Nr. 86. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30mt. proQuartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3Mt. pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1895 unter Nr. 7128. Vorwärts 12. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Saum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonns und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. „ Das geistige Miveau des Reichstags". Donnerstag, den 11. April 1895. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Das geistige Niveau des Reichstags sei gesunken, Gründer( anfangs 1873 allerdings im preußischen Abge wird uns versichert. ordnetenhause, nicht im Reichstag gehalten) dieser Tage erst wieder gelesen, und unser Urtheil fann nur lauten: mittelmäßig, mittelmäßig. Redselige Gemeinplätze, schludrige Form, kein Geistesblik, keine originale Redewendung mittelmäßig, waschlappig. Und Laster war nach der nationalen" Tradition der größte Redner des Reichstag in der guten Zeit". " Es wäre sonach früher ein höheres gewesen. Ist das richtig? Früher in der guten" alten Wie gewisse Melodien plötzlich auftauchen und förm- Zeit, da Bismarck und die Nationalliberalen noch die lich zur Epidemie werden in Gestalt von Gassenhauern, so Reichstagsmajorität beherrschten, waren Bismarck und die auch gewisse Schlagworte. Und bei Melodien wie Schlag- Nationalliberalen es auch, die das geistige Niveau des worten ist in der Regel Gedanken- und Sinnlosigkeit Be Reichstags" bestimmten. dingung des Erfolgs. Wir sehen dies recht deutlich an Nundas geistige Niveau" Bismard's ist bekannt. Wer nicht in der Lage ist, die Reden des größten einem Schlagwort, das seit 6 oder 7 Monaten, ungefähr Er war ein parlamentarischer Redner nach Art Ludwig's Redners" der guten Zeit des Reichstags zu lesen, dem seit der junkerlichen Jagdintrigue gegen Caprivi in des Vierzehnten, der mit der Reitpeitsche Unterwerfung und rathen wir, die Bekenntnisse einer Mannes Deutschland umläuft, und das ungefähr ebenso geistreich ist hündische Anbetung heischte. Das geistige Niveau des seele" sich zu verschaffen, die Herrn Lasker zum Verfasser wie das: Mutter, der Mann mit dem Koakes ist da", von Mannes zeigte sich in dem berühmten Sat, daß das Ausland haben. Leicht ist es allerdings nicht ein Exemplar aufzuwelchem halb Deutschland ein ganzes Jahr lang die Dreh- den Zoll" auf Korn trage, eine Behauptung, die von so treiben; denn von Freunden des Herrn Laster ist die frankheit hatte. Wir meinen das Wort: das geistige grenzenloser Unwissenheit zeugt, daß sie in politisch weiter Schrift nach wenigen Tagen aufgekauft worden, weil Niveau des Reichstags ist gesunken". Oder auch entwickelten Ländern jeden Politiker auf Lebenszeit un- das geistige Niveau" ein gar so lächerlich niederes war. mit einer Abänderung:" der Ton des Reichstags ist ge möglich gemacht hätte; und, wohlgemerkt, bei Bismarck nicht Heute würde ein Lasker im Reichstag nur eine unters funken." ein lapsus linguae nicht eine Redeblüthe des Augen- geordnete Rolle spielen. Die Zeit der hohlen mittelmäßigen Wir sagten schon, das Auftauchen dieses ungereimten blicks, die der nächste bereut, sondern der Grund- Schwätzerei ist vorüber; und Bismarck'sche Rohheiten würde Gaffenhauers fällt in die Zeit der Junkerjagd, die im Herbst stein von Bismard's wirthschaftspoli- der Reichstag heute nicht dulden. vorigen Jahres dem zweiten der deutschen Reichstanzler tis chem Programm. Und das war nicht die einzige Das nennt dieses Junkervolk mit seinem nationalverderblich wurde. Aeußerung dieser Art. Wir stehen nicht an, zu erklären, liberalen Gesinde ein Sinken des geistigen Niveaus, eine " Diese Gleichzeitigkeit ist kein Zufall, sondern verräth daß es weder in der französischen Kammer, noch in Verschlechterung des Tons". den inneren Zusammenhang. Die Eulenburg und Kon- dem englischen Parlament, noch in dem amerikanischen Ja, das geistige Niveau" der guten alten Zeit sorten find es, die mit Hilfe ihres Gefindes Kongreß jemals einen Redner von irgend welcher nationaler Begeisterung, wo der Reichstag eine Hurrahdas Wort in Umlauf gesetzt, und bei den National- politischen Geltung gegeben hat, der in national majorität hatte, die im Handumdrehen die Rechte und liberalen, von Haus aus den eifrigsten Vertretern des ökonomischem Wiffen auf einem gleich niedrigen Interessen des Volkes opferte, dieses Niveau ist heute Parlamentarismus, die eifrigsten Gehilfen zur Kolportirung geistigen Niveau stand, wie der deutsche Ex- Reichstanzler nicht mehr vorhanden; und der Ton eines Bismarck, der, um dieses giftigen Junkerworts gegen den Parlamentarismus Fürst Bismarck. Und wenn man vom Ton" redet, hat mit unserem Braun" zu reden gewiß einem unverdächtigen gefunden haben. jemals jemand in irgend einem gefeßgebenden Körper der Zeugen, die Abgeordneten wie austnechte" an Sage mir, woher Du kommst, und ich sage Dir, wer Welt eine rohere Sprache geführt, rohere Manieren schnauzte, dieser Tou gehört heute ebenfalls der VergangenDu bist das gilt nicht blos von Menschen, das gilt zur Schau getragen, als Fürst Bismarck, der Kullmann an heit an. auch von politischen Stichworten. Es ist die alte Wuth die Rockschöße des Zentrums heftete, durch brutales, bis des Junkerthums gegen das System der Volksvertretung, zur Androhung von Thätlichkeiten gehen das in jenem Schlagwort zum Ausdruck kommt. Daß de 3 Benehmen seine Gegner einzuschüchtern und zu die Junker das revolutionäre Prinzip der Volkssouveränität vergewaltigen suchte? Der Reichstag ist nicht mehr die gefügige Jasages Maschine der guten" Beit; nicht mehr blos, wie einer unserer Abgeordneten es bezeichnete, das Feigenblatt bes Absolutismus"- er fühlt die Kraft des allgemeinen haffen, auf dem das System der Volksvertretung beruht, Solche Rowdy- Szenen sind allerdings, seit Stimmrechts in seinen Adern, und fängt an, den Ges das ist nur natürlich, denn dieses Prinzip steht in diame- Bismarck unschädlich gemacht ist, im Reichstag nicht mehr walthabern die Stirn zu bieten. tralem Gegensatz zu dem Prinzip des Junkerthums, vorgekommen. Nach dieser Seite hin hat allerdings eine Daher der Zorn! Darum das Geschimpfe; dessen Vernichtung es in seinen Konsequenzen bedingt. Und Veränderung des Tones" sich vollzogen, allein, außer Der Reichetag gefällt den Junkern und ihrem Gesinde ganz abgesehen von dem prinzipiellen Standpunkt haben etwa den Herrn Junfern wird niemand hierin eine Vernicht mehr sie spielen im Reichstag eine klägliche Rolle, unsere deutschen Junker noch einen besonderen Grund, den schlechterung erblicken. und die Trauben, die man nicht pflücken kann, sind sprich Barlamentarismus zu hassen, enthüllt er doch der ganzen Und nun die in der guten Zeit" herrschende Partei wörtlich sauer. Welt ihre Ideenarmuth, ihr unglaublich tiefes geistiges der Nationalliberalen! Wohlan, wer war ihr Glanzredner Weit entfernt niedriger zu sein, ist das geistige Niveau". in der Glanzzeit des Reichstags"? Eduard Lasker. Niveau" des Reichstags weit höher als in der guten Nun de mortuis nil nisi bene. Von den Todten nichts Beit." Die Tiefe Laster'schen Niveaus erreichen heute nur Uebeles! Und Eduard Lasker hat in seinen legten Lebens- wenige der bekannteren Redner. Und die Rowdy- Manieren jahren für so manche seiner Sünden Buße gethan in Sack der guten" alten Bismarck'schen Zeit haben sich nur noch und Asche. Er war unzweifelhaft ein ehrlicher Mann, und auf den Bänken der Konservativen und Nationalliberalea wir wollen mit seinem politischen Wirken jetzt nicht ins erhalten, wie der schmähliche Pfui!-Radau des 6. Dezember Gericht gehen. Aber sein geistiges Niveau"? Wir kennen vorigen Jahres es offenbart hat, und wie durch die uns seine Reden, wir haben seine berühmteste, die gegen die artikulirten Laute, die als Ausdruck der Unzufriedenheit Sucht man nach tiefem geistigen Niveau" hier ist es, hier bei denen, die dem Reichstag das boshafte Schlagwort angehängt haben, dabei der alten Regel unserer Feinde gemäß handelud, in den Spiegel zu sehen, wenn man dem Gegner etwas recht Schlechtes nachsagen will. Und nun, nachdem wir den Ursprung und 3wed klar gelegt, prüfen wir das Wort auf seine Wahrheit. Feuilleton. ( Machbruck verboten.] 15 Zu Tode gehetzt! " Seinen guten Namen? Bekam er den wirklich zurück? Auf der Landstraße kam er an vielen Stromern vorbei. Würde nicht doch etwas von der Gefängnißluft in den Sie hatten zerrissene Schuhsohlen ihre Lumpen starrten Falten seiner Kleider haften bleiben und ihn mißkreditiren von Schmuß ihr Blick war wüst, übernächtigt, kaum noch für immer? Die Leute unterscheiden ja so schwer, ob menschlich. Untersuchungshaft, ob Strafe. Die konnten auch gehen, wohin sie wollten. Die waren auch frei. Aber nach Ablauf einiger Zeit trabten ihre lumpen, umwickelten Füße doch wieder in den Hof des Gefängnisses hinein. Frei!" Eine Erzählung nach dem Leben von Franz Held. Er murmelte es, wie er nun durch die Straßen der Der Staat erweist seinen Bürgern eine so große fleinen Stadt ging, immer wieder vor sich hin, aber mit Wohlthat durch die Einrichtung der Justiz, daß sie die einem bittern, höhnischen Ausdruck. Das wohltönende Kleine Unzuträglichkeit, die in der Unvollkommenheit des Wort erschien ihm wie eine freischende Lügenfrage. menschlichen Geistes nothwendig begründet liegt, wohl mit Die armen, zerlumpten Fabrikweiber, die ihm da entin den Rauf nehmen können." gegen kamen, die waren auch frei sie konnten thun und Die Wohlthat der Justiz wird doch wohl erst dadurch lassen was sie nur wollten vorausgesetzt, daß der Hunger nöthig, daß der Staat verabsäumt, anständige und fried sie nicht zu Handlungen zwang, die ihrem Willen, ihrem liche Menschen zu erziehen.( Schwarz wußte selbst nicht, eigentlichen Wesenstern, schnurstracks entgegen liefen. woher ihm diese plögliche Klarheit im Kopf tam.) Und Die Rekruten, die dort betrunken johlend mit den was Sie menschliche Unvollkommenheit" nennen, das ist bunten Kokarden und Bändern am Hut vorbeitorkelten entweder Fahrlässigkeit oder Trödelei und Verschleppung wie frei waren die! Bis der Unteroffizier sie in den der Justizbeamten!" Drill nahm. " " Herr!!" braufte der Beamte auf." Ich kann solche revolutionären Ausfälle hier in meinem Bureau nicht dulden. Jezt sehe ich erst, weß Geistes Kind Sie sind! Wenn Sie sich nicht eine neue Anklage wegen Beamtenbeleidigung und Herabsehung staatlicher Einrichtungen zuziehen wollen, dann halten Sie den Rand und verlassen Sie augenblicklich dies Gebäude! Ihr Attest haben Sie ja." * Schwarz stand also draußen. So? Jetzt war er ein Revolutionär"?! Auch gut! Er mußte der gescheiterten Affaire des Verkaufs an den Militärfiskus gedenken. War diese ganze Freiheit" nur eine unbequem ge pflasterte Straße, um die armen Hungerleider schneller in den großen Zwangshof zu bugfiren?! Wegmüde, von der Hiße ermattet, hungrig und durftig zum Umfallen, verwandte er, weil es doch noch einige Stunden war bis zum Bestimmungsort, feine letzten Pfennige auf ein Glas Bier und ein Stück Brot. Im Wirthshaus traf er jenen Setzer, dem er vor ein paar Jahren im Wirthshaus zu Hohenthal wegen seiner sozialdemokratischen Aeußerungen so starke Grobheiten ge= sagt hatte. " Ah, wo kommen Sie denn her?" Er bedauerte jetzt, den Mann damals beleidigt zu haben. Und Sie? zu Fuß?" fragte der Arbeiter zurück, der ihn auch wieder erkannte. Reiten Sie denn nicht mehr auf " Wenn man ihm damals, als er ohne Arbeitskräfte daftand, ein halbes Dugend von diesen gesunden, strammen Bauernjungen, die ihre Zeit jetzt mit Bein- und Armverrenkungen tödten sollten, zur Verfügung gestellt hätte dem hohen Roß?" er würde den Militärfiskus gar nicht nöthig gehabt haben. Er blieb stehen. Er erschrak vor sich selbst. Wie tam er zu allen diesen ganz unsubordinationsmäßigen Gedanken? Hatte der Direktor recht? War er ein" Revolutionär"?! Aber wer hatte ihm das eingeflößt? Doch nur der Staat! Mit grimmigem Hohn schwenkte er das Stück Papier in der Hand dankend gegen die Bureaus der Gefängniß- War der Staat vielleicht selbst schuld, wenn Unzufriedene verwaltung; das Papier, das ihm seine Freiheit um den sich gegen ihn richteten-?! Preis eines halben Jahres wiedergab, und seinen guten * * Namen für den Titel eines Revolutionärs", ihm, der auf Er mußte zu Fuß nach dem Wohnort seines Bruders seine guten Unterthanenqualitäten so stolz gewesen war! gehen, seine Familie aufzusuchen. Wie hätte er gegenSo verblendet stolz! So dummstolz! wärtig das Geld für ein Eisenbahnbillet erschwingen können? " Ich habe seitdem viel schlimme Erfahrungen gemacht, erwiderte Schwarz, Sie haben doch nicht so unrecht gehabt, das mert' ich jetzt. Ich bitte Sie wegen meiner damaligen Schimpfereien um Verzeihung." Er hielt ihm die Hand hin. Der Arbeiter schlug ohne Bedenken ein. " Ich bin keinem böse, der auf uns schimpft, sagte er. Ich denke einfach: der hat's noch nicht am eigenen Fleisch erfahren. An den wird's schon noch' ran kommen." An mich ist's ordentlich' ran gekommen!" Schwarz feufzte und erzählte seine Leidensgeschichte. Auch der andere wurde jetzt gesprächig. Er hatte Reichstagswahl im Kreise Eisenach. Ob die von jenen Plägen zu ertönen pflegen, in erregten Sigungen des Reichstags bekundet wird. Das ist freilich kein„ feiner", Politische Leberlicht. Antisemiten für den Bauernbündler ſtimmen werden, iſt auch kein hoher" Ton, der sich auf diese Weise äußert, Berlin, 10. April. zweifelhaft geworden. Der antisemitische Kandidat Nieund es ist auch kein feiner oder hoher Ton, wenn Herr AhIwardt feine zwei- Groschen- Schimpfereien im Reichstag Das neue Börsensteuergesetz. Wie unsere Leser mann ist aus dem Bunde, dessen Mitglied er war, ausgetreten. Er begründet dies mit den seitens der Führung vom Stapel läßt, aber schlimmer als der berüchtigte wissen, beschäftigte sich die Regierung seit geraumer Zeit des Bundes der Landwirthe gegen ihn gerichteten persönValentin, der in der guten Reit" die nationalliberale damit, das Börsenwesen neu zu organisiren und lichen gehässigen Angriffen und mit dem gegen ihn erhobenen Rebeguillotine bediente, ist Herr Ahlwardt auch nicht und reglementiren, und zu diesem Zweck tagte bereits vor Jahr Vorwurf, daß es eines Mitgliedes unwürdig sei, gegen all diese Elemente, die ein unzweifelhaft niederes Niveau haben, und Tag eine aus Sachverständigen bestehende Börsenden zweiten" Vorsitzenden Dr. Rösicke zu kandidiren"; ferner find leberreste aus der guten alten Bismard'schen Zeit, enquete Rommission, die die Mißstände prüfen wird auch noch der„ empörende Ton", welcher gegen Rieund das mit Einschluß Ahlwardt's, der ein Zögling ist der und Vorschläge zur gefeßlichen Regelung des Börsenwesens mann's Mitkämpfer" seitens des Bundes angeschlagen wurde, Bismard'schen Judenhetschule. Und all diese Elemente machen sollte. Die Vorschläge der Börsenenquete- Kommission hervorgehoben. Unter diesen Umständen steigen die Ausdes niederen Niveaus und Tons sind Kameraden und An- wurden in kommissarischen Berathungen im Reichsamt des hängsel der Klique, von der die Litanei über Innern geprüft und in einen Gesezentwurf umgemodelt, ſichten des Freifinnigen Casselmann. der alsdann an das preußische Staatsministerium gelangte. Die Aussichten der Umsturzvorlage. Die„ Berl. den niederen Ton und das niedere Niveau des Reichstags Nachdem der Entwurf im preußischen Staatsministerium durch- Neuesten Nachrichten" stellen folgende Berechnung auf: ausgeht, ja sie gehören ihr selbst an. " Bentrum, Konservative und Polen, vorausgesetzt, daß die Nicht weil das Niveau und der Ton des Reichstags berathen war, wurde er in seiner jetzigen Fassung dem zu niedrig" feien, sondern weil sie den Herren zu hoch Bundesrath vorgelegt. Dieser Entwurf ist nun auf irgend letzteren sämmtlich zu haben sind, verfügen nur über etwa 180 Stimmen. Da die Antisemiten entschieden Stellung gegen geworden sind weil der Reichstag von den Traditionen einem unterirdischen Wege der„ Vossischen Zeitung" in die die Vorlage genommen haben, so kann die flerifal- tonservative Hände gefallen. Der guten Zeit, wo er pudelhaft kuschte und apportirte, Deutlichkeit, daß die bestehende Gesellschaftsordnung nicht Wilde, äußerstenfalls auch noch, obgleich das sehr zweifelhaft - Der Entwurf zeigt mit schlagender Koalition auf der Rechten nur noch auf einige Welfen und sich endlich losgerungen hat ist dieses heuchlerisch- verlogene Schlagwort erfunden und in Umlauf gesetzt worden. entfernt im stande ist, anch nur halbwegs den Auswüchsen erscheint, auf die Elfäffer rechnen. Sie würde es aber damit im günstigsten Falle auf nicht mehr als 196 Stimmen bringen, Der Reichstag ist nicht mehr das feige Schwatzkränzchen der Börse mit Erfolg entgegenzutreten. Der Inhalt seiner 74 Paragraphen geht ungefähr dahin: die während sie mindestens 199 nöthig hat. Da nun die Nationalder guten alten Zeit. Das allgemeine Stimmrecht, das Landesregierungen üben die„ Aussicht über die Börse" aus. Durch liberalen, wenn der Gesetzentwurf im wesentlichen seinen gegenblos als Spielzeug gegeben ward, ist dem deutschen Volk einen Staatskommiffar überwachen sie die Börse und nehmen wärtigen Inhalt behält, sich zweifellos einstimmig ablehnend eine Waffe geworden, von der es auch wirklichen Gebrauch von den Börsenvorgängen fortdauernd Kenntniß. Gin Ehren- verhalten werden, so liegt die Entscheidung bei der Reichsmacht. Mit einem Wort: der Reichstag, der in der gericht soll auf Verweis und auf Ausschluß vom Besuch der partei." " guten Zeit" ein bloßes Ornament der Reichsverfassung, eine Börse gegen diejenigen Börsenbesucher erkennen können, welche Ob die Fraktion Drehscheibe diesmal ausnahms täuschende Umhüllung der persönlichen Diktatur war, ist sich eine unehrenhafte Handlung haben zu schulden fommen weise nicht noch diverse Drehungen macht, ist aber keinesein selbständiger Machtfattor im Deutschen lassen". Schwindelemissionen will der Entwurf lediglich wegs zweifellos. Ebenso wenig die ablehnende Stellung Reich geworden, der vor den Winken und Forderungen dadurch entgegentreten, daß für Schwindelprospekte deren Urheber der Antisemiten. zivilrechtlich verantwortlich werden. Er übersieht, daß eine von Oben sich nicht mehr willenlos in den Staub beugt. Wer derartige Haftung für viele Fälle schon heute besteht, und daß Der Bismarckrummel und das Ausland. Die frechen Gesellen, die den Gassenhauer vom ge- trotzdem Schwindelemissionen blühen, wachsen und gedeihen. kennt nicht das Sprichwort: Der Prophet gilt nichts im funtenen Niveau und Ton pfeifen, deuten auch an, Termin handel in Waaren und Werthpapieren soll Waterland? Gewöhnlich legt ntan es so aus, daß die daß die Sozialdemokraten die Hauptschuld trügen. Dies nach dem Entwurf der Bundesrath untersagen dürfen. nächsten Bekannten das Genie oft nicht zu würdigen widerlegen zu wollen, wäre den Burschen zu viel Ferner soll ein Regiſter geführt werden, in welches jede Firma Ehre angethan; wir wollen jedoch die Gelegen- und jede Person die flagbare Terminsgeschäfte! abschließen will, wüßten. Allein die Erfahrung, welche dem Sprichwort zu heit benutzen und feststellen, daß die Redner der sozialdemo- sich eintragen laffen muß. Die Eintragung in dies Spekulanten grunde liegt, ist doch wohl für das Volksurtheil nicht so fratischen Partei, obgleich sicherlich nicht begeistert für den register foftet 300 M. Berleitung zu Terminsscheingeschäften, beschämend, als man gewöhnlich annimmt. Das, was aus Parlamentarismus, unter sämmtlichen Parteien schwindelhafte Kurstreibereien und schlechte Rathsertheilung der Ferne dem weniger Kundigen als Genie erscheint, ist seitens Bantiers soll mit Strafe belegt werden. Das ungefähr in der Regel nur Täuschung und Schein; und dem tieferen des Reichstages die sind, welche am find die Hauptbestimmungen des Börsengesetz- Entwurfs. Sie Sinne des Worts vom Propheten, der in seinem Vatermeisten auf parlamentarischen Anstand" tönnen weder dem Schwindel noch der Spekulation an der Börse lande nichts gilt, steht ergänzend zur Seite Seite das halten und sich niemals zu derartigen Rohheiten und Abbruch thun, belästigen in etwas den freien Börsenverkehr und Wort, daß der Papst überall mehr gilt als Bynismen fortreißen lassen, wie sie in den Reden der bekleiden in gewisser Hinsicht in ähnlicher Weise den in Rom – wo man ihn tennt, und wo Nationalliberalen und Konservativen so häufig vorkommen. Schwindel mit behördlichem Ansehen, wie die Reglementirung " Wir haben uns die Mühe genommen, die Ordnungs- bes öffentlichen Dirnenwesens die Prostitution staatlich fon- jeder sich durch den Augenschein überzeugen kann, daß der Unfehlbare ein gewöhnlicher irrender sündhafter Mensch rufe an sozialdemokratische Redner zu prüfen nicht einer sessionist. ift, nicht besser als die anderen irrenden sündhaften Menschen. ist wegen eines gemeinen, vor gebildeten Menschen un- Die kommende Seffion der Parlamente wird und wie dem Papst in Rom, so ist es dem Bismarck in passenden Ausdrucks erfolgt; der Grund war durchweg, voraussichtlich ungewöhnlich lang sein. Den Reichstag Deutschland gegangen. In Deutschland kennt man daß der Ausdruck unverschleiert die Wahrheit werden, abgesehen von den schon in Berathung genommenen ihn, und mit Ausnahme der Geschäftspolitiker, die seiner sagte, was in allen anderen Parlamenten Vorlagen, noch das Spiritusgesetz, das Gesez, betreffend zu ihren Geschäften bedürfen und einiger Narren, weiß in Recht, ja Pflicht ist, unseren an tein freies Wort ge- den unlauteren Wettbewerb, und die Börsenreform- Deutschland ein jeder, daß der Urheber dreier blutiger wöhnten Schreibstubenhockern jedoch ein Greuel ist. Vorlage bestimmt beschäftigen. Ob in dieser Session Kriege der ungeheueren Mehrzahl des deutschen Volkes nur " = " Es war eine prächtige Fronie des Zufalls, daß das noch ein Zuckersteuer Gesetz vorgelegt wird, erscheint Schaden und Unheil gebracht hat. Im Ausland, das von erste und einzige Opfer des standalösen Maulkorbgesetzes, zweifelhaft. Das Abgeordnetenhaus hat mit der Bismarck'schen Politik verschont geblieben ist, durch sic das der Reichstag sich anfangs dieses Jahres aufbinden den schon vorhandenen Vorlagen, insbesondere mit dem nicht zur tiefsten Knechtschaft herabgewürdigt worden ließ, ein konservativer Junker ist d. h. einer aus der Stempelsteuer- Gesetz noch ein gut Stück Arbeit vor sich. ist, täuscht sich ja noch mancher über das Wesen Sippe, die das Märchen von der„ Verrohung des Tons" Dazu kommt aber aller Wahrscheinlichkeit nach, wie die der Bismarck'schen Politik oder täuschte sich verfertigt hat. " Kreuz- Zeitung" meldet, ein zunächst im Herrenhause ein wenigstens bis vor kurzem, bis das Reichstags- Votum Und was das geistige Niveau" betrifft, so ist es der zubringendes Vereinsgeset, und endlich wird die des 23. März die wahre Gesinnung des deutschen Volkes Gipfel der Lächerlichkeit, wenn Klagen darüber aus dem Staatsregierung, nachdem sie sich gegen den Antrag Ranik ab- zeigte und die ehrlichen Bismarckanbeter zum NachMund von Personen ertönen, die überhaupt kein lehnend verhalten hat, wohl nicht säumen, die vom Staats- benken zwang. geistiges Niveau haben sie müßten dann den rathe verheißenen kleinen Mittel" wenigstens theilweise Wir führten schon früher aus, wie thöricht und inGeist des Pferdest alls meinen. als Gesetzesvorlagen an den Landtag zu bringen. Go tonsequent es von seiten unserer nationalen Patrioten" Sehr bedauerlich ist, daß radikal thuende Mitarbeiter dürfte sich die Session beider parlamentarischen Körper- war, das Ausland zu Zeugen für„ Bismarck's Größe" auswärtiger Blätter, z. B. der Züricher Post", die Junker- schaften bis tief in den Sommer hinein ausdehnen. anzurufen. Das haben die Bismarck'schen Fetischpriester Litanei gegen den Reichstag nachplappern. Aus dieser Litanei, die dem Reichstag zur Ehre gereicht, Ein neues preußisches Vereinsgesetz soll noch in auch eingesehen, seit die wirkliche Meinung der ausländischen Presse sich hörbar ländischen Presse sich hörbar gemacht hat. Und jetzt und ein Reifezeugniß für ihn bildet, spricht nur der Haß diesem Sommer das Licht der Welt erblickeit. So meldet wollen sie uns mit den Deutschen in Amerita gegen das allgemeine Wahlrecht, dem das wenigstens die Kreuz- 3tg.". Und zwar soll es zuerst dem imponiren. Nun diese Deutschen überlassen wir ihnen nächste Attentat ber reaktionären Um sturz- preußischen Herrenhaus vorgelegt werden. Unter parteien gilt. diesen Umständen und bei dem herrschenden reaktionären gern. Das sind die Philifter, die aus Deutschland weggelaufen sind, weil sie zu feig waren für den poliSie werden uns auf dem Posten finden! Geist, der jetzt Deutschland durchzieht, dürfen wir uns auf tischen Kampf, und deren Zeitungen dem Bismarck'schen etwas Mo'n ströses gefaßt machen. Reptilthaler zugänglicher waren, als selbst die bürgerliche Presse der Heimath. Nein mit diesen seine inzwischen gewonnene gute Stellung in Berlin auf- in Untersuchungshaft gesessen haben, für die verlorene Zeit deutschen Republikanern im Auslande" bleibe man uus geben müssen, weil die Druckerei keine sozialistischen Wort- entschädige, ist sehr begründet. Für unschuldig Ver- vom Halse. Ein" Republikaner", der vor Bismard auf führer( das war er inzwischen geworden) beschäftigen wollte. urtheilte, die oft zwanzig Jahr im Zuchthaus zugebracht dem Bauche rutscht, verdient einen Fußtritt, teine Nun war er auf der Wanderschaft nach Königsberg, wo haben und, wenn sie auch endlich wirklich herauskommen, Achtung! er Beschäftigung zu finden hoffte. Er ging zu Fuß, um doch ein gut Theil ihres ehrlichen Namens d'rin lassen Freiherr von Lucius, früher preußischer Landwirthunterwegs agitiren zu können. ( 3 bleibt immer was hängen!" sagt der Lateiner), für die schafts- Minister, ist aus allerhöchstem Vertrauen" in das Den Rest von Schwarz' Weg marschirten sie zu- ist es noch viel gerechter und dringender, daß sie entschädigterrenhaus berufen worden und hat diese Mittheilung sammen. werden, und zwar hoch entschädigt werden. Aber all das direkt von dem Kaiser in besonders huldvoller Weise Ja, und wie meinen Sie denn nun eigentlich, fragte ist ja Lappalie und Stückwerk, ein ganz kleiner Splitter empfangen. ber Setzer, wie das kommt, daß der Rendelmann Sie so von einem riesigen Balken. Wenn nicht uns're ganze Ge Bekannt ist der Freiherr von Lucius namentlich durch hat unterkriegen können?" sellschaft auf Ungerechtigkeit und Vergewaltigung auf die Affäre geworden, daß er die Fideikommißgebaut wäre dann würden wir auch keine tempelgebühren nicht zu bezahlen brauchte, welche So? Die schlechten Kerle könnten nichts machen, solche relativ winzigen Ungerechtigkeiten haben! Gebühren sonst alle anderen Staatsbürger bezahlen müssen, wenn die Einrichtungen nicht danach wären. Wenn ihnen Jawohl, winzig im Vergleich zu der riesenhaften die ein Fideikommiß errichten wollen und nicht gerade die Gesellschaft nicht die Handhabe gäbe, um au- ungerechtigkeit, daß den Millionen von fieberhaft an- preußischer Staatsminister sind. ständige und arbeitswillige Leute unter die Füße zu treten. gespannt arbeitenden Menschen der Ertrag ihrer Arbeit zu Der Rendelmann fonnte Sie blos deshalb ruiniren, neun Behnteln genommen wird! Wenn es nur noch ein weil er Rapital hatte und Sie keins, oder vergleichsweise gemeinsames Eigenthum an Produktionsmitteln giebt und doch so gut wie feins. Weil Sie ihm von Ihrer Arbeit Bins zahlen mußten, während er nichts zu thun hatte, als auf Brandstiftungen zu sinnen. Weil er das Geld hatte, sich bei diesem berühmten Amtsvorsteher Zwiebel lieb' Kind zu machen, und Ihre Nachbarn und Knechte gegen Sie aufzuheben und zu bestechen. Dagegen waren Sie ganz allein auf den bezaubernden Eindruck Jhres ehrlichen Gesichts an gewiesen und Ehrlichkeit hat heutzutage keinen Kurs." Das meiste hat doch der Zwiebel auf dem Gewissen, entgegnete Schwarz, und da kann doch die Gesellschaft nicht für, daß da grad so ein Schuft im Amt sitzt." " Weil er ein schlechter Kerl ist ganz einfach." Schutz vor Bauschwindel und Schutz der Gefundheit! Die baugewerblichen Arbeiter von ganz Deutschland infolge dessen jeder den vollen Ertrag seiner Arbeit erhält bereiten eine Petition an den Bundesrath und an den Reichstag vor. Die Anregung hierzu geht von dem Bauarbeiter- Kartell in dann wird der Staat keine Millionen- Armeen und keinen Dresden aus. Es handelt sich um gesetzgeberische Maßnahmen so ungeheuer fomplizirten Justizapparat mehr nöthig haben, gegen soziale und hygienische Mißstände im Baugewerbe; so um das Privateigenthum an Arbeitsgeräthen zu beschirmen. wird eine Regelung der Baubuden-, Kokskorb- und Fensterfrage, Dann wird der Staat, der keine Kanonen und keine Staats- eine Ueberwachung der Bauten durch das Reichs- Gesundheitsanwälte mehr zu bezahlen braucht, auch Geld genug übrig amt, ferner eine Gewähr für die Lohnauszahlung mit einem haben, um Leute, die durch die Justiz unverdientermaßen energischen Vorgehen gegen den Bauschwindel verlangt. Um geschädigt sind( denn das wird hier und da immer vor Material zu einer die Petition begleitenden Dentschrift zu ge fommen; die Menschen werden nie allwissend noch allweise winnen, werden die Genoffen aufgefordert, medizinische und tech nische Fachmänner für die in Nede ſtehende Angelegenheit zu sein) reichlich entschädigen zu können. interessiren und allerorten in öffentlichen Bauarbeiter- Bersamm W die Schwarz ging nachdenklich nebenher. Er begann den Die Sonntagsruhe in Industrie und Handwerk. Nach" Gi, was Sie nicht sagen! Die Gesellschaft kann nicht Sozialismus, den er ehedem verachtet und gehaßt hatte, mitungen solche zu wählen, die die Sache in die Wege leiten. dafür? Ja, hat er denn nicht von dieser Gesellschaft seine ganz anderen Augen anzusehen. Sein eigenes Elend hatte dem die Sonntagsrub Bestimmungen auch für die Industrie und Aemter bekommen? Und ist es denn nicht die gesellschaft ihm das Verständniß für das gewaltige Elend seiner Beit somit für alle Erwerbszweige gefeßliche Kraft erlangt haben, liche Unordnung, die solche Pflänzchen überhaupt produzirt? erschlossen. für welche fie vorgesehen waren, wird es, wie ( Ich kenn' ihn auch ein netter Herr, der!) Wo hat der Der schwüle Gewitterwind, der in zornigen Stößen die" milit. Pol. Cor." mittheilt, eine Hauptforge der Regierung Kerl seine Lumperei eingesogen? Auf der Universität, in Pappeln am Rand der Chauffee sich kräuseln machte und bleiben, darüber zu wachen, daß die Ausführung der Voreinem Studentenkorps, das heißt in einer Vereinigung das fahle Weiß der Millionen Blätter hervorkehrte, wie schriften so gehandhabt werden, wie es den Absichten des privilegirter dummer Jungen, die, statt für das Geld, das wenn vergiftete Fische sich in wüthenden Wälzungen auf Gesetzgebers und in gleicher Weise den mitunter rasch ihre Väter den Arbeitern gestohlen haben, wenigstens was den Rücken werfen dieser heiße, mit Elektrizität geladene wechselnden Anforderungen der Praxis am besten entsprechen Nützliches zu lernen, sich nur gegenseitig drei Jahre lang Luftstrom hatte etwas Gewaltiges, Fortreißendes. In dem möchte. Es sei beabsichtigt, schon in nächster Zeit einige der bei mit Trunksucht, blödsinniger Schlemmerei und Schmutzerei schweren, zornigen Aufſtampfen ihrer Sohlen und Stöcke der Ausarbeitung der bezüglichen Gefeßesbestimmungen hervor. ragend thätig gewesenen Beamten nach England zum praktischen und dummdreistem Hochmuth anstecken." auf den hizeharten Boden, wie sie so auf sich selbst gestellt Studium der dortigen, durch die Sonntagsruhe bedingten ZuDas kann ich nicht so beurtheilen, meinte Schwartz, und ausgestoßen dahin schritten, lag etwas in sich Gefestetes, stände zu senden. Hoffentlich wird nachher die so schon klägboch es mag was dran sein. Den schlimmsten Streich hat unwiderstehlich Elementares. Der grimmige Drang, der lich geringfügige Sonntagsruhe vielleicht im Interesse der mir aber die Justiz gespielt, weil sie mir ein halbes Jahr in ihnen kochend arbeitete, bedurfte wohl nur der glatten Praxis" nicht rückwärts revidirt.meines Lebens wegnahm." Schienen, wie sie der vorüberbrausende Schnellzug hatte, um in ein sturmgewaltig dahinrasendes Tempo überzu ( Fortsetzung folgt.) Gewiß, Ihre Forderung, daß der Staat Leute, die durch die Einsichtslosigkeit seiner Beamten unschuldigerweise gehen.-" 1 " Berufs- und Gewerbezählung. Das Gesetz, betreffend die Vornahme einer Berufs- und Gewerbezählung im Jahre 1895, wird heute im Reichs. Anzeiger" veröffentlicht. Aus den Paragraphen heben wir die folgenden gangenen Winter gegen hunderttausend Arbeitslose! So sieht es hervor: in einem modernen Militärstaate aus. Doch es wird fortgerüstet! § 3. Die vorzulegenden Fragen dürfen sich, abgesehen von dem Personen und Familienstande und der Religion, nur auf die Berufsverhältnisse und sonstige regelmäßige Erwerbs thätigkeit beziehen. Jedes Eindringen in die Vermögen 3:14. und Einkommensverhältnisse ist ausgeschlossen. § 5. Wer die auf grund dieses Gesezes an ihn gerichteten Fragen wiffentlich wahrheitswidrig beantwortet oder diejenigen Angaben zu machen verweigert, welche ihm nach diesem Gesetz und den zur Ausführung desselben erlassenen und bekannt gemachten Vorschriften(§ 4) obliegen, wird mit Geldstrafe bis zu 30 M. bestraft. Die holländische fozialdemokratische Partei wird am 14. und 15. April in Deventer ihren ersten Rongreß abhalten. ,, Majestätsbeleidigung“ in Frankreich. Dem Senat ift folgender Antrag zugegangen, der beinahe an die deutsche Majestätsbeleidigung" erinnern könnte: " ausgebefferten und noch in ihrem Gewahrsam befind. lichen Sachen". § 536 I, 20 des preußischen Landrechts: Das Zurückhaltungss recht besteht in der Befugniß des Inhabers einer fremden Sache, felbige fo lange in feinen Gewahrsam zu behalten, bis er wegen seiner Gegenforderung befriedigt worden. § 539 I, 20 des preußischen Landrechts: Die Forderung, wegen welcher das Zurückbehaltungsrecht ausgeübt werden soll, muß in Ansehung der Sache selbst oder aus dem Geschäfte, ver Der Jurisdiktion des Staatsgerichtshofes werden die Be- möge dessen dieselbe in die Hände des Besizers gekommen ist, leidigungen und Drohungen gegen die Person des entstanden sein. Präsidenten der Republik und die Herausforderungen zu seinem Bürgerliches Gesetzbuch für Sachsen: Wer in Sturze, die durch eines der in den Artikeln 23 und 28 des folge eines dem anderen zukommenden Rechts an einer Sache Zur Ausführung der Berufs- und Gewerbezählung, Gesetzes vom 29. Juli 1881 über die Presse aufgezählten Mittel zu deren Herausgabe verflichtet ist, tann wegen fälliger Gegendie am 14. Juni stattfindet, wird nun, nachdem die Herstellung begangen werden, unterworfen. Die Verfolgung für die oben ansprüche, welche in einem Verhältniß zu derselben Sache ihren der zu der Zählung nothwendigen Formulare und Karten in erwähnten Vergehen wird auf Antrag des Oberstaatsanwaltes Grund haben, namentlich wegen auf die Sache gemachter Ver Angriff genommen. Es sind das Formularherstellungen von be- am Kaffationshofe oder des Oberstaatsanwaltes am Pariser wendungen oder wegen durch die Sache ihm zugefügten Schadens trächtlichem Umfange. Dabei handelt es sich nicht blos um die Appellgerichtshofe eingeleitet. Die Vergehen werden mit Ge- bis zu seiner Befriedigung die Herausgabe verweigern und die Herstellung der Zählpapiere, sondern auch um Listen und Ueber- fängniß von drei Monaten bis zu zwei Jahren Sache zurückhalten. Da in der Mehrzahl der Fälle, z. B. in Fabriken, das fichten, welche zur Bearbeitung des Urmateriales zur An- und Bußen von 100 bis 5000 Frants bestraft. fertigung der Bezirks- und Staatsübersichten nothwendig Das englische Unterhaus hat jetzt feinen neuen von Arbeitern Angefertigte nicht in seinem Gewahrsam sich find und schließlich um die Zusammenstellungsformulare Sprecher". Der Sprecher" ist im englischen Haus der Ges befindet, auch selten in Herstellung eines ganzen Stückes für die Ergebnisse des Reichs. Die nächste Sorge wird meinen etwas ähnliches, wie die Präsidenten unserer Parla- besteht, so hat nur eine sehr geringe Anzahl Arbeiter von der Anfertigung der ersten Kategorie von Drucksachen zugewendet mente, nur daß der englische Sprecher" mit 100 000 Pfund diesem Zurückbehaltungs- und Pfandrecht einen Vorwerden müssen, von denen nicht weniger als 15 Millionen Sterling honorirt wird. Aus London wird vom heutigen Tage theil. Dieser kleine Theil aber, z. B. die HausgewerbeHaushaltungslisten, 6/2 Millionen Fragebogen für die land- berichtet, daß, nachdem der bisherige" Sprecher" aus Altersrück- treibenden, sollten um um so energischer dies Zurückwirthschaftlichen Betriebe, 21/2 Millionen Gewerbekarten für die fichten zurückgetreten war, das Unterhaus den ministeriellen behaltungs- und Pfandrecht geltend machen und insbesondere Gewerbebetriebe und 1 Million Kontrollbogen außer den für die Kandidaten William Court Gully, Abgeordneten für unsicheren und säumigen Zahlern nicht eher die Arbeit ausGemeinden und für die Verwaltungsbehörden der größeren und Carlisle, mit 285 gegen 274 Stimmen zum Sprecher des Hauses liefern, bis sie Zahlung erhalten haben. Allzuviel Sicher Ileineren Bezirke bestimmten Bogen als nothwendig erachtet sind. gewählt hat. Da die ausgefertigten Zählfarten in verhältnißmäßig furzer Zeit heit erlangt er durch die Zurückhaltung allerdings nicht. eingehen, so muß auch bereits bald an die Anfertigung der zweiten Dänemark abgehaltenen allgemeinen Wahlen find an stelle sondern muß sie aufbewahren. Ihm steht nur das Recht Wahlfieg in Dänemark. Bei den am Dienstag in Die zurückbehaltene Sache darf der Arbeiter nicht verkaufen, Kategorie von Drucksachen gedacht werden. Nicht weniger als nahezu zwei Millionen Mark sind für die Herstellung der der bisherigen zwei Sozialdemokraten im dänischen zu, wenn er seine Forderung ausgeklagt hat, die Zwangs Formulare und deren Bearbeitung bis zu dem Stadium, in Foltething deren a cht gewählt worden! Der vollstreckung in die gepfändete Sache auszuüben, sie also welchem sie an das Reich gehen, ausgeworfen. Die Bundes: dänische Folkething liegt feit vielen Jahren mit durch einen Gerichtsvollzieher auf grund des erstrittenen staaten, die die Erhebung und Bearbeitung des Urmaterials der Regierung in einem ernsten Verfassungsstreit, sodaß Urtheils verkaufen zu lassen. Was dann nach Abzug der selbst übernehmen, erhalten 3,9 Pf. auf den Kopf ihrer Be- der Etat zc. niemals ordnungsmäßig erledigt werden konnte. Versteigerungskosten übrig bleibt, kommt auf seine völkerung hierfür vom Reich erstattet. Am 1. April 1894 wurde nun mit knapper Majorität ein Forderung zur Abrechnung. Häufig sind bekanntlich Die duftigen, zarten Gedichte der Deutschen Tages- Ausgleich angenommen, und bei den Wahlen am Dienstag die Gerichts- u. 1. w. Kosten so enorm, daß einen VorZeitung", die davon handelten, daß bei Gelegenheit von sollte es sich zeigen, ob er vom Lande gebilligt theil an der Klage der Arbeiter nicht hat. Bevor Bismards Geburtstag Wanzen und sonstiges Gewürm todt werden würde. Und die Entscheidung ist zu ungunsten er zur Klage schreitet, überlege er daher, ob schließlich auf getreten werden sollte, haben nun auch noch das Mißfallen des der Regierung ausgefallen. Im ganzen waren 234 Kandi- seine Forderung etwas entfallen wird. Das Recht, das Borstandes vom Bunde der Landwirthe erregt. Die Herren von Plötz, Dr. Röfice und Dr. Suchsland erklären heute aus- daten angemeldet worden. Von diesen gehörten 65 der Rechten, föniglichen, kommunalen und privaten Leihanstalten zusteht, drücklich, daß sie der Aufnahme dieses Gedichtes in die„ Deutsche 49 den Moderaten, 98 der Linken und 22 den Sozial- ohne Klage nach einer gewiffen Zeit( sechs Monate nach Tageszeitung" gänzlich fern stehen und die Sprache der Sovette demokraten an. Die Rechte hatte in allen 13 Kreisen Verfall) das Pfand unter Beobachtung einiger im Gesez enschieden mißbilligen. der Hauptstadt Kandidaten aufgestellt, in 13 anderen Kreisen vorgeschriebenen Förmlichkeiten öffentlich zu verkaufen, V M Diese nachträgliche Mißbilligung erfolgte nothgedrungen, hatte sie dagegen gar keine Kandidaten. In 7 Kreisen steht dem Arbeiter nicht zu. Allerdings jene, denen solch' weil mit den schwarzen Wanzen" die Zentrumsmitglieder ge- waren zwei Linfenkandidaten aufgestellt, dagegen hatte die Verkaufsrecht eingeräumt ist, haben feine Arbeitskraft vormeint waren, die dem Nationalhelden nicht gratulirt hatten, und Linke in 6 Kreisen keine Kandidaten. Von den 22 sozialgeschossen, sondern 24 pet. Zinsen nach bestellter Sicherheit die katholischen Mitglieder des Bundes der Landwirthe nun demokratischen Kandidaten waren 13 in Kopenhagen auf- fich versprechen lassen und gebrauchen auch nicht in dem abzuschnappen drohten. Bedauern thun wir bei der Geschichte den armen„ Dichter" Reinhold Rudloff, der die Deutsche gestellt, so daß also in allen Kreisen der Hauptstadt ein Maße wie der Arbeiter den Erlös des Pfandes zu ihres Tages Beitung" mit seinen Poesien" so hineingelegt hat. Der Sozialdemokrat dem Rechtenkandidaten gegenüber stand. Leibes Nothdurft. soll noch einmal kommen und Gedichte" bringen! Unsere Genossen, die auch sonst in Dänemark schon Der Entwurf zum bürgerlichen Gesetzbuch sucht das gute Erfolge gehabt haben, z. B. zwei Genossen in das Pfandrecht des gewerblichen Arbeiters aufzuheben Die Journalisten, die im Reichstag arbeiten, sollen Oberhaus des Reichstages entsandt haben, auch bei den und lediglich dem Unternehmer zu belassen(§ 583 Abs. 1 es jetzt besser bekommen. Das Präsidium und der Büreau Stadtraths- und Gemeinderaths Wahlen vielfach durch- und Motion zu§ 574). direktor des Reichstags bemühen sich, wie berichtet wird, drangen, erwarteten nun bei den gestrigen Wahlen in im Einvernehmen mit der Bauverwaltung, den gerecht- stärkerer Anzahl in den Folkething beordert zu werden, Art Sicherung, nämlich das Recht auf eine sogenannte VorBei unbeweglichen Sa ch en gewährt eine andere fertigten Wünschen der parlamentarischen Presse bezüglich der und, wie gestern bereits telegraphisch gemeldet, haben sie merkung oder auf eine Sicherungshypothek, einem Theil der Journalisten Tribüne entgegen zu kommen. Die sich nicht getäuscht. Es wurden gewählt 24 Mit Ba u handwerker: das allgemeine Landrecht, der code civil, Osterferien sollen dazu benutzt werden, um einige Verbesserungen glieder der Rechten, 28 Mitglieder der Partei der das bayerische Hypothekengeseh, das württembergische Pfanddurchzuführen. Durch Schaffung eines neuen Durchganges inten, welche jedoch Anhänger des Ausgleichs sind, gesetz und das badische Landrecht. zwischen Journalisten- Tribüne und Bundesrathsloge wird der und 61 Gegner des Ausgleichs, darunter 8 Sozialgesetzgebungen( z. B. Sachsen, Hamburg, Bremen, Lübeck) Die übrigen LandesBerkehr mit den Journaliſtenzimmern mehr erleichtert e motraten. werden. In der ersten Sigreihe soll, um einen besseren ben Das bisherige Folkething zählte von enthalten solch Vorrecht nicht. Desgleichen gilt dies Ueberblick über den Sizungssaal zu gewinnen, eine Er- glieder. In Kopenhagen, welches bisher durch 2 Sozial- nich t. aufgeführten Parteien 30, 26, 46 und 2 Mit Vorrecht in dem gemeinrechtlichen Gebiet auch Preußens höhung der Size durch Anbringung eines Podiums und demokraten, 2 Radikale und 6 Anhänger der Rechten verder Schreibpulte u. s. w. bewirkt werden. Zur Vertreten war, wurden 7 Sozialdemokraten, 5 RadiDie bezüglichen Vorschriften sind: besserung der Akustik wird wahrscheinlich eine Draperie an tale und 4 Anhänger der Rechten gewählt. Bestimmungen des preußischen Landrechts: der Journalistentribüne angelegt werden. Die ein § 971 1, 11. 2. R.: Bei unbeweglichen Sachen hat der schneidenderen Veränderungen können aus bautechnischen der Ausgleichspolitik. Die Mehrheit, die den Ausgleich und Arbeiten ein Vorrecht. Diese Wahlen bedeuten eine empfindliche Niederlage Wertmeister*) in Ansehung der darin verwendeten Materialien Rücksichten bei der Kürze der Zeit augenblicklich nicht ge- vom 1. April 1894 geschaffen hat, ist zur Minderheit ge§ 972, I, 11 2. L. R. Dieses Vorrecht kann er auf die Sache troffen werden und sollen bis zum Sommer, sobald die worden, die vereinigten Radikalen, Sozialisten und aus- auch ohne besondere Einwilligung des Schuldners eintragen parlamentslose Zeit eintritt, vorbehalten bleiben. gleichsfeindlichen Gemäßigten beherrschen die neue Volks- lassen. vertretung. Vorschriften bes code civil. Dänemark ist ökonomisch weit unentwickelter als Art. 2103: Gläubiger, welche ein Privilegium auf Immos Deutschland und der Erfolg unserer Genossen des Maurer und andere Arbeiter, welche gebraucht worden sind, um 4. die Baumeister, Bauunternehmer, bilien haben, sind. wegen um so erfreulicher. Wir wünschen unsern Gebäude, Kanäle und andere Werke irgend einer Art zu errichten, dänischen Brüdern viel Glück zu ihrem Erfolg und hoffen, wieder aufzubauen und auszubessern, vorausgesezt jedoch, daß ein Sie fragen: wie es bei uns mit der Maifeier steht? Ich daß sie auch in Zukunft von Sieg zu Sieg voranschreiten von dem Gericht erster Instanz, in dessen Bezirk die antworte: Gut! Der Gedanke der Maifeier hat in Deutschland mögen. Der Erfolg unserer dänischen Genossen zeigt, daß Gebäude gelegen sind, von Amts wegen ernannter Sachunausrottbar Wurzel gefaßt. Die Zahl der Arbeiterinnen und der Geist wirthschaftlicher Erkenntniß, das Streben nach verständiger vorher ein Protokoll aufgenommen hat, Arbeiter, die sich an der Feier betheiligen, ist mit jedem Freiheit das arbeitende Volk aller Länder ergriffen hat. um die örtliche Beschaffenheit in Beziehung auf die Arbeiten Jahre, seitdem die Feier begangen wird, eine immer größere Gs giebt nirgends mehr ein Zurück. Ueberall heißt es: festzustellen, welche der Eigenthümer vornehmen zu wollen ergeworden. Und nicht nur an Zahl, auch geographisch hat sich die Betheiligung immer weiter ausgebreitet. Die Babi Vorwärts!" der Drte, in welchen eine Maifeier veranstaltet wird, wird mit Vou russischer Preßfreiheit. Das„ St. Petersburger jedem Jahre größer, sie verbreitet sich in immer entlegenere Evangelische Sonntagsblatt" theilt mit, daß die letzte Ausgabe Orte, wo immer männliche und weibliche Proletarier im des ins Russische überfesten Iutherischen Katechismus, Schweiße ihres Angesichts im Dienste des Kapitals frohnden welcher seit zwanzig Jahren ungehindert erscheinen durfte, von müffen. der 3 enfur verboten worden fei. Selbst ultranationale Blätter, wie die Nowoje Wremja", besprechen diesen jüngsten Streich der geistlichen Zensur mit ungläubigem Staunen. Die Maifeier in Deutschland. In der konfiszirt gewesenen und durch Veranstaltung einer neuen Auflage wieder polizeifähig" gemachten österreichischen Mai- Fest schrift äußert sich Genosse Bebe I über die Maifeier in Deutschland folgendermaßen: doch ist das eine gewaltige Macht. " Sicherung des Arbeitslohnes. klärt, und daß die Arbeiten spätestens in 6 Monaten nach Vollendung derselben durch einen gleichfalls von Amts wegen er nannten Sachverständigen aufgenommen worden sind. Das Privilegium kann sich jedoch nicht weiter erstrecken, als auf den Werth, der durch das zweite Protokoll festgestellt worden ist, und es beschränkt sich auf die Summe, um welche das Grundstück zur Zeit der Veräußerung durch die darin gemachten Arbeiten höher in Werthe ift. Das bayerische Hypothekengeseh vom 1. Juni 1822 erflärt für berechtigt, die Eintragung einer Hypothek zu verlangen in§ 12 Nr. 9: Baumeister, Bauunternehmer und andere Arbeiter wegen der für Errichtung, Wiederherstellung oder Ausbesserung von Gebäuden, Kanälen und anderen Werken entstandenen Forderungen, desgleichen diejenigen, welche dazu Materialien geliefert haben. Aehnlich Artikel 42 de3 württembergischen Diese Ausbreitung der Feier vollzieht sich ohne großen Lärm und ohne großes Geräusch. Die Agitatoren, Arbeiter, die nach Arbeit auf die Suche gehen, und, das Ränzlein oder den Ber liner" auf dem Rücken, von einem Ende Deutschlands nach dem andern pilgern, find hauptsächlich die Ausstreuer des Samens für die Jbee der Maifeier, sowie sie die Ausstreuer des Samens für die sozialistischen Ideen sind. Welch enorm große Auf dem Frankfurter Parteitag hatten die Genossen Bahl diefer stillen, öffentlich unbeachtet bleibenden Agitatoren des 1. und 3. Hamburger Wahlkreises beantragt, einen Die Partei auf allen Straßen, in allen Herbergen und Dorf Gesetzentwurf zur Sicherstellung des Arbeits- pfandgeseges vom 15. April 1825: Baumeister, Bauwirthshäusern, in welchen reisende Arbeiter übernachten, befißt, davon haben selbst die wenigsten Genoffen eine Ahnung. Und lohnes einzubringen. Der Parteitag hatte diesen Antrag unternehmer, und überhaupt diejenigen, welchen eine Forderung angenommen.( S. 88 und 98 des Protokolls.) Auch auf für geleistete Arbeit oder gelieferte Materialien zur Errichtung, Und die Arbeitsruhe am Maifesttag bürgert sich langsam, dem zu Ostern nach Halberstadt berufenen Maurer Wiederherstellung oder Ausbesserung eines Gebäudes oder bauaber stetig, immer mehr ein. Die traurigen wirthschaftlichen Zus tongreß steht die Sicherstellung des Lohnes lichen Werkes zusteht, sind eine Unterpfandsbestellung auf dieses stände, die wir seit Jahren haben und die kaum eine Besserung er der Bauhandwerker" auf der Tagesordnung. Mit Gebäude oder Werk zu verlangen berechtigt. fennen laffen, zwingenHunderttausende, nicht nur am Maitag, sondern Rücksicht auf die außerordentlich verschiedenartige 2103 Nr. 4 des badischen Landrecht 3: Auf Liegenauch vor und nach ihm zu raften. Das ist der Hauptgrund, Gesetzgebung innerhalb Deutschlands lassen wir zur schaften haben folgende Gläubiger ein Anrecht: 4. die Baumeister, warum für die Ausbreitung der Arbeitsruhe am 1. Wat die Drientirung aus einer im Druck befindlichen Schrift Bauunternehmer, Maurer und andere Arbeiter, welche an GeMai Partei bisher es ablehnte, fämpfend einzutreten. Aber der Gedanke breitet sich immer weiter aus; die Zahl der Feiernden des Genossen Arthur Stadthagen über Rechte und bäuden, Kanälen und anderen Werken jeder Art gebraucht wird immer größer, und so wird die Maifeier in immer Pflichten des Arbeiters aus dem gewerblichen Arbeits- wurden, um sie neu aufzuführen, wieder aufzubauen oder auszubeffern." vollendeterem Maße ein Proletarier- Feiertag, welcher den Forde- vertrags" den Abschnitt„ Sicherung des/ Arbeitslohnes" hier Der Entwurf eines bürgerlichen Gesetzrungen der Proletarier auf eine menschenwürdige Arbeitszeit und folgen. buches für das Deutsche Reich hatte in seiner ersten Wer seine Arbeitskraft vorgeschossen hat, um etwas für menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen gewidmet ift. Die diesjährige Maifeier in Deutschland wird den Beweis herzustellen, dessen voller Werth einem anderen zufällt, sollte*) Anm. Werkmeister im Sinne dieser Bestimmungen des Landliefern, daß alles Schmieden von Umsturzvorlagen die klassen: ein besonderes Recht haben, Sicherheit für den vereinbarten rechts ist nicht gleichbedeutend mit Werkmeister im Sinne der Gewerbebewußten Arbeiter auf keine Minute den Arbeiten entzieht, die Lohn zu erhalten. Solche besondere Sicherheit gewähren Ordnung und des heutigen Sprachgebrauchs, fondern bezeichnet sie als ihre geschichtliche Mission betrachten. die Gesetze dem Arbeiter jedoch nicht. Ihm steht nur in den, der die Ausführung des Baues oder eines Theils desselben Dem bewaffneten Frieden werden in Desterreich derselben Weise wie je dem Gläubiger das Recht zu: in sein übernommen hat, und zwar sowohl die Baugewerksmeister( Baus, wieder einige Millionen Gulden mehr geopfert werden. E3 Maurer, Zimmer und Steinmetzmeister) wie die Bauhandwerker Gewahrsam auf grund des Arbeitsvertrages gelangte Gegen im allgemeinen, z. B. die Asphaltirer, Dachdecker, Glaser, Maler, handelt sich u. a. darum, den Friedensstand der erreichisch stände so lange zurückzubehalten und an ihnen ein Pfand- Rohrleger, Stuckateure, Tapezirer, Töpfer u. f. w.- Im Gegens ungarischen Armee um einige. Infanterie- Regimenter zu ver mehren. Mit diesen Forderungen wird der Kriegsminister vor recht auszuüben, bis er wegen seiner Gegenforderung besaß zur Bestimmung, z. B. des code civil, steht nur dem, der die Delegationen treten. Mit solchen Vorschlägen hat es die friedigt ist. mit dem Eigenthümer des Grundstücks kontrahirt hat, nicht aber Regierung natürlich eilig, aber mit dem allgemeinen Wahlrechte Die bezüglichen Gesezesstellen sind folgende: dem von dem Unternehmer angenommenen Arbeiter im Gebiet hält sie hinterm Berge. Beinahe eine halbe Million Soldaten Nach§ 33 Nr. 9 der altpreußischen und nach§ 41 Nr. 6 des A. L. R. dies Vorrecht zu. Nur hier und da wird der Arunter den Waffen, tausend Millionäre allein in Wien, und der Reichs- Konkursordnung haben ein Pfandrecht Werkmeister, beiter durch Pfändung des Vorrechts vielleicht seinen Lohn sichern anderseits eine unbeschreibliche Noth und das größte Glend im Handwerker und Arbeiter wegen ihrer Forderungen für Arbeit tönnen. Die Pfändung solchen Vorrechts ist in gleicher Weise Proletariate. In der Kaiserstadt an der Donau zählte man ver- und Auslagen in Ansehung der von ihnen angefertigten oder wie die Pfändung von Baugeldern zu bewerkstelligen. " Auflage das Vorrecht des Bauhandwerkers gefirichen. In seiner zweiten Auflage schlägt er als§ 583 Abs. 2 vor: Gewerkschaftliches. Todtenlifte der Partei. In Freiburg i. Schl. wurde am vergangenen Sonntag unter zahlreicher Betheiligung der Der Unternehmer eines Bauwerks oder eines einzelnen Theiles Rolporteur Genosse Bürgel beerdigt. Kränze mit rothen Achtung, Maurer und Zimmerer! Es wird dringend eines Bauwerks fann für seine Forderungen aus dem Vertrage Schleifen hatten unter anderen der Freiburger Arbeiterverein gebeten, den Zuzug nach Quickborn und Hasloh fernzuhalten, die Einräumung einer Sicherungshypothek an dem Grundstück und die Mitglieder des Holzarbeiter- Verbandes gestiftet. Bürgel da die dortigen Maurer und Zimmerer in eine Lohnbewegung des Bestellers verlangen. Ist das Werk noch nicht vollendet, so war Mitglied des Arbeitervereins und des Holzarbeiter- Verbandes; eingetreten sind. Die dortige Arbeitszeit ist noch immer tann er die Einräumung der Sicherungshypothet für einen der er starb an der Proletarierkrankheit, der Schwindsucht. An 11 Stunden bei einem Lohn von 32 Pf. Jezt haben die Gegeleisteten Arbeit entsprechenden Theil der Vergütung und für seinem Grabe hielt kein Geistlicher eine Rede, unser Genosse sellen beschlossen, diesem unwürdigen Zustand ein Ende zu die in der Vergütung nicht mitbegriffenen Auslagen verlangen. wird deshalb ebenso gut ruhen. machen; sie fordern 10 Stunden Arbeit und 35 Pf. Lohn. Wenn Insbesondere bei säumigen 3ahlern und vorgeschobenen die Meister nicht bewilligen, so beginnt am Sonnabend der Bauunternehmern ist indeß das Grundstück häufig vor Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Streit. Die Gelegenheit ist die denkbar günstigste, wenn nur der Vollendung des Baues bereits so start durch Restkaufgeld-,-Wegen zu starten Besuchs wurde am Sonntag Buzug fern gehalten wird. Zuſchriften und Anfragen sind zu Baugeld- Hypotheken u. dgl. belastet, daß die Sicherungs- die Versammlung des Arbeiter- Bildungsvereins zu Freiburg richten an Berwald in Quickborn. Alle Arbeiterblätter bitten hypothek für den Werkmeister u. s. w. oft werthlos ist. in Schlesien aufgelöst. Merkwürdig! Die lieben, guten wir um schnelle Verbreitung. Der Weg, um diese Sicherungshypothek zu erlangen, fürzlich mußten wir berichten, daß an einem anderen schönen Winkel nochmals, dem in der legten öffentlichen Bersammlung der Deutschen können's ihrer Hochwohllöblichen niemals recht machen; Achtung, Töpfer! Wir ersuchen unsere Berufsgenossen ist ein verschiedenartiger. Im Gebiete des allgemeinen der großen Kinderstube eine Versammlung aufgelöst worden Töpfer gefaßten Beschluß streng nachzukommen und folgende Landrechts ist eine Vormerkung zur Sicherung des Rechts war, weil zu wenig Besucher zugegen waren. Als in oben be- Firmen zu meiden: Emil Brucks, W. Grapp, Titel( Ofenfabrik), auf hypothekarische Eintragung im Wege der einstweiligen zeichneter Versammlung der Vorsitzende des Vereins dem Ge- Gust. Daber( Rixdorf) und C. Jünger. Wie uns noch gemeldet Verfügung, deren Erlaß beim Prozeßrichter zu beantragen offen Feldmann zu seinem Vortrage das Wort ertheilen wollte, wird, haben einige Innungsmeister geäußert, bei Bestellung der Gust. Daber( Rixdorf) und C. Jünger. Wie uns noch gemeldet ist, herbeizuführen.... erklärte der überwachende Beamte die Versammlung für auf- Meißener Defen würden sie gleich die Setzer mitkommen lassen, Weitere Sicherungsmittel stehen dem Arbeiter zur Zeit gelöst, da bedeutend mehr Personen anwesend seien, als der wenn die Berliner Töpfer sich weigern sollten, die altdeutschen Defen in Deutschland nicht zu. Zusammenschließen in Gewerkschaften Verein Mitglieder habe. Der Beamte sagte, daß er zu der Auf- für den von ihnen bestimmten Preis zu setzen. Wir empfehlen und systematisches Boykottiren sowie Veröffentlichen der Namen lösung beauftragt gewesen sei. Woher wußte man denn schon dies den Meißener Kollegen zur Beachtung. Die Kommission. der vielen Lohnschwindler ist eins der wenigen Mittel, die vorher, daß die Versammlung überfüllt" ſei? etwas Abhilfe gegen die Hinterziehung des sauer verdienten Bereine der Arbeiter der Verfolgung ausgesetzt sind, davon heute Der Vorstand des Tanzlehrer Vereins ,, Solidarität“ Lohnes zu schaffen geeignet wären. Freilich fehlt es auch ein neues Beispiel: Zu den Knappschaftstassen der Bergarbeiter giebt hiermit bekannt, daß die Mitglieder des Vereins den hier nicht an gelehrten Gerichten, die derartige Veröffent wählen diese ihre Delegirten( Snappschaftsältesten), und zwar Parteigenoffen am 1. Mai ihre Kräfte unentgeltlich zur Verlichungen vielleicht als groben Unfug oder gar als auf grund gesetzlicher Bestimmungen. Die Knappschaftsältesten fügung stellen. Die Vorstände werden gebeten, Gesuche dieser Nöthigung, Erpressung 2c. auffassen könnten. Die Mög des Lugauer Bezirks waren zusammengetreten zu einer Art nach dem Vereinslokal von D. Grauer, Oranienstr. 121, zu Der Vorstand. lichkeit derartiger Urtheile läßt sich nur durch Er- Arbeitervertreter- Vereinigung zu dem Zwecke, die Interessen der richten. ringung größerer politischer Macht seitens der Mitglieder zu wahren und das Gedeihen der Kasse zu fördern. ar An die Glasarbeiter! Vor Zuzug wird gewarnt: Nach Das eingereichte Statut wurde vom Amtshauptmann von beitenden Klasse und durch Ersatz gelehrter Richter durch The minis jedoch zurückgewiesen und der Verein verboten. Das Oldenburg, Hörstel, Flensburg, Radeberg, Rive de Bier und von und aus dem Volk gewählte Richter beseitigen. Der Berbot stützt sich darauf, daß das vom Verein angestrebte Biel Cognac( Frankreich) und nach den Glashütten in Barcelona. Umstand endlich, daß nicht jede Lohneinbehaltung im lediglich der Zuständigkeit der hierfür durch Gesez und Statut be- haben die Kugler wegen geringer Preise die Arbeit eingestellt. In der Glasfabrik der Firma Inwald in Deutsch- Schüßendorf Gefeß ausdrücklich verboten ist, leistet der Lohnschwindelei stimmten Organe in der nach Gesetz bestimmten Zusammensetzung Buzug fernhalten! nicht selten Vorschub. unterliege. Wird auch in diesem Falle die angerufene Kreishauptmannschaft der Unterbehörde beistimmen? Parteinachrichten. Wie in Sachsen die politischen und gewerkschaftlichen Achtung, Vergolder! In der Goldleiften- Fabrik von B. Groß, Leipzig- Reudnih, find Differenzen zwischen den Ver goldern und dem Unternehmer entstanden. Es wird ersucht, big Ausgleich der Differenzen den Zuzug fernzuhalten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck dieser Notiz gebeten. Soziale Uebersicht. Bergarbeiterrifiko. Nicht weniger als vier schwere Verunglückungen von Bergarbeitern sind von Zwickau auf einmal zu melden. Häuer Richter wurde in einem hiesigen Revier vom niedergegangenen Dachgebirge verschüttet und erlitt einen schweren Bedenbruch; Häuer Petzold wurde vom Hängeseil geschlagen und dadurch am Kopfe schwer verletzt; Fördermann Laux aber erlitt im Nachbarrevier durch Ueberfahren feitens eines Kohlenhuntes eine tödtliche Verlegung. Der Zimmerling Roßner wurde an seinem sehr warmen Arbeitsplage todt aufgefunden. Blutandrang des Zuzugs gebeten. nach dem Kopfe und infolgedessen Hirnschlag wird als Todes. ursache angenommen. Achtung, Schuhmacher! Zu Osnabrück bestehen in der Fabrik von Prenzler u. John Differenzen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Die Ursache hiervon ist eine den Zwickern angefündigte Lohnreduktion von 30-40 pCt. Sollte diese Herabsetzung des Lohnes in Wirklichkeit eintreten, so bedeutet das eine Verminderung des bis jetzt bestandenen Einkommens der Arbeiter um ziemlich die Hälfte. Es wird um Fernhaltung Wahlagitation. Im Kreise Lennep- Remscheid- Mettmann wurde am vergangenen Sonntag in allen Orten ein Flugblatt zu gunsten der Randidatur Meist in der Auflage von 60 000 Exemplaren in wenigen Stunden verbreitet. Ueberall wurde daffelbe freundlich entgegengenommen. Auch im Kölni fchen Wahlkreise hat die Agitation begonnen. Die am Sonntag in Köln Sulz von dem Kandidaten des Kreises, Genossen Dr. Lütgenau, abgehaltene Versamm lung war außerordentlich stark hesucht. Die Rede Dr. Lütgenau's wurde mit großem Beifall aufgenommen und die Versammlung bekundete durch einstimmige Annahme einer diesbezüglich eingebrachten Resolution, daß sie mit dem Redner einverstanden sei, Zur Agitation unter den Gärtnern. Vom Vorstand des die Umsturzvorlage auch in der neuen Form als ein AusnahmeZentralvereins der Gärtner ist eine kleine Agitationsschrift, welche und Klaffengesetz ansehe und mit allen Kräften für die Wahl hält am 22. und 23. b. M. in Düsseldorf Berathungen ab treffend schildert, herausgegeben. Diese Agitationsbroschüre wird Die Zentralftelle für Arbeiter- Wohlfahrtseinrichtungen die Zustände in den Gärtnereien und die Lage der Arbeiter des sozialdemokratischen Kandidaten einzutreten verspreche. In der Diskussion erklärte ein Zentrumsmann, Herr Jakobs, das über folgende Punkte: Die medmäßige Einrichtung den Gewerkschaftskartellen zur Gratisvertheilung an die Gärtner Zentrum müsse und werde schließlich gegen die Umsturzvorlage und Ausgestaltung der Krantentassen. Referenten: zugefandt werden. Die Gärtner find bisher nur in sehr geringer 1. Profeffor Dr. Hize, Münster i. W.: Minimal- und Maximal- Bahl für die gewerkschaftliche Organisation gewonnen. Die Bros stimmen, troß seiner bisherigen Haltung. Diese Erklärung leistungen der Krankenkassen; 2. Stadtrath Dr. Schmid, Leipzig: Schüre wird, wenn für ihre Verbreitung unter den Gärtnern in wurde mit Verwunderung und Heiterkeit aufgenommen. Die zentralisirten Orts Krankenkassen; 3. Beigeordneter Wald- geeigneter Weise gesorgt wird, ihre Wirkung nicht verfehlen. Es Auch im sechsten sächsischen Wahlkreise ist in den letzten Tagen schmidt, Crefeld: Die zweckmäßige Einrichtung und Ausgestaltung ist dringend zu wünschen, daß die Gewerkschaftskartelle sich der wieder sehr lebhaft agitirt worden. Am Mittwoch sprach Genoffe Gradnauer in der Deutschen Eiche" in Striefen vor überfülltem direktor Moriz Böker, Remscheid: Die Betriebs- Krankenkassen; Aenderung der Zustände in den Gärtnereien ist absolut noth= Gradnauer in der Deutschen Giche" in Striesen vor überfülltem ber berufsmäßig gegliederten Orts- Krankenkassen; 4. Fabrit Sache mit dem Eifer, den sie verdient, annehmen, denn eine Saale und unter begeistertem Beifall der Zuhörer. Am Sonntag 5. fanden Versammlungen statt in Niedergorbit, wo Genosse Schulze 5. Sanitätsrath Dr. Busch, Crefeld: Die Stellung der Aerzte wendig. Sie kann aber nur erfolgen, wenn die Organisation sprach, in Naußlitz mit Genoffen Höppner als Referenten und in in den Krankenkassen; 6. Landesrath Dr. Liebrecht, Hannover: der Gärtner ausreichend gestärkt wird. Die Vertrauensleute der Gewerkschaftskartelle, welche die Cotta. Dort sprachen im Restaurant Looß der Genosse Dreyer Das Zusammenwirken der Krankenkassen und der Invaliditätsund im Silberblick" der Genoffe Heinte. Die Versammlungen und Alters- Versicherungsanstalten auf dem Gebiete der Kranken- Verbreitung der Broschüre übernehmen wollen, mögen sich bei waren sämmtlich sehr gut besucht und stimmten den Ausführungen fürsorge. Boltsernährung. Referenten: 1. Profeffor Angabe der Bahl der nothwendigen Exemplare an die nachstehende unserer Redner lebhaft bei. Ueberdies verbreiteten die Genossen Dr. König, Münster i. W.: Theorie der Volksernährung; Adresse wenden. H. Lohm, Hamburg Uhlenhorst, am Sonntag wieder 56 000 Flugblätter im ganzen Kreise. Die 2. Stadtrath Fritz Kalle, Wiesbaden: Verbreitung der Kenntnisse Kanalstr. 37, Hths. II. Verbreitung verlief ohne jeden Zwischenfall und die Berichte über rationeller Ernährung; 3. Korvettentapitän Harms, Friedrichsort: die Aufnahme, die unsere Verbreiter gefunden, lauten noch Praktische Maßnahmen zur Erleichterung, Verbesserung und Ver günftiger wie vom ersten Flugblatte. Außerdem besuchen unsere billigung der Ernährung des Volkes. Mit der Berathung wird Parteigenoffen auch die gegnerischen Versammlungen, um den eine Ausstellung von Gegenständen verbunden sein, welche zu den Referenten entgegen zu treten. Verhandlungsgegenständen in Beziehung stehen. " " * = Wahlfiege. Bei der Gemeinderaths Wahl in Bredow bei Stettin fiegte der Kandidat der Sozialdemokratie, Genosse Piepen hagen, mit 133 Stimmen über seine Gegner, von denen einer 66, der andere 11 Stimmen erhielt. Bei der Vorstandswahl der Bezirks- Krankenkassen in Tetschen( Böhmen) siegten die Kandidaten der Sozialdemokratie. leber den Streik der Brillenarbeiter in Aachen erhielt die Frankfurter Bahlstelle der Gold und Silberarbeiter den Bericht, daß die Forderungen der Streifenden sofort bewilligt worden sind. Das haben die dortigen Arbeiter durch ihre Einigfeit erreicht. Depeschen. Zum Teufel mit der Humanität, wenn sie Geld kostet. Gegen 300 Perlmutterdrechsler von Meidling Die Verpflegungsstationen von Hamm und Unna sind aufgehoben worden. Was brauchen die reisenden Handwerksburschen denn( Desterreich) stehen seit dem 1. April in Abwehrstreik. Sämmtauch verpflegt zu werden!! Das foftet Geld, ganze 7500 M. imliche Meister, welche auf diese Gattung von Knöpfen arbeiten, Jahre, und das kann der Kreistag nicht verantworten. Deshalb haben sich dahin geeinigt, den Arbeitern ihren Lohn um 2 Kreuzer hat er beschlossen, die Stationen aufzuheben. Die armen, mittel- per Groß zu reduziren. Für den einzelnen Arbeiter macht dies losen Wanderer, die Arbeitslosen, welche Beschäftigung suchen, pro Woche einen Verdienstentgang von 70 bis 80 Kreuzern. Dieser mögen sehen, wie sie sich durchschlagen. Betteln dürfen sie Berlust ist für einen Perlmutterdrechsler schon ein sehr bedeutender, da die Löhne ohnehin bis auf das äußerste herabgedrückt Ein alter Bekannter. Unter dieser Spigmarke ver- natürlich nicht, das ist verboten; stehlen noch viel weniger; öffentlichten wir in unserer letzten Freitagsnummer die Personalien mögen sie von Kreistags wegen doch hungern. Ein Herr, der sind. Selbst einige Meister erklärten, es thue ihnen recht leid, des vielseitigen antisemitischen Agitators Paul Seelmann. Bürgermeister von Hamm, wollte wenigftens ein Stück der einen Lohnabzug machen zu müssen, da sie fürchten, die Leute Heute sind wir in der Lage, dem noch einiges hinzuzufügen. chriftlichen Charitas retten, er meinte, daß das Essen vielleicht fallen dann bei der Drehbank zusammen, aber sie müssen mitNach Württemberg, so wird uns von dort mitgetheilt, fam su fofispielig sei, daß man die Kosten für ein Mittagessen von thun, da sie die anderen Meister sonst chikaniren würden. Die Man dente, 25 Pf. für ein Arbeiter sind fest entschlossen, nicht frühr zu arbeiten, bis nicht Paul Seelmann im Jahre 1891; in allen Orten spielte er 1 Mittagessen, müssen die Kerle geschlampampt haben! Der Kreis. wieder der alte Hungerlohn bezahlt wird. als gemaßregelter und Auf diese Weise brachte er in den verschiedenen Mitgliedschaften tag ließ sich jedoch auf halbe Arbeit nicht ein, er faßte diesen ein ansehnliches Sümmchen zusammen und auch in Stutt unleugbaren Uebelstand an der Wurzel und beseitigte ihn gart fielen ihm eine Anzahl Parteigenossen zum Opfer. Er ganz. Der Dank aller ordentlichen" Leute wird ihm sicher dafür führte stets Zeitungsausschnitte, auf einen Bogen aufgeflebt, bei Wolff's Telegraphen- Bureau. fich, um nachzuweisen, daß er in einigen Versammlungen ge- Die Lehrlingezüchterei ist im Buchdruckergewerbe zu Brüffel, 10. April. Der Senat hat das Gemeindewahlgeset sprochen habe. In Stuttgart wurde ihm schließlich eine stärkster Blüthe gelangt. Nach einer statistischen Aufnahme be- in der von der Kammer genehmigten Fassung mit 56 gegen 18 falsche Legitimation abgenommen und in verschiedenen Partei- fchäftigen 1112 Firmen in 637 deutschen Städten nur 3164 Ge- Stimmen bei 13 Stimmenthaltungen angenommen. organen damals vor ihm gewarnt. Nachdem Seelmann ein- hilfen, aber 5056 Lehrlinge. gesehen haben mochte, daß die Partei sich von ihm nicht mehr denn da sein Ruf ihm überall vorauseilte, bewilligte der Kreistag 600 M. ausbeuten laffe Als Zuschuß für die Arbeitsnachweisstelle in Solingen hatten seine Anpumpungsversuche nicht mehr den gewünschten Erfolg wandte er der, Undankbaren" den Rücken und trat in Die Bescheinigung, daß sie, vorbehaltlich der Höhe des Lahr in Baden in Arbeit. Von dort aus erließ er eine ge- Krankengeldes, den Anforderungen des§ 75 des Krankenharnischte Erklärung, daß er, der so schnöde Behandelte, der versicherungsgesetzes genügen, ist nachstehenden Krankenkassen gePartei nicht mehr angehöre; hier widmete er sich dem katholischen währt worden: 1. Allgemeine Krankenkasse der Hafenarbeiter zu Gefellenverein, ob mit gleichem Erfolg wissen wir nicht. See I Stettin und Umgegend( E. H.), 2. Vereinigte Kranten- Untermann gab sich theils als Spinner, theils als Buchdrucker aus stüßungs- und Begräbnißkasse( E. H.) in Oberrad, 3. Krankenund stammt aus Pößneck( Meiningen). Hat er sich jetzt zu und Sterbekasse der Fuhrherren, Kutscher und verwandten Bedem Antisemitismus, bekehrt", so wünschen wir beiden Glück dazu. rufsgenossen Eintracht" zu Berlin( E. H.), 4. Sankt JosephsKrantentaffe( E. H.) in Düsseldorf, 5. Maurer- und Zimmerleute Krankenkasse in Schwarzenbek( E. H.). * werden. " Paris, 10. April. Der Appellgerichtshof verhandelte heute über die Berufung in der Angelegenheit der Erpressungen gegen verschiedene Cercles. Die gegen Heftler und Dreyfus wurde um 5 Monate, die Strafe Girards um 6 Monate herabverhängten Strafen wurden bestätigt, die Strafe De Clercqs gesetzt. Madrid, 10. April. Eine Depesche des Gouverneurs von Cuba meldet, daß der als Insurgentenführer bekannte Mulatte Guillermon gestorben ist. ( Depeschen- Bureau Herold.) Droschkenkutscher Streit in Frankfurt am Main. Frankfurt a. M., 10. April. Der Verein der Frankfurter Droschtenbesitzer beschloß, mit dem Tage der Einführung der Bur Maifeier. Die Parteigenossen von Wiesbaden haben beschlossen, die Maifeier in diesem Jahre am 1. Mai ab- Der Achtstundentag in Rußland. Hierüber wird uns Tayameterdroschken ermäßigte Tagen für Einzelfahrten eintreten zuhalten und nicht wie in früheren Jahren am darauffolgenden aus Rußland geschrieben: Die Dobruschaer Papierfabrik zu lassen. Sonntag. Die Feier soll gehalten werden vormittags durch eine bei Gommeln ist die erste, in welcher der Achtstundentag einNach dem Frankfurter General- Anzeiger" haben diejenigen größere Versammlung, abends durch einen Kommers. Bei diesem geführt worden ist. Aus der Broschüre von Stultschinski, dem Kommers wird Dr. David aus Gießen die Festrede halten. Leiter der Fabrik, ist zu ersehen, daß man früher 12 Stunden Lohnkutschereien, welche die Tayameter- Droschten einführen, ihren Jeder Genosse, der nicht an der Feier theilnehmen fann, hat gearbeitet hat. In 24 Stunden wechselten die Arbeiter zweimal Kutschern 30 pet. der Tageseinnahme angeboten; die Kutscher 50 Pfg. an die Parteitasse zu zahlen. In Erfurt wird die ab. Dagegen jetzt wechseln sie dreimal. Ueber die neue Um verlangen jedoch 2,30 refp. 3 M. Tagelohn. Die Lohnkutscher Maifeier in diefem Jahre in folgender Weise gefeiert werden: gestaltung schreibt Stultschinski folgendes:" Nach den Erfahrungen, Am 1. Mai nachmittags 3 Uhr vom Kardinal" aus Umzug der die ich in den verfloffenen fünf Monaten gemacht habe, muß ich lehnten die Forderungen ab, worauf geſtern Arbeitseinstellung Festtheilnehmer mit Fahnen und Musit durch die Straßen der gestehen, daß die Arbeiter seit der Einführung des Acht- erfolgte. Stadt nach dem Festlokal" Auenkeller". Daselbst Konzert bis tundentages voll und ganz ihren Pflichten nachkommen. Eisleben, 10. April. Auf der Eisenbahnstrecke Eislebenabends. Um 8 Uhr Festvortrag. Gemäß dem Beschluß einer In technischer Hinsicht werden die Arbeiten, wenn nicht besser, Sangerhausen stießen zwei Züge zusammen. Zwei Beamte Parteiversammlung werden an diesem Tage Maimarken zum jedoch in keinem Falle schlechter ausgeführt als früher. Der wurden verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend. Preise von 25 Pfg. verausgabt werden. Fabrik kommt diese Reform nur 1 pet. des Arbeitslohnes zu Straßburg, 10. April. Das in Paris erscheinende antis stehen, dagegen auf die Arbeiter hat sie eine sehr wohlthuende semitische Blatt Libre Parole" wurde in den Reichslanden Parteikonferenz. Die Parteigenossen des Wahlkreises Wirkung ausgeübt. Unsere Arbeiter sehen schon jetzt frischer verboten. Würzburg halten zu Ostern eine Konferenz in Heidings- aus und die frühere Schlappigkeit ist gänzlich geschwunden. Semlin, 10. April. Donau und Save steigen fortdauernd. felde ab. Aus der Tagesordnung ist hervorzuheben: Die Gute Resultate sind bei den Arbeitern auch in wirthschaftlicher Alle Dämme sind durchbrochen. Semlin gleicht einer Lagunen gegenwärtige politische Lage; die Parteipresse; unterfränkischer Weise bemerkbar. Diejenigen Arbeiter, die ein Fleckchen Land stadt. Aus mehreren umliegenden Orten mußten über 1000 PerParteitag; Entwurf eines Organisationsstatuts für den unter besigen, ließen in vorigem Frühling dasselbe nicht mehr von sonen auf Kähnen in Sicherheit gebracht werden. Zahlreiche fränkischen Agitationsbezirk. Lohnarbeitern bearbeiten, sondern sie thaten es selbst." Häuser sind eingestürzt. Die Noth unter den Bewohnern ist unbeschreiblich. Hierzu eine Beilage. * Berantwortlicher Redakteur: 3. Dierl( Emil Roland) in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Beilage zum„VoMiirts" Berliner Volksblatt. Ur. 86. Donnerstag, den 11. April 189S. 13. Jahrg. LoKsles. Eine der bekannten Zrestesfreuden ist unserm Kollegen P ö tz s ch vom christlichen Staat bereitet morde»' Er erhielt gestern vom Staatsanwalt die Aufforderung, spätestens am 13. d. M. im Redakteursheim Plötzensee die sechs Monate Ge- sängniß anzutreten, die ihn, von Richtern des Reiches der Gottesfurcht und frommen Sitte wegen Preßvergehen zudiktirt worden sind. Immer vorwärts im Kampfe! Staatsarbeiten. Die Erfahrung hat die Arbeiter schon seit langem darüber belehrt, daß bei den weitaus meisten der- jenigen Arbeiten, die der Staat durch Submittenten herstellen läßt, ein Lohn geboten wird, der hinter dem Durchschnitt dessen. was die Mehrzahl der reellen Unternehmer zahlt, in sehr scheuer Entfernung zurückbleibt. Es paßt die.? ja auch recht gut zu den auf Maßregelung sozialdemokratischer Arbeiter abzielenden und anderen, die Erbitterung der Massen maßlos steigernden Maxime». Ein recht drastischer Fall von Lohn- Herabsetzung ereignete sich vorgestern in einem für den Militär- siskus arbeitenden Geschäft. Die Firma Simon u. Ko. in der Heidestraße fertigt zur Feit Militärbaracken in großen Mengen an. Bereits zu Beginn dieser Arbeiten wurde der Lohn dafür gegen früher um ein Viertel herabgesetzt, ohne daß die Arbeiter leider dagegen Stellung genommen hätten. Da der Koup das erste Mal so trefflich geglückt war. so plante die Geschäfts- leitung vor einigen Tagen, wahrscheinlich zur höhere» Weihe des heiligen Osterfestes wiederum eine Lohnherabsetzung. Als Vorspiel zu dieser Maßregel mußten die Zimmerer drei Tage aussetzen und als sie am Morgen des vierten Tages wieder an- traten, wurde ihnen rund und nett die weitere Lohnreduklion zur gefälligen Kenntnißnahme vorgelegt. Zum Glück hatte die sLaats- erhaltende Firma diesmal die Rechnung ohne die in betracht kommenden Arbeiter gemacht, die sich, wie es ihre Pflicht er- heischte, energisch weigerten, die Arbeit zu Hungerlöhnen wieder auf. zunehme». Dieser pflichtbewußte Widerstand mußte aber doch wohl imponirt haben, denn dieFirma ließ nach einstündlichcmKampfe zum Rückzüge blasen und erklärte, von ihrem menschenfreundlichen Vorhaben vor der Hand absehen zu wollen. Immerhin war aber aus den dunklen Andeutungen des Meisters zu entnehmen. daß den Uebelthätern zu gelegener Zeit ihre Strafe zugedacht ist. Doch stehen die Zimmerer in dem gedachten Geschäft jetzt stramm organisirt da und sehen dem drohenden Unheil mit Gemüthsruhe entgegen. Fälle wie diese sind vortrefflich geeignet, auch den mittelbar oder unmittelbar für den Staat arbeitenden Proletariern die Augen darüber zu öffnen, daß es die Pflicht aller ehrenhaften Arbeiter ist. den Streichen ihrer Feinde in stramm geschlossener Organisation zu begegnen. Praktische Sozialpolitik im Gegenlvartsstaat. Die Kolonie Grunewald wird zur Zeit kanalisirt. Die Schachter. welche bei angestrengtester Arbeit pro Tag etwa 2,S0 M. bis 3 M. verdienen, forderten vorige Woche eine ge- ringe Erhöhung des Lohnsatzes. Sie wurden aber von dem Vertreter des Unternehmers Fiebig in Berlin mit dem Be- deuten abgewiesen, daß eine einzige Postkarte ge» n üge, unr aus Oberschlesien hunderte Arbeiter kommen zu lassen. So begegnet man im Zeitalter der patenttrten Sozialreform den Arbeitern, die das vermessene Verlangen tragen, sich und ihre Familie ein wenig besser wie die Hunde zu nähren. Hungerlöhne und Umsturzparagraphen sind za das modernste Rezept zur Heilung der sozialen Schäden. Die Arbeiten zur Fundamentirung des Millionendenkmals für den seligen Heldengreis haben eingestellt werden müssen, da das Wasser im Schleusenkanal gefahrdrohend gestiegen ist; die auf verankerten Flößen stehenden Lokomobilen sind unter Wasser gesetzt und es wird längere Zeit dauern, ehe die Arbeiten auf der Wasserseite wieder aufgenommen werden können. Ob der Patriotismus es zuläßt, daß die Arbeiter, welche nunmehr feiern müffen, für die unfreiwillige und zum Feste doppell fühl- bare Arbeitsruhe entschädigt werden? Eine Antwort aus diese Frage wäre erwünscht. Wie sich das Wohlwollen deS Staates alte» Sub- alternbeamten gegenüber äußert. Die Umgestaltung der Kassen im Bereich der Verwaltung der direkten Steuern hat hauptsächlich für die in Berlin angestellten Steuererheber harte Folgen gehabt. Diese Beamten sind mit einem Gehalt von 1500 Mark angestellt und steigen durch Einführung der Dieustaltersstufen in einundzwanzig Jahren auf baare 210v Mark. Außerdem hatten diese Beamten eine Kaution von 3000 Mark zu stellen und, da sie durchschnittlich wöchentlich 30—40 000 M. in ihrer Wohnung aufzubewahren hatten, so gehörten diese Stellen zu den vertrauensvollsten im Reiche. Durch die Umgestaltung der Kassen sind diese Stellen nunmehr überflüssig geworden und die Beamten in eine traurige Lage gerathen. Dreien derselben ist einfach gekündigt, sieben andere, welche durchschnittlich eine 22 bis 2Sj ährige Dienstzeit hinter sich haben, sind als Gefangenenaufseher und Gerichtsdiener in die östlichen Provinzen versetzt worden. Als solche beziehen sie das höchste Gehalt von 1500 M. und haben eine Steigerung nicht zu erwarten. Daß sie außerdem durch ihre Versetzung von Berlin hart betroffen werden, ist selbstverständlich. Wie stimmt dies Verfahren überein mit den Auslassungen des Finanzministers Dr. Miquel, welcher bei Berathung des Gesetzes im Landtage ausdrücklich erklärte, daß im großen ganzen diese Beamten auf das wohlwollend ste behandelt werden würden, daß sie nicht nur keine inateriellen Verluste erleiden, sondern für ihre Zukunft noch sicherer gestellt werden würden? Ob dem Fiskus nicht manchmal der Gedanke konimt, daß es den mensch» lichen Fähigkeiten etwas viel zumuthen heißt, bei solcher BeHand- lung noch„staatstreu" zu bleiben? An der hiesigen städtischen Webeschule, Markusstr. 49, werden von Sonntag, 21. d. M. an, jeden Sonntag von 9 bis II Uhr. Vorträge über Färberei mit Demonstrationen gehalten werden. Meldungen zur Theilnahme sind vorher in der Schule beim Direktor der Anstalt anzubringen. Das Honorar beträgt für das Halbjahr 6 M. A»S der„Gesellschaft". Herr v. Kotze soll nach einem Bericht des„Berl. Tageblatts" von der bekannten gegen ihn er- hobenen Anklage freigesprochen worden sein. Es wird nicht gemeldet, ob es nun noch zu den vor einiger Zeit von den Blättern in dieser Affäre angekündigten Ehrenrettungs-Prügeleien kommen wird. Von einem Raubmorde wird anS unserm Nachbarorte Wcißensee berichtet: In dem Hause Scdanstraße 33 E wohnte in der zweite» Etage die 3Kjährige Näherin Tatmeyer, eine durchaus unbescholtene Person, welche im Hause arbeitete und sich ihren Lebensunterhalt durch angestrengte Thätigkeit verdiente. Die Wohnung bestand aus Stube und Küche; die Stube selbst war an zwei Schlafburschen vermiethet, deren einer der 28jährige Strumpfwirker Geringer ist. Beide Schlafburschen begaben sich am Dienstag Morgen zur Arbeit, ohne ihrer Wirthin. die in der Küche wohnte, wie sonst stets guten Morgen gewünscht zu haben. Auch den Haus- bewohnern fiel es nicht sonderlich aus, daß Frl. T. sich im Laufe des gestrigen Tages nicht sehen ließ, da die Näherin als eine sehr stille Person bekannt war. welche Hausfreundschaften nicht liebte und Gesprächen mit Nachbaren geflissentlich aus dem Wege ging. Am Dienstag Abend kam der zweite Schlafbursche, der achtzehnjährige Tachrau nach Hause und klopfte an der Küchen- thür, um seiner Wirthin etwas mitzutheilen. Es wurde ihm aber von Fräulein T. nicht geöffnet und T. begab sich nun nach seiner Stube, wo er den Schlafburschen Geringer noch nicht an- traf. Der junge Mann legte sich, ohne etwas Schlimmes zu ahnen. zu Bett, war aber am Mittwoch Morgen sehr erstaunt, als sein Kollege noch immer nicht anwesend. Wiederum klopfte er gegen> Vz8 Uhr an die Küchenthür, und als ihm nun noch nichl geöffnet wurde, drückte er die Klinke der unverschlossenen Thür auf. Dem Eintretenden bot sich ein entsetzlicher An- blick dar; im Bett lag halb entkleidet Frl. Tatmeyer todt mit entstellten Zügen. Um den Hals war eine.blaue Küchenschürze geschlungen, das Gesicht war mit den Enden der Schürze bedeckt. Der Raum selbst bot den Anblick eines Kampfes, der zwischen dem Mörder und seinem Opfer geherrscht haben muß. Mehrere Stühle lagen am Boden, Kleidungsstücke waren aus dem Schrank Herausgeriffen und dieser selbst war heftig durchwühlt.— Der Schlafbursche alarmirte nun die Hausbewohner und die Polizei, es wurde sofort ein Arzt (Dr. Kochmann) geholt, welcher den bereits gestern Vormittag eingetretenen Tod durch Erdrosseln feststellte. Naturgemäß fiel der Verdacht der Thäterschaft auf den Strumpfwirker Geringer, der die Nacht über nicht nach Hause gekommen war. umsomehr als die Arbeitsstelle des Mannes, die Strumpfstrickerei von Lehmann, nur wenige Minuten von der Sedanstraße abgelegen ist. Der Verdacht bestärkte sich noch mehr, als Tuchrau bei einer Revision seines Schrankes fand, daß ihm sämmtliche Wäsche, seine beiden Anzüge, sein erspartes Geld, alles in allem über 100 M. gestohlen worden waren. Dazu kam noch. daß Geringer am heutigen Morgen nicht mehr zur Arbeit erschienen war. Nach dem Ausspruch des Dr. Kochmann scheint dem Morde ein Sittlichkeitsverbreche», verübt an der Tatmeyer, voraus- gegangen zu sein, doch dürste darüber erst die gerichtliche Ob- duktion näheres ergeben. Geringer, der seit 7 Monaten in Schlafstelle bei der T. wohnte, und in Weißensee als ein fleißiger, solider Arbeiter bekannt war, ist mit 6 Jahren Zuchthaus vorbestraft; er ist etwa 1,58 Meter groß, breitschultrig, untersetzt, hat schwarzen Schnurrbart und schwarze Haare. Wahrscheinlich hat sich der Mörder nach verübter That nach Berlin geflüchtet. Die Staatsanwaltschaft des kgl. Landgerichts II, sowie die Berliner Kriminalpolizei wurden telephonisch von dem Morde verständigt. Zu dem Morde wird des weiteren berichtet, daß die An- nahine, es handele sich um einen Lustmord, immer mehr schwindet. Geringer, der am Sonnabend und auch am Sonntag Abend gegen 12 Uhr in seine Schlafstelle zurückkehrte, hatte bei der Tatmeyer 12 M. Schulden. Die letztere war nun selbst in Geldverlegenheit und hat zu dem Lackirer Dubeau geäußert, daß sie sich oft nur von Schrippen ernähre. Am Sonnabend hatte sie sich von der Hanswirthin 3 Mark geliehen und ain Abend noch 3,25 Mark von Dubeau ver- einnahmt. Von diesem Gelde hat sie bis Dienstag gelebt, sodaß nicht viel davon übrig geblieben sein dürfte. Aermuthlich hat nun die Tatmeyer den Mörder aufgefordert, seine Schulden bei ihr zu bezahlen. Dabei mag es zu einem Wortwechsel gekommen sein, und Geringer hat sich auf seine Wirthin gestürzt, während sie in der Kabuse mit dem Aufhängen von Wäsche beschäftigt war. Um den Verdacht von sich abzulenken und die That als Lustmord darzustellen, hat er seinem Opfer die Kleider aufgeschnitten. Ein Lustmord erscheint aber nach einem späteren Befund ausgeschlossen. Nach der That hat der Mörder die Wäsche gewechselt, von einem Brot gegessen, dann den Koffer seines Schlasgenossen erbrochen und gegen 10 Uhr, wie ein Kind bemerkt hat, mit einem Packet, das die gestohlenen Sachen ent- hielt, das Haus verlassen. Geringer hat seit etwa drei Wochen nicht gearbeitet, wie er dem Lackirer Dubeau selbst mitgetheilt hat. Dies wird auch durch eine Post- karte bestätigt, aus den sein in Berlin wohnender Arbeitgeber ihn aufgefordert hat. die Beschäftigung wieder auf- zunehmen, widrigenfalls seine Stelle anderweit besetzt werde. — Eine Gerichtskommission erschien am Mittwoch Nachmittag um 3 Uhr an Ort und Stelle, um den Befund aufzunehmen. Später wurde die Leiche der Ermordeten nach der Halle des Friedhofes übergeführt. Ueber den Verbleib des Mörders war auch bis Mittwoch Nachmittag nichts bekannt. Einen nichtswürdigen Streich vollführten am Dienstag Abend gegen 3/47 Uhr mehrere halbwüchsige Burschen, welche aus Arbeiter- Wochenkarten einen Südringzug benutzten. Auf der Strecke zwischen Schlcsischer Bahnhof und Jannowitzbrücke warfen sie einen brennenden Feuerwerkskörper, einen sogenannten Frosch, über die Scheidewand zum Nachbarkoupee hinüber, in welchem sich mehrere Damen befanden, die durch die sprühenden Feuer- funken natürlich in große Aufregung versetzt wurden, während die Thäter sich köstlich amüsirten. Die„Spaßvögel" wurden aus Station Jannowitzbrücke festgenommen und ihre Personalien auf der nächstbelegenen Polizeiwache festgestellt. Berliner Ausstellung 1896. In der gestrigen Sitzung des geschästssührenden Ausschuffes wurde beschlossen, die elektrische Beleuchtung in sämmtlichen Jndustriehallen der Ausstellung zum Zwecke des Offenhaltens au den späteren Abendstunden ein- zuführen. TaS Kuratorium der Berliner Uufallstationen schreibt uns: In betreff Ihrer Notiz in der Nummer 84, betreffend unsere Unfallstation V, Brüderstr. 33. beehren wir uns Ihnen mitzutheilen, daß der Vorfall sich nicht auf einen unserer Aerzte, sondern auf einen Arzt, der nicht unter unserer Verwaltung stehenden Sanitätswache bezieht. Im Einvernehmen mit dem Vorstande der Sanitätswache sind Vorkehrungen getroffen worden, um derartige Vorkommnisse für die Zukunft zu ver- meiden. Wir sind selbstverständlich jederzeit für Anregungen seitens der Presse dankbar und werden ihnen stets so weit als möglich Folge geben. Aufsehen erregt eine Verhaftung, die in Charlottenburg vorgenommen worden ist. Sie betrifft die Gattin des Landwehr- Hauptmanns R.. die aus grund einer Anzeige infolge Anweisung der Staatsanwaltschaft zu Halberstadt von der Polizei fest- genommen wurde und auch bereits nach Halberstadt überführt worden ist. Ueber den Thalbestand wird strenges Stillschweigen beobachtet; doch ist bereits so viel i» die Oeffenllichkeit gedrungen. daß Frau R. in Thale am Harz ein fremdes Kind für ihr eigenes ausgegeben haben soll. Andererseits heißt es, daß es sich um die Unterschiebung eines illegitimen Kindes handele. Da an- genommen wurde, daß auf die Sache bezügliche Schriftstücke in der Wohnung des Ehepaares vorhanden sein könnten, so wurde daselbst eine polizeiliche Durchsuchung vorgenommen. Diese hat aber zu keinem positiven Ergebnis geführt. Als Rechtsbeistand ist von der Familie R. ein in Berlin sehr bekannter Anwalt angenommen worden. Man neigt der Annahme zu, daß die Angelegenheit in nichts zerfallen werde. Theodor Lebrun, der frühere Direktor des Wallnertheaters ist am Dienstag in Hirschberg gestorben. Ein Ramschwaarenhändler hatte in der Brunnenstraße ein Geschäft eröffnet und sich ein großes Reklame-Ficmenschild an das Haus malen lassen. Als die Maler Bezahlung ver- langten, wurden sie hinausgeworfen. Nun hat der Farbenkünstler auf eigene Faust das Schild mit Regenbogenfarben übertüncht und am Dienstag früh war anstatt der Firma darauf in Lapidar- schrift zu lesen:„Wegen Nichtbezahlung noch I X gestrichen!" Von Hunden wurde am Mittwoch zu ganz früher Morgen» stunde der 47 Jahre alte wohnungslose Drahtbinder Albert Hillen zerfleischt. Er hatte sich an einem Lagerplatze in der Trift- straße zum Schlafen niedergelegt. Die Wächter jenes Ortes— drei große und ein kleiner Hund— witterten seine Nähe, stürzten sich auf den Schlafenden und zerrissen ihm namentlich das rechte Bein. Zwei Kutscher von Straßenkehrmaschinen wurden auf den Vorgang aufmerksam und gingen mit ihren Peitschen auf die wüthenden Bestien los. Dadurch wurde Hillen gerettet; indeß hat er so gefährliche Wunden erlitten, daß er nach einem Kranken- hause gebracht werden mußte. Warum hat der unvorsichtige Drahtbinder sich auch nicht im Hütel de Rome einquartirt! Festgenommen ist ein Arzt in Moabit auf Veranlassung eines auswärtigen Staatsanwalts wegen Vergehens gegen§ 278 des Strafgesetzbuchs(Ausstellung falscher Atteste.) Vor dem Betrete« der Hasenhaide und des Tempel- hofer Exerzierplatzes warnt der Polizeipräsident von wegen der etwa aus den Schießständen abirrenden Geschosse. Schon längst hätte die Schießerei in einer menschenleereren Gegend verrichtet werden sollen. Einen Vergiftungsversuch hat eine Krankenpflegerin S., bei der eine Durchsuchung nach Mitteln gegen das keimende Leben vorgenommen wurde, während dieser Zeit unternommen. Sie nahm eine Sublimatlösung zu sich, wurde aber noch lebend nach einem Krankenhause gebracht. Polizeibericht. Am 9. d.M. morgens wurde in der Hasen- Haide, in der Nähe der alten Pionier- Wache, ein Mann mit zwei Schußwunden im Kopfe todt aufgefunden. Er hat sich offenbar selbst getödtet. Auf einem Grundstück in der Müller- straße wurde Vormittags ein obdachloser Mann mit schweren Bißwunden am ganzen Körper ausgefunden und nach der Charitee gebracht. Seiner Angade nach ist er auf einem benachbarten Grundstücke, wo er nächtigen wollte, von den Wachthunden an- gefallen worden.— Vormittags wurde ein Tischler in einein Schuppen eines Grundstücks in der Zeughosstraße und nachmittags ein Schlächter auf dem Boden eines Hauses in der Posenerstraße erhängt vorgefunden.— In der Artilleriestraße gerieth nach- mittags ein siebenjähriger Knabe unter die Räder einer Droschke und erlitt einen Rippenbruch.— Im Laufe des Tages fanden fünf Brände statt. WitternngSübersicht vom 1«. April 189Z. Wetter-Prognose für Tonnerstag» 11. April 189S. Warmes, vielfach heiteres, zeitweise wolkiges Wetter mit etwas Regen und mäßigen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Ttzecllev. Tas Tchiller-Thcater hatte sich gestern des seligen Roderich B e n e d i x„Zärtliche Verwandten" zu Gaste geladen. Dies Stück ist nebst den andern Werken des fruchtbaren Mannes gar oft von oben herab getadelt worden, und vor der Kritik strenger Kunstrichter mögen Benedix' Werke gewiß einen sauren Stand haben. Wenn man sich aber das Elend betrachtet, das in den zwanzig Jahren nach dieses Mannes Tode über den Geschäfts- zweig hereingebrochen ist, der sich deutsche Possen- und Lustspieldichtung nennt, so ergiebt sich, daß Roderich immer noch auf respektabler Höhe stand. Es ist doch kein ganz baarer Unsinn, der von ihm sabrizirt wurde, und seine Schöpfungen waren doch immer von irgend einem Gedanken getragen, mochte dieser Gedanke auch noch so philiströs und ledern sein. Es war vorauszusehen, daß Benedix das klein- bürgerliche Publikum des Schillertheaters in Entzücken versetzen würde. Die Mühe, die sich die Künstler gaben, das derb outrirt gehaltene Spiel, und das angenehme Behagen im Publikum, von der ersten Szene an zu wissen, wie der Hase läuft, verschafften dem Lustspiel einen fast unbändigen Erfolg. Den„Zärtlichen Verwandten" folgt eine einaktige Kommiß- schnurre„EinStrasrapport" genannt. Ein säbelrasselnder Hauptmann randalirt mit heiserem Gebrülle gegen die ungeputzten Knöpfe eines Einjährig-Freiwilligen. Anfangs dachten wir, daß das Stück in vermessener Weise den modernen Militarismus persifliren sollte; da das Gebrülle aber in das Jawort zu einer Verlobung zwischen dem Einjährigen und der von Fräulein Levermann brav gespielten Hauptmannstochter aus- klang, so wurden wir gewahr, daß der ganze Lärm ernst genieint sei. Wie es dem Stück möglich war, das Schiller-Theater heim- zusuchen, bleibt uns unklar. Freilich ist dieselbe Frage auch den „Zärtlichen Verwandten" gegenüber am Platz. GerWzks�Beitung. Prozeß Labaschin und Genossen.(Letzter Tag der Ver- Handlungen.) Nach Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden Laudgerichtsrath Braun um 2 Uhr Nachmittag erbittet sich Staatsanwalt Strähler das Wort zu einer kurzen Be- richtigung: Bei den in seinein Plaidoyer enthaltenen Be- merkungen über den Sachverständigen Oliven habe insofern ein Jrrthum obgewaltet, als angenommen wurde, daß der Zeitungsbericht, durch welchen sich Herr Oliven nach seiner Meinung in Widerspruch mit den Anschauungen der bisher in den Wucherprozessen ergangegcnen Urtheile setzte, während der jetzt abgeurtheilten Strafsache erschienen sei. Das sei aber ein Jrrthum. Der betr. Artikel des Herrn Oliven sei bereits am 19. Januar erschienen, d. h. vor Erhebung der Anklage in dieser Sache. Der erhobene Vonvurf, daß er in einer Strafsache, in welcher er als Sachverständiger ein Gutachten abzugeben hatte, = des SonnStimmung gemacht habe, treffe mithin auf ihn nicht zu. Vor 13ur weiteren Tagesordnung besprach man die Nothwendigkeit, I Nigdorf. Am 1. April tagte hier eine Versammlung des fitzender Landgerichtsrath Braun: Da sich der Sachverständige mit Beginn der Saison gegen einige Firmen wegen der in ihren Verbandes der Möbelpolirer, in der Herr Freudenreich Herr Oliven auch an mich gewandt hat, so will ich bestätigen, Betrieben herrschenden Mißstände vorzugehen. Ju ganzen einen intereffanten Vortrag hielt. Weiter beschäftigte sich die daß der betr. Artikel am 19. Januar cr. im„ Berliner Lokalanzeiger" herrschte eine zuversichtliche Stimmung, hat doch die Organisation Versammlung mit der Arbeitseinstellung bei der Wittwe Dräſel, erschienen ist. Er enthält u. a. die Bemerkung, daß das Geschäft in schon erreicht, daß in verschiedenen Werkstätten die Arbeitszeit Admiralstraße. Es wird mitgetheilt, daß die gegenwärtig dort sogenannten Damno Hypotheken angesichts der getheilten Mei- um 2 Stunden verkürzt wurde. Betreffs der Maifeier beschloß Beschäftigten zahlreiche Ueberstunden machen und mung über das, was geseglich erlaubt oder nicht erlaubt ist, völlig man, feine Vormittags Versammlug abzuhalten, eine dagegen tags tüchtig arbeiten, eine Erscheinung, die bei dem wenig aufgehört habe. habe sich am Nachmittag resp. Abend jeder seinem Wahl tollegialischen Benehmen dieser Arbeiter nicht überraschen kann. Der Vorsitzende verkündet sodann das Urtheil wie folgt: verein anzuschließen. In bezug auf das Sammelwesen Alsdann wurde die Neuwahl des Vorstandes vollzogen. Es abaschin ist wegen gewerbs und gewohnheitsmäßigen der Gewerkschaftskommission wurde dem Delegirten die Be- wurden gewählt: Niedrich zum Bevollmächtigten, Bansee zum Wuchers zu neun Monaten Gefängniß unter An- stimmung zu theil, daß die Gewerkschaft ihren jährlichen Beitrag Kassirer und Petschke zum Beisitzer. rechnung von sechs Monaten, ferner zu 1500 M. Geldstrafe beziv. von 20 M. auch ferner leisten werde, die dem Delegirten von In Schöneberg tagte am 4. April cr. eine öffentliche noch 150 Tagen Gefängniß und zwei Jahren Ehrverluft ver- der Gewerkschaftskommission eingebändigten Bons sollen bei Bolfsversammlung, in welcher Genosse Jahn über das urtheilt worden. Gelegenheiten vertrieben werden. Sodann wurde beschlossen, die Thema:„ Wahrheit und Recht", referirte. Gine Diskussion fand Rieß ist des gewohnheitsmäßigen Wuchers und der Un- Sammellisten zum Streitfonds weiter fursiren zu lassen. Dem nicht statt, infolge dessen wurde, nachdem die Genossen Masuch, treue für schuldig befunden und verurtheilt worden zu neun Kollegen Rosenzweig, den seinerzeit Noth und längere Arbeits- Butry und Köster über die Veranstaltung der Maifeier ge= Monaten Gefängniß unter Anrechnung von fünf Mo- losigkeit zum Streifbrecher werden ließen, wurde eine dreimonat- sprochen, beschlossen, dieselbe durch Abhaltung einer Versammlung naten, 500 M. Geldstrafe bezw. noch 50 Tagen Gefängniß und liche Karenzzeit auferlegt, bevor er wieder in die Organisation mit entsprechendem Thema und darauf folgendem Vergnügen zwei Jahren Ehrverlust. Aufnahme findet. Johlke hatte sich seinerzeit bedeutend schwerer am Abend des 1. Mai im Lotal von Reßner, Grunewaldvergangen, für ihn wurde eine sechsmonatliche Karenzzeit be- straße 110, zu veranstalten. Unter" Verschiedenem" erwähnte ftimmt. Genosse Gladow, dem dieser Tage ein Kind gestorben, daß man sich, weil er Dissident sei, weigerte, sein Kind auf dem Kirchhof zu beerdigen, bevor er nicht die Kirchensteuer bezahlt habe, was nun unter Vorbehalt geschehen wird, um die Beerdigung zu ermöglichen. Genoffe öfter theilt mit, daß die wegen zu späten Verlaffens des Lokals nach erfolgter Auflösung der Versammlung am 17. Januar d. J. zu 15 M. Strafe verurtheilten Genossen Berufung einlegen werden. Hempler wurde freigesprochen. Labaschin ist, wie die Begründung des Urtheils ergiebt, nur in vier Fällen, Rieß in einem Falle des Wuchers überführt erDie Freie Vereinigung der Händler und Händlerinnen achtet worden, letzterer aber daneben auch noch der Untreue in tagte am 5. April. Von dem Vorsitzenden wird der Versammeinem Falle, welcher mit sechs Monaten Gefängniß geahndet lung zunächst eine Uebersicht über die Thätigkeit des Vereins im worden ist. In allen übrigen Fällen scheiterte die Anklage verfloffenen Vereinsjahre gegeben. Im Anschluß hieran unter daran, daß entweder die Sachlage nicht aufgeklärt werden konnte, breitete der Staffirer der Versammlung den Kaffenbericht. Danach oder gar keine Darlehnsgeschäfte vorlagen, oder aber eine Noth betrugen die Einnahmen 201,75 M. und die Ausgaben 200 m lage nicht nachweisbar war, oder schließlich kein Mißverhältniß Die hierauf vollzogene Neuwahl des Vorstandes ergab folgendes zwischen Leistung und Gewinn obwaltete. Unter den Fällen der Resultat: Schröder erster, Müller zweiter Vorsitzender; Saß Freisprechung befindet sich auch der Fall der Wittwe Bolle, erfter, Haupt zweiter Schriftführer; Seiler erster, Leow zweiter 8. d. Mts. eine gut besuchte Versammlung ab, in der Herr Der Arbeiter- Bildungsverein für Schöneberg hielt am bei welchem der Gerichtshof nicht flar darüber geworden ist, zu Raffirer; Trunsch, Amberger und Nadge, Revisoren. Das Dr. Joel in einem mit Beifall aufgenommenen Vortrag über welchem Zwecke die Frau Bolle eigentlich das Geld gebraucht Schiedsgericht bilden die Mitglieder Haupt, Nadge und Saß. Religion und Sitte im Lichte der Naturwissenschaft sprach. Nach hat. Man fönnte fich nun Darüber wundern, daß, Um 1. Mai wurde von verschiedenen Rednern die Arbeitsruhe einer Diskussion, die sich im Sinne des Referats bewegte, gelangte obgleich von so vielen Fällen nur fo wenig übrig empfohlen, diejenigen, die ihrem Gewerbe nachgehen, sollen an der Kassenbericht vom ersten Vierteljahr zur Verlesung. Dieser die Vereinskaffe 50 Bf. abliefern. Friedrichsberg. Im hiesigen Arbeiterinnen- Bildungsverein hielt am 2. April Genosse Sailer einen interessanten Vortrag über die Lebenshaltung des Arbeiterstandes. Nach einer furzen Diskussion, der sich die Erledigung einiger Vereinsangelegenheiten anschloß, erfolgte Schluß der Versammlung. geblieben ift, Labaschin doch wegen gewerbsmäßigen Wuchers verurtheilt werden konnte. Indessen sei der Gerichtshof doch der Ansicht gewesen, daß Labaschin das wucherische Treiben fortgefekt als eine auf Erwerb gerichtete Quelle ausgenutzt hat. Der Gerichtshof sei bei Erörterung der Schuldfrage außerordent lich kritisch zu Werkte gegangen und habe sich nur von juristischen Gesichtspunkten leiten lassen; wenn moralische Gesichtspunkte noch hinzugetreten wären, würde vielleicht noch mehr herausgekommen Eine Versammlung der Müller und Mühlenarbeiter, sein. Auch bei Rieß habe der Gerichtshof aus dem einen Falle die Sonntag Nachmittag bei Röllig, Neue Friedrichstraße, tagte, doch geschlossen, daß auch er aus dem fortgesetzten wucherischen beschloß nach einem Referat der Genossin Baader über die Treiben eine Erwerbsquelle gemacht hat. Bei der Strafabmessung Bedeutung des 1. Mai, daß alle Berufskollegen, welche Nacht sei bezüglich Labaschin's berücksichtigt worden, daß derselbe auf schicht haben, sich am 1. Mai Vormittag den Gruppenversammden Gerichtshof einen günstigen Eindruck gemacht habe und auch lungen anzuschließen haben, während der andere Theil der Kollegen nach beendeter Tagschicht abends an den Parteifeinen Schuldnern gegenüber nicht bösartig aufgetreten sei. Die Rechtsanwälte Schönfeld und Coßmann be- versammlungen theilzunehmen hat. Von einer Arbeitsruhe am antragen die Haftentlassung ihrer Klienten, der Staatsanwalt 1. Mai nahm man vorläufig noch Abstand, einmal weil die hat gegen eine solche nichts einzuwenden, wenn eine Bürgschaft Berufskollegen noch nicht genügend start organisirt sind, und im allgemeinen die Verhältnisse im Müllergewerbe noch nicht der von 5-10 000 M. gestellt werden würde. Der Gerichtshof beschließt, die beiden Angeklagten ohne artig geregelt sind, daß die Arbeitsruhe am 1. Mai konsequent durchzuführen ist. Hieran schloß sich die Ergänzungswahl der jede Bürgschaft sofort auf freien Fuß zu setzen. Agitationsfommission, in welche die Kollegen Mischereck und Herzog delegirt wurden. Da der Gewerkschaftsbelegirte seine Thätigkeit als solcher durch anderweitige Inanspruchnahme ge nöthigt war, niederzulegen, regelte man auf besonderen Antrag auch diese Angelegenheit durch Neuwahl eines Delegirten und eines Stellvertreters. gegen den noch giebt eine Einnahme von 244,78 M. und eine Ausgabe von 224,35 M. an. Unter Vereinsangelegenheiten wird nach einer längeren Debatte das Mitglied Giesecke aus dem Verein ausgeschlossen. Zu der am Montag, den 22. April, stattfindenden Bersammlung wurde zum Thema: Materialismus und Idealismus gewählt. Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag, Abends 7-8% thr: Lektüre; Nord: Schule, Müllerstraße 179 a: Deutsch( Literatur). und Herren, jeder Zeit aufgenommen. 8-10% 11hr: Südost- Schule, Waldemarstr. 14: Naturertenntniß( Die Abstammung des Menschen). Bet allen Unterrichtsfächern werden neue Theilnehmer, Damen Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, Pafewalterfir. 3. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelfir. 49, v. 2 Zr. Donnerstag. Abends 9 bis Männerchor 11 Uhr: Uebungsstunde und Aufnahme neuer Mitglieder. St. Urban, Admiralstr. 38 bei C. Tuzauer. Gefangverein Freund= schaft I, Brunnenfir. 143 bet Fischer. Vorwärts II, Schönhauser Allee 28 Frühlingsluft, Bülowstraße 59 bet Werner. Breyel schluß, Oranienstr. 121 bei Dswald Grauer. Dorfglödlein, bei Kelle. Deutsch- Wilmersdorf, Berlinerstraße Nr. 40 bei Klingenberg. Zaget Borar, Manteuffelstr. 9 bet nicht, Steglitz, Schloßfir. 66a, Zur Börſe. Sänger chor, Kastanien Allee Nr. 28 bei Fiebiger. Nowad. Harmonie I, Tempelhof, Dorfitr. 18 b. Gerth.- Steinfeger= -Kreuzberger armonie, Schönleinstr. 6 bei Straaz. Flöter'scher Gesang= berein, Koppenftr. 47 bei Wilhelm Lorenz. Sängerchor Berliner burger Borstadt, Hochstr. 32a bet N. Wilte- Abendroth, DeutschKürschner, Weinstr. 11 bei Feindt. Arbeiter- Gefangverein Oranien: wilmersdorf, Güzelstr., b. Liebelt. Dit- und Westpreußischer Männer1 1 Gesangverein, Blumenstr. 32 bei Reich Arbeiter- Gefangv. Morge 11roth IV, Köpenick, bei Schulz, Schönlinderstraße 9. Gesangveretn Eintracht II, Völterfrühling, Echüßenstraße Nr. 33 bei Otto. - Arion II, ArfonaGltenecke bei Adlershof, Köpnickerstraße bei Witte. lag 1 bei Schermann.- 3utunft III, Belten t. b. M., Wilhelmstr. 19 im Hotel W. Grunow. Brüderschaft, Stallschreiberstr. 29, 8um eichenen Treu und Stab". Liebes Echo, Reichenbergerstr. 118 bet Köppen. eit, Lebuferfir. 5 bei Memit. Bruderbund, Lübbener- u. Görliger Gerstenähre( Brauer), Blumenstr. 38 bei Wiedemann. GesangStraßen- Ecte. Arbeiter- Gesangverein Bineta, Kastanien- Allee 11 bei Augustin. verein Junge Giche, Reinickendorf, Gesellschaftsstr. 11 bei Bartsch. Alpenröslein, Beraftr. 60 bei Silgenfeld.- Arbeiter- Gesangv. Ein= Gesango. Oberon, Oranienftr. 121 bei Osw. Grauer. Alpenrose, Forsterstr. 22 b. Tilgner. tracht III, Eberswalde, Eisenbahnstr. 77 bei Düball. Edelweiß III, Wollinerstr. 62. Morgenroth I, Rummelsburg, TürrGesangverein Morgengrauen, Neue Friedrichstr. 44 bei Röllig. Das Himmelswunder, daß der angeblich beleidigte Staat einen gestellten Strafantrag zurücknimmt, hat sich gestern ereignet. Vor kurzem berichteten wir über einen Beleidigungsprozeß, welcher vor der VII. Straftammer des Landgerichts I Journalisten Ernst Pufahl verhandelt wurde. Der An geschuldigte hatte im September vorigen Jahres dem„ Lokal- Anzeiger" eine Notiz des Inhalts zugeschickt, daß die damals In der öffentlichen Versammlung der Zimmerlente, δας allgemeine Gespräch bildende Angelegenheit des welche am vergangenen Sonntag Nachmittag stattfand, referirte Bermonienmeisters Roze von voraussichtlich ein Genosse Jahn über„ Die Kämpfe der Arbeiterorganisationen 2c." blutiges Nachspiel haben würde, da ein Offizier an Herrn unter lebhaftem Beifall der Anwesenden, indem er insbesondere v. Kotze ein Telegramm beleidigenden Inhalts geschickt habe. die englische Chartisten- und Gewerkschaftsbewegung, sowie die Die Depesche sei durch die Militärtelegraphie befördert worden deutsche vorwiegend in den letzten Jahren stattgefundene Streit einer bewegung unterzog. eingehenden Betrachtung und dem Umstande, daß diese Behörde die Depeschen in unDie verschlossenem Zustande bestellen lasse, sei es zuzuschreiben, daß Kameraden Obst und Kube äußerten sich in dem Sinne des die Sache an die Deffentlichkeit gelangt wäre. Wegen der letzten Referates. Eine längere sehr eingehende Diskussion entspann Aeußerung stellte der Vorstand der Militärtelegraphie gegen den sich über den Punkt„ Gewerkschaftliches", namentlich um die Frage, schmidtftr. 33 bet Schröder.- Gesangverein widerhall, Naunynftr. 86 bet Angeklagten Strafantrag. Der letztere erbot sich zum Antritt des ob für Charlottenburg ein Vertrauensmann zu wählen sei oder Bubeil. Gefangverein 2yra II, Charlottenburg, Wallstraße 102 bet Majchestt. vollen Wahrheitsbeweises und gestern sollte vor derselben Kammer nicht. Während einige Kameraden der Ansicht waren, daß der Gesangverein Borwärts IX, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 39,„ BisBerliner Vertrauensmann, wenn man ihm genügend mardshöhe". Frisch zur Freiheit, Lindenstr. 106 bet Friß zubetl. nach dieser Richtung hin von neuem verhandelt werden. Es kam Gesangverein für die Agitation die Glasarbeiter, Köpenick, Rosenstr. 101 bei Troppens. Umgegend Gefangverein Sängerlust, Feldblume, Lübbenerstr. 30 bet Meyer. nicht dazu, denn der Strafantrag war inzwischen Material verschaffe, Berlins allein ausführen fönne, wurde von anderen Werder a. H., Kugelweg. Edelweiß III, Wollinerstr. 62, Restaurant. zurückgenommen worden. Der Münzendiebstahl beim Umban der Kurfürsten- gerade wegen der Lässigkeit der Charlottenburger Zimmerleute Männerchor Süd- Ost, Köpeniderstr. 191 bei Foge. Lese- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieggen, Abends 8 Uhr, für diese ein besonderer Vertrauensmann für nothwendig erachtete bet Schröder, Wiesenstr. 39. Neue Beit, Abends 8 Uhr, Bovenftr. 40, bet brücke beschäftigte gestern die sechste Strafkammer am Land- Auch die Zustände auf der Italienischen Ausstellung", wo fast Gieshoit Süd- Ost, bei Zoltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ede. gericht I. Der Antiquitätenhändler Carl Brockow war von dem nur zahme" Arbeiter eingestellt würden, um von früh 5 bis klubber Freunde bei nadt, Buttbuſerſtraße 32. Hafenelever, Baumschulenweg 32, Treptow. Amtsgericht zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt worden, weil er abends 11-12 1hr bei elektrischem Licht zu arbeiten, wurden bends that ange Sozialistischer Refe und Distutirtlub, Abends 8 Uhr, eine Anzahl Münzen gekauft hatte. Hiergegen legte Rechtsanwalt einer scharfen Kritik unterzogen. Auf Antrag Fritsche hin Reichenbergerfir. 157, Sigung. August Geib Abends 9 Uyr im Dr. Halle Berufung ein, und da festgestellt wurde, daß der wurde nun die Wahl eines Vertrauensmannes für Charlotten- Restaurant Zubeil. Lefe und Distutirtlub Auftlärung, jeden 57 jährige, noch unbescholtene Angeklagte angemessene Preise ge- burg beschlossen und Kamerad Freitag als solcher gewählt, Donnerstag, abends 8% Uhr, bet Greifer, Oranienſtr. 109, Sigung Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. zahlt und das Geschäft genau in der Weise abgeschloffen hatte, da man die Wahl von sogenannten Plazdelegirten nicht für zu- ane Buſchriften den Bund betreffend find zu richten an: P. Gent, wie dies selbst bei den töniglichen Münzen geschieht, wurde er in träglich hielt. In Berlin foll am 28. April eine allgemeine zweiter Instanz freigesprochen. Versammlung im Feenpalast" stattfinden. Als stellvertretender Delegirter zur Gewerkschafts- Kommission: wurde Kamerad Hoh muth gewählt. Bezüglich der Maifeier wurde nach längerer Diskussion beschlossen, sich der allgemeinen öffentlichen Feier der Genossen in Charlottenburg anzuschließen, d. h., wenn irgendwie durchführbar, mit Arbeitsruhe zu feiern. Der Apotheker Georg Meher in Berlin verkaufte 1887 seine Apotheke mit großem Nugen, so daß sich damals sein Vermögen auf mindestens 250 000 m. belief. Er spekulirte nun an der Börse, aber mit solchem Pech, daß er 1892 schon alles verloren hatte, während er bei seinen Bekannten noch als reicher, gut fituirter Mann galt. So gelang es ihm, der Nichte des ihm befreundeten, inzwischen verstorbenen Zimmermeister Henter, der Wittwe Kolocziemska, die ihm der Verstorbene empfohlen hatte, nach und nach 15 000 m. abzuschwindeln. Er wurde des halb am 19. Dezember 1894 vom Landgericht Berlin I wegen Betruges zu 6 Monaten Gefängniß verurtheilt und seine hiergegen eingereichte Revision vom Reichsgericht verworfen. Dersammlungen. " dalbertfir. 95. Donnerstag: Rauchflub Graue. Iterschuls. Sumuristischer lub univerfum, Beteranenftr. 18, bei Geselliger Klub der alten Moabiter, Stephanstr. 45 bei Schröder. Rauchilub Erholung, Reichenbergerſtr. 24 bei Danschte, Rauchklub Brüderlichteit, Pücklerstr. 57 bei Schuhmacher. Fichte. IV. Männerabtheilung turnt jeden Donnerstag, Abends von 8 bis 10 uhr, Gemeindeschul- Turnhalle Stephanfir. 3( Moabit). Gefangverein Gelang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Turnverein Suchsdorf'scher Lyra, Abends 9 Uhr im Restaurant Bergstr. 17. Männerchor von 8-9 Uhr Notenstunde; von 9-11 Uhr Uebungsunde bei Brüning, Rosenthaler str. 11-12.- Gefangverein Jugendfreuden, Männerchor. Abends von 9-11 16e bet nou, ob, Boedh Rauchflub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, bei Jatob, Boeckystr. 21. Rauchklub Kernspize, Abends 9 Uhr, bet A. Böhl, Rüdersdorfer= Rauchflub Waldesgrün, Forsterstr. 19 bei Strüger. Die fortwährenden Lohnreduktionen bei Frister 1. Rohmann bildeten die Veranlassung einer Metallarbeiter Bersammlung, die im Lokale„ Südost" am Dienstag Abend tagte. Seit langer Zeit sind Abzüge in dem Betriebe der Aktiengesell- traße 8. Rauchklub Pfeifendeckel, Abends 8 Uhr, bet Jeratsch, schaft vormals Frister u. Roßmann eine ständige Erscheinung, angeſtr. 24. Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, bei Mohr, Naunyns bemerkte der Referent Näther, man gehe wohl nicht fehl, wenn ſtraße 78. Berein Stenographenschule, 8-11 Uhr: unentgeltlicher Unters man annehme, daß infolge der fortgesetzten Lohnreduzirungen richt und lebungsfiunde für Schüler und Erwachsene, Annenstr. 9. und der Anspannung der Kräfte auf das äußerste Maß der Be- Bitherklub Gleichheit, uebungsstunden jeden Donnerstag, abends Geselliger Arbeiterverein stand der Firma überhaupt noch ermöglicht werde. Der Redner 9 Uhr bei Neumann, Lothringerstraße 105. Hoffnung bei Gittler, Mariannenstraße 48. Alle 14 Tage Abends schildert, daß 5 Kollegen, des Druckes müde, bei einem aber8% Uhr. Bergnügungs- und Touristentlub Freie Brüder, Abends -Nuderverein Vorwärts, abends maligen Lohnabzug die Arbeit eingestellt haben und knüpfte hieran 9 uhr bei Moll, Adalbertstr. 21. Stattlub Sanfter 1 Vermischtes. Stattiub Die freie Vereinigung der Graveure und Ziseleure eine scharfe treffende Kritik der Geflogenheiten der Fabrikleitung 9 ühr in den Arminhallen, Kommandantensir. 20. Heinrich b. H. Brandt, Reichenbergerstr. 122. Stattlub Süd, Donneritag hielt am 2. April ihre ordentliche Mitgliederversammlung ab. und des Verhaltens der Meister. Besonders zu rügen ist das abends 8½ Uhr, im Lotal von Paul Müller, Gräfeitr. 31. Den Berichte der Unterstützungskasse ist zu entnehmen, daß ein Betragen des Meisters Treff und des Ingenieurs Frankel. Den Grand Schwarz jeden Donnerstag von 9-11 Uhr bei Marquardt, wurbe in ben legten 4 Wochen von 32 Arbeitgebern und der Referent den Stath, sich einmal zu vergegenwärtigen, Baarbestand von 97,02 m. vorhanden ist. Der Arbeitsnachweis vielen älteren Kollegen, die dort beschäftigt werden, gab Marienburgerftr. 35. 32 Arbeitnehmern in Anspruch genommen. Hierauf hielt Herr wie sehr die Löhne seit den siebziger Jahren gedrückt sind; ihre Dr. Jessen ein beifällig aufgenommenen Vortrag über Pflicht wäre es, sich bei Zeiten zu befinnen, daß nicht die Bu Die Erziehung zur Kunst. Die Ueberschwemmungen bei Semlin haben ungeheure In der Diskussion wurde gehörigkeit zu einem Gewerkverein ihre Position verbessern besonders hingewiesen, daß die Kunft abhängig Dom könnte, sondern lediglich der Anschluß an eine Organisation der Dimensionen angenommen. Die erst vor einigen Jahren vom Rapitalismus jei, indem auch im Kunstgewerbe verlangt tämpfenden Arbeiterschaft. Mehrere Arbeiter, die die ein Staate ausgeführten Wälle sind durchbrochen und das Wasser wird, schnell, billig und gut zu arbeiten. Diese drei Dinge find schlägigen Verhältnisse aus eigener Anschauung fennen gelernt fluthet unaufhaltsam in die Stadt. Der Verkehr in Semlin kann aber nicht mit einander zu vereinen. Des weiteren beantwortet hatten, gaben in der Debatte ihre Erfahrungen zum besten. Faft nur durch Kähne ermöglicht werden. Die Gefahr ist um so Referent mehrere an ihn gestellte Fragen zur Zufriedenheit der unglaublich flangen die Darlegungen eines Redners, der aus- größer, als ein furchtbarer Sturm seit gestern wüthet. Viele Bersammlung und hebt in seinem Schlußwort hervor, daß auch führte, daß in der Fraiserei Schuhvorrichtungen fast gänzlich tausend Menschen sind um ihr Hab und Gut gekommen. Ein die Volksvertretung mehr Interesse für die Kunst bezeugen müffe, fehlen. In drei Wochen sind vier Personen verunglückt, weil großer Theil der Bewohner muß auf freiem Felde fampiren; um, wie namentlich in Frankreich, Mittel zu bewilligen für die ungelernte Arbeiter zur Bedienung der Maschinen herangezogen zahlreiche Menschen flüchteten sich auf die Höhen von Belgrad, Künstlerische Bildung aller Stände. Nach Erledigung einiger werden. Abzüge bis 50 pCt. sollen vorgekommen fein; selbst für woselbst sie auf Befehl des Königs verpflegt werden. Vereinsangelegenheiten erfolgte der Schluß der gut besuchten Ver- schwere Arbeiten werden die billigeren weiblichen Arbeitskräfte sammlung. mit Vorliebe verwendet. Die Darstellung des Referenten, beIn einer öffentlichen Versammlung der Dekateure, fonders die Antreiberrolle der Meister betreffend, wurde in die am 4. April tagte, sprach Genosse Hoffmann in einem drastischer Form bestätigt. Eine Resolution, welche die Aninteressanten Vortrag über die Umsturzvorlage. Eine Diskussion wesenden verpflichtet, durch Organisation den standalösen Bufolgte bem mit reichem Beifall aufgenommenen Vortrag nicht. fiänden zu begegnen, wurde einstimmig angenommen. Zahn- Klinit. Preisel Empfehle allen Freunden u. Genossen event. Theilzahl. Frau Olga Jacobson, Invalidenftr. 145. Die Gen. von SO. bitte bei vort. Schuhmacher- Arbeiten mein Geschäft zu berücksichtigen. H. Müller, Schlesische Straße 3. Arzt 2 Stuben, Küche, Hof part. 300 M., 1 Werkstatt im Keller 150 M. Kurmein Schuh- u. Stiefel- Lager. Fürstenstr. 48 sofort zu vermiethen. 564b G. Kördel, Forsterstr. 5. Bur Maifeier! Künstl. Nosen( Stoffblumen), 100 St. 5 M. franko g. Nachn. oder vorh. Eins. d. Betr. empf. Aurora Nicol, Köpenick, Homöopath. at Dr. Söich, Linien- Müggelsheimerſtr. 52. Proben gr. u. fr. ftraße 149, 8-10, 5 bis 7, Gonntags 8-10 Uhr. 1375L Schankgeschäft 1275 Miethe für 900 Mart zu vert. Alte Schönhauferstr. 45. 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