Me.39841.Jabegang Ausgabe A nr. 203 Bezugspreis: fonditoned sid chentlich 70- Goldpfennig monatlich B- Goldmark poraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Bitauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmark pro Monat Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Beit" mit ,, Gied. lung und Kleingarten", fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenftimme" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwürts Berliner Volksblatt 15 Goldpicnmig 150 Milliarden Anzeigenpreise: Die einipaltige Nonpareille Beile 0,70 Goldmart, Reflamezcile -Goldmart. Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Bort 0,20 Goldmart( aufäffig awei fettgedruckte Borte), tebes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Bort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen Für zwei Morte. Familienanzeigen für Abonnenten Seile 030 Goldmart. Eine Golbmart- ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Summer miffen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin S 68, Linden fraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Medaktion: Dinhoff 292-295 Fernsprecher: Berlag: Dünboff 2506-2507 Sonntag, den 24. August 1924 Herriots Kampf für Verständigung. Foch und Nollet mit der Näumung einverstanden. diesem Zusammenhang die Angriffe Marins gegen Amerika, dessen Mitwirkung bei der Entscheidung über deutsche Verfehlungen eine wichtige moralische und materielle Unterstützung bedeute. Amerita sei te in Neutraler, sondern sei an der Seite Frankreichs in den Krieg gezogen. Die Einführung des Schieds. Die Einführung des Schieds. spruchs sei außerordentlich wichtig. Man dürfe den Dames- Plan nicht immer nur unter dem Gesichtspunkt beurteilen, daß er Deutschland Geld verschaffe. Dies Gelb fei tein Geschent für Deutschland, sondern sei mit einer Rontrolle der deutschen Zentralbant, der deutschen Eisenbahnen und der deutschen Steuern Paris, 23. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) In der Kammer| fehlung sei nicht aufgehoben worden. Herriot bedauerte in führte am Sonnabend vormittag die von dem ehemaligen Vor fizenden der Reparationskommission, Dubois, an den Londoner Verhandlungen geübte Kritik zu wiederholten 3wischen fällen. Als Dubois dem Ministerpräsidenten den Borwurf machte, in London die Rechte Frankreichs preisgegeben zu haben, tam es zu stürmischen Unterbrechungen durch die Mehrheit, die den Redner veranlaßten, seine Ausführungen abzubrechen. Die Sizung wurde fogar vorübergehend aufgehoben. Unter dem demonstrativen Beifall der Linken wies Herriot dann die an den Ergebnissen der Londoner Ronferenz geübte Rritit mit der Bemerkung zurück, baß er es für besser gehalten habe, um realer Borteile willen Sugeständniffe zu machen, als jene Politik fortzusehen, die jedesmal einen großen Sieg erzielt zu haben glaubte, menn fie in irgendeiner juristischen Auseinandersetzung rein theoretische und wirkungslose Entscheidungen zu ihren Gunsten durchzusehen vermochte. Im übrigen seien die Erfolge, die Dubois und die Reparationstommission in der Bergangenheit erzielt hätten, wirklich nicht dazu angetan, zu einer solchen Krikt der Zukunft zu berechtigen. Die Rechte der Reparationsfommission, von denen Dubois gesprochen Die Rechte der Reparationsfommission, von denen Dubois gesprochen habe, feien bisher rein akademischer Natur gewesen und hätten Frankreich nicht das geringste eingebracht. Seit Jahren habe die Reparationsfommission so gut wie nichts erreicht und das französische Bolt, das endlich wirkliche Reparationszahlungen sehen wolle, fei der ewigen theoretischen Diskussionen gründlich müde. In der Nachmittagsfißung fam es zu neuen fierten Bu sammenstößen zwischen Herriot und dem ehemaligen Wiederaufbauminister Reibel. Als dieser die in London getroffenen Abmachungen über die zu leistenden Naturallieferungen einer tendenziöien Kritik unterzog, erinnerte ihn Herriot daran, daß nach den Beschlüssen der Reparationsfommission vom 11. März 1922 Frantreich einen Anspruch auf 950 Millionen Mart an Sachlieferungen habe, auf die die damalige Regierung in leichtfertiger Weise ver. zichtet habe. verbunden. Uin Mitternacht lag der Schluß der Rede Herriots noch nicht vor. Die Rammer dürfte erst in später Nachtstunde zur Abstimmung tommen, vielleicht auch erst heute Sonniag. Die Erzberger- Mörder endgültig festgestellt Wien, 23. Auguft.( TU.) Die von der deutschen Regierung der Gegenüberstellung mit dem angeblichen Heinrich Förster nach Budapest entfandten zwei Kriminalbeamten haben heute bei in einer jeden Zweifel ausschließenden Weise fefigestellt, daß er mif dem Mörder Heinrid Shulz identisch ist. Das rief eine Der zweite verdächtige allgemeine Sensation herver. Reichsdeutsche, der sich den Namen Sameider beigelegt hat, ist wahrscheinlich mit dem zweiten Mörder Erzbergers, Tilleifen, identisch. Zer dritte Berdächtige, der sich den Namen Mayer beilegte, dürfte bei dem Morde nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Die Feststellung, daß der angebliche Heinrich Förster tatsächlich der Grzberger- Mörder Heinrich Schulz ist, wurde sofort der deutschen Polizei übermittelt, die im Namen der deutschen Regierung die Auslieferung verlangte. Budapest, 23. Auguft.( WTB.) Die Oberstadthaupte mannschaft veröffentlicht heute folgende Mitteilung: Der wegen Verdachts der Teilnahme an der Ermordung des deutschen Reichsministers Erzberger auf der Oberstadthauptmannschaft in Haft befindliche angebliche Förster wurde heute zwei deutschen Kriminalbeamten gegenübergestellt, die zu diesem Zweck nach Budapest geDie Kriminalbeamten glauben, in dem Genazun kommen waren. ten den des Mordes verdächtigen 31 Jahre alten Kaufmann Heinrich Schulz aus Saalfeld zu erkennen. Dieser bestreitet aber, der gesuchte Schulz zu sein. Er wurde heute behufs weiteren Verfahrens der Budapester Staatsanwaltschaft übergeben. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Pofifcheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion ter Distonto- Gesellschaft, Depofitentasse Lindenstraße 3 „ Räuber und Mörder". Die Machtstellung der Deutschnationalen. Als die Herren Marg und Dr. Stresemann nach Condon tamen, da fanden sie zwei Räuber und Mörder vor, die mitten im Frieden deutsches Land geraubt, deutsche Bolfsgenossen zu Tode gemartert haben. ( Kreuzzeitung" vom 23. August, Abendblatt.) Herr Stresemann hat sich gestern im Reichstag darüber beklagt, daß die„ Pommersche Tagespost" ihn und die beiden anderen Führer der deutschen Delegation als Landesverräter" bezeichnet hatte. Herr Stresemann scheint selten deutschnationale Blätter zu lesen, wenn er diesen Borfall jo außerordentlich findet. Wollten wir uns mit allen Berleumdungen und Beschimpfungen auseinandersetzen, denen führende Persönlichkeiten der Sozialdemokratie in der sogenannten ,, nationalen" Preffe ausgesezt sind, so müßten wir damit tagtäglich unsere Spalten füllen. Da jedoch jeder anständige Mensch ohnehin weiß, was er von diesem Unrat zu halten bat, verzichten wir gerne darauf. Etwas ganz anderes ist es, wenn das führende Blatk der Deutschnationalen, die ,, Kreuzzeitung", im Leitartikel ihres Räuber und Mörder beschimpft. Denn hier handelt gestrigen Abendblattes Herriot und Macdonald als es sich nicht mehr um innere Auseinandersetzungen, in denen man Ausschreitungen der Polemik mit Berachtung strafen fann, hier treibt eine tobsüchtig gewordene Berlogenheit ein frevelhaftes Spiel mit den auswärtigen Interessen unseres Boltes. Bei besserer Gelegenheit mag im einzelnen ausgeführt werden, was die nationale" Breffe felt it 1914 dazu getan hat, um Deutschland erst zu jolleren, dann es in den Krieg stolpern und ihn verlieren zu lassen. Rur beispielsweise und im Vorübergehen sei daran erinnert, wie diese Presse den ameritanischen Botschafter Gerard behandelte, als Amerita noch Tagtäglich lieferte diese Presse durch ihre Roheit, ihre Plumpheit, ihre täppische Lügensucht der feindlichen Propaganda ganze Stöße von Beweismaterial für ihre These, daß das deutsche Volk ein Hunnen volt sei, gegen das sich alle zivilisierten Bölfer verbünden müßten, ein Bolk, das feine andere Sprache verstehe als die der brutalen Gewalt. Der neueste Erzeß des führenden deutschnationalen Wir Blattes fügt der alten Kette ein neues Glied an. möchten die Kreuzzeitung" fragen und erwarten ihre möchten die Kreuzzeitung" fragen direkte Antwort welchen Nutzen sie sich von solchen Herriot und Methoden für Deutschland verspricht. Macdonald haben das meiß doch alle Welt- die Ruhrinvasion, auf die die Kreuzzeitung" anspielt, mindestens ebenso wenig verschuldet wie der Artikelschreiber der Kreuzzeitung" selbst, ja viei weniger als er, der Herrn Poincaré für seine Gewalipolitik die Argumente geliefert hat. Herriot und Macdonald haben mit dieser Gewaltpolitik ge= brochen. Sie mögen vom deutschnationalen Standpunkt aus sehr bekämpfenswete Politiker sein wir haben ja gelesen, aber auch ihre daß Gott uns" Poincaré erhalten soll Gegner im eigenen Land achten sie als Ehrenmänner vom Scheitel bis zur Sohle. neutral war. Reibel, als damaliger Wiederaufbauminifter, habe danach wirklich nicht die Berechtigung, über diese Dinge zu rechten. Ein weiterer Ausfall Reibels gegen die Rolle, die die internationalen Bankiers in London gespielt hätten, veranlaßte Herriot zu der neuen, nicht minder scharfen Erwiderung, daß es nicht seine Schuld sei, wenn die internationale Finanz einen übermächtigen Einfluß auf die Polilit erhalten habe. Er glaube Er glaube fich erinnern zu können, daß unter seinen Vorgängern die gleichen internationalen Bantiers als Gegenleistung für einen der französischen Regierung gewährten Borj chuß die Zusicherung erhalten hätten, daß im französischen Haushaltplan feinerlei Aus gaben ohne entsprechende Dedung mehr bewilligt werden dürfen und daß selbst die Ausgaben für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete eingestellt werden sollten. Unter diesen Umständen fei der von Reibel gegen ihn erhobene Borwurf doppelt erstaunlich. Der ehemalige Minister im Rabinett Poincaré Marin wieder holle, daß die Sanktionsrechte der R.-K. beschnitten worden seien. Der amerikanische Beobachter werde sich scheuen, einen Teil der Berantwortung mit zu übernehmen. Das Problem der interalliierten Schulden müsse erörtert werden, denn es handle fich nicht um Schulden, sondern um gemeinsame Beiträge zu den Kriegstoften". Wenn das franzöfifche Bolt die Ruhrpolitit nicht gebilligt und sie nicht verstanden hätte, würde es auch die Opfer, die diese Politik verursachte, nicht gebracht haben. Herriot erwiderte: Die Opfer hat das Volk wohl verstanden! Zur Amnestie bemerkt Herriot, daß er die Einbeziehung der Separatisten in diese Amnestie in London gefordert habe, obwohl er ihre Politik nicht billige. Herriot ruft in der Erläuterung über die Bedeutung der Ruhrpfänder dem Abg. Reibel zu: Wenn Sie die Meinung des Marschall Foch hören wollen, wird sie Ihnen General De stiders mitteilen. Wien, 23. Auguft.( TU.) Der stellvertretende Mt. nisterpräsident Joseph Baß äußerte sich hierzu folgender. maßen: Die Prüfung der Angelegenheit und das Gerichtsverfahren ist im Zuge. Wir werden die Sache von ihrem gesetzlichen Wege nicht ablenten. Die Regierung hat den Minister für Inneres und den Justizminister mit der Untersuchung der Angelegenheit betraut, ebenso wie mit der Abfassung der Antwort auf die Note der deut schen Regierung. Ich meinerseits betone, daß die Frage der Aus lieferung jedenfalls sehr schwierig ist. Löbe und Wirth in Bern. Durch die wüsten Beschimpfungen, mit denen sie diese Bern, 23. August.( Eigener Drahtbericht.) Die Sonnabend Männer bedenkt, kann sich die Kreuzzeitung" nur die Bertagung der Interparlamentarischen Konferenz wurde mit der Berachtung aller anständig denkenden Menschen zuziehen. Wäre lesung eines Briefes des amerikanischen Präsidenten Coolidge eingeleitet. Er ledet die nächste Tagung der Interparlamentarischen Union nach Washington ein. Die Konferenz nahm diese EinDann tam Genosse ladung für das Jahr 1925 einstimmig an. Löbe General Defficers, der Chef des Generalstabs, ber im Hause anwesend ist, erklärt sodann unter größter Aufmerksamfeit der Kammer, daß Marschall Foch die im Versailler Ber. zu Wort. Er begrüßte das Ergebnis der Londoner Konferenz und trag vorgesehenen Sicherungen für Frankreich durchaus als gebrachte die Hoffnung zum Ausdruck, daß die Reichsregierung an nügend erachte und erklärt habe, daß dem Ruhrgebiet nicht das Bolt appelliert, wenn im Reichstag die Erledigung der die überragende Bedeutung zufomme, die man ihm zu verabschiedenden Geseze scheitert. Als er forderte, daß auch für das besetzte Gebiet der Schiedsgerichtsgedanke gelten müsse, murde allgemein zuschreibe. ihm stürmischer Beifall zuteil. Löbe sprach zum Schluß die Hoffnung aus, daß die auswärtige Politik aller Staaten bald durch die Interparlamentarische Union tontrolliert werde und Amerika wie Deutschland bereits im nächsten Jahre dem Bölferbund angehören. Kriegsminister General Nollet erklärt anschließend, daß er in Unterredungen mit Macdonald und Herriot erreicht habe, daß auch die Kölner Zone nicht eher geräumt würde, bis Deutschland vollständig entwaffnet sei. Nach Marin ergreift Ministerpräsident Herriot das Wort, um zunächst darauf hinzuweisen, daß die Londoner Konferenz die Entente cordiale zusammengelötet habe. Dies set besser als die" Rupture cordiale"( ber herzliche Bruder) wie man den Ausgang der Pariser Konferenz genannt habe. Man habe in London auf einer nicht von ihm geschaffenen Bafis verhandeln müssen. Herriot macht der Politif Poincarés den Vorwurf, das Volf durch Lügen vergiftet zu haben, Erreicht habe man jedenfalls in London, dem Frieben eine feste Grundlage gegeben zu haben, und es fei nicht seine Schuld, wenn die Frage der Sicherheiten und der interallierten Schulden nicht erörtert werden konnte. Er habe diese Schwierigkeiten nicht aus dem Weg schaffen können. Der Aufbau der internationalen Befriedung auf der Grundlage der Wiederherstellung des deutschen Wirtschaftsfattors werde eine Annäherung unter den Völkern zur Folge haben. Dies sei die wichtigste Bedingung des Londoner Abkommens, das mit dem Wiesbadener Sachleistungsabkommen das wichtigste Ereignis seit dem Friedensschluß sei. Auch das Recht Frankreichs auf Einzelattionen im Falle einer deutschen VerAuch die Rede des früheren Reichskanzlers Dr. Joseph Wirth, die einen starken politischen Charakter trug, wurde mit starkem Beifall aufgenommen. Wirth erklärte, daß der Friedenswille der deutschen Demokratie Mitteleuropa vor dem Chaos gerettet habe. Später einmal werde man die Leistungen des deutſchen Boltes gerechter beurteilen als heute. Deutschland und Frankreich feien aufeinander angewiesen, und deshalb sei es 3eit, daß der Haßgeist verschwinde. Die deutsche Demokratie arbeite trotz aller Enttäuschungen dafür, daß die Reparationsfrage im Sinne der Dekonomie und nicht im Geiste des Haffes gelöst werde. Wirth sprach dann seinen Dank aus für die amerikanische Wieder aufbauhilfe und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der Dawes- Plan im Rahmen des wirtschaftlich möglichen durchgeführt werde. Er schloß mit einem stürmisch aufgenommenen Appell an ganz Europa, die schwere Arbeit der deutschen Demo. fratie zu unterstügen und insbesondere an fern des Rheins für den Frieden in Europa und die wahre Demokratie zu wirken. beiden es nur das! Aber die Deutschnationalen sind eine große deutsche Partei, die„ Kreuzzeitung" ist ihr führendes Blatt und trägt auch als Organ der Opposition, als das sie sich ja immer noch geberdet, a ußenpolitische Berantwor= tung. Noch mehr. Zur selben Zeit ungefähr, in der die ,, Kreuzzeitung" jenen Artikel veröffentlichte, verhandelte der Volks. parteiler Curfius mit Herrn Hergt über die Annahme der Dawes- Gesetze und den Eintritt der Deutsch= nationalen in die deutsche Reichsregierung. In der Hoffnung, dadurch die Unterschrift der Deutschnationalen für den Londoner Pakt mit den Räubern und Mördern" zu gewinnen, stimmten vorgestern fünf von neun anwesenden Kabinettsmitgliedern für die fofortige Einbringung der Zollvorlage. Der ,, Tag" des deutschnationalen Abgeordneten Hugenberg orafelt zur selben Zeit von einem geheimnisvollen Umschwung, der die Dawes- Gesetze zur Annahme und die Deutschnationalen in die Regierung bringen soll. Die Deutschnationalen sollen also Bartner und Garanten eines Vertrags werden, der mit ausländischen Regierungen abgeschlossen werden soll, und zur selbe nStunde bezeichnet ihr führendes Blatt die Chefs jener fremden Regierungen als Räuber und Mörder". Und dieser Att der internationalen Brunnenvergiftung, der den Ruf nach einem zwischenStaatlichen Strafgesetz gegen die Bölferverhezung durch die Bresse verständlich macht, soll nach dem Wunsch führender Polititer einer jezigen Regierungspartei mit der Aufnahme in die Regierung belohnt werden. Ben wundert es, wenn dann aus jenseitigen nationaItistischen Kreisen, die leider viel geschickter find als die unseren, der Ruf herübertönt: Mit diesem Bolt kann man nicht verhande In! Mit diesem Bolt kann man keine Verträge abschließen!" Dieselbe Nummer der ,, Kreuzzeitung" bringt einen Aufsatz ihres Chefredakteurs, in dem gesagt wird: Unsere Gegner sehen jetzt mit Schrecken, daß die Deutschnationalen tatsächlich die Herren der Situation find. Auch dem Auslande wird jetzt die sehr eindringliche Lehre zuteil, daß man über die nationalen Kräfte Deutschlands nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann. Daß das natürlich ein fehr unbehagliches Gefühl auf der Seite der Erfüllungspolititer auslösen muß, dafür haben wir volles Verständnis. Aber die deutsch nationalen Wähler, wie überhaupt der nationale Teil des deutschen Bolkes würde es mit Raht verurteilen, wenn wir von dieser unserer Machtstellung feinen Gebrauch machen würden. ... Wenn wir den Londoner Baft ablehnen, so wird damit ja auch nicht ausgesprochen, daß wir auch in Zukunft jegliche Berhandlung mit unseren Feinden ablehnen. Wir müssen einen neuen Weg versuchen. " Dieser Versuch, einen neuen Weg zu finden, mutet recht eigenartig an. Er beginnt damit, daß man die Männer, mit denen man verhandeln muß, Räuber und Mörder" tituliert. Aber vielleicht meint die Kreuzzeitung", dann würden nicht mehr Herriot und Macdonald am Ruder sein, sondern wieder Poincaré und irgendein deutschenfressender Diehard. Und vielleicht würde sie mit diesen Männern höflicher verfahren, denn sie stehen ihnen im Herzen ja viel näher. Nun verlohnt es sich ja wohl auch die sogenannte ,, Machtstellung" der Deutschnationalen zu betrachten, auf die der Chefredakteur der„ Kreuzzeitung" so stolz ist. Worauf sie beruht, sagt er selbst: leberdies steht aber auch die Hoffnung unserer Gegner, daß ein neu gewählter Reichstag eine andere Stellung zu den Londoner Beschlüffen einnehmen wird, als der jegige, auf schwachen Londoner Beschlüssen einnehmen wird, als der jegige, auf schwachen Füßen. Rein rechnerisch betrachtet, müßten die Parteien, die den London- Batt ablehnen, nämlich die Deutschnationalen, die Nationalsozialisten und die Kommunisten, mindestens 46 Stimmen bei einer Neuwahl embüßen. Daß dies der Fall sein wird, ist sehr zweifelhaft. Mögen alle Proletarier, die das lejen, die Augen nur weit aufsperren. Wörtlich steht es da: und die Kom munisten". Herr Foertsch ist so unvorsichtig, auf einen Tatbestand aufmerksam zu machen, der zwar ohnehin offen zutage liegt, deffen Konstatierung aus diesem Munde aber doch besonders wertvoll ist. Tatsächlich beruht die ganze ,, Machtstellung" der Deutschnationalen im gegenwärtigen Reichstag einzig und allein auf der Anwesenheit einer verhältnismäßig starten tommunistischen Fraktion. Mit den Bölkischen zusammen verfügen die Deutschnationalen nur über 137 Size, 18 meniger als ein Drittel. Aber die 60 Kommuniften schlagen für sie zu Buch ganz genau so, als ob die Scholem, Raz und Ruth Fischer selber einge= schriebene Mitglieder der Deutschnationalen Partei wären. Säßen im Reichstag statt 100 Sozialdemokraten und 60 kom munisten 160 Sozialdemokraten, so wäre die Machtstellung" der Deutschnationalen, dieser schlimmsten Ausbeuterpartei der ganzen Welt, glatt erledigt. Und nur weil 60 Kommunisten im Reichstag sihen, fönnen diese Wölferverheher, Brotwucherer und Scharfmacher sich in die Brust werfen und prahlen: „ Wir sind die Herren der Situation!" haben die Macht und werden sie gebrauchen!" " ir | närsten Politik befreien werden. Und darum kann auch der Kampf gegen die Reaktion nur geführt werden, wenn man zugleich auch den schärfsten Kampf gegen die kommunisten führt. Kommt es trotz aller schmutzigen Manöver der letzten Stunde dennoch zur Auflösung und Neuwahlen, dann werden die Deutschnationalen ihren Gott auf den Knien bitten, daß möglichst wenig Sozialdemokraten und möglichst piel Kommunisten gewählt werden mögen, und jedes Mandat, das die Sozialdemokraten den Kommunisten abnehmen werden, wird für sie ein Schlag auf den Kopf sein. Denn gibt es teine Rommunisten mehr, dann gehtja auch die deutsch nationale Machtstellung" flöten! Diese Deutschnationalen, die Herriot und Macdonald " Räuber und Mörder" schimpfen und die mit den kom munisten zur Schicksalsgemeinschaft verbunden sind, werden in ein paar Wochen die regierende Partei Deutschlands sein oder aber sie werden so in die Pfanne gehauen werden, daß ihnen Hören und Sehen vergehen wird. Die Arbeiter müssen sich schon jetzt darüber klar sein, ob sie das eine oder das andere wollen. Kommunistisch deutsch national oder sozialdemokratisch das ist jetzt die Frage! Kuhhandelslüstern. Was die Scherl- Presse gern möchte. # Die Scherl- Presse behauptet mit Bestimmtheit, daß im Laufe des Sonntags der Versuch eines Kuhhandels zwischen Regierungsparteien und Deutschnationalen gemacht werden mürde auf der Grundlage: Bürgerblod gegen Umfall der Deutschnationalen. Der Tag" schreibt: Sonntags vor den entscheidenden Fraktionsfizungen in offizielle ,, Es ist nicht ausgeschlossen, daß noch heute und im Laufe des Berhandlungen über Rompromißmöglichteiten stattfinden, aus denen fich ganz neue Linien für die Stellungnahme der rechtsstehenden Fraktionen gegenüber den Londoner Berein barungen entwickeln können. Noch vor den entscheidenden Abftimmungen werden in dieser Richtung Verhandlungen statt finden, die auf die endgültige Entscheidung der deutsch haben fönnen." Fraktion entscheidenden Einfluß nationalen Der Tag" spricht aus, was fein Wunsch und der Wunsch ihm nahestehender rechtsstehender Industrieller ist. Er behauptet, daß ein Ruhhandel im Gange fei, um Stimmung dafür zu machen, daß er in Gang fomme. Der Tag" will den unausweichlichen parlamentarischen Konflikt auf dem Wege des Kompromisses und des Umfalls lösen. erst vor drei Tagen: Wie schrieb doch Herr Hufsong im Tag" am Mittwoch, Die Deutschnationalen beraten. Aber keine Beschlüffe. Die deutsch nationale Reichstagsfrattion hielt sofort nach Beendigung der Plenarsizung am Sonnabend eine furze Fraktionsberatung ab. Sie beschäftigte sich mit den Dispositionen für die am Montag beginnende große politische Aussprache und bestimmte die Redner für die einzelnen Gesetze. Ueber die Stel. lungnahme der Fraktion bei der Abstimmung wurde nicht beraten. Am späteren Nachmittag versammelten sich auf Einladung der deutschnationalen Reichstagsfraktion die Bertreter der deutschnationalen Parteiorganisationen aus dem besetzten Gebiet an Rhein und Ruhr und Freunde aus dortigen wirtschaftlichen Organifationen. Die Verhandlungen fanden unter Borsiz des Abgeord neten Dr. v. Dryander statt. Nach einem einleitenden Referat des Grafen We starp über die politische Lage wurden in eingehender Aussprache von den Versammelten die wirtschaftlichen und kulturellen Zustände ihrer Bezirke geschildert und Stellung zum Londoner Patt genommen. Beschlüsse wurden nicht gefaßt, da die Verhandlungen rein beratenden Charakter trugen. Die Zentrumsfraktion des Reichstages, die gleichfalls nach der Plenarsizung zusammengetreten war, erörterte unter dem Versiz des Abg. v. Guérard die 3ollvorlage, die Gesetze zur Durchführung der Londoner Abmachungen und die Maßnahmen, teine Mehrheit finden sollte. Beschlüsse wurden heute noch die zu ergreifen wären, falls sich für diese Gesetze im Reichstage nicht gefaßt. Der Reichswirtschaftsrat stimmt zu. Reichswirtschaftsrates wurde am Sonnabendnachmittag eine Ents Im wirtschaftspolitischen und finanzpolitischen Ausschuß des fchließung angenommen, in der es heißt,„ daß die beiden Ausschüsse angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen und politischen Lage, namentlich im Hinblick auf die Unhaltbarkeit ber Bustände im bea fetzten Gebiet und die sich aus einer Ablehnung des Londoner Abfommens ergebenden schweren Folgen eine Ablehnung nicht für möglich halten und deshalb der Annahme in der bestimmten Erwartung zustimmen, daß in den Organifationsfomitees und bei der Ausführung der einzelnen Bestimmun gen der Gefeße und Maßnahmen die Objektivität obwalten wird, die dem ersten Grundsatz des Dawes Gutachtens der Anpassung der Laften an die Leistungsfähigkeit Deutschlands- Rechnung trägt". Eine Minderheit von 10 Stimmen( gegen 31 Stimmen) hatte für diefe Faffung vorgeschlagen, darauf hinzuweisen, daß sich die Ausschüsse mit den Ergebnissen der Londoner Konferenz und mit dem Erlaß der Dawes- Geseze„ nur unter dem Zwange der außenpolitischen Lage und im Hinblick auf die unerhörten Leiden der Bes Im politischen Spiel ist das Umfaflmännchen eine untentbehrliche ernsthafte Figur. Ohne das umfallmännchen völkerung in den besetzten Gebieten abfinden in der bestimmten Ergäbe es aus teiner politischen Krisis einen Aus- wartung, daß die Reichsregierung alle geeigneten Schritte unterg; ohne das Umfallmännchen wäre fein parlamentarischer Ron- nehmen wird, um die alsbaldige Räumung des Ruhrgebietes durch flift lösbar." zusetzen". Nachdem dem Vorsitzenden die Ermächtigung erteilt worden war, Gestern so und heute wieder anders. Aber wir glauben, daß die Dinge zu weit in die Entscheidung hineinfowohl das Mehrheits. wie das Minderheitsvotum der Reichs gewachsen find, als daß die Manöver und Tänze der regierung sofort zu übermitteln, wurde am Schluß der Sitzung fest geftellt, daß fein Ausschußmitglied gegen die Gesez Scherl- Presse nach wirksam werden könnten. entwürfe gestimmt hatte. " Unter allen Umständen annehmen eingegangen: Hundert wegen deutschnationaler ProBeim Reichsminiffer des Auswärtigen ist folgendes Telegramm paganda im franzöfifchen Gefängnis Dortmund nach Freiheit fchmachtende Gefangene bitten unter allen Umständen um Annahme des Londoner Abkommens Rotes Kreuz, Lünen. Balzer, Vorsitzender. Wenn wir annehmen... So werden also die Kommunisten von den schlimmsten Arbeiterfeinden als Hilfsvolt und Schußtruppe in Anspruch genommen. Nur weil sie auf tommunistischen Stelzen spazieren gehen, erscheinen die Deutschnationalen so groß. Diese teilt mit: Gerüchte über angebliche Kompromißver hand. Ministerpräsident Herriot im Einverständnis mit dem Kriegsminister Stelzen wollen wir ihnen unter den Füßen wegschlagen! * Bon den Kommunisten ist nicht zu erwarten, daß sie sich aus ihrer Stellung als Objekt und Handwerkszeug der reaktioNur nicht sterben! Von Wilhelm Zichtenberg Um Gottes willen mur nicht berben!!- Nicht gerade wegen dem bißchen Sterben, das ja schließlich rasch und gewöhnlich schmerzlos voribergeht und feinerlei Nachwehen hinterläßt. Das ist's nicht. Auch stirbt man ja glüdlicherweise nur einmal im Leben und ein einzigesmal in so einem langen Leben ist eine derartige Unannehmlichkeit schon zu ertragen. Es ist also nicht die Unannehmlichkeit des Sterbens, die mir den Gedanken daran verleidet, sondern die Furcht vor den tausend Unannehmlichkeiten, die der Tod eines Menschen für die anderen im Gefolge hat. Also: Nehmen wir en, ich ertrante auf den Tod. Fangen schon an die Unannehmlichkeiten. Meine Frau hat gerade etwas Dringendes vor, ist gerade am Ausgehen, muß natürlich alles stehen und liegen lassen und sich mit mir beschäftigen! Erschrecken ist das wenigfte. wozu fie verpflichtet ift. Dann tommt der Arzt. Die arme Frau maß in ihrem Schmerz und ihrer Verwirrung auch noch die Wohnung in Ordnung bringen, frische Handtücher vorbereiten und hundert Dinge machen, bie zu tum find, wenn ein Arzt und noch dazu zu einem Sterbenstranten ins Haus tommt! Der Arzt macht fie auf das Aeußerste gefaßt. Wie entfeßlich muß das fein! Natürlich geht es ihr gleich durch den Kopf, mie unversorgt sie zurückbleibt, denn sie war mir immer schon böse, daß ich es mir in den Kopf gefeht hatte, ein Dichter sein zu wollen. Vom Nachtwachen nicht zu reden, denn auf's Stichwort firbt man felten. Meine gute Frau braucht die Nachtruhe fo fehr, und wie ich mich und meine Roßnatur fenne, wird sie zumindest vier bis fünf Nächte zu machen haben. Dann, fagen wir in der fünften Nacht, berbe ich. Fertig. Ich Egoist weiß natürlich von nichts mehr. Ich giche mich feelenruhig in die Gefilde der Seligen zurück, und meine Ange hörigen fönnen sich mit meinem Leichnam zerfransen. Alle werden natürlich sofort von dem tragischen Ereignis per ständigt, müssen morgens um drei Stunden früher aufstehen und trauern. Bomöglich noch mit nüchternem Magen. Das muß fehr anstrengend fein. Ich tönnt's nicht. Jezt erst beginnen die Scherereien! Meine Frau ist zeiflebens nie auf ein Amt gegangen. Das habe ich ihr immer abgenommen. Nun muß sie sich zum erstenmal den mürrischen, gehässigen Beamten aussehen und mein Begräbnis in die Wege feiten. Bum Druder muß sie auch gehen und Todesanzeigen bestellen. Dann die Schere reien mit dem Beerdigungsinstitut, die Auswahl des Sarges, die Erwerbung des Grabes, die Dispofitionen für das Begräbnis, Trauer. fleider für die ganze Familieach, ich tönnte mir die Haare ausreißen, einmal sterben zu müffen!! Die Zeitungen fönnen natürlich auch nicht umhin, von meinem Heimgang Notiz zu nehmen. Kurze Notiz. Denn wie ich mich fenne, fterbe ich sicherlich in der Hochsaison, wo die Blätter ohnebies an Blagmangel leiden. Denn deshalb schiden sie mir ja so viele Manustripte zurück. Aber bei meinem Tod räche ich mich einmal. Das muß in's Blatt und wenn der englische Premier hinaus muß! Das muß ungefähr so aussehen am besten, man nimmt im Ernst fall nachstehende Zeilen als Vorlage: • Das Nachrichtenblatt des Vereins deutscher Zeitungsverleger lungen, die sogar bereits in der Presse aufgetaucht sind, werden uns von maßgebender deutschnationaler Seite als glatt erfunden bezeichnet. Gestern verschied, nach kurzem schweren Lelden, der als Feuille tonist bekannte Schriftsteller Wilhelm Lichtenberg. Nicht gerade einer von den Größten, aber doch einer, dessen Sächelchen sich sehr hübsch lasen und der sich dadurch einen fleinen Kreis von Schäßern zu sichern wußte. Es starb mit ihm ein allzeit gütiger Mensch, der in allen Kreifen, die mit ihm in Berührung traten, beliebt und geachtet war. Die Erde sei ihm leicht!" Ein wahres Glück, daß mir dieses Belegeremplar nicht mehr in's Jenseits nachgeschickt werden kann, denn fonft tönnte es paffieren, daß mein Astralleib die Blaze friegt. Ich berichtige schon jetzt unter Berufung auf Paragraph soundsoviel des Preffegesetzes, daß ich bei Lebzeiten feinem wie immer gearteten Kreise nahe gestanden habe und daß ich mich überall der denkbar größten Unbeliebtheit zu erfreuen hatte. Denn Letzter Aft der Tragödie: Ich werde zu Grabe getragen. ech wie ich habe, regnet es in Störmen!.. Aber mitgehen müssen alle. was würden sonst die Leute sagen?! Sie denten unausgefeßt an die Lungenentzündung und ble hohen Schneiderpreise für Blätten eines Anzuges. Ich bin natürlich geschützt. Ich fann leicht sterben, denken die Teilnehmer. Am Fried. hof zieht es alles schimpft auf das Sauwetter. Dann muß sich einer noch hinstellen und so etwas wie eine Rede reben. Er muß mir alle möglichen guten Eigenschaften nachlagen, an die er zeitlebens nicht gedacht hat. Er muß rühmend hervor heben, daß ich ein guter Mensch und Familienvater gewesen bin, obwohl ihn das nicht im geringsten interessiert, er muß mit fatharra lischem Brustton versichern, daß mein Andenken in allen Herzen weiterleben wird, während ihm das Wasser in die Schuhe rinnt. Ich aber bin tot und begraben und habe, ohne daß ich es hindern fonnte, zwanzig Menschen und am meisten darunter meiner lieben Frau, der ich sonft jedes Steinchen vom Wege räinne, Unannehmlich. feiten bereitet. binlegen und fogen: So, jetzt geht mich die ganze Geschichte nichts Deshalb sage ich: Nur nicht sherben! Das ist keine Kunst, fich mehr an! Und die anderen in der peinlichen Verlegenheit lassen. Aber so ist es nun leider! Man kann zur Not für sich allein leben. für sich allein sterben fann man leider noch nicht. Zoppoker Götterdämmerung. Aus 3oppot wird uns geschrieben: Soppot- meerumschlungenes Inflations- Monte- Carlo bes Oftens. mit deinen Bars und Rabaretts, deiner Sportwoche, deinen Blumenforfo, deinen Wagner- Festspielen Bayreuth an der Ostsee! Und Bayreuth an der Ostsee! Und dennoch troß beiner totschicken Sommertoilette- armes 3oppot! Ich hätte dir ein besseres Ende gewünscht. Hätten dich wenigstens die Fluten des Meeres begraben mit all beinem Glanz, dem märchenhaften Bineta gleich. Doch dir war ein profaisches Ende bestimmt, vom Lande nahte die verderbenbringende Hydra, die dreiköpfige; der eine Kopf: der Danziger Gulben, der zweite: der polnische Zloty und der dritte: die dollarüberragende Rentenmart. Bon einer schier unersättlichen Gier nach der letzten Null einer jeden ihr in den Weg tretenden Zahl war fie beseffen. Wirte und Hoteliers mit ihren Bimmer- und Menupreifen, Unternehmer mit ihren Klubs und Raba retts fielen ihr zum Opfer; aber sie steckte auch ihren Rachen in die | wirb bie mtlitärische Räumung von Dortmund in Brüffel, 28. Auguft.( WTB). Der Dernière Heure" aufolge den ersten Septembertagen stattfinden. Im Laufe der ersten Hälfte des Monats September würden die Belgier den 8ollposten auf der 2ippebrüde gegenüber Besel aufheben. Paris, 23. August.( WTB). Wie die Humanité" mitteilt, hat Befehl gegeben, daß der Prozeß gegen die Kommunisten im Rheinlande, der am 28. August in Wiesbaden zur Verhandlung kommen sollte, auf unbestimmte Zeit vertagt wird. elegant möblierten Zimmer fämtlicher verwitweten Kleinrentnerinnen, um von dem Zimmerpreis Juli- Auguft erbarmungslos die letzte Null zu verschlingen. Arme 3oppotianer! Hattet ihr nicht das vorige Mal von diesen zwei Monaten das ganze Jahr gelebt? Wie haben sich die Beiten geändert! Millionen und Milliarden schwanden und mit ihnen die Kurgäste. Die Welt ist sparsam, ist solide geworden, 3oppot aber, dank seiner eigenen Reflame, als teuer und unsolide weithin rühmlichst bekannt. Bu spät gehen jetzt die Preise zurück; für seinen Ruf muß es bezahlen. Darum Berlust über Berlust, und schon sperrt die Hydra ihre drei Rachen auf und dem ganzen Kurbetrieb samt Unternehmern und Vermietern droht Untergang. Zieh' eine Lehre aus deinem Fall, Zoppot! Troß deinen Sens fationen und deiner Eleganz warst du unmodern. Modern ist Abbauen foliden billigen deutschen Ostseebad. Wir brauchen teine Spielfäle, Umstellen! Werde wieber zu dem, was du warst, zu dem wir brauchen fein Monte Carlo. Wir haben nichts mehr zum Ver fieren. Darum: Zoppot, bau ab! H. Mosztowski- Geschichten. Der bekannte Pianist und Komponist Moriz Moszkowski, der am 23. August 1854 in Breslau geboren wurde, beging jetzt seinen 70. Geburtstag. Der in Paris lebende Meister war nicht nur ein berühmter Klavierspieler, sondern nicht minder bekannt wurde er durch seinen unerschöpflichen Biz, der stets ins Schwarze traf. Bon den zahllosen geistvollen Bemerkungen, die von ihm im Umlauf sind, hat 3. Rast an in seinem soeben bei Hoffmann u. Campe erschienenen Geschichtenbuch Luft i ges Ban optitum" einige bezeichnende aufbewahrt. Einer feiner Stunftgenossen hatte reich geheiratet und fonnte nun seiner Kunst und noch mehr den Genüffen des Lebens fich ungehindert hingeben. Während er mit der Musit nur wenig verdient hatte, hielt er jetzt em gaftfreies Hous und schaffte sich sogar ein Reitpferd an, auf dem er aller dings nicht gerade in sehr sicherer Haltung dahintrabte. Als brohte, fab, meinte er:„ Daß er sich jetzt auch noch Reitpferde hält, Moszkowski einmal den Reiter, der jeden Augenblick herunterzufallen finde ich durchaus begreiflich, Mufit wirft eben nicht so viel ab!" Einst fam die Rede auf fünstlerische Erfolge mancher reisender Virtuofen. Insbesondere sprach man von einem Klavierspieler, von dem die Zeitungen berichteten, daß seine Leistungen in der Provinz bei Zuhörerschaft und Kritik fich großen Beifalls erfreuten. Mosztowsti bemerkte dabei trocken:„ Hier in Berlin macht er nicht viel, aber wenn er auswärts spielt, da reißt er hin!" Ein brolliger Sammler, ber fich auf seine Originalgemälde" alter Meister viel einbildete, fetzte auch Moszkowski so lange zu, bis er sich zu einem Besuch seines Museums" entschloß. Der Künstler wandelte still und in sich gefehrt burch die Säle, in denen die schlechtesten Bilder mit den berühmtesten Namen hingen. Als ihn aber der stolze Befizer dieser Schäße um fein Urteil befragte, erwiderte er nur: Wiffen Sie, mein verehrter Herr, solche Bilder fann man nicht hoch genug anschlagen!" M B. Das hat bie Spielplanänderung. Die Bremiere der Revue Welt noch nicht geseh'n findet erst am Freitag in der Komischen Oper statt. Der Generalmufifdireffor Julius Brüwer aus Belmar ist als Profeffor an die Staatliche Hochschule für Mufit zu Charlottenburg berufen worden. Interessent und Minister. Graf Kanit als Rittergutsbesiker. Der Beschluß des Reichskabinetts, die Vorlage über die Einführung von Schutzöllen und die Ermäßigung der Umfagsteuer dem Reichstage noch in dieser Sigungsperiode zur Beschlußfassung vorzulegen, ist, wie man erfährt, durchaus nicht einmütig gefaßt worden. Eine starte Minderheit vertrat mit politischen und wirtschaftlichen Gründen den Standpunkt, daß es gegenwärtig nicht angängig sei, durch diese Vorlage die Gegensäge im Volfe noch weiter zu verschärfen. Der eifrigste Dränger für die sofortige Einbringung der Schutzollvorlage ist der Reichsernährungsminister Graf Ranig. Seine bisherige Zugehörigkeit zur Deutschnationalen Partei macht das gewiß erklärlich. Der Reichsernährungsminister Graf Ranig aber ist, wie in diesem Zusammenhang doch bemerkt werden muß, nicht nur Minister, sondern auch Rittergutsbesizer. Bon den Getreidezöllen haben aber die Großagrarier den größten Rußen. Je größer der Befiß, um so größer die Menge des zum Verkauf gelangenden Getreides, um so größer also auch der Profit. Zu diesen Glück lichen gehört auch der Reichsernährungsminister Graf Kanig. Der jetzige Minister Graf Gerhard Kanitz ist der Sohn des alten Grafen Hans Kanig, der seinen beiden Söhnen die Rittergüter Mednicken mit 922 Heftar, Tüngen mit 457 Hektar Bodangen mit 958 Hektar und das Vorwerk Maulfrigen mit 218 Hektar, insgesamt also über 10 000 morgen hinterließ. Dazu hat Graf Gerhard Kaniz durch seine Heirat noch weiteren Landzuwachs erhalten. Denn seine Frau ist eines der vier Kinder des 1922 verstorbenen Grafen Tiele- Wincler, der es schon vor dem Kriege auf 175 000 morgen gebracht hatte. Graf Gerhard Kaniz wird also wohl heute zu den zehn oder zwanzig größten Latifundien befizern in Deutschland ge. hören.. Bir meinen, es fönnte dem Herrn Reichsernährungsminister Grafen Kanih nicht schaden, wenn er die Deffentlichkeit vor dem Eindrud bewahren würde, als ob der Rittergutsbesiger Kanig über den Minister Rani fiegen würde. Wir selbst haben feine Veranlassung, eine solche Annahme auszusprechen, obwohl wir sicher sind, daß ein sozialdemokratischer Minister, wenn er sich in der gleichen Lage befinden würde, mit den stärksten Vorwürfen der Rechtspresse überhäuft würde. Thüringische Regierung und Hochverrat. Die thüringische Regierung tritt in der Hafenfreuzfrage einen halben Rüdzug an. Sie läßt amtlich mitteilen, daß sie die Entfernung der Hafenkreuzfahnen vom Weimarer Nationaltheater an demselben Tage veranlaßt habe, an dem sie darauf aufmerksam gemacht worden sei. Sie habe auch nicht geduldet, daß die Fahnen durch andere Abzeichen ersetzt wurden. In Zukunft werde das Nationaltheater zu politischen Beran faltungen nicht mehr zur Berfügung gestellt werden. Damit gibt die thüringische Regierung indirekt auch zu, daß ihre Regierung indirekt auch zu, daß ihre Begrüßungsadresse an die Beranstalter des Hatenkreuz tages eine Gefch madiofigfeit und eine politische Dumm heit war. Man kann die thüringische Regierung im übrigen ihrer Blamage überlassen. Sie hat in Weimar Leute willkommen geheißen, die sich wie die Bandalen benahmen, sie hat einem Bartei tag die hand gereicht, gegen dessen Hauptredner Artur Dinter das Berfahren wegen och verrats eröffnet werden mußte. Sie das Berfahren wegen hochperrats eröffnet werden mußte. Sie hat indirekt diesen Hochverrat erst ermöglicht. Die Folgen der Ablehnung. Die Abrechnung wird nicht ausbleiben! Der Reichskanzler und die beiden Reichsminister, die gestern im Reichstag zu Worte tamen, haben nicht ohne Geschick die verheerenden Wirkungen der Ablehnung der Londoner Abmachungen auf das besetzte Gebiet und auf das Reich gekennzeichnet. Es lohnt, die entscheidenden Argumente noch einmal zusammenzufassen, um darzutun, welche Wahnsinnspolitit von den Reattionären und Kommunisten betrieben wird, und wie sich die Extreme von rechts und von links zusammengetan haben, um die Wirt haft au bolshevisieren und das ganze Land, das ganze zu Bolf erneutem Elend preiszugeben. Die neue Wahlkreiseinteilung. Die Wahlreformnovelle setzt die Zahl der Reichstagsmaßgebend: Die Zahl der Abgeordneten im Reichstag der Bis abgeordneten auf 399 feft. Hierfür waren folgende Erwägungen Lothringen und 14 auf Bosen und die übrigen Abtretungsgebiete mardschen Verfassung betrug 597, wovon 15 auf Elsaßfielen. Von den alten 397 Wahlkreisen fönnen also nur noch 348 auf die erweiterten Aufgaben des heutigen Reichstages gegenüber im jezigen Reichswahlgebiet als vorhanden gelten. Mit Rücksicht dem früheren Reichstag erscheint es geboten, nicht unter die Zahl des alten Reichstages herunterzugehen. Die ungerade Zahl 399 bietet eine bequeme Berechnungsgrundlage für einfache und qualifizierte Mehrheiten. Bayern hat die Zahl feiner Landtagsmitglieder bereits von bisher 155 auf fünftig 128, Würt tem berg von bisher 101 auf fünftig 80, Braunschweig von 60 auf fünftig 48 herabgesetzt. Die Verminderung der Zahl der gent in Bayern, 18,4 Broz. in Württemberg und 20 Proz. in Abgeordneten beträgt also im Reich 15,5 Proz., gegenüber 17,4 ProBraunschweig. In der Novelle wird Berlin in 10 Wahltreise eingeteilt. Die Verwaltungsbezirke Mitte und Hallesches Tor bilden je einen gesonderten Wahlkreis( Berlin 1 und 2). Zu je einem Wahlfreis sind zusammengelegt die Verwaltungsbezirke Tiergarten und Schöneberg( Berlin 3), Charlottenburg und Spandau( Berlin 4), Wedding und Reinickendorf( Berlin 5), Prenzlauer Tor und Bantow ( Berfin 6), Friedrichshain und Treptow( Berlin 7), Köpenid, Lichtenberg und Weißenfee( Berlin 8), Tempelhof und Neukölln( Berlin 9), Wilmersdorf, Zehlendorf und Steglitz( Berlin 10). Einen besonderen Anstrich erhalten die Feststellungen der Regierung, wenn man sie den Klagen der Interessenten in der jetzigen Wirtschaftstrife gegenüberstellt. dustrie hat daraus den richtigen Schluß gezogen, daß der Londoner Noch immer ist die Kredittrise nicht behoben. Die In Baft unbedingt angenomemn werden muß. Die Landwirt. fchaft jedoch, die lange Zeit unter der Kreditnot noch schärfer geliten hat, gibt mit der Ablehnung des Londoner Protokolls gerabe die schwächsten und der Hilfe am meisten bedürftigen Mitglieder ihres Berufsstandes dem Ruin preis. 1½ Milliarden Goldmark find an Auslandskrediten der deutschen Wirtschaft bereits zugeflossen. Werden diese wieder zurückgezogen, so muß fich die Krise auf das werden diese wieder zurückgezogen, so muß sich die Krise auf das äußerste verschärfen. Die Reichsbank kann dann nichts dazu tun, um die Krise zu mildern. Je länger der Zustand der Unsicherheit andauert, der durch die Ablehnung des Londoner Protokolls durch den Reichstag herbeigeführt werden würde, desto näher rüdt die Im übrigen bilden die Großstädte entweder für sich oder Gefahr der Inflation, desto länger wird die Möglichkeit der in Verbindung mit benachbarten ländlichen Bezirken je einen WahlSchaffung einer Goldwährung hinausgezogen. Wir stehen dann mit treis. As selbständige Wahltreise erscheinen die Städte den Bodenzetteln, die man Rentenmart nennt, neuen Anstürmen Breslau, Hannover, Frankfurt a. M., Effen, Düsseldorf, Dresden am Balutenmarkt gegenüber. Bekämpft werden können sie nur durch und Chemnitz. Die Stadt München und Köln werden in je einen schärfste Zurückhaltung bei der Kreditgewährung. So muß die Abnördlichen und einen südlichen, Leipzig in einen westlichen und östlehnung des Londoner Protokolls zu einer Berewigung und Berlichen Wahlkreis aufgeteilt; Nürnberg bildet mit Fürth, Mannheim schärfung der Arbeitslosigkeit führen, zu sozialem Elend, zur Bergeudung unzähliger Arbeitsstunden, die heute im Zeichen mit Bruchsal zusammen je einen Wahlkreis. des Schreies nach Mehrarbeit nicht geleistet werden können, weil es an Arbeitsgelegenheit fehlt. der internationalen Anleihe ja erst in den Anfängen befinden würde, Das Kreditproblem, dessen Lösung sich bei einer Annahme wird dann nahezu unlösbar, da die ausländischen Geldgeber, die sich jetzt erst für Deutschland zu interessieren begonnen haben, schließlich besseres zu tun haben, als sich an der Nase herumführen zu lassen. Helfferichsche Verblendung hat Deutschland in die Inflakon geführt, die das Betriebskapital zerstörte und uns von der Beschaffung von Krediten im Auslande abhängig machte. Bestarpscher Nationalismus und agrarisches Etappenheldentum wollen den Weg versperren, der zur Be freiung des Ruhrgebiets offen steht und der zu einer Erleichterung für die ganze deutsche Wirtschaft führen würde. Man will es offen bar nicht, daß durch eine Teilnahme der amerikanischen Finanz an der Lösung der Reparationsfrage die Behandlung dieses Problems macht politischer Ratastrophenpolitit entzogen wird. Industrie und Landwirtschaft tlagen gleichmäßig über die allzu hohen Eisenbahntarife. Mit Recht tonnte Finanzminister Dr. Luther betonen, daß durch die Eingliederung des Ruhrgebiets in das deutsche Eisenbahngebiet eine Tarifermäßigung ermöglicht würde. Burden doch 30 Proz. der im gesamten Reichsgebiet benötigten forderten Güter tamen von dort oder gingen borthin. Die Land wirtschaft lehnt durch die Haftung der Deutschnationalen diese Tarif ermäßigung ab. Zur Lex Stinnes. Auffäße Brattische Steuerfragen". In ihnen bemüht Im Berliner Tageblatt" erscheinen seit langem regelmäßig fich Rechtsanwalt und Notar Dr. Mag Lion, ben Steuerpflichtigen Anweisungen zu geben, wie man bei richtiger Anwendung der Gesetze seiner Steuerpflicht am leichtesten genügen kann. Manches wäre zu seinen Methoden zu sagen. Das sei jedoch einer anderen wiefen, daß sich Dr. Lion in feiner letzten Abhandlung mit dem Gelegenheit vorbehalten. Heute sei nur auf die Tatsache hingefozialdemokratischen Antrag beschäftigt, die Erbschaftssteuerpflicht der Ehegatten wieder einzuführen. Er kommt dabei zu dem Ergebnis, daß man, wenn man nicht auf dem Standpunkt" Eigentum ist Diebstahl" steht, zu einer unbedingten Ablehnung kommen muß". Gegenüber dieser Stellungnahme sei daran erinnert, daß die Demokraten bereits 1909 für die Besteuerung des Gatten- und Kindeserbes eingetreten sind, daß 1919 alle Parteien, auch die Deutsch nationalen, diesen Standpunkt eingenommen haben, und daß dieser Rechtszustand von 1919 bis 1922 bereits be ft anden hat. Will angesichts diefes Tats bestandes Herr Dr. Lion etwa behaupten, daß fämtliche bürgerlichen Parteien von den Demokraten bis zu den Deutschnationalen den Damit gibt die thüring die Veranstalter des Hakenkreuz Güterwagen im befehten Gebiet gestellt, faft die Hälfte aller ge Standpunkt„ Eigentum ist Diebstahl" vertreten? Der Sowjetgefandte für Polen, Bojto, ber bas Tobesurteil des Baren und feiner Familie seinerzeit bestätigt hatte, wurde von der polnischen Regierung nicht zugelaffen. " Die Offiziersbände. Weil der General von Deimfing Eich als Mann und bolzengrad, Nicht sich als Charakterschleimling Dergestalt erwiesen hat, Daß die Republik er haßte, Gleichwohl um Pension fich rib, Tat ihn tiefergrimmt die Rafte Der Kollegen in Verschiß. Offiziere in brei Bünden Rotten heldisch sich zu Hauf, Reißen gleich Ranonenschlünden Die empörten Guschen auf: Wir sind gänzlich unpolitisch, Das heißt: völtisch allezeit, Königstreu, antisemitisch, Und zu jedem Putsch bereit." Wir verlangen Meinungsfreiheit: Jeber, der nicht mit ums heult, Wird durch unserer Bünde Dreiheit Angeefelt und verbeult." „ Niezufriedene Pensionäre, Die die Republik erhält, Sprechen dem wir ab die Ehre Der sich schützend vor sie stellt." Also standen fie und mährten. Ich dacht', wie einst Mann für Mann Ganz die gleichen Herren erflärten Sich für Ebert- Scheidemann. Mich. von Lindenheden. Die größten Bibliotheken der Welt. Eine Zusammenstellung der Bibliothelen von 50 000 und mehr Bänden und ihre geographische Berteilung auf der Erde" hat der argentinische Gelehrte Dr. Enrique Sparn veröffentlicht und damit einen überaus intereffanten Ueberblick über die Zentren des wissenschaftlichen Lebens geboten. Wie im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel" hervorgehoben wird, steht Deutschland in dieser Zusammenstellung unter den Völkern der Welt an zweiter Stelle. Die meisten Bibliotheken über 50 000 Bände befizt Nordamerika. Aber Deutschland weist ein Biertel aller großen Bibliotheten Europas und ein Viertel der ge famten Bücherschätze dieses Erdteils auf. Es befigt mit 10,3. Millionen Bänden in seinen Universitätsbibliotheten fast ebenso piel Bände, wie die Universitätsbibliotheken von England, Frankreich und Italien mit ihren 12 Millionen Bänden zusammen. Dabei fällt noch der Verlust der früher deutschen Bibliothek Straßburg, die mit ihren 1,2 Millionen Bänden die größte Universitätsbibliothet der Welt ist, zugunsten Frankreichs in die Wagschale. Im ganzen befigen die 160 größten deutschen Bibliotheken 29,5 millionen Bände. Führungen im Museum für Meerestande. Dienstag, 26. Auguft, 1 Uhr, Ronteradmiral a. D. Lorey: Entwicklung des Linienschiffs. leber die Gefahren des 3 usammenbruchs der Reichs. finanzen, der Haushaltsführung der Länder und Gemeinden, die durch die Ablehnung des Londoner Protokolls herbeigeführt wird, burch die Ablehnung des Londoner Protokolls herbeigeführt wird, lachen die Leute, die diesem Staat feinen Pfennig geben und feine Schulden aufwerten wollen. Daß die soziale Not und das wachsende Elend der breiben Maffen ihnen fein Mitleid abfordern, brauchte man nach der Geschichte der letzten zehn Jahre, nach Kriegs- und Inflationselend und Zollkampf nicht erst noch erneut bestätigt zu bekommen. Daß ihnen aber ber wirtschaftliche und soziale Busammenbruch des Ruhrgebietes, der bei einer Ablehnung des Pattes in dichte Nähe rüdt, nichts gilt, obwohl felbft rechtsgerichtete Politifer seine Gefahr erkennen, das ist das besondere Ruhmesblatt jener natio nalen Kreise, die wirklich feine Schuib daran haben, wenn das be. setzte Gebiet sich heute noch Deutschland verbunden fühlt. Nun, die Abrechnung wird nicht ausbleiben. Der Memeler Putschplan. Litauische Angaben. Gesezwidrige Aburteilung. Marterung der Gefangenen. Aus dem Memelgebiet wird uns geschrieben: Die litauischen Behörden veröffentlichter vor wenigen Tagen eine amtliche Darstellung über die Butschvorbereitungen deutscher Nationalisten gegen des Memelgebiets litauische Berwaltung. Die Untersuchung ber fitauischen Behörden hat angeblich folgendes ergeben: Bunächst wurde in Pogegen eine uniformsenbung aus Deutschland festgestellt, die auf dem Zollamt nicht abgeholt wurde und die aus 200 Uniformen und 2000 Militärmüßen bestand. Es handelt sich dabei um Husaren-, Utanen- und Infanteriemüßen preuBischer Regimenter der alten Armee. Ein Zettel bei der Sendung gab als Empfänger einen gewissen Schwart aus Hendekrug an, der schon früher in dem Verdacht stand, Sprengstoffe ins Memelgebiet eingefchmuggelt zu haben. Der Butschplan felbft fab folgendes vor: Drei Gruppen follten in der Putschmacht die Memeler Kaserne, in der die litauische Besatzung liegt, überfallen. Einer vierten Gruppe war die Aufgabe zugedacht, die Banten, den Hafen und den Flugplag zu besetzen. Am Morgen sollten f.mtliche Automo. bile des Memelgebiets beschlagnahmt werden. Sie sollten dazu bienen, eine Verbindung mit dem Sih ber hatenkreuzlerischen Butsch leitung in Tilsit herzustellen. Gleichzeitig follten alle litauischer Offiziere und Beamte als Geifeln auf den zur Abfahrt bereit gehaltenen Lotfendampfer Sdylidmann" gebracht werden. Zu einer legten Besprechung des Plans follte sich am 1. August eine Abord nung der Verschwörer aus dem Memelgebiet zu dem Führer der Butschisten in Ostpreußen, dem Hauptmann a. D. Ammon in Tilfit begeben. 150 der Leute, die für den Butsch gewonnen waren, sollen bereits mit Waffen versehen gewesen sein. Weitere Bewaffnung war von einem Waffenhändler Schwerter zugefagt, außerdem wurden aus Tilsit 40 Maschinengewehre erwartet. Insgesamt sollen an der Organisation des Putsches 400 Mitglieder nationalistischer Berbände beteiligt gewesen sein. " Die Aburteilung der angeblichen Putschisten soll burch ein Kriegsgericht auf Grund einer Verordnung erfolgen, die rüdmirtende Kraft besitzt. Dabei sieht das Memel ft at ut ausdrüdlich vor, daß im Memelgebiet nicht das litauische Recht, sondern das deutsche Strafgefehbuch gift. Im übrigen wollen die Ge rüchte nicht verstummen, daß die wegen Teilnahme an dem Butschver fuch Verhafteten in den ersten Tagen nach ihrer Festnahme den schwersten Mißhandlungen ausgefeßt gewefen feien, bis ber Untersuchungsrichter aus Kowno eingriff. deshalb betämpft, weil er vorfieht, daß ihm rüdwirtende Kraft Daß Herr Dr. Lion den sozialdemokratischen Gefeßentwurf auch rom 1. April 1924 an gegeben werden soll, muß ebenfalls verzeich net werden. Der Zwed dieser Bestimmung ist, die gesetzliche Steuerhinterziehung von Hugo Stinnes nachträglich rüdgängig zu machen. Das ist also nach Herrn Dr. Lion Diebstahl am Eigen. tum"! Wir glauben zwar nicht, daß das die Auffassung der demofratischen Partei sein wird. Immerhin wollten wir den Anlaß nicht vorübergehen lassen, um zu zeigen, daß unter der Maste harmloser Sachlichkeit sich eine gefährliche Fürsorge für das Befigintereffe breitmacht, die geeignet ist, eine gefunde Berlei lung der Steuerlasten zu gefährden. Gratis abzugeben. Die Deutsche Tageszeitung" über Wilhelm von Doorn. Manchmal verraten die Reaktionäre ihre wirkliche Gesinnung wider Willen durch irgendeine Kleinigkeit. Im redaktionellen Zeil ist Wilhelm II. bei ihnen der große Märtyrer, der unverstanden und einsam in der Verbannung der Stunde harrt, wo Sein dankbares Bolt ihn zurückrufen wird. Im Inseratenteil sehen die Dinge manchmal anders aus. Da findet man in der Deutschen Tages. zeitung"& B. folgende niedliche Sache: Gratis lebensgroßes tünstler. Delgemälde bes Raifers in fostbarem Rahmen, tast awei Meter groß Abzugeben gegen Be rechnung des Rahmens für 300,-. Angebote unter R. X. 34931a an den Berlag dieser Zeitung, Das ist wirklich nett, daß der Wilhelm gratis abgegeben werden foll. Biel mehr gibt das deutsche Bolt für ihn auch nicht. Vielleicht fommt die Deutsche Tageszeitung" auch im redaktionellen Teil noch so weit, daß sie sich zur Gratisabgabe Wilhelms von Doorn versteht. Flottenmeuterei in Griechenland. Angeblich beigelegt. Athen, 23. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Auf dem Kreuzer Averoff" ist eine Meuterei ausgebrochen. Die offiziellen Berichte sprechen allerdings nur von einer teilweisen Gehorsamsverweigerung, von der man jedoch befürchtet, daß fie in der gesamien Marine um fich greift. Der Führer dieser Bewegung ist der Rapitän oli alegis, der der Regierung offen den Gehorsam berweigert hat. Da das Kabinett eine von der Marine ausgebende Bewegung zum Sturze der Regierung annimmt, hat es befohlen, den größten Teil der Flotte zu entwaffnen und die Befagung auf unbeschränkte geit zu beurlauben. Athen, 28. Auguft.( WTB.) Der Kapitän Colialegis und jeine Anhänger haben auf eine Intervention des Admirals Hadjitiriatos hin den Widerstand aufgegeben. Wahlreform in Frankreich. Paris, 23. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Der Senat beschloß am Sonnabend mit 232 gegen 32 Stimmen die Rückkehr zum System der Ein Mann- Wahltreise Ruhe im Sudan. Der Matin" meldet, daß nach Telegrammen aus Malta die Ruhe im Sudan wieder hergestellt ist. Auch die großen Rundgebungen, die in ganz Aegypten stattfinden sollten, find von ihren Beranstaltern abgesagt worden. Gewerkschaftsbewegung diefer Richtung hin" auf Grund wie trotz des grundsätzlichen" Acht Der grundsähliche Achtstundentag. Die Verordnung über die Arbeitszeit vom 21. Dezember 1923 befagt in§ 1: Insbesondere darf... Die regelmäßige werf tägliche Arbeitszeit ausschließlich der Pausen die Dauer von acht Stunden nicht überschreiten. Den Arbeitgeberverbänden gefällt zwar die ganze Verordnung nicht, da sie der Auffassung waren, „ daß die Gestaltung der deutschen Arbeitszeit der freien Rege lung durch Larifverträge oder Betriebsverein: barungen hätte überlassen werden können", zumal fie nach wie vor zum Tarifabschluß mit wirtschaftlich denkenden Gewert schaften bereit waren". Die Becabschiedung der Arbeitszeitverordnung, die unter dem Druck der Sozialdemokratie erfolgt sei, habe störend in eine gefunde und organische Entwicklung der Arbeitszeitregelung eingegriffen". Nach dem Ablauf der Arbeitszeitverordnung des Rats Der Bolksbeauftragten vom 23. November 1918 habe die Arbeitgeberfchaft im Interesse der Wirtschaft und des deutschen Bolies(!) aufgeatmet. Unter der Einwirtung der Inflation habe es nicht erst einer besonderen Anregung der Arbeitgeber bedurft, um die Belegschaften der einzelnen Betriebe einer Arbeitsverlängerung zugänglich zu machen. -Auch die Gewerkschaften waren, wie die Entwicklung bis zum Erlaß der Arbeitszeitverordnung bewies, zu freiwilligen Verein barungen über die Arbeitszeitverlängerung bereit. Zum Teil mußten sie dem Drängen ihrer Mitglieder nachgebert, wenn sie überhaupt einen Einfluß auf tarifvertragliche Gestaltung der Arbeitsbedingungen behalten wollten." Es genügt vollkommen, diefe be mußt falschen Behaup tungen in der berüchtigten Denkschrift der Arbeitgeberverbände hier niedriger zu hängen, damit sie als das erfannt werden, was sie sind. Wir wollen hier nur zeigen, wie es mit dem Grundfaz fteht. Nach der Darstellung der Arbeitgeberverbände enthält die neue Arbeitszeitverordnung vier grundlegende Fehler: „ Sie stellte den Grundjag des Achtstundentags an die Spize und gab damit den Verteidigern des bisherigen sojenatischen Achistundentags wieder festen Grund unter die Füße." Die weiteren grundlegenden Fehler werden darin erklärt, 1. daß feine Betriebsvereinbarungen über Verlängerungen der Arbeitszeit getroffen werden können, sondern nur tarifvertragliche Regelungen zwischen den beiderseitigen Organisationen, 2. daß Sie Arbeitnehmer nur an 30 der Wahl des Arbeitgebers überlassenen Lagen im Jahre mit Ueberarbeit bis zu zwei Stunden beschäftigt werden können, die Zahl der vom Arbeitgeber selbständig zu beanspruchenden Mehrarbeitsstunden" mithin nur 60 anstatt bis 150 Stunden" beträgt; 3. daß teine volle Straffreiheit Der Unternehmer besteht, für die vom Arbeitnehmer frei to illig Der Unternehmer besteht, für die vom Arbeitnehmer freiwillig geleistete Mehrarbeit. Ueber die bisherige Wirkung des grundsäglichen Achtstundentags stellt die" Denkschrift" triumphierend fest, daß nach einer von der Unternehmerorganisation für die Metallindustrie vorgenommenen Erhebung über 70 Proz. der Beschäftigten wöchent lich regelmäßig über 48 Stunden hinaus arbeiten, und zwar von 698 600 Arbeitern im Bereich von 28 Bezirksverbänden ber Metallindustriellen rund 487 000. Metallindustrie und Textilindustrie ständen mit Arbeitszeitverlängerung auch nach der Erhebung des ADGB, an der Spitze. Noch völlig unbefriedigend sei die Regelung im holz- und Baugewerbe. Nach einer Ueber. ficht der Vereinigung der Arbeitgeberverbände über die bis Mitte April vorgenommene Arbeitszeitregelung, die sich auf über 5 MilGonen Arbeiter der verschiedensten Industrien erstrecke, dürfe, soweit nach dem vorliegenden Material festgestellt werden kann, angenom men werden," daß eine freie Bereinbarung für sicht sehr viel mehr als 1% Millionen Arbeiter, also nur für etwa ein Fünftel der erfaßten Arbeiterzahl, in Frage fomme. Die weitaus überwiegende Zahl der Fälle von Arbeitszeitverlängerung ist auf Schiedssprüche zurückzuführen, ,, die nur zum geringsten Teil von den Gewerkschaften angenommen und auf dem Wege des Zwangstarifs bezeichnender weise auch hier unter heftigem Widerstand der Gewerkschaften zum großen Teil vergeblich durchzuführen versucht wurden". Da bie Unternehmer jedoch mit weiteren Erfolgen nach ftundentags rechnen, haben sie sich mit dem grundsäglichen Achtstundentag ausgeföhat, weil sie auf ihn die Arbeitszeit aufbauen wollen. " Damit jedoch, daß die Arbeitszeitverordnung sich auf dem Grundsay des Achtstundentages aufbaut, erklärt sich die deutsche Arbeitgeberschaft einverstanden unter der Voraussetzung, daß diese Regelung nicht zu einem schematischen Achtstundentag führen darf." Freilich sei eine schematische Arbeitsregelung für längere Arbeitszeit ebensowenig wünschenswert wie für den Achtstundentag. Die Zweifchichtarbeiter mit 12stündiger Arbeitszeit haben also den einen Trost, der schlimmstenfalls auch allen übrigen Arbeitnehmern bleibt, daß an dem grundsäglichen Achtstundentag die deutschen Arbeitgeberverbände nicht mehr rütteln. Der grundfäßliche" Achtstundentag bleibt uns erhalten! Internationaler Anti- Kriegstag 1924 am dritten Sonntag im September Die Eisenbahner zum Washingtoner Abkommen. In einer Generalversammlung der Berliner Ortsverwaltung des DEV. hielt Gen. Hermann Müller vom ADEB. ein instrufRampf um den Achtstundentag". tives Referat über„ Das Washingtoner Abkommen und den Der Vortragende führte den Versammelten den Kampf der freien Gewerkschaften und der Sozialdemokratie um den Achtstundentag vor dem Kriege vor Augen. Er erinnerte an die Einführung des achtstündigen Arbeitstages durch die Verordnung der Boltsbeauftragten, welche Verordnung schließlich durch die Arbeitszeitverordnung vom Dezember vorigen Jahres abgelöst wurde. Leider hat bei der damaligen Wirtschaftslage und bei der geschwächten Kampffront der Gewerkschaften dem Ansturm der Unternehmer nicht der gewünschte Abbaues des Achtstundentages sind bei den einzelnen Industrien Widerstand entgegengesetzt werden fönnen. Die Auswirkungen des sehr verschieden. Gen. Müller gab an der Hand einer vom ADGB. aufgenommenen Statistik eine Uebersicht, aus der hervorging, daß in 46 000 erfaßten Betrieben mit 2 500 000 Arbeitern bis zu 48 Stunden etwa 1 100 000 Beschäftigte arbeiten und daß der Rest über 48 Stunden bis zu 54 Stunden beschäftigt ist. Bei der Aufnahme dieser Erhebung ergab sich das Bild, daß in den Bezirken, wo noch gefchlofiene Organisationen vorhanden sind, auch die Abwehr gelang. Der Referent wandte sich gegen die Einwände der deutschen Regierung in Genf, die den starren Achtstundertag ablehnte, dabei aber gefliffentlich übersah, daß von einem solchen Standpunkt bei den deutschen Arbeitern keine Rede fein fann. Die wirtschaftlichen Organisationen der Arbeiterschaft haben bei starkem Arbeitsandrang noch immer ihre Zustimmung zur Leistung von Mehrarbeit gegeben. Allerdings wurde stets verlangt, daß diese Mehrarbeit aud) als solche bei der Bezahlung und der etwaigen tariflichen Feftiegung gefennzeichnet wurde. Es mag verwunderlich erscheinen, daß die außerdeutschen Länder sich gegen eine Arbeitszeitverlängerung bei uns wandten, besonders wenn man weiß, daß diese Länder genau so einen durchlöcherten Achtstundentag haber, mie mir. Gine Ertlärung dafür ist in der Tatsache zu suchen, daß unsere Arbeitszeitperordnung von 1918 den stärksten Rückhalt für die andern Länder bildete. Dazu tam, daß unsere Schmugtonfurrere, die durch lange Arbeitszeit in Berbindung mit niedrigen Löhnen hervorgerufen wurde, die Arbeitsverhältnisse bei den andern ungünstig beeinflußten. Daher der Druck auf Deutschland, das Washingtoner Abkommen zu ratifizieren. Genosse Müller fam nach längeren Ausführungen über das Abkommen zu dem Schluß, daß das Abtommen absolut nicht das Ideal ist, dem wir nacheilen fönnten. Es tommt unserer alten Arbeitszeitverord nung nicht entfernt nahe, ja, es decke sich in vielen Buntten mit der Verordnung vom 23. Dezember vorigen Jahres. Wenn wir trotzdem den Kampf um die Katifizierung führen, so deshalb, meil damit eine internationate Bereinbarung über die Arbeitszeit zustande tommt, die von feiner reaktionären Bolfsvertretung und Regierung ohne weiteres beseitigt werden fönnte. Das ist der große Wert des Abkommens. Sollte es möglich sein, die Zustimmung Deutschlands auf parlamenta rischem Wege zu erreichen, würden wir natürlich diesen Weg unterstützen. Ist dies nicht möglich, dann werden wir Beranlaffung nehmen, das Volk zu einem Boltsentscheid aufzurufen. Zur Durchführung dieser Aktion, wie auch zur Ausbeutung der günstigen Bestimmungen des Abkommens bedarf vornehmste Gegenwartsaufgabe fein muß. es aber starter Gewerkschaften, die zu schaffen unsere Der Referent erntete starten Beifall. Ais praktische Nutzanwendung des Gehörten beschloß die Generalversammlung auf Antrag der erweiterten Drisverwaltung einen Erfrabeitrag von 50 Pfennig zur Finanzierung des Volfsentscheibes zu erheben. Den Geschäftsbericht für das zweite Quartal gab der Bevollmächtigte Winkler. Er betonte, daß sich die Eisenbahner in der Butunft mehr als bisher mit allgemein- wirtschaftlichen Fragen befoffen müssen, da sie mit der Umwandlung der Eisenbahnen zu Privatarbeitern würden. Nach einem furzen Ueberblick über die letzten Lohnbewegungen fonnte der Berichterstatter feſtstellen, daß sich der Mitgliederbestand in erfreulicher Weise gehoben hat. Um fernerhin die Aufklärung unter den Unorganifierten besser als bisher betreiben zu tönnen, beschloß die Generalversammlung Richtlinien für die Arbeiten einer eingesetzten Agitationsfommission. Internationaler Gewerkschaftsbund für das Gutachten. In einer Erflärung des Sekretärs der Gewerkschaftsinternatio male und Bizepräsidenten des Arbeitsamtes des Völkerbundes, Oudegeest- Amsterdam, werden die auf dem internationalen Transportarbeiterfongreß in Hamburg erfolgten Aeußerungen Fimmens und Roberts Finnland gegen die Durchführung des Sachverständigengutachtens mit aller Entschiedenheit zurüdgewiesen. Dudegeest verweist auf die bisherigen Entschließungen Gewerkschaftsinternationale zum DamesBericht und erklärt: Man fann auf einem Rongreß die demagogische Behauptung aufstellen, daß die Kapitalisten zahlen sollen und sich gegen den Dames- Bericht erflären, namentlich, wenn man die Sicherheit hat, daß das Sachverständigengutachten doch anfun, der keine Verantwortung hat. Wenn er sich aber genommen und ausgeführt wird. Das kann aber doch nur der der Verantwortung bewußt ist und statt negative, positive Bolitis machen will, dann kann er nicht anders, als den letzten Werfuch, um Europa vor dem Untergang zu retten, sei es auch nur unter Borbehalt, zu akzeptieren und zu unterstügen. In England denten alle jene, die die Zustände flaren Auges sehen, genau so darüber. Beweis dafür ist, daß die entsprechenden Resolutionen mit den Stimmen der Vertreter der britischen Arbeiterpartei und des britischen Gewerkschaftsbundes angenommen wurden. Ein weiterer Beweis dafür find die Bemühungen Macdonalds und der anderen Mitglieder der Arbeiterregierung, die ebenfalls der Arbeiterpartei angehören. Ist es nach all dem noch nötig, über das marftschreierische Gebaren auf dem Hamburger Internationalen Transportarbeiterfongreß noch viele Worte zu machen?!" ( Gewerkschaftliches fiche auch 4. Seite der 1. Beilage.) Berantwortlich für Politif: Ernst Stenter; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Sonftiges: Fri Karstäbt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwäris- Buchdruderei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Hierza 3 Beilagen. KON LIMON @ Drei Türken New Zwei 3 GRAND ganz hervorragende PHÄNOMEN ZIGARETTEN Vorteilhafte Damenkleidung Bluse Jumperform aus Flanell mit Kragen und 2.90 Knopfgarnitur.... Kleid ausreinwoll.Stoff, hellgestreift, jugend- 19.50 liche Form Mantel aus vorzügl. Veloursstoff, in dunklen 29.00 Morgenrock Farben... aus Flauschstoff, mit hell- 7.75 farbiger Garnierung.. Wirk- u. Strickwaren Damen- Unterhemden weiß Baumwolle, mit 1.35 langen Ärmeln. Damen- Untertaille weiß Baumwolle, mit 1.95 langen Ärmeln Seidenstoffe Ripsseide aparte Muster und Besätze Mtr. 3.90 Crêpe de Chine für Putz, Taschen schwarz od. weiß, gute 6.25 Qualität, 98 cm.. Mtr. Crêpe Marocain in hübschen buntfarbig. 6.80 Druckmust., 98cm.Mtr. 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Dazu werden Anleihen an private deutsche Firmen treten, in der Art, wie sie bereits für die deutsche Kaliindustrie erfolgt sind. Bereits im vorigen Jahrhundert ging Deutschland in der Welt Gelb borgen, um seine Industrie hochzubringen, und bis in die jüngste Zeit waren englisches, belgisches, holländisches und Schweizer Kapital an unseren Erwerbsgesellschaften beteiligt. Erst während der Zeit der Kriegsgewinne gelang es, diese fremden Kapitalien und das auch nicht durchweg abzustoßen. Jedoch hat schon seit Ende der Inflation eine neue Einwanderung ausländischen Kapitals in die deutsche Industrie eingesetzt. 3. B. Schätte man schon im Frühjahr 1924 ausländisches Kapital im Bergbau und in der Montanindustrie Rheinlands und Westfalens höher als um die Jahre 1855 bis 1860, wo die Verschuldung an das Ausland am größten war. Amerika, das Goldland. Als Geldgeber fommen in erster Linie die Amerikaner in Frage, die beispielsweise den größten Teil der 800- millionen- Anleihe übernehmen. Die Rodefeller und Morgan find bereit, der banteroiten europäischen Wirtschaft durch ihre Milliarden neues Blut einzupumpen. Ganz Europa, befonders die Börsen in Berlin, Paris, London und anders. mo, fiebert vor Erregung und Erwartung. Die Paulinischen Weissagungen vom Taufendjährigen Reich scheinen erfüllt zu fein: fapitalistische Löwen lassen sich die Klauen manitüren, werden philantropische Schäfchen und der uralte Fluch des Goldes scheint sich in Segen verwandeln zu wollen. Aber Wallstreet, der Sitz der amerikanischen Hochfinanz, war noch nie ein Wohltätigteitsinftitut und wenn die Kuhn, Coeb und Comp. ihre Trefors öffnen, dann haben sie ihre guien Gründe. Es bleibt also bei der alten Weisheit vom Golde: Es ist schlimm, wenn man nicht genug von ihm hat. Europa mit feinen politischen und Wirtschaftstrifen fann das bezeugen. Aber nicht weniger schlimm scheint es zu sein, wenn man zu viel hat. Sie haben drüben wirklich zu viel Gold. ( Mit Einschränkung zu verstehen: Wer hat, hat und mer nicht hat, ist eben jenseits des großen Teiches auch nur Mitteleuropäer.) Aber insgesamt genommen fann sich Amerika vor dem Goldstrom nicht retten, der tagaus und tagein ins Band strömt. Die Vereinigten Staaten haben in Den beiden Jahren 1913 und 1914 für rund 183 Millionen Dollar Gold nach anderen Ländern ausgeführt, um Waren, Leistungen usw. dieser anderen Länder zu bezahlen. Das war fast so viel, als Deutschland im Jahre 1913 im Ausland verdiente. Dann tam der Krieg. Amerita verkaufte als Kriegs lieferant, als Gulaschbaron en gros, Waren und lieh Gelb, so daß es schon 1916 an feinen internationalen Handels- und Kreditbeziehungen zirfa 530 Millionen Dollar Gold netto erübrigte, also fast so viel, wie die deutsche Reichsbank in ihrer besten Zeit überhaupt an Geld besaß. Der größte Bestand an Gold in der deutschen Reichsbant wurde am 31. Dezember 1916 mit 2520,5 millionen Mart erreicht. In der Zeit von 1915 bis Mai 1924 hatte Amerika einen Goldeinfuhrüberschuß von ungefähr für 2 285 200 000 Dollar Gold. Das ist allein fast zwanzigmal soviel als die deutsche Reichsbank Anfang August 1924 überhaupt an Gold besaß und die Goldreserven der Federal Referve Bank, des zeniralen Gelbinstituts der Bereinigten Staaten, Steigerten sich in den Jahren 1915 bis 1923 von 384 auf 3192 Millionen Dollar, d. h. fie maren 13½mal größer als der Goldbestand der deutschen Reichsbant im Jahre 1913. Go betommt man eine Borstellung von den Goldbeschwerden der Yankees. Amerita hat einen wesentlichen Bruchteil des Goldes, bes Beltzahlungsmittels, an sich gezogen. Er mag vielleicht 50, tann aber auch 60 und sogar 70 Broz. des überhaupt gewonnenen Goldes ausmachen. Am meisten litt England darunter. Der Dollar entthronte das Pfund. Man 25] Die Rebellion. | Roman von Joseph Roth. Indeffen begab er sich zur Borortbahn und löfte, von einem unerklärlichen Trog befallen, der ihm selbst tindisch vortam, eine Karte zweiter Klasse. So saß er zum erstenmal auf grünen Polstern, breit in eine Ede am Fenster gelehnt und den Ellbogen stüzend auf weiches, schwellendes Leder und freute sich, daß er hier saß, mo nicht sein Blah war, daß er ein Unrecht beging und daß er sich anmaßte, was ihm nicht zukam. Er rebellierte gegen die ungeschriebenen und dennoch heiligen Gesetze der irdischen und der Bahnordnung und sein trogiger Blick verriet den stillen und gutgekleideten Bassagieren, daß er ein Rebell war. Sie rüdten unmerklich zur Seite und Andrea freute sich. Er stand auf, es fiel ihm ein, daß er sämtliche Einrichtungen der zweiten Klasse sehen und genießen müsse und er machte sich auf die Suche nach der Toilette im Rorridor des Wagens. Sie war verschlossen. Er rief den Schaffner, der zufrieden in seinem Dienstableil fchlummerte und er befahl mit der Stimme eines aufgeregten Herrn dem Beamten, das Klosett zu öffnen. Der Schaffner fand sogar ein Wort der Entschuldigung. Andreas trat ein und prallte sofort zurüd. Aus dem schmalen Spiegel gegenüber der Tür blickte ihm ein weißbärtiger Greis entgegen, mit einem gelben Gesicht und unzähligen Runzeln. Dieser Greis erinnerte an einen böfen Zauberer aus den Märchen, der Ehrfurcht und Furcht er medt und dessen weißer Großvaterbart wie das häßliche Abzeichen einer verräterischen Liebe ist, einer heuchlerischen Güte und einer falschen Ehrlichkeit. Andreas glaubte, sich an die Farbe seiner Augen zu erinnern: waren sie nicht einmal blau gewesen? Jezt schillerien sie in grünlicher Bosheit. Aenderte fich auch die Farbe der Augen in der Luft der Zelle? Weshalb sollten die Augen bleiben wie sie gewesen, wenn das braune Haar in furzen Wochen weiß geworden war? In furzen Wochen? Bewies ihm nicht gerade diese ehrwürdige Haarfarbe, daß er lange Jahre in der Zelle zugebracht hatte? Jetzt war er ein Greis, unfähig, ein neues Leben zu beginnen und dem Tode nahe. Nun, er wollte sich nicht fürchten. Er wollte freiwillig wieder ins Gefängnis zurückkehren und fterben. Sein Leben war nur noch furz. Er fehrte an seinen Platz zurück. Die Leute rückten auseinander. Es schien, daß sie sich über ihn unterhalten hatten; so plötzlich und unwahrscheinlich war ihr Schweigen. Andreas H Die aufgehende Dollarsonne. Sonntag, 24. August 1924 der amerikanische Rediskontsak. 3u jener Zeit 1823 hatten die spanischen und portugiesischen Kolonien gerade ihren sogenannten Befreiungskrieg hinter sich, waren selbständig geworden, hallen große wirtschaftliche Rofinen im Kopf und fein Geld im Beutel. Da schaffte die englische Hochfinanz ihr Geld nach Zentral- und Südamerika, in der Erkenntnis, den faulen Zauber loswerden zu müssen. Und zehn Jahre später brachte England, wir führen die Tatsache nur an, um die Veränderlichkeit alles Irdischen zu beweisen, Gold nach den Vereinigten Staaten, die damals pleite waren. Die Kunst, Gold los zu werden. Das Abstoßen von Gold scheint aber ein Kunststück zu sein, das gelernt werden muß. Die Anieihen in den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts an Amerita riefen die furchtbaren Krisen von 1825 und 1836 hervor. Es lag wohl darin, daß besonders Süd- und Zentralamerika die Anleihen verpulverten, d. h. fenfumierten und nicht zur Produktion benutzten. Englands Einfuhren nach den unterstützten Ländern stiegen im Anfang und ein Lichtblick für die Börsenjobber von heute auch die Papierchen. Dann kam der Krach. Der Warenbezug aus England konnte, da das geliehene Kapital zu gründlich verteilt" war, nicht bezahlt werden. Die Häuser fallierten und es war allgemeiner Geldmangel und Kazenjammer. England hat Jahre gebraucht, um die Folgen diefes Experiments zu überwinden. Aber man hatte gelernt und man zeigte, daß man gelernt hatte, als man Deutschland Geld lieh. Denn wenn Deutschland heute auf die amerikanischen Millionen wartet, ist es nicht das erstemal, daß es„ pumpen" geht. Ais Deutschland seine Bergwertsgebiete erschloß und seine Industrie im vorigen Jahrhundert aufbaule, geschah das mit geliehenem Gelde. Kredit gab der westeuropäische Kapitalismus, der englische, der irische, der holländische, französische und besonders der belgische, aber anders als der englische damals nach Südamerika usw., nämlich in Form von Beteiligungen und unter Konfrolle. Diese Rapitalisten hatten ihren Kapitalismus früher als Deutschland entwickelt und Kapital über Bedarf gesammelt. Den lleberschuß wurde der ausländische Kapitalismus in Deutschland los und der Ausgleich hergestellt. Das Wichtige bei diesen Goldabstoßungen und Goldausgleichungen gegenüber denen von 1823 und 1835 war der Umstand, daß in Deutschland eine Industrie gefchaffen wurde, deren Broduktion jo viel abwarf, um die geliehenen Summen zurüdzahlen zu fönnen. Das ist durch Deutschland geschehen. 1918 mar die deutsche Industrie so ziemlich von fremdem Kapital frei, nachdem sie früher schon Kapital im Ausland investiert hatte, das 1906 schätzungsweise 1750 Goldmillionen durch Zinsendienst eintrug. helmart früber durch die Weltgeschichte fputt. Dadurch steigen die Preise und er mäßigt sich die Produktion. Richtig ist daran, daß im amerikanischen Geldwefen durch Ueberfluß an Gold im Prinzip dasselbe eintrat, wie bei uns in Deutschland durch Mangel an Gold: der Notenumlauf. das Papiergeld, erhöhte sich von 89 Millionen Dollar im Jahre 1915 auf 2239 Millionen Dollar im Jahre 1923 und infolge dieser Vermehrung stieg der Inder für Großhandelspreise von 100 im Jahre 1914 auf 226 im Jahre 1920. Mit vieler Mühe ist es gelungen, den Inder auf 154 im Jahre 1923 und auf 156 im Mai 1924 zu drücken. Das viele Gold hatte also eine schlimme krije verursacht. Es ist also nicht gut, wenn man zuviel von dem Zeug hat. Deshalb mollen es die Amerikaner partout los werben. Aber alles ist schon dagewesen, sagt Ben Atiba, und es scheint für das Gold ein bestimmtes Gejeh darüber zu geben, inwieweit man Schäße sammeln kann, die Motten und Rost fressen. Ist diese Grenze überschritten, dann ergibt sich der Zwang, eine bessere Verteilung wiederherzustellen. Bor gut hundert Jahren, nach den napoleonischen Kriegen, waren es bie Engländer, die sich vor den Goldströmen nicht retten fonnten. In den Jahren 1811, 1815 und 1818 ging es der englischen Wirtschaft schlecht, weil sie zuviel Gold hatte. Der Leihgins fant ungefähr so wie heute sah zum Fenster hinaus, wie einer, der seinem Tod entgegenfährt und Abschied nimmt von den bunten Bildern der Erde. Ein bißchen traurig war Andreas. Er sah selbst die häßlichen Bretterzäune und die Reklamebilder mit dem Schmerz des Abschieds für ewige Beiten. Und dennoch erwachte eine neue Hoffnung in feiner Seele, als er den Bahnhof verließ. Er fah wieder den freudigen Wirbel der lebendigen großen Stadt. Er sah über dem Gewirr der Wagen und Pferde und Menschen die neue Sonne des fommenden Frühlings. Und obwohl er ein weißhaariger Krüppel war, gab er feinen Troß nicht auf. Todgeweiht, blieb er dennoch am Leben, um zu sebellieren: Gegen die Welt, die Behörden, gegen die Regierung und gegen Gott. 17. Willi schlief nicht, obwohl es Mittagszeit war und die Stunde des besten und tiefften Schlafes. Andreas brauchte nicht an die Tür zu klopfen. Willi hatte das Aufschlagen der Krücke im Hausflur gehört. Er öffnete und erschrat vor dem weißen Haar. Aber mit der frechen Heiterkeit, die ihm eigen war und die Andreas freundlich entgegenschlug, wie ein gutgemeinter, freundschaftlicher Stoß vor die Brust, fand Willi ein wohl tätiges und lautes Scherzwort. Er trattierte Andreas mit Wurst und Witzen. Er holte eine große Schere, band ein Handtuch um Andreas und begann mit den Bewegungen eines Barbiers, den weißen Bart zu stugen. Er machte ihn viereckig und ehrwürdig. Andreas sah sich im Spiegel und empfand Ehrfurcht vor seinem eigenen Angesicht. Du siehst aus, wie ein Waisenvater!" sagte Willi. Hierauf begann Willi, sich anzuziehen. Sehr erstaunt sah Andreas einen hellfarierten Anzug aus dem Dunkel des Kleiderkastens ans Licht fommen; einen hellbraunen, steifen Hut mit einem breiten gerippten Seidenband und eine feidene sonnengelbe Krawatte. Bald stand Willi da wie ein Modell aus einer Schneiderzeitung. Seine übermäßig großen Hände staten in braunen Lederhandschuhen, deren Nähte leise trachten. Unter dem Arm hielt er ein schlankes bewegliches gelbes Bambusstöckchen mit einem goldenen Knopf. Dann fagte Willi: Leb wohl! Ich geh jetzt kontrollieren! Schlaf dich aus indessen! Nur feine Sorgel" Er grüßte mit dem Hut und schloß die Tür ab. Dann ging er ,, fontrollieren". In den fünf Wochen hatte sich nämlich eine große Alenderung in Willis Leben vollzogen. Manchmal geschieht es, daß uns plöglich die Luft packt tätig zu sein und Geld zu ver| Es kommt für Deutschland darauf an, die Sayulden, die wir aufgenommen haben und noch aufnehmen wollen, möglichst bald zurückzuzahlen. Nun haben deutsche Professoren ja den Stein der Weisen gefunden und eine alte Sehnsucht der Menschheit, die immer in Deutschland zu Hause war, erfüllt. Was der alte, mit dem Teufel pattierende Dr. Faust nicht erreichte, was den Alchimisten der ständig banteroiten mittelalterlichen Duodezfürsten nicht gelang, das ist im neuen Deutschland sogar doppelt erreicht worden: Berlin, wo es Goldmacher bisher nur im Hauptdevisenquartier in der Burgstraße gab, und Köln, die Stadt des alten Zauberers und Goldexperi mentators Albertus Magnus, ftreiten darum, wer zuerst die Goldmacherkunft entdeckt hat. Also hat es teine Not! Manchem unter uns ist sogar bei unseren alchimistischen Erfolgen der Gedanke gekommen, die guten Amerikaner erst gar nicht zu bemühen. Jedoch hat uns der Berliner Goldmacher, Professor Dr. Wiethe, belehrt, daß auch diese Bäume nicht in den Simmel wachsen; denn die Herstellung ist mit seich enormen Kosten verknüpft, daß sich die moderne Alchimie heute ebenso wenig rentiert wie die mittelalterliche. Also bleibt's dabei: so schnell wie möglich auf Grund einer geordneten Wirtschaft dienen, auch wenn wir von Natur den Müßiggang lieben. Sei es, daß der Frühling den neuen Tatendrang in uns wedt, oder daß unsere Natur, der Faulheit müde, nach Abwechselung verlangt, ohne jede Rücksicht auf die Wandlung der Jahreszeiten eines Tages treibt uns ein Zufall aus unserer Gleichgültigkeit, wir betreten die Straße, wir tehren in die Welt zurüd, um uns in ihr zu tummeln, mit aufgeweckten, frischen und ausgeruhten Sinnen. Ein Zufall rüttelte Willi auf. Er hatte immer unternehmungsgeist beseffen. Er war sich seiner Gaben bewußt. Er hatte schon oft daran gedacht, die Konjunktur dieser Zeit auszunügen. Er sah, wie junge Leute mit stumpfen Hirnen und nur mit dem Willen, Geld zu verdienen, eine gleichgültige Sache anfingen, einen Handel mit Streichhölzern oder Toilettefeife zum Beispiel und wie sie es zu einem Bermögen brachfen. Er hatte es nicht nötig, sich toegen seiner alten Sünden vor der Polizei ewig verborgen zu halten. Er besaß die Fähigfeit, Bässe zu fälschen und er sah längst nicht mehr so aus wie vor vier Jahren, als er in der Basteistraße eingebrochen war. Heute klebte übrigens sein Bild nicht mehr an den Litfaßsäulen der Stadt. Er brauchte nichts mehr zu fürchten. Diese Gedanken tamen ihm in einer Nacht, als Kiara heimkehrte und ihm erzählte, der Alte aus der Herrentoilette des Cafés Erzelfior wäre gestorben. Klara schlug ihm schüch tern vor, vielleicht vorläufig, für einige Wochen nur, in der Herrentoilette den Dienst zu übernehmen. Das lehnte Willi ab. Der Frühling fam. Die Rennfaison begann. Da gab es viel zu verdienen. Im Frühling fegte sich ein Mann von seinen Fähigkeiten nicht freiwillig in die Scheißbude. Nein! Aber ein Einfall erleuchtete ihn plötzlich. Drei Tage blieb Willi unterwegs. Zuerst besorgte er fich in einem Laden, in dem eine schwerhörige Witwe RaffeeDas verbohnen und Malz verkaufte, Betriebskapital. ursachte weiter feine Mühe. Er trat ein, neigte sich über den Ladentisch, gab sich verliebt, bebiente auch ein paar Kunden. ohne, daß ihn die Witwe dazu aufgefordert hätte. Dann half er ihr den Laden schließen, fnipfte das Licht aus und nestelte mit der Linken an dem Rod der Frau, während er mit der Rechten die Schubladen öffnete. Dann begab er sich in die großen Kaffeehäuser der Stadt, sprach mit den Wirten und Direktoren und entdeckte überall Mißstände: Die Toiletten waren nicht gut oder überhaupt nicht verwaltet, er war entfeht über eine solch gefährliche Vernachlässigung der Hygiene und versprach, sich der Sache anzunehmen. ( Fortsetzung folgt.) und einer gefunden Wirtschaftspolitik Amerifa fein Geld zurüdzu geben, denn wir laben gerade, was Kapitalismus und Kapitalisten engeht, an unserer heinischen Produktion genug. " Wie man zu einem Bade kommt. 27 Wo kommst du her? Zeig' mal deine Papiere," rust der Gendarm dem Stremer zu, den er aus einem Bäckerladen des Städtchens temmen sieht. Wie kommer Sie dazu, mich zu duzen, Herr Wach meister?" fragt der junge Landstreicher ruhig zurüd. , 2lch, so ein feines Aes bist du!" faucht ihn der in seiner Würde gefränfte Beamte an ,,, wie wünschen euer Gnaden dann angesprochen zu werden?"„ Ich wünsche überhaupt nichts, sondern verlange die Anrede Sie. Wenn Sie glauben, als Beamter bedeutend mehr zu fein als ich, irren Sie. Ich bin Landstreicher, sie sind Lanjäger, das ist der Unterschied zwischen uns." Die Stimme des Beamten schnappte über vor Wyt:„ Was, mich mit einem Landstreicher vergleihen. Kommen Sie mit!" | neten Scheidemann über. Die Reichsbannerleute, empört über diese Art, riefen nichts weiter als Schluß!" und plöglich gab der Referent Rebe das Zeichen zum Angriff auf die Reichsbannerleute, indem er selbst vom Podium herabsprang, eine Bantergriff und auf die Reichsbanner leute warf. Die Reichsbannerleute parierten den allgemeinen Angriff und es gelang ihnen ganz systematisch, die Kommunisten in eine Ede zusammenzudrängen, wo sie sich dann mit schlottern= den Knien dem Schuße der von ihnen herbeige holten Polizei anvertrauten. Es gab auf beiden Seiten einige Leich verlegte. Die Reichsbannerleute zogen in lojen Trupps ordnungsmäßig nach Hause. Das Ende des Prozesses Kohschmar. Der Angeklagte zu 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Im weiteren Verlauf seiner Vernehmung schilderte dann der Angeklagte Kozschmar, wie die Majewski, als der Schuß gefallen war, ins Rutschen fam, daß das start aus dem Munde blutende Mädchen jedoch von ihm aufgefangen sei und neben den Teppich gelegt wurde. Er erzählte dann, wie er nun railos dastand und sich bei der Polizei stellen wollte, dies jedoch verwarf, weil er sich seine Stellung erhalten Ein großer Menschenhaufe begleitet die beiden zum Amiswollte. Da ich nun am nächsten Tage einen Entschluß fassen mußte, gefängnis. Ein Klingelzug und bald schließt sich die Tür hinterlegte ich die Leiche in einen Reiseforb und vertraute mich meiner ihnen. Der Gendarm läßt sich kaum Zeit, den Arrestanten dem früheren Braut an, die mir auch ganz entsetzt riet, zur Polizei zu Bärter richtig zu übergeben. Ich schreibe gleich die Anzeige. Die gehen." Er brachte dann aber die Leiche nach der Zwinglistraße in Berfonalien telephonieren Sie bitte." Und fort ist er. Der Wärter die Wohnung seiner Mutter. Hier wurde sie in einen Sad gesteckt führt den Stromer in das Aufnahmezimmer. Einige Handgriffe Einige Handgriffe und am nächsten Morgen in einem Tragekorb nach dem Walde bei und er befißt seine fämtlichen Fingerabdrücke. Während der Ge- Beelitz gebracht. Die Mutter des Angeklagten soll an der Beiseitefangene fió) die Finger wäscht, diftiert er dem Wärter seine Perfo- schaffung der Leiche, wie er behauptet, nicht beteiligt gewesen sein. walien. Dann gehts hinunter zum Baderaum, wo er ein gründliches das Berhör der Zeugen und die Gutachten der medizinischen SachDamit mar die Vernehmung des Angeklagten beendet und es folgte warmes Bad nimmt, wie es Borschrift ist. Mit reiner Wäsche ver verständigen. Staatsanwalt og beantragte nunmehr, den Angesehen, den Anzug geklopft und gebürstet, fühl: er sich wie neu getlagten, deffen Verhalten an Vorsaz grenze, im Sinne der Antlage boren und raucht voll Behagen die ihm vom Wärter gestattete Pfeife. zu drei Jahren sechs Wochen Gefängnis und 100 Goldmart Geld" Weshalb sind Sie hier?"" Da müssen Sie schon den Wachtmeister strafe zu verurteilen. Demgegenüber wies die Verteidigung darauf fragen, vielleicht weiß der es. Ich bin nur hergekommen, um zu hin, daß man bei Abwägung von Schuld und Sühne hier sagen müsse, baben. Heute noch geht es weiter."" Nicht so stürmisch," beruhigt daß das Schicksal des jungen Mädchens tief zu bedauern sei und das ihn der Bärter, so schnell tommen Sie hier nicht raus." „ Werden Verhalten des Angeklagten nicht gerechtfertigt werden könnte, das roir fehen!" beantragte Strafmaß jedoch für den einen Augenblick, in dem er fahrlässig gehandelt habe, als zu hoch erscheine. Das Gericht ertannte auf ein Jahr neun Monate Gefängnis unter Anrechnung von acht Monaten auf die erlittene Untersuchungshaft. Es sah eine grobe fahrlässigkeit als vorliegend an, da nach Aussage einer Beugin der Angeklagte, wie er ihr selbst gesagt habe, mit dem Revolver umhergesuchtelt habe. " 44 Was haben Sie zu den Anschuldigungen des Oberwachtmeisters zu sagen?" ,, Ad 1, Herr Amisrichter, megen Landstreicherei, dürften Sie sich einen Strafbefehl schenken. Wie Sie sehen, befize ich noch 25 Mart, hier die Bostabschnitte als Beweis ihres ehrlichen Erwerbes. Da ich also nicht mittellos bin, fällt die Boraussetzung der Strafbarteit wegen Landstreicherei fort. Ebenso erübrigt sich die Sache mit der Bettelei. Was der Beamte da schreibt, ich tam mit einem halben Brot aus der Bäckerei, stimmt, nur fauft man gewöhnlich Brote beim Bäder; der Meister dürfte ihnen das bestätigen. Run ab 3: Beamtenbeleidigung. Vielleicht erinnert sich der Beamte, Verfolgte Lehrlinge. Junge Raffenboten als Opfer von Dieben. mer beleidigt ist. Er duzte mich, ich stellte mein Recht fest. Er hat der Taschendiebe. Am Donnerstag mittag wurde einem 17 Jahre übrigens in der Anzeige alles wortgetreu angegeben." Ja, da fann ich kein Verfahren gegen Sie aufnehmen und muß die Anzeige abweisen. Weshalb ließen Sie es aber soweit tommen und ließen sich einsperren?" Verzeihung, Herr Amtsrichter, ich bin gemähnt, am Sonnabend warm zu baden. Da hier keine andere Möglichkeit besteht, als im Gefängnis, mußte ich es so versurjen..." „ Lieb" muß sie sein. Auch ein empfehlenswerter Chef. Eine eigenartige Meinung von dem Verhältnis zwischen Chef und Angestellten scheint der Inhaber eines Ladengeschäftes zu haben, der non feiner Angestellten, einem Fräulein 5., auf 3abling eines Monatsgehaltes verklagt wurde. Bei dem Sühnetermin vor dem Kaufmannsgericht gab die Klägerin an, daß sie om 29. Juni als Buchhalterin von dem Beklagten engagiert werden sei, wobei ihr in Aussicht gestellt wurde, daß sie nach zufriedenstellender Leistung eines Protemonats jogar die Profura erhalten follte; als Gehalt waren monatlich 60 Mart ausgemacht. Als die Klägerin Anfang Juli den Vertrag unterschrieb, hat sich nach ihren Angaben der Chef in nicht mißzuverstehender Weise geäußert, daß sie nunmehr recht lieb zu ihm sein solle, dann werde alles in Ordnung sein. Zum Beweise dafür, daß es ihm Ernst mit dieser Art Engagement ist, hätte ihr der Beklagte gleich einige Küsse gegeben. Fräulein 5. hat sich das energisch verbeten und hat am nächsten Tage ihre Stellung nicht wieder angetreten. Sie verlangte nunmehr die Auszahlung des Monatsgehalts für Juli. Der Beklagte bestritt die intime Berührung mit seiner Angestellten, mußte aber zugeben, daß er einen Entschuldigungsbrief an den Vater der Klägerin geschrieben hatte. Er verlangte, daß Frl. 5. ihren Brebemonat absolviere, nur dann wolle er das Gehalt zahlen. Im weiteren Berlauf der Verhandlung tam noch zur Sprache, daß der Herr Chef den Rentrakt mit seiner neuen Buchhalterin unter ähnlichen Bedingungen abgeschlossen habe. Er bestritt auch das und verstieg sich sogar zu der Behauptung, daß beide Damen unter einer Dede stedten, um ihm eins auszuwischen. Der Borsitzende war der Auffassung, daß der Klägerin bei einer folchen Dienstauffaffung des Chefs eine weitere Arbeitsleistung nicht zugemutet werden komite und riet den Parteien, durch einen Vergleich. die Sache aus der Welt zu schaffen. Der Beklagte war dazu nicht zu bewegen und so mußte ein neuer Termin vor einer Spruchfammer angesetzt werden, bei dem der Beklagte beschwören soll, daß er nicht in ehrenrührige Beziehungen zu der Klägerin getreten ist. Kommunistischer leberfall auf Reichsbannerleute. Am Freitag, den 22. August, abends 7% Uhr, hatte die Kom= munistische Partei Köpenick nach der Schulaula in der Körner- Schule Köpenid eine Versammlung mit dem Thema:„ Reichsbanner, Sozialdemokratie, Berfassung, die Instrumente des Kapitalismus zur Unterdrückung des Proletariats", Referent Rebe, einberufen. Reichsbannerleute der angrenzenden Ortsgruppen hatten aus Interesse an diesem Thema an dieser Versammlung teilge: nommen. Einer der Führer des Reichsbanners, Stadtrat Manthe, versuchte mit dem Vorsitzenden der Kommunistischen Partei eine Einigung darüber zu erzielen, daß der Referent Rebe eine Stunde und ein Korreferent des Reichsbanners auch mit einer Stunde Redezeit zugelassen merden sollte. Der Versammlungsleiter der Kommunistischen Partei lehnte diesen Vorschlag ab. Nachdem der Referent zirka 1½ Stunden seine demagogischen Plattheiten zum Besten gegeben hatte, ging er zu wüste sten Schimpfereien auf Minister Severing, Landtagsabgeordneten Kuttner, Polizeipräsident Richter, Reichspräsident Ebert und den Reichstagsabgeord | In letzter Zeit sind junge Kassenboten die bevorzugten Opfer alien Lehrling, der im Auftrage seiner Firma 6600 Goldmark bei der Reichsbant abgeholt hatte, in der Untergrundbahn auf der Fahrt zwischen Spittelmarkt und Leipziger Straße die ganze Summe gestohlen. Die Taschendiebe beobachten in den Räumen der Reichsbant und des Postichedamts ganz unauffällig das Publikum. Wenn sie jemanden erspäht haben, der ihnen geeignet erscheint und der vielleicht noch das abgehobene Geld leicht sinnig einsteckt, so verfolgen sie ihn auf der Straße in die Untergrundbahn und die Autoomnibusse hinein, furz überall hin, um ihm dann im geeigneten Moment das Geld zu ent reißen. Oft verfolgen sie auch den Boten bis in das Haus seiner Firma hinein, um ihn im letzten Augenblid im dunklen Flur oder auf der Treppe zu berauben. Ebenso geschict rempeln sie die Leute auch auf offener Straße an. So wurde vor einigen Tagen ein Bote, der vom Bostschecamt fam, am hellen Mittag in der Stargarder Ede Greifswalder Straße von einem Radfahrer angefahren. Beide famen zu all. Ehe der Bote sich aber non dem Schreck erholt und sich erhoben hatte, war der Radfahrer mit der Tasche des Boten auf und davongefahren. In ihr waren 300 Goldmark bares Geld und ein Bostscheck über 100 Goldmarf. Sehr oft fommt es vor, daß die Firma dem Boten den Ueberfall nicht glaubt. Der letztere hatte infofern Glüd, als der Dieb die Firma von feinem Streiche selbst in Kenntnis jetzte. Sie erhielt eines Tages folgenden Brief: Bote tut mir leid, handle aus Not, Postiched fann ich nicht gebrauchen!" Der Bostiched lag dem. Briefe bei. Die einzige Möglichkeit, die die Firmen haben, sich vor solchen Fällen zu sichern, ist die, daß sie nicht die jüng sten oder die ältesten Leute ihres Betriebes zum Rassieren enisenden sollten. Die meisten Fälle zeigen es, daß die Taschendiebe diese besonders bevorzugen. Mitteilungen und Nachrichten, die dazu dienen können, die Gauner unschädlich zu machen, nimmt Kriminaltommiffar Dr. Riemann, Zimmer 84, im Polizeipräsidium entgegen. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 24. August. 5.30-7 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 7 Uhr abends: Märchen, gelesen von Hede Geber. 8-9 Uhr abends: Konzert der verstärkten Berliner Funkkapelle. 1. Krönungsmarseh der Oper Der Prophets, Meyerbeer. 2. Yelva- Ouvertüre, Reißiger. 3. Andante aus der I. Sinfonie, Beethoven. 4. II. PeerGynt- Suite, Grieg. 5. Valse triste, Sibelius. 6. Humoreske, Dvorák. 9.15-11 Uhr abends: Tanzmusik. Als Einlage: Heitere Vorträge von Grete Wiedecke. Während der Pause: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten. Wetterdienst, Zeitansage. Montag, den 25. August. Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichten dienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. Nachm. 1.05 Uhr: 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachrichten dienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 5.30-7 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 7.30 Uhr abends: Sprachunterricht( Englisch). 8.10 Uhr abends: Vortrag des Herrn Prof. Hans Philipp Weitz: Aus des Handwerks Jugendzeit"( nach pompejanischen Ausgrabungen). 2. Teil. 9-10 Uhr abends: Liebe alte Lieder. Setzt Euch zu mir und schenkt mir Euer Ohr, Ich sing' Euch liebe alte Lieder vor, Großvater hatte schon Freude dran, Mütterchen hörte gern sie an; Ihr selber auch seid wunderbar bewegt, Wenn solch ein liebes altes Lied Euch wieder trägt Zu einem fernen, fast vergess'nen Strand: In Eurer Kindheit deutsches Heimatland( Aus dem Musenalmanach auf das Jahr 1784). Mitwirkende: Traute Lieb, Rezitation; Max Kuttner, Gesang; das Hornquartett des Orchesters der Staatsoper. Einführende Worte und Begleitung am SteinwayFlügel: Dr. Felix Günther. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. " Der Lebejüngling als Großkaufmann. Zu der Berhaftung eines Waren- und Lotterieschwindlers. Der 21 Jahre alte Großkaufmann" Paul Scheffel ist wiederum der Berliner Kriminalpolizei in die Hände gefallen. Scheffel, eir Lebemann", betreibt seit Jahren die verschiedensten Schwindeleien. Er nannie fich Paul Scheffel- Berlin und eröffnete bei drei, manchmal auch vier Banken Konten. Außerdem hatte er mehrere Postschecktonten unter verschiedenen Nummern. Seine Firma betitelte er Metallwaren- und Neuheitenindustrie und Fabrikation, Export und Import, Korrespondenz deuifd), englisch und französisch. Der Sit dieser Firma sollte Berlin sein. Scheffel ließ, um einen vera trauenswürdigen Eindruck zu machen, hoch elegante Brief4 bogen anfertigen, die umfangreiche Bezeichnungen seiner ausge dehnten Firma trugen. Infolge dieser großartigen Aufmachung ist es ihm denn auch gelungen, eine Anzahl von Firmen zu schädigen. Durch Verkauf der in Berlin erschwindelten Waren gingen ihm aus der Provinz reichliche Gelder zu, während er andererseits die in der Provinz gekauften" Waren in Berlin abjezte. Da er in einem großen Hotel am Potsdamer Platz den Grandseigneur spielte, bedurfte er reicher Mittel. Nunmehr gelang es, ihn hier zu ermitteln. Bei seiner Vernehmung gab er zu, die Schwindelgeschäfte betrieben zu haben. Er ist auch bereits vorbestraft. Dem Beispiele vieler folgend, hat er sich u. a. auch damit befaßt, in Zeitungen, besonders in Provinzzeitungen, ein Preisausschreiben zu veröffentlichen, bei dem er den glücklichen Gewinnern das Blaue vom Himmel versprach. Auf diesem Wege sind ihm gleichfalls erhebliche Mittel zugegangen. Bei seiner Festnahme fand man jedoch von allem erschwindelten Gelde nichts mehr in seinem Besitze vor. Eine aufgerundete" Rente. Rentenempfänger wissen ein Lied davon zu singen, was die Geldentwertung ihnen gebracht hat. Einer, der einen Unfall en litten hatte, bezog fcit 1907 jährlich 375., 30 Proz. der Bollrente. Nachdem inzwischen eine Besserung" festgestellt und fein Anspruch auf 10 Proz. der Vollrente herabgesetzt worden ist, hat er jetzt nur noch 125 M jährlich zu fortern. Gemeint sind aber Papier mark, nicht etwa Goldmart. Da er dies Unfallrente von jähr Tid 125 Papiermart in Viertelsjahresbeträgen beziehen soll, so müßte die Bost ihm vierteljährlich etwa 33 Papiermart auszahlen. Man ist aber großmütig und beglückt den Rentenempfänger mit einer Aufrundung" feiner 33 Papiermark auf 1000 Milliarden Papiermart, die ihm im Betrage von vierteljährlich 1 Ren ten mart ausgezahlt werden. Wäre nicht als Folge des Krieges die Geldentwertung über uns hereingebrochen, so hätte der Unfail verlegte heute, nach der Herabjegung auf 10 Proz., wenigstens 125 Goldmark im Jahre zu beanspruchen. Die 4 M., die er jet noch für das ganze Jahr erhält, sind ein so täglicher Betrag, daß die Anfrage der Berufsgenossenschaft, ob er Wert auf den Weiterbezug legt, wirklich mehr als eine Formalität bedeuten könnte. Der Unfallverletzte freilich, um den es sich hier handelt, muß leider doch Wert darauf legen, daß selbst diese almosenähnliche Rente" weitergezahlt wird. Er ist Familienvater und hat sieben Kinder. Groß- Tachstuhlbrand in Pankow. Zur Löschung eines Großfeuers murde gestern nachmittag die Pankower und mehrere Züge der Berliner Feuerwehr nach dem dreistödigen Miethause Breite str. 42 in Pantom gerufen. Dort stand bei Eintreffen der Wehr der Dachstuhl des Borderhauses in feiner gesamten Ausdehnung in hellen Flammen. Dichte Qualm entwicklung verhinderte das Borgehen der Wehr. Bei den Lösche arbeiten wurde der Feuerwehrmann Mag Vogel von der freis willigen Bankower Feuerwehr durch einen herabfallenden Balfen verlegt und erlitt eine Gehirnerschütterung. B. wurde in das Pankower Krantenhaus übergeführt. Nach zweistündigem angestrengten. Arbeiten gelang es, durch. Anwendung von zwei B und drei C- Rohren die Macht des Feuers zu brechen. Die Auf räumungsarbeiten der Feuerwehr zogen sich bis in die fünfte Nach mittagsstunde hin. Die unteren Wohnungen haben größeren Wasserjajaden erlitten. Der Schaden dürfte zum Teil durch Versicherung gedeckt sein. Die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt. Verbotener Straßenhandel. Bom 27. August ab ist, fie eine amtliche Mitteilung besagt, bis auf weiteres aus perfehrs- und sicherheitspolizei lichen Gründen jeglicher Straßenhandel in der Link- und Eichhornstraße verboten. Dieses Berbot, das einer ganzen Anzahl von Straßenhändlern die Eristenzmöglichkeit raubt, ist ge eignet, lebhafte Beunruhigung in den Kreisen der Straßenhändler hervorzurufen. Es ist viel zu wenig befannt, daß von dem Bestehen dieser fleinen Händler Laufende von Familien abhängig sind. Mißftände auf der Linie 69. Man schreibt uns: Die zurzeit herrschenden Zustände auf der Linie 69 find für die arbeitende Bevölkerung unerträglich. Bis 19. August 1924 verfehrte ab Bahnhof Friedrichsfelde ein Einsetzer in Richtung Berlin, dieser nahm den größten Teil der mit den 3ügen von Tiefensee Angekommenen auf. Jegt dagegen, wo die Linie schon überfüllt aus Friedrichsfelde( Kirche) fommt, ist es den Reisenden gänzlich unmöglich, mit der Straßenbahn weileraufahren. Die Fahrgäste bestehen hauptsächlich aus Laubenkolonisten und Arbeitern. Es wäre Zeit, daß hier schleunigst Abhilfe gefchaffen wird. Beschimpfte Arbeiterturner. Die Freie Turnerschaft Wannsee hatte am 17. August cinen Ausflug nach Gr.- Glienice unternommen fehrte am Abend zurück und ließ sich auf der staatlichen Fähre in Satrom wieder an das heimatliche Ufer übersezen. Die Fähre wurde, wie man uns berichtet, von dem Pächter selber geführt. Die Turner stimmten auf dem Wasser die Internationale an. Dabei entflohen bem Munde des Pächters diese Worte:„ Diese verfl... H... de muß ich erst übersehen. Wenn sie doch bloß erst herunter wären." Einige Turner hatten die Aeußerungen deutlich gehört und es tam zu einer recht erregten Auseinandersetzung, die für den Pächter leicht unangenehm hätte werden fönnen und ihn hoffentlich für alle Zeit darüber belehrt hat, daß er weiter nichts zu tun hat als seine Fahrgäste sicher hinüberzubringen und sich im übrigen jeder Bemerkung zu enthalten. dächtniskirche stürzte gestern ein Pferd und zog sich dabei eine große Das Pferd in der Rettungsstelle. An der Kaiser- Wilhelm- Ge unde zu. Das Pferd wurde vom Kutscher nach der Ret tungsstelle am 300 gebracht, wo die Wunde genäht und verbunden wurde. Massary ROAL 58 Eine Zigarette von Rang انه Massary Defft 68 Edel wie der Name. Ein Blick und der genügt. Appetitlich wie ein frischer Pfirsich steht sie vor dem Richter des Botsdamer Amtsgerichts, die junge 25jährige Marie N. Es wurde ihr zur Last gelegt, einen 70jährigen Rentenempfänger am 1. Fe= bruar d. I. seine ganze Rentenunterstügung gestohlen zu haben. Mit humpelnden Schritten betritt der 70jährige den Gerichtssaal, das Geficht von einer erschreckenden Häßlichkeit. Und bei ihm hat die Junge gehockt, Tag und Nacht, jahrelang. In seiner armseligen Stube im Keller haben die beiden oft gezecht, manchmal gehungert und fich lieb gehabt. Eines Nachts lagen sie sterbensfrank vom Alkoholgenuß in der kleinen Rentnerstube und als er erwachte, war fie und feine Unterstützung verschwunden. Ein Zettel lag auf dem Tisch„ Morgen bin ich beim Friz, Sonntag nacht wieder bei Dir, da lieb ich Dir wieder". Aber sie blieb bei Friz und er zeigte fie an. Vor Gericht sahen sie sich wieder. Ein Blick von ihr und der Alte war entwaffnet. Hoher Gerichtshof, ich will nicht, daß fie bestraft wird, ich nehme den Antrag zurück," flehte der Alte. Darauf nahm der Amtsanwalt die Klage zurück und das Verfahren wurde eingestellt. Sanft wie ein Kähchen schmiegte sich die Junge an den humpelnden Alten. Autobusverkehr Berlin- Leipzig. Die Allgemeine Berliner Omnibus AG.( Abong) hat im Einvernehmen mit dem Leipziger Meßamte einen Reichstraftwagenverkehr mit Riefenluftreifen zwischen Berlin und Leipzig eingerichtet. Bei einer Fahrtdauer von 5 Stunden fahren täglich vom 30. August ab bis einschließlich 6. September die Wagen von Berlin, Anhalter Bahnhof 7,30 Uhr früh und 3 Uhr nachmittags, in Leipzig vom Mezamte ab 8 Uhr vormittags und 6 Ühr abends. Letzte Rückfahrt am 7. September früh. Der Fahrpreis veträgt pro Person und Fahrt 18 M. Der Fahrscheinverkauf in Berlin befindet sich bei der Aboag, Berlin, Krausenstr. 10, in Leipzig beim VerkehrsbureauMehanit. Für Unterkunft in Leipzig ist gesorgt. Keine Schulzerstörung in Spandau. Das Kollegium der Lebensgemeinschaftsschule Spandau- Wilhelmstadt schreibt uns: In der Abendausgabe vom 20. Auguſt( Nr. 391/396) findet sich in dem Bericht über die Versammlung Schluß mit der Schulzerstörung" die Bemerkung, daß von der ganzen Arbeit an den Reformschulen in Spandau nur ein paar armselige religionslose Sammelklassen übrig geblieben" seien. Die beiden Spandauer Schulen, die dank den Bemühungen des Genossen Paulsen seit dem 27. März 1923 als Lebensgemeinschaftsschulen ministeriell bestätigt sind, blühen und gedeihen und erfreuen sich eines so großen Zuspruchs, daß sie in diesem Jahr schon zu einer gewissen Auslese unter den neu eintretenden Schülern greifen konnten. Ein republiffeindlicher Bauer. Die Ortsgruppe Potsdam des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold hat sich veranlaßt gefehen, gegen den Hauptmann a. D. Georg v. Bauer, Potsdam, Jägerallee 4, Strafantrag beim Staatsanwalt zu stellen. Der ehrenwerte Herr v. Bauer hat sich, offenbar in Ermangelung einer onderen Beschäftigung, der ihn vermutlich ganz besonders ehrenden und heldenhaft dünkenden Aufgabe unterzogen, die am Verfassungstage, dem 11. August 1924, aus der Portierwohnung seines Hauses hängenden Reichsfahnen Schwarz- Rot- Gold herunterzureißen. Noch heldenhafter soll sich der Herr gegen die Portierfrau benommen haben. Als die Frau herbeieilte, um ihre Fahnen zu retten, wurde die schutz- und wehrlose Frau von dem Helden v. Bauer gepackt und beiseite geschleudert. Das gerichtliche Verfahren wird hoffentlich die Gemißheit erbringen, daß man mit Republikanern und dem staatlichen Hoheitszeichen nicht nach Belieben verfahren fann, selbst wenn man v. Bauer heißt und Sohn eines Generals ist. Beide Herren erhalten doch zweifellos ihre BPension von der Republik. Plätze frei in Florencehorf. Das schön in gesunder Gegend mitten im Walde gelegene Kindererholungsheim Florencehort" bei Reubabelsberg mar während der Sommermonate mit erholungsbedürftigen Kindern aus Berlin und anderen Städten nöllig besetzt und fonnte während der Ferienzeit wegen Blazniangel leider nicht alle erholungsuchenden Kinder aufnehmen. Bam 1. September ab find jedoch wieder eine Anzahl Bläge frei. Der Pensionspreis ist bei fräftiger und reich licher Verpflegung dennoch sehr mäßig und beträgt vorerst nur 1,50 M. pro Tag. Erholungsbedürftige Kinder ohne Unterschied der Konfession usw. finden freundliche Aufnahme. Anmeldungen find zu richten an die Oberin Frau Julie Heißel, Kindererholungsheim Florencehort" Post Neubabelsberg tei Botsdam. " 1 Ein öffentliches Partfonzert veranstaltet. am Dienstag, den 26. August, abends 7 Uhr, der Männergesangverein Liedertafel", Berlin- West, M. d. A.-5.-B., im Kleistpart, Potsdamer Straße. Eine Erzberger- Feier. Die Berliner Zentrumsjugend veranstaltet am Dienstag, den 26. August abends 8 Uhr, im Sigungsfaal des Herrenhauses, Die Leipzigerstraßes eine Gedächtnisfeier für Erzberger. Gedenkrede wird voraussichtlich Reichskanzler a. D. Dr. Wirth halten. zu der Veranstaltung sind Mitglieder aller republikanischen Organisationen eingeladen. " Bezirksbildungsausschuß. Der Bezirksbildungsausschuß veranstaltet im Winter 1924/25 vier proletarische Feierstunden im Großen Schauspielhaus, und zwar am Sonntag, den 21. September: Die Internationale"; Sonntag, den 5. Ditober: Feierstunde zu Ehren Tollers"; Sonntag, den 9. November:„ Die Revolution"; Freitag, den 26. Dezember: Weihnachtsfeier"; außerdem vier große Festfonzerte in der Philharmonic, Bernburger Straße: Sonntag, den 12. Oktober: Orchesterfonzert, Werke von Beethoven und Brudner; Sonntag, den 23. November: Französische Kammermusit; Sonntag, den 25. Januar 1925: Internationale Lieder- und Chorgefänge; Sonntag, den 15. März 1925: Slawische Musik, konzerte im Abonnement je 3,60 Goldmart. Berke von Tschaikowsky und Dvorak. Vier Feierstunden und vier Fests Einzeichnungslisten für beide Veranstaltungen liegen aus bei allen Abteilungsvorsitzenden und den Mitgliedern der Kreisbildungsausschüsse. Sprachzirkel für Parteigenossen und Gewerkschaftler( Auswanderer). Neue Kurse im September und Oktober in allen gewünschten Stadtteilen ( Englisch, Spanisch). Auskünfte und Voranmeldungen bei Gen. Unitower, Berlin W. 57, Kurfürstenstr. 21/22. Jugendweihen. Pankow: Am Sonntag, den 28. September, bormittags 11 1hr, in der Aula des Lyzeums, Görschstraße. Beginn des Borbereitungsunterrichts am Donnerstag, den 28. August, nachmittags 4 Uhr, im Jugendheim, Pankow, Breitestr. 32. Lankwiz, Lichterfelde, Steglit: Am Sonntag, den 28. September, vormittags 11 Uhr, in der Aula des Lyzeums, Steglit, Rothenburgstraße 18. Beginn des Unterrichts am Dienstag, den 26. August, nachmittags 4 Uhr, in der Schule, Steglit, Frielenstraße 4. Schöneberg Friedenau: Am Sonntag, den 28. September, vorm. 11 1hr, in der Aula des Gymnasiums, Friedenau, Homuthstraße. Beginn des Vorbereitungsunterrichts am Donnerstag, den 28. August, nachmittags 4 Uhr, in der Schule, Schöneberg, Rubens, Ede Hauptstraße. Anmeldungen für die beiden legten Jugends weihen werden im Jugendsekretariat, Berlin SW 68, Lindenstr. 3, unter Beifügung des Einschreibegeldes von 0,50 M. angenommen. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SW. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin stets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. Achtung, Abteilungsleiter! Die Kassierer der 16., 24., 41., 70. und 109. Abteilung haben trotz mehrfacher Mahnung noch immer feine Abrechnung über die Reichstagswahl geliefert, die bereits am Die Abteilungsleiter werden ersucht, hier 30. Juni fällig war. J. A.: Alex Pagels. endlich Wandel zu schaffen. Arbeitsgemeinschaft der Rinderfreunde, Tiergarten. Das Boltsfest in der Jungfernheide fällt aus. Am Sonntag tein Treffen. Dienstag Spielabend im Kleinen Tiergarten, Frauenausschuß, Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt, weibliche Mitglieder glieder der Reichs- und Landtagsfraktion, Kreisleiterinnen für Wohlfahrt und Agitation, Bertreter der Gewerkschaftskommission. Donnerstag, den 28. Auguft, 7 Uhr, wichtige Gigung im Gaal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 24-25. 9. Kreis Wilmersdorf. Sonntag, den 24. August, Waldfest im Grunewald, Kaffeehäuschen, Kronprinzenallee, Ede Pücklerstraße, am Sportplag. Abmarsch 1 Uhr Heidelberger Plah. Fahnen und Banner mitbringen. Areiscusschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschus. Mittwoch, den 27. August, 8 Uhr, bei Rrois, Holsteinische Str. 60, Wohlfahrtskonferenz. Bericht des Vorstandes, Ansprachen der Kommissionsmitglieder. Intereffenten willkommen. 4. Kreis Prenzlauer Berg und 5. Kreis Friedrichshain. Montag, den 25. August, 7½ Uhr, bei Gott, Aniprode-, Ede Barbelebenstraße, Gizung der beiden Bildungsausschüsse. Abrechnung vom Sommerfest. 0 か ... Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je .. Gerstengraupen, lose Gerstengrütze, lose Haferflocken, lose Hafergrütze, lose Roggenmehl 0/1...... ..... Weizengrieß Hartgrieß 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmehl Zentner frei Haus Berlin. 15.75-18,00 65,00-75,00 86,00-100,00 16,75 20,25| Röstgetreide, lose 15,50-16,50 Kakao, fettarm 16,50-18,50 Kakao, leicht entölt 18,50-19,50 Tee, Souchon, gepackt 350,00-430,00 13,00-14,00 Tee, indischer, gepackt. 425,00-500,00 18,50-20, 0 Inlandszucker basis mel. 37,50- 38,50 22,75 24,75 Inlandszucker Raffinade 39,00- 41,00 16,50-17,75 Zucker Würfel 44,00-47,50 18,75 24,00 Kunsthonig. 30,00-36,00 40,00- 45,00 27,00-31,00 90,00-95,00 35,00 40,00 30,00-36,00 Der Berteidiger und fein Recht. Ueber dieses Thema veranstaltet Speiseerbsen, Viktoria. 16,50-19,50 Zuckersirup hell in Eim, der Republikanische Anwaltsbund am Donnerstag, den 28. d. M., abends 7% Uhr, im Bereinshause Deutscher Ingenieure ( Sommerstraße 4a), einen Bortragsabend. Rechtsanwalt Dr. Cutt Graf( Leipzig) und Herr Schriftsteller Carl von Disicktn ( Berlin) werden referieren; eine freie Aussprache schließt sich an. Eintrittskarten sind in der Geschäftsstelle des Republikanischen Anwaltsbundes( Berlin SW. 68, Kochstr. 10, Hof links, 2 Treppen) und vor dem Versammlungslokal zu erhalten. Zur Deckung der Unfosten wird am Saaleingang ein Betrag von 50 Pf. erhoben. Unsere Vorwärtsspedition in Weißenfee befindet sich ab Sonntag, den 24. Auguft, nicht mehr Langhansstraße 52, sondern bei dem Genossen Reinknecht, Weißensee, Rölfestraße 175, porn 1 Treppe. Für Erholungsfürsorge der Arbeiterwohlfahrt gingen ein: Doelz 10 M., Bengidh 10 M., Reichert, 3. Kreis, 10 m., 7. Abtl. Gammellisten 28,75 M., Dr. Simon 10 M. Weitere Spenden zur Deckung der insbesondere auch für Heilkuren erforderlichen Mittel crbitten wir, auf Konto Erholungsfürsorge der Arbei= terwohlfahrt Paul Neumann, Minna Toden= hagen bei der Disconto Gesellschaft, Lindenstraße 3, oder direkt an den Genoffen Paul Neumann, Lindenstraße 3, 1. of 4 Tr. beim Parteivorstand. Speiseerbsen, kleine Bohnen, weißẞe, erl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni Makkaronimehl Schnittnudein, lose. Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java. Ringäpfel, amerik. Getr. Pilaumen 90/100. Pflaumen, entsteint .. Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu.. Korinthen, choice Mandeln, süße Bari Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) Kümmel, holländischer Schwarzer Pfeffer Singap. Weißer Pfeffer 3,10-3,70 4,00-4,70 9,75-13,50 Speisesirup dunk. in Eim. 20,00 24,00 Marmelade Einfr. Erdb. 27,00-30,50 Marmelade Vierfrucht 20,00-29,50 Pflaumenmus in Eimern 31,00 37,50 Stejnsalz, lose... 39,00-46,00 Siedesalz, lose 18,75 20,50 Bratenschmalz in Tierces 36,50 42,50 Bratenschmalz in Kübeln 33,50-36,00 Purelard in Tierces 17,75 20,00 Purelard in Kisten 15,5 16,50 Speisetalg in Packung 18,00-18,50 Speisetalg in Kübeln 23,25- 31,00 Margarine, Handelsm. 30,00-36,00 desgl. II 85,00-90,00 Margarine, Spezialm. I.. 40,00-43,00 desgl. II. 50,00 55,00 Margarine III 60,00 Molkereibutter i. Fässern 200,00-210,00 65,00- 70,00 Molkereibutter in Pack. 209,00-212,00 80,00 90,00 Landbutter 82,00-82,50 83,00- 84,00 8,00- 80,50 80,00-81,00 62, 63,00 57,00-60,00 79,00 66,00-68,00 70,00-75,00 Auslandbutter in Fässern 205,00-215,0 175,00-180,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 34,75- 37,00 155,00-160,00 Ausl Speck, geräuchert 75,00- 85,00 106.00-115,00 Quadratkäse. 30,00-45,00 55,00-65,00 Tilsiter Käse, vollfett., 100,00-115,00 165,00-175,00 108,00-115,00 Bayr. Emmenthaler 150,00-155,00 Echter Emmenthaler... 180,00-185,00 180,00-215,00 Ausl. ungezuck. CondensRohkaffee Zentralamerika220,00-285,00 milch 48/16. Röstkaffee Brasil. Röstkaffee Zentralam. Rohkaffee Brasil 21,00-23,25 230,00-280,00 Inländische desgl. 48/12 16,50-17,50 300,00-375,00 I Inl. gez. Condensm. 48/14 26,00-26,50 19. Kreis Pantom. 7 Uhr bei Meier, Türkisches Zelt, Bankow, Breite Str. 14, Kreisdelegiertenversammlung. 20. Kreis Reinickendorf. Montag, den 25. August, 6% Uhr, im Rathaus Wittenau, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes. 6. Kreis Kreuzberg. Die Abteilungsleiter, Arbeiterwohlfahrt und Kinderschuß, Bertreter der Wahlfahrts- und Jugendkommission und der GA3. werden gebeten, Dienstag, den 26. August. 7 Uhr, bei Reim, Urbanstraße 29, zu einer wichtigen Sigung zu erscheinen. Dienstag, den 26. August, 72 Uhr, Sigung des Bildungsausschusses mit Kreisvorsigenden und Abteilungsleitern bei Reim, Urbanstr. 29. 1. Bericht vom Großen Bildungsausschuß. 2. Unsere Winterarbeit. Jede Abteilung muß vertreten sein. 13. Kreis Tempelhof- Mariendorf. Mittwoch, den 27. August, 6½ Uhr, Bezirksversammlung in Tempelhof, Lyzcum, Germaniastraße. Tagesordnung: Abbau der foz. Stadträte". Tempelhof, Mariendorf, Marienfelbe, Lichtenrabe. Montag, den 25. August, 8 Uhr, Kreisvorstandssigung im Zimmer 26. Donnerstag, den 28. August, 7½ Uhr, Kreismitgliederver= sammlung in der Aula Kurfürstenstraße in Mariendorf. Vortrag des Genossen Aufhäuser über„ Die Londoner Konferenz und die Parteien im Reichstage". 17. Kreis Lichtenberg. Donnerstag, den 28. August, Frauenausflug mit Rindern nach Kaulsdorf- Güld, Restaurant ,, Sanssouci". Treffpunkt 4 Uhr daselbst. Heute, Sonntag, den 24. Auguft: 137. Abt. Reinickendorf- West. Unterhaltungsabend im Boltshaus, Scharnweberstraße 114. Jungsozialisten. Gruppe Norden. Treffpunkt zur Fahrt 28 Uhr Schlesischer Bahnhof, Wriezener Bahnsteig. Montag, den 25. August, 7 Uhr, im Ledigenheim, Brunnenplay, 5. Stock, Ausspracheabend: ,, Sein oder Nichtsein". Erscheinen aller ist Pflicht. Morgen, Montag, den 25. August: 20. Abt. 7% Uhr bei Fritsch, Drontheimer Str. 4, Funktionärkonferenz. 22. Abt. 8 Uhr Sigung der Bezirksführer mit dem Abteilungsvorstand bei Radzan, Brüsseler Str. 43. 24. Abt. 7 Uhr Funktionärkonferenz bei Schüß, Relter Str. 2. 45. Abt. Nachmittags 4 Uhr gemütliches Beisammensein( Raffecfochen) bei Studenberg, Glogauer Str. 118. Kinder können daran teilnehmen. 47. Abt. Montag teine Funktionärkonferenz. Die Bezirksführer laden zur Mitgliederversammlung am Mittwoch bei Behrendt, Manteuffelste: 95, ein. Vortrag des Genossen Schröder: Die Londoner Konferenz". 102. Abt. Baumschulenweg. 7 Uhr Mitgliederversammlung bei Borgmann, Baumschulen, Ede Riefholzstraße. Bortrag: Die Londoner Konferenz und die Parteien im Reichstage". 141. Abt. Rosenthal 8 Uhr Funktionärsigung bei Frische, Niederstraße. Frauenveranstaltungen am Montag, den 25. August: 1. nnd 4. Rreis. Großer Frauenausflug mit Kindern nach Sirschgarten, Strede Ertner. Treffpunkt 2 Uhr daselbst im Restaurant Aussichtsturm am Waffer. Alle Genoffinnen sind eingeladen. Gäste willkommen. 2. Areis Tiergarten. 8 Uhr bei Berger, Jagow, Ede Levegowstraße, Ber ginn des 8ykius des Genossen Miethte. Thema: Segualprobleme", 1. Teil. 41. Abt. Siehe 42. Abt. 42. Abt. 72 Uhr bei Höhlke, Bergmannstr. 69, Bortrag des Genossen Wendel: Rulturfragen". 43. Abt. 7 Uhr bei Wolf, Gräfeste. 26, Bortrag des Genoffen Dr. Löwen. stein: Weltanschauung". Uebermorgen, Dienstag, den 26. Auguft: Jungsozialisten. Gruppe Tempelhof- Mariendorf: 7% Uhr im Jugendheim Lyzeum Germaniaftr. 4-6, Bortrag des Genossen Model: Die politische Lage". " Frauenveranstaltung am Dienstag, den 26. August: 38. Abt. 7% Uhr bei Bartusch, Friedenstr. 88, Leseabend. 20. Abt. Mittwoch abend 7% Uhr bei Bontke, Schulstr. 74, Ede Schwedenstraße, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bericht vom Bezirkstag. 33. Abt. Mittwoch, den 27. August, 7 Uhr, Mitgliederversammlung in der Schulaula Hohenlohestr. 10. Vortrag: Die Londoner Konferenz". Referent Genosse Zubeil, M. d. R. Besteller müssen die Bezirksführer be. nachrichtigen. 54. Abt. Charlottenburg. Mittwoch, den 27. August, pünktlich 8 Uhr, Abteilungsversammlung im Jugendheim Rosinenstr. 4. Tagesordnung: Die nächsten Reichstagswahlen. Bericht vom Bezirkstag. 136. Abt. Reinickendorf- Oft. Mitgliederversammlung Mittwoch, den 27. August, 7 Uhr, im Jugendheim Seebad, Residenzstr. 49. Tagesordnung: 1. Be richt vom Bezirkstag. 2. Ergänzungswahlen zum Abteilungsvorstand ( dazu Antrag auf Neuwahl des Gesamtvorstandes). Die Bezirksführer werden gebeten, sämtliche Mitglieder durch Handzettel einzuladen. * Auf dem Sommerfest bes 4. und 5. Areises am Sonntag, den 17. Auguft, in der Brauerei Friedrichshain, ist ein Schirm gefunden worden Abzuholen vom Genoffen Schent, Berlin NO., Werneuchener Str. 13. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation. 9. Abt. Der Bezirksführer Jehann Rir stein, ist am 21: Auguft ven storben. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 26. Auguft, nachmittags 4 Uhr, auf dem alten Johannes- Kirchhof in der Geestraße statt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin C. 2, Kaiser- Wilhelm- Straße 46 11. Ramerabschaft ,, Kreuzberg": Südosten, Stadtbezirke 78-128: Mont bag, den 25. Auguft, 6% Uhr, Rug- und Gruppenführer, 7½½ Uhr Bersammlung sämtlicher Kameraden bei Pflug, Mustauer Str. 1. Jugendgruppe I: Montag, den 25. August, Zusammenkunft bei Reichelt, Fidicin ftraße 44. Kamerabschaft ,, Lichtenberg", Untergruppe Kaulsdorf, einschließ lich Raulsdorf- Süd: Dienstag, den 26. August, 7 Uhr abends, Antreten Gärt nerei Golm. Untergruppe Friedrichsfelde: Donnerstag, den 28. August, abends 8 Uhr, bei Schwarz, Capriviallee 42, Mitgliederversammlung. Kameradschaft Tempelhof": Sonntag, den 24. Auguft, Uebungs- und Pro pagandamarsch durch den ganzen Bezirk. Antreten 7 Uhr früh Ringbahnhof Tempelhof. Donnerstag, den 28. August, abends 7 Uhr, Mitgliederversamm lung bei Ringler, Berliner, Ede Vittoriastraße. Nicht ,, Linde". Borberei. tung für die Rundgebung. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vormittag 11 Uhr, Bappelallee 15, Bortrag des Herrn Dr. K. Sturm: Ernst Toller". Gäste willkommen. Freireligiöse Gemeinde Berlin, c. B., Ortsgruppe Köpenid. Sonntag, den 21. September, vormittags 10 Uhr, in der. Aula der Körner- Schule zu Köpe nid, Jugendweihe". Festredner ist Genosse Dr. Lohmann. Eintrittsgeld 50 Pf. Außerdem ein rein künstlerisches Programm. Kinder unter u0 Jahren. haben Teinen Zutritt. Schlesier- Berein Rübezahl", Gemischter Chor, Charlottenburg. Montag, den 25. August, 8% Uhr, Gesangsübung bei Grimm, Raiser Friedrich- Str. 63. Gesang und Geselligkeit liebende Damen und Herren werden noch aufgenommen. Berein der Freidenker für Feuerbestattung, e. B., 12. Bezirk. Nach Bereinbarung mit den in Fragen kommenden Organisationen werden die Mitglieder ersucht, ihre Kinder sofort zur Herbstjugendweihe bei den von den Parteien veröffentlichten Adressen anzumelden. Nähere Auskunft in den Zahlstellen. Wer billig kaufen will! Für Herren: Knaben- Schnürstiefel prima Rindbox, moderne bequeme Form. st solide Verarbeitung. billig Ganz besonders Herren- Schnürschuhe prima Rindbox, allerneueste spitze moderne Form, prima Fabrikat, sehr gute Verarbeitung. Extra billig Herren Halbschuhe prima Boxcalf auch Rindbox, neueste moderne Form, echt rahmengenäht, vorzügliches Fabrikat. Aussergewöhnlich billie 790 11 790 190 12.50 Für Damen: dong@ Damen Halbschuhe prima echt Chevreaux und Boxcalf, moderne runde Formen mit elegantem Absatz, gutes bewährtes Fabrikat.- Ganz besonders billig... Damen Halbschuhe prima braun echt Boxcalf, eleganto moderne Form mit halbhohem Absatz, prima Material und Verarbeitung. Aussergewöhnlich billiges Angebot...... 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Borfig über die Wieder bildung einer Arbeitsgemeinschaft verfolgt hat und die Auffassung Sinzheimers über die notwendige Neubildung von Arbeitsgemeinschaften in neuer Form und auf neuer Grundlage erfährt, sieht hier den Unterschied zwischen organisatorischer Idee und der organifationsegoistischen Spekulation Stegerwalds. Der Verfaffer geht auf die fertiggestellten Teilgefeßentwürfe zum neuen Arbeitsrecht ein und wirft schließlich die berechtigte Frage auf, warum der Reichsarbeitsminister noch zögert, warum nichts geschieht, um diese Entwürfe zur Berabschiedung zu bringen. Robert Schmidt zeigt die Ursachen der Wirtschaftstrise auf und kommt zu dem Schluß, daß sich die schwere Erschütterung unserer Wirtschaft bis zu einem gewissen Grade überwinden und zu normalen Verhältnissen überleiten" läßt, wenn die Kreditnot durch die Annahme des Dawes Gutachten gemildert wird. Die Arbeiter banten schildert Genosse Meyer, der Leiter unserer neuen Gewerkschaftsbant in Berlin. Der Betriebsrat hat es Clemens Nörpel angetan. Er geht mit ihm gründlich ins Gericht, zeigt ihm seine Aufgaben und Grenzen und setzt die Gewerkschaften wieder an die Stelle, aus der ste verdrängt, wenn nicht überwunden" werden sollten. S. Auf häuser tritt für das Zusammenwirten von Arbeitern und Angestellten ein und wünscht, daß die im AfA- Bund für Deutschland geschaffene Organisationsform der Angestellten auch international zur Geltung tommen soll. In die neue Beamten bewegung führt Albert Faltenberg ein. Besonders lehrreich ist die Einführung von Otto Lipmann in das Gebiet der Arbeitswissenschaft, die noch im Werden begriffen ist und der Unterstützung insbesondere auch der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaften bedarf durch Beschaffung einwandfreien und vollständigen Materials. Die Probleme der industriellen Betriebsfontrolle erläutert Richard Boldt. Den Beschluß machte die„ Rundschau der Arbeit". Diese Inhaltsangabe und die Namen der Berfasser zeigen, daß die Verlagsgesellschaft des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes es verstanden hat, zur Behandlung der einzelnen Sach- und Fachgebiete anerkannte Spezialisten heranzuziehen und sich einen Kreis von Mitarbeitern zu sichern, der der Arbeit" einen guten Erfolg verbürgt und die Gemertschaftspolitit befruchtet. Die Arbeit" erscheint am 15. jedes Monats im Umfange von 64 Seiten. Sie kann durch die Bost bezogen werden( Nachtrag in der Postzeitungsliste) ,. durch die Organisationen, beren Mitglieder fre zum Preise von 80 Pf., vierteljährlich 2,40 mt. erhalten ,, während der Preis für Nichtmitglieder 1 mt. bzw. 3 Mt. beträgt. Unsauberes bei Aschinger. Der Streff im englischen Baugewerbe i nad febenwödfiger Dauer beigelegt worden. Die von einem Ausschuß von Ver tretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufgestellten Bedingungen find von dem Vollzugsausschuß der 14 Arbeitnehmerverbände angenommen worden. Die Arbeit wird am Montag wieder aufgenommen. Deutscher Verkehrsbund, Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Morgen ( Montag) abend 7 Uhr im großen Gaal des Gewerkschaftshauses, Engel ufer 24-25, Generalversammlung., Tagesordnung: Gefchäfts, Rassen- und Arbeitsnachweisbericht. erscheinen. Mitgliedsbuch und Delegiertenausweis dienen als Legitimation. Deutscher Baugewerksbund, Baugewerkschaft Berlin. Fachgruppe der Töpfer. Morgen( Montag) abend 6% Uhr außer. Stellungnahme zum Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses und Berſchiedenes. Erscheinen aller Rollegen Pflicht, da evil. wichtige Beschlüsse gefaßt werden. Fachgruppe der Rohrer. Dienstag, den 26. Auguft, abends 7 Uhr, Rohrer. verfammlung im Gewerkschaftshaus, Gaal 3. Alle Delegierten haben bestimmt und pünktlich zu ordentliche Mitgliederversammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25. Man schreibt ums: Die Firma Aschinger, die zu einem erheblichen Teil auf den Besuch ihrer Betriebe durch die werktätige Berliner Bevölkerung angewiesen ist, schredt trotzdem vor den schäbigsten Mitteln nicht zurück, wenn es sich darum handelt, ihren Standpunkt gegen die Arbeitnehmer durchzusehen. Der Vorwärts" hat bereits auf die Anstrengungen der Firma hingewiefen, den Arbeitnehmern unter allen Umständen eine Betriebstrantentasse aufuzwingen. Der Widerstand ber Arbeitnehmer gegen diefe Aktion foll nunmehr auf andere Weise gebrochen werden. Ein Betriebse ratsmitglied des Hotels Leipziger Hof", der feine zunächst gegebene Unterschrift für die Gründung einer Betriebstrantenlaffe zurüdgezogen hat, follte heute von der Direktion gewungen werden, eine Berfegung nach dem Hofbräu, Leipziger Straße, anzunehmen. Die Bersehung wurde von dem Betreffenden abgelehnt, da sie eine glatte Maßregelung darstellt und weil die Firma auf Grund des Betriebs rätegefeges zu der Versehung die Zustimmung des Betriebsrats bzw. des Arbeitsgerichts bedarf. Die Firma fetzte fich über Recht und Gefeß einfach hinweg. Der Dtmann des Betrake 3. Telephon: Döhnhoff 5086. triebsrats wurde fristlos entiaffen. Die Firma bestreitet selbstverständlich, daß die Strafverfehung wegen des Widerspruchs gegen die geplante Gründung erfolgen follte. Sie fügt deshalb der Rücksichtslosigkeit und Brutalität gegen den Betriebsobmann, der neun Jahre lang im Leipziger Hof" zur Zufriedenheit gearbeitet hat, die Schamlofigkeit hinzu, zu be haupten, daß die Versegung wegen Unsauberteit erfolgen follte. Werden die unfauberen Angestellten der Firma Aschinger nach dem Hofbräu in der Leipziger Straße biefem Streich beschäftigt und zunächst rotest dagegen erhoben. perfegt? Die Betriebsräte aller Betriebe haben sich mit Die Firma Aschinger follte sich wohlweislich überlegen, mit berartigen Mitteln die Zustimmung ihrer Angestellten zu der höchst überflüssigen Gründung einer Betriebstrantentaffe er zwingen zu wollen. Jede gute Sache läßt sich mit einwandfreien Mitteln durchfeßen. Um was es sich hierbei decht und welche Hintergebanten dabei im Spiel sind, das haben die Angestellten durchschaut. Daher auch ihr Widerstand. In diesem Widerft and finden sie, wenn nötig, die moralische Unterstügung ber gesamten Berliner Arbeitnehmerschaft. Der belgische Bergarbeiterstreit in der Borinage dauert fort. Die Arbeitgeber wollen einen Vorschlag der Arbeiter prüfen, worin sich diese bereit erklären, die Arbeit zu den früheren Bedingungen wieder Schiedsgerichtstommiffion entschie Achtung, SPD.- Betriebsfraktionen! Die Betriebe, welche noch keine Angaben für die Vorwärts".Agitation gemacht haben, müssen dieſes fofort nachholen im Betriebssekretariat, Linden. Bezirksverband Berlin SPD., Betriebssekretariat. Achtung, 8wietus, Charlottenburg! Morgen( Montag) nachmittag 4 Uhr bei Rebel, Charlottenburg, Salzufer, Ede Englische Straße, Bersammlung aller SPD.- Genossen und Genossinnen sowie der mit uns sympathifierenden Arbeiter und Angestellten. Das Sachverständigengutachten und die allgemeine politische Lage." Referent Genoffe anda. Freie Aussprache. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Fraktionsvorstand. Achtung, SPD.- Schuhmacher! Morgen( Montag) nachmittag 5 Uhr bei Praffer, Michaeltirch, Ede Wusterhaufener Straße, Bersammlung aller SPD.- Kollegen. Sehr wichtig. Erscheinen bringend notwendig. Der Fraktionsvorstand. Deutscher Solzarbeiterverband. Bodenleger: Die zu morgen( Montog) einberufene Bersammlung findet nicht statt. SPD.- Holzarbeiter der drei Often- Bezirke( Nordosten und Bftliche Bororte). Morgen( Montag) abend 7 Uhr im Lokal von Neumann, Gamariter, Ede Schreinerstraße, wichtige Bersammlung. Jeber Betrieb muß Bertreter entfenden. Alle Generalversammlungsdelegierte fowie Funktionäre find verpflichtet, zu erscheinen. Der Werbeausschuh. GPD.- Solzarbeiter, Bezirk Nordwest( Webding, Gesundbrunnen, Moabit). Rufammenkunft Montag abend 7 Uhr bei Kroll, Utrechter, Ede Hennigsdorfer Straße. Erscheinen unbedingt notwendig. Der Berbeausichuk. ( Siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) ben babe, ob bie Arbeitgeber das Fiecht hatten, die ohne herab Sophien- Säle sophienstr. 17 den habe, ob die Arbeitgeber das Recht hätten, die Löhne herabzufeßen oder nicht. Vereinsiestlichkeiten: Norden 9296 LOESER& WOLF NEUHEITEN Komponist Schave Nares Das Stammgeschäft Die Hauptfabrik aus unseren Fabriken: in Kisten zu 50 Stück 50 Stück 50 Stück 50 Stück das Stück 15-$ 20% 20-% 30% Aparte Aufmachungen. Edle Qualitäten. Bel Entnahme von Originalkisten 10% Rabatt. LOESER& WOLFF BH Stadtgespräch! 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Während die Preise für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse( Getreide, Kartoffeln) sich zurzeit um 85 vom Hundert der Borkriegspreise bewegen, betragen fie für die wichtigsten landwirtschaftlichen Betriebsmittel durchschnittlich 115 vom Hundert der Vortriegszeit. ( Aus der Begründung der Zollvorlage der Reichsregierung.) Es lohnt sich, heute die Begründung der Reichsregierung für ihre Zollvorlage in Erinnerung zu rufen. Das entscheidende Argument, das die Leute um Kanik für die Zölle anführen konnten, beruhte darauf, daß zwischen den landwirtschaftlichen Preisen und denen industrieller Fabrikate eine große Spanne bestand, daß die Kaufkraft des Erlöses aus Agrarprodukten gegenüber der Industrie wesentlich geschwächt war, und daß infolgedessen der Uebergang der Landwirtschaft zur extensiven Wirtschaftsweise zu befürchten war. Gerade jezt muß man daran denken. In den letzten Zagen nämlich haben die Preise der Berliner Börse für Roggen den Vorfriegsstand nahezu erreicht, obwohl wir heute keine Getreidezölle haben. Die Preise für Weizen, Gersteund Hafer haben sogar den Vorkriegsstand überschritten. Die Preise für Milchprodukte, insbesondere Butter, sind nie unter den Vorkriegsstand heruntergegangen. Lediglich die dem Produzenten gezahlten, nicht etwa die vom Verbraucher aufgewandten Fleischpreise liegen noch wesentlich unter dem Vorfriegsniveau. Die Lage der Landwirtschaft hat sich also, soweit der Erlös aus ihrer Arbeit in Betracht kommt, im ganzen mesentlich ge bessert. Davon, daß die Getreidepreise im Durchschnitt noch wesentlich unter dem Vorkriegsstand liegen, fann überhaupt keine Rede mehr sein. Wie steht es aber mit den Preisen für Industriefabrikate, auf die die Landwirtschaft angewiesen ist? not Schutz- ZOT! த Sonntag, 24. August 1924 „ Ein bischen schwer scheint ihm der Schutz zu werden!" die Bauern werden von der herrschenden Kreditkrise sehr schwer betroffen und Bauerntreise waren es, die gegen die ungleichmäßige Kreditverteilung der landwirtschaftlichen Genossenschaften zum Nachteil des Kleinbesizes aufbegehrt haben. Aber diese Frage der Kreditverteilung hat mit den Schutz= zöllen nichts zu tun, sie beweißt nur, daß der fleine Grundbesig immer den fürzeren ziehen wird, wenn er sich der politischen Führung der Groß grundbesiger unterwirft, der seine eigenen Ziele verfolgt. = Hier springt die Tatsache in die Augen, daß die Preise für die wichtigsten landwirtschaftlichen Betriebsmittel, nämlich für die Düngemittel, außerordentlich zurüdgegangen find. Stickstoff ist wesentlich billiger als vor dem Kriege, Kali hatte schon in den Monaten Juli und Juni den Vorfriegsstand erreicht. Nach dem Abbau der Kohlenpreise bietet auch der Preisabbau für Maschinen und Geräte feine Schwierigkeiten mehr, wenn er nicht künstlich, etwa durch Anfündigung von Industrieschutzöllen, aufgehalten wird. Es ist das Widerspruchsvolle an der Haltung der Großagrarier, daß sie nicht etwa auf eine Verbilligung ihrer eigenen Produktionsmittel bedacht sind, sondern im Gegenteil der schweren und der verarbeitenden Industrie gern Schutzölle gewähren will, wenn man ihnen den Löwenanteil, die Brotsteuer, in Form von Getreidezöllen, gewährt. Die verWäre es den Führern des Reichslandsbundes darum zu brauchende Bevölkerung aber hat an diesem Kompensations- tun gewesen, durch ihre Zollpropaganda wirklich eine Erleich geschäft der Schuhßzöllner aller Lager fein Interesse. Min- terung für die Landwirtschaft zu erwirken, so hätte ihr Ruf destens hat die Landwirtschaf. fein Recht, sich auf hohe nach Böllen immer leiser werden müssen, je günstiger sich die Industriepreise zu berufen, solange sie zu deren Abbau nicht tion gestaltete. Er ist aber um so lauter geworden. Man Lage der Landwirtschaft infolge der veränderten PreisrelaTroßdem sowohl der Erlös der landwirtschaftlichen Pro- Marktes. Die Propaganda hat glücklicherweise feinen Erfolg. droht im bescheidensten Falle mit dem Boykott des inneren duktion gestiegen und die reale Kauffraft dieses Erlöses, ausgedrückt in den von der Landwirtschaft benötigten Waren, beDeufend gewachsen ist, ertönt aus den agrarischen Kreisen der Schrei nach Schutzöllen mit unverminderter Kraft. Das muß auch den Dümmsten stußig machen. Denn wenn die Landwirtschaft von der Erhöhung der Preise eine Erleichterung erhoffte, so ist diese jetzt eingetreten, ohne daß die Schuh 3ölle deswegen in Kraft zu treten brauchten. Folgerichtig wenn man mit ihnen nicht andere als wirtschaftliche Ziele verfolgt. beiträgt. Denn das Produktionsinteresse der Landwirtschaft ist immer noch größer als das Bedürfnis ihrer Führer nach politischem Umsturz. Hat doch nach den Berichten der Syndifate im Juli die Nachfrage nach Stickstoff und Kalidünger ganz wesentlich zugenommen, nachdem günstigere Preise und Bahlungsbedingungen den Abnehmern eingeräumt worden der Landwirtschaft in ihre Rentabilität, so heißt das noch waren. Zeugt diese Entwicklung von erwachendem Vertrauen lange nicht, daß damit die Bemühungen, ein günstigeres Breisverhältnis für Agrarprodukte im Verhältnis zu Industriefabrikaten herbeizuführen, aufhören dürfen. Im Gegenteil hat es die Sozialdemokratie immer als ihre Aufgabe angesehen, diese Frage zum Ausgangspunkt der Agrar politik zu machen. Bei den Agrariern fehlt, wie schon ihre Haltung zu den Industriezöllen zeigt, dafür jedes Verständnis. Denn die Schutzzölle sind eine durchaus zweischneidige affe. Nicht nur gegenüber der Verbraucherschaft bedeuten sie eine schwere Belastung, was selbst der Reichslandbund anerkennt. Die schwerindustrielle Bresse war es jedoch, die darauf hingewiesen hat, daß Lebensmittelzölle zwangsläufig Industrieschutzölle herbeiführen, und daß Die Preissteigerung für Getreide muß sich letzten Endes dann der Zustand leicht eintreten tann, in dem die Berin einer Verteuerung des Brotes auswirken. Die feuerung der Industrieprodukte durch Zölle den Ertrag Verbraucher haben dazu gefchwiegen, solange diese Preis der Schutzölle für die Landwirtschaft vollkommen aufsteigerung, die ihnen schon bei der herrschenden Arbeitslofig zehren kann. In diesem Falle würden die Schutzöllner feit eine ungeheure Belastung brachte, zwangsläufig durch von heute ihren Freunden gegenüber morgen mit leeren die Gestaltung der Weltmarktpreise gegeben war. Denn freie Händen dastehen. Unbestritten ist es weiter, daß die Ein- Wirtschaft bedeutet in ihrer letzten Konsequenz den Belt führung von Agrarfchutzöllen zu einer Erhöhung der Bodenrente und damit der Bodenpreise führt, die auf die Dauer die Landwirtschaft unproduktiv belastet. So erklärt es sich, daß man 1879 unter dem Eindruck einer schweren, durch Auslandskonkurrenz berbeigeführten Agrartrije, einen Zoll von 1 Mark je Doppelzentner für hoch genug befunden hat, während 22 Jahre später der Bund der Landwirte bereits einen Mindestzoll von 7,50 Mt. fordern zu müssen glaubte. Zum Glück ist er ihm damals nicht bewilligt worden, sonst wäre heute, nach weiteren 22 Jahren, wohl mindestens eine weitere Berdoppelung der Zollforderungen der Agrarier infolge der gestiegenen Bodenrenten wahrscheinlich. Beweist schon dieſe Steigerung der agrarischen Schutzzollforderungen, daß der Getreidezoll seine Aufgabe, die Landwirtschaft ren= tabel zu machen, nicht erfüllt hat, so tommt noch hinzu, daß nur ein ganz fleiner Teil der Bevölkerung, nämlich der Großgrundbesitz, direkten Vorteil aus ihm zieht, da die mittlere und kleinere Landwirtschaft auf den Zulauf von Getreide angewiesen ist und sich dieses in demselben Maße verteuert, wie sie Schutzölle darauf legt. Nachdem heute Großgrundbesiger die zollgegnerische Propaganda als eine Folge marristischer Einstellung bezeichnen, ist es doch angebracht, daran zu erinnern, daß 1879 noch 30 Grundbesiger gegen Schutzölle gestimmt haben, Leute, die wirklich über den Verdacht erhaben sind, Marristen zu sein. Ein preußischer Reichskanzler und ein leibhaftiger Bayernfönig haben jogar gegenüber der Deffentlichkeit versichert, daß die Bauern im allgemeinen feinen Vorteil von den Schußzöllen hätten. Wenn nun heute gerade Großgrundbesizer immer wieder betonen, daß der Bauer" um seine Existenz fämpfte, so ist daran gewiß manches Richtige. Denn gerade durch Schutzölle das Brot erteuern will, nachdem die Notlage Wenn man aber jetzt noch fünstlich der Landwirtschaft, soweit sie von den Preisen herrührte, in weitem Ausmaße bereits behoben ist, so kann man derartige Politik nicht anders nennen als Brotwucher, der nur von der Rücksicht auf die politische Reaktion geleitet ist. Mag Herr Jarres, wie er es am Verfassungstag getan hat, hundert mal versichern, daß die Republif mit allen Mitteln verleidigt Politik, wenn er trop der Befferung der Lage der Landwirtwerden müßte. Herr Kanig verfolgt die entgegengesetzte schaft jetzt noch an seinen Brotzöllen festhält. Denn es bedeutet die Auslieferung der breiten, von der Brotverteuerung betroffenen Massen an die agrarische Reaktion, Steuer- und der Krediterleichterungen für die Landwirtschaft, wenn man trotz der besseren Preise für Getreide, trok der und obwohl jetzt die Wirkungen dieser Politik an den Getreidemärkten deutlich in Erscheinung treten- wenn man trob alledem jest Getreidezölle einführt. Welternteaussichten und Zollvorlage. Die Zollvorlage der Reichsregierung, die nach der Absicht des Rabinetts zugleich mit den Dawes- Gefeßen zur Beratung fommen foll, geht bekanntlich von der Annahme aus, daß der deutsche Ge treidepreis durch die Einfuhr fremden Getreides unter die Produktionskosten gebrückt werden könnte. Wenn je, so ist jetzt diese Annahme grundlos. Der zum Export zur Verfügung stehende Getreidevorrat der großen Getreide bauenden Staaten dürfte nach der diesjährigen Ernte aller Voraussicht be deutend kleiner fein als im vorigen Jahre. Das stand schon nach den ersten Schäzungen der Welternte feft. Später hieß es dann, daß sich die Aussichten der Welternte wieder gebeffert hätten. Die neuesten amtlichen Schätzungen lassen jedoch den Schluß zu, daß ein Ueberfluß an Weizen, dem wichtigsten Getreide des Weltmartis, feineswegs zu erwarten ist. So gibt das Aderbauministerium der Vereinigten Staaten bea fannt, daß die gesamte Weizenprobuftion in 19 Ländern in diesem Jahre 2 099 000 000 Bushel gegen 2 384 000 000 Bushel im Vorjahre betrage, alfo 12 Broz meniger als im Borjahre. Die Weizenernte der 10 übrigen Länder beträgt 16 Proz. weniger als im Vorjahre. In Kanada sind die Ernteaussichten nach der amtlichen Schäßung zwar etwas günstiger, als man unter dem Eindruck privater Berichte angenommen hatte. Dieses Land, das im vorigen Jahre rund 13 Millionen Tonnen Weizen- meist von besonders Besserung der Aussichten einen Minderertrag von 5% hoher Qualität- erzeugte, erwartet in diesem Jahre trots der rat, aiso die Interessenvereinigung der deutschen Landwirte, millionen Tonnen. Der Deutsche Landwirtschafts= schließt daraus, daß„ die Ausfuhrfähigkeit des Landes soweit eingeschränkt wird, daß voraussichtlich der Kanadawelzen nicht wieder die preisdrückende Rolle spielt wie im vorigen Jahre." Von den östlichen Staaten ist eine ernsthafte Konkurrenz am Getreidemarkt nicht zu erwarten. treideversorgung, die sich auch in den steigenden Preisen des Wellmarktes bereits deutlich angekündigt hat. Die Landwirtschaft kommt in den Genuß der erhöhten Preise. Welcher Pretsftand auf die Dauer am Weltmarkt eintreten wird, läßt sich natür. lich nicht im voraus bestimmen. Alle Vermutung aber spricht dafür, daß er höher sein wird als der Getreidepreis des letzten Jahres. Die Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen, daß der Preis durch die Einführung des Schutzolles wesentlich mehr in zolles- soweit sie nicht Interessenten sind selbst wollen! die Höhe getrieben wird, als es die Freunde des Schuß. Wir stehen also vor einer Minderung der Weltge. zurückzustellen. Wirtschaftliche Gründe für sie liegen nicht mehr vor. Hält man dennoch an ihr fest, so bleibt nur der Schluß übrig, daß man damit ein politisches Geschäft machen will auf Kosten der breiten Massen. Die Fleischverteuerung durch Handel und Verarbeiter. Diese Lage follte die Regierung veranlassen, die Zollvorlage Einen außerordentlich interessanten Bericht, der die schwierige wirtschaftskammer für die Provinz Ostpreußen: Lage der Landwirtschaft beleuchten soll, veröffentlicht die Land „ Ein ostpreußischer Landwirt lieferte im Juni durch seine Biehverwertungsgenossenschaft 30 Hammel nach Berlin, welche ein Abnahmegewicht von 1360 Kilogramm auf seiner Station und ein Gewicht von 1210 Kilogramm in Berlin hatten. Der Ge famterlös in Berlin betrug 338,80 m., davon gingen ab für Fracht 96,80 m., für Unfoften in Berlin 42,80 M., für Provision und Versicherungsgebühr 10,16 M., so daß ein Reinerlös von 189,04 M. übrig blieb. Der Landwirt erhielt also durchschnittlich für einen Hammel einen Reinerlös von 6,30 M. Die Fracht betrug dabei rund 28 Proz. des Wertes der Sendung. Während der Landwirt insgesamt nur 28 Pf. für das Kilogramm Lebendgewicht erhielt, mußte am gleichen Tage nach dem Markthallenbericht der Verbraucher in Berlin das Kilogramm mit 1,90 m. bezahlen." Borweg sei bemerkt, daß das Beispiel in dieser Form heute nicht mehr Geltung haben würde, da inzwischen die Viehpreise gestiegen sind. Ferner ist darauf hinzuweisen, daß dieses Beispiel schlagend beweist, wie wenig den Landwirten mit Fleisch. öllen geholfen werden könnte. Denn die ungeheure Spanne zwischen dem Preis, den der Landwirt erhält und dem, den Fleisch im Kleinhande kostet, würde durch Zölle teinesfalls besei. tigt werden. Zum mindesten ist es denkbar, daß der erhöhte Ge. minn bei steigenden Kleinverkaufspreisen dem Biehhandel und der Fleischverarbeitung zufällt. Für die Differenz fann aber nur der Biehhandel und die Fleischverarbeitung verantwortlich gemacht werden. Die am Erzeugerpreis gemeffen so hohe Fracht, beträgt .1 oorlitgettben Beispiel noch nicht S Proz. des Klein- Handelspreise». Der Anteil der sonstigen U n k o st e n beim Verkauf der Tiere ist noch geringer. Di« Spann« ist zwischen Erzeugerpreis und Kleinhandelspreis so groh, daß man sich über die gering« Energie wunbern muß, die die verantwortlichen Organisationen der Landwirtschaft zu einer Beseitigung dieses Mißverhältnisses verwenden. Der Erlös des Landwirtes hätte bei zweckmäßiger Organisation des Vieh- bandels und der Flcischverarbeitung mindestens drei- bis viermal so groß sein können, wie er in vorliegendem Beispiel angegeben ist ohne daß der Verbraucher auch nur«inen Pfennig mehr für sein Fleisch zahlen mußte. Es ist bekannt, daß die vielen Fleifchver- arbeiter und Viehhändler bei einem wesentlich verminderten Umsatz die gleichen Gewinne herauszuholen bemüht sind, die sie bei dem in der Regel höheren Umsatz erzielt haben, auf dem ihre Ge- schüft« zugeschnitten sind. Schon das erklärt bis zu einem gewissen Grad« die hohe Preisdifferenz Es kommt hinzu, daß der Handel infolge der herrschenden Kreditknappheit gegenüber dem Landwirt, der Geld braucht, ein« starke Bormachtstellung hat und rnfolgedessen in der Lag« ist, die Erzeugerpreise zu drücken, ohne deswegen dem Verbraucher die Vorteil« der niedrigen Biehpreise zugute kom- men zu lassen. Die herrschende Kreditknappheit also und die scknvache Kaufkraft der breiten Massen sind es, die diese nur als wuche- risch zu bezeichnenden Erscheinungen heraufbeschworen haben. Es ist nicht bekannt, daß die Landwirte auch nur den Versuch unter- i'vmmen hätten, etwa durch Lieferverträge mit den Ver- braucherorganisationen ein« zweckmäßigere Form der Viehverwertung zu erreichen. Es ist lediglich bei einer Ankündigung geblieben, daß der Reichslandbund den Vi eh ver kauf besser organi- sieren wolle. Auf diesen Gebieten der S e l b st h i l f e haben also die führenden Organisationen der Landwirtschaft bisher gänzlich versag-.. Kreditknappheit und Zerrüttung des Marktes können aber nur durch eine großzügige Wirtschaftspolitik des Reiches be- feitigt werden. Die Großagrarier wollen aber durch Ablehnung des Londoner Paktes und damit der Goldwährung die Kredit- knappheit oerewigen und oerschärfen. Auf der ande- ren Seite wollen sie die Kaufkraft der Bevölkerung nicht etwa heben, sondern im Gegenteil durch Getreide- und Fleischzölle wei- t e r schwächen. Sie hoffen auf einen hohen Preis mit Hilfe der Zollpolitik, ohne danach zu fwgen, ob jemand da ist, der diesen Preis bezahlen kann. Das Ganze nennt sich deutschnationale Reichslandbundpolitik! D!e Entwicklung üer Reichsfinanzen. Soeben ist dir Uebersicht des Reichsfinanzmiriisteriums üb«r die Einnahmen an Steuern, Zöllen und Abgaben im Monat Juli er- schienen. Das Aufkommen der einzelnen Steuern hat gegenüber dem Vormonat eine wesentliche Verschiebung erfahren. Besonders fällt«in starkes Anwachsen d«r durch Massen- bclastung aufgebrachten Steuern auf.' Hier weist die Lohnsteuer«ine Zunahm« von 12 Goldmillionm, die Umsatzsteuer von sogar SS Goldmillionen auf: die Zölle hob«n 6. die Tabak- steuer 9 und die Zuckcrsteuer S Millionen Goldmark mehr gebracht als tm Bormonat. Auf der andern Seite ist bei der Besitzbelaftung nur bei der veranlagten Einkommensteuer mit einem Mehr von 18 Goldmillionen ein wesentlicher Zuwachs zu verzeichnen. Die Börsenumsatzsteuer brachte sogar IL Millionen weniger als im Vor- monat. Dazu koptmen abermals nahezu 3 Millionen Gold« mark Rückzahlungen an Landabgabe, so daß die Ge- samtrückzahlungcn der Landabgabe nunmehr über. 2S G o ld- Millionen betragen, bei einem G-csamtauskommen von noch nicht 42 Millionen Goldmark! Eine richtige Würdigung des Ergebnisses dieses Monats ist jedoch erst möglich im Zusammenhang mit der bisherigen Entwick- lung der Reichsfinanzen seit der Stabilisierung der Mark. Die Entwicklung der Reichsfinanzen seit Beginn dieses Jahres wird gekennzeichnet durch ein starke» Anwachsen des Auf- kommen? aus der M a s s e n b« l a st u n g auf de? einen Seite und ein allmähliches Nachlassen der Eingänge aus der Be- s i tz b e l a st u n g. Die Entwicklung der Massenbelastung bietet fol- gendes Bild: ES brachten: Lohnsteuer..... Umsatzsteuer..... Zölle u. Verbrauchssteuern BefördmingSsteuer Jan. 75 98 41 0 Febr. März Apr. Mai Juni Juli in Millionen Goldmark 64 71 79 88 96 108 198 1l3 156 ISS 134 161 63 76 93 93 94 116 11 18 10 24 21 Massenbelastuug 216 239 277 346 835 347 406 Wie aus dieser Tabelle hervorgeht, hat sich das Aufkommen aus der Massen belastung seit Januar nahezu verdoppelt. Die größte Steigerung weisen dabei die Erträgnisse aus den Zöllen und aus der Umsatzsteuer auf. Entsprechend dieser absoluten Steigerung des Aufkommens ist auch der Anteil der Masse nbrla st ung am Gesamt st« uerauftommen gewachsen. Dieser Anteil betrug in Pozenten: 1921/28 1924 Jan. Febr. März April Mai Juni Juli 60 48 55 46 66 64 74 69 Danach hat im Durchschnitt dieser 7 Monat« der Anteil der Massenbelastung schon wieder 6 9 P r o z. erreicht, wie im Durchschnitt der Jahr« 1921 bis 1923. Dieser Anteil wird sich im Lause des Rechnungsjahres noch erhöhen: er soll auch nach dem Voranschlag im Goldetat 65 Proz. erreichen. Nicht so gleichmäßig läuft die Entwicklung bei der Besitz- b e l a st u n g, unter der wir alle übrigen Steuern zusammenfassen. Das Aufkommen schwankt hier, weil sich die einzelnen Steuer- termine nicht gleichmäßig auf alle Monate oerteilten. Dennoch läßt sich eine klare Taredenz zur allmählichen Minder ung des Auskommens feststellen. Aus der Besitzbelastung kamen auf sin Millionen Goldmark): Im Januar Februar März April Mai Juni Juli 287 183 813 178 184 125 177 Dennoch darf nicht verkannt werden, daß die wider Erwarten augenblicklich günstige Finanzlage des Reiches zum größten Teil das Ergebnis des hohen Aufkommens an Besitzsteuern ist, das man -E 51 Postabonnenten welche die Erneuerung des Abonnements für September noch nicht vorgenommen haben, müssen noch heute das Versäumte nachholen, wenn keine Unterbrechung in der Zustellung der Zeitung erfolgen soll ¥orwärts-Verlag G. m. b. H. M im Goldetat weit nntsrschätzt hat. In der Zwischenzeit haben aber auch die Ergebnisse der Massenbelastung den Veranschlag über. troffen. Berechnet man sich nach dem Ergebnis der ersten 7 Monate des Jahres das mutmaßliche Ergebnis des Rechnungsjahres, so kommt man zu einem Aufkommen aus der Massenbelastung von 3696 Millionen Goldmark. Das stellt gegenüber dem Vor« anschlug von 3279 Millionen Goldmark ein Mehr von 426 Millionen Goldmark oder 16 Proz. dar. Bei der Besitzbelaftung er- rechnet sich auf diese Weis« ein Jahresaufkommen von 2496 Millionen Goldmark. Das ist gegenüber einem Boranschlag von 1874 Millionen Goldmark«in Mehraufkommen von 622 Millionen Goldmark oder 33 Proz. Danach haben sich also die Erträgnisse der Besitz- belastung im allgemeinen günstiger entwickelt als die der Massenbelastung. Es ist jedoch nicht zu verkennen, daß die Entwicklung dahin geht, dieses Verhältnis bald umzukehren. Nach dem Stande von Ende April bli-.-b das Aufkommen aus der Massenbelastung noch um 2 Proz. hinter dem Voranschlag zurück. während dasjenige aus der Besitzbelaftung den Boranschlag um 53 Proz. überstieg. Jetzt ist das Verhältnis bereits wesentlich anders geworden. Internationaler Textilarbeiterkongreß. Men. 22. August. In der Sitzung am Donnerstag führten vormittags Galli- Italien und nachmittags V o o g s he rd-Holland den Vorsitz. Vor Eingang in die Tagesordnung gedachte Galli in hinreißenden Worten des Blutopfers Matteottis. Zum Zeichen der Ehrung und der Trauer erhoben sich die Delegierten von ihren Plätzen. Dann besprach Galli die blutigen Zusammenstöße bei einer oppositionellen Veranstaltung in Neapel, bei denen drei Personen gerötet und mehrere verwundet wurden. Der Kongreß hätte nach den Beschillssen ick Paris eigentlich in Neapel tagen sollen: er mußte aber wegen der traurigen politischen Berhältmsse m Italien nach Wien verlegt werden. Galli tankt« dann noch für die dem italienischen Proletariat entgehengebrachten Sympathien in den schweren Abwehrkämpfen der letzten Zell. Der nächste Punkt der Tagesordnung war die„Beratung über die Gefährdung der Interessen der Textil- industrie der Welt durch ta p i tali stlfch» chau oi ni» stisch« Kriegstreibereien'. Berichterstatter H o s ch k a- Deutschland: Wir Textstarbeller haben alle Ursache, gegen die Kriegstreibereien aufzutreten. Abge- seben von den furchtbaren Leiden und Qualen, die jeder Krieg mit sich bringt, müssen wir Textilarbeiter uns noch ganz besonders gegen oll« Kriegshetzer wehren, da die Kriege, die die Kriegshetzer hervufbe- schwören, uns Textilarbeiter ganz besonders schwer treffen. Wöhrend des Krieges hat der preußische Kriegsininister einen Befehl heraus. gegeben, bei den Einziehungen zum Heeresdienst auf die Textilarbeiter keine Rücksicht zu nehmen, well die Arbeit in den Textilfabriken auch von Frauen und Kindern besorgt werden könne. Der deutsche Textilarbeiteroerband dürste von allen deutschen Gewerkschaften die meisten Toten zu beklagen haben. Aehnlich werden die Derhäldniss« in den anderen Ländern IfögLTl. Die Londoner Konferenz hat einen Lichtblick gebracht. Jnsbe- sondere die Aufhebung der Ruhrbesetzung wird viel Exptostvstoff be- leitigen und dem Rationalismus den Boden abgraben. Trotzdem jetzt ein« kleine Entspannung eingetreten ist, muß die Arbeiterschaft mit verstärkten Kräften weirerwirken, damit endlich einmal ein wirk- lich dauernder Friede zustande kommt. Die Textilarbeiters chaft muß sich bei der Verhinderung von neuen Kriegen einen maßgebenden Einfluß verschaffen Darüber soll auch der Kongreß beraten.(Stür- Mischer Beifall.) In ähnlichem Sinn« sprechen S ch i a v« ll o- Jta- lien, Frü h w irth- Oesterreich und S ok o l o w s k y- Polen. Unter stürmischem Beifall ergriff dann Tom Show das Wort: Es ist Pflicht aller Arbeiter, gegen den Krieg zu kämpsen.„Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will," muß besonders in dieser Frage zär Wahrheit werden. Wenn die Mächte des Kapi- talismus, Imperialismus und Militarismus nochmals oersuchen soll- ten, die Menschheit in«inen Krieg zu stürzen, dann mögen den Krieg diejenigen selbst führen, di« ihn haben wollen, die aus dem Kriege Nutzen gezogen haben und wieder ziehen wollen. Die Arbeiterschaft hat in einem Kriege nichts zu suchen.(Anhaltender Beifall.) Sodann wurde unter erneutem Beifall folgende Resolution angenommen: Der Kongreß immer wieder ii sation der Welt..... nistische Kriegshetzer in allen Ländern, die eine Verstänin- gungspoU-tik verhindert hoben und auch fernerhin verhindern wollen. Di« Folgen dieser chauvinistischen Hetzereien waren und sind immer schärfer sich auswirkende Wirtschaftskrisen, in die alle Länder der Welt hineingertssen werden, mit früher nie gekannten verheerenden Wirkungen in gesundheitlicher, moralischer und male- rteller Beziehung für einen grüßen Teil der Menschheit. Der Kongreß fordert deshalb die Textilarbeiter aller Länder auf. alles aufzubieten und zu tun, was in ihnen Kräften steht, um diese Kriegshetzer unschädlich zu machen. und bleiben muß. Um jedoch vor der Beseitigung der kapitalistischen Wirtschafts- ordnung Krieg« zu verhindern, erneuert der Kmrgreß fein Bekennt- nis zu dem Beschluß des Pariser Kongresses vom Jahre 1921, worin es unter anderem heißt: Die international vereinigten Textiardeiter verpfichten sich. mit allen Mitteln den chauvinistisch-reaktio. nären Strömungen Widerstand zu leisten und im Falle erneuter kriegerischer Zusammen- stoße jede Arbeit zur&)'«rstellung von Bedarfsartikeln für den Krieg sowie die Einreihung in die Heere abzulehnen. Damit dieses Bekenntnis Blut übergeht, fordert der arbeiterveremiguugen auf. d;.. fchaft möglichst oft in den Zeitungen und anderen Publika- tionen in Erinnerung zu bringen.' Hieraus wird über den Schutz der Arauea vor den Gefahren der Textiarbebt. besonders während der Schwanger- schaftsperioden, verhandelt. Referent I ä ck e l- Deutschland: Der Kampf um den erhöhten Schutz der Frauen darf nicht erlahmen. In Deutschland beschäftigt man sich schon Jahre hindurch mit dieser Frage. In Cr im mit- angestellt. Auch ein« Versammlung. erst« ihrer Art, wurde abgehalten. Die Untersuchungen ergaben. daß die Frauen, wenn sie während der Schwangerschakt weiterarbeiten müssen, den größten körperlichen und seelischen Gefahren ausgesetzt sind. Das ist eine Schmach für unsere Zeit und für die Gesellschosi. (Lebhafter Beifall.) Zilli L i p p a- Oesterreich: Die österreichischen Frauen führen schon«inen jahrzehntelangen Kamps um«inen wirksamen Schutz der schwangeren Frauen. Es ist auch gelungen,«inen Schutz zu er- reichen. Di« Frauen erhalten sechs Wochen vor und nach der Niederkunft volles Krankengeld und eine Stillprämie. Leider sind di« Frauen noch zu. wenig aufgeklärt und nehmen diese Vorteile noch zu wenig m Anspruch. Die Opfer, die der 8 144 in Oesterreich unter den proletarischen Frauen fordert, sind darauf zurückzuführen, daß die Frauen fürchten, zu gebären, weil sie die Kinder nicht ernähren können. Di« Sterblich keitszifser beträgt bei den Kindern der Besitzenden 8 Prozent und bei den Proletarierkindern 39,5 Prozent. Dar Schutz der Frauen muß weiter ausgebaut werden.(Lebhoftor Beifall.) S a m y n< Belgien teilte mit. daß die Textilarbeiterschast i» Belgien sei 25 Jahren einen hartnäckigen Kampf für die Derbesse- rung der sozialpolitischen Gesetze führt. In Belgien sterben 62 Proz. der Kinder der Textilarbeiterinnen, be- vor sie da» 5. Lebensjahr erreichen. Dies« Tatsache allein ist Ursache genug, für einen wirklichen Schutz der Frauen zu wirken.(Großer Beifall.) Dann spricht noch C r t n i o n- England, worauf folgende Reso- lution angenommen wird: „Der Kongreß fordert die der Internationalen Bereinigung der Textilarbeiter angeschlossenen Landesoryanisationen auf, in ihren Landern die Frage erhöhten Schutze» der in der Textilindu» stri« beschäftigten Frauen und Madchen zur öffentlichen Diskussion zu stellen. Dabei ist der Oefsentlichteit die Qual der schwangeren Frauen und Mädchen durch bildliche Darstellung zu demonstrieren. Das Sekretariat der Internationalen Vereini- gun« der Textilarbeiter hat die angeschlossenen Verbände ständig an die Durchführung dieser Aufgabe' zu erinnern, die Unlersuchun. gen zu fördern und gemeinsam mit dem Komitee die Schutzforde- rungen zu formulieren.' Seht* miUei' GefchmacR ,' ,ciu»-ch. hochwevfige Tabake OGARETTEN FABRIK CONSTANTIN*HAKNOVER�ÖLf/� Handelspolift und Tegfilindustrie. Referent Rödel Deutschland: Die noch immer bestehenden wirtschaftlichen Ausnahmegesege, wie Ein- und Ausfuhroer. bote, Absperrungen gegen einzelne Länder und sonstige Erschwerungen machen es notwendig, daß sich der Kongreß auch mit Dieser Frage beschäftige. Nachdem nun in London der Friede endgültig geschlossen wurde, werden die einzelnen Staaten genötigt fein, neue Handelsverträge zu schließen. Die Ausnahmebestim= mungen wirtschaftlicher Art, die im Kriege entstanden sind, haben feine Existenz berechtigung mehr. Es besteht aber das Bestreben, den Geist und den Inhalt dieser Ausnahmebestimmungen zum Teil in die normale Außenhandelsppolitit zu übernehmen in der Form, daß durch hohe Schutzölle die Einfuhrver bote verewigt werden sollen. Für die Textilindustrie besteht mehr als für jede andere Industrie die Notwendigkeit des freien Warenaustausch s. Die Textilindustrie eines jeden Landes ist auf die Ein- und Ausfuhr angewiesen. Jede Beschränkung Ser Freiheit, soweit sie über das unbedingt notwendige Maß hinaus: geht, ist schädlich. Die hohen Schutzölle schädigen auch die eigene Industrie, weil durch sie auch die rückständigsten Betriebe rentabel gestaltet werden, wodurch aber die technische Vervollkomm= nung der Betriebe eher gehemmt als gefördert wird. Da die Beibehaltung der wirtschaftlichen Ausnahmegefeße nichts anderes als die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln bedeutet, muß die Arbeiterschaft auf ihre Beseitigung dringen.( Großer Beifall.) Roscher Tschechoslowakei: Manchmal müssen Ausnahmen gemacht werben, im Interesse der Arbeiter selbst. Das darf aber nur dann der Fall sein, wenn Ausnahmen nicht zu umgehen find. Christensen Dänemark pflichtet den Ausführungen Roschers bei. Die Sozialdemokraten in Dänemark sind gegen die Zölle, mur barf die Einfuhr der Waren die Höhe der Borkriegszeit nicht über schreiten. Schwarz- Ungarn meint, daß auch in Ungarn die Zollfragen aufgerollt werden und daß die Gewerkschaften dazu werden Stellung nehmen müssen. Rugginetti Italien erklärt, daß sich Der Kongreß gegen alle Zölle aussprechen muß. Im Einzelfall fönnen sich natürlich Fälle ergeben, die für Echutzzölle sprechen. Aber der Kongreß, der sich mit grundsätzlichen Fragen zu befassen hat, muß sich gegen die Zölle aussprechen. Artur Shaw- England spricht in ähnlichem Ginne. Die Beratungen darüber werben fortgesetzt. * Gin Antrag auf Neuregelung der Beiträge wird einer Rommission zugewiefen. In dem gestrigen Bericht über den englischen Antrag, daß an Konferenzen niemand teilnehmen oder ein Amt bekleiden soll, der nicht als Angestellter den Zertilarbeiterverbänden Gehalt bezieht oder in einer Tertilfabrit gearbeitet hat, soll der letzte Sah derart ergänzt rcerben, daß es heißt:„ der in einer Textilfabrik arbeitet oder gearbeitet hat": Filmschau. Die zehn Gebote. Der feit Jahren erörterte Fall, dak das Große Schaufbtel haus", das von vornberein aur Maffenschau bestimmt war, dem Film anheimfallen würde, ift zur Tatsache geworden. Der erfte Verfuch ift tros aller aufgewendeten Mübe miholüdt." Die zebn Gebote", die den Berlinern nun gleichzeitig mit den New Norkern und Londonern geboten werden, find zwar ein Miefenfilm. es find ungebeure Mittel aufgewendet worden, es werden bei der Aufführung Gesangschöre verwendet, um Stimmung zu erzeugen. aber man gebt obne innere Befriediguna noch 21. Stunden bas Es bleibt die Bewunderung für die technische Leistung. Die Anerken nung für die Maffenregie, als deren Meifter Cecil de mille uns längst be fannt ift. Aber die große moralische Ergriffenheit, die beabsichtigt ist, bleibt deutschen Gemütern bersagt. bon. Im Im Brolog ist die Knechtschaft der Kinder Jfrael in Aegypten, thr Auszug, der Untergang des Pharao im Roten Meer, die Gefeßgebung auf Sinai und die Anbetung des goldenen Stalbes mit allem modernen Raffinement Taufende von Menschen waren monatelang in einer falt fornischen Wüste damit beschäftiat berbildlicht. Das Gewoge der Arbeits. fflaben, die Karawane der Juden. die rasende Fahrt der ägyptischen Streitwagen und nicht zulebt der Durchzug durchs Rote Meer und der Rusammenprall der wieder losgelassenen Fluten find alles Probeftfide groß zügiger Inszenelebung. Aber Wunder werden für die Phantasie nicht glaubbaft, wenn sie mit realistischen Mitteln ins Wert gelebt werden. Die Beset. gebung im Felsaeflüft des Sinai unter Blik und Donner ift grandios aber wo ist der Moses, der solcher Monumentalität gewachsen märe? Saupttell kommt die Nukanwendung, eine sentimentale, moraliniaure Klein bürgergeschichte bom guten und schlechten Sobne. Wer bie 10 Gebote bricht, wird von ihnen gebrochen". Eine hübsche Predigt, wie fie amerikanische Millionde in ihren Sonntagsschulen vortragen mögen. Der böse Sobn übertritt alle Bebote, ein Stüd der von ihm gebauten Kirche bricht zu sammen und tötet seine fromme Mutter. Er tötet felne gottlose Beliebte aber pendet der Bitwe Troft aus der Bibel. An technischen Wundern ift und zerschellt auf der Flucht an der merikanischen Stifte. Der gute Sobn auch hier kein Mangel. Aber man merkt die Absicht, durchschaut die blumpen Mittel und lächelt oder empört sich über diese Rumutungen. Hätten die Rehn Gebote nicht viel wirksamer an einem Milliardar erprobt werben fönnen, der über Leichen schreitet oder an einem Heuchler, der unter dem Dedmantel der Religion Geschäfte macht? Auf die großen Fragen, die die Menich beit beschäftigen, antwortet der amerikanische Film mit einem elenden Traftätchen, der brüben gut fein mag, um die Maffen zu be tören, aber in Europa leine Stätte mehr findet. Die schönste Frau der Welt"( Marmorbans) ift ein Film obne Brätenfionen. Er hat auch sein Wunder, aber ein natürliches. Der lette Ausbruch des Besubs ist aus größter Nähe aufgenommen, man fieht die ungeheure Rauchwollenbildung und schaut mit Staunen und Entsetzen den berbeerenden Strom der Lava! Im übrigen ist das Thema von der Frau, um die zwei Männer werben, filmgerecht und mit allerlet interessanten Nur die Schönheitsschaut, die für ErportZwischenfällen durchgeführt. gefchmad gemacht ist, enttäuscht etwas, bie Softüme find an varietémäßig und die Naffeschönheiten können fich nicht entfalten. Db Lee Barry, die den Schönheitspreis bekommt, die schönste Frau ist, weiß ich nicht. ebenfalls ist sie eine fehr anmutige Frau und Eichbergs Regte weiß ihre Borzüge sehr vorteilhaft ins Licht zu sehen. d Das falle Herz, uraufgeführt im U.. Nollendorfplat, ftellt fich im Manuskript als eine Verwendung von Hauffschen Motiven heraus. Walter Waffermann und Fred Sauer bewiesen Geschid im Ausbau einer flar berausgearbeiteten Handlung. Der Film ist technisch untadelig ausgeführt, der Photograph verstand die Stimmung in der Landschaft zu erfaffen, ebenso leistete Fred Sauer als Regisseur eine anständige, sehr be dachtfame Arbeit. Die sechs Afte erwiesen sich als eine vorzügliche Süustration. Man gewahrt niemals gewollte Effette, gewaltsam berangezerrte Höhepunkte oder eine von Hintertreppenromantit befruchtete Spannung. Der Film regt aur Beschaulichkeit an. Es ift, als ob man in einem wunderschönen BilderBei Grete Reinwald und Frida Richard find die weiblichen buch blättert. Hauptrollen gut aufgehoben, während Friz Schulz oft etwas besser bätte spielen fönnen. Seleine Wunderwerke an sich find die in den Einmachegläsern zudenden Herzen, desgleichen grenzt die Verwendung der Tiere zuweilen ans ftaunenswerte. Dieser anspruchslofe Film auf Märchengrund ist für jeden eine Erholung, der dem Kitsch abhold ist, denn diese einfache Filmbildererzählung erschlägt die ganze amerikanische Auslese der legten Monate. Arbeitersport. Hamburg- Berlin. e. b. Das Städte Fußballspiel zwischen genannten Orten findet heute, Sonntag, den 24. August, nachmittags 5 Uhr( nicht wie irrtümlich veröffentlicht um 3 Uhr) auf dem Sportplag Rynast straße, direkt am Bahnhof Stralau- Rummelsburg, statt. Das Spiel des vergangenen Jahres fonnte Berlin in Hamburg mit 1.0 gewinnen. Es ist zu erwarten, daß guter Sport geboten wird. Die Eintrittspreise sind volkstümlich( Erwachsene 50 Pf., Jugendliche 25 Pf.). Arbeiter- Sport- und Kulturkartell Reukölln. Achtung, Bereinsvorstände! Die Umkleidelokale für den Festzug sind bei Raffuhn, Donau-, Ede Erfstraße, und bei Gehrmann, Weser-, Ede Finowstraße. Die Ordner treffen sich um 112 Uhr am Eingang zum Sportplag, Innstvaße. Armbinden find mitzubringen. Souristenverein Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin, E. B. Mittwoch, den 27. August, 8 Uhr, Weinmeisterstr. 16-17, Monatsversammlung. Bortrag: F. Weiß: Bilogerliche und proletarische Jugendbewegung". Freie Turnerschaft Neukölln- Brig. Morgen, 12% Uhr, Ede Kaifer- Friedrich und Treptower Straße. Pünktliches Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Turnzeug wie Spandau. Neue Schuhpflege! Wenn Sie auf elegantes Aussehen Ihrer Schuhe Wert legen, so dürfen Sie nicht Uninassen farbiger, harziger, unangenehm riechender Schuh creme auftragen. In wenigen Tagen ist das empfindliche Leber un anfehnlich, wird brüchig und hart. Beugen Sie deshalb die farblose ilberfettete wohlriechende Edelcreme Tuberan. Gibt schon in fleinen Mengen einen samtweichen Glanz, verharzt nie und ist im Ge brauch in der Tube für Haushalt und Reise höchst fauber, sparsam und praktisch. Altes unansehnliches Leder bekommt neues Ausfehen. Für feines Schuhwerk unentbehrlich. In allen einschlägigen Geschäften erhältlich. 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Militärmnfiter am ( abgebaute Beamte) treffen fich zu einer allgemeinen Aussprache mit Bertretern bes Deutschen Musikerverbandes Dienstag, den 26. August, vorm. 10 Uhr, im Alten Astanier", Anhaltstr. 11. Zurück Dr. Glaser Kottbuser Damm 5. Bin zurückgekehrt! Dr. Wockenfuss, Spezialarzt für Syphilis, Harn- und Frauenleiden Oranienbg. Tor. Friedrichstr. 125 vern l. Spr. 12-1, 6-7. Meine Praris habe ich nach Münzstraße 31 verlegt Dr. A. Drucker, Sabnarzt. Wie erlange ich neben meinem Berufe die Obersekundareife? Buch M. 3.50 durch E. Ritsche, NO. 43 Mendelssohnstr. 7. Ernste Warnung für deutsche Auswanderer! Kommt nicht nach Cuba ohne Geld und feste Anstellung. Aussichten auf Anstellung sind in Cuba die denkbar schlechtesten. Deutsche können von Cuba nach den Vereinigten Staaten nur nach einem Aufenthalte von mindestens einem Jahre gelangen. Hunderte von schlecht beratenen Deutschen sind hier im Elend. Deutsche Kolonie kann nicht mehr helfen. Deutscher Hilfsverein, Habana, Obrapia58 Gicht Bei Kurz. April- Okthr. LEIPZIGE MESSE HERBST 1924 31.AUG. BIS 6. SEPT. Meßabzeichen zu Vorzugspreisen und Auskunft durch: Ehrenamtliche Vertreter des Meßamts für den Handelskammerbezirk Berlin: Direktor G. Bach, Berlin, Potsdamer Straße 21, Fernsprecher Lützow 3366; Geschäftsstelle des Meßamts, Berlin W 57, Kurfürstenstraße 23, Fernsprech. Uhland 1783; Verkehrsbüro der Handelskammer, Berlin C 2, Klosterstraße 41, Fernsprecher Merkur 2035/38; Deutsches Verkehrsbüro, Potsdamer Bahnhof, Erdgeschoß links, Berlin W 9, Fernsprecher Nollendorf 85 50/54 und das MESSAMT FÜR DIE MUSTERMESSEN IN LEIPZIG Rheumatismus, Ischias, Ohne Rücksicht auf die Herstellungskosten verkaufen wir hocheleg., streng mod Frauenleiden hervorrag. seit über 50 Jahren bewährt Eisenmoorbad Bad Schmiedeberg, Bezirk Halle PelzMäntel von 160.- M. an Jacken von 75.-M. an Kragen von 20.- M. an Bahn Wittenberg- Eilenburg. Herrliche amerik. Opossum, Schalkragen u. 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Vp.) regte an, durch einen besonderen Gesetzentwurf eine Anzahl von Kreditanstalten zu schaffen, die vor allem das Kreditbedürfnis des mittelbäuer lichen Befihes befriedigen fönnten. Abg. Dr. Bredt( Wirtsch. Vgg.) wünschte die Schaffung einer Kredithilfe auch für Kleingewerbe und Handwert auf derselben Grundlage der Rentenbant, wie sie für die Landwirtschaft gefchaffen werden foll. Reichswirtschaftsminister Hamm erwiderte: Das zweite Gesetz, das dem landwirtschaftlichen Kreditbedürfnis Rechnung tragen foll, sei noch in Vorbereitung. In diesem Agrarbanfgeseß werde auch für gleichmäßige Berücksichtigung der Landwirtschaft in allen Gebieten des Reiches im Sinne der Wünsche des Grafen Lerchenfeld vorzuforgen fein. Das Wirtschaftsministerium werde sich bemühen, gleichzeitig auch eine Kreditstärkung des Handwerks zu erreichen. Der Gefeßentwurf wurde ohne Aussprache erledigt, ebenso debattelos der Entwurf eines Münzgesezes. Hierauf wurde die Beratung des Gesezentwurfs über die Londoner Konferenz fortgesetzt bei der Transferfrage Abg. Sollmann( Soz.) schloß sich den Bedenken der Vorredner an und fragte, ob die deutsche Regierung gegen Ordonnanzen der Rheinlandkommission an den Internationalen Gerichtshof appellieren könne. Ministerialdirektor Gauß erwiderte, ein formales Abkommen über das fünftige Verhalten der Befagungsarmee fonnte in London nicht getroffen werden, weil Deutschland damit ja im Gegensatz zu seinem oft betonten Rechtsstandpunkt die Ruhrbesetzung als legal anerkennen würde. Abg. Dr. Spahn- Köln( Dnatl.) wünschte eine Nachprüfung aller Ordonnanzen der Rheinlandfommiffion. Sonntag, 24. August 1924 Die Abgg. Stoeder( Kom.) und Freytagh- Coringhoven( Dnat.) bleiben demgegenüber bei der Meinung, daß der Londoner Pakt wie alle Verträge, die in die Gesetzgebung eingreifen, der Zustimmung des Reichstags bedürfen. Das Verfahren der Regierung verlege also die Weimarer Verfassung. Abg. v. Rheinbaben( D. Bp.): Wenn der Vorrebner als Hüter der Weimarer Verfassung auftritt, so frage ich ihn, ob er nicht mehr auf dem in seinem Buch vertretenen Ctandpunkt steht, daß die Weimarer Verfassung ungefeßlich sei.( Seiterteit.) Abg. v. Freytagh- Coringhoven( Dnat.): Ich habe nicht geschrieben, daß fie ungefeßlich, sondern daß sie nicht rechtens fel. Sie hat aber diefelbe Gefegestraft wie etwa eine Ordonnanz im besetzten Gebiet. Ministerialdirektor Gauß erläuterte nach weiterer Aussprache die Rechtslage dahin: Die Regierung kann den Londoner Bati ohne Zustimmung des Reichstages unterzeichnen, da sie nur verpflichtet ist, die Gesetzesvorlagen im Reichstag einzubringen. Der Vatt ist freilich hinfällig, wenn die Gesetze nachher vom Reichstag nicht angenommen werden. Gegen 8 Uhr abends war das Mantelgesetz über das Londoner Abkommen erledigt. Die nächste Sigung findet am Sonntag, 10 hr bormittags, statt. Auf der Tagesordnung stehen das Industriebelastungsgesetz und das Reichsbahngefeh. Reichskanzler Marg ging dann auf die Frage der Aus. weisungen ein. Bei der Durchführung der Abmachungen werden sich sicherlich viele Schwierigkeiten ergeben, von denen sich bei den Londoner Berhandlungen nicht alle voraussehen ließen. Es tommt in diesen Dingen alles an auf den Geist, den Willen und die Gesinnung der Ausführenden. Es ist uns zuge sagt worden, daß über diese Fragen von Regierung zu Regierung verhandelt werden soll. Das wird auch über die Ordonnanzen einschließlich der vor 1923 ergangenen geschehen. Das alles gilt gen im Jugendfekretariat, Lindenstr. 3, entgegengenommen. natürlich nur für den all der Annahme des Gutachtens durch den Reichstag. Die deutsche Verwaltungs- und Justizhohelt wird nach den Abmachungen in vollstem Umfange wiederhergestellt. Der Reichstarzler richtete am Schlusse an die oppositionellen Parteien die dringende Mahnung, durch die Art ihres Rampfes gegen bas Gutachten nicht die Atmosphäre der Versöhnung unter Meise gezeigt habe. den Nationen zu zerstören, die sich in London in so erfreulicher Jugendveranstaltungen. Zum Ferienaufenthalt im Sandheim am Quenzsee werden noch Anmeldun Abg. Dr. Breitscheid( Soz.) Reichsfinanzminister Dr. Luther antwortete auf die Fragen verschiedener Abgeordneten in längeren Ausführungen. Er fagte u. a.: Die Sachlieferungsfrage ist zweifellos fast der. ernstefte Teil des gesamten Gutachtens in währungs- und wirt schaftspolitischer Beziehung. Man hat hier nicht einen vergleich baren festen Maßstab wie ihn der Wechselkurs bieten würde, sondern der Uebertragungsausschuß ist auf Schägungen und allgemeine Erwägungen angewiesen. Das ist zweifellos ein bedenklicher Zustand, es wäre aber weder ein Gutachten noch ein Londoner Batt zustande gekommen, wenn man die Sachlieferungen nicht zu gestanden hätte. Unsere Aufgabe in London war es, nicht die Sachlieferungen abzuschließen, sondern die Gefahren, die sie bieten, nach Möglichkeit zu mildern. Es ist uns auch gelungen, erhebnahme des Gutachtens die Voraussetzung. Wenn es den liche Schranken zum Schuße der deutschen Wirt schaft aufzurichten. Der Schiedsgerichtsgebante, der die ganze Londoner Konferenz durchzog, ist auch hier wirksam geworden. Der Finanzminifter sprach dann noch eingehend über die Regelung der Transferfrage. Es tamen dann die in Anlage 2 des Gutachtens behandelten Fragen der Amnestie und Räumung zur Besprechung. Auf eine Frage des Abg. Dr. Hoetzsch( Dnat.) erklärte der Reichsfinanzminister, das ganze Wert des Gutachtens und alle damit zusammenhängenden Gesetzesvorlagen fönnten natürlich in Kraft treten, wenn die Anleihe zustande kommt. Fragesteller erklärte es für notwendig, diese wichtige Bedingung auch in den Gefeßesterten auszusprechen. Der schloß fich dieser Mahnung des Kanzlers durchaus an. Die von den Sozialdemokraten in der Kritik geübte Zurückhaltung sei nicht fo auszulegen, als ob sie mit allen Einzelheiten des Abkommens durch aus einverstanden wären. Die Regierung sollte den Begriff des politischen Verbrechens möglichst weit faffen. Wenn für das besetzte Gebiet die Amnestie eintritt, dann sollte die Regierung aus freien Stüden auch die Amnestie für das unbejezte Deutsch land aussprechen, damit der Berföhnung unter den Bölkern auch die Versöhnung im Lande folgt. Dazu sei allerdings die An Kommunisten ernstlich um die Amnestie zu tun wäre, dann müßten fie also das Gutachten annehmen. Abg. v. Gräfe( Nat.- Soz.): Die Nationalsozialisten fönnen nicht die furchtbaren Erfahrungen mit Wilson vergessen. Wenn das Gut achten dennoch angenommen werden sollte und zu der Durchhalte. trajt meiner ehemaligen deutschnationalen Freunde habe ich recht wenig Vertrauen( Heiterkeit), dann wird es für den Reichskanzler bei seinen Verhandlungen nur ein Aktioposten sein, wenn er auf unfere nationale Opposition verweisen kann. Reichsaußenminister Dr. Stresemann erklärte zu Fragen der Kommunisten: Es ist eine etwas starte Zumutung, wenn eine starke Fraktion alle ihre Kraft einsetzt, um ein Abkommen zu Fall zu bringen, aber gleichzeitig von der Regierung verlangt, daß sie für den Fall der Annahme nicht nur Konsequenzen aus der Annahme zieht, sondern sich dazu schon vorher verpflichtet. Wir werden der Frage der Amnestie nähertreten, wenn das Londoner Abkommen angenommen ist. Das Amnestiegefeß wird dann natürlich eine völlig unparteiische Amnestie nach allen Seiten bringen und auch Persön lichkeiten treffen, die auf ganz anderem Boden als die Konimunisten stehen. Auf Fragen des Abg. Stoeder( Komm.) wurde von der Regierung geantwortet, daß die 3ollüberwachung an der Westgrenze wieder den deutschen Zollbeamten übertragen werde. Die aus Anlaß des passiven Widerstandes von der Rheinlandfommission erlaffenen Sozialverordnungen würden generell aufge hoben werden. Bezüglich der übrigen Berordnungen sei zugesagt worden, daß die Rheinlandkommission zu einer Berichtigung ver anlaßt wird. Die in Deutschland aufgehobenen Abdulden.( Heiterkeit.) gaben, Rohlensteuer usw., sollen im besetzten Gebiet nicht weiter Damit war die Anlage 3 erledigt. Anlage 4, erhoben werden; die übrigen Abgaben werden nach den deutschen Tarifen erhoben werden. Zur Amnestiefrage fragte Abg. Dr. Hoehich( Dnat,), wie es mit dem Weiterbestehen der fremden militärgerichtsbarfeit im befegten Gebiet sei und ob nicht auf diese Weise die durch die Amnestie geleerten Gefängnisse mit neuen Opfern gefüllt werden könnten. Nach den sehr dehnbaren Bestimmungen sei eine tonfrete Amnestie nicht gesichert. Abg. Graf Lerchenfeld( Bayr. Bpt.) vermißte, wie der deutsch nationale Rebner, eine Garantie dagegen, daß bei der Fortdauer der militärischen Befehung auf ein Jahr noch weitere Bestrafungen und Ausweisungen verfügt werden. Abg. Kaas( 3tr.) bezweifelte, daß durch den Wortlaut des Londoner Pattes tatsächlich die ungehinderte Ausübung der deutschen Gerichtshoheit gesichert sei. Die Zurüd nahme der Ausweisungen gilt nur für die nach dem 11. Januar 1923 vollzogenen. Wie steht es mit den früheren? Die Abmachyungen über die Ausweisungen find viel zu allgemein gehalten. Abg. Dr. Spahn- Köln( Dnatl) wandte sich gegen einige Bemertungen des Abg. v. Graefe und meinte: Wenn Sie wissen wollen, wie wir uns verhalten, müssen Sie sich noch einige Stunden ge das Abkommen zwischen den alliierten Regierungen wurde ohne Aussprache erledigt. Am Schluß der Beratung fprach der Abg. Freytagh- Loringhoven ( Dnatl.), warum die Regierung nicht ebenso wie das Reichsbahngefeß auch das Mantelgeset über den Londoner Pẞaft in der Einleitung ausdrücklich als verfassungsändernd bezeichnet habe. Eine Verfaffungsänderung sei zweifellos in der Uebertragung der Zoll- und Steuerhoheit auf einen ausländischen Kommissar enthalten. Ministerialdirektor Gauß erklärte dazu, juristisch sei die Regierung überhaupt nicht verpflichtet, den Londoner Patt als solchen dem Reichstag vorzulegen. Sie habe ihn nur in Gefeßform gegoffen aus dem Zweckmäßigkeitsgrunde, daß nicht einzelne Abschnitte des Abfommens als Gefehentwürfe vorgelegt zu werden brauchen. Die Unterzeichnung des Londoner Pattes als solchen fönne von der Reichsregierung an sich ohne parlamentarische Mitwirkung vorgenommen werden. Heute, Sonntag, den 24. August: Friedenan: Fahrt durch die Heimat. Treffpunkt 10 Uhr vormittags Werbebezirk Moabit: Waldfest in der Jungfernheide. Festansprache, ReziRingbahnhof Friedenau- Wilmersdorf. tationen, Reigentänze, Jugendspiel. Treffpunkt vormittags 9 Uhr und nachmittags 2 Uhr Bahnhof Beuffelstvaße und Bahnhof Putligstraße. Werbebezirk Neukölln: Treffpunkt zum eftzug der Werbesportwoche um 12 Uhr Herzbergplay. Fahnen aller Art find eingerollt nach dem Herzbergplay mitzubringen. Morgen, Montag, den 25. August, abends 7½ Uhr: Sermsdorf: Jugendheim Roonftraße, Diskussion: Was trennt uns von Der KJ.?" Sport. Rennen zu Grunewald am Sonnabend, den 23. Auguft. 1. Rennen. 1. Bafur( W. Tarras), 2. Ber Dark( Franzle), 3. Eifel ( Bachmeier). Toto: 15: 10. Plaz: 10, 11: 10. Ferner lief: Glashäger. 2. Rennen. 1. Saturn( Rastenberger), Gralsritter( Torfe), 8. Drbita( Storb). Toto: 16:10. Plag: 12, 18: 10. Ferner liefen: Royalo, Fliegender Fuchs. 3. Rennen. 1. Dardanos( S. Stafper). Toto: 15: 10. Platz: 18. 1. Dalberg( M. Dreißig), 3. Tuang Fang( Torte). Toto: 64: 10. Platz: 47. Ferner liefen: Sternflar, Manlius. 4. Rennen. 1. Marquise( Mastenberger), 2. Hohe Pforte( Storb), 3. Moloch( Bleuler). Toto: 38: 10. Blak: 17, 14, 26: 10. Ferner liefen: Champfleuri, Eichlake, Idomeneus, Tara Hill, Kardinal II, Patrizier, Benedig. 6. Rennen. 5. Stennen. 1. Heldraftein( 3immermann), 2. Noskva( B. Tarras), 3. Waffe( Raftenberger). Zoto: 28: 10. Plak: 12, 13, 12: 10. Ferner liefen: Balamon, Noguina, Japs, Felfenrose. 3. Laufiber( M. Schmidt). Toto: 268: 10. Play: 72, 21, 18: 10. Ferner 1. Eleazar( P. Ludwig), 2. Mantinea( Bleuler), liefen: Meteor, Dorni's Bruder, Banter, Deutscher Michel, Lava, Dzema, Ballo, Driola. 7. Rennen. 1. Kriegsgewinnler( Rastenberger), 2. Ajar( Huguenin), 3. Gripsholm( Saager). Toto: 30: 10. Blab: 16, 36, 17: 10. Ferner liefen: Entel, Sea, Samadan, Merowinger II, Eisentrone, Lamort, Soto, Larodofta, Mumpit, Diestel N. Auf der Olympiabahn soll am Sonntag die Meisterschaft von Deutschland eine Nachprüfung erfahren. Es ist gelungen, für das Rennen alle in Chemnitz gestarteten Flieger zu gewinnen. Neben den drei Teil nehmern am Endlauf der deutschen Meisterschaft, Lorenz, Rütt und Mayer, werden von Brominenten des Fliegersports Stabe, Arend, Schrage, Dfter mann, Schürmann, Gottfried, Hahn und Peter am Start erscheinen. Die Meisterschaftsrevanche bringt sechs Borläufe, deren Sieger in drei Bwischenläufen um die Teilnahmeberechtigung am Endlauf zu streiten haben. Außer der Meisterschaftsrevanche gelangen ein Vorgabefahren, ein Prämienfahren und ein Trofifahren zum Austrag. Das über 10, 25 und 50 Kilometer führende Dauerrennen vereinigt Lewanow, Bauer, Wegmann, Stellbrink und Schubert. Der Beginn des Rennens wird voraussichtlich auf 2%, Uhr festgelegt werden. Geschäftliche Mitteilungen. Billiges und doch allerbestes frisches Fleisch von nur hochwertigem deutfchen Schlachtvich wird die im Juli in Waren in Mecklenburg gegründete Handelsgesellschaft Mecklenburger Landwirte A.-G.( Samedia) vom Monat September ab in Berlin zum Verlauf bringen. Die Gesellschaft, eine Grün dung von Landwirten des Kreises Waren in Mecklenburg, bezweckt durch direkten Einkauf beim Landwirt der Bevölkerung hochwertiges frisches Fleisch zu billigsten Preisen zu bieten. Wie wir hören, hat sich das Warenhaus 5. Jofeph u. Co. in den Dienst der guten Sache gestellt und der Gesellschaft Hervor in ihrem Geschäftshaus geeignete Räume zur Verfügung gestellt. gehoben sei, daß es sich nicht um sogenannte billige Tage hierbei handelt, ber Berlauf findet vielmehr an allen Wochentagen zu gleich billigen Preisen und in gleich guter Qualität statt. Es fommen durch die Gesellschaft nur beste Schlachttiere der Mecklenburger Landwirte zur Schlachtung. Die Neuköllner Bevölkerung wird das dankenswerte Entgegenkommen des Warenhauses S. Joseph u. Co., Neukölln, der neuen Gefeufchaft gegenüber gewiß begrüßen und das Bestreben des Unternehmens, die Fleischpreise zu senken, im eigensten Interesse fräftig unterstüßen. 33 PROBLEM dub MOSLEM P TRANS DIE CONSUM3IGARETTEN 53 DAHLE Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Th.i.Admiralspalast Goschlossen weg. Vorbereitung Opernhaus der neuen großen Revue: 6 U.: Rosenkavalier Noch und Noch Opernhaus am Königsplatz 7 Uhr: Marietta Volksbühne Tägl. 8 Uhr: Geisha Deutsch. Theater الموو 66 Premiere Mittwoch 27. August 7 Uhr Das Dramat.Theater N 4, Chausseestr. 30/31 Tel. Norden 10160/61 Eröffnung Donnerstag, 28. Aug., 7 Uhr: Sommerspieizeit Gilles u. Jeanne Direktion: Staab und Gerner von Georg Kaiser Tägl. 8 Uhr: MaxAdalbert u.Max Landa Intimes Th. 8 U. in Clubleute Kammerspiele Lauf doch n. im. nackt berum Besuch im Bett etc. Metropol- Theater 8U.:D.Weitschiager Sommerspielzeit Mascottchen Direktion: Staab und Gerner Tägl. 8 Uhr: Das Zeichen an der Tür Tribune 8 Uhr: Ebeisbacher/ Lobe Dr. Stieglitz Lessing- Theater SCALA Täglich 8 Uhr: 8 Uhr: Die große Revue: Internal.Varieté Wien gib acht! Sonntag 3.30 zu halben Preis. das Ueb.150Mitwirkendej volle Programm! Karten 2-16 Mark Kasse den ganzen Tag geöffnet THEATER MADMIRALSPALAST DIREKTION HERMAN HALLER " Noch ND Noch Die größte Revue der Welt VON HERMAN HALLER RIDEAMUS WILLI WOLFF MUSIK WALTER KOLLO 7 oliot Bremiere: Mittwoch, 27. August,& Whe Für die Premiere gelösten Karten behalten Gültigkeit, bereits gekaufte Karten für spätere Vorstellungen werden an der Theaterkaffe umgetauscht. Parkett 3-12 Mark Logen 10-15 Mark Zur Premiere: Parkett 4-15 Mark TANZE ROBERT NEGRELA Preise der Plätze: IL Rang 2-4 Mark L Rang 5-7 Mark REGIE HERMANN FEINER AUSSTATTUNG PROF HAAS HEYE Mecklenburger Landwirte A.-G. DIREKTION KOMISCHE OPER JAMES KLEIN Vorverkauf eröffnet für die ersten zehn Vorstellungen der gewaltigsten Revue aller Zeiten: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Première: Freitag, den 29. August 1924, 7 Uhr Preise: 3 Mark bis 25 Mark Première doppelte Preise ufa PIN TIN- TIN Wochentags 7 und 9 Uhr, Sonntags 5, 7 und 9 Uhr Vorverkauf 11-1 Uhr. Jugendliche haben Zutritt. UFA- PALAST AM ZOO Grosse Teppiche zu kleinen Preisen Prachtvolle Muster- gute Qualitäten. Jedes Stück ein Gelegenheitskauf Diese Woche: Fabelhaft niedrige Preise. Imit. Perser u. Smyrna Trianon- Th. Tägl. 8 Uhr: Der Familienklex m. Jul. Falkenstein Guts chein. bis Sonntag 31. Aug.. 1-4 Personen 50% Ermäßigung Eine tolle Sache Wallner- Theat. Täglich 8 Uhr: Der ungetreue Eckehart Schwank in 3 Akten von Hans Storm Rose- Theater 8 Uhr: Komtesse Guckerl Gartenbühne 71/2: Glücksschulze WINT CORTEN Winstons tauch. Seelöwen und fauchende Nymphen die Sensation des Varietés Dazu: Qual. II Qual. I 200 190 ca. 290 28.- 37.ca. 300 Axminster 75.200 300 Wollperser ca sao 115. größte 240 ca. 45. 57.ca. 350 250 115.Ca. 340 ca. 380 $ 60.- 80.ca. 400 300135.250 350 300 175.der Ca. 400 240.200 Wolplüsch- Teppiche Jute- Brüssel 300 160 ca. 250 Ganz besonders billig! 100.- 150.00 200.- Prima Velour 20105.250 200300 33.- ca. 48.- Prima Bouclé 250 350 110. Brücken 90/180 6.- 9-12.- 20.- 28.- 36.-| Diwandecken v. 10.- an. DORIT G. Seit 18 Jahren m. Potsdamer Strasse b. H. ( Nähe Bülowstr.) Auf Hausnummer achten! Geschäftszeit: 9-1 und 3-7 Uhr. 65% einzig dastehende August- Spielplan! Heute Wiederbeginn der NachmittagVorstellungen Anfang 32 Uhr Machm. halb.Preise Volles Programm Rauchen gestattet! Handelsgesellschaft Mecklenburger Landwirte A.-G. 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