Nr.432 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 220 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 3,-Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland, Danzig, Saar- und Memelgebiet. Desterreich, Litauen, Luxemburg 4.50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmart pro Monat. Der ,, Borwärts" mit der Gonntagsbeilage ,, Bolt und geit" mit..Gied. lung und Kleingarten". fowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenftimme" erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal, Telegramm- Adresse: Sozialbemotrat Berlin Morgenausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 10 Goldpfennig 100 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfaltige Nonpareine. Beile 0,70 Goldmart, atlamegeile 4. Goldmart. Kleine Anzeigen" das fettgedrudte Wort 0,20 Goldmart( aulässig zwei fettgedruckte Worte), jebes weitere Wort 0,10 Goldmart. Stellengefumt das erfte Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Wort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmark. Eine Goldmart cia Doñar geteilt burch 4.20. Anzeigen für die nächste Rummer müssen bis 4% Uhr nachmittags im Hauptgeschäft, Berlin SB 68, Lindenftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 5 Uhr nadm. Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Dönhoff 292-295 Verlag: Dönboff 2506-2507 Sonnabend, den 13. September 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Postscheckkonto: Berlin 375 36 Bankkonto: Direktion der Diskonto- Gesellschaft, Depositenkajse Lindenstraße 3 Vor dem großen Ministersturz. Die Regierungskrise eröffnet.- Die, Notifizierung" als Vorwand.- Bürgerblock oder Auflösung?- Stresemann oder Mary? Die Minister fehren nach Berlin zurüd, die Regie- in die Zeitungen jetzt und sie dann durch ,, Notifizierung" zu rungstrise ist eröffnet. Programmäßig! Man fann auch sagen: vertragsmäßig! In jenem ,, Berliner Bertrag", der als innerpolitischer Anner zum Londoner geschichtliche Berühmtheit erlangen wird, hat sich die Deutsche Volkspartei verpflichtet, mit allen Mitteln auf einer ihrer Bedeutung entsprechenden Beteiligung der Deutschnationalen an der Reichsregierung zu bestehen". Die Deutsche Boltspartei ist vertragstreu. Bon jenen ,, allen Mitteln" ist die Eröffnung einer Regierungsfrise das erfte. Wenn Deutschnationale zu Ministern befördert werden sollen, müssen andere fliegen, und noch an dere werden freiwillig gehen. Das ist so flar mie irgend etwas. Unter den ministeriellen Todeskandidaten befindet sich auch der Reichstanzler selbst. Damit verraten wir tein Geheimnis. Denn Herr Hergt, den man wegen bewiesener diplomatischer Eignung unbedingt zum Außenminister machen müßte, wenn wir nicht Herrn Streße mann hätten, hat sich ja gleich nach Abschluß des Vertrags teilnahmsvoll bei Herrn Marr nach dessen Befinden erkundigt. Ist es richtig, Herr Reichstanzler, daß Sie Anfang Oktober zurückzufrefen gedenken?" Jeder Zoll ein Diplomat, jeder Zoll ein Hergt! Nun soll das Reichskabinett in der nächsten Woche zu Jammentreten, um über die Frage zu beraten, wann, ob, wie die Kriegsunschulderklärung notifiziert" werden soll. Stünden wir nicht schon inmitten der Krise, so wäre es selbst verständlich, daß jede Bearbeitung der öffentlichen Meinung in einer bestimmten Richtung so lange unterbliebe, bis das Kabinett Beschluß gefaßt hat. Wenn in anderer Weise verfahren wird verfahren ist in jeder Beziehung der richtige Ausdruck so ist das ein sicheres Anzeichen dafür, daß die Krise bereits eröffnet ist und daß wir schon mitten in ihr stehen. Darum findet jezt ein förmliches Wettrennen nach Berlin statt, um der einen Richtung einen Vorsprung vor der anderen zu sichern. Indes, es muß, um Berdunkelungsmanövern vorzubeugen, wieder mit dem Anfang begonnen werden. um Kein Mensch und feine Partei in Deutschland hält die Verurteilung des deutschen Boltes, wie sie durch den Vertrag von Versailles ausgesprochen ist, für gerecht. Keinen Menschen und feine Partei gibt es in Deutschland, die nicht die sichtbare, allmähliche Wandlung der Weltmeinung in diesem Bunft mit Befriedigung erfüllte. Der Streit, der jetzt geführt wird, geht eine Frage der diplomatischen 3wed mäßigkeit. Wenn jetzt behauptet wird, es habe die Absicht bestanden, die Schuldfrage schon in London zu behandeln, nur Beitmangel" habe das verhindert, so muß man über die Lahmbeit einer solchen Ausrede erstaunen. Es war nicht, der vorgeschützte Beitmangel", es war wiederum eine höchst einfache Erwägung diplomatischer 3 medmäßigteit, die das Anschneiden der Schuldfrage in London verhinderte. Deutschland hatte ein Interesse daran, in London zu einem Abschluß zu fommen, es hätte aber nicht das Gewollte, sondern das Gegenteil erreicht, wenn es die Verhandlungen auf dieses Gebiet gelenkt hätte. Die Verhandlungen wären damit einfach gefprengt worden. Der geniale Rat, in London die Schuldfrage aufzuwerfen, war eben von denen gekommen, die die Sprengung der Verhandlungen wünschten, nämlich von den Deutschnationalen. Es ist nur selbstverständlich, daß er von denen, die einen pofitiven Abschluß wollten, nicht befolgt wurde. Um jedoch den deutschnationalen Strategen entgegenzus tommen, verstand man sich zu einem Kompromi B. Was man verständigerweise nicht in die Verhandlungen hineinbringen konnte, das glaubte man ihnen nach ihrem Abschluß, gewissermaßen als Schwänzchen, anhängen zu können. So entstand auf dem Boden des Berliner Vertrags die Erklärung der Reichsregierung vom 30. Auguft. Wenn heute behauptet wird, der Staatssekretär v. Maltz a hn seit mit diesem Ausgangspunkt und der weiteren Entwicklung einverstanden gewesen, so versucht man, ihm das Leyte von seinem Ruf zu nehmen, nämlich, daß er sich auf die Aeußerlichkeiten des diplomatischen Handwerks ver fteht. Noten werden überreicht und mitunter- nach der Beberreichung veröffentlicht. Daß man aber eine Erklärung einer Note verwandelt, ist ein Unternehmen, das schon seiner drastischen Komit wegen seinen Zwed verfehlen muß. Die fremden Minister haben ja längst in den Zeitungen gelesen, was ihnen ,, notifiziert" werden soll, und so wird der feierliche Staatsaft der Ueberreichung zur Farce degradiert. Findet dieser tragikomische Staatsaft wirklich statt, so ist noch das beste, mas passieren kann, daß sich die fremden Regierungen auf die Erklärung beschränken, sie hätten von der deutschen Note schon aus den Zeitungen her Kenntnis genommen. Dann ist das Ganze ein Schlag ins Wasser. Im schlimmeren Falle gibt es Proteste und ein Neuaufflammen der feindseligen Stimmungen von 1914. Dann endet alles mit mehr als einer Blamage, mit einer Schädigung der deutschen Reichsinteressen. Welche peinliche und bedenkliche Situation! Einen Ausweg aus ihr zu finden, war der Zweck der vorgesehenen Rabinettsberatung. Jeden Ausweg aus ihr zu verrammeln, ist der 3med der jegt eingeleiteten, mitten in die Krise hineinführenden Aktion. Bedauerliche Symptome! Dieses Gegeneinanderarbeiten bestimmter Stellen gegen andere bestimmte Stellen war das Kennzeichen der legten wilhelminischen era. Ist es nicht merkwürdig? Raum beginnen die Wilhelminer sich der deutschen Politik zu bemächtigen, so fängt es schon wieder an! Das Ergebnis dieses Gegeneinanderarbeitens war regelmäßig eine Situation, in der nur die Wahl blieb zwischen einem peinlichen Rückzug und der Austragung eines Konflikts unter ungünstigsten Umständen. Siehe Krüger- Depesche, Marokko Weltkrieg! Und merkwürdig: auch das fängt auch schon wieder an! Notifiziert man nicht, so ist es peinlich. Notifiziert man, so ist es schädlich. so ist es schädlich. Glorreicher Beginn der Bürgerblod diplomatie! Jetzt sagt man, es müsse notifiziert werden, sonst sei die Autorität der Regierung" dahin. Run, von dieser Regierung wird bald nicht nur die Autorität", sondern auch alles übrige dahin sein. Und man muß schon sagen: um eine Regierung, deren Autorität" fordert, daß man etwas tut, was ein offenbarer Unsinn ist und Deutschland schadet, um eine solche Regierung ist es nicht mehr schade. Ihre Tage sind gezählt! " was weiter? Die Voltspartei treibt innere Erfüllungs: politik. Sie erfüllt den Berliner Vertrag Punkt für Buntt. Wird nicht notifiziert, so werden Stresemann und die anderen Boltsparteiler aus dem Kabinett ausscheiden; wird notifiziert, so fällt so oder so der Reichskanzler Mart. Dann ist fein Rabinett mehr da, ein neues muß gebildet werden. Dann ,, wird die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei mit allen Mitteln auf einer ihrer Bedeutung entsprechenden Teilnahme der Deutsch nationalen an der Reichsregierung bestehen". Was aber werden die Demofraten tun, und was wird das Zentrum tun? Sie werden diese Fragen selbst beantworten. Für die Sozialdemokratie ist der Eintritt der Deutschnationalen in die Regierung eine Kriegserklärung. Vom taktischen Standpunkt aus gesehen könnte der Bürgerblock der Sozialdemokratie freilich zu feiner besseren Gelegenheit kommen als jezt. Denn jetzt würde er, für alle Augen sichtbar, schmuz triefend zur Welt gebracht werden, behaftet mit dem Schandmal eines Kaufvertrags, bei dem außenpolitische Ueberzeugungen gegen innerpolitische Bortcile, Meinungen gegen Ministersessel ausgetauscht worden sind. Er würde durch die Aufnahme der blamiertesten Partei, die es gibt, der deutsch nationalen Bartei, von Anfang an felber als der Blamierte daftehen, Spott und Hohn aller vernünftigen Menschen. zu beenden. Der Bürgerblock würde in diesem Reichstag sowieso teine sichere Mehrheit haben, so mag er versuchen, ob er sie im nächsten bekommt. Also aufgepaßt! Wahlen in Sicht! Die Wahlparole heißt aber nicht:„ Notifizieren oder nicht notifizieren!", sondern: Bürgerblod oder Sozialdemokratie! Stresemann in Berlin Marg beim Reichspräsidenten. Der Reichsaußenminister Dr. Stresemann ist gestern fangler Marr nach Freudenstadt zum Reichspräsidenten. in Berlin eingetroffen. Am selben Tag begab sich ReichsEr fuhr aber von dort wieder nach Sigmaringen zurüd. Eine einseitige Darstellung. Die Telegraphen- Union berichtet: In den letzten beiden Wochen nach der parlamentarischen Erledigung des Londoner Pattes ist es in der deutschen Presse zu Icb= haften Erörterungen des Kriegsschuldwiderrufs und der Frage des deutschen Beitritts zum Bölterbund gekommen. Wie die TelegrapherUnion aus Kreisen der Reichsregierung erfährt, sind bei dicfen Erörterungen falsche Darstellungen sowohl über die Entwicklung dieser beiden Fragen, als auch über den Standpunkt der Reichsregierung vorgekommen. Borweggenommen ist es falsch, daß in der Behandlung der beiden Probleme im Kabinett irgendwelche Meinungsverschiedenheiten bestehen. Sowohl zwischen dem Reichskanzler und dem Außenminister als auch zwischen diesem und Staatssekretär Malzahn besteht vollständige Uebereinstimmung. Die Absicht des Widerrufs des abgepreßten Kriegsschuldbekenntnisses hat im Reichskabinett bereits bestanden, ehe noch überhaupt die Einladung zur Londoner Konferenz vorlag. Sie ist auch vom Reichsrat mit Einschluß der sozialdemokratischen Vertreter der Länder gebilligt worden!( Der Unfinn, der jetzt gemacht wird, ist nie gebilligt worden! Red. d.„ B.".) Die Absicht der Reichsregierung, in der Schlußsigung der Londoner Konferenz die Erflärung abzugeben, daß Deutschland die neuen Lasten nur in Verfolg des Versailler Bertrages, teinesfalls aber auf Grund einer moralischen Verpflichtung aus der Schuld am Kriege heraus übernahm, ist nur deshalb unterblieben, weil in der Haft des letzten Tages teine Möglichkeit vorhanden war, dem Vorsitzenden der Londoner Konferenz die Absicht einer Erklärung befanntzugeben. Die Abficht felbst hat aber beim Reichskanzler bestanden.(?) Bei der Berhandlung der Dawes- Gesche im Reichstag ist dem Außenminister von den Deutsch nationalen die Anregung gegeben worden, ob es nicht möglich sei, die Behandlung auf etwa 14 Tage zu vertagen und während dieser Zeit zu versuchen, in bezug auf die Räumungsfristen bei den Alliierten mehr zu erreichen. Nachdem dieser Vorschlag von dem Außenminister als unmöglich abgelehnt stehenden Zeit immerhin versucht, die Alliierten auf den Ernst der worden war, hat die Reichsregierung in der noch zur Verfügung parlamentarischen Lage in Deutschland hinzuweisen. Dieser Schritt hat aber bei der Kürze der Zeit nicht zu einem Erfolge geführt. Darauf ist nach weiteren Informationen aus den Kreisen der Reichsregierung von deutschnationaler Seite die Anfrage erfolgt, ob die Regierung im Prinzip mit den deutschnationalen Anträgen einverstanden sei. Der Niederschlag dieser Verhandlungen zeigte sich dann in der Erklärung des Reichs= fanzlers, die nach den oben wiedergegebenen Mitteilungen alio bereits auf einen früher gefaßten Beschluß des Reichsrats zurückging. Reichsminister Stresemann hatte über die Besprechungen mit den Deutschnationalen Bericht erstattet. Der Kanzler hatte ihn ausdrücklich gebeten, diese Besprechungen fortzusehen. Daß die Kanzlererklärung der Deffentlichkeit nicht, wie ursprünglich beabsichtigt, im Reichstag selbst, sondern durch die Breffe veröffentlicht wurde, hat seinen Grund in Bedenke, die sich aus den vorhergehenden Außenpolitisch bedeutet aber der Bürgerblock die äußerste Lärmausbrüchen der Kommunisten und der Nationalsozialisten erGefährdung der durch die bisherige Politik erzielten Ergeb- gaben. In der ganzen Frage hat es nicht eine Differenz im Kaniffe und schwerste Schädigung der deutschen Volksintereffen. binett gegeben.(!!) Der Außenminister war der Ansicht, daß der Innerpolitisch bedeutet er den Sieg aller antifozialen, anti- psychologisch günstigste Zeitpunkt zur Notifizierung gleich im Anrepublikanischen und antidemokratischen Tendenzen und Anschluß an die Unterzeichnung des Londoner Brotokolls gewesen sei. bahnung der Rückkehr zum alten Herrentum, Zersehung der bürgerlichen Mittelparteien, schwersten inneren Konflikt. Aus technischen Gründen So stehen die Dinge jetzt. Was mit der Notifizierungsfrage" beginnt, wird durch seine innere Mechanit mit einer schweren innerpolitischen Krife enden. Auf dem Weg diefer Krise liegt die Reichstagsaufwärtigen Mächten ergeben würden.(!) lösung. Sie muß dringender denn je gefordert werden, weil sie bas Mittel ist, die Krise auf verfaffungsmäßigem Wege ift dies aber nicht möglich gewesen, weil unseren diplomatischen Bertretern erft ausführliche Instruktionen übermittelt werden mußten für die Erörterungen, die sich aus der Notifizierung mit den AusEs dürfte zutreffen, daß der Reichskanzler den ersten Ministern Englands und Frankreichs die Nofifizierung in einem Privatbrief lediglich Befehle ihrer Vorgesetzten ausgeführt hätten. In der Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß in der Tat bei dem Grenzschuhverbänden unglaubliche Zustände herrschten und Plünderungen an der Tagesordnung waren. = Das nach zweitägiger Verhandlung gefällte Urteil lautete für Kriese wegen Verbrechens des schweren Raubes auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr, für Forster auf ein Jahr fünf Monate, für Krause auf ein Jahr drei Mo nate, für sieben weitere Angeflagte auf je ein Jahr, einer erhielt fünf Monate, ein weiterer vier Monate und zwei andere je einen Monat Gefängnis. Nur einer der Angeklagten wurde frei gesprochen. Sämtlichen Berurteilten wurde eine Bewährungfrist versagt. Drei OC- Mitglieder in Ungarn verhaftet. Budapest, 12. September.( WTB.) Wie die Blätter melden, bat die Polizei drei Mitglieder der Drganisation Consul, Abel Werner, Arnold Barth und Karl Thürmann, die vor einigen Tagen von München nach Budapest gekommen waren, um hier Fühlung zu suchen, in Haft genommen. Die Untersuchung ist im Gange. Nach einer weiteren Meldung wurde auch der aus München gebürtige 26jährige Otto Braun verhaftet, der von den deutschen Behörden wegen zweifachen Mordes verfolgt wird. Um die Infanterieschule. Deutschlands Sih im Rat gesichert. Ein englischer Zweckantrag auf Vermehrung der Ratsite. Genf, 12. September.( Eigener Drahtbericht.) Die englische Delegation hat vorgeschlagen, die Zahl der Size im Bölferbundrat auf fünfzehn zu erhöhen. Die Annahme dieses Borschlages erscheint gesichert. Die fünf neuen Sige find für Deutschland, Rußland, Südamerika, China und Nordamerika reserviert. Durch dieses System wird nicht mehr Stimmengleichheit, sondern Stimmenmehrheit entscheiden. Während die ganze Welt sich bemüht, Deutschland den Eintritt in den Völkerbund zu erleichtern, verhindert Herr Stresemann mit vollem Bewußtsein, lediglich um den Bürgerblock zu ermöglichen, diesen Eintritt, indem er der Entente den Widerruf des Artikels 231 aufzwingen will! Owen Young über die Ruhrräumung. Der amerikanische Agent für die Reparationszahlungen, Owen Young, erklärte gestern abend, wie die Telegrapher- Union erfährt, amerikanischen Berichterstattern folgendes: Während der letzten vier Monate habe ich in Europa und besonders cuch in Deutschland einen großen Wechsel vernommen. Ich glaube, daß der Optimismus wiedergefehrt ist. Sicherlich ist das Vertrauen in die deutschen Wirt schaftsfreise wiederhergestellt. Gewiß wartet Deutschland noch auf den Erfolg der Anleihe; aber die Deutschen fühlen schon, baß sie wieder Boden unter den Füßen gewonnen haben. Bayern will nicht verzichten. München, 12. Septbr.( Eigener Drahtbericht.) Die baherische Regierung macht neuerdings wieder erhebliche Anstrengungen, um die Infanterieschule der Reichswehr, die bekanntlich wegen ihrer Teilnahme am Hitler- Putsch von München entfernt Es wird mir mitgeteilt, daß die französisch- belgischen Truppen und provisorisch im Lager Ohrbruf untergebracht worden ist, jeht genau die Hälfte der b fehten Ruhrzone geräumt hätten. Dcs| wieder nach München zu bekommen. Danach ist der im ist sicherlich eine gute Nachricht für Deutschland und wird Mai gefaßte Beschluß des Reichswehrministeriums, die Schule nach zweifelsohne seine Wirkung nicht verfehlen. Man bann mit Gewiß Dresden zu verlegen, offenbar nicht als endgültig anzusehen, heit annehmen, daß die französisch- belgische Ruhrräumung, die daß die französisch- belgische Ruhrräumung, die zumal verlautet, daß das Reichswehrministerium die zur Ausschneller vonstatten geht als angenommen werden durfte, die führung ihres Beschlusses notwendigen Vorarbeiten noch gar nicht beste wirtung auf die Unterbringung der An in Angriff genommen hat. Die Schule bleibt zunächst weiterhin leihe haben wird.( Owen Young fährt heute nach Paris. Red.) in Ohrdruf, dagegen kommt die Reitschule und das Stamm. personal in absehbarer Zeit bestimmt wieder nach München. Für Ein Faschistenführer erschossen. Durch Revolverschüsse eines Kommunisten. Rom, 12. September.( Eca.) Der Arbeiter Corvi gab heute morgen mehrere Revolverschüsse ab auf den faschistischen Abgeordneten Casalini, dem stellvertretenden Generalsekretär der faschistischen Bereinigungen. Casalini wurde durch zwei Vermundungen am Kopfe schwer verleht und starb furze Zeit darauf im Krankenhaus. Der Attentäter wurde verhaftet. Er erklärte, er jei kommunist und habe sich an Casalini, dessen Photographie er in der Tasche frug, rächen wollen. Rom, 12. September.( EP.) Der faschistische Abgeordnete Casalini ist den bei einen auf ihn verübten Mordanschlag erlittenen Verlegungen erlegen. Das Attentat ist auf einem Straßenbahnwagen verübt worden, auf dem sich der Abgeordnete mit seiner Tochter befand. Es näherte sich ihm ein junger Mann und gab, ohne ein Wort zu sagen, aus nächster Nähe zwei Schüsse auf ihn ab, die die Schläfe und das Gesicht trafen. Der Abgeordnete brach zusammen, er wurde sofort in ein Spital übergeführt, wo die Aerzte nur noch den unmittelbar bevorstehenden Tod feststellen Mörder versuchte in der allgemeinen Panit zu entkommen. wurde aber sofort verfolgt und festgenommen. Er gab sich als der ledige Zimmermann Giovanni Carfi, geboren 1893 in Teglio und wohnhaft im römischen Stadtviertel Monte Mario, zu crfennen. Er erklärte, die Tat zur Rächung des Abgeord neten Matteotti begangen zu haben, fonnten. Der Tod trat dann auch bereits um 11,38 Uhr ein. Der Er Zusammenstöße in Nom. Rom, 12. September.( Eca.) In den letzten Tagen tam es in Rom, besonders in den Außenbezirken, zu häufigen zusammenstößen zwischen den Faschisten und der Bevölkerung. Um die Mittagsstunde bildete sich bei der Porta Metronia ein Zug von Frauen aus dem Volke, die mit ihren Kindern auf dem Arm in die Stadt zogen, um gegen die Gewalttaten zu protestie. ren, denen vor allem die Arbeiterschaft ausgesetzt ist. Durch einen Polizeifordon wurden die Demonstrierenden vom Ministerpräsidium am Biminar weggetrieben. Die Behörden erklären, daß die Regierung gesonnen fei, jede Gewalttat zu verhindern. Sie sofortige Reviſion der bayerischen Volksgeriſits. Ein amtliches Wirtschaftsprogramm. urteile! Heidelberg, 12. September.( T U.) Auf dem hier fagenden 23. Deutschen Juriftentag hat die strafrechtliche Gruppe des Deutschen Anwaltsvereins folgende Entschließung gefaßt: Die fofortige Einführung im Wiederaufnahmeverfahren gegen die Urteile der bayerischen Boltsgerichte ist- verbehaltlich einer durchgreifenden Reform dieser Materie überhaupt dringendfte Notwendigkeit. Das Fehlen eines solchen Verfahrens ist eine unerträgliche Verlegung elementarster Grundfragen rechtsstaatlichen Denfens. Es muß in Zukunft Sicherheit dafür gegeben sein, daß in Deutschland fein Gericht, welcher Art es auch sei, vorhanden ist, gegen deffen Urteile die Wiederaufnahme ausgeschloffen ist. Mißglüdier Puffch in Lissabon. Gestern morgen versuchten radikale Elemente eine Revolution anzuzetteln, die jedoch am Mittag bereits von der Regierung unterdrüdt war. Die Rebo lutionäre hatten versucht, das Kriegsministerium und das Haupttelegraphenamt zu befezen, konnten aber daran gehindert werden. Spanische. Diffatoren- Willkür. Das Direktorium hat den früheren Minister im Kabinett Maura, Gallerdo, verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Er wird der Militärbehörde zur Berfügung gestellt merden, meil er Gerüchte verbreitet haben soll, welche die militärische Disziplin beeinträchtigen fönnten. Nach den Blättern hat der Minister einen Brief(?) an Maura ge schrieben, in welchem er von unmoralischen Handlungen, die der Bräsident des Direktoriums Brimo de Rivera begangen haben soll, sprach. Dieser Brief sei der Polizei in die Hände gefallen. der fünfte in der Reihe der Familie und Schubert das vorlegte in einer Familie pon 14 Rindern, Wie bei den meisten medizinischen Statistißen scheint auch in diesem Falle die foziale Lage nicht berüdsichtigt zu sein. An sich haben die minderbemittelten Schichten schon größeren Kinderreichtum und fand dann infolge ihrer schlechteren Lage bei der Kinderaufzucht doppelt benachteiligt. Bei genügender Berücksichti zahlreiche Kinder noch keine Raffenverschlechterung bei günstigen Einkommensverhältnissen bedeuten müssen. Preisabbaumaßnahmen der Reichsregierung. Die Reichsregierung veröffentlicht jetzt durch WTB. eine zusammenfassende Darstellung der von ihr beabsichtigten Maßnahmen, die einen Preisabbau herbeiführen sollen. Das Kommuniqué hat folgenden Wortlaut: Nach Annahme der Gesezentwürfe im Anschluß an das Londoner Abkommen ist die Sorge der Reichsregierung darauf gerichtet, die Lasten, auf deren Aufbringung des deutsche Bolt sich einrichten muß, möglichst tragbar zu machen. Daher tommt es in erster Linie darauf an, alle Voraussetzungen für den Wiederaufbau der Wirtschaft zu schaffen. Derartige Maßnahmen schließen sich auch an die bereits erfolgte Aufhebung der 3mischenzollinie an. Die Wirtschaft kann nur dann wieder aufleben, wenn es gelingt, die aus der Inflationszeit stammenden Belastungen des Wirtschaftslebens fo weit als möglich zu beseitigen, insbesondere das noch immer teilmeise über dem Friedensstand liegende Preisniveau zu fen ten. Die Reichsregierung trifft zu diesem Zweck eine Reihe von wirtschaftlichen und steuerlichen Maßnahmen, die gemeinschaftlich dazu bestimmt sind, die Hemmungen einer gefunden Entwicklung zu beseitigen und daher keinen Aufschub vertragen. Jm einzelnen wird folgendes veranlaßt: Herabsehung der Gütertarife und Kohlenpreise. 1. Bom 18. September ab werden die derzeitigen Frachtet der Normaltlassen des Gütertarifs, die Säge des Tiertarifs und die Frachten des allgemeinen Rohlen ausnahmetarijs und die Frachten des allgemeinen Roblenousnahmetarifs um 10 Prog. ermäßigt, letztere jedoch nicht unter die Bortriegsfüße. Ferner wird der Gewichtszuschlag für die Beförderung in gedeckten Wagen von 10 Proz. auf 5 Proz. herabgesetzt. Wegen der übrigen Ausnahmetarife erfolgt besondere Bekanntmachung. Die Herabsehung der Gütertarife ist seit längerer Zeit von allen Seiten als notwendig enerkannt. Sie wird im Augenblid tragbar, in dem die bevorstehende Wiedervereinigung der Rhein Eisenbahnbetrieb wirtschaftlicher zu gestalten. steuern, die mit der Kapitalbeschaffung für die Wirtschaft im Busammenhang stehen. Durch Verzögerung der Verabschiebung des Entwurfs eines Gefeßes über Zölle und Umsatzsteuer ist die in diesem Entwurf enthaltene Herabsetzung der Umsatzsteuer von 2½ Proz. auf 2 Broz. herausgeschoben worden. Alle Wirtschaftsfreise sind der Auffassung, daß die Umsatzsteuer mit dem aus der größten Notzeit stammenden und seinerzeit durch die zweite Steuernotverordnung eingeführten Sage von 2½ Proz. das Wiederaufleben der Wirtschaft und die Verbilligung des Ronfums ernstlich; beeinträchtigt. Bei Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Sages ist die Gefahr weiterer Betriebseinschränkungen und damit von Arbeiterentlassungen gegeben. Deshalb wird mit Wirfung vom 1. Ottober 1924 ab der Satz der Umfazfteuer von 2½ Prog. auf 2 Broz. herabgefekt werden. wird der weiteren Verhandlung der dem Reichstage vorliegenden Durch diese Borwegnahme der Herabsehung der Umsatzsteuer 3oIlvorlage nach ihrem gesamten Inhalte nicht vor gegriffen. Damit bleibt auch die endgültige Gestaltung der Umsatzsteuer, über die die Vorlage neben der Frage der Höhe der Steuer eine Reihe von Uenderungen vorschlägt, Gegenstand der Beratungen im Reichstag. steuer, ist die Frage einer Minderung der die Kapitalbeschaffung Bon ähnlicher Bedeutung, wie die Herabfeßung der Umfagbelastenden Steuern auf ein für eine stabile Wirtschaft tragbares Maß. Die durch den llebergang auf die Goldredynung und zur Neuzuführung von Rapital erforderlichen Umwandlungen fönnen nur dann vorgenommen werden, wenn die Säße auf dem Gebiete der Gesellschaftssteuer und der Wertpapier steuer gefentt werden. Auch insoweit werden die Senfungen zum 1. Oftober 1924 eintreten. Die steuerlichen Maßnahmen erfolgen angesichts der Dringlichkeit durch Verordnung des Reichspräsidenten. Die Reichsregierung erwartet, daß die gesamte private gung des sozialen Faktors würde sich voraussichtlich ergeben, daß und Ruhreisenbahnen mit der Reichsbahn es ermöglicht, bet Wirtschaft ihr auf dem Wege zur Senkung des Preisniveaus 2. Zur Erleichterung der Geldversendung wird der Reichspoft minister dem noch in diesem Monat zusammentretenden Berwaltungs rat der Reichspost eine Vorlage zur Ermäßigung ber Postanwei fungs- und Postsch edgebühren unterbreiten. 3. Bei den Kohlenpreifen tritt folgende Ermäßigung ein: 26 18. September für die schlesischen Steinkohlenreviere( Oberschlesien, Niederschlesien) eine Ermäßigung, die gegenüber den vom Reichstohlenverband veröffentlichten Preisen etwa 10 Pro3. beträgt. Für das Ruhrrepier wird, sobald die Frage der Eynditats erneuerung Mitte diefes Monats getlärt ist, über eine alsbald ein tretende Breisermäßigung Beschluß gefaßt werden, die voraussichtlich mindestens 10 Pro 3. betragen wird. Die Braunkohlensyndikate haben ihre Preise vor kurzem bereits in entsprechendem Umfang ermäßigt, so daß für sie eine Preis Die Neugestaltung des Kreditwesens. 4. Auf dem Gebiet des Bantwesens: Wann fann der Zeppelin nach Amerita fliegen? Die wieder holte Verschiebung der weiteren Probefahrten des Amerika- Luftschiffs und die Meldung, baß die Ueberfahrt nach den Vereinigten Staaten nicht vor Mitte Oktober erfolgen werde, weisen auf die Schwierig keiten hin, die der Bewegungsmöglichkeit des mächtigen Luftschiffs durch die Witterungsverhältnisse der beginnenden herbstlichen Jahreszeit erwachsen. Diese zeichnet sich, wie man weiß, durch die wieder zunehmende Unruhe im Luftmeer der gemäßigten Zone als nicht eben vorteilhaft für die Luftschiffahrt aus, und die jüngsten heftigen Stürme in Mitteleuropa zeigen, daß diefe Periode der sogenannten Aequinoftialstürme schon begonnen hat. Während in den Sommermonaten infolge der gleichmäßigen Erwärmung die Luftdruckunterschiebe und damit auch deren Folgen, die Winde, im allgemeinen gering find, erzeugt die jezt erfolgende Abkühlung an der Grenze der Polarzone im Verein mit der noch unverminderten Hize am Rand des Tropen gürtels starte Luftwirbel, die mit oft sehr heftigen Stürmen einher- änderung nicht in Frage kommt. gehen. Die Sturmmirbel bilden sich gewöhnlich auf dem mittleren oder nördlichen Atlantischen Ozean, wo sich die warme Südströmung und die kalte Nordströmung begegnen und die von der amerikanischen Ostküste und aus dem Golf von Florida ausgehenden barometrischen Minima dann ungemein vertiefen. Wohl folgen den atlantischen Sturmwirbeln gewöhnlich Gebiete von hohen Luftdrucs nach; diese find aber nur selten über den ganzen Atlantik zwischen Europa und Amerita ausgedehnt, und gewöhnlich folgen ihnen mit sehr großer Geschwindigkeit von Westen oder Südwesten neue Sturmtiefs nach. So ist auch gegenwärtig die Wetterlage auf dem Atlantischen Ozean, nachdem bis Ende August die ganze subtropische Breite des Atlantit von tieferen Wirbeln, die einem Luftschiff von der Motorenärfe des Zeppelin hätten gefährlich werben fönnen, frei gewesen ist. Während des ganzen Hochsommers hatte nämlich das fogenannte Maximum der Roßbreiten eine ununterbrochene und sichere Hochbrudbrüde über den Atlantik gebildet, und in diesem Hoch hätte der Amerika- Zeppelin bei schönstem Wetter und völlig ungefährdet feine liberfeeiſche Fahrt zurücklegen fönnen. Jetzt ist diese günstigste Beit für ben Ueberseeflug vorbei, und es ist sehr fraglich, ob in diesem Herbst die Luftdruckverhältnisse den Flug nach Amerika überhaupt noch einmal gestatten werden. Die Große Voltsoper gibt als nächste Reneinstudierung„ Martha von Motom. Gie geht am 11. Geptember unter muſikaliſcher Leitung von Fris Zweig in Szene. Anfang Oftober folgt eine gleichfalls volllommen neu inszenierte Erstaufführung von Mozarts Don Giovanni", die Leo Blech vornimmt. 3m Sonntagskonzert des Philharmonischen Orchefters( Dirigent Prof. A. Hagel) wirken als Soliften: Stonzertmeister Holft( Bioline) und Gregor Piatigorffy( Cello) mit. folgt und ebenso die öffentliche Wirtschaft, besonders Gemeinden mit ihren Wertstarifen. die Dazu ist zu bemerken: Es soll nicht verkannt werden, daß die von der Regierung angestrebten Maßnahmen im ganzen auf der Linie eines Preisabbaues liegen, daß insbesondere die herabsehung der Tarife und der Kohlenpreise ebenso wie die Erwei terung der Kredite geeignet sind, die Wirtschaft zu be fruchten. Das ganze Programm, wie es hier entworfen ist, ist jedoch unzulänglich, solange das Reich zur Durch führung seiner Absichten die ihm zur Verfügung stehenden gefeggeberischen Mittel nicht gebraucht. Das gilt insbesondere für den Zinsmucher der Banten, gegen den im Kartellgesetz die Möglichkeit wirksamer Abwehr gegeben ist, ohne daß man von irgendwelchen Schritten etwas gehört hätte. Auf der anderen Seite ist das Programm der Reichsregierung unzulänglich insofern, als es eine wesentliche Ursache der Teuerung bestehen läßt, nämlich die 3ollvorlage. Die Getreidepreise sind in letzter Zeit trotz der Aufhebung der Getreideausfuhrerlaubnis weiter gestiegen. Die 2e benshaltung lichste bedroht. Man fann nicht auf der einen Seite ben Preisabbau betreiben und auf der anderen die Lebenshaltungsfosten wieder steigen lassen. Das zwingt zu neuen, durchaus berechtigten Lohnforderungen, auf die die Arbeiterfchaft gern verzichten würde, wenn die Steigerung des Reallohnes durch einen wirklichen Abbau der Preise auf der ganzen Linie herbeigeführt werden würde. Es geht jedenfalls nicht, daß in dieser Angelegenheit der Wirtschaftsminister hü, der Landbundminister hott sagt. Der Preisabbau fönnte noch mehr gefördert werden, wenn man sich endlich dazu entschlösse, die Umfagsteuer noch mehr abzubauen, die jetzt den Verbrauch start verteuert. Auch ein Satz von 2 Proz ist noch viel zu hoch. a) die Reichsbant het folgende Maßnahmen getroffen: Das seit dem 7. April bestehende Distontierungs- Geder breiten Massen ist von dieser Seite her auf das empfind famitontingent wird für Zwecke der Produktionssteigerung zunächst um 10 Broz. erhöht. bei der Reichsbank wieder auf drei Monate ausgedehnt. Für reine Warenwechsel wird die zulässige Laufzeit von Wechseln Die Reichsbant wird fortan wieder Bantatzepte disfontieren, vorbehaltlich der Prüfung von Fall zu Fall und vorbehaltlich einer Bereinbarung über die von den Banken zu berechnende Atzept provision. b) Auf die Bantenvereinigungen wird eingewirkt werden, daß fie normale Kreditprovisionen einhalten, ebenso auf die staatlichen und tommunalen Gedorganifctioner hinsichtlich der Bins gebarung für hereingenommene Gelder und Spareinlagen. Auch wird auf Beseitigung der aus der Zeit der Zwangswirtschaft stam menden produktiven Arbeiten bei den Banten Bedacht gnommen. So sollen die zehlreichen Devisenvorschriften bis auf einen ganz geringen Teil, dessen Weiterbestehen notwendig ist, in kürze fortfallen. Ermäßigung der Umsatzsteuer. 5. Zu den Steuern, die durch die Höhe des Sages den Wieder aufbau der Wirtschaft in erster Linie belasten, gehören die Um, sagsteuer und diejenigen Teile der Kapitalpertehrs. Wirtschaftsprogramm nicht möglich gewesen wäre, wenn die Immerhin mag erneut festgestellt werden, daß auch dieses Besetzung des Ruhrgebietes noch länger fortgefekt werden würde. Soweit ein Preis abbau durch das Borgehen der Reichsregierung begünstigt werden kann, geschieht es also tro der Deutschvöltischen, Kommunisten und jener Deutsch nationalen, die den Londoner Vertrag abgelehnt haben. cagetfinblgf hst. der als solcher nach einer früheren Miiieilnng des Reichskanzlers keinen Einzelfall darstellt.(Wurde zunächst offi- ziös abgeleugnet! Red. d. V.) Er muß ober eigenartig be- rühren, daß das amtliche französische Bureau beinahe schon 24 Stunden, nachdem der Brief in den Händen des französischen Ministerprüsidenien sein konnte, die Vertraulichkeit des Briefes brach, und hieraus ist die große Bewegung entfacht worden, die dann von innen und außen gegen die Notifizierung des Widerrufs ein- gelegt wurde. In maßgebenden Kreisen der Reichsregierung dürfte man der Auffassung sein, daß der Ankündigung auch die Tat folgen muß, wenn eine Regierung nicht auf ihr« Autorität oer- zichten will. Der Widerruf der erpreßten kriegsschuldlüge dürfte auch die Grundloge für den deutscheu Beitritt zum Völkerbund sein. (Widerruf durch wen? Der deutsche Widerruf ist schon 1919 durch Scheide mann und Bauer erfolgt, den der anderen ab- warten heißt den Eintritt in den Völkerbund ins unendliche»er- tagen. Red. d. V.). Ehe diese Jcage nicht geklärt ist, ist die An- Meldung Deutschlands unmöglich. Wenn in der Oeffsnkkichkeit der Eindruk? erweckt wird, als ob bereits Einladungen an Deutschland erfolgt seien, so muß demgegenüber betont werden, daß noch keiner- lei Einladung vorliegt. Wenn die Alliierten Wert darauf legen, den„leeren Stuhl Deutschlands" besetzt zu sehen, so holten sie durch ihre Botschafter und Gesandten das Deutschland längst wissen lassen können. Auf eine deutsche Anfrage ist sogar eine ab» lehnend« Antwort erfolgt. Auch während des vierzehn- tägigen Aufenthalts der deutschen Delegation in London ist von der Gegenseite nicht einmal Gelegenheit genommen worden, ein Wort über den Beitritt Deutschlands zu sagen. Di« Führer der deutschen Delegation sind auch einmal drei Stunden bei Lord Parmoor zum Frühstück gewesen, ohne daß auch der englische Vorkämpfer des Völkerbundes nur eine Andeutung gemacht hätte. Die Frage ves Beitritts Deutschlands ist vom deutschen Standpunkt aus«ine Frage der Zweckmäßigkeit, aber sie ist nur möglich unter Verhältnissen, die die Gleichberechtigung garantieren. Es ist auf die Satzungen oerwiesen worden. Diese Satzungen aber sind von den Siegern geschaffen worden in einer-Jeit, in der sie nur die Absicht hatten, Deutschland auszuschließen. Wenn man seht den Einirilt Deutschlands wünscht. so ist eine neue Situation entstanden, aus der auch die Gegenseite die Konsequenzen zu ziehen hätte. Leider aber konnte auch von dem hervorragend st en Sozialisten im deutschen aus- wärtigen Dien st nur der Standpunkt vertreten werden, daß der gegenwärtige Augenblick für die Anmeldung Deutschlands nicht geeignet sei. In den Kreisen der Rcichsregierung ist man übrigens der Anficht, daß Graf Keßler fein« Rolle in Genf nicht als offizieller Beobachter, sondern in einer offiziösen Mission korrekt gespielt heb?. Der Rame des Grafen Keßler ist einer auswärtigen Macht auf Wunsch für irgendwie notwendige oder mögliche ver- milkler aufgaben genannt worden.(Siehe dazu die Kehler beleidigende Ableugnung des Auswärtigen Amts vor wenigen Tagen. Red. d. V.) Da der Urlaub des Reichskanzlers und des Außenministers vor dem Abschluß steht, ist zu erwarten, daß das Kabinett sich bereits Anfang der nächsten Woche mit diesen Fragen entscheidend beschäf- tigon wird und man hegt deshalb in den Kreisen der Reichsregierung nur den Wunsch, daß diese für Deutschland so außerordentlich wichtige außenpolitische Frage in der Oeffentlichkeit water dem Gesichtspunkt der Außenpolitik und nickt unter dem inncrpolitischer Kom- binationen behandelt werden mochte.(Ja, wenn das wirklich ge- fchehen wäre! Red.) Wir haben unsere Bedenken gegen diese eigenartige Erklärung schon in einigen Einschiebungen in ihren Text zum 2lt!sdn.!ck gebracht. Manches wird noch na6)zutragen sein. Aber wenn sich diese eigenartige Erklärung darauf be- ruft, daß der„hervorragendste Sozialist in divloma- tischen Diensten" in der Bölkerbundfrage mit.dem Urheber der eigenartigen Erklärung einer Meinung sei, so muß dazu noch bemerkt werden, daß allerdings e i n Sozialdemokrat im diplomatischen Dienst früher vom Eintritt in den Völker- bund abriet, jetzt aber zu ihm rät! Das dürfte zunächst genügen. Awei Meistersinger. Schal japin und Wüllner. Der Zufall will es, daß sie Tür an Tür zur gleiche» Swnde singen: Theodor Schaljapin und Ludwig Wüllner. Der große Russe ist eine Sensation der Welt. Wenn er, ein Riese an Wuchs, auf des Podium tritt, so weiß man: dies da ist der groß«, einzige, weltmännische Rattenfänger, der den Befehlen der Sowjet- Machthaber trotzt«, den Liebe und Anbetung fast auf Zarenthron gehoben hätte. Eine schlenkernde Grandezza, eine Ucberlegenheit der .Haltung, ein weiches oder brutales Gestikulieren mit den überaus schöne« Händen— auch die Männer müssen ihm in Verehrung zu- schauen. Das ist einmalig, wie die Mimik des großen Kunstlers. Aus Stimmung heraus musiziert er so frei, als gelte es«ine Probe. Er dirigiert die Vo-rsp!el« des unglücklichen Begleiters, feuert ihn an, beschwichtigt das aufsässig« Klavier, schimpft auch einmal und dreht sich fast um die ganze Achse. Ein jeder soll sein wundervoll ge- schnittenes Gesicht sehen: hier stehe ich, Schaljapin. Und jedes Lied, jede Arie wird zu einer geschlossenen Nmnmerz jeder Ton wird Geist, jedes kleine lyrische Ereignis malt sich in den Zügen des Singenden. Ein Lted von Rubinstein, eins von Schubert: nein, das sind kein« Lieder mehr. Ganz undeutsch, ganz ohne Sentimentalität, ohne das weiche, beschauliche, ebenmäßige Abrollen eines Melodiefadens. Im russischen Lied des Zuchthäuslers scheint die Enge und Kahlheit des Raums wie der Stimme mitzuklingen. Schaljapin ist kein Jüngling mehr, und das Riesenhafte, Ungeschlachte. Pechschwarze des Basses umtost uns nicht mehr. Der Ton muß viel von Schmelz und Kan- lilenenguß umsetzen in Pointen. Nicht diese Stimm«, fondern ihre Unterordnung unter die Dacftellungsidee überwältigt uns. Wer ihn hört, ist kaum betört: wer ihn gleichzeitig sieht, für den erblüht das groß« Wunder eines mitleidenden, einfühlsamen Menschen. Ein Schauspieler des Konzertpodiums. Wehe, wenn einer diese wunder. bare Willkür imitierte! In Trinkliedern wirkt die torkelnde Lustig» keit des Mannes ansteckend. Rufsische Bubenköpfe wackeln den Rhythmus mit, und unser Atem geht schneller. Die Leporelloari« endlich und das Mephistolied sind geniale Höchstleistungen. Nicht nur jeder Ton,— jede Pause lebt, klingt, ist erfüllt von Theaterstimmung. Großer, liebenswerter Schaljapin, kehre uns wieder zurück und zeig« dich auif der Bühne, als Boris, als Figaro, als Mephisto. Wir kennen jetzt dein« Begrenzung, zeig dich uns in deiner grenzenlos großen Thoaterkunst. Von oll dem, was Schaljapin auszeichnet, hat Wüllner auf dem Podium nichts. Die Stimme gegen die des Russen ein Hauch, die Mimik primitiv, der Atem kurz. Dennoch: über die Schwächen des Materials hilft die künstlerische Durchlebung des Stoffes hinweg. Altdeutsche Volkslieder von Brahms höre ich mit einer Weichheit Ausdrucks singen, die zu Tränen rührt. So spricht, so fingt ein Das Ziel üer Aktion. Die Deutschnationalen und die Kriegsschuldfrage. Die„Pommersche Tagespost" vom Freitag zeigt, was das Ziel der von den Deutschnationalen geforderten Kriegsschuld- aktion sein soll. Diese Aktion, so erzählt sie ihren deutsch- nationalen Lesern, werde die UnioersalmejZizin sein, die Deutsch- lond heilen, der Schlüssel, der seine Ketten sprengen werde: „Frei soll uns dieser Widerruf machen, die Ketten sprengen, die unser Volk zu zermalmen drohen und unserem Vaterland die primitivsten Völkerrechte wieder bringen. Dazu ge- 'hört vor allem die Wiedervereinigung des deutschen Volkes. Wer es nicht wagt, an dem Versailler Lügengebäude zu rütteln, der verrät unsere Westpreußen, die Oberschlesier, Schleswig- Holsteiner, die Saarländer und nicht zuletzt das deutsche Elsaß. Was uns an deutschem Land und Volk geraubt wurde, muß uns wieder- gegeben werden. Nicht zu vergessen die deutschen Kolonialländer, die unter der Mandatswirtschast völligem Verfall entgegenschreiten, während sie Deutschland bitter.not tun! Auch sie wurden uns ja nur durch Lüge und Heuchelei entrissen." Der Kampf gegen die Kriegsschuldlüge und der Wider- ruf soll also die Zerreißung des Versailler Vertrages bedeuten, den Widerruf der Unterschrift und der deutschen Verpflich- tungen. Zugleich die Sprengung der Ketten. Da man durch Erklärungen keine Ketten sprengt, erscheint der Revanchekrieg im Hintergrund. Das soll also der„Sinn" der Kriegsschuld- aktion sein. Die Nationalisten des Auslandes werden diese deutsch- nationalen Gedankengänge benutzen, um ihre auf die Nieder- Haltung und dauernde Bedrückung Deutschlands abzielende Politik neu zu beleben. Herr Poincarck wird das ihm dar- gebrachte Gotteshsschenk ausnutzen. In Wahrheit sind die Phrasen der„Pommerschen Tages- post" nur der demagogische Nebel, mit dem die Deutschnatio- nalen ihre Aktion umgeben, um sie in großen Dimensionen erscheinen zu lassen. Es handelt sich bei ihnen nicht um die tettensprengende Befreiung Deutschlands, sondern um die Be- freiung ihrer Partei aus der würgenden Verstrickung, in die sie sich durch den fünf.zigprozentigen Umfall vom 29. August gebracht hat. Die deutschnationale Aktion in der Kriegsschuld- frage ist ein demagogisches Ablenkungsmanöver, phrasenhafter Lärm, um über die Auswirkung der ungeheuren Blamage hinwegzukommen. Ein Manöver, das um so schäbiger ist, weil eine ernste wahrhaft nationale Sache damit zum Partei- politischen Spekulationsobjekt gemacht und diskreditiert wird. Es ergibt sich also folgendes Bild: die Deutschnationalen leiten eine Aktion in der Frage der Kriegsschuld ein, die inner- politischen Motiven entspringt und innerpolitische Ziele ver- folgt. Um die innerpolitische Motivierung zu verdecken, setzen sie ihre außenpolitischen Ziele, an die sie selbst nicht glauben. Diese Zielsetzung aber gefährdet die Entwicklung zur Be- freiung Deutschlands und liefert den gehässigsten Gegnern der Verständigung Material gegen Deutschland. Mitglieder der Regierung aber machen dies Spiel mit. Das Ganze: Bürgerblockpolitik. Die Räumung in vollem Hange! Bochum, 12. September.(Eigener Drahtbericht.) Der A b- marsch der Truppen von der Ruhr ist in vollem Gange. Seil Freikag ist der Landkreis Bochum von französischen Truppen befreit. Auch der Landkreis Gelsenkirchen ist heule ge. räumt worden. Die beschlagnahmten Wohnungen. Schulen wurden endgültig freigegeben. Zlblransporle von Befahungstruppen wer- den ebenfalls ans den Landkreisen Recklinghansen sowie aus Gladbeck. Doerlen und Buer gemeldet. Räch Beendigung der Truppenbewegungen dürfte lediglich noch in den größeren Städten Zllilitör liegen. Die Liquidation der Regie steht ebenfalls unmittelbar bevor. Die baldige Räumung der von dem Regiepersonol und den Familien der Regiebeamten benutzten Wohnungen ist bereits vor- bereitet. Die Reichseifenbohn hat deshalb ebenfalls Vorbereitungen sür die Ilebernahmc der Regiebahnhöfe und-strecken getroffen. Sämtliche im Urlaub befindlichen Reichscisenbahnbeamten im besetzten Ge- Weiser- zu den Kindern. Wir sind nicht gespannt, wir horchen nur. Auch wenn wir die Augen schließen, wissen wir. daß hier«in großes Gefühl gelöst wird, gelöst aus den Tönen und Klängen. Hier ist deutsche Lyrik auf sanften Fittichen in unser Herz getragen. Der Schauspieler vergißt sich und ist vergessen. Der große, gütige Mensch bleibt. Und in diesen Minuten ist aus Hörern eine Gemeinde von Frommen geworden. Der Genius des deutschen Lieds geistert durch den Saal. Kurt Singer, Dantes Hölle in Mrika. Noch immer hat es der menschliche Fortschritt nicht vermocht, auch die letzten Schandflecke auszutilgen, die sich als Ueberreste einer grausamen Denkweise vergangener Jahrhunderte bis in unsere Tage haben erhalten können. Die Sträflingskolonie von Cayenne, die Teufelsinsel, auf der die zu Zwangsarbeit verurteilten französi- lchsn Gefangenen mit einem Leben unsagbarer Pein für ihre Ver» brechen büßen müssen, ist seit der Dreyfus-Affär« in der ganzen Welt bekannt und berüchtigt. Zu den Kämpfern gegen diese Schmach gehört auch em Franzose, Albert L o n d r e s, der diese Gefängnisse aus eigener Anschauung kennt. Im vergangenen Jahr hat Londres die Ergebnisse seiner Studien in den Gefängnissen von Cayenne veröffentlicht und damit dem trägen Gewissen der französischen Oeffentlichkeit einen starken Anstoß gegeben. Es wurde«ine parlamentarische Kommission eingesetzt, mit der Aufgabe, ein« Reform des Strafvollzuges in dieser Kolonie vorzubereiten. Damit war es Londres noch nicht genug: er erbat und erbielt vom Kriegsminister die Erlaubnis, auch die militärischen Strafkolonien in Afrika zu besuchen und ihre Organisation zu studieren. Von einem kurzen Aufenthalt in Biribi tonnt« er geradezu Schreckliches berichten. Londres glaubt sich in einen der Höllenkreiss versetzt, von denen Dante in seiner Göttlichen Komödie berichtet. Seine Mitteilungen sind in Wahrheit schaudererregend. Er hat«in Buch erscheinen lassen, dessen Schilderung aufs tieffte ergreift, und das in jeder Zeil« Empörung auslösen muß. Man liest nicht ohne Eni» rüstung, daß die aufsichtführenden Unteroffizier« die ihrer Obhut anvertrauten Gefangenen in einer Weise quälen, daß diesen der Tod ein« Erlösung von täglicher Qual und unbeschreiblicher Marter scheint. Was die unglücklichen Deutschen, die aus Ahnungslosigkeit oder jugendlichem Leichtsinn in die Reihen der Fremdenlegion«in- getreten sind, von der Disziplin dieser Trupp« in ihren Büchern er- zählt haben, ist von den amtlichen französischen Stellen immer wieder bestritten worden. Das Buch von Albert Londres läßt keinen Zweifel mehr zu, daß jene Fremdenlegionäre die reine Wahrheit ge- sogt haben. Krank« Menschen, vom Fieber geschüttelt, werden ohne Wasser und Nahrung auf Tag«, manchmal sogar auf Wochen, in Zellen gesperrt, die dem erbarmungslosen Sonnenbrand ausgesetzt sind. Man schließt die Unglücklichen in Eisen, in die sogenannte „Crapaudine" und bestreicht ihr Gesicht mit Zucker, um die Mücken anzulocken. Der langsame Mord bildet das tägliche Vergnügen der entmenschten Wärter. Londres fordert in seinem Buch vor allem, daß man sämtliche Unteroffiziere der Strafkolonie aus den Reihen des Heeres aus» biet werden zurückberufen. Die Beurlaubungen der Reichseilen. bahnbeamten sind gesperrt. Weiterhin hat die Reichseisenbahn die erforderlichen Lclräge zur Deschossung fehlenden Materials zur Ver- sügung gestellt, um im gegebenen Augenblick den Verkehr hemmungslos zu bewä?iigen. Bei«iner in Essen staitgefundenen Be- sprechung zwischen Vertretern der Reichseisenbahn und der Regie wurde die stebcrgabe der Regie-Eisenbahnkasse an die Reichseisenbahn für den 5. O k t o b e r in Aussicht gestellt. Karlsruhe, 12. September.(-WTB.) Di« französischen Posten am Rheinhafen sind heute nachmittag eingezogen wor- den. Damit ist der Zutritt zum Rheinhafen wieder freigegeben. Die französischen Truppen sind aber bis jetzt aus ihren Quartieren im Rheingebiet noch nicht abgezogen. 1300 Ausweisungen zurückgenommen. Koblenz, 12. September.(WTB.) Die Koblenzer Ver» Handlungen wurden heute in mehreren Komitees fortgesetzt. Ter von der Reichsregierung bestellte Leiter der Verhandlungen in Koblenz und Düsseldorf, Landeshauptmann Dr. Horion, suchte im Laufe des Vormittags den französischen, belgischen und britischen Oberkommissar in der interalliierten Rheinlandkommission auf und hatte mit ihnen längere Unterredungen. Nach einer Entscheidung der IRK. vom 11. d. M. ist die Ausweisung von etwa 1300 Privatpersonen und Beamten zurückgenommen worden. Landeshauptmann Dr. Horion hat sich heute nach Düssel- dorf begeben, um dort die in Aussicht genommenen Verhandlungen mit dem französischen Oberbefehlshaber aufzunehmen. Die örigaüe Ehrhardt. Wikingerleute als Räuber. München, 12. September.(Eigener Drahtbericht.) Es ist be- konntlich immer noch nicht gelungen, in das Treiben der im Herbst 1923 unter der glorreichen Regierung des Gensralstaatskommissars Kohr und unter dem direkten Oberbefehl des Kapitäns Ehrhardt zu- sammengezogenen sogenannten Grenzschutzverbände an der nordbaye- risch-thüringischen Grenze hineinzuleuchten. Daß sie aber teilweise gehaust haben wie wirkliche Räuber und Banditen und zur reinsten Landplage geworden sind, beweist ein Prozeß, der sich vor dem Schöffengericht in Bamberg dieser Tage abspielt«. An- geklagt waren 15 Angehörige des Witing-Bundes, an ihrer Spitze der stellvertretende Kompagnieführer. Kaufmann Georg Kriese aus Frankenstein in Schlesien(der übrigens«tn ziemlich aus- gedehntes Strafregister besitzt), die als Soldaten des sogenannten Jungdeutschen Regiments am 28. Oktober 1923 nach Unter- merzbach bei Bamberg vor das Haus des Kaufmanns Kar( G ol» stein gezogen sind und unter Androhung von Waffengewalt sich Eintritt in das Haus verschafften. Mit vorgehaltenem Re- v o l v e r veranlaßten sie G oistein zur Oeffnuug seines Kassen» schrankes, worauf sie Golstein und dessen Frau unter Miß» Handlungen in«in Zimmer sperrten, dem Tresor Wertsachen entnahmen und aus der Wohnung Kleidungsstücke und andere ihnen nützlich erscheinende Dinge raubten, darunter auch 5600 Zigakren und 30 000 Zigaretten. Di« Beut«, die mit unerhörter Frechheit und Brutalität gegen die Ueberfallenen gemacht worden war, wurde im Standquartier verteilt. In der Vernehmung waren sämtliche Angeklagten geständig, redeten sich aber darauf hinaus, daß sie auf militärischen Befehl gehandelt hätten. Außer- dem gaben sie an, daß die Verpflegung und Ausrüstung an Kleidern und Schuhen außerordentlich schlecht gewesen sei. Sehr interessante Mitteilungen mochten die Angeklagten über die ihnen, wie sie sich ausdrückien, von der Kahr-Lossow-Regierung in hülle und Fülle znr Verfügung gestellten Mittel, über die fie„aus vaterländischem Interesse" schwelgen müßten. Auf Beschwerde der Mannschaften wegen der mangelhaften Bekleidung wurde ihnen von den Offi- zieren entgegengehalten, sie sollten sich ihr« Bestände durch Re- quisitionen ergänzen. Ter im Ehrhordtschen Heer- lager und im Iungdeutschen Orden eine große Rolle spielende protestantische Pfarrer Johnsen- Koburg. jetzt völkischer Land- tagsobgeordneter in Bayern, erklärte:.Holt euch die Schuhe bei den Juden!" Di« Angeklagten redeten sich also darauf hinaus, daß sie schließen soll«. Die Zustände in den Militärgefängnissen Nord» afrikas, in El-Bordj und in Sidi Moussah, spotteten jeder Beschrei- bung. Dort hat Londres Gefangene angetroffen, denen die Finger fehlten, deren sie sich selbst beraubt hatten. Die Gefangenen waren vor dieser Selbstverstümmelung nicht zurückgeschreckt, um den Qualen der Zwangsarbeit zu entgehen und in ihre Zellen zurückgeschickt zu werden. Di« Behandlung der Verurteilten steht in krassem Wider- sprach zu den amtlichen Vorschriften. Dies« Vorschriften werden, wie Londres nachweist, überhaupt nicht beachtet. Auf Grund der aufsehenerregenden Enthüllungen hat das französische Kriegsministerium eine Untersuchung angeordnet. Man darf gespannt fein, ob es jetzt gelingen wird, diesem Skandal ein Ende zu machen. Cinkinöerspftem oder Kinderreichtum! Di« allgemein verbreitete Anschauung, daß das einzige Kind einer Familie die Aussichr hat. zu einem verkümmerten Schwächling und selbstsüchtigen Schädling heranzuwachsen, wird weder pon der Wissenschaft noch von der Statistik bestätigt. Dr. Hornell Hart, einer der führenden Kinderärzte der Vereinigten Staaten, hat kürzlich nach dieser Richtung eingehende Untersuchungen angestellt, die sich über 600 Familien erstreckten. Cr fand dabei, daß Kinder linder» reicher Familien weniger energisch, weniger liebenswürdig, weniger aufrichtig und weniger lmstündig sind als das einzige Kind einer Familie oder die Kinder kleiner Familien. „Kinder aus großen Familien," erklärt« er.„unteriiegon in geistiger, moralischer und sozialer Hinsicht Hemmungen." In jeder der untersuchten Familien konnte Dr. Hart die Feststellung machen, daß. je weniger Kinder vorhanden waren, um so höher sich das geistig« Niveau unter ihnen stellte. Am niedrigsten war es in den Familien von zehn und mehr Kindern. Ein Londoner Kinderarzt bestätigte die Feststellung seines amerikanischen Kollegen dem Be- richterstatter eines Londoner Blattes geqenübxr mit den Worten: „Nach meiner persönlichen Erfahrung ist das einzige Kind oder sind die Kinder der kleinen Familien körperlich und geistig denen aus großen Familien überlegen. Nicht, als ob sich schon die ersten vier K'.nder etwa bei der Geburt in körperlicher oder geistiger Hi r» ficht uberlegen zeigten: es steht indessen fest, daß sie eine sorgfältigere Erziehung und Pflege finden und daß fte als Erbe von den Eltern einen höheren Anteil geistiger und moralischer Eigen�schasten über- nommeii haben. Ich habe mich überzeugt, daß das fünfte Kind u.id die nach ihm geborenen Geschwister eine höhere Disposition zur Schwache und zu gesellschaftlicher Unterwertigkeit zeigen." Dr. Hetty Sayer, die ärztlich- Beirätin der Londoner Stadtverwaltung, kam durch dt« vergleichende Untersuchung von hundert geistig Mindzr» wertigen mit ebenso vielen nocmalen Kindern zu der Feststellung, daß aus den großen Familien die meisten kränklichen, entarteten und minderwertigen Kinder hervorgehen. Auch sie führt dies« Er- schcinung auf die Vernachlässigung zurück, unter der di« Kinder in großen Familien zu leiden haben. Demgegenüber bleibt allerdings die unbestritten« Tatlack« bestehen, daß geniale Menschen häufig gerade aus großen Familien hervorgegangen sind. Bolzac war bei- spielsweise das jüngste einer zahlreichen Kinderschar,. Napoleon das acht« Kind seiner Eltern. Benjamin Franklin war das jüngst« von 17 Kindern und Rembrandt da« fünfte von sechs. Schumann war beitskämpfe des Vorjahres auf die schlechte Wirtschaftslage zurück.| Berbandes nach ganz kurzem Versuch aus den verschiedensten Gründen restlos entlassen wurden." Gewerkschaftsbewegung Dr. Flechiner bestreitet jedoch, daß das Jahr 1923 eine Zeit wirtschaft Zur Geschichte vom Produktionsausfall. In Unternehmerkreisen ist man eifrig bemüht, den Produktionssfall in der Nachkriegszeit zu berechnen. Den Produktionsausfall während der Kriegszeit zu bemessen, jestzustellen, wie niele Arbeitstage auf die Herstellung der Kriegsproduktion verwendet rurden und wie viele Arbeitstage auf die wirtschaftliche Produktion, cinen Bergleich zu ziehen zwischen der Zahl der durchschnittlichen Produktionstage der Borfriegszeit und der Produktionstage zu ben gleichen wirtschaftlichen 3meden in der Kriegszeit, das hält die in erster Linie dazu berufene Industrie" offenbar für überflüssig. Auch wir würden teinen besonderen Wert darauf legen, wenn uns der„ Produktionsausfall" der Nachkriegszeit nicht immer wieder vorgehalten würde, um die angebliche Schädlichkeit des Achtundentages nachzuweisen. Dabei wird geflissentlich vermieden, auf den Zusammenhang dieses Produktionsausfalls mit dem Kriege hinzuweijen, obgieich er sich ausschließlich als Kriegsfoige ergibt, soweit er den Produktionsausfall der Vorfriegszeit durch wirtschaftliche Kämpfe überschreitet. In dem kläglichen Machwert von Dentschrift, das die Bereinigung der Arbeitgeber verbände gegen den Achtstundentag aufgeboten hat, wird der deutschen Arbeiterschaft selbst der Berlust au Arbeitstagen aufs Konto gefeßt, die sich lediglich aus der Unordnung der fapitalistischen Wirtschaft ergibt, wie beispielsweise die Feierschichten im Bergbau. Der Produktionsausfall durch den Rapp Putsch, durch die von den Unternehmern vorgenommenen Aussperrungen, furzum jebe nicht geleistete Arbeitsstunde, ohne Berücksichtigung der Ursache, wird mit zum Probut. tionsausfall" addiert. Womöglich wird auch die Unzahl der durch Arbeitsmangel und„ Abbau" erwachsenen Arbeitsloseniage gegen den Achtstundentag mit ins Feld geführt. Aus diesem ganzen Produktionsousfall der ersten Nachkriegsjahre wird dann der Trugschluß gezogen, daß auch für die nächsten Jahre mit einem ungefähr gleich großen Produktionsausfall zu rechnen und deshalb der Achtstundentag undurchführbar sei. " Rechnet etwa die„ Industrie" damit, daß sie durch ihre vielfach geradezu erprefferischen Maßnahmen zur Lohnkürzung und Arbeitszeitverlängerung einen ähnlich starten Bro duttionsausfall für die rächsten Jahre herausbeschwört? Sie zeigle damit, daß sie aus dem vergangenen Produktionsausfall" nichts gelernt hat und ihre Profitinteressen auch weiterhin, ohne Rücksicht auf Berlufte an Arbeitstagen durch Streiks und Aussperrungen, ohne Rücksicht auf die ,, nationale Produktion" zu verfechten entschlossen ist. " P Unter normalen Verhältnissen fonnte der Achtstundentag nicht mit einem Echlage durchgeführt werden. Er wäre vielmehr zunächst in den Berufs- und Industriezweigen eingeführt worden, deren Arbeitszeit ihm am nächsten gerückt war. Er fonnte plötzlich eingeführt werden, weil die Wirtschaft zusammengebrochen und die Möglichkeit nicht gegeben war, sie ohne weiteres durch Arbeitsleistungen wieder aufzurichten, da es an Rohstoffen und allem Möglichen fehlte. Die Anpassung an den Achtstundentag war vom Jahre 1919 an am cheften möglich. Die jetzige Umstellung" vom Dreijchichten auf das Zweifchichtensystem zeigt nur allzu deutlich, daß es fich nicht um die Unmöglichkeit der Durchführung des Achtstundentages handelt, nicht um eine natürliche, sondern um eine soziale Reaktion, um den Drang nach vermehrter Ausbeutung. Denn nicht etwa in denjenigen Industrien, in denen vordem die längste Arbeitszeit herrschte, ist heute die Arbeitszeit wieder am längsten, sondern gerade in der Schwerindustrie, in der jahrzehntelang vorbein das Dreischichtensystem mit achtstündiger Arbeitszeit durchgeführt war, ift heute das 3 weischichtensystem mit 12stündiger Arbeitszeit wieder eingeführt. Die Rechentünstler des Produktionsausfalls haben nicht einmal berücksichtigt, daß zur vermehrten wirtschaftlichen Produktion heute alle die Kräfte frei geworden sind, die vordem der Miniarismus in den Kasernen, den Kriegsschiffwerften und der Waffert und Munitionsindustrie für sich beanspruchte. Die amtliche Statistit über Arbeitseinstellungen und Aussperrungen zeigt, daß die politischen Kämpfe der Nachkriegszeit als unmittelbare Folgen der Kriegszeit in der Hauptsache beendet sind, die Zahl der wirtschaftlichen Kämpfe aber ebenfalls einen starken Rückgang aufweist. Wirtschaftliche und politische Kämpje. Rahl der Zahl der Zahl der Streifenden Arbeits- betroffenen und Ausfämpfe Betriebe gesperrten 11 410 234 623 4706 269 8 328 977 2042 372 Zahl der verlorenen Arbeitstage Jahr Durchschnitt ( 1899-1913) 2114 1919: 4970 51 804 1920: 8.800 197 828 1921: 5223 60 526 1922: 5 361 1923: 2 209 57 607 31 611 2 321 597 29 240 740 2 097 922 11 # 7 8 006 791 48 067 180 54 206 942 30 067 894 15 171 778 In der Induftrice und Handels- Zeitung" nimmt Fritz Flechiner zu diesen in Nr. 15 des Reichsarbeitsblatts" veröffentlichten Ziffern über fämtliche Arbeitskämpfe der Arbeiter und Angestellten, einschließlich der Landarbeiter, Stellung. Die Erscheinung, daß im Jahre 1923 die Zahl der Arbeitskämpfe und damit auch die Zahl der verlorenen Arbeitstage wesentlich zurückgegangen ist, führt er darauf zurück, daß die Exportindustrien im vorigen Jahre monatelang angestrengt arbeiten mußten, um ihre Auslandsaufträge zu bewältigen. Streits hätten ihnen daher größten Schaden gebracht, und so wurde eine Forderung nach der anderen bewilligt, nur um die Betriebe in vollem Gang erhalten zu können Von diesen Industrien ging die Lohnwelle mehr auf die übrigen Zweige von Industrie und Handel, und überall wurden die Löhne erhöht, soweit es tur irgend möglich war. Und was die Arbeitgeber nicht freiwillig taten, geschah durch die Schlichtungsausschüsse." Der Bearbeiter der amtlichen Statiftit, Regierungsrat Mar Conrad, führt die im Durchschnitt wesentlich fürzere Dauer der ArF licher Depression in dem üblichen Sinne gewesen sei. Die In= flation, auf die hauptsächlich die kurze Dauer der Arbeitskämpfe des Vorjahres zurückzuführen ist, stört den Herrn offenbar in seiner Beweisführung, daß der großen Nachgiebigkeit der Unternehmer die rasche Beilegung der Arbeitskämpfe zu danken sei, weshalb fie mit feinem Wort erwähnt wird. Ini Gegensatz zu den wirtschaftlichen Arbeitskämpfen weisen die politischen Arbeitseinstellungen eine Steigerung der Streifbauer auf. Jahr 1919. 1920. 1921 1922. 1923. Politische Streifs von 1919 bis 1923. Bahl der Zahl der betroffenen Betriebe 12871 Streits Zahl der Streitenden 902 • 4408 149 535 485 160 47 2768 4824 3.506 2 562 664 6.762 242 502 021 352 834 318 536 Zahl der verlorenen Arbeitstage 12 934 768 36 504 142 3 751 504 346 306 1 032 952 Es sei dahingestellt, nach welchen Methoden die Trennung in wirtschaftliche und politische Arbeitstämpfe erfolgt ist und inwieweit ihre Ergebnisse zutreffend sind. Ist aber den Unternehmern daran gelegen, die politischen" Streifs möglichst zu vermeiden, dann müßten fie dafür sorgen, daß aus ihren Reihen nicht verfassungsfeindliche Gruppen und Grüppchen finanziert werden, deren Gebaren zur Gegenwehr herausfordert. Daß die Zahl der durch Aus: perrungen im Vorjahre entfallenen Arbeitstage um 296715 höher war als die infolge politischer Streits, bleibt ebenfalls unerwähnt, weil es dem Verfasser hauptsächlich auf den Nachweis anfam, daß in der Nachkriegszeit rund 177 Millionen Arbeitstage, wovon 166 Millionen durch Gireits verlorengegangen feien. Den Arbeit geberverbänden dienen diese Ziffern als Beweis für die angebliche Notwendigkeit verlängerter Arbeitszeit. Das Ergebnis des Jahres 1923 zeigt jedoch, daß mit dem Rüdgang der Streitursachen auch die Streits zurüdgehen. Die Gesamtübersichten der Nachfriegszeit zeigen, daß die Dinge auf dem besten Wege sind, zum Durchschnittsstand der Vorkriegszeit zurückzukehren, sobald das Unternehmertum diese Entwicklung nicht stört stimmung zu erträglicher Lohnregelung möglich macht, wieder zur und hindert und es durch Anerkennung des Achtstundentags und ZuDie Bolilit der Scharfmacherei ist auf die Dauer ohnehin undurchtariflidyen Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen zu kommen. Die Bolilit der Scharfmacherei ist auf die Dauer ohnehin undurchführbar. Doch so oder so, die Arbeitnehmerschaft tut auf alle Fälle führbar. Doch so oder so, die Arbeitnehmerschaft tut auf alle Fälle gut daran, ihre Organisationen zu stärten. „ Das Ende der Reichsgewerkschaft." Unter dieser Ueberschrift bringt in sensationeller Aufmachung die B.S.- Korrespondenz die Mitteilung, daß die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer auf ihrer Generalversammlung in Braunschweig mit 187 gegen 103 Stimmen ihren Austritt aus der Reichsgewerkschaft Deutscher Eisenbahnbeamten beschlossen habe und daß dieser Beschluß braktisch das Ende der Reichsgewerkschaft bedeute, der nur noch fümmerliche Reste verblieben. Richtig ist, daß mit 183 gegen 105 Stimmen bei 9 Enthaltungen und 2 ungültigen Stimmen der Austritt beschlossen wurde. Unmittelbar darauf wurde jedoch mit überwältigender Mehrheit beschlossen, zur Reichsgewertihaft in ein artellberhältnis zu treten. Dadurch wird das Verhältnis zwischen der Gewerkschaft Dentscher Lokomotivführer und der Reichsgewertschaft twohl etwas loderer als es seither geweien ist, aber es bleibt nichtsbestoweniger ein inniges, und die gewerkschaftliche Einstellung bleibt grundjäglich die gleiche. Damit fallen auch die Hoffnungen der gelben Beamtenorganisationen, von denen die Rotiz der B.S.Korrespondenz offenbar inspiriert wurde. Es ist auch daß der Meichsgewertichaft nur noch fümmerliche Reste verblieben. Die Reichsgewertschaft hatte bisher rund 160 000 zahlende Mitglieder. Der Anteil der Lokomotivführer daran beträgt etwas weniger als die Hälfte. Im übrigen ist in der Frage der Zugehörigkeit der Lokomotivführer zur Reichsgewerkschaft, wie aus den obigen Beschlüssen hervorgeht, noch nicht das letzte Wort gesprochen. Die Bankangestellten gegen die Sonnabendbörse. Gegen den augenblicklich zur Diskussion stehenden Plan, an den Sonnabenden den Börsenverfehr wieder aufzunehmen, hat der des Allgemeinen Verbandes der Zentralvorstand vorstand, von dem diefer Plan ausgeht, schärfsten Protest erDeutschen Bantangestellten bei dem Berliner Börsen hoben. Die Prüfung dieser Frage durch die Verbandsinstanzen hat ergeben, daß eine wirtschaftliche Notwendigkeit für die Aenderung des gegenwärtigen Zustandes verneint werden müsse. Die Durchführung des Planes würde nicht nur für das Gewerbe teine wirtschaftlichen Vorteile bringen, sondern müßte zu einer Quelle sch: verster sozialer Konflikte werden, da sie für die Bantangestellten schaft einen unerträglichen Rückschritt bedeute. Man darf erwarten, daß dieser Protest auf die Entschließung des Börsenvorstandes nicht ohne Einfluß bleiben wird. 15 Mark für 66 Arbeitsstunden. Bom Deutschen Holzarbeiterverband wird uns geschrieben: Die Preußische Staatsforstverwaltung hat den Einschlag des Eulenfraßholzes Privatunternehmern übertragen. Einer dieser Unternehmer ist der Forstassessor a. D. Busold in Lübben, wie Herrn Busold ist der Holzeinschlag in der Umgebung Küstrins überaus dessen Zuschrift an den Vorwärts" in Nr. 406 hervorgeht. tragen worden. Bei der Suche nach den erforderlichen Holzhauern hat er sich auch an den Arbeitsnachweis des Landesverbandes Berlin- Brandenburg des Reichsbundes vaterländischer Arbeitervereine" in Berlin, Kleinbeerenstr. 3, gewandt. Dieser Arbeitsnachweis hat auch eine Anzahl Arbeiter vermittelt, denen schöne Versprechungen gemacht worden sind, die an Ort und Stelle natürlich nicht eingehalten wurden. In einer Berichtigung an den Vorwärts" bestreitet der Arbeitsnachweis, daß den Arbeitslosen Versprechungen gemacht worden sind; wir sind so frei, den Angaben der Arbeiter eine größere Beweistraft zuzuerkennen als ben der Baterländischen". Nicht weniger enttäuscht wie die Arbeiter über die Arbeitsverhältnisse bei Herrn Busold ist dieser über die von den Vaterländischen" vermittelten Holzfäller. In seiner Zuschrift an den„ Borwärts" fagt Herr Busold, daß die Angehörigen eines sogenannten nationalen KRESSIN RICHTER STEGUTZ MOHAR 5 in Blechpackung Die Marke des Qualitätsrauchers S " " Nach dem Reinfall mit den„ Baterländischen" hat sich Herr Busold So wurden beim an die öffentlichen Arbeitsnachweise gewandt. Arbeitsamt in Kronach( Bayern) einige hundert Holzfäller gesucht. Das Arbeitsamt hat die Vermittlung auch übernommen. Den Arbeitslosen wurde gesagt, daß sie täglich 6 bis 8 Marf verdienen könnten. Auch die sonstigen Arbeitsverhältnisse wurden als günstig bezeichnet. Die Arbeitslosen, froh endlich wieder Arbeit zu finden, nahmen das Angebot an und reisten ab. Insgesamt follen etwa 250 bayerische Arbeiter angeworben sein. An Ort und Stelle angekommen, erlebten fie eine große Enttäuschung. Nach den uns vorliegenden Lohntüten verdienten die Holzfäller bei 66 stündiger Wochenarbeitszeit nach Abzug der Verficherungsbeiträge und Steuern 14,60 m. in der Woche. Versprochen war ihnen ein Verdienst von 6 bis 8 M. pro Tag oder von 36 bis 48 m. pro Woche. Unter den angeworbenen Arbeitern herrscht mit Recht große Empörung. Zu allem Unglüd haben sie nicht die Möglichkeit, fofort in ihre Heimat zurückzureisen, da ihnen das Fahrgeld fehlt. Sie werden es sich faum zusammensparen fönnen, denn der Verdienst reicht nicht einmal aus zum fatteffen. Herr Bufold fagt in seiner Zuschrift an den Vorwärts", daß die Akkordsfäße so seien, daß ein fleißiger Arbeiter pro Tag 5 M. perdienen fönnte. Das ist schon wesentlich weniger als den Arbeitern auf dem Arbeitsamt in Kronach gesagt wurde; aber auch das stimmt nicht. Wie unsere Gewährsmänner( es handelt sich um Holzfäller bon Beruf) uns versichern, wäre ein Tagesverdienst von 5 M. möglich, wenn es sich beim Einschlag um starte Stämme handeln würde. Das ist eben nicht der Fall. So wie die Dinge liegen fann der fleißigfte Arbeiter feine 3 m. pro Tag verdienen. Wenn Herr Busoid das nicht wahrhaben will, dann möchten wir ihm den Rat geben, sich an Ort und Stelle zu erkundigen. Die Art und Weise, wie heute Arbeiter für ihn angeworben und entlohnt werden, ist ein Standal, der dringend der Abhilfe bedarf. Uebrigens: Was sagt die Preußische Staatsforstverwaltung dazu? Gegen Röchlings Stillegungsaktion. Der Borstand der Sozialdemokratischen Partei des Saargebiets hat gegen die angekündigte Schließung der Röchling- Werke eine Entschließung gefaßt, in der es unter anderem heißt: Die zum Zweck der Abschaffung des Achtstundentages und der 25prozentigen Lohnkürzung beschlossene Betriebsstillegung der Röchling- Werte ist ein so brytaler Eingriff in die Rechte und die Existenz der Arbeiterschaft und gefährdet die Interessen der Saar bevölkerung in fo hohem Maße, daß die Sozialdemokratische Partet ein weiteres Zusammenarbeiten für unmöglich hält. Sie erklärt beshalb ihren Austritt aus der Interparlamentarischen Ber= einigung. Die Sozialdemokratie wird auch außerhalb des interparteilichen Ausschusses für ihre von Anbeginn erfolgte Berteidigung der großen Lebensfragen des Saarvolts nach wie vor ihre ganzen Kräfte einsetzen." Mo einst König" Stumm herrichte, gibt jeßt Herr Röchling den Ton an. Allein die Zeiten der Herrschaft eines Stumm in Saarabien sind vorüber. Für den Fall, daß Herr Röchling seine wahimizzige Drohung wahrmachen wollte, wird vom saarländischen Arbeitsamt für die Unterbringung der betroffenen Arbeiter gesorgt. Damit hat die Spefulation auf die Wirkung der angedrohten Stilllegung ein Loch bekomunen. Moskauer ,, Einheitsfront". Aus Moskau meldet die Ost- Expreß"-Korrespondenz: Die Kommunistische Internationale und die Rote Gemertschaftsiniernationale haben einen Aufruf an die Arbeiterschaft aller Länder erlassen. Den revolutionären Verbänden wird empfohlen, den Zusammenschluß mit den reformistischen Gewerkschaftten durchzusetzen und den Kampf für bie Einberufung eines internationalen Einheitsfongresses aufzunehmen. Das Ziel ist die Bereinigung der Amsterdamer und der Roten( Moskauer) Gewerkschaftsinternationale zu einer einzigen internationalen Der Generalsekretär der Internationalen Föde= ration der Transportarbeiter, Edo Fimmen, ist in Mostau eingetroffen. Organisation. Handelte es sich um die ehrliche Absicht einer Berständigung, wären wir die ersten mit, die sie begrüßten. Ein Verhältnis aber, bei dem der eine Teil den anderen unter Beschimpfungen und Berdächtigungen feinen politischen Projekten dienstbar machen will, führt nicht zu einer Einheitsfront. Die Bädergefellen in Warschau streifen um eine 20prozentige Lohnerhöhung. Die Arbeitgeber wollen einen einmaligen fiebenprozentigen Teuerungszuschlag und eine Erhöhung des bisherigen Lohnes um 5 Proz., fomie Zugaten in Naturalien bewilligen. Es besteht Aussicht auf Beilegung des Streifes. Die Regierung hat den Brotpreis von 32 auf 31 Heller herabgesetzt. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe Rohrer. Sonntag vormittag 9 Uhr im Gewerkschaftshaus, Gaal 3, Bersammlung. Gäste haben Zutritt. Bericht von den Verhandlungen. Die Fachgruppenleitung. Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe der Töpfer. Am Montag, den 15. September, nachmittags 4½ Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal I, außer ordentliche Mitgliederversammlung. Bericht von der letzten Lohnverhandlung und unsere Stellungnahme hierzu. Pünktliches Erscheinen aller Rollegen ist Bflicht, da wichtige Beschlüsse au faffen sind. Die Fachgruppenleitung. Berantwortlich für Bolitik: Ernst Reuter; Wirtschaft: Artur Gaternus; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: R. S. Döscher; Lotales und Sonstiges: Frik Rarstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts- Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts- Buchbruckerei und Verlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 68, Lindenstraße 3. Hierzu 2 Beilagen. Wenn Sie wüßten wie sicher und bequem Sie Ihre Hühneraugen und Hornhaut durch ,, Lebewohl" los werden, würden Sie sich nicht erst mit minderwertigen Mitteln herumärgern. Lebewohl" wirkt durch Filzring sofort schmerzlindernd. Kein Verrutschen, kein Festkleben am Strumpf. Seit 20 Jahren bewährt. In Drogerien und Apotheken zu haben. Verlangen Sie ausdrücklich Lebewohl mit Filzring 鳳 ZIGARETTEN MOHAR LUXUS 8.8 Die Marke des Feinschmeckers Nr. 432 41. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 13. September 1924 Wie es in märkischen Kleinstädten aussieht: An den alten Sah der Mathematik, daß die gerade Linie die fürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist, wird der Reisende oft erinnert, wenn er an einem kleinen Kreuzungspunkt auf den zur feitab liegenden Stadt führenden Zug wartet. So ist's auch bei Ludau, das wenige Kilometer von dem unbedeutenden Udro entfernt, von diesem Haltepunkte der Berlin- Dresdener Bahn durch eine Nebenbahn erreicht wird. Die von konservativem Acerbürgergeist besessenen Luckauer haben in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts den Anschluß an die Eisenbahn verpaßt: vielleicht war der Streit, ob Luckau oder Dahme berührt werden sollte, dafür maßgebend, daß keins dieser Städtchen mit dem neuen Schienenwege beglückt wurde. Daß Luckau damals nicht siegte, wenn es ernsthaft gewollt hätte, ist um so unbe= greiflicher, als es eine große Bergangenheit und einen gewissen Wohlstand in die Wagschale zu werfen hatte. Wie sehr die Stadt durch die fehlende Bahnverbindung in der Entwicklung behindert wordec ist, zeigt die Rückwärtsbewegung des Bevölke= rungszuwachses: 1867 zählte sie 5027, 1871: 4917, später unter 4000 und 1913 4216 Einwohner. Häuser gab es 1871: 502, 1913: 560. Seit 1897 hat sie die Bahnverbindung, die aber, da Industrie so ziem lich fehlt, auch feinen nennenswerten Aufschwung hervorbringen konnte. Von der Macht der Stadt in früheren Zeiten gibt die Tatsache, daß sie 1850 an 50 000 Morgen Land unter ihrem Einfluß hatte, eine gute Anschauung. Die Straße von der Mark Meißen nach Berlin und die vom Westen nach Lübben kreuzten sich in ihrem Weichbilde und hatten ihr in früherer Zeit eine wirtschaftliche Bedeutung gegeben, die sie in Erwerb von„ Sachgütern" verftändig auszunuzen bestrebt war. Das heutige Bild. Der Name Luckau stammt vom wendischen „ Tufa" Wiese. Reich an frischem Grün, aber auch an Gemüse und Blumen, ist die Niederung der Berste, die die Stadt in einem Oval umfließt und noch zum Teil die alte Ziegelstadtmauer markiert. Zwischen Mauer und Flüßchen erftreden sich üppige Gärten, über die Berste hinaus umgibt ein Promenadenkranz die Stadt. Die frühere friegerische Zeit setzte Türme voraus; noch einer steht: der runde Rote Turm in Der Kalauer Vorstadt. Die bereits erwähnte günstige Lage machte Luckau früh wohlhabend und mächtig; es wurde die Hauptstadt der Niederlaufih, die zu Sachsen gehörte( bis 1815), aber auch böhmischem Einfluß unterlag. Reich an Grundbesitz und sonstigen Schäßen, lenkte sie im Dreißigjährigen Kriege die Heere auf sich; in jenen Jahren ging ein großer Teil des Wohlstandes verloren, vor allem aber litt die Stadt durch verschiedene Feuersbrünste, so namentlich 1644, dann aber auch 1652 und 1671; damals sollen von 433 Häusern nur noch 19 übriggeblieben sein. Spr erhielt die Stadt als Sig von Behörden wohl eine gewisse bleibe Bedeutung, aber die wirtfchaftliche Machtstellung war verloren. heute besteht der Grundbesitz der Stadt aus umfangreichen Waldungen, daneben ist das HeiligeGeist- Hospital auf Grundbesih fundiert. Daß die auch vom Landratsamt stets betonte Beibehaltung des Aderstadtcharafters und die in früheren Jahren gefliffentlich beobachtete Zurückhaltung vom gewerblich- industriellen Verkehr der Stadt keine neuen Aufgaben stellte, mag dem Freunde eines geruhsamen Daseins erfreulich sein, hat aber auch, wie jeder Stillstand, feine Schattenseiten. Um nur einen Uebelstand zu erwähnen: erhofft man von dem Vorhandensein des Eisenmoorbades einen an sich berechtigten Aufschwung der Stadt als Badeort, so ist es unbedingt erforderlich, daß die üblen Gerüche, die dem an den Straßenrändern hinfließenden Schmutzwasser entströmen, beseitigt werden. Liegt auch die genannte Anstalt außer 13] Die Familie Frank. Roman von Martin Andersen Negö. Es setzte darum den Meister Frank in das größte Erstaunen, als man ihn heute nicht im Auge behielt; und noch bevor die Kunden erledigt waren, nahm er die Gelegenheit wahr und kniff aus. Schau, schau, wie er rennt, der alte Dummfopf," sagte die Frau und fah ihm durchs Fenster nach. Und er glaubt noch obendrein, er hätte einen an der Nase herumgeführt. Ja, ja! renn' du nur, du Narr folange es dauert!" fügte Luckau( Niederlausitz). halb der eigentlichen Stadt, so verträgt sich doch ein so unhygienisches| Grausen, da er nur die geschmacklose häufung von unorganisch ange= Verhalten in feiner Weise mit dem Wesen eines Badeories. Was an neueren Bauten sich am Rande vorfindet, kann als zwedentsprechende Bereicherung des anmutigen Landschaftsbildes bezeichnet werden. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt. Wenn man auf der die Station Ucro mit zehn Minuten Berspätung verlassenden Privatbahn sich dem Weichbilde Luckaus nähert, so entdeckt man zur Rechten das Riesenschiff der Nikolaikirche und ddou Marktplatz in Luckau. brachten Ornamenten, die den Berlin- W- Stil tennzeichnet, vor Augen hat. Nun waren aber die„ Stuccatores", die zu Ausgang des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts in Deutschland arbeiteten, doch andere Kerle als die aus eigener Machtvollkommenheit zu Bauherren emporgewachsenen Maurermeister von Berlin W.; sie übersponnen die ganze Fassade mit ihren zierlichen Arabesken, so daß sie einer Filigranarbeit gleicht. Diese Häuser gewähren in ihrer guten Erhaltung einen sehr angenehmen Eindruck; sie werden auch von H ihren Nachbarn nicht unterdrückt, und selbst da, wo die neuere Zeit einen Umbau forderte, ist mit Geschick verfahren worden. Auch die milde Tönung der Fassaden helles Grau bis Gelb trägt zur Belebung der betreffenden Seiten des Marktplatzes bei. Schöne Einzelheiten finden sich an der Apotheke, auch sonst bemerkt man noch schöne Türen, gefchmadvolle Bogenführung und dergl. Malerisch ist die nach Norden an der Berste sich hinziehende Front der Schulgebäude( zwischen Nitolakirche und Schloßberg); der Platz zwischen Kirche und Schule mird während der Unterrichtsstunden abgesperrt, so daß Lehrer, Schüler und Schülerinnen Freiübungen, aber auch Zeichenunterricht dort por= nehmen können. Eine seit altersher bestehende Lateinschule ist seit 1818 Gymmasium, das auch von Auswärtigen besucht wird. Auf dem Platz, den einst das Dominikanerkloster einnahm, ist ein Zuchthaus errichfet. Soziale und politische Einstellung. Gleich am Bahnhof, der übrigens ganz in die Nähe der Stadt( Marfigegend) gerückt werden konnte, findet sich das Lagerhaus des Landbundes und in der Mitte der Stadt das Landbundhaus. Die Abwesenheit von Industrie trägt dazu bei, daß das Agrarische Trumpf ist. Aber an 600 fozialdemofratische Reichstagswahlstimmen zeigen doch, daß von einer Alleinherrschaft reaktionärer Anschauungen nicht die Rede ist. Es gibt genug Landarbeiter mit kleinem Besitz, die sich nach mehr Sonne sehnen. Auch in ihnen lebt der Wunsch, an den Kulturgütern teil zu haben, so hofft man, daß der Wunsch, das Märkische Wandertheater häufiger zu sehen, auf Erfüllung rechnen darf. Auch für Gefang und Sport ist reiches Interesse vorhanden. Daß das Bürgertum, trotz aller schönen Reden, von einer Ueberbrückung der sozialen Gegensäge gerade in fieinen Städten so gar nichts tut, um von sich aus für Verbreitung von Wissen und Kunst in den mit Glücksgütern nicht gesegneten Kreiſen Sorge zu tragen, ist eine alte Klage. Findet nun mal irgendwo etwas derartiges statt, so kann man sicher sein, daß ein Unterton der Beeinflussung oft unbewußt sich einstellt. Aber nur die reine parteilose Kunst kann volkserziehend wirken. Anrique den hohen Turm der ehemaligen Georgenkirche. Beide Bauten geben der Stadt ihren Charakter. Leider sind die beiden Türme der Hauptfirche, die nach den Bränden von 1390 und 1644 erneuert wurde, nicht über das Dach des Langhauses hinausgeführt, während der hohe Hausmannsturm" der kleinen, jetzt als Sprigenhaus dienenden, im 17. Jahrhundert in Renaissanceformen umgebildeten Georgifirche zu dem kleinen verwitterten Kirchenförper schlecht paßt. Die Nikolaifirche ist ein dreischiffiger Backsteinhallenbau, das Aeußere höchst einfach, auch in den Portalen durdy fein Zierrat ausgezeichnet. Im Innern hat man den nüchternen. Eindrud der weißen Wände durch eingebaute Logen und Emporen, durch zahlreiche Epitaphien und die malerische, reich vergoldete Sandsteinkanzel und die mächtige Orgel aufgehoben; zahlreich sind auch Bilder und Grabsteine angebracht. Die ganze Geschichte der Blütezeit der Stadt ist hierin zum Ausdruck gekommen. Neben diesen Kirchenbau macht das Rathaus einen sehr prosaischen Eindruck; es erinnert in seiner viereckigen niederen Form an die alten Berliner Bahnhöfe; zahlreiche Umbauten haben wohl den ursprünglichen Charakter ganz verändert. Wohl aber liefern verschiedene Profenbauten den Beweis, daß hier der Sinn für künstlerische Wirkung ausgeprägt war. Es sind dies zumeist Häuser, die den großen Marktplah, auf dem Rathaus, die Georgikirche und eine Kriegerdenkmalsäule( 1864, 1866, 1870/71) stehen, umgeben, entweder Giebelhäuser oder durch reiche Studarbeit ausgezeichnete Bauten. Der Berliner hat bekanntlich vor dem Worte Stuck" ein gelindes " demnach wohl nicht viel sein. Aber die Leute sagten, sie stehe mit dem Teufel im Bunde; also bekam sie vielleicht von ihm ihre Kraft. Berzaubern konnte sie einen jedenfalls. Erst neulich ging fie zu Mattis Laus und bettelte, gerade als man beim Buttern war. Man gab ihr nichts, und man bekam auch feine Butter, weder an diesem Tage, noch später, obwohl die Kühe im Moor auf der Weide gewesen waren. * * Eine Biertelmeile füdlich von der Stadt, wo die Grenzmark aufhörte, lag eine öde Ebene, die aus lauter fleinen Steinen bestand, hier und da mit etwas Heidekraut dazwischen. Hier hatte einmal das | * Will Luckau sich entwickeln, so muß auch für eine bessere Bahnverbindung gesorgt werden. Zeit ist heute Geld, und wer sich z. B. in Udro 1½ Stunden der Sonne und dem Regen, jedenfalls der Langenweile ausgesetzt steht, ehe das Bügle" abdampft, wird es fich zweimal überlegen, ob er einen Besuch abstatten soll. Aber die Stadt bietet immerhin genug, um auch andere Reisende als die nimmermüden Vertreter des Kaufmannsstandes an sich zu locken. Betrogene Auswanderer. Nachdem erst kürzlich ein Auswandererschwindler von England aus vertrauensseligen Deutschen durch das Versprechen freier Ueberfahrt nach Kanada und einer Anstellung als Landarbeiter dort soviel Geld aus der Tasche gelockt hat, daß er, wie er höhnisch hierher mitteilte, das Reisegeld für sich reichlich beisammen hatte, taucht schon wieder einer auf. Ein Karl Lauterbach in Sie war überhaupt nicht freiwillig zur klugen Frau geworden. Sie war ein armes Wesen, das sich nicht irgendwie nüzlich machen fonnte und unter anderen Umständen unfehlbar früher oder später verhungert wäre. Sie bettelte ein wenig, mauste ein wenig und hungerte viel. Aber ihre rinnenden roten Augen, die ganz von Haaren entblößt waren, der lauernde Ausdruck, den der Hunger ihr allmählich verliehen hatte, und ihre ganze garstige Gestalt machten einen abstoßenden Eindruck auf die Leute. Und da es sich nicht vermeiden ließ, daß im Lauf der Zeit da, wo sie sich gezeigt hatte, verschiedene glückliche und unglückaus und mit der Gabe, Geister zu bannen. sie hinzu, und dabei waren ihre Gedanken der flugen Frau fämme zogen sich in großen Bogen quer über die Ebene, Dasliche Ereignisse eintrafen, stattete man sie mit bösen Augen zugewandt. Sie ärgerte sich etwas darüber, daß er glaubte, fie überlistet zu haben, und nun vielleicht damit prahlte. Bei Thorvald brauchte sie es mit der Aufsicht nicht erst minder genau zu nehmen, um ihn zu veranlassen, sich zu entfernen; er ließ sich so wenig halten wie ein Aal und hatte fich schon längst unsichtbar gemacht. Als sie mit dem Scheren fertig war, räumte sie auf und fegte die Haare zusammen. Die längsten wurden sorgfältig herausgesucht und in eine Schublade gelegt, sie sollten mit richtiger Wolle zu Strümpfen fardiert werden. Dann nahm sie eine Schürze um, verschloß beide Türen, damit ihr Mann nicht hineingehen und ein Unglück anstiften sollte, und machte sich auf den Weg zu Svisa. Glaubte sie an die Zauberin? Es war um Madam Franks Glauben überhaupt fläglich bestellt; hätte sie selbst Zeugnis darüber ablegen fönnen, so hätte sie wohl wie jene Alten geantwortet, daß sie an ihre eigene Kraft glaube. Zum lieben Gott hatte sie nicht viel Bertrauen; sie hatte sich seinerzeit selber an ihn gewandt und hatte hundertmal wach gelegen und gehört, wie Frank ihn anflehte, er möge einen neuen, besseren Menschen aus ihm machen. Aber der liebe Gott hatte wohl belde Hände voll zu tun, wenn er Rechenschaft ablegen sollte über alle Spatzenjungen, die aus dem Nest fielen, ganz zu schweigen von allen den Kopfhaaren, die sie zwischen Jahr und Tag in den Ofen steckte- hä! Den Arzt zu fragen, konnte auch nichts nüßen, denn der trant selber wie ein Bürstenbinder. Hätte er etwas aus richten können, so hätte er wohl dafür gesorgt, fich felber zu furieren. Und Svisa war ja nur ein Weibsbild, an ihr konnte waren die verschiedenen Küstenlinien, die das Meer im Lauf der Zeiten während seines beständigen Rückzugs eingezeichnet hatte. Um das Ganze herum, etwas oberhalb des jetzigen Strandes, lief ein langer Erdwall hin, ein Ueberrest der alten Schutzwehr von Bornholm. Auf der anderen Seite, nach dem Lande hin, wurde die unfruchtbare Ebene von einem großen Moor begrenzt, und wieder innerhalb dieses Moors hoben sich die fruchtbaren Aecker zum Hochland dahinter empor. Hie und da versuchte auf der windgepeitschten Fläche eine verkrüppelte Kiefer, einen Fuß oder zwei über die Umgebung hinauszuwachsen, hie und da hatte ein Steinschutthauer feinen Strohschirm aufgestellt, oder ein unternehmender Steinbrecher hatte sich durch die lose Steinschicht zu dem festen Sandsteinfelsen hindurchgearbeitet und ihn in großen, dünnen Flächen losgebrochen, die sich zu Fußböden und Brunnendeckein eigneten. Am Abend aber gingen alle heim, zu den Häuschen hin, die sich von den Außenrändern näher und näher nach der Baltaheide vorwärts fraßen. Mitten draußen im Heidekraut lag eine verfallene kleine Hütte, die Behausung der Zauberin Svija. Nicht freiwillig wohnte sie da draußen in dieser unheimlichen Umgebung, die dazu beitrug, ihre Macht zu befestigen. Sie fürchtete sich vor Finsternis und leberfällen, obwohl niemand sich zur Nachtzeit ihrer Hütte zu nähern wagte. Aber sie hatte keinen anderen Zufluchtsort; die Hütte hatte sie von ihrem Vater geerbt, und fein rechtschaffener Mensch getraute sich, sie für die Nacht bei sich aufzunehmen. So lag sie denn sich, sie für die Nacht bei sich aufzunehmen. So lag sie denn des Nachts hier draußen vor dem Dunkel und der Einsam teit, während die Leute glaubten, sie feiere erotische Orgien mit dem Höllenfürften in eigener Person. | Es dauerte eine Weile, bis sie mit ihrem geringen Verstand darauf verfiel, sich die Rolle, die man ihr aufzwang, zunuze zu machen; lange Zeit war sie sogar unglücklich und schämte sich, den Leuten vor die Augen zu kommen. schämte sich, den Leuten vor die Augen zu kommen. Allmählich aber wurde sie tecer, erlernte besondere Gebärden und stand sich gut dabei. pflückte und kochte alles durcheinander, und den Absud vertaufte sie als Arzneimittel. Sie heilte kleine Kinder von Gebrechen und junge Menschen, die in der Nacht nicht trocken liegen fonnten; sie besprach das Vieh, wenn es trächtig war Sie kannte nichts von den Pflanzen des Feldes, sondern oder die Milch keine Butter lieferte. Sie verdiente gut, und am Tage war sie unbefangen und frei; versuchte man ihr etwas abzuschlagen, so fürchtete sie sich nicht, verblümte Drohungen auszustoßen. In der Nacht war sie jedoch nach wie vor jämmerlich ängstlich vor dem Dunkel, und ihre Furcht vor Ueberfällen nahm jetzt zu, wo sie Tag für Tag Geld einnahm. Da versuchte sie, einen Menschen zu mieten, der in der Nacht draußen bei ihr schlafen follte; aber niemand hatte den Mut dazu. Als Madam Frank sich dem Hause näherte, stand Svisa gerade an dem offenen Schornstein und braute etwas über einem erstickenden Torffeuer zusammen. Sie hatte die Schürze nach Bornholmer Art um den Kopf gewickelt, so daß nur Augen und Nase sichtbar waren; beide Telle rannen um die Wette bei dem stechenden Rauch, der den ganzen Kaminraum füllte. Der Kochtopf hing an einem Eisenreifen, der irgendwo oben im Schornstein befestigt und mit einer Scharte versehen war, so daß er sich heben und senten ließ. ( Fortfehung folgt.) grundbahnhof Wilhelmplak bzw. für Spandau, Am Markt 1 und 6, Fernsprecher Spandau Nr. 415 statt. Telephonische Auskünfte durch Amt Wilhelm 7300-7303 oder Bezirksamt Charlottenburg, Neben= anschluß 273. Wie man sich nebenverdienst verschafft! Goa( Portugiesisch- Indien) sucht Kräfte für seine Firma„ Compannia| amt, Charlottenburg, Spreestraße 31 in der Nähe vom UnterLuso Alemana". Es handelt sich um ein un lauteres Angebot. Die Firma besteht nur dem Namen nach. Mehrere junge Deutsche, die sich im vorigen Jahre von Lauterbach haben verpflichten lassen, haben die schlechtesten Erfahrungen mit ihm gemacht. Die Entlohnung war gänzlich unzulänglich bemessen, Gehalt erhielten sie aber überhaupt nicht, so daß sie schließlich die Heimreise antreten mußten. Es ist zu befürchten, daß in der nächsten Zeit noch häufiger der Versuch gemacht wird, die Gutgläubigfeit von Deutschen, die auswandern möchten, zu mißbrauchen. Es empfiehlt sich daher, über die Zuverlässigkeit eines jeden Arbeitsangebots nach dem Ausland vor her bei einer öffentlichen Auswandererberatungsstelle Erkundigungen einzuziehen, in Berlin bei der Gemeinnützigen öffentlichen Auswandererberatungsstelle, Berlin W. 10, Königin- Augusta- Str. 19 III, der früheren Hauptauskunftsstelle des Reichswanderungsamts. Die„ lebenden" Tongruben. Bor kurzem wurden hier die verfunfenen und vergessenen Tongruben in der Gegend zwischen Hermsdorf und Weidmannsluft ge= childert, die fic, noch während des Abbaues mit Grundwasser füllten und heute zu hübschen Seen im Laufe des Flußtals geworden sinb. Aber es gibt auch in der Umgebung Berlins noch eine Tonindustrie, die blüht und gedeiht und die sich nach den Erfordernissen des Tages hauptsächlich mit der Ziegelherstellung beschäftigt. 17 Aus den Geheimnissen der Inflationszeit. Wie noch in Erinnerung sein wird, wurden in den letzten Monaten der Inflationszeit die Hausfrauen und Konsumenten wie das Wild hin und hergeheht, trotzdem Waren genug da waren. Nach und nach kommt man den Geheimnissen jener Zeit auf die Spur und auch ein vorliegender Prozeß beleuchtet die Zustände jener Zeit. In jener Inflationszeit wollten fich auch die Filialinhaberinnen und verfäuferinnen einer großen Lebensmittelhandlung, die zahlreiche Geschäfte im Norden und Osten Berlins unterhält, eine Heute, Sonnabend abend, und morgen, Sonntag vormittag, in allen Abteilungen Berlins Flugblattverbreitung Es ist Ehrenpflicht aller Mitglieder, an dieser wichtigen Parteiarbeit teilzunehmen. Der Bezirksvorstand. Abbau in Pankow. Bürgerblod von Deutschnationalen bis Demokraten. Im 19. Bezirk( Pankow) haben am 10. September 1924 die vereinigten bürgerlichen Parteien ihren Haß gegen das in seiner Zusammensetzung nicht ihren Wünschen entsprechende Bezirksamt Luft gemacht, indem sie den Abbau unseres Genossen, Bezirksbürgermeister Rubig, und den des kommunistischen Stadtrats Menz beschlossen haben. Zur Borgeschichte dieses Abbaues sei bemerkt, daß der Ausschuß für den Abbau von Bezirksamtsmitgliedern am 4. April 1924 beschlossen hatte, vier befoldete Bezirksamtsmitglieder abzubauen, von der Bezirksversammlung wurde auf demokratischen Antrag die Zahl auf drei bemessen. Nachdem der Magistrat für den Abbau zwei Bezirksamtsmitglieder bestimmt hatte, wurde von dem demokratischen Borsteher der Ausschuß vor etwa 8 Tagen zusammengerufen und in dieser Sigung erklärten die gesamten bürgerlichen Bertreter scheinheilig über die Personenfrage überhaupt noch nicht verhandelt zu haben und die Personen erst in der Bezirksversammlung nennen zu wollen. Hierzu lag ein von allen bürgerlichen Parteien gestellter Antrag auf geheime Sigung vor, der gegen den Protest der sozialistischen Vertreter angenommen wurde, weil angeblich der Anstand es geböte, die für die betreffenden Personen unliebsamen Dinge nicht öffentlich zu verhandeln. Eigenartig wirfte es jedoch, daß die von bürgerlicher Seite nunmehr zu erwartende Liste der Untugenden ausblieb. Man beschränkte sich lediglich darauf, den§ 20 Absah 1 der PAV., der von dem Wert der dienstlichen Leistungen spricht, anzuführen. Trotzdem von unserer Seite geeignete Vorschläge gemacht wurden, die eine wirkliche Ersparnis bringen, hat man doch den in jeder Weise gegen den§ 21 der PAB. verstoßenden Beschluß gefaßt, der es verbietet, von politischen Erwägungen beeinflußt abzubauen. Damit die Sache so schnell wie möglich geht, hat die bürgerliche Mehrheit die Einspruchsfrist auf drei Tage und auch gleich eine neue Sigung zum 17. d. M. angefeht, nachdem man die Wahl eines Ausschusses zur Entgegennahme der Einsprüche abgelehnt hatte. Darauf hat man noch den völlig unöffentlich abzuhalten. Man sieht, im Bezirt Pantow feiert der geschäftsordnungsmäßigen Beschluß gefaßt, die nächste Sigung nichtBürgerblock Triumphe, und die Demotraten tanzen an der Strippe der Völkisch- Nationalen. Ganz in der Nähe von Werder, dem Ort der Obstgärtner, liegt Glindow, das im Laufe der Jahre ein Ort der Ziegler geworden ist. Im Geologischen Wanderbuch für die Umgegend von Berlin" schildert Dr. Menzel die Zusammensehung dieses Tonvorkommens. Sicher ist die Ziegelindustrie hier schon sehr alt und geht gewiß zurück bis in die Zeit der Lehniner Mönche. Die Tone, die hier nebeneinnahme verschaffen: dabei verfielen sie auf ein recht bedentgegraben werden, haben in der Wissenschaft den Namen Glindower liches Mittel. Sie legten nämlich einen Teil der Ton erhalten. In der Tiefe schaut der Ton als Tiefstes in dunkel- Lebensmittel am Vormittag bei Seite und wargrauer Farbe zu uns herauf. Ueber ihm liegen helle Sande, die hinteten die Dollarsteigerung während der Mittagspause und wieder kiesig werden, ferner gelbe Mengelsande, die wohl auch ab, um dann die Waren auf eigene Rechnung zu dem höheren stellenweise in feine sandige Lehme übergehen. Als oberste Schicht eigene Tasche steckten. Durch die sich immer mehr verPreise zu verkaufen, wobei sie den Mehr verdienst in die deckt alles ein schichtungsloser, steiniger Sand zu, in dem oft große ringernden Einnahmen in seinen Filialen wurde schließlich der Steine liegen. Er geht an anderer Stelle in Geschiebelehm über Geschäftsinhaber stußig und entdeckte die Ursache. Ein halbes und ist der Absatz der letzten Vereisung. Am Rande der kleinen Duhend Filialleiterinnen und-verkäuferinnen sowie Lehrmädchen Schlucht zur Rechten ist er weggewaschen, nur wenige Reste von wurden zusammen mit mehreren ihrer Verlobten wegen Unterihm find noch erhalten geblieben. Hier stoßen die unteren Sande schlagung und Hehlerei, fomie wegen Preistreiberei unter Anklage durch ihn hinduch bis an die Oberfläche. Weiter nach der Höhe zu gestellt. Zuschüttung des Luisenstädtischen Kanals. Das Schöffengericht Berlin- Mitte hatte die Filial. wird er mächtiger. Die darunter liegenden Sande mun find urinhaberinnen zu je drei Monaten, Verkäuferinnen Die Verkehrsdeputation beriet in ihrer gestrigen sprünglich wohl auch flechgelagert gewesen, in ihnen finden sich und Lehrmädchen zu je einem Monat Gefängnis verurteilt. In den Sigung ein von der Tiefbauverwaltung vorgelegtes Projekt auf Urteilsgründen war die Handlungsweise der Ange- Zuschüttung des Luisenstädtischen Kanals. Dieser Vorschlag wurde Lagen, erfüllt mit, braunen Holzresten, zwischen denen wohl hier flagten als eine besonders verwerfliche bezeichnet im Brinzip allgemein begrüßt. Der Kanal ist in den Jahren 1845 und da auch Bernstein vorkommt. In Nestern der rasch sich ausworden, da sie in der Zeit der großen Not, als die Lebensmittel bis 1850 unter ganz anderen Bedingungen gebaut und heute als feilenden Lager fanden sich gelegentlich in diesen Sanden große tnapp waren und im Preise stiegen und zahlreiche Personen ver- Ranal vollständig überflüffig geworden. Die anliegende Mengen von Gehäuser der Paludina diluviana, aber in abgerolltem geblich nach Waren anstanden und auch aus Hunger Ge- Bevölkerung wird es sicher begrüßen, wenn an Stelle der nicht Zustand auf sekundärer Logerstätte, verschwemmt und zerbrochen, fchäfte plünderten, weil sie die hohen Preise nicht be- sehr wohlriechenden Wasserflächen Grünflächen ein Zeichen, deß fie aus ihren tieferen Lagerstätten späterhin durch zahlen konnten, den ärgsten Wucher mit den Lebensmitteln ihrer und Anlagen entstehen werden. Die Aufbringung der nicht undas Eis verschleppt, wieder ausgewaschen und in den Sand ein- Firma getrieben hatten. Gegen das Urteil war Berufung eingelegt wesentlichen Kosten wird dadurch etwas erleichtert werden, daß die worden und die Straffammer des Landgerichts I kam zu einer gebettet worden find. In dem Sande eingelagert finden sich dann milderen Auffassung des Falles. Die Berteidigung führte als straf- AEG.- Bahn vom Hermannplah nach Gesundbrunnen und die projektierten Untergrundbahnen die Mergelfande und fandige Tonbänke, die meist von gelber Farbe mildernd aus, daß auch die Verkäuferinnen genau so wie das Publi- städtische Bahn von Treptow nach Moabit), mit deren Bau in absind und in denen auch mitunter schichtweise feine Rohlepartitelchen tum unter der wirtschaftlichen Notlage gelitten hätten und daß auch sehbarer Zeit zu rechnen ist, bei Zuschüttung der Bahn auf die tostzwischengelagert find. Nach unten folgt der blaue Ton, der meist auf sie das schlechte Beispiel der Zeit, in der alle Welt sich einen spielige Untertunnelung verzichten und als reine Unterpflasterbahnen feingeschichtet oder gebändert ist und cus abwechselnd tonigeren und Nebenverdienst zu schaffen versuchte, eingewirkt habe. Die Straf- geführt werden können. Die Ersparnisse, die dadurch zu erzielen find, feinfandigeren Bartien besteht. Er ist falfreich, foffilfrei und enthält fammer rechnete den Angeklagten im Gegensatz zu dem Schöffen werden voraussichtlich ausreichen, um die Kosten für das aus städteoft größere und feinere Gerölle. Seiner Entstehung nach gehört gericht diese Momente als Milderungsgrund an, fette die Strafen baulichen Gründen sicher zu begrüßende Projekt zu tragen. Allerdings er wohl en das Ende der mittleren Eiszeit und ist am Schlusse der wesentlich herab und gewährte den Angeklagten außerdem Be- wird es von der Aufstellung des Projekts bis zu feiner endgültigen selben fernab von den Schmelzwassern in großen ruhigen Buchten, währungsfrist gegen Zahlung von Bußen von 100 bis 200 m. Durchführung noch ein langer Weg sein. Es find dazu noch lange die gleichsam als Blärbecken dienten, entstanden. Er liegt denn auch Berhandlungen mit den Reichsbehörden nötig, deren an vielen Stellen unmittelbar dem Geschiebelehin cuf, bielfach aber Juftimmung nach der Verfassung erforderlich ist. Vielleicht wird folgt unter ihm erst noch eine Sandbildung, die technisch von großer es aber möglich sein, den Plan im Laufe von zwei bis drei Jahren Wichtigkeit fein kann, denn sie macht es überflüssig, in den Gruben zur Durchführung zu bringen. agrotagon eine Entwäfferungsanlage anzulegen, vielmehr genügt es, wenn sie vorhanden ist, daß am Boden der Grube ein Graben durch den Ton hindurch, hinein in den Sand, gezogen wird, um dem Wasser die Möglichkeit des Abfließens zu geben. In den Sanden, die über dem Glindower Ton liegen, heben sich außer den Paludinenschalen und anderen Konchylienreften, die ebenfalls auf sekundärer Lagerstätte liegen, noch vereinzelt Knochen von Mammut, Rhinozerus und auch Hirsch gefunden. Die Gewinnung des Tones geschieht so, daß in der Gegend der Sättel von oben her der Abraum fortgeräumt wird und die Tonjättel freigelegt werden. Der Verführer der eigenen Tochter. Auch die Verführte wird bestraft. Ein trübes Familienbild entrollte eine Verhandlung, die vor dem Großen Schöffengericht Tempelhof zur Verhandlung gelangte. Unter der Anklage der Blutschande hatte sich der Hilfsarbeiter L. zusammen mit seiner 25jährigen Tochter Klara zu verantworten. Eines Tages war 2. auf dem zuständigen Bolizeirevier erschienen und hatte Anzeige erstattet, daß ein in demselben Hause wohnender W. seine Tochter vergewaltigt habe und daß dieser Gewaltatt nicht ohne Folgen geblieben wäre. Die Tochter hatte auch bald darauf einem Rinde das Leben geschenkt. Der auf diese Weise beschuldigte W. wies die Anschuldigung mit großer Entrüftung zurück. Es fiel auch auf, daß L., der zu Hause immer den strengen Bater gespielt hatte, den Verführer seiner Tochter in feiner eise zur Rede gestellt hatte. Außerdem ging im Hause auch das Gerücht um, daß der Vater mit der Tochter intime Beziehungen unter halte. In die Enge getrieben, hatte dann auch die Tochter unter Tränen schließlich eingestanden, daß die Beschuldigung gegen W. erfunden sei und daß der Erzeuger ihres unehelichen Kindes der eigene Vater fei, der sie, wenn er betrunken war, durch Drohungen und Gewalttätigkeiten gezwungen hätte, sich ihm hinzugeben. Die Folge war eine Anflage gegen Vater und Tochter wagen Blutschande. Der Vater blieb auch vor Gericht bei seinen Anschuldigungen gegen W., während die Tochter ihr Geständnis unter Tränen aufrecht erhielt. Das Gericht gelangte zu der vollen lleberzeugung von der Schuld der Angeklagten und verurteilte L. zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus, während die Tochter fünf Monate Gefängnis erhielt, da angenommen wurde, daß sie ein Opfer der Gewalttätigkeit ihres Vaters geworden sei. Lehrstellen- Vermittlung. Das städtische Berufsamt Berlin- West, umfassend die Bezirke Charlottenburg, Tiergarten und Spandau, erhält durch die Schulverwaltung einige Monate vor dem Schulabgang diejenigen Knaben und Mädchen gemeldet, welche die Schule ver laffen. Eine große Anzahl hat sich bereits an das Berufsamt zwecks Beratung durch ihre praktisch erfahrenen und fachkundigen amtlichen Berufsberater gewendet; sie sind durch diese an Hand gutachtlicher Aeußerungen von Lehrer und Schularzt geprüft worden. Das Berufsamt ist daher in der Lage. über ein gut gefichtetes Lehrlingsmaterial zu verfügen, so daß die Lehrherren aller Berufe unter den Empfohlenen bestimmt die geeigneten Kräfte finden werden, zumal ein jeder von ihnen den festen Willen zur Arbeit und Neigung zu dem Beruf mitbringt. Die Lehr herren werden daher und nicht zulegt in ihrem eigenen Interesse dringend gebeten, ihre frei. werdenden Lehrstellen möglichst umgehend schrift lich oder telephonisch dem Berufsamt anzumelden. Die Vermittelung ist vollkommen kostenlos und erstreckt sich auf alle Zweige des Handels, des Handwerts, der Industrie, der Land- und Hauswirtschaft. Die Vermittlungstätigkeit findet werktäglich von 9 bis 1 Uhr, außer Sonnabend, im BerufsHerabsehung der Werkstarife? Die Berliner Werksverwaltungen beraten zurzeit über eine demnächst vorzunehmende herabjegung ihrer Tarife. Wie wir hören, foll beabsichtigt sein, den Larif für elektrische Kraft und Licht von 18 auf 16 Pf., für das Kubikmeter Wasser on 19 auf 17 Pf. herabzusehen und auch den Gaspreis Ueber die Ermäßigung verschiedenheiten. Schwierigkeiten ergeben sich nur bei der Herabdes Tarifs für Wasser und Elektrizität bestehen kaum noch Meinungsfegung des Gastarifs. Sie sind in der augenblicklich schwierigen Lage der Gaswerte begründet, bei denen der Absatz der erzeugten Rotsmengen zurzeit auf ungewöhnliche Schwierigkeiten stößt. Beträchtliche Mengen Rots einzelner Gaswerte fönnen zurzeit nicht abgesetzt werden. Dadurch verschlechtert sich die augenblickliche Finanzlage der Werte, die infolgedessen Bedenken tragen, in eine Ermäßigung der Tarife jetzt schon einzuwilligen. Es ist der Gedanke aufgetaucht, ähnlich wie bei den Elektrizitätswerten den Gastarif in eine Grundgebühr( Miete) und eine Leistungs gebühr für die abgenommene Gasmenge zu teilen. Wir möchten gerade bei den Gaswerten vor einer solchen Lösung von vornherein aufs entschiedenste warnen. Sie könnte nur anders als beim Elektrizitätstarist eine sehr ungerechte und unsoziale Maßnahme sein, die in diesem Fall bei den wird. Die Direktion der Gaswerte wird sich diesen Erwägungen Minderbemittelten sicher zu einer Berbeuerung des Tarifs führen wahrscheinlich selbst kaum verschließen. Wir hoffen, daß fie allen Bersuchungen ähnlicher Art, wenn sie an sie herantreten sollten, energischen Widerstand leistet. Wir sind auch der Meinung, daß die jegt beabsichtigte Ermäßigung der Tarife, die von der Oftoberstandsabnahme in Kraft treten soll, nur eine weitere Abschlagszahlung fein fann und daß der Abbau der Berliner Wertstarife damit noch feineswegs vollendet sein kann. Auch wenn diese Ermäßigungen erfolgt sind, wird noch ein erheblicher Spielraum für einen weiteren Abbau übrig bleiben, der namentlich dann wird erfolgen müssen, triebenen Erneuerungsarbeiten zu einer weiteren Steigerung der wenn die jetzt durchgeführten und mit beträchtlichen Mitteln be= Rentabilität der Werke geführt haben. Der ungeheure Vorteil der Einheitsgemeinde, die damit verbundene Zusammenlegung der Werke in wenige wirklich leistungsfähige Produktionsstätten, muß immer mehr auch darin zum Ausdruck kommen, daß Groß- Berlin die Stadt mit den billigsten Werkstarifen wird. Die vernünftige Organisation der Welt behandelt eine große öffentliche Rundgebung, die gelegentlich des Inter nationalen Geschichtstongrefies( einberufen von den entschiedenen Schulreformern 2. bis 4. Oftober Schöneberger Rathaus) am 3. Oktober stattfindet. Hauptredner ist der römische Professor Dreft ano. Zahlreiche deutsche und ausländische Kulturpolitiker find als Teilnehmer gemeldet. Programme und Tagungstarten( 8 m.) burch Werkfreude", Berlin, Magdeburger Str. 7. Das Rundfunkprogramm. Sonnabend, den 13. September. Tageseinteilung. Vormittags 10 Uhr: Nachrichtendienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel in der Zentralmarkthalle. Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. Nachrichten dienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 12,55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachm. 1.05 Uhr: 4.30-5.30 Uhr nachm.: Unterhaltungsmusik( Berl. Funkkapelle). 5.45 Uhr nachm.: Vortrag des Herrn Schontek: Solang noch unter'n Linden. Vom Brandenburger Tor zum Schloß. Eine kulturhistorische Wanderung. 7.45 Uhr abends: Vortragsreihe: „ Südamerika", I. Vortrag: Im subtropischen Brasilien", Dr. phil Hugo Poetko( Buenos Aires). 8.30-10 Uhr abends: Feuchtfröhliche Kunst. Mitwirkende: Alfred Braun, Rezitation; Theodor Hieber( Staatsoper, Berlin), Trinklieder; Das Cornettquartett der Staatsoper. Am Steinway- Flügel: Kapellmeister Otto Urack. AnZeitansage, Sportnachrichten, Wetterdienst. 10.30-11.30 Uhr abends: schließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Tanzmusik. beiden ( die Die Verkehrsdeputation nahm in derselben Sihung auch Kennt nis von weiteren Ausbauplanen der Straßenbahn. U. a. ist beabfichtigt, die Straßenbahn auf der Heerstraße über den sollen Bohnsdorf und Lübars im Frühjahr des nächsten Bahnhof Heerstraße hinaus nach Spandau durchzuführen. Ferner Jahres Straßenbahnanschluß erhalten. Fremdenheime gegen Abban der Wohnungswirtschaft. Auf der Tagung des Verbandes Deutscher Fremdenheime e. V. Sprach Wilhelm Muß- Königsberg i. Pr. über Wohnungswirt schaft und Fremdenheime. Das Gewerbe vertrage die durch eine Aufhebung der Zwangswirtschaft für gewerbliche Räume zu erwartende Mietssteigerung nicht. Es muß ungefäumt die Frage geklärt werden, ob derartige Räume als gewerblich anzusehen sind oder nicht. Die plögliche Freigabe der Wirtschaft würde zu einer verbreifachten Friedens miete führen, wobei ein leeres Zimmer unter Berücksichtigung der Abgaben 5,60 M. je Zag fosten würde. Auch andere Redner erklärten, daß ein Abbau der Zwangswirtschaft nur allmählich erfolgen könne. WTB. meldet, in einzelnen Gemeinden in den letzten Das Angebot an möblierten gimmern hat, wie Monaten derartig zugenommen, daß ein besonderer Schuß der Mieter möblierter Bimmer nicht mehr notwendig erscheint. Der Reichsarbeisminister länder angeregt, die Wohnungszwangswirtschaft hat daher bei den Regierungen der für möblierte Räume in derartigen Gemeinden aufzu heben. Die Entscheidung, für welche Gemeinden die Aufhebung erfolgt, liegt bei den zuständigen Ministerien der Länder. Wieder ein Opfer Haarmanns. Ein neues Dpfer des Massenmörders Haarmann scheint ein iunger Mann geworden zu sein, der seit dem Herbst 1922 nicht wieder aufgetaucht ist. Es handelt sich um einen 18 Jahre alten tschechoslowakischen Staatsangehörigen, der bei war und fich hier eine Unterschlagung hatte zufchulden kommen einer Berliner Firma, wahrscheinlich einer Autofirma, angestellt laffen. Mit dem unterschlagenen Gelde war der junge Mann nach Hannover gefahren und ist dort in Begleitung des Mittäters des Haarmann, witttowsti, gesehen worden. Wahrscheinlich hat er Wittkowski davon erzählt, daß er Geld veruntreut hatte und dieser hat verlangt, daß die Beute geteilt werden solle. Beide sind dann zusammen von Hannover abgereist. Als Wittkowski nach einiger Zeit zurüdfehrte, trug er die goldene Uhr des jungen Mannes, sowie dessen Regenmantel. Der junge Mann selbst ist seither spurlos, verschwunden. „ Zunahme der Not Zunahme der Kriminalität". Unter diefer Ueberschrift veröffentlicht die„ Note Fahne" eine Notiz, in ber festgestellt wird, daß ein wegen Falschmünzerei fürzlich verhafteter Graveur B. aus Neutoan ein altes Mitglied der sozialfieben Kinder und habe nur aus Not zur Falschmünzerei gegriffen, demokratischen Partei sei. Der Verhaftete habe eine Frau und da er bereits über ein Jahr arbeitslos fei. Dazu wird uns mitgeteilt, daß, soweit bekannt, B. nicht Mitglied der Partei ist, da bezahlt noch sich sonst an der Parteiarbeit beteiligt hat. Bekannt er, solange er in der Neuköllner Siedlung wohnt, weder Beiträge ist allgemein, daß B. Inhaber einer Grabieranstalt iſt und auch Lehrlinge ausgebildet bat, so daß die Behauptung, er sei geftitellung, um aufs neue zu beweisen, daß bei den„ Enthüllungen" Wir bringen dieſe ein Jahr arbeitslos, nicht zutreffen kann. er Roten Fahne" sich immer das Gegenteil als richtig herausstellt. Der Kampf gegen Paulsen. Warum die Kommunisten Handlangerdienste leifteten. In der Berliner StadtverordnetenversammIung ist den Bürgerlichen am Donnerstag der Triumph beschieden gewesen, daß ihre Pläne zum Abbau des Magistrats und im besonderen zur Beseitigung des ihnen verhaßten sozialdemokratischen Oberstadtschulrats Paulsen durchgesetzt wurden. Aber den bürgerlichen Blättern vom Freitagmorgen und vom Freitagabend merkt man es an, daß den " Siegern" bei diesem Erfolg doch nicht ganz wohl ist. Auch fie begreifen, daß die durch die Beibehaltung der Schulratsstelle und den Abbau der Person des Schulrats geschaffene Situation fich nicht halten, läßt. Und offensichtlich beunruhigt sie die Sorge, deß Paulsens Abbau bei Beschreitung des Rechtsweges rüdgängig gemacht werden dürfte. " Den„ Sieg" verdanken die Bürgerlichen, wie in der Vorwärts"-Ausgabe vom Freitagmorgen hervorgehoben wurde, allein den Kommunisten. Aus politischen Gründen haben die Kommunisten für Paulsens Abbau gestimmt, den Sozialdemokraten wollten sie aus dem Magistrat besei tigen. Der fommunistische Stadtverordnete, Studiendirektor Goß, hat aus diesen Motiven seiner Frattion Bein Geheimnis gemacht. Wie hat die Rote Fahne" sich mit der Aufgabe abgefunden, die schimpfliche Haltung der Kommunisten zu begründen? Das tommunistische Blatt beginnt einen Artikel über den Abbaubeschluß der Stadtverordnetenversammlung mit folgenden Worten:„ Die bürgerliche Rechte hat ihren Willen auch in Berlin durchgefeht. Ein fommunistischer und drei sozialdemokratische Stadträte sind abgebaut." Nein, die Kommunisten haben den Willen der bürgerlichen Rechten durchgefeht", wenigstens soweit es sich um den Abbau der Sozialdemokraten handelte. Zur Bemäntelung der Schmach, daß die Kommunisten den Bürgerlichen geholfen haben, den sozialdemo= tratischen Stadtschulrat auf dem Altar der Reaktion zu opfern, tischt die„ Rote Fahne" ihren Lesern einen Blödsinn auf, der alles bisher Dagewesene überbietet. Die Kommunisten haben," sagt sie, für den Abbau Paulsens und der beiden anderen sozialdemokratischen Stadträte Poetsch und Koblenzer gestimmt und damit dreien von der Partei der Arbeiterverräter ihr Handwerk gelegt. Und weiter unten frohlockt sie: Diese drei Abgebauten können nicht mehr im Magistrat für die Interessen des Rapitals wirten. Aus der fommunistischen Stadtverordnetenfraktion wird dem Blatt geschrieben:„ Die ablehnende Haltung der Kommunisten Paulsen gegenüber ist grundfäßlich dieselbe wie gegenüber anberen sozialdemokratischen Stadträten überhaupt. Sein Schul programm ist von vornherein von uns als, nicht sozialistisch befämpft worden." Bergeblich bemühen sich die Kommunisten, durch solches Geschwäß und Geschimpf zu bemänteln, daß sie aus bornierter Bosheitspolitik sich zu handlangern der Schulreaktion hergegeben haben. Die Arbeiterbevölkerung Berlins wird ihnen das nicht vergessen! Ergebnisse des Weltpostkongresses. Der Weltpostkongreß, der anr 28. August geschlossen worden ist, hat eine Anzahl wichtiger Ergebnisse gezeitigt, die wir in der folgenden gedrängten Uebersicht mitteilen. Sämtliche Aenderungen treten jedoch erst zum 1. Oftober 1925 in Kraft. Für die Briefgebühren wurden neue Grundlagen beschlossen, namentlich gewisse Mindestfähe, unter die fein Land herabgehen darf. Die Gebühr für den einfachen gewöhnlichen Brief muß fünftig zwischen 20 und 40 Goldcentimen liegen, nach Wahl des Aufgabelandes; in ähnlichem Verhältnis find die Gebühren für Bost farten, Geschäftspapiere, Drucksachen usw. festzusehen. Für 3eitungen und Zeitschriften, die unmittelbar von den Berlegern verfandt werden, für die von gelehrten Gesellschaften versandten liberarischen und wissenschaftlichen Werke und für gebundene und broschierte Bücher( ausschließlich der Geschäftsdrucksachen) können zwischen den Ländern ermäßigte Gebühren, halbe Drucksachengebühren, vereinbart werden. Die Gebühren für Postanwei fungen betragen ½ Proz. des eingezahlten Betrags; dazu kommt eine feste Gebühr von höchstens 30 Goldcentimen. Die Absender müssen Geschäftspapiere, Drucksachen, Warenproben und Mischfendungen sowie Boftfarten mit bezahlter Antwort, diefe auf beiden Teilen, voll freimachen, sonst werden die Sendungen nicht befördert. Post tarten werden bis zur Größe von 10,5X15 Zentimeter zu. gelassen. Die Länder, die zurzeit im inneren Verkehr größere Postpester Str. 21 derart zusammen, daß der Führer des Autobus die Gewalt über die Steuerung verlor und über die Bordschwelle hinweg gegen die Hausmauer fuhr. Durch den Anprall gingen fämtliche Scheiben des Kraftwagens in Trümmer. Sieben Personen trugen durch die umherfliegenden Gicssplitter mehr oder weniger erhebliche Verlegungen davon. Nach Zeugenaussagen soll die. Schuld den Privatautoführer treffe, der sich seiner Festftellung durch schleunige Flucht entzog. Einen schrecklichen Selbstmord beging gegen 9½ Uhr abends ein etwa 30 Jahre alter Mann. Der Unbekannte warf sich in der Seestraße in Plößensee vor eine vorbeifahrende Feldbahn, deren Räder ihm den Kopf vom Rumpfe trennten. Die Leiche des Unglücklichen ist dem Schauhause übergeben worden. Im Affenhause des Zoologischen Gartens ist jetzt zu„ Bobby" und„ Susi", den beiden jungen Schimpansen, die die erklärten Lieblinge des Publikums sind und auf ihren Spaziergängen stets bon einer großen Schar Besucher begleitet werden, ein großer, mindestens 8jähriger Orang- Utan hinzugekommen als Geschenk eines fumatranischen Pflanzers, Herrn K. Reidemeister, der sich durch diese hochherzige Zuwendung ein großes Berdienst um unferen 800 erworben hat. Bassat", so heißt der neue Ankömmling, ist schon ein sehr stattliches Tier, so groß wie ein fleiner Mensch, und bildet ein ebenso interessantes, wie feltenes Schaustück, das fehr wohl einen Gang nach dem Zoo lohnt. Jugendweihe im Großen Schauspielhaus Karlstraße, Sonntag, 14. Sept., vormiffags pünktl 11 Uhr. Mitwirkende: Meineckescher Männerchor( Chorleifer P. A Joseph), Herr Willy Jaeger( Orgel), Herr ArminLiebermann( Cello). Weiherede: Herr Dr. Rich. Lohmann, ferner Sprechchor der proletarischen Feierstunden, Leitung Herr A. Florath und Einzelsprecher Herr Heinrich Witte. Eintrittskarten zum Preise von 1 Mart für Erwachsene und zum Preise von 50 Pfennig für Kinder find im Jugendfekretariat, Lindenftraße 3, 2. Hof, 2 Tr. und am Sonntag noch an der Kaffe erhältlich. Ordner der Proletarischen Feierstunden. Die Ordner werden gebeten, zu der am 14. stattfindenden Jugendweihe im Gr. Schauspielhaus früh 8 Uhr am bekannten Treffpunkt vollzählig zu erscheinen. Urlaub zur Teilnahme an der Tagung Jugend und Bühne". Um Lehrern und Schülern den Besuch der vom Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Frankfurt a. M. vom 15. bis 17. Sep möglichen, hat der Kultusminister die Erteilung von Urlaub zur tember veranstalteten Tagung, Jugend und Bühne zu er Teilnahme an der Tagung genehmigt. Der Republikanische Studentenbund an der Handelshochschule Berlin bittet die republikanischen Studenten, Hospitanten und Hörer an der Handelshoch chule um Angabe ihrer Andreffe an die Geschäftsstelle des Bundes: Berlin galenfee, Eisenzahnstr. 3 II links. 3 „ Die Straffuffiz der Republif." Am Montag, den 15. September, abends 72 Uhr, veranstaltet der Gauvorstand Berlin- Brandenburg des eichsbanners Schwarz Rot- Gold einen Vortragsabend in den Germania- Sälen( Weißer Saal), Chauffeeftr. 110, an dem der Kamerad Die StrafRechtsanwalt Dr. Arthur Brandi über das Thema justiz der Republit sprechen wird. Republifaner und Repu blikanerinnen find dazu herzlichst eingeladen. " Die Norddeutschlandfahrt des Amerifa- Zeppelins mußte verichoten werden. Wie perlautet, soll die Norddeutschlandfahrt nicht rach Schweden führen, sondern bis nach Königsberg ausgedehnt werden, Erdbeben auf Island. In Kopenhagen laufen Mitteilungen aus Jsland ein über ein neues gewaltiges Erdbeben. An den Westtüften gelande jebe Getumbe neue heftige Eröſtöße erfolgen. Als das Zentrum der neuen vulkanischen Ausbrüche, wobei beinahe Der eine Eigentümlichkeit der neuen bullanischen Erscheinungen wird von den in Jsland weilenden Gelehrten bezeichnet, daß die Schlammbullane der Südwestküste Jslands dieses Mal nicht glühende, sondern to chende Schlämme ausstoßen. Materialschaden ist groß, befonders wegen der Auswirkung der Erdstöße auf das Meer und die Häfen Islands, wodurch der Seeverkehr unterbunden ist. farten haben, mußten sich verpflichten, fie alsbald abzuschaffen. Es Parteinachrichten ist erlaubt, den Geschäftspapieren ein Inhaltsverzeichnis mit furzen Hinweisen auf Briefe, Vorgänge usw. beizufügen. Warenproben fönnen auch in Rollenform 45 Zentimeter lang sein. Als Drudsachen sind nicht zugelassen: durchlochte Papiernoten für Musikautomaten, mit Typenhaltern hergestellte Stempelabdrücke und Papierwaren, bei denen der Lrud nicht als wesentlicher Bestandteil anzusehen ist. Neuzugelassen sind 5 Gruß- oder Wunschworte auf Ansichtskarten. In Mischfendungen dürfen Blindenschriften nicht aufgenommen werden. Wertbriefe fönnen außer Wertpapieren auch wertvolle Urkunden, Pläne usw. enthalten. Als Wert sind die Wiederbeschaffungskosten anzugeben. Auch im Patetpertehr sind Neuerungen eingeführt. Alle Länder, die das Batctabkommen ausführen, müssen das 1.Rilogramm- Batet zulassen. Die in jedes Patet einzulegende Doppelaufschrift foll auch die Anschrift des Absenders enthalten. Der Absender foll schon bei der Einlieferung durch einen Bermert auf der Baketkarte und auf dem Paket darüber verfügen, wie sein Patet im Fall der Unanbringlichkeit behandelt werden soll. Unzustellbarfeitsmeldungen werden nur noch erlassen, wenn der Absender es verlangt hat oder wenn Bafete megen Beraubung oder Beschädigung unanbringlich werden. Im übrigen werden unzustellbare Batete, über die nicht im voraus anders verfügt ist, nach 14tägiger Lagerfrist ohne vorherige Meldung zurückgeschickt. Bei Wertpaketen ist auf der Batettarte nicht mehr ein Siegel, sondern nur noch ein Betschaftbild ( in Stempelart) anzubringen. Bei der ersten Borzeigung endgültig verweigerte oft aufträge fönnen ohne Lagerfrist sogleich zurückgeschickt werden. Das Bostnachnahmeverfahren wird für Brieffendungen und Patete gleich gestaltet. Nachnahmen find allge mein in der Währung des Aufgabelandes anzugeben. Der Absender hat eine ausgefüllte Bostanweisung( besonderer Bordrud, für Briefsendungen hellgrün) beizufügen. Die eingezogenen Beträge werden to stenfrei übermittelt. Im Zeitungsverkehr fönnen nach Ländern, die sich zu diesem Verfahren bereiterklären, sogenannte Berlegerstücke überwiesen werden; mit derselben Einschränfung ist die Ueberweisung im Inland bezogener Zeitungen nach dem Ausland zugelassen. Postausweistarten werden künftig 3 Jahre lang gelten. Eine ehrliche Finderin von 2000 Renfenmark schreibt uns: Lieber Borwärts! Am 28. August, abends 7 Uhr, fand ich am Eingang zum Untergrundbahnhof Kaiserhof" eine Geldtasche mit ca. 2000 G.-M. Inhalt, welche ich fofort dem diensthabenden Beamten der Untergrundbahn mit Angabe meiner Adresse übergab. Durch diesen Beamten wurde noch am selben Abend der Inhaberin Frau Privatiere 2., Berlin W., Prager Str., ihr Eigentum zurüderstattet. Diese Dame war sicher vocherfreut, wieder im Besiz ihres Geldes zu sein. Bis heute warte ich jedoch bergebens auf ein paar freundliche Worte oder ein Zeichen des Dantes." Man tann sich in der Tat faum vorstellen, daß Frau 2. in der Freude über ihr wiedergefundenes Geld le ehrliche Finderin vergessen haben soll. Sieben Personen bei einem Zusammenstoß verlegt. In der vergangenen Nacht gegen 11% Uhr stieß der Autobus IA 12829 der Linie E mit einem Privattraftwagen vor dem Hause BudaCinfendungen für diese Rubrik find Berlin B. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. 1. Rreis Mitte. Gonntag, ben 14. September, Besichtigung bes Westhafens. Treffpunkt 9½ Uhr Bahnhof Butligstraße. 2. Kreis Tiergarten. Bildungskommiffion! Montag, den 15. September, bei Krüger, Butligstr. 10, Gigung. 6. Kreis Kreuzberg( 43., 44., 45., 46. und 47. Abteilung). Die Genoffen, die am Sonntag früh an dem Spaziergang des RB. teilnehmen, tönnen schon heute abend von 5-6 Uhr die Flugblätter in den bekannten Lotalen abholen. 14. Rreis Neukölln. Rinderfreunde! Besuch des Botanischen Gartens am Gonntag, den 14. Geptember. Abfahrt: Abteilung Bankow 9½ Uhr Rirche, Abteilung Niederschönhausen 9% Uhr Kirche, Buchholz 9 Uhr Boft. 20. Areis Reinickendorf. Sonntag, den 14. Geptember, nadm. 3 Uhr, im Jugendhaus, Seidelstraße( hinter dem Sportplag), Scharnweberstraße. Teilnehmertarten 20 Pf., Jugendliche 45 Pf., Rinder 10 Pf. zum Besten des Jugendbaufonds. Heute, Sonnabend, den 13. September: 11. Abt. Die Genossen werden gebeten, die Flugblätter abends 6 Uhr beim Genossen Berger, Levekom-, Ede Jagowftraße abzuholen. 14. Abt. Die Flugblätter find bei Dietrich, Swinemünder Straße, abzuholen. 22. Abt. Flugblattverbreitung Sonnabend nachym. von 5-7 Uhr und Sonntag von 9 Uhr früh ab: 1. Reuter, Föhrer Str. 13, 2. Radzan, Brüffeler Str. 43, 8. Gentel, Utrechter Str. 10. 26. Abt. Flugblattverbreitung heute nachmittag ab 4 Uhr und Sonntag ab 9 Uhr vormittags vom Lokal Joftyftr. 7 aus. 31. Abt. Ab nachm., 5 Uhr Flugblattverbreitung von ben bekannten Lokalen aus. 39. Abt. Die Flugblätter find vom Gen. Lucht, Lindenstr. 2, heute bis 3 Uhr und Sonntag bis 11 Uhr vormittags abzuholen. 41. Abt. 5% Uhr in den Lokalen von Schmidt, Simon, Schuster, Buhe und Gault Antreten zur Flugblattverbreitung. 44. Abt. Bezirksführer! Abholung der Flugblätter nachym. 4 Uhr bei Eifert, Oranienstr. 196. 84. Stadtbezirk: Ab nachm. 4 Uhr Lokal Schibold, Admiralstraße 5. 48. Abt. Funktionäre! Seute nachmittag 5 Uhr Flugblätter abholen. 101. Abt. Treptow. Flugblattverbreitung abends 6 Uhr von der Borwärts Spedition aus. Berhinderte Genoffen Sonntag früh 9 Uhr ebenda. 104. Abt. Rieberschöneweibe. Treffpunkt aur Flugblattverbreitung abends 6 Uhr bei Thiele, Berliner Str. 38. 119. Abt. Lichtenberg. Heute nachm. 5 Uhr und Sonntag vorm. 10 Uhr Flugblattverbreitung bei Siete, Möllendorfstraße. 136. Abt. Reinickendorf- Oft. Die Bezirksführer holen die Flugblätter heute, Sonnabend, ab 4 Uhr aus der Vorwärts- Spedition( Gen. Wahle), Provinzftraße 56, ab. Alle Mitglieder haben sich Sonntag vormittag an der Flugblattverbeitung zu beteiligen. Jungfozialisten, Gruppe Friedenau. Fahrt nach Werder- Rolpinfee. puntt 47 Uhr Ringbahnhof Wilmersdorf- Friedenau. Morgen, Sonntag, den 14. September: Treff3. Abt. Bormittags 9 Uhr Flugblattverbreitung vom Lokal Krüger, Engelufer 23, aus. 8. Abt. Die Bezirksführer treffen fich früh 8 Uhr zu einer Besprechung bei Ridert, Steinmegstr. 36a. Sämtliche Genoffinnen und Genossen um 8 Uhr ebenda aur Flugblattverbreitung. 9. Abt. Früh 9 Uhr Flugblattverbreitung vom Lokal Hübner, Wilsnader Str. 34, aus. 28. Abt, Früh 8% Uhr Treffpunkt zur Flugblattverbreitung in den Bahlabendlotalen. 37. Abt. 8% Uhr Treffpunkt zur Flugblattverbreitung bei Pfeiffer, Haus. burgftraße 2. 42. Abt. Die Bezirksführer holen die Flugblätter fpätestens bis Sonntag früh von Wiersdorf, Urbanftr. 6, ab. 43. Abt. Bormittags 9 Uhr Flugblattverbreitung von ben bekannten Lokalen aus. 80. Abt. Schöneberg. Früh von 8-10 Uhr Flugblattverbreitung von Abteilungslokal Gürlich, Rubens, Ede Begasstraße aus. 82. bt. Steglig. Früh 9% Uhr Flugblattverbreitung von den bekannten Lokalen, aus. Die Bezirksführer holen die Fugblätter am Sonntag von Hamburg ab. 83. Abt. Lichterfelde. Früh 9 Uhr Treffpunkt zur Flugblattverbreitung für den Osten: bei Rerner, Rranoldplay; Westen: Quandt, Moltkestr. 31. 91. Abt. Neukölln. Flugblattverbreitung der oberen Bezirke von Köster, Karlsgartenstr. 4, aus. Bezirk Engel von Berndt, Bezirk Klampfer von Stockmann aus. Jeder Genosse muß Sonntag frith 9 Uhr zur Stelle fein. 108. Abt. Köpenid. 8½ Uhr Flugblattverbreitung von folgenden Lobalen aus: Schulz, Bahnhofstr. 34, Raschke, Rudower Str. 15, Schlag, Rieger Str. 6. 17. Abt. Lichtenberg. Treffpunkt zur Flugblattverbreitung frith 9 Uhr bei Krüger, Türrschmidtstraße, Ede Bittoriaplag, Neumann, Leopoldstraße, Ede Emanuelstraße. 120. Abt. Friedrichsfelde. Besichtigung des Post- Museums. Treffpunkt vorm. 9 Uhr Bahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde. * 24. und 25. Abt. Montag, den 15. September, 7½ Uhr, Schulaula, Greifswalder Str. 25, Frauenversammlung. Lichtbildervortrag des Genossen Dr. Georg Löwenstein: Die soziale Bedeutung der Geschlechtskvantheiten ihve Bekämpfung und Verhütung." Gäste fönnen eingeführt werden. Jugendveranstaltungen. Often Str.- B.: Fahrt Freifonnland". Treffpunkt heute abend 27 Uhr Bahnhof Stvalau- Rummelsburg. Morgen, Sonntag, den 14. September: Steglik II: Fahrt: Teltow- Potsdam- Wannsee. Treffpunkt 7% Uhr am Bahnhof Steglig. Wedding: Fahrt: Rüdersdorfer Kalkberge. Treffpunkt 6 Uhr Bahnhof Wedding. Beften: Fahrt: Liepnisfee. Treffpunkt 6 Uhr Bahnhof Bülowstraße. Vorträge, Vereine und Versammlungen Reichsbanner Schwarz- Rof- Gold". Gefchäftsstelle: Berlin G. 14, Gebaftianftr. 37/38, Hof 2 Tr. Kameradschaft ,, Prenzlauer Berg" Am Sonntag, den 14. September, Treffpunkte zum gemeinsamen Ausflug nach Neuenhagen 12.15 Uhr vor der Bögow- Brauerei, Prenzlauer Allee, 12.45 Uhr Stadtbahnhof Aleranderplag, Eingang Neue Königstraße. Fahrgeld beide Fahrten 60 bzw. 80 Pf. Rameradschaft Cöpenid", 16. Kreis. Am Sonntag, den 14. Geptember, mitbags 12% Uhr, Antreten Bahnhof Cöpenick zur Fahrt nach Montag, den 15. September, abends 7½ Uhr, Susammenkunft bei Reichelt, Neuenhagen( Ostbahn). Kameradschaft Kreuzberg", Jugendgruppe I. Am Fidicinstr. 44. Liederbücher mitbringen.-Kameradschaft Neukölln- Brig". Sämtliche Rüge treffen sich am Montag, den 15. Geptember, um 7.30 Uhr in folgenden Lokalen: Rug und II im Jdeal- Rafino( Jnh. Mosler), Weichselftraße 8, Rug III bei Rusky, Hermannstraße, Ede Leineftraße. Zug IV( Briz) bei Beutner, Chauſſeeſtr. 66. Die Jungmannschaft wird schriftlich eingeladen. Republikaner als Gäste willkommen. Kameradschaft Pankow. Der Treffpunkt zur Fahrt nach Neuenhagen gilt nur für die Jugendabteilung. Charlottenburg. Jugendkamerabfchaft. Mittwoch, 17. September, 8 Uhr, Turnhalle, Schule Wiebestraße. Uebungsabend. Turnkleidung mitbringen. des Herrn Dr. A. Rosenberg:„ Der heilige Augustin." Gäste Freireligiöse Gemeinde. Sonntag vorm. 11 Uhr, Pappelallee 15, Bortrag willkommen. 16. Geptember, in der Schule Lütticher Str. 47/48, Bortrag von 5. Gen Touristen Berein ,, Die Naturfreunde", Abt. Wedding. Dienstag, den Friedag: Ferrers Schulgedanten unb Berliner meinschaftsfchulen." Besichtigung von Material der freien Schulen um 7 Uhr. Gäfte herzlichft willkommen. Arbeitersport. Kartell für Boffsbildung, Sport und Körperpflege, 16. Bezirk. Montag, den 15. September abends 28 Uhr, im Jugendheim Cöpenick, Grünauer Str. 5. Rartellfigung. Bericht vom Kartellsportfest. mittwoch, 8-10 Uhr, Sallentraining im Gymnasium PartSport- Abteilung Lichtenberg. Leichtathletik Socken Tennis. Jeden aue. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend Training im Stadion Lichtenberg. Alle Sportgenoffen, die für den Sparta Straßenlauf starten, müssen sich unbedingt im Stadion an den nächsten Abenden einfinden. Die Tennisfpieler haben ebenfalls am Sallentraining teilzunehmen. Die Sodenspieler haben wieder jeden Donnerstag Gigung bei Utte, Gärtnerftr. 5. • Großes Arbeiter- Fußballwettspiel am Sonntag, ben 14. Geptember. Rüftig- Borwärts I gegen Stern- Marienfelde I nachmittags 5 Uhr; NüftigBorwärts II gegen Stern- Marienfelde II nachmittags 3.15 Uhr. Jugendmannschaften. Rüftig- Borwärts I gegen Neukölln- Brig I Dormittags 10.45 Uhr, Rüftig- Borwärts II gegen Fußballring II vormittags 9.30 Uhr. Alle Spiele finden auf dem Städtischen Sportplab, Innstraße, Ede Raiser- FriedrichStraße statt. RSC. Rüftig- Borwärts 1913.( Mitglied der MSB.) Bereinslokal: Otto Rorn, Neukölln, Herzbergftr. 22. MännerTelephon: Neukölln 1636. fihung jeden Freitag 8% Uhr. Jugendfizung jeden Mittwoch 8 Uhr. Bur Bervollständigung unserer Männer- und Jugendmannschaften werden noch Mitglieder aufgenommen.' Der Verein veranstaltet am Sonnabend, den 13. September, ein großes Serbstvergnügen in Rudow, Juliuspart", Bahnhofstraße. Endstation der Straßenbahnlinie 47. Anfang 7 Uhr. Alle Freunde bes Vereins find herzlich eingeladen. Freie Turnerschaft Neukölln- Briß. Sonntag, den 14. Geptember, Abturnen des Bereins vormittags 8 Uhr auf dem Stäbtischen Sportplat Grenzallee. Fünftämpfe und sportliche Wettkämpfe. Nachmittags 2 Uhr auf dem Vereinsplah am Dammweg Freiibungen und Spielen. Konzert. Abturnen des GB. Moabit. Wie alljährlich, veranstaltet am Sonntag, den 14. Geptember, der SB. Moabit fein Abturnen auf dem Sportplas Ziergarten. Das Ueben im Freien hat damit sein Ende erreicht und wird wieder in die Sallen verlegt. Es gilt an diesem Tage zu zeigen, was im Sommer gelernt worden ist. Als Maßstab dient der Vergleich zu dem im Frühjahr stattgefundenen Anturnen. Die Beranstaltung baut fich in Form eines internen Bereinswettkampfes auf. Gezeigt werden Einzel- sowie Mannschaftskämpfe Den Schluß bildet ein Fußballspiel zwischen BC. Moabit und GB. Moabit. Beginn des Abturnens 1 Uhr nachmittags. Eltern sowie Freunde find herzlichst eingeladen Freie Schwimmer Charlottenburg 04, E. B. Der Abmarsch vom Luis nplek am Sonntag, den 14. September, nach ber Badeanstalt Jungfernheide ift m 2 Uhr nachm. Der Badeabend der Abteilung Westen in der Dennewigstraße ist ab 15. September Montag abend von 28-9 Uhr, nicht Donnerstag. Sport. Rennen zu Ruhleben am Freitag, den 12. September. 1. Rennen. 1. Jimiene( Hans Schleufener), 2. Jrrteufelchen( A.Lohmann), 3. Alfred B.( W. Witt) Toto: 162: 10. Plaz: 33, 42, 46: 10. Ferner liefen: Long Nunchen, Greif II, Paula Bingen, Margareth O'Donna, Kristall, Miß Pilot, Wainsca, Stum, Dollyfa, Kämpfer, Corona Mac Kinney. 2 Rennen. 1. Willy A.( Weidmüller), 2. Paula A.( E. Swißer), 8. Alpengeier( Waldhier). Toto: 26: 10. Blaz: 19, 31: 10. Ferner liefen: Belvedere, Primus, Kapellmeister. 3. Rennen. 1. Amazonia( E. Treuhers), 2. Harry W.( W. Tzerson), 3. Attorie( Weidmüller). Toto: 197: 10. Plat: 29, 31, 40: 10. Ferner liefen: Cobra, Tell, Frecious Batts, Dlley B. 4. Rennen. 1. Pontresina( H. Hermann), 2. Heiderose B. ( Frömming), 3. Beitgeist( Holz). Toto: 107: 10. Plag: 44, 39, 162: 10. Ferner liefen: Fafner J., Flora Bingen, Maitönigin I, Seronprinz I, Prinz Kudud, Alpenfer, Baron Batts jr., Schneewolle, Walfisch, Mädel. 1. Eduard( Wiltshire), 2. Sanmell( E. Trenherz), 3. Doritha( Weidmüller). Toto: 12:10. Blak: 13, 30: 10. Ferner liefen: Alfred B., Stuart Webbs, Satyre. 5. Rennen. 6. Rennent. 1. Barmaid( Knöpnadel), 2. Copal( Weidner fr.), 3. Altgold( Elias). Toto: 97:10. Blat: 18, 14, 20: 10. Ferner liefen: Mary Rogers, Champion Goud, Manzanares, Foter Harvester, Citran, Prinzeß Bertha. 7. Rennen. 1. Idafa( M. Ringius), 2. Stapitain Halle( L. Weiß), 3. Delos( G. Lautenberg). Toto: 24: 10. Plat: 13, 13: 10. Ferner liejen: Bunier, Natalis. 8. Rennen. 1. Clärchen M.( Wiltshire), 2. Rosa Forbes( G. Lautenberg), 3. Martha III( 2. Weiß). Toto: 127: 10. Blaz: 44, 26, 27: 10. Ferner liefen: Ballontönigin, Miß Gregor, Sturm, Heidemann, Michel Angelo, Germania W., Wiйy I, Della, Bassander. 9. Rennen. 1. Arche( Richtenfeld), 2. Long Alfa( L. Weiß), 3. Dftermagda( Weidmüller). Loto: 33: 10. Plat: 13, 15, 14: 10. Ferner liefen: Barde, Angriff, Haubige, Longobarde, Prinz Magowan, Fürst, Ludmill I, Adler, Briefkasten der Redaktion. G. 59. 1. Nach unserer Ansicht können Sie, da Gie der Außerbetriebsetzung der Zentralheizung zugestimmt oder fich mit ihr einverstanden erklärt haben, bei Wiederinbetriebfegung der Seizung nicht zu den Heizungstoften herangezogen werden. 2. Sie brauchen zunächst nichts au unternehmen.- 6. R. 100. Der Hauswirt ist im Recht. 47. Abt. 8% Uhr Flugblattverbreitung vom Genossen Siedentopf, Muskauer Straße 35, aus. Wetter für Berlin und Umgegend: Meist stärker betöltt, ohne erhebCharlottenburg. 56. Abt. Früh 9 Uhr bei Liersch, Kantstr. 62, Treffpunkt liche Niederschläge. Temperaturen wenig verändert. 57. Abt. 1. Gruppe: Sonnabend von 7 bis Im Nordwesten einzelne leichte Regenfälle, überall bewölkt bei frischen Südwestwinden. zur Flugblattverbreitung. 8 Uhr abends und Sonntag frith von 8-9 Uhr Flugblätter abholen bei Arabt, Rantstr. 51. Für Deutschland: H Eleganter Velour de GaineMantel in mehreren Farben mit breitem Biberettkragen 42: Mark HERBSTMODEN Wir zeigen ab Sonnabend, den 13. 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Daß jeder Verwaltungs: ftimmen, daß ein geringerer Betrag als 2 Broz. für die BeDie noch immer sehr hohen Zahlen der Erwerbslofen lassen ausschuß bestrebt sein wird, die zu erhebenden Beträge möglichst den Ausbau der Erwerbslosenfürsorge als dringende Pflicht niedrig zu halten, bedarf faum einer Erwähnung. Es wird erscheinen.. sich also das Bild ergeben, daß in dem günstig gestellten Kreis Nachdem durch Erlaß des Ministers für Volkswohlfahrt weniger als 3 Broz. erhoben werden, während in dem Nachbarvom 18. August 1924 die Einrichtung der engeren und weiteren freis dauernd 3 Broz erhoben werden müssen, weil einmal der Gefahrengemeinschaft bei Provinz und Land angeordnet ist, Bedarf größer oder das Aufkommen geringer ist und zum ist im Grunde genommen da s 3ielder Arbeitslofen anderen die Ausgleichskaffen nur zahlen, wenn mindestens versicherung erreicht. Es müssen jetzt die an drei 2 Wochen lang die höchsten Sätze, also 3 Broz. erhoben worden Stellen befindlichen bzw. noch anzusammelnden Geldbeträge sind. Dem Arbeiten mit eigenen Mitteln, als das man die für die Erwerbslosenfürsorge aufgebraucht sein, ehe Reich und Ueberlassung der 2 Broz. an die Arbeitsämter bezeichnen fann, Staat Zuschüsse leisten. Sehr leicht wird dieser Fall nicht ein- und die sparsames haushälterisches Berwalten bezwecken, steht treten. Es liegt nahe, zu sagen, man möge jetzt vollständige der Nachteil der verschiedenen Brozentfäße Arbeit machen und die Erwerbslosenfürsorge genannte Arbeits- in benachbarten Gebieten gegenüber. Den Knappschaftstassen, lofenversicherung als solche bezeichnen und be Post-, Bahn- usw. Kaffen entstehen für die Erhebung der Bei handeln, weil dann viel Merger und Anstoß in der Bragis träge ungeheure technische Schwierigkeiten bei vermieden würde. Erhebung derfelben. Da diese Kaffen sich manchmal über eine größere Anzahl Kreise bzw. Arbeitsämter erstrecken, wird es nicht zu vermeiden sein, daß verschiedene Beiträge erhoben werden sollen, im schlimmsten soviel verschiedene Prozentläge als Arbeitsämter im Bezirk der Kasse in Frage tommen. Da durch wird natürlich die Ablieferung der Beiträge derfelben an die Arbeitsämter der Wohnorte der Arbeitnehmer, was eigentlich das Sinngemäße ist, wieder ungeheuer erschwert. Die Ausgleichskaffe der Provinz befindet sich an einem Ort der Provinz. Entscheiden über Zuschußanträge aber soll der Regierungspräsident. Auch dies bedeutet eine Erschwerung in der Erledigung der Anträge auf Gewährung von Zuschüssen. Der Sachbearbeiter bei der Regierung entscheidet als Einzelperson, ob Geldmittel bewilligt werden sollen oder nicht. Dabei handelt es sich nicht etwa um öffentliche Mittel, sondern um solche der Arbeitgeber und nehmer. W Es ist sicherlich technisch durchzuführen, in ähnlicher Weise wie bei der Invalidenversicherung oder sogar in Anlehnung an dieselbe die Frage der Beitragspflicht für Arbeitgeber und-nehmer zu regeln. Dieser Beitragspflicht müßte auf der anderen Seite das Recht auf die Fürsorge gegenüberstehen ohne Einschränfung, wie sie z. B. durch den dehnbaren Begriff Kriegsfolge" und den ebenso dehnbaren Begriff Bedürftigkeit" jezt hervorgerufen werden. Das Ziel der Gefahrengemeinschaften ist legten Endes das: Reich und Staat möglichst von Zuschüssen frei zu halten, und Das scheint in größtmöglichem Umfang bereits gelungen zu fein. Die Ausgleichstaffen fönnten nach und nach finanziell so aufgebaut werden, daß sie auch den stärksten Konjunktur schwankungen gegenüber ausreichend zahlungsfähig bleiben würden. Wenn also öffentliche Mittel nicht mehr oder doch nur in Ausnahmefällen gezahlt werden, entfällt m. E. die rechtliche und moralische Borauslegung, die Zahlung der Erwerbslosenunterstützung von irgendwelchen Bedingungen abhängig zu machen. Es ist ein auf die Dauer unhaltbarer Zustand, daß man auf der einen Seite den Arbeitnehmer und mit ihm seinen Arbeitgeber zwingt, Beiträge zu leisten, und auf der anderen Seite in bestimmten Fällen Erwerbslofen unterstützung nicht zahlen läßt. Es fommen in Frage die Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren, manche Ausländer und alle diejenigen, die jetzt wegen der Auslegung der Begriffe Kriegsfolge" und Bedürftigkeit" Erwerbslosenunterstützung nicht erhalten. Es entspräche nur einem Gebot der Billigkeit und Gerechtigkeit, daß dieser Zustand möglichst bald beseitigt wird. Abgesehen davon, daß es dem Erwerbs lofen einfach unverständlich ist, daß er feine Unterstüßung erhalten soll, trotzdem er Beiträge geleistet hat, bieten gerade die Begriffe Kriegsfolge" und Bedürftigkeit" dauernd Anlaß zu vielen Klagen und Beschwerden. Bei wohlwollender Auslegung der Kriegsfolge fällt es einem Verteidiger dieses Standpunttes nicht schwer, zu beweisen, daß alle und jede Urbeitslosigkeit und die dadurch bedingte Hilfsbedürftigkeit, im großen Zusammenhang gefehen, eine Kriegsfolge ist. Unser ganzes wirtschaftliches Elend, mit allen seinen Erscheinungen, ift eine Kriegsfolge. Selbst der Arbeiter, der wegen irgendwelcher Differenzen selbst die Arbeit aufgibt, oder dem sie aus diesem Grunde gekündigt wird, fann beweisen, daß seine durch die Entlassung eingetretene bedürftige Lage eine Kriegsfolge ist. In normalen Zeiten hätte er von den während der Arbeitszeit gemachten Ersparniffen eine Zeitlang leben tönnen, bis er wieder Arbeit hatte. Es ist eine Kriegsfolge, daß dies die Löhne heute nicht zulassen und daß er andererseits nicht bald wieder Arbeit erhält. Der Saisonarbeiter, wie Maurer, Zimmermann usw., mußte auch im Frieden während des Winters aussehen und von seinen Ersparnissen leben bzw. einer " Abschließend fann gesagt werden, daß die jetzt eingeführten Gefahrengemeinschaften des Ausbaues be dürftig sind. Mit Rücksicht darauf, daß die Erwerbslosenfürsorge früher oder später doch in der Arbeitslosenversicherung auslaufen muß, dürfte es sich empfehlen, solange die Arbeitslosenversiche rung noch nicht selbständig ist, den Bedarf an Geldmitteln für die Erwerbslosenfürsorge nicht mit den sonstigen tommunalen Bedürfnissen zufammen zu bringen, sondern möglichst auf einen Ausbau im Sinne des bringen, sondern möglichst auf einen Ausbau im Sinne des eingangs Gesagten als einem Organ der Selbsthilfe eingangs Gesagten als einem Org an der Selbsthilfe bestrebt zu sein. Die Erfahrung mit Hauszinssteuer und Fürforgepflicht zeigen zur Genüge, daß die Kreise bei solchen Regelungen am schlechtesten wegkommen. Die Erhebung der Beiträge etwa durch die Gemeinde würde an den Provinz- und Landesgrenzen, die teilmeise mit der Kreisgrenze zusammen fallen, besonders für die ländlichen Gemeinden mit ihren nebenamtlichen Gemeindevorstehern und Steuererhebern, bei der jezigen Organisation der Gefahrengemeinschaft und Beitrags erhebung faum zufriedenstellend ausfallen. = Sonnabend, 13. September 1924 derfreunde, die nach seiner Meinung am besten im Rahmen der Arbeiterwohlfahrt tätig sein sollten. Dagegen wendet sich die Genoffin Bohm Schuch in überzeugenden Ausführungen, in denen fie zeigt, wie notwendig es ist, daß der Forderung der Kinderfreunde Die Arbeiterwohlfahrt fönne nicht zentralistisch aufgezogen werden. feine Hemmichuhe angelegt werden. Genoffe Ludwig vom Barteivorstand gibt auf Anfrage Auskunft über Organisationsangelegenheiten. Darum warnt er vor einem Beschluß, regelmäßig Beiträge von den mitgliedern in ganz Deutschland zu erheben. Ein eigenes Organ fei nicht zu empfehlen. Gegen eine organisch eingefügte Beilage zur Gemeinde" oder„ Genoffin" sei vom finanziellen Standpunkt aus nichts einzuwenden. Zum Schluß betont Genoffin Juchacz, daß die Arbeiter□ ohlfahrt nichts gegen die Gründung der Kinderfreunde- Ausschüffe einzuwenden hat. Die Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen find organisch gewachsen, mögen die Kinderfreunde auch an Beteiligung zunehmen. Eine Borſchrift zur Gründung von Orisausschüssen ist nicht gegeben. In der Versammlung herrscht ein einmütiger Geist, der sich besonders dadurch zu erkennen gibt, daß die eingegangenen Anträge nicht zur Abstimmung kommen, sondern dem Hauptausiuß zur wohlwollenden Beratung und Erledigung überwiesen merden. Der Hauptausschuß foll gehalten sein, aus jedem Bezirk je eine: Bertreter bei der endgültigen Behandlung dieser Anträge zu einer Berjamunfuna hinzuziehen. Ein beifällig aufgenommener Bortrag 2rbeit im befesten Gebiet Zum Schluß sprach Genoffin des Landesrats Hans Eingen der Düsseldorf behandelte die edwig Badenheim Berlin über die Echulung für die Bohlfahrtsarbeit. Am Sonnabend begint die öffentliche Tagung, in der Vorträge über Sonderfragen vorgesehen find. # Wirtschaft Der Reichsindex für die Lebenshaltung. 1,11 28. ( 1913/ 14= 1) 13. März 17. 9. April • 1,06| 14. Mai. 1,16 9. Jufi. • 1,19 1,07 21. 1,15 16. 1,15 1,13 23. 1,16 1,13 18. Juni. 1,12 30. 1,14 1,14 25. 1,11 3. September 1,17 10. 1,15 " 1,16 23. 30. 7. Mai 1,15 2. Juli Steigerung gegen die Vorwoche 0,9 Proz. Staatsbürgschaften zur Förderung der Ansiedlung. Das preußische Staatsministerium gab fürzlich gemäß Artikel 55 der Berfassung den Entwurf einer Berordnung über Staatsbürgschaften zur Förderung der Ansiedlung heraus, dem vom Ständigen Ausschuß des Landtags mit einer unwefentlichen Alenderung zugestimmt wurde. Aus dem für das Siedlungs. problem außerordentlich wichtigen Entwurf teilt der Amtliche PreuBiche Pressedienst folgendes mit: Zur Förderung der Schaffung neuer Ansiedlungen im Sinne des § 1 des Reichsfiedlungsgeleges vom 11. August 1919 und zwar §1 deutschen Ansieder darf namens des Staates die Bürgschaft für im wesentlichen für die aus den abgetretenen Gebieten vertriebenen die Berzinsung und Tilgung von Darlehen übernommen werden, die von anderer Geite an gemeinnüßige Ciedlungsunternehmen ge mährt werden. Die Gesamthöhe der zu verbürgenden Kapitalbeträge darf 25 Millionen Goldmart nicht übersteigen. Die Darlehon fönnen außer auf Goldmart auch auf den omtlich festgestellten oder festgesetzten Breis einer bestimmten Menge von Roggen, Weizen oder Feingold lauten. Für die Unred nung auf die Gesamthöhe der zu verbürgenden Kapitalbeträge iſt der Goldmartmert der Kapitalschuld am Tage der Bürgschaftsübernahme maßgebend. Ferner ist eine Aenderung in der Organisation dahin er forderlich, daß innerhalb jeder engeren Gefahrengemeinschaft eine Stelle bestimmt wird, die die Beiträge für die ganze Provinz festießt, um zu erreichen, daß die Beifräge innerhalb eines möglichst großen Gebietes gleichmäßig sind. Die Vorteile der Selbstfestlegung innerhalb jeden Ar beitsamtes miegen die Nachteile der verschiedenen Prozentfäße in benachbarten Gebieten und den Kaffen gegenüber nicht auf. hypothef auf der Ansiedlerſtelle zu sichern. Bis zum Uebergange Das verbürgte Darlehen ist durch Eintragung einer Notwendig ist endlich, statt des Regierungspräsidenten des Eigentums an der Ansiedlerftelle auf ben Ansiedler genügt die eine Stelle am Sitz der Provinzausgleichstaffe, vielleicht die im Eintragung einer Sicherungshypothet auf den Grundbefiz vorhergehenden Absatz bezeichnete Stelle oder den Verwaltes gemeinnügigen Siedlungsinternehmens. Die Höhe des vertungsausschuß des Landesarbeitsamtes darüber entscheiden zu kürgren Darlehens muß innerhalb der für die Rentenbankrente bei laffen, ob Zuschüsse geleistet werden sollen oder nicht. Rentengütern zuläffigen Sicherungsgrenze liegen. Nebenbeschäftigung nachgehen. Man kann es doch nur als Reichskonferenz der Arbeiterwohlfahrt. Kriegsfolge bezeichnen, daß beide Möglichkeiten jetzt fehlen. Ein weiterer Grund für die Richtzahlung der Erwerbslofenunterstützung ist es, wenn Bedürftigteit nicht vorliegt. Für alle Fälle passende Auslegungen des Begriffs find nicht zu geben, und so ist auch hier wieder die Gewährung der Erwerbslofenunterstügung von der Auffassung der einzelnen die Erwerbslosenunterstügung bewilligenden Arbeitsämter abhängig, mindestens also in jedem Kreis verschieden. So wurde 3. B. von einem Revisor des Wohlfahrtsministers der Befih eines fleinen häuschens zum Anlaß genommen, die Erwerbslofenunterstügung zu streichen. Dabei ist es meistens so, daß ein Hausbefizer heute teurer wohnt als ein Mieter, der die Miete nach den Bestimmungen des Reichsmietengefeges zahlt. Weiter fann ein 30jähriger unverheirateter Arbeiter Erwerbslosenunterstügung nicht erhalten, wenn der Vater, in deffen Haushalt er lebt, als Fabritarbeiter ein fümmerliches Austommen hat. Bon welchem Einkommensbetrag ab foll man bei den verschiedenen Familienverhältnissen Bedürftigkeit annehmen? Aus der Braris ließen sich diese Beispiele nach Belieben vermehren. Eine grundlegende Befferung ist nur möglich, wenn der Beitragspflicht das Recht auf Bezug der Er werbslosenunterstügung gegenüber gestellt wird. Falls man dies nicht will, müßten alle die Bersonen, die nach Lage der jezigen Verhältnisse Erwerbslosenunter stügung nicht erhalten sollen, auch von der Beitragspflicht befreit werden. = Die Aufbringung der Mittel für die Erwerbslosenfürsorge mit den sonstigen finanziellen Angelegenheiten der Gemeinden in Verbindung zu bringen, erscheint nicht angebracht. Ebenso wird sich die Einziehung der Beiträge für die Erwerbslosenfürsorge durch die Gemeinden nicht oder nur mit großen Unzuträglichkeiten ermöglichen laffen. So bedeutet die Einführung der Gefahrengemeinschaften über Pro vinz und Staat in Verbindung mit der Festlegung der Höchstbeiträge durch das Landesarbeitsamt Bran denburg für die Arbeitsämter im Regierungsbezirk Merjeburg, für den bisher eine Gefahrengemeinschaft innerhalb des Regierungsbezirkes bestand, eine Verschlechterung des bisherigen Zustandes. Bisher waren im ganzen Regierungsbezirk die gleichen Beiträge zu zahlen, jetzt wird vermutlich jeber reiseinen anderen Sag erheben, je nachdem jeber reiseinen anderen Satz erheben, je nachdem wie groß die Zahl der Erwerbslosen ist oder ob er zufällig eine große Raffe innerhalb seines Bezirks hat oder nicht. Kreise, die etwa zu mehreren Arbeitsämtern gehören, tönnen so viele Brozentjäze haben, als Arbeitsämter beteiligt sind. Von den Eröffnungssigung in Hannover. Hannover, 12. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Reich s fonferenz der Arbeitermahlfahrt wurde am Freitag morgen im Beethovenfaat der hannoverschen Stadthalle eröffnet. An wesend find ungefähr 260 Delegierte und 50 Göfte aus allen Teilen Deutschlands. Aus diesen Zahlen ist schon die umfangreiche und intensive Arbeit dieser Selbsthilfe- Organisation zu erfehen. Ueber 24 000 Selferinnen und Helfer wirken in Deutschland für die Arbeiterwohlfahrt, getreu den Worten, die in dem festlich geschmüdter Tagungsfaal oberhalb der Vorstandstribüne als Motto angebracht find:" Durch Wechselbeistand fann auch Not die Not vertreiben." Juchacz Berlin und Feldmann Hannover. Die Berhaid Zu Borsitzenden werden zu Beginn gewählt die Genoffinnen fungen tragen am ersten Tage internen Charakter und beschäftigen fich mit der eigentlichen Organisation der praktischen Arbeit und der Schulung für die Wohlfahrtsarbeit. Als erste Rednerin spricht die Genoffin Juch a cz über die Dr. ganisation. Aus ihrem Vortrage ist zu ersehen, daß die Tätigkeit der Arbeiterwohlfahrt seit Oftober 1921 eine bedeutende Berbreitung und Bertiefung erfahren hat. Zwei Jahre sind im Leben einer Vereinigung nur eine furze Zeit. Aber es ist vorwärtsgegangen. Wenn nicht die große Not der Kinder und Erwachsenen infolge des Krieges und der Infiation gewesen wäre, hätte eine solche Tagung wie diese einen starten theoretischen Einschlag. Die Not hat uns am Theoretisieren gehindert und zur praktischen Tätigkeit gezwungen. Die in Görlig befchloffenen Richtlinien find so beweglich, daß sie den einzelnen Ausschüssen und Gemeinschaften im Lande alles erlaubten und nichts verboten haben. Das war gut. Nur eine starke Bindung war vorhanden und bleibt hoffentlich auch in Bufunft, nämlich die, daß zu den ausführenden Arbeiten nur mit glieder der Partei zugezogen werden. Das steht nicht in Das steht nicht in den Richtlinien, aber wir haben es überall durchgeführt. Die Träger Die Objekte unserer Organisation find Sozialdemokraten. unserer Tätigkeit brauchen feine Sozialdemokraten zu sein. Ihnen gegenüber wird die weitestgehende Toleranz geübt, die unbestreitbar weitergehend ist als auf katholischer und evangelischer Seite. Benn zunächst die amtliche Wohlfahrtspflege der Rahmen war, in dem gearbeitet wurde, hat später die Selbsthilfe der Arbeiterschaft in der Lätigkeit überall einen sehr breiten Rahmen eingenommen. Das ist zugunsten der Organisation gefchehen, ebenso wie es zweckmäßig war, daß Bezirksausschüsse gebildet wurden, zwifchenglieder, die die Arbeit erleichterten. Als zweite Referentin sprach Genoffin Johanna bjenmann Berlin über die Erfahrungen in der praktischen Arbeit. Ueber biele beiden Referate wurde in der Diskussion ausführlich gesprochen. Es wurde bedauert, daß nur ein Tag zu internen Verhandlungen vorgesehen ist. Das Bedürfnis zur Aussprache ist, wie die Borimeldungen zeigen, außerordentlich rege. Ein jächsischer Delegierter wendet sich gegen die angeblichen Sonderorganisationen der Kins Zur Deckung der dem Staate aus der Bürgschaftsübernahme ezwachsenden Verpflichtungen ist vom Rechnungsjahr 1925 ab jährlich ein angemessener Betrag in den Staatshaushaltsplan einzustellen. Aus der umfangreichen Begründung sei folgendes mil geteilt: v Den Anlaß zu der Berordnung gab einmal die Notwendigkeit, die Bieberanfäffigmachung der von den Polen vertriebenen Anfiebler mit größtmöglicher Besch unigung durchzuführen, fodann die durch die Geldentwertung verichuldete Unmöglichkeit, die landwirtschaftliche Siedlung auf dem früher üb. lichen Wege der Beleihung durch die bestehenden Rentenbanken zu finanzieren, Daß die Eeßhaftmachung der Flüchtlinge von der preußischen Staatsregierung mit allen Kräften gefördert werden soll, hat der Reich den Flüchtlingen bewilligt Berdrängungsentschädigung genügt Preußische Landtag in mehreren Befchlüssen ausgesprochen. Die vom nicht, um die Kesten einer auch nur notdürftig mit Gebäuden und Inventar ausgestatteten Giedlerftelle zu decken. Die gemeinnügigen Siedlungsgesellschaften waren genötigt, ihr eigenes Betriebsfapital in den Kosten für Aufbau und Ausstattung der Ansiedlerstellen in weitem Umfange festzulegen und fich überdies mit brüdenden Zantschulden zu belasten. illiquide geworden und nicht mehr imstande, ihre Siedlungstätigfeit außer mit ganz fapitalftarten Bewerbern, zu denen die Flüchtlingsfiedler nicht gehören, fortzusetzen. Vor der Vernichtung unserer Währung durch die Inflation waren für die Siedlungen in Breußen die Rentenbanten die Finanzierungsinstitute. Die Möolichkeit, die bäuerliche Ansiedlerstelle bis zu 4, ja bis zu o ihres Tarwertes mit Rentenbankgeldern zu beleiben, befreite die Siedlungsgesellschaften von dem 3wange, eigenes Geld auf den Siedlerstellen fichen zu lassen. Es ift beabsichtigt, demnächst dem Landtage eine Borloge zu machen, die diefen Beg in einer den Zeitverhältnissen angepakten Form wieder eröffnen foll. In Aufnahme des dem Bürgschaftssiche= rungsgefe zugrunde liegenden Gebantens soll mit dieser Berordnung versucht werden, zweitstellige hypotheten von pri vater Seite dadurch zu gewinnen, daß der Staat für die Verzinfung und Tilgung diefer Darlehen die Bürgschaft übernimmt. Bei Berharidlungen mit einem privoten Beleihungsinstitut hat sich dieses bereit erklärt, eine zweitstellige Beleihung auf Roggenbasis zu bewirken und das Geld durch Ausgabe von Kommunalobligationen zu beschaffen, falls der Staat für die Hypotheken die Bürgschaft übernimint. Auch andere Kreditinstitute und sonstige private Geldgeber fönnten in Frage kommen. Die Bürgschaft foll für wertbeständige npothefen jeder Art übernommen merden. Um die für die Staatstaffe entstehende finanzielle Verpflichtung im Höchstmaße zu begrenzen, ist die Gefamifumme der zu verbürgenden Hypotheken auf 25 millionen Goldmark feftgelegt. Diefer Betrag wird genügen, um die Flüchtingsfiedlung, fordeit fie noch nicht finanziert ist, durchzuführen, bis die beabsichtigte Umstellung der staatlichen Rentenbanken erfolgt ist. Die zu dieser Berordnung ergangenen Ausführungsvor schriften des preußischen Landwirtschaftsministers befagen u. a.: Um erststelligen Dauerkredit für Siedlungen zu beschaffen, ge-| Durchführung des Planes würde nicht nur für das Gewerbe teine rügt die bereits bestehende Gesetzgebung. Insbesondere ist die| wirtschaftlichen Vorteile bringen, sondern müßte zu einer Quelle Roggenrentenbant.- G. in Berlin als das für die Beschwerster sozialer Konflikte werden, da sie für die feihung von Siedlungen zurzeit hauptsächlich in Betracht kommende Bantangestelltenschaft einen unerträglichen Rückschritt bedeutet. Man Kreditinstitut in der Lage, erſtſtelligen Realkredit zu gewähren. darf erwarten, daß dieser Protest auf die Entschließung des Börsen. Dagegen fehlt es an der gesetzlichen Möglichkeit, darüber hinaus Kredit in einem Ausmaß zu gewähren, wie ihn die Rentenbanken vorstandes nicht ohne Einfluß bleiben wird. euf Grund der Borschriften der Rentengutsgefeße zur Verfügung ftellten. Diese Lüde soll durch die Notverordnung geschlossen werden. Mit der Ausführung der Verordnung werden die Landes. fulturbehörden beauftragt. Der Bandeskulturamtspräsident bat bei Antrag auf Uebernahme einer Staatsbürgschaft für ein beftimmtes Siedlungsvorhaben auf dem schnellsten und einfachsten Wege prüfen zu loffen, ob das Objekt zur Siedlung geeignet ist, welchen Wert es hat und in welcher Höhe die Staatsbürgschaft unbedenklich übernommen werden fann. Gibt hiernach der Antrag in fachlicher wie in personeller Beziehung feinen Anlaß zu Bedenken und werden die hypothefarischen Eintragungen im Grundbuch sicher. gestellt, so ist der Landeskulturamtspräsident ermächtigt, namens des Staates die Uebernahme der Bürgschaft für rechtsverbindlich .zu erflären. Gegen die Auflösung des Kohlensyndikats. Die Arbeiter und Angestelltengruppen der Arbeitsfammer für den Kohlenbergbau des Ruhrgebiets hat folgende Entschließung einstimmig angenommen: " Die Gruppe der Arbeitnehmer( Arbeiter und Angestellte) der Arbeitskammer für den Kohlenbergbau des Ruhrgebietes ersucht die Reichsregierung, auf Grund des Kohlenwirtschaftsgefehes sofort Borkehrungen zu treffen, die eine Stillegung weiterer Ruhrzcchen verhindern und weiter die Zechenbefizer zu verpflichten, bereits stillgelegte Gruben wieder in Betrieb zu setzen, soweit die Belange der Belegschaften und der ortsansässigen Bevölkerung die Wiederinbetriebnahme folcher Gruben erheischen und soweit solche Bergwerke nur die porläufige und nicht als dauernde Verluftbetriebe zu betrachten sind. Im Interesse des Bergbaues ist es weiter dringend nötig, daß das Kohlensyndi. fat weiter bestehen bleibt. Die Gruppen der Arbeiter und Angestellten ersuchen, alsbald Maßnahmen zu treffen, um, wenn nötig, zur zwangsmeisen Syndikatsbildung zu schreiten." Sonnabendbörse in Berlin? An der Berliner Börse sind Bestrebungen im Gange, im Gegensatz zu der bisherigen lebung, auch am Sonnabend eine Effektenbörse abbalten zu lassen. Dieser Plan stößt auf starten Widerstand der Bankbeamtenorganisationen. So teilt der Allgemeine Verband der deutschen Bantangestellten mit: Gegen den gegenwärtig zur Erörterung stehenden Plan, an onn abenben den Börsenvollverfehr wieder aufzunehmen, hat der Zentralvorstand des Allgemeinen Verbandes der Deutschen Bantangestellten dem Berliner Börsenvorstand gegenüber schärften Brotest erhoben. Die Prüfung dieser Frage durch die Verbandsinstanzen hat ergeben, daß eine wirtschaftliche Notwendigkeit für die Nenderung des gegenwärtigen Zustandes verneint werden müsse. Die Kleines Th. Täglich 8 Uhr: Theater, Lichtspiele USW. Der Teutelsadvokat Eine Casanovakom Staats- Theater Lessing- Theater mit Ferdin. Bonn Opernhaus Täglich 8 Uhr: Gutschein bis 14.9. 1-4 Personen : Ein Maskenball Die große Reyue: 50% Ermäßigung Opernhaus am Königsplatz 7 Uhr: TOSCA Wien gib acht Residenz- Th. Schauspielhaus Ueb.150Mitwirkende 7: König Nicolo Karten 2-16 Mark Dir.: Fel. Meinhardt Tägl. 72 Uhr: Die vier Schiller Theater Kasse den ganzen Tag geöffnet Schlaumeler 72 Uhr: Candida Trianon- Th. Masik von Walter W. Goetze Volksbühne 7 Uhr: Don Carlos Tägl. 8 Uhr: Deutsch. Theater Erika Gläßner 8 Uhr: Sumurun Kammerspiele 8 Uhr: Der Kreis Theater i. d. Königgrätzer Str. Täglich 8 Uhr; Tans Sonnenstoßers Höllenfahrt Komödienhaus Täglich 8 Uhr: Mein Vetter Eduard Berliner Theater Tägl. 7.30: Der süße Kavalier Th. a. Nollendorfpl. Gösta Berlins 7.25 Uhr: I. Teil 9.15 11. in „ Sie" Komödie v. Reicke Oskar Sabo, Betty Feiner, Karl Wallauer 7 Central- Th. 7/2 Alte Jakobstr. 32 Dir.: Hans Felix Erich Kaiser- Tietz G'wissenswarm Rudolf Lettinger Theater GM Hottbusser Tor Täglich 8 Uhr u. Karl Etlinger, Reb. Müller, G. Bäck, Sauter- Sario, St. Lutz Sonnabend 3 Uhr: Iphigenie Sonnt nachm. 30. Neues Theat. am Zoo EliteSänger Täglich 8 Uhr: Gastspiel Adolf Philipp Die Reise Fabelhaftes nach Amerika September 3 Bilder aus dem Leben des Frogramm! Deutsch- Amerikaners SCALA RIESEN- CIRCUS 8 Uhr: Internat.Varieté Sonntag 3,30 zu halben Preis. das volie Programm Th.i.Admiralspalast Täglich 84 Uhr: die große Revue KRONE Schönhauser Allee • Hochbhf. Danziger Straße Tagl. abds,& Uhr. Sonnabend u. Sonntag a. 4 Uhr Gigantische Noch und Noch Circus 3 Mangen 3 Spiele in zugleicher Zeit!!! 85 Sensationen 85 Sig. 2 Varst. in erster Besetzg u. 8 Uhr ZOO ca.400 Tiere täglich ab 10 Uhr vorm. bis abends 7 Uhr geöffnet. Deutsch. Opernhaus Konzert: 2 kap. Rauhtiar fütterung 11 Uhr varm. 7 Uhr: Carmen Vorverkauf! Wertheim u. Circuskasson Intimes Th. 8 U. Lauf doch n. im. nackt herom Besuch im Bett etc. Metropol- Theater Letzte Tage 8 U.: Mascottchen Th. I. Kommand. Str. 8 Uhr: Nachm. Kinder unter 12 Jahren halbe Preise! Anilinfonzern- Rheinstahl. Die großen chemischen Fabrilen, bie im Anilintonzern vereinigt sind, haben jetzt einen Borstog in den Kohlenbergbau unternommen. Sie haben sich eine Attienminderheit bei den Rheinischen Stahlwerfen gesichert, die bekanntlich auch über die Ahrenbergschen Zechen verfügen. Der Attienbesig des Anilinkonzerns reicht aus, um auf Grund der Beteiligung im Sohlensyndikat den Anspruch eines besonderen Lieferungsfontingentes für den Selbstverbrauch erheben zu fönnen. Dadurch, daß der Anilintonzern diesen Anspruch erhob, ist die Transaktion bekannt geworden. Unter Lauchhammer Rheinmetall- Affiengesellschaft, Berlin. Unter vorstehender Firma wurde ein Unternehmen gegründet, das die bisherige Interessengemeinschaft zwischen den Eisen- und Maschinen bau- Abteilungen der Linke Sofmanu- 2aughammer. A.-G. und den Abteilungen für Hütten- und Bergwerksbau der Rheinischen Metallwaren- und Maschinenfabrik bertieft. Die Beziehungen des AEG.- Konzerns, zu dem LinkeHofmann- Lauchbammer gehört, und der Rheinmetall A.-G. werden erweitert. Das Arbeitsprogramm der neuen Firma, welche Zweig. niederlassungen in Düsseldorf, Riesa a. d. Elbe und in Lauchhammer ( Provinz Sa.) unterhält, betrifft Kranbau, Eisenhoch und Brüdenbau, Ofen- und Generatorenbau, ferner den Bau von Elektroöfen, Bergwerksanlagen, Zerkleinerungsmaschinen, Ausrüstungen für Säfen, Werften u. a. m. Durch Beteiligung an der Gröppel. Rheinmetall M.-G. in Bochum erstreckt sich der Geschäftstreis auch auf Kohlenaufbereitungsanlagen. | genommen, die jedoch Anfang dieses Jahres ihre Tätigkeit einstellte ohne je zur handelsgerichtlichen Eintragung ge langt zu sein. Die Anzeige behauptet nun, daß die Eintragung der Gesellschaft abfichtlich unterblieben sei, um Warenlieferanten au schädigen, und daß in die Gläubiger schädigender Weise über Werte der Elberfelder Gesellschaft rechtswidrig verfügt worden sei. Der Strafantrag soll von dem Württembergischen Gläubiger- Schutzverband in Stuttgart gestellt worden sein. Gegen die Berhaftung, die ohne vorherige Vernehmung erfolgt ist, ist Beschwerde eingelegt. Die Firma Gebrüder Barenholz in Nordhausen und Berlin hat, wie ausdrücklich festgestellt sei, mit dem ganzen Straffall nicht das geringste zu tun. und Die deutschen Handelskammern im Ausland. Wie der Deutsche Industrie und Handelstag mitteilt, hat der Aufbau der wirthaftlichen Vertretungen Deutschlands im Aus land bereits große Fortschritte gemacht. Wir besigen im Ausland folgende Handelskammern wirtschaftliche Vereinigungen: 1. Deutsche Handelskammer in der Schweiz, Zürich, Löwenftraße 25, 2. Deutsche Handelskammer für Spanien, Barcelona, Ronda Universidad 10, 3. Deutsch ungarische Handelskammer, Budapest IV, Szervita ter 3, 4. Deutsch italienische Handels. fammer, Mailand, Bia Goito 7, 5. Deutsche Wirtschaftstammer, Wien I, Elisabethstraße 9, 6. Deutsch finnischer Handelsfammerverein, Helsingfors, 7. Board of Trade für GermanAmerican Commerce, New York, 60 Broadway, Suite 507, 8. Deutsche Handelstammer, Buenos Aires, Cafilla Correo 516, Casilla 1411, 9. Deutsche Handelstammer, Valparaiso, 10. Deutsche Handelstammer in Uruguay, Montevideo, Cafilla 132, 11. Verband Deutsch- brasilianischer Firmen, Rio de Janeiro, Caica Postal 111, 12. Verband der Deutschen Firmen in Peru, Lima, Casilla 388, 13. Handelsausschuß des Berbandes Deutscher Reichsangehöriger in merito, D. F., Apartado Nr. 2594, 14. Deutsche Handelskammer für Kuba, Havana, Apartabo Nr. 1921, 15. Deutsche Handelskammer für Haiti, Port au Prince. Bertretung der Körperschaften unter Biffer 8-15 in Deutschland: Geschäftsstelle der deutschen Handelskammern in den latein- amerikanischen Ländern, Hamburg 11, Börse( Handelstammer, 3. Stod, Zimmer 221), 16. Deutsche Handelskammer in Tientsin( Anschrift: A. Münster- Schuly, i. Fa.: Carlowig u. Co.), 17. Deutsche Handelskammer für Shanghai, 18 Kiangte Road, 18. Deutsche Handelskammer in Ranton, 19. Deutsche Handelstammer in Santau, 20. Deutsche Bereinigung in Tsinanfu, 21. Deutsche Vereinigung in Tientsin, 22. Deutsche Vereinigung Deutsche Vereinigung in Harbin, 24. Deutsche Vereinigung in Tolio Votohama, 25. Deutscher Bund Batavia. Vertretung der Körperschaften unter Ziffer 16-25 in Deutschland: Ostasiatischer Verein Hamburg, Ferdinandftraße 56. Erhöhte Kreditgewährung der Reichsbant. Die Abkehr bon der Politit der Kreditbroffelungen geht deutlich aus dem Ausweis der Reichsbank vom 6. September hervor. Danach hat sich die gesamte Kapitalanlage in der ersten Septemberwoche weiter um 21.1 auf 2018,2 Golbmillionen erhöht. Jm einzelnen erweiterten sich die Markwechsel und Lombardbestände um 4,7 auf 828,8 Goldmillionen, die Rentenmarktredite um 16,6 auf 1113,8 Millionen Mentenmark. An Reichsbanknoten und Rentenbant. fcheinen sind nach Abwicklung des Ultimobedarfs insgesamt 54 Goldmillionen in die Kassen der Bank zurüdgefloffen, Tsingtau, 23. und zwar nahm der Umlauf an Banknoten um 16,2 auf 1375,6 Trillionen Mark, der Rentenmarfumlauf um 37,8 auf etwa 1830 Millionen Rentenmark ab. Die fremden Gelder vermehrten sich im ganzen um 93,9 auf 655,8 Goldmillionen Mart. Der Golb best and wurde weiter um 11,6 auf 528,1 Millionen Goldmart verstärkt. Aufsehenerregende Berhaffung eines Tegfilgroßlaufmanns. Ende der vorigen Woche ist der Mitinhaber der bekannten Tertilgroßhandlung Gebrüder Barenholz, Herr David Barenholz, auf Grund eines von der Staatsanwaltschaft Elberfeld beantragten Haftbefehls ganz plötzlich in Nordhausen verhaftet worden. Der Ronfektionär" erfährt hierzu, daß es sich bei dieser Verhaftung um eine Anzeige wegen Wergehens gegen die Kontursordnung handelt. Herr David B. hatte im vorigen Jahre in Elberfeld an der Gründung der Barenholz Tertil A.-G. teil Komische Oper Direktion: James Klein 8 Uhr Allabendlich 8 Uhr Die gewaltigste und größte Revue aller Zeiten: Das hat die Welt noch nicht geseh'n Gastspiel Kammersängar Leo Slezak über 250 Mitwirkende WALHALLA am Rosenthaler Tor 12 internationale Kunstkräfte Anf. 7 Uhr. Mäßige Preise! Vorverk, ab 11 Uhr ununterbrochen Im Tunnel: Gr. Sehenswürdigkeit 20 StimmungsKanonen Eintritt frei! Rennen zu Grunewald Hecht Mister Globetrotter Sonnabend, d. 13. Sept. Operette v.O.Urack Tribüne 8 Uhr: D. Gatted. Fräuleins Maak, Schroth, Kraus Wallner Theater Tägl. 18 Uhr: Uriel Acosta Dramatisch. Theater Chausseestr. 30/31 Tel. Norden 10160/61 Täguch 7 Uhr: Komödie um Rosa v. F. A. Angermayer Rose- Theater 8 Uhr: Meine Braut Deine Braut nachm. 2 Uhr Tabakwarengroßhandlung Zigarren, Zigaretten, Tabak billig Lindenstr. 81 WIEN BERUN Wi Jaterstr.63 AMFANG 8 Uhr Interessantestes Unterhaltungs- Varieté BINTRITT FREI Gr. September- Programm Große Bierabteilung! Täglich: 4- UHR- TEE bei freiem Eintritt mit dem großen Programm. Befferung der dänischen Krone. In den legten Tagen hat fich die dänische Krone start verbessert. So ist z. B. der Sterling von seinem höchsten Sturs im vorigen Monat um 2,10 Kronen ge fallen. Grund hierfür ist die günstige Handelsbilanz für Juli, die einen Import und Export mit 177 Millionen Kronen aufweist, und Gerüchte, daß für August ebenfalls eine günstige Bilanz erzielt worden set. Auch die Krediteinschränkung. die die sozialdemokratische Regierung angeordnet hat, wirkt au gunsten der Krone. Wieweit Börsengerüchte über eine neue Valutaanleihe eine Rolle auf das Verhalten der Börse zur Krone ausüben, ist unbestimmt. Taubenstr. URANIA 48-49 Untergrundbahnhof Kalserhof Vom 14. bis 21. September, 7 Uhr abends am 20. u. 21. Sept., 5 Uhr nachm. u. 7 Uhr abends FILM- VORTRAG Obering. DREYER SÜDAMERIKA Brasilien 1. Akt. Bremerhaven- Nordsee- Die Inseln des ewigen Frühlings- Bordleben. 2. Akt. Die Aequatortaufe nach Seemannsbrauch. Seemannshumor. Fernando Noronha, die Verbrecherinsel. Pernambuco n. seine Ureinwohner. 3. Akt. Rio de Janeiro, die schönste Stadt der Welt, Filmaufnahmen vom Flugzeug aus. Im botanischen Garten. Das Schlangeninstitut Butantan mit 2000 Giftschlangen. 4. Akt. Das Revolutionsgebiet Santos und Sao Paulo im Film. 3. Akt. Die wirtschaftliche Bedeutung Brasiliens und Reisen im Binnenlande. Die Kolonisation von der Hütte des Ureinwohners bis zur Dorf- und Stadtgemeinde. Die Auslandsdeutschen. Vorverkauf: Theaterkasse und Wertheim Eintritt 0.50 bis 5.- Mark im Theater Große Volksoper des Westens 7 Uhr: Carmen( Gastdirigent:) 71, 99 Leo Blech URANIA 66 TaubenStraße 48/49 Im Theater am 13. u. 14. Septbr., um 6 und 9 Uhr, am 15. u. 16. Septbr. um 9 Uhr; am 19.. 20. u. 21. Septbr. um 9 Uhr: Alt- Berlin II. Teil Aus der guten alten Zeit Vortr.: Dr.v Leszel, Direkt.d.Urania Heitere Gesangs- u. Coupleteinlagen Einakter: Die Hochzeitsreise Vorverk.: Wertheim, Uraniakasse v. 10-1 a. 4 Uhr ab LUNAPARK Heute LetztesKinderfest Sommers Abschled Eintrittspreise 2 Kapellen Kinder 50 Pf. Erwachsene 1 Mk. Peuerwerk Kinder- Preisspiele Große Kinder- Tombola mit vielen wertvollen Gewinnen Hauptgewinn: ein Ponygespann mit viersitzigem Break Kinderfahrrad, Kinderauto, Puppen, Pferde, Spielzeug u. nützliche Sachen Jedes Los nur 50 Pig Beginn d. Kinderfestes 3/ U. nachm. Berliner Konzerthaus Mauerstraße 82 Mauerstraße 82 Täglich nachmittags: Vier- Uhr- Kaffee Dienstag Donnerstag Sonnabend- Sonntag: • Gesellschaftsabend- Tanz 18 Uhr Thalia- Th.| Verh. Junggesellen Musik von Nelson Casino- Theater Täglich 8 Uhr: Das erstkl. bunte Progr. Zum Schluss: Der Eröffn.- Schlag. Maß Liebe schön sein! Komödle in 4 Aufz. Volkstüml. Preise WINOBRIEN Winstons tauch. Seelöwen u. tauch.Nymphen sowie der Sept.- Spielplan! Rauchen gestattet am Rosen Walhalla thaler Ter Großes Internationales Varieté- Programm Anf. 7 Uhr. Mäßige Preise Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung! Achtung! Arbeitslose und kranke Mitglieder! Laut Beschluß des Borstandes wird nom 28. September die Unterstugung für arbeitslofe und frante Mitglieder wieder eingeführt. Da als eriter Bezugstag ber 6. Ottober feftgefekt ist, muß jebes bezugs berechtigte Mitglieb eine Wartezeit von 6 Tagen durchmachen. Für die bereits Reichshallen-Theater arbeitslos oder trant fich befindenben Mitglieder ist die Wartezeit vom 28. Geptember bis 4. Ottober. Wieder täglich: Stettiner Sänger Die Meldungen für den Bezug ber Unterstügung werden bereits vom 15. Gep tember ab im Berbandshause( großer Gaal part.), Linienstraße 83/85, entgegenAnfang 8Uhr Dönhoff- Brettl beendigt sein. Spätere Meldungen werden genommen und müssen am 29. September ( Reichsballen- Saal und Garten vom Tage der Meldung an gerechnet. Gr. Spezial.- Progr. Ueber 6 Wochen darf kein Mitglied Anf.7%, Sonnt.5%/ U. mit seinen Beiträgen restieren. Dezimalwagen unges Mitgliedsbuches und ber Tafelwag., Gewichte, Die Meldungen erfolgen unter BorStempelfarte, welche ordnungsgemäß ge itempelt fein muß. Krante legen den Rrantenschein vor. Bau-, Geldschrank- und Möbelschlosser! Montag, den 15, September, nachmittags 5 Uhr, in den„ SophienSälen", Sophienste. 17/18: Billigste Pruise. Großes Lager Branchenversammlung Georg Wagner. Tagesordnung: 1. Bericht von Köpenicker Str. 71 den Lohnverhandlungen. 2. Stellung nahme dazu. Kein Ladengeschäft Keine SchaufensterBei der Wichtigkeit der Tagesordnung Reklame, dafür we- mus feber im Deutschen Metaltarbeiter sentl.billigerePreise Berband organisierte Kollege anwesend sein. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Neue Achtung! Kronenbetriebe Achtung! Haare Dienstag, ben 16. September, nachmittags 4, hr, im Cotal Reichenmachen schon wieber berger Hof, Reichenberger Str. 147: Reichel's Haartraft wafer Intraft Versammlung mirit Bumber nach Bmaligem Einreiben aller kollegen und Kolleginnen der So lauten viele An- Betriebe, deren Inhaber Mitglieder erkennungen. D. 2,75 und M 4.75. In Dro- des Verbandes der Fabrikanten funftgerien, fonit bei Otto gewerblicher Beleuchtungskörper find. Reichel, Berlin 43 Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. SO, Eisenbahnstr. 4. Die Ortsverwaltung. Feuersozietät für die Provinz Brandenburg Amtliche Anstalt( Seit zwei Jahrhunderten bestehend) Hausrat- Feuerversicherung mure 40 Pfennig für 1000 Goldmart Bersicherungssumme für Berficherung i. maffiv. Gebäuden ohne Gewerbe in Berlin Versicherungssteuer eingerechnet! Reine Ausfertigungsgebühr! Mindestbeitrag 3 Goldmark Fester Beitrag! Heine Nachschußpflicht! 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