Nr.380 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 194 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,- Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Luxemburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar? pro Monat. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und geit" mit Sied. lung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenstimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Bozialbemotrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reklamezeile 4.- Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 0,20 Goldmart( aulässig zwei fettgedruckte Worte), jebes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Morte ber 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Der franzöfifche Ministerpräfident bemerkte noch, die Frage der Räumung von Düsseldorf, Duisburg und Ruhrort tönne nicht zwischen den Deutschen, Franzosen und Bel giern allein behandelt werden, da andere Alliierte an dem betreffenden Beschluß beteiligt gewesen seien. Morgen vormittag 210 Uhr erfolgt eine Zusammenkunft der deutschen, französischen und belgischen Delegierten zur Besprechung einiger anderer fchwebender Fragen. Um 10 Uhr findet eine Sigung des Rats der Vierzehn statt. Die entscheidenden Besprechungen in London, die am| Herriot, er werde eine Lösung vorschlagen, von der er glaube, gestrigen Mittwochvormittag begonnen haben, sind in der fechsten Nachmittagsstunde wieder aufgenommen worden. Es nehmen daran teil Reichskanzler Marr, die Reichsminister Stresemann und Luther für Deutschland, Ministerpräsident Herriot, sein Rabinettchef Bergerie und fein Ministerialdirektor Peretti della Rocca für Frankreich, Ministerpräsident Theunis und Außenminister Hymans für Belgien. Der französische Kriegsminister General Mollet und der französische Finanzminister Clémentel waren an diesen Besprechungen vormittags nicht beteiligt, woraus hervorgeht, daß die Frage der internationalen Militärfontrolle in Deutschland und der deutsch- französische Handelsvertrag zunächst nicht Gegenstand dieser Besprechung waren. Das Ergebnis des heutigen Tages tann dahin zusammengefaßt Man hat gestern in London ausschließlich über die Fragen werden, daß in den meisten behandelten Punkten eine der militärischen Räumung des Ruhrgebiets, Einigung erzielt wurde, nur nicht in der Hauptfrage der milider Rückkehr der Ausgewiesenen, des Vertärischen Ruhrräumung. Die Auffaffung in den Kreifen der deutschen bleibens von viertausend franco belgischen Delegation über die hierdurch entstandene Lage ist ern ft. Eisenbahnern im westdeutschen Eisenbahndienst und über den Transfer verhandelt. Es ist also die zentrale Be= deutung der Zurückziehung der militäri= schen Ruhrbesehung auch von Frankreich und Belgien offenbar anerkannt. B 3 In vorgerückter Nachtstunde liegt ein Teilergebnis der Londoner Mittwochbesprechung vor. Die französische Abordnung will die militärische Räu mung des Ruhrgebiets erst in einem Jahre vornehmen und auch beenden. Die deutsche Abordnung fordert, daß die militärische Räumung der wirt fchaftlichen Räumung ebenso auf dem Fuße folge, wie die französische Besagungsarmee dem wirtschaftlichen Santtionspersonal bei der Ruhrbefehung gefolgt ist. Frankreich und Belgien haben wiederholt in offiziellen Regierungserklärungen an das Ausland, auch an Deutschland, wie vor ihren eigenen Barlamenten die militärische Ruhrbefehung ausschließlich als Sicherungsmaßnahme und Bollziehungsgewalt für die wirtschaftliche Santtion bezeichnet. Im Versailler Vertrag findet die Ruhrbesetzung feine Stüße. Das Recht ist unzweifelhaft und unbestreitbar auf der Seite der deutschen Forderung. Loucheur als Quertreiber. Paris. 13. August.( Eigener Drahtbericht.) Ueber die Rolle, die der frühere Minister Loucheur in London spielt, gehen in Paris Gerüchte, die ernsthafte Quertreibereien der von Loudeur gegründeten Gruppe der Radikalen Linken befürchten lassen. Es verlaubet, daß Loucheur den französischen Ministerpräsidenten darauf aufmerksam gemacht habe, daß diese Fraktion, die mit ihren 40 Mitgliedern ben rechten Flügel der Regierungsmehrheit bildet, über den bisherigen Verlauf der Londoner Verhandlungen start beunruhigt sei und die Regierung auf ein Vertrauensvotum von ihr nur rechnen fönne, wenn sie als Gegenleistung für die von Frankreich gebrachten großen Opfer entsprechende Zugeständnisse bei den interalliierten Schulden und vor allem auf wirtschaftlichem Gebiet mitbringe. Wie weit Loucheur er mächtigt ist, im Namen feiner Fraktion, der allerdings eine Reihe sehr unzuverlässiger Clemente, wie der ehemalige Finanzminister Alo, angehören, zu sprechen, sei dahingestellt. In Paris nimmt man jedenfalls an, daß sein Manöver darauf berechnet ist, Herriot zu zwingen, sich bei den Verhandlungen mit den Deutschen das zu der privaten Infereffensphäre Lou cheurs gehörende Projekt einer franzöfifchen Rapitalbeteili. gung an wichtigen deutschen Industrien zu eigen zu machen. Parallelverhandlungen. Die Stellung des Vorsitzenden im Strafgericht. Man schreibt uns: Der Zwischenfall im Potsdamer Waffendiebstahlprozeß hat eine Frage wieder einmal in den Vordergrund gerückt, die zu den wichtigsten der Strafrechtspflege gehört. Der Fall vor dem Staatsgerichtshof ist ein besonders auffallender unter zahllosen anderen, die im Wesen nicht besser sind. Und sie find alle begründet in einem falschen System, das bringend der Aenderung bedarf. Jeder kennt das Bild des Einzelrichters oder des Gerichtsvorsitzenden, der in der Hauptverhandlung den Angeflagten verhört. Er hat die Alten, die er bereits studiert hat oder doch haben soll, vor sich liegen und richtet nun an den Angeklagten und später an die Zeugen die Fragen, die geeignet sind, ein Geständnis oder die Neberführung des leugnenden Angeklagten herbeizuführen. Neben ihm haben die etwaigen Beisiger, auch die Schöffen, Staatsanwalt und Berteidiger, auch der Angeklagte gegenüber Zeugen und Sachperftändigen, das Recht der Fragestellung. Aber der Vorsigende steht durchaus im Vordergrund. Seine Stellung als Berhandlungsleiter vereinigt sich mit seiner Attentenntnis, um die ganze Wucht der von Staatsanwaltschaft und Unterfuchungsrichter vorbereiteten Anklage auf den Beschuldigten herabfansen zu lassen. dieser Verhandlungsleiter nicht nur Richter, sondern auch Zwei Dinge sind dabei unverkennbar. Erstens, daß Untersuchungsführer ist, der wenn er an die Schuld glaubt auf die Schuldigerflärung hinarbeitet. zweitens, daß von der völligen Unvoreingenommenheit, die sein sollte, fast nie die Rede ist. Der Vorsitzende hat sich nach vor dem Abschluß der Verhandlung bei dem Richter vorhanden dem Atteninhalt bereits eine Meinunng gebildet. Es bedarf sehr schwerwiegender Ueberzeugungsgründe, um ihn davon, d. h. in der Regel von der Annahme der Schuld des Angeklagten, den ja der Eröffnungsbeschluß bereits als„, hinreichend verdächtig" erklärt hat, abzubringen. Kommen dazu noch besondere Borurteile sozialer oder politischer Art, wie sie in den Kommunistenprozeffen fast immer zuungumsten, in ben gegen rechts gerichteten nicht selton zugunsten der Angeflagten ins Gewicht fallen, fo fann von gleichmäßiger Berteilung von Licht und Schatten, von einer wirklich gerechten Gerichtsverhandlung nicht die Rede sein. das weismachen?"- ,, Nun, wir werden ja die Zeugen darAeußerungen wie die: Angeklagter, wem wollen Sie über hören" und ähnliche find in unseren Gerichtsfälen an der Tagesordnung. Handelt es sich dann gar um Richter wie den berüchtigten Brausewetter, der am Ende in geistiger Umnachtung gestorben ist, um ausgefprochen politische Prozeffe, in denen, wie in dem Prozeß föder von Nachteil des Hofpredigers) eine Rolle spielt, oder gar um 1882 das ,, Sentiment" des Borfizenden( damals freilich zum gesinnungslose Werkzeuge politischer Machthaber im Richtertalar, dann fann es geschehen, daß die Gerechtigkeit mit Füßen getreten, die Gerichtsverhandlung zur Bosse wird. Die Londoner Konferenz soll nach dem übereinstimmenden Willen ihrer Teilnehmer Europa endlich den wahren Frieden und die Möglichkeit ungestörten Wiederaufbaus und zu= nehmender Völkerversöhnung bringen. Das französische Volk hat durch die Kammerwahl vom 11. Mai diesen Willen mit überwältigender Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht, die belgische Regierung hat mehr als einmal Zeichen des Verständigungswillens gegeben. Eine Verlängerung der militärischen Besetzung über die wirtschaftliche Räumung und über die tech nische Notwendigkeit hinaus, die der Abzug einer solchen Militärmacht erfordert, müßte, vor allem im Ruhrgebiet, als eine Ausnugung der Gewalt, aber nicht als eine mentel und Nollet feien bemüht, in dieser Hinsicht Zuficherun- der Richtung zum Bolksgericht werden nötig sein, um alle Wiederherstellung des Rechts empfunden werden. Deutscher Verhandlungsbericht. London, 13. Auguft.( WIB.) Der Sonderberichterstatter des WIB. erfährt über die heutigen Berhandlungen zwischen den deutschen, franzöfifchen und belgischen Delegationen, die den ganzen Vormittag und Nachmittag in Anspruch nahmen, daß in der Hauptfrage der militärischen Räumung fein Fortschritt erzielt wurde. Vormittags war die französische Delegation durch den französischen Ministerpräsidenten Herriot, Peretti della Rocca und Bergery vertreten. Am Nachmittag nahmen auch der französische Finanzminister Clémentet und der Kriegsminister Nollet an den Verhandlungen teil. Der franzöfifche Ministerpräsident erklärte, fein Vorschlag gehe dahin, daß die Ruhr geräumt werden solle in einem magimum von einem Jahr. Er fügte hinzu, er könne teine Angaben über eine staffelweise Räumung machen. Die von deutscher Seite gestellte Frage, von welchem Tage ab die Räumungsfrist in diefem Jalle zählen würde, soll morgen beantwortet werden. Der Reichskanzler Mary war heute mitlag bei dem brifischen Ministerpräsidenten Macdonald, um ihm von dem Ernst der Lage Kenntnis zu geben und ihm mitzuteilen, daß die deutsche Delegation auf diese franzöfifchen Borschläge nicht eingehen könne. Da nachmittags angesichts des starken Gegenfatzes zwischen den beiderseitigen Auffassungen eine Stocung eintrat, teilte der Reichskanzler mit, daß er angesichts der überragenden Bedeutung dieser Frage sich mit dem Reichspräsi denten in Berbindung sehen würde. Es ist anzunehmen, daß dieje Befragung erst morgen erfolgen wird, wenn die Franzosen die verfprochene Auskunft gegeben haben. Es wurde dann noch über die Frage der Rückkehr der Ausgewiesenen verhandelt, in der eine Einigung erzielt wurde. Zur Frage der Eisenbahner erklärte Ministerpräsident Paris, 13. Auguft.( WEB.) Nach dem Londoner Sonderberichterstatter der Agentur Havas hätte man unabhängig von den Fragen, die heute morgen zwischen den französischen, belgischen und deutschen Delegierten verhandelt wurden, noch die Bedingungen zu beffimmen, unter denen die Probleme der interallierten Schulden, der deutsch- franzöfifchen Handelsbeziehungen und der Entwaffnung Deutschlands geregelt werden sollen. Crégen zu erhalten. Wenn fie fie erhalten sollten und wenn auf der anderen Seite heute abend mit den Deutschen eine Einigung über die Räumung des Ruhrgebietes zustande käme, sowie über die damit zusammenhängenden Fragen, würde in den Arbeiten der Konferenz ein beträchtlicher Fortschritt erzielt fein, und der Abschluß fönnte dann ziemlich ruhig erscheinen. Das Kriegsschuldenproblem. London, 13. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Auf franzöfifcher Seite macht sich der Wunsch immer stärker bemerkbar, gleichzeitig über die inferalliierten Schulden Zusicherungen zu erlangen, die zum mindesten eine Lösung dieser Frage im Sinne der Formel ermöglichen, die vor 1½ Jahren von dem fonservativen Kabinett Bonar Law in Aussicht gestellt wurde. Nicht nur Elemente um Coucheur, der seinen Aufenthalt in London verlängert hat, drängen auf eine Klarstellung dieser Frage. Auch die franzöfifchen Sozialisten sind der Auffassung, daß die Lösung des Reparations. problems unmöglich set ohne eine Regelung der Schulden Frankreichs. Die Anleiheanssichten. Paris, 13. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Nach hier vorliegenden Meldungen sollen die amerikanischen Bankiers Otto Kahn und Sisson, die am Mittwoch, von einer Europareise zurückkehrend, in New York gelandet sind, die Ueberzeugung ausgesprochen haben, daß die 800- Millionen- Anleihe sehr schnell gezeichnet werde. Man glaube, daß die internationale Finanz sich darüber innerhalb vierzehn Tagen einigen werde. Als Bedingungen werden genannt: eine 7prozentige Berzinsung und ein Ausgabeturs von 93. Puffchversuch in Portugal. In Lissabon sand nach offiziellen Mitteilungen ein kommunistischer Butschverfuch statt. Einige Bom ben find ge vorfen, im Anschluß daran mehrere Personen verhaftet worden. Militär und Polizei beherrscht die Stadt. Durchgreifende Umgeftaltungen unseres Rechtswesens in folche Klippen einer gerechten Rechtspflege zu vermeiden. Aber die Umgestaltung des Berfahrens im Sinne größerer Sicherung des Angeklagten ist eine Aufgabe für sich, deren Lösung nicht mehr lange verschoben werden darf. Im Strafgerichtsverfahren gibt es zwei grundfäßliche Richtungen, die als Inquisitions- und als Anklageprozeß bezeichnet werden. Das Wesen des Inquifitionsprozesses, bei dem man nicht immer an die Greuel der alten Rezerverfolgungen zu denken braucht, besteht darin, daß der urtellende Richter zugleich die Untersuchung führt, in der der Angeschuldigte lediglich als Gegenstand der Untersuchung, nicht als gleichberechtigte Prozeßpartei erscheint. Bei dem Anlage oder Parteien prozeß wird die Anklage entweder durch private Ankläger oder durch die Polizei, selten durch eine besondere Staatsanwaltschaft erhoben und bis zum Richterspruch durchgeführt. Auch in der Gerichtsverhandlung, in der der Richter nur die Berhandlung leitet, nicht aber den Angeklagten verhört. Dieser oder sein Verteidiger sind dabei dem Ankläger völlig gleichberechtigt; ebenso wie er Partei im Rechtsstreit. In Deutschland hat an Stelle des altdeutschen Barteiprozesses sich vom Mittelalter an nach dem Muster firchlichen ( fanonischen") Rechts der geheime und schriftliche Inquifitionsprozeß durchgesetzt, als dessen Behelse früher die Felter, später immer noch eine Reihe fühlbarer Zwangsmittel ange= wandt wurden. Unter dem Einfluß der französischen Repolution und der im lintsrheinischen Deutschland mit den französischen Errungenschaften gemachten Erfahrungen setzte fich seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts eine Umbildung in der Richtung zum Anklageprozeß durch. In der Frankfurter Reichsverfassung von 1849 heißt es in den Grundrechten (§§ 178, 179):„ Das Gerichtsverfahren fox öffentlich und mündlich sein. In Giraffachen gilt der Anklage= prozeß. Schwurgerichte sollen jedenfalls in schwere ren Strsffachen und bei allen politischen Vergehen ur- teilen." Das öffentliche Verfahren sollte die Tätigkeit des Ge- richts der Nachprüfung durch die Volksmeinung unterstellen. Die Mündlichkeit der Verhandlung bezweckt, die Unmittelbar- keit des Eindrucks als Grundlage der Urteilsfindung zu sichern und die Beeinflussung der Rcchtfprechenden durch die in den Akten niedergelegten Ergebnisse der geheimen Unter- suchung auszuschließen. Die Grundsätze von 1849 wurden in den deutschen Staaten vor der Reichsgründung teilweise, ungleichartig und widerspruchsvoll durchgeführt. Preußen brachte es über- Haupt nichr zu einer einheitlichen Regelung. Bis zum 1. Ok- tobe? 1879, an dem nach mehrjährigen Vorarbeiten die ein- heitlichen Justizgesetze für das Reich in Kraft traten, standen die beiden Verfahrensordnungen nebst einer Reihe vermitteln- der Gesetze nebeneinander in Deutschland in Kraft. Die neue Strafprozeßordnung und das Gerichtsver- fassungsgesetz verwirklichten zum überwiegenden Teil die For- derungen der Oeffentlichkeit und Mündlichkeit für die Haupt- Verhandlung. Eine Oeffentlichkeit der Voruntersuchung ist durch deren Zweck an sich ausgeschlossen, ließe sich aber durch Mitwirkung össentlicher Vertnuienspersonen und ein gewisses Maß von Oeffentlichkeit für die Fassung des Eröffnungsbe- schlusses in einigem Umfang ersetzen. In vollem Umfang be- steht die Heimlichkeit fort für die Beratung des Gerichts, die zum Beispiel im Kanton Bern öffentlich stattfindet. Dazu ist durch die Einwirkung der geheimen Voruntersuchung und ihrer niedergeschriebenen Ergebnisse auf den Gang der Haupt- Verhandlung auch deren Mündlichkeit erheblich beeinträchtigt. Wie leicht kann es vorkommen und kommt es vor, daß irgend- ein Gegenstand der Untersuchlingsakten, der auf die akten- studierenden Richter, den Vorsitzenden und den etwaigen Be- richterstatter einen starken Eindruck gemacht hat, in der münd- lichen Verhandlung gar nicht zur Sprache kommt, dann aber, ohne ein Gegengewicht durch weitere Erörterung erfahren zu haben, die freie Beweiswürdigung des Gerichts und dadurch das Urteil mitbestimmt. Völlig unzulänglich aber ist die Abwendung vom In- quisitionsprozeß zum Parteienprozeß. Nicht allein, daß die Verteidigung, zumal wenn der Angeklagte sich selbst ver- teidigt, keineswegs dem Staatsanwalt rechtlich gleichgestellt ist— auch der Richter bzw. der Vorsitzende steckt noch zum guten Teil im Jnquisitionsprozeß. Er ist vorbereitet durch Akten, also schriftliches und geheimes Verfahren. Er verhört Angeklagte und Zeugen, setzt also die Untersuchung fort und berät schließlich geheim mit seinen Kollegen. Noch verschlim- mert wird dieser Zustand durch die Emmingersche„Reform", die das Gericht von der Pflicht, alle vom Angeklagten be- antragten Zeugen zu vernehmen, entbunden hat. Die öffentliche Beratung hat sich auch in den angel- sächsischen Ländern nicht durchgesetzt. Sonst ist doch das Ideal des Parteiprozesfes mit völliger Gleichberechtigung von Ankläger und Angeklagten verwirklicht. Nicht minder der Grundsatz der Oeffentlichkeit und Mündlichkeit. Von keiner Aktenkenntnis beschwert, ein unbeschriebenes Blatt, kommen Geschworene und Richter zur Verhandlung, die vor ihnen im Kampfe der Parteien den ganzen Sachverhalt abrollt. Die Vernehmung des Angeklagten und der Zeugen ist Sache des Anklägers und des Verteidigers. Der Richter, weit entfernt, ein Stück der Unterfucbnngs- und Verfolgüngsmafchinerie zu fein, thront über den Parteien. Er leitet die Verhandlung, faßt die Fragen an die Geschworenen ab und fällt auf Grund ihres Wahrfpruchs und feines ungetrübten Eindrucks von der mündlichen Verhandlung das Urteil. Das ist, neben anderen Verbesserungen in Gerichtsoerfassung und �-verfahren, die Strafgerichtsverhandlung, die wir verlangen müssen.„Die dem Rechtsstaat entsprechende Form des Strafverfahrens ist die eines Rechtsstreites(eines Streites über das Recht des Staates, im konkreten Falle zu strafen) zwischen zwei prin- zipiell gleichberechtigten Rechtsfubjekten", sagte schon 1567 W a l t h e r in dem gemäßigt liberalen Bluntschli-Braterschen Staatswörterbuch. Derselbe betont aber auch„die in der Ge-' schichte der Strafrechtspflege immer wiederkehrende Erschei- nung, daß die kriminalrechtlichen Institutionen im allgemeinen und die Strafgerichtsoerfassung insbesondere im i n n i g st e n Zusammenhang mit den politischen Zu st än- den überhaupt stehen, und daß jede bedeutende Aenderung in jenen Institutionen immer von mehr oder minder tief- greifenden politischen Veränderungen begleitet sei. Es be- durste zur Einführung des rheinisch-französischen Strafprozeß- rechts in dem diesseits des Rheins gelegenen Deutschland der großen politischen Bewegung des Jahres 1848." Die neue deutsche Revolution hatte sich weit höhere Ziele gesteckt als die von 1848. Sie hat aber noch keinen Schritt zur Beseitigung der gefährlichen Halbheiten der Gesetze aus Bismarcks Reformzeit im Gefolge gehabt, ja sie ist schon in einem guten Teil der Emmingerfchen Verordnungen wieder in den Sumpf der Reaktion ausgemündet. Hier gilt es, die alten Forderungen vom Volks- und Menschenrecht immer aufs neue zu erheben. Dazu gehört auch die grundsätzliche Umgestaltung der Stellung des Vorsitzenden im Strafgericht. die �rbeitszeit-Interpellation. Die Stellung des Reichsarbeitsministeriums. Der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns hat sich über- zeugen müssen, daß seine schroff ablehnende Stellung gegen- über der Ratifikation des Washingtoner Abkommens nicht haltbar ist. Unter dem Druck der Stellung der Gewerkschaften und unter der Wirkung des für Deutschland ungünstigen Ein- drucks, den seine Stellungnahme im Ausland hervorgerufen hat, erklärt er sich zu Vorverhandlungen über die Ratifikation bereit. Das„Berliner Tageblatt" teilte gestern abend folgen- des über die Absichten des Reichsarbeitsministers mit: Nach den Erklärungen des Reichsartellsminsters Dr. Bnmns gegenüber den Vertretern der Gewerkschaften und Spitzenverbänd« ist zu erwarteo, daß in der nächsten Woche beim Zusammentritt des Reichstags ver Reichsarbeitsminster die Stellung der Regierung zur Frag« der Ratifizierung des Arbeitszeitabkom- mens von Washington darlegen wird. Der Reichs- tag wird infolgedessen einen Tag früher zusammen. treten, als zunächst zur Verabschiedung der Ausführung«- gefetze des D a w« s- G u ta ch t en s vorgesehen war. Vor diesen Gesetzes berotun�en sollen also am ersten Sitzungstage die ver» fchicdenen dem Reichstag« voeliegsnden Interpellationen über die Genfer Arbeitskonferenz und die Ratifizierung des Washingtoner Abkommen» behandelt werden. Di« gewerkschaftlichen Spitze noerbände weiden, wie wir hören, ihre Ent- fcheidung über di« eventuelle Durchführung des Volksent- fchetds im wesentlichen von dem Inhalte der bevorstehenden Re- gierungserklärung abhängig machen. In gewerkschaftlichen Kreisen schomt man aber zu erwcrvtKi, daß die Regierungserklärung defrie- diyend ausfallen wird, zumal der deutsche Arbeitsmimster sich schon vor einger Zeit zu einer persönlichen Aussprache mit den Arbeitsmini st ern von England und Frank- reich über dies« sozialpolitischen Fragen bereit erklärt hatte und diese Aussprache in baldiger Zeit in Köln oder im neutralen Auslande zu erwarten ist. Zur Herbeiführung einer möglichst einheitlichen Beurteilung des Arbeitszeltproblems im Reichstage wird in der nächsten Woche vor Zusammentritt des Reichstags eine Besprechung der den Gewerkschaften nahestehenden Abgeordneten stattfinden." Der englisch« Arbeitsminister Tom Shaw und der französische Arbeitsminister G o d a r d haben ihre Bereit- Willigkeit zur Ratifikation wiederholt erklärt. Wenn Herr Dr. Brauns für die Erklärung seiner Bereitwilligkeit zur Ratifikation die Zusicherung der Ratifikation durch England und Frankreich wünscht, so wird er bei der geplanten persön- lichen Zusammenkunft diese Zusicherung erhalten. Die Sozialdemokratie hat ein brennendes Interesie an der Beantwortung ihrer Interpellation über die Ratifikation des Washingtoner Abkommens. Sie erwartet eine bündige Rate mal— G.m.b.tz. Bon Walter Heinze. Isaak Deilchenfeld, von der Zunft der Knopfdreher, steckt« bis über die Ohren im Klubsessel und in Sorgen, di« sein auf dem Schreibtisch hockender Freund, Notar Mayer XIII, durch einen genialen Einfall zu verscheuchen trachtet«. Es galt, di« drohende Ge- fahr einer ehrlichen Pleite abzuwenden. Plötzlich schlug der lange Selmar auf den Tisch, daß die Platte kracht«.„Ich hab's, Ist, di« Konkurrenz wird vor Neid platzen". Dann stülpte er den Hut über die leuchtende Glatze und verschwand, ohne dem völlig verdutzten Veilchenfeld die Zündkrast seines Geistes- blitze? zu illustrieren. Mayer XIII war nun täglicher Berater im Haus« Veilchenfeld, denn seine Findigkeit hatte in dickleibigen Folianten gesetzgeberischer Tätigkeit gewisse Stillen entdeckt, an denen man ungestraft unter Palmen wandeln durfte. Er war es auch, der noch«in paar Stroh- männer zusammengetrommelt hatte, die bald im Handelsregister als Rat« mal— G. m. b. H. Vertrieb von Erzeugnissen der Knopfindustrie mit Isaak Beilchenfeld als Geschäftsführer, zu Buche standen. Das Tippfräulein war baß erstaunt, statt flehentlicher Stun- dungsgesuche nunmehr vor Optimismus strotzende Brief« oerfertigen zu müssen, die gleich einer Schar von Friedenstauben auf das Heer der erregten Gläubiger losgelassen wurden. Georg, der„bessere" Hausdiener, sah feine faulen Tage schwinden, er mußte, was bei ihm natürlich unter der Devise Eile mit Weil« geschah, Musterfen- düngen zusammenstellen, wie sie in alten Glanztagen gratis versandt zu werden pflegten. Der Ches selbst stieg zu wiederholten Malen in höchsteigener Person in die Kellerräum« hinab, allwo sich noch aus den Zeiten seines Großvaters taufende Dutzend Knöpfe Marke„Großer Kur- fürst",.�Derfflinger" u. a. m., sowie aus den leider och so rasch ver- rauschten Kriegsjahren her ganz« Berge seiner fabrikmäßig herge- steiiten Erzeugnisse vorfanden. Da trotz eines frugalen Essens die Abnahmekomniisjion ihr Gewissen nicht damit belasten mochte, so träumten sie hier ungewissen Schicksalen entgegen. Und bald darauf erschienen mit einem Schlage in allen größeren Blättern die ganzseitigen Inserate der Rate mal— G. m. b. H., und ihr Inhalt war bald das Zauberwort, das von Mund zu Mund ging. So etwas war überhaupt noch nicht dagewesen. Mi.! Formnas Gunst und einer Rcntenmark konnte mancher den Traum seines Lebens verwirklicht sehen. Und dabei war di« Lösung der Preisaufgabe noch gar nicht einmal schwer, denn wer hätte nicht aus den Bruchstücken: jed erist desei gnenglük tesschmi dwerei nem arkschick tratemit den Satz richtig zusammengestellt. Was spielten denn da selbst die noch geforderten 30 Pfennige für Porto und Verpackung für ein« Rolle, wenn man als Zeichen der Reellität, wie es in dicken Lettern in der Annonce zu lesen stand, ein Dutzend hoch- moderner Knöpfe ins Haus geschickt bekam. Dagegen waren ja die Lotterien der reinste Nepp. Fast ohne jegliches Risiko ging man dann ins Rennen um ein mit allem Komfort eingerichtetes Landhaus, in beliebiger Gegend Deutschlands errichtet, oder 30 099(man bedenk«: Dreißigtaujend) Rentenmart in bar, eine Pierzimmer-Einrichtung oder 10 000 Renten- mark(d. h. den Gegenwert fünfjähriger mühevoller Arbeit), zwei fabrikneue Automobil« oder je 4S00 Rentenmark, eine--- Kurz und gut, dies« Gelegenheit durfte einfach niemand versäumen. So braucht« es dann auch gar nicht zu verwundern, daß in den Kontorräumen des Geschäftsführers ein äußerst reges Getriebe sich zu entwickeln begann. Die Abrechnungen des Postscheckamtes wiesen stattliche Zahlenreihen auf. Der Geldbriefträger kam so oft, daß er sich selbst schon scherzhast als Kassenbote der Firma bezeichnete. Dem guten Georg, der einen besonderen Hang für den tieferen Sinn althergebrachter Sprichwörter hatte, gefiel: Sich regen bringt Segen jetzt besonders gut, und sein« Blicke hingen in seeligem Entzücken an seinem Chef, der mit gewichtiger Gebärde täglich Stöße von Briefen des so begehrten Inhaltes entleert«. Veilchenfeld war rosigster Laune, und wenn der Hausdiener, den Handwagen gehäuft voller Päckchen, zur Post fuhr, dann konnte«r destimmt auf di« Großmut seines Prinzipals bauen. Das Glück war dem Jungen auch insofern besonders hold, als er ab und zu beim Frankieren helfend Hand anlegen mußte. Es war manchesmal kaum zu glauben, wie schnell sich so ein Markenbogen verklebt«. Georg wurde in seinem Fußballklub„Holzer 96" ein« klein« Berühmtheit. Durch Stiftung von sechs Bällen sah er sich bald darauf zum Ehrenmitglied ernannt. Fräulein Mariann«, die Tippeus«, trennt« sich von ihrer alt- modischen Schneckenfrisur, ließ sich einen Bubentopf zurechtstutzen und begann Zigaretten zu rauchen. Sie tonnte sich sogar ein a ternpo angeschafftes Berhältnis etwas kosten lassen. Beim 1S0 000. Einsender mußten bereits di« Kriegsknöpfe in Aktion treten. Veilchenfeld hatte nach Tagen ungetrübten Glückes wieder einmal einen leichten Sorgenanfall. Würden dies« bis zum 500 000. Bewerbe ausreichen? Aber, da die Konjunktur für die Rat« mal— G. m. b. H. eben so hervorragend günstig war, wollt« es der Zufall auch, daß ein« kleine Quetsche Pleite machte und die prähisto- rischen Lagerbeständ« an die glücklichere Firma verramschen konnte. „Gehört mit zur Form", behauptet« Veilchenfeld vergnügt. Die schnöde Habsucht fraß sich in die Herzen der Gesellschafter und bestimmte sie, auf vielseitigen Wunsch(!) den Schlußtermin für die Einsendungen um vier Wochen hinauszurücken. Am Tage der halben Million schwamm der ganze Betrieb in Alkohol, und Marianne fühlt« sich bewogen, die Schar der zum engen Kreise Zählenden durch sommerlich-dustige Tänze zu ergötzen, wobei Georg so wenig Kunstverständnis bewies, daß er in die Speisekammer gesperrt werden mußte. Das geschah alles, diewetl Frau Veilchenseü» Erklärung der Reichsregierung. Die Vorhersage des„Berliner Tageblatts" über die gefchäftsordnungsmäßige Behandlung der Interpellation im Reichstag erscheint uns verfrüht. Die parlamentarische Behandlung der Interpellation wird von den Beschlüssen des Aeltestenausschusses, aber auch von der Gestal- tung der politischen Gesamtsituation abhängen, mit der sie im engsten Zusammenhang steht. Lanübünülerfturm. Schutzzoll oder Revolution! Die Kreisorganisotionen des Landbundes veran- stalten augenblicflich auf höheren Befehl eine Bersammlungs- kampagne, deren Zweck es ist, möglichst viel Radau für die Einführung von Schutzzöllen und die Steuer- befreiung der Landwirts ch a f t zu machen. Die den Großgrundbesitzern ergebene Presse veröffentlicht täglich spaltenlang die Resolutionen der Kreisversammlungen. deren Wortlaut sehr deutlich den gemeinsamen Vater erkennen läßt. Interessanter als die von oben befohlenen Forderungen der Kreislandbündler sind ihre Drohungen für den Fall einer Ablehnung des deutschnationalen Schutzzollprogramms. So erklärt der SächsischeLandbund kurz und bündig: Di« Landwirte sind sich einig darin, daß sie zur Erreichung dieses Zieles zur Tat schreiten müssen und erklären, vom Oktober bis zum Februar keinen Kunstdung, insbesondcre kern Kati und kernen Stickstoff zu kaufen. Weitere Schritte behalten sie sich vor. Worin die„weiteren Schritte" bestehen sollen, deutet der Vorsitzende des Landbundes in Mecklenburg-Schwerin, Guts- besitze? L ü t t m a n n- Wahrsdorf, an. dessen Rot so groß ist, daß er sich noch immer Festlichkeiten in großem Stil, Reit- turniere und Ministerempfänge leisten kann. Er führte auf einer Protestversammlung des mecklenburgischen Landbundes u. a. aus: .Sollt« dieser Protest nichts nützen, dann ist die Zeit des Redens vorbei, dann muß das Kommando erklingen: han- delnl Der Reichsregierung muß zugerufen werden: Bis hierher und nicht weiter! Wenn aber auch dieser Ruf nichts fruchtet, dann bleibt nur noch die S« l b st h i l f e. Dann kann mir die kräftig« Vauernfaust uns befreien." Noch deutlicher wird der deutschnationale Reichstags- abgeordnete Krüger- Hoppenrade, der sich auf einer„Land- volk"-Kundgebung des Kreises Zauch-Belzig zu der Drohung verstieg: wenn keine Besserung erzielt wird, ist die Landwirkschoft geschlossen bereit, jede Steuerzahlung abzulehnen, mit Gewalt die Regierung zu ergreisen und das Deutsche Reich zum allen Glanz zurückzuführen. Ver weg muh bereitet werden, beseelt von dem alten militärischen Seist... Die Aeußerungen genügen, um den Geist der deutsch- nationalen Landbundagrarier zu charakterisieren. Sie sind die- selben Gewaltmenschen der wilhelminischen Zeit geblieben. Sie sind Monarchisten nach dem Grundsatz:„Und der König absolut, wenn er unfern Willen tut." Aber die Zeiten haben sich geändert. Die Herrschaften werden sich täuschen, wenn sie glauben, daß ihre Drohungen mit dem Dreschflegel heute noch einen Eindruck machen. Sie sind lediglich neue Beweise für das scheinheilige Gebaren der deutschnationalen Sippe. Wenn die Arbeiterschaft um ihre Bettellöhne kämpft, schreien sie nach Ausnahmegesetzen, sie selbst aber inszenieren nicht nur eine groß angelegte Steuer- und Ernährungssabo- tage, sondern drohen darüber hinaus mit der R e o o l u- t i o n, wenn die Regierung ihren selbst von dem Organ Stin- nes' bekämpften Wünschen nicht willfährig ist. Man darf neu- gierig sein, wie sich die Reichsregierung zu den unverschämten Drohungen des Landbundes stellen wird. Die Sozial- demokratie wird jedenfalls nun erst recht auf dem Posten sein, nachdem der Landbund gezeigt hat, welche Wege er zu gehen gedenkt. nebst Töchtern in Ahlbeck weilte und den arg beschäftigten Gatten nach Kräften bemttleidete. So rückt« indessen der Tag heran, an dem... unter Ausschluß des Rechtsweges usw.... die Perlosung der Gewinne vor sich gehen und die Entscheidung de» Preisgerichts unanfechtbar gemacht werden sollt«. Schon lang« vorher stand das Ergebnis für diesen bedeutungs- vollen Termin fest. Es galt nur, geschickt zu decken. Der Großvater von Georg, der mit Mühe und Not seinen Na- men schreiben gelernt hatte, war der Gewinner des Landhauses, und fein Enkel fuhr mit 500 Mark und der Verzichtsurkund« in der Tasche tief nach Masuren hinein, um die Unterschrist des Alten zu ergattern. Die elegante Wohnungseinrichtung siel an Mr. T. H. A. N. K. Pou in San Francisko. Fräulein Annelies Täubchen, eine zweiundneunzig, jährige Stiftsdam«, und ihr längst verstorbener Bruder waren die Gewinner der Automobil«. Die alte Dame verzichtete auf ihr und das ererbte Teufelsfuhrwerk, da sich die Rate mal— G. m. b. H. zu einer Armenstiftung von 500 Marl bereit erklärte. Die Verteilung des S. bis 1000. Preises meldet« keine Chronik. Jeder der Einsender baut« eben seine Hoffnungen an anderer Stätte neu auf. zumal jetzt ein« wahre Preisrätsel-Epidemie grassierte und dl« Aufmerksamkeit des Publikums von der Rat« mal— G. m. b. H. ab und bereits auf tausend ander« Versprechungen hinlenkte. Roch niemals zuvor hatten di« Zeitungsverleger derartig gute Geschäfte gemacht, bis dann einsichtigen Finanzräten ein Licht der Erkenntnis aufging, sie eine Umgehung des Glücksspiel- und Lotterie. gesetzes entdeckten und die Paragraphenschraube den vielen Nach. läufcrn der Rate mal— S. m. b. H. di« Luft benahm. Mariann« mußte ihr Verhältnis abbauen. Ans der so schnell entstandenen Lebedam« wurde wieder das klein« Tippfräulein, dos im Hause Isaak Veilchenfeld ein bescheidenes, wenn auch erträgliche» Dasein fristet«. Auch Georg war froh, seine Stellung zu behalten. Ein« Villa im Grunewald zeigte die Türschilder von I. Veilchen- selb und Mayer XIII und die Garage beherbergte zwei flinke Auto- mobile. Die totale Mondsinsiernis, die am Donnerstag m den Abend. stunden stattfindet, wird infolge ihres günstigen Zettpunkts sicherlich allgemein Beaä,lung finden. Es wird die zwecke totale Morchfinster. nis dieses Jahres, und sie ähnelt der ersten, die am 29. Februar stattgefunden hat. auch darin, daß bei beiden Finsternissen der Mond bei uns bereits verfinstert aufgeht. Diesmal hat beim Aufgang des Trabanten allerdings der Erdschatten di« Mondscheibe kaum erst be- rührt. Wie stets, tritt der Mond mit feinem Ostrand in den Erd. schatten ein, m den«r mehr und mehr eindringt, so daß sich d« beleuchtet« Bild des Mondes mehr und mehr der schmalen, zu- nehmenden Sichel nähert, bis der Trabant völlig vom Erdschollen bedeckt ist. Die erst« Berührung des Mondrandes mit d»m Erd- schatten erfolgt um 7,30 Uhr nachmittags: nach genau einer Stunde um 8,30 Uhr. ist der Mond völlig durch den Erdschatten verfinstert' und bleibt bis 10,9 Uhr abends völlig unbeleuchtet. Trotzdem ver- schwindet der Mond nicht völlig unseren Blicken. Auch während der Was sie nicht unterzeichnen. Die Deutschnationalen und das dritte Versailles. Die Deutschnationalen werden die Gutachtengeseze annehmen. Sie werden- frog Landbundgeschrei und Maurenbrecher den Dawes- Plan annehmen. Sie werden das zweite Versailles" unterzeichnen, diese Ausgeburt des Wahnwizes", die sie als schlimmer als Bersailles bezeichnet haben. Die innere Verlogenheit ihrer Politik wird sich treff lich offenbaren. Wenn sie fortan gegen die republikanischen Parteien den Vorwurf antinationaler Gesinnung wegen der Unterzeichnung des Vertrages von Versailles erheben werden, so wird ihnen ein Gelächter der Verachtung entgegenschlagen. Der entlarote Hochstapler ist immer eine traurige Figur, der politische ebenso wie der gemeine. Welch, erbärmliches Bild, wenn das Lügengebäude zusammenbricht und an die Stelle erborgter Haltung die geduckte Unterwerfung unter die Gerechtigkeit tritt! Heute noch die mutigen Borkämpfer gegen Versailles, gegen die Erfüllungspolitik, die voll Stolz und Berachtung auf die Parteien der Mitte und der Linken herabsehen, morgen die Unterzeichner des zweiten Bersailles! Sie werden unterzeichnen: aber etwas bleibt, was sie nicht unterschreiben werden. Etwas, das ihnen fürchterlicher und gefährlicher ist als Versailles, als der Dawes Blan, und das sie deshalb bezeichnen als das dritte Bersailles. Dies furchtbare Etwas, an dem sich die Grundsahfestigkeit der Deutschnationalen nun endlich erweisen wird, nachdem sie gegenüber dem Dawes- Plan vor die Hunde gegangen ist, ist das Washingtoner Abkommen und der Artifel XIII des Bertrages von Versailles über den Schutz der Arbeitskraft und die Organisation des Internationalen Arbeitsamtes. Die Bestimmungen des Artikels XIII, die durch das Washingtoner Abkommen wirksam gemacht werden sollen, schüßen die Arbeiterschaft und vor allem die deutsche Arbeiterschaft vor grenzenlofer Ausbeutung. Dieser Artikel des Friedensvertrages von Bersailles enthält die fast einzigen wirksamen Schutzbestimmungen gegen grenzenlose Auspreffung des deutschen Boltes sei es durch das deutsche Unternehmertum, sei es durch die Reparationsgläubiger. Gegen diese Bestimmungen, die einzig vernünftigen im Friedensvertrag, wollen die Deutschnationalen grundsahfest erscheinen. Herr Lambach, einer der Handlanger des real tionärsten deutschnationalen Unternehmeriums, schreibt in der Kreuzzeitung": = ständlichkeit ist, sondern wegen der Hochstaplerischen Methode, mit der sich die reaktionäre Gesinnung als nationale Gefinnung zu geben versucht. Das wäre also Freiheit, die freien Männern geziemt, fich fnirschend unter das Joch des Zehnstundentages zu beugen, den deutsche Unternehmer zum Hohne der Freiheit über deutsche Arbeiter verhängen wollen? Und das wäre nechtschaft, sich durch die Unterzeichnung einer freien internationalen Vereinbarung den Achtstundentag, die Freiheit zu kulturellem Aufstieg zu sichern? Frei von allen internationalen sozialpolitischen Bindungen sollen wir uns halten, damit deutsche Unternehmer deutsche Arbeiter bis zum Berreden ausbeuten können. Eine erbärmliche Sklavengefinnung, die aus den Lambachschen Deduktionen spricht. Nun aber gar das Wort„ das Versailles der Arbeit"! Schärfer fonnte sich deutschnationale Heuchelei nicht selbst brandmarken als durch dies Schlagwort! Eben erweist sich, daß Versailles für die Deutschnationalen ein unehrliches Schlagwort ist. Eben sind sie im Begriff, das zweite Verfailles" zu unterzeichnen. Und nun erfindet Herr Lambach ein drittes Bersailles! Ein unehrliches Schlagwort soll wirken gegen das Washingtoner Abkommen, wo fachliche Gründe versagen, wo man sich scheut, die eigene reaktionäre Gesinnung brutal auszusprechen. Wir nehmen nicht an, daß Herr Lambach sich mit seinem dritten Versailles ernst nimmt. Wir nehmen doch an, daß er zu denen gehören wird, die das zweite Versailles" unterzeichnen, die Gutachtengeseze annehmen werden? Aber wir sind überzeugt, daß beim dritten Bersailles alle Deutschnationalen fest bleiben. Schuß der deutschen Arbeiter gegen Berfflapung, das unterzeichnen sie nicht. Sie fönnen umfallen, sie werden umfallen, fie fallen um aber wenn es gilt, deutsche Arbeiter zu bedrüden, fie unfrei zu machen, da werden sie nicht umfallen. Denn ihre nationale Gesinnung" besteht in der Feindschaft gegen die überwältigende Mehrheit der Nation. Die Agrarbank- Plane. Der Gesetzentwurf des Reichsernährungsminifteriums fertiggestellt. geführten Verhandlungen über die Grundorganisation der Die am Dienstag im Reichsernährungsministerium neuen Agrarbant haben feine wesentlichen Fortschritte ge bracht. Das Reichsernährungsministerium hat seinen Geseyentwurf nunmehr fertiggestellt; er dient als Grundlage für die Berhandlungen. „ Jetzt durchwühlt die Sozialdemokratie unser ganzes Bolt mit dem Schrei nach Ratifizierung des Washingtoner Achtstundentag Abkommens und tut so, als wenn es I dabei lediglich um die Frage der Arbeitszeit gehe. Es wäre Pflicht der Regierung, öffentlich zu sagen, daß wir heute noch die Freiheit haben, jede Arbeitszeit selbst bei uns einzuführen, wie es freien Männern geziemt, daß wir uns mit der Ratifizierung aber freiwillig in interfammen, um sich mit dem Ergebnis der Beratungen vom Dienstag nationale Knechtschaft begeben. Da die Regierung wenig Neigung zeigt, dem Volte die Augen zu öffnen, habe ich im Reichstage beantragt, der Regierung die Vor lage jener Abkommen zur Ratifizierung glatt meg zu unter fagen und außerdem die seinerzeit durch Schlicke überhaftet her. beigeführte Mitgliedschaft in der Internationalen Arbeitsorganisation zu fündigen. Die Sozialdemokraten verlangen statt deffen in einer Inter pellation schleunigste Ratifitation. Bei der Aussprache darüber wird Gelegenheit sein, dem deutschen Bolte zu geben, was ihm die Regierung bisher vorenthalten hat: Klarheit über das Bersailles der Arbeit." Also: Kapitulation vor dem zweiten Bersailles, dem Dawes- Plan, bafür aber Tod dem dritten Bersailles, dem Bersailles der Arbeit, dem Washingtoner Abkommen! Wir nehmen von der Kriegserklärung des Herrn Lambach Preußen arbeitet darauf hin, daß es möglichst start im Aufbau der Agrarbant beteiligt wird. Die preußischen Forderungen sind jedoch noch nicht endgültig formuliert, da das Staatsministerium nech nicht zu der Frage Stellung genommen hat. Am Don nerstag tritt der Berwaltungsrat der Rentenbank zu= zu befassen. Kredite für die Landwirtschaft. fürzlich stattfand, wurden bekanntlich 100 millionen Kredite zur Eins Auf der Konferenz der Landwirtschaftsminister der Länder, die bringung der Ernte zu einem mäßigen Zinsfaße bereitgestellt. Ueber diefe 100 millionen hinaus werden in der allernächsten Zeit, wie der " Soz. Barlamentsdienst" erfährt, weitere 25 millionen bereitgestellt. Der gesamte Erntefrebit wird im Laufe der nächsten Wochen auf rund 170 Millionen steigen. reien des„ Klaffenkampf" in breitester Ausführlichkeit nach, da die tommunistischen Ausführungen sich völlig mit den deutschnationalvölkischen Ergüssen decken. Nachträglich erklärt zwar der Klaffentampf" mit scheinheiliger Biedermiene, daß die anderen Kapitalisten nicht besser seien als die fetten jüdischen Kapitalisten. Man tut dies jedoch mit solcher Frivolität, daß selbst diese Einschränkung die Bo gromhege gegen jüdische Mitbürger nur um so deutlicher erkennen läßt. Da auch in der Mitgliedschaft der KPD für die neue Taktik mit 3wang gepreßt wird, wird die nächste Folge wahrscheinlich ein Pogrom der Kommunisten sein, wobei sie Schulter an Schulter mit den Bölkischen kämpfen werden, wie schon so oft. Das Urteil im Kommunistenprozeß. Ceipzig, 13. August.( Eca.) Um 1,28 Uhr wurde in dem kommunistenprozeß vor dem Staatsgerichtshofe folgendes Urteil verkündet: Fiedler 7 Jahre Zuchthaus und 700 m. Geldftrafe, Großmann 5 Jahre Zuchthaus und 600 m. Geldstrafe, Shah 6 Jahre Zuchthaus und 600 m. Geldstrafe, Mehlhorn Jahre Zuchthaus und 800 m. Geldstrafe, Berlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 8 Jahre und Ausschluß aus dem Heere, Burdhardt 8 Jahre Zuchthaus und 800 m. Geldstrafe, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf 8 Jahre und Ausschluß aus dem Heere, Fehling 4 Jahre Gefängnis, 5 Jahre Ehrenrechtsverluft und Ausschluß aus dem Heere, Krause 3 Jahre Gefängnis und Ausschluß aus dem Heere, Frau Burchardt 1 Jahr Gefängnis, Franz Fredmann und Gerhard Fredmann je 7 Jahre Zuchthaus und 700 m. Geldstrafe und 7 Jahre Ehrenrechtsverlust. Die Untersuchungshaft wurde allen Angeklagten mit Ausnahme von Mehlhorn und Gerhard Freckmann mit 6 Monaten, den lehten beiden mit 4 bzw. 3 Monaten in Unrechnung gebracht. Schlageter- Geist. München, 13. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Bor wenigen Wochen teilten wir mit, daß auf dem jüdischen Friedhofe in Binswangen bei Augsburg vandalische 3 er störungen angerichtet worden sind. U. a. wurde eine Reihe von Grabsteiten dadurch beschädigt, daß mit einem spißen Instrument Hakenkreuze eingerigt worden waren. Als Täter wurden vier Mitglieder des Schla 18 Jahre alte Konditor Herrlin wurde nunmehr vom Schöffengericht geter Bundes, Ortsgruppe Augsburg, ausfindig gemacht. Drei davon standen im jugendlichen Alter von 14 bis 16 Jahren. Der Augsburg wegen Grabschändung und Sachbeschädigung zu vier Monaten und einer Woche Gefängnis verurteilt. Nach der Urteilsbegründung wurde als strafmildernd erkannt, daß die als gefühlsroh und gemein anzusprechende Tat zwar vorsätzlich, nicht aber mit Ueberlegung begangen wurde und die jungen Leute durch die in der Schlageter- Gruppe gepflegte Judenfeindlichkeit zu ihrem Tun verleitet worden seien. Eine Bewährungsfrist wurde verfegt. Transfer und Sachleistungen. London, 13. Auguft.( WTB.) Der Sonderberichterstatter des WIB. erfährt über die im dritten Komitee bearbeiteten Reso lutionen folgende Einzelheiten: feft, die aus den Zahlungen Deutschlands erwachsenden Gelder zur Resolution I stellt zunächst das Recht des Transfer- Komitees Bezahlung von Sachlieferungen zu verwenden, und zwar auch für Sachlieferungen, die nach dem Aufhören der Pflichtlieferungen aus dem Versailler Vertrag gemacht werden. Weiter stellt sie fest, daß die Sachlieferungsprogramme der Reeines Ueberganges zur ertensiven Wirtschaft einen Feldbestellungsbedingungen vorfehen sollen, zu denen eine Lieferungspflicht Die Landwirtschaft hat außerdem zur Bermeidung der Gefahr parationstommiffion durch Beratung mit dem Transfer- Komitee die freien Lieferungen unter gewöhnlichen Handels. frebit gefordert. Zu dieser Forderung haben die maßgebenden nach dem Versailler Bertrag nicht besteht, daß aber für ihre AufStellen im Reiche und Preußen bisher noch nicht Stellung genommen. stellung der Feigling Scholem. der Mann ist Borstandsmitglied im Deutschnationalen Hand- Nochmals die Kommunisten als Vortrupp der Reaktion. soweit als möglich die Durchführung dieser Sachlieferungsprogramme lungsgehilfenverband! nicht Notiz der reaktionären Gesinnung halber, die bei den Deutschnationalen eine SelbstverUnter der Ueberschrift Niedriger hängen" versucht Herr Scholem in der„ Roten Fahne" den vom Genossen Künstler in seinem gestrigen Artikel erhobenen Vorwurf der Feigheit mit folgender Lüge zu entfräften: hilfesuchend an Sozialdemokraten gewandt, ist zu tindisch, um einer Die Behauptung, Ruth Fischer und Scholem hätten sich jemals widerlegung würdig zu sein." Dauer der Totalität ist der Erbbegleiter deutlich am Himmel zu er kennen; er gleicht einer fupferig roten Scheibe mit unbestimmt be grenzten, verwaschenen Rändern. Dieses tupferige Licht ist refletbiertes Erdlicht von denjenigen Teilen der Crooberfläche, die noch von der Sonne beleuchtet sind. Indem dieses Licht vom Mond wieder Hierzu stelle ich fest: Gewerkschaftskommission und Bezirkspor auf die Erde zurüdgeworfen wird, verliert es die meisten helleren stand verhandelten im Oftober vergangenen Jahres wiederholte Male Strahlen, so daß es nur noch als mattrötlicher Schimmer auf der mit der Zentrale der KPD. über die Bildung der Einheitsfront des Erde wahrgenommen werden fann. Wenig östlich vom verfinstertec Proletariats. An einem dieser Abend hatte Scholem gerade in Mond erstrahlt der Planet Mars, nur noch zehn Tage vor feiner großfprecherischer Weise die SPD. aufgefordert, sich zu erklären, ob größten Annäherung an die Erde, in auffällig hellem und gleichfalls fie gewillt sei, am anderen Tage den Rampf um die Erobe. rötlichem Licht. Die Helligkeit des Mars wird in diesen Tagen fonftrung der politischen macht mit allen Mitteln zu durch das helle Moiblicht ein wenig beeinträchtigt; während der totalen Bedeckung fehlt natürlich diese Störung, fo baß Mars den führen, als ein Genosse mitteilte, Beamte der politischen Polizei führen, als ein Genoffe mitteilte, Beamte der politischen Bolizei dunklen Südosthimmel dann vollständig beherrscht. Um 10,9 Uhr wären im Haufe, um nach Kommunisten zu suchen. Scholem und abends hat der Mond den Bereich des Erdschattens durchlaufen, und Ruth Fischer waren die ersten, die sich mit geisterbleichen Gean seinem Ostrand erscheint wieder der erste Sonnenstrahl. Schnell sichtern an uns und an die Genoffen von der Gewerkschaftskommission eilt der Trabant nun ganz aus dem Erdschatten heraus, um nach mit dem Rufe wandten:„ Genossen, schüßt uns, habt Ihr abermals einer Stunde, um 11,9 Uhr abends, wieder als Bollmond nicht ein Zimmer, wo 3hr uns so lange einschließen mit dem Rufe wandten: Genossen, schüßt uns, habt 3hr zu erstrahlen. Ein Prophet unter den Zulus. Nach englischen Blättermeldun gen ist den Zulus ein neuer Prophet erstanden. Er nennt sich selbst Prophet Shema und erklärt, er habe Gottes Stimme in der Wildnis gehört, die ihn aufgefordert habe, sich als Bertünder einer religiösen Reform unter fein Bolt zu begeben. Die Zulus scharen fich zu Hunderten um ihn. Er fing feine Tätigkeit damit an, den Kriegstanz der Zulus durch Einführung neuer Musik und Worte in eine Art von religiösen Tanz umzuwandeln. Ach, die Propheten haben es heute schwer, fie geraten, und wenn sie bei den Bulus auftreten, alsbald unter die öffentliche Kontrolle. Dieser Prophet scheint aber sein Spezielles zu haben. Er hat begriffen, daß man mit der Mode gehen muß und daher sich die modische Erklärung der Menschheit durch den Tang, die in Europa grassiert, zu eigen macht. Bienen als Seuchenüberfrager. Wie in der Klinischen Wochenschrift" mitgeteilt wird, hat Dr. A. Borchart im Darmtanal gesunder Flug- und Stockbienen in 9,2 Proz. alier Fälle Baratyphusbatterien festgestellt. Diese für den Menschen so gefährlichen Bazillen wirken augenscheinlich auf die Biene gar nicht ein. Sie fönnen aber als Uebertrager der Geuche wirken, und das ist von Wichtigkeit, wenn man die Entstehung der Typhus epidemie in der neuesten Zeit aufflären will, wie eine solche erst fürzlich in der Lungenheilanstalt zu Görbersdorf auftrat. storben. August Jöppl, ordentlicher Professor für technische Mechanik an der Münchener Technischen Hochschule, ist unerwartet an einem Herzschlag geDer Tod diefes hervorragenden Gelehrten wird in der ganzen technischen Belt außerordentlich bebauert, benn er hatte eine führende Stellung in den technischen Wissenschaften. nach Grönland, der seit 15 Monaten nichts von sich hatte hören laffen, wird Das Schidial Knud Rasmussens, des Reiters der dänischen Expedition burch ein Reutertelegramm aus Nome( lasta) geflärt. Rasmussen, der es fich zur Aufgabe gemacht hat, Sprache und Sitten der Estimos zu studieren, ist in Rugebull, 150 Mellen nördlich von Nome( lasta), eingetroffen. tönnt?" Später sahen wir sie wieder mit noch bleicheren Gefichtern und umherlodernden Haaren. Wahrlich, Scholem und Ruth Fischer, Ihr habt uns damals leid getan! Doch wir sollten noch mehr an Mannesmut erleben. Plöhlich befand sich Ruth Fischer mehr an Mannesmut erleben. Plötzlich befand sich Ruth Fischer nur noch allein unter uns. Die Koenen, Geschte, Scholem hatten das Hasenpanier ergriffen und überließen es zwei Sozial hatten das Hafenpanier ergriffen und überließen es zwei Sozial. demokraten, der Genossin Wurm und dem Unterzeichneten, Ruth Fischer in Sicherheit zu bringen. Trotzdem griff man uns, wie wir bei der Mentalität dieser Führer auch nicht anders erwarteten, einige Tage später Künstler, Liebke, Wurm und Konsorten" mit fauftdiden Lügen tüchtig an. Hier, Herr Scholem, ist ein Be weis Eurer Feigheit, den zweiten hatte ich am Montag. Ich stelle nochmals fest, daß Werner Scholem der erste war, der das Hasenpanier ergriff, als die Polizei un erwartet eingriff. Bis heute gilt der als Führer und Held, der in gefahrvoller Situation bei seinen Kampfgenossen bleibt, Scholem verließ sie mit fliegenden Haaren. Mag Sholem dies als Heldentum betrachten, wir Sozialdemokraten sind der Mei nung, wer so handelt, ist und bleibt ein Feigling. Karl Liedte. Kommunistische Pogromhehe. . Halle, 13. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Die Bogrombebe wird neuerdings von der Kommunistischen Partei als Klaffentampfmittel betrieben. Bis zum 1. August ist sie altverbrieftes Refervat. recht der Völkisch Deutschnationalen gewesen. Jetzt ist es dem nationale, vorbehalten geblieben, an führender Stelle unter den Halleschen„ Klassentampf", früher Organ der Dritten Inter antisemitischen Hezblättern zu landen. Im Stil der Hitler- Presse und im Sargon völtischer Mordbuben betreibt er die Sebze. Die deutschnationate Breffe Mitteldeutschlands druckt die Heze. innere Bedarf der deutschen Volkswirtschaft den Vorrang haben soll und die Bedingungen des Dames- Gutachtens beachtet werden sollen. Ferner wird die deutsche Regierung verpflichtet, unter normalen Bedingungen zu erleichtern; die alliierten Regierungen müffen soweit als möglich den Reexport der an sie gelieferten Güter verhindern; die deutsche Regierung muß für gewiffe in einer Liste zusammengestellte Güter die Lieferung mission in Uebereinstimmung mit der deutschen Regierung sichern, und zwar im Rahmen einer von der Reparationsfomoder mangels einer Uebereinstimmung auf Grund eines Schiedsgramms, das der Genehmigung durch das Transfer Komitee unter fpruchs für gewisse Zeiträume festzustellenden Lieferungspro legt und gleichfalls den innerbeutschen Wirtschaftsnotwendig teiten und den Bedingungen des Dames- Planes Rechnung trägt, nur für den Fall, daß durch ein Schiedsgericht festgestellt ist, daß die alliierten Regierungen oder ihre Staatsangehörigen nicht in der Lage waren, sich im Wege des freien Handels die bezeichneten deutschen Güter zu beschaffen und daß diese Unmöglichkeit der Be feitens der deutschen Lieferanten oder der deutschen Regierung fchaffung auf abfichtliche Diskriminierung oder absichtliche Obstruktion zurückzuführen ist. Die Verhandlungen über die Liste sind noch nicht abgefchloffen. glieder, zur Hälfte alliierte, zur Hälfte deutsche) mit dem Rechte, bei fegung eines Drganisationsfomitees für die Sachleistungen( 6 Mit In Resolution II sind die Grundsäge niedergelegt über die Festwählen. Die Zuziehung pon Sachverständigen ist vorgesehen. Meinungsverschiedenheiten ein siebentes, neutrales Mitglied zu dung des Dawes Reports technische Schwierigtetten In Resolution IV wird bestimmt, daß, wenn in der Anwenaufgetreten find, welche seine Wirkung beeinträchtigen, fomohl jebe der alliierten Mächte wie die deutsche Regierung eine Beseiti gung verlangen tant. Dadurch wird auch der Fall einer fachlich nicht notwendigen Beeinträchtigung der deutschen Wirtschaft getroffen. Auch hier ist ein Schiedsgericht vorgesehen. Resolution V sieht für den Fall der manoeuvres" gegen den Transfer vor, daß bei Ablehnung der Feststellung eines solchen ,, manoeuvre" mit Stimmen gleichheit dem Teil, dessen Anrichters gestattet wird. Bei allen anderen Fragen foll bei Stimträge feine Mehrheit gefunden haben, die 2rrufung eines Schiedsmengleichheit der Borsigende den Ausschlag geben. Bei Erreichung der 5- Milliarden Grenze oder im Falle der Festsetzung einer niedrigeren Grenze durch das TransferRomitee bei Erreichung dieser niedrigeren Grenze soll, wenn durch Stimmenmehrheit das Borliegen der„ manoeuvres" verneint worden ist oder wenn es sich darum handelt, Maßnahmen zu ergreifen, folche„ manoeuvres zu vermeiden, die Minorität des TransferKomitees das Recht haben, innerhalb von acht Tagen ein Schiedsgericht anzurufen. London, 13. Auguft.( WTB.) Reuter erfährt aus brittischen nachmittag zufammentrat, weiterhin auf den Bericht des dritten Kreisen, daß der Rat der Vierzehn, der nicht wie vereinbart heute Romitees bezüglich des Schiedsspruchs zwischen dem Uebertragungsausschuß und der deutschen Regierung warte. geigers", der bekanntlich wegen Beleidigung des ehemaligen Martin Weger, der Redakteur des Miesbacher An= Reichsjustizministers, Genossen Radbruch, zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden ist, hat am Montag feine Strafe angetreten. Gewerkschaftsbewegung Eine falsche Rechnung. ,, helf, was helfen mag!"- fagten sich die Verfasser der Arbeitszeit- Denkschrift der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Es gilt durch Ziffern zu beweisen, was zu beweisen war, daß der Achtstundentag unmöglich und die 10 bis 12stündige Arbeitszeit notwendig und segensreich sei für die Wirtschaft. Den sogenannten Produktionsstunden der Vorfriegszeit werden die Produktionsstunden der Nachkriegszeit gegenübergestellt und diefen wiederum die Produktionsstunden auf Grund der verlängerten Arbeitszeit Die Rechenkünstler der Arbeitgeberverbände sind über den Berdacht erhaben, als ob sie nicht unterscheiden könnten zwischen den Arbeitsverhältnissen in der Vorfriegszeit und denen in der Nachkriegszeit. Sie wissen, daß sie hier mit zwei ungleichen Größen zu rechnen haben, die nicht ohne weiteres miteinander vergleichbar sind. Da der gewaltige Unterschied zwischen der Zeit des Säbelraffelns und der Flucht über die holländische Grenze der Beweisführung nicht in den Kram paßt, wird er stillschweigend übergangen darf er doch als befannt ,, Dorausgesetzt" werden imd lediglich eine Gegenüberstellung von Ziffernreihen vorgenommen, um aus der Differenz die Schädlichkeit des Achtstundentages nachzuweisen. Der Arbeitszeitausfall wird nachgewiesen durch Berechnung der durch wirtschaftliche und politische Streits und Aussperrungen entfallenen Arbeitsstunden, durch Urlaub ,,, Tariftrantheit", durch Kohlen- und Waggonmangel; der Arbeitsausfall infolge der passiven Resistenz im Ruhrgebiet ist abfichtlich mit feinem Wort erwähnt, sondern in die Schäzung des Gefamtausfalls ,, von über 30 Milliarden Produktionsstunden aus diesen verschiedensten, der Borkriegszeit auch nicht annähernd so geläufigen Ursachen"(!) mit einbezogen. Besonders verwerflich ist, fpeziell die Bergarbeiter her| fprechungen Melczaninftis mit Fimmen im Haag, und der Hirzlichen auszugreifen, auf ihr Konto den Raubbau in den Gruben Rorrespondenz des Zentralfomitees der russischen Eisenbahn- und zu sehen, thnen die Unterernährung als Schuld anzufrei- Transportarbeitergewerkschaften mit dem Exekutivfomitee der Transden, ihnen den Ausfall an Produktionsstunden infolge des Bag- portarbeiter- Internationale eine offizielle Einladung Wag= gonmangels, der passiven Resistenz und des letzten komitees der Internationale habe indessen dahin gelautet, daß die nach Hamburg erwartet. Die letzte Antwort des EpefutloAbwehrstreits, in den man sie mit Gewalt hineingezwungen Frage der Einladung auf dem Rongreßfelbst erörtert werden Kriegsfolgen überwunden sind, nachdem die Bergwerke während der hat, zuzuschätzen. Jezt, nachdem die schlimmsten unmittelbaren solle. Wenn das Exekutivkomitee der Transportarbeiter- InterDauer der passiven Resistenz auf Kosten des Reiches wieder leiblich habe beschließen fönnen, so wäre es ihm auch durchaus möglich ge nationale endgültig über die Aufnahme der russischen Gewerkschaften hergerichtet sind, prahlt das Unternehmertum damit, daß durch seine wesen, sie zum Kongreß einzuladen, um die Frage ihrer Aufnahme weitblickenden Maßnahmen, den Bergarbeitern die 8stündige Schicht in die Internationale zu beraten. Die Leiter der Internationalen aufzuzwingen, die immerhin wieder eingeführt" sei, im Ruhrberg- Transportarbeiter- Föderation Williams und Fimmen hätten bau der Förderanteil pro Schicht auf den Kopf der Belegschaft erdurch ihr Verhalten die Schaffung einer Einheitlichrechnet wieder von 67 Proz. der Friedensleistung im Durchschnitt feit der internationalen Gewerkschaftsbewegung verzögert. des Jahres 1922 auf 93 Pro3. im März 1924 gestiegen ist. Der Verlauf des internationalen Transportarbeiterfongresses Williams und Fimmen falsch adressiert ist, ganz abgesehen hat in diefer Beziehung gezeigt, daß der persönliche Vorwurf gegen davon, daß es den Mostauern feineswegs um die Einheitlichkeit der internationalen Gewerkschaftsbewegung zu tun ist, als vielmehr darum, ein großes bedeutendes Agitationsfeld für Generalstreits zwecks Weltrevolution" zu gewinnen. Das ganze Machwerk dieser Denkschrift entspricht so in jeder Weise seinem Zwed, die deutsche Arbeitnehmerschaft um den Acht stundentag zu prellen und den Raubzug auf ihre Lebenszeit zur höhe ren Ehre des Mehrwerts zu beschönigen und zu rechtfertigen zu suchen. Beriammlung aller in der SPD. organisierten Arbeiter, Angestellten und Beamten des Bezirksamts Friedrichshain heute, Donnerstag, den 14. August 1924, abends 7 Uhr, in„ Schmidts Gesellschaftshaus", Fruchtstr. 36a. Betrieben und Verwaltungen. Referent: Kollege S ch woanebed. Tagesordnung: 1. Die Arbeit der Parteigenossen in den städt. 2. Verschiedenes. Wir erwarten pünktliches und vollzähliges Erscheinen. SPD.- Fraktion des Bezirksamts Friedrichshain gez. Gerbert, Schriftführer. Wenn die deutsche Arbeiterschaft den Weltkrieg vom Zaun gez. Wolgast, 2. Vorsitzender gebrochen, wenn sie den Raubbau der Kriegswirtschaft betrieben, wenn sie Betriebsmittel und Betriebsanlagen über die Grenzen gebracht hätte, wenn sie all das Elend verschuldet hätte, das der Krieg und der Zusammenbruch über sie gebracht hat, dann müßte sie sich die Rechnung der Deutschen Arbeitgebervers bände gefallen laffen. Da jedoch insbesondere die deutschen In dustriellen zur Kriegsverlängerung beigetragen haben durch ihre Annegionspläne, da sie den Nugen aus dem Raubbau zogen, da sie die Reparations- und Inflationsgewinne samt den Kriegsgewinnen einheimsten, ist es eine bodenlose Unverschämt heit, die geläufigen Ursachen" auf die Arbeitnehmerschaft zurüdzuführen, ihr den Ausfall an Produktionsstunden selbst durch Aussperrungen und die Ruhraktion anzufreiden. Eine derartige Provokation der Arbeiterschaft fönnen sich die Herrschaften im Unternehmerlager jetzt nur leisten, weil infolge der Kriegsnach- sonderen Hilfsbedürftigkeit maßgebend sein? wirkungen die Arbeiterschaft wirtschaftlich und organisatorisch noch zu sehr geschwächt ist, um darauf die gehörige Antwort zu geben. Unterstützung besonders hilfsbedürftiger Kurzarbeiter. BIB. meldet: Entsprechend einer Entschließung des Reichstages hat der Reichsarbeitsminister eine Anordnung er. lassen, wonach den Bezirksfürsorgeverbänden durch die Arbeitsnachweise oder Landesarbeitsämter zur Unterstützung besonders hilfsbedürftiger Kurzarbeiter in bestimmtem Umfange Mittel aus dem Beitragsaufkommen der Erwerbslosenfür forge überwiesen werden können. Es wäre zwecklos, die Vergangenheit heraufzubeschwören, wenn hier nicht der Bersuch gemacht würde, den Nachweis zu führen, daß in gleicher Weise wie in den zurüdliegenden Nach friegsjahren auch weiterhin die zahlenmäßig geradezu erschreckenden Ausfälle durch wirtschaftliche und politische Streifs" - und Aussperrungen, zu erwarten seien, das Unternehmertum damit zu rechnen habe und so durch Verlängerung der Arbeitszeit sich mit verlängerter Arbeitszeit gewissermaßen eindecken" müsse, um die drohenden Ausfälle an Produktionsstunden zu überstehen. Kurz vor dem Kriegszusammenbruch verstand man im Lager der Spizenorganisationen der Unternehmer anders zu rechnen. Wie stände es heute mit dem deutschen Unternehmertum, mit seinen bis auf eine Goldmart abgeschriebenen Betriebsanlagen, wenn nicht die vordem von der Schwerindustrie insbesondere verfemten Gewerkschaften dafür gesorgt hätten, daß in dem ganzen Tohumabohu des Kriegszusammenbruchs und des NerDenzusammenbruchs der großen Masse der Kriegsteilnehmer schließlich die Vernunft bald wieder die Oberhand bekam? Die Herren können doch nicht heute so tun, als seien sie bei all den Vorgängen seit 1914 nur unbeteiligte 3uschauer ge wesen, die in der Rolle eines„ Ehrbaren Kaufmannes" lediglich den Berlust an Produktionsstunden für die Deffentlichkeit zu berechnen hatten, indes sie ihre Gewinntonten versteckten, und durch ihren Teil der Schuld nur einen dicken Strich zu machen nötig hätten. Wenn fie schon einmal die Absicht haben, alle Nachteile auf die Schultern der Arbeiterschaft zu paden, durch längere Arbeitszeit und niedrigere Reallöhne, dürfen sie nicht mit solchen Rechenkunststückchen operieren. Auch die Gewerkschaften wußten, genau wie die Unternehmer, daß der Uebergang zur achtstündigen Arbeitszeit sich nicht ohne Schwierigkeiten und Nachteile vollziehen fonnte. Während jedoch die Gewerkschaften damit rechneten, daß die Einführung des Achtstundentages die Unternehmer anspornen würde, sich mit ihrer gesamten Betriebsführung darauf einzustellen, spekulierten die Unternehmer darauf, bei der erstbesten ihnen günstig erscheinenden Gelegenheit den Achtstundentag wieder zu beseitigen, wieder ,, Herr im Hause" zu sein. Auch darüber mußte man sich flar sein, daß eine Arbeiterschaft, die während länger als vier Jahren durch alle Scheußlichkeiten des Krieges gehegt wurde, indessen ihre Frauen und Kinder an Kohlrüben verhungerten, nicht sobald in den Betrieben wieder das leiften fonnte, was sie vordem geleistet hatte, zumal nicht bei der Ver wahrlosung der Betriebe während der Kriegszeit und ihrer verschiedenen Umstellungen. Da die schlechtest entlohnten Arbeitergruppen schon bei Bollarbeit nicht genug verdienen, um sich mit ihren Familien ordentlich zu nähren und zu fleiden, find die Kurzarbeiter natürlich erst recht übel daran. Welche Momente sollen nun für den Begriff der be= Adolf Bled Rasch und unerwartet schied am 6. August mit Adolf Bled ein unermüdlicher Stämpfer für die Sache der Arbeiterbewegung aus dem Leben. Am 5. November 1863 in Shchen geboren, ge hörte der Verstorbene zu den Mitbegründern des Berliner Kohlenhörte der Verstorbene zu den Mitbegründern des Berliner Kohlen arbeitervereins, der sich im Oktober 1907 dem Zentralverbande der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter dem heutigen Deutschen Verkehrsbunde anschloß. Nach dem Zusammenschluß beider Organisationen war Bled jahrelang als Sektionsleiter der Kohlenarbeiter tätig. Das Vertrauen der Berliner Kollegen berief ihn im Jahre 1907 zum Revisor der Hauptkasse des Verbandes und ein Verbandstag im Jahre 1912 übertrug ihm das verant wortungsvolle Amt des Obmanns der Revisionsfommission, das er bis zu seinem Tode verwaltete. Das Leben Adolf Blecks gehörte aber auch der Sozialdemokratischen Partei, für die er jahrzehntelang in aufopferungsvoller Kleinarbeit wirkte. Ein dauern des Gedenken all' derer, die mit ihm zusammengearbeitet haben, ist dem Verblichenen sicher. Angestellte der Groß- Berliner Metallindustrie. In der Verhandlung am Dienstag zur Regelung der unterbreitet, die Tarifgehälter um 10 Pro zu erhöhen Augustgehälter hatten wir erneut dem VBMZ. die Forderung und die notwendige Zwischenzahlung bereits Ende dieser Woche vorzunehmen. Weiterhin haben wir nochmals die Forderung auf vorzunehmen. Weiterhin haben wir nochmals die Forderung auf Niederschlagung des Borschusses in Höhe von 25 Broz. geftelt. Da alle Forderungen vom Arbeitgeberberband abgelehnt wurden, mußten die Verhandlungen als ergebnislos abgebrochen werden. Die Niederschlagung des Vorschusses wurde mit der Begründung abgelehnt, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse noch genau so ungünstig wie in den Vormonaten sind. Am 22. d. M. erfolgt die Borschußzahlung in Höhe von 25 Proz. Afa Metall- artell. 2ange. Günther. Rothe. Moskauer Rüge für Williams und Fimmen. Auf dem eben beendeten internationalen Transportarbeit fongreß gedachten die Moskauer Bertreter besondere Rolle zu spielen und der neuen internationalen Einheitsfront parole aufzuhelfen. Die Moskauer hatten bereits eine Delegation zu dem Kongres in Aussicht genommen, in Erwartung einer Einladung zu dem Kongreß, die jedoch unterblieben ist. Die Ruffische Telegraphen- Agentur wird deshalb in Bewegung gefeßt, um einem Mitgliede der voreilig gewählten Delegation, deren Anwesenheit nur Melczaninski, Gelegenheit zur Beschwerde zu geben. Die rufftvon ihr selber, vielmehr ihren Auftraggebern gewünscht wurde, schen Gewertschaften hätten auf Grund der Beschlüsse der vorjährigen Konferenz der Transportarbeiter, der persönlichen Be= Die Erefutive der ITF. sowie der Kongreß haben deutlich erfennen lassen, daß die Internationale Transportarbeiter Föderation feine Neigung hat, fich ihre Organisation von Moskau ruinieren zu lassen. Denn darTransportarbeiter sollen tanzen wie Moskau pfeift. auf läuft doch der Moskauer Einheitsrummel praktisch hinaus. Die Wenn die ruffischen Gewerkschaften von der bolschewistischen Bepormundung, Unterdrückung und Kontrolle befreit sind, wenn ihre Mitglieder beschließen fönnen, was sie für richtig halten, wenn sie selber ihre Delegierten wählen können, dann ist die Zeit gekommen, die freigewählten Vertreter der ruffischen Gewerkschaften einzuladen und gemeinsam mit ihnen ,, in ehrlichen fameradschaftlichen Beratungen, ohne alle Hintergedanken und hinterhältigen Pläne, an dem Ausbau der internationalen Gewerkfchaftsorganisation zu arbeiten. Wenn erst die Sinowiews, Losowskis und ihre Untergebenen die unsauberen Hände aus dem Spiel lassen müssen, dann ist es überflüssig raffinierte, verlogene Einheitsparolen auszugeben, die Einheitsfront ist dann ohne weiteres da, als etwas Selbstverständliches, das höchstens der Formulierung bedarf. worden sein, daß ihre Absicht erkannt ist, die Gewerkschaften nach Sollte den Mostauer Machthabern immer noch nicht flar ges dienfibar zu machen, daß die Gewerkschaften ihre Anmaßungen abdem Rezept der 21 Punkte zu übertölpeln, um sie ihren Zwecken lehmen, dann muß ihnen dies weiterhin fo unumwunden bedeutet werden, wie es der Internationale Transportarbeiterfongreß getan hat. Ihre Spekulation, einen Reil in die internationale Gemertschaftsbewegung zu treiben, ist verfehlt, trotz der strupellosen Berfchlagenheit und„ Bist", mit der sie betrieben wird. # Nur Arbeit kann uns retten!" Bochum, 13. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Der Betriebsrat der Krupp- Werke teilt mit, daß in der legten Woche wiederum 1300 rbeiter und Angestellte entlassen wurden. Von der 26 000 Mann starken Belegschaft arbetten 37 Proz. wöchentlich 57 bis 60 Stunden. wöchentlich 48 und mehr Stunden. 58 Proz gebietet bie Unternehmerlogit. Die Beschäftigten müssen im Interesse Je weniger Arbeit, desto längere Arbeitszeitder Produktionssteigerung, die die Wirtschaftsbilanz" erheischt bis zu 60 Stunden arbeiten, damit ihre Arbeitsgenossen aufs So will es die kapitalistische Pflaster gesezt werden können. Ordnung". Die Not in Oft- Oberschlesien. Infolge der teilweisen Kurzarbeit seit Januar, der Aussperrungen und insbesondere des augenblicklichen Streiks, hat die Not in Ostoberschlesien eine außerordentliche Höhe erreicht. Die Geschäftsund Privathäuser werden von Bettlern, insbesondere Kindern, förm lich überschwemmt. Die Bestrebungen privater Bereinigungen um Linderung der größten Not erweisen fich mangels ausreichender Mittel als vollkommen unzulänglich. Von den Behörden ist bisher nicht das Geringste getan worden. Im übrigen herrscht in der Geschäftswelt eine sehr große Geldinappheit, so daß viele angesehene Firmen ihre Steuern nicht bezahlen können und demgemäß der Vollziehungs. haben auch die Handwerker zu leiden. beamte häufig Gast bei ihnen ist. Unter den gleichen Verhältnissen Den Kreisen in Deutschland, die sich durch diese WTB.- Meldung um die in dem polnischen Teil Oberschlesiens zweifellos herrschende Not so sehr bekümmert zeigen, sei in Erinnerung gebracht, daß auch in Deutschland noch Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und die daraus fich ergebende Not herrscht. Wer im Glashaus fizzt, foll nicht mit Steinen werfen. Eine Richtigstellung macht fich für uns infolge einer- irr tümlichen Angabe der Roten Fahne" notwendig. In der gestrigen Abendausgabe des Borwärts" schilderten wir einen Fall fommunistischer Betriebswahlagitation. Da der Roten Fahne" aus dem Bergmann- Elektrizitätsmert, Seestraße, geschrieben worden war, daß der von ihr als ein Judas" beschimpfte Klempner Werner Mitglied der SPD.",„ SPD.- Held", fogar ,, ehrenwertes Mit glied der SPD." fei, waren wir leichtgläubig genug, den KPD.Leuten wenigftens in diesem Punkte zu glauben, und sprachen daWerner Mitglied der USP D., was selbstverständlich an der her den Betreffenden als unseren Genoffen an. In Wirklichkeit ist Burüdweisung seiner Verdächtigung in der Roten Fahne“ durch uns nichts ändert. Deutscher Eisenbahner- Berbanb, Ortsverwaltung Berlin. Freitag, den 15. Auguft, abends 7 Uhr, Bersammlung der Schreibgehilfen und gehilfinnen im Gewerkschaftshaus, Gaal 5. Tagesordnung: Die Umstellung bei der Reichsbahn. Die Kollegen werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Berantwortlich für Politik: Ernst Renter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebe. Eztorn; Feuilleton: K. H. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frih Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Verlagsanstalt Baul Ginger u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Sierzu eine Beilage und Heimwelt". GROSSER LebensmittelPf. Verkauf sowelt Vorrat Pend 10 Gem. Erbsen... Dose Möhren... Rotkohl Kartoffeln..10 Pfund *********** Pfund Malzkaffee 1- PfundPaket 6PL 30Pf 18. PL Pf. RKAUP ApfelMarmelade 2- Pfand- Bimer Pflaumen 90PL Kakao dorp Prand 80PL Original BensMengenabgabe vorbehalten 58 Leipz. Allerlei... Dose 75Pf. N N Mettwurst TIETT MA H 139 Leipziger Strasse Alexanderplatz Frankfurter Allee Orig.Braunschweiger grobe, Pfand Kaffee frisch gebrannt Piand 125 230 Nr. 380 41.Jahrgang Beilage des Vorwärts Die Feinde der Obst- und Laubbäume. Erdgeschichtlich jüngeren Datums als die Nadelbäume find un-| fere Laubbäume, überhaupt die große Masse unserer heutigen Gemächse. Weit besser im Kampf ums Dasein" ausgerüstet ais jene, haben sie sie allmählich, aber sicher aus weiten Gegenden der Erde völlig verdrängt; sie sind die eigentlichen Beherrscher dieser im Pflanzenreiche. Wo, wie in Amerika und ganz besonders in Eurepa, die Nadelhölzer noch in großen Landstrichen dominieren, handelt es sich zunächst um gebirgige Gegenden, deren Klima ihnen am meisten zusagt und ihr Fortkommen begünstigt. Da aber, wo sie auch in der Ebene noch in unübersehbaren Waldungen ihre Wipfel im Winde wiegen, verdanken fie dies zwar zum Teil ihrer Genügsamkeit, die sie auch auf dem trockensten Sandboden noch vorwärts tommen läßt, hauptsächlich aber dem Menschen, der sie als Nuthölzer ersten Ranges in Kulturen größten Maßstabes anpflanzt, hegt und pflegt. Um feines Vorteils willen zwingt er der Natur seinen Willen auf, ohne Rücksicht darauf, daß er durch diese Gleichmacherei ihrer Schönheit den stärksten Abbruch tut. Aber damit nicht genug, vergißt er auch allzu leicht, daß er mit dem Heranzüchten solcher ,, reiner" Nadelholzbestände auch ihre Feinde direkt im Großen züchtet und einem großen Teil wiederum der Feinde dieser die Existenzbedingungen raubt. Bis dann, nachdem die Schädlinge langsam, aber stetig, fast unmerklich zugenommen haben, ein ihnen besonders günstige Entmidlungsmöglichkeiten bietendes Jahr ihre Zahl ins Ungeheure wachsen ließ und sie in wenigen Wochen vernichteten, was in langen Jahren heranwuchs, gleichzeitig für die kommenden Jahre bedrohend, was diesmal noch von ihnen verschont ward. Und solche Katastrophen merden sich immer wiederholen, vielleicht in noch größerem Maßstabe als bisher, wenn nicht die Forstverwaltungen einsehen lernen, daß die Natur sich nicht schablonisieren, sich ungestraft auf die Dauer nichts aufdrängen läßt, was sie selbst als nicht mehr auf der Höhe der Zeit stehend aufs Altenteil gesezt hat. Nichts fann uns die leberlegenheit der Angiospermen, der Blütenpflanzen, über die Gymnospermen, zu denen unsere Nadelhölzer gehören, mehr vor Augen führen, als die Tatsache, daß lettere, ihrer Nadeln beraubt, dem Untergange geweiht sind, während unsere Laubgemächse ihren Blätterverlust, sei er auch noch so total, immer wieder zu ersehen vermögen, ohne an ihrer Lebensfähigkeit Einbuße zu erleiden. Der Raupenfraß. Was die Gefahr des Raupenfraßes vermehrt, ist, daß die von Laub sich nährenden Raupen zu einem sehr großen Teile nicht auf eine einzelne Baumart, etwa nur Eiche, Buche, Apfelbaum ufm. ,, eingestellt", sondern daß sie, wenn auch nicht Alles-, so doch Bielesfreffer sind und daher von Wald- und Chausseebäumen oder von Hecken ohne weiteres auf Obstbäume übergreifen und umgekehrt. Zu diesen Bielesfressern gehört z. B. eine große Anzahl der zur Familie der Spinner" zählenden Schmetterlinge, von denen hier in erster Linie der Schwammspinner( Lymantria dispar) ermähnt zu merden verdient. Von seinen Raupen wurden z. B. nach Brehm im Jahre 1818 in Südfrankreich nicht nur die Blätter der Korteichen waldungen, sondern sogar die Eicheln, dann die Mais- und Hirsefelder, alle Futterfräuter und Früchte total aufgefressen und den Bewohnern der den Bäumen benachbarten Häuser der Aufenthalt in diesen unmöglich gemacht. In einigen Gegenden Sachsens wurden 1752 alle Obstbäume und teilweise ganze Wälder tahlgefressen. 3m Berliner Tiergarten taten sich die Raupen nach Eckstein durch Kahlfraß der Bäume in den Jahren 1851-53, in Aachen 1874 und 1875, im Spreewald 1888 hervor, in Boppelau 1840 sogar durch Kahlfreffen der Kiefern. Nach demselben Autor soll der nach Amerika mitgebrachte Spinner dort zu furchtbarer Landplage worden sein.-3mei würdige Bettern stehen ihm im Goldafter( Euproctis chrysorrhoea) und im Ringelspinner( Malacosoma neustria) zur Seite, die beide oft lokal in Maffen auftreten und große Verheerungen anrichten, so 3. B. nach Eckstein der Goldafter im Jahre 1851 in Mähren, 1867 und 1868 in Darmstadt und Bensheim, 1898 im Berliner Tiergarten und in Frankfurt a. d. D. Schwammspinner und Goldafter bedecken ihre Eier mit den Haaren ihrer legten Bauchfegmente; die hierdurch tatsächlich einem Meinen grauen Schwamm ähnelnden Eiablagen des ersteren fann man oft an Baumrinden, Zäunen und Mauern sehen, während die an den Blättern der Bäume abgelegten Eier des Gold afters sich den Blicken mehr entziehen. Häufig sieht man dagegen die Eier des Ringelspinners als harten Ring spiralförmig um dünnere 16] Die Rebellion. Roman von Joseph Roth. Die Nacht war still und hell. Die Hunde bellten. Ferne Türen gingen. Der Schnee fnisterte, obwohl ihn niemand betrat und nur, weil der Wind über ihn hinstrich. Draußen fchien sich die Welt zu weiten. Man sah durch die Rize ein schmales Stückchen Himmel. Aber es gab eine deutliche Vorstellung von seiner Unendlichkeit. Bohnte Gott hinter den Sternen? Sah er den Jammer eines Menschen und rührte sich nicht? Was ging hinter dem eisigen Blau vor? Thronte ein Tyrann über der Welt und feine Ungerechtigkeit war unermeßlich, wie sein Himmel? Weshalb straft er uns mit plöglicher Ungnade? Wir haben nichts verbrochen und nicht einmal in Gedanken gefündigt. Im Gegenteil: Wir waren immer fromm und ihm ergeben, den mir gar nicht fannten und, priesen ihn unsere Lippen auch nicht alle Tage, so lebten wir doch zufrieden und ohne frevelhafte Empörung in der Brust als bescheidene Glieder der Weltordnung, die er geschaffen. Gaben wir ihm Anlaß, sich an uns zu rächen? Die ganze Welt so zu verändern, daß alles, was uns gut in ihr erschienen, plötzlich schlecht ward? Vielleicht wußte er von einer verborgenen Sünde in uns, die uns selbst nicht bewußt war? Und Andreas begann mit der Haft eines Menschen, der in seinen Taschen nach einer vermißten Uhr sucht, nach verborgenen Sünden in seiner armen Seele zu forschen. Aber er fand feine. Bar es etwa eine Sünde, daß er die Witwe Blumich genommen hatte und tächte fich jetzt ihr toter Mann? Ach! lebten die Toten? Hatte er sich je an Muli, dem Efel, verfündigt. War das etwa ein Unrecht, daß er das Tier, als es einmal unterwegs stehen blieb und etwas unerklärliches auf dem Boden suchte, mit einem sanften Schlag weitertrieb? Ach, war der Schlag auch sanft gewesen? War es nicht vielmehr ein harter, ein schmerzlicher, ein unbarmherziger? Muli, mein Efel!" flüsterte Andreas und legte feine Wange an die Stelle, die er geschlagen hatte. Gegen Morgen schlief Andreas ein. In seinen ersten Schlaf rauschte schon der frühe Lärm der Straßen. Das Tier blieb unbeweglich. Es ließ ein leises Grunzen hören und näßte das Stroh, das sofort gefror. Sein Urin roch schwer und betäubend. 3meige gelegt. Nur ausnahmsweise greift die Raupe des Eichen prozessionsspinners( Thaumetopoea processionea) arf andere Laubbäume über, fie lebt vielmehr fast ausschließlich auf Eichen, denen sie mitunter, so nach Edstein 1819 und 1828 in Westfalen, 1876 bei Schönebeck a. d. E., 1886 und 1887 bei Dessau, recht schädlich wird. Der giftigen Wirkung ihrer leicht abbrechenden Haare fügen, daß auch die Haare des oben mehrfach erwähnten Goldafters gedachte ich schon in meinem vorigen Artikel, will jedoch noch hinzuähnliche Wirkungen auf der Haut des Menschen hervorzubringen vermögen. BABLAS RINGEL 9- BAILAR GOLDAFTER RAD PE DESPIST U RAUPS DES ROTSCHWANZ GERWAHRSPAINER 9 BLAC DEA RUPEY DES Eulen und Wickler. ONFUELER NITROPE + 8857-732) Zu weit würde es führen, auch nur die wichtigsten der zur Fa milie der Eulen, die ja den berüchtigten Schädling dieses Jahres, die Forleule, stellen, gehörigen Arten zu nennen, deren Raupen als unerwünschte Mitesser an Nuzungspflanzen auftreten. Nur einiger sei Erwähnung getan. So z. B. der Wintersaat- Eule( Agrotis se getum), die gleich ihren nächsten Berwandten, dem Ausrufungs zeichen( A. exclamationis) und der Adereule( A. corticea) Raps und Rübsen, Rüben und Kohl, Wintersaaten und Gartenpflanzen in oft sehr empfindlicher Weise heimsucht. Die Gamma- Eule( Plusia gamma) steht ihnen nicht nach: 1828 vernichtete sie z. B. nach Brehm in Ostpreußen die Leinfelder, 1888 die Zuckerrübenfelder in Sachsen und Anhalt, und die Graseule( Charaeas graminis) hat häufig schon große Wiesenflächen tahlgefressen. Der gleichfalls dem Raps und den Radieschen, vor allem aber allen Rohlarten jahraus, jahrein in intensivstem Maße verderblich werdende Schmetterling ist aber unstreitig der den Tagfaltern zugehörige große Kohlweißling( Pieris brassicae) und fein etwas fleinerer, ihm sonst sehr ähnlicher Better P. rapae. Beide find sie jedem Kinde bekannt, fallen fie jedem im Sommer in den Gärten und auf den Wegen, in den Straßen und auf den Pläken in die Augen. Und faum gibt es einmal eine feine Rohlpflanzung, an der man nicht die allbekannten Raupen der beiden Falter bei ihrem Zerstörungswerte sähe, das sich, wenn ihr Besizer die freilich nicht geringe Mühe scheut, immer und immer wieder seine Pflanzen abzuraupen, alsbald bemerkbar macht: nur die fahlen Rippen starren ihm entgegen, das zarte Grün fiel der unersättlichen Freßgier der ungeladenen Gäfte zum Opfer. Im allgemeinen find sonst die Tagschmetterlinge, vom Baumweißling( P. crataegi) abgesehen, der auch die Obstbäume besucht, aber recht selten geworden ist, nicht als schädlich anzusprechen. In der Familie der wickler entstehen, trotz der Kleinheit der Schmetterlinge und somit ihrer Raupen, der Forst- und Gartenwirtschaft eine ganze Reihe von Feinden. Die Maden" in unseren Erbsen, in Aepfeln, Birnen und Pflaumen sind die Raupen verschiedener Wickler- Arten wie Grapholita nebri tana, dorsana, po monella, und funebrana, der unter dem Namen Syring, Heu- und Sauerwurm berüchtigte Schädling der Weinberge ist die Raupe des Traubenwidlers( Conchylis ambignella); die des Grün- oder Kahneichenwicklers( Tortrix viridana) miederum bohrt sich in die Knospen unserer Eichen, aber auch anderer Laubbäume und vermag troß ihrer Kleinheit völligen Rahlfraß herbeizuführen: so nach Brehm 1863 im Berliner Tiergarten, 1879 und 1880 in der Leipziger Gegend. Zu guter Letzt sei noch der Kleinsten, der sogen. 3ünsler und Motten gedacht, deren Raupen nicht nur, wie die unserer allbekannten Kleider- und Belzmotten( Tinea pellionella und tapezella), sich mit der Untersuchung auf den Nährwert unserer Woll- und Pelzfachen mehr als der unachtsamen Hausmert unserer Woll- und Pelzfachen mehr als der unachtsamen Haus frau lieb ist befassen, sondern auch wie der Rornwurm( Tinea Am nächsten Tag tam Andreas grußlos in die Stube. Er entnahm selbst Brot und Margarine dem Schrant. Die fieine Anna fam aus der Schule. Sie schmiegte sich an ihn, als wollte sie ihn versöhnen. ,, Spiel ein bißchen!" bat fie. und Andreas spielte auf seinem Leierkasten die wehmütigsten Lieder, mit denen der Fabrikant das Instrument ausstaffiert hatte. An der Quelle faß der Knabe" und die Loreley". und die Melodien erinnerten ihn an jenen glücklichen Sommertag, an dem er zum ersten Male in den Hof dieses Hauses gekommen war. D, wunderbar war der Sommer, eine foftbare Schnur glücklicher Tage, Tage der Sonne und der Freiheit, der alten Lindenbäume in den gastfreundlichen Höfen. Die Fenster in allen Stockwerken flogen auf, rundliche rote Freudengesichter steckten die Mädchen wie feftliche Lampions zu den Küchen hinaus und der Duft guter Speisen sättigte die Nase. Lachende Kinder tanzten um die Musit, das Kreuz blinkte in der Sonne, die Uniform, heute von Stroh und Unrat beschmutzt, wie sauber und ehrfurchterregend war sie damals! Katharina tam. Mit sachlichen, knappen Bewegungen hantierte sie im Hause. Sie schien ihren Mann gar nicht mehr zu sehen. Sie stellte mortlos und mit einem heftigen Ruck eine irdene Schüssel auf seinen Platz. Er tannte diese kleine Schüssel mit der schadhaften Glasur. Manchmal befamen ein alter Bettler, eine verirrte Rage, ein zugelaufener Hund aus ihr zu essen. Katharina selbst schlürfte die Suppe aus einem rótgeränderten Berzellanteller. Auch hatte sie den Rohl von den Kartoffeln gesondert vor sich aufgestellt. Aber in der fleinen Schüssel Andreas' mischte sich alles und ein großer Knochen ragte zwischen dem Mischmasch wie ein Dach frümmerstüd im Schutt eines zerfallenen Hauses. Was sollte er tun? Er aß und wurde demütig und richtete von Zeit zu Zeit sein Auge auf Katharina. Sie hatte ein rotes Geficht und war sehr sorgfältig onduliert, mit vielen fleinen Wellchen, die bis zu den Augen reichten und in der Mitte trug sie ein paar furz geschnittene und in die Stirn gefämmte, am Ende mit einem scharfen Lineal abgeschnittene Härchen, die wie Fransen eines Schals ausfahen. Sie duftete wie ein Friseurladen nach allerlei Gerüchen, Patschuli mischte fich mit Haaröl und dieses mit Kölnischem Basser. Ein anderer hätte sofort erkannt, daß Katharina einen ganzen Bormittag im Damenfrifiersalon zugebracht hatte. Andreas aber merkte nichts. Donnerstag, 14. August 1924 Die granella) und der Mehlzünsler( Asopia farinalis) auf Speichern und in Bäckereien großen Schaden anzurichten vermögen. Bienenmotte( Galleria mellonella) dringt sogar in die Bienenstöcke ein, wo ihre Raupe sich vom Wachse nährt und ganze Stöcke verderben kann. Das alljährlich wiederkehrende, recht unerfreuliche dens fast aller Blätter vornehmlich unserer Flieder-, aber auch der Schauspiel endlich des teilweisen Zusammenrollens und BraunwerBlätter verschiedener anderer Bäume und Sträucher verdanken wir dem Fraße der Räupchen der Fliedermotte( Gracillaria syringella) * Troß äußerster Beschränkung in der Aufzählung der als Feinde recht stattliche geworden; sie alle aufzuzählen ist, ganz abgesehen unserer Kulturen auftretenden Schmetterlinge ist ihre Anzahl eine davon, daß es weit über den Rahmen dieser Zeilen hinausgehen würde, auch schon deshalb unmöglich, weil eben gar zu viele Raupen feine Roftverächter sind. Es kann daher auch ein bisher für unschädlich erachteter Schmetterling aus irgend einem seiner Entwid= umg günstigen Umstande plötzlich in einer Gegend in großer Zahl erscheinen und seine Raupen können alsdann in Massen an Kulturpflanzen gefunden werden, an denen sie in normalen Jahren ihren Hunger nicht zu stillen pflegen. Hypnose- Phantasien. Schwere Anklagen gegen einen Pastor. Die Straffammer des Landgerichts II wird sich in der nächsten Zeit als Berufungsinstanz mit einem Fall beschäftigen, der geeignet ist, allgemeines Aufseher zu erregen. Wegen Unterschlagung, fortgesetzter Anstiftung zum Diebstahl, fortgesetzter Hehlerei und fortgesetzter Verleumdung war der jetzt erst 20 Jahre alte Schneider Ernst Kain aus Ruhlsdorf bei Bernau im Juni dieses Jahres zu einer Gesamtstrafe von 2 Jahren Gefängnis sowie 1000 Goldmark Buße an den Nebenkläger Pfarrer Barth aus Ruhlsdorf vom Schöffengericht Pankom verurteilt worden, auch war er sofort in Haft genommen worden. Nach dem Urteil handelt es sich um an Erpressung grenzende, in raffinierter und dreister Weise ausgeführte der durch die Begleitumstände außergewöhnliche Fall in der nächsten Straftaten. Da gegen das Urteil Berufung eingelegt wurde, wird Woche nochmals vor der Strafkammer zur Verhandlung gelangen. Der Angeklagte Rain verfehrte in dem Hause des Pfarrers Barth, da er mit dessen Sohn Hans befreundet war. Anfang 1922 trat er in Beziehungen zu dem 18jährigen Walter Heine, von dem er eines Tages Geld befam, um ihm Stiefel zu besorgen. Nach einiger Zeit erflärte Rain, dem jungen Manne, daß er ihm teine Stiefel getauft habe, sondern das Geld einem fpiritistischen Berein übergeben habe. Dadurch sei Heine Mitglied des Vereins geworden. Er dürfe aber davon nichts verraten, sonst würde er ermordet werden. In der Folgezeit verlangte der Angeflagte von dem unerfahrenen jungen Mann forigesezt Geldzahlungen für den Verein, manchmal in der Woche ein- bis zweimal, immer unter der Drohung, daß es ihm sonst ans Leben gehen würde. Eingeschüchtert opferte der Jüngling alles, was er an Geld besaß, und als er mit seinen Hilfsmitteln zu Ende war, wurde er von Kain gezwungen, seine Eltern zu bestehlen. Nachdem es ihm nicht mehr möglich war, Geld fortzunehmen, mußte er Lebensmittel von dem Gehöft der Eltern liefern. So holte Kain eines Nachts vier Säde Kartoffeln ab, schließlich wurde der junge Heine auch noch gezwungen, das Silberzeug seiner Mutter zu stehlen und es dem Angeklagten auszuhändigen, der dafür 450 Goldmark erlöste. Trotzdem trat Rain schon nach wenigen Tagen mit neuen Forderungen auf. Bon Berlin, wo er sich bei Verwandten vorübergehend aufhielt, rief Kain an, Heine müsse unbedingt binnen zwei Tagen 160 mart an den Spiritistenverein zahlen, sonst sei sein Leben bedroht. Ins Berhör genommen, gestand Heine alles ein. Daraufhin wurde Rain in Berlin verhaftet und nach Ruhlsdorf in die Polizeigefängniszelle gebracht. Als er am nächsten Tage ins Gerichtsgefängnis in Bernau übergeführt werden sollte, fand man ihn auf seiner Pritsche liegend in festem Schlaf, aus dem er erst nach drei Tagen erwachte. In der Zwischenzeit war er von den Aerzten Dr. Tischbein und Dr. Hirsch beobachtet worden. Beim Erwachen erzählte Kain, daß der Pastor Barth abends um 8 Uhr mit dem Schlafrock bekleidet in feine Belle getreten sei und ihm erklärt habe, er würde jetzt in einen 70 ft ündigen Schlaf verfallen. Wenn er dann noch leben sollte, so werde der Pastor feine Gewalt mehr über ihn haben, da ihm in letzter Zeit zuviel Haare ausgefallen feien. Rain beschuldigte den Pastor weiterhin, baß er ihn im hypnose zustand gehalten und zu den Ihn beschäftigte nur das Rätsel der plöglichen Veränderungen, die sich um ihn vollzogen hatten. Es war wie eine Berzauberung. Er versuchte, sich den Borfall in der Straßenbahn flar ins Gedächtnis zu rufen. Er sah wieder den Herrn, der ihn angegriffen hatte. War es nicht umgekehrt gewesen? Was hatte der Herr nur gesagt? Daß die Invaliden fimu lierten! Und es stimmte. Wie oft hatte Andreas selbst Simulanten gesehen. Woraus entnahm er eigentlich, daß der Herr ihn persönlich gemeint hatte? Er sprach ganz allgemein. Er ärgerte sich mit Recht über die Versammlung. Waren es doch Tagediebe, Rebellen, Gottlose, fie wollten die Regierung stürzen und fie verdienten ihr Schicksal. Es war eben eine Ausnahme, daß Andreas das Pech hatte, mit einem unfreundlichen Schaffner, mit einem verständnislosen Polizisten zusammenzustoßen. Sie sollen ihn nur vor Gericht bringen. Hier wird er kategorische Bestrafung der untergeordneten Organe verlangen. Hier wird er seinen Lebenslauf erzählen, seine Kriegsteilnahme, feine Begeiste rung für das Baterland. Er wird die Lizenz wiederbetom= men. Er wird Katharinas Achtung aufs neue erringen. Er wird Herr im Hause sein. Der Mann seiner Frau. Šie stand auf. Ihre breiten, in ein Mieder gepreßten Hüften bewegten sich selbständig und die strogende Fülle ihrer Brüfte zappelte, wenn sie einen Schritt machte. Andreas erinnerte sich an ihre gemeinsamen Liebesfeste, an den Drud ihrer nachgiebigen und dennoch muskulösen Oberschenkel und er höhlte die Hand und glaubte wieder die breite, weiche, schweilende Endlosigkeit ihrer Bruft zu fühlen. Ach! laßt uns nur vor Gericht kommen. Dort ſizen feine ungebildeten Polizisten und feine rohen Schaffner. Die Gerechtigkeit leuchtet über den Sälen der Gerichtshöfe. Weise, noble Männer in Talaren sehen mit flugem Blid in das Innere des Menschen und sondern mit bedächtigen Händen die Spreu vom Weizen. Hätte Andreas eine Ahnung von der Jurisprudenz gehabt, so hätte er gemußt, daß die Gerichte sich bereits mit ihm beschäftigten. Denn sein Fall gehörte zu jenen sogenannten eiligen Fällen", die nach einem Erlaß des modernen Justizministers sofort in Behandlung genommen wurden und zur Erledigung famen. Schon hatten die großen rollenden Räder des Staates den Bürger Andreas Bum in die Arbeit genommen und, ohne daß er es noch mußte, wurde er langsam und gründlich zermahlen. ( Fortsetzung folgt.) Strafhandlungen verleitet habe. Das Geld habe der Pastor ihm| stets abgenommen. Er sei einmal um Mitternacht zum Paftor hinbestellt worden. In dessen Studierzimmer habe er erst ein Glas Liför bekommen, dann habe der Pastor ein buntes Blatt Papier mit unbekannten Zeichen auf den Tisch gelegt, habe ihn über Stirn und Arme mit der Hand gestrichen und dabei aus einem Buch underständliche Worte gemurmelt. Dadurch fet er ein willenloses Werkzeug des Pastors geworden. In derselben Weife habe der Bastor auch ein inzwischen verstorbenes 18jähriges Mädchen mißbraucht. Bei einem Besuch des Pastors habe er das Mädchen laut wimmernd gefesselt und unbekleidet auf dem Fußboden liegen Das Gericht hatte alle diese Angaben als ein Lügen geme be betrachtet und den Angeklagten zu der oben angegebenen In der neuen Verhandlung vor der Straffammer werden sich zahlreiche Sachverständige über den Geisteszustand des Angeklagten zu äußern haben, auch die Frage der Hypnose wird eingehend erörtert werden. Nach einem Gutachten von Geheimrat Dr. Moll ift aus den Begleitumständen bei dem Berliner Ferngespräch eine Nach oder Fernhypnose gänzlich ausgeschlossen. Strafe verurteilt. = Nachklänge. Er wollte ,, Krach" herbeiführen. Man schreibt uns: betrat ein Augenzeuge das Café in der Meinung, drinnen die übrigen Anwesenden mindestens so entrüftet vorzufinden wie draußen die Menge. Keine Spur! Einige der Herrschaften machten noch faule Wize über den Mißhandelten; der Reft der Gäste schlürfte mit großem Behagen sein Eis, um sich von der Erregung abzukühlen. Boltsgenossen! Das Urteil gegen die Gentleman- Einbrecher. Das Verfahren gegen v. Keudell abgetrennt. Bei seiner verantwortlichen Vernehmung war der Angeklagte Joachim Dürre geständig, in Gemeinschaft mit dem geistes franten Baul Maciosset den Einbruch bei dem Dänen Swaanholm verübt zu haben, bestritt aber seine Beteiligung an den anderen Diebstählen, die auf das Konto Maciosfet allein fallen. Dürre stammt aus einer angesehenen, sehr wohlhabenden Familie. Nachdem er infolge Familienzwiftigkeiten sich aus dem Baterhause entfernt hatte, geriet er auf die schiefe Bahn und schließlich auf den Weg des Verbrechens. Zu seinem Unglück fam er in die Kreise der Familie Macioffet, gegen die zahlreiche Strafverfahren noch schweben. Bei dem ersten Diebstahl in der Wohnung des das nischen Kaufmanns Swaanholm im Winter 1922 wurde eine Perlenfette mit 384 Perlen, eine andere Kette mit 110 Perlen sowie vera schiedene andere Schmuckstücke im Gesamtwert von 30 000 Dollar erbeutet. Frau Macioffet, die bei der Kriminalpolizei als eine der bekanntesten Hehlerinnen gift, leugnete mit großer Entschiedenheit Unterbringung von Diebesgut mitbeteiligt. Er hat den Verkauf einer jede Beteiligung ab. Auch der Angeklagte v. Keudell war bei der der gestohlenen Perlenketten vermittelt. Auf eine Frage von Rechtsanwalt Dr. Frey erklärte er, daß er Frau Maciosfet für eine sehr ehrenwerte Dame gehalten hätte, die ihm aufs wärmste empfohlen worden war. Das Gericht beschloß, da die Ge richtsärzte zur Begutachtung des Geisteszustandes des Angeklagten v. Keudell nicht zur Stelle geschafft werden konnten, die Abtrennung des Verfahrens gegen ihn. Ebenso wurde das Verfahren gegen Frau Stock und deren nicht erschienenen Tochter Rofa, jezige Frau Dschurock, abgetrennt. Dürre wurde des schweren Diebstahls im Fall Swaanholm für überführt gehalten, erhielt aber entsprechend den Anträgen von Rechtsanwalt Themal mildernde Umstände zu gebilligt. Die Strafe lautete auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis, von ber 14 tonate auf die Untersuchungshaft angerechnet wurden. Sauer wurde wegen einfacher Hehlerei zu drei Monaten Gefängs nis verurteilt, die durch die Untersuchungshaft verbüßt sind. Die Angeklagten Friedrich und Theodor Stod wurden der Hehlerei nicht für schuldig befunden und freigesprochen, Im Hauptvorstand des Deutschen Textilarbeiterverbandes saß seit längerer Zeit ein unbesoldetes Berliner Mitglied, das zwar als Kommunist bekannt war, aber sonst einen mehr als harmlosen Eindruck machte. Wenn der Betreffende in den Sitzungen sein Sprüchlein herunterleierte, dann baten seine Augen förmlich um Bergebung. In den Mitglieder und Betriebversammlungen war er schon weniger fanft. Aber immer, gemessen an den anderen, ein Biedermannstyp. Im vorigen Jahre legte er fein Borstandsmandat nieber, weil er felbft Unternehmer geworden. Gelbstverständlich mußte er nun schärfer gegen die Gewerkschaften losgehen, er wurde wilder und manchmal so unanständig, daß sein Ausschluß aus dem Verbande dem Borstand im Interesse des Verbandes geboten erschien. Der Biedermann heißt B. und war feines Zeichens Färber. Zwar hatte er nichts von dem großen 48er Revolutionär gleichen Namens, aber er betätigte sich doch rrrevolutionär. Lange fahen und hörten wir nichts von dem Biederen. Am 11. Auguft war Berfassungs feier. und Abends waren viele zehntausende Gewerkschaftler imd Barteigenossen nach dem Schlosse gezogen, um hier für die Republik zu demonstrieren. Die ungeheuren Massen imponierten selbst den Kommunisten. Deshalb mußten sie alles tun, um den Sozialvers rätern" die Freude an der gelungenen Demonstration zu verefeln. Schreiber diefes stand gegen 7 Uhr im Luftgarten, gegenüber dem Dom vor dem Reiterstandbild. Einige 50 Kommunisten, in der Mehrzahl Kaschemmenstammtischbrüder aus der Münzstraße, be läftigten in der ordinärsten Weise die Teilnehmer der immer noch neu zuströmenden Demonstrationszüge. Zwei dieses Typs taten fich besonders hervor. Die Demonftranten würdigten sie feiner Antwort, wenn auch mancher empörte Blick darauf schließen ließ, wie schwer diese Beherrschung wurde. Nur zwei Hafenkreuzsäuglinge zeigten thre Freude unverhohlen über die Störungsversuche. Auf einmal trat den Beiden ein waderer Sozialdemokrat" tapfer entgegen. Er verteidigte die Bartei, wenn er auch bescheiden zugab, mit vielem felbst nicht einverstanden zu sein. Jetzt gab es eine heftige Disfuffion. Rebe und Gegenrede flog hin- und herüber. Aber der tapfere Genoffe" wurde durch das Wortgefecht so tonfus, daß die Kommunisten Verdacht schöpften und ihn einen Spigel nannten. Man wollte ihm handgreiflich zu Leibe gehen. Ms es für ihn immer bedenklicher murde, erklärte er plöhlich, feiner Partei anzugehören. Num drängte ich mich nach vorn, um mir den sonderbaren Heiligen genauer anzusehen. Es war unser Kommunist B. Auf den Vormurf, daß er geschwindelt und sich als Provotateur betätige, nahm unser B. zwei seiner erbittertsten kommunistischen Gegner auf die Seite, zeigte ihnen fein tommunistisches Mitglieds buch mit der Bemerkung, daß er jo handeln mußte, um einen Krach herbeizuführen. Jekt ging den Kommunisten ein Seifenfieder auf über die politische Mission" des B. Die Erregung wurde noch mehr geschürt. Als die Kommunisten verschiedene Faher, d. h. Wulle, hatte. Besonders lange verweilte der große Ge nen der Demonstranten ergreifen wollten, fam es zu einer Brügelei. Die meisten Kopfnüsse friegten die Kommunisten. B. hatte sich, wie das bei seiner Sorte Menschen üblich, rechtzeitig in Sicherheit gebracht." Warum die Unternehmer nicht flaggen. Dazu wird uns aus dem Siemens- Konzern folgendes berichtet: Als am Montag, den 11. Auguft, die Arbeiter und Angestellten nach Siemensstadt kamen( das in der Hauptfache von den Siemenswerken beherrscht wird), wunderten sie sich, daß die Firma, an deren Spike der bekannte Demokrat J. F. v. Siemens, M. d. R., steht, nicht einmal die Fahne der Republit auf den zahlreichen Werksgebäuden gehißt hatte. Der Firma wurde von der Arbeiterschaft nahegelegt, das Bersäumte nachzuholen und das Angebot gemacht, der Arbeiterschaft gehörende schwarzrotgoldene Fahnen leibweise zur Verfügung zu stellen, falls die Firma damit nicht verfehen sei. Dieses Angebot wurde von den Direktoren abgelehnt mit dem Hinweis, daß die Firma den Standpunkt vertritt, der Verfassungstag wäre ein politischer" Tag und überdies fein gefeßlicher Feiertag. Da die Firma ein wirtschaftliches Unternehmen sei, habe sie deshalb ein Flaggen der Gebäude ablehnen müssen. Die Begründung ist mehr als merkwürdig. Unjeres Biffens war die Firma Siemens von jeher ein wirtschaftliches Unternehmen, hat aber früher bei Kaiser- Beburtstags- Feiern und dergleichen Anlässen, ebenso auch während des Krieges unzählige Male in recht überreichem Maße Flaggenschmuck angelegt. Allerdings nicht schwarzrotgoldene Fahnen, sondern die Fahnen der Monarchie, schwarzweißrot. Es scheint, daß dieser Unterschied der Farben die Veranlassung gegeben hat, daß sich die Siemens- Direktionen auf einmal so unpolitisch" einstellen. Was sagt der demokratische Reichstagsabgeordnete Herr von Siemens dazu? Wie man in Angermünde die Toten ehrt. Sarg und Stahlhelm als Grundlage deutscher Erneuerung. Wenn man die völkischen Maulhelben in ihrer ganzen Glorie fehen will, muß man sie schon dort aufsuchen, wo sie glauben, fo ganz unter sich zu sein. Und das glaubte die„ Deutschvöltische otgemeinschaft, Kreisgruppe Angermünde, wohl annehmen zu dürfen, als sie zum Sonnabend, den 2. Auguft, zu einem„ Deutschen Abend, verbunden mit Heldenehrung", eingeladen hatte. Ausdrücklich war bekanntgegeben worden, daß es sich um teine parteipolitische Sache, sondern um eine reine, feine parteipolitische Sache, sondern um eine reine, würdige Feier handeln sollte. Ausgerechnet der Judenstämmling Rosenthal begrüßte in diefer böltischen Versammlung die geladenen Vereine, Verbände und Orga nifationen( Baltikumer). Alsdann redete der Wulle die Feftrede. Er stellte sich dem Kreise seiner Getreuen vor als der Geschichtler Deutschlands" und behauptete, daß jeder, der wie er die Geschichte gründlich studiert habe", unbedingt zu der Ueberzeugung gelangen müsse, daß nur die im völkischen Gedanken liegende hohe Sittlichkeit Deutschland wieder hochbringen könne. Niemand von den Anwesen den lachte etwa über folch hanebüchenen Blödsinn. Hermann der Cheruster" war nach Bulles geschichtlichen Untersuchungen der größte Politiker, den es je gegeben, da er schon diefelben Ideen wie schichtler" bei dem Freiherrn von Stein, den er für die völkische Krankheit vollkommen reffamierte. Den Clou des Abens bildete die sogenannte Heldenehrung". Während die Saalbeleuchtung er losch, betrat der Herr Pfarrer Schulze Stolpe einen Altar, der von brennenden Leuchtern flantiert wurde. Das hinderte aber nicht, daß man an der anderen Stirnfeite des Saales die Schnaps fchenfe in vollem Betriebe ließ. Der Herr Pfarrer leistete sich in diesem unglaublichen Milieu die tollften Sachen. Mit sich oftmals überschlagender Stimme fnüpfte er da an, wo Wulle aufgehört hatte, d. h. bei. der fittlichen Erneuerung des Voltes. Kein Wort von chriftlicher Liebe brachte er hervor, wohl aber lobte er den deutschen Haß in allen Tonarten. Die Stimmung war schon berart, daß ihm bei seinen haßerfüllten Kernsprüchen Heil, oder auch Proft zu gerufen wurde. Er brachte es sogar fertig, zu erklären, daß der Kriegstod von 7 millionen Deutschen nicht so schlimm fei; ich I imm fei nur, daß diese 7 Millionen Menschen umsonst ge for ben seien. In dem Augenblick, als er die Jugend ermahnte, ihre Soldatenpflicht genau so ernst zu nehmen, ging der Vorhang auf und es präsentierte sich im Scheinwerferlicht ein brauner Holzsarg, auf den man einen Stahlheim gelegt hatte. Und nun schrie der Herr Pfarrer in den Saal, daß die Jugend nicht in Feigheit erstarren, sondern sich an denen da, der Herr Pfarrer zeigt auf den Sarg ein Beispiel nehmen solle. Ich bin, so schreibt uns unfer Genosse, dem wir diesen Bericht verdanken, schon an starten Tabat gewöhnt, da es mir vergönnt" war, den Herrn Hofprediger" Vogel- Potsdam zu hören. Pfarrer Schulze von Stolpe überbietet ihn aber bei weitem. Eine Frage nur noch: Haben die staatlichen und tirchlichen Behör= den nichts dagegen, wenn ein sogenannter Diener der Kirche im Tanzfaal Amtsgeschäfte verrichtet, während an der anderen Saalfeite feste einer gebügelt" wird? 71 Das Rundfunkprogramm. Donnerstag, den 14. August. Tageseinteilung. ,, Der Dank des Vaterlandes ist Euch gewiß..." Ein empörender Borgang trug sich gestern nachmittag in einem Café in der Leipziger Straße zu. Der Betroffene und mehrere Augenzeugen berichten übereinstimmend folgendes: Ein Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. BeBlinder betrat das Lokal, um im Auftrage einer Blindenorganiskanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. sation Eintrittskarten für ein am gleichen Abend stattfindendes 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Blindentonzert zu verkaufen. An einem Tisch wurde ihm eine Nachrichten dienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. Rarte abgenommen. Als der Blinde Bezahlung dafür verlangte, wurde unter Hallo die Karte zerrissen und ihm an den Kopf geworfen. Der bedauernswerte Krüppel gab seiner Erregung über diese Behandlung Ausdruck und wurde darauf in roher Weise von einem Kellner buchstäblich aus dem Lofal geworfen. Die in der belebten Gegend sich sofort ansammelnde Menschenmenge war über diesen Vorgang in heller Empörung. Während ein herbeigeholter Schupo im Lokal die notwendigen Feststellungen machte, 5.30-7 Uhr abends: Unterhaltungsmusik. 7.30 Uhr abends: Sprachunterricht( Englisch). 8.10 Uhr abends: Vortrag des Herrn Dr. Wegner;" Die Regengebiete der Erde". 9-10 Uhr abends: Konzert der verstärkten Berliner Funkkapelle. 1. Phädra- Ouverture, Massenet. 2. Kaukasische Suite, Ippolitow- Iwanow. 3. Koboldtanz, Dvorák. 4. Fantasie aus der Oper Die Afrikanerin", Meyerbeer. 5. Mein Baden, Walzer, Komzak. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. 10.15-11.30 Uhr abends: Tanzmusik. Geheimnisvoller Mord bei Hamburg. 1250 Goldmark Belohnung. Ein großes Rapitalverbrechen beschäftigt die Hamburger Kris minalpolizei. Am Freitag, den 1. August d. I., wurde im Aufhöhungsgebiet in Billwärder an der Bille im feuchten Sande verscharrt die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Der Schädel ist durch wiederholte Schläge mit einem harten bzw. Spigen Gegenstand zertrümmert. Der Tote, der dem Arbeiterstande angehört, ist ungefähr 20 Jahre alt. Befleidet ist er mit einem blauweißgestreiften Barchenthemd und einer Militärhose. der Leiche lag eine zerrissene grau- schwarz farierte Butskinweste. Verschiedene Anzeichen faffen darauf fchließen, daß der Betreffende in einem landwirtschaftlichen Betrieb gearbeitet hat. Ausweispapiere und Wertsachen fehlen. Es haben sich nun Zeugen gemeldet, die angeben, daß sich am Sonnabend, den 2. August, ein Arbeiter dort in der Nähe des Fundortes auffällig umhergetrieben habe. Anfcheinend fuchte er etwas. Dieser Mann soll ungefähr 35 Jahre alt fein. Seine Nase soll durch Krebs angefreffen sein und der rechte Nasenflügel fehlen. Da es wohl möglich iſt, daß der Gefundene oder der Täter ein Berliner ist, ist die hiefige Kriminalpolizei um Mitfahndung ersucht worden. Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, nimmt unter Hinweis auf die ausgefeßte hohe Belohnung Kriminalfommiffar Dr. Annu fchat im Polizeipräsidium entgegen. Kammergericht hat am 5. Juni d. I. folgenden Rechtsentscheid Rechtsentscheid des Kammergerichts in Miefschuhfachen. Das ( IM. I. 13 279) getroffen, der im Juftizministerialblatt mitgeteilt wird: Die Beschwerdestelle ist nicht befugt, ihre Entscheidung über die Rechtsbeschwerde nach der Bebanntgabe an die Parteien abzuändern." Borübergehende Schließung der Stadtbücherei Spandan. gweds Prüfung des Bücherbestandes bleibt die Stadtbücherei für den AusTeiheverkehr in der Zeit vom 15. bis 30. August geschlossen. Für Steglit, Canfwig und Lichterfelde findet bie Jugend weise am Sonntag, den 28. September, im 2yzeum L, Steglitz, Rothenburgstr. 18, statt. Anmeldungen unter gleichzeitiger Bezahlung des Einschreibgeldes bon 0,50 M. werden angenommen bei S. Krüger, Steglig, Siemensstr. 76; Frau Ungerer, Wilmers dorf, Hanauer Str. 48( Siedlung); G. Felgentreu, Lantwig, CharLottenstraße 34. Bermißt wird seit Freitag, den 8. Auguft, die 67 jährige Fratt Minna Baber. Statur: flein, zirfa 1,50 Meter. Kleidung: schwarzer Rod, fleine blaue Schürze, schwarze Schnürschuhe, Umschlagetuch, schwarzer Schirm. Nachrichten erbittet Ed. Baber, Surfürstenstr. 49 oder Polizeipräsidium. Das Philharmonische Orchester veranstaltet am Freitag, den 15. Auguft 1924, abends 8 Uhr, in der Neuen Welt ein Konzert. Bezirtsbildungsausschuß Groß- Berlin. Die Kreise 4, 10, 11, 12, 15, 16 und 17 werden ersucht, umgehend die Fragebogen ausgefüllt nach hier zurückzusenden. Die Einreichungslisten für Festkonzerte und Proletarische Feierstunden sind ausgegeben. Ginzeichnungen können erfolgen bei allen Abteilungsleitern sowie in der Buchhandlung Borwärts, Lindenstr. 2, im Jugendfekretariat, Lindenstr. 3, und im Bezirksbildungsausius, Lindenstr. 3, 2. of II. Die 6. Forffwanderung findet am Dounerstag, den 14. Auguft, ftatt und führt diesmal vom Bahnhof Copenid, too fich die Teils nehmer um 5 Uhr versammeln, über Uhlenhorst in die Damma for ft und von dort über das malerische Dorf tetemal zum Bahnhof girl garten, von wo aus die Rüdfahrt nach Berlin usw. angetreten werden fann. Da Oberförster Mudra, der die Wanderungen bisher leitete, verunglückt ist, wird ber Rebierförster Is holz die Führung übernehmen. Boraussichtlich wird sich ein Wissenschaftler an der Wanderung beteiligen, um unterwegs über Pflanzen und Bogelkunde notwendige Aufklärungen zu geben. Der Hunger nach Gold", eine fatirische Komödie des bekannten Publi isten Start Schneidt, derzeitiger Herausgeber ber Tribune" und Begründers der Beit am Montag", wird Mitte August im Rose Theater ihre Uraufführung erleben. Jugendveranstaltungen. Heute, Donnerstag, den 14. Auguft, abends 7% Uhr: Friebenau: Jugendheim, Offenbacher Str. 5a, Bortvag: Arbeiterjugend und Republit." Gesundbrunnen I: Schule, Gotenburger Str. 2, Bortrag: Die Entstehung und Bedeutung des Weltrieges 1914/18." Reukölln 1: Jugendheim, Münchener Str. 52, Glasbrenner- Abend". Schmargendorf: Rathaus, Berfaer Plas, Bortrag: Sachverständigen- Gutachten. Gene felber- Biertel: Badeanstalt, Oderberger Str. 57, Bortrag: Das fozialistische Erziehungsproblem." Weißensee: Gymnasium, Woeldpromenade, Bortrag: ,, Verfassungsfragen." Südwesten: Jugendheim, Lindenstr. 3, Mitglieder. versammlung. Wichtige Tagesordnung. Werbebezirk Oberspree. Kreismusit- Abenb heute, Donnerstag, abends 7 Uhr, im Jugendheim Köpenick, Grünauer Str. 5. Gämt liche Musiker haben zu erscheinen, Achtung, Abteilungsleiter! Borshenden Ronferenz am Sonnabend, den 16, d. M., pünktlich abends 7 Uhr, im Jugendheim, Lindenstr. 3. Sport. Rennen zu Strausberg am Mittwoch, den 13. August: 1. Rennen. 1. Sara Hill( K. Edler), 2. Shaun Aboo( Nuß). Toto: 10:10. 2 liefert. 2. Rennen. 1. Santa Lucia( München), 2. Bohnenteufel( Breege), 3. Hobe Sonne( W. Schmidt). Toto: 144: 10. Plaz: 24, 21, 60: 10. Ferner liefen: Perlentette, Lebedame, Humor, Brosa, Ninon, Mottlau. 3. Rennen. 1. Rosebank( Ralff), 2. Tiefurt( Saager), 3. Diestel N. ( Kaiser). Toto: 33: 10. Play: 18, 18, 13: 10. Fernet liefen: Flandern, Lily S. Gripsholm, Giselber, Gebalind. 4. Rennen. 1. Labrador( Bismark), Amara( Einfinger), 3. Hingebung ( K. Edler). Toto: 25: 10. Plag: 18, 153, 19:10. Ferner liefen: Hermy, Beri, Ed, Semendria, Bartel, Herzeleide, Neptun, Bubi. 5. Rennen. 1. Sydow( Mate), 2. Cisterne( Balt. Hener), 3. Defabio ( Streit). Toto: 15: 10. Play: 15, 19: 10. Ferner liejen: Ripon, Staatstert. 6. ennen. 1. Trio Trac( b. Borle), 2. Schmudi II( v. Balthahn), 3. Duellnymphe( Hr. Hantle). Toto: 34: 10. Plat: 21, 18: 10. Ferner liefen: Siege, Sultan. 7. Rennen. 1. Niederwald( Ludvig), 2. Berta( D. Müller), liefen: Bring Karneval, Gentmora, Chane, Diogenes, Teufelsnärrin, Ontel 3. Staffelei( Sentpeil), Toto: 155: 10. Blat: 22, 14, 14: 10. Ferner P., Sabitry, Zwirn. Großes Steher- Derby auf der Olympia- Radrennbahn. Schon am kommenden Sonntag veranstaltet die Olympia- Radrennbahn ihre nächsten Rennen. Dieser Renntag ist fast ausschließlich den Dauer fahrern gewidmet. Fest sind bisher verpflichtet: Bittig, Sawall, Rosellen und Kruptat. Hinzu kommt noch ein Fahrer der Extraklasse und fünf sehr gute B Fahrer. Als Neuheit kommt jür die Dauerfahrer ein Mannschaftsfahren über 1 Stunde zum Austrag. Kleinere Fliegerrennen werden das Programm vervollständigen. Beginn 3%, Uhr. 1000 Odol ist das das konzentrierteste Mundwasser Mundwasser der Welt, wenige Tropfen genügen! Odol ist also sehr sparsam. In Anbetracht dieser Sparsamkeit, die wie ein Wunder anmutet, Odol tatsächlich tatsächlich das das billigste Mundwasser der Welt. ist Odol Wirtschaft Die Preissteigerung der Agrarprodukte. Das ungestüme Verlangen der Agrarier nach Schutzöllen für Agrarprodukte, insbesondere für Getreide, erscheint in dem augenblidlichen Zeitpunkt äußerst gefährlich. Nicht nur deshalb, weil die verminderte Kauftraft der breiten Massen durch Agrarzölle weiter herabgedrückt und der ohnehin stark gesunkene Lebensstandard weiter finten würde, sondern auch aus dem anderen Grunde, weil sich jetzt ein natürlicher Ausgleich zwischen den hohen Preisen für Industrieprodukte und den niedrigen Preisen für Agrarprodukte entwickelt, der langsam wieder das Mißverhältnis verschwinden läßt. Durch Schutzölle würde der sich langsam entwickelnde Gefundungsprozeß nicht nur gestört werden, sondern es würde eine weit schlimmere Krisis entstehen, von der dann die Industrie und mit ihr die Arbeiterbevölkerung aufs schwerste betroffen würde. Daß der Höhepunkt der Agrartrise überschritten ist, zeigt deutlich die Preisturve, die an Hand der Großhandelsindices konstruiert wurde. Mit dieser bildlichen Darstellung der Preis bewegungen foll gezeigt werden, in welchem Maße sich relativ die Lebensmittel- sowie die Getreide- und Kartoffelpreise im Laufe dieses Jahres dem Preisniveau der Industriestoffe genähert haben. Besonders zu beachten ist, daß die Lebensmittel- und Getreideturve nur das relative Verhältnis zu den Industriestoffpreisen angibt, d. h. die tatsächliche absolute Preisturve auf der Bafis 1913= 100 berechnet, würde sich bei den Industriestoffen um 140, bei den Lebens mitteln um 100 und bei Getreide und Kartoffeln um 80 herum be= wegen. Im vorliegenden Fall bilden die Industrieftoffe die Basis 100, um deutlicher zeigen zu fönnen, wie weit sich feit Anfang dieses Jahres die Lebensmittel- und Getreidepreise den Industriestoffen ge nähert haben. 100 80 Lo Industriest offe Lebensmittel Getacide Jan Gebr. mare, Apail Mai 1924 Juni Jali Während für die ersten fünf Monate des Jahres 1924 nur die Monatsdurchschnitte festgestellt wurden, sind für Juni und Juli die Wochendurchschnitte berücksichtigt worden. Anfang Juni waren die Getreidepreise um 42 Broz. und die Lebensmittelpreise um 32 Broz. niedriger als die Preise für die Industriestoffe. Es folgt bis zum 24. Junt ein rapider Sturz, bie Rurve erreicht den tiefsten Punkt und die Preisdifferenz erhöht sich auf 47 Pro3. für Getreide und 38 Proz. für Lebensmittel. In der folgenden Zeit nähern sich die Agrarproduktenpreise wie Der den Industriestoffpreifen, die Preisdifferenz wird ständig fleiner und beträgt am 15. Juli 35 Proz. bzw. 26 Proz. In der Woche vom 15. bis 22. vergrößert sich wieder etwas der Preisunterschied, um in der legten Juli- Woche vom 22. bis 29. fich Don neuem gewaltig zu vermindern, so daß die Differenz zwischen den Industriestoffen und Lebensmitteln bzw. Getreide nur noch 30 bzm. 22 Broz. beträgt. Ob die Annäherung der Getreide- und Kartoffelpreise an die Preise der Industriestoffe auch in den nächsten Wochen andauern wird, ist nicht vorauszusehen, jedoch nach der bisherigen Entwicklung wahrscheinlich. Auf jeden Fall ist der Gesundungsprozeß flar erkennbar, um so mehr, wenn man sich vor Augen hält, daß die Preise für die Indu strieprodukte erheblich über den Weltmarktpreisen stehen, die gemiß in nächster Zeit durch die aus dem Sachverständigengutachten reful tierenden amerikanischen Kredite sich weiter senken werden, so daß die Preisspannung zwischen den Industrie- und Agrarprodukten weiter nachlaffen wird. Es liegt also nicht der geringste Grund vor, den Agrariern Schutzölle zu bewilligen. Die neue Konjunktur, die nach glücklichem Abschluß der Londoner Konferenz einsehen wird und deren Borboten sich jetzt schon bemerkbar machen, werden den augenblicklich noch vorhandenen Breisunterschied zwi schen Agrar- und Industrieprodukten ausgleichen und wieder geregelte wirtschaftliche Verhältnisse in Deutschland herbeiführen. Schutzzölle und Lebenshaltungskosten. Amtes der Stadt Berlin) wenden sich entschieden gegen die ZollDie Berliner Wirtschaftsberichte( Mitteilungen des Statistischen porlage:„ Die durch den Schuzzoli bedingte Mehrbelastung gegenüber dem Ausland, die übrigens nicht nur die städtischen Verbraucher, sondern auch weite Kreise der Landbevölte. rung, die Handwerter, Arbeiter und Angestellten auf dem Lande, ja selbst alle klein und mittelbäuerlichen Betriebe, die Getreide für ihre Wirtschaft zukaufen müssen, trifft, bedeutet eine ernste Gefahr. Sie würde die Lebens haltung der breiten Maffe in einer die Bolkskraft und Gesundheit gefährdenden Weise herabdrücken, die sozialen Lasten erhöhen, den Gegensatz zwischen Stadt und Land, zwischen Erzeuger und Verbraucher verschärfen und vor allen Dingen der Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit mit dem Ausland aufs äußerste erschweren. Auch eine Enquete. der Tegiilenquete zu sein, der bereits durch die GeheimnisEine ganz besondere Gorte von Bericht scheint der Bericht främerei, die beteiligte Stellen mit ihm treiben, fagenhaft zu merden beginnt. Er ist feit Wochen fertig. Auch hatte man( durch die Regierung) angedeutet, daß er schweres Material gegen die Textilpreisbildung enthalte. Am Dienstag passierte er num in Gegenwart bes Wirtschaftsministers Dr. Hamm den Reichswirtschaftsrat ( wie immer unter Ausschluß der Presse). Inzwischen Klettern die Textilpreise luftig in die Höhe. Nun der Bericht selbst, der vom RWR.( Wirtschaftspolitischer Ausschuß) genehmigt wurde. Wie wir erfahren, wurde nochmals festgestellt, wie der Vorbericht bereits vor Wochen betonte, daß der Lohnanteil an den Kosten des Produktes geringer sei als im Frieden. Diese Tatsache ist bei den Löhnen ebenso begreiflich wie wichtig. Dagegen fann man aber nicht an der Feststellung vorbei, baß die Preis und Konditionstartelle verteuernb gewirkt haben und noch verteuernd wirken. Mit anderen Worten: Die Löhne haben ( auf Kosten des Arbeiters) die Gestehungskosten gesenkt, der Kartell unfug( gegen dessen böse Wirkung Herr Hamm völlig versagt hat) trieb fie in die Höhe. Das wurde, wie gesagt, festgestellt. Das deutsche Volt wird Näheres bald im Bericht selbst nachlesen fönnen. Nun tommt aber die direkt phänomenale Stelle, die befagt, daß Gerstengraupen, lose Gerstengrütze, lose Haferflocken, lose Hafergrütze, lose Zentner frei Haus Berlin. Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je 16,25- 20,00 Röstgetreide, lose.. 15.50-18,00 15,00-16,00 Kakao, fettarm.... 65,00-75,00 16,00-17,25 Kakao, leicht entölt... 86,00-100,00 18,00-19,00 Tee, Souchon, gepackt. 350,00-430,00 13,00-14,00 Tee, indischer, gepackt 425,00-500,00 18,25-19,75 Inlandszucker basis mel. 41,00-43,00 22,50-24,25 Inlandszucker Raffinade 41,046,00 30,00-32,00 15.00-17,50 Zuckersirup hell in Eim. 40,00-45,00 8,75-11,75 Speisesirup dunk. in Eim. 27,00- 31,00 20,00-24,00 Marmelade Einfr. Erdb. 90,00-95,00 27,00-30,50 Marmelade Vierfrucht 35,00 40,00 20,00 29,50 Pflaumenmus in Eimern 33,00-38,00 31,00-37,50 Steinsalz, lose 3,10 3,70 39,00-46,00 Siedesalz, lose 4,00 4.70 18,75 20,50 Bratenschmalz in Tierces 81,00-81,50 36,00-42,00 Bratenschmalz in Kübeln 82,00-83,60 Roggenmehl 0/1 Weizengrieẞ Hartgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmeh! Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine... Bohnen, weiße, Ferl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni. Makkaronimehi Schnittnudein, lose. 16,00-17,25 Zucker Würfel 18,25-23,00 Kunsthonig 33,00-35,00 Purelard in Tierces 46,00-49,50 79,00-79,50 79,00 49,00-53.00 Molkereibutter i. Fässern 200,00-208,00 65,00-70,00 Molkereibutter in Pack. 210,00-217,00 80,00 90,00| Landbutter. die Textilpreise nicht zu hoch seien". Auch das hat der RR. unterschrieben und der Minister hat es gebilligt Wir sind gespannt darauf, wie der Bericht das belegen wird. Borerst fragt fich, weshalb man erst die Kommission zur Feststellung der Ur. fachen der hohen Textilpreise zusammengestellt hat, wenn diese angemessen sind? Haben Herr Hamm und der RWR. schon jemals etwas von einer deutschen Außenhandelsbilanz gehört, aus der her= vorgeht, daß die Tertilausfuhr Deutschlands sich reduziert und die Einfuhr aus dem Auslande zunimmt? Das geschieht doch nicht etwa, weil die Importeure in Deutschland ebenso billig kaufen können wie im Auslande, dessen Preise auch, eben weil wir exportieren müssen, für unsere Tertilpreise maßgebend sind? Der Bericht der Textilenquete widerspricht in diesem Punkte der Wirklichkeit so sehr, daß es geraten ist, ihn gar nicht zu veröffentlichen. Der Standal von Wöllersdorf. Die österreichische Wirtschaftspolizei hat nach Abschluß ihrer Erhebungen die Aften über den Wöllersdorfer Standal dem Bandgericht für Straffachen übergeben. Dort hat Staatsanwalt Dr. Kadecka nach Prüfung der Sachlage den Antrag auf Einleitung und Fortführung der Untersuchung gestellt. untersuchungsrichter ist nunmehr Oberlandesgerichtsrat Dr. Richard til hof mit der Angelegenheit befaßt. Als Die überaus umfangreichen Atten mit ihren vielen, zum Teil verwickelten Verträgen bringen es mit sich, daß diese Untersuchung viele Wochen dauern wird und kaum vor dem Spätherbst wird abgeschlossen werden können. Dann wird die Staatsanwaltschaft betreffs der Erhebung der Anklage fich schlüffig werden. Bei der strafrechtlichen Untersuchung wird auch die Rolle von Herrn Georg Stlarz geflärt werden. Wie eine Berliner Lokalforrespondenz gleichzeitig mitteilt, ist gegen den Kaufmann Heinrich Stlarz aus der Brückenstraße 6a auf Antrag der Staatsanwaltschaft Baußen die Boruntersuchung wegen Beihilfe zum giswalde in Sachsen eröffnet worden. betrügerischen Banfrott der Firma F. Monong in SchirAbwehr gegen joziales Dumping. Die fapitalistische Zollpolitik hat vornehmlich den Sinn, den Großunternehmern und Großgrundbesizern Profite zuzuschanzen. Ein Antrag Johnsons auf der letzten Konferenz der Unabhängigen Sozialistischen Bartel Englands in bezug auf die Bollfrage verdient die Beachtung, da er die Zollfrage von einer anderen Seite her, von der der Sozialpolitik erfaßt. Diesem Antrage zufolge foll England nur solche Waren mit 3öllen belegen, welche cus Ländern kommen, wo die Erzeuger dieser Waren von ihren merden.( Produkte der Unternehmern ausgebeufet Schwizindustrie.) Auf diese Weise sollen die ausländischen Unternehmer gezwungen fein, ihren Arbeitern denselben fozialen Schutz zu gewähren wie England selbst. Fünf Jahre Reparationspolitit. Unter diesem Titel ist im Zentralverlag ein Grundriß bon Dr. Ostar Wingen erSchienen, der eine gedrängte Darstellung der Entwicklung der Reparationsfrage und des Stampfes um die realpolitische Einstellung in der Reparationsfrage gibt. Zur Einführung in die demokratisch bewegte Geschichte der Reparationsfrage ist der Grundriß empfehlenswert, wenn auch Licht und Schatten nicht ganz gleichmäßig verteilt sind. Wir vermissen zum Beispiel einr Gingehen auf die Kräfte Reichsbank, die fich in den entfprechenden Situationen von Ende 1922 in Deutschland einer realpolitischen Lösung hemmend in den Weg stellten. Berlängerung der Kurzarbeit in der englischen Baumwollinduftrie. Seit Februar dieses Jahres wird in der Baumwollindustrie in Lancashire, soweit fie amerikanische Baumwolle ver arbeitet, nur 26% Stunden in der Woche gearbeitet. Der Ausschuß der Baumwoll- Federation in Lancashire hat nunmehr, wie„ Die Textil- Woche" berichtet, beschlossen, die Kurzarbeit bis zum Ende des Jahres auszubehnen. Der Beschluß erscheint etwas verfrüht, da die amerikanische Ernte sich noch nicht überblicken fäßt. Es wird aber eine Klaufel vorgeschlagen, wonach Verände= rungen in der Kurzarbeit in der Zwischenzeit vorgenommen werden Pönnen, sofern die Lage des Baumwollmarttes es gestattet. Immerhin hat dieser Beschluß, der gleichzeitig mit der verbesserten Eintehägung in Amerika herauskam, dazu beigetragen, im Augenblick bie Baumwollpreise herabzudrücken. Die Zahl der Aussteller ist in einigen Gruppen wieder gestiegen und somit die höchste aller bisherigen Breslauer Messen. 15,00-17,75 Purelard in Kisten.... 79,00-80,00 Bruchreis 15,00 16,00 Speisetalg in Packung 49,00-52,00 Rangoon Reis 18,00-18,50 Speisetalg in Kübeln 48,00-50,00 Tafelreis, glasiert, Patna 23,25- 31,00 Margarine, Handelsm. I 63,00 Die Breslauer Herbsimesse 1924 witd am Sonntag, den 7. Sep Tafelreis, Java. 30,00-36,00 desgl. II 57,00 60,00 tember, vormittags 11 Uhr, eröffnet und am 9. September, abends Ringäpfel, amerik. 85,00-90,00 Margarine, Spezialm. I. desgl. II. 66,00-68,00 5 Uhr, geschlossen. Getr. Pflaumen 90/100.. 40,00- 43,00 Pflaumen, entsteint 50,00-55,00 Margarine III Cal. Pflaumen 40/50 60,00 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu. Korinthen, choice 70,00-75,00 Auslandbutter in Fässern 210,00-220,0 Mandeln, süße Barf 175,00-180,00 Corned beef 12/6 lbs Mandeln, bittere Bari..155,00-160,00 Ausl Speck, geräuchert 75,00-85,00 Zimt( Cassia) 106,00-115,00 Quadratkäse. 30,00-45,00 Kümmel, holländischer. 6,00 75,00 Tilsiter Käse, vollfett.. 100,00-115,00 165,00-175,00 Schwarzer Pfeffer Singap. 108,00-115,00 Bayr. Emmenthaler Weißer Pfeffer 150,00-155,00 Echter Emmenthaler. 180,00-185,00 Rohkaffee Brasil 180,00-215,00 Ausl, ungezuck.Condensmilch 48/16 21,00-23,25 Rohkaffee Zentralamerika220,00-285,00 Röstkaffee Brasil..... 230,00-280,00 Inländische desgl. 48/12 16,50-17,50 Röstkaffee Zentralam. 300,00-375,001 Inl. gez. Condensm. 48/14 26,00- 26,50 K. 34,50 37,00 *** Der Herbstmesse ist auch diesmal eine Sunstmesse( vom 6. bis 14. September im Schlesischen Museum für bildende Künfte) angegliedert, die zu einer Kunst- und Buchmesse erweitert ist. Sie i noch besser als ihre beiden Borgänger beschickt und verspricht, ein voller Erfolg zu werden. Wetterbericht für Berlin und Umgegend. Beitweise stärker bewölft mit einzelnen leichten Regenfällen und Gewitterneigung bei unveränderter Temperatur. Für Deutschland. Im Westen und Süden ziemlich zahlreiche, im Dsten nur vereinzelte Regenfälle, strichweise Gewitter. Einsegnung und Schulbeginn Einsegnungs- Anzüge Größe 38-44. Blaue Cheviotanzüge, haltbare Qualität, einund zweireihig. Mark • 30.-, 25.40.-, 38.-, 33.Blaue Anzüge aus kammgarnartigem Cheviot, gut verarbeitet. Marengo Anzüge in guter Qualität. 38.-, 30.Blaue Anzüge, Ersatz für Maß, aus gutem Kammgarncheviot. . 52.-, 46.Blaue Anzüge in kleinen Gr.( 7-10) 18.-, 14.Herren- und Jackettanzüge, unerreicht billig, Partieware aus haltbaren Stoffen Ersatz für Maß, aus besten Stoffen, in erstklassiger Ausführung 90.-, 85.-, 75.-, Sportanzüge, zweiteilig Sportanzüge, dreiteilig, in reicher Musterauswahl, modern verarbeitet. 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Rinderreigen werden ausgeführt von den Kindergruppen der Kinderfreunde" Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Jm Eaale ist Freitanz. Die Eintrittskarten a 60 Pf. find bei allen Funktionären und an der Rasse zu haben. * 1. Kreis Mitte. Freitag, den 15. August, abends 8 Uhr, Gigung des er weiterten Kreisvorstandes mit den Delegierten zum Bezirkstag bei Bidjiefing. Aderstr. 1. Theater, Lichtspiele usw. CODY Große Volksoperim Theater Westens 8 Uhr: Mignon ( Sommerpreise) Staats- Theater Th.i.Admiralspalast 8 U. Trianon- Theat Opernhaus 31/4 U.: Der Erfolg d. Jahres 12 Monate am Königsplatz anunterbr. auf dem Spielplan Täglich 7 Uhr: ist die große Revue Kinder der Freude Ferdinand Bonn Marietta Olly, Schindler Fürstenkind Drunter und drüber Rosé, Schröder- Schrom Volksbühne Tägl. 8 Uhr: deisha Letzte Vorstellungen! Intimes Th. 8 U. Gutschein bis Sonnt., 17.August 1-4 Personen Gasts. Künstlersp. 50% Ermäßigung Deutsch. Theater Alb/ Nachtlichter Sommerspielzeit Tägi. 8 Uhr: Befehl Casino- Theater Täglich 8 Uhr: Direktion: Staabd Gerner Metropol- Theater Das erstkl. bunte Progr. MaxAdalbert.Max Landa 8 U.:D.Weltschlager in Clubleute Kammerspiele Sommerspielz cit Direktion: Staab and ferner Geschlossen. Freit, 15. Aug., 71/2 U. Zum Schluss: Mascottehen Der Eröffn.- Schlag. Muß Liebe schön sein! Tribüne& Uhr: Komödie in 4 Aufz. Biederleute mit Jakob Tiedtke Volkstüml. Preise WINTOBRIEN Winstons fauchende Seelöwen u. tauch. Nymphen sowie der August- Spielplan! Rauchen gestattet! Theat. a.Kottbus.Tor Tägl. 8 Uhr EliteSänger Das herrl. August- Progr. u. a. Kegelklub Dickköppe Reichshallen-Theater Dezimalwagen Residenz- Th. Wieder föglich: Zum ersten Male: u.Ltg: Alfr.Belerie Stettiner Fritz Kortner in Das Zeichen an der Tür Tägl. 8 Uhr: Hinkemann Gutschein bis 17. August 1-4 Personen SCALA 50% Ermäßigun 8 Uhr: Internat. Sänger Anfang 8Uhr Dönhoff- Brett! ( Reidishallen- Saal und Garten) Gr. 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August, abends 7 Uhr, im Lokal Ramlow( Rastanienwäldchen), Schönholz 14( Nähe Bahnhof Reinickendorf- Schönholz und Endhaltestelle der Straßenbahn 36) Kreismit= gliederversammlung. Vortrag des Genossen Fris Roch über ,, Das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold." Alle Abteilungen des Arcises müssen hierzu erscheinen. Heute, Donnerstag, den 14. August: Jungsozialisten Gruppe Nord- Oft. 7½ Uhr Diskussionsabend im Jugendheim, Danziger Str. 23. Morgen, Freitag, den 15. August: 24. Abt. 7% Uhr Sigung sämtlicher Elternbeiratsmitglieder bei Winzer, Christburger, Ede Wins- Straße. 74. Abt. Zehlendorf. Frauengruppe nachmittag Bunft 2 Uhr: Treffen am Markt und Spaziergang den Königsweg entlang zum Lokal Riffer. Dort fröhliches Beifammensein und Kaffeekochen. 124a. Abt. Mahlsdorf- Süd. 8 Uhr Lokal Rörnersee( Inhaber Diek), UhlandStraße, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bortrag des Genossen Ernst Ruben: Das Sachverständigengutachten und die Londoner BerBorwärtsleser als Gäste willkommen. handlungen." 喝 HENKEL'S SCHEUERPULVER Ata Ein Radiofunk ist einpassiert Lindenstr.81 Vom Engel, der den Mond poliert: Quittungs- Marken Seit 40 Jahren Spezialität Conrad Müller, Schkeuditz- Leipzig. Das Er Jungfozialisten Norben. Freitag, den 15. Auguft, fare Ledigenheim, Orthstraße, Diskussionsabend. Neue Wege neue Arbeit." fcheinen fämtlicher Mitglieder ist notwendig. Vorträge. Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 99 Gefchäftsstelle: Berlin C. 2, Kaiser- Wilhelm- Straße 46 III. Die Kaffierer fommen am Donnerstag, den 14. August, abends 8 Uhr, in GSchneiders Hotel, Königstr. 39.& affenKamerabschaft unterlagen find mitzubringen. ,, Charlottenburg". Donnerstag, den 14. August, abends 7 Uhr, im Wilhelmshof, Berliner Str., Eingang Spreeftraße, Kameradschaftsversammlung. Republikaner als Gäste willkommen. Männerchor Friedrichshain. Die Sangesbrider treffen sich morgen, Frei bag, abends 6% Uhr, Brachtsäie des Oftens, Frankfurter Allee( Filmvortrag der Freidenker). Berein der Freibenker für Feuerbestattung E. B., Bezirk Zehlendorf- Mitte. Donnerstag, den 14. Auguft, abends 8 Uhr, im Lokal ,, Lindengarten", Berliner Str. 8, Heiner Gaal, öffentliche Versammlung. Thema: ,, Gott und Freidenfertum." Referent: Gen. Oberüber. Regen Besuch erwartet die Bezirksleitung. Bezirk 5. Freitag, den 15. August, abends 8 öffentlicher Filmvortrag in den Prachtsälen des Ostens, Ede Barnimstraße. Thema: ,, Das Bestattungswesen vom Altertum bis zur Neuzeit." Rarten a 30 Bf. sind bei den Bahlstellen zu haben. Am Sonntag, den 10. August, nachmittags 134 Uhr, entschlief nach langem, schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater, der Krankentoffenangestellte Paul Loose im 62. Lebensjahre. In tiefstem Schmerz Frau Anna Loose, geb. Jaeck Margar. Dubenkrop, geb.Loose Otto Loose Neukölln, Elbeftr. 16, den 12. Aug. 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