Nr.400+ 41.Jahrgang Ausgabe A Nr. 204 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8,-Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Golbmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar! pro Monat. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und geit" mit ,, Gied lung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenftimme" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin" sió mus Morgenausgabe Vorwärts Berliner Dolksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Ronpareille Beile 0,70 Goldmart, Reflamezeile 4. Goldmart. ,, Aleine Anzeigen" das fettgedruckte Wort 0,20 Gold. mart( auläffig awei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Beile 0,30 Goldmark. Eine Goldmark ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Nummer müffen bis 4½ Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SW 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet pon 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Dienstag, den 26. August 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Distonte Gesellschaft, Devojitenkasse Lindenstraße 3 Für Frieden und Demokratie! Kampf gegen deutschnationale und kommunistische Demagogie im Reichstag. Der erste Tag der parlamentarischen Feldschlacht ist vorbei. Man muß weit zurückgehen in der parlamentarischen Geschichte anderer Länder, um auf eine parlamentarische Entscheidung zu stoßen, die von gleicher Tragweite war wie die Entscheidung, die der Deutsche Reichstag fällen soll. Die Situation ist dramatisch zugespitzt: an der Entscheidung des Reichstags liegt seine eigene Existenz, hängt das Geschick der Wirtschaft und des Landes, hängen die Friedensaussichten und die Zukunft für Europa. Eine große und geschichtliche Entscheidung! Der Kampf um diese Entscheidung wurde eingeleitet durch Herrn Hergt mit der Erklärung: Ich möchte beinahe fagen: hier stehe ich, ich fann nicht anders!" Könnte er es ehrlich ganz und nicht beinahe sagen, als ein ganzer Mann und Bertreter einer harten und ehrlichen Partei der Mächte der Vergangenheit, man könnte den ehrlichen Gegner grüßen in dem Augenblic, wo die Geschichte über ihn hinwegschreitet. Aber das ist nicht Wesen und Stellung der Deutschnationalen! Wefen und Stellung der Deutschnationalen, das ist das Bei nahe" des Herrn Hergt, jenes Beinahe, das dafür Zeugnis ablegt, daß er nicht eine alte und tiefe Gesinnung bekannte, sondern daß er Gesinnung heuchelte, um dunkle und materielle Biele zu verbergen, daß er geschichtliche Entscheidung trifft nicht aus Gesinnung und Bekennermut, sondern nach den Berechnungen eines niederen Interessentenhandels. Er wollte es beinahe sagen, das: Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Beinahe! Er fann also auch anders, und wahr haftig, vielleicht hätte er ehrlicher gesprochen, wenn er, statt der Tiraden gegen das Ergebnis von London und die Unterhändler, zu begründen gehabt hätte, warum die Deutschnationalen dem Ergebnis von London zustimmten. Und vielleicht fönnen er und seine Freunde am Ende doch noch anders, wenn ihnen Bürgerblock und Zollvorlage mehr in der Nähe winken. Beinahe: das war der parteipolitische Inhalt der Rede von Hergt. Er sprach von Ablehnung, aber beinahe, noch nicht ganz! Dieses Beinahe kennzeichnet das Wesen der Deutschnationalen, der Konjunkturpartei, dessen Nationalismus den Willen verbürgt, die Mächte der Vergangenheit noch einmal aur Macht zu bringen, um noch einmal eine Bolitik der rückfichtslofesten Interessentenvertretung wie in früheren Zeiten betreiben zu können. Die Rede von Hergt war ein Bankrott des Geistes und der Ehrlichkeit. Die Abrechnung mit der Partei des Beinahe folgte auf dem Fuße: die Rede Hilferdings. Dort Wege, den die Geschichte in Europa eingeschlagen hat, auf dem Wege zu Demokratie und Verständigung, sie wird mitgefchleift, nicht wollend, sondern wider Willen. Und wenn sie kämpfen muß unter dem 3wange der Situation, so wird sie widerwillig und mit halbem Herzen kämpfen. Denn mit halbem Herzen ist sie bei der Partei des Beinahe, bei der Parfei des Herrn Hergt. Herr Curtius, der Sprecher der Bolkspartei, war bewegt und entsegt bei dem Gedanken, daß seine Partei zum Kampfe gegen die Deutschnationalen gezwungen sein könnte. Er weiß nichts davon, daß eine große geschichtliche Entscheidung getroffen werden muß, und wenn er es wüßte, so würde er es verschweigen müssen. Denn diese Entscheidung fällt gegen die Halbheit auch seiner Partei, die sich wahrhaftig mehr als Partei der Vergangenheit, denn als Partei der neuen Zukunft fühlt. Herr Wulle und Frau Ruth Fischer, der rechte und der linke Fuß, auf dem die Partei der Deutschnationalen steht mit ihrer Scheinmacht und ihren Ansprüchen. Hemmungsloseste Demagogie von rechts und von links, auf deren Schultern die Deutschnationalen in den Bürgerblod steigen wollen, parlamentarische Erscheinungen, die zum guten Teil nur als Nachwirkungen der Inflationsverzweiflung zu verstehen sind, und deren Stimmen bei der kommenden Entscheidung doch ins Gewicht fallen für neue Inflation. Das fennzeichnet die schweren Bedingungen, unter denen der Kampf für Demofratie und Frieden durchgefochten werden muß. Ein treues, aber trauriges Abbild der politischen Zustände Deutschlands, diese Debatte, die sich vom Mittag bis in den späten Abend ausdehnte. nicht zur Abstimmung, da das Haus um 41,15 Uhr nach elfs stündiger Sizung beschlußunfähig war. Nächste Sigung heute 11 Uhr vormittag. * In Fortführung der Debatte tam nach Wulle zunächst zu Wort Abg. Erkelenz( Dem.): Niemand ist so international wie die Nationalisten; denn die blutige Internationale besteht nur dadurch, daß ihre Leute hüben und drüber sich so gut in die Hände arbeiten.( 3uruf rechts: Wer hetzt denn? Sie doch bei Ihrer Verfaffungsfeier in Weimar!) Gewiß befriedigt uns das Abkommen nicht, aber es handelt sich eben nur um einen Zwangsvergleich, der uns durch die geschichtliche Lage Deutschlands, durch den verlorenen Krieg aufgezwungen worden ist. Die Ruhrbese hung ist weder rechtlich noch moralisch haltbar, sie darf nicht als eine Ruine in dem neuen Land der Verständigung und des Bertrauens stehen bleiben, wo sie nur provozierend wirft. • Helfferich hat im Kriege vom U- Bootfrieg gejagt:„ Wenn diese Karte nicht sticht, ist Deutschland auf Jahrhunderte verloren!" ( Unruhe b. d. Dnat.) Bon diesem Gesichtspunkt muß der praktische Politiker die Londoner Abmachungen beurteilen. Der Redner ver gleicht den verzweifelten Zustand vom November 1923 mit dem heutigen und erklärt, man fei der Reichsregierung zum Dant ver pflichtet, daß sie die Aussichten so sehr verbessert habe.( Beifall i. d. Mitte.) Der Einfluß der amerikanischen Bantiers Kriegsheber heute nicht über diesen Einfluß beschweren. sei nur eine Folge des Krieges, also dürften sich gerade die ( Gehr richtig! b. d. Komm.) Herr Hergt habe heute die befehten Gebiete preisgegeben zugunsten der Junter Im Often und Norden. Herr Hergt, der die Bereitwilligkeit des Auslandes zu neuen Verhandlungen Ein treues, handlungen prophezeit, hat sich immer als schlechter Prophet erwiesen. Leider hat bie Außenpolitik der letzten Jahre Deutschland ganz im Einne Poincarés in eine Isolierung hineinmonöwriert, die nun hoffentlich mit London ihr Ende gefunden hat. Das zeigt sich auch in der Haltung der deutschen Regierung zum Internationalen Arbeitsamt in Genf. Als der deutsche Arbeitsminister einmal nach Genf fuhr, mußte er vor der Abreise in Berlin fchwören, daß er ja nicht die Internationale Arbeitskonferenz besuche. Wir wünschen eine tia: rere Steffung der Regierung zum Völkerbund und zur A brüstungsfrage im Sinne der Denkschrift von Schüiding und Montgelas. Das Londoner Abkommen befriedigt uns nicht, aber wir betrachten es als eine wichtige Etappe auf dem Wege zu einer befferan Zukunft. Neben diefem Reparationsabfommen brauchen wir nun ein zweites Reparationsabtommen zwischen den deutschen Arbeitgebern und Arbeitnehmern.( Beifall b. d. Dem.) Reichskanzler Marx: Es war halb neun geworden, als Herr Marr das Wort ergriff, um die Angriffe Hergts und Wulles zurückzuweisen. Die Tonart dieser zweiten Kanzlerrede war erheblich schärfer als die der ersten vom Sonnabend. Sei es, daß Herr Mary fich durch die Vorwürfe der Rechten gereizt fühlte, sei es, daß er die Hoffnung, die Herr Curtius auch noch am Grabe aufPflanzt, die Hoffnung auf den deutschnationalen Umfall, schon aufgegeben hatte gleichviel, Herr Marr nahm tein Blatt mehr vor den Mund, wenn er der Rechten zurief, solange sie keinen besseren Weg zeige, verbitte er sich ihre Kritit. Wenn er Herrn Wulle den Schildknappen Poin nationalen feststellte, gab es regelmäßig einen Mordstrach. die Haltung der Halbheit, des Schwankens, der Unehrlichkeit carés nannte, das Handinhandarbeiten mit den Deuta Herrn Reichspräsidenten gerichtet, die ich aufs tiefste be-hier die klare und ganze Verfechtung der zielbewußten Bolitit der Demokratie und des Friedens. Dort der Versuch, durch unwürdigen Handel die Mächte der Vergangenheit, des Unfriedens, der Unterdrückung noch einmal zu galvanisieren hier das unbeirrte Vorwärtsschreiten auf dem Wege zu einer freien Zukunft. Hergt sprach von Idealismus, und meinte damit die materiellen Interessen der Agrarier, die Buhlschaft um Ministersize und Regierungsbeteiligung aus der Rede von Hilferding flang der wahre unerschütterliche Idealismus, der Glaube an eine bessere Zukunft, die erkämpft werden muß durch Verteidigung und Ausbau der jungen Demokratie, der Trägerin des Friedens in Deutschland und in Europa. Hergt gebärdete sich als nationaler Oppositioneller -Hilferding aber sprach das treffende und vernichtende Urteil über ihn und feine Partei: der Nationalismus hat das Nationalbewußtsein erschlagen! Die messerscharfe Beweisführung von Hilferding zerstieß die Demagogie von Hergt. Politisch und wirtschaftlich: die Haltung der Deutschnationalen unehrlich und eine Gefahr. Die Tendenzlüge wurde schonunglos aufgedeckt. In großen Zügen umriß Hilferding das Gesamtproblem. Die Frage der Lastenverteilung, die innerpolitischen Fragen traten hervor. Gegen die Kommunisten, die freiwilligen Bundesgenossen der Partei von Hergt, rechnete Hilferding mit derfelben vornehmen Sachlichkeit, aber mit derselben Schärfe und Treff sicherheit ab. Geschichtliche Entscheidung soll gefällt werden! Da gilt es, die Tatsachen herauszuarbeiten, den realpolitischen Zwang zu wägen, und doch die großen Ziele und Ideale der Weltentwicklung nicht aus dem Auge zu verlieren. Das war der Inhalt der Rede von Hilferding. * Wissen die Regierungsparteien, daß fie um eine weltgeschichtliche Entscheidung fämpfen, fämpfen müssen? Es flingt leise an in der Rede des Zentrumsabgeordneten Dr. Raas, laut und vernehmlich, in den Worten des Demo fraten Ertelen 3. Aber zu den Regierungsparteien gehört auch die Deutsche Volkspartei. Sie geht nicht mit auf dem Es zeigte sich, daß die Völkischen über nicht geringere Stimmittel verfügten als die Kommunisten. Warum ward nicht auch hier ein Eremepl statuiert, warum flog nicht Herr Ahlemann aus Krotoschin Herrn Schwarz aus Lichtenberg nach? Schließlich gelang es dem Vizepräsidenten Rießer doch, mit etwas alttestamentarischem Palmöl die aufgeregten Bogen des völkischen Meeres zu glätten und dem Kanzler wieder Gehör zu verschaffen. em Der erklärte nun, hörbar für jeden, daß die Regierung bereitfei, am 30. Auguft den Londoner Vertrag frei willig zu unterzeichnen und daß sie hierbei die Unterstützung des Reichstags erwarte. Das ward allgemein so verstanden, daß die Regierung am 30. August auf alle Fälle unterzeichnen wird, auch wenn sie die Unterstützung dieses Reichstages nicht finden sollte. Die Situation spitzt sich dramatisch zu. Nach dem Reichskanzler nahm Dr. Pfleger das Wort, um das zustimmende Votum der Bayerischen Volkspartei zu begründen. Der Abg. Her gt hat Angriffe gegen die Person des ziehen, er habe dem Reichspräsidenten vorgeworfen, daß er bei flage. Man fann aus den Ausführungen Hergis ben Schluß feinen Maßnahmen und Entschließungen fich nicht lediglich von sachlichen, sondern von taktischen und parteipolitischen Gründen leiten laffe. Dagegen muß ich den allerschärfsten Protest erheben. Es wird niemandem gelingen, für diese unwahre Behaup tung einen Beweis zu erbringen. Der Herr Reichspräsident hat sich, wie ich aus meiner viele Monate langen Tätigkeit mit ihm zufammen glaube bezeugen zu können, durchaus von sachlichen Gesichtspuntten bei seinen Maßnahmen leiten lassen. Gerade die Partei, die so gern für die Autorität des Staates ein. tritt, sollte doch in erster Linie dafür sorgen, daß die Staatsautori tät erhalten wird, indem sie nicht in dieser Weise gegen die Person vorgeht, die den Staat repräsentiert. Daß seinerzeit den Deutschnationalen ein Ultimatum gestellt worden sei, ist durch us unrichtig. Hergt wirft der Regierung weiter vor, sie habe in der Beziehung die Erflärung abgeben, daß wir bei jeber Ge die Schuldfrage nicht entschieden genug behandelt. Ich fann legenheit, die uns irgendwie dazu angetan scheint, diese Frage anregen und zur Aussprache bringen. Was die Ausführungen von Herrn Wulfe zu einem großen Teil einer Entgegnung und eines Eingehens auf Einzelheiten entbehrfidy erscheinen läßt, ist der Ums stand, daß er sich lediglich auf negative Kritit eingelassen hat. Er hat uns in feiner Weise einen Weg angegeben, wie denn vorzugehen ei, wenn man nun einmal das Dawes Butadyben abzulehnen sei, wenn man nun einmal das Dawes- Gutachten abzulehnen bereit ist. Wenn die Frage, wie Deutschland aus feiner außerordentlich drückenden Kreditnot befreit werden soll, nicht klipp und klar beantwortet wird, dann verbitte ich mit die Aritit.( Große Unruhe rechts.) So lange die Herren nicht in der Lage find, einen besseren Weg vorzuschlagen, fage ich: mir bittigen das Dawes Gut Herr Bredt erklärte sodann die Zustimmung der WirtSchaftspartei. Während seiner Rede sah man die beiden Oppofitionsführer v. Graefe und Katz vor dem Tisch des Hauses in angelegentlichem Gespräch, das später in den Restaurationsräumen noch angelegentlicher fortgesetzt wurde. Schließlich mußte das erschöpfte Haus auch noch eine Rede des Knippel Runze über sich ergehen lassen, der sich von feinem Badeabenteuer wieder erholt zu haben scheint. Um 11 Uhr abends war auch die Kunziade zu Ende. Dann fam es aber noch besser. Herr Wulle meldete sich zur Geschäfts- ten in der Hoffnung, daß es uns auch wirtschaftliche Besserung ordnung und trug mit gerötetem Gesicht und affoholisch be bringen wird. Der Abg. Wulle ist in mancher Richtung über die einflußter Stimme den Antrag vor, die Rede der Reichs- Tatfachen nicht orientiert. Es gehört ein starkes Stud dazu, die fanglers aus der Montagssitzung öffentia anzu- ehauptung aufzustellen, wir hätten feine Urfunde über die Bea schlagen. Vizepräsident Rießer erklärte, dieser Antrag mi nach Hause gebracht. In den Atten des Auswärtigen Amts reitwilliglett Herriots zur Räumung der Ruhr nicht ernst nehmen zu fönnen und damit war auch diefer befindet sich ein Brief von Herriot und Macdonald, in dem die 3wischenfall erledigt. Ueber einen Antrag Iwan Ka Rumunng des Ruhrgebiets in höchstens zwölf Monaten zugefagt die schon im Auswärtigen Ausschuß durchberatenen Gesetze wird.( Zuruf b. d. Natsoz.: Das ist doch kein Vertrag!) Diefer nochmals einer Ausschußberatung zu unterwerfen, tam es Brief ist von mir angenommen worden. Der Kanzler verliest den Brief.( Unruhe und Zurufe rechts.) Auf der anderen Seite befinde sich eine Urkunde, ein Memorandum der deutschen Regierung, in der ausdrücklich die Erklärung festgestellt wird, daß die beiden Ministerpräsidenten sich der Räumung der rechtsrheinisch besegten Gebiete gleichzeitig mit der Räumung des Ruhr gebiets nicht widersetzen werden. Dieses Memorandum ist von den beiden Ministerpräsidenten unbeantwortet geblieben: sie haben ihm also zugestimmt. Ich bitte diejenigen, die etwas von dem Gutachten gelesen haben, sich mal die Frage vorzulegen, ist es möglich, fich einen Fall zu denken, wo bis zum August 1925 das Gutachten nicht ausgeführt wäre?( Sehr wahr! b. d. Regierungsparteien.) Und zwar foll es fich um böswillige Zuwiderhandlungen handeln. Es gehört doch ein besonderes Stück dazu, sich einen Fall auszudenken, wo wir es wirklich böswillig fertigbringen fönnten, das Gutachten bis zum August 1925 nicht auszuführen.( Lebhafte Zustimmung b. d. Regierungsparteien.) Die deutsche Regierung ist voll und ganz gewillt, das Gutachten in aller Loyalität und aller friedfertigen Gefinnung zur Ausführung zu bringen, soweit es irgend möglich ist, und ich hoffe, daß sie der Reichstag dabei unterstüßt.( Beifall.) Herr Hergt verlas Stimmen aus dem besetzten Gebiet, er hat fich aber nur zu einer einzigen aufschwingen fönnen, die er aus bestimmten Gründen zweimal zitierte. Es war immer dieselbe. ( Heiterkeit.) Demgegenüber fönnen wir zahlreiche Stimmen anführen, die die Aufforderung an die Herren richten, ein Ja auszusprechen. | Wenn die Arbeiter wüßten. Völkische Führer im Spiegel der eigenen Presse. Wir haben in London mehrmals die Entdeckung gemacht, daß, wenn wir mit den verschiedensten Vertretern der Länder auf den verschiedensten Gebieten ins Gespräch tamen, sich stets der unabDie völkischen Banden fliegen auseinander. Die Einsetzung eines wendbare Schluß engab, daß mir, wenn wir uns nach Abbruch der Verhandlungen von London zurückziehen würden, uns Triumvirats, die auf dem Weimarer Parteitag beschlossen wurde, einer vollständigen Einheitsfront der Alliierten ist nur ein kläglicher Versuch, zu retten, was doch nicht mehr zu gegenüber befunden hätten. Auch in Gesprächen mit den Englänretten ist. Die Organisationen gehen zurück, die Presse geht ein und dern und Amerikanern wurde uns, wenn wir fragten, wie sie sich eigentlich zu den Dingen stellten stets die Antwort erteilt, die der Glaube an einen fünftigen Erfolg verschwindet. Aus dem übelHerren müßten uns den Rat geben, uns mit diesem Entgegenkommen riechenden Sumpf steigen Fäulnisblasen auf. Die Herren Wiesen. Frankreichs zu begnügen. Wenn Sie in den Tonarten fortfahren ba cher und Streicher haben noch vor kurzem in öffentlichen wie bisher in ihrer Agitation, und auf diese Weise Frankreich Bersammlungen die völkischen Führer nach Strich und Faden durch weiter Stoff zu feiner...( Großer Lärm auf der Rechten, zurufe: die Goffe gezogen. Jetzt bleibt die Mehrheit der bayerischen LandDen Kampf nehmen wir auf! Und das ist der Kanzler des Deut- tagsfraktion die Antwort schuldig. Die deutsche Presse", das schen Reiches! Glocke des Präsidenten, Gegenrufe der Sozial- Münchener Kampfblatt der völkischen Freiheitsbewegung", schreibt demokraten. Der Schluß des Safes geht in der allgemeinen Unruhe unter.) Einige weitere Ausführungen Hergts muß ich etwas wörtlich über Streicher und Wiesenbacher: sonderbar finden. Einmal hat er gesagt, es feien die Handels.. verträge absolut getrennt gehalten worden von den Berein. barungen über die Ruhr. Ich muß sagen, gerade das war unsere Absicht, und wir haben gerade bei Herriot volles Verständnis gefunden. Es wäre aber sehr töricht von uns gewesen, diese Gelegenheit, wo wir nun einmal mit den Herren aus Frankreich und Belgien in Verhandlungen eingetreten waren, nur für einen Zweck zu benutzen und alles andere von der Hand zat weisen. " Wir haben es, was die letzten sieben bis acht Jahre anlangt, Ich glaube, wenn wir das nicht getan hätten, würde man gefehr zu bedauern, daß das deutsche Bolt nicht immer über die Lageradezu eine Pflichtverlegung darin sehen.( Sehr richtig! b. orientiert war.( Lebhafte Zustimmung b. d. Regierungsparteien.) d. Mehrheit.) Und wenn gesagt wird: Wie können überhaupt Es ist versucht worden, durch Fanfaren und Trom Handelsvertragsverhandlungen stattfinden, solange der Feind auf petengeschmetter das Bolt in eine Begeisterung hineinzu- deutschem Boden steht?" so habe ich diesen Einwand allerdings nicht Eringen, die recht bald wieder verfliegen mußte. Von meinen Ausführungen vom Sonnabend habe ich auch nicht das geringste zurückzunehmen, denn es ist auch nicht das geringste versucht worden, um irgendwie die Unrichtigkeit meiner Ausführungen nachzuweisen. Ich sage noch einmal ganz offen: Ich sehe allerdings die Entwicklung der Dinge außerordentlich peffimistisd; an, wenn durch die Ablehnung im Reichstag die Londoner Abmachungen scheiden. Sich mit dem Gedanken zu befreunden, es werde gelingen, in absehbarer Zeit, etwa in ein bis zwei Monaten, nochmals eine Konferenz zufammenzubringen, dazu gehört ein Optimismus, den ich nicht teile.( Lärm rechts.) Es ist davon gesprochen worden, daß wir leider den Rechtsgedanken allzu sehr hätten zurücktreten lassen und ihn nicht hinreichend betont hätten. Ich wundere mich eigentlich darüber, daß dieser Vorwurf erhoben worden ist, denn ich erinnere mich sehr wohl, daß, als ich vor einigen Wochen mir den Ausdruck erlaubte von Weltgewissen und öffentlicher Meinung, ich dann gerade von der rechten Seite aus mit hohngelächter unterbrochen wurde.( Lärm rechts.) Herr Hergt hat mir vorgeworfen, daß ich mich von der englischen Regierung auf den Rechts Standpunkt habe verweisen lassen. Ueberprüft man die Londoner Aften, so fönnte man das Umgefehrte sagen. Herr Hergt hat gesagt, wir hätten eine große Einheltsfront der 2lierten gegen uns allmählich zusammengebracht. Worin dieser Borwurf bestehen soll, ist mir etwas rätselhaft. Die Reden, die wir früher oft von deutschvölkischer Seite, auch Heute noch von Herrn Wulle gehört haben, die find allerdings außerordentlich geeignet gewefen, eine solche Einheitsfront der Alliierten zu schaffen.( Großer Lärm rechts.) 3ch glaube allerdings aus den verschiedenen Verhandlungen der Parlamente gerade in den letzten Tagen feststellen zu müffen, daß die Nationalisten in der französischen Kammer ebenso wie die Nationaliften hier im Reichstag fich gegenseitig die Bälle zuwerfen. ( Große Unruhe rechts. Abg. v. Graefe ruft: Jammervolle Mätzchen!) Krach bei den Vaterländischen. Wie die Bolksuteinung gemacht wird. Die Vereinigten Baterländischen Ber bände hatten für den Sonnabend eine Reichsvertretertagung einberufen, auf der die Herren Geisler und West arp nach bekanntem Muster gegen das Londoner Protokoll, die Reichsregierung und die Sozialdemokratie aufzuputschen ver fuchten. Das Resultat war eine fulminante Resolution, die fich für Ablehnung des Londoner Protokolls, für Reichstags auflösung und Neuwahlen aussprach. Die deutschnationale und deutschvölkische Preffe hatte nichts Eiligeres zu tun, als dieses Resultat unter der Devise das nationale Deutschland hat gesprochen" der Welt zu verfünden. Die Sache stimmt nur nicht ganz. In der Magdebur gischen Zeitung" steht zu lesen: Don Reichstagsabgeordneter Adams( DBp.) ermächtigt uns, mit zuteilen, daß die Baterländischen Verbände Rheinland- Westfalen zu der Tagung der Vereinigten Baterländischen Verbände, die am vergangenen Sonnabend unter dem Vorsitz des Abgeordneten Geisler in Berlin stattfand, nicht eingelaben waren. Im Gegensatz an der auf diefer Tagung gefaßten Entschließung stehen die Baterländischen Verbände von Rheinland- Westfalen auf dem Standpunkt, daß das Londoner Abkommen angenommen werden muß. Herr Adams unterstellt damit den Vereinigten Baterländischen Verbänden und ihren ehrenwerten Führern Geisler und von der Golz, ein Fälscherkunststüd ersten Ranges porgenommen zu haben. Das wird niemand in Erstaunen setzen, der die„ Objektivität" dieser Herren ihren Gegnern gegenüber zu beobachten Gelegenheit hatte. Der Vorfall wirft zu gleicher Zeit ein grelles Licht auf die nationale Einheitsfront, wie fie die Hergt und Westarp verstehen. Immer im entscheidenden Augenblic flappt diese Einheitsfront jämmerlich zufammen und um das zu verbergen, greift man zum Mittel der unwahrhaftigteit. Der Geist der Vernunft darf bei diesen Herrschaften nicht hochkommen, denn er ist der schlimmste Feind ihrer künstlich großgezüchteten Bewegung. Bayerns Ja. Auch der deutschnationale Justizminifter für Annahme. München, 25. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Die Zustim. mung Bayerns zum Londoner Abkommen wurde im bayerischen Ministerrat auch in Anwesenheit des deutschnationalen Justizministers Gürtner und des Bertreters der deutsch nationalen Landtagsfraktion beschloffen, und zwar, wie offiziös mitgeteilt wurde, in voller Einhelligteit. Diese Fest legung ist den Deutschnationalen später sehr unangenehm geworden, und aus ihrer Bandtagsfraktion fommt jetzt eine Erklärung, die be fagt, daß wenigstens der Fraktionsvertreter sich nicht für die Annahme ausgesprochen, sondern die Stellungnahme der Landtagsfraktion vorbehalten habe. Die Zustimmung des deutschnationalen Minifters wird nicht bestritten, sondern lediglich gesagt, daß in der Frage des Eisenbahngefezes( wo Bayern bekanntlich im Reichsrat sich der Stimme enthielt) die bayerische Regierung darauf habe Rücksicht nehmen müssen, daß nach dem Staatspertrag mit dem Reich der EinSpruch eines einzigen Eisenbahnlandes genüge, um die Verabschiedung des Gesetzes im Reichsrat und seine Einbringung im Reichstage über haupt zu verhindern. Das letzte Wort über das Londoner Abkom men müsse vom deutschen Bolt selbst durch den Reichstag besprochen erwartet. Sollen wir vielleicht alle Handelsvertragsverhandlungen ausfchließen, bis die Frist von 15 Jahren abgelaufen ist, inn deren auch die Räumung des letzten besetzten Gebietes stattfinden foll? Es ist doch eine unhaltbare Forderung, sich alle Wege fo zu versperren. Herr Hergt hat uns weiter den Vorwurf gemacht, daß wir nun diese Bedingungen freiwillig unterschrieben hätten. Aber einem Dittat hätten wir uns unterwerfen follen. Ich hätte unsere Stellung hier sehen mögen, wenn wir mit einem Diftat in der Hand erschienen wären!( Sehr gut! b. d. Mehrheit.) Die Deutsche Zeitung" und die„ Kreuzzeitung", die in den letzten Tagen start demagogisch eingestellt waren, hat ja diefes Diktat als Schlagwort benutzt. Wir sind gern bereit, am nächsten Gonnabend zu unterschreiben( hört! hört!), weil wir diesen Kontraft als einen Schritt auf dem Wege zur Gesundung unseres Vaterlandes ansehen, weil wir auf diesem Wege einen großen Teil unseres besetzten Ge biets zu befreien hoffen,( Rufe rechts: Nur hoffen!) Weil wir diese Hoffnung haben, darum sind wir bereit, zu unterschreiben.( Lebh. Beifall b. b. Mehrheit.) Bizepräsident Dr. Rießer ruft den Abg. v. Graefe( Natioz.) wegen des Zurufs gegenüber dem Kanzler: Jammervolle Mätzchen!" zur Ordnung. Abg. Pfleger( Bayr. Bp.) erfennt an, baß von der deutschen stimme den Borlagen notgedrungen zu. Delegation große Arbeit geleistet worden ist. Seine Frattion Nach einer Rede des Abg. Bredt( Wirtschp.) beantragte Abg. Katz ( Romm.), die im Auswärtigen Ausschuß bereits durchberatenen Gefetze nochmals im Ausschuß zu beraten. Infolge Beschlußunfähigkeit wurde über den Antrag nicht abgestimmt und das Haus vertagte sich um 11 Uhr 15 Minuten. werden. Gerade bte Gegner ber Londoner Abmachungen hätten ein Intereffe daran, daß der deutsche Reichstag die alleinige und letzte Entscheidung behalte. Dritte Lesung am Donnerstag. Der Aeltestenrat des Reichstages hat, wie Eca meldet, befchloffen, die zweite Lesung am Dienstag und Mittwoch stattfinden zu lassen, und zwar soll jeder Fraktion eine 1½stündige Redezeit gewährt werden. Am Donnerstag wird dann die dritte Lesung der Gesetze stattfinden. Nach Erledigung der Dames- Gesetze im bejahenden Sinne sollen dann noch die Wahlvor lage und die 3ollportage beraten und befchloffen werden. Die Zollvorlage im Reichstag. Am Montag ist im Reichstage doch die 8011. vorlage eingebracht worden. Anfänglich hatte der demokratische Reichswirtschaftsminister die Unterschrift verweigert, fie aber am Sonntag doch gegeben, um die drohende Ministerkrise zu vermeiden. Die demo tratische Frattion hat gleichzeitig bei der Reichsregierung gegen die Uebermittlung der Vorlage an den Reichstag entschieden protestiert „ Ordnungszelle" Thüringen. Eine sozialdemokratische Interpellation. Die sozialdemokratische Frattion hat im Reichstag folgende Interpellation eingebracht: ,, Streicher und Genossen sind heute die schlimmsten Bonzen, Terroristen und Lügner. Ein Beispiel: Streicher verlangte seinerzeit in der Fraktion ausdrücklich, in keinen Landtagsausschuß hineingewählt zu werden, er betrachte es als seine Aufgabe im Landtag die Behandlung der Judenfrage, und hierfür müsse er freie Hand haben. Und nun geht er hin und sagt in öffentlichen Bersammlungen, die Fraktion wolle ihn beseitigen, sie sei gegen ihn, und führt als Beweis an, man habe ihn in feinen Ausschuß gewählt! Streichers intimster Freund, Wiesenbacher, ist selbstverständlich ein Ehrenmann. Beweis: er gab vor seiner Aufstellung als Landtagskandidat sein Ehrenwort, daß er nicht vorbestraft sei. Er brachte sogar ein polizeiliches Leumunds zeugnis, verschwieg aber, daß er wegen 11fachen Bandendiebstahls mit 2 Jahren 1 Monat vorbestraft war. Weiter: Wiesenbacher bettelte die Nürnberger DAP. um Unterstüßung an, da er mit seiner Familie nicht von den Diäten leben fönnte. Die DAP. zählte ihm wöchentlich 40 m. Herr Wiesenbacher aber forderte in öffentlichen Bersammlungen auf, feine Mitgliedsbeiträge mehr an die DAP. zu zahlen. Als die DAP. infolgedessen weniger einnimmt, schämt sich Wiesenbacher nicht, die Differenz aus der Privaitasche des Vorsitzenden der DAP., Herrn Dr. Stöder, anzunehmen und trotzdem gegen ihn und die DAẞ. weiterzuhehen. Ehrenmann! Noch besser, der ,, arme, ehrliche Arbeiter", wie ihn Streicher nennt, der von den Diäten mit seiner Familie nicht leben kann und Unterstützung erbettelt, der ißt ausgerechnet im Pschorrbräu, wo es doppelt so teuer ist, weil die im Landtagsrestaurant immer nig Gscheits zu freffen haben". Bonze! Daß er sich als den einzigen Arbeiter der Völkischen Fraktion bezeichnet, ist unserem Anton Dregler gegenüber eine kindliche Ungezogenheit, daß er aber ablehnt, im Plenum einige Worte zum Achtstundentag zu sagen, trok rechtzeitiger Aufforderung, zeigt den Arbeiter- Abgeordneten Wiesenbacher im schönsten Licht. Er weiß ja warum, er ist zu dumm dazu, er fann bloß in Bersammlungen einige auswendig gelernte Phrajen abhaspeln; denn wie er sich räuspert und wie er sich spuckt, das hat er ihm glücklich abgeguckt. Ihm, dem großen Julius, seinem Herrn und Meister." In diesem Stile geht es fpaltentang weiter. Streicher wird vorgeworfen, daß er die Frauen von Parteigenossen ver führe und auf Angriffe der Judenpresse nicht mit Klagen reagiere, weil er diese Angriffe nicht widerlegen fönne. Seine Leistungen in Nürnberg werben als wüste Aufhebung gegen Hitler und Ludendorff geschildert. Die Deutsche Zeitung" hat dieser Tage wehmütig darüber ges flagt, daß die nationale Bewegung es nicht fertig bringe, den demofratischen Kreisen etwas Gleichwertiges wie das Reichsbanner Schwarz- Rot- God gegenüberzustellen, daß es ihnen vollständig an der Geschlossenheit der Bewegung fehle. Die Deutsche Zeitung" hat recht, wenn sie das feststellt, sie irrt nur, wenn sie glaubt, daß das doch noch möglich sein müsse. Dieser sogenannten nationalen Bes wegung, die in Wirklichkeit mit nationaler Gesinnung nicht das geringste zu tun hat, fehlen alle Vorausseßungen dazu. Sie dann nicht zu innerer Geschlossenheit kommen, weil ihr jeder ideelle und sittliche Untergrund fehlt. Die Völker haben es längst satt, im Bandentum ihr Ideal völkischer Behauptung zu sehen, sie wollen arbeiten und leben, sie wollen schaffen und in bessere Zukunft sehen können. Wo könnten sie solche Zukunft erhoffen von einer Bewegung, die nichts weiter ist als das letzte Nachklinger zersehenden Landsknechttums aus dem Krieg, den die Bötter immer mehr verfluchen lernen. Ihr schafft es nicht, ihr Herren von der Reaktion, eure Zeit ist abgelaufen! Ein Fest der Arbeit. Hamburg, 25. August.( Eig. Drahtbericht.) Das am gestrigen Sonntag von den freien Gewerkschaften Hamburgs veranstaltete Fest der Arbeit nahm einen großartigen Berlauf. In den Mittagsstunden sammelten sich im Stadtinnern die einzelnen Organisationen und Gewerte zu einem gewaltigen Festzug, in dem besonders die Festwagen, auf denen die Tätigkeit der verschiedenen Berufe symbolisch dargestellt wurde, auffielen. Bemerkenswert war, daß sich in den Festzug auch viele Kommunist en eingereiht hatten. Auf dem Festplaß, dem großen Hamburger Stadtpark, wurs ben an 17 verschiedenen Stellen Darbietungen der Arbeitersportler und-fänger geboten. Die Teilnehmerzahl an diesem Fest der Arbeit wird auf über 300 000 geschäßt. Mörder Schulz bleibt in Haft. Einleitung des Auslieferungsverfahrens. In Thüringen herrschen verfassungswidrige zu. Budapest, 25. Auguft.( WTB.) Wie die Blätter melden, stände. Rundgebungen für die Verfassung werden von der Landes. regierung erschwert, Rundgebungen gegen die Berfaffung gefördert. hat die deutsche Regierung an die ungarische Behörde heute Der sozialistischen Arbeiterjugend von Jena wurde eine Rundgebung das Ansuchen um Einleitung des Auslieferungsverfür Frieden und Republik, dem Reichsbanner Schwarz- fahrens gegen Förster- Schulz gerichtet. Im Sinne dieses Rot Gold in Weimar ein Fadelzug verboten. Dagegen wurde Antrags beschloß der Anklagefenat, daß der Beschuldigte auf Grund der nationalsozialistischen Freiheitspartei ge- des Auslieferungsbegehrens der deutschen Regierung in Haft geftattet, in Weimar öffentliche Feftzüge und Rundgebungen gegen die nommen bzw. behalten werde. Diese Haft ist auf 6 Wochen beRepublik zu veranstalten und das Deutsche Nationaltheater mit Haken- schränkt, und in dieser Zeit muß über das Auslieferungsbegehren, Preuzfahnen zu schmücken". das durch das Juftizminifterium auf diplomalischem Wege zu erIn Weimar duldet die Landesregierung öffentliche Beledigen sein wird, entschieden werden. In erster Reihe wird die schimpfungen der Verfassung und der verfassungsmäßigen Frage entchieden werden, ob es sich um einen gewöhnlichen oder Vertreter der deutschen Republik. Der Abgeordnete Dr. Dinter einen politischen Mord handelt. durfte sogar öffentlich die gegenwärtige Reichsregierung des Bolks. und Hochoerrats anflagen und erklären:„ Sie gehört an den Galgen!" In Weimar versagt die Landesregierung der republikanischen Bevöl ferung den polizeilichen Schutz, auf den sie Anspruch hat. Zahlreiche Störungen in der öffentlichen Ruhe und Ord. nung sind durch Besucher der Tagung der nationalsozialistischen Freiheitspartei erfolgt: Behelligung und Mißhandlungen von Spaziergängern auf den Straßen, Ueberfälle auf Mitglieder des Reichsbanners Schwarz- Rot- Gold, Beraubung von mißhandelten Personen, rechtswidriges Eindringen in das Boltshaus, sinnlose und Menschen gefährdende Schießereien. Gedenkt die Reichsregierung diese verfassungswidrigen Zustände in Thüringen weiter zu dulden? Oder was gedenkt sie zu tun, um die Thüringer Landesregierung zur Erfüllung ihrer Pflicht anzuhalten, für die Reichsverfaffung einzutreten, republitanische Kundgebungen zu fördern und die Republikaner zu schützen? Die Mongolei als Republik. Mostau, 24. Aug.( DE.) Erst jetzt ist in Moskau ein genauerer Bericht über die Festlichkeiten eingetroffen, mit welchen am 8. Juli in Urga die Mongolei zur Republit proflamiert worden ist. In Anwesenheit aller Würdenträger und des Sowjetgefandten fand ein großes Boltsfest und eine Truppenschau statt. Dann hielt der er ste minister eine Rede, in welcher er barauf hinwies, daß schon vor drei Jahren nach der mit Hilfe Sowjet- Rußlands vollzogenen Befreiung der Mongolei von der Macht des zarischen Generals Ungern- Sternberg die Mongolei eigentlich eine Republik wurde; doch habe man wegen der außerordentlichen Beliebtheit des damals noch lebenden Monarchen, des Bogdo. Chehen, biefem eine Schein macht belaffen. Jeht nach feinem Zob konstituiere sich die mongolische Republit, deren oberstes Regierungsorgan der Churuldan( Bandtag) fei, da man die höchste Gewalt einer Einzelperson nicht anvertrauen wolle. Herriots Erfolg. Paris, 25. Auguft.( Eca) Zu Beginn ihrer heufigen Sitzung beschloß die Kammer mit 333 gegen 168 Stimmen, Herriots Rede über das Londoner Abkommen in der ganzen Republit anschlagen zu laffen. Internationaler Textilarbeiterkongreß. Wien, 23. Auguft. Der Kongreß beendete gestern, Freitag, seine Arbeiten. Den Borfiz führte in der letzten Sigung Samyn( Belgien). Zunächst hielt Rödel( Deutschland) das Schlußwort zu seinem Referat ,, a ndelspolitik und Textilindustrie". Es wurde dann bei Paris, 25. August.( Eigener Drahtbericht.) Die nationalistische einer Stimmenthaltung einstimmig folgende Resolution Der Verurteilte darf das Urteil schelten. Presse bemüht sich, den starken parlamentarischen Erfolg, den Herriot am Sonntag in der Kammer davongetragen hat, zu schmälern. So bringt es am Montag abend der Intransigeant" fertig, der Mehrheit, die für die Ratifikation der Londoner Beschlüsse gestimmt hat, die„ tompafte Majorität" entgegenzuhalten, die Poincarés Außenpolitik jeweils in der Kammer des Nationalen Blocks gebilligt habe, und daraus den Schluß zu ziehen, daß Poincaré das ganze Land hinter sich gehabt habe, während Herriot nur von seinen eigenen Parteigängern gehalten wurde! Die französischen Nationalisten tun noch immer, als hätten sie das Urteil des Volkes am 11. Mai nicht begriffen. Nachträgliche Besprechung des Lansaner Friedensvertrags Paris, 25. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) Die Rammer hat om Montag vormittag die Aussprache über die Ratifikation des Lausanner Friedenvertrages begonnen. Der am 24. Juli 1923 geschlossene und von England, Italien und Japan bereits ratifizierten Frieden von Lausanne hat nicht nur dem Krieg zwischen der Türkei und Griechenland ein Ende gemacht, sondern auch das im Jahre 1919 der Türkei von den Alliierten aufgezwungene Friedensdiftat von Sèvres vollkommen abgeändert. Frankreich verliert durch den Lausanner Vertrag die politische Bormachtstellung, die es seit Jahrhunderten im nahen Orient gehabt hat, mahezu völlig. Die Diskussion in der Rammer hat nur rein akademischen Charakter, da der Vertrag von Lausanne in Wirklichkeit bereits seit einem Jahr in Kraft getreten ist und irgendwelche Aenderungen daran ziemlich ausgeschlossen sind. Herriot In dieser Debatte führte aus, daß die türkische Republik die Tochter Frankreichs sei. Die türkischen Staatsmänner seien unter französischem Einfluß herangebildet worden. Die Intervention der Türkei an der Seite Deutschlands hätte vermieden werden fönnen, wenn man einige Jahre zuvor der Türkei die Unterstüßung gewährt hätte, die das Land damals von Frankreich verlangte Frankreich seh glüdlich, der Türkei zu helfen und ihr republikanisches Regime zu befestigen. Der deutschvölkische Idealheld. Mussolini erwürgt die deutschsüdtiroler Schulen. Rom, 25. Auguft.( WTB.) Im Ministerrat wurde beschlossen, die bisherige deutsche Normaljchule in Bogen eingehen zu laffen, weil sie überflüssig sei und weil die deutschsprachigen Elementarschulen allmählich alle verschwinden sollen. An Stelle der deutschen Normalschule soll ein italienisches Unter- und Obergymnafium in Bozen errichtet werden. Neapel für den Faschismus verloren. Beginn des italienischen Freiheitskampfes. Rom, 25. Auguft.( EP.) Erminister Agricola, einer der Oppositionsführer Süditaliens, hat der„ Giustizia" über die Stimmung in Neapel erklärt: Die Stadt ist des faschistischen Regi mes müde. Wenn die Miliz am Sonntag die Bevölkerung einschüchtern wollte, hat sie sich schwer verrechnet. Jene Ausschreitungen haben das Bolt empört, das sich gegen den Gedanken auflehnt, wie ein Negerdorf behandelt zu werden. Jetzt ist Neapel für den Faschismus endgültig verloren. Neue Gewalttaten würden fein gefügiges Volt mehr finden. Mussolini hat einmal erklärt, in Neapel habe der Kampf für die Freiheit Italiens begonnen. Ich habe den Eindruck, daß in Neapel schon geistig der Kampf für die Befreiung 3taliens vom Fajdhismus begonnen hat, deu Italien letzten Endes als Unabhängigkeitsfrieg betrachtet. Auch am gestrigen Sonntag ist es in Neapel zu schweren politischen Zusammenftößen auf den Straßen gekommen. Dreißig Personen wurden verwundet, über hundert von Polizei und Miliz festgenommen, Interparlamentarische Konferenz. Kritik am Völkerbund. Zürich, 25. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) In der Montagsfizung der Interparlamentarischen Konferenz wurde zunächst über die Minoritätenfrage debattiert. Der Vertreter der jüdischen Minderheiten ber baltischen Randstaaten forderte eine größere Attivität des Völkerbundes zum Schuße der Minderheiten. Der französische Abgeordnete Lefoyer fritisierte den Bölterbund, in dem die Völker selbst so gut wie gar nicht zum Worte fämen. Es müsse deshalb dahin gewirkt werden, daß die Regierungsvertreter beim Bölkerbund durch Volksvertreter ersetzt werden. Sodann entwickelte der deutsche Reichstagsabg. Schüding( Dem.) die Grundsätze der Interparlamentarischen Union und forderte Kona trolle der auswärtigen Politit durch die Parlamente, Deffentlichkeit aller zwischen den Staaten geschlossenen Verträge, Abfchaffung von Geheimfonds der Regierungen, Berhinderung von Angriffstriegen durch allgemeine obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit in Streitigkeiten zwischen den Nationen und Ausbau des Internationalen Schiedsgerichtshofes im Haag; Voraussetzung für die militärische Abrüftung sei die fyfte matische Organisierung und Förderung der sittlichen Kräfte in allen Nationen. Bern, 25. Auguft.( WTB.) Die interparlamentarische Konfe renz lehnte es ab, auf verschiedene Anträge einzugehen, die Lindhagen Schweden( U. Soz.) zur Debatte stellen wollte und die allgemeine Revision des Bölterbundpaftes, internatio nales Abkommen über eine Weltsprache und eine Einladung an Amerika zum Eintritt in den Völkerbund zum Gegenstand hatten. Gegen eine Behandlung der letzteren Frage erhob auch der amerikanische Delegierte Burton Einspruch. Die Kleine Entente in Laibach. Prag, 25. Auguft.( Eigener Drahtbericht.) ( Eigener Drahtbericht.) Am 27. und 28. August tagen in Laibach die Außenminister der Kleinen Entente. Im Bordergrund werden folgende Punkte stehen: 1. Wie soll sich die Kleine Entente während der Böiterbunds. tagung verhalten, wenn die Kontrolle der Rüftungen der unterlegenen Staaten, namentlich Bulgariens, Ungarns und Deutschösterreichs, mit der der Bölferbund betraut werden soll, verhandelt wird; die Kleine Entente wird dabei die Forderung pertreten, daß sie in den mit der Kontrolle betrauten Kommissionen vertreten ist. 2. Das Verhältnis der Kleinen Entente zu Rußland; man ist der Ansicht, daß die Vertreter der Tschechoslowakei und Südflawiens sich für die Anerkennung der Sowjet- Regierung einfeßen merden. 3. Die Folgen des Londoner Abkommens; in diefer Frage will die Kleine Entente erreichen, daß ihre Intereffen an den Reparationsleistungen und den Kriegsschulden berücksichtigt werden. Gin fommunistischer Kurier wurde in Rosenheim, in der Nähe des Bahnhofs verhaftet. Er soll wichtiges Material über die KPD. beseffen haben. angenommen: „ Ein ungehinderter Warenaustausch der Bölker untereinander ist eine der Grundlagen wirtschaftlichen Friedens und der Völkerwohlfahrt. Insbesondere bedarf die Textilindustrie, da die von ihr benötigten Rohstoffe wie auch Halbfabrikate nur in bestimmten Gebieten erzeugt werden, der Freizügigfeit, um ihre wirtschaftlichen Funktionen erfüllen und sich technisch zur höchsten Volltommenheit entfalten zu fönnen. Absperrmaßnahmen aller Art, wie Aus- und Einfuhrverbote sowie hohe Zollschranken einzelner Länder hindern diese Entwicklung und sind nicht geeignet, den sozialen Aufstieg weder der Arbeiterschaft im allgemeinen, noch der Textilarbeiter im besonderen zu fördern. Darüber hinaus sind wirtschaftliche Maßnahmen eine Quelle dauernder internationaler Differenzen und mit Ursachen friegerischer Berwicklungen. Aus dieser Erwägung erneuert und erweitert der Kongreß die Entschließung des Pariser Kongresses, wonach er uneingeschränkte Handels- und Austauschbeziehungen zwischen allen Ländern der Erde, Abschluß von Handelsverträgen, Abbau der noch bestehenden Aus- und Einfuhrverbote sowie der Bollschranken auf dem Textilgebiet und der bestehenden Ausnahmebestimmungen gegen einzelne Länder fordert. Der Kongres verpflichtet die der Internationale angehörenden Organisationen, in allen zuständigen Körperschaften, in denen sie Einfluß befizen, in diesem Sinne zu wirken." Die neuen Beiträge. 3ehms( Deutschland) berichtet dann namens des Romitees, das über die Beitragsregelung zu beraten hatte. Da die Währungen in den einzelnen Ländern wieder stabil geworden sind, fann wieder für alle Länder ein einheitlicher Beitrag festgesezt werden. Ohne Debatte wird folgender Beschluß gefaßt: Der Mitgliedsbeitrag soll einheitlich für alle Länder in amerikanischen Dollars berechnet werden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt mit Wirkung vom 1. Januar 1925 drei amerikanische Cent für das Mitglied und Jahr. An dem bestehenden Verhältnis der Zuteilung an den Streifund den Verwaltungsfonds soll nichts geändert werden, Landesorganisationen, die aus irgendwelchen Gründen fortgesetzt feine Mitgliedsbeiträge zahlen, fönnen nicht Mitglieder der Internationale sein. Es wird dann der neue internationale Sekretär gewählt. Die Wahl fällt auf den Engländer James Bell. Eisenring( Frankreich) legt hierauf folgende Resolution über den Achtstundentag vor, die einstimmig angenommen wurde: " Der Internationale Textilarbeiterfongreß erneuert seine seit fo vielen Jahren aufgestellte Forderung nach dem Achtstundentag. Er wiederholt, daß sowohl aus moralischen wie aus physischen Gründen eine achtstündige Arbeitszeit die höchst= fumme an Arbeit darstellen soll, die von einem beliebigen Arbeiter an einem beliebigen Tag geleistet wird, und daß nur eine unwissenschaftliche Methode der Erzeugung und Verteilung eine längere als achtstündige Arbeitszeit erfordern fönnte. Der Kongreß ist der Meinung, daß es hauptsächlichste Pflicht aller angeschlossenen Organisationen ist, in enger Zusammenarbeit mit den anderen Gewerkschaften ihres Landes auf einer un ver= züglichen Ratifitation des Washingtoner Uebereinfommens zu bestehen. Der Kongreß wiederholt überdies feine ernste Absicht, dahin zu wirken, daß kein Arbeiter mehr als acht Stunden täglich arbeitet, und daß überdies die Arbeiter einen freien Sonnabendnachmittag haben. Er versichert ebenso, nichts unversucht lassen zu wollen, daß in allen Ländern, in denen die Textilindustrie entwickelt ist, Berbesserungen der Arbeitszeit gleichzeitig durchgeführt werden. Der Rongreß wendet sich fategorisch gegen jedes Ar= beitsschichtsystem in der Textilindustrie und lehnt jede Nachtarbeit entschieden ab. Der Kongreß verlangt von den Bandesorganisationen, fie mögen die Forderungen vertreten, daß ohne Unterbrechung nur vier Stunden gearbeitet werden soll, und daß nach Ablauf einer Höchst arbeit von vier Stunden ein wesentlicher Zeitraum für Mahlzeiten und Erfrischungen eingeschoben werden soll. Das Sekretariat hat den Kampf um Ratifizierung des Wa shingtoner Abkommens ständig zu überwachen, die Landesorganifationen eventuell an die Durchführung zu erinnern, Berichte über den Verlauf des Kampfes einzufordern und besonders wirksam erscheinende, von einzelnen Landesorganisationen angewendete Kampfmittel den angeschlossenen Verbänden zur Kenntnis zu bringen." Banderputte( Frankreich) sprach dann noch über die unzureichenden Schuhvorkehrungen in der Textilindustrie. Er faßte feine Ausführungen in folgender Resolution zusammen, die ohne Debatte einstimmig angenommen wurde: ,, Der Kongreß stellt fest, daß die hygienischen Borteh rungen und Sicherheitseinrichtungen in den Tertilfabriken der verschiedenen Länder im allgemeinen völlig un zureichend sind. Diese Einrichtungen müssen sofort ver= bessert werden. Da der Mangel an Hygiene und Sauberkeit in den Fabriken die Ursache der Boltsseuchen, insbesondere der Tu= berkulose, und das Fehlen der entsprechenden Sicherheitsein richtungen die Ursache ernster Unfälle ist, müssen in allen Ländern Geseze zum Schuße der Arbeiter beschlossen werden. Das ist um so notwendiger, als die fortschreitende Technik die Gefahren in den Fabriken erhöht. Da infolge des Fehlens der hygienischen und Sicherheitseinrichtungen sehr häufig Krankheiten eintreten, die deutlich den Charafter von Berufstrantheiten haben, müssen solche Leiden, die als Berufskrankheiten anzusehen sind, in die Arbeiter= unfallgefehe aufgenommen werden. In der Erwägung, daß der Dienst der Arbeitsinspettoren eine einwandfreie Kontrolle aller Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften garantieren muß, glaubt der Kongreß, daß den Arbeitsinspektoren, die Angestellte des Staates find, Arbeiter vert reter, die von den Gewerkschaften ernannt werden, beigegeben werden müssen. Der Kongreß ladet das Internationale Arbeitsamt in Genf ein, sich mit diesen äußerst wichtigen Fragen eingehend zu beschäftigen und dahin zu wirken, daß diese Frage international geregelt werde." Damit hat der Kongreß seine Beratungen beendet. Roscher. ( Reichenberg) dankte dann namens des Kongresses dem abtretenden Sekretär Tom Shaw für die Lebensarbeit, die Gham zur wirtschaftlichen und fulturellen hebung der Textilarbeiterschaft geleistet hat. Der Dank an Shaw wird von einem Beifallssturm der Delegierten begleitet; sie erheben fich von den Sigen und jubeln Shaw zu. Roscher bittet Shaw, auch weiterhin den Tertilarbeitern mit Rat und Tat beizustehen. Shaw weist auf den Aufstieg der Textilarbeiterschaft in den letzten Jahrzehnten hin. Er bezeichnet als schönsten Tag feines Le bens den, an dem er zum internationalen Sekretär gewählt wurde. Wie er bisher mit seinem Herzen immer bei den Tertilarbeitern war, wird er es auch für alle Zukunft bleiben. Wenn die Textilarbeiter feinen Rat und feine Unterstützung brauchen, wird er stets zur Stelle sein.( Erneuter Beifall.) Mit der Internationale" wird der Rongreß gefchloffen. Wirtschaft Zuckereinfuhr und Zuckerindustrie. Am 1. Juli war der Magdeburger Zuckerpreis 18,62 m. je 50 Kilogramm, am 1. August notierte er 24, am 16. August 24% M. Die Buderpreise sind also im Steigen und zwar deshalb, fünstlich zu verringern. Solange der Buderexport nicht freigegeben weil die Zuckerindustrie in der Lage ist, das Angebot von Zucker war, waren die Zuderindustriellen gezwungen, Notverkäufe vorzunehmen, um Geld in ihre Kassen zu bekommen. In dem Augenblic aber als ihnen das Reichsernährungsministerium ein erhebliches Kontingent an Zucker zur Ausfuhr freigab, erhielten sie Geld aus vorräte zurüdhalten, auf diese Weise die Preise in die Höhe treiden. dem Auslande und sie fonnten wieder nach wie vor ihre ZuderDie Preise von Zucker haben in Deutschland den 22,45 m. betragen den Weltmarktpreis überschritten. Der Reichsernährungsminister hat nun, um dieser( Basis London) Zuckerhausse Einhalt zu gebieten, die Einfuhr von 3uder gestattet. Von dieser Einfuhrerlaubnis werden natürlich die Zuckerindustriellen anderer Staaten Gebrauch machen, da sie in der Lage sind, den deutschen Markt vorteilhafter zu beliefern als unsere eigene Industrie. Darob großer Entrüstungssturm der Zuckerindustriellen, für die ein Teil der bürgerlichen Presse eingetreten ist. Wir erinnern an dieser Stelle an das Interview, das die„ Bossische Zeitung" von dem bekannten Direktor der Commerz- und Privatbant, Moriz Schulze, brachte. Dieser, von Magdeburg her zur Commerzbank fommend, ist mit den Verhältnissen in der Zuckerindustrie aufs genaueste vertraut und benutzt die Beherrschung des Stoffes, um den Nachweis zu ver= suchen, wie schädlich die Einfuhrerlaubnis für die Zuckerindustrie wäre. Er geht dabei folgendermaßen vor: Bei Freigabe der Zucker. wirtschaft hätten die Zuckerindustriellen ihre Vorräte zu Verlust preisen abstoßen müssen, ebenso während der Zeit der Kreditrestriktionen. Wenn sie jetzt wirklich höhere Preise bekämen, dann würden dadurch höchstens die Verluste ausgeglichen, die sie durch die vorherigen niedrigen Preise, die teilweise unter Selbstkosten gewesen wären, gehabt hätten. Einen Gewinn würden sie feineswegs erzielen. Sie müßten die Gelder ja auch in die Fa brifen wieder hineinstecken, deren Anlagen während des Krieges uno der Inflationszeit nicht erneuert worden wären. Diese Beweisführung ist vollkommen abwegig. Die Dinge liegen vielmehr so: Vor dem Kriege war Deutschland ein zuckerexportierendes Land. Von den Gebieten, in denen die Zuckerrüben bauenden Landschaften liegen, ist nichts verloren gegangen. Der Anbau und der Ertrag dieser Landschaften an Zuckerrüben hat naturgemäß während des Krieges, da die Düngerstoffe und vor allen Dingen die für den Zuckerrübenbau notwendigen Menschen fehlten, nachgelassen. Er hat sich nach Kriegsende wieder gehoben, hat aber noch lange nicht die Höhe erreicht, die vor dem Kriege zu verzeichnen war. Mag sein, daß das auch mit der Zwangswirtschaft zusammenhängt." Nun ist aber die Zwangswirtschaft gefallen. Der freie Wettbewerb tritt in seine Rechte. Das wird natürlich ein Antrieb für die Zuckerrüben bauenden Landwirtschaften, die Anbauflächen weiter zu vergrößern und damit auch die Produktion des Kräfteverhältnisses müßte die Folge sein, daß der Zuckerpreis an Zucker ebenfalls zu steigern. Bei einer natürlichen Berteilung heruntergeht. Es ist infolgedeffen ganz begreiflich, daß die Zuckerindustriellen, um den Preis nicht allzu sehr finfen zu lassen und den Zuckerrübenbau sowohl wie die Zuckerfabrikation rentabel zu gestalten, den Wunsch haben, zu exportieren. Aber sie dürfen dann nicht dte Gelder, die sie aus dem Auslande bekommen, dazu verwenden, um eine fünftliche. Berringerung des Angebotes herbeizuführen, um Borräte gewaltsam zurückzuhalten und dadurch eine Preisteuerung herbeizuführen. Wenn dies der Fall ist, bleibt ja dem Reichsernährungsministerium als Vertreter der allgemeinen Interessen, die einen billigen Buderpreis verlangen, nichts weiter übrig, als durch Einfuhrerlaubnis für den Markt ein regulierendes Moment zu schaffen. Das ganze Berhalten der Zuderindustriellen ist typisch für unfere fapitalistische Produktion. Die Befizer der Produktionsmittel fernen nur ein Rezept zur Hebung von Wirtschaftskrisen: Berringerung der Produktion, Berringerung des Personals, Berringerung der Löhne, Erhöhung der Preise. Damit ist ihre Weisheit erschöpft. Daß es aber auch noch eine Möglichkeit gibt, produktionsverbessernde Methoden einzu führen, damit die Unfosten herabzudrücken, und mit Hilfe vermehrten 21bfazzes bei geringem Verdienst an der Umfaßeinheit ein günstiges Gesamtergebnis zu erzielen, diese Weisheit scheint bisher in den Kreisen der Kapitalisten noch längst nicht durchgedrungen zu ſein. Schlechte Ernte in Polen. Bei der Auseinandersetzungen über die Agrarzölle haben Bertreter der Landwirtschaft wiederholt die Gefahr betont, daß aus dem Osten große Getreidemengen zu niedrigen Preifen eingeführt und den deutschen Preis unter die Produktionskosten der deutschen Landwirtschaft senten würden. Wie nun die TU. aus Warschau meldet, wird die diesjrige Ernte Polers mit 30 Prozent geringer als im vorigen Jahre angegeben. Der Ernteausfall an Getreide muß durch Import gedeckt werden, so daß bereits in diesem Monat der Preis für Roggen um 50 Prozent gegen den Vormonatspreis gestiegen ist. Die Mißernte ist befonders in Galizien groß. Eine Konferenz des Finanzministeriums hat beschlossen, eine Summe von 2 Millionen Zloty als unverzinsbare Anleihe für die galizischen Kleingrundbefizer bereit. zustellen. Demnach ist es so gut wie ausgeschlossen, daß im nächsten Erntejahr große Getreidemengen aus Polen zur Einfuhr nach Deutschland tommen. Rußlands Ernteergebniffe. Im Plenum des Zentralfomitees der Ruffischen Kommunistischen Partei erstattete Ryf om Bericht über die Ernte und teilte mit, daß die Getreidevorräte 2,8 Milliarden Bud betragen, d. h. ebensoviel wie im vorigen Jahr, was die Bedürfnisse der Sowjetrepubliken vollauf deckt und einen Ueberschuß von 100 Millionen Bud zur Verfügung läßt. Es wird ein Reservefonds gebildet, um in den Gegenden, wo eine Preissteigerung stattfinden könnte, die Preise zu drücken. Nach der Bildung dieses Fonds bleiben noch 75 millionen Pud( à 16,38 Kilogramm, also zusammen rund 1,23 Millionen Tonnen) für die Ausfuhr ins Ausland übrig. Mit der Ausfuhr soll erst nach einem besonderen Beschluß der Regierung begonnen werden Demnach ist vorerst mit einer wesentlichen Konkurrenz russischen Getreides am deutschen Markt nicht zu rechnen. A In der chemischen Braunkohlenverwertung ist eine neue Konzernbildung zu verzeichnen. In einer Aufsichtsratefizung der Brauntohlen Probutte Att. Gef., die zum Konzern der Erdöl- und Kohle Verwertung Aft.- Ges. ( Evag.) gehöri, gab Generaldireitor Brückmann bekannt, daß die Evag mit der Gruppe der Werschen- Weißenfelser Brauntohlen A.-G. eine Interessengemeinschaft abgeschlossen bat. 8weds industrieller Verwertung der Evag- Verfahren zur Verarbeitung von Braunkohlenteeren und Mineralölen bat die Gruppe W.-W. die Hälfte des Aktienkapitals der BraunkohlenProdukte- A.- G. erworben. Die der Evag gehörigen deutschen Schußrechte betr. die Verfahren nach Dr. Bergius( Bergin- Verfahren) find bei der Evag verblieben. Ein Austausch von Auffichtsratsmitgliedern zwischen Evag und Werschen- Weißenfels ist in Aussicht genommen. Der Achtstundentag im Ausland. „ Das Ergebnis ist eine Wirkung erstens der vervollkommneten Methoden der Leitung, und zweitens der höheren Intelligenz und des vermehrten Interesses der Arbeiter" wird dazu bemerkt. In einem Bericht über die Leistungen in einer Granatenfabrik der National Ordnance Factory wird aus dem Jahre 1917 mitgeteilt: „ Die Arbeitsfeistung der Arbeiterinnen ist im wesentlichen von der Arbeitsintensität der männlichen Einrichter abhängig und diese wird durch die Arbeitszeitverkürzung in höherem Maße gesteigert, als die der Arbeiterinnen durch die Arbeitszeitverlängerung vermindert wird... Daher fann hier die vermehrte Stündliche Produktionsleistung der Arbeiterinnen als Ausdruck für die durch die Arbeitszeit verkürzung bewirkte Die Arbeitgeberverbände behaupten, daß die Durchführung des I stunde, als die Arbeitszeit im Jahre 1890 um 6 Proz. herabgesetzt Achtstundentages die deutsche Industrie der Konkurrenzfähigkeit auf wurde, um 7 Prozent steigern. dem Weltmarkt beraube. Da es nur durch Vergrößerung des Exports möglich sei, die Reparationsleistungen aufzubringen, liege es lediglich an den Arbeitern, durch Verlängerung der Arbeitszeit die Menge der in Deutschland erzeugten Güter zu vermehren und zu verbilligen. Abgesehen davon, daß die anderen am Weltmarkt beteiligten Staaten sich die durch sozialen, Dumping", also durch billige Löhne und lange Arbeitszeit hervorgerufene Schmugtonkurrenz der deutschen Industrie nicht gefallen lassen, sondern zu Gegenmaßnahmen greifen werden, bedienen sich die Arbeitgeberverbände des Trugschlusses, als ob die schematische Verlängerung der Arbeitszeit auch eine schematische Vergrößerung der Produktion zur Folge haben müsse. Wir besigen aber eine Unzahl von Zeugnissen, nach denen in der Regel gerade das Umgekehrte richtig ist: Nach Einführung der verfürzten Arbeitszeit bessert sich die Leistungsfähigkeit des Arbeiters, die Menge der erzeugten Güter nimmt zu. Voraussetzung dafür ist, daß auch die Produktionsmethoden verbessert und den neuen Arbeitsbedingungen angepaßt werden. Die bekanntesten Beispiele für die Richtigkeit dieses Sazes sind die 3eißwerte in Jena und die Unternehmungen des bekannten Großindustriellen Bosch in Stuttgart. Noch ein anderes Zeugnis: Der Textilfabrikant Bur ger, deutschnationaler Stadtverordneter in Chemniz, führte am 12. April 1922 in öffentlicher Stadtverordnetenversammlung aus, daß die Einführung des Achtstundentages in seinem Betrieb teine Verminderung der Produktion, sondern eine Erhöhung der ftündlichen Produktionsleistung um durchschnittlich 15 Prozent bewirkt habe. Wenn den deutschen Unternehmern tatsächlich daran gelegen wäre, die Produktion zu heben, und auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben, so wären sie geradezu gezwungen, die Verkürzung der Arbeitszeit auf ein möglichst geringes Maß durchzuführen. In den anderen Industriestaaten hat man mit dem Achtstundentag außerordentlich günstige Erfahrungen gemacht. Nehmen wir zuerst Frankreich. Aus der Stahl- und ZinnFolien Industrie des Pays des Galles wird aus dem Jahre 1920 berichtet:„ Die Einführung des Achistundentages bewirkte eine Vers mehrung der Produktion." In einem Bericht an die Ver. einigung amerikanischer Exportfabrikanten wird aus Frankreich mitgeteilt: Zu Beginn des Krieges verzichteten die Arbeiter und Arbeiberinnen auf die Sonnabends- und Sonntagsruhe und nahmen aus nationalen Gründen Arbeitstage von 12-15 und mehr Stunden an. Nachdem 5-6 Monote im zwölfstündigen Arbeitstag gearbeitet war, war die Produktion unter die des achtstündigen Arbeitstages gefunfen. Man mußte, um die Produktion zu heben, die wöchentliche Ruhezeit wieder einführen und die tägfiche Arbeitszeit wieder verkürzen." Aus dem bekennten Wert von Creugot, dem französischen Krupp, wird aus dem Jahre 1920 berichtet: Die Aenderung des Schichtsystems( früher zwei Schichten je 12 Stunden, jetzt drei Schichten je 8 Stunden) hat die Produktion mehr als proportional vermehrt; es wird anhaltender und regelmäßiger gearbeitet, und die Stückarbeiter verdienen dasselbe wie vorher. Die Werkzeuge und Arbeitsmittel wurden verbessert." Dieses Zeugnis hat deswegen besondere Bedeutung, weil die deutschen Arbeitgeberverbände behaupten, das Dreischichtensystem sei für die Schwerindustrie ungeeignet. Hier wird aus der Praris das Gegenteil nachgewiesen. Schließlich noch einige Beispiele aus anderen französischen Industrien. Aus der Elettroindu strie wird berichtet( 1921): „ Die Beschränkung der Arbeitszeit auf 48 Stunden wöchent. lich( an einem Tage mehr als neun Stunden) hat die Produk tion nicht im geringsten geschädigt Die Beobachtungen im Pariser Fleischergewerbe haben wir erst fürzlich erwähnt. Ferner aus dem Jahre 1920: In der Granitbearbeitungsindustrie wurde durch allmähliche Verkürzung festgestellt, daß der Sieben stundentag die Dorteilhaftesten Ergebnisse leistet." In England hat man schon vor dem Kriege mit der Verkürzung der Arbeitszeit sehr gute Erfolge erzielt. Die Stahlgießerei von Hadfield in Sheffield fonnte die Produktion in der ArbeitsDer Streifparagraph der Reichsgewerkschaft. Der Reichsverkehrsminister hatte von der Reichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamter und-anwärter in ultimativer Form die Streichung des Streitparagraphen aus deren Sagungen ver langt, da sonst die Gewerkschaft bei den Verhandlungen mit der Regierung nicht mehr als verhandlungsfähig betrachtet werden könne. Daraufhin hat der Hauptvorstand der Reichsgewertschaft beschlossen, den betreffenden Paragraphen, in dem es hieß, daß die Beamtenschaft mit allen gewerkschaftlichen Mitteln", also auch durch Streif, vorgehen könne, dahin abzuändern, daß der betreffende Abschnitt der Sagung jetzt den Zufah erhalten hat: mit allen verfassungsmäßigen gewerkschaftlichen Mitteln." Am Freitag soll diese Abänderung der Satzungen durch den erweiterten Borstand sanktioniert merden. ,, Kein kommunistischer Verband". Der fommunistische Land- und Waldarbeiterverband, gedacht als Gegenorganisation gegen den Deutschen Landarbeiterverband, ließ in seiner Beitschrift Freie Landpost", Nr. 1, durch seinen Borsigenden Unfried mit Entschiedenheit die Behauptung zurückweisen, er fei eine von der Kommunistischen Partei abhängige Organisation. Wörtlich heißt es dort: " Kollege Unfried führte dann aus, daß der Verband der Landund Waldarbeiter, der nur im Kampfe um die Demokratisierung des Deutschen Landarbeiterverbandes(!) entstanden sei, von den DLR.- Bureaukraten und den Gutsbesitzern als ein tommunistischer Verband verschrien werde. Der Verband der Land- und Waldarbeiter sei fein tommunistischer Verband, er sei auch geffeigerte Leistungsintensität der Arbeiter angesehen werden." Aus sieben verschiedenartigen Fabriken, die für Heeresbedarf der Affordarbeiter start zunahm, als die Arbeitszeit verkürzt wurde. arbeiteten, wird aus dem Jahre 1916 berichtet, daß der Verdienst Bei fürzerer Arbeitszeit und dem dadurch bedingten späteren Anfang erscheinen die Arbeiter ausgeruhter zur Arbeit und verlieren deshalb nicht so viel Zeit während der Arbeit. Die Vereinigten Staaten haben während des Krieges und in den Jahren danach ihre industrielle Produktion wesentlich erhöht. Eine der Hauptursachen war die Berkürzung der Arbeitszeit. So berichtet die Korrespondenz des Internationalen Gewertschaftsbundes ( 1923), daß überall, wo Erhebungen über die Folgen der Einführung des Achistundentages gemacht wurden, das Resultat erhöhte Produktion fei, in vierzig Industrien bis zu 25 Prozent. Auch in der Schwer industrie der Bereinigten Staaten sind mit dem Achtstundentag die günstigsten Erfahrungen gemacht worden. Von den Hoch öfen in Cleveland wird mitgeteilt, daß die Einführung des Achtstundentages eine Vermehrung der Produktion bewirkt habe. In einem wissenschaftlichen Organ, dem ,, Journal of Personnal Research", werden aus den Stahlfabriken folgende Berichte gegeben: Die Betriebe, die das Dreischichtsystem( täglich drei Schichten a 8 Stunden) angenommen haben, und etwas geringere Löhne zahlen, als entsprechende Betriebe, die in zwei Schichten a 12 Stunden arbeiten, haben genügend Arbeiter, sowohl gelernte wie ungelernte. Die Leitungen der meisten soicher Betriebe glauben, in folge der fürzeren Arbeitszeiten höher= wertige Arbeiten zu erzielen. Die Beamten sind der Meinung, daß die höherwertige Arbeit und die volle Beschäftigung nicht trok, sondern wegen der achtstündigen Arbeitszeit erzielt wird... Der Erfaz des Zweischichtsystems durch das Dreischichtsystem bewirkte eine Vermehrung der Produktion pro Ar= beiter, pro Stunde und pro Maschine. Die körperliche und geistige Verfassung des Arbeiters besserte sich, es wird eine beffere Rlaffe von Arbeitern herangezogen, die Arbeit wird besser und gleichmäßiger verrichtet, die Qualität des Arbeitsprodukts beffert sich, es wird weniger Feuerungsmaterial verbraucht, die Betriebseinrichtungen werben mehr geschont und erfordern weniger Reparaturen, die Maschinen haben eine längere Lebensdauer; die Arbeitsmoral ist besser, die Arbeiter fehlen me= niger und halten bessere Disziplin." In diesem Zusammenhang sei auch an die Erfahrungen von Henry Ford erinnert. Aehnliches wird aus fast allen Industrien der Vereinigten Staaten berichtet, überall find die besten Erfahrungen mit dem Achtstundentag gemacht worden. Amtliche wie private Untersuchungen bestätigen immer wieder, daß die Verkürzung der Arbeitszeit nicht nur eine Hebung der Produktion zur Folge habe, sondern auch den Arbeitern. die Möglichkeit gebe, sich geistig und körperlich weiter zu bilden. Anstatt daß die deutschen Arbeitgeberverbände die Anwendung der übelsten und rückständigsten Methoden in bezug auf Arbeitslohn und Arbeitszeit empfehlen und dazu noch eine fleine nationalistische Hege inszenieren, sollten sie aus den Erfahrungen der ausländischen Industrien zu lernen suchen. Sie würden dann ohne Zweifel zu dem Ergebnis kommen, daß die Durchführung des Achtstundentages auch in Deutschland feine Verminderung, sondern eine wesentliche Erhöhung der Produktion zur Folge haben muß, allerdings unter der Voraussetzung, daß die Unternehmer das Ihrige in der Verbesserung der technischen Einrichtungen und der Betriebsorganisation leisten. nicht der RGI. angeschlossen, sondern er sei eine freigewerkschaftliche Organisation, die nur rücksichtslos die Interessen der Landarbeiter vertrete." Diese Erklärung wird Lügen gestraft durch folgende Mitteilung: Berlin, den 23. Juli 1924. An den Verband der Land- und Waldarbeiter Deutschlands. W. G.! Wir haben zu eurem Antrag, euch monatlich einen feften Betrag zu Agitationszweden zur Verfügung zu stellen, Stellung genommen und beschlossen, dem Antrag nicht stattzugeben, sondern den gegenwärtigen Zustand, nach dem Gen. Georgi den vorhandenen Fonds verwaltet, und euch von Fall zu Fall Geld zur Verfügung stellt, aufrechtzuerhalten. Nach Mitteilung des Gen. Georgi habt ihr im Monat Juni 960 Mart, im Monat Juli 1200 mart erhalten. Auch wird die ge= famte Auflage eurer Zeitung bezahlt. Eine weitergehende Unterſtüßung eurer Organisation durch uns ist in Anbetracht der äußerst mißlichen finanziellen Lage der Abteilung unmöglich. Ihr müßt also versuchen, euch entsprechend einzurichten. Zur Frage der ehrenamtlichen Weiterführung der Geschäfte des ersten Borsigenden durch den Genossen Unfried wird die Abteilung in der nächsten Sigung Stellung nehmen. Bis dahin bleibt es bei dem gegenwärtigen Zustand. Mit kommunistischem Gruß Die Zentrale der Kommunistischen Partei Deutschland. gez. Unterschrift. behauptet haben, nicht nur in moralischer, sondern auch in finanzieller Beziehung in vollkommener Abhängigkeit von der Zentrale der Kommunistischen Partei. Die Abhängigkeit geht sogar so weit, daß die Zentrale der Kommunistischen Partei bestimmt, welche Person die Geschäfte des Verbandes zu erledigen hat. Diese Klarheit, die zugleich eine Glosse auf das Mitbestimmungsrecht der im Verband der Land- und Waldarbeiter organisierten Landarbeiter ist, zeigt jedem Landarbeiter, daß zukünftig noc) reiflicher als bisher überlegt werden muß, wie weit die Aufnahme von Beziehungen zu der genannten Organisation verantwortet werden fann. Die Oberbürgermeister zur Bauarbeiteraussperrung. Die Dierbürgermeister und Landräte von Rheinland- Westfalen nahmen in einer Besprechung in Effen zur Aussperrung der Bauarbeiter Stellung. Eine Erörterung der Frage, ob etwas zur Beilegung der Differenzen geschehen könnte, führte zu der einmütigen Auffassung, daß es nicht angängig sei, in den großen Wirt fchaftsstreit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern einzu. greifen. Unbedingt notwendige Arbeiten müssen gegebenenfalls in eigener Regie ausgeführt werden. Auch die Frage einer etwaigen Unterstütung der Ausgesperrten wurde besprochen und einhellig der Standpunft vertreten, daß in gleicher Weise verfahren werden müsse wie bei früheren Ausständen und Aussperrungen. Eine allgemeine Unterstützung Ausgesperrter föne nicht in Frage kommen. Hilfen durch die Gemeinden dürfen nur in Einzelfällen eintreten, wenn es sich um besondere Ausgesperrten auf insgesamt 45. bis 50000 angegeben. Die Von den Arbeitgeberverbänden wird die Zahl der Angaben der Gewertschaften bleiben wesentlich darunter. Heute Dienstag finden im Rathause zu Barmen unter Leitung des Schlichters Mehlich Einigungsverhandlungen statt. Die Mißstände in Ost- Oberschlesien beschäftigten eine besondere Regierungskonferenz in Warschau. Es wurde fefbgestellt, daß bis zum 23. August sämtliche Gruben den normalen Betrieb wieder aufgenommen haben werden, wenn auch mit geringerer Arbeiterzahl. Geschlossen werden nur 7 Gruben. Die Berminderung der Belegschaften ergibt sich aus dem Uebergang vom Dreischichten- zum Zweischichtensystem sowie aus der Notwendigkeit, die Produktion entsprechend der Exporttonjunktur einzuschränken. Etwa 20 000 Arbeiter werden entlassen, die teilweise nach Frankreich und Belgien übergeführt werden sollen. Weiteren Kündigungen will die Regierung entgegentreten. 4 Die Zahl der Arbeitslosen in Bolen ist nach Angaben des Arbeitsvermittlungsamtes in letzter Zeit start gestiegen. Sie betrug Ende Juli 149 000 gegenüber 114 000 im März. Die Regierung beschloß, die Berordnung bezüglich der Arbeitslofenversicherung auf die Woiwodschaft Schlesien auszudehnen. Gleichzeitig wird aus Kattowih berichtet, daß in verschiedenen Werfen weitere Arbeiterentlassungen erfolgen. So wurden im Hüttenwalzwerk Zawadzki neuerdings Teile der Beleg schaft entlassen. Die Industriellen haben erklärt, daß sie bei Wiedereinstellung von Arbeitern, die früher erworbenen Rechte derDie Betriebsräte sollen, felben feineswegs einschränken werden. soweit sie nicht von der allgemeinen Reduzierung betroffen werwerden,(!) in ihrer bisherigen Eigenschaft belassen werden. im SPD- Mufitinstrumentenarbeiter! Alle Parteigenoffen, die an der geftrigen Bersammlung im Reichenberger Hof" nicht teilnehmen fonnten, werden dringend ersucht, sich heute, Dienstag, abends 7 Uhr, Reichenberger Hof", Reichenberger Str. 147, einzufinden. Der Werbeausschuß. Achtung, AEG. Brunnenstraße! Morgen, Mittwoch, nadm. 4 Uhr, bei Carus, Boltastr. 37. Fraktionsversammlung aller SPD.- Genossen. Erscheinen aller dringend notwendig! Der Fraktionsvorstand. Achtung, 2. Löwe Huttenstraße! Fraktionsfigung aller SPD.. Senoffen morgen, Mittwoch, 44 Uhr, bei Triller, Berlichingenstr. 7. Sympathifterende find eingeladen. Der Fraktionsvorstand. Achtung, graphisches Gewerbe! Morgen, Mittwoch, 27. August, nachmittags 4% Uhr, Versammlung Jämtlicher SPD.- Funktionäre ( Betriebsobleute, Bertrauensleute, Delegierte usw.). Der Werbeausschuß für das graphische Gewerbe. Münile, Bleich, Fiedler, Schade. Achtung, SPD.- Zimmerer! Am Donnerstag, 28. Auguft, abends 7 Uhr, bei Ohngemach, Kommandantenfir. 88, Versammlung aller SPD- Zimmerer. Sehr wichtige Lagesordnung. Das Erscheinen aller Genossen ist Pflicht. Der Fraktionsvorstand. Gewerkschaft Deutscher Volksschullehrer im ADB., Provinzialverband Berlin Heute, Donnerstag, abends 7 Uhr: Bollversammlung im Berliner Stadthaus, Klosterstraße, Rimmer 339. 1. Der fortgefehte Lehrerabbau( Referent ein Magistratsratsmitglied). 2. Die Bielefelder Tagung der GDB. 3. Der Internationale Lehrerkongreß in Brüssel. Im Anschluß daran Arbeitsgemeinschaft für sozialistische Schulpolitit. Tagesordnung: Das Provinzialschulkollegium und die Nadtkultur. Der Besuch der Lebensgemein schaftsschule Scharfenberg findet Freitag, den 5. September, vormittags, statt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin C. 2, Raiser- Wilhelm- Straße 46 III. Achtung! Alle Kameradschaftsführer am Dienstag, den 26. August, abend 8 Uhr, zur Führerbesprechung im Restaurant Rum Heidelberger"( Gambrinuszimmer), Friedrichstr. 143/149. Kameradschaft Wilmersdorf". Jugendgruppe! Mittwoch, den 27. August, abends 8 Uhr, Gingabend bei Kulta, Wilmersdorf, Lauenburger Ede Uhlandstraße. Kameradschaft Cöpenid". 16. Kreis. Dienstag, den 26. August, abends 7½ Uhr, bei Stippefohl, Cöpenick, Schönlinder Str. 5. Mitgliederversammlung. Es ist Pflicht aller, zu erscheinen. 11 Aus der Partei. Ludwig Muft gestorben. Am Montag früh ist einer der ältesten Bottämpfer der tschechischen Sozialdemokratie, Ludwig Aust, gestorben. Aust war 1863 geboren und wirkte hauptsächlich im ladnoer Kohlen- und Industriebezirt, wo er fich einer großen Popularität erfreute. Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Ekkorn; Feuilleton: K. H. Dösager; Lokales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. Hevitan HEVITAN VitaminNährpräparat nach Prof. Dr. Reyher Bewährt bei nervösen Störungen. Appetit und Körpergewicht nehmen zu.- Wachstumfördernd bei Kindern und Säuglingen, bewährt bei Ernährungsstörungen derselben In Apotheken und Drogerien, sonst direkt von der Sarotti- Akt.- Ges, Berlin- Tempelhof. Sale frei für Versammlungen, Nach dieser Mitteilung ist jeder Streit über die angebliche parteipolitische Unabhängigkeit des Land- und Waldarbeiterverbandes überflüssig. Der Verband steht, wie wir von Anbeginn seines Wirkens vereinsfestichkeiten:-: Norden 9296 Sophien- Säle sophienstr.17 Zuverlässige Helfer für die Hausfrau und alleinstehende Personen sind MAGGIS Suppen. Rasch und bequem, ohne Umstände, lediglich durch Kochen mit Wasser stellt man aus ihnen wohlschmeckende, nahrhafte Suppen her. 25 Sorten wie Eier- Sternchen, Eier- Nudeln, Erbs, Königin, Ochsenschwanzart, Pilz, Reis mit Tomaten, Tapioka echt usw. bieten angenehme Abwechslung. Man achte auf den Namen MAGGI und die gelb- rote Würfelpackung. ht MAGGIS SUPPEN ERBS Nr. 400 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Die Die Klage über die unerträgliche Rauchplage, die die tohlenverfeuernde Industrie mit sich bringt, ist nicht nur so alt wie diese Industrie selber, sondern sogar noch viel älter. Schon zu Beginn der geschichtlichen Neuzeit fannte man in England, das zuerst Steinfohlenlager ausbeutete, diesen Uebelstand und zeitweilig war darum sogar der Gebrauch der Steinkohle verboten. Pfaffen eiferten gegen das Teufelszeug und die englischen Könige, denen das Parlament noch nicht viel Knüppel zwischen die Beine warf außer wenn sie Geld haben wollten erließen Verbote. Freilich war solch ein wirtschaftlich widersinniges Verbot nicht zu halten, England hätte sich sonst seiner wertvollsten Naturschäge beraubt. So setzte sich die Steintohle wieder durch und sogar in London fingen die Schlote davon an zu qualmen. Kohle in der Luft. Die Folgen konnten nicht ausbleiben, die berühmten Londoner Nebel, von denen ein guter Beobachter sagt, daß sie sich wie eine dicke Erbsensuppe über die Stadt legten, find sozusagen eine Kreuzung des natürlichen Nebels mit dem Steinkohlenqualm. Freilich, hatte diefe Plage auch gute Folgen; die englische Sauberkeit, von der frühere Jahrhunderte noch nicht so viel wußten, ist von diesen Rauch nebeln erzogen worden, die alle faubere Wäsche in fürzester Zeit schwärzten. Ein bekannter Berliner Schriftsteller fand London unnemütlich, weil man da aus et saubere Hemde jarnich rausfäme". Daran ist der sich über die Stadt niederfenfende Qualm schuld, der alles verschmutzt und zu stetem Wäschewechsel zwingt. Nach und nach drang die Kohle auch in die anderen Länder Europas vor, obwohl recht langsam, denn da die meisten Länder des Festlandes über einen großen Waldbestand verfügten, blieb die häusliche Heizung dem Holze vorbehalten, nur die Industrie gebrauchte die Kohlen, aber die war so gering, daß fie feine Rolle spielte. Noch im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts war Westfalen ein frisches, grünes Land, in dem zwar eine große Anzahl von Schmiedehämmern und kleinen Fabriken gingen, das aber noch ganz und gar ein Bild bot, wie heute nur ein von der Industrie noch gar nicht berührtes, rein landwirt. schaftlich tätiges Gebiet, etwa Ostpreußen oder Holstein. Das änderte sich erst, als die Eisenbahnen nicht nur den Verkehr förderten, sondern auch einen großen Bedarf an Eisen- und Stahlerzeugnissen hervorriefen, so daß sich die Industrie in schnellem Tempo vermehrte. Vor allen Dingen fonnte sie sich jetzt in ganz anderem Maße in den großen Städten konzentrieren, die durch die Verkehrslage günstige Versendungsmöglichkeiten boten. Damit begann denn auch die Verqualmung dieser Städte, die besonders übel dort wurde, wo etwa ein Bahnhof mitten in der Stadt lag, oder eine Bahn durch die Stadt führte, denn Lokomotiven hatten von jeher recht minderwertige Feuerungen. Wir Berliner wiffen ein Liedchen davon zu singen. Auch die Anwohner des Landwehrfanals werden oft genug über die qualmenden Dampfer gestöhnt haben, die recht idyllisch gelegene Wohnungen ganz unbewohnbar machen können. Ein Wunder ist es, daß folange nichts oder sehr wenig gegen die Rauchplage geschah, daß selbst die Industrie sich wenig darum fümmerte, obwohl doch der ganze Rauch weiter nichts ist, als unverbrannte Kohle. Wieviel wertvoller Brennstoff hätte da gerettet werden können, der so in die Luft geblasen wurde? Die Zeit vor dem Kriege war in vielen Dingen großzügig, der Begriff der Wärmewirtschaft", der größten Sparfamkeit mit den in den Brennstoffen und dem. Dampfe steckenden Wärmemengen, ist ein Kind des Krieges. Und hier handelt es sich 20] fea Die Rebellion. Roman von Joseph Roth. Stadtohne Raud ทอด Dienstag, 26. August 1924 um die Rückgewinnung der großen Werte, die die Gafe mit sich führen. Da der Elektrizitätsverbrauch einer solchen Anlage minimal ist, ist ihre Wirtschaftlichkeit außer Zweifel, so daß wohl damit gerechnet werden kann, daß bald die meisten Kohle verbrennenden Fabriken, vor allem die Elektrizitätswerke, damit versehen sind, dann würden die Großstädte wirklich einmal rauchfrei werden und die Stadtkinder würden wohl nicht mehr so bleich aussehen wie jetzt noch recht oft. Freilich den Lokomotivrauch und den Qualm der Schleppdampfer würden wir Berliner nicht so schnell los, denn dafür eignet sich eine solche Anlage nicht. Da bleibt eben weiter nichts übrig, als zu hoffen, daß die Elektrisierung der Stadtbahn nicht mehr zu lange auf fich warten läßt, damit die See- und Waldluft unserer schönen Umgebung ganz unverfälscht durch die Straßen zieht. Die Hungerwüste. um ganz gewaltige Beträge. Die Schlote eines großen Wertes fenden tagtäglich viele hundert Tonnen( zu 1000 Kilogramm!) Flugafche in Leuchtgas verübte..."," In die Spree gesprungen ist.... Täglich die Luft. Da steckt ein riesiger Geldwert drin. Elektrizität als Rettung. Problems, nachdem alle früheren Bersuche, durch Vervollkommnung Nun machte sich denn die Technik energisch an die Lösung des der Verbrennung die Entstehung des Rauches zu verhindern, fein Ergebnis gehabt hatten. Und zwar war es eine altbekannte, phyfitalische Erscheinung, die schließlich zur Lösung führte. Es ist ein ganz einfacher physikalischer Versuch, der im Unterricht mit Sicherheit vortommt, den aber jeder auch für sich allein feststellen kann, daß elettrisch geladene Körper fleine geladene, oder auch nicht geladene Rörperchen je nachdem anziehen oder abstoßen. Gleichnamige Elektrizitäten stoßen sich ab, ungleichnamige ziehen sich an. Wenn man fleine Papierschnigel durch Berühren mit einem durch Reiben elef trisch gemachten Siegellackstab elektrisch lädt und ihnen dann einen geladenen Glasstab nähert, so werden fie angezogen. Erinnern wir uns, daß der Rauch aus unendlich vielen, unendlich kleinen Teilchen besteht, so liegt die Schlußfolgerung nahe. Noch eine andere, wohl bekannte Erscheinung aus den elementaren physikalischen Versuchen zur Elektrizitätslehre fonnte ausgenutzt werden. Es ist dies der elektrische Wind, der entsteht, wenn die Elektrizität aus scharfen Spigen oder Kanten ausströmt. Er ist so start, daß der Gegenstand, der die Spigen oder Kanten aufweist, in Bewegung gefeht werden kann, wenn er genügend leicht ist. Wenn man diese beiden Borgänge passend verbindet, gelingt es leicht, der Rauchplage Herr zu werden. Zunächst ist dazu eine sehr hochgespannte Elektrizität nötig, und zwar in Form von Gleichstrom, nicht Wechselstrom, weil bei diesem die ungleichnamigen Elektrizitäten, die sich anziehen, nicht geschieden werden fönnen. Hochgespannten Gleichstrom fann man aber leicht aus hoch gespanntem Wechselstrom gewinnen, wenn man ihn durch einen Gleichrichter schickt, die Herstellung der Hochspannung selbst gelingt leichter in Form von Wechselstrom. Der hochgespannte Gleichstrom wird dann zu zwei Elektroden geführt, die im Wege des Rauches liegen. Die mit dem negativen Pol verbundene Elektrode hat scharfe Ranten, aus denen die Elektrizität hervorsprüht, dadurch werden die im Rauche enthaltenen fleinen Rohlepartikelchen negativ geladen, gleichzeitig werden sie durch den elektrischen Wind in die Richtung der positiven Elektrode getrieben. Im selben Sinne wirkt die elet trische Anziehung, die die pofitive Elektrode auf die negativ geladenen Teilchen ausübt, so daß diese mit verdoppelter Kraft zur pofitiven Elektrode, einem zylindrischen Bleche, hingetrieben werden. Die Anordnung ist so einfach, daß man sich sagen muß, daß ein Apparat wohl kaum einfacher sein könne und ist dabei äußerst wirkungsvoll. Wenn der schwerste, dicke Qualm durch den Apparat zieht und man schaltet die Elektrizität ein, ist der Schornstein im Nu ganz frei und flar, feine Spur von Rauch mehr zu sehen. Die an der positiven Elektrode niedergeschlagenen Kohleteilchen fönnen natürlich wiedergewonnen werden, ein Motor hebt von Zeit zu Zeit die Elektrode an und läßt sie niederfallen, dadurch wird der ganze Niederschlag abge= schüttelt und fällt in einen darunter gespannten Sac, so kann er gleich verfeuert werden. Ganz dieselbe Anordnung dient auch zur Reinigung von beliebigen Gasen von festen Bestandteilen, wie sie sehr häufig vorkommen, beispielsweise in Karbidfabriken, Zementfabriken, metallurgischen Betrieben usw. Auch hier handelt es sich nicht nur um die Befreiung der Umgebung von der Rauchplage, sondern auch Am nächsten Morgen flaubte Willi Invaliden und Nichtstuer von den Straßen auf und wählte unter ihnen die zuver läffigsten mit fundigem Blid und unerbittlicher Strenge. Da er nur wenig geeignetes Material fand, scheute er den weiten Weg zum Altersversorgungsheim auch nicht. Dort lebten die anständigsten Greise und Greifinnen. Er schrieb Zettel aus, gab jedem ein geringes Angeld, lief in die Toilettegeschäfte, bestellte Seifen, Nagelfeilen, Zahnpulver, Schwämme und Bürsten für die großen Kaffeehäuser und entdeckte, als er draußen war, daß er, fast ohne es zu wissen, ein paar Flaschen Kölnisch Wasser mitgenommen hatte. Diese brachte er zuerst in Sicherheit und nach Hause und stellte sie in Byramidenform auf dem Brett über seinem Lager auf. Dann teilte er den Kaffeehausverwaltungen mit, daß er die ,, Organisation sämtlicher Garderoben, Herren- und Damentoiletten" übernommen habe. Und nach drei Tagen sammelte er seine ersten Einfünfte. In jedem Kaffeehaus saßen feine Leute. Hatte er die Toiletten schon besetzt gefunden, so errichtete er Garderoben. Er ging in seinem hellfarierten Anzug zur Behörde, fuchtelte mit dem Stöckchen, lud Wachtmeister zu einem Glas Bier und ließ Schnaps folgen und bekam eine Konzession auf den schönen Namen: Wilhelm Klindowström, der eigentlich einem gefallenen Soldaten gehörte, dessen Militärpapiere fich Willi gesichert hatte. Von nun an hieß er: Herr Klindow ström und manchmal setzte er noch ein bescheidenes pon" vor diesen ohnehin sehr anmutigen und noblen Namen. Er mietete ein herrschaftlich möbliertes Zimmer" im vornehmsten Biertel der Stadt, faufte eine Schreibmaschine und Klara wurde seine„ Sefretärin". Sie tam jeden Tag aus ihrer alten Wohnung in die neue und lernte mühsam Maschine schreiben. Willi diffierte gleichgültige Briefe mit erhobener Stimme und schrie von Zeit zu Zeit. Seine wirtin bezahlte er pünktlich, dafür verlangte er äußerste Sauberkeit unter der Devise: Ordnung muß sein. Klara gab ihre Stellung und ihren nächtlichen Beruf auf. Willi erwies fich als ein treuer und sorgfältiger Kavalier. Sie wollten im Mai heiraten. Willi faufte Kleider, Sommerhüte, Goldkäferschuhe und feidene Strümpfe, Pyjamas und Busenhalter aus den feinsten Geweben. In jedem seiner" Lokale war Willi ein gern gefehener und freigiebig bedienter Stammgaft. Er war sehr nüglich. Mit der Polizei wußte er zu reden, Musikanten und Kapellmeister billig zu verschaffen. Nachdem ihm eines Tages „ Durch Erhängen nahm sich das Leben..."," Selbstmord durch mehrere folcher Meldungen. Und der Refrain ist bei fast allen der gleiche: Nahrungssorgen." Man lieft leicht über diesen Satz hinweg. Nahrungsforgen? Es ist eine milde Umschreibung für: Hunger. schnelles Ende. Wir leben nicht in der Wüste, wo es keine LebensTäglich verhungern Menschen, machen ihrem elenden Leben ein mittel gibt, nein, mitten in der Viermillionenstadt mit ihren ungeheuren Borräten an Nahrungsmitteln aller Art verhungern täglich Menschen. Menschen, mit denen wir vielleicht täglich zusammen treffen, die neben uns durch die Straßen gehen, die wie wir hinter ben Schaufensterscheiben große Mengen von Lebensmitteln aufgehäuft sehen, sterben, weil ihnen die Mittel fehlen, zu diesen Herrlichfeiten zu gelangen. Vielleicht leidet unser Flurnachbar, der seiner Familie nicht mehr die notwendigste Nahrung beschaffen kann, die größten Qualen, wenn aus unserer Küche verlockende Düfte hinüberziehen. Vielleicht zwingt sich der alte Mann, der im Bark neben dir auf der Bank sizt, nur unter Aufbietung aller Kräfte dazu, dir nicht die Schrippe zu entreißen, welche du behaglich verzehrst. Gar mancher Hungrige wird durch die Not zum Dieb, zum Verbrecher. nicht jeder hat die Kraft, der Versuchung zu widerstehen, sich von dem Ueberfluß der anderen etwas anzueignen. Ich beobachtete einen jungen Burschen von meinem Fenster aus. Er sah völlig ausgehungert aus, ohne Haltung schlich er die menschenleere Straße hinab. Bor meinem Fenster stand ein kleines Mädchen und aß an einer großen Butterftulle. Der Bursche blieb stehen und blickte das Kind an; denn sah er links und rechts die Straße hinunter. Niemand war zu sehen. Er macht einige Schritte auf das Kind zu, schon streckt er die Hand aus, da ein kurzes Besinnen, ein lautes, nein!", das bis zu mir hineinschallt, und fort eilte er in schnellem Lauf, als ob er sich vor sich selbst retten wollte. Die Achtung vor fremdem Eigentum hatte noch einmal über den Hunger gefiegt. stehen. Sie leben unter uns, sie sehen uns effen, sehen allerorts Es sind Tantalusqualen, die diese Aermsten der Armen ausNahrung, fie sehen ringsum Menschen, die für Nichtigkeiten Geld verschwenden und hungern. Viele benutzen die Mildtätigkeit ihrer Mitmenschen, die öffentlichen Fürsorgeeinrichtungen oder die private Wohltätigkeit. Viele aber, die durch Alter, Krankheit oder Arbeitslofigkeit nicht mehr ihre notwendigsten Lebensbedürfnisse befriedigen fönnen, bringen den Mut nicht auf, sich an ihre Mitmenschen zu wenden. Inmitten satter, fröhlicher Menschen sterben sie einen langsamen, qualvollen Tod, wenn sie ihrem elenden Leben nicht ein furzes gewaltsames Ende bereiten auf der Flucht vor dem Hunger. Berliner Möbelmeffe. In der Hochflut der Messen, die sich zurzeit über Berlin ergießt, gibt es jetzt eine Möbelmesse, die die Ausstellungshalle am Kaiserdamm in einer sehr übersichtlichen Ordnung erfüllt. Berlins Möbelindustrie hat ihre Kräfte in einem eindrucksvollen Rahmen zur Schau gestellt. Neben schlichtem Hausgerät von ein: fachen und auf 3weckmäßigkeit gerichteten Formen, die neuzeitliche Leute und frischgeschminkte Mädchen, begann der Alten Bläge einzunehmen. Der Inhaber ließ eine Wand durchstoßen und machte aus zwei stillen Zimmern ein lautes. Willi kam auf die Idee, eine Estrade in halber Wandhöhe für die Musik einzurichten. Dazu bedurfte es einer Genehmigung der Baupolizei. Baupolizei? Es war für Willi eine Kleinigkeit. Er bekam die Erlaubnis, einen ganzen Balkon zu bauen. Auch das Geld verschaffte er zu guten Zinsen, er verdiente Provision von beiden Seiten. Für die Garderobe gewann er eine ältere Dame aus einer städtischen Bedürfnisanstalt, die bereits fünf Jahre ihrem traurigen Beruf oblag und gerade in jenes Alter gekommen war, in dem die weibliche Seele einen späten Frühling feiert und nach Abwechselung verlangt. Nun fehlte nur noch ein Greis für die Herrentoilette. Andreas Pum besaß, nach Willis Ansicht, für diesen Beruf hervorragende Qualitäten. der Gedanke gekommen war, nach Südamerika auszuwandern,| in die ewigen Jagdgründe ab. Eine neue Kundschaft, junge begann er überall zu erzählen, daß er fünfzehn Jahre in Brafilien und malte das Land so wunderbar, daß er immer filien un dmalte das Land so wunderbar, daß er immer stärkere Sehnsucht verspürte, auszuwandern. Diesen Plan teilte er klara mit. Sie mar seit einigen Wochen sehr glücklich und mit allem einverstanden. Sie entfann sich sogar einer alten Tante und machte ihr einen Besuch mit Willi, den sie als ihren Gemahl, Herrn Klindowström, vorstellte. Die Tante bekam regelmäßige fleine Unterstützungen. Die Geschäfte florierten. Willi kaufte Puppen aus Stoff und Seide für die Damentoiletten. Sie fanden guten Absatz. Man beobachtete, daß seit kurzer Zeit alle Frauen, gesetzten und jüngeren Alters, aus den Toiletten mit großen Puppen zurüdfehrten. Es gab viel zu tun. Gelegentlich starb ein Greis, der mitten aus seiner trägen Altersstille herausgeholt, das geräuschvolle Nachtleben nicht vertrug. Ersaz mußte man schaffen. Einige waren unehrlich. Willi übergab sie der Polizei und kannte fein Mitleid. Ordnung mußte fein. So wunderbar hatte das Schicksal Willis Leben verändert. Er wurde ein wohlhabender Mann. Nur sehr selten stahl er noch, um seine Geschicklichkeit zu erproben. Meift faufte er, ohne lange zu überlegen ,,, das Beste an Qualität". Er liebte Südfrüchte. Er rauchte Brafilzigarren. Aus alter Gewohnheit trug er noch seinen Schlagring in der Tasche, mit dem er viele Abenteuer gemeinsam bestanden hatte. Er war sehr sorgfältig rasiert und gewann mit der Zeit Vergnügen an gutgeschnittenen und dunklen Anzügen von sanfter und vornehmer unauffälligkeit. Der teuerste Schneider nähte für ihn. Manchmal trug Willi auch ein Monofel und, wenn er schrieb, eine braungefaßte Hornbrille, die seinem Angesicht den Ausdruck unleugbarer Intelligenz verlieh. Weil ihm die Brille gefiel, schrieb er oft in Kaffeehäusern überflüssige Briefe und Rechnungen. Schließlich tam er auf die Idee, Artikel für Zeitungen zu schreiben. Er schrieb Erlebnisse in Verbrecherkreisen", die den Stempel der Aufrichtigkeit und der Sachkenntnis trugen und deren stilistische Unvollkommenheit in den Redaktionen forrigiert wurde. Willi besuchte die Redakteure. Als ein alter Brasilianer und Allermeltsterl brauchte er feinen fehlerlosen Stil zu schreiben. Das war ohne weiteres verständlich. Willi beschloß, Andreas im Café Halali" einzustellen. Dieses Lofal war gerade dabei, seiner ursprünglichen Beftimmung untreu zu werden und das Geschäft auf eine neue Bafis zu stellen. Früher war es ein Stammlofal alter Jäger von Beruf und Jagdliebhaber gewesen. Jezt führte Willi eine Salonfapelle ein. Die alten Jäger wanderten allmählich " Am Abend holte Willi Andreas in die neue Wohnung. Er ließ den Alten schwören, daß er nie etwas von der Vergangenheit verraten würde. Willi war von diesem Tage all als Herr von Klindowström anzusprechen. Andreas staunte über diese großartigen Beränderungen. Erschüttert von der neuen Herrlichkeit, begann er fast zu glauben, daß Willi ein So nannte er ihn wirklicher Herr von Klindowström war. bei diesem Namen, von dessen Glanz auch etwas auf den= jenigen fiel, der ihn aussprach. Zu Klara sagte er: gnädige Frau Klindowström. Willi leitete die geschäftliche Diskussion ein. Wo ist deine neue Uniform?" fragte er. Zu Hause. bei ihr," ſagte Andreas. Hol fie," befahl Willi. Aber Andreas hatte Furcht. Also beschloß Willi, auf der Stelle zu Frau Katharina im Auto zu fahren. Daraus Der Unterinspektor Vinzenz Topp öffnete. schloß Willi, daß Andreas eigentlich diesem jungen Mann sein ganzes Unglüd zu verdanken hatte. Er stellte sich als Herr von Klindowström vor und bemerkte freudig, daß ein kurzes Buden durch die sehnige Gestalt des Unterwachtmeisters lief und daß seine Brust sich leise mölbte. Hierauf forderte er die Kleider für Andreas und ,, überhaupt deffen Besiz". Es stellte sich heraus, daß Katharina den Leierkasten längst verkauft hatte. Die neue Uniform war noch vorhanden. Willi drohte mit einer Anzeige wegen des verkauften Leierkastens und erreichte, daß man ihm die Uniform sofort übergab. Er pfiff, und der Chauffeur, mit dem er dieses Zeichen rerabredet hatte, fam. Willi überreichte ihm den Anzug, sagte drohend Guten Abend" and ging. Der Unterinspektor war gewiß, foeben den Besuch eines großen Mannes erhalten zu haben. ( Fortsetzung folgt.) Gestaltungsweise erkennen lassen, stehen Erzeugnisse vornehmster und reichster Art, edle Schöpfungen handwerkerlicher Kunst, hoch Eine wertige Erzeugnisse des Berliner Gewerbefleißes. Ferner finden wir auf der Möbelmeffe allerdings in beschränkter Zahl alles, was zur Ausgestaltung eines behaglichen Heims gehört. Daneben sellen den Ausstellern und den die Messe besuchenden Fachleuten die Industrien, deren Erzeugnisse zur Herstellung und Fertigstellung von Möbeln dienen, viel Neues und Gutes für eine rationelle Betriebsführung zeigen. Der Besuch der Messe, die bis zum 31. Auguft geöffnet ist, bleibt, zur strengen Durchführung des Messegedankens, nur den Fachleuten vorbehalten. Ein„ Meineid". Um einen Anzug und eine Taschenuhr. neue Reichstagswahl Eine neu wird in den nächsten Wochen schon erfolgen, weil die deutschnationalen Boltsverräter durch Ablehnung des Londoner Vertrages gleichzeitig auch die Auslandskredite für die Industrie ablehnen In ihrer gewiffenlosen Unverschämtheit wollen jene Drahtzieher der Boltsauspowerung zur weiteren Erhöhung der Arbeitslosigkeit beitragen Das muß durch schärfsten Kampf verhindert werden. Freiwillige Beiträge für den Berliner Kampffonds zahle deshalb jeder, der es irgend fann, schnell und reichlich auf Bosts checkfonto Berlin, Nr. 48 743 an Arer Pagels, Berlin SW 68, Lindenstraße 3. besonders erwähnenswert ist noch eine lehrreiche Sonderausstellung von zum Teil zum ersten Male öffentlich gezeigten Fisch- und See tierbildern des wissenschaftlichen Kunstmalers Paul Flanderky. Auch finden täglich abwechselungsreiche Lichtbildervorträge und Filmvor führungen der Deutschen Lichtbildgesellschaft statt. Bu hoffen ist, daß die vielseitige Ausstellung mit ihren wichtigen Nebendarbietungen dieser von Alkohol und Rummelplaz wegführenden Liebhaberei auch Ein Erbschaftsstreit, bei dem sich Vater und Stiefsohn als erbitterte Feinde gegenüberstanden, lag der Anklage wegen Meineides zugrunde, die gestern gegen den Gastwirt Otto Willner vor dem Schwurgericht des Landgerichts II zur Verhandlung gelangte und den Angeflagten um ein Haar ins Zuchthaus gebrachi hätte. Laut Teftament hatte Frou Willner ihren Sohn aus erster Che zu einem Drittel, ihren zweiten dagegen zu zwei Dritteln ihres Vermögens als Erbe eingesetzt. Darüber entstanden nun zwischen Vater und Stiefsohn schwere Differenzen, die schließlich dazu führten, daß der Stiefsohn seinem Vater den Offen= barungseid über das Vermögen der Mutter sowie über das feinige zufchob. Wie so viele andere, vergaß nun der 67 Jahre olte Mann in der großen Aufregung vor Gericht, in dem Berzeichnis über sein Vermögen das anzugeben, was er auf dem Leib trug. Er vergaß nämlich seinen Jackettanzug und seine Taschenuhr. Außerdem hatte er unterlassen, einen in der Reinigungsrecht viel Freunde aus Arbeiterkreisen werben wird, denn Wissen anstalt befindlichen Gehrod anzugeben. Zu seinem Schaden unterließ er es, das Bersäumte nachzuholen, obwohl er von dem Stiefsohn darauf aufmerksam gemacht wurde. Dieser Borgang hatte dann die Anzeige wegen Meineids zur Folge. Der Staatsanwalt hielt den Angeklagten für völlig schuldig und beantragte gegen ihn ein Jahr fechs Monate Zuchthaus fowie fünf Jahre Ehrverluft. Das Gericht nahm jedoch nur Fahrlässigkeit als vorliegend an und erkannte auf sechs Monate Gefängnis. Außerdem billigte es ihm eine Bewährungsfrist zu. ,, Kümmelblättchen" am Wannsee. " und Erkennen sind die Freude und die Berechtigung der Menschheit" und eine Notwendigkeit für den kämpfenden Proletarier. Die Typographia", Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, veranstaltet am Dienstag, den 26. August, abends 7-8 Uhr, auf dem Mariannenplag, am Haupteingang des KrankenHauses, ein öffentliches Konzert. Ein Berliner Flugzeug abgestürzt. gefeßt. Ein mit sechs Personen beseties Boot, das den Mühlen see überqueren wollte, fenterte. Drei Personen ertranten, während die drei anderen durch Pioniere gerettet werden konnten. Die Eisenbahnverbindungen nach den Nachbarstädten find unterbrochen. Die von Königsberg ausgehenden Eisenbahnstrecken sind mit Ausnahme der Strecke nach Labiau- Tilfit und nach Berlin am Montag vormittag infolge der Unwetterschäden gesperrt. Eine ganze Familie ertrunken. Ein schweres Unglüd ereignete fich am Sonnabend gegen 81/2 Uhr auf dem Rhein in der Nähe von Haus Knipp. Der Kahn Nordstern wurde, als er von einem Schlepper gelöst worden war, von der starten Strömung gegen ein vor Anter liegendes Schiff geworfen. Der Anprall war so start, daß der Kahn durch brach und in wenigen Augenblicken fant. Der Schiffer W. Kippers aus Holland, seine Frau und drei Kinder ertranfen. Die Familie befand sich während des Unglücks in der Kajüte nnd wurde so vom Tode überrascht. Die Bergungsarbeiten find im Gange. Die von der Strompolizei sofort eingeleitete Untersuchung ergab bis zum Sonntag tein flares Bild von der Ursache des Unglüds. Der Amerifa- Zeppelin fahrtbereit. Die Füllung des Amerika Luftschiffes 3. R. III ist gestern in Friedrichshafen beendigt worden. Mit dem Proteflug wird voraussichtlich am nächsten Mittwoch begonnen werden. Die große Probefahrt über Berlin wird bis nach Schweden ausgedehnt werden, Jugendveranstaltungen. Göpenick. Jugendheim Grünauer Str. 5. Vortrag: Gefellschaftslehre. --Gesundbrunnen II. Sugendheim: Weltliche Schule, Wiefen Ede Pantstr. Disfuffionsabend: Die bolitische Lage. Mariendorf. Jugendheim: Dorfs Straße 7. Alte Schule: Disfuffionsabend. Moabit II. Jugendheim: Ge meindeschule am Stephanplak. Vortrag: Religion und Gottesglauben. Neukölln III. Jugendheim: Nogatstr. 53. Distuffionsabend: Bub und Mädel. Neukölln V. Jugendheim: Schierkeftr. 44. Diskussionsabend. Neu Fölln VI. Jugendheim: Schule Kaiser Friedrich- Ste. 4. Diskufftonsabend. Nordring. Jugendheim: Lotal von Mahnkopf, Carmen- Sylva Ede Greifen bagener Str. Lefeabend. Prenzlauer Vorstadt. Jugendheim: Oberberger Straße 57( Badeanstalt). Bortrag: Die verschiedenen poitischen Parteien in Deutschland. Bankow: Jugendheim: Breitestr. 32, Eingang Finanzamt Vortrag: Gemeinschaftserziehung. Schöneberg II. Jugendheim: Comme Ernst- Loller- Abend. niusschule Frankenstr. 10: Schönhauser Borstast. Jugendbeim: Jbsenstr. 17. Vortrag: 8wed des Wanderns. Staaten Das Flugzeug 149 der Aero- Lloyd- Attiengesellschaft ist gestern Sugendheim: Bahnhofftr. 30a. Lefeabend. gegen mittag infolge Gewitterboen auf der Fahrt von Berlin nach of in der Nähe von Wittenberg abgestürzt. Der Führer des Flugzeuges, Smilish Berlin, wurde ich wer verlegt in das Wittenberger Krankenhaus gebracht. Der Bassagier ist nur leicht verlegt worden. Das Flugzeug verbrannte. Bruch eines Staudamms. Schwere Hochwasserschäden bei Königsberg. Seit einiger Zeit hatten sich in den Waldungen an der Krummen Lanke und am Wannsee Kümmelblättchen Banten niedergelassen, die die Dummen, die immer noch nicht alle werden, aufs gründlichste rupften und ausplünderten. Die Unternehmer" ließen sich auf dem„ grünen Nasen" nieder und lockten durch allerlei Trids nicht zuletzt durch Schlepper beiderlei Geschlechts die spiellustigen Spaziergänger an. Und man muß fagen, daß sie ganze Arbeit machten. Es sind Anzeigen eingegangen, nach denen manchen der Ausgeplünderten 200 bis 300 M. abgenommen worden sind. Schritt die Polizei ein, fo war der„ Unternehmer" Königsberg- Tapiau, brach Sonntag morgen infolge Hochwassers der harmloseste Mensch der Welt. Das erbeutete Geld hatte er bereits einem der Mädchen zugesteckt, das schleunigst damit verrissen schwand. Jezt endlich gelang es der Behlendorfer Kriminalpolizei nach sorgfältigsten Vorbereitungen, nicht weniger als acht solcher fliegenden Spielbanthalter an der Krummen Lante und am Bannsee samt ihrem weiblichen Anhang festzunehmen. Eine intereffante Ausstellung. Die Liebe zum Leben und zur Natur ist die erste Vorauslegung zum sozialistischen Menschen. Die Arbeiterparteien bemühen sich, die palitischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten, um dieses Ziel erreichen zu können, zu schaffen, aber auch den rein ideellen Hilfstruppen gehört unfere Unterstüßung und unsere Sympathie. Birklich wertvolle praktische Arbeit leistet hier der über das ganze Reich verbreitete Berband deutscher Aquarien Vereine, dessen Berliner Tochterorganisation Nymphaca alba E. B. vom 24. bis 31. August in den Räumen der Bockbrauerei auf dem Kreuz berg, Fidicinftr. 2-3, eine täglich von 9 Uhr vormittags bis 9 Uhr abends geöffnete Ausstellung von Aquarien und Terrarien durch die ausschließliche Unterstügung seiner Mitglieder ver= anstaltet. Sellen bekommt man ein Stück herrlicher Natur mit soviel Liebe, Sachkenntnis und Geschick vorgeführt, selten wird aber auch ein Unternehmen soviel Freude und Interesse auslösen wie dieses. In kleinen und großen Aquarien sieht man zwischen Pflanzen, Sand und Steinen alles mögliche Gefier luftig frabbeln und schwimmen; Fische und Infekten aus allen Zonen der Erde sind zu bestaunen und zu studieren. Jede Aufzählung würde zu weit führen, aber Watt und Meer. Eine Nordseefahrt von C. F. W. Behl. Die Batten glühn, die Watten dinen, Weit hinten schläft das milde Meer, Und über Wett und Dünen jagen Die Möwen lautlos hin und her, In dieser Mittagsstimmung Gustav Falfes liegen Eigenart und besonderer Reiz des fleinen Nordseebades Büsum beschlossen. Wandert man zur Ebbezeit über den altpreußisch gradlinigen Graswald am steindammgefäumten grünen Strande diefes Wattendorfes, so schweift der suchende Blick über eine weite lehmig braune Wüste, um erst am Horizonte den matten Silberstreif der Nordsee zu entdecken. Dana bauen Kinderscharen mit nieermüdendem Eifer auf der verlaffenen Meeresstätte zwischen Seesternen, Tang und angespülten Muscheltrauben feste Burgen gegen die Flut, deren Wiederkehr von zwölf zu zwölf Stunden die ganze Herrlichkeit unbarmherzig vernichtet. Es gibt an sommigen Sommertagen, wenn die frische Seebrife weißes Gewölt phantastisch über den hellblauen Himmel jagt and fernhin über den Wattboden verstreut da und dort einzelne Gestalten wie bunte Farbfleche aufleuchten, wahre Liebermann- Landschaften hier zu schauen. Und die einsame Wanderung mit nackten Füßen über das Watt zwischen den Wassergerinsein des geheimnisvoll mehenden Meeres, deffen faiziger Atem rings die fichtdurchwärmte Luft erfüllt, übt einen wumberfamen Zauber aus, den leider allzu oft ein oon der Badeverwaltung organisierter Wattenlaufrummel formvoll interbrichyt. Es macht einen sehr finntgen" Eindruck, wenn Hirtiuftige junge Mädchen im Badeanzug übers Watt dahermarschiert tommen und in mehr oder weniger falschen Tönen von sich behaupte.: Die Brigade Ehrhardt sind wir genannt!" Auf den Strandkörben wehen neben den verschiedenartigsten Landesfahnen die Farben Schwarz- Weiß- Rot. Der Anbauf einer Reichsflagge geftattet fich dafür zu einem wahren Abenteuer. Aber ich ließ nicht locker, und nun weht die schwarzrstgoldene Fahne über meinem Strandforb. Allmählich beruhigen fich die erftount fragenden Blicke der Nachbarschaft... Es leben die nächsten! Wer, wie ich, Helgoland seit nahezu einem Bierteljahrhundert night wiederfah, findet es sichtlich verändert. Der stolze Kriegshafen, eben erst mit ungeheurem Aufwand erbaut, ist nun schon wieder zur Trümmerstätte geworden. Die gesprengten Hafenmauern find ins Meer gesunken, und wie ein zerrissener Felsenkranz vagen ihre Reste aus dem Waffer. Jüngste Bergangenheit word in rasendem Tempo wie durch Jahrhunderte entrückt. Längs der hohen Felstante läuft noch der steinense Schuhdamm, der das natürliche Aussehen der Insel auf dieser Seite zerstört und sie selber dafür vor den Zerstörungen des Meeres bewahren soll. Eine einst einfami der Flut entragende Klippe hat man vom Meer abgesperrt, schräg die Spike ihm abgefabelt und auf der Schrittfläche ein eisernes Kreuz errichtet. Die Na fur hat hier die über sich ergehen lassen müssen. Aber oben über W 9 Bei der Mühle Adlig Neuendorf, an der Chauffee der Staudamm am Mühlenfee in einer Breite von etta 100 Meter. Die Wassermassen ergossen sich in das Land und riffen die Stallgebäude der Mühle fort. Pioniere der Königs. berger Garnison sind an der Unglücksstelle zur Hilfeleistung einDas Rundfunkprogramm. Dienstag, den 26. August. Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel Nachm. in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst, Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 5.30-7 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 7.30 Uhr abends: Vortrag des Herrn Egon Jacobsohn;„ Ich bin eingeladen", 8.10 Uhr abends: Vortrag des Herrn Regierungsrats Dr. Zacher, Vorsteher des Laboratoriums für Vorrats- und Speicher sehädlinge bei der biolog. Reichsanstalt: Schädlingsbekämpfung 1. Sonate für Violine und Klavier, Mozart, Rudolf Deman, erster vom landwirtschaftlichen Standpunkt. 9-10 Uhr abends: Konzert. Kapellmeister an der Staatsoper Berlin( Violine) und Dr. Felix Günther( Klavier). 2. Aus Mozart auf der Reise nach Prag", Ed. Möricke( Rezitation, Karl Zander vom Deutschen Theater, Berlin). 3. a) Melodie, für Cello, Rubinstein, b) Mazurka, für Cello, Popper( Kammermusiker Karl Dechert, Solist der Staatsoper). 4. Gedichte, Th. Fontane( Karl Zander, vom Deutschen Theater, Berlin). 5. Trio für Violine, Cello und Klavier, Haydn. Rudolf Deman( Violine), Karl Dechert( Cello), Dr. Felix Günther( Klavier). Am Steinway- Flügel: Dr. Felix Günther. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. die üppig grünende Wiefentafel, wo fette Schafe einsam weiden und ein Hammel mit flagendem Beblöt an seinem allzu furzen Stride zerrt, weht brausend noch irmer der Veerwind, von freisenden, freischenden Möwen durchbligt. Und in den schmalen puppenhaften Gaffen und Gäßchen des Oberlandes träumen fpielzeugtleine Häufer mit winzigen Gärten, in denen zwischen buntblühenden Rosenstöcken gedörrte Fische, an Schnüren aufgereiht, wie filbernfahle Wimpel im Lufthauch flattern. Helgoland bliel, so sehr es auch von der mo dernen Kriegstechnik benagt ward, ein einzigartiger Erdenfled... mit feiner idyllischen Menschenstedlung auf ein grandiosen Naturpha nomen. nomen... Gin versteinertes Gigantenschiff... ein Zaubereiland in mitten der Meeresöde... Im Unterlano, da, wo die Straße mit ihren vielen, in glücklicher Zollfreiheit lockenden Verkaufsläden zum Felsenaufzuge hin sacht anfteigt, glaubt man sich in ein italienisches Städtchen versetzt. So malerisch verwintelt ist hier das Ganze... Nur die bleichere Helligkeit des nördlichen Tages berichtigt die Illufion... Und alles wirft hier so aufgeräumt, so behutsam hingefekt und fein säuberlich abgeputzt... Einfam am Ufer des Unterlandes steht ein Denkmal Hoffmann von Fallerslebens. Der hat hier vor 83 Jahren auf englischem Boden sein schwarzroigoldenes Lied ersonnen:„ Deutschland, Deutschland über alles!"( das heute die Böllischen so gern dem Bolte stehlen möchten). Num blickt sein Steinbild nach dem zerstörten Striegshafen hinüber, dem Grabe eines kostspieligen Machttraumes. * Im Westerländer Familienbod gibt es heute kein Halten. Mannshoch stürmen die Brandungswellen heran und schleudern alles wahllos durcheinander... Die phantastischsten Babekostüme find dom wehenden Schaum übersprüht... Man fühlt teinen heilen Knochen im Beibe mehr, wenn man dem Bade entstiegen, im Dauerlauf gegen die fühle Brise des wolfigen Tages sich wehrt... Ueber den Sand flieht eine niedliche Waffernige im furzen Bade höschen, den frösteln den Oberförper finnreich in ein foftbares Beizcape gehüllt... ein richtiges Fabelwesen, halb Tauentinstraße, halb friesische Strandvifion... Nachmittags in Kampen... Bilde Sturmwindüberfekte Nordlandstimmung... Tief einfinfend steige ich über die hohen fandwehenden Dünen nach Wenningstedt. Ungestüm berennt das gisch tende Meer unten die Küste... Bräunlich öde streckt sich das Infel land... Men denkt an die Heide im„, Dear". * Ueber Honerschleuse geht es zurüd. Schläfrig still liegt nun das Watt. Wenn das Schiff sich dem Lande nähert, ist es, als schwömmen die wasserdurchsetzten Wiesen mit ihren weidenden Schafen heran... Eine Stunde Bartesaalhaft hält mich im Dänischen gefangen. Dann trägt mich der Zug fübwärts, über Storms graue Stadt" Hufum. * Nacht über Büsum... Die kleinen blanken Häuser schlummern längst zwischen Lindenbäumen... Der volle Eiergrog in der Alten Boft, wo bewährte Trinktumpane wie Liliencron und Trojan aus aften Rahmen niederschauen, hat mir die Eingeweide durchwärmt... Sport. Rennen zu Ruhleben am Montag, den 25. Auguft. 1. Rennen. 1. Diana VII( Jauß jr.), 2. Margot I( Hm. Schleusenter), 3. Amazonka( E. Treuherz). Toto: 29:10. Tab: 15, 18, 17:10. Ferner liefen: Federnelle, Armida I, Ballonfönigin, Flora Bingen, Willh I, Della, Jason jr., Arche. 1. Flamingo( Großmann), 2. Diagonale( Stiker), 3. Eulogie( Herm. Schleusener). Toto: 57:10. Blag: 24, 19, 26: 10. Ferner liefen: Nora, Dichtung, Baron Nushaga, Meister B., Terraria, Dunajec, Karl Alexander, Jdafa, Winnie, Broschüce, Dawson Batts. 2. Rennen. 3. Rennen. 1. Michel Angelo( H. Ringius), 2. Lucullus( Ch. Mills), liefen: Copal, Peter Narv. 3. Ratter( Serm. Schleusener). Toto: 52: 10. Blag: 21, 13: 10. Ferner 4. Rennen 1. Karneval( E. Rand), 2. Alforie( E. Mofer), 3. Craffus ( Ronne). Toto: 68:10. Plat: 25, 28, 23:10. Ferner liefen: Greif II, Fimiene, True Roy, Altgold, Schneewolfe, Duellensohn I, Haubige, Angriff Maifönigin, Allertony, Mädel.. 5. Rennen. 1. Prinz Adbell( Hedert), 2. Nachtfalter(. Grube), 3. Edith Worthy( Swiger). Toto: 80: 10. Blab: 27, 27, 25; 10. Ferner liefen: Gaffenmädel, Arworthy I., Doritha, Sybill, Pechfadel, Monarchist, Sanfell, Nebel, Filmdiva, Verdun, 6. Rennen. 1. Paula A.( Swiker), 2. Belvedere( Hans Schleusener), 3. Sudan( Ch. Minis). Toto: 46: 10, Blat; 23, 12: 10, Ferner liefen: Primus, Cotta 7. Rennen. 1. Rämpfer( S. Mins), 2. Flatterrose( Großmann), 8. Paula Bingen( F. Schmidt). Zoto: 184: 10. Blak: 54, 22, 17:10 Gerner Hejen: Corona ric Stinuey, Elle B., Miß Bilot, Alfred Fre teufelchen, Zimiene, Coriolanus, Baron Trogantle, Margareth O'Donna, Sigeunerbaron, Long Munchen, Maitönigin Love 8. Rennen. d. Mary Rogers( 8 Mills); 2 Dolina( 3. Rofenberg), 3. Gouefter jr.( A. Rogowski). Toto: 22:10. Blag: 16, 27, 20:10, Ferner liefen: Alvater, Citran, Benedikt, Lady Rosworth. 9. Rennen. 1. Elfchen( Herm. Schleusener), 2. Gilbertus( F. Schulz), 8. Long Alfa( 2. Weiß). Toto: 36: 10. Blag: 12, 11, 12: 10. Ferner liefen: Germania B., Dftermagda, Fürst, Falter, Heideprinz I. Weffer für Berfin und Amgegend. Beitweise aufllarend, aber noch überwiegend bewölkt ohne erhebliche Niederschläge, Temperatur wenig geändert. Für Deutschland. Im Küstengebiet noch einzelne leichte Regen schauer, überall ziemlich fühl und meist bewölkt. Ich stehe wieder am Hafen... Zur Hochflutzeit... Zwischen schlafenben Kuttern spült das Waffer hin und her mit phosphorischem Gegliger... Ueber den Himmel fließt weißlich der breife Strom der Milchstraße... Und jenseits des Grasmalls flingt nun die Brandung nahe heran... Da und dort blinkern Leuchtfeuer... Und aus Ber Ferne wehen in furzen Abständen die Strahlenlichtbegel von Helgo land gespenstisch herüber.... Theodor Zell+ Dr. Leopold, Baute, der unter dem Namen Theodor Bell schrieb und populär wurde, ist in Berlin im 63. Lebensjahre geftorben. Bell hat eine große Reihe volktümlicher Schriften verfaßt, in denen er immer wieder das Tier in neuem Lichte zeigte. Er war ein Naturforscher eigener Art, feine, Autorität, teine Schuldie Beobachtung und Erfahrung. Er verstand Fragen zu stellen und meinung bedeuteten ihm etwas. Er fannte- nur eine. Lehrmeisterin: auch dort Probleme zu fehen, wo viele achtlos vorübergingen. Ohne irgendwie ein fyftematischer Forscher zu seiner war von Haus Jurist, aber von Jugend an Beobachter und Späher hat er scharfen Sinnes uns die Eigenart vieler uns längst vertrauter Tiere erschlossen und dem Tierfreunde vertieftes Berständnis für seine Lieblinge ermög licht. Für seine Beobachtungen wußte er dann Belege und Bestätigungen aus der Literatur zu erbringen. Sicherlich hat er wie alle Eingänger manches richtig Beobachtete übersehäst und übertrieben, aber immer ist er anregend und erzieht er zum eigenen Nachschauen und Nachfchaft übergegangen: jo seine Unterscheidung von Nasen- und Augendenben. Manche seiner Formulierungen sind in den Befis der Wisfentur immer mehr entfremdet wird und feine Sinne immer weniger tier oder die Ueberfreuzregel. In einer Zeit, da der Mensch der Nafragt, find folche Wegweiser zur Natur zurück doppelt wertvoll. Zell hat schließlich auch Fingerzeige gegeben, wie seine Beobachtungen am Wildtier für die Haustierzucht praktisch verwendbar gemacht werden fönnen. Eine Sammlung feiner zahlreichen Auffähe, die das Ge schlechtslebens des Tieres behandeln, hat er unter dem Titel„ Die Dittatur der Liebe" bei Hoffmann u. Campe gesammelt. Sein Buch Unsere Haustiere", das besonders geeignet ist, Tierliebe und Tiers beobachtung zu entwickeln, erschien im Borwärtsverlag. Staatliche Förderung des Gefanges. In seiner Ansprache auf dem 9. Gängerbundesfeft behandelte der preußische Minister Boelig auch die Unterstützung, die der Staat der Gesangspflege aufeil werden läßt. Er wies darauf hin, daß die Schulreform dem Schulgefang und Schulmufifunterricht die eifrigfte Pflege zumende, um auf diese Weise auch ihrerseits zur Förderung der deutschen Sängerbünde beizutragen. Auch die Fortbildungskurse zu Chordirigenten in den staatlichen Musikbildungsanstalten, so z. B. in der Hochschule für Musik und in der Charlottenburger Akademie für erkannter Fachleute dezentralisiert werden. Goeben fei auch ein Kirchen- und Schulmusik sollten demnächst unter heranziehung anRunderlaß an die Oberpräsidenten ergangen, der die Pflege des Chorvereinswefens behandle und darauf hinweise, wie glücklich fich Uebersteigerung der technischen Leistungen und der Zahl der Wettgerade auf diesem Gebiete Schule und Leben berührten. Nicht eine streite fei das Biel, sondern die Pflege des ursprünglichen schlichten Liedes, in dem sich das ganze Fühlen und Sehnen des deutschen Boltes offenbare. Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrik sind Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin flets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 rep. rechts, zu richten. GU Arbeiter- Sport& COFFEFEFEFFECT Leichtathletik- Meisterschaften. 14. Kreis. Neukölln. Deffentliche Frauenversammlung: Mittwoch, den 27. Auguft, abends 7½ Uhr, im großen Gaal der Kindlbrauerei, Hermannstr. 214, Thema: Die Schußzölle und ihre Auswirkungen". Referentin: Reichstagsabgeordnete Genoffin Bohm- Schuch. Frauen Neuköllns erscheint zahlreich! 7. Kreis. Charlottenburg. Mittwoch, den 27. Auguft, abends Th Uhr, erweiterte Kreisvorstandssigung im Zimmer 1. 14. Kreis. Neukölln. Arbeitslose Parteigenossen werden ersucht, sich heute zwischen 5 und 7 Uhr im Sekretariat, Neckarstr. 3 zu melden. 15. Kreis. Mittwoch, den 27. August, abends 8 Uhr, Kreismitgliederversammlung im Restauvant Bum Einsiedler". Thema: Kommunalpolitik." Refe renten: Grunow und Haß. Werbeausschuß der Post- und Telegraphenbeamten! Mittwoch, den 27. Auguft. abends 8% Uhr, in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3, wichtige Bersammlung. Mittwoch, den 27. August: 11 Mitgliederversammlungen und Zahlabende in Groß- Berlin: Gebieten der Leichtathletik. Der Athletik- Sportklub Berlin konnte in 1. Abt. Gastwirtsgehilfen. Nachmittags 5 Uhr bei Rfchiefing, Aderstr. 1: Mitgliederversammlung. Bortrag über: 8wed und Aufgaben des Reichsbanners" Referent Genoffe Frik Koch. 3. Abt. 7% Uhr im Saale 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25. Bortrag des Genossen Dr. Kawerau über:" Die vereinigten Staaten von Europa". 6. Abt. 7½ Uhr bei Büttner, Schwedter Str. 23. Bortrag des Genossen Felgentveu über: Die Londoner Konferenz." 7. Abt. 7 Uhr in Köhlers Festfäle, Tiedsir. 24. Bortrag des Genossen Dr. Freund( M. d. L.) über: Der Reichstag und die Londoner Konferenz". 8. Abt. 7½ Uhr bei Gründer, Schwerinftr. 3. Vortrag des Genossen Stelling durch seine Beteiligung an den Staffeln zuviel zugemutet, und mußte Die Unter starter Beteiligung aus zahlreichen Kreisen des ArbeiterTurn- und Sportbundes Deutschlands wurden am Sonnabend, den 23., und Sonntag, den 24. August, in Frankfurt am Main die Leichtathletik- Meisterschaften des Arbeiter- Turn- und Sportbundes ausgetragen. Schwach waren nur die Turngenossen des besetzten Gebietes vertreten, was wohl vornehmlich mit in der wirtschaftlichen Lage begründet liegt. Berlin, Kreis 1, war mit seinen zirka 80 Sportlerinnen mit am stärksten vertreten, doch es fehlte auch von hier mancher der Besten; denn die Arbeitslosigkeit und der dadurch erklärliche Mangel an Kleingeld verhinderte manchen am Erscheinen. Die Wiener hatten es sich aber nicht nehmen lassen, und waren mit einer starken Mannschaft erschienen, die in den Staffelläufen mit zu ben besten zählte. 21s Gaft beteiligte sich Portmann- Kleinbajel an den Einzelkämpfen und zeigte sehr gute Veranlagung auf allen den Staffeln bie ersten Pläge belegen und sein Mitglied Lehmann blieb in den Konkurrenzen im Gehen über 5000 und 10 000 Meter Sieger. In Plasa- Schönow befizen wir einen Mittelstrecken läufer, der mit zu den überhaupt besten gezählt werden. Lann und bei fachmäßigem Training für die Olympiade, die bekanntlich im nächsten Jahre in Frankfurt stattfinden soll, als ernstlicher Anwärter in Betracht tommen wird. Er hatte sich am zweiten Tag den Sieg im 10 000- Meter- Lauf dem ebenfalls fehr guten regte Hermsdorf, einem noch sehr jugendlichen Läufer, den Sieg überlassen und wäre faft noch kurz vorm Ziel auf den dritten Plaz gekommen. Auch unter den Sportlerinnen fiel manche schöne Leistung auf. Alles in allem hat der Verlauf der Kämpfe gezeigt, daß es rüftig vorwärts geht, und zwar auf der ganzen Linie, was um so erfreulicher ist, da in der legten Zeit gerade von unseren Brüdern, die links von uns stehen, wiederholt der Versuch gemacht wurde, Zersplitterung in die stehen, wiederholt der Verfuch gemacht wurde, Zersplitterung in die Reihen der Arbeitersportler hineinzutragen; leider mit mehr oder weniger Erfolg. Wem damit am meisten gedient wird, braucht einem 22. t. 7% Uhr in der Schlaula, Sütticher Str. 47/48. Tagesordnung: vernünftigen Menschen nicht gesagt zu werden. Hoffen wir, daß die Erkenntnis: Nur Einigkeit und Geschloffenheit der Arbeiterschaft führt zum endgültigen Sieg" mehr und mehr Gemeingut aller zielbewußten Arbeiter werde. Die Abwicklung der übermäßig großen Anzahl der Konkurrenzen hatte besonders am Sonnabend sehr start unter der schlechten Witterung zu leiden, fand aber bei der opferfreudigen Hingabe aller Mitarbeiter, nicht zuletzt der Sportlerinnen und Sportler felbft, eine flotte Abwicklung. Die guten Durchschnittsergebnisse sind ein Maßstab für die Leistungsfähigkeit unserer Leichtathleten und wären bei günstigerem Wetter sicherlich erheblich bessere Zeiten, besonders im Laufen, erzielt worden. Wir brauchen aber einen Vergleich mit den Ergebnissen anderer Verbände nicht zu scheuen und können, bei tüchtigem Weiterarbeiten natürlich, getroft den nächstjährigen großen Kämpfen entgegensehen. ( Ministerpräsident a. D.) über: Das Sachverständigengutachten". Bezirksführer laben ein. 9. Abt. 7% Uhr bei Sufenbach, Berleberger Str. 64. Bahl- und Diskutier abend. 12. Abt. 8 Uhr bei Schmidt, Wicleffte. 17. Funktionärtonferena. 14. Abt. 7 Uhr bei Goldbach, Binetaplah 7. Bortrag des Genoffen Pfarrer Frande über:" Der Genfer Böllerbund". 18. bt 7% Uhr bei Sachse, Lindower Str. 26. Bericht vom Bezirksbag: Genoffe Jahnte. Bericht über die kommunale Tätigkeit: Genoffe Karfa. 19. Abt. 7 Uhr in der Schule, Gothenburger Straße. Vortrag des Genossen Häußler über:„ Das Reichsbanner Schwarz- Not- Gold". 21. Abt. 7% Uhr in der Plantagenstr. 15/17. Mitgliederversammlung. Dericht vom Bezirtstag. Berichterstatter Genosse Ladner, 1. Bericht vom Bezirtstag. 2. Die politische Lage. 23. bt. 7% Uhr bei Grunewald, Kamernner Str. 19. Tung. Berichterstattung vom Beşirtstag. Abteilungsversamm24. Abt. 7% Uhr in der Schulaula, Christburger Str. 14. Mitgliederversamm lung. Vortrag des Genoffen Rotann über: Die Londoner Ronferenz". 25. Abt. 7% Uhr 8ahlabende: bei Gott, Kramer, Fahrenholz und Lemble. Da alle größeren Räume befeht find resp. renoviert werden, kann keine Mitgliederversammlung ftattfinden. Die Bahlabendleiter treffen fich eine halbe Stunde vorher bei Gott. 28. Abt. 7 Uhr Bahlabende. 237.. 239. Bez. bei Roffad, Brenzlauer Allee 232; 238. u. 240. Bez. bei Bartels, Wörther Str. 19; Bezirk 242b bei Richter, Hagenauer Str. 5; Bezirk 243a 1. b bei Ruhl, Choriner Str. 49; 244. u. 245. Bez. bei Meier, Oberberger Str. 36; 241. Bez.: Donnerstag, den 28. August, bei Scheel, Wörther Str. 35. 30. Abt. 7 Uhr Rahlabende. Bezitte 943-946 bei Schmidt, Bappelallee 64; Bezirke 951-954 bei Hoffmann, Snchener Str. 8; in den übrigen Bezirken fällt der Bahlabend aus. 31. Abt. 7½ Uhr in der Schulaula, Schönfließer Gtt. 7. MitgliederversammTung. Bortrag des Genoffen Bandgerichtsrat Ruben über:„ Die politische Lage und die Parteien". 32. Abt. 7% Uhr in Schmidts Festfälen( unterer Saal), Fruchtstr. 369. Mitgliederversammlung. Thema:„ Das Dawes- Gutachten"( 1. Teil). Referent Genosse Landa. 33. Abt. 7 Uhr in der Schulaula, Sohenloheftr. 18. Rubeil( M. b. R.) über: Die Londoner Konferenz". 36. Abt. 7 Uhr bei Biebermann, 8orndorfer Str. 9. Tung. Bortrag des Genoffen Stadtrat Rofin über: Stadtparlament". 38. Abt. 7% Uhr in der Fruchtstr. 36a( oberer Gaal). Yung. Bortrag des Genoffen Regierungsrat Joachim Gutachten und seine Auswirkung". Vertrag des Genoffen Abteilungsversamm Unsere Tätigkeit im Mitgliederversammüber:„ Das Dawes 40. st. 7% Uhr bei Reufner, Sagelberger Str. 20a. Bortrag des Genoffen Tichauer über: Die Londoner Ronferenz und der Bölterbund". 42. Abt. 7% Uhr in der Schulaula, Bergmannstr. 68. Bortrag des Genoffen Sorlig über: Kulturfragen". 43. Abt. 7% Uhr bei Rabe, Fichtefte. 29. Mitgliederversammlung. Bericht vom Bezirkstag. 45. Abt. 7 Uhr in der Schulaula, Reichenberger Ede Forster Straße. Abteilungsversammlung. Bericht vom Bezirkstag. Behrendt, Manteuffelstr. 95. 47. bt. 7% Uhr bei Frik Schröder über: Charlottenburg. 51. bt. teilungsversammlung. Die Londoner Ronferenz". Bortrag des Genoffen 7% Uhr bei Schellbach, Königin- Elisabethftr. 6. AbBerschiedenes. Bericht vom Bezirkstag und 53. 6. 7 Uhr bei Richter, Huttenstr. 24. Abteilungsversammlung. 55 Abt. 7% Uhr bei Reimer, Wilmersdorfer Str. 21. Abteilungsversamm57. Abt. 7% Uhr bet Arndt, Bericht vom Bezirksparteitag. Tung. Rantstr. 51. Abteilungsversammlung. Bortrag des Genoffen Gebert über: " Die Londoner Konferenz". 81. Abt. Friedenau. 8 Uhr im Gesellschaftszimmer des Friebenauer Rathauses, Lauterplag. Vortrag des Genossen Dr. Mofes liber: Auswärtige Bolitik". 83. Abt. Lichterfelbe. 8 Uhr in den Lichterfelder Festsälen, Behlendorfer Str. 5, Bortrag des Genossen Göring über: Die Londoner Konferenz". Barteiangelegenheiten. Neukölln. 84. Abt. Zantwig. 8 Uhr im Paradiesgarten, Mühlenftr. 21. Mitgliederversammlung. Bortrag des Genoffen Dr. Steinhoff über: Das Berhältnis der Länder zum Reich". 92. Abt. Pünktlich 8 Uhr bei Wolf, Raiser- Friedrich- Str. 173. Vorstandssigung. Wichtige Organisationsfragen. 127. Abt. Hohenschönhausen. 7 Uhr in der Schule, Freienwalder Str. 5/6. Mitgliederversammlung. Bortrag des Genossen Adolf Hoffmann über: Schule, Kirche und Staat". 128./130. Abt. Bankow. 7% Uhr im Jugendheim, Breite Straße. Mitglieder versammlung. Bericht vom Dezirtstag. 136. Abt. Reinidendorf- Oft. 7% Uhr im Jugendheim, Seebad, Residenzfte. 49. Mitgliederversammlung. Bericht vom Bezirtstag. Ergänzungswahlen, Dazu Antrag auf Neuwahl des Gesamtvorstandes. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 27. Abt. Am 22. August verstarb Genosse Bollrath Stielow, Ropenhagener Gtr. 13. Cinäscherung: Donnerstag, den 28. Auguft, 2 Ubr, im Krematorium Gerichtstraße. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Nachstehend die neuen Bundesmeister für 1924/25: Mehrkämpfe. Behukampf. 1. 8immer- Brudmühl 770, 2. Loofe- Rathenoto 761%, 3. Altnidel- Dresden- Striefen 753 Punkte. Fünftampf. 1. FuchlocherGulzgries- Krummenader 400. 2. Barth- Dresden- Cotta 360. 3. Starid- Forst 1898 359 Punkte. Dreikampf, Spieler. 1. Krüger- Fichte- Roßlau 274, 2. Kurze Nürnberg- Weft 269%, 3. Anschütz- Bella- Meblis 268% Punkte. Dreikampf, Sportlerinnen. 1. Hochholzer- Nürnberg- Süd 244, 2. Böhm- Dres ben- Cotta 230%, 3. Saafe- Fichte- Magdeburg 201½ Bunfte. Einzelkämpfe, Sportler. Weitsprung mit Anlauf. 1. Sparfeld- Spremberg 6,35 Meter, 2. Pfarr- Schöneberg 6,33 Meter, 3. Hauerstein- Nürnberg 5,97 Meter. Hochsprung aus dem Stand. 1. Rippert- Richtenberg 1,30 Meter, 2. SaltmeierMünchen 1,30 Meter. Speerwerfen: 1. Fadi- Andriß b. Grag 44,12 Meter, 2. Altnidel Dresden- Striefen 37,26 beter, 3. Fuchslocher- Sulzgries- frumDreisprung. menader 36,94 Meter. 1. Lippert- Lichtenberg 13,15 Meter, Ham 2. Helmig- Copenid 12,87 Meter, 3. Bauer- Darmstadt 12,58 Meter. merwerfen, 7½ Kilogr. 1. Aufner- Nürnberg- West 29,70 Meter, 2. BreuGreiz- Kurischau 28 Meter, 3. Schenker- Dresden- Friedrichstadt 20,60 Meter. Steinftoßen. 1. Fadi Andriß- Graz 8,06 Meter, 2. Kurze- Nürnberg- West 7,63 Meter, 3: Breu- Greis- Kurtschan 7,28 Meter. Stabhochsprung. Arndt- Morfelden Worms- Leipzig- Großafchocher, Schüßler- Weberant Begler- Dresden- Frie brichstadt, Brahn- Rosenheim, jämtlich 3,10 Meter. Rugelstoßen, 74 Kilogr. 1. Fadi- Andris b. Graz 10,52 Meter, 2. Enders- Nobbeim b. d. S. 10,20 Meter, 3. Portmann- leinbafel 10,10 Meter. Hochsprung. 1. Lippert- Lichtenberg 1,70 Meter, 2. Blume- Burg 1,60 Meter, 3. Erich- ASE.- Berlin, Schubert Leipzig- seleinaichocher und Arndt- Morfelden 1,55 meter. Schleuderhallwerfen. 1. Kurze Nürnberg- West 45,84 Meter, 2. Bartel- Jena 45,70 Meter, 3. PreuGreiz- furtschan 42,09 Meter. Weitsprung aus dem Stand. 1. Heppes München- Ost 2.78 Meter, 2. Blume- Burg 2,74 Meter, 3. Gingelmann- FichteDiskuswerfen. GO.- Berlin 2,67 Meter. 1. Fadi- Andriß b. Graz 32,95 Meter, 2. Bartel Jena 32,67 Meter, 3. Lambert- Niedererlenbach 32,17 Meter. 10 000- meter- Gehen. 1. Lebmann- AGE.- Berlin 52,50 Min., 2. Dehn- Mag5000- Meter- Gehen deburg 54,20 Min. 1. Lehmann- ASC.- Berlin 24,40 Min 2000- Meter- Gehen. 1. Gronau- Rathenop 9,12.3 Min., 2. BehmannASC.- Berlin 9,20.3 in. 5000- Meter- Lauf. 1. Wagner- Leipzig 16,4 min., 3000- Meter- Lauf. 2. Mittenswei- Bornis- Drafcmis 16,8 Min. 1. Plafa 1500- Meter- Lauf. Schönow 9,29.4 Min., 2. Srepte- Hermsdorf 9,31.2 Min. 1. Wagner- Leipzig- Eiche 4,17.2 Min., 2. Bofe- Hannover 4.25.3 Min., 3. Löff Ter- Meilin- Schönbuch 4,26 Min. 800- meter- Lauf. 1. Lehe- Hannover 2,8.3 min., 2. Siebmann- Fichte- GO.- Berlin 2,10 min, 3. Hansmann- DresdenNeustadt 2,10.4 Min. 1. Starid Forft 1893 55,2 Gef., 2. Seege- Berlin- Fichte- West 55,3 Cet., 3. Saifer- Stuttgart- Degerloch 56,1 Get. 200- Meter- Lauf. 1. Hampel- Dresden- Cotta 23,4 Gef., 2. Galander- Leipzig110- Meter- Hürdenlanf. Gohlis u. Krit- Mutterstadt 24,2 Set. 1. Erich 100- meter- Lauf. AST.- Berlin 17 Ser., 2. Welz- Burg 17,2 Set. 1. SchäferRathenoto 11,2 Get., 2. Feßler- Wien 11,3 Ger., 3. Fallinger München- Ost 11.4 Get. 10 000- Meter- Lauf. 1. Trepte- Hermsdorf 34,7 min., 2. PlasaSportlerSchönow 34,39.3 Min., 3. Duppel- Rutesheim 34,41,3 Min. Stafettenfäufe. 4mal 100- meter- Staffet Streismannschaften). 400- Meter- Lauf. Speerwerfen. 4mal 400- meter1. I. unb IV. Kreis( totes Rennen) 46,4 Gel., 2. X. Kreis 47,1 Set., 3. IV. Kreis 47,2 Set. Schwedenstaffel. 1. ASC.- Berlin 2,11.2 min., 2. XIX. Streis 2,14 min., 3. II, treis 2,15 Min. 10mar 100- meter- Staffel. 1. X. Streis 1,57.2 Min. 3000- Meter- Staffel. 1. I. Streis 8,39.1 min., 2. IX, Streis 1. ASC.- Berlin 9,2 Min. 4mal 100- meter- Staffel( Vereinsmannschaften). 46,3 Sef., 2. München- Ost 47,3 Get., 3. Wien 48.1 Set. 3mal 1000- meterStaffel( Einladung). 1. Fichte- SO.- Berlin 8.31.1 Min., 2. Sannover 8,43.3 Min., 3. V. Streis 8,44.4 Min., 4. Frankfurt- Riederwald. Staffel( Kreismannfchaften). 1. I. reis 3.50.2 min., 2. IX. Kreis 3,59 Min. Olympische Staffel. 1. I. Rreis 3,54.3 Min. 2. IV. Rreis 3,55.3 Min Kugelstoßen, 3. VIII. fereis 8,58.1 in. Ginzelkämpfe, Sportlerinnen. 5 Kilogr. 1. Schmidt- Münster 7,10 Meter, 2. Müller- Leonhardt- Schweinan 1. Weinbrecht, it. Anbers- Beipaig- feleingichocher 7,09 Meter. Rate, Mannbeim 26,33 Meter, 2. Frans- Nedaran 19 Meter, 3. Gutscher- Mannheim 18,53 Meter. Weitsprung mit Anlauf. 1. Meinbrecht, Else, Mannheim 4.60 Meter, 2. Sochbolzer- Nürnberg- Süd 4,50 meter, 3. Sebger- Leipaia Seleingschocher 4,37 Meter. 1. Sochbolaer- hrnberg- Sib 19,44 eter, 2. Müller- Leonhardt- Schweinan 17,42 eter, 3. Bobm- DresdenSochiprung mit Anlauf. 1. Saafe- Fichte- Magdeburg 1,37 Meter, 2. Niebl- Frankfurt 6 1,20 Meter, 3. Füßle- Mundenheim 1,20 100- meter- Lauf. 1. Dittmar- Sannober 13,1 Gel., 2. HochholzerStafetten, Nirnberg- Süd 13,3 Gef.. 3. Böhm- Dresden- Cotta 13.4 Ger. Wildenbruch Sportlerinnen, 10mat 100 meter. 1. X. Areis 2,24 min., 2. IX. Streis 2.30.1 Min. 4mat 100 Meter 1. IV. Streis 56.2 Get., 2. X. Streis 57,2 20mat 100 Meter. Jugendliche Sportfer. Set., 3. IX, Kreis 59,3 Set. 1. X. freis 4,16.2 min., 2. IX. Streis, 2. Besirt 4,26.2 min., 3. IX. Streis, 4. Bezirk 4,34.1 Min. A. St- n- Frankfurt. 1. Werbe- Sportfest bes Der Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Nennungsschluß zum Werbesportfest des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten am 31. b. M. ergab über 400 Meldungen, darunter folche aus Breslau, Effen, Caffel, töln, Magdeburg und Nürnberg. Der Jüdische Turnverein Bar- Stochba- Berlin tritt mit feiner 1. Mannschaft gegen ftarle Bewerber aus Berlin und dem Reiche an. Sehr start find auch die Staffeln befeßt, die Sprung- und Wurftonturrenzen. von 9 Uhr ab statt. Meter. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen Berlin- Treptow.. Berfamm ber 6 Treptower Gemeindefchule, fungsort: Beichenfaal straße 53 III, Beginn 8 Uhr abends. 29. August 1924: Schule und Staat ( Oberstudienbirektor Dr. Graf A. v. Bestalozza). Cotta 16.42 Meter. Die Entscheidungstämpfe finden bormittags Geschäftliche Mitteilungen. Stüber gab es geute, die ernstlich meinten, die Reklameloften, für eine Der Verbraucher Ware müßten vom Verbraucher getragen werden. und intenfiben bat den Ruben aus einer gefchidten Steflame! Die Maifary- Sigaretten zum Beispiel tönnten unmöglich so preiswürdig, fo billig fein und dabei an Güte andere Marten gleicher PreisTage weit übertreffen, wenn nicht der durch die Nellame hervorgerufene Mil lionenumfaß eine Berbilligung. Bereinfachung des Herstellungsverfahrens er möglichte. Disfuswerfen. Das Bundesschwimmfest in Leipzig. 1 Am 16. und 17. August veranstalteten die Wassersportler im Arbeiter- Turn- und Sportbund ihr Bundesfest in Leipzig. Das Fest stand leider unter einem unglücklichen Stern. Starter Regen hatte bie Sportstätte in Gefahr gebracht, so daß das Fest am zweiten Tage nach Lindenthal verlegt werden mußte. Die Beteiligung war Edel wie der Name Massary Defft 6-8 aus allen Teilen Deutschlands gut. Auch Arbeiterschwimmer aus Wien waren erschienen. Die Jugend war bei den Wettkämpfen start vertreten und zeigte beachtliche Leistungen. Das weibliche Gefchlecht zeigte große Liebe für den Schwimmsport. Am Start war die Beteiligung gegen früher bedeutend beffer. Das 1000- MeterSchwimmen war interessant. Im Endkampf siegte Dahle, Neukölln. Die Vorrundenspiele um die Bundesmeisterschaft ergaben zum Schlußspiel Wien- Leipzig. Beide Mannschaften zeigten eine faire Technik und glänzende Kombination Dasselbe trifft auch auf die Mannheimer Mannschaft zu. Das Männerspringen in der Ausscheidung mar zahlreich belegt und bewies aufs neue, daß die Springfunst besonders gepflegt wird. Die Jugendwasserballspiele zeigten einen guten Charakter. Das Wasserballspiel Wien- Berlin mußte bei einbrechender Dunkelheit abgebrochen werden. Nach den Ausscheidungsfämpfen vereinigten sich die Schwimmer im Lunapart zu einem Empfangsabend. Der Bundesvorsigende Gellert sprach einleitende Worte. Die Bundesschule zeigte rhythmische Tänze und die Arbeiterfänger boten gesangliche Darbietungen. Am Sonntag fanden im Bade Lindenthal die Schlußkämpfe auf einer 50- meterBahn statt. Start aus der Schwimmlage. Die einzelnen Wettfämpfe wurden von den zahlreichen Zuschauern mit Spannung verfolgt. Die besten Schwimmer lieferten sich harte Entscheidungen. Den Höhepunkt bildeten die Kunstreigen, die Leipzig und Blauen zeigten. Das war gute, volkstümliche Arbeit, famose Sicherheit des Einzelnen, prächtige Figurenbilder. Alle Borführungen fanden starten Beifall. Anschließend fand das Wasserballspiel um die Bundesmeisterschaft statt. Zwei gleichwertige Gegner, die in anständiger Form um den Titel rangen. Hervorzuheben ist der vornehme Geist der Wiener beim Spiel. Im Sturm errangen sie sich die Sympathie aller. Wenn alle unsere Mannschaften einen solchen Geist in sich hätten, wäre es besser um uns befbellt. Mit dem Siege 7: 2 verließ die Wiener Mannschaft als Bundesmeister das Waffer. Leipzig hatte sich redliche Mühe gegeben, spielte tapfer und zäh. Die Disziplin aller Spieler war gut. Der Schiedsrichter Striebe, Mannheim, war forrett und sicher. Berschiedene Einzeltämpfe folgten noch. Das Gesellschaftsspiel Mannheim gegen Neutölln bildete den Schluß des Festes. Allen Funktionären, die am Feste mithalfen, gebührt Dant, daß das Feft noch zu Ende geführt werden konnte. Aber WasserSportler, mehr proletarischen Geist auch bei unseren Leibesübungen! Unser Arbeitersport ist doch Arbeiterbewegung. Wenn wir als Arbeitersportler Fefte veranstalten, so soll in allen Arbeiten und Einzelheiten der Unterschied zu merken sein, daß wir anders sind als die bürgerlichen Schwimmer. Diese Erziehungsarbeit muß aber in den Bereinen geleistet werden. Die unangenehmen Borfälle dürfen sich auf keinen Fall wiederholen. Der Weg und das Ziel müssen immer nach den großen Grundsätzen beschritten werden, sodaß wir als Arbeiterschwimmer in geistiger Erziehungsarbeit jene Würde und Stolz dabei zeigen, der ein Vorwärts und Aufwärts bedeutet. F. Schreiber. Ergebniffe Sonnabend, den 16. Auguft, nachmittags. 1. Jugend- Bruststafette, weibt., 3 X 100 Meter. 1. Freie Schwimmer Reukölln, 5 Min. 20,4 Get. 2. Jugend- Bruststafette, männl., 3 X 100 Meter. 1. Vorwärts- Berlin, 4 Minuten 50,2 Sekunden. 3. Frauen- Lagenstafette, 3 X 100 Meter ohne Seite: 1. Leipzig Fr. SV., 5 Min. 30 Get. 4. JugendSeitefchwimmen, männl., 100 meter: 1. Richter, Borwärts- Deffau, 1 min. 27,1 Gef. 5. Männer- Bruststafette, 3 X 100 Meter: 1. ASV. Wien, 4 Min. 40,4 Get. 6. Grauen- Bruftschwimmen, 200 meter: 1. Quitfchalle- Breslau, 3 Minuten 87,1 Get. 7. Jugendspringen, weibl., 3 Bficht und 1 Kürsprung: 8. Männerschwimmen, 1. Gdyreier- Waldheim, 22% Punkte, Plazziffer 1. 9. Jugend 1000 Reter, beliebig: 1. Dahle- Neukölln, 17 Wein. 46,1 Get. Rüdenschwimmen, weibl., 100 Meter: 1. Geißler, Berlin- Nord, 1 Min. 54,3 Ge Bunden. 10. Männer- Brustschwimmen, 400 Meter: 1 Niemand, Bremen, 3 Pflicht Minuten Getunden. 11. Jugendspringen, männl., sprünge und 1 Rücfprung: 1. Blankenburg- Burg, 27% Punkte, 1. Bbagziffer. 12. Männer- Setteschwimmen, 100 Meter: 1. Sampe- Borwärts- Berlin, 1 Min. 24,4 Ga 13. Frauen- Bruststafette, 3 X 100 eter: 1. Borwärts- Berlin, 5 Min. 43 Get. Sonntag, den d7. Auguft, nachn. 2 Uhr. 1. Männer 5 Min. 47% Bagenstafette, 4 X 100 Meter: 1. Möwe- Mannheim, 7 1. 25 Get. 2. Jugend- Lagenftafette, männl., 4 X 100 Meter: 1 Darmstadt, 6 Min. 13 Ger. 3. Frauen- Rückenschwimmen, 100 Meter: 1 Quitfchalle- Breslau, 1 Min. 41% Sekunden. 4. Männer- Schwimmen, 100 Meter beliebig: 1. Göthke- Neukölln, 1 Min. 14% Set. 5. Jugend- Rückenschwimmen, männl, 400 Meter: 1. LohrerDarmstadt, 1 in. 82% Get. 7. Jugendfchwimmen, wetbl., 100 Meter, beliebig: 100 1 Min. 38% Get. 7. Männer- Brustschwimmen, Scharper- Neukölln, Meter: 1. Dobrowolny- Wien, 1 min. 33% Get. 8. Kunstreigen mit Wertung: 400 9. Männer- Schwimmen, 1. Leipzig, 61% Puntte. Meter, beliebig: 1. Göthle- Neukölln, 6 Min. 18% Get. 10. Frauen- Bruftschwimmen, 100 Meter: 1. Quitschalle- Breslau, 11 Min. 42% Get. 11. Männer Stafette, 4 X 100 Meter, beliebig: 1. Freie Schwimmer Neukölln, 5 Min. 14% Set. 12. JugendLegenstafette, 3 X 100 Meter, weibl.: 1. Freie Schwimmer Neukölln, 5 Min. 35 Get. 13. Männer- Rüdenschwimmen, 100 Meter: 1. Eudel- Breslau, 1 Min. 30 Gef. 14. Frauen- Schwimmen, 100 Meter, beliebig: 1. Quitschalle- Breslaut, 1 Min. 39% Set. 15. Jugend- Brustschwimmen, weibl., 100 meter: 1. Boer Neukölln, 1 Min. 43% Get. 16. Jugendschwimmen, männl., 100 Meter, beliebig: 1. Dörner- Darmstadt, 1 min. 20% Ger. Endspiel um die Bundes meisterschaft: Leipzig gegen Wien. Sieger: Wien mit 7: 2. 2 Interner Werbe- Sporttag der Sportabteilung Fichte- Süb am 17. Auguft. Jm internen Streise unter Teilnahme von Sportlern von Fichte 3, Fichte West, Fichte 20, Neuköllner Jugend und Fichte 5, Jungmädchen- Abteilung, feierte unfere Abteilung ihren 6. Berbetag, und man tann fagen, es war eine gelungene Veranstaltung für unser vollständig in bürgerlichen Sport eingestelltes Mariendorf. 60 Meter Hitrden: Ergebniffe: 1. Männer, 1500- Meter1. Staude- Eid, 9 Gef. 200- Meter- Lauf: 1. Boldt- Gild, 25 Gef. Bauf: 1. Junge- Gud, 4,49 Min. Dreisprung: 1. Reßler- Fichte 3, 11,93 Meter. Stabweitsprung: 1. Boldt- Gild, 7,30 Meter. Schleuberball: 1. Berghammer Fichte 3, 43 Meter. Speerwerfen: 1. Reinhardt- Neukölln, 37,65 Meter. Stafetten, 4 X 100 Meter: 1. Güd I, 48 Get. Schwebenstafette: 1. Güb I, 2,16 200 Meter Minuten. Jugend, 60 Meter Hürden: 1. Dunkel 3, 9,3 Get. Sürben: 1. Wienicke- Neukölln, 25,2 Ger. Hochsprung aus dem Stand: 1. Reinhardt- Neun, 1,22 Meter. Dreisprung: 1. Mauris- Fichte 3, 11,68 Meter. Ballweitwerfen: 1. Reinhardt, 74,23 Meter. Distuswerfen: 1 Banghammer- Fichte 3, 38,60 Meter. Stafetten, 4 X 100 Meter: 1 Fichte 3, 1,50 Sekunden. Olympische Stafette: 1. Fichte 3, 4,17 Min. Sportlerinnen, 60 Meter Sürden: 1. Gieße- Gud, 10,1 Gef. 75- Meter- Lauf: 1. Giefe- Süd, 10,1 Gelunden. Augaistoßen: 1. Goßnike I, 6,58 Meter. Sochsprung: 1. Lade- Gülb, 1,27 Meter. Weitsprung aus dem Stand: 1. Gognize II, 2,09 Meter. Distus werfen: 1. Giese, 17,89 Meter. 4 X 100 Meter: 1 Gild I, 59 Sekunden. % Schweden: 1. 1, 1,16 Get. Neuköllner Beabesportwoche. Im Rahmen der Werbefportwoche des Neutöllner Arbeitersporitostells findet am Donnerstag in der Turnhalle Thomasftoane, Neutön, der fällige Gerienkampf um die Meisterschaft des 4. Kreifes ( AABD.) zwischen dem GC. Berolina- Neukölln und der SV. Norden- Berlin statt. Berolina, welcher mit A- und B- Mannschaft führt, trifft hier auf einen ebenfalls starten Gegner. Beide Beveine fchiden ihre beften Leute auf die Matte, so daß es ein heißes Treffen wird. Die Kämpfe beginnen pünktTich 8 Uhr. Mannschaftskämpfe im Ringen. Sport. Bereinigung Norben 1803- Ring. Sport- Bevein Tegel. Heute, Dienstag, den 26. August, abends 8 Uhr, finden in der Turnhalle der Sportl. Vereinigung Norden 93( Pant, Ede Wiesenfroaße) Mannschaftstämpfe in der B- Klaffe statt. Bon der Sportlichen Ber einigung gehen folgende Kollegen auf die Matte: M. Gabel, F. Chubba, A. Boly, R. Beidler, W. Schulz, F. Albrecht. Ming- Sport- Bevein Tegel schidt folgende Sollegen: Bergmann, Bergmann, Kopp, Schröder, Ruhrt, Wichmann. Da beide Vereine ihre besten Leute auf die Matte schicken, ist guter Sport zu erwarten. Bundesschule des MTB. Für die KnabentIafie wollen die Vereine noch Teilnehmer schiden, Rebungsstunden Mittwoch 5% bis 7% Uhr, LurnHalle Bouchéstr. 75. Eine Zigarette von Rang Massary ROAL 53 Theater Liditfpicle nfw. Staats- Theater Opernhaus 6 U: Margarete Opernhaus am Königsplatz 72: Fürstenkind Yolksbühne Tägl. 8 Uhr: Geisha Deutsch. Theater Sommerspielzeit Direktion: Staab und Gerner Tägl. 8 Uhr: Nur noch bis 31.Aug. MaxAdalbert u.Max Landa in Clubleute Kammerspiele Sommerspielzeit Direktion: Staab und Gerner Tägl.& Uhr Nur noch bis 31.Aug. Das Zeichen an der Tür SCALA 8 Uhr: Internat. VARIETE Th.i.Admiralspalast More. Mittw. 7 Unr Premiere der neuen großen Revue: „ Noch und Noch 66 Das Dramat.Theater N 4, Chausseestr. 30/31 Tel. Norden 10160/61 Eröffnung Donnerstag, 28. Aug., 7 Uhr: Gilles u. Jeanne 8 U. von Georg Kaiser Intimes Th. Lauf doch n. im. nackt herum Besuch im Bett etc. Metropol- Theater 8U.:D.Weltschlager Mascottchen Th. i. Kommand. Str. Ab 30. Aug. 8 Uhr: Mister Globetrotter Operette v.O.Urack Tribüne geschloss. Morg. Mittw. 8 Unr: Der Gatte d.Fräulein Lessing- Theater Täglich 8 Uhr: Die große Revue: Wien gib acht! Ueb.150Mitwirkende Karten 2-16 Mark Kasse den ganzen Tag geöffnet Trianon- Th. Tägi: 8 Uhr: PREMIERE Komische Oper 29. August 1924,7 Uhr Direktion: James Klein Unleugbar die gewaltigste und größte Revue der Welt Das hat die Welt noch nicht gesehen! 40 Bilder verfaßt von James Klein, Worte von Paul Morgan u. Karl Bretschneider. Texte von Alfred Berg, Musik von Hugo Hirsch. Keine Gegenpropaganda ist in der Lage, folgende Tatsachen zu widerlegen: 1. Zum ersten Male werden in Deutschland die Originalpracht- Kostüme der weltberühmten Pariser Revuebühnen vorgeführt und sind die Kostüme neu für die Berliner Aufführungen in Paris angefertigt. 2. Die ersten Mannequins der Pariser Theater Folies Bergere und Casino de Paris führen diese Prachtkostüme unter Leitung ihres dortigen Regisseurs vor. 3. Eine Anzahl bekannter spanischer Tänzerinnen, unter ihnen Casanova, die schönste Frau Spaniens, sowie englische Girls, amerikanische Stepper, berühmte ausländische Tanzstars( unter ihnen Mister Bernhard vom Hipodrom in London) treten im Rahmen der Revue auf. Außerdem: Mister Alfred Jackson mit seinen englischen Girls in neuen Tänzen. 4. Kammersänger Leo Slezak von der Metropolitan- Oper In New York tritt nicht nur drei Tage auf( wie das Gerücht lautet), sondern ist vorläufig für 100 Abende fest als Gast für die neue Revue verpflichtet. 5. Hauptdarsteller dieser großen Revue sind die bekannten Berliner Operettenstars: Else Berna, Rosa Felsegg, Hanna Gorina, Miss Nielsen, Lotte Werk. meister, Bruno Kastner, Arnold Riek, Paul Westermeyer, Erich Poremsky, Hugo Flink, sowie Erich Schönfelder, Hugo Döblin, Erich Walters, Erich Bartels, Hermann Rogg, Max Lohmann, Lotte Dobischinsky, Else Reval, Maria Janowska usw. 6. Die Anzahl der Mitwirkenden( nur auf der Bühne) über 250 Personen!( In einer Szene ,, Soldaten Burg" allein 75 Zwerge und Knaben.) Es bedarf nach obigen Bekanntmachungen keiner weiteren Darlegung, warum die Eintrittspreise der Komischen Oper höhere sind als in anderen Theatern. Vorverkauf eröffnet! Preise 3 Mk. bis 25 Mk. Premiere doppelte Preise Der Familienklex Große Volksoperim Theater m. Jul. Falkenstein Gutschein bis Sonntag 31. Aug. 1-4 Personen 50% Ermäßigung Reichsballen- Theater Wieder täglich: Stettiner Sänger Anfang 8Uhr Dönhoff- Brettl und Garten) Westens / SLUNAPARK ( Sommer8 Uhr: Carmen( SprLUNAPARKS preise Rennen zu Hoppegarten Dienstag, den 26. August nachm. 3 Uhr Meine Pragis Gr. Spezial. Pra, habe ich na Münzstr. 23a verlegt Anf.7, Sonnt.5%/ U. Dr. A. Drucker, Zahnarztl ORGEN ME Mittwoch, 27. August vorm. 1050 Uhr bringen: Ausladung und Auch am Volkstag bei 75 Pfg. Eintrittsgeld mit Feuerwerk und Tonkünstlerkonzert werden 100 Radio- Apparate verschenkt ? Radio- Pieisaufgabe? Casino- Theater Rose- Theater Täglich 8 Uhr: Das erstkl. bunte Progr. Zum Schluss: Der Eröffn.- Schlag. Muß Liebe schon sein! Komödie in 4 Aufz. Volkstüml. Preise Eine tolle Sache Wallner- Theat. Täglich 8 Uhr: Der ungetreue Eckehart 8 Uhr: Komtesse Guckerl Gartenbühne 7/2 Glücksschulze WINTERBRIEN Seelöwen u. tauch. Nymphen Winstons tauchende sowie der August- Spielplan! Rauchen gestattet! Theater am Kottbusser Tor Täglich& Uhr u. Sonnt. nachm. 8U. EliteSänger Der größte Lacherfolg der Saison. ..Kegelklub Dickköppe" OOLOGISCHER ZOOLOG 2 GARTEN Täglich Gr. Konzert ab7Uhr 1Mk Kinder d.Hälfte Belamantel. Wollen Sie schöne Seak mäntel gut und billig kaufen, müssen Sie in den Blauen Bazar laufen, Raifer- Wilhelm- Straße Nr. 16, Alepan derplay, Gelegenheiten, Belzmäntel 150 an, Pelziaden 50 an, Maulwurfschals 100 an, Gilberwölfe 125, Nutriajaden, Nutriamäntel, Bersianermäntel, Sport pelze, Gehpelze, Maßanfertigung, eles gant, gut, billig, Zahlungserleichterung. Berleih Don Gesellschafts- Anzügen Brunnenstraße 4. Monatsgarderobe kaufen Sie billig in Lowickis Leihhaus, Prinzenstraße 105; Anzüge, Paletots, Taillenmäntel, Cutaways, Sportpelze, Gehpelze, Füchse aller Art. Gelegenheitskäufe in neuer Garderobe. Teilzahlung gestattet. Möbel Wichtig! für jedermann. Täglich wer den verkauft: Kleiderschrank, Bertiko 18 Goldmart, Bettstellen, komplett, 16, Metallbettstellen mit Auflegematragen 22, Flurschränke, Waschtoiletten 18, Chaiselongues 18, Rommoden 15, Bücher spinde, Schreibtische 36, Trumeaus 29, Büfetts 75, Tische 6, Kücheneinrichtung 48, Speisezimmer, Serrenzimmer, Schlaf zimmer 225, Klubgarnituren, Leder Clubfeffel 65. Riesenauswahl, über 500 8immer. Alles tatsächlich spott billig. Stargards Möbel- und Lom bardspeicher, Prenzlauer Straße sechs. Geschäftszeit bis 6. Möbelspeicher, Alte Schönhauser Straße 33/34, Hof links. Rahmen- Rüche, Anrichte- Küche, Schlafzimmer, Metall betten sehr billig. BR Metallbetten Wenger, Doppelbetten, Rinderbetten, Rüchen billig, Auguft Straße 63. Windhorft Möbeltischlerei, Brunnen ftraße 162, verkauft direkt an Private Möbel. Großläger in Speiſezimmern, Herrenzimmern, Schlafzimmern, Rüchen, aller Einzelmöbeln. Qualitätsarbeit, billigft. Befuch unbedingt Lohnend. Patentmatragen 12.- Auflegematragen, Metallbetten, Chaiselongues. Walter, Stargarderstraße achtzehn. Herrenzimmer, 2,25- Meter- Bibliothek, Diplomatenschreibtisch, reiche Bildhauer arbeit, runder Tisch, Seffel, 2 Rind. lederstühle, ungewöhnlich billige Ge Iegenheit, verkauft Hutschneder, Möbel. fabrit, Augsburgerstraße 45, am Aur fürstendamm. Metallbetten 20.-, Chaiselongues 12.-, verlauft Bolsterwerkstatt, Stre Tigerstraße 67. Musikinstrumente Fabriknene Pianos 385,- bis 450,-, tonkurrenzlos, Piano- Engroshaus Boigt, Sanderstr. 30. Genoffen 100% Ermäßig. Pianos preiswert. Klaviermacher Lint, Brunnenstraße 35. Fahrräder Brennaborräder, Görideräder, Bik toriaräder außerordentlich preiswürdig, Waffenräder 110.-. Schlawe, Wein meisterstraße vier. Damenrahmen, Rennvahmen, Tourenrahmen, Torpedonaben. Fahradhändler Rabatt. Schlawe Weinmeisterstraße vier. Neu eröffnet! Reparaturwerkstatt für Automobile, Motor, Fahrräder und Bultanisieranſtalt, reelle Arbeit, billige Breife, empfiehlt Wolf u. Klingberg, Berlin GO., Lübbener Straße 22, Nähe Görliker Bahnhof. Motorräder, Antauf, Berkauf, gen brauchte von 175 an. Große Frant furterstraße 25/26, Alexander 5205. Garten:: Laube:: Balkon Steine, Siebler! Laubenkolonisten! Solz, Fenster, Türen, Defen, Herde bietet Abrig NordBaradenlager Adlershof. Aquarium Leiter wagen erhof TierkunstAusstellg. Besonders wirksam sind die Hecht Tabakware Kleinen Anzeigen Schwank in 3 Akten in der Gesamt- Auflage billig! von Storm Vorwärts und trotzdem riesige SonderZüge auf dem Nordbahnhof! Bernauer Strasse 51-64 Abtransport der ca. 400 exotischen Tiere und 132 edelsten Pferde: Donnerstag, 28. August 10 Uhr! Kommen Sie Der Vorverkauf vorm. zu den Ausladerampen und zum Aufstellungsplatz Schönhauser Allee und überzeugen Sie sich selbst von den Dimensionen der ,, Krone" schau großhandlung Zigarrenargen, Tabak billig Drahtstifte, Drähte, Dvahtgeflechte mit u. alle ander.Trans- vier und sechsectigen Maschen, Draht portgeräte liefert gewebe, billigst. Großer Vorrat. Georg Wagner Köpenicker Str. 71. Kein Ladengeschäft. Keine SehaufensterReklame, dafürwesentLindenstr. 81 ich billigere Preise Der gute KapitänKautabak ist in den meisten Zigarrengeschäften erhältlich C. Rocker, Berlin Lichtenberger Straße 22, Kgst. 3861 Verkäufe Federhandwagen, Leiterwagen, Roll. farren, Einzelteile. Fabrit, Dresdener ftraße 55. Seidenschirm- Kronleuchter. Teilzah. Tung. Borhagenerstraße 3.( Nach mittags.) Teppich Schrager verkauft Stacheldrähte, Krammen, Laubenherde, Baunstiele, Bauartikel, Ge Defen, Ofenrohr liefere billigst. legenheitsposten für Siedler, Baul Friedrich, Charlottenburg 2, Leibniz ftraße 17, Steinplag 7376 und 1146. Kaufgesuche Fahrräder kauft Linienstraße 19. Billarbbälle, Elfenbein, kauft Dinger Brinzenstraße 75. Rahngebiffe, Silberfachen, 8inn, Blei, Quedfilber, Goldschmelze Chriftionat, Röpeniderstraße 39( Adalbertstraße). Fahrradanlauf, Freilaufräder, höchst zahlend Brüdner. Gitschinerstraße 78. Kugellager tauft Fruchtstraße 31 Reller rechts. Nähmaschinen Bauft Morigplas 5565. Freilaufräder, Damenräder, höchft zahlend. Werner, Brandenburgstraße 4. Unterricht Technische Privatschule Dr. Werner, Regierungs- Baumeister, Berlin, Nean gegen berstraße 3. Maschinenbau, Elettro Bahlungserleichterung Teppiche, 2X3, technit. Tageslehr Abendlehrgänge. Britden, Diwandeden, BettDorlagen, Läuferstoffe au fabelhaft 30.-an. gänge. Maschinenbau, Elektrotechnik, Tages billigen Preisen. Elfaffer Straße 6, Abenblehrgänge, Brivatschule fire o Europas ersten Rosenthaler Blas. 3 Manegen Circus KRONE bel Warenhaus A. Wertheim( TheaterEröffnung Freitag 29 August abends 8 Uhr kassen) ist ab Mittwoch, 27. August eröffnet! Elektrotechnit Fried Gemesterbeginn D Trog Teilzahlung liefere fofort Rorb- Diplomingenieur Stellmacher, schinenbau und möbel, Metallbetten, Rinderwagen. Ball, richstraße 118. Große Frankfurter Str. 47, gegenüber tober. Prospekte. Martusite. 8weiggeschäfte: Charlottenburg, Goethestr. 47. Adlershof, Aronpringenstr. 48. Bekleidungsstücke, Wäsche usw. Achtung! Ausschneiden! Verschiedenes Umpreßhüte, Damen und Herren, wer ben nur gut hergestellt in maschineller Belawaren Sutfabrit. Annahme Sutlager Naunynauf Teilzahlung au Ladenpreifen! Es ftrage 35( Dpanienplag). Reiche for wird nur gebiegene, in eigener menwahl. Rürschnerwerkstatt angefertigte Bare geliefert. Füchse, Schals, Kragen und Besäße in allen Belzarten. Jegliche Arten Belzjaden und-mäntel für Damen. Herren- Sport- und Gehpelze. Umarbeitungen. Zahlungsbedingungen: Bei Bezahlung von einem Viertel des Objettes tann der Gegenstand sofort mitgenommen werden. Arbeitsmarkt Stellenangebote Bertrauenswürdige Bersönlichkeiten Der Reftbetrag aus allen Bezirken Berlins und Bro wird in 6, bei großen Objetten in vinzen für Werbezwede fofort gefucht 10 monatlichen Raten getilgt. Legi( auch als Rebenbeschäftigung). timation bitte mitzubringen. warenfabrik Rallis, Rau Belz- tionsstellung erwünscht. Melbung täg Berlin NW. 87, lich mit Legitimation morgens 7-9 Dr. Tade Berlin- Biesdorf, Tile- Wardenbergstraße 11 I, nahe Bahn Uhr hof Tiergarten, Sanfa- Plak, Hansa- Dorfstraße 21/22. Ufer. Filiale: Berlin D. 112, Frank furter Allee 313 I, nahe Barschauer Straße. Geöffnet 9-7 Uhr. Fernfprecher: Moabit 7622/7623. Gegründet 1908. . Beihhaus Morigplay 58a: Belzmäntel 175.-, Belzjaden auf Geide 85.Maulwurfschals 1100.Rreuzfüchse, gebl., 12.- Weißfüchfe, Gletefüchie, Blaufüchse, Nutriamäntel. Sport pelze 85.-, Gehpelze 100.-. Reine Lombardware. Sommerpreise bis 50 Brozent herabgefekt. Auf Wunsch Teil aahlung Züchtige, ältere Holzbildhauer u. Stuhlmacher finden dauernde Beschäftigung in ber altrenommierten Möbelfabrik H. E. Brenke, Gumbinnen, Ostpr. Reifegeld wird nach zufriedenstellenber vierteljährlicher Tätigkeit erfegt. Nr. 400 41.Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag, 26. August 1924 Sozialdemokratie und Sachverständigengesetze. Hilferding gegen das deutschnationale und kommunistische Demagogentum. Abg. Dr. Hilferding( Soz.) das Wort: Ich gebe zu, daß Herr Hergt manches gesagt hat, was dahin zu deuten ist, daß seine Frattion ablehnen wird. Er hat felbst gesagt, wie schwer diese Entscheidung fallen wird, aber er hat unsere Frage nicht beantwortet, ob die Deutschnationale Fraffion nicht angesichts diefer Situation die Abstimmung freigeben muß. | M Toach dem Führer der Deutschnationalen Abg. 5ergt nahm iitischer Hinsicht. In ökonomischer Hinsicht, weil man auch in den in der gestrigen Reichstagssigung Vereinigten Staaten seit der Depression erkannt hat, daß die eu ropäischen Märkte unentbehrlich sind, weil man auch in den Vereinigten Staaten erkannt hat, daß, so rasch die Erpanfion des Kapitals auf diesem Riesenmarkte ist, sie doch die europäischen Märkte nicht entbehren fönnen. Aber gerade diese ameritanische Lage ist nur eine vorübergehende, ist namentlich ökonomisch, durch die augenblicklich herrschende Depression bedingt, die es dem amerikanischen Banten so wünschenswert erscheinen läßt, ihre überflüssigen Gelder in Europa anzulegen. Zu warten, bis die ameritanischen Wahlen vorüber sind, bis eine neue Prosperität die ameritanischen Banken ihrer ökonomischen Sorgen enthebt, das ist nicht cine Bolitik, die wirklich verantwortlich ist, sondern das ist ein Spiel mit den deutschen Interessen. Wenn wir heute die Entscheidung fällen wollen, dann dürfen wir nicht von einem nationalen ober einem sozialen Ideal ausgehen, das uns vorschwebt, sondern wir tönnen nur von den realen Machtverhältnissen ausgehen. Der Herr Abg. Hergt hat fich die Sache etwas leicht gemacht. Er hat geredet, als ob die Amerifaner nicht geflogen und nicht geschwommen wären. Er hat geredet, als ob der damalige Staatssekretär der Marine, Herr D. Tirpik mit seinen„ rechtzeitig" gebauten U- Booten die eng lische Flotte versenkt hätte. Er hat gerebet, als ob Ludendorff rechtzeitig auf der Höhe der Siege für Deutschland einen guten Frieden abgeschlossen hätte und als ob sich die Prophezeiung Helfferichs bewahrheitet hätte, daß das Bleigewicht der Mil liarden die Feinde zu tragen hätten. Ist das die Sitte einer verantwortungsvollen Opposition? Unsere Entscheidung fann mir abhängen von der Beantwortung der Frage, ob die Entscheidung dem deutschen Bolte einen Ausweg bringt aus einer unhaltbaren Lage, und ob fie einen Fortschritt gegenüber dem bisherigen Zustande bedeutet. Geftatten Sie mir, mit ein paar Worten an die Lage vor einem Jahre zu erinnern. Damals mußte der passive Widerstand abgebrochen werden, wir hatten zum zweiten Male den Krieg vers loren, wir hatten Kriegskosten, die mit fünf Milliarden Goldmart zu gering beziffert find, die physische und moralische Widerstandsfähigkeit des Volles war zum zweiten Male gebrochen. Alle heroischen Opfer an Rhein und Ruhr waren umsonst gebracht. Wieviele gab es denn von Ihnen auf der Rechten, die damals nicht jagten, das Rheinland ist verloren? Wer war es denn, der damals bie Barole von der Bersadungspolitit ausgab? Bir Sozial demokraten waren es, die sich dieser Politik der Verzweiflung mit allen Mitteln entgegengeworfen und erklärt haben: Wenn es um deutsches Gut, wenn es um das wertvollste Glied des deutschen Boltes geht, dann dürfen finanzielle Erwägungen nicht ausschlaggebend fein, dann muß dem Rheinland geholfen werden, dann dürfen wir diesen Rampf nicht aufgeben. Unser Nationalbewußffein geht eben dahin, daß wir, wenn es fich auf der einen Seite um Opfer an Gut und auf der anderen Seite um Opfer an Land und deutschen Leuten handelt, meinen, die Opfer an Gut müssen gebracht werden, auch wenn fie noch fo groß find. Wenn der paffive Widerstand abgebrochen werden mußte, so war es für uns doch deshalb eine so furchtbare schwere Entscheidung, weil bedeutete. wir genau wußten, was das angesichts der damaligen Lage Reiner von uns leugnet, daß die uns auferlegten Opfer im Sachverständigengutachten schwer, vielleicht zu schwer sind. Aber was hatten wir damals zu erwarten? Ich rebe da nicht von den jenigen, die der Auffaffung waren, daß die Franzosen Rhein und Ruhr nie mehr herausgeben würen; ich rede auch nicht. Don jeren, die den Annexionismus Frankreichs als eine unerschütterliche Tatsache behaupten. Gerade Sie wieder waren es( nach rechts), die damals so hoffnungsvoll waren. Aber wir haben ja von Boin caré felbst die Dokumente, worin er seine Politit darlegt. Während der Agonie des passiven Widerstandes hat Poincaré feine Botschafter in London und Italien genau über das unterrichtet, was zu gefchehen hat, wenn Deutschland zusammengebrochen Es ist sei, wenn der passive Widerstand aufgehört haben wird. ungeheuer interessant, diese Forderungen Poincarés zu vergleichen mit den Forderungen, die jetzt an uns gestellt werden. I Wir stehen durchaus nicht an zu sagen, daß auch uns die Londoner Lösung nicht befriedigt. Sie ist keine so zialistische Lösung, fie ist teine Löfung vom Standpunkt der Arbeiterklasse aus. Br haben immer die endgültige Festsetzung der deutschen Schuld gefordert, wir haben bei den Konferenzen von Frankfurt bis Amsterdam immer wieder erklärt, daß die deutsche Verpflichtung auf denjenigen Betrag eingeschränkt werden muß, der wirklich zum Aufbau der zerstörten Gebiete notwendig ist, alle anderen Beträge, namentlich die für die Militärpenfionen, gestrichen werden müssen. Trog aller Mängel und Fehler des Sach verständigengutachtens würde ein Scheitern nichts Bef feres an feine Stelle setzen, sondern im Gegenteil die Krise aufs schlimmste verschärft. Unter diesen Umständen ist die Durchführung des Planes heute die einzige unmittelbar mögliche Löfung. Unmittelbar mögliche Lösung", das fagt bereits, daß auch wir in dem Sachverständigenplan, in dem Ergebnis der Londoner Konferenz nicht irgendwie ein definitives Ende sehen, sondern den Anfang zu neuen Fortschritten, den Anfang auch zu neuen Berhandlungen, die die Probleme lösen müssen, die übriggelassen worden sind.( Sehr richtig! bei den Soz.) Aber mir find allerdings der Auffassung, daß diese neuen Verhandlungen nur erfolgen fönnen, wenn jeht der erste Schritt zum Frieden gemacht wird, weil wir sonst nicht in irgendeiner absehbaren Zeit, fondern in Verhältnisse, die niemand voraussehen fann, unter viel ungünstigeren Umständen aufs neue denselben Weg noch einmal gehen müßten, den wir in diesen letzten schredlichen Jahren gegangen find. Ich habe schon gesagt, wir verkennen durchaus nicht, daß das Gut achten eine schwere Belastung bedeutet. Wir fagen den Arbeitern auch ganz offen: Es besteht die Gefahr, daß vieles von den Lasten auf euch abgebürdet wird. Aber wir fügen hinzu: Noch nie waren eure Kampfbedingungen ungünstiger, noch nie war die Aussicht auf Erfolg geringer, nie war es jchwerer, bereits Errungenes, wie den Achtstundentag, aufrechtzuerhalten, als in den schredlichen Zeiten der 3nflation. Diese Zeiten würden mit aller Sicherheit wiederkehren. Eure Kampfbedingungen würden sich ungeheuer mehr verschlechtern, wenn jetzt wiederum dieser Versuch des Friedens zerbrechen würde, wenn wir eine neue Inflation, eine neue Schwächung der Arbeiters organisationen, eine neue pſychische Depression der gesamten Arbeiterschaft erleben müßten. uns ist es am allerschwersten geworden, uns dem 3wange zu fügen, daß die Eisenbahn als Pfand gegeben werden sollte. Das Angebot Cuno bedeutet insgesamt ein Angebot von 1800 millionen, aber nur als Reparationszahlung. Alle anderen Koften aus dem Friedensvertrage blieben bestehen, so daß das Angebot der Regierung Cuno eine Summe von über 2½ mitliarden jährlich bedeutet. ( hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Aber die Herren Deutschnationalen, die Herren Böllischen sagen uns, das Materielle ist nicht das Entscheidende, aber die Einschrän fung der Souveränität. Und Herr Her gt hat uns hier gesagt, daß das Erschütterndste für ihn die Finanzkontrolle war, die jetzt über Deutschland errichtet werden soll. Ich bin außerordentlich erstaunt, daß Herr Hergt heute noch nicht von der weit aus erschütternderen Tatsache Kenntnis genommen hat, daß wir seit Annahme des Londoner Ultimatums unter einer viel härteren, unter einer viel völligeren Finanzfontrolle gestanden haben.( Sehr richtig! links.) Ich verstehe nicht, wie man das nicht wissen tann. Unter den Reichstagsdrucksachen finden wir den ganzen Schriftwechsel zwischen dem Garantietomitee und der deutfchen Regierung. Das Ergebnis war, daß das Garantiefomitee das Recht zugestanden erhalten hat, über alle Gesetze und Verordnungen fofort Vorlage zu bekommen, bei Gefeßen gleichzeitig mit der Vorlage an den Reichstag daß dem Garantiefomitee zugestanden ist, die vollständige Kontrolle der Ausgaben und aller Einnahmen, dazu das Borschlagsrecht für alle finanziellen Maßnahmen. Es gab einige Herren, die darüber im Auswärtigen Ausschuß sehr erstaunt waren und meinten, das sei nicht wirksam geworden. Diese Dinge find so wirksam gewesen, daß zum Beispiel das Garantiefomitee die Richtlinien für den Gesezentwurf über die Kapitalflucht damals in Deutschland bis ins einzelne vorgeschrieben hat.( Hört! hört! links.) Der Rechtszustand und der tatsächliche Zustand, wie er bis zum vollständigen Berfall unserer Währung und unseres Budgets gewesen ist, ist der, daß das Garantiefomitee, d. h. die Reparationstommiffion, eine vollständige, uneingeschränkte Finanzfontrolle über das deutsche Reichsbudget, über die deutschen Länder und die deutschen Kommunen hat. Und nun ist Here Hergt erschüttert, weil diese Finanzfontrolle eingeschränkt, abgebaut und im wesentlichen beseitigt wird. Sie wird beseitigt: Keine ausländische Instanz hat sich mehr in die Ausgaben des Deutschen Reiches einzumischen. Sie wird beseitigt: Reine einzige der direkten Steuern unterliegt einer auswärtigen Kontrolle. Die Finanztontrolle wird beschränkt auf den richtigen Eingang der verpfändeten Zölle und Steuern. Sie wird in einer solchen Weise festgelegt, daß man sagen tant, daß nach allem menschlichen Ermessen die Finanzfontrolle über Zölle und über die indiretten Steuern nie wirksam werden fann, weil sie felbst jetzt, bei dem Tiefstand unserer wirtschaftlichen Situation, die Einnahmen aus den Zöllen und verpfändeten Steuern größer sind als bie Summe, die abzuführen ist, größer als die 1250 Millionen, well, folange diese Einnahmen fließen, irgendeine Wirksamkeit der Finanzkontrolle überhaupt ausgeschloffen ist. Ich habe schon gesagt, die Regierung Cuno war es, die mit deutschnationaler Buftimmmung die Eisenbahn als Pfand angeboten hat. Es ist ganz felbstverständlich, daß die Anbietung eines Pfandes an das Aus land zugleich bedeutet die Kontrolle dieses Pfandes und ben Berfall des Pfandes bei Nichterfüllung. Etwas anderes be deutet Pfand nicht. Kein einziger, der an den Verhandlungen mit der Regierung Cuno teilgenommen hat- und die Deutschnationalen waren die eifrigften tonnte zweifeln, daß diese Verpfändung und damit zugleich die Kontrolle angeboten ist. Aber wie steht jetzt die Sachlage bei der Verpfändung der Eisenbahn? Wir haben seiner zeit gegen die Stinnefierung der Reichsbahnen gekämpft, von einer Unterstützung der Deutschnationalen haben wir Samais aber nicht das geringste bemerkt.( 3ustimmung b. d. Goz.) Dabei bestand Damals fájon der Plan, die deutschen Eisenbahnen nach der Stinnefierung in ein großes mitteleuropäisches internationales System einzugliedern. Jetzt besteht über zweierlei Dinge Gewißheit. Erstens bleiben die Reichsbahnen Eigentum des Reiches. Sie werden nach dreißig Jahren wieder frei. Ist es richtig, daß die Annahme des Dawes- Gutachtens eine Es ist Verschlechterung gegenüber dem jezigen Zustand bedeutet? sehr merkwürdig, vor wenigen Monaten, als die Regierung noch nicht den größten Teil der Micumlaften auf die Staatstaffe übernommen hatte, da hörten wir, daß diese Lasten etwas fürchter liches seien und darunter die gesamte Wirtschaft in furzer Zeit er-, liegen würde. Die Micum- Zahlungen aus der Staatskaffe haben die Industrie sehr beruhigt. Aber geben sie uns, den Politikern, das Recht, deswegen beruhigt zu sein? Welcher Art find denn diese Micumlasten? Vor der Milderung der Micumverträge ergeben sich für Kohlen und Rotslieferungen allein 450 bis 500 millionen Goldmart. Dazu tamen 260 bis 300 Millionen aus der Rohlensteuer, außerdem die Belastungen aus Braun tohle, Eisen, Farben, Düngemitteln usw. Ferner die 3011. abgaben und Verbrauchsabgaben an der besetzten West. Damals hat Herr Poincaré verlangt, daß die Eisenbahnen am grenze, etwa 300 Millionen jährlich, die uns entgingen. Dazu tamen linken Rheinufer dauernd übergeführt werden sollen in eine GeDiese Frist tönnen wir verfürzen, wenn wir die Obligationen 3wischenzölle, etwa fellschaft, in der die Franzosen, Engländer, Belgier und, wie die Ausfuhrabgaben und 100 Millionen. Dazu kam der Ausfall aus der Reichseisen rascher tilgen oder die Aktien zurückaufen. Die Tarishoheit des er höhnend hinzufügt, Rheinländer, theinische Separatisten verbahn. Wenn ich bloß diese Zahlen zusammenrechne, so ergibt sich Reiches ist außerordentlich weit gesichert. Die Lösung, die für eine treten sein sollen. anderen Seite absolut sicheren und genügend freien Spielraum zu. Dauernd follten die Bahnen, die wir jetzt zurüdbekommen, in der daraus die Laft von mindestens einer Milliarde Gold Notenbait, für eine Diskontbant gefunden worden ist, läßt auf der mart allein aus den Micumverträgen. Schließlich aber bedeuten Die Transferbestimmung sieht vor, daß alle deutschen Zahlungen nur Hand einer solchen interalliierten Gesellschaft sein. Poincaré legte diese Micumverträge und die Bollabschnürung eine Berbeuerung der in deutscher Währung geleistet zu werden brauchen; ihre Uebergerade auf diesen Bunft das größte Gewicht, weil er erklärte: Das Produktionskosten der gesamten Wirtschaft. Steigende Konkurrenz- tragung ins Ausland kann nur erfolgen, wenn keine Erschütterung ist die eigentliche Sicherheit für Frankreich. Rein Zweifel, die Rheinlande wären politisch viellecht nicht annettiert worden, aber unfähigkeit auf dem internationalen Weltmarkt. Es ergibt sich also der deutschen Währung erfolgt. Diese Bestimmung ist die be ein Bielfaches der von mir angegebenen Zahlen, wenn wir die diese einzige Beſtinimung allein bedeutete schon die wirtschaftliche Micumverträge volkswirtschaftlich richtig werten wollen. Aber auch Rheinland. Herr Boincaré forderte damals weiter als Anzahlung find für die Ausführung des Friedensvertrages für Besatzungskosten, für die fünftigen Reparahonsleistungen die Expropriation und die Ronfistation einer Unzahl von Kohlenzechen, die ebenfalls in eine Rominissionen usw. 640 Millionen Goldmark eingesetzt. Wir haben folche interallierte Gesellschaft eingebracht werden follten. Er for in dem ersten Halbjahr, vom 1. Oktober bis 31. März, bereits rund 450 Millionen für die Ausführung des Friedensvertrages ausberte ferner die Erhebung der Zölle in Gold, die Ablieferung an fiierten und außerdem 26 Broz. der Exportdevisen bei einer gegeben. Die Regierung hatte dem Auswärtigen Ausschuß versichert, Anzahl der wichtigsten deutschen Industrien. Und was hätten wir daß diese Lasten jährlich eine Milliarde ausmachen. bei Erfüllung diefer Forderungen erwarten dürfen? Poincaré ers flärte Fortdauer der Offupation auf unbestimmte Zeit und allmähliche Räumung nur nach Maßgabe der Zahlung der Milliarden. ( hört! Hört! b. b. Soz.) Es steht in dem Dokument vom 23. Juni: Wenn I- Milliarden geleistet sein werden, dann kann die erfte Etappe der Räumung beginnen. Keine Teilnahme Deutschlands an den Berhandlungen. Das war die Situation vor einem Jahre: Die völlige Verzweiflung im Innern, der völlige wirtschaftliche Verfall und eine Außenpolitit, die tatsächlich bedeutet hätte wenn nicht den politischen, so doch den wirtschaftlichen Berluft von Rheinland und Ruhr. Und wenn sich heute die Gituation geändert hat, so wirklich nicht wegen des EinSie fluffes der Deutschnationalen auf die internationale Politit. hat sich geändert, weil in England der Aufstieg der Arbeiter flasse erfolgt ist, weil Macdonald und nicht mehr die konfer. vative Regierung in England am Ruder ist und weil dieser Aufstieg ter englischer Arbeiterpartei der franzöfifchen Demofra tie erst die Stoßfraft geben follte, um Poincaré zu beseitigen. ( Sehr wahr! b. d. Soz.) Mit diesen beiden großen Tatsachen des Aufstiegs der englischen Arbeiterpartei und des Sieges der französischen Demokratie ist überhaupt erst eine Grundlage geschaffen worden zu Vereinbarungen, zum Zusammentritt einer Konferenz. In diesem Augenblic, nachdem diese Vorbedingungen erfüllt find, fommen jetzt die Deutsch nationalen und sagen: Warum bringt uns nicht die englische Arbeiterpartei, marum bringt ims nicht die französische Demokratie noch über alles das hinaus, wozu fie fich verpflichtet haben, alles das, was wir nur wünschen. Eie bringt uns nicht das wegen der Schwäche der Demokratic, aber gerade Sie( zu den Deutschnationalen) find ja diejenigen, welche überall in Deutschland wie außerhalb die größte Schwächung der Demokratie als ihr politisches GlaubensWir bezahlen alfo augenblidlich ohne irgendeine Unterstützung durch eine Anleihe, ohne irgendeine Sicherung für die Zukunft mehr als 2 Milliarden im Jahre. Wer zweifelt daran, daß, wenn die Londoner Vereinbarungen scheitern, diese Droffel der Micumverträge sofort zugeschnürt wird und dann tatsächlich nach den Plänen, die in Frankreich fertig in den Archiven liegen, das Rhein- und Ruhrgebiet noch ganz anders zur Reparationsprovinz gemacht wird. Es ist also wirklich eine Demagogie, die nur bei der großen politischen Verwirrung in Deutschland möglich ist, wenn Herr Hergt sich hier hinstellt und sagt, es gehe uns jetzt so gut, also lehnen wir ab. Die Stellungnahme der Deutfónationalen ist um jo intereffanter, als sich der Dawes- Plan vorteilhaft von dem Angebot der Regierung Cuno unterscheidet, das nie überreicht worden wäre, wenn die Regierung Cuno nicht die Zustimmung der Deutschnationalen dafür gehabt hätte. Was bedeutet das Angebot der Regierung Curto? Zum erstenmal ist damals den Alliierten von deutscher Seite die Bfandidee entgegengebracht worden, und zwar wiederum zum erstenmal die Verpfändung der Eisenbahn. 10 Milliarden sollten als Pfand auf die Eisenbahnen gelegt werden, 10 Milliarden follte die Wirtschaft aufbringen, und die Zölle und die indirekten Steuern, die jetzt aus dem Dawes- Plan haften sollen, wurden damais ebenfalls haftbar gemacht, und ihr Ertrag wurde unter Berufung auf den Friedensvertrag auf 800 Millionen angegeben. Damals waren wir Sozialdemokraten die einzigen, die in den Borbesprechungen die Regierung Cuno dringend gewarnt haben, die Eisenbahn zu verpfänden. Wir haben das getan, weil wir fürchteten, daß diese Verpfändung der Eisenbahn wie jede Verpfändung eine Kontrolle nach sich ziehen würde. Damals hat die Regierung Cuno groeierlei erwidert: einmal ständen die Sozialdemokraten mit diefer Warnung allein, zweitens sei ohne eine Verpfändung der Eisenbahn teine ameritanische Anleihe zu haben, die Berpfändung sei unbedingt Der dritte Grund auch das möchte ich furz erwähnen ist die notwendig, wie man aus der ganzen Psychologie, die in Amerika auf Henderung der Situation in Amerita in ökonomischer und po. I dem Kapitalmarkt herrsche, erkennen tönne. Ich wiederhole: Gerade betenntnis verfechten. herrschende des ganzen Gutachtens. Würden die zu zahlenden 2,5 milliarden eine übergroße, unerschwingliche Laft sein, dann rung, was nach den Bestimmungen des Gutachtens zur Folge haben würde, daß weitere Zahlungen ermäßigt oder eingestellt werden. Durch die Transferbestimmungen haben wir die Möglichkeit, in dem Moment, in dem die Währung erschüttert ist, sofort eine Herabsehung unserer Laft zu verlangen. Hier ist die Basis für neue Verhandlungen geschaffen. Das Gutachten ist daher die Grundlage für die Fortsetzung der Friedensarbeit, die für uns nicht mit dem Tage der Annahme aufhört.( Eehr richtig! b. b. Goz.) Das wird eine Arbeit auf Jahre und Jahrzehnte hinaus sein, bis die Bölter verstehen, ihr politisches Geschick selbst zu beherrschen.( Lebh. Zuft. b. d. Soz.) Pflicht derjenigen, die das Gutachten ablehnen, ist es, uns einen anderen Weg zu zeigen.( Sehr richtig.) Das deutsche Volk hat nicht die geringste Andeutung darüber gehört, wie sich herr Hergt den anderen Weg vorstellt. Derjenige handelt nicht als Führer einer verantwortungsvollen Oppofition, der uns diesen Weg nicht zeigen kann.( Sehr wahr!) Unsere Wirtschaft hält sich gegenwärtig nur deswegen überhaupt in Bewegung, weil etwas über 1½ Milliarden furzfristige Kredite in Deutschland arbeiten, die bei einem Scheitern des Dames- Gutachtens zurückgezogen werden. Dann bekommen wir einen abso luten Stillstand unserer Wirtschaft wie vor einem Nicht nur die Regierungen der anderen Staaten, die ges Jahre. famte öffentliche Meinung der Welt werden wir gegen uns bes tommen, wenn die Verständigung jetzt an unserem Widerstand schei= tert. Die Isolierung, in die wir gerieten, würde uns nicht nur die Verhandlungsbereitschaft in London und Paris fosten, sondern auch jede amerikanische Unterstützung für lange Zeit unmöglich machen. Die deutsche nationale Außenpolitik bedeutet ein Hasardspiel, bei dem der Einsatz nicht weniger ist als die Integrität Deutschland und die Rheinprovinz. Die Stellung der Kommunisten der deutschen und der französischen wird start beeinflußt durch die Meinung jener Abteilung der russischen Regierung, die unter dem seudonym Kommunistische Internationale" befannt ist. Die russische Regierung hat eher Aussicht, gewisse Zugeständnisse und gewisse Anleihen zu bekommen, wenn der Zwiespalt zwischen den Westmächten und Deutschland offengehalten bleibt, als wenn ein ver= nünftiger europäischer Zustand, hergestellt mird. Die Deutschnatio nalen fönnen sich nicht beflagen, daß die Regierung für die wirts schaftlichen Bedürfnisse ihrer Anhänger nichts getan hat. Die Reichsbant hat der deutschen Landwirtschaft 800 mil. lionen Kredite gegeben, die Preußen um weitere 200 Millionen vermehrt hat. Um den Deutschnationalen ihre Bolitik zu erleichtern, hat die Mehrheit des Kabinetts auf beschleu nigte Verabschiedung der Zollvorlage gedrängt. Wir hoffen und wollen, daß auch die Deutschnationalen so viel Berantwortungsgefühl zeigen, um zur Annahme des Gutachtens zu kommen. Aber der Preis des Bürgerblods wäre uns doch zu hoch für diese Annahme, da er das ganze Friedenswert gefährdet. Deutschnationale Gewaltpolififer in der Regierung müssen das schärffte Mißtrauen aller Völker, aller demokratischen und sozialiffischen Parteien hervorrufen. Wenn die Deutschnationalen nicht annehmen, dann hat der Reichstag gezeigt, daß er arbeitsunfähig ist, daß er weg muß. Dann brauchen wir den Wahlkampf, damit diese ernste und wichtige Entscheidung vom Volfe selbst gefällt wird.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) | lehnung für die befegten Gebiete nicht verantworten zu fönnen. Der Redner erinnert vor allem an die Sehnsucht der Ausgewiesenen, an die Räumung des Ruhrgebiets und an die Leiden des altbesetzten Gebietes, das die Lasten der Besehung noch für ein Jahrzehnt vor sich hat. Wir lehnen es ab, diese Folgen einer Ablehnung weiter zu tragen, die sich ganz von selbst und ohne Ihren Willen ( nach rechts) daraus ergeben würden. Die einzige, nicht nur in Worten, sondern auch in Laten wahrhaft vaterländische Parole ist Erfegung der Spezialpfänder des besetzten Gebietes durch die Generalpfänder des gesamten Vaterlandes.( Lebhafter Beifall i. 3.) Der vom Abg. Hergt angedeuteten Parole bezüglich der Wiederherstellung des Rechtszustandes im altbesetzten Gebiet schließen wir uns voll an. Das in London auf diesem Gebiete Erreichte darf Durch den Bürgerblod wird das Friedenswert auch wirtschaftlich nur ein Anfang sein. Wir werden eine Entschließung in diesem gefährdet. Eine Regierung des Bürgerblocks würde in die fommenSinne vorlegen. Wir hoffen, daß Herriot aus seiner in der Kammer den handelspolitischen Verhandlungen nicht den Handelsgeift, fon dargelegten Stellungnahme gegen den Separatismus auch dern den Hochschutzollgeist hineintragen.( Sehr richtig! bei den die praktischen Folgerungen durchzusehen versteht. Bis Sozialdemokraten.) In London, wo die Schwerindustrie start verjekt scheint sein Arm noch nicht bis in die legten Amtsstuben des bétreten gewesen ist, scheinen manche Schwerindustriellen die Auf- festen rheinischen Gebietes zu reichen. De Meh soll erst neuerdings faffung vertreten zu haben: Lieber zehn Wochen Besagung in der Pfalz wieder mit den Separatisten Fühlung genommen haben. länger als zehn Pfennig Eisenzoll weniger.( hört,( Hört! hört!) Zu einer Trukpolitik fehlen uns die Mittel, daher hört! bei den Sozialdemokraten.) Ist das Rationalbewußtsein? müssen wir auf dem Wege von Verhandlungen vorwärtstommen, Wir werden großen Wert darauf legen, daß das politische Friedens nicht in schwächlichem Pazifismus, sondern in ehrlichem Verständi wert nicht gestört wird durch Ueberspannung wirtschaftlicher Sonder- gungswillen. Dann werden wir endlich erreichen ein befriedetes Euinteressen. ropa und ein befreites Deutschland.( Lebhafter Beifall i. 3.) Abg. Frau Gohlfe( Ruth Fischer, Komm.): Die Sozialdemokratie ist der unbezahlte Latai der deutschen Bourgeoisie.( Buruf bei den Soz.: Und Sie sind doch nur Dienstmädchen bei Hergt!" Heiterfeit.) In einem Bilde im ,, Borwärts" war die aufgehende Sonne als Dollar dargestellt.( Heiterfeit! Abg. Raz( Komm.) legt die betr. Nummer des ,, Borwärts" auf den Tisch des Hauses.) Alle, die den Dames- Plan als rettendes Brogramm der Demokratie darstellen, find Schrittmacher des amerikanischen Rapitalismus. Bezeichnend ist, daß Herr Macdonald seinen Gästen das Schauspiel einer Flottenparade während der Konferenz geboten hat. Auch die Sozialdemokraten dürften troh ihrer amtlich bescheinigten Altersvertaltung ( Große Heiterkeit) in Macdonald nicht den Apostel des Weltfriedens erblicken. Leute, die noch nicht ganz verblödet sind, was man von einem Reichstagsabgeordneten schwer verlangen fann( Große Heiter feit), sollten doch die wahren Motive Englands aus seinen Berhandlungen mit Rußland erkennen. Die Deutschnationalen wollen mit ihrer Opposition mur materielle Vorteile auf Kosten des arbeitenden Boltes erzielen, und die Sozialdemokraten helfen ihnen dabei. Auf jede deutsche Pension, sei fie groß oder klein, wird in Zukunft der Stempel des Ententekommiffars gedrückt; schon an diesem Pröbchen kann die deutsche Arbeiterklasse erkennen, wie es mit der Selbständigkeit der deutschen Finanzverwaltung bestellt ist. Ebenso ist es vorbei mit der Selbständigkeit der deutschen Eisenbahnen. Die deutsche Industrie wird völlig überfremdet; daran tann alle Schönfärberei des Herrn Luther nichts ändern. Deutschland wird eine Ententefolonie, in der dieselbe Arbeiterschaft, die dieser beispiellofen Ausbeutung unterwor die deutsche Arbeitskraft möglichst billig verschachert wird. Dabei soll fen wird, die neuen unglaublichen Steuerlaften aufbringen! Die SPD. wagt hier im Hause eine unwürdige Komödie aufzuführen. Bon ihr hängt es ab, ob die Regierung die Zweidrittelmehrheit bekommt oder nicht; sie stelle doch an die Regierung ihre Bedingungen, sie verlange z. B. den Achtstundentag und sie hat die durchschlagendste Wahlparole! Die Bourgeoisie spielt mit verteilten Rollen, die SPD. ist dabei ihr Helfershelfer. Es gibt für Deutschland feinen Ausweg als das Bündnis, die Koalition mit Ruß der Industrie, das ist das wahre Sachverständigengutachten zur Be. land.( Lachen.) Nationalisierung, Sozialisierung der Banken und friedung der Welt. Der Bürgerblod möge ruhig tom. men, wir fürchten ihn nicht. Fort mit dem Londoner Protokoll! ( Stürmischer Beifall und andauerndes Händeflatschen b. d. Komm.) Abg. Dr. Curfius( DBp.): Wir sind einmütig der Auffassung, daß eine Ablehnung der Regierungsvorlagen unmöglich ist, und werden einstimmig die Gefeße annehmen. Dann muß die Demokratie angewandt werden, auch damit sie das Bolt gebrauchen lernt. Die Parteien find festgerammt, dieser Reichstag spiegelt die wirkliche Meinung des Volkes nicht wider. ( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Er muß verschwinden. Wir wollen den Kampf für die Festigung der politischen Demokratie, für die wirtschaftliche Demokratie, für den Sozialismus, vor allem aber jetzt den Kampf für den Friedensbund der freien und demofratischen Nationen. Und wir werden fiegen.( Lebhafter Beifall bei ben Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Kaas( 3.): Meine politischen Freunde haben sich im Auswärtigen Ausschuß eine gewisse Zurückhaltung auferlegt. Aus den Ausführungen der Regierung habe ich den ehrlichen Willen entnommen, dem deutschen Volke die Wahrheit zu sagen. Die Opposition hat teine positipen Vorschläge gemacht. Trok schwerster Bedenken werden wir uns doch entschließen, die Haltung der Reichsregierung zu billigen und die Geseze zur Durchführung des Londoner Abfommens anzunehmen. Denn ein Nein bedeutet jetzt eine außenpolitische Unmöglichkeit, eine 3erschlagung unserer Wirtschaft und eine Preisgabe des besegten Gebietes. Der Ausgangspunkt des Dames- Gutachtens, des Londoner Abkommens, darf nicht vergessen werden. Die Erklärung vom 7. Juni 1923 durch die Regierung betreffend das Einverständnis Deutschlands mit einem Sachverständigen- Gutachten über die Leistungsfähigkeit Deutschlands. England steht auf dem Boden dieses Gutachtens, Amerita, das endlich aus seiner Lethargie geweckt werden konnte. Und auch in Frankreich ist jetzt eine andere Richtung maßgebend als der Poincarismus. Können wir das Ddium der ganzen Welt tragen, wenn Deutschland in diesem Augenblick mit einem ,, Nein" heraustommt? Wir denken nicht daran, die Rechtslage verdunkeln zu laffen, wir halten fest an unserer bisherigen Haltung und Ueberzeugung in der Räumungsfrage. Die Besatzung muß zurückgezogen werden in demselben Augenblick, in dem eine andere Regelung der Reparationsfrage erfolgt. Mit Entrüstung sehen wir, wenn die engTische Regierung in der Räumungsfrage aus ihren bisherigen Kundgebungen nicht die praktische Folgerung zieht. Trotz aller unerfreulichkeiten des Augenblicks scheint sich doch ein Wendepunkt in der internationalen Bolifit Allerdings erfüllt die Kontrolle der Entente unser Bolt mit zu zeigen, ja, er ist schon eingetreten. Unsere Sache ist es, diese Ent- Bitterfeit. Aber die Reichsregierung hat teine andere Stellung ein wicklung nicht zu stören. Und wir glauben, die Folgen einer Abnehmen formen. Wir betonen dem Ausland gegenüber, daß London Jahresschau Deutscher Arbeit Sil TEXTIL Das prachtvollste Schneeweiß AUSSTELLUNG Jun Sept Dresden 1924 Für Möbelfabriken, Baugeschäfte, Tischlereien usw.! Empfehlen vom Lagerplag Berlin N, Scharnhorststr. 20: Trockene Stamm- und Zopfbretter in allen Stärken, zeigt jede Wäsche, die mit Sil behandelt ist. SIL Henkel's beliebtes Bleich- und Waschmittel als Zusatz zur Seifenlauge gebraucht, ersetzt die umständliche Rasenbleiche. OHNE CHLOR Radiotab- wift Dezimalwagen Sternzwirne, garne Sosenträger, Gummiband, Kämme, Gentel Zubehörteile kauft man am billigsten u. f. Rurzwaren, weit unter Tagespreis bel Harendt, Weidenweg 88 Suster, Beuthstraße 15. Merkur 6389 Kistenbretter, Rustbretter, Ruststangen usw. plats ( Baltenplatz) D.- Kopfhörer 4000 Ohm Apparate mit Detektor Kurt Ehrlich& Co., G.m. b. H. Schlebespulen.... Telephon: Norden 6774. ochherde für Kohle u.Gas Transportable Kachelofen Eiserne Ofen R. Zechlin Berlin C.25, Alexanderpl. 49 BEINKRANKE! Offene Beine, Krampfaderleiden und Geschwüre aller Art heile ich unter Garantie, ohne operativen Eingriff und Berufsstörung. Die Schmerzen schwinden schon nach der ersten Behandlung, die kostenlos erfolgt. Behandlung in und außer dem Hause. Heil- Institut H. A. Möller, Berlin SW 68, Markgrafenstraße 83 v. I. Sprechzeit 9-12 und 2-7. Metallbetten 6.50 4.25 Stahlmatratz., Kinderbetten dir. an Priv. 0.95 Kat.30A frei. Eisenmöbelfabr. Suhl Thür. Für Hände und Haushalt. Entfernt Fett, Farbe, Teer, Rost, Tinte und Fruchtflecke Reinigt rasch und gründlich schmutzige Hände. BESSER ALS JEDE SEIFE KOKONA REINIGER Antiseptisch! Greift die Haut nicht an! Säurefrei! Herstellerin: Melenenwerk G. m. b. H., Berlin Magdeburger Str. 6, Fernspr.: Kurfürst 63 66 Thiemendorf( Kreis Krossen), Fernspr. Nr. 10 Tafelwag., Gewichte, Billigste Preise. Großes Lager Georg Wagner Köpenicker Str. 71 Kein Ladengeschäft Keine SchaufensterReklame, dafür wesentl.billigere Preise AAAAA AAAA Croco Volleder 4.50 Rindled.- Saffian 9.00 Auto- Rindlack 12.00 Aktentasche Rindl.4.50 Reiset. Rindl. 50 cm 25.00 Vulkan-, Schrank-, Lederkoffer auch einz. zu haben. Richte Geschäfte ein Schiller, Leberwaren Fabritate Engros Export Ritterstr. 88. fein Abschluß sein kann. Es ist der Delegation nicht nur gelungen, die Räumungsfrage auf die Tagesordnung der Konferenz zu sehen, fondern sogar sie zum Hauptpunkt zu machen. Das Ergebnis ist allerdings auch nach unserer Auffassung dürftig. Unbefriedigt find wir vor allem, weil die Räumung erst nach Jahresfrist geschieht. Aber wenigstens hat Herriot immer wieder erklärt, daß alle Fristen nur Marimalfristen sind. In der Frage der Räumung der Kölner Zone ist die Regierung nicht ein Lüttelchen von ihrem Recht abgewichen. Auch in dieser Frage ging Hergis Kritik weit über das zulässige Maß hinaus. Die Politik der Deutschnatio. malen lehnen wir ab. Die Delegation hat durchaus ihren Mann gestanden.( Beifall.) Die Regierung hat sich beim Eisenbahngefeh auf die Zweidrittelmehrheit festgelegt. Kommt sie nicht zustande, so wird die Reparationsfommission erklären, daß das Gutachten nicht in Kraft gesetzt werden könne und die Fristen noch nicht laufen. nicht laufen. Ein Bolfsentscheid kommt nicht in Frage. Einen Wahlkampf nach Auflösung des Reichstags haben wir nicht zu fürchten. Aber leider wird die Auflösung von den Sozialbemofraten aus parteipolitischen Gründen betrieben.( Sehr richtig! rechts.) Jedenfalls ist es auch noch sehr zweifelhaft, ob die Neuwahl die erforderliche Mehrheit bringt. Man dürfte nur ablehnen, wenn nicht die Mehrheit des Volkes dafür ist. Dann aber müßte man auch einen besseren Weg zeigen. Da hat aber die Opposition völlig versagt. Außerdem haben wir das größte Intereffe daran, daß nicht auch dieser Riß durch das Bürgertum geht. Die Räumung von Offenburg und Appenweier ist nur ein Anfang. Auch Dortmund und Hörde sind nur ein Teil des Ruhrgebiets, aber ihre Räumung ist doch nicht nur eine Geste, denn dort residieren Bechen und Werke, an denen die französische Schwerindustrie das lebhaftefte Interesse hat. Was an Erfolgen errungen wurde, ift aber nur dem zähen Aushalten der treuen deutschen Männer der Roten Erde zu danken.( Lebh. Beifall i. d. Mitte.) Wir haben die Pflicht, die Reparationsprovinz zu befreien und ganz Deutschland dafür einstehen zu lassen. Dann werden wir gerade im Sinne Storms als freie Männer dastehen. Und damit werden wir uns erst die Freiheit und den Rhein wiedergewinnen.( Beifall bei der D. Bp.) Abg. Wulle( Natsoz.) charakterisierte das Londoner Abkommen als ein zweites Bersailles, das unbedingt ab. gelehnt werden müsse. Auch der Reichskanzler gehört jetzt zu den Leuten, die fagen: Zurück zum Versailler Vertrag!( Abg. Hildenbrand( Soz.): Das ist Demagogie!) Daß man unter das Dawes- Gutachten freiwillig eine Unterschrift gesetzt hat, ist geradezu vaterlandsverräterisch. Wir verbitten uns, und ich verbitte mir mit aller Energie die Unterstellung. als hätten wir dem Rheinlande gegenüber nicht dasselbe Verantwortungsgefühl. Wenn der Herr Reichstanzler in London gesagt hat, er sei fein Diplomat, wo war dann da Herr Dr. Strefe mann? Die Reden Dr. Stresemams find immer schwarzweißrot, feine Taten sind immer schwarzrotgold. Seine Politik ist geradezu verhängnisvoll, mir müssen sie mit allen Mitteln bekämpfen. Die Internationalisierung der deutschen Wirtschaft ist im Auswärtigen Ausschuß flipp und klar zugegeben worden. Alles ist Der Kommissar für den Haushalt ist preisgegeben worden. eigentlich der ungetrönte König Deutschlands. Alles haben Sie hingegeben für ein bloßes Versprechen. Sie haben in die Berpfändung der Industrie gewilligt. Auch die Landwirtschaft darf nicht glauben, Regierung Cuno fehen einzig und allein meine Freunde v. Graefe daß fie vor einer Verpfändung sicher ist. In dem Angebot der und Henning und ich den Anfang vom Ende. Aber dies Angebot war doch noch etwas ganz anderes. Daß das Mantelgesetz ein verfassungänderndes Gefeß ist, baran ist gar fein Zweifel. Ich hoffe, daß auch die Deutsche Volkspartei diesen Standpunkt vertreten wird. Weil die Judenschaft eben den Krieg angestiftet hat, darum darf die Schuldlüge nicht aufgerollt werden, barum muß Deutschland weiter in feinem Elend bleiben. Wir lehnen das Gutachten ab. ( Lebh. Heil- Rufe b. b. Natsoz.) ( Schluß des Berichts im Hauptblatt.) Am Sonnabend, früh 72 Uhr, entschlief fanft nach langem, schwe rem, mit großer Geduld ertragenem Leiben mein innigftgeliebter Mann, der Gewerkschaftsangestellte Karl Weitzel im vollendeten 53. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt an Frau Johanna Weitzel Hohen- Reuendorf, 23. August 1924 Oranienburger Str. 118 Die Einäscherung findet am Mittwoch, 27. Auguft, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Todesanzeige Am 23. b. m. verstarb nach langem, schwerem Leiden unser Kollege Karl Weitzel Chre feinem Andenken! Seiner aufopferungsreichen Tätig teit für die Interessen der Klempner bewegung werden wir ftets gedenten. Die Branchenleitung der Klempner im Deutschen Metallarbeiterverband. Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 27. d. Wits., nachm. 4 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Garantiesch. f. gesetzl. Goldinh. Verband der Buchbinder und Papterverarbeiter. Ortsverwaltung Berlin. Infolge einer Operation yerschied plötzlich Frau Berta Baum Stallschreiberstr. 47 Sie hat lange Jahre in selbstUnserem Genossen, Stadtrat Wilhelm Ahrens und seiner Gattin zum heutigen Ehreniage ihrer Silberhochzeit bie herzlichsten Glüdwünsche. Die Parteigen. d. 7. Kreis. Charlbg. J. A.: Der Kreisvorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Mittwoch, den 27. Auguft, nachmiffags 42 Uhr, im Verbandshause ( Jugendfaai), Linienftr. 83/35: Versammlung aller im Dezimal- und Brüdenwagenbau beschäftigten Kolleginnen und Kollegen. Tagesordnung: 1. Die wirtschaft liche Lage und der Zusammenschluß der Arbeitgeber. 2. Sind unsere bestehenden Löhne noch zeitgemäß? 3. Berschiedenes. Erscheinen aller im Wagenbau Beschäf tigten ist Pflicht. Donnerstag, den 28. Auguft, abends 7 Uhr, im Sigungsfaal des Ber. bandshauses, Linienstraße 83/85: Branchenversammlung aller Elektromonteure und Helfer GroßBerlins. Tagesordnung: 1. Die deutsche tichaft und die Aufgaben der Gewert haften. 2. Diskussion. 3. Berbands und Branchenangelegenheiten. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Die Detsverwaltung. Keine Wanze loser Weise für unsere Orga- mehr nach Gebrauch von Reichel's Banzen. nisation gewirkt. Die Organisation ist ihr zu großem Danke verpflichtet und wird ihr Andenken stets in Ehren halten. Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 28. August, nachm. 12 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Um rege Beteiligung wird fluid ,, Radikal", der Wanzen ärgfter Feind. Eine Flüffigkeit, die eine für Wanzen absolut tödlich wirkende Gasart erzeugt und in die verborgensten Stellen, hinter Tapeten usw. eindringt, mit vernichtender Kraft auch die sonst nicht erreichbaren Brutnester restlos abtötend. Größe II M. 0,75, Gr. III M. 1,40, Otto Gr. IV M. 2,50, 4- Strft. M. 6,50. Reichel, Berlin 43, SO. Eisenbahnftraße 4. Erhältlich in Drogerien, aber echt nur mit der berühmten Marte gebeten. Die Ortsverwaltung. Tod und Teufel Ich verschenke an meine Kunden in den Monaten August bis Dezember Speise- u. Schlafzimmer, Küchen usw. Diese Gegenstände sind bei der Firma FECHNER& PREIDEL, Möbelfabrik, Neue Schönhauser Straße 2, ausgestellt, Kelne Einsendung irgendeines Betrages erforderlich. Prelsaufschlag. Bedingungen unverbindlich im Laden. ges, gesch. Preisliste gratis Keln Trauringe 1 Ring 900 Dukatengold von M. 5.00 an 1 Ring 585 gestemp. von.. 1 Ring 333 gestemp. von.. M. 4.00 an M. 2.50 an M. Wiese, Juweller Berlin N., Artilleriestr. 30 Berlin W., Passauer Str. 12 Geschäftszeit von 9-7 Uhr