Nr.414 41.Jahrgang Ausgabe A e. 211 Bezugspreis: 288chentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,-Goldmart voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Gaar- und Memelgebiet, Desterreich), Litauen, Luremburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmark pro Monat. Der ,, Borwärts" mit der Sonntags beilage Boll und Reit" mit Gied. Jung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenftimme" erfcheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal, Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. Beile 0,70 Goldmart, Retlamezcile 4.- Goldmart. ,, Aleine Anzeigen" das feitgedruckte Wort 0,20 Gold. mart( zulässig zwei fettgedruckte Worte), febes mettere Bort 0.10 Goldmart. Stellengesuche das erste Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Wort 0.05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. 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Die Sozialdemokratische Partei hat sich für den Londoner Vertrag von Anfang an mit aller Energie eingesetzt; denn dieser Vertrag foll den Frieden' festigen, die bejezten Gebiete von ihrer Sonderlast befreien, die militärische Räumung anbahnen, die Zahlungs- und Kontrollvorschriften unter das Maß des Ultimatums vom Mai 1921 herabsehen und Deutschland eine Ruhepause sowie eine Anleihe gewähren. Sollten sich seine immer noch schweren Lasten als unerträglich erweisen, so bleibt der Weg zur Aenderung durch neue Berhandlungen offen. Der Bertrag eröffnet dem arbeitenden Bolfe Aussicht auf ftabilere Wirtschaftsverhältnisse und bannt das Gespenst einer neuen Inflation. Er beruht auf der Anerkennung des Grundsages, daß die Lebenshaltung des deutschen arbeitenden Boltes nicht unter die der anderen Kulturvölfer herabgedrüct werden darf. Jetzt kommt alles darauf an, diesem Grundsah Geltung zu verschaffen und der Maffe des arbeitenden Bolles in Stadt und Land, Arbeitern, Angestellten und Beamten, die Kraft zu verleihen, die sie brauchen, um ihre fraurige Lage zu verbessern. Diese Aufgabe tann nur von der Sozialdemofrafischen Bartel in Berbindung mit den gewertschaftlichen Organisationen gelöst werden. Stärkung der Partei und der Gewerkschaften ist mehr denn je die Forderung der Stunde. In dem Augenblic, in dem es gelungen ist, durch den Londoner Vertrag die außenpolitische Bedrängnis zu mildern, drohen dem arbeitenden Bolf von innen her schwere Gefahren. Seine klaffengegner find am Wert, um durch Verlängerung der Arbeitszeit und Berfeuerung der Lebensmittel, durch neue Bedrückung und Entrechtung, alle Casten auf seine Schultern zu wälzen. Sie wollen herrschen, um sich zu bereichern. 3n Abwehr dieser volts- und arbeiterfeindlichen Beftrebungen fämpft die Sozialdemokratie für die Wiederherstellung des Achtstundentages, die Ratifikation des Abfommens von Washington, und gegen den neuen Hochschuh3011, der den Aermsten das Brof nimmt, aber nur den Großen der Landwirtschaft nüht. Um ihre gefährlichen Pläne zu verwirklichen, drängen die Deutschnationalen in die Regierung. Sie haben den Londoner Vertrag mit allen Mitteln bekämpft, alle Gesetze abgelehnt und nur bei einem, das Zweidriffelmehrheit erforderte, dem Eisenbahngefeß, die Hälfte ihrer Fraktion auf die Jaseite abkommandiert. Für diesen Dienst haben sie sich von der Deutschen Volkspartei eine Anzahl von Ministerseifeln als aufpreis ausbedungen. Sie haben damit das unsauberste Geschäft abgeschlossen, das die politische Geschichte kennt, ein Geschäft, über das im ganzen Bolf bis weit in die Reihen ihrer eigenen Partei hinein die hellste Entrüftung herrscht. Abbau der Binnenzollinie ab 9. September. Deutsche Zollhoheit wahrscheinlich vor Ablauf der Höchstfrist. Dortmund, 2. September.( Eigener Drahtbericht.) Die franzöfifch- belgische Zollbehörde hat bereits angekündigt, daß fie am 9. September die Erhebung von Abgaben an der Binnenzollinie einfteilen wird. Sie ist augenblicklich im Begriff, die notwendigen Abbaumaßnahmen zu treffen, so daß fie voraussichtlich in der Lage ist, bereits vor der in den Londoner Bereinbarungen vorgesehenen Frist auch die Binnen30llinie vollständig aufzuheben. Diese Frist beträgt 20 Tage, während die Frist für die Erhebung von Abgaben an der Binnenzollinie auf 8 Tage begrenzt war. Es kann infolgebeffen damit gerechnet werden, daß die deutschen Vorschriften und Tarife für die Zölle und Abgaben sowie die Vorschriften für den Außenhandel noch vor dem 20. Oktober, dem spätesten Termin, in Kraft gefeht werden. Außerdem müßte mit der Inkraftsetzung der deutschen Zolltarife usw. die mit dem Rheinlandabkommen unvereinbarenden Beschränkungen für den Personen-, Güter- und Wagenverkehr aufgehoben werden. Eine Partei, die das eigene Bolt nach ihren eigenen Worten in die Sklaverei verkauft", um dafür Ministerposten und wirtschaftliche Vorteile einzuhandeln, verdient die Verachtung aller anständig Denkenden. Unter der Last dieser Verachtung müßte eine durch solchen Handel zustandegekommene Bürgerblodregierung sehr rasch wieder zusammenbrechen. Die Bürgerblodregierung bedeutet Rückkehr des entwaffneten Deutschland in die Jfolierung, Aufpeitschung aller nationalistischen Instinkte des Auslandes, neue außenpolitische Unruhe und wirtschaftliche Zerrüttung. Sie bedeutet Entfeffelung der furchtbarsten sozialen Stämpfe und schwerste Bedrohung der Republit. Gegen solche Gefahr muß das arbeitende Bolt einig zufammenstehen. Die kommunisten, die diese Einigkeit hintertreiben, haben der Reaktion im Kampf um den Londoner Bertrag bis zur letzten Stunde Zutreiberdienste geleistet. Sie haben den Vertrag bekämpft und im Bund mit den Hafenfreuzlern die wahnsinnige Idee des russisch- deutschen Revanchetrieges gegen den Westen gepredigt. Sie haben als Arbeitervertreter, die zu sein sie vorgeben, durch Entfejjelung wüfter Standal- und Prügelszenen das Ansehen der Arbeiterschaft in den Schmuh getreten. Die Machtstellung der Deutschnationalen im Reichstag beruht auf der Stärke der fommunistischen Fraktion. Das ist von den Deutschnationalen felbft mit aller Offenheit ausgesprochen worden. Heute geht durch die Maffen des arbeitenden Bolles ein Schrei: Fort mit Nationalisten und kommunisten! Millionen und aber Millionen begrüßten die Aussicht auf eine Reichstagsauflösung als Erlösung. Alles, was jozialdemokratisch fühlt und denkt, brannte darauf, zu kämpfen und Abrechnung zu halten. Weit über die Kreise der Sozialdemokratie hinaus fordert das Bolt das Verschwinden eines Parlaments, das durch deutschnationale Schachergeschäfte und kommunistische Kaschemmenszenen geschändet worden ist wie feines vor ihm. Gemeinsam mit diesen ungeheuren Maffen fordert die Sozialdemokratie: Auflösung des Reichstages! Das Bolt foll gefragt werden, ob es den Das Bolt foll gefragt werden, ob es den Bürgerblod und den Hochschuhzoll will! Beruft überall Versammlungen ein! Drückt den deutschnationalen Beutepolitikern, den völkischen Brandstiftern und ihren fommunistischen Zutreibern den Stempel ihrer Schande auf die Stirn! Genoffinnen und Genoffen! Einig ist Deutschlands Arbeitsvolf unüberwindlich. Einig fann es nur sein unter den alten Fahnen der deutschen Sozialdemokratie! Ihr habt gezeigt, daß Ihr unter diesen Fahnen fämpfen wollt! Ihr werdet zeigen, daß Ihr unter ihnen siegen könnt! Berlin, den 2. September 1924. Der Parteivorstand. bon bem Borfizenden der Interallierten Rheinlandkommiffion, Tirard, mit einer Begrüßungsansprache eröffnet. Der erste Führer der deutschen Delegation, Ministerialdirektor Dilthey, erwiderte. Beide Ansprachen waren von dem Gedanken getragen, daß der Geist der Verständigung, der in den Londoner Berhandlungen Ausbruck gefunden habe, auch die Arbeiten dieser Sonferenz beseelen und zu einem raschen und gedeihlichen Abschluß führen möge. Anschließend fand die erste geschäftliche Sigung statt, in der ein Arbeitsplan aufgestellt wurde. Uebereinstimmung mit der Micum. Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Boftschecktkonto: Berlin 375 36- Banffonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depofitenkasse Lindenstraße 3 Ludwig Frank. Zur zehnten Wiederkehr seines Todestags. Bon Friedrich Stampfer. Am 3. September 1914 fiel der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Ludwig Frank Ludwig Frank als Kriegss freiwilliger in einem Gefecht bei Baccarat. Als vier Lage später die Kunde von seinem Tod nach Deutschland fam, zog feltene politische Begabung mit einer hohen Reinheit seines in ungezählte Herzen tiefe Trauer ein. Ein Mann, der eine Wefens und einer wundervollen Beredtsamkeit verband, war der Arbeiterbewegung, Deutschland und der ganzen Welt für immer verloren. Aber in die Trauer mischte sich damals für manche Sozialiften auch ein Gefühl der Bitterfeit. Bitterkeit über den Gefallenen. War nicht er, einer der glühendsten Apo fte der Völkerversöhnung, jählings der Kriegspsychose verfallen, hatte er sich nicht hinreißen lassen von der Massen= stimmung des Augenblicks und den Sozialisten, die den Krieg als finnlose Barbarei verurteilten, ein schlechtes Beispiel gegeben? Ferdinand Laffalle opferte sein kostbares Leben in einem Duell einem zufälligen Liebeshandel. Dennoch empfindet niemand diesen jähen Abschluß als einen inneren Bruch. Die Liebe der Arbeiterschaft hat dieser genialen von Leidenschaften durchwühlten Persönlichkeit ihren selbstgewollten dramatischen Abgang von der Welt verziehen, ja ihr Bild schien ihr nun erst recht durch einen Schein von Romantik verklärt. Wenn es manchem schwer geworden ist, Ludwig Frank zu verstehen, so erklärt sich das vielleicht gerade daraus, daß Frant auch bei der letzten Tat feines Lebens durchaus nicht als Privatmann, sondern ganz als Politifer, als Sozialdemokrat gehandelt hat. Daß Frank einer Stimmung unterlegen und dadurch der Grundrichtung seines Wesens und Wirkens untreu geworden fei, ist eine Legende.. Gewiß stand er bis zu seinem letzten Augenblid zu den Worten, die er sieben Jahre zuvor in der " Jungen Garde" geschrieben hatte: der Kriegervereinler. Dasjenige Land ist am sichersten nach außen, deffen innere Berhältnisse am freiheitlichsten find. Dasjenige Bolt ist patriotisch, dessen Massen wissen, wofür sie kämpfen. Durch den Achtstundentag, durch einen gesetzlichen Mindestlohn, durch die Abschaffung der Heimarbeit würde Deutschland besser geschützt als durch hundert neue Regimenter und Schiffe. Wir sind weit entfernt von dem Radaupatriotismus man Ludwig Frank ging ins Feld, um sein Vaterland, das er liebte, für die Demokratie und den Sozialismus zu erobern. Wie soviele Sozialisten hatte auch er als Radikaler" begonnen. Aber schon der Reichstag von 1907 sah den dreiunddreißigjährigen Abgeordneten anders als der Dresdener Parteitag von 1903 den neunundzwanzigjährigen Delegierten. Das heißt nicht, daß Frant von der Kraft seines sozialistischen Idealismus auch nur das geringste eingebüßt hätte fann viel eher sagen, daß das Gegenteil der Fall war. Er war so vom Glauben an die Zukunft der sozialistischen Arbeiterbewegung durchglüht, daß ihm auch der kleinste Anfang einer Verwirklichung, der erste Schritt zur politischen Temperament drängte ihn nicht zu warten auf einen späteren Macht als wertvoll, ja geradezu als geheiligt erschien. Sein Tag, der die Erfüllung aller Hoffnungen bringen sollte, nichts war ihm mehr zuwider als jede Art von Quietismus. Es drängte ihn zu handeln. Ludwig Frank war ein Mann der Lat. Darum genügte es ihm nicht, für den Weltfrieden zu demonstrieren, er wollte ihn schaffen. In ihrem Verhältnis zum Krieg hat die Sozialdemokratische Partei drei Stadien durchlaufen. Im ersten sah fie im Krieg mehr oder minder fatalistisch ein Verhängnis, bar verbunden war, das aber, wenn es eintrat, revolutionäre das mit dem Wesen der kapitalistischen Gesellschaft untrenn= Fortschritte mit sich bringen konnte. Im zweiten wurde sie 3ur moralischen Anflägerin des Krieges und erhob sie propagandistisch die Forderung nach der Sicherung des Weltfriedens. Im dritten begann fie, mit Ueberlegung politisch zu handeln, um diese ihre Forderung zu verwirklichen. zu handeln, um diese ihre Forderung zu verwirklichen. Dieses dritte Stadium wird charakterisiert durch die Arbeit Ludwig Frants. Sie mühte sich nicht, etwa irgendeinen utopischen Weltfriedensplan zu zimmern, sondern sie ging davon aus, daß es zunächst darauf ankomme, das Herz der europäischen Kultur vor Rückfällen in die Barbarei zu sichern. Wenn die drei Hauptmächte Europas, Deutschland, Frankreich und England, auf alle triegerischen Abfichten gegeneinander verzichtet hatten, dann blieb nicht nur der Kern Europas vor friegerischen Erschütterungen bewahrt, sondern diese Mächte waren vereint start genug, der ganzen Welt Frieden zu gebieten. Düffeldorf, 2. September.( WTB.) In der heutigen VerHandlung der Sechserlommission mit der Micum wurde auch über die noch ungeklärten Punkte Uebereinstimmung er zielt, der Ruhrbergban verpflichtet sich zur Fortsetzung der Reparationslieferungen an Kohlen und Nebenprodukten nach dem von der Reparationskommission aufgestellten Programm. Die Bezahlung erfolgt zu denjenigen Preisen, welche durch die Verhandlungen der Reparationsfommission mit der deutschen Regierung demnächst So schälte Frant aus dem allgemeinen theoretischen festgelegt werden, es wurden angemessene Abschlagszahlungen Weltfriedensproblem das besondere, praktische der Verständivorgesehen, der Wegfall der Rohlensteuer und der Abgung zwischen Deutschland, Frankreich und England heraus. Koblenz, 2. September.( WEB.) Die in dem Londoner Abgaben auf Rebenprodukte wurde unter gewiffen Voraus Ihm galten alle feine Bemühungen. So wurde er der Lommen vorgesehene Koblenzer Konferenz wurde heute fegungen vom 2. September ab in Aussicht gefiellt. geiftige Bater jener Berner Konferenzen, die deutsche und französische Parlamentarier zu gemeinsamer Beratung vereinten. Nicht nur die Sozialisten beider Länder sollten zusammenkommen— dies war ja ein Leichtes—, sondern die Sozialisten sollten sich bemühen, auch möglichst vief büraer- liche Abgeordnete beider Nationen an einen Beratungstisch miteinander zu vereinen und für die Idee der friedlichen Verständigung zu gewinnen. Dies gelang in so hohem Maße, daß auf der letzten Konferenz Abgeordnete so verschiedener Parteien beider Länder vereint waren, daß tatsächlich die Mehrheit beider Parlamente vertreten war. Wer sich daran erinnert, wie kalt und ab- lehnend das Verhältnis der beiden Länder zueinander bis dahin gewesen war, der wird in jenen Bestrebungen einen hoffnungsvollen glückverheißenden Anfang erkennen. Es war zu früh! Heute müssen sich Vertreter bürger- licher Parteien von beiden Seiten unter traurig veränderten Verhältnissen bemühen, die zerrissenen Fäden wieder anzu- knüpfen. Zwischen Frankreich und Deutschland lag als Zankapfel Elfaß-Lothringen. Eine demokratische Autonomie dieses Landes innerhalb des Deutschen Reichs schien damals allen französischen Kriegsgegnern eine hinreichende Garantie für die Sicherung des Friedens. Aber diese demokratische Autonomie, die uns das Elsaß hätte retten können, wider- sprach dem Prinzip der Monarchie und der Junkerherrschaft, die auf dem preußischen Dreiklassenwahlrecht aufgebaut war. Frank warf sich mit Ungestüm in den Kampf für Elsaß- Lothringen. Die Gewährung des allgemeinen Wahlrechts an dieses Land— die aber nicht mit einer bundesstaatlichen Verfelbständigung yerbunden war— war ein Werk, an dem er den tätigsten Anteil genommen haste. Das Haupthindernis für den Fortschritt der sozialistischen Arbeiterbewegung, für ihre Wirtschaft und Weltpolitik neugestaltenden Ideen, war und blieb das preußische Drei- klossenwahlrecht, besten Wirkungen über das ganze Reich hinausstrahlten. Der Besitzlose war polistsch minderen Rechts, der Sozialist so gut wie rechtlos, das Sozialisten- gefetz lebte in der Verwaltung weiter, nachdem es in der Ge- sctzgebung längst gefallen war. Die sozusagen moralische Rechtfertigung seines Verhal» tens zog das preußische Junkertum aus der sogenannten „Staatsfeindschaft" der Sozialdemokraten, als deren Symbol die alljährliche Etatsverweigeruna galt. Frank sah darin eine veraltete, zwecklos gewordene Geste und trat, mit vielen anderen süddeutschen Genossen gemeinsam, für die Etatsbewilligung ein. Die Etätsbewilligung war für Frank eine Waffe im Kampf um die Demokratie. Inzwischen gestalteten sich die europäischen und die innerdeutschen Verhältnisse immer kritischer, es war keine Zeit � zu verlieren. Frank riet zu einem letzten Sturm. In einer denkwürdigen Versammlung in Wilmers- dorf im Jahre 1913 forderte er die Partei auf, im Kampf gegen das preußische Dreiklastenwahlrecht die Waffe des Massenstreiks zu ergreifen. Er drang mit diesem Vor- schlag nicht durch, weil die Massen leider noch nicht reif genug waren, die großen geschichtlichen Zusammenhänge zu er- kennen. Eine innere Umwälzung in Deutschland hätte die Welt vor dem Krieg, Deutschland vor der Niederlage retten können. .So kam der Tag, an dem alles zusammenbrach. Wer kann glauben, daß gerade Frank ihn jauchzend erlebte, gerade er, der sein ganzes Werk in Trümmern gehen sah? Aber sein unbesiegbarer Opttmismus sah jenseits der Ruinen das neu erstehende Europa und die Pflicht der Sozialisten, ihm das Gepräge ihres Geistes aufzudrücken. Einer sozial- demokratischen Arbeiterschaft, die aus freiem Willen das eigene Land verteidigt hatte, konnte keine Macht der Well mehr die Gleichberechtigung vorenthalten. Jenseits des großen Grauens lag nun endlich erreichbar das hohe sehn- süchtig erstrebte Ziel der deutschen Demokratie, die dem Sozialismus und dem dauernden Weltfrieden die Pforten öffnete. Mrbeiterschast und Medizin. Bon Dr. med. Norbert Marx. Berkin. In diesem kurzen Aussatz will ich nur auf einige Probleme«in- gehen, die beweisen, wie sehr die sogenannte freie mediUnische Wissen» schaft noch von den Fesseln der bürgerlichen Ideologie umfangen ist und sich zur Dienerin der herrschenden Klasse macht. Wir wollen beginnen mit der Hygiene der Ernährung. Allen Proletariern wird noch in Erinnerung sein, wie während der glorreichen Zeit aller Orten dem darbenden Volk erzählt wurde, daß die bei der Rationierung gekieserten Lebensmittel vollauf genügen würden, ja, daß die Hungerkur dem durch den angeblich übermäßigen Fleischgenuß in der Friedenszeit übersättigten Volk« sine neue Ge- sunhheit geben würde. Ueborall wurde mtt dem Rubner-Voitschen Ernährung»index hausieren gegangen. Boll hatte vor über 40 Jahren feine Berechnungen und Untersuchungen m einer Zeit angestellt, als Deutschland begann, Jndustrielemb zu werden und das Proletariat durch Besitz von kleinen Grundstucken noch mit der Scholle verwachsen war. Wie hervorragend die Kriegsnah rung den menschlichen Bedürf- nissen entsprach, beweist die Mehrsterbkichkeit während des Krieges unter der Zivilbevölkerung, die während der Jahre 191ü bis 1918 763 000 Menschen(unter Ausschluß der Grippeopfer) betrug. Ge- rcrdezu kindisch mutet einen das Gebaren der deutschen veranttoort- lichcn Stellen cm, wenn man bei Gelegenheit wieder einmal die Plakate und Erlasse über>« Nährtraft der Brennessetblätter, den Nährwert des voll ausgemahlenen Brotes, über die imausgenutzten Fettmengen in gekochten Knochen usw. liest. All« diese Tollheiten wurden von dem kaiserlichen Gesundheitsamt mit einem Vissenschast- lichen Mänielchen behängt. Daß die von der Regierung unter still» schweigender Billigung der bürgerlichen Aerzte als genügend ans- posaunte Mindestnahrung nickst einmal zum Vegetieren ausreichte, bewesst die ungeheure Sterblichkeit in Gefängnissen und Irrenanstai- ten.' Erst nach dem Stahlbad fing das Wehgeschrei der deutschen Wissenschaft über die Unterernährung cm, um aber gehorsamst zu verstuinmen, als die Agrarier und die Großindustrie mit der Einsüh- rung von Schutzzöllen für die wichtigsten Lebensmittel auf den Plan traten. Ein anderes Ruhmesblatt der bürgerlichen Medizin ist ihr Ver- hakten bei der Bekämpfung der Gefchlechtskrankhet- ten. Die bürgerlichen Aerzteorgamfationen waren es, die durch ihre demagogische Hetze den Reichsrat bewogen, dem vom Reichstag an- genommenen Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten die Zustimmung zu versagen, da es einen Absatz enthält, nach dem Hell- Personen unter Aussicht des Arztes auch Geschlechtskrankheiten be> handeln dürften. Der Hauptgrund, dieses Gefetz zu Fall zu bringen, war die darrn ausgesprochene Aufhebung der gesetzlichen Anerken» nuug der Prostitution und die Entziehung dieser Opfer der bürger- lichen Gesellschaft aus der potizeiiichen Aussicht und ihrer Unter- . Nicht als Soldat des Kaifers, sondern als Vor- kämpfer eines freien Deutschland zog Ludwig Frank freiwillig ins Feld. Er war ein so großer Patriot, wie es nur ein internationaler Sozialist fein kann, der das Lebens- recht aller Völker anerkennt und darum auch nicht das des eigenen vergißt. Internationalismus war für ihn die Harmonie aller Pattiotismen der Welt. Den blutigen Strom hatte er mit jungen kräftigen Armen einzudämmen versucht. Als der Damm riß, sprang er hin- ein, um das Ufer zu gewinnen— nicht für sich, sondern für kommende Geschlechter, die sich des Glücks, der Freiheit und des Friedens erfreuen sollen. Die Stadt Mannheim weiht ihm heute ein Denkmal. Die deutsche Republik hat noch keines für ihn! « Hedwig W a ch e n h e i m hat in einem Band, der soeben im Verlag für Sozialwissenschaften erschienen ist, Reden, Aussätze und Briefe Ludwig Franks gesammelt. Das Bild einer bedeutenden und liebenswerten Persönlichkeit, das sich aus seinen eigenen Aeußerungen ergibt, wird durch eine bio- graphische Einleitung wirkungsvoll ergänzt und plastisch ge- staltet. So ist ein Buch entstanden, das' nicht nur für die Freunde des Toten ein Denkmal der Erinnerung, sondern auch für den Historiker eine wertvolle Quelle ist. Eine ver- kürzte, billigere Jugendausgabe, die gleichzeitig veranstaltet wurde, ensspricht ganz dem Geist dessen, dem sie gilt, des Führers der„Jungen Garde". Ludwig Frank gehört dem Volk, den Arbeitern und der Jugend. Was von ihm geblieben ist, ihnen gegeben zu haben, ist' ein hohes Verdienst. Deutschnationale Hengste. Ein Eingeständnis der„Krenzzeitnng". Die„Frankfurter Zeitung" hatte gemeldet, daß die Aktton der Reichsregierung in der Krisgsschuldfrage auf Schwierigkeiten gestoßen sei und daß vor der Hand keine weiteren Schritte zu erwarten seien. Dazu bemerkt die �Kreuzzeitung": »Bleibt Deutschland weiter so— milde gesagt— schüchtern, f c steht es geradezu verzweifelt mit uns." Das ist ein recht interessantes Eingeständnis. Es ist kein Geheimnis, daß die Erklärung der Reichsregietung im Auslände böses Blut gemacht hat. Geht die Regierung den in der Schuldftage beschrittenen Weg der Unbesonnenheit und der Kurzsicht weiter, so ist vorauszusehen, daß sich die mühsam erreichte Verständigungspolitik sehr bald in einer Sackgasse verläuft. Die Deutschnationalen aber wollen die Regierung auf diese falsche Bahn stoßen, well es sonst„geradezu ver- zweifelt" mit ihnen steht! Ein Grund mehr für die Mittel- Parteien, mit den Deutschnattonalen eine Bürgerblockregierung zu bilden! Das vielleicht nicht ganz freiwillige Eingeständnis der Deutschnationalen hat seine Hintergründe. Im deutschnatio- nalen Gebälk kracht es nämlich ganz bedenklich. So wird gemeldet, daß sich im Potsdamer Wahlkreis des Herrn Westarp Abfplitterungsverfuche bemerkbar machen. Im Wahlkreis des Reichstagspräsidenten Wallraf, Hannover-Süd, sieht es ähnlich aus. Dort vertrat der engere und erweiterte Vorstand des Landesverbandes trotz aller Vefchwichtigungs- versuche des Re'.chstagspräfidenten einmütig die Ansicht, daß es bei der Abstimmung nicht zu einer Spaltung der Reichs- tagsfraltion hätte kommen dürfen. Er sprach den Neinsagern der Fraktion einstimmig den Dank und das weitere Vertrauen des Landesverbandes aus, woraus Wallraf und die Jasager sich ihren Vers machen können. Noch schlimmer rechnet der Bezirksverband Mittweida mit der Partei ab. Er spricht dem Abg. Hoetzsch und der Parteileitung ein Mißtrauensvotum aus und beantragt die baldig« Einberufung eines Parteitages. stellimg unter das Fürsorgeamt. Das war den Aerzteführevn, die fast ausschließlich den Rechtskreiisen angehören, wohl bekannt, aber die ärzttiche Standesehre, die ein Geistesprodukt bürgerlicher Gehirne ist, konnte nicht gestatten, daß Menschen, in« nicht das Gymnasium be- sucht und nicht studiert hatten, auch nur den Schein einer ärztlichen Tätigkeit ausüben dürften. Am reinsten aber tritt die innere Unwahrhaftigkeit der bürger- lich modizinischen Wissenschast in ihrer Stellungnahme zum Problem des künstlichen Aborts(Fehlgeburt) zutage. Den führenden Aerzten ist wohl bekannt, daß ein Gesetz, das jährlmh 300 unglückliche Frauen und Mädchen zu Gefängnis und Zuchthaus verdammt, wäh- rend ungefähr fünfmal hunderttausend, die geschickter sind oder über die nötigen Geldmittsl verfügen, straflos ausgehen, niemals als ein soziales Gesetz, das im Rechtsbewußtsein des Voltes ankert, zu be- zeichnen ist. Obwohl die Aerzte wissen, daß Tausend« von diesen Frauen, die von Laien die Abtreibung vornehmen lassen, für immer dem Siechtum verfallen, können sie es mit ihrer Ethik vereinbaren, daß das Gesetz aufrecht erhalten wird. Denn ferne Aufhebung würde entsttttichend auf die breiten Massen wirken, wie sie so gern behaup- ten. Denn sie sind Hüter einer Sittlichkeit, die der reichen Frau gestattet, für Geld sich die Frucht abnehmen zu lassen, wann es ihr gefällt, die Proletarierin aber zwingt, ihrem Namen(prolez heißt Masse) Ehre zu machen und immer fortzeugend die große Masse im Elend vegetieren zu lassen. Das sind nur einige Streiflichter auf di« medizinisch« Wissen- schast, die uns zeigen, wie sie der herrschenden Kloß«, von der sie unterstützt wird, aus deren Kreise ihr« Vertreter kommen, Schergen. dienst« leistet. Der Kern des Problems ist es aber, daß das Prole- bariat durch das Bildungsmonopol von der Wissenschast ausgeschlossen bleibt. Eine Besserung ist nur zu erwarten, wenn die Aerzte nicht mit sozialem Empfinden, denn das behaupten auch die Deutschnatio- nalen zu besitzen, sondern mit sozialistischem Denken erfüllt werden. Daß das in absehbarer Zett noch nich der Fall sein wird, beweist die Einstellung der Aerzteschaft zur Sozialoersicherung. Wenn die jetzige Aerztegeneration sich auch nich zu sozialistischem Denken durchringen wird, so kann sie doch durch ein machtvolles Zusammenstehen des Proletariats gezwungen werden, nich mehr anttsozialistisch, d. h. volksfeindlich zu handeln und ihre Klassenvorurteile als Ausfluh der freien Wissenschaft auszugeben. ,Gesinnungscheaier� Der Dichter Franz Dülberg hat kürzlich in d:r„Deutschen All- gemeinen Zeitung" einen kleinen Aufsatz„Die Gefahr des Gesinnungs- lheaters" veröffentlicht, der sich gegen die Organisationen der Theater- konsumenten wendet. Di« Redaktion des Blattes unterftteich diese Tendenz noch in einer kurzen Vorbemerkung und kündigt an, darauf zurückkommen zu wollen. Der Eifer des Dichters um di« Rem- Haltung des Theaters von außerkünstlerischen Elementen ist zweisellvs Ein weiterer Grund für den Stoßseufzer der„Kreuz- zeitung" ist eine offizielle Erklärung des Vorsitzenden der Neichstagsfraktion der Nationalsozialistischen Freiheitspartei an den Vorsitzenden der Deutschnatio- nalen, in der mit einer rücksichtslosen Agitation in der„vaterländischen" Bewegung und in allen den Deutsch- nationalen nahestehenden Wehrverbönden und„vaterländi- scheu" Organisationen gedroht wird. Wie es heißt, hat Abg. Ludendorfs seinen F r o n t r i n g nicht ohne Absicht gerade in diesem Augenblick gegründet. Er soll die Deutschnationalen allmählich erdrosseln, und Ludendorff hofft, auf diese Weise allmählich maßgebenden Einfluß auf die Deutschnationalen zu gewinnen. Was Wunder, wenn den Deutschnationalen an- gesichts dieser Tatsachen etwas blümerant zumute wird! Und mit diesen Deutschnationalen, die den Spaltpilz im Leibe und die deutschvölkische Pest im Rücken haben, sollten die Mittelparteien einen Block zwecks Durchführung der Dawes- Gesetze bilden? Ein bißchen Naivität ist ja ganz schön, aber das Ausmaß, das hier oerlangt wird, ist polizeiwidrig. Warum? Deutschnationale Elegien. Worauf ein findiger Deutschnationaler nicht verfällt! Zumal wenn er zu den 49 Proz., der Beinahehälfte gehört, di? auf Kommando und durch das Schicksal des blinden Loses be- stimmt, auch anders können und Jafagen mußte. Denn nun, nach geschehener Tat, kommen die gemeinen Parteisoldaten und fragen: warum? Warum habt ihr mit Ja gestimmt, mit Ja für das zweite Versailles? Soll er sagen: ich gehorchte dem' Los, wie es mich traf! Das muß verschwiegen sein, und darum Gründe her! Gründe erzählen sie nun, und die lind danach. Zuerst Herr Strathmann, Theologe und Univer- sitätsprofessor aus Erlangen. Der sagt— in der„München- Augsburger Abendzeitung"—, seine Ueberzeugung und sein Urteil über die Dawes-Gesetze habe sich in keinem Punkte ge- ändert, aber— und nun kommt das Aber—, aber er habe Angst gehabt, ganz einfach Angst: „Die Wahlen hätten unter dem Druck des Fortdauerns der Pe- fatzuügsqualen, der Micum-Verträge, der innerdeutschen Verkehrs- fchikanen, der Beibehaltung der Regie, der Richtbefreiung unserer Gefangenen, der Gefahr neuer separatistischer Bewegungen im Rhein- land gestanden. Dafür hätte man die Deusschnationalen verant- wörtlich gemacht. Auch im übrigen Deutschland hätte ihre Sache schlecht gestanden. Denn man hätte sie verantwortlich gemacht für die Fortdauer und Steigerung der Kreditnot, der Arbeitslosigkeit, des Elends oller Art. Di« Angst vor dem Kommenden und die Hoffnung auf Besserung bei Annahme der Gesetze hätten zwar nicht unser« Organisation gefährdet, wohl ober die Stimmung der Masse beherrscht." Angst ist immerhin noch ein Grund, der sich hören läßt! Aber nun die, die sich nicht auf die Angst herausreden wollen! Für die hat ein gewisser Prinz Friedrich Wilhelm zur Lippe in der„Deutschen Zeitung" eine wunderbare Erfindung gemacht. Er hat nämlich plötzlich entdeckt, daß es in Deutschland außer Deutschnattonalen auch noch andere Menschen gibt und findet darin einen herrlichen, wenn auch etwas metaphysischen Entschuldigungsgrund für die Beinahe- Luther-Nachahmer der deutschnationalen Reichstagssraktion: „Wenn irgendein Ereignis, so hat die Abstimmung vom 29. August gezeigt, wie dringend notwendig es ist, daß di« Deutsch- nationalen bestimmenden Einfluß in der Reichsregierunz erhalten. Denn die geteilt« Abstimmung dieser Fraktion ist nich's anderes als«in Spiegelbild des deutschen Volkes." Was die Regierungsschmerzen der Deutschnationalen mit dem deutschen Volke zu tun haben, ist eine Sache für sich, aber die Abstimmung der Deutschnationalen als Spiegelbild des deutschen Volkes ist wirklich eine ganz wunderbare Erfindung und eröffnet die herrlichsten Aussichten. Zum Beispiel: wenn nächstens über einen kommunistischen Antrag im Reichstag abgestimmt wird, werden von den anerkennenswert. Aber Dülberg geht von falschen Voraussetzungen aus und kommt dadurch zu falschen Schlußfolgerungen. Es mag dahingestellt bleiben, wie weit sein« Vorwürfe gegen den„Bühnenvolksbund" zutreffen, der ja selbst„glaubwürdig ver- sichert, auf chnstlich-nationalem Boden" zu stehen. Verfehlt sind sie aber unbedingt gegen die Volksbühne. Schon die dreieinhalb Jahrzehnte alt« Geschichte der Volksbühne dürfte erkennen lassen, daß der Zweck dieser Organisation nicht di>z dramatische Verherrlichung des„Befreiungskampfes des Proletariats" ist, und daß in den Darbietungen der Volksbühne nicht die Pflege einer bestimmten Gesinnung an Stelle reiner Kultur angestrebt wird. Abgesehen davon sind aber auch unter den Mitgliedern der Volksbühne die verschieden. sten Gesellschastsschichten, Weltanschauungen und politischen Richtungen vertreten. Das Ziel der Volksbühne ist vielmehr der Kampf gegen das im wesentlichen von Geschäftsinteressen bestimmte Theater, dessen Unter- nehmer in vielen Fällen nur sehr geringe innere Beziehungen zur Kunst hat. Das sollte gerode ein Dichter wie Franz Dülberg b-:- grüßen und unterstützen. Für die Dolksbühnenorganisation ist die Kunst keine Handelsware, für sie ist die Schaubühne eine moralische Anstalt im Sinn« Schillers, aber kein Institut für die Propaganda politischer und sonstiger Ideen. Bietet nicht auch der Spielplan der Berliner Volksbühne eine Bestätigung dieser Feststellung? Wird das von Dülberg gefurcht«!- „Gesinnungstheater" etwa durch Stücke wie Strindbergs„Ostern" oder„vasarnasena" oder Schillers„Don Carlos" gepflegt? Weiß Dülberg nicht, daß dm Mitgliedern der Volksbühne auch Aufführun- gcn in andern Theatern als dem eigenen Heim am Bükowplatz oc- boten rverden, darunter sein eigenes Schauspiel„Korallenkcttlin? Und wenn auch der ebenfalls von der Volksbühne aufgeführte draina- tische Roman„Fahnen" von Alfons Paquet Sympathien für den „Befreiungskampf des Proletariats" zeigt, so oerdankt doch gerade dies Werk seine Aufführung seiner starken künstlerischen Eigenart. Gesinnung und Kunst schließen einander doch nicht aus, und ein Drama ist doch noch nicht deshalb ohne weiteres unkünstlerisch, weil in�ihm auch eine Gesinnung zur Geltung kommt. Im tiefsten Gninde drückt sogar jeder echte Dichter, der eigenes Erleben gestaltet, in seinem Werke auch eine Gesinnung aus. Gerade die von Dülberg geforderte Organisation derjenigen, „die vom Bühnendichter nicht Gesinnung sondern Persönlichkeit verlangen", hobm wir in der Volksbühne. Di« Dichter-Persönlichkeit, die von den Geschäftsinteressen eines Thcaterunternehmers unab» hängig fein will, braucht die Volksbühne zur freien Entfaltung ihres künstlerischen Schaffens. Es wäre wünschenswert, die Münungs- Sicherung eines Dichters darüber zu hören. W. B. ver Völkerbund kagkt Genf Hai feine Sasson. Auf den großen Hotels wehen die Flaggen aller Länder, um die Jniossen zu ehren. Die kleinen Mädchen gehen unermüdlich auf dem Quai du Löman spazieren und sind-noch mehr bemalt als gewöhnlich, was übrigens bei der Atmosphäre hier netter wirk: als auf der Friedrichstraße. — und die Ehauffeur« nehmen doppelt« Taxe. Es ist erstaunlich, wie viele politisch begeisterte Menschen auf der Welt sind. Cook bringt jeden Tag neue Karawanen Engländer 106 Deutfchnationalen 11 für, die anderen gegen den kommu- nistischen Antrag stimmen: Spiegelbild des deutschen Volkes. Das durfte den Deutschnationalen nach bewährter Bundesgenossenschaft immer noch leicht fallen. Aber nun: mindestens 20 Proz. des deutschen Volkes sind fozialdemo- kratisck, also werden demnächst 20 Pro�. der Deutschnationalen zu uns stoßen mit der Begründung: Spiegelbild des deutschen Volkes— und das dürfte ihnen schon schwerer fallen. Nun ist diese herrliche Erfindung aber leider etwas un- klar. Sie läßt eine interessante Frage offen. Wenn die 49 Proz. Jasager das Spiegelbild der iasagenden Parteien von Sozialdemokraten bis Bayerische Nvlkspartei waren, wie steht's mit ihrer Ueberzeugung? Ist die auch ein Spiegelbild, und ist sie trotz des Namens deutschnational sozialdemokratisch, demokratisch, zentrümlich? Oder wurden die Herren gespiegelt wider Willen und Ueberzeugung? Und überhaupt: die Deutsch- nationalen als Spiegelbilder, das ist an sich schon herrlich. Spiegelbild, ick kenne dir! Indessen vermögen so herrliche Erfindungen und alle elegischen Variationen über das Thema:»Warum" den Zorn des grollenden deutschnationalen Acherons nicht zu besänftigen, und nun wird es gefährlich: denn ach, nun kommen die streit- baren deutschnationalen Pastoren. Da schreiben sie im»Reichs- boten", der immer noch lebt: „Aber noch außen hin weiter bei der absoluten Verurteilung bleiben und hinter den Kulisim Verhandlungen führen, die darauf hinausliefen, die erforderliche, nicht vorhanden« Zweidrittelmehrheit doch noch zuwege zu bringen und dann Beteiligung an der Regierung zu erlangen, das war ein verhängnisvolles Zuge- ständnis an den Geist des parlamentarischen Schachers aus Schwäche gegenüber den Rücksichten auf das Parteiinteresse. Das ist ein« jäh« Wendung in der eben noch so stark betonten Entschlossenheit, die in den weitesten Kreisen der Anhänger im Lande Entsetzen, Eni- t ä u s ch u n g und Bestürzung lzervorrufen und wie«in Zagen vor der Verantwortung für das als richtig Erkannte wirken mußte. Wie weit die Enttäuschung geht, beweisen uns Anfragen aus unserem Leserkreise von Personen, die teilweise in ihrem Bezirke an der Spitze von Wahlorganisationen stehen, o b s i« nicht besser täten, ihren Austritt zu erklären." Es knistert also im Gebälk, und bald vielleicht wird man es lauter krachen hören. Es müßte denn sein, daß die grollenden deutschnatwnalen Parteigänger Entsetzen, Enttäuschung und Bestürzung beiseite stellen— entweder aus Angst, wie Herr Dr. Strathmann, oder weil sie sich zu der Lippeschen Lehre bekennen, daß man als Deutschnationaler überhaupt keine Ueberzeugung braucht, sondern einfach— als Spiegel zu dienen hat._ Die �ufjichtsbehöröe. Die Deutsch-Konservative« melden fich. Die„Kreuzzeitung" teilt an hervorgehobener Stell« im Fett» druck mit: »Der engere Vorstand der Deutschkonservativen Partei wird am kommenden Sonnabend zu einer Sitzung zu- sammentreten, um zu der politischen Lage Stellung zu nehmen." Die dcutschkonservative Partei besteht neben und in der deutsch. nationalen Partei unter der Führung Heydebrands fort. Ihr prominentester Vertreter in der deutschnationalen Reichstagssraktion ist Graf Westarp. Man wird nicht fehl gehen mit der Annahme, daß es vor allem zwei Fragen sind, mit denen sich die Deutsch- konservativen befassen werden: erstens die Frage, was geschehen soll, wenn die deutschnotionale Partei auseinanderbricht und ob es dann nicht an der Zeit sei, wieder offen mit der alten Fahne und Firma herauszukommen, zweitens die Frag«, welche personellen Forderun- gen die Deutschkonservativen in der Frage der Regierungsbeteiligung an die Deutschnationolen zu stellen haben. Denn versteht sich, stock- konservativ, stockreaktionär und— zuverlässig müssen deutschnationale, lies konservative, Minister sein. Punkt eins ist Symptom für den und Amerikaner, die aooh sagend die Straßen entlang wandern, und im Vestibül des Völkerbundpalastes sitzen viele alt« Damen mit Hornbrillen, die Pfefferminz essen und z»ssehen, wie die Großen der Erde. Benesch, Lord Parmoor und Georg Bernhard bevorzug- ten Sterblichen Audienz erteilen. Die ganz großen Götter sind noch nicht da. aber ihr Schotten fällt bereits voraus— feit 14 Tagen läuft der Photogvaph der guten „Suisse" zu allen Zügen nach dem Bahnhof, um die etwa pro- grammwidrig vorher eintreffenden Premiers zu kapern. Aber während die Stadt fiebert und mit hungrigen, weitoffenen choteltüren auf die Gäste wartet, steht der See im letzten herbstlichen Glänze. An seinen Ufern bleichen die Wälder, und abend» schwimmt ein angenehmer, melancholischer Nebel über seinen kleinen grünen Mellen. Im jarckin anglais ist Feuerwerk und Konzert, während die Kongreßgäste ihr bestes Französisch probieren, um mtt den Genfern eine cnteine cordiale zu beginnen. Nur die Journalisten sind, wie gewöhnlich, unzufrieden, denn sie müssen die ganze Weltgeschichte zu Papier bringen, und so mancher gottbegnadet« Politiker liest nachher mit heimlicher Selbsterbermunq in der Zeitung, was für ein genialer Kerl er doch«igenttich ist. Aber wenn er wüßte.... was wir wissen und was das Publikum nicht weiß. H. W. Ein Meisterwerk deutscher Technik. In dem Filmvortrag, den Oberingenieur Dreyer in der Urania hält, erlebt man das größte Schiff der deutschen Flotte, den Lloyddampfer C o l u m b u s. Ja. man erlebt ihn, dies eine Wort sagt alles. Durch geschickte Der- bindung von Wort und Film wird der Riesendampfer uns in allen Einzelheiten nahgebracht. Wir sehen ihn vor unseren Augen auf der Werst erstehen, wohnen seinem Stapellauf und seiner ersten Reise nach New Park bei. Mit Hilfe von gezeichneten Trickfilmen werden un solle sein« Geheimnisse, die man bei einer Besichtigung nur anstaunt, aber nicht versteht, verständlich. Wie der Kreiselkompaß das Schiff automatisch steuert, wenn der Kurs«ingestellt ist, wie das Wasser in der Kesscl- und Maschinenanlage seinen Kreislauf be- lchreibt, wie die Maschinen von 30 000 Pferdestärken mit Oelfeuerung betrieben werden, wie das Schiff mit Hilfe der Seitenfeuer bei Nacht seinen Weg findet, und vieles andere wird un» vor Augen geführt. Da'» gesellen sich interessante Einblick» in das Leben an Bord,� in Kamiort der heute auf solch einem Ozeanhotel mit 3000 Menschen o-boten wird. Selbst die Passagiere 3. Klasse, die früher in d:n Zwischendecks hausen mußten, sind heute luftig und gesund unter- gebracht Eine Fahrt durch New Port mit seinem Rieftnverkehr, ein Besuch in einem amerikanischen 4000°BetI«n-Hot«l schließt sich an den gleich unterhaltenden wie belehrenden Vortrag. Za der Skaalsoper fingt in der heutigen Sohengrin-Aussührung Frau Arndt-Lbcr die Ortrud. D-s IHOring« Thea, ermuseum in ckolh« deranstattet Im Herbst eine Nusslellung von Entwürien und Modellen zur szenischen tkunn der letzten Jahrzehnte in Thüringen. Alle Stitartcn von der ftunft der Mcininger bis zu den neuesten Bestrebungen de« staatlichen Baubause« in Weimar werden vertreten sein. Leihtveile Ueberlassung von Ortginalentwfirlen, Modellen, Figuren. Kostümen,«hotoarabhien zur fzenischen Kunst der Zeit seit 1870 sind bis lpSiesten« 20. September an Dr. Nippold, Gotha, l aijerstr. 47, erbeten. Krach bei den Deutschnationolen— die konservative Aufsichtsbehörde meldet sich. Punkt zwei zeigt, das Westarp in die Regierung möchte. Vielleicht beraten aber die Deutsch konservativen zum dritten auch noch ein Geschäft: Monarchie für Dawes-Gesetze. Warum sollte man schließlich nicht nach dem Lorbild vom 29. August Wilhelm II. zurückschachern wie eine abgelegte Unterhose? Um üie Räumung von Dortmunü-tzärüe. Unnötige Alarmmeldungen. In der Dienstag-Ausgabe des in Mainz erscheinenden »Echo du'Rhin", dem offiziösen Organ der Rheinland- k o m m i s s i o n, wird folgendes mitgeteilt: »Wie wir erfahren, wird für die militärische und wirtschaftliche Räumung von Dortmund und Hörde mit Rücksicht auf die für die Uebergab« der Geschäft« der»Micum" und die Liquidation der laufenden Angelegenheiten erforderliche Zeit«in Aufschub von4bis10Woch«n notwendig fein. Di« französischen Truppen werden also diesen Teil des Ruhrgebiets nicht vor diesem Zeitpunkt räumen." Ein Teil der Berliner Presse gibt diese Mitteilung in sensationeller Form wieder und zieht aus ihr den Schluß, daß die Besatzungsbehörde die von Herriot zugesagte Räumung hintertreibe. Meldungen aus dem besetzten Gebiet besagen, daß auch dort wegen der Veröffentlichung des»Echo du Rhin" lebhaft« Beunruhigung herrsch«. Von deutscher Seite wird zu der Frage der Räumung von Dortmund und Hörde daraufhin offiziell mitgeteilt: Vielfach scheint noch Unklarheit zu bestehen über den Zellpunkt, zu dem die Räumung von Dortmund erfolgen muß. In dem Schreiben der französischen und belgischen Mnisterpräsidenten an den Reichskanzler vom 16. August 1924 haben sich die französische und belgische Regierung verpflichtet, die militärische Räumung der Zone Dortmund-Hörde und der seit dem 11. Januar 1923 außer- halb de« Ruhrgebietes besetzten Gebiete am Tage nach der eni> gültigen Unterzeichnung des Londoner Abkommens, also a m 31. August 1924, anzuordnen. Sie haben in dem Schreiben ferner zum Ausdruck gebracht, daß dies« militärische Räumung gleichzeitig mit der wirt- scha ftli chen Räumung derselben Zone erfolgen muß. Für die Durchführung der wirtschaftlichen Räumung stick» genau be- stimmte Zeiträume vorgesehen. Am 1. September hat die Reparationskommisston festgestellt, daß die in dem Gutachten vorgesehenen deutschen Gesetze verkündet sind und daß der Generalagent für Reparationszahlungen seine Tätigkeit aufgenommen hat. Für die wirtschaftliche Räumung ist zunächst eine Frist von 36 Tagen, also bis zum 6. Oktober, vorgesehen. In einem daran anschließenden Zeitraum von 14 Tagen, also bi» 19. Ok- t o b e r, werden die Besatzungsmächte all« übrigen zur Wirtschaft- lichen Räumung notwendigen Maßnahmen durchführen. Der äußerste Zeitpunkt für die militärisch« Räumung von Dortmund ist demnach genau bestimmt. Daß die Räumung eines Gebietes, in dem sich eine fremde Macht so intensiv festgesetzt hat wie in Dortmund-Hörde, ge- wisser Fristen bedarf, liegt auf der Hand. Man wird auch mit der Möglichkeit rechnen müssen, daß diese oder jene Stelle innerhalb der Oktupationobehörde es mit der Liquidation nicht allzu eilig hat. Das alles kann aber nichts daran ändern, daß sich das Kabinett Herriot auf einende st immtenTer- min verpflichtet hat, an dem die Räumung— die wirt- schaftliche sowohl wie die militärische— beendet sein muß. So begreiflich deshalb der Wunsch der vor der Befreiung stehen- den Gebiete ist, ihre Freiheit möglichst bald wiederzuerlangen, so sehr ist doch davor zu warnen, sich durch mißverständliche Meldungen von der Gegenseite und durch Gerüchte, die auf ungenauen und unzulänglichen Beobachtungen beruhen, irre- führen zu lassen. Sollte es sich aber einegewissePresse angelegen sein lassen, durch absichtliches Weitertragen und Aufbauschen unzuverlässiger Nachrichten die Oeffentlichkeit und die besetzten Gebiete in Unruhe zu versetzen, so beweist sie damst wieder einmal, daß ihr das Hetzen und Unfriedenstiften alles. die Befreiung der besetzten Gebiete gar nichts bedeutet. Man wird ihr auf die Finger sehen müssen, damit sie durch ihre ver- antwortungslose Tätigkeit kein Unheil anrichtet, das freilich nicht sie, sondern die zu befreienden Gebiet« auszubaden haben würden. --( Ruf zum Kulturkampf! Hetzrede« im Zeiche« des Kre«zes. München, 2. September.(Eigener Drahtbericht.) Aus der Tagung des Evangelischen Bunde» in München hat sich der deusichnationale Berliner Hofprediger Döring die Lammshaut der Demut abgestreift und eine polltische Kampfrede gegen den Marxismus und den Ultramontanismu« gehalten. Er nannte die Revolution„die größte sinnlose Farn der deutschen Ge- schichte". Sie sei alles andere als deutsch gewesen und habe das Vaterland zu einem Schacherobjekt internattonaler Geldgeber gemocht. Der Evangelische Bund werde sich jetzt nicht mehr auf die Verteidigung beschränken, sondern zum Angriff übergehen. Aehn- liche Töne schlug ein sogenannter Arbeitervertreter aus Westfalen an, der ebenfall» den Kampf gegen die»beiden Feinde de» Deutsch- tums", gegen Marxismus und Ultramontanlsmus, predigte. Die chrisllichen Hörer waren Mit diesen Schimpfepisteln zufrieden. « Man kennt diese bornierten Hofprediger au» der wilhelminischen Aera zur Genüg«. Lakaienhafte Ergebenheit hohen und höchsten Herrschaften gegenüber, Brutalität und Unduldsamkeit nach unten hat sie seit jeher ausgezeichnet. Manch ein gewöhnlicher Geistlicher weih ein Lied von dieser Art Strebertum zu singen. Von Christen- tum hat das noch weniger Ahnung als vom Marxismus. Ertappte verleumöer. Meineidsverfahren gegen völkische Beleidiger des Reichspräsidenten. Weimar. 2. September.(Eigener Drahtbericht.) In der v ö l- tischen Presse Thüringens wird ein« Erzählung über Vor» kvmmniss« im„Fürstenkeller" in Weimar im Winter 1918/19 ver- breitet, in der u. a. ausgeführt wird, der Reichspräsident, der damals noch Mitglied der Nationalversammlung und Volke. beauftragter war, hätte wiederholt zusammen mit anderen Herren über die Polizeistunde hinaus gekneipt und sei einmal aus dem Heimweg in angetrunkenem Zustande gesehen worden. Diese Schilderung beruft sich auf«ine Gerichtsverhandlung vor der Strafkammer in Sonneberg gegen den Monteur Bertuch, der wegen Beleidigung des Reichepräsidenten zu 80 M. Geld. strafe verurteilt worden ist. In dieser Gerichtsverhandlung traten von der Verteidigung ohne vorherige Verständigung der Prozeß- leitung mitgebrachte Zeugen, einige frühere Mitglieder des Soldatenratez in Weimar auf, die jetzt offenbar den v ö l- tischen Kreisen angehören und die angeblich aus eigener. Wahrnehmung die Behauptungen dem Gericht vortrugen. Da ihre. Angaben falsch sind und offenbar auf böswilliger Erfindung be-■ ruhen, hat der Oberstaatsanwalt in Weimar gegen sie das Straf- verfahren wegen Meineides eingeleitet. Rbrüftung unü Schieüsgericht! Maedonalds Vorschläge in Genf.— Am Donnerstag ent- scheidende Sitzung mit Maedonald, Herriot und Theunis. <8 e u f, Z. September.(WTV.) Die Donnerslagsihung. an der Herrlok. Maedonald und Theunis teilnehmen werden, soll ausschließlich den Fragen des Sarautiepakte», der S i ch e r h e i l und der Abrüstung gewidmet sein. London, 2. September.(Eigener Drahtbericht.) Vor seiner Ab- reise nach Genf hat Macdonald am Dienstag morgen neu« Er. klärungen gegen den französischen Borschlag eines Sicherheitspattes, aber für den von Motta, dem Präsidenten der Völkerbundsversamm- lung, vorgeschlagenen Plan der internationalen Schied». gerichtsbarkett bei Streitigkeiten zwischen den Ländern abge- geben. Er erklärt«, mit Motta vollkommen darin übereinzustimmen, daß der Schlüssel für einen Erfolg der Völkerbundsverhandlungen zugunsten der Sicherung de» Friedens die Aufrichtung der obliga- torischen Schiedsgerichtsbarkeit sei. Im allgemeinen sei die Sicherheit der Nationen von außen her gefährdet. Er kenne aber heutzutage auch Nationen, die durch ihr« Innenpolitik ihre Sicherheit aufs Spiel setzen, ohne von außen her durch ihr« Nachbarn bedroht zu sein. Wenn die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit für internationale ' Strelsiälle nicht erreicht werde, würden In zehn llahren alle Völker bis an die Zähne bewofsnel fein, weil dieser Zustand al» das einzige Mittel, den Frieden zu erhalten, erscheinen werde. Die Voraus- setzung der endgültigen Sicherung des internationalen Frieden« sei die Lösung des Problems der teilweisen oder vollstän- digen Abrüstung. In der Zwischenzeit gebe es eben keinen anderen Weg als den von Motta vorgeschlagenen der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit. Die Saarfrage im Völkerbund. Forderungen der Reichsregierung. Senf, 2. September.(WTB.) Der Völkerbundsrat wird sich dieser Tage mit verschiedenen Roten der deutschen Regie- rung über Saargebietsfragen zu befassen haben. An erster Stelle steht die Frag« des französischen Militärs im Saargebiet. Hier verlangt die Reichsregierung unter Hinweis auf die jahrelangen, fast ganz ergebnislosen Diskussionen über diese Fragen und die bisher nicht ausgeführten Beschlüsse des Rats die Bestimmung eines festen Termins in naher Zukunft für� die Z u- rückziehung der französischen Truppen au» dem Saargebiet und endgültige Errichtung der örtlichen Gendarmerie. Eine andere wichtig« Frage ist die der französischen Schulen im Saargebiet. Die Reichsregierung hat die schon vor l'A Jahren behandelte Frage erneut aufgegriffen und in einer ein- gehenden Note nachgewiesen, daß die französischen Schulen, die tatsächlich reine Propagandaanstalten darstellen und nur dank der Unterstützung der Regierungskommission im Saargebiet zu ihrer gegenwärtigen Ausdehnung gelangen tonnten, im Widerspruch zu dem Dersailler Vertrag stehen. Sie beantragt, daß entsprechend dem Vertrage französische Schulen im Saargebiet n ur für französische Kinder unterhalten werden dürfen. Die Note der Reichsregierung wird ergänzt durch ein Rechtsgutachten des Berliner� Universitätsprofessors Dr. Bartsch, in dem insbesondere nach-■ gewiesen wird, daß durch die Errichtung der französischen Schulen nicht nur die Grundbegriffe des im Saargebiet fortgeltenden preußischen Schulrechts, die gesetzlich« Schulpflicht und die Kon- sessionsschul« verletzt werden. Endlich liegt eine Beschwerde der Reichsregierung gegen zoll» politische Maßnahmen der Regierungskommission vor. Während der Dersailler Vertrag bei den deusichen Erzeugnissen bis zum 7. Januar 1925 zollfrei« Einfuhr in das Saargebiet zugesichert hat, hat die Regierungskommission die deutsche Einfuhr in da» Saargebiet in strengen Grenzen kontingentiert und dadurch der Wirtschaft und insbesondere der Maschinenindustrie erheblichen Schaden zugefügt. Die Reichsregierung verlangt, daß die Regie- rungskommission, wenn sie gewissen befürchteten Aussichten vor- beugen zu sollen glaubt, solche Methoden anwendet, die die oer- traglichen Garantien nicht antasten. * Die Forderungen, die die Reichsregierung hier vertritt, entsprechen allen Forderungen der Bevölkerung des Saargebietes selbst. Die Bevölkerung ist deshalb schon wiederholt in Denkschriften und persönlichen Vorstellungen beim Bölkerbund vorstellig geworden, ohne das Gehör zu finden, das sie verdient. Es entspricht nicht dem Geist des Ver- träges und des Bölkerbundes, wenn die bersrhtigten Forderungen eines unter seinem Schutz stehenden Gebietes dauernd mißachtet werden. Der Völkerbund ist in diesem Jahr zu einer besonders wichtigen Sitzung zusammengetreten. Die persönliche Tell- nähme der Ministerpräsidenten Englands, Frankreichs und Belgiens legt Zeugnis dafür ab, daß die bedeutendsten Vertreterstaaten des Völkerbundes in Europa der Bölkerbundbewegung einen neuen Aufschwung geben zu können hoffen; der Emst, mit dem auf der diesjährigen Sitzung das Friedens- und Abrüstungsproblem behandelt wird, zeigt die Richtung, in der Macdonald, Herriot und Theunis den Völkerbund führen wollen. Möge eine Erledigung der Saargebietsfragen im Sinne ihrer saar- ländischen Antrag st eller der Beweis dafür sein, daß es dem Völkerbund gegeben ist, seinen Mschtzuwachs in un- parteiischem sowie im Sinne derBefriedungund Ver- söhnung Europas zu verwerten. Gwen�oung vor öerReparationskommisilon Seine Maßnahmen einstimmig gebilligt. Paris, 2. September.(MTV.) Die Reparationskom» Mission trat heute unter dem Vorsitz von Barthou zusammen. Sie hörte einen Vortrag des G e n e ra lag e n t« n für die Zahlungen Owen Young über die Mahnahmen, die er in Erfüllung seiner Mission bereits ergriffen hat und noch zu ergreifen gedenkt. Nach einem Meinungsaustausch dankte der Vorsitzend« der Repara- tionskommisston dem Generalagenten für sein« Ausführungen und gab ihm die Bersicherung, daß feine Methode und sein« Maßnahmen die einstimmige Billigung der Reparations- kommtssl»« besäßen._ Richttgstellung. Im Leitartikel. göll« und Sozial- Politik" unserer gestrigen Abendausgabe hat si-b ein sinn- störender Fehler eingeschlichen. Unseren österreichischen Genossen ist es gelungen, den Zoll auf Getreide von 2 auf zurzeit 0.23 Gold- krönen zu lenken, nicht, wie eS fälschlich im dritten Absatz heißt auf 0,26 Heller. Gewerkschaftsbewegung furz, all die tausend liebevollen Handreichungen zu verrichten, für Produktionsausfall. Aus Effen wird berichtet:. an In der legten Augustwo che( vom 24. bis 30. August) mußten im Ruhrbergbau wegen Absahmangels 106 Stellen 138 107 Feierschichten eingelegt werden. Damit stellt sich die Zahl der Schichten, welche die Ruhrbergleute im abgelaufenen Monat aus dem genannten Grimde feiern mußten, auf 830 000. Wer wollie angesichts dieses Produktionsausfalls in einer ein zigen Industrie Deutschlands, in einem einzigen Monat noch bezweifeln, daß es kein anderes Mittel zur Ausgleichung dieses Produktionsausfalls gibt als eine Verlängerung der Arbeitszeit? Der Einwand, daß bei vermehrter Produktion nach Behebung des Absahmangels es wieder an Waggons fehlt, um die Kohlen abzutransportieren und deshalb neue Feierschichten eingelegt werden müssen, ist hinfällig. Im Gegen feil, weil auch durch Waggonmangel ein erheblicher Produt tionsausfall entsteht, muß die Arbeitszeit um fo mehr verlängert werden, um auch diesen Ausfall wieder auszugleichen. Das ist doch ganz logisch nach der Arbeitgeber= verbandslogit, wie sie auf Seite 26, Heft 8 der Schriften der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände über die Arbeitszeitfrage" entwickelt wurde.. -O thm den Ropf beim Erbrechen zu halten. ihm die Stirn zu fühlen,| die der Kranfe in seiner Hilflosigkeit so dankbar ist. Nur bei den allerschwersten Fällen, beim Aufwachen aus einer Narkose setzt man an das Bett eine Schwester, deren Arbeit dann den anderen entzogen wird. Wo bleiben bei solcher Arbeitslast die Ideale des Schwesternberufes, die den jungen Mädchen, als sie diesem Beruf sich zuwandten, vorgeschwebt haben?, Das alles schwindet in Antikriegstag am 3. Sonntag im September der Tretmühle des Dienstes! Da bleibt auch nach Beendigung des Dienstes kaum noch die Fähigkeit zu einer rechten Erholung, die nötig wäre, um neue Kraft und neue Arbeitsfreudigkeit zu sammeln. Nicht nur die Rücksicht auf die Krantenschwestern, sondern auch das Wohl der Kranten felber erfordert es, daß diese Neufestlegung der Arbeitszeit schleunigft rüd gängig gemacht wird. Fachgruppentage der Bauarbeiter. Hamburg, 2. September.( Eigener Drahtbericht.) Als Borfäufer des ersten Bundestages des Baugewerksbundes traten am Montag und Dienstag die einzelnen Fachgruppen des Bundes In Rheinland- Westfalen sind die Bauarbeiter zu einem zufammen. In der zunächst gemeinsamen Tagung bezeichnete großen Teil seit drei Wochen ausgesperrt. Wenn die Aus- Bundesvorsitzender Bae plow in seiner Begrüßungsrede als die Sperrung nicht vollständig ist, so ist das keineswegs auf die Leibung Aufgabe der Fachgruppentage, die internen Berufsangelegenheiten der ausiperrenden Bauunternehmerverbände zurückzuführen. Jeden der Fachgruppen zu beraten und die Tattit bei Lohnbewegungen falls entsteht auch durch diese Aussperrung ein solch großer Pro- und Streits zu besprechen. Die Fachgruppentage haben auch die buttionsausfall, daß er nur durch die Verlängerung Vertreter für den Bundestag zu wählen. Ueber die faßungsgemäße Der Arbeitszeit der Bauarbeiter wieder eingeholt werden Busammensetzung der Fachgruppentage und des Bundestages, die fann. Nur Arbeit tann uns retten" nicht Feierschichten und noch Mängel aufweise, würden dem Bundestag neue Vorschläge Aussperrungen. unterbreitet werden. Hauptaufgabe sei, daß sich Angehörige aller Die kapitalistische Wirtschaftsweise auch Wirtschaft Ordbeteiligten Berufe als Baugewerksbündler fühlen. nung genannt hat ihre eigene Logit. Wir müssen sie ablehnen, Der Fachgruppentag der Maurer beschäftigte sich besonders oder aber weit länger arbeiten um noch geringeren Lohn. mit der Frage der Akkordarbeit, mit Lehrlingsfragen und Sektionsbildung. Bei dieser Tagung wurden ebenso wie vom Fachgruppentag der Bau hilfsarbeiter der Wunsch nach gemeinsamer Beratung der Lohn- und Tariffragen laut. Am Dienstag tagten dann die Delegierten der Maurer, Bauhilfsarbeiter und Tiefbauarbeiter einschließlich der Sparten der einzelnen Hochbau- und Tiefbauberufe gemeinsam. Die Fachgruppentage der Glaser und Töpfer sowie Fliesenleger sprachen ihre Befriedigung über die Zusammenarbeit im Baugewerksbund aus. Die Rückwirkung in England. $ Nach der Statistik des Arbeitsministeriums betrug am 18. August die Zahl der Arbeitslosen in England 1 122 200, mit einer Bermehrung um 30 357 feit der letzten Wochenzählung. M Es gibt immer wieder Leute, die den Arbeitern einzureden fuchen, daß ein Wirtschaftsaufschwung in Deutschland den wirtschaftlichen Niedergang in anderen Ländern, insbesondere in Eng land zur Folge habe und umgekehrt. Man versucht mit dieser Beweisführung den Arbeitern die Internationalität auszureden. In Wirklichkeit geht die Produktion der Welt durch kommunizierende Röhren. Die wirtschaftliche Krise des einen Landes führt unweigerlich zu einem Produktionsausfall in anderen Ländern. Das Steigen der Arbeitslosigkeit seit einigen Wochen in England ist die Folge der deutschen Wirtschaftskrise. Man fann wohl durch gewaltsame Abschnürungen, wie sie während des Krieges und der Ruhrbefehung stattfanden, diesen Prozeß vorübergehend fünftlich unterbinden, aber man fann auf die Dauer nicht gegen wirtschaftliche Geseze auftommen. Unmenschliches in Krankenhäusern. Die Arbeitszeit der Krankenschwestern. Die Berlängerung der Arbeitsdauer macht Fortschritte. In den Krantenhäusern der Stadt Berlin ist jetzt für die Schwestern die Arbeitszeit neu festgesetzt worden. Die Arbeit dauert pon morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr nach Abzug der Bausen 10 Stunden; bei Nachtdienst aber von abends 8 Uhr bis morgens 7 Uhr, d. h. ununterbrochen 11 Stunden. Es tommt fogar vor, daß innerhalb 24 Stunden 17 Stunden Dienst zu verrichten find, und zwar von früh 7 Uhr bis 1 Uhr nach mittags und von 8 Uhr abends bis früh 7 Uhr. Eine solche Ausnußung förperlich und geiftig gleich ange strengter Menschen sollte man, so wird uns hierzu aus der Schwestern schaft geschrieben, bei der heutigen sozialen Auffassung für ganz unmöglich halten, wenn nicht die Schwesternschaft in dieser Beziehung schon allerlei gewöhnt wäre. Seit Jahren ist die Zahl der angestellten Schwestern aufs äußerste herabgedrückt worden. Es gibt Stationen mit etwa 40 Betten, für die nur zwei Schwestern tätig sind, und zeitweise steht sogar nur eine Schwester zur Verfügung. Die Krankenschwester, die nach zweijähriger Ausbildungszeit ihr Examen ablegen muß, hat törperliche und geistige Arbeit zu leisten. Sie muß in den Sälen hin- und herrennen, muß Krante heben, betten, waschen, pflegen, verbinden, in den Operationsfaal fahren, muß Botengänge zum Laboratorium besorgen, muß aufräumen. Sie hat eine große Berantwortung. Sie muß ihre Bestände an Wäsche usw. in Ordnung haben, muß alle Verordnungen aufs genaueste beachten, muß verstehen, die Kranten selbständig zu beobachten, um Veränderungen sofort dem Arzt melden zu können. Wenn da zu menig Personal vorhanden ist, so stellt der Dienst an die einzelne Schwester höchste Anforderungen, die ihre ganze Kraft auf brauchen. Eine Folge des Personalmangels ist es, daß auf den einzelnen Stationen die Arbeit morgens schon um 5 Uhr, ja um 4 Uhr begonnen werden muß, damit sie fertig wird. Die Kranken müffen dann, so nötig ihnen der Schlaf auch ist, aufwachen und fogar aufstehen, falls sie es fönnen. Sie werden gewaschen, der Saal wird aufgeräumt usw. zu einer Zeit, wo mancher Gefunde fich eine folche Störung feiner Ruhe energisch verbitten würde. Schwer möglich ist es, daß die Schwestern einmal Zeit haben, sich mit dem einzelnen Kranten näher zu beschäftigen, ihn öfter bequem zu betten, sonde In der Tagung der Stuffateure und Bußer wurden, mie überall, fpeziell Berufsfragen erörtert und in einem besonderen. Beschluß festgelegt, daß für Vertragsverhandlungen, örtlich, bezirtlich oder wenn irgendmöglich, für das ganze Reich ein einheitliches Bertragsmuster geschaffen werden soll. Ein besonderes Kennzeichen aller Fachgruppentage waren die im einheitlichen gewerbschaftlichen Geist geführten Aussprachen, in denen immer wieder die Befriedigung über den Zusammenschluß im Baugewerts. bund zum Ausdrud tam. Am Dienstagabend erfolgte dann die Eröffnungsfizung des Bundestages. Tarifftreitigkeiten im Verkehrsgewerbe. Im Berliner Verkehrsgewerbe find in den verschiedensten Branchen in Lohn- und Manteltariffrager Konflikte ausgebrochen, die teilweise durch neue Abkommen erledigt, zum Teil noch unentschieden sind. Für die Möbeltransporteure wurde ein Schiedsspruch gefällt, der eine Erhöhung des Wochenlohnes von 33 auf 38,50 m. porsah. Die Arbeitgeber haben diesen Spruch abgelehnt. In einer Branchenversammlung wurde ein Etreitbeschluß gefaßt. Inzwischen hatte auch der Schlichter für G: oß- Berlin die Verbindlichkeits. erklärung abgelehnt. Er hielt zwar die im Schiedsspruch festgesetzten 2öhne für berechtigt, hielt aber die Berbindlichkeitserflärung praftisch für zwecklos, da die Löhne nur für eine Woche gelten sollten, resp. von Woche zu Woche gekündigt werden fonnten. Es kam daraufhin zu einer Einigung auf einen Wochen lohn von 38 Mr. Der Tagelohn für unſtändige Arbeiter beträgt 7 M. Im Speditionsgewerbe ist der Manteltarif von den Arbeitgebern gefündigt worden. Nachdem erst im April auf Betreiben der Unternehmer wesentliche Verschlechterungen für die Arbeiter erfolgt maren, soll die jeßige Kündigung demfelben 3wed dienen. Die Arbeitgeber wollten vor allem die neunstündige Arbeitszeit einführen. Der 50 Broz. betragende Zuschlag für Sonntagsarbeit sollte fortfallen. Ferner wollten die Unternehmer durch eine Bestimmung im Tarifvertrag als ihr Recht anerkannt wissen, die jugendlichen Mitfahrer nach Bollendung des 21. Lebensjahres zu entlassen, wenn feine Rutscherstelle frei ist. Die Arbeitgeber wären damit der Berpflichtung enthoben gewesen, den Mitfahrern höhere Löhne zu zahlen. In einer Versammlung wurde die Branchenleitung beauftragt, nicht nur die geplanten Manteltarifverschlechte rungen abzuwehren, sondern auch eine Erhöhung der Wochenlöhne, die jetzt 33 M. betragen, zu verlangen. Die Verhandlungen im Speditionsgewerbe werden immer schwieriger, obwohl sich während der 25jährigen Tarifgemeinschaft für die Arbeitgeber feinerlei Beranlassung dazu ergeben hat. Für die Kohlenarbeiter ist ein Schiedsspruch gefällt worden, der eine Erhöhung des Stundenlohnes vot 69 auf 73 Pf. Dorsieht. Die Unternehmer haben diesen Schiedsspruch abgelehnt, meil ihnen die Geltungsdauer des Lohnabtommens zu furz ist. Es steht zu erwarten, daß eine Einigung erfolgt. Bei der Hochbahn ist der Manteltarifvertrag wie auch das Lohnabkommen vom Deutschen Verkehrsbund gekündigt worden. Auch bei der Omnibusgeschaft sind die Verträge von den PROBLEM Arbeitnehmern gefündigt worden. Hier haben meber birette Berhandlungen mit der Gesellschaft noch Termine beim Schlichtungsausschuß ein für die Arbeiter günstiges Ergebnis gebracht. Die Verhandlungen werden fortgesetzt. Schiedsspruch im Bergbau. tag fällte der Schlichtungsausschuß für die Lohnregelung im BergBochum, 2. September.( Eigener Drahtbericht.) Am Diens bau einen Schiedsspruch, der die Lohnordnung für das rheinischwestfälische Steinkohlenrevier vom 1. September 1924 wieder in Kraft jegt. In dem größten Teil der südlichen Randzechen werden für die Gedingearbeiter und Schichtlöhner böbere Löhne gezahlt als sie in der Lohnordnung vom 1. Juli 1924 vorgesehen sind. Die Unternehmer gaben dem Schiedsspruch ihre Zustimmung, wäh rend die Bergarbeiterorganisationen erst in den nächsten Tagen zu ihm Stellung nehmen wollen. Die Erklärungsfrist läuft am 8. September ab. Drohender Metallarbeiterkampf in Wien. Wien, 2. September.( Eigener Drahtbericht.) Die österreichischen Metallarbeiter haben vor wenigen Tagen eine 15 prozentige Lohnerhöhung verlangt. Am Dienstag erhielt der Metallarbeiter Verband von den Unternehmern die Antwort, die Forderungen der Arbeiter würden abgelehnt. Außerdem aber wird erklärt, daß bie Unternehmer eine Verlängerung der Arbeitszeit über das gesetzliche Maß von acht Stunden verlangen. Der Metallarbeiter- Verband hat für Donnerstag seine Vorstandsmitglieder und Sekretäre aus der Provinz nach Wien berufen, um die Antwort auf die Provokation der Unternehmer zu geben. Die Stimmung unter den Metallarbeitern ist sehr erregt, sodaß der Ausbruch eines scharfen Kampfes zu erwarten ist, Die fireifenden Bergarbeiter in der Borinage haben am Sonne tag Waffenversammlungen abgehalten und beschlossen, den Streik fortzusetzen. Die Lage fängt an, bedrohlich zu werden, da infolge der Einstellung der Sicherheitsarbeiten sich die Gruben mit Wasser zu füllen beginnen." Die Gefahr, daß Gruben verfaufen, ist in dem Augenblick be= feitigt und der Streit beendet, sobald die Unternehmer erklären, die bisherigen Löhne unverfürst weiter zu zahlen, anstatt fie au verkürzen. Nach den Berichten der kapitalistischen Nachrichtenbureaus sind jedoch stets die Unternehmer im Recht und die Arbeiter im Unrecht. Die Regierungen sind meist derselben Meinung. Die Artiffen, und zwar die deutschen, französischen und belgischen Artisten, haben in Paris verhandelt und eine grundsägliche Vereinbarung erzielt, die zum Abschluß eines Vertrages führte. Achtung, SPD.- Holzarbeiter! Am Donnerstag, abends 7 Uhr, im Klubhaus, Ohmstr. 2, Berfammlung aller SPD- Holzarbeiter. T.- D.:„ Die Londoner Konferenz und die jetzige politische Situation." Referent: Gen. Otto Meier, m. d. c. Bollzähliges Erscheinen erwartet der Werbeausschuß. Die Reichsgewertschaft Deutscher Eisenbahnbeamten und anwärter im Direktionsbezir? Berlin hält heute abend 6 Uhr eine große Mitgliederversammlung im Kriegervereinshaus, Berlin R., Chauffeeftr. 94, ab. ,, London und das Schicksal der deutschen Eisenbahner." Was ist zu tun, um unsere Rechte zu sichern?" Referent Kollege Runae vom ADB. Aussprache. Vorträge, Vereine und Verfammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 99 Gefäftsstelle: Berlin C. 2, Kaifer- Wilhelm- Straße 46 III. Ramerabschaft Rieberschöneweibe, Jugenbfamerabschaft Obersprce: Mittwoch, den 3. September, abends 7 Uhr, Mitgliederversammfung im Jugendheim Niederschöneweide. Ramerabschaft Kreuzberg: Die Teil -nehmer an der Fahrt nach Lübbenau am Sonntag, den 7. September, frith 6% Uhr, Görliker Bahnhof. Karten fönnen beim Kameraben Robert Rothe, 16. Rreis, Kameradschaft Köpe. Schleiermacherstr. 15, sofort abgeholt werden. nid: Donnerstag, den 4. September, Turnabend in der Turnhalle der 1. Gemeindeschule. Regelung der Lübbenauer Fahrt. Erscheinen aller Kameraden ist unbedingte Pflicht. Bereinigung ehemaliger Schüler der weltlichen Schule Adlershof. Mitgliederversammlung am Donnerstag, den 4. September, abends 7 Uhr, in der Aula( Radidestraße). Vortvag des Herrn Stadtarzt Dr. Roeder: Gesund tommen. heitspflege der Jugendlichen". Gäfte, Erwachsene fowie Jugendliche, find willReichsband der Kriegsbeschädigten, Bezirk 31. Jeden 2. Dienstag nach dem 1. Bollversammlung im Cäcilien- Lyzeum, Rathausstraße. Aufnahme neuer Mitglieder findet statt. Berantwortlich für Bolitit: Craft Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friebr. Ektorn; Feuilleton: A. S. Döscher; Lotales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchdruderei und Berlagsanstalt Paul Ginger u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Sierzu 2 Beilagen. Neue Schuhpflege! Wenn Sie auf elegantes Aussehen Ihrer Schuhe Wert legen, so dürfen Sie nicht Unmaffen farbiger, harziger, unangenehm riechender Schuhalte auftragen. In wenigen Tagen ist das empfindliche Leber unansehnlich, wird brüchig und hart. Benuhen Sie deshalb die farblose überfettete wohlriechende Edelcreme Tuberan. Gibt schon in fleinen Mengen einen samtweichen Glanz, verharzt nie und ist im Ge brauch in der Tube für Haushalt und Reise höchst sauber, fparfam und prattijah. Altes unansehnliches Leder bekommt neues Aussehen. Für feines Schuhwert unentbehrlich. In allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Berkaufsstelle: Berlin W. 8, Mohrenstraße 16. Fernipr.: Met fur 2099. mailimmaderi 53 ело 33 السيبيا MOSLEM TRANS DIE CONSUM3IGARETTEN DAHLE Nr. 414 ♦ 41. Jahrgang 1. Heilage ües Vorwärts Mittwoch,?. September 1924 wie märkisthe Kleinstädte aussehen. Als Fontane vor etwa zwei Menschenaltern Saarmund, das Städtchen an der Saare, besuchte, hat er es alz einen Platz der Oed« bezeichnet, an dem nichts mehr davon Kunde gibt, daß vor abermals hundert Jahren hier ein Handelsplatz von Bedeutung war: die große Strafre von Sachsen noch Preußen sührte hier vorbei und ein Haupt- Zollamt sorgt« für das fiskalische Interesse. Und auch für das der Einwohner. Noch heute erinnert dos Wirtshausschild„Zur Stadt Leipzig" wr diese alt« Tradition, und Fontane hat auch noch eine „Stadt Halle" gesehen, aber während er sie als „Grabschriften über einer Zeit, die nicht mehr ist". ansah, und dem Städtchen Grabesruh nachrief, wird dem heutigen Wandersmann zwar auch die Stille der Straßen,- der Mangel an tönenden Ladenschildern und redenden Fensterauslagcn auffallen, aber er wird in dem Wachsen der Straßen durch neu hergestellte, schmucke Häuschen doch erkennen, daß nun die schlimmste Zeit des Stillstandes vorüber ist. Freilich, ein Ort ohne Eisenbahnverbindung fft heut« zur Aschenbrödelrolle oerurteilt, zumal wenn sie keine Kunst-, Kultur- oder Naturreize aufzuweisen hat. Und damit ist es in Saarmund nur schwach bestellt, und vies Gefühl einer künstlerischen Belanglosigkeit hat wohl auch Fontanes Urteil beeinflußt. Eine öahn, Sie keine ist. Der var Station Rehbrück« die schöne Chaussee nach Saarmund geht, wird vor der Stadt, deren Kirchturm schon herüberguckt, einen Bahndamm vor sich sehen. Donnerwetter, sagt da wohl jeder zu sich, hast du das Kursbuch auch ordentlich eingesehen— nun hat Saarmund doch Bahnverbindung. Und man stürzt sich auf die erste erreichbare Person und fragt sie aus: bei uns war es eins Frau von mehr südlichem Schnitt des Gesichts, als man ihn sonst findet, ganz in weiß, mit einer schönen weißen Zieg« und drei weißen Gänsen.„Ja, das ist noch gar keine Eisenbahn, das soll erst ein« werden, aber nur für Güterverkehr— fertig ist sie noch nicht!" Diese Auskunft stimmte; von der Gegend von Michendorf und Seddin her über den Süden von Groß-Berlin wird eine Güterumgehungsbahn gebaut, die die Berliner Bahnhöfe von dem Transitverkehr entlasten soll. Sie geht dicht bei Saar- nrund vorbei und nimmt von dort die Richtung auf Ludwigsfelde lAnhalter Bahn), aber ohne Rücksicht auf vorhanden« Orffchaften. Allzu viele Glücksgüter versprechen sich die Saarmunder nun gerade encht von der Borbeifuhr der Stückgüter, ober wer weih: etwas Leben bringt dock) jeder Lokomotivpfiff in die Landschaft hinein. — Etwas Leben kann schließlich jede Stadt, die noch nicht vom Autowten widerhallt, gebrauchen. Der Tourist ist mit den Sehens- Würdigkeiten bald fertig: die Kirche, romanisch, hat etwas Nüchter- nes;— dos neue Kriegerdenkmal, den Opfern des Weltkrieges gewidmet, wird man pietätvoll begrüßen und den nicht allzu ge- pflegten Kirchhof mit jenem Grad der Pietät durchschreiten, den die Gräber unbekannter und über das Mittelmaß nicht, hinaus- reichender Leute in uns merken, und die Farben Schwarz, Rot, Gold in dem kleinen Schild, das die Amtstafel des Gemeinderats ziert, ist— obgleich in ländlichem Gebiete als Zeichen republikanischer Gesinnung hoch zu werte»— doch nicht als Ersatz für das an- zusehen, was andere Städte aufzuweisen haben, etwa eine malerische Kirche, ein altes Tor, ein Stück Stadtmauer. Man wird daher reichlich Zeit behalten, sich für eins der vorhandenen vier Gast- häufer zu entscheiden, rund wer dabei nach dem Grundsatze: das Alte iit das Beste verfährt, wird dabei nicht übel fahren. Die freund- lich« Wirtin teilt uns mit, daß sie im oberen Stock Erweiterungs- bauten vornehme, da sie doch auf Sommergäste rechnen könne, neben den Herrschaften, die die Ausspannung— für 30 oder gar Brandattentate auf Brieffästen. Eine neue Spezialität", die auf die Täterschaft eines bösen Buben schließen läßt, beschäftigt neuerdings die Kriminalpostdienststelle. In den verschiedensten Stadtteilen wurde der Inhalt der Briefkästen berkohlt oder teilweise verbrannt aufgefunden. Offenbar hat der Täter, wie es vor Jahren schon einmal der Fall war, angefettetes Papier in den Kasten geworfen und dieses dann entzündet. Mit teilungen, die dazu dienen tönnen, diesem Unfug zu steuern, nimmt die Kriminalpostdienststelle Königstraße entgegen. Das Ausströmen von Ammoniatgas hatte am Montagnachmittag um 2 1hr 30 vor dem Hause Alexanderstraße 46/48 einen großen Menschen zu erfreuen und zu beglücken, steht hilfloser wie sonst Auflauf zur Folge. Dort waren im Keller des Lotals„ Groß- Berlin" einer den Stürmen und Brandungen des Lebens gegenüber. Nach gibt er, der Himmelssucher, den Kampf auf, dem er nicht gefüllten. Gin im Nebenraum arbeitender Koch des Lokals mußte der Sonne, nach dem Höchsten strebte er; entmutigt, erschüttert werden des Ventils Gase ausgeströmt, welche die Kellerräume andes Inhabers Karl Keller aus zwei Ammoniakflaschen durch undichtwachsen zu sein vermeint: den Kampf mit dem Leben." Aus einem Nekrolog auf Mozart. Aus Werken von Beethoven, Mozart, flüchten, hatte jedoch schon soviel Gas eingeatmet, daß er VerSchubert, H. Wolf, Heine, Kleist und Liliencron Mitwirkende: giftungserscheinungen zeigte und tobsüchtig wurde. Grete Krüger( Sopran), Ida Orloff( Rezitation), Stefan Frenkel Er wurde von der Feuerwehr nach dem Krankenhaus am Friedrichs= ( Violine), Manfred Lewandowski( Bariton). Am Steinway- Flügel; hain gebracht. Die Feuerwehr konnte nach einstündiger Tätigkeit Dr. Felix Günther. Einführende Worte: Dozent Dr. Heinrich Michaelis, Geschäftsführender Vorsitzender der gemeinnützigen Vereinigung zur Pflege deutscher Kunst( Berliner Abende). Anschließend Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitensage, Wetterdienst, Sportnachrichten. wieder abrüden. Die Ordner der Proletarischen Feierstunden werden gebeten, zu der am 7. September stattfindenden Jugend weihe im Großen Schauspielhaus tah 8 Uhr am beltannien Treffpunkt vollständig zu erscheinen Der Abbau der Bezirksämter. Es scheint ein allgemeines Schlachten werden zu follen. Die bürgerlichen Parteien haben es außerordentlich eilig, ihre Machtgelüfte zu befriedigen. Raum hat der Magistrat durch seinen Beschluß die Zahl der abgebauten Bezirksstadträte festgesezt, da beginnt bereits in den Bezirken mit bürgerlicher Mehrheit in der rücksichtslosesten und unverschämtesten Weise der Abbau nach rein parteipolitischen Prinzipien. Der Standal ist so groß, daß selbst das" Berliner Tage blatt“ sich gegen den Unfug wendet. Wir haben von dem Beschluß der Tempelhofer Bezirksversammlung berichtet, den Bürgermeister abzubauen. Gegen diesen Beschluß schreibt das„ Berliner Tageblatt" wörtlich folgendes: vom Nach Annahme der Dawes- Gesetze. Die Berliner Funktionäre einmütig hinter der Reichstagsfraktion. verteuert. Durch das Londoner Abkommen wird Deutschland auch in wie die Betriebsvertrauensleute der Partei nahmen Die Partei. und Gewerkschaftsfunktionäre, so- notwendig, durch sie werden viele Bedarfsartikel erst so riesenhaft gestern im überfüllten Saal des Lehrervereinshauses Stellung zur Londoner Konferenz und den letzten Vorgängen im Reichstage. Reichstagsabgeordneter Genoffe Stelling, Mitglied des Parteivorstandes, führte in seinem Referat aus: Unsere Partei brachte den Wunsch, daß der Reichstag aufgelöst werden müßte, nicht aus parteiegoistischen Gründen zum Ausdruck, sondern aus der Erwägung heraus, daß NeuVerhältniffe gebracht hätten. Daß es anders gekommen ist, ist nicht wahlen eine Gesundung der inner- und außenpolitischen unsere Schuld, aber wir müssen daraus die Schlüffe ziehen, die notwendig find. Wie lagen die Verhältnisse vor der Entscheidung im Reichstage? Noch vor einem Jahre erlebten wir, daß das Ruhrabenteuer liquidiert werden mußte, ein Abenteuer, das die verpfuschte Politik der Regierung Cuno eingebracht hatte. Die Entwicklung, die seither vor sich ging, ist dazu angetan, unserer Schon der Auffassung von Politik zum Durchbruch zu bringen. lung, die Verständigung getreten ist, gibt einen Lichtblick für die Umstand, daß an Stelle des Diktats die Verband Zukunft. Mit dem wachsenden Ansehen Deutschlands ist viel gewonnen: Mit einem Hilferuf an die anderen Nationen um Unterftühung in unserem schweren Kampf werden wir mnmehr Erfolg haben. " Die Borsigenden der Bezirke und ihre Stellvertreter dürfen überhaupt nicht ohne weiteres abgebaut werden. Nach der Ministerialverordnung 10. März 1924 bedarf es für die Besetzung der sogenannten Einzelstellen einer Zustimmung der Aufsichtsbehörde, die nur zu erteilen ist, wenn ein dringendes dienstliches Bedürfnis nachgewiesen wird. In Uebereinstimmung damit hat der Magistrat von Hannover den Beschluß, durch den er den Beschluß des Bürgerporsteherfollegiums betreffend den Abbau des Oberbürgermeisters und des Stadtschulrats beanstandet, damit begründet, daß der Beschluß fich nicht darauf beschränkt, die beiden genannten Beamten in den einstweiligen Ruhestand zu versehen, sondern zugleich den Abbau der von den Beamten beantragten Stellen ausspricht. Damit habe das Kollegium seine Befugnisse überschritten, denn die Personalabbauverordnung, auf die sich der Beschluß stüge, handelt lediglich von der Verminderung der Zahl der Beamten durch Bersehung in den Ruhestand, gebe aber dem Kollegium nicht die Befugnis, auch über den Abbau der Stellen zu befinden. Hierfür bleiben die Bestimmungen der Städteordnung maßgebend. Da s Dies alles haben wir der Erfüllungspolitik zu verdanken, die trifft in vollem Umfange auch auf Berlin zu Der wir von jeher als die allein mögliche bezeichnet haben. Wir Posten des Borsigenden des Bezirksamts und der Posten haben alfo einen vollen Erfolg zu verzeichnen. feines Stellvertreters ist Einzelstelle mit Einzelgehalt. Beide Allerdings darf darüber. Bein Zweifel bestehen, daß auch das Posten werden in§ 23 Abfah 2 und 3 des Gesezes Groß- Berlin ausSachverständigengutachten rein tapitalistische drücklich erwähnt und haben gegenüber den anderen Bezirksamts- Grundsätze vertritt. Aber angesichts der ganzen Situation blieb stellen den Charakter herausgehobener Posten. Es müßte alfa, nichts anderes übrig, als das Gutachten anzunehmen, da es den wenn der Abbau beabsichtigt ist, zunächst der Antrag auf Ab- eugenblicklich einzig gangbaren Weg aus dem Reparationselend bau der Stelle selbst beim Oberpräsidenten gestellt werden. zeigte. Warum führten aber die Nationalisten den von uns Verblendet durch politische Voreingenommenheit, erlebten Kampf gegen das Gutachten? Aus rein parteipolivergißt man vielfach, daß es sich bei den zu treffenden Maßnahmen tischen Erwägungen heraus wurden in der schärfften Weise nicht um eine in freier Entscheidung sich vollziehende Wahl handelt, nicht nur die Sachverständigen, sondern auch die Staatsmänner der wie sie sonst die Stadt- und die Bezirksversammlungen vollziehen, sondern daß nur ein durch die besonderen Umstände gebotenes Ent Donald und Herriot wurden als Agenten des internationalen Rapineuen Regierungen in Frankreich und England angegriffen. Maclaffungsverfahren vorliegt, das unter Ausschaltung irgendwelcher tals hingestellt. Alles deutete darauf hin, daß die Nationafiften politischen Gesichtspunkte nach streng rechtlichen Merkmalen durchzu befürchteten, bei einer Verständigung werden ihnen alle ihre führen ist. Die Versammlung ist also in ihrer Prüfung an die von der Abbauverordnung bestimmten Gesichtspunkte gebunden und darf delle fortschwimmen. Wir Verständigungspolitiker können fich nicht darüber hinwegsehen. Eben deshalb ist ja gegen den Be- stolz darauf sein, daß die Unebenheiten, die sich bei den Londoner schluß der Versammlung ein Einspruchsverfahren vorge- Willens aus der Welt geschafft wurden. Verhandlungen ergaben, im Geiste der Kollegialität und des guten fehen, über das eine außerhalb der Gemeinde stehende richter: Herriot nicht gleichzeitig mit der wirtschaftlichen Befreiung des Aus der Tatsache, daß liche Instanz entscheidet, mit der Befugnis, den Beschluß aufzu- Ruhrgebietes die militärische Räumung behandelte, tönn heben, falls Die von dem Beschwerdeführer beantragte Beweis- die miten qe beurteilung ber erhebung eine Verlegung der für den Abbau maßgebenden Vorschriften ergibt. Es kommt aber noch ein anderes hinzu. Wenn in dem einen Bezirk der Stadtgemeinde Berlin der Bürgermeister abgebaut wird, in einem anderen der Vertreter, in einem dritten vielleicht alle beide, so wird der vom Gesez vorgesehene Auf bau der Bezirte willkürlich zerstört und der Charafter der Einheitsgemeinde gefährdet. Diefer Willfür einen Riegel vorzuschieben, ist Aufgabe des zentralen Magistrats. Da der Abbau der Einzelstellen nur bei dringendem dienstlichen Bedürfnis erfolgen darf, so sollten Magistrat und Oberpräsident in der Erkenntnis, daß in jedem Bezirk die beiden Einzelstellen zu erhalten sind, den Bezirksversammlungen entsprechende Richtlinien geben. Geschieht das, dann wird die Berliner Verwaltung vor schweren Erschütterungen bewahrt, dann werden ihr Prozesse erspart bleiben, deren Ausgang nicht zweifelhaft sein kann, dann wird vor allem vermieden, daß man der bevorstehenden Revision des Gesetzes im Wege des für ganz andere Zwede bestimmten Personalabbaus durch politische Zufalls. mehrheiten willkürlich vorgreift." Diesen Ausführungen des Tageblatts" brauchen wir von uns aus nichts hinzuzufügen. Sie geben vollständig auch unsere Auffaffung wieder und es ist selbstverständlich, daß die sozialdemokratischen Frattionen alle Mittel anwenden werden, um diese Methoden bürgerlicher Gewalt politif unwirksam zu machen. Das„ Tage. blatt" hat bei seinen polemischen Bemerkungen nur zweierlei vergeffen: es vergißt, daß die von ihm kritisierten Beschlüsse stets mit Zustimmung der Demokraten gefaßt worden sind, die sich in Berlin in hoffnungsloser Abhängigkeit vom Bürgerblodfimmel befinden. Da der demokratische Parteivorstand erst fürzlich seine Organisationen vor der jetzt beliebten Methode der Ausmuzung der Abbauverordnung gewarnt hat, fönnte man beinahe hoffen, daß der Druck der Presse und der Parteileitung, eine Wandlung in Berlin herbeiführen müßte, wenn. ja wenn es sich nicht um die DemoPraten handelte. Außerdem aber ist ganz klar, daß dieser Drud Gegendrud erzeugt und daß unter diesen Umständen den fozialdemokratischen Fraktionen in Bezirken mit fozialistischer Mehr. heit gar nichts anderes übrig bleibt, als Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Der Magistrat sollte deshalb für den Abbau in den Bezirksämtern genauere Richtlinien herausgeben und vor allen Dingen darauf hinweisen, daß die Stellen des Vorsitzenden und des Stellvertreters der Bezirksämter vom Abbau ausgenommen werden müffen. Wieder billige Fischfage. Das Ernährungsamt der Stadt Berlin veranstaltet vom Donnerstag bis Sonnabend dieser Woche wieder billige Fischtage. Zum Verkauf gelangen neue 1924er prima deutsche Fettheringe zum Preise von 50 Pf. für 7 Stüd oder 1 M. für 15 Stüd. Die Verkaufsstellen werden Donnerstag und Freitag an den Anschlagsäulen bekanntgegeben. Jugendveranstaltungen. Anmelbungen zum Ferienaufenthalt am Quenzfee( Landheim) werben noch in Jugendfefretariat, Lindenstr. 3, 2. Hof, 2 Tr., angenommen. Heute, Mittwoch: Achtung, Raffierer! Beitungen und Marken sind in der Zeit von 5 bis 7 Uhr in Empfang zu nehmen. Mitgliederversammlung abends% 8 Uhr: Raulsdorf: Jugendheim Friedrichsfelde: Jugendheim Berliner Str. 45. Petersburger Abolfftr. 25. Luisenstadt: Jugendheim Stallschreiberstr. 54. Rofenthal: Jugendheim Schiller Biertel: Jugendheim Ebertyitr. 12. Straße. Südost( Reichenberger Biertel): Jugendheim Glogauer Str. 15. Für den Jugendiag in Lindom ift das Fahrgeld heute zu bezahlen. FahrSüboft( Röpenicker Biertel): Borstandssigung bei Lier, Naunyngeld 2,40 M. Tempelhof: ftraße 9. Erscheinen aller Funktionäre unbedingt notwendig. Jugendheim Germaniaftr. 4-6. Wannsee: Jugendheim Schule Charlottenftraße. Bortrag: SAJ. und Arbeitersport". Werbebezirk Oberspree. Alle Genoffen, die zum Jugendtag am Sonnabend, den 6., und Sonntag, ben 7. September, nach Lübbenau mitfahren wollen, müssen bis Mittwoch, den 3. September, in den Abteilungen 2,50 Mart Fahrgeld bezahlt haben. Die Abteilungsleiter milffen am Donnerstag, den 4. September, im Jugendheim Niederschöneweide abrechnen. Treffpuntt Sonnabend 6 Uhr am Bahnhof Niederschöneweide. Werbebezirk Webbing. Achtung, Mitglieder! Heute abend 8 Uhr Zusammenkunft aller Mitglieder, die nach Landsberg fahren, im Ledigenheim Schönstedtstr. 1, 5. Stock. Die 1. Anzahlung von 2 M. ist unbedingt mitzubringen. Pünktlich erscheinen. Stellung Herriots ist aber die Zusammensetzung des Linksblocks im festgefügte Linksmehrheit, ja nicht einmal zusammenhaltende Barfranzösischen Parlament zu berücksichtigen. Dort gibt es feine schweren Stand der französische Ministerpräsident in London haben Bei einer solchen Konstellation ist zu verstehen, welchen mußte. teien. Ein Sturz Herriots in der Kammer häfte für uns die Fortfehung der franzöfifchen Sanktionspolitit zur Folge gehabt. Aber trotzdem gebührt ihm ebenso wie Macdonald für die Führung der Verhandlungen unser Dant. Die Räumung des Ruhrgebiets ist teilweise im Gange. Wenn sich jetzt hier und da Schwierigkeiten ergeben, müssen wir auch das zu ertragen wissen, gegenüber dem unbefristeten Dittat der bisherigen Gewalthaber. Rund 900000 Deutsche werden in der nächsten Zeit zu freien Deutschen gemacht werden. Die Ausweisungen werden zurüdgenommen. Das Elend dieser gehetzten Mitbürger ist furcht bar; das Reich fonnte nur unvollkommen helfen. Um so mehr ist es zu begrüßen, daß sie wieder in die Heimat zurückkehren können. Der Plan der Aliierten in der Eisenbahnfrage bestand darin, etwa 4-5000 Regieeisenbahner in Deutschland zu belassen, die, in den nächsten Jahren wenigstens, als Fremdkörper in unserem Wirtschaftsleben gewirkt hätten. Auch hier ist Abhilfe geschaffen. All diese Errungenschaften find aber nicht allein ausschlaggebend für unsere Einstellung dem Gutachten gegenüber. Die Kreditnot der deutschen Wirtschaft ist auf andere, als die in London gefunbene Art nicht zu beheben. In Deutschland fällt jebe Möglichkeit fort, die Kreditnot zu beheben. Das flüffige Geld fehlt, die gefunfene Kauffraft der Bevölkerung tut das ihre, den Zustand zu einem dauernden zu machen. Durch das Infrafttreten des Londoner Abtommens wird aber ausländisches Geld der Wirtschaft zufließen, die dadurch wieder in Gang kommen fann. Das behebt unsere Wirtschaftsführer aber nicht der Verpflichtung, gleichzeitig für eine innere Gejundung zu sorgen, die Parasiten müssen 3011 politischer Hinsicht zur Einheit gebracht. Die innere 3ollgrenze wird fallen. Die Beseitigung des Micum systems ist von größtem Vorteil für die Gesundung unseres gesamten Wirtschaftslebens. Nicht die Industrie hat die Lasten dieses Systems ge= fragen, sondern die 2rbeiter, die in endlosen Ueberschichten ihre Kraft hergegeben haben. Die Wiederherstellung der deutschen Justizhoheit, die uns das Abkommen bringt, ist sehr zu be= stredung ist dadurch beseitigt, wobei wir allerdings feine Berbeugrüßen. Das fürchterliche System der französischen Strafvollgung vor unferer gegenwärtigen Rechtspflege zu machen brauchen. Genosse Stelling ging in feinen weiteren Ausführungen auf die Leistungen ein, die Deutschland wird machen müssen. Er tam zu der Auffassung, daß die Sachverständigen unsere Leistungsfähigkeit überschätzt haben. dem es sich aber um ganz außergewöhnliche Spitzenleistungen hanMan hat sicher das Micumsystem als Maßstab herangezogen, bei delte. Troßdem kann aber festgestellt werden, daß wir in den nächsten Jahren Zahlungen zu leisten haben werden, die im Bereich der Möglichkeiten liegen. Die Summe von 2,5 milliarden, die wir vom Normaljahr ab zu zahlen haben werden, ist sehr hoch. Sie wird nur zu leisten möglich sein, wenn unsere Steuergefeßgebung grundlegend geändert wird. Die Lasten müffen um fo eher auf die Befigenden abgewälzt werden, als im Gutder arbeitenden Bevölkerung nicht unter der Lebensführung der achten selbst die Bestimmung enthalten ist, daß die Lebenshaltung Arbeiterschaft der Ententeländer sinken darf. Wie steht es mit der Stellung der Deutschnationalen im Reichstag gegenüber dem Gutachten? Entente ein Angebot gemacht, das wesentlich über das hinausging, Die Regierung Cuno hat bereits im Sommer 1923 der was das jetzige Abkommen uns auferlegt. Allein damit ist schon die Demagogie dieser Vaterlandsfreunde gekennzeichnet. Das Geschrei Behauptung, die Eisenbahn foll dem ausländisch- jüdischen Kapital der Kommunisten ist ähnlich zu bewerten. Wie soll man ihre ausgeliefert werden, bezeichnen? Die Einstellung der derzeitigen Regierung zur Schuldfrage ist zum mindesten als ungefchidt zu kennzeichnen. Die Regierung hat nicht nötig gehabt, den Deutschnationalen extra zu Gefallen zu sein. Die Wirkung wird sich im nationalistischen Ausland bald zeigen. Offenbar foll aber dem Bürgerblock der Weg geebnet werden. Heute wissen wir noch nicht, ob das 3entrum diesen Weg weiter gehen wird. Warum aber die Bemühungen um den Bürgerblod? Das Wort„ Breußen lagt alles. Diefes Feld einer ruhigen Entwicklung im demokratischen Sinne ist allen Rechtsern ein Dorn im Auge. Das ganze Vorgehen der Gegner des Gutachtens war darauf eingestellt, der deutschen Regierung neue Schwierigkeiten zu machen, um jede rubige Entwicklung zu stören. Unter allen Umständen follte ein Durcheinander angerichtet werden, in welchem sie dann als die Retter erscheinen tönnten. Das wäre das Ende aller Errungenschaften für die Arbeiterschaft gewesen. Deshalb muß unser Kampf diejen Elementen gelten, die wohl ihre Penfionen von der Republit beziehen, ihr aber eher heute als morgen den Garaus machen möchten. Unser Kampf gilt aber auch der tommunistischen Radaugesellschaft im Reichstag, die durch ihr Verhalten lediglich unsern natürlichen Klaffengegnern geholfen haben. -512 hätte unter allen Umständen die Auflösung erzwingen müssen, erGegenüber dem Verlangen mancher Parteifreise, unsere Partei flärte der Referent, daß eine andere Stellung, als die Partei im Reichstag eingenommen hat, nicht denkbar war, follten wir als Partei nicht erledigt fein. Trotzdem werden wir alle Kraft ansehen, dafür zu sorgen, daß dieser Reichstag, bald ein Ende findet. Zu diesem Kampfe gehört aber unsere ganze Kraft, die wir in rastloser Agitation weiter steigern und vergrößern müssen. Auf, an die Arbeit für die Gesundung unserer 3ufunft, für die Stärkung unserer Partei und ihrer Schlagkraft. Stürmischer Beifall zeigte die Zustimmung der Versammelten zu den Ausführungen des Genossen Stelling. Eine Diskussion wurde nicht gewünscht. Der Leiter, Genosse Hermann Müller, fonnte daher unter Zustimmung der Bersammelten feststellen, daß die Funktionäre der Berliner Parteiorganisation in der Beurteilung der Arbeit der Reichstagsfraktion einer Meinung sind. Die Mans unferem Wirtſchaftsförper millen befestigt werdenen Bartel topbox Before under Die Barfominung. Die Ausschaltung der unendlich vielen Händleregistenzen ist dringend Filmschau. Der Glödner von Notre Dame. Der berühmte Roman Biltor Hugos bat jegt die unvermeidliche( amerikanische) Berfilmung erlitten. Aus der romantischen Geschichte des trüppelhaften Glodenschwingers ist ein gelungenes Schaustüd boller Erregungen und Sensationen geworden. Die Amerikaner haben es verstanden, die komplizierten Borgänge, die langatmige verwickelte Führung des Romans, so weit das eben möglich ist, zu entder Umgebung der altberühmten Kirche wächst spukhaft das Paris des 15. Jahrwirren und ein allerdings etwas filmphantastisches Zeitbild hinzustellen. Aus hunderts empor, mit Bintelgängen und dunkelerfüllten Torbögen, von ferne droht die Bastille. Und im Mittelpunt dieses Rahmens steht die gnomisch verkrüppelte Gestalt des fagenhaften Glödners. Wie ihn in unvergleichlicher Virtuofität der Maste und Gefte der Amerikaner Lou Chaney darstellt, ist es wirklich das menschenunähnliche Gebilde, die Ausgeburt einer bos haften Laune der Natur, von abschreckender Häßlichkeit, wie Biftor Hugo ihn fich vorgestellt haben mag. In den acht Aften des Films bleibt die Notre Dame ftets im Mittelpunkt des Geschehenen. Im Umkreis ihrer Mauern entwideln fich die düfteren Dinge; die Berfolgungen, die Folterungen und schließlich der fabelhaft gesehene Alarm des Bolles, der Sturm auf die Stathedrale im zudenden Lichte der Fadeln. Die Amerikaner haben gemacht, was fie auf diesem Gebiet, das sie unstreitig beherrschen, tun fonnten ein Schaustück, das niemals langweilig wirft. Hier mehr zu berlangen wäre unbescheiden. Die Erstaufführung vollzog sich in dem prächtig in Rot und Gold wieder erstandenen Primus Balast in der Potsdamer Straße. Die spulhafte Gewandtheit des unheimlichen Glödners, der u. a. an der Außenwand der Rathedrale hinabklettert, riß das Publikum zu lautem Beifall hin. Sport. Friede im Radsport! K. In der am Freitag stattgefundenen Sigung der Berufsradsportverbände wurde folgendes beschlossen: Der DBR V. ( Deutscher Berufsradsportverband) löst sich im Interesse eines gedeih lichen Zusammenarbeitens im deutschen Berufsradrennsport auf und die ihm angehörenden Bahnen( Abt. 1) treten auf Grund nachstehen. der Bereinbarungen wieder in den VDR.( Verband Deutscher Radrennbahnen) ein. Die Abt. II des DBRB., die gleichbedeutend mit dem DRV. ist, wird vom BDR. wieder anerkannt. Borstand und Verwaltungsausschuß des BDR. wird dementsprechend in feiner nächsten außerordentlichen Mitgliederversammlung neu zusammengestellt. Die Sagungen des VDR. wer den zeitgemäß und die Wettfahrbestimmungen gemeinsam mit dem DRV. geändert. Die alten Lizenzen werden wieder für gültig erklärt. Die Ausgabe neuer Lizenzen Mit der Aufforderung zu intensivster Werbearbeit für die Partei schloß Genosse Müller die Versammlung. erfolgt nach§ 2 der bisherigen Wettfahrbestimmungen. Die im Ber laufe des Streites vom alten Vorstand des BDR. ausgesprochenen Bestrafungen der ausgeschiedenen Bahnen und der Nennfahrer werden aufgehoben. Als oberste Behörde des deutfchen Berufsradrennsportes fungieren: 1. Der Schlichtungsausschuß, 2. das oberste Schiedsgericht. Der Schlichtungsausschuß seht sich vorläufig zusammen aus den Herren Nordmann, Lind, Saldow, Rendelbacher und als Stellvertreter die Herren Schulze, Delmann, Peter und Meinhold. Das oberste Schiedsgericht bildet der Schlichtungsausschuß unter Hinzuziehung eines unparteiischen stimmberechtigten Obmannes; das Urteil diefer Instanz ist in jedem alle endgültig. Eine Bestrafung der durch ihren Start in Breslau aus dem DRV. ausgeschiedenen Fahrer erfolgt nach Wiederaufnahme nicht. Wiederaufnahmegesuche sind unverzüglich dem Vorstande des DRB. einzureichen. Rennen zu Hoppegarten am Dienstag, den 2. September. 1. Rennen. 1. Dollar( D. Schmidt), 2. Patrizier( D. Müller), 3. Heldraftein( Zimmermann). Toto: 25: 10. Plat: 11, 12: 10. Ferner liefen: Maura, Zamoral, Sternflar. 2. Rennen, 1. Mardud( Torfe), 2. Parsifal( D. Müller), 3. Pelagia ( D. Schmidt). Toto: 23: 10. Platz: 17, 23: 10. Ferner liefen: Idol, Bolter. 1. Nicotin( Torte), 2. Jean de France( Olejnil), 3. Sinir( B. Tarras). Toto: 42: 10. Blag: 17, 32, 20: 10. liefen: Lapis Electrir, Luftpost, Waffe, Civilist. Nogulna, Gondatlan. 4. Rennen. 1. Bitdame( Torke), 2. Idomeneus( D. Schmidt), 3. Barfur( W. Tarras). Toto: 15:10. Platz: 10, 11: 10. Ferner liefen: Tod und Leben, Ben trovato. 3. Rennen. Ferner 5. Rennen. 1. Bertrau mal( Torke), 1. Abteilung: 2. Bring Kudud( E. Behr), 3. Rofenteufel( Breege). Toto: 35: 10. Plat: 15, 15, 16: 10. Ferner liefen: Eulalia, Frigga, Baustein, Schalmei, Bandar, Kavalier. 2. Abteilung: 1. Veleda( Dlejnil), 2. Friedchen( Hellebrandt), 3. Gilda( Bachmeier). Toto: 70:10. Blag: 63, 48, 18: 10. Ferner liefen: Hans Günther, Fuchsie, Perolin, Maita. Baladin, Begonia. 6. Rennen. 1. Ondina( Storb), 2. Eisenfrone( Bachmeier), 3. KaraFoto: 41: 10. Blaz: 15, 14, 24: 10. Ferner liesen: wanka( Albers), Treue Wacht, Eichkaze, Robertine, Mänade, Rodonda. 7. Rennen. 1. Dirndl( M. Schmidt), 2. Malatesta( Korb), 3. Rost ( W. Tarras). Toto: 280: 10. Plat: 67, 31, 34: 10. Ferner liefen: Cap der Hoffnung, Winnetou, Peter Moor, Bohnenteufel, Hanka, Frohsinn, Taiga, Fliegender Fuchs( blieb am Start stehen). Wetter für Berlin und Umgegend. Beitweise aufflarend aber noch größere Bewölkung ohne erhebliche Niederschläge, Temperatur wenig geändert. Für Deutschland. Jm Binnenlande, namentlich im Südosten, noch vielfach leichte Regenfälle, im Küstengebiet langsam aufklarend. Parteinachrichten Ginsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. Achtung! Die Staffierer der 16. und der 70. Abteilung haben troy allen Mahnens die Abrechnung über die Reichstagswahl noch immer nicht geliefert. Die 77. und die 98. Abteilung haben trog wiederholten Erfuchens die Mitgliederzahlen bei Schluß des 1. Quartals ebenfalls noch nicht angegeben. In 26 Abteilungen stehen noch immer Sammellisten für die Reichstagswahl aus. Die betreffenden Abteilungen werden demnächst an dieser Stelle bekanntgegeben werden. Die Abteilungsrevisoren werden ersucht, dafür zu sorgen, daß teine Schlampere: einreißt. 3. A. Aler Pagels. 2. Kreis Tiergarten. Donnerstag, ben 4. Geptember, 7% Uhr, bei Trimper, Flensburger Str. 3, Sigung aller Wohlfahrts- und politischen Funktio. närinnen. Bertretung des Kreisvorstandes und der Jugend erwünscht. 6. Areis Kreuzberg, Donnerstag, den 4. Geptember, 7% Uhr, Gigung des Bildungsausschusses bei Reim, Urbanstr. 29. Abrechnung. Einzeichnungs listen mitbringen. Rartenausgabe. Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater Th.i.Admiralspalast Allabendl. 814 Uhr: Opernhaus die neue gr. Revue 6 Uhr: Lohengrin Opernhaus „ Noch and Noch * 66 am Königsplatz Stg. 2 Vorst. in erster Besetzg. 7% U.: Der Barbier von Sevilla 3 u. 8 Uhr Das Schauspielhaus Dramatische Th. 7 U.: Viel Lärm N 4, Chausseestr. 30/31 um nichts Schiller Theater 72 Uhr: 7 Uhr: Candida Gilles u. Jeanne Volksbühne von Georg Kaiser 72: Schneid.Wibbel Deuts.Opernhaus Deutsch. Theater 7 Uhr: Der Prophet 72 Uhr: Căsar u. Cleopatra Intimes Th. 8.U. Lauf doch n. im. nackt herum Kammerspiele Besuch im Bett etc. 8 Uhr: Onkelchen Metropol- Theater hat geträumt 8U.:D.Weltschlager Theater i. d. Königgrätzer Str. Mascottchen Täglich 8 Uhr: Hans Sonnenstößers Hollenfahrt Th. i. Kommand. Str. Komödienhaus Täglich 8 Uhr: Mein Vetter Eduard 8 Uhr: Mister Globetrotter Operette v.O.Urack Tribune 8 Uhr: Berliner Theater D. Gatte d. Fräuleins Tägl. 7.30: Der süße Kavalier Haak, Schroth, Kraus Wallner Theater Rose- Theater 8 Uhr Meine Braut Deine Braut VINTO BRIEN Winstons tauch. Seelöwen u. tauch.Nymphen sowie der Sept.- Spielplan! Rauchen gestattet Theater am Kottbusser Tor Täglich 8 Uhr u Sonnt. nachm. SU. EliteSänger Fabelhaftes SeptemberProgramm! Leiterwagen Th. a. Nollendorfpl. Tägl. 8 Uhr: u. alle ander.TransTägl. 7.25 u. 9.15: Uriel Acosta Gösta Berling. I. T. Mozartsaal Tägl. 7 und 9 Uhr: ROSITA portgeräte liefert billigst. Großer Vorrat. ROPOL Georg Wagner 8 Uhr: Cris Charlton Comp. Köpenicker Str. 71. Keine SchaufensterKein Ladengeschäft. SCALA Zum ersten Male Reklame, dafürwesent8 Uhr: Internat. VARIETE Reichshallen Theater Wieder täglich: Stettiner Sänger Anfang 8Uhr in Deutschland! 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September, 7½ Uhr, im Reichensaal des Raifer- FriedrichRealgymnasiums, Raiser- Friedrich- Straße, Bollversammlung der SPD.. Elternbeiräte und der Liste Schulaufbau". Tagesordnung: 1. ,, Die Auf2. Neugaben der Elternbeiräte". Referent Genoffe Dr. Löwenstein. wahl des Borstandes. 3. Berschiedenes. Elternbeiräte und Lehrer werden erfucht, zu erscheinen. 9. Kreis Bilmersdorf. Freitag, den 5. September, 8% Uhr, Gigung des Bildungsausschusses bei Kroiß, Holsteinische Str. 60. Morgen, Donnerstag, den 4. September: 32. 26. 7 Uhr Funktionärtonferenz im Rimmer 55 der Schule Lange Str. 31. 34. Abt. 7 Uhr bei Rosin, Gubener Str. 19, Funktionärtonferens. 35. Abt. 7 Uhr Funktionärtonferenz mit den Elternbeiräten, Betriebsvertrauensleuten und Referenten. 37. Abt. 7 Uhr Sigung sämtlicher Funktionäre bei Pfeiffer, SausburgStraße 2. Ohne Mitgliedsbuch und Funktionärkarte tein 8utritt. 38. bt. 7 Uhr bei Rose, Große Frankfurter Str. 17, Funktionärsigung. 41. Abt. 7 Uhr bei Schult wichtige Gigung der Abteilungsleitung mit den Gruppenleitern und Raffierern. 56. Abt. Charlottenburg. 7½ Uhr Funktionärsigung bei Ziersch, Kantstr. 62. Thema: Bericht vom Bezirksparteitag". 105. Abt. Adlershof. Vereinigung ehemaliger Schüler der weltlichen Schule: 7 Uhr Mitgliederversammlung in der Aula Radiceftraße. Bortrag des Serrn Stadtarzt Dr. Roeder: Gesundheitspflege der Jugendlichen". Gäste, Erwachsene sowie Jugendliche, willkommen. DEUTSCHLAND MARGARINE 146. Abt. Reichsbruderei. Nachmittags 3½ Uhr bei Senning, AlegandrinenStraße 44, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Die Stellung der Fraktion im Reichstag". Referentin Genoffin Bohm- Schuch, M. d. R. Jungsozialisten. Gruppe Norden: Zusammenkunft im Ledigenheim Schönstedtftraße 1, 5. Stod. Leseabend: Adolf Hoffmann: Episoden und Erlebnisse aus dem Reichstage". Pünktliches Erscheinen Pflicht. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 52. Abt. Charlottenburg. Genoffe Ringer, ein alter Parteifunktionär, ist verstorben. Einäscherung Donnerstag 4% Uhr Krematorium Gerichtstraße. Hühneraug auf Zeh' und Sohl' Wirst du los durch Lebewohl! In Drogerien und Apotheken. Verlangen Sie ausdrücklich„ Lebewohl" mit Filzring. anz Deutschland Canz wird über diese Qualität erstaunt sein Jedermann, der Schwan im Blauband" versucht, wird zu der Überzeugung kommen, niemals etwas Ähnliches gekostet zu haben. ,, Schwan im Blauband" verdankt ihr gutes Gelingen nicht etwa einem Zufall, sondern jahrelangen systematischen Versuchen. Sie können sich selbst hiervon überzeugen, indem Sie ein Paket der Feinkostmargarine ,, Schwan im Blauband" kaufen. Schon beim Öffnen werden Sie von dem herrlichen Aroma entzückt sein. Preis 50 Pf. das Halbpfund in der bekannten Packung. Schwan im Blauband Jägerstr.63: Unterhaltungs- Varicté Metallbetten ANFANG 8 Uhr EINTRITT FREI! Großes September- Programm Kleines Theater 8 Uhr: Der Teufelsadvokat Eine Casanovakom. mit Ferdin. 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Napp Berlin tritt für den Graphischen Industrie- Ber= band ein, während Martens- Hamburg ver einer Unterbindung der freien Kritik in den Gewerkschaften warnte. Nachdem Riese= bed Berlin vom Verbandsvorstand auf die vorgebrachten Be= schwerden eingegangen ist, bezeichnen Hesselbart Leipzig und Albrecht Köln ebenfalls die Politit des Verbandsvorstandes als die allein mögliche. Soeltner- München und Weyrich- Mainz treten für schärferes Zugreifen gegen verbandsschädigende Elemente ein, ebenso König- Halle, der die Ausführungen Albrechts unterstreicht. Gegen eine von der Hamburger Delegation eingebrachte Entschließung gegen die Verlagsgesellschaft Deutscher Konsumvereine wendet sich Müller- Reutlingen, während sich Glaeß- Leipzig gegen die Einführung von Regionaltarifen ausspricht.ne M Der Bericht der Mandatsprüfungsfommission ergibt die Anwesenheit von 133 ordnungsgemäß gewählten Delegierten. Wahlproteste aus Leipzig wurden als unbegründet zurückgewiesen und alle Mandate für gültig erklärt. In der nach einer furzen Baufe fortgesetzten Aussprache forderten mehrere Redner erneut eine einheitliche Stellungnahme zur Maifeier fowie eine einheitliche Betriebsräte. beilage für alle Verbände. So sprachen sich u. a. Prüter- Kiel und Dertel- Chemniz aus. Neindorf Hamburg setzt sich energisch für eine Stellungnahme gegen die Verlagsgesellschaft Deut fcher Ronfumvereine ein. Tilgner Berlin wendet sich gegen einen Antrag, der die Mitarbeiterschaft am„ Graphischen Block" mit Ausschluß bedroht. = Der Vertreter des ADBG. Graßmann Berlin geht auf den Ronfiift mit der Verlagsgesellschaft Deutscher Ronfumvereine ein und erklärt, die Bundesleitung bestehe unbedingt auf Abstellung der fritisierten Zustände. Es würden demnächst die verantwortlichen Bir zu einer Klärung zusammentreten. 3ur Maifeierfrage erklärte er, eine allgemeinverbindliche Anweisung zur Arbeitsruhe tönne leicht zu Repreffalien der Unternehmer führen. Der Entschluß müsse also ten einzelnen Gewerkschaften überlassen bleiben. Nach einem Schlußwort des Verbandsvorsitzenden Seis wurde gegen eine Stimme folgende Entschließung angenommen: Er „ Der Verbandstag verurteilt auf das allerschärffte die gemertfdjaftszerstörenden Bestrebungen der Kommunistischen Partet. macht es allen Funktionären zur Pflicht, derartigen, den Bestand d die Schlagfertigkeit der Organisation schädigenden Handlungen Den größten Widerstand entgegenzusetzen. Im Glauben an die baldige Ueberwindung dieser Krankheitserscheinung in der Arbeiter bewegung befundet der Verbandstag, daß, die Einung des Verbandsvorstandes in den vergangenen Jahren die rigtige gewesen ist." Ferner fand folgende Entschließung Annahme: ,, Der 12. Verbandstag der Buchdrucker verurteilt auf das schärfste die Handlungsweise der Verlagsgesellschaft Deutscher Konjum nereine gegenüber der organisierten Arbeiterschaft, insbesondere in der Frage des Ueberzeitabfommens. Der Verbandsvorstand wird bauftragt, übercll dort, wo sich in den Arbeiterbetrieben und in der * Mittwoch, 3. September 1924 Der Katz und sein Kater. ефі 0001810ollo den sind in siloniblom Reichstags Auflösung se of en dug 50 uff- diesmal war's nur ein böser Traum!" die Amsterdamer und Moskauer Internationale umschließen foll, beantragt. Bemerkenswert war die energische Abfuhr, die der Antragsteller gerade von den Delegierten erfahren hat, die bisher als Freunde der Sowjetregierung anges sehen wurden. Will Thorne, einer der ältesten britischen Sozialisten, sagte, daß die Frage irgendeiner Busammenarbeit der O.KOESTER höheren Betrag darstellen als die Summe, die den Körperschaf ten durch die betreffende Anleihe zugeflossen ist. Darin, daß schließlich dein Gemeinwesen mehr Schulden zurückzahlen tann als es in Goldmart erhalten hat, tritt das Widersinnige der spekulativen Machenfachsten auf das deutlichste zutage. Natürlich fehlt es nicht an Gerüchten, mit denen man die RentenArbeiterschaft nahestehenden Betrieben in bezug auf Verschlechterung britischen Gewerkschaften mit der dritten Internationale gar nicht hauffe begründet. Immer wieder behauptet man, daß das Reich For Arbeitsbedingungen Unternehmermethoden eingebürgert haben, Bergisch Schritte zu unternehmen, um diese Zustände zu beseitigen." Anschließend wurde dann dem Verbandsvorstand einstimmig das Vertrauen ausgesprochen. Nach Abschluß der Plenarver handlungen um 8 Uhr abends nimmt der Verbandstag einen Lichtbildervortrag über technische Fragen entgegen. Die Weiterverhandlunden werden auf Mittwoch vertagt. Der englische Gewerkschaftskongreß. London, 2. September.( Eigener Drahtbericht.) Am Montag hat, wie schon gemeldet, in Hull der 56. Kongreß der britischen Gewerkschaften begonnen. Ihm kommt insofern größere Bedeutung zu als den früheren Kongreffen, weil seit den letzten Wahlen und der Einfegung einer Arbeiterregierung in England die politische Macht der englischen Gewerkschaften deut lichen Ausdruck gefunden hat. Der erste Tag des Kongresses war von den Begrüßungsreden ausgefüllt worden Der Kongreßpräfident Purcell führte u. a. folgendes aus: Bolschewiften, die die alten Gewerkschaften als Gelbe" bezeichnen, Bolschewiften, die die alten Gewerkschaften als Gelbe" bezeichnen, ein unüberwindliches Hindernis für ein organisatorisches Zusammen arbeiten. Als eine fommunistische Delegierte aus Manchester da gegen protestierte, wurde dieser Proteft durch einen Sturm der Entrüstung erstickt. James Segion, ebenfalls einer der ältesten britischen Gewerkschafter, fagte, man wirft uns von Moskau her Sympathien für den Kapitalismus vor, aber wir werden nicht vergessen, daß die Sowjetregierung ihren völligen Mißerfolg da burch eingestanden habe, daß fie jüngst in ein fapitalistisches Land ( England) gekommen sei, um sich dort Geld zu borgen. Nachdem die Bolschewisten auf dem Kontinent immer mehr zurückgedrängt werden, fonzentrieren sie ihre Angriffe gegen die Einheit der Arbeiterbewegung auf England Gie verfahren dabei nach ihrer alten Methode. Die verantwortlichen Führer der Arbeiterbewegung, die heute in der Regierung fihen, werden als Verräter beschimpft, wobei es den Bolschewiften nichts ausBerräter beschimpft, wobei es den Bolschewiften nichts ausmacht, daß die englische Regierung sich mit der russischen Regierung macht, daß die englische Regierung fich mit der ruffischen Regierung vor furzem verständigt hat. Gleichzeitig mit dieser Berleumdungsfampagne versucht man den linken Flügel der Arbeiterpartei einzufangen und läßt durch dessen Wortführer verkünden, daß man weiter nichts wünsche und wolle, als eine allgemeine Verbrüderung der Arbeiter. Daß u. a. die schwerindustrielle Telegraphen- Union sich für dieses bolichemistische Sprengungsmanöver begeistert, ist nicht sonderlich überraschend. Wirtschaft Ein deutschnationaler Börsenerfolg. Kriegsanleihe taufe. Das trifft wie uns von zuständiger Seite nachdrücklich versichert wird, feinesfalls zu. Auch der Umstand, daß die Reichsanleihe Aktiengesellschaft" demnächst faßungs. gemäß auf das Reich übergeht, ist fachlich kein Grund zu besonderen Hoffnungen der Kriegsanleihegläubiger. Die Regierung denkt nicht an eine Aufwertung ihrer Schuldtitel. Die Sozialdemokratie setzt sich zwar für eine Hilfeleistung an bedürftige Kleinventer, niemals aber für eine Förderung der Spekulanten ein. Das überläßt sie denjenigen Leuten, die auf Juden und Spekulanten schimpfen, selbst aber die Anleihehausse mit allen Mitteln der Demagogie begünftigen. Boltswirtschaftlich ist der Schaden, der durch die Treiberei am Rentenmarkt geschieht, ungeheuer. Produktionsbe triebe liegen still, meil sie den Absah nicht finanzieren fönnen. Oft müssen aus Kredit und Kapitalmangel selbst Auslandsaufträge unerledigt bleiben. Vor den Arbeitsnachweisen ftauen sich die Arbeitsuchenden. Gewaltige Geldsummen aber suchen Anlage in Papieren, die vorläufig nichts als Matulatur sind, nur weil fapitalfräftige Kreise die Hoffnung auf Aufwertung auszunützen verstehen. Die un produktioste Kapitalanlage ist es, der das Geld zufließt. Kein Stein, Rohle, feine Schraube wird des wegen mehr produziert. Die Spetulanten aber füllen sich die Tasche, Das ist der Sinn und Enderfolg reaktionärer Wirt schaftspolitit. Werteschaffende Arbeit wird verhindert, die Spekulation wird großgezüchtet. So endete das Wert eines HelffeGerich und Havenstein, die Inflation, so wirft auch der Bürgerblod der Umfallmänner seine Schatten voraus. Das deutsche Volk tann sich zu solchen Schüzern" der nationalen Arbeit alles Glüc wünschen. Der Aufwertungsrummel, der von den Steuerbrücke. bergern der Rechtsparteien in demagogischer Weise inszeniert wurde, Das Versagen der Vermögenssteuern. fetzte sich, wie wir bereits in unserem gestrigen Börsenbericht mitGewaltig ist die Belastung, die die Durchführung des Damesteilten, neuerdings verschärft fort. Kriegsanleihe, die noch Ende Blanes dem deutschen Bolke bringt. Daraüber fann fein Zweifel Mai 70,5 und Anfang August 358 Milliarden notierte, hat gestern Planes dem deutschen Volke bringt. Daraüber tann kein Zweifel die Grenze von 1 Billion Prozent überschritten. Das macht zwar erst bestehen, auch wenn man erkannt hat, daß die Annahme des Lonein Goldprozent, da eine Goldmark gleich einer Billion Papiermark ist; boner Vertrages immer noch ein besserer Ausweg ist, als das wirtaber nicht die abfolute Höhe, sondern die Bewegung ist bezeichnendschaftliche Chaos, daß die unvermeidliche Folge seiner Ablehnung für die riesigen Gewinne, die die Spekulation bat erzielt hat. Wer gewesen wäre. Das Bemühen der bürgerlichen Parteien geht nun die Bewegung rechtzeitig übersah und Kriegsanleihe um 40 Milliar. dahin, die aus der Erfüllung des Londoner Vertrages entstehenden den Prozent Baufte, hat heute mehr als das 25 fa che verdient. Wer aften auf die breiten Massen der werftätigen Bevölke erst vor etwa 10 Wochen„ einstieg", hat das 10fache feines Einsatzes rung abzuwälzen. Schon jetzt ist der Anteil der Verbrauchssteuern am Steuerertrage des Reiches im Wachsen. Das starte Interesse, herausgeholt. Erhebliche Schwankungen nach oben und unter verdas die Reichsregierung an der Zollvorlage zeigt, ist ebenfalls von mehrten die Gewinnmöglichkeit des gerissenen Spekulantentums. finanziellen Interessen diftiert und von dem Streben der Unterneh mer, durch Warenpreiserhöhungen die ihnen zugedachten Steuern und Abgaben auf den Käufer der Ware, also die Verbraucher, abzubürden. " Der Beginn der Arbeiterregierung bedeute nicht nur inner politisch einen bedeutsamen Wechsel. Es ist einem Premier minister einer Arbeiterregierung vorbehalten geblieben, auch außenpolitisch eine solche internationale Atmosphäre zu schaffen, in der, so gut es im Rahmen der kapitalistischen Wirtschaft überhaupt möglich ist, eine Regelung des europäischen Problems in das Bereich der Wahrscheinlichkeit tritt. Wir hoffen alle, daß es der Londoner Patt ist, der einen ersten Schritt aus dem europäischen Chaos heraus bedeutet. Wenn man an all die furchtbaren Konsequenzen denkt, die sich aus der Geldentwertung, den hohen Preisen bei niedrigen Löhnen, dem langen Arbeitstag und den unsicheren Berhältnissen des Arbeitsmarktes für die deutsche Arbeiterschaft ergeben, so fann man wohl ohne Uebertreibung sagen, daß der deutsche Arbeiter seinen Anteil an den Reparationen schon abgetragen hat. Der Dawes- Bericht, der als Grundlage der neuen Regelung der Reparationsfragen von allen Beteiligten angenommen worden ist, bedeutet neue aften: Erhöhung der Fahrpreise der 4. Klasse find notwendig; Einkünfte aus der Besteuerung von Lebensmitteln fließen dem internationalen Kapital zu. All das bedeutet, daß neue zusäßliche Lasten auf den Rücken des ohnedies schon überlasteten deutschen Arbeiters gelegt werden. bedeutet, dass fich der Machtbezirk des internationalen Rapitals noch mehr auszubehnen im Begriffe ist. Es heißt, daß in einem Zeitpunkt, in dem, aufs ganze gefehen, die politische Macht überall in die Hände der Arbeiterklasse überzugehen scheint, sich die ökonomische Macht mit einer gewissen Unerbittlichkeit und wachsender Geschwindigkeit in der Hand von einer schmalen Gruppe von Finanzmagnaten fonzentriert. Es ist hohe Zeit, daß wir uns mit diesem Problem beschäftigen. Man sagt uns: die deutschen Arbeiter stim men doch dem Dawes- Plan zu und find um feine eilige Durch führung aufs ängstlidyfte besorgt! Ist es nicht vielmehr so, daß die deutschen Arbeiter sich nur deshalb hüten, sich der Londoner Regelung zu widersehen, weil sie der Meinung sind, daß in diesem Falle ihre Lage nur noch viel schlimmer sein wird als im Falle der Annahme? Auf jeden Fall muß die britische Gewerkschaftsbemegung gegen die Opfe rung des Achtstundentages in Deutschland Front machen. Der Achtstundentag muß in Deutschland wieder fest veranfert werden und mit ihm würdige Mindestlohne, die den Lebensstandard der deutschen Arbeiterschaft sichern. In solchem Geiste senden wir unsere Grüße den deutschen Gewerf Die Spekulation in Kriegsanleihen, die übrigens von einer Kursschaften mit dem Ausdrud unserer Hoffung, daß sich alle treiberei anderer Papiermarkwerte begleitet war, ist vornehmlich die deutschen Gewerkschaften schließlich vereinigen werden, um den Achtſtundentag und die mindestlohne für alle Arbeitenden zu sichern." Folge des von den Deutschnationalen inszenierten AufwertungsDie Kurstreiberei geht so weit, daß einige von ihnen ein fommunistischer Delegierter rummels. Gewerkschaftsinternationale, die betroffene Staatsanleihen heute nach ihrem Kurswert einen Am Dienstag die Gründung einer hat neuen Die ganze Spekulation stüßt sich darauf, daß gewisse bürgerliche Kreise mit den Deutschnationalen an der Spize eine allgemeine Aufwertung der Kriegsanleihe betreiben. Während Taufende von hilflos gewordenen Rentnern den Verlust ihrer letzten Spargroschen beklagen, will man nicht etwa diese ausreichend entfchädigen, sondern die Aufwertung zugunsten der Spetulanten, die in der letzten Zeit und vor Monaten massenhaft Kriegsanleihe zu billigem Preise gekauft und zum Teil jetzt schon Millionenvermögen verdient haben. Die Bewegung erhielt einen neuen Antrieb, seit die Deutschnationalen durch ihren Umfall am letzten Freitag fich regierungsfähig" gemacht haben und der Bürgertlock in dichte Nähe gerückt ift. Am Donnerstag, den 28. August, war der Einheitsfurs für Kriegsanleihe 749, am geftrigen Dienstag 1040 Milliarden. " Soll das verhindert werden, so tommt es darauf an, die bes stehenden Vermögenssteuern wirksam zu machen. Wie sehr diese bisher versagten, wie sie tatsächlich vorhandenes Vermögen oft unversteuert ließen, dafür wird uns folgendes Beispiel mitgeteilt: Im vergangenen Winter hat das Reichsfinanzministerium ein* gehende Richtlinien herausgegeben über die Bewertung der maschis nellen Betriebseinrichtungen bei Aufstellung der geschäftlichen Gold bilanzen. Der Direktor eines mittleren Betriebes schätzte den Ge brauchswert der maschinellen Einrichtung auf rund 100 000 Mart ab. Als er jedoch bei Aufstellung der Gold bilanz genau die ministeriellen Richtlinien berücksichtigte, fam nur ein Gesamtwert von 21 000 Mart heraus. Die Diffe renz war vornehmlich dadurch entstanden, daß gewisse Betriebs maschinen nach den Richtlinien nur eine fünfjährige Gebrauchss fähigkeit haben sollen, so daß jährlich zwanzig Prozent abzuschreis ben sind und nach fünf Jahren nur noch ihr Alteisenwert zu| burch die neuen Breistreibereien am Warenmarkt leider nur allzu buchen ist. Bei anderen Maschinen sehen die Richtlinien eine drastisch begründet wird. 25jährige Leistungsfähigteit mit entsprechenden Abfchreibungen vor. In unserem Falle gab es nun beide Arten von Maschinen, und bei genauer Einschäzung ihrer Bilanzwerte nach den Richtlinien wären sie zum Teil gar nicht mehr, zum Teil nur mit ganz geringen Beträgen einzustellen gewesen, mährend sie in Wirklichkeit noch volle Leistungsfähigkeit befigen. Dem Leiter des Unternehmens erschien der Abstand zwischen seiner Abschägung und dem nach den Richtlinien festgesezten Werte so groß, daß er glaubte, bei der Bilanzaufstellung einen Fehler gemacht zu haben. Er trug deshalb dem Finanzamt die Angelegenheit vor, doch hier murde er beruhigt. Seine Bilanz wurde als durchaus for reft und den Richtlinien entsprechend anerkannt. Die gesamte maschinelle Einrichtung samt Reißelanlagen stand also mit 21 000 Mart zu Buche. Der rechtliche Einn des Betriebsleiters beruhigte sich dabei nicht. Er gab dem Befizer des Werkes von dem Sach perhalt Kenntnis. Der Befizer gehört zu den in seinem Kreise fel tenen Männern, die als wohlhabende Leute gern dem Staate geben, was ihm gebührt. Er war damit einverstanden, daß in der Bilanz, auf Grund deren die Steuern berechnet wurden, die maschinelle Einrichtung mit 50 000 Mart angegeben wurde. Sollte der Fall, daß bei ſtrenger Beachtung der ministeriellen Richtlinien, die Vermögensbilanzen der Industriebetriebe zu niedrige Schlußziffern aufweisen, vereinzelt dastehen? Angesichts der 5.Milliardenbelastung der Industrie nach dem Dames- Blan erscheint die Frage wichtig, und es ist zu prüfen, ob und inwieweit die Richtlinien einer Revision zu unterziehen sind. Was die Feinkosthändler fordern. Im Einzelhandel trifelt es bedenklich. Während des Kries ges und in der Inflation ist der Apparat der Warenverteilung gewaltig angeschwollen, obwohl ein volkswirtschaftliches Bedürfnis dafür nicht vorhanden war. Die allgemeine Knappheit an Ware hätte eher weniger als mehr Handelsbetriebe erforderlich gemacht. Die glänzende Aussicht, durch den Sachbefiz mühelos Geld zu verdienen, veranlaßte aber weite Kreise, sich dem Einzelhandel zu widmen. Schon gegen Ende der Inflation, als der Dollar sich von Tag zu Tag entmertete, setzte jedoch der Rückschlag ein. Da man damals das am legten Tage erlöste Geld nicht sofort wieder in Ware anlegen konnte, die Warenpreise aber stündlich stiegen, schwand das Betriebs= tapital dahin. Nach der Stabilisierung brachten die hohen 3insfäge, die man für Leihgeld zahlen mußte, neue Nöte. Außerdem stellte sich heraus, daß in dem verringerten Umfaß sich eine viel zu große Zahl von Händlern teilte; daher war man bemüht, durch erhöhte Gewinnspannen aus dem verringerten Umsatz gleiche oder womöglich noch höhere Gewinne herauszuholen. Dieses Bestreben mußte aber früher oder später scheitern an der geschwächten Rauftraft der breiten Massen, die die hohen Preise nicht zahlen konnten. Da aber setzte der verschärfte Konkurrenztampf ein, der Straßenhandel blühte auf, und so fam es, daß der Einzelhandel während der Stabilisierungsfrise feineswegs gute Zeiten durchmachte. Eine besondere Rolle nimmt im Einzelhandel die Gruppe der so= genannten Feinkosttaufleute ein, die fürzlich in Köln ihre diesjährige Hauptversammlung abhielten. Daß sie von den Folgen der Krise besonders schwer getroffen wurden, ist leicht zu glauben; denn der Lurusverbrauch ist immerhin nach der Inflation etwas zurüdgegangen und ein großer Teil der Feinkostgeschäfte hatte ihre Rundschaft vornehmlich in denjenigen Kreifen, die daher der Name - sich ,, Feinkost" leisten konnten. Es ist daher fein Wunder, daß der Mißmut dieser Kaufleute sich in einer Reihe von Forderungen Buft machte, die beim übrigen Volfe nicht gerade auf sehr viel Sympathie stoßen werden. Es fehlt felbstverständlich nicht an einem energischen Protest gegen die Wuchergeseggebung, deren Notwendigkeit HOTE WoWestmann?" SERHOF LUNGERS HAUSEN HOTEL sichts ausschlag Bidel Von Mittwoch bis Sonnabend. Bankkredit und Arbeitsmarkt. In der wirtschaftlichen Produktion wird der Faktor Kapital Besonders sind interessant die Forderungen der Feinkosthändler durch die Banten beherrscht. Vor dem Krieg wurde die Politik zur Steuergefeggebung. Wie der Einzelhandel überhaupt, der Banken nach dem Stand der Reserven eingestellt, d. h. nach so bekämpfen auch sie die Selbsthilfe der Arbeiter und Ver- dem Verhältnis der gesetzlichen Zahlungsmittelreserven der Zentralbraucher bei der Warenversorgung durch Genossenschaften. Sie banten zu ihren Depofitenverpflichtungen. Das tommt jedoch nicht verlangen daher, daß jede Unterstüßung und Bevorzugung der Ron. mehr in Betracht. Was also soll der neue Maßstab zur Ron't rolle sumvereine und Genossenschaften ausgeschlossen sei, und wenden sich des kredits sein, um den besten Interessen der Wirtschaft zu dienen? In einem Artikel der International Labour mit großer Entrüstung dagegen, daß sogar die Nationalsozialisten es wagen, Bezugsgemeinschaften zu propagieren. Die Händler über- Credit as a Remedy sor Unemployment" beruht, wird die Auffassung Review", der großenteils auf J. R. Bellerbys Buch Control of fehen bei ihrem Kampf gegen das Genossenschaftswesen vollkommen, vertreten, daß die Preisbewegung den brauchbarsten Maßstab daß die Genossenschaften fei ne auf Profit gerichteten Er abgibt. Menderungen der allgemeinen Breislage sind ein für die werbsgesellschaften sind und sich dadurch vom Handel grundfäßlich Lage des Arbeitsmarttes ausschlaggebender Faktor. Je unterscheiden. Wenn die Feinkosttaufleute weiter eine Herabsetzung starter die Preisschwankungen sind, desto schwerer der Umsatzsteuer von 2% auf 1% Prozent fordern, so ist ihnen nur werden die Krisen, die jeder Hochkonjunktur folgen. Außer dem darin zustimmen. Merkwürdig aber muß es anmuten, wenn sie Einfluß der Preisschwankungen auf den Arbeitsmarkt und die auch eine Herabsetzung des Sazes der Einkommensteuervor. Brobuftion gibt es noch viele andere Gründe, melche die Erhaltung auszahlung von 0,7 auf mindestens 0,4 Proz. verlangen. Das Breisschwankungen verursachen Unrecht in den Beziehungen Don ist aus zwei Gründen zurückzuweisen. Einmal wird der Arbeiter Schuldner und Gläubiger, sie wirken auf die Staatsschuld ein schaft die Steuer vom Lohn abgezogen ohne Rücksicht darauf, ob und benachteiligen entweder die Kreise, welche von festem Einkommen sie wirtschaftlich leistungsfähig ist oder nicht; es wäre also ein großes abhängen oder jene Kreise, die wirtschaftlich schaffen. In jedem Fall Unrecht, wenn man hierin dem Handel ein Sonderprivileg vermehren sie die sozialen und wirtschaftlichen Reibungsflächen. Die gibt. Dann aber bezeichnen sich die Feinkostkaufleute selbst Politit der Banten bei Regelung des Kredits sollte nicht wie in der als den„ vornehmen Einzelhandel". Bisher glaubte man, daß Borfriegszeit nach den vorhandenen Reserven sich richten, sondern Bornehmheit verpflichtet. Die Feinkosthändler jedoch scheinen vielmehr nach den Bedürfnissen der Wirtschaft, die in mit den Agrariern der Meinung zu sein, daß Vornehmheit zur den Inderziffern der Arbeitsmartilage und der Preislage ihren Ausbrud finden. Steuerbefreiung verpflichte. Diese Auffassung wird sich das Wenn diefer Grundfaz leitend wird, so ist Grund zu der AnReich nicht zu eigen machen dürfen, solange es derart auf die Sanie- nahme vorhanden, daß eine ruhigere Gestaltung der rung seiner Finanzen bedacht sein muß, wie heute, wo es gilt, den Wirtschaftstätigkeit erzielt werden kann, und zwar indem Reichshaushalt auf die Zahlung großer Reparationszahlungen vor zunächst darauf abgezielt wird, die Wirtschaft anzuregen, und später, wenn der richtige Augenblid gekommen ist, sie auf der erreichten Höhe zu erhalten. zubereiten. Daß übrigens selbst der Feinkosthandel, also ein Gewerbezweig, von dem man es am allerwenigsten annehmen würde, unter den Uebergriffen der Kartelle und Konventionen schwer leidet, tam in einem Referat des Verbandsdirektors Klopfer zum Ausdruck. Dieser führte u. a. aus: ,, Von der Lebens- und Genußmittelindustrie wird neuerdings öffentlich gegen die Ueberschwemmung des deutschen Marktes mit an sich entbehrlicher Auslandsware Stellung genommen. Nun ist der Feinkosthandel, will er auf der Höhe seiner Aufgaben stehen, mannigfach auf ausländische Erzeugnisse angewiesen. Der Reichsverband deutscher Feinkostkaufleute hat sich befanntlich gleichwohl zum Vorfämpfer für deutsche Arbeit und für deutsche Art gemacht. Um so mehr darf er das Recht für sich in Anspruch nehmen, eine zwar freundschaftliche, darum aber nicht minder eindringliche Mahnung an die einschlägigen Industrien zu richten, die hier zweifellos nicht ohne Schuld find. Wenn industrielle Preis ringe sich über volkswirtschaftliche Notwendig. feiten einfach hinwegsehen, dann bleibt auch dem Einzelhandel nichts anderes übrig, als die Erhaltung seiner eigenen Existenz in den Vordergrund zu rücken. Er wird also nicht nur bei ringfreien Werfen, die trok niedriger Preisstellung oft erftflaffige Ware liefern, seinen Bedarf decen, sondern er wird auch preiswert angebotene erstklassige Auslandsware führen müssen. Wir fönnen nicht Bestrebungen unterſtüßen, die unter der Parole Für deutsche Arbeit" gehen und in Wirklichkeit ein Deckmantel für die Errichtung eines Monopols gewiffer einheimischer Fabriken sind." Daß übrigens unter der Parole Für deutsche Arbeit" auch die Intereffenten anderer Gewerbezweige auf die Schaffung von Mono. polen hinarbeiten, ist unseren Lesern aus den Zolldebatten bekannt. Eine Schutzollpolitit würde die dahin gerichteten Bestrebun gen außerordentlich unterstützen. an den an der 1. Geschäft: Mohrenstraße 37a Kolonaden, 2. Geschäft: Gr. Frankfurter Str. 115 Andreasst. Nur gute Qualitäten!! Passendes für stärkste Figuren. Ausnahmepreise!!! Herbst- und Winter- Modelle!!! Ulster mit Pelzbesatz 25,50. Modelle bis 180,-. 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