mit sich; so vor allem für die fatholischen Feiertagen, die dem aufkommenden Jm Juni 1893 plauderte ein Interessent der heimischen Friseur- und Barbiergeschäfte, wo mit der dort üblichen Kapitalismus ein Greuel sein mußten, so konsequent wie Industrie in der Kölnischen Zeitung" aus, die Unternehmer- Arbeiterausbeutung jetzt schon des Sonntags um 2 Úhr die Haltung Eugen Richter's und seiner Paladine, so Organisation dieser Industrie habe das allerdings höchst aufgehört werden muß, so für das Schneider- und Fleischertonsequent wie die Handlungen der Sabbathschänder im wunderbare Machwerk so weidlich zerzaust, daß selbst Herr gewerbe und die Blumenbindereien, weniger schon für das weißen Saale und in der Gnadenkirche. von Berlepsch sich dieses Kindleins nicht mehr annehmen Bäcker- und Konditorgewerbe. Bei dieser Aufzählung Inkonsequent dagegen ist die Gewerbe- Ordnung, die wollte, sondern erklärte, es seien das nur Vorschläge gefällt sofort in die Augen, daß es vornehmlich kleinzahlreiche Ausnahmen von der siebentägigen kapitalistischen wesen, die feinen eigentlichen Entwurf darstellten." Mag gewerbliche Betriebe find, für die die gewerb Arbeitspflicht stipulirt, noch inkonsequenter aber sind die der betreffende Industrielle dabei nun auch den Mund etwas liche Sonntagsruhe eine wesentliche Verschiebung der Anweisungen des Handelsministers betreffend die Sonntags- voll genommen haben, soviel ist jedenfalls sicher, daß ein- Bustände gegen früher bedingen wird. Geschrieen ruhe im Gewerbebetriebe. mal das lange Hinausschleppen der bundesräthlichen und gejammert haben nun allerdings die kleinen Die gekränkte Logik hat nur den einzigen Trost, daß Bestimmungen bis auf den heutigen Tag, wo sie zum ersten Betriebsinhaber nicht weniger laut als die Großdie Bestimmungen betreffend die Sonntagsruhe nicht von Mal in traft treten, und dann der Inhalt der Be- unternehmer, aber da im Zeitalter der ausgleichenden den Manchesterleuten, auch nicht von den kapitalistisch in- stimmungen die weitestgehenden Rücksichten auf die Interessen Gerechtigkeit die Stimmen nicht gezählt, sondern gewogen fizirten Junkern gemacht worden sind, sondern daß sie nur der Gewerbe- Juhaber befundet. Das ist Geist von demselben werden, gewogen nach der Schwere ihres Geldsackes, so widerwillig abgerungene Konzessionen an die bösen Um- Geiste, der in dem klassischen Ausspruche des sächsischen kann es nicht wunder nehmen, daß die Kleinen schlechter stürzler und einige Ideologen darstellen, die„ Gottes Wort" Staatsanwaltes Hartmann zum Ausdruck kam, als er in abschneiden als die Großen- natürlich nur relativ. Auch in unbegreiflicher Verblendung noch immer höher stellen bezug auf das ganze Arbeiterschuß- Gesetz zu den Bäckermeistern das könnte den kleinen Unternehmern die Augen öffnen als den eigenen materiellen Vortheil;- und weiter, daß aus- von Plauen die beruhigenden Worte äußerte: Sie können über die Wege, die die moderne Gesellschaftsordnung wan reichend Fürsorge getroffen ist, den Arbeitern den Besuch das feste Vertrauen hegen, daß... für die Bäckereien delt, wo kein Platz für die ist, die sich nicht kraft ihres des Gottesdienstes zu ermöglichen, wodurch der Widerspruch keine Gefahr besteht... durch ein reichhaltiges Rapitalbefizes Ellenbogenraum zu schaffen vermögen. zwischen Gottes Wort und den kategorischen Forderungen System von Ausnahmen ist den grundlegenden Für die Arbeiter aber sind die Bestimmungen über die des Kapitals harmonisch wieder ausgeglichen ist. Bestimmungen ihre Härte und Schärfe gegewerbliche Sonntagsruhe nur eine neue Lehre dafür, daß Aber auch sonst ist dafür gesorgt, daß der Uebermuth nommen." Sehr mit recht hebt deshalb das" Sozial fie verlassen sind, wenn sie sich nicht auf sich selbst verlassen. der Arbeiter infolge ihrer" Sonntagsruhe" nicht allzu luftige politische Zentralblatt" auch hervor, daß die gewerbliche Im Mittelalter haben die Gesellenverbände mit einer Burzelbäume schlägt. Da giebt es zunächst die gesetzlichen Sonntagsruhe einem Siebe gleiche, dessen Löcher größer Zähigkeit ohne gleichen den blauen Montag" für sich zu Ausnahmen für alle Betriebe, die ihrer Natur nach keine sind, als der Boden. Weder die schweizer Bestimmungen, referviren gewußt. Der blaue Montag war das SchuhUnterbrechung erleiden dürfen vom Standpunkt des noch die entsprechende österreichische Arbeitsordnung gehen mittel der mittelalterlichen Arbeiterschaft gegen aufs Rapitalismus natürlich, so für die Hochofenwerke, so weit, wie die Beschlüsse des deutschen Bundesrathes, und reibende Ueberarbeit. Als die Reformation im Interesse Zuckerfabriken, Gas- und Elektrizitätswerke 2c., obwohl es wäre ein verdienstliches Beginnen für einen sachkundigen der Produzenten mit den zahlreichen katholischen Festaufräumte, gewann auch hier in fast allen Fällen die fortgeschrittene Technik Reichstags- Abgeordneten, eingehende Vergleiche nach dieser tagen um der Kampf rauchte nur noch schwach an einigen Stellen. Alles weißgraue, glattschichtige Asche, wo die Fluth der goldenen Halme noch am Mittag, bei seiner Abfahrt, so segenverheißend gerauscht hatte-!! Feuilleton. V. Frau Schwarz konnte ihrem Manne nicht gut etwas von ihrem Besuch im Hause Kendelmann's sagen, weil sie [ Nachdruck verboten.] ja dabei in ihrem Zorn so leicht die Zudringlichkeit dieses Menschen erwähnt haben würde. Zu Tode geheht! 12 Und ihr Fritz war so schon in letzter Zeit hochgradig nervös. Sie hatte es aber mit sich ausgemacht, seiner Absicht, den Falschschwörer zu denunziren, nicht mehr entgegen zu wirken, ja, wenn er es nicht bald von selbst thäte, ihn dazu anzuspornen. Den Das hat wieder der Schinderhannes gethan, der befannte Mordbrenner!" knirschte er.„ Niemand anderes. Wenn ich den Saulump aber mal zu packen kriege!!" Nur keine Dummheiten!" mahnte der Spediteur. Gott ja, wir wiffen ja alle hier herum, wie's mit Ihnen beiden steht. Aber bleiben Sie ihm besser vom Leib. Das würde Sie nur in's Unrecht sehen. Wir leben heute gottlob Eine Erzählung nach dem Leben von Franz Held. Darin sah Frau Rendelmann einen versteckten Hohn auf ihr höheres Alter und sie vermerkte das sehr übel. " Ist es denn nicht eine unglaubliche Unverschämtheit Schwarz ging eines Abends im Herbst vom Flecken von Ihnen das Unverschämtheit" spie fie fauchend| Hohenthal, 100 er ein Geschäft erledigt hatte, zu in einem Rechtssteat." hervor in das Haus eines Mannes zu kommen, von Fuß nach Hause. Unterwegs traf er auf der Landstraße dem Sie sagen, er stellt Ihnen nach?!" einen ihm bekannten Spediteur, der einen großen Frachtwagen Am nächsten Tag war Schwarz auf einem Haferstück Sie haben recht", brachte ihre unfreiwillige Rivalin mit Kisten und Kasten fuhr. Er setzte sich auf dessen Ein- beim Eggen. Sein großer grauer Schäferhund begleitete heraus, aber in meiner Noth ich weiß ja nicht mehr, ladung zu ihm auf den Bock, wickelte seine Knie mit in des ihn treulich. wo aus noch ein! Doch jetzt, wo Sie mir die Thür zeigen Kutschirenden Wolldecke ein und rauchte während des Es war Mittag, Sommerfäden flogen, von der stechenwo doch alles zwischen uns aus ist da sollen Sie's wissen. Ja, meine Verehrteste, wir sind noch nicht ganz am Ende! Wir haben noch etwas ins Reine zu bringen." " Und das wäre? Was haben Sie noch für Heimtücken?!" Sie... Person. Frau Kendelmann stieß es zornbebend heraus. Das Häckelzeug ruhte endlich, ihre ganze christliche Sanftmuth war dahin, wie sie der Feind in das Wort Person" ins Gesicht schleuderte. " " Hüten Sie sich!" raunte die andere. Ihr Mann hat vor Gericht einen Meineid geschworen. Und wir haben die Beweise dafür in Händen." d Bestellen Sie das bitte Ihrem Mann! Adieu!" Der Frau Kendelmann erstarb die Antwort auf den Lippen. Sie sah der Entschwundenen noch verblüfft nach, als diese schon längst die Thür schallend hinter sich ins Schloß geworfen hatte. Im Hof des Schwart hielt man sich den ganzen Sommer über der Sequestration gewärtig. Aber die Beunruhigung war grundlos. Kendelmann mußte seinen Antrag wohl zurückgezogen haben. Plauderns gemächlich seine kurze Pfeife. Ihr Gespräch tam auf die bevorstehende Ernte. Schwarz äußerte, er freue sich besonders auf seinen Roggen; der stände sehr schön. Thatsächlich war dieser Roggen bei seiner verzweifelten Raffenlage seine letzte Hoffnung. Als sie um einen kleinen, mit braunstruppigen Eschen bestandenen Landrücken herumfutschirt waren, sagte Schwarz zu seinem Nachbar: So! jezt noch durch den Hohlweg dann sehen Sie mein Roggenfeld! Sie werden auch Ihren Spaß daran haben." Jetzt waren sie aus dem Hohlweg heraus- bogen um eine nackte, zartfaserige Birkenböschung- Schwarz witterte mit hochgehobener Nase in der Luft: * den Mittagsonne grell versilbert, horizontal schwebend über die Stoppeln hin, und wickelten sich endlich um die struppigen, dürren Disteln und um die zwerghaften KugelFichten, mit deneu der streckenweis sich dehnende SandUeber den vielen kleinen boden dicht bestanden war. Drainirungs- Kanälen, in denen der hartblaue Himmel zwischen Schilf und Wasserpflanzen sich spiegelte, lag trotz der vorgerückten Jahreszeit zitternd weißliche Gluth, tausende von Libellen schwirrten darüber hin mit zornigem Surren. Hoch oben in der blauen Klarheit zogen Wandervögel mit ein förmigem Klageruf ins Weite. Ein herber Geruch welken Laubes war in der durchsichtigen Luft. Der schöne, hohe Hafer war zum theil schon gemäht Was ist das doch nur? hm- Kartoffelfeuer vielleicht." und lag in Garben auf den Stoppeln, zum theil Wirklich kam ihnen ein brandiger Dunst entgegen. stand er noch, eine gelbbräunliche, rischelnde Wand. Ám Jetzt hatten sie das Roggenfeld in Gesichtsweite. Horizont ragten lauter kleine Pyramiden von schräg zuDa sprang Schwarz auf dem Bock entsetzt in die Höhe. sammengelegten. Garben, wie Bivouatzelte, Schaaren von Er mußte sich mit beiden Händen an die seitliche Eisenstange Vögeln hielten huschend und zirpend Nachlese. flammern, sonst wäre er in seiner Schreckenslähmung Vor des Gutsherrn Standort bildeten einige solcher herunter gestürzt. Getreidepyramiden, weil sie dicht nebeneinander standen, Dahinter dem Blick undurchdringliche Mauer. Sein Roggenfeld war vollständig eingeäschert! Es eine " guten Montag erhöhte sozialpolitische Bedeutung. I einen berechtigten Vorwand für neue Klagen und neues hauptet, daß Major Scheibert wegen der Geschäftsgebahrung aus „ Die Gesellen trieben hier pofitive Sozialpolitik Agitationen! der Redaktion der Kreuz- Zeitung" ausgetreten fet. Herr Major in ihrem gutverstandenen Juteresse." Schritt für Schritt Die Bismarck- Rummler sind außer sich über das Scheibert hat aber bis jetzt noch nicht durch eine Erklärung unfere hat seitdem das Kapital die Feierzeit des Arbeiters verkürzt. Fiasko ihrer Aprilnarrethei. Wo sie ihrem Merger nicht Behauptung als falsch dargestellt. Ist die Arbeitszeit vielleicht auch im Durchschnitt gegen in Aften der Rohheit Luft machen können, da treiben sie Berufs- und Gewerbezählung. Ueber die Einzelheiten früher erheblich zurückgegangen, so ist die Arbeit dafür aber die verrücktesten Dummejungenstreiche. In Reichenbach i. V. dieser für die Erkenntniß der sozialen Entwickelung hochwichtigen um so intensiver und um so aufreibender geworden. Die z. B. verbrannten sie, wie das Leipziger Tageblatt" Bählung wird bekannt gemacht, daß die Ausführung der volle, unbeschränkte Sonntagsruhe ist das einzige Mittel, um schmunzelnd erzählt, 163 Holzscheite, die je den Namen obliegt, welcher dafür unter seiner Verantwortung eine Zählung innerhalb jedes Gemeindebezirks dem Gemeindevorstand die verheerenden Wirkungen der aufreibenden modernen eines der Abgeordneten der Reichstagsmajorität vom oder in größeren Gemeinden mehrere Zählungskommissionen Arbeitsweise wenigstens in einigem wieder auszugleichen. 23. März trugen. Beinahe wäre ein Brand entstanden, bezw. Unterkommissionen einsehen kann. Für die GemeindeDas Kapital hat daran kein Intereffe, ebenso wenig das weil die tapferen Patrioten beim Nahen einiger Arbeiter vorstände wird eine besondere Anweisung erlassen, laut welcher Muckerthum, das nur auf seinen Hauptgottesdienst bedacht wie Schafleder ausrissen und in ihrer Angsteile die in den Gemeinden, ebenso wie bei den regelmäßigen Boltsist, im übrigen aber durch seinen Segen der kapitalistischen glimmenden Kohlen herumstreuten. Lächelnd traten die zählungen, Bählbezirke zu bilden sind, für welche je ein Ausbeutung die höhere Weihe verleiht. Die Regierung Arbeiter dieselben aus. aber...?! Was wir uns nicht selbst erkämpfen, das bleibt uns weltenfern. Politische Lebersicht. Berlin, 6. April. Reichstagsnachwahl im Kreise Eisenach- Derm bach. Nach dem nun vorliegenden Schlußresultat fommt der Freisinnige Casselmann und der Bauernbündler Röside in die Stichwahl. Abgegeben wurden von ca. 20 000 Wahlberechtigten 13 927 Stimmen. Hiervon erhielt Caffelmann 3524 St., Röficke 2962 St., der Sozialdemo= trat Pähold 2835 St., der Antisemit Riemann 2681 St., und der Nationalliberale Eckels 1925 St. Bei der 1893er Wahl wurden für den Sozialdemokraten 2469 Stimmen abgegeben. Unsere Partei hat seitdem also um ca. 400 Stimmen in dem ländlichen Wahlkreis zugenommen. Am meisten haben die Nation alliberalen eingebüßt, für welche Partei 1893 in der Stichwahl noch 7560 Stimmen abgegeben wurden, die nun bis auf 1925 zusammengeschmolzen find. Bedauernswerthe Partei. Aber verdient hat sie's. Die betrogenen Betrüger tönnen sich noch immer in ihr Schicksal nicht finden. Es ist auch in der That traurig, und viel Philosophie gehört dazu, solches Pech mit Würde zu ertragen. Jetzt greifen sie in ihrer Verzweiflung zu dem alten Kunststück, sich einen Triumph anzulügen. Am 1. April soll der Reichstag in der Person seiner zwei katholischen Präsidenten vom Kaiser tödtlich verspottet und gedemüthigt worden sein. Nun, wenn es wahr wäre, daß die zwei katholischen Reichstagspräsidenten am 1. April eine unwürdige Behandlung erlitten hätten, so wäre das doch keine Blamage für den Reichstag. Dies scheint einigen der betrogenen Betrüger auch aufzudämmern. Denn sie bestreiten jeßt die Richtig keit der Klatschgeschichten, die sie selber in Umlauf gesezt haben, und verlangen von der Regierung, sie solle einen authentischen Bericht über die Vorkommnisse beim Aprilschmaus in Berliner Schloß geben. Ja, wozu denn? Zähler bestellt wird. Diese Bezirke sind so einzutheilen, daß der Zähler innerhalb je eines Tages die Vertheilung und die Wiedereinsammlung der Formulare vornehmen kann. Es empfiehlt sich daher, feinem Zähler mehr als 50 Haushaltungen zuzutheilen. Gemeinden mit nicht mehr als etwa 50 Haushaltungen brauchen streute Lage der Gehöfte und Gebäude auch dort eine solche Einnicht in Zählbezirke eingetheilt zu werden, sofern nicht die zertheilung empfehlenswerth macht. Eine Ehrenkränkung. Die Lauteren Absichten unserer Partei und unserer Presse werden ja von vielen Leuten verkannt und wir werden häufig angegriffen von Herrn v. Köller und noch höher stehenden herunter bis zu Herrn Eugen Richter und noch tiefer stehenden. Aber so wie heute hat man uns lange nicht getränkt. Wir hatten Die Art, wie die Formulare für die Haushaltsliste, die Lands Sonette nennt sie der Dichter" Notiz genommen, die in ist aus den darauf abgedruckten Anleitungen ersichtlich. Auf die vor einigen Tagen von mehreren Gedichten vor einigen Tagen von mehreren Gedichten geharnischte wirthschaftstarte und der Gewerbebogen ausgefüllt werden sollen, der Deutschen Tages- Zeitung" veröffentlicht waren und in Vollständigkeit der Erhebung ist der größte Werth zu legen. Reine denen z. B. auch die folgende Stelle vortam: im Gemeindebezirk zur Zählungszeit vorhandene Haushaltung Wach' auf, Du Volf im Traum, wisch' ab den Schlamm! oder einzeln stehende Person darf ungezählt bleiben. Alle von Blick auf den Helden, den Dir Gott gesendet, den Haushaltungen aus bewirthschafteten Flächen, auch die außerBefreie Dich und ihn von dem Gewürm- tritt's todt! halb des Gemeindebezirks gelegenen, müssen durch die LandFür alle Gewerbebetriebe, Wegen dieser Gedichte" wurde die„ Deutsche Tages- wirthschaftskarten erfaßt werden. Zeitung" von verschiedenen Seiten angegriffen nicht von sofern sie nicht von einer Person allein und ohne Umtriebsuns, wir haben Sinn für Poesie" und nun sollen gar find Gewerbebogen auszufüllen, und zwar mit Unterscheidung der maschinen oder Dampftessel oder Dampffäffer betrieben werden, mehrere unserer Artikel schuld daran sein, daß sie gedichtet" Gewerbe nach Arten, damit in der Gewerbestatistik die Ents worden sind. Die Deutsche Tages- Zeitung" schreibt heute: wickelung der einzelnen Gewerbszweige dargestellt werden kann. Es ist erklärlich, daß die Sonette in ihrer ganzen Sprache Wo verschiedene Gewerbszweige zu einem Betriebe vereinigt sind, und Art nur verstanden und richtig gewerthet werden können, z. B. Getreides mit Sägemühle, Gisengießerei mit Maschinenfabrik, wenn man erwägt und sich immer vor Augen hält, daß sie Blumen-, Feder mit Stroh- und Filzhut- Fabrik, sind für diese diefem Anlaffe ihre Entstehung verdanken. Welcher deutsche Betriebe einmal besondere Gewerbebogen aufzustellen und zweitens Mann wird nicht bei dem Lesen der häßlichen Gemeinheit des über die zusammengehörigen Betriebe die in Frage 14 der GewerbeVorwärts" mächtig erregt und von tiefem Gtel ergriffen! bogen geforderten Nachweise zu geben. Bei den Gewerbebogen Solche Erregung äußert sich aber bei einem Dichter anders als ist besonders noch darauf zu achten, daß über Betriebe, welche bei einem ruhig abwägenden Politiker. mehreren Mitinhabern gehören, nur ein Gewerbebogen ausgefüllt wird und daß die Betriebe etwa abwesender Gewerbetreibender mitgezählt werden. Als Grundsay gilt, daß jeder Gewerbes betrieb an seinem Sih, nicht in der etwa davon entfernten Wohnung des Juhabers gezählt wird. Nur die zur Zählungszeit gerade ruhenden Betriebe, die keine besondere Betriebsstätte haben, sind in der Wohnung des Betriebsinhabers zu zählen. hat die Gemeinde Landwirthschafts-, Forstwirthschafts- oder Gewerbebetrieb in eigener Berwaltung, z. B. Gasanftalt, Straßen. bahn, so muß der Leiter des Betriebes dafür die Formulare auss fertigen. Wir können viel ertragen. Im politischen Kampf muß die feinere Empfindung oft zurücktreten. Aber daß unsere Artikel jenen Boeten nur zu dermaßen schlechten Gedichten begeistern konnten, das zu erfahren hat uns tief geschmerzt. " 1 Leift. Der berühmte afrikanische Zivilisator Leist, der sonst ein ganz patenter preußischer Beamter sein soll, - nur daß er in seinem Verhältniß zu den afrikanischen Frauen nicht das rechte Maß finden konnte und sowohl in seiner Liebe, wie auch in seinem 8orn über die Die neue Organisation der konservativen Partei. An Schnur haute, steht heute in Leipzig vor dem Disziplinarhof. der Spitze der Organisation der konservativen Partei stehen nach Die Potsdamer Disziplinarkammer hatte über ihn ein den neulich vollzogenen Wahlen Freiherr v. Manteuffel, Urtheil gefällt, das allgemein als ein faft frei Graf v. Mirbach und Graf zu Limburg- Stirum. Der sprechendes betrachtet wurde, sodaß sich sogar die Wahlverein der deutschen Konservativen" hat einen Geſanuntvorstand von 54 Personen gewählt, von ihnen 30 durch die Sind die Bismarck- Rummler etwa so dumm, zu glauben, Staatsregierung veranlaßt sah, das Urtheil au- Parteigenoffen im Reiche auf fünf Jahre und 24 durch die Par die Regierung werde es mit dem Zentrum verderben, das fechten zu lassen. Man kann nunmehr, bevor man noch lamente für die Dauer der Legislaturperiode. ihr die Umsturzvorlage bescheert? Die Herren National- irgend etwas über die Verhandlungen erfahren hat, mit Neber die Revolution im Bund der Landwirthe", liberalen sind ja doch wahrhaftig an Fußtritte gewöhnt ziemlicher Sicherheit annehmen, daß in Leipzig ein weit über die wir schon berichtet haben, schreibt heute die Kreuzfie sollten sich über den neuesten nicht so sehr aufregen.- strengeres Urtheil gefällt werden wird. Näheres siehe im Beitung": Am Bunde der Landwirthe" treten demnächst die Windthorst über das Umsturzgesetz. Daß der alte Bericht. Leiter der Preßabtheilung", Dr. R. Gebel und J. Hoffmann, Statistischen Bureaus", Dr. Zakrzewski Zentrumsführer Windthorst am fleinen Finger gescheiter Etiquettenfrage. Auch der Reichs- Anzeiger" legt sich sowie die Leiter des war, als die Herren am ganzen Leibe, die sich heute ein- jezt aufs Berichtigen. Wir hatten vor einigen Tagen nach der und Dr. Thies aus. Dr. Gebel übernimmt die politische Leitung Bolts- Zeitung" einen Bericht gebracht, wonach der komman- des" Lokal- Anzeigers". Anscheinend wird eine Neuorganisation bilden, in seinem Geifte weiterzuarbeiten und seine Politik Birende General des V1. Armeeforps in Breslau Etiquettenfragen der wissenschaftlichen Abtheilungen des Sentralbureaus des fortzusetzen, das zeigt auch das folgende Bitat aus einer wegen seinen Abschied habe nehmen müssen; hierauf berichtigt" Bundes beabsichtigt. Jedenfalls wird damit nicht wie freiseiner Reden, das sich alle die zur Lehre dienen lassen nun der Reichs- Anzeiger": finnige Blätter andeuten eine politische Frontveränderung des mögen, die heute drauf und dran sind, Umfturzgesetze" zu Die in freisinnigen und sozialdemokratischen Blättern ges Bundes bezweckt. Das letztere muß natürlich abgewartet fabriziren. brachten Mittheilungen über die Gründe, aus welchen der werden. Ich bin der Meinung, daß, wo die Sozialdemokraten die tommandirende General des Vl. Armeekorps, General der Zum Empfang der Zentrumsherren beim Kaiser Rechtsordnung durchbrechen, man ihnen mit dem Strafgesetz Artillerie von Lewinski feinen Abschied erbeten hat entgegenzutreten hat. Wo sie aber auf dem Gebiet der Di3wird darin behauptet, er habe sich einer Etiquettefrage zum Opfer verkündet in offiziösen Lettern die„ Norddeutsche Allgemeine kussion sich befinden, da kann man nicht mit der Keule gebracht-beruhen auf Erfindungen und entbehren jeder Beitung": dreinschlagen; das hilft gar nichts. Auf diesem Felde thatsächlichen Begründung. Das Rangverhältniß der komman muß man mit ihnen diskutiren und ihnen llar machen, wie die direnden Generale zu den in der Provinz sonst noch beamteten Sachen stehen. Unbestimmte Strafparagraphen, mit deren An- Würdenträgern des Staats und der Kirche ist durch bestehende wendung man die trifft, die man eben augenblicklich zu treffen Verordnungen endgiltig und unantastbar festgestellt; es erfährt geneigt ist, die anderen aber nach Gefallen laufen läßt, helfen auch dann keine Aenderung, wenn die genannten Würdenträger nicht, machen vielmehr nur neue Erbitterung und geben höhere Adelsprädikate oder fürstliche Würden besitzen. arbeiteten einige seiner Leute. Schwarz hörte sie fast nicht, höchstens drang hier und da ein Rischeln zu ihm, denn sie banden lautlos die Garben zusammen. Dann es Das Mandarinenthum ist also in Preußen so ausgebildet, daß Reibungen gar nicht entstehen können. Immerhin muß ab gewartet werden, ob nicht auch von anderer Seite etwas„ berichtigt" wird. In der Presse ist vielfach die Rede davon, daß hinsichtlich des Empfanges der Reichstags= Präsidenten Frhr. v. Buol und Spahn bei Sr. Majestät dem Kaiser Vorbesprechungen stattgefunden hätten und Zusicherungen über die Art des Empfanges ertheilt worden seien. Wir sind in der Lage, diese Nachrichten als völlig erfunden bezeichnen zu können. Nun hat die„ Germania" das Wort, um ihre orakelhaften Andeutungen von neulich etwas aufzuhellen. Die schweizerische Bundesversammlung hat ihre außerordentliche Frühjahrssession geschlossen und den nächsten Wieder zusammentritt auf den 4. Juni angesetzt." Herr v. Hammerstein. Auf die gestern auch von uns Schwartz paffte unmuthig aus seiner kurzen Pfeife und veröffentlichte Erklärung des Freiherrn v. Hammerstein, die trieb manchmal mit der Peitsche seinen Braunen an, daß er Frantf. Kleine Presse" wegen Verleumdung verklagen zu Schweiz. Aus Zürich wird uns geschrieben: Es wurde bereits Arbeiterinnen und bürgerliche Frauenvereine in der die Egge mit einem Ruck flott weiterzog. Er arbeitete seit wollen, weil diese die auch von uns wiedergegebenen Mit gemeldet, daß der Ständerath dem Beschlusse des Nationalraths langem überall persönlich mit, um einen Knecht zu sparen. theilungen aus dem Leben des konservativen Herrn ver- in Sachen der Motion Comtesse zustimmte, wonach u. a. der Auf einmal begann sein Phylax zu schnüffeln. Und öffentlicht hatte, wird dem Blatt von seinem Berliner Bundesrath untersuchen soll, ob nicht der Sonnabend- Nachmittag richtig hinter einem zerfallenen, hollunderumftandenen Berichterstatter folgendes geschrieben: den Fabrikarbeiterinnen freizugeben sei. Nun hat ein FrauenSchäferhäuschen hervor kam ein anderer Hund gesprungen, Die Spannung der eingeweihten Kreise, was Freiherr fomitee für Erhebungen über die philanthropische Frauenthätigkeit ein Jagdhund. v. Hammerstein auf die thatsächlichen Mittheilungen, die an in der Schweiz" an den Basler Arbeiterinnenverein einen Schwark traute seinen Augen nicht, er griff dieser Stelle über seine finanzielle Zeitung der Kreuzzeitung" Schreibebrief geschrieben, der vollinhaltlich im Vorwärts" verhaftig nach der grade ruhenden Peitsche ja, wirklich, das gemacht worden find, antworten würde, ist dadurch gelöst, daß öffentlicht wird. Ganz wie seinerzeit Bismarck im deutschen war fein anderer als Kendelmann, der da um die Ecke er eine Erklärung erläßt, in welcher er diese Mittheilungen als Reichstage die Sonntagsruhe bekämpfte, da das deutsche reich genug sei, um auf die Sonntagsniederträchtige und lügnerische Angriffe gegen die Kreuzzeitung" Bolt nicht des Gemäuers bog. und seine Person abthut und eine Berleumdungsklage in Aussicht arbeit verzichten zu können, so heißt es in dem Briefe: Er trug ein Gewehr über der braunen Jägerjoppe stellt. Daß von Verleumdungen hier keine Rede sein kann, weiß Die Motion hätte nur dann einen Werth, wenn beide Theile und eine graue Tuchmüße mit rundem Schirm. Beide Freiherr v. Hammerstein natürlich selbst, denn es handelt sich einen genügenden Ersatz für die ausfallende Arbeit und den ausHände hatte er in die Seitentaschen der Joppe gesteckt. nicht um Angaben wider besseres Wissen, sondern um Thatsachen, fallenden Lohn empfangen tönnten." Sodann wird Nun kam er mit herausforderndem Pfeifen, abfichtlich die, was Freiherrn v. Hammerstein auch nicht unbekannt sein Art schlauer Fabrikanten, den Arbeiterinnenvereinen vorgeschlagen, große, fecke Schritte nehmend, breitspurig geradewegs auf dürfte, in politischen Kreifen feit geraumer Zeit zirkulirten und darauf hinzuwirken, daß die Arbeiterinnen die Berechtigung" Schwarz zu. nicht auf die Erfindung böser Juden und Freisinniger, sondern erhalten, am Sonnabend- Nachmittag nicht zu arbeiten. Das Der riß sein Pferd am Zügel herum, daß es vor auf die Mittheilung von Leuten, zurückzuführen sind, die politisch philanthropische Frauenfomitee denkt so praktisch, daß diese wüthendem Schmerz aufbäumte und dann zitternd stehen Freiherrn v. Hammerstein auch jetzt noch nahestehen, wenn Berechtigung" ungefähr so auf dem Papier stehen bliebe, wie fie auch über finanzielle Geschäftsgebahrung und dergleichen die fakultative 1/2 stündige Mittagspause in Deutschland. Schließblieb. Er stand starr vor Wuth und Verblüffung. andere Ansichten haben dürften. Freiherr v. Hammerstein lich wird dem Arbeiterinnenverein das Anfinnen gestellt, auf den Des näher kommenden dunkelbrauner Jagdhund verräth übrigens selbst, daß er den Ursprung der Enthüllungen Rückzug der Motion durch ihre Urheber hinzuwirken. Diese unverschnüffelte eifrig in den stachlichen gelben Stoppeln die fennt oder doch zu kennen glaubt, denn er sagt, daß ihm die schämte Zumuthung wird von der Vizepräsidentin des Arbeiterinnenfreuz und quer. Jetzt bemerkte er den grauen Schäfer- Berleumdungsklage nur übrig bleibe, da dieser Pfeil aus dem vereins im Vorwärts" mit berechtigter Entrüstung zurückgewiesen hund, der mit vorgestemmten zottigen Vorderbeinen drohend Hinterhalt, anonym, abgeschossen ist". Das soll wohl heißen, und den abgebrühten Damen zum Schluffe folgende bittere Wahrdastand und den Eindringling glühenden Auges anstarrte, daß er andernfalls mit der Pistole kommen würde. Freiherr heit gesagt:„ Entweder Sie verstehen nichts von der Arbeitermißtrauisch knurrend, v. Hammerstein ist ein guter Schütze; es ist auch bekannt, daß schuhgefeßgebung und dann empfehle ich Ihnen, wenigstens die er als tapferer Mann politische Meinungsverschiedenheiten inner- einschlägige Literatur zu lesen, insbesondere die Berichte der halb der Fraktion persönlich zuzuspitzen und seine Gegner dadurch Fabrikinspektoren, da Sie jedenfalls doch nicht daran denken, das einzuschüchtern versteht. Sollte Freiherr v. Hammerstein wirklich Loos einer Fabritarbeiterin praktisch durchzukosten, oder Sie verflagen und nicht blos eine Frist gewinnen wollen, so kann dieser stehen etwas davon, und dann ist es umso verwerflicher, wenn Prozeß, da es an beweisträftigen Zeugen nicht fehlt, recht inter- Sie den Deckmantel der Philanthropie und die Portofreiheit des effant werden. Bundes dazu benutzen wollen, die Arbeiterinnen um ihre gerechte Forderung im Interesse der Großfabrikanten zu kürzen. In vorliegender Frage verfechten Sie, geehrte Damen, teine gute Sache, sondern Sie erniedrigen sich damit zum Büttel der Fabrikanten". Faß an, Nero!" rief Rendelmann seinem Hunde halb laut zu. Und die beiden Köter fuhren wie die jungen Teufel gegen einander los. Können Sie nicht Ihrer Wege geh'n?" schrie Schwartz, dicht vor Kendelmann hintretend. Was haben Sie überhaupt hier zu suchen? Das ist mein Feld." " Wer weiß, wie lange noch- brummte der andere vor sich hin und spuckte verächtlich dem Hunde des Schwarz auf die Schnauze. ,, Vorläufig ist es noch meins. Und wer mir darauf nicht gefällt, den jag' ich zum Teufel!" Na, dann jagen Sie mal drauf los! Ich hab'' nen Jagdschein." Kendelmann faßte bei diesen Worten an den Kolben seiner Doppelflinte. ( Fortsetzung folgt.) Presse": Zu diesem Briefe schreibt die Redaktion der„ Kleinen Wir bemerken nur das eine, daß wir dem Prozesse, wie schon gestern gesagt, ruhig entgegensehen. Auffallend ist es jedenfalls, daß bis jetzt nur Herr von Hammerstein eine Erflärung abgegeben hat. Wären die mittgetheilten Thatsachen unwahr, das heißt, wäre die„ Kreuz- Zeitung" nicht geschäftlich schwer geschädigt, so hätte doch der Aufsichtsrath eine Erklärung abgeben müssen, die feststellt, daß die Kreuz- Zeitung" intatt und ohne finanzielle Schädigung dastehe. Das ist aber bis jetzt nicht geschehen. Ebenso war in unserem ersten Berliner R- Briefe beDas Getreidemonopol in der Schweiz. Unser Züricher Korrespondent schreibt: Aus dem bekannten Begehren des schweizerischen Bauernbundes nach staatlicher Garantirung eines Minimalpreises von etwa 24 bis 26 Franten per 100 kilo Weizen wird wahrscheinlich so wenig etwas Positives für seine Urheber herausspringen, wie aus seinem Vorbilde, dem Antrage des Grafen Raniz für die Junker. Soweit die Presse den Mitte Februar aufgetauchten Gedanken befprach. Yehnt sie ihn ab und selbst ein landwirthschaftlicher Verein, der des Kantons Waadt, hat sich bereits dagegen ausgesprochen. = Vertreter der Anklagebehörde ist, wie in der ersten Instanz, der kaiserliche Legationsrath Rose Berlin, Vertheidiger bes Angeklagten, wie in erster Instanz, Rechtsanwalt MüselerBerlin. Amüsant ist, daß die ,, Norddeutsche Allgemeine Zeitung"| Fünftel verurtheilt worden. Dieses Urtheil erschien der Res aus dem Aufsaße des englischen Obersten Kapital für den gierung, die Leift in den Anklagezustand versetzt hatte, zu milde Militarismus und die preußisch- deutsche Offiziersehre zu und sie legte Berufung gegen das Urtheil beim faiserlichen Zum Kampf ums Gemeindewahlrecht in Belgien. Die schlagen sucht. Wie können diese Chinesen auch so un- Disziplinarhof in Leipzig ein, wo am Sonnabend früh 9 Uhr die Verhandlung anstand. gesammte Presse spricht sich in schärffter Tonart gegen die Angebildet sein, das Kriegshandwerk zu verachten. Der Gerichtshof wird gebildet aus dem Wirkl. Geh. Rath nahme des Gemeindewahlgefeßes aus. Man prophezeit dem Gesetz Aufstand auf Cuba. Gine dem Ministerium der Kolonien Excellenz Dr. v. Dehlschläger, Präsident des Reichsgerichts, nur eine kurze Dauer und der Regierung große Kämpfe und zugegangene Depesche des Gouverneurs von Cuba vom gestrigen als Präsidenten und der Herren Senatspräsident des ReichsSchwierigkeiten.( Um einen sinnentstellenden Druckfehler in der Tage bestätigt die Landung der Insurgentenfübrer Maceo, Valides gerichts Excellenz Drechsler, Wirkl. Geh. Rath Unterstaatsgeftrigen belgischen Notiz richtig zu stellen, sei wiederholt, daß und Crombet. Eine Abtheilung von 700 Aufständischen wurde fekretär im Finanzministerium Excellenz Meinicke, Berlin, das Wahlgesetz mit 90 gegen 52 Stimmen bei 3 Stimmen im Zentrum von Cuba bemerkt; man vermuthet, daß die Auf Neidhardt, Bevollmächtigter zum Bundesrath, Großherzoglich enthaltungen angenommen wurde.) ständischen beabsichtigten, die Landung des Insurgentenführers Hessischer Wirkl. Geh. Rath, Gesandter und bevollmächtigter Kongreß der franzöfifchen Eisenbahnarbeiter. Wie Gomez zu schüßen, der nach den letzten Nachrichten sich in Haiti Minister Excellenz, Berlin, Dr. Krüger, Bevollmächtigter im uns aus Paris geschrieben wird, findet daselbst vom 25. bis befinden und sich bemühen soll, ein Schiff zu miethen, um auf Bundesrath, Gesandter und Bevollmächtigter der Hansestädte zu inkl. 28. April der diesjährige Kongreß der französischen Eisen- Cuba zu landen. General Martinez Campos, der sich nach Cuba Berlin, den Reichsgerichtsräthen Rüger und Förtsch. bahnarbeiter und-Angestellten statt. Derfelbe geht von der eingeschifft hat, tämpft für eine allem Anschein nach verlorene Gewerkschaft aus, die, in Sektionen getheilt, fich über ganz Sache. Frankreich erstreckt und ca. 70 000 Mitglieder zählt. Um ihr eins an den Leib zu flicken, hat die Staatsanwaltschaft schon vor Monaten unter Androhung der Auflösung verlangt, daß Der Präsident v. Dehlschläger eröffnet um 1/410 Uhr die jede einzelne Sektion sich als besondere Gewerkschaft, die be stehende Gewerkschaft aber als Gewerkschafts- Verband tonstituire, Achtung! Die Parteigenossen derjenigen Orte in der Proving Sigung und fragt den Vertreter der Anklagebehörde, ob er den und es ist nur der Intervention einzelner Abgeordneten zu Brandenburg, welche den Wunsch hegen, daß ihnen am 1. Mai Ausschluß der Deffentlichkeit wünsche. Herr Rose antwortet, das dienstliche Intereffe erheische den Ausschluß der Deffentlichkeit danken, daß ihr zu dieser Umgestaltung bis zum Rongreß Zeit rednerische Kräfte seitens der unterzeichneten Kommission zur nicht, er stelle in dieser Beziehung alles dem Gerichtshof anheim. gelassen wurde. Die erste Frage, mit der fich der Kongreß be- Verfügung gestellt werden, werden gebeten, ihre diesbezüglichen Nachdem noch der Angeklagte wie sein Bertheidiger dem faffen wird, ist darum die Statutenänderung. Die übrigen batte, erklärt der Präsident, der Gerichtshof wolle vorläufig die Fragen betreffen die Pensionskassen, den Achtstundentag, die Gesuche unverzüglich an Unterzeichneten gelangen zu lassen, Gerichtshof die Entscheidung über den Ausschluß anheimgestellt wöchentliche Arbeitsruhe, den Minimallohn, die Abschaffung der widrigenfalls auf Erfüllung ihrer Wünsche mit Bestimmtheit Deffentlichkeit nicht ausschließen, laffe auch die Vertreter der Güterzüge an Sonntagen, die Beseitigung der Pränien und nicht zu rechnen ist. Die Agitations- Kommission Presse zu, unter der Vorausseßung, daß sie über die im Prozesse Gratifikationen ohne Verminderung des Arbeitsverdienstes, Ab für die Provinz Brandenburg. J. A.: Carl vorkommenden schmußigen Sachen" in einer das sittliche schaffung der Lohnabzüge und sonstiger Strafen; ferner die Beritaatlichung der Eisenbahnen und Kreirung besonderer Dimmick, Berlin SO., Elisabeth- Ufer 55. Die Parteiblätter Gefühl der Bevölkerung nicht verlehenden Weise berichten Eisenbahn Prudhommesgerichte. Eine Frage, die indeß alle in der Provinz werden um Abdruck gebeten. anderen an Wichtigkeit hoch überragt, ist die des Streifrechts, deren Behandlung dem Kongreffe diesinal einen besonderen demonftrativen Charakter verleihen wird. England und Nußland rücken einander in Zentral Asien immer näher. Durch das neueste Abkommen wird eine Art neutraler Zone zwischen beiden Staaten errichtet. Allein thatsächlich sind die Truppen und Agenten beider Staaten schon innerhalb der Zone, und das Stückchen Papier, auf das der Vertrag geschrieben ist, wird nicht verhindern, daß der Zwischenraum, der die Feinde noch trennt, sehr bald so flein ist, daß der unvermeidliche Zusammenstoß endlich erfolgen muß. Die Schwierigkeiten, auf welche die Expedition gegen Tschitral stößt, sind weit größer, als die Engländer erwartet batten. Der Malakundpaß ist zwar erstürmt worden, aber mit schweren Verlusten, und der Weg bis nach Tschitral, dem Zielpunkt der Expedition, wo die im vorigen Jahr nach Vernichtung eines kleinen englischen Streifkorps von den Eingeborenen gefangenen englischen Offiziere sich befinden, bietet ungeheure natürliche Hindernisse, ganz abgesehen von dem Widerstand der tapferen, nur mit Hilfe überlegener Waffen zu besiegenden Gebirgsbewohner. Die Stellung muß aber um jeden Preis genommen werden, denn fie ist für die Engländer von ausschlaggebender strategischer Bedeutung. Es ist einer der Schlüffel von Indien. Parteinachrichten. würden.. Berichterstatter ist Gesandter Dr. Krüger. Er giebt eine Uebersicht über die erste Verhandlung und des Urtheils. Die AnUnsere neuen Wahlfiege in Sachsen Altenburg verlagebehörde habe Berufung eingelegt, während die Vertheidigung setzen unsere Gegner in recht schlechte Laune, um so mehr, als beide um Verwerfung der Berufung bitte, da der Angeklagte Leist schon von uns eroberte Wahlkreise ländliche find. Das„ Leipz. Tagebl." durch die Strafversehung ungewöhnlich hart getroffen sei. schreibt über das Resultat: 3wei ländliche Wahlkreise wurden Am 15. Dezember 1893 wurden auf Befehl des Angeklagten von den Sozialdemokraten erobert:" Genoffe" Schüler wurde mit 20 Weiber aus Dahomeh mit einer Flußpferdpeitsche öffentlich ausheit gewählt. Dieses Resultat hat geradezu Verblüffung hervor: Die unmittelbare Ursache der Kameruner Wieuterei gewesen sei, 40 Stimmen Mehrheit," Genosse" Neim mit 100 Stimmen Mehr gepeitscht. Die Anklagebehörde behauptet, daß diese Auspeitschung gerufen, denn an einen sozialdemokratischen Wahlsieg in diesen während die Disziplinarkammer nicht zu der Ueberzeugung geländlichen Bezirken hat niemand gedacht; mar hat eben die feit langte. Leist habe mit der Auspeitschung auch seine AmtsbefugWochen betriebene sozialdemokratische Agitatio auf den Dörfern nisse nicht überschritten. Weiter wird dem Leist zur Last gelegt, nicht ernst genug genommen." An dem„ Nichternfinehmen" baß er unfittlichen Verkehr mit Weibern, die feiner Obhut anunserer Partei werden unsere Gegner noch zu grunde gehen. vertraut waren, sog. Pfandweibern, gepflogen habe. Diese Be Wahlproteft. Der von den Parteigenoffen von Höhscheid gegen die kürzlich stattgefundene Wahl der Arbeitgeber für das gekommener Unregelmäßigkeiten ist von dem Bezirksausschuß an fgl. Gewerbegericht in Solingen erhobene Einspruch wegen vorerkannt und die stattgefundene Wahl für die hiesige Gemeinde für ungültig erklärt worden. Die Sozialdemokraten hoffen bei der Nachwahl ihre Kandidaten durchzubekommen. Am badischen Parteitage wird auf Wunsch der badischen Genossen ein Mitglied des Berliner Parteivorstandes theilnehmen, und zwar ist Genosse Bebel mit der Vertretung des Vorstandes beauftragt worden. * hauptung hat auch die Disziplinarkammer als erwiesen erachtet. Im ersten Termin sind zahlreiche Zeugen vernommen worden, die sich über die Anwendung der Prügelstrafe in den afrikanischen reisende Pfeil und königl. Beamte der Kolonien. Herr v. Soden Kolonien ausließen, so der Gouverneur v. Soden, der Afrikaerklärte, er habe nie die Prügelftrafe angewendet. Graf Pfeil hält dafür, daß die Prügelfirafe nur im äußersten Nothfall am Blaze sei. Fast alle Zeugen sprechen aber von der Prügelstrafe gegen Weiber als eine durchaus ungewöhnliche Erscheinung. Die Anklage nennt die Weiberzüchtigung„ graufam und ekelerregend". Der Angeklagte Leist erklärte, daß er das Büchtigungsrecht, Im Nilthal stehen die französischen und englischen das den Herren dem Gesinde gegenüber zustehe, nicht überschritten Interessen einander ebenso schroff gegenüber, wie die russischen habe. Die Weiber seien anders nicht zur Arbeit zu bringen ge= und englischen in Zentralasien. Um den Einfluß in Egypten ringen die beiden Westmächte seit Jahrzehnten, und die Unwesen, die Entblößung habe für die Kameruner Weiber nichts Konferenz der Kreis Bertrauensmänner der Serabwürdigendes gehabt. Er verweise auf die analogen Bergeschicklichkeit der Liberalen in England, namentlich Gladstone's, ez echo- slavischen Sozialdemokratie. Eine solche hältniffe in Ostafrika. Die Anklagebehörde bestreitet zunächft. der die nationale Bewegung in Egypten gewaltsam unterdrückte, fand am 24. und 20. März in Brünn statt. Vertreten waren daß die Verhältnisse in Ostafrika analog seien. In Ostafrika hat zur Verschärfung des Gegensatzes beigetragen. Sieraus darfjedoch 6 Kreisorganisationen durch 12 Delegirte, das Preßkonsortium werde die Prügelstrafe nur im geschlossenen Raume und durchnicht auf die Wahrscheinlichkeit eines Konfliktes zwischen England der Partei durch 7 Delegirte und 5 Branchen durch je 1 Dele- aus maßvoll angewendet. Die Bertheidigung weist demgegenüber und Frankreich gefolgert werden, den unsere Chauvinisten erhoffen. girten. Nach dem Berichte des Parteisekretärs sind seit dem noch einmal darauf hin, daß die Dahomehweiber besonders England hat allen Grund, einen solchen Konflikt zu vermeiden, Budweiser Parteitage 355 Schriftücke vom Exekutivkomitee er störrisch seien. Ohne Büchtigung wäre die Autorität der Kolonialund statt die Franzosen den Russen in die Arme zu treiben, ledigt worden. Der Parteikassirer giebt bekannt, daß für 1925 fl. regierung untergraben gewefen. was reiner Selbstmord wäre, muß die englische Politik nach der Blocks an die Organisationen abgegeben wurden. Zum zweiten Logik der Thatsachen auf die Boslösung Frankreich 3 Punkt: Maifeier und Wahlrechtsagitation" wird beschlossen, von Rußland hinarbeiten. Und um dieses Ziel zu alles mögliche anzuwenden, um die Arbeitsruhe als wirksamste erreichen, wird sie auch bedeutende Rongeffionen nicht scheuen. Demonstration durchzuführen und die Maifeier in diesem Jahre so Man darf nicht übersehen, daß die öffentliche Meinung in Eng- demonstrativ als möglich zu gestalten. Die Direktive zur Mai land der französischen Republit sehr günstig ist. feier wird von der Reichspartei- Vertretung erwartet. Auch bei der diesjährigen Maifeier sollen nur das Wahlrecht und der 16 000 Kalender und eine Reihe anderer Parteischriften herausDas Preßkonsortium hat gegeben. Ueber die Zukunft China's hat der englische Oberst Mart Bell, ein Kenner China's, in der" Asiatischen Vierteljahrsschrift"( Asiatic Quartaly Review) einen interessanten Auffaz veröffentlicht, dem folgende Säße entnommen sind: " Sozialistische Kandidaturen. In Basel hat eine Partei versammlung die Genossen Lehrer Jautin, Kaufmann Levi- Jsliter und Kunstmaler Echweizer als Kandidaten für nächstens statt findende Großraths- Erfazwahlen aufgestellt. * * Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Heinrich Leist ist 1859 geboren und seit dem Jahre 1887 Gerichtsassessor. Am 1. Januar 1889 trat er ins Auswärtige Amt ein; von diesem wurde er am 1. September 1890 als Kanzler, das heißt als oberster Gerichtsbeamter nach Kamerun entsandt. Einen weiten Spielraum in dem Bericht nimmt das Verhalten des Angeklagten den Pfandweibern gegenüber ein. Leist nung tommen lassen, sich dann eines oder mehrere ausgesucht und hat sich danach des öfteren je etwa 15 Weiber nach seiner Woh über Nacht zurückbehalten. Der Angeklagte hat auch eingeräumt, daß er mit einem solchen Weibe einen bei ihm zu Gaste weilenden Marineoffizier versorgt habe. Er giebt aber nur einen etwa fünfmaligen Verkehr mit Weibern zu und bestreitet die weiter: gehenden eidlichen Aussagen des Kameruner Polizeihauptmanns und des Gouverneurs v. Bimmerer. Der bei der Untersuchung hinzugezogene Dolmetscher sei nicht zuverlässig gewesen, auch neigten die Neger sehr zu Uebertreibungen und Phantaste in ihren Darstellungen. Landeshauptmanns v. Buttkamer aus Kamerun an den ReichsAuf Veranlassung des Präsidenten wird ein Bericht des fangler Grafen Caprivi verlesen, in dem Puttkamer den Angeklagten zu Hilfe kommt. Butttamer spricht fein lebhaftes Be dauern darüber aus, daß Dr. Vallentin so indiskret gewesen sei und den Fall Leist in der Neuen Deutschen Rundschau" vers öffentlicht habe. Das werde die Entwickelung der Kolonien empfindlich stören, in die sowieso niemand gern gehe. " In allen Kriegen, welche China mit Europäern geführt hat, find die Chinesen bei jeder Gelegenheit geschlagen worden. Es darf deshalb nicht wunder nehmen, daß die Japaner in dem gegenwärtigen Feldzuge auch stets den Vortheil gehabt haben. Es ist die alte Sache. Die chinesischen Generäle haben stets den Sold für ihre Truppen unterschlagen. Die Regierung hat dem Die skandinavische Sektion der Sozialdemokraten Brook. Bolte stets die Wahrheit vorenthalten. Minister und Generale, Iyns hat beschlossen, ab 1. Mai ein Partei Organ heraus die keinen Erfolg hatten, mußten Selbstmord begehen, wenn sie zugeben; dasselbe soll vorläufig vierzehntäglich, sobald wie mög nicht der Todesstrafe oder der Degradation anheim fallen lich aber wöchentlich erscheinen. In Brooklyn selbst besteht seit wollten. In allen Feldzügen China's gegen Europäer fonnten einiger Zeit ein dänisches Blatt, welches Ginsendungen unserer niemals chinesische Truppen, welche einmal eine Niederlage er Genossen aufnimmt, auch regelmäßig in sozialistischem Geiste gelitten hatten, aufs neue gegen den Feind geführt werden. Das schriebene Artikel über die soziale Frage bringt. liegt im Charakter des Chinesen. Sobald er findet, daß sein Feind beffer und stärker ist als er selbst, giebt er allen Widerstand auf. So tapfer und heldenmüthig er sich vertheidigt, hat-Genosse Kaulich. Redakteur des Töpfer- Fachblattes, feine Kraft doch eine bestimmte Grenze. Der chinesische Soldat ist fürzlich vom Görliger Schöffengericht zu 100 m. Geld wird seinen Posten auf der Schanze verlassen, sobald der Feind strafe verurtheilt worden. Die Berufungsfchrift bekämpft das milde Urtheil, fie Er sollte in seinent Blatt bei BeFeind auf dem Dect feines Schiffes ist.... Die gewöhnliche fellen gemacht hatten, jene beleidigt haben. 13 von ihnen hatten habe. Der Mißbrauch sei ein fortgesetter und gewohnheitsmäßiger auf der Schanze ist. Er wird über Bord springen, sobald der sprechung des Lohnabzuges, den die dortigen Meister ihren Ges betont die Schwere des Vergehens, die darin gelegen, daß An geklagter die seiner Obhut anvertrauten Weiber gemißbraucht Annahme, daß China im jezigen Krieg schließlich siegen Strafantrag gestellt. muß, weil es unendliche Hilfsmittel an Mannschaften und Material hat, ist falsch. Der Marquis Tseng würde wohl Schöffengerichts Crimmitschau, wonach der Weber Lanius in einem anderen Amte nicht in den gleichen Fehler verfallen. Turnwart ein Gewerbe. Das furiose Urtheil des gewesen. Der Angeklagte habe einen solchen Mangel an Unterordnung bewiesen, daß keine Garantie vorhanden sei, er werde heutigen Tages auch zugeben, daß sein Say: daß die Stärke als Turnwart des dortigen Arbeiter- Bildungsvereins zu 10 W. Besonders zu bekämpfen sei die Auffassung, als müßten die Ver einer Nation nicht in der Menge der Soldaten, die sie in's Feld Strafe verurtheilt wurde, weil er als solcher( er erhielt für hältnisse in den Kolonien alles entschuldigen. stellen tann, beruht, sondern in den Millionen arbeitsamer Bürger, Baarauslagen 15-20 M. Entschädigung pro Jahr) ein Gewerbe leiste das erste Urtheil bedenklich Borschub. Aufgabe der Be Dieser Auffassung welche die Mittel für den Krieg schaffen, falsch ist.... Das ist betrieben habe, ohne es anzumelden, ist nun rechtsgiltig geworden. amten sei es, deutsche Kultur und Sitte, christliche Moral nach wahr, der Chinese fann, wenn er von einem europäischen Difizier Das Oberlandesgericht Dresden hat nämlich die Revision des den Kolonien zu tragen. Die Einflüsse des Tropenklimas feien gebrillt wird, einen guten Soldaten abgeben. Seinen Offizier Verurtheilten gegen das Urtheil der 2. Instanz verworfen. wird er allerdings stets behandeln wie ein Kind seinen Water. Durch dieses Urtheil ist die Zahl der Ueberraschungen, wie sie Angeklagte habe sich fchiver vergangen und das Ansehen des Dom Angeschuldigten ins ungemessene aufgebauscht worden. Der Ein Kind bleibt er. Befehlshaber werden sich unter den die sächsische Justiz uns seit langem bescheert, um eine vermehrt. Reichs schwer gefchädigt. Chinesen nie finden.... Ein Offizierkorps im europäischen Eine ausreichende Sühne sei nur in Das Verbot der 11 Versammlungen, die für den der zulässig höchsten Strafe, der Dienstentlassung gegeben. Sinne läßt sich unter Chinesen nicht bilden. In China 16. Juli 1894 in Nürnberg seitens der dortigen Gewerkbetrachtet man das Kriegshandwerk nur für Unschaften projektirt waren, ist jetzt in letter Instanz vom Müseler- Berlin, eine umfangreiche Vertheidigungsschrift einDer Angeklagte hat durch seinen Vertheidiger, Rechtsanwalt gebildete und Barbaren als passenden Beruf.... Ministerium des Innern bestätigt worden. zu jenen Ver Die chinesische Dynastie ist ganz harmlos. gereicht. Er beantragt die Vernehmung des Dr. med. Preuß und Die literarische fammlungen waren die Frauen ganz besonders eingeladen, es des Hauptmanns Morgen, sowie des Legationsraths SchuckOligarchie ist die Wurzel alles Uebels. Wenn die vernichtet handelte sich um ein rein gewerkschaftliches Thema. Das Verbot mann als Zeugen darüber, daß der Aufstand nicht infolge der wird, hat der gemeine Chinese gewiß nichts dagegen... Der wurde damit begründet, daß das Thema die Erörterung politischer Handlungsweise des Angeklagten entstanden sei. In dem geReichthum China's läßt sich nicht bezweifeln. China ist reicher Gegenstände nicht ausgeschlossen erscheinen lasse". Auch aus der schlechtlichen Verkehr sei nichts Ungewöhnliches zu als viele Indien.. Die Wiedergeburt China's ist nicht so Form der Anzeige der Versammlungen und bei der bekannten finden. Auch Major Wißmann habe das Verhalten des schwierig, wie man sich vorstellt, und Großbritannien ist gewiß Stellungnahme der sozialdemokratischen Partei zur Gewerf Angeflagten sehr milde beurtheilt. Sei das Ansehen des Reiches die Macht, welche den Anfang machen sollte... Gine Regies fchaftsfrage laffe mit Sicherheit ein Uebergreifen in das geschädigt, so trage baran nicht der Angeklagte, sondern die rung, die sich auf Täuschung und Korruption stüßt, tann in sich politische Gebiet erwarten". Man fieht, in Nürnberg selbst teine Reform finden. Nur von Europa ift die fächsert es ganz gewaltig, beffer hätte die Begründung von den Regeneration Chinas zu erwarten.... Die politischen Inter- hellen Sachsen auch nicht gemacht werden können. effen China's und Rußlands sind so entgegengesetzt wie die zwei-Desterreichische Benfurblüthe aus der Wiener Bolts Pole. Deshalb halten die Chinesen auch von den Engländern tribüne": Je näher wir dem 1. Mai kommen, desto mehr bas meiste. Aber auch die Interessen Rußlands und tonfiszirt. Der deutsche Reichstag-Japans find nicht minder widerstreitend. Japan und China Gine recht nette Beichte fonfiszirt. find in der That natürliche Bundesgenossen wird eher kommen, als Ihr glaubt. Großbritannien als Mentor würde ein mit dem fortschrittlichen Japan verbündetes China eine neue Entwickelung der Dinge ein leiten. Man hat so viele Panaceen für die Wiederbelebung des britischen Handels vorgeschlagen. Was sind sie im Vergleich zu vor dem Disziplinar- Gerichtshof des Reichsgerichts. ftationirte Krankenschwester bezeugt habe. der Entwidelung China's? In dem Lande würde auch das Silber seinen Abfluß haben." ... ... Mit " fonfiszirt. Konfiszirt wenig delikate Art der Untersuchung in Kamerun und vor allem die Presse schuld. Dies habe auch Maximilian Harden in der Werken von Afritaforschern an, in denen die niedrige Etellung des " Zukunft"() anerkannt. Der Vertheidiger führt Stellen aus Weibes im dunkeln Grotheil bekannt wird. Der Angeklagte habe für das Vaterland sein Leben eingesetzt und deshalb Anspruch auf milde Beurtheilung. Der Angeklagte habe nicht so gefehlt, daß er mit Schimpf und Schande aus dem Dienst gejagt werde. Uebrigens fei es nicht Sache des Disziplinarhofes, erziehlich auf andere zu wirken, diese Sorge sei der vorgesetzten Behörde zu überlassen. Der Angeklagte sei zu dem sehr nervös, wie eine in Kamerun Der Kanzler Leist hatte sich am Sonnabend wegen der Die Verlesung des Berichts nahm beinahe zwei Stunden in bekannten Vorgänge in Kamerun vor dem kaiserlichen Anspruch. Präsident: Bekennen Sie sich schuldig, Ihre Amts= Der spezifisch englische Standpunkt des Verfassers läßt Disziplinarhof des Reichsgerichts in der Berufungsinstanz zu befugnisse überschritten zu haben bei der Auspeitschung der dessen Urtheil nicht unbefangen sein. Jedenfalls aber wird verantworten. Leist war am 16. Oftober v. J. von der Weiber Angeklagter: Nein, ich bestreite eine Amtsüberschreitung, England alles aufbieten, um die im Reich der Mitte fich Disziplinarkammer in Potsdam zur Versetzung in ein anderes weil kein Gesetz existirt, das die Prügelstrafe verboten, oder auf vorbereitende Revolution zu seinem Vortheil zu wenden. Amt unter Schmälerung des ihm zustehenden Gehaltes um ein Männer beschränkt hätte. Präsident: Jawohl, aber es gab doch Der Fall Leist auch kein Geses, das die Prügelstrafe direkt zuließ und sie ist 1 züchteten zur Folge haben fönnen. In den englischen Rolonien Die Sonntagsruhe im Barbiergewerbe. Die Frants toch thatsächlich früher nicht angewandt worden. dürfen Weiber allerdings nicht geschlagen werden, aber die Prügel- furter Barbier- und Friseurgehilfen find mit der Bestimmung Angeflagter: Daß die Prügelstrafe angewendet worden ist, hat strafe an sich sei selbst in den vorgeschrittenen englischen Kolonien des Gesezes, daß die Geschäftsinhaber ohne die Gehilfen weiter Graf Pfeil zugegeben. Ein Expeditionsführer hat in Gegen- nicht zu entbehren. Wenn man jetzt auch in den deutschen offen behalten dürfen, nicht einverstanden. Sie erblicken darin wart des Gouverneurs v. Zimmerer Weiber wegen Untreue Kolonien ausdrücklich die Prügelstrafe der Weiber verboten habe, mit recht eine Schädigung der Betheiligten. In einer Versamm prügeln lassen. ¡ Herr Zimmerer hat dafür doch die Verantwortung so hat man eben den Brunnen zugedeckt, nachdem das Kind lung wurde von einem Gehilfen u. a. die Befürchtung aus. übernommen! Wenn sonst nicht geprügelt worden ist, so liegt hineingefallen ist und nachdem der Prozeß Leist eine solche Be- gesprochen, man werde die Gehilfen nöthigen, länger zu arbeiten, das daran, daß früher Weiber nicht für Regierungsdienste ver- deutung gewonnen habe. wenn die Prinzipale ihre Geschäfte offen halten fönnen. Um wendet worden sind. Daß der Aufstand eine unmittelbare Folge der Exekution das zu verhüten, wurde eine Ueberwachungskommission niederwar, ist nicht erwiesen. Der Aufstand wäre nie ausgebrochen, gesetzt, die vorkommende Uebertretungen des Gesetzes zur Anzeige wenn die Soldaten nicht schon vorher unzufrieden mit den bringen soll. Von der Freien Vereinigung der Barbier- und Löhnungsverhältnissen gewesen wären. Unter den Schwarzen sei Friseurprinzipale wurde der Versammlung mitgetheilt, daß sie das Gerücht verbreitet gewesen, der Kaiser von Deutschland habe bei dem Polizeipräsidium einen Antrag gestellt habe, den Schluß Geld für die Soldaten nach Kamerun geschickt, der Kanzler Leift der Barbier- und Friseurgeschäfte Sonntags auf nachmittags habe es ihnen aber vorenthalten. Daher der persönliche Groll 2 Uhr festzusetzen. gegen Leist. Nach alledem glaube er zu dem Schlusse fommen Achtung, Töpfer! Zuzug ist fernzuhalten wie bisher nach zu dürfen, daß Leist seine Amtsbefugniß nicht über- Görlig, ferner nach Stettin, Berlin, Bukarest, Gotha und für fchritten habe. Präsident: Wir hören doch aber, daß Prügelstrafe nur für ganz schwere Verbrechen zulässig war. Hier handelte es sich doch nur um Trägheit? Angeklagter: Es war nicht Trägheit allein, sondern direkt Widersetzlichkeit der Neger. Präsident: Warum ließen Sie die Auspeitschung öffentlich vornehmen? Angeklagter: Ein geschlossener Raum stand mir für diese Eyefution nicht zur Berfügung. Präsident: Nun, Sie hätten doch nicht alle auf einmal prügeln zu lassen brauchen und die Weiber einzeln in den Schuppen führen können. Angeklagter: Das hätte zu viel Zeit in Anspruch genommen. Ich habe den Entschluß plötzlich gefaßt und Was den zweiten Vorwurf, die Benu hung der Pfand. Verblendstein- Sortirer nach Haynau in Schlesien, Kunstziegel- und daran auch, offen gestanden, gar nicht gedacht. Präsident: weiber betrifft, so erkenne er an, daß der Angeklagte da nicht Thonwaaren- Fabrik von August Peipe. Warum wählten Sie die Form der Entblösung? gonz schuldlos sei. Aber die Beurtheilung dieser Fälle Metallarbeiter, Achtung! In der Motorenfabrik von Angekl. Zur Verschärfung der Strafe. Es waren übrigens müsse doch aus einem anderen Gesichtspunkte erfolgen, als es Grob u. Ko. zu Leipzig- Eutrisch wegen Lohnreduktionen geüberflüssige Personen nicht dabei, außer dem exekutirenden die Anklagebehörden thun. Er stehe ganz auf dem Standpunkt plant! Zuzug von Metallarbeitern ist von Leipzig fernzuhalten! Unteroffizier und dem Aufseher. Präs.: Doch auch Soldaten? des ersten Urtheils, das Licht und Schatten gleichmäßig verAchtung, Metallarbeiter! Zur Lage des Streits bei der Angell.: Ja. Die brauchte ich doch sozusagen als Hilfe. Präs.: theilt habe. Doch nur bei den Massen- Ererzitien. Angell.: Jawohl. Der Die Handlungen Leist's hätten kein Aufsehen gemacht und Firma Eckel u. Glinicke, Wasserthorstr. 50, wo sich seit Sonnabend, Angeklagte bittet Zeugen zu vernehmen, die bekunden sollen, auch das Ansehen des Reichs nicht geschädigt. Das Aufsehen den 2. März, infolge fortgesetter willkürlicher Lohnkürzungen daß ein bekannter Expeditionsführer Weiber wegen Untreue habe das Vallentin'sche Tagebuch erregt, in dem vieles nicht ge- sämmtliche Metalldrücker im Ausstand befinden, diene allen Kollegen gegen sich hat peitschen lassen, daß auch sonst einmal Weiber hauen und gestochen sei. Der Angeklagte sei fein brutaler zur Nachricht, daß es der Firma bis heute gelungen ist, außer einigen wegen Trägheit geprügelt worden find. Die intriminirte Mensch, es sei im Gegentheil in der Untersuchung festgestellt Hilfskräften vier Drücker zu finden, die dazu bereit waren, ihren Gretution sei überhaupt die einzige gewesen, die er an Weibern worden, daß Leift bei den Eingeborenen als gerechter Richter Kollegen während des Kampfes um ihr gutes Recht in den habe vollziehen lassen. beliebt war. Niemand wollte das Verhalten des Angeklagten Rücken zu fallen. Da jedoch die dort, an stelle der Streifenden, Bezüglich der Benuzung von Pfandweibern giebt der An- zu öffentlicher Kenntniß bringen, denn selbst Vallentin hat er beschäftigten Arbeiter die Firma in keiner Weise zu befriedigen geklagte die oben erwähnten 4-5 Fälle zu. Weitere Fälle fielen flärt, er habe die Aufzeichnungen nur für sich gemacht und die vermögen, so sieht sich dieselbe wiederum gezwungen, sich unter Den Berliner Metalldrückern nach geeigneten Kräften nicht ihm zur Last, es könnte nur Mißbrauch mit seinem Namen Veröffentlichung sei eine Indiskretion gewesen. Der einzige Anumzusehen. Von seiten des unterzeichneten Vorstandes getrieben worden sein. Die Schwarzen hätten oft Mißbrauch geber sei der Neger Manga Bell, ein Mann, der wegen des ist jedoch über die Werkstatt die Sperre vermit den Namen von Weißen getrieben, um sich Vortheile zu ver- Verdachts hochverrätherischer Unternehmungen im Gefängniß hängt und erwarten wir von allen ehrlich denkenden schaffen. Präsident: Es handelt sich doch aber um Weiber, die war. Der Gouverneur von Zimmerer sei an die Führung der ein Weißer beaufsichtigt und dieser wird sie doch nicht jedem be- Untersuchung nicht ganz unbefangen herangetreten. Den ersten die Betheiligten befriedigenden Weise erledigt ist, die Werkstatt Kollegen, daß fie, so lange die Angelegenheit nicht in einer für liebigen Schwarzen ausgeliefert haben. Der Angeklagte behauptet, der Fall der Benutzung der Weiber habe der Angeklagte im Beisein der Firma Eckel und Clinicke auf das strengste meiden. Der Gouverneur von Zimmerer sei sehr animos gegen ihn verfahren. eines Schiffslieutenants nach einem jedenfalls sehr guten Streit bei der Firma D. Lundershausen, Prinzenſtr. 99, dauert Die Aussagen der Farbigen dürften nicht als maßgebend gelten. Frühstück in sehr gehobener Stimmung be= unverändert fort. Auch hier bitten wir um weitere strenge FernEr beantrage die Vernehmung von 4 Zeugen, des Gouverneurs gangen. Der eine Fall habe dann die anderen nach haltung des Zuzuges von Gürtlern, Klempnern, Schnittarbeitern v. Soden, des Legationsraths v. Schuckmann, der Direktoren sich gezogen. Er bitte aber das dortige Milieu zu berücksichtigen. und Drückern. Der Vorstand des Verbandes aller in der MetallPreuß und Büttner und des Hauptmanns Morgen, die sämmtlich Wenn man immer solche Verhältnisse vor Augen sehe, so färbe industrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. in den Kolonien gelebt haben und objektiv über die Stellung das eben klein bischen ab und man täme allmälig zu der Weiber, das Verhalten der Neger und ihrer Glaubwürdig lageren Anschauungen. Afrikanische Verhältnisse könnten eben feit Auskunft zu geben in der Lage find. nicht von Berlin W aus beurtheilt werden. Der Angeklagte habe nicht gesagt Hole mir Pfandweiber", sondern nur Hole mir Weiber". Als ihm dann der Diener ein Pfandweib brachte, habe er es freilich nicht zurückgeschickt, er habe wohl aber nicht an das erschwerende Moment gedacht. Der Prozeß Leist sei aufgebauscht worden, das hohe Kollegium möge es beim Urtheil bewenden lassen. Angeklagter e ist vertheidigt sich in längerer Rede( offensichtlich in hochgradiger Aufregung). Er habe nur einmal in dem vorliegenden Falle prügeln laffen und glaubte dabei seine Amtsbefugnisse nicht überschritten zu haben. Hätte er nicht energisch gegen die Weiber gehandelt, so würden der Gouvernementsgarten und die Kaffeeplantagen wieder in Wildniß verwandelt worden sein. Weil es Weiber waren, habe er die Strafe mild gewählt. BIut fei nicht geflossen. Der Aufstand sei ausgebrochen wegen der in der Truppe gährenden Unzufriedenheit mit der Löhnung. Ich gebe zu, daß ich infolge des Klimas geftrauche It bin und gefehlt habe. Ich glaube aber nicht so ge fehlt zu haben, daß ich unwürdig bin, noch ferner Beamter zu heißen. Sollte das erste zur Beurtheilung gelangende Vergehen eines Kolonialbeamten zur Dienstentlassung führen, so wäre das eine etwas drakonische Vergeltung, die für Entbehrungen und Gefahren, die ich im Dienste des Vaterlandes gern auf mich genommen habe. Ich bin feit 1882 Beamter und glaube mich bewährt zu haben auch in Kamerun, denn noch 2 Monate vorher habe ich vom Herrn Reichskanzler ein Anerkennungsschreiben für meine dortige Thätig feit erhalten. Ich hoffe, der hohe Disziplinarhof wird gleich dem ersten Richter die Erwartung aussprechen, daß ich als Beamter mich noch dienstlich zu erweisen und in anderer Stellung wieder gutzumachen in der Lage sein werde, was ich infolge des Klimas in Kamerun gefehlt habe." Der Gerichtshof zieht sich zur Berathung über diese Anträge zurück, lehnt aber eine neue Beweiserhebung ab. Sie seien eines theils zu unbestimmt, andererseits sei nicht mehr zu entscheiden, ob die Verhältnisse, unter denen diese Zeugen in Afrika gelebt, mit den jetzt zur Beurtheilung stehenden homogen seien. Den Schwarzen sei schon in erster Instanz kein großer Glaube bei gemessen worden. Db der Gouverneur v. Zimmerer animos gegen den Angeklagten gewesen sei, sei für das Urtheil wenig von Belang. Es tritt eine Pause von einer Stunde ein. Nachmittags- Sihung. Bei Beginn der Nachmittags Sigung nimmt das Wort Legationsrath Rose. Redner verbreitet sich zunächst über die Zulässigkeit der Prügelstrafe, die er für Weiber rundweg verneint. Selbst der in Disziplinar- Untersuchung befindliche Assessor Wehlan, der auch nicht zimperlich gewesen ist, weist es mit Entrüstung von sich, daß er Weiber habe prügeln lassen. Der Angetlagte habe kein Gerechtigkeitsgefühl, sonst wäre er nicht auf die Art des Strafvollzugs verfallen, die noch dazu Die Schamhaftigkeit verlegen mußte. Er selbst habe vier Wochen in Kamerun gelebt und nicht gemerkt, daß die Negerweiber aller Scham bar feien. Die Regierung wolle jeden Auswuchs, und als solchen sehe sie die Prügelstrafe an, beseitigen. Der Angeklagte habe das gewußt und also schweren Amtsmißbrauch getrieben. Der Empörung der Schwarzen kam es zu statten, daß gerade das Kriegsschiff Kamerun dort lag, aber ohne das Verhalten des Angeklagten wäre es nie so weit ge tommen. Es sei der Regierung keinen Augenblick zweifelhaft gewesen, daß fie sich beim ersten Erkenntniß nicht beruhigen fönnte, fie legt entschieden Verwahrung ein gegen die Behauptung des Angeklagten, sie hätte nur unter dem Drucke der Presse Berufung eingelegt. Die Regierung war schon deshalb feinen Augenblick zweifelhaft gewesen, weil erste Gerichtshof als Entschuldigung habe gelten lassen die lageren Sitten, die in den Kolonten herrschten. Die Sitten dürften in den Kolonien nicht lager werden. Der Angeklagte habe sich auf andere Fälle berufen, in denen die Regierung nicht eingeschritten sei, er habe, allerdings ziemlich unbestimmt, von Die Begründung des Urtheils besagt: Der Disziplinarhof einem Offizier gesprochen, der in der Hängematte liegend, hat in der Auspeitschung der Weiber eine Ueberschreitung der zu seinem Vergnügen auf geschossen amtlichen Befugnisse des Angeklagten und in dem Umgang mit hätte, die ihm in den Gesichtskreis tamen. Herr von Marschall denselben eine Entwürdigung und einen Mißbrauch der Amts: habe schon im Reichstag erklärt, daß die Regierung auf gewalt erblickt. Wenn der Disziplinarhof auch die Verdienste solche unbestimmte Angaben hin nicht einschreiten kann. des Angeklagten anerkennt, so durfte er denselben dennoch nach Dazu bedürfe es näherer Angaben. Lage der Dinge nicht im Amte belassen. alle Schwarzen Was die Pfandweiber anlange, so müsse immer betont werden, daß diese Weiber sich doch nicht im Zustande völliger Freiheit befunden haben, ein Moment, das die Schuld des Angeklagten sehr verschärfe. Die Regierung beantrage die Dienst= entlassung des Angeklagten, sie könne ihn nicht mehr im Konsulatsdienst verwenden, wegen des damit nothwendig verHerr Regierungsrath Rose und der Vertheidiger nehmen noch einmal kurz das Wort. Um 41/2 Uhr zieht sich der Gerichtshof zur Berathung zurück. Das Urtheil lautet auf Dienstentlassung bei Belassung der Hälfte der gefeßlichen Bension auf drei Jahre. Leift muß die Rosten des Verfahrens tragen. Gewerkschaftliches. An die Maurer Charlottenburgs. Kollegen! Die Bau bundenen Verkehrs mit deutschen. Familien. Daß der Angeklagte periode hat wiederum begonnen, und hegen tausende unserer es gäbe doch eine Grenze, bei welcher die sonstige Tüchtigkeit gung. Leider ist bisher nur bei verhältnißmäßig wenigen diese im Dienſt ſonſt tüchtig gewesen, gebe die Regierung zu, aber Berufsgenossen die sehnsüchtige Erwartung nach einer Beschäftizur Kompensation für ein Vergehen nicht mehr ausreiche. Erwartung in Erfüllung gegangen und die Zahl der Arbeitslosen Das Bergehen des Angeklagten sei derartig, daß er hart beim ist gegenwärtig noch immer eine sehr beträchtliche. Da, wo Strafgesehbuch vorbeigestreift sei. Die Regierung fönne unsere Kollegen Arbeit bekommen haben, steht die Ausbeutung des den Vorwurf nicht zurücknehmen, daß der Angeklagte das An- Bau- Unternehmerthums in höchster Blüthe. Der Verband sehen und den Ruf des Reiches auf alle Fälle geschädigt habe. deutscher Maurer wendet sich deshalb mit der eindringlichen Der Angeklagte habe einen groben Vertrauensbruch begangen und Bitte an die Berufsgenossen, sich der Organisation anzuschließen, feinen Untergebenen ein schlechtes Beispiel gegeben. Deshalb um gegen die überhandnehmenden Uebelstände Front machen zu Tomme er zu dem Schlußantrag, die Dienstentlassung des fönnen. Angeklagten aussprechen zu wollen. Diejenigen, die gewillt sind, den Kongreß in Halberstadt durch einen Delegirten zu beschicken, werden ersucht, recht zahlreich in der Versammlung am Mittwoch, den 10. April, im Lofale Bismarckshöhe" zu erscheinen. J. A.: Rast, Charlottenburg. " Vertheidiger Rechtsanwalt Müseler: Berlin: Wenn man vom Rathhaus kommt ist man flüger" und wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, wird er zugedeckt". Diese beiden Sprichwörter charakterisiren die Lage des Angeklagten treffend. Leist würde sich jeht in ähnlichen Fällen gewiß anders benehinen. Die Hauptfrage sei, ob der Angeklagte das Recht hatte, Prügel- An alle Barbiergehilfen! Kollegen! Seit dem 1. d. Mts. strafen zu verhängen. Bejaht man diese Frage, so wird man zu ist das Gefet betreffend die Sonntagsruhe in unserem Gewerbe dem Schluß kommen müssen, der Angeklagte hat vielleicht unflug in fraft getreten. Das Gesetz bestimmt, daß die Gehilfen in gehandelt, aber seine Befugnisse nicht überschritten. Die Frage unferem Beruf an Sonn- und Feiertagen nur bis 2 Uhr mittags muß bejaht werden und zwar wegen der analogen Verhältnisse beschäftigt werden dürfen. Unsere Innungsmeister glauben nun, in Ostafrika. Dort spielen die Sudanesen dieselbe Rolle wie in daß an Sonntagen vor den Feiertagen die Beschäftigung länger Kamerun die Dahomehs. In Ostafrika werden die ausgedehnt werden kann. Dies ist aber nach dem klaren WortWeiber geseglich geprügelt unter der deutschen laut des Gesetzes nicht der Fall. Es dürfen also auch heute, Flotte. Was also den Sudanesen- Weibern in Ostafrika Sonntag, den 7. April, Gehilfen und Lehrlinge nicht länger als recht ist, muß doch den Dahomeh- Weibern in Kamerun bis 2 Uhr mittags beschäftigt werden. Kollegen! Unsere öffentbillig sein. liche Versammlung hat befchloffen, das uns vom Gesetz gewähr Der Angeklagte hatte die Verpflichtung, die für die Re- leistete Recht, die Sonntagsruhe, voll und ganz in Anspruch zu gierung gemietheten Schwarzen zur Arbeit anzuhalten. Er mußte nehmen. Wir fordern Euch hiermit nochmals auf, die freie Zeit, ein Erempel statuiren und so griff er zur Prügelstrafe. Er mußte sich die Euch zugestanden werden muß, ohne Rücksicht zu beanspruchen. schnell entschließen, denn er wollte am Tage darauf abreisen und Sollte ein Arbeitgeber Euch zwingen, länger als bis 2 Uhr mußte sich also Respekt verschaffen. Die Strafe läßt kein Licht ar mittags zu arbeiten, so berichtet jeden Fall an die unten bezeichGrausamkeit verrathen, der Vorwurf der Barbarei sei unberechtigt. nete Kommission, welche weitere Schritte einleiten wird, um den Die Entblößung des Körpers erfolge doch immer bei Prügelfirafe, sich bei jeder Gelegenheit als„ Ordnungsstüßen" gerirenden in der Entfernung der Hüftentücher liege deshalb nichts Un- Innungsmeistern die nöthige Achtung vorm Gesetz beizubringen. gewöhnliches. Im Gegentheil, es sei ein Vorsichtsgebot gewesen, Die Agitationskommission der Barbiere. damit tein tranter Körpertheil gezüchtigt werden fönnte. Die 5-10 Hiebe hätten feine förperlichen Nachtheile für die Ge- I J. A.: Franz Starosson, Neue Friedrichstr. 20, im Restaurant. Achtung, Metallarbeiter! Infolge einer Lohnreduktion von ca. 20 pCt. legten 5 Kopfmacher der Attiengesellschaft vorm. Frister u. Roßmann die Arbeit nieder. Da weitere Abzüge in Aussicht stehen, so findet am Dienstag, den 9. April, abends 8 Uhr, im Klubhaus Südost", Waldemarstr. 75, eine öffentliche Versammlung statt, um hierzu Stellung zu nehmen. Otto Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Näther, N., Anklamerstr. 44. " Die ausgesperrten Böttcher werden im eigenen Interesse aufgefordert, Montag, den 8. April, Vormittag 8 Uhr bei Wilte, Andreasstr. 26, zu erscheinen. Die Kommission. Nob. Neumann. Die Porzellanarbeiter( Maler, Dreher) der Firma Tielsch in Altwasser i. Schl., soweit sie organisirt sind, werden mit dem heutigen Tage, Sonnabend, den 6. April, mit welchem Tage ihre Kündigung abläuft, in den Streit eintreten. Ebenso haben ein Theil der Brenner, Schleifer, Packer 2c. gekündigt, ein anderer Theil hat von der Direktion gekündigt bekommen. Von den in den Dreherfälen beschäitigten Hilfsarbeitern männlichen und weiblichen Geschlechts haben am 28. März eine ganze Anzahl( 90) ebenfalls ihre Kündigung eingereicht. An die Berufsgenoffen allerorts tritt nun die Pflicht heran, in erster Linie dafür zu sorgen, daß sich die Solidarität in dem strengsten Fernhalten des 3uzuges nach Altwasser äußert. Der Millionär Tielsch wird keine Geldkosten scheuen, um überallhin seine Werber nach Arbeitskräften zu dirigiren; schon hört man die Aeußerung: ach was, die Streifenden werden wir bald aus Böhmen ersetzt bekommen, ja man will sogar aus Frankreich und Belgien sich Arbeiter verschreiben. Nun, viel Glück dazu! Es ist zu hoffen, daß unsere österreichischen Arbeitsbrüder, welche in der letzten Zeit so tapfer an ihrer Organisation arbeiten, sich ganz gewiß nicht von dem Herrn Tielsch und dessen Direktor Bauer als Streitbrecher gebrauchen lassen werden, und was die Franzosen und Belgier anbetrifft, nun auch diese werden von dem Streit in Altwasser erfahren und ,, la solidarité internationale" wird sich bewähren. Zur Maifeier. Die Bierbrauerei Böttner u. Wohlgemuth in Stuttgart erflärte fich auf Anfrage des Brauervereins gerne bereit, in Zukunft den 1. Mai in ihrem Geschäft als Feiertag zu betrachten und dem Personal an diesem Tage frei zu geben. Die Kosten des Streits der Seiler und Hänfer in Straß. burg balanciren mit 187. 114 M. wurden vom Streitkomitee der Hauptkasse des Verbandes wieder zugeführt. Die Steinarbeiter Sachsens halten am 21. April in 3 widau eine Landeskonferenz ab, auf der folgende Punkte zur Berathung gelangen: Bericht vom Agitationskomitee. An träge von der Landeskonferenz. Anträge für den Kongreß. Die Aussperrung der Uhrenarbeiter in Grenchen ( Solothurn). Die Uhrenfabrikanten haben gegen den Beschluß des Gemeinderaths, die Streifenden wöchentlich mit 500 Fr. zu unterſtützen, bei der Kantonsregierung in Solothurn BePreis aushungern. Von den Ausständigen find 454 verheirathet und 361 ledig, die Zahl der Kinder beträgt 767. Bis schwerde eingelegt. Die Herren wollen die Arbeiter um jeden jetzt sind Streikbrecher nicht vorhanden. Der Mitgliederstand des Verbandes öster= reichischer Metallarbeiter betrug Ende Dezember 1894: 11 585. Wer arbeiten will, findet Arbeit dieser Weisheitsfah unserer Frommen und Satten wird durch die amtlichen Berichte der städtischen Arbeitsnachweise immer mehr ad absurdum ge= führt. Beim Eßlinger Arbeitsamt find im Monat März 282 Gesuche um Arbeit eingelaufen, denen nur 93 Na ch= fragen nach Arbeitern gegenüber stehen. Davon konnten nur 46 Gefuche erledigt werden, die übrigen konnten teine Arbeit finden. Develden. Wolff's Telegraphen- Bureau. Petersburg, den 6. April. Der frühere Finanzminifter My ich negrabsty ist heute Nacht um 12/2 Uhr gestorben. Sofia, 5. April. In dem Prozeß gegen den ehemaligen Polizeipräsidenten Zukanow und Genossen, wurden Lukanow, der frühere Polizeikommissar Totem und der frühere Polizei- Agent Soistarow schuldig erkannt, Luka Jwanow behufs Erlangung eines Geständnisses mißhandelt zu haben. Lukanow und Totew wurden zu 4 Jahren, Soiftarom zu 3 Jahren Festungshaft, zum Verluste des Ranges und zum Ersatz der gemeinsamen Prozeßtosten verurtheilt. ( Deveschen- Bureau Herold.) Paris, 6. April. Der Vorsitzende des Verwaltungsrathes der Omnibus- Gesellschaft hat alle Forderungen des Syndikats der Beamten dieser Gesellschaft abgewiesen; infolgedessen ist für Sonnabend Abend eine größere Versammlung der Beamten einberufen worden. Vom Präsidenten wird vorher der Antrag gestellt werden, ein Schiedsgericht anzunehmen. Falls dieser Versuch scheitert, soll Sonntag der Ausstand erklärt werden. Verantwortlicher Redakteur: J. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu drei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 83. Tokales. In der Berliner Lokalliste sind folgende Wirthe nachzutragen: Weimann's Boltsgarten, Gesundbrunnen, HochplayKassino, Gerichtsstr. 10, Rösliner Hof, Köslinerstr. 8. In der Umgegend Berlins find noch folgende Lokale frei: Schmöck wit, Zur Palme, Inh. Kurras, Seegler- Schlößchen, Hahne. Karolinenhof bei Grünau, Maudts Wirthshaus. Zeuthen Hantels- Ablage, H. Künzel, H. Käppel. = Die Lokal- Kommissionen obengenannter Ortschaften ersucht die Arbeiterschaft Berlins, nur diejenigen Lokale im Sommer zu besuchen, die frei sind. Sonntag, den 7. April 1895. 12. Jahrg. Von einer zweiten Lasterhöhle in der Potsdamerstraße, Eine männliche Leiche, bei der Papiere gefunden wurden deren Inhaberin ihr als Pensionat bezeichnetes Institut vor- die auf den Namen des 28 Jahre alten Arbeiters Daniel Hecker nämlich als Absteigequartier hergeben soll, weiß ein Reporter zu lauten, ist in der Nähe der Altonaer Brücke von einem Schiffer berichten. Ein Gutsbesitzer P. habe eine eheverlassene N., die aufgefunden worden. dort mit ihrem Manne(!) unter einem Dache wohne, bei der Ueberfahren wurde am Freitag Abend gegen 73/4 Uhr der Behörde angezeigt. Es bleibt bedauerlich, daß die sonst so mit: 26 Jahre alte Kutscher Otto Gnabiz aus der Müllerstr. 53 a. theilsamen Herren Berichterstatter in solchen Fällen nie mit Er fiel von dem Arbeitsfuhrwerk, das er durch die Tegelerstraße genaueren Angaben über Namen und Adresse der Verbrecher führte, derartig unglücklich herab, daß ihm beide Beine zerquetscht ivurden und er binnen kurzer Zeit an Verblutung starb. herausrücken können. Theater. " Im großen Lichthofe des tgl. Polizeipräsidiums hat gestern eine Vorführung des gesammten Rettungs- und Kranken- Transport- Materials, wie es die Berliner Unfallstationen im AußenDienste zur Verwendung bringen, stattgefunden. Die Direktoren Alexanderplat- Theater. Die Brosamen, so von des Herrn Knoblauch und May Schlesinger gaben einleitende Grörterungen Tische fallen, find stets eine Lieblingsspeise der Direktion Samst über das Unternehmen. Alsdann erfolgte eine Besichtigung gewesen, und kein zugkräftiges Stück unserer fashionablen Bühnen und Vorführung der Einrichtungen unter Leitung der Stations- giebt es wohl, das nicht nach erfolgter fünfzigster Aufführung ärzte, welche in einer Anzahl von 30 Herren erschienen waren. auch im National- oder Alexanderplatz- Theater von dem beEs waren acht Transportwagen zur Stelle, zum theil nach rühmten Boeten Eugen Prudens verballhornt worden wäre. neuem System fonstruirt, 4 Wagen waren auf den Stationen Dies Schicksal traf am Freitag das gegenwärtige Zugftück des zurückgeblieben. Eine große Anzahl von Tragbahren, Verband- Bentral Theaters, Unsere Rentiers". Sie er fästen und sonstigem Rettungsmaterial, auch der auf einem scheinen am Alexanderplat- Theater zwar um diverse Grade Velociped ruhende Krankenwagen nahm die Aufmerksamkeit der schäbiger, als an ihrer Geburtsstätte, aber das Publikum Anwesenden in Anspruch. Das gesammte Hilfsmaterial, Kutscher amüsirte sich dennoch vortrefflich an ihnen. Es hatte auch Grund und Wärter, erwies sich als vorzüglich geschult. Besonderes dazu. Weniger des Inhalts wegen, der die talentlose NachIntereffe nahm die Darstellung einer Vorrichtung in Anspruch, ahmung aus allen Ecken und Enden erkennen ließ. Fräulein welche es ermöglicht, auch in dunklen Räumen mit der chirurgi- Schmidt ist aber eine vortreffliche Soubrette und Herr Sam ſt schen Versorgung Verlegter sich beschäftigen zu können. Mit fann sich als ihr Partner in allen Ehren sehen lassen. So Hilfe von Accumulatoren, die in den Rettungswagen unter- erzielten denn die schalsten Mäßchen einen unbändigen Lacherfolg, gebracht sind, war man im stande, auch entfernter gelegene Stellen und da kaum anzunehmen ist, daß das Publikum des Alexandermit elektrischem Licht zu erhellen. Es waren auch Beleuchtungs- play- Theaters in der nächsten Zeit prätentiöser wird, so wird körper vorhanden, die es gestatten, in Räumen mit explosiven das altberühmte Stichwort„ Det is jrade wat scheenet" sich von Stoffen zu hantiren. Mund zu Mund verbreiten und Herrn Samst für die nächste Beit volle und übervolle Häuser bringen. In Wusterhausen und Neue Mühle sind keine Lokale frei. Lokalkommissions Mitglied für Schmöckwih ist H. Thieme, für Zeuthen- Hankels- Ablage, Seibert, für Königs- Wusterhausen, R. Lehnert, Alte Plantage 7. Unter Reinickendorf ist nachzutragen: Restaurant zur Tanne, Nordbahnstraße, unter Birkenwerder: Paradiesgarten, Burgemeister; Lokalfommissions- Mitglied für Reinickendorf ist Th. Hidde. In hohen Schönhausen ist kein Lokal frei, in Wilhelmsberg der Saal und Garten von 2. Steuer; Lokalkommissions- Mitglied für Wilhelmsberg ist D. Elsholz. Jn Köpenid sind Klein's Festfäle frei; Lokalkommissions- Mitglied ist Streichau, Glienickerstr. 11. Jn Stolpe bei Wannsee ist das Lokal von Mattausch frei; Lokalkommissions- Mitglied ist R. Lange, Nowawes, Priesterstr. 39. NB. Den Sofaltommissions Mitgliedern Berlins und der Umgegend zur Nachricht, daß Ende April die nächste Lokalliste erscheint. Die Genossen werden daher ersucht, bis zum 27. April eine genaue und deutliche Uebersicht derjenigen Lokale anzugeben, die der Arbeiterschaft zur Verfügung stehen. Im Auftrage der Lokalkommission: Karl Scholz, Berlin SO., Wrangelstr. 32 part. Der sozialdemokratische Wahlverein für den zweiten Ein Verbrechergenie. Der so berüchtigt gewordene EinBerliner Reichstags- Wahlkreis besucht am nächsten Sonntag, brecher Krüger ist nun auch vom sächsischen Medizinalkollegium dem ersten Osterfeiertage, die Urania in Moabit. Zur Auf- in Dresden für geiftestrant erklärt worden, nachdem schon früher führung gelangt das dekorative Stück„ Das Wunderland die befragten Aerzte in Berlin und Kassel dasselbe Urtheil gefällt der neuen Welt". Die Parteigenoffen werden ersucht, sich rechtzeitig mit Billets zu versehen, welche in sämmtlichen Zahlstellen zu haben sind. Die Vorstellung beginnt 1 Uhr mittags. Der Vorstand. S wo in Gerichts- Beitung. waren hatten. Die Dresdener Medizinalbehörde ist nach Prüfung der Der schwere Unglücksfall, der am 13. Juni vor. J. in ganzen Vergangenheit Krüger's nicht nur auf grund der Ver- dem Neubau des Postgebäudes, Leipziger- und erbung und Veranlagung, sondern auch der Art der Aus- Mauerstraßen Gce stattfand, wurde mit bezug auf seine führung der Strafthaten zu ihrem Gutachten gekommen. Da- Ursache in eingehendster Weise gestern vor der zweiten StrafVon den Hausbesitzern heißt es, daß ihre Bewegung gegen bei wird namentlich die bekannte Entführungsgeschichte aus tammer des Landgerichts I erörtert. In dem Innern des gedas Wohnen der Berliner Beamten und Lehrer in den Vororten Dalldorf hervorgehoben, Krüger Frauenkleidern waltigen Monumentalbaues werden hohe Wandelgänge hergestellt, In dem nach der nunmehr in Fluß fommen" werde. Sie haben sich nämlich für mit der schwachsinnigen Rosenthal durchbrannte, mit ihr welche das ganze Gebäude durchqueren. um sie dann selbst zu denunziren. Mauerstraße Zu ihr dreistes Verlangen einen Eideshelfer geholt, und dieser Eides- etwa 14 Tage lebte, gelegenen Gange die Arbeiten weit obengenannten Tage helfer ist die Grundbesizerrepublik Hamburg. Dort soll in Erwähnt wird ferner die Entweichung aus der Frohnfeste in am die gediehen, daß der That das Verbot, außerhalb des Gemeinwesens zu wohnen, Olmüß, die er durch einen Abortschlot verließ, um sich durch eisernen Träger, welche dem zweiten Stockwerk als Unterfür die Beamten existiren. Es zeugt für die Schamlosigkeit der einen Schmuzkanal in den Festungsgraben zu flüchten, wo er lage dienen sollten, auf das Wlauerwerk gelegt wurden. Die Berliner Hausbesitzer, daß fie es wagen, sich auf ein Staatswesen den von Strolchen Ueberfallenen spielte und von mildthätigen gegen 16 Zentner schweren Träger wurden zunächst auf die zu berufen, dessen Verfassung einzig auf die Intereffentlique der Leuten mit frischen Kleidern versorgt wurde. Nach Berlin zurück Rüstung und von dort auf die Mauer gehoben. Als acht ArGrundbesitzer und der Großkaufleute zugeschnitten ist, und in gekehrt, suchte er nochmals die Rosenthal zu entführen und trat beiter auf der Rüftung standen und einen Träger, der mit seinem dessen Legislative das arbeitende Volt, die unterdrückte Klaffe, hier in Tingeltangeln der Vorstädte auf. Aus der Dresdener oberen Ende bereits gegen die Mauer gelehnt war, am unteren auch nicht eine einzige Stimme hat.' Wenn etwas geeignet ist, untersuchung ist interessant, daß Krüger sich mit der Erfindung Ende hochhoben, um eine Holzrolle unter zu legen, geschah das das Ansehen des Berliner Hausbefizerthums in der öffentlichen einer neuen Lichterzeugungsmaschine getragen haben will, die die Unglück. An der Stelle, wo der Träger wieder niedergelassen brach die Rüstung zusammen und Meinung noch mehr als bisher herabzusehen, so ist es die Un- Gleftrizität übertreffe, durch den damit beauftragten Techniker wurde, sämmtliche Einige vermochten sich verfrorenheit, mit der es sich auf ein Gemeinwesen beruft, in aber verpfuscht sei. Um sich die Gelder für Herstellung der Arbeiter fanten mit herunter. dem das Hausagrarierthum in der Cholerazeit z. B. Gelegenheit Nach dem Urtheil des Medizinalfollegiums sind die Planmäßigkeit eingeklemmt und saßen zwischen den Trümmern fest. Der Zimmerdem das Hausagrarierthum in der Cholerazeit z. B. Gelegenheit Maschinen zu verschaffen, sei er zu Diebstählen veranlaßt worden. durch Hinabspringen zu retten, die übrigen wurden aber hatte, seine Gemeingefährlichkeit an vielen tausenden Leichen zu und das Raffinement seiner verbrecherischen Handlungen und mann Lühr erlitt so schwere Verlegungen, daß er bald darauf dokumentiren, die ausschließlich ihm aufs Gewissen fallen. feine zeitweilig forrette äußere Haltung sehr wohl vereinbar mit verstarb, die übrigen famen mit mehr oder weniger schweren Die Aufhebung der Sonntagsruhe erstreckt sich für heute einer tieferen geistigen Erkrankung. Ob der Verbrecher nicht Verletzungen davon. Die Anklage führte diesen Unglückfall auf auf die Stunden von 12 bis 6 Uhr nachmittags. unter vernünftigeren sozialen Verhältnissen ein tüchtiges Mitglied eine mangelhafte Herstellung des Gerüftes zurück und hat drei der menschlichen Gesellschaft hätte werden können? Personen, den Maurermeister Dieck, den Architekt Hans Teich fischer und den Maurer Robert Krause wegen fahrDor Im Treptower Park ist bisher von den Arbeiten für die 1896er Ausstellung wenig zu merken, man müßte denn die Schaaren Auf entsetzliche Weise ist am Donnerstag Nachmittag das Arbeitsloser, die täglich dort hinausgehen, um eine Arbeits- 9jährige Töchterchen des Handelsmanns Bechstein, Biethenstr. 24 lässiger Tödtung und fahrlässiger Körperverlegung zur Vergelegenheit zu finden, als ein Zeichen der Arbeit selbst ansehen. in Rixdorf, ums Leben gekommen. Das kleine Mädchen hatte anwortung gezogen. Im Termin wurde dem GerichtsEtwa 20 Mann waren in der vorigen Woche damit beschäftigt, ihrem in einer Fabrit am Mariendorfer Weg beschäftigten Bruder bofe ein getreu gearbeitetes Modell der Rüftung die für den Bau des Hauptgebäudes erforderlichen Vorarbeiten das Mittagessen hingetragen und fuhr auf dem Heimweg auf Augen geführt und eine größere Anzahl Sachverständige war zu machen, das Terrain abzustecken und die Gruben zum Fun- einem Geschäftswagen, dessen Kutscher die Kleine auf dem geladen worden, um zu begutachten, ob die Angeklagten gegen damentbau auszuwerfen. Es sieht bisher nicht danach aus, als Kutschersiz mitgenommen hatte. In der Nähe der elter- die Regeln der Baukunst und die Vorschriften der Rüstordnung ob so zahlreiche Arbeitskräfte dort Beschäftigung finden werden. lichen Wohnung nun hat das Kind nach Angaben einer verstoßen hatten, oder nicht. Die Angeklagten und der größte Der Stadttheil südlich vom Thiergarten bis zu der Augenzeugin wiederholt vergeblich gebeten, anzuhalten Theil der Zeugen behaupteten, daß der Zusammenbruch dadurch Weichbildgrenze von Charlottenburg und Schöneberg, sowie die und sie absteigen zu laffen. Schließlich versuchte das ängstlich erfolgt ſei, weil die Arbeiter troß aller Ermahnungen Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirche sollen mit elektrischem Sicht ver- gewordene Mädchen, von dem in der Fahrt befindlichen Wagen zur Vorsicht den schweren Träger mit einem plöglichen sehen werden, wozu das Magistratskollegium seine Genehmigung abzuspringen, wobei es jedoch so unglücklich zu Fall fam, daß es Ruck auf die Rüstung niedergelassen hätten, dadurch sei ertheilt hat. mit dem Kopf heftig auf das Straßenpflaster stürzte. Als der ein Mehriegel gebrochen und habe dies den weiteren GinDie National Gallerie bleibt vom 8. bis einschließlich Kutscher dies fah, hieb der rohe Bursche auf seine Pferde ein sturz zur Folge gehabt. Der erste Sachverständige, Regierungs13. d. Mis. wegen eines großen Scheuerfestes geschlossen. Der und jagte davon, um seiner Feststellung zu entgehen, was ihm Baumeister Render hielt die Rüstung nicht ganz den bestehenden Es sei auffallend, daß das Zutritt ist während dieser Zeit, ausgenommen Charfreitag, den leider auch gelungen ist. Das Kind erhob sich zwar und schleppte Polizeivorschriften entsprechend. 12. d. Mis., nur nach vorheriger Anmeldung beim Kastellan sich bis zum Bürgersteig, brach hier aber zusammen und wurde Gerüst auf etwa 30 Meter Länge zusammenfalle, wenn ein gestattet. von herbeieilenden Leuten in das nächstliegende Haus getragen, einziger Netriegel breche. Er halte dafür, daß durch die seitlich) Aus der Schlangengalerie des Berliner Aquarium wo es noch Namen und Wohnung angab. Man holte rasch rollende Bewegung des schweren Trägers, die auf den Streichist wiederum ein merkwürdiges Geschehniß zu melden. Eine einen Arzt, wie auch die Mutter des Kindes herbei, welche gerade stangen ungenügend befestigten Unterhölzer aus ihrer Stellung gegroße indische Riesenschlange, deren Kost in Kaninchen, Meer- noch rechtzeitig eintraf, um die letzten Blicke ihres sterbenden wichen seien. Diesem Gutachten widersprachen, zum theil mit großer schweinchen und anderen Warmblüthern besteht, hat nämlich eine Lieblings aufzufangen. Als Todesurfache wurden Schädelbruch Entschiedenheit, die Bauräthe Hacker, Techow, Binte und Kramer, gut 2 Meter lange neuweltliche Genossin, eine südamerikanische und Gehirnerschütterung festgestellt. Die bedauernswerthe Familie wie auch der Leiter des Neubaues, der Baumeister Ahrens. Sie Boa, verschlungen. Fälle von derartigem„ Rannibalismus" unter hatte erst kürzlich ein Kind durch den Tod verloren, während ein erklärten die Rüstung als vorschriftsmäßig aufgeführt und beanderes noch schwer frank daniederliegt. Die polizeilichen festigt und eine Verschiebung der Unterlage für taum möglich. Riesenschlangen gehören zu den feltenen Ausnahmen, wogegen Recherchen behuss Ermittelung des Kutschers, dessen unverant: Wahrscheinlich habe ein Nezriegel im Innern eine faule Stelle manche fleinere Schlangenarten sich wenigstens zum theil von Ordnungsverwandten nähren, und im Berliner Aquarium hat wortlicher Leichtsinn das Unglück herbeigeführt, find im vollem gehabt, welche durch die damalige lange Regenzeit noch morscher geworden sei. Auf diese Stelle würden die Arbeiter den Träger während des 26 jährigen Zeitraums seines Bestehens erst einmal Gange. ein folches Ungethüm einen dahinzielenden Verfuch gemacht, troß- Morgen der 18 Jahre alte Konditor Hermann Rähl, der sich in Negriegel gebrochen. Von herbeigeholten Schuhleuten wurde am Freitag etwas unvorsichtig niedergelassen haben und dadurch sei der Staatsanwalt Diet beantragte dem diese Riesen ständig in größerer oder geringerer Anzahl zu seiner Wohnung Linienſtr. 219 erhängt hatte, wieder ins Leben die Freisprechung der Angeklagten, da ein genügender sammenhausen. Das jezige Vorkommniß wurde jedenfalls dadurch veranlaßt, daß die Mörderin in ihrer auch nach der erfolgten zurückgebracht. Die Wirthin des Lebensmüden hatte noch recht- Beweis dafür, daß dieselben fahrlässig gehandelt, nicht erbracht Schlangenfütterung noch anhaltenden Aufregung mit der etwas zeitig die Absicht bemerkt und in der Eile von der Revierwache sei. Wie bei so vielen Bau- Unfällen müsse wieder ein zerfleineren Boa in Kollision gerieth und dieselbe hinabwürgte; als Hilfe geholt. Der Konditor, den Krankheit und Arbeitslosigkeit brochener Nezriegel die Ursache sein. Der Vertheidiger, Rechtsman es bemerkte, war nichts mehr dagegen zu thun. Es bleibt zum Selbstmordversuch getrieben haben, wurde in ein Krankenhaus anwalt Goldmann, nahm die Angeklagten auch gegen den Vergebracht. dacht der Fahrlässigkeit in Schutz und suchte den Nachweis zu nun abzuwarten, ob und wie die Räuberin diesen theuren Bissen Beim Aufspringen auf den Vorderperron eines Ringbahn führen, daß ihnen auch nicht der Schatten eines Vorwurfs zu verdauen wird. wagens stürzte am Freitag Abend gegen 1/28 Uhr der Pferdebahn- machen sei. Ein einziger Senat des Reiche Versicherungsamts schaffner R. vom Depot Weinbergsweg so unglücklich zu Boden, Der Gerichtshof fällte ein freisprechendes Erkenntniß. erledigte dieser Tage unter dem Vorsiz des Geh. Regierungs- daß die Räder des Tramway über beide Beine hinwegrollten. rathes Besserer nicht weniger als 13 Sachen in einer Stunde; Der Verunglückte, der eben den Dienst antreten wollte, mußte eine Leistung, die im gewiffen Sinne zu bewundern, dessen un- mit sehr schweren Verletzungen nach dem Königin Augustageachtet aber geeignet ist, wegen des Eharakters des Gerichts Hospital geschafft werden. als einer letzten Instanz Bedenken zu erregen. Dabei hat man Vermischtes. " Nene Unglücksbotschaften von Ueberschwemmungen. Arbeiterrisiko. Der 35 Jahre alte Maler Paul Reichelt Aus Verses in Ungarn wird gemeldet, daß die Hochfich zu vergegenwärtigen, daß es sich bei den Entscheidungen des war am Freitag Nachmittag gegen 5 Uhr in der italienischen fluth der Temes, die seit 1887 teine solche Höhe wie gegenwärtig Gerichts meistens um das Wohl und Wehe ganzer Familien Ausstellung auf einem Gerüst mit Arbeiten beschäftigt. Er stürzte erreicht hat, den Durchbruch des Eisenbahndammes bei Boka in handelt. dabei mehrere Meter tief hinab und trug an den Beinen so verflossener Nacht bewirkt hat, wodurch auf der Versetzer Linie Gesperrt wurden die Ostbahnstationen Lichtenberg, schwere Verletzungen davon, daß seine Ueberführung nach einem der Verkehr unmöglich wurde. Heute Morgen flutheten die Friedrichsfelde, Biesdorf, Kaulsdorf, Hoppegarten, Neuenhagen Berliner Krankenhause nothwendig wurde. durch den Sturmwind vorwärts getriebenen Wassermengen über und Fredersdorf für die Verladung von Wiederkäuern und den provisorischen Damm bei Boka. Die Bewohner des in beEchweinen. Veranlaßt ist die Maßregel durch den Ausbruch der der Droschkentutscher, der die Droichte 2. Klaffe 5060 führte. brechenden Gefahr von einer unbeschreiblichen Banik ergriffen. Ueberrascht wurde am Sonnabend Morgen gegen 10 Uhr trächtlicher Höhe liegenden Ortes wurden angesichts der hereinMaul- und Klauenseuche in Mahlsdorf und Lichtenberg. Gleichzeitig ist das Durchtreiben von Rindvieh, Schafen und Schweinen Vor dem Hause Manteuffelstraße 108 hatte ihn eine Frau anfür den Umfang der Amtsbezirke Lichtenberg, Friedrichsfelde, genommen. Unterwegs erſcholl plöblich Kindergeschrei aus dem Biesdorf, Dahlwitz, Fredersdorf, Neuenhagen, Ahrensfelde und Innern des Wagens heraus, und der Kutscher machte zu seinem Hohen- Schönhausen verboten worden. Auch die Rothlauffeuche Schrecken die Wahrnehmung, daß er eine Wöchnerin fuhr. Kurz greift im Norden Berlins wieder um sich, sie ist neuerdings in entschlossen fuhr er nach der Charitee, wo er Mutter und Kind Lübars und Nieder- Schönhausen ausgebrochen. Polizeiliche Nachforschungen werden nach dem Verbleib In der Affäre Castan wird jetzt die Hauptbelastungs- des am 22. Mai 1871 geborenen Klempnermeisters Ernst Naujock zeugin genannt. Es ist das 14jährige Schulkind Gertrud angestellt. Der Vermiste hat sich am 3. d. M., abends um Helinessen, Tochter eines Töpfermeisters in der Mauerstraße. 1012 Uhr, aus seiner Wohnung in der Lorenzstraße zu GroßDer Ballon Buffard von der Luftschiffer Abtheilung ist Lichterfelde entfernt, ist in der Nähe des dortigen Anhalter Bahnam Sonnabend, vormittags 10 Uhr, von Schöneberg aus auf- hofes gesehen worden und hat sich anscheinend nach Berlin begelassen worden und nordöstlich in der Richtung nach Stettin geben. Von da ab fehlt jede Spur von dem in guten Verfortgetrieben. hältnissen lebenden Mann. ablieferte. Wozu die Lehrer gut sind. Die Schles. Volts- Zeitung" erzählte dieser Tage folgendes Geschichtchen: Die Gebirgsvereine am Eulengebirge hatten beschlossen, zur Feier von Bismard's Geburtstag die Spigen der höchstgelegenen Berge am Vorabende des Tages festlich zu beleuchten. Der Vorsitzende des Reichenbacher Vereins, Kreis- Schulinspektor Tamm, wurde befragt, wer denn diese für die Forsten doch recht gefährliche und für die Veranstalter sehr verantwortungsvolle Arbeit leisten bezw. beaufsichtigen solle, da doch alle guten Patrioten" am Festkommers theilnehmen wollten. Ungenirt erhielt man die Antwort:„ Ich schicke meine Lehrer." Wie würde es Herrn Tamm gefallen, wenn ein Regierungspräsident einmal bei ähnlicher Gelegenheit sagte:„ Ich schicke meine Kreisschulinspektoren"? Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Sonntag, den 7. April. Freie Volksbühne. National Theater: 3. Abtheilung. Nach mittags 22 Uhr: Pelikan. Lessing Theater: 7. Abth. Nachmittags 3 Uhr: Der Geizige. Vorher: Cavalleria rusticana. Opernhaus. Rienzi. Montag: Carmen. Schauspielhaus. König Ottokar's Glück und Gnde. Montag: Egmont. Deutsches Theater. Pastor Brose. Montag: Der Kaufmann von Venedig. Lessing- Theater. Die beiden Klingsberg. Vorher: Die Furcht vor der Freude. Montag: Sodoms Ende. Berliner Theater. Der Herr Senator. Montag: Madame Sans- Gêne, Residenz- Theater. Fernand's Ches fontraft. Montag: Dieselbe Vorstellung. Nenes Theater. Die Rechte der Seele, Die Unehrlichen. Ein Mustergatte. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direktion: May Samst. Sensationelle Novität! Gastspiel der amerikanischen Gesellschaft William Calder Die lebende Brücke. Großes Sensationsschauspiel mit Musik in 4 Atten( 11 Bildern), nach dem Eng lischen von Sutton Vane, überseht von H. Schwab. Dirigent: Adolph Wiedecke. Elektr. Beleuchtungseffekte v. Lakowsky. Regie: Max Samst. Raffenöffnung 5 Uhr. Anf. 71/ a Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Passage- Panopticum. 27 Urania Anstalt für volksthümliche Moabit. 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Die lebende Brücke. Montag: Dieselbe Vorstellung. Reichshallen- Theater. täten Vorstellung. Speziali American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenSchiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Sonntag, 7. April, nachm. 3 Uhr: Die Journalisten.- Abends 8 Uhr: Der Veilchenfresser. Montag, 8. April. abends 8 Uhr: Die Journalisten. Dienstag, 9. April, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Die zärtlichen Verwandten, Lustspiel in 8 Aften von Roderich Benedir und Ein Julius Sommer. Strafungor, Suftspiel in 1 Mittwoch, den 10. April, abends 8 Uhr: Die Karolinger. Magie. Preise: 3, 2 und 1 M. Sitzplatz. zum 209. Male. nachmittags 4 Uhr: Familien- Vorstellung zu halben Preisen. 874M Straße 13. Homöopath. Arzt Dr. LinienVariété.path. fraße 149, 9-10, 5 bis 300. Auftreten von Emil Haucke. 3um 25. Male: Die Kneipgenies. Der größte Lacherfolg, der je erzielt! Dazu das nur aus komischen Nummern bestehende April- Programm. 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Stiftungs- Felt aufmerksam und bittet Freunde und Gönner des Vereins um recht zahlreiche Betheiligung. Billets, Herren 50 Pf., Damen 30 Pf., sind bei den Mitgliedern, sowie bei der Kassirerin Frau Schulz, N. Saarbrückerstr. 30, H. L., zu haben. Der Vorstand. J. A.: E. Möhring. 287/10 Deutscher Metallarbeiter- Verband. ( Verwaltungsstelle Berlin.) Sonntag, den 14. April 1895( 1. Osterfeiertag): Grosse Matinée Pralinée empfiehlt in grösster Auswahl Franz Reinsch, Bonbon- und Konfituren- Fabrik. Elsasserstr. 22, Ecke Gartenstr. Pfundbärme. Beste Getreide- Preßbefe, immer frisch, empfiehlt zur bevorstehenden Osterbäckerei die Fabrik 475b 8. Oranienftr. 8. Bitte auf die Hausnummer achten! Damen- Hüte und Kinderhüte chic garnirt, mit Band v. 1,50 M. an, mit Blumen und Band 2,50 M., mit langen Strauß federn, Band und Blumen v. 4,75 M. an. Ungarnirte Süte, sowie fämmt liche Buthaten zum Garniren z. Fabrikpreifen. Trauerhüte in großer Auswahl 468b Frobenstrasse 22. Alte Stiefel, gr. Ausw. 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Diskussion. 3. Stellungnahme zur diesjährigen Maifeier. 4. Wahl eines Breßkommissionsmitgliedes. Frauen haben Zutritt. Um zahlreichen Besuch bitten Die Vertrauenspersonen. 261/19 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Sonntag, den 7. April 1895, abends 7 Uhr: Abend- Unterhaltung im Lokale von Zubeil, Lindenstraße 106. Bortrag des Genossen W. Pätzel. Entree 10 Pf. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein J. Raumann, Blücherstr. 42. Verband der ergebenst in Kenntniß, daß ich, um zum 30. Wiegenfeste dem Budifer einen neuen Abschnitt meines Lebens O. Marquardt( gen. Lembke), daß zu beginnen, am 10. April d. J. von die ganze Fruchtstraße wackelt. Philadelphia abgereist bin, um nach der South zu„ schumpen". Ergebenst Hermann Oswald, früher NW. 77 Prinzenstrasse 77. Zum gemüthlichen Piket! Herren- u. Knabengarderobe, wenig getragen und neu. Möbelpolirer Billiger Ginkauf für Arbeiter in Morgen Abend 8 Uhr: Versammlung bei Kranz, Badstrasse 12. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die Arbeitseinstedung Refer.: Kollege R. Weber. 2. Wahl bei Jerhard und bei der Ww. Dräsel. 3. Verschiedenes. 40/5 wwe Friedrichsberg bei Schulze, Friedrich- KarlStrasse 34.! Tages- Ordnung: für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Am Dienstag, den 9. April, abends 8% Uhr: General- Versammlung in Fiebig's Salon, Große Frankfurterstraße 28. = Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes, der Kassirer und der Revisoren. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. 281/4 Un zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein 1. Gewerkschaftliches. 2. Wahl 8. Berichiedenes. NB. Den Kollegen zur Kenntniß, daß die Differenzen bei der Ww. Dräsel, Empfehle allen Freunden und Genossen des Südostens meinen reichh. Frühstück, Mittag u. Abendtisch zu kleinen Preisen. straße 48. Franz Gittler, arianne Franke's Volkskaffeeund Speisehaus, Gr. Frankfurterstraße 73, an der Kaiserstraße. Billiger Mittags- u. Abendtisch. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Charfreitag eine stattfindet. Herrenparthie 11. Frau Lutz, Buttkamerstr. 7, i. S. III. F. Dolz, Bergstr. 79, i. K. IV. J. Kantner, Koppenstr. 90, v. II. Freunden und Genossen hiermit zur Nachricht, daß ich mein Lokal von d. Liegniterstr. 38 nach der Forsterstr. 36 verlegt habe u. bitte um geneigten zuspruch. Vereinszimmer, passend zur Bahlstelle, ist zu vergeben. A. Wieck, Restaurateur. Ani 1., 2. und 3. Oster- Feiertag: Eröffnung des großen neu erbauten Tanz- Salon ,, Cösliner Hof" hat. Hat 500b Unserm Parteigenossen und Budiker Seppl Wiedemann zu seinem 29. Wiegenfest am 8. April und dem Parteigenossen Hutmacher Schulze zu seinem 38. Wiegenfest am heutigen Tage, ein kräftiges Lebehoch! 496b Genossen vom 162. Bezirk. Dr. M. Guttmann, Arzt, wohnt jetzt: Brunnenstrasse 16, 1 Treppe. 493b Central- Kranken- und SterbeKasse der Tischler. Verwaltung Berlin B. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß 534/12 das Mitglied W. Lehmann am 3. April verstorben ist. Die Be= erdigung findet am Sonntag Nachs * mittag 42 Uhr vom Krankenhaus am Urban aus, nach dem Emmauskirchhof Die Ortsverwaltung. att. Für die ehrenvollen Beweise freundlicher Theilnahme, welche mir bei dem Hinscheiden meines geliebten Mannes Christoph Hermsdorf vom Chef und Personal der Maschinens fabrit von Hauschild, Stralau, zu theil Cöslinerftr. 8, Wedding, geworden find, fage ich hiermit meinen für 1000 Personen. Derselbe ist in seiner Ausführung herzlichsten Dank. 5036 Wittwe Henriette Hermsdorf. Ein älterer Genosse, 55 Jahre, Buchbinder, Invalide, sucht vollständ. Heim, ( Roft, Bett und Wäsche) für seine monatliche Pension von 18 M. zum 1. Mai cr., möglichst im 3. od. 2. Wahlfreis. Adr. unt. A. D. in der Exped. der schönste Saal Berlins. Am 1. Feiertag: Gr. Instrumentalund Vokal- Konzert, ausgeführt von den Gesangvereinen Epheu und Kornblume. Am 2. und 3. Feiertag: Gr. Tanz. 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Die Vereine sind verpflichtet, pünktlich und vollzählig zur Üebungsstunde zu erscheinen. Bundes- Mitglieds. farte legitimirt. Noten obiger Lieder sind mitzubringen. 66/2 Der Vorstand. Achtung! Es wird dringend ersucht, angegebene Lieder in den Vereins- Uebungsstunden durchzunehmen. D. D. Pfd. 0,90-1,00 M. Denkbar feinste 2046L* Tafelbutter Pfd. 1,10-1,20 M. Alle Sorten Käse zu äusserst Allgemeiner Deutscher Tapezirer- Verein. billigen Preisen. ( Filiale Berlin.) Montag, den S. April cr., abends 8½ Uhr, im Restaurant Grauer, Oranienstr. 121: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Gen. Redakteur J. Dierl. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. 273/4 Die Ortsverwaltung. Frische Eier zum Börsenpreise. Ganz besonders empfehle ich zum bevorstehenden Fest: Säle und Vereinszimmer von 20 bis 500 Personen. 1521L* Schmiedel's Schmiedel's Festsäle Alte Jakobftr. 32. Empfehle meine hocheleganten Säle ( eleft. 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Aufstellung von Delegirten zur Generalversammlung. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen der wichtigen Tagesordnung wegen ersucht Der Vorstand. Achtung! Putzer! Achtung! Kollegen, die Frühsprache findet nach wie vor in den Arminhallen ftatt. Kollegen, die gestrige Annonce ist nur eine Machination einiger Kollegen und des Wirthes von der Königstadt Brauerei. Hiermit lade ich diese Kollegen ein, morgen in den Arminhallen zu erscheinen. 189/13 Der Vertrauensmann. A. Vogel. garnitur 60 u. 100 M., Muschelspinden 0 Zu beziehen durch alle Buchhandlungen. 40 M., Paneelfophas 80 M. Buffets, Mittwoch abends bei Dieke, Silberschränke, Herren Schreibtische, Lothringerstraße 67. Schreibsekretäre, Zylinder Bureaux, Spiegel. Wenig gebrauchte Möbel zu halben Preisen und sollte es niemand versäumen, der gut und reell kaufen will, mein großes Lager zu besichtigen. Gekauste Möbel werden bis 1. Mai tostenfrei aufbewahrt, transportirt 16842* und aufgestellt. 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April, abends abends 6 Uhr, bei Brüchner, Bellealliancestraße 87: Gesellschaftsabend, vers 1. Osterfeiertag: Gr. Familien- Kränzchen, humoristische Vorträge. bunden mit Zanz und Vorträgen. Humoristischer Verein Waldesrauschen". Sonntag, den 7. April, Müllerstr. 179a: Settüre( unentgeltlich).( Südoft- Schule, Waldemarstr. 143 Arbeiter Bildungsschule. Sonntag, 10-12 Uhr: Nord- Schule, Leftüre( unentgeltlich). Montag, abends 7-8% Uhr: Lektüre. 8%-10% Uhr: Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Nationalötonomie. Güdof- Schule, Waldemarsit. 14: Damen und Herren, jederzeit aufgenommen. franken Menschen.)- Bei allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Boltsthümliche Medizin.( Bau und Lebenserscheinungen des gefunden und Im Unterricht in der Naturertenntniß in der Nord- Schule wird zur Zeit Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. 1. Borstzender: fach Klagen laut, die aus früheren Bersammlungen bekannt sind. Vor allem rügt man es, daß, wenn eine Vakanz eintritt, gleich dem betreffenden Betriebe gesandt berief die Agitationskommission eine öffentliche Versammlung heraussuche; die übrigen opfern nuklos ihre Zeit und Fahrgeld. Brauerei Arbeiter. Zwecks Stellungnahme zum 1. Mai mehrere Personen nach werden, wo sich der Arbeitgeber regelmäßig die jüngste Kraft oller in den Brauereien beschäftigten Personen zum 5. April ein. Der Vorwurf, daß Personen in Arbeit geschickt werden, die nicht Der Besuch war ein sehr mäßiger. Stadtv. Wilte erläuterte qualifizirte Brauerei- Arbeiter sind, wurde ebenfalls wieder er die Bedeutung der Maifeier und schloß damit, daß seiner An- hoben. Schüler bemängelte die Art der Eintragung in die ficht nach die anläßlich der Maibewegung im Vorjahre erlittene Risten und betonte, daß von einzelnen Brauereien die Taktik beSchlappe nicht den Grund abgeben dürfe, in diesem Jahre von dem Verlangen, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu begehen, Ab- folgt wird, die Brauer nach der Mälzerei gerade in den Kellern zu stand zu nehmen. Sofern sich die betreffenden Arbeiter kampf anders als zur Aushilfe in den Brauereien Beschäftigung zu finden. beschäftigen, wodurch es den Ausgesperrten unmöglich gemacht werde, fähig fühlen, sei diese Art der Feier immer das erstrebens- Eiermann befürwortete einen Antrag des Inhalts, daß den werthefte Ziel.( Beifall.) Schankwirth Blum als Diskussionsredner ereiferte sich darüber, daß der 1. Mai in früheren Jahren Leuten, die man den Betriebsleitern zusendet, die Fahrkosten ent- in voltsthümlicher Weise die Darwin'sche Theorie behandelt, worauf wir bes nicht seinem Wunsche gemäß gefeiert sei; erle trat dem weises ein Nichtfachmann ist. Das Resultat der Diskussion war, ad. Neumann, Bafewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Bereinstalender schädigt werden; viele Redner rügen, daß der Leiter des Nach- sonders aufmerksam machen. Borredner wegen der Angriffe auf die Parteileitung entgegen. daß die Kommission nochmals beauftragt wurde, dem Obmann find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstraße 49, v. 2 Er. Schneider hält es für das beste, ebenso wie im vorigen Jahre des Kuratoriums die vorgeführten Beschwerdepunkte zu unter: Montag, Abends 9-11, Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. zu verfahren; er brachte diesbezügliche Anträge ein. Die Chancen breiten. Ein Antrag Eiermann, der unter dem Punkt Ver- Wiederhall, Köpenickersir' 191 bei Foge. Liebertafel der Maler, Annenstraße 6, bet Ehrenberg. für die Arbeitsruhe in den Brauereibetrieben sind seiner Meinung schiedenes verhandelt wurde, zeitigte eine sehr lebhafte Aussprache. ftraße 15a, Schelhofe's Gambrinus. 8utunft I, Stegliz, Ahorn nach günstiger als vordem; die Unternehmeischaft werde aller Der genannte Redner beantragte folgendes: Bruderherz, Strautstr. 6, bet Rudolf. Arbeiter Gesangverein Vorwärts III, Lichtenberg- Friedrichsfelde, PrinzenVoraussicht nach es nicht zu einem allgemeinen Kampfe der öffentlichen Brauereiarbeiter- Versammlung vom 20. Mai v. J., bei Berbe. Der Beschluß allee 6 bei Karl Schulz.- Lieder zweig, Waidmannsluft Berlinerstraße tommen laffen, da die Folgen der Liedesfreiheit II, Strausberg, Wriegenerstraße bei auch für sie fühlbar geworden seien. Eiermann gab bekannt, Ausgesperrten, ist aufgehoben. Die Versammlung beschließt letzten Maifeier betreffend Zahlung des Prozentgeldes zur Unterstützung der Boot, Bürgergarten. Glodenrein( gemischter Chor) Schönhauser Allee 46 bei Höhne. Rosalia, Bebuferstraße 5, bet A. Nemiz. daß die Brauereien Pichelsdorf, Karlsberg, wohen: Schönhausen ferner: Die Agitationskommission wird beauftragt, Sammel- verein wacht auf II, Woltersdorf bet Ertner, Restaurant Gillmann Syrene, Schönhauser Allee 28 bei Kelle. Arbeiter Gesangund Münchener Brauhaus eine Erklärung, daß die Arbeiter in lift en innerhalb der Gewerkschaft zirkuliren zu lassen, worauf Wilhelmshöhe".- Arbeiter- Gesangverein der Enterbten, Swinemünder diesen Betrieben am 1. Mai feiern können, schon abgegeben beliebig gezeichnet werden kann. Von diesen Geldern sind die blüthe, Beughofstr. 8, teftaur. Behlendorf. ftraße 49. offnung II, Deutsch- Wilmersdorf, Günzelftr. 39.-Zone haben; auch von der Kronenbrauerei in Moabit ift der LokalGesangverein Liberte: Ausgesperrten zu unterstützen." Hierzu beantragt Schneider Wrangelfir. 84 bei Redanz. tommission gegenüber das gleiche versprochen. Die Mehrzahl Männerchor Sangeslust II, Pafewalterstr. 8 Gesangverein Freiheit 3, gemischter Chor, Bernau der Redner, welche in dieser Angelegenheit das Wort nahmen, folgenden Zusatz zu machen: Jedoch sind die in den Betrieben bei Ab. Neumann. Suffitenstraße Elysium"." Harmonie 2", Weinstr. 11, Restaurant trat für die weiter unten folgenden Schneider'schen Anträge ein. zur Zeit noch beschäftigten Brauerei- Arbeiter verpflichtet, Buffer Freie Feldblum e", Admiralstr. 38 bet Tugauer. Gesangihre rückständigen Prozentgelder nachzuzahlen. Simon hielt einen dahingehenden Beschluß für zwecklos, da führt zur Begründung aus, daß man genöthigt sei, das Doppelquartett, Neu- Weißenfee, Langhansstraße bei W. Buſch. Eiermann verein Hilaria, Blumenstr. 46 bet Tomatscheck. Klingmülle r'sches die Betheiligung an der Demonstration durch Arbeitsruhe nur Sammelwesen so zu regeln, da nur ein Theil der mischter Chor,& indowerfir. 26 bet Sachse.- Solidarität, DrantenSüd- Ost 11, Faltensteinstr. 7 bei Trittelwig. Alpenveilchen, ges minimal sein werde. Wie wolle man auf die in den Ring- Prozentgelder regelmäßig gezahlt werde; die meisten Kollegen firaße 109 bei Greifer. brauereien Beschäftigten einwirken? Gärtner führte demgegenüber aus, daß man aufs neue die Probe auf die Arbeiter- weigerten sich aus persönlichen Gründen, beſtimmte Opfer zu freundlichkeit der Brauereien machen müsse. Die Berliner nehmlich bei den Indifferenten, zu erzielen. Unterstützt werden bringen. Man hoffe mit diesem Modus größere Erfolge, vorArbeiter erwarten seiner Meinung nach ein energisches Fest- noch 51 Personen: 39 Brauer und 12 Hilfsarbeiter. Dyges verhalten an dem einmal gefaßten Beschlusse, durch die Arbeitsruhe Tangte eine Abrechnung über die Prozenifazgelder und befürwortete am 1. Mai zu demonstriren. Von anderer Seite wurde betont, daß die Verhältnisse in den meisten Brauereien sich seit dem separate Unterstützung der Brauer und der Hilfsarbeiter; Giervorigen Sommer sehr verschlechtert haben, so daß ein wirksames mann entgegnete, daß die Abrechnung in einigen Wochen fertigEintreten für den Achtstundentag angesichts des Umstandes, daß gestellt sei; das Verlangen, die Kategorien der Ausgesperrten 14, 15 Stunden vielfach gearbeitet wird, sehr angebracht erscheine. jetzt bei der Unterſtüßung zu trennen, wies er zurück. Die genannten Anträge wurden schließlich angenommen. Man plant Lohnreduktionen, bemerkte ein Redner, deshalb habe man umso energischer die Arbeiterforderungen zu betonen. Die Die Arbeitsverhältnisse des Münchener Brauhauses wurden Böttcher haben beschlossen, wie einer ihrer Redner bekannt gab, und Schneider führten aus, daß die Ueberstundenarbeit dort zum Schluß der Versammlung eingehend erörtert. daß sie gleichfalls wie im Jahre 1894 für die Arbeitsruhe ent- bis ins Ungemessene ausgedehnt werde; eine Aenderung, welche schieden eintreten wollen. Nachdem Schüler noch in lebhafter selbst die Direktion anstrebe, scheitere an dem unfollegialischen Weise dafür eingetreten war, wurden die folgenden Anträge an- Berhalten der Arbeiter, die den Mehrverdienst nicht fahren lassen 1. Das Bureau der Versammlung wird beauftragt, fämmit Wille war, dort noch einige Arbeitslose zu plaziren. Die in wollten. Die Agitationskommission sei außer stande, wie es ihr liche Besitzer resp. Betriebsleiter von Berliner Weiß- und der Versammlung anwesenden Brauer bestritten, daß sie wörtherſtraße 45, Bairischbier Brauereien schriftlich aufzufordern, den in ihren Be- daran Schuld hätten. Aus der weiteren Debatte ging hervor, trieben beschäftigten Brauereiarbeitern den 1. Mai als Feiertag daß vornehmlich der Braumeister und die ihm unterstellten Arfreizugeben. Die Brauereien sind zu ersuchen, bis spätestens acht beiter im Sudhause dem Anschein nach sich der Einführung einer Tage vor diesem Termin Bescheid in dieser Angelegenheit zu geregelten Arbeitszeit bezw. des Achtstundentages, der von der 2. Am Vormittage des 1. Mai ist vor der Gruppenver- Direttion schon vor längerer Zeit in Aussicht gestellt war, widerfammlung( 10 Uhr, bei Niest, Weberstraße) eine Versammlung setzen. Beschlüsse zeitigte diese Debatte nicht. der feiernden Brauereiarbeiter durch die Agitationskommission Sozialdemokratischer Wahlverein für den Reichstags- Wahlkrets einzuberufen. Das Lokal sowie die Zeit der Zusammenkunft ist vormittags 10 Uhr, bet Linte, Jüdenstraße 36: Versammlung. Tages Stralsund- Franzburg- Rügen. Jeden Sonntag nach dem ersten des Monats, am letzten Sonntag vor dem 1. Mai im Vorwärts" und durch Dronang: 1. Diskussion über das Erfurter Programm. 2. Aufnahme neuer Handzettel bekannt zu geben. Mitglieder. 3. Entrichtung der Beiträge. genommen: ertheilen. " Gärtner Sonntag, den 7. April, vormittags 10% Uhr, Schönleinstr. 6, MitgliederFachverein der Holz- und Bretterträger Berlins und Umgegend. Versammlung. Gäste wiltommen. Schöneberg. Arbeiter- Bildungsverein. Morgen Montag, abends kaffenabrechnung und Bortrag des Dr. Joel: Religion und Sitte im Lichte 8 Uhr, Versammlung bei Keßner, Grunewaldstraße 110. Tagesordnung: der Naturwissenschaft. Der nächste Gegenstand der Verhandlungen war der Arbeitsnachweis der Ringbrauereien. Kliemann führte aus, daß die seinerzeit gewählte Kommission, welche wegen der Mißstände in dem Bureau in der Keibelstraße bei Dr. Freund vorstellig geworden war, von diesem die Zusage erhalten habe, daß Aenderungen getroffen werden sollten. Da dies bisher nicht Verein der Maschinisten, Heizer und Berufsgenossen Berlino und geschehen sei, müßten die Uebelstände nochmals öffentlich be- mgegend. Sonntag, den 7. April, nachmittags 3 Uhr, in ben Oranienhallen, Oranienstraße 51( am Morigplay): Versammlung. Tagesordnung: sprochen werden. In der nun folgenden Debatte wurden viel- Bortrag über Zentralheizung. Sonntagsplauderet. Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs. May Rayser, Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Vergnügungsverein Seerofe, jeden Sonntag Bormittags 10% Uhr im Reſtaur. Schömann, þeimfir. 16.( alle Buſchriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, find zu richten an B. Gent, Adalbertstraße 95.) Sonntag: Bergnügungsverein Krautiraße 6 bei Rudolf von 5-6 Uhr. Selgoland II", Langeftr. 65 bei Zempel. Vergnügungsflub Ostend, Krautstraße 6 bet Rudolf. Bergnügungsverein Glü cf ft ern 2, Fennstr. 2, Montag: Pfeifentub elfen fest, Andreasstraße 26 bei bei Wiesner. Wilte. Vergnügungsverein Felsen fest, Nirdorf, Hermannstraße 21 bei Bornburg. Kartentlub Lustige Brüder, Krautstraße 48 bei Rattte. Mundharmonikaverein Borwärts, Bellealliancefir. 74 bet Rizing. selliger Verein Fridolin, Brunnenstr. 35 bei Wolf. Arbeiter Bitherverein& inigkeit, abends% 9 Uhr, Uebung bei Nowact, Manteuffelstr. 9. Ge= Gesang-, Turn- und g fellige Vereine. Montag: Turnverein Fichte"( Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes). Die IV. Männers Gemeindeschul- Turnhalle Stephanstr. 3( Moabit). Privat- Theatergesellschaft Privat Abtheilung turnt jeben Montag und Donnerstag von 8-10 Uhr in der Satur" Abends 49 Uhr, Sigung bei Specht, Martgrafenſtr. 83. Theatergesellschaft Immer Luftig jeden Sonntag Abends 5 Uhr, bei Rubl Andree, Chorinerstr. 53: Sigung mit Damen. Privat- Theatergesellschaft Sonntag 5 Uhr; alle vierzehn Tage Fidelitas im Markthallen- Reſtaurant, Privat- Theater- und Vergnügungsverein Morgenstern. Sigung jeben Minerva. Alle Montag Zusammenkunft Maibach- Ufer 8 bet Schmoct. bei F. Tarey. Rauchklub Brüderlichkeit jeden Montag 9-11 Uhr bei Pauts, Schlesischestraße 38.- Rauchtlub Gibora do alle Montage, abds. 8% Uhr, bet Geier, Ballifadenftr. 66.- Gefang verein Einigkeit Montag, Abends 9 Uhr, Sigung bei Ebert in Bangwiz Berlinerſtraße. Berrein„ Eintracht", Unterricht und Uebungsstunde Montag abends 8½ Uhr bei Mothes, Buttmannstraße 17. Privat- Theaterverein Frethetts= Theater- und Bergnügungsverein Waldemar. Jeben Sonntag Efaligerstr. 54 bei Hente. Anfang 6% Uhr. Arbeiter- Stenographie hoffnung. Sigung mit Damen jeden Sonntag um 5 1hr nachmittags bei Baumann, Lychnerstr. 2-3( Straße XV). Nach der Sigung Fidelitas. Eingelaufene Druckschriften. Bon der Neuen Beit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' Berlag) tft foeben bas 27. Heft des 13. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir heroor: Das Bismarckische Zwischenspiel. Einleitung zum Neudruck von Mary' Klassentämpfe in Frankreich 1848-1850". Von Friedrich Engels. Die Intelligenz und die Sozialdemokratie. Von Karl Kautsly. Die ntoberne The und die Heirathsannonce. Von E. Bernstein. Gläubige Wissenschaft. Neue Beiträge zur Begründung der Umiturzvorlage. Von Arthur Jacobi. Literarische Rundschau. Notizen: Ein Fortschritt in der Nuzbar= machung der chemischen Energie der Kohlen. Die Statistik der Parlaments wahlen in Italien. Gin neues Arbeitsgebiet für Frauen. Feuilleton: Germine Lacerteur Von Edmond u. Jules de Goncourt. Einzig autorisirte Uebersetzung von Emma Adler. demüthige Reverenz vor dem Nationalheiligen zu machen, der sieht, was aus dem zierlichen österlichen Sinnbild von einst so mußte Birchow zum Juden werden. Auch in dieser geworden. Massiges verdrängt die schlichten Gaben von ehedem. Gesellschaft lebt eine sancta simplicitas, eine heilige Einfalt. In den Tagen, da der Mann nach dem Besiz bemessen und An einzelnen Orten der katholischen Welt giebt es als einer aus dem Kreis schüchtern einzuwenden wagte, gewogen wird, wird das Geschenk auch nach der Kostbildliche Darstellungen, die in Malerei und Skulptur das daß Herr Virchow doch wohl seine" Meriten um die spieligkeit bewerthet. Weiter und bauchiger werden die Gedächtniß an die Tragödie der Leidensstationen des Er- Wissenschaft" habe, und daß er keineswegs Jude sei, da Formen des Ostereies, zu großen Körben entwickeln sie sich, lösers festhalten. Nicht immer haben diese Darstellungen wurden die übrigen über solches Besserwissenwollen erst und aufgestapelt ist in den Körben Genießbares und Untünstlerischen Werth. Allein der fromme Eifer, der in der recht wüthend vor Born, und einer der freien Künstler rief genießbares,| Backwerk und Fleisch, und flimmernder Charwoche neu auflebt, nimmt auch am ungelenken Bild- mit einem donnernden Baß, daß das Gewölbe dröhnte, und Zierrath und Flacons mit Parfumerien. Einen massigen werf keinen Anstoß. Nach altem Brauch wallt man zur schlug mit der Faust auf den Tisch: Natürlich ist Virchow Umfang hat auch das Osterei Umsturzvorlage" gewonnen Gedächtnißstätte und alte Instinkte werden wachgerufen und ein Jude, das steht fest, wie Amen im Gebet, und es ist angefüllt mit allerhand Parfum- Flaschen. Aber die fromme Seele befällt ein Granen vor denen, die einst- und ein Erzschwindler in der Wissenschaft ist keine Wohlgerüche, sondern erstickende Dünste, die den mals dem Heiland den Opfertod bereiteten. Es schwindet er. Es war grotesk- komisch, diesen Auftritt zu be- Athem beklemmen, steigen aus ihnen auf; und die zärtlichen die legendäre Vergangenheit und dem Frommen erscheint obachten und die Geistesverfassung dieser Menschen zu Helden der nationalliberalen Garde führen die Taschens leibhaft und gegenwärtig als hassenswerthes Gebilde, auf studiren. Nicht ihre Unwissenheit ist das charakteristische, tüchlein an ihre Nase und seufzen: welche vergiftete Atinodem ewige Verdammniß lagert, der Jude. sondern ihre Gläubigkeit. Der Politiker Virchow kümmert sphäre. Sie haben das Feuer angefacht und da nun Wo längst nicht mehr die Echauer der Charwoche mich nichts, daß aber der Forscher Virchow, den die die reaktionären Flammen in rücksichtsloser Energie gläubig mitempfunden werden, wo in breit dahinfluthendem ganze wissenschaftliche Welt schätzt, zum Charlatan geLicht starker Deffentlichkeit vergangene Sage nicht unmittel- stempelt wurde, und daß er, wenn er ein Charlatan, selbst. bar mehr an die Seele rührt, wo man sich, mitunter in verständlich ein Jude sein muß, darin liegt die erbauliche prahlerischem Stolz, frei wähnt von allen mystischen fromme Einfalt". Neigungen, auch da ist man rasch geneigt, den uralten Fluch auszustoßen: Wo etwas Hassenswerthes geschah, der Jude muß das Unheil angerichtet haben, der Jude sei verdammt. " auflodern, so thun sie auf einmal fürchterlich entrüstet. Verstaubte Deklamationen werden hervorgeholt und in herzbrechendem Pathos wird die alte Melodie neu angestimmt von den Dunkelmännern und Römlingen, von der schwarzen Rabenschaar, die krächzend Deutschlands heitere Gefilde umkreist. Kaum erft hat man schadenfroh geniale Launen, kostbare Aprilscherze bewundert, kaum erst hat man mit geheimem Behagen von einem humorvollen Strafgericht gesprochen, das bei Hofe über die ultramontanen Reichstags= präsidenten niederhageln sollte, und plößlich ist man weinerlich und tief beklommen und verwundert sich über die Härte realer Dinge. " Manchmal erhält solche Gläubigkeit freilich einen tüchtigen Stoß. So war es jezt in Wien, wo bei den letzten Wahlen in den Gemeinderath in dem Bezirk Leopoldstadt Juden selber für den antisemitischen Kandidaten stimmten. Als in den jüngstvergangenen Tagen der Bismarck Verdammte Juden haben sich dessen erdreistet. Die Leopold Enthusiasmus in einzelnen Kreisen der Bourgeoisie hohe stadt, muß man wissen, entspricht ihrem Charakter nach etwa Wellen schlug und die wüthigste Unduldsamkeit der Bismarck dem früheren Mühlendamm in Berlin. Ist das nicht ein sch wärmer jeden Mann zum Verbrecher stempelte, der nicht ergöglich- satirisches Genrebildchen? Nicht eine drollige mitzufeiern entschlossen war, erlebte ich folgende kleine, nicht Persiflage auf das überzärtlich gehegte Rassenbewußtsein? Die nationalliberalen Posaunentöne gegen den Bauberer unbezeichnende Szene. An einer Stammtischrunde saßen Der kleine gedrückte Jude, dem das liberale Prahlhansen- von Rom" und seine blindgläubige Anhängerschaar die mehrere Männer, darunter zwei sogenannte freie Künstler. thum auwidert, weil es sich in Wien lediglich in den Römlinge würden, selbst wenn sie aufrichtig gemeint sind, Es waren Leute, die sonst nicht der beschränktesten Bourgeoisie Frohndienst des Großkapitals gestellt hat, giebt seinen die Mauern der Reaktion nicht erschüttern. angehörten. Aber ihre Empörung über den Reichstag und Stimmzettel für den Antisemiten ab, der wenigstens die schüchterte Hennen jagen heute die Nationalliberalen hin und die Stadt Berlin war ihnen so zu Kopfe gestiegen, daß sie gräuliche Betterwirthschaft und Korruption unter dem her und gackern und gackern in Aengsten. Rauh und grob wirr durcheinander schrieen und drakonische Strafen und Wiener Liberalismus zu geißeln versucht. Soziale In- find aber die realen Mächte und das dünne Gepiepse der Foltern der Kanaille wünschten, die dem Alten im Sachsen- stinkte, dunkel noch und unklar, haben mehr Macht über Geängfteten wird übertönt durch den dicken Brummbaß, der wald die Ehrung verweigert hatte. Am lebhaftesten ihn, als Tradition, als das Gebelfer der großen" Wiener aus der Norddeutschen" einmal offiziös und doch aufrichtig erregte der Umstand ihren Groll, daß man die Namen Bresse, und die Großsprecher und die Wortführer eines an- ertönt: Was könnt Ihr arme Teufel geben? jener Stadtverordneten nicht genau tenne, die gegen die gefaulten Liberalismus stehen entsetzt da vor dieser selt- In den letzten Tagen der Charwoche wird zum GeBismarckehrung gestimmt hatten, und daß man diese Namen samen Ungeheuerlichkeit und jammern! dächtniß an die Tragödie, von der die biblische Legende erWie ver nicht ins Buch der Schmach" eingetragen habe. Ta ist Gie jammern, wie unsere liberalen Hüter der Ordnung zählt, das Glockengeläute in den katholischen Kirchen bis ein Herr Virchow, hieß es, und höhnische Verachtung drängte auch, die erst sich die Lungen heiser schrieen nach Bestim- zum Feste der Auferstehung eingestellt. Ein Sprichwort sich auf die Lippen des Sprechers, und ein Herr Virchow mungen, die unsere Zivilisation" vor dem Umsturz be- sagt, die Glocken fliegen nach Rom. Die Nationalliberalen erfrecht sich, einem Bismarck nicht zu gratuliren. Ein Herr wahren sollten. Sie wollten lieblind werden, und greinen vernehmen ein unheimliches Brausen in den Lüften. Sie Birchow, ein wissenschaftlicher Charlatan, solch ein wissen- jetzt, wie die eifersüchtigen Kleinen, weil andere liebkind haben tapfer mitgeholfen, auf daß es sich niedersenke über schaftlicher Schwindler, der Jude Virchow. Das war der geworden sind. Wehe, wehe, wimmern sie, welch' Osterei Deutschlands Geistesleben, wie ein beklemmender Alp, und chste Trumpf, den der Redner ausspielen konnte. Weil es ihm hat uns das Zentrum bescheert. mun erbleichen fie plöglich? Jetzt helfen ihre Stoßgebete als das niederträchtigste Verbrechen erschien, nicht seine Wer jetzt an den Berliner Schauläden vorüberkommit, I nichts mehr. Die Glocken fliegen nach Rom. Alpha Bürgerliches Kaufhaus G. Gerstel Schwarze 1000) Damen! # Frühjahrs Jaquets 5,50-12,50, mit Seide gefüttert 18,50-20,00. Farbige Modell- Jaquets 5-15,00. Eleg. KragenCapes( Pariser Neuheiten) Wolle, Seide, Sammet 2,50-30,00. Enorme Auswahl 25,00. 100. Belle- Alliance- Straße 100.wirklich aparter Regenmäntel 6,50 bis Emaillirte Geschirre. Stahlwaaren- Lager renommirter Fabriken GelegenheitsGeschnitzte Holzwaaren, aus Solingen. Glas- und Porzellanwaaren. Fabelhaft billige Preise!!! Zeitungs- Mappen, Handtuchhalter etc. Wäsche, Gardinen, Alle Arten Lampen etc. Einkäufe!!! Tricotagen u. 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Der Conjum hat jedoch meine fühnsten Er- welche aus einer Zusammenſegung der alleredelsten Die Cigarren sind durchweg von vorzüglichem Ge, Neue Marke Rose von Schiras" façon wartungen weit übertroffen, und dieses veranlaßte Tabate besteht, glaube ich nicht nur den raffinirteſten schmack und Brand und haben in Bezug auf Billig- ca. 9% cm lang, 5% cm Umf., hochfeine Brasil- mich, noch die hier folgenden zwei anderen Marken Raucher zu befriedigen, sondern den unversöhnlichsten feit, wie aus den Preisen hervorgeht, teine Concurrenz. Einlage und Deli- Decke; diese Mischung em- unter gleicher Flagge segeln zu lassen. Widersacher stußig zu machen, und behaupte von ihr, Marke 3( Sumatra), ca. 10% cm lang, ca. 5 cm pfiehlt sich allein. per 100 Std. Mk. 4,50. Marke Raphaëli II, ca. 12 em lang, ca. 5% em" daß fie in Bezug auf Breiswürdigkeit nicht ihres Umf., unfortirt in Papier verpackt, dafür vorzügl. im Marke Bajamo, ca. 10 cm lang, ca. 5 cm Umf., Umf. große Regaliaform gleichen findet. Dieselbe kostet per 100 Stüd Mk. 9, Geschmack per 100 Std. MK. 2,00. Die Cigarre ist kräftig, enthält durchweg feinste auf das Peinlichste von mir ausgesuchte Tabake Marke 4( Sumatra), ca. 10%, cm lang, ca. 5 em Umf., überfeetsche Tabake und wird den Gaumen des per 100 Stüd Mk. 7,00. Straßen- Cigarre, nicht belästigend, von durchaus verwöhntesten Qualitätsrauchers befriedigen Marke Raphaëli ca. 13 cm lang, ca. 6% em vorzüglichem Geschmad, in schlankem Façon, tadel per 100 Std. Mk. 4,50. Umf. Groß- Regalia Bockfaçon loser Brand per 100 Std. Mk. 2,50. Marke Termala, ca. 10%, cm lang, ca. 5 cm per 100 Stüd jetzt nur Mk. 7,50. Marke 5, Frühpromenaden= Cigarre, Kegel Umf. Eine in ihrer vollendeten Form sowohl wie Meine langjährigen Erfahrungen und mein ganzes façon, ca. 10% em lang, ca. 5% cm Umf., dieselbe in durch ihre köstliche Mischung hergestellte Cigarre aus Können habe ich bei der Zusammenstellung der schlankem Façon ca. 10 cm lang, 5 cm Umf. Hervormildvollen und würzigen, edlen überseeischen letzten 3 Marken aufgeboten und bin nunmehr der ragend im Geschmack, kann ich sie Jedem empfehlen, Tabaken, mit ostindischer Decke, deren außer- festen Ueberzeugung, daß auch die letzten beiden deffen Beruf es erheischt, viel Cigarren zu rauchen ordentlich hervorragende Eigenschaften Jeden Marken sich desselben Beifalls erfreuen werden, wie per 100 Std. Mk. 3,00.Jimmer mehr intereffiren werden, je länger er sie raucht die Marte Raphaëli III. Marke 7( Sumatra), etwas kleiner im Façon, beper 100 Std. Mk. 5,00. deutend eleganter ausgestattet, in Einfalltiten per- Neu, Neu!! Marke Prima Bahia Felix, Neu, Neu, Neu!!! padt, zu Geschenken geeignet, per 100 Std. Mk. 3,00. Mocca- Cigarre, ca. 9 cm lang, 4 cm Umfg., ge: Bodfaçon, ca. 10% cm lang ca. 5% cm Umf., wird Holländische Cigarren, Prima Remnußreich zum Kaffee, wirkt belebend, vollwürzige, hoch- Jedem die freundlichste Vermittlerin zu seiner Be- brandt van Ryn Nr. 3 per 100 Std. 5 Mr. edle Cigarre per 100 Std. Mk. 3,50. friedigung werden, dem das dauernde Rauchen von Nr. 2 per 100 Std. 6,50 Mt.-Nr. 1 per 100 Std. 8 Mr. Marke Manilla- Cigarre, ca. 11 cm lang, an Havana- Tabaken einen leisen Groll gegen dieselben Die Länge dieser 3 Marken ist ca. 15 cm, d. Brandfläche ca. 5, cm Umf. per 100 Std. Mk.3,50. eingeflößt. Sie trat früher ähnlich unter dem Namen der Umfang ca. 4 cm. Der passionirteste Viele Raucher haben eine Abneigung gegen Manilla- Regenerativ- Cigarre" auf, doch nicht annähernd Raucher wird in diesen Cigarren nach jeder RichEntzückendes Aroma tung hin Labat, weil der Geschmack desselben seiner Schwere und in dieser Vollkommenheit. ob er an milde oder kräftige Cigarren Schärfe wegen Augen und Gaumen belästigt.( St. Felix Charakter), vollwürziger Geschmack, dabei gewöhnt ist nicht nur die vollste Befriedigung Nichts von alledem hat diese Cigarre, abweichend von außerordentlicher Milde sind die bevorzugten finden, sondern dieselben als seine unentbehrvon der echten Manilla ist sie von der außer- Eigenschaften diefer Cigarre per Rifte 250 Stüdlichsten Marken nach einmaligem Versuch be trachten. Der Alleinverkauf für Deutschland ordentlichsten Weichheit im Geschmack, der besten Bu- enthaltend Mr. 13,50 franco Saus. ist mir übertragen. Da ich voraussetze, daß verlässigkeit im Brande und von köstlichstem Aroma. Neu! Marke Vuelta Abajo, ca. 10%, em Die Krone aller Havana- auch diese Marken bald von der Concurrenz ge Insbesondere ist diese Cigarre auch Statspielern lang, ca. 4 cm Umf. zu empfehlen, da sie erstlich sehr groß Tabate, der Gipfel köstlichen Aromas und mildesten fälscht werden, erkläre ich hiermit, daß jedes folglich sehr sparsam von außerordentlich zuverlässigem Geschmacks, ist die Cig. mit 12 Mr. per 100 Stück Riftchen Cigarren dieser Marken mit meinem Brande ist. nicht zu hoch bezahlt. Durch den vortheilhaften Ein Firmenstempel versehen wird und daß ich nur Jagdsport Mocca, auch Liebchen- fauf von über einer halben Million vertaufe ich in diesem Falle für die Vorzüglichkeit eintrete per 100 Std. Mk. 6,00. Cigarre genannt( Deli Maatschappy), ca. 9 cm dieselbe mit lang, ca. 4 cm Umf., iſt vermöge ihrer wunder- Hinweis! wie bisher, ca. 12 cm lang, ca. 6 cm mit den feinſten Buelta- Abajo Havanas gedeckt, Diplomaten- Cigarre, voluminöser Neue Marke 14, ca. 10% cm lang, ca. 5 cm Umf. vollen Tabakzusammenstellung von einschmeichelndstem Aroma und hervorragend bestem Geschmac Umf. Im Aeußeren sowohl, wie auch in der Mischung hält diese Cigarre den Vergleich mit einer echt im pr. 100 Std. Mk. 3,50. die vornehmste Schöpfung, wird sie jedem Raucher, portirten Marke aus, dieselbe ist vermöge ihrer Mischung nur demjenigen zu Marke 9, ca. 10% em lang, ca. 5 cm Umf. mit La fei er an milde oder kräftige Cigarre gewöhnt, Gaunten, eigenartigen Cruz des Almas gemischter Einlage Geruchsinn und Auge auf das Höchste befriedigen empfehlen, welcher eine reine Havana Cigarre -" Frische Cigarren aus meiner Fabrik. Alagoas- Felix- und Vuelta- HavanaCigarren, wie fie bei mir täglich unter den Fingern der Roller weg zum Verkauf und Versand kommen, die nicht im Entferntesten belästigen und hauptsächlich, frisch geraucht, die hervorragendsten Eigenschaften documentiren, empfehle ich den Freunden und Kennern saftiger Qualitäts- Cigarren in folgenden Größen und Marken: Hochfeine Vorsten Java m. Felix, durchaus mild, Diplomaten- Façon, ca. 12 cm lang, 54 cm Umfang, per 100 Stück wit. 4,50. Alagoas- Felix, Torpedo Façon, ca. 11 cm lang, 5, em Umfang, per 100 Stiid Mt. 5,-. Reina del Alagoas, ca. 14 cm lang, 6 cm. Umfang, per 100 Stück mit. 6. Bei dieser Cigarre ist die Brandfläche bouquet artig unbeschnitten und ist dadurch ein mange hafter Brand vollständig ausgeschlossen, und hat der Raucher sofort den Vollgenuß des Tabats.] Mandi Angin m. La Cruz des Almas, TorpedoFaçon, ca. 11 cm lang, 5%, cm Umfang, per 100 Stüd mit. 6,-. Deli Maatschappy mit Felix und Havana, Diplomaten- Façon, ca. 12 cm lang, 5 cm Umfang, per 100 Stück Mr. 6, Vuelta Havana, Torpedo- Façon, ca. 11%, em lang, 5 cm Umfang, per 100 Stüd Mt. 2,50. Eine Musterkiste obiger 6 Marken zusammen 100 Stüd it. 6, Jede diefer Marken dient mir als Empfehlungsbrief, und Jeder, der den Versuch mit ihnen macht, wird nicht mehr von ihnen lassen. Jebe dieser Marken ist auch abgelagert zu haben. 2 Schuhe u. Stiefel in elegant. Ausführung, aus bestem Material hergestellt. Bitte!! To borhergegangener peinlichster Stontrole können sich an den von mir in den Handel gebrachten Waaren, ganz gleich ob bei Herren- Garderobe, Schuhwaaren oder Gigarren zc. 20. Troß vorhe nicht sofort sichtbare Mängel herausstellen, welche den Käufer glauben machen könnten, minderwerthige Waare erhalten zu haben. Getreu meinem alten Princip, bleibt keine Reclamation und bei unberücksichtigt. oder sein Geld und Auslagen, sowie Der Käufer empfängt ausgiebigste Entschädigung für die gehabte Mühewaltung ganz nach Belieben entweder neuen Ersaß in Waaren Stiefeln oder Garderobe wenn thunlich die getragenen Gegenstände reparirt dazu, ohne einen Pfennig dafür zu bezahlen. Sämmtliche hier folgende Schuh- und Stiefelsorten können 25-50% unter nachstehenden Preisen verkauft werden, wenn dieselben aus Factis( sogenanntem Kunstleder, welches aus Lederpappe und Gummi zusammengesezt ist) im Zuchthause hergestellt sind. Jeder Käufer solcher Waare ist um sein ausgegebenes Geld betrogen. Jedes meiner Schuhwaarenfabrikate ist auf das Beinlichste und Reellste von bestem Material hergestellt, und übernehme ich für die Haltbarkeit volle Garantie. Die mit einem* bezeichneten Artikel sind ausnahmsweise theils mit Factiszuthaten in der Einlage hergestellt, da sie sonst ihren Zweck sehr leicht zu sein nicht erfüllen würden. Diese Artikel sind als solche auch die reellsten und werden nicht anders in den Handel gebracht. Es lebt im Publikum die Anschauung, daß jene Einlage, die sich in Schuhwaaren zwischen Sohle und Brandsohle befindet, minderwerthig ist, sobald fie ans Spahn und nicht aus Leder besteht. Die Spahneinlage ist um mehr als das Vierfache theurer als das Leder, welches man hierfür zu Diese Ansicht ist eine irrige. verwenden pflegt. Spahneinlage ist nicht nur leichter, sondern auch in sanitairer Hinsicht mehr zu empfehlen als Leder.. Auf die Haltbarkeit übt die Einlage keinen Einfluß aus. Achtung!! Gemißbraucht wurde meine Goulanz vielfach inofen, als man von mit entschädigung für fehlerhafte Waaren verlangte, die bei unreeller Concurrens gekauft worden find.- Um berartigen Auswüchsen Vorzeigung einer Entschädigungskarte werden Reclamationen berücksichtigt. fohlig • 4,25 m. Für auswärtige Käufer genügt die empfangene Rechnung. Wagenverdeckleder. mit steifer Stulpe, doppel- Roßleber- Sugstiefel, 5" hoch im Zuge, genäht 4,50mt. Diefelben bis 22 cm ( Herrenstiefel.) 12,50 mt. Diefelben mit eleganter Lacktappe, 6" hoch im Zuge, Gemsleder- Spangenschuhe in gleicher Ausführung 0,50 Pfaibleder- Zugftiefel Handarbeit, bestes Rarlsbader auf Rand genäht 5,75 u. 6,50 t. bis 18 cm 3,25 mi. Farbige Meltonpantoffel mit Filzfohle 3,75. Blüschpantoffel mit Ledersohle, durchnäht 1,20 it. Fabrikat mit zwischengelegter Doppelsohle 11,00 Mt. Stalbleber Halbschuhe zum Schnüren oder Knöpfen Dieselben bis 22 cm 5,75 M. Braune Leder- Strandknopf- und Schnürstiefel bis Saffian Leberpantoffel mit gestifteter Ledersohle, Chagrin Hausschuhe mit Lasche u. Abfaz 3,90 mt. auch mit Lackblatt 5,75 F. gepolstert 1,50 Mr. Roßleder- Kellnerschuhe, genäht, mit zwei Gummizügen Roßleder- Knopfftiefel, auf Rand genäht, mit aus: 18 cm 4,25 t. genähten Knopflöchern. 6,75 und 8 t. Dieselben bis 22 em Dieselben mit Ledersohle und Lederpolster 2,10 9. 6,50 Mt. Lederpantoffel,* auch Schlappen genannt, durch- Braune Segeltuch Schnürschuhe* mit Lederbejak und Satin- Kalbleder- Zugftiefel, mit und ohne Lacspike, Stulpitiefel, mit und ohne Lacstulpe, aus genarbtem genäht 2,25 Mt. durchgenähter Gummisohle( Sport und Radfahrer- auf Rand genäht, 6" hoch im Zuge 7,25 u. 8,25 Dit. Rindleder, bis 16%, cm innerer Länge 4,25, bis Dieselben mit zwischengelegter Kortjohle 2,60 mt. ichuhe) 4,25 Mr. Glacé- Bugstiefel, sammetweich, auch mit Ladblatt, 19 cm 4,50, bis 21%, em 5,00, bis 23 cm 5,75 M. 7,75 Mt. Erstling-, Baby- und Mädchenschuhe von Leder Plüsch- u. bunte Cordenet- Schuhe mit Ledersohle Roßleder- Halbschuhe zum Schnüren od. mit Gummi- sehr hohes Façon, auf Rand genäht 4,50 Mt. Satin Ralb Knopfftiefel, auf Hand gelb genäht find in größter Auswahl und jeder Ausführung und Absätzen. 3. Mr. zug, mit Knopfverzierung 8,50. 9,75 Mt. sowohl schwarz als farbig am Lager; Wiederverkäufern Roßleder Turnschuhe, ohne Absatz mit 2 Gummi- Roßleder- Besatz- Halbschuhe, zum Schnüren oder mit zügen, genäht 3,25 Mr. Gummizug, auf Rand genäht 6,00 Mt. Glacé- Zugftiefel m. Befab u. echter, hoher Knopflasche, gewähre schon bei Entnahme von 1 Dz. Paar Rabatt. Confirmanden- Schaftstiefel von Rindleder bis 24 cm Satinirt Roßleder- Halbschuhe auf Rand genäht mit aussehend wie Knopfstiefel, mit rings Lackbesat aus Das Befohlen( Kernleder echte Luxemburger innerer Länge. 3,75 Mt. Befag in noch eleganterer Ausführung mit Gummi einem Stüd 9,00 M. Eichen- Lohgerbung) der Herrenstiefel einschließlich der 7,00 Mt. Glacé Knopfftiefel, fammetweich, in vorstehender Abfäge berechne ich mit 1,90 Mt., genäht 10 Bf.theurer; Confirmanden- Bugstiefel von Roßleder mit Befaz u. zügen Ausführung, auch mit Lackblatt 9,25 u. 10,25 Mt. desgleichen Damenstiefel 1,40 Mr. genäht 10 f. Knöpfen bis zur inneren Länge von 24 cm 4,50 m. Diefelben rings mit Kalblackbefab 9,50 u. 10.75 Mt theurer. Auf Wunsch Anfertigung nach Mah. Schaftstiefel von Rindleder, starkes oder schivaches Für Braune Leder- Strand: u. Schnürstiefel 8,75 M Damen ist in besonderen Räumen weibliche BeOberleder, jegt nur dienung vorhanden. 5,00 Mt. ( Damenstiefel.) F V ( Kinderstiefel.) Bedingungen für den Versand von Schuhwaaren: 2.25 Mt. 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Spiegel- Roßleder- Bugstiefel ohne Seitennaht, genagelt Leder- Pantoffeln, auch Schlappen genannt, bis 25 cm. 22 cm 3 f., bis 25 cm( einbällig) 1,50 Mr. Rokleder Turnschuhe ohne Abfaz mit eigenes Fabrikat, Handarbeit Spiegel- Roß- Zugstiefel ohne Seitennaht, doppel- Lastingschuhe mit Gummi auf dem Blatt, durch zügen, genäht, bis 18 cm innerer Länge 2.10 mt. Diefelben bis 22 cm innerer Länge fohlig, genagelt, eig. Fabrikat, Handarb. 7,50 Mr.jgenäht mit Absatz und Seitenleder Nohleder Zugstiefel, a.Rand genäht, Handarb. 7,50mt. Rohleder- Hausschuhe, ausgeschnitt., genäht 2.75 Mt. Dieselben bis 26 em innerer Länge Nofleber- Bugstiefel mit Besatz, Knopfverzierung und Gemsleder Promenadenschuhe*, ausgeschnitten, mit Roßleder- Knabenstiefel zum Schnüren, 7,50 Mt. Schleife und Spigkappe 2,50 Mr. Handarbeit, bis 18 cm durchlochter Kappe ebenfalls 3,50 mt. Diefelben bis 21%, cm. Spiegel- Roßleder- Zugftief., gewaltt, Oberled. aus ein. Dieselben mit Leberabsaz Stüd, auf Rand genäht( Handarbeit), eigenes Dieselben mit Leberabſatz, einbällig, durchgenäht, Dieselben bis 26 om 8,50 M.( Chic- Schuhe) Fabrikat 6,50 Mt. • 3.75 Mt. Für Verpackung werden 10 Pfg. berechnet. Um2 Gummi- tausch bereitwilligst gestattet. Auch bin ich zur 1,90 Mt. Rückzahlung des Betrages gern bereit, wenn die 2,30 Mr. Stiefel im Original- Zustande erhalten sind und der 2,80 f. Kunde die Porto- Auslagen trägt; doch tritt letterer Agraffen, all deshalb nicht ein, weil jeder Nachbar, der der 3,00 E. Stiefel ansichtig wird, ihrer Billigkeit wegen den 4,00 Mt. Preis dankbar zahlt. Sobald jedoch bei der Aus5,25 M. führung des Auftrages eine Unregelmäßigkeit von 3,75 Mit Roßleder- Mädchenstiefel, z. Knöpfen von 16 bis 18 cm Seiten meines expedirenden Personals vorgekommen 4,00 mt. Diefelben bis 21% cm. burchgenäht Dieselben bis 26 em Bergsteiger- Schnürstiefel von Roßleder mit Agraffen, Kalblad- Promenadenschuhe, ausgeschnitten 3,25 m. 8,50 mt. Dieselben mit Lederabfaz auf Rand genäht Kalbleder Zugstiefel, gewaltt, Oberleber aus einem Dieselben mit Lederabfaz, einbällig, Stüd, auf Rand genäht, Handarbeit Ralblad Salonitiefel mit Glacé- Einsatz, auf Rand Roßleder- Schnürschuhe, genäht genäht 10 Mr.( Chic- Schuhe) 10,00 Mt. Diefelben mit Gummizug ebenfalls mit 3,00 Mt.ift, trage ich selbstverständlich sämmtliche Auslagen. 4,00 mt. Es ist erforderlich, beim Anprobiren eine Decke unter5,00 Mt. zulegen, damit die Sohle nicht beschmutzt wird. Um 4,50 Mt. Kalbleder- Knopf- u. Agraffenstiefel bis 18 em 5,00 mt. bas Maß festzustellen, wolle man einen Stab in den 4,00 mt. Dieselben bis 22 cm 5,75 Mt. getragenen Stiefel einpassen und das Maß in Centi4,00 M. Kalblad- Spaugenschuhe* m. Spigen u. Schleifen bis metern angeben, mit der Bemerkung, ob Spann hoch 3,75 t. oder niedrig. Siehe oben meine„ Bitte". Reitstiefel aus prima genarbtem Rindleder, tein Chagrin Schnürschuhe m.Ratblackblatt, genäht4,50 t. 18 cm. 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Geldstrafe zu tragen. Einen Hausgenossen hatte G. schwerde für begründet und die Zwangsvollstreckung in den ausgebeutet werden, lehrte eine Gerichtsverhandlung, welche am denunzirt und hatte dieserhalb außer den Verlust ihres Geldes vor das Landgericht zu Guben. Dieses Gericht erklärte die BeDonnerstag vor dem Rigdorfer Schöffengericht stattfand. Anum 85 M. erleichtert und als der Mann sein Geld wiederhaben Geldschrank eingestellt" so lautet die Entscheidung wört getlagt waren der Kaufmann Alexander Karl Göring und wollte, wurde er einfach verhöhnt, daß er so leichtfertig das Lich. Neben dem famosen Deutsch ist nun die Begründung der dessen Ehefrau Marie geb. Müller, welche sich in zahlreichen Darlehn gegeben habe. Erst als G. auch aus der Wohnung in Entscheidung von höchstem Interesse. In der Begründung heißt Fällen des Betruges, der Ehemann außerdem der Mißhandlung der Hobrechtstraße exmittirt wurde, gingen den meisten Gepreйten es( wieder wörtlich): einer seiner Arbeiterinnen schuldig gemacht haben sollten. Die die Augen auf und nun erstatteten sie gegen das Schwindlerpaar Im Termin am 17. Januar lehnte der Beklagte die EidesBeweisaufnahme, für welche ein umfangreicher Zeugenapparat Anzeige.- Der Amtsanwalt beantragte gegen beide Angeklagte leiflung ab, und es wurde nun Läuterungsurtheil erlassen, auf aufgeboten war, ergab folgenden Thatbestand: Die Angeklagten, hohe Gefängnißstrafen, während der Vertheidiger, Rechtsanwalt Verurtheilung des Beklagten, wie oben angegeben ist. Ein relche vollständig mittellos waren, betrieben ſeit 1891 in der Dr. Friedmann- Berlin, die Freisprechung der Chefrau und eine Rechtmittel gegen dieses Urtheil ist nicht Sobrechtstraße zu Rirdorf eine Perlenstickerei für die Ron milde Bestrafung des Ehemannes Göring für einen Betrugsfall eingelegt"- Die Begründung fährt dann fort: fektionsbranche. Das Geschäft wurde in der Weise abgewickelt, und die Mißhandlung erbat. Alle übrigen Fälle seien nur zivil- Er( der Arbeiter) irrt aber, wenn er annimmt, daß nundaß die Angeklagten sich von hierzu engagirten Arbeiterinnen rechtlicher Natur. Der Gerichtshof kam zu dem Ergebniß, daß mehr sein Antrag, die Zwangvollstreckung gegen den Beklagten Muster anfertigen ließen und alsdann darauf in großen Berliner sämmtliche Fälle den Begriff des Betruges involvirten, jedoch zuzulaffen, gerechtfertigt sei"(!) Das Urtheil sei alternativ, Geschäften Bestellungen zu erlangen suchten. Die Arbeiten wurden nur eine fortgesetzte Handlung anzunehmen sei. Im übrigen bie 14 Tage, die der Arbeiter noch beschäftigt werden solle( vom alsdann an Arbeiterinnen vergeben, welche durch Inserate angelockt wurden. Leider merkten die meisten der Arbeiterinnen faßte der Gerichtshof die Sache außerordentlich milde auf und 31. Dezember 1894 an gerechnet), feien abgelaufen, der Kläger zu spät, daß sie einem gewiegten Echwindlerpaar in die Hände verurtheilte den Ehemann Göring zu 1 Monat und 1 Woche,( also der Arbeiter) hätte Rechtsmittel einlegen müssen, gegen das etwas unmögliche aussprechende Urtheil gefallen seien, denn wenn eine Arbeiterin nach langem geduldigen die Ehefrau Göring dagegen zu 2 Monaten Gefängniß. Warten endlich auch einmal für die gelieferten Arbeiten Geld das hat er versäumt.(!) Deshalb kann das Wahlrecht Eine Entscheidung mit einer unglaublichen Begründung des Beklagten( zwischen beiden Formen der Verurtheilung) nicht haben wollte, war folches nie vorhanden. Entweder hatte der hat das Landgericht in Guben gefällt. Ein Metallarbeiter verfümmert werden. Der Vorderrichter habe demnach mit recht Ehemann Göring noch mit dem Fabrikanten nicht abrechnen verklagte in Forst N. 2. einen Fabrikanten auf Zahlung von die Zwangsvollstreckung in den Geldschrank eingestellt". tönnen, oder er war eben ausgegangen oder angeblich nach 30,72 m. wegen Entlassung ohne vorhergegangene Kündigung hat also der Arbeiter ein rechtskräftiges Urtheil in Händen, Königsberg verreift, um seinen im Sterben liegenden Vater noch beim dortigen Gewerbegericht. Die Entlassung des Arbeiters aber- Geld, seine Lohnentschädigung bekommt er nicht. einmal zu sehen, furz, an Ausflüchten, die Arbeiterinnen zu verfand am 31. Dezember 1894 statt. Am 3. Januar 1895 ver- 3weimal spricht das Landgericht Guben von dem Einlegen einer trösten, fehlte es nie. Drängte jedoch eine der Ausgebeuteten urtheilte das Gewerbegericht den Fabrikanten alternativ. Der energisch um ihren sauer verdienten Lohn, so wurde sie einfach Fabrikant folle schwören, daß dem Arbeiter bei seiner Annahme Berufung gegen das Gewerbegerichts- Urtheil, die eben nicht möglich ist. Nicht dem Fabrikanten, sondern dem Arbeiter an die Luft gesetzt, oder wie in dem der Anklage wegen Miß- mitgetheilt sei, daß eine Kündigung nicht stattfinde. Leiste er Man sieht, was ein Fabrikant wird unmögliches zugemuthet. handlung zu grunde liegenden Fall, die Treppe hinuntergeworfen. den Schwur, so würde der Kläger abgewiesen. Wenn er den für Schritte thut, um den Arbeiter um sein bischen Recht zu Im Klagewege fonnten die geprellten Arbeiterinnen gleichfalls Schwur nicht leiste, so habe er den Arbeiter vom 31. Januar ab für Schritte thut, um den Arbeiter um sein bischen Recht zu bringen. nicht zu ihrem Rechte kommen, denn zu spät erfuhren sie, daß noch 14 Tage zu beschäftigen oder die geforderten 30,72 M. Göring bereits den Offenbarungseid geleistet und auch wieder zahlen. Termin zur Eidesleistung war auf den 17. Dezember 1895 Der Lord Queensberry, der den deutschen Schriftsteller holt ermittirt worden sei. Mit diesen Umständen stand freilich festgesezt. Durch die Nichtleistung des Gides erlangte der Ar- Oskar Wilde in London unnatürliche Vergehen nachsagte, und das ganze Auftreten und die Lebensweise der Angeklagten in beiter ein vollstreckbares Urtheil mit Anspruch auf die eingeklagte von ihm diesertwegen verklagt wurde, ist von der Beschuldigung grellem Gegensatz. Das beste, was Schlächter, Bäcker u. f. w. Summe. Bahlung war in Güte nicht zu erlangen und der Ar- der Verleumdung freigesprochen worden. Dagegen ist hatten, wanderte auf die Tafel der Göring'schen Eheleute. Die beiter ließ dem Fabrikanten einen Geldschrank pfänden. Gegen Wilde wegen der ihm nachgesagten Vergehen in Haft genommen Kosten hierfür mußten freilich zum theil die geprellten Ar- diese Pfändung erhob der Fabrikant Widerspruch, worden. Landsberger Allee 40. Elysium Landsberger Allee 40. Montag, den 15. April( 2. Osterfeiertag): Grosse Matinee jum Besten der noch ausgesperrten Böttcher, arrangirt vom Gesangverein Der Böttcher Steineiche" unter Mitwirkung der Gesangvereine Morgenroth( Rummelsburg) und Tonblüthe, M. d. A. S.-B., unter Leitung seines Dirigenten Herrn Ernst Pahl. Auftreten des Berliner Original- BoltsGrosseli. Auftreten von Loni Feo, original- musikalischer Klowns aus dem Circus Schumann. zu Zentral- Kranken- u. Sterbekasse Achtung! der Maler. ( E. H. Nr. 71, Filiale IV, Westen.) Montag, den 8. April, abends 81/2 Uhr, in den Kurfürstenhallen, Kurfürstenstr. 31: Versammlung. Tagesordnung: Kassenbericht. ofalfrage und Verschiedenes. 178,9 Die örtliche Verwaltung. Verband Filiale Berlin. Sumoriften Lewandowsky und der Original- Grotest- Duettisten Geschw. deutscher Kürschner. 97/15 Montag, ben 8. April, abends 8% uhr: Mitglieder- Versammlung Eröffnung 11 hr vormittags. Anfang 12 Uhr mittags. INE Billets 25 Pf. Programm am Eingang gratis. Die Kontrolle wird von ausgesperrten Böttchern ausgeführt. Um recht regen Zuspruch bittet Das Komitee. Deutscher Holzarbeiter- Berband. Zahlstelle Berlin. Bezirks- Versammlung: ( Schönhauser und Rosenthaler Vorstadt). Norden montag, den 8. April, abends 8% Upr. Schönhauser Allee 28. Tagesordnung: Vortrag über: Zweck und Ziele der Gewerkschaftsbevegung. Referent Th. Glocke. 2. Distusfion. 3. Werkstattangelegenheiten und Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind die Kollegen folgender Werkstellen eingeladen: Neumann, Brunnenstr. 98; Köhler& Heimburger, Brunnenstr. 98; Brüsch, Brunnenstr. 100; Kratz, Ruppinerstr. 7. Die Polire obiger Werk stellen werden besonders ersucht zu erscheinen. Ferner sind noch die Kollegen der Werkstellen Kuh gast, Fehrbellinerstr. 31, Hud, Schönhauser Allee 141a, Jeschinsti, Aderstr. 47, eingeladen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 203/19 Die Ortsverwaltung. Vertrauensmänner- Versammlungen: Südosten: Norden Dienstag, den 9. April, abends 82 Uhr, Oranienstr. 180. ( Wedding und Gesundbrunnen): Mittwoch, den 10. April, abends 81/2 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 7. April, abends 6% hr, im Saale der Arminhallen, Kommandantenstraße Nr. 20: Nachdem: 115/9 Dersammlung. Vortrag des Frl. Ida Altmann über: Mönch und Freiheitsheld. Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Nach dem Vortrage haben Gäste teinen Zutritt. Der Vorstand. im Restaurant Feind, Weinstraße 11. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Dr. Zadek. Gäste willkommen. 155/18 Die Ortsverwaltung. Achtung Maler! Dienstag, den 9. April, abends 81/2 Uhr: Versammlung Achtung! So Stereotypeure und Galvanoplastiker Berlins und Umgegend. Sonntag, den 7. April, wormittags 11 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Delegirten der Gewerkschafts- Kommission und Neuwahl desselben. 2. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt." DE Fachverein der Tapezirer Berlins u. Umg. Dienstag, den 9. April, abends 8½ Uhr, in den ,, Arminhallen", Kommandanten- Straße Nr. 20: Große Versammlung. Tages Ordnung: 1. Stellungnahme zum 1. Mai.( Vortrag.) 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Gäste willkommen. 232/18 NB. Ausgabe der Nr. 1 des„ Korrespondenzblattes". Achtung! Der Vorstand. Achtung! der Filiale I Berlin Marmor- und Granitschleifer in Schmiedels Festfälen, Alte Jakob Straße Nr. 32. Tagesordnung: Berlins und Umgegend. Zubeil, Lindenstr. 106: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag über: Berufskrankheiten. Mittwoch, den 10. April, abends 8 Uhr, im Lokale des Genossen Referent: Dr. Christeller. 2. Diskussion. 3. Rechenschaftsbericht des Kassirers. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Im Auftrage: M. Buschold. Achtung! Achtung! 181/9 Lederarbeiter. ( Portefeuiller.) Montag, den 8. April, abends 81, Uhr, in Hoffmann's Festsälen, Oranienftr. 180. Vereinsversammlung Tagesordnung: 1. Die Arbeiter der Hugo Speyermann'schen Werkstatt werden ersucht, im Interesse ihrer Lage zu erscheinen. 2. Vereinsangelegenheiten. 1. Besprechung und Regelung unserer Organisations- Angelegenheiten. 2. Verschiedenes. 227/17 In anbetracht der wichtigen Tagesordnung werden sämmtliche Kollegen erfucht, welche in Marmor und Granit arbeiten, in dieser Versammlung zu scheinen. Der Einberufer. Albert Thiess. Metallschleifer Berlins und Umgegend. Dienstag, den 9. April, abends 8½ hr. im Lokal von Kink, ( früher Wienedie), Alte Jakobstr. 83: Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Diskussion über die Verhältnisse des Streiks. 2. Abrechnung vom Streit, 3. Berschiedenes. 3. Verschiedenes.( Besprechung über 522b den 1. Mai.) NB. Am 27. April findet das erste Stiftungsfest statt. 512b Der Vorstand. Drts- Krankenkasse der Der Einberufer. August Janke. Rixdorf. Sozialdemokratischer Verein Vorwärts. Dienstag, den 9. April, abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Kummer, Berlinerstraße 136: Keller's Festsäle Bildhauer, Stuckateure General- Versammlung Koppenstraße 29. Sonntag, den 14. April( erster Osterfeiertag): Groke Matinee der Stettiner Sänger( Meysel, Pietro, Britton, Steidl Krone, Röhl und Schrader.) arrangirt vom ( Mitgl. des Gesangverein Berliner Kürschner W.-G.-B.) zum Besten der zu unterstützenden Brauerei- Arbeiter. Eröffnung 11 hr. 155/16 Programm 30 f. und verwandter Gewerbe. Tages Ordnung: 1. Raffenbericht. 2. Bericht des Vorstandes und des Bibliothekars. 4. Abrechnung vom Stiftungsfest. Donnerstag, 18. April 1895, 3. Neuwahl des Gesammtvorstandes. 272/13 abends 81/2 Uhr: 5. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Umi zahlreiches und pünktliches Erscheinen Der Vorstand. Ordentl. Generalversammlung ersucht Annenstr. 16, oberer Saal. Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht pro 1894 und Bericht 2. der Aenderung der§§ 18, 16, 17, 22 und Streichung des§ 68 unferes 3. Verschiedenes. Statuts. Anfang 12 Uhr. Die Kontrolle wird von Brauerei- Arbeitern ausgeführt. Billets find zu haben im Restaurant Mertens, Landwehrstr. 11. Das Comiter. 73/7 Der Vorstand. J. A.: J. Söfner. Viktoria- Säle, Rixdorf, 1434 ( zirka 1500 Personen fassend), Hermann- Strasse No. 45. Sonntag von 6 Uhr ab: 2. Soirée der Kassenöffnung 5 Uhr. Kinder unter 4 Jahren haben keinen Zutritt. Vollständig neues Programm. Empfehle meine Säle und Vereinszimmer zu Versammlungen u. Festlichkeiten. Ausschant des Münchener Brauhauses und ff. Weissbier. Leipziger Sänger. Entree 50 Pf. Rinder 10 Pf. Gegen die Schwindel- und Maffen- Ausverkäufe! Dem immer üppiger wuchernden Unwesen der Schwindel- Ausverkäufe, jene unsaubere Konkurrens, welche es versteht, durch allerlei Machinationen und Schleuderpreise große Kreise von Konsumenten an sich zu locken, muß endlich Einhalt geschehen. Namentlich weist solche Auswüchse die Herren- und Knabengarderoben- Branche auf, und ganz speziell ist es der Südosten Berlins, in welchem die Schwindel- Ausverkäufe floriren. Riesige Plakate in den Schaufenstern, welche den„ reellen" oder„ gerichtlichen" Ausverkauf 50 pCt. unter dem eigentlichen Werth" vertünden, locken das Publikum an." Ganze Anzüge aus feinstem Stoff" werden mit marktschreierischer Reklame für nur 20 M." angepriesen und leider finden sich immer und immer wieder Käufer, die einen Versuch machen, um nach furzer Zeit bereits das erstandene Kleidungsstüct, als werthlos und mit dem sehr billig erscheinenden Schleuderpreis noch viel zu theuer bezahlt, fortzuwerfen. Meine im Südosten der Stadt wohlbekannte Firma Köpnickerstraße 121, Carl Zobel, Herren- u. Knaben- Garderoben- Geschäft, Ecke der michaelkirchstrasse, unternimmt es, den Kampf gegen diese Schleudergeschäfte auszufechten und dem Publikum die Augen zu öffnen. Reelle Waaren kosten auch reelles Geld. Ich zeige in meinen 5 großen Schaufenstern den Passanten reelle Waaren zu reellen Preisen. Auf jedem Stück in der Auslage befindet sich der feste Preis deutlich in Bahlen wermerkt, wodurch sich jedes Feilschen erübrigt. Die zu verkaufenden Garderobenstücke sind genau auskalkulirt und ist der Nußen dem großen Umfah entsprechend ein nur mäßiger. Die in den 5 Schaufenstern ausgestellten Kleidungsstücke sind in jeder Größe am Lager vorhanden. Ebenso bedeutend wie das Lager in fertigen Kleidungsstücken, ebenso reichhaltig ist auch mein Lager in in- und ausländischen Stoffen, aus welchem heraus der Kunde, welcher nach Maaß arbeiten lassen will, seine Auswahl treffen kann. 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Alle Angaben bitte nach ZentimeterEinzelne Jaquets und Westen in großer Auswahl zu den billigsten Preisen. mak; anch bitte ich zu bestimmen, ob die Farbe der Stoffe hell, mittel oder weise auf mein großes Lager in- und ausländischer, dunkel sein soll. Frankatur ausgeschlossen. Versand nur gegen Nachnahme !! Für Maßbestellungen feinster reinwollener Stoffe in allen begehrten bezw. vorherige Einsendung des Betrages. Dessins hin. Unter Leitung befähigter Zuschneider geschieht die Anfertigung in meinen hierzu| Alle Reflektanten weise ich in ihrem Intereffe auf meine in der zweiten Beilage erscheinende Offerte betr. Zigarren und Schuhwaaren hin. Sämmtliche Abtheilungen meines Etablissements bleiben am heutigen Sonntag bis 6 Uhr geöffnet. 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