Nr. 336+ 41.Jahrgang Ausgabe Anr. 197 Bezugspreis: 23chentlich 70 Golbpfennig, monodity 8,- Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luremburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmark pro Monat. Der ,, Borwäris mit der Sonnings beilage Bolt und Beit" mit ,, Gied lung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenftimme erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Abreffe: Sozialdemokrat Berlin Sonntagsansgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Goldpfennig 150 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. zeile 0,70 Goldmart, Retlamezeite 4.- Goldmark. Kleine Anzeigen das fettgedruckte Wort 0,20 Gold mart( aufäffig zwei fettgebrudte Worte), icdes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, jedes meitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen fite awei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten geile 0.30 Goldmark.. Eine Goldmark- ein Dollar geteilt burch 4,20, Anzeigen für die nächste Rummer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin G 68, Linden. ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 17. August 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Boitscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 Ende der Londoner Konferenz. Dortmund sofort befreit, die Flaschenhälse in wenigen Tagen. London, 16. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Der Bölter fünftig beeinflussen und zu einem allfeifig ver| Reichstag wird auf Wunsch des Reichskanzlers, der sich tele- trauensvollen gestalten wird. Deutschland wird gern bereit graphisch an den Reichstagspräsidenten gewandt hat, für fein, mit allen Böltern in gute Beziehungen einDonnerstag einberufen. Der Reichsaußenminister 3utreten und gemeinsam mit allen zum Wohle der Menschheit erklärte vor Pressevertretern am Sonnabend, daß der Reichs- zu arbeiten. Ich freue mich, den Dank der deutschen Delegation austag aufgelöst werde, wenn für eines der zu verabschieden- sprechen zu dürfen für die großen Bemühungen, denen der Herr Borfihende fich unterzogen hat, um diese Konferenz zustande zu brinden Gesetze eine Majorität nicht zustande kommt. gen und zu einem pofitiven Ergebnis durchzuführen. Er hat damit den größten Beitrag geliefert zu einem Ziele, dem wir alle, die wir hier vereint find, bei unseren Arbeiten gedient haben. Die Schlußfizung. Condon, 16. Auguft.( WTB.) Die Schlußßigung der Conboner Konferenz trat heute nachmittag um 6,50 Uhr unter Borsig des britischen Premierministers zufammen. Nachdem die noch ausstehenden Berichte entgegengenommen und ohne Debatie genehmigt waren, hielt Macdonald, als Vorsitzender der Konferenz, die Schlußansprache, die von der Konferenz mit Beifall begrüßt wurde. Es folgten dann Ansprachen des französischen MinisterEs folgien dann Ansprachen des französischen minifferpräsidenten Herriot, des amerikanischen Botschafters& elloy, präsidenten Herriot, des amerikanischen Botschafters& elloy, des belgifájen Premierministers Theunis, des italienischen Hauptdelegierten de Stefani, des Reichstanzlers Marg und des ja panischen Botschafters Hayashi. Auch nach den Reden Her panischen Botschafters Hayashi. Auch nach den Reden Herriots und des Reichskanzlers Marx fette starter Beifall riots und des Reichskanzlers marg fehte starter Beifall daß ein. Nach einer furzen Pause, in der das Konferenzprotokoll von den verschiedenen Delegationen zur Kenntnis genommen wurde, erfolgte die Paraphierung des Protokolls. Die Sihung wurde um 9 Uhr von Macdonald geschlossen. Mit freundschaftlichem Händedrud verabschiedeten sich die Teilnehmer voneinander. „ Der erste Friedensvertrag." Condon, 16. Auguft.( WTB.) Macdonald beglückwünschte in feiner Unsprache auf der Schlußfihung der Konferenz, die er mit der Unrede„ Meine Freunde!" einleitete, die konferenzmitglieder jum erfolgreichen Abschluß der gemeinsamen Arbeiten. Er fagte, jeder müsse jetzt danach streben, das vollendete Wert für immer fruchtbar zu gestalten. Er erklärte, fein Gefühl als Borsigender der Konferenz jei ein Gefühl der Dautbarkeit gegenüber den Kollegen von dem Premierminister bis zum Schreibmaschinenperfonal, die alle in ihrer eigenen Weise ohne Unterlag dafür gewirkt hätten, die Konferenz zu einer erfolgreichen zu machen. Macdonald fragte, ob irgend jemand fich das unheil vorstellen könne, das gefoigt wäre, wenn die Konferenz gefcheitert wäre und fuhr fort: Ich glaube, wir haben Europa etwas Befferes gegeben als ein Abkommen, entworfen von Advokaten und auf Papier gedrudt. Wir alle haben verhandelt und Erörterungen gepflegen und uns in unsere gegen feilige Lage hineinversetzt. Dies ist der größte Fortschritt, den wir gemacht haben, selbst wenn lehten Endes die eine oder die andere Seite vom Ergebnis enttäuscht worden ist. Wir bieten jeht das tatsächlich erste durch Verhandlungen zu stande gekommene blommen seit dem& riege. Jede hier vertretene Partei ist moralisch verpflichtet, ihr Bestes zu tun, um es durchzuführen, weil es nicht das Ergebnis eines Ultimatums ist. Wir haben versucht, einander so weit entgegenzulommen, als es die öffentliche Meinung der verschiedenen Länder gestattete. Dieses Abkommen fann angesehen werden als der erste Friedensvertrag, weil wir es unterzeichneten mit einem Gefühl, daß wir den furchtbaren Kriegsjahren und der Kriegsmentalität unseren Rüden gewandt haben. Reichstanzler Marg führte aus, namens der deutschen DelegaReichskanzler Marg führte aus, namens der deutschen Delegation spreche ich dem Herin Borsigenden der Konferenz unferen aufrichtigsten Dank aus für die besonderen Ausführungen, die er uns gewidmet hat. In verständnisvoller und sympathischer Weise, wie es feiner Art entspricht, hat der Herr Vorfihende der Konferenz darauf hingewiefen, welch ich were Aufgabe den deutschen Delegierten bei dieser Konferenz erwachsen ist und welch große Berantwortung fie haben auf sich nehmen müssen, indem sie einer Regelung der Reparationsfrage im Sinne des Dawes Gutachtens zustimmten, welches dem deutschen Bolte so große Opfer auferlegt. Mit Recht hat der Herr Vorsigende darauf hingewiesen, daß die Uebernahme diefer Lasten und die Annahme der ganzen im Dawes Gutachten vorgesehenen neuen Einrichtungen für die deutsche Regierung einen freren Entschluß darstellt, daß aber eine gewisse 3uversicht über die zukünftige Entwidlung aus dem in fehr weitgehendem Maße durch diese Konferenz vorgesehenen Schiedsgerichtsgebanten zu entnehmen ist. Möge diefer Gedanke des Schiedsgerichts in immer weitergehendem Maße bei der Regelung der Beziehungen der Völker untereinander Eingang finden, fomit das bisherige durch ein befferes Recht zu ersetzen. Ich möchte diefe Konferenz nicht verlassen, ohne der Geungtuur Ausdrud zu geben über den hehen Geist des Friedens und der Ber1ōhaligkeit, der die Verhandlungen dieser Konferenz getragen hat. Wir hoffen zuversichtlich, daß er das Verhältnis der Die Vereinbarungen. fand die Schlußfihung der Londoner Konferenz statt, und zwar Condon, 16. Auguft.( WTB.) Heute nachmittag 6,30 Uhr im großen Saale des Foreign Office. Es wird dabei der allgemeine Wortlaut, der das getroffene Uebereinkommen feststellt, von Ramjan Macdonald allein unterzeichnet werden, die Sekretäre der Delegationen werden die übrigen Einzelabmachungen paraphieren. Die endgültige Unterzeichnung aller Annahme, dah bis dahin die in Frage tommenden Parlamente Vereinbarungen ist anberaumt für den 30. August d. 3., in der die getroffenen Bereinbarungen genehmigt haben. Die Verhandlungen über die Ruhrfrage, die gestern mit dem französischen Ministerpräsidenten Herriot und feinen Mit arbeitern sowie den belgischen Delegierten geführt wurden, Find heute zum Abschluß gebracht worden. Folgendes ist vereinbart worden: In einem Schreiben, das der französische und der belgiidhe Ministerpräsident an den Reichskanzler richten, erklären sie, daß sie an ihrem Rechtsstandpunkt, daß die Ruhrbefehung nach dem Bersailler Bertrag ausgeführt werden durfte, festhalten, daß sie aber unter Bezugnahme auf die in London geiroffenen Abmachun gen ihrerseits erklären, daß das Ruhrgebiet spätestens in einem Jahre geräumt werden wird und daß die Frist ab 15. August läuft. Das Antwortschreiben des Reichsfan3lers nimmt von dieser Erklärung Att und erklärt, daß Deutschland seine Auffassung aufrecht erhalte, daß die Bejehung rechtswidrig fei; er spricht die Erwartung aus, daß im Zufammenhang mit den hier getroffenen Abmachungen die Räumung der Gebiete zu möglich frühem Termin erfolgen wird, und gibt der Erwartung Ausdruck, daß die französische und belgifje Regierung feine Auffaffung teilen. Der franzöfifche ministerpräsident hat ferner zu fammen mit dem belgischen Ministerpräsidenten einen Brief an den Reichstanzler gerichtet, worin er ihm mitteilt, daß beibe Regierungen wünschen, einen sichtbaren Beweis des Geistes zu geben, in dem sie gegenüber Deutschland sich verhalten wollten, daß sie zu diesem Zweck beschlossen hätten, nach Unterzeichnung des Condoner Vertrages die Zone Dortmund, Hörde, Lünen zu räumen, ferner am gleichen Tage jämtliche Orte und Gebiete, die außer halb des Ruhrgebiets liegen und anlählich der Ruhroperation bejekt wurden. Der französische und belgische Ministerpräsident haben auf Anfrage der deutschen Delegation namens ihrer Regierungen die Erflärung abgegeben, daß fie es als selbstverständlid) ansehen, daß das selamte Santtionsgebiet( Düsseldorf, Duisburg, Ruhror) spätestens an dem Tage geräumt wird, an dem das Ruhrgebiet geräumt ist. Der englische premierminister wird in dieser Frage ebenfalls eine Erklärung abgeben, die er der deutschen Regie. rung schriftlich übermitteln wird. Bei der Vereinbarung über die endgültige Unterzeichnung des Londoner Bertrages bemerkte der Reichskanzler Marg, daß, falls der Reichstag die Zustimmung verweigere, die Unterschrift Deutschlands natürlich hinfällig fel, daß die endgültige Unterschrift dann erft gefeiffet werden könne, wenn alle parlamentarischen Möglichkeiten erschöpft jelen, um die Juflimmung der Boltsvertretung zu erlangen. In der Frage der Amnestierung ist folgendes vereinbart worden: a) Amnestie sämtlicher Gefangenen einschließlich Niederschlagung aller schwebenden Verfahren, soweit die Handlungen aus politischen Moliven hervorgegangen find, ohne Rücksicht auf die Straftat felbft. Die einzige Ausnahme ist die des Attentats gegen das Ceben mit Todeserfolg b) Uebergang jämtlicher fwebenden Verfahren einschließlich der Vollfiredung, die nur aus Anlaß der Errichtung der Eisenbahnund Zollregie und der sonstigen Pfänderverwaltungen vor die Milifärgerichte gelangt find, auf die zuständigen deutschen Behörden. c) Zuficherung, daß fünftig die deutsche Gerichtsbarteit, insbesondere bei Verfolgung von Berbrechen gegen die Sicherheit des Staates, ihren normalen tauj nehmen kann. d) Rückkehr der ausgewiefenen sowie wieder. einsehung der abgefehten Beamten in ihre Aemter, abgesehen von einzelnen Ausnahmen, über die ein vorheriger Meinungsaustausch mit den deutschen Behörden vorgesehen ist. Das Rheinlandabtommen und die allgemeinen Landesverwaltungsbehörden werden wiederhergestellt. Aufhebung der Binnenzollinie und des Paffierschein zwanges im Verkehr zwischen besetztem und unbefehtem Gebiet. Rückgabe der Zollverwaltung und der Berwaltung des Ein- und Ausfuhrdienftes, Rüdgabe der Verwaltung der staatlichen Forsten und Domänen, weiter Beseitigung der französisch- belDie französisch- belgischen Eisenbahner werden sofort zurüdgezogen. gischen Regie der Eisenbahnen. Die sofort befreiten Gebiete. London, 16. August.( WEB.) Wie der Sonderberichterstatter des WIB. erfährt, werden gleichzeitig mit der wirtschaftliggen Räumung militärisch geräumt werden: 1. Die Zone von Dortmund und Hörde. 2. 15 Tage nach der zweiten Feststellung die Häsen von Emmerich, wesel, Mannheim einschließlich Schloß & arlsruhe, Mannheim einschließlich Schloß,& arlsruhe einschließlich Leopoldshafen sowie die Gebiete von Offenburg und Appenweier und der Eisenbahnwerkstätten von Darmstadt. 3. Der Gebietsgürtel, der um den Brüdenkopf Köln seitens der Franzofen gelegt wurde. Dieser Gebietsgürtel umfaßt einmal die Städte Obergruiten, Vohwinkel, Cronenberg, Remscheid, Lennep, Bergisch- Born, Huedeswagen, wipperfürth, Gimborn, Ründeroth, Drabender. höhe und much. Ferner die Flaschenhalse zwischen den Brüdentöpfen Koblenz einerseits und Köln und Mainz andererseits, also insbesondere die Städte Königswinter, Honnef, cinz, Asbach, derath, Caub, Corch, irchberg und Cimburg. Die deutsche Rechtsverwahrung. ösischen und belgischen Delegation einerseits und Reichstanzler London, 16. Auguft.( WTB.) Zwischen den Führern der französischen und belgischen Delegation einerseits und Reichskanzler Marg andererseits fand heute ein Briefwechsel statt. Die Ministerpräsidenten Herriot und Theunis fandten dem Reichskanzler folgendes Schreiben: Herr Reichstanzter! Wir haben die Ehre, Ihnen von der folgenden Erklärung Kennis nis zu geben, die wir im Namen unserer beiden Regierungen abgeben. Die französische und die belgische Regierung bestätigen ihre Doraufgegangenen Erklärungen, nach deren Wortlaut die Besehung des Ruhrgebietes von ihnen traft des Versailler Vertrages vollzogen worden ist. Sie erklären aber, zur Achtung der Berpflichtungen entschloffen, die sie bei Vollziehung der betreffenden Geseze etngegangen sind, die nur das Ziel haben, von Deutschland Bürgschaften für die Ausführung seiner Reparationsverpflichtungen zu erhalten, daß sie, wenn die frei vereinbarten Verpflichtungen zur Ausführung des Sachverständigengutachtens in dem Geifte der Loyalität und der Befriedung angewandt werden, der die Beratungen der Konferenz beseelt hat, zur militärischen Räumung des Ruhrge. bietes in der Höchstfrist von einem Jahre von diesem Tage an gerechnet, schreiten werden. Wir wären Eurer Erzellenz für eine gefällige Empfangsbestätigung der vorliegenden Mitteilung dankbar. Genehmigen Sie usw. gez. Herriot, Theunis, Paul Hymans." Der Reichskanzler antwortete darauf mit folgendem Brief: Meine Herren Ministerpräsidenten! Ich beehre mich, den Empfang Ihres Schreibens vom heutigen Tage zu bestätigen, womit Sie mir die Erklärung der französischen und belgischen Regierung über die Räumung des Ruhrgebietes übermittelt haben. Indem ich von dieser Erklärung Aft nehme, halte ich den wiederholt von der deutschen Regierung dargelegten Standpunkt aufrecht, wonach die Befehung deutschen Gebietes außerhalb der im Artikel 428 des Ver trages von Versailles bezeichneten Grenzen nicht als rechtmäßig anerkannt werden kann. Zugleich möchte ich der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß es erwünscht erscheint, die militärische Räumung so sehr als möglich zu beschleunigen und sie vor dem von Ihnen angegebenen Zeitpunkt zu beenden. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß die französische und belgische Regierung diesem Gesichtspunti Rechnung tragen werden. Genehmigen Sie ufw. gez. Reichskanzler Marr." Des Ergebnis von Lonöon. Bor der Entscheidung des deutsche» V»lkS. Mit dem Abschluß der Londoner Konferenz sind die Ber- Handlungen über den Dawes-Plan soroeit gediehen, daß es nur noch einer Entscheidung des deutschen Volkes bedarf, um ihre Ergebnisse wirksam werden zu lassen. Diese Ent- scheidung zu fällen ist in erster Linie Sache der deutschen Volksvertretuno, die am 4. Mai d. I. gewählt worden ist. Versagt sie, so wird das Volk selbst berufen sein, in direkter Abstimmung über sein Schicksal zu entscheiden. Die Gegner des Planes haben seinen Anhängern nach- gesagt, daß sie als Folge seiner Verwirklichung das Paradies auf Erden versprechen. Nichts-ist weniger wahr. Der Dawes-Plan ist dazu bestimmt, die Folgen eines verlorenen Krieges zu realisieren. Deutschland hat, von feindlicher Ueber» macht gezwungen, den Vertrag vonVersailles unter- zeichnet, der ihm Lasten von unbegrenztem Umfang auferlegt. Es huit unter dem Druck derselben Gewalt das Londoner Ultimatum angenommen, das die Sckuld Deutschlands auf den phantastischen Betrag von 132 Milliarden Goldmark beziffert. Im Rahmen dieses Betrages, also wieder in prak- tisch unbegrenztem Maße, war die Reparationskom- Mission berechtigt, die Jahresleistungen Deutschlands fest- zusetzen. Eine auf machtpolitische Ziele gerichtete französische Regierung benutzte die hoffnungslose Lage des deutschen Schuldners, um diesen in Verzug geraten zu lassen und das Ruhrgebiet zu besetzen. Das deutsche Wirtschaftsgebiet wurde in zwei Teile zerrissen mit der Absicht, auf die wirtschaftliche Trennung auch die politische Separation folgen zu lassen. Das Eisenbahnnetz des besetzten Gebiets wurde unter fremde Gewalt gebracht, die Wirtschaft dieser Gebiete mit unerträg- lichen Abgaben belastet. Niemand hat unter diesen Zuständen mehr gelitten und leidet noch mehr unter ihnen, als die Masse des a r b e i- tcnden Volkes. Der Dawes-Plan hat den Zweck, ihnen ein Ende zu bereiten und sie durch andere zu ersetzen, die weit davon entfernt sind, ideal zu sein, die aber doch eine ent- schiedene Besserung bedeuten. Der Dawes-Plan zeigt nicht den Weg in ein Paradies, wohl aber den Ausweg aus einer Hölle. * Die Verhandlungen in London hatten sich zuletzt auf die Frage der Fristen für die militärische Räumung zugespitzt. Der Dawes-Plan sagt nun über die militärische Räumung nichts: theoretisch läßt er die Möglichkeit zu, daß eine solche Räumung überhaupt gar nicht erfolgt. Wohl aber sagt er über die Besetzung zweierlei, nämlich erstens: daß die militärischen Machthaber im besetzten Gebiet sich jeder Eingriffe in die deutsche Wirtschaftseinheit und-Hoheit zu enchalten haben, und zweitens, daß jeder Pfennig, den die Besatzung kostet, von den Auszahlungen, die die Gläubiger Deutschlands erhalten, in Abzug zu bringen ist. Durch den Dawes-Plan geraten also innere Z o l l i n i e, Micum-Verträge und Eisenbahnregie von selbst in Fortfall. Zugleich wird ein solidarisches Interesse aller Gläubiger Deutschlands geschaffen, die Besatzungskosten in der Richtung zum Nullpunkt herabzusetzen. Wirtschaftliche Räu- mung und Belastring des Reparationskontos mit den Be- sotzungskosten führen automatisch auch zur misitärischen Räumung. Das gilt nicht nur für das neubesetzte Gebiet, sondern auch für das altbesetzte, für das widerrechtlich besetzte wie für das vertragsmäßig besetzte. Nach Poincare-s These sollte das Ruhrgebiet nur nach Maßgabe der deutschen Zahlungen ge- räumt werden, für das vertragsmäßig besetzte Gebiet sollten die Fristen von fünf Jahren für die nördliche Zone, zehn Jahren für die mittlere und fünfzehn Jahren für die südliche noch gor nicht zu laufen begonnen haben. Jetzt besteht festbegründete Aussicht, daß nicht nur das neubesetzte Gebiet, sondern auch die nördliche Zone des alt- besetzten binnen Jahresfrist von Besatzung frei sein werden. Das heißt, der weitaus größte und volkreichste Teil des jetzt noch besetzten Gebiets wird in einem Jahre frei von Besatzung sein. * Die deutschen Delegierten in London haben wegen einer Differenz über die Räumungs f r i st e n, bei der es sich um ein paar Monate handelte, die ganzen Verhandlungen nicht zum Scheitern bringen wollen. Was wäre denn geworden, wenn die Londoner Kon- serenz aufgeflogen wäre? Da der gegenwärtige ungerechre Zustand auf die Dauer für keinen der Beteiligten zu ertragen ist, hätte man über kurz oder lang zu neuen VerHand- I u n g e n zusammentreten müssen. Zollinie, Micum-Lasten, Eisenbahnregie und militärische Besatzung im vollen bis- herigen Umfang wären inzwischen bestehen geblieben. An- genommen, man hätte sechs Monate lang ausgeharrt und dann— die ursprünglich verlangte Sechsmonatsfrist für die Räumung durchgesetzt, so hätte es, von jetzt ab gerechnet, eben auch ein volles Jahr gedauert, bis das Ruhrgebiet frei geworden wäre. Und hätte man durch ein Uebermaß von Tapferkeit und Widerstandsfähigkeit die Wartefrist auf ein ganzes Jahr verlängert, dann aber die„sofortige" Räumung durchgesetzt, so wäre diese„sofortige" Räumung eben auch nur, von jetzt ab gerechnet, eine Räumung nach einem Jahr gewesen. Das sind noch die g ü n.st i g st e n Fälle, die nach dem Scheitern der Londoner Verhandlungen hätten entstehen können. In dem viel wahrscheinlicheren ungünstigeren Fall aber wäre die Befreiung der besetzten Gebiete durch sie nicht beschleunigt, sondern auf unbestimmte Zeit verzögert worden. » In der Rechtspresse wird aber jetzt gesagt, daß die Deutschnationalen die Gesetze zur Ausführung des Gutachtens nicht annehmen könnten, weil die sofortige Räumung des besetzten Gebiets nicht durchgesetzt worden sei. Vordem hieß es, das Gutachten sei ein„zweites Versailles", noch schlimmer als das erste und bedeute die völlige Versklavung des deutschen Volkes. Jetzt heißt es, die Deutschnationalen hätten zu dieser„völligen Versklavung des deutschen Volkes" die helfende Hand bieten können, wenn mir die Franzosen sofort aus dem Ruhrgebiet hinausgegangen wären. Das ist ein völlig unhaltbarer Standpunkt, bei dem die Deutschnatio- nalen nicht werden stehenbleiben können. Entweder der Dawes-Plan ist das, als was ihn die Deutschnationalcn hingestellt haben, dann mußten sie ihn unter allen Umständen ablehnen, nicht aber seine Annahme oder Ablehnung von dem Ergebnis der Londoner Verhandlungen abhängig machen, die ja an dem sachlichen Inhalt des Planes nichts mehr ändern konnten. Oder aber der Plan konnte angenommen werden, wenn nur in der Räumungs- frage ein befriedigendes Abkommen erzielt wurde, dann ist alles, was die Deuischnationalen über den Plan selbst gesagt baben, nichts weiter gewesen als ein demagogischer Schwindel. Hätten die Deutschnationalen gegenüber dem Dawes- Plan eine grundsätzlich feste Haltung eingenommen, so wären ihre Aussichten bei den Wahlen immerhin noch besser als nach ihren unausgesetzten taktischen Kreuz- und Querzügen, die kein Mensch verstehen kann. Jetzt stehen sie vor der Wahl, entweder umzufallen— was von ihrem Standpunkt aus immer noch das Gescheiteste ist, was sie tun können— oder aber am unrechten Ort und in einer Nebenfrage eine Stand- haftigkeit zu entwickeln, die niemandem imponieren wird und die sie in eine sichere Niederlage hineintreibt. * Welchen Verlauf die Dinge im Reichstag nehmen werden, läßt sich nicht voraussagen. Die Deutschnationalen stehen unter dem doppelten Druck einerseits ihrer Wirtschafts- kreise, die die Annahme wünschen, andererseits der Völkischen innerhalb und außerhalb der Partei, für die jede Vernunft Verrat an der deutschen Sache ist. Durch die ungeschickte Art, Sapreuther Slchlichter. Bon Kurt Singer. Gesamteindruck: Auch in Bayreuth wird mv Wasser ge- kocht. Man soll nicht nach aufregenden Premieren urteilen Jetzt, bei Ende des zweUen Zyklus, wird offenbar, was Bayreuth noch leisten kann. Nicht von Tag zu Tag, sondern von Akt zu Akt wuchsen die Sänger über sich hinaus, wurden frei in Geste und Ge- bürde. Was zuerst studiert klang, wogte sich ins persönlich Ge- färbte, ja Menschliche, Ausdrucksstarke. Die in laugen Wochen Unter- wiefenen wurden Unterweiser, die Lernenden lehrend. Das Genie der Keinp zwang alles in seinen Bann, konzentrierte in einem feier- lichen, aber nicht erstrangigen Ensemble alles auf ihre durchleuch- tende Kunst. Daß Siegfried Wagner sonst Genies entdeckt hätte, wie es für diese illustre Stätte einst üblich war, glaube ich kaum. Aber die Namen Lawritz Melchior(Siegmund), Emmy Krüger (Kundry und Sieglinde), Olga Blome(Brünhilde) wird man schon zu den Berufenen rechnen dürfen. Unser Karl Braun(Wotan) hat leider nicht die Kraft der höchsten Steigerungen: was Soomer anpackt, ist markant und stark, auch Rudoff Ritter wird groß werden. Leider gab es auch mittelmäßige Spieler, unsichere Figuren. Berlegenheits- jünger, ja Fehlbesetzungen(Freia, Donner. Froh, Fricka). Der Ber- liner Hobich bot als Albernh eine ganz vorzügliche Charatterftudie, bei dem Mime Clschners durfte man nicht an Liebau, bei dem Loge Wcnkhaus' uicht an Briesemeister denken. Alle aber hielt einheitlicher Man, große bindende Linie zusammen. Die großen Persön- lichkeiten waren rar; so tonnte Vorbildliches, Ereignisschweres, Ein- ziges, Nichtwiederkehrendes nur szenenweis erschüttern. Die Feier aber blieb gewahrt, weil Wogners Werk stilrein durch Menschen sprach, die im Geiste Wagners erzogen wäre». Man kann nicht deutlicher, reiner sprechen, singen, als es hier geschah. Doch man kann nicht verlangen, daß Talente plötzlich zu letzter Bollendimg von Spiel und Gesang gelangen. Auch in Bayreuth wird mu Wasser gekocht. Orchester uud Chor: Hier bleibt kein Wunsch unerfüllt. Wir hören ein Orchester von geradezu wunderbarer, faszinierender Ebenheit, von zartester Einfühlung, von settenster Diskretion und wirklich vollendetem Schönklang. In den Chören wirkt jeder als ein Solist, der hinter dem anderen zurücktritt. Hier kann gelernt werden, was Studium und Disziplin, was glühende Hingabe fertig- bringt. Wagners Parttturen, seinen Schöpfer feiernd wie am Tage ihrer Entstehung, leuchten transparent auf unter der Führung stil- vornehmer, souverän herrschender Kapellmeister(Bölling, Muck). Zwischen Bühne und Instrumenten kein noch so kleiner Zwischen- räum innerer Entfernung oder Entfremdung Der Stil, das Pathos, das Wagner schuf und verlangte, ist einheitlich gewahrt. Jede Der- wischung eines Rhythmus, jede Verschiebung eines Notenkopfes wäre hier Entweihung. Das Wort, der Atzent, der Gesang» die Sprache— Bayreuth kann noch heute erzieherisch wirken. Sein Tempo: Ruhe, ohne Nerven. Regie und Dekoration: Wie 1876. Wir vermerken oft einen Mangel an Bewcgtichkett und Wirkung des Lichts, eine Phan- tasie-Gleichmäßigkeit in Mimik, Schreiten, Versteinertes an Lächeln, Jubeln, Strenge, veraltet- schwerfällige Wandeldetorationen, Pa- piernes, Zeitfremdes im Bühnenbild, Verlegenheit ewiger Wolken- schleier und Wasserdämpfe. Das ist alles kaum nach unserem Ge- schmack. Wir wünschten, Männer wie Pirchau, Aravautinos, Roller, Eteoogt an der Arbeit zu sehen, Wagners Theaterblick von mo- dernen Malern aufgenommen und verdeutlicht. Wir wünschten, daß starre, lange Szenen durch Regiegeschicklicht eit, durch erzieherische Leiter lebhafter, lebendiger, quellender umgeformt würden. Aber, fragt man gleichzeitig, würde ein moder-es Bühnenbild, moderne Regie dem Wagnerschen Werk, seinen zeitfremden Gestalten gui zu Gesichte stehen? Das Requisit des Festspielhauses ward einst in den Ideen Wagners hergestellt. Da dies« Idee des Gesamttunstwerkes, da das Bayreuth von 1876 blieb, wird an seiner Gestaltung durch das tote Bild kaum viel geändert werden können. Groß« Darsteller machen das alles vergessen. Zu einer neuen malerischen und sze- Nischen Fundierung aber müßte— eine neu« Musik erklingen. Diese Ketzerei bleibt als Utopie auf dem Papier stehsi. Wir. wir Hörer smd ander« geworden, sind durch eine Schule der sorffchvettenden Musik gegangen. Die Jahrzehnt«, die wir überspringen mußten, hat Bayreuth ignoriert, mußte es ignorieren, wollte es sich nicht selbst töten. Das ist's: Di« Grundidee Wagners geriet ins Schwan- ken. Gibt man sich aber ihrem Zauber auch nur«ine Stunde lang hin, so kann an Form, Art, Farbe, Schema des Bayreuther Bildes nichts geändert werden. Wir müssen.Ring" und„Parsisal" als moderne Menschen historisch genießen. Dieser allerletzten Frage des künstlerischen Gewissens dürfen, können wir nicht ausweichen. Das Parkett: Feierlich, geschniegelt, Frack, große Toilette, national und konservativ bis ins(Haken-)Kreuz hinein, kritiklos jubelnd(auch bei dem Fiasko des.Rheingold"), in den Pausen lesend und studierend. Also nicht das Publikum, das sich Wagner wünschte. Kein« zehn Richt-Arier im Haus. Mag sein, daß Bayreuth selbst daran unschuldig ist. Aber eine unsichtbare Regie hat dafür gesorgt, daß der Nimbus des Festspiels vom Künstlerischen ins Politische umschlug. Ludendorff nahm teil an der Generalprobe der(Kunst-) Kanonen. Muß das sein? Di« Ernsten, die Kenner, die Freunde des Hauses, die Musiker verurteilen dieses Abschwenken musikantischer Gedanken. Man rufe das arbeitende Volk zu den.Meistersingern", man rufe die Begeisterungsfähigen von überall. Dann soll unser Herz Bayreuth wieder ganz gehören. Und weder August Wilhelm noch Ferdinand von Bulgarien sind in diesem Hause der Weihe etwas anderes als Musiksehnsüchtig«. Führungen im Museum für Meereskunde. DIenSiag, 19., 1 Uhr, Pros. Stahlberg: Süfteu- und Hafenweseu. wie die Regierung die Frage der Räumungsfrist in den Vordergrund schob, ohne in ihr einen entscheidenden Erfolg erringen zu können, sind die opportunistischen Kräfte, die durch den Dawes-Plan zu Bürgerblock und Schußzoll wollen. zweifellos geschwächt, die Unversöhnlichen gestärkt worden. Gelingt es diesen, die deuffchnationale Fraktion zur ein- wütigen Ablehnung der Ausführungsgesetze zu bewegen, so wird auch in den Rechen der V o l k s p a r te i eine gewisse Verwirrung eintreten, da sich manche volksparteiliche Größen eine selbständige Politik ihrer Partei den Deutschnatioalen gegenüber nicht mehr vorstellen können. Die Regierung muß also mit erheblichen parlamentarischen Schwierigkeiten rechnen, die nicht durch Kuhhandel, sondern nur im Kampf zu überwinden sind. Dem Rausch vom 4. Mai ist längst der Katzenjammer gefolgt. Das Volk in seiner übergroßen Mehrheit ist von einem tiefen Ekel von allem nationalistischen und kommunisti- schen Phrasengewäsch erfaßt. Kommt es zum V o l k s e n t- fcheidundzuNeuwahlen.foist dem Willen zur prak- tischen Arbeit der Sieg über die verantwortungslose Dema- gogie gewiß. Den Deutschnationalen gegenüber muß also der Grund- satz gelten: Fallen sie nicht um, dann werft sie nieder! Ablehnung" vor öem Umfall. Die Teutschnationaleu erklaren... Die Konferenz von London ist zu Ende, der innerpolitische Kampf um die Zustimmung der Volksvertretung zu den Londoner Vereinbarungen beginnt. Nach den abgegebenen Er- klärungen ist die Regierung entschlossen, alle parlamen- tarischen Mittel anzuwenden, um die Genehmigung der Volksvertretung herbeizuführen. Sie wird also, wenn die Deutschnationalcn das Zustandekommen einer Zweidrittel- Mehrheit für das Eisenbahngesetz verhindern, möglicherweise den Volksentscheid herbeiführen oder zur Auflösung schreiten. Die Deutschnationalen stehen vor einer schweren inner- parteilichen Auseinandersetzung. Sie haben von vori, herein gegen alle Verhandlungen protestiert. Sie haben das Dawes- Gutachten als„zweites Versailles" bezeichnet und von einem neuen Schandfrieden geredet. Schließlich aber haben sie— da doch der Bürgerblock eine Messe wert ist— sieben Punkte aufgestellt, von deren Erfüllung sie ihre Zustimmung zu dem „Schandstieden" und dem„zweiten Versailles" abhängig machen. Sie laffen mit sich handeln und sagen: Nu, sagen wir die Hälfte! Jetzt steht das Ergebnis von London ziemlich greifbar vor Augen. Es ist für niemand ideal, aber jeder fragt sich, ob es verhältnismäßig erträglich fei. Die Deutschnationalen sind schnell mit der Antwort fertig. Sic lassen durch ein Nachrichten- bureau folgende Kundgebung„aus leitenden Kreisen" ver- breiten: „Nach den sich immer mehr verdichtenden Pressemeldungen muß angenommen werden, daß Reichspräsident und Reichsregie- rung von ihrem ablehnenden Standpunkt gegenüber der französi- schen Forderung auf weitere fortdauernde Besatzung des Ruhr- gcblets abgewichen sind und ihre Zustimmung zu den Vorschlägen Herrlots gegeben haben. Das stellt«inen völligen Umfall der leitenden deutschen Reichs st ellen innerhalb vier« undzwanzig Stunden dar. Noch am Freitag, den 14. d. M., wurde erklärt, eine Fortdauer der französischen völkerrechtswidrigen Be- satzung des Ruhr- und Sanktionsgebietes sei für Deutschland schlechterdings unannehmbar. Diesen Standpunkt scheint man gestern aufgegeben zu haben, der auch nicht durch einen etwaigen Hinweis auf dadurch erlangt« Sicherheiten gegen weitere wirffchaftliche Schä- digungen entschuldigt werden könnte. Die Deutschnationale Volks- parte! hat bis in die letzten Tag« mit dem größten Ernst die lei'en- den Stellen der Reichsregierung darauf aufmerksam gemacht, daß ein« Lösung, die den bekannten sieben Mindestforderungen der deuffchnaiionalen Reichstagsfraktion nicht entspricht, auf die Humor aus öem Alltag. Im Lyzeum. Die Lehrerin erklärt den zehnjöhrigen Schüfe- rinnen die Wichtigkeit der einzelnen Glieder des menschlichen Kör- pers. Am Schluß steht Trudchen auf und fragt bescheiden:„Wozu hat der Mensch eigentlich einen Nobel?" Lehrerin verlegen:„Setz dich!" Ernchen zur Mama:„Warum ist der Storch damals zu uns gekommen, wie ich noch klein war: sind wir jetzt böse mit ihm?" Mama:„Wie er dich brachte, gab es noch Bezugsscheine." Ersaßt.„Mutti, sag' mal, warum geben die Warenhäuser Ballons zu mit ihrer Aufschrift? Wollen sie etwa auch im Himmel Reklome machen?" Galgenhumor. Ein Hotelbesucher in seligem Zustande ver, fehlt die erste Stuf« und landet achtzehn Stufen liefer. Dem er- schreckten Hauswart ruft er hinauf:„Neunzehn Stufen gespartl" Nach dem Regen. Angler mit der Laterne aus d:m Rasen. platz an der Kirche Rcgenwürmer suchend. Die helfende Frau:„Ich glaube, die Aale werden solche frommen Würmer gar nicht fressen." Auf dem Wohnungsamt. Ein Herr, der wiederholt wegen Zuweisung einer Wohnung vorstellig geworden ist, sehr er- regt zum Borsitzenden:„Und das will ich Ihnen beweisen, daß ich doch eine Wohnung bekomme." Im selben Augenblick hat der Vor- sitzende ein« schallende Ohrfeig« erhatten.„Grüne" holen den Woh- nungsucher ab. In der Unterrichtsstunde. Polizeiinspektor:„Die Ge- richte haben kürzlich eii« gründliche Umgestaltung erfahren, ins- besondere ist dies bei den Schöffengerichten der Fall gewesen. Herr Lehmann, wie konnnen die Schöffen überhaupt dorthin?"„Zu Fuß. Herr Polizeiinspektor."_ 100 Jahre Berliner Architekfen-Derein. Di« älteste und daneben ein« der bedeutendsten techilischei Vereinigungen Deutschlands, der Architekten-Berein zu Berlin, feiert Ende August in Verbindung mit der Jahrestagung des„Verbandes deutscher Architekten und Jngenieur-Bereine" in Berlin sein hundertjähriges Bestehen. Die besten Namen deutscher Baukunst der fetzten hundert Jahre sind mit seiner Geschichte unlöslich verknüpft: Schinkel, Brix. Knoblauch, Stüler, Strack, Hitzig Stier und viele andere haben ihm angehört. Als Berliner Bauschule hat er einen tiefgehenden Einfluß aus das bauliche Schicksal der Reichshauptstadt und Preußens ausgeübt. Der Festakt wird am Zl. August in der Goldnen Galerie des Charlotten- burger Schlosses stattfinden, einer der schönsten Raumschöpfunoen Knobelsdorsss. Am 29. August wird im Rathaus zu Charlotten- bürg eine Jahrhundertausstcllung eröffnet werden, welche die tech- Nische Entwicklung des Bauingenieur-, Eisenbahn- und Hochbau- wesens in den letzten hundert Jahren eindrucksvoll veranschaulichen wird. Die Kunst des Almens. Atmen ist sozusagen das Alltäglichste im Leben, und wer nicht atmen kann, kann auch nicht leben. Aber atmen und atmen ist zweierlei. Es gibt auch in dieser so wichtigen Tätigkeit ein« künstlerisch« Vollendung, die bei manchen Völkern ge- pflegt wird und uns Europäern, die wir an so viele andere Ding« zu denken haben, ganz verloren gegangen ist. In Indien ist die deutschnationale Billigung nicht zu rechnen habe. Mir glauben zu wissen, daß auch die deutsche Vertretung in London über diese Stellungnahme der Deutschnationalen rechtzeitig unterrichtet worden ist. Das Kompromiß, das nach den bisher vorliegenden Meldungen die Zustimmung der deutschen Vertretung in London und der Reichsregierung gefunden zu haben scheint, widerspricht in entscheidenden Ehrenpuntten den Forderungen, mit denen die deutschnationale Reichstagsfraktion sich zu Trägern der Entscheidungen weitester Volkskreise gemacht hatte. Es scheint aber auch in wirtschaft licher Hinsicht nicht nur feine Verbesserung, sondern sogar 3. B. in den Fragen der Sachleistungen und des Transfers eine wesentliche Verschlechterung der Vorschläge der Sachverständigen zu bringen. Die Zusicherung des Reichsaußenministers, die Schuldfrage in einer dem deutschen Ehrenstandpunkt entsprechenden Weise in London zur Sprache zu bringen, ist bisher nicht eingelöst. Nach alledem ergibt sich die Stellung der deutschnationalen Fraktion von selbst, sie kann nur Ablehnung" lauten." Das Spiel wird hoffentlich bald ein Ende haben. Die Reichsregierung droht mit Auflösung des Reichstags, wenn ihr bei der Annahme der Gesetze Schwierigkeiten erwachsen. Also ist die Frage sehr leicht beantwortet. Es tommt nicht mehr auf die stolze Geste der Westarp- Bomst und Genossen an. Die Auflösung des Reichstags und baldige Neuwahl wäre ein Mittel, bald das Volk selbst entscheiden zu lassen, ob es von diesem Reichstag überhaupt noch etwas wissen will. Wir glauben, daß unsere Genossen im Lande den Augenblick er fehnen, in dem sie den 4. Mai vergessen machen können. Es werden nicht nur das Dames- Gutachten und die sieben Punkte der Deutschnationalen zur Entscheidung stehen, sondern auch der Achtstundentag und der geplante Brotwucher. Wir halten die Auflösung für ein Mittel, dem Rechtssput bald ein Ende zu bereiten. Nur fürchten wir, daß die Väter der ,, sieben Ehrenpunkte" rechtzeitig umfallen werden, und doch noch um der Agrarzölle willen auch die einjährige Besatzungs frist schlucken werden. Die deutsche Ehre" in allen Ehren, aber wichtiger ist Ranih mit seinen Zollgaben. Also: der Umfall wird bald vollendet sein! Preußen und die Agrarbank. Die beiden Gefeße zur Liquidation der Rentenbant und zur Schaffung der neuen Agrarbant werden zu sammen dem Reichsrat vorgelegt werden. Da jedoch Preußen, wie der„ Soz. Parlaments- Dienst" erfährt, nicht die Absicht hat, seine Stellungnahme erst im Reichsrat bekanntzugeben, sondern gewillt ist, schon vorher dem Reiche zu sagen, welche Forderungen und Wünsche von preußischer Seite gestellt werden, wird Anfang nächster Woche im preußischen Landwirtschaftsministerium eine Beratung aller beteiligten Ressorts erfolgen, um eine Entscheidung über die Haltung Preußens gegenüber den Agrarbantplänen zu treffen. Der Hauptwunsch Preußens fordert, die neue Bank so aufzubauen, daß ein harmonisches Zusammenarbeiten mit den bereits bestehenden Kreditinstituten möglich wird. Vor allem müssen Form und Art der Beleihung der Landwirtschaft mit Kredit einwandfrei flargestellt werden. Für den personellen und organisatorischen Aufbau verlangt Breußen, daß die Länder im Verwaltungsrat der Agrarbank mit Sitz und Stimme maßgebenden Einfluß er halten. Wie wir erfahren, werden die Bestrebungen Preußens, wenn sie Erfolg haben, eine Gewähr dafür bieten, daß nicht irgendeine landwirtschaftliche Organisation übermächtigen Einfluß im neuen Kreditinstitut erhält. Die irische Frage. Wie aus Ennis( Irland) gemeldet wird, erflärte De Balera in der ersten Rede seit seiner Freilassung aus der Gefangenschaft, die irische Republit trete für Dollständige Unabhängigkeit Irlands und aller Irländer ein. Ihre Mittel feien alle verfügbaren Mittel, durch welche entschlossene Männer ihre Freiheit gewinnen tönnen. Sie würden niemals einer auswärtigen Macht Untertanenireue leisten. Sie würden vielleicht zeitweilig gezwungen werden, sich gewissen Dingen zu unterwerfen, aber ihre Zustimmung dazu fönne niemals erfolgen. Kunst des Atmens am höchsten ausgebildet worden und ist dort ein wichtiger Teil der religiösen Uebungen. Die Philosophen des Orients haben die gar nicht zu überschätzende Bedeutung des richtigen Atmens für die Stärkung von Körper und Geele erkannt, und in dem Einund Ausatmen offenbarte sich ihnen der höchste Rhythmus des Lebens, wie er sich zugleich in Ebbe und Flut, in dem Auf- und Untergehen der Sonne, in den Mondphasen und der Wiederkehr der Jahreszeiten darstellt. Wenn wir den Rhythmus unseres Aimens atzentuieren, so steigern wir dadurch in uns die wichtigsten Lebensvorgänge. Eine englische Aerztin, die von den Indern gelernt hat, erteilt allen ihren Patienten Unterricht im Atmen und will damit die besten Erfolge erzielt haben. Sie rät jedem Menschen, der den Anstrengungen des Daseins gewachsen sein will, diese gewaltige Kraftquelle fich zu erschließen. Wenn wir ermüdet und abgespannt find," schreibt sie,„ bann ist das rhythmische Atmen das beste und häufig das einzige Heilmittel, um rasch seine Kräfte wiederzuge minnen. Man lege dann alles auf zwei Minuten bei seite und widme fich ganz dem Atmen. Es ist am einfachsten, damit zu beginnen, daß man die Luft durch die Nase langsam einzieht, während man bis vier zählt, dann sie bei sich behält, solange man bis acht zählt, und dann sie langsam durch den Mund ausströmen läßt, während man mieder bis acht zählt. Wir müssen unsere Lungen zunächst bis zum Grunde mit Luft füllen und sie von den schlechten Luftresten befreien, die sich durch die gewöhnliche flache Atmung anfammein. Unser Zwerchfell, das die Lungen unterstüßt, wird dann gegen Leber und Bager gedrückt und regt durch fie eine Art innerer Massage an. Auch unser Leint, das Haar, die Augen werden günstig durch das Atmen beeinflußt, und unsere ganze Lebenskraft wird dadurch gesteigert. Wer sich im richtigen Atmen nur wenige Wochen geübt hat, wird diese Kunst nicht mehr aufgeben, und er wird die fegensreichen Folgen in seiner Arbeitsleistung wie in seiner Nervenfraft verspüren. Die besten Zeiten für diese Uebungen find morgens und abends, aber man sollte auch noch zwei bis dreimal am Tage die Atemkunft üben." Der Mastenwagen der Soltorf- Truppe, die Gemeinschaft junger Schauspieler, Maler und Musiker, die das Theaterspiel mit neuem, rhythmisch- musikalischem Geiste erfüllen will, fündigt in ihrem neuen Spielplan Shakespeares Komödie der Jrrungen". Der Widerspenstigen Bähmung und Wedekinds König Ricolo" an. Die wissenschaftliche Internationale. Der durch seine erfolgreichen Forschungen auf chemisch- therapeutischem Gebiet bekannte Chemiler Prof. Giemie, Vorsteher der chemischen Abteilung am Hamburger Tropeninstitut, ist vom Völkerbund zum Mitglied eines internationalen Sachverständigen- Ausschusses der Gesundheitskommission ernannt worden. Der Maler Mag Theby ist in seinem 66. Lebensjahre in Polling speziell des in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts führenben Münchener Meisters Löffb. Von ihm übernahm er die solide, forafame Technit und die Freude am schönen Ton, wie sie für die Stunstschule hat er diese Tradition fortgesetzt. ( Oberbayern) geftorben. Er war ein Schüler der Münchener Atabemie, Munchener Ateliermalerei charakteristisch war. Als Lehrer der Weimarer Knud Rasmussen. Es ist die Nachricht eingelaufen, daß der Grönlandforscher Knud Rasmussen seine Expedition planmäßig durchgeführt hat. Bor drei Jabren brach er von Dänemark auf. Mit nur zwet Begleitern ist er von Grönland im Schlitten quer über Nordamerika nach Alaska gefahren, wo er jegt ungefähr 150 englische Seemeilen nördlich von Nome angekommen ist. Politische Hinterwäldler. Preußische Regierung gegen Reichslandbund. Der Amtliche Preußische Pressedienst schreibt: Seit einiger Zeit häufen sich die anscheinend von politischen Stellen veranlaßten Refolutionen, die oft maßlose Uebertreibungen der unzweifelhaft vorhandenen landwirtschaftlichen Kreditkrisis enthalten. Sehr oft perden auch von den Inspiratoren dieser Kundgebungen politische Forderungen in die Resolutionen eingeflochten, die dem Zweck dienen, die Haltung der Reichsregierung oder der preußischen Regierung in außen- und innenpolitischen Fragen zu beeinflussen. Ein Schulbeispiel für derartige Entschließungen ist der von der Deutschen Tageszeitung" am Freitag morgen u. a. veröffentlichte Notruf aus dem Kreise Teltow", der sich auch einer Ausdrucksweise befleißigt, die eine sachliche Diskussion ausschließt. Derartige Resolutionen schaden der Landwirtschaft nur, weil sie die Absicht der eigentlichen Urheber, mit der Kredit frise der Landwirtschaft politische Geschäfte zu machen, allzu deutlich durchblicken lassen. Sodann aber können sehr leicht die öffent lichen Uebertreibungen der landwirtschaftlichen Not, die alle diese Resolutionen enthalten, es einmal dahin bringen, daß weite Boltsfreise, bei denen diese Entstellungen böses Blut machen, schließlich auch an die wirkliche, für die Landwirtschaft zweifellos vielfach schwierige Sachlage nicht mehr glauben wollen. Die Kluft zwischen Stadt und Land wird jedenfalls dadurch vergrößert, anstatt daß, zumal jetzt, wo außer der Landwirtschaft doch wahrlich auch noch andere Voltskreise schwer um die Existenz kämpfen müssen, ein solidarisches Zusammengehen aller Erwerbsschichten zum Nutzen des großen Ganzen erreicht wird. - fofortige telegraphische Abstellung dieses antirepublikanischen Standals ersucht. Man darf neugierig sein, wie sich die Reichsregierung zu dieser berechtigten Aufforderung verhalten wird. Hakenkreuzausschreitungen in Weimar. Weimar, 16. August.( Eigener Drahtbericht.) Am Sonnabend abend begann der Aufmarsch der Nationalsozialisten, der knappschaften und sonstiger völkischer Kampfverbände in Weimar. In der Schillerstraße wurde ein Mitglied des Reichsbanners ohne jeden Grund von einer größeren Gruppe Hifferleute überfallen und bis zur Bewußtlofigteit ge| ichlagen. Der Schwerverletzte mußte fich in ärztliche Behandlung begeben. In das Gast zimmer des Boltshauses drangen mehrere Trupps aus Bayern stammender Hitlerleute mit Revolvern bewaffnet ein und schossen blindlings in die anwesenden Gäste. Wie durch ein Wunder ist durch die Schüsse niemand verletzt worden. Dagegen erhielten 3 wei Perfonen fchwere Stichwunden. Die Polizei, die das Volkshaus absperren wollte, war zuerst gegen das Treiben der bewaffneten Horden machtlos und ließ die völkischen Gruppen entkommen. Die völkischen Verbände terrorisieren die Weimarer Bevölkerung und vor allem den Tell, der irgendein republikanisches Abzeichen sichtbar trägt. Wo bleibt der Reichskommissar der Ordnung" schafft? Bielleicht gibt uns Herr Jarres darüber Auskunft! Erzberger- Mörder Schulz verhaftet. Budapest, 16. Auguft.( WTB.) Wie zuverlässig verlaufet, ist der Erzbergermörder Schulz auf einem ungarischen Landgut verhaftet worden. Budapest, 16. August.( WTB.) Die Oberstadthauptmannschaft für den Bester Landbezirk beilt mit: Im Verlaufe der eingeleiteten Untersuchung hat die Polizei in Promontor 3 wei Personen ausfindig gemacht, von denen sich die eine entsprechend zu legitimieren vermochte, während die andere über eine Legitimations. papiere verfügte. Da diese Person der Photographie ähnlich sieht, bie dem vor zwei Jahren hinter den Mördern Erzbergers erlassenen Steckbrief beigeschlossen war, wurde sie der Staatsanwalt. fchaft übergeben. Neuer Strafaufschub für Pöhner. Zeugnis. Die Preußische Regierung muß es jedenfalls ab= lehnen, sich dauernd von den politischen hintermännern der refolutionenfassenden landwirtschaftlichen Kreise über ihre Pflichten gegenüber der heimischen Landwirtschaft belehren zu lassen. Sie hat im Reichsrat der Zollvorlage der Reichsregierung nicht zu geftimmt, weil sie ganz abgesehen von dem Wunsche, dem Bolle bas Brot nicht zu verteuern in Uebereinstimmung mit zahlreichen sachlich urteilenden Boltswirtschaft lern nicht an eine sofortige Wirkung einer Zollvorlage glaubt und weil der heimischen Landwirtschaft nur durch so fortige Kredit gewährung über die finanziellen Schwierigkeiten der Ernte. periode hinweggeholfen werden kann. Die Preußische Staatsregies rung hat sich deshalb mit allem Nachdruck dafür eingesetzt, daß der Landwirtschaft sogleich niedrig verzinsliche Wechselkredite mit drei monatiger Laufzeit, also bis über die Zeit des ersten Drusches hinaus, zur Verfügung gestellt werden. Diese Kredite sollen, mozu teine Die bayerische Regierung pfeift auf das amtsärztliche 3ollvorlage im stande wäre, der Landwirtschaft die nötige Ernte und Bestellungsbeihilfe geben. Im Zusammenwirten des Preußischen Landwirtschaftsministeriums mit dem Reichsernährungsministerium und mit der tatkräftigen Mitarbeit der Preußischen Staatsbank sowie der anerkennenswerten Hilfsbereitschaft der Reichsbant, die aus ihren Reserven die nötige Deckung zugesichert hat, find deshalb schon seit einiger Zeit bis zu 200 millionen Mart für den landwirtschaftlichen Wechselkredit bereitgestellt worden, von benen bereits mehr als die Hälfte seinem Zweck zugefloffen ist. Wenn in einem Berliner Blatt gesagt wurde, daß ein Teil dieser Gelder dem Getreidehandel zugewandt werde, weil die landwirtschaftlichen Kreise nicht in ausreichendem Maße anfordern, so ist dazu zu bemerken, daß in der Tat die Unterbringung dieses von Staat und Reich zur Verfügung gestellten 200- Millionen- Kredits nicht überall mit der wünschenswerten Schnelligkeit gelungen ist, weil die hierbei beteiligten lokalen ländlichen Finanz- und Kreditinstitute in der Beschaffung der Sicherungsunterlagen des öfteren zurückbleiben. Hier muß eben Abhilfe an Ort und Stelle einsehen. Jedenfalls find von der genannten Summe dem Getreidehandel feine Kredite zugeführt worden, so daß sie ohne jede Reduktion für die Zwecke der Landwirtschaft zur Verfügung steht. Die Preußische Regierung weiß selbstverständlich, daß in einer Zeit, wo der Hypothekenkredit völlig fehlt, eine Summe von 200 Millionen Mark fein sehr hoher Betrag ist. Als reiner Ernte kredit aber wird auch diese Summe sicherlich einige Erleichterung und Abhilfe schaffen können. Natürlich muß dafür Sorge getragen werden, daß der Landwirtschaft auch langfristiger Realkredit in erheblichem Umfange bald zur Verfügung gestellt werden kann. Auch darum ist die Preußische Regierung unablässig bemüht. Diese ihre Arbeit hält die Preußische Regierung im Interesse der Landwirtschaft für nuhbringender und wichtiger, als sich etwa mit den ledig. lich parteipolitisch eingestellten Aufpeitschern des Reichslandbundes über politische Streitpunkte auseinanderzusehen, die zu allermeist noch dazu durch gewaltsame und künstliche konstruktion in den Bereich der landwirtschaftlichen Intereffenfragen einbezogen werden. München, 16. August.( Eigener Drahtbericht.) Pöhner hat neuerdings einen Aufschub für seinen Strafantritt in der Festung Landsberg erhalten. Nachdem durch eine amtsärztliche Untersuchung in den letzten Tagen seine Haftfähigkeit festgestellt worden ist, sollte er innerhalb zwei Tagen seine Strafe antreten. Er legte aber schleunigst ein neues Zeugnis des ihn wegen seines Magenleidens behandelnden Privatarztes Hofrat Deckert vor, das der Justizminister insofern berücksichtigte, als er Böhner mitteilen ließ, daß der Ministerrat endgültig über seine Angelegenheit entscheiden werde. In diesem Ministerrat, der für Montag angefekt ist, tommt außerdem die Dienstentlassung Geißers zur Sprache, ebenso die Haltung der bayerischen Regierung zum Ergebnis der Londoner Verhandlungen. Im letzten Bunit wird sich der Ministerrat auf die Berichte stügen, die ihm vom Staatsrat Schmelzle zugegangen sind, der bekanntlich der deutschen Delegation in London angehört. Delegation in London angehört. Der unmögliche Ludendorff. Selbst seine Freunde räcken von ihm ab. „ Ehren" gerichts im Streit Ludendorff- Ehrhardt bringt nunmehr den Die Schimpferei Ludendorffs auf den Schiedsspruch des Vorsitzenden des Schiedsgerichts, den bisherigen Verehrer Ludendorffs, General Hildenbrandt, auf den Blan. Nach einer ausführlichen Darlegung des Sachverhalts schließt er mit den Worten: " „ Ich lehne als Vorsitzender des Ausschusses die mir durch General Ludendorff zugeschobene Verantwortung als durchaus unberechtigt ab und weise den scharfen Vorwurf, im Ausschuß sei wider Treu und Glauben gehandelt worden, als Borsigender und im Namen der Mitglieder des Ausschusses als e hrenträntend zurüd." Wenn General Hildenbrandt in der Geschichte Ludendorffs zurückblickt, wird er finden, daß Berleumdungen und ehrenfräntenoe Die Kundgebung der preußischen Regierung ist lebhaft zu Behauptungen zu seinen üblichen Methoden gehören. Jahrelang begrüßen. Sie zieht einen deutlichen Strich zwischen dem Pro- hat die Arbeiterschaft an der Front gefämpft. Als aber Luden blem der landwirtschaftlichen Kreditnot und dem Krisendorff seinen Nervenzusammenbruch erlitten, sofortigen Waffenstillrummel, den der Reichslandbund und die deutschnationale stand befohlen und sich selbst in Sicherheit gebracht hatte, erfand er Presse augenblicklich veranstalten. Es ist nur zu berechtigt, die Dolch stoßlegende, nach der die Arbeiterpartei den wenn in der Berlautbarung des Pressedienstes daran erinnert Bufammenbruch verschuldet haben sollte. Jahrelang genoß er die wird, daß die Kreditnot eine allgemeine Erscheinung ist, Gastfreundschaft und Protektion der Bayerischen Volksparvon der die gesamte Wirtschaft getroffen wird, und daß die tei, als aber der Versuch eines Bürgerkrieges mißlang, wirklich Notleidenden wo anders zu suchen sind, als verleumdete er plötzlich diese selbe Volkspartei, deren Unterstügung bei den Großgrundbefizern. er sich bis dahin gefallengelassen hatte, in der schimpflichsten Weise. General Hoffmann zählte zu seinen treuesten Mitarbeitern während des Krieges. Als Dank dafür verbreitete er später über ihn die übelsten Klatschgeschichten. General Hildenbrandt braucht fich also nicht zu wundern, wenn er dasselbe Schicksal teilt. Aber dem Reichslandbund und seiner deutschnationalen Sippe ist es, wie aus verschiedenen Resolutionen und den Reden ihrer Prominenten hervorgeht, gar nicht um die Lösung der Kreditfrage zu tun. Er mißbraucht die Notlage einzelner Landwirte, um durch einen fünstlich hervorgerufenen Sturm Politische Erpressungsverfuche zu machen, unde offenbart dadurch wieder einmal das politische hinterwäldlertum dieser Leute, denen nur wohl ist, wenn sie mit der Pistole herumfuchtein können. Die preußische Regierung deutet auch auf diese Seite der Angelegenheit mit nadten Worten hin und zeigt damit, daß sie nicht gewillt ist, die volksperhehende und gemeingefährliche Kampfesweise der Deutschnationalen stillschweigend hinzunehmen. Die Warnungen der preußischen Regierung entsprechen einer politischen Pflicht. Die Reichsregierung, deren Aufgabe es ist, gegen die Drohungen des Reichslandbundes mit Steuer- und Produktionssabotage einzuschreiten, läßt auch hier der preußischen Regierung den Vortritt. Wie immer, menn es gilt, das Reich gegen die Uebergriffe der monarchistifchen Reaktionäre zu schüßen, steht sie rat- und tatlos beiseite. Man fragt sich mitunter, ob die Reichsregierung die Innenpolitik noch zu ihren Aufgaben rechnet. Thüringische Regierung und Hakenkreuz. Regierung und Hakenkreuz. Ein Protest. Einberufung der französischen Kammer. Paris, 16. Auguft. Havas meldet aus London, daß das Schlußprotokoll der Konferenz von Herriot nicht unterzeichnet, sondern rur paraphiert werden würde. Im Einvernehmen mit den übrigen Delegationsteilnehmern werde der französische Ministerpräsident den Text des Abkommens dem Parlament vorlegen, das am Mittwoch spätestens zusammenberufen würde. Erst nach der Rati fizierung durch Kammer und Senat werde Herriot binnen zehn Tagen die endgültige Unterschrift unter das diplomatische Instrument setzen. Die Leiche Matteottis aufgefunden. Rom, 16. August.( EP.) Die Leiche Matteoffis ist im Caftello di Porto Profano aufgefunden worden. Sobald diese Nachricht in Rom bekannt wurde, haben die Behörden Polizeiinspektoren und Carabinieri nach dem Fundort entfandt, um zu verhindern, daß die Leiche vor Eintreffen der Gerichtsbehörden berührt werde. Die ceiche war einige Zentimeter tief in die Erde eingegraben. Die Matteottis handle. Arme maren mit Striden an den Körper angeschnürt. Die poliDie Deutsche Liga für Menschenrechte erfuhr von ihren Mit- fischen Freunde Matteottis find an die Auffindungsstelle gekommen gliedern aus Weimar, daß zur Stunde vom Balkon des dortigen und haben bestätigt, daß es sich tatsächlich um die Leiche staatlichen Deutschen Nationaltheaters zwei riesengroße Saten treuzfahnen wehen. Sie erblickt darin eine offenbar gewollte Verächtlichmachung und Provokation der Deutschen Republik und Verfassung und hat burch ein dringendes Telegramm an den Herrn Reichsminister des Innern, Dr. Jarres, um die " Autonomie für Kroatien. Das fübilqwische Regierungsblatt Politita" teilt mit, daß die füdflawische Regierung Kroatien ein autonomes Regime geben wolle, Der Prinz Pawel Karageorgewitsch soll zum Bizelönig von Kroatien ernannt werden. Gewerkschaftsbewegung Die Wissenschaftlichkeit der Arbeitgeberdenkschrift. burdelelang bes Fabettationsanielis auf die geletebess Arbeitsstunden. Der Fabritationsanteil betrug im Jahre 1913: 303,5; 1919: 196; 1920: 170; 1921: 140; 1922: 140; 1923: 1. Quar tal 112, 2. Quartal 131, 3. Quartal 115 Proz.( durchschnittlich 120 Broz.). Nach vorstehender Berechnung ist die Arbeitsleistung zurüdgegangen im Jahre 1919 um 35, 1920 um 44, 1921 um 53, 1923: 1. Quartal um 63, 2. Quartal um 56%, 3. Quartal um 62 Proz durchschnittlich um 60 Proz.)." Je näher man fich die Denkschrift der Vereinigung der Arbeit. geberverbände über die Arbeitszeit befieht, um so mehr erkennt man, mie frampfhaft Argumente und Material zusammengesucht worden find, um der Deffentlichkeit einzureden, daß uns nur eine längere Wie diese nun in der Arbeitgeberschrift wiederkehrenden BroArbeitszeit retten könne. Dabei ist auch umfangreiches statisti zentziffern über den Leistungsrückgang eigentlich errechnet worden iches Material aufgeboten, das geeignet ist, bei uneingeweihten find, wird wohl ewig in Duntel gehüllt bleiben. Als sicher tann Lefern heilige Schauer der Ehrfurcht über die Wissenschaftlichteti der man aber soviel annehmen, daß der Unglückselige den in Papier. Denkschrift hervorzurufen. Wer aber den Dingen etwas näher steht, mart errechneten und für das ganze Jahr zusammengerechneten ist geradezu erschroden über die leichtfertige Schlu. Umsatz durch den Dollardurchschnittsturs des Jahres derigkeit, mit der der Verantwortliche der Arbeit dividiert und nach seiner Wahnvorstellung auf Festmart geberzentrale höchst zweifelhaftes Material tendenziös umgerechnet hat( So fing es mit allen Inflations- Paraaufpinselt. Besonders fommt es natürlich darauf an, die leistung lytikern an.) Und auf diesem Postament baut er nun eine Rechnung vermindernde Wirkung der Arbeitszeitvertürauf, in der fittive umfaßziffern, ein unbekanntes 3 ung nachzuweisen, welchem 3med ein besonderes Rapitel als An- Breisniveau, die Arbeitsstundenzahl und ein undefinier. lage 7" dient:„ Statistisches Material über den Produktionsrüdgang barer Fabritationsanteil auf eine einheitliche aus der Zeit von 1919 bis 1923." Basis gebracht werden, und zwar nach der tiefsinnigen Methode: 2 Pfund und 100 Zentimeter ergeben zusammen 1 Kilometer! Zur Rechtfertigung des Verfassers muß jedoch hinzugefügt mer den, daß ihm immerhin noch bewußt war, daß es sich hier lediglich um theoretische Zahlenerperimente handelt und die Ergebnisse feineswegs als bare Münze genommen werden dürften. Er behauptet lediglich, daß durch seine Berechnungen ein Rüdgang der Leistungen erwiesen werde, fügt aber hinzu: Die wissenschaftiche Objektivität" des Materials wird schon gekennzeichnet durch die Einleitungen, mit denen in der Regel die statistischen Zahlen aus den einzelnen Industrien vorgeführt Bei einer sehr bedeutenden Firma der niedersächsischen Metallindustrie ist folgendes ermittelt:" Ein großes Walzwert schreibt: merden: ,, Aus einem mitteldeutschen großen Metallbetrieb wurde im Januar 1923 berichtet:" ,, Ein führendes Wert der füddeutschen Maschinenindustrie schreibt:" usw. Es handelt sich also um gänzlich untontrollierbare, einseitige Angaben interessierter Unternehmer, benen niemand ansehen kann, ob fie fret erfunden oder ten benziös zurechtgeftugt find oder aber objektiv im guten Glauben, aber unter Nichtbeachtung wichtiger Umstände gemacht wurden. Dieses Material hat der wissenschaftliche Bearbeiter der Dentschrift nicht nur ohne jede Kritik zusammengestellt, sondern nach meisbar auch dann bedentenlos übernommen, wenn die Wertlosigkeit handgreiflich zu sehen war. Wir haben eine Stichprobe gemacht, und es ist uns gelungen, die Quelle des statistischen Materials zu finden, und damit bekommen wir Gelegenheit, die Methode, nach der in der Arbeitgeber. zentrale Wissenschaft gemacht wird, näher kennen zu lernen. Der Abschnitt IV des erwähnten Kapitels in der Arbeitgeber. fchrift. lautet: Holzindustrie. dieselbe jedoch in bestimmten 3ahlen auszubrüden, ist bei der Verschiedenheit der her gestellten Fabritate sehr schwierig, ja fogar unmöglich". Er stürzt sich dann nach diesem ersten Rechenfunststück auch sofort auf ein zweites und bearbeitet denselben Gegenstand nach einer anderen rechnerischen Methode, wirbelt seine teils fonfreten, teils eingebildeten Ziffern durcheinander und behauptet schließlich, daß sich nach diefer Rechnung für die einzelnen Jahre von 1919 bis 1923 folgende prozentuale Minderleistung ergebe: 32-15-12-13-7 Broz. Der Leser hat gar nicht Zeit, darüber nachzudenken, warum und wieso gerade diese Zahlen dabei herauskommen müssen, denn schon ift der arme Mensch bei einer dritten Rechenmethode, die wiederum zu arme Mensch bei einer dritten Rechenmethode, die wiederum zu ganz anderen Ergebnissen führt. Der lächerliche Unsinn dieser Zahlenspielerei interessiert hier ebenso wenig wie der Verfasser, dem wir von Herzen wünschen, daß er sich schon wieder auf dem Wege der Gesundung befinden möge. Mas festzunageln war, ist die skrupellose Methode, mit der der wissenschaftliche Bearbeiter der Arbeit. geberbentschrift seine Tendenzarbeit zusammen. Nach statistischen Feststellungen einer bedeutenden Firma ist gesucht und zusammengestellt hat. Aus einem Besten die Arbeitsleistung zurückgegangen funterbunt durcheinandergeworfener Zahlen sucht er sich diejenigen heraus, die feinen Zweden am günstigsten erscheinen, stellt sie als eine faktische Ermittlung des Leistungsrüdganges hin, unter. schlägt die Erklärung seines eigenen Gewährs. mannes, daß die zahlenmäßige Ermittlung des Leistungsrüd ganges überhaupt unmöglich sei, und sagt ebenfalls fein Wort davon, daß nach anderen Berechnungen desselben Gewährsmannes ganz andere Ergebnisse herauskommen. im Jahre 1919 auf 35 Proz. der 1920 W " " " " 1921/22 " 44 je 53 1923 durchschnittl. 60 " Friedensleistung. " Diese Ziffern sind ohne daß die Quelle angegeben wäre Der Zeitung Die Holzindustrie" vom 5. April d. 3. entnommen. Wir haben uns den Artikel zurückgelegt, nicht wegen feines fachlichen Wertes, sondern für unsere Kuriositätensammlung. Der ungenannte Verfasser gehört nämlich augenscheinlich zu den unglücklichen Opfern der Inflationszeit, die vom 3ahlenwahnsinn be fallen wurden und nun im Wachen und Träumen finnlos mit Zahlen jonglieren. In diesem Falle handelt es sich um die Errechnung der Arbeitsleistungsverminderung, und er macht das zunächst so: Wollten wir nach ähnlichen Methoden einen gegen. teiligen Beweis führen, so wäre es ein leichtes, sehr viel einwandfreieres und nachkontrollierbares Material über die Steige. rung der Arbeitsleistungen trotz vertürzter Arbeitszeit beizubringen. Beispielsweise hat Otto Lipmann in seiner Sammlung gerade aus der Holzindustrie eine ganze Reihe solcher Fälle aufge. 1. Der Rückgang der Leistung des einzelnen Arbeiters, geführt. Wir geben einige davon wieder: messen am Jahresumsat: a) Die Höhe des Umfazes wird ermittelt durch Umrechnung des Jahresumsates auf Festmart nach dem Dollardurchschnittsturs von 1913: 4,20; 1919: 21,30; 1920: 63,-; 1921: 104,50; 1922: 1802,-; 1923: 1. Quartal 22 360,-, 2. Quartal 60 708,-, 3. Quar tal 34 609 773,-; b) durch Ermittlung der geleisteten Arbeitsstundenzahl; Holzwarenfabrit Friedland, Arbeitszeitverkürzung Arbeiter um 68 refp. 42 Pro z.; Don 10 auf 8 Stunden, trotzdem Vermehrung der Wochenleistung pro Knittingen, Banteffetfartt Refftaghafen, Chmbenter an Maschinen, Arbeitszeitverkürzung von 10 auf 8 Stumben, trotzdem Leistungsvermehrung um 27 Proz; Schuhleiftenfabrik in Alfeld, Arbeitszeitverkürzung von 10 auf 8 Stunden, trotzdem Leistungsvermehrung in den einzelnen Sparten um 8 bis 44 Proz.; Korbmacherei Schönfließ, Arbeitszeitverkürzung von 12 auf 8 Stunden, trotzdem Leistungssteigerung um 10 Proz Wir würden in einer wissenschaftlichen Denkschrift diese Ergeb. niffe nicht einfach verallgemeinern, gegenüber der Denkschrift der Arbeitgeber aber sind sie jedenfalls ein viel durchschlagenderer und glaubwürdigerer Beweis dafür, daß trog verkürzter Arbeitszeit die Arbeitsleistungen größer werden. Zweite Internationale Arbeiterbildungskonferenz. Vom 15. bis 17. August findet unter den Auspizien des IGB. im Rustin College in Orford die Zweite Internationale Arbeiterbildungstonferenz statt. Der Leiter der Arbeiterbildungs abteilung des JGB., Sekretär J. W. Brown, wird die Gewerkschaftsinternationale vertreten. Das zunehmende Interesse für die Arbeiterbildung kommt in der großen Zahl der angemeldeten Delegierten zum Ausdruc. Während sich die Teilnehmerzahl der im August 1922 in Brüssel abgehaltenen Internationalen Arbeiterbildungskonferenz auf 34 Delegierte aus 10 Ländern belief, werden an der Konferenz in Orford über 60 Delegierte aus 23 verschiedenen Ländern teilnehmen. Die Konferenz wird definitive Beschlüsse betr. die Bildung einer Arbeiterbildungs- Internationale fassen und Delfinne( Belgien), Spencer Miller( Vereinigte Staaten) und R. Weimann ( Deutschland) werden eine allgemeine Diskussion über die national und international zur Anwendung gelangenden Arbeiterbildungsmethoden einleiten. Während der Konferenz wird auch eine Ausstellung von Büchern, Diagrammen, Photographien und anderem Material der Arbeiterbildungsbewegung veranstaltet werden. Gescheiterte Tarifverhandlungen im Friseurgewerbe. Die von den Arbeitgebern Berlins wochenlang hingezogenen Tarifverhandlungen mußten ergebnislos abgebrochen werden. Ausschlaggebend hierfür war die Regelung der Arbeitszeit, ins besondere die der Mittagspause. Die Gehilfen verlangen bei einer Arbeitszeit von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends eine zweistündige Mittagspause. Diese ist um so notwendiger, weil irgend welche andere Baufen nicht bestehen. stellten des Berufes überhaupt nicht mehr aus dem Laden heraus. Ist die Mittagspause fürzer als zwei Stunden, fommen die AngeMag sein, daß das der Wunsch der Arbeitgeber ist. Die Meister wollen die Mittagspause um eine halbe Stunde türzen, fie auf 1% Stunden beschränken. Die Wochenarbeitszeit würde nach dem Borschlag der Arbeitgeber 59 Stunden befragen, und zwar an Werftagen 10 Stunden, Sonnabends 11 Stunden und Sonntags 4. Stunden. Auf eine derartige Regelung der Arbeitszeit fonnten die Gehilfenvertreter nicht eingehen. Sie haben daher zunächst die Entscheidung des Schlichtungsausschusses angerufen. ( Gewerkschaftliches fiehe auch 2. Beilage.) Berantwortlich für Politit: Ernst Neuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Sztorn; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Sonstiges: Frig Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin EW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu zwei Beilagen und Blid in die Bücherwelt". Neue Schuhpflege! Wenn Sie auf elegantes Aussehen Ihrer Schuhe Wert legen, so dürfen Sie nicht Unmassen farbiger, harziger, unangenehm riechender Schuhcreme auftragen. In wenigen Tagen ist das empfindliche Leder un ansehnlich, wird brüchig und hart. Benugen Sie deshalb die farblose Aberfettefe wohlriechende Edelcreme Tuberan. Gibt schon in fleinen Mengen einen samtweichen Glanz, verharzt nie und ist im Ge Arbeitszeitverbrauch in der Tube für Haushalt und Reise höchst sauber, sparsam und prattisch. Altes unansehnliches Leder bekommt neues Aussehen. Für feines Schuhwerk unentbehrlich. In allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Bertauisstelle: Berlin W. 8, Mohrenstraße 16. Fernjpr.: Merfur 2099. Harmonitafabrit türzung von 10 auf 8 Stunden, trotzdem Leistungsvermehrung u m 14 bis 25 Broz; Damen- Hüte Filz- Hut weiß oder farbig, mit Garnitur 8.75 Damen- Hut kunstseiden. Cylinderstoff, Ripsband garniert... 9.75 Kunstseiden. Ripsband für Hüte, in vielen 0.35 Farben, 4 cm... Mtr. srael Vorteilhafte Angebote Damenkleidung Bluse weiß. Voll- Voile 3.90 mit Bubikragen Jumper- Bluse kunstocid. Trikot in viel. Farb. 4.90 Bluse aus vorzügl. VollVoile, farbig mit Plisseekragen 5.90 Kleid kunstseid. Trikot mit farbig. Gammierung 12.50 Frotté Kleiderstoffe gestreift, grauer Grund, ca. 100 em, Mtr. 1.25 Voll- Voile bedruckt, vorzügl. Schweizer Qualit., 1.30 Reinwoll. Damentuch 100 cm breit....... Mtr.. 130 cm breit..... Mtr. Seidenstoffe Reinseid. Messaline für Blusen u.Besätze Mtr. 2.60 Gestreifte Bastseide für Herrenwäsche, ca. 80 cm breit.. Mtr. 3.95 Reinseid. Chinakrepp schwarz, weiß od. farbig, Mtr. in dunklen Farben, 5.90 ca. 98 cm breit. Mix: 6.25 Velours de laine für Herbat- Köper- Velvet schwarz 8.50 Tisch- u. Hauswäsche Mäntel, in neuen PelzMorgenjackebedruckt 3.50 farben, 130 cm Baumwoll- Musselin Damenwäsche .. . Mtr. m. Hohlsaum- 1.45 Einzelne Tischtücher Taghemd Langette.... m.Stickerei- 3.25 Jacquard, 130 × 160 cm gebleicht, halbleinen Taghemd Stickerei- 3.25 5.25 Ansatz mit Fransen, Teppiche Perser- Muster vorzügl. Wollqual, 9033.- 20 75.200x115.- 330145.250x173.- 300x230.180cm Bouclé 400cm 60X 120cm 90X 180 Bettvorleger und Brücken 50X100 cm 6.75 8.50 ca. 70 cm breit. Meter 6.90 Axminst 6012014.50 29.50 Herrenwäsche Gardinen Oberhemd gestreift Perkal mit Scheibengardinen Kragen und Klapp- 3.90 Erbstüll mit Bändchenmanschetten..... Besatz... arbeit... Stück 0.45 aus Etamine, mit Fries und 3.25 halbl. Jacquard, ca. 50X100 cm 1.35 Nachthemd m. farbig. 90 Halbvorhang Nachthemd mit Ein 4.75 Stubenhandtuch u. Ansatz Beinkleid m. Stickerei 2.50 Küchenhandtuch Ansatz... Untertaille m.Hohlsaum1.20 Wirk- u. Strickwaren Damen- Strümpfe Seidenflor mit Hochferse u. Doppelsohle, schwarz, 1.35 weiß, grau, mode... Herren- Socken Baumwolle, farbig..... 0.60 Herren- Garnituren feine Baumwolle, Jacke 5.90 u. Beinkleid zusammen Damen- Sportwesten reine Wolle, gestrickt, weiß halblein. Drell, mit 0.90 Kante, 45X100 cm Schlafanzug vorzügl. Perkal mit Verschnürung 7.75 Haarfilzhutchied. 5.50 Reste..Kupons von Leinen und Baumwollstoffen für Leib- und Bettwäsche zu besonders billigen Preisen Korsette Schuhwaren Brusthalter aus Trikot- 1.75 Damen- Hausschuh stoff fein kariert. Verdi 14.50 Hüfthalter aus weißem Köper, oben Gummi, mit 1 Paar 3.00 Vorderteil Regenschirme Haltern Halbseide, festkantig, mit Hohlgestell Korsett aus weißem Drell mit und Futteral, für Damen 7.40 Langetten und 1 Paar 5.00 und Herren ( Niedertreter), farbiger Filz mit Kordelsohle, Größe 36-40.... Damen- Halbschuh 1.45 Spitze.... Garnitur gewebt. Täll 3.95 Garnitur aus Etamine mit Hohisaumastreifen. 6.50 Garnitur aus Etamine moderne Volant- Form15.00 Tischdecken Gobelingewebe. Persermuster, Größe 150x180 cm... Verduremuster, Größe 150x180 cm... 12.75 .16.00 Diwandecken Gobelingewebe, Perser- und Verdure 19.50 muster, 150x300 cm Toilette- Artikel Kernseife.... 3 Riegel 0.40 schwarz R.- Chevreau, 7.75( Kappas- Offenbach) 3 Stück.. Weiße Flieder- Seife 0.50 zum Schnüren, spitze Form... GEGRÜNDET 1815/ BERLIN C./ KÖNIGSTRASSE/ SPANDAUER STRASSE/ Mengenabgabe 1.386 641. Jabeen 6811. Beilage des Vorwärts Jahrgang Noch immer Fahrrad. Die Frage mag ich heute erheben: Ist das gute, alte Fahrrad nicht bereits ein Stück Urväterhausrat, gemessen am Riesenaufmarsch der Maschinen, geworden? Nein, im Gegenteil, immer mehr hat sich das Rad zum idealsten Fortbewegungsmittel des fleinen Mannes erhoben. Selbst ein Leichtmotorrad erfordert heute noch eine für den Proletarier unerschwingliche Kaufsumme, die im grellsten Gegensatz steht zu den heutigen Hungerlöhnen. Doch der Arbeitende, der sich die Groschen mühsam zusammensparte, hat an feiner„ Rarre" mehr Freude als der Herr Direttor und Großattionär an feinem 100- PS- Mercedes. Er braucht feinen Chauffeur und leinen Monteur, er weiß sein Rad selbst zu zerlegen und die kleineren Schäden zu furieren. Was kostet heute ein Fahrrad? Wenn auch die Preise nicht mehr so hoch erscheinen, so wissen doch gerade unsere Arbeitersportler, die die Pedale beherrschen, wie der knappe Wochenlohn gestreckt werden muß, wenn eine Neuanschaffung am Stahlroß notwendig ist. Im Laufe der Zeit ist die Decke oder der Mantel durchfahren, dann platzt ein Schlauch, der, wenn er zu viele geflicte Stellen aufweist, bald gänzlich ausgedient hat. Was foftet heute ein Fahrrad? Aufmertjame Beobachter, die einzelne Geschäftstraßen durchschlendern, werden gewiß schon festgestellt haben, daß man von 60 Mart an ein Rad erstehen fann. Ein ganzes Rad, fahrfertig, mit Lampe, Luftpumpe und Werkzeugs tasche, alles ist dabei. Aber so schnell geht der Kauf nicht. 60 Mart aus dem Wermel zu schütten, das vermag nicht jeder, und so sind Geschäftsleute, die etwas verkaufen wollen, genötigt, das Abzahlungssystem einzuführen. Die Hälfte des Geldbetrages wird an gezahlt, während der Rest der Summe sich auf einige Staten verteilt. Bald aber schwindet der herrliche Glanz der Maschine. Der Lack bricht ab. Decken und Schläuche sind bald dahin, und wenn einem das Glück besonders hold ist, dann gibt es auch einen Rahmenbruch, der oft nicht ohne Gesundheitsschädigung des Radlers abgeht. Und nun geht dem Käufer ein Licht auf. Jezt merkt er, daß man heute für 60 Mart, wenn fie auch noch fo schwer verdient find, teine gute Maschine verlangen tann. Ein anständiges Tourenrad muß man mit ungefähr 120 Mart bezahlen, wobei man aber die Gewißheit hat, etwas Gediegenes gekauft zu haben. Zum Rad gehören Luftpumpe, Handbremse, Werkzeugtasche mit dem nötigen Werkzeug, die bei dem lettgenannten Preis mit einberechnet sind. Rennräder, die bekanntlich Schlauchreifen haben, werden mit 175 bis 225 Mart verkauft, tommen aber für den Arbeitersportler nicht in Frage. Beim Kauf soll man feine Augen offen halten. Brüfe streng! Billige Räder haben stets feine Augen offen halten. Prüfe streng! Billige Räder haben stets gefchweißte Rahmen, während die besseren Innen- oder auch Muffenlötung haben. Sind am Rahmen Reparaturen vorzunehmen, so wird man leicht selbst feststellen, daß der Muffenlötung gegenüber anderen Lötungen der Vorzug zu geben ist. Nun etwas über die Preise von Einzelteilen: Eine Wulfidecke, die am meisten gebraucht wird, toftet etwa 5 bis 7,50 Mart. Eine Drahtreifendede ist mit 6-8 Mart zu bezahlen. Ein Schlauch für Wulft- und Drahtreifenmaschine ist von 1,75 Mart an erhältlich. Ein Schlauchreisen tostet 10 bis 12,50 Mart. Eine deutsche Fahrradfette foftet 3-6 Mart, doch werden englische Fabrikate, so die bekannte Renoldfette, bevorzugt. Sie foftet aber 12-18 Mart. Ein Paar Pedale sind von 3 Mart an zu haben. Wer Freilauf hat und sich eine neue Nabe anschaffen muß, tommt nicht billig davon. Die bekannte Torpedonabe ist mit 18 Mart ausgepreift. Es würde zu weit führen, hier alle Einzelteile aufzuführen. Zum Schluß soll noch erwähnt werden, daß eine gute Karbidlampe aus Messing, vernickelt, etwa 10 Mart toftet. Weißblechlampen sind etwa um ein Drittel billiger. Dellampen werden nur noch wenig getauft. Auf der rollenden Landstraße. 11 Höhepunkt ist die berabelte" Familie. Nicht angewiefen auf ble fatastrophal überfüllten Verkehrsmittel, fann am Alltag schon jede freie Stunde zu einem kleinen Erholungsausflug ausgenutzt werden. Der Sonntag aber wird bei nur einigermaßen Wetter zu einem wahren Freudenlag für alle Familienangehörigen. Mit Leichtigkeit fann man, jeden landschaftlichen Reiz voll genießend, 19] Die Rebellion. Roman von 3Joseph Roth. 12. Der Arrest für leichte Fälle schien sehr tief zu liegen. Andreas fiel ins Halbdunkel. Er blieb an der Tür stehen. Er hörte den fnarrenden Schlüffel.. Er war wie tot. Ausgelöscht war die Sonne. Endgültig verronnen waren die Lage, unauffindbar verschüttet wie große verlorene, auseinander gerollte Perlen. Das Leben fehrte nicht mehr wieder. Es war vertan. Nichts blieb übrig. Tot war das Auge. leber alles, was es gefehen und jemals gespiegelt, breitete sich der Borhang. Hinter dem verblaßten die Bilder der Dinge, der Tiere, der Menschen. Gestorben ist Muli, der fleine Efel, an der Straßenece, hinter der er verschwand. Ein rofiger, rundlicher Tod hatte das Tier gekauft und mit einem furzen fetten Arm erstickt. Gestorben ist Katharina, Kathi, die breithäftige, hochbusige Frau. Gestorben ist Anna, das Pleine Mädchen mit den dünnen 3öpfen. Die große, weiße, breitflügelige Schleife war ein Vampir auf dem Kopf des Kindes. Ausgelöscht, wie mit einem großen Schwamm, als wäre sie nur eine Kreidezeichnung auf matter Tafel gewesen, find das Spital, der Krieg, die Lizenz, die Kameraben, der Ingenieur Lang, Willi, seine Braut, der Leierfasten, die Straßenbahn. Nur in zarten, erlöschenden Umrissen wehten fie durch die Erinnerung. Der Lagerplatz ftieg auf aus dem Halbdunkel der Belle, wie von einem Schneilmaler mit rasendem Binfefftrich an eine Leinwand gefegt. Da ist Kaftor, der zottelige Hund mit ben grün schillernden Augen, die in der Nacht phosphoreszierten, seine ernste Schweifquaste, die immer zu mahnen schien, weil sie die Bewegung eines väterlichen Zeigefingers nachahmte, sein tappender Schritt, der war wie ein Gang auf Teppichen der Finsternis. Dort der Zaun, braunladiert und nach Delfarbe riechend, mit dem dreifach gewundenen Draht auf dem oberen Rande, mit fleinen Zinken und Baden, wie einer eifernen Zahnreihe. Der Mond geht auf hinter gefchichteten Brettern und flettert an vorragenden Latten empor, um sich über den Platz zu ergießen, das Sägemehl zu persilbern, das weich auf dem Boden liegt. Und Andreas schreitet, flirrend mit Waffen und Schlüsseln, den Hund hinter fich, neben sich, vor sich, rund um den Zaun. Wenn er müde ift, streckt er sich aus, den Rücken lehnt er gegen den Zaun und seine müden Augen gleiten über seinen Bauch, seine Knie, feine Stiefeltappen. Das ist Sport. Lelmerl die nähere und die fernere Umgebung seines Wohnortes Pennen lernen. Man läßt nicht nur die Natur in ihren wechseinden Reizen auf sich wirken, der rollende Mensch stößt auf manches Interessante im wirtschaftlichen Gebiet. Für Herrn Mener, der mit Kunstbutter engros handelt und seinen Sonntagsausflug im ratternden Stinkfasten auf der rollenden Landstraße absolviert", hat man nur ein Lächeln übrig. Staubwolfen bezeichnen Herrn Meyers Weg, das ist bei der ganzen Sache das einzig unangenehme für den Radler. Innerlich ist der Radler auf der Landstraße frei, ein tieferer, fröhlicherer Genießer als der vermögende Herr Autobefizer. Der fennt ja feine Entspannung, hat er doch die unheilvolle haft des Alltags auch auf die Art seiner Erholung übertragen. Er tommt nicht frei von der nervenfressenden Unruhe, er tommt nicht los vom Kurs. zettel. Schließlich erledigt er seine geschäftlichen Angelegenheiten Das nennt sich ,, Sport". Hört er ein Geräusch, fnurrt der Hund, steht er behutsam auf, Schlüssel und Waffen an sich drückend und setzt, wie ein Tier auf Pfaden der Beute, ein Bein vor das andere, ein Bein vors andere und die Stiefel unterdrücken das gewohnte Knarren, weil der Fuß sie dazu zwingt. es Er war ein guter Nachtwächter, Andreas Pum, er hätte bleiben sollen. Er wurde aber einbeinig. Er verlor ein Stück von sich und lebte weiter. Man fann ein gewichtiges, wertvolles, unbedingt notwendiges Stüd seiner felbft verlieren und dennoch weiter leben. Man geht auf zwei Beinen, verliert unterwegs ein halbes aus dem losen Kniegelent, wie ein Federmesser aus der Tasche und geht weiter. Es tut nicht meh, das Blut ist nicht sichtbar, es war kein Fleisch, tein Knochen, teine Ader. Bars Holz? Eine Krüce? Eine natürliche Krücke? Besser geleimt, als die künstliche, geräuschlos wie Gummi und start wie Stahl? Man tonnte unhörbar gehen, und konnte laut schreiten. Man fonnte mit beiden Füßen aufstampfen. Man fonnte hüpfen. Man fonnte einen Fuß in der Hand halten. Man fonnte mit beiden laufen. Man konnte Kniebeuge machen, einfache und tiefe. Man konnte ererzieren. mehr. Das alles und noch manches andere fönnen wir nicht Wie lange ist es her, daß wir nicht geräuschlos einen Fuß vor den anderen segen konnten? Jeder unserer Schritte verursacht Hall und Widerhall. Wir kommen mit Geräusa) und gehen mit Gepolter. Wir machen einen ständigen Lärm um uns. Die Krücke stößt Löcher in unsere Gedanken. Men schen auf zwei Beinen holen uns ein. Die Zweibeinigen sind unsere Feinde. Zweibeinig ist der schiefnafige Herr auf der Plattform. Zweibeinig ist der polternde Schaffner. Zweibeinig ist der respektlose Bolizift. Zweibeinig ist der Kommissär mit dem spitzen Kinn. Zweibeinig ist Katharina. 3weibeinig ist der rotwangige Tod, der Muli geholt hat. Die Zweibeinigen sind Heiden". worden. Man hat ihm die Lizenz genommen. Er ist, ohne Ein Heide ist jetzt Andreas selbst. Er ist verhaftet Schuld, ein Heide geworden. Würde er sonst im Arrest ſizen? Es sizzen noch andere in dieser geräumigen Zelle. Gewiß find es Raubmörder, Gottlose, Halunken. Aber sie sind auch Heiden, wie Andreas. Er ist ihnen nicht böse. Sonntag, 17. August 1924 bei seiner Sonntagnachmittagsfpazierfahrt. Im Grunde genommen ist sie es ja, die ihn zu seinem Tun veranlaßt. Staub, Benzingeruch, Hazz, eingesponnen in diese Dreieinigeit jagt er dahin, will er sich irgendeinen Gegenstand, und sei es nur ein Baum in der Landschaft, betrachten, bezahlt er es mit einer Halswirbelverrenkung. Jicht zur beschaulichen Ruhe, zum Jagen ist das Motorrad da. Die Schnelligfeit ist sein können, sein Prinzip, es muß ausgenugt" werden. Wie anders ist es um den Radfahrer bestellt. Ist ihm die Landstraße zu sonnendurchglüht, zu staubig oder zu öde, stehen ihm so und soviel andere Wege offen. Ein schattiger Walbweg bietet ihm tein Halt. Im langsamsten Tempo fanir er ihn befahren und die Lungen voll gesunde Waldluft pumpen. Das Motorrad lärmt als Chausseefloh dahin, der Radfahrer stört weder die Ruhe der Natur noch seine eigene. Kein fnatternder Motor reißt ihn aus feiner gewollten Beschaulichkeit. Freude sind ihm die Urlaubstage. Selbst bei schmalem Geldbeutel braucht er nicht in der Stadt seiner Beschäftigung zu hocken. Er macht das Rad fertig und sagt der Arbeitsstätte und den bis zum Ueberdruß bekannten Stroßen der Stadt Ade. Er rollt in die Ferne, und überall gibt es Neues und gleichgestimmte Seelen zu Rade, Das Rad ist und bleibt das ideale Sportmittel zur törperlichen Ertüchtigung unserer Arbeiterschaft und unserer Arbeiterjugend. Der Arbeiterradfahrersport hält sich von den unsinnigen Sportferereien fern, die heute bei jeder Sportbetätigung der Bürgerlichen üblich sind. Beim Radsport dient der Sieg letzten Endes doch nur dem Unternehmer als Reflamezwed, sei es zur Anpreisung des Rades oder seiner Bereifung. In den Arbeiterradfahrerbünden herrscht ein Geift, der mit jenem der bürgerlichen Verbände, an deren Spitze der Deutsche Radfahrerbund steht, nichts gemein hat. Den Arbeiterrad. fahrern fommt es vor allen Dingen auf die gute Ausbildung jedes einzelnen an. Die Mitglieder lehnen durchweg jedes Rennen ab. Auf den Saalsportfesten sieht man, was geleistet werden kann. Reigenfahren, Kunstfahren, Radballspiel und Radpolospiel entwickeln den Körper gleichmäßig. Dabei wird stets ein schönes Bild gewahrt, schweißtriefende, feuchende, überanstrengte Gestalten, wie sie die Rad rennen, die großen fapitalistischen Rummelveranstaltungen, gleich in Massen vorführen, sind dem Besucher der Arbeiterradfahrersportfeste fremd. Die Arbeiterradfahrervereinigungen gingen trotz aller Schi tanen, die der im Automobil entflohene Wilhelm II. zur Zeit seiner Regierung gegen sie ausheden ließ, ihren Weg. Sie werden ihn auch in Zukunft zu gehen wissen. Lebende Häuser. Infolge der Baustofffnappheit, die der Krieg mit sich brachte, ift ein Verfahren zur Reife gelangt, nach dem lebende Häuser aus Bäumen wachsend entstehen können. Mit Hilfe der Regeln, die bei der Spalierobstzucht und der gärtnerischen Beredelungstunst Anwen dung finden, werden die jungen Triebe der Bäume so miteinander vereinigt, daß sie der ganzen Länge nach zusammenwachsen und in wenigen Jahren vollständig geschlossene Holzwände bilden. Diese Wände sind an beiden Seiten mit einer ununterbrochenen lebenden Baumrinde überzogen, unter der in jedem Jahr ähnlich wie der Jahresring bei den Bäumen- eine neue Holzschicht entsteht. Die jährlichen Holzschichten, durch die die Wände immer dider werden, find naht und fugenlos, und so bildet jede Wand, ein großes Glüc Holz. Demnach sind solche Bauwerte nicht mit undichten Lauben zu Derwechseln, sondern sie haben vielmehr Aehnlichkeit mit gewachsenen Blockhäusern. Die Entstehungsdauer einstödiger Häuser beträgt bei guter gartenmäßiger Pflege fünf bis acht Jahre. Da diese Naturhäuser unter dem Einfluß leitender Hände von der Natur selbst hervor. gebracht werden, sind die Anforderungen an Baustoffe und Arbeit so gering wie bei feiner anderen Bauweise. Mit wenigen Arbeitsstunden wöchentlich läßt sich schon ein recht bedeutendes Bauwert errichten. gelent. 3war hat er nicht geraubt, aber er hat Gott verloren. Man fann Gott verlieren. Gott fällt aus dem Knie ,, Was stehst du?" fragte ein Mann, der auf einem Kistenboden saß. Platz genug für bessere Menschen!" Andreas setzte sich. " ,, Du bist Invalide?" fragte der Mann. " Ja!" ,, Wozu trägst du das Blech da an der Brust?" ,, Ich weiß nicht." Sie schwiegen. Aus der Tiefe der Zelle sagte eine heisere Trinterstimme durch die Luft: Hast du Zigaretten?" Ja!" Eine Gestalt tauchte aus dem Dunkel auf und schwamm näher, die Finsternis zerteilend. Es waren drei Männer. Andreas hatte fünf 3igaretten. Sie beschlossen, Ketten zu rauchen. ,, Du bist ein Neuer!" sagte der Mann mit der heiseren Stimme. ,, Gib das Blech herunter!" schiie einer. Der dritte trat zu Andreas, riß das Kreuz von seiner Brust und betrachtete es, indem er es ganz nahe vor die Augen führte. ,, Haben dir ein Pflaster gegeben!" sagte der eine. Welcher Paragraph?" fragte der Heisere. Der Heisere war ein„ Jurist". Jemand übersetzte: Was du ausgefressen hast, will er wiffen!" hier zuständig. Ich habe eine Vorladung für heute!" Und Andreas sagte: Ich weiß nicht. Ich bin ja gar nicht er zeigte feine Vorladung. er Der Jurist" las. Er entzündete ein Streichholz, das lose in der Tasche hatte, an seiner Hose und las.„ Du mußt schnell machen, Mensch! Wieviel Uhr ist es?" ,, Es ist ja zu spät," sagte Andreas. ,, Na, dann haben sie dich ja verknackt!" „ Wieso?" der Polizei. Und die Polizei weiß nichts vom Gericht. Bist Weil du nicht da warst. Das Gericht weiß nichts von du nicht bei deiner Verhandlung und du bist Angeklagter, dann haft du morgen die Aufforderung, die Strafe anzutreten. Was hast du denn getan?" Andreas schilderte den Borfall auf der Straßenbahn. ( Fortfehung folgt.) Ganz besonders darin, daß feine Fundamentierung erforderlich ist, fiegt anderen Bauarten gegenüber eine wesentliche Arbeitsersparnis. Deshalb tann man dieses Verfahren sowohl auf weichem Wiesenund Moorboden wie auch an steilen Bergabhängen anwenden, ohne technische Schwierigkeiten zu verursachen. Langjährige Versuche, die der Naturbau- Ingenieur Wiechula in Berlin- Friedenau mit diesem Berfahren angestellt hat, haben dazu geführt, daß zahlreiche Land wirte, Kleingrundbesizer, Unternehmer und Behörden sich diese Naturbauweise nutzbar machten. Unter den bisher angelegten Baumerken find folgende Arten besonders hervorzuheben: Scheunen und Ställe, hauptsächlich auf Feldern und Koppeln, Schutzdächer und Schuppen für Wagen, Maschinen und Geräte- lleberwinterungshäuser für Rüben und Kartoffeln, die durch isolierte Naturdoppelwände frostfrei gemacht werden. Weiter find angelegt: Wald- und Gartenhäuser, Jagdhütten, Wartehallen, Brücken und Zäune. Letztere fommen besonders für Gärten, Koppeln, Wildgehege und zum Schutz gegen Schneeverwehungen bei der Eisenbahn in Betracht. Was das Naturbauverfahren neben seiner Billigkeit besonders wertvoll macht, ist die einfache Arbeitsweise, die es gestattet, die erforderlichen Arbeiten von beliebigen Kräften und zu beliebigen Jahreszeiten ausführen zu lassen, wodurch es sich mit jeder Wirt schaftsweise gut vereinbaren läßt. Indessen dürfte es bei der vollständigen Neuheit des Verfahrens zweckmäßig sein, sich die Technik und Erfahrungen des Erfinders nußbar zu machen. Das ist um so mehr der Fall, als vielfach vorhandene Baumbestände in einfachster Weise zu Bauwerben ausgenutzt werden können. In schönheitlicher Beziehung läßt diese Bauweise sich vorzüglich der Umgebung anpaffen. Dort, wo andere notwendige Wirtschaftsgebäude, wie Feid fcheunen, oft die Gegend verunzieren, tragen lebende Häuser wesentlich zur Verschönerung der Landschaft bei. Der„ Jagdschein". Gemeingefährliche Verbrecher und der§ 51. Gine wechselreiche Beurteilung seines Geisteszustandes ist bisher bei den Berichten und Sachverständigen einem der gemeingefähr lichsten Einbrecher Berlins, dem die Kriminalpolizei reichlich 30 bis 40 Einbrüche zuschreibt, bisher zuteil geworden. Der Kaufmann Paul Maciosset ist von dem eirien Gericht für zurechnungsfähig erklärt und abgeurteilt worden, von dem anderen Gericht auf Grund des§ 51 freigesprochen. Gestern war er wieder wegen eines schweren Einbruches vor dem Amtsgericht Mitte angetlagt. Zu Anjang der Woche wurde, wie wir berichteten, gegen eine verzweigte Einbrecher- und Hehlerbande, zu der auch der FassadenMetterer Wilhelm v. Keudeli gehörte, vor dem Schöffengericht Charlottenburg verhandelt und hier wurde Macioffet, obwohl er ber Haupttäter und Anstister gewesen war, nur als Zeuge vernommen, da das Verfahren geger ihn wegen Geistesfrankheit vor läufig eingestellt worden war. Kurz vorher, am 9. Juli, hat das Schöffengericht Mitte Maciosset aber für vier Einbruchsdiebstähle verantwortlich gemacht und ih und seinen Mittäter, den Kaufnann Franz Lehnert, zu je zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Bei dem letzten Einbruch, der gestern zur Aburteilung stand, fonnte Lehnert nur nachgewiesen werden, daß er im Befig einiger gestohlener Münzen gewesen war und deshalb lautete die Anklage gegen ihn in diefen Falle nur auf Hehlerei. Lehnert gift aber in berselben Weise, wie sein Spießgefelle, als ein gefährlicher Einbrecher. Am 18. Dezember v. 3. wurde mittags um 12 Uhr in der Wohnung einer Frau Karpes am Belle- Alliance- Plotz ein Einbruch perübt. Die Einbrecher räumten gründlich auf und erbeuteten bei der Wohnungsinhaberin und ihrem Mieter, einem Amtsgerichtsdirektor G., Gold. uid Silbergeld, Dollars und andere. Devisen, Alten, Gold- und Silberfachen und wertvolle Münzen. Der Verbacht lenkte fich bald auf die beiden Angeklagten, Als Macioffet vorgeladen wurde, belaß er jogar die Dreiftigteit, in dem Geh pelz, den er dem Amtsgerichtsdirettor gestohlen hatte, auf dem Polizeipräsidium zu erscheinen. Sobald er merkte, Daß man ihm auf der Spur sei, versteckte er den Pelz in einem Bodenraum. Dort wurde derselbe vor etwa drei Wochen bei einer neuerlichen Haussuchung gefunden. In den Taschen stetten vier Dietriche der raffiniertesten Konstruktion. Bis zu feiner Vorladung hatte Maciosser den Belz ganz ungeniert getragen und feinen Freun den gegenüber sich damit gerühmt, daß er ihn gestohlen hätte, indem er hinzufügte:" Was tann mir passieren, ich habe ja den Jagdschein." Bei Lehnert waren die Münzen gefunden worden und er hatte auch bei seiner ersten Vernehmung eingeräumt, daß Maciosser den Einbruch zusammen mit dem bisher noch nicht ermittelten Zahnarzt Siegmund Obersty verübt habe. Dieses Gefändnis widerrief er vor Gericht und wollte es nur gemacht haben, um sich an Maciosjet zu rächen, weil dieser ihn in der anDeren Einbruchsfache hineingerissen habe. Nach den Angaben Lehnerts jollte die Braut des M., eine blonde Bardame, die Gelegenheit für die Einbrüche ausgefundschaftet haben, infolgedeffen war auch sie mitangeklagt. Es fonnte ihr aber nichts nachgewiefen werden und sie wurde freigesprochen. Macioffer bestritt alles und wollte der Pelz von Obersty getauft haben. Der Gefängnisarzt Dr. Ludwig Hirsch bezeichnete maciosser als einen Menschen, der geistig minderwertig sei. Früher sei er als willen loses Werkzeug unter dem Einfluß von Berbredern bezeichnet worden und deshalb feien fünf bis sechs schwebende Verfahren wegen ständig" gemacht und Einbrüche auf eigene Rechnung verübt. I Geisteskrankheit eingestellt worden. Jetzt habe er sich aber felbdiesen Fällen liege soviel Entschlußfähigkeit vor, daß§ 51 nicht in Frage tomme. In dent Urteil sprach Amtsgerichtsrai Dr. Neumann Die Ueberzeugung des Gerichts Sahin aus, daß Maciosfet und Lehnert Mitglieder jener berüchtigten Berbrecherbande sind, die sich feit langem in gemeingefährlichster Weise in Berlin betätigt. Macioffet lebe gewerbsmäßig von Einbrüchen. Nur wegen feiner geistigen Minderwertigkeit hat das Gericht von der an sich gebotenen Zuchthausstrafe abgesehen und ihn zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Lehnert erhielt wegen Hehlerei fieben Monate Ge= fängnis, obwohl er dringend der Mittäterschaft verdächtig war. Der§ 51 ist auch für den Strafanstalts- Hauptwachtmeister Drejp der Rettungsanter geworden, durch den er in der Berufungsinstanz vor einer schweren Strafe wegen einer groben Ausschreitung bewahrt wurde. Drejp war vor zwei Jahren in der großen Plötzenseer Unterschleifsaffäre, die fich auf 23 Angeklagte erstreďte, als eines der Haupttäter in haft genommen worden. Die Ermittelungen hatte damals Staatsanwalt F. in Plötzensee als Direktionsstellvertreter des Gefängnisses geführt. Eines Tages befand sich der Staatsanwalt im Untersuchungsgefängnis Moabit und begegnete hier dem Inhaftierten D. Beim Anblid des Staatsanwalts sprang Drefp wie ein Rasender auf ihn zu, perfegte ihm mehrere Fauftschläge ins Gesicht, so daß die Brille zersplitterte und die Glasscherben das Geficht verlegten. Der Anstaltsarzt begutachtete auf Grund seiner Beobachtungen, daß unter allen Umständen cine Störung des Geisteszustandes vorliege. Drefp hat seit 17 Jahren während seiner Lätigkeit als Gefängnisquffeher fortdauernd Konflikte mit seinen Vorgesetzten gehabt. In der gestrigen Berhandlung benahm fich der Angeklagte ganz absonderlich. Er war mit einem Krücstod bewaffnet er fchienen mit dem er wiederholt herumfudytelte. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Wasmund beantragte daraufhin selbst die Freisprechung des Angeklagten, weil er nicht verantwortlich zu machen sei. Das Gericht erkannte auch in diesem Sinne. Alt, aber knusprig. Eine aitbackene Geschichte beschäftigte gestern die Botsdamer Straffammer. In Jüterbog hatte es fich herumgesprochen, daß man bei dem Bäckermeister Krause auch des Sonntags früh, Die Verkehrsregelung auf dem Potsdamer Plah. Zwangswege für die Fuhrwerke und für die Fußgänger. Bom Berliner Berkehr. Im Polizeipräsidium gab gestern Regierungsdirektor| Straße bleibt, die Gleife werden auf dem Blak enger zusammena Mosle, Leiter der Abteilung II, den zweiten Teil seines Bor- gerüdt. Neben ihnen erhalten die Fahrstraßen für anderes Fuhre mert beträchtliche Breiten. Die durch weiße Striche abgegrenzten trages über Verkehrsregelung. Er erörterte die Frage, wie die von ihm auf einer Studienreise in Großstädten Nordamerikas be- Uebergänge für Fußgänger führen im Zuge der Bürgersteige quer über die fünf auf den Platz mündenden Fahrdämme. Die befon obachteten Verkehrsregelungsmaßnahmen( vgl. Bericht über den ders gefährdeten Uebergänge vom nördlichen Bürgersteig der Leip ersten Teil seines Vortrages, Vorwärts", geftrige Morgenausgabe) ziger Straße nach Ede Bellevue- und Budapester Straße und vom auf Berlin übertragen werden können. füdlichen Bürgersteig der Leipziger Straße nach Ede Potsdamer und Königgräßer Straße führen zwischen den äußeren Inseln hindurch, die hier Schuh gewähren. Die Inseln selber sollen nicht betreten werden und erhalten daher Rasen. Zur Regelung des Fahrverkehrs wird auf der mittleren Insel ein fünfeciger Verkehrsturm von 7½ Meter Höhe aufgestellt, auf dem ein Polizeibeamter die Fahr- oder Haltefignale gibt. Die fünf Seiten des Turmes sind nach den fünf Straßenmündungen ge richtet, jede Seite hat drei Tageslichtfignale in grün, weiß und rot. Grün gibt Fahrt", weiß mahnt" Achtung", rot gebietet„ Salt". Wenn Leipziger Straße und Potsdamer Straße das Signal grün erhalten, wird für Königgräger, Budapester und Bellevuestraße das Signal rot geschaltet; wenn dort rot aufleuchtet, gibt hier grün die Fahrt frei. Vor der Umschaltung wird weiß eingeschoben, Plaz„ lar" zu machen. Die Verkehrsmittel Berlins scheinen ihm, wenn auch infolge des Wirtschaftsniederganges vieles vernachlässigt werden mußte, nicht so mangelhaft, wie man es ihnen oft nachfagt. Von den Untergrundbahnen meint er, daß wir hier in Uebersichtlichkeit, Sicherheit und Sauberkeit nichts vom Ausland zu lernen brauchen, aber dichtere Zugfolge sei zu wünschen. Die Straßenbahnen müßten in absehbarer Zeit aus verkehrsreichen Straßen beseitigt werden, wie es in New York längst geschehen ist, im besonderen feien sie in unserer Leipziger Straße nicht mehr lange möglich. Das Auto spielt bei uns eine sehr viel geringere Rolle als in Amerika. Berlin hat jetzt erst 180 Autobusse, rund 2600 Autodroschken, die großerteils erneuerungsbedürftig sind, und 30 000 Brivatautos, gegenüber 6000 vor vier Jahren. Soll das Privat- das für 15 Sekunden den ganzen Fahrverkehr ſtoppt, um den auto Bolfsperfehrsmittel" werden, so muß es billige Wagen geben, bessere Fahrstraßen, zahlreiche Tankstellen und über die Stadt verteilte Autohallen zur Unterstellung und Reinigung der Wagen. - ,, Weiße Striche" und Verkehrstürme. Die zukünftige Entwicklung, die von einer Wirtschaftsbesserung zu erwarten ist, fordert nach Ansicht des Polizeipräsidiums eine verfehrspolizeiliche Umstellung. Sie wird zunächst auf dem Potsdamer Platz versucht. Aus den amerikanischen Maßnahmen sollen besonders die Abgrenzung des Fußgänger verfehrs gegen den Wagenverkehr und die Aufstellung von Verfehrstürmen übernommen werden. In Großstädten Amerikas überschreiten Fußgänger die Fahrdämme faſt nur noch an den Straßeneden, wo die für sie bestimmten llebergänge durch weiße Striche auf den Fahrdämmen angedeutet sind und die Wagenführer gegebenenfalls vor ihnen haltmachen. Nach einem von der städtischen Straßenbauverwaltung und dem Polizeipräfidium gemeinsam ausgearbeiteten Plan soll das auch auf dem Pots damer Plaz durchgeführt werden. Auf ihm werden durch fünf im Zuge der Königgräßer und der Budapester Straße angelegte Inseln besondere Wege für die Straßenbahn, für anderes Fuhrwert und für Fußgänger geschaffen. Der Straßenbahnverkehr Königgräßer Straße Potsdamer Straße hört auf, der Straßer bahnverkehr Leipziger Straße- Potsdamer Straße, Budapester Straße Königgräßer Straße und Budapester Straße- Potsdamer · trotzdem iede Nachtarbeit zum Sonntag verboten ist, fnusprig frische Brötchen erhalten fönne. Es tam zur Anzeige und Verurteilung des Bädermeisters wegen Bergehens gegen die Backvorschriften zu 100 M. Geldstrafe. In dem Berufungstermin vor der Potsdamer Straffammer führte der Angeklagte aus, daß er ein Aufbackverfahren befize, wodurch alte Brötchen wieder knusprig würden. Ein Eachverständiger der Bäderinnung mußte zugeben, daß das große Publikum oft mit dem Aufbackverfahren getäuscht wird. Der Laie denkt immer, wenn er morgens in ein fnuspriges Brötchen beißt, daß es frisch sei. Das ist aber nicht immer der Fall. Der Angeflcgte erbot sich, dem Gericht sein Aufbadverfahren in feiner Backstube vorzuführen. Die Giraffammer lehnte dieses aber ab und verworf die Berufung auf Rosten des Angeklagten. Der Bädermeijfer will gegen das Urteil Revision anmelden. Der Haftbefehl gegen Sklarz. Ein Baußener Richter verhaftet den Berliner Berfeidiger. Wie mitgeteilt, ist auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bauzen gegen den Kaufmann Heinrich Starz megen Beihilfe zum betrügerischen Ban frott die Voruntersuchung eröffnet und Haftbefehl gegen ihn erlassen worden. Er. hat sich jedoch bisher der Festnahme durch die Polizei zu entziehen gewußt. Es ist als sicher anzunehmer, daß Silarz ins Ausland geflüchtet ist. Wie nun auf dem Finanzamt festgestellt werden komite, hatte er für sich und seine Tochter, die als seine Privatsekretärin mitreift, Aus= lands pässe besorgt. Nach noch nicht bestätigten Meldungen soll Starz fich auf dem Seewege nach Frankreich begeben haben. Die Unersuchungsführung erscheint freilich in einem eigenartigen Lichte. In Schirgiswalde in Sachsen, einem kleinen Landstädtchen, ist eine Firma in Schwierigkeiten geraten. Ihre Haupt. gläubigerin war die dortige Stadtkaffe. Als diese wegen Bahlung drängte, wandte fich die in Schwierigkeiten befindliche Firma an Heinrich Stlarz in Berlin, der berufsmäßig Arrange ments zwischen den in Schwierigkeiten geratenen Schuldnern und ihren Gläubigern betreibt. Es fam unter seiner Bermittelung, ein Bertrag zwischen der Stadt und der Schuldnerin zustande, inhalts dessen die Stadt der Schuldnerin einen weiteren Kredit für Aufrechtgemeinde für ihre Forderung besonders sichergestellt wurde. Diesen erhaltung der Fabrik zur Verfügung stellte, wohingegen die StadtBertrag betrachtet die Anklagebehörde des Landgerichts Bauzen als ein Kontursverbrechen", da die Stadtgemeinde dadurch gegenüber den anderen Gläubiger zu Unrecht Levorzugt sei. Es ist ein Verfahren gegen die Beteiligten eingeleitet und Haftbefehle gegen Heinrich Stlarz und den Geschäftsführer seiner Untergesellschaff ergangen, während merkwürdigerweise die Stadtväter, die den Ber trag geschlossen haben soviel bekannt, nicht in haft find. Die Boruntersuchung wird vom Untersuchungsrichter des Landgerichts Baußen geführt. Dieser Herr hat nun auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Bauzen nicht nur gegen den Verteidiger des Stlarz, den Rechtsanwalt Dr. Klee, die Voruntersuchung wegen Begünstigung eröffnet, sondern ihn auch in Haft ge nommen, ein Verfahren, das sich für Parallelfälle empfiehlt, um auf diese Weise Verteidiger, die von der Unschuld ihres Klienten überzeugt find, aus dem Wege zu räumen. Es fann feinem Zweifel unterliegen, daß hier ein Eingriff in die Funktionen und Rechte des Berteidigers vorliegt. Die zuständigen Stellen sind bereits um energisches Einschreiten ersucht worden, insbesondere wird die Berliner Anwaltskammer Gelegenheit haben, sich mit der merkwürdigen Bragis des Unterfuchungsrichters aus Bauzen Ber liner Anwälten gegenüber zu befaffen, die pflichtgemäß die Inter essen ihrer Klienten wahrnehmen. Mahnung an Reisende nach dem besetzten Gebiet. In letzter Zeit sind wieder sehr viele Bewohner des unbesetzten Gebietes, die ohne Einreisegenehmigung in das befehte Gebiet einreiften, mit empfindlichen Geldbußen bestraft wor den. Es kann daher vor einer Einreise in das befeßte Gebiet ohne Einreisegenehmigung nicht dringend genug gewarnt werden. Ein reisegenehmigung für das englisch befeßte Gebiet werden erteilt vom Ba Bamt Röin, Domhaus 28. 3weds Erlangung einer Ein reisegenehmigung für das besetzte britische Gebiet muß ein Gesuch eingereicht werden mit genauer Anschrift, Geburtsdatum, Geburtsort, Staatsangehörigkeit, Beruf, Ort und Grund der Einreife in das befekte Gebiet. Dem Gesuch sind beizufügen: Personalausweis aus dem unbesetzten Gebiet mit Lichtbild, zwei Lichtbilder, 5 M. und Rückporto. Freimarfen werden nicht in Zahlung genommen. Die Dom Bazamt Köln ausgestellten Geleitscheine haben nur Gültigfeit für das britisch besetzte Gebiet. Zur Einreise in das französisch Weitere Maßnahmen auch gegen Autobefizer. Regierungsdirektor Mosle besprach noch eine Reihe anderer Maßnahmen, die das Polizeipräsidium plant. Nach einer Verordnung, die vorbereitet wird, sollen Wagen in. verfehrsreichen Straßen nur zum Aus- und Einsteigen halten und in Nebenstraßen bis zur Weiterfahrt warten. Pläge wie z. B. der Spittelmartt und der Platz am Opernhaus seien für solche Zwecke einzurichten. Uebermäßiges Huper der Autos müsse verhütet werden, doch sei dazu nötig, daß nicht Fußgänger gedantenlos auf Fahr dämmen umherbummeln. Wer auf dem Botsdamer Platz außerhalb der weißen Striche geht, habe einen etwaigen Unfall figy felber zuzuschreiben, und in Amerika werde tein Mensch ihn in Schuh nehmen. Beim Gros der Fußgänger sei die Disziplin. lofigfeit viel schlimmer als beim Gros der Autoführer, om schlimmsten aber sei sie allerdings bei Kraftradfahrern. Beabsich tigt wird, bei Uebertretungen fünftig nicht nur Autoführer, sondern auch Autobefizer zur Vernehmung zu laden. Wer seinen Chauffeur zu übermäßig schneller Fahrt nötigt, dessen Autos will man auf Zeit oder für immer durch Verbot dem Berkehr fernhalten, und zwar im ganzen Deutschen Reich! * Bon der Berliner Bevölkerung hofft der Vortragende, daß sie fich an die Verkehrsregelung rasch gewöhnen werde. Er rühmte sie als ordnungsliebend. cder belgisch befeßte Gebiet ist die besondere Genehmigung der zuständigen Delegierten erforderlich. Die Fürsorgestelle des Deut fchen Roten Kreuzes in Köln, Breite Straße 78, ist in allen die Einreife betreffenden Fragen gern zu jeder weiteren Auskunft be. reit. Eventuellen Anfragen ist stets Rückporto beizufügen. Schneeschipperprozeß in vierter Instanz. Ein Freispruch. Am 17. Dezember 1922 gingen gewaltige Schneemaffen über Botsdam hernieder. Das Straßenreinigungsdepot forderte von Magistrat etwa 100 Erwerbslose zur Schneebefelti gung an. In a'ler Frühe hatten sich etwa 100 Erwerbslose auf dem Feuerwehrhof zur Entgegennahme von Arbeitsgerätet ein gefunden. Hier soll nun der Vertrauensmann der Erwerbslosen, der Parteisekretär Hermann Rautenberg, zur Nichtaufnahme der Arbeit aufgefordert haben, weil die Arbeiter der Straßenreinigung bereits in Kurzarbeit beschäftigt wurden. Er ließ die Bersammelten abstimmen und das Resultat mar Nichtarbeit! In Ruhe ver ließen dann die Erwerbslosen der Feuerwehrhof und gegen Rauten berg wurde Anklage wegen Aufforderung zum llngehorsam aus§ 110 erhoben. Zweimal wurde der Angeklagte vor der damaligen Caftanumer freigesprochen. Das Kammergericht beschäftigte sich mit dem Prozeß, hatte das Urteil aufgehoben und nochmals zur Verhandlung an das Potsdamer Amtsgericht ver wiesen. Vor diesem Gericht wurde Rautenberg am 20. Juni d. I. zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Gegen dieses Urteil hatte der Angeflagte und die Staatsanwaltschaft, letztere wegen des Straj naßes, Berufung eingelegt. In der gestrigen Verhandlung der vierten Instanz vor der Berufungskammer in Potsdam waren die Aussagen der Zeugen für den Angeklagten äußerst günstig. Der Staatsanwalt nahm die Berufung zurüd unb teantragte 100 M. Geldstrafe. Das Gericht, unter Vorsitz des Land gerichtsrats Gerechter, erkannte auf Freisprechung mit der Begründung daß der Angeklagte nicht aus sich heraus gehandelt habe, sondern er habe durch die Abstimmung lediglich nur das zu fammenfassen wollen, was die anderen ihm vortrugen. Noch nicht einmal der Begriff des Anreizes ist hier gegeben, hatte doch der damalige Magistratsassessor Dr. Dehm, wie Zeugen vor dem Gericht ürfen, wenn niemand brotlos dadurch wird. Der heute unter ihrem Gide sekundeten, in einer Versammlung erklärt, bak Arbeitslose nur dann beschäftigt werden Angeklagte wurde auf Staatsfoften freigesprochen. Ermission einer sechsköpfigen Familie in Dahlem. In dem Billenvorort Dahlem, der in fast sämtlichen Gebäuden über viele leerstehende Räume verfügt, wurde Sonnabend in der Gustav- Meyer- Straße 1-3 eine fechs löpfige Familie nach kurzfristiger Aufforderung des Gerichtsvollziehers die Aufforderung erfolgte erst Freitag abend 7 Úhr auf die Straße gesetzt. Seitens des Wohnungsamtes in leerstehende ehlendorf wird dieser Familie eine Scheune, die früher zum Verkauf von Kartoffeln usw. gedient hat, als Unterkunft zur Verfügung gestellt. Diefer Raum enthält nicht das Geringste, was zum Aufenthalt einer menschlichen Famisie notwendig ist, weder einen Wasserabfluß noch Koch- und Heizgelegenheit. Die öffentliche Meinung der Parteigenossen in Dahlem, so sdyreibt man uns zu der Meldung aus Dahlem, appelliert an den Herr Wohlfahrtsminister Sirtfiefer wegen eines derart brutalen Borgehens gegen eine große Familie. Dieser Fall beweist einmal, wie vollkommen fculos trop Mieterfchußgefeßgebung die Mies ter noch immer sind und zum andern, daß der Mieterschutz nicht nur nicht obgebaut, sondern im Gegenteil erhöht und vers stärkt werden muß. Protestversammlung der Ruhestandsbeamten. Im Anschluß an die Delegiertentagung des Reichsverbandes der Ruh standsbeamten und Hinterbliebenen" fand gestern im Lehrervereinshaus eine eine öffentliche Protestversammlung statt, in der die Redner des Bundes die Forderungen des Verbandes begründeten. Durch die Bestimmungen der Abbauverordnung find die wohlerworbenen, in der Verfassung gewährleisteten Rechte der Ruhestandsbeamten und Hinterbliebenen verlegt worden. Während die Bertreter der Deutschen Volkspartei und der Deutsch.ationalen gegen den neuen Staat polemisierten und ihre hervorragende Tätig. feit" in den Parlamenten für die Beamten hervorhoben, betonte der Redner des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes, daß man sich nicht auf die Versprechungen diefer Abgeordneten stüzen soll. In erster Linie gilt es einzutreten für die unteren Beamten und für diejenigen, die von dem schon jämmerlichen Gehalt nur noch Prozentsäze erhalten. Die Bersammlung nahm einstimmig eine Resolution an, die u. a. forderte: Bollständige und dauernde Gleichstellung aller Ruhestandsbeamten und Hinterbliebenen auf Grund der Pensionsgesetze und darum Beseitigung der Benachteiligungen der vor dem 1. April 1920 in den Ruhestand versezten Beamten und Militärpersonen gegenüber denjenigen, die nach diesem Zeitpunkt in den Ruhestand versetzt sind. Beschleunigte Revision der Pensionsgesetze. Beschleunigte Revision des Unfallfürsorgegesetzes. Erhöhung fämtlicher Unfallrenten um mindestens 25 Proz. Revision des Orts: zuschlages. Als der Liebhaber zurückkehrte. Die Rache eines hintergangenen Ehemanns. Durch das Dazwischentreten eines alten Liebhabers wurde ein Ehefrieden gestört und der Ehemann, der sich an dem Nebenbuhler rächen mollte, zog sich durch einen Gewaltaft eine schwere Strafe zu. Wegen gefährlicher Körperverlegung war der Sattler Albert A. vom Schöffengericht Mitte zu der hohen Strafe von zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. " | A., der ein bisher unbestrafter Mann war, und auch vor Gericht einen guten Eindruck machte, hatte im Jahre 1922 eine junge Frau geheiratet, ohne zu wissen, daß sie einen Liebhaber gehabt hatte. Dieser fehrte erst im Frühjahr dieses Jahres nach fünfeinhalbjähriger Abwesenheit" zurück. So lange hatte der Müllfutscher Paul Schreiber einen unfreiwilligen Aufenthalt im Buchthaus gehabt. Nach seiner Freilassung lenfte er fofort seine Schritte zu feiner ehemaligen Geliebten und erfuhr jetzt erst, daß sie fich inzwischen verheiratet hatte. Zwischen dem Ehemann und dem Liebhaber fam es zu erregten Auseinandersegungen, in deren Verlauf der fräftige Müllkutscher den Sattler ohrfeigte. Am nächsten Morgen verließ die Ehefrau die Wohnung und ließ sich im Laufe des Tages auch nicht wieder sehen. Auf der Suche nach der Davongegangenen traf A. sie spät abends in einer Wirtschaft in Begleitung des alten Liebhabers und des Sdymagers feiner Frau. Er mußte dann mitansehen, daß der Schwager der Frau die Schlüssel zu seiner Wohnung überreichte und das wieder vereinte Paar sich entfernte. Nunmehr bewaffnete er sich mit einem scharfen Beil und ging damit zu der Wohnung des Schwagers. Auf sein Klopfen öffnete die Ehefrau ihm, wohl in der Meinung, daß der Schwager heimfehre. Zu ihrem Schred war es aber der verlassene Ehemann. Dieser stürzte in die Wohnung, wo er feinen Nebenbuhler auf dem Bette fizend fand. Ohne ein Wort zu sagen versezte er dem Müllfutscher mit der scharfen Seite des Beiles einen wuchtigen Schlag, so daß dieser blutüberströmt zu Boden fant und 17 Tage lang im Krankenhaus zubringen mußte. Gegen das überaus strenge Urteil des Schöffengerichts wandte die Verteidigung in der Berufungsinstanz vor der Großen Straffammer des Landgerichts I ein, daß daß der erste Richter in tei= ner Weise berücksichtigt hätte, daß der Ehemann aufs äußerste gereizt worden war. Landgerichtsdirektor v. Wedell- Parlow erklärte auch in dem Urteil, daß ein Ehemann, wenn er seine Frau nachts in einer fremden Wohnung mit einem anderen Manne, mit dem sie früher Beziehungen hatte, antreffe, Chewidrigfeilen vermuten fönne. Obwohl es nahe an Toffchlag grenzte, hat das Gericht dem Angeklagten jedoch in weiteftem Maße mildernde Umstände zugebilligt. Unter Aufhebung des ersten Urteils wurde die Strafe auf ein Jahr Gefängnis festgesetzt. Dem Angeklagten wurde weiterhin eine dreijährige Bewährungsfrist in Aussicht gestellt, sofern die anzustellenden Ermittlungen so gut ausfallen sollten, daß von ihm während der Bewährungsfrist ein gutes Verhalten zu erwarten ist. Der Haftbefeht wurde aufgehoben und der Angeklagte sofort auf freien Fuß gefeßt. Hausbesitzer und Kulmbacher Bier. Aus der bayerischen Ordnungszelle tommt eine Nachricht, die den geistigen Tiefstand gewisser Kreise wieder einmal hell beleuchtet. Der Haus befigerverein in der Bierstadt Kulmbach hat fürzlich ein vertrauliches Rundschreiben an alle gleichartigen Vereine zum Rampf von unten" losgelassen. Der Inhalt des langen Geschreibsels ist, furz gefagt, der folgende: Die große Macht des Besizes im Reichstage verbürgt uns den Sieg. Die Mieterschaft muß unterliegen, wie Deutschland im Weltkriege unterlag. Nur feine Zimperlichkeit. Die deutschen Landwirte haben ja auch immer ihren Willen durchgesezt. Weshalb sollen wir also auf die Aufhebung der Zwangswirtschaft noch länger warten? Wir selbst befördern das Ungeheuer in die Woifsschlucht, tragen den Kampf in jedes einzelne Haus und verlangen von jeden Mieter freiwillige Bahlung mit höherer als die gefeßliche Miete. Zahlt der Mieter nicht, so weiß er, was ihm blüht, sobald die freie Wirtschaft eintritt. Wir steigern dann die Mieten so hoch, daß alle bisherigen Berlufte in turzer Zeit heraustommen. Gewalt dürfen wir leider noch nicht anwenden, aber mit freien Vereinbarungen läßt sich ja alles erreiden! Das wird dann auch auf höhere und hohe Beamte, die heute unfere gefährlichsten Gegner find, Eindruck machen. Man braucht dieses wunderliche Machwert, das wohl an den Stammtischen beim schweren Kulmbacher Bier dem Gehirn entsprungen ist, nicht allzu tragisch zu nehmen, auch wenn angeblich fdjon 14 andere oberfränkische Hausbefizervereine mit Begeisterung zugestimmt haben. Derartige Wünsche und Forderungen sind ja fo ziemlich Allgemeingut des Hausbesizerstandes. Nur waren bisher die deutschen Hausbesizer nicht so dumm wie die oberfränkischen, sich so deutlich. in die Karten sehen zu lassen. Die preußische Regierung wird hoffentlich das lebergreifen folcher an Erpreffung grenzenden Hintenherum- Maßnahmen auf preußische Landesteile fchelle ftens verhindern. den in der Nähe der Pumpstation Wohnenden wird lebhaft Klage darüber geführt, daß besonders an heißen Tagen der Klo aten gestant nicht zu ertragen sei. Wenn Kaulsdorf auch schon durch die städtischen Riefelfelder in nicht zu gutem Geruch steht, so übersteigt das die Grenze des Erträglichen. Abhilfe erscheint dringend geboten! Der Maffenmörder Haarmann in einer Jrrenanstalt. Durch Beschluß der Hannoverschen Straffammer vom 15. Auguff ist gemäß§ 8 der Strafprozeßordnung auf Antrag von Sachver ständigen angeordnet worden, daß der Angeschuldigte Haar mann zur Borbereitung eines Gutachtens über seinen Geistes zustand nach der Provinzial- Heil- und Pflegeanstalt Göttingen übergeführt wird. Dieser Beschluß der Straffammer Ein blinder Siebzigjähriger. Ein tapferer und bescheidener Kämpfer der Sozialdemokratie, Paul Belger in Neuköllnät über die Frage der zurechnungsfähigkeit nicht den geringster Schluß zu. Die gerichtliche Voruntersuchung gegen erreicht heute das 70. Lebensjahr. Als 1878 das Eozialistengeset in Haarmann nimmt ihren Fortgang. Alle Ermittlungen der Kraft trat, gehörte Paul Belger in Berlin zu den tapfersten und Staatsanwaltschaft und der Polizei werden nach wie vor fortgesetzt. aufopferndsten Genossen; trotz drohender Haft und Ausweisung war Die Ueberführung Haarmanns in die Heil- und Pflegeanstalt Göt er hier ein eifriger Verbreiter des Züricher Sozial- tingen ist bereits erfolgt. Es find alle Maßnahmen zu seiner sicheren demokrat". Seit 1907 ist er vollständig erblindet und kann zu Verwahrung und Bewachung getroffen worden. seinem Leidwesen nicht mehr in der Deffentlichkeit für die Sozialdemokratie wirken. Dennoch ist er auf den Abteilungsabenden ständiger Gast. Bei der Verbreitung von Flugblättern läßt es fich der erblindete Genosse nicht nehmen, zu helfen, indem er die Flugblätter falzt, und gibt somit allen jüngeren Parteigenosse ein rührendes und leuchtendes Beispiel von Pflichttreue. Wir ge denken heute in Dankbarkeit des tapferen und aufrichtigen Genosse Es stinkt in Raulsdorf. Kaulsdorf, das bei der Eingemeindung zu Berlin tam, ist, wie man uns schreibt, mit sanalisationsanlagen beglüdt worden. Der gute Wille der Stadt Berlin muß in diesem Falle ohne weiteres anerkannt werden. Es haben sich jedoch dadurch Uebelstände eingestellt, die unbedingt der Abhilfe bedürfen. Von hervorragend bewährt bei: Gicht, Grippe, Rheuma, Nerven- und Jogal Rheuma, Jschias, Kopfschmerzen. Zogal stillt die Schmerzen und scheidet die Harnsäure aus. Alinisch erprobt. Jn allen Apotheken erhältlich. Best. 74,3% Acid. acet. salic, 0,46% Chinin, 12,6% Lithium ad 100 Amylum Neue Deffnungszeiten des Museums für Meeresfuude: Sonntag und Mittwoch: 11-3 hr. Eintritt frei. Montag und Sonnabend: 11-3 Uhr, Eintritt 30 Pfg. Dienstag: 1 libr, Führung durch wissenschaftliche Beamte, 80 Pfg. Donnerstag und Freitag geschlossen. Schultlassen in Begleitung von Lehrern oder Lehrerinnen haben nur Zutritt: Dienstag: 9-12 Uhr, unentgeltlich. Montag und Sonnabend: 11-3 1hr, je Schüler und Schülerin 10 Pfg. 3m 3oologischen Garten ist jetzt ein großer A meifenfresser aus Südamerifa eingetroffen, noch ein junges, faum halbwüchsiges Tier, das aber hoffentlich so groß und alt werden wird, wie sein Vorgänger, der 16 Jahre hier gelebt hat. Der Ameisenfresser ist i dem alten Tierhaus am Konzertploh untergebracht, wo sich von der ersten abeffinischen Liereinjuhr des Gartens schon das afrikanische Gegenstück dazu, das sogenannte Erdfertet, befindet, auch ein Ameisen und Termitenfresser: beides Seltenheiten ersten Ranges! Schluß mit der Schulzerstörung! Unter diesem Thema veranstaltet der Bund entschiedener Schulreformer am Dienstag, 19. Auguft, 7½ Uhr abends, eine öffentliche Ver fammlung im Friedrich- Wilhelm- Gymnasium, Berlin, Kochstr. 13. Referenten: Richard Schroeter, Heinrich Müller, Graf Reßler, Margarete Pauten, Friedrich Weigelt, Paul Destreich. Jedermann eingeladen. Unkostenbeitrag. Bezirksbildungsausschuß. Am Freitag, den 22. August, 6% Uhr, im Zentraljugendheim, Lindenstr. 3, 2. Sof III, Sigung des erweiterten Bildungsausschusses. Jeder Kreisbildungsausschuß wird gebeten, zwei Delegierte zu entsenden. Der Bezirksbildungsausschuß veranstaltet im Winter 1924/25 vier proletarische Feierstunden im Großen Schauspielhaus, und zwar am Sonntag, den 21. September:„ Die Internationale"; Sonntag, den 5. Oktober: Feierstunde zu Ehren Tollers": Sonntag, den 9. November: Die Revolution"; Freitag, den 26. Dezember:„ Weihnachtsfeier": außerdem vier große Festkonzerte in der Philharmonic, Bernburger Straße: Sonntag, den 12. Oktober: Orchesterfonzert, Werte von Beethoven und Bruckner; Sonntag, den 23. November: Französische Kammermusik; Sonntag, den 25. Januar 1925: Internationale Lieder und Chorgesänge; Sonntag, den 15. März 1925: Slawische Musit, Werte von Tschaikowsky und Dworat. Vier Feierstunden und vier Festfonzerte im Abonnement je 3,60 Goldmark. Einzeichnungslisten für beide Veranstaltungen liegen aus bei allen Abteilungsvorsitzenden und den Mitgliedern der Kreisbildungsausschüsse. den Montag und Freitag, von Die Jugendmeihen. 7. Rreis. Charlottenburg. Je4 bis 6 Uhr, in der 32. Gein Klasse II M: Vorbereitungsmeindeschule, Oranienstraße 15a, unterricht für die Jugendweihe. In Klasse IV O: Unterricht in der Lebenstunde für Kinder vom 10. Lebensjahre an. Erteilt von den Genossen Dr. Deiters und Adolf Koch burch die freie Schulgemeinde. 17 reis, Lichtenberg. Die Herbitjugendmeihen der weltlichen Schulen finden am 21. September um 10 Uhr und am 28. September um 10 Uhr und um 1 Uhr in der Aula, des Realgymna fiums an der Bartaue statt. Anmeldungen nehmen die Leiter der weltlichen Schulen und der Genosse Rafewiß, Gärtnerstraße 6III, entgegen. Einschreibegebühr 50 Pf. An diesen Stellen wird auch bekanntgegeben, wann und wo der Vorbereitungsunterricht beginnt. 141. Abt. ( Rosenthal). Anmeldungen zur Jugendweihe erfolgen beim Genossen Mar Dehmel, Schillerstraße 13. Breisermäßigung für Borwärts" Lefer im Rose- Theater. Das RoseTheater gewährt unseren Lesern bedeutende Breisermäßigung für die Woche von heute bis zum 24. d. M. Im Theater gelangt Sudermanns Johannisfeuer" und im Garten das neue Volfsstüd GIüdsih u 13 e" mit Gesang und Tanz und vorher das Volksliedersingspiel " Freut Euch des Leben 3" zur Aufführung. Näheres siehe im Anzeigenteil. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 17. August. Luftpostlinie Stocholm- Berlin. In Stockholm wurde bes schlossen, eine Luftpostlinie Stockholm- Berlin zu unterhalten, die am 18. August eröffnet werden soll. Am Abend dieses Tages wird ein Apparat nach beiden Richtungen aufsteigen. Die wird weiter gemeldet, daß die Lokomotive des Expreßzuges Lissabon Ueber das Eisenbahnunglüd auf der Strede Lissabon- Madrid Madrid plötzlich sich vom Tender und vom Zug trennte. Maschine nahm sofort eine außerordentlich hohe Geschwindigkeit an und fuhr in rasender Fahrt auf den Schnellzug Oporto- Lissabon auf. Bis jetzt sind 7 Tote und 12 Berlegte gemeldet. Grubenunglüd im belgischen Borinage. In der Kohlengrube bom Pontdeloup erfolgte eine ich were Schlagwetter. explosion. Man fürchtet, daß ein großer Teil der Belegschaft dabei ums Leben gekommen ist. Eine Leiche fonnte bisher geborgen werden. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin C. 2. Raiser- Wilhelm- Straße 46 IIL Kamerabschaft ,, Cöpenid", 16. Kreis. Montag, den 18. August. Sigung des Vorstandes und Festkomitees abends 7½ Uhr bei Babel, Freiheit. 7. Ramerabschaft Raulsdorf". Mitgliederversammlung am Mittwoch. den 20. August, abends 8 Uhr, bei Schwarz, Kaulsorf. Erscheinen aller Mitglieder Pflicht. Republikaner as Gäste willkommen. Micterverband Deutschlands, Sig Berlin, 6. Berwaltungsbezirk. General. versammlung om Montag, den 18. Auguft, abends 7 Uhr, in Dörings Festfälen, Naunynſtr. 27. Freie stenographische Vereinigung Stolze- Schren", Groß- Berlin eröffnet folgende Anfängerkurse,% 28-10 Uhr abends: Often: Gemeindeschule, Frankfurter Allee 37, Dienstag, den 19. und 26. August; dortfelbft Uebungsabend für Fortgeschrittene jeden Freitag. Südosten: Gemeindeschule Reichenberger Str. 67-70, Ede Forster Str., Donnerstag, den 21. und 28. August; dortfelbst Uebungsabend jeden Mittwoch. Oberschöneweide: Gymnasium, Seppelinstraße, Donnerstag, den 21. und 28. August; dortselbst Uebungsabend jeden Dienstag. Neukölln: Gemeindeschule, Boddinftr. 52. Freitag, den 22. und 29. August; dortselbst Uebungsabend in Schul- und Debattenschrift jeden Dienstag. Mittwoch und Donnerstag. Näheres bei der Anmeldung und durch Karl Balfosée, Borsigender, Berlin D. 17, Goßlerstr. 34, Querg. 3 Tr. Arbeitersport. Fußball Abteilung Fichte", Süd- Ost. Mannschaftssigung jeden Freitag S Uhr Fichte"-Plaz, Baumschulenweg. Jeden Dienstag ab 6 Uhr Training. Junge Leute zur Vervollständigung der Jugend- und Männermannschaften tönnen fich melden. Turn- und Sportverein Fichte". Sämtliche Gruppenvorsigenden werden erfucht, am 20. zur Verwaltungskommissionssigung zu erscheinen. Adreffen. verzeichnisse der Gruppen- und Abteilungsfunktionäre sind mitzubringen Generalversammlung des Vereins. Mittwoch, den 3. September, im Gewerkschaftshaus. Tagesordnung u. a.: Besprechung des Jugendtreffens. Berichte der Reorganisationskommission. Woltersdorfer SC. 1910 gegen Pankow CC. 08. Am Sonntag, den 17. August, treffen in Pantom auf dem Gemeindesportplag, Bichelswerder Beide Straße. obengenannte Vereine im Freundschaftsspiel zusammen. Mannschaften verfügen über gutes Rönnen. Borher spielen die zweiten Mannschaften. Ermerbslose mit Ausweis haben freien Zutritt Anfang der Spiele um 4 Uhr. Um regen Besuch seitens der Arbeiterschaft wird gebeten. Sport. Rennen zu Karlshorst am Sonnabend, den 16. Auguft. 1. Rennett. 1. Abteilung: 1. Phibia( Zimmermann). 2. Bring Sudud( Franzte), 3. Begonie( M. Dreißig). Toto: 19: 10. Plak: 14, 23, 10. Ferner liefen: Lava, Veritas, Halta, Lump, Heilige Elisabeth. 2. Abteilung: 1. Florfina( Staudinger), 2. Laufiger( Mate), 3. Gaudium ( H. Braun). Toto: 20: 10. Plak: 13, 14, 15: 10. Ferner liefen: Gilda, Canio, Clarinette, Cavalier, Brandung, Prosa. 30 2. Rennen. 1. Röffchen( Hr. Freese), 2. Rappelfopf( b. Edertsberg), 3. Heldin( v. Borke). Toto: 20:10. Blag: 12, 18, 13: 10. Ferner liefen: Ahasver, Kig mo quid, Jrrmahn, Udine. 3. Rennent. 1. Puppenfee( Stränzlein), 2. Labrador( Bismark), 3. Erzhallunke( Schuller). Toto: 40: 10. Plag: 14, 16. 11: 10. Ferner liefen: Cistern, Heerführer, Fichte, Karawanka, Solo. 4. Rennen. 1. Eichwald( Mate), 2. Immelmann( Thalede), 3. Herzog ( Dertel). Toto: 14: 10. Plat: 11, 11: 10. Ferner lief: Walbfrieden. 5. Rennen. 1. Gigerl( Sths), 2. Fata Morgana( Saager), 3. Minente hof( se. Edler). Toto: 30: 10. Blat: 16, 19: 10. Ferner lief: Teifts 6. Rennen. 1. selberg( v. Edertsberg), 2. Kaylot( Staudinger), 3. Melinit( v. Pelzer). Toto: 37: 10. Blag: 19, 24: 10. Ferner liefer Liane, Dublone. 7. Rennen. 1. Rüdgrat( Schuller), 2. Sydow( Mate), 3. Betterbege ( S. Edler). Toto: 23: 10. Play: 12, 12: 10. Ferner liefen: Dorn IL Sheitan. 5.30-7 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 7 Uhr abends:" Märchen, gelesen von Johanna Meyer. 8-9 Uhr abends: Auf vielfachen Wunsch Wiederholung des Abends Deutsche Heimat". 1. Paraphrase über das Deutschland- Lied", ( Fritz Wenneis am Harmonium). 2. Deutschland und die Welt, Wildenbruch( Alfred Braun, Rezitation). 3. a) Sonntags am Rhein, Schumann, b) Ich hatte einst ein teures Vaterland, Lassen, c) Heimweh, Wolf( Opernsänger Heinrich Blasel). 4. Waldweben aus der Oper Siegfried", Wagner( Fritz Wenneis am Harmonium). 5 Aus der„ Chronik der Sperlingsgasse", Raabe( Alfred Braun, Rezitation). 6. Hans Sachs' Ansprache aus der Oper„ Die Meistersinger von Nürnberg, Wagner( Opernsänger Heinrich Blasel). geführten Sigaretten behalten können es find ihrer so viele und manche Am Flügel; Dr. Felix Günther. 9.15-11.30 Uhr abends: Tanzmusik. Während der Pause: Tagesnachrichten, Zeitansage. Montag, den 18. August. Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. Nachm. 1.05 Uhr: 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. " kapelle). 7.30 Uhr abends: Sprachunterricht( Englisch). 8.10 Uhr 5.30-7 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkabends: Vortrag des Herrn Prof. Hans Philipp Weitz: Aus des Handwerks Jugendzeit"( nach pompejanischen Ausgrabungen), 1. Teil. 9-11 Uhr abends: Opernabend. Am Flügel: Dr. Felix Günther. 1. Ouvertüre zur Oper Wenn ich König wär", Adam. 2. Ouvertüre zur Oper„ Martha", Flotow. 3. Arie aus der Oper Figaros Hochzeit", Mozart( Kammersängerin Marcella Roeseler, Metropolitan Opera, New York). 4. Ouvertüre zur Oper Wilhelm Tell". Rossini. 5. Fantasie aus der Oper, Carmen", Bizet. Während der Pause: Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst. Sportnachrichten. 6. Ouvertüre zur Oper Die lustigen Weiber von Windsor". Nicolai. 7. Arie der Agate aus der Oper„ Der Freischütz", Weber( Kammersängerin Marcella Roeseler, Metropolitan Opera, New York). 8. Barcarole aus der Oper Hoffmanns Erzählungen", Offenbach. 9. Walzer aus der Oper Dame Kobold"; Weingartner. 10. Fantasie aus der Oper„ Bohème", Puccini. Massary ROAL 5.9 Eine Zigarette von Rang. am Weihevolle Einkehrstunde, da man- eine Delft im Mundenoch ein Weilchen sinnend liest, inniglich den Tag beschließt! 94 Geschäftliche Mitteilungen. Selbst ein Gedächtnisfünftler würde schwerlich die Namen aller im Sambel flingen so absonderlich, daß man fie gar nicht richtig erfaßt. Sehr leicht eine prägsam und jedem Qualitätsraucher wohl vertraut sind die sprichwörtlich guten Maffarn- Zigaretten: Maffary- Delft( Edel wie der Name) und Masary Roal( Eine 8igarette von Rang). Sie gehören mit zu den besten deutsche Marten. Wetter für Berfin und 2mgegend. Etwas fühler, meist bewölft, mit Regenfällen, nur vorübergehend aufklarend. Für Deutschland. Im äußersten Dsten ziemlich heiter, sonst meist bewölkt mit weit verbreiteten Regenfällen. Pfarrer Heumanns Heilmittel stets auch vorrätig im Alleindepot: Zentral- Officin Berlin N. 31, Anklamer Straße 39, nahe Ecke Brunnenstr. Tel. Amt Humboldt 1022 Dortselbst wird auf Wunsch auch das Pfarrer Heumann- Buch abgegeben. Große Ausgabe( 240 Seiten 100 Abbildungen) gratis und franko. Zions- Apotheke Homöopathische Abend DELFT 6% Edel wie der Name Der Internationale Trempuakt Her Einkaufer ist die Breslauer Herbstmesse 7-9.$ ept.1924 Theater, Lichispiele usw. Staats- Theater Opernhaus 512: Meistersinger Opernhaus am Königsplatz Täglich 72 Uhr: Marietta Volksbühne Tägl. 8 Uhr: Geisha Deutsch. Theater Sommerspielzeit Direktion: Staab and Gerner Tägl. 8 Uhr: MaxAdalbert u.Max Landa in Clubieute Kammerspiele Sommerspielzeit Diraktion: Staab und Gerner Tägl. 8 Uhr: Das Zeichen an der Tür SCALA 8 Uhr: Internat. Varieté Sonntag 3.30 zu halben Preis, das volie Programm! Th.i.Admiraispalast 81% U.: Der Erfolg d. Jahres 12 Monate ananterbr. auf dem Spielplan ist die große Revue Drunter und drüber Letzte Vorstellung Intimes Th. 8 U. Gasts. Künstlersp. Alb/ Nachtlichter Befehl Metropol- Theater 8U: D.Weltschlager Mascottchen Tribune 8 Uhr: Dr. Stieglitz Ebelsbacher Lobe Lessing- Theater Täglich 8 Uhr: Die große Revue: Wien gib acht! Ueb.150Mitwirkende Theat. a.Kottbus.Tor Tägl. 8 Uhr EliteSänger Das herrl. August- Progr. u a. Kegeiklub Dickköppe Rose- Theater Große Frankfurter Str. 132 Auf der Gartenbühne täglich 28 Uhr: Das neue Volksstück Glücksschulze mit Gesang u. Tanz Im Theater täglich 8 Uhr: Der große Publikumserfolg ohannisfeuer letzte Tage ' Im Theat. gültig auch Residenz- Th. u.Ltg: Alfr.Belerle Tägl. 8 Uhr: Hinkemann Gutschein bis 17. August 1-4 Personen 50% Ermäßigung 8 U. Trianon- Theat Kinder der Freude Ferdinand Bonn Marietta Olly, Schindler Rosé, Schröder- Schrom Gutschein bis Sonnt., 17.August 1-4 Personen 50% Ermäßigung Eine tolle Sache Wallner- Theat. Täglich 8 Uhr: Der ungetreue Eckehart Schwank in 3 Akten von Hans Storm Rose- Theater 8 Uhr: Johannisfeuer Gartenbühne 71/2: Glücksschulze Casino- Theater Täglich 8 Uhr: Das erstkl. bunte Progr. Zum Schluss: Der Eröffn.- Schlag. Muß Liebe schon sein! Komödie in 4 Aufz. Volkstüml. Preise 700LOGISCHER GARTEN ZOOLOGI Täglich Gr. Konzert ab7Uhr 1Mk Rinder d.Hälfte Aquarium TierkunstAusstellg. Reichsballen- Theater Wieder täglich: Sonntags: Stettiner Sänger Anfang 8Uhr im Garten nur wochent. bis z. 24. d. Mts. Sperrsitz( Zeltplatz) oder Or. chester Sessel nur 1 Mark Gültig für 1-4 Pers. Ausschneiden! Ausschneiden! Bedeutende Sonder- Vergünstigung! Dönhoff- Brettl Reichshallen- Saal und Garten) Gr. Spezial.- Progr Anf.71, Sonnt.5/ U WIND BRIEN Winstons tauchende Seelöwen a. tandh. Nymphen sowie der August- Spielplan! Rauchen gestattet! Bad Landeck, das Radiumbad des Ostens, bewährt besonders bei Frauenleiden, Gicht, Rheu matismus, Nervenleiden, hat die Sätze für Kurtaxe, Kurmittel, Wohnung und Verpflegung ganz bedeutend herabgesetzt. Georgenbad Sommer und Winter geöffnet. Moorbad bis Eintritt des Frostes. Wintersportplatz. Auskünfte und Prospekte durch die städtische Badeverwaltung und Kurverein, Auf Teilzahlung! Fahrräder und Leichtmotorräder Zettha, Oranienburger Str. 65 BEINKRANKE! Offene Beine, Krampfaderleiden und Geschwüre aller Art heile ich unter Garantie, ohne operativen Eingriff und Berufsstörung. Die Schmerzen schwinden schon nach der ersten Behandlung, die kostenlos erfolgt. Behandlung in und außer dem Hause. Heil- Institut H. A. Müller, Berlin SW 68, Markgrafenstraße 83 v. I. Sprechzeit 9-12 und 2-7. Komische Oper Direktion James Klein Vorverkauf eröffnet für die ersten zehn Vorstellungen der gewaltigsten Revue aller Zeiten: Das hat die Welt noch nicht gesch'n Première Donnerstag, den 28. August, 7 Uhr Preise: 3 Mk. bis 25 Mk.( Première doppelte Preise) E Va EE YEE УЗАА DIE ZEHN GEBOTE EIN PARAMOUNT FILM REGIE: CECIL B.DE MILLE GROSSES SCHAUSPIELHAUS AM SCHIFFBAUERDAMM BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE AB DONNERSTAG, 21.AUG., TAGL. 8 UHR ABDS. Preise der Plätze von 2- Mark aufwärts Der Vorverkauf hat begonnen: Tageskasse Großes Schauspielhaus, Theaterkassen K. d. W. Tauentzienstraße, Warenhäuser Herm. Tietz, Leipziger Straße, Alexanderplatz, Frankfurter Alles URANIA Taubenstr. Ohne Rücksicht auf die Herstellungskosten verkaufen wir hocheleg., streng mod. 48/49 Im Theater am 16. Aug., um 5, 7 u 9U und ferner täglich 5, 7 und 9 Uhr: Uraufführung ..Hagapate, der Menschenfresser" Erlebnisse des Kapitäns Johnsons PelzMäniel von 160.- M. an Jadien von 75.-M. an v Kragen von 20.- M. an unter den Kopfjägern der Südsee amerik. Opossum, Schalkragen u. Mansch. 25,-M. usw. Film in 5 Akten Vortrag von Dr. v. Leszel, Direktor der Urania Vorverkauf: Wertheim und UraniaSchlötcke& Männel Gr. Frankfurter Str.106, II. Et2. Kein Laden Kein Laden kasse von 10-1 und von 4 Uhr ab Eigene Werkstätten KRONE Die SCHAU Erster europäischer ANEGEN3M CIRCUS am Strausberger Platz II. Etage im Theater Große Volksoperis des Westens 7% Uhr: Boris Godunow Vergnigungspark Das neue ( Sommerpreise) ULAP amLehrter Heute Sonntag: Bahnhof Sensationsprogramm und Freivarieté Beginn& Uhr Ab 4 Ubr nachmittags voller Betrieb Parkkonzert Zehn weitere Kapellen und die Attraktionen Eintritt 60 Pig. einschl. Kunstausstellung und Frei- Varieté mit Ausnahme der Sitzplätze. SLUN LUNAPARK Für eine Woche macht dich stark Ein Sonntag in dem Lunapark Heute ab 3Uhr voller Betrieb Militärkonzert Feuerwerk Die 4 Sylphiden Eintritt 75 Pfennig Mittwoch Filmfest Rennen zu Grunewald Dienstag, den 19. August nachm. 3 Uhr Berliner Uik- Trio Neukölln, Amtliche Wett- Annahme des Union- Klubs Berlin NW. 7, Schadowstraße 8. Annahme von Wetten für alle Berliner Rennen in der Zentrale, Schadowstr. 8, in ahen Filialen und bei den größeren Renn- Vereinen im Reiche. Auszahlung der vollen Totalisatorquoten ohne jeden Abzug. Schriftliche Aufträge und Aufträge auf Konto- Einrichtung sind nur an die Zentrale zu richten. GlobusTransportgeräteFabrik Berlin S.14. Dresdenerstr.55 liefert Wagen Dr Karren Räder Arbeiter! Achtung! Arbeiter! Viele hundert Herren- Winter- Ulster, neu, in allen Größen, nur solange Vorrat Stück 8. Chausseestr. 39 ВЕНГІЙ HECH HECHT BERLIN Andreasstr. 40 Stempelfabrik Robert Hecht Inhaber: Alfred Schneller Berlin S. 42 Ritter- Straße 116 liefert schnell und billig alle Arten Grösste Schaustellung gigantischer des Kontinents Circus- Spiele beginnt Freitag, 29. August Stempel. Tel.: Mpl. 7254, sein Berliner Gastspiel! Schönhauser Allee Nr. 386 41. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag, 17. August 1924 Das Koalitionsrecht der Beamten Bon Albert Faltenberg. Politische Reaktion tsi die Zeit der Nachtwachen für alle, die ein Stück Freiheit zu verteidigen haben. Die Reaktion ist Etappengeschäft, das oft nur im Nebenamt betrieben wird. Ihre Hauptstoßkraft verwendet sie auf die 3 ermürbung des Menschen, um ihn realtionsreif zu machen. Kriegszeit und Revolutionsperiode haben ihr möglichstes geleistet, die deutschen Arbeiter, Angestellten und Beamten in die Verteidigungslinie zu drängen. Eine Zeitlang hatte es den Anschein, als sollten sie niemals wieder mit der Kampffront in Fühlung fommen. Den Höhepunkt dieser Niedergangsepoche bildete die Inflationsperiode. Sie ist überwunden wir alle hoffen, für immer und mit ihr der Stillstand in der politischen Bewegung. Feinnervige hören das Echo der neuen Kampfansage von draußen in den eigenen Reihen. Wenn erst die Politik als Auswirkung der Londoner Verhandlungen dem deutschen Entwicklungsprozeß die Richtung weisen wird, ist zwar vieles schon versäumt, aber nicht alles verloren. Worauf es jetzt antommt, ist aufmerksame Beobachtung aller Borgänge, die wenn auch nur als Vorläufer einer Gesamtattion auf eine Einschränkung der politischen Grundrechte der Arbeitnehmer, gleichgültig, ob sie im Arbeiter-, Angestellten oder Beamtenverhältnis stehen, abzielen. Niemand vermag im Augenblick den Beweis zu erbringen, daß das Vorgehendes Reichsvertehrsministers gegen die Reichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten und anwärter mit der Forderung auf Streichung bzw. Aenderung des Teiles der Sagung, in dem von der Anwendung aller gewerkschaftlichen Mittel die Rede ist, als Beginn einer Generalattion zur Beseitigung der Koali= tionsfreiheit bei dem Personal der Staatsbetriebe angefehen werden könnte. Dennoch sind Anzeichen dafür vorhanden, die eine solche Deutung zulassen. Die Tatsache, daß das Reichsverkehrsministerium nahezu ein volles Jahr seit der ersten an die Reichsgewerkschaft erlassenen Aufforderung hat verstreichen lassen, ohne die jest erkennbare Energie für die Erledigung der Angelegenheit aufzuwenden, kann zu der Auffassung verleiten, daß im Dezember 1922, als die erste Auf forderung erging, die politische Lage für die erfolgreiche Durch führung des Planes noch nicht die nötigen Garantien bot. Nun aber die politischen Verhältnisse sich für das Vorgehen günstiger gestaltet haben, ist naturgemäß sowohl eine Steigerung des Tempos als auch des Elans in dem Vorgehen des Reichsverkehrsministeriums zu verspüren. Den Ausgangspunkt der in dem Schreiben des Reichsverkehrsministers vom 30. Dezember 1922 an die Reichsgewerkschaft gerichteten Forderung betreffs Stellungnahme zum Beamtenstreit" bildete die in den 1922 gegen streifende Eisenbahner geführten Disziplinar prozessen in der Urteilsbegründung enthaltene Erwägung der Straf- und Disziplinargerichte, ob den megen Streifvergehens Beschuldigten nicht zugute zu halten sei, daß sie die Rechtswidrigkeit ihres Tuns nicht erkannt haben, weil die Statuten ihrer Gewerkschaft von der Verwaltung nicht beanstandet worden seien, obwohl sie das Streifrecht für die Beamten in Anspruch nehmen." I TH OKOESTER O.KOESTER „ Mutta, jibt's nich bald so viel Rente for die Kriegshinterbliebenen, daß Du mir een Hemde koofen kannst?"- Nee, Junge, dazu hat die Refierung keen Jeld. Die muß doch die hohen Pensionen for Ludendorff un konsorten bezahlen, damit se in aller Ruhe un Jemietlichkeit eenen neien Kriejsplan jejen die Republik aushecken kennen!" brauch machen können. Es stehen sich also zwei Auffassungen einander gegenüber, die beide- das ist auch die Meinung des Reichsverkehrsministers- Berechtigung in sich haben. Daher ging auch von vornherein sein Bestreben lediglich dahin, die von den Gewerkschaften abweichende Meinung der Reichsregierung bzw. des Reichsverkehrsministeriums den Beamten zur Kenntnis zu bringen. Er hat ausdrücklich betont, daß es nicht seine Absicht fei, der Eisenbahnbeamtenschaft die Auffassung der Reichsregierung somie seine eigene aufzuzwingen. Immerhin ein Novum, für das in der gesamten Arbeitnehmerschaft das nötige Verständnis vorhanden sein dürfte. Bon Verantwortungslosigkeit derjenigen Beamten zu reden, die die Streitfreiheit für sich in Anspruch nehmen, ist vollkommen unangebracht. Als ob die Beamten nicht gewillt wären, dem Staate, und gerade ihm gegenüber, je des Ber antwortlichkeitsgefühl durch die Tat zu bemeisen! Allerdings unter der bestimmten Boraussetzung, daß auch das Volksganze durch seine Beauftragten Barlament und Regierung- Artikel 151 der Reichsverfassung( Gewährleistung eines menschenwürdigen Daseins) den Beamten gegenüber in vollem Umfange zur Anwendung bringt. Zur Bermeidung aller Explosivaktionen hat die freigewerkschaftliche Beamtenspizenorganisation der Reichsgewerkschaft, der Allgemeine Deutsche Beamtenbund ebenso wie die freien Arbeiter- und Angestelltengewerkschaften in den Richtlinien zur Vorbereitung und Durchführung von Dienst einstellungen" im Abschnitt III, Ziffer 21, folgende BeBei der grundsäglichen Einstellung der Reichsregierung zu der uneingeschränkten Inanspruchnahme der Koalitionsfreiheit in Verbindung mit der Streitbefugnis durch die Beamten ist das erneute und verschärfte Berlangen des Reichsverkehrsministers vom 4. Januar 1924 verständlich, die Reichsgewerkschaft folle eine Aenderung des fraglichen§ 2 ihrer Sagung herbeiführen, in dem von der Anwendung aller gewerkschaftlichen Mittel" die Rede ist. Mit dieser Forderung verwandelt der Reichsverkehrsminister ficherlich in Ueber einstimmung mit dem Reichskabinett das Rechtsstimmung aufgenommen: problem in eine Macht frage von politischer Bedeutung ersten Ranges, und zwar nicht allein für die Eisenbahner, sondern für die gesamte Beamtenschaft und weiter hin für alle Arbeitnehmer. ,, Ueber Dienst einstellungen in lebenswichtigen Betrieben und Verwaltungen dürfen Beschlüsse erst dann gefaßt werden, wenn zuvor der Bundesvorstand, benach dem ADGB. und AfA- Bund und im Zusammenhang damit zur richtigt und ihm eine angemessene Frist zur Verständigung mit Bermittlung zweds gütlicher Beilegung der Differenzen belassen worden ist." Auch diese Bestimmung dient in Auswirkung des zwischen ADGB., AfA- Bund und ADB. abgeschlossenen Organisationsvertrages der Festigung der gewerkschaftlichen Solidarität zwischen den drei Bünden im Interesse des Gesamtwohls. Wer weiß, vielleicht hätte sich auch das Reichsverkehrsministerium an dieser Sicherung genügen lassen, wenn nicht aus Prestigegründen und im Hinblick auf die durch das Dames- Gutachten auch für die Reichsbahn wirksam werdenden Gesetzesvorschriften die Behörde auf einer präziseren Form der amtlichen Forderung, eben im Sinne der Streichung bzw. Ergänzung des Paffus der Sagung, der von der Anwendung aller" gewerkschaftlichen Mittel handelt, hätte bestehen müssen. Das ist geschehen durch Einfügung des Wortes„ verfaffungsmäßigen" vor gewerkschaftlichen Mittel". Aber auch die übrigen Vertreter der freigewerkschaftlichen Spitzenverbände haben zu keiner Zeit der Verhandlungen das Streifrecht der Beamten geopfert oder auch nur Neigung gezeigt, der Reichsgewerkschaft die Solidarität zu verweigern. Im Gegenteil: sowohl die Vertreter des ADGB., als auch des Af- Bundes haben keinen Zweifel an ihrer grundsäglichen Einstellung gelassen und verschiedentlich während der Verhandlungen entsprechende Erklärungen abgegeben. Daher fann auch das zur Befriedigung billigen Agitationsbedürfnisses übliche Phrasengetön unverantwortlicher Stellen diese Wahrheit nicht totschlagen. Eine Frage der Praxis aber wird es stets bleiben, den Zeitpunkt zu bestimmen, der, unter nüchterner Einschätzung bestehender Realitäten, zur Rechtfertigung einer Kraftprobe geeignet erscheint. Diese Methode, zu fämpfen, enthält im Hinblick auf die politische Gesamtlage zurzeit jedenfalls mehr Garantien für eine Erfolg versprechende Abwehr der gegen das Koalitionsrecht von irgendeiner Seite vorgetragenen Angriffe, als eine auf hegerische Parteiparolen eingestellte Explosionspolitik. Das grüne Gesicht. Bon Alwin Rath. Mitten von der Stirn drohte ein Bluttriefendes Loch, das von dem feuerglühenden Pfahl ausgebrannte, herausgezischte Einauge durch die Luft ins Meer hinabprasfelten, um die Boote der wenigen des Polyphem, während von seiner Riefenpranke die Felskloben Nichtgefressenen herum, die mit ängstlich nach dem fliegenden Felsfloben starrenden Augen und mit beulendiden Muskeln die Schiffchen lentien. Ja, von Einäugigen und ihrem Rannibalenappetit erzählen uns die Märchen und Sagen der Vorwelt, von den Greueln und SeltBein noch so vermessener Dichter ein erklärliches, anschaubares Bild fambeiten solcher das einzige Auge wie ein Kirchenziffernblatt mitten auf der Stirn Tragender. Aber von Tausendäugigen wagte uns vorzuzaubern. Dazu reichte auch die Phantasie der erfindungsreichsten nicht aus. fie verbirgt die Jahrmillionen in ihren verschlossenen Geheimniszellen und läßt sie heute erst von den vervielfachten Kristallaugen der Mikroskope mühsam entschleiern. Die fühne Gestalterin Natur, sie prahlt nicht mit ihren Bildern, fehen sie uns mit Tausenden von Augen an, die Wunder, fangen gar unsere Bilder durch ihre Augenlinsen auf, wissen ganz buntel Alleswiffer der Erdkruste. von uns. Aber wir wissen nicht das Geringste von ihnen: wir Aus dem Blätterwerk der Bäume und Büsche dicht neben uns fchauenden Bliden überfät, von raffiniert ausgebauten Lichtfinnes Am ganzen grünen Leib sind diese Tausendäugigen von organen, die gierig das Licht der Sonne in sich saugen. Gegen die jene Legion funkelnder Sonnentrichter Tölpel waren, die ich am Rande der Sahara aus einer Riefenwabe von Schluckmälern nach dem hitzebrüllenden Gestirn der Wüste hinaufgähnen fah: lich nach rechts und lints, wie etwa die beiden Augen des homo zur Ausnutzung des Sonnenlichtes aufgestellt. Natürlich rasen die Augen bei den Pflanzen nicht mildbeweg= sapiens, wie etwa die elfiaufendfünfhundert Augen auf dem Rüden der Räferschnecken, die auf den Klippen über den spülenden Meereswellen rundherum nach Möven, Störchen und anderen Hungergäften auslugen und, flügelt ein solcher Hungerschnabel heran, fich, husch, husch, in ihren mit Doranfägen besprigten Mantel aus o sie mit ihren Dedfarben wie harte Alltagstiefel herumliegen Banzerplatten hineinfugeln und plumps irs Meer hinabfugein. im flachen Kieselstrand. Ob die Vertretung dieses Standpunktes einer freiheitlichen Fortentwicklung des Beamtenrechts zu dienen vermag, ist eine Frage, die an anderer Stelle zu untersuchen ist, hier fann nur die Bewertung von Tatsachen in Frage kommen. Tatsache ist, daß sich zwei Grundauffassungen gegenüberstehen, die die Streiffreiheit der Beamten verneinende des Reichsverkehrs ministers und die entgegengesetzte der Gewerkschaften. Daß die letztere beffer fundiert ist als die amtliche, wird jeder zu gestehen müssen, der bemüht ist, die Verfassung ihrem Sinne nach zu deuten. Uebrigens aber haben auch die Beratungen des Verfassungsausschusses in der Nationalversammlung den flaren Beweis dafür erbracht, was mit dem Inhalt des Artifels 159 beabsichtigt war. Wenn auch die Ausführungen einzelner Abgeordneter in der Nationalversammlung nicht für die Fundierung der Rechtslage in Frage tommen fönnen, so ist doch die Tatsache bemerkenswert, daß die Darlegungen des Abgeordneten Rabenstein als Berichterstatter des Verfassungsausschusses im Plenum weder eine Ergänzung in änderndem Sinne, noch eine Widerlegung erfahren haben. Der Abgeord- schaft ergangenen Aufforderung des Reichsverkehrsministers, Nach der im Januar 1924 erneut an die Reichsgewerk nete führte aus: die Angelegenheit nunmehr zum Abschluß zu bringen, hat die Reichsgewerkschaft zu Recht in der Sigung ihres erweiterten Vorstandes vom Februar 1924 die Frage beschlußmäßig an ihre Spikenorganisation, den Algemeinen Deutschen Beamten bund, zur grundsäglichen Behandlung überwiesen. Der ADV. hat seinerseits wiederum ADGB. und AfA- Bund zum Mit träger der mit dem Reichsverkehrsministerium zu führenden Berhandlungen gewonnen, weil er, genau wie die übrigen Spißenverbände, die Frage der Koalitionsfreiheit mie wir, wie die Tiere sie um sich blihen lassen, zu entwideln, das Natürlich so fristallflare fomplizierte Wahrnehmungsorgane, als eine allgemeine Arbeitnehmerfrage an- bat die der Eigenbewegung ermangelnde Pflanze gewöhnlich nicht sehen mußte. Diese Sachlage hat die Reichsgewerkschaft zu nötig gehabt. Wo aber bei Pflanzen diese Eigenbewegung fie teiner Beit bewogen, von ihrem gewerkschaftlichen Bekenntnis wunderbarerweise herumpagieren läßt, da entziffert das aufweitende zur Frage der Koalitionsfreiheit der Beamten abzurücken. Auge des Mikroskopes staunend rubinrot schimmernde Augflecken: Andernfalls hätte die Verhandlungsführung niemals von den mernben gelben Seesterne unter den stachligen Strahlenarmen herwie sie die in den muſchelblauen Buhnen am Strand herumflam. wie sie die in den muschelblauen Buhnen am Strand herumflamfreigewerkschaftlichen Spizenorganisationen übernommen wer- umspüren lassen; wie sie die gemächlich schleimig über den Beg den können. Der gefchäftsführende Vorstand des als Spiken- gleitenden schwarzglänzenden Weinbergschneden und der glitschigorganisation der Reichsgewerkschaft besonders engagierten grüne Moraftwühler, der Blutegel noch um sich schweben laffen. 2DB. steht einmütig hinter den vorläufigen Beschlüssen des Die Gegenstücke zu diesen einfachsten tierischen Aunen bliheln Reichsgewerkschaftsporstandes, über die endgültig erst in der in dem Wassertropfen auf dem Präparattischchen des Mitroftops, für Ende August in Aussicht genommenen erweiterten Vor- den ich aus einer wafferblühenden grünverschleimter Bucht des standssigung entschieden werden wird. Er kann diese Stellung- Schwielowsees hatte, mir entgegen; aus den Hunderten von grünen nahme mit reinem Gewissen vertreten, weil nach seiner Auf- Stäubchen, die unter dem gläsernen Gewölbelpam des flachliegenfaffung durch das beabsichtigte Vorgehen der Reichsgewert unsere Gewässer durchwirbeln. Die alle einander sehen, ein Milchden Tropfens fich herumtummeln. Zu Wolfen von Milliarden jetzt schaft eine Preisgabe des Streifrechts der Beamten meder in straßenchaos von Augen, von Grün, von grünen Rügelchen, freioffener noch verschleierter Form erfolgt. Darauf aber kommt schwingenden Algen. Ein größeres Bunder des Lebens aber: es an. schon der Samen, die Schwärmsporen der Fadenalgen find mit " Das Recht der Einstellung der Arbeit wird an sich durch das Wort„ Koalitionsfreiheit" mitbehandelt. Wenn es notwendig ist, daß bestimmte Arbeitseinstellungen im öffentlichen Intereffe verboten werden müssen, so kann das in Spezialgefeßen geschehen. In der Verfassung dürfen wir das Streifrecht nicht einschränken." Tatsache ist, daß ein solches Spezialgesetz seit der verfassunggebenden Nationalversammlung nicht erlassen worden ist. Wie es übrigens bei den augenblicklichen politischen Machtverhältnissen aussehen würde, läßt die immerhin mit einem nicht alltäglichen Maß, vernunftmäßiger Einstellung von der Reichsgewerkschaft geforderte Sagungsänderung erkennen. Ein anderer als der jetzige Reichsverkehrsminister hätte jeden falls ein bureaukratischeres, streng formales Verfahren zur Anwendung bringen können. Schon der Umstand, daß der Reichsverkehrsminister in den Verhandlungen mit den Gewerkschaften die Frage des Streifrechts der Beamten für die beteiligten Organisationen und ihre Mitglieder als eine Angelegenheit innerster Ueberzeugung angesehen wissen wollte, war richtung weisend für die von der Verwaltung zu treffenden Maß nahmen. Allerdings läßt diese persönlich bekundete Auffassung den bündigen Schluß zu, daß von dem Versuch einer Klärung des Problems an maßgeblicher Stelle zu nächst nicht gesprochen werden kann, während bekanntlich auf feiten der Gewerkschaften Zweifel darüber nicht bestehen, daß auch die Beamten von der allgemeinen Streitbefugnis Ge Noch immer ziehen fräftige Männer mit Kappe und Binde vorbei und noch ist kein Ende abzusehen. Dieselbe stolze, aufrechte Haltung bis ins letzte Glied. Nicht durch Zwang, nein durch freiwillige, bewußte Unterordnung unter einen großen Gedanken mit noch größerem, erstrebenswertem Endziel. folchen Sichtinstrumenten ausgezeichnet. Gar eine Art Sehpurpurs| macht der Stiel das, wie unfer vom Hirn kommandierter Hals seine| ftolzes Schwarz- Rot- Gofd, deine Pflicht erfüfft und unser deutsches rötelt darin, wie in unserem menschlichen Auge- und lichtbrechende Muskulatur straff, zerrt und ändert, wenn es etwas zu erspähen gilt. Volf wird dann erst das freieste Volf mit der freiesten Verfassung Rügelchen, die den aufgenommenen Lichteindruck lebhafter fühlbar der Welt geworden sein. machen, schimmern in dem Auge dieses se henden Samens. Das eigentliche Wunderkind Floras indes, das mit einem richtigen Auge dahinschießt wo hört hier die Pflanze auf, wo be ginnt das Tier? rudert sich in jedem unserer Tümpel mit fein aus dem nicht sandforngroßen Leib herausfasernden, hauchzarten Susen schwingenden, peitschenden Geißeln, voran. Glenodinium polyphemus wird das winzige Einauge nach dem homerischen, felfenschleudernden Kolossalterl genannt, der sein Augenrad wie die Binzigste mitten auf der Stirn dräuen ließ. In ihrem Nadelfpichen von Auge hat die zierliche Geißelalge eine wirkliche, vollUnd dahinter staunt man fommen ausgebildete Miniarurlinse! durch den Messinggucker überm Präparattischchen in eine veritable, echte Retina, schwarz oder rot gefärbt, staunt eine Psyche in die andere, fo weltenfern verschieden und doch so nah verwandt, so gleichen Ursprungs. Sie ist beweglich diese Pflanze, wie die in ihre Glasburg schnellende Bikosöka und da hat es Sinn, daß sie dies höchst entwickelte Sinnesorgan in dieser Bollendung um sich blicken läßt. Daß unsere gewöhnlichen, unbeweglich wurzeleingerammten, nur schwankend vom Wind geworfenen Pflanzen etwa erste Anfänge von Formen wahrnehmen könnten, wie dies bei dem fleinen Polyphem zweifellos der Fall, möchte faum glaubhaft erscheinen. Und ist doch anzunehmen nach den Experimenten Haberlandts, der in diesen Wunderaugen das Bild des Mikroskops selbst festhalten fonnte! Unter den mit den Bärlappgewächsen verwandten Selaginellen fommt eine Art S. helvetica vor, die sich auch bei uns unter den weichen Moospolstern der Wälder findet. Im Schatten der Waldgiganten herangewachsen, nie in vollem Licht atmend, hat sie es in der Ausbildung ihrer Lichtaufnahmeapparate zu seltenen Künsten gebracht. Schon in den sonst farblosen Epidermiszellen der Blätter stößt man hier überrascht auf Blattgrün, auf ein grünes Becherchen, das ganz im Hintergrund der Belle sich unter dem verhältnismäßig großen Reflektor der start vorgewölbten Außenwand besonnen läßt, wenn es die Sonne einmal begnadet. Rückt aber die Sonne dieser Gnade etwas beiseite, fällt das Licht nur noch von der Seite auf das Blatt, jäh fährt der Chloroplast, dieser Märchenheld Floras, der dem Licht sogar nachrennt, aus seiner Behagensruhe auf und triecht, wie eine schleimig sich wälzende, schleichende Amöbe, faul dem hellen Lichtfled nach, sonnenhungrig. Dieser fleine rätselhafte Wanderer in dem Zellgefängnis der Selaginellenblätter hat die Eigentümlichkeit, daß er von einer ziemlich starken, nur auf der dem Licht zugewandten Seite sich befindlichen Haut überzogen ist, die mit dem Blattgrüntöpfchen hinter dem Licht herwandert wie das Meßgewand hinter der Monstranz. Weil sie aber an den Wanderungen des Blattgrüns teilnimmt, haben wir es in ihr mit dem Urbild unserer menschlichen Retina der Netzhaut in unserem Auge zu tun? Tatsächlich, das Kalkül Tatsächlich, das Kalkül stimmt: die Struktur dieser lichtempfindlichen Plasmahaut mit ihrem ausgebildeten Stiftchenfaum ist ganz ähnlich wie bei ben niederen Tieren! bir methuen dichtinnesorgane in bell obersten Hautzellen, ber Bat- Schwarz- Rot- Gold" in der Kleinstadt. " den Jener Wabe von sonneschluckenden Metalltrichtern am Rande der Sahara ähnlich, wabenartig wimmelnden ter. Hier drängen sie sich dem aufstrahlenden Glühen der Sonne entgegen, dies ätherisch strömende feurige Lebenselement an sich zu reißen, wie tausend Brenngläser in tausend Brandzentren in fich zufanimengluten zu lassen. Bei manchen Pflanzen bildet die Außenwand der obersten Zellreihe der Blätter durch bikonvere Berdidung ihres mittleren Teils wahre Sammellinsen, die gewiffermaßen in die Außenwände der Blätter eingesetzt sind," sagt haber landt, der die Beobachtungen auf diesem optischen Gebiete vervollständigte. Wie ausgezeichnet diese meist aus Holzftoff, zuweilen aber auch aus Riefelsäure, also aus Glas, bestehenden fleinen Linsen wirken, davon kann man sich durch unmittelbare Beobachtung überzeugen. Die sentrecht zur Blattfläche, parallel zur optischen Achse der Linsen einfallenden Strahlen werden fo ges brochen, daß die fonvergierenden Strahlen die Mitte der Innenwand scharf und hell beleuchten." Hier aber liegen ein paar Chlorophylltörnchen, smaragdgrün, prächtig schön in der märchenhaften Glut schimmernd wie das Leuchtmoos aus den Nachtklüften unserer Gebirge. Sie sind die Lebenssauger, die dirigierenden Nervenenden, die Meldestationen. Jeder Blumenliebhaber weiß, daß die Blumen und Blätter jeweils nach dem Stande der Sonne verschiedenste Lagen einnehmen, daß fie die" fire Lichtlage" juchen, wie man sie auch placiert. Daß sie fich möglichst horizontal, möglichst im glatten rechtem Winkel mit ihrer angeglühten Blattspreite zu den niederprasselnden Strahlen der Sonne einstellen. Noll berichtete diese Tatsache zum erstenmal in Verbindung mit einem Moos, deffen seltsames, unerklärliches, wie auf Zauber beruhendes Leuchten zu manchen unheimlichen gruslichen Schak fagen und Märchen Anlaß gab, und nahm zugleich der rätselhaften Bauberglut ihren schönsten Nimbus. Aus den düsteren Granitund Schieferhöhlen in deutschen und österreichischen Gebirgseinsam. feiten glänzt plötzlich dem überraschten, fast erschreckten Auge bismeilen ein smaragdenes, prachtgleißendes Schimmern, wie von verlorenem Edelschatz eines Alberich, entgegen. Das goldiggrüne Leuchten glimmert aus zwei Läppchen empor, aus einer Ünzahl linfenförmiger Zellen auf den sich zusammenträufelnden Vorkeimläppchen des Leuchtmooses, wo wieder die fonneschluckende Babe aus der Sahara sich im winzigsten Ausmaß wiederfindet. Die linfenförmig vorgewölbten Bellen wirken wie ein die einfallenden Strahlen zusammendrängender Hohlipiegel, wie ein Brennglas um den sechs bis sieben smaragdgrüne Stippchen, den am Grunde der Zelle liegenden Chlorophyllförnchen( deren Leben wie das unser aller die Sonne ist) die hier im Schatten der Bergtluft spärlich einfallenden Lichtstrahlen möglichst konzentriert zuzuführen. Die ausgeprägte linfenartige Vorwölbung findet man auch sehr flar und deutlich bei den dicken Wasserzellen der Eiskräuter, die den belebenden Strahl durch ihre glasigen maffigen Linsen tief in das Innere der dickfleischigen Blätter hineinzüngeln laffen. An ebenso lichtarmen wie das Leuchtmoos, an Schattenpflanzen in der grünen Dämmernacht tropischer Urwälder wies auch Stahl eine halbfugelige Borwölbung in den oberen Zellen der Blattesidermis nach. In der Nacht dieser Riesenwalddome sammeln diese Schattenkinder Floras geizig das nur mager, targ aus der üppigsten Laubwildnis des wuchernden Wipfelgewölbes herabsichernde Licht in dem LinfenUm es mit verstärkter Wirkung fonglomerat ihrer Blattzellen. Um es mit verstärkter Wirtung durch die Zusammenbündelung der Strahlen im Brennpunkt den hier lichthungrig sich weitenden Chlorophylltörnern einzuverleiben. Werden diese aber, das Zentrum der Blattzelle, der Augenzelle, nicht getroffen von den Flammennadeln, wird infolge der nicht firen Bage des Blattes nur das innerhab der Zelle seitlich gelegene Plasma radial aufgereizt, belichtet: sogleich meldet der hier mündende nervenähnliche Fibrillenstrang, die zarte Verbindungsleitung im Pflanzenorganismus, die Störung dem Blattstiel. Und dieser, mie ein Arm dem kommandierenden Gehirn gehorcht, fett, je da nach von welchem Plasmatörperchen die Fibrillenstränge in Erregung gebracht wurden, sich nach der entsprechenden Seite zwedgemäß in Bewegung und bringt das Blatt langsam, aber mit der Genauigkeit eines wintelorientierten Mathematikers in den rechten Winkel zum niederprallenden Lichtstrahl. So daß genau das Mittelfeld in den Zellen, den Pflanzenaugen, die eigentliche Auffauge stelle der Lichtnahrung bestrahlt wird. Mit der gleichen Sicherheit Kurze Urlaubstage gaben mir Gelegenheit, in meinem fleinen Heimatsstädtchen F. dem ersten Auftreten des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold als Zuschauer beizuwohnen. Kurz vorher war eine Ortsgruppe gegründet worden und ich muß gestehen, neugierig, nicht allzu optimistisch erwartete ich den Abend, der das vom Banner peranstaltete Verfassungsfest durch einen Fackelzug einleiten sollte. Durch Briefe von Angehörigen, ehemaligen Schulfollegen hatte ich erfahren, daß auch hier alle nationalen Bünde, Orden u. a. ähnliche Organisationen ziemlich start vertreten waren. Die ganze Stadt wußte auch, daß diese Vereine, öffentlich unterstützt von den herrschenden Tuchfabrikanten, heimlich con sämtlichen Behörden, eine eifrige, fieberhafte Tätigkeit entfalteten. Der Inseratenteil des bürgerlichen Lotalblättchens brachte in bald jeder Nummer Ankündigungen von Gizungen, Uebungen usw. geziert mit Hatenkreuzen und Stahlhelmen. Noch spät abends fchallte Trommelflang durch die Straßen, aber fein Fall ist bekannt, daß die Ortspolizei gegen die Ruhestörer oder Veranstalter verbotener Umzüge eingeschritten wäre. Und die Gefolgschaft dieser Bünde Stahlhelm"," Bismardbund"," Werwolf" „ Luisenbund"? In diesem nur Arbeiter- Städtchen? Beschä mend die Antwort, die ich damals auf meine Frage erhielt! Der größte Teil Arbeiter und Arbeiterinnen! Geblendet, eingefangen von schillernden, nationalen Phrasen, wirtschaftlich zerdrückt von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit waren sie willenlose Opfer dieser Volksbetrüger geworden. Nun sollte es auch hier etwas besser geworden sein? Der Leser wird meinen Argwohn verstehen. Doch der tommende Abend enttäuschte mich nach der angenehmen Seite. Die ganze Stadt schien auf den Beinen. Schon lange vorher begann die Wanderung der Einwohner nach der Innenstadt. Die Kinder mit Lampions, Bater, Mutter, Großmutter, alles wollte dabei sein und opferte gern ein paar Stunden Schlaf. Hier gehen die Leutchen viel, viel zeitiger schlafen als in Berlin. Die Bürgersteige der vom Fackelzug berührten Straßen sind schon dicht besetzt. Auf den Straßen eiliges Hasten Neugieriger, die noch einen guten Stand fuchen. Auf dem Marktplaß ein an Berlin erinnerndes Gedränge. Mitten drin fange ich die Bemerfung eines bekannten, dicken Herrn auf, der widerwillig in dieses Gewühl geraten ist und feinem Begleiter zuflüstert:„ Efelhaft, schlimmer als beim Schüßenfest!" Und das will bestimmt was fagen hier! Endlich läuft der Ruf von Mund zu Mund: Sie kommen, sie tommen!" 11 reicht. Bäter nehmen die Kinder hoch, halbwüchsige Jungen erDie freudige Erregung hat ihren Höhepunkt erflettern Laternenpfähle. Da kommt die Spitze des Zuges, voran stolze Marschmusit, auch schon um die Ece. Immer mehr Facein tauchen auf, die Straße hell erleuchtend. Und in dem flackernden, leuchtenden Flammenschein von den kräftigsten Händen stolz ge= tragen, unser Banner Swarz- Rot- Gold". Ein überwältigender Anblid. Stramm und stolz, in zielbewußtem Gleichschritt zogen Anblid. die ehemaligen Frontkämpfer vorüber. Und jeder sah es ihnen an, das sind wirkliche Kämpfer damals vor zehn Jahren gewesen und find es auch jetzt noch. Wohl der Sache, die solche Streiter auf ihre Seite hat. Die Augen jedes einzelnen funkeln herausfordernd umher als riefen sie: Bo seid ihr, Stahlhelm, Wehrwolf, Jungdo? Lange gemug haben wir interesse- und tatenlos zugesehen, wie ihr unser schönes Vaterland, unsere liebe Heimatstadt zum Tummelplatz bürger- und völferverheßender Feiern machtet. darauf verspürt! Unser Dasein und unser Mitmachen wird euern Jetzt feiern wir mit, wenn ihr noch Appetit Haß den Stachel nehmen." Und in hoffentlich nicht allzu ferner 3ufunft wird eure ganze Bewegung wie eine Pflanze, die man plötzlich aus luftigem, hellem Garten in eien finsteren, falten Keller stellt, vertrocknen und schlicklich ganz eingeben. Dann hast du, 11 Der Fackelzug und mit ihm die Zuschauer aus den Straßen find auf dem großen Turnplatz angekommen, wo nach Auflösung des Buges ein großes Feuerwerk abgebrannt wird unter dem Titel „ Die Schlacht von Verdun". Für den. der nicht dabei war, ein grauenerwedendes Gefrache, Gezische, Geheule, Gepfeife. Und für den Frontkämpfer? Ein winziges, tausendfach verkleinertes Abbild der furchtbaren Wirklichkeit. Doch es verfehlte seine Wirkung nicht. Als nach langfamem Verebben des Schlachtgetöses bei mondgleich erhellter Szene Sanitäter mit Bahren umherliefen und Verwundete aufsammelten und über die kirchenstill, ergriffen harrenden Zuschauer die unheimlich naturgetreuen, grausigen Rufe hallten:" Mutter, Eanitäter, Mutter," da rannen jedem, auch dem abgehärtetsten Frontkämpfer die Tränen über die Wangen. Das furz danach aufflammende, riesige" Nie wieder Krieg" wirfte als wahre Erlösung. Ein befreiendes Aufatmen, ein Streden gebeugter Rörper ging durch die Massen und ich hatte das Gefühl, daß der letzte Zweck der ganzen Veranstaltung, Rämpfer und Streiter für den letzten, Gen walt verachtenden Endlampf mit dem Endziel der friedlichen Völkerverständigung zu werben, voll und ganz erreicht war. Lange, lange dauerte es, bis die Zuschauer in ruhiger, nachdenklicher Stimmung, unter ernsten, Krieg und Kriegsgreuel ge widmeten Gesprächen, den Platz verlassen hatten. Biel, viel Demonstrationen und große Versammlungen habe ich feit 1918 in Berlin mitgemacht. Schöne, erhebende Reden alter Führer gehört, aber ich habe die Ueberzeugung, daß ich nichts erlebt habe, das einen solchen tiefen, starken Eindrud auf die massen hinterlassen hat, wie gerade jener Aufmarsch des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold in dieser fleinen, kleinen Stadt. Filmschau. C. Verlorene Töchter. Sommerdürre herrscht in den Filmtheatern! Man ftrengt sich nicht an, man begnügt sich mit amerikanischen Nachlesen. Aber man ist gar nicht amerikanisch in der Aufmachung und Anlockung. Bringen es doch viele Theater fertig, ihren Besuchern langweilige Reklamen vorzuführen. Andere ermüden ihre Besucher durch ellenlange Beiprogramme, die auch teilweise der Reklame dienen. Im Mozartfa al mußte man eine halbe Stunde mit solchen Sachen und einer allerdings sehr guten " Musit hinbringen, ehe man an die Moralvorlesung über die Verlorenen Töchter" tam. Ich weiß nicht, was sich die amerikanischen Veranstalter dieser Tugendheuchelei dabei gedacht haben. Glauben sie wirklich die Millionärstöchter damit zu belehren, die ihr dem Lurus und dem Flirt geweihtes Leben führen, wenn sie zeigen, wohin die Losfagung von der häuslichen Autorität führt? Die Edelgeschöpfe, die aus ihrer Familie ausziehen, um ihren Vergnügungen in Freiheit nachzugehen, machen natürlich Fiasko, als ihr altmodischer Vater ihr Banktonto sperrt. Die eine Tochter in einer leichtsinnigen Kinderehe, die zweite als Verkäuferin, gesehen wird. Sie fehren beide reumütig nach Hause zurüd, vorausdie von ihren Prinzipalen und ehemaligen Freunden als Freiwild ansichtlich um ihr überflüssiges Dasein in anderer Form fortzusehen. Tugendfame Geschichten sind immer für die unteren Klaffen. beſtimmt. Sie sollen dadurch den Eindruck bekommen, wie hübsch moralisch die Welt eingerichtet ist. Da dies allein zu langweilig ist, gewährt man ihnen gleichzeitig Einblick in das verabscheuenswerte Lasterleben in Vergnügungsparts und schauberhaft vornehmen Klubs. So ist nicht bloß bie amerikanische Filmpsychologie. Gloria Swanson und Vera Reynolds find die verzogenen Kinder, die erstere eine amerikanische Schönheit, die andere ein preziöser Backfisch. Die Aufnahmen des schlecht tomponierten Films find natürlich gut, besonders wirkungsvoll eine Flugzeugfahrt im Sturm und Regen. d. ,, Neuland", von der Otto Gebühr Film G. m. b. H. als Uraufführung im Mozart- Saal herausgebracht, ist ein Film der verpaßten lumbus und als reichen Erben und Schünzel als Steuermann auf der Gelegenheiten. Er ist zusammenhanglos. Man sieht Gebühr als CoSanta Maria und als Matrose, der einem armen Mädchen nachstellt, das die Sympathie des Reichen genießt. Aber. er und fie, arm und reich tommen zusammen und wandern nach Amerika aus. Sie als Passagierin und er, da er feine Fahrkarte mehr erhalten kann, als Heizer. Unter der schweren Arbeit bricht er zusammen und geistert dann in Fieberphantasien als Columbus durch ein modernes Schiff. Gebühr ist Charakterdarsteller, er beschränkt sich diesmal ganz aufs charaktervolle Aussehen, vom Spiel ist nicht viel zu bemerken. Singel ist glänzend in Bewegung. Haltung und Mienenspiel. Schwannede als Schmierenschauspieler, der von seinem Fenster aus alles beobachtet, ist ein sehr guter, belebender Einfall. Es liegt wohl Ruhe in diesem Film, aber feine Einheit. Namentlich bleiben an Bord des modernen Schiffes zu viele Erklärungswerte ungenutt. Hans Behrend, der Regisseur, ist scheinbar von dem vielen Neuen überwältigt und hat daher nicht das wirklich Große und vor allen Dingen nicht das Typische getroffen. Die fie schlenkert nicht. Bei einem modernen Ozeanriesen jedoch, der berSanta Maria sieht man bei ziemlichem Seegang in voller Fahrt, aber artig stampft, daß ihm das Wasser übers Borded tommt, tanzen ble Bassagiere in der Kajüte! Die Meeresaufnahmen find prachtvoll. Man sieht Wellenberge, weiße Wellenköpfe, die hochaufschlagende Gischt und Wolfenspiegelungen. Dadurch hat dieser Film die Möglichkeit zu impoDer amerikanische Film Kinder", uraufgeführt im u. 2. am Kurfürstendamm, hat freilich nichts Imponierendes an sich. Ein Unwetter ist filmisch sehr gut gemacht, doch seht es nur ein, damit eine Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl nicht stattfinden kann, weil Kurzschluß eintritt. Man spekuliert also auf ein bedenklich naives Publikum. Der Regisseur Kennett Webb fann nicht einmal Möbel stellen. Wenn die im Sofa fißenden Darsteller zur Großaufnahme aufstehen, dann sieht es zuweilen aus, als ob ein Policinello aus dem Kasien springt. Charles Der ganze Film ist Schablone, selbst Mary Carr ist es, in ihrer oft Emmett Mad hat das typische amerikanische langweilige Männergesicht. açzeigten Mutterliebe. nieren. Sie wußten es noch nicht? Gerade für Wollwäsche ist 10 Persil so schön! All die hübschen modernen Sachen in ihren freundlichen Farben können Sie so bequem waschen! Machen Sie einmal an einem kleinen Stück einen Versuch. Sie werden selbst überrascht sein, wie schön es wird. Natürlich behandelt man Wolle, und Buntsachen stets handwarm. Mit Persil gewaschene Wollsachen bleiben locker und weich, verlieren die Form nicht und bekommen ein schönes neues Aussehen, Persil das Paket 45 Pfennig e. b. Textilpreise und ReichswirtMastsrat. Der Bericht der Textilenquete des vorläufigen Reichswirtschafts- raies liegt nunmehr vor. Die amtliche Untersuchung über die Lage, Produktionskosten und Absatzpreis« in der Textilindustrie muß'« gerade im Interesse der Arbeiterschaft mit groher Spannung er- wartet werden. Niemand— außer noch den Rentenempfängern aller Art— hat in der Inflation so sehr fein Bedürfnis nach Klei- dung einschränken müssen wie die breiten, auf den sich ständig ent- wertenden Ertrag ihrer Arbeit angewiesenen Beoolkerungstreis«. Es war daher nichts weniger als verwunderlich, daß die breiten Massen, sobald es der stabile Geldwert gestattete, eine lebhafte Nachfrage nach Waren entfalteten und so noch nach der Stabil!» sierung, besonders in den ersten Monaten dieses Jahres, der In- dustri« zu einer Scheinkonjunktur verhalfen: auf die Dauer aber muhte die taisächliche Verarmung und die infolge der Konkurrenzunfähigkeit am Weltmarkt einsetzende Exportkris« und die wachsende Arbeits- l o f i g k e i t den tatsächlichen Stand der Dinge aufzeigen. Die Textil- preis« waren, gemessen an der Kaufkraft des Volkes, zu hoch. Der Reichswirtschaftsminister beauftragte daher am 8. April 1924 den Rcichswirlschaftsrat mit einer Untersuchung, deren Ergebnis jetzt vorliegt. Das Resultat der Untersuchung ist dürftig. Teils trifft die Schuld daran nicht die untersuchend« Kommission. Nach ihrer Einsetzung begann bereits der Preisabbau im Kleinhandel als Folge der Kreditkrise. Auch die Produzenten mußten allmählich daran denken, ihre Geschäftsmethoden zu revidieren. Daß in einer solchen Zeit das Bild über die Preisbildung vorher, wo die Preis- Übersetzung noch als selbstverständlich galt, nicht mehr klar gewonnen werden konnte, ist begreiklich. Daß aber die Kommission sich ihrer verantwortungsvollen Aufgab« unterzogen hat, ohne auch nur alle Mittel zu einer Klärung der strittigen Fragen erschöpft zu haben, ist unentschuldbar. Was in dem Bericht vor uns liegt, ist keine kritische Würdigung von Interessentenvorträgen. Zu- zugeben ist, daß die Textilindustrie infolge der Mannigfaltigkeit ihrer Produktion ein so schwer zu übersehender Gewerbezweig ist, daß«ine wirklich erschöpfende Untersuchung viel Zeit und«inen großen Appa- rat erfordert hätte. Aber selbst wenn man alle dies« Schwierigkeiten voll würdigt, kommt man zu dem Schluß, daß auf die Untersuchung nicht diejenige Sorgfalt verwandt worden ist. die im Einblick auf die volkswirtschaftliche Bedeutung der Frage und auf den Ruf. den der Reichswirtschastsrat immer noch zu verlieren hat. erwartet wer- den mußt«. Die von den„Sachverständigen', fast durchweg Jnter- essenten, vorgelegten Kalkulationen sind von Bücherrevisoren nicht nachgeprüft worden. Damit fällt eigentlich der ganz« Wert der Enquete in sich zusammen. Ist doch an einer Stelle wärt- sich zu lesen: „Eine genau« Selbstkvstenberechnung und-Verteilung auf die einzelnen Waren ist geradezu ein Problem geworden, und es ist kein Zufall, daß man z. B. in der deutschen Deredelungsindustrie den Ausschuß für wirtschaftliche Fertigung herangezogen hat, um mit seiner Hilf« wenigstens einigermaßen richtig« Grundlagen bei dieser Kostenberechnung zu gewinnen.' Kurz vorher heißt es: „Man weiß, was für Kohlen, Chemikalien. Provisionen, Steuern, Löhn-, Kapitalzinsen. Frachten, Versicherungen, sozial« Lasten u'w. ausgegeben worden ist: die entsprechende V e r t e i- lunq oll dieser Spesen auf die Wareneinheit aber ist die K u n ft, die oft gewiß msi großer Ueberleguna. oft ober auch ziemlich willkürlich und unter zahlreichen Veränderungen nach oben und nach unten ausgeübt wird.' Also: Die Interessenten sind sich meist über ihr« Selbstkosten nicht im Klaren. Buchmäßig nachgeprüft wurden diese nicht. Aus den unklaren Vorstellungen, die die Interessenten von ihren Gestehungskosten haben, glaubt der Ausschuß gleichwohl folgend« weittragenden Schlüsse ziehen zu können: 1. Die Kartell« wirken nicht preisverteuernd. 2. Besondere Gewinn« erzielt die Textilindustrie nicht. 3. Vorschläge zu einem Preisabbau kann die Kommission nicht machen. Di« beiden ersten Schlußfolgerungen sind, wenn man die er- wähnten Vorbehalte der Kommission im Aug« behält, mindestens recht weitgehend, wenn nicht übereilt. Löhne. Steuern und Warenpreis. Eine Reihe von Tatsachen, die die Kommission verzeichnet, ver- dient allgemeineres In'eress«, weil sie die Fabel von dem Einfluß der Löhn« auf die Dresse widerlegen. Als wichtigste Feststellung ergab sich, daß die Verteuerung der Textilwaren hauptsächlich durch die liebersetztheit des Handels zu erklären ist und daß bei den meisten Erzeugnissen der Lohn- a n t e i l heute weit geringer ist als vor dem Kriege. Obwohl die meisten Löhn« ihrer absoluten Höh« noch zurzeit noch höher liegen als in der Vorkriegszeit, ergibt sich doch, daß der rela- tive Lohuanteil von 1913 bis heute sich in folgender Weis« ver- ringert hat: In der Färberei von 3S,9 auf 27, In der Seidenfärberei von 30 auf 22,8, in der Herrenkonfektion von 18,3 auf IS, in der Baumwollspinnerei von 63 auf 42,7 und in der Hemdenfabrikation von 29 auf 19,8 Proz. Was den Lohnanteil am Fabrikpreis anbetrifft, so hat nach den Angaben der vernommenen Sachverständigen„namentlich in den letzten Berichtsmonaten und insbesondere bei den weiblichen Arbeitsröften eine nicht unerhebliche Steigerung der Stundenlöhne im Vergleich mit der Vorkriegszeit stattgefunden". Unter Aus- nahmeoerhältnissen und in bestimmten Bezirken, in denen in der Vorkriegszeit niedrige Löhn« gezahlt wurden, find Steigerungen bis zu 199 Proz. vorgenommen. Die Steigerung ist zedoch nicht derart, daß der Lohnanteil am fertigen Produkt im wesentlichen Maß für die Verteuerung herangezo- gen werden kann. Dazu ist dieser Anteil, oerglichen mit den viel mehr gestiegenen anderen Bestandteilen des Preises, zu gering. Der Lohnanteil ist gegenwärtig, insbesondere durch die Steigerung der meisten Rohstoffpreise auf das Mehrsache, prozentual geringer als in der Vorkriegszeit. Einen großen Raum nehmen im Bericht die Untersuchungen über den Anteil der Rohstoffe am Fabrikpreise des Halbfertigfabrikates«in. Ter Anteil bewegt sich nach den Angaben der Sachverständigen allgemein bei Woll-, Baumwoll- und Leinengarnen: 1914 zwischen 69 und 7S Proz., 1924 aber zwischen 62 und 79,5 Proz. Dazu treten die allgemeinen Un- k o st« n, unter denen die überall sich zeigend« Steigerung der u n- produktiven Lasten durch Erledigung der Steuer-, Lohn- und Tarifangelegenheiten usw. besonders bemerkenswert ist. Der Anteil der Kohlenkosten hat sich durch die geringere Ausnutzung der Be- triebe über die eigentlich« Preissteigerung für Kohle hinaus ver- wehrt.. Die in Betracht kommenden Steigerungen sind wie folgt angegeben: In der Warenfabrikation, Spinnerei und Weberei von 1,6 auf 2,4 bis 2,7 Proz. des Selbstkostenpreises, in der Baumwoll- färberei von 8,8 auf 12 Proz. des Veredslungslohnes, m der Seiden- färberei von S auf 17,1 Proz. des Veredelungslohnes. Für«in Kilogramm Baumwollgarn 29«r englisch betrug z. B. der Kohlen- anteil 1914= 2 Pfennig, 1024 aber 6,8 Pfennig. Di« Frage der Zinsen ist dahin erörtert worden, daß sie gerade in der Textil- Industrie eine besondere Rolle spielen, da die Fabrikationsdauer un- gewöhnlich lang ist und beispielsweise nicht weniger als 12 Monat« vergehen, bis Rohwolle fton Australien und Amerika noch Deutsch- land gebracht und dort in Fertigware verwandelt wird. Abgesehen von den Firmen, die am holländsschen Kreditabkommen beteiligt waren, hoben auch die finanzkräftigsten Firmen in der Textilindustrie seit der Stabilisierung der Mark fremde Gelder sellen unter 18 bis 24 Proz. erhalten können. Von den Sachverständigen wurde die durch die Schuldzinsen erfolgte V-rteuerung als zwischen 4 und 19 Proz. vom Preise des Endproduktes liegend angegeben. Außer- gewöhnlich schwer wurde auch die steuerlich« Belastung geschildert. Die bei jedem Umsatz erhobene Steuer von VA Proz. macht bei Textilien einen hohen, etwa zwischen 6 und 19 Proz. schwankenden Bruchteil vom Presse des in die Hand des Konsumenten gelangen- den fersigen Endproduktes aus, weil die War« in der Regel durch außerordentlich viele Hände geht. Es ist besonders erwähnt war- den, daß in der Textilwirtschaft zahlreiche Hilfsmaterialien verwendet werden, di««benfalls bei allen ihren Umsätzen mit je 2& Proz. belastet sind. Der Bericht stellt also eine starke Belastung durch unproduktive Kosten, erhöhte Rohstoffpreis« usw. fest. Inwieweit der Rückgang de» Lohnanteils zu einem Ausgleich der Mehrkosten bei den übrigen Aufwendungen geführt hat, wird nicht gesagt. Daß man bei der Bewertung der heut« üblichen Zuschläge weitherzig vor- gegangen ist, dafür finden wir einen Anhaltspunkt an der Stell« des Berichts, wo mitgeteilt wird, daß man noch im Großhandel heute % Proz. des Umsatzes als Valutarisiko einsetzt, eine Risiko- prämi«, die heute unnötig ist, da all« Preise in Goldmark gestellt werden. Soweit der uns zugängsichs Bericht. Di« Unklarheiten und Widersprüche, di« er enthält, machen ihn unbrauchbar für irgend- welche Schlußfolgerungen. Er ist eine Kritik von Interessenten- Meinungen, ohne daß man vorsichtig genug gewesen wäre, die Angaben der Interessenten wirklich und ernsthaft nachzuprüfen Er enthält sogar Meinungen, di« mit den von uns berbachteten Marktoorgängen in ostenkundigem Widerspruch stehen. So wird gesagt, daß in letzter Zeit der Oualitätskonsum zugenommen habe. In vereinzelten Fällen mag das zutreffen. Tassach« ist aber, daß in Berlm bei den Sommerausverkäufen diejenigen Geschäfte den größten Umsatz erzielten, die Waren minderer Qualität zu Schleuderpreisen auf den Markt warfen. Diese Beobachtung deckt sich mit der auch im Untersuchungsbericht hervorgehobenen Tassach«, daß die Kaufkraft der breiten Massen für den Oualitäts- konsum viel zu gering ist. PositiveVorschlägezur Ueberwindung der großen Spanne zwischen der Kaufkraft des Volkes und den Warenpreisen enchält der Bericht nicht. Der Ausschuß hat sonach seine Aufgab«nicht gelöst und wir würden es bedauern, wenn sein« zum Teil nicht genügend begründeten, zum Teil direkt irrigen Ergebnisse der Wirt- schaftspolitit des Reiches zu gründe gelegt würden. Auch die Lederenquele nutzlos? Die Lederenquete hat, wie wir Meldungen bürgerlicher Blätter entnehmen, ergeben, daß keiner!«! Maßnahmen festgestellt wurden, auf di««in« für den Konsumenten ungünstige Be«in- flussung der Preisbildung zurückzuführen wäre. Der Bericht über die Vernehmung der Sachverständigen soll keinerlei Anhaltspunkte über eine Nachprüfung oder gar be- hördliches Eingreifen enthalten. Es soll kein Faktor festgestellt worden sein, der unter dem Einfluß der Fabrikation die Preise in schädigender Wesse für die Verbraucher künstlich erhöht hat. Leider bietet die Enquete denn auch kein« Anhaltspunkte und Hand- haben zur Einwirkung auf die Preise bzw. zur Senkung des Preis- Niveaus dort, wo es sich noch stark über den Friedensstand bewegt. Die Ergebnisse der Enquete müssen infolgedessen als unbefrie- d i g e n d bezeichnet werden. Dieses Ergebnis deckt sich mit den Voraussagen auch neutraler Fachleute. Es scheint das Schicksal der Enqueten des Reichswirsschaftsrates zu sein, daß sie wie das Hornberger Schießen endigen. Wenn man freilich aus lauter Angst vor dem heiligen ,:G«schäftsgeheim- n i s" vor eingehenden Selbstkostenerhebungen zurückschreckt, so braucht man sich über den Mißerfolg nicht zu wundern! Die Lanöwirtschast in Deutsihlanö und Amerika. Zur Beurteilung der Zollforderungen der deutschen Agrarier ist es eine Wichtigkeit zu wissen, inwieweit die landwirtschaftliche Produktion anderer Länder der deutschen überlegen ist. Tatsache ist, daß die mit Deutschland konkurrierenden Getreideproduzenten mit bedeutend niedrigeren Hektarerträgen durchkommen, daß sie bei viel geringerer Anwendung von Arbeitstrast und erhöhtem Einsatz von Maschinen das Getreide zu Preisen produzieren, die die deutschen Agrarier als zu niedrig bezeichnen. Das gilt besonders für die Vereinigten Staaten. Das amerikanische Ackerbaudepartement hat soeben eine Untersuchung veröffentlicht, die, wenn sie auch noch nicht den politischen und ökonomischen Wirkungen des Weltkrieges Rech- nung trögt— sie stützt sich auf Vorkriegszahlen— doch ihre Bedeutsamkeit behält, eine Untersuchung, die den Ernteertrag pro Acre(— 49,5 Ar) und die Erntemengen pro Kopf der in der Landwirtschaft Beschäftigten in den Vereinigten Staaten und in einer Reihe europäischer Staaten mitein- ander vergleicht. Sie zeigt, daß der in Europa erzielte höhere Ernte- ertrag vom'Acre mehr als ausgeglichen wird durch den höheren Ernteertrag pro Arbeitskraft in den Vereinigten Staaten. Vier europäisch« Länder— Belgien, Deutschland, England und Frankreich— hatten im Jahrfünft vor dem Kriege zusammengenommen einen durchschnittlichen Ertrag an Weizen vom Acre erzielt, der um 61,22 Proz. größer war als der ameri- kantsch« Ertrag. Gleichzeitig war die Ergiebigkeit pro Acre Roggen im Durchschnitt der genannten Länder um 79,49 Proz., die von Gerste um 49,96 Proz., die von Hafer um 56,96 Proz., die von Kartoffeln um 62,12 Proz., die von Tabak um 89,43 Proz. und die von Zuckerrüben, bezeichnenderweise, nur um 19,26 Proz. höher als in der Union. Die Ergiebigkeit pro Acre der sieben wichtigsten Crnteerzeugnisse zusammengenommen war in diesen e u r o p ä i- schenLändern um fast41 Proz. größer als in den Der- einigten Staaten. Im gleichen Zeitraum aber war hier der Ernte- ertrag pro Kopf der in der Landwirtschaft Beschäftigten um 15 9 Proz. größer als in den erwähnten europäischen Ländern. Die größere Ergiebigkeit pro Einheit der Anbaufläche haben die europäischen Länder also natürlich nur auf Grund wesentlich stär« kerer Verwendung von Arbeitskräften und Ma- terial erreichen können. Das beweist folgender Vergleich der Zahlen der vor dem Kriege in den einzelnen Ländern pro 1999 Acres Anbaufläche(ausgenommen Wildheu) beschäftigten Personen(in runden Zahlen): Italien 235, Deutschland 169, Frankreich 129, Eng- land und Wales 195, Schottland 69, Vereinigte Staaten 41. In«in- zelnen Fällen könnten diese Zahlen zu falschen Schlußfolgerungen führen, wenn man nämlich die Sonderart«ünzelner Zweige der Landwirtschaft außer acht läßt. Die hohe Zahl der pro 1999 Acres Anbaufläche Beschäftigten ist für Italien z. B. zurückzuführen auf den Anbau von Wrin, Oelbäumen und Zitrusfrüchten und auf den Seidenbau: ferner ist in den europäischen Ländern ein Teil der in der Landwirsschaft tätigen Bevölkerung vielfach außerdem noch in irgend- einem Beruf oder Handwerk tätig, wohingegen in den Vereinigten Staaten die Herstellung und Reparatur landwirtschaftlichen Geräts und landwirtschaftlicher Maschinen ausschließlich auf di« Städte entfällt, so daß die amerikanische Landwirtschaft doch noch etwas intensiver gestaltet ist, als die vorstehenden Vergleichszahlen erkennen lassen:«in Beweis daiür ist auch die Tatsache der sehr starken Verwendung von Arbeitstieren in der omerika- Nischen Landwirtschaft. Die Tatsache, daß Amerika weniger Arbeitskräfte als die euro- päischen Länder braucht, um eine bestimmte Menge Getreide zu produzieren, zeigt jeder: falls deutlich, daß mit der vor dem Krieg« verfolgten Schutzzollpolitik die bestmögliche Verwendung der Arbeitskraft in der europäischen Landwirtschaft nicht erreicht worden ist, obwohl die Ergiebigkeit des Bodens für Ge- treibe verhältnismäßig stark gesteigert werden konnte. Der obige. dem FPS. entnommenen Bericht berücksichtigt auch nicht genügend den Unterschied des Klimas in den verschiedenen Ländern. Jeden- falls ergibt er, daß im Verhältnis zum Ertrag die Produktionsbedingurgen und die technisch« Ausgestaltung der L a n d« Wirtschaft in Amerika auf höherer Stuf« stehen als bei uns, daß die Ergiebigkeit des Bodens dort aller Berechnung nach noch wesentlich erhöht werden kann, daß also ein Versuch, durch Schutzzölle die Konkurrenzfähigkeit des europäischen Getreide- baues gegenüber dem amerikanischen zu steigern, auf die Dauer keine Aussicht auf Erfolg hat. Daraus aber folgt ganz zwangsläufig, daß die Landwirsschaft auf andere Weise die Rentabilität anstreben muß. Es ist doch gerade für das verarmt« Deutschland eine wirtschaftliche Vergeudung, fest verschenkt ist der richtige Ausdruck für die enorm bsSSigetl PFCfSCyzu denen Rest- u. Einzelp&sfe Wir erwarten daher unsere gesamte Kundschaft, denn eine selche Gelegenheit kommt jecSes Jahr nur einmaEI Erstkiassisste Fabrikate ♦ Modernste A'jsführunsen gen in größerem Umfange berichtet wird, schien es der„ DA3." notwendig, einen Artikel zu bringen: Der 3wang zur Arbeit. Vielleicht erinnert sich der Chefredakteur der„ DAZ." bei dieser Gelegenheit, daß die Leipziger Volkszeitung" einmal in der peinlichen Lage war, einen Chefredakteur zu entlassen, weil diesem jeglicher 3wang zur Arbeit fehlte. wenn eine Arbellsftumbe, auf deutschem Boben zum Gelrelbebau| sem nicht ber Stiflegungen, ber Arbeiter entfaffun verwandt, meniger Brot und hochwertige Nahrung schafft, als wenn sie zu industrieller Erzeugung ausgenutzt, durch den Warenaustausch mit anderen Ländern die bessere Versorgung des deutschen Verbrauchs ermöglicht. Eine Einschränkung der Landwirtschaft ist trotzdem weder notwendig noch erwünscht. Die erhöhte Ausnutzung deutschen Bodens durch Hackfruchtbau, raschere Fruchtwechselfolge, Futtermittelgewinnung und Viehzucht ist, wie das Beispiel anderer Länder und das Urteil hervorragender Sachverstän-| biger vom Range eines Professor Aereboe beweist, möglich. Sie fann aber nur gefördert werden durch eine Agrarpolitik, die sich nicht nach dem Muster des kaiserlichen Deutschland festlegt auf eine befonbere Begünstigung des Getreidebaues zum Schaden der übrigen Landwirtschaft und der Verbraucher, sondern durch eine Freihandelspolitik, die die Einfuhr von Getreide nicht unnötig erschwert und die Landwirtschaft zwingt, die gebotenen Möglichkeiten einer Intensivierung ihrer Produktion wahrzunehmen. Weitere Steigerung der Erwerbslosigkeit. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen im unbefegten Deutschland ist in der Zeit vom 15. Juli bis 1. Auguft 1924 von rund 277 000 anf rund 328 000, d. h. um 18,5 roz., die Zahl der Zuschlagsempfänger( unterstützungsberechtigte Angehörige Bollerwerbslofer) von 335 000 auf 389 000, d. h. um 14 Proz. gestiegen. Es ist daran zu erinnern, daß nach den geltenden Bestim mungen ein Teil der Erwerbslosen keine Unterstützung erhalten Pann. Aus dem besetzten Gebiet liegen für den entsprechenden Zeitraum Ziffern noch nicht vor. Gründung einer deutsch- ungarischen Handelseinigungsstelle. Zwischen dem Deutschen Industrie- und Handelstag als Gesamtvertretung der deutschen Industrie- und Handelskammer und den maß gebenden wirtschaftlichen Organisationen Ungarns ist am 8. August 1924 ein Vertrag geschlossen worden, wonach handelsrechtliche Streitigkeiten zwischen deutschen und ungarischen Kaufleuten unter Ausschluß des Rechtsweges fünftig durch den Anruf der Handelseint gungsstelle geschlichtet werden können. Handelseinigungsstelle in Deutschland ist Berlin. Der Vertrag entspricht in seinen Grundzügen dem türzlich zwischen dem deutschen Industrie- und Handelstag und dem dänischen Industrierat abgeschloffenen Abkommen. Gewerkschaftsbewegung ( Siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Der Zwang zur Arbeit. Dem normalen gefunden Menschen erscheint die Notwendigkeit der Arbeit als selbstverständlich. Es hängt lediglich von den Umständen ab, unter denen er arbeitet, insbesondere von den Arbeitsbedingungen, ob ihm die Arbeit Freude macht oder ob er sie als läftigen Zwang empfindet. Die deutschen Unternehmer sind drauf und dran, die Arbeitsfreudigkeit der Arbeiter durch willkürliche Berfängerung der Arbeitszeit zu dämpfen und zu ersticken. Von einem 3wang zur Arbeit, der auf irgendeine Weise, in irgendeiner Form herbeizuführen sei, fönnen nur solche Leute reden und schreiben, die sich ohne 3 wang nicht recht zur Arbeit bequemen wollen. Für die große Masse der Hand- und Ropfarbeiter ist auch der Zwang zur Arbeit ohne weiteres gegeben, da sie ihre Arbeitstraft verwerten müssen, um ihre Eristenz zu friften. Notwendig wäre, das Recht auf Arbeit stärker zu betonen, damit nicht die Existenz der Arbeiter reines Spekulationsobjeit von Unternehmern bleibt, die heute Arbeiter heranziehen und fie morgen wieder entlassen. Gerade jezt, wo fein Tag vergeht, an | der" DA3." von einem Dr. W. P. behandelt, der es sich zur Auf„ Der Zwang zur Arbeit wird in der Spalten der Nummer 384 gabe macht, für die Verlängerung der Arbeitszeit einzutreten, den Standpunkt der Arbeitgeberverbände zu verfechten, den diese in ihrer Arbeitszeit- Denkschrift zu motivieren suchen. Von der Schrift felber sagt er: Manche übertriebene Schärfe und manches gar zu apodiktische Urteil in den temperamentvollen Ausführungen ist wohl auf den Das Urteil aus diesem Lager über die Denkschrift genügt Charakter einer Verteidigungs- und Kampffchrift zurückzuführen." uns. Nicht ganz so milde urteilt der Verfasser über unsere Kritik dieser Verteidigungs- und Kampfschrift, indem er ausführt: ,, Dabei wollen wir es nicht als ein überaus bedenkliches Symptom für rie Haltung des sozialistischen ADGB. ansehen, daß der „ Borwärts", ohne fachlich auf den Inhalt der Werke einzugehen, sie in nicht einmal bewunderswerter Demagogie als eine riegserklärung der Scharfmacher" bezeichnet, als einen Boltsverrat der Arbeitgeberverbände Ruhigere, wenn auch feine sachlichere Worte finden wir in der Gewerkschafts- Zeitung". " " " Wir dürfen zur Information des Herrn Dr. W. P. doch wohl darauf aufmerksam machen, daß der Vorstand des ADGB. und die Borwärts"-Redaktion zwei verschiedene Körperschaften sind, man also eher noch den Stinnes- Verlag dafür verantwortlich machen könnte, was ein Dr. W. P. schreibt, als den ADGB. dafür, was der Bormärts" schreibt. Richtiger geraten hat der Berfasser, fchafts- Zeitung" zugute hält, obwohl er sie faum fachlicher" wenn er dem ADGB. die ruhigeren Worte in der„ Gemert findet. Weiter aber möchten wir Herrn Dr. W. B. empfehlen, den " Vorwärts" aufmerksamer zu lesen und dann seine Behauptung nachzuprüfen, der„ Borwärts" sei auf den Inhalt der Berte nicht fachlich eingegangen. Gibt er schon zu, daß die führen geberverbände noch lange und eingehend auseinanderzusehen haben, den Gewerkschaftstreise sich mit den beiden Schriften der Arbeitdann müßte er mit seinem Urteil etwas zurückhalten, bis die sozialdemokratische Breffe und die Gewerkschaftspreffe Belegenheit hatten, näher darauf einzugehen. Außerdem dürfte unser Kritiker in der " DA3." die beiden Schriften nicht derart gegen uns durcheinanderwerfen, so daß man im gegebenen Moment nicht weiß, welche von, beiden er im Auge hat. Bei sorgfältiger Sichtung feines Materials tommte er über jede der beiden Schriften einen Artikel von gleicher Länge schreiben. Ein passendes Zitat aus dem„ Deutschen" würde er auch für einen zweiten Artikel gefunden haben. Er meint, die Kritik, die im einzelnen an den Arbeitgebermanifeften geübt werden kann( und ob!), dürfte taum die Grundideen der Bolitik der Unternehmer aufheben. Diese Grundideen entmidelt er in folgenden Sägen: ,, Das Ziel der Arbeitszeitpolitik besteht darin, in allen deutschen Unternehmungen den höchsten Muzeffekt für die Reproduktion zu erreichen. Wo dies nur durch eine Ausdehmung der Arbeitszeit erfolgen kann, muß unsere Forderung zunächst auf eine Arbeitszeitverlängerung gerichtet sein. Gewiß, diese Feststellung ist hart, zumal es fich um den Menschen handelt, der vor den 3wang brutaler Tatsachen gestellt wird. Das letzte Ziel ist jedoch die Freiheit, für die im Kriege unfere Soldaten ihr Leben geopfert haben, und für die jetzt neue doch lange nicht so schwere Opfer vom ganzen Volte verlangt werden.' Da wir nicht finden tönnen, daß die Freiheit der Zwed diefes Zwanges der Unternehmer fei, vielmehr den höchsten Mueffeft als Ziel der Unternehmer erkennen, muß uns Dr. W. P. schon gestatten, zu anderen Schlußfolgerungen zu tomzumal es fich um den Menschen handelt. men Kommunfftische Versammlung für Hotelangestellte. Die sogenannten„ Ausgeschlossenen" haben an den Vorsitzenden des Zentralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Caféangestellten, den Genossen Saar, einen eingeschriebenen Brief gerichtet, in dem sie sich die Freiheit nehmen, Saar als Korreferenten für eine von ihnen zu morgen Montag einberufene öffentliche Versammlung aufzustellen. Zugesichert wird eine Stunde Redezeit ohne Jünger sehr zweifelhaft sind, muß es eine Gewerkschaft selbstver Störung. Abgesehen davon, daß die Zusicherungen der Moskauer ständlich ablehnen, über interne Verbandsangelegenheiten, in diesem Fall über ihren Kasseler Verbandstag sich in einer öffentlichen, von den Kommunisten einberufenen Bersammlung mit diesen auseinanderzusetzen. Es besteht keinerlei Veranlassung dafür zu sorgen, daß die Kommunisten eine gut besuchte Versammlung bekommen, Unternehmertum auf die Beine zu helfen. In dem Flugblatt um besser gegen die Gewerkschaften wühlen zu können und dem zu der Versammlung, das ausnahmsweise ziemlich zahm gehalten ist, wird darauf hingewiesen, daß den ausgeschlossenen und oppofitionellen Kollegen der Zutritt zu den Verbandsversammlungen verwehrt werde. Das wird auch für die Zukunft geschehen, da für die gast wirtschaftlichen Angestellten Berlins feinerlei Veranlassung besteht, sich mit den persönlichen Schmerzen der Ausgeschlossenen und den Treibereien der Kommunisten zu beschäftigen. Betriebseinstellungen in der Glasindustrie. Aus Neuhaus bei Solingen berichtet die TU.: Nachdem bereits vor 14 Tagen von der Deutschen Spiegelglas A.-G. Freden den Arbeitern des hiesigen Wertes gefündigt worden war, ist jetzt der Betrieb eingestellt worden. Ach die Tafelglashütte Amelith hat ihren Betrieb eingestellt, weil Aufträge nicht vorlagen und zu den heutigen Glaspreisen Fensterglas nicht hergestellt werden kann. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommiffion hat zu Mittwoch, den 20. August, 6½ Uhr, in den Saalbau Friedrichshain eine Versammlung der Gewertschaftsfunktionäre einberufen. Die Versammlung wird sich mit dem Thema„ Reparationen, Tarnow, der Verbandsvorsitzende der Holzarbeiter, referieren Agrarzölle und Lohnpolitit" befaffen, worüber Genosse wird.( Zutritt nur mit dem besonderen Ausweis, der Funktionärs tarte und dem Verbandsbuch.) Achtung, NAG. Oberschöneweide! Am Montag, den 18. August, 3½ Uhr, bei Stich, Oberschöneweide, Oftendstraße, Bersammlung aller SPD.- Arbeiter und Angestellten. Sehr wichtige Tagesordnung. Ausgabe von Material. Der Fraktionsvorstand. Straße 34. J. A.: Der Obmann. Achtung, Bergmann, Berlin! Dienstag, den 19. Auguſt, nahm. 5 Uhr, bei Kroll, Utrechter Str. 21, Frattionssihung sämtlicher dort beschäftigten Organisierten der Amsterdamer Richtung. Parteiaus weis legitimiert. Der Fraktionsvorstand. Achtung, Moabiter Metallbetriebe! Am Mittwoch, den 20. Auguft, nachm. 4 Uhr, SPD.- Fraktionsvorständekonferenz der Moabiter Be triebe der Metallindustrie( 14. Bezirk DMB.) bei Raifer, Gotkowsky. AfA- Funktionäre! AfA- Betriebsräte! Dienstag, 19. August, 7 Uhr, Musiker- Säle, Kaiser- Wilhelm- Str. 31, wichtige Versammlung. Staatssekretär Prof. Dr. Hirsch spricht über das Sachverständigengutachten. Ausweis: Verbandsbuch und Funktionärdarte beziehentlich AFA- Betriebsräte Ausweis für 1924. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe Buger. Dienstag, den 19. Auguft, abends 6% Uhr, Mitgliederversammlung in den Residenz- Festfälen, Lands berger Str. 31. Bericht über unsere Tarifverhandlungen. Gewerkschaftliches. Es ist Pflicht aller Mitglieder, in dieser Versammlung zu erscheinen. Mit◄ gliedsbuch ist am Gaaleingang vorzuzeigen, ohne dasselbe kein Zutritt. Die Gruppenleitung. Bekleidungsarbeiter- Berband, Sebaftianstr. 37/38. Da mentonfettion ( Mäntel, Kostüme): Branchenversammlung am Mittwoch, den 20. Auguft, abends 7 Uhr, Raiser- Wilhelm- Str. 31. Bericht von den Verhandlungen über den neuen Studlohntarif und Verschiedenes. Die Arbeitgeber drohen mit Tarifverschlechterungen. Bestimmtes Erscheinen ist daher dringend erforderlich! In der M. M. orgenstunde Bettsatin gestreift, 60 cm breft Bettsatin gestreift ,, 193 cm brett Damast für Betfbezüge 80C Damast für Bettbezüge breit. Frottierhandtücher: sox 100.. Wiener Form, Damenschürzen mod. Blumenmust. von Mädchenschürzen in schönst Aus musterang, von 1.10 Damenstrümpfe braum 1x1 gestrickt 0.79 1.75 Herrensocken 1.10 Herrensocken bant HSH REVONNAH 0.40, 0.30, 0.20 0.45 130 cm 1.75 Herren- Filzhüte arose 57-60..... 1.40 Stepphite moderne Farbou 1:35 Herren- Mützen 21.30 0.75 1.10 Strickbinder in neuenten Mustern 0.25 Kinder- Sommer- Sweater elegante Ausfüllung, Gr.1 Sportanzug Herren, 2 teilig mit langer Hose. 17.50 2Jackettanzüge Buckskin aus gemmestertem 18.Die beliebte Cigarette ohne Aermel, 0.90 Breecheshosen gestreiftem 4.50 1.50 in fest, schwer. Damen- Untertaillen feines Gewebe Damen- Hemdhosen weiß Tribot Damen- Schlupfhosen Cual, haltbar 1,50 Damen- Taschentücher Hohlsterm 0.15 Herren- Taschentücher weiß 0.25 Hosenträger Gummiband mit Leder 0.50 gestreift, mit Klappv. nar in einzelnen Größen Oberhemden manschetten 2 Kragen, 3.75 Männerhemden gestree 2.50 Herrenhemden weiß mit elegantes Herrenhemden wolle nicht Berchent modernen Einsätzen mit Doppelbrust Herrenhemden kofarbig mit Doppelbrunt. 1.70 2.10 2.10 " Herren- Unterhosen Vigogne.. 1.Herren- Unterhosen halt. Qualist 1:10 Herren- Unterhosen wollgentsch 1.80 aus Homespun Gummimäntel Hr Herren, irregade 13.50 Ware Damenmäntel aus Homespumstoffen 9mit Breechesoder langer Hose. aus imprägn. 9.50 8.50 aus blauen von Khakianzüge Windjacken f. Herren Sen in großen Nummern Burschen- Anzüge mit Inger Mose, Windjacken f.Damen fesche Formen 950 farbig. Stollen, in klein. Größen( 7-10) 18. 14.Knaben- Stoff- Anzüge geht. Form 5.80 Wasch- Anzugeschlossen Größe 1-6 hochge 3.90 Gr. 7-10 Schulform, 6.25 Wasch- Anzüge haltbarer Stolf Wasch- Hosen Größe 1-6, mit 2:10 und blau- weiß gestreift Or. 1-6 hochLeibchen, in blan b Knaben- Stoffhosen Größe 1-4 1.05 Barchentdecken a 140x190, Stick 2.Angestaubte Erstlingswäsche zu sehr billigen Preisen Damon- Kestämstoffe, Herren- Anzugstoffe 11.65 Mengenabgabe vorbehalten. BAER SOHN: Berlin mur Chausseestr. 29-30 zu 4Pf ift wieder im Handel Modernes dich- flaches mild im Geschmack. vereinigt diese Cigarette alle Vorzüge, die ein Qualitätserzeugnis aufweisen miss Fu vornehmen Sackingen zu 25.50 Stück mit Gold Kork u.ohne Mundstück Cigarettenfabrik Constantin Hannover- Köln a Rh REVONNAH HOLZHAUSER von 500 Mk. an, Schuppen, Hallen, Garagen eic. liefert preiswert kurzfristig Holzhausbau Littmann Kompl. Wochenbett- Ausstattungen Wickeltische- Kinder- und Sportwagen, sämtl. Kindermöbel, Boxen aller Art. N 54, Lothringerstrasse 91-95 Kopp& Joseph, Berlin W37, Potsdamer Str. 122 Horden 6020/21 BORMEYER Trauerfpenden jeder Art liefert preiswert Paul Golletz, Dormals Robert Meyer, Mariannenstr. 3. Amt Morigpl. 10303. Paul Hanke's Brotbäckereien liefern von jetzt ab Brot von neuem Roggen Dasselbe zeichnet sich durch seinen lieblichen, schönen Geschmack aus, ist kräftig und hält sich lange frisch. Das neue Roggenbrot. Wenn in leuchtenden Sommertagen Emsig der Schnitter die Sense schwingt, Und hochbeladen der Erntewagen Den Roggen zum Drusch in die Scheune bringt, Dann wissen wir: es droht uns nicht Not! Aus neuem Mehl gibt's bald Roggenbrot. Aus neuem Roggen bäckt Brot Paul Manke, Im Geschmacke lieblich, locker und frisch, Ein Genuß für Kinder, Greise und Kranke. Die kluge Hausfrau bringt's stets auf den Tisch. Es macht der Familie die Wangen rot Paul Hanke's schmackhaftes Roggenbrot! Paul Hanke's Brotbäckereien in allen Stadtteilen Berlins und Umgegend befinden N 54 Alte Schönhauser Sir. 39/40 N Invalidenstraße 156 Schererstraße 12 . Putbuser Straße 20 * Bankstraße 91 Bellermannstraße 84 * Freienwalder Straße 28 Müllerstraße 166 a PP NO Landsberger Allee 123 Große Frankfurter Straße 38 » Palisadenstraße 2 sich 0 Straßmannstraße 2 Gärtnerstraße 23 wie folgt: NW Wilsnader Straße 45 " P * Boghagener Straße 119 " 30 Köpenicker. Straße 23 P Lanfiger Straße 16 S Stallschreiberstraße 32 a ST Dresdener Straße 36 " Gräfestraße 12 W Stegliger Straße 73 Rollendorfstraße 40 * Nürnberger Straße 22 Bandelstraße 38 Waldstraße 17 Neukölln: Hermannstraße 226 Kottbusser Damm 69 Friedelstraße 24/25 Pankow: Wollantstraße 68 Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, Bater, Schwiegervater, der Schlosser Hans Sachs im 62. Lebensjahre verstorben ist. Anna Sachs Karl Marx Margarete Marx geb. Hänel Die Einäscherung findet, am Dienstag, den 19. August, nachmittags 1/2 Uhr, im Krematorium Baumfculenweg statt. Am Dienstag, den 12. Auguft, nachmittags 6 Uhr, verschied nach furzem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser auter Sohn. Bruder, Schwiegersohn und Schwager, der Kaufmann Alfred Bieselt im hoffnungsvollen Alter von 26 Jahren. Jm Namen d trauernd. Hinterbliebenen Marie Bieselt geb. Flohr. Die Einäfcherung findet am Montag, ten 18. August, mittags 12% Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Deutschlands allergrößtes Kredit- Kaufhaus B. FEDER Brunnenstraße 1 Cottbuser Damm 103 Frankfurter Allee 350 Charlbg., Scharrenstr. 5 Gegen bar und auf Teilzahlung zu sensationell billigen Preisen bei kleinster Anzahlung Einzelne Möbel und komplette Wohnungs- Einrichtungen in besonderen Abtellungen: Herren-, Damenunnah HinderKleidung. SWINEMUNDE. Wir liefern nur das Beste In Qualitäten auch für stärkste Figuren. Letzte Sommer- Angebote! Jetzt spottbillig!!! Reisemäntel, Kammgain, Gummi, soweit Vorrat 56.45.- 32.Reisekostüme, Donegal, Gabardine. Kammgarn Seidenmäntel, Ja Ausführungen, Eolienne, Mäntel- Prachtstücke 185 65.- 63.- 41.- 25.115.- 98.- 71.- 42.Tuchmäntel, entzückende Modelle 87.- 69.- 48.- 25.Jetzt noch Pelzmäntel, nur beste Felle- Plüschmäntel! Jetzt eindecken! Preistiefstand bereits überschritten! Seidenpiüschmäntel aut Damassé, noch 110.- 85.- 79.Sealplüschmäntel auf Damassé 180.141.- 110. noch 126.Biberettmäntel.. Mohair- Astrachanmäntel Ulster. mit Ia Pelzbesätzen Seal Elektric- Mäntel, Ia Felle Bibermäntel. Ia Pelzjacken 9 110. 68.- 45. .95.48.650.- 485. 375.360.- 275.- 185. Herbst- u. Winter- Modelle jetzt noch sehr billig!!! Extra- Trauerabteilung! Bekannt billige Preise! Westmann 1. Geschäft: Berlin W 8, Mohrenstr. 37a 2. Geschäft: Berlin NO. Gr. Frankfurter Str. 115. Danksagung. Hierdurch sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten für die rege Beteiligung und großen Blumenspenden, sowie für die Worte des Herrn Knüpfer bei der Bestattung meiner lieben Frau und Mutter Frau Johanna Bachmann geb. Weihe unsern herzlichsten Dank. Aug. Bachmann nebst Kindern. Am 14. August 934 Uhr abends verschied nach langem schweren Leiden meine liebe gute Frau und Mutter Hedwig Sommerfeld geb. Breska, im Alter von 44 Jahren. Dies zeigen in tiefer Trauer an Max Sommerfeld Bruno Sommerfeld Julie Breska als Mutter, Höchfteftr. 1. Die Einäfcherung findet am Mittwoch, den 20. Auguft, nachmittags 5 Uhr, im Krematorium G richtstraße statt. Bin zurückgekehrt! Dr. Wockenfuss, Spezialarzt für Syphilis, Harn- und Frauenleiden Oranienbg. Tor. I, Friedrichstr. 125 vorn 1, Spr. 12-1, 6-7. Schokoladen- und ZuderwarenGroßhandlung Strecker, C2, Stralauer Str. 32, a. Molkenmarkt: Auswahl in Marken, billigen Tafeln, sowie Bonbons, Pfeffermingstangen, Gaifon artikeln für Wiederverkäufer, Schokoladenstände, Festlichkeiten usw. Garantiesch. f. gesetzl. Goldinh. Ich verschenke an meine Kunden in den Monaten August bis Dezember Speise- u. Schlafzimmer, Küchen usw. Diese Gegenstände sind bei der Firma FECHNER& PREIDEL, Möbelfabrik, Neue Schönhauser Straße 2, ausgestellt. Keine Einsendung irgendeines Betrages erforderlich. Preisaufschlag. Bedingungen unverbindlich im Laden. ges. gesch Preisliste gratis Kein Trauringe 1 Ring 900 Dukatengold von M. 5.00 an 1 Ring 585 gestemp. von.. M. 4.00 an 1 Ring 333 gestemp. von.. M. 2.50 an H. Wiese, Juwelier. Berlin N., Artilleriestr. 30 Berlin W., Passauer Str. 12 Was trinken wir? Erfrischende Limonaden, selbstbereitet aus Reichels Limonaden- Sirup- Extrakten Himbeer, Kirsch. Citronen-, OranGeschäftszeit von 9-7 Uhr gen- Aroma etc. Köstlicher Frucht Leiterwagen geschmack. Der erquickende Sommer- Kühltrunk. Vorzüglich auch als Speisenbeiguß. Eine Flasche ergibt 31, Pfd. Limonadensirup M. 0,75, Flasche M. 0,45. In Drogerien u. Apoth. erhältlich, sonst bei Otto Reichel, Berlin 43, SO., Eisenbahnstr. 4. Man nehme nur Marke Lichtherz, die Qualität verbürgt. BAUHÜTTE BERLIN Soz. Baugesellschaft m. b. H. Gemeinwirtschaftliche Bauunternehmung Ausführung von Bauarbeiten aller Art Umbauten u. Reparaturen Industriebau Abtllg. für Entwurf Villen und Landhausbau Architektur Uebernahme ganzer Konstruktion Bauprojekte Statik Schlüsselfertige Bauberatung Herstellung Abtilg. für Hochbau Tiefbau Eisenbetonbau Zimmerei Dachdeckungen ganzer Siedlungen Bureau: Berlin W., Genthiner Str. 34 Telephon: Kurfürst 9350-51, 8868 u. alle ander.Transportgeräte liefert billigst. Großer Vorrat. Georg Wagner Köpenicker Str. 71. Kein Ladengeschäft. Keine SehaufensterReklame, dafürwesentlich billigere Preise Drahtgewebe, Drähte, Drahtgeflechte mit vier und sechseckigen Maschen, -LUNGERSCHAVSEN Deutscher Metallarbeiter- Verband Bau-, Geldschrank- und Möbelschlosser! Mittwoch, den 20. Angust, nachmittags 3 Uhr, in den Sophienfalen"( gr. Saal), Sophienstr. 17/18: Branchenversammlung Tagesordnung: Stellungnahme zu unserem Lohntarif. Jeder Kollege muß erscheinen. Mitgliedsbuch kein Zutritt. Ohne Achtung! Am Montag, 29. September, findet Die ordentliche Generalverfammlung unserer Verwaltungsstelle statt. Anträge dazu müssen bis spätestens 1. September in Händen der Berwaltung fein. Die Wahlkörperversammlungen müssen in der Zeit vom 10. bis 20. Geptember abgehalten werden. Neugewählte Delegierte find bis zum 23. Geptember der Ortsverwaltung zu melden, Die Ortsverwaltung. T RAURINGE in jed. Größe u. Qualität, stets vorrät., nur bill. Preisberechn. M. Dinse, Juwelier Lichtenberg, Franki. Allee 202 Nähe Bahnh. Lichtenb.- Friedrichsf. Teleph. Lichtenberg 3322 Bel Schenk zu haufen, das macht Spaß Anzüge fertig, wie nach Maß Modellhaus Auguste and Feitzahlung!! Köpenicker Str. 127 f. Hof rechts Tel. Moritzpl. 9234/35 Die neuen Wintermodelle in Mänteln u. Schlupfern sind bereits eingetroffen Neu eingeführt: Damen- Gummimantel Geschäftszeit 9-7 Diskret Ungeniert ünzer Markgrafenstr. 28 MODELT Gabardine 130 br.. r. Wolle, 8.50 M., 9.75 M. Kostüm-, Kleider-, Futterstoffe bedeutend unt.Preis. Haarpuder Schöneberg, Goltzstr. 2 a.d.Grunewaldstr. Zurück Dr. Heß Facharzt f, innere, Friedenau, Niedst.22 Neue Fahrräder direkt ab Fabrik Halbrennmaschinen M. 55.So Tourenmaschinen M. 60.Nelson- Spezial- Herrenund Damen- Tourenräder lide unbedingt zuverlässig und rassig, mit prima Freilauf und prima Bereifung, gelbem Sattel mit vernickelter Feder und gelber Ledertasche mit Werkzeug, Handbremse und Schutzblechen 1 Jahr schriftliche Fabrikgarantie Mk. 78, Nelson- Fahrrad- Rahmen für Herren und Damen, mit komplettem Getriebe, Vordergabel und Steuerung, außengelötet 30.1 Jahr schriftliche Fabrikgarantie Mk. Seit 1. Januar 1924 über 5000 Nelson- Fahrräder und Fahrradrahmen allein in Berlin verkauft Nelson- Fahrradbau G. m. b. H. Berlin- Schöneberg, Akazienstraße 28 Einen besonderen Genuß bereiten Ihnen meine 7 Schaufenster Foulard- Seiden- Kleider 3900 herrlich schöne Formen... 62.00, 58.00 Moderne Filzstoffhüte viele Farben... 850 Fabrik gebäude Geschäftszeit ununterbrochen von 8-7 Uhr Das 2. Haus Von der Leipziger Strasse Damen- Konicktion erhalten Sie bei bequemster Teilzahlung von nur wöchentlich 2.jetzt auch direkt aus der Fabrik 0. Wollburg, Brunnenstr. 56-57 Kredit- Abteilung Nagelpflege- Carnituren Kopp& Joseph in vornehmer Ausstattung. BERLIN W Potsdamer Str. 122. Grosser Wäscheverkauf Verkauf sowelt Vorrat Handtücher Vorzügliche Stoffe Rolltücher Damen- Wäsche 390 Damen- Hemden ge form, mit Hohlsaum oder Stickerei oder Spitzenausführung Küchen- Handtücher 135 Damen- Hemden eckige Halbleinen, Gerstenkorn, 44X100....... Halbleinen, Gerstenkorn, 48x100. vierForm, mit Langette oder mit StickereiKüchen- Handtücher 55 garnierung Damen- Beinkleider Wischtücher........ 45Pt. Damen Handtücher Jacquard. 245 garniert.... Blusen Vollvoilebluse mit langen Aermeln und Jabot. Vollvoilebluse langen Aermeln, in sehr guter Ausführung... aus gutem Unterkleid kunsteidenen Trikot, in vielen modernen Farben... Oberhemden Perkal, gefütterte Brust, 2 Kragen in in Knieform, mit Langette oder Stickerei 165 285 295 145 195 295 150190275 Wäschestoff. ...... Meter Mengenabgabe vorbehalten Gute Verarbeitung Bettwäsche Damen- Nachthemden halsfrei, Hohlsaumverzierungen oder Stickerei. Damen- Prinzessröcke moderne Jumperform, in reicher Ausstattung Damen- Hemdhosen in den neuesten Formen, auch amerikanische Wickelform.. ca. 80 cm breit 375 475 675 Linos, Bettbezüge.... 950 Dowlaslaken 4° 59° 150x210...... 390 450 690 Dowlaslaken 59° 60° 150X225. 525590650 Kopfkissen..... 102.0 Stickereikissen... 20 Meter 65PL cm Mtr. Röcke und Schwarz, mit Faltengarnierung... 490 Renforcé Meter 80p. Hemdentuch95 Louisianatuch 90. Cheviotröcke in Blan Louisianatuch... 85. Köperbarchentxeter 95 Louisianatuch 6⁹0 Dimiti 850 790 80 cm breit......... Meter Dimiti 130 cm breit 150 Damast 80 cm breit.............. Meter 240 Damast Meter 130 cm breit .Meter Pf. rot und rot- rosa gestreift, 80 cm breit....... ..... Meter brt., Mtr. 150 195 175 Inlettstoff 280 Inlettstoff 325 rot und rot- rosa gestreift, 130 cm breit Meter 600 75 Oberhemd 100 Weisse Leinen- Damen- Kalbschuhe 275 Zephir weich. Krag. Herren- Taghemd 450 in solider Ausführung... Herren- Haarhut in reichem Farbensortiment. Sockenhalter Ia Ausführung( D. R. P.) elegante moderne Form, vorzügliches Fabrikat 890 Leipziger Str. 90PT. Alexanderplatz Frankfurter Allee H M MA Grösse 36-41, Paar N Sommerröcke hellgestreift, aparte Farben...***** Lodenröcke Sportform... *********** Cheviotröcke in Blau und Schwarz, in hübscher Ausführung........ 690 975 1175 4.⁹0 90 Taschentücher 90.125 1.Damen, Batist, m. Hohls. Dtz. Taschentücher 145 für Herren, bedruckt 6***** Dutzend Leipziger Str. Taschentücher 290325 Alexanderplatz Frankfurter Allee 142 1. Herren, Batist, m. Hohls., 1/ 2Dtz. Taschentücher 175 290 f.Herren, kräft.Linon, 1, Dtz., 39cm 45cm Damm 93 1908. und Musikinstrumente GontardBrismengläser tauft Klewig, Berlin, Lehninerstraße 2, Ece Hasenheide. Kugellager tauft Fruchtstraße 31, Reller rechts. Unterricht Arbeitsmarkt Stellenangebote Tüchtige Sändler bei hoher Provision stellt ein Berliner Blinden werkstätte, Neue Grünstvaße 27. Rernmacherinnen, geübte, verlangt Metallgießerei Seffe u. Sohn, Prinsen allee 83. Strider- innen, nur gelernte, gegen Lohn sofort gesucht. Trifota A.-G., Berlin N. 65, Türkenstraße 9/12. und guten Bolkswirtschaftler, tüchtiger Sozialpolitiker vertraut mit der Sozialversicherung. wird zur Bearbeitung dieses Refforts jeitens eines großen, freien Angestelltenverbandes gesucht Achtung! Ausschneiden! Belzwaren Windhorst Möbeltischlerei, Brunnen- Komplette Bimmer, Einzelmöbel, Jagdwaffen, Mauserpistolen, 7,63, mit| Verkäufe Wenger, auf Teilzahlung zu Ladenpreisen! Es ftraße 162, verkauft direkt an Brivate billig. Marfiliusstraße 8 Anschlagtasten, alle Gelbstladepiftolen, wird nur gediegene, in eigener Möbel. Großläger in Speiſezimmern,( Aleganderplag). Große Frankfurter Rielfernrohre, Scheibenbüchsen, 8 mm, Tros Teilzahlung liefere sofort Korb- Kürschnerwerkstatt angefertigte Ware Herrenzimmern, Schlafzimmern, Küchen, ftraße sechsundfünfzig. allermöbel, Metallbetten, Rinderwagen. Ball, geliefert. Filchfe, Schals, Kvagen und Einzelmöbeln. Qualitätsarbeit,. Große Frankfurter Str. 47, gegenüber Befäße in allen Belzarten. Jegliche billigft. Besuch unbedingt lohnend. Markusstr. Zweiggeschäfte: Charlotten- Arten Belzjacken -mäntel für Metallbetten, Auflegmatragen, Batent burg, Goethestr. 47. Adlershof, Kron- Damen. Herren- Sport- und Gehpelze. matrahen, Chaiselongues Walter. Star Pianolapiano, Ronzertpiano, Galonprinzenstr. 48. Umarbeitungen. Zahlungsbedingungen: aarderstrake achtzehn. flügel verkauft an Private( BahlungsKinderwagen, Klappsportwagen, Pro- Bei Bezahlung von einem Biertel des Objettes tann der Gegenstand fofort Möbel- Safemann, Neue Schönhauser erleichterung). Pianofabrit Steinmener, menadenwagen, Rinderbettstellen, Rin mitgenommen werden. Der Reitbetrag Straße 1. Gonderangebot in Speise- Ovanienstraße 116, III. Etage, melden. derstühle, neue und gebrauchte, billigst wird in 6, bei großen Objetten in immer, komplett, 480, 650, 720. 950 Berlig School. Frembe Sprachen. LeipBianos preismert. Klaviermacher Schwarzmann, Rottbuffer Ede zigerstraße 123a, bis 3000, Serrenzimmer, komplett, 360, gint. Brunnenstraße 35. Wilhelmstraße, 10 monatlichen Raten getilgt. Legi( fein Laben). Tauenzienstraße 19a. Einzel440, 520, 680 bis 2400, Schlafzimmer, timation bitte mitzubringen. PelzNähmaschinen, neue, gebrauchte, Adler, warenfabrit Rallis, Berlin N. 87, fomplett, 410, 520,$ 50, 750, 950 bis Fabrikneue Pianos 385,- bis 450,- Rlaffenunterricht. Eintritt jederzeit. Phönig, Singerbobbin. Raftorn, Rott- Tile- Wardenbergstraße 11 I, nahe Bahn- 3200, Richen, Komplett, 65, 85, 140, 210 fonturrenglos, Piano- Engroshaus Boigt, Zuschneideschule Heinrich Maurer, Solange der Vorrat reicht: Ganderftr. 30. Genoffen 10% Ermäßig. Aleranderplak, Eingang Königsaraben. buferdamm 6, vorn hochparterre. hof Tiergarten, Hansa- Blah, Hanja. bis 350. Sohlleber, Schäfte, Beiften ufw. preis- Ufer. Filiale: Berlin D. 112, Frant- Bilfetts, Schränke, Ausziehtische, SchreibFlügel, Pianos, 275,- an. Raben- Herrenschneiderei, Damenschneiderei, wert, Lederhandlung P. Rühl, Berlin- furter Allee 313 I, nahe Warschauer tische, Lederstühle, Klubmöbel, RuheWäsche, Buzkurfe..Schnittmuster. Schöneberg, Bahnstraße 43. Straße. Geöffnet 9-7 Uhr. Fern- betten, Standuhren, Rauchtische, fowie ftein. Münaftraße 10. Rönigftadt 339. Grammophone und Musikinstrumente Goldſchäg Pfund 2.50 Mart, Bigarren precher: Moabit 7622/7623. Gegründet ein Boften Beleuchtungskörper, Salons, Wohnzimmer. Ständig GelegenheitsStenographie- Rursus 4,50 Goldmark, auf bequeme Teilzahlung. läufe in befferen Möbeln. Speichereien: trake 1, an der Königstraße. 100 Stild 6.50, Rigaretten 100 Stil Schreibmaschine, landwirtschaftliche Buch 1.20. D. Rund, Große Hamburgerstr. 1.* Monatsanzüge, Fracanzüge, Smoking Lothringerstraße 24/26. führung. Holles Privatschule, Bots Handwagen, Leiterwagen, anzüge, Gehrockanzüge, Jadettanzüge, RaftenRundfunk! Kleiderschrank 15.-, Ber. Pianos, prächtige Instrumente, be- bamerstraße 116a. Ausführlicher Lebenslauf und ZeugSommerpaletots, Cutawayanzüge, GumGachter, OranienTechnische Brivatschule von Ludwig nisabschriften unter R. 34 wagen, preiswert. Auswahl. Wagner, mimäntel, für jede Figur passend. Spe- tito 14.50. Gofa 15.- Schreibtisch 28.- queme Sahlweife. an die Röpenickerstraße mur 71. Sof. Rein Barth, Inhaber und Leiter Dipl.- Ing. Sauptegpedition des„ Borwärts". Laden. Keine Schaufensterreklame, daher zialität: Bauchanzüge, spottbillig. Sal Büfett 35. Küchen 22.- Bettstellen, burgerstraße 42. Hermann Haafe, N. 4, Chauffeeftraße 1 wefentlich billigere Breife. pern, Rosenthalerstr. 4, erste Etage, fomplett 15.-, Waschtoiletten 12.50. Riefenauswahl in Einzelstücken fowie ( Oranienburger Tor). Maschinenbau, Gummifabeit in Norddeutschland sucht Berleih von Bettenstand 25.- Theumer, InvalidenGesellschafts- Anzilgen, Schlafzimmer. Speiſezimmer, SerrenElektrotechnit, Tages-, Abendschule. Be- zu möglichst baldigem Antritt Straße neun. Rofenthalerstraße 4. Fahrrad- Poser, Manteuffelstraße 81. ginn der neuen Lehrgänge Oktober. aimmer, komplette Einrichtungen vom Rennpedale 2.40, Behrplan C. Dezimalwagen, Tafelwagen, Gewichte warenfabrik Rallis, Belzwaren- Zeilzahlung liefert Pelz- Einfachsten bis zum Apartesten. Rah- Einführungspreise: Tile- Wardenberg- lungserleichterung. Gottlieb, Rügener. Retten 2., Primadeden 3.- Brima preiswert. Auswahl. Wagner, Röpe . Rösners faufmännische Privatschule, nider Straße nur 71, Hof. Rein Laden. Straße 11 1, Nahe Bahnhof Tiergarten. ftraße 13, Bahnhof Gesundbrunnen. Schläuche 1.40, Reparaturen billigit. Freilieferung. Inhaber: Diplom- Handelslehrer Ernst Es tommen nur Bewerber in Frage, 9-7 geöffnet. Reine Schaufenster Reklame, dafür Fahrräder, erstklassige, bekannte Mar- Rösner, Neue Promenade 3, Börfe- welche das Gebiet( Bollgewebe- und Cord wesentlich billigere Preise. Kredithaus au Labenpreifen. Damen- Metallbetten= Wenger, Doppelbetten, ten 95.- aufwärts. Rahlungserleichte- bahnhof. April beginnen Salbreifen) absolut beherrschen, über befte Nordisches Handelstontor, Uni- jahres-, Jahreslehrgänge, Gonderlehr- Referenzen verfügen und zu absolut selb Klappsportwagen, elegante Promena. und Herrengarderoben, Damen- und Rinderbetten. Rüchen billig. August rung. denwagen, Leiterwagen, Puppenwagen, Gardinen, Steppdeden in bequemer AbSerrenschuhe, Wäsche, Betten, Belze, ftraße 63. versitätsstraße 3b, 2. Stod. gänge für ehemalige Schiller höherer ständiger Arbeit befähigt find. Bewer neue, gebrauchte. Schmidt, Laufiber fchlagszahlung. Möbelspeicher, Alte SchönhauferKaufhaus Hirschberg ftrake 33/34, Sof Tints. Rahmen- Rüche, Neu eröffnet! Reparaturwerkstatt für Lehranstalten, Privatsirkel. Einzelunter. bungen mit Zeugnisabschr. u. Lichtbild erb, play 17. . u. Co., Turmstraße 57, 1. Etage. Motor-, Fahrräder und richt zur Ausbildung als Stenotnoiften unt. N. 34 an die Erped. des„ Borwärts". Automobile, Anrichte- Küche, Schlafzimmer, MetallMittlere Gummifabrit sucht zu möglichst Bultanifieranstalt, reelle Arbeit, billige und Buchhalter. Sandelstunde, BuchTeilzahlung liefert elegante Herren- betten fehr billig. führung, Rechnen, Rorrefpondenz, Bekleidungsstücke, Wäsche usw. Breise, empfiehlt Wolf u. Klingberg Stenographie, Maschinefchreiben, Deutsch, fofortigem Antritt garderobe nach Maß. Anzahlung/ s, Möbelfabrik Oskar Fitner, Tischler- Berlin GO., Lübbener Straße 22, Nähe Englisch, Französisch, Spanisch. Anmel Rest in 3 Monaten. Tomporomsti, meifter, Ausführung eleganter Speise-, Görliker Bahnhof. Was bedeutet unser amerikanisches Schneidermeister, Dreibundstraße 47, Schlaf-, Serrenzimmer. Sämtliche EinSystem? In unseren großen Schau- an der Bellealliancestraße. Laden. selmöbel. Da eigene Fabrikation, bis Damenfahrräder, entsüldende Bracht- Technische Privatschule Dr. Berner, fenstern sind die Waren zu konkurrenz Belzhaus! Warschauerstraße 7. Fuchs- au 30 Brozent billiger. Berkaufsräume: modelle, 95. los billigen Preifen ausgezeichnet und tragen 10, Wolfsziegen 10, Wiederverkäufer Er- Regierungs- Baumeister, Berlin, Nean- ber über reiche Erfahrungen in der Ser geben wir Ihnen Gelegenheit, bei geSerren- Elfafferstraße 17/18. Sausnummer achten! mäßigung. Schlawe, Weinmeisterstraße berstraße 3. Maschinenbau, Elektro- ſtellung technischer Gummiwaren jeder Art, ringer Anzahlung und bequemer Teil- Pelze Mark. Damenpelzmäntel! Metallbetten mit Auflagen 25.-, technik. Abendlehrgänge. Tageslehr Riemen und Transportbändern verfügt. Chaiselongues zahlung zu kaufen. Sie können diefe Damenpelsjacken! Staunenerregend spott- Doppelbetten, Brennaborräder, Görickeräder, Bit- gänge. Es wollen fich nur Herren bewerben, welche Waren sofort mitnehmen oder frei billige Sommerpreise! Teilzahlungen Teilzahlung. Schadendorf, Streliger toriaräder außerordentlich preiswürdig. Maschinenbau, Elektrotechnik, Tages. langjährige Bragis besigen und über beste Saus zugestellt bekommen. Einige Bei- gestattet. Waffenräder 110.-. Schlawe, Wein Abendlehrgänge, Privatschule für Ma abschriften und Lichtbild unter 0. 34 an Beugniffe verfüg. Meldungen mit Zeugnis Elektrotechnit schinenbau und meifterstraße vier. Torpedonaben, entzückende Rennvah- Diplomingenieur Stellmacher, die Expedition des Vorwärts". Fried men, Tourenrahmen, Damenrahmen be- richstraße 118. Semesterbeginn Of sonders preiswert. Fahrradhändler tober. Prospette. verkauft: 70 36.- Sen- anaige Teihweife. Rosenthalertor, Möbel * ftraße 67. abbau. 12.* vier. Fahrräder . . bungen feberzeit. Don Auch und preiswert ausgeführt. Verschiedenes 1 Pneumatitmeister. 1 Gummimeister, Lebensstellung mit zeitgemäßem Einkommen finden redegewandte Herren jeden Standes. Existenz für abgebaute Beamte. Auf Wunsch tägliche Auszahlung. Vornehme Tätigkeit. In Frage kommen die Bezirke Charlottenburg, Steglitz, Tempelhof und Tiergarten. Vorstellung am Montag und Dienstag von 2 bis 4 Uhr nachmittags. Deutscher Begräbnis- Versicherungsverein Berlin NW. 7, Mittelstr. 60. bardipeicher. Prenzlauer Straße fechs. turen billigit. Bumpenfabrit. Garten. Mädchen, langjährige Erfahrung arat Schriftgießer- Lehrling • Spiele unfever Teilzahlungspreise: Monatsanzüge, getragene, neue, Chaiselongue 12.-, Diwandeden 7.50, Serrenanzüge, haltbare Stoffe, von Gummimäntel, Taillenpaletots, Jadett Bolfterauflagen, Batentmatragen 12.29. bis 36.-, Serrenanzüge, rein- anzüge, Gehrodanzüge verkauft gegen Ratenzahlung. Bappelallee 12. wollene Kammgarnstoffe, von 58. Auszahlung spottbillig AleranderGportanzüge von 35.-, Herrenmäntel, ftraße 28a, hochparterre. Gesellschafts Kaufen Sie nicht Möbel, bevor Sie Ermäßigungen. Schlawe, Weinmeister- Kurzschrift, Maschineschreiben, landmoderne Form, von meine Preise kennen. Roloffaler Breis- straße vier. wirtschaftliche Bahlung nach Uebereinkunft. Buchführung. hosen, gestreift, von 6.50 an. 8ir Neueröffnung gewähren wir Ihnen auf fellschaftsanzüge, forpulente Figuren, richsplak). Gegrilubet 1879. Monatsanzüge, Sommerpaletots, Ge- Lichtenthal, Oranienstraße 14a( Sein Landwirtschaftliche Fahrradmäntel 2.95, Fahrradschläuche Einzelunterricht. die ausgezeichneten Preise bei Bar staunend billig. Naß, Gormannstr. 25/26, 0.65. Wiederverkäufer Rabatt. Schlawe, Privatschule von Ernst Solle, Bots zahlung 20 Prozent Rabatt. In unser früher Muladstraße. Wichtig! für jedermann. Täglich wer Weinmeisterstraße vier. damerstraße 116a. rer Maßanzilgeabteilung: Erstklassige den verkauft: Kleiderschrank, Bertiko Fahrräder, Rubehörteile staunend Anzüge unter Garantie für tadellosen Kredithaus, Herrengarderobe, Gummi- 18 Goldmart, Bettstellen, fomplett, 16, billig. Reparaturen werden schnell, Gig und Verarbeitung von 68. an. mäntel, Konfirmandenanzülge, Maß- Metallbettstellen mit Auflegematrahen fauber Bei Barzahlung noch 20 Brozent perarbeitung, sofortige Aushändigung, 22. Flurschränke. Waschtoiletten 18, Bruno Gaumert, Mariannenplag 7. billiger! Auch vollständig umsonst hat bequeme Ratenzahlung, Charlotten- Chaiselongues 18. Rommoden 12, Bilcher Gewissenhafte Untersuchung. Sebamme jeder die Möglichkeit, jich bei uns ein- burg, Goethestraße 25, Untergrund- spinde, Schreibtische 36, Trumeaus 29, Garten:: Laube:: Balkon Sildesheim, Bülowftraße 62. zukleiden. Näheres über unser ameri- bahn Bismarckstraße. Büfetts 75, Tische 6, Kücheneinrichtung tanisches System erfahren Gie bei uns Vertrauensvolle Auskunft, langjährige Monatsgarberoben, wenig getragene 48, Sveifesimmer. Herrenzimmer, Schlaf. Drahtzäune, Drahtgeflechte wegen ab- Erfahrung. Frau Erdmann, ärztlich ge persönlich. Bekleidungshaus GmbH., Fracks, Smokings. Jakettanzüge. Bein- aimmer 225 Riubaarnituren. Leder- aelehntes Ritdreife- Gesuch nach Rußland prüft, Stralauer Platz 8-9, linter Gei. Rottbuferbamm 28. Heider zu Friedenspreisen, fowie neue fubfeffel 65. Riesenauswahl, über liefert wie bisher gut und billig Knoth, tenflügel, II( direkt Schlesischer Bahn. Leihhaus Alles tatsächlich spott- Grüner Weg 11. Sinien Anzüge, Taillenmäntel im Monats. 500 Simmer. hof). Auch Sonntags. ftraße 203/204, Ecke Rosenthalerstraße, garderobenhaus Oranienstraße 198 1 billig. Stargards Möbel- und LomAbessinierpumpen, Erfaßteile, Repara Füchse 8.- Wolfsziegen( Seinrichsplah). 12. Belaiaden 50.-, Stuntstragen. Geschäftszeit bis 6. Straße 78. Gämtliche Belzarten. Spottbillige Plüschfofas 25.-, Chaiselongues 18.-, Sommerpreise. Anzilge 17.-, GummiBettstellen, Matraßen 20.-, Wäschemäntel sensationell billig. Reine Fünfundsechzig Speisezimmer, acht- spinden, Kleiderspinden 20.-, Kom undfünfzig Servenzimmer, siebenund- moden 21.- Spiegelspinden mit viers Schlafzimmer, neundundreißig Spiegel 40.-, Ritcheneinrichtung 30.-, Monatsgarderobe taufen Sie billig in Küchen, fünfzig Standuhren, dreißig englische Bettstellen, Schränke. Ber Drilling, Doppelflinte, PrismenLowidis Leihhaus, Brinzenstraße 105; Klubgarnituren, vierzig Gofas, Ruhe fand auch außerhalb. Sellin, Garten- glas tauft Miller, Berlin, Jahn Anzüge, Baletots, Taillenmäntel, Cut- betten, Klubfeffel noch preiswert. ftraße 26. aways, Sportpelze, Gehpelae, Füchse Möbelhaus Straße 1, 3-7. Ramerling, Rastanienaller Art. Gelegenheitskäufe in neuer allee 56. Staunenswert billige Schlafzimmer, Fahrradankauf, Reparaturen, Man Garderobe. Teilzahlung geftattet. Speiſezimmer, Herrenzimmer, Wohn- teuffelstraße 81. Küchen Woche, fabelhaft spottbillige aimmer, Küchen, Einzelmöbel. Erst Belzwaren unglaublich billig! Fahrräber kauft Linienstraße 19. Ele- Breise. Große Küchen- Auswahl. Zah- klassige Verarbeitung. Soliden Räufern gante Opoffum- Garnituren 25.- Jowie lungserleichterung. Windhorst, Möbel- Bahlungserleichterung zu Raffapreisen Bistolen, große Munition, BrismenBelzwaren aller Art nur im Belshaus tifa levei, 162 Brunnenstraße 162. mit reeller 8insberechnung. Tischlerei felbftecher tauft Rirstein, Linienstr. 50. Spizer, Kommandantenstr. 27, Laben. Billige Möbel finden Sie bei mir. Rejewske, Badstvaße 66. Billarbbälle, Elfenbein, kauft Dinger Vermietungen Berleih Don Gesellschafts- Anzügen Größte Auswahl: Schlafzimmer, Herren- Von 200 Lugus Serrenzimmern, Brinzenstraße 75. Brunnenstraße 4. aimmer, Speisezimmer, Wohnzimmer, schwere gediegene Modelle, verkaufe ab Prismengläser, Photoapparate zahlt Die Ateiberfabrik Brunnenstraße 9, weiße und lasierte Küchen, Gofas, meiner Spezial Herrenzimmerfabrit tonturrenzlose Breise frant, Blüchervorn 1 Treppe, verkauft an Private Schränke, Einzelmöbel bei billigster 50 Stüd flir jeben annehmbaren traße 56. Morigplag 141 63. Herrenanzüge 19., 26.-, 34.- bis auf Breisstellung und erleichterter Bahlweise. Preis. Günstige Gelegenheit für Er das Feinste, Burschenanzüge 17.- 24.- Besuchen Sie meine Ausstellung und porteure und Wiederverkäufer. Möbel- Rahngebisse, Edelmetallbruch, Qued- mer, Gegend Morißplay. Preisofferten 32.- bis auf das Feinste, Billot- Sofen prüfen Sie meine Breife. Möbel- Frefe, fabrik Gustav Klammer, Berlin, filber, Rinn, Blei, Glühstrumpfasche, unter W. K., Expedition Lausikerplas. gelernter, fucht sofort 3.50, Rammgarnanzüge, Gabardinean- Weinbergsweg 1, am Rofenthalerplas. Reichstanzlerplak, Hölderlinstraße 10. Gilberschmelze Chriftionat, Röpeniderzüge, Taillenpaletots, Gabardinepaietots,( Firma beachten.) Junges Ehepaar sucht Rochftube bzw. oder später Stellung. Möbeltredit und bar an jedermann. ftraße 20a( Manteuffelstraße). Sportpaletots. Marengopaletots, GummiWohnung gegen Bautostenzuschuß. An- Offerten erbeten Bor Bildschöne Küchen, reizende Formen, eine Anzahlung. Gärisch, Stralauer mäntel, Rnabenpaletots. Firma achten. Lombardhaus, Alte Jakobstraße 93. Fahrradanlauf, Freilaufräder, höchstgebote an Gerasch, Berlin N., Schön- wärts Ausgabeftelle * iplak 1, Schleicher Bahnhof. zahlend Brückner, Gitschinerstraße 78, fedtstraße 1. Prinzenstraße 81 Lombardware. Kaufgesuche lich geprüft. Wolff. Wiener Straße 20, Gohn achtbarer Eltern, mit gutenzeugnissen, drittes Portal. II. gesucht. Norbd. Schriftgießerei G. m. b. S., Romme für Schulben meiner Frau Alte Jakobftr. 79. nicht auf. Otto Feyerabend, Berlin, Teltowerstraße 39. Neukölln, Reuterstraße 77. Malerarbeiten, billig, fauber, Pabst, Linoleum- Fabrik, Wäscherei Kubasch, Cöpenid, Grün- gen Beschneidemeister. Gut bezahlte Stellung Taghemb auerstraße 45, Liefert fauber im Freien getrocknete Wäsche. Rüdsprache 15, Sandtuch. 5. Abholung Mittwoch, Sonntag 10-1 Uhr oder Montag 4 bis Donnerstag. 16 Uhr. Ahrends, Eylauer Str. 22, pt. Mietgesuche Stellengesuche SchwarzParteigenoffe sucht möbliertes Rim Presse- Drucker efonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts" und trotzdem !! billig!!