Abendausgabe Nr. 421 41. Jahrgang Ausgabe B Nr. 211 Bezugsbedingungen und Anzeigenpreise sind in der Morgenausgabe angegeben Redaktion: Sw. 68, Cindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 292-295 Tel.- Adreffe: Sozialdemokrat Berlin Vorwärts Berliner Volksblatt 5 Goldpfennig 50 Milliarden Sonnabend 6. September 1924 Berlag und Anzeigenabteilungi Geschäftszeit 9-5 Uhr Berleger: Borwärts- Verlag GmbH. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhoff 2506-2507 Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Das Ergebnis von Genf. Vor einem Uebereinkommen der Großmächte. Was hat Macdonald gewollt? Genf, 6. September.( Eigener Drahtbericht.) Auf einem am langt, daß Deutschland, selbst wenn es einen Sitz im Völkerbundrat Freitagabend abgehaltenen Prefseempfang wurde mitgeteilt, daß ein erhält, an der Ueberwachung, die der Rat über die deutschen Uebereinkommen zwischen den Großm ächten bevor- Rüstungen ausüben wird, nicht wird teilnehmen dürfen. fteht. Vor allem soll das obligatorische Schiedsgericht gesichert und möglichst bald eine Abrüstungskonferenz einberufen werden. Außerdem soll der Artikel 16 des Bölferbundpattes dahin ergänzt werden, daß er neben wirtschaftlichen Santtionen auch folche militärischer Art gegen den Angreifer vorsieht. Die französische Delegation ist von dem franzöfifchen Ministerpräsidenten beauftragt, im Falle der Erörterung des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund der Zulassung zuzustimmen. Es ist jedoch vorläufig noch sehr zweifelhaft, ob diese Frage überhaupt zur Debatte fommen wird, zumal die französische und die englische Delegation natürlich einig find in der Auffaffung, daß eine formelle Erledigung dieser Angelegenheit ohne einen entfprechenden Antrag Deutschlands unmöglich ist. " Paris, 6. September.( WTB.) Wie der Sonderberichterstatter bes Petit Parifien" aus Genf meldet, geht der Eindrud in frans zösischen Kreisen dahin, daß in den Verhandlungen bereits ein entschiedener Fortschritt zu verzeichnen sei. Der Grundsatz des obligatorischen Schiedsgerichts, den Herriot in London zumn Siege geführt habe, habe jetzt schon die einstimmige Billigung aller Teilnehmer gefunden. Auch die Frage der Sanktioner en, die von der des Schiedsgerichtsentwurfes getrennt werden könnte, fei in flarer Weise aufgeworfen worden. Man sei sich jetzt darüber einig, durch den Völkerbund eine allgemeine Entwaff nungstonferenz einberufen zu laffen. Es sei aber ebenso selbstverständlich, daß die Verpflichtung zum Schiedsgericht und die Verhandlungen über die Entwaffnung der Sicherheitsfrage eng verfnüpft feien. Es handele sich jetzt darum, die näheren Einzelheiten dieser Fragen zu untersuchen. Das sei eine Aufgabe, deren Bewältigung Sache der dritten Kommiffion sein würde. Sie dürfte sich von Monag ab mit dem gesamten Material befaffen, das sich darüber im Laufe der vier Jahre angehäuft habe. Deutschland und der Völkerbund. Herriot für die Zulaffung Deutschlands. Paris, 6. September.( Eigener Drahtbericht.) Eine Genfer Sonderforrespondenz des„ Quotidien“ teilt mit, daß Herriot über die Umiriete der deutschen Nationalisten, die sich fortgesetzt bemühen, feine Erklärungen falsch auszulegen, recht erbittert ist. Der Korre. spondent hebt hervor, daß insbesondere die Aeußerungen Herriots über die Zulaffung Deutschlands teineswegs eine Ablehnung bedeutet hat, sondern daß die ganze französische Delegation den Eintritt Deutschlands in den Bölferbund als eine im Interesse des Weltfriedens liegende Notwendigkeit betrachtet. Die Unterhaltung, die ich mit Herriot gehabt habe- so sagt der Korrespondent wörtlich, überzeugte mich davon, daß er die fortgefetzte Steigerung des Einfluffes der Monarchisten in Deutschland London, 6. September.( WTB.) Der diplomatische Bericht erstatter des„ Daily Telegraph" schreibt: Das einzige Neue, was Macdonalds Rede brachte, war die Forderung, daß die Völkerburidsversammlung Deutschland zulassen und sogar einiaden solle. Macdonald scheint für den Gedanken gewonnen worden zu sein, der von den meisten Mitgliedern seines Rabinetts gehegt wird, insbesondere von Lord Parmoor, nämlich, daß Deutschland sofort eintreten foile und vielleicht einen Sitz in dem von Lord Parmoor in Erwägung gezogenen erweiterten Völker bundsrat erhalten könnte. Macdonalds Schritt kann natürlich auch durch foigende Erwägungen eingegeben worden sein: un durch Deutschlands Zulassung die Schwierigkeiten zu verringern, die darin liegen, daß der Bölferbund feinen universellen Charakter hat, Der Katholikentag. Wandlungen und Bekenntniffe. Von G. Beyer. Die diesjährige Heeresschau des deutschen Katholizismus in Hannover war nicht nur eine Demonstration der Kirchenmacht, nicht nur eine erneute Betonung der fulturellen Einheit von Hierarchie und Zentrumspartei. Diese Tagung, geschaffen von einer feingegliederten, die Seelen umspannenden Organisation vieler Köpfe und vieler Herzen, hat sich im vollen Bewußtsein mitten in den Strom der lebendigen Politik im neuen Deutschland gestellt, und derum ist der Katholikentag von Hannover bedeutsamer als jeder seiner Vorgänger. Neben dem Bekenntnis zur Kulturgemeinschaft haben Männer wie Wirth, Joos und Mary die Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Staat, mit Vera fassung und Reaktion herausgefordert, umbrandet vom Jubel der Tausende, die den polemischen Unterton in den Reden dieser Führer leidenschaftlich unterstrichen. 2. um hierdurch die Uebertragung der Kontrolle über die Rüstun gen Deutschlands von einer interalliierten Kommission auf den Völzeitung" im Geiste der jetzigen Recttion fortsetzte, ist heute Berbund und eine internationale Kommission zu beschleunigen, 3. um seine Teilnahme an der torgeschlagenen Abrüstungstonferenz zu erleichtern. Eine Einladung ergehen zu lassen, daß Deutschland in der Völkerbund eintreten möchte, würde ein noch nicht dagewesener Fall sein. Aber nach Macdonalds Ansicht wäre ein solcher Fall geeignet, irgendwelche feindlichen Gefühle gegenüber dem Bunde zu besänftigen, die das deutsche Volk nährt. Man würde dem deutschen Bolke durch ein solches Borgehen zeigen, daß es nicht, wie es oft heißt, als Pariavolt in Europa behandelt werde. Ein„ Erfolg der deutschnationalen Saboteure. Paris, 6. September.( TU.) Gemäß der Havasnote aus Genf über die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund wird die politische Kommission( 6. Kommission des Völkerbundes) auf eine Reihe von Fragen zu antworten haben, darunter auf die nachstehenden:" Hat das in Frage kommende Land feine internationalen Verpflichtungen erfüllt, und wie verhält es sich in dieser Hinsicht mit seiner Abrüftung?" In der Havasnote heißt es ferner:„ Es braucht nicht betent zu werden, daß eine so günstige Einstellung der französischen Delegation sich ändern könnte, wenn die Reichsregierung, wie gestern in Genf behauptet wurde, ihre Absicht verwirklicht und tatsächlich die über den Ursprung des Krieges angekündigte Proflamation erlassen wird." Die Räumung von Dortmuno und Hörde. Eine französische Erklärung. der Nachkriegszeit eine Wandlung durch. Er hat darin Der deutsche Katholizismus macht in der harten Schule steht er im Gegensatz zum französischen Kleritalismus mit seiner mystischen Verklärung des Imperialismus alle nationalistischen Allüren abgestreift. Ein katholisches Blatt, das etwa die annegionistisch- alldeutsche Kriegspolitik der„ Kölnischen Volks undenkbar. Der harte 3wang für das Zentrum, gemeinsam mit der Sozialdemokratie am Bau des neuen Deutschland zu zimmern, hat dem ganzen Katholizismus neue Erkenntnisse aufgedrängt. Noch vor zwei Jahren konnte der temperamentvolle Kardinal Faulhaber aus München seine mit antifemitischen Arabesten geschmückte Rede gegen den ,, verbrecherisch- unfittlichen Umsturz von 1918" halten. Heute hat man solche Perspektiven, besonders seit der Hitlerei vom November 1923, vollkommen überwunden. Der tief tonservative Grundzug des Katholizismus, der geschichtlich gewordene Verfassungen, wenn sie sich durchgesetzt haben und die Kirche leben lassen, als... göttlich" anerkennt, beherrscht aus nahmslos auch die Zentrumspartei. Die ganze Reaktion, die westdeutschen Feudalen, die Mittelständler, die„ Staatspolitifer" um Stegerwald, find in Hannover stumm geblieben. Nur der süddeutsche Professor Ruhland schwenkte das alte Banner gegen den Sozialismus, eine der größten und ge fährlichsten Irrlehren", in einer menig beachteten Rede. Sie stand in einem solch großen Widerspruch zu den Gedankengängen junger katholischer Geistlicher und Wissenschafter, der München- Gladbachern und denen um Dr. Steinbüchel, daß sie nur von der Begriffsverwirrung zeugte, die die sozialen Gegenfäße innerhalb des Katholizismus selber erzeugt haben. " tief bedauert, um so mehr, als Deutschland vielleicht schon in der militärischen Räumung der Ruhr von Dortmund und Hörde Beun- scheidenden Reden ins praktisch- politische, so hat sich dieser nächsten Zeit Beranlaffung nehmen werde, gewisse Gesten zu machen, die die Aussicht auf eine Einigung, deren erstes Ergebnis die Zulassung Deutschlands zum Bölkerbund sein sollte, nur gefährden könnte. Insbesondere befürchtet Herriot eine ernste Berichtechterung der allgemeinen politischen Atmosphäre, wenn Deutschland tatsächlich im jebigen Augenblick Gelegenheit nehmen würde, dem Ausland feine Erklärung über die kriegsschuld zu übergeben. Eine offiziöse französische Note. Paris, 6. September.( TU.) Die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund steht augenblicklich im Vordergrund des politischen den Völkerbund steht augenblicklich im Vordergrund des politischen Intereffes. Havas verbreitet nachstehende offiziöse note aus Genf: Die Stelle der Rede Herriots, die sich auf die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund bezieht, ist von den deutschen Pressevertretern in Genf lebhaft kommentiert worden. Einige haben aus der Erklärung Herriots gefolgert, daß die franzöfifche Regierung die Absicht habe, die Türen des Bölferbundes der Reichsregierung in dem gegenwärtigen Augenblick zu verschließen. Diese Auslegung widerspricht dem Buchstaben und dem Geiste der Ausführungen Herriots. Diese lassen sich in den Worten:„ Weder Ausnahme noch Bevorzugung" zusammenfaffen. Die französische Regierung wünscht lediglich, daß die bestehenden Vorschriften auf Deutschland angewendet werden für den Fall, daß es beantragt, in den Bölkerbund aufgenommen zu werden. In diesem Falle soll das einzuschlagende Verfahren dasselbe fein, das bei den vorhergehenden Anträgen um Aufnahme in den Bund zur Anwendung gelangte. Die Etappen der Aufnahme. Paris, 6 September.( TU.) Nach dem Genfer Sonderbericht erstatter des„ Echo de Paris" sieht man auf französischer Seite ver= schiedene Etappen bei der Aufnahme Deutschlands in den Bölferbund vor: Deutschland richtet seinen Antrag an das Bölkerbundsekretariat, worauf die Bölkerbundversammlung eine A 6= änderung ihrer Statuten vornimmt, wonach der Antrag auf Eintritt in den Völkerbund einen Monat vor Eröffnung der jährlichen Session des Bundes eingereicht werden muß. Deutschland fönne nicht aufgenommen werden, ohne daß über die Erfüllung gewisser Berpflichtungen des Reiches Untersuchungen in die Wege geleitet werden. Ein Ergebnis würde wahrscheinlich erst im Januar zustande kommen. Auf jeden Fall seien Frankreich, Belgien und die Staaten der Kleinen Entente zu dem Beschluß geGenf, 6. September.( TU.) Da in Deutschland die Frage der ruhigung erregt, hat der korrespondent der" Frankfurter zeitung" über die Absichten der französischen Regierung eine sehr kompetente französische Stelle befragt. Die mündlich erteilte Antwort bejagt: Der Grundflang von Hannover, der für Katholizismus und Zentrum zugleich Geltung hat, war:„ Wir stehen zu diesem Staat und arbeiten für ihn."( Reichs fanzler Marr.) Wir glauben an die Volksgemeinschaft und die Versöhnung der Völfer, nicht an die Methode der Waffe."( Joos.) Bölkischer Geist ist undeutscher Geist." ( Fürst zu Loewenstein.) Uebertragen wir den Sinn aller ents Katholikentag offen gegen jede Gemeinschafts arbeit mit Parteien ausgesprochen, die mit der Völkerentzweiung, mit der innerpoli tischen 3erreißung der Volksgemeinschaft Herriot ist fest entschlossen, das zu halten, was er politische Geschäfte machen wollen. Die Ideale in dem Londoner Notenwechsel versprochen hat. Die mili- des Bürgerblocks, die im Zentrum wenige, aber eifrige tärische Räumung der Zone von Dortmund und Hörde wird erfol- Gönner haben, werden durch die Reden und die Beschlüsse von gen, sobald die wirtschaftliche Räumung beendet Hannover ausdrücklich verleugnet. Freilich klaffen darin ist, nicht erst nach dem vollendeten Abbau der Regie. Entsprechende auch breite Lücken. Aus Rücksicht auf die vielen, die im Herzen Instruffionen find an die Generale ausgegeben worden. Die fran- noch alte monarchistische Heimlichkeiten verbergen, hat man führung der Einzelheiten nicht Schwierigkeiten ergeben, die die Un- publikanischen Staatsform bekannt. Man machte 3öfifche Regierung kann nicht dafür eintreten, daß sich bei der Aus- sich wohl zur geltenden Verfassung, aber nicht offen zur re= gelegenheit verzögern. Aber an ihrem in London gefaßten Beschluß leise Vorbehalte, damit den Schüchternen fein Hauch vom Ludergeruch der Revolution" um die Nase wehe und sie kopfhat fich bis heute nicht das geringste geändert. scheu mache. Und man riß immer wieder den kaum zu überbrückenden weltanschaulichen Gegensatz in der Schulfrage auf, der unseren Toleranzbegriff von dem Herrschaftsbegriff der katholischen Kirche scheidet. Und wenn Fürst zu Loewenstein in romantischer Verkennung der in der Welt wirksamen realpolitischen Kräfte den Papst mit dem allgemei nen Schiedsrichteramt an Stelle des Völkerbundes betraut sehen möchte, so bieten solche Träumereien denen um Ludendorff nur zu willkommene Gelegenheit, von den römischen" Katholiken in Deutschland zu reden. Abbau der Verordnungen.a Paris, 5. September. Nach einer Meldung aus Düsseldorf ver öffentlicht der Rommandierende General heute einen Erla ß, durch den die Gebühr für Waffenfcheine abgeschafft wird. Durch einen zweiten Erlaß wird die frühere Verordnung abgeschafft, die es den deutschen Behörden untersagte, Strafverfolgungen gegen politischer Bergehen beschuldigte Personen ohne vorherige Genehmigung der Besatzungsbehörden einzuleiten. Annahme des österreichischen Zolltarifs. Ablehnung des sozialdemokratischen Minderheitsantrags Wien, G. September.( WTB.) Der Nationalrat erledigte nach viertägiger Berhandlung in zweiter und dritter Lesung den neuen Zolltarif, der in der Ausschußfassung nach Ab lehnung des sozialdemokratischen Minderheits. antrages angenommen wurde. Sodann wurde das handelspolitische Ermächtigungsgesetz in allen Lesungen beschlossen, worauf sich der Nationalrat pertagte. Bei Beratung des handelspolitischen Ermächtigungsgesetzes wies der sozialdemokratische Abgeordnete Ellenbogen auf die Interessen Desterreichs in den Staaten hin, die für Desterreich das stärkste Absatzgebiet bedeuten und mit denen daher die intensivsten Handelsbeziehungen bestehen, der Tschechoslowakei und Deutschland. So rasch wie möglich müsse hier ein durch Handelsverträge geregelter 3ust and hergestellt werden. " " Sieht man davon ab, so bestätigt Hannover die Erfahrung, daß sich innerhalb der katholischen Hierarchie eine größere geistige Schmiegsamkeit und Bertrautheit mit den entscheidenden politischen und sozialen Problemen äußert, als in ihrer protestantischen Gegenspielerin. Hier ist in den maßgebenden Kreisen eine Erstarrung und eine Blindheit der jungen lebendigen Kräfte eingezogen, die sie zum Bannerträger unserer Teutonen und Monarchisten macht. Das Beispiel des Evangelischen Bundes ist typisch, der auf seiner Münchener Tagung soeben die übelsten völkischen Ausschreitungen mit seiner Firma deckte. Ein Münchener Redner, Professor öfler, fah in der völkischen Bewegung einen tapferen Staatswillen"; nur den lieben Chriftengott dürfe fie zugunsten Wotans nicht antasten. Hat so der Katholizismus vor diesem engstirnigen Protestantismus durch seinen Drang zur Synthese der verschiedenen sozialen Bevölkerungsschichten und ihrer politischen Grundstimmung vieles voraus, so zeitigt natürlich auch in ihm der Kapitalismus mancherlei 3er= segungserscheinungen. Das Zentrum spürt es immer wieder, und wird es bei den kommenden parlamentari- fchen Kämpfen doppelt spüren, daß es immer schwieriger wird. die gemeinsame Weltanschauung cls den großen Parteikitt zu bewahren. Das materielle Jnteresseder sozialen Zusammengehörigkeit dröhnt gegen die alten For- nieln der Solidarität der Klassen, und der eben ausgefochtene Kampf Imbufch-Stegerwald ist nur ein Merkmal dafür, daß das ideologische Gewand mit immer größerer Mühe den offenen Ausbruch sozialer und entsprechender staatspoli- tischer Gegensätze im Zentrum verhindert. In Hannover haben die um Wirth und Joos den größten Widerhall gefunden, und stürmisch hat man auch den alten Fehrenbach begrüßt. Solange der Katholizismus mit dem Zentrum die in den vergangenen Jahren innegehaltene Linie hält, wird sich der Hauptkampf der Sozialdemokratie nicht gegen sie richten, mögen daneben auch soziale und weltanschaulich- schulpolitische Auseinandersetzungen unvermeidlich, sein. Gerade im katholischen Westen hat der Kampf der Sozialdemokratie gegen das Zentrum bei der Wahlschlacht des Mai eine solch untergeordnete Rolle gespielt wie nie zuvor. Die gemein- sam getragene politische Verantwortung ver- pflichtete und dämpfte, und sie hat auch den Katholikentag in Hannover beeinflußt. Nun aber steht Hannibal vor den Toren: der Kampf um die Lastenverteilung. Hier wird sich erweisen, ob die neuen staatspolitischen Bekenntnisse des Katholizismus auch dort Taten zeugen, wo das Zentrum sterblich ist: in der Wirtschafts- und Steuerpolitik. » Die Reichsparteileitung der Deutschen Zentrumspartei ver- öffentlicht folgend« Erklärung: „Der„Lokal-Anzeiger" bringt in seiner Morgenausgabe vom 6. September eine Nachricht über lebhaft« Auseinandersetzungen in der letzten Sitzung des Reichsparteivorstandes in Hannooer und auch auf dem Katholikentag. Der Inhalt dieser Auseinandersetzung soll im Bemühen des linken Flügels der Partei unter Führung des Ab- geordneten Dr. Wirth bestanden haben, dem Abg. Steger» wald den Austritt aus der Partei nahezulegen. Zu dieser Nachricht muß folgendes festgestellt werden: Die Sitzung des Partei- Vorstandes ergab ein« völlig einmütig« Beurteilung der polltischen Lage. Gerade Abg. Stegerwald ist es gewesen, der die eindeutige Entschließung des Parteivorstandes�er Sitzung formuliert vorgelegt hat. Die Katholikentag« sind eine rein religiös« veran- staltung. Direkt« politische Erörterungen sind deshalb auch in diesem Jahre nicht Gegenstand der Beratung des Katholikentages in Hannover gewesen." deutschnationales. Hergt und die Spekulation.— Bazille als Paulus. Am 25. August hat Herr Hergt im Reichstag die Ab- lehnung der Dawes-Gesetzc für seine Fraktion verkündet und ausgerufen:„Ich möchte beinahe sagen: hier stehe ich, ich kann nicht anders!" Es war sehr bainahe, schon am anderen Tagkonnteerauchanders. Die„Hilfe" teilt mit: Derselbe Hergt, der bis zur letzten Minute den Entschluß seiner Fraktion geheim zuhalten wußte, hatte schon drei Tag« vorher einem in Berlin weilenden amerikanischen Bankier erklärt, die Annahme der Gesetz« sei gesichert." Der Handelsmann Hergt hat die Finanz wahrheits- getreu genau unterrichtet, die deutsche Oeffentlichkeit aber ange- logen, indem er wider besseres Wissen Ueberzeugung spielte. Die Annahme der Gesetze sei„g e s i ch e r t", hat er gesagt, nicht etwa„leider zu erwarten". Es hat ihm also etwas daran gelegen. Im Herzen war er auch Jasager. Herr Bazille, ein offener Jasager, gesteht indeffen den Zusammenbruch der unentwegten deutschnationalen Ideologie ein. Bei einer Gedächtnisrede im Schwarzwald sagte er: „Der Krieg hat Deutschlands Entwicklung zerrissen. Jetzt zum ersten Male noch zehn Iahren zeigt sich durch Annahme des Londoner Abkommens die Möglichkeit zu einer Wendung. Ich habe noch nie in meinem politischen Leben Tage von solcher Spannung und solcher Erschütterung erlebt. Das Gefühl der nationalen Ehr« mußte überwunden werden, das GefM des Festungslommandanten, der lieber sterben als seine Festung übergeben will. Aber der Staatsmann hat«in« andere Aufgabe als der Offizier. Jetzt scheint sich der Anfang der Berständigung zwischen den Völkern mizubohnen. Uns beseelt«in« leise Ahnung, daß die entwürdigend« Sklaverei dereinst weichen werde." Weichen werde durch die Politik der Demokratie, durch die Ideen des Rechts und der Verständigung, durch die Er- füllungspolitik! Aber deshalb wollen die Deutschnationalen in die Regierung, um diese Politik zu sabotieren. Die �bschlußrevision. Kontrollbeginu in den Fabriken und bei der Polizei. Die Reichsregierung hat bekanntlich für Montag, den 8. Sep- ttmber den Beginn der Abschlußrevifion der Interalliierten Militärkontrollkommission angekündigt. Wie eine Berliner Korrespondenz erfährt, werden die Besuche der über das ganze Reich verstreuten Unterkommission von Ententeoffizieren zunächst den stüher für Heereszwecke arbeitenden Fabriken und Werten sowie ferner den Formationen der Schutzpolizei in einer Reihe größerer Städte gelten. Bei der Kontrolle der Polizei wird es sich um die Feststellung handeln, ob die Organisation der Schutzpolizei den bekannten For- derungen der Botschasterkogserenz entspricht. Die meisten Unter- kommissionen der Interalliierten Kontrollkommission haben ihr Kommen an den verschiedenen Stellen ihrer Kontrolltätigkeit bereits angekündigt, damit die nötigen Vorbereitungen für einen reibungs- losen Verlauf der Revision getroffen werden können. Di« Besuche der Kontrollkommissionen bei den verschiedenen Truppenteilen und Einrichtungen der Reichswehr dürsten errst zu einem späteren Termin erfolgen, da im Augenblick eine Kon- trolle an den oerschiedenen Reichswehrstandorten wegen der Ab- Wesenheit»der Truppen anläßlich der Herbstmanöver unmöglich ist. Di« Vertreter der Kontrollkommission werden bei ihren Besuchen wie gewöhnlich von deutschen Verbindungsoffizieren der Heeres- stiedenskommission begleitet werden. völkisther Settel. Aus Hannover wird uns geschrieben: In den bürgerlichen Tageszeitungen Hannovers werden im An- zeigenteil Arbeitslose gesucht, nm von Haus zu Haus, von Geschäft zu Geschäft und von Ort zu Ort als völkisch« Werber zu fungieren. Ihre Hauptaufgabe soll darin bestehen, Unterschriften für«inen„Volksentscheid" zu sammeln. Es existiert nämlich ein „Deutscher Volksbund Schwarz-Weiß-Roi E. B.", der mit allen Mitteln die Wiedereinführung der Farben der abgehalfterten Monarchie erstrebt. Die Unterzeichnungslisten hat dieser famose Bund auch gleich mit einer Rubrik sür Spenden versehen. Er hat nämlich Geld nötig, und das dringend. Damit sich die genügende Anzahl charakterloser Leute unter den Erwerbslosen findet, wird ihnen ein Köder vorgeworfen, auf den vielleicht eine ganz« Anzahl anbeißen: Tie Werber bekommen ninnlich von den gesammelten Spenden 26 Proz.! Aber nicht allein das. Neben dieser Hauptbeschäftigung sollen sie noch ihre Werbekrast für das Organ des Valksbundes, für die„Deutsche Front", dos Blatt der vaftr- ländischen Bewegung, entfalten. Für jeden Abonnenten erholten sie 10 Proz. und für jede geworbene Annonce 20 Proz. besten, was der Abonnent oder der Geschäftsmann zu zahlen hat. Dieses in Hamburg erscheinende Machwerk entpuppt sich be! näherem Zusehen als eines der übelsten völkischen Hetzorgan«. Zu- gleich gibt es aber auch Auffchluß über dos. was der schwarzweiß- rote Bund noch alles erreichen will. Sobald ihm der erste Pro- grommpunkt(Wiedereinführung der Monarchistensahn«) gelungen ist, hat er noch«in« Anzahl anderer Sachen vor. Als erstes„Wehr- hasimachung des Bolkes. Einführung des Arbeitsdienst. ja h res für all« Jugendlichen von 18—22 Iahren." Wer bis jetzt noch nicht gewußt hat, was die Verfechter der Arbeitsdienstpflicht, für die nebenbei bemerkt auch Unterschriften zur Herbeiführung eines Bolksentscheides geschnorrt werden, damit erreichen wollen, Der Unorganisierte. Bon Johannes Berthold. „Bor Monaten büßte ich meine Stellung in einem großen Bant- Haus« ein," erzählt« mir mein Freund.„Mit der Stabilisierung der Mark waren über Nacht hundert« Hände überflüssig geworden. Aber es war auffallend, daß besonders wir freigewerkschastlich orga- nisierten Beamten zuerst zur Entlastung kamen. Doch unser Der- band sicherte fast für jeden Angestellten«in« Abfindungssumme durch den Spruch des Kaufmannsgerichts. Trotzdem verließen wir mit Erbitterung unsere Arbeitsstätte, die, neben anderen Kräften, noch einer unendlichen Schar unorganisierter Kollegen Brot und Arbeit verhieß. In dieser Situation sah ich nach einiger Zeit un- erwartet ein« Gestalt auf der Straße auf mich zukommen und mich besäßen: „Guten Tag. Herr Friedrich!" Ich blick« auf. „Herr..." will ich sogen. „Krüger.. Krüger. hilft mir der Grüßende, den entfallenen Namen doppelt geschwind ins Gedächtnis rufend, nach. Herr Krüger—! Ich blickt« sprachlos. Das war einer der Kollegen, die unseren Verband wie jeden Gedanken einer Organi- sation weit von sich wiesen! Ob seines Dünkels hati« er mich wie die anderen seinesgleichen während meiner zweijährigen Tätigkeit in der Dank niemals beachtet, niemals gegrüßt, niemals gekannt. Mir war das im Grunde gleich. Nur daß für ihn die gesetzliche Arbeitszeit überhaupt keine Geltung haben sollte--! Da mußt« er oft, trotz seiner wütenden Blicke, mein« Meinung hören. Aber alle Worte glitten an ihm ab. Ihm war selbst die tarifliche Geholtsregelung verhaßt, wie er einmal sagte. Er wollte durchaus etwas„Besseres" sein..! Und nun—? Meinem verblüfften Gesicht kam der Kollege Herr Krüger über- roschend entgegen: „Wie geht- Ihnen, Herr Friedrich..? Haben Sie wieder Stellung..? „Nein— noch nicht." anwortete ich. „Ja, es ist heute schwer, wirklich schwer..." „Allerdings!" sog« ich darauf nachdrücklich und mit verhaltenem Grimm. Aber es stört ihn nicht. Er spricht mitteilsam weiter: „Man hat mich auch vor vierzehn Tagen abgebaut..." „Sie—?" Ich frag« so ungläubig zurück, daß er in diesem«inen Wort sein widerliches Verhalten während der ganzen Jahre spüren muß. Und er antwortet hastig: „Ja, mich.— Mich hat man entlasten... Und ohne Ab- fiodungssmnme.. „Nanu— 1" Bei diesem Ausruf stockt der Kollege, Herr Zkrüger, etwas ver- legen. Ich weiß nicht, ob fein Zugehörigkeitsgefühl zu denen, die er immer verleugnete, doch im Augenblick in ihm brennt. Denn etwas gedrückt sagt er: „Aber Sie wissen doch, ich war ja nicht organisiert— Natürlich wußte ich es. Und nun sah ich ihn-- k ohne gewerkschaftliche Hilf«, ohne einen Rechtsvertreter. Hilflos— noch in der unbewußten Haltung seines jahrelang gehegten Dünkels. Und der hatte mich mißachtet..!" Mein Freund schwieg. Di« Erinnerung hotte ihn im Erzählen erregt. Der Unorganisierte erhob sich sichtbar vor unseren Augen au» dem Heer der Schaffenden. „Aber wir»erden auch diesen Menfchentyp gewmnen," fügte mein Freund hinzu. Silütelegraphie über mehr als 1000 Kilometer. Di« telegraphische U ober tragung von Photographien und graphischen Darstellungen oller Art, die dem deutschen Erfinder Prof. Arthur Korn gelungen ist, findet augenscheinlich in den Per- einigten Staaten mehr Begeisterung und praktische Ausführung als bei uns. In der„Umschau" wird daraus hingewiesen, daß es ge- lungen fft, Bilder von Cleveland in Ohio nach New Park zu übertrogen, auf einer mehr als 1000 Kilometer weiten Drahtleitung. Die eigentliche Uebertragung geschah in 4 Minuten 3« Äkunden. /44 Minuten nach der Ausnahme in Cleoeland war«ine Straßen- szene bereits in New Park wiedergegeben. Die Methode, die dabei angewendet wurde, ist in ganz ähnlicher Weif« vor Jahren von Prof. Korn ausgearbeitet worden, bei uns aber nicht zur Ein- fübrung gelangt. Das Prinzip der Uebertragung beruht darauf, daß das zu übertragende Bild auf eine durchsichtige Walz« aufgelegt wird. Ein von einem Beleuchtungssystem ausgehender Lichtstrahl fällt durch den Zylinder hindurch auf ein« im Innern befindliche phatographische Zelle. Die Walze führt außer der Drehung um ihre Achs« auch eine fortschreitende Bewegung aus, so daß der Licht- strahl jeden Punkt des Bildes einmal passieren muß. Je nachdem die betreffende Stelle des Bildes hell oder dunkel ist, fällt mehr oder wesiger Licht auf die Zell«, die einen der Helligkeit entsprechen- den Strom nach der Empfangsstation sendet. Dort wird durch den Strom ein Elektromagnet betätigt, der der Stärk« des Stromes entsprechend eine Blende mehr oder weniger öffnet. Durch die Blende fällt ein feiner Lichtstrahl auf einen Film aus einer Walze, die in ihrer Größe, Anordnung und Bewegung genau der in der Sendestation entspricht. Der vollständige Gleichlauf der beiden Walzen wird durch bestimmte Borrichtungen erreicht. Durch die Größe der Oeffnung der Blende wird die Stärke der Belichtung geregelt, so daß jeder Punkt des Aufnahmefilms enrsprechend der Schwärzung des Bildes in der Sendestation belichtet wird. Das übertragene Bild bestcht danach aus einer Reihe feiner Striche, die da, wo kein Licht auf den Film fiel, ausfallen und an den anderen dem wird das nun ja wohl klar werden. Selbstverständlich erstrebt der Bund die Aufhebung der Weimarer Berfassung, Rückkehr zu Bismarckschen Grundsätzen, rücksichtslosen Kampf gegen Marxismus, Pazifismus und(selbstverständlich) Juden. Was nicht ausschließt, daß man nach Angabe des Generäl- werbers, Herrn Lange, Semmernstr. 11, auch bei jüdischen Geschäftsleuten Unterschriften und Spenden sam- meln kann! Das jüdische Geld können auch Arier ganz gut ge- brauchen. Den Juden, denen man die Taschen erleichtern will, auch die Zeitung zu zeigen, hält dieser biedere Wotansjünger allerdings nicht für geboten. Um Dumme anzulocken, enthält das Programm noch einen ganz besonderen Speckhappen:„Einen grßzügigen Ausbau der Alters-, Invaliditäts- und Krankenkastenversvrgung und der Fürsorge für unser« Kriegsopfer." Ach nee! Welch edelmütige Raffe, diese Arier. Daß sie die Kriegsopfer endlich als die ihrigen erkennen, ist sehr nett: das hindert sie aber nicht, neue Kriegsopfer heraufzu- beschwören. Keiner Partei wollen sie dienen. Beweis dafür sind folgende Ehrenmitglieder: Otto Fürst v. Bismarck(M. d. R.), Artur Dinier(M. d. R.), Freiherr v. Freitagh-Loringhovenr werden, dm Frechheiten der Gläßner. Trotzdem die Mitglieder Rudolf Celtinger, Erich Kaiser-Titz(Baron), Georg Wieczorek(der Droschkenkutscher) ihr Bestes tun.— r. Erslaussuhrungen der Woche. Dienst. Deutsche» Th.:, G n m u r u n— IMtbv. Schloßpart-Th.:»DerPrinz vonHomburg'.— Vovverst. Dramat. Th.:„Komödie um Rosa".— Residenz-Th.:„Die vier Schlaumeier— Arelb Oper am Königsplatz:„Leier- xasten',, Tasso', Kammertänze. Uraalavorlräge. Thealer. Sonnt. 5. 7, Moni. 5, 7, 9:„Colum- du» film', sonnt. 7, 9. Dientt. bis Freit. 5, 7, 9. Sonnab 4: „Razapate'. Sonnab. S>/,. 9:„Alt.Berlin. II.'—«lelner Saal. Sonnt. S, Sonnab.«>/,:„Bot, der Zugspitze zum Watzmann". Moni.«, Donn. 8:„Im Kamps mit den Bergen'. Tägl. S oder 8:. D a s Werden des Menschen" DienSt., Mittw.. Freit. 6 oder 8:„Wunder de» Schneeschuh»"� Zm Deutsche« Opernhaus findet am Sonntag eine V o r st e I l u n g zu volk«tümlichcn Preisen statt. Zur Aussührung gelangt „Die Fledermaus", mit Mets Sememeyer als Rosalindc. Beginn der Vorstellung 7'/, Uhr. Bute Aussichten für die deutsche Anleihe. " London, 6. September.( BTB.) Times" meldet aus Washington: Schatzsekretär Mellon fagte in einer Erklärung über die deutsche Anleihe: Die Ausfuhrkredite, die von den finan= ziellen Interessenten Ameritas gewährt werden würden, würden an Höhe die Dawes- Anleihe für Deutschland noch übertreffen. Die Anleihe soll Deutschland inſtand setzen, ſeine Verpflichtungen zu erfüllen und seine Kredite wieder herzustellen. Wenn bekannt werde, daß eine erste Hypothet auf die deutschen Eisenbahnen und Industrien die Sicherheit für die Staatsanleihen darstelle, und daß die alliierten Regierungen felbst im Falle eines deutschen Berzuges bei den Reparationszahlungen nichts tun würden, um diese Sicherheit zu gefährden, und, falls erzwungene Zahlungen notwendig werden, die Alliierten erst die Ergebnisse solcher Zahlungen für den Dienst der Anleihe anweisen würden, so sei zu erwarten, daß die Kapitalanleger nicht zögern würden, die Anleihe aufzunehmen. Ueber die Frage der alliierten Schulden sagte Mellon, es werde besser sein, zu warten, bis der Dawes- Plan einige Zeit in Wirkfamfeit sei und die Schuldnernationen Gelegenheit gehabt hätten, daraus Vorteile zu ziehen. Dann erst sollte eine Anregung bezüglich der Zahlung der Schulden an Amerifa gemacht werden. Der amerikanische Kredit für die Ruhrindustrie. Effen, 6. September.( Mtb.) Die deutsche„ Bergwertszeitung" bestätigt die Meldung über Verhandlungen zum Abschluß eines amerikanischen Kredits für die Ruhrindustrie. Es soll sich dabei um einen Betrag von 10 Millionen Dollar handeln, der auf ein Jahr fest gegeben werden soll. Der Zinsfuß betrage 6½ bis 6% Broz, nachdem die amerikanisch- deutsche Bantgruppe zuerst 7 Broz. Zinsen verlangt hatte. Die deutschen Banken, die die Bürgschaft für den Kredit übernehmen, erhalten eine Provision von 3 Proz. Die Gefamtverzinsung des Kredits beläuft sich also auf 9% bis 9% Proz. Die dänische Kinderhilfe. Kopenhagen, 5. September.( Eigener Drahtbericht.) Das feit 1919 besteende, Komitee für Kinderhilfe in den am Krieg beteiligten Ländern" schließt am 1. Oktober seine Arbeiten ab. Aus seinem Wirken ist hervorzuheben, daß ungefähr 55 000 Kindern aus Deutschland, Desterreich und Danzig durchschnittlich vier Monate to stenlos Aufenthalt gewährt wurde. Der Plan, cuch belgische und französische Kinder nach Dänemark zu nehmen, wurde von diesen beiden Staaten dankend abgelehnt. Dafür hat das Komitee in Frankreich zwei Kinderheime eingerichtet, unter stützt noch andere und hat ungefähr 9 Millionen Kronen für verschiddene Hilfe an belgische und französische Kinder gegeben. Im August wurden z. B. 2000 belgische arme Kinder vom Hemd bis zu den Schuhen neu eingekleidet. An Bargeld find 25 Millionen Kronen im Laufe der sieben Jahre gesammeit worden. Von ihnen erhielt Deutschland 12 millionen. Der Rest wurde auf Defter. reich, Danzig, Belgien und Frankreich verteilt. Rechnet man, daß die Pflegeeltern für ihr Kind monatlich ungefähr 75 Kronen aufwenden mußten, so tommt man zu einem Wert der Kinderauf nahme in Dänemart von mindestens 11 Millionen Kroner, so daß Deutschland allein Dänemark eine Hilfe für seine Kinder von 23 Millionen zu danken hat. Der Dant gebührt nicht zuletzt den Männern, die diese Hilfe so lange geleitet haben. Das sind insbesondere der dänische Regierungsvorsitzende des Komitees Departementschef Schröder und der bekannte dänische sozialdemofratische Folkethingsmann J. P. Nielsen. Der Aufstand in Georgien. Blutige Repreffalien der Sowjetregierung. Anläßlich des in der vorigen Woche ausgebrochenen Aufstandes in Georgien und Aserbeidshan, über den anfangs sehr unbestimmte Meldungen vorlagen, werden jetzt Einzelheiten bekannt. die ein allgemeines Bild der Vo.gänge liefern. Danach scheint der Aufstand vollkommen spontan ausgebrochen zu sein, als Folge der ungeheuren Erbitterung der örtlichen Bevölkerung gegen die terroristische Herrschaft der russischen Bosschewisten, die in Georgien wie in einer eroberten Provinz hausen. Der beste Beweis für den fpontanen Charakter des Aufstandes liefert die Tatsache, daß die örtliche Bevölkerung sich gegen ihre Bebrüder erhob, obwohl die stärkste georgische Partei, die Sozialdemokratie, fich fortgesetzt mit allem Nachdrud gegen einen bewaffneten Aufstand erklärte. Die Aufstandsbewegung, die anfangs zur Besizergreifung eines greßen Teiles aller Ortschaften durch die Aufständischen führte, wurde sehr bald durch die ungeheure militärische Uebermacht der russischen Bolschewisten niedergeworfen. Jetzt vollzieht sich in dem gemarterten Lande ein Bacchanal der Rache, wie es bisher nur bei den türkischen Eroberern im Kaukafus oder in Kleinafien üblich war. Zu Hunderten werden die gefangenen Arbeiter und Bauern abgeschlachtet, Tausende werden eingeferfert, alle. die nur irgendwie im Verdacht oppositioneller oder sozialistischer Gesinnung Um dieſem blutigen Treiben einen Schein von Rechtfertigung zu geben, verbreitet die Sowjetpresse die ungeheuerlichsten Verleumdungen gegen die georgische Sozialdemokratie und die Sozialistische Arbeiterinternationale, die an geblich den Aufstand in Georgien angezettelt hätten. Ueberflüssig zu ſagen, daß an diesen Berleumdungen kein wahres Wort ist. Aber die Sowjetregierung und ihre kommunistischen Soldschreiber in Europa brauchen diese Lüge, um das ungeheuerliche Verbrechen zu bemänteln, das an dem georgischen Bolte verübt wird. Sawinkow und die Mirbach- Affäre. In seinen Aussagen vor dem Moskauer Militärgericht hatte der jetzt zu den Bolschewisten übergelaufene Bandenführer Sawin kow u. a. auch die Hintergründe des Attentats auf den deutschen Gesandten Mirbach im Jahre 1918 berührt. Hierzu werden wir von der Auslandsdelegation der linken Sozialrevolutionäre Rußlands um Aufnahme folgender Erklärung gebeten: In der Verhandlung gegen den Konterrevolutionär Saw in fow am 27. Auguft in Moskau hat dieser als seine Bermutung ausgesprochen, daß die linken Sozialrevolutionäre mit den franzö fischen diplomatischen Vertretern in Rußland fonspiriert hätten und baß das Attentat a bad pielleicht braut zurückzu. führen sei. Da die bolfchemistische Preffe aus dieser Bermutung" des Sawintow schon ihre Parteiverleumdungen zu deftillieren verfucht, stellen wir hier der Wahrheit gemäß feft: Die Partei der linken Sozialrevolutionäre hat niemals mit irgendeiner aus ländischen Macht, weder mit der französischen noch mit der deutschen oder sonst einet, weder in Moskau noch an irgendeiner anderen Stelle, Beziehungen angefnüpft. Alle gegen teiligen Behauptungen und Folgerungen find Lüge und verfolgen lediglich den Zwed, die brutalen, seit Jahren erfolgenden Marte rungen sozialistischer Revolutionäre durch die bolfchemistischen Machthaber mit einem Schein von Berechtigung zu umgeben." but still add ther Höflichkeit im Verkehr. Im Anschluß an die feine Betrachtung Höflichkeit im Berkehr" Dom 2. d. M. geht uns folgende Juustration zu diesem Kapitel zu, die sich auf die Verhältnisse in Paris beziehen. Obwohl ich leider annehmen muß, daß sowohl Ihre Veröffentlichung vom 2. September wie auch andere Bemühungen in dieser Richtung wenig an dem bestehenden Zustand allgemeiner Unhöflichkeit im Verkehr bei uns ändern werden, kann ich doch nicht umhin, Ihnen zu diesem Thema zwei Episoden von meinem jüngsten Bariser Aufenthalt zu berichten, an denen sich die noch nicht ganz Hoffnungslosen vielleicht ein Beispiel nehmen können, und die wenigstens dazu dienen sollen, den törichten Glauben zu zerstören, daß Deutsche in Frankreich ständig chauvinistischen Demonstrationen, Beleidigungen oder gar persönlichen Gefahren ausgesezt sind, wenn sie als Deutsche erkannt werden. Das Gegenteil ist der Fall. Es wird auf den Straßen, in Lokalen, auf Omnibus und Untergrundbahn sie als Deutsche erkannt werden. Das Gegenteil ist der Fall. Es und sonstigen Verkehrsmitteln ganz ungeniert deutsch ge sprochen, ohne daß sich jemand die Mühe nimmt, sich danach umzusehen, geschweige denn in französich- völkischer Form- nach berühmten Mustern seine Mißbilligung fundzugeben. seine Mißbilligung fundzugeben. Das ist schon aus dem Grunde völlig ausgeschlossen, weil ja in allen französischen Städten, besonders aber in Paris, sich ständig zahlreiche Schweizer und Elsässer aufhalten, die natürlich ihre Muttersprache sprechen und es sich von den Franzosen höflichst verbitten würden, wenn man sie daran hindern wollte. Nun zu den Beispielen. Ich wollte zur Zeit recht starten Verkehrs mit einem Bekannten, der zum erstenmal in Paris weilte, die Untergrunbahn besteigen. Dabei passierte meinem Begleiter das Mißgeschick, daß er seinem Bordermann auf die Hacken trat. Er selbst war der einzige, der darüber erschroden war, blieb ein bis zwei Setunden offenbar mit verhaltenem Atem stehen in der Erwartung, daß der„ Berletzte sich umdrehen und ihm seine Ansicht über Lebensart im allgemeinen und über diesen Unfall im besonderen mitteilen würde. Nichts dergleichen geschah. Ich erklärte dem Unvorsichtigen ganz ruhig:„ Gehen Sie nur weiter, Sie werden hier nicht angeschnauzt, wir sind hier nicht in Berlin. Wenn hier im Gedränge jemand auf den Fuß getreten wird, so weiß er, daß der Missetäter es nicht zu seinem Vergnügen getan hat." Der zweite Borfall war noch lehrreicher. Es besteht in Paris die sehr vernünftige Einrichtung, daß man sich zu verfehrsreichen Tageszeiten an den Omnibushaltestellen von den dort auf kleinen Tafeln angenagelten Blöcken kleine numerierte Zettel abreift. Dies sind sozusagen Omnibusfahrtbezugscheine. Sie geben die Reihenfolge an, in der die Fahrgäste gekommen sind und in der sie befördert zu werden das Recht haben. Es fällt niemandem ein, sich irgendwie vorzudrängen, wenn der Chauffeur die Nummern aufruft, und es ist auch nicht üblich, irgendeinen Versuch zu machen, noch in letzter Sekunde aufzuspringen, um auf diese Art den anderen zuvorzukommen. Einmal passierte es aber doch. Ein Offizier in Uniform, der gerade ankam, als der Schaffner schon abgeflingelt hatte, sprang auf. Prompt brachte der Schaffner durch Klingelzeichen den Wagen wieder zum Stehen und erklärte dem Offizier: Ihre Nummer ist noch nicht an der Reihe, Sie müssen warten." Darauf entspann sich folgender Dialog. Der Offizier: Ich kann nicht warten; ich habe größte Eile, ich muß zum Dienst." Der Schaffner: Dann hätten Sie früher fommen müssen. Ich muß nach meinen Borschriften handeln." Der Offizier schweigt. Der Schaffner:„ Ich fordere Sie auf, den Wagen zu verlassen und werde nicht eher weiterfahren." Das Bublifum schweigt ebenso wie der Offizier. Der Schaffner:„ Wenn Sie jetzt nicht den Wagen verlassen, werbe ich einen Polizisten rufen.“ Darauf verließ der Offizier den Omnibus, ging an die Tafel mit den Nummerblöckchen und riß sich seine Nummer ab, um mit dem nächsten Omnibus zu fahren. Ich stelle den Lesern anheim, sich auszumalen, wie eine solche Episode in Berlin verlaufen wäre. Ein Kaubmörder gesucht! 500 Mark Belohnung auf seine Ergreifung. Vor einigen Tagen war einer der beiden Raubmörder, die auf der Feldmark Beelitz in der Nacht zum 18. August den Borschnitter Hermann Müller ermordet und seiner gesamten Ersparnisse, die er bei sich trug, beraubt hatten, a m Schlesischen Bahnhof er= griffen worden. Es war dies der 24 Jahre alte landwirtschaftliche Arbeiter Julius Czarnegti. Er wurde dem Untersuchungsrichter in Schwerin zugeführt. Seine Komplice, der landwirtschaft liche Arbeiter Gustav Schwarz, hat sich ebenfalls eine Zeitlang in Berlin aufgehalten. Das Geld, das er erbeutet hatte, hat er inzwischen für seinen Unterhalt verbraucht. Zuletzt hat er sich unter falschem Namen auf dem Gute Lindenhof bei Berlin auf gehalten. Hier besuchte er seine frühere Braut. Da er sich aber auch hier nicht sicher genug fühlte, verschwand er bald wieder. Um sich neue Mittel zu schaffen, brach er vorher in die Wohnung eines dortigen Vorschnitters ein. Er entwendete hier Kleidungsstüde und Geld. Bis jetzt ist er noch nirgends wieder aufgetaucht. Auf seine Belohnung von 500 Marf ausgesetzt. Schwarz ist 23 Jahre Ergreifung ist von der Staatsanwaltschaft in Schwerin eine alt, 1,70 groß, hat dunkles Haar und ist bartlos. Zuletzt war er mit einer hellgrauen Müze befleidet, deren Schirm mit Leder eingefaßt ift. Ein blaues Jakett von ziemlich heller Farbe und feldgraue Beinkleider bildeten seinen Anzug. Es ist möglich, daß er sich wieder Land begibt, um unter falschem Arbeit zu nehmen. aufsite ugut ermordet her fameter Ramen reinen Hofe Dahlsen in der Nähe von Hemer den Vater seines Dienstherrn, einen Pferdeknecht und verwundete die Haustochter schwer. Seine Opfer trug er in die Scheune und versteckte sie hier. Danach raubte er in dem Hause bares Geld und andere Wertsachen und verschwand damit. Wahrscheinlich hatte er die Gegend verlassen. Am Mittwoch, den 3. September, fand man ihn in der Nähe des Hofes Dahlsen an einem Baume erhängt. Er hat sich selbst gerichtet. Das Unglück auf dem Potsdamer Bahnhof. Das Un Ins Der Prozeß vor dem Schöffengericht. Das schwere Unglück auf dem Potsdamer Fernbahnhof, das fich am 14. Juli 1924 ereignete und sehr viele Schwerverletzte und eine Anzahl Toter zur Folge hatte, soll heute sot Gericht seine gerichtliche Klarstellung finden. Als Urheber sieht die Anklage bekanntlich den Fahrdienstleiter des Stellwerts P. o. o., den Eisenbahnfekretär Adolf Krüger, und den Lokomotivführer des Magdeburger Schnellzuges Bruno Sauer aus Brandenburg an, die der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverlegung und der Transportgefährdung beschuldigt werden. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Orthmann vertritt die Anklage, während Landgerichtsdire or Dr. Schneider den Vorsiz der Verhandlung des großen Schöffengerichts II führt. gerichts Berlin- Schöneberg im gerichts Berlin- Schöneberg im Schwurgerichtssaal des Landdamer Fernbahnhof ein Zusammenstoß zwischen dem Wie erinnerlich, erfolgte am 14. Juni 1924 furz vor dem Potse Magdeburger Schnellzug 361 und dem aus Werder tommenden Vorortzug 4121a. Die Folge war furchtbar. Vier Wagen wurden hochgehoben und fingen zum Teil an zu brennen. Zwei Damen waren sofort tot, ein schwerverletter Bankbeamter starb bald darauf und schließlich erlitt noch ein Verletzter den Tod. 13 Schwerverletzte lagen noch auf dem Plaze, so daß im ganzen 57 Personen Verlegungen davontrugen. Bei Be ginn der Sizung ermahnt der Vorsitzende zunächst die Zeugen, in rigen Ereignisses mehrfach in der Deeffentlichkeit bemerkbar machte, Anbetracht der Kampfesstimmung, die sich gelegentlich dieses trausich nicht dav to beeinflussen zu lassen. Ebenso ersuchte er die Sachverständigen, im Hinblick auf die technischen Fragen, die faſt ausschließlich den Prozeß beherrschen, nicht nur in technischem, for= dern in einem gutverständlichen Deutsch zu sprechen. Sodann stellte Rechtsanwalt Dr. Bahn den Antrag, der Sachverständigen Brandt abzulehnen, da er der Eisenbahndirektion Berlin angehöre, und die Angeklagten haben der Standpunkt eingenommen, daß nicht sie, sondern einzig und allein die Eisenbahndirektion die Schuld trage. Er kann daher nicht objektiv urteilen. Das Gericht lehnte jedoch diefen Antrag ab. Bei seiner Vernehmung gab der 47jährige Angeflogte Krüger zunächst an, daß er seit 1922 im Fahrdienst auf dem Stellwert tätig sei. Nach seiner Angabe hat er an dem fraglichen. Tage, als er den Dienst antrat, festgestellt, daß in dem Block= werf zwei Störungen sich befänden, so daß er weder für motivführer befamen deshalb den Befehl" A", d. h. sie durften auf die Einfuhr noch Ausfuhr die Signale geben konnte. Die LotoMeldung hin die Haltefignale überfahren. Der Angeklagte madhte Dann, wie er behauptet, dem Beamten Seegebüsch telephonisch vor den Störungen Meldung. Als sich dann infolge der Störungen am Blockwert ein Zug verspätete, tam der Oberbahnhofsvorsteher in das Stellwert und der Angeklagte teilte ihm mit, daß er nicht in der Lage sei, ordnungsgemäß das Block verk zu bedienen. Der Oberbahnhofsinspektor sagte ihm deshalb, er folle sich sofort eine Hilfskraft beordern, die bisher immer verDieſem will der Angeklagte nun nach seinem Antritt gesagt haben: boten worden sei, die auch dann nach etwa 10 Minuten eintraf. Diesem will der Angeklagte nun nach seinem Antritt gesagt haben: Wir müssen die Züge zurückmelden." Er will also das vorschriftsmäßige Meldeverfahren angeordnet haben, was jedoch, wie der Borsigende ihm entgegenhält, von dem Telegraphisten bestritten wird. Als um 8 Uhr 11 Min. der Unglücszug fahrplanmäßig auf das Gleis 3 eingefahren war, war dieses noch von Lotomotiv en besezt. Der Angeflagte machte daraufhin das Gleis frei und gab dann das Einfahrtssignal für den Zug, der von dem Stellwert Pos. gemeldet war, als das Gleis noch nicht frei war Deshalb hatte er den Unglückszug zunächst zwischen den beiden Stellwerten halten lassen In dem Augenblick, als er das Signal gegeben hatte, soll dann nach Behauptung des Angeklagten ihm jemand gesagt haben: ,, Was ist denn los, da steigen ja so viele Leute aus." Er war zunächst der Meinung, daß Fahrgäste, weil der Zug mehrere Minuten gestanden hatte, ausgestiegen waren, um den nahegelegenen Bahnhof zu Fuß zu erreichen. Krüger gab nun die Anordnung, daß die Leute wieder in den Zug einsteigen follten, da er ja fahren könne. Da will er die Mitteilung bekommen haben, der Zug föme nicht weiterfahren, weil er entgleist sei. Dann hörte er aber, daß der Magdeburger Schnellzug. auf den Borortzug aufgefahren sei. Die Verhandlung geht weiter. 3. R. 3 in München. Bei Kursänderung der Süddeutschlandfahrt. Friedrichshafen, 6. September.( Eigener Drahtbericht.) prachtvollem sonnigen Wetter hat heute morgen um 9 Uhr der Amerika- Zeppelin 3. R. 3 feine erste größere Probefahrt nach Stuttgart und München angetreten. Bereits von 8 Uhr morgens an herrschte in der großen Halle II fieißiges Treiben. Die letzten Vorbereitungen zu der Fernfahrt, die das Luftschiff in achtstündiger Fahrt über den Süden des Reiches führen wird, wurden unter Leitung des Kommandanten Dr. Edener und des Kapitänleutnants Flemming getroffen. Die Motore, die Schmerzenskinder, die nach der ersten Werkstättenfahrt Anlaß zu Reparaturen gaben, wurden noch einmal ausprobiert und der Probelauf verlief anscheinend zur vollen Zufriedenheit. Um 9 Uhr bestiegen dann die fommission Hulden, Smith und Kennedy, der Leiter des flugGäste, die Mitglieder der Amerikanischen Abnahmetechnischen Instituts der Universität Berlin, Professor Hoff, sobie Vertreter der Reichs- und württembergischen Regierung, die Bassagiergondel. Um% 49 Uhr wurde dann das Luftschiff aus den Veranberungen in der Halle gelöst, und das Abwiegen begann. Auf dem Felde vor der Halle wurde dann der 3. R. 3 mit der Spize nach Süden gedreht und auf das Kommando, Cos!" bob fich pos Luftschifft auf zwanzig Meter Höhe. Ein helles Glockenfignal und die fünf Motore sprangen an. Unter den Klängen des Deutschlandliebes" der Reichswehrtapelle und der Hochrufen der Zurückbleibenden flog das Luftschiff durch den Bodennebel davon. Es flog zu= nächst nach Lindau, fehrte dann zurück und flog dann furz quer über den Bodensee auf Konstanz, wo es mehrere Schleifenfahrten ausführte. Bon Konstanz fehrte der 3. R. 3 wieder nach Friedrichshafen zurück, um dann gegen 9% Uhr mit nördlichem Kurs den Heimathafen zu verlassen. nilich die bis Ein neuer Rundfunksender Berlin II. Da die Uebertragung des Senders Berlin II, den bekanntlich die Firma Huth erbaut hat, nicht allen Anforderungen genügte, besonders die Güte der liebertragungen sehr zu wünschen übrig ließ, wird jetzt ein zweiter Sender dort aufgestellt, den das Telegraphentechnische Reichsamt in eigener Regie erbaut. Es tann in einigen Wochen mit der Inbetriebnahme des Senders gerechnet werden, und es wäre zu hoffen, daß Berlin nun endlich mit einem Sender ausgerüstet würde, der es an Güte mit denjenigen ausländifcher Stationen aufnehmen könnte. Ueber die Ausmaße des neuen Senders steht zur Stunde noch nichts endgültig fest, doch soll darauf Bedacht genommen werden, daß seine Antennenenergie derartig groß gehalten wird, daß eventuell auch Provinzsender als Relaisstationen mit den Berliner Uebertragungen arbeiten können. Der Bau des auf dem Gelände der großen Berliner Funk schau errichteten Genders fchreitet, wie wir erfahren, füftig vorwärts. Die Gitter. maften der Sendeantenne find bereits bis zur halben Höhe gediehen. Selbstverständlich fann feine Rede davon sein, daß, wie eine Fachzeitschrift wissen wollte, in 40 Meter Höhe des Antennermasses ein Café- Restaurant eingerichtet werden soll. Die Masten unterscheiden sich in räumlicher Beziehung nicht im geringsten von anderen der Ein weiteres Telegramm meldet: Aus Gründen, die bisher noch unbekannt sind, hat der 3. R. 3, der ursprünglich heute von Friedrichshafen zunächst nach Stuttgart und dann erst nach München fliegen wollte, unterwegs seine Fahrtroute geändert und gegen 10 Uhr vormittags Kurs nach Osten, nach Bayern genommen. Gegen 12 Uhr mittags, also nach etwa 1% stündiger Flugzeit, traf der Zeppelin- Kreuzer, von Süden kommend, in München ein, wo sein Erscheinen, das zu so früher Stunde noch nicht erwartet war, riesiges Aufsehen erregte. Auf allen Pläzen und Freiflächen der Stadt sammelten sich zahlreiche Menschenmassen, die dem in niedriger Höhe einige Schleifen fliegenden Amerika- Zeppelin zujubelten. Nach einigen Minuten flog dann das Luftschiff in nördlicher Richtung mit Kurs auf Stutt gart davon. DI Wetter für morgen. Harend, feine erheblichen Niederschläge. Berlin und Umgegend: Wollig und früh nebelig, zeitweise etwas aufDsten noch Regen. Deutschland: In West- und Süddeutschland größtenteils trocken, im gleichen Art. Als Sendeenergie ist vorläufig eine Antennenleistung Parteinachrichten von 3 Rilomott in Aussicht genommen. doch bleibt eine Steigerung der Sendeenergie für den endgültigen Sender vorbehalten. Die Arbeiten sind soweit gediehen, daß mit ihrer pünktlichen Fertigstellung bei Eröffnung der Ausstellung am 4. Dezember bestimmt gerechnet merden fann. Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SB. 68, Stubenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. 42. Abt. 116., 117. und 120. Bezirk. Am Sonntag Familienausflug nach Pichelswerder( Lokal Alter Freund"). Treffpunkt 10 Uhr Bahnhof Heerstraße. Bewerkschaftsbewegung Nieder mit den Spaltungsbestrebungen!" Das Vollzugsbureau der Roten Gewerkschaftsaternationale richtet in den„ Roten Fahnen" ein„ Offenes Schreiben an sämtliche Arbeiter Englands, Deutschlands, Frantreichs, Belgiens, Desterreichs und anderer Länder, die in der Amsterdamer Internationale vereinigt sind". Die Rote Gewerkschaftsinternationale hat offenbar die Oberaufsicht über die Einheitsfront der Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale gepachtet. Ihre Legitimation hierzu leitet sie aus der Behauptung her, sie habe mehrfach ihr Bestreben bezeugt, die Einheit der Arbeiterbewegung der ganzen Welt herbeizuführen. Das heißt, sie will die Einheit der sozialistischen Arbeiterbewegung durch Herbeiführung einer kommunistischen Einheit innerhalb der Amster damer Gewerkschaften verdrängen. Wenn ihr dies immer noch nicht gelungen ist, so find lediglich die reformistischen Führer" daran schuld, die den Gewerkschaftsapparat in ihren Händen behalten", anstatt ihn. den Kommunisten auszuliefern. Die ,, Rote Gewerkschaftsinternationale" erhebt daher in ihrem ,, Offenen Schreiben“ eine förmliche Anklage wider die belgischen Gewerkschaften, bie auf ihrem Kongreß beschlossen haben, daß die Kommu nisten feine leitende Stellungen in den Gemert schaften betleiden dürfen. Der belgische Gewerkschaftstongreß hat damit Spaltungsbestrebungen verfolgt und die Einheitsfront geschädigt fagen die Moskauer. " Glauben denn die belgischen Reformisten und mit ihnen auch einige Führer der Amsterdamer Internationale: Dudegeeft, Silberschmidt, Jouhaug, die auf dem Kongreß diefe Resolution unterftügten, daß die Entfernung der Revolutionäre von ihren Posten in den Gewerkschaften eine Garantie gegen die Verlängerung der Arbeitszeit, gegen den Lohnabbau ist?" Mein, das glauben sie sicherlich nicht. Sie glauben nur noch weit weniger, daß durch die ganzen fommunistischen Quertreibereien in den Gewertschaften die Kraft und Macht der Gewerkschaften derart gestärkt wird, um die Verlängerung der Arbeitszeit zu verhindern und Lohnerhöhungen anstatt Lohnkürzungen durchzusehen. Im Gegenteil, alle diese Reformisten" wissen, daß überall da, wo die Agenten der fommunisti fchen Partei die Rottage aus der Nachfriegszeit dazu mißbrauchten, um die Arbeiter gegen ihre Gewerffchaften aufzuputschen, die Gewertschaftsbewegung geschwächt und durch kommunistische Senderorgani. fationen zersplittert wurde. Auf Grund all der jahrelangen üblen Erfahrungen, die die Gewerkschaften der verschiedenen europäischen Länder über die un= heilvollen Wirkungen der systematischen tommunistischen Maulwurfsarbeit in ihren Organisationen machen mußten, find sie gezwungen, sich dagegen zu wehren und zu schützen. Wir wollen damit der Antwort des Bureaus des Internationalen Gewerkschaftsbundes auf das formell an seine Adresse gerichtete Offene Schreiben" nicht vorgreifen. Die Mostauer Sowjetkommissare der Roten Gewerkschaftsinternationale" sollten es aber doch endlich aufgeben, weiterhin in der Biedermänner- Maste an die Sympathien der ehrlichen Arbeiter" zu appellieren. Die Sympathien der„ Amsterdamer" mit per " herabsetzte. Für die zweite Stunde sollten auch weiterhin 25 Broz. gezahlt werden. In bezug auf die Bezahlung der auf die Wochentage fallenben Feiertage fah der Schiedsspruch nur noch eine Bezahlung des zweiten Weihnachtsfeiertages vor. Die Höchstzahl der Ferientage wurde von 7 auf 6 Tage verfürzt. Was den Unternehmern diesen Schiedsspruch besonders angenehm machte, war die Bestimmung. daß das Alter für Arbeiter, die als Heimarbeiter geiten wollen, von 30 auf 23 Jahre herabgesetzt worden war. Die Arbeitgeber haben diesen Schiedsspruch angenommen, dagegen fonnte der Zentralvorstand des Verbandes der Sattler, Tap ziere und Portefeuiller diefem Schiedsspruch nicht zustimmen. Die Arbeitgeber haben daraufhin die Verbindlichkeitserklärung beim Reichsarbeitsministerium beantragt. In Berhandlungen, die dieser Tage nochmals auf Ersuchen der Arbeitgeber stattfinden, erklärten diese, daß sich die öfilich von Berlin gelegenen Bezirke Deutschlands von der Verbindlichkeitserklärung ausschließen lassen wollen, da ihnen der Echiedsspruch noch zu weit geht. Nach der Meinung der Arbeit nehmervertreter fann sich aber das Reichsarbeitsministerium diesem Berlangen der Unternehmer nicht anschließen, da bei einer Verbindlichkeitserklärung das Ministerium nicht das Recht hat, Aenderungen im Schiedsspruch von sich aus vorzunehmen. Die Verhandlungen verliefen im übrigen resultatlos. Lohnverhandlungen für die Privatelektrizitätswerke. Die Löhne in den privaten Elektrizitätswerken schwanken zur zeit bei einer 5östündigen Arbeitswoche zwischen 43 und 62 Pfg. Dazu kommt eine sogenannte Leistungszulage, die jedoch von der Arbeiterschaft als ungerecht und unsozial abgelehnt wird. Der ge! tende Lohntarif besteht seit Januar und ist infolge der Erhöhung der Lebenshaltungskosten überholt. Trotz sieben Berhandiu igen und Schiedsgerichtssigungen war es nicht möglich, eine wesentliche Lohnaufbesserung zu erreichen. Entgegen der Angabe der Unternehmer, der Geschäftsgang sei schlecht, wurde festgestellt, daß eine Zunahme der Kilowattstunden zu verzeichnen ist. Die Arbeitnehmerschaft besteht unter allen Umständen darauf, doß ihre Löhne aufgebessert werden. Die gestrigen Verhandlungen hatten wiederum fein positives Ergebnis. Die Arbeitnehmer haben daher den Schlichtungsausschuß angerufen, der am Montag mittag eingreift. Maschinisten und Heizer. In der gestrigen Generalversammlung berichtete Maner über den Verlauf des Berbaridstages. Der Bericht des von der oppofitionellen Richtung gewählten Delegierten war jedoch recht Dürftig und sehr einseitig. Der Geschäftsbericht wurde von ihm überhaupt nicht erwähnt. Er versuchte u. a. auch die Ausführungen des früherer Verbandsvorsitzenden Genossen Scheffel zu entstellen. In der Aussprache stellten die Redner fest, daß Mayer die Verbandstagsverhandlungen nicht erfaßt hat. Als Kuriosum sei mitgeteilt, daß M., als er von einem Delegierten auf dem Verbandstage gefragt wurde, ab er Kommunist fei, antwortete:„ Um Gottes Millen, ich bin seit Januar politisch nicht mehr organisiert." Bei Genoffe Geidel berichtete, daß auf dem Verbandstag die Anträge den Delegiertenwahlen ließ er sich aber als Kommunist wählen. der Berliner Geschäftsstelle abgelehnt wurden. Es wurde beschlossen, auf den Beitrag einen Lokalzuschlag von 10 Pf. ab 1. September zu erheten. Genosse Holz ermahnte zum Schluß die jüngeren Kollegen zur Einigkeit und gewerkschaftlicher Aktivität. Bauarbeiterlöhne in Rheinland- Westfalen. Der am 4. Eeptember in Dortmund gefällte Schiedsspruch sieht für die Maurer, Bauhilfsarbeiter und Tiefbauarbeiter folgende Stundenlöhne vor: im besetzten und unbesetzten rheinisch- westfälischen Industriegebiet 74, 60, 53 Bf., für das westfälische Randgebiet 70, 56, 49 Pf., für Düsseldorf 78, 64, 59 Pf., russischen Arbeiterschaft hatten fie für ihre Sonderzwede erschlichen, für Roblen 3 73, 59, 55 Bf., für Bonn 75, 61, 57 Bf., für Trier jedoch in einer Weise mißbraucht, daß sie mit ihren lügnerischen Machenschaften von ehrlichen Arbeitern feine Sympathie zu er= marten haben. Bir können sie nicht hindern, solange sie in Ruß land ihre Diktatur über das Proletariat aufrecht erhalten tönnen, dort die ihnen für ihre besonderen 3wede geeignet erscheinenden Methoden gegen die Gewerkschaften anzuwenden. Die doppelzüngige Einheitsfront" der Moskauer Bauernfänger und ihrer Helfer be= deutet eine grobe Beleidigung der Arbeiterschaft durch die maßlose Unterschätzung ihrer Intelligenz. Darauf stützt sich die ganze Mos fauer Spefulation, die nur dann Erfolg hat, wenn sie die Arbeiter schaft in besonders großer Notlage trifft. Daher muß ihr der Erfolg auf die Dauer versagt bleiben, trotz aller raffinierten Aufrufe. Das enthebt die Gewerkschaften jedoch nicht der Notwendigkeit, die Mosfauer Spaltungsbestrebungen unter dem Borwand der Einheitsfront" energisch zurückzuweisen. Tarifftreit in der Lederwarenindustrie. In den bereits mehrere Monate fortgeführten Verhandlungen über den Abschluß eines neuen Manteltarifs für die Lederwarenindustrie ist es im vorigen Monat zu einem Schiedsspruch gekommen, der unter Beibehaltung der 48stündigen Arbeitswoche den Zuschlag für Ueberstunden von 25 Broz. auf 10 Proz. für die erste Stunde 76, 76, 62, 59 Pf. und für Köln 79 Pf. für Maurer, 64 Pf. für Bauund 61 Pf. für Tiefbauarbeiter. Am Montag fällt Entscheidung über Annahme oder Ablehnung des Schiedsspruchs und damit über die Aufhebung oder Fortdauer der Aussperrung. 62, 59 31. umb fur for fourbetter. Im monias faut bie Arbeiterschutz in Polen. Im Ministerium für Arbeit und soziale Fürsorge fand eine Sachverständigen konferenz über die beschleunigte Einführung eines Gesetzes betreffend den Arbeitsschutz für Fraue und Min= derjährige statt Das Gefes soll teilweise bereits am 1. Morember, im übrigen aber, soweit Lasten und Pflichten der über hundert Unternehmungen, welche Frauen beschäftigen, in Frage fommea, am 1. September 1925 in Kraft treten. Der Bergarbeiterstreik in Belgien. Seit zwei Wochen streifen die Bergleute der Kohlengruben des Berinage im hennegau, die bekanntlich zu den ertragfähigsten Belgiens gehören. Die Arbeitsniederlegung ist allgemein. Die Zahl der Streifenden beträgt rund 35000. Der Streit ist ausgebrochen wegen einer Lohnfürzung von 5-10 Proz., die von den Unternehmern willkürlich vorgenommen wurde, zuerst im Juni auf der Zeche Rien de Coeur und dann Anfang August auf allen I anderen Zechen des Beckens, ohne die paritätische Kommission für den Bezirt, wie rechtens, vorerst damit zu befassen. Die Unternehmer begründen die Lohnkürzung mit dem Hinweis auf die schlechte Lage des Kohlenmarftes in Belgien. Im besonderen bes flagen sie sich, daß der Verkauf von 450 000 Tonnen deutscher Kohle auf Kosten des Kohlenmarktes im Borinage erfolge. Die Gruben des Borinage fördern hauptsächlich Industriefohlen, und zwar an die 400 000 Tonnen im Monat. Dagegen behaupten die Bergleute, daß die Lage feineswegs so schlecht sei, daß das vergangene Geschäftsjahr äußerst günstig für die Unternehmer war und daß übrigens das Leben in legzter. Zeit teurer würde. Um den Konflikt beizulegen, hatte die paritätische Landeskommission für der Bergbau auf Anregung der Vertreter der Arbeitnehmer vorgeschlagen, die Arbeitgeber sollten die Lohnfürzung aufheben und eine Regierungsfommission mit der Streitfrage befassen. Die Unternehmer stimmten nach langen Verhandlungen einer offiziellen Untersuchung über die Lohnfrage zu, ohne ater die Lohnfürzung rüdgängig zu machen. Inzwischen hat die Bergbauverwaltung ihre Untersuchung über die Lohnfrage vorgenommen, und man erwartet die Ver. öffentlichung ihrer Schlußfolgerungen. Wie die TU. heute meldet, ist das Gutachten zugunsten der Unternehmer ausgefallen. Die Grubenfommission fonnte in ihrer letzten Sigung zu feinem Ergebnis gelangen, da die Arbeitgeber auf ihrem Standpunkt beharren. Eine neue Zusammenkunft ist auf Dienstag anberaumt. Die Streitbewegung dauert vorläufig noch fort. Theater der Woche. Bom 7. bis 15. September 1924. Bolfsbühne: 7. u. 9. Schneider Bibbel. 8. u. 10. Fahnen. 11. u. 12. Der Heimatlofe. Die Rache des verhöhnten Liebhabers. 13. Don Carlos. 14. u. 15. Bafantasena. Opernhaus: 7. Rosenkavalier. 8. Rigoletto. 9. Schaggräber. 10. Die tote Stadt. 11. Rheingold. 12. Der fliegende Holländer. 13. Mastenball. 14. Carmen. 15. Walküre. Kroll- Oper: 7. Tiefland. 8. u. 11. Madame Butterfly. 9. u. 10. Boheme. 10. Lustige Weiber. 12. Der Leierkasten, Tasso, Kammertänze. 13. Tosea. 15. Cavalleria Rusticana, Bajazzi. Schauspiel haus: 7., 10. u. 15. Armer Better. 8., 11. und 13. Rönig Nicolo. 12. u. 14. Medea. Schiller- Theater: 7., 12. u. 14. Poffenabend Alt- Berlin. 8., 9., 10., 11., 13. u. 15. Candida. Deutsches Theater: 7. u. 8. Scherz, Satire, Jronie und tiefere Bedeutung. Ab 9. Sumurun. Kammerspiele: 8., 9. u. 11. Frühlings Erwachen. 10., 12. u. 15. Fräulein Julia. 13. u. 14. Der Kreis. Leffing- Theater: Wien gib acht. Theater in der Königgräger Straße: Hans Sonnenstößers Höllenfahrt. Deutsches Opernhaus: 7. u. 15. Die Fledermaus. 8. Lohengrin. 9. Hoffmanns Erzählungen. 10. Tann häuſer. 11. Die Zauberflöte. 12. Fidelio. 13. Carmen. 14. Aida. Schauspielhaus: Die zehn Gebote( Film). Großes Renaissance- Theater: Der Scheiterhaufen. Die Tribüne: Der Gatte des Fräuleins. Deutsches Künstlertheater: Der Tanz um die Liebe. Komödienhaus: Mein Better Eduard. Berliner Theater: Der füße Ravalier. Neues Theater am Roo: Ab 10. Die Reise nach Amerita. Triano Thater: Gie. Zentral- Theater: Der G'wiffenswurm. Theater in der Sommandantenstraße: Mister Globes Dramatisches Theater: 8. bis 10. Briefe mit ausländischen Marken. 7. Gilles und Jeanne. 11. bis 15. Romödie um Rosa. Romische Oper: Das hat die Welt noch nicht gesehen! Lustspielhaus: Die Zwillingssáwester. -Metropol Theater: Mascottchen. Theater am Rollendorfplay: Gösta Ber Theater am Kurfürstendamm: Die Frau ohne Ruß. Kleines Theater: Der Teufelsadvokat. Wallner- Theater: Uriel Acosta. Rose- Theater: Meine Braut Deine Braut. Intimes Theater: Crepe Georgette. Besuch im Bett. Lauf doch nicht immer so nadt herum. Rafino Theater: Muß Liebe schön sein. Schloßpark Theater Steglig: 8. u. 9. Gefchloffen. 10. bis 15. Der Prinz von Homburg. Theater im Admiralspalaft: Noch und Noch! Rachmittagsvorstellungen. Bolfsbühne: 7. 11% Uhr, Tollers feier: Bordell des Krieges. Die Rache des verhöhnten Liebhabers. 14. Don Carlos. Berliner Theater: 14. Der fliegende Holländer. Zentral- Theater: 7. Der G'wiffenswurm. 13. Jugend- Boltsbühne: Jphigenia auf Tauris. Theater in der Kommandantenstraße: 14. Die Mädels von Davos. trotter. Walhalla- Theater: Bariete Borstellung. ling, 2. Teil( Film). Berantwortlich für Politik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Saternus; Gewerkschaftsbewegung: Friedr. Eglorn; Feuilleton: R. H. Döscher; Lotales und Sonstiges: Frik Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruderet und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co., Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Technische Lehrvorträge und Berliner Uebungen für Kaufleute Bei Elektrike veranstaltet von der Genossenschaft angeschl. dem Verb. sozialer Baubetriebe Fernsprecher: Norden 1198 Gesellschaft zur Verbreitung technischen Bertin N24, Elsässer Str.86-88 Wissens in der Kaufmannschaft m. b. H. Herstellung elektr. Licht-, KraftHochbau- Tiefbau Elektrotechnik- Gas, Wasser, HelMaschinenbau und Signalanlagen Verkauf aller elektrischer Bedarfsartikel.. Ausführung sämtl. Reparaturen Preiswerte, gediegene Arbeit zung und Lüftung. Beginn der Vorträge: Mitte Septbr. 1924. Drucksachen und Auskünfte kostenlos durch die Geschäftsstelle: Dr. Hauer, Charlottenburg, Stormstr. 3. Sprech stunden: Mittwochs und Sonnabends 4-5 nachm., sowie Sonntags v. 11-12. Fernsprecher: Westend 203 und 695. BEINKRANKE! Offene Beine, Krampfaderleiden und Geschwüre aller Art heile ich unter Garantie ohne Berufsstörung. Erste Behandlung kostenlos! Heil- Institut H. A. Müller Berlin SW 68, Markgrafenstr. 83, v. 1 Sprechz. 9-12 u. 2-7, Sonntags 9-12 U. .. Junger Mann, mit guten Zeugnissen und technischen Kenntnissen, sucht Stellung irgendwelcher Art. Angebote D. 35 Haupt expedition Borwärts erbeten. [ 116b 2 innere Glettromonteure perfekt in Rohrdraht und StahlrohrAnlagen, gesucht. Schriftliche Angebote mit Lohnforderung an Otto Minge, Friedrichstal bei Oranienburg. Amt Oranienburg 281. Herbst- Moden- Ausstellung Kleine mod. 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