Abendausgabe Nr. 413 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 207 Bezugsbedingungen und Anzeigenpretje sind in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Dolksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Dienstag 2. September 1924 Berlag und Anzetgenabteilungs Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Berlag GmbH. Berlin S. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutfchlands Das Ende der Regiebahnen. In sechs Wochen die Uebergabe beendet. Elberfeld, 2. September.( WIB.) Die Pressestelle der Reichsbahndirettion teilt mit: Die Liquidation der Regie wird nach den in London getroffenen Bereinbarungen wie folgt vor fich gehen: 1. Auf die zweite Feststelung hin( 7. Oktober 1924) wird die Kommission für alle Reichsbahnen auf die im Sachverständigen. plan vorgesehene neue deutsche Reichsbahngesellschaft übertragen. Bon diesem Zeitpunkt ab wird der Betrieb aller jetzt von den deutschen Reichsbahnen betriebenen Streden auf diese Gefellschaft übergehen. 2. 14 Tage später( 22. Ottober 1924) werden die jetzt von der Regie betriebenen Streden für Rechnung der Gesellschaft unter dem Eisenbahnorganisationskomitee bekleben werden. Dieses wird sich mit der Regie in Verbindung fetzen, um die Einzelheiten der Uebergabe zu regeln. Die tatsächlige lebergabe der Regie an die deutsche Gesellschaft wird unter Aufficht des Organisationskomitees Schritt für Schritt vorgenommen, fo schnell als dies mit der ordnungsmäßigen Uebergabe vereinbar ist. Sie foll binnen fechs Wochen beendet sein ( 7. Dezember 1924), wobei das Organisationskomitee berechtigt ist, für die Regelung von Einzelfällen Friftverlängerungen zuzugestehen. 3. Das Organisationskomitee wird die Regie und die deutsche Reichsbahnverwaltung auffordern, je einen Vertreter zu beftimmen, die die Uebergabe unter Aufsicht des Organisationskomitees vornehmen follen. Die deutsche Verwaltung hat seit langer Zeit alle Borbereitungen getroffen und ist in der Lage, die Regie. bahnen sofort in eigenen Betrieb zu übernehmen. Sie wird alles daranjehen, die Uebergabe möglichst zu beschleunigen. Amtsantritt von Owen Young. Paris, 2. September.( Eca.) Die Reparationsfommission hat bestimmt, daß der Generalagent für die deutschen Zahlungen, Omen Young, von heute ab in Tätigkeit tritt. Morgen wird er fich mit der Reparationsfommission über die ersten Zahlungen befprechen, die Deutschland nach den Bestimmungen des Londoner Schlußsprotokolls leisten muß und die in Höhe von 20 Millionen Goldmart bereits heute auf das Konto des Generalagenten geleistet werden sollen. Die zweite Zahlung von ebenfalls 20 Millionen Goldmart muß in einer Frist von 10 Tagen geleistet werden. Doung wird am Mittwoch nach Berlin abreisen. Er wird begleitet von dem Generalfefretär der Reparationstommiffion. Dela. croig, der Treuhänder für die deutschen Eisenbahnobligationen, erwartet noch in Paris die Ankunft Nogaras, des Treuhänders für bie Industrieobligationen. Beide begeben fich etwas später nach Berlin, d. h. alfo nach der zweiten Feststellung der Reparations. fommiffion, die sich auf den Amtsantritt der verschiedenen Organifationen bezieht. Man sieht voraus, daß die Reise etwa am 5. Dt. tober erfolgen wird. Paris und die Völkerbundsversammlung. Paris, 1. September.( TU.) Im Mittelpunkt des politischen Interesses in Paris steht die Eröffnung der fünften Bölferbunds versammlung. Die Rede des belgischen Ministers Hymans in Genf findet in hiesigen politischen Kreisen ein recht günstiges Echo; auch Wirth und der Bürgerblock. Katholikentag und Deutschnationale. Auf dem Deutschen Ratholitentag hat der frühere Reichs. fonzler Dr. Birth das Wort ergriffen. Ihm wurde, nach dem Bericht der„ Germania", eine stürmische Ovation dargebracht. Schon als jein Name aufgerufen wurde, brach die Bersammlung in Schon als sein Name aufgerufen wurde, brach die Versammlung in ftürmische Beifallsfundgebungen aus, die fich minutenlang fortsetzten und immer stärker anschwollen. Dr. Wirth meinte, alle tatholischen Reugründungen und alle katholischen Organisationen Lönnten nur Erfolg haben, wenn sie in sich trügen: nicht einen Geist, der polternd durch die Welt geht, sondern einen Geift, der in starter Liebe sich dem Bolle widmet. Die Gefahren, die heute vom Radi tali sm us fommen, schlägt er hoch an. Die Ueberwindung des Raditalismus und die Einstellung unserer katholischen Ideen auf die radikale Welt ist minbestens eine so hohe Aufgabe, wie die Gewinnung gläubiger Protestanten für unsere Gemeinschaftsarbeit. In der übertriebenen nationalistischen Bewegung tobt fich der Gedanke aus, daß Macht und Gewalt vor jeglichem Rechte stehen. Solche Gedanken find auch in unsere Kreise gelommen und es ist auch eine Aufgabe der fatholischen Welt, unsere Kreise vor jenen zu be= wahren, die die Bergötterung der Gewalt, die Bergötterung aber auch der Wirtschaft betreiben. Bir Ratholiten fehen an die oberste Stelle die Arbeit und als Träger der Arbeit den Menschen. Die Bewegung, die von Often wie eine rote Flut über uns getommen ist, hat auch manchen aus unseren katholischen Kreisen erfaßt. Die Gefahren des Radikalismus fönnten nur überwunden werden durch den Geift der Tat und der Liebe. In diesem Sinne forderte Wirth die Katholiken cuf, im öffentlichen Leben tätig zu fein, sei es staatsbürgerlich an der Erhaltung und Rettung der Einheit des Reiches, sei es in der sozialen Liebe und in Werken für unser Bolf. Die kurze Ansprache Dr. Births wurde Don zahlreichen Reifallstandgebungen unterbrochen und fand, nach ber Germania", cinen gewaltigen hinreißenden Beifall, den der Berfizende, Gr: Galen, als die Zustimmung der Ber fammlung zu der wuchtigen Werten Dr. Births tennzeichnete. beurteilt man die Wahl Mottas zum Präsidenten der diesjährigen Geffion recht günstig. Die Probleme, die vom Bölkerbund behandelt werden, lassen sich, wie die hiesigen politischen Kreise darstellen, in drei Teile gruppieren: 1. Abrüftungskontrolle in Deutschland; 2. Sicherheits- und gegenseitige Unterstützungsverträge; 3. allgemeine Abrüstungen. Die Stellungnahme, die heute in Paris zu den drei Fragen herrscht, läßt sich folgendermaßen zusammenfassen: 1. In der letzten Sigung des Bölferbundes hatte Lord Bar moor verlangt, daß sich der Völkerbund mit der militärischen Rontrolle in Desterreich, Ungarn und Bulgarien beschäftige. 3wischen Paris und London ist man nun überein gekommen, auch die militärische Kontrolle über Deutschland dem Bölkerbund zu übertragen. Für die Lösung dieser Frage sieht man in Paris feinerlei Schwierigkeiten, 01 Das Don Zölle und Sozialpolitik. Der Kampf unserer österreichischen Genossen. Während in Deutschland der Kampf um die Zölle erst noch in seinem Anfangsstadium stedt, nähern sich die Beratungen des Zolltarifs der Entscheidung. Die Front, in der unsere des deutschösterreichischen Parlaments über die Neugestaltung österreichischen Genossen durch den Gang der Verhandlungen gedrängt worden sind, ist im Grunde die gleiche, in der auch die deutsche Sozialdemokratie fämpft. Hüben wie drüben find die Schutzöllner in Industrie und Landwirtschaft sich einig in dem Wunsche, die Arbeitstraft nach bestem Können zu schröpfen, die eigene Produktion gegen fremde Ronkurrenz zu schützen und all die Vorteile einzuheimsen, die die Schutzpolitik dem kapitalistischen Profitstreben verspricht als da u. a. sind: llebersteigerung der Weltmarktpreise, Begünstigung der Kartelle, Schaffung einer Exportprämie, Niedrighaltung des Reallohnes. Daß auch die Agrarier mit ihren Schuzzollforderungen auftreten, fann nach der geisti gen Einstellung der österreichischen Landwirtschaft vor dent 2. Weniger optimistisch ist man in Paris über die Frage der Kriege nicht wundernehmen. Freilich hat sich damals in gegenseitigen Unterstügungsverträge. Genf ausgearbeitete Projekt ist bekanntlich von einer Reihe der maß agrarische Hinterland, Ungarn, Tschechoslowakei, Gas unserem deutschen Nachbarstaat einiges verändert. Das großgebenden Nationen im voraus zurüdgewiesen worden, so daß die lizien es ist heute von Deutschösterreich abgetrennt. Aus französische Delegation selbst nach Ansicht der hiesigen Regierungs- einem Lande, das früher noch Getreide exportieren fonnte, treise einen schweren Stand haben wird. Man hofft aber in Paris, ist heute ein Rumpfftaat mit start industriellem Einschlag gedaß man sich eventuell über ein Kompromißprojett einigen tönnte. morden, das zu seiner Ernährung großer GetreideeinDie größte Schwierigkeit dieser Frage liegt darin, daß die franzöfuhren bedarf, seine Anbaufläche für Brotfrucht aber nicht fische Delegation die dritte Frage, nämlich die der allgemeinen Ab- wesentlich ausdehnen kann, weil sein Boden großenteils von rüftung der Regelung der gegenseitigen Unterstügung unterordnet, Gebirgen durchzogen ist. Der größte Teil der in den Alpenmährend England und Amerita entgegengesetzter Auffassung sind. gebieten heimischen Bauern fann seine Biehwirtschaft nicht 3. Amerika und England glauben, die Frage der allgemeis auf Getreidebau umstellen. Er hat von den Getreidezöllen nen Abrüstung müsse zuerst geregelt werden und sie sind der nichts als Nachteile, da er ja Getreide selbst kaufen muß Meinung, daß dann die Regelung der Sicherheitsfrage gelöst sei. und insofern in der gleichen Lage ist wie der deutsche KleinFrankreich will jedoch seine militärischen Rüstungen nicht aufgeben, und Mittelbauer. und Mittelbauer. Aber ein ehrbarer Hochschutzzöllner, der bevor die gegenseitigen Unterstützungsnerträge geregelt sind. nicht nur für sich, sondern auch für alle seine Nachbarn in der fapitalistischen Produktion Schutzölle verlangt, setzt sich über derartige Kleinigkeiten rasch hinweg. Ihm kommt es nicht nicht aus der Abficht, die Produktion zu fördern, bei konsedarauf an, ob der Zoll wolkswirtschaftlich erträglich ist, ob quenter Durchführung des Schutzes der nationalen Arbeit" das Gegenteil wird. Die österreichische Industrie hingegen hatte bei der Berfechtung ihrer Bollpläne den Umstand ins Feld zu führen, daß die industrielle Krise sich bei einer verschärften Konkurrenz des Auslandes noch steigern, die Arbeitslosigkeit wachsen fönnte. Gegen die Einheitsfront der Schutzölner hatten die österreichischen Genossen einen schweren Stand. Wenn es ihnen gleichwohl gelungen ist, für die breiten Massen große Vorteile gegenüber den Forderungen ihrer Gegner herauszuholen, so ist das dem großen parla. mentarischen Geschid zu verdanken, mit dem die Sozialdemokratie ihren Standpunkt vertreten, durch Vorstöße und zurückweichen die Front der Gegner zersplittert und positiv an der Gestaltung der Zölle mitgewirkt hat. Macdonalds Pläne. des„ Daily Telegraph" schreibt zu der Reife Macdonalds nach London, 2. September.( WTB.) Der diplomatische Mitarbeiter Genf, man tönnte annehmen, daß li die Hauptrede, die Macdonald nahrscheinlich am Donnerstag in Genf helten werde, auf drei Fragen, die Sicherheit, die Abrüstung und das Schieds. geridyt, beziehen werde. Das Geheimnis e'waiger fonfrater Borfchläge, die er machen könnte, fet sehr sorgfältig gewahrt worden. Es bestehe aber guter Grid zu der Annahme, daß Macdonald feinesfalls eine Entscheidung treffen werde, bevor er am Mittwoch mit den Vertretern Großbritanniens und der Dominions eine aus Bremierminister als auch die meisten britischen Staatsmänner der führliche Aussprache gehabt habe. Bekannt sei, daß sowohl der Ansicht feien, daß die Frage einer allgemeinen Herabsetzung der Rüstungen wirtungsvoller von einer Konferenz behandelt werden fönnte, die außerhalb des Bölkerbundes einberufen werden würde, da bei einer Einberufung durch den Völkerbund Amerika abseits stehen müßte. Der offenbare Wunsch des amerikanischen Bräfidenten, die Einberufung einer solchen Konferenz anzuregen, gebe dieser britischen Auffaffung ein besonderes Gewicht. Die allgemeinen Grundfäßze der Einberufung und die Einzelheiten des Planes hinsicht lich ihres technischen Charakters würden vielleicht weiterhin die Aufmerksamkeit der Bölkerbundsversammlung, ihrer Ausschüsse und ihrer Unterausschüsse beschäftigen. Diese spontane Rundgebung des Katholikentages für Dr. Birth ift um so bedeutsamer, als der frühere Reichstanzler eben erst in einem Interviem ganz deutlich und unmißverständlich von dem Bebanten des Bürgerblods abgerüdt ist. In feirer von uns bereits erwähnten Erklärung hatte er ausgeführt, daß nach Meinung des Zentzums die Deutschnationalen bei der Zustimmung zum Eisenbahngesetz lediglich eine vaterländische Pflicht er füllt hätten. Sie hätten zum ersten Male verantwortliche Opfer auf sich genommen, wobei die großen Führer neinsagend beiseite standen. Jedenfalls fei das Ziel eines jogenannten Bürgerblods te in politisches Ziel, das mit allen Mitteln" erstrebt werden könne, wie die Deutsche Bolkspartei es darstelle. Diese Absage an den Kaufpreis für die Deutschnatio. nalen zugezogen. Die„ Kreuzzeitung" versichert, der Bürgerblock nalen hat Birth aufs neue den 3orn der Deutschnatio werde, wenn er kommen solle, auch gegen die Meinung des Herrn Birth Wirklichkeit merden. Wie das geschehen soll, verrät die Kreuzzeitung" allerdings nicht. Sie verzichtet großmütig auf die Hilfe der Demokraten. Ja, fie lehnt fogar deren Teilnahme ab. Sie will auch nichts mit dem Zentrums flügel zu tun haben, zu dem Dr. Wirth und zahlreiche Arbeiterabgeordnete des Zentrums gehören. Augenscheinlich rechnen die Deutschnationalen damit, daß der Bürgerblod fich aus fauter halbierten Frattionen zusammensetze, nachdem sie selbst eben erst das Beispiel des Türken gegeben haben, den man zur Rechten und zur Linken je zur Hälfte heruntersinken" sehen konnte. Die begeisterte Aufnahme Dr. Births auf dem Ratholitentage dürfte indessen nicht nur ein Wint an die Fraktion Tirpig- Hergt fein, sondern gleichzeitig auch ein solcher an die Areffe GuerardStegerwald! Ein japanischer Radheatt. Wie aus Tokio gemeldet wird, feuerte ein Sozialist gegen den General Gifukufa einen fötlichen Schuß ab. Der Attentäter wurde festgenommen. Man nimmt an, daß die Tat aus Rache für die Erfchießung des befannten Sozialisten Ujugi während des Erdbebens erfolgte, als der genannte General an der Spize der Garnisont stand und die Truppen zahlreiche Sozialisten erschossen. Das gilt insbesondere für die Getreidezölle. Die Regierung hatte einen 3oll von 2 Goldfronen verlangt. Die Sozialdemokratie hat in die Debatte ein ganz neuartiges Moment hineingetragen, indem sie den Gedanken gleitender Getreidezölle durchsetzte. Der Einheitszolljazz, mie mir ihn im deutschen Tarif haben, und nun wiederbefommen sollen, verteuert das Getreide, ganz gleichgültig, ob der Weltmarktpreis hoch oder niedrig ist, etwa um den Zollbetrag. Desterreich hätte also tŕog der hohen Weltmarktpreise für Getreide noch eine neue bedeutende Verteuerung des Brotes erfahren. Nun hat die Landwirtschaft kein so großes Interesse an hohen, wie an gleichmäßigen Getreide preisen. Der Verbrauch aber hat ein starkes Intereffe daran, daß das Getreide nicht mehr verteuert wird, als es diesem Bedürfnis nach gleichmäßigen Getreidepreifen entspricht. Die Lösung ist folgendermaßen: Bei einem bestimm ten Preis wird ein bestimmter 3ollsatz angenommen. Steigt der Preis weiter, so ermäßigt sich der 301ljah, die Auslandskonkurrenz wird in wachsendem Maße eingeschaltet, die Ueberteuerung des Getreides im Ver hältnis zum Weltmarktpreis wird immer geringer. Fällt dagegen der Getreidepreis, so erhöht sich der Zoll, die Auslandszufuhr wird erschwert, ein Preissturz vermieden. Dieser gleitende Getreidezoll ist gemiß feine ideale Lösung. Eine gewisse und bei niedrigen Weltmarktpreisen fogar recht starke Verteuerung der Brotfrucht bleibt in jedem Falle! Was aber vermieden wird, das ist die wucherische Ausbeutung von Mißernten der ganzen Welt auf Kosten des inländischen Verbrauches: wird bas Getreide allgemein teuer, fo vermindert sich die 3ollquote, durch die fremdes Getreide beim Eintritt ins eigene Land künst lich verteuert wird. Die Not wird also nicht noch durch Zölle künstlich gesteigert. Diese im besten Sinne soziale Birfung ist nicht zu bestreiten. Borläufig ist es jedenfalls unseren Genoffen gelungen, den Zoll bei heutigen Preisen mit dieser Klausel auf 0,25 eller herabzudrücken, der nach der Regierungsvorlage 2 Goldkronen betragen sollte! In gleicher Berücksichtigung der sozialen Lage hat die österreichische Sozialdemokratie um die Herabsetzung weiterer Lebensmittelzölle gefämpft und sie auch bei vielen Waren durchgefeßt. Ebenso gelang es, die Zollsäge auf In durchgesetzt. Ebenso gelang es, dustriewaren zu senken. Wenn das ganze Gebilde trotzdem ein elendes Machwerk ist, für das Industrie und Agrarier allein die Berantwortung tragen, so darf man darüber nicht vergessen, daß dieses Machwert nach dem Willen seiner Urheber für die breiten Massen noch verderblicher aus gefallen märe, wenn unsere Genossen nicht auf dem Posten gewesen mären. In einem anderen Punkte aber hat unsere österreichische Vruderpartei eine sozialpolitische Tat von größter Tragweite vollbracht und in die österreichische Zollgesetzgebung hineingearbeitet. Genosse Otto Bauer hat nämlich im Zoll- ausschuß des österreichischen Parlaments einen Antrag einge- bracht, der jetzt angenommen worden ist und der besagt: Die Regierung wird ermächtigt, durch Verordnung mit Zustim- immg des Hauptausschusses Zölle aus einzelne Industrieprodukte bis zu einem Drittel des Zollbetrages zu er- höhen, wenn diese Industrieprodukt« in dem Lande, aus dem sie kommen, von einer Industrie erzeugt werden, in der die w ö ch e n t- lich« Arbeitszeit mehr als 48 Stunden beträgt. Diese sozialpolitische Schutzzollklausel soll es ermöglichen, im Falle der Notwendigkeit einzelne österreichische Industrie- zweige gegen die Schmutzkonkurrenz ausländischer In- dustrien zu schützen, die den Achtstundentag nicht anerkennen. Ein« solche Klausel würde, so hofft man, auch bei Handels- vertragsvsrhandlungen mit Ländern, in denen der Acht- stundentag nicht besteht, eine gewisse Bedeutung haben. Beharren die deutschen Unternehmer aus ihrer arbeiter- feindlichen Propaganda, so wird die deutsche Volkswirtschaft die Wirkung dieses Schutzzolles schwer zu spüren bekommen. Wir bedauern, daß erst die Initiative� des befreundeten Auslandes nötig war, um den Unternehmern das Gewissen zu schärfen. Nach allen Erfahrungen der Inflationszeit mußten diese Kreise schon selbst damit rechnen, daß ein soziales Dumping mit Schutz zollmaßnahmen erwidert werden würde. Unsere österreichischen Genossen sind über den Verdacht erhaben, ihrerseits irgend- welche handelsfeindlichen Maßnahmen gegen das Deutsche Reich aus freiem Antriebe zu vertreten. Ihre Handlung er- klärt sich einmal als Notwehrakt gegen die sozial» Politische Reaktion in Deutschland, die bei der engen Verflechtung deutscher und österreichischer Wirtschafts- interessen sehr bald auf unseren Bruderstaat übergreifen müßte. Ihre Handlung ist aber weiter ein Akt der i n t e r- nationalen Solidarität der Arbeiterklasse. Findet diese Zollklausel Aufnahme in der österreichischen Zollgesetz- gebung— und das ist nach dem Beschluß des Zollausschusses zu erwarten—. so liegt zum ersten Male der Fall vor, daß die Arbeiterschaft eines Landes durch handelspolitischen Druck den Kampf der Arbeiterschaft im Nachbarlande um das soziale Existenzminimum bewußt unterstützt hat. In diesem Sinn« ist die Handlungsweise unserer österreichischen Genossen zu begrüßen als ein Akt der Hisse für die deutsche Arbeiterschaft. An den deutschen Unternehmern liegt es, wenn sie die War- nung, die in diesem Beschluß liegt, ignorieren und die Gefahr weiterer handelspolitischer Komplikationen freventlich heraufbeschwören. Diese Gefahr ist um so größer, als unsere-österreichischen Genossen, um die sozialpolitische Forderung durchzusetzen, der Gegenseite ein gefährliches Zugeständnis machen mußten. Die Industriellen, die die sozialen Rechte der Arbeiterschaft nichk anerkennen wollten, verlangten eine weitgehende Schutzklaufel gegen solche Staaten, die ihre Ausfuhr durch Prämien be- günstigen. Beide— die sozialpolitische und die allgemeine Dumping-Klausel— können in Geltung treten gegenüber Ländern, die nicht der Entente angehören. Ihnen gegenüber ist Oesterreich durch den Friedensvertrag zur Meistbegünstigung verpflichtet. Demnach haben die deuffchen Unternehmer schon recht, wenn sie befürchten, daß sich die sozialpolitische Klausel im österreichischen Zollgesetz vornehmlich gegen die deutsche Industrie richtet. Aber nur mit der Voraus- setzung, daß die deutschen Arbeitgeber weiter eine Politik ver- folgen, die auf die Vernichtung der Arbeiterrechte und auf die Beseitigung des Achtstundentages hinausläuft. Die deutsche Arbeiterschaft wird gegen diese Bestrebungen auch auseigenerKraft ankämpfen. Daß sie dabei jen- feits der eigenen Landesgrenzen Hilfe findet, sollte den deutschen Unternehmern die Augen darüber öffnen. daß sie mit ihrer starren Hallung die ganze deutsche Wirtschaft schwerer Gefahr aussetzen. Der Aibelungenverrat. Stresemaun— der Internationale und Reichsfeind. Der alldeutsche Verband hat auf seiner Hauptversamm- lung in Stuttgart Herrn C l a ß über das Elend der Parteien reden lassen. Parteien sind eine interessante Erfindung, die durchweg international, das heißt volks- und Vaterlands- fremd, ja— feindlich eingestellt sind. Sozialdemokraten— selbstverständlich vaterlandslose Gesellen, Demokraten— inter- nationale Finanzinteressen, und Zentrum— Reichsseinde. Alles schon dagewesen, olle Kamellen aus der wilhelminischen Zeit. Aber, aber, Herr El aß hat eine neue Spezies der vaterlandslosen Gesellen entdeckt: „Schlümn aber ist es, daß man heute erkennen und aussprechen muß. daß auch die Deutsche Bolkspartei, soweit ihre oberste parlamentarische Leitung in Frag« kommt, internatio- n a l g e w o r d e n ist, indem urtb nachdem sie es fertig gebracht hat, ihre Partei zu einer Gruppe zu fteinpeln, die überstaatliche Geld-, Industrie- und Handelsmteressen vertritt. Dies hat Herr Dr. Strefemann erreicht, dieser echteste Sproß des gleichen und geheimen Wahlrechts, der neben Erzberger und Schei- demann seinen Platz in der deutschen Geschichte haben wird und dessen Wesen schon im Krisge erkannt worden ist, ohne daß es rechtzertig möglich gewesen wäre, seinen Ein. f l u ß a u s z us ch a l l e n. Es ist ein Jammer, in dieser Partei so viele falschgeleitete und an sich wertvolle und gutgesinnte Volks- genossen zu sehen, ein Jammer auch, daß Persönlichkeiten vom Werte eines Dr. I a r r e s dort noch aushallen und ihr Ansehen zum Scha- den des Ganzen dem Treiben einer solchen Partei leihen." Herr Strefemann ist also enttarvt, ein Internatio- naler— schlimm, ein Erzberger— noch schlimmer, ein Scheidemann. Nun weiß man's, und die Schulz und Tillessen, die Hustert und Oehlschläger wissen es auch. Herr Claß macht aber zu früh einen Punkt. Wie steht es denn mit den Fünfzigprozentigen, den Halbierten, den Geschäfts- leuten mit den Kuhhandelsinteressen von den Deusschnatio- nalen. Werden die nun auch eine internationale Erfindung, volks- und vaterlandsfremd, ja feindlich? Es ist wirklich schlimm. Wenn es so weitergeht, können sich die Volts- und Vaterlandsfteundlichen, die wahrhaft„Nationalen" bald im Luftballon ansiedeln. Aber Herr Claß war höflich. Er murmelte nur einige Worte von„dem Unerhörten" der Ab- stimmung vom 29. August und deckte den Mantel christlicher Liebe über die fünfzigprozentigen Internationalen. Man kann ja nie wissen, wieviel prozentig man in Zukunft selber sein wird. Was er versäumt, das holt A. F. v. Oertzen nach. In der völkischen„Mecklenburger Warte" schreit er auf über den „Nibelungenverrat des nationalen Glau» ben s": »Don Vreitscheid bis Tirpitz, tiefst« Schmach, auch diesen Namen neben dem des unerfahrenen Rerchs- grünberenkels hier nennen zu müssen, hccken deutsche Volks- vortreter den Schlußstein der Erfüllungspokitik dem Z w i n g u r i, das di« Weltfinanz uns ernchret, freiwillig smgefügt!" Da haben wir's ja— die Deutschnationalen sind auch Beauftragte der internationalen Weltfinanz, gekauft vom jüdischen Kapital. Herr v. Oertzen schenkt ihnen nichts: „Und nun? Nun haben die Führer den nationalen Glauben ihres Heerbanns von 6 Millionen Streitern schmählich ver» roten. Nicht nur Compiegne, nicht nur Versailles, nicht nur London bedeuten künftig Schmach der deutschen Geschichte. Die größte Schmach haben deutsche.Männer am Tage von Tannenberg ihrem eigenen Volke angetan, als sie den Glauben an Ehre, den Glauben an Treu«, den Glauben an deutsches Manneswort schnöde ver- rieten. Nicht nur die 48, die ihren Nomen hergaben, um den schändlichsten Frontoertraz der Weltgeschichte anzunehmen, auch die übrigen, die Hergt, die Westarp und all die anderen sind schuldig. Die Erklärung von der immer noch bestehenden Einmütigkeit der Fr a ktron, die Graf Westarp seinem entsetzten Wahlkreis vorzusetzen wagt, zeigt, daß die getrennte Abstimmung nur«in Manöver war, um die Wähler- schaft zu blenden. Wären die Neinsager Mnner,«ch ich habe trotz allem noch die leise Hoffnung, daß sich unter ihnen noch welche finden, so hätten sie sofort zwischen sich und' den Annehmern des Eisenbahngesetzes das Tischtuch zerschneiden müssen. Noch trüber aber als bei allem anderen sieht sich die Loge an, wenn man hört, daß die Deuts chnationalen numnehr in die Regierung«in- treten sollen. Du, deutsches Valk kennst den Nibelungen- verrat! Du brauchst heute in Sag» und Geschichte nicht mehr so weit zurückzuschweifen, um ein Musterbeispiel des Treu» b r u ch s zu finden. Solange der schützende Mantel des Schutz- gefetzes nicht die Schande der deutschnatwnalcn Führerschaft verhüllt, sei«s dir zugerufen: D u wurdest verraten gegen die Silberlinge schön gepolsterter Ministersessel. Die schwarzweißvote Fahne ist von der deutfchnotronalen Reichstags- fraktion entweiht." Das ist deutlich. Es geschieht den Deuffchnationalen recht. Die Phrasen und die Hemmungslosigkeit ihrer unverantwortlichen nationalistischen Demagogie wenden sich nun gegen sie selbst. Die völkische Konkurrenz kann das alles noch viel schöner und wendet die Methode nun rücksichtslos und voll gegen die an, die sie in dummschlauer Berechnung nur fünfzig- prozentig anwenden wollte. Immerhin sst Herr v. Oertzen noch höflich. Für dies Schachergeschäft di« Bezeichnung Nibelungenoerrat? Das ist entschieden eine Beleidigung für Hagen von Tronje._ Wilhelm, der Narr. Urteile aus seiner vertrautesten Umgebuug. Fast zu gleicher Zeit erscheinen im Buchhandel zwei neue wichtige Beiträge zu dem Charakterbild, das von dem letzten Kaiser bereits feste Gestall gewonnen hat. Da ist zunächst eine Biographie der Frau Henriette Schräder, der Gattin des bekannten freisinnigen Reichstagsabgeordneten Karl Schräder. Henriette Schräder gehörte zu den Berttanenspersoncn der Kornprinzefsin Viktoria, der Mutter Wilhelms II. In Briefen und Gesprächen hat diese Mutter über ihren ältesten Sohn sich zu Frau Schräder wiederholt in der offen- herzigsten Weise ausgesprochen. Als der Neunundneunzig- Tage-Kaiser Friedrich III., der Vater Wichelms, seinen fchwc- ren Leiden erlegen war, wurde Frau Schräder ins Schloß gerufen, und dort hörte sie von der Witwe des Verstorbenen und ihrer Umgebung von der unglaublichen Art, in der der eben zum Kaiser gewordene Sohn mit seiner Mutter umgesprungen war. Frau Schräder schrieb darüber: .Fräulein Fuhrmann teilte mir im leisesten Flüsterton« Dinge mit, wie sie das.Der König ist tot, es lebe der Kömg!" in einer Weise miÄurchlebt hat, wie sie es sich als unmöglich gedacht. Mit dem letzten Atemzuge unseres Heißgeliebten war die Welt ver- wandelt für sein Liebste», was er besaß. Mit dem Sinken der Krone von ihrem Haupte sank di: Untergebeuheit der Höflinge— wendeten sie sich der ausgehenden Sonne zu, denn die untergehende hatte nichts mehr zu spenden, wonach diese beutegierigen Hände hasch- ten... ich will jetzt nicht reden von der Roheit eine» Sohnes,"oer Kaiser geworden und durch dies« Würde zugleich die Vormundschaft seiner Mutter und Schwestern in die rauhe Soldatenhand bekommen hat. dem durch die Vorliebe zum Säbel die feinen Fühssäden, die mit dem Herzen zusammenhängen, abgestorben sind. Fräulein Fuhrmann hat nach dieser Richtung hin Unglaubliches erlebt." Im Juli 1888 hatte der nationalliberale Professor Treitschke eine Rede gehalten, die die Persönlichkeit des ver- storbenen Kaisers Friedrich aufs gehässigste herab- setzte. Von dieser Rede sprach Viktoria zu Frau Schräder: „Eins hat mich tief verletzt, die Auslassung von Treitschke; es ist unglaublich, daß ein Professor so schreiben kann." Und Frau Schräder, die über dieses Gespräch in einem Briefe be- richtet, fügt hinzu:„Was wird sie sagen, wenn sie erfährt, daß ihr Sohn Wilhelm wirklich ein Dankes- telegramm an den ehrenwerten Professor sandte!" Demnächst erscheint im Verlage Gebrüder Paetel, Berlin, ein Buch des konservativen Historikers Johannes Hundertjahrfeier des /lrchitettenvereins Von Dr. W. Behrendt. -' Mit einer Reihe festlicher Veranstaltungen begiiy in diesen Tagen der Architektenverein zu Bertin die Feier seines hundert- jährigen Bestehens. Der Architektenverein zu Berlin sst ein« der ältesten und angesehensten technischen Vereinigungen Deutschlands. Zu seinen ältesten Mitgliedern gehörte Carl Friedrich Schinkel, und nach ihm haben fast alle Großen des Faches, die irgendwie bestimmend auf die bauliche Entwicklung Berlins eingewirkt haben, zu seinen Mitgliedern gezählt. In diesem Sinn« kann man sagen, daß die Geschichte des Vereins ein gut Stück Berliner Bau- g« s ch i ch t e verkörpert. Wenn man seit Beginn des neunzehnten Jahrhunderts von einer Berliner Bauschule sprechen kcrnn, so ist der ArchitektenVerein der geistige Sammelpunkt dieser Schul« gewesen. Er hat das Erbe Schinkels verwaltet und geistig lebendig erhalten bis auf den heutigen Tag. Er sst auch in Zukunft berufen, an den großen Aufgaben, di« in den nächsten Jahren auf dem Ge- biete der öffentlichen Arbeiten zu lösen sind, führenden Anteil zu nehmen. Es darf als ein gutes Vorzeichen gedeutet werden für den Geist, in dem diese Aufgaben künftig gelöst werden sollen, daß der Derein sich von jetzt ab„Architekten- und Ingenieurverein" nennen will. Denn nur in engster Zusammenarbeit von Architekt und Ingenieur können die neuen Bauausgaben unserer Zeit befriedigend gelöst, können Bauwerke geschaffen werden. bei denen Form und Inhalt sich decken. Allzulange hat der Architekt im Bauwesen nur die untergeordnete Rolle eines Dekorateurs ge- spielt, der mit seiner.Fassade" ein mehr od« weniger gelungenes Gewand für die reinen konstruktiven Gebilde des Ingenieurs dar- bot. Je mehr er sich bei solchem Brauch dem konstruktiven Geist des Bauens entfremdete, desto unschöpferischer wurde unsere Architektur, je mehr sank sie zur Stilarchitecwr herab, die sich in äußerlich repräsentativen Wirkungen erschöpfte. Der Architektenverein zu Berlin hat aus Anlaß seines Iubi- läums in den Fefssälen des Charlottenburger Rathauses eine Jahr. Hundertaus st«llung veranstaltet, deren Hochbauabteilung diese Entwicklung durch ein« Reihe von Entwürfen bestätigt. Es sind Ar- besten von Schinkel und feinen Schülern und Rakfolgern zu sehen, so- wie Entwürfe für R-präsentotivusbauten aus der Zest des Kaiser- reichs. An dieser Reihe steht man deutlich, wie di« Architektur, die von Schinkel und seinen Schülern noch mit einem von lebendiger lieber. lieferung genährten Verständnis für das Wesen der Form geübt wurde, allmählich m einem formalistischen Virtuosentum erstarrte, dessen Vrooour den Mangel an echter Empfindung nicht zu er- setzen vermag. Es ist zu bedauern, daß die Gelegenheit nicht g«. nutzt wurde, um eimnal die Linie der schöpferischen B a u k u ci st durch den Laus des neunzehnten Jahrhundert zurück- zuverjnige» zwj» sujzuzeigm- Dies« Lmj« läuft freilich abseits der sogenannten Repräsentattons- und Monumendalarchitektur. Sie geht über di« Werk« des Nutzbaues, über Lagerhäuser, Fabriken, Wassertürme usw. und begreift auch jenen prachtvollen Entwurf Schinkels für ein Warenhaus Unter den Linden ein, der auf dieser Ausstellung zu sehen ist. In den Entwürfen dieser Art, wo eine Verpflichtung für Repräsentation nicht vorlag und wo man darum wagen konnte, s a ch l i ch zu sein, offenbart sich der schöpferische Geist der modernen Baukunst, und hier findet man auch einzelne solcher Bauideen schon vorgebildet, die in neuester Zeit ihre endgültige Prägung erfahren haben. Vereinzelt sind in der Ingenieurabtei- lung der Ausstellung Arbeiten dieser schöpferischen Art zu finden. Zu ihnen zählt auch der schöne Entwurf Franz Schwechtens für den Anhalter Bahnhof. Zu seiner Jahrhundertfeier hat der Verein eine reichillustriert« Festschrift erscheinen lassen, die ein« Reih« von Beiträgen füh- render Fachleute über die Leistungen des Bau- und Ingenieurwesens enthält. Die Festsitzung fand am Sonntag unter außergewöhnlich starker Beteiligung in der Goldenen Galerie des Schlosses Chor- lottenburg statt. Den Festvortrag hielt Geheimrat Prof. Borr- mann von der Technischen Hochschule in Charlottenburg. Er sprach über Berlin einst und jetzt und gab in großen Zügen ein Bild von der baulichen Entwicklung der Hauptstadt. Da» Volksstück.Der Ä'wissenvwurm". Das alt« Nebe Zen- traltheater leite:« gestern mit dem alten lieben.G Wissens- wurm" sehr glücklich seine Winterspielzeit ein. Anzengrubers Bauernkomödie erwies sich als echtes Volksstück. Ein Volksstück in dem guten, ursprünglichen Sinn ist«ine Komödie, di« unter Ver» zicht auf zugespitzt« psychologische Problematik, auf konstruierte Seelenkonflikt«, auf jede literarische Künstelei«in Stückchen Leben mit grober und daher deutlicher Charakterzeichnung malt, und in der«ine Alltagsromantik blüht, in der stets dos Gute siegt und das Schlechte untertiegt. Im„G'wissenswunn" wird der scheinheilig« Duck- mäuser Düsterer in dem Augenblick entlarvt, wo er durch gewissenlos« Ausnutzung der Schwächen seines Schwagers Grillhofer fast schon dessen schönes Anwesen an sich gebrocht hat. Auf unkompliziert« Gemüter oerfehlt die Anzengrubersche Komödie nie ihre Wirkung. Sie verlassen das Theater mit dem Gefühl restloser Befriedigung. wenn sich dieser Frömmler Düsterer gedemütigt und verspottet wie «in geschlagener Köter von dem Bauernhof zurückzieht, als dessen Herrn er sich berei-s gefühlt hat. Aber auch anspruchsvolle Theater- besuche? hatten gestern ihre rein« Freude an der sorgsamen Ein- studierung durch den neuen Direktor Hans Fe l it. Er hat ein gutes, künstlerisch wertvolles Ensemble zusammengestellt. Robert Müller hätte als Bauer Grillhofer ein wenig kraftloser, zer- brochener und zermürbter sein sollen, aber sein« Gestaltung zeigt« doch mcnschenechte Züge, die zuweilen ans Herz griffen. Grete Bäck spielte das allzeit lustige Sonnenkind, die Horlacherlies. mit der Rouline einer geübten Schauspielerin. Weniger Routine, weniger Dreistigkeit und dafür mehr Herzlichkeit und anmutige Friscbe hätten ihr« Rille«irffemcer gemacht. Der Erfolg de» Abend» gehörte dem Düsterer des Karl E t l i n g« r. Seine Auffassung entspricht sicher nicht den Absichten Anzengrubers, und doch hat sie ihre Berechtigung. Er war nicht wie üblich der duckmäuserische Schleicher, sondern ein Pfiffikus mit Bauernschlauheit und Mutterwitz, der trotz seines Intrigantentums nicht abstoßend erschien. Ctlingers Auf- faffuny erhöhte damit die inner« Wahrscheinlichkeit der Komödie, In der Episodenrolle des pcmtosfelheldenhaften Bauern Poltner schuf Heinrich Gotha eine famose Type. Wir sehen diesen ureigenen Komiker endlich wieder an einer seiner würdigen Stelle. Der Er- folg des Abends, dem di« Besucher mit reger Anteilnahme folgten, war stark. Dgr. .Candida" im SchMerkhealer. Bernard Shaws unverwelktes Frühwerk, das um die holde Candida strahlenden Nimbus breiiet, eröffnete die Winterspielzeit des Schillertheaters. Der ganze Shaw ist bereits darin entHallen, obwohl der Verbindungsweg zu Ibsen hier noch offen liegt, als Scelendetettiv enthüllt, enttarvt er so gründ- lich. daß schließlich einer den andern für verrückt hält. Blitzartig werden Hintergründe erhellt; wie«in Sprengpuloer wirkt in dem gemächlichen Frieden der Pfarrersfamllie die schaff sezierende Kritik des jungen Künstlers, der dort hineingeschneit kommt. Diese Lockerung braucht Shaw, um in diesem Liebes- und Ehcproblem auf di« Wurzel zu kommen und das Phantom des selbständigen, autori- tätvollen Ehemannes zu zerblasen. Wie klein und bilflos steht zum Schluß der große Prediger da, der alle Welt hinreißt und bezaubert und nicht einmal sich und sein« eigen« Frau kennt. Der jung«, enthusiastische Künstler, der in idealer Liebe zur Pfarrersfrou ent- brennt und sie befreien will, ist im Grund« nur als Kontrastfigur gcdacht, der die zwei Menschen zur Klarheit und Shaw zu seinem ironisch-skeptifchen Triumph führen soll Leuchtend und strahlend steht im Mittelpunkt die natürliche, aufrichtig«, holdselige Frau, die klüger ist als alle und alle Konflikte menschlich und gütig löst. Di« Aufführung bot dieselbe gut« Besetzung wie früher, den würdigen, ernsten Prediger Karl E b« r t s, der in seinem Selbstgefühl eingesponnen ist und unsanft daraus geweckt wird, den nervösen, zappeligen, schorssichtigcn Aestheten Erwin K a i s e r s, der nur viel zu alt und zu wenig deka- dent für dies« Figur ist. di« ausgezeichneten ans Parodiftische gren- zenden Chargen Albert F l o r a t h s(als Typ des englischen rffpek- tablen Spießers) und Machilde Sufsins als insgeheim verliebt« alte Jungfer. Das Madonnenbild Shawscher Frauenhuldigung, dessen letztes Geheimnis er aber auch nicht ausspricht, erstand anmutig, mütterlich beglückend, Frohsinn ausstrahlend in Lina Lossens Candida.— r. fiotl von Verfall, der Verfasser zahlreicher moderner EeleMchaftz. romane und langjährige fteuilletonredakteur und Kunitkritck-r der.Kölnischen Zeitung", ,ft tn Köln gestorben, Sr war am 24. März 1851 in LandZbera (OTederdatjern) geboren, war ein Neffe de» Münchener Generalintendanten und Bruder de« Romanschristiteller» llnton von Verfall. Seine einslui-. reiche und gewichtige kritische Tätigten hat er. auch nach Ausscheiden aus seiner Redalteurstellung, in seinem Blatte vis zuletzt ausgeübt � Griechische Altertümer in Südrußlaad. Die jetzt abgeschlossenen Au». grabungen in Oloia in Südruzland b-Sen ein überaus reiche« ans dem griechischen Slltertum an den Tag gebracht Ein al?or� �. Temvel ist en, deckt worden:'�r wurden Utkunden gefunden rSÄ» stsuer•""*-w- Ä Ä Haller: Aus dem Leben des Fürsten Philipp zu Eulen-[ burg- Hertefeld", aus dem das Berliner Tageblatt schon jetzt Auszüge veröffentlicht. Eulenburg war bekanntlich einer der Bertrautesten Wilhelms und fonnte ihm manche Dinge sagen, die andere auszusprechen fich nicht getrauen durften. In einem Bericht an Bülow vom 14. Juli 1899 erzählt Phili von einem Gespräch, das er bei einem einsamen Spaziergang gelegentlich einer Nordlandfahrt mit Wilhelm geführt hatte: Seine Majestät machte einen ziemlich heftigen Ausfall gegen die Elemente, die eine Rüdsicht nicht verdienten, und die man nicht zu fürchten brauche". Ich fagte hierauf, daß ich trotz der Ansicht Seiner Majestät, es fäße der Kaiser zu tief in den deutschen Herzen, als daß ein anderer darin Plak hätte, an meinem Standpunkt festhalten müsse, den Bismardismus“ zu schonen. Seine Majestät unterschätze gewisse Gefahren, die im Staatsleben jeden Augenblick in Erscheinung treten tönnten. Wenn Seine Majestät die öffentliche Meinung einmal durch etwas reize, fo fönne es unter Umständen eintreten, daß er in eine Zwangslage ticals 6 Höflichkeit im Verkehr. gefährliche Anflugsstellen für alle möglichen Schmarozer, die den Baum zum Striperer machen, wenn sie ihn nicht ganz eingeben laffen. Und die Beeren muß der Großstädter erst recht draußen stehen lassen, weil sie für viele unserer Singbögel die einzige bann wandern sie ab, und wir wundern uns, daß lein fröhlicher Nahrung bieten. Finden Amsel und Drossel teine günstige Nahrung, Laut uns mehr in der Morgenfrühe entgegenschallt. Diese Mahnung foll genügen, und jeder einzelne muß dafür sorgen, daß aus den an und für sich schon spärlichen Beständen beerentragender Sträucher nicht noch der legte Rest der Bernichtung anheimfällt. Süst die Beerenfrüchtel Schügt die Singbögel! 201 Das Explosionsunglück in Jüterbog. man schreibt uns zu diesem Thema: Man liest jest häufig, daß der Berliner Verkehr im Gegensatz zu dem anderer europäischer Großstädte außerordentlich darunter leidet, daß die Verkehrssillen des Berliners in einem faum erklärlichen Maße daniederliegen. Die Disziplin des Publikums ist anerkanntermaßen mangelhaft und Un höflichkeit leider eine weitverbreitete Eigenschaft. Es muß unbedingt einmal darauf hingewiesen werden, daß das Berliner Bublifum nicht nur untereinander viel an Höflichkeit zu wünschen übrig läßt, sondern daß auch das Verkehrspersonal von diesem Bublifum oft in ber unglaublichsten Weise behandelt wird. Es ist schon mehr wie einmal passiert, daß ein Fahrgast die Partei des Schaffners nehmen mußte, um ihm gegen renitente Bassagiere behilflich zu sein, die in der empörendsten Weise den Schaffner behandelten und ihm dann obendrein mit Anzeige bei der Direktion bedrohen wollten. Am häufigsten ereignen sich solche Fälle im Westen, wo ein Teil des Bublifums offenbar glaubt einen Straßenbahnschaffner in der fchnobbrigften Weise anfahren zu können. Diese Leute haben offenbar feine Vorstellung davon, daß die Arbeit der StraßenbahnDer Kaiser war durch diese Wendung des Gesprächs sehr beschaffner zu den denkbar anstrengendsten Berufen gehört. Bei der troffen und fragte mich, wie ich mir eine 3wangslage zurzeit gänzlich unzureichenden Entlohnung( taum 20 Mart in der vorstelle?- und wer die Leute seien, von denen ich eine solche Woche!) und der standalösen langen Arbeitszeit von 10 Stunden befürchten fönne? und darüber ist es außerdem kein Wunder, wenn ein Schaffner unter Umständen gegen Ende seines Dienstes nervös wird. Die ständige Ueberfüllung der Wagen erschwert ja den Dienst außerdem Eine blufige Eiferfuchtstragödie spielte fich in Hannover ab. noch ganz gewaltig. Das Bublifum follte sich in Berlin darüber Der Musiker Goebe hat seine Haushalterin, die Witwe Soefer, im flaren sein, daß der Straßenbahnbetrieb im Herbst vergangenen und ihre Tochter ermordet, und zwar hat er der Frau mit Jahres nur aufrechterhalten werden konnte, weil die Straßenbahner einem Rasiermesser den Hals durchgeschnitten und das junge Mädchen übermenschliche Entbehrungen auf sich genommen haben, und auch erwürgt. Dann hat er durch Deffnen der Bulsadern Selbstmord be= jetzt sollte das Bublifum ein Verständnis für die schwere Arbeit gangen. Die Gründe zu der Bluttat find in Eifersucht, Zank und Streit zu suchen. diefer Leute an den Tag legen und die Schaffner nicht durch gewollt. fchnoddriges Auftreten noch dauernd belästigen. täme. Ich erwiderte, es fönne z. B. bei einer gefährlichen po fitischen Situation, die vielleicht durch eine Unvorsichtigkeit Eeiner Majestät hervorgerufen oder verstärkt worden wäre, die Regierung zurüdtreten, um Seine Mäjestät zu deden fie fönne auch fortgedrängt werden. Dann würde unter Umffänden im Reiche eine Aftion unternommen werden, die auf eine Abdankung oder Entmündigung des Kaisers hinziele. Der Kaiser wurde recht ernst bei dieser Betrachtung und fragte pn neuem, wer solche Gebanten begen tönne? Wie man vor. hen wolle? Ich erklärte fehr bestimmt, daß ich Namen nicht nennen wolle und werde, weil ich feine Beweise in Händen hätte und aus einer akademischen Betrachtung teine Tatsachen fonstruieren molle. Aber ich könne Seiner Majestät ein Verständigung? Vor dem Zusammentriff der Stadtverordnetenversammlung. Nach zweimonatiger Baufe tritt am Donnerstag die Stadt3wei Mann tot, zwei schwer verletzt. don Staatsanwaltschaft eine Untersuchung über das Explosions. Gestern fand in Jüterbog durch die Potsdamer unglüd statt. Die Untersuchung führte Staatsanwaltschaftsrat Dr. Gyfae. Der Vorgang hat sich folgendermaßen abgespielt: Am Sonnabend fand der Unteroffizier Franz Krause vom Infanterieregiment 5 Stettin auf dem Ererzierplag eine mine, die er für eine Ererziermine hielt. Krause mollte sich davon einen Abstecher machen und nahm die Mine auf das 3immer mit und stellie fie unter das Bett Kameraden fanden sie beim Aufwischen und stellten sie auf der Korridor. In demselben Moment explodierte das Gefchoß und tote te zwei Mann und verfekte zwei schwer. Jim and Sport. Ergebnisse des V. Segelflug- Wettbewerbs. Bevor auf die Erfolge dieses Bettbewerbs eingegangen wird, muß an erster Stelle hier ausdrücklich hervorgehoben werden, daß die Rhön- Wettbewerbe nicht dazu angetan sind, Weltrekorde zu erhochverehrte Persönlichkeit, Rardinal hohenlohe, als letztes Derordnetenversammlung wieder zu einer ordentlichen Sigung zureichen, vielmehr liegt ihr Gebiet mehr auf der wissenschaftlichen „ Ich weiß," sagte der Kardinal, daß Sie dem Kaiser absolut ergeben und auch in der Lage find, ihm ganz offen einen Rat zu erteilen. Der Kaifer foll auf feiner Hut fein, sehr vorsichtig. Ich weiß pofitiv, daß der Gedanke, ihn für unzurechnungsfähig zu erklären, in vielen Köpfen erwogen wird und sehr viele, auch hohe Persönlichkeiten, gern ihre Hand dazu leihen würden, das Verfahren einzuleiten. Warnen Sie den Kaifer." Ich fügte hinzu, daß der Zufall heute die Unterhaltung in dieser Richtung geführt habe. Ich warnte num jetzt den Kaiser. Wenige Tage später berichtet Eulenburg an dieselbe Adresse von einem weiteren Gespräch, bei dem Wilhelm sich über den Parlamentarismus abfällig äußerte und bei dem Eulenburg unter allerhand schmeichlerischen Redensarten Wilhelm begreiflich zu machen fuchte, daß ein Vorgehen des Kaisers gegen den Reichstag böse Folgen haben werde: Durch Reden, durch Telegramme erweden Ew. Majestät ben Einbrud, den absoluten König wieder aufleben lassen zu wollen. Das aber wird von teiner Partei mehr bes ganzen Reiches ver standen und begriffen. Der Parlamentarismus fit fief in allen deutschen Knochen, und der von Ihnen behauptete Zusammenbruch des Parlamentarismus ift nur eine Unzufriedenheit mit einigen Formen desselben." „ Ich beanspruche für mich," antwortete Geine Majestät nicht ohne Schärfe,„ das freie Wort wie jeder deutsche Mann! Ich muß fagen, was ich will, damit die vernünftigen Elemente wissen, wie und wem fie folgen sollen. Wenn ich schwiege, würde das völlig fertige" Bürgertum gar nicht wissen, was es zu fun bat!" Schließlich deutete Eulenburg sogar an, daß das Bolt in seiner Mehrheit sich in einem Gegenjaz zum Raiser befinden fönnte, worauf Wilhelm promt erwiderte: Wäre dieses wirklich der Fall, so kommt es eben zu einer Revolution und in irgendeiner Form muß es ja doch einmal frachen. Alles führt darauf hin, und man muß deshalb den Kampf afzeptieren." Das alles war schon im Jahre 1899, also vor nunmehr 25 Jahren! Schon damals rechnete Wilhelm mit einer Re25 Jahren! Schon damals rechnete Wilhelm mit einer Revolution und die„ Großen" spielten mit dem Gedanken, den gekrönten Hansnarr entmündigen zu lassen! Man hat ihn nicht entmündigt. Man hat ihn weiter fchwätzen und telegraphieren laffen, bis er die ganze Welt gegen Deutschland aufgebracht hatte. Und das Bolt hat feine Revolution gemacht", bis der militärische Zusammenbruch auch die letzten Reſte des absoluten Monarchismus hinwegfegte. Der gekrönte Narr träumt jezt in Doorn. Aber die Höflinge und Höflingsanwärter führen sich heute in Deutschland so auf, daß sie wert scheinen, politisch entmündigt zu werden. Der Nationalverband". AR Ein geschichtlicher Bergleich. fammen. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Tagesordnung außerordentlich angeschwollen. Eine ganze Reihe wichtiger Fragen, Entscheidungen über Steuervorlagen, über Grunderwerb der Stadt caitoline gemeinde ufw. müffen gelöst werden.d gelingen wird, überhaupt in fachliche Berhandlungen einzutreten. Zunächst wird alles darauf ankommen, ob es am Donnerstag Bisher haben die bürgerlichen Barteien gefchloffen obftruiert und den Standpunkt vertreten, daß fie unter dem Borsteher Haß nicht arbeiten wollen, weil er angeblich bewußt in parteilicher Weise bie geschäftsordnungsmäßige Abwehr der Sozialdemokratie gegen Abbau unterstützt habe. Die weitere Entwicklung wird davon abhängen, ob die bürgerlichen Parteien in diesem Pumfte weiter unter der Führung der Deutschnationalen an ihrer starren Auffaffung fefthalten oder ob sie es nicht doch vorziehen, die Obstruktion aufzugeben und nach dem Ausspruch von Paul M i cha el is versuchen wer. loyale Berständigung zu einem gütlichen Ende zu führen". ben, den Konflift in der Stadtverordnetenversammlung durch eine Soweit es sich um die rein geschäftsordnungsmäßige Frage der Aus legung verschiedener Baragraphen der Geschäftsordnung handelt, glauben wir, daß die sozialdemokratische Fraktion einer Berständi gung nicht im Wege stehen wird. Die bürgerlichen Parteien hätten sie jederzeit haben können, wenn fie dazu überhaupt geneigt gewesen wären. Es wird sich in diesen Tagen zeigen, ob ihre Obstruktionswut etwas nachgelaffen hat. Reine Verständigung fann es natürlich über den Abbau des Stadtschulrats Paulsen geben. Wenn die bürgerlichen Barteien an diesem Abbau festhalten, so mögen fie das tum und selber da für die Verantwortung fragen. Die Sozialdemokratie tann fich an feinem Geschäft beteiligen, das von ihr eine Zustimmung zu dem Abbau Baulsens vorausfeht. Aus diesem Grunde sind auch alle Meldungen bürgerlicher Zeitungen über einen freiwilligen Rüdtritt Baulsens vollkommen irreführend. In einer solchen Lage weicht man nur der Gewalt und geht nicht frei willig. Die bürgerlichen Barteien möchten freilich gar zu gern ben Abbau Baulsens durchfegen und das Ddium für diesen Standal von fich abwälzen. Das wird ihnen allerdings nicht gelingen. Der„ Bombenfund" in der Berliner Börse. Der„ Bombenfund" in der Berliner Börse, der dort am geftrigen Montag die Gemüter in Aufregung brachte, hat sich als ein Dummerjungen streich herausgestellt. Die Untersuchung des Geschosses durch die Feuerwerker der Schuhpolizei hat ergeben, daß die vermeintliche Bombe überhaupt feine Sprengladung enthielt. Es handelt sich um den Ausbläser einer 9-3entimeter- Granate, cnfcheinend englischen Ursprungs, wie sie im Weltfriege vielfach als Andenken von Soldaten mit nach Hause gebracht wurde. Der nachträglich wieder aufgeschraubte Zünder war ebenfalls nicht mehr scharf. Immerhin gehen die Ermittlungen nach dem Täter noch weiter, da allem Anschein nach mit der Niederlegung des Gefchoffes im Börsengebäude eine politische Demonstration beab fichtigt war. Die verschwundene Fahne. " " die Rhön fennt, Bind und Better da oben in fast tausend Meter Höhe, der weiß, wie oft genug sich in faum fünf Minuten Aufcinanderfolge die Extreme der Naturgewalten abwechseln. Stürme nicht gerade eine Seltenheit, Regen, Hagel, Gewitter unter und ober. bis zu 25, ja 27 Meter in der Sefunde find zu allen Jahreszeiten halb von uns löfen sich oft in stürze ab. Deswegen ist z. B. ein Segelflug von 8 Stunden hier oben einfach undenkbar, 3 Stunden vielleicht, mehr aber feinesfalls. An der Küste, wo die gleichen Winde unvermindert oft tagelang wehen, fönnen solche Refordflüge cusgeführt werden. Es unterliegt feinem Zweifel, daß die Jungflieger neben den Taten der Großen zurückstanden, vielleicht aber auch hätten tätiger fein tönnen. Einer ihrer schweren Aufgabe vollbewußten Oberleitung liegt es ferne, in irgendeiner Form auf die Tätigkeit Tagespreise, Frühpreise ausgefegt werden, wenn die„ Bettermacher" der Segler einwirken zu wollen. Es genügt vollkommen, wenn ihren Berichten einen zarten Wint hinzufügen, z. B. die heutigen günftigen Binde merben voraussichtlich nicht mehr lange anhalten" Wer verstehen will, fann auch zwischen den Zeilen lefen. Dazu fommt unbedingt ein weiteres, nicht zu verkennendes schwerwiegen des, ja fogar grundlegendes Moment dazu: Was die Motorsegel. flieger machen können, fann eben der reine Segelflieger nicht leisten, genau so wie der Freiballon und das Segelschiff dem Willen der wehenden Winde preisgegeben ist. Es gehört jedenfalls mehr Kenni nis der Technit, der Braris, der Meteorologie dazu, die Binde und ihre Energie restlos auszunuzen, unter seine Gewalt zu bringen, faft Uebermenschliches zu leisten, als mit der rohen" Gewalt des vielpferdigen Motors dagegen anzufämpfen. Das drückt, das zieht nieder, das wirkt deprimierend, zumal auf junge, vielleicht noch zaghafte Gemüter, die nie Gelegenheit haben, in den Kanonen" ihr Borbild zu sehen, ohne zu magen, es ihnen gleichzutun. Die große Menge fieht natürlich nur benäugenblidserfolg, ohne viel zu überlegen, wo das größere Rönnen liegt. Zum Schluß nun zu den Leichtmotorsegelfliegern. Bas der schwache Kleinmotor im Segelflugzeug geleistet hat, ift erftaunlich, zumal in der Hand eines Udet. In der Hauptsache nur eng lische Motore, außer Siemens, Zürn u. Glienice, waren zur Stelle. Bo aber blieben die deutschen großen Werte? Bor mehr denn zwei Jahren waren sie von maßgebender Seite bereits auf den FlugzeugGewichtes megen ohne weiteres nicht zu verwenden, alfo heißt's fleinmotor hingewiefen. Der Kraftfahrradmotor ist so feines schweren zuerst wenigstens Opfer bringen. Auch im Intereffe unserer Arbeiter. ichaft wäre dieser neue Industriezweig nur zu begrüßen. Die wirtfchaftliche Frage ift far, wenn man bedenkt, daß Übet bei seinem fernung Luftlinie, für 1,80 m. Betriebsstoff verbraucht hat, ohne zu Fluge nach Kissingen und zurüd zur Rhön, etwa 60 Kilometer Entlegelm. Erst dann, wenn der Motor bei der Zielfahrt nur Nebenzmed ift, das Segeln die Hauptsache, dann wird sich die Frage der Wirtschaftlichkeit refilos beurteilen laffen. Invergleichlich, aber groß ist die Ausbeute für Meteoro logie und Aerodynamit. Das felten tief durchdachte, volltommene Syftem der Beobachtung, der Messungen der Höhe und der Entfernung ermöglichen eine Rekonstruktion der Flüge, deren Ausbeute auf Grund der Wetterkarten der Wissenschaft und ihrer Internationalität restlos zugute tommt und damit ein Friedenswert fondergleichen ist. Die folgenden vier Wochen, um die der schlechten Witterung halber die Gruppen Darrstadt, Hannover und Röthen noch auf der Saffertuppe bleiben, werden die günstigen Ergebnisse nur vervollständigen tönnen. Man schreibt uns: Ich möchte Ihnen einen neuen Beweis für bürgerliche Gesinnungsstärte liefern: Am Marmorhaus", Rur fürstendamm, hing feit der Eröffnung der Schönsten Frau der Belt" unter anderen Fahnen auch eine recht lange schwarzrot. Solbene. Diese ist plöglich verschwunden, während alle übrigen noch luftig im Winde von Berlin W. flattern, sogar ein amerikanisches Sternenbanner. Warum dies geschah, weiß ich natürlich nicht, hoffent Cafés Bilheima. Da aber felbft dieses Lotal am Tannenberg. Sonntag nur eine schwarzweiße Breußenfahne aushing, steht wohl nicht zu befürchten, daß das Marmorhaus ben- Mut so welt treiben Parteinachrichten wird, statt der eingezogenen republikanischen gar eine schwarzweiß rote Fahne herauszufteden. Ein altösterreichischer Genosse schreibt uns: Die neueste Entwicklung der Deutschnationalen im Reichstag hat mir mit einem Schlag die Erinnerung an längst verwichene Zeiten wachgerufen. Als die Einführung des gleichen Wahlrechts in Desterreich 1907 der Sozialdemokratie zu einer starten Machtlich tat es nicht die drohende Nachbarschaft des marschdröhnenden auch im Parlament verholfen hatte, fchloffen sich eine Anzahl bür gerlicher Parteien zum Deutschen Rationalverband susammen. Es dauerte nicht all zu fang und dieser Deutsche Nationalverband hatte sich bei den verschiedensten Abstimmungen fo fom promittiert, daß aus feinen eigenen Reihen folgende, rasch populär gewordene Variante des bekannten Liedes„ Stimmt an mit hellem hohen Klang" aufflog: 1 Der eine faß, der andere stand, Der dritte fehlte wieder, Das ist der Nationalverband! Stimmt an das Lied der Lieder. Benn schon das gestrige Berhalten der Deutschnationalen ge eignet ist, diefen schönen Kantus auch im Reich volkstümlich werden zu lassen wie erst, wenn es zum Bürgerblod tommen follte! Tann fann dieses Lieb eine zweite beutsche Nationalhymne werben, zumal doch schon die erste nach der Haydnschen Melodie des altösterreichischen Raiserliedes gesungen wird. Aufwärtsbewegung an der Börse. Die Aufwärts bemegung der Rurse fezte sich an der heutigen Börje noch fort. Allerdings ift bemerkenswert, baß die Hauffe, die nach der Annahme des Sachverständigen- Gutachtens ein gefekt hatte, fich in ruhigen, gleichmäßigen Formen Dollzieht. Im Gegensatz zu dieser ruhigen Aufwärtsbewegung am Aftien markt steht die stürmische Hausse am Anleihemartt. Heute wurden bei Beginn der Börie bereits folgende Kurse genannt: Kriegsanleihe 1080, Schuhgebiete 6%, 3% prozentige preuß. Konsols 1950, 3mangsanleihe 36, 23- R.- Schäße 680. i Neue Straßenbahnfahrscheine. Ginsenbungen für biefe Rubrik find Berlin B. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin fiets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. 13. Kreis, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Sichtenrade. Donnerstag, ben 4. Gept. 7 Uhr, Sigung des Bildungsausschusses, Zimmer 26 des Rat haufes Mariendorf. 104. Abt. Siederschöneweibe. Mittwoch, den 8. Sept., 7, Uhr, Vorstandssigung im Botal Thiele, Berliner Str. 38. Die Mitglieder der Zeitungtommiffion müssen erscheinen 134. Abt, Bud. Mittwoch, ben 3. September, 81%, Uhr. Borstandsfigung beim Ge noffen Schent, Buch. Barkitr. 15. gliederversammlung bei Hennig, Aleganbrinenstr. 44, Die Berliner Straßenbahn- Betriebs- G. m. b. 5. führt am 2. September d. 3. für die vom Betriebsbahnhof Halenfee be. triebenen Linien versuchsweise einen iEnzelfahrschein mit Umsteige berechtigung für Erwachsene und Kinder ein, der vom Schaffner bei der Ausgabe nur einmal gelocht wird. Die Lochgange prägt 146. st. Reichsbenderei! Mittwoch, ben 3. Geptember, nachm. 8½ Uhr, Mitgleichzeitig den Betriebstag und die Nummer der Linie, auf der der Fahrschein ausgegeben ist, auf den Fahrschein ein. Bei diesen Fahr scheinen fällt die Halbftundenlochung weg; die Frist bis zum Antritt ber zweiten Fahrt ist bei dieſen Geheinen daher auf zwei Stumpet- 01 Stunden nach der gefochten Zeit fejbgefeßt. Rüdfahrt ist nach wie vor perboten. Auf den übrigen Linien werden die bisherigen Fahr. scheine zu den unverändert gebliebenen Beförderungsbedingungen ausgegeben, Beerenreife. Bieber ist die Zeit heran, daß in Wald und Busch die Früchte reifen. Herrlich leuchten aus dem dunklen Grün der Blätter bas Binnoberrot der Eberesden, das dunkle Blau der Sollunderbeeren. Gern nimmt der Großstädter 8weige mit fruchtschweren Dolden mit nach Saus, fein vielleicht düsteres Großstadtheim damit au fchmiden. Besonders gern tut er es, wenn er in wenigen Bochen die in allen herbstlichen Tönen prangenden Zweige der Eiche und Bude hinzufügen darf. Und doch darf es nicht iein! Die abgerissenen gweige machen den Baum krank, die Bruchstellen bieten im Jugendveranstaltungen. Anmeldungen zum Ferienaufenthalt am Quenafee( Landheim) werden noch Jugendfetretariat, Sindenftr. 3, 2. Sof, 2 Sr., angenommen. Suboft G.-B. Heute abend 8 Uhr: Mitgliederversammlung im neuen Jugendheim, Görliger Str. 51( Gem.- Schule). Werbebezirk Oberspree. Alle Genossen, bie Aum Jugendtag am Sonnabend, ben 6, und Sonntag, den 7. September, nach Lübbenau mitfahren wollen, miffen bis Mittwoch, den 8. September, in den Abteilungen 2,50 Mart Fahrgelb bezahlt haben. Die Abteilungsleiter milffen am Donnerstag, den 4. September, im Jugendheim Rieberfchönemeibe abrechnen. Treffpunkt Sonnabend 6 Uhr am Bahnhof Niederschönemeibe. Berbebezirk Reufalln. Alle Genoffent, bie zum Unterbezirksjugendtag nach 2übbenau mitfahren, müffen bis zum Dienstag, ben 2. September, beim Abteilungsleiter 2,40 M Fahrgelb bezahlt haben. Treffpunkt: Sonnabend 5 Uhr Hermannplay und 16 Uhr Görliger Bahnhof. Achtung! Abteilung Often B.-B. tagt jest Montags und Mittwochs. Gewerkschaftsbewegung Der Geschäftsführer und die Ratifikation. Internationaler Achtstundentag und Wirtschaftsfanktionen lau. ete bas Thema, das der Geschäftsführer der Bereinigung der Deut Then Arbeitgeberverbände, Dr. Meisinger, tonstruiert und in Die Zeit vom 2 September gebracht hat. Der Geschäftsführer der Arbeitgeberverbände opfert fich förmlich für diese auf. Wer un geachtet seines Doktortitels und aller sonstigen Qualitäten es fertig bringt, als Geschäftsführer der Unternehmerverbände, eine Schrift herausgehen zu lassen, wie„ Die Arbeitszeitfrage in Deutschland", an dieser Denfschrift" fogar mitgearbeitet hat, wenn nicht gar ihr Verfasser ist, und es dann noch wagt, nachdem da s Mahmert faum erledigt ist, in gleicher Sache an die Deffentlichkeit zu gehen, sei es auch nur in der 3eit", der ist wirklich nicht zu beneiden. Gewiß, wir gestehen Herrn Dr. Meisinger zu, daß er seinen Namen zu gut hielt, um ihn für das Hest 8 der Schriften der Bereinigung der Deutschen Arbeit geberverbände herzugeben. Nun aber, da„ Gefahr im Verzug" ist für die Unternehmerverbände, meil schon am 8. September der Reichsarbeitsminister Dr. Braums mit den Arbeitsministern Eng lands und Frankreichs in Genf zusammenfoment, muß der Geschäftsführer dieser Verbände wohl oder übel mit offenem Bifsir in bie Shranfer: treten und eine leie, verzweiflungsvolle Anstrengung machen, um zu retten zu suchen, was nicht mehr zu retten ist. Cine üble Sache, wie sie die Einführung des 3 weisdichten Tystems in der Schwerindustrie bedeutet, die Beseitigung des piel fach seit länger als drei Jahrzehnten bestehenden Dreischichtwechsels mit achtstündiger Arbeitszeit, die Wiedereinführung der zwölfftündigen Arbeitszeit an Hochöfen, eine fo rüd fichtslose Brutalität unter Ausnutung der wirtschaftlichen Roilage der Arbeiter, läßt sich mit guten Gründen nicht verteidigen. Da man aber als Geschäftsführer der Arbeitgeberverbände nun einmal ihre Maßnahmen auf alle Fälle zu vertreten hat, muß es eben mit den Gründen geschehen, die noch übrig bleiben. Wie es bereits in befugter Schrift geschehen ist, fucht fich Dr. Meisinger auch in seinem Zeit"-Artikel zu helfen, indem er den bei der Deutschnationalen halbierung so jämmerlich firapazierten nationalistischen Riepper reitet. Er macht dabei einen noch weniger guten Einbrud, als ihn die„ Dentschrift" machte. Er philosophiert zunächst, unjer Arbeitgeberverbandsdoftor, über Boltsentscheide, die einen Appell an Gefühle und Lei denschaften der breiten masse bedeuteten, die interpolitischen Leidenschaften auswühlten, während doch das deutsche Bott Jetzt nicht in seiner Ruhe gestört werden dürfe. Die Voraussetzung, als sei mit der Berlängerung der Arbeitszeit in der Schwerindustrie pon adt auf zwölf Stunden im deutschen Bole Ruhe geschaffer worden, trifft glücklicherweise nicht zu. Eine solche Ruhe" müßten mir aufrichtig beklagen im Intereffe des deutschen Boltes. Auf der Generalversammlung der christlichen Bergarbeiter hat sich Deutlich genug gezeigt, wie es mit der Ruhe derer steht, die in fchwerster Arbeit tagtäglich zwölf Stunden schuften schwerer und schwerster Arbeit tagtäglich zwölf Stunden fchuften müssen mit Pausen zwar- aber doch bis zu 14 und 15 Stunden im Dienfte des Rapitals stehen. Wie aber dann, wenn das Washingtoner Abtom-= mea ratifiziert würde? Die schrecklichen Folgen für das deutsche Bolf, die deutsche Wirtschaft, find taum auszudenten- fuht uns der Herr Geschäftsführer einzureden. Die Feindbundländer würden eine Berfehlung Deutschlands nach der anderen herausfinden fie haben die Mehrheit Bflichtverletzungen feststellen, mirtfchaftliche Strafmaßnahmen verhängen, mit Kriegsfchiffen gegen uns losgehen, unsere gange Industrie vernichten, uns aushungern furzum die Edyreden find faum auszudenken mit denen uns der Herr Geschäftsführer vor der Ratifitation des Washingtoner Ab fommens bange machen möchte. STAPP Die Deutschen Arbeitgeber persichert ihr Geschäftsführer beschwören nicht etwa deshalb das deutsche Bolt, bei einem Boitsentscheid gegen die Anerkennung des Washingtoner Achtstundentag- Abkommens zu stimmen, megen dem Inhalt dieses Abfommens, fondern wegen der aus dieser Anerkennung brohen den wirtschaftlichen und letzten Endes auch innen- und außenpolitischen Gefahren. Denn wenn die deutschen Arbeitgeber fich trotz der Kaffikation des Abkommens darum nicht fümmern was der Herr Geschäftsführer nicht fagt dann kommt es zu Schwierigkeiten. Kurzum: Dem deutschen Volke nnuß deshalb heute gefagt werden - vom Geschäftsführer der deutschen Arbeitgeberverbände Daß man über den materiellen Inhalt des Washingtoner Abkommens Zweiter Kongreß des AfA- Bundes. Der Vorstand des AfA- Bundes hat beschlossen, den zweiten Gewerkschaftstongreß des AfA- Bundes in der Zeit vom 12. bis 15. Mai 1925 in München abzuhalten. München wurde hauptfächlich beshalb gewählt, um die Sozialdemokraten und Republikaner in dieser Hochburg der Reaktion zu unterstützen. TU.Demokratie. Die Telegraphen Union hängte ihrem Bericht vom englischen Gemertichaftsfongres in huil folgende Bemertung an:. Bon wesentlicher Bedeutung ist die Tatsache, daß die Minorität der lintsradikalen Arbeiter fchaft bei diesem Rongreß mundtot gemacht wor Tagesordnung gelegt hat." den ist, da man ihre Forderungen nicht auf die Es handelt sich hier nicht etwa um einen Betriebsunfall bei der 11. Der Kongreß ist nämlich in England. Die links radi fale Arbeiterschaft" beschränkt sich auf die kommunistischen Zellen. Der Kongreß hat eine russische Delegation eingeladen, will fich des halb aber nicht von seiner Tagesordnung abbringen und in eine Mostaudebatte hineintreiben laffen, wie es die Forderungen" zur Tagesordnung bezweckten. Die Gorge der TU. um die mundtot" gemachten russischen und englischen Kommunisten auf dem Gemertfchaftskongres in Hull ist einfach rührend, für die Bachmusfeln. m Deutscher Musikerverband. dru vorzubeugen, weisen wir darauf hin, daß die freige wertUm wiederholt vorgekommenen unliebsamen Verwechselungen ihaftliche Musikerorganisation nicht in der Kaiser- Wilhelm Straße ihren Siz hat. gerichtete" Verein Berliner Musiker", mit dem die freigewerkschaft Dort befindet sich nur der gelb lich organisierte Musikerschaft nichts gemein hat. Wer mit letterer au tun haben will, wende sich also nicht nach Kaiser- Wilhelm Straße, sondern an die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Musikerverbandes, SW. 11: Bernburger Str. 30( yern iprecher Rollendorf 647, 648). Als Verkehrslokal dient den Mitgliedern unserer Ortsverwaltung der Rosenthaler Garten, C. 34, Rojenthaler Str. 14( Fernſprecher Norden 4719), Berkehrszeit: täglich 10-2 Uhr. Elend der Wohnhausportiers. gebernerbondes Deutschlands, Gruppe Rheinland und Bestfalen, unter allen Umständen nachzukommen, widrigenfalls gegen die Mitglieder, die sich gegen eine derartige Sympathietundgebung für die Aussperrung des Beton- und Tiefbauarbeitgeberverbandes wehren würden, die allerschärfsten Maßnahmen ergriffen werden würden. Das heißt, die Aussperrung hat bisher versagt und nur durch Terror gegen die Unternehmer, die feine Sympathie für die höchst unsympathische Scharfmacherbrutalität befunden und sich das Ge fchäft nicht verderben laffen wollen, hofft man, die Aussperrung nach breiwöchiger Dauer durchzuführen. bagaim Streits in russischen Staatsbetrieben. ( RED.) Der Zentralrat der russischen Gewerkschaften veröffent licht Angaben über die Streits in Rußland in den Jahren 1922 und 1923. Insgesamt fanden in den Staatsbetrieben im Jahre 1922 466 Streifs mit 192 000 Beteiligten, und im Jahre 1923 384 Streits mit 165 000 Beteiligten statt. Von allen diesen Streits hatten nur 11 mit 1026 Beteiligten die Santtion der Berbände gefunden, während die übrigen ohne Wissen und felbft gegen den Willen der Verbände( die bekanntlich Regierungsorgane find) geführt wurden. Unter den Ursachen der Streits steht an erster Stelle die unpünftliche Auszahlung der Löhne. Auf diese Ursache sind im Jahre 1923 60 Proz. aller Streits in den Staatsbetrieben zurückzuführen, an denen 72 Broz. aller Streifenden beteiligt maren. Obwohl die Arbeiter in den meisten Fällen teine andere Möglichkeit hatten, die Lohnauszahlung zu erzwingen, fanden die Streifs auch in diesen Fällen nicht die Santtion der Gewerkschaften. Es ist gewiß auch in Deutschland schon vorgekommen, daß die Arbeiter in passive Resistenz oder in einen Streit traten, weil ihnen wie in Deutschland, in dem die Arbeiterschaft nach allrussischer Auf der verdiente Lohn nicht pünktlich gezahlt wurde. In einem Lande aber im Sowjetparadies die meisten Streits um die fassung sich„ in rasenden Schmerzen windet", ist das erklärlich. Daß Auszahlung der Löhne geführt werden mußten, trotzdem durch Bestrafungen von Betriebsleitern megen Anweisungen höherer Löhne die Reallöhne auf einem gewissen Tiefstand gehalten werden, das deutet darauf hin, daß auch dort etwas faul ist. Wer dennoch glaubt, daß es fich in Sowjetrußland als Arbeiter meit beffer leben läßt als in Deutschland, den wollen wir von der Auswanderung durchaus night abhalten. Um jedoch feine Jllusionen aufkommen zu lassen, sei bemerkt, daß es immerhin ein Unterschied ist, ob man als Delegierter aus Deutschland zum Mostauer Weltfongreß reift, oder als Arbeiter nach Rußland fährt, um sich dort sein Brot zu verdienen. Filmschau. Der kleine Bettelmusikant. Das Bestreben der im Deutschen Bortierverband( Sektion 7 des Deutschen Berkehrsbundes) organisierten Portiers geht dahin, unter tariflichen Bedingungen zu arbeiten. Alle Bemühungen aloidosi in dieser Richtung scheiterten am Widerstand der Hausbefizer. organnisation. Nachdem der Schlichter von Groß- Berlin den bindlich erklärt hat, haben die Hausbefizer eine FeststellungsDom Schlichtungsausschuß gefällten Schiedsspruch für per= lage mit der Begründung erhoben, sie seien nicht Arbeit geber im Sinne des Tarifvertragsgesetzes. Eine Bersammlung der Wohnhausportiers nahm zur Organi fationsarbeit und den Verschleppungsmanövern ihrer Arbeitgeber Stellung. An das Referat Paul Scherers( Bertreter des Deutfchen Bortierverbandes) schloß sich eine lebhafte Diskuffion, in der das Verhalten der Hausbefizer scharf gegeißelt wurde. Die hierauf gefaßte Entschließung lautet: Die am 28. August in Wilmersdorf, Wilhelmsaue 115, überaus zahlreich besuchte Berfammlung der organisierten Wohnhausportiers ist entrüftet über die Berschleppungstaflit des Bundes Berliner Haus- und Grundbefizer gegen den verbindlich erklärten Tarifvertrag. Die Bersammelten protestieren energisch gegen die Erklärung der Hausbefizer, fie feien nicht tariffähig. Dem steht gegenüber, daß die Hausbesizerorganisation die wirtschaftlichen Intereffen ihrer Mitglieder wahrnimmt und bei Räumungsflagen gegen Portiers stets die Bertretung vor Gericht durch ihre Angestellten ausführen läßt Die Versammelten sind der festen Ueberzeugung, daß das Gericht die gegen die Arbeitnehmerorganisation erhobene Feststellungstlage fo bewertet, wie sie bewertet werben muß, um so mehr, als der Bund Portierverband( Gruppe der Industriehausangestellten) steht. Berliner Grundbesiger seit Jahren im Zwangstarifverhältnis mit dem Mit allem Nachdrud protestieren die versammelten Wohnhausportiers gegen die bisherige 2ohnpolitik der Haus befizer. Sie mollen fich nicht weiter als Menschen zweiter Klaffe behandeln und für ihre schwere Arbeit mit Bettelpfennigen abfpeisen laffent.int Die Branchenleitung wird beauftragt, die Deffentlichkeit darüber zu unterrichten, daß die Hausbefizer Berlins fich weigern, anständige Löhne zu zahlen, und wenn der Verbier es magt, Lohnforderungen zu stellen, sofort die Räumungsflage unter den nichtigsten Gründen einleiten. Die Bersammelten geloben, der Organisation die Treue zu bewahren, die noch fernstehenden Berufskollegen derselben zuzuführen, ermarten andererseits von der Organisation, daß kein Mittel umverfucht bleibt, um den entrechteten Berufsangehörigen zu ihrem Rechte zuz verhelfen." uns bis in die feinsten Regungen seines Gemüts innig vertraut. Das Lieblingsfind des amerikanischen Films, Jadie Coorgan, it tennen seinen flebenden Blid, der alle Biderstände besiegt, die Treuherzige teit seiner großen Augen, seine Anmut und seine Luft, zu Streichen. Aber man sieht ihn immer wieder gern, zumal wenn man wie jezt im 1. T Rollendorffblas Gelegenheit hat, Freude und Leid, Thränen ( fogar viel Thränen) und Lachen, Natur und häusliches Milieu so nett mit zu bekommen. Sehr rührſelig ift die Geschichte, wie ber meine Jadie, der Sohn eines berühmten Geigenvirtuoſen, der seine eifersüchtige Frau verließ, bei einfachen Farmersleuten aufwächst und als fie berarmen, in die Welt geht, um für sie Geld zu verdienen. Wie er an einen alten Geigenspieler gerät, wit ihm zusammenhaust, und schließlich von einem bes rühmten Künstler entdeckt wird, der sich als sein Vater herausstellt. Der fehrt mit ihm im Triumph zu dem alten Farmern zurüd, lauft ibnen ihr verlorenes Haus wieder und so ist der Kleine Sadie wirklich der Däumling geworden, der Glüd bringt( fogar eine Mutterſau mit zahllofen Jungen). Jadie, mit dem Heinen Schweinchen spielend, Sadie Mallaroni bereitend und essend, Sadie sich von dem toten, alten Geigenspieler verabschiedend, Jadie in der Badewanne das sind einige der schönsten Szenen. Alles meint und lacht mit dem Heinen Sterl, der bewußt und unbewußt ein großer Künstler ift. Aber darüber sollte die Meisterleistung des alten ünstlers, der im Leben und Tob so ausbrudsvolle Büge aufweist, wie die intime und besonders in den Innenaufnahmen wie echte Schwarzweiß unit wirkende Photographie nicht vergessen werden. d. Rofita". Diesem Film, der im Mozart Saal feine Uraufführung erlebte, jah man mit ziemlicher Spannung entgegen, handelt es fich doch um einen Ernst Lubitsch- Film, der aus Amerika, dem gefegneten Lande der Filmindustrie, zu uns fommt. Norbert Fall schrieb das Manuskript. halb Carmen- halb Tosca- Motive, doch ohne jeden Männerverbrauch und ohne ein Aufflammen der Lebensgier, alles fein für amerikanischen Ge ichmad zurechtgeftugt und so unschuldsvoll, daß gut bürgerliche deutsche Badfische sich diese spanische Romanze ansehen dürfen. Die Heine Straßen. sängerin bleibt standhaft, der Fürst befommt sie nicht, fie aber erhält den Mann, der fie liebt und der wirklich nur zum Schein hingerichtet wird. Man hat also Gelegenheit zum Lachen und zum Beinen. Mary Bidford lit bie Rofita. Sie steht fabelhaft aus, aber fie ist teine Spanierin Mathilde o mont spielt die Rolle ihrer Mutter. Sie ist auch teine Spanierin, doch imponiert fie filmgewollt durch ihr Fettjein. Lubitsh it mal wieder groß als Regisseur. Die Bildfolgen sind oft wie zu Ge mälden aufgelöst. Prächtiges holt er aus den Massenszenen heraus, wie eindrudsvoll ist beispielsweise die Menge gruppiert, wenn Rofita fingt, abwechselungsreich ist das Starnevalstreiben beobachtet, und tadellos it der Sturm der freudig erregten Boltsmenge auf Rofitas Wagen. Es wird fogar einmal bas tolle Bagnis einer abfichtlich unklaren Photographie ge boten, die eben ganz und gar Bewegung ist und die Einzelperson in der Süßlichteit zu enthalten. Dennoch ist die Furcht berechtigt, daß er ameri tanisch wird, und dann hat er uns nichts mehr zu sagen. unter der Boraussetzung elastischer Handhabung( 1) wohl reben kant. Die Bauarbeiteraussperrung im Westen. Masse untergehen läht Lubitsch zwingt die Hauptdarsteller, fich aller Ratifizieren aber fönnen und dürfen wir dieses btommen nicht" Aus alledem ergibt sich, daß es teine benetbenswerte Aufgabe ist, bei der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände als Ge schäftsführer zu arbeiten. Strickwesten u. Jacken& 75 12.50 17 50, reine Wolle Ueber 500 Stk. v d. kleinsten Kindergr bis zur größten Weite ständig a Lager Bleyles sämtl. Fabrikate zu Originalpreisen.m Bruno Richter& Co., Fabr- Ndige. Thüring. Wollwaren- Bln. Pankow Mühlenstr. 1, Ecke Breite Str Spezialbebandl. Nur für Ischias Seiterwagen Hecht TabakwarseZigarren, Zigaretten, Tabak billig Lindenstr. 81 in Buff., Gesäß u. alle ander.Trans- wie Bild 24X13 cm wad Bein, wenn portgeräte liefert Auto- Rindlack 6.50 ärztl: festgestellt, In 15 Tagen sind schware Fälle beseitigt werden. Unantastbare Heilerfolge. billigst, Croco- Volleder 3.90 Großer Vorrat Damentaschen Bestätigung und Referenzen, ärtzl. empfohlen. Georg Wagner Favalidenstraße 106. 9-11. 1-4. Sonntag 10-12. Jacoby. Köpenicker Str. 71. Stahlmatratzen Kein Ladengeschäft. Keine Sehaufensterbis zu den elegantesten Koffertasche n. Mas, Bolsterauft, Metallb. a. Priv. Günft Reklame dafürwesent Auto- Rindlack 10.50 Bebing Rat.30Afret Eisenmöbelf.Suhl, Thürlich billigere Preise Florida- Volleder5.90 Z ähne 1.2 Teilzahlung G.-M. auf gestattet b. kl. Anzahl u. wöchentl. Abzahlung von 1 G.-M. an. Echte Goldkrönen v 8 G.-M. an. Ersatzkronen v. 3 G.-M. an. Zähne ohne Gaumenplatte v. Echt Saffian, 10.50 Aktentaschen: Rindleder m. Griff 5.95 Coupékoffer von 4.90 an 3 G.-M. an. Zahnz. mit Betäub. 1 G.-M., b. Bestellg. Auch Einzelverkauf! von Gebissen gratis. Rat und Munduntersuchung gratis. 3 Jahre weitgehende Garantie. Ueber 20 000 Gebisse zur Lederwaren- Fabrik vollsten Zufriedenheit geliefert. Ecke Schön- Metzel Hatvani, Danziger Strasse 1, hauser Allee. Prinzenstr. 89 Vorzeiger 10% Rabatt. Betanntmachung.( Ausschneiden und aufbewahren!) Die Sache steht schon so, daß die TU. berichtet, der Ausstand ( anstatt die Aussperrung!) in rheinisch- mestfälischen Baugemerbe habe in den legten Tagen eine weitere Verschärfung er fahren. Der Arbeitgeberverband für das Baugewerbe hat an seine Mitglieder ein Rundschreiben gerichtet, in dem fie aufgefordert werden, dem Aussperrungsbegehren des Beton- und Tiefbau- Arbeit10 Brunnenstr. 10 Spandau sasse 20 Rosenmaler Platz CAHA Sebutzmarke Strasse 20 Bettwäsche, Hauswäsche Tischwäsche, Frottierwäsche Unser stadtbekannt billiger UltimoVerkauf beginnt am 1. September! Wenn Sie Geld sparen wollen, versäumen Sie diese Gelegenheit nicht! Nur diese Woche, bis 6. September! Bedeutend herabgesetzte Preise! Beckbettbezüge aus gut Stoffen 4.75| Inlett federdichter Köper.... 8.35 Kissen dazu passend.... 1.40 Ueberlaken m. Hohlssumgarnier. 8.75 Bettlaken kräft. Wäschestoffe 2.25 Hemdantuche f.Bett- u.Leibwäsche 65Pt. Bettgarnitur aus gutem Stoff 8.75 Handtücher für Stube und Küche 48Pf. Neu aufgenommen Damenwäsche Besonders billige Einiührungspreise Damer hemd la Qual, garn. 145 Meine Quali atswaren und billigen Preise sind stadtbekannt. Achten Sie bitte in ihrem Interesse auf die Schutzmarke ,, Bettwäsche Bähr" 6e3ffnet ven 9-7 Uhr Xitesla Speziat adschefabrik Geöffnet von 9-7 Uhr Gratest: 39 Resenhaler Str. 39 49 zw. Moritzplatz u. Ritterstraße Das künstl. Höhensonnenbad ,, Aktis" Light- u. elettrophysikalische Heilanstalt, Berlin, Belle- Alliance- Blat 6a, ift vom 1. September an wieder täglich( außer Gonntags) geöffnet. Die Behandlungszeit ift 10-1 und 4-7 Uhr, Gonnabends 10-4 Uhr. Die Breise find gleich niedrigen mie vor den ferien, z. B. für fünftliche Höhenfonne 2... je Bestrahlung( eine Rur son 15 Bestrahlungen nur 27 R.-M.). Um auch Minder bemittelten bie Bebanblung, au ermöglichen, werden Bestrahlungen in nachfolgenden Stunden zu ermäßigten steifen ausgeführt: Montags, Mittwochs und Freitags 7-8 Uhr waditions. Dienstags, Donnerstags and Sonobends nox 9-10 Uhr vormittags. Ferner für Schulkinder noch Mittwochs und Sonnabends, Don 3½- 4½ Uhr. Zu diesen Stunden wird für Minderbemittelte mur die Hälfte des Einzelpreises, alfo 1 m. je Beftrahlung, gerechnet. Die Ronfultationen direch den Anftaltsleiter find für Minderbemittelte zu dieser Stunden kostenlos. Die größten Erfolge( bei mehr als 15 000 Patienten) wurden erzielt bei: Blutarmut, Bleichsucht, Menstruationsstörungen, Ausfluß. Beschwerden der Wechseljahre und anderen Frauentrantheiten, Magen-, Darmstörungen, Fettfucht, Nieren und Blajenleiden, guderkrankheit, Gallen und Leberleiden, Gicht, Reuralgie( Nervenfchmerzen), besonders Jschias, Gefichts- und Ropineuralgie, Rheumatismus, Segenschuß, Katarrhe, Grippe, Reurasthenie( Nervenschwäche), Herz- und Mogenneurofe, feelische Störungen, feruelle Neurasthenie, Schlaflosigkeit, Hautkrankheiten, Flechten, Bidel, Furuntel, Sautjuden, Froitbeulen usw., Saarfrankheiten und Saarausfall( oft felbft jahrelang bestehende Kahlheit). Tuberkuloje, e. b. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Neuter; Wirtschaft: Betur Sateruns; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Ggtorn; Feuilleton: A. 3. Döscher; Lokales und Gonftiges: Frig Karstadt; Anzeigen: Th. Glode; fämtlich in Berlin. und Berlagsanstalt Vaul Singer u. Co., Berlin GB. 68, Lindenstraße a Berlag: Borwärts.Berlag G. m. b.$., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderet RAURINGE in jed. Größe u. Qualität, stets vorrät, nur bill Preisberechn. M. Dinse, Juwelier Lichtenberg, Frankf. Allee 202 Nähe Bahnh. Lichtenb. Friedrichsf. Teleph. Lichtenberg 3322 Landwirtschaftl. Hochschule in Berlin Beginn der Aufnahme für das WinterSemester 1924/25 am 15. Ottober 1924, ber Vorlesungen am 3. November. Drucksachen durch die Registratur. Besonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN des..Vorwärts" und trotzdem außerordentlich billig! in der Gesamt- Auflage Volkskleidung! Hosen für Sport, Beruf und Straße. Manchester- Auzüge. Loden- und Gummimantel. Anzüge für Herren u. Anaben. Semben Soden Unterhosen. Nur gate, solide Ware, billigste Preise. Berufskleidung! Gerhard Kohnen Hermannstr 75-77. Neukölln Bleichfucht Strickjacketts, Strandjacken, Sportwesten, Sportjacken Blutarmut, Nerven schwäche in furger Beit behoben. Reichels Malzeisen pulver, bas befte Rezept. 83 jahr Erfolge.. 1,50 ibl. 3 Dosen M. 4,25 In Drog., fonft bei Otto Reichel, Berlin 43, 4. aus reiner Wolle in allen Farben, sowie Blusen kaufen Sie am besten und billigsten direkt vom Fabrikanten Wiederverkäufer u. Sportvereine erhalten besondere Preise, Kein Ladenverkau SO. Eiſenbahnfte Grüssner& Co., Neuk., Sanderstr. 27 Strofulofe( englische Krankheit), Herzkrankheiten, Asthma, Aderverfaltung, Rüden. martsleiben, Lähmungen, Ohrenleiden, allgemeine Schwäche nach Krankheiten und Operationen. Eine Stur von 15 Bestrahlungen erfest oft wochenlange Bade. reise. Behandlung von Mitgliedern der Erfaktaffen und Betriebskaffen. Außer zwanzig Höhensonnen ist die Anstalt mit allen neuzeitlichen Licht. und elektrophnikalischen Apparaten ausgerüftet, besonders Diathermie, Hochfrequenz, Sollurlampen, Galvanisations, Faradisations- App., elettr. Bibrations- App., Entfettungsstühlen nach Prof. Bergonis, Röntgeninftrumentarium. App. aure Brof. Rumpfichen Sergbehandlung( Digillationstherapie) u. a. m. Es sei nochmals( um Irregehen zu verhüten) darauf hingewiesen, daß das fünftliche Höhen fonnenbad Altis" fich nur Belle Alliance 31a 6a, nahe Lindenstraße, befindet, am Untergrundbahnhof Sallesches Tor( also nicht Belle Alliance- Straße oder Blücherplag).