Nr.412 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 210 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8,-Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar pro Monat. Der ,, Borwärts" mit der Gonntags bailage ,, Bolt und 8eit" mit ,, Gied. lung und Kleingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenftimme" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpa Itige Nonpareille. Beile 0,70 Goldmart, Reflamezeile L- Goldmart. Kleine Anzeigen" bas fettgedrudte Wort 0,20 Gold. mart( zuläffig zwei fettgedruckte Worte), fedes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengesuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, fedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen Für zwei Worte. 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Diese ist nachmittags zu einer Sigung zufammengetreten, um von der Mitteilung Kenntnis zu nehmen und um die nach Artikel 3 Heute, fuhr Dr. Luther fort, ist der erste Betrag der Vorschußzahlungen Deutschlands auf die Anleihe bezahlt worden und zwar in Höhe von 20 Millionen Mart. Die Zahlung erfolgte auf das Konto des Generalagenten bei der Reichsbant. Dies ist die erste 3 ahlung nur eine Vorschußzahlung auf die Anleihe. = Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Distonto- Gesellschaft, Depositentasse Lindenstraße 3 Internationaler Achtstundentag. Erfahrungen der Tschechoslowakei. Von Gustav Habrman, Minister für soziale Fürsorge. Die Redaktion des„ Vorwärts" hat den Minister für soziale Fürsorge in der Tschechoslowakischen Republik, Genossen Habrman, gebeten, ihr über die Erfahrungen seines Landes mit dem Achtstundentag und dessen Stellung zur Ratifizierung des Abkommens von Washington zu berichten. Genosse Habrman kommt dieser Bitte mit dem folgenden Brief nach: des Anhangs 3 zum Schlußprotokol der Londoner Verhandlungen Deutschlands unter dem Dawes- Plan, jedoch stündigen Arbeitszeit gemacht haben. Eines der ersten Gefeße, erforderliche„ erste Feststellung" zu vollziehen. Somit laufen von Montag, den 1. September, ab die im Dawes- Plan für die Wiederherstellung der wirtschaftlichen und staatlichen Einheit Deutschlands mit der Ruhr und dem rheinischen Gebiet feftgesetzten Friften. General Degoutte trifft inzwischen, den erhaltenen Befehlen entsprechend, die Maßnahmen für die militärische Räumung cer in Frage tommenden Gebiete, die spätestens am 7. Dezember durch die Uebergabe der französisch- belgischen Regie an die neue Deutsche Eisenbahngesellschaft beendet sein werde. Dr. Luther über die Anleihe. Der Reichsfinanzminister Dr. Luther empfing gestern Bertreter der amerikanischen Presse und machte ihnen gegenüber bemerkenswerte Ausführungen zur Anleihefrage. Der Minister führte aus, daß der größte Teil der Anleihe in Amerika aufgelegt werde, der Zinsendienst über die Reparationstasse läuft und die Zinsen vom Agenten für Reparationszahlungen gezahlt werden. Acht Prozent sei ein außerordentlich hoher Zinssatz. Die Anleihe habe sehr viele Sicherungen hinter sich, mehr als je eine Anleihe bisher gehabt hat. Die Wirkung der Anleihe auf die Wirtschaft sei sehr groß. Wenn die Wirtschaft wieder in Schwung tomme, fönnten auch Steuern bezahlt werden, und das Reich habe mehr Einnahmen. Infolge der Sicherheit der Anleihe besteht kein Zweifel an ihrer Durchführbarkeit. Der GeneralDie fünfte Völkerbundstagung. ( Von unserem Genfer Rorrespondenten.) Genf, 31. August. Allzulange find wir Deutsche schon Zuschauer der Genfer Tagungen und auch diesesmal sind wir nicht dabei. Aber wenn wir in früheren Jahren unter der doppelten Last schwerer Erschütterung und äußerer Bedrängnis gleichgültig oder ablehnend einem Bölkerbunde zusahen, dessen Dasein belanglos schien für das ungeheure Geschehen der letzten Jahre, so hat fich hier ein entscheidender Wandel vollzogen, der zunehmendes Berständnis und gerechtere Würdigung dieser internationalen Institution bedeutet. * London, 1. September.( Eigener Drahtbericht.) In den Kreisen der englischen Eith betrachtet man die Auflegung der deutschen Anleihe äußerst optimistisch. Teilweise wird fogar die Auf fassung vertreten, daß die Möglichkeit besteht, die Anleihe von 800 millionen Golomart bis zum 15. September aufzulegen. Borher dürften jedoch noch Verhandlungen mit der Reichsregierung stattfinden. Man erwartet zu diesem Zwed schon in den aller nächsten Tagen die Ankunft des Reichsfinanzministers und des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht in London. Die Micum- Verhandlungen. Düsseldorf, 1. September.( Eigener Drahtbericht.) Die bei den gegenwärtig schwebenden Micum. Verhandlungen noch bestehenden Schwierigkeiten liegen nach Ausführungen von zehen industrieller Seite darin, daß die„ Micum" die augenblicklichen Bedingungen für die ganze Dauer des Provisoriums bis zum 21. Oftober festlegen will. Der Bergbau dagegen glaube, die hohen Lasten für diese Zeit nicht mehr auf sich nehmen zu tönnen. Außerdem bestehen noch Meinungsverschiedenheiten über die Zahlung der Kohlensteuern und über einige Nebenfragen. Die Bechenbefizer haben sich am Montag mit der Reichsregierung zur Klärung der Streitfragen in Verbindung gesezt. Am Dienstag werden die Verhandlungen fortgesetzt. renz haben den Anfang gemacht, jetzt soll der Völkerbund folgen, denn er kann nur das sein, was Europa und die andere Welt aus ihm machen. Es tann fein Zweifel mehr darüber bestehen, daß der Bölkerbund den Eintritt Deutschlands wünscht und braucht. Er mußte mit Notwendigkeit zu dieser Einstellung kommen, je mehr er von einem ursprünglichen politischen Instrument der Siegerstaaten zu einem wirklichen übernationalen Organ wurde. Diese Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen, und seine komplizierte Zusammen sehung zwingt den Völkerbund zu einem langsamen und behutsamen Vorgehen, das ein billiges Objekt des Spottes aller Extremisten ist. Aber gerade diese langsame Entwicklung bürgt für sein sicheres Werden. Deutschlands Eintritt wird ihm viel zu der Geschlossenheit verhelfen, die die erste Voraussetzung für seine endliche Wirksamkeit ist. Aber nur als gleich berechtigtes Mitglied fann Deutschland diesen Schritt tun. Es handelt sich dabei nicht um Prestigefragen, die hierfür belanglos sind, es ist dies ganz einfach die endgültige internationale Anerkennung der jungen deutschen Demokratie, die ehrlich mit arbeiten will am Werke der europäischen Konsolidierung, aber nicht unter 3wang, sondern frei von Bevormundung und unerträglichem Druck politischer Berechnungen, für die es nur Objekt ist. Man kann heute noch nicht all diese Fragen vor das Forum des Völkerbundes bringen. Eine deutsch- französische Diskussion über Kriegsschuldfrage oder besetzte Gebiete würden 3. B. den Bölkerbund einfach sprengen. Er verträgt solche Befaftungsproben noch nicht, wenigstens nicht eher, als sich die großen Mächte auf eine Formel geeinigt haben, die sie und den Bölferbund leben läßt. Wir denken dabei mehr an einen Völkerbund, der wer= den soll, als an den, der bereits ist. Wir wissen, daß auch auf dieser Tagung feine Wunder geschehen können und wir nur gut daran tun, unsere Hoffnungen nicht zu weit zu sehen. Gewiß hat die jetzige Tagung eine unvergleichliche größere Bedeutung als alle früheren Sizungen. Man wird nicht mehr wie sonst alle wirklich entscheidenden größeren politischen Fragen zurückstellen oder sie im Schoße der Kommission begraben, man wird diesesmal endlich das eine große Problem zur Sprache bringen, das für Europas Schicksal bedeutet: Abrüstung der Nationen und Sicherheitsgarantie. Täuschen wir uns nicht, diese internationale" Frage ist in Wahrheit eine Frage der Großmächte England und Frankreich. Kommen sie zu einem Afford, so kann man anfangen zu hoffen; wenn nicht, ist das Chaos unvermeidlich. Abrüstung und Sicherheit, beide sind nicht voneinander zu trennen. Kein Staat wird abrüsten wollen ohne Garantie gegen feindlichen Ueberfall, und deshalb mußte auch der Garantiepaft des Bölkerbundes scheitern, der praktisch genommen nur neue Mächtegruppierungen und ihr gegenseitiges Ausspielen bedeutet hätte, ganz abgesehen von den unübersehbaren Konflikten, in die besonders die kleinen und neutralen Staaten durch ihre Teilnahme an diesem Defensivbündnisse gedrängt worden waren. Sicherheit kann auch nicht jener mehr als einseitige Zuſtand bedeuten, wie ihn Boincarés Staatstunst schuf, der ein geschwächtes und entwaffnetes Deutschland burch bewaffnete Wärterstaaten zernieren ließ. Auch jener Blan beremilitarisierten Zonen" im Rheinlande, der hinter diese luftleeren Räume freie Hand für beliebige Rüstungen ließ, fonnte fein günstiges Ergebnis bringen, denn es war Dittat von Interessenten, deren Motive Mißtrauen und Haß waren. Es bedurfte erst jener grundsäglichen WandGenf, 1. September.( Eigener Drahtbericht.) Als Beobachter lung der europäischen Mentalität im Geiste neu beginnenden Bertrauens, um überhaupt das Problem der europäischen der amerikanischen Regierung nimmt General Bliß an den BeraSicherheit fachlich zur öffentlichen Debatte stellen zu können. tungen des Völkerbundes teil. Der 11. Mai in Frankreich und die Londoner Konfe " als Deutschland aber muß inzwischen die Entwicklung vom Jahre 1919 bis heute begreifen lernen. Damals wurde der Boche" in Versailles als Verbrecher und Ausgestoßener behandelt, und auf der Gründungstagung des Börterbündes of, Mitglied für„ unwürdig", erklärt. Heute, nach vier Jahren, erleben wir die erſte Sigung eines Bölkerbundes, der im Beichen ehrlicher Verſtändiging die großen Brobleme meistern versuchen wird und Deutschland als gleichberechtigtes Mitglied aufnehmen will. Möge das deutsche Volk diese Entwicklung verstehen, denn mit ihm hat Europa in diesen letzten Jahren gelitten und vielleicht auch für immer gelernt. Der amerikanische Beobachter. ( Weitere Meldungen auf der dritten Seite.) Sie fragen mich, welche Erfahrungen wir mit der achtdeffen Schaffung sich unsere neue Republik zum Ziel segte, war das Gesetz über die achtstündige Arbeitszeit. Sie erfolgte durch einen einstimmigen Beschluß unserer revolutionären Nationalversammlung, jetzt wird dieses Gesetz bei uns als eine der Grundlagen unseres demokratisch- republikanischen Regimes angesehen. feiten eingelebt und wird in unserer Industrie und im GroßDas Gesetz hat sich im großen Ganzen ohne Schwierighandel allgemein eingehalten, wie man sich aus der demnächst erscheinenden amtlichen Publikation des Internationalen Arbeitsamtes über die Arbeitszeit in der Tschechoslowakei, die den Inhalt der in einzelnen Zweigen unserer Industrie abgeschlosse= nen Kollektivverträge wiedergeben soll, überzeugen können wird. Wir haben verschiedene Phasen einer schweren wirtschaftlichen Krise durchgemacht: Die Verkürzung der Arbeitszeit nach dem Kriege in der Zeit des Rohstoffmangels hat sich eingelebt und hat uns nicht geschabet, als der Sturz unserer Baluta unserer Industrie Exportprämien bot. Es kam die Periode der Jahre 1921 bis 1923, wo sich bei uns die Wirkungen der fonsequent durchgeführten Deflationspolitik einstellten, bis wir die Hebung und Stabilisierung unserer Valuta auf internationalen Geldmärkten erzielt hatten. Dies war eine Periode einer schweren wirtschaftlichen Krise, in der unsere auf den Export angewiesene Industrie und somit auch unsere Arbeiterschaft in eine Periode vorübergehender Arbeitslosigkeit geriet, namentlich als in Ihrem Lande, im Lande unferes industriereichsten Nachbarn und Konkurrenten, die Valuta stän= big und rapid fant. Auch in dieser Zeit haben unsere Industriellen die Abschaffung der achtstündigen Arbeitszeit nicht verlangt, denn sie waren sich dessen bewußt, daß die achtstündige Arbeitszeit auch in den übrigen reifen Industriestaaten und insbesondere in dem benachbarten industriereichen Deutschland eingehalten wird. Sie haben sich in technischer Beziehung dieser neuen Regelung angepaßt aus der Erkenntnis heraus, daß unser Bolksganzes sich der Bedeutung der achtstündigen Arbeitszeit für die physische und geistige Entwicklung der arbeitenden Schichten, die wiederum eine Hebung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit des industriellen Arbeiters bedeutet, immer mehr bewußt wird. Seit dem Kriegsende und seit der Einführung der achtstündigen Arbeitszeit ist bei uns eine Abnahme des Alkoholverbrauches, eine Verbesserung der Haushaltungsfürsorge, ein rapides Steigen der Mitgliederzahl von Turnvereinen, Arbeiterfulturvereinigungenu. bgl. bemerkbar. Schwierigkeiten stellten sich erst mit Schluß des Vorjahres ein, wo bei Ihnen an eine neue Regelung der Arbeitszeit geschritten wurde. So gelange ich zur zweiten Frage, die Sie mir stellen, nämlich, welches Interesse, wir an der zwischenftaatlichen Ratifizierung der Washingtoner Konvention haben. Solange die achtstündige Arbeitszeit von allen leitenden Industriestaaten respektiert wird, wird sie zur Selbstverständlichkeit, die feinem schadet, sobald sie aber von einem der Staaten verlassen wird, bringt dies den ganzen internationaben Kompler in Unruhe und gefährdet diese Reform in allen Staaten, die sonst geneigt wären, sie auch weiterhin einzuhalten. Wir haben die Konvention von Washington schon im Jahre 1921 ratifiziert und waren überzeugt, daß auch die übrigen Staaten, durchdrungen von der Notwendigkeit einer gesunden internationalen Solidarität und der Steigerung des Vertrauens in die internationalen wirtschaftlichen Verbindlichkeiten nachfolgen würden. Ich bedauere heute als Sozialpolitiker im Interesse der Sache, daß bei uns gegen die achtstündige Arbeitszeit mit dem Hinweis auf Deutschland argumentiert wird, ich bedauere es als Sozialiſt, der nach Versöhnung der Völker trachtet, wenn die tschechoslowakischen Arbeiter das Gefühl haben, daß ihre sozialpolitischen Errungenschaften von Deutschland bedroht werden, von jenem Deutschland, das durch seine beispielgebende Sozialpolitik unmittelbar nach dem Kriege bei uns gerade in den Arbeiterschichten viel Sympathien gewann. Ich glaube aber, daß die kulturell, politisch und gewerkschaftlich reife deutsche Arbeiterschaft durch ihren Einfluß bald eine Besserung erzielen wird, widrigenfalls unsere ge= meinsame Sache der internationalen sozialen Reform und des internationalen Vertrauens auch in jenen Nachbarstaaten, die ihren Produktenabsah nicht auf die politische Macht, sondern auf Preis und Qualität ihrer Waren stützen, großen Schaden erleiden würde. Me Situation ist ernst und deshalb beruft auch die Internationale Verewigung für den gesetzlichen Arbeiterschutz auf den 2. bis 5. Oktober L I. zu uns nach Prag einen großen internationalen Kongreß der Sozial- Politiker ein, der vor allem über die achtstündige Arbeitszeit verhandeln wird. Es freut mich, daß zu diesem Kongreß neben hoch- bedeutenden Delegationen aus anderen Industrieländern auch schon eine zahlreiche Delegation der deutschen Sozial» Politiker und Repräsentanten der Arbeiterschaft angemeldet ist. Die Abrechnung. Was steht hinter den dentschnationale« Jasager«? Vor Auflösung des vorigen Reichstags begründete die Deutschnationale Volkspartei ihr Drängen nach Reu- wählen damit, hinter dem alten Reichstag stände nicht mehr die Mehrheit des Volkes: die Strömung fei zugunsten der„nationalen" Erfüllungsgegner umgeschlagen. Die Wahlenvom4. Mai haben gezeigt, daß der Stimmungs- umschwung hinter den deutschnationalen Erwartungen zurückblieb. Immerhin, die„nationalen" Neinsager waren ein Machtfaktor geworden, wenn sie ihr Gewicht gemeinsam in die Wagschale warfen. Die Annahme des„3 weiten Versailles" durch diesen Reichstag war u n m ä g- l i ch, wen die auf Grund der„Nein"-Parole gewählten Abgeordneten einstimmig gegen das Eisenbahngesetz gestimmt hätten. Aber aus 49 deutschnationalen„Nein"sagern waren über Nacht„3a"sager geworden und das ,Lweite Versailles" wurde auf diese Weise durch die rechtmäßige Volksvertretung legalisiert. Die Deutschnationalen oerlangen nunmehr ihre Einbeziehung in die R e g i e ru n g s k o a l i t i o n der bürgerlichen Parteien. Was gibt ihnen ein Recht dazu? Vor den Wahlen leiteten sie das Recht aus dem Stimmungs- umschwung der Bevölkerung her, die die Jasagepolitik satt habe. Da sie jetzt nachträglich das Recht auf Eintritt in das Reichskabinett mit ihren 49 Jastimmen be- gründen, gestehen sie damit zu, daß ihre Argumentation zu- mindest heute nicht mehr stichhaltig ist. Aber das geben nur die 49 Jasager zu, die 50 Neinsager stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß die Dawes-Gesetze untragbar sind, daß sie also bis aufs Messer bekämpft werden müssen. Daß man in diesem Kampf auch die S a b o t a g e als ein legales Mittel betrachtet, ist aus berufenem deutschnationalen Munde des öfteren gesagt worden und der deutschnationale Reichstags- abgeordnete Q u a a tz hat erst letzthin ausgeführt, daß die deutschnationalen Neinsager auch heute, nach Annahme der Gesetze, gewillt sind, dieses Mittel anzuwenden. Auf die Loyalität der deutschnationalen Neinsager könnte also selbst ein Kabinett unter der Führung eines deutschnationalen Ja- sagers nicht rechnen. Und den Fall, daß ein deutschnatio- naler Neinsager in ein etwaiges Bürgerblock- k a b i n e t t eintritt, kann ein ernster Politiker nicht ins Auge fassen. Den Machtzuwachs teilten am 4. Mai die deutschnatio- nalcn Neinsager mit den Nationalsozialisten. Diese aber haben durch ihre parteiamtliche Presie den deutschnatio- nalen Jasagern Urfehde ankündigen lassen. Auch der Alldeutsche Verband, den die Deutschnationalen bisher als eines ihrer Wählerreservoire betrachteten, hat sich auf einer Stuttgarter Tagung am 1. September entschlossen, auf der Seite der Neinsager zu bleiben. Er bezeichnet in einer Resolution das Londoner Abkommen als die äußerste Gefährdung der Zukunft und Ehre des deutschen Volkes und kündet den schärfsten Kampf gegen alle an, die diese Schmach und Not verschuldet haben. Der Alldeutsche Ver- band, so heißt es in der Entschließung, fühle sich schon jetzt durch Abmachungen nicht gebunden, die Unmögllches bestim- men und deshalb unsittlich sind. Wenn Worte einen Sinn haben, so bedeutet auch diese Resolutton eine Absage an die deutschnattonalen Jasager. Auf die Nationalsoziallstische Freiheitspartei und auf den Alldeutschen Verband kann sich also die deutschnationale Iagruppe ebenso wenig stützen wie auf die Fraktionsgenossen von der Neingruppe. Fragt man sich, welcher M a ch t f a k t o r übrig bleibt, auf den sich die deutschnationalen Erfüllungspolitiker bei ihrem Eintritt in die Reichsregierung stützen können, so bleiben an Realwerten nur die 49 Jastimmen übrig. Die bürgerlichen Mittelparteien müßten ebenso große Esel wie die Deutsch- nationalen sein, wollten sie den 49 deutschnationalen Dissidenten zullebe, unter denen sich nicht ein einziger Führer der Deutschnationalen befindet, die rücksichtslose Opvositton der 100 Mann starken sozialdemokra- tischen Fraktion eintauschen, zu der auch noch die Oppo- sitton der 28 Mann starken demokratischen Fraktion stoßen würde. Zumindest müßten sie bei diesem Wagnis offene und unzweideutige Erklärungen des Vorstandes und der Gesamtfraktion der Deutschnationalen Partei ver- langen, in denen sich die Gesamtpartei verpflichtet, die Durchführung der Dawes-Gesetze und die Linie Marx-Strese- mann in der Außenpolitik nicht zu durchkreuzen. Von innen- politischen Sicherungen ganz abgesehen. Aber eine f e st e Garantie würden bei der Disziplinlosigkeit und den Gegensätzen im deutschnationalen Lager auch diese offiziellen Erklärungen nicht bieten. Das Wagnis bliebe ein Wagnis. Eine Klärung der Haltung der Deutschnationalen und damit eine Klärung der politischen Lage überhaupt könnten nur Neuwahlen bringen. Der Tropfen Schmach im Dlut. Noch eine Rede aus der dentschnationalen Ffraktion. Als die deutschnationale Reichstagsfraktion sich entschlossen hätte, 50 Proz. der Fraktionsmitglieder auszulosen, um mit Ja für das Eisenbahngesetz zu stimmen, und Herr H e r g t seine von uns mitgeteilte Rede an die Triarier der anderen 50 Proz. gehalten hatte, beschloß sie weiterhin, daß die zehn Minuten vorher gehaltene Rede des Abgeordneten Schlange- Schöningen als nicht gehalten angesehen werden müsse. Der Beschluß ist leicht begreiflich, wenn man den Wortlaut der Rede von Herrn S ch l a n g e- Schöningen kennt. Hier ist er: „Wenn das Gutachten angenommen werden sollte, so bedeutet das nichts anderes, als daß wir in die völlige Knechtschaft des internationalen Großkapitals kommen. Die Franzosen drehen uns militärisch und politisch das Ge- n i ck um, das internationale Kapital wird es wirtschaftlich tun, so daß nichts mehr von Deutschland übrig bleibt als ein ent- nerotes Volt, das überhaupt nicht mehr ein Volk, sondern das Arbeitstter für andere Völker zu nennen ist. Ich darf dabei noch einmal das wiederholen, was ich seit einem halben Jahr ausgesprochen habe, daß es in Deutschland erst in dem Augenblick besser werden kann, wenn ein« entschlossene Rechtsregierung am Ruder ist, d. h. ein« Regierung im Reich und namentlich in Preußen, die entschlossen ist, mit den Männern, die sie in Regierungsstellen schickt, querweg über alle Bedenklichkeiten, namlntlich aber querweg über das Geschrei der Straße, das zu tun, was zur Rettung von Staat und Volk not- wendig ist. Und deswegen habe ich es für richtig geholten, bis an die Grenze des Möglichen zu Konzessionen be- reit zu sein, zu versuchen, in die Regierung hineinzukommen, weil man nun einmal die Hand am Ruder des Staates haben muß. Es ist uns geradezu ein kategorisches Gebot der Pflicht, in die Regierung hineinzugehen, allerdings unter zwei Bedin- gungen: doß wir wirklich in die Machtstellungen des Staates hineinkommen, und glauben Sie mir, niemals wird sich ein« deutschnationale Parteileitung dazu hergeben, als Anhängsel mitzugehen, eine Rolle wie die Deutsche Voltsportei werden wir niemals spielen. Der andere Gesichtspunkt ist der, daß wir bei einem Eintritt in die Regierung, um die ungeheuren Schwierigkeiten zu überwinden, von dem Vertrauen der Massen ge- tragen sein müssen. Dann aber dürfen wir auch nichts getan haben, was gegen die Ehre ver stößt, und ick> habe die Empfindung, wenn eine deutschnationale Fraktion sich bereitsinden würde, dieses Sachverständigengutachten, das unsere Brüder an Rhein und Ruhr preisgibt, anzunehmen, dann hat sie damit linen Tropfen Schmach in ihr Blut bekommen, dann hat sie an ihrer Ehre gelitten und kann nicht über das Vertrauen verfügen, das wir haben müssen, um so zu regieren, wie es verlangt werden muß. Und deswegen bin ich der Ansicht, daß sich kein deutschnationaler Ab- geordneter finden darf, der für dieses Gutachten, ober besser für dieses zweite Versailler Diktat, seine Stimme ab- geben karm. Und wenn, was ausgeschlossen ist, sich ein Abgeordneter dazu bereitsinden sollte, so bin ich der festen Ueberzeugung, daß der Unwille der Deutschnationalen im Lande ihn sofort von seiner Stellung hinwegfegen würde." Herr Schlange-Schöningen sprach von dem einen Tropfen Schmach im Blut. Es ist nicht der eine Tropfen— es sind 50 Proz.! Kein Wunder, daß die deutschnationalen Abgeord- neten, die an ihrer Ehre gelitten haben, diese Rede ungehalten machen wollten! Die„KreuMitung" hat unsere Mitteilungen aus de? deutschnationalen Fraktionssitzung als„Erfindungen" bezeich- net. Sie mag sagen: ist die von uns wiedergegebene Rede von H e r g t eine Erfindung? Und ist die Rede von Schlange- Schöningen etwa auch eine Erfindung? Nach dem Umfall schrieb die deutschnationale Partei- leitung:„im vollen Bewußtsein ihrer Einmütigkeit hat die Fraktion usw.". Es mag unangenehm sein, dokumentiert zu erhalten, daß die Einmütigkeit darin besteht, daß der eine das Tun des anderen als Schmach und ehrenrührig an- sieht! Wir sind gespannt, ob die„Kreuzzeitung" noch einmal von Erfindungen reden wird, oder ob sie es vorzieht, über die deutschnationale Familienschande, über den„Tropfen Schmach im Blut", stillzuschweigen._ Zentrum gegen Sürgerblock! Der„Sozialdemokratische Parlamenisdienst" schreibt: Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß der Drang nach dem Bürgerblock auch innerhalb der Zentrumsarbeiterschaft allge- meine Erregung hervorgerufen hat. Die letzte Sitzung der Zentrums- frakkion soll das Nar erwiesen haben, und es wird uns deshalb nicht ohne Grund versichert, bah das Zentrum vorläufig gar nicht daran denkt, die Sammlung des Bürgertums gegen die Sozialdemokratie, wie es sich die Deutschnationalen vorstellen. zu gestatten. Es ist erfreulich, daß jetzt der frühere Reichskanzler Dr. W i r t h diese Ankündigung in einem Interview bestätigt, in dem er sagt, der Bürgerblock sei kein Instrument zur Aus- führung der Dawes-Gesetze, er sei vielmehr aus dem Wunsche ge- boren, unter deusichnationaler Führung die politische Ent- Wicklung im Reich und in den Ländern völlig umzukrem- peln, und in dem er auf die Möglichkeit einer Reichstags- ouflösung hinweist. Die Rechte wird sicherlich versuchen, den Wert seiner Warte unter dem Hinweis herabzusetzen, daß Wirth mit wenigen anderen Fraktionstollegen einen linken Flügel bilden, dem es bisher nicht gelungen ist, ausschlaggebenden Einfluß in der Froknon zu gewinnen. Im allgemeinen mag das richtig sein, aber für die Auffassung der Zentrumsfraktion über den Bürgerblock soll das, wie uns immer wieder versichert wirb, nicht zutreffen. In diesem Punkt«— so heißt es— gehen Wirth und Marx gegen Stegerwald konform, und mit ihnen marschiert nach unseren Informationen bisher die Mehrheit, so daß die Er- klärungen des früheren Reichskanzlers Dr. Wirth die Auffassung der Zentrumsfraktion wiedergeben dürften. Wir glauben nicht fehl zu gehen in der Annahme, daß mit dem Interview des früheren Reichskanzlers Dr. Wirth die Offensive der Zentrumsmehrheit gegen den Bürgerblock eingeleitet ist. Bleibt das Zentrum bei seiner jetzigen Haltung, dann dürften die Deutschnattonalen endgültig um den erwarteten Preis be- trogen sein. Sie dürfen alle Kräfte entfalten, die so lang« brach liegen mußten. Man fühlt es deutlich: sie sind nicht mehr verwachsen, unterernährt, pockennarbig,— nein, vollwertige Menschen sind sie,— Mütter in dieses Wortes schönster Bedeutung. Und ich freue mich an ihrem Glück und studiere voller Behagen das Wunder, das mit ihnen vorgegangen. Lieb«, welche Zauberin du bist!--- Große Ireuöe ist uns wiöerfahren. „Ra". sagte mein deusichnationaler Bekannter,„jetzt wird's ja wieder besser werden."„So", fragte ich,„werden die Deuttch- nationalen nun doch noch annehmen?"„Quatsch, wer spricht denn von annehmen? Die Dawes-— er sagte D a w c s— Gesetze müssen wir natürlich ablehnen. Das ist ja auch alles Nebensache. Menschenskindl— feinem Zahngehege entsprang ein förmlicher Iuchzer— die Herbstmanöver kommen wieder. Am 1. September fangen sie schon an. Glauben Sie jetzt, daß es wieder vorwärts geht?" Er warf sich m die Brust. Ich war erstaunt und glaubte erst an einen sehr verspäteten Aprilscherz, aber die leuchtenden Augen und das vor Wonne ftrah- lende Gesicht meines Bekannten machten mich doch stutzig. Er fühlte sich anscheinend sicher. Bescheiden fragte ich, wozu wir denn eigcnt- lieh Manöver gebrauchen; ob etwa wieder ein neuer Schlachtplan, Patent Lindström, ausgeprobt werden soll. Naeh meiner Meinung hätten wir doch davon geradezu genug. Er würdigt« mich keiner Antwort, sondern reicht« mir nur sein Leib- und Magenblatt, den „Berliner Lokal-Anzeiger". Da steht's drin, schwarz aus weiß, daß in der Neumark d.« Herbstmonöver stattfinden werden.,„Die Freude der Bewohner ist sehr groß. Die Gewerbetreibenden hoffen auf eine Verbesserung ihrer allzu winzigen Einnahmen durch die Truppen und Zusehauer. Die Landwirte nehmen die Unannehmlichkeiten des Flurschadens gern auf sich, weil ihre Traditionskompagnien teilnehmen an den Manövern aus den historischen Kampfplätzen usw. usw." Ach so, dachte ich, aus di« Luke pfeift der Wind.„Hören Sie mal," sagte ich,„das ist doch aber paradox. Auf arm« Kartoffel- stoppler wird geschossen, und mit dem Flurschaden durch die Truppen sind die Landwirte einverstanden! Was meinen Sie denn dazu?" Cr sagte erst gar nichts, dann aber meint« er das fei doch etwas ganz anderes. Darauf trennten wir uns. Mir will es aber nicht aus dem Kopf und Ich find« es sogar noch viel paradoxer, daß ausgerechnet jetzt, wo Deutschland ersten» absolut kein Geld hat, um kulturelle Ausgaben zu erfüllen, und zweitens, wo es um Deutschlands Sein oder Nichtsein geht, große Herbstmanöver stattfinden sollen, um den Gewerbetreibenden der Neumart die„allzu winzigen Einnahmen zu erhöhen" und um den Landwirten ihre„Tradltionskompagnien" im kriegerischen Spiel, das durch das Geld der arbeitenden Bevölkerung bezahlt wird, in Freiheit vorzuführen. Wirklich,«ine große Freude ist uns widerfahren. K. S. Das Refldenzlheaker wird nach vollständiger Renovierung unter der Direktion Felix Reinhardt am Donnerstag, den 11. d. M., mit der Berlincr Posse„Die vier Schlaumeier-, von Dr. Decker und Rich. Bar», Mussl von Walter W. Goctzc, eröffnet. Die ürei alten Mäöchen. Von H. Wega. Schon vor einem Jahr begann die Veränderung. Damals, als ich ste nach ihrem Mieter fragte. Das übliche Tagesgespräch, seit jeder dritte Mensch, durch die Verhältnisse gezwungen, aus seiner Wohnung Nutzen zu ziehen versucht. Und meistens wirkt dies« Frage wie ein Sttch ins Wespennest. Man ergeht sich in Klagen.. Schimpfworteu, die noch wütender werden, wenn der Mieter eine Mieterin oder gar„ein Ehepaar mit Kiichenbenutzimg" ist. Die wenigsten Menschen sind diesem engen Zusammenleben, das von beiden Seiten Takt und Nachgicbigkett erfordert, gewachsen. Aber meine drei alten Mädchen, die bisher ein« etwas säuerliche Verbitterung zur Schau getragen hatten, sahen sich bei dieser meiner Frage verständnisinnig an und lächelten mild,— mild, beinahe mütterlich. „Reizend ist unser Herr!" „Ein so feines, liebes Menschenkind I" „Wir leben ordentlich auf, seit wir ihn im Haus haben!" Di« Antworten überstürzten sich förmlich, und ein Abglanz dessen, was sie von ihrem Mieter Gutes sagten, lag auf den drei blassen, reizlosen Gesichtern. Viel Sonne mochten sie nicht kennengelernt haben m ihrem Leben. Die eine verwachsen, die andre sehr klein und viel krank, die dritte mit Blatternarben im Gesicht, verfügten sie wohl über keine einzige liebe Erinnerung, die geeignet gewesen wäre, ihr späteres Leben niit Wärme zu durchstrahlen. Ich kannte sie als Besitzer des Nachbarhauses seit 18 Jahren und hatte ein Hühneroerhältnis mit ihnen, d. h.. ich sammelte unsre Reste für ihre Hühner, was mir eine gewisse Anhänglichkeit ihrerseits eintrug. Die Mutter war ihnen früh gestorben, dann hatten sie dem Vater gemeinsam die Wirtschast geführt, bis auch dieser kurz vor dem Krieg starb und ihnen gerade in der schlimmsten Zeit die Verwaltung des Hauses aufzwang. Aengsttich und kurzsichtig, ohne praktischen und wirtschaftlichen Heb erblich wie die Mädchen früher erzogen wurden, zeigten sie sich ihrer schweren Aufgabe nicht gewachsen. Sie ließen das Haus verkom- men, als es noch nicht nötig war, und lebten daher in ständiger Feindschaft mit den Mietern. Während der Inflationszeit mußten sie die Segel streichen und ihr Haus an irgendeine ausländische Ge- sellschaft verschleudern, die ihnen nicht einmal die Verwaltung belieh, weil die Mieter sich dagegen sträubten. Seitdem sah man sie noch kümmerlicher, noch verbitterter einhergehen als sonst. Alle Möglich. keiten, sich über Wasser zu halten, wurden ausgenützt, und trotzdem stcrnden ihnen oft Hunger und Not auf den welken Gesichtern ge- schieben. Zuletzt griffen sie zu dem Allheilmittel und vermieteten dos beste Zimmer an einen gutzahlenden Herrn. Und, wie gesagt, das Mittel schien einzuschlagen. Traf man die Verwachsene, die die Wirtschaft besorgte� während die andern beiden schneiderten und Wäsche nähten, beim Schlächter, so holte sie mit strahlendem Gesicht„ein Schweineschnitzel für unfern Herrn". Auch Bier wurde hin und wieder mit liebevoller Fürsorge ins Haus getragen, das sicher nicht auf ihren Tisch kam, und der Marktkorb quoll über von allerhand guten Sachen, die er lange nicht gesehen hatte. „Geben Sie Ihrem Mieter denn Pension?" fragte ich einmal die Kleine bei der üblichen Hühnerfuttcrabgabe. „Ja, denken Sie,"— mit einem glücklichen Leuchten in den tief- liegenden Augen,—„er hat uns gebeten, für ihn mitzukochen. Er ist doch aus dem besetzten Gebiet, hat eine junge Frau zu Hause und kann sich an das Restaurationsessen nicht mehr gewöhnen. Wir sorgen auch für seine Wäsche usw. Er ist ein zu netter Mensch!" Der Glückliche! Ich stellte mir vor, wie diese drei alten Mädchen- herzen alle Liebe, die sie in einem einsamen Leben aufgespeichert hatten, über ihn ausschütteten, ihn mit selbstloser Fürsorge umgaben, ohne etwas andres zu verlangen, als daß er eben mit seiner jungen Männlichkeit ihr leeres Haus erfüllt«.— Seit einiger Zeit Höne ich auf dem Balkon, der zu dem abver« mieteten besten Zimmer gehört, Kinderjauchzen und sehe hin und wieder verdächtige kleine Wäsche hängen. „Nanu", frage ich meine drei alten Mädchen, die im letzten Jahr zusehends jünger geworden sind,„ist der Klapperftorch bei euch eingekehrt?" Wieder geht ein verschämtes glückliches Lächeln von der einen zur andern. «Er hat doch feine Frau nachkommen lassen, unser Herr!" „Das konnten wir schließlich nicht ablehnen nach einem Jahr!" „Und d-s Kind ist so süß!" „Ist es auch,— lieb und süß!" pflichteten die beiden andern eifrig bei. „Aber die Arbeit, die Sie damit haben, die Kinderwösche, die Kocherei, das Geschrei—" Da kam ich jedoch schlecht an bei meinen dreien, in denen die Mütterlichkeit voll erwacht schien. „Unser Kind schreit nicht!" „Unser Kind macht keine Arbeit!" „Und das bißchen Wäsche,— na!"— Wieder habe ich Gelegenheit, die Glücklichen zu beneiden, die aus der durch Jahrzehnte aufgespeicherten Mütterlichkett der drei alten Mädchen Nutzen ziehen dürfen. Di« junge heitere und leben«. lustige Frau hat es äußerst bequem. Sie kann fortgehen, so viel sie will. Ihr Kind ist immer in bester Hut. Die Kleine sährt den Kinder- wagen, die Blatternarbige sitzt stundenlang mit ihrer Näharbeit auf dem Balkon und wacht über dem Säugling. Und die Verwachsene sah ich neulich heimgehen mit einem Luftballon um die Hand ge- wickelt, den sie stolz für„unser Kind" erstanden hatte. Dabei diese frohen, vielleicht zum erstenmal jungen Gesichter! Der Stempel, der ihr einsames, liebeleeres Leben ihnen aufdrückte, ist verschwunden. Martin Spahn als Dolchstößler. 11 Professor Dr. Martin Spahn, Dozent an der Kölner Hochschule, veröffentlichte im Gewissen" einen Artikel, in dem er der Reichsregierung u. a. vorwirft, daß fie in London Tauschgeschäfte getrieben, Fiasko erlitten und von den ausgewiesenen Beamten Selbstprostitution verlangt habe. Er stellte das völlige Bersagen der deutschen Unterhändler fest. Werde die Deutschnationale Partei in Sachen des Gutachtens nach giebig, so sei es auf absehbare Zeit um die nationale Bewegung geschehen. Demgegenüber stellt Herr Prof. Dr. Martin Spahn fest, daß durch den Ausfall der Wahlen vom 4. Mai die Voraussetzungen für den Widerstand gegen den neuen Unterwerfungsaft der Parlamentarier" gegeben seien, und er folgert daraus: „ Die Männer, die als Gegner der Regierung gewählt worden find, weil dem Bolle der Warnungsruf des schon dem Tode geweihten Helfferich vom Zweiten Bersailles in den Ohren gellte, sind verpflichtet, die Londoner Abmachungen ab zulehnen und es dem Volte zu überlassen, ob es feine Haltung ändern will, wenn es von der Regierung noch einmal deshalb befragt wird." So dieser Dr. Martin Spahn im Gewissen" vom 25. August. Genau derselbe Martin Spahn ist Reichstagsabgeordneter und Mitglied der deutschnationalen Frattion. Am 29. August, nur vier Tage nach Erscheinen dieser Ausführungen, hat dieser Spahn an den entscheidenden Abstimmungen teilgenommen. Er einer jener 49 deutschnationalen Reden, die durch ihr " Ja" das zweite Versailles" rechtsgültig werden ließen, und hat damit, wie er selbst sagt, der nationalen Bewegung das Grab gegraben. Verbraucherorganisationen und Zollpolitik. Der Zentralverband deutscher Konsumvereine zur d Zollvorlage. Die„ Konsumgenossenschaftliche Korrespondenz" schreibt: Der Reichstag hat die Durchführungsgesetze zum Londoner Abfommen angenommen, seine schon bevorstehende Auflösung dadurch vermieden und zugleich den Weg zu den neuen Nahrungsmittelzöllen offengelassen. Der Entwurf des Gefezes über 3ölle und Umsatzsteuern ist dem Reichstage zugestellt worden mit der Absicht, ihn noch in dieser Sigungsperiode verabschieden zu lassen. Es war unverkennbar, daß die Eile, mit der die Reichsregierung das Gesetz zur weiteren indirekten Besteuerung und Belastung der Verbraucher und zur Fortführung des schreienden Unrechts an den Genossenschaften vor den Reichstag brachte, in engstem Zusammenhange mit der bevorstehenden Abstimmung über die Reparationsgesetze steht. Niemand konnte sich des Eindrucks entziehen, daß die 3oll und die Umsatzsteuervorlage mit ihrer für die deutsche Verbraucherschaft weitestreichenden Bedeutung gewisser maßen als Handels- oder Tauschobjekt denjenigen schnell dargeboten werde, die mit ihrer Haltung die Annahme der Durch führungsgesetze in Frage gestellt, aber nach dem neuen Schutzoll geschrien haben. Nun ist der Weg dazu wirklich freigeworden. Die Stellungnahme des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine zu den Bestrebungen auf Beseitigung der Einfuhrerleichterungen zur Erhöhung der Preise für inländisches Vieh und Fleisch ist in den Entschließungen des Genossenschaftstages in Ulm zum Ausdruck gebracht, der auch gegen die Ein führung neuer 3ölle und die Infraftfehung bzw. Erhöhung der bevorstehenden Schutzölle Protest erhoben hat, weil die Erhebung von Schutzöllen die Kauftraft des Arbeitslohnes und des Beamtengehaltes vermindert, den Mißbrauch der wirtschaftlichen Macht der Kartelle und Syndikate fördert, die inländischen Produktionskosten erhöht, die deutsche Wirtschaft in ihrem Wettbewerb auf den ausländischen Märkten schwächt und den von der Reichsregierung erstrebten Wiederaufbau unserer Volkswirtschaft erschwert. Der Genossenschaftstag forderte daher, daß Reichsregierung und Reichstag an die Stelle des Zollschutzsystems eine nach freihändlerischen Grundsägen orientierte Handelsvertragspolitit setzen. Aber die Haltung des deutschnationalen Professors mit dem deutschvölfischen Anstrich ist nicht überraschend. Herr Spahn ist stets einer jener Chauvinisten gewesen, die das Maul entfeßlich weit aufreißen, folange sie weit vom Schuß sigen, und die im entscheidenden Augenblic schneller zusammentlappen als ein Patenttaschenmesser. Herr Spahn hat als einer der ersten deutschen Dozenten der Straßburger Universität den Rücken gedreht, sobald die Lage sengerich wurde. Das hinderte ihn allerdings nicht, sich später in einer mehr als aufdringlichen Ganz zweifelsfrei und jedem mitverantwortlichen Gesetzmacher Art als den Hüter der Interessen der besetzten Gebiete auszu- leicht zugänglich gewesen ist ferner die Stellungnahme der Ron geben. Er wurde Dozent an der Kölner Hochschule. fumgenossenschaften zur Umsatzsteuer. Auch dazu hat Aber schon vor dem Ruhrkonflikt zog er es vor, fich feitswärts der Genossenschaftstag in Ulm völlig eindeutig und jedem, der lesen in die Büsche zu schlagen. Von der Berliner Etappe und hören kann, die Meinung und den Willen unserer Genossen aus hetzte er dann zum Befreiungskrieg. An der Kölner Hochschaften flargemacht. Der Genossenschaftstag sprach seine Entrüftung schule erregte diese seine Pflichten als Hochschullehrer ver- darüber aus, daß die Befreiung der Genossenschaften legende Flucht böses Blut, und da er trop wiederholter Mah- von der Umfassteuer noch immer nicht erfolgt sei. Bum nungen nicht zu bewegen war, feinen Wohnfig aus der tiefsten wiederholten Male ist in jener Entschließung auf die ernstlich unEtappe in die Feuerlinie zurückzuverlegen, sperrte ihm die bestreitbare Tatsache verwiesen worden, daß die Erhebung einer Hochschule Köln das Gehalt. Umsatzsteuer von den Genossenschaften, insbesondere von den Ronfumvereinen, eine durchaus ungerechte Doppelbesteue rung ist, da die Abgabe der Waren an die Mitglieder der Genossenschaften weder juristisch noch wirtschaftlich einen Umsatz im Sinne des Gefeßes darstellt. Von der Reichsregierung und von dem Reichs. tage wurde mit allem Nachdruck die Aufhebung dieser, die Geneffenschaften zu Unrecht belastenden Steuer verlangt, um so mehr, als fich im Reichswirtschaftsrate der Finanzpolitische Ausschuß im Dezember 1923 miederholt für die Aufhebung ausgesprochen hat. Hätte Herr Spahn einen Funken von Anstandsgefühl im Leibe, so hätte er aus der Maßregelung seine Schlußfolgerungen ziehen müssen. Aber weit gefehlt. Er zog es nach Art der Seißer, Kahr und Böhner vor, sich durch die ganz unvers ständliche Entscheidung einer höheren Instanz sein Gehalt auch weiter sichern zu lassen. Den Hang zur Futterfrippe nennt man das wohl in deutschnationaler Mundart. Diesem Berhalten entspricht durchaus seine Haltung bei der Entscheidung über die Dames- Gesetze. Seine Mannen putscht Der Genossenschaftstag hat ferner, worauf hier nochmals nacher bis zum letzten Augenblick in unverantwortlichster Weise drücklichst hingewiesen sein mag, schon im Juni d. I. feine Stimme gegen die Reichsregierung auf, er selbst stimmt im entscheiden gegen die feither noch lauter gewordene Absicht erhoben, die Umsatzden Augenblick für die Reichsregierung, um fein gefährsteuer nicht mehr allgemein, fondern nur einmal, nämlich beim detes Reichstagsmandat zu retten. Den deutsch- legten Verteiler, also bei den Konsumgenossenschaften und nationalen Anhängern Spahns ist zwar manches zuzutrauen, den Kleinhändlern, zu erheben. Auch dazu hat der Genossenschaftstag aber anzunehmen, daß sie diese Gesinnungslumperei mitmachen, des Zentralverbandes die sichtbaren Benachteiligungen, felbft die des hieße sie selbst für Gesinnungslumpen erklären. Reiches, gebührend hervorgehoben. Der Dank der befehten Gebiete. Nach Annahme der Gefeß entwürfe zum Eachverständigengutachten im Reichstag ist beim Reichskanzler eine große Anzahl von Telegrammen eingegangen, in denen der Reichsregierung der Dant für ihrer zielbewußte und energifche Politit ausgesprochen wird. Das Klima der Venus. Nicht nur der Mars bot in diesem Sommer besonders günstige Gelegenheit zur Beobachtung, sondern auch die Venus war als Abendstern vom Februar bis Juni außerordentlich gut sichtbar und Deshalb haben viele Himmelsforscher das schöne Gestirn der Liebesgöttin eingehend beobachtet, um die mannigfachen Rätsel zu lösen, die auch diese Schwesterwelt uns noch immer aufgibt. Das Glüd war den Beobachtern holder als beim Mars, und es sind eine ganze Reihe neuer Tatsachen festgestellt worden, über die Mar Balier in der Leipziger Illustrierten Zeitung"_Lerichtet. Diesmal ist es in Amerita gelungen, Messungen auszuführen, die das Rätsel der Benus- Umdrehung aufklären. Man stellte fest, daß die uns zunächst sichtbare Oberfläche des Sterns in zwanzig Tagen einmal umschwingt. Gleichzeitig aber erkannte man, daß diefe hellstrahlende Fläche nicht den wahren Boden der Benus vor stellt, sondern nur eine Wolkenschicht ist, die den Benustern in einer Höhe von 100 Kilometer umgibt. Diese Wolfenschicht besitzt natürlich eine andere Umschwungszeit als die Venus selbst, gerade fo, wie die Erde sich zwar in 23 Stunden 56 Minuten um ihre Achse breht, die beim Ausbruch des Krakatau in mehr als 80 Kilometer Höhe emporgeschleuderten vulkanischen Aschen aber 14 Tage zu einem Umschwung um die Erdachse brauchten. Die Messungen des ameri fanischen Mount- Wilson- Observatoriums beweisen also nichts gegen die europäischen Messungen, die die Benusachsendrehung mit 23 Stunden 56 Minuten bestimmt haben. Die Benus braucht also dieselbe Zeit für ihre Rotation um die eigene Achse mie die Erde. Besonders interessant ist, was man über das Klima der Venus herausbekommen zu haben glaubt. Wenn man bedenkt, daß die Verus wegen ihrer größeren Nähe bei der Sonne etwa die doppelte Licht und Wärmeftrahlung wie die Erde empfängt, fo tommt man zu der Ansicht, daß die Venus ein viel wärmeres Klima aufweist als die Erde. Die Bildung der so hochschwebenden, den Benusball mit einem dichten Schleier verhüllenden Wolkenschicht näre dann aus der erhöhten Wasserverdampfung zu erklären. In Amerika glaubt man daher, daß die Venus ein Klima besitzt, das durch eine mittlere Jahrestemperatur von plus 82 Grad Celsius am Berus- Aequator und eine solche von minus 17 Grad Celsius an den Benuspolen gekennzeichnet ist. Danach wäre die Benus bewohnbar und könnte mit Ausnahme der Pole ein üppiges tropisches Pflanzen- und Tierleben aufweisen. Dem stelt freilich die Anschauung der Eiszeitlehre gegenüber nach der die ganze Benustrujte ein Panzer schwimmenden Eises ist. Der Revue in der Komischen Oper ist in unserem gestrigen Bericht bitteres Unrecht geschehen: sie dauerte nicht nur bis 1, 12, sondern bis 11 Uhr. Der von uns vorgeschlagene Titel„ Das Gastmahl des Trimalcio" ( nicht: Trinalchis), ist nicht, wie Anfragen von Revueunternehmern an nehmen, eine Erfindung von uns, für die wir Urheberrechte bergeben tönnten. So heißt ein satirischer Roman aus dem römischen Schlemmer leben, der eine treffliche Parallele zu der heutigen Unkultur darstellt. Da er vor 1800 Jahren und mehr geschrieben wurde, kann ihn jeder benutzen. Latein braucht man auch nicht zu fönnen. Denn er ist bei Reclam in der ausgezeichneten Ueberlegung von Heinse zu haben. Die Erschließung von Nowaja Semija. Die lange vorbereitete ruffliche Expedition zur genauen Erforschung der Insel Nowaja Semlja und Fest stellung ihrer natürlichen Reichtümer und deren Ausnukungsmöglichkeiten ist nun von Archangelst aufgebrochen. Die Expedition, welcher der Dampfer " Juschat" zur Verfügung steht, wird vom Professor Matusjewitsch geleitet. Wenn nunmehr die miteinander verfoppelten Dinge, die Zollund die Umsatzsteuervorlage, den Bertretern des Boltes im Reichstage zur Entscheidung vorliegen, so sollen und müssen sie wissen, wie die Konsumvereine des Zentralverbandes mit ihren mindestens 12 Millionen Verbrauchern zu den Gesezentwürfen stehen, die jetzt vor das Forum des Reichsparlaments gebracht worden sind. Und immer noch Schutzölle? Wenn irgend etwas, so straft die Entwicklung der Getreides preise in den letzten zwei Monaten die Zollforderungen der Agrarier Lügen. Die Weizenpreise sind an den deutscher Börsen in dieser Zeit um 50 Broz. in die Höhe gegangen, alle Getreidepreise liegen jetzt über dem Borkriegsstand! Obwohl wir also feine Schutzölle haben, ist der Erlös der Landwirtschaft aus Getreide größer als in der Zeit der Schuzzollära vor dem Kriege. 31. Folgende Breise wurden an der Börse notiert: Amtliche Produktenpreise in Goldmark je Tonne. Weizen Roggen Hafer Sommergerite 189-144 127-134 187-143 170-176 . 1. Juli 185-190 1. September. 208-213 Borkriegspreife 198,8 Durchschn. 1913 *) Braugerfte. 164,4 124-134 188-147 147-153 162-171 159-160 205-216 162,2 192,8*) Die Entwicklung ist eine zwangsläufige, nachdem man durch Beseitigung der Ausfuhrsperre die Inlands. an die Weltmarktpreise herangebracht hat. Auffallend ist der hohe Preisstand von deutschem Weizen, da über die Qualität des Weizens aus neuer Ernte vielfach Klage geführt wird. Was sagt die Agrarpreffe zu dieser Bewegung? Sie fchreit, als ob nichts passiert wäre. admin Und die Regierung? Mit einer selbst für berufsmäßige Repetitoren, die einmal Eingepauftes vortragen, bemerkenswerten Monotonie hat Graf Kanik soeben die feit jetzt 50 Jahren bestrit tenen Argumenten der Schutzöllner den Bauernvereinen des Rheinlandes vorgetragen. Neues hat er nicht zu fagen gewußt. Aber das Studium der Getreidepreise scheint ja heute für einen Ernährungsminister überflüssig zu sein. Sonst hätte er die Zollvorlage zurückziehen müssen, weil die zu ihrer Begründung herangezogenen Momente inzwischen hinfällig geworden find. Um so mehr hat die Arbeiterschaft, haben ihre Vertreter im Parlament Beranlassung, auf das schreiende Unrecht hinzuweisen, das hier unter Verfälschung eines einfachen Tatbestandes den breiten Massen zugefügt werden soll. Wir protestieren mit allem Nachorud gegen diese allen Begriffen ordnungsgemäßer Amtsführung hohnsprechende Behand Lung einer Frage, die für die Lebenshaltung der breiben Massen und für die industrielle Produktionsfähigteit Deutschlands von entscheidender Bedeutung ist. Schwarz- Rot- Gold im befehten Gebiet. Am Sonntag wurde die erste Kameradichait des Reichsbanners Schwarz- Not Gold im bejegten Gebiet und zwar in Gelsenkirchen vereidigt. Nachmittags fand eine republikanische Kundgebung statt, bei der die Absendung eines Telegramms an den Reichspräsidenten beschlossen wurde. Die Gütertarife werden herabgesetzt. Ein Beschluß des Reichskabinetts. fich Das Reichskabinett sprach sich in seiner gestrigen Sigung für eine allgemeine Herabsehung der Gütertarife der deutschen Reichsbahn aus. Einzelheiten der Herabsetzung sind späterer Beschlußfassung vorbehalten worden. Das Reichskabinett beschloß weiter, das Reichsfommissariat für Aus- und Einfuhrbewilligungen vorläufig bis zum 31. Dezember d. J. fortbestehen zu lassen und trat dann in die Beratung des Entwurfs eines allgemeinen deutschen Strafgesetzbuches ein. Vorzeitige Einberufung des Reichstags: Bd3. meldet: Die Einberufung des Reichstages erst zum 15. Oftober steht noch nicht fest. Von der Regierung ist vielmehr nach dem Scheitern der ersten Lesung der Schußzzollvorlage gewünscht worden, diese Borlage zu einem früheren Termin zu beraten, da die Regierung für etwa notwendig werdende handels- und wirtschaftspolitische Verhandlungen freie Hand haben muß. Es ist daher durchaus mit einer Einberufung des Reichstages für Ende September oder Anfang Oktober zu rechnen. Landtagsbeginn in Thüringen. Weimar, 1. September.( Eigener Drahtbericht.) Auf Antrag der Sozialdemokraten und Kommunisten tritt der Thüringische Landtag, der seine Beratungen erst Ende September aufnehmen sollte, schon am tommenden Freitag zusammen. Gegenstand der Besprechung wird die Haltung der Thüringischen Regierung zum Sachverständigen gutachten sein. Die Genfer Tagung. Genf, 1. September.( Eigener Drahtbericht.) In der Nachmittagsfizung, deren Eröffnung furz nach 4 Uhr erfolgte, wurde zunächst der schweizerische Bundesrat Motta mit 45 von insgesamt 47 Stimmen zum Präsidenten der fünften Völkerbundstagung ge= wählt. Das ist die größte Stimmenzahl, die bisher für einen Bräsidenten der Bölkerbundstagungen abgegeben wurde. Motta nahm die Wahl mit Dank für eine Auszeichnung, die seinem Lande geite, an und führte aus: Der Unterschied zwischen dem Völkerbund von 1919 und dem Völkerbund von heute ist auffallend. Der Friedenswille fängt an in Europa mächtig zu werden, der Völkerbund hat fein Bestes dazu getan. Es darf in Zukunft nicht mehr Sieger und Besiegte geben. Dem Schiedsgerichtsgedanken gehört die Zukunft. Unsere Kinder werden einst in der Atmosphäre der Ruhe und Sicherheit leben, wenn wir unsere Pflicht tun. Der Bälterbund muß der Mittelpunkt der europäischen Solidarität werden.( Fortgesetter langanhaltender Beifall der ganzen Bersammlung.) Die Versammlung setzte dann sechs Kommissionen ein, die die wirtschaftlichen, finanziellen, sozialen, technischen, politischen und die Abrüftungsfragen prüfen soll. Die Kommissionen werden am Dienstagvormittag zum erstenmal zusammentreten, um die Tagesordnung und die Wahl ihrer Vorsitzenden vorzunehmen. Am Mittwoch wird die Bersammlung den Rechenschaftsbericht des Sekretariats und des Rates entgegennehmen. Das Abrüstungsproblem. Genf, 1. September.( WTB.) Die Kommentare in den Kreifen der Bölterbundsversammlung zu den Vorgängen am heutigen Ec öffnungstage verweisen besonders auf die Stelle in der Rede ymans, die die Frage der Sicherheit behandelt und die den Bölferbund deutlich als das für die Lösung zuständige Drgan bezeichnete. Man hat der Tatsache eine bestimmte Bedeutung beigemessen, daß der Präsident des Rates und Belgiens Außenminister gleid) bei Beginn der Verhandlungen die Frage in das vollste Licht rückten, die allgemein mit dem Eintreffen Herriots und Macdonalds in Busammenhang gebracht wird und die wahrscheinlich die gesamte Debatte über den Garantie patt beherrschen wird. Nicht unbemerkt blieb andererseits, daß der schweize rische Bundesrat Motta in seiner Präsidentenansprache das Problem der Abrüstung, von dem auch Hymans ausging, sogleich eng mit dem Problem des Schiedsverfahrens verknüpfte, indem er erflärte, daß von dem Grundsatz des obligatorischen Schiedsverfahrens, der in London einen neuen Aufschwung erfahren habe, auch auf das engste die Frage der militärischen Abrüstung und das Schicksal eines Rechtsfriedens abhänge. Besonderes Interesse bringt man in verschiedenen Kreisen auch dem von der in Genf weilenden amerikanischen Gruppe: General Bliß, General Harbord, dem früheren Unterstaatssekretär im Kriegsministerium Keppel, Shotwel usw. vor einigen Monaten dem Bölkerbund überreichten Projett eines Bertrages für Abrüstung und Sicherheit entgegen, das dem Schieds spruch des Internationalen Ständigen Gerichtshofes entscheidende Befugnisse beimißt, so vor allem bei der Feststellung des angreifenden Staates, die im Garantiepaftprojekt des Bölkerbundes, der von den meisten Staaten abgelehnt wird, dem Bölferbundsrat überlassen wird. Nach einer Meldung der Tribune de Genève" soll der ameri fanische Plan sogar Gegenstand von Unterhandlungen sein, die gegenwärtig Shotwel in Lyon mit dem französischen Miniftenpräsidenten Herriot auf Grund vorheriger telephonischer Fühlungnahme führt. Das Blatt will gleichzeitig wiffen, daß auch Macdonald vor seiner Ankunft in Genf in Lyon mit Herriot zusammentreffen wird. In den Kreisen des Bölterbundsekretariats in Genf ist jedoch von derartigen Plänen nichts bekannt. Die französische Delegation. Paris, 1. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Berteilung der Mitglieder der franzöfifchen Delegation zur Bölkerbundstagung in Genf für die einzelnen Kommissionen soll nach internen Beschlüffen wie folgt vorgenommen werden: Briand wird der juristischen Kommission angehören, Loucheur und George Bonnet werden Mitglieder der Kommission für technische, wirtschaftliche und finanzielle Fragen, Paul Boncour, Jouvenel, Jouhaug Mitglieder der Rom mission für die Sicherheit und Abrüstung. In die Kommission für das Budget des Nöllerbundes foll Revillaud, in die für soziale und humanitäre Fragen werden Garraut und Scelle delegiert. Jouvenel und Bonnet werden außerdem noch der politischen Kommission angehören, die auch die Zulassung von Staaten zum Bölkerbund zu bearbeiten hat. Die große Säge. Wien, 1. September.( WTB.) Wie die Note Fahne" meldet, ist der Führer und Begründer der kommunistischen Partei in Desterreich, Karl Tomann, auf einstimmigen Beschluß des tommuniſtiſchen Parteivorstandes wegen schweren Disziplinbruches und unproletarischen Verhaltens" aus der kommu niftischen Partei Defterreichs ausgeschlossen werden. nügend starte Zentralinstanz vorhanden gewesen wäre. Der zu| Beamtenräte gewinnt auch der Rampf um ein wirtsames Gewerkschaftsbewegung diefem 3med eingefehte Gewerkschaftsgeneralrat sei bislang an den Beamtenrätegeset neues Leben, denn den Beamtenräten Das Unrecht des Abbaues. Man schreibt uns: Seit Bestehen der Personalabbauverordnung JAV.) vom 27. Oktober 1923 ist für die Arbeitnehmer der öffent lichen Betriebe und Berwaltungen ein Zustand der Rechtsunsicherheit entstanden, der durch das Verhalten der Regierung sowohl, als auch der bürgerlichen Parteien im Reichstag ein Dauerzustand zu werden droht. Bekanntlich wurde durch Artikel 16 der PAV. die Verordnung vom 12. 2. 20. über die Einstellung und Entlassung von Arbeitern und Angestellten und der§ 84 Ziffer 4 des BRG. außer Kraft gesetzt. Durch die Aufhebung dieser früheren Verordnung wurde den Behörden für die Auswahl der zu fündigenden Personen eine Bewegungsfreiheit eingeräumt, bie einer schrankenlosen Willkür Tür und Tor öffnete. Das damit auch gerechnet worden ist, beweist die gleich zeitige Aufhebung des§ 84 Ziffer 4 des BRG. Dadurch wurde nämlich den Arbeitnehmern der Beschwerdeweg zur Be. triebsvertretung versperrt und gleichzeitig wurde in Berfolg dieser Beschränkung den Arbeitsgerichten die Möglichkeit genommen, in Fällen ungerechtfertigter Entlaffung Recht zu sprechen. Diese Entziehung des arbeitsrechtlichen Schuhes erstreckt sich nun nicht etwa nur auf Arbeitnehmer, die auf Grund des Abbaues zur Entlassung fommen, sondern auch auf solche, die aus persönlichen oder sonstigen fachlichen Scheingründen entlassen werden. Daraus ergibt sich natürlich, daß fämtliche Arbeit nehmer in den Reichs, Staats- und Kommunal. betrieben Freiwild geworden sind für die abbauwütenden Beamten. Die Braris hat ja dann auch gezeigt, daß die Beseitigung des Einspruchsrechtes lediglich ein Mittel war, fich miglie= biger Personen leichter zu entledigen. Ganz beson= beren Wert scheint man aber darauf gelegt zu haben, den gefeh lichen Schuh der Betriebsvertretungen auf möglichst legalem Wege zu beseitigen. Nach der Auffassung des Reichsfinanzministers stellt die PAB. eine gefehliche Verpflichtung im Sinne des§ 96 Abs. 2. Ziffer 1 BRG. dar, so daß dann für die Kündigung eines Betriebsratsmitgliedes die Zustimmung des Betriebsrates gemäß§ 96 Abs. 1 nicht mehr eingeholt zu werden brauchte. Diese Auffaffung war allerdings bei der Reichsregierung nicht allgemein, denn der Reichs arbeitsminister entschied noch im Januar dieses Jahres anläßlich eines solchen Streitfalles, daß von einer zwingenden gefeßlichen Entlassungsvorschrift im Sinne des§ 96 Abf. 2 BRG. solange nicht bie Rede sein fann, als die PAV. allgemein Ausnahmen von der Bestimmung zuläßt, daß Angestellte zu entlassen sind und die zu Entlassenden nach gewiffen Richtlinien ausgewählt werden müssen. Scheinbar wird aber ein arbeitsrechtliches Gutachten Dom Reichsarbeitsminister im Reichsfinanz ministerinm nicht allzu hoch bewertet, denn vom RFM. wurden die Bestrebungen, den gesetzlichen Schuß der Betriebsvertretungen nicht wirksam werden zu lassen, fortgelegt. In Im. ,, Reichsbesoldungsblatt" wurden Gerichtsurteile abgebrudt vom Landgericht Kiel, Gewerbegericht Frankfurt a. M. und Landgericht I Berlin, welche die Auffassung des RFM. bestätigten. Entgegengefekt lautende Gerichtsurteile wurden natürlich nicht berüdfichtigt, so daß die nachgeordneten Dienststellen ganz einseitig orien tiert und beeinflußt wurden, natürlich zum Schaden der Betriebsratsmitglieder. Erst als das Oberlandesgericht in Siel in der Berufungsinstanz den Entlassungsschuß für Betriebsvertretungen trok PAV. anerkannte, bequemte man sich dazu, auch dieses Urteil den nachgeordneten Behörden durch Abdruck im Besoldungsblatt zur Kenntnis zu bringen. Damit war aber der Kampf gegen den Schutz der Betriebsräte noch nicht beendet, sondern nun griff man zu dem legten, aber entscheidenden Mittel, Revision beim Reichsgericht, und das erstrebte Ziel war erreicht. Das Reichs gericht hat das Urteil vom Oberlandesgericht in Kiel aufgehoben und entschieden, daß während der Dauer des Abbaues auch Mitglieder von Betriebsvertretungen ge kündigt werden können, ohne daß sie den Schuh des§ 96 in Anspruch nehmen können. Der dadurch geschaffene, vom RFM. ficher nicht ungewollte zu stand wird seine Wirkung nicht verfehlen, und wehe dem Betriebsrat, der jetzt noch mit der gleichen Intensität seinen gefeßlichen Ver pflichtungen nachzukommen versucht. Wenn man berücksichtigt, daß auch die Privatindustrie wiederholt Beranlassung genom men hat, Entlassungen in größerer Zahl vorzunehmen, und daß deren Arbeitnehmern und ihren Betriebsvertretungen die Entlassungsschutzbestimmungen des BRG. nach wie vor zur Seite ftehen, so erscheint die Maßnahme der Reichsregierung ge= radezu als ein Standal, in diesem Ausmaß die Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe rechtlos zu machen. Noch unverständlicher ist das Berhalten der bürgerlichen Parteien im Reichstag. Bei einer Ausschußberatung vor einigen Wochen Reichstag. Bei einer Ausschußberatung vor einigen Wochen wurde ein Antrag der Sozialdemokraten abgelehnt, durch den die Regierung gezwungen werden sollte, den Artikel 16 der PAB. wieder aufzuheben und dadurch das einmal begangene Unrecht wenigstens für die Zukunft wieder zu beseitigen. Auch wieder eine Quittung für diejenigen, welche am 4. Mai dieses Jahres den bürgerlichen Parteien glaubten Gefolgschaft leiften zu müssen. Trog alledem werden die Gewerkschaften mit aller Entschiedenheit ihren Einfluß weiter geltend machen, damit dieses Arbeits unrecht wieder beseitigt wird. Bon Regie rung und Reichstag wird verlangt, daß sie sich aus Gründen fozialer Gerechtigkeit dieser Forderung nicht länger verschließen. Der Gewerkschaftskongreß in Hull. Die Ill. berichtet: Der Gewerkschaftsfongreß in Hull, der am kontag eröffnet und am Sonntag mit einer Borfeier eingeleitet murde, ist ein Ereignis von beträchtlicher inner politischer Bedeutung für England. Die Times" beschäftigt sich mit dem Kongreß an leitender Stelle und bezeichnet die Wiederher stellung einer attionsfähigen 3entralautorität als die Hauptaufgabe der diesjährigen Tagung. Bisher habe die alljährliche Tagung zwar eine große Rolle als Instrument der Slimmungs- und Meinungsäußerung gespielt, aber seine Wirkung als Instrument der Erefutive wäre schwächlich gewesen, da keine geeinzelnen Unterorganisationen gescheitert. Alle diese Mängel sollen aber in dieser Tagung wenigstens versuchsweise abgeändert werden, was natürlich zweifellos eine Stärtung der gesamten Arbeiterbewegung bedeuten würde, nicht nur gegenüber dem Bürgertum, sondern auch andererseits gegenüber der von Moskau aus betriebenen attiven Propaganda. Ob man dieser Propaganda schließlich gewachsen sein wird, könne zweifelhaft erscheinen, wenn man sich Reden vergegenwärtige, wie die zur Eröffnung gehaltenen. Es fehlte zunächst nicht an dem erneuten Betenntnis zur Internationalität der Arbeiterklasse. Der Präsident Purell fagte in seiner einleitenden Ansprache: Der Rapitalismus fenne teine Grenzen und so müsse auch die Arbeiterklasse teine Grenzen anerkennen. Sie müsse ihre eigene infulare Lage zu vergessen fuchen. Bevor nicht die Arbeiterschaft diefe Ansicht gewonnen hätte, würden Projekte, wie der Dawes Bericht angenommen und durchgeführt werden, ohne daß sie etwas dazu tun könne. Ein anderer Redner sagte, daß der Sozialismus und die Gewerkschaftsbewegung mehr wolle als eine bloße Lohnzulage von ein paar Schillingen oder eine Arbeitsstundenverminderung um ein paar Stunden. Sie wolle den An= teil an dem Reichtum, der von der Arbeiterschaft produziert würde, für die Arbeiter geminnen. Bierzig Jahre lang habe er sich bemüht, seine Landsleute mit ihrem Schicksal unzufrieden zu machen, denn es könne ohne unzufriedenheit feinen Fort schritt geben. Er sprach sich endlich für die Nationali, fierung des Grund und Boden's aus. Der Kongreß hat eine reichhaltige Tagesordnung. Bon besonderer Bedeutung wird die politische Aussprache sein. Die fehlt es bis heute noch an ausreichenden Befugnissen, so daß auch der charaktervollste Beamtenrat an fruchtbarem Wirken für die Beamten und zum Nugen des Unternehmertums gehindert ist. Reichsbahnbeamtenschaft fann nur etwas erringen, wenn sie in enger geistiger Gemeinschaft mit den freigewerkschaftlich organisierten Arbeitern und Angestellten ihr Ziel verfolgt, wenn sie am 5. September der Idee der Einheitsorganisation zu einem neuen Siege, der eben angedeuteten Entwicklung zu einem weiteren Fortschritte verhilft. Gefahrengemeinschaften in der Erwerbslosenfürsorge. Auf Grund der Verordnung über Erwerbslosenfürsorge werden durch einen Erlaß des Ministers für Volkswohlfahrt Bestimmungen bekanntgegeben, denen der Amtliche Preußische Pressedienst folgendes entnimmt: Für die Erwerbslosenfürsorge werden mit Wirkung vom 1. September d. J. ab Gefahrengemeinschaften in Form von Ausgleichstassen gebildet. Bezirk der engeren Gefahrengemeinschaft ist jede Provinz, der weiteren Gemeinschaft das Die Verwaltung der engeren Gefahrengemeinganze Land. schaft wird den Provinzverwaltungen, der weiteren Gefahrengemeinschaft dem Preußischen Wohlfahrsministerium übertragen, bei dem hierfür ein besonderer Ausschuß gebildet wird. Dieser besteht aus dem Minister oder seinem Stellvertreter als Borsigenden und je zwei Arbeitgebern und Arbeitneh mern sowie je einem Bertreter der Stadt- und Landkreise und zwei Vertretern der Provinzialverwaltungen als Beisitzern. Die Festfegung der Beiträge erfolgt durch den Verwaltungsausschuß des Landesarbeitsamts für die Provinz Branden an die Landes- bzw. an die zuständige Provinzialausgleichstaffe abzuführen, der Rest von 2 Proz. verbleibt den Verwaltungsgemeinden der Arbeitsnachweise. Die Beamtenrätewahlen bei der Reichsbahn. Wie in der letzten Sonntagsnummer des„ Bormärts" bereits berichtet, gehen am Freitag diefer Bore" die Wahlenburg. Von dem Beitrag von 3 Prog. des Grundlohnes iſt je ½ Proz. Beamtenräte in den Dienststellen der Reichsbahn vor sich, bei den Reichsbahndirektionen und bei der Hauptver waltung. Hierzu mind uns geschrieben: Während der dreijährigen Amtsperiode der Beamtenräte hat die Gruppierung und Zusammensetzung der gewerkschaftlichen Organisationen der Reichsbeamten wesentliche Verände rungen erfahren. In diese Beit fällt die Gründung des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes, der freigewerkschaftlichen Spizenorganisation der Beamtenschaft, welcher der Deutsche Eisenbahnerverband und die Reichsgewertschaft Deutscher Eisenbahnbeamten angeschlossen sind. Die Gründung des AD B. hat den in ihrer Gefinnung der freigewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmerschaft naheftehenden Beamten einen geistigen Sammelpuntt gegeben und damit auch diese beiden Berbände einander innerlich näher gebracht. Die Entwicklung der letzten drei Jahre hat den Gedanken der Einheitsorganisation aller Beamten und Arbeiter der Reichsbahn wesentlich gefördert. Dieser Gedanke wird in gewertschaftlicher und organisatorischer Hinsicht tonsequent nur vom DEV. vertreten. Geistig aber reicht seine Wirkung weit über seine Grenzen hinaus. In mehreren Reichsbahndirektionsbezirken und vielen Dienststellen konnten gemeinsame Ciffen der RG. und des DEV. zu den benorstehenden Wahlen aufgestellt werden. Zur Wahl des Hauptbeamtenrats haben allerdings beide Verbände auch diesmal getrennie Liften eingereicht. Dennoch werden sich bei dieser Wahl muß sich zeigen, wie groß die Zahl derer ist, die sich durch ihre die Geister an dem Prinzip der Einheitsorganisation scheiden. Es Abstimmung zur Idee der Einheitsorganisation bekennen, und die Zahl der anderen, die, befangen in engen Standesvorstellungen, abseits vom lebendigen Strom der Bewegung der Arbeiter und Angestellten, ihren eigenbrötlerischen Weg gehen und dadurch die Kraft ber organisierten Beamtenfchaft schwächen. In richtiger Würdigung dieses Sinnes der bevorstehenden Wahlen hat der DEV. seine Liste mit dem Kennworth versehen. „ Einheitsorganisation DEV." Die von der anderen Seite angebahnte Zersplitterung hat be wirkt, daß schon bei diesen Wahlen zwei Listen von Organisationen eingereicht worden sind, die bei den letzten Beamtenrätewahlen nicht Absplitterungen bei der Aufstellung der Listen zu verhindern. eristierten. Nur mit Mühe ist es in jenem Lager gelungen, weitere Eine jener Großorganisationen", wie sie sich selbst bezeichnen, ist der Gewerkschaftsbund Deutscher Reichsbahnbeamten; seine Liste trägt das Kennwort„ Berufsbeamtenschuh". Als diese zum Deutsedm Bematenbund gehörende Großorganisation" entstanden war, verfügte der Reichsverkehrsminister durch eine Notiz in amtlichen Reichsverkehrsblatt", daß die Dienststellen die Gründung dieses Verbandes haben. in geeigneter Weise bekanntzugeben" Nicht weit von dieser Richtung entfernt steht eine zweite, infolge der Verwaschenheit ihrer been taum näher zu definierende Gruppe, die ihrer Liste zwar das Kennwort Deutscher Beamtenbund" verliehen hat, in der sich aber Elemente mischen, die miteinander und mit dem Deutschen Beamtenbund kaum noch etwas gemeinsam haben. Gegen dieses Schmarogertum richtet sich bei der Wahlbewegung der Kampf der freigewerkschaftlich organisierten Reichsbahnbeamten in erster Linie. Als fünfte Bewerberin um die Size in den Beamtenräten nimmt die christliche Gewert. schaft deutscher Eisenbahner an der Wahlbewegung teil. tung burch die bevorstehende Außerdem aber gewinnt die Wahlbewegung besondere BedeuUmwandlung der Reichsbahn Die Inanspruchnahme der Ausgleichskosser ist erst zu lässig, wenn von dem Arbeitsnachweis bzw. von der engeren Gefahrengemeinschaft mindestens zwei Wochen hindurch der höchste zulässige Beitrag erhoben worden ist. Diese Bestimmung ist auch die Boraussetzung für die Beihilfepflicht des Reichs und der Länder. Reichen die Mittel der Provinzialausgleichstaffe nicht aus, so ist Leits der Aufwendungen auf die Landesausgleichstasse an das con ihrer Verwaltung ein Artrag auf llebernahme des ungedeckten Preußische Wohlfahrtsministerium zu richten, das dem Antrag stattzugeben hat, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Mit dem Infrafttreten dieser Bestimmungen treten die bisher ge bildeten Gefahrengemeinschaften gleichfalls außer Kraft, unbeschadet der Abwicklung der bis zum 31. August d. J. entstandenen Ansprüche. Was Behörden einem Großbetrieb erlauben. Uns wird geschrieben: Die Firma Siemens u. Halste hatte beim Oberpräsidenten beantragt, einen Teil der Belegschaft Ses Blodwerks zu ent lassen. Von der zuständigen Gewerbebehörde wurde daraufhin ein Termin zweds Nachprüfung des Antrags anberaumt, wozu auch pflichtgemäß die Vertreter der zuständigen Gewerkschaften geladen wurden. Als nun der Vertreter des Deutschen Metallarbeiterverbandes zu der Verhandlung erschien, lehnte die Direktion eine Berhandlung in desfen Beisein ab. Der BerBehauptung auf, es handle fich gar nicht um eite feilweiſe Stillegung treter der Direktion, ein Herr von Bonin, stellte die unwahre im Sinne der Verordnung, sondern die Firma wolle lediglich der Aufsichtsbehörde mitteilen, was eventuell eintreten tönne. Trotzdem stellte die Firma Sann bei der Verhandlung den Antrag, 250 Arbeiter des Blodwertes zu entlassen. Der Vertreter der Gewerbeaufsicht hätte unseres Erachtens nun erklären müssen, daß der Organisationsvertreter hinzugezogen werden muß, da es sich doch um eine Stillegung hondelt. Er hätte sich dabei ohne weiteres auf das Gesez sowohl wie auch auf eine Verfügung des Reichsarbeitsministers stützen können. Es scheint aber, daß die Behörden, wenn es fiá um große Firmen handelt, nicht die Energie aufbringen, die zur Wahrung der Gesetze und im Interesse der Allgemeinheit notwendig wäre.( Siehe auch Schlich tungscusschuß.) Die Firma Siemens ist genügend bekannt, daß Maßnahmen zur Beschneidung der Arbeiterrechte von diesem Bes trieb ausgeben. Wir fragen den Herrn Oberpräsidenten, ob er die Haltung der Gewerbeaufsicht in diesem Falle billigt und ob die Verhandlung als zu recht bestehend angesehen wird. " Achtung, SPD.- Hochbahner! Am Mittwoch abend 7 Uhr im Gleisdreied Versammlung aller Parteigenoffen. Tagesordnung: Die Londoner Konferenz und die Borgänge im Reichstage". Referent Ge noffe Otto Meier, M. d. 2. Sympathisierende Rollegen können durch Genoffen eingeführt werden. Der Fraktionsvorstand. Deutscher Holzarbeiter.Verband, Einscher, Jalousiearbeiter und Bodenleger. Die Vertrauensleuteversammlung findet am Mittwochnachmittag 5 Uhr im Becbandshause, Rungestr. 30, doch statt. Koffermacher. Bersammlung am Donnerstagnachmittag 5 Uhr im Verbandshause, Rungestr. 30. Tagesordnung: " Stellungnahme zur Kündigung des Vertrages". Deutscher Werkmeister- Verband, Bezirksverein Lichtenberg. Freitag Monats. bersammlung, Lichtbildervortrag:" Radio und Rundfunk". Berantwortlich für Politit: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Egtorn; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Constiges: Frik Starstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. Säle frei für Versammlungen Sophien- Säle Sophienstr.17 HEVITAN in eine Aftiengesellschaft. Das Reichsbahngefeh sieht zwar vor, daß den Beamten ihre Rechte als Reichsbahnbeamte vereinsfestlichkeiten:-: Norden 9296 gewahrt bleiben sollen. Aber es bleibt abzuwarten, wie sich die Dienstverhältnisse der Eisenbahnbeamten nach der Umwandlung in der Braris gestalten werden. Mehr noch als in anderen Fällen hängt für die Eisenbahnbeamten von der Anwendung dieses Gesezes ihre ganze Zukunft ab. Es liegt auf der Hand, daß in solcher Situation unab hängige, nur dem Interesse der Beamten dienende Beamtenvertretungen notwendig sind. Und in dem Kampfe um unabhängige Hevitan Vitamin Nährpräparatnach Prof. Dr. Reyher Bewährt bei nervösen Störungen. Appetit und Körpergewicht Wachstumfördernd bei Kindern und Säuglingen, bewährt bei Ernährungsstörungen derselben In Apotheken und Drogerien, sonst direkt von der Sarotti- Akt.- Ges, Berlin- Tempelhof. nehmen zuDie drei Schönheitsfehler des Mundes 1. Der Zahnstein 3. Uebler Mundgeruch als Folge mangelhafter Zahnpflege macht sich weniger dem davon Betroffenen, als seiner näheren Umgebung bemerkbar. Neutrale Salze im Chlorodont, die eine natürliche Mundreinigung bewirken, in Verbindung 2. Mißfarbener Zahnbelag ist ein Absatz des Speichels ähnlich wie der Kesselstein des Wassers. hervorgerufen durch starkes Rauchen von Zigarren und Zigaretten, ist Er hat eine graugrüne, braune bis schwarze Färbung und ist zunächst weniger schädlich, aber em um so auffallenderer Schönheitsfehler des ein Schönheitsfehler, der den Zähnen ein häßliches, ungegflegtes Aussehen Gebisses. Wie entfernt man Zahnstein und Zahnbelag? Weder mit gibt und einen üblen, fauligen Geruch aus dem Munde verursacht. Er ist Mundwasser noch mit sogenannten Lösungsmitteln; in dieser Beziehung mit dem herrlich erfrischenden Pfefferminzgeschmack beseitigen diesen aber auch ein höchst gefährlicher Feind des Gebisses, weil er Zahnfleisch sich als wirkungslos erwiesen haben und die rein mechanische Beseitigung sich markanten Schönheitsfehler unmittelbar. Jeder Tube Chlorodont ist eine und Kieferschwund sowie Zahnfleischentzündungen und Eiterungen verursacht. Er ist äußerst festsitzend und hart; oft umkleidet er in harter Kruste den ganzen Zahnhals, entblößt die Wurzel und verursacht ein Lockerwerden der Zähne. am besten bewährt. Millionen, die heute Chlorodont täglich im Gebrauch haben und ihre schönen weißen Zähne dieser Zahnpflege verdanken, haben es selbst ausprobiert, daß Mundwasser die mechanische Reinigungskraft der mikroskopisch feinen reinen Kreide im Chlorodont nicht ersetzen kann. genaue Gebrauchsanweisung beigefügt. Chlorodont- Zahnpaste und die dafür geeignete Chlorodont- Zahnbürste mit gezahntem Borstenschnitt sind die besten Hilfsmittel gegen den gefürchteten Zahnstein, mißfarbenen Zahnbelag und den oft damit verbundenen üblen Mundgerudi beseitigt Chlorodont- Zahnpaste Mundwasser ✓ Nr. 412 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Blinde als Arbeiter. Ein Besuch in der städtischen Blindenanstalt. Blinde Kinder. " Der Ertrag aus der Blindenarbeit. Die Städtische Blindenanstalt in der Oranienstraße ist, was eigentlich als selbstverständlich nicht betont zu werden brauchte, fein gewerbliches Unternehmen, das auf Gewinn eingestellt ist. Sie ist, wie bereits betont, eine Wohltätigkeitsanstalt. jeder blinde Arbeiter fann in ihr verweilen, so lange er will, und die Anstalt treibt und preßt feinen zu möglichst größter Leistung. Da außerdem, was ebenso selbstredend ist, der Blinde mehr Material verbraucht als der sehende Arbeiter, weil er eben infolge des mangelnden Augenlichts nicht so scharf unterscheiden kann, ob ein Material noch zur Bermendung geeignet ist oder nicht, find die Einfünfte aus der Blinden Oranienstraße 26. Ein großer dreistöckiger Backsteinbau,| in der Anstalt beschäftigten Blinden ein vollständiger Radioapparat dessen Fassade von jahrelangem Staub und Schmuß geschwärzt ist. gratis in das Haus geliefert worden ist. An der Front steht in Goldbuchstaben Städtische Blindenanstalt“. Wer unter sachkundiger Leitung ein paar Stunden nur in den Räumen und Sälen der Anstalt geweilt hat, weiß, daß es sich hier um eine Wohlfahrtseinrichtung im schönsten Sinne des Wortes handelt. Alle Wohlfahrt muß, da sie aus eigenen Kräften nicht bestehen kann, Geld durch freiwillige Spenden in ihre Kassen fammeln. Leider gehen Geldspenden bei der Städtischen Blindenanstalt immer noch zu spärlich ein, und große Teile des Publikums wissen vielleicht nicht, auf wie gute, ja ideale Weise sie ihr Geld anlegen, wenn sie es der Blindenanstalt zur Verfügung stellen. Jahrelanger Leiter der Blindenanstalt ist Direktor E. Niepel, der aus dem Blindenlehrerberuf hervorgegangen ist und von dem man sagén muß, daß er in seiner jezigen Stellung der richtige Mann am richtigen Plaze ist. Die Städtische Blindenanstalt in Berlin macht im Gegensatz zu allen anderen Blindenanstalten Preußens, den sogenannten Provinzialblindenanstalten, eine Ausnahme, weil sie Blinde in ihren Räumen und Arbeitssälen wohl beschäftigt, aber nicht beherbergt. Es ginge dieses auch nicht an, da die Zahl der Blinden von Groß- Berlin eine so beträchtliche ist, daß die Anstalt in der Oranienstraße drei-, ja fünfmal so groß sein müßte, um alle Blinden zu beherbergen und zu verpflegen. Die Beschäftigung. Man hat während des Krieges und nach dem Kriege fich intenfin beschäftigt mit den Arbeitsmöglichkeiten für Blinde in gewerblichen Betrieben. Eine erschöpfende und auf dem besten Studium beruhende Arbeit hat zu diesem Thema Direttor Niepel in seiner Schrift„ Die Beschäftigung Blinder in der Industrie" geliefert. Es fann hier nicht der Ort sein, des näheren auf dieses Thema einzugehen. Es sei nur erwähnt, daß sich der Beschäftigung Blinder in der Industrie eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Hemmungen entgegengestellt und daß als Leitmotiv hierfür zu gelten hat, daß nur gefunde, willensstarte und träftige Blinde zu Industriearbeiten herangezogen werden sollen. In der Städtischen Blindenansbali in der Oranienstraße werden die Blinden männliche und weibliche ausschließlich mit den fogenannten typischen Blindenarbeiten beschäftigt. In hohen, luftigen Sälen arbeiten ungefähr 230 Blinde, fertigen Körbe an, machen Rofusmatten, Biassavabesen, Bürsten, Sitze für Stühle, Korbsessel usm. Jeder Blinde fann in der Blindenanstalt beschäftigt werden, nachdem der Arzt festgestellt hat, daß er wirklich erblindet ist und daß er nicht an ansteckenden Krankheiten leidet. Die Arbeitszeit beträgt acht Stunden und der Wochenlohn, den der einzelne Blinde nach Hauſe trägt, variiert zwischen 12 und 16 Mart. Das ist gewiß eine fleine Summe, und auf den ersten Blick erscheint sie vollständig ungeeignet als Entlohnung für doch immerhin angestrengte Arbeit. Es muß aber berücksichtigt werden, daß die meisten Blinden nur eine verminderte Arbeits- und Erwerbsfähigteit aufweisen, so daß sie im Laufe einer Woche bei weitem nicht so viel schaffen tönnen als der gesunde Arbeiter. Im übrigen sorgt die Anstalt in weitgehendster Weise für ihre blinden Schußbefohle nen. Es find alle hygienischen Einrichtungen getroffen, man findet genügend Waschgelegenheit, die Blinden haben Gelegen heit, ihre Straßenkleidung vor Beginn der Arbeit abzulegen und in Schränken neben ihrem Arbeitsplak aufzubewahren. Die meisten Blinden kommen zur Arbeit mit der Straßenbahn, für die sie nichts bezahlen brauchen, andere wieder werden von ihren Hunden nach der Oranienstr. 26 geleitet. Welch guter Geist in der Anstalt herrscht und wie man es versteht, die Blinden bei bester Laune zu erhalten, fieht man augenfällig bei einem Rundgang durch die Anstalt. Die blinden Arbeiter und Arbeiterinnen sind stets in bester Stimmung, schnell zu einem Scherz aufgelegt und wissen ihrem Direktor, wenn er sie besucht, immer wieder allerhand intereffante Neuigkeiten lachenden Mundes zu erzählen Weibliche Blinde befunden ihre große Liebe für Blumen dadurch. daß sie an den Fenstern ihrer Arbeitsfäle mit großem Eifer und einer rührenden Liebe Blumentöpfe und blühende Pflanzen gezogen haben. Die Anstaltsleitung bemüht sich aber auch sonst, den Blinden allerhand Annehmlich feiten zu verschaffen, und sie hat es fertig gebracht, daß jedem der 3] Die Familie Frank. Roman von Martin Andersen Nero. Uebe jezt von Hermann Rig. Nein, nein!" protestierte zaghaft der Mann; er war im Nu wieder auf dem Tisch und machte sich mit der Weste zu schaffen. Blöglich ließ sie ein ohrenbetäubendes Geschrei über ihn niedergehen: ,, Aber himmlischer Schöpfer und Erlöser, was tut er denn da?- Bist du verrückt, Mann? Du trennst ja die Beste wieder auf!- Trennt der Kerl bei meiner Seligkeit wieder auf, was eben genäht worden ist! O, du barmherziger Gott! Er trennt auf, was ich heute nacht im Schweiße meines Angesichts für ihn genäht habe, während der Säufer seinen Rausch ausschlief! Biest, Deliriumfrize!" Sie versetzte ihm mit dem Mangelholz einen Schlag über den Rüden und stürmte dann wieder in die Rüche hinaus, wo, spudend und siedend, ein Topf mit Wäsche übertochte. Sie riß den Topf vom Feuer und hämmerte mit der Feuerzange auf einen Herdring los, der daran festsaß, wobei sie in einem fort weiterschimpfte: -,, Nicht warm werden schau, schau! Da müssen wir wohl was finden, um ihn zu wärmen, damit der arme Kerl nicht die Schwindsucht kriegt und stirbt. Er fönnte mir ja helfen, die Rolle drehen! Oder sollen wir ihn vielleicht lieber in Batte paden und ihm eine Saugflasche voll Branntwein geben? Gefroren? Nein, austneifen wollte er, gerade so, wie der Bursche, als er die Rollwäsche roch. Die beiden gleichen sich wie zwei Haufen Dred! Schämen sollten sie sich, alles einem armen Weibe aufzuladen, das Na, kommst du nun zusammenzubrechen droht. Sie erhielt feine Antwort und stürzte wieder hinein, um den Mann aufzumuntern. Er war jedoch gleichfalls durchgebrannt, sobald es klar mar, daß man ihn dazu verurteilen wollte, die Rolle zu drehen. Es war ein hartes Stück Arbeit, zur Sommerzeit oben auf dem Speicher des Kaufmanns unter dem erhitzten Ziegeldach die Rolle zu drehen er hatte es einmal verbald?" In der Korbflechterei. arbeit nicht sehr große. Hierbei sei bemerkt, daß die Anstalt in ihrem Hause, und nur dort, einen Laden unterhält, in dem die Arbeiten der Blinden verkauft werden, verkauft werden zu den Breifen, die jeweilig die Bürstenmacherinnung feftfekt, und daß Aufschläge nicht erhoben werden. Anders steht es mit den sogenann ten Blindenwerkstätten", die, wie jeder weiß, Blinde mit den Waren hausieren gehen lassen, und die auf das Mitleid der Käufer spekulieren, ein Mitleid, das sie sehr schnell in bare Münze in der Weise umzusehen verstehen, daß sie einen beträchtlichen Aufschlag erheben, der indeffen dem Blinden nicht zugute tommt. " Blinde Kinder. In früheren Jahren zählte man in Berlin 1069 Blinde. Nach der letzten Zählung gibt es in Groß- Berlin inklusive der Kriegsblinden 2200 Blinde, für die übrigens, das sei hierbei noch bemerkt, 198 Arbeitsmöglichkeiten in der Industrie ausfindig gemacht worden sind. Ueberaus erfreulich ist es demgegenüber, daß die Zahl der blind geborenen Kinder infolge der fortgesetzten Bemühungen und Erfolge der Wissenschaft start abgenommen hat. In Verbindung mit der Blindenanstalt in der Oranienstraße steht auch eine Schule für blinde kinder mit der Front nach der Naunynstraße. Sie enthält 6 aufsteigende Klassen, in denen 6 wissenschaftliche und 3 tech nische Lehrer unterrichten. In den einzelnen Klassen können höch stens 12 Kinder unterrichtet werden. Eine Turnhalle forgt für die förperliche Ertüchtigung der fleinen blinden Menschenkinder, ein Spielplay, ein Sandhausen und ein Wasserplanschbecken sollen fröhliche Abwechslung auch in das Leben dieser Kinder bringen, um die sucht, tat es aber nie wieder. Er befam Schmerzen in der Hüfte davon, und es harmonierte auch schlecht mit seiner Würde als Schneidermeister. Dann wollte er sich lieber zum Invaliden schlagen lassen. Auch die Prügel taten weh, aber an sie fonnte man sich gewöhnen. Und sie hatten vor der Arbeit den Vorteil, daß fie von seiner Seite feine Tätigkeit erforderten. Madam Frank stand eine Weile da und betrachtete die leere Stube, dann brach sie in Schluchzen aus. Er war fort, hatte sich ohne weiteres entfernt. Und die Weste hatte er mitgenommen, obwohl sie sich entschlossen hatte, sie selbst abzuliefern. Nun konnte sie im Rauchfang nach der Krone schauen. nach der Krone schauen. Sie bekam plöglich einen Wutanfall, lehnte den Oberförper hastig weit zum Fenster hinaus und schrie gellend Franks Namen. Aber dann sant sie vollständig zusammen und setzte sich hin, die Schürze vor den Augen, und schluchzte und schnaubte. All ihre verbissene Wut löfte sich in Berzweiflung auf, und sie fah jämmerlich verbraucht aus, naß, berlumpt und schmutzig, wie sie war. 3. Die Galle hielt Madam Frant aufrecht und stattete sie mit fast übermenschlichen Kräften aus, die bittere, herbe Galle. Immer und ewig schäumte und geiferte sie in ihr, und für andere Menschen war Madam Frant anzusehen wie ein wildes Tier. Nur selten hatte sie einen Anfall von Verzweiflung, menn nämlich die Galle nicht hinreichte im Vergleich zu alledem, was sie ärgerte und quälte, und wenn sie sich entleert hatte. Und diese Anfälle dauerten nie lange. In ihrem jezigen Zustand von Ueberwältigseit hätte sie sich vor ihrem Mann und Sohn auf die Knie werfen und sie anbetteln fönnen nicht darum, daß sie arbeiten möchten, dieser Gedanke fiel ihr gar nicht ein- sondern bloß darum, ihr nicht alles zu zerschlagen. Der Bursche würde grinsen- der Bengel, der Tunichtgut; und der Mann würde mit seiner gewohnten Sanftmut in seinen guten Rod schlüpfen, ihre legte Krone von ihr leihen, um ihr etwas kaufen und sie damit überraschen zu können er dachte immer an leberraschungen für fie, wenn er, nüchtern war und sich dann für das Geld zu betrinken und in unmenschlichem Zustand nach Hause zu kommen. O ja, sie tannte die beiden ein und aus. Dienstag, 2. September 1924 herum ewige Nacht ist. Die Frequenz der Schule ist eine sehr geringe. Das fommt aber nicht nur daher, daß die Zahl der blindgeborenen Kinder gering ist, sondern daß immer noch Eltern blinder Kinder entgegen der gesetzlichen Vorschrift ihre Kinder nicht in die Blindenschule schicken. Man geht daher mit dem Plan um, einen Anmeldezwang einzuführen. Wenn im übrigen Eltern für ihr blindes Kind einen Privatlehrer halten wollen, so steht dem zwar nichts entgegen, aber jeder Privatlehrer untersteht der Kontrolle des Direktors der Städtischen Blindenanstalt. In der Schule in der Naunynstraße werden die blinden Kinder in allen Unterrichtsfächern vorgebildet, es wird ihnen außerdem z. B. das Klavierstimmen beigebracht, und die Knaben werden, kurz bevor sie die Schule verlassen. im Stuhlflechten und in anderen typischen Blindenarbeiten ausgebildet. Die Schule unterhält außerdem noch soge. nannte Fortbildungskurse, an denen erwachsene Erblindete zahlreich teilnehmen. Die Kinder tommen ebenfalls mit der Straßenbahn zur Schule, seit einiger Zeit jedoch hat die Leitung der Blindenanſtalt Frauen angestellt, welche die Kinder von der Endstation abholen und nach der Schule bringen. In Boden- und Kellerräumen ist sauber geordnet Arbeitsmaterial untergebracht. Eine große Arbeit ist für den Direktor und die anderen Beamten zu bewerkstelligen Leider hat der Abbau auch nicht die Blindenanstalt verschont. So sind Meister zur Beaufsichtigung der Säle entlassen und den anderen doppelte Lasten aufgebürdet worden. Jeder der hier beschäftigten Beamten waltet freudig feines Amtes und ist sich bewußt, daß er gleichzeitig auch ein wohltätiges und ein Wert der Menschenliebe vollbringt. Sonderangebote. Die Geschäftsleute haben es sehr eilig, ihre Sachen an den Mann, resp. an die Frau zu bringen. Ganz gleichgültig, womit einer handelt, ob mit Heringen oder mit Bolzen, ob mit Kolonialwaren oder mit Automobilen und Motorrädern, fein Schaufenster ohne laut schreiende Platate: Sonderangebot! Nie wiederkehrende Gelegenheit zu billigstem Einbauf! Wer heute nicht fauft, verfündigt sich an feiner Familie!" und was der hochtrabenden Redensarten und pathetischen Platate mehr sind. Seit Wochen, nein, wohl schon seit Monaten erlebt man den Spettafel mit den Sonderpreisen, und man erlebt gleichzeitig etwas anderes und recht Merkwürdiges. Syeute heißt es, mer jezt nicht kauft, hat sich die Gelegenheit, zu billigsten Preisen überaus vorteilhaft einzukaufen, entgehen lassen. So gut und billig wie heute wird es ihm nie wieder geboten. Wandelt man aber nach acht Tagen desselben Weges, so lieft und sieht man, daß die Preise abermals herabgesetzt sind, und daß es abermals heißt: so billig wie heute nie wieder. Also überlege nicht lange und greif zu! Und wer nur ein wenig Verständnis von allen diesen Dingen hat, fagt sich: Was müssen das für merkwürdige Waren sein, die ohne Beränderung der Qualität von Woche zu Woche billiger werden! Besonders traß treten diese Sonderangebote und Verkäufe zu den billigsten Preisen in der Tabakbranche auf. Diese Tatsache jedoch müßte den Käufer vor allen Dingen stubig machen. Die Banderolesteuer und die Tabaksteuer sind besonders hoch und werden immer höher, Zigarren und Zigaretten aber werden zu immer billigeren Preisen auf den Markt gebragt. Man denkt: von welcher Beschaffenheit muß wohl der hier verarbeitete Tabak sein, wie nah verwandt muß er sein mit dem schönen Lied: Es rauchen die Blätter und ringsum ift tiefste Ruh im Walde warte mur balde rauchst sie auch du! Bielleicht gibt es naive Gemüter man soll nie sagen ,,, was eine Sache ist", und niemals etwas abschwören, die da glauben, sämtliche Geschäftsleute sind von tieffter Reue und Beschämung griffen über die unverschämten Gewinne, die sie während der Inflationszeit gemacht haben, und wollten nun wieder gutmachen, was sie einst an der Volksgesamtheit gesündigt haben. Wer aber nicht so geneigt ist, an den Edelmut jener lieben Nächsten zu glauben, die etwas zu verkaufen haben und deren Zahl wird immer größer, trotz der Geldknappheit,- der hält sich zurück mit den Einfäufen. Einmal tut er es, weil er abwarten will, ob nach den Erfahrungen der letzten Wochen die Preise nicht noch weiter sich senfen werden. Aber dann und vornehmlich läßt er Brieftasche und Portemonnaie zu, weil zu wenig drin ist. Andere wieder haben fich von guten Bekannten belehren lassen, die auf das Sonderangebot hereingefallen sind, beste Qualität für billigsten Preis erstanden Aber sie ließ sich nicht mehr überraschen, skannte die Aeußerungen seines liebevollen Gemütes allzu gut. Und schon seit Jahr und Tag hatte sie sich auf keine Versöhnungsizewe mehr eingelassen. Versöhnung pah! Das bloße Wort verursachte ihr einen widerlichen Geschmad im Munde, und sie dachte mit Etel an die alten Tage mit ihren Küssen und Tränen und ihrem Gegeifer. Den Sohn haßte und bewunderte sie abwechselnd: aber selbst wenn sie am schlechtesten zu ihm war, erlag sie dem Wunsche, daß er sie gern haben sollte. Und ganz im Innern hatte sie sich ein gut Teil Glauben an ihn bewahrt trok seiner Schlechtigkeit. Aber der Mann! Der Anblick seiner roten Nase genügte ihr, und der Geruch seines fufelbehafteten Atems fonnte sie vor But außer sich bringen, Selbst die Sanftmut, mit der er seine Prügel hinnahm, erfüllte sie mit Ekel, so daß sie ihm ins Gesicht spuden fonnte und es manchmal auch tat. Nicht der Mangel an Liebe oder häuslichem Frieden machte sie in diesem Augenblick schwach. Das bittere Bewußtsein der eigenen Ohnmacht war schuld daran, der Gram darüber, daß fie trog Wachsamkeit, Lüchtigkeit und Prügel mit ihrem taubensanften Manne nicht fertig werden konnte, sonDern obendrein den Schmaus bezahlen mußte. Jetzt saß er also in der Kneipe und vertrank die Krone die Krome, die fie mit eigenen Händen verdient, und mit der sie so bestimmt gerechnet hatte. So ging es immer. Jahrelang hatte sie alle ihre Kräfte aufgeboten, um ihm jeden Ausweg zum Branntwein abzuschneiden. Aber in diesem Punkt waren seine Manöver zu schlau, und er ersann immer neue Kniffe, wenn sie den alten einen Riegel vorschob. Eine Zeitlang fassierte er Vorschüsse für ihre Wäsche ein, bis sie sich genötigt sah, die Kunden zu bitten, ihm nichts mehr anzuvertrauen, wodurch dieser Ausweg versperrt wurde. Dann verfiel er darauf, Thorvald entgegenzugehen, menn dieser die Wäsche abgeliefert hatte, und ihm einen Teil des Geldes abzunehmen, bevor er zu Hause anlangte. Und der Bursche, der recht gelehrig war, hielt einen anderen Teil des Geldes zurück, unter dem Vorwand, der Bater habe auch den genommen. Die Folge war, daß Madam Frank zu all ihrer übrigen Arbeit auch noch ihre Wäsche selbst austragen mußte. ( Fortsetzung folgt.); haben und bald einsehen mußten, daß sie für Schund teures Geld ausgegeben haben. Wer weiß, wie die Zeiten noch werden. Besser gewiß nicht. Dafür sorgen schon jene Deutschnationalen, die völkischen und kommunistischen Konsorten. Vielleicht aber kommt doch noch mal die Zeit, da die Kaufleute Sonderangebote machen, die auf Deutsch heißen: Wir haben dem Publikum ein ganz feltenes Sonderangebot zu machen dadurch, daß wir uns entschlossen haben, nur ehrlich zu sein, und daß wir alle nur solide und angemessene Preise nehmen. Dann wird das Publikum billig kaufen, trotzdem die Preise nicht niedrig in dem Sinne wie heute sind. Um zu dieser Annahme zu gelangen, muß man wohl auch eine Naivität aufbringen, die nicht von dieser Welt ist! Die Goldquelle. Aus der Praxis einer Rechtsauskunftei. Eine schwere Erpressung an einem Großindustriellen wurde jetzt von der Kriminalpolizei aufgedeckt. In der Prinzregentenstraße in Wilmersdorf besteht ein Bureau, das sich„ Reichsbund für Rechtspflege" nenit. Der Leiter war ein gewisser Karl Kahle, die rechte Hand ein gewisser Werner Abel. Im Jahre 1922 erschien in dem Rechtsbureau ein gewisser Mar Mart mit seiner Ehefrau. Frau M. hatte mit einem Großindustriellen aus der Provinz ein Verhältnis angefnüpft, von dem der Ehemann durch einer Zufall Kenntnis erlangt hatte. Er tam in das Bureau, um sich juristisch beraten zu laffen, wie er gegen den Nebenbuhler vorgehen könne. Man riet ihm, den Herrn zu einer Aussprache nach Berlin in das Bureau des Reichsbundes zu bitten. Dieser Aufforderung wurde auch Folge geleistet. Bei der Verhandlung erklärte sich der Industrielle bereit, dem„ beleidigten" Ehemann eine Abfindungssumme vor 30 000 m. zu zahlen. Für seine Bemühungen verlangte und erhielt der Bund 3000 M. Nachdem Mark auf diese Weise die Ehre seiner Frau „ gerächt" haite, ließ er sich von ihr scheiden und sah sich nun als alleinigen glüdlichen Besiger der 3000 0 m. Herren aus dem Reichsbund waren inzwischen zu der Meinung gelangt, daß diese Geldquelle noch weiter erschlossen werden müßte. Sie drohten dem Industriellen, seiner Frau Mitteilung von seinem Seitensprung zu machen. Bernünftigerweise hatte der Herr es vorgezogen, seiner Frau seine Verfehlung selbst einzugestehen. 21s Cieje Drohung wirkungslos blieb, wollten ihr die Reichsbundleute in Ser Deffentlichkeit bloßstellen. Nach und nach erpreßten sie von dem Ehepaar die Summe von 49 000. In seiner Berzweiflung wandte sich der Fabrikant aus der Provinz an die Berliner Kriminalpolizei, die dem Treiben des Reichsbundes dadurch ein Biel feßte, daß sie Herrn Kahle nach Moabit beförderte. Der Geschäftsführer Abel befindet sich zurzeit auf Reisen. Wieder eine Bombe in der Börse. Dummerjungenffreich oder Attentatsversuch? Die Gestern vormittag wurde am Eingang zu den im Börsengebäude befindlichen Weinkeller der Firma Borchert eine Granate gefunden. Die sofort benachrichtigten Polizeibehörden find mit der Aufklärung des Vorfalls beschäftigt. Der Vorgang verdient insofern Beachtung, als es in verhältnismäßig furzer Zeit der dritte derartig unheimliche Fund in der Börse bzw. deren Kellerräumen ist. Die erste Untersuchung des Geschosses hat ergeben, daß es fich um ein Schrapnell Kaliber 9 3entimeter handelt, und zwar war dieses Schrapnell schon einmal abgeschossen, ist dann aber anscheinend von neuem mit einer Ladung und einem ZünDer versehen worden. Augenblicklich wird das Geschoß noch von den Feuerwerken der Schuhpolizei auf die Zusammenfeßung der Ladung untersucht. Es steht also noch nicht fest, ob es sich dabei um eine regelrechte gefährliche Sprengstoffladung, oder um eine weniger gefährliche Füllung handelt. An zuständiger Stelle neigt man der Ansicht zu, daß irgend ein Dummerjungenstreich beab fichtigt war, um die Besucher der gestrigen Börse, für die man nach der Annahme der Dames Gefeße eine hauffe vermutete, in Schrecken zu sehen. Alles weitere wird dann der Befund der Schrapnellfüllung ergeben. Der Teutsche in der 4. Klasse. Ein mit ca. 30 Personen besetzter Wager vierter Klasse der Eisenbahn Magdeburg- Berlin ist der Schauplatz cines Vorkommnisses, das uns ein Leser in folgendem recht an schaulich schildert. Kurz vor Abfahrt drängt sich noch ein Individuum hinein, das bei näherem Zusehen mit Stahlhelm- und Jungdoabzeichen behaftet war. Nach kurzer Musterung der Mitreifenden, die, der Kleidung nach, alle dem Arbeiterftande angehören konnten, beginnt der Anfömmling erft teise, dann lauter und lauter auf die Republik zu jajimpfen. Als niemand widerspricht, stellt er sich zu einem Kreise Reisender und hält hier einen ausführlichen Vortrag darüber, daß und weshalb es früher unter der kaiserlichen Regierung ungleich besser war, als jeßt. Uns fann fein Sachverständigen gutachten helfen, nur das Bolt felést könne durch Abschütteln der jüdisch- republitanischen Machthaber sich wieder den Platz an der Sonne erobern, der ihm zufäme." Als dieses politische Embryo un höflichst gefragt wurde, wieviel Juden denn wohl in der Regierung diefer Republit fäßen, versuchte er sofort zu fneifen: So wörtlich sei es nicht gemeint usw. Man fennt das ja schon. Weitere Frage, welche Teile des Sachverständigengutachtens und in welcher Uebersetzung er denn wohl gelesen habe? Wieder nichtssagende Antworten, bis er betennen' mußte, statt des Gutachtens selbst nur Londoner Stimmungsbilder gelesen zu haben. Zu dem abgeschlof= fenen Waffenstillstand 1918 wurde er darauf aufmerksam gemacht, daß dieser zum Schuße des Reiches deshalb von Erzberger im Walde von Compiègne abgeschlossen werden mußte, weil sein Stahlhelmprotektor Ludendorff- Lindström um dieselbe Zeit in Schweden sich von den Strapazen der Hauptquartierdiners erholen mußte. Da nun dem Stahlhelm- Säugling dieser Boden zu heiß tourde, erzählte er zur Abwechslung plöglich etwas von der ehe maligen eisernen Division" und beschuldigte die Regierung, die eigenen Landestinder damals im Baltikum so im Stiche gelassen zu haben, daß fie nicht einmal Sanitätsmaterial geliefert habe. Man fragte nun den Stahlhelmrich, ob ihm nicht befannt geworden ist daß die Regierung die jogenannte eiserne Division damals auf Grund eines Ultimatums der Westmächte in dringendster Form aufgefordert habe, in das Reichsgebiet zurückzukehren und erst, als fie offen meuterte, die Verbindung mit ihr abbrach? Nun sprang er wieder ab und erzählte, daß nur eine starte Wehrmacht unseren Wohlstand gewährleisten könne, worauf ihm ein fleines Brivatissimum über Gütererzeugung, verteilung und vernichtung gelesen wurde. Unser teutscher Held" wurde stiller und stiller. Blötzlich behauptete er, daß weder Stahlhelm noch Jungdo an dem berüchtigten sogenannten Deutschen Tag in Halle teilgenommen, noch jemals vor Ludendorff defiliert habe. Gegenüber dieser hanebüchenen Lüge wurde jede Schonung fallen gelaffen. Man bezeichnete ihn als Lügner und Spigel, so daß er von Genthin an fein Wort mehr verbrachte. In der Nähe von Berlin fingen dann die Frauen an, ihn zu fragen, ob er der vorher so viel geredet habe, denn jetzt stumm geworden sei. Nichts konnte ihn zum Reden bringen. Es gewinnt den Anschein, als ob solche Leutchen als bezahlte Schelme ihr Agitationsfeld auf die Eisenbahn verlegt haben. Unter den Rädern eines Castautos. Der 56jährige Arbeiter Karl Hübner, Alt- Moabit 114 wohnhaft, wurde bei den Holzpflasterarbeiten auf der Warschauer Brücke von einem Zaftauto überfahren. Mit schweren Ober- und Unterschenkelverlegungen wurde er som Rettungsamt nach dem Krankenhaus am Friedrichshain übergeführt. Stadtbahn- Grotesken. Man schreiht uns: Selbst die ältesten Leute unter uns werden sich noch entsinnen fönnen, daß auf der östlichen Strecke der Vorortbahn eine Haltestelle Warschauer Brücke" eingerichtet werden sollte. Die Arbeiten auf dieser Station schreiten in den letzten Jahren sehr lebhaft vorwärts, so daß mit der Fertigstellung dieses Bahnhofes vielleicht noch im nächsten Jahre zu rechnen ist. Da sich nun inzwischen auf dem Bahnsteig eine schöne grüne Wiese entwickelt hat, so würde es sich doch wohl empfehlen, vorweg wenigstens die Sonntagszüge an diesem Ausflugsort halten zu lassen. Seit Wochen fährt die Vorortbahn von meinem Insulanerdorf bis zu einem Berliner Stadtbahn- Bahnhof 41 Minuten, früher 28 Minuten. Wie oft der Zug hält, habe ich noch nicht gezählt. Zwischen Börse und Friedrichstraße wäre aber zu Funktionär- Versammlung aller SPD.- Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre sowie Betriebsvertrauensleute Groß- Berlins heute Dienstag, den 2. September, abends 7½ Uhr, im Lehrervereinshaus( großer Saal), Alexanderplatz. Tagesordnung: „ Die Londoner Konferenz und die letzten Vorgänge im Reichstage." Referent: Genoffe Stelling, Mitglied des P.-B. Ohne Funktionärkarte und Parteiausweis fein Zufriff. = empfehlen, an den Stellen, an denen der Zug ständig hält, neue Bahnhöfe einzurichten. Sie könnten benannt werden:" KaiserFriedrich Museum"," Charité"," Alexander Kaserne"," TriarionTheater"," Aschinger". Damit wäre den Fahrgästen Gelegenheit zum Aussteigen gegeben, so müssen sie sich gedulden, bis der Zug so langsam auf" Friedrichstraße" eingefunzelt ist. Daß die Züge übrigens nicht dort halten, wo die Bahnhöfe stehen, verstehe ich. Bin ich die vielen Stufen zum Bahnsteig heraufgefeucht, so muß ich noch drei, vier Wagenlängen traben, um gerade noch den Packwagen davonfahren zu sehen. Warum kann man eigentlich die Bahnhöfe nicht abreißen und dahin bauen, wo man eigentlich die Bahnhöfe nicht abreißen und dahin bauen, wo die Züge halten? Tragischer Ausgang eines Ehezwvistes. Im Berlaufe eines Ehez vistes gab gestern Die 47 Jahre alte Frau Luise A. auf ihren Mann, den Fellhändler A. in Weißenfee, Berliner Allee, zwei Schüsse ab und verwundete ihn leicht. Die Ehe war in der letzter Zeit teine glückliche. Die Ehefrau hatte erfahren, daß ihr Mann mit einem jungen Mädchen ein Verhältnis unterhielt. Trotz ihrer wiederholten Vorstellungen ließ der Mann aber nicht mehr von dem Mädchen. Vor einigen Tagen war Frau 2. nach Berlin gefahren und hatte sich einen Revolver getauft. Am Sonnabend abend hatte sie erfahren, daß ihr Mann wieder mit dem Gestern früh machte sie ihm Mädchen gesehen worden war. nun wieder Vorhaltungen. Sie hatte heimlich den Revolver zu sich gesteckt und drohte, daß fie fich erschießen werde, wein er das Verhältnis nicht aufgebe. 2. Tachte sie daraufhin nur aus. In ihrer Wut zog sie den Revolver und gab auf ihren Mann zwei Schüsse ab. Einer traf ihn in die Schulter, ein anderer streifte ihn an der rechten Seite. Er nahm seiner Frau die Waffe fort und übergab sie dem Hauswirt. Die Frau ist nach der Tat vollkommen zusammengebrochen und liegt fchwer frant danieder. Zur Erschießung des Schlächtermeisters Koschwik. In der Schießaffäre, bei der der Schlächtermeister Koschwitz aus der Güngelstraße sein Leben einbüßte, erftreden sich die Er mittelungen in der Hauptsache auf das Vorleben der Ehefrau des Angeklagten, des Schlächtermeisters Ente, um die Motive der Tat farzustellen und strafrechtlich erkennen zu können, ob ein Mord oder nur ein Totschlag vorliege. Das Vorleben der Ehefrau scheint, wie eine Berliner Korrespondenz wissen will, nicht ganz einwandfrei zu sein. Sie hatte schon einmal eine Affäre, so daß sich der Ehemann damals veranlaßt fah, die Scheidungsklage einaureichen. Da jedoch seine Frau aufrichtige Reue zeigte, wurde die Klage wieder zurückgezogen. Es melden sich immer noch zahlreiche Zeugen hierzu, darunter viele weiblichen Geschlechts, die von Seriminalkommissar Ratang vernommen werden. Die bereits erwähnte goldene Puderdose und das Verbot, daß Frau Ente den Laden ihres Gatten nicht betreten sollte, spielen die Hauptrolle. Von den Zeugenaussagen dürfte es abhängig sein, ob es sich um Mord oder Totschlag handelt. Zusammentritt des Stadtparlaments. Die Stadtverordnetenversammlung wird zum 4. Septem ber( Donnerstag, 45 Uhr) zusammenberufen, um ihre durch die unterbrochenen Arbeiten wieder aufzunehmen. Sommerferien unterbrochenen Eigentlich wurde auch in den letzten Wochen vor den Ferien schon nicht mehr gearbeitet, sondern durch die Obstruktion der bürger lichen Mehrheit jede Arbeit verhindert. Infolgedeffen steht jetzt auf der Tagesordnung eine ganz ungewöhnlich lange Reihe von Beratungsgegenständen, an erster Stelle der Haushaltsplan für 1924, dessen Verabschiedung damals gleichfalls unmöglich gemacht wurde. Für den nichtöffentlichen Teil der Sigung steht die heißumstrittene Frage des Magistratsabbaus auf der Tagesordnung. ichwacher, in den Fortschritten gehemmter, geistig eigentümlicher Sprechstunde für geistig schwache Kinder! Eltern geistig gische Sprechstunde des Schulrats A. Fuchs aufmerksam oder schwer erziehbarer Kinder werden auf die Heilpädago= gemacht, in der ihnen unentgeltlich Rat erteilt wird über die richtige Beurteilung und zweckmäßigste unterrichtliche Versorgung ihres Sorgenkindes. Die Sprechstunde findet jeden Montag( mit Ausnahme der Ferien) von 10-12 Uhr im Jugendamt, Boststr. 16, Zimmer 36, statt. Für die Jugendweihen im Großen Schauspielhaus am Sonntag, den 7., 14. und 28. September fojten die Eintrittskarten für Ertoachsene 1 M., für Kinder 0,50 M. und find dieselben in den nachstehenden Verkaufsstellen erhältlich: Jugendsekretariat Groß- Berlin, SW, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr., Zimmer 11( geöffnet von 9-4 Uhr, Mittwochs und Freitags von 9-7 Uhr); S. Jofeph, NW 21, Wilhelmshavener Str. 48( Spedition) Das Rundfunkprogramm. Dienstag, den 2. September. Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: Nachrichtendienst, Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 4.30-5.30 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berl. Funkkapelle). 5.45 Uhr abends: Vortrag des Herrn Egon Jacobsohn:„ Ich telephoniere". 7.30 Uhr abends: Vortrag des Herrn Hamm. Präsident des Eisenbahnzentralamtes: Technik und Eisenbahn". 8.30 bis 10 Uhr abends: Kammermusik mit Bläsern. 1. Quintett für Blasinstrumente, W. A. Mozart. Friedrich Thomas( Flöte), Gustav Kern( Oboe), Ernst Fischer( Klarinette), Karl Leuschner( Fagott). Oskar Schumann( Horn). 2. a) Pilgerspruch, b) Der Blumenstrauß, c) Der Mond, d) Frühlingslied, F. Mendelssohn- Bartholdy. Kammersängerin Frieda Langendorff. 3. Sextett für Klavier und 5 Blas( Oboe), Ernst Fischer( Klarinette). Karl Leuschner( Fagott), Oskar instrumente, James Simon. Friedrich Thomas( Flöte). Gustav Kern Schumann( Horn), Klavier: Der Komponist. Am Steinway- Flügel: Dr. Felix Günther. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. A. Hönisch, N 65, Müller, Ede Utrechter Str.( Spedition): P. Stroll, N 65, Utrechter Str. 21( Restaur.); W. Hoffmann, N 58, Lychener Str. 8( est.); A. Lorenz, N 68, Gleimstr. 56( Rest.); H. Obit, N 39, Aderstr. 174( Sped.); S. Andersson, N 31, Stralsunder Straße 19;. Fischer, N 20, Bastians straße 7( Sped.); P. Dölz, NO 55, Immanueitirchstr. 24( Sped.); W. Güde, NO 18, Randsberder Allee 45, 1 Tr.; M. Wartmann, O 34, Stönigsberger Str. 37( Photoladen); M. Wittichuß, O 34, Petersburger Str. 5( Restaur.); J. Pette, SO 36, Glogauer Str. 30, v. 4 Tr.; P. Lier, SO 26, Naunyn straße 9( Restaur.). Es wird ersucht, den Kindern beim Stauf der Eintritts. farten die Anmelde Quittung mitzugeben, da ohne Vors legung dieser Quittung die Karten nicht ausgegeben werden. Anmel dungen zu den Jugendweihen nimmt noch das Jugendsekretariat, Berlin SW 68, Lindenstr. 3, 2. Hof 2 Tr., unter Zahlung der Anmeldes gebühr von 0,50 M. entgegen. Der Arbeiter- Radio- klub hat am 6. September eine Führung durch die Groß Funkstelle Nauen. Die Führung und Ers flärung wird von Fachleuten der Groß- Funkstelle vorgenommen. Mitglieder, Freunde und Interessenten werden gebeten, so schnell als möglich Namen und Adresse mitzuteilen. Freunde, die an der Führung teilnehmen wollen, müffen am Sonnabend, den 6. September, mittags tuhr am Lehrter Hauptbahnhof sein, von wo aus die Fahrt nach Nauen vor sich geht. Für die Führung find 55 Pf. zu zahlen, das Fahrgeld hin und zurück beträgt 1,40 M. Anmeldungen umgehend an das Sekretariat, Seydelstraße 20, da nur eine beschränkte Anzahl von Teilnehmern zugelassen wird. Frauen haben keinen Zutritt. Schweres Touristenunglück bei Zermatt. Eine Gruppe von fünf Personen, und zwar die Eng länder Parr, Patterson, Miß Parr, ein Träger und ein Führer, brach Donnerstag von Macugnaga zur Ueberschreitung des Ges birges durch das Weiße Tor nach Zermatt auf. In der Nähe der Lima di Jazzi stürzte der Träger und Mig Parr in eine Gletscherspalte. Bei dem Versuche, sie herauszuziehen, riß das Seil und die beiden stürzten noch tiefer. Patterson sowie der Führer stiegen nach dem Gorner Grat herunter, um Hilfe zu holen.. Barr, der an der Unfallstelle geblieben war, sprang in die Gletscher. spalte, um seiner sterbenden Tochter zu helfen. Die Rettungsfolonne, deren Vorwärtskommen durch Nebel stark verzögert war, tonnte endlich Parr und den Träger mit leichten Verlegungen herausziehen, nachdem die beiden 28 Stunden in der Spalte zu gebracht hatten. Der Leichnam. der Miß Parr, die infolge Erschöpfung gestorben war, wurde nach dem Gorner Grat gebracht. Wieder ein deutsches Schiff gehoben. Der dritte deutsche Torpedo bootszerstörer der bei Scapa Flor versenkten deutschen Flotte ist am Freitag gehoben worden. Man hofft, nun alle 14 Tage einen Zerftörer zu heben. Gleichzeitig ist man an die Arbeit zur Hebung des deutschen Schlachtschiffes Hindenburg" gegangen. Der Autobus als Menschenfalle. In der Nähe von Nuneaton bei Birmingham( England) geriet am Sonnabend abend ein Auto= bus in Brand, wobei fünf Personen verbrannter 3wei weitere starben an den erlittenen Brandwunden. Außerdem wurden fünf Personen schwer verletzt. 15 Personen bei einer Explosion ums Leben gefommen. Nach einer Meldung aus Konstantinopel ist gefter früh bei San Stefano eine Pulverfabrik in die Luft geflogen. 15 Arbeiter wurden getötet. Sport. V. Rhön- Segelflug- Wettbewerb. Berteilung der Preise. Fliegerlager Wasserkuppe, 31. Auguft. Auch der Sonntag was ein Tag des Regens, so daß jegliche Segelei unterbleis ben mußte. Die beiden Veranstalter, die Südwestdeutsche Gruppe der Vereine, an der Spitze der Frankfurter Verein für Luftfahrt und der Kölner Klub, haben beschlossen, den Betrieb auch noch im Monat September auf der Wasserkuppe aufrechtzuerhalten, damit den Segelfliegern ein. Ausgleich für die entfeßliche Witterung der zweiten Augusthälfte geboten wird. such find hierfür Preise in Aussicht gestellt worden. Bon gestern ist hoch nachzutragen, bas die Margarete" furz vor Beginn des Regens unter Papeméŋer abs erfter Segelflieger mit drei Fluggästen einen kurzen Flug unternommen hat. Montag früh um 10 Uhr beginnt die Sitzung des Preisgerichtes. In Ergänzung der Meldung über den ll det- Weltrekord ist noch nachzutragen: Udet war bald nach 3 Uhr auf dem SonderStartplag für Motor- Segelflugzeuge mit der Absicht aufgestiegen, den bisherigen englischen Weltrekord fü: Leichtmotor- Segelflugzeuge von 4 Stunden 20 Minuten zu brechen. Sein Motor arbeitete glänzend, den ganzen Nachmittag stets gleichmäßig. Kein Wunder, wie Udet selber ihn zu behandeln weiß. Es war schon stocfinster, die drei in einer Reihe auf der Höhe leuchtenden Feuer zeigten die Landungsstelle. Ein vielstimmiges dreifaches Hurra" begrüßte furz vor 9 Uhr den Welt- Reforder. Udet fügte feinem„ pour le mérite" den Sieg mit 4 Stunden 39 Minuten Dauerflugzeit hinzu. * Am Nachmittag des 1. September wurde die Preisverteilung für die Rhön- Segelflugwettbewerber vorgenommen. Der große Rhön- Segelflugpreis in Höhe von 3000 m. ist nicht ausgeflogen worden. Es erhielten für Segelflüge: Otto auf Consul 1500 Mt., Regel 1000 m. und Mertens 500 m2. Für die größte Flughöhe im Zweisiger erhielt Otto auf" Margarete" den ersten Preis von 2000 Mt. Leistungspreise wurden in der Gesamthöhe von 5000 mt. perteilt. So erhielten die Gruppe Darmstadt 1500 Mart, Martens 600 Mt., die Gruppe Charlottenburg 500 Mr., Gspenlaub 350 Mr. Weiter wurden eine Reihe von Anerkennungspreisen verteilt. Bei dem Wettbewerb für Segelflugzeuge mit Hilfsmotor erhielt Ubet ben Dauerpreis mit 2000 Mt., ebenso den Zielflugpreis für Einfizer für seine Fahrt nach Kissingen mit 3000 Mt., Blume erhielt für seinen Flug auf Habicht" mit auf„ Windhund" einen solchen von 900 Mr. Den Höhenpreis Siemensmotor eine Anerkennungsprämie von 1800 mt., Martens Hamburg mit 1000 Mt. Weiter wurde eine Anzahl Anerkennungsvon 1500 mt. erhielt gleichfalls Udet, den zweiten Preis Bäumerprämien verteilt. Ehrenpreis für beste sportliche Leistung wurde Otto für seine Flüge auf" Conful" und" Morig" zugesprochen. Den vom Landeshauptmann von Nassau gestifteten Goldpokal erhielt für den besten Lei stungsflug Udet. Einen weiteren Ehrenpreis erhielt die akademische Gruppe Darmstadt. Der Flugbetrieb auf der Wasserkuppe bleibt auch noch im September aufrechterhalten. Zum Austrag der Städte- Borkämpfe München- Berlin im Sportpalast am Sonnabend waren beide Städte mit den besten Mannschaften erschienen. Berlin gelang es, einen vollen Sieg zu verzeichnen. Bon den sieben zum Austrag gelangten Kämpfen fonnten die Berliner sechs Siege an ihre Fahne heften. Dem deutschen Polizeimeifter Gaykowsky( Berlin) gelang es, Niedermeier( München) bereits in der ersten Runde durch Niederschlag bis zehn zu Boden zu schicken. Die anderen Kämpfe brachten für die Berliner nur gute Punktsiege, Dem Leichtgewichtler Munsers gelang es, Münchens Ehre zu retten, er schlug den Berliner Tiedemann nach Bu.iften. Der Kampf der Schwergewichte fiel aus, da der Schwergewichtsmeister Haymann ( München) verhindert war. Der Besuch war gut. Geschäftliche Mitteilungen. Weiterausbau bei Arthur Korge. Wie die Firma Rorge mitteilt, iſt von intereffierter Seite die Nachricht verbreitet worden, die Geschäfte der Firma find oder werden gefchloffen und die Firma würde aufgelöst. Das Gegenteil ist wahr. Die Firma Norge ist dabei, ihr Unternehmen weiter auszubauen und auf rein sportlichen Charakter umzustellen. Es sollen deshalb Abteilungen, melche nicht fportlichen Charakter tragen, wie die Wäscheabteilung. feine Damen, Tifch ind Bettwäsche ufw., falie Damenkonfektion, Fantasie und Straßentostüme, Mäntel usw. aufgelöft und ausverkauft werden. Wetter für Berlin und Umgegend. Langsam aufllarend und etwas wärmer bei mäßigen westlichen Binden, keine erheblichen Niederschläge. GL Arbeiter- Sport A Die Heilgymnaftin. Ein Arbeitsfeld, das nach dem Kriege noch an Bedeutung gewonnen hat und vielen Frauen und Mädchen nicht nur eine geachtete Clellung, sondern auch einen Geist und Herz befriedigenden Wirkungskreis und ein gutes Fortkommen zu sichern vermag, ist vielleicht der Beruf einer staatlich geprüften" Heilgymnasiin. Die Heilgymnastik, die vor mehr als hundert Jahren von dem Schweden Peer Henrik Ling begründet wurde, hat sich in den letzten Jahrzehnten trotz aller Anfeindungen in Deutschland immer mehr eingebürgert, immer flarer hat man in Aerztekreisen erkannt, was für ein bedeutsamer Heilfaftor diese Art der Therapie sowohl auf dem Gebiete der inneren Medizin, wie auch der Orthopädie und Chirurgie ist; wir finden daher Heilgymnaften in den meisten Sanatorien, orthopädischen Heilanstalten und Krankenhäusern. In vielen Fällen waren diese Heilgehilfen bisher schwedischer Nationalität, da eine Heilgymnaftenausbildung bis vor zwei Jahrzehnten nur in Schweden zu erlangen war und das Zentralinstitut in Stockholm alle Ausländer zurüdwies. Im Jahre 1901 wurde jedoch auch eine deutsche Lehranstalt eröffnet und zwar in Kiel von dem Geheimen Sanitätsrat Dr. Lubinus, der das schwedische System an Ort und Stelle studiert hatte und vollständig davon überzeugt war, daß das moderne Heilverfahren die Mechanotherapie nicht mehr entbehren fann. Er hatte sich die Aufgabe gestellt, tüchtige deutsche Heilgymnaftinnen heranzubilden, die ebenso wie ihre schwedischen Kolleginnen Doll befähigt waren, unter ärztlicher Leitung eine segensreiche Tätigfeit zum Heile unserer Frauen zu entfalten. Seitdem leisten zahlreiche deutsche Heilgymnaſtinnen auf dem Gebiete der chronischen Erkrankungen des Herzens, Magens, Darms, der Atmungsorgane, der Nerven, bei Nachbehandlungen von Knochenbrüchen, Lähmungen usw. dem Arzte gute Dienste, und wenn die Wertschäzung der physischen Heilmethoden och allgemeiner geworden ist, wird die Nach frage nach tüchtigen, gut ausgebildeten Kräften auch noch größer werden. Der Studienplan der Kieler Anstalt, die staatlich genehmigt ist, stimmt vollständig mit dem des Stockholmer Instituts überein. Er umfaßt Anatomie des menschlichen Körpers, Physiologie, Bewegungslehre, Gesundheits- und Krankheitslehre, Lumen, Heilgymnastik, Orthopädie und Massage, beides sowohl theoretisch wie praktisch. Die vollständige Ausbildung nimmt zwei Jahre in Anspruch, nach Ablauf des ersten Halbjahres können die Teilnehmerinnen des Kursus ihr Turnlehrerinnenegamen ablegen. Am Schlusse der beiden Jahre werden die angehenden Heilgymnaſtinnen von einer staatlich eingefeßten Kommission geprüft. Beginn des Turniehrerinnenfursus Mitte April. Beginn des Heilgymnaftinnenkursus Anfang November. Abbau der Fahrpreisvergünstigung? C In Nr. 18 der Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahnverwaltungen wird der Artikel eines anscheinend höheren Reichsbahnbeamten, gezeichnet Dr. Fischl- Regensburg, veröffentlicht, in welchem der Abbau der amtlichen Fahrpreisermäßigung zugunsten der Jugendpflege gefordert wird. Dr. Fischl erkennt selbst an, daß die„ Be rechtigung der Fahrpreisermäßigung vom sozialistischen, kulturellen, charitativen und sonstigen Standpunkt aus teiner Erörterung bedarf." Die Reichsbahn könne aber nur nach taufmännischen Gesichtspunkten handeln. Der Kaufmann gewähre nur dem eine Ermäßigung, der möglichst viel auf einmal kauft oder sein regelmäßiger Runde sei. Diese Begründung erscheint aber um so weniger stichhaltig, als Dr. Fischt selbst auf die Massenbenuzung durch die Jugendwanderungen hinweist, so daß dieser faufmännische Grundfah voll erfüllt ist. Der wahre Grund für die Abbauabsichten dürfte vielmehr in der weiteren Begründung Dr. Fischls liegen:„ Diese Geschenke an die Jugend" bewirken Einnahmeausfälle, die auf andere Schultern abgewälzt werden müssen. Aus diesem Grunde haben anläßlich der letzten Erhöhung der Personentarife mehrere Handelskammern den Abbau der Fahrpreisvergünstigungen gefordert!" Hier liegt des Pudels Kern! Weil die Unternehmerkreise, ohne Rücksicht auf das allgemeine Boltswohl, möglichst niedrige Frachttarife durchsetzen wollen, fommt Dr. Fischl zu dem Resultat, daß auch die Reichsbahn feine Bedenken tragen brauche, an einen solchen Abbau heranzu gehen. Es sei ein genügendes Entgegenkommen, wenn anstatt der jezt gültigen Ermäßigung von der Hälfte des Fahrpreises 4. Klasse nur mehr der halbe Fahrpreis 3. Klasse gewährt wird, wobei die 4. Klasse zu benußen wäre. Um diese rückschrittliche Forderung finanztechnisch zu begründen, wird rein schematisch mit 200 000 Wandergruppen und je 5 Wanderungen pro Jahr über 50 Kilometer und für 10 Personen in der 4. Klaffe gerechnet, was einen Einnahmeausfall von 15 Millionen Goldmark im Jahr ergebe. Nach dem obigen Abbau würde der Jugend immer noch ein„ Geschent" von 7 Millionen Goldmart gemacht werden! Diese ganze Beweisführung würde nur dann zutreffen, wenn für die Jugendwanderungen viele nicht genügend befehte Ertrazüge eingelegt werden, die die Selbstfosten nicht decken. In Wirklichkeit werden aber an sich gut besetzte Züge durch die Jugend bis auf den legten Blaz gefüllt und dadurch die Wirtschaftlichkeit erhöht. Bei einem Abbau der Fahrpreisermäßigung würden die Jugendmanderungen wesentlich zurückgehen und die geringere Frequenz müßte fich notwendigerweise auch bei den Einnahmen bemerkbar machen. In der Sorge um die hohen Frachttarife der Unternehmer geht Dr. Fischl dann so weit, am Schluß seines Artikels das Gegenteil von dem zu schreiben, was er im Anfang über den hohen kulturellen Wert der Fahrpreisermäßigung ausführte, er schreibt nämlich: Der Einfluß der Fahrpreisermäßigung auf die Ertüchtigung der Jugend wird im allgemeinen überschätzt. Die Benutzung der Eisenbahn ist fein untedingtes Erfordernis der Jugendpflege und gibt nur den Vorwand für die Inanspruchnahme des billigeren Tarifes ab!" Und im Anfang sagte Dr. Fischl:„ Die Berechtigung der Fahrpreisermäßigung vom sozialiftifchen, fulturellen, charitativen und sonstigen Standpunkt aus darf teiner Erörterung. Wir glauben, daß diese Zweiseelentheorie für sich selbst spricht und auch feiner Erörterung bedarf! " Schmußige Gefellen! Bootstaufe im Ruderverein„ Vorwärts". Der Ruderverein„ Vorwärts" ladet alle Freunde des Arbeiter- Nudersports zu feiner am fommenden Sonntage, dem 7. September, nachmittags 3 Uhr, im Bootshause stattfindenden Bootstause freundlichst ein. 8 mei neue Boote werden dem bereits 28 Vereinsboote zählenden Bootspark angegliedert, und zwar läuft ein Riemenvierer und ein Doppelaweier bom Stapel, sie sollen auf den Namen Republil" und Dubrow" getauft werden. Vorher findet in der Zeit von 1 bis 3 Uhr eine Vereinsregatta, unter Beteiligung auswärtiger Arbeiter- Ruder, Vereine, gut beobachten fönnen. Die flassische Grünaner Regattastrecke steht diesmal nicht zur Verfügung, weil der Berliner Regatta- Verein", als Generalpächter dieser Strecke, Bedingungen für die Pachtung dieser Anlagen gestellt hatte, die es dem Verein unmöglich machte, diese Summe aus Eintrittsgeldern aufzubringen. Und trotzdem hält der Ruderverein Vorwärts seine Regatta ab. Das Bootshaus liegt gegenüber Baumschulen weg, und ist zu erreichen mit der Straßenbahnlinie Nr. 87 und 88 bis Baumschulenstraße oder Stadtbahn resp. vom Görliger Bahnhof bis Bahnhof Baumschulenweg. wie gewohnt, nicht an heftigen Angriffen auf die SPD. fehlt, zu Versammlungen ein. Dieser Mißbrauch der Arbeitersportorganifationen reiht sich würdig früherem ähnlichen an. Es wird höchste statt. Ziel ist das Bootshaus" Vorwärts", so daß die Gäste die Endkämpfe Zeit, daß solchem Treiben ein Ende gemacht wird. Turner und Sportler, die den der Zentralfommission für Arbeitersport und Körperpflege angeschlossenen Verbänden angehören und die gewillt find, dagegen energisch den Kampf aufzunehmen, werden gebeten, eine entsprechende Erklärung mit ihrer Adresse unter dem Kennwort Sportler" der Redaktion des Vorwärts" zuzustellen. Die sozialistische Presse der Provinz Brandenburg wird um Abdruck dieses Aufrufs gebeten. 17 Resultate vom Ringer- und Seberwettstreit der Sportvereinigung 2ichten berg- Friedrichsfelde 04, Mitgl. d. Arb.-Athl.-B. D., vom 24. Auguft. Ringen, Jugend bis 95 Pfb.: 1. 2. Schächter( Lurich 02- Berlin). Jugend 110 bis 125 Pfd.: 1. W. Krugel( Felsen- Rathenow). Jugend 95 bis 110 Pfd.: 1. F. Fischer( Jugendkraft- Friedrichsfelde). Jugend 125 bis 140 Bfb.: 1. E. Rindfleisch( Westergaard- lichterik). Seben, 6. Klaffe: 1. G. Reinte( HellasFrauendorf). 5. Klaffe: 1. D. Mörschner( Deutsche Eiche- Stargard). 4. Klaffe: fund. 2. Klaffe: 1. Richter( Sp.-Bg. Lichtenberg- Friedrichsfelde). 1. Klasse: 1. B. Kehr( Sp.-Bg. Lichtenberg- Friedrichsfelde). Ringen, 7. Klaffe: 1. Br. Böttcher( Kr. u. Art.-Bg. Cöpenic). 6. Klaffe: 1. Droas( Berolina- Neukölln). ( Lurich 02- Berlin). 3. Klasse: 1. Winkel( Nordwest- Berlin). 2. Klaffe: 1. Rich ter( Sp.-Vg. Lichtenberg- Friedrichsfelde). 1. Klaffe: 1. W. Paul( Giegfried 09 Schwimmfeft der Berliner Schwimm- Union 1913 am Sonntag, den 5. Ottober, nachmittags 2 Uhr, in der städtischen Badeanstalt Schillingsbrücke. Er. schwimmen, 120 Meter. öffnungsstafette für Männer, 10X40 meter bel.. Weibliches Jugendbrusta Männerrückenschwimmen, 120 Meter. Tauziehen, Die Festschrift vom Spandauer Arbeiterturnfeft. In hübscher Aufmachung präsentiert sich die soeben erschienene Festschrift von dem großen Turn- und Sportfest der Arbeiterturner. Momente, die Techniker schildern die Einzelveranstaltungen und ver Eine große Anzahl Abbildungen zeigen uns besonders interessante 1. W. Beuder( Sellas- Frauendorf). 3. Klaffe: 1. W. Piehl( Nordstern- Stralöffentlichen die Resultate. Die Festschrift tönnte als Spiegelbild der Leistungsfähigkeit des Arbeitersports als eine vorzügliche Propaganda 5. Klaffe: 1. W. Hentschel( Berolina- Neukölln). 4. Klaffe: 1. W. Mener für die Arbeitersportbewegung aufs wärmste empfohlen werden. wenn nicht der fommunistische Kreisvorstand die günstige Gelegenheit" wieder benutzt hätte, hehzartikel gegen die SPD., den„ Vorwärts" und das Spandauer Parteiblatt mit einzuschmuggeln. Aus der„ Roten Fahne" wird ein Artikel des Kreisvorsitzenden Cieste, gleichzeitig Vorsitzender der Roten Sportinternationale, veröffentlicht, in dem es wörtlich heißt: 5 Teilnehmer. Jugendbrustschwimmen, 120 Meter. Springen für Männer, Klaffe B, 3 Rür-, 1 Pflichtsprung, Nr. 57, Nr. 7 und Nr. 50. Männerbruſt stafette, 4X40 Meter. Männerbrustschwimmen, Klasse B, 120 Meter. Männerfeiteschwimmen, Klaffe B, 120 Meter. Reigen als Wettbewerb( Dauer zirka 10 Min.). Frauenrüdenschwimmen, 80 Meter. Wasserballspiel für Männer, 5X5 Mann, 2X7 Min. Hauptschwimmen für Männer, 200 Meter bel. Baddel stafette( Brust, Seite, Rücken), 4X40 meter. Knabenbrustschwimmen, 80 Meter. Jugendbruststafette, 4X80 Meter. Schullagenstafette, 4X40 meter. Nur Ausführung wird gewerbet. Rettungsvorführungen. Streckentauchstafette, 4X20 Meter. Männerfchwimmen, 120 Meter bel., für Vereine des Arbeiter- Turn und Sportbundes und Vereine ohne Winterbad. Wasserballspiel 2X5 Mann, 2X7 Min. Die Wettkämpfe sind offen für alle Mitglieder des Arbeiter- Turnund Sportbundes nach den Bestimmungen der AWO. Stichtag für Jugend liche 4. Oktober 1906. Bahnlänge 20 Meter. " Daß die Festartikel", des„ Borwärts", bestehend in der Denunziation der Beranstaltung als„ unter dem Be= lagerungszustand grundsählich zu verbieten", als Resultat die Zurückziehung von Quartieren gebracht habe." dieser fapitalistischen Republit tommt selbstverständlich Weiter heißt es: Für den Vorwärts" als Nuznießer so etwas wie Verantwortung gegenüber der Arbeiterschaft nicht in Frage, wenn die Mehrheit einer Bewegung sich von ihnen abgewandt hat. Nicht genug damit, daß der„ Vorwärts" und das„ Volksblatt" geht es weiter. Die Festschrift liefert den Beweis, daß der kom unsere Veranstaltung infamierten" usw." In diesem Ton munistische Kreisvorstand in der parteipolitischen sportler unter den bürgerlichen Sportlern werben, wenn ihnen von Heze seine Hauptaufgabe sieht. Wie sollen die Arbeiterden Anhängern der Roten Sportinternaionale alle Sympathien der Bevölkerung genommen werden? Das Intereffe des Arbeitersports ersuche diefelben, dies endlich und umgehend nachzuholen und für pünktlic 15 verlangt es, daß diesem Treiben baldigst ein Ende gemacht wird. Ein Kreisvorstand, der alle praktische Arbeit sabotiert, ist ein Schä dling für die Gesamtheit, der sobald wie möglich von der Bildfläche verschwinden sollte. S. B. Vorwärts Berlin 1897. lich zum zweitenmal Mitglieder und Freunde, um Zeugnis von der Der Schwimmverein Vorwärts Berlin 1897 versammelte fürzim Sommer geleisteten Arbeit abzulegen. In bunter flotter Reihen folge wechselten Einzelkonkurrenzen und größere Vorführungen. Die vom Bezirksamt Neukölln überwiesenen Schwimmschüler, die fast restlos Freunde des Schwimmsports und damit Mitglieder des Vereins geworden sind, zeigten gutes Können. Wie immer, fand der Reigen der Frauenmitglieder wohlverdienten Beifall. Ausführlich erffärbe Rettungsvorführungen zeigten die Beachtung, die diesem wichtigen Zweig der Schwimmerei in den Reihen des Vorwärts gezollt werden. Das den Schluß des Festes bildende Wasserballspiel der Frauen ließ klar erkennen, daß das zarte Geschlecht auch diesen 3weig erobert hat. Wurftechnik und Kombination zeigten, wenn auch noch im Anfangsstadium, allen Zweiflern den Irrtum, die Frauen für das Wasserballspiel als ungeeignet zu erklären. Frauen für das Wasserballspiel als ungeeignet zu erklären. Yer, 1 Min. 2 Get. 1 Resultate: 1. Eröffnungsstafette, 4X50 Meter: 1. Gruppe Lichtenberg, 2 Min. 29% Get. 2. Schülerschwimmen, Knaben: 1. Backerom, 54% Get.; Mädchen: 1. Mittelhaus, 1 min. 4% Get; weibl. Jugend:. Reid3. Mädchenbrustschwimmen, 50 meter: 1. Brofes, 56% Ger. 4. Männerrädenschwimmen, 50 Meter: 1. Anhalt, 43% Get. 5. Knabenbrustschwimmen, 50 Meter: 1 Trippenfce, 52% Set. 6. Rüden fchwimmen, weibl. Jugend, 50 meter: 1. Brandt, 52 Get 7. Hand und Hand, männl. Jugend, 50 Wheter: 1. Frant, 38% Get. 8. Männerbrustschwimmen, 50 meter: 1. Schulze, 54 Get.( dift.) 9. Männerlagenftafette, 4X50 Meter: 1. Gruppe Lichtenberg, 2 Min. 53% Set. 10. Rinderstafette, 6X50 Meter: 1. Neukölln I, 6 Min. 9% Get. 11. Bruftschwimmen, weibl. Jugend, 50 Meter: 1. Jden, 50 Get. 13. Männerbrustschwimmen, 100 Meter: 1. Rüfter, 1 Min. 38% Get. 14. Weibl. Jugendlagenftafette, 3X50 meter: 1. Neukölln, 2 Min. 42% Get. 16. Hindernisstafette, 4X50 Meter: 1. Nordost, 2 Min. 48 Sek. 17. Männl. Jugendlagenftafette: 1. Norden, 2 Min. 56% Get. 48. Frauen brustschwimmen, 50 meter: 1. Rappmann, 56% Set. 19. Männer S. u. S., 50 Weter: 1. Sampe, 32% Get 20. Männl. Jugendbrustschwimmen, 1 100 Meter: 1. Rinzel, 1 min. 38 Get. Wafferballspiel: a) Männer: Neukölln- Süden 3: 1; b) Frauen: Beibl. Jugend- Frauen 0: 0. * Bundesschwimmfeft in Leipzig. Anläßlich der Austragung der Meisterfchaft im Wafferballspiel trat der S. B. Vorwärts infolge rein sportlicher Differenzen von der Zwischenrunde zuriid. Ein Protest ist an den Bundesvorstand gerichtet.- Das Spiel Wien- Berlin wurde wegen angeblicher Dunkelheit nach 12 Minuten abgebrochen. Stand 2: für Berlin. Beide Mannfchaften hatten den Wunsch, weiterzuspielen. An anderen Endkämpfen war 6. B. Borwärts ebenfalls nicht beteiligt. G. B. Borwärts Berlin 1897: Otto Friefede, 2. Borsitzender. Schwimmfest in Luckenwalde. Arbeiter- Sport- und Kulturkartell im 6. Bezirk( Kreuzberg). Es fehlen immer noch die genauen Adressen( Anschriften und Tagungsorte) sowie Mitgliederzahlen( männlich, weiblich bis 14 Jahre, 14 bis 17 Jahre, über 17 Jahre) von folgenden Vereinen und Abteilungen des Bezirks: Arbeiter- RadfahrerBund Solidarität", 2. u. 3. Abt.; Fichte 2. u. 7. Männerabt.; Fichte 1. u. 5. Frauenabt.; Fichte- Süd; Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bez. Güden und Südost; Athletit- Sport- Club; Arbeiter- Schachklub, Gr. Süden und Südost; Artisten- Verein Güdost 94"; Arbeiter- Sportvereinigung Südwest"; ArbeiterMandolinisten- Bund; Arbeiter- Theater- Bund; Arbeiter- Abstinenten- Bund. Ich Beschickung der Sigungen durch ständige Delegierte zu forgen. J. A.: Erich Merlan, Borsigender des Bezirkskartells, Berlin GD. 33, Cuvryftr. 3, v. 3 Tr.( für sämtliche Anschriften). Kartell für Sport- und Körperpflege, 4. Bezirk, Prenzlauer Berg. Frei tag, den 5. Geptember, pünktlich 8 Uhr, Rartellfizung bei Werner, Senefelder Straße 32. Mitteilungen, Bericht von der Kartellausschußßigung, Schwimmfes 5. Oftober, Blagverteilung, Verschiedenes. Arbeiter- Sport- und Kulturfartell Neukölln. Als Abschluß der Werbewoche findet heute, Dienstag, abends 8 Uhr, im Karlsgarten, eine öffentliche Berfammlung statt mit dem Thema Arbeitersport oder bürgerlicher Sport?" Sport und Kulturorganisationen im 1. Bezirk. Am Donnerstag, den 4. Gepiember, 28 Uhr, findet in der Schule Gipsstraße die dritte Kartelldieses nachzuholen. Es muß auf dieser Delegiertenversammlung jeder Verein delegiertenversammlung statt. Wo noch keine Delegierten gewählt sind, ist pertreten fein. Die Tagesordnung lautet: 1. Aufgaben des Kartells. 2. ArAuch beiter- Runstausstellung des 1. Bezirks. 3. Wahlen. 4. Verschiedenes. der 1. Bezirk muß sich endlich ein arbeitsfähiges Kartell schaffen. Wählt und schickt Delegierte. Zu dieser Sigung ladet ein: 16. Männerabteilung des Turn und Sportvereins Fichte“. 1. Kreis, 6. Bezirk, Schwimmer, Am Mittwoch, den 3. September, 7 Uhr, bei Masello, Lichtenberg, Hauptstr. 3, Sigung der Technischen Kommission. Am Mittwoch, den 10. September, 7 Uhr, Neukölln, Mareschstr. 14, Kreisschwimmmartefißung. Tagesordnung: Bundesschwimmfest, Bundesschule. Alle Vereine haben Gchwimmer den 3. September, 28 Uhr, Monatsversammlung bei Bohne. Schloßstr. 43. Freie Schwimmer Charlottenburg 04, e. B. Stammgruppe am Mittwoch, G. B. Sparta 1911. Leichtathletik, Fußball, Hocken, Handball. 1. Bo figender: Walter Dahms, Berlin O. 112, Frankfurter Allee 91. Geschäftsstelle: Erich GroTenid, Berlin N. 54, Fehrbelliner Str. 40-41. Abt. Leichtathletit: Training Dienstags im Stadion Friedrichshain und Donnerstags in Lichtenberger Stadion. Zum Planieren des Plages in Lichtenberg, Hauffstraße, müffen sich alle Sportsgenoffen ab 5 Uhr nachmittags, außer Freitags, und Sonntags vormittags ab 8 Uhr einfinden. Athletik- Sport- Club, e. B. Leichtathletik, Socken, Handball, Rudern. Männer, Frauen- und Jugendabteilung: Training jeden Dienstag und Donnerstag auf dem Fichte- Blag, Baumschulenweg, Eichbufchallee. Freitag, den 5. September, abends 8 Uhr, Monatsversammlung im Lobal von Linsener, Mühlenstr. 58. Geschäftsstelle Alfred Behrends, Berlin NW. 87, ZinzendorfStraße 7. Sportabteilung Schöneberg. Leichtathletik, Turnen und Handball. Sport plag: Dominicus- Plaz, Sachsendamm( Priesterweg). Mittwochs und Freitags von 6 Uhr. Sonntags von 8 Uhr vormittags Training. Hallentvaining be ginnt am Dienstag, den 2. September, in der Mittelschule Rätherstraße von 8-10 Uhr. Es ist unbedingt Pflicht, daß alle Mitglieder dort erscheinen. 22. September: Sportausschußßigung bei A. Wasmuth. 24. September: SportTerversammlung bei Tg. Lehmann. Gäfte find herzlich willkommen. Geschäftsstelle: Borf. A. Wasmuth, Berlin- Friedenau, Albestr. 15; Schriftf.: E. Appel baum, Berlin- Schöneberg, Gugkomftr. 2. Ruderverein Collegia Charlottenburg( Bootshaus an der Savel) nimmi noch einige Mitglieder auf. Gihung jeden Freitag im Restaurant von Thunad, Charlottenburg, Wielandstr. 4. Dienstag, den 2. September, Vorstandssizung bei Thunad. Touristenverein ,, Die Naturfreunde", Ortsgruppe Berlin. C. B. Mittwoch, den 3. September, abends 8 Uhr, Gipsstr. 23, Funktionärsizung. Wichtige Tagesordnung. Sämtliche Ausweise über Gewerkschafts- oder Parteizugehörig feit mitbringen! Sprechchorprobe am Freitag, den 5. Geptember, pünkt lich 28 Uhr, Gipsstr. 23. Jeder hat das Fahrgeld für Braunschweig mitzubringen. Freie Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Süden. Borsigender Karl Sper ling, G. 59, Dieffenbachstr. 59. Turnen, Leichtathletik, Sandball. Turnzeiten: Männer Dienstags 8-10 Uhr. Jeden Dienstag nach dem 15. Versammlung bei Wolf. Frauen( Jungmädchen) Montags und Donnerstags 8-10 Uhr. Jugend Mittwochs und Freitags 8-10 Uhr. Turnort: Boechstr. 17-20. ρε die Rämpfe mit regem Interesse. Trotzdem die Wassertemperatur Vorträge, Vereine und Versammlungen. In Luckenwalde fand das Schwimmfest der 4. Gruppe des 6. Bezirks der Arbeiterwassersportler statt. Die Beranstaltung erfreute sich eines guten Befuches, denn rund 600 Zuschauer verfolgten nur+14 Grad betrug, fonnten alle Konkurrenzen glatt abgewickelt werden. Wenn die Arbeiterschwimmer Luckenwaldes das Fest propagandistisch richtig auszunüßen verstehen, so wird es für sie ein meiterer Schritt auf dem Wege zum Erfolge fein. Nachstehend die Resultate: 5,2 Männerlagen stafette, 4X50 Meter: d. Steglik- Lichterfelde, 2 Min. 46 Ger. Knabenbrustschwimmen, 100 Meter: 1. Lamprecht( Luckenwalde), 1 Min. 53 Set. Männerseiteschwimmen, 100 Meter: 1. Menzel( Nowawes), Min. 27 Set. Frauenbrustschwimmen, 100 Meter: 1. Sahn( Steglig- Lichterfelde), 2 Min. besichterfelbe), 1 Min. 31,1 Get. Jugendschwimmen, beliebig, 100 meter: 1. A. Bundram( SteglitzMädchenbrustschwimmen, 50 Meter:. Kliem Männerbrustschwimmen, 100 meter: 1. Menzel( Nowa( Nowawes), 1 Min. wes) 1 Min. 40,2 Ger. Knabenstafette, beliebig, 4X25 meter: 1. Nowawes, 1 Min. 41,3 Get. Jugendbruftschwimmen, 100 Meter: 1. A. Bundram( Steglih- Lichterfelde), 1 min. 39,3 Get. Badbein, 50 Meter: 1. A. Soffmann Jugendseiteschwimmen, 100 Meter: ( Steglik- Lichterfelde), 1 Min. 18,3 Get. Männerschwimmen, 1. S. Gachie( Steglik- Lichterfelbe), 1 min. 40,1 Get. Kopf. Jugendlagenstaffel, 4X50 Meter: 1. Steglig- Lichterfelde, 2 Min. 58 Get. Männererfilingsschwimmen, 100 Meter: 1. Pflanze( Luckenwalde), 1 Min. 55 Get. Stredentauchen: 1. Schwarz ( Romames), 39 Meter in 43 Get. Kleiderschwimmen, 50 Meter: 1. M. Richter( Luckenwalde), 58 Get. Männerrückenschwimmen, 100 Meter: 1. A. Hoff* mann( Steglik- Lichterfelde), 1 Min. 50,2 Get. Wafferballspiel: Steglit Lichterfelbe Nowames 2: 0( 0: 0). eitfprung: 1. Zunder( Potsdam), 16 Meter. Der tommunistische Vorstand des 1. Kreises vom Arbeiter- Turn- beliebig, 100 meter: 1. Bukke( Steglik- Lichterfelde), 1 Min. 38 Get und Sportbund veröffentlicht im Mitteilungsblatt für den 1. Kreis noch einmal die gehäffigen Anwürfe gegen den„ Borwärts", der das Kreisfeft infamiert" und die Behörden indirekt aufgefordert habe, bas Fest zu stören. Auch die vom Kreisvorsitzenden Lieske fabrizierte Resolution, über die gar nicht abgestimmt wurde( daß der Borwärts" ebenso wie die Arbeiterblätter" zur Berichterstattung zugelassen werden foll), wird wieder wahrheitswidrig als einmütiger Beschluß des Kreisvorstandes hingestellt. Wie die Arbeiterturner des 1. Kre ses darüber denken, haben sie auf dem Kreisfest ganz deutlich zu erkennen gegeben, indem sie die fommunistische Hetze des Kreisvertreters Lieste unmöglich machten. An den Bundesvorstand, der dieses Kreismitteilungsblatt als Beilage zur Arbeiter- Turnzeitung" herausgibt, muß aber die Frage gerichtet werben, wie lange er diese Propaganda der Roten Sportinternationale dulden will! Im gleichen Artikel heißt es, daß die Spizenorganisationen der Arbeitersportverbände und die SPD. auf die Spaltung der Arbeiterorganisationen ausgehen, und daß es not wendig sei, darüber deutlich zu reden. Warum läßt der Bundesvorstand diese Hetze zu, anstatt auch einmal deutlich zu reden"? In Gemeinschaft mit der Kommunistischen Partei und auf deren Boden stehenden Organisationen ladet der Kartellverband für Sport und Körperpflege in einem Flugblatte, in dem es, Mannschaftsringtämpfe im Arbeiter- Athletenbund Deutschland. Der am Donnerstag, den 28. Auguft, im Rahmen der Neuköllner Arbeitersportwerbemeche stattgefundene Mannschaftskampf im Ringen zwischen dem S. C, Berolina und dem S. V. Norden endigte mit dem überlegenen Siege Berolinas. Zahlreiche Zuschauer waren Zeuge der spannenden Kämpfe. In der B- Klaffe siegten für Berolina Eichler, Thomas und Sooram, während die anderen drei Rämpfe unentschieden endigten, so stellte sich das Resultat auf 4%: 1%. Die A- Mannschaft gewann mit 5: 1. Hier siegte Droas, Rieger, Seelenbinder und Schnackenberg; im Feder- und Schwergewicht trennten sich die Gegner unentschieden. Am Donnerstag, den 4. September, trifft Berolina in der Turnhalle Thomasstraße um 8 Uhr abends auf den S. C. Libertus Berlin. Vorher findet ein Jugendtreffen statt. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Mittwoch, 7 Uhr. Schule Gipsstr. 23a, Rinderturnausschußigung. Besprechung und Meldung zum Kinder- Turn- und Sportfeit. Reichsbanner„ Schwarz- Rot- Gold". Geschäftsstelle: Berlin C. 2, Kaiser- Wilhelm- Straße 46 III, Kamerabschaft Zehlendorf. Dienstag, 2. September, abends 28 Uhr, Zusammenkunft nur der Jugendkameraden bei Schnorre. Aus Sprache über Arbeitsaufgaben der Reichsbanner- Jugend. Kameradschaft Niederschöneweide, Oberschöneweide und Johannisthal. Dienstag, 2. September, Era abends 8 Uhr bei Räthet, Brückenstr. 15, Mitgliederversammlung. Kameradschaft scheinen Pflicht. Neuaufnahmen werden entgegengenommen. Niederschöneweide, Gruppe Treptow und Jugendgruppe. Dienstag. 2. SepPünktliches tember, abends 7% Uhr, Lofal Stephan, Treptow, Graebstr. 1. Erscheinen Pflicht. Republikaner als Gäste willkommen. Kameradschaft Webbing. Die an der Fahrt nach Lübbenau teilnehmenden Kameraden( Sonntag. 7. September) müssen bis Freitag, 5. Geptember, beim Kameraden Die Müller, Uferstr. 12, die Teilnehmergebühr von 4 Mr. bezahlt haben. Gebühr berechtigt aur Sin- und Rüdfahrt, Entnahme von Kaffee, Mittageffen und Teilnahme an der Spreewaldfahrt. Kameradschaft Wilmersdorf. Teilnehmerfarten für Sonntag, 7. September, nach Lübbenau zum Preise von 4 Mt. einschl. Bahnfahrt, Mittagessen, Staffee und Spreewaldfahrt, sind bis Mittwoch, 3. September, bei Kameraden Schmub, Ludwigfirchplay 9, zu haben. Kameradschaft Charlottenburg. Jeden Dienstag, pünktlich abends 8 Uhr, Turn abend in der Turnhalle der Wiebeschule, Seaiferin- Augusta- Allee, Eingang Nenes Ufer. Donnerstag, 4. September, abends 8 Uhr, Kameradschaftsbersammlung im Restaurant Wilhelmshof, Berliner Strße, Eingang Spreestraße. Ausgabe der Karten zum Reichsbannertag am Sonntag, 7. September, in Lübbenau. Arbeiter- Samariter- Kolonne Berlin EV., N. 31, Schönholzer Str. 20, teilt mit, daß der Ausweis Nr. 311 der Kolonne auf den Namen Kurt Soffmann gestohlen wurde, desgleichen der Ausweis Nr. 345 für 23 i 1 belm Metel Die Ausweife werden hiermit für ungültig erflärt, und es wird gebeten, sie bei Erscheinen anzubalfen und der Kolonne zu übermitteln. Freie Vereinigung für Jugendberatung Berlin. Einladung zur Ers öffnungsfibung am Mittwoch, den 3. September, abends 8 Uhr, in der Aula des Friedrich- Wilhelm- Gymnafiums, Kochstr. 13: Motivierung und Einrichtung der freien Jugendberatung. Verband Eherechtsreform. Sis Berlin. Die nächste Sigung findet Mitt woch, den 3. September, abends pünktlich 8 Uhr, im Restaurant Greiffenberger", Jerufalemer Str. 8( oberer Saal) ftatt. Arbeiter- Stenographen- Verein Stolze- Schrey, Bezirk Lichtenberg. Am Donnerstag, den 4. September, 28 Uhr, im Lofal Croffener und Simon- Dach Straße: Deffentliche Versammlung:" Ueber die Bedeutung der Stenographie " für die Arbeiterklasse." Am Freunde und Gönner herzlich willkommen. Donnerstag, ben 11. September, in Schule Scharnweberstraße Beginn des Anfängerkursus. Anmeldung dort. Bereinigung für Schul- und Erziehungsfragen Berlin- Treptow. Versammlungsort: Beichenfaal ber 6. Treptower Gemeindeschule, Wildenbruchstr. 53 III, Beginn: 8 1hr abends. Freitag, den 5. September:" Der Bildun und die formole Bildung."( Dr. S. Müller- Freienfels.) Verbandstag der Schuhmacher. ( Schluß.) Leipzig, 29. August. Am Donnerstag wurde zunächst über zwei Entschließungen, die von der Opposition eingebracht worden sind und in denen gefordert wird, zu dem demnächst stattfindenden Verbandstag des Unitären Verbandes der Lederarbeiter" Frankreichs und zur Tagung des Allrussischen Lederarbeiterverbandes Delegationen zu entenden, zur Tagesordnung übergegangen. = Schulz Offenbach berichtet über die Verhandlungen der Statutenberatungsfommission. Er betont, daß sich die Kommission bei ihren Beratungen wesentlich an die Vorlage des Vorstandes gehalten habe. In der anschließenden Aussprache wird die Frage der Unterstützung besonders lebhaft diskutiert. Ein lebhafter Kampf entstand bei der Beratung der Paragraphen, nach denen sich die Zusammensehung des 3en trafoorstandes, im besonderen der unbesoldeten Mitglieder, regelt. Auch die Frage des Bestehens und der Zusammensetzung des Beirates war hart umstritten. Die von der Statutenbe ratungsbommission vorgelegte Fassung der betreffenden Bara graphen fand nicht die Billigung der fommunistischen Delegierten. Diefe fießen alle Minen springen; besonders mußte bei den Bertretern der Diftatur das Wort von der Demotratie herhalten. Rollege Simon stellt fest, daß die sogenannte Opposition seine Ursache hat, von Demokratie zu sprechen, da sie dem Verbandstag Anträge unterbreitet hat, die von berufsfremden Leuten geschmiedet worden sind. Der von fommunistischer Seite gemachte, Borwurf, daß von den SPD.- Delegierten und Vorftandsmitgliedern Parteipolitit getrieben wird, wird zurückgewiesen. Am Freitag, dem letzten Tag, wendet sich der Vorsitzende Simon vor Eintritt in die Tagesordnung gegen die Berichterstattung im Werftätigen". Eine lebhafte Aussprache rufen die Abänderungsanträge zur Entschließung über das disziplinierte Zu" Jmmer friſch. Überall erhältlich. fammenwirten der Verbandsmibglieder hervor. Die fommunistischen Diskussionsredner suchen mit ihrer ganzen Redetunft die Delegierten des Verbandstages zu ihrer Auffassung zu befehren. Die vorliegenden Abänderungsanträge zu der Entschließung werden angenommen. Nach längerem Meinungsaustausch werden die von der Statutenfommission zum Statut gemachten Vorschläge gebilligt. Bei der Neuwahl des Vorstandes wird als erster Berbandsvorsigender gegen 13 Stimmen Kollege Simon wiedergewählt. Als zweiter Vorfigender wird Kollege Ler mit 57 Stimmen gegen den Kommunisten Hörz- Berlin, auf den 18 Stimmen entfallen, gewählt. Einstimmig wiedergewählt wird als erster Raffierer König, als zweiter Huber und als Redakteur Rollege Trefflich. Der Verbandstag nimmt noch Stellung zur Kostendeckung für die Durchführung des Boltsent scheids über das Washingtoner Abkommen. Rollege Simon ist der Auffassung, daß für diese Zwede ein größerer Rampffonds gesammelt werden müsse. Darauf wird der Verbandstag geschlossen. Parteinachrichten Gtusendungen für dieſe Nubrik find für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 6. Are renberg, Gruppe CS, Rubericeumbe! Spieltage jeben Donners tag bon 4 bis 7 Uhr( nicht Dienstag) im Jugendheim, Lindenstr. 3. 5. Kreis Friedrichshain. Ausschuß für Arbeiterwohlfahrt und Kinderschutz, Kommunale Kommission und Abteilungsleiterinnen! Mittwoch, den 3. September, 7½ Uhr, bei Rosin, Gubener Str. 19, wichtige Sibung. Vertretung der Jungsozialisten und Arbeiterjugend erwünscht. 13. Kreis. Mittwoch, 3. September, 7 Uhr, Fraktionssihung Rathaus Mariendorf, Bimmer 26. 20. Kreis. Freitag, 5. September, 7% Uhr, Sizung der Funktionärinnen Agitation, Kinderschuh und Arbeiterwohlfahrt im Simmer 60 des Vera waltungsgebäudes, Reinickendorf- Oft, Hauptstr. 46. Vortrag:„ Die polis tische Situation und die Aufgaben der Funktionärinnen." Morgen, Mittwoch, den 3. September: 58. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr bei Baech, Nanteftr. 31, Funktionärstzung. 82. Abt. Steglit. 8 Uhr wichtige Funktionärtonferenz bei Thiel, Albrecht ftraße 87. * 33. Abt. Donnerstag, 4. September, 7% Uhr, Funktionärfibung bei Bojad, Beymestr. 8.-Die Vorstandsmitglieder treffen sich um 7 ühr vünktlich ebenda zu einer wichtigen Besprechung. Jugendveranstaltungen. Anmeldungen zum Ferienaufenthalt für das Landheim am Duenzfee werden noch im Jugendsekretariat, Lindenstr. 3, 2. Sof, 2 Treppen, entgegen genommen. 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. Abteilungsmitgliederversammlungen heute, Dienstag, 7½ Uhr: Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Mittwoch, 3. September, abends pünktlich 7½ Uhr, juristische Sprechstunde, Lindenstr. 3, 1. Sof, t. Aussprache über: Unsere Winterarbeit". Anschließend daran Wahl des Borstandes. Alle Delegierten und Helfer müssen erscheinen. Brenz lauer Berg. Für die bereits feit leztem Winter bestehende Esperanto Gruppe wird ein sozialistischer Esperantolehrer gesucht, welcher bereit ift, an einem Nachmittag in der Woche die Kinder zu unterrichten. Meldun gen find zu richten an: Edmund Soomann, N., Sonnenburger Str. 4. 3. Kreis Wedding. Bildungsausschuß! Heute, Dienstag, 6½ Uhr, Sigung bei Möller, Adolfftr. 12. 11. Kreis Schöneberg. Die für beute einberufene Sigung der Beitungstommission findet wegen der allgemeinen Funktionärtonferenz acht Lage später statt. Preis pro 12 Pfd. nur 50 Pfennig. Buchholz: Lokal von Road, Sauptstr. 71. Cöpenick: Jugendheim, Grünauer Str. 5. Gesundbrunnen: Schule, Wiesen-, Ede Pantstraße. Mariendorf: Alte Schule, Dorfstr. 7. Moabit II: Schule am Stephanplay. Vortrag: Unsere Gestirne". Neukölln III: Jugendheim, Nogatstr. 53. Neukolln VI: Schule, Kaiser- Friedrich- Str. 4. Nordring: Lokal von Mahn Topf, Carmen- Shiba, Ede Greifenhagener Straße. Bankow: Jugendheim, Breite Straße 32. Brenzlauer Borstadt: Badeanstalt, Oderberger Str. 57. Reinickendorf- Dft: Seebad", Residenzstraße. Schönhauser Vorstadt: Schule, 1 Jbsenstr. 17. Schöneberg I: Jugendheim, Rubens-, Ede Hauptstraße. Steglit I: Jugendheim, Albrechtstr. 47. Staaten: Jugendheim, BahnhofStraße 30a. Spandau: Jugendheim, Neuendorfer Str. 37. Westen: Bau gewertschule, Kurfürstenstr. 141. Wilmersdorf: Jugendheim, Hildegardstr. 4. Wannsee: Schule, Charlottenstraße. Bortrag: SAJ. und Arbeitersport". Ber Internationale Trempuk aller kaufe ist die Rahma Rahma Margarine buttergleich Höchfter Qualitätsbegriff Jn jeder Verwendungsart wie befte Butter Das Beſte für Tafel u. Küche. ར Breslauer Herbstmesse 7-9.$ ept.1924 Resonders SAISON ERÖFFNUNG Damen- Konfektion Velours de laine- Mantel flott gearbeitet, in hellen and dunklen 3950 Trikotkleider Kunstseide in aparte Formen, in vielen neuen Farben Jackenkleider Farben.. : 11751775 sas Vorschled. Stoffen, Jakett gefüttert 37505500 Schotten, aus kräftigen Stoffen.. 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Wenn es auch trotzdem möglich war, ohne großen Abbau der Berbandseinrichtungen durchzufommen und noch verhältnismäßig günstiger als andere Verbände die Inflation zu überstehen, so danten wir es der opferbereiten Arbeiten aller unserer Mitglieder. Zu ganz besonderem Dant find wir den ausländischen Kollegen verpflichtet, die uns nach Kräften geholfen haben. In der Zeit der schlimmsten Infiation haben wir endlose Lohnverhandlungen = führen müssen. Die Prinzipale warteten mit einer ganzen Reihe von Berschlechterungsanträgen auf, u. a. verlangten sie die 57 Stun denwoche. 3war haben wir die Verschlechterungen zum großen Teile abgewehrt, der frühere Zustand ist aber nicht erreicht morden. Das jetzige Abkommen läuft bis zum 31. Januar 1925. Der Verbandstag wird zu entscheiden haben, ob das Abkommen gekündigt werden soll. Bei den Tarifverhandlungen hat sich ein wesentlich anderes Bild gezeigt als früher. Die fortschrei tende Industrialisierung auch im Buchdruckgewerbe bat eine andere Zusammensetzung der Brinzipale mit sich gebrach. Biel fach find an Stelle der früher aus dem Mittelstand herausgetommenen Brinzipale Nichtouchdruder getreten, die mit juristischen Haarspaltereien die Berhandlungen sehr erschwerten und eine Einigung oft verhinderten. Die Bildung eines Industrieperbandes ist bekanntlich durch Urabstimmung abgelehnt worden. Eine Aenderung der Beziehungen zu den übrigen graphischen Verbänden ist dadurch nicht eingetreten. Wir haben auch weiterhin einträchtig zusammengearbeitet. Die Akademie der Arbeit, mehrere Wirtschaftsschulen und die Bolkshochschule Tinz wurden von uns wiederholt beschickt. Die Grenzverschiebungen nach dem Kriege haben auch in der Berichtszeit noch Mitgliederverluste zur Folge gehabt, indem die Kollegen, die zunächst noch im deutschen Verband geblie: ben waren, im letzten Jahre ausschieben und eigene Berbände bildeten. Gegen die Zeitungsverbote haben wir uns energisch gewehrt und haben eine andere Art der Strafe für die Schuldigen verlangt. Die Regierung hat uns zwar erklärt, der Sache näher zu treten, aber bis jetzt ist noch kein Ergebnis erzielt. Unser Verbandsvermögen haben wir wenigstens teilweise dadurch gerettet, daß wir es noch eben rechtzeitig in eine Druckerei anlegten, die jetzt die QUes in allem fönnen wir feststellen, daß wir noch einigermaßen Grundlage für unser neues Unternehmen in Berlin bilden soll. gut über die Inflationszeit hinweggekommen sind.( Lebhaftes Bravo.) Den Rassenbericht gab anschließend der Hauptkassierer Schmeinig, der zimächst auf den durch die Geldentwertung be. Glücklicherdingten Niedergang der Kaffenverhältnisse einging. weise tonnte der Korrespondent" und der Jungbuchdrucker" vor dem Eingehen bewahrt bleiben. Am Ende der Inflationsperiode betrug der Raffenbefband 2030 Goldmart, am 1. Januar 47 498 Geldmart und am 1. Juli 483 000 Goldmart. Die Mitgliederzahl ist im 2. Quartal mit etwa 70 000 zu beziffern. Eine zwingende Notwendigkeit ist die Verlegung der Korrespondenz- Redaktion nach Berlin geworden. Aus dieser Notwendigkeit entstand dann auch das Projekt des Berbandshauses. Nach der Mittagspouse wurde in die # Aussprache über den Geschäftsbericht eingetreten. Ebel Berlin ist von den Ausführungen Seiß nicht roll befriedigt. Der Berbandsvorstand hat die nötige Führung vermiffen lassen. Es hätte mehr gegen jene Leute unternommen merden müssen, die die Organisation herunterreißen. Freitag: Dresden unterstreicht die Ausführungen des Boredners und fordert einen besseren Nachrichtendienst zwischen Zentralvarstand und Funktionäre. Mussial Berlin spricht ebenfalls der Organija tionsleitung Dant und Aneriennung aus und betont, daß die 3er Splitterungskräfte an der gefunden Grundlage der Buchdruder. organisation zerschellt seien. Elstermann Dortmund fordert, daß Verhandlungen einzelner Bezirfe und Gaue, die nur für sich arbeiten, nicht wieder vorkommen. Lorenzen Kiel jetzt sich für bessere Aufklärungsarbeit ein und verlangt, daß der DGB. in der Maifeierfrage endlich flare Bestimmungen herausgibt. Reisner Königsberg fordert den Ausbau der Unterftügungs: einrichtungen. Kächerle Heilbronn führt aus, daß die Unternehmer in der ihnen günstigen Ronjunttur reine Erpressungspolitik betrieben hätten. In der Arbeitszeitfrage hätte Urabftimmung erfolgen müssen. Die heutigen Driszuschläge feien in ihrer Staffelung überholt. Sturz Leipzig unterstreicht die Ausfüh rungen Ebels und Freitags über die Zersplitterungstendenzen und erflärt sich ebenfalls für eine Urabstimmung in der Arbeitszeitfrage. Baier Rürnberg bezeichnet den Weg der Klaffifizierung der Löhne mit der Boranstellung des Stundenlohnes als falfch. Die Haftung ber Organisation gegenüber Kommunisten und Hatenfreuzlern müsse Widerspruch finden. Leute, die Organisationen angehören oder unterstützen, die die freien Gewertschaften bekämpfen, dürfen nicht geduldet werden. Thorban Hamburg verteidigt die Haltung der Kollegen in den Großstädten. Der zweite Kampf der Berliner hätte von der Gefamtorganisation unterstützt werden müssen. Als der Redner die Buchbrucerorganisation als den Schrittmacher der Arbeitszeitverlängerung bezeichnet, findet er lebhaften Widersprudy. Melzner Hamburg fordert fritische Be trachtung der Betriebe der Genossenschaften. Die Verlagsgesellschaft Deutscher Konjumnereine bereite größere Schwierigkeiten mancher andere Unternehmer. Sporn Breslau versteht die Hal= 1 ais tung des Verbandsvorstandes zum Berliner Streit nicht und ebenfomenig die unflare Haltung des ADGB. zum 1. Mai. Er wendet fich gegen Ebel. Er sollte nicht alle Kommunisten über einen Ramm scheren, es gibt auch Edelfommunisten.( Große Unruhe.) Die Verhandlungen werden dann auf Dienstag mittag 12 Uhr verbagi. Wirtschaft otton Leipziger Messe. Aus Leipzig wird uns geschrieben: Leipzig bot am Sonnabend, dem Eröffnungstage der Meffe, rein äußerlich genommen, das gewöhnliche Meßbild: Biele Menfchen, Reflameschilder und an den amtlichen und auch an vielen anderen Gebäuden republikanische Flaggen. Die Messe selbst steht unter dem Eindrud der Annahme des Dawes Gutachtens. Bis zum Freitag, als die Entscheidung des Reichstages ungewiß war, war die Auffassung für den Verlauf der Messe durchaus peffimistisch Wenn auch heute noch feine einheitliche Meinung über das Ergebnis der Messe vorherrscht, so ist doch das lähmende Gefühl der Unsicherheit gewichen. Neuer Unternehmungsgeist regt sich, ohne die Auswirkungen der Schweren gegenwärtigen Geld- und Industrie trise vermischen zu können. So find die Züge z. B. aus Norddeutschland nicht so überfüllt als gewöhnlich, und mehrere Plätze in den Ausstellungs. blocks find leer geblieben. Vor allem soll die technische Messe schwächer als vorher beschickt worden sein. Zweifelsohne spielt da bei der chronische Geldmangel eine außerordentliche Rolle. Die fommende Wirtschaftstonjunktur wird durchmeg günftig in dem Sinne beurteilt, daß man den Höhepunkt der Krise im Anschluß an die internationalen Krebite für überwunden hält. Man verweist fast allenthalben auf die Belebung des Erports, der in den letzten 14 Tagen eingesetzt hat und auch auf das wachsende Inlandsgeschäft. Jedoch verhalten sich die Käufer in Leipzig, foweit man am ersten Tage beobachten fonnte, besonders die inländischen Abnehmer, sehr zurückhaltend, weil man mit schwächer werdenden Preisen rechnet. Am Sonntag selbst entwickelte fich teilweise lebhafteres Geschäft in Zegtilien und Eisenwaren. Die Preise haben sich gegen die Frühjahrsmesse ganz erheblich gefenft, fie liegen aber immer noch über dem Weltmartt. preis. Das gilt befonders für Stahl und Eisenwaren, für Maschinen und Textilien. Die vorhandenen Konkurrenten aus Dester. reich und der Tschechoslowakei sind, was den Preis anbetrifft, den deutschen Fabrikanten und Großhändlern überlegen. nungen auf eine Belebung des Geschäfts nicht erfüllt. of Im weiteren Verlauf der Leipziger Messe haben sich die Hoffder Markt einigermaßen entwickelte, blieben die Umfäge gegen die Frühjahrsmesse 1924 recht bescheiden und gering. Das ist der Fall, otwohl vom Ausland und auch Inland bringender Bedarf vorliegt und große Konzerne die feit März bzw. April d. I. verhängte Einkaufssperre teilweise aufgehoben haben. Selbst die Einräumung von Krediten, die von den Berkäufern sehr liberal angeboten werden, fonnte bis jetzt an der Zurückhaltung der Käuferschaft, die überhaupt geringer ist als im Frühjahr, nichts ändern. Auch sonst find die Verkäufer in ihren Bedingungen äußerst entgegentommend, so daß ein Geschäft wohl heute kaum der Ronditionswünsche der Kundschaft wegen unterblieben ist. Aber man ist im großen und ganzen in der Atnehmerschaft im Unterschreiben von Wechseln sehr vorsichtig, da das bereinkommen von Außenftänden immer noch fehr ungewiß tft. Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Dienstag, 2. September 1924 So ist die Herbstmefje 1924 im großen und ganzen eine recht flaue Messe geworden. Ohne Zweifel fann festgestellt werden, daß sie wohl die schlechteste Messe ist, die wir in den letzten Jahren erlebten. die wi Für diese Entaridung ist nur die Preisfrage verantwortlich zu machen. Vor der Messe hatte man in weiten Kreisen erwartet, daß die großen Preisfortelle die Preisstellung für die Leipziger Tage freigeben würden. Das ist nicht geschehen. Bielmehr hat man hier und da Erhöhungen vorgenommen, obwohl die Breise durchmeg viel zu hoch find. Schon der Kampf um den Preis, der ja das Messegeschäft überhaupt ausmacht, zeigt, daß man bei Beurteilung der fünftigen Wirtschaftstonjunttur, besonders der Wirtschaftslage im Herbst und im Winter, den Verlauf der Leipziger Mustermesse nicht allzu schr Ohne Zweifel wird im Anschluß an mitsprechen laffen darf. Leipzig noch manches und größeres Geschäft zustande tomme", wenn erst der Streit um den Preis geflärt und entschieden ist. Auch der Fortfall der 3 ollschranken, die die wichtige rheinisch. westfälische Wirtschaft wieder dem deutschen Markt anschließt und neue Käufer gewinnt, wird in diesem Sinne ausgelegt. Ferner erwartet man von der durch ausfömmliche Getreidepreise gestärkten Belebung des Rauftraft der Agrarbevölterung eine Handels. Man tann zusammenfassend über die Leipziger Messe sagen: Die Ursachen der Krise, die sich im Preisproblem darstellen, find materiell nicht überwunden. Dagegen sind die psychologischen U: fachen heute bereits fortgefallen. Im großen und ganzen setzt sich der Gabante ar die Notwendigkeit einer normalen Birt faftsführung allgemein durch. Mehlzoll und Verbraucher. Ausfuhrhandels wird uns geschrieben: Bom Reichsverband des Deutschen Ein- und Es ist nicht allgemein bekannt, von welch außerordentlich großer Tragweite die Borlage über die Einführung von Zöllen auf Getreide und für die Verbraucher wird, daß die Regierung für Jahre hinaus die Ermächtigung erhalten soll, auf die allermichtigsten Nahrungsmittel( auf Getreide aller Art, Mehl, Spect, Schmalz usw.) Bölle zu legen, die eine erhebliche Berteuerung des täglichen Berbrauchs und der gesamten Lebenshaltung zur Folge haben müfbezeichnet. Sie enthält aber in versteckter Form gleichzeitig eine fen. Die Vorlage wurde als ein Schutzzoll für die Landwirtschaft enorme Prämie für die Müllerei, die natürlich restlos Dom Verbraucher zu zahlen ist; denn für den Verbraucher ist nicht der Getreidepreis, sondern der Mehlpreis entscheidend. Sollte die Vorlage Gefez werden, so würde die Folge bereits eine 35prozentige Berteuerung des täglichen Brotes fein. Bei einem Zoll auf Weizen, nämlich von 5,50 Met. per Doppelzentner falls der vertragliche Zoll von 10,20 m. per Doppelzentner Gesetz ist ein Mehlzoll von autonomen 18,75 Mt., vertraglich von 10,20 Mart per Doppelzentner vorgesehen. Selbst wenn günstigstenwerden sollte, so würde dieser eine besondere 3umendung an den Müller von 3,35 Mt., per Doppelzentner enthalten. Dieser Betrag wird von jedem Doppelzentner Mehl, der in Deutschland überhaupt verbraucht werden wird ,, an die deutschen Müller zu zahlen fein, da nämlich nach Einführung von Mehlzöllen der deutsche Müller feine Mehlpreise nach den um den deutschen Zoll verteuerten Auslandsmchlpreisen richtet. Diese Belastung ist für die Bevölkerung untragbar. Die Müllerei hat aber hiermit noch nicht genug: Gie verlangt einen Mehlzoll in doppelter Höhe! " nämlich Mitte Juli d. 3. gefordert worden, daß bei der Bewegung In der Sigung des Ausschusses der Reichsmüllerverbände iſt der Mehlzölle eine Sicherung" für die Unkosten von 10 Mt. für 100 Rilo Mehl zugrunde zu legen ist, auch wenn ein Getreidezoll nicht in Betracht fame. Zu diesem Grundbetrag von 10 Mr. murde dann der Zoll des zur Herstellung von 100 Rilo erforderlichen Ges treides treten. Bei einer durchschnittlichen Ausbeute von 70 Proz Mehl werden für die Ermahlung von 100 Kilo Mehl etma 1460 Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Rilo Getreide benötigt, so daß in dem hergestellten Mehl Gerstengraupen, lose Gerstengrütze, lose Hafergrütze, lose Roggenmehl 0/1 Weizengries.... Hartgrieß 70% Weizenmehl Haferflocken, lose Weizen- Auszugmehl Speiseerbsen, Viktoria Speiseerbsen, kleine... Bohnen, weiße, Ferl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni. Makkaronimeh! Schnittnudeln, lose... Bruchreis Rangoon Reis Tafelreis, glasiert, Patna Ringäpfel, amerik. Tafelreis, Java.. Zentner frei Haus Berlin. 16,75-21,50| Röstgetreide, lose 16,00-17,00 Kakao, fettarm 16.50-18,00 65,00-75,00 86,00-100,00 18,00 20,00 Kakao, leicht entölt 19.00-21.00 Tee, Souchon, gepackt. 320,00-400,00 14,00-15,00 Tee, indischer, gepackt. 400,00-470,00 19,00 20,50 Inlandszucker basis mel. 37,50- 38,50 23,00-25,50 Inlandszucker Raffinade 39,03- 41,00 17,00-18,25 Zucker Würfel. 44,00-47,50 19,00 24,50 Kunsthonig 30,00-38,00 17,00 20,50 Zuckersirup hell in Eim. 40,00- 45,00 11,00-15,00 Speisesirup dunk. in Eim. 27,00-31,00 20,00 24,00 Marmelade Einfr. Erdb. 90,00-95,00 35,00-40,00 27,00-30,50 Marmelade Vierfrucht 30,00-36,00 20,00 29,50 Pflaumenmus in Eimern 31,00-37,50 Steinsalz, lose..... 3,10 3,70 39,00-46,00 Siedesalz. lose 4.00 4.70 18,75 20,50 Bratenschmalz in Tierces 84,00- 84,50 37,00-43,00 Bratenschmalz in Kübeln 85,00-86,00 38,00 Purelard in Tierces 81,50-82,09 20,00-22,50 Purelard in Kisten.... 81,50- 82,00 15,5062, 16,50 Speisetalg in Packung 18,00-18,50 Speisetalg in Kübeln 23,25-31,00 Margarine, Handelsm. I 66,00 60,00-63,00 85,00 90,00 Margarine, Spezialm. i. 80,00-84,00 desgl. II. 69,00-71,00 60,00 Molkereibutter i. Pässern 196,00-201,00 30,00-37,00 40,00-43,00 desgl. II. 50,00 55,00 Margarine III 65,00 70,00 Molkereibutter in Pack. 201,00-206,00 80,00-90,00| Landbutter 50 etma 140 Pro 3. des Reichsgetreidezolles enthalten ist. Bei einam Getreidezoll von 5 Mt. würde also der Mehlzoll unter dieser Borausjegung 17 Mt. betragen und bei einem Getreidezoll von 7,50 ct. 20,50 Mr. Dabei sollen diese Mehlzölle noch als Mindest zölle angefehen werden. Es tann wohl feinem Zweifel unterliegen, daß fich teine Regierung und teine gefeggeberische Störperschaft finden wird, die auch nur annähernd derartigen Forderungen entspricht. Die Krise am Arbeitsmarkt. Die Arbeitsmarktlage in der letzten Woche hat in Ber= Iin gegenüber der Borwoche teine wesentliche Veränderung erfahren. 3m allgemeinen wenn audy in minimalem Umfange ftei. gen de Arbeitslosigkeit, daneben in einzelnen Berufs. gruppen mehr oder minder Berbesserung der Geschäftslage. Es waren 101 893 Personen bei den Arbeitsnachweisen eingetragen, gegen 101 241 der Borwoche. Darunter befanden sich 71 618( 71012) männliche und 30 275( 30 229) weibliche Berfonen. Unterſtügung bezogen 32 059( 31 652) männliche und 6531( 6279) weibliche, insgesamt 38 590( 37 931) Personen. Die Zahl der zu ge meinnüßigen Pflichtarbeiten Ueberwiesenen betrug 1953 gegen 1776 der Borwoche. bere nach weiblichen und jüngeren Arbeitsträften; jedoch war der In der 2 and wirtschaft war lebhafte Nachfrage insbeson Bedarf an älteren Leuten nur sehr gering. Die Vermittlung pon Gärtnern hat nachgelassen. Die ungünstige Arbeitsmartflage in der Industrie der Steine und Erden besteht weiterhin fort. Getr. Pilaumen 90/100.. Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia Sultaninen Caraburnu.. Korinthen, choice 70,00-75,00 Auslandbutter in Fässern 202,00-208,0 Mandeln, süße Bari 175,00-180,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 34,75- 37,00 Mandeln, bittere Bari.. 155,00-160,00 Aus! Speck, geräuchert 90,00-95,00 106.00-115,00 Quadratkäse...... 30,00-45,00 Kümmel, holländischer. 55,00-65,00 Tilsiter Käse, vollfett.. 100,00-118,00 Schwarzer Pfeffer Singap. 108,00-115,00 Bayr. Emmenthaler 165,00-175,00 Weißer Pfeffer. 150,00-155,00 Echter Emmenthaler. 180,00-185,00 In der Metallindustrie macht sich eine gewisse Stabilität 185,00-215,00 Aust. ungezuck.Condensin der Arbeitsmarktlage bemerkbar. Kündigungen bzw. Entlassungen Rohkaffee Brasil Rohkaffee Zentralamerika220,00-285,00 milch 48/16 21,00-23,25 Röstkaffee Brasil..... 230,00-280,00 Inländische desgl. 48/12 16,50-17,50 find in größerem Umfange nicht mehr zu verzeichnen gemesen. Die Röstkaffee Zentralam... 300,00-375,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 26,00 26.50 Bermittlungstätigkeit ist jedoch im allgemeinen immer noch als unZimt( Cassia) Der Kritiker lobt unsere große 38 Zigarette Fritzi Massary infolge ihrer hervorragenden Eigenschaften Berliner Frity als eine eine der besten günftig zu bezeichnen. Die Befebung im Spinnoffgewerbe hat weiterhin für weibliche Kräfte angehalten; männliche Arbeitsfräfte wurden dagegen weniger verlangt. Die 3 ellstoff- und Papierherstellung und verarbeitung verzeichnete meiterhin geringe Vermittlungsergebnisse. In den meisten Betrieben wird verfürzt gearbeitet. Die leichte Befferung der Arbeitsmarktlage in der Borwoche für die Lederindustrie und Industrie lederartiger Stoffe hat nachgelaffen. Eine Ausnahme ist in der Matratzenbranche zu verzeichnen, in der sich ein Mangel an Spezialisten zeigt. Im Holz und Schnigstoffgewerbe hat die Nachfrage nach Arbeitskräften eine Steigerung erfahren, welche auch in dem Still im Theater] des Westens Theater, Lichtspiele usw. Th.i.Admiralspalas. Staats- Theater Allabendl. 8 Uhr Opernhaus die neue gr. Revue Opernhaus 99 66 7% Uhr: TOSCA Noch und Noch am Königsplatz Stg. 2 Vorst. in erster Besetzg 7 Die lustigen Weiber 34 u. 8 Das Uhr Schauspielhaus Dramatische Th. 72 Uhr: Nathan H 4, Chausseestr. 30/31 der Weise 72 Uhr: Schiller Theater Gilles n. Jeanne 72 Uhr: Candida Volksbühne 72: Schneid.Wibbel von Georg Kaiser Deuts.Opernhaus 72 Uhr: Bohème 8 U. Lauf doch a. im. nackt herum Besuch im Bett etc. Deutsch. Theater Intimes Th. 8 Uhr: Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung Kammerspiele 7% Uhr: Metropol- Theater 8U.:D.Weltschlager Mascottchen Th. 1. Kommand. Str. Frühlings Erwachen 8: Mist. Globetrotter Theater 1. d. Königgrätzer Str. Operette v.O.Urack Täglich 8 Uhr: Tribune 8 Uhr: Hans Sonnenstößers Höllenfahrt D. Gatte d. Fräuleins Komödienhaus Täglich 8 Uhr: Haak, Schroth, Kraus Wallner- Theater Mein Vetter Eduard Heute zum 1. Male Berliner Theater Tägl. 7.30: Der süße Kavalier 7 Uhr: Große Volksopera 7% Uhr: FIDELIO LUNAPARK Das Landhaus wird morgen verschenkt auf die für Montag, Dienstag, Mittwoch gelösten Eintrittskarten Heute Fenerwerk: Tonkünstler- Konzert 99 Eintritt 1 Mark Mittwoch Lache Bajazzo" Künstlerfest d. Genossenschaft deutscher Bühnenangehörigen Blüthner- Orchester: Leo Blech Lola Artot de Padilla Friedr. Schorr a. prom. Beri. Bühnenkänster/ Modenschau Oskar Bolz Uriel Acosta Rennen zu Hoppegarten Th. a. Nollendorfpl. Kleines Theater Dienstag, den 2. Septbr. Tägl. 7.25 u. 9.15: Gösta Berling. I. T. Mozartsaal Tägl. 7 und 9 Uhr: ROSITA SCALA 8 Uhr: Internat. VARIETE 8 Uhr: Der Teufelsadvokat nachm. 2 Uhr Eine Casanovakom. Lessing- Theater mit Ferdin. Bonn Trianon- Th. Tägl. 8 Uhr: Der Familienklex mit 70OLOGISCHER Jul.Falkenstein GARTEN Täglich Gr. Konzert ab7Uhr 1Mk.Kinder d.Hälfte Aquarium Tierkunst Ausstelig. RIESEN Reichshallen- Theater Wieder täglich: Stettiner Sänger Anfang SUhr Täglich 8 Uhr: Die große Revue: Wien gib acht! Deb.150Mitwirkende Karten 2-16 Mark Kasse den ganzen Tag geöffnet Casino- Theater Täglich 8 Uhr: Das erstkl. bunte Progr. Zum Schluss: Der Eröffn.- Schlag. Muß Liebe schön sein! Komödie in 4 Aufz. Volkstüml. Preise Dönhoff- Brett Rose- Theater ( Reichshallen- Saal und Garten Gr. Spezial.- Progr Anf.7/ Sonnt.5/ U 8 Uhr Meine Braut Deine Braut CIRCUS 7 Central- Th. 7% KRONE ONE Alte Jakobstr. 32 Dir.: Hans Felix G'wissenswurm Karl Ettinger, Rob. Müller, Schönhauser Aflee Hochbht. Danzigerstr. Bäck, Sauter- Sarto, St. Lutz Sonnabend auch Mittw. u. Sonnabd. Sonntags Uhr 43 Iphigenie Uhe Täglich 8 CircusManegen Gigantische Spiele in PHILHARMONIE 8 Uhr 3 zu gleicher Eröffnungs- Konzert Zeit!!!!! 85 Sensationen 85 Beethov.- Brahms- Abd. d. Orch. ZOO ca. 400 Tiere Meglich ab 10 by Uhr and der Zahl der Arbeitsuchenden zum Ausbrud kommt. Auch die Vermittlungstätigkeit im Nahrungs- und Genußmittelgewerbe ist mit Ausnahme für Fleischer und Brauer etwas lebhafter geworden. Während an Verkäuferinnen für Fleischereien ein Mangel besteht, ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Braugewerbe zurückgegangen. Die Tabatindustrie weist eine lebhafte Befferung auf. Im Bekleidungsgewerbe ist die Beschäftigungsmöglich feit für die Konfettion gestiegen; dagegen ruht die Maßbranche fast ganz. Erstklassige Handnäherinnen und Stepperinnen für Herrentonfettion fonnten nur teilweise gestellt werden. Die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Schuhfabrikation hat angehalten. Komische Oper James Klein 7 Uhr Allabendlich 71%, Uhr Die gewaltigste und größte Revue aller Zeiten: Die günstige Konjunktur im Baugewerbe hielt im allge meinen weiterhin an. Bei den Zimmerern und Stuffateuren macht sich ein Rückgang offener Stellen bemerkbar. Infolge Saisonschluß in den Bädern macht sich im Gastwirtsgewerbe erhöhte Arbeitslosigkeit fühlbar. Die Vermittlungstätigkeit am Orte hat sich jedoch etwas gehoben. In der Gruppe Lohnarbeit wechseln der Art ist die Arbeitsmarktlage fernerhin als besonders ungünstig anzusehen. Der ungünstige Beschäftigungsgrad im Handelsgewerbe und für Bureauangestellte hält noch immer an. Die Zahl der Stellungsuchenden ist in weiterem Steigen begriffen. An Ingenieuren, Technifern und Wertmeistern ist die ungünstige Vermittlungstätigkeit noch immer vorherrschend. BEINKRANKE! traße 162, verkauft direkt an Brivate Offene Beine, Krampfaderleiden und Geschwüre aller Art helle ich unter Garantie ohne Berufsstörung. Erste Behandlung kostenlos: Heil- Institut H. A. Müller Berlin SW 68, Markgrafenstr. 83, v. 1 Sprechz, 9-12 u. 2-7, Sonntags 9-12 U. Windhorst Möbeltischlerei, BrunnenMöbel. Großläger in Speisezimmern, Herrenzimmern, Schlafzimmern, Rüchen, Einzelmöbeln. Qualitätsarbeit, allerbilligst. Besuch unbedingt lohnend. 12.* Trog Teilzahlung liefere sofort Rorbmöbel, Metallbetten, Kinderwagen. Ball, Große Frankfurter Str. 47, gegenüber Martusstr. 8weiggeschäfte: Charloitenburg, Goetheftr. 47. Adlershof, Kronprinzenftr. 48. Patentmatragen Auflegematragen, Metallbetten, Chaiselongues. Walter, Stargarderstraße achtzehn. 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