6 sundud Nr.372+ 41.Jahrgang Ausgabe Afr. 190 Bezugspreis: öchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,-Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Lugemburg 4.50 Goldmark, für das übrige Ausland 5,50 Goldmark pro Monat. Der., Borwärts" mit der Sonntags beilage Boll und Beit" mit Gied. lung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Rowareille. Beile 0,70 Goldmart, Reklamezeile 4.- Goldmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedruckte Bort 0,20 Gold mart( aufäffig awei fettgedruckte Worte), febes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Wort 0,05 Goismart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Gerüchte, daß es am Sonntag unter Ummeldet, werden der französische Ministerpräsident Herriot, der Kriegsminister Nollet und der Finanzminister Clementel morgen, Sonnabend nachmittag, nach Paris abUnterbrechung der Konferenz mindestens bis Montag. reisen, eventuell im Flugzeug, um den Ministerrat zu beCondon, 8. Auguft.( WIB.) Der Rat der vierzehn verfragen, welche Stellung die französische Delegation zu den Fragen der militärischen Räumung und zur Beibehaltung tagte fich heute nachmittag 4 Uhr. Wie verlautet, find ihm vom der Eisenbahner einnehmen soll. Die drei Delegierten zweiten und driften komitee noch keine endgültigen Bebeabsichtigen am Sonntagabend wieder in London zu sein. fdflüsse vorgelegt worden. Macdonald begibt sich wahrscheinlich Diese Reise darf, nie Havas weiter feststellt, nicht als morgen aufs Land; er hat sich vorbehalten, eine Sitzung für Montag Morgen vormittag finden vermutlich Komiteedas Eintreten einer krise auf der Londoner Konferenz einzuberufen. angefehen werden, sondern lediglich als ein Wunsch des Minister- fitzungen statt. präsidenten, am Tage vor wichtigen Entscheidungen die Ansicht jeiner Mitarbeiter zu hören. Weiter berichtet Havas, daß im Prinzip zwischen den Alliierten und den deutschen Sachverständigen ein Einvernehmen in der Frage der von Deutsch land verlangten Garantien und in der Frage des Schiedsgerichts im Falle eines Konfliktes zwischen dem Zahlungsausschuß und Deutschland unter dem Vorbehalt der Billigung durch die Delegationsführer bereits erzielt worden sei. Ueberraschung in Paris. Paris, 8. August.( Eigener Drahtbericht.) Die am Freitag nachmittag in Paris eingetroffene Nachricht, daß Herriot am Sonnabend zusammen mit den Ministern Nollet und Clementel zu einer Besprechung mit den übrigen Mitgliedern der Regierung nach Paris tommen werde, hat hier begreiflicherweise start überrascht, ba fie zunächst an eine Krise der Londoner Verhandlungen glauben ließ. Eine halbamtliche Auslaffung stellt sie jedoch ausdrücklich in Abrede und gibt als Grund der Reise den begreiflichen Wunsch der französischen Unterhändler an, den Ministerrat über die bisherigen Ergebnisse der Konferenz in Kenntnis zu setzen und sich mit ihnen über die beiden in London bisher noch nicht erledigten Sardinalfragen zu beraten, nämlich die der militärischen Räumung des Ruhrgebietes und der Zurücklaffung von 4000 franzöfifchbelgischen Eisenbahnern auf den strategisch wichtigen Streden des Rheinlandes.„ Es ist durchaus natürlich," heißt es in der von Havas verbreiteten halbamtlichen Mitteilung, daß der Ministerpräsident am Vorabend wichtiger Entscheidungen, sowohl in der Frage der Reparationen wie in der der Sicherheit, sich der vollfommeren Uebereinstimmung mit seinen Kollegen versichern will, mit denen er seit nahezu einem Monat teine Möglichkeit zu direkter Aussprache mehr gehabt hat." Die französischen Minister werden am Sonnabend fofort nach Beendigung der üblichen Vormittagsfihung der alliierten Delegationschefs die Reise nach Paris im Flugzeug antreten. Ihr Aufenthalf in Paris foll nur 24 Stunden dauern. Am Sonntag vormittag foll ein Ministerrat stattfinden, nach dessen Beendigung die franzöfifchen Delegierten die Rückreise nach Condon antreten werden, wo fie für Sonntag abend zurüderivartet werden. Nollet gegen Herriot? In unterrichteten freifen verlautet, daß der Hauptgrund für den unerwarteten Beschluß Herriots, feinen Aufenthalt in Condon zu unterbrechen, um sich mit den in Paris zurückgebliebenen Mitgliedern feines Kabinetis zu besprechen, in den sehr scharfen Meinungsverschiedenheiten zu suchen sei, zu denen es innerhalb der franzöfifchen Delegation fiber die beiden in der halbamtlichen Mitteilung erwähnten Fragen der militärischen Räumung des Ruhrgeblets und der Zurüdlaffung von 4000 Eisenbahnern auf den rheinischen Eisenbahnstreden gekommen fei. Die französische Forderung bezüglich der Eisenbahner soll auf eine sehr tategorische Ablehnung von englischer Seite geftoßen fein. Herriot jei angeblich bereit, diese Forderung fallen zu laffen, sei aber dabei dem sehr energischen Widerstand feines kriegsministers begegnnet. Aehnlich scheinen die Dinge in der Frage der baldigen Räumung des Ruhrgebiets zu liegen. Dem gegen den französischen Versuch, die Zurüdziehung der Truppen sich mit englischen Zugeständnissen in der Frage der interalliierten Schulden oder durch deutsche Zugeständnisse wirtschaftlicher Natur abkaufen ju lassen, geltend gemachten Argument, daß die militärische Beschung nach der Definition, die selbst Poincaré gegeben hate, mit der Zurüdziehung der französischen Ingenieure jeden Rechtsgrund erloren habe, hat sich Herriot amfcheinend nicht entzogen. Aber auch dabei ist er bei Nollet auf entfchiedenen Widerstand gestoßen, und die Versuche des Finanzministers Clementel, die Gegensätze zu überbrüden, scheinen bisher erfolglos geblieben zu sein. General Nollet verlangt als Vorbe bingung für die Räumung des Ruhrgebietes nicht nur die refleje Durchführung der interafliierten Militärtontrolle fowie der in der lehlen Note der Botschafterkonferenz geforderten Inspettion, fondern darüber hinaus die Auflösung der grünen Schuhpolizei sowie bestimmie Garanfien in bezug auf die angeblich in Deutschland noch immer bestehenden militärischen Geheimorganifationen. Angesichts dieser Sachlage scheint Herriot die Verantwortung für die zu treffenden Entscheidungen nicht allein übernehmen, fondern fich durch einen formellen Beschluß des MinisterLondon, 8. Auguft.( WTB.) Reuter berichtet: Bisher ist über die heutige Tätigteit der Konferenz wenig zu melden. Der Rat der Bierzehn beabsichtigte, um 2 Uhr 30 Minuten zufammenzutreten, wenn Hoffnung bestände, daß die Berichte der beiden Ausschüsse entsprechend vorbereitet seien. Der allgemeine Eindruck ist auch jetzt, daß die Konferenz nicht vor Mitte nächster Woche zu Ende gehen kann. Durchaus befriedigender Verlauf". Condon, 8. Auguft.( WIB.) Wie hier verlaufet, kann der bisherige Fortgang der Verhandlungen sowohl in bezug auf die allgemein herrschende Almosphäre wie auch auf die fachlichen Ergebnisse als durchaus befriedigend angesehen werden. Die augenblickliche Lage der Konferenz kann man als hoffnungsvoll aber noch nicht geregelt" bezeichnen. Es ist zu erwarten, daß die Beratungen des zweiten Ausschusses über die wirtschaftliche Räumung des Ruhrgebiets heute vormittag vollkommen erledigt werden. Mit Sicherheit tann angenommen werden, daß sich dieser Ausschuß im Wesentlichen einigen wird. Die Kompromißbasis. London, 8. August.( Funkbericht unseres Sonderforrespondenten.) In den Vordergrung der Londoner Beratungen dürfte von jetzt ab die erstrebte Regelung der Räumungs. Frage treten, nachdem der baldige Abschluß der Kommissions beratungen nicht mehr zweifelhaft erscheint. Die Basis, auf der die Erörterung dieser schwierigen Angelegenheit erfolgen tönnte, ist vorläufig allerdings noch nicht gefunden. Immerhin haben wir begründeten Anlaß zu der Annahme, daß die Chefdelegierten der franzöfifchen, belgischen und deutschen Delegation jeht versuchen wollen, durch Berbindung der Räumungsfrage mit dem Problem der Sicherheit und der militärischen Kontrolle auf der einen Seite und der Vorbereitung eines deutsch- französischen Handelsvertrages und Berlängerung der Frist für 30llfreie Einfuhr nach Deutschland über die elfäffische Grenze auf der anderen Seite einen Ausweg zu finden. Diese Zollfreiheit über die elfäffische Grenze läuft vertragsmäßig im Jahre 1925 ab. Aus guter Quelle erfahren wir, daß dieser Fragenkomplex am Freitag abend zwischen den zuständigen Mitgliedern der franzöfifchen, belgischen und deutschen Delegation an einem neutralen Orte besprochen worden ist. Als Folge dieser Besprechung begibt sich Herri of am Sonnabend im Flugzeug nach Paris, um dort über die Grundlinien der geplanten Lösung des Räumungsproblems zu verhandeln. Die Verhandlungen über die Räumung des Ruhrgebiets und des Düsseldorf- Duisburger Sanktionsgebiets werden infolge deffen erst am Montag vormittag nach der Rückkehr Herriots aus Paris weitergeführt werden können. Falls eine Einigung er zielt wird, soll das Berhandlungsergebnis in einem Protokoll feftgelegt werden, das dann den Rat der„ Großen Bierzehn" beschäftigen dürfte. Interalliierte Finanzkonferenz in Paris? London, 8. Auguft.( WTB.) Reuter berichtet: Es besteht der Plan, eine Zusammenkunft der Finanzminister und Sachverstänbigen nach Abschluß dieser Konferenz in Paris zu vereinbaren. Gegenstand dieser neuen Konferenz wäre die Berteilung der Reparationszahlungen, die von Deutschland seit dem Beginn des Jahres 1923 und während des ersten Jahres der Wirksamkeit des Dames- Blanes erhalten worden sind, zu beraten. Ein anderer wichtiger Bunft wäre ferner die Frage, ob die franzöfifche und belgische Regierung die Ausgaben für die Ruhrbesehung aus dem Gutachten der Reparationskommission nehmen dürfe. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Posticheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Was wird aus der Rentenbank? Der Reichslandbund als Staat im Staate. Die Zollvorlage soll der Landwirtschaft die wirtschaftliche Vormachtstellung wiedergeben, die sie vor dem Kriege besessen hat. Die großagrarischen Kreise wollen die augenblickliche politische Konjunktur und die augenblickliche Kräfteverteilung im Parlamente ausnuten, um sich eine wirtschaftliche Machtstellung zu schaffen, die es ihnen ermöglichen soll, weit mehr als in den vergangenen Jahren auf das politische Leben in Deutschland einzuwirken. Die Bedeutung des Zollkampfes geht deshalb weit über den Rahmen einer Auseinandersetzung über die Wirtschaftspolitik hinaus. Der Kampf gegen die Agrarzölle ist ein Kampf um die Gestaltung der politischen Machtverhältnisse und der wirklichen Verfassung in Deutschland. Neben der großen Beachtung, die deshalb die Zollpläne der Regierung gefunden haben, ist die andere nicht minder wichtige Tatsache fast unbemerkt geblieben, daß die Landwirtschaft sich mit dem Blane trägt, sich mit Staatshilfe und unter Ausnutung des staatlichen Zwanges ein gewaltiges wirtfchaftliches Machtinstrument zu schaffen. Dies Instrument soll sie politisch und wirtschftlich so fest zusammenfassen, daß fie fast zum Staat im Staate wird, es müßte, wenn es zur Tatsache wird, den Spizenorganisationen der Landwirtschaft die Möglichkeit geben, die staatliche Agrarpolitik unwirksam zu machen und darüber hinaus die gesamte staatliche Wirtschaftspolitik zu durchkreuzen. Bei diesem Plane handelt es sich um die Umgestaltung der Rentenbank in ein großes privates agrarisches 3entralinstitut. Das Dawes- Gutachten sieht die Liqui= dierung der Rentenbank vor. Die hypothefarische Belastung der gesamten Landwirtschaft, auf der die Rentenbank aufgebaut ist, soll die breite Grundlage abgeben für eine große Agrarkreditbank. Wie die Oeffentlichkeit aus einem Artikel von Dr. Seelmann- Eggebert in der Deutschen Tageszeitung" erfährt, sind die Gesetzentwürfe für die Ueberführung der Rentenbank in ein Agrarkreditinstitut im großen und ganzen fertig. Der Gesezentwurf über die Liquidierung der Rentenbant ist völlig fertiggestellt, der Gesehentwurf über die Schaffung eines agrarischen Kreditinstituts steht in den Grundzügen fest. Die Probleme, die bei der Schaffung der Rentenbank für den Fall der Liquidierung bereits erörtert worden sind, werden nun aktuell. Nun zeigt es sich, eine wie große Gefahr darin lag, daß man die Leitung der Rentenbank nicht in die Hand des Staates, sondern in die hand von Ver= tretern einzelner Stände, von Vertretern der Landwirtschaft, der Industrie, des Gewerbes und des Handels einschließlich der Banken gelegt hat. Für die Periode der Wirksamkeit der Rentenbank, die von vornherein nur als außerordentlicher Notbehelf in außerordentlicher Notzeit gedacht war, war diese Konstruktion immerhin noch erträglich. Die enge Begrenzung der Funktionen der Rentenbank, die es unmöglich machte, daß dies Institut zu einem Machtinstrument gegen die staatliche Politik auf dem Gebiete des Geldwesens und der Wirtschaftspolitik wurde, verhinderte die Ausnuzung der Leitung dieses Instituts durch die Ständevertreter zu politischen Zwecken. Wenn aber nun dies als Notbehelf gedachte Institut verewigt werden soll, und gleichzeitig die dadurch repräsentierte Wirtschaftsmacht für alle Zeiten in die hand von Ständevertretern gelegt werden soll, die in der wirtschaftspolitischen Ausnutzung dieses Machtmittels im weitesten Sinne durch staatliche Vorschriften nicht eingeengt find, so liegt darin eine überaus große wirtschaftliche und politische Gefahr. Der Inhalt dieser Pläne ist etwa folgender: Industrie, Gewerbe, Handel und Banten werden aus der Rentenbank ausscheiden. Nach ihrem Ausscheiden bleibt die Generalhypothek, die durch staatlichen Zwang auf die gesamte Landwirtschaft gelegt worden ist, übrig. Diese hypothefarische Belastung beträgt zwei Milliarden Goldmark. Mit der Einlösung der umlaufenden Rentenscheine wird diese hypothekarische Belastung, die bisher als Dedung für das Rentengeid Diente, frei werden. Es ist geplant, diese hypothefar de Befaftung zur Generalsicherung für die Kreditgeschäfte der neu zu gründenden Agrarkreditbank zu machen. Darüber hinaus aber soll das angesammelte Kapital der Rentenbank, das durch die Rinszahlungen der hypothefarisch belasteten Anteilseigner der Rentenbank zusammengekommen ist, als Grundvermögen der neuen Agrarbant zugeführt werden. Es handelt sich dabei um ein Kapital von rund 200 Millionen Goldmark. Die neue Agrarbant soll als Zentralkreditinstitut dienen, Amerika will seinen Anteil an Reparationen. das mit landwirtschaftlichen Banken und Instituten, aber nicht New York, 8. August.( WTB.)( Durch Funkspruch.) Wie mit Einzelpersonen Geschäfte treiben soll. Dies Institut foll Affociated Pres" aus Washington meldet, habe Amerika die Absicht, vollständig in die Hand und unter die Leitung der landwirtPreß“ an einer Ronferenz der Alliierten zur Beratung ter Werschaftlichen Spizenorganisationen gegeben werden. Das Mitteilung der von Deutschland nach den Bestimmungen des Dawes bestimmungsrecht der Einzelpersonen der Planes zu leistenden Reparationszahlungen teilzu Landwirtschaft, die im Grunde genommen die wirtschaftlichen nehmen. Die Angelegenheit sei für Amerika deshalb von Wich- Träger des Institutes sind und aus deren Vermögen das tigkeit, weil eine solche Konferenz das einzige Mittel darstellen Grundkapital der neuen Agrarbant stammt, ist ein in diwürde, um von Deutschland Bezahlung der von der deutsch- amerifarettes und unsicheres. Sein Ausmaß richtet sich nach nischen Kommission Amerika zugesprochenen Forderungen oder die 3urückzahlung der amerikanischen Bejagungskosten, zu erhalten. ( Weitere Konferenznachrichten auf der dritten Seite.) dem Ausmaß des Einflusses, den der einzelne in den landwirtschaftlichen Spizenorganisationen auszuüben vermag. Die Konstruktion der Rentenbank soll auf dieses Institut übertra gen werden, d, h. daß der Anteilseigner fein Stimmrecht hat,| Einne sogar die Führung übernommen. Der 3oll wird jetzt der sondern nur die landwirtschaftliche Spizenorganisation. Die Landwirtschaft kein Geld bringen, denn ohne Kredite muß fie sofort Situation würde dann also die sein, daß durch staatlichen verkaufen. Die Händler haben dann das Getreide in der Hand Zwang von der Allgemeinheit der Landwirtschaft Mittel auf- und sie werden es sein, die dann im Frühjahr den Zollgewinn durch Preisaufschlag madyen werden. Die Hauptschwierigkeit, unter der gebracht worden sind, um der Spikenorganisation eine undie Land pirtschaft zurzeit leidet, ist die viel zu große Spanne zwischen erhörte wirtschaftliche Machtfülle in die Hand zu geben. Der den Preisen, die der Produzent erhält, und den Preisen, die der Aufsatz in der Deutschen Tageszeitung" deutet die zentrale Konsument zahlen muß. Hier muß nach Ansicht der Preußischen Stellung und den ungeheuren Einfluß der neuen Agrarbant Regierung eingesetzt werden, um durch Ausschaltung unge ziemlich unverhüllt an. rechtfertigter 3wischengewinne sowohl den Produ zenten wie den Konsumenten zu angemessenen Preisen zu verhelfen. Vor allem aber glaubt die Preußische Regierung in jetzigem Auger blic, wo noch nicht zu übersehen ist, welche Auswirkung die Londoner Verhandlungen auf das deutsche Wirtschaftsleben haben werden, und wo mit steigender Arbeitslosigkeit zu rechnen ist, nicht bei einer Maßnahme mitwirken zu können, " Dennoch könnte sie fraft ihrer Stellung wirtschaftspolitisch auf das segensreichste wirken und dafür sorgen, daß alle Kreditoperationen und Sonderaufgaben der einzelnen angeschlossenen Organisationen nach bestimmten, im Verwaltungsrat festzulegenden Richtlinien zum Wohle des Ganzen und zum mindesten bei kurzfristigen Anleihen möglichst ohne ausländisches Kapital ausgeführt würden." Die landwirtschaftliche Spizenorganisation aber, deren Einfluß in dem neuen agrarischen Kreditinstitut entscheidend sein wird, ist der Reichslandbund. Werden diese Pläne durchgeführt, so wird der Reichslandbund zu einem der stärk sten in der Verfassung nicht vorgesehenen tatsächlichen Faktor des deutschen Berfassungslebens, zu einem Staat im Staate, dessen Macht nicht unterschätzt werden darf. Wir sehen nicht ein, wie fich eine solche Einrichtung mit dem Sinn der demokratischen Verfassung vertragen könnte. Die Durchführung dieser Pläne würde einen ernsten Schritt der Rückkehr zu einer ständischen Verfassung bedeuten, wie sie Vorbilder nur in der ungeschriebenen Verfassung Eng lands am Beginn des neunzehnten Jahrhunderts hat. Eine unkontrollierte und unkontrollierbare wirtschaftliche Macht würde mit Staatshilfe geschaffen werden, die notwendig bald ihre wirtschaftliche Macht zur Erreichung politischer Ziele gebrauchen würde. Soll ein Zentralagrarkreditinstitut geschaffen werden, so gehört es in die Hand und unter die Kontrolle des Staates, nicht in die Hand einer ständischen Vertretung, die fich bisher schon als Machtorganisaton gegen den heutigen Staat gefühlt hat und ihn und seine Verfassung auf das heftigste bekämpft. Die Deffentlichkeit muß diese Pläne verfolgen. Sie können nur verwirklicht werden auf dem Wege der Gesetzgebung. Es scheint uns ausgeschlossen, daß selbst bei dem Kräfteverhältnis im heutigen Reichstag eine solche praktische Rückwärtsrevision der demokratischen Verfassung zur ständischen Verfassung be= schlossen werden könnte. Der Reichsrat für den Brotwucher. Erklärung der preußischen Regierung gegen die Zollvorlage Der Reichsrat beriet in seiner öffentlichen Bollfizung vom Freitag den Gesetzentwurf über Bölle und Umsatzsteuer. Die Ausschüsse des Reichsrats haben zur Umfassteuer eine Entschließung angenommen, worin die Reichsregierung ersucht wird, dem Reichsrat umgehend Vorschläge zu unterbreiten zu einer systematischen Aenderung des Umfahsteuergesezes, namentlich im Interesse der deutschen Ausfuhr. Außerdem wurde von den Ausschüssen eine Bestimmung angenommen, wonach der bisherige Anteil der Länder an der Umsatzsteuer bis Ende des Kalenderjahres 1924 erhalten bleiben soll. Vor der Abstimmung gab Ministerialdirektor Dr. Nobis namens der Preußischen Staatsregierung folgende Erflärung ab: „ Die Breußische Staatsregierung wird heute ihre Stimme gegen die Vorlage abgeben. Ich habe aber ausdrücklich zu erklären, daß die Preußische Regierung die Notlage der Landwirt fchaft ebenso anerkennt wie die Regierungen, die ihre Stimme für die Borlage abgeben werden. Sie hält aber das Mittel der Wiedereinführung von Getreidezöllen nicht für geeignet, mindestens zurzeit nicht, um dieser Nollage abzuhelfen. Schleunige Hilfe fann der Landwirtschaft nur durch Beschaffung von Krediten gebracht werden, und hier hat die Preußische Regierung auch die erforderlichen Verhandlungen eingeleitet und in gewissem Painlevé. Eine Pariser Erinnerung von Felix Stößinger. Der Name und das Bild des Präsidenten der französischen Rammer fehren jetzt oft in der Presse der ganzen Welt wieder. Nizmals fann ich diese gütigen Züge, diese tiefschwarzen, melancholischen Augen sehen, ohne mich eines Pariser Abends zu erinnern, der durch das Auftreten Painlevés für mich eine merkwürdige Bedeutung bekommen hat. Ziemlich weit draußen am Boulevard Raspail gibt es ein unbedeutendes, kleines Restaurant, das nicht viel besser, wenn auch gemütlicher als eine Berliner Destillation ist. Auch diese kleine Pariser Kneipe hat eine Hinterstube, und auch sie wird wie in Berlin Vereinen und Versammlungen vermietet. Darunter auch dem„ Chamäleon", einem Verein, der wie manche andere Bariser Vereine nicht von Mitgliederbeiträgen lebt, sondern von einer Idee. In diesem Fall von künstlerischen und geistigen Veranstaltungen, die Alexandre Mercereau leitet, der auch in Deutschland einen guten Namen hat. Ein geistvolles Buch von ihm erschien schon vor dem Krieg im Infelverlag. In Paris spielen Vorträge und Diskussionsabende eine ganz andere Rolle als bei uns. Sie sind ein Ersatz für die literarische Stellung, die das Theater bei uns einnimmt oder vielmehr einnehmen soll. Einmal gab nun das„ Chamäleon" einen Abend, an dem ein Chinese über das chinesische Theater sprach, ein zweiter über chinesische Musil, ein dritter über chinesische Literatur. Zum Schluß spielten drei Chinesen auf ihren heimischen alten Instrumenten chinesische Musit, weltliche und religiöse, ein anderer las in französischer Uebersetzung Gedichte und Erzählungen vor, und als das Publikum schon müde war und die meisten nach Hause gingen, blieb noch ein stattlicher Rest zusammen, um sich ganz ungezwungen immer noch mehr vorlesen zu lassen und über das Gehörte zu Diskutieren. Das kleine Kneipenzimmer war nicht mit Tabaksrauch, aber mit Wolken von Geist gefüllt. An den Wänden hingen chinesische und japanische Originalwerke, die das Museum Guimet für diesen Abend zur Verfügung gestellt hatte. Und unter denen, die blieben, saßen ein Vertreter des chinesischen Gesandten und Painlevé. Sie beide waren Protektoren der Veranstaltung; aber nicht nur theore: tisch. Sie waren auch gekommen. Aber sie waren nicht nur getommen; fie wirkten auch mit. Niemals habe ich in einem Saal ein größeres Gedränge gesehen. Das Stübchen faßte bequem hundert Personen, aber dreihundert füllten es. Man fauerte türkisch oder man stand auf den Stühlen, die längst zusammengepreßt waren. Aber wie artig ging alles zu. Ich hörte fein häßliches Wort und nirgends einen Vorwurf. Als es schon spät geworden war, mitten während der Vorträge in einer Pause, bahnte sich durch die drangvoll gepreßte Masse ein die zur Berfeuerung der Lebenshaltung der breiten Masse der Bevölkerung führen muß. Sie hätte es daher vorgezogen, wenn die Entscheidung des Reichs. rats noch einige Zeit hinausgezogen worden wäre. Da dies nicht hat erreicht werden können, wird die Preußische Regierung heute gegen die Vorlage stimmen." " In der Abstimmung wurde die Vorlage nach den Beschlüssen der Ausschüsse mit 35 gegen 26 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten das Preußische Staatsministerium, die Vertreter von Berlin und der Provinz Grenzmart Westpreußen Bofen, ferner von den Ländern Sachsen, Schaumburg. Lippe und die Vertreter der 5 anse städte. Die Vertreter von Baden und Braunschweig enthielten sich der Abstimmung. Auch die Entschließung zum Umsatzsteuergesetz wurde angenommen. = Flucht vor den Völkischen. Die Stadtverwaltung kuscht vor Drohungen. Hagen i. W., 8. Auguſt( Eigener Drahtbericht). Wie in anderen Städten des Reiches sollte in diesen Tagen der zehnjährigen Wiederfchr des Kriegsausbruches auch in Hagen eine nie wieder Krieg Kundgebung der Liga für Menschenrechte stattfinden, bei der u. a. der Generalsekretär der französischen Liga Guernut fprechen sollte. Die Versammlung sollte in der der Stadt gehörenden Stadthalle stattfinden. Im letzten Augenblic wich jedoch die Stadtverwaltung mit dem Oberbürgermeister Cuno an der Spitze ver der Drohung der Vaterländischen Verbände zurück, die erklärten, den französischen Friedensfreund nicht sprechen lassen zu wollen. Der Versuch der Hafenkreuzler, ein polizeiliches Berbot der Versammlung zu erreichen, ist zwar nicht geglückt; aber die Stadtverwaltung zog ihre Zusage auf Freigabe der Stadthalle zurück, mit der Begründung, fie habe feine Garantie, daß nicht Tische und Stühle demoliert würden". treiben der Bolkspartei ein Gesetz zum Schutze der VersammDa hat nun der Reichstag im vorigen Jahre auf Belungen erlassen, das folgende nicht uninterssante Bestimmungen enthält: § 107a. Wer nicht verbotene Versammlungen, Aufzüge oder Rundgebungen mit Gewalt oder durch Bedrohung mit einem Verbrechen verhindert oder sprengt, wird mit Gefängnis, neben dem auf Geldstrafe erkannt werden kann, bestraft. • Wer in nicht verbotenen Versammlungen oder bei nicht verbotenen Aufzügen oder Kundgebungen Gewalttätigteiten in der Absicht begeht, die Versammlung zu sprengen, wird mit Gefängnis und mit Geldstrafe oder einer dieser Strafen bestraft. In Stralsund fühlt sich der Regierungspräsident gezwungen, die pazifistische Versammlung zu verbieten, weil die Bölkischen drohen! In Hagen weicht die Stadtverwaltung als Eigentümer der Stadthalle mutig zurüd, weil die Völkischen drohen! Weder in Stralsund noch in Hagen scheint man das Gesetz zu kennen. Auch den Erlaß des preußischen Ministers des Innern vom 22. März 1923( abgedruckt im Ministerialblatt S. 311). Dort heißt es ganz unzweideutig: großer starker Mann einen Weg zum Vortragspult." Bahnte" ist wohl nicht richtig gesagt, denn die Menschen wichen ganz von selbst auseinander und ließen den Fremdling sehr respektvoll durch. ,, Wer ist das?" fragte ich eine alte Dame.„ Ein großer Ge,, Wie heißt er?" fragte ich. lehrter", antwortete fie. " Bainlevé."- ,, Der frühere Ministerpräsident?"- Sie stuzte ein wenig, um sich zu befinnen.„ Ja, er war während des Krieges Ministerpräsident", aber sie legte feinen Wert auf seine Würde, da er die viel größere besaß, ein großer Gelehrter zu sein. Gin früherer Minister ist in Frankreich fein früherer Minister, sondern nur das, was er ist. Der Minister außer Amt ist wieder Bürger, und so wie ein Arbeiter, ein Gelehrter, ein Bankdirektor, ein Prinz von Wales ist er Monsieur und weiter nichts. Als Painlevé seinen Platz eingenommen hatte, wurde er vom Bublifum mit stürmischem Beifall begrüßt. Ich habe auch in anderen Versammlungen beobachtet, daß beliebte Persönlichkeiten um ihrer bloßen Anwesenheit willen stürmisch applaudiert werden. Aber Painlevé stand auf und hielt eine kleine Ansprache, die wie eine Plauderei von Erinnerungen an eine Weltreise begann, die er vor zwanzig Jahren gemacht hatte. Er sprach mit einer feinen Melancholie und fultivierten Gepflegtheit, wie jemand, der weiß, daß er durchaus nicht das letzte Wort über eine Sache sagt, aber bei aller Bescheidenheit doch etwas zu ihrer Klärung beiträgt. Und während er von Ajien erzählte, erinnerte er sich eines chinesischen Gedichtes, das er dort gehört hatte, er begann es aus dem Gedächtnis zu rekonstruieren und mit einer Stimme, die immer inniger wurde, aufzusagen. Er sprach keine Verse, aber er sprach die Prosa mit dem leichten und innigen Pathos, das jeder Franzose animmt, der von der Prosa in Verse übergeht. Er malte einige Worte mit Gesten aus, und er hatte dabei etwas so Bezauberndes, daß man feine wirkliche Kunstliebe, seine Menschlichkeit und seinen Schönheits. finn fühlte und dies alles ihn beinahe zum Sänger machte. Als er geendigt hatte, jubelte man ihm zu. Ich war gerührt, aber wohl auch etwas traurig, wenn ich die Kultur dieses außerordentlichen Mannes mit der Art des landläufigen politischen Machers verglich. Man stelle sich vor, Wallraf am Tegeler Weg in halboffizieller Mission in einer Kneipe als Rezitator vor einer Gesellschaft von Kunstfreunden und Bohemiens. Oder einen deutschen Professor als Reichstagspräsident Bebel feiern, wie Painlevé bald danach den Manen von Jaurès gehuldigt hat. Es ist unvorstellbar, es ist leider unmöglich! Der schöne Abend hatte für Paris gar keine Bedeutung, aber für mich eine große. Ich sah einem angesehenen politischen Führer, einem Mathematiker, einem Helden der frühesten Luftfahrversuche, einem Ministerpräsidenten der Kriegszeit, einem Menschen ins Herz. Was auch immer er war, er war naiv, er war ein halber Künstler, er war ein Träumer. Unberührt blieb seine Seele von Würde, Amt, Taktik und Strebertum. Und doch hatten ihn se edle positive Eigenschaften nicht gehindert, zu der Macht zu gelangen. die sonst nur Negativen erreichbar ist. Und das erscheint mir noch | Die Polizei hat durchaus die Pflicht, eine Versammlung, die nicht auf Grund gefeßlicher Bestimmungen verboten wird, erforderlichenfalls in ausreichendem Maße mit ihren Machtmitteln zu schützen. Ich erwarte von den Polizeiverwaltern, daß sie bei allen Veranstaltungen, die Angriffen ausgefeht sein fönnen, recht zeitig ausreichende Schuhmaßnahmen treffen... Damit gar kein Zweifel aufkommen kann, hat der Minister damals noch besonders hinzugefügt: Ich werde in jedem Falle, in dem eine friedliche Versammlung mangels ausreichender Schuhmaßnahmen gesprengt ist, den Polizeiverwalter zur Verantwortung ziehen, wenn ihn in irgendeiner Hins ficht der Vorwurf mangelnder Vorbereitungen von Schuhmaßnahmen zu machen ist." Ist das nicht deutlich genug? Genügt diese Vorschrift nicht für Stralsund wie für Hagen? Ist es möglich, daß die Stadtverwaltung der Hagener Polizei unterstellen darf, daß sie die Versammlung nicht schüßen werde? Bon welcher Seite man die Sache auch betrachtet, die Fälle bleiben ein öffentlicher Skandal. Und wir erwarten, daß der Minister des Innern in Stralsund die Behörden zur Berantwortung zieht", die die Versammlung verboten, anstatt sie zu schützen. Die Hagener Stadtverwaltung aber wird sich schämen dürfen, wenn sie erfährt, daß die Versammlung in einem anderen Lokal- hoffentlich unter pflichtmäkigem Schutz der Polizei trotzdem stattgefunden hat. Der Kommunistenprozeß in Leipzig. Dr. Niedner abermals abgelehnt. Leipzig. 8. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) In der Nacha mittagsfitung waren als weitere Offizialverteidiger die beiden Rechtsanwälte Teichert und Tauber aus Leipzig bestellt. Als Wahlverteidiger ist der kommunistische preußische Abgeordnete Obuch erschienen. Er lehnte seinerseits den Vorsitzenden aus den bekannten Gründen ab, drang mit diesem Antrag aber ebensowenig durch wie mit dem auf Bertagung, um die Auswirkung des Protest telegramms der beiden früheren Verteidiger an den Reichspräsi denten und Reichsjustizminister abzuwarten. Reichsanwalt Dr. Ne us mann widersprach dem Verteidiger Obuch in diesem Bunkie sehr scharf. Eine Einwirkung und sei es von höchster Stelle in das schwebende Gerichtsverfahren sei eine Ungeheuerlichkeit. Nach der Ablehnung seiner Anträge legte Rechtsanwalt Obuch sein Amt als Verteidiger nieder. Nachdem noch die bestellten Verteidiger auf die einzelnen Angeklagten verteilt waren, wurde auf Antrag der Berteidigung die Sigung auf Sonnabend vormittag 10 Uhr ver tagt, um den Anwälten Zeit zur Einsichtnahme der Afton zu geben. " Der bayerische Notbann. Schuhtruppen des Separatismus. Unsere Mitteilungen über die Gründung eines Rotbanns unter der Beamtenschaft der Reichsbahn in Bayern ist den„ zuständigen" Stellen außerordentlich auf die Nerven gefallen. Oberregierungsrat Besold hat prompt behauptet, daß er Ausweise an die Mitglieder dieses neugegründeten bayerischen Notbanns. nicht aus stelle". Es wäre interessant, zu wissen, ob Obers regierungsrat Befold auch leugnet, Ausweise in seiner früheren Eigenschaft als Personalreferent der Oberpostdirektion Würzburg ausgestellt au baben oder wenigstens die Bermittlung diefer Ausweise in die Hand genommen zu haben. Vielleicht äußern sich die zuständigen" Stellen auch hierzu. Die Reichsregierung hat jedenfalls alles Interesse, festzustellen, was es mit diesem Rotbann für eine Bewandtnis hat und zu prüfen, ob es sich mit den Pflichten eines Reichsbeamten gegen die Republik und Reich vereinbaren läßt, diesen bayerischen Notbann, der offensicht lich bayerischen separatistischen( und natürlich auch monarchistischen) 3weden dient, anzugehören. heute, wenn ich von Painlevé lese, wie ein Trost im Intrigenschmug der politischen Strebereien. Daß irgendwo eines der höchsten Aemter des Landes von einer Bersönlichkeit eingenommen wird, die nicht nur eine Stellung hat, sondern auch ein Herz! Gibt es einen Herdeninstinkt beim Menschen? Begriffe vom Herdenmenschen und Herdeninstinkt geläufig geworden, Seit Nietzsche, dem großen Verächter der Masse, sind uns die und es hat sich im Anschluß an diese verächtliche Betrachtung der Menge, die für den Philosophen nur der Boden zur Entstehung des Übermenschen ist, eine Psychologie der Masse herausgebildet, die von den Leidenschaften und Antrieben größerer Menschenansammlungen das Uebelfte berichtet. Viele Psychologen haben die Anschauung vertreten, daß die Einbeziehung in eine Menge den Charakter und die Gemütsart des einzelnen vollkommen verändert, daß aus einer Summe von gutmütigen, beherrschten und besonnenen Menschen in der Masse eine hemmungslos rasende, gewalttätige Bestie werden kann. • Diese Anschauungen unterzieht der englische Psychologe S. B. Ward im neuesten Heft der Zeitschrift Mind" einer scharfen Kritik. Er weist darauf hin, daß ein großer Teil unseres Lebens Bersammlungen, in koncerter. Sommiffionen, Körperschaften aller in Massenversammlungen verbracht wird, nicht nur in politischen Art, sondern auch in den Parlamenten, in den Sizungen von Politikern und Direktoren. Wenn der Einfluß des Massengeistes so gefährlich wäre, dann könnte in all diesen Versammlungen nichts Gescheites herauskommen. Das entspricht aber offenbar nicht der Wahrheit, denn gerade in Gemeinschaften werden meist die bedeutungsvollsten Beschlüsse gefaßt, von denen man nicht sagen kann, daß sie unbeherrscht und sinnlos find. Vor allem aber muß man fich vor den Bergleichen mit der Tierwelt, vor der Annahme eines Herdeninstinktes" in acht nehmen. Die Gleichsehung einer Herde, die von einem Hirten geleitet wird, mit einem Heer von Soldaten ist doch nur sehr äußerlich. Auch die Ansammlungen der Tiere darf man nicht immer als Auswirkungen des Massengeistes betrachten. Wenn z. B. Müder in Wolfen über einem Gewässer schweben, fo rührt das daher, daß sie sich zur selben Zeit von ihrem Nahrungsplay erheben; jede einzelne handelt also nach ihrem individuellen auf die Aufzucht der Jungen zurückzuführen, und die großen Bogel Instinkt. Die Herden der Säugetiere sind auf die gemeinsame Weide, scharen, die man beobachtet, finden zu Zwecken statt, in denen jeder einzelne Bogel sein bestimmtes Ziel verfolgt. Ob die Menschen jemals, auch in den fernsten Urzeiten, in Herdenform gelebt haben, ist sehr zweifelhaft. Manche Affenarten versammeln sich zwar zu jogen. Herden, aber die nächsten Verwandten des Menschen, die Anthropoidenaffen, leben einzeln in Familien zusammen. Wenn Menschen in Gruppen gemeinsam handeln, so folgen fie Instinkten, die nur durch menschliche Anlage und Ueberlieferung bestimmt sind und sich sehr scharf unterscheiden von den Zügen, die wir bei den Ansamm Sprache, die sie in ihrem Zusammenhandeln beeinflußt und so zu lungen von Tieren beobachten. Außerdem haben die Menschen die ganz anderen Formen der Massenpfychologie führt, als sie nach dem landläufigen Begriff der Herde" stattfinden. Wut über Schwarz- Rot- Gold. Steffin, 8. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Die bedeutenden Erfolge des Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold" in Bommern werden zum ersten Male am Sonntag anläßlich der Verfassungsfeier in Stettin zum Ausdruck kommen. Tausende von Teilnehmern an der Demonstration für die Republik sind aus allen Teilen Pommerns gemeldet. Diese großzügige republikanische Feier ließ die Nationalisten nicht ruhen. Mitte dieser Woche gaben plötzlich die drei rechtsradikalen Offiziersberbände," Der Stahlhelm" und einige andere nationalistische Bünde in einem Aufruf bekannt, daß sie ebenfalls am Sonntag, den 10. August, in Stettin eine Feier des siegreichen Kriegsbeginn s" veranstalten wollen, wozu sie alle Frontkämpfer einladen, die mit Gott für König und Baterland ins Feld gezogen sind". Diese nationalistische Demonstration sollte zu derselben Zeit stattfinden, in der der Umzug des„ Reichsbanner" angesetzt ist. Es war also damit eine offene Probotation geplant. Der Regierung präsident von Stettin hat aber diese schwarzweißrote Störungsaltion untersagt. beinahe ausschließlich gegen die Linte angewendet werden. So ist es Mit Entrüftung wendet sich insbesondere der vaterländisch gejezt wieder mit der Schweyerschen Verordnung vom 6. Mai 1924, finnte Teil der ehemaligen Fronttämpfer und der deutschen Jugend durch die das Tragen der Abzeichen der früheren oder jetzigen deuts von dem Treiben derjenigen, die am Verfassungstage uster schen Wehrmacht und auch das Tragen von Gegenständen, die diesem schwarzroigelber Flagge demonstrierend befunden wollen, Abzeichen ähnlich sind, verboten wurde. Die Polizeidirektion Mün- daß fie gewillt sind, eine deutsche Freiheitsbewegung und ein Wiederchen hat nun entdeckt, daß die Kokarde des Reichsbanner Schwarz- ländische Kapitalismus, Militarismus und Imperialismus unterstützt. erstarten deutscher Wehrkraft zu verhindern. Damit werden der aus Rot- Gold", die seit Monaten und Wochen in Bayern und im ganzen Noch dazu ist eine solche Verfassung zum Zwede des Umsturzes und Reich getragen wird, unter diesen Erlaß fällt, da sie in ihrer der Wehrlosmachung Devtschlands(!) während des KrieForm der altbayerischen Kokarde und in ihrer Farbe der Reichs ges dem deutschen Bolte als die einen wahrhaften Frieden sicher wehrtofarde nachgebildet ist. Das Tragen der Reichsbanner"= ftellende angepriesen worden und in ihren Grundgedanken vom Kofarde ist also zunächst im Wirkungskreis der Polizeidirektion feindlichen Auslande der Mehrheit der damaligen deutschen VolksMünchen verboten offenbar im Hinblick auf die Verfassungs- vertreter eingegeben worden. feier! Nur keine republikanische Feier. " München, 8. Auguft.( WTB.) Laut Münchener Post" find geschlossene 8üge zur Verfassungsfeier der republikanischen Parteien und Verbände, die am kommenden Sonntag in Halle I des Ausstellungsparkes stattfinden wird, durch eine Anordnung der Polizeidirektion verboten. Die Abhaltung der Feier selbst ist genehmigt. Jegliche Versammlung unter freiem Himmel in Berbindung mit der Feier im Ausstellungspark ist jedoch verboten. Weimar, 8. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Die thüringische Regierung verbot den für Sonnabend als Auftakt für die Verfassungs- Der Kampf zwischen Völkischen und Bajuvaren. feier geplanten Fackelzug des Reichsbanners und das programmäßig München, 8. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Wie nicht anders vorgesehene Wecken am Sonntag. An die Beamten der Lanzu erwarten war, hat die Rede des Generais a. D. von Geb= despolizei wurde ein Erlaß gerichtet, in dem ihnen die Teil- fattel gegen Ludendorff eine ziemliche Erregung bei den Völkischen nahme an der Verfassungsfeier des Reichsbanners in Uniform ver- hervorgerufen. Die Völkische Kurier" vergleicht von Gebsattel mit boten wird. Die Regierung begründet dieses Verbot damit, daß das einem fanatischen Dorflaplan der Bayerischen Volkspartei, der an Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold eine einseitige politische franthaftem Berfolgungswahn leide! Dann wird geflagt, daß die Organisation fei. Desgleichen wurde jede Agitation für das Bayerische Volkspartei mit großem Erfolg im alten bayerischen OffiReichsbanner in den Kasernen der Landespolizei auf das strengste gierkorps festen Fuß gefaßt habe, so daß eine politische Spaltung durch das ganze Offiziertorps" gehe; das sei um so weniger veruntersagt. ständlich, als die Offiziere allein durch die Tatkraft der völkischen Jugend wieder in ihre früheren Rechte eingesetzt werden könnten. In diesem Zusammenhang ist es auch bemerkenswert, daß die Ortsgruppe München des deutschvölkischen Offizierbundes beschlossen hat, aus der bisherigen Zurückhaltung herauszutreten und fünftig mit allem Nachdruck für seine politischen Ziele einzutreten." Zu diesem Zweck ist bereits der Hochverräter Röhm, Mitglied des Reichstages, in„ Audienz bei Sr. Majestät König Rupprecht rüchten entgegenzutreten. Er( Röhm) hatte dabei auch den Eindruck, gewesen, wobei er in der Lage war, gewissen untontrollierbaren Ge= daß an höchster Stelle Aufklärung über die Vorgänge des letzten Jahres auch von völkischer Seite erwünscht war, nachdem bisher die politische Gegenseite uneingeschränkt zum Vortrag gelangte." Gegenseite ist natürlich niemand sonst als die Bayerische Bolts partei und Herr von Kahr, die natürlich Vorsorge treffen werden, daß der angebliche Erfolg der völkischen Offiziere möglichst wieder ausgeglichen wird. München, 8. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Als Einleitung zur Merfassungsfeier am 10. und 11. August unternimmt die Bayerische Staatszeitung" noch einmal den Versuch, die berüchtigte Berordnung des Ministers des Innern gegen die Feier der Reichsverfassung zu verteidigen, wozu sie ja als offizielles Regierungsorgan berufen ist. Als unerhörte Provokation aber muß es empfunden werden, wenn dabei versucht wird, der verfassungstreuen Bevölkerung Dinge zu unterschieben, die nicht weit entfernt von einem Hochverrat sind. Das bayerische Regierungsblatt schreibt u. a.: „ Die bayerische Regierung will unter allen Umständen verhindern, daß unter dem Decknamen einer Verfassungsfeier am fommenden Sonntag auf offenen Straßen und Plägen große poli tische Demonstrationen abgehalten werden, die mit einer wirklichen Berfassungsfeier nicht das geringste zu tun haben. Ursprünglich waren nämlich, insbesondere in München und Nürnberg, aber auch in einer ganzen Reihe anderer Städte Bayerns große politische Demonstrationen geplant, die als offene Kraftproben der aufgerufenen Organisationen mit der Regie: rung hinauslaufen sollten. Vor allem sollte am 10. August in Nürnberg in sozialdemokratischer Weise eine Rundgebung größten Stils veranstaltet werden." = Für diese Unterstellung wird auch nicht der Schatten eines Bemeises beigebracht und kann auch gar nicht erbracht werden. Diese offiziöse Auslassung ist nur geeignet, Ruhe und Frieden im Staat auf das empfindlichste zu stören. Solche grundlosen Berdäch tigungen sind eine Beleidigung der verfassungstreuen Bevölke rung und zeigen mehr als alles andere den Geist, aus dem heraus die Verordnung gegen die Verfassungsfeier erlassen ist. In diesem Bufanimenhang ist es von großem Interesse zu wissen, wie in der Pfalz, der die bayerische Regierung angeblich ihre besondere Für forge angedeihen läßt, die Feier gestaltet wird: In Ludwigs hafen wird eine gewaltige Rundgebung für die Einheit des Reiches und für die Republik veranstaltet, wobei nach einem großen Umzug durch die Stadt der badische Staatsminister Remmele die Festrede hält; in Pirmasens zieht Sonnabend abend ein Fackelzug durch die Hauptstraßen der Stadt und ein Festakt schließt sich an, am Sonntag wird ein großer Umzug mit zwei Musikkapellen durch die ganze Stadt gehen. In München ist man seit Jahr und Tag gewohnt, daß gegen rechtsradikale Unruheftifter erlassene Berordnungen in der Bragis Lenins Mumie als Sehenswürdigkeit. Das Grab, in dem sich die ferbliche Hülle Lenins befindet, ist jetzt dem Publikum zugänglich gemacht worden. Die Leiche ruht in einem Earg aus rotem Holz, der auf einem mit einer Decke aus scharlachrotem Samt umhüllten Katajalt steht. Obwohl der Sara hermetisch geschlossen ist, fönnen die Besucher durch den Glasdeckel den Körper des Diktators betrachten. Das Gesicht Lenins hat seinen natürlichen Ausdruck bewahrt, und die Züge haben nicht die fleinste Umwandlung er litten. Er ist mit einem Anzug aus braunem Tuch bekleidet, der militärischen Schritt zeigt, auf der Brust sieht man den roten Sowjetstern. Professor Ewarty, der mit feinen Gehilfen die Einbalfamierung der Leiche besorgte, gab Zeitungsberichterstattern ausführliche Erklärungen über das von ihm angewandte Verfahren der Einbal amierung. Während es den alten Aegyptern nicht möglich war, die Einschrumpfung und die Veränderung der Gesichtszüge bei ihrer Mumifizierungsmethode zu vermeiden, haben die russischen Präparatoren ein System gefunden, das nicht nur den Körper, sondern auch das Geficht des Verstorbenen in normalem Zustand erhält, vorausgesetzt, daß der Luft der Zutritt versagt bleibt, und daß der Earg mit der Leiche in einem Raum mit gleichmäßiger Temperatur aufgestellt ist.( Für die fünftige Heiligenverehrung, die nicht mehr auf die Kirchen beschränkt au sein braucht, eröffnen fich großartige Perspektiven.). Jedem Türken nur eine. Frau. Der Parlamentsausschuß der türkischen Nationalversammlung, der mit der Aufstellung eines neuen türkischen Familienrechts betraut ist, hat jetzt das Prinzip der Einehe endgültig angenommen. Bisher durfte jeder Türke vier Frauen haben. Die Abschaffung der Vielweiberei wurde im Parlament bereits früher erörtert und ist nun von der maßgebenden Körperschaft anerkannt. Nur in bestimmten Fällen, z. B. bei Unfruchtbarkeit, darf der Mann eine zweite Frau nehmen, aber erst nachdem ihm dazu die formelle Erlaubnis vom Gericht er= teilt ist. Finnland gegen den Boykott der deutschen Wissenschaft. Der Kanzler der Helsingforser Universität Prof. Donner hat der Union Geographique Internationale in Brüffel mitteilen lassen, daß Finnland diefer Union nicht beitreten fönne, so lange Deutschland vom Beitritt ausgeschlossen ist. Ferner hat Prof. Donner eine an die Gelehrten Finnlands ergangene Einladung der fanadischen Univerfität Toronto zu einem Mathematikerfongreß abgelehnt, wer die deutschen Universitäten( wie in der Einladung seitens der Kanadier besonders bemerkt war) einstweilen leider nicht eingeladen werden Fönnten". In einer Absage wies Prof. Donner darauf hin, daß die Firmländer an derartigen Kongressen erst teilnehmen könnten, wenn auch die deutsche Wissenschaft wieder zur Teilnahme aufge= fordert werde. In der Volfsbühne gastiert am Montag Frau Grete Sedlit aus Bien in der Operette„ Geisha" als Mimosa. Das Theater in der Kommandantenstraße" eröffnet unter der Direktion von Martin 3i del seine neue Spielzeit am Sonnabend, den 30. August, mit einer Neueinstudierung der Operette Mister Globetrotter". Wie der Dresdener Generalmufifdir effor bezahlt wird. Der Dresdener Generalmusitdirektor Busch erbält ein jährliches Gehalt von 55 000 Goldmart. Davon entfallen 20 000 M. auf Staatsmittel und 35 000 M. auf Nebenbezüge. Der Dresdener Generalmusikdirektor ist also, wie man im fächsischen Landtage feststellte, der am besten bezahlte Beamte in ganz Deutschland. Aus der vaterländischen Resolutionsfabrik. Die Vereinigten Vaterländischen Verbände Deutschlands teilen mit: Deshalb tönnen die vaterländisch gesinnten Kreise sogar in Uebereinstimmung mit mehreren deutschen Staats. regierungen den Tag der Aufrichtung dieser Verfassung nicht als Anlaß zu einem Freudenfeste, sondern vielmehr zur Trauer und zur Stärkung des Willens ansehen, das dem deutschen Bolke zugefügte schwere Unrecht baldigst wiedergutzumachen." Minister Severing hat neulich mit Recht darauf hingewiesen, daß man die Resolutionsfabrit der Geisler u. Co. nicht überschätzen solle. Wir bringen diesen Erguß nur deshalb, weil er die ganze hoffnungslose Verbohrtheit dieser reaktionären Kreise offenbart. Leute dieses geistigen" Horizonts wollen Deutschland befreien. Ein Glück, daß es ihnen nie gelingen wird, das Ziel ihrer Wünsche zu erreichen. Es wäre Deutschlands Untergang. Der kranke Ludendorff und seine kranke Rede. Der sogenannte Nationalverband deutscher Offiziere, in dem sich alles, was völtisch ist, vereinigt hat, hatte für gestern eine Rund gebung angekündigt, die zum Gedenken der Mobilmachung von 1914 Reden von Ludendorff und Tirpik vorgesehen hatte. Merkwürdigerweise haben beide Frontkämpfer" im letzten Augenblick abgesagt. Sie sind plöglich wie auf Kommando trant geworden. Beim Tirpik ist das ja nicht verwunderlich. Er wurde ja schon einmal„ trant", als er aus dem Amte schied und spazierte dann froh Unter den Linden umher. Aber der Ludendorff? är hält doch sonst in allen Bierdörfern seine völkischen Reden. Warum muß ihn die Krankheit ausgerechnet befallen, wenn er den Marsch nach Berlin" antreten fann? Borsichtigerweise hatte er jedoch vom Krantenbette den Text seiner Rede aufschreiben und nach Berlin schicken laffen. Irgend ein ehemaliger Oberst hatte sie mit Andacht und Betonung vorgelesen. Die Hörer waren entzückt. Eine Berliner Korrespondenz perbreitet sie im Wortlaut. Wir haben sie durchgelesen und sind, trotz allem, was wir schon gewohnt waren, erschrocken über die Plattheit, die da von ehemaligen deutschen Offizieren bejubelt wurde. Ein Kriegervereinsvorsitzender von Xhausen aus der Zeit von anno dazumal hat geistreider gesprochen als dieser Heros der Nationalseine Rede nicht gesund sein.. sozialisten. Auerdings, da der Herr General frant ist, fonnte auch daß die Millioner Deutscher, die in ihren Reihen vereinigt find, " Die V. V. V. stellen aus Anlaß des Verfassungstages fest, teine Veranlassung fühlen, den Tag der neuen Reichsverfassung zu feiern. Die Preußische Regierung hat anläßlich dieses Tages die gegenwärtige Verfassung als die gesicherte Grundlage Der englisch- russische Vertrag unterzeichnet. einer helleren Zukunft" hingestellt. Diese hellere 3ukunft" ist durch die jeden wahrhaft Deutschen schmerzlich treffende Tatsache gekennzeichnet, daß zur felben Stunde, in der von deutschen Behörden bie republikanische Verfassung gefeiert wird, in der Londoner Konferenz dem deutschen Bolle der lebte Rest wirtschaftlicher und staatlicher Freiheit genommen werden soll. Brutalste Ausbeutung und Beritlavung drohen das Ghid al des deutschen Boltes bis in fernste 3ukunft zu werden, nachdem es um wertvolles deutsches Land mit Millionen deutscher Brüder und um seine sämtlichen Ersparnisse gebracht worden ist. London, 8. Auguft.( Eigener Drahtbericht). Am Freitag ist in London der englisch- russische Vertrag unterzeichnet worden. Für England unterzeichneten Macdonald und Ponsonby. Die Unterzeichnung bedeutet, wie Macdonald der parlamentarischen Opposition gesagt hat, noch nicht die Ratifilation... Der Berirag tritt nicht in Kraft, bevor das Parlament die Ratifilation be fchloffen hat. Das Unterhaus wird unmittelbar nach den Parlas mentsferien über die Ratifilation zu beschließen haben. Ob dafür eine Mehrheit zu finden ist, muß bezweifelt werden. Der deutsche Standpunkt in London. Eine offiziöse Darstellung. H darzugeben. Ein Verbleiben der französischen und belgischen Eisenbahner kann von deutscher Seite nicht zugestanden merden. Diese Frage steht im Zusammenhange mit der Frage der miiitärischen Räumung des Ruhrgebietes. Es ist anzunehmen, daß in dieser Frage zunächst Beratungen zwischen Frankreich, Belgien und Deutschland stattfinden werden, und daß, wenn zwischen dem französischen und dem deutschen Standpunkt eine Verständigung erfolgt, die Angelegenheit in Form eines Protokolls vor die Konferenz fommt. WIB. meldet aus London offenbar deutsch offiziös: Beträchtlich schwieriger als im Zweiten Ausschuß erscheinnen die Verhandlungen im Dritten Ausschuß, da von französischer Seite die Neigung besteht, bezüglich der Sachlieferungen Dinge durchzusetzen, die Deutschland schwerlich zugestehen kann. Nach dem Versailler Bertrag enden die Farbstofflieferungen im Jahre 1925, die Kohlenlieferungen im Jahre 1930. hinsichtlich der Kohle handelt es sich um die grundsägliche Frage, ob man über einen geschlossenen Vertrag in einzelnen Punkten hinausgehen soll. Französischerseits zeigte sich das Bestreben, chemische Der deutsche Standpunkt in der Frage der militärischen RäuProdukte, die natürlich kein Handelsprodukt sind, unter den Begriff mung des Ruhrgebietes muß als außerordentlich stark angesehen Ser Naturallieferungen zu stellen. Eine Erfüllung dieser Forderung werden. Es ist daher kaum verwunderlich, wenn das Recht Deutschwürde eine Fortdauer des bisherigen Druces auf die lands, diese Räumung zu fordern, von feiner Seite irgendwie in deutsche chemische Industrie und eine weitere Berhinderung ihrer Zweifel gezogen worden ist. Wenn die ganze Welt es als ſelbſtUnabhängigkeit auf dem internationalen Markte bedeuten. In der verständlich betrachtet, daß deutscherseits diese Frage vorgebracht Frage der Sachlieferungen kann von deutscher Seite den französischen wird, handelt es sich jetzt nur noch um die Frage der ModaForderungen auf Holz und chemische Produkte nicht nachgege- litäten. Jede Verbindung dieser Räumung mit irgendben werden. Diese Frage wird, wie zu erwarten ist, vom Rat der welchen finanziellen Leistungen Deutschlands in Form von fommerBierzehn behandelt werden, weil es sich um eine prinzipielle Frage handelt. Sodann heißt es im WTB.- Bericht weiter: Bollfonferenz. Es besteht der Eindruck, daß das bisherige Ergebnis Ueber die politischen Fragen entscheidet letzten Endes die der Verhandlungen Deutschland feinerlei Grund gibt enttäuscht zu zu sein, da auf alliierter Seite mit bemerkenswerter Sachlichkeit auf die deutschen Argumente anscheinend eingegangen worden ist. Dies trifft evensowohl für die Sanktionsfrage wie die Frage der Definition der Verfchlungen, wie ausschliechlich auch für die Amnestie zu, in der durch Ausmerzung des unerträ tichen Gazes, daß nur amnestiert werden solle, soweit die Sicher heit der Befagungstruppen nicht gefährdet werde, nun sichergestellt ift, daß auch der letzte Deutsche amnestiert werde. = Bezüglich der Hochperratsdelikte können von deut cher Seite feine 3ugeständnisse gemacht werden, wenn nicht die deutsche Justizhoheit im besetzten Gebiet wieder her gestellt wird. In diesem Falle fann von deutscher Seite gesagt werden, daß alles, was zwischen dem 11. Januar 1923 und 16. August 1924 geschah, ausgestrichen wird, daß aber nach dieser Zeit jeder dem deutschen Gesetz verfällt und nicht von den Besatzungsbehörden geschützt werden darf, der gegen das deutsche Gesez verstößt. Auch in der Frage der Anleihe scheint dem deutschen Standpunkt, daß Deutschland für ein etwaiges Nichtzustandekommen der Anleihe nicht verantwortlich gemacht werden könne, da die Anleihe ohne Unterstüßung taum zustandekommen fönne, Rechnung getragen worden zu sein. Wie anzunehmen ist, steht die Konferenz dauernd mit den Bantengruppen in Verbindung. Es ist klar, daß die Frage der Mitwirkung der Banken von größter Bedeutung für das Ergebnis der Konferenz sein muß. Auf Seiten Deutschlands besteht natürlich ein beträchtliches Interesse an der Sicherheit des Zustande fommens der Anleihe angesichts der vom Dawes- Bericht vorgesehecen, die Reichsbank, die Reichsbahnen usw. betreffenden Reformen. Unter den formell zum Programm der Konferenz gehörigen Fragen stehen demnach noch die Frage der Zurücklassung der französischen und belgischen Eisenbahner sowie die Transferfrage aus. Es ist faum möglich, den augenblicklichen Stand dieser Fragen ziellen oder wirtschaftlichen Konzeffionen muß als unmöglich bezeichnet werden. In der Räumungsfrage darf es sich feinesfalls um eine Frist von zwei oder einem Jahre handeln, sondern nur um eine nad Monaten bestimmte absehbare Zeit. Es fann ferner fein Duisburgs und Ruhrorts selbstverständlich ist, und daß alle Sant Zweifel darüber bestehen, daß die Räumung Düsseldorfs, tionsgebiete einheitlich geräumt werden müssen. Andererseits besteht die Möglichkeit, daß handelspolitische Fragen und die Frage der Sicherheit in die Debatte geworfen werden. Bei den handelspolitischen Fragen fönnte es sich allerdings nicht um dauernde Verträge, sondern höchstens um einen modus vivendi während einer Uebergangszeit handeln. Hinsichtlich der Frage des Sicherheitspattes muß daran erinnert werden, daß, soweit völkerrechtliche Verträge in Betracht kommen, die deutsche Regierung unter dem Reichskanzler Cuno bereits derartige Ber träge anregte, die von Stresemann, als er Reichskanzler war, wieder aufgenommen, von Poincaré jedoch abgelehnt wurden. Sollte von französischer Seite dieser Gedanke wieder aufgegriffen und ein Vera trag befürwortet werden, der sowohl Deutschland wie Frankreich Schutz gewährt, so kann von deutscher Seite hiergegen schwerlich ein Einwand erhoben werden. Hier allein, nicht jedoch in der Richtung der Zahlung von Obligationen, scheinen Möglichkeiten zu liegen. Es ist zu hoffen, daß auch über diese Frage eine Berständigung zu stande kommt, vorausgesezt, daß ein Wille hierzu vorhanden ist. Ein deutscher Verhandlungserfolg. London, 8. Auguft.( WTB.) Der Rat der Bierzehn befaßte sich heute nachmittag mit einem neuen Entwurf des ersten Teils des Berichtes des Zweiten Ausschusses, in dem es ursprünglich hieß, daß die Verantwortlichkeit für den Anleihekontrakt allein auf Deutschland ruhen müsse. Die deutschen Vertreter haben darauf hingewiesen, daß es nicht billig sein würde, ihnen die gesamte Berantwortlichkeit aufzuerlegen, und die Allierten stimmten zu, den Bericht des Zweiten Ausschusses in diesem Sinne neu zu entwerfen. Es fand auch eine Erörterung über die Frage des Schiedsspruches bezüglich der Arbeit des Transfer- Ausschusses im Bericht des Dritten Ausschusses statt. 12 Verfassungstag ist Voltstag Nominal- und Reallöhne im Bergbau. Notwendige Korrektur der amtlichen Ziffern. Aus Bergarbeitertreisen mird uns geschrieben: In Wirtschaft und Statistit", herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Heft 14 Seite 441, werden die durchschnittlichen Schicht Lohne der Bergarbeiter im Steinkohlenbergbau im Juni 1924 Deröffentlicht, und zwar in folgender Zusammenstellung: gegeben werden. Die Angaben über das Verhältnis des jezigen zum Vorfriegsschichtlohn find infolgedessen zu hoch. Nach amtlichen Angaben gestalteten sich die Durchschnittslöhne je Arbeiter und Schicht im Jahre 1913 wie folgt: Oberschlesien. Niederschlesien Ruhrgebiet Hauer und Sonstige Unters Erwachsene Schlepper tagsarbeiter Uebertagsarbeiter Rentenmark u. a. die des Betriebsobmanns, abhängig macht. Die Firma verfucht neue Arbeitskräfte einzustellen. Der Betrieb ist für organisierte Arbeiter gesperrt. Kollegen und Kolleginnen, ob organisiert oder nicht, übt Solidarität und werdet nicht zum Streitbrecher! Gewerkschaften und Sachverständigen- Gutachten. Forderung eines Kontrollrechts. 4,85 3,50 3,19 Bergbaugebiete Hauer und Schlepper Sonst. Unter tagsarbeiter¹) Uebertages arbeiter²) 3,84 3,41 3,09 6,47 4,54 4,34 Aachener Bezirk 5,62 Sachsen. 4,57 Best- Oberschlesien Niederschlesien Ruhrgebiet Aachener Bezirk 5,90 6,20 Sachsen. 4,50 4,70 Ieb. verh.³) led. verh.3) Ieb. berh.) Renten mart 4,68 4,98 8,56 3,86 3,76 4,06 Im Verhältnis zu diesen Vorkriegslöhnen stellten sich europäischen Industrieländern auslösen werde. 3,63 8,90 3,36 3,63 3,58 3,80 die Reallöhne im Juni 1924 wie folgt: 6,48 6,96 5,06 5,54 5,02 5,50 Hauer und Sonstige Unter 4,66 4,96 4,53 4,83 Schlepper tagsarbeiter 4,33 4,53 4,17 4,37 In Prozenten 4,33 4,07 4,47 3,87 Nominaldurchschnitt Oberschlesien. 82,5 111,4 ( gewogen) 4) 6,11 6,55 4,78 5,21 % d. Vorkriegsschichtl. 97,4 104,5 107,7 117,8 5,76 4,21 4,58 91,9 94,8 4,74 5,17 124,9 114,5 4,17 4,55 103,2 100,7 Niederschlesien 82,3 85,9 Ruhrgebiet 87,2 98,2 Erwachsene Uebertagsarbeiter 101,3 99,4 101,8 Aachener Bezirk 90,0 98,1 96,3 109,9 Sachsen. 84,2 88,0 92,2 Realdurchschn.( getv.) 5,38 % d.Vorkriegsschichtl. 85,8 1) Einschl. Reparaturhauer. 2) Einschl. der Handwerker, ausschließt. ber Weiblichen und Jugendlichen. 3) Einschl. der sozialen Bulagen für den Sausstand und 2 Rinder unter 14 Jahren, ausschließl. der Deputat. tohle. 4) Mit der Zahl der durchschnittlich angelegten Bergarbeiter. Nach dem gewogenen Nominal- und Realdurchschnitt einschl. Soziallohn für Frau und zwei Kinder werden die Wochenlöhne für gelernte und ungelernte Arbeiter ermittelt, welche betragen: für gelernte Arbeiter nominal 39,30 M., real 34,56 m., für un gelernte Arbeiter nominal 31,02 m., real 27,30 m. So wird rechnerisch erreicht, daß die Bergarbeiter mit ihren Löhnen an der Spize aller Berufe stehen. Gegen diese Berechnungsmethode haben wir uns fchon widerholt gewandt, weil sie ungenau ist und die Bergarbeiterlöhne zu günstig erscheinen läßt. Es handelt sich nicht, wie angegeben, um Schichtlöhne, sondern größten teils um Gedingelöhne, die mit den Schichtlöhnen der anderen Berufe in Vergleich gesezt werden und ein falsches Bild ergeben. Der Hauerschichtlohn ausschließlich Soziallohn beträgt 3. B. im Ruhrgebiet nicht wie angegeben 6,48 m., sondern nur 5,60 m. Nominal- und Realdurchschnitt find nicht nach der Schichtenzahl, sondern nach der Arbeiterzahl er mittelt und daher falsch. Auch der Soziallohn ist zu hoch eingesetzt, weil auf jeden Arbeiter durchschnittlich nicht brei, sondern nur 1,8 Bezugsberechtigte entfallen. Der Realburchschnitt ist nach einem Lebenshaltungsinder von 113 Proz. statt von mindestens 120 Broz des Borkriegsstandes berechnet. Die höhere Besteuerung ist ebenfalls nicht berüd. sichtigt, so daß die vorstehenden Lohmangaben in jeder Beziehung falsch und irreführend sind. Nach dem angegebenen Durchschnitt der Bezugsberechtigten beträgt der Soziallohn je Arbeiter und Schicht in Oberschlesien 0,12 m., in Niederschlesien 0,16 M., im Ruhrgebiet 0,29 m., im Aachener Bezirt 0,18 m., in Sachsen 0,12 M. Wenn wir diese Beträge den vorstehend angegebenen Löhnen der ledigen Bergarbeiter zurechnen, und davon ausgehend den Reallohn nach einem Lebenshaltungsinder von 120 Proz. des Borkriegsstandes ermitteln, dann ergibt sich folgende Uebersicht: nominal real nominal real nominal real 4,80 4,00 4,68 3,90 3,88 8,28 3,79 3,16 3,52 2,93 3,69 3,07 6,77 5,64 5,35 4,46 5,31 4,42 5,06 4,84 4,03 4,71 3,92 8,85 4,45 3,71 4,29 3,57 Oberschlesien Niederschlesien 4 0 Ruhrgebiet 9 Aachener Bezirk Sachsen. 6,08 4,62 Nach der Reichsinderziffer gestalteten fich die LebenshaltungsLoften im Verhältnis zu 1913/14 100 wie folgt: Ernährung Bekleidung Heizung und Beleuchtung Wohnung Lebenshaltung 28. Mai 1924 122 158 146 55 113 4. Juni 1924 122 157 147 57 118 11. Juni 1924 121 157 146 57 118 18. Juni 1924 121 155 146 57 112 25. Juni 1924 119 152 146 57 0 111 2. Juli 1924 127 149. 145 67 B 117 131 146 145 68 144 143 68 18 119 115 er Nur die Reallöhne der sonstigen Untertagsarbeiter und der erwachsenen Uebertagsarbeiter in Oberschlesien, sowie der wachsenen Uebertagsarbeiter im Ruhrgebiet stehen etwas über dem Borfriegsstand. Alle übrigen Löhne stehen aber teilweise sehr erheblich darunter, so daß auch in dieser Beziehung die Angaben des Statistischen Reichsamts nicht zutreffen. Dabei sind die sehr viel höheren Steuern noch außer Betracht geblieben, sonst wäre das Mißverhältnis noch größer. Aber auch die etwas über dem Vorfriegsstand liegenden Löhne erscheinen weniger günstig, wenn man berücksichtigt, daß sie einst besonders niedrig standen. Hier liegt also lediglich ein gewiffer Ausgleich vor, der aber das Gesamt bild nicht in dem Maße verbessert, wie es in den Verhältniszahlen des Statistischen Reichsamts in Erscheinung tritt. mit der notwendigen und möglichen Sorgfalt ermittelt. Gedinge Die Zahlen des Statistischen Reichsamts sind nach alledem nicht löhne und Schichtlöhne werden vermischt und als Schichtlöhne angesprochen, Nominal- und Reallohn nicht nach der Schichtenzahl, sondern nach der Arbeiterzahl ermittelt. Der Soziallohn wird zu hoch eingefeht, die höhere Besteuerung überhaupt nicht berücksichtigt. Für Wohnungsmiete werden fittive Zahlen eingefeht, wodurch der Lebenshaltungsinder schäzungsweise um mindestens 7 Proz. zu niedrig erscheint Nach diesem zu niedrigen Lebenshaltungsindex werden dann die Reallöhne berechnet, die nun natürlich zu hoch erscheinen Für diesen statistischen Unfug, der vom Statistifchen Reichsamt auf Kosten der Arbeiter geübt wird, müssen wir uns entschieden bedanken Auf diesem Gebiete wird schon von den Unternehmerorganen so viel geleistet, daß wir dazu feine Reichsbehörde brauchen. I. I. Kein Steuerabzug von Heimarbeiterzuschlägen. Bom Deutschen Bekleidungsarbeiter- Berband, Sebastianstr.87/ 88 werden wir um Veröffentlichung folgender Notiz gebeten: Vom Landesfinanzamt Groß- Berlin, Abteilung für Befiz- und Verkehrssteuern, Tageb.- Nr. 1. E. 20 547/1924, haben wir auf unser Schreiben vom 16. Juli unterm 23. Juli folgende Antwort erhalten: Ich bin damit einverstanden, daß der Heimarbeiterzuschlag von vornherein bei der Berechnung des einzubehaltenden Steuerbetrages außer Anfah bleibt, wenn dieser nur in einer solchen Höhe vergütet wird, daß die Vergütung unzweifelhaft nur zur Dedung barer Auslagen ausreichen fann." Somit find die Heimarbeiterzuschläge von einem Steuerabzug befreit. Wir bitten, dieses ganz besonders zu beachten. Streit bei der Schuhfabrik Weinberger. Die gesamte Belegschaft der Schuhfabrit Weinberger, Berlin, Brunnenstr. 25, steht im Abwehrkampf gegen Lohnabbau und Maßregelung. Die Firma versuchte schon vor einigen Wochen, die Löhne zu fürzen und ihr unliebsame Arbeiter zu entfernen. Der Versuch scheiterte an dem einmütigen Widerstand der Arbeiter. Die Firma fündigte Repreffalien an, die sie jekt in die Pragis umsetzte. Um für ihr Vorgehen einen Grund 9. Juli 1924 zu finden, zahlte die Firma am 1. August den fälligen Lohn 16. Juli 1924 125 nur zur Hälfte aus und versprach die Zahlung des Restes zum 4. bzw. 5. Auguft. Als am 6. August die Belegschaft immer Die Wohnungsmiete ist mit 55 bis 68 Proz. des Bor- noch nicht im Besize des Restlohnes war und die Firma auf Vorfriegsstandes zu niedrig berechnet. Genaus Zahlen lassen sich da halten des Betriebsrates erklärte, sie wisse noch nicht, wann kaum ermitteln, da die meisten Mieter nicht wissen, welche Miete sie sie den Rest zahlen könne, übten die Arbeiter paffive zu zahlen haben. Jedenfalls kommen wir mit einem Lebenshaltungs- Resistenz. Die Firma fonnte dann sofort Geld be inder von 120 Broz. nach den vorstehenden Zahlen der Wahrheit schaffen, zahlte am gleichen Tage die Restlöhne aus und entnäher, wie das Statistische Reichsamt mit 113 Prog. Somit find tie B sämtliche Arbeiter. Verhandlungen des Organi nicht nur die Nominal, sondern auch die Reallöhne erfationsvertreters waren ergebnislos, da die Firma die Wiederaufheblich niedriger, wie sie vom Statistischen Reichsamt an- nahme der Arbeit von einem Lohnabbau und Maßregelungen, • Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Th..Admiralspalast Opernhaus 81/4 U.: Der Erfolg d. Jahres 12 Monate am Königsplatz enunterbr. auf dem Spielplan Täglich 72 Uhr: ist die große Revue Marietta Volksbühne Tägl. 8 Uhr: Geisha Große Volksopere im Theater I des Westens Metropol 18 Uhr: Fra Diavolo Varieté 8% ( Sommerpreise) Rennen zu Strausberg Drunter und drüber Sonnabend, 9. Aug., nachm. 3 U. Fahrplan der Sonderzüge: Deutsch. Theater Alb/ Nachtlichter Charlottbg.ab Sommerspielzeit Direktion: Staab und Gernar Tägl. 8 Uhr: Intimes Th. 8 U. Gastsp. Künstlersp. Zoo Friedr.- Str, " " " Befehl 1.00 1.10 1.06 1.16 1.21 1.32 1.27 1,39 Nur 12 20 Behrenstr. 54 Willy Bolesko SEALTIEL u.d.gr. AUGUST- Prog. [ Theat. a.Kottbus.Tor Tägl. 8 Uhr EliteSänger Das herrl. August- Progr. u. a. Kegelklub Dickköppe Ortstranfenfaffe für das Maurergewerbe zu Berlin. Die 24. Sagungsänderung ist vom Ober versicherungsaint genehmigt worden und Sonnt. tritt am 13 August 1924 in Kraft. Ge 12.15 ändert sind die§§ 2, 13, 32, 33 b Jund 47, der bestimmt, daß die Kaffenbeiträge auf 12.34 51% Hundertstel des Grundlohns( wirt 12.39 licher Arbeitsverdienst) bemeffen werden. Druckitlicke der Abänderung sind vom Der Vorstand. Emil Thöns, R. Freund, Borsitzender Schriftführer. MaxAdalbert u.Max Landa Metropol- Th. Alex- Pl Schles.Bhf, 1.19 1.33 1.46 2.16 12.45 99 in Clubleute Kammerspiele 8U.:D.Weltschlager Strausberg an 204 216 2.28 3.01 1.30 13. August 1924 an im Raffenlofal erhältlich. Mascottchen Rose- Theater Sommerspielzeit Tribüne 8 Uhr: Direktion: Staab und Gerner Tägl. 8 Uhr: Die Büchse der Pandora Biederleute mit Jakob Tiedtke 8 U. Trianon- Theat SCALA Kinder der Freude 8 Uhr: Internat. Varieté 8 Uhr: Johannisfeuer Gartenbühne 7/2: Mädi WINTO BRIEN Ferdinand Bonn Winstons tauchenda Marietta Olly, Schindler Rosé, Schröder- Schrom Gutschein Sonntag 3.30 zu bis Sonnt., 10.August halben Preis, das volle Programm! 1-4 Personen Seelöwen u. tauch. Nymphen sowie der August- Spielplan! Rauchen gestattet! 50% Ermäßigung Reichshallen-Theater Wieder täglich: Residenz- Th. Casino- Theater Stettiner u.Ltg: Alfr.Belerle Tägl. 8 Uhr: Hinkemann Gutschein Täglich 8 Uhr: Das erstkl. bunte Progr. Sänger Zum Schluss: Anfang 8Uhr Der Eröffn.- Schlag. Dönhoff- Brettl Muß Liebe schön sein!( Reichshallen- Saal und Garten) Komödie in 4 Aufz. Gr. Spezial.- Progr 50% Ermäßigung Volkstüml, Preise Anf, 7%, Sonnt.5/ U. bis 10. August 1-4 Personen Quittungs- Marken Selt 40 Jahren Spezialität Metallbetten Conrad Müller, Schkeuditz- Leipzig. Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. LUNAPARK ● Sorgen breiten sich nicht aus/ Fährst Du zum Lunapark hinaus Sonnabend, Sonntag, Montag: Riesen- Tombola 1 Los nur 1 Mark 12500 Gewinne Jedes 4. Los gewinnt Hauptgewinne: 1 Reitpferd, I Automobil, Motorräder, Gemälde, Bronzen, Grammophone, wertvolle Porzellane, Lederwaren, Kunstgegenstände etc. etc. Heute von 4-11 Uhr: Voller Betrieb Militärkonzert, Feuerwerk/ Eisball. Charlotte Eintritt 75 Pfennig Vergnügangspark ULAP amLehrter Bahnhof Heute, Sonnabend Eröffnung des RiesenFrei- Varieté mit seinen Schlagern auf der größten u. a. Frei- Varietébühne Deutschlands Taft der große Illusionist 3 Merkels Damen- Luftakt 2 Borellys Kom. Balanceakt d'Piccad Pantom.Komp. Die Einbrecher von New York u. a. m. 4 Voller Betrieb Konzert u. sämtliche Attraktionen Eintritt 60 Pfg. einschl. Besuch d. Kunstausstellung Beginn 4 Uhr Sonntags 3 Uhr Jede Woche nenes Programm! In den britischen Gewerkschaften ist in der jüngsten Zeit wieder. holt die Befürchtung geäußert worden, daß die Durchführung des Dames- Gutachtens eine außerordentliche Steigerung des deutschen Exports herbeiführen und dadurch schwere Wirtschaftskrisen in den Die englischen Arbeiter wissen ganz genau, daß das Sachverständigengutachten einen gangbareren Weg zur Lösung des Reparationsproblems darstellt als die bisherigen Gewaltmethoden. Allein zur Abwehr wirtschaftlich und sozial bedenklicher Entwicklungen fordern die britischen Gewerkschaften für die Gewertschaftsinternationale ein Rontrollrecht hinsichtlich der Durchführung des Sachverständigengutachtens. Schon in der allenächsten Zeit wollen die britischen Gewerkschaften die nötigen Schritte zur Schaffung eines solchen Kontrollrechtes tun. Bereits auf der Tagung der beiden Internationalen in Amsterdam hat der Vorsitzende der Trade Unions, Purcell, auf die ernsten wirtschaftlichen und die damit verbundenen sozialen Folgen aus der Durchführung des Gutachtens hingewiesen. Er hat jedoch bei der Abstimmung sich der Auffassung der Mehrheit angeschlossen, daß zurzeit bein anderer Ausweg aus der Krise bestehe als die Durchführung des Gutachtens. Wie wir dazu von gewerkschaftlicher Seite hören, liegt die britische Anregung zur Schaffung emmes Kontrollrechtes der Gewertschaftsinternationale ganz in der Linie der von den deut schen Gewerkschaften seit Jahren vertretenen Reparationspolitif. Die aus dem Dawes- Gutachten entspringenden einfchebenden wirtschaftlichen Maßnahmen berühren aufs stärkste die Intereffen der Arbeiterschaft nicht nur in Deutschland, sondern trolle durch die Gewerkschaftsinternationale zur Sicherung bes auch in den anderen Industrieländern, und deshalb wäre eine RonLebensstandards und der sozialen Errungenschaften der Arbeiter unbedingt notwendig. Fortdauernde Betriebseinschränkungen im Bergbau. Im Juli hat sich die Lage der Siegerländer und Lahn- DillGruben nicht gebeffert. Die Betriebseinschränkungen haben sich fogar vermehrt, so daß vom 1. August ab nur noch 30 Pro3. der Bergarbeiter beschäftigt werden können. Die Lage der Gruben wird sich nach Angabe der Unternehmer nicht eher beffern, bis nicht die Fracht- und Brennstoffrage eine befriedigende Lösung gefunden hat. Die Zahl der Arbeitnehmer in der Schweiz. Das Statistische Amt der Schweizer Bundesregierung veröffentlicht foeben eine Uebersicht der Arbeiterzahl im Jahre 1923. Die Statistit gründet sich auf Erhebungen in 7632 Fabriken. HierDon waren 309 wegen Arbeitslosigkeit gefchloffen gegen 50 im Jahre 1911. Die Zahl der Arbeiter und Arbeiterinnen in diesen Betrieben stellt sich wie folgt dar: Total 1923 1911 .837 403 328 841 Männer 208 402 211 077 Frauen 129 001 117 769 Zahl des Bureauperfonals: 34 388. 40-45 Proz. der Gesamtzahl an Arbeitern war in Fabriken beschäftigt, 28 Broz. in der Landwirtschaft. 15 861 Jugendliche, darunter 9000 Mädchen im Alter von 14-17 Jahren werden in den Fabrißen beschäftigt. Die Zahl der ausländischen Arbeiter fiel von 73 000 im Jahre 1911 auf 40 000 im Jahre 1923. Die Holzindustrie beschäftigt 18 975 Arbeiter, Die Metallindustrie einschließlich Uhrmacherei 58 649 Perfonen, die Textilindustrie 36 000, Gas- und Elektrizitätswerke( 294 Unternehmungen) 4149 Arbeiter. Es ist mithin ein Rüdgang der Zahl der beschäftigten Arbeiter um 8562 und eine Zunahme der Zahl der Arbei. terinnen um 11 232 zu verzeichnen. abend in den Berkehrslotalen wichtige Nachricht. Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht. Bangewerksbund, Fachgruppe der Töpfer. Die Kollegen erhalten am SonnDie Fachgruppenleitung. Deutscher Baugewerkschaftsbund, Baugewerkschaft Berlin, Am Sonntag, den 10. Auguft, vormittags 9 Uhr, findet im Gaal 3 des Gewerkschaftshauses eine Mitgliederversammlung aller im Feuerungs- und Schornsteinbaugewerbe beschäftigten Kollegen statt. 1. Bericht von der Reichskonferenz. 2. Gettionsangelegenheiten. Es ist unbedingt Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. Mitgliedsbuch ist am Gaaleingang vorzuzeigen. Ohne MitDie Fachgruppenleitung. Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Eglorn; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Berlag: Borwärts- Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin GW. 68, Lindenstraße 3. sliebsbuch kein Zutritt. Sierzu 1 Beilage. Westfälisches Textilwerk Serford Erwin Seidel Elverdiffen Werk I Berlin W 56 Werk II Einzelverkauf der Erzeugnisse meiner Werke. B Mk. 開 記. Berufsanzug blau Berufsmantel weiss. Berufsschürze biau. Berufsschürze weiss Berufsjacke weiss 6,50 7,10 1,35 1,60 6,30 blau- weiss gestreift. 6,10 Indanthren Oberhemd garant. wasch-, licht-, koch- u. chlorecht 5,90 Trikot Hemd mit buntem Einsatz 2,20 Trikot Hemd roh ohne Einsatz.. 1,95 Trikot- Unterhosen 2,40 Handtücher. 0,65 Handtuchreste 0,30 u.0,40 Plumeaubezug 4,50 .. In großer Auswahl: Nessel, Hemdentuch, Halbleinen, Reinleinen, Laken, Da ich keinem Verband angehöre und alle Ware in eigenem Betriebe herstelle, bleiche, färbe, ausrüste und konfektioniere, bin ich in der Lage, der Bevölkerung Berlins eine Gelegenheit zu bieten, sich dauernd zu billigen Fabrikpreisen einzudecken. Ueber 700 Arbeiter stehen hinter mir und bürgt die Firma für die billigsten Hersteller- Preise. Werder Str. 3-4 schen Markt am Werder Heilage öes wanöerziele. Oranienburg— Kreuzbruch. Vom Stettiner Vorortbahnhof fahren wir nach Oranienburg. Einen Besuch dieses 5)avclstädtchens wollen wir uns heute schenke�, wir wandern sogleich durch die Stralsunder Straße und dann rechts unter der Bahn hfcdurch auf der Königs, alle« zur Stadt hinaus. Anfangs begleitet uns die Villenkolonie oon Oranienburg; alsdann fuhrt die Straße als Schmachtenhagener Chaussee zum Lehnitzsee, der rechts sichtbar wird. Auf hoher Brücke überschreiten wir den Großschiffahrtsweg Berlin— Stettin, der hier in den Lehnitzsee geführt ist. Eine Schleuse vermittelt den Uebergang. Die Chaussee ist weiterhin von mächtigen Eichen eingefaßt. Knorrige Burschen sind es, von sparrigem Wuchs, die wohl schon manches Jahrhundert vorüberrauschen hörten. Wir folgen der Chaussee bis zur Brücke über den Stintgraben: hinter der Brück« biegen wir links ab und wandern nun auf dem Ostufer dieses Fließes nach Norden. Anmutig schlängelt sich das Wäsferlein durch den Waldesgrund, be- gleitet von Loubgebüsch. Späterhin führt der Weg etwas abseits. Wir kommen zur Elisabethbrücke, auf der wir die Bäk«, ein Neben- slüßchen des Stintgradens, überschreiten,. Bald taucht vor uns der Grabowsee auf, und wir haben die gleichnamige Volksheilstätte erreicht. Am Zaun entlang kommen wir zur alten Straß« von Oranienburg nach Liebenwalde, die schwarz beschüttet ist: ihr folgen wir gen Nordost. Durch prächtigen Kiefernhochwald, dessen Boden ein dichter Teppich von Farn- und Beerenkraut bedeckt, wandern mir bis zu einem Kahlschlag, an der durch eine Tafel bezeichneten Grenze der Oberförsterei Liebenwalde, chier biegen wir halblinks ab und überschreiten den Großschiffahrtsweg auf einer eisernen Brücke. Jenseits erstreckt sich ein halbinselartigcr Vorsprung bis zur Havel. Der hier nur sehr schmal« Fluß schlängelt sich in zahlreichen Windungen durch das Wiesengelände: auf dem anderen User liegt Sonnabeno, 9. Mgust 1H24 ein Gehöft, die Schweizerhütte. Ein schönes Landschaflsbild tut sich vor uns auf, wenn wir den Rand des Vorsprungs erreicht haben. Wir wandern über die Brücke zurück und geradeaus weiter zur schwarz beschütteten Straß«, der wir nach links folgen. Bald haben wir die Siedlung Bernöwe erreicht. 25 Minuten iveitcr liegt das Haus Wittenberg..Hier wenden wir uns rechts ab durch schönen Mischwald mit besonders vielen starken Eichen und kommen in einer Stunde an die Berlin— Liebcnwalder Chaussee, der wir nach links bis 40 Schritte vor Kilometerstein 37 folgen. 16 Schritte links der Chaussee befindet sich ein kleiner E l s b e c r h o r st,«in stattlicher Stamm von 17 Metern Höhe und 1,33 Meter Umfang in Brusthöhe, der von mehreren dünnen Bäumchen, kleinen Sträuchern und Schößlingen umgeben ist. Die Elsbeere ist ein äußerst feiten vorkommender Baum des heimatlichen Waldes. Der Schaft ist hoch und schlank und trägt eine reich belaubte Krone. Die Blätter der Elsbeere sind langstielig, groß, breit-eiförmig, mit dreieckigen, all- mählich zugespitzten, ungleichgesägten Lappen versehen. Dies« Blatt- form ist so eigenartag, daß sie mit der keiner anderen einheimischen Pflanze verwechselt werden kann. Di« Frücht« sind etwa 1,5 Zenti- Meter lang und von grünlich brauner, zuletzt lederbrauner Farbe mit«ingesprengten hellen Fleckchen. In reifem Zustand sind sie teigig und können dann gegessen werden.' Die jetzige Seltenheit der Elsbeere ist darauf zurückzuführen, daß im forstwirtschaftlichen Wald immer nur diejenigen Baumarten angepflanzt werden, die rasch großen Nutzen bringen. Die Elsbeere wächst jedoch langsamer: so fand man, daß ein Stamm von 26 Meter Höhe und 1,94 Meier Umfang in 1 Meter Höhe über dem Boden 235 Jahresringe zählte, also ebenso viel Jahre alt nxir. Wir wandern auf der Chaussee weiter, am Forsthaus Bismarck vorüber, zum Bahnhof Krcuzbruch der Reinickendorf— Lie- benwalder Bahn. Bon hier aus treten wir die Rückfahrt über Reinickendorf-Roscnthal(umsteigen) nach Berlin, Stettincr Vorort- bahnhof, an.(Weglänge etwa 16 Kilometer.) Buf üer Kommandobrücke. Auf dem Potsdamer Platz wird augsnblickttch unter ziemlich großem Aufwand von Schupomannschasten und Schupo- offizieren der Versuch gemacht, den Verkehr neu zu regeln. Man sieht, halbbelustigt und halbbeängstigt, diesen Experimenten zu und wer ein wenig in der Welt herumgekommen ist, denkt bei sich: Ja, mein Gott, warum denn nur oll dieser Aufwand, sintemalen und dicweilen der Verkehr auf dem Potsdamer Platz weit weit hinter dem Verkehr in Straßenbrennpunkten der Weltstadt« London und Paris zurückbleibt. Na und wir wollen eben auch Welistadt werden und probierens mal so. Zunächst einmal, in der Mitte des Potsdamer Platzes ist«in Aussichtsturm mit Plattform errichtet, auf dem steht der Grüne mit der Tut« und tutet. Ab und wann gesellt sich zu ihm «in Schupoosfizier, der über den Platz blickt und ausschaut, wie ein Kapitän, der von der Kommandobrücke des Schiffes Wind, Wellen und Wolken prüft. Die Jnfelperrons sind mit Brettern umzäunt, und ebenso sind an der Ecke der Potsdamer Straße und der Belle- vuestraße von Baum zu Baum Bretter genagelt, die auf den ersten Blick wie Barrikaden anmuten. Durch diese Verschlage und Wer- hau« soll das Publikum zur Verkehrsregelung erzogen werden. Wehe nämlich dem Passanten, der, wie er es bisher gewohnt war und auch ohne jede Gefahr tun konnte, quer über den Platz gehen will. Man ruft, man schreit und wenn er auf alle diese Alarmic- rungen nicht hört, holt man ihn zurück. Je nach Veranlagung und Temperament des einzelnen Beamten. Der ein« Schupomann führt den Verirrten, der gar nicht weiß, wie ihm geschieht, an der Hand aus dem„Chaos" zurück,«in anderer wieder macht ihn mehr im Befehlston darauf aufmerksam, daß er sich auf falschem Wege be- findet. Während dieses Versuches der Verkehrsregelung darf näm- lich das Publikum den Platz entweder nur im Zuge der Leipziger refp. der Potsdamer Straße überschreiten, oder rund um den Platz herumgehen. Das ist ein wenig umständlich und trägt gewiß nicht gerade zur Vereinfachung des Verkehrs bei. Das Publikum muckt auf gegen die Bevormundung und nicht selten hat sich alles, Straßenbahnen, Wagen, Automobile und Fußgänger zu einem Knäuel verkrampft, der erst wieder mühsam von den Beamten aus- «inander gewickelt werden muß. Man steht und steht staunend auf die Experimente. In der Zu- Nr. Z72 ♦ 47. Jahrgang Sonntägliche Lehnin— öeelitz. Vom Potsdamer Hauptbahnhof fahren wir mit dem Fernzug über Groh-Kreuz(hier in die Kleinbahn umsteigen) nach Lehn in. Hier liegt eines der ältesten Klöster der Mark: es wurde um 1180 gegründet und mit Mönchen des Klosters Sittichen- bach bei Eisleben besetzt. In jener Zeit der Wiederbesiedlung des Wendenlandcs durch öle Deutschen muhte man bei der Anlage von Klöstern gleichzeilig darauf bedacht sein, Befestigungswerke zu schaffen. Di« Klöster sollten nicht nur Horte sein, von denen sich das Christentum ausbreitete, sondern sie sollton zugleich Stützpunkte des vordringenden Deutschtums bilden. Als Bauplatz wurde der sandig« Ausläufer einer Hügelkette ausersehen, die von Seen und sumpfigen Niederungen umgeben ist. Klostersee, Mühlentcich, Gohlitzse«, Mittelsee, sowie die Niederungen, in denen einst die verschwundenen Seen von Rädel und Schwina lagen, umkränzten Kloster und Ort Lehn:«. Heute ist der Ort wegen seiner schönen landschastiichen Lage zu einer beliebten Sommerfrische geworden. Früher war jedoch die Umgebung ein ziemlich wildes Gebiet. Dichter Wald bedeckte das Land, delebt von zahlreichem Wild, wohl auch Bären: in den fisch- reichen Seen fanden Scharen von Reihern ihre Nahrung.— Geheimnisvoll raunen die Sagen über die Gründungsgsfchichle des Klosters. Und auch der Abt Seebald soll noch„umgehen". Willi- bald Alexis erzählt von ihm: Zu den Bauern ging er umher, in die schlechteste Hütt«, um sie zu bekehren. Aber ihm war es mehr um die Frauen zu tun, als die Männer. Einst kam er in Nahmitz(nördlich von Lehnin) in eines Fischers Haus, und die junge Frau, die gerade buk, kriegte einen Schreck und wußte sich nicht anders zu verstecken, als sie kroch unter den Backtrog. Da, als er Zlbt sie nicht sah, setzte er sich aus den Trog und wollte warten, bis sie käme. Doch ihre kleine Tochter lief erschrocken auf das Feld und schrie:„Dater! Vater! der Abbat sitzt auf der Mutter." Da liesen sie alle vom Felde und schworen ihm den Tod. Als der Abt sie nun herankommen hörte, mit Mistgabeln und Sensen, lief er, was er laufen konnte, aus dem Hof in den Wald. Sie hinter ihm drein, und da er nicht weiter konnte, denn er war dick, kletterte er auf eine alte Rüster, wo sie ihn runterschütteln wollten. Aber da er sich fest hielt, sägten sie den Baum ab und schlugen ihn dann tot, was auch bie Mönche den Heiden Lösegeld boten. Von den alten Baulichkeiten des Klosters ist nur noch wenig erhallen: im Lause der Jahrhunderts wurde viel ausgebessert und umgebaut. Am bemer- kenswertesten ist das„Königshaus" aus dem 15. Jahrhundert, in dem ein kleines Museum untergebracht ist(siehe Abbildung). Der Klostergorten enthält prächtige alt« Linden von einer Höhe, wie man sie in der Mark Brandenburg kaum noch einmal findet. Von Lehnin .»andern wir gen Ost auf der alten Potsdamer Landstraße durch den Wald. Alte Eichen begleiten den Weg. Nach X Stunde biegen mir rechts ab zum Schampsee und Kolpins««, zwei«cht« märkische Waldseen. Wir wandern auf dem Westuser des Kolpinsees zu seiner Südwestecke. Hier sind größere Bestände der Weymouthskiefer oder Strobe, einer amerikanischen Verwandten unserer heimischen Kieser. Nach Südost kommen wir zum Luchgraben. Von der über ihn führenden Luchbrücke(die zweit« Brücke) wandern wir nach Resau. Vor etwa 36 Iahren machte dieser stille Ort viel von sich reden, hier ereignete sich der„Spuk von Resau". In dem einen Bauernhaus machten sich allerlei polternde Geräusche bemerkbar, so daß man an einen Spuk glaubt«: auch mancherlei Gegenstände wie Kartofsein, Kohlköpfe und Kohlrüben flogen den Bewohnern um den Kopf, wenn sie ahnungslos am Tisch saßen. Dem Bauern wurde sogar des Nachts wie von Geisterhand das Deckbett fortgezogen. Die guten Leute wußten sich nicht anders zu helfen als den Pfarrer zu holen, damit er den Spuk bannen solle. Aber auch vor dem Pfarrer hatte der Spukgeist kein« Achtung: während der Geisterbeschwörung flogen dem Pfarrer ebenfalls Kohl und Rüben um den Kopf. Schließlich wurde als„Spukgeist" ein junger Bursche entlarvt, der bei dem Bauern in Dienst war.— Wir verlassen den gruseligen Ort und wandern gen Südost und später gen Süd nach K l a i st o w, einem ausgesprochenen Runddorf am Rande des Kaniner Luchs. Das Luch liegt in der Senke, die die südwestliche Fortsetzung des Schwielowsees bildet, und die einst von der Havel durchflössen wurde. Von Klaistow wandern wir durch Kiefernwald zum Bahnhof B e e l i tz, von wo aus wir mit dem Vorortzug nach Berlin(Stadt- bahn) zurückkehren.(Wegläng« etwa 19 Kilometer.) ,-i Die Rebellion. Roman von Joseph Rokh. Herr Arnold stand schweigend, weil der Stimme beraubt. ISt beobachtete die rote, schwarz und braun gestreifte Schleife seines Gegners, die keck und wie ein Requisit der Lebensfreude über die beiden Kragenenden hinausragte. Es wurde sehr still, nachdem Luigi Bernotat mit erhobener Stimme seine Rede beendet hatte. Plötzlich begann Bernotat zu trillern. Er wollte offenbar seinen frechen Uebermut beweisen, indem er eine Lerche täuschend imitierte. Sein Pfeifen schwoll an und bald war es, als jubilierte ein ganzer Lerchenchor. Da schrie Herr Arnold:„Trillern Sie hier nicht, Sie frecher Lausbub!" Luigi Bernotat verneigte sich:„Das werden Sie be- weisen," sagte er leise und gar nicht konsequent und er tän- zelte, nachdem er sich noch einmal verneigt hatte, elegant �"°Herr Zlrnvld übersah, trotz seiner Aufregung, die ganz gefährlichen Folgen dieses Besuches nicht. Da hatte er was angerichtet! Fünfundvierzig Jahre eines anstandigen Lebens- wandels, eines tadellosen Ruses, eines glänzenden Geschäfts- ganges waren gefährdet. Und, ohne lange zu uberlegen, fuhr er zu seinem Rechtsanwalt. � m Freilich war dieser abwesend und beim Gericht. Ein Narr, wer es anders erwartet hätte! Wozu haben wir eigent- lich unsere Rechtsanwälte? Damit ste verschwinden, sobald wir ihren Rat gebrauchen. Unsere Hausärzte. Sie kommen erst, wenn wir gestorben sind und schreiben unsere Toten- scheine. Unsere Bureaumädchen? Sie bringen uns eines dummen Witzes wegen in die allergrößte Verlegenheit, unsere Frauen? Mit ihnen können wir überhaupt mcht sprechen, wenn unser Herz voll ist: unser Unglück loscht nur ihren ewigen Rachedurst. Unsere Kinder? Sie haben ihre eigenen Sorgen und wir Däter sind womöglich ihre Feinde. Und obwohl alle diese Berhältnisse seit Jahrhunderten wahr und gültig sein mochten, so war doch vieles von dem, was den besonderen Fall Bernotat, Lenz und Arnold betraf. -ine Schuld dieser Zeit: dieser entsetzlichen Gegenwart, deren Tendenzen dahin gingen, diverse Ordnungen zu zerstören. In welchem Zeitalter der Weltgeschichte wäre es sonst möglich gewesen, daß ein kleines Bureanmädchen ihren Verlobten zu wreni Brotgeber schickte? Daß dieser„Bräutigam"— Herr Arnold dachte diese Bezeichnung in Gänsefüßchen— zum Chef erneg auangesekzeneri Hauses käme und. Rechenschaft �ordKrte--� notabene einen Bräuttgam, der ein Zirkusmensch ist! In welcher anderen Zeit hätte diese Hefe der menschlichen Gesell- schaft noch so viel impertinenten Mut aufgebracht? Herr Arnold schickte das Auto weg und ging durch die Straßen. Er aß in einem Restaurant. Mochte seine Fa- milie auch ein bißchen aufgeregt sein. Hatte er vielleicht die Verpflichtung, seit Jahren pünktlich heimzukommen? Mochten sie zu Hause nur glauben, ihm fei ein Unfall zugestoßen. Im Gasthaus schien der Kellner eine so auffällige Er- scheinung, wie Herrn Arnold, nicht bemerken zu wollen. Arnold zerschlug mit einem schweren Messergriff ein Salzfaß und nahm mit der wortlosen Gekränktheit eines gewaltigen Tyrannen die demütige Entschuldigung des feierlichen Direk- tors entgegen. Dann trank er einen Mokka, um die Müdigkeit nieder- zuringen. Dennoch mußte er noch auf der Straße gegen den Schlaf ankämpfen, der mit der Zähigkeit einer langjährigen Gewohnheit auftrat. Herr Arnold ging durch fremde Straßen mit eiligen Schritten, als wollte er bald ein Ziel erreichen. Mit jedem Schritt merkte er, bitter und dem Weinen nahe, wie wenig er eigentlich bedeutete. Man geht so durch die Welt, durch sein eigenes Land, durch seine Heimat, für die man fünfund- vierzig Jahre geschuftet hat— und ist ein Niemand. Vor fremden Automobilen und Wagen muß man sich in acht nehmen. Die Lümmel von Polizisten sehen stolz aus uns herab. Gemeine Menschen aus den unteren Schichten'des Volkes, versoffen und zerlumpt, gehen uns nicht aus dem Wege. Geschäftsdicncr mit Gepäckstücken stoßen uns an. Sechzehnjährige Burschen bitten mit der Miene ernster Männer um Feuer für ihre Zigarette. Es fällt uns aber nicht ein, stehen zu bleiben und Rotzbuben Gefälligkeiten zu erweisen. Auf Schritt und Tritt erkennt man die zersetzenden Tendenzen dieser Zeit. Dieser gottverlassenen Gegenwart! Die Dämmerung senkte sich rasch über die Welt. Di- ersten Laternen erglommen. Ein hinkender Mann stellte sich Arnold in den Weg. Er trug auf Brust und Rücken ein ausreizendes Plakat.„Genossen!"— so begann es,„Die Not der Invaliden kennt keine Grenzen. Die Regierung ist ohnmächtig!" In diesem Ton ging es weiter. Das war ja auch eine schöne Bande! Bettler, Diebe und Einbrecher. Viele waren ja gar nicht echt. Simulierten Schmerzen. Gaben vor, Krüppel zu sein! Eine nette Gesellschaft. Die Regierung ließ das zu. Auf öffentlichen Plakaten schreiben sie: Genossen! Ein schreckliches Wort. Anarchistisch. Zer- setzend. Es riecht nach Bomben. Die russischen Juden er- Linden jolche.Bezeichnungen, Der Polizist stand in der. Nähe und griff nicht ein. Dafür zahlt man die horrenden Steuern! Schrecklich, so was! Da ist ja auch das Versammlungslokal! Hinein strömen sie! Aufallend wenig Krüppel. Drei oder vier Blinde mit Hunden. Aber sonst?— Tagediebe, Bettler, Gesindel. Es war spät. Man mußte heim. Am besten, man be- stieg eine Straßenbahn. Hätte der Herr Arnold, wozu er wohl in der Lage gewesen wäre, ein Auto genommen, um heimzukommen, er wäre der letzten Aufregung dieses furchtbaren Tages entronnen und sein Weg hätte. sich nicht unheilvoll mit jenem des Leierkasten- mannes Andreas Pum gekreuzt. So aber richtet es ein tückisches Geschick ein: daß wir zugrunde geben nicht durch unsere Schuld und ohne, daß wir einen Zusammenhang ahnen: durch das blinde Wüten eines fremden Mannes, dessen Vorleben wir nicht kennen, an dessen Unglück wir unschuldig sind und dessen Weltanschauung wir sogar teilen. Er gerade ist nun das Instrument in der vernichtenden Hand des Schicksals. 8. Es fügte sich, daß Andreas, der an diesem Nächmittag seinen Leierkasten zu Hause gelassen hatte und den Esel im Stall, wie er es an jedem Mittwoch zu tun gewohnt war, plötzlich so müde wurde, daß er, obwohl er sparsam und sein Haus nicht mehr weit entfernt war, die Straßenbahn bestieg. Hart an.ihrem Eingang und so, daß er das halbe Trittbrett einnahm, stand 5)err Arnold mit seinem Regenschirm, wie ein Wächter. Mehrere Passanten hatten sich schon über den umfangreichen 5)errn aufgeregt, der den Verkehr so an- maßend behinderte. Arnold aber war— wir wissen, weshalb— nicht in jener Stimmung, in der man seinen Mit- menschen Gerechtigkeit widerfahren läßt. Er, der sonst immer für die vorgeschriebene Ordnung auf öffentlichen Verkehrs- anstalten eingenommen war, rebellierte gegen seine eigene Ueberzeugung. Andreas Pum war schon lange nicht Straßenbahn ge- fahren. Er hatte sie als ein sympathisches Verkehrsmittel in der Erinnerung. Immer boten ihm zwei und drei Passagiere gleichzeitig ihre Plätze an. Seine Krücke, sein militärischer Anzug, den er an Wochentagen trug und sein blankes Kreuz sprachen zu dem Gewissen der Leute, selbst jener mürrischen Nebenmenschen, die immer tiefbekllmmert und wie durch tausend Ungerechtigkeiten, die ihnen jemand zugefügt, er- bittert durch die Welt gehen, mit dem Ziel, allen, die ihnen in den Weg laufen, das Dasein zu erschwere». In der Straßenbahn begegnete Andreas Pum immer zuvorkommen-, den.GeMterNi(Fortsetzung folgt.) Montag, 11. August, abends 7 Uhr, demonstriert das arbeitende Berlin im Lustgarten und auf dem Schloßplatz für die Republik, gegen die Reaktion funft soll, wie das auch hier an dieser Stelle vor einiger Zeit erwähnt worden ist, der„ Aussichtspunkt“ für den tutenden Schupomann bestehen bleiben. Man blickt auf das Ganze, hat so seine Gedanken, wobei immer noch die Hoffnung vorherrscht, daß schließ lich aus der geplanten Verkehrsregelung nicht eine Verkehrsverwirrung werde. Der Tote im Babelsberger Park. Wie feine Persönlichkeit festgestellt wurde. Am 26. Juli wurde, wie wir mitteilten, ein unbekannter junger Mann im Schloßpart von Babelsberg erschossen aufgefunden. Die ganze Angelegenheit war zunächst völlig rätselhaft, da auch die Person des Toten nicht bekannt war. Mit vieler Mühe ist es jetzt der Kriminalpolizei gelungen, die Persönlichkeit des Toten festzustellen. Auf das Ausschreiben in den Zeitungen meldeten sich viele Personen, die einen Angehörigen vermißten. In der Lödnih fand ein junger Mann eine Flaschenpost. Gin Zettel, den die Flasche enthielt, trug die Worte:„ Wir können über die Mordfache Babelsberg Auskunft geben, aber nur gewissen haft." Darunter stand der Name eines jungen Mannes aus Frie denau. Dieser fonnte nachweisen, daß er weder mit dem Morde noch mit der Flaschenpost irgend etwas zu tun hatte. Er war gar nicht an der Löcknig gewesen. Es lag ein Unfug vor. In der Umgebung der Beiche waren Ueberbleibsel von verbrannten Papierschnigeln gefunden worden. Es fonnten aus ihnen nur die Buchstaben... luftrie: Cöthensch.. Anze... Sonntag.." zusammengestellt werden. Es handelte sich um die Sonntagsbeilage des Cöthener Anzeigers". Diefe Spur wies also nach Cöthen. Die Nachforschungen nach einem etwaigen Vermißten aus Cothen blieben erfolglos. Da schrieb eine Frau Stoye aus Gröbzig bei Cöthen, daß ihr Sohn Walter seiner Braut in einem Briefe mitgeteilt habe, daß er sich erschießen werde. Kriminalfommissar Dr. Riemann fuhr nun mit einem Lichtbild und den Sachen des Toten nach Gröbzig zu den Angehörigen und stellte so außer Zweifel, daß der Lote der Sohn der Briefschreiberin, Walter Stone, ist, ein junger Mann von 20 Jahren. Dieser wurde als Sohn eines Zollaufsehers in Hamburg geboren, verließ mit den besten Zeugnissen die Bürgerschule, lernte das Schlosserhandwert und trat im vergangenen Jahre in Wilhelmshaven als Heizer bei der Marine ein. Hier machte er in einem Anfalle von Schwermut, an der er ständig litt, einen Selbstmordversuch, in dem er fich aus einem Trommelrevolver eine Rugel in den Kopf schoß. Dieses Bleigeschoß fonnte bei der Operation nicht entfernt werden und wanderte seitdem, ohne daß es dem jungen Manne erhebliche Beschwerden verursachte. Er mußie aber auf die Dauer immer mit einer Komplitation rechnen, und das steigerte seinen. Trübsinn mohl noch mehr. Nach seiner Entíassung von der Marine fond Stone Arbeit in einer Maschinenfabrik in Gröbzig. Am 19. Juli gab er plöglich ohne jeden Grund die Stellung auf. 5 Tage später berließ er feine Mutter, angeblich, um in Magdeburg Arbeit zu fuchen. Beim Abschied war er scheinbar sehr lustig, erklärte aber, daß es auf die Dauer so nicht weiter gehe und machte eine Handbewegung, als ob er sich einmal eine Kugel in die Stirn schießen werde. Auch beim Abschied von seiner Braut zeigte er sich sehr aufgeregt. In Magdeburg besuchte Stone einen Onkel und versprach ihm, noch einmal wiederzukommen, tat das aber nicht. Am selben Loge noch, am 25 Juli, muß er nach Potsdam gefahren fein. Alle diese Ermittelungen deuten auf einen Seibstmord hin. Es ist cuch festgestellt, daß die bei der Leiche gefundene Parabellumpistole Stone gehörte. Dem steht allerdings das Gutachten der Aerzte ent gegen, und wenn sie darin recht haben, daß sich der Einschuß im Genic und der Ausschuß an der Stirn befindet, so ist es ohne Zweifel schießtechnisch unmöglich, daß sich der Mann den Schuß felbft beigebracht haben fann. In dieser Beziehung wird also wohl noch eine Nachprüfung stattfinden müssen. Bis dahin muß immer noch damit gerechnet werden, daß Stone das Opfer eines Berbrechens geworden ist. Bon seinen Sachen fehlen noch eine große gelblederne Attentasche und ein gelber Epazier stod. Wer über deren Verbleib Auskunft geben fann, wird ersucht, fich bei Kriminalkommissar Dr. Riemann zu melden. Bielleicht hat Stone fie in einer Gastwirtschaft irgendwo untergestellt und nicht mieber abgeholt. Die Attentasche enthielt nach den Bekundungen der Mutter und des Onfels wohl faum etwas anderes als Lebensmittel, Brot und Wurst. Die gefälschten Steuermarken. Zuchthaus und Gefängnis für die Fälscher. Nach fünftägiger Verhandlung ging vor dem großen Schöffengericht Mitte der Prozeß gegen die Falschmünzerbande Mandlik zu Ende. Der Hauptangeklagte Mandlit ist flüchtig und so konnte ebensowenig wie gegen ihn auch gegen mehrere andere Angeklagte verhandelt werden, da sie nicht auffindbar waren. Die Verhandlung hat ergeben, daß der in der Reichsdruckerei beschäftigt gewesene Arbeiter Hermann Gehlhaar im Jahre 1920 die Gelegenheit benutzt hatte, Papier, das zur Herstellung von Wertzeichen verwendet wurde, zu stehlen. Das Papier verkaufte er an ben Bauunternehmer Ernst Scheunemann, der es dann wieder weitergab. Der nächste Abnehmer war der Händler Adolf Staehr, der sich mit dem Steindruder. Willi Freiheit aus Neukölln in Berbindung setzte und ihm die Mittel zur Einrichtung einer Druckerei gab. Nach längeren Versuchen gelang es Freiheit, Steuer. marten zu 25 Mart so geschickt herzustellen, daß sie von den echten Marken nicht zu unterscheiden waren und die Reichsfinanzverwaltung sich genötigt jah, dieses Wertzeichen außer Berkehr zu sehen. Durch die Vermittlung von Mandlit und einer Reihe anderer Angeflaster wurden die Steuerzeichen auch außerhalb Berlins in den Verkehr gebracht. Ein großer Teil der Steuermarken wurde durch die Vermittlung des Buchhalters Paul Pfeiffer, der eine Reihe anderer Angestellter zur Hilfe nahm, in dem Betrieb der Konsumgenossenschaft Lichtenberg für die Steuerbücher verwendet. Bei dem Vertrieb der Marten bildeten das Bahnhofsrestaurant am 300, eine Konditorei und eine Kaschemme im Scheunenviertel die Börsen. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Wasmund beantragte Strafen von zwei Jahren Zuchthaus bis zu neun Monaten Gefängnis. Der Vertreter der Reichsfinanzverwaltung, die sich dem Verfahren als Rebenfläger angeschlossen hatte, veríangte, daß den Angeflagten ausnahmslos Milderungsumstände versagt würden, da in dem Treiben der Angeklagten eine schwere Schädigung des Reiches und eine große foziale Unsicherheit liege. Das Gericht ging nach längerer Beratung sogar über die Anträge des Staatsanwalts bei den Hauptangeklagten hinaus. Es wurden verurteilt: Staehr zu zwei Jahren sechs Monaten 3uthaus, fünf Jahren Ehrverluft und 1000 m. Geldstrafe. Pfeiffer zu zwei Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverluft und 1000 m. Geldstrafe, Gehlhaar zu zwei Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrs verlust, Freiheit zu einem Jahr sechs Monaten Ge fängnis Weitere fieben Angeklagte wurden zu Gefängnisstrafen von sechs Monaten bis zu 1½ Jahren verurteilt. Kohlen für Kriegsbeschädigte und hinterbliebene. Die Hauptfürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegshinter bliebene der Stadt Berlin bat, einer Anregung des Reichsarbeitsministeriums folgend, einen Lieferungsvertrag über 400 000 3entner Prestohlen abgeschlossen, die zu billigen Preisen an bedürftige Schwerfriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene abgegeben werden sollen. Die HFSt. hält es, einer in der letzten Zeit wiederholt in ber Presse hervorgehobenen für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. Achtung! Die Kreise Berlin- Mitte, Charlottenburg, Tempelhof, Treptow- Adlershof heute, Sonnabend, bis 3 Uhr Plakate( zur Demonſtration) im Bezirkssekretariat, Lindenstr. 3, Zimmer 7, abholen. Empfehlung entsprechend, für vorteilhaft, daß die Haushalte sich Parteinachrichten schon jetzt für den Winter mit Brennstoffen versehen, ehe im Herbst eine durch die große Nachfrage zu erwartende Erhöhung der Kohlen- Einsendungen für diese Rubrik find preise eintritt. Die Belieferung wird an die Empfänger von Zufaz- Berlin S. 68, Lindenstraße 3, renten erfolgen und diese in die Lage setzen, den Preis in Raten durch Abzüge von ihrer Zufahrente zu decken. Die Hauptfürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene hat Bor: forge getroffen, daß die Belieferung in diesem Jahre glatt vonstatten geht, da die im vorigen Jahre durch die Inflation hervorgerufene Unterbrechnung nicht mehr zu befürchten steht. Die Durchführung der Kohlenverteilung obliegt im einzelnen den Fürsorgestellen der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenenfürsorge bei den Bezirksämtern. Ein schwerer Autounfall ereignete sich gestern abend gegen 6 Uhr an der Ecke der Pommerschen Straße und Hohenzollerndamm in Wilmersdorf. Dort hat der Chauffeur Galled ein durchrepariertes Auto eingefahren. Dabei fuhr der Wagen mit großer Bucht gegen die Bordschwelle. Galleck wurde aus dem Wagen geschleudert und blieb bewußtlos liegen. Er wurde mit dem Rettungsauto der Feuerwehr in das Landfrankenhaus übergeführt. Ein tapferer Junge. Der Polizeipräsident gibt befannt, daß der Maschinenbautehrling Johannes Groth aus Berlin- Plötzenfee, Ranalftr. 19 b, am 13. Juni 1924 den Arbeiter Reinhold Knop aus Berlin- Plößensee aus dem Landwehrkanal vom Tode des Ertrintens gerettet hat. Der Warenvertrieb des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold, Berlin SW68, Rindenstr. 3, II. Hof, 2 Treppen rechts, Zimmer 11, ist heute Sonnabend, den 9. August, bis abends 6 Uhr geöffnet. Windjaden, Bundesmüken, Cordhosen, Fahnen, Armbinden usw. find wieder eingetroffen. Der Tornado in Amerifa. Nach einer Meldung aus New York hat nach großer Size ein Tornado den westlichen Teil von Wisconsin verwüstet. Zahlreiche Personen sind ge= tötet und verletzt worden. Jugendveranstaltungen. Landheim Anmeldungen( Quenafee) werden noch angenommen. Bro Tog 1,50 m. Heute, Sonnabend, den 9. August: Marienborf: 9.10. Fahrt nach Roffen- Teupis. Treffpunkt 5% Uhr Bahnhof Mariendorf. Ronferenz der Werbebezirke Westen, Teltomfanal und Unterbezirke Ludau, Jüterbog, Trebbin sowie Werbezirke Rönigswusterhausen und Storłow. Morgen, Sonntag, den 10. August: Alle Abteilungen beteiligen fich an den Berfaffungsfeiern. Lichtenberg- Rord: Fahrt. Treffpunkt 17 Uhr Bhf. Stralau- Rummels Westen: Fahrt Glienider Cee. Treffpunkt 6 Uhr Bhf. Billowstraße. burg. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin C. 2, Raiser- Wilhelm- Straße 46 III. Ramerabschaft Bilmersdorf: Sonntag, den 10. Auguft. nechmittags 2 Uhr, Antreten Fehrbelliner Vlak. 4 Uhr Verfassungsfeier bei Rohr, Raiferallee 51-52. Südöstliche Abteilung: Sonntag, den 10. August, mittags 12 Uhr, Treffpunkt am Feuerwehrdenkmal, Mariannenplag. Gämt mittags Belle- Alliance-, Ede Kreuzbergstraße. Tiche Mitglieder der Abteilung Kreuzberg treffen sich püntlich 1 Uhr nachKamerabschaft Rönigswafterhausen: Montag, den 11. Auguft, abends 6% Uhr, Antreten am Bahnhof zum lehme. Umzug und Ausmarsch zur Beteiligung an der Verfassungsfeier in NiederAlle Kameraden müssen erscheinen. Die Rameraden von Treptow und Eidywalde beteiligen fich hieran. Rameradschaft Wilmersdorf, Jugendgruppe: Radfahrer, Gonnabend, den 9. August, nachmittags 4 Uhr, am Fehr belliner Blah. Teilnahme von Rabfahrern anderer Kameradschaften erwünscht. 5. Kamerabschaft( Friedrichshain): Sonnabend, den 9. Auguft, nachmittags 5 Uhr, treffen fich alle Kameraden in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtstr. 36a. Alle Fahnen mitbringen. Gonntag, den 10. Auguft, vormittags& Uhr Treffmittags 2 Uhr Antreten aller Rameraden auf der Weberwiese. punkt bei Schwarz. Möllendorffstraße, zur Ausschmüidung des Gartens. Nach schaft( Reutölln und Brig): Sonntag, den 10. August, nachmittags 1% Uhr, 14. Ramerab. Antreten der gesamten Rameradschaft Raiser- Friedrich- Straße, Ede Hermannplag. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. Umzug mit der Kameradschaft Rreuzberg bis nach demt ,, Orpheum", Hasenheide. Ab 3 Uhr nachmittags großes Boltsfest mit Doppelfonzert. Ramerabschaft Tiergarten II: Gonntag, den 10. Auguft, pünktlich 12% Uhr nachmittags, Antreten am Großen Stern. Montag, den 11. Auguft, abends nicht 7 Uhr, sondern 64 Uhr pünktlich Antreten am Großen Stern. 12. Kamerabschaft( Steglig): Am Sonnabend, den 9. Auguft, im Restaurant Lasch, Ringstraße, Steglit, von 7-9 Uhr Ausgabe von Milgen, Jaden und Fadeln. Gigung des Borstandes, des feftauserit um 7 Uhr statt. Treffpunkt an der Paulus- Kirche in Lichterfelde. schuffes und der Gruppenführer. Das Weden findet Sonntag, den 10. August, Kameradschaft Tempelhof: Die Kamevaden beteiligen fich nicht, wie urfprünglich vorgesehen, an der Verfassungsfeier in Steglig, fondern an der Feier in Rehlendorf. Treffpunkt 1 Uhr Attilaplay.- Jugend. tamerabfdjaft Oberfpree trifft sich am Sonntag früh um 8 Uhr in der Schule in Niederschöneweide zur Arbeitsverteilung. Sämtliche Fahnen und die Abrechnung der Eintrittskarten sind mitzubringen. Arbeiter Samariter- Band, e. B.. Bezirk 1. Geschäftsstelle: Joh. Rieger, Berlin Weißenfee, Lehderstr. 71, 8 Tr. Am Sonnabend, den 9. August, nad). mittags 4 Uhr, veranstaltet der Bezirk in den Gesamträumen des Lokals Rey- Heringsdorf( Fahrt bis Hirschgarten) ein großes Sommerfest. Ueberraschungen aller Art. Der Ueberschuß wird zur Anschaffung von Materialien verwandt. Die Rolonnen werden gebeten, für zahl. reiche Beteiligung Gorge zu tragen. Freunde und Anhänger der ArbeiterSamariter- Bewegung find freundlichst eingeladen. Eintritt inkl. Tans und Hodersteuer 1,20 M. Geschäftliche Mitteilungen. bei einmaliger Sandhabung ohne Borkenntnisse, ohne Gift- oder ExplosionsLinkel- Gas bedeutet durch die großen Borzüge und verblüffende Wirkung gefahr, ohne Geld- oder Zeitverlust mit Red eine erlöfende Umwälzung auf bem Gebiete der Ungeziefervernichtung. Lintfol- Gas ist fast in sämtlichen Drogerien zu haben. Wetterbericht für Berlin und Umgegend. Langsam aufflarend, aber noch deutschland noch vereinzelt leichte Regenfälle, im Besten heiter. ziemlich fühl. Schwache nordwestliche Binde. Für Deutschland. In Dit Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 9. August. kanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bein der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst, Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. * Die Kassierer der 61., 62., 64., 112, 124. und 142. Abteilung werden hierdurch nochmals öffentlich aufgefordert, nun endlich die Abrechnungen zu leisten, die nach dem Statut bereits bis zum 30. Juni zu erfolgen hatten. Nachdem bisher alle Mahnungen unberücksichtigt gelassen wur den, werden die zuständigen Revisoren hierdurch ersucht, in diesen sechs Abteilungen für die ordentliche Erledigung der Kassengeschäfte zu sorgen. J. A.: Aler Pagels. 6. Kreis Kreuzberg. Berfassungsfeier Gonntag nachmittag 3 Uhr im Orpheum, Hasenheide. Karten zur Feier im Großen Schauspielhaus und für Nachmittag find zu haben beim Genossen Rothe, Schleiermacherftr. 15. Bei allen Bildungausschußmitgliedern können Borbestellungen für die Broletarischen Feierstunden und die Festkonzerte gemacht werden; auch find Rarten zum„ Bunten Abend" am 30. August à 80 Pf. zu haben. 12. Arcis Steglis. Lichterfelbe, Lankwik. Die Genossen werden ersucht, an der morgen stattfindenden Beranstaltung des Reichsbanners SchwarzRot- Gold" teilzunehmen. 6 Uhr frith Weden. Abmarsch von der Kirche Lichterfelde. 2 Uhr nachmittags Demonstration. Abmarsch Kranoldplak in Lichterfelde. 15. Kreis. Die Parteigenossen und-genoffinnen beteiligen sich am Sonntag an der Berfassungsfeier des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold". Treffpunkt 2 Uhr am Hauptbahnhof Niederschöneweide. 17. Areis Bichtenberg. Die Abteilungen müffen unbedingt Propagandamaterial von der Bibliothek Weichselstraße ab heute, Sonnabend, nachmittag 5 Uhr abholen. 20. Areis Reinidendorf. Am Sonntag, den 10. August, ab nachmittags 3 Uhr, im Restaurant Bergichloß. Waidmannslust, großes Sommerfest und Berfaffungsfeier. Ronzert, Gefang, Festrede des Genossen Henke, turnerishe Borführungen und Umzug. Eintrittspreis 50 Bf. Rinder frei. Arbeitslose Genoffen gegen Borzeigung der Karte frei. Genossen, die ge 16 fchloffen hingehen möchten, können sich um 2 Uhr am Wittenauer Rathaus der 20. Rameradschaft des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold" an schließen. Die Mitglieder des Festausschusses treffen sich am 10. Auguſt, vormittags 9 Uhr, im Festlokal. Heute, Sonnabend, den 9. Auguff: 10. t. 7 Uhr Funktionärtonferenz bei Trümper, Flensburger Str. 3. Die Bezirksführer müssen zum Mittwoch abend einladen. 70. Abt. Bilmersdorf. 8 Uhr Gitung des erweiterten Abteilungsvorstandes mit den Straßenführern bei Ihlenfeld, Uhlandstr. 74. Morgen, Sonntag, den 10. August: 74. Abt. Rehlendorf. Laut Beschluß beteiligen sich die Mitglieder mit ihren Familien an der Verfassungsfeier am Sonntag nachmittag 3½ Uhr int Lokal Waldesruh, Machnower Straße. 102. Abt. Baumschulenweg. Zur Reichsverfassungsfeier am Sonntag beteiligen fich die Parteiorganisationen gefchloffen. Aufmarsch an der Waldede um 1 Uhr, Aomarsch mit Tambour, Chor und Musikkapelle nach Bahnhof Niederschöneweide. Am Montag zur Parteidemonstration Treffpunkt cm Görliger Bahnhof 6 Uhr abends. Es wird erwartet, daß die Genoffinnen und Genossen sich am Sonntag und Montag nollzählig beteiligen. 108. Abt. Яopenid. Beteiligung an den Veranstaltungen des Reichsbanners. Treffpunkt morgens 7% Uhr Köllnischer Plak.( Umzug.) Nachmittag 3 Uhr Spree- Restaurant Eadowa. Treffpunkt 2% Uhr Stadtpart, Linden Straße. Montag, den 11. August, Fadelzug. Treffpunkt Köllnischer Blas 8 Uhr abends. 109. Abt. Friedrichshagen. Die Genoffen beteiligen sich an der Berfaffungs feier des 16. Areises in Röpenid, Restaurant Sadowa- Oberspree. Treff punkt am Marktplas nachmittags 1 Uhr. Von hier gemeinsamer Abmarsch. Montag abend Beteiligung am Fadelzug in Röpenid. Treffpunkt gleichfalls Marktplan Friedrichshagen um 7 Uhr. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 11. Abt. Genoffe Karl Silpert. Krefelder Str. 18, ist verstorben. Beerdigung Sonnabend nachmittag 3½ Uhr auf dem Johannes- Friedhof in Plözenice. Arbeitersport. 13. Bezirkskartell. Am Sonnabend, den 9. August, 18 Uhr, findet auf dem Fichte- Turnplaz Mariendorf die Rartellvertretersizung statt. Unbe dingtes Erscheinen aller Vereinsvertreter ist Pflicht. Arbeiter- Rabfahrer- Bund, Solidarität", Ortsgruppe Berlin. Touren für Sonntag, den 10. Auguft. 1. Abt.: Rangsdorf. Start 5 Uhr früh BülowStraße 55. 2. Abt.: Sonnabend nachmittag Templin; Sonntag früh 5 Uhr Raputher Gee, 1 Uhr Wannsee. Start Dieffenbachstr. 36. 3. Abt.: Päksee frlih 5 Uhr. Start Laufiger Blah 17. Echnizeljagd Wiesengrund Friedrichshagen. 4. Abt.: Sonnabend abend 5 Uhr und früh 5 Uhr Mogener Gec. Starts Weberwiese. 5. Abt.: 5 Uhr frülh Damswalde, 7 und 12 Uhr WandTigfee. Starts Landsberger Play. 6. Abt.: Gosener Berge frith 5 Uhr, 12 Uhr Adlershof( Biege). Starts Ropenhagener Str. 26. 7. Abt.: Lehnigfee. Starts 7 und 1 Uhr Koloniestraße. 8. Abt.: Arampnißfee. Start 5 Uhr Arminiusplay. 9. Abt.: Tiefensee früh 5 Uhr, Ahrensfelde( Schneider) 12 Uhr. Starts Schulstr. 14. 10. Abt.: Früh 5 Uhr Start Comeniusplak. 12. Abt.: Rahmer Gee. Start früh 7 Uhr Prenzlauer Allee, Ecke Heiners Dorfer Straße. Jugendabteilung: Badetone nach Schönmulpe. Start früh 6 Uhr Schles. Tor. Ortsgruppe Neukölln: Badetour Störissee. Start je früh 5 Uhr, 1. Abt. Herzbergplak, 2. Abt. Bahnhof Hermannstraße. Drts. gruppe Reinickendorf: Weißensee, Bezirksfoalsportfest. Start 1 Uhr. Drts. gruppe Tegel: Start 12 Uhr Schlieperftr. 64, Bezirkssaalsportfest Weißensee. Ortsgruppe Bichtenberg: Start 11 Uhr Jungftr. 10, fiche A. Bez. Sonntag, ben 10., Bezirkssaalsportfest Weißensee, Turnhalle Pastoriusstraße. Beginn 3 Uhr. Ortsgruppe Charlottenburg: Sonnabend Italiensche Nacht am Falten. hagener Gee. Abends 7 Uhr Start Galvaniſtr. 13. Bundesgenoffen, Abt." und Ortsgruppen, die es möglich machen können, treffen sich um 2 Uhr in Gütergos zur Propaganda, daselbst herrliche Badegelegenheit( Gee). Lang. Stredenfahrer: Gonnabend, den 9.- 10., Langstreckenfahrt nach Dessau. Start 4½ Uhr Bahnhof Heerstraße. Montag, den 11., Gigung der Ortsverwaltung, 7 Uhr. Rungestr. 17. Warnung, Diebstahl! Der Bundesgenossin Adam, Neukölln, find aus ihrer Wohnung, Mainzer Str. 45, Donnerstag, den 7. Auguft, zwei Fahrräder gestohlen worden, ein Herrenvad Marke Frisch auf" mit Aluminiumnek. Borderfelgenbremse, Doppeltorpedo, Wulft, Felgen gelb mit fdywarzen Strichen, Steuerschale vorn ein Sprung; ein Damenrad rot emailliert, Doppeltorpedo, Gabelfederung, Wulst, Felgen gelb. Wir bitten um Beachtung! Staffellauf Daer burch Ablershof. Am Sonnabend, den 9. August, ver anstaltet der Arbeiter Sportverein Ablershof seinen dies jährigen Staffellauf. Da nicht weniger wie 20 Mannschaften gemeldet sind, ist guter Sport zu erwarten. Die Strede geht über 10X200 Meter. Start ist an der Turnhalle Sackenbergstraße, Biel befindet sich an der Bismard, Ede Waldstraße. Anschließend begeht der gastgebende Berein sein 2. Stiftungs fest im Botal von Wöllstein. Das Programm, bestehend aus Musikvorträgen bes Arbeiter- Musikvereins Adlershof, sportlichen Vorführungen und Rezita fowie die Brudervereine werden um rege Unterstügung beider Veranstaltungen tionen, garantiert einen genußreichen Abend. Die Arbeiterschaft Adlershofs gebeten. Sport. Extraflaffe auf der Olympia- Radrennbahn. Das am fommenden Sonntag auf der Olympia Radrennbahn stattfindende Dauerfport bezeichnet. Das über 100 km( 2 Läufe zu 50 km) führende Rennen rennen Ertraflasie wird als ein großes Ereignis im Nadrenn Savall, Lewanow, Nofellen, Weiß und Thomas. Mit Sawall fommt der wird von fünf unserer besten Fabrer( Dauer) bestritten und zwar von Matador der Olympia- Radrennbahn wieder zum ersten Male nach der Eröffnung der Bahn am Start. Sein schärfster Gegner ist wohl in Lewanoro 530-7 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 3 feben. Rosellen ist auch im Bejiz seines ganzen Könnens, was sein Sieg 7.30 Uhr abends: Vortrag der Frau Marg. Caemmerer: Die Herbst- am letzten Sonntag in Köln gegen critflasfige Stonfurrenz beweist. Thomas mode. 8 Uhr abends: Vortrag des Herrn Majors v. Tschudi. Vize- stand am vergangenen Sonntag in Köln dem Sieger Rosellen nicht viel abends: Konzert. 1. Zwei Sätze aus dem" Dumbky- Trio, Dvorák. ist auf der Olympiabahn immer ein gern gesehener Bast und hai er hier präsident des Aeroklubs Deutschland: Luftfahrt". 9-10 Uhr nach und endete mit diesem in einer Runde. Der fünfte Teilnehmer Weig Paul Goldfein( Violine), Hermann Hopf( Cello). Dr. Felix Günther immer feine besten Rennen gefahren. Die Führung von Sawall- hat ( Klavier). 2. Sommerarie aus den Jahreszeiten", Haydn. Friedel Tzscheppau. 3. Sonate in G- moll, Tartini. Paul Goldfein( Violine). Rüttenrauch und von Weiß Schadebrodt übernommen. Meinhold, von Lewanow Geppett, bon Rosellen Willy Heßlich, von Thomas Um ein einwand 4. Caro mio ben( mit obligatem Cello). Giordam. Konzertsänger freies Ergebnis zu erzielen, werden den Fahrern bei nachweisbaren Defetten Adolf Henke( Gesang), Hermann Hopf( Cello). 5. Zwei ungar. zwei Runden vergütet. Den Fliegern ist ein Maljahren über drei Tänze, Brahms. Paul Goldfein( Violine), Hermann Hopf( Cello). Runden und ein Borgabefahren über vier Runden vorbehalten. Zum Dr. Felix Günther( Klavier). 6. a) Begegnung, b) Nimmersatte ersten Male in dieser Saison findet auch ein 3 weisiger Rennen Liebe, c) Der Gartner, d) Er ist's, H. Wolff. Friedel Tzscheppau. und zwar ein Brämienfahren über 15 Runden statt. Die Rennen bea) Largo. Joh. Ad. Birkenstock( 1687-1733), b) Gavotte. Hopf. ginnen um 3½, 1 hr. Franz. Konzertsänger Adolf Henke. Am Steinway- Flügel: Dr. Felix Hermann Hopf( Cello). 8. a) Maria, b) Genesung. c) Im Mai, Rob. Günther. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. 10.50 bis 11.30 Uhr abends: Tanzmusik. Briefkasten der Redaktion. $. 2. Ueber den Erwerb der Medaille können wir Shnen auch eine Auskunft geben. Die sozialistische Kulturwoche. Lehrer- und Studententagung. M Leipzig, 8. Auguft( Eigener Bericht). Die sozialistische Arbeiter tulturwoche fand mit den Tagungen der sozialdemokratischen Lehrerschaft und der sozialistischen Studentenschaft ihren Abschluß. Die Reichsausschußsigung der Arbeitsgemeinschaft fozialdemokratischer Lehrer fand am Dienstag statt. In den Referaten und in der Diskussion kam der entschiedene Wille zum Ausbrud, Verfäumtes nachzuholen und mit Energie an den Ausbau der Organisation und an die zahlreichen drängenden Aufgaben zu gehen Der Beitritt zur sozialistischen Erziehungs Internationale wurde beschlossen, Entschließungen auf Sicherung der Rechte der Lehrer an sämtlichen Schulen und auf Zulassung des Esperanto als Wahlfach an den oberen Klassen der Volksschule angenommen. Der provisorische Hauptvorstand wurde bestätigt. In den geschäftsführenden Vorstand wurden einstimmig gewählt: Dr. Löwenstein Berlin als 1. Vorsigender, Adams- Hamburg als 2. Vorsitzender und Genoffin Oly- Dortmund und Siemien Jena als Schriftführer. Am Mittwoch fand im Kollegienjaale des Rathauses unter Teilnahme von ca. 200 sozialdemokratischen Lehrern aus dem ganzen Reich der sozialdemokratische Lehrertag statt. Nach kurzen Begrüßungsworten Crispiens und der Vertreter der holländischen, amerikanischen und deutschösterreichischen Lehrerorganisationen sprach Genosse Dr. Löwenstein- Berlin über den Kampf um die Reichsschulpolitik. In diesem Kampf, so führte er aus, hat die Sozialdemokratie die führende Rolle. Das Weimarer Schulfom promiß zeigt von Tag zu Tag immer mehr feine gefährlichen Auswirtungen. Die Reichsschulabteilung im Reichsinnenministerium büßt ihren Einfluß allmählich ein, und an ihre Stelle ist der Reichsschulausschuß getreten, der, aus Vertretern verschie= dener Länder bestehend, ein Instrument des Partitularismus ist. Selbst die einzige große Tat der Reichsschulgesetzgebung, das Grundschulgefeh, soll wieder abgeschafft werden! Die Reaktion steht hier auf der ganzen Linie, einschließlich der Demokraten, geschlossen gegen uns. Da heißt es, sich bewußt werden, daß eine fortschrittliche Kultur- und Schulpolitik eine wedensnotwendigkeit der aufsteigenden Klasse ist. Es geschieht auch nichts auf dem Gebiet der sozialen Maßnhmen: Die unentgeltlichkeit der Lehrmittel ist bisher fast überhaupt nicht durchgeführt worden, und die Fortbildungsschulpflicht bis zum 18. Lebensjahre steht noch auf dem Papier. Bon einer Erziehungsbeihilfe ist nichts zu merfen. Das Geld wird für erhöhte Gehälter der Geistlichen und für Benfionen verschleudert, ist aber nicht vorhanden für Kulturbedürf nisse des Boltes. Auf dem Gebiet der höheren Schulbildung gilt es, die Möglichkeit der Durchsetzung der Universitäten mit begabten jungen Proletariern zu steigern. Wie sehr sich die Reaktion rüstet, beweisen die bayerischen Anträge, die die Weimarer Berfaffung in bezug auf die Schulpolitit völlig über den Haufen werfen. Hinter diefen Anträgen, die die Wiedererrichtung der fonfessionellen Schulen bezwecken, steht das Konkordat. Dagegen muß die Arbeiterklasse den Kampf mit äußerster Konsequenz durchführen. Dem Gedanken der Reichsschulpolitik muß entgegen den partikularistischen Bestrebungen der Länder zum Siege verholfen werden. In der sehr regen Diskussion betonte Crispien, daß die Sozialdemokratie den Schul- und Kulturfragen stets das größte Intereffe entgegengebracht hat. Allerdings waren die politischen und wirtschaftlichen Ereignisse einer Voranstellung der Kulturfragen nicht gerade günstig. Neben der Aktivität der Partei ist auch eine gestei gerte Aktivität der Lehrerschaft notwendig, ebenso ihre stärfere Fühlungnahme mit den Massen der Bevölkerung und ihre Eingliederung in die freigewerkschaftliche Bewegung. Mathilde urm, die dem Bildungsausschuß des Reichstags angehört, fchil derte den zähen Kampf, den die Sozialdemokratie gegen das beabfichtigte reaktionäre Reichsschulgesetz dort geführt hat, und forderte stärtere politische Teilnahme der Lehrerschaft und Beeinfluffung der Mütter im Sinn der weltlichen Schule. Genoffin Effig verlangt ein Arbeiterjugendrecht, analog dem Jugendgerichtsgefeß. Simon befürwortet eine intenfivere Aufklärung der Arbeitermassen nach dem Muster der katholischen Kirche über Kulturfragen durch die sozialdemokratische Presse. Am 6. Auguft, nachm. 2 Uhr, verschied nach furzem. schwerem Leiden mein lieber, guter Mann, unser guter Bater und Großvater Adolf Bleck im Alter von 60 Jahren. Dies zeigen in tiefer Trauer an Frau Auguste Bleck geb. Mattern Artur Bleck Klara Mirring geb. Bleck Paul Mirring Hans Mirring Die Einäscherung findet Dienstag, 12. Auguft, nachm. 4%, Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Deutscher Verkehrsbund. Am Mittwoch, den 6. August, ist der Obmann unserer Revisionstommission Adolf Bleck nach einer schweren Operation gestorben. Der Kollege Adolf Bleck hat Jahrzehnte hindurch unermüdlich für die des Organisonsge Ausbreitung dankens unter unseren Berufskollegen erfolgreich gewirit. Wir verlieren in ihm einen wertvollen Mitarbeiter, der sich durch feine vorzüglichen Charaktereigenschaften und seine treue Pflichter füllung ein dauerndes Andenken unter unseren Mitgliedern erworben hat. Der Bundesvorstand. Die Einäscherung erfolgt am Diens tag, den 12. August, nachm 125 Uhr im Krematorium Baumschulenweg. Deutscher Metallarbeiter- Verband Wegen der am Montag, 11. Auguff, auf Beschluß der Gewerkschaftstommiffion stafffindenden Demontrafion werden unfere fämtlichen Berschiedentlich wird Ser Partei vorgeworfen, daß fie die Schulfragen zu fehr als eigene Angelegenheit der Lehrer betrachtet habe, während andere Redner wieder die Schuld an der angeblich geringen Aktivität der Partei in Schul- und Kulturfragen der Inaktivität der Lehrer zuschreiben. In seinem Schlußwort Schlußwort unterstreicht Dr. Löwenstein nochmals die außerordentliche Bedeutung aller tulturpolitischen Fragen. Hierauf sprach Landtagsabgeordneter König über die Gefährdung der Lehrerbildung durch die polifische Reaktion. Die politische und konfessionelle Reaktion macht die größten Anstrengungen, um die freie Ausbildung des Lehrers für den Dienst am Volk zu verhindern. Während Lehrerschaft und Sozialdemokratie für den Volksschullehrer die Universitätsprüfung fordern, will die Reaktion den jungen Menschen zur besseren Bevormundung bereits nach bestandener Reiseprüfung der Berufsausbildung zuführen. Die Schaffung eines Reichsschulgesetzes wird immer weiter hin= ausgeschoben, aber die Länder können nicht länger warten. Deshalb haben Sachsen und Thüringen bereits besondere pädagogische Hochschulen geschaffen. Hamburg ist auf dem Weg, diesem Beispiele zu folgen, und in Preußen wird es von der fenfequenten Haltung der sozialdemokratischen Minister abhängen, ob es gelingen wird, pädagogische Institute zu schaffen, die sich den Universitäten anzugliedern haben werden. Ein Erfolg in Breußen wird einen Erfolg für das ganze Reich bedeuten. Nach einer lebhaften Aussprache wird folgende Entschließung angenommen:„ Der sozialistische Lehrertag in Leipzig fordert, daß die Lehrerbildung in folgender Weise gestaltet wird: 1. Die Allgemeinbildung wird erworben durch den Besuch einer höheren Schube bis zur Erlangung der Universitätsreife. 2. Die Berufsausbildung erfolgt auf Universitäten oder technischen Hochschulen." Eine Resolution Schröter Berlin unterstreicht die besondere Aufgabe der Parteiorganisationen, sich mehr als bisher für die schulpolitischen Kämpfe zu rüsten = und verlangt, daß die Sozialdemokratie alle Organisationen, die den Kampf gegen die schulpolitische Reaktion führen, unterstützt und die Adam- Hamburg angenommen, der sich gegen etwaige ErweiteMassen für diesen Kampf mobilisiert. Weiter wird ein Antrag fierung der höheren Schulen wendet, ferner einen achtjährigen rungen der Rechte der Bekenntnisschulen und gegen die Typihöheren Lehrgang und die reichsgesetzliche Festlegung der Aufbaufchule fordert. Faktoren für den Sozialismus einschließe. Deshalb, müsse, eine = die Eroberung der politischen Macht die Gewinnung der geistigen genossenschaftliche Zusammenfassung der geijti= gen Arbei't angestrebt werden. Die wissenschaftliche Arbeit des einzelnen Genossen müsse in den Dienst der gesamten Parieibewe gung gestellt werden. Start Wien betonte die Notwendigkeit der Voranstellung der Organisationsprobleme. In Wien, mo 1900 Studenten im sozialistischen Studentenbund organisiert sind, fann man bereits von einer Maffenbewegung sprechen. Dort ist die Studentenbewegung schon überwiegend eine politische Bewegung, das Klassenbewußtsein der Kopfarbeiter erwacht allmählich, und sie stehen bereits in Reih und Glied im gemeinsamen Kampf Braun, der den Parteivorstand verirat, daß das Beispiel der mit den Handarbeitern. In der Diskussion unterstrich Dr. Adolf deutschöſterreichischen Genoſſen auch den deutschen Studenten Mut einflößen müsse.. In langwieriger Arbeit wurde dann das neue Organisationsftatut gestaltet, das der sozialistischen Studentenvereinigung das nötige Rückgrat und ihrer Propaganda die erforderliche Stoßkraft geben soll. In den Vorstand wurden Schäfer, Stammer und off gewählt. Dann sprach noch Fellisch über Wert und Wesen der parlamentarischen Arbeit. Dr. Adolf Braun über„ Die politische Entwicklung Deutsch lands" und Privatdozent Dr. Hermberg- Leipzig über Gilden. sozialismus und Syndikalismus". Im Anschluß an das Referat Fellisch wurde die folgende Resolution angenommen: " Der Delegiertentag erklärt den Kampf geistiger Arbeiter gegen den Parlamentarismus für eine in ihren Auswirkungen in Deutschland und in Desterreich burchweg reaktionäre und äußerst gefährliche Form des gegen den politischen Aufstieg der Arbeiterschaft gerichteten Kampfes. Gerade für die sozialistischen Studenten ist in der heutigen Situation die Betämpfung der anti- parlamentarischen Bestrebungen eine unbedingte Notwendigkeit." Am Mittwoch abend erhielt die Kulturwoche ihren wuchtigen und fünstlerisch bedeutenden Ausklang in der Aufführung des Händelschen Chorwertes„ Samson", in der die Arbeiterfänger Trümmern sich und die Philster. Der Riese Proletariat, durch das ihre gewaltige Leistungsfähigteit mit schönstem Erfolg vorführten. Der Riese Samson, geblendet von seinen Feinden, begräbt unter den Trümmern des bürgerlichen Mammonstempels die kapitalistischen erwachte Klassenbewußtsein sehend geworden, begräbt unter den Philister und ersteht selbst in seiner physischen und seelischen Kraft zu neuem Leben. Das war die Idee der Leipziger Arbeiterkulturwoche. Hambur து.. Zweiler Berhandlungstag. Folgende Entschließung wird einstimmig angenommen: der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer erhebt den Die am 6. Auguft 1924 in Leipzig tagende Reichsversammlung schärfſten Proteſt gegen die rücksichtslosen Maßnahmen der von den Internationaler Transportarbeiterkongreß. ringen auf dem Gebiet des Schul- und Erziehungswesens. Unter Völkischen abhängigen Rechtsregierung in Thü= Ausschaltung des Landtags werden auf bloßem Verordnungsweg alle Errungenschaften der thüringischen Schulreform beseitigt, der Aufbau der Einheitsschule zerstört und die staatliche Unterstützung werden unter mißbräuchlicher Anwendung der Bestimmungen über von Boils und Arbeiterbildungseinrichtungen gestrichen. Zugleich fassung und Gesetz die in leitenden Stellungen befindlichen den Beamten abbau und unter Verlegung von Ber sozialdemokratischen Lehrer und Lehrerinnen ihres Amtes enthoben. Deffentlichkeit auf diese Vorgänge hin. Sie erwartet vom ParteiDie Arbeitsgemeinschaft jozialdemokratischer Lehrer weist die vorstand und der Reichstagsfrattion, daß sie ihren ganzen Einfluß aufwenden, um ein Einschreiten der Reichsregierung gegen ie Rechtsverletzungen der reputliffemdlichen thüringischen Regie: rung herbeizuführen. Hierauf schließt Genosse Dr. Löwenstein die Lagung. Ein wichtiges Glied in der sozialistischen Arbeiterkultur: voche bildete endlich die auf vier Tage ausgedehnte Konferenz der sozialistischen Studenten, österreichs erschienen waren. zu der Bertreter von 17 Hochschulen Deutschlands und Deutsch Es galt, endlich die sozialistische Studentenvereinigung organisatorisch fest in die Gesamtbewe= gung des Proletariats einzugliedern und ihre Aufgaben und Ziele schärfer zu umreißen. Dies darf als voll erreicht angesehen werden. Stammer- Leipzig stellte in seinem einleitenden Referat fest, daß = C Zum inmachen: Allen Freunden u. Bekannten zur Nachr., daß unser Gen., der Tischler Reinhold Heier am Dienstag, den. 5.Aug., nach zweijährig. Krantheit im Hospital Buch verstorben ist. Beerdig. Sonnabend, 9. August, nachm. 2.30 Uhr, in Buch). Genossenschafts- Tischlerei, Ideal Balb 3uder, halb Gübftoff! Gpart Geld und schmedt vorzüglid H- Dadung Ariftall- Süsstoff 10 PL 60swert= 1 pfb. 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Verhandlungstage wird zunächst die am Donnerstag abgebrochene Am zweiten Aussprache über die Beitragsfrage fortgesetzt. Während die lung eintreten, die für Länder mit niedriger Valuta eine gewisse. Franzosen und Belgier für eine Beibehaltung der bisherigen Rege Regelung erfolgt, die alle angeschloffenen Organisationen gleichmäßig Bergünstigung bedeuten, drängen die Engländer darauf, daß eine bindend belastet. Die Desterreicher und die tschechoslowakischen VerGeneralrats. Der Antrag wurde gegen die Franzosen und treter erklären sich aus ähnlichen Gründen für den Antrag des Belgier mit großer Mehrheit angenommen. A cht stundentages erhält dann das Wort Johannes DöringZu einem Referat über die Aufrechterhaltung des Deutschland. Nach einem geschichtlichen Ueberblick über die EntRedner, daß fünf kostbare Jahre verstrichen seien, ohne auch nur wicklung des Problems bis zu seinem heutigen Stande betont der einen Schritt vorwärts zu tun. Ja, verschiedene Regierungen jeien dazu übergegangen, durch Außerkraftsehung von gefehlichen Beftützen die Unternehmer gegenseitig auf internationalem Wege, stimmungen Verschlechterungen einzuführen. Dies Treiben unterindem sie durch die ihnen dienstbaren Kräfte falsche Nachrichten verbreiten, um die Arbeiter und deren Organisationen zu verwirren. Wie sehr das Unternehmertum international seinem Ziel zustrebt, geht aus der ( Struwwelpeter). 113 eigene Verkaufsstellen im Reiche, davon 19 Verkaufsstellen in Groß- Berlin Somesw Schühfabrik „ Lomad!" spray die Fran Mama; 99 Tack des gute Schuh ist dai Mädchen- Schulstiefel, la R.- Chevreau mit Lackkappe, beste Verarbeitung und prima Lederausführung. Gr. 34/35 6.40, Gr. 31/33 5.90, Gr. 4.90 29/30 5.40, Gr. 27/28 nur Knaben- Schulstiefel, kräftiges Rindbox, gute Lederverarbeitung, starker Strapazierstiefel für Schule u. Straße, ganz besonders günstig, Gr. 36/39 7.20, Gr. 34/35 6.40, Gr. 31/33 5.90, Gr. 29/30 5.40. 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Der Rongreß bringt zum Ausdruck, daß mit der Ratifikation des Washingtoner Abkommens eine Verschlechterung bestehender Arbeitsbedingungen nicht eintreten foll wid daß die 48- Stunden- Woche nicht auf den Sonntag ausgedehnt werden darf. Die gemeinsamen Angriffe der Regierungen und der Unternehmer auf den Achtstundetag und die sonstigen Rechte der Arbeiter beweisen zur Genüge, daß ihnen der geistige Aufstieg und die wirtschaftliche Vervollkommnung der Arbeiterklasse nicht nur gleichgültig ist, sondern daß sie die Arbeiter zu Heloten herabdrücken wollen. Dieser Offensive der herrschenden Klassen muß die Arbeiterschaft daher eine Offensive zur Erweiterung ihrer Rechte besonders in bezug auf Mitbestimmungsrecht in den Betrieben und vor allem für die uneingeschränkte Einführung des Achtstundenund vor allem für die uneingeschränkte Einführung des Achtstundentages oder der 48- Stunden- Woche entgegenstellen. Die Internationale Transportarbeiter- Föderation wird diesen Kämpfen der ihr an geschlossenen Organisationen allergrößte Aufmerksamkeit schenken und auf das tatkräftigfte unterstüßen. Stellungnahme der Arbeitgeber zu einem Antrag der Arbeitnehmer Achtstundentag gefaßten Beschlüsse sind das Mindestmaß deffen, was wegen des Washingtoner Abkommens hervor, der beim Verwaltungsdie Arbeiterschaft zunächst verlangen muß. Anstatt diese Beschlüsse rat des Internationalen Arbeitsamts eingebracht wurde. Die Vera treter der Unternehmer stemmten sich nicht nur gegen den Antrag, fondern gegen das ganze Problem. Hier gebe es weder Feind bund" noch Naionalitätenhaß". Angesichts dieser Berhältnisse müssen die Gewerkschaften die alten Methoden wieder zur Anmendung bringen, dh. die Gewerkschaften müffen sich wieder ein stellen auf den geschlossenen und entschlossenen Kampf. Redner ging zum Schluß auf das Verhalten des Vertreters der deutschen Regierung vor dem Internationalen Arbeitsamt ein und bezeichnete das Herumdrücken um eine flare Stellungnahme unter dem Vorwand, daß dies eine immere deutsche Frage sei, für unverantwortlich. Der Kampf um den Achtstundentag müsse nach den Möglichkeiten der einzelnen Länder und mit Unterstützung des Internationalen Arbeitsamts, deffen Hilfe wegen feines außereuropäischen WirtungsPreises von besonderer Bedeutung fei, fortgesetzt werden. Döring empfiehlt die Annahme einer von ihm entworfenen Entschließung. In der Aussprache erklärt Bromly- England, daß durch den Drud starter Organisationen auf die Regierungen die Bestrebungen des Internationalen Arbeitsamtes unterstüßt werden müßten. Cramb England nimmt Bezug auf einen Antrag über den Achtstundentag, den feine englischen Kollegen eingebracht haben. Er hegt Befürchtungen, daß durch die allgemeine Ratifizierung des Washingtoner Abkommens, wie es die Resolution Döring vorfieht, die bereits jetzt bestehenden befferen Arbeitszeitbedingungen der englischen Eisenbahner wieder in Frage gestellt werden könnten. Scheffel- Deutschland trift dieser Auffassung entgegen, weil er der Meinung ist, daß eine Verschlechterung überhaupt nicht eintreten kann, da das Abkommen den Achtundentag bzw. die 48- Stunden- Woche als normale Arbeitszeit bezeichnet. In der Nachmittagssigung wird in der Diskussion über das Referat Döring und über den Antrag auf Ratifizierung des Washingtoner Abkommens fortgefahren. Walkden England erflärt, daß man in England alles versuchen werde, um das AbTommen im Sinne der vorgelegten Resolution durchzuführen. Einige aufgetretene Mißverständnisse flärt dann Döring durch einer Ergänzungsantrag zu seiner Refolution auf. Die Entschließung wird dann in folgendem Wortlaut angenommen: " Der Kongreß der Internationalen Transportarbeiter- Föde ration erklärt die uneingeschränkte Einführung des Achtstundenbages cder der 48- Stunden- Woche und deren gesetzliche Festlegung als das wichtigste Kampfobjekt der ihr angeschlossenen Organisationen. Die auf der Arbeitskonferenz des Internationalen Arbeitsamtes in Washington in bezug auf den Der Bericht der Mandatsprüfungsfommission er gibt die Anwesenheit von 114 Delegierten, die 40 Drgants [ ationen aus 19 Ländern mit 2010 807 Mitglie. bern vertreten. Es wird dann in die Beratung des Geschäftsberichtes eingetreten. Eine längere Diskussion entspinnt sich über den Abschnitt, der von den Verhandlungen der Vertreter der ITF. mit den russischen Transportarbeiterverbänden im Mai 1923 ba Berlin berichtet. Guinchard Frankreich wendet sich gegen die Verhandlungen mit den Russen und erklärt, daß die Vornahme von Maßnahmen gegen Kriegsgefahren Angelegen heit des JGB. fei. Ma ch bant- England betont, daß die Ruffen uns zwar herzlich willkommen seien, aber Wenn Sie wüßten fäßlichen Erwägungen. = man müsse unterscheiden zwischen aufrichtigen Gewerkschaftlern und bezahlten Agenten, die die Aufgabe hätten, die Gewerkschaften zu zerstören.- Gar belli Italien gibt der Meinung Ausdruck, daß die Verhandlungen mit den Ruffen in Ausführung der bezüglichen Beschlüsse der Wiener Konferenz durchaus berechtigt gewesen feien. Auch Brodczft Tschechoslowakei hält Verhandlungen zur Herstellung der Einheits front nicht für eine Verbesserung. Jocha de Deutschland weist darauf hin, daß der Generalrat die in Berlin getroffenen Vereinbarungen nicht gutgeheißen habe, und zwar aus grund Nach einer furzen Darstellung des Verlaufes der Berliner Konferenz mit den russischen Transportarbeitern und der Gründe, die zu einem negativen Ergebnis geführt haben, durch Fimmen, erklärt Chapell- Belgien, daß die belgischen Organisationen von vornherein gegen die Verhandlungen mit den Russen gewesen seien. Auf Vorschlag des Borsitzenden Williams wird, nachdem diese Frage geklärt ist, der gesamte Geschäfts bericht angenommen. Schumann= Deutschland spricht namens des Deutschen Eisenbahner- Verbandes und des Deutschen Berkehrsbundes den Organisationen der ITF. den Dant aus, die in fritischer Zeit die deutschen Organisationen unterstüßt haben. Die Beratungen werden dann auf Sonnabend vertagt. Man hofft, daß Verlangen Sie ausdrücklich Lebewohl mit Filzring! dann der Vertreter des JGB., Jouhaur, anwesend sein fann. wie sicher und bequem Sie Ihre Hühneraugen und Hornhaut durch Lebewohl" los werden, würden Sie sich nicht erst mit minderwertigen Mitteln herumärgern. " Lebewohl" wirkt durch Filzring sofort schmerzlindernd. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. Seit 20 Jahren bewährt. In Drogerien und Apotheken zu haben. Internationaler Bergarbeiterkongreß. Lehter Berhandlungsfag. Prag, 8. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Heute leitete uses mann, der Borsigende der deutschen Delegation, die Kongreßberatungen. Er teilte mit, daß das internationale Komitee sich in feiner Sigung am Donnerstag mit den Berichten über die Tätigkeit und die Zusammensetzung des Gefretariats befaßt habe. Er bean tragt daher, von der Beratung des Berichts im Plenum des Kon gresses abzusehen, was allgemeine Zustimmung fand. Hierauf schritt der Kongreß zur Vornahme der Wahl der Funf. tionäre. Zurin Vorsitzenden der Internationale wurde der bisherige Borfihende Smith wiedergewählt. Als Husemann das Ergebnis bekanntgab, ertönte minutenlanger Beifall. Smith- dankte für die Wiederwahl und sprach den Wunsch aus, daß die Einstimmigkeit, die auf diesem Kongreß zutage trat, auch weiterhin aufrecht erhalten werde. Zum Kassierer wurde Estreich gewählt. In die Exekutive wurden ihre bisherigen Mitglieder wieder entsandt. Von der Wahl eines permanenten Generalfekretärs der Bergarbeiterinternationale wurde abgesehen und eine Resolution Smith angenommen, in der ausgeführt wird, daß sich die Erefutive mit der Frage der Anstellung eines Sefretärs befaßt und beschlossen habe, definitive Borbereitungen zur Errichtung des Sefre tariats zu treffen. Der Kongreß bevollmächtigte das Internationale Komitee, binnen drei Monaten eine Sigung nach Brüssel einzuberufen zu dem Zwecke, die Frage des Sekretariats definitiv zu erledigen. Zur Schlußrede ergreift Smith das Wort. Er vergleicht die Stärke der Bergarbeiterorganisationen zur Zeit des Frankfurter Kongresses 1922 mit ihrer heutigen Stärke. In der Tschechoslowakei gab es 1922 116 000 organisierte Bergieute, heute 70 000, in Großbritannien 800 000, heute 800 000, in Deutsch land 460 000, heute 249 000, in Frankreich 100 000 heute 60 000, in Ungarn 17 000, heute 18 500, in 2merifa 500 000, heute 600 000, in Rumänien früher feine, heute 11 500, in Desterreich 30 000, heute 20 000, in Jugoffamien 300, heute 1000, in Belgien 98 000, heute 80 000, in Holland 2500, heute 2000, in Luxemburg 2000, heute feine, in Polen früher feine, heute 45 000, in Spanien früher feine, heute 15 000. Die Gesamtzahl der organisierten Bergleute ist pon 2128 800 auf 1972150 zurückgegangen. Smith findet diese Zahlen nicht besonders erfreulich. Er ist der Ansicht, daß mit der 3ahl der beschäftigten Bergleute, die zugenommen hat, auch die Zahl der Organisierten steigen sollte. Smith dankt der Regierung der Tschechoslowakei und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß das junge Land bald in der Berstaatlichung der Gruben voranschreiten werde. Er gedenft noch einmal zusammenfassend der Kongreßarbeiten und schließt mit den Worten:" Für den Frieden, gegen den Krieg!" Die Bekämpfung des Ungeziefers bei Mensch und Tier ist eine der wichtigsten Aufgaben der Gesundheitspflege. Mit Cuprex gelingt die Ungezieferbeseitigung schnell, sicher, leicht und unauffällig, sowie ohne gesundheitliche Nachteile. Cuprex ist das wirksamste und beste Mittel gegen Kopfläuse und übertrifft alle bisherigen Mittel, weil es das Ungeziefer samt Eiern( Nisse) mit einem Male vernichtet. Apotheken und Drogerien halten Cuprex in kleineren und größeren Packungen vorrätig. ZUM SCHULANFANG Kinder- Wäsche 85P Mädchen- Hemden viereckige Hohisaumlangetten.......... 40 cm lang Pf. Form, mit Jede weitere Grösse 10 Pr. mehr Mädchen- Hemden viereck. 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