Nr.434 41.Jahrgang Ausgabe A nr. 221 Bezugspreis: Böchentlich 70 Goldpfennig, monatlich 8,- Goldmark voraus zahlbar. Unter Kreuzband für Deutschland. Danzig, Saar- und Memelgebiet. Defterreich, Litauen, Luxemburg 4,50 Goldmart, für das übrige Ausland 5,50 Goldmar! pro Monat. Der., Borwärts" mit der Sonntags beilage Bolt und Reit" mit„ Sied. Lung und Kleingarten", sowie der Unterhaltungsbeilage Heimwelt" und Frauenbeilage Frauenftimme* erscheint wochentäglich zweimal, Sonntags und Montags einmal. -Telegramm- Abrene: Bozialdemokrat Berlin Sonntagsausgabe Vorwärts Berliner Volksblatt 15 Goldpfennig 150 Milliarden Anzeigenpreise: Die einfpaltige Nonpareille. geile 0,70 Goldmart, Reklamezeile L- Goldmart.., Kleine Anzeigen" bas fettgebrudte Wort 0,20 Gold. mart( zulässig amei fettgedruckte Worte), fedes weitere Mort 0,10 Goldmart. Stellengefuche das erfte Wort 0,10 Goldmart, jedes weitere Mort 0,05 Goldmart. Worte über 15 Buchstaben zählen Für zwei Worte. Familienanzeigen für Abonnenten Reile 0.30 Goldmart. Eine Goldmart ein Dollar geteilt burch 4,20. Anzeigen für die nächste Summer müssen bis 4 Uhr nachmittags im Sauptgeschäft, Berlin SW 68, Linden ftraße 3, abgegeben werden. Geöffnet Don 9 Uhr früh bis 5 Uhr nachm. Zentralorgan der Sozialdemokratifchen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Redaktion: Donhoff 292-295 Verlag: Dönhoff 2506-2507 Sonntag, den 14. September 1924 Vorwärts- Verlag G.m.b.H., SW 68, Lindenstr. 3 Bostichedkonto: Berlin 375 36. Bankkonto: Direktion her Diskonto- Gesellschaft, Depofitentaffe Lindenstrake 3 Drüber und drunter. Seltsame Wahrheitskämpfer. Können Katzen, denen man die Schellen umhängt, sittlich| entrüstet sein? Wir wissen es nicht, aber wir würden es menschlich begreiflich finden. Sind nämlich einer Kaze die Schellen umgehängt, so ist ihr das Vergnügen des Vogelfangens in der unangenehmsten Weise erschwert. Die Volkspartei als Kaisermacherin. Fall Stresemann. Regierung Stresemann, die Regierung der großen Roalition. Und nun erlebte man das Schauspiel, daß die Volkspartei eine Regierung, an deren Spize ihr eigener Führer stand, in zwei gewaltigen Stößen erst havarierte, dann in die Luft sprengte. Sodann wurde im Mai d. J. die gänzlich sinnlose Krise der Regierung Marg in Szene gelich wurde im Auguft zwischen Boltspartei und Deutschnatio nalen jener berühmte Bertrag geschlossen, der die Entfesselung einer neuen Regierungsfrise zum Ziel hat. Die Volkspartei ist die eigentliche Krisenmacherin der Republik. Und wenn jetzt der Führer dieser Partei, Herr Strefe mann, erklärt, von einer Krise sprächen nur diejenigen, die mann, erflärt, von einer Krise sprächen nur diejenigen, die sie wünschten und dabei mit dem Zaunpfahl nach der Sozialdemokratie mintt, so ist das auch eine Probe von Wahr haftigteitsfinn, die erschreckend wirkt. Daher also die sittliche Entrüstung, die sich in der deutschnationalen und der volksparteilichen Bresse über den„ Borſeht, die damit endete, daß alles beim Alten blieb. Schließ wärts" fund gibt, weil er den engen Zusammenhang zwischen der Notifizierungsfrage und der frisenhaften Lage unferer Innenpolitit festgestellt hat. Es war vorauszusehen, daß behauptet werden würde, dieser Zusammenhang bestünde nicht und sei bloß von uns tonstruiert. Denn für jene Sorte von Diplomatie, die wir jetzt schaudernd erleben, gehört es zum Handwerk, auch das Greifbarste und Sichtbarste für nicht eristierend zu erklären. 3. B. Herriot und Macdonald haben Briefe des Reichstanzlers in Händen, in denen der Versuch gemacht wird, die Notifizierung der Kriegsunschuldnote schonend einzuleiten. Ausländische Regierungen sind davon unterrichtet worden, daß Graf Keßler als inoffizieller Mittelsmann des Auswärtigen Amts zu betrachten sei. Aber amtlich wird zunächst die Existenz der Briefe abgeleugnet, Reßler in ordinärster Weise abge schüttelt. Bis dann Herr Stresemann nach Berlin kommt und die Dementis dementiert. Das ist eine eigenartige Methode, den Rampf um die Wahrheit in der Kriegsschuldfrage zu eröffnen. Wahrfcheinlich will man seine Ehrlichkeit beweisen, indem man zeigt, daß man nicht lügen kann. Der Zusammenhang zwischen dem Notifizierungsstandal und der inneren Krise ist ebenso gerichtskundig wie die Briefe des Reichskanzlers und die Mission des Grafen Reßler. Sie leugnen zu wollen, ist genau ebenso vergebliches Bemühen. Seid doch wenigstens ehrlich! Entweder der Bertrag zwischen Volksparteilern und Deutschnationalen gilt, dann ist die Krife da. Oder es gibt feine Krise, dann gilt eben der Bertrag nicht. Besteht die Volkspartei darauf, mit allen Mitteln" für den Eintritt der Deutschnationalen in die Regierung zu wirken oder besteht sie nicht darauf? Diese flare Frage fordert eine flare Antwort. unerfüllbar ist und daß er gegen die guten Sitten verBielleicht hat die Bolkspartei entdeckt, daß der Bertrag stößt? Bielleicht hat sie bemerkt, daß der Kaufpreis für die versprochenen Ministersize gar nicht richtig gezahlt worden ist? In dem Vertrag heißt es nämlich: Uebrnimmt die Deutschnationale Bolfspartei die Berantwortung für das Zustandekommen des Londoner Pattes mit uns, wird die Reichstagsfraktion der Deutschen Bolkspartei mit alle mitteln auf einer ihrer Bedeutung entsprechenden Teilnahme der Deutschnationalen an der Reichsregierung bestehen. Es heißt die Dinge auf den Kopf stellen, wenn man an uns die Mahnung richtet, wir sollten außenpolitische Fragen Es wird nun sehr schwer sein zu behaupten, die Deutschnicht mit innenpolitischen Dingen vermengen. Waren etwa nationalen hätten die Verantwortung für das Zuwir es, die ihre Auffassung in einer grundlegenden außen- standekommen des Londoner Pattes mit übernommen. Sie politischen Frage rucartig wechselten aus inner politischen haben das Gegenteil davon getan. Bei der Abstimmung haben Gründen? Die Sozialdemokratie hat an die Annahme des fie fich zwischen den beiden Verantwortungen für die Ableh Dawes Planes feinerlei innenpolitische Bedingungen nung wie für die Annahme feige durchgeschwindelt, nach der gefnüpft. Sie hat diese Angelegenheit wie auch die Fragen Abstimmung erklären fie treu und bieber, sie seien allesamt des Bölkerbundes und der Kriegsschuld nach rein außenpoliti- Gegner des Londoner Pattes, und nur aus innerpolitischen schen Gesichtspunkten gewürdigt. Gründen habe ein Teil von ihnen sein Zustandekommen ermöglicht. Herr Stresemann meint jekt:„ Es gibt keine Krise!" Will er damit meinen, daß die Voraussetzungen des Berliner Baftes nicht erfüllt und daß er damit null und nichtig sei? Es waren die Deutschnationalen, die nach ihren eigenen Erklärungen ihre außenpolitische Haltung zu 50 Proz. pöglich änderten, um den Sturz in die innerpolitische Ohn macht zu verhindern, den eine Reichstagsauflösung für sie zweifellos bedeutet hätte. Es waren die Deutschnatio= nalen, die pölzlich zur Hälfte den„ Bersklavungsgesehen" zustimmten, weil sich ihnen eine Aussicht auf Ministersize eröffnete. Und es war die Volkspartei, die durch das Angebot innerpolitischer Zugeständnisse an die Deutschnationalen deren außenpolitischen Umfall herbeiführte. Von dieser Seite Belehrungen darüber anzunehmen, daß man Außenpolitik nicht mit Innenpolitit verquiden dürfe, lehnen wir ebenso höflich wie entschieden ab. Man hat oft behauptet, daß die Bolkspartei nichts weiter als die Fortsetzerin der alten nationalliberalen Traditionen sei. Das ist aber nicht unbedingt richtig. Die Nationalliberale Partei hat in dem Kaiserreich allen Regierungen, die durch einen unerforschlichen Ratschluß über das deutsche Volf perhängt wurden, treu und ehrlich gedient. Sie war ganz einfach die Personifikation der Untertanen, wie er in dem bekannten Roman von Heinrich Mann dargestellt ist. Eine faiserliche Regierung stürzen zu wollen, wäre ihr als das aberwikigste und verbrecherischste Unternehmen erschienen, das es in der Welt gibt. In der Republik aber erwachte ihr stolzer Unabhängig teitsfinn. Alle Regierungen wurden von jetzt ab von ihr entweder von außen bekämpft oder von innen gesprengt. Nur zwei Regierungen bildeten Ausnahmen und fanden ihre hingebungsvolle Unterſtügung: die Regierung Fehrenbach, die mit dem Londoner Ultimatum endete, und die Regierung Cuno, die zum Ruhrkrieg und seinem Zusammenbruch führte. Zunächst stürzte die Regierung Wirth, weil die Boltspartei auf ihren Eintritt in das Kabinett drängte und die beiden anderen Mittelparteien schwach genug waren, ihr nicht zu widerstehen. Nach dem Zwischenspiel Cuno tam die * " Ueberhaupt, ach Gott, was meint Herr Stresemann gängen" der allerlegten Zeit könnte man fast auf den Gealles und was meint er nicht! Nach den„ Ereignissen und Vorbanken kommen, er habe den Zickzackkurs der wilhelminischen era deshalb mit solcher Begeisterung unterstützt, weil er selber eine kongeniale Natur sei. Es tut uns leid, in solchem Ton von einem Mann sprechen zu müssen, den wir stets als einen Gegner betrachtet haben, deffen äußerlich blendenden Eigenschaften wir jedoch gern Anerkennug zollten. Deutschland braucht in seiner heutigen Lage Männer, die nicht nur eine bewegliche Zunge, sondern auch einen ruhigen Ropfund eine feste hand haben. Es ist zu bedauern, daß man bei den Parteien, die augenblicklich die einflußreichsten sind und sich zu noch größerem Einfluß drängen, am wenigsten davon findet. Wir könnten über das Bild der Verwirrung, der Berlegen heit, der Kopflosigkeit, das sich im rechtsbürgerlichen Lager zeigt, Schadenfreude empfinden, wenn nicht der Schaden, der aus solchen Zuständen entspringt, zu allererst von den arbeitenden Massen des Volkes getragen werden müßte. Diese Zustände stellen eine Groteske dar, die auszu schöpfen feine Feder des Satirikers ausreicht. Und doch sind sie nur ein fleines Vorspiel von dem, was uns bevorsteht, wenn der sagenhafte Bürgerblod Wirklichkeit wird und Herr Hergt das Kommando übernimmt. Dann wird das republikanische Bigblatt Lachen links" zum täglichen Erscheinen übergehen müssen, nur leider der Schluß wird Heulen und Zähneflappern sein. " Darum lieber: macht dem Spuf ein Ende und löst den Reichstag auf! Der Methode Stresemann.i Wie man den Kampf gegen eine Lüge führt. Es geht darum, an Stelle der Lüge des Artikels 231 dte Wahr. heit zu sagen. Der ganzen Welt soll dabei die Aufrichtigkeit und Wahrheitsliebe der deutschen Politik beigebracht, nachgewiesen werden. Zu diesem Zwed wird folgendermaßen verfahren: I. In London läßt man vor dem Beginn der Verhandlungen distret anfragen, ob man nicht, z. B. in der Eröffnungsrede des Reichskanzlers, die Schuldfrage erwähnen könnte. Man wird ebenso distret wie eindeutig auf das Entschiedenste davor gewarnt: Das tönnte sehr wahrscheinlich gleich zu einem bösartigen Zwischenfall führen, Herriot und Theunis würden vermutlich den Saal demonstrativ verlassen. Daraufhin ist man so einfichtig und unterläßt diesen Versuch. Nach der Rückkehr aus London, als die Gesetze unter Dach und Fach find, läßt man eine Kriegsschuldkundgebung los. Herr Strefemann erflärt dies damit, daß man in der Haft der vierzehntägigen Berhandlungen in London teine Minute für die Erwähnung der Schuldfrage übrig gehabt habe. II. Der Reichtsanzler Marg, in Borahnung der Torheit, die auf deutschnationalen Befehl begangen werden soll, richtet zwei Briefe an Herriot und Macdonald in der löblichen Absicht, den erwarteten fatastrophalen Eindrud abzuschwächen. Die Tatsache dieser Briefc wird bekannt, was natürlich unvermeidlich war, denn Herriot und Macdonald mußten ja zumindest ihre Delegationskollegen sowie die Belgier von der beabsichtigten Notifizierung unterrichten, zumal man fich gerade in diesem Augenblick über den Eintritt Deutschlands in den Böllerbund geeinigt hatte. Was aber mindestens zwanzig Ber fonen erfahren müssen, kann auf die Dauer nicht ganz geheim bleiben. t nach Die zuständige Stelle" in der Wilhelmstraße erklärt nacheinander: 1. ein Brief des Reichskanzlers Dr. Marg in Sachen des Völkerbundseintritts Deutschlands existiert nicht; 2. es gibt überhaupt feinen Brief des Reichskanzlers an Herriot und Macdonald; 3. die Briefe eriftieren wohl, aber ihre Eristenz hätte niemals bekannt werden dürfen. III. England hat vor dem Zusammentritt der Genfer Tagung in der Wilhelmstraße angefragt, an wen die englische Delegation sich etwa wenden könnte, falls man mit Deutschland Rücksprache wegen unseres Eintritts in den Völkerbund nehmen möchte. Das Auswärtige Amt bezeichnet den früheren Gesandten, Grafen Reßler, als die in Frage fommende Persönlichkeit. Graf Keßler wird dahin instruiert, Deutschlands grundsätzliche Bereitwilligkeit zur Aufnahme au betonen. Es werden ihm ganz folgerichtig- Chiffreure des deutschen Auswärtigen Amtes beigegeben, die sehr bald eine rege Tätigkeit entfalten müssen. Die deutschnationale Presse bekommt Wind davon und zürnt. durch WTB. ausdrücklich feststellen, daß Keßler teinerlei Auftrag Sofort läßt das Auswärtige Amt durch die Stresemann- Zeit" und befize, und schüttelt ihn ab für den Fali", daß er in Genf diesen Anschein erweckt haben sollte. allem bei der englischen Delegation. Daraufhin muß Herr In Genf erregt diese Desavouierung lebhaftes Erstaunen, vor Stresemann zugeben, es sei richtig, daß Keßler der englischen Regierung als die Vertrauensperson der Reichsregierung bezeichnet worden sei. IV. Herr Stresemann hatte die grundsätzliche Bereitwilligkeit Deutschlands zum Eintritt in den Bölkerbund durch den Grafen Keßler betonen lassen. Vor der Presse erklärt aber Stresemann, es sei ganz ausgeschlossen, daß wir in den Bund eintreten, ehe nicht der Schuldartikel 231 widerrufen sei, was praktisch einer Ablehnung unseres Beitritts gleichkommt.( Von dieser unmöglichen Bedingung hatte er natürlich vorher nichts verlauten lassen.) " Fünfzehn Stunden später erklärt Herr Stresemann in der B. 3.", er sei durchaus für den Eintritt, verkenne durchaus nicht die Vorteile unserer Anwesenheit im Völkerbunde, aber nur, wenn man us fein neues Schuldbekenntnis aufzwinge. Dabei weiß Herr Stresemann, daß davon längst nicht mehr die Rede ist. V. Herr Stresemann erklärt vor der Presse ganz unzweideutig unter dem lebhaften Beifall der Bürgerblod- Journalisten, er sei stets für eine fofortige Motifizierung der Unschuldserklärung gewesen, und die Notifizierung müsse jetzt erfolgen, sonst verliere die Regie. rund jede Autorität nach innen und außen. Fünfzehn Stunden Später erklärt Herr Stresemann durch die B. 3.", er sei gar nicht für eine fofortige Notifizierung, er fehe durchaus ein, daß diese sehr schädliche Folgen für Deutschland haben könnte. VI. Herr Stresemann beruft sich vor der Breffe auf das Zeug| nis eines sozialdemokratischen Diplomaten, um seine Ablehnung des Bölkerbundseintritts zu stützen. Lebhaftes und schmunzelndes Lächeln der Bürgerblockjournalisten, die sich diefen ihnen hingeschleuderten fetten Bissen eifrig notieren. Herr Stresemann vergißt nur hinzuzufügen, daß dieser sozial demokratische Diplomat diefe ablehnende Stellungnahme einnahm, 1olange das Poincaré- Frankreich den Bölferbund beherrschte, daß er aber unter den jetzt vollständig veränderten Berhältnissen einen ganz anderen Standpunkt einnimmt. VII. Herr Stresemann erklärt, es sei doch erstaunlich, daß während der ganzen Londoner Konferenz die Engländer fein Wort über unseren Eintritt mit uns geredet hätten. Er sei viele Stunden lang mit dem Völkerbundsminister Lord Parmoor zusammen gewesen, dieser hätte ober das Thema nicht angeschnitten.( Und wir dachten, nebenbei bemerkt, daß man deutscherseits auch keine Minute Zeit gehabt hätte, in London über die Schuldfrage zu sprechen!) Herr Stresemann, der anscheinend nicht auf den Gedanken kommt, daß diese Frage damals zwischen Frankreich und England noch nicht bereinigt war, pergißt aber die spätere Anfrage Englands nach einem deutschen Verbindungsmann in Genf, die er mit dem Namen Seßler beantworten ließ. Trotzdem will Herr Stresemann durch Macdonalds unzweideutige Aufforderung an Deutschland pöllig überrascht gewesen sein. VIII. Herr Stresemann bestreitet vor der Presse, daß in der Frage der Absendung der Notifizierung irgendeine Meinungsver: schiedenheit zwischen ihm und Staatssekretär v. Malzahn besteht oder bestanden habe. Würde Herr Stresemann dies auch vor Gericht und unter Eid bestreiten? Hat Herr Stresemann nicht von Nor derney aus die Forderung der sofortigen Notifizierung ausdrücklich wiederholen müssen? Hat sich Herr Stresemann überlegt, wie diese Behauptung der Uebereinstimmung auf die französische Regierung gewirkt haben mag, die ja schließlich auch einen Bericht über die Unterredung zwischen dem Botschafter de Margerie und dem Staatssekretär v. Malzahn erhalten haben dürfte?. IX. Herr Stresemann, der offenkundig die ganze Aftion nur als Bestandteil des Berliner Baktes mit den Deutschnationalen ingeniert hat, wirft en anderen vor, sie hätten lediglich die Diese Methode kommt uns bekannt vor. Herr Stresemann will offenbar auf diese Art beweisen, daß die Berufung des Herrn Großadmiral a. D. von Tirpik in die Regierung ganz überflüffig ist. innere Politik im Auge, er aber die auswärtige Politik.. Kriegsschuldlüge und Wissenschaft. Der beste Weg zur Wahrheit: wiffenschaftliche Diskussion, nicht diplomatische Aktion. mart Die Unterzeichneten, die in Anspruch nehmen dürfen, daß fie in dem Kampf gegen die Kriegsschuldlüge in der ersten Reihe gefochten haben, sehen es als ihre Pflicht an, heute öffentlich zu erklären, daß die Erzwingung einer Disfüffton durch Regierungserklärungen ihnen nicht der richtige Weg scheint, um in der Weltmeinung der Wahrheit zu einem baldigen Siege zu verhelfen, da auf diesem Wege politische Kräfte auf den Kampfplak gerufen werden, deren Interesse es nicht sein tann, die Wahrheit aufzudecken. Der beste Weg, um in dieser so unermeßlich wichtigen Frage zum Ziel zu gelangen, ift die Fortsetzung der internationalen wissenschaftlichen Diskussion. Wir dürfen uns darauf berufen, daß unsere Arbeit in dieser Art bereits beachtliche Früchte gezeitigt hat. In England, in Amerita und sogar auch in Frankreich tritt ein Schriftsteller nach dem anderen in die Deffentlichkeit, der erklärt, daß er sich von der Nichtigkeit der Bersailler Behauptung überzeugt habe. Die Erklärung des Reichs. tanzlers Marg, wie sie in der Presse veröffentlicht worden ist und die nur wiederholt, was der Reichsfanzler Bauer im Juli 1919 im Namen der Deutschen Nationalversammlung ausgesprochen hat, wird, wie mir nicht zweifeln, einen neuen träftigen Anstoß für die Fortfehung dieser Diskussion geben. Das darf uns vorläufig genügen, bis der Augenblick gekommen ist, wo wir erwarten dürfen, den Antrag auf Einſegung einer internationalen Untersuchungstom. mission mit Erfolg stellen zu können. Es ist für uns selbstverständlich, daß, menn die Frage des Ein Das große Mißverständnis. Ort der Handlung: Telephonleitung zwischen Sigmaringen und Berlin, Wilhelmstraße. Am Sonnabenb,.ben 13. September, Dormittags. Dr. Stresemann( am Telephon): Guten Morgen, Herr Reichskanzler, ich bin wieder in Berlin! Dr. Mary: Habe ich soeben in den hiesigen Zeitungen gelesen. Die Nordseeluft ist ihnen wohl nicht gut befommen? Dr. Stresemann: Nu... ich wollte lediglich den Anfang mit der Notifizierung unserer Kriegsunschuldserklärung machen und bin deshalb rechtzeitig zur Abschiedsfeier für den argentinischen Ge fanbten Molina zurückgekehrt. Ich habe unsere Unschuld so mit einem Sag in meinen Trintspruch eingeflochten ich sage Ihnen, der Gesandte war ganz baff. Ich glaube, das ist die Patentlösung: Hoesch soll Herriot, Sthamer Macdonald zum Früh stück einladen und in ihren Trinksprüchen sollen sie unsere Unschuld, so wie ich, an den Mann bringen. Dr. Mary: Na, vielleicht reden wir noch darüber in der nächsten Kabinettssigung. Aber da Sie gerade an der Strippe sind, sagen Sie mal: Wie steht es mit unserem Bölferbundeintritt? Dr. Stresemann: Kommt gar nicht in Frage! Ich habe gestern noch vor der Presse ausgeführt: Er ft muß die Kriegsschuldfrage in unserem Sinne geklärt werden! Dr. Mary: Was? Sie haben eine Pressekonferenz abgehalten? Warum denn? Wozu denn? Ich dachte, Sie felen bloß wegen bes Argentiniers überſtürzt zurückgekehrt? Dr. Stresemann: Nun, deswegen nur so nebenbei. Hauptfache war aber, der Linkspresse die Leviten zu lesen, die uns mit ihrer Propaganda für den Bölterbundeintritt den ganzen Bürgerbloc permaffelt. Ich sage Ihnen: der Erfolg war durchschlagend: alle Bürgerblodrebatteure waren begeistert. triffs des Deutschen Reichs in den Völkerbund zur Entscheidung fommt, Deutschland den Antrag nicht stellen tann, ohne seine Auffassung der Kriegsschuldfrage den Mächten, mit denen es sich verbünden soll, amtlich zur Kenntnis zu bringen. Das ist ein Gebot der Loyalität und der Ehrlichkeit. Das Deutsche Reich darf nur mit offenem Vifier fämpfen. Wir sind in der Lage, folgende Sätze unter Beweis zu stellen: 1. Das Deutsche Reich war 1914 nicht entfernt in dem Maße gerüstet, wie es seine Volts- und Wirtschaftsfräfte erlaubt hätten. 2. Die russische und die französische Regierung waren zum Kriege entschloffen, ehe Deutschland den Krieg erklärt oder auch nur mobilisiert hatte. 3. Die angebliche Zurückziehung der französischen Truppen 10 Kilometer von der Grenze hatte nicht den 3wed, den Krieg noch zu vermeiden, sondern die Welt in den Glauben zu versetzen, daß Deutschland der Angreifer sei. Professor Hans Delbrüd. Graf Mar Monfgelas. Dr. Paul Rohrbach. arifer Echo des Pariser Echo des Stresemann- Vorstoßes. Paris, 13, September.( Eigener Drahtbericht.) Die franzöfifche Presse beschäftigt sich am Sonnabend sehr eingehend mit den Erflärungen Stresemanns. Die Blätter betrachten die ganze Berliner Debatte im wesentlichen als eine innerpolitische ngelegenheit. Diese Auffassung wird übrigens von den hiesigen politischen Kreisen geteilt. liche Berliner Meldung mit einer großen Ueberschrift des Inhalts, daß Die Jaformation" versieht am Sonnabend nachmittag eine eine Art Kabinettstrise in Berlin bevorstehe. In der Tat glauben Gegensatz zwischen der Auffassung des Reichskanzlers Marg und die franzöfifchen Korrespondenten und die Blätter, einen starten der des Ministers des Aeußeren, Stresemann, feststellen zu können, wobei Herr Stresemann immer mehr als ein gefügiges Mert zeug der nationalistischen Kreise hingestellt wird. Man befürchtet, baß die innerpolitischen Streitigkeiten durch die Art und Weise, wie sie auf die deutsche auswärtige Politik reflektieren, eine erhebten, Der Temps" beschäftigt sich mit der Frage in einem langen Leitartikel, in dem er den verschiedenen Ausführungen der Zeit" tritts Deutschlands in den Völkerbund, in heftiger Weise entgegen aus den letzten Tagen, hauptsächlich bezüglich der Frage des Eintritt. Insbesondere fritifiert der„ Temps" die Auslegung, die die Beit" der Genfer Rede Herriots gegeben hat.„ Eine Sprache, wie die Beit" sie gegenüber dem gemäßigten Ton Herriots an schlägt," schreibt er, ist tatsächlich unerhört." Im übrigen richtet das Blatt einen Appell an die deutsche Demokratie, beren Aufgabe es fei, das Bolt davon zu überzeugen, daß die reaktio nären Kreise noch vollkommen vom Geist des alten Regimes durchbrungen jelen, und die augenbliciiche Regierung dazu drängen, die schwersten politischen Fehler au begehen, die eine Nation begehen fana, " Das Kölner Zentrum gegen Bürgerblock. Köín, 13. September.( Mtb.) Der erweiterte Ausschuß der Kölner Zentrumspartei hat gestern eine Entschließung angenommen, in der dem Reichskanzler für seine erfolgreiche Führung der deutschen Politit wärmster Dank und rückhaltloses Bertrauen ausgesprochen werden. Der aufrichtigen und verirauenerweckenden Art des Reichs fanzlers, feiner flaren eindeutigen Haltung sei in erster Linie die Entspannung der politischen Atmosphäre zu danken. Einmütig und mit stärkster Entrüftung wird die deutschnationale Forderung nach dem Rücktritt des Reichstanzlers Marg zurückgewiesen. Eine Unterscheidung der deutschen Bürger in Besigende und Besizlofe ertenne man niemals an. Die Entscheidung über die zurzeit schwebenden politischen Fragen, Noti fizierung der Kriegsschuldnote und Regierungsumbildung müsse ohne einseitige Bindung und Beschlüsse in die Hand des Reichsfanzlers Marg gelegt werden, der kraft der Reichsverfaffung und des vollen Bertrauens der Zentrumspartei die Richtlinien der deutschen Bolitik verantwortlich zu bestimmen hat. Endlich dankt der Ausschuß der Reichstagsfraktion des Zentrums für ihre aufopfernde Arbeit. Die Räumung des Ruhrgebiets. Truppenverminderung in Essen. Effen, 13. September.( TU.) Seit einigen Tagen sind auch die in Essen weilenden französischen Besagungstruppen erheblich vermindert worden. Bis heute sind verschiedene größere Baraden und auch einige Schulen geräumt. Die zivilen Franzosen, also Angestellte der Micum, Regie ufm. sind ebens falls teilweise bereits eifrig am Baden und haben auch teilweise die Wohnungen freigegeben. Die ausgewiesenen Beamten wieder zugelassen. Koblenz, 13. September.( WTB.) Zur Ausführung der in London getroffenen Vereinbarungen haben am 12. September 1924 in Düsseldorf. Besprchungen zwischen Bertretern der Preußischen Regierung und Bertretern des Generals Degoutte über die Rückführung der aus dem Ruhrgebiet und dem Brückenkopf Düsseldorf ausgewiesenen preußischen Beamten in ihre Aemter stattgefunden. Das Ergebnis dieser Besprechung ist, daß abgesehen von den sechs bereits durch die Presse bekanntgegebenen Beamten, deren Ausweisung vorläufig noch nicht wieder aufgehoben ist, alle Ausgewiesenen wieder zum Amte zugelassen find mit Ausnahme der folgenden: Bürgemeister Schmid in Düsseldorf, Regierungsrat Degle in Düsseldorf. Polizeipräsident Melcher in Effen, Stadtbaurat Dieffenbach in Bochum, Kriminalkommissar Ware in Herne, Siri minalwachtmeister Sevenich in Düsseldorf. Außerdem bleiben von dieser Regelung einstweilen die Beamten licher Polizeiserwaltungen ist vorläufig die Einschränkung vorder Schuspolizei ausgeschlossen. Für die Leiter staatgesehen, daß sie bis zur endgültigen Entscheidung über die Organi Verhandlungen noch vorbehalten sind, ihren Dienst nur mit der fation der staatlichen Polizei im besetzten Gebiet, über die weitere Maßgabe aufnehmen können, daß der Besazungsbehörde gegen über die Oberbürgermeister allein verantwortlich bleiben. Es wurde vom Vertreter des Generals Degoutte in Ausficht gestellt, daß die vom preußischen Bertreter geäußerten Wünsche auf weitere Einschränkung der Zahl derjenigen, die noch nicht in die Heimat und in ihr Amt zurüctehren können, in naher Zukunft erneuter Prüfung unterzogen werden würden. Die Erlaubnis zur persönlichen Rückkehr ins befekte Gebiet erstreckt sich auf sämtliche gehörigen der Schutzpolizei mit alleiniger Ausnahme der bereits private Ausgewiesenen und auf alle Beamten einschließlich der Anfrüher veröffentlichten sechs Beamten. Ueber die Rüdführung der cus der belgischen Bone des neubesetzten Gebietes ausgewiesenen warten. Beamten in ihre Aemter steht eine entsprechende Regelung zu erDie Polizeifrage. Effen, 13. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Imges staltung der Polizei im befeßten Gebiet wird ebenfalls jetzt wieder afut. Nach Ausweisung der grünen Polizei wurden be Banntlich im Industriegebiet rund 4000 Arbeitnehmer, größtenteils aus den Kreisen der Gewerkschaftler, als Sicherheitsorgane für das Industriegebiet zusammengestellt( blaue Polizei). Bisher liegt aber von der Regierung troß wiederholter Eingaben noch feine Erklärung darüber vor, was aus diesen Beamten werden soll. Eine am 13. September 1924 abgehaltene Sigung des Borstandes der Beamtenabteilung für die Ersaspolizei im rheinischwestfälischen Industriegebiet beschäftigte fich deshalb erneut mit der Angelegenheit und faßte eine Entschließung, in der von der Regierung gefordert wird: 1. die llebernahme der gesamten Er fappolizei des Industriegebietes in das Beamtenverhältnis. 2. Eine reihung der gesamten Erfaßpolizeibeamten in das Endgehalt der Besoldungsordnung IV der Staatsbeamten. 3. Uebernahme der nicht mehr dienstfähigen Erfaßpolizeibeamten in andere Stellungen des Staates sowie der Städte und Gemeinden. Wiedfeldts Rüdfritt. Washington: Der Rücktritt des deutschen Botschafters Dr. Wied. Die Associated Breß" meldet aus felbt, der für den 15. September angefündigt war, ist, wie von einer der Botschaft nahestehenden Seite mitgeteilt wird, auf unbestimmte Zeit verschoben worden. gefagt, ob in einer Woche oder in einem Jahre oder durch unsererischen Positionen schwächen. Daß auch im zeitweiligen Niedergang Entellinder, das hängt davon ab, wie lange ich mich noch gegenüber Hergt durchschwindeln kann. Dr. Marr: Ja, aber damit nicht der Eindruck entstehe, als wollten Sie sich mir gegenüber durchschwindeln, wäre es vielleicht gut, wenn Sie in einer neuen Preffekonferenz, z. B. heute abend, diese Mißverständnisse richtigstellen würden. nicht nötig! Ich ditttere sofort etwas der„ B3." durch. Dr. Stresemann: Pressekonferenz? Heute abend? Ist gar Dr. Marr: Bravo! Und wie ist es mit der Ablehnung unferes Bölkerbundeintritts, solange die Kriegsschuldfrage nicht in unserem Sinne getlärt ist? 883." berichtigt. Diese Presseleute verstehen alles verfehrt. Aber, Dr. Stresemann: Wird selbstverständlich auch durch die B3." berichtigt. Diese Presseleute verstehen alles verkehrt. Aber, nicht wahr, Herr Reichskanzler, Sie verstehen mich? 11 .. Dr. Marg: Ich glaube, ich verstehe Sie sogar sehr gut. später herausstellte, war der bis dahin stehende Dr. Stresemann zu ( Hier vernahm man einen furchtbaren Krach. Wie sich erst Er hatte sich nämlich zwifchen zwei Stühle gefest.) Boden gefallen und hatte dabei den Fernsprechapparat mitgeriffen. Das Haus der Arbeit" in Auffig. Bon Dr. G. Berger Bochum. und Am Elbestrand, an einer ber schönsten Stellen, die der Silber strom durchzieht, erhebt sich auffig, die Stabt, die während der Sommermonate auf einem geradezu ibalen Gelände eine 21 us. stellung für Kultur und Wirtschaft" beherbergt. Hier werden in wuchtigen Hallen die Erzeugnisse deutschen Gewerbefleißes in Böhmen zur Schau gestellt, um 3eugnis abzulegen non der Bedeutung des deutschen Elements im Kultur- und Wirtschaftsleben der tschechoslowakischen Republik. Es war ein glüdlicher Gebante der deutschen Arbeiterorganisationen in der Tschechoslowa fei, in diesem Rahmen eine Ausstellung des Werbens Dr. Marg: Na, und die anderen? Werbens der Arbeiterbewegung zu veranstalten. Im Dr. Stresemann: Die haben mich total mißver- Haufe der Arbeit", dessen massige Säulenarchitektonit von einer standen. Das ist es gerade, weshalb ich Sie anrief. Die Links- ungemein symbolischen Wirkung ist, zeigen die Gewerkschaften, Ge preffe läßt nämlich durchblicken, ich wäre egtra nach Berlin vorzeitig roffenfchaften und Krantenfaffen, sowie die Arbeiter- Kulturorgani zurückgekommen, um Ihnen in die Suppe zu spuden und das Ka- fationen und die Zentralftelle für das Bildungswesen der deutschen binett auf die Notifizierung festzulegen. Alles nicht wahr, alles fozialdemokratischen Arbeiterpartei in fünstlerischen Bildtafeln: Entwidlung, Ausdehnung, Leistungen, Kulturerrungenschaften der fude tenbeutschen Arbeiter und Angestelltenschaft, in Photos und in Dokumenten, Sdriften, Zeitungen, historischen Briefen Leben, Arbeit, Leid und Aufstieg des Arbeiters und Angestellten in Ber. gangenheit und Gegenwart. Mit großer Sorgfalt und Sachkunde ift hier ein wahres Arbeitermuseum entstanden als ein Wahrzeichen ununterbrochenen Kampfes um die Befreiung der Arbeiterklaffe. teine tedenen Rahlentafeln, jonbern in lebendigen Bildern läßt die Ausstellung die Leiden, aber auch die Erfolge der Arbeiter. bewegung erkennen. Treffend vermeret es eines der Bilder, wie Unternehmertum und unverstand der Massen einander helfen, wie Wirtschaftskrise und Zersplitterung der Arbeiterklasse die proleta misverstanden. Ich bin nur zurüdgefehrt... Dr. Mary: Ich weiß schon, wegen Molina. Nun reden wir von ernsten Dingen: Sie haben sich also darauf festgelegt, daß die Kriegsschuldnote überreicht werden muß. Eigentlich hätten Sie doch den Beschluß des Kabinetts abwarten fönnen? Dr. Stresemann: Festgelegt? Ein Nationallibe. raler legt sich überhaupt nie fest, auch nicht, wenn es noch so sehr den Anschein hat. Ich habe nur gefagt, die Notifizierung muß jedenfalls erfolgen, und es ist allerdings von der äußersten Rechten bis zur Linken so verstanden worden, als müßte das jetzt geschehen. Aber auch das war natürlich nur ein Mißverständnis. Ich habe nicht Die ganze Anlage ist von einer mustergültigen Wirksamkeit die gewaltigen Fortschritte gegen frühere Zeiten unverkennbar find, geht deutlich aus der reichhaltigen Dokumentensammlung der Aus stellung hervor. Darunter befindet sich auch eine Fabrifordnung aus breitet zu werden, die da sagen, es nüge ja doch nichts. wenn man dem Jahre 1860, die wert ist, in Massenauflage unter denen ver fich organisiert. Es heißt da in Bunft 1:„ Die Arbeitszeit bauert von 5 Uhr früh bis 8 Uhr abends." Der Punkt 6 besagt, daß bie Bestimmung des Arbeitslohnes allein von dem Ermessen des Fabrikherrn oder deffen Stellvertreter abhängt". Punkt 8 bestimmt: Wer später als zehn Minuten... in die Arbeit tommt, dem tann der Bohn für drei Stunden abgezogen werden."" Die Geſchichte tut nichts, fie tämpft teinen Rampf. Es ist der Mensch, der wirt lidye, lebendige Mensch, der alles tut, besigt und fämpft," so mahnt Engels die Bauen, und in großen Lettern prangen diese Worte als Wandspruch in der Borhalle, die neben Führerbildern auch Werte proletarischer Kunst aufweist. aus. Der Verband der Wirtschaftsgenossenschaften und die Großeinkaufsgesellschaft stellt eine imponierende Fülle von Erzeugnissen Den Genossenschaften folgen die sozialen Einrichtungen der Krantenfaffen. Graphische Darstellungen wechseln mit schmuden Modellen von Krankenhäusern, Entbindungsanstalten und Er. holungsheimen. Die Turn- und Sportverbände, die Naturfreunde, die Abstinenten, die Kinderfreunde, Gefangvereine und Freidenfer, Frauenorganisationen und Verbände der Jugendbewegung wie bie Arbeiterbildungsinstitute fie alle werben in Wort und Bild für die Kulturarbeit, die sie vollbringen, und man teilt ihr Sorge, die in der Ueberschrift zu diesem Titel des Gebotenen zum Ausdruck kommt:" Berteidigt den Achtstundentag!" Diese wirkungsvolle Ausstellung hinterläßt einen vorzüglichen Eindruck. Die Werbetraft dieser Ausstellung auf die breite Deffents lchfeit, besonders auf die Arbeiter, ift ganz ameifellos. Hier ist in hervorragender Weise eine Aufgabe der Arbeiterbewegung in Argriff genommen, Pietro Mascagni wurde zu Beginn feines Aida Gastspiels in der Autohalle am Kaiferdamm beim Betreben des Podiums refpektvoll begrüßt, vielleicht matter, als man es erwartet hätte; denn schließlich delektieren sich von den 12 000 Hörern. 10 000 jährlich an den genialischen Effektstücken seiner Cavalleria. Die Arie des Radames im ersten, das Quintett im zweiten Aft wurden auf offener Szene beklatscht. Als aber der große Boltsaufzug vollendet war, die Aidatrompeten ihren letzten Marsch geblasen hatten, da kannte der Beifall für dieses großartig bunte und bewegte Bild feine Grenzen. Hier schlug bos Wissen um die Temperatur einer italienifdyen Oper Funken, Mascagni eroberte sich mit bravourösem Dirigeren Berlin. Ueber Unzuträglichteiten und Unmöglichkeiten in dieser Monsteraufführung fann fein Gott hinwegtäuschen, ihre künstlerische Notwendigke't in Berlin 1924 wird man bezweifeln bürfen. Dem unendlichen Fleiß und der zielvollen Arbeit von 1000 Menschen auf und vor der Bühne sei dennoch gedantt. Ueber alles noch ein Wort. K. S. Aus dem Musilleben. Camillo Sildebrand teilt mit, daß er die Zeitung des Berliner Sinfonie-( Blüthner-) Orchesters niedergelegt hat. Führungen im Museum für Meeresfunde, Georgenstr. 34. Diens tag i Uhr Prof. Stahlberg: Seefischerei. Das Urteil im Kommunistenprozeß. Schwere Zuchthausstrafen. Ceipzig, 13. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Urteilsverfündung im Elberfelder Kommunistenprozeß erfolgte am Sonnabend abend 7 Uhr 30 nach fast dreistündiger Beratung des Staatsgerichtshofes. Senatspräsident Dr. Richter begründete das Urteil wie folgt: Die Verurteilung der Angeklagten erfolgte wegen Vorbereitung zum Hochverrat, Raub bzw. Beihilfe dazu und Vergehens gegen die Republitschuhgesehe. Bezüglich der vorhandenen Waffen und Muniflon tonnte der Staatsgerichtshof nicht zur Ueberzeugung gelangen, daß es sich bei den vorgefundenen Mengen von Waffen und Munifion um ein Waffen. lager im Sinne des Gefeßes handele, vielmehr war es lediglich unbefugter Waffenbesih, der den Berordnungen entsprechend hätte angemeldet werden müffen. Der Staatsgerichtshof nahm außerdem bei den vier Ueberfällen nicht Tateinheit an, weil vor jedem Ueberfall eine genaue Besprechung und Inffruffion der einzelnen Täter stattgefunden hatte. Die Strafen lauteten: Michels erhielt 12 Jahre Zuchthaus, Blemm 12 Jahre Zuchthaus und 300 Goldmart Geldffrafe, Groß 11 Jahre Zuchthaus und 300 Goldmark Geldftrafe, Schurff 7 Jahre 3uchthaus und 200 Goldmart Geldftrafe, Becker 5 Jahre Zuchthaus, Rusch 10 Jahre 3uchthaus, Salewski 4 Jahre Gefängnis und 200 Goldmart Geldstrafe, 3ins 4 Jahre Gefängnis und 22 Goldmart Geldficafe, Giffing 1% Jahre Gefängnis und 100 Goldmart Geld flrafe, Elbers 10 Jahre 3uchthaus. Die Angeklagten haben fämtliche Kosten des Berfahrens zu tragen. Jedem wurden 5 monate Untersuchungshaft angerechnet. Die eff Kommunisten, die in Leipzig vor dem Staatsgerichtshof standen, haben nach der Aufgabe des passiven Widerstandes in der Zeit der rechtsreat tionären Butsch versuche mit dem Gedanken eines Linksputsches gespielt. Sie haben versucht, sich zu diesem Behuf Waffen zu verschaffen und im Zusammenhang damit in mehreren Fällen Doppelstreifen der Schupo gewaltfam entwaffnet. Einer der Angeklagten er gehört zu der Gruppe, die zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt wurde hat dabei einen Beamten getötet. Ohne Zweifel ist das Bergehen der Kommunisten schwer. Rein Staat tann es sich gefallen laffen, daß Teile der Bürgerschaft zu einer gewaltsamen Attion schreiten; fein Staat fann dulden, daß einzelne Banden einen bewaffneten Kleinfrieg gegen die Sicherheitsorgane führen. Wenn das Urteil des Leipziger Staatsgerichtshofes troßdem als außerordent lich hart empfunden wird, so geschieht das aus zweierlei Gründen. Die verurteilten Kommunisten sind nicht Führer; sie sind auch weniger Geführte als Verführte. Wären sie sich der Tragweite ihrer Handlungsweise bewußt gewesen, so hätten fie ihre Atiionen unterlassen. Sie waren von vornherein zum Mißerfolg verurteilt, fie mußten zu dem Ende führen, das sie tatsächlich genommen haben. Die Angriffe waren Wahnsinnstaten Verblendeter und die eigent lichen Angeklagten in diesem Prozeß find wie in so vielen anderen Kommunistenprozessen der legten Zeit die Moskauer 3entrale der Kommunisten und ihr gelutivorgan in Deutschland, das willenlos die Methoden eines Sawinfo w nach Deutschland verpflanzt, obwohl es genau wissen muß, daß sie in Deutschland noch weniger Aussicht auf Erfolg haben als in Rußland. Ein Sawinfow wird in Rußland zum Tode verurteilt, die Georgier werden auf das grausamste niederge mehelt. An den Mostauer Bluturteilen gemessen, ist das Urteil des Staatsgerichtshofs milde und man wird sich mit Etel von der Roten Fahne" abwenden müssen, wenn sie das tragische Schicksal der elf verurteilten Kommunisten zu ihrem Nachtarbeit. Bon Mar Barthel Die Stadt schläft schon. Nur aus den schimmernden Cafés tommt noch Mufit. Die legtne Bahnen fahren vollbeladen durch verödete Straßen. Im Licht der Bogenlampen schreien die bunten Bitfaßsäulen den letzten Mord und den neuesten Operettenschlager bem verspäteten Heimkehrer ins Gesicht alles ist tot und grau. Zwei fleine, geschminkte Mädchen reden leise in einem dunklen Flur. Dann gehen auch sie unter. Menn sie das Licht der Bogenlampe trifft, fieht man unter der Schminke müde Gesichter, Da dröhnen Hammerschläge durch die Nacht. Dort brennen offene Feuer. Die Straße ist aufgeriffen und man fieht erstaunt, daß unter den Steinen, dem glatten Asphalt Erde ist, richtige, fandige gelbe Erde, aus der Bäume und Blumen wachsen, Erbe, die fich begrünt, Erde, die sich erneuert. Im Licht der Feuer schimmert dieser Sand golden. Die Männer aber in nächtlicher Stunde denken bei der Arbeit nicht an ferne Wiesen und Wälder. Sie heben die großen Hämmer und schlagen fie flirrend cuf Steine, Pfähle, Betonflöge. Die neue Bahnlinie wird gebaut. Die Arbeiter sind herrlich bei der nächtlichen Arbeit. Im Schwung und Niederfall der großen Hämmer ist Harmonie. Der lekte Heimtehrer sieht verwundert auf die Männer, die im Licht der roten Feuer arbeiten. In der Stadt gibt es teine Arbeit. Die Arbeiter sind in den lauten Fabriten eingesperrt, alles andere iſt nur Geschäft und Beschäftigung: die Unraft ber große Warenhäuser, ble Bienenemsigteit ber Bureaus, die wichtigtuerei in den Behörden und Aemtern, hier aber ist Schwung und Rhyth mus und die freie herrliche Bewegung freisender Arme, nom Feuer gerötete Gefichter, greifbare, sichtbare Arbeit: die Straße wird auf geriffen, bie neue Bahnlinie wird gebaut. Laut dröhnen die Hämrer durch die verfiafterte Stadt. Es flammen die offenen Feuer. „ Der steigende Bierfonfum". Der Arbeiter- Abstinenten- Bund bittet uns um die Aufnahme folgender Notiz: Die vom Deutschen Brauerbund angeführten Zahlen über den Bierverbrauch in Deutschland( Borwärts" Nr. 219) fönnen leicht zu einer Unterschägung der Alkoholgefahr führen. Wohl ist der Bierkonsum gegenwärtig noch beträchtlich geringer als in der Borfriegszeit. Aber er ist seit dem Kriegsende in faft ununterbrochenem Steigen begriffen. Nur in der fahlimmsten Inflationszeit hat der Bierverbrauch nachgelassen. Die Biererzeugungsziffern seit dem Jahre 1918 bis 1923 lauten: 24,8; 25,6; 23,3; 33,8; 31,2; 29,0( durch Schäßung ergänzt) Millionen Hettoliter Bier. Daß feit der Stabilisierung der Bierverbrauch wieber ansteigt, beweisen die amtlichen Zahlen für bas erste Biertel bes Rechnungsjahres 1924. Danach find in der Zeit vom April bis Juni 1924 rund 1,7 Millionen hektoliter mehr erzeugt worden als in dem gleichen Zeitraum des Borjahres. Der Berliner Parteitag hat mit vollem Recht darauf hingewiesen, daß diese Zunahme des Altoholfonfums für die unmittelbare Bolfsernährung sowohl wie für die durch den Krieg geschwächte Bolksgesundheit verderbliche Folgen zeitigt. Die verbotene Bluffünde". Seit einigen Tagen batten fich völlische Streife Münchens auf einer tieinen Brivaibühne in Schwabing ein antifemitisches Tendenzitüd in bayerischer Mundart Blutsünde" vorspielen lassen. Runmehr bat die Münchener Polizei die weitere Aufführung des Stückes mit der Begründung verboten, daß seine Tendens und seine Blutrünftigkeit ein unzulässiges Maß von Bolksverhegung darstelle. üblichen unaufrichtigen Theater mißbrauchen sollte. Die Hauptschuld an dem Geschick der Verurteilten trägt die Parteileitung der KPD. und die Zentrale in Moskau, die ihre Mitglieder zu derartigen Wahnsinnstaten aufstachelt. abgebunden und durch die unselige Inflation völlig aufgezehrt war. Icht dagegen wird Deutschland nach dem Londoner Abkommen nach und nach wieder in den Besitz seiner eigenen Wirtschaftstraft kommen, soweit sie durch den Vertrag von Versailles ihm belaffen ist. Das Verschwinden der Binnen- Zollinie im Westen ist der erste Schritt Auf der anderen Seite ist es allerdings ein ganz un= haltbarer Zustand, daß die Berichte überall da, wo es nach dieser Richtung. Die Rüdübertragung der ganzen Zollverwal sich um fommunistische Empörer handelt, mit voller Strenge tung des besetzten Gebietes an die deutsche Regierung wird folgen, zum Strafvollzug schreiten, während man dem Empörer aus dem rechtsraditalen, monarchistischen Lager wiederherstellungsmaßnahmen. Bon besonderer Wichtigkeit wird die ebenso die Wiedervereinigung des Eisenbahnnehes und andere eine Vorzugsstellung einräumt. Während selbst ein so vor- Wiederzulassung der vertriebenen Beamten und damit die Wiederfichtiges Forum wie der Heidelberger Juristentag die bayerische errichtung einer unabhängigen deutschen Verwaltung auch im be Gerichtsbarkeit als vollkommen unmöglich bezeichnet, trägt man setzten Gebiet sein. Außerdem aber wird Deutschland jetzt wieder fich nach unwidersprochenen Meldungen im Staatsgerichtshof eine ährung erhalten, die, um mich so auszudrücken, die intermit dem Gedanken, den Prozeß gegen die Organisation Conful, der nun schon seit Jahr und Tag der Erledigung währung, weil es seine Bevölkerung nicht aus dem eigenen nationale Währungssprache spricht. Deutschland braucht die Gold. harrt, eben diesen bayerischen Gerichten zu überantworten. Mit Boden ernähren kann, und deshalb auf den internationalen Birtwelch unverantwortlicher Milde auch sonst rechtsradikale Bor bereitungen zum Hochverrat und Putschversuche behandelt wur- faftsverkehr angewiesen ist. Auf der Grundlage dieser Währung, den, ist bekannt. Durch dieses zweierlei maß, mit dem als die Rentenmart, wird es für bie Wirtschaft möglich sein, Kredie wegen ihrer international anerkannten Form in sich stärker ist die Hochverräter behandelt werden, je nach dem Lager, aus bite in größerem Umfange zu erhalten als bisher. Die Rentendem sie stammen, muß im Volk der Glaube erweckt werden, mart war für die Zwischenzeit die denkbar beste Lösung und wird daß die Republit vor den Gerichten feinen hinreichenden daß die Republif vor den Gerichten feinen hinreichenden Schuh findet, wenn sie von Monarchisten angegriffen or jedem abjektiven geschichtlichen Urteil bestehen. Für den eigent wird. Daß dieses Gefühl revoltierend wirft und viele in das lichen Wiederaufbau aber brauchen wir die Goldgrundlage." infsraditale Lager treibt, ist nur zu verständlich. Insofern ist auch die Justiz nicht schuldfrei an tragischen Geschicken, wie sie den Staatsgerichtshof im Elberfelder Kommunisten prozeß beschäftigt haben. Die Pensionierung von Hannover. Eine Erklärung des Oberbürgermeisters Leinert. Der Oberbürgermeister von Hannover, Genosse Beinert, tam auf der Rückkehr von der Vorstandssitzung des preußischen Städte tages in Gleiwitz durch Berlin. Ein Redakteur des Sozialbemo fratischen Parlamentsdienst" hatte Gelegenheit, mit ihm über den fratischen Parlamentsdienst" hatte Gelegenheit, mit ihm über den jogenannten Fall Beinert" eingehend zu sprechen. Genosse Leinert erklärte, er habe vom ersten Augenblid an auf das bekannte Abbauangebot durch den zweiten Bürgermeister Fint betont, daß das Angebot nur dann in Kraft treten fönne, wenn der Vertrag in allen feinen Teilen genehmigt werde. Werde der Bertrag auch nur in einem Teil nicht genehmigt, dann sei er nichtig. nichtig. Ein Antrag Beinerts auf Ausscheiden fönne erst er. folgen, wenn eine Genehmigung in allen Teilen erfolgt sei. Eine folche Genehmigung sei natürlich für jeden denkenden Menschen folche Genehmigung sei natürlich für jeden denkenden Menschen Don vornherein ausgeschlossen. Ein Antrag auf Aus scheiden, der nur an den Magistrat hätte gerichtet werden können, scheiden, der nur an den Magistrat hätte gerichtet werden können, ist von Leinert nie gestellt worden. Bei den ganzen Borgängen hat es sich, so betont Leinert, nur um Borverhandlungen gehandelt zu dem alleinigen 3 wed, die ganze efelhafte und nervenzerstörende Heße bis zu dem Bunfte gehen zu lassen, wo der Wille der Intriganten vor aller Welt feststand, daß sie auch vor einer finanziellen Schädi gung der Stadt, lediglich zum Zwede seiner Beseitigung, nicht zurückschrecken würden. Das rechts ungültige Manöver habe fich felbftt ad absurdum führen müssen. Die Erwägung darüber, ob ein rechtsgültiger Antrag auf Ausscheiden gestellt werden follte, war der Entschließung der Partei durchaus vorbe. halten geblieben. Mie bestand, betonte Leinert welter, auch nur die leiseste Absicht, irgendeine Entscheidung ohne Fühlungnahme mit der Bartei zu treffen. Ein bloßes Angebot zu einem Bertrag hätte zur Demastierung des Intrigenspiels nicht genügt. Man hätte ein solches Angebot nachträglich als nicht ernst gemeint gedeutet. Der in sich unmögliche und rechts ungültige Bertrag dagegen ist jetzt zum erstenmal ein vollgültiger Be wets für den Mißbrauch der Abbaubestimmungen, und als solcher eine wert volle politische Waffe für die Sozialdemokratie. Daß der Vertrag, zu dessen Abschluß ein gewiß nicht ganz ungefährlicher Weg be schritten werden mußte, dem Unterzeichner nie einen Pfennig einbringen fonnte, verstände sich von selbst. Es sei lächer lich, auch nur ein Wort darüber zu verlieren. * " Frage: Wenn Sie von diesen allgemeinen Gesichtspunkten ausgehen, so tönnen die Maßnahmen, die die Reichsregierung foeben befannt gegeben hat, doch nur erste Schritte auf der Bahn des Wiederaufbaus darstellen, doch nur sozusagen einen her ins Keil, der ins Wirtschaftsleben hineingetrieben wird?" Reichsminister:" Diese Bemerkung ist völlig richtig. Aus der Bekanntmachung der Reichsregierung flingt deutlich heraus, wieviel davon abhängt, daß der Geist, in dem diese Echritte ber Reichsregierung getan sind, nun recht schnell Allgemeingut des beutschen Bolles wird. Die ganze Wirtchaft muß im gleichen Sinne handeln. Im ganzen öffentlichen Leben muß der Grundsah größter Sparsamkeit gelten. Wir müssen den Zahlentaumel der Inflation run endgültig hinter uns laffen. Es muß in der ganzen Wirtschaft wieder heißen: Großer Umjat, fleiner Nutzen." Sollten etwa auch jetzt noch Zwischenglieder des Wirtschaftslebens die Preise festhalten, statt die Vorteile der Preissenkung dem Ber braucher zuzuführen, so würde das sehr bedenkliche Folgen zeitigen. Auch die Reichsregierung seibst wird, sobald nur irgend möglich, alle noch sonst erforderlichen Schritte tun. Besonders im Steuermesen wird der Reichsfinanzminister dem Reichstag Geseze vor logen, die eine neue Durchbildung des Steuerwesens in Reich, Ländern und Gemeinden bezwecken und versuchen, die schwere Steuerbelastung, die unser Volt trotz seiner Armut tragen muß, so gerecht und so wenig wirtschaftshemmend wie möglich zu verteilen und dadurch so leicht wie möglich zu machen. Die heute anges fündigten Schritte der Reichsregierung aber mußten sofort unter. nommen werden, wurden auch von der Wirtschaft lebhaft ersehnt. Go ungeheuer schwer die Lasten des Londoner Abkommens auch sind und so beharrlich und ernst wir auch fortgesetzt daran arbeiten müssen, die Durchführung des Sachverständigengutachtens für uns tragbar zu gestalten, so wollen wir doch ohne Zögern unsere volle Kraft an den Wiederaufbau Deutschlands und damit Europas sezen." China gegen Großmächte- Intervention. New York, 13. September.( Kabeldienst der Telunion.) Das chinesische& abinett hielt heute eine Stabinettssigung ab, in welcher es fich eingehend mit einer möglichen Intervention der Großmächte befaßte. Es wurde der Beschluß gefaßt, jede Einmischung. anderer Mächte in die Vorgänge in China aufs entschiedenste abzulehnen. Desgleichen wurde die Einberufung einer internationalen China- Konferenz abgelehnt. Falls eine solche zusammentreten sollte, wird sie von der Regierung Chinas aufs schärfste bekämpft werden. Die nationale Bewegung im Lande hat dauernd an Umfang zugenommen. Es schließen sich immer neue Provinzen der Erhebung an. Die Gouverneure verschiedener Provingen haben in den Bürgerkrieg affiv eingegriffen. Nach der Ermordung Cafalinis. Faschistische Repressalien. Rom, 13. September.( Eigener Drahtbericht.) Die Ermordung des fafchiffischen Abgeordneten Casalini hat eine Berschärfung der italienischen Krise ausgelöst. Die Jaschisten üben in der Provinz Bergeltung. In Mailand haben sie die sozialistischen Bureaus und die sozialistische Zeitung„ Giustizia stürmt und dann verbrannt. geEs ist erfreulich, daß Genosse Leinert hier endlich selbst das Wort nimmt, um die Deffentlichkeit über seine wirklichen Anfichten und Absichten aufzuklären. Wenn er das rechtzeitig, und zwar sofort nach Abschluß des Vertrages", im Hannoverschen Parteiorgan getan hätte, würde er sich selbst und der Partei eine überaus peinliche Situation erspart haben. Wahr scheinlich ist ihm die Tragweite seiner Entschlüsse nicht recht zum Bewußtsein gekommen, sonst hätte er sicher wenigstens einige vertraute Freunde unter den Parteigenoffen ins Bertrauen gezogen. So aber ist er nach Gleiwiß zum Städtetag gefahren und während dieser Zeit hat ihm der örtliche Parteivorstand schärfste Mißbilligung ausgesprochen, ein Beschluß, der dem in den nächsten Tagen zusammentretenden Großen Ausschuß der dortigen Parteiorganisation zur Nachprüfung gen aus Washington besagen, daß in der letzten Zeit zwischen dem unterliegt. Luther über den Preisabbau. Für zähe, mühsame Wiederaufbauarbeit- keine Illufionen. Berlin, 13. September.( WTB.) Der Reichsfinanzminifter Dr. Luther gewährte einem Vertreter des MTB. eine Unterredung über die Preisabbauottion. Die Unterredung verlief wie folgt: " Frage: Welche Wirkungen versprechen Sie sich, Herr Reichs miniſter, von den heute morgen angekündigten Maßnahmen zur Erleichterung des Wirtschaftslebens?" Reichsminister: Darauf muß ich Ihnen zunächst antworten, daß ich mir feine Wunderwirkungen verspreche. Die Zeit der Illusionen ist vorbei. Jest muß die ähe, mühsame Wiederaufbauarbeit beginnen. Diese Wiederaufbauarbeit wird zweifellos allmählich Früchte tragen, und zwar dauerhafte Früchte. Die Leute freilich, die zu meiner schienen, nach Annahme der Gefeße über das Londoner Abkommen werde bei uns sozusagen über Nacht ein riesiger wirtschaftlicher Aufschwung einfegen, weren ebenso große Illusionisten, wie die anderen, die glaubten, wir hätten unser Leben als Wirtschaft und Volk aufrecht erhalten können, wenn wir das Londoner Abkommen ablehnten." Frage: Sind die Voraussetzungen für den allmählichen Wiederaufbau nicht aber schon durch die Mart stabilisierung im vorigen Herbst geschaffer worden?" Reichsminister: Sa und nein! Ohne die Maßnahmen des vorigen Herbstes und Winters, also besonders ohne die Schaf fung der Rentenmart und ohne die harten finanzpolitischen Eingriffe durch Steuererhöhungen und Ausgaben- Drosselungen würde heute für den Wiederaufbau jede Grundlage fehlen. All das aber waren totmaßnahmen Deutschlands mit den letzten Resten feiner eigenen Kraft, die durch den Ruhreinbruch an der wichtigsten Stelle Die interalliierten Schulden. Ein amerikanischer Vorschlag an Frankreich. Paris, 13. September.( Eigener Drahtbericht.) Pressemeldun Mitglied der amerikanischen Schuldenkommission Eduard Hurley und französischen Amtsstellen gelegentlich einer Reise Hurleys nach Frankreich Verhandlungen über die Frage der Konsolidierung und Rückzahlung der französischen Schulden an Amerita stattgefunden haben. Hurley hat in dieser Frage einen Plan ausgearbeitet und diesen nach seiner Rückkehr dem amerikanischen Schabfefretär Mellon und Hoover zur Prüfung vorgelegt. Dieser Plan sieht eine Rückzahlung der französischen Schuld in 63 bis 67 Jahren nach einem fünfjährigen vollkommenen Moraabgesehen von den Zinssummen, wird mit 3 300 000 000 Dollar anterium voraus. Die Gesamthöhe der französischen Rückzahlungen, gegeben. Die Berzinsung nach dem Hurleyschen Plan soll 2% Proz. betragen, die Jahreszahlungen für die Rückzahlungen, die nach fünf Jahren einsehen würden, werden in dem Hurlenschen Plan nach zwei verschiedenen Formen ins Auge gefaßt: Entweder feste Jahreszahlung von 100 millionen Dollar oder steigende Jahreszahlungen, wobei nach dem zwanzigsten Jahre die Summe von 100 Millionen Dollar überschritten werden würde. " Temps" mitteilt, sieht der gleiche Plan voraus, daß die Ver. einigten Staaten evil. die Hälfte der franzöfifchen Jahreszahlungen, d. h. 50 Millionen Dollar jährlich, in Bons für die französische Industrie verwerten würden, die eine Elettrifizierung der französischen und belgischen Eisenbahnen ermöglichen sollen. Wie der Großer Diplomatenschub in Frankreich. Paris, 13. September.( WTB.) Wie„ Matin" ankündigt, wird sich die Veränderung in den diplomatischen Posten, die in nächster Beit vor sich gehen sollen, auf die Posten von Berlin, London, Rom, Madrid, Brüssel und Konstantinopel beziehen. An Stelle Peretti della Roccas, der, wie bereits gemeldet, Nachfolger Barrères in Rom werden soll, wird der Unterdirettor am Quai d'Orsay Laroche Ministerialdirektor am Quai d'Orsay werden. Gewerkschaftsbewegung Arbeiter und Angestellte! Die Ausschüsse der Berliner Gewerkschaftskommiffion und des Ortskartells Berlin des AfA- Bundes weisen gelegentlich der Zu sammenlegung der freigewerkschaftlichen Betriebsräteschule und der Gewerkschaftsschule mit allem Ernst und Nachdruck auf die Notwendigkeit hin, die Bildungsarbeit in den Gewerk. schaften mit aller Energie zu fördern. Unbeschadet der statutarischen Bestimmungen der beiden Spizenförperschaften, ersuchen sie alle angeschloffenen Ortsverwaltungen, nach Rücksprache und in Fühlung mit der Schulleitung, für ihre Funktionäre und Mitglieder Kurse und Vortragsreihen zu veranstalten, die zum geistigen und organisatorischen Wiederaufbau der Berbände beitragen sollen. Zugleich fordern sie alle diejenigen Arbeiter und Angestellten auf, die nicht nur die äußere Notwendigkeit des gewerkschaftlichen Zusammenschlusses, sondern auch den Gedanken der Hebung des geiftigen Niveaus der Arbeitnehmerschaft erfaßt haben, auf, sich an der Gewerkschaftsschule zu beteiligen und deren Ideen und Ziele in den Kreisen ihrer Berufs- und Klaffengenossen zu verbreiten. Allgemeiner freier Angestelltenbund, Oristartell Berlin. gez. Flatau. gez. We mozom. Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. gez. Sabath. . Die Unterrichtsverzeichnisse der Gewerkschaftsschule mb erschienen und fostenlos in allen Ortsbureaus der Arbeiter- und Angestelltenverbände erhältlich. Außerdem werden sie durch das Bureau der Gewerkschaftsschule sowie durch die Geschäftsstellen des AfA- Bundes, Ortsfartell Berlin, und der Berliner Gewerkschaftsfommission, sämtlich Engelufer 24/25, Gewerkschaftshaus, aus gegeben. Der Hörerbeitrag beträgt für jeden Lehrgang von je 10 Doppelstunden 1 M. Anmeldungen, außer bei den Orts verwaltungen, während der Lehrberatungssprechst unden im Bureau der Schule, 1. Stod, Zimmer 6 des Gewerkschafts. hauses. Die Lehrgebiete der Gewerkschaftsschule find: Bolkswirtfchaft, Betriebslehre, Allgemeine Rechtslehre, Arbeitsrecht, Gemertfchaftswesen, Sozialpolitik und Kulturpolitik. Außerdem für Anfänger allgemeine Einführungskurse. Die Holzarbeiter zum Washingtoner' Abkommen. Vor den Generalversammlungsdelegierten des Berliner Holzarbeiterverbandes sprach am Freitagabend Genosse Schröder vom 3d. über Washingtoner Abkommen und Boltsentscheid". Nach ausgiebiger Diskussion, in der die kommunistischen Redner den stundentages mit den„ Mitteln des Klassenkampfes gelöst werde, nahmen die Delegierten folgende Entschließung des Referenten an: „ Die Generalversammlung der Berliner Halzarbeiter begrüßt den Beschluß der freien Gewerkschaften, durch Boltsentscheid das Washingtoner Abkommen zu ratifizieren. Das neue deutsche Arbeitsaefeh muß darüber hinaus die Lüden des Washing toner Abkommens im Sinne einer weitgehenden Siche rung des Achtstundentages ausfüllen. Die Berliner Holzarbeiter sind entschlossen, sich mit aller Kraft dafür einzufehen; fie fordern alle Holzarbeiter auf, sich um das Banner der freigewerkschaftlichen Organisation zu scharen." Für die Branchen der Karosseriearbeiter, der Rahmenund Goldleistenarbeiter, für die Kisten- und Koffer. macher und die Sägewerke bestehen die alten Tarife weiter ader sind neue abgeschlossen worden. Die Arbeitslosengiffer im Holzgewerbe hat in der Berichtszeit starke Schwankungen gezeigt. Die 3370 Arbeitslosen des Monats März gingen bis Anfang Mai auf 1642 zurück, dann aber setzte die Krise mit großer Bucht ein, so daß Ende Auguft 8551 Erwerbslofe auf dem Nachweis eingetragen waren. Bis zum 6. September ist ein geringer Rückgang auf 8267 zu ver zeichnen. Das Personal des Facharbeitsnachweises mußte um drei Mann vermehrt werden. In wie brutaler Weise die Unternehmer vorgehen, beweist der Antrag des Oberscharfmachers Baeth an die Behörden, den jenigen Arbeitslosen, die nicht die gefehliche Arbeitszeit von 48 Stunden leisten wollen, die Er werbslojenunterstügung zu entziehen. Die im Quartal geführten Angriffsbewegungen, bei denen der es gelang, die Einführung der Akkordarbeit abzulehnen und Streit in Anwendung fam, betrafen die Modelleure, denen außerdem eine Lohnerhöhung und Verbesserungen in der Arbeitsnachweisfrage durchzusehen. Die Korbmacher mußten nach dreieinhalbwöchigen Streit erfolglos in die Betriebe gehen, während einhalbwöchigen Streit erfolglos in die Betriebe gehen, während die Ristenmacher eine Lohnerhöhung von 12 Pfennig die Stunde erreichten. Diese Streits und eine Rethe feinerer Bewegungen erforderten einen Rofbenaufwand von etwa 12 000 Mart. In vielen Fällen mußten die Verbandsbeamten bei der Regelung örtlicher Differenzen mitwirken. Mit den Gewerbeaufsichtsbeamten gemeinsam wurde an 61 Verhandlungen, die die Stillegung von Betrieben betrafen, teilgenommen. Daneben liefen eine Unzahl von Betriebs, Bezirks- und Vertrauensmännerversammlungen, die zum Teil auch der Agitation dienten. Der Mitgliederbestand der Ortsverwaltung bewegt sich in aufsteigender Linie. Die 23 219 Mitglieder am Schluß des ersten Quartals fonnten um 1605 vermehrt werden. Am 30. Juni wurden 24 824 eingeschriebene Mitglieder gezählt. Der Raffenbericht zeigt infolge dieser Entwicklung ebenfalls ein günstigeres Bild. Die Bersammlung nahm ohne Diskussion den Bericht entgegen, Freigang tonnte daher die Zustimmung aller Anwesenden zu den Arbeiten der Verwaltung feststellen. Nachdem noch mitgeteilt worden war, daß im September eine Ertraunterstügung an die Arbeitslosen gezahlt wird, schloß die Versammlung. Die Lohnbewegung der Töpfer noch nicht beendet. Am 15. Auguft fief die Bereinbarung für die Ofenfeßer Berlins mit 98 Pf. Stundenlohn ab. Bei neuen Verhandlungen erflärten die Arbeitgeber, 1 M. Stundenlohn zahlen zu wollen. Der neue Affordtarif, der am 1. September in Kraft treten sollte, fah bereits eine 8 bis 10prozentige Lohnerhöhung vor. Der ange. botene Stundenlohn von 1 m. wurde von den Töpfern abgelehnt und der Schlichtungsausschuß angerufen. Der Schlichtungsausschuß sette einen Stundenlohn von 1 m. fest. In der Begründung wurde jedoch gesagt, daß den einzelnen Ofen benlohn mit den einzelnen Arbeitgebern zu vereinbaren. Eine diesbezügliche Erklärung des Fachgruppenleiters im Borwärts" wurde von den Unternehmern dahin beantwortet, daß fie nun ihre gegebene Zufage bezüglich des Infrafttretens der neuen Tarifs am 1. September zurückziehen. Die Unternehmer versuchten jetzt, die Allgemeinverbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs durchzusehen. Bei den Verhandlungen vor dem Schlichter ergab sich, daß die Töpfermeister gewillt waren, Staffellöhne von 1 M. bis 1,20 m. für Reparaturarbeiten zu zahlen; doch an dem Grundsatz bei der Affordberechnung auf 1 M. pro Stunde wollten sie festhalten. Die Berbindlichkeit des Schiedsspruches wurde vom Schlichter abgelehnt. In seinem nun folgenden Geschäftsbericht für das zweite Quartal bemerkte Freigang, daß der schleppende Geschäftsgang im Ge werbe alle Kräfte der Ortsverwaltung voll in Anspruch genommen hat ohne daß es gelang, die Löhne auf die Vorkriegshöhe zu bringen. Die Hauptbranche der Tischler hat seit dem Frühjahr weder einen Manteltarif noch ein Lohnabkommen. Weder Vernehmer zu erneuten Verhandlungen bereit. Die neuen Berhandhandlungen beim Schlichtungsausschuß noch mit den Unternehmern birekt haben ein abschließendes Ergebnis gebracht. Für die Bild hauer gelang die Erhaltung der 44- Stunden- Woche. Der Tariflohn für die Musiktinstrumentenbranche beträgt 81 Pfennig Ferien und sonstige Arbeitsbedingungen sind durch einen Manteltarifvertrag geregelt, der inzwischen wieder verlängert worden ist. Mit dieser Sadylage beschäftigte sich eine gut besuchte Bersammlung der Fachgruppe des Baugeweitsbundes. Nach Berichterstattung des Fachgruppenleiters Kemnih und nach nochmaliger telephonischer Berhandlung am selben Abend erklärten sich die Unter. lungen am 12. September haben an der ganzen Situation nichts geändert, nur daß die Arbeitgeber den Staffellohn bis auf 1,25 mM. hinauffezen oder einen festen Stundenlohn von 1,10 m. bewilligen wollten. Am Montag nachmittag werden die Töpfer erneut zu dieser Angelegenheit Stellung nehmen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß es zu einem Rampf tommt. In der Berfammfung am Donnerstag berichtete Kemnih auch über den Fachgruppen- und Bundestag in Hamburg. Eine Dis fuffion darüber fand nicht statt. Der lebhafte Beifall am Schluß der Ausführungen bewies, daß die Kollegen mit den Beschlüssen der Tagungen in Hamburg ihr Einverständnis erklärten. Achtung, Metallarbeiter! In der Zeit vom 10. bis 20. September finden für die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbandes die Wahlkörperversammlungen für die örtliche Generalversammlung statt. In diesen Versammlungen werden die Anträge behandelt, die wieder in reicher Anzahl eingelaufen sind. Die kommunistische Fraktion hat einige reine Demonstrationsanträge gestellt, die offenbar von der KPD.- Zentrale veranlaßt und verfaßt find. Die Delegierten zur Generalversammlung werden teilweise neu gewählt werden. Deshalb find alle Metallarbeiter der Amsterdamer ih tag zum Besuch der Wahlkörperversammlungen verpflichtet. Genossen, seid jezt mehr denn je auf dem Bosten! Worum es bei Röchling geht. Die Röchling- Werte in Bölflingen bei Saarbrücken wollen ab Montag den Betrieb einstellen, da sie feine Ermäßigung der Kohlenpreise erlangen fonnten und bei den geltenden Kohlenpreisen mit Verlust arbeiten müßten. Die( französische) Bergwerksverwaltung heimste in diesem Jahre allmonatlich einen Reingewinn von Millionen ein. Die Aufrechterhaltung der Betriebe sei nur dann möglich, wenn die Arbeiter sich die Differenz aus den hohen Kohlenpreisen aufbürden laffen. Die Feuerarbeiter sollen die achtstündige Arbeitszeit behalten, jedoch leberstunden nach den Erfordernissen des Betriebes leisten und dafür einen Lohnabzug von 15 Pro 3. in Kauf nehmen, während die übrigen Arbeiter entweder zehn Stunden anstatt acht Stunden arbeiten, oder aber sich einen Lohnabzug von 25 Broz gefallen lassen. Außerdem müsse die Gesamtfummme für die sozialen Zulagen um 25 Proz gefürzt werden. Für den Arbeiter heißt es nicht: Friß, Bogel, ober ftirb!", sondern humaner: Schufte länger um geringeren Lohn oder liege ſtill!" Saarbrüden, 13. September.( Eigener Drahtbericht.) Der Präfident der Regierungskommission des Saargebietes empfing am Sonnabend eine Delegation der Sozialdemokratischen Partei, der freien Gewerkschaften und der sozialdemokratischen Landestagsfrak tion, die bestimmte Borschläge zur Linderung der durch die Ara Schließung der Röhling- Werte eintretenden beitslosigteit machten. Diese Vorschläge betreffen die sofortige Einrichtung von staatlichen und tommunalen Notstands= arbeiten, die Erhöhung der Erwerbslosenunterftügung und die Unterbringung der entlassenen Arbeiter in Gruben und Hüttenwerken. Der Präsident erklärte sich mit den Vorschlägen einverstanden. Er sprach fich gegen einen Lohnabbau aus und für die gesetzliche Einführung des Achtstundentages. Anfang Oktober werde die Regieerkennung des Achtstundentages nach dem Abkommen von Washington, Berbindlichkeitserklärung für die Ruhr- Nandzechen. Aus Dortmund wird berichtet: Der am 81. Auguft bzw. am 2. September gefällte Schiedsspruch für die südlichen Man behen des Stuhrbergbaus ist vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärt worden. Achtung, Kürschner! In Schweden hat der Arbeitgeber. verband am 4. September sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Belzbranche, nachdem die Verhandlungen des am 10. Auguft 1924 abgelaufenen Tarifs gescheitert sind, ausgesperrt. In Betracht kommen 565 Personen. Jeder Zuzug von Arbeitern und Arbeiterinnen nach Schweden ist streng zu vermeiden. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck gebeten. Internationales Kürschnersekretariat. J. A.: A. Regge, ( Gewerkschaftliches fiehe auch 3. Beilage.) Berantwortlich für Politik: Ernst Renter; Wirtschaft: Artur Gaternusz Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: K. S. Döscher; Lokales und Gonftiges: Friz Karstädt; Anzeigen: Th. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchdruckerei und Berlagsanftalt Baul Singer u. Co.. Berlin SM. 68, Lindenstraße 3. Hierzu brei Beilagen und Blid in die Bücherwelt". N Küchenhandtuch 0.90 Reinleinen, besonders schwere Militärqualität, gesäumt Größe 45x100 cm Prinzeßrock mit Stickerei- Einsatz u. 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Sie kann lediglich in gewissem Sinne wenigstens, durch ihre Kochkunst und durch die rationelle Verwertung der einzelnen Lebensmittel ausgleichen, was die Reiche mit ihrem Geld sich und ihrer Familie leisten kann. Die Lebensmittel. Um leben, um ständig mit dem Lebensmittelprozeß zusammen- hängenden Verlust an Körpersubstanz auszugleichen sowie die er- forderlichen Wärme- und Energiemenge., beschaffen zu können, braucht der Mensch Lebensmittel, d. h. Nahrungsmittel und solche G e n u ß m i t t e l, die in unmittelbarer Beziehung zur Er- nährung stehen. Die Nahrungsmittel enthalten wachsende Mengen verschiedener Nährstoffe. Kein Nährstoff, auch kein Nahrungsmittel rennog allein auf die Dauer den Menschen zu ernähren. Infolge- dessen muß unsere Nahrung, die wir in Form von Speisen und Getränken zu uns nehmen, aus den verschiedensten Lebensmitteln zusammengesetzt werden. Unter Ztahrungsmittel versteht man olle diejenigen Gegenstände, die einen Nährwert haben, während Ge- nußmittel in weitem Sinne des Wortes alle die Gegenstände find, die entweder keinen oder nur einen prattisch-belanglosen Nährwert l)aben. die jedoch der Mensch deswegen fernem Körper zuführt, um bestimmte Wirkungen auf die Geschmacks- und Geruchsnerven, wie die Magen- und Darmtätigkeit, das Gehirn, das Herz usw. zu er- zielen. Hierher gehören um nur ein paar anzuführen, die Mineral- wäsjer, die Gewürze, Kaffee, Tee, Ffeischcxtrakte, Wein, Bier und Tabak. Der Mensch will seinem Körper nicht nur Lebensmittel zu- führen, sondern er will nach deren Genuß auch satt werden. Daher gibt es neben dem Nährwert auch«inen Sättigungswert. Satt ist der Mensch, solange er Speise im Magen hat. und Hungergefühl tritt erst auf, wenn der Magen leer ist. Zum Beispiel haben Rind- und Hasenfleisch annähernd denselben Nährwert wie Fischfleisch mit enl- sprechendem Fettgehalt. Aber der Sältigungswert des Rind- und hafensleisches ist bedeutend höher als der des Fischsleische». Wird Brot in kleinen Stücken gebacken, so ist sein Sättigungswert be- deutend größer, obwohl der'Nährwert des großen Brotes derselbe ist wie �cr des aus demselben Teig hergestellten kleinen Gebäcks. G«- rö stetes Brot sättigt noch meh r. Beachtenswert ist serner, daß unsere Frühstücksqetränke«ine beträchtliche Absonderung von Verdauungssäften im Magen hervorrufen, woraus zu einem großen Teil ihre erfrischende Wirkung beruht. Die Folge davon ist, daß derartige Getränk« des Morgens beliebter sind als die nahrhafter« Supp« oder der Brei. In diesem Zusammenhange sei gleich auf die Bedeutung des Wassers für den menschlichen Körper hingewiesen. Der menschliche Körper besteht ungefähr aus 65 Prozent, das Blut sogar aus etwa 78 Prozent Wasser, mithin muß der Mensch seinem Körper regelmäßig Wasser zuführen, da er fortgesetzt Wasser aus- scheidet. Ein Teil des nötigen Wassers wird als solches sowie in verschiedenen Getränken und Epeisen genossen. Ein. weiterer Teil entsteht bei den verschiedenen Umsetzungen von Stoffen, die im Lebensprozeß des Körpers ständig stattsinden. Das Trinkwasser für den Menschen muß natürlich vor ollem frei sein von solchen kleinen Lebewesen, die im menschlichen Körper Krankheiten zu verursachen vermögen, weiter von allen Stoffen, die geeignet find, die mensch- licbe Gesundheit zu schädigen oder gar zu zerstören. Trinkwasser soll im übrigen klar, möglichst farblos, gleichmäßig kühl sein, einen fremdartigen Geruch oder Geschmack nicht wahrnehmen lassen, also so beschassen sein, daß es auf die Dauer gern genossen wird. Wichtig ist auch, darauf hinzuweisen. wiev>el Mahlzeiten für Kinder und Erwachsene am Tage zweckmäßig sind. Das Kind muß häufiger als der Erwachsene, aber natürlich auch nicht regellos den ganzen Tag essen Der Erwachsene ißt m Deutschland im Gegensatz zu England am Morgen zu wenig. Die ausgeruhten Verdaungsorgane können morgens mehr Nahrung als nur Kasse« und Brot aufnehmen. Die Hauptmahlzeit findet am zweckmäßigsten nach der Hauptarbeit statt, damit für sie reichlich Zeit und im Anschluß daran die nötige Ruhe für die Verdauung gewährleistet ist. Die Abendmahlzeit kann weit geringer sein, weil der Kräfteverbrauch während der Nacht infolge der Ruhe des Körpers gering ist. Will man im Anschluß daran die Frage beantworten welche Nährstoffmenge der Mensch täglich braucht, so ist die Antwort hierauf einigermaßen schwierig, weil der Bedarf der einzelnen Menschen an den wichtigsten Nährstoffen sehr verschieden ist. Um jedoch einen gewissen Anhalt zu bieten, sei Der Traum von den Kalorien. bemerkt, daß ein Mensch im Gewicht von etwa 76 Kilogramm bei mittlerer Arbeitsleistung täglich etwa 96— 100 Gramm und bei schwerer Arbeit täglich etwa 100— 110 Gramm Proteine, d. h. Ei- weißstoffe, und im ganzen ein« Menge von 3000 bzw. 4000 Kalorien nötig hat, wobei allerdings zu bemerken ist, daß ein Teil des Eiweißes durch Fette und Kohlehydrate erspart werden kann. Hinstchtlich der Fette muß bemerkt werden, daß sie nicht nur leicht verdaut werden, sondern daß man im Hinblick auf ihren hohen ka- lrrischen Wert von ihnen weit weniger als von den Kohlehydraten zu essen braucht, um den Bedarf an Kalorien zu decken. Die Ver- dauung großer Mengen von Kohlehydraten ermüdet. Infolgedessen macht sich besonders bei Personen, die angestrengt geistig tätig sind, das Bedürfnis nach fettreicher und animalischer Nahrung bemerkbar. Milch, fleisch, Cier. Die Milch als Nahrungsmittel muß vor allen Dwgen frisch sein. Das einzig empfehlenswerte Verfahren, um Milch im Haus- holt möglichst lange frisch zu erhalten, besteht darin, die ZNllch so frisch wie möglich zu kausen, sofort nach dem Kaufen bis zum Auf- wallen aufzukochen und sie dann schnell abgekühlt an einem kühlen Ort in einem Gefäß mit gut schließendem Deckel aufzubewahren. Spricht man vom Fleisch, so wird den meisten die Beantwortung der Frage interessieren, ob fettes oder mageres Fleisch am nahrhaftesten ist. Da schieres, d. h. ganz mageres'Muskelfleisch etwa 76,5 Proz. Wasser enthält, während dos Fettgewebe nur 12 Proz. Wasser auf- weist, ergibt sich, daß der Nährwert des Fleisches um so größer ist, je seller es ist. Welche Veränderungen erleidet nun aber das Fleisch beim Kochen? Wird es mit kaltem Wasser übergössen, darauf langsam bis zum Kochen erhitzt und einige Zeit im Kochen erhalten, so tritt etwas ganz anderes ein, als wenn Fleisch in kochen- des Wasser gelegt wird. Denn im ersten Falle bringt das Wasser flüssigen Fleischsaft in Lösung, im anderen Falle gerinnt jedoch das Eiweiß in der Artßenschicht des Fleisches und bildet so eine un- durchlässige Hülle für die inneren Fleischteile, wodurch ein Auslaugen des Fleisches in dem kochenden Wasser weitgehend oermieden wird. Will man demnach eine kräftige Fleischbrühe herstellen, so setzt man das Fleisch mit kaltem Wasser auf, soll aber das Fleisch saftig bleiben, so bereitet man es nach einem zweiten Verfahren. Beim Einkauf von Fleisch erhält man meistens auch Knochen. Enthalten die Knochen Mark, so läßt sich mit ihnen eine kräftig schmeckende und fetthaltige Brühe herstellen. Der Genuß von rohem Fleisch ist aus dem Grund bedenklich, weil Trichinen, Finnen und andere kleinlebe- wesen, die schwere Erkrankungen hervorrufen können, in dem rohen vorhanden sein können. Um sicher zu sein, daß Eier frisch sind, prüft man sie am besten in der Weis«, daß man das Ei, dessen Schale man vorher gereinigt hat, in die Hand nimmt, diese gegen das Auge drückt und dann gegen ein Licht sieht. Frische Eier er- scheinen, gegen das Licht betrachtet, vollständig hell, alte hingegen trüb« und dunkel. Angegangene Eier lassen am inneren Ranft der Schale oder überhaupt im Innern einen Fleck erkennen. Bebrütet« Eier machen sich durch einen scharf abgegrenzten Fleck des Eidotters bemerkbar. öutter vnö örot. Die Hauptrolle in der menschlichen Ernährung spielt das Brot. Di« Zahl der Geböcke, die als Brot in den Verkehr gelangen, ist bekanntlich sehr groß. Bei den versuchen, welches Brot dem menschlichen Körper am dienlichsten ist, hat sich ergeben, daß das beim Weizenbrot der Fall ist. Fast ebenso gut bekömmlich wie das Weizen- brot ist das Roggenbrot. Im übrigen muß gesagt werden, daß die Bekömmlichkeit der verschiedenen Brotsorten recht verschieden ist, ebenso verschieden wie de? Geschmack des einzelnen. Man esse daher am besten das Brot, das einem geschmacklich am besten zusagt und gesundheitlich am besten bekommt. Heroorragenden Nährwert hat bekanntlich die Butter. Da Butter und Margarine nicht erheblich mehr als SS Proz. Fett enthalten, Schweineschmalz aber fast zu 100 Proz. aus Fett besieht, ist Schweineschmalz als Fellquelle wertvoll« als Butter und Margarine. vor einiger Zeit ist beretts an dieser Stelle auf Wert und Wich- ttgkeit des Büchleins:„Was haben wir bei unserer Er- nährung im Haushaltzu bevchten?" von dem bekannten Lebensmittelchemiker Dr. A. I u ck e n a ck hingewiesen worden. Auch die vorstehenden Ausführungen sind diesem überaus lesenswerten Buch entnommen, das außer den von uns angeführten Tatsachen noch eine Fülle des Interessanten und Wissenswerten enthält. Seine Anfchaffiing kann daher jeder Hausfrau nicht warm genug empfohlen werden. Das Buch ist im Berlage von Julius Springer in Berlin erschienen. Der Preis bettägt 1,50 Mark. Berlins Vorbereitungen für die Ankunft des Z. R. 3. Zum Empfang des Amerika-ZeppelinS in Berlin(im Laufe nächster Wocke) werden in dem Zeppelinhafen in Staaten. weit» gehende Vorbereitungen getroffen, insbesondere werden durch Be- kanntgabe der hier funkentelegraphisch einlaufenden Berichte von der großen Probefahrt die in Staaten versammelten Zuschauer fortlaufend über die Fahrt des Lustschiffes orientiert. Ein offizieller Empianq des Z. R. 3 kommt in Berlin nicht in Frage, da da? Luslschiff hier keine Zwischenlandung vornehmen wird. 14s Die Familie Frank. Roman von Martin Andersen Rexö. Svisa fuhr mit einem Seufzer zusammen, als Madam Frank ihre eisenbeschlagenen Pantinen auf der Steinplatte abtrat. Als sie aber sah, wer es war, lächelle sie und nahm die Schürze vom Munde, um zu reden: „Ich heiße dich willkommen im Bau, Mann sowohl wie Frau— die ihr kommt hierher von Land und Meer, und alles, was da steht in der Macht, wie's in der Schrift ist gesagt." Diese Worte plapperte sie schnell her, während sie Madam Frank an der Hand in die Stube führte. Svisa hatte ein starkes Untergebiß und zwei lange„Eberzähne", die sich von außen auf die eingefallene Oberlippe hinaufschoben. „Setz die Pantinen bitte hin!" sagte Svisa süßsauer. „Das ist gleich, danke," antwortete Madam Frank scharf, nachdem sie einen Blick auf den unebenen Lehmboden ge- worsen hatte, den die Hühner und die Katze, offenbar mit- einander wetteifernd, noch unebner machten. Madam Frank gefiel es nicht, daß es hier so schmutzig war: außerdem war sie ärgerlich über die Zurechtweisung. Es schien ihr hier nach allem anderen als nach Schwefel zu riechen, doch man sagte ja allerdings auch, daß die Geschichte auf dem Speicher vorgehe. Aber mochte nun Svisa des Teufels Braut fein oder nicht, jedenfalls sollte sie Madam Frank nicht'darüber belehren, daß man auf Strümpfen zu gehen hatte. Svisa wanderte murmelnd in der Stube umher, machte Zeichen und wunderliche Gesten und gab sich den Anschein. als hielte sie mit unsichtbaren Wesen Zwiesprach. Madam Frank sah sich mehr und mehr wütend an ihr: sie war sich jetzt ziemlich klar darüber, daß dieses armselige Gestell von Weibsbild ihr nicht helfen könne. ..Stell' dich nicht so an." unterbrach sie giftig,„und sag' mir lieber, was ich mit meinem Schwein von Mann anfangen soll, um ihm das Trinken abzugewöhnen." „Du mußt ihn mit Branntwein füttern," erwiderte Svisa, die in ihrer Praxis als kluge Frau allmählich dieses und jenes Hausmittel des Volkes zubereiten gelernt hatte. „Hä, davon Hab' ich genug gekriegt," entgegnete Madam Frank und lachte höhnisch. „Hast du ihm Branntwein in all sew Esten gegeben und das Brot damit angefeuchtet?" „Ja, du kannst's mir glauben! Ich habe obendrein seine Kleider hineingelegt— seine Bettsachen und Taschentücher. Es stank nach Branntwein, so daß ein Schwein sich hätte übergeben müssen: aber meinst du, e r hätte es getan? Er hat sich daran geweidet und wußte nicht, auf welchem Bein er stehen sollte." Svisa knaupelte ein wenig: ihre Eberzähne bewegten sich längs der Oberlippe hin und her. „Hast du versucht, eine Kreuzotter in Branntwein kre» pieren zu lassen und ihm das Zeug einzugeben?" „Nein." „Dann solltest du es tun. Hilft das auch nicht, so mästen wir's mit Branntwein mit Leichenschweiß drin versuchen. Das hilft immer." Diese beiden Hausmittel kannte Madain Frank, die aus dem Städtchen gebürtig war, noch nicht, und fing an, Respekt vor Svisa zu bekommen, namentlich als diese eine richtige, lebendige Kreuzotter zum Vorschein brachte, die sie gefangen zu haben vorgab, während sie in- Wirklichkeit Ringelnattern, Kreuzottern und anderes Gewürm von den Hütejungen draußen auf dem Lande aufkaufte. Madam Frank erwarb die Kreuzotter und die Flasche, in der sie sich befand, für eine Krone und begab sich auf den Heimweg, ein wenig bedrückt über die große Ausgabe. Sie wagte fast nicht zu glauben, daß es wirken werde. Wenn es nun aber doch wirkte, so daß Frank ein ordentlicher Mensch werde, vielleicht auch das Geschäft wieder in Gang brachte und ein richtiger Mann wurde, wie die Natur ihn wollte, der nicht dasaß und angebranntes Esten hinunter- schluckte, ohne zu mucken! Sie sah im Geiste, wie er mit dem Knöchel aus fyen Tisch hieb und schwur, nun solle es, der Teufel möge ihn holen, ein Ende haben mit dem Waschen für die Leute. Bielleicht gab er ihr auch eine Backpfeife. Bei diesen Gedanken durchzuckte sie ein Schauer von Wohlbehagen. Vielleicht kamen auch die Nachbarinnen gelaufen und erzählten ihr, ihr Mann treibe seine. Scherze mit dieser oder jener. Aber was machte sie sich daraus! Frank war ein Mann, das sollten sie erfahren. Cr ging nicht vor der Fuhre her, halb im Schhaf, und knaupelte nicht wie ein Vrauerochse— wie ihre einfältigen Männer--- 9. Vierzehn Tage waren verstrichen. In dem Frankschen Hause war man noch früher auf den Beinen als gewöhnlich: schon vor Sonnenaufgang riß Madam Frank Türen und Fenster auf und'verursachte einen Durch- zug, als wollte sie alles Lebendige zur Tür hinausjagen. Die Luft im Hause war in unheimlichem Grade ge- witterschwanger, und Meister Frank hielt es nicht für rat- sam, die Vorsehung dadurch herauszufordern, daß er liegen blieb, um so mehr, da der Junge sich schon beim ersten Tagesgrauen aus dem Staube gemacht hatte, so daß niemand anders da war als er, über den das Unheil hereinbrechen konnte. Er verstand seine Frau nicht. In der vorigen Woche hatte sie einen ganzen Liter Branntwein in die Speisekammer gestellt und ihn selbst zu trinken genötigt— sie, die sonst auspaßte wie ein Luchs. Das war ja noch besser als in den guten, alten Zeiten, an die er immer, mit Kummer zurückdenken mußte. Aber er hatte ihre Aufmerksamkeit auch anerkannt und es sich zu Hause gemütlich gemacht; denn was brauchte man wohl hinauszurennen, wenn man es zu Hause gut hatte. Darin mußte man nämlich dem Pfarrer recht geben, daß die Frau es verstehen mußte, ihren Mann zu Hause zu halten. Und sie hatte es so gut mit ihm gemeint und sich oben- drein erkundigt, wie es ihm bekomme. Aber als dieser Branntwein dann zu Ende war und er mehr haben wollte, da war sie fuchsteufelswild geworden und hatte ihn ungeheuerlich beschimpft. Na, ärgerlich war das, und dann hatte sie ihn derart bewacht, daß er weder Tag noch Nacht aus dem Haufe entwischen konnte. Und wenn er wenigstens noch gesund gewesen wäre! Aber er war krank, wirklich krank. Nie hatte es so wie heute in feinem Halse gebrannt, die Glieder hatten ihn geschmerzt, und in seinem Kopf hatte sich etwas ganz blödsinnig gedreht. Obendrein war heute doppelter Feiertag. Der Ruhe- tag des Herrn und der Tag der dänischen Verfassung. Gott und der König hatten im Berein diesen Tag gestiftet, damit Frieden wäre auf Erden— und den Menschen ein Wohl- gefallen. Aber vielleicht kam er nicht einmal heute hinaus, und es war doch Verfassungsfest, und er sollte vielleicht ein paar Worte sprechen! O Herrgott! i (Fortsetzung folgt.) Einsegnung. In diesen Tagen finden in Berlin wieder Etisegnungen statt. Man sieht wohl hie und da, in dieser und jener Straße, junge Menschen beiderlei Geschlechts im Feiertagskleid über die Straßen huschen, aber die meisten der Passanten geben nicht weiter acht darauf und haben auch keine Zeit, sich um Privatangelegenheiten und Familienfeste zu kümmern. Denn das ist seit langem schon eine feststehende Sitte der bürgerlichen Kreise Berlins, daß es bei so einer Einsegnungsfeier hoch hergehen muß, und manche der Konfirmandinnen sieht man geschmückt, wie eine Braut. Vor einer Reihe von Jahren brachte ein Berliner Witblatt ein Bild, auf dem man so eine junge Dame im modischen Konfirmationsstaat totett nach der Kirche tänzeln sah und darunter stand:„ Eingesegnet, oder man muß Sie fagen!" Bild und Text charakterisierten trefflich, wie bei diesen braven Bürgersleuten, die den lieben Gott stets im Munde führen und die sich als die alleinigen Hüter der Frömmigfeit aufspielen, alles zur leeren Form erstarrt ist. Daneben gibt es dann freilich andere große Kreise, die der Einfegnung mit größter Besorgnis entgegensehen, gibt es andere Konfirmanden, für die nach der Einsegnung der Ernst des Lebens drohend und gebieterisch sich erhebt. Hier kommt nicht die Konfirmation in der Kirche, die ja doch auch nur ein leerer Aft ist, in Frage, sondern die Jugendweihe. Im Großen Schauspielhaus, oder in Schulräumen der Bororte halten Lehrer und andere geeignete Personen aus der Partei Vorträge, umrahmt von feierlichem Orgelspiel, und hier wird sich der junge Mensch wirklich des tieferen Sinnes dieser bedeutungsvollen Feier bewußt. In der arbeitenden und werftätigen Bevölkerung wissen die Eltern häufig genug nicht, auf welche Weise und mit welchen Mitteln sie die nun einmal bei Der Einsegnung vorgeschriebene Meidung für die Kinder beschaffen sollen. Die Konfirmanden aus diesen Kreisen aber haben nach der Einsegnung aufgehört, Kind zu sein. Zwar mußten sie auch früher schon mithelfen und durch Gelegenheitsdienste suchen, Geld zu verdienen. Jetzt jedoch hört die Zeitarbeit der jungen Jahre ganz auf, jetzt heißt es für die, die Welt ist lediglich dazu da, daß man arbeitet. Während die gleichaltrigen Konfirmanden aus den bemittelteren Schichten weiter in Sonne und Sorglosigkeit leben, mit allem Notwendigen ausgestattet von den Eltern, lernen Proletarierkinder nach der Einsegnung mit aller Deutlichkeit Frau Sorge fennen, von der sie früher bereits nur aus dem Mund der Eltern gehört haben. Jetzt aber müssen sie, die ebensogut wie die Kinder reicher Eltern noch einer Stütze bedürfen, auf eigenen Füßen stehen, sich selbst Geld verdienen und zusehen, daß sie im Kampf mit der Sorge nicht unterliegen. Auch hier fönnte man ein satirisches Bild malen, Dessen Unterschrift aber müßte lauten: Eingesegnet, oder das Elend beginnt! Ein Freispruch. Die Geldjammlungen für den Harden- Attentäter. " Vor der Ferienstraftammer des Landgerichts II hatte sich wieder einmal der wegen seiner politischen Hochsta peleien in der Deffentlichkeit hinreichend bekannte Walter Flesch zu verantworten. Diesmal handelte es sich um eine Anflage wegen versuchten Betruges. Nationalen" Kreisen hatte er vorgespiegelt, daß er für den steckbrieflich verfolgten Harden- Attentäter Anfermann Geld be= schaffen müsse, um diesem die Flucht aus Berlin zu ermöglichen. Flesch war vom Schöffengericht Tempelhof freigesprochen worden, da das Gericht annahm, daß ein strafloser Rücktritt vom Versuch vorlage. Gegen dieses Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Flesch wurde dem Gericht aus der Untersuchungshaft vorgeführt, in der er sich befand, da er fürzlich erst vom Schöffengericht Charlottenburg wegen eines Diebstahls zu fünf mo. naten Gefängnis verurteilt worden war. In diesem Falle handelte es sich um eine Kriminalfache, der Flesch ein politisches Mäntelchen hatte umhängen wollen. Er war während der Beerdigung eines Großindustriellen in dessen Wohnung erschienen, hatte sich als Neffe aus der Provinz vorgestellt und es verstanden, bei dieser Gelegenheit mehrere wertvolle Gegenstände zu entwenden. Zum ersten Male hat Flesch dadurch ven sich reden gemacht, daß er unmittelbar nach der Ermordung Rathenaus im Reichstag erschienen war, um Helfferich einen Blumenstrauß zu überreichen. Er war dann auch in die Rathenau- Sache auf Grund seiner eigenen Ruhmredigkeit verwickelt gewesen. Die Untersuchungshaft gegen ihn ist auch noch wegen eines Strafverfahrens verhängt worden, weil er beim Landgericht III angeklagt ist wegen Betruges und Urkundenfälschung. Flesch war während des Rathenau- Prozesses vor dem Reichsgericht in Leipzig als angeblicher Bressevertreter" deutschnationaler Blätter erschienen und hat sich mit Hilfe einer umgefälschten Sprecherlaubnis von R.-A. Dr. Feld Zutritt zu den Angeklagten verschafft. Auf Grund dieser Beziehungen hat er wiederum Betrügereien bei den Angehörigen der Inhaftierten unternommen. Zu der letzten Verhandlung mußte der Angeklagte Flesch auf einer Tragbahre in den Gerichtssaal gebracht werden. Er ist äußerst schwer an Tuberkulose ertrantt, so daß ihm Medizinalrat Dr. Störmer während der Verhandlung eine Morphiumspritze Derabfolgen mußte. Die Anklage beruht darauf, daß Flesch an den Studenten Ulf Weiß unmittelbar nach dem Harden- Attentat herangetreten war und diesen ersucht hatte, ihm in nationalen" Kreisen Geld für Ankermann zu beschaffen, der in Berlin hilflos herumirre und aus Geldmangel nicht fliehen könne. Weiß war zunächst auf fein Anfinnen auch eingegangen, hatte dann aber Verdacht gefchöpft und erkannt, daß es sich um einen politischen Hochstapler handelte. Infolgedeffen hatte er die Kriminalpolizei benachrichtigt, die die Verhaftung des Flesch in der Wohnung des Zeugen Weiß vornahm. Der Angeklagte Flesch suchte in der gestrigen Verhandlung den Fall ganz anders darzustellen und behauptete, daß er nicht für Antermann, sondern für die Verteidigung der Rathenau- Mörder sich bemüht hätte. Auf eine Frage von R.-A. Dr. Bindar gab der Zeuge Weiß zu, daß er bereits 43 mal von der Politischen Polizei vorläufig festgelegt worden war, er wies jedoch die Behauptung des Angeflagten, daß er ein gewerbsmäßiger Spißel sei, mit Entrüstung zurüd. Auf eine weitere Frage von R.-A. Dr. Pindar, ob er das Geld auch für die Rathenau- Mörder zum 3 mede der Ber- rufstätigteit möglicht. Und der eg vornehmt für teidigung gegeben hätte, wollte der Zeuge zunächst teine Antwort geben, da er sich selbst nicht in Ungelegenheiten bringen wollte. Nach einer Belehrung des Verteidigers und des Vorsitzenden, daß die unterstützung der Verteidigung durchaus legal sei, gab der Zeuge zu, daß er ebenso wie für Anfermann auch für die Rathenau- Mörder in diesem Falle das Geld gegeben hätte. Das Gericht kam zu der Ansicht, daß dem Angeklagten die Absicht nicht nachgewiefen werden fönne, daß er sich das Geld habe aneignen wollen, daher fehle die Vorspiegelung falscher Tatsachen, das Merkmal für die Betrugsabsicht. Das Gericht kam daher zu einer Verwerfung der Berufung und damit zu einer Bestätigung der Freisprechung. Steuersabotage auf dem Lande. Der Ringkampf mit dem Steuervollziehungsbeamten. Mit welchen Widerständen jetzt die Bollstreckungsbeamten der Finanzbehörden bei der Ausübung ihres Berufes auf dem Lande zu fämpfen haben, zeigt eine Berhandlung vor der Potsdamer Ferienstraftammer. Die Holzverwertungsgesellschaft Rarlmann u. Co., G. m. b. H. in Mederizer Hütten schuldete dem Finanzamt Belzig einen großen Poften rückständiger Steuern. Eines Tages begaben sich zwei Vollziehungsbeamte des Finanzamtes zu Karlmann, um eine Feststellung der pfändbaren Gegenstände vorzunehmen. Zur Vorsicht wurde der Gemeindevorsteher mitgenommen. Rorimann zeigte den Beamten die Küche und meinte, das ist die G. m. b. H., weiter haben wir nichts, alles andere gehört meiner Frau. Den Beamten wurde der Eintritt in die Privatwohnung verweigert und während der eine der Vollziehungsbeamten telephonisch in Belzig um einen Landjäger anrief, bemerkte der andere, wie Frau Karimann blitzschnell aus der Kommode in der Wohnstube eine Schürze voll Papiergeld, Sparkassenbücher und Bigarrentisten herausholte. Der Beamte wollte sie daran hindern, aber im selben Moment sprang Karlmarin hinzu, padte ihn am Halse und riß ihm den Kragen vom Halse. Er fragte ihm das Geficht blutig und es entstand ein regelrechter Ringfampf. Der alte Schwiegervater sprang hinzu und hielt dem Beamten die Hände fest. Frau Karlmann lief unterdes zum Dunghaufen und vergrub mit der Mistgabel das gerettete Geld. Als der Schatz später durch den Landjäger geborgen wurde, kam aus den Bigarrenschachteln eine größere Portion Geld hervor. Das Amtsgericht Belzig verurteilte seinerzeit Karlmann wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu nur 100 Mart Geldstrafe, trohdem legte der Angeklagte noch vor der Potsdamer Straffammer Berufung ein. Im jezigen Termin wurde die Berufung ver morfen und der Vorsitzende bedauerte, daß das Gericht nicht über das Strafmaß hinausgehen könne, da von seiten der Staatsanwaltschaft feine Berufung eingelegt mar. Denn mit allen Mitteln müffe jezt endlich dafür gesorgt werden, daß die Bollstreckungsbeamten vor derartigen Ueberfällen geschüßt würden. Aenderungen im Straßenbahnverkehr. 2016 15. September d. 3. werden die folgenden Betriebserweiterungen durchgeführt: diese Jugend geebnet, ein Weg, der es ermöglicht, ohne langjährige Gymnasialbildung und ohne Abiturium an die Handelshochschule zu kommen. Nun tommt es auf unsere Jugend an, daß sie sich zahlreich an diesem Versuch, der übrigens weite Entwichslungsmöglichkeiten in sich birgt, beteiligt. Sorgt also dfür, daß man an den maßgebenden Stellen nicht sagen fann: wir haben den Weg freigemacht, und nun zeigt es sich, daß die arbeitende Jugend gar nicht den Drang und den Mut hat, vorwärts, aufwärts so daß dieser Versuch im Anfang steden bleibt und 31 kommen sich schließlich ganz im Sande verläuft. Meldungen zur Prüfung sind bis zum 20. September 1924 Herrn Direktor Schmidt, Brandenburgstraße 37, einzureichen. Der Meldung beizufügen sind: 1. ein eigenhändig geschriebener und unterschriebener Lebenslauf, 2. eine Beglaubigung des Abgangszeugnisses der besuchten Berufsoder Handelsschule, 3. beglaubigte Abschriften und Zeugnisse über die praktische faufmännische Tätigkeit. Die Prüfung findet am 4. Oftober 1924 im Schulgebäude der Städtischen Höheren Handelsschule, Berlin, Brandenburgstraße 37, statt. Umbenennung von Untergrundbahnhöfen. " Friedrichstadt",„ Stadtbahn" und„ Osthafen". Die Hochbahngesellschaft teilt mit: Nach den Erfahrungen bei dem gemeinschaftlichen Betriebe der Stammstreden der Hochbahngesellschaft und der städtischen Nordsüdbahn hat sich, um Unflarheiten zu vermeiden, die Umbenennung einiger Bahnhöfe als wünschenswert erwiesen. Die beiden jekt„ Leipziger Straße" benannten Bahnhöfe in der Mohrenstraße und an der Kreuzung der Friedrich- und der Leipziger Straße, die zu Umsteigezwecken durch einen Gang verbunden sind, erhalten beide den Namen Friedrichstadt"; zur Unterscheidung führt der Bahnhof in der Mohrenstraße den Zufaz„ Mohrenstraße", der Bahnhof der Nordfüdbahn den Zufah „ Leipziger Straße". Ferner wird die jetzige Haltestelle„ Bahnhof Friedrichstraße" am Stadtbahnhof gleichen Namens zur Vermeidung von Verwechslungen umbenannt in Stadtbahn"( Friedrichstraße). Außerdem wird auf Wunsch der städtischen Verkehrsdeputation die jetzige Hochbahnhaltestelle Stralauer Tor" fortan„ Osthafen"( Stralauer Tor) benannt. Die neuen Bezeichnungen gelten vom Montag, den 15. d. M., ab. " Nene Bewirtschaftung des Gewerkschaftshauses. Die„ GABEGE"( Gastwirtschaftliche Betriebsgesellschaft m. b. 5.) hat jetzt die Leitung der Restaurationsräume im GewerkschaftsDie Gesellschaft, die in Gewerkschaftskreisen hause übernommen. nicht unbekannt ist, steht mit der Berliner Gewerkschaftskommission in engster Fühlungnahme. Die Bewirtschafter haben es sich zur Aufgabe gesetzt, der Groß- Berliner Arbeiterschaft eine preiswerte Bewirtung zu bieten. Ferner sollen die gewerkschaftlichen und politischen Organisationen mehr als bisher ihre Veranstaltungen im Gewerkschaftshause, dessen Räume jezt einer gründlichen Renovie rung unterzogen werden, stattfinden lassen. Annehmbare Bedingungen geben dazu die Möglichkeit. Der Küchenbetrieb ist neu organisiert. Borschußlorbeeren sollen nicht erteilt werden, es bleibt abzuwarten, wie die Gesellschaft, die in dem Fachmann und Gewertschaftskollegen Arthur Werner einen tüchtigen Sachwalter gefunden hat, ihre Verpflichtungen der Groß- Berliner ArbeiterAm Donnerstag fand im schaft gegenüber zu erfüllen permag. Hauptrestaurant des Gewerkschaftshauses eine ungezwungene Eröffnungsfeier statt. Man schiebt Aften! Die Linie 21, Wilhelmshavener Straße- Brit, Germaniapromenade, wird bis Brih, Rathaus, verlängert. Die Linie 29, Buckow- Stettiner Bahnhof, wird von der Jannowigbrücke ab anstatt über Stralauer Straße, Moltenmarkt, Spandauer Straße, Hade scher Markt, Oranienburger Tor über Alexanderstraße, Alexanderplag, Münzstraße, Weinmeisterstraße, Rosenthaler Straße, Rosenthaler Play, Brun. nenstraße, Invalidenstraße geführt und über den Stettiner Bahnhof hinaus durch die Chausseestraße und Müllerstraße bis West- Reinickendorf. Scharnweber, Ede Berliner Straße, verlängert. Die Linie 46, Bahnhof Steglib- HindenburgdammBahnhof Lichterfelde- Ost, wird mit jedem zweiten Wagen, also im 20- Minuten- Berkehr, über Jungfernstieg, Boothstraße, Berliner Straße, Siemensstraße, Albrechtstraße bis Bahnhof Steglit weiter geführt. Es wird dadurch zwischen Bahnhof Steglih und Bahnhof Lichterfelde- Dft über Albrechtstraße und Siemensbrüde zusammen mit der Linie 42 ein 10- Minuten- Betrieb hergestellt. Die Linie 70, Johannisthal- Friedrichsfelde, wird über Schloßstraße, Berliner Straße, Frankfurter Allee, Siegfriedstraße, Herzbergstraße, Röderstraße, Landsberger Allee, Landsberger Straße, Alexanderplaß, Königstraße, Schloßplah, Werderscher Markt, Französische Straße bis Kanonierstraße verlängert. Auf Linie 99 wird in den Nächten vom Sonnabend zum Sonntag der ununterbrochene Betrieb zwischen Uferstraße und Bergmannstraße versuchsweise bis nach Tempelhof, Friedrich- Karl- Straße ausgedehnt. Auf der Linie 69 wird ein durchgehender Nachtbetrieb Sonnabends in Abständen von 20 Minuten zwischen Gudrunstraße und Leipziger Platz versuchs weise eingerichtet. Die Linie 52, Charlottenburg, Wilhelm play- Briz, Buschfrug, über Schöneberg und Tempelhof, die eben- ziehungsanstalt an das Provinzial- Schulkollegium zurückzuverweisen. falls zum 15. September vorgesehen war, fann erst am 22. September 1924 eingerichtet werden. Ebenso muß die Umfeitung der Linie 40 über Französische Straße und Lindentunnel einstweilen noch zurückgestellt werden, voraussichtlich bis 1. Oktober 1924. Förderklassen für Handelsschüler. Man schreibt uns: Die Deputation für das Schulwefen in Berlin beabsichtigt, zu Michaelis 1924 eine zweijährige För derklasse im Rahmen der Höheren Handelsschule zu eröffnen. Es werden nach einer vorherigen Prüfung begabte ehemalige Berufs oder Handelsschüler( innen), die eine Berufs- oder anerkannte Handelsschule mit gutem Erfolg durchlaufen haben, angenommen. Die Berufsschüler( innen) sollen sich außerdem schon in vierjährigen und die Handelsschüler( innen) in zweieinhalbjähriger faufmännischer Braris bewährt haben. Den Teilnehmern ist es ermöglicht, und das ist das Neue und Gute daran, neben dieser Ausbildung noch beruf lich tätig zu sein, da der Unterricht in die Abendstunden gelegt wird. In 16 Wochenstunden werden die Schüler in Wirt schafts-, Kultur- und Literaturgeschichte, vor allem aber in zwei fremden Sprachen unterrichtet. Nach erfolgreicher Absolvierung dieser Schule fann der Schüler an der Handelshochschule weiter studieren. Das Schulgeld foll vorerst monatlich 5 M. betragen. Hier ist endlich einmal ein Weg gebahnt, den auch junge, begable Menschen unseres Standes gehen können, weil nebenher noch Be Rund 14 Tage sind bereits verflossen, seitdem die Eltern- und Erzieherwelt von den Nachrichten über die Zustände in dem v. Lühowschen Landerziehungsheim in 30ssen überrascht wurde, eine Zeit, in der die Behörden sehr wohl Ermittlungen hätten anstellen und der Deffentlichkeit Mitteilungen machen können. Num will die BS.- Korrespondenz wissen, daß die beim ProvinzialSchulfollegium eingeleitete Prüfung der Angelegenheit ergeben hat, daß für die Lühowsche Anstalt doch die Regierung in Pot 3= dam und nicht das Provinzial- Schulkollegium zuständig ist, nachdem mit dem Aufhören des Berechtigungsscheines für die einjährig- freiwillige Militärdienstzeit die hierfür vorbereitenden Anstalten voci den Provinzial- Schulkollegien an die zuständigen Stellen der Regierungspräsidenten abgetreten worden sind. Derin Frage fommende Aufsichtsbeamte für die 3offencr Privatschule ist also der Kreisschulrat in Potsdam. Soll nun die Deffentlichkeit aus dieser Mitteilung entnehmen, daß sich in diesen 14 Tagen die Behörden lediglich darüber unterhalten haben, wer in der Sache zuständig ist? Fast hat es den Anschein und man fönnte auf den Gedanken fommen zu wetten, daß auch nach weiteren 14 Tagen der Kreisschulrat in Potsdam einen Paragraphen ermittelt hat, der ihn berechtigt und verpflichtet, die Angelegenheit der v. Lüzowschen ErSchwindelreklame. Auf den belebteren Straßen und Plätzen Berfins riefen kürzlich Zeitungshändler die sensationelle Botschaft aus: Kapitän Ehrhardt in Berlin!" Schilder dieses Inhalts, in weithin sichtbaren Buchstaben gedruckt, zierten die Borderseite dieses Zeitungshändlers. Wer die Botschaft hörte oder sah, glaubte unbedingt an das Bevorstehen eines neuen Baltikumer- Abenteuers am Strande der Spree, und man machte sich schon darauf gefaßt, daß die Kriegsflotte des würdigen und galanten Kapitäns den Landwehrkanal heraufkommen urid Berlin unter Feuer legen würde. Es wurde aber nichts deraus. Der bochverräter Ehrhardt denkt natürlich gar nicht daran, die Hauptstadt mit seinem Besuch zu beehren. Sein Name diente nur als Leimrute für die Groschen der Straßenpassanten. Im Lokal- Anzeiger" fonnte man folgende Notiz lesen: Heute abend schildert Kapitän Ehrhardt in der Nachtausgabe" die Stellungnahme der damaligen Regierung zu seiner Brigade, erzählt von deren Einmarsch in die Berliner Bororte und seinem ersten Zusammentreffen mit Roste." Ei, das ist noch was für den deutschnationalen Spießer und für die Jünglinge des Café Wilhelma. Für die Aermsten der Armen konzertiert das Orchester Hartmann am Sonntag, den 14. September 1924,( heute), mittags von 12-1 Uhr, im Park des Petersburger Platzes. Gritzi Massary ist und bleibt Zigarette 3. Die Unvergleichliche. Fünfzehn- Pfennig- Tarif. Wie wir erfahren, wird in den nächsten Tagen als erste BerBesserung der Schmödwizer Verkehrsverhältnisse der Fahrpreis für die Grünau- Schmödwißer Uferbahn auf 15 Pfennig wie bei der Berliner Straßenbahn festgesezt. Bisher betrug er 35 Pfennig. Die Ermäßigung des Tarifs ist außerdem mit der Veränderung verbunden, daß für diesen Preis in Grünau auch die Linie 86 der Ferliner Straßenbahn umgestiegen werden tann. Ebenso tann disdann mit einem auf der Linie 86 gelösten Fahrschein auf die Grünau- Schmödwizer Uferbahn umgestiegen werden. Die nächste Stadtverordnetenversammlung. Die Stadtverordnetenversammlung hat ihre nächste Sigung am Donnerstag um 45 Uhr. Die Lagesordnung enthält mehrere Vorlagen und eine Reihe Anträge, meist Reste aus früheren Sizungen. Neu ist hinzugekommen der im Vorwärts" bereits mitgeteilte Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, der die Wiederaufnahme der zurückgestellten sozialen Aufgaben der Stadt fordert. Der fommunistische Stadtverordnete Schumacher, der aus der KPD. ausgeschlossen worden ist, hat sein mandat nieder gelegt. Die Schwindeleien des russischen Obersten Strinitoff, über die mir vor einigen Tagen berichteten, haben einen noch größeren Umfang angenommen. Er betrog einen Großindustriellen um eine halbe Million Goldmart. Jetzt haben sich auch noch andere gemeldet, die geschädigt sind, so auch ein Reinidendorfer Großindustrieller. Wie erinnerlich sein dürfte, hatte Strinifoff den Goldmilliardär gespielt und freditbedürftigen großen Industriemerken Geld versprochen. Nachdem er größere Summen an sich gebracht hatte, selbst aber nur ein ganz geringes Darlehen gegeben hatte, wurde er flüchtig. Wie die Ermittlungen der Kriminalpolizei ergeben, hat er sich nach Frankreich gewandt. Er ist über Paris nach Nizza gefahren. Die französische Polizei ist um Festnahme ersucht worden. Wie weiter ermittelt wurde, steht Sfr. aber immer noch mit Mittelsmännern in Deutschland in Verbindung. Der Berliner Kinderchor im 300. Der Berliner Kinderchor, der fürzlich bon seiner Desterreichfahrt zurüdgefehrt ist, wird am nächsten Dienstag, den 16. d. Mts, nachmittags von 5-7 Uhr, mehrere Lieder, darunter die schönsten deutschen Boltslieder, vortragen. Der Berliner Kinderchor wird im 800 zum Besten der Jubiläumssammlung des Deutschen Roten Kreuzes fingen. Der Chor umfaßt 350 Kinder und steht unter der Leitung des Lehrers B. Klaud. Der Eintrittspreis in den 300 wird für die Gesangsvorträge nicht erhöht. Drille Bezirks- Gartenbau- Ausstellung. Der Bezirksverband Norden II, E. B., im Reichsverband der Kleingarten Bereine Deutschlands, veranstaltet am 14., 15. und 16. September in Linders Konzerthaus, Pantow, Breite Str. 34, feine dritte große Ausstellung von selbstgezogenen Blumen, Früchten, Gemüsen usw. In Anbetracht der Förderung unserer Bestrebungen, Hebung der Nahrungsmittelproduktion durch intensiven Kleingartenbau in den Berliner Kleingärten bitten wir alle Interessenten und Gönner, die Ausstellung an den Tagen Sonntag von 3-11 Uhr, Montag von 9-10 Uhr, Dienstag von 9 bis 7 Uhr besuchen zu wollen. Eröffnungsfeierlichkeit am Sonntag um 2, Uhr. Zur Jugendweihe in Treptow am Sonntag, den 28. September, vorm. 11 Uhr, in der Aula des Realgymnasiums, Neue Krugallee 6, werden Eintrittstarten zum Preise von 1 Mt. für Erwachsene und zum Preise von 0,50 Mr. für Kinder in folgenden Verkaufsstellen verkauft: a 3, Treptow, Harzer Str. 117, b. III, Seßler, Treptow, Kiefholzftr. 18b ( Borwärts- Sped.), Gallas, Baumschulenweg, Schraderstr. 16, b. III. Für die Jugendweihe in Pankow am Sonntag, den 28. d3. Mts. tm Lyzeum, Görschstr. 42, werden noch Anmeldungen bei Gen. hichka, dort, Görschstr. 30, entgegengenommen. Die Jugendweihe in Weißenfee findet am Sonntag, den 21. September, vormittags 10 Uhr, in der Ges meinde- Turn- und Festhalle, Pistoriusstr. 23, statt. Die Ausgabe der Elternfarten, sowie einer beschränkten Anzahl von Gastkarten a 60 Pf. erolgt ab heute durch Gen. Heinl, Gäblerstr. 7. Für Bezirksbildungsausschuß Groß- Berlin. Die Zeichnungslisten für die Festkonzerte und Feierstunden müssen eingereicht werden. die 1. eierstunde am Sonntag, den 21. September, vormittags 11 Uhr, sind Einzelfarten zum Preise von 1,20 Gm. zu haben- Am 5., 12. und 26. Oftober, pünktlich 3 Uhr nachmittags, im Theater des Westens„ Madame Legros" von Heinrich Mann. Preis pro Starte 0,90 Gm. Am Sonntag, den 19. Oftober, pünktlich 2½ Uhr nachmittags, im Staatstheater Charlottenburg Tartüffe" bon Molière. Preis pro Karte 1 Gm. Karten für alle VeranstalDie Pflichtversicherung gegen Krankheit ist Voraussetzung der fungen find zu haben im Bureau des Bezirksbildungsausschusses Lindenftraße 3, 2. Hof II, Buchhandlung Vorwärts, Lindenstr. 2, im Bigarren Erwerbslosenfürforge. Eine neue Entscheidung des Reichsarbeitsgeschäft von Horsch, Engelufer 24/25( Gewerkschaftshaus), sowie bei allen ministers besagt zu diesem Thema nach einer Mitteilung des Land- Abteilungsleitern. Dienstag, den 16. September, abends pünktlich arbeitsamtes das Folgende: 7 Uhr, Sizung aller Mitglieder der 20 Bildungs. ausschüsse im Jugendheim Lindenstr. 3, 2. Hof III. Die Wichtigfeit der Tagesordnung erfordert die Anwesenheit aller Mitglieder. Die Direktion des Rose- Theaters gewährt unseren Befern bedeutende Preisermäßigung für die Tage vom 15. bis 20. Dieses Monats. Zur Aufführung gelangt die Schwantoperette Meine Braut Deine Braut", die nur noch bis 21. b. M. auf dem Spielplan bleiben fann infolge anderer Verpflichtungen. Näheres im. Anzeigenteil. Heute nachmittag 3% Uhr:„ Hänsel und Gretel", Märchenvorstellung. Nach§ 4 Abies 1 der Verordnung über Erwerbslofenfürsorge bom 16. Februar 1924 ist der Bezug der Erwerbslosenunterstützung davon abhängig, daß der Erwerbslose während bestimmter Zeit eine Beschäftigung ausgeübt hat, in der er gegen Krantheit pflichtversichert war. Der Angestellte einer Behörde, die von dem Rechte des§ 169 der Reichsversicherungsordnung Gebrauch macht und ihm für den Krankheitsfall Gehalt in anderthalbfachem Betrage des ortsüblichen Krantengeldes zusichert, ist von der Verficherungspflicht befreit, also nicht pflichtversichert, und kann infolgedessen bei Erwerbslosigkeit feine Unterstützung erhalten." Vierteljährliche Vorauszahlung der Rundfunkgebühren. Nach den Bestimmungen des Reichspoftministeriums ist die auf 24 M. jährlich festgesette Gebühr für die Teilnahme am Rundfunk befanni lich in Teilbeträgen von 2 M. monatlich im voraus zu zahlen und wird durch die Briefzusteller demgemäß eingezogen. Die Gebühren fönnen aber auch für einen längeren Zeitraum, möglichst für nolle Bierteljahre im voraus, entrichtet werden. Die Bostämter menden sich jetzt an die Rundfunkteilnehmer mit der Aufforderung, die Gebühren aus fassentechnischen Gründen nicht mcnatlich, sondern für mehrere Monate im voraus zu zahlen und eine enisprechende Erklärung abzugeben. Theatervorstellungen für Schulkinder veranstaltet die Stadt Berlin. Zur Mitwirkung sind erste Kräfte der Berliner Bühnen gewonnen worden. In den erften Vorstellungen, die im Berliner Theater( Charlottenstr. 93) am 17. September und am 20., 24., 27 September und 1. Oftober, immer um 3 Uhr nachmittags, stattfinden, wird Grillparzers Des Meeres und der Liebe Wellen" aufgeführt. Eintrittskarten sind für 90 Pf.( einschließlich Programm und Garderobeaufbewahrung) bei allen Jugendämtern zu haben. Zutritt haben Schüler und Schülerinnen aller Schulen Groß- Berlins und zu demselben Eintrittspreis die Lehrer, Eltern und sonstigen Angehörigen. Eine öffentliche Mieterversammlung veranstaltet der Mieterbund Berlin- Stegliz e. B.( Horft- Kohl- Straße 1) am Freitag, den 19. September, abends 8 Uhr, in der Aula des Gymnasiums Heesestraße in Berlin- Stegliz, in der die Bestrebungen des Haus befizes auf Beseitigung des Mieterschutzes erörtert und Abwehrmaßnahmen der Mieterorganisationen getroffen werden sollen. Ferner wird näher dargelegt, ob die heutigen Mieten zur Deckung der Hausausgaben ausreichen und in welchem Berhältnis sie zu den Friedens mieten stehen. Luftpoftbeförderung mit dem Luftschiff 3. R. 3 nach Amerika. Zur Luftpoftbeförderung mit dem Luftschiff 3. R. 3 nach Amerita liegen schon so viele Postsendungen vor, daß das für Postzwede vorgesehene beschränkte Ladungsgewicht erreicht ist. Weitere Sendungen für das Luftschiff können deshalb nicht mehr angenommen werden. Die Sendungen, deren Luftpostbeförderung nicht mehr möglich ist, werden den Absendern wieder zugestellt und, wenn diese es wünschen, auf dem gewöhnlichen Verkehrsweg nach Amerifa abgesandt werden. „ Borwärts"-Spedifion Wannsee. Bom 1. Oktober erfolgt die Lieferung des Vorwärts" durch Boten in die Wohnung. Die Erpedition befindet sich bei Schmidt, Aljenstr. 6. Aus Anlaß des 23. Weltfriedens fongresses, der vom 2.- 9. Dliober in Berlin in den Räumen des Reichswirtschaftsrates tagen wird, veranstaltet bie Berliner Ortsgruppe der Internationalen Frauen liga Frieden und Freiheit" während des ganzen Monats Oftober eine internationale Ausstellung pazifistischer Sunst und Literatur sowie eine Ausstellung von neuartigem Spielzeug. Für die Kunstausstellung hat der Verein Berliner Künstler die schönen Räume des Berliner Künstlerhauses in der Bellevuestrake zur Verfügung gestellt. Diese Ausstellung, die in ihrer Art die erste in Deutschland sein wird, verspricht durch starke Beteiligung des In- und Auslandes fünstlerisch und weltanschaulich außerordentlich lebrreich und eindrucksvoll zu werden. Künstler, die sich noch daran beteiligen wollen, mögen ihre Namen und Adressen sowie die von ihnen in Aussicht genommenen Stunstwerte sofort der Geschäftsstelle der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit, Ortsgruppe Berlin, Handelstraße 21, abgeben. Heizerfurje: Der Schulausschuß für die Heizerschule Groß- Berlin teilt uns mit, daß der Beginn des nächsten Heizerfurses für den 1. Oktober d. Js. in Aussicht genommen ist. Die Heizerturse bezmeden eine gründliche prak tische Ausbildung der Heizer von Hochdrucktessel- Anlagen im Interesse der Erhöhung der Betriebssicherheit; der theoretische Unterricht soll ihnen außer dem die Grundbegriffe der Wärmelehre vermitteln, sodaß sie die Steffel feuerungen auch fachgemäß und bei sparsamen Kohlenverbrauch bedienen lernen. Der bevorstehende Surfus wird ein Abendturius sein. Der Unter richt wird im Hörsaal der Ständigen Ausstellung für Arbeiter- Wohlfahrt zu Charlottenburg durch das Lebrpersonal des Dampffeffel- Ueberwachungs. Bereins Berlin erteilt. Anmeldungen sind zu richten an den Schulausschuß für die Heizerschule Groß- Berlin, NW. 23, Lessingstr. 34. Das Rundfunkprogramm. Sonntag, den 14. September. 4 Uhr nachm.: Vortrag von Hede Geber: Abenteuer". 4.30 bis 6.30 Uhr abends: Unterhaltungsmusik( Berliner Funkkapelle). 1. Moment musical. Schubert. 2. Djamileh- Ouvertüre, Bizet. 3. Die ersten Gedanken, Walzer, Launer. 4. Danza piemontesa, Sinigaglia. 5. II. Rubinstein- Suite: Baltische Suite. Morena. 6. Slavischer Tanz Nr. 7, Dvorák. 7. Ouvertüre zu Pique Dame, Suppé. 8. Hoch lebe der Tanz, Walzer, Waldteufel. 9. Musica proibita, Castaldon. 10. Wiener Spaziergänge, Potpourri, Komzák. 11. Deutschlands Ruhm, Marsch, Schröder. 8.30-10 Uhr abends: Aus deutschen Spielopern. Dirigent: Kapellmeister Otto Urack. fr. Staatsoper, Berlin. 1. Ouvertüre zu„ Alessandro Stradella", Flotow. 2. Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen, aus Zar und Zimmermann", Lortzing( Bernhard Bötel, vom Deutschen Opernhause, Charlottenburg). 3. Arie des Van Bett. aus„ Zar und Zimmermann", Lortzing( Eduard Kandl vom Deutschen Opernhause, Charlottenburg). 4. Arie der Marie aus, Der Waffenschmied", Lortzing( Lotte Appel, vom Großen Schauspielhaus, Berlin). 5. Holzschuhtanz aus Zar und Zimmermann", Lortzing. 6. a) Duett aus Martha". Flotow. b) Brigantenduett aus„ Stradella", Flotow( Bernhard Bötel und Eduard Kandl). 7. Letzte Rose aus Martha", Flotow( Lotte Appel, vom Großen Schauspielhaus, Berlin). 8. a) War einst ein junger Springinsfeld, aus, Der Waffenschmied", Lortzing, b) Vater, Undine", Lortzing( Bernhard Mutter, Schwestern, Brüder, aus Bötel). 9. a) Porterlied aus„ Martha", Flotow, b) Auch ich war ein Jüngling, aus„ Der Waffenschmied", Lortzing( Eduard Kandl). Ein Kammerorchester. Während der Pause: Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportpachrichten. Königswusterhausen, Sonntag, den 14. September. 7, Türkischer 10.50-11.50 Uhr vorm.:( Welle 680) Kunstharmoniumkonzert. Mitwirkende: Paula Simon- Herlitz( Kunstharmoniumvirtuosin), Dora Scharfe( Violine), am Steinway- Flügel: Hans Baer. 1. a) Liebeslied, Ernst Maschke, b) Air, Chr. v. Cluck( Hinkel- Kunstharmonium- Solo). 2. Nordische Ballade, Rud. Schartel( Harmonium und Klavier). 3. Campanella, Franz Liszt( Klaviersolo). 4. Sanktus, Siegfr. Karg- Elert( Violine und Harmonium). 5. Le Cygne, C. SaintSains( Harmonium und Schönstein- Orchester- Célesta). 6. Réverie, Siegfr. Karg- Elert( Hinkel- Kunstharmoniumsolo). Marsch, W. A. Mozart( Schönstein- Orchester- Célesta- Solo). 8. Andante sostenuto aus dem Trio op. 46. A. Reinhard( Violine, Harmonium und Klavier). 11.50-12.50 Uhr mittags( Welle 2800) Kunstharmoniumkonzert. 1. a) Salve Regina, Sigfr. Karg- Elert, b) Canzonetta, Siegfr. Karg- Elert( Hinkel- Kunstharmoniumsolo). 2. Cantilene, Siegfr. Karg- Elert( Harmonium und Klavier). 3. Walzer, As- dur, Fr. Chopin( Klaviersolo). 4. Sarabande, J. S. Bach( Violine und Harmonium). 5. Plaisir d'Amour, Martini( Harmonium und Schönstein- Orchester- Célesta). 6. Zärtliche Klagen, J. Ph. Rameau ( Hinkel- Kunstharmoniumsolo). 7. Allegro, Michael Rossi( Schönstein- Orchester- Célesta- Solo). 8. Allegro con brio aus dem Trio op. 46, A. Reinhard( Violine, Harmonium und Klavier). Montag, den 15. September. Tageseinteilung Vormittags 10 Uhr: Nachrichten dienst. Bekanntgabe der Kleinhandelspreise der wichtigsten Lebensmittel Nachm. 12.15 Uhr: Vorbörse. Nachm. in der Zentralmarkthalle. Nachm. 1.05 Uhr: 12.55 Uhr: Uebermittelung des Zeitzeichens. Nachrichtendienst. Nachm. 2.15 Uhr: Börsenbericht. 4.30-5.30 Uhr nachm.: Unterhaltungsmusik( Berl. Funkkapelle). 1. Japanischer Laternentanz, Joshitomo. 2. Ouvertüre zu Raymond", Thomas. 3. Rosen aus dem Süden, Walzer, Joh. Strauß. 4. Ungarische Tänze 5 und 6, Brahms. 5. Fantasie aus der Oper , Bohème", Puccini. 6. Bostonade, Meyer- Helmund. 7. Potpourri aus der Operette„ Der Vegelhändler", Zeller. 8. Olala, Olala, Ch. Borel- Clerc. 7 Uhr abends: Sprachunterricht( Englisch). 7.45 Uhr abends: Vortrag des Herrn Studienrats Dr. Gottfried Brunner: Heinrich v. Treitschke"( gelegentlich des 90. Geburtstages). 8.30 bis 10 Uhr abends: Konzert. 1. Sonate für Cello und Klavier, L. von Beethoven( Otto Urack, Cello; Dr. Felix Günther, Klavier). 2. a) Gott sei mir gnädig, aus Paulus". Mendelssohn, b) Arie aus " Die Jahreszeiten", Haydn( Kammersänger Prof. A. Fischer). 3. Sonate für Flöte, Händel( Prof. Emil Prill). 4. a) Der heilige Franziskus, Loewe, b) Mummelsee, Loewe, c) Die Heinzelmännchen, Loewe( Kammersänger Prof. A. Fischer). 5. Trio für Flöte. Cello und Klavier. Weber( Prof. Emil Prill, Flöte; Otto Urack, Cello; Dr, Felix Günther, Klavier). Am Steinway- Flügel: Dr. Felix Günther. Anschließend: Dritte Bekanntgabe der neuesten Tagesnachrichten, Zeitansage, Wetterdienst, Sportnachrichten. Stenographie und Esperanto. Der Arbeiter Stenographenverein Stolze- Schrey weist nochmals auf den Beginn seiner Anfängerkurse hin, und ztvar ist letter Anmeldungstermin in folgenden Bezirken: Neukölln: Dienstag, den 16. September, im Realgymnasium, Kaiser- Friedrich- Straße 209/10, Often: Dienstag, den 16. September, in der Gemeindeschule, Memeler Straße 24, 2ichtenberg: Donnerstag, den 18. September, in der Gemeindeschule, Scharnweberstraße, Norden: Montag, den 15. September, in der Gemeindeschule, Schulstraße 99, Mariendorf: Donnerstag, den 18 September, in der Gemeindeschule, Dorfstraße, 3entrum: Dienstag, den 16. September, in der Gemeindeschule, Gipsstraße 23a. Beginn aller Kurse abends 28 Uhr. Das Unterrichtsgeld beträgt einschließlich der vom Verein gelieferten Lehrmittel für Erwachsene über 18 Jahre 7 M., für Jugendliche 5 M., Erwerbslose haben 2 M. Ermäßigung. Zahlung des Kursusgeldes eventuell in 2 Raten. Sendet auch eure Kinder in unsere Kurse. Schriftliche Anfragen beantwortet der Vorsitzende Riedel, BerlinBantow, Herthastraße 3. Der Arbeiter Esperanto- Bund, Ortsgruppe Berlin, eröffnet folgende Esperanto- Anfängerkurse: Montag, 15. September, Westen, Winterfeldtstraße 16; Norden, Schule Greifenhagener Straße 58; Neukölln, Schule Kaiser- Friedrich- Straße 4, ab Montag, 29. September: Often, Realschule Rigaer Str. 8, ab Donnerstag, 18. September: Wedding, Rest. Wörpel, Nordufer 4b, ab Freitag, 19. September: Zentrum, Schule Gipsstraße 23a. Alle Kurse von 7-9 Uhr. Kursusgeld 4 M, für Jugendliche 3 M. pro Bierteljahr, Lehrbuch 0,60 M. Wiederaufnahme des Wiesenhaus- Prozesses. 3widau, 13. September.( Drahtbericht.) Einer der interessan testen Kriminalprozesse der letzten Zeit, der an Sensationen und Fiychologischen Rätseln reiche Wiesenhaus- Prozeß, der im Frühjahr 1923 gegen den früheren Husarenleutnant Lorenz Köhn aus Berlin wegen Ermordung seiner Geliebten Grete Müller vor dem Schwurgericht in Zwickau zur Ver= handlung fam, scheint infolge Auftretens neuer wichtiger Momente. noch nicht endgültig beendet zu sein. Wie erinnerlich, wurde Köhn nach längerer Berhandlung wegen Totschlags und Unterschlagung zu 6½ Jahren Gefängnis verurteilt. Er verbüßt feine Strafe zurzeit im Zwidauer Gefängnis. Er selbst hat niemals zugegeben, an dem tragischen Ende seiner Geliebten Grete Müller irgendwie beteiligt gewesen zu sein. Er versuchte auch in der Hauptverhandlung, einen eingehenden Alibibemeis zu führen, der aber auf die Geschworenen anscheinend nicht überzeugend gewirkt hat. Trotzdem war nicht zu leugnen, daß das Urteil gegen Röhn auf einem reinen Indizienbeweis beruhte. Durch den neuerlichen Fund einer Patronenhülse am Latort wird der Indizienbeweis gegen Köhn erschüttert, weil nunmehr die Möglichfeit besteht, daß auf Grete Müller, sei es von dritter Hand, sei es von ihr selbst, drei Schüsse und nicht, wie bisher angenommen wurde, zwei Schüsse abgegeben worden sind. Es ist nunmehr von den Verteidigern ein Gesuch auf Wiederaufnahme des Verfahrens eingereicht worden. Die Entscheidung darüber, ob diesem Gesuch stattgegeben wird, liegt bei der Straftammer in Zwickau. Eine„ eingefeifte" Stadt. Aus Johannesburg wird gemeldet, daß durch ein Erdbeben ein riesiger Behälter einer dortigen Seifenfabrit zerstört wurde. Die heiße Seife verbreitete fich in einem Ilmkreis von einem Kilometer in den Straßen der Stadt, deren Boden stellenweise bis zu 90 Zentimetern boch mit Seife bebedt ist. Ob Menschenleben zu beklagen sind, steht noch nicht fest. Berliner Varietés. Wintergarten. Die glänzende Varieténummer von Kapitans Winstons tauchenden Scelömen und Nymphen ist auch für den September engagiert worden. Das übrige Programm zeigt wieder das deutliche Bestreben, von dem Weltvarieté das Beste heranzuholen. In den 12 englischen JadsonTänzerinnen bewundert man nicht so sehr das Tanzen als die Eleganz und die Grazie dieser schlanken hübschen Mädels und ihre geschmad- ho prachtvollen Kostüme. Sehr hübsch ist ihre Umkleideszene. Die 9 Lids Springer und Handstandvoltigeure zeigen den Gipfel dieser durchaus männ lichen Künste. Reta ist ein prachtvoller Mufitbituose, der alte und ute Instrumente in trefflicher Charakterisierung wieder zum Klingen bringt. Der exzentrische Partner der Pichel und Stale bringt eine Menge neuer und drolliger Nuancen und die Geschwister Biegle einen ruppe, der bekannte Jongleur Salerno und die Liliputaner bravurösen Gleichgewichtsalt. Gut sind auch die chinesische See- eeLeonard und Semon. Die In der Scala hat man sich in dieser nachsommerlichen Zeit auf den Humor eingestellt, wobei die klassische Artiftit, die an dieser Stätte sonst besonders gepflegt wird, nicht ganz gut wegfommt. Die zwei Gezetty sind sicher Afrobaten von Rang, aber sie müssen noch lernen, die Ruhe, mit der fie arbeiten möchten, etwas ungefünftefter erscheinen zu lassen. Ausgezeichnet ist wieder Strody, der fomische Tanzseilfünstler, der gerade das in sich vereinigt, was man in der vorhergenannten Nummer vermißt, die absolut selbstverständliche Ruhe. Hervorragend sind die drei Seulenschwinger Swift, während Hickeys Comedy Zirkus mehr einen luftigen Scherz für anspruchslosere Zuschauer darstellt. arabische Springer- und Pyramidenbauergruppe der Zehn Tazsertoullth 3 zeigt eine sehr muntere, in Galoppmanier geführte Beweglichkeit, ist aber nicht immer ganz ausgeglichen. Das Tanzen bestreiten diesmal sechs Ameraganza Girls, die es sich auf Sosten eines in der Tat fabelhaften Stepp- Tanz- Originals Barney Meeley, ein wenig bequem machen. Clou des Ganzen soll die bekannte LondonSonora Band sein. Sie macht originell Musik und hält sich meistens in den Grenzen des Musikalisch- Geschmackvollen. Den ewigen Straßenmufitanten Dunio und Gegna wäre zu empfehlen, ihr Programm gehörig zu renovieren. Das gleiche gilt von Karl Napp, der bei den jahrelangen Wiederholungen seiner Scherze ermüdend wirkt. Das Metropol- Varieté in der Behrenstraße hat auf dem SeptemberProgramm zwei Nummern, die durch ihre Eigenart verblüffen und durch die vollendete Aufführung Bewunderung erregen Was der Handschattenfünstler Tom Jersey bietet, ist so eigenartig erdacht und famos ausgeführt, daß die Zuschauer aus dem Staunen nicht herauskommen. Zu einer Sensation gestaltet sich die Vorführung der Chris Charlton Compagnie, die man gewiß noch nie in einem Varieté gesehen hat. Was diese sogenannten Jusionisten an Zauberkunststücken und Tricks Was sonst noch geboten zeigen, grenzt wirklich an das Wunderbare. die internatiowirb: die Tiroler Alpenspiele, das König- Trio, nalen Tänze des gelenten Se v'ew, der equilibristische Art der 2 Roschcalins, ber Fortrott tanzende Hund von M. Marow, der Komiter Mar Marzelli, die fesche Coubrette Melitta Iefer und die Tingel- Tangel- Szene der Billy de Boy und Co., bringt nicht gerade Neues, ist aber effektvoll und findet Beifall. Coloffeum Schönhauser Allee. In der Schönhauser Allee an Bahnhof Nordring ist noch ein Colosseum, ein Kino- Barieté, eröffnet worden. Aus einer ehemaligen offenen Straßenbahnhalle hat der Architekt Fritz Wilms einen architektonisch und dekorativ gut wirkenden Theaterraum gemacht. Das Eröffnungsprogramm zeigte neben einigen Varieténummern den Ossi- Oswalda- Film Colibri". Der anheimeinde Raum, das Orchester dürften das Theater aus der Reihe der üblichen hinausheben. Welfer für Berlin und Umgegend: Biemlich heiter, nur vorübergehend ettvas stärker bemölft. Gegen mittag warm, teine erheblichen Niederschläge Bei schwachen füdlichen Winden. Rahma MARGARINE buttergleich Man verlange beim Einkauf von ,, Rahma- buttergleich" gratis die Kinderzeitung ,, Der kleine Coco". Herbstneuheit Damen Schweden Imitation, la, eleg. Raupenaufnaht, mit Riegelverschluss 110 Großer DamenWaschleder zum Selbstwaschen mit Wasser u. Seife, 2 Druckkn. 525 Verkauf nur soweit Vorrat Mengenabgabe vorbehalten HANDSCHUL Verkauf Damen- Stoffhandschuhe Trikot halbgefüttert, 2 Druckknöpfe 75PL 75 Trikot aparte Aufnaht, 2 Druckknöpfe Trikot feine Aufnaht, grosses modernes Farbensortiment, 2 Druckknöpfe.. Schweden.Imitation, weisse Ein125 fassung, farbig abstechendes Halbfutter ******* ARD 125 150 190 Schweden- Imitatation, 90PL. praktischer Herbsthandschub, 2 Druckknöpfe Mocha Imitati -Imitation, weisser Saum, elegante Ausführung, 2 Druckknöpfe.. 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Rosenthaler und Oranienburger Borstadt: Wattstr. 9. Gesundbrunnen: Baftianstr. 7. bei Schönhauser Barstadt: Greifenhagener Str. 22. Adlershof: Frl. Balter, Genossenschaftsftr. 6, parterne. Alt- Glienice: Stomronsfi, Grünauer Str. 68. Baumschalenweg: Frau Rpte, Riefholaftr. 180, Saben. Bernau, Röntgental. Repernid. Schönbrüd, Ratom und Buch: Seinrich Brofe. Bernau. Mühlenfte. 5. Biesborf: W. Danneberg. Bittoriaftr. 11. Birkenwerber: Frau Root, Berkfelder Str. 6. Bohnsdorf: Sorlemann, Genossenschaftshaus Paradies. Borgsdorf: Hans Toppel, Giedlung IV. Borsigwalde: Gebauer, Schubertstr. 32, v. 3 Tr. Buchholz, Blankenburg: Wagner. Blankenburg, Burgwall. ftraße 63. Caputh: Meyer. Brisbamer Str. 5d. Charlottenburg 1: Sefenheimer Str. 1. Charlottenburg II, EisfeIb. Tauroogener Str. 11. Lichtenberg IV: Dietrich, Röderstr. 58. Schöneberg: Belziger Str. 27. Charlottenburg III: Joachimi, Raiserdamm 102, Garten-| Lichtenbera III, Friedrichsfelbe: Frankfurter Allee 185, Laden. Schmargendorf II: Sanuste, Cunoftr. 46, ptr. haust. Charlottenburg IV: Bufeniat. Augsburger Str. 47, Portier. Charlottenburg V: Ciefeler, Dahlmannstr. 30, Sof ptr. Döberig: Ditt felb, Buchhandlung am Bahnhof. Ertner: Boite, latenftr. 9. Fichtenau: Rra eßte, Bismardfir. L. Faltenberg: alamann, Faltenberg, Gartenstadtfte. 10. rebersdorf- Petershagen: Otto Bilinsti, Fredersdorf, Arndtstraße. Friedenau: Rheinftr. 27, Ede Rönnebergstraße. Friedrichshagen: Mittena wei, Linden- Allee 14, Grünau: Bfügner, Röpenider Str. 105. Balensee, Grunewald, Eichlamp: Frau Road, Riost Senriettenplag. Privatwohnung: Ratharinenftr. 4. Seinersdorf: Frau Goldbach. Niederschönhausen, Schloß. allce 45. Sennigsdorf: Frau Rotbafinfti. Rathenauftr. 3. Sermsdorf: Erich Anuth. Frohnauer Stt. 10. Hohenneuendorf: Wehliz. Oranienburger Str. 2. Soppegarten: Rauidh. Soppegarten Birkenstein, Barzelle 9r. 119. Johannisthal: Lehmann, Raifer- Wilhelm- Str. 6. Karlshorst: Berndt, Riost, Bahnhofplag. Raulsborf: Vogt, Brederecftraße 19. Königswusterhausen: E. Meyer, Botsdamer Str. 9. Ropenid, Hirschgarten: Schlag. Ricker Str. 6( Baden). Lichtenberg 1: Lichtenberg, Wartenbergstr. 1. Lichtenberg II, Rummelsburg, Stralau: Lichtenberg, Bog hagener Str. 62. Lichterfelde Oft, Lantwig: S. Wenzel, Santwig, Biethen. ftraße 15. Lichterfelde- Beft: Berndt. Stegliger Str. 19. Mahlsdorf: Wilhelm Rura, Sönower Str. 177, Mariendorf: August Leip. Chauffeeftr. 29. Marienfelde: Greulich, Berliner Str. 143. Reuenhagen: Wenzle, Riegelstr. 71. Mentolin II: Siegfriedftr. 28/29. Neukolln 1: Redarfir. 2. Rentölln III: Wintler, Sobrechtstr. 40, v. L Reukölln Brig: Mittag. Brig, Chauffeeftr. 82. Rieberschöneweide: Schindler, Fennstr. 23. Oranienburg: Seinr. 2oenhardt, Stralsunder Str. Rowawes: Rari Rrohnberg, Eisenbahnstr. 10. Oberschöneweibe: Robert Baul, Mathildenste. b. Bantow: Rikmann Mühlenftr. 70. Rahnsborf: Teichert, Forststr. 7. Reinidendorf- Oft, Schönhola: Albert Bable. Broving ftrake 56( Laden). haus. Reinidendorf- West: Benbt, Scharnweberstr. 114. Bolts Rofenthal: Mag Dehmel, Schillerstr. 13. Rubow: Otto Raiser, Waltersdorfer Chauffee. Rübersdorf, Ralfberge, Tasdorf: Adolf Goerte, Ralfberge, Rhedenstraße 15. Genzig, Rieberlehme, Reue Mühle, Bernsdorf, Cablom Friedewald, Genzig, Chauffeeste. 54. Siemensstadt: Stenzel, Brunnenstr. 6, D. L Spandau: Brohm, Achenbachstr. 7. Staaten: Bältel. Eichenwinkel 16, Steglig: Fo ft, Schadenrute 2. Südende: Ludwig, Salsteftr. 36. Segel, Tegelort: Spiek, Tegel, Schlieperftr. 52. Teltow: Säfel, Ritterstr. 29. Ren Tempelhof: Sarsdorf, Berberstr. 31 v. pt. tempelhof: Randler, Hohenzollerntorso 5. Trebbin: Goring, Bahnhofstr. 62. Treptow: Reßler, Riefholaftr. 18b. 6. Beißenfee: Heininect, Röreitt. 175, v. L. Waidmannsluft: Rohde, Oraniendamm 10. Bildau Hoherlehme: Rub. Settow. Wilhelmshagen, Seffenwinkel: Sulae, Wilhelmshagen, Wilhelmstr. 81. Bilmersdorf 11: Schubert, Bilhelmsaue 27, Sof L. Wilmersdorf 1: Buhle, Ludwig- Rirch- Plaz 9, Stfl. IV. Bittenau Ribell. Sauptfit. 65. Wilmersdorf III: 8immer, Augustastr. 34, Sof part. Woltersdorf: Surbaum, Eichendamm 22. Zehlendorf, Schlachtenfee, Ritolasjee: Behlendorf, Teltower Straße 3. Beuthen, Miersdorf: A. Behling, Bahnhofftr. 2. 3offen: Bitt. Bahnhofftr. 25. Sabowa, Raulsborf- Süb, Mahlsdorf- Süb: Sensate, sämtliche Literatur fomie alle wiffenfchaftlichen Berke Raulsdorf- Süd, Waldstr. 66. Schmargendorf I: Blista, Breite Str. 14. werden geliefert. Sonntags Kub bie Geschäftsstellen aefchlofen Jacken- Kleider aus Affenhaut, aufreiner Seide, Manschetten u Kragen mit Zobel- Kanin M 88 Winter- Mäntel aus reinwollenem Velours, halb aufreiner, Seide, mit Biberette- Kragen MAASSEN Leinziger Str.42, Ecke Markgrafenstraße Oranienste 165, am Oranienplatz Ridler Ne. 434+ 41. Jahrgang Deimling. 2. Beilage des Vorwärts In der Acht der deutschen Offiziersverbände. Bon Polizeioberst z. D. Lange. Schwerin. Die Kreuz- Zeitung" hat sich in ihrer Art- welche das ist, mag man bei Bismard nachlesen- mit dem General v. Deimling beschäftigt. Es wird ihn nicht tangieren. Gerade seine nationale Gesinnung, die ihm die Kreuz- Zeitung" abfprechen möchte, ist sein bester Schutz gegen diesen Geifer. Die Kreuz- Zeitung" trägt ihren Namen insofern sehr mit Recht, als es für das deutsche Bolt ein Kreuz ist, Blätter dieses Schlages ertragen zu müssen. Die Offiziersverbände sind mit dem alten, tapferen General schwer ins Gericht gegangen. Und find doch im übrigen so tolerant. Haben sie schon einmal daran gedacht, zu überprüfen, ob jedes ihrer Mitglieder während des Krieges so feine Schuldigkeif getan hat wie sich das unter allen Umständen gehörte? Ich war während des Krieges bei vier verschiedenen attiven Regimentern und entfinne mich genau, bei jedem herbe Urteile über einzelne Offiziere gehört zu haben, von denen man der Ansicht war, daß Heimat und die Etappe sie mehr anzöge als die Front. Wenn von ihnen gesprochen wurde, dann hieß es: ,, Wenn wieder einmal Friede ist, setze ich mich mit dem nicht wieder an einen Tisch." Ich glaube nicht fehlzugehen, wenn ich annehme, daß auch diese Männer jetzt hochangesehene Mitglieder der Offiziersverbände sind, weil sie das Manto aus ihrer Feldzugstätigkeit durch ein Plus von laut betonter" nationaler Gesinnung und prahlerischer Raisertreue auszugleichen wissen. Der General v. Deimling aber, einer der wenigen Generäle, die während dieses langen Krieges verwundet worden find, wird aus dem Offiziersverbande ausgestoßen. Kein Wunder, geben doch in diesen Berbänden bie Generäle den Zon an, die unvermundet geblieben find. Deutschland wäre beffer dabei gefahren, wenn ein Mann wie Deimling die II. Armee an der Marne geführt hätte. Er würde sich darauf besonnen haben, daß das Reglement in bestimmten Lagen die Pflicht zum Ungehorsam" aufstellte und wäre auch verantwortungsfreudig genug gewesen wozu allerdings ein eisernen Charakter gehörte-, danach zu handeln. Er häfte den Befehl der Obersten Heereslettung, fehrtzumachen, nicht befolgt. Wenn ich diese Behauptung aufstelle, so auch aus dem Grunde, well in der Bergangenheit des Generals v. Deimling ein ähnlicher Fall vorliegt. Als Führer in Südwestafrika, damals noch ein verhältnismäßig junger Offizier, hat er sich in einem bestimmten, folgenschweren Fall auch über einen Befehl des Generals v. Trotha hinweggesetzt und so gehandelt, wie es ihm nach eigenem Ermessen richtig erschien. Sein Vergehen ist von höherer Stelle später ausdrücklich gebilligt worden. Wer sich für diese Vorgänge intereffiert, mag fie in den zu damaliger Zeit herausgebenen „ Vierteljahrsheften" des Großen Generalstabes nachlesen. Nach eigenem Ermessen handeln." Das freilich ist nur menigen gegeben, wer dazu imftande ist, muß schon eine ganze Bersönlichkeit fein. In den Offiziersverbänden ist die er de zusammengetrieben, und wer sich dort wohl fühlt, mag dort bleiben. Rafte oder Pferch, es fommt aufs gleiche hinaus. Als der Krieg immer länger dauerte, als er zur Neige ging, haben die Erlebnisse damaliger Zett manchem Offizier Die Augen geöffnet. Als die Nachfahren des Großen Friedrich nicht nur nicht zu sterben verstanden, sondern bei Nacht und Nebel die Armee verließen wie oft habe ich während des Krieges am Richtertisch geseffen und strenges Urteil über einen armen Teufel von Mustetter gefällt, der fortgelaufen war, well feine Nerven schließlich nicht mehr standgehalten hatten da waren es viele meiner alten Kameraden, die sich fagten, es auch offen aussprachen:„ Wir bleiben gute Deutsche, aber Monarchisten, nein, das ist vorbei." " Die nationalistische Preffe fuhr deshalb mtt bösartigem Gebelfer im Lande herum und trieb diejenigen, die nicht wieder in den Pferch wollten, mit scharfen Bissen zurüd. Ihr einen fräftigen Tritt zu geben und draußen zu bleiben, diesen Mut haben leider nur wenige aufgebracht. 3n ihrer Entschuldi gung muß allerdings auch gesagt werden, daß die Republik faft nichts getan hat, um diese Männer um fich zu verfammeln. Wer mie der Butschgeneral Lüttwih mit dem Dolch im Gewande" Charakter mimte, der fand bei den Machthabern der Republit nicht nur Gehör, sondern auch volles Bertrauen. Die Fehler jener Zeit wirten immer noch fort. Sie find so schwärend geworden, daß eine Organisation wie das Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold" schließlich auf den Plan treten mußte. Wer sein Vaterland wirklich liebt und vor die Wahl gestellt wird: Rafte oder Bolt?, dem kann die Wahl nicht schwer werden. Der General v. Deimling hat sich als ein Mann, der Der General v. Deimling hat sich als ein Mann, der ,, nach eigenem Ermessen" handeln kann und der sein Vater land aufrichtig liebt, für das„ Bolt entschieden. Das stellt ihn hoch über jene Männer, deren Vaterlandsbegriff genau so eng ist wie ihre Raste. Ihr widriges Geschrei erreicht ihn nicht. „ Verfackungspolitik." Antwort an Jarres. Genosse Heinrich Löffler schreibt uns: Reichsinnenminister Jarres nimmt in der Köln. 3tg." vom 9. September zur Rheinlandfrage Stellung. Er sagt, über seine Auffassung zur Lösung der Rheinlandfrage fei öffentlich und im geheimen sehr viel unrichtiges verbreitet worden, zu dem er bisher aus guten Gründen geschwiegen habe. Da jetzt ein gewisser Ruhepunkt eingetreten fei, sei er sich und der Deffentlichkeit ein aufklärendes Wort schuldig. Minister Jarres beklagt sich darüber, daß man seine Borschläge bei Aufgabe des passiven Widerstandes als Ver jadungspolitik bezeichnet habe und führt zu seiner Rechtfertigung aus: Als der passive Widerstand aufgegeben wurde, gingen die Mei mungen auch unter den Rheinländern darüber auseinander, welche Politit nunmehr einzuschlagen sei. In der denkwürdigen entscheidenden Sitzung in der Reichstanzlei im September 1923 habe ich mit einer Minderheit die Auffassung vertreten, die Ehre und die Interessen des deutschen Boltes geböten es, der Welt zu erklären, daß mir zwar im Widerstand am Ende unse. rer Kraft feien, daß wir uns aber angesichts der Rechtslage, die auch England in aller Form festgestellt habe, bis zur Wieder Sonntag, 14. September 1924 Amerika den Amerikanern ** und China? Ja, Bauer, das ist ganz was anderes! mobi 617 O.KOESTER CHINF didipp „ Kinder, zankt euch nicht, sonst fressen euch die Beiden die ganze Torte auf!" herstellung vertrags- und völkerrechtsmäßiger Zustände Frankreich| den worden sei, wenn die von dem Oberbürgermeister und und Belgien gegenüber nicht an den Friebensvertrag späteren Minister Jarres vertretene Politit verfolgt worden gebunden halten können. wäre? Reinesfalls! Minifter Jarres bricht rechtzeitig ab, denn er verschweigt, daß in seiner damaligen Rede nun noch folgender Nachsatz Sorge für die Bevölkerung im Rheinland fam: Und auch Frankreich und Belgien die und im Ruhrgebiet überlassen im Ruhrgebiet überlassen müssen." Gerade dieser Nachsatz löste helle Empörung aus, von der selbst der damalige Reichskanzler Dr. Stresemann er. griffen wurde. Er antwortete dem damaligen Oberbürgermeister Jarres in einer von inerer Erregung durchzitterten leidenschaftlichen Rede und lehnte seine Auffassung ab. Minister Jarres spricht von einer Minderheit, mit welcher er gemeinsam die voraufstehende Auffassung vertreten habe. Warum wird nichts über die Größe der Minderheit in ,, der denkwürdigen entscheidenden Sigung in der Reichstanzlei" gesagt? Die Sigung war von mindestens 200 Vertretern aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet besucht. Wenn wir nicht irren, bestand die Minderheit des Herrn Jarres aus fünf Stimmen! Innenminister Jarres geht in seinem Artitel weiter auf die leider erfolglosen Bemühungen ein, mit den Besatzungsmächten nach der Aufgabe des passiven Widerstandes zu einer diretten Berständigung zu fommen. Das sei nicht möglich gewesen. Die Unhaltbarkeit der Zustände sei dem deutschen Bolt, aber noch mehr der ganzen Welt" flar geworden. Allmählich hätte nicht nur das neutrale Ausland, sondern auch England und Amerita die Ueberzeugung" gewonnen, daß es sich bei diesem Konflitt um eine eminente wirtschaftliche Frage" von europäischem, ja Weltausmaß handle. Auf diese Weise habe sich der amerikanische Borschlag eines Sachverständigengutachtens durchgesezt, der dann die Grundlage zu einem internationalen Batt" schuf, der in dem Londoner Protokoll feinen Abschluß fand. Das ist alles sehr richtig, aber würde die Grundlage zu einem internationalen Batt" auch gefum des Uebergangs von dem besetzten Gebiet in Rauf genommen Innenminifter Jarres meint dann, daß die Leidenszeiten Ruhrgebiete werden mußten. Würde die Bevölkerung der Rhein- und -Jarres spricht nur immer vom Rheinland auch alle Not ertragen haben, wenn sie sich von Deutschland verlassen fühlen mußte, wenn den Vorschlägen des damaligen Oberbürgermeisters Jarres gefolgt worden wäre? Ohne ber Prophetie anheimzufallen, fann man wohl sagen, daß die Borschläge des jezigen Reichsministers Jarres, wenn sie angenommen worden wären, den Anfang vom Ende der deutschen Reichseinheit bedeutet hätten. Wir wollen diesen Abschnitt der Auseinandersetzung mit dem Bemerken beenden, daß wir bereit sind, fie fortzusehen, falls das erforderlich ist. Minister Jarres hat glücklicherweise feine damalige Ansicht nicht nur in einer Rede niedergelegt, sondern auch vorher in einem längeren schriftlichen Erpose, worauf, falls notwendig, zurückgegriffen werden wird. Rührend wird der Herr Minister, wenn er sich mit den Deutsch nationalen befaßt. Er wisse zu würdigen, mit welchem tiefen fachlichen Ernst( 1) die größte Fraktion des Reichstages an die Entscheidung herangetreten sei. 3war sei die taktische Führung der Partei in diesen Tagen nicht immer flar und auf der Höhe gewesen, aber im Kern war die a blehnende Haltung der deutschnationalen Fraktion bestimmt durch die innere Ueberzeugung, daß mit dem Londoner Batt dem deutschen Bolle Untrag bares zugemutet werde, und daß durch diesen Pakt die Befreiung der besetzten Gebiete nicht gewährleistet werde". Die Hälfte der Fraftion brachte es aber dann doch fertig, dem deutschen Bolte Untragbares" zuzumuten und das entscheidende Eisenbahngefez anzunehmen. Wer in ehrlicher Erkenntnis etwas für untragbar hält, darf sich und andere nicht mit dieser Last beladen. Anders der Minister Jarres. Oeffentliche Versammlungen darf". Ist das Lob nicht rührend? Die Deutschnationalen Dienstag, 16. September, abends 7½½ Uhr Er meint, die Deutschnationale Partei habe in ftarfer, fich selbst gefährdender Selbstüberwindung dem Baterland einen Dienst getan, der ihr nicht vergessen werden haben, wie sie selbst eingestehen, aus Angst vor Neuwahlen dem Eisenbahngesez zugestimmt, und das nennt Minister Jarres einen nicht zu vergessenden Dienst am Vaterland! Man merkt, daß Minister Jarres von gleichem Blut wie die Deutschnationalen ist! Er hat einen Eid auf die republikanische Verfassung geleistet und steht im Dienst der Republik, aber er vermeidet es, wenn eben möglich, unter dem Banner der Republik zu stehen, mie er bei den verschiedensten Gelegenheiten bewiesen hat. Halb und halb, gleich deutschnational Wirtschaft Anzeichen einer Konjunkturbefferung. In der letzten Statistik der Arbeitsnachweise mar noch eine fiarte Verschlechterung des deutschen Arbeitsmarktes su erkennen. Es scheint jedoch, daß die Kerise jetzt ihren Höhepuntt er. reicht, wenn ihn nicht bereits überschritten hat. Die Wiederherstellung der deutschen Wirtschaftseinheit durch den Wegfall der Bell linie im besetzten Gebiet hat mancheroris und in verschiedenen In dustriezweigen eine lebhaftere Warennachfrage entstehen lassen. Das spiegelt sich nicht nur in einzelnen Industrieberichten, es fann viel mehr auch deutlich beobachtet merden an Stellen, die auf jede Ber ärderung des Warenmarktes fein reagieren. So ist es z. B. ein erfreuliches Zeichen, daß die 3ündholzfabriten der Groß eintaufsgenossenschaft deutscher Konsumvereine nach vorübergehender Stillegung ihren Betrieb demnächst wieder aufnehmen. Auch auf anderen Gebieten der genoffenschaftlichen Barenserforgung find Anzeichen einer Belebung der Nachfrage zu nerfpüren, die sich in einer besseren Beschäftigung der eigenen Brodutionsbetriebe ausdrückt. Das will nach einer bestimmten Richtung mancherlei befagen. Die genossenschaftlichen Betriebe sind durchaus auf die Herstellung hochwertiger Qualitätswaren eingestellt und haben seit jeher darauf verzichtet, irgendwelche Schley: berfonkurrenz zu betreiben. Das ist die Stärke der genossenschaft. Perfonkurrenz zu betreiben. Das ist die Stärke der genossenschaft fichen Produktion, daß sie der Forderung noch niedrigeren Preisen auf Kosten der Qualität feinerlei Ronzeffionen macht in der rich tigen Berechnung, daß der Verbrauch guter Qualitäten auf allen Gebieten sparsamer ist als der Verbrauch solcher Waren, deren ganze Fabrikation und Zurichtung auf den Absas bei ungeschulten' Käufern zugeschnitten ist. Infolgedessen hatten die Genossenschaften unter der Schleuderfonkurrenz im Sommer dieses Jahres schwer zu leiden. Die Kauffraft der breiten Massen war und ist noch infolge des Lohndruces der Unternehmer und der start angewachsenen Arbeitslosigkeit außerordentlich geschwächt. Unter diesen Umständen war der Anreiz, billige Schleuderwaren zu laufen, sehr groß. Noch jest tann von einem wirklich guten Geschäftsgang, auch bei den Genossenschaften nicht die Rede sein. Immerhin zeigs die erhöhte Nachfrage nach Waren der Eigenproduktion doch deutlich, daß die fchlimmsten Schäden am Bareymarit nach aulassen beginnen, daß andererseits die Rauffähigkeit der organisierten Ver. braucher schon so weit gewachsen ist, daß diese sich wieder dem Verbrauch der Qualitätswaren zuwenden fönnen. Es ist zu wünschen, daß sich die Bewegung rasch fortsetzt. Besonders würde ein mirtlicher Preisabbau, der durch Regierungsmaßnahmen, vor allem durch Zurüdziehung der Zollvorlage fehr gefördert werden könnte, den Martt rasch beleben. Inwieweit die Beseitigung der Zollgrenze den Wirtschaftsmarkt zu beleben geeignet ist, wird der Verlauf der Kölner Messe zeigen, die heute Scentag eröffnet wird und über die wir berichten werden. Schutzzoll und Autoindustrie. Aus London läßt sich der„ Sog. Parl. Dienst berichten: Als Snowden in seinem Budget die englischen Schuß85 L.Le für die Autoindustrie aufhob, da rauschte es im englischen Blätter wald,„ Der Tod der britischen Autoindustrie"," Sozialistischer Dolch stoß gegen die Wirtschaft"," Arbeiter, feht euch den Berrat Eurer Interessen durch eure Führer an!" usw. Die Broteftmasching wurde eben unter Dampf gesetzt: Industrielle bewiesen" in den Zeitungen an der Hand der berühmten hier mie überall unwiderleglichen Sta tistiken den unheilvollen Einfluß auf den Beschäftigungs. grad der Industrie, wobei sie nur zu fágen vergaßen, daß sie zum Zwed dieser Statistiken und ähnlicher Demonstrationen vorher grundTos die Entlassungen, auf die sie sich bezogen, vorgenommen hatten. Damit nicht genug: die Arbeiter der betroffenen Industrien wurden mit Biedermannsmiene mobilisiert und sie ließen sich leider auch im ersten Schrecken hier und dort für die Swede der Unternehmer miß brauchen, was ja während der Inflationsperiode leider auch in Deutschland vorgekommen ist. Das alles folgte so Schlag auf Schlag, daß dem Bürger, der beim Frühstück diese Verwüstung des eng lischen Wirtschaftslebens durch die sozialistische Regierung vorgefeßt bekam, etwas schwindlig vor den Augen zu werden begann und baß felbst einem Teil der Liberalen und ihrer Presse, die als überzeugte Freihändler in dieser Frage mit Snowden gegangen waren, fichtlich unwohl wurde. Seither sind mir wenige Monate vergangen; die Unternehmer haben sich vom ersten Schraden erbolt und eingesehen, daß ein weiteres Bestehen auf ihrem Standpunkt ein recht tofffpieliges Vergnügen darstellen würde. Sie haben begonnen, fich auf die neuen Verhältnisse umzustellen und sich unter der Kontur tenz des Auslandes entschlossen, statt großer Verbienso qus feinen Absatz dieselben oder noch größere Berdienste, aus einem größe ren Umfaß zu ziehen. Welchen wohltätigen Einfluß das Ende der Friedhofsstille unter dem Schuß von Schutzöllen auf die eng lische Autoindustrie gehabt hat, das geht aus folgendem Einzelfall hervor, der aber nach allen Feststellungen von wirtschaftlich unter richteter Seite als typisch angesehen werden kann." Die Morris Motor Lt." teilt der englischen Presse mit, daß von der Gesellschaft seit der Aufhebung der Madenna- Zölle, also seit drei Monaten von der Gesellschaft jeder Nero angespannt worden sei, um die Produktionsfosten zu vermindern, sodaß eine Herabfegung der Preise pro Wagen um 500 bis 1000 Bofbmart( was immerhin bei den leichten Wagen dieser Gesellschaft allerhand ist), möglich geworden ist. Die Gesellschaft hoffe dadurch in der Lage zu sein, ihre Produktion von leichten Wagen auf mehr als tausend in der Woche zu erhöhen, und nicht nur die entlassenen Arbeiter, sondern darüber hinaus noch tausende Arbeitsloser einstellen zu können. Im gleichen Atemzuge wird allerdings auch behauptet, und das ist psychologisch nicht uninteressant, daß diese Breisverginderung nichts mit der Aufhebung der Bölle zu tun habe, ja ohne die Aufhebung noch größer geworden wäre und daß trotzdem zugegeben wird, daß die Produktionsfoftennerminderung unter dem Druck der Konkurrenz zustande getomumen ist. Ein Musterbeispiel kapitalistischer Logit, das zeigt, wie die Unternehmer überall gleich find, menn es gilt, einem sozialistischen Ministerium eins zu verfeben. . in folgenden Lokalen: Mitte: Sophiensäle, Sophienstr. 17/18. Tiergarten: Arminiushallen, Bremer Str. 73. Schulaula, GrünWedding: Pharusfäle, Müllerstr. 142. thaler Straße 5. Prenzlauer Berg: Ledigenheim, Pappelallee 13/14.- Unions Festfäle, Greifswalder Str. 222. Friedrichshain: Andreas- Festsäle, Andreasstr. 21. Kreuzberg: Dörings Festsäle, Naunynstr. 27, Charlottenburg: Ahlerts Festfäle, Berliner Str. 88. Spandau; Germaniafäle, Stresowplatz. Wilmersdorf: Aula der Oberrealschule, Am Seepart.. Mannjee: Reichsadler, Königstr. 26. Schöneberg- Friedenau: Aula der Uhland- Schule, Rolonnenstraße 22/23. Steglig, Lichterfelde, Lantwih: Aula der Oberrealschule in Stegliz, Elisenstraße. Tempelhof Mariendorf: Realgymnasium in Mariendorf, Kaiserstraße. Neukölln: Wintergarten, Schultheiß- Brauerei, Hasenheide 22. Adlershof, Ober- und Niederschöneweide, Johannisthal, Baumschulenweg: Restaurant Kyffhäuser in Nieder schöneweide, Berliner Straße. Ober als Mafferstraße bedeutend gefteigert mirb. Es find alfo zunächst die nötigen Arbeiten an der Oder auszuführen, so die Unlegung des seit 10 Jahren geplanten Staubedens bei Ottmachau an der Glazer Neiße zur Hebung des Wasserstandes der Oder und die Kanalisation des Stromes unterhalb Breslau. Gesellschaft für elektrische Unternehmungen. Die nor einigen Tagen stattgefundene Generalversammlung der Gesellschaft für elekirische Unternehmungen hat die vom Aufsichtsrat beschlossene Umstellung auf die Goldbasis bestätigt. Die Attionäre merden über die Goldbilanzierung, wie sie vorgenommen, menig erfreut gewesen sein. Die Umstellung des Stammfapitals von 300 Millionen Papiermart erfolgte im Verhältnis von 10 zu 1 quf 30 Millionen Goldmart. Die Vorzugsattien, wovon eine Summe van 100 Millionen begeben war, die sich natürlich in den Händen der Verwaltung und der ihr nahestehenden Kreife befanden, sind auf insgesamt 10 000 Goldmart zu je eine Goldmart umgestellt und mit zehnfachem Stimmrecht versehen worden. Die Gesellschaft für elektrische Unternehmungen hat sich das Redyt des Goldbilanzgefezes, das solche Borzugsaftien mit jo geringen Nominal beträgen zulief, rcsch zunuze gemacht. Wenn es schon eigentümlich ist, daß ein in jo ficheren Händen sich befindendes Unternehmen im Zeitalter eines stabilen Geldstandes zur Ausgabe von Borzugsaktien schreitet, so wirft es noch mehr befremdend, wenn diese Aftienort mit zehnfachem Stimmrecht versehen ist. Außer dem Einfluß, den die Gfell. durch die ihnen nahestehenden Großattianäre bei ben Stammattien hat, besitzt sie durch die Vorzugsaktien noch ein Biertel dieser Stimmen. Der 3wed der Transcftion bleibt dunkel. Ueberfremdungsgefahr besteht faum und unermünschte Eindringlinge dürf ten heute faum einen Angriff wagen. Die Zeiten der Inflation, mo ein Hugo Stinnes etwas Derartiges unternehmen tonnte, find vorbei. Nicht mit Unrecht bezeichnet die Frantf. 3tg" diese Methoden mit Mehrstimmenattien, die nicht viel toften, einen unübersteigbaren Wall 11 Lichtenberg: Cäcilien- Lyzeum, Rathausstraße. Weißensee: Albrechtshof, Parfstr. 16. Pankow- Niederschönhausen: Gesellschaftshaus in Bankom, zu errichten, als Despotismus. Berliner Str. 102. Reinidendorf- Tegel: Strandschloß in Tegel Tagesordnung: „ Die Parteien zur Londoner Konferenz und die Verteilung der Lasten." Redner find: Ednard Bernstein, Bartels, Dr, Adolf Braun, Lemperi, Lance, Leid, Lüdemann, Dr. Majes, Otto Meier, Dr. MierenClara Bohm- Schuch, Dr. Freund, Ad. Hoffmann, Kuliner, Künstler, dorff, Nietisch, Stelling, Ströbel, Gerh. Seger, Friz Schröder, wissell. * Arbeiter, Angestellte, Beamte! Männer und Frauen! Bolitik der Sozialdemokratie und der übrigen Parteien. Besucht diese Versammlungen und informiert Euch über die Zur Deckung der Unkosten Tellersammlungen. Bezirksverband SPD., Berlin. Das Aktienkapital foll um 10 Millionen Goldmant erhöht werden. Hiervon will die Berwaltung für zwei Millionen Goldmart Aktien in Reserve halten. 5 Millionen Goldmart Attien will man einer ausländischen Gruppe überlassen. Das ausländische Konsortium besteht aus folgenden Gesellsch ten: Compania HisponoAmericana de Electricidad S. A., der Schweizerischen Kreditanstalt, der Electric and Railway Finance Corporation Ltd. und der Société Financière de Transports et d'Enteprises industrielles. Es wird von Interesse sein, in diesem Zusammenhange an die nehmungen zu erinnern. Sie wurde 1894 von der Union- Elektrizitätsfrühere Bedeutung der Gesellschaft für elektrische Untergesellschaft, Ludwig Löwe u. Co. und deren Banken( Bleichröder, Born und Busse." Distontogesellschaft, Dresdener und Darmstädter Banf) gegründet. Dem Zuge der Zeit folgend follte die Gfell. als holding- und Finanzierungsgesellschaft für die Union EL- Ges. tätig fein. Sie wuchs bald zu einer der größten dieser Art. Ihre Tätigteit in Deutschland cufzuführen, würde zu meit führen. Im Ausland war ih: Wirten nicht minder interessant; zu einem erheblichen Teil ist der weite Interessenfreis der großen deutschen Elektrizitätsgefellschaften im Auslande ihrer Initiative entsprungen. Im Jahre 1895 gründete sie gemeinsam mit der Union und unter Mithilfe von belin Brüssel. 1897 entstand ebenfalls in Brüssel unter Leitung der Gefül. die Société finanzière de Transports et d'Entreprises industrielles. Diese beiden Gesellschaften waren Haltegeſellſchaften, die in Belgien, Frankreich und anderen Staaten Bahntonzessionen erwarben, diese finanzierten und den deutschen Mutterfirmen Aufträge zuführten. Ferner gründete die Gfell. Holdinggesellschaften in Italien, Spanien, Desterreich und in mehreren anderen Ländern. Ganz zu schweigen von den vielen Unternehmungen und StraßenBahnen, die in fast allen Ländern mit Hilfe der Gfell, aus dem Boden wuchsen. Organ des englischen Arbeitsministeriums, daß die Autogischen Banten die Société Générale Belge d'Entreprises électriques industrie mit einem Prozentsatz von 8,3 Arbeitslofen um mehr als ein Prozent unter dem Durchschnitt der Arbeits Tofigkeit der englischen Industrie steht, also einen günstigeren Beschäftigungsgrad aufzuweisen hat als die englische Inbustrie im allgemeinen. Die Moral biefer Geschichte ist nicht nur für England daß die Interessenten nicht nur schlechte Politiker find( was feit der Aera Cuno in Deutschland jedes fleine Kind weiß), sondern daß sie auch schlechte Wirtschaftspolititer frid, ja noch mehr, daß fie auf größere Sicht gesehen, hier wie überall aus der Kurzfichtigkeit, die nur an ben Augenblid benft und auf zwei Schritte ficht, auch die eigenen Intereffen verfennt. Aber nicht immer hat Demagogie und Dummheit jo turze Beine wie in diesem speziellen Fall der britischen Autoindustrie. Ausbau der oberschlesischen Wasserstraßen. Ueber den Ausbau der oberschlesischen Wasserstraßen wird von unterrichteter Seite u. a. mitgeteilt: Zwischen den Behörden und Vertretern oberschlesischer Wirtschaftskreife haben Besprechungen stattgefunden, in denen beschlossen wurde, die Ausarbeitung eines ben heutigen Berhältnissen entsprechenden Projektes für den Aus= bau des Klodnik- Kanals von Gleiwig bis Kosel in die oge zu leiten, Gegenwärtig fönnen den Kobniß- Kanal nur Schiffe bis zu 135 Tonnen Tragfähigkeit bejahren. Die Lasten müssen in Rosel in Oberfähne umgeleden werden. Das verteuert den Transport beträchtlich. Außerdem hat der Kanal bei einer Länge von noch nicht 50 Kilometern 18 Schleusen. Gedacht wird daran, im Zuge der Klodniß einen Sanal anzulegen, der Schiffe von der Größe wie fie auf der Oder verfehren aufnehmen fann. Der Gedanke ist nicht neu. Er tonnte aber früher nicht recht vorwärts fommen, weil an einem Kanal lediglich von Kosel bis Gleiwih die weiter östlich und üblich liegenden Teile des Industriebezirks fein Interesse hatten, eine Berlängerung des Ramals über Gleiwiß hineus fich aber sehr tostspielig gestaltet hätte. Im Jahre 1918 wurde das Project eines großen Klodnik- Kanals in Berbindung mit dem geplanten OberDonau- Kanal ausgearbeitet. Dieser fünftige Klobniz- Kanal follte Donau- Kanal ausgearbeitet. Dieser fünftige Klodnik- Kanal follte statt der bisherigen 18 Echleusen nur ein Hebewerk bei Rudziniz und drei Schleusen haben. Seine Koften wurden auf 50 Millionen Golbmart neranschlagt. Durch die veränderten Verhältnisse der machtriegszeit wurde der Plan in den Hintergrund gedrängt. Jetzt hat besonders die Kohlenindustrie ein starkes Interesse an diesem Kanalprojett. feinen Wert hat, wenn nicht die Leistungsfähigkeit der Es ist aber zu berücksichtigen, daß dieser Klodnitz- Kanal allein Preisnotierungen für Nahrungsmittel. Durchschnittseinkaufspreise in Goldmark des Lebensmittel- Einzelhandels je Gerstengraupen, lose Zentner frei. Haus Berlin. Gerstengrütze, lose .. 17,00-24,50| Röstgetreide, lose... 16.50-18,50 .. 16,50- 17,50 Kakao, fettarm 65,00-75,00 86,00-100,00 Haferflocken, lose... 18,00-20,25 Kakao, leicht entölt Hafergrütze, lose 19,00-21,50 Tee, Souchon, gepackt. 320,00-400,00 Roggenmehl 0/1 14,50-16,25 Tee, indischer, gepackt. 400,00-470,00 Weizengrieß 19,09-21,75 Inlandszucker hasis mel. 37,50-38,50 Hartgrieß 23,00-26,50 Inlandszucker Raffinade 39,01-41,00 70% Weizenmehl Weizen- Auszugmeh! kleine.. Speiserbsen, Viktoria Bohnen, weiße, Farl Langbohnen, handverles. Linsen, kleine Linsen, mittel Linsen, große Kartoffelmehl Makkaroni. Makkaronimehl Schnittnudeln, lose. Bruchreis. Rangoon Réis Tafelreis, glasiert, Patna Tafelreis, Java Ringäpfel, amerik. Get Bllaumen 90/100.. Pflaumen, entsteint Cal. Pflaumen 40/50 Rosinen in Kisten, Candia 17.00-19,00 Zucker Würfel. 19,00-25,50 Kunsthonig 44,00-47,50 30,00-38,00 17,50-22,00 Zuckersirup hell in Eim. 40,60-45,00 12.00-16.00 Speisesirup dunk. in Eim. 27.00 31,00 20,00-24,00 Marmelade Einir. Erdb. 90,00 35,00 40,00 27,00 30,50 Marmelade Vierfrucht 20,00 29,50 Pflaumenmus in Eimern 30,00- 36,00 31,0037,50 Steinsalz, lose 39,00-46,00 Siedesalz. lose 18,75 20,53 Bratenschmalz in Tierces 37,00-43,00 Bratenschmalz in Kübeln 38,00 1 Purelard in Tierces 3,10-3,70 4.00- 4,70 81,00-84,50 85,00 86,40 81,00-82,00 J. Südamerika gründete die Gfell. gemeinsam mit zwei französischen Gesellschaften die Compagnie d'Electricité de la ville de Buenos Aires. Ferner wurde in gemeinsamer Tätigkeit mit ber AEG. die Chilian Electric Tramway and Light Co. errichtet. Die füdamerikanischen Interessen der Gfell wurden später von der Deutsch- Ueberseeischen Elektrizitäts- Gesellschaft übernommen. Diese firmiert heute Compania Hispano- Americana de Electricidat und hat ihren Sitz in Madrid. Durch die oben erwähnte Attienübernahme ist dieses Unternehme wieder an der Gfell, beteiligt. Eine fo rasche und umfassende Expansion wäre unmöglich gemesen, wenn der Gfell. nicht die Thomson houston Inter national Electric Company zur Seite gestanden hätte. Diese saß mit im Gründertonsortium der Union- El.- Ges. Die amerikanischen Patente auf Bahnbauten und Elektrizitätsunterneh Gemeinsam mit der Thomson houston tonnte deshalb die Gfell. im mungen wurde der Union zur Ausbeutung für Europa übertragen. Ausland so erfolgreich tätig sein. War fie doch an mehreren europäischen Tochtergesellschaften der Thomson- Houston hervoragend be teiligt, ja teilweise wurden fie von ihr gegründet. Mit der Union fam die Gfell. im Jahre 1903 zum Konzern der AEG. Beide Gesellschaften berührten fich im ausländischen Ge schäft. Inzwischen war auch zwischen der AEG. und der General Elccctric Company New York, der Nachfolgerin der Thomson- Houston, jener große Aufteifungsplan zustandegekommen, der die Erde gewissermaßen in zwei Hälften teilte, wovon jeder der beiden Kontrahenten eine der beiden Hälften zur Ausbeutung zugewiefen be tom. Die Gfell, fonnte nun im Bunde mit der AEG. ihr Auslandsgeschäft noch weiter ausbauen, zumal der amerinische Elektrizitätstrust durch den Pakt mit der AEG. noch enger an dem Geschäft interessiert war. Gemeinsam mit der AEG. hat die Gfell. viele Transaktionen im In- und Auslande durchgeführt. Das Verhältnis zwischen den beiden het fich später etwas gelodert. Die Gfell. ist heute nicht nur im Auftrage der AEG., sondern für mehrere Elektrizitätskonzerne tätig. Man sprach im Vorjahre von großen Auffäufen der Aitien der Gfell. durch Etinnes. Eine engere Intereffennahme ist nicht bekannt geworden. Doch soll Stinnes noch heute im Besize eines größeren Aktienpalets fein. Der Krieg hat den Geschäften der Gfell. viel geschadet. Burden doch die Verbindungen mit den ausländischen Tochtergesellschaften nicht nur jäh zerrissen, sondern die im Bereiche der Entente sich befindlichen Beteiligungen wurden später writer Sequester gestellt oder einfach verkauft. So stund sie nach dem Friedensschluß mit einer vollständig aufgelösten internationalen Organisation da. Es scheint, als versuche die Gfell. mit der Begetung von Aftien ca ein ausländisches Konsortium den Wiederaufbau der internationalen Organisation vorzunehmen. Der deutschen Boltswirtschaft kann es nur zum Borteil gereichen, wenn das Auslandsgeschäft der Holdinggesellschaften in der deutschen Elektrizitätsindustrie wieder aufgebaut wird. Die deutsche Arbeiterschaft möge aber auch an diesem Beispiel ersehen, daß die Rapitalisten aller Länder ihre Interessen zusammenzufassen vermögen, und daß ihrer geeinten Kraft nur mit straffer Organisation begegnet werden kann. -1. Der Kampf um das Kohlensyndikat. Dem Kahlensynydifatsvertrage find insgesamt Zechen mit rund 90 Proz. der Beteiligung beigetreten. Die Bertragschließenden 81,50-82,50 haben zur Bedingung gemacht, daß die dem Bertrage noch nicht beigetretenen Bechen fich bis zum Abend des 16. September entschließen. Eine neue Bechenbesigerversammlung findet am 16. September nachmittags 4 Uhr statt. 62, 66,00 T 20,00-23,50 Purelard in Kisten 15,5 16,50 Speisetalg in Packung 18,00 18,50 Speisetalg in Kübeln 23,25-31,00 Margarine, Handelsm. 30,00 37,00 desgl. II 60,00 63,00 85,00 90,00 Margarine, Spezialm. I.. 80,00- 84,00 40,00-43,00 desgl. II. 69,00-71,00 50,00 55,00 Margarine III 65,00 70,00 Molkereibutter in Pack. 201,00-206,00 60,00 65,00 Molkereibutter i. Fässern 196,00-801,00 Zur Förderung des unmittelbaren Geschäftsverkehrs 3mifchen ich uß des Verbandes der Konsumvereine und des National Landwirtschaft und Berbrauch ist ein gemeinsamer Ausverbandes der Bauern in England eingefest worden. Dieser Berkehr ohne den Umweg über den Handel würde sicher beidest Teilen von Rußen sein und sich überall empfehlen. Die politische 35,00 50,00 Organisation der deutschen Landwirtschaft zieht es freilich vor, 160,00-170,00 and in Hand mit der Schwerindustrie fünftliche Preissteigerung 170,00-185,00 burch Bölle und Einfuhrerschwerung zu betreiben und im Bund mit dem reaktionärsten Zwischenhändlerium die genossenschaftliche 16,50-17,50 Selbsthilfe der Verbraucher als fozialdemokratische Mittelstands Sultaninen Caraburnu.. 80,00 90,00 Landbutter 70,00-75,00 Auslandbutter in Fässern 203,00-207,0 Korinthen, choice Mandeln, süße Bari 175,00-180,00 Corned beef 12/6 lbs p. K. 34,75-37,00 155,00-160,00 Ausl Speck, geräuchert 95,00-100,00 Mandeln, bittere Bari Zimt( Cassia) 106.00-115,00 Quadratkäse. Kümmel, holländischer 55,0065,00 Tilsiter Käse, vollfett Schwarzer Pfeffer Singap. 108,00-115,00 Bayr. Emmenthaler Weißer Pfeffer. 150,00-155,00 Echter Emmenthaler Rohkaffee Brasil 185,00-215,00 Ausl. ungezuck.CondensRohkaffee Zentralamerika230,00-285,00 milch 48/16 100,00-120,00 21,00-23,25 Unabhängig von diesem Einzelfall beweist aber auch ein Blid. in Röstkaffee Brasil 240,00-290,00 Inländische desgl, 48/12 die letzte Nummer der Ministry of Labour Gazette dem offizielles Rostkaffee Zentralam... 300,00-375,00 Inl. gez. Condensm. 48/14 26,00-26,50 zerstörung zu befämpfen. Aus der Partei. Dank! Zu meinem 50. Geburtstag sind mir aus Deutschland und dem Ausland Zeichen freundlicher Gesinnung in so überraschender Fülle zugegangen, daß ich ohne gröblichste Verlegung meiner Pflichten gar nicht imstande wäre, fie alle zu beantworten. Ich muß barum notgedrungen den Raum des„ Borwärts" in Anspruch nehmen, um all denen, die meiner an jenem Tage gedacht haben, meinen Dant auszusprechen. Indes bin ich mir dessen bewußt, daß diese Befundungen mehr als der Person der Sache gelten, der mir gemeinfam dienen. Ich will also versuchen, durch Arbeit zu danken. Friedrich Stampfer Parteinachrichten Einsendungen für diese Rubrit sind Berlin B. 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ffets an das Bezirkssekretariat, 2. Hof, 2 Trep. rechts, zu richten. Das Mitgliedsbuch des Genossen Julius Breitenfeldt, Berlin N. 31, Jasmunder Straße 12, eingetreten am 9. März 1909, ift verlorengegangen. Nachdem es dem Berlierer nicht wieder zugestellt worden ist, wird es hiermit für ungültig erklärt. J. A.: Alex Pagels. Winterfurje der Erziehungsorganisation Kinderfreunde. Im Winterhalbjahr werden bei genügender Beteiligung folgende Aurfe eingerichtet: 1. Besprechungen von Erziehungsfragen mit anschließenden Besichtigungen. Leiterin: Gen. Epstein, Montags von 7-9 Uhr, Blumenstr. 77. Beginn 29. September. 2. Vollstanzkursus. Leiterin: Fräulein Abicht, Mittwoch 6-8 Uhr, CharTottenburg, Goethestr. 22. Beginn 15. Ottober. 3. Pappkursus. Leiterin: Gen. Bräuer, Freitags von 7-9 Uhr, Oderberger Str. 57/59, Beginn: 3. Oftober. 4. Runstgewerbe. Leiterin: Gen. Groth, Monbags von 7-9 Uhr, Linden. ftraße 3, Beginn 6. Ottober.. Anmeldeschluß für fämtliche Rurfe 25. September. Anmeldungen nimmt die 8entrale, G. 68, Lindenstr. 8( Jugendheim), Mittwochs von 5-7 Uhr entgegen. Einschreibegebühr 1 Mart. * 1. Streis mitte. Montag, ben 15. September, 7 Uhr, Sthung ber Be zirks- und Stadtverordneten mit dem engeren Kreisvorstand bei Dobroh law, Swinemünder Str. 11. Alle Ordner des Arcises versammeln sich am Dienstag, den 116. September, pünktlich 6% Uhr, in den SophienGälen, Sophienstraße. 5. Kreis Friedrichshain. 3. Kreis Webbing Dienstag, den 16. Geptember, 6 Uhr, versammeln sich die Ordner der 14., 15., 19. und 20. Abt. in der Schulaula Grünthaler Straße. Die anderen Abteilungen Pharusfäle, Müllerstr. 142. Bildungskommission! Dienstag, den 16. Sep tember, 6 Uhr, Andreas- festfäle, Andreasftr. 21, Gigung. 12. Kreis Steglig, Lankwig, Lichterfelde. Montag, den 15. Gavtember, abends 7½ Uhr, im Rathaus Steglig, Funktionärsigung. Sämtliche Stadt- und Bezirksverordneten fowie Bürgerdeputierten müssen erscheinen. 14. Kreis Neukölln. Montag, den 15. September, Frattionssigung 7 Uhr im Rathaus. Die Mitglieder des engeren Borstandes nehmen daran teil. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde! Wegen der öffentlichen Ber fammlungen fällt der Kursus Senny Schuhmacher: Die Erziehung des Arbeiterkindes" aus. ber, 7 Uhr. 6. Wht. 46. t. 7% the bet Cibals, Cuocyte, 23, Bortzog ber Genofin Reeffe, 39./48. bt. 7 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. Bortrag der Genoffin Winkelmann: Die Rothilfe der Arbeiterwohlfahrt." Gäste milltommen. Frauenveranstaltungen am Dienstag, den 16. September: 33. 6 7 Uhr im Ronferenzzimmer Hohenlohestr. 10, Bortrag über ,, Kinderkrankheiten." Referent: Dr. Galomon. Gäste willkommen. 85. Apt. Tempelhof. Mittwoch, den 17. Geptember, 7½ Uhr, Frauengbend bei Bufe, Werder Ede Friedrich- Wilhelm- Straße, Bortrag des Gen. Erich Dunkel: Erste Silfe im Haushalt" Alle Genoffinnen, besonders die Mütter der Ferienfpieler, find eingeladen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 30. Abt. Der Maurer Genoffe Albert Gudom, Stargarder Str., 13, ift im Alter von 62 Jahren geftorben. Einäfcherung Montag, den 15. September. abends 7 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. Jugendveranstaltungen. Anmeldungen anm Ferienaufenthalt am Duenasce im Arbeiterjugend Landheim merden nog im Jugendsekretariat angenommen. Karten zur Broletarischen Feierstunde am Sonntag, den 21. September, zum ermäßigten Preise werden noch im Jugendfetretariat ausgegeben. Morgen, Montag, den 15. September, abends 7½ Uhr: Hermsdorf: Jugendheim, Roonftraße, Bortrag mit anschließender Ausfprache: Die Wandervogelbewegung." Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin S. 14, Sebaftianftr. 37/38,$ of 2 St. Die Ausgabe der Baren für bie Kameradschaften, fowie der Ber tauf auf Teilzahlung findet vom Montag, den 15. d. M., nur noch in der Gebastianstr. 37/38, Sof I, der Einzelverkauf in der Simmer ftraße 68( Bekleidungswerkstatt der Berliner Gewerkschaften) ftatt. Die aus der Lindenstraße übernommenen Baven müſſen jedoch noch dort verrechnet werden. Der Gauvorstand. Sudetendentscher Silfsverein, Bezirk Charlottenburg. Ueber„ Die Tschechen gefahr im banerisch- böhmischen Bald" spricht am Montag, den 15. Geptember, Ser bayerische Landesgeschäftsführer des Sudetendeutschen Hilfsvereins", Serr Hans Rd, Baffau, im Restaurant Freischüs", Charlottenburg, Kirschstraße, Ede Berliner Straße. Beginn 8 Uhr. Reichsdeutsche und fu detendeutsche Gäste willkommen. Anschließend gefelliges Beifammenfein, Musikoprträge, Lieber zur Saute und Regitationen. Berband Bollsgesundheit, Gan Berlin. Einladung an alle auf bem Boden der Arbeiterbewegung stehenden Mitglieder in biochemischen Bereinen am 15. September 1924, abends 28 Uhr, Jfflandstr. 1( Schule), Nähe Bahn hof Jannowigbrüde. Aussprache zweds Gründung eines biochemischen Bereins im Verband Boltsgefundheit. Die Strittmacherfrage it beftens geft. Gatwall wird von ein hold, Wittig von Gebante, Rruptat von Meighaner, Banderstunft von Bajorath. Didentmann von Schubert und Guignard von Hofmann geführt. Zwei Reserveschrittmacher stehen zur Berfügung. Ein Malfahren über 3 Runden mit Vorläufen wird von Ost Ties, Otto Ties, Hoffmann, Schwab, Nudel, Behrendt, Abraham usw. bestritten. Für die Unplazierten dieses Rennens ist noch ein Trostfahren borgesehen. Der diesjährige Rund- um- Berlin- Sieger Paul Rohl wird fich dem Publitum vorstellen und im Hauptrennen des Tages den Startfchuß abgeben. Bei der fostenlosen Verlofung fann wieder ein Fahrrad und eine Garnitur Dede und Schlauch gewonnen werden Straßenbahn, Stadt- und Ringbahn sowie Autobusse sorgen für gute Fabrgelegenheit zur Rennbahn. Die Rennen beginnen um 3 Uhr. Filmschau. Die Filme der Woche. Botosblume"( Marmothau 3) ist ein Wert von seltsam inniger Eigenart. Es ist ein farbiger Film, der nicht mit der Hand und auch nicht auf maschinellem Wege foloriert ist, sondern auf farbenempfind lichen Filmstreifen aufgenommen wurde. Dieses Verfahren ist derartig Loftspielig, daß man vor der Herstellung weiterer gleicher Filme zurüdschreckt. Man verlegte die Handlung in den Orient, und das Auge nimmt manches Farbenwunder erstaunt und dankbar auf. Das Rot, das sonst den farbigen Filmen immer so gefährlich wurde, fommit bei dent Verfahren der Technicolor Metro Pictures in boller Benchtfraft heraus. Ebenso die dunklen Farben, wie überhaupt bei der überreichen Farbenstala bes Morgenlandes die dunklen Farben mitunter nicht abdämpfen, sondern ausgesprochen brennen fönnen. Dann und wann läuft das Filmfarbenspiel zwar ben natürlichen Farben zuwider Die Ge schichte einer Madame Butterfly, die sich in diesem Rahmen abspielt, ge winnt durch das berinnerlichte, seelenvolle Spiel der Anna May Wong ganz bedeutend an Interesse. Obwohl es nach amerikanischem und europäischem Geschmad filmsicher eingestellt ist, gibt die feinnervige Hand noch biel typisch Orientalisches her. Hervorragend find auch Etta Lee und Ming Young, die hämischen Freundinnen der einen Lotosblume. Die große Lge"( U. T. in der Friedrichstraße) umfaßt fechs fenfationelle Afte. Sie haben aber stets ein erträglidhjes Niveau, denn John Griffith Wray ist der Regisseur Er arbeitet mit seiner befier Filmarbeit einen Waldbrand, ein Barité und die Entstehung einer unnachahmlichen Spezialität des Dammbruches; ferner bringt er in allerBettung Lettere bleibt freilich für den Zaten unverständlich Der Film ist nach bem Roman Reputation gearbeitet, der die Sensationsluft einer gewissen Presse geißelt. Er findet insofern ein gutes Ende, als der Sohn bes Bettungsbefizers bie Berleumdete heiratet May Me Avoy war aur Bertreterin der Hauptrolle auserforen. Ihr Spiel und die Regie taten alles, um die Zuschauer die Handlungen, bie zuweilen ohne feinere Begründung waren, miterleben zu lassen. Die Richard- 03wald- 2ustspiele brachten Mann gegen Weib" heraus, einen italienischen Spielfilm. Die Italiener machten burch ein paar historische Großfilme Aufsehen, von Spielfilmen tam taum etwas von Bedeutung je nach hier Auf einen so schlimmen Reinfall Gemeinschaft proletarischer Freidenker, Bezirk Groß- Berlin. Freibenter. fonnte man aber trobem nicht gefaßt sein. Es geschieht das Unglaub Boltshochschule: Dienstag, den 16. September, abends 7 Uhr, Asianifthes Gymnasium, Sallesche Str. 24( am Anhalter Bahnhof). Referat Maria Krische: Religion und Geschlechtlichkeit." Berein der Freidenker für Feuerbestattung 6. B., Gau Berlin. Sichten berg, Bezirk 17. Dienstag, den 16. September, abends 7 Uhr, in der Schul aula Barlane, Filmvortrag in 4 Atten. Eintrittskarten au 30 Bi. in allen Nächster Abend Donnerstag, den 18. Septem- 8ahlstellen zu haben. Heute, Sonntag, den 14. September: Die Genossen, die am Sonnabend die Flugblätter nicht abholen fonnten, halen diefelben heute früh 9 Uhr bei Dobrohlaw, Swinemünder Straße 11, ab. 16. Abt. Früh 9 Uhr von Krüger, Suffitenftr. 84, Flugblattverbreitung. 34. Abt. Gonntag vorm. 9 Uhr Flugblattverbreitung bei Rosin, Gubener Straße 19: 71. Abt. Wilmersdorf. Früh 9 Uhr Abholung der Flugblätter von Jonas, Durlacher, Ede Bruchfaler Straße. 81. t. Friedenau. Früh 10 Uhr Flugblattverbreitung vom Gen. Rubbed, Odenwaldstr. 26, Aufgang 1, 2 Tr., aus. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kreigsteilnehmer und Ariegerbinter bliebenen, Bez. N. 14. Die Mitgliederversammlung findet am Montag, ben 15. Geptember, abends 7 Uhr, in Büttners Festfälen, Schwedter Str. 22/23, statt. Referent Herr Lint über Gewerkschaften und Kriegsbeschädigte." Berein der Freidenter für Feuerbestattung, Bezirk 17. Dienstag, ben 16. September, abends 7½ Uhr, Partaue Lichtenberg, Möllendorfstraße, Barführung des neuen Feuerbestattungsfilms, Das Bestattungswefen vom Alter. tum bis zur Neuzeit." Eintritt 30 Bf. Rarten an der Raffe. Sport. 84. Abt. Lantwig. Flugblattverbreitung. Treffpunkt 8½ Uhr bei Griegel, Rennen zu Grunewald am Sonnabend, den 13. September. Bietenstraße. Morgen, Montag, den 15. September: 18. t. 8 Uhr Funktionärversammlung bei Müller, Uferstr. 12 21. Abt. Kommunale Rommission! 7½ Uhr, Sigung bei Müller, WolfStraße 12. Ehrenamtlich tätige sowie Parteigenoffen, die in der tommunalen Rommiffion tätig fein wollen, find eingeladen. Erscheinen der Stadt und Bezirksverordneten ist Pflicht. Vortrag des Genossen Stadt rat Schneider: Wohlfahrtspflege in Berlin." 83, bt. Lichterfelbe. 8 Uhr bei Quandt, Moltteste. Si, Funktionärkonferens. Bortrag des Genoffen Schuster. Jungsozialistische Spielgemeinschaft! Resitationsgruppe! 7% the tn 8entcal jugendheim, Lindenstr. 3. Üebungsabend.( Diskutierzimmer.) Frauenveranstaltungen am Montag, den 15. September: 2. Kreis Tiergarten. Montag, den 15. Geptember, abends T½ Uhr, bei Berger, Jagow. Ede Levegomstraße, 2. Bortragsabend des Gen. Miethte: Menschwerbung!" Gäste willkommen. 24. unb 25. Abt. 7 Uhr im Enzeum, Greifswalder Str. 25, Frauenversammlung. Bortrag des Gen. Dr. med. Georg Löwenstein über: Die foziale Bedeutung der Geschlechtskrankheiten ihre Ber. hütung und Befämpfung."( Mit Lichtbildern.) Frauen als Gäste willkommen. 31. Abt. 7% Uhr bei Goldschmidt, Stolpische Str. 36, Bortrag des Genoffen Täubert: Brot- und Bouwucher." 37. Abt. 7 Uhr bei Jerasch, Ebertyftr. 10, Bortrag der Genoffin Wengels. Mef Stoffe * durch Güte und Preiswürdigkeit feit Jahren bekannt Ia litäten Herren- Stoffe, reines Kammgarn Mk. 1080 1240 1480 Velour de laine f. Damenmäntel Qua 880 960 1040 1180 Vertreten auf der Herbstmodenschau 1924 im, Rheingold", Potsdamer Str. 3, vom 15. bis 17. September, Stand 16, 17, 18. Molkenmarkt 14 Tuchhaus M. E. Freitag Ecke Molkenstraße Bitte genau auf Eingang No. 14 zu achten! 1. Stennen. 1. Turfball( Nuß), 2. Memento( Schimma), 3. Baris ( Derichug). Toto: 77:10. Blaz: 12, 13, 11:10. Ferner liefen: Metrosza, Behrmann II, Bogarto, Stingrivalis. 2. 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Ferner liefen: Klebe, Röffchen, Bergangenheit, Fata Morgana IL bent Internationale Radrennen auf der Olympia- Radrennbahn. Reges Interesse wird am heutigen Sonntag auf ber Olympiabahn stattfindenden Rabrennen entgegengebracht. Sämtliche Dauerfahrer find eingetroffen und trainieren fleißig; benn sowohl bei den Deutschen wie auch bei den Ausländern herrscht der Wunsch, am Sonntag recht günstig abzuschneiden. Die Dauerrennen find dem Gebenten früherer Größen bes Zements gewidmet. Die 6 Dauerfahrer Sa wall, Wittig, Krupfat, der Belgier Leon Banderstuyft, der Weltmeister Didentmann und der Stundentveltrekordmann Guignard bestreiten das Friz Ryser- Erinnerungsrennen über 20 Kilometer, das runo- Demte- Erinnerungsrennen über 30 Rilometer und das Thapdäus- obl- Erinnerungsrennen über 50 Nilpmeter. Bei Didentmann und Guignard werden diese Namen schöne Erinnerungen an frühere Zeiten wachrufen; benn haben fre doch oft genug mit diesen alten Rämpen die Klingen gefreuzt. Ist diese Beseßung als sehr gut zu bezeichnen, so fann man dies auch bezüglich der Ausländer mit vollem Recht behaupten. Gegen ihre deutschen Kollegen sollten sie einen schweren Stand haben. lichste und Unmöglichste, nur um acht Atte zu füllen. Die schöne Pina minechelli spielt die Hauptrolle. So schön und talt, daß fie uns allenfalls als Marmorfigur in einem Vestibul gefallen tann, aber als Filmbiva bestimmt nicht. Die Zuschauer hielten mit Aeußerungen bes Mißfallens nicht zurüd. Geschäftliche Mitteilungen. e. b. 50fuhriges Bestehen der girma Guftas Corbs, Damenstoffe wub Mobein ihrem illuftrierten Serbst- und Wintertatalog, welcher der Damenwelt ge maren, Berlin. und Rölu a. Rh. Die Firma zeigt zum Saisonbeginn wig wieder ein willkommener Ratgeber in Modeangelegenheiten sein wird, die neuesten Erzeugnisse der Kleiderstoffabrikation in Bolle und Geibe in ben altbewährten, erftfiaffigen Qualitäten wie in Borkriegszeiten. 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Als vor einigen Jahren in der Alandfrage mit Finnland ein außenpolitischer Konflikt entstand, wurde der Völkerbund angerufen. Er entschied wie die Schweden meinen zuungunsten des Anrufers; aber man zuungunsten des Anrufers; aber man hat sich dabei beruhigt. So ist Schweden in der glücklichen Lage, feine Kraft der Erledigung innerer Fragen widmen zu fönnen. Soweit die Weltstimmung, wie sie aus den euro päischen Kriegszeiten entstand, in Schweden ihren Niederschlag in verstärkter Durchbildung der Landesverteidigung in militaristischen Auffassungen fand, wird die dagegen ankämpfende fozialdemokratische Friedensarbeit durch die eben vor sich ge= gangenen Verhandlungen in Genf, durch Macdonalds Rede start unterstützt. Deswegen wird der Heeresetat, der im Wahlkampf mit zur Debatte steht, als eine innerpolitische Angelegenheit; mehr als eine Frage der vernunftgemäßen Geldausgabe denn als ein außenpolitisch notwendiges Drudmittel oder Verteidigungsproblem erörtert. Und dann: Schweden hat eine einige Arbeiter. bewegung. Auch die schwedische Sozialdemokratie ist im Sturm der Zeitereignisse von inneren Differenzen nicht verschont geblieben. Sie gingen aber nicht so tief, daß eine Spaltung entstand, 1917 trat nur eine fleine Absplitterung ein. Die Lintssozialisten von damals sind schon lange wieder zur Partei zurückgekehrt, allerdings sprengte sich dabei von ihnen ein Stüdchen ab. Das wurde die kommunistische Bewegung Schwedens. Sie hat nie große Bedeutung zu erlangen ver mocht, zumal sie seither in sich wieder ein Spaltung auszutragen hatte. So kann die schwedische Sozialdemokratie völlig geschlossen tämpfen. Sonntag, 14. September 1924 Anti- Kriegs- Tag! Der Internationale Gewerkschaftsbund hat zum 21. September die organisierte Arbeitnehmerschaft der ganzen Welt zu einer Kundgebung gegen den Krieg, für den Weltfrieden aufgerufen. Die Vorstände des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes und Allgemeinen freien Angestelltenbundes, als Glieder der Gewerkschafts- Internationale, haben die Ortsausschüsse und Ortskartelle beauftragt, allerorts in der deutschen Republik diese Kundgebung zu einer ihrer Bedeutung entsprechenden ernsten und eindrucksvollen zu gestalten. Diesem Aufrufe des JGB. folgend, rufen die Unterzeichneten die Berliner Arbeitnehmerschaft auf, sich recht rege an dieser Internationalen kundgebung zu beteiligen und auf dem Arbeitsplatz, in Werkstatt, Fabrit und Kontor für sie Propaganda zu machen. Auch die Berliner Arbeitnehmerschaft muß und wird an diefem Tage ihren festen und entschlossenen willen gegen den Krieg, gegen Bölterverhehung und für internationale Berständigung befunden. Millionenfach muß am 21. September der Ruf: Nie wieder Krieg!" den Kriegshehern und Revanchepolitikern in der ganzen Welt in die Ohren gellen. Die Kundgebung wird in Berlin stattfinden im Biftoriagarten, Wilhelmsaue, Wilmersdorf, Pharusfäle, Müllerstraße, Alhambra, früher Kellers Festfäle, Koppenstraße, Karlsgarten, Karlsgartenstraße, Neufölln Die Kundgebung beginnt vormittags 10 2hr. Ausländifche und deutsche Redner werden sprechen. Wir erwarten von der Berliner organisierten Arbeitnehmerschaft, daß fie unserem Rufe einmütig und gefchloffen Folge leistet. Allgemeiner freier Angestelltenbund, Ortskartell Berlin. Flatau. Wewzow. Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend. Sabath. rung. Gebt uns diese Majorität!". Das ist der Ruf der sozialdemokratischen Partei Schwedens an die Wähler. Wir Parteigenossen und-genoffinnen! Am 21. September demonstriert die organisierte Arbeiterschaft in der ganzen Welt unter dem Ruf „ Nie wieder Krieg!" für die Erhaltung des Weltfriedens. In Deutschland freiben völkische und deutschnationale Hehapostel eine strupellose Agitation gegen die Bölkerverständigung, um das deutsche Volk abermals in ein Blutbad zu führen. Alle Genossen und Genoffinnen haben deshalb an der einberufenen Kundgebung der Gewerkschaftsfommission und des Ortstartells des Allgemeinen freien Angestelltenbundes teilzunehmen. Um 11 Uhr vormittags findet im Großen Schauspielhaus eine Proletarische Feierstunde“ statt. Die Mitglieder und Führer der Internationale: ConguetFrankreich, Brodway- England, Abramowitsch- Rußland, Ellenbogen- Desterreich werden dort zum Ausdruck bringen, daß fich an diesem Tage die Arbeiter aller Länder vereinigen in dem unerschütterlichen Willen, der ganzen Welt den Frieden zu erkämpfen. Genossen und Genoffinnen! Demonstriert am 21. September gegen die Hehe der Ludendorff und Tirpitz! Demonftriert durch vollzählige Teilnahme für den Gedanken„ Nie wieder Krieg"! Der Bezirksvorstand. * 3d2.- Jugend am Sonntag, den 21. September 1924, abends 7 Uhr, Anfitriegsfundgebung der Freien Gewerkschaftsjugend und der bekannte Künstler Heinrich George vom Staatstheater wird Antiim großen Saal des Herrenhauses, Eingang Leipziger Str. 4. Der Priegsdichtungen der Völker zum Vortrag bringen, ferner Ansprache einer führenden Persönlichkeit aus der Arbeiterbewegung. Karten zum Preise von 0,40 m. sind zu haben in der Freigewerfschaftlichen Jugendzentrale, Engelufer 24/25 I, und im Jugendfetretariat des ZDA., Belle- Alliance- Str. 7/10. BR Schaff es zu einer Ziehmutter weit von hier!" „ Und das Geld?" Wird er geben der Bater." ,, Er ist fnauferig. er tut es nicht." .. Um fie zu trösten, sagte ein Optimist: Dein Mann tommt aber, derer ihn in Amerika getroffen...." Die derzeitige bürgerliche Regierung und hier zeigen fich die oben angedeuteten tieferen Kräfte der scheinbar nur innerpolitischen Auseinandersetzungen die tapitalistischen die Fahne des Sozialisten schreds heraus. Mächte und ihre politischen Anhänger stecken jegt langsam hol mich der Henker, nicht! Wenn er noch lebte, hätten Auswan= tönnen uns die Gefühle der bürgerlichen Parteien Schwedens recht gut vorstellen, wir waren in Deutschland ja auch schon einmal beinahe soweit wie jetzt unsere schwedischen Genossen find. Wir sehen mit Stolz und Freude auf die geschlossene starte sozialdemokratische Partei Schwedens, die vor der Erringung der Majorität steht. Von tommunistischer Propaganda ist im Lande nicht viel zu merken. Es handelt sich, soweit sie in Erscheinung tritt, häufig mehr um Auseinandersetzungen zwischen den beiden kommunistischen Richtungen. Die ursprüngliche Leitung ist und der Kommunistischen Partei hinausgefeuert worden. Er auf Moskauer Befehl abgefägt, der Führer aus seinem Blatt erfand daraufhin das kennzeichnende Wort vom Sieg der " Ochsen"-Kommunisten. Aber auch die Anhänger diefer ganz radikalen Richtung wagen es in Schweden nicht, bei politischen Entscheidungen auf die Seite der Reaktionäre zu treten. Das würden hier nicht einmal die von Sinowjem am Bändel gehaltenen Ochsen"-Kommunisten riskieren. Soweit im Lande überhaupt eine fommunistische Stimmenabgabe erfolgt- ob Mandate wieder erreicht werden, gilt als eine offene Frages läßt sich natürlich nicht voraussagen, wie der schwedische Es läßt sich natürlich nicht voraussagen, wie der schwedische Kleinbürger, wie das flache Land wählen wird, und wie groß wird sie auch indirekt der Reaktion nichts nügen: durch Liften Seine Majestät aller Dummheit, der Nichtwähler, über verbindung werden diese Stimmen zugunsten der Sozial- der Stimmzettelurne erscheint, aber dann wäre der Kampf demokratie gebucht. um die Majorität der Sozialdemokratie mur aufgeschoben und nicht aufgehoben. Im Wahlkampf stehen rein äußerlich gesehen- innerpolitische Fragen im Vordergrund. Vor allem über die Rüstungsausgaben, über Heeres und Marineetat, wird viel gesprochen. Es handelt sich nicht nur darum, daß diefe Ausgaben herabgesetzt werden sollen. Der innere Heeresaufbau, das Berteidigungsprogramm felbft ist seit Jahren im Zustand eines Provisoriums. Die Sozialdemofratie verlangt Abbau und innere Umgestaltung des Heeres und der Marine. Sie ist, um es in ein Schlagwort zu faffen, gegen 144 Millionen jährliche Militärausgaben und gegen Banzerschiffe und Kavallerieregimenter. Ersparnisse beim Militäretat ermöglichen freiere Dispofitionen in der Ausbildung der Sozialgesetzgebung. Es spielen so in der Wahlbewegung neben der Schaffung einer gesunden Arbeitslosenversicherung die Sicherung des Achtstundentages, eine weitgehende und sehr notwendige Bodenreform und manche andere, auch den deutschen Sozialdemokraten vertraute Forderung eine gewisse Rolle. Aber es hieße an der Oberfläche des um innerpolitische Fragen geführten Wahlkampfes bleiben, wollte man überfehen, was sich mehr im Untergrund des wogenden Meeres der Wahlbewegung abspielt. Es erscheint überdies, je stärker der Wellenschlag der politischen Auseinandersetzungen wird, zeitweise schon deutlicher an der Oberfläche. Schweden ist nicht nur ein Land der Bodenbearbeitung und der Rohmaterialiengewinnung( Holz, Eisenerz usw.), es ift, troß seiner dünnen Besiedelung, auch ein Gebiet hochindustrieller Produktion. Die Fertigwarenerzeugung spielt eine ebenso große Rolle wie der Exporthandel und die landeseigene Schiffahrt mit der zunehmend großzügiger werdenden Ausnüßung der Wasserkräfte hat sich die chemische Industrie, der Maschinenbau, und haben sich nicht zuletzt die finanztapitalistischen Mächte stark und rasch durchaus westeuropäisch und weltmartitonturrenzfähig ausgestaltet. Das ist der Boden der einheitlichen und starten Bewegung der schwedischen Sozialdemokratie. Ebenso ist aber in entscheidenden Stunden auch die Kraft des Kapitalismus und seiner politischen Elemente zu spüren. Es darf nicht vergessen werden, daß im schwedischen Reichstag unter 260 Abgeordneten 106 Sozialisten sigen( einschließlich des kommunistischen Anhängsels). Die sozialistische Regierung von 1921- zahlenmäßig eine Minderheitsregiezahlenmäßig eine Minderheitsregierung wurde Ostern 1923 von den vereinigten Bürger lichen gestürzt, weil fie von den Unternehmern ausgesperrte Arbeiter als Arbeitslose behandeln wollte. Man hatte noch die sozialdemokratische Regierung zur Beit großer Arbeits losigkeit ertragen, obwohl das nicht billig geworden war, als es aber um soziale Auseinandersehungen ging, da wurde die fleine Majorität ausgenutzt, um den Arbeitern an der Regierung nicht eine Rückenstüge entstehen zu laffen. Die Sozialdemokratie braucht Anfang nächster Woche nurzehn Mandate zu gewinnen, dann ist sie im Reichstag die Majorität! Dann gibt es feine fiberal- sozialiftische und feine sozialistische Minderheitsregierung, sondern eine flare geschlossene sozialdemokratische MehrheitsregieUnser Bericht über die schwedische Wahlbewegung wäre unvollständig, würde nicht noch gestreift, wie vorbildlich hier der Wahlkampf geführt wird. Die Sozialdemokratie beruft ihre Versammlungen in den Städten und auf dem Lande meist auf Marktplätze, in Parks ein. Andersdenkende tennt man nicht. Und eine für uns ganz Störungen durch ungewöhnliche Eigenart- diese Wählerversammlungen sind zwar Rundgebungen, Verkündungen des sozialdemokratidiese Wählerversammlungen sind fchen Aktionsprogramms, Kritik an der Regierung und an den anderen Parteien, aber dennoch gibt es fast nie eine Distussion. Der Wähler soll hören und am Wahltag erscheinen. Wir wünschen unseren schwedischen Freunden, daß ihnen ein voller Erfolg gegeben wird. Wenn er kommt. allale Bon Fulvia . ,, Er schlägt mich tot!" Wie einen Kehrreim wiederholte sie diese Worte, im ruhigen Ton eines Menschen, der weiß, daß er die Wahrheit spricht. Im Orte redete man davon mie von etwas Unvermeidbarem, wie man darüber redete, daß die Glocken des neuen Glockenturms geweiht werben follten. Wenn auch mancher Schlaufopf fich ab. mühte, einen Ausweg zu finden- man stieß bei der Kompliziertheit des Falles dauernd auf unüberwindliche Hindernisse. Er lag nämlich so: Die Mora von der Mühle, welche mit ihren drei Kindern vor einigen Jahren von ihrem Mann verlassen wurde, hatte vor kurzem ein viertes bekommen. Es hatte zum Vater ihren Ontel, einen ältlichen, noch kraftvollen Mann, der sie mit dem Anschein der Wohltätigkeit, in Wahrheit aber, um eine Magd und die Jungen gratis" Und der Nachzügler" mar ein zu haben, ins Haus genommen. von Gesundheit und Lebenswillen ftrogender Bausback, der für vier Neugeborene zugleich trank und die Mühle und die Umgegend mit feinem Geschrei erfüllte. " Ein Standal war es; namentlich die hohe Obrigkeit empfand ihn als solchen, hatte aber in Anbetracht der mildernden Umstände ein Auge zugedrüct. Das Kind muß verschwinden!" rieten die Gemäßigten. Leicht gesagt! In der Provinzhauptstadt eignete sich feine der Wohltätigkeitsanstalten für diesen besonderen Fall; nur das ftürfirchliche Autorität offiziell" nicht einschreiten fonnte, nahm sie mische Meer von Brefotrofio hätte einen Ausweg gewußt. Da die Fühlung mit einem Advokaten von Ruf, und der antwortete mit einem von Gesesparagraphen gespickten Gutachten, die in hellem Biderspruch zueinander standen. " Und das Meer von Befotrofio? Nein! Die von zwei Seiten gewaltsam beträngte Mora warf alle Bassivität von sich und lehnte fich energisch auf. * Nein! Sie wollte ihr Kind nicht wegwerfen wie eine faule Frucht. Sie, sie hatte nicht gewollt, daß es zur Welt komme; jetzt war es da, ihre Milch mußte es nähren, ihre Arme es wiegen, ihre Schande ihm zum Kopfkissen dienen. Aber du fagst doch, daß dein Mann, wenn er heimfehrt und es an deiner Brust findet, dich totschlägt", entgegneten die Nach Benn er zurückommt, tötet er mich," bestätigte die Mora von barn. neuem. Die Welt ist groß." als in den gedruckten Büchern stehen!" " Groß und flein!... Es geschehen zuweilen feltsamere Dinge, Da traf es sich, daß eines Tages zwei einem Nachbarort entstammende Brüder, die eben aus Kalifornien zurückkehrten, mitteilten, daß Moras Mann mit dem nächsten transatlantischen Dampfer, der in Marseille einträfe, ausgeschifft werden würde. Wie ein Bauffeuer verbreitete sich die Nachricht im Ort. Beratungen, gegen den bejahrten Onkel, den zweiten Schuldigend Eine Abordnung der Gemeindeältesten beschloß nach langen einen Schritt zu unternehmen. „ Das Kind ist Eures", erklärte der Sprecher der Deputation, aber dabei zitterte ihm die Stimme so, als wenn der Säugling sein eigener gewesen wäre. Der schlaue Müller zog aus solcher Schwäche Vorteil. geizig, wie ihn die Mora bezeichnete; eher fonnte die Welt unter Er war weder ein verderbber, noch ausschweifender Mann; nur gehen, als daß er sich dazu entschlossen hätte, 50 Lire von der Bank untlarheit eines Mannes aus, der das Gegenteil von dem tun will, zu holen. Er ächzte, leugnete, gab halbe Zusagen, drückte sich mit der fette er der Mühlentür, die sich hinter den lästigen Besuchern schloß, was man ihm nahelegt; wie die Unterredung zu Ende war, verbedacht, wenn die Aermste nicht geschickt ausgewichen wäre. Du einen heftigen Fußtritt und hätte die Mora mit einem ebensolchen und dein Balg- ihr sollt verflucht sein!" mütete der Müller. Über er wälzte sich schlaflos die ganze Nacht auf seinem Lager. Am anderen Morgen zog er, finsterer als ein Gewitterhimmel, seine Sonnbagsleider an, um nach der Stadt zu gehen. Wo willst du hin?" wagte die Mora zu fragen, indem sie sich außer Reichweite hielt. " Der Teufel foll dich holen! Ich muß wegen deiner verfluchten Geschichten in die Stadt!" Bist du zum Essen zurück?" digem Leibe von den verwünschten Gastwirten auffressen zu „ Ja. Ich werde gerade drinnen bleiben, um mich bei lebenMach Polenta und Tomatensabat!" laffen. „ Gut, Onfel!" Sie wußte, er hatte das Bankbuch mit; ahnte, daß er Geld abheben würde, um den Beweis der Schuld zu be feitigen Das Weib empfand weder Freude noch Dankbarkeit. Keine Freude, weil sie ihr Kindchen ihr vom Herzen nehmen würden; feine Dankbarkeit, weil ein Gefühl fatalistischer Gerechtigkeit in schlichten, nur vom Instinkt geleiteten Naturen lebt: fie fügen sich der Strafe in dem Maße, wie sie sie verdient zu haben glauben. Das Wetter war herrlich. Die großen, von glitzernden Berten umsprühten Mühlräder, an denen tropfende Gräfer hafteten, drohten fich in rhythmischem Schwung. Die Mora befferte auf der ar schwelle sigend Strümpfe und Hemden aus und schaukelte mit ihrem breiten, nackten Fuß die Wiege, worin der Jüngstgeborene schlief; vor dem Hause zitterte die Weide in fächelnder Bewegung über der Frau, dem Kinde und der Schwelle. Wie lange wird's noch dauern, bis er tommt?" fragte fich die Mora, indem sie gleichwohl ihre Aufregung zu beherrschen suchte und mit heller Stimme fang. „ Die jungen Leute waren gut unterrichtet; sie sagen, daß sie ihn gesehen haben, wie er das Billett zur Ueberfahrt kaufte. Also noch vierzehn Tage, und dann.. Mühle, wenn auch die schwere Arbeit und die Vorwürfe an ihr gezehrt hatten; die tiefschwarze Fülle ihres Haares fiel längs der bronzefarbenen Wagen herab, auf den Hals mit den nicht gewöhnlichen Linien, ihre Bewegungen besaßen mütterliche Grazie. Noch immer war sie ein schönes Weib, die Mora aus der Sie dachte wieder mit Zittern an die furze Spanne ihres Zusammenlebens mit Rosso von der Meierei Fiora, dem schönsten jungen Manne, den sie, unsterblich verliebt, troh heftigen Widerftandes der Ihrigen geheiratet hatte. Die Ehe war eine Hölle gewesen; mit Tränen und Qualen aller Ar mußte sie für ihre Neigung büßen, weil der Mann die Roheit im Blute hatte und sie mochte er betrunken sein oder nicht fchlug. So mißhandelt, arbeitete sie wie eine verdammte Seele, um Brot für ihre Kinder und feine Laster zu verdienen; aber eines Tages es war mie eine Morgenröte der Freiheit hatte Rosso, von argentinischen Agenten verlockt, sein Bündel ge schnürt, das Haus geräumt und als der traurige Mensch, der er war, die feiner Sorge anvertrauten Existenzen im Stich gelassen. Er hatte niemals geschrieben oder Geld geschickt.... Sie hatte das Kind aus der Wiege genommen und hätschelte die entzückende rosige Nacktheit mit jenem efstatischen Mutterſtolz, ber tiefer verwurzelt ist als Vorwurf, Reue und Schmerz. Plözlich verdichtete sich der Schatten der Weide; sie hob mechanisch die Augen und blieb regungslos stehen, unterdrückte einen Schrei. ,, Wer hat dir dabei geholfen?", war das erste Wort Roffos, denn dieser oder auch nur der Schatten des alten Rosso war der armselige, abgezehrte Wanderer, der, mit einem Bündel auf dem Stücken und dem eisenbeschlagenen Stod in der Hand, vor das Tor trat. Gewerkschaftsbewegung ( Siehe auch 4. Seite Hauptblatt.) Die Organisation der jugendlichen Angestellten. Sobald Jungen und Mädchen die Schule verlassen, werden Sie von vielen Verbänden und Gruppen umworben, die sie gern in ihre Reihen eingliedern wollen. Es ist an sich durchaus erfreulich und sogar zu fordern, daß sich bereits der Jugendliche, der ganz neu in bie ihm unbekannte Welt des Betriebs- und Wirtschaftslebens eintritt, einer Organisation anschließt. Sie soll ihm vor allem Schutz gegen vielfach vorherrschende Mißstände gewährleisten; sie soll aber auch gleichzeitig den jungen Menschen von den ſittlichen Gefahren der Großstadt fernhalten. Die Organisation für die Jugend lichen, die als Lehrlinge oder jugendliche Angestellte in ein Bureau oder in das Handelsgewerbe eintreten, ist der freigewerkschaftliche Zentralverband der Angestellten. Das Weib hatte sich endlich von ihrer tödlichen Erstarrung erholt und ihre Gesten drückten jetzt das Entsetzen ihres Inneren aus. Sie legte das Kind in die Wiege, stellte sich mit ausgebreiteten Armen, hochaufgerichtet, davor; ihr einziger Gedanke war, sich mit ihrem Körper zwischen das Kind und die Gefahr zu drängen. Rosso wiederholte nur dumpf die Frage: Wer?" Da sie schmieg, machte er Miene, sich auf sie zu stürzen. Madonna!" flüsterten die violetten Lippen des Opfers. Den Eltern obliegt die Pflicht, dafür zu sorgen, daß sich ihr In den verzerrten Zügen des vor ihr Stehenden hatte sie die robe alte Kraft wiedererkannt, die blinde But, die sie so oft blutig Junge oder Mädel der Berufsorganisation anschließt. In den Jugendgruppen des Zentralverbandes der Angestellten findet die Angegeschlagen, den perversen Born, mit dem die hertulischen Arme des Mannes fie eines Tages- nach einem Streit über einen großen stelltenjugend gleichgesinnte Kameraden, die in ihren regelmäßigen Bottich gehoben hatten, worin Wäschelauge tochte. Damals retteten Zusammenkünften die Pflege der Erweiterung des allgemeinen sowie des Berufswiffens betreiben. Belehrende Borträge sollen den jugendsie die Nachbarn; aber heute waren die Häuser ringsum leer; es war Markttag, und ihre Knaben waren ahnungslos in dem entlichen Angestellten und Lehrling in die Zusammenhänge des Berufsund Wirtschaftslebens einführen; darüber hinaus foll sein Allgemeinfernten Speicher. Wer?" fragte noch einmal die rauhe Stimme Rossos; aber die wissen bereichert werden. Sings und Spielabende sowie fonntägliche Arme waren ihm längs der Seiter zugleich mit dem eisen Wanderungen dienen dazu, dem Duang der Jugend nach Stunden befchlagenen Stod- herabgefunten. Und das Beib, das seit Mo- freien, heiteren Lebens Rechnung zu tragen. Durch seinen Anschluß an die Berufsorganisation wird dem naten darauf vorbereitet gewesen, das Opfer zu werden, gewann Lehrling und jugendlichen Angestellten aber weiterhin die Möglichkeit Zwischen den beiden einander Mahen, Keuchenden, entspann sich gegeben, in allen das Arbeits- oder Lehrverhältnis betreffenden Fragen bei dem Verband um Rat und Schutz nachzusuchen. Die Erdas düstere 3miegespräch. Wer?" fragte die Mora, und die weißen Zähne lachten in fahrung lehrt, daß gerade der Jugendliche in zahlreichen Fällen dieses herausforderndem Spott. Schutzes gegen Unternehmerwillfür bedarf. So erwächst allen Pflicht, für den Eintritt derselben in den Zentralverband der AngeEltern im Interesse ihrer aus der Schule entlassenen Kinder die stellten zu sorgen, sofern die Jugendlichen im Bureau oder im Handelsgewerbe tätig sein werden. eine geheimnisvolle Widerstandskraft. " ... " Wer? Der deinen Kindern und mir Brot gab, der die armen, nackten Würmer, die du durch deine Flucht verstießest, von der Straße aufgelesen." Jett fenne ich ihn!" Rosso biß sich in die Faust, daß sie blutete. „ Ja, er!" wiederholte das Weib und bannte ihn in den ma- Aber auch die Eltern, die für den Jungen oder das Mädel noch gischen Kreis ihres verzweifelten Bachers, ihrer vor Furcht und feine Lehrstelle finden tonnten, wollen sich an den Zentralverband der Tollkühnheit wahnsinnigen Augen. Ja, er! Mir ist jetzt alles Angestellten menden. Ja, er! Mir ist jetzt alles Angestellten menden. Er unterhält einen gut funktionierenden gleich, weil ich mich ihm, um zu leben, hingegeben habe. Und die Stellennachweis, der auch Lehrstellen vermittelt. Schuld ist die deine, du weißt es wohl." Ein schwerer, schmerzlicher Seufzer entquoll der nadten, behaarten Bruft Roffos; dumpfes Schluchzen, Geftammel von Flüchen brang aus seiner gepreßten Rehle. Töte mich doch! Was wartest du?" schrie das Weib ihm ted zu, vielleicht, weil die drohenden Arme regios an den Seiten des Mannes herunterhingen. Ach, du hast die Welt durchreist? Wohl Vermögen erworben? Und wir mußten verderben vor Hunger und Schande!" ftichelte fie in erbarmungslosem Zorn. " Ich habe kein Vermögen erworben; sieh mich an!" " Das glaube ich dir nicht!" Sieh mich an!" D, fie hatte wohl die abgenutzte Kleidung gefehen, die durch Löcherten Schuhe, die gelbliche Haut des eirst Frischen und Gesunden, und den müden Ausdruck des früher feurigen Auges; alle Beichen des Unglücks. des physischen Zusammenbruchs, stellte sie an der traurigen Gestalt des Bagabunden fest. " Was willst du hier? Deine Söhne wiffen nichts von bir.... Das ist nicht unser Haus; feiner von uns fann dir helfen." Ich weiß." " Geh zum Priester, zum Borstand, überallhin am Ort. Birft ja fehen, ob sie dir die Hand drücken. Mir aber hat- fo fehr ich fehlte feiner den Gruß versagt." 1800 Du haßt mich also?" hlleber den Menschen ist Gott, er wird richten. Töte mich!" Und sie wandte ihm das schöne, fahle Geficht zu, den von Zorn und Leidenschaft geschwellten Busen. Nein!" sagte er langfam. Das Bündel, der Stod, lagen zu seinen Füßen; die derben, von fonvulsivischem Zittern bebenden Hände waren so fest ineinender verschlungen, als wollten sie fich jede Gewalttat verbieten. „ Nein, Frau; du haft recht. Mir steht es nicht zu, dich zu töten. Du fagtest die Wahrheit; die Schuld ist mein. Ich habe euch verlassen, der Straße überantwortet, dich wie ein elender Büttel behandelt.... Du haft recht; lebe in Frieden." Schweigend raffte er fein färgliches Bündel auf. Sie fehrte fich mit plöglichem, unverständlichem Eifer ihm zu: " " Wo gehst du hin?" Was weiß ich. Suche irgendeine Arbeit." Bist du frant?" " Ich glaube." ,, Was konnte dich so verändern?" " Ich bin viel gewandert, habe viel gefehen und gehört. Irgend was hat den Schleier vor meinen Augen zerrissen, irgendwos dle Schale um mein Herz zersprengt." Was hat dich hergeführt?" " Nichts; ich wollte vorbeikommen wie ein Windstoß, wie eine Wolfe, wie ein Blatt." ,, Und was wirst du tun?" „ Ich weiß es nicht. Nichts Schlechtes." Sie faben sich an wie in Zeiten ihrer Liebe. Ihre Seelen erforschten sich noch einmal und ließen sich für immer. „ Leb wohl." „ Leb wohl." Der Mann verschwand mit dem müden Schritte deffen, der kein Ziel verfolgt; aber er hatte den guten Weg gefunden. Die Frau schloß die Haustür und warf sich schluchgend über Die Wiege. Jogal ( Berechtigte Uebertragung von Runde- Brazia.) hervorragend bewährt bei: Gicht, Grippe, Rheuma, Nerven- und Jschias, Kopfschmerzen. Togal stillt die Schmerzen und scheidet die Harniäure aus. Klinisch erprobt. In allen Apotheken erhältlich. 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Bezwungenermaßen und nachdem wir die deutschen Behörden davon in Kenntnis gesetzt hatten, mußten wir uns zeitweise diesem Vorgehen anschließen, wenn wir nicht von der Margarineversorgung bes befeßten Gebiets zum größten Teil ausgeschaltet werden und nicht für alle Zeiten den Markt verlieren wollten. In diesem Falle wäre die vorübergehende Arbeitslosigkeit ein Dauer zustand geworden. Vorübergehend waren leider Entlassungen, wie sie in der ganzen deutschen Industrie wegen Stodung des Absages infolge der allgemeinen Verhältnisse stattgefunden haben, leider nicht zu vermeiden. Absolut unrichtig ist, daß wir uns bei diesen Entlassungen von der Zugehörigkeit eines Arbeiters zu irgendeiner gewerkschaftlichen Orga nisation haben leiten lassen oder daß wir bei den Entlassungen irgendwie unsozial vorgegangen sind. Der Betriebsrat ist stets hinzugezogen worden und hat an der Aufstellung der Richtlinien mit gewirkt, nach denen wir in erster Linie die unverheirateten Arbeiter und solche, bie erst furze 3eit im Betrieb beschäftigt waren, entließen. 1 Zu dem Vorwurf, wir hätten aus eigennüßigen Gründen andere Industrien von Cleve ferngehalten, erklären wir, daß unsererseits nie versucht worden ist, in dieser Hinsicht einen Einfluß auszuüben. ebensoviele Arbeiter Tatsache ist, daß im Gegensah zu früher in anderen Industrien( Schuh-, Leder- und Nahrungsmittelindustrie) wie in der Margarineindustrie in Cleve beschäftigt werden. Man macht uns ferner den Vorwurf, daß wir fünstlich die Produktion unserer in und um Cleve gelegenen Delfabriken flein ge halten hätten bzw. auswärtige Delfabriken hätten arbeiten laffen. Wir bemerken hierzu, daß wir vor der Frage standen, entweder unsere größte Delfabrit, die naturgemäß auch die meisten Arbeiter beschäftigt, oder unfere fleineren Fabrifen in und um Cleve stillzu gewählt. legen. Wir haben deshalb in dieser Frage das kleinere Uebel Die Einfuhr eines Teiles der benötigten Dele aus dem Ausland fand ihren Grund darin. daß das Pressen von Delen im Ausland fich bedeutend billiger stellte als in Deutschland selbst. Diese Tat fache gab denn auch der deutschen Delmühlenindustrie die Beranlaffung, mit größter Dringlichkeit die Wiedereinführung von Zöllen bei den deutschen Behörden zu empfehlen, wobei sie von unserer Firma nachdrücklichst unterstützt wurde und wird. Die Einfuhr der billigeren Auslandsöle war schon deshalb nicht zu umgehen, weil die Margarineindustrie infolge des außerordentlich scharfen Wettkampfes gezwungen war, ihre Fertigfabrikate so sehr als irgend möglich zu verbilligen, was nur den Berbrauchern zu gute fam. Zum Schluß führen wir noch an, daß der Verfasser des in Rede unferes gesamten Betriebsrats peröffentlicht hat. Der Betriebsrat der Clever Werke hat ausdrüdlich erklärt, daß er das Erscheinen dieses Artikels im Interesse der Arbeiterschaft bedauert. * Van den Berghs Margarinegesellschaft m. b. 5. Anmerkung der Redaktion: Ein Antrag auf Boykottverhängung gegen die Firma ist beim Vorstand des ADGB. nicht eingegangen und schon aus diesem Grunde irgendein Beschluß nicht gefaßt. Mexikanischer Besuch beim ADGB. Beauftragte der meritanischen Regierung besichtigten am Freistehenden Artikels diesen wiffentlich gegen den Willen tag nachmittag das Bundeshaus des Allgemeinen Deutschen Ge werkschaftsbundes in Berlin und nahmen Veranlassung, mit den Bertretern des Bundesvorstandes wichtige Arbeiterfragen der beiden Länder zu besprechen. Der Führer der merikanischen Delegation, Guillerma 3arraga, betonte, daß sich die merikanische Regierung auf die dortige Gewerkschaftsbewegung stüßt. Dadurch wäre es allein möglich gewesen, alle Anschläge der Reaktion in den letzten Jahren zum Scheitern zu bringen. Die demokratische Staatsform fei feit 1917 verfaffungsmäßig festgelegt und in ihrem Bestande durchaus gesichert. Der Regierung fei besonders daran geTegen, die nationalen Beziehungen zwischen den Arbeiterorganifationen enger zu knüpfen. Eine befriedigende Lösung aller internationalen fozialen und wirtschaftlichen Probleme erscheine nur möglich durch eine Verständigung zwischen den Gewerkschaften aller Länder und innerhalb ihrer internationalen Vereinigung. Mus diesem Grunde habe der Präsident Calles die Reise nach Europa in engster Berbindung mit dem Internationalen Gewert fchaftsbund in Amsterdam vorbereitet. Die meritanischen Gemertschaften sowohl als auch die Regierung legten Wert darauf, in direfte Beziehungen zu den deutschen Gewerkschaften zu treten. foll deshalb sofort nach Rückkehr des Präsidenten eine Ronfe renz der megitanischen Gewertschaften einberufen und dann die Beziehungen zu den deutschen Gewerkschaften fofort aufgenommen werden. Der Einfluß der Arbeiter auf die merikanische Gesetzgebung fei gesichert, ber Achtstundentag, das Streifrecht und die Abwehr des Streifbruchs feien ebenfalls gefehlich festgelegt. Auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge seien bereits Gefeße erlassen, die die Lebens- und Unfallversicherung regeln. Die republikanische Regierung sei darüber hinaus bemüht, zum Zwede einer besseren Berständigung mit den Gewerkschaften aller Länder den merikanischen Gesandtschaften Sozialattachés beizugeben. Die Vertreter des Bundesvorstandes berichteten über den Aufbau, das Wesen und Wirten der deutschen Gewerkschaften. Mit fichtlichem Intereffe wurden die Berichte entgegengenommen und in gegenseitiger Fragestellung ergänzt. Anschließend besichtigte die Delegation die Einrichtungen des Bundesvorstandes. Mit der Versicherung der gegenseitigen Unterstüßung und Solidarität nahm die Delegation Abschied. „ Brutalität des Margarinekapitalismus." Unter diefer Ueberschrift veröffentlichten wir in der Morgenausgabe pom Mittwoch, den 10. September, eine Zuschrift des Bea zirtsausschusses des ADGB. von Cleve, die sich mit den Zuständen in Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe der Töpfer. Am Montag, ben 15, Geptember, nachmittags 4 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Gaal I, außer ordentliche Mitgliederversammlung. Bericht von der legten Lohnverhandlung und unsere Stellungnahme hierzu. Pünktliches Erscheinen aller Kollegen ist Pflicht, da wichtige Beschlüsse au faffen find. Die Fachgruppenleitung. Rentralverband der Schuhmacher. Montag Branchenversammlung der Ballschuhmacher nachm. 5 Uhr im Saal 5 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 25. Dienstag Branchenversammlung der Maschinen- und Sandzwicker und widerinnen nachm. 5 Uhr bei Voß. Weberstr. 6. Dom Deutscher Baugewerksbund, Fachgruppe Tiefbau. Dienstag abend 7 Uhr in den Residenz- Festsälen, Landsberger Str. 31, Tiefbauarbeiterversammlung. Verbandstag der Tiefbauarbeiter und Tagesordnung: Bericht vom Bundestag. 2. Diskussion. 3. Fachgruppenangelegenheiten. Der Wichtigkeit der Tagesordnung entsprechend muß jeber Rollege in der Bersammlung anwefend fein. Mitgliedsbuch des Baugewerksbunbes legitimiert, 18. SepFachgruppe der Puker! Am Donnerstag, den felbe tein Sutritt. tember, abends 6% Uhr, in den Residenzfestfalen, Landsberger Str. 31, Mitgliederversammlung unserer Fachgruppe. Bericht vom Verbands- und Bundestag, Gruppenangelegenheiten. Es ist Pflicht eines jeben Mitgliedes, in dieser Bersammlung au erscheinen. Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen, ohne dasselbe fein Zutritt. Die Gruppenleitung. Fachgruppe Stud. und Gipsbau. Am Dienstag, den 16. Geptember, abends 7 Uhr, im Dresdener Rasino", Dres dener Straße 96, Mitgliederversammlung. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne das felbe tein Rutcitt. In dieser Bersammlung gelangen die Nachträge zum Fachgruppe Betonbau. Tarifvertrag zur Ausgabe. Die Gruppenleitung. Dienstag, den 16. Geptember, abends 7 Uhr, Gewerkchaftshaus, Mitglieder versammlung. Bericht vom Bundestag. Achtung, Zimmerer! Dienstag, den 16. Geptember, nachmittags 5 Uhr, in Haverlands Festfälen, Neue Friedrichstr. 35, Eingang Rodystraße, Ver. trauensmännerversammlung. Alle Vertrauensleute und Betriebsräte des Soch, Beton- und Tiefbaugewerbes müffen erscheinen. Der Worstand. Belleibungsarbeiter- Verband, Sebastianste. Bersammlung 37/38. fämtlicher Funktionäre am Mittwoch, den 17. September, abends 7 Uhr, in den Musikersälen, Raifer- Wilhelm- Str. 31, großer Gaal. Bor welchen Aufgaben stehen wir in unserer Filiale?" Pflicht febes einzelnen ist es, dafür zu forgen, daß mindestens feber Betrieb in dieser Versammlung vertreten fein muß. Mitgliedsausweis legitimiert. Dentscher Wertmeister- Berbanb, Bezirk 10. Alle in bet papierverarbeiten den Industrie tätigen Wertmeister, technischen Betriebsangestellten und Di reftricen haben am Montag, den 22. September, abends 7% Uhr, im Klubhaus, Ohmstr. 2, große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: Warum brauche ich die Berufsorganisation" Rege Beteiligung erwartet Die Geschäftsstelle des Bezirks 10. Sale frei für Versammlangen Bon ber barin angegriffenen Firma erhalten wir hierzu folgende Sophien- Säle Sophienstr.17 Darstellung: Vereinsfestlichkeiten: Norden 9296 Pfarrer Heumanns Heilmittel stets auch vorrätig im Alleindepot: Zentral- Offici Zions- Apotheke Homöopathises Während des Höhepunktes der Inflation wurde der Markt im befetzten Gebiet mit ausländischer Margarine überschwemmt, ohne daß die deutschen Behörden in der Lage waren, die Einfuhr, welche für das unbesetzte Gebiet grundfäßlich verboten war, im befehten Gebiet zu verhindern. Die Leitung unferer deutschen Firmen hat fich fo= wohl bei den deutschen zuständigen Behörden als auch bei den Befaßungsbehörden von Anfang an nachbrücklichst bemüht, die Einfuhr ausländischer Margarine zu verhindern. Die deutsche Regie rung war hierzu nach ihren wiederholten Erklärungen nicht in der Lage; die zuständige interalliierte Rommission ließ sich schließlich durch die Vorstellungen der Clever Werke und der mit ihnen gemein. Jam vorgehenden anderen Fabriten davon überzeugen, daß die Ein fuhr holländischer Margarine vor allem auch im Interesse der Arbeiter. schaft verhindert werden müßte. Sie unterband dann jegliche weitere Einfuhr in das besetzte Gebiet. Wir nehmen also für uns in Anspruch, mit Erfolg gegen die Einfuhr gearbeitet zu haben. Damit abgegeben. Große Ausgabe( 240 Seiten 100 Abbildungen) gratis und franko. KRESSIN MOHAR 58 in Blechpackung Die Marke des Qualitätsrauchers Berlin N. 31, Anklamer Sirahe 39, nahe Ecke Brunnenstr. Tel. Amt Humboldt 1022 Adler- Apotheke( Paul und W. Sadée), BerlinFriedenau, Rheinstraße 16. Tel.: Rheingau 2029, Friedrich Wilhelm- Apotheke. Apotheker Georg Seelenbinder, Charlottenburg 2, Leibnitzstraße 106. Telefon 121. dortselbst wird auf Wunsch auch das Pfarrer Heumann- Buch ZIGARETTEN RSS RICHTER STEGLITZ MOHAR 8$ LUXUS Die Marke des Feinschmeckers Cee in der Familier FIN 21-27 SEPT. Stan Furter Weffe AUSKUNFT MESSAMT IN FRANKFURT A M. 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Rat Ottober festgefegt ist, muß jedes bezugsberechtigte Mitglied eine Wartezeit von 6 Tagen durchmachen. Für die bereits Trauerfpenden arbeitslos oder frant fich befindenden jeder Art liefert preiswert Die Meldungen für den Bezug der Paul Golletz, Unterstügung werden bereits vom 15. SepDormals Robert Meyer, tember ab im Verbandshause( großer Mariannenstr. 3. Gaal part.), Linienstraße 83/85, entgegen Amt Morigpl. 10303. genommen und milffen am 29. September beendigt sein: Spätere Meldungen werden Dom Tage der Meldung an gerechnet. Ueber 6 Wochen darf kein Mitglied mit seinen Beiträgen reftieren. Mitglieder ist die Wartezeit vom 28. September bis 4. Oktober. Restaurant Gewerkschaftshaus Engelufer 25 Bewirtschaftung: ,, GABEGE" Gastwirtschaftliche Betriebsgesellschaft m. b. H. Ausschank von Schultheiß- Patzenhofer Bier Guteru.reichhalt. Mittagstisch: Gedeck 0.75 Sonntags 1Mk. Reichh.Abendkarte zu zivilen Preisen. Eigene Schlächterei u. Wurstfabrik Täglich Konzert Freitag, Sonnabend u. Sonntag GESANGS- EINLAGEN Große und kleine Säle für Versammlungen und Festlichkeiten IF Fernsprecher: Amt Moritzplatz Nr. 11507 l Die Meldungen erfolgen unter Vorlegung des Mitgliedsbuches und der Stempelfarte, welche ordnungsgemäß gestempelt sein muß. Kranke legen den Krantenschein vor. Wagen- u. Karofferiefunktionäre Montag, den 15. September, nachmittags 4 Uhr, im Verbandshause, Linienffe. 83/85: Sigung Mittwoch, den 17. September, abends 7 Uhr, im Sigungsfaal des Verbandshaufes, Linienstraße 83/85: Versammlung der Betriebsräte, Hauptgruppe VII, Rohrleger- und Klempnereibetriebe. Tagesordnung: Neuwahl Der Gruppenleitung. Donnerstag, den 18. September, abends 7 Uhr, im Cofal von Emil Blih. Schicklerstraße 13: Branchenversammlung der stromerzeugenden Industrie für private und fommunale Betriebe der Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerte. Alle Vertrauensleute und Kommissions. mitglieder der angeführten Betriebe werden dringend gebeten, pünktlich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. 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